Wikibooks dewikibooks https://de.wikibooks.org/wiki/Hauptseite MediaWiki 1.47.0-wmf.1 first-letter Medium Spezial Diskussion Benutzer Benutzer Diskussion Wikibooks Wikibooks Diskussion Datei Datei Diskussion MediaWiki MediaWiki Diskussion Vorlage Vorlage Diskussion Hilfe Hilfe Diskussion Kategorie Kategorie Diskussion Regal Regal Diskussion TimedText TimedText talk Modul Modul Diskussion Veranstaltung Veranstaltung Diskussion Gitarre: Picking-Folk-Pattern 0 52844 1085381 1016025 2026-05-11T05:55:40Z Mjchael 2222 /* Das Folk-Pattern */ 1085381 wikitext text/x-wiki {{:Gitarre/ Navi|Balladendiplom| {{:Gitarre: Balladendiplom/ Navi}}| {{:Gitarre:_Balladendiplom/ Navi_3-Finger-Picking}}| img=Balladendiplom.gif|bg=#F0e68c|border=#ba55d3|color=#800080|px=100}} = Das Folk-Pattern = <score sound="1" raw="1"> \version "2.20.0" \header { title="Wechselbass im Viertel-Feeling" encoder="mjchael" } myKey = { \tempo 4 = 100 \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" } myDiskant = { s1 s1 s1 s1 \mark "4x" } myBass = { d4 \rightHandFinger #1 a \rightHandFinger #1 d \rightHandFinger #1 a \rightHandFinger #1 | d a d a | d a d a | d a d a | } % Layout \score { << \new ChordNames { \set chordChanges = ##t \chordmode { d1 d d d } } %Noten { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \mergeDifferentlyHeadedOn \mergeDifferentlyDottedOn \repeat volta 4 \myDiskant \\ \repeat volta 4 \myBass % Zählen \addlyrics { "1"4 "2" "3" "4" } >> } % Tabulatur \new TabStaff { \tabFullNotation \repeat volta 4 << \myDiskant \\ \myBass >> } >> \layout {} } % Midi \score { << \unfoldRepeats { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 4 \myDiskant \\ \repeat volta 4 \myBass >> } >> \midi {} } \paper { indent=0\mm line-width=100\mm oddFooterMarkup=##f oddHeaderMarkup=##f % bookTitleMarkup=##f scoreTitleMarkup=##f } </score> Am schnellen Wechselnass mit dem Daumen ändert sich nichts. Die Etüde aus der letzten Übung bleibt uns noch etwas erhalten. Wir ändern nur ein wenig das Pattern. Dazu betrachten wir noch einmal das Basis-Pattern und streichen aus dem Basis-Pattern zwei Finger heraus. (Ein Pattern ist, wie schon gesagt, ein (Zupf-)Muster) ;Das Basis-Pattern 1 + 2 + 3 + 4 + 1 + 2 + 3 + 4 + ||--------2-:-------2--|| ||--------M-:-------M--|| ||----3-----:---3------|| ||----Z-----:---Z------|| ||------2---:-----2----|| ||------D---:-----D----|| ||--0-------:-0--------|| ||--D-------:-D--------|| ||----------:----------|| ||----------:----------|| ||----------:----------|| ||----------:----------|| ;Zwei Finger werden aus dem Zupfmuster entfernt 1 x 2 + 3 + 4 x 1 x 2 + 3 + 4 x ||--------2-:-------x--|| ||--------M-:-------x--|| ||----x-----:---3------|| ||----x-----:---Z------|| ||------2---:-----2----|| ||------D---:-----D----|| ||--0-------:-0--------|| ||--D-------:-D--------|| ||----------:----------|| ||----------:----------|| ||----------:----------|| ||----------:----------|| ;Und man erhält das Folk-Pattern 1 2 + 3 + 4 1 2 + 3 + 4 ||--------2-:----------|| ||--------M-:----------|| ||----------:---3------|| ||----------:---Z------|| ||------2---:-----2----|| ||------D---:-----D----|| ||--0-------:-0--------|| ||--D-------:-D--------|| ||----------:----------|| ||----------:----------|| ||----------:----------|| ||----------:----------|| Man übt zuerst einige Male die erste Hälfte des Zupfmusters, bis dieses flüssig läuft (wieder wenigstens 20 Mal fehlerfrei hintereinander). Danach die zweite Hälfte (genauso oft). Das Zupfmuster hat fast die gleichen Zählzeiten wie der Lagerfeuerschlag und passt daher zu fast allen Liedern, wo auch der Lagerfeuerschlag passt. Mit dem Folk-Pattern kann man also genau wie beim Lagerfeuerschlag Folksongs begleiten. Es ist nur ein Beispiel von vielen möglichen Folk-Pattern. ;Vorübungen [[Image:Folk-Picking 1a.svg]] Beim Üben kann ich euch nur dringendst ans Herz legen, den Takt laut vorzuzählen, wie es schon beim Lagerfeuer-Schlag vorgepredigt worden ist. Insbesondere möchte ich noch einmal an den Tipp mit dem [[Gitarre: Lagerfeuerschlag|Fuß-Auftappen]] erinnern. Wenn nur eine Zahl erforderlich ist, wird diese bei jedem Auftappen durchgeführt. Praktisch gesehen spielt bei jedem Auftappen der Daumen. Bei jedem "und", also jedes Mal, wenn der Zeige- oder Mittelfinger gespielt wird, wird gleichzeitig der Fuß angehoben. Wichtig ist bei allen Übungen und bei allen Patterns, dass der Daumen schön gleichmäßig fließt. Wenn dieses nicht läuft, verfällt man sehr leicht in einen Walzertakt. Siegfried Schwab empfiehlt in seinem Lehrbuch, solch ein Zupfmuster wenigstens 1000 Mal und öfter zu üben. Also versuche jeden Folksong, den du bis jetzt erfolgreich mit dem Lagerfeuerschlag begleitet hast, auch einmal mit dem Folk-Picking zu begleiten. (So bekommt man am einfachsten die 1000 Wiederholungen zusammen!) == eine einfache Folk-Picking-Etüde == Als Übung habe ich eine sehr einfache Etüde ( = Übungsstück). <score sound="1" raw="1"> \version "2.20.0" \header { title="Folk-Pattern-Etüde" encoder="mjchael" } %Diskant- bzw. Melodiesaiten Diskant ={ \tempo 4 = 160 \time 4/4 \key d \major \repeat unfold 4 { d4 a8 fis' d d' a4 |} % 1-4 D \break \repeat volta 2{ \set minimumFret = #7 \repeat unfold 2 { d4 d'8 b' d g' d'4 |} % 5-6 G/D \set minimumFret = #5 \repeat unfold 2 { d4 c'8 a' d f' c'4 |} % 7-8 F/D \break \set minimumFret = #3 \repeat unfold 2 { d4 bes8 g' d es' bes4 |} % 9-10 Eb/D \set minimumFret = #0 \repeat unfold 2 { d4 a8 fis' d d' a4 |} % 11-12 D } \repeat unfold 2 { c8 c' g e' g,8 b g g' | % 13 Basis C G d4 a8 fis' d d' a4 | % 15-16 D } d1 \bar "|." | % 13 } %Basssaiten, die hier nur mit dem Daumen gespielt werden. Bass = { \tempo 4 = 160 \time 4/4 \key d \major \repeat unfold 4 { d4 a d a |} % 1-4 D \repeat volta 2{ \set minimumFret = #7 \repeat unfold 2 { d4 d' d d' |} % 5-6 G/D \set minimumFret = #5 \repeat unfold 2 { d4 c' d c' |} % 7-8 F/D \set minimumFret = #3 \repeat unfold 2 { d4 bes d bes |} % 9-10 Eb/D \set minimumFret = #0 \repeat unfold 2 { d4 a d a |} % 11-12 D } \repeat unfold 2 { c4 g g,4 g | % 13 Basis C d4 a d a | % 14 D } \skip1 \bar "|." | % 15 } % Layout- bzw. Bildausgabe \score { << \new ChordNames { \chordmode { d1 s1 s1 s1 g:/d s1 f:/d s1 es:/d s1 d s1 c2 g2 d1 c2 g2 d1 } } { %Noten \new Staff << \tempo 4 = 160 %Tempo ausblenden \set Score.tempoHideNote = ##t \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" \clef "G_8" \repeat volta 4 % Noten im Diskant \Diskant \\ % Noten im Bass - beachte: Wiederholungszeichen ist für Midi notwendig! \repeat volta 4 \Bass >> } % Tabulatur \new TabStaff { \tabFullNotation \repeat volta 4 << % Tabulatur im Diskant \Diskant \\ % Tabulatur im Bass \Bass >> } >> \layout {} } % Midiausgabe mit Wiederholungen, ohne Akkorde \score { << \unfoldRepeats { \new Staff << \tempo 4 = 160 \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" \clef "G_8" \Diskant \\ \Bass >> } >> \midi {} } % unterdrückt im raw="!"-Modus das DinA4-Format. \paper { indent=0\mm % DinA4 0 210mm - 10mm Rand - 20mm Lochrand = 180mm line-width=180\mm oddFooterMarkup=##f oddHeaderMarkup=##f % bookTitleMarkup=##f scoreTitleMarkup=##f } </score> {{Audio|Folk-Picking-Etude.mid|Folk-Picking-Etude.mid}} {{PDF-Version|Folk-Picking-Etude.pdf|Folk-Picking-Etude.pdf}} Für die Übung wird der D-Dur-Akkord wieder in den 7. Bund verschoben, und von da über den 5. und 3. Bund zurück in den 2. auf das D-Dur. In jedem Bund bleibt der Akkord zwei Takte lang. Damit wir das Basis-Pattern nicht ganz aus den Augen verlieren, führen wir das Übungsstück noch ein klein wenig weiter. Nach der Etüde, die wir diesmal mit dem Folk-Pattern begleiten, packen wir noch einmal kurz das Basis-Pattern aus. C G D C G D |-------0-------3-|------2--------|-------0-------3-|------2--------| |---1-------0-----|----------3----|---1-------0-----|----------3----| |-----0-------0---|----2-------2--|-----0-------0---|----2-------2--| |-----------------|-0------0------|-----------------|-0------0------| |-3---------------|---------------|-3---------------|---------------| |---------3-------|---------------|---------3-------|---------------| Im ersten und im dritten Takt kommt ein schneller Griffwechsel vor. Es werden also zwei Akkorde in einem Takt gespielt. Während dieses kurzen Einschubes spielt man das Basis-Pattern. Gleich im nächsten Takt beim D-Dur-Akkord ist man wieder im Folk-Pattern. Dieses spielt man zweimal hintereinander und dann wieder von vorn. Das Tempo der Patterns ändert sich das gesamte Stück über nicht. Die einzige Herausforderung bei dem kleinen Zwischenstück ist, dass der Daumen jetzt etwas größere Sprünge machen muss. <noinclude> {{:Vorlage:Navigation hoch}} {{Navigation zurückhochvor buch |zurücklink=Gitarre: Picking-Basis-Pattern|zurücktext=Basis-Pattern |hochlink=Gitarre: Einführung in das 3-Finger-Picking|hochtext=Einführung |vorlink=Gitarre: Picking-Travis-Pattern|vortext=Travis-Pattern}} </noinclude> {{:Liederbuch/ Vorlage:Kategorien|Picking-Folk-Pattern|Tabulatur}} sihin5hpog0byir9ti3t4ig48j3jn5b 1085383 1085381 2026-05-11T06:30:16Z Mjchael 2222 /* Das Folk-Pattern */ 1085383 wikitext text/x-wiki {{:Gitarre/ Navi|Balladendiplom| {{:Gitarre: Balladendiplom/ Navi}}| {{:Gitarre:_Balladendiplom/ Navi_3-Finger-Picking}}| img=Balladendiplom.gif|bg=#F0e68c|border=#ba55d3|color=#800080|px=100}} = Das Folk-Pattern = Die Etüde aus der letzten Übung bleibt uns noch etwas erhalten. Wir ändern nur ein wenig das Pattern. Am schnellen Wechselnass mit dem Daumen ändert sich nichts. <score sound="1" raw="1"> \version "2.20.0" \header { title="Wechselbass im Viertel-Feeling" encoder="mjchael" } myKey = { \tempo 4 = 100 \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" } myDiskant = { s1 s1 s1 s1 \mark "4x" } myBass = { d4 \rightHandFinger #1 a \rightHandFinger #1 d \rightHandFinger #1 a \rightHandFinger #1 | d a d a | d a d a | d a d a | } % Layout \score { << \new ChordNames { \set chordChanges = ##t \chordmode { d1 d d d } } %Noten { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \mergeDifferentlyHeadedOn \mergeDifferentlyDottedOn \repeat volta 4 \myDiskant \\ \repeat volta 4 \myBass % Zählen \addlyrics { "1"4 "2" "3" "4" } >> } % Tabulatur \new TabStaff { \tabFullNotation \repeat volta 4 << \myDiskant \\ \myBass >> } >> \layout {} } % Midi \score { << \unfoldRepeats { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 4 \myDiskant \\ \repeat volta 4 \myBass >> } >> \midi {} } \paper { indent=0\mm line-width=100\mm oddFooterMarkup=##f oddHeaderMarkup=##f % bookTitleMarkup=##f scoreTitleMarkup=##f } </score> Dazu betrachten wir noch einmal das Basis-Pattern und streichen aus dem Basis-Pattern zwei Finger heraus. <score sound="1" raw="1"> \version "2.20.0" \header { title="Ausgang Basis-Pattern" encoder="mjchael" } myKey = { \tempo 4 = 100 \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" } myDiskant = { \stemUp d8 \rightHandFinger #1 \tweak color #red d'8 \rightHandFinger #2 a8 \rightHandFinger #1 fis'8 \rightHandFinger #3 d8 \rightHandFinger #1 d'8 \rightHandFinger #2 a8 \rightHandFinger #1 \tweak color #red fis'8 \rightHandFinger #3 \mark "4x" } myBass = { \stemDown d4 a4 d4 a4 | } % Layout \score { << \new ChordNames { \set chordChanges = ##t \chordmode { d1 } } %Noten { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 4 \mergeDifferentlyHeadedOn \mergeDifferentlyDottedOn \myDiskant % Zählen \addlyrics { "1"8 "+"8 "2"8 "+"8 "3"8 "+"8 "4"8 "+"8 } \\ \repeat volta 4 \myBass >> } % Tabulatur \new TabStaff { \tabFullNotation \repeat volta 4 << \myDiskant \\ \myBass >> } >> \layout {} } % Midi \score { << \unfoldRepeats { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 4 \myDiskant \\ \repeat volta 4 \myBass >> } >> \midi {} } \paper { indent=0\mm line-width=50\mm oddFooterMarkup=##f oddHeaderMarkup=##f % bookTitleMarkup=##f scoreTitleMarkup=##f } </score> ;ergibt:(hier mit ⅛-Pausen verdeutlicht) <score sound="1" raw="1"> \version "2.20.0" \header { title="Das Folk-Pattern" encoder="mjchael" } myKey = { \tempo 4 = 100 \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" } myDiskant = { \stemUp d8 \rightHandFinger #1 \tweak color #red r8 a8 \rightHandFinger #1 fis'8 \rightHandFinger #3 d8 \rightHandFinger #1 d'8 \rightHandFinger #2 a8 \rightHandFinger #1 \tweak color #red r8 \mark "4x" } myBass = { \stemDown d4 a4 d4 a4 | } % Layout \score { << \new ChordNames { \set chordChanges = ##t \chordmode { d1 } } %Noten { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 4 \mergeDifferentlyHeadedOn \mergeDifferentlyDottedOn \myDiskant % Zählen \addlyrics { "1 - "4 "2"8 "+"8 "3"8 "+"8 "4 - "4 } \\ \repeat volta 4 \myBass >> } % Tabulatur \new TabStaff { \tabFullNotation \repeat volta 4 << \myDiskant \\ \myBass >> } >> \layout {} } % Midi \score { << \unfoldRepeats { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 16 \myDiskant \\ \repeat volta 16 \myBass >> } >> \midi {} } \paper { indent=0\mm line-width=50\mm oddFooterMarkup=##f oddHeaderMarkup=##f % bookTitleMarkup=##f scoreTitleMarkup=##f } </score> Übe einige Male die erste Hälfte, bis es flüssig läuft (ca. 20x). <score sound="1" raw="1"> \version "2.20.0" \header { title="Das Folk-Pattern" encoder="mjchael" } myKey = { \tempo 4 = 100 \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" } myDiskant = { \stemUp d8 \rightHandFinger #1 \tweak color #red r8 a8 \rightHandFinger #1 fis'8 \rightHandFinger #3 d8 \rightHandFinger #1 d'8 \rightHandFinger #2 a8 \rightHandFinger #1 \tweak color #red r8 \mark "4x" } myBass = { \stemDown d4 a4 d4 a4 | } % Layout \score { << \new ChordNames { \set chordChanges = ##t \chordmode { d1 } } %Noten { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 4 \mergeDifferentlyHeadedOn \mergeDifferentlyDottedOn \myDiskant % Zählen \addlyrics { "1 - 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Mit dem Folk-Pattern kann man also genau wie beim Lagerfeuerschlag Folksongs begleiten. Es ist nur ein Beispiel von vielen möglichen Folk-Pattern. ;Vorübungen [[Image:Folk-Picking 1a.svg]] Beim Üben kann ich euch nur dringendst ans Herz legen, den Takt laut vorzuzählen, wie es schon beim Lagerfeuer-Schlag vorgepredigt worden ist. Insbesondere möchte ich noch einmal an den Tipp mit dem [[Gitarre: Lagerfeuerschlag|Fuß-Auftappen]] erinnern. Wenn nur eine Zahl erforderlich ist, wird diese bei jedem Auftappen durchgeführt. Praktisch gesehen spielt bei jedem Auftappen der Daumen. Bei jedem "und", also jedes Mal, wenn der Zeige- oder Mittelfinger gespielt wird, wird gleichzeitig der Fuß angehoben. Wichtig ist bei allen Übungen und bei allen Patterns, dass der Daumen schön gleichmäßig fließt. Wenn dieses nicht läuft, verfällt man sehr leicht in einen Walzertakt. Siegfried Schwab empfiehlt in seinem Lehrbuch, solch ein Zupfmuster wenigstens 1000 Mal und öfter zu üben. Also versuche jeden Folksong, den du bis jetzt erfolgreich mit dem Lagerfeuerschlag begleitet hast, auch einmal mit dem Folk-Picking zu begleiten. (So bekommt man am einfachsten die 1000 Wiederholungen zusammen!) == eine einfache Folk-Picking-Etüde == Als Übung habe ich eine sehr einfache Etüde ( = Übungsstück). <score sound="1" raw="1"> \version "2.20.0" \header { title="Folk-Pattern-Etüde" encoder="mjchael" } %Diskant- bzw. Melodiesaiten Diskant ={ \tempo 4 = 160 \time 4/4 \key d \major \repeat unfold 4 { d4 a8 fis' d d' a4 |} % 1-4 D \break \repeat volta 2{ \set minimumFret = #7 \repeat unfold 2 { d4 d'8 b' d g' d'4 |} % 5-6 G/D \set minimumFret = #5 \repeat unfold 2 { d4 c'8 a' d f' c'4 |} % 7-8 F/D \break \set minimumFret = #3 \repeat unfold 2 { d4 bes8 g' d es' bes4 |} % 9-10 Eb/D \set minimumFret = #0 \repeat unfold 2 { d4 a8 fis' d d' a4 |} % 11-12 D } \repeat unfold 2 { c8 c' g e' g,8 b g g' | % 13 Basis C G d4 a8 fis' d d' a4 | % 15-16 D } d1 \bar "|." | % 13 } %Basssaiten, die hier nur mit dem Daumen gespielt werden. Bass = { \tempo 4 = 160 \time 4/4 \key d \major \repeat unfold 4 { d4 a d a |} % 1-4 D \repeat volta 2{ \set minimumFret = #7 \repeat unfold 2 { d4 d' d d' |} % 5-6 G/D \set minimumFret = #5 \repeat unfold 2 { d4 c' d c' |} % 7-8 F/D \set minimumFret = #3 \repeat unfold 2 { d4 bes d bes |} % 9-10 Eb/D \set minimumFret = #0 \repeat unfold 2 { d4 a d a |} % 11-12 D } \repeat unfold 2 { c4 g g,4 g | % 13 Basis C d4 a d a | % 14 D } \skip1 \bar "|." | % 15 } % Layout- bzw. Bildausgabe \score { << \new ChordNames { \chordmode { d1 s1 s1 s1 g:/d s1 f:/d s1 es:/d s1 d s1 c2 g2 d1 c2 g2 d1 } } { %Noten \new Staff << \tempo 4 = 160 %Tempo ausblenden \set Score.tempoHideNote = ##t \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" \clef "G_8" \repeat volta 4 % Noten im Diskant \Diskant \\ % Noten im Bass - beachte: Wiederholungszeichen ist für Midi notwendig! \repeat volta 4 \Bass >> } % Tabulatur \new TabStaff { \tabFullNotation \repeat volta 4 << % Tabulatur im Diskant \Diskant \\ % Tabulatur im Bass \Bass >> } >> \layout {} } % Midiausgabe mit Wiederholungen, ohne Akkorde \score { << \unfoldRepeats { \new Staff << \tempo 4 = 160 \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" \clef "G_8" \Diskant \\ \Bass >> } >> \midi {} } % unterdrückt im raw="!"-Modus das DinA4-Format. \paper { indent=0\mm % DinA4 0 210mm - 10mm Rand - 20mm Lochrand = 180mm line-width=180\mm oddFooterMarkup=##f oddHeaderMarkup=##f % bookTitleMarkup=##f scoreTitleMarkup=##f } </score> {{Audio|Folk-Picking-Etude.mid|Folk-Picking-Etude.mid}} {{PDF-Version|Folk-Picking-Etude.pdf|Folk-Picking-Etude.pdf}} Für die Übung wird der D-Dur-Akkord wieder in den 7. Bund verschoben, und von da über den 5. und 3. Bund zurück in den 2. auf das D-Dur. In jedem Bund bleibt der Akkord zwei Takte lang. Damit wir das Basis-Pattern nicht ganz aus den Augen verlieren, führen wir das Übungsstück noch ein klein wenig weiter. Nach der Etüde, die wir diesmal mit dem Folk-Pattern begleiten, packen wir noch einmal kurz das Basis-Pattern aus. C G D C G D |-------0-------3-|------2--------|-------0-------3-|------2--------| |---1-------0-----|----------3----|---1-------0-----|----------3----| |-----0-------0---|----2-------2--|-----0-------0---|----2-------2--| |-----------------|-0------0------|-----------------|-0------0------| |-3---------------|---------------|-3---------------|---------------| |---------3-------|---------------|---------3-------|---------------| Im ersten und im dritten Takt kommt ein schneller Griffwechsel vor. Es werden also zwei Akkorde in einem Takt gespielt. Während dieses kurzen Einschubes spielt man das Basis-Pattern. Gleich im nächsten Takt beim D-Dur-Akkord ist man wieder im Folk-Pattern. Dieses spielt man zweimal hintereinander und dann wieder von vorn. Das Tempo der Patterns ändert sich das gesamte Stück über nicht. Die einzige Herausforderung bei dem kleinen Zwischenstück ist, dass der Daumen jetzt etwas größere Sprünge machen muss. <noinclude> {{:Vorlage:Navigation hoch}} {{Navigation zurückhochvor buch |zurücklink=Gitarre: Picking-Basis-Pattern|zurücktext=Basis-Pattern |hochlink=Gitarre: Einführung in das 3-Finger-Picking|hochtext=Einführung |vorlink=Gitarre: Picking-Travis-Pattern|vortext=Travis-Pattern}} </noinclude> {{:Liederbuch/ Vorlage:Kategorien|Picking-Folk-Pattern|Tabulatur}} i7qupyu9043m461tl00xebj7lgfcama 1085384 1085383 2026-05-11T07:16:14Z Mjchael 2222 /* Das Folk-Pattern */zw 1085384 wikitext text/x-wiki {{:Gitarre/ Navi|Balladendiplom| {{:Gitarre: Balladendiplom/ Navi}}| {{:Gitarre:_Balladendiplom/ Navi_3-Finger-Picking}}| img=Balladendiplom.gif|bg=#F0e68c|border=#ba55d3|color=#800080|px=100}} = Das Folk-Pattern = Die Etüde aus der letzten Übung bleibt uns noch etwas erhalten. Wir ändern nur ein wenig das Pattern. Am schnellen Wechselnass mit dem Daumen ändert sich nichts. <score sound="1" raw="1"> \version "2.20.0" \header { title="Wechselbass im Viertel-Feeling" encoder="mjchael" } myKey = { \tempo 4 = 100 \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" } myDiskant = { s1 s1 s1 s1 \mark "4x" } myBass = { d4 \rightHandFinger #1 a \rightHandFinger #1 d \rightHandFinger #1 a \rightHandFinger #1 | d a d a | d a d a | d a d a | } % Layout \score { << \new ChordNames { \set chordChanges = ##t \chordmode { d1 d d d } } %Noten { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \mergeDifferentlyHeadedOn \mergeDifferentlyDottedOn \repeat volta 4 \myDiskant \\ \repeat volta 4 \myBass % Zählen \addlyrics { "1"4 "2" "3" "4" } >> } % Tabulatur \new TabStaff { \tabFullNotation \repeat volta 4 << \myDiskant \\ \myBass >> } >> \layout {} } % Midi \score { << \unfoldRepeats { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 4 \myDiskant \\ \repeat volta 4 \myBass >> } >> \midi {} } \paper { indent=0\mm line-width=100\mm oddFooterMarkup=##f oddHeaderMarkup=##f % bookTitleMarkup=##f scoreTitleMarkup=##f } </score> Dazu betrachten wir noch einmal das Basis-Pattern und streichen aus dem Basis-Pattern zwei Finger heraus. <score sound="1" raw="1"> \version "2.20.0" \header { title="Ausgang Basis-Pattern" encoder="mjchael" } myKey = { \tempo 4 = 100 \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" } myDiskant = { \stemUp d8 \rightHandFinger #1 \tweak color #red d'8 \rightHandFinger #2 a8 \rightHandFinger #1 fis'8 \rightHandFinger #3 d8 \rightHandFinger #1 d'8 \rightHandFinger #2 a8 \rightHandFinger #1 \tweak color #red fis'8 \rightHandFinger #3 \mark "4x" } myBass = { \stemDown d4 a4 d4 a4 | } % Layout \score { << \new ChordNames { \set chordChanges = ##t \chordmode { d1 } } %Noten { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 4 \mergeDifferentlyHeadedOn \mergeDifferentlyDottedOn \myDiskant % Zählen \addlyrics { "1"8 "+"8 "2"8 "+"8 "3"8 "+"8 "4"8 "+"8 } \\ \repeat volta 4 \myBass >> } % Tabulatur \new TabStaff { \tabFullNotation \repeat volta 4 << \myDiskant \\ \myBass >> } >> \layout {} } % Midi \score { << \unfoldRepeats { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 4 \myDiskant \\ \repeat volta 4 \myBass >> } >> \midi {} } \paper { indent=0\mm line-width=50\mm oddFooterMarkup=##f oddHeaderMarkup=##f % bookTitleMarkup=##f scoreTitleMarkup=##f } </score> ;ergibt:(hier mit ⅛-Pausen verdeutlicht) <score sound="1" raw="1"> \version "2.20.0" \header { title="Das Folk-Pattern" encoder="mjchael" } myKey = { \tempo 4 = 100 \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" } myDiskant = { \stemUp d8 \rightHandFinger #1 \tweak color #red r8 a8 \rightHandFinger #1 fis'8 \rightHandFinger #3 d8 \rightHandFinger #1 d'8 \rightHandFinger #2 a8 \rightHandFinger #1 \tweak color #red r8 \mark "4x" } myBass = { \stemDown d4 a4 d4 a4 | } % Layout \score { << \new ChordNames { \set chordChanges = ##t \chordmode { d1 } } %Noten { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 4 \mergeDifferentlyHeadedOn \mergeDifferentlyDottedOn \myDiskant % Zählen \addlyrics { "1 - "4 "2"8 "+"8 "3"8 "+"8 "4 - "4 } \\ \repeat volta 4 \myBass >> } % Tabulatur \new TabStaff { \tabFullNotation \repeat volta 4 << \myDiskant \\ \myBass >> } >> \layout {} } % Midi \score { << \unfoldRepeats { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 16 \myDiskant \\ \repeat volta 16 \myBass >> } >> \midi {} } \paper { indent=0\mm line-width=50\mm oddFooterMarkup=##f oddHeaderMarkup=##f % bookTitleMarkup=##f scoreTitleMarkup=##f } </score> Übe einige Male die erste Hälfte, bis es flüssig läuft (ca. 20x). <score sound="1" raw="1"> \version "2.20.0" \header { title="erste Hälfte" encoder="mjchael" } myKey = { \tempo 4 = 100 \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" } myDiskant = { \stemUp d4 \rightHandFinger #1 a8 \rightHandFinger #1 fis'8 \rightHandFinger #3 s2 \mark "4x" } myBass = { \stemDown d4 a4 r4 r4 | } % Layout \score { << \new ChordNames { \set chordChanges = ##t \chordmode { d1 } } %Noten { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 4 \mergeDifferentlyHeadedOn \mergeDifferentlyDottedOn \myDiskant % Zählen \addlyrics { "1 - "4 "2"8 "+"8 } \\ \repeat volta 4 \myBass >> } % Tabulatur \new TabStaff { \tabFullNotation \repeat volta 4 << \myDiskant \\ \myBass >> } >> \layout {} } % Midi \score { << \unfoldRepeats { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 16 \myDiskant \\ \repeat volta 16 \myBass >> } >> \midi {} } \paper { indent=0\mm line-width=50\mm oddFooterMarkup=##f oddHeaderMarkup=##f % bookTitleMarkup=##f scoreTitleMarkup=##f } </score> Dann die zweite Hälfte: <score sound="1" raw="1"> \version "2.20.0" \header { title="Zweite Hälfte" encoder="mjchael" } myKey = { \tempo 4 = 100 \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" } myDiskant = { \stemUp s2 d8 \rightHandFinger #1 d'8 \rightHandFinger #2 a4 \rightHandFinger #1 \mark "4x" } myBass = { \stemDown r4 r4 d4 a4 | } % Layout \score { << \new ChordNames { \set chordChanges = ##t \chordmode { d1 } } %Noten { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 4 \mergeDifferentlyHeadedOn \mergeDifferentlyDottedOn \myDiskant % Zählen \addlyrics { "3"8 "+"8 "4 - "4 } \\ \repeat volta 4 \myBass >> } % Tabulatur \new TabStaff { \tabFullNotation \repeat volta 4 << \myDiskant \\ \myBass >> } >> \layout {} } % Midi \score { << \unfoldRepeats { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 16 \myDiskant \\ \repeat volta 16 \myBass >> } >> \midi {} } \paper { indent=0\mm line-width=50\mm oddFooterMarkup=##f oddHeaderMarkup=##f % bookTitleMarkup=##f scoreTitleMarkup=##f } </score> Das Zupfmuster hat fast die gleichen Zählzeiten, wie der Lagerfeuerschlag. Daher passt es zu fast allen Liedern, bei denen auch der Lagerfeuerschlag passt. Die Beziehung "Folk-Pattern" besagt, dass er sich gut für Folksongs eignet. Es ist jedoch nur das Paradebeispie von vielen möglichen Folk-Pattern. Später werden wir diesen genau wie den Lagerfeuerschlag variieren. ;Vorübungen [[Image:Folk-Picking 1a.svg]] Beim Üben kann ich euch nur dringendst ans Herz legen, den Takt laut vorzuzählen, wie es schon beim Lagerfeuer-Schlag vorgepredigt worden ist. Insbesondere möchte ich noch einmal an den Tipp mit dem [[Gitarre: Lagerfeuerschlag|Fuß-Auftappen]] erinnern. Wenn nur eine Zahl erforderlich ist, wird diese bei jedem Auftappen durchgeführt. Praktisch gesehen spielt bei jedem Auftappen der Daumen. Bei jedem "und", also jedes Mal, wenn der Zeige- oder Mittelfinger gespielt wird, wird gleichzeitig der Fuß angehoben. Wichtig ist bei allen Übungen und bei allen Patterns, dass der Daumen schön gleichmäßig fließt. Wenn dieses nicht läuft, verfällt man sehr leicht in einen Walzertakt. Siegfried Schwab empfiehlt in seinem Lehrbuch, solch ein Zupfmuster wenigstens 1000 Mal und öfter zu üben. Also versuche jeden Folksong, den du bis jetzt erfolgreich mit dem Lagerfeuerschlag begleitet hast, auch einmal mit dem Folk-Picking zu begleiten. (So bekommt man am einfachsten die 1000 Wiederholungen zusammen!) == eine einfache Folk-Picking-Etüde == Als Übung habe ich eine sehr einfache Etüde ( = Übungsstück). <score sound="1" raw="1"> \version "2.20.0" \header { title="Folk-Pattern-Etüde" encoder="mjchael" } %Diskant- bzw. Melodiesaiten Diskant ={ \tempo 4 = 160 \time 4/4 \key d \major \repeat unfold 4 { d4 a8 fis' d d' a4 |} % 1-4 D \break \repeat volta 2{ \set minimumFret = #7 \repeat unfold 2 { d4 d'8 b' d g' d'4 |} % 5-6 G/D \set minimumFret = #5 \repeat unfold 2 { d4 c'8 a' d f' c'4 |} % 7-8 F/D \break \set minimumFret = #3 \repeat unfold 2 { d4 bes8 g' d es' bes4 |} % 9-10 Eb/D \set minimumFret = #0 \repeat unfold 2 { d4 a8 fis' d d' a4 |} % 11-12 D } \repeat unfold 2 { c8 c' g e' g,8 b g g' | % 13 Basis C G d4 a8 fis' d d' a4 | % 15-16 D } d1 \bar "|." | % 13 } %Basssaiten, die hier nur mit dem Daumen gespielt werden. Bass = { \tempo 4 = 160 \time 4/4 \key d \major \repeat unfold 4 { d4 a d a |} % 1-4 D \repeat volta 2{ \set minimumFret = #7 \repeat unfold 2 { d4 d' d d' |} % 5-6 G/D \set minimumFret = #5 \repeat unfold 2 { d4 c' d c' |} % 7-8 F/D \set minimumFret = #3 \repeat unfold 2 { d4 bes d bes |} % 9-10 Eb/D \set minimumFret = #0 \repeat unfold 2 { d4 a d a |} % 11-12 D } \repeat unfold 2 { c4 g g,4 g | % 13 Basis C d4 a d a | % 14 D } \skip1 \bar "|." | % 15 } % Layout- bzw. Bildausgabe \score { << \new ChordNames { \chordmode { d1 s1 s1 s1 g:/d s1 f:/d s1 es:/d s1 d s1 c2 g2 d1 c2 g2 d1 } } { %Noten \new Staff << \tempo 4 = 160 %Tempo ausblenden \set Score.tempoHideNote = ##t \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" \clef "G_8" \repeat volta 4 % Noten im Diskant \Diskant \\ % Noten im Bass - beachte: Wiederholungszeichen ist für Midi notwendig! \repeat volta 4 \Bass >> } % Tabulatur \new TabStaff { \tabFullNotation \repeat volta 4 << % Tabulatur im Diskant \Diskant \\ % Tabulatur im Bass \Bass >> } >> \layout {} } % Midiausgabe mit Wiederholungen, ohne Akkorde \score { << \unfoldRepeats { \new Staff << \tempo 4 = 160 \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" \clef "G_8" \Diskant \\ \Bass >> } >> \midi {} } % unterdrückt im raw="!"-Modus das DinA4-Format. \paper { indent=0\mm % DinA4 0 210mm - 10mm Rand - 20mm Lochrand = 180mm line-width=180\mm oddFooterMarkup=##f oddHeaderMarkup=##f % bookTitleMarkup=##f scoreTitleMarkup=##f } </score> {{Audio|Folk-Picking-Etude.mid|Folk-Picking-Etude.mid}} {{PDF-Version|Folk-Picking-Etude.pdf|Folk-Picking-Etude.pdf}} Für die Übung wird der D-Dur-Akkord wieder in den 7. Bund verschoben, und von da über den 5. und 3. Bund zurück in den 2. auf das D-Dur. In jedem Bund bleibt der Akkord zwei Takte lang. Damit wir das Basis-Pattern nicht ganz aus den Augen verlieren, führen wir das Übungsstück noch ein klein wenig weiter. Nach der Etüde, die wir diesmal mit dem Folk-Pattern begleiten, packen wir noch einmal kurz das Basis-Pattern aus. C G D C G D |-------0-------3-|------2--------|-------0-------3-|------2--------| |---1-------0-----|----------3----|---1-------0-----|----------3----| |-----0-------0---|----2-------2--|-----0-------0---|----2-------2--| |-----------------|-0------0------|-----------------|-0------0------| |-3---------------|---------------|-3---------------|---------------| |---------3-------|---------------|---------3-------|---------------| Im ersten und im dritten Takt kommt ein schneller Griffwechsel vor. Es werden also zwei Akkorde in einem Takt gespielt. Während dieses kurzen Einschubes spielt man das Basis-Pattern. Gleich im nächsten Takt beim D-Dur-Akkord ist man wieder im Folk-Pattern. Dieses spielt man zweimal hintereinander und dann wieder von vorn. Das Tempo der Patterns ändert sich das gesamte Stück über nicht. Die einzige Herausforderung bei dem kleinen Zwischenstück ist, dass der Daumen jetzt etwas größere Sprünge machen muss. <noinclude> {{:Vorlage:Navigation hoch}} {{Navigation zurückhochvor buch |zurücklink=Gitarre: Picking-Basis-Pattern|zurücktext=Basis-Pattern |hochlink=Gitarre: Einführung in das 3-Finger-Picking|hochtext=Einführung |vorlink=Gitarre: Picking-Travis-Pattern|vortext=Travis-Pattern}} </noinclude> {{:Liederbuch/ Vorlage:Kategorien|Picking-Folk-Pattern|Tabulatur}} b7gni2jg9asy14rjma8cdtfpep83598 1085386 1085384 2026-05-11T07:24:02Z Mjchael 2222 /* Das Folk-Pattern */ zw 1085386 wikitext text/x-wiki {{:Gitarre/ Navi|Balladendiplom| {{:Gitarre: Balladendiplom/ Navi}}| {{:Gitarre:_Balladendiplom/ Navi_3-Finger-Picking}}| img=Balladendiplom.gif|bg=#F0e68c|border=#ba55d3|color=#800080|px=100}} = Das Folk-Pattern = Die Etüde aus der letzten Übung bleibt uns noch etwas erhalten. Wir ändern nur ein wenig das Pattern. Am schnellen Wechselnass mit dem Daumen ändert sich nichts. <score sound="1" raw="1"> \version "2.20.0" \header { title="Wechselbass im Viertel-Feeling" encoder="mjchael" } myKey = { \tempo 4 = 100 \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" } myDiskant = { s1 s1 s1 s1 \mark "4x" } myBass = { d4 \rightHandFinger #1 a \rightHandFinger #1 d \rightHandFinger #1 a \rightHandFinger #1 | d a d a | d a d a | d a d a | } % Layout \score { << \new ChordNames { \set chordChanges = ##t \chordmode { d1 d d d } } %Noten { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \mergeDifferentlyHeadedOn \mergeDifferentlyDottedOn \repeat volta 4 \myDiskant \\ \repeat volta 4 \myBass % Zählen \addlyrics { "1"4 "2" "3" "4" } >> } % Tabulatur \new TabStaff { \tabFullNotation \repeat volta 4 << \myDiskant \\ \myBass >> } >> \layout {} } % Midi \score { << \unfoldRepeats { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 4 \myDiskant \\ \repeat volta 4 \myBass >> } >> \midi {} } \paper { indent=0\mm line-width=100\mm oddFooterMarkup=##f oddHeaderMarkup=##f % bookTitleMarkup=##f scoreTitleMarkup=##f } </score> Dazu betrachten wir noch einmal das Basis-Pattern und streichen aus dem Basis-Pattern zwei Finger heraus. <score sound="1" raw="1"> \version "2.20.0" \header { title="Ausgang Basis-Pattern" encoder="mjchael" } myKey = { \tempo 4 = 100 \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" } myDiskant = { \stemUp d8 \rightHandFinger #1 \tweak color #red d'8 \rightHandFinger #2 a8 \rightHandFinger #1 fis'8 \rightHandFinger #3 d8 \rightHandFinger #1 d'8 \rightHandFinger #2 a8 \rightHandFinger #1 \tweak color #red fis'8 \rightHandFinger #3 \mark "4x" } myBass = { \stemDown d4 a4 d4 a4 | } % Layout \score { << \new ChordNames { \set chordChanges = ##t \chordmode { d1 } } %Noten { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 4 \mergeDifferentlyHeadedOn \mergeDifferentlyDottedOn \myDiskant % Zählen \addlyrics { "1"8 "+"8 "2"8 "+"8 "3"8 "+"8 "4"8 "+"8 } \\ \repeat volta 4 \myBass >> } % Tabulatur \new TabStaff { \tabFullNotation \repeat volta 4 << \myDiskant \\ \myBass >> } >> \layout {} } % Midi \score { << \unfoldRepeats { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 4 \myDiskant \\ \repeat volta 4 \myBass >> } >> \midi {} } \paper { indent=0\mm line-width=50\mm oddFooterMarkup=##f oddHeaderMarkup=##f % bookTitleMarkup=##f scoreTitleMarkup=##f } </score> ;ergibt:(hier mit ⅛-Pausen verdeutlicht) <score sound="1" raw="1"> \version "2.20.0" \header { title="Das Folk-Pattern" encoder="mjchael" } myKey = { \tempo 4 = 100 \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" } myDiskant = { \stemUp d8 \rightHandFinger #1 \tweak color #red r8 a8 \rightHandFinger #1 fis'8 \rightHandFinger #3 d8 \rightHandFinger #1 d'8 \rightHandFinger #2 a8 \rightHandFinger #1 \tweak color #red r8 \mark "1000x" } myBass = { \stemDown d4 a4 d4 a4 | } % Layout \score { << \new ChordNames { \set chordChanges = ##t \chordmode { d1 } } %Noten { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 4 \mergeDifferentlyHeadedOn \mergeDifferentlyDottedOn \myDiskant % Zählen \addlyrics { "1 - "4 "2"8 "+"8 "3"8 "+"8 "4 - "4 } \\ \repeat volta 4 \myBass >> } % Tabulatur \new TabStaff { \tabFullNotation \repeat volta 4 << \myDiskant \\ \myBass >> } >> \layout {} } % Midi \score { << \unfoldRepeats { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 16 \myDiskant \\ \repeat volta 16 \myBass >> } >> \midi {} } \paper { indent=0\mm line-width=50\mm oddFooterMarkup=##f oddHeaderMarkup=##f % bookTitleMarkup=##f scoreTitleMarkup=##f } </score> Siegfried Schwab empfiehlt in seinem Lehrbuch, solch ein Zupfmuster wenigstens 1000 Mal und öfter zu üben. Also versuche jeden Folksong, den du bis jetzt erfolgreich mit dem Lagerfeuerschlag begleitet hast, auch einmal mit dem Folk-Picking zu begleiten. Dann bekommst du deine 1000 Wiederholungen am schnellsten zusammen. Übe einige Male die erste Hälfte, bis es flüssig läuft. <score sound="1" raw="1"> \version "2.20.0" \header { title="erste Hälfte" encoder="mjchael" } myKey = { \tempo 4 = 100 \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" } myDiskant = { \stemUp d4 \rightHandFinger #1 a8 \rightHandFinger #1 fis'8 \rightHandFinger #3 s2 \mark "20x" } myBass = { \stemDown d4 a4 r4 r4 | } % Layout \score { << \new ChordNames { \set chordChanges = ##t \chordmode { d1 } } %Noten { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 4 \mergeDifferentlyHeadedOn \mergeDifferentlyDottedOn \myDiskant % Zählen \addlyrics { "1 - "4 "2"8 "+"8 } \\ \repeat volta 4 \myBass >> } % Tabulatur \new TabStaff { \tabFullNotation \repeat volta 4 << \myDiskant \\ \myBass >> } >> \layout {} } % Midi \score { << \unfoldRepeats { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 16 \myDiskant \\ \repeat volta 16 \myBass >> } >> \midi {} } \paper { indent=0\mm line-width=50\mm oddFooterMarkup=##f oddHeaderMarkup=##f % bookTitleMarkup=##f scoreTitleMarkup=##f } </score> Dann die zweite Hälfte: <score sound="1" raw="1"> \version "2.20.0" \header { title="Zweite Hälfte" encoder="mjchael" } myKey = { \tempo 4 = 100 \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" } myDiskant = { \stemUp s2 d8 \rightHandFinger #1 d'8 \rightHandFinger #2 a4 \rightHandFinger #1 \mark "20x" } myBass = { \stemDown r4 r4 d4 a4 | } % Layout \score { << \new ChordNames { \set chordChanges = ##t \chordmode { d1 } } %Noten { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 4 \mergeDifferentlyHeadedOn \mergeDifferentlyDottedOn \myDiskant % Zählen \addlyrics { "3"8 "+"8 "4 - "4 } \\ \repeat volta 4 \myBass >> } % Tabulatur \new TabStaff { \tabFullNotation \repeat volta 4 << \myDiskant \\ \myBass >> } >> \layout {} } % Midi \score { << \unfoldRepeats { \new Staff << \myKey \clef "G_8" \repeat volta 16 \myDiskant \\ \repeat volta 16 \myBass >> } >> \midi {} } \paper { indent=0\mm line-width=50\mm oddFooterMarkup=##f oddHeaderMarkup=##f % bookTitleMarkup=##f scoreTitleMarkup=##f } </score> Das Zupfmuster hat fast die gleichen Zählzeiten, wie der Lagerfeuerschlag. 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Melodiesaiten Diskant ={ \tempo 4 = 160 \time 4/4 \key d \major \repeat unfold 4 { d4 a8 fis' d d' a4 |} % 1-4 D \break \repeat volta 2{ \set minimumFret = #7 \repeat unfold 2 { d4 d'8 b' d g' d'4 |} % 5-6 G/D \set minimumFret = #5 \repeat unfold 2 { d4 c'8 a' d f' c'4 |} % 7-8 F/D \break \set minimumFret = #3 \repeat unfold 2 { d4 bes8 g' d es' bes4 |} % 9-10 Eb/D \set minimumFret = #0 \repeat unfold 2 { d4 a8 fis' d d' a4 |} % 11-12 D } \repeat unfold 2 { c8 c' g e' g,8 b g g' | % 13 Basis C G d4 a8 fis' d d' a4 | % 15-16 D } d1 \bar "|." | % 13 } %Basssaiten, die hier nur mit dem Daumen gespielt werden. Bass = { \tempo 4 = 160 \time 4/4 \key d \major \repeat unfold 4 { d4 a d a |} % 1-4 D \repeat volta 2{ \set minimumFret = #7 \repeat unfold 2 { d4 d' d d' |} % 5-6 G/D \set minimumFret = #5 \repeat unfold 2 { d4 c' d c' |} % 7-8 F/D \set minimumFret = #3 \repeat unfold 2 { d4 bes d bes |} % 9-10 Eb/D \set minimumFret = #0 \repeat unfold 2 { d4 a d a |} % 11-12 D } \repeat unfold 2 { c4 g g,4 g | % 13 Basis C d4 a d a | % 14 D } \skip1 \bar "|." | % 15 } % Layout- bzw. Bildausgabe \score { << \new ChordNames { \chordmode { d1 s1 s1 s1 g:/d s1 f:/d s1 es:/d s1 d s1 c2 g2 d1 c2 g2 d1 } } { %Noten \new Staff << \tempo 4 = 160 %Tempo ausblenden \set Score.tempoHideNote = ##t \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" \clef "G_8" \repeat volta 4 % Noten im Diskant \Diskant \\ % Noten im Bass - beachte: Wiederholungszeichen ist für Midi notwendig! \repeat volta 4 \Bass >> } % Tabulatur \new TabStaff { \tabFullNotation \repeat volta 4 << % Tabulatur im Diskant \Diskant \\ % Tabulatur im Bass \Bass >> } >> \layout {} } % Midiausgabe mit Wiederholungen, ohne Akkorde \score { << \unfoldRepeats { \new Staff << \tempo 4 = 160 \time 4/4 \key d \major \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)" \clef "G_8" \Diskant \\ \Bass >> } >> \midi {} } % unterdrückt im raw="!"-Modus das DinA4-Format. \paper { indent=0\mm % DinA4 0 210mm - 10mm Rand - 20mm Lochrand = 180mm line-width=180\mm oddFooterMarkup=##f oddHeaderMarkup=##f % bookTitleMarkup=##f scoreTitleMarkup=##f } </score> {{Audio|Folk-Picking-Etude.mid|Folk-Picking-Etude.mid}} {{PDF-Version|Folk-Picking-Etude.pdf|Folk-Picking-Etude.pdf}} Für die Übung wird der D-Dur-Akkord wieder in den 7. Bund verschoben, und von da über den 5. und 3. Bund zurück in den 2. auf das D-Dur. In jedem Bund bleibt der Akkord zwei Takte lang. Damit wir das Basis-Pattern nicht ganz aus den Augen verlieren, führen wir das Übungsstück noch ein klein wenig weiter. Nach der Etüde, die wir diesmal mit dem Folk-Pattern begleiten, packen wir noch einmal kurz das Basis-Pattern aus. C G D C G D |-------0-------3-|------2--------|-------0-------3-|------2--------| |---1-------0-----|----------3----|---1-------0-----|----------3----| |-----0-------0---|----2-------2--|-----0-------0---|----2-------2--| |-----------------|-0------0------|-----------------|-0------0------| |-3---------------|---------------|-3---------------|---------------| |---------3-------|---------------|---------3-------|---------------| Im ersten und im dritten Takt kommt ein schneller Griffwechsel vor. Es werden also zwei Akkorde in einem Takt gespielt. Während dieses kurzen Einschubes spielt man das Basis-Pattern. Gleich im nächsten Takt beim D-Dur-Akkord ist man wieder im Folk-Pattern. Dieses spielt man zweimal hintereinander und dann wieder von vorn. Das Tempo der Patterns ändert sich das gesamte Stück über nicht. Die einzige Herausforderung bei dem kleinen Zwischenstück ist, dass der Daumen jetzt etwas größere Sprünge machen muss. <noinclude> {{:Vorlage:Navigation hoch}} {{Navigation zurückhochvor buch |zurücklink=Gitarre: Picking-Basis-Pattern|zurücktext=Basis-Pattern |hochlink=Gitarre: Einführung in das 3-Finger-Picking|hochtext=Einführung |vorlink=Gitarre: Picking-Travis-Pattern|vortext=Travis-Pattern}} </noinclude> {{:Liederbuch/ Vorlage:Kategorien|Picking-Folk-Pattern|Tabulatur}} onko0y36l9ckfo99w9927oluh16xmlg Traktorenlexikon: Massey Ferguson MF 188 & MF 188A 0 76620 1085365 1084984 2026-05-10T17:50:38Z ~2026-27170-00 116133 1085365 wikitext text/x-wiki {{:Traktorenlexikon: Navigation |HERSTELLER-LINK=Traktorenlexikon: Massey Ferguson |HERSTELLER= Massey Ferguson}} {{:Traktorenlexikon: Modell-Infobox | HERSTELLER = Massey Ferguson | MODELLREIHE = 100er-Baureihe | MODELL = MF 188 und 188 (A) | Produktionsstandorte Massey Ferguson: Banner Lane in Coventry England und Beauvais in Frankreich, | Lizenzproduktion beim türkischen Unternehmen Uzel | Massey Ferguson 185, der über viele Gleichteile verfügt in Ferguson-Park-Werk in Detroit, | BILD = Red_Massey_Ferguson_188_in_Bolton-By-Bowland,_England.jpg | BILDBESCHREIBUNG = Massey Ferguson MF 188 | BAUWEISE = rahmenlose Blockbauweise | PRODUKTIONSBEGINN = 1972 | PRODUKTIONSENDE = 1976 für Europa 1978 für Weltmarkt | STÜCKZAHL = ca. 28 000 Stück | EIGENGEWICHT = 3.180 (A: 3.850) | LÄNGE = 3.770 (A: 3.930) | BREITE = 1.860 (A: 2.060) | HÖHE = 2.480 | RADSTAND = 2.290 (A: 2.450) | BODENFREIHEIT = 440 (A: 400) | SPURWEITE = | SPURWEITE VORNE = 1.320-1.930 (A: 1.520 und 1.840) | SPURWEITE HINTEN = 1.540-2.050 (A: 1.540-1.940) | WENDERADIUS MIT LENKBREMSE = 3.570 | WENDERADIUS OHNE LENKBREMSE = 3.800 | BEREIFUNG VORNE = 7.50-16 ASF (A: 10-24 AS) | BEREIFUNG HINTEN = 14-34 AS | LEISTUNG KW = 54,5/53 | LEISTUNG PS = 74/72 | NENNDREHZAHL = 2.150/2.000 | ZYLINDER = 4 | HUBRAUM = 4.067 | DREHMOMENTANSTIEG = 15,7/ 11 | KRAFTSTOFF = Diesel | KÜHLSYSTEM = Wasserkühlung | ANTRIEBSTYP = Hinterrad- oder Allradantrieb | GETRIEBE = 8V/2R, 8V/2R teilsynchronisiert, 12V/4R MP-Getriebe, 12V/4R teilsynchronisiertes Getriebe mit ZF Synchronisation, | HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT = 25 | KATEGORIESORTIERUNG = Massey Ferguson MF 188 }} Der '''MF 188''' ist das Nachfolgemodell des [[Traktorenlexikon: Massey Ferguson MF 178|MF 178]]. Die „8“ in 188 zeichnet ihn als [[Traktorenlexikon: Massey Ferguson Super Spec Tractors|Super Spec Tractor]] aus. In den Prospekten wird die Leistung des MF 188-8G mit 72 PS/53 kW angegeben. Die Ausführungen MF 188-MP und Allrad werden dagegen mit 74 PS/54,5 kW angegeben. Die Traktoren für Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden zum größten Teil in Frankreich produziert. Die Produktion in Beauvais erfolgte von 1972 bis 1978. Ab 1976 wurde der MF 188 nur noch für den Export in die Dritte Weltstaaten gebaut. Parallel lief vom Fertigungsband die Baureihe 500 und 200. Der Eicher Büffel 74 war auch ein Massey Ferguson 188 mit Blech und Haubenteile von Eicher. Hier waren die Besonderheiten die Doppelkupplung von Eicher und deren Betätigung sowie die manuell schaltbare Zapfwellenkupplung. Die Motor- und Zapfwellendrehzahl war anders abgestimmt. Das Nachfolgemodell mit Kabine war der MF 590 und als Standard-Traktor der MF 285. Die Produktionsorte von Massey Ferguson waren das Werk Banner Lane (mit 3.307.996 MF-Traktoren bis 2002) in Coventry England und Beauvais (mit 990.000 MF-Traktoren 2020) in Frankreich. In Lizenz ist dieser Type bei Utzel in der Türkei für deren Märkte produziert worden. Genaue Stückzahlen sind davon nicht bekannt. Des Weiteren sind diese Traktoren in Lahore von Massey Ferguson Pakistan gebaut worden. Auch gab es eine Produktion in Brasilien "Canoas", genaue Stückzahlen von dort sind nicht bekannt. Dieses Werk besteht noch heute, wo AGCO die Massey Ferguson-Traktoren für Lateinamerika produziert. Eine Gesamtstückzahl, wie viele Traktoren von diesem Typ gebaut wurden, kann aktuell nicht abgeschätzt werden. Ca. 21325 Stück gelten nur für die Werke Banner-Lane und Beauvais. Als eine deutlich abgespeckte Version ist Massey Ferguson 185 für den Export an den Standorten Beauvais (F), Coventry (GB), Queretaro (Mexiko) gefertigt worden. Die Produktionsstückzahlen von 1971 bis 1979 lagen bei 39754 Einheiten. Auch gab es ein Lizenz-Vertrag mit TAFE Indien. Die Produktionszahlen sind nicht bekannt. Abschließend: Der Massey Ferguson 188 oder 185 war ein Traktor, der weltweit vermarktet und gebaut worden ist. Auf Grund der hohen Stückzahlen und der Gleichteilestrategie gibt es noch eine gute Ersatzteilversorgung. Der Getrieberumpf mit leichten Abänderungen wird heute noch in Indien und Pakistan produziert. Die Ablösung der alten Getriebebaureihe nach über 50 Jahren Produktion durch den "Welttraktor" von Massey Ferguson (AGCO) steht an! In Canoas Brasilien soll die Weltbaureihe schon 2014 gestartet sein. ==Motor== * Perkins, Typ: A 4.248, stehender wassergekühlter Viertakt-Vierzylinder-Reihen-Saugmotor mit Direkteinspritzverfahren, seitliche Nockenwellen mit seitlichen Stösselstangen, Kipphebel gesteuerten Ventilen, CAV-Verteiler-Einspritzpumpe ohne hydraulischen Spritzversteller, Druckumlaufschmierung mittels Zahnradpumpe, trockene-auswechselbare Zylinderlaufbuchsen, CAV-Düsenhalter, fünffach-gelagerte Kurbelwelle ohne Massenausgleich, Lancaster-Balancer in der Öl-Wanne, Fünfring-Leichtmetall-Kolben, CAV-Mehrloch-Einspritzdüsen, Trockenluftfilter, zahnradgetriebene Nockenwelle, CAV-Fliehkraft als Verstellregler, Thermostarteinrichtung, Druckumlaufkühlung mit Lamellenkühler und 6 Flügel-Lüfter (Heißlandversion). * Nennleistung der 8-Gang-Variante = 72 PS bei 2.000 U/min. * Nennleistung der 12-Gang-Variante, incl. Allrad = 74 PS bei 2.150 U/min. * Bohrung = 101 mm, Hub = 127 mm * Verdichtung = 16:1 * Max. Drehmoment = 28,5 mkg (279,59 Nm) bei 1.300 U/min. * Kompressionsdruck = 31 bis 32 bar * Öldruck = 1,0 bis 3,9 bar * Geregelter Drehzahlbereich = 550 bis 2.150 U/min. * Max. Einspritzdruck = 170 + 5 bar * Förderleistung der Wasserpumpe = 113 l/min. mit 2.000 U/min. * Förderleistung der Ölpumpe = 22,7 l/min. mit 2.000 U/min. * CAV-Düsenhalter, Typ: BKBL 67 S 5268 * CAV-Mehrloch-Düse, Typ: BDLL 150 S 6507 ==Kupplung== * Pedal-betätigte, trockene Doppelkupplung, Typ: Auburn * Fahrkupplung mit 279 mm Durchmesser * Zapfwellenkupplung mit 229 mm Durchmesser ==Getriebe== * Im Ölbad laufendes MF-Triebwerk mit Zweihebel-Mittelschaltung und zusätzlichem Taster (Variante: MF 188-MP) * Wechselgetriebe mit drei Vorwärts- und einem Rückwärtsgang * Nachgeschaltetes Untersetzungsgetriebe als zweite Gruppe, realisiert durch ein Planetengetriebe * Hydraulisch-betätigter, lastschaltbarer Zahnradsatz als Vorgelege mit Freilauf * Untersetzung = ca. 30 % * 12 Vorwärts- und 4 Rückwärtsgänge * Oder im Ölbad laufendes MF-Triebwerk mit Zweihebel-Mittelschaltung (Variante: MF 188-8G) * Wechselgetriebe mit vier Vorwärts- und einem Rückwärtsgang * Nachgeschaltetes Untersetzungsgetriebe als zweite Gruppe. * Gänge 3-4-7 und 8 sind synchronisiert. Es gab dieses Getriebe auch ohne Synchronisierung! * 8 Vorwärts- und 2 Rückwärtsgänge * Anfang 1980 wurde von Massey Ferguson Deutschland noch ein synchronisiertes 12/4-Gang-Getriebe angeboten * zum Nachrüsten für 30 km/h, Synchronisierung ZF. Merkmal: 3 Ganghebel. (Siehe Ersatzteilliste von 1982) ==Geschwindigkeiten vor- und rückwärts== Geschwindigkeiten der Multi-Power-Variante mit Bereifung 16.9 R14-34 AS, Motordrehzahl 2150 1/min (Deutsche Betriebsanleitung) * 1.Gang = 1,70 km/h * 2.Gang = 2,20 km/h * 3.Gang = 2,80 km/h * 4.Gang = 3,50 km/h * 5.Gang = 4,80 km/h * 6.Gang = 6,10 km/h * 7.Gang = 7,20 km/h * 8.Gang = 9,30 km/h * 9.Gang = 11,12 km/h * 10.Gang = 13,50 km/h * 11.Gang = 19,10 km/h * 12.Gang = 25,00 km/h * 1.Rückwärtsgang = 2,40 km/h * 2.Rückwärtsgang = 3,20 km/h * 3.Rückwärtsgang = 9,70 km/h * 4.Rückwärtsgang = 12,60 km/h Geschwindigkeiten des Standard-Getriebe mit Bereifung 14-34 AS * 1.Gang = 2,26 km/h * 2.Gang = 3,38 km/h * 3.Gang = 4,62 km/h * 4.Gang = 6,22 km/h * 5.Gang = 9,06 km/h * 6.Gang = 13,54 km/h * 7.Gang = 18,50 km/h * 8.Gang = 24,85 km/h * 1.Rückwärtsgang = 3,08 km/h * 2.Rückwärtsgang = 12,32 km/h ==Zapfwelle== * Handhebel betätigte, unabhängige Motorzapfwelle * In Verbindung mit Multi-Power als hydraulisch Handhebel betätigte, lastschaltbare Motorzapfwelle * Stummel = 1 3/8"-6 Keile (Form-A) * Zapfwellenleistung 63 PS/ 46.32 kW, wenn der Motor mit 74 PS/54.5 kW verbaut ist. Angaben MF: Technisches Handbuch für Werkstattpersonal DIN A5 Ausführung * 540 U/min. bei 1.685 U/min.- Motordrehzahl * Oder 633 U/min. mit Nenndrehzahl * Es gab aber auch andere Drehzahlvarianten, wie 1000 U/min mit Wechselstummel, Powerwelle oder Sparzapfwelle! * Optional aufsteckbarer Riementrieb mit 260 mm Durchmesser und 165 mm Breite * 1.180 U/min. mit Nenndrehzahl * Optional mit unabhängigem Mähantrieb ==Bremsen== * Pedal-betätigte, mechanische trockene oder nasse Doppelscheibenbremse Type: Girling im Achstrichter gekapselt (Durchmesser 225 mm), auf die Hinterräder wirkend. * In Deutschland sind hauptsächlich die trockenen Bremsen zum Einsatz gekommen (Girling-Automaten mit 6 Kugeln in der Scherrebene, zeigen nach längeren Gebrauch Eingrabungen, da die Laufbahnen nicht gehärtet waren. Hertzsche Flächenpressung der Materialien wurde überschritten. Folge: Abbremsen mit echten Druckpunkt nicht mehr möglich. Bremsautomat muss dringend ersetzt werden!) Wenn Bremsautomaten mit 3 Kugeln vorhanden sind, dann entsprechen diese nicht den Zulassungsvoraussetzungen. Es handelt sich hier um Aftermarkte Ware, wo dringend von abzuraten ist. [Dieses Verhalten zeigt sich auch bei anderen Traktorenmarken, die diese Bauart von Bremsen verwendet haben!] * In Großbritanien überwiegend die nasse Doppelscheibenbremse. Letztere hat sich als haltbarer herausgestellt. Ein Umbau ist technisch möglich, Bedarf aber der notwendigen Änderungen. Bei den Nassbremsautomaten sind 5 Kugel in der Automatenkonstruktionen verwendet worden mit 5 Doppelscheiben in jedem Achstrichter, die mit einer Sinterkeramik beschichtet sind. Dabei laufen Teile der Bremse im Getriebeöl, was die notwendige Wärme abführt. Ergebnis: Bei regelmäßiger Wartung war die Bremse für Lifetime ausgelegt. Besondere Anwendung gab es beim Traktorbagger MF 50B mit 7,5 t zulässigen Gesamtgewicht. Nassbremse ist für Deutschland zugelassen. Ein fachmännischer Umbau ist die Voraussetzung. Eine spezielle Einzelabnahme beim TÜV ist notwendig! * Koppelbare Pedale als Einzelradbremse zu verwenden * Allrad-Ausführung (Bei zugeschaltetem Allrad wurde die Bremskraft der Hinterachse auf die Vorderräder übertragen) * Handhebel-betätigte Feststellbremse am Achstrichterende, als Trommelbremse (Duo-Servo-Bremse vom Massey Ferguson Traktorbagger HB 50) ausgebildet (Durchmesser 355 *50), auf die Hinterräder wirkend. Die Allradvariante fährt hier mit längeren Bremshebeln, die für eine bessere Bremskraft sorgen. Die Trommelbremse ist für 7,5 t ZGG, für den Traktorbagger ausgelegt worden. * (Gab es nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz!) ==Achsen== Vorderachse: Hinterrad * Pendelnd-gelagerte Stahl-Vorderachse mit ausziehbaren Halbachsen * Sechsfach-verstellbare Spurweite = 1.320, 1.420, 1.525, 1.625, 1.725, 1.830 und 1.930 mm Vorderachse: Allrad * Optional als pendelnd-gelagerte Lenktriebachse mit zentraler Gelenkwelle und großen Planetenendantrieben * (Durchmesser 330 mm) Über Steuergerät und Lamellenkupplung im Öl lastschaltbar . * Bis Anfang 1972 wurde die Sige-Allradachse im MF 168,188,1080 verbaut (Gussachse) * Ab Baujahr 1972 wurde die bessere und stabilere Massey Ferguson Allradachse verbaut (Schweißkonstruktion mit geschmiedeten Halbschalen) * Zwei Spurweiten mittels Radumschlag = 1.520 und 1.840 mm (Beim MF 1080 mittels Schnellverstellfelgen) * Starre Hinterachse mit Planetengetriebe und drei Planetenrädern in den Achsenden. Kegelrollen gelagerte Endantriebe. * Ausführung ND beim 8 Gang Synchron-Getriebe (Durchmesser 330 mm vom Achsplanetengetriebe) * Ausführung HD beim 12 Gang MP-Getriebe (Durchmesser 360 mm vom Achsplanetengetriebe) * Ausführung Allrad verfügt über verstärktem Getrieberumpf und verstärkte Vorderachsaufnahme * Pedal-betätigte, federbelastete und lastschaltbare Klauen-Differentialsperre * Verstellbare Spurweite mittels Verstellräder und Radumschlag (Ausführung: MF 188-MP) = 1.440, 1.540, 1.640, 1.740, 1.840 und 1.940 mm * Verstellbare Spurweite mittels Verstellräder und Radumschlag (Ausführung: MF 188-8G) = 1.440, 1.540, 1.640 und 1.740 mm * Verstellbare Spurweite mittels Verstellräder und Radumschlag (Ausführung: MF 188-Allrad) = 1.540, 1.640, 1.740, 1.840 und 1.940 mm ==Lenkung== * Einfingerlenkung mit hydraulischer Lenkhilfe * Hydrostatische Lenkung mittels Orbitrol bei der Allradausführung mit MF Vorderachse ab BJ 1972. * Überdruckventil der hydraulischen Lenkhilfe auf 105 bis 112 atü eingestellt ==Hydrauliksystem und Kraftheber== * Hydraulischer MF-Regel-Kraftheber mit mechanischer Oberlenkerregelung * Einfachwirkender Hubzylinder * Dreipunktkupplung der Kategorie II * Höhen- und Seitenstabilisierung * Regelbare Zugkraftversträrkung * Bedienung außenliegender Hubzylinder Funktionen: * Heben, Senken, Neutral, Senkdrossel und Schwimmstellung * Positionsregelung, Tiefenregelung und Reaktionsregelung * Heben der Ackerschiene = 4 bis 6 sek. bei 1.500 U/min. * Senken der Ackerschiene = 6 bis 15 mm in der Minute * Vierzylinder-Boxer-Kolbenpumpe mit 16,4 l/min. bei 211 atü-Betriebsdruck * Optional mit Zusatz-Hydraulikpumpe = 30 l/min. nur in der MP-Getriebeausführung * Zusätzliche Hydraulikpumpe im Getriebe für Multi-Power, lastschaltbare Zapfwelle und Allrad = 15,0 l/min. * Arbeitsdruck = 18 bis 22 atü * Überdruckventil ist auf 45 bis 56 atü eingestellt * Max. Hubkraft an den Koppelpunkten = 2.450 kg * Mit Zusatzhubzylindern = 3.500 kg, (Bemerkung: Beide Zusatzhubzylinder von Till darf aber nur bei der HD-Hinterachse angebaut werden). * In der Allradausführung gab es von Massey Ferguson 2 Zusatzhubzylinder auf Wunsch mit einer Gesamthubkraft von 3.500 kg * (Hersteller: Till Hydrauliktechnik Helmstedt) ==Steuergeräte== * Ein einfachwirkendes Steuergerät (Deutschland: Firma Till Hydrauliktechnik Helmstedt) * Doppelwirkendes Steuergerät (Deutschland: Firma Till Hydrauliktechnik Helmstedt) * maximale Bestückung von 3 Steuergeräten möglich! Von Massey Ferguson Deutschland war Till Hydrauliktechnik Erstausrüster. ==Elektrische Ausrüstung== * 12 Volt-Einrichtung * Batterie, 12 V-125 Ah * Lucas-Anlasser, Typ: M 45 G * Lucas-Lichtmaschine, Typ: C 40 A (Gleichstrom) ==Maße und Abmessungen== "Standard-Ausführung" * Länge über alles = 3.770 mm * Breite über alles = 1.860 mm, mit Multi-Power = 1.960 mm * Höhe über Schutzrahmen = 2,480 mm * Radstand = 2.290 mm * Bodenfreiheit = 440 mm "Allrad-Ausführung" * Länge über alles = 3.930 mm * Breite über alles = 2.060 mm * Höhe über Schutzrahmen = 2.480 mm * Radstand = 2.450 mm * Bodenfreiheit = 400 mm * Leergewicht der 8-Gang-Variante = 2.780 kg * Leergewicht der 12-Gang-Variante = 3.350 kg mit je 225 kg Radgewichte auf jeder Antriebsseite und integriertes Frontgewicht 180 kg. * Leergewicht der Allrad-12-Gang-Variante = 3.750 kg mit je 225 kg Radgewichte auf jeder Antriebsseite. * zulässige Vorderachslast 1700 kg (verstärkte Ausführung der Vorderachse) in der Hinterradversion * zulässige Vorderachslast 2000 kg in der Allradversion * zulässige Hinterachslast 4000 kg in der Hinterradversion * zulässige Hinterachslast 4000 kg in der Allradversion * zulässiges Gesamtgewicht 5000 kg ==Bereifung== Standardbereifung: * Vorderräder = 7.50 x 16 AS Front (Allrad = 10-24 AS) * Hinterräder = 16,9 (14-34) AS Optional: * Hinten = 12-38 AS ==Füllmengen== * Tankinhalt = 82,0 l * Motoröl incl. Filter = 8,0 l * Triebwerk = 32,0 l (Bei nassen Betriebsbremsen und Multipower sogar 48 Liter) * (Gemeinsamer Ölhaushalt für das Multipowergetriebe und die Hinterachse) * Planetengetriebe in der Hinterachse (360 mm Durchmesser) 1,5 Liter * Planetengetriebe in der Hinterachse (330 mm Durchmesser) 1,1 Liter * Planetengetriebe in der Vorderachse MF (330 mm Durchmesser) 1,5 Liter * Differentialgetriebe in der Vorderachsbrücke MF 12 Liter * Kühlsystem = 13,6 l ==Verbrauch== ==Kabine== * Fahrerstand mit Sicherheitsrahmen, gefedertem Sitz mit Rückenlehne, Traktormeter, Öldruckmanometer, Kühlwasserthermometer, * Kraftstoffanzeige, Amperemeter, Öldruckmanometer für Multipower, Sicherheitsstartvorrichtung, Werkzeugkasten mit Bordwerkzeug * Optional mit Komfort-Sitz, Planen-Verdeck Sirocco, oder mit Trapez-Glasschwenkscheibenkabine Peko SK 502, * oder Türen-Kabine von Peko und linken Beifahrersitz. Es gab aber auch Versionen mit Edscha Kabine, sehr selten, sehr gute Lösung! ==Sonderausrüstung== * Frontlader * Riemenscheibe * Mähantrieb incl. Mähwerk * Front-und Radgewichte (28 kg (Eichergewichte oder MF-England, andere Bauform) sowie 45 kg pro Radscheibe) * Zugpendel (Einfache Ausführung oder verstärkte Ausführung) * Verdeck oder Kabine (Sirocco Verdeck, Dieteg, Peko (Schwenkscheibe oder Türenverdeck), sowie Etscha Kabinen * Komfort-Sitz * Zweiter Beifahrersitz * Zusatz-Hydraulikpumpe für externe Verbraucher (28 l/min) * Multi-Power-Triebwerk * zwei Zusatzhubzylinder für das Heckkraftwerk von der Firma Till Helmstedt (nur in der Allradversion lieferbar!) * ergab eine Hubkraft von 3500 kg (Darf nur verbaut werden bei Hinterachse mit 360 mm Planetenendantrieb!) ==Sonstiges== Heute ist der MF 188 vor allem mit Allradantrieb ein sehr seltener, formschöner und zugleich auch starker Schlepper, der von Liebhabern gerne gesehen wird. Außerdem sind die top restaurierten (bis zur letzten Schraube) Modelle mit Allrad nicht zu finden, wenn sind sie unbezahlbar - zurecht → meiner Meinung nach gehört der MF 188 Allrad zu den schönsten Schleppern die MF je gebaut hat, da hier die Proportionen stimmen. ==Literatur== * Massey Ferguson-Das Typenbuch (Albert Mößmer) Seite 78 * Massey Ferguson-Prospekte der 100er-Serie (Klaus Bergner) Seite 174 und 231 * Massey Ferguson-Technische Daten-Toleranzen-Einstellungen (F 04) * OLDTIMER TRAKTOR Ausgabe 03/2016, Seite 14 ff. ==Weblinks== <references /> {{:Traktorenlexikon: Navigation |HERSTELLER-LINK=Traktorenlexikon: Massey Ferguson |HERSTELLER= Massey Ferguson}} 9eid9g1hb80t570u21dfpvsmdccnv1a Traktorenlexikon: Fendt Farmer 4 S/SA 0 82706 1085374 1065523 2026-05-10T19:19:12Z ~2026-28264-97 116166 1085374 wikitext text/x-wiki {{:Traktorenlexikon: Navigation |HERSTELLER-LINK=Traktorenlexikon: Fendt|HERSTELLER= Fendt}} {{:Traktorenlexikon: Modell-Infobox | HERSTELLER = Fendt | MODELLREIHE = Farmer | MODELL = Farmer 4 S/SA | BILD = Fendt Farmer 4S (55 PS).JPG | BILDBESCHREIBUNG = Fendt Farmer 4S | BAUWEISE = Blockbauweise | PRODUKTIONSBEGINN = 1968 | PRODUKTIONSENDE = 1972 | STÜCKZAHL = 4871 ( A: 1347 ) | EIGENGEWICHT = 2455 ( A: 2760 ) | LÄNGE = 3808 | BREITE = 1868 | HÖHE = 1797 | RADSTAND = 2247 ( A: 2196 ) | BODENFREIHEIT = 410 ( A: 300 ) | SPURWEITE = 1500 | SPURWEITE VORNE = | SPURWEITE HINTEN = | WENDERADIUS MIT LENKBREMSE = 4000 ( A: 3950 ) | WENDERADIUS OHNE LENKBREMSE = 4300 ( A: 5200 ) | BEREIFUNG VORNE = 6,5-20 ASF ( A: 7,50-18 ASF) | BEREIFUNG HINTEN = 12-36 AS ( A: 14-30 AS) | LEISTUNG KW = 40 | LEISTUNG PS = 55 | NENNDREHZAHL = 2400 | ZYLINDER = 4 | HUBRAUM = 2976 | DREHMOMENTANSTIEG = | KRAFTSTOFF = Diesel | KÜHLSYSTEM = Wasserkühlung | ANTRIEBSTYP = Hinterradantrieb bei 4 S (Allrad bei 4 SA) | GETRIEBE = 13V/4R | HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT = 30 | KATEGORIESORTIERUNG = Fendt }} Um die Nachfrage nach mehr Motorleistung zu stillen, brachte Fendt den Farmer 4 S auf den Markt. Im Wesentlichen war er baugleich mit dem Farmer 3 S. Die Allradausführung des Farmer 4 SA verkaufte sich im Gegensatz zum Farmer 2 SA deutlich besser. ==Motor== MWM D 208-4, wassergekühlter Viertakt-Vierzylinder-Reihenmotor mit Direkteinspritzung, Druckumlaufschmierung mit Zahnradpumpe, hängende Ventile, Bosch Reiheneinspritzpumpe, CAV Vierlochdüsen, fünffach gelagerte Kurbelwelle, mechanischer Fliehkraft-Verstellregler, Ölbadluftfilter, auswechselbare, nasse Zylinderbuchsen, gegenläufiger Massenausgleich, Pierburg PE-Kraftstoffpumpe, Flachrippenkühler mit Lüfter inkl. Rillenthermostat. {| |- | Technische Bezeichnung: || FW 258/1 (Allrad FWA 258/7) |- | Bohrung: || 95 mm |- | Hub: || 105 mm |- | Verdichtungsverhältnis: || 17:1 |- | Max. Drehmoment: || 20,4 mkp bei 1.500 U/min |- | Einspritzpumpe: || Bosch PES 4 A 75 C 320 RS |- | Max. Einspritzdruck: || 180 kp/cm² |- | Fliehkraft-Verstellregler: || Bosch EP/RSV 300/1500 A 28 398 |- | Geregelter Drehzahlbereich: || 650 bis 2.540 U/min |- | Kraftstofffilter: || Hengst H 5 K |- | Kühlerlüfter: || Vier Blätter, 440 mm Durchmesser |- |} ==Kupplung== * Tornado-Einscheiben-Trockenkupplung von Fichtel & Sachs, Typ: G 250 K * Lamellenkupplung für Zapfwellenschaltung * In Verbindung mit ölhydraulischer Voith-Strömungskupplung, Typ: 332 TD-F Motor unabhängige Zapfwelle super Traktor ==Getriebe== * Fendt, vollsynchronisiertes Wechsel-Gruppenschaltgetriebe, Typ: R 25/R 100 * Eine langsame und eine schnelle Stufe mit je sechs Vorwärts- und zwei Rückwärtsgängen * Mit zusätzlichem Schnellgang, der die Normalgänge nicht beeinflusst, auf Wunsch sperrbar * Drehmomentwandler erhöht die Zugkraft um ca. 30% * 13 Vorwärts- und 4 Rückwärtsgänge * Optional mit Superkriechganggetriebe mit drei Vorwärtsgängen und einem Rückwärtsgang * 16 Vorwärts- und 5 Rückwärtsgänge * Optional als Wendegetriebe mit einem Kupplungspedal für Vor- und Rückwärtsfahrt * Alle Gänge können ohne zu schalten unter Last vorwärts- und rückwärts gefahren werden * Zusätzliche 13 Rückwärtsgeschwindigkeiten ==Geschwindigkeiten vor- und rückwärts== Stufe-L * 1.Gang = 1,3 km/h; 2.Gang = 2,2 km/h; 3.Gang = 3,9 km/h; 4.Gang = 5,6 km/h; 5.Gang = 9,2 km/h; 6.Gang = 16,0 km/h. * 1.Rückwärtsgang = 2,1 km/h; 2.Rückwärtsgang = 9,0 km/h. Stufe-S * 1.Gang = 1,7 km/h; 2.Gang = 2,8 km/h; 3.Gang = 4,9 km/h; 4.Gang = 7,0 km/h; 5.Gang = 11,7 km/h; 6.Gang = 20,0 km/h. * 1.Rückwärtsgang = 2,7 km/h; 2.Rückwärtsgang = 11,4 km/h. * Schnellgang = 29,4 km/h. Kriechgänge * 1.Gang = 0,34 km/h; 2.Gang = 0,56 km/h; 3.Gang = 0,98 km/h. * Rückwärtsgang = 0,55 km/h. ==Zapfwelle== * Kupplungsunabhängige, lastschaltbare Motorzapfwelle mit Normprofil, 1 3/8", 6 Keile (Form A) * Drehzahl: 570 und 1.014 U/min bei Nenndrehzahl, 540 U/min bei 2.230 U/min Motordrehzahl * Übertragbare Leistung: 52,5 PS * Optional als Wegzapfwelle schaltbar (Übersetzung: 24,9:1), serienmäßig bei Allrad * Drehzahl: 1 Umdrehung der Zapfwelle entspricht 171 mm Fahrweg oder 5,5 Umdrehungen pro Fahrmeter * Optional mit kupplungsunabhängiger, lastschaltbarer Frontzapfwelle * Drehzahl: 1.172 U/min bei Nenndrehzahl * Optional mit aufsteckbarer Riemenscheibe mit Schnellverschluß * 225 mm Durchmesser und 150 mm Breite * Drehzahl: 1.424 U/min bei Nenndrehzahl * Riemengeschwindigkeit: 16,76 m/s ==Bremsen== * Fußbetätigte Zweibackenbremse, Typ: 180x60 auf die Hinterräder wirkend, als Einzelradbremse verwendbar * Max. Verzögerung = 5,5 m/s² (Allrad = 7,4 m/s²) * Bremsweg = 9,2 m (Allrad = 7,3 m) * Unabhängige Feststellbremse als Außenbandbremse, Typ: 205x30 auf das Getriebe wirkend * Optional mit Vierrad-Öldruckbremse ==Achsen== * Fendt-Vorderachse als einzelradgefederte Pendelachse, mit Achsdrucklagern an den Achsschenkeln * Allrad mit ZF-Pendeltriebachse, Typ: GLA-2552 * Hinterachse in Portalbauweise mit Stirnrad-Endvorgelege * Kegelraddifferential mit fußbetätigter Sperre * Max. Achlast vorne: 1.150 kg (Allrad 1.557 kg) * Max. Achslast hinten: 2.850 kg (Allrad 2.643 kg) ==Lenkung== * Im Ölbad laufende ZF-Gemmerlenkung, Typ: 7340 * Optional mit hydraulischer Spindellenkung, Typ: ZF-Hydro-Spindl 7409 (Serienmäßig bei Allrad) ==Hydrauliksystem und Kraftheber== * Fendt Regelhydraulik mit Oberlenkerregelung und Dreipunktaufhängung, Kat. II * Optional mit Schnellkuppler * Einfach wirkender Hubzylinder * Sechs Steuerfunktionen: Heben, Senken, Zugkraft-, Lage- und Mischregelung inkl. Schwimmstellung * Stufenlose Mischregelung und automatische Hubbegrenzung * Inpulsgeber für Zug bis 2.000 kg, für Druck bis 2.500 kg * Unabhängige Bosch Zahnradpumpe, Typ: HY/ZFR 1/11 AL 104 * Max. Fördermenge: 27,2 l/min bei 175 kp/cm² Arbeitsdruck (bei Spindellenkung 36,6 l/min) * Max. Hubkraft an der Ackerschiene: 1.900 bis 2.000 kg ==Steuergeräte== * Serienmäßig ein einfachwirkendes Steuergerät * Erweiterbar auf zwei doppeltwirkende Steuergeräte * Bosch Steuergerät, Typ: HY/SR 10 H 1/175/1 * Zusätzliches Doppelsteuergerät für Frontlader und freie Zylinder ==Elektrische Ausrüstung== * 12 Volt Einrichtung nach StVZO * Batterie 12 V 88 Ah * Bosch Anlasser 12 V 1,8 PS * Bosch Lichtmaschine 14 V 11 A ==Maße und Abmessungen== {| |- | Länge: || 3.808 mm |- | Breite: || 1.884 mm |- | Höhe: || 1.740 mm bis Lenkrad, 2.395 mm mit Verdeck |- | Leergewicht: || 2.455 kg (Allrad 2.760 kg) |- | Zul. Gesamtgewicht: || 3.500 kg (Allrad 4.200 kg) |- |} ==Bereifung== * Standardbereifung vorne = 6,5-20 ASF, hinten = 12-36 AS * Optional vorne = 7.50-18 ASF, hinten = 14.9/13-30 und 13.6/12-36 AS * Allrad Standardbereifung vorne = 10.5-20 spezial, hinten = 12-36 AS * Optional vorne = 10.5-18 spezial, hinten = 14-30 AS ==Füllmengen== {| |- | Tankinhalt: || 83 l |- | Getriebe: || 24 l (Allrad 26,75 l) |- | Kühlwasser: || 14 l |- | Verteilergetriebe: || 4 l |- | Endvorgelege: || je 2 l |- | Motoröl: || 8,5 l |- | Ölbadluftfilter: || 0,7 l |- | Allradachse: || 6 l |- | Kraftheber: || 7,5 l, mit Frontlader 9 l |- |} ==Verbrauch== * Optimaler Kraftstoffverbrauch: 166 g/PSh bei 42,9 PS und 1.760 U/min ==Kabine== * Fahrerplattform mit einstellbarem, gefedertem und gepolstertem Sattelsitz, Traktormeter, Kraftstoffanzeige und Kotflügelsitze mit Fußabstützung * Optional mit Sicherheitsrahmen, Allwetterverdeck mit Fronteinstieg und facettenförmigen Scheiben, Handlampe, Suchscheinwerfer, Anschlussmöglichkeit für Radio und Zigarettenanzünder ==Sonderausrüstung== * Wendegetriebe, hydraulische Spindellenkung, Allwetterverdeck, Sicherheitsrahmen, Handlampe, Superkriechgang, Suchscheinwerfer, Radioanschluss, Reifenfüllanlage, Vertikalauspuff, Frontlader Gr.3, Mähwerk 5' oder 6', Doppelmesserschneidwerk 5', Allradantrieb, Kipperanschluss, Zusatzgewichte, Kühlergitter, Kühlerschutzdecke, Riemenscheibe, Frontzapfwelle, Schnellkuppler, Vierradbremse, Zigarettenanzünder, Zugpendel, Wegzapfwelle ==Sonstiges== * Listenpreis der Hinterradausführung 1968 = 16.480,- DM * Listenpreis der Allradausführung 1968 = 21.480,- DM ==Literatur== * Fendt - Das Typenbuch (A. Mößmer), Seite 59 * Fendt, Typen und Daten (G. Kremer), Seite 264 * Fendt, Schlepper-Prospekte von 1966 bis 1978 (G. Kremer), Seite 22 ==Quellen== <references /> ==Weblinks== {{commonscat|Fendt Farmer 4 S}} {{:Traktorenlexikon: Navigation |HERSTELLER-LINK=Traktorenlexikon: Fendt |HERSTELLER= Fendt}} g5dvi2tn8b9cjblz55vx70kzjnmwugv Traktorenlexikon: Massey Ferguson MF 185 0 86678 1085364 901609 2026-05-10T17:32:17Z ~2026-27170-00 116133 1085364 wikitext text/x-wiki {{:Traktorenlexikon: Navigation |HERSTELLER-LINK=Traktorenlexikon: Massey Ferguson |HERSTELLER= Massey Ferguson}} {{:Traktorenlexikon: Modell-Infobox | HERSTELLER =Massey Ferguson | MODELLREIHE = 100er-Baureihe | MODELL = MF 185 Super (A) | BILD = -2018-10-20 Massey Ferguson 185 tractor, Trimingham Trosh 2018.JPG | BILDBESCHREIBUNG = Massey Ferguson MF 185 | BAUWEISE = | PRODUKTIONSBEGINN = 1971 | PRODUKTIONSENDE = 1976 | STÜCKZAHL = | EIGENGEWICHT = 2.450 (A: 2.750) | LÄNGE = 3.540 (A: 3640) | BREITE = 2.090 (A: 2.200) | HÖHE = 2.240 | RADSTAND = 2.077 | BODENFREIHEIT = 508 (A: 350) | SPURWEITE = | SPURWEITE VORNE = 1.320-1.930 | SPURWEITE HINTEN = 1.430-2.230 | WENDERADIUS MIT LENKBREMSE = | WENDERADIUS OHNE LENKBREMSE = 4.050 (A: 5.250) | BEREIFUNG VORNE = 7.50-16 ASF (A: 10-24 AS) | BEREIFUNG HINTEN = 15-30 AS | LEISTUNG KW = 54,5 | LEISTUNG PS = 74 | NENNDREHZAHL = 2.067 | ZYLINDER = 4 | HUBRAUM = 4.067 | DREHMOMENTANSTIEG = | KRAFTSTOFF = Diesel | KÜHLSYSTEM = Wasserkühlung | ANTRIEBSTYP = Heckantrieb | GETRIEBE = 8V/2R oder 12V/4R | HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT = 25 | KATEGORIESORTIERUNG = }} Eine geringe Steigerung der Nenndrehzahl machte aus dem MF 178 den MF 185 Super. Der jetzt 74 PS leistende Schlepper war mit seinem Vorgänger teilweise identisch. Die Hinterachse wurde geändert in der Bauform auf die MD-Achse. Die Allrad-Variante stellte dagegen eine Ausnahme dar. Im Gegensatz zum Vorgänger konnte sie mit 8-Gang-Getriebe geordert werden. Ein weiterer Unterschied war die Lenktriebachse mit seitlicher Gelenkwelle und die ölgekühlte Lamellenbremse. Der MF 185 war ein abgespeckter MF 188 für den Export. Er verfügte über keine Radgewichten in der Vorderachse. Der Spacer im Getriebe wurde entfallen gelassen und die Hydraulik wies geringere Hubkräfte auf. Dieser Traktor ist an den Produktionsstandorten Beauvais (F), Coventry (GB), Queretaro (Mexiko) gebaut. Ca. 39800 Einheiten. ==Motor== * Perkins, Typ: A 4.248, stehender wassergekühlter Viertakt-Vierzylinder-Reihen-Saugmotor mit Direkteinspritzverfahren, kopfgesteuerten Ventilen, CAV-Verteiler-Einspritzpumpe mit Spritzversteller, Druckumlaufschmierung mittels Zahnradpumpe, trockene-auswechselbare Zylinderlaufbuchsen, CAV-Düsenhalter, fünffach-gelagerte Kurbelwelle, Fünfring-Leichtmetall-Kolben, CAV-Mehrloch-Einspritzdüsen, Trockenluftfilter, zahnradgetriebene Nockenwelle, CAV-Fliehkraft-Verstellregler, Thermostartvorrichtung, Druckumlaufkühlung mit Lamellenkühler und Lüfter. * Bohrung = 101 mm, Hub = 127 mm * Verdichtung = 16:1 * Max. Drehmoment = 29,3 mkg bei 1.300 U/min. * Kompressionsdruck = 31 bis 32 atü * Öldruck = 1,0 bis 3,9 atü * Geregelter Drehzahlbereich = 500 bis 2.200 U/min. * Max. Einspritzdruck = 170 + 5 atü * Förderleistung der Wasserpumpe = 113 l/min. mit Nenndrehzahl * Förderleistung der Ölpumpe = 22,7 l/min. mit Nenndrehzahl * CAV-Düsenhalter, Typ: BKBL 67 S 5268 * CAV-Einspritzdüse, Typ: BDLL 150 S 6507 ==Kupplung== * Pedal-betätigte, trockene Doppelkupplung, Typ: Auburn ==Getriebe== * Im Ölbad laufendes MF-Triebwerk mit Zweihebel-Mittelschaltung * Wechselgetriebe mit vier Vorwärts- und einem Rückwärtsgang * Vorgeschaltetes Untersetzungsgetriebe als zweite Gruppe, mit vier Vorwärts- und einem Rückwärtsgang * Die Gänge 3-4-7 und 8 sind synchronisiert * 8 Vorwärts- und 2 Rückwärtsgänge * Oder im Ölbad laufendes MF-Triebwerk mit Zweihebel-Mittelschaltung und zusätzlichem Taster * Wechselgetriebe mit drei Vorwärts- und einem Rückwärtsgang * Vorgeschaltetes Untersetzungsgetriebe als zweite Gruppe, mit drei Vorwärts- und einem Rückwärtsgang * Hydraulisch-betätigter, lastschaltbarer Doppel-Vorgelege-Zahnradsatz als Lastschaltung * Untersetzung = ca. 26 % * 12 Vorwärts- und 4 Rückwärtsgänge ==Geschwindigkeiten vor- und rückwärts== Geschwindigkeiten mit Bereifung 15-30 AS * 1.Gang = 2,2 km/h * 2.Gang = 3,2 km/h * 3.Gang = 4,4 km/h * 4.Gang = 5,9 km/h * 5.Gang = 8,8 km/h * 6.Gang = 13,0 km/h * 7.Gang = 17,7 km/h * 8.Gang = 27,2 km/h * 1.Rückwärtsgang = 3,0 km/h * 2.Rückwärtsgang = 12,1 km/h Geschwindigkeiten der Multi-Power-Variante mit Bereifung 15-30 AS * 1.Gang = 2,1 km/h * 2.Gang = 2,8 km/h * 3.Gang = 3,1 km/h * 4.Gang = 4,0 km/h * 5.Gang = 5,7 km/h * 6.Gang = 7,4 km/h * 7.Gang = 8,5 km/h * 8.Gang = 11,0 km/h * 9.Gang = 12,5 km/h * 10.Gang = 16,2 km/h * 11.Gang = 18,3 km/h * * 12.Gang = 24,5 km/h * (In Deutschland gedrosselt mittels Geschwindigkeitsbegrenzer) * 1.Rückwärtsgang = 2,9 km/h * 2.Rückwärtsgang = 3,8 km/h * 3.Rückwärtsgang = 11,6 km/h * 4.Rückwärtsgang = 15,1 km/h ==Zapfwelle== * Handhebel betätigte, unabhängige Motorzapfwelle, als gangabhängige Zapfwelle schaltbar * In Verbindung mit Multi-Power als hydraulisch-betätigte, lastschaltbare Motorzapfwelle, ohne gangabhängige Zapfwelle * Stummel = 1 3/8"-6 Keile (Form-A) * 540 U/min. bei 1.685 U/min.- Motordrehzahl * Oder 645 U/min. mit Nenndrehzahl * Wegzapfwelle = Je Zapfwellenumdrehung werden 490 mm Fahrstrecke zurückgelegt * Optional aufsteckbarer Riementrieb mit 260 mm Durchmesser und 165 mm Breite * 1.191 U/min. mit Nenndrehzahl ==Bremsen== * Pedal-betätigte, ölgekühlte Einzelrad-Lamellenbremse, auf die Hinterräder wirkend * Koppelbare Pedale als Einzelradbremse zu verwenden * Allrad-Ausführung mit Vorderradbremse mittels Motorbremse * Handhebel-betätigte Feststellbremse am Achstrichterende, als Trommelbremse ausgebildet, auf die Hinterräder wirkend ==Achsen== * Pendelnd-gelagerte Stahl-Vorderachse mit ausziehbaren Halbachsen Sechsfach-verstellbare Spurweite = 1.320, 1.420, 1.525, 1.625, 1.725, 1.830 und 1.930 mm * Optional als hydraulisch-betätigte, lastschaltbare Lenktrieb-Pendelachse mit seitlicher Gelenkwelle * Starre Hinterachse mit Planetengetriebe und drei Planetenräder im Achsende * Pedal-betätigte, federbelastete und lastschaltbare Klauen-Differentialsperre Verstellbare Spurweite mittels Verstellräder und Radumschlag = 1.430 bis 2.230 mm ==Lenkung== * Einfingerlenkung mit hydraulischer Lenkhilfe * Überdruckventil der hydraulischen Lenkhilfe auf 105 bis 112 atü eingestellt ==Hydrauliksystem und Kraftheber== * Hydraulischer MF-Regel-Kraftheber mit mechanischer Oberlenkerregelung * Einfachwirkender Hubzylinder * Dreipunktkupplung der Kategorie II * Höhen- und Seitenstabilisierung * Regelbare Zugkraftversträrkung * Bedienung außenliegender Hubzylinder Funktionen: * Heben, Senken, Neutral, Senkdrossel und Schwimmstellung * Positionsregelung, Tiefenregelung und Reaktionsregelung * Heben der Ackerschiene = 4 bis 6 sek. bei 1.500 U/min. * Senken der Ackerschiene = 6 bis 15 mm in der Minute * Vierzylinder-Boxer-Kolbenpumpe mit 16,4 l/min. bei 211 atü-Betriebdruck * Optional mit Zusatz-Hydraulikpumpe = 30 l/min. * Max. Hubkraft an den Koppelpunkten = 2.100 kg * Optional mit Zusatz-Hydraulikpumpe für Multi-Power = 15 l/min. * Arbeitsdruck = 18 bis 22 atü * Überdruckventil ist auf 45 bis 56 atü eingestellt ==Steuergeräte== * Ein einfachwirkendes Steuergerät ==Elektrische Ausrüstung== * 12 Volt-Einrichtung nach StVZO * Batterie, 12 V-125 Ah * Lucas-Anlasser, Typ: M 45 G * Lucas-Lichtmaschine, Typ: C 40 A ==Maße und Abmessungen== "Standard-Ausführung" * Länge über alles = 3.540 mm * Breite über alles = 2.090 mm * Höhe über Auspuff = 2.240 mm * Radstand = 2.077 mm * Bodenfreiheit = 508 mm "Allrad-Ausführung" * Länge über alles = 3.640 mm * Breite über alles = 2.200 mm * Höhe über Auspuff = 2.240 mm * Radstand = xxx mm * Bodenfreiheit = 350 mm * Eigengewicht der 8-Gang-Variante = 2.450 kg * Eigengewicht der Allrad-Variante = 2.750 kg ==Bereifung== Standardbereifung: * Vorderräder = 7.50 x 16 AS Front (Allrad = 10-24 AS) * Hinterräder = 15-30 AS ==Füllmengen== * Tankinhalt = 82,0 l * Motoröl incl. Filter = 9,0 l * Triebwerk = 30,0 l * Multi-Power = 28,9 l * Kühlsystem = 13,6 l ==Verbrauch== ==Kabine== * Fahrerstand mit Sicherheitsrahmen, gefedertem Sitz mit Rückenlehne, Traktormeter, Öldruckmanometer, Fernthermometer, Kraftstoffanzeige, Amperemeter, Sicherheitsstartvorrichtung, Bordwerkzeug und linkem Beifahrersitz * Optional mit Komfort-Sitz, Verdeck oder Kabine und rechtem Beifahrersitz ==Sonderausrüstung== * Frontlader * Allradantrieb * Multi-Power * Riemenscheibe * Mähantrieb incl. Mähwerk * Front-und Radgewichte * Zugpendel * Verdeck oder Kabine * Komfort-Sitz * Zweiter Beifahrersitz * Zusatz-Hydraulikpumpe * Verstellräder * Hydraulische Lenkhilfe ==Sonstiges== ==Literatur== * Massey Ferguson-Das Typenbuch (Albert Mößmer) Seite 75 * Massey Ferguson-Prospekte der 100er-Serie (Klaus Bergner) Seite 166 * Massey Ferguson Technische Daten-Einstellungen-Toleranzen (F 04) ==Quellen== <references /> ==Weblinks== {{:Traktorenlexikon: Navigation |HERSTELLER-LINK=Traktorenlexikon: Massey Ferguson |HERSTELLER= Massey Ferguson}} cb8z88nq123b8szidv75spih5dq6r5a Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran 2 90313 1085354 1085311 2026-05-10T14:28:42Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 1085354 wikitext text/x-wiki [[File:Hortobagy-ziehbrunnen.jpg|thumb|300 px|Ziehbrunnen in Ungarn (genauer: gémeskút - wörtlich: "Reiher-Brunnen") - heutzutage fast nicht mehr zu sehen in Ungarn]] [[File:Z DEK Deutsche Einheitskurzschrift - Verkehrsschrift - Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.svg|thumb|300 px|Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. 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hier weiter * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 55 Vokabular Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 56 Vokabular Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 58 Vokabular Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 59 Vokabular Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 60 Vokabular Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 61 Vokabular Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 62 Vokabular Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 63 Vokabular Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 64 Vokabular Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 65 Vokabular Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 66 Vokabular Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 67 Vokabular Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 68 Vokabular Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 69 Vokabular Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 70 Vokabular Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 71 Vokabular Ungarisch]] - Frühstück 6 * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 72 Vokabular Ungarisch]] * ... * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 80 Vokabular Ungarisch]] * ... * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 89 Vokabular Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Alltagsthemen]] - Fragen für Prüfungen A1/A2 * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Erwiderungen auf pick-up lines]] (Antworten auf Anmachsprüche) * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Philosopie]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Märchen]] - und TEMP Farben und -ekek -etet -akak -okok -u gyalu * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Märchen Teil 2]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen Gutachterstil Jura]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/második másik más]] - zweiter második másik más; irgendwer, irgendwo, irgendwie * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 50 Vokabular Ungarische Geschichte]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Themen 50 Vokabular Ungarische Sehenswürdigkeiten]] (und weiter unten: Liste der griechischen Götter, Zeus, Athene - mythologie mythologisch) * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Denkfehler 00 Inhaltsverzeichnis Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Denkfehler 01 Texte Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Denkfehler 02 Texte Ungarisch]] * ... * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Denkfehler 20 Texte Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ähnliche ungarische Wörter]] (Versus - Vorbereitung) * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ähnliche ungarische Wörter A-D]] (Versus - Endversion A - D) * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ähnliche ungarische Wörter E-G]] (Versus - Endversion E - G) * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ähnliche ungarische Wörter H-J]] (Versus - Endversion H - J) * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ähnliche ungarische Wörter K-M]] (Versus - Endversion K - M) * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ähnliche ungarische Wörter N-Q]] (Versus - Endversion N - Q) * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ähnliche ungarische Wörter R-T]] (Versus - 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hier und dort * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Tagesablauf]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Einfache Sätze]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Nützliche Sätze für die Kommunikation mit dem Sprachlehrer|Anfängerthemen]] - Einkaufen und so (Lehrer ist jetzt ohnline in WB); ;Ungarische Grammatik * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Plural]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Infinitiv]] (Suffixe jetzt auf WB) * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Zeitformen - Vergangehnheit und Zukunft]] - (ganz unten: Zeiträume * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Verben Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Imperativ Grammatik Ungarisch]] (und ganz unten: Fragen) ;Mixen: Konjunktiv = Konditional * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Konditional]] - Konjunktiv = Konditional - Theorie * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Konjunktiv]] - Konjunktiv = Konditional - Übungen * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Imperativ]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Personalpronomen]] - (Demonstrativpronomen ist jetzt online auf WB) * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch unbestimmte und bestimmte Konjugation]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Adjektive und Adverbien]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Possesiv statt Genitiv]] (Zeus 2 - entfalten; Berufe und Berufsbezeichnungen nő Sternchen , Konjugationstabellen Verben; képző - jel - rag ) * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Lokalkasus]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Wörterbucheinträge]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Dativ]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Verneinung]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Postpositionen]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Häufige Wörter Ungarisch 7|Kurzwörter, o-ö Schreibvarianten]] - falsche Freunde - false friends - ist online in WB *Wortsuche ungarisch [https://listpages.toolforge.org/listpages.pl?pattern=%25szolg%C3%A1lat&database=huwiktionary] *Wortsuche deutsch [https://listpages.toolforge.org/listpages.pl?pattern=%25werk&database=dewiktionary] *Links - ungar. Material Audio: [https://rs.cms.hu-berlin.de/magyar/pages/search.php HU-Berlin] *ungar Rechtschreibung - Ungar Akad. der Wiss. - MTA - [https://helyesiras.mta.hu/helyesiras/default/akh12#F11_0_0_2] *Fragen Katalog für Lehrer http://iteslj.org/questions/ * https://sites.google.com/site/tanuljmagyarul20090909/home * http://verbaliter.de/main/offers/h_offers.htm * https://ungarisch.wurmweb.at/grammatik/ * https://www.szotar.net/blog/igekotok/ 40h8t4r9q0ndrpv3ktohgl7xo5hz7ok 1085389 1085354 2026-05-11T08:20:48Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 1085389 wikitext text/x-wiki [[File:Hortobagy-ziehbrunnen.jpg|thumb|300 px|Ziehbrunnen in Ungarn (genauer: gémeskút - wörtlich: "Reiher-Brunnen") - heutzutage fast nicht mehr zu sehen in Ungarn]] [[File:Z DEK Deutsche Einheitskurzschrift - Verkehrsschrift - Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.svg|thumb|300 px|Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. (Deutsche Einheitskurzschrift [DEK] - Verkehrsschrift)]] Mit meinen Steno-Beiträgen bin ich fertig: [[Stenografisches Wörterbuch]], [[Stenografie]] und mit [[Sütterlinschrift]] auch. Jetzt mache ich ein bisschen [[Ungarisch]]. In Vorbereitung: * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Häufige Wörter Ungarisch 3|Vokalharmonie]] - hier WEITER * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Häufige Wörter Ungarisch 4|Rechtschreibung und Aussprache]] - Rechtschreibung und Aussprache - hier WEITER * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Häufige Wörter Ungarisch 5]] - Drudel - Temp - Witz-Zeichnungen * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Häufige Wörter Ungarisch 9|Kurzgeschichten 1]] ** [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Häufige Wörter Ungarisch 10|Kurzgeschichten 1 a - ungarisch deutsch]] ** [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Häufige Wörter Ungarisch 11|Kurzgeschichten 1 b - ungarisch deutsch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Häufige Wörter Ungarisch 2|Kurzgeschichten 2]] ** [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Häufige Wörter Ungarisch 16|Kurzgeschichten 2 a - ungarisch deutsch]] ** [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Häufige Wörter Ungarisch 17|Kurzgeschichten 2 b - ungarisch deutsch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Häufige Wörter Ungarisch 6|Kurzgeschichten 3]] ** [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Häufige Wörter Ungarisch 18|Kurzgeschichten 3 a - 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Abenteuererzeit]] ** [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarische Geschichte 2|Ungarische Geschichte 2]] ** [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarische Geschichte 3|Ungarische Geschichte 3]] ** [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarische Geschichte 4|Ungarische Geschichte 4]] ** [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarische Geschichte 5|Ungarische Geschichte 5]] ** [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarische Geschichte 6|Ungarische Geschichte 6]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch - kurze Sätze Grundwortschatz 1]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch - kurze Sätze Grundwortschatz 2]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch - kurze Sätze Grundwortschatz 3]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch - kurze Sätze Grundwortschatz 4]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch - kurze Sätze Grundwortschatz 5]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch - kurze Sätze Grundwortschatz 6]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch - 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Endversion R - T) * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ähnliche ungarische Wörter U-X]] (Versus - Endversion U - X) * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Grammatik Konjugierter Infinitiv]] - jetzt: Partizip * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Grammatik TEMP24]] - jetzt: Die verschiedenen Arten von ungarischen Verben * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Grammatik TEMP2]] - jetzt: Possesivpronomen (mein, dein, sein, ...) * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Grammatik TEMP3]] - jetzt: Adverb * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Grammatik TEMP4]] - jetzt: Hochzeit und Heiraten * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Grammatik TEMP5]] - jetzt: Umstandswörter (Umstandssuffixe) * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Grammatik TEMP6]] - jetzt: -ik-Verben , ikes igek * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Prüfung zum Erwerb der Ungarischen Staatsbürgerschaft]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch - ganz kurz Worte|Ungarische Gedichte]] (bereits online: ganz kurz Worte) * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch - 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hier und dort * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Tagesablauf]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Einfache Sätze]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Nützliche Sätze für die Kommunikation mit dem Sprachlehrer|Anfängerthemen]] - Einkaufen und so (Lehrer ist jetzt ohnline in WB); ;Ungarische Grammatik * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Plural]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Infinitiv]] (Suffixe jetzt auf WB) * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Zeitformen - Vergangehnheit und Zukunft]] - (ganz unten: Zeiträume * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Verben Ungarisch]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Imperativ Grammatik Ungarisch]] (und ganz unten: Fragen) ;Mixen: Konjunktiv = Konditional * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Konditional]] - Konjunktiv = Konditional - Theorie * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Konjunktiv]] - Konjunktiv = Konditional - Übungen * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Imperativ]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Personalpronomen]] - (Demonstrativpronomen ist jetzt online auf WB) * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch unbestimmte und bestimmte Konjugation]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Adjektive und Adverbien]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Possesiv statt Genitiv]] (Zeus 2 - entfalten; Berufe und Berufsbezeichnungen nő Sternchen , Konjugationstabellen Verben; képző - jel - rag ) * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Lokalkasus]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Wörterbucheinträge]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Dativ]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Verneinung]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Ungarisch Postpositionen]] * [[Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Häufige Wörter Ungarisch 7|Kurzwörter, o-ö Schreibvarianten]] - falsche Freunde - false friends - ist online in WB *Wortsuche ungarisch [https://listpages.toolforge.org/listpages.pl?pattern=%25szolg%C3%A1lat&database=huwiktionary] *Wortsuche deutsch [https://listpages.toolforge.org/listpages.pl?pattern=%25werk&database=dewiktionary] *Links - ungar. Material Audio: [https://rs.cms.hu-berlin.de/magyar/pages/search.php HU-Berlin] *ungar Rechtschreibung - Ungar Akad. der Wiss. - MTA - [https://helyesiras.mta.hu/helyesiras/default/akh12#F11_0_0_2] *Fragen Katalog für Lehrer http://iteslj.org/questions/ * https://sites.google.com/site/tanuljmagyarul20090909/home * http://verbaliter.de/main/offers/h_offers.htm * https://ungarisch.wurmweb.at/grammatik/ * https://www.szotar.net/blog/igekotok/ n5j3tywdkwxjbvhuw938x2kesdd230l Internet Programmierung mit Java: Appendix 0 107026 1085379 887337 2026-05-10T22:06:03Z ~2026-28399-77 116168 /* Debugger */ 1085379 wikitext text/x-wiki __NOTOC__ = Appendix = == NetBeans == Sobald man sich auf eine Entwicklungsumgebung (IDE) festlegt, und womöglich sogar noch eine Versionsnummer nennt, ist ein Buch automatisch datiert, und zwei Wochen später eigentlich nur noch zum Heizen nützlich. Aber wir wollen es trotzdem wagen. === Download and Installation === Der erste Schritt ist NetBeans vom Internet zu laden [1], und auf dem eigenen Rechner zu installieren. Es gibt da mehrere verschiedene Versionen, einmal für verschiedene Betriebssysteme, da sollten wir die Version die für unseren Rechner geeignet ist nehmen. Aber es gibt auch verschiedene NetBeans IDE Download Bundles und wir wollen das "Java EE" Bündel. NetBeans benötigt die Java JDK Version 7 oder später, falls wir die noch nicht auf unserem Rechner haben, müssen wir die vorher noch installieren. Ansonsten ist NetBeans ganz ähnlich wie Eclipse: [[Datei:Netbeans IDE.png|rahmenlos|500x500px]] Noch zwei kleine Anmerkungen: immer die englischen Versionen von Software installieren. Die funktionieren wenigstens. Und folgendes zu Updates: da ich nur für mich selbst programmiere und nicht in einer Firma, vermeide ich Updates. Denn solange alles funktioniert gibt es keinen Grund das zu ändern, und ein Update könnte das. Nun in einer Firma ist das etwas anderes, man sollte aber damit rechnen, dass nach einem Update erstmal ein bis zwei Tage gar nichts mehr geht. In der Firma ist das o.k., da wird man ja bezahlt. === Get to Know NetBeans === Bevor man mit den Websachen anfängt sollte man mal ein kleines Konsolenprogramm schreiben oder eine kleine Swing Anwendung. Neue Projekte legt man mit "File -> New Project" an, und Java Projekte dann über "Java -> Java Application". Wir können dann mal eine einfache Java Klasse wie oben anlegen. Ausführen kann man die über das große grüne Dreieck oder per "Run -> Run Project". Etwas gewöhnungsbedürftig sind die NetBeans Shortcuts. Die gehen auch über "Ctrl-Space", aber "System.out.println()" ist jetzt "sout" und "public static void main()" ist jetzt "psvm". Aber die Shortcuts gibt's als pdf zum Download [2]. NetBeans hat auch ganz viele Tutorials. Die meisten taugen nichts, aber besser als Eclipse alle mal, denn da gibt's gar keine. Das Swing Tutorial [3] ist ganz o.k. wenn man in der U-Bahn sitzt. [[Datei:Dienstag2.png|mini]] === Web Project === Um unser erstes Webprojekt anzulegen, gehen wir wieder über "File -> New Project" dieses mal wählen wir aber unter "Java Web" die "Web Application" aus und klicken auf Next. Dann geben wir dem Projekt einen Namen, z.B., "Dienstag" und klicken wieder auf Next. Bei der Serverauswahl würde ich "GlassFish Server 4" verwendet. Ganz selten macht der aber Ärger, dann kann man auch den Tomcat nehmen, geht auch. Dann dürfen wir auf "Finish" klicken, auch wenn wir kein Finisch können. Es wird ein Projekt angelegt und eine HTML Seite namens "index.html". Gestartet wird das Projekt wie oben auch über "Run -> Run Project" oder das grüne Dreieck. Es dauert dann ein bisschen, aber früher oder später müsste sich ein Webbrowser, meist Firefox, öffnen und die Seite "index.html" anzeigen. Warum "dauert" es ein bisschen? Das hat damit zu tun, dass mehrere Schritte durchlaufen werden bis man das Resultat im Browser bewundern kann: # der Server, GlashFish oder Tomcat, wird gestartet, es sei denn er läuft bereits # das Projekt wird verpackt, auf den Server hochgeladen (in der Regel einfach kopiert) und deployed [6] # der Browser wird gestartet, falls er noch nicht läuft # der Browser muss die Seite vom Server laden. === Debugger === NetBeans hat auch einen sehr mächtigen Debugger, der auch für Webseiten funktioniert. Dazu muss man zunächst einen Breakpoint in seinem JSP oder Servlet Code setzen (geht nicht mit HTML). Und danach startet man das Projekt im Debug-Modus entweder über "Debug -> Debug Project" oder dem Knopf rechts neben dem grünen Dreieck. Um den Debugger einmal zu testen, schreiben wir ein paar einfache Zeilen JSP Code. Zum Anleen einer neuen JSP Datei, klicken wir mit der rechten Maustaste auf das Verzeichnis "Web Pages" in unserem "Dienstag" Projekt, wählen dann "New -> JSP" aus, und nennen die neue Seite "hello". Das ".jsp" wird automatisch angehängt. Dann löschen wir alles was in der Datei evtl. schon steht und fügen die folgenden fünf Zeilen ein: '''<%''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; out.println("Hello ");''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; out.flush();''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; out.println("JSP!");&nbsp;&nbsp; &nbsp;''' '''%>''' Dann setzen wir einen Breakpoint in der Zeile zwei (out.println()) indem wir einfach einmal mit der linken Maustaste auf die "2" der Zeilennummer klicken. Wir starten dann das Projekt im Debug-Modus und es sollte ein Browser sich öffnen. Der Browser lädt zunächst die "index.html" Seite, wir müssen ihm erst sagen dass er zur '''http://localhost:8080/Dienstag/hello.jsp''' Seite gehen soll. Sobald wir das tun, sehen wir dass in NetBeans die zweite Zeile grün markiert ist, und wir jetzt auf alle möglichen Knöpfe drücken können. Der Browser allerdings zeigt erst mal gar nichts an, denn der wartet geduldig auf sein Antwort. Wenn wir jetzt mit "Step over (Shift-F8)" zwei Schritte weitergehen, dann erscheint im Browser das "Hello" aber noch nicht das "JSP". Lustig wird es wenn wir jetzt einen zweiten Browser öffnen, und dort auch zu besagter Seite gehen. Auch die bleibt erst mal im Debugger hängen und wir sehen beide Threads im linken Fenster "Debugging": [[Datei:Netbeans Debug.png|rahmenlos|500x500px]] Wir können hier zwischen den zwei Threads hin und herspringen, und mal den einen ein paar Schritte laufen lassen und dann den anderen wieder. Man kommt sich ein bisschen wie ein Marionettenspieler vor. Obwohl das wie eine Spielerei anmutet, wird das extrem wichtig werden wenn mal "lustige" Sachen passieren, Ursache mit Threading zu tun hat. === Load Generation === NetBeans hat alle möglichen coolen Sachen, wie z.B. einen Profiler den man mit dem Knopf neben dem Debugger Knopf startet. Der hat dann noch mehr Knöpfe die man drücken kann, und da gibt es dann ganz viele Graphiken mit denen man seine Manager beeindrucken kann. Was aber viel nützlicher ist, das ist der eingebaute Load Generator, mit dem man Last auf seinem Server verursachen kann. Ein Tutorial das zeigt wie das geht findet sich auf dem NetBeans Website [4]. Es sei allerdings angemerkt, dass das Tutorial ohne ein jMeter Script nutzlos ist, deswegen vielleicht erst mal hier [5] nachsehen wie man ein jMeter Script erzeugt. === Referenzen === Zu NetBeans gibt es ganz viele Tutorials, die man ganz einfach über Google findet. Die meisten sind auf dem NetBeans eigenen Website. Anbei noch ein, zwei nützliche Links. [1] NetBeans IDE, https://netbeans.org/ [2] Highlights of NetBeans IDE 8.0 Keyboard Shortcuts & Code Templates, https://netbeans.org/project_downloads/usersguide/shortcuts-80.pdf [3] Learning Swing with the NetBeans IDE, (http://java.sun.com/docs/books/tutorial/uiswing/learn/index.html [4] Using a Load Generator in NetBeans IDE netbeans.org/kb/docs/java/profile-loadgenerator.html [5] Apache JMeter HTTP(S) Test Script Recorder, jmeter.apache.org/usermanual/jmeter_proxy_step_by_step.pdf [6] Tomcat Web Application Deployment, https://tomcat.apache.org/tomcat-7.0-doc/deployer-howto.html == JavaScript == JavaScript ist ein wenig wie Englisch: oberflächlich scheint es eine sehr einfache Sprache zu sein, und fast jeder kann kleine Programme mit JavaScript schreiben. Aber wie mit dem Englischen ist das sehr trügerisch. Wir werden hier aber nur kurz die oberflächlichen Aspekte der JavaScript Sprache ansprechen. Eine kurze Warnung: obwohl JavaScript das Wort "Java" im Namen trägt, hat es eigentlich gar nichts mit Java zu tun. === HTML === Das JavaScript das uns interessiert ist jenes das im Browser läuft. Deswegen gehen wir immer davon aus, dass es irgendeine HTML Datei gibt die entweder den JavaScript Code direkt enthält, oder einen Link auf eine JavaScript Datei. Im Prinzip können wir JavaScript sowohl im Body Teil des HTMLs schreiben, '''<html>''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; <head>''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; </head>''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; <body>''' '''<script type="text/javascript">''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; document.write("This message is written by JavaScript");''' '''</script>''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; </body>''' '''</html>''' als auch im Header: '''<html>''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; <head>''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <script type="text/javascript">''' '''function message() {''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; alert("This alert box was called with the onload event");''' '''}''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </script>''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; </head>''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; <body onload="message()">''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; </body>''' '''</html>''' Bevorzugt ist letzteres, aber im Prinzip kommt es wie immer auf die genauen Umstände an. Das Problem mit dem direkten Einfügen von Code ist aber allgemein, dass man ihn nicht wiederverwenden kann. Deswegen ist es eigentlich bevorzugt das JavaScript in eine externe Datei auszulagern: '''<head>''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; <script type="text/javascript" src="myJavaScript.js"></script>''' '''</head>''' '''<body>''' '''</body>''' '''</html>''' Die kann dann nämlich auch in anderen Seiten wiederverwendet werden. === Basics === JavaScript ist dem Augenschein nach sehr ähnlich zu Java oder anderen Programmiersprachen. So gibt es Statements, wie z.B. '''document.write("Hello Dolly");''' und auch Variablen, '''var x;''' '''var carName = "Mini";''' Aber vieles ist in JavaScript optional: so sind die Strichpunkte am Ende eine Statements optional, und auch die Deklaration ist optional. Also auch '''y = x - 5''' '''carName2 = "Mercedes"''' ist vollkommen korrekt. Auch sehen wir keine Datentypen: JavaScript ist "weakly typed", d.h. die Datentypen werden zur Laufzeit bestimmt. Das ist zwar ganz praktisch, aber nicht ganz ungefährlich. In JavaScript gibt es auch Funktionen und Objekte, allerdings keine wirklichen Klassen. Was wirklich toll ist, dass wir Funktionen auch basierend auf Events aufrufen können, z.B., verwenden wir im Services Kapitel den ''onclick'' Event eines Links, '''<body>''' '''<a href="#" onclick="sendGet Request (' service / highscore s/')<nowiki>;</nowiki>''' '''return false;">''' '''GET</a>''' '''<span id=" response GET">&nbsp;</span><br/>''' '''</body>''' um JavaScript auszuführen. Und JavaScript kann auf HTML Elemente zugreifen, diese verändern, sogar neu kreieren und existierende löschen. Z.B., würde das JavaScript '''document.getElementById(" response GET").innerHTML = "hi there";''' in dem <span> Tag oben den Text "hi there" einfügen. Mit dieser kleinen Einführung und unseren existierenden Java Kenntnissen, müssten wir jetzt eigentlich den JavaScript Code den wir an verschiedenen Stellen im Buch verwenden verstehen können. === Referenzen === Wenn es um das klassische JavaScript geht, also keine Libraries, dann ist der Klassiker von David Flanagan wohl immer noch eine gute Quelle der Inspiration. Natürlich die papierlose Generation möchte auch bedient werden, hier sollte wie immer W3Schools nützliche Dienste erweisen. [1] JavaScript: The Definitive Guide von David Flanagan [2] JavaScript Tutorial - W3Schools, www.w3schools.com/js/ == Projects == Falls man noch nach anderen Ideen für mögliche Projekte sucht wollen wir im folgenden einige auflisten, die man ohne große Problem mit dem Gelernten realisieren kann. === Temperature === Ein Programm das Fahrenheit in Celsius umrechnet. Der Nutzer gibt die Temperatur in Fahrenheit ein und mittels der Formel '''int c = (int) ( (5.0 / 9.0) * (f - 32) );''' können wir die Temperatur in Celsius umrechnen. === LeapYear === Mit der Formel aus dem ersten Semester können wir feststellen ob ein Jahr ein Schaltjahr ist. Der Nutzer gibt ein Jahr ein, vielleicht sein Geburtsjahr, und wir geben dann aus, ab es sich bei dem Jahr um ein Schaltjahr handelt. === YearlyRate === Es geht darum zu berechnen wie hoch die jährliche Rate ist, wenn man einen Kredit nach einer gewissen Laufzeit zu einem gewissen Zinssatz abbezahlt haben will.&nbsp;&nbsp; Karel will sich ein Auto kaufen, deswegen hat er angefangen zu sparen. Er will sich einen Mini kaufen (Mercedes ist zu teuer), und er hat einen gebrauchten für 5000 Euro gesehen. Er hat einen günstigen Kredit bei einer Bank von 5% pro Jahr gesehen. Wie hoch ist seine jährliche Rate, wenn er den Kredit in 5 Jahren abbezahlt haben will? Karel braucht also ein Programm bei dem er die Kreditsumme (k) eingeben kann, den Zinssatz (z) und die Laufzeit in Jahren (n). Das Programm soll ihm dann sagen wie hoch seine jährliche Rate (y) ist: '''&nbsp;&nbsp; &nbsp;double q = 1.0 + z;''' '''&nbsp;&nbsp; &nbsp;double qn = Math.pow(q, n); // q^n''' '''&nbsp;&nbsp; &nbsp;double y = k * qn * (q-1) / (qn-1);''' Die Formel dafür kann man in der Wikipedia unter Sparkassenformel nachsehen. === Roulette === In einer vereinfachten Version von Roulette spielt ein Spieler gegen den Computer. Der Spieler kann auf ''odd'' oder ''even'' (oder ''high'' oder ''low'') setzen. Der Computer wählt dann eine Zufallszahl zwischen 0 und 36. In einem zweiten Schritt, könnte man noch mit Credits spielen. Der Spieler erhält am Anfang 100 Credits, und falls er gewinnt erhält er 10 zusätzliche Credits, falls er verliert werden 10 Credits abgezogen. Schließlich könnte man auch noch ein MultiPlayer Spiel daraus machen. === BlackJack === Auch Black Jack können wir in einer etwas vereinfachten Version implementieren. Anstelle von Karten verwenden wir einfach Zahlen, und zwar Zahlen zwischen 1 und 11. Der Computer spielt den Croupier und beginnt indem er eine Zufallszahl zwischen 17 und 25 erzeugt. Dann ist der Spieler an der Reihe. Dieser fängt mit einer Karte an, also eine Zufallszahl zwischen 1 und 11. Er kann dann entscheiden ob er noch eine Karte möchte. Falls ja, wird wieder eine Zufallszahl zwischen 1 und 11 erzeugt und zur momentanen "Hand" hinzuaddiert. Wenn der Spieler keine neue Karte mehr haben möchte, wird die "Hand" des Spielers mit der des Computers verglichen. Gewonnen hat derjenige der 21 Punkte oder weniger hat und mehr als der andere. Ansonsten ist es ein Unentschieden. === BattleShip === Im ersten Semester haben wir den Spieleklassiker Schiffeversenken umgesetzt. Ähnlich wie TicTacToe oder Mines können wir das auch als Webanwendung realisieren. === TicTacToe - Two Players === In Kapitel vier haben wir die Single-Player Variante implementiert. Wie wäre es mit eine Zwei-Spieler Variante? Wahrscheinlich macht es vorher Sinn sich den TwoPlayer Chat noch einmal anzusehen. Ähnlich könnte man auch andere Spiele wie Dame, Schach und Go implementieren. === ESP Game === Das ESP Spiel wurde von Luis van Ahn, Professor an der Carnegie Mellon University, erfunden. Es handelt sich um eine TwoPlayer Game um Bilder zu klassifizieren. Um zu sehen worum es geht, sollte man seine Präsentation im Rahmen der Google TechTalks ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=tx082gDwGcM === Translate === Google Translate hat auch einfach angefangen. In einer einfachen Version könnte man basierend auf dem Dictionary Beispiel, einen Internet-Übersetzungsservice anbieten. Einmal mit einem Webinterface, dass eingegebenen Text einfach Wort für Wort übersetzt. Daraus könnte man aber auch einen Web Service machen. Später könnte man auch eine Version schreiben, in der Nutzer neue Wörter hinzufügen könnten. === SpellChecker === Ein Service der die Rechtschreibung überprüft. Man würde das auf dem Dictionary Beispiel aufbauen, eine einfache Version würde einfach auf einem HashSet basieren. Wahrscheinlich wäre eine englische Version einfacher. Evtl. sind die folgenden beiden Resourcen hilfreich: Aspell, http://freedict.org/de/, http://sourceforge.net/projects/freedict/files/ und stackoverflow.com/questions/2294915/what-algorithm-gives-suggestions-in-a-spell-checker. === Eliza === Im ersten Semester haben wir den Psychiater Eliza kennengelernt. Natürlich könnte man daraus auch eine Webanwendung machen. === ToDo List === Eine einfach ToDo Liste in der jeder Nutzer seine eigenen ToDos listen kann. Evtl. wäre auch eine Priorisierung wünschenswert. === Calendar === Die Anwendung soll es einem Nutzer erlauben seinen Kalendar zu managen. Dazu gehört neue Einträge anlegen, löschen und auch die Ausgabe des Kalanders, evtl. mit Druckfunktion. Eine spätere Version könnte auch Email Reminders beinhalten. Auf jeden Fall sollte auch ein Web Service existieren, um eine spätere Anbindung an ein mobiles Endgerät zu ermöglichen. === PhoneBook === Es geht darum seine Adressen und Telefonnummern zu managen. Auch hier sollte wieder ein Web Service existieren, um eine spätere Anbindung an ein mobiles Endgerät zu ermöglichen. Es sollte auch möglich sein beliebige Key-Value Pairs zu speichern. Und eine Suche wäre auch praktisch. === TimeSheet === Wenn man als Freelancer arbeitet oder auch in manchen Firmen, muss man aufschreiben wie viel Zeit man für welches Projekt verwendet hat. Dies soll eine kleine Webanwendung werden, in der Nutzer ganz einfach ihre Zeiten managen können. Ein Web Service Interface wäre bestimmt auch nicht schlecht. === StoreSecrets === Heutzutage hat jeder zig Passwörter und PINs die man sich merken muss. Und kann man den Anwendungen die man da so im Internet oder auf dem Handy hat wirklich trauen? Deswegen nach dem Motto "Max Selber" wollen wir eine Webanwendung zum speichern von Passwörtern und anderen Geheimnissen schreiben. === Votes === Die Idee hinter Votes ist eine Art Umfrage, die es erlaubt mehrere Nutzer bzgl. eines bestimmte Themas abzustimmen. Sollte per Einladung über einen Weblink oder QR Code funktionieren. === Who Has My Stuff === Wenn man wie ich vielen Leuten viele Sachen ausleiht verliert man leicht den Überblick wem man was geliehen hat. Hier könnte eine einfache Webapp Abhilfe schaffen. === Library === Wir haben im ersten Semester die Anforderungen für eine einfache Bibliothek erarbeitet. Jetzt könnten wir selbige als Webanwendung umsetzen. === University === Auch aus dem ersten Semester stammt die Idee eines universitären Studenten-Management Systems. Es geht einfach darum den Fortschritt von Studierenden während des Studiums zu managen. === Doodle === Bei der Webanwendung Doodle (doodle.com) geht es darum gemeinsame Termine für Meetings und Ähnliches zu finden. Es dürfte kein Problem sein eine ähnliche Anwendung mit dem hier gelernten umzusetzen. === Flickr === Flickr (flickr.com) ist eine Webanwendung zum Hochladen und Verwalten von Bildern. Jeder Nutzer sollte seinen eigenen Bereich haben, es sollte aber auch einen gemeinsamen Bereich geben. Bilder können privat, aber auch öffentlich sein. Und es könnte ein Ranking/Voting System geben mit dem man Bilder bewerten kann. Natürlich sollte es auch als Webservice zur Verfügung stehen um mobile Geräte direkt einbinden zu können. === Facebook === Inzwischen kennt Facebook (facebook.com) fast niemand mehr, aber die Idee war eigentlich ganz cool: seinem zukünftigen Arbeitgeber seine schlimmsten Seiten zu zeigen. Im Prinzip ist es ein ähnliches Konzept wie unsere Chirpr Anwendung. Es gibt Nutzer, Freunde und Gruppen, und jeder kann News posten. Das Ganze kann man dann zeitlich sortieren und nennt es Timeline. === Stack Overflow === Stack Overflow (stackoverflow.com) ist ein Beispiel für eine spezialisierte Form der klassischen NewsGroup. Ein Nutzer stellt eine Frage, idealerweise mit einigen Keywords assoziiert, und andere Nutzer können die Frage beantworten. Man kann dann noch ein Votingsystem einführen, etc., etc. === Shop === Ein einfacher Shop, z.B. für Bücher, CDs oder Lebensmittel. In einer einfachen Version ist das Inventar fest vorgegeben. Der Nutzer kann aber Sachen in einen Warenkorb legen und kaufen. In einer späteren Version könnte es auch ein Interface für den Händler geben, damit er neues Inventar anlegen kann, etc. === Bugs === Ein Tool zum Melden von Bugs, also Fehlern in einem Programm. Die Bugs bekommen eine Nummer, werden dann einem Mitarbeiter zugeordnet, und nachdem sie bearbeitet wurden, bekommt der Melder eine Nachricht. Man sollte u.a. alle offenen Bugs auflisten können. Das Ganze sollte natürlich für mehrere Projekte möglich sein. === Bank === Die Idee hier ist eine Spiel-Bank Anwendung zu schreiben. Kunden haben Konten und können einander Geld überweisen. Das ist eine sehr interessante Anwendung, denn beim Überweisen von Geld kann verdammt viel schief gehen. Da muss man viel nachdenken, damit auch wirklich nichts schief geht. Der nächste Schritt wäre dann sich ein bisschen in Bitcoins einzulesen (z.B. ''Bitcoin and Cryptocurrency Technologies''). === Hospital === In einem Krankenhaus gibt es Patienten und Doktoren. Jeder Patient hat eine Krankenakte, und die Doktoren dürfen da drin rumschreiben. === Recipies === Es geht um das Sammeln von Rezepten. Dabei könnte jeder Nutzer seine eigenen Rezepte haben, es könnte aber auch die Möglichkeit geben, das Rezepte global sind, also für jeden einsehbar. Natürlich sollten Rezepte auch Bilder haben, sonst schmecken sie nicht so gut. Man könnte sich auch Erweiterungen ausdenken, wir ein Voting System. === Classifieds === Bei Kleinanzeigen geht es darum irgendetwas zu verkaufen, anzubieten oder zu finden. Hier gibt es Nutzer und Anzeigen. Anzeigen sollten einen Titel, eine Kategorie, einen Text und ein Verfallsdatum haben. Das Ganze sollte natürlich durchsuchbar sein. Was Kleinanzeigen auch ausmacht ist, dass sie meist lokal sind, deswegen könnte man in einer Erweiterung auch noch den Ort/Lokation mit aufnehmen. === Document / Image Management System === Ein einfaches Dokumenten-Managementsystem erlaubt es einem auf seine Dokumente über ein Webinterface zuzugreifen. Dokumente sollten nach Namen, Schlüsselwörtern und evtl. Inhalt klassifiziert werden, damit man sie auch durchsuchen kann. Ein WebService zur Anbindung mobiler Endgeräte könnte sinnvoll sein. === Crossword Puzzle === Im zweiten Semester haben wir gesehen wie wir Kreuzworträtsel mit Hilfe der ''Trie'' Datenstruktur erzeugen können. Was uns aber fehlt sind die Inhalte. In diesem Projekt, sollen Nutzer Fragen und Antworten für Kreuzworträtsel eingeben können, und daraus dann Kreuzworträtsel generieren lassen können. Die Fragen sollten öffentlich sein, damit jeder sie nutzen kann. Evtl. macht es bei jeder Frage einen Schwierigkeitsgrad mit anzugeben. Auch ein Voting System vielleicht inspiriert von Stack Overflow könnte hilfreich sein. === Newspaper === Bei Newspaper geht es um eine Zeitung, z.B. eine Mitarbeiter- oder Vereinszeitung. Es gibt Autoren und Artikel, sowie Ausgaben. Evtl. macht es auch Sinn einen Administrator zu haben. Auf jeden Fall sollte es die Möglichkeit geben eine gedruckte Version der Zeitung zu erstellen. Hierfür gibt es in CSS die @media Regel "@media print". <noinclude> * Zurück zu [[Internet Programmierung mit Java]] </noinclude> makyji7qqr8gwqnyk65out1qncdlsjs 1085380 1085379 2026-05-11T04:20:12Z Intruder 1513 Version 1085379 von [[Spezial:Contributions/~2026-28399-77|~2026-28399-77]] ([[Benutzer Diskussion:~2026-28399-77]]) wurde entfernt. 1085380 wikitext text/x-wiki __NOTOC__ = Appendix = == NetBeans == Sobald man sich auf eine Entwicklungsumgebung (IDE) festlegt, und womöglich sogar noch eine Versionsnummer nennt, ist ein Buch automatisch datiert, und zwei Wochen später eigentlich nur noch zum Heizen nützlich. Aber wir wollen es trotzdem wagen. === Download and Installation === Der erste Schritt ist NetBeans vom Internet zu laden [1], und auf dem eigenen Rechner zu installieren. Es gibt da mehrere verschiedene Versionen, einmal für verschiedene Betriebssysteme, da sollten wir die Version die für unseren Rechner geeignet ist nehmen. Aber es gibt auch verschiedene NetBeans IDE Download Bundles und wir wollen das "Java EE" Bündel. NetBeans benötigt die Java JDK Version 7 oder später, falls wir die noch nicht auf unserem Rechner haben, müssen wir die vorher noch installieren. Ansonsten ist NetBeans ganz ähnlich wie Eclipse: [[Datei:Netbeans IDE.png|rahmenlos|500x500px]] Noch zwei kleine Anmerkungen: immer die englischen Versionen von Software installieren. Die funktionieren wenigstens. Und folgendes zu Updates: da ich nur für mich selbst programmiere und nicht in einer Firma, vermeide ich Updates. Denn solange alles funktioniert gibt es keinen Grund das zu ändern, und ein Update könnte das. Nun in einer Firma ist das etwas anderes, man sollte aber damit rechnen, dass nach einem Update erstmal ein bis zwei Tage gar nichts mehr geht. In der Firma ist das o.k., da wird man ja bezahlt. === Get to Know NetBeans === Bevor man mit den Websachen anfängt sollte man mal ein kleines Konsolenprogramm schreiben oder eine kleine Swing Anwendung. Neue Projekte legt man mit "File -> New Project" an, und Java Projekte dann über "Java -> Java Application". Wir können dann mal eine einfache Java Klasse wie oben anlegen. Ausführen kann man die über das große grüne Dreieck oder per "Run -> Run Project". Etwas gewöhnungsbedürftig sind die NetBeans Shortcuts. Die gehen auch über "Ctrl-Space", aber "System.out.println()" ist jetzt "sout" und "public static void main()" ist jetzt "psvm". Aber die Shortcuts gibt's als pdf zum Download [2]. NetBeans hat auch ganz viele Tutorials. Die meisten taugen nichts, aber besser als Eclipse alle mal, denn da gibt's gar keine. Das Swing Tutorial [3] ist ganz o.k. wenn man in der U-Bahn sitzt. [[Datei:Dienstag2.png|mini]] === Web Project === Um unser erstes Webprojekt anzulegen, gehen wir wieder über "File -> New Project" dieses mal wählen wir aber unter "Java Web" die "Web Application" aus und klicken auf Next. Dann geben wir dem Projekt einen Namen, z.B., "Dienstag" und klicken wieder auf Next. Bei der Serverauswahl würde ich "GlassFish Server 4" verwendet. Ganz selten macht der aber Ärger, dann kann man auch den Tomcat nehmen, geht auch. Dann dürfen wir auf "Finish" klicken, auch wenn wir kein Finisch können. Es wird ein Projekt angelegt und eine HTML Seite namens "index.html". Gestartet wird das Projekt wie oben auch über "Run -> Run Project" oder das grüne Dreieck. Es dauert dann ein bisschen, aber früher oder später müsste sich ein Webbrowser, meist Firefox, öffnen und die Seite "index.html" anzeigen. Warum "dauert" es ein bisschen? Das hat damit zu tun, dass mehrere Schritte durchlaufen werden bis man das Resultat im Browser bewundern kann: # der Server, GlashFish oder Tomcat, wird gestartet, es sei denn er läuft bereits # das Projekt wird verpackt, auf den Server hochgeladen (in der Regel einfach kopiert) und deployed [6] # der Browser wird gestartet, falls er noch nicht läuft # der Browser muss die Seite vom Server laden. === Debugger === NetBeans hat auch einen sehr mächtigen Debugger, der auch für Webseiten funktioniert. Dazu muss man zunächst einen Breakpoint in seinem JSP oder Servlet Code setzen (geht nicht mit HTML). Und danach startet man das Projekt im Debug-Modus entweder über "Debug -> Debug Project" oder dem Knopf rechts neben dem grünen Dreieck. Um den Debugger einmal zu testen, schreiben wir ein paar einfache Zeilen JSP Code. Zum Anlegen einer neuen JSP Datei, klicken wir mit der rechten Maustaste auf das Verzeichnis "Web Pages" in unserem "Dienstag" Projekt, wählen dann "New -> JSP" aus, und nennen die neue Seite "hello". Das ".jsp" wird automatisch angehängt. Dann löschen wir alles was in der Datei evtl. schon steht und fügen die folgenden fünf Zeilen ein: '''<%''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; out.println("Hello ");''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; out.flush();''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; out.println("JSP!");&nbsp;&nbsp; &nbsp;''' '''%>''' Dann setzen wir einen Breakpoint in der Zeile zwei (out.println()) indem wir einfach einmal mit der linken Maustaste auf die "2" der Zeilennummer klicken. Wir starten dann das Projekt im Debug-Modus und es sollte ein Browser sich öffnen. Der Browser lädt zunächst die "index.html" Seite, wir müssen ihm erst sagen dass er zur '''http://localhost:8080/Dienstag/hello.jsp''' Seite gehen soll. Sobald wir das tun, sehen wir dass in NetBeans die zweite Zeile grün markiert ist, und wir jetzt auf alle möglichen Knöpfe drücken können. Der Browser allerdings zeigt erst mal gar nichts an, denn der wartet geduldig auf sein Antwort. Wenn wir jetzt mit "Step over (Shift-F8)" zwei Schritte weitergehen, dann erscheint im Browser das "Hello" aber noch nicht das "JSP". Lustig wird es wenn wir jetzt einen zweiten Browser öffnen, und dort auch zu besagter Seite gehen. Auch die bleibt erst mal im Debugger hängen und wir sehen beide Threads im linken Fenster "Debugging": [[Datei:Netbeans Debug.png|rahmenlos|500x500px]] Wir können hier zwischen den zwei Threads hin und herspringen, und mal den einen ein paar Schritte laufen lassen und dann den anderen wieder. Man kommt sich ein bisschen wie ein Marionettenspieler vor. Obwohl das wie eine Spielerei anmutet, wird das extrem wichtig werden wenn mal "lustige" Sachen passieren, deren Ursache mit Threading zu tun hat. === Load Generation === NetBeans hat alle möglichen coolen Sachen, wie z.B. einen Profiler den man mit dem Knopf neben dem Debugger Knopf startet. Der hat dann noch mehr Knöpfe die man drücken kann, und da gibt es dann ganz viele Graphiken mit denen man seine Manager beeindrucken kann. Was aber viel nützlicher ist, das ist der eingebaute Load Generator, mit dem man Last auf seinem Server verursachen kann. Ein Tutorial das zeigt wie das geht findet sich auf dem NetBeans Website [4]. Es sei allerdings angemerkt, dass das Tutorial ohne ein jMeter Script nutzlos ist, deswegen vielleicht erst mal hier [5] nachsehen wie man ein jMeter Script erzeugt. === Referenzen === Zu NetBeans gibt es ganz viele Tutorials, die man ganz einfach über Google findet. Die meisten sind auf dem NetBeans eigenen Website. Anbei noch ein, zwei nützliche Links. [1] NetBeans IDE, https://netbeans.org/ [2] Highlights of NetBeans IDE 8.0 Keyboard Shortcuts & Code Templates, https://netbeans.org/project_downloads/usersguide/shortcuts-80.pdf [3] Learning Swing with the NetBeans IDE, (http://java.sun.com/docs/books/tutorial/uiswing/learn/index.html [4] Using a Load Generator in NetBeans IDE netbeans.org/kb/docs/java/profile-loadgenerator.html [5] Apache JMeter HTTP(S) Test Script Recorder, jmeter.apache.org/usermanual/jmeter_proxy_step_by_step.pdf [6] Tomcat Web Application Deployment, https://tomcat.apache.org/tomcat-7.0-doc/deployer-howto.html == JavaScript == JavaScript ist ein wenig wie Englisch: oberflächlich scheint es eine sehr einfache Sprache zu sein, und fast jeder kann kleine Programme mit JavaScript schreiben. Aber wie mit dem Englischen ist das sehr trügerisch. Wir werden hier aber nur kurz die oberflächlichen Aspekte der JavaScript Sprache ansprechen. Eine kurze Warnung: obwohl JavaScript das Wort "Java" im Namen trägt, hat es eigentlich gar nichts mit Java zu tun. === HTML === Das JavaScript das uns interessiert ist jenes das im Browser läuft. Deswegen gehen wir immer davon aus, dass es irgendeine HTML Datei gibt die entweder den JavaScript Code direkt enthält, oder einen Link auf eine JavaScript Datei. Im Prinzip können wir JavaScript sowohl im Body Teil des HTMLs schreiben, '''<html>''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; <head>''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; </head>''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; <body>''' '''<script type="text/javascript">''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; document.write("This message is written by JavaScript");''' '''</script>''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; </body>''' '''</html>''' als auch im Header: '''<html>''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; <head>''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <script type="text/javascript">''' '''function message() {''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; alert("This alert box was called with the onload event");''' '''}''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </script>''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; </head>''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; <body onload="message()">''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; </body>''' '''</html>''' Bevorzugt ist letzteres, aber im Prinzip kommt es wie immer auf die genauen Umstände an. Das Problem mit dem direkten Einfügen von Code ist aber allgemein, dass man ihn nicht wiederverwenden kann. Deswegen ist es eigentlich bevorzugt das JavaScript in eine externe Datei auszulagern: '''<head>''' '''&nbsp;&nbsp;&nbsp; <script type="text/javascript" src="myJavaScript.js"></script>''' '''</head>''' '''<body>''' '''</body>''' '''</html>''' Die kann dann nämlich auch in anderen Seiten wiederverwendet werden. === Basics === JavaScript ist dem Augenschein nach sehr ähnlich zu Java oder anderen Programmiersprachen. So gibt es Statements, wie z.B. '''document.write("Hello Dolly");''' und auch Variablen, '''var x;''' '''var carName = "Mini";''' Aber vieles ist in JavaScript optional: so sind die Strichpunkte am Ende eine Statements optional, und auch die Deklaration ist optional. Also auch '''y = x - 5''' '''carName2 = "Mercedes"''' ist vollkommen korrekt. Auch sehen wir keine Datentypen: JavaScript ist "weakly typed", d.h. die Datentypen werden zur Laufzeit bestimmt. Das ist zwar ganz praktisch, aber nicht ganz ungefährlich. In JavaScript gibt es auch Funktionen und Objekte, allerdings keine wirklichen Klassen. Was wirklich toll ist, dass wir Funktionen auch basierend auf Events aufrufen können, z.B., verwenden wir im Services Kapitel den ''onclick'' Event eines Links, '''<body>''' '''<a href="#" onclick="sendGet Request (' service / highscore s/')<nowiki>;</nowiki>''' '''return false;">''' '''GET</a>''' '''<span id=" response GET">&nbsp;</span><br/>''' '''</body>''' um JavaScript auszuführen. Und JavaScript kann auf HTML Elemente zugreifen, diese verändern, sogar neu kreieren und existierende löschen. Z.B., würde das JavaScript '''document.getElementById(" response GET").innerHTML = "hi there";''' in dem <span> Tag oben den Text "hi there" einfügen. Mit dieser kleinen Einführung und unseren existierenden Java Kenntnissen, müssten wir jetzt eigentlich den JavaScript Code den wir an verschiedenen Stellen im Buch verwenden verstehen können. === Referenzen === Wenn es um das klassische JavaScript geht, also keine Libraries, dann ist der Klassiker von David Flanagan wohl immer noch eine gute Quelle der Inspiration. Natürlich die papierlose Generation möchte auch bedient werden, hier sollte wie immer W3Schools nützliche Dienste erweisen. [1] JavaScript: The Definitive Guide von David Flanagan [2] JavaScript Tutorial - W3Schools, www.w3schools.com/js/ == Projects == Falls man noch nach anderen Ideen für mögliche Projekte sucht wollen wir im folgenden einige auflisten, die man ohne große Problem mit dem Gelernten realisieren kann. === Temperature === Ein Programm das Fahrenheit in Celsius umrechnet. Der Nutzer gibt die Temperatur in Fahrenheit ein und mittels der Formel '''int c = (int) ( (5.0 / 9.0) * (f - 32) );''' können wir die Temperatur in Celsius umrechnen. === LeapYear === Mit der Formel aus dem ersten Semester können wir feststellen ob ein Jahr ein Schaltjahr ist. Der Nutzer gibt ein Jahr ein, vielleicht sein Geburtsjahr, und wir geben dann aus, ab es sich bei dem Jahr um ein Schaltjahr handelt. === YearlyRate === Es geht darum zu berechnen wie hoch die jährliche Rate ist, wenn man einen Kredit nach einer gewissen Laufzeit zu einem gewissen Zinssatz abbezahlt haben will.&nbsp;&nbsp; Karel will sich ein Auto kaufen, deswegen hat er angefangen zu sparen. Er will sich einen Mini kaufen (Mercedes ist zu teuer), und er hat einen gebrauchten für 5000 Euro gesehen. Er hat einen günstigen Kredit bei einer Bank von 5% pro Jahr gesehen. Wie hoch ist seine jährliche Rate, wenn er den Kredit in 5 Jahren abbezahlt haben will? Karel braucht also ein Programm bei dem er die Kreditsumme (k) eingeben kann, den Zinssatz (z) und die Laufzeit in Jahren (n). Das Programm soll ihm dann sagen wie hoch seine jährliche Rate (y) ist: '''&nbsp;&nbsp; &nbsp;double q = 1.0 + z;''' '''&nbsp;&nbsp; &nbsp;double qn = Math.pow(q, n); // q^n''' '''&nbsp;&nbsp; &nbsp;double y = k * qn * (q-1) / (qn-1);''' Die Formel dafür kann man in der Wikipedia unter Sparkassenformel nachsehen. === Roulette === In einer vereinfachten Version von Roulette spielt ein Spieler gegen den Computer. Der Spieler kann auf ''odd'' oder ''even'' (oder ''high'' oder ''low'') setzen. Der Computer wählt dann eine Zufallszahl zwischen 0 und 36. In einem zweiten Schritt, könnte man noch mit Credits spielen. Der Spieler erhält am Anfang 100 Credits, und falls er gewinnt erhält er 10 zusätzliche Credits, falls er verliert werden 10 Credits abgezogen. Schließlich könnte man auch noch ein MultiPlayer Spiel daraus machen. === BlackJack === Auch Black Jack können wir in einer etwas vereinfachten Version implementieren. Anstelle von Karten verwenden wir einfach Zahlen, und zwar Zahlen zwischen 1 und 11. Der Computer spielt den Croupier und beginnt indem er eine Zufallszahl zwischen 17 und 25 erzeugt. Dann ist der Spieler an der Reihe. Dieser fängt mit einer Karte an, also eine Zufallszahl zwischen 1 und 11. Er kann dann entscheiden ob er noch eine Karte möchte. Falls ja, wird wieder eine Zufallszahl zwischen 1 und 11 erzeugt und zur momentanen "Hand" hinzuaddiert. Wenn der Spieler keine neue Karte mehr haben möchte, wird die "Hand" des Spielers mit der des Computers verglichen. Gewonnen hat derjenige der 21 Punkte oder weniger hat und mehr als der andere. Ansonsten ist es ein Unentschieden. === BattleShip === Im ersten Semester haben wir den Spieleklassiker Schiffeversenken umgesetzt. Ähnlich wie TicTacToe oder Mines können wir das auch als Webanwendung realisieren. === TicTacToe - Two Players === In Kapitel vier haben wir die Single-Player Variante implementiert. Wie wäre es mit eine Zwei-Spieler Variante? Wahrscheinlich macht es vorher Sinn sich den TwoPlayer Chat noch einmal anzusehen. Ähnlich könnte man auch andere Spiele wie Dame, Schach und Go implementieren. === ESP Game === Das ESP Spiel wurde von Luis van Ahn, Professor an der Carnegie Mellon University, erfunden. Es handelt sich um eine TwoPlayer Game um Bilder zu klassifizieren. Um zu sehen worum es geht, sollte man seine Präsentation im Rahmen der Google TechTalks ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=tx082gDwGcM === Translate === Google Translate hat auch einfach angefangen. In einer einfachen Version könnte man basierend auf dem Dictionary Beispiel, einen Internet-Übersetzungsservice anbieten. Einmal mit einem Webinterface, dass eingegebenen Text einfach Wort für Wort übersetzt. Daraus könnte man aber auch einen Web Service machen. Später könnte man auch eine Version schreiben, in der Nutzer neue Wörter hinzufügen könnten. === SpellChecker === Ein Service der die Rechtschreibung überprüft. Man würde das auf dem Dictionary Beispiel aufbauen, eine einfache Version würde einfach auf einem HashSet basieren. Wahrscheinlich wäre eine englische Version einfacher. Evtl. sind die folgenden beiden Resourcen hilfreich: Aspell, http://freedict.org/de/, http://sourceforge.net/projects/freedict/files/ und stackoverflow.com/questions/2294915/what-algorithm-gives-suggestions-in-a-spell-checker. === Eliza === Im ersten Semester haben wir den Psychiater Eliza kennengelernt. Natürlich könnte man daraus auch eine Webanwendung machen. === ToDo List === Eine einfach ToDo Liste in der jeder Nutzer seine eigenen ToDos listen kann. Evtl. wäre auch eine Priorisierung wünschenswert. === Calendar === Die Anwendung soll es einem Nutzer erlauben seinen Kalendar zu managen. Dazu gehört neue Einträge anlegen, löschen und auch die Ausgabe des Kalanders, evtl. mit Druckfunktion. Eine spätere Version könnte auch Email Reminders beinhalten. Auf jeden Fall sollte auch ein Web Service existieren, um eine spätere Anbindung an ein mobiles Endgerät zu ermöglichen. === PhoneBook === Es geht darum seine Adressen und Telefonnummern zu managen. Auch hier sollte wieder ein Web Service existieren, um eine spätere Anbindung an ein mobiles Endgerät zu ermöglichen. Es sollte auch möglich sein beliebige Key-Value Pairs zu speichern. Und eine Suche wäre auch praktisch. === TimeSheet === Wenn man als Freelancer arbeitet oder auch in manchen Firmen, muss man aufschreiben wie viel Zeit man für welches Projekt verwendet hat. Dies soll eine kleine Webanwendung werden, in der Nutzer ganz einfach ihre Zeiten managen können. Ein Web Service Interface wäre bestimmt auch nicht schlecht. === StoreSecrets === Heutzutage hat jeder zig Passwörter und PINs die man sich merken muss. Und kann man den Anwendungen die man da so im Internet oder auf dem Handy hat wirklich trauen? Deswegen nach dem Motto "Max Selber" wollen wir eine Webanwendung zum speichern von Passwörtern und anderen Geheimnissen schreiben. === Votes === Die Idee hinter Votes ist eine Art Umfrage, die es erlaubt mehrere Nutzer bzgl. eines bestimmte Themas abzustimmen. Sollte per Einladung über einen Weblink oder QR Code funktionieren. === Who Has My Stuff === Wenn man wie ich vielen Leuten viele Sachen ausleiht verliert man leicht den Überblick wem man was geliehen hat. Hier könnte eine einfache Webapp Abhilfe schaffen. === Library === Wir haben im ersten Semester die Anforderungen für eine einfache Bibliothek erarbeitet. Jetzt könnten wir selbige als Webanwendung umsetzen. === University === Auch aus dem ersten Semester stammt die Idee eines universitären Studenten-Management Systems. Es geht einfach darum den Fortschritt von Studierenden während des Studiums zu managen. === Doodle === Bei der Webanwendung Doodle (doodle.com) geht es darum gemeinsame Termine für Meetings und Ähnliches zu finden. Es dürfte kein Problem sein eine ähnliche Anwendung mit dem hier gelernten umzusetzen. === Flickr === Flickr (flickr.com) ist eine Webanwendung zum Hochladen und Verwalten von Bildern. Jeder Nutzer sollte seinen eigenen Bereich haben, es sollte aber auch einen gemeinsamen Bereich geben. Bilder können privat, aber auch öffentlich sein. Und es könnte ein Ranking/Voting System geben mit dem man Bilder bewerten kann. Natürlich sollte es auch als Webservice zur Verfügung stehen um mobile Geräte direkt einbinden zu können. === Facebook === Inzwischen kennt Facebook (facebook.com) fast niemand mehr, aber die Idee war eigentlich ganz cool: seinem zukünftigen Arbeitgeber seine schlimmsten Seiten zu zeigen. Im Prinzip ist es ein ähnliches Konzept wie unsere Chirpr Anwendung. Es gibt Nutzer, Freunde und Gruppen, und jeder kann News posten. Das Ganze kann man dann zeitlich sortieren und nennt es Timeline. === Stack Overflow === Stack Overflow (stackoverflow.com) ist ein Beispiel für eine spezialisierte Form der klassischen NewsGroup. Ein Nutzer stellt eine Frage, idealerweise mit einigen Keywords assoziiert, und andere Nutzer können die Frage beantworten. Man kann dann noch ein Votingsystem einführen, etc., etc. === Shop === Ein einfacher Shop, z.B. für Bücher, CDs oder Lebensmittel. In einer einfachen Version ist das Inventar fest vorgegeben. Der Nutzer kann aber Sachen in einen Warenkorb legen und kaufen. In einer späteren Version könnte es auch ein Interface für den Händler geben, damit er neues Inventar anlegen kann, etc. === Bugs === Ein Tool zum Melden von Bugs, also Fehlern in einem Programm. Die Bugs bekommen eine Nummer, werden dann einem Mitarbeiter zugeordnet, und nachdem sie bearbeitet wurden, bekommt der Melder eine Nachricht. Man sollte u.a. alle offenen Bugs auflisten können. Das Ganze sollte natürlich für mehrere Projekte möglich sein. === Bank === Die Idee hier ist eine Spiel-Bank Anwendung zu schreiben. Kunden haben Konten und können einander Geld überweisen. Das ist eine sehr interessante Anwendung, denn beim Überweisen von Geld kann verdammt viel schief gehen. Da muss man viel nachdenken, damit auch wirklich nichts schief geht. Der nächste Schritt wäre dann sich ein bisschen in Bitcoins einzulesen (z.B. ''Bitcoin and Cryptocurrency Technologies''). === Hospital === In einem Krankenhaus gibt es Patienten und Doktoren. Jeder Patient hat eine Krankenakte, und die Doktoren dürfen da drin rumschreiben. === Recipies === Es geht um das Sammeln von Rezepten. Dabei könnte jeder Nutzer seine eigenen Rezepte haben, es könnte aber auch die Möglichkeit geben, das Rezepte global sind, also für jeden einsehbar. Natürlich sollten Rezepte auch Bilder haben, sonst schmecken sie nicht so gut. Man könnte sich auch Erweiterungen ausdenken, wir ein Voting System. === Classifieds === Bei Kleinanzeigen geht es darum irgendetwas zu verkaufen, anzubieten oder zu finden. Hier gibt es Nutzer und Anzeigen. Anzeigen sollten einen Titel, eine Kategorie, einen Text und ein Verfallsdatum haben. Das Ganze sollte natürlich durchsuchbar sein. Was Kleinanzeigen auch ausmacht ist, dass sie meist lokal sind, deswegen könnte man in einer Erweiterung auch noch den Ort/Lokation mit aufnehmen. === Document / Image Management System === Ein einfaches Dokumenten-Managementsystem erlaubt es einem auf seine Dokumente über ein Webinterface zuzugreifen. Dokumente sollten nach Namen, Schlüsselwörtern und evtl. Inhalt klassifiziert werden, damit man sie auch durchsuchen kann. Ein WebService zur Anbindung mobiler Endgeräte könnte sinnvoll sein. === Crossword Puzzle === Im zweiten Semester haben wir gesehen wie wir Kreuzworträtsel mit Hilfe der ''Trie'' Datenstruktur erzeugen können. Was uns aber fehlt sind die Inhalte. In diesem Projekt, sollen Nutzer Fragen und Antworten für Kreuzworträtsel eingeben können, und daraus dann Kreuzworträtsel generieren lassen können. Die Fragen sollten öffentlich sein, damit jeder sie nutzen kann. Evtl. macht es bei jeder Frage einen Schwierigkeitsgrad mit anzugeben. Auch ein Voting System vielleicht inspiriert von Stack Overflow könnte hilfreich sein. === Newspaper === Bei Newspaper geht es um eine Zeitung, z.B. eine Mitarbeiter- oder Vereinszeitung. Es gibt Autoren und Artikel, sowie Ausgaben. Evtl. macht es auch Sinn einen Administrator zu haben. Auf jeden Fall sollte es die Möglichkeit geben eine gedruckte Version der Zeitung zu erstellen. Hierfür gibt es in CSS die @media Regel "@media print". <noinclude> * Zurück zu [[Internet Programmierung mit Java]] </noinclude> nzlncclyiqc8qszezhe9bvhldupp963 Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen 0 113097 1085393 1083188 2026-05-11T10:25:42Z Bautsch 35687 /* Zur Vierzehn */ 1085393 wikitext text/x-wiki In diesem Kapitel wird streiflichtartig ein Abriss der {{w|Zahlensymbolik}} dargestellt. [[Datei:Gekerbter.Knochen.Thais.P1035758.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Schon vor 13000 Jahren haben Neolithiker der Art Homo sapiens im französischen Vercors einen Knochen in regelmäßigen Abständen eingekerbt. Er wurde Ende der 1960er Jahre in den Höhlen von Thais bei Saint-Nazaire-en-Royans gefunden und ist im ''Musée de Valence, art et archéologie'' im Département Drôme in der Region Auvergne-Rhône-Alpes in Frankreich ausgestellt. Auf der rechten Seite sind in der Mitte beispielsweise sieben große Kerben zu sehen, mit denen möglicherweise irgendetwas gezählt wurde.<ref name="Valence">[https://www.museedevalence.fr/fr/terres-de-prehistoires/os-coche Os coché], Musée de Valence, art et archéologie, Valence</ref>]] Abseits der rein mathematischen Aufgabe von Zahlen, wird ihnen oftmals eine symbolische Funktion zugeordnet. Ihre symbolische Bedeutung werden aus deren Verwendung unter anderem in der Religion (Liturgie), in Mythologien oder im Brauchtum übernommen und spiegeln sich im vielfachem Gebrauch in der Literatur (auch in Märchen), der Kultur, der Kunst, der Architektur, der Musik und nicht selten auch in der Wissenschaft wie der Medizin, der Astronomie, der Chemie (inklusive der Alchemie), der Astronomie und sogar im Recht wider. Allerdings auch im Aberglauben und in den Pseudowissenschaften wie der heutigen Astrologie. Jedoch verdankt gerade die Astronomie (also das "Sterngesetz") aus historischer Sicht der Astrologie (also der "Sternlehre") viele Erkenntnisse, die durch Beobachtung und Berechnung der Sternpositionen gewonnen wurden. Vielfach ist die Zahlensymbolik ein Mittel der Systematisierung komplexer Wissensgebiete. Sie ist auch ein Hilfsmittel der {{w|Mnemotechnik}}, also der Kunst, sich überhaupt eine Fülle von Wissen merken zu können. Als kleine literarische Ergänzung finden sich auf einigen Unterseiten noch einige fiktive Zwiegespräche zwischen einem mittelalterlichen Meister und seinem Schüler: → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus|'''Dialoge zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] ==Zur Zwei== [[Datei:Janiform aryballos Louvre CA987.jpg|rechts|mini|hochkant=1.5|Kopf aus dem antiken Griechenland mit zwei Gesichtern um 525 vor Christus: eine hellhäutige Frau und ein äthiopischer dunkelhäutiger Mann. Die altgriechische Aufschrift „καλός” („KALOS”) bedeutet „gut”, „lieb” oder „schön”.]] Die Zwei ist die einzige gerade und zudem die kleinste Primzahl. Räumliche und zeitliche Einheiten können sinnvoll in Paare oder in zwei Hälften geteilt werden. In der euklidischen Geometrie können die folgenden zusammenhängenden Paare unterschieden werden: * rechts und links * oben und unten * vorne und hinten Ferner ergeben sich beispielsweise die folgenden Wortpaare: * Himmel und Erde * Wasser und Land * Salzwasser und Süßwasser * Beginn und Ende * Anwachsen und Abnehmen * Bewegung und Stillstand * Leben und Tod * Helligkeit und Dunkelheit respektive Licht und Schatten * Kälte und Wärme * Vergangenheit und Zukunft Übertragen auf die Astronomie spielen die folgenden zusammenhängenden Paare eine wichtige Rolle: * Der Tag mit Licht und die Nacht mit Dunkelheit. * Länger werdende Tage im Winter und im Frühling sowie kürzer werdende Tage im Sommer und im Herbst. * Zunehmender Mond nach Neumond, und abnehmender Mond nach Vollmond. * Der Aufgang eines Himmelsobjekts im Osten und der Untergang eines Himmelsobjekts im Westen. * Bei der Beobachtung eines Himmelsobjekts gibt es täglich eine obere und eine untere Kulmination auf dem Meridian. Der '''Meridian''' teilt die Himmelssphäre in eine östliche und eine westliche Hälfte, und der '''Himmelsäquator''', der '''Horizont''' sowie die '''Ekliptik''' teilen die Himmelssphäre in eine nördliche und eine südliche Hälfte. Die beiden Pole des Horizontsystems heißen '''Zenit''' und '''Nadir''', die des Äquatorsystems sowie auch die des Ekliptiksystems '''Nordpol''' und '''Südpol'''. Der Mond und die Planeten können in Bezug auf die Ekliptiklinie entweder aufsteigend oder absteigend sein und ihre Bahnen schneiden die Ekliptik in '''zwei''' Knoten. Es gibt '''zwei''' innere Planeten, den Merkur und die Venus. '''Zwei''' der sieben Wandelgestirne, die Sonne und der Mond, sind mit bloßem Auge als Scheiben zu erkennen. ===Bedeutung der Zwei in Religionen=== Das christliche Kreuz besteht aus zwei Linien, eine vertikale und eine horizontale. [[Datei:Ramsey-Psalter.InPrincipioCreavitDeusTerramEtCaelum.png|mini|rechts|hochkant=1.5|Erste Abbildung im Ramsey-Psalter (um 1300) mit Darstellung der Paare der Schöpfung: Himmel / Erde, Licht / Finsternis, Tag / Nacht, Abend / Morgen, Land / Meer, Sonne / Mond.]] Der Beginn der Schöpfungsgeschichte enthält zahlreiche Dualismen: <blockquote> ''Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde.''<br/> ''Gott schied das Licht von der Finsternis.''<br/> ''Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht.''<br/> ''Es wurde Abend, und es wurde Morgen.''<br/> ''Gott nannte das Trockene Land, und die Ansammlung des Wassers nannte er Meer.''<br/> ''Gott machte die beiden großen Lichter, das große zur Herrschaft über den Tag, das kleine zur Herrschaft über die Nacht, und die Sterne.''<br/> ''Männlich und weiblich erschuf er sie.'' </blockquote> Dass die astronomischen Gegebenheiten für die Festlegungen in Kalendern relevant sind, wird in diesem Kontext durch die folgende Formulierung im 14.&nbsp;Vers deutlich: <blockquote> ''Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und Nacht zu scheiden. Sie sollen als Zeichen für Festzeiten, für Tage und Jahre dienen.'' </blockquote> Durch die Mondphasen sind daher auch heute noch zahlreiche im Sonnenjahr beweglichen Feste festgelegt. '''Ostern''' ist immer am Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Tag-und-Nacht-Gleiche im Frühjahr. Der Mond ist dann also im ersten abnehmenden Viertel und hat ein vom Neumond aus gezähltes Mondalter von 15&nbsp;bis 21&nbsp;Tagen. '''Pfingsten''' ist sieben Wochen beziehungsweise 49&nbsp;Tage nach Ostern und hat daher ein vom Neumond vor Ostern aus gezähltes Mondalter von 64&nbsp;bis 70&nbsp;Tagen, also im entsprechenden Monat ein Mondalter von 5&nbsp;bis 11&nbsp;Tagen, so dass drei bis neun Tage nach Pfingsten wieder ein Vollmond auftritt. Die österliche Bußzeit beginnt am '''Aschermittwoch''', der immer 46&nbsp;Tage vor dem Ostersonntag liegt. Zu diesem Zeitpunkt hat der Mond dann ein junges Mondalter zwischen Neumond und dem Neulicht im ersten zunehmenden Viertel. → Zum Osterfestkreis siehe auch '''[[Quadriviale_Kuriositäten/_Osterdatum|Osterdatum]]'''. Das jüdische '''Pessachfest''' beginnt am 15.&nbsp;Nisan. Ebenso beginnen das '''Laubhüttenfest''' (Sukkot), das '''Neujahrsfest der Bäume''' (Tu biSchevat) und das '''Purimfest''' am 15.&nbsp;Tag eines Monats. Im jüdischen Lunisolarkalender (Mond-Sonnen-Kalender) beginnt jeder Monat ungefähr mit einem Neumond, und daher herrscht zu Beginn dieser Feste immer Vollmond. Der wichtige Fastenmonat '''Ramadan''' ist der neunte Monat im Mondkalender der Muslime. Nach diesem Kalendersystem beginnt jeder Monat immer mit dem sichtbaren Neulicht des Mondes, also ein bis zwei Tage nach Neumond beim Abenderst. <div style="clear:both"></div> ==Zur Drei== [[Datei:Rep-tile triangle creating Sierpinski carpet.gif|mini|rechts|hochkant=2|Die ersten acht Schritte bei der Konstruktion eines gleichseitigen Sierpierski-Dreiecks.]] Die Drei ist die die kleinste ungerade Primzahl. Es gibt drei äußere, mit bloßen Auge leicht zu erkennende Planeten: den Mars, den Jupiter und den Saturn. Weitere Dreifaltigkeiten sind anthropogenen Ursprungs: zum Beispiel sind zu verschiedenen Jahreszeiten anhand sehr heller Sterne leicht drei Dreiecke am nördlichen Nachthimmel zu erkennen: * Das Winterdreieck ** Sirius im Sternbild Großer Hund (Canis Majoris) ** Prokyron im Sternbild Kleiner Hund (Canis Minoris) ** Bezeigeuze im Sternbild Orion * Das Frühlingsdreieck ** Regulus im Sternbild Löwe (Leo) ** Spica im Sternbild Jungfrau (Virgo) ** Arktur im Sternbild Bärenhüter (Bootes) * Das Sommerdreieck ** Deneb im Sternbild Schwan (Cygnus) ** Wega im Sternbild Leier (Lyra) ** Altair im Sternbild Adler (Aquila) Ferner gibt es das kleine Sternbild Dreieck (Triangulum) zwischen den Sternbildern Perseus, Andromeda, Fische (Pisces) und Widder (Aries) und dem benachbarten Dreiecksnebel (Messier 33). Es gibt in der Einteilung der Ekliptik beim altindischen Nakshatra drei mal drei mal drei Mondhäuser, siehe auch '''→ [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Nakshatra|Exkurs Nakshatra]]'''. ===Bedeutung der Drei in Religionen=== [[Datei:St Swithin's church stained glass uk - 893546.png|mini|rechts|hochkant=2|Kirchenfenster mit einer Darstellung der Heiligen Trinität in Form eines Schildes beziehungsweise eines Stierkopfes in der Sankt Swithin Kirche in Bintree, Breckland, Norfolk, East of England.]] Hier sind insbesondere für das Christentum die Dreifaltigkeit, die drei Mitglieder der Heiligen Familie, Maria, Josef und Jesus, die Heiligen Drei Könige sowie die Auferstehung am dritten Tag zu nennen. Bei der Dreifaltigkeit ergeben sich bei der Anbetung und Verehrung des einen (und zentralen) Gottes (lateinisch: „Deus”) Ist-Beziehungen (lateinisch: „est” = „ist”) zu den drei Personen Vater (lateinisch: „Pater”), Sohn (lateinisch: „Filius”) und Heiliger Geist (lateinisch: „Spiritus Sanctus”), die sich voneinander unterscheiden lassen (lateinisch: „non est” = „ist nicht”). Auch in anderen Religionen werden Götter häufiger in einer Dreiheit genannt. <div style="clear:both"></div> ==Zur Vier== [[Datei:Vier.Objekte.gleicher.Laenge.png|mini|rechts|hochkant=2|Vier gleichseitige ebene Objekte mit mindestens drei Symmetrieachsen sowie mit eins, zwei, drei und vier Linien gleicher Gesamtlänge.]] Die '''Vier''' ist als Quadratzahl von der Zwei die kleinste Zahl, die einen ganzzahligen Teiler hat (→ [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen#Zur Zwei|Zur Zwei]]), ohne dass ein Rest verbleibt, und somit auch die kleinste Zahl, die keine Primzahl ist. :<math>4 = 2 \cdot 2 = 2^2 = 2 + 2</math> In der Abbildung rechts sind die ersten '''vier''' zweidimensionalen, gleichseitigen und achssymmetrischen Objekte einer geometrischen Folge zu sehen, die aus eins, zwei, drei beziehungsweise vier Linien gleicher Gesamtlänge bestehen. Die folgende Vergleichstabelle gibt einige geometrische Werte im Vergleich an: {| class="wikitable" |+ Vier Objekte mit Linien gleicher Gesamtlänge !title="Eigenschaft"|Eigenschaft !title="Kreis"|Kreis !title="Gleichseitiges Kreuz"|Gleich-<br/>seitiges<br/>Kreuz !title="Gleichseitiges Dreieck"|Gleich-<br/>seitiges<br/>Dreieck !title="Quadrat"|Quadrat |- | Anzahl der Linien || 1 || 2 || 3 || 4 |- | Gesamtlänge aller Linien || 1 || 1 || 1 || 1 |- | Länge einer Linie || <math>\sqrt \frac {1} {1}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {2}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {3}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {4}</math> |- | Höhe || <math>\frac {1} {\pi}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {2}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {12}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {4}</math> |- | Breite || <math>\frac {1} {\pi}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {2}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {3}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {4}</math> |- | Diagonale || <math>\frac {1} {\pi}</math> || 0 || <math>\sqrt \frac {1} {12}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {8}</math> |- | Fläche || <math>\frac {1} {4 \pi}</math> || 0 || <math>\sqrt \frac {1} {432}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {16}</math> |- | Anzahl Symmetrieachsen || <math>\infin</math> || 4 || 3 || 4 |- | Punktsymmetrisch || ja || ja || nein || ja |- | Repräsentativer Winkel || 360° || 90° || 60° || 90° |} Die Einteilung von Flächen in '''vier''' Quadranten wird häufig zur Beschreibung von Richtungen und zur besseren Orientierung in einer Ebene verwendet, insbesondere mit den '''vier Himmelsrichtungen''' Norden, Osten, Süden und Westen. Ein synodischer '''Monat '''wird in '''vier Mondviertel''' eingeteilt, die jeweils eine Woche dauern: Neumond, zunehmender Mond, Vollmond und abnehmender Mond. Hierbei wird die Ekliptikebene einmal vollständig durchlaufen, und anschließend sogar noch ein wenig mehr, weil sich die Erde innerhalb eines Monats ihrerseits um die Sonne bewegt hat. Aus diesem Grund dauert der synodische Monat mit 29,5 Tagen gut zwei Tage länger als der siderische Monat mit 27,3 Tagen. Die Gezeiten werden von den '''vier Mondphasen''' in einem synodischen Monat bestimmt. Nach einem Neumond kommt es zu einer Springtide mit hohem Wasserstand. Danach setzt die Ebbe ein, bis nach dem zunehmenden Halbmond eine Nipptide mit Niedrigwasser eintritt. Die im Anschluss einsetzende Flut ist kurz nach dem Vollmond beendet, und nach dem abnehmenden Halbmond kommt es erneut zu einer Nipptide. Und so fort, in einem immerwährenden Zyklus. Es gibt in der Einteilung der Ekliptik beim arabischen '''Manazil al-Qamar''' '''vier''' mal sieben Mondhäuser. Das bedeutet, dass in jedem der '''vier Quadranten''' der Ekliptikebene sieben Mondhäuser liegen, die den sieben Tagen einer Woche entsprechen. → Siehe auch '''[[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Manazil_al-Qamar|Exkurs Manazil al-Qamar]]'''. Das Produkt der beiden Summanden Drei und Vier ergibt Zwölf. Dies entspricht den '''vier Jahreszeiten''' Frühling, Sommer, Herbst und Winter, die jeweils drei Monate lang dauern. Das Produkt dieser beiden Zahlen entspricht also der Anzahl der Monde respektive Monate in einem Jahr sowie der Anzahl der Ekliptiksternbilder, in denen sich die Sonne im Laufe eines Jahres je einen Monat lang in einem Winkelsegment von 30&nbsp;Bogengrad aufhält. Die Arithmetik spiegelt sich zum Beispiel auch in der christlichen Theologie wider, wo die göttliche Zahl Sieben aus der himmlischen Dreifaltigkeit Gottes und den irdischen '''vier Elementen''' (respektive den''' vier Evangelisten''', den '''vier Himmelsrichtungen''' oder den '''vier Jahreszeiten''') zusammengezählt wird. <gallery caption "Zur Vier" widths=360 heights=360 mode=packed> FeuerErdeWasserLuft.png|Die '''vier''' Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft. Luna.Kircher.Ars magna lvcis et vmbrae 1646.png|Die '''vier''' Jahreszeiten und die Mondphasen eines Monats mit Neumond, zunehmender Halbmond, Vollmond und abnehmender Halbmond. Rosa_de_los_vientos_21.svg|mini|rechts|hochkant=2|Windrose mit den '''vier''' Haupthimmelsrichtungen Nord, Ost, Süd und West. </gallery> [[Datei:Pegasův čtverec.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Astronomische Aufnahme des Herbst'''vier'''ecks im Sternbild Pegasus. Links oben die auffällige Andromedagalaxie (Messier 31).]] Die fast quadratische Konstellation der '''vier Sterne''' Algenib, Scheat, Markab und Sirrah (oder Alpheratz) im Sternbild Perseus wird auch '''Herbstviereck''' genannt, weil es auf der Nordhalbkugel der Erde am südlichen Nachthimmel im Herbst gut zu sehen ist. Es fällt auf, dass viele Sterngruppen, die aus sieben Sternen bestehen, geometrisch alle ganz zwanglos in eine Vierer- und eine Dreiergruppe unterteilt werden können. In der Astronomie taucht die Vierteilung in vielfältiger Hinsicht auf. Die vier Abschnitte können mit den Attributen '''Anfang''', '''Kraft''', '''Reife''' und '''Ende''' versehen werden. Die auf dem tropischen Sonnenjahr basierende Aufteilung in '''vier Jahreszeiten''' spiegelt sich in der Lage des '''Hauptpunktes der Sonne''' auf der Ekliptik wider. Vom Frühlingspunkt gerechnet sind der siebente bis zehnte Monat mit den entsprechenden lateinischen Zahlwörtern "septem", oktem", "novem" und "decem" gebildet, da in alten Kalendern der März als der erste Monat gerechnet wurde (der in dieser Zählung zwölfte und letzte Monat Februar hat deswegen heute noch den 29. Tag als Schalttag). Das '''Hauptsternbild''' ist dasjenige, das um Mitternacht an seinem höchsten Punkt auf dem südlichen Meridian steht. In der folgenden Tabelle wird in der Spalte '''Tageszeit''' angegeben, wo sich er Frühlingspunkt während des Sonnenaufgangs befindet, und in der Spalte '''Sonnenrichtung''', wo sich die Sonne zu dieser Tageszeit befindet. '''Mondalter''', '''Mondrichtung zur Sonne''' und '''Elongation des Mondes''' sind in der Tabelle auf den synodischen Monat und den Anfang eines Monats bei Neumond bezogen. {| class="wikitable" |+ Die Vier in der Astronomie !title="Interpretation"|Interpretation ! !title="Jahreszeit"|Jahreszeit !title="Hauptpunkt der Sonnenbahn"|Hauptpunkt<br/>der Sonnenbahn !title="Monate"|Monate !title="Hauptsternbild"|Hauptsternbild !title="Tageszeit"|Tageszeit !title="Sonnenrichtung"|Sonnen-<br/>richtung ! !title="Mondalter"|Mondalter !title="Mondrichtung zur Sonne"|Mondrichtung<br/>zur Sonne !title="Elongation des Mondes"|Elongation<br/>des Mondes |- | '''Anfang''' || || Frühling || Frühlings-<br/>äquinoktium || März (1)<br/>April (2)<br/>Mai (3) || Löwe<br/>(Leo) || Morgen || Osten || || Neumond || Konjunktion || 0° |- | '''Kraft''' || || Sommer || Sommer-<br/>sonnenwende || Juni (4)<br/>Juli (5)<br/>August (6) || Adler<br/>(Aquila) || Mittag || Süden || || Zunehmender<br/>Halbmond || Östliche<br/>Quadratur || 90° östlich |- | '''Reife''' || || Herbst || Herbst-<br/>äquinoktium || '''Septem'''ber ('''7''')<br/>'''Okto'''ber ('''8''')<br/>'''Novem'''ber ('''9''') || Wassermann<br/>(Aquarius) || Abend || Westen || || Vollmond || Opposition || 180° |- | '''Ende''' || || Winter || Winter-<br/>sonnenwende || '''Dezem'''ber ('''10''')<br/>Januar (11)<br/>Februar (12) || Stier<br/>(Taurus) || Nacht || Norden || || Abnehmender<br/>Halbmond || Westliche<br/>Quadratur || 90° westlich |} ===Bedeutung der Vier in Religionen=== [[Datei:Ekliptik.Zodiak.helle.Sterne.png|mini|rechts|hochkant=2|Der Zodiak mit den sehr markanten Sternbildern '''Löwe (Leo, Frühlingssternbild)''' und '''Stier (Taurus, Wintersternbild)''', dem weniger auffälligen Sternbild '''Wassermann (Aquarius, Herbststernbild)''' sowie dem erhaben in der Milchstraße fliegenden '''Adler (Aquila, Sommersternbild)''', der sich im Horizontsystem fast senkrecht über dem in nördlicheren Breiten nie vollständig sichtbaren Ekliptiksternbild Skorpion (Scorpius) befindet. Die '''vier''' mit gelbem Text hervorgehobenen Sternbilder Löwe, Stier, Wassermann und Adler befinden sich also stets in '''vier''' senkrecht aufeinander stehenden Himmelsrichtungen. Die hellsten Sterne und Sternhaufen der genannten Sternbilder sind ebenfalls dargestellt.]] Es sei darauf hingewiesen, wie zwanglos die Reihe der oben in der Tabelle genannten '''vier Hauptsternbilder''' Löwe, Stier, Wassermann und Adler mit den '''vier Himmelsrichtungen''', mit den '''vier Jahreszeiten''' und mit den '''vier Grundelementen''' Feuer, Erde, Wasser und Luft in Verbindung gebracht werden können. Die Reihenfolge der jahreszeitlichen Hauptsternbilder entspricht unter der Gleichsetzung des Wassermannes (Aquarius) mit einem Menschen exakt der Erwähnung der '''vier realen Lebewesen''' (Sternbilder) gleichenden Gestalten "voller Augen" (oder Sterne) aus dem vierten Kapitel der Offenbarung des Johannes im Neuen Testament. Sie sind kreisförmig um einen zentralen Ort ("Thron") in einem durchsichtigen Raum ("gläsernes Meer, gleich Kristall") angeordnet. Die "Mitte" entspricht der die beiden Himmelssphären halbierende Ekliptiklinie, die "rings um" die Erde ("Thron") läuft und die Himmelssphäre in die nördliche und die südliche Hälfte teilt, die beide die gleiche Größe haben:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung4,6 Offenbarung, Kapitel 4, Verse 6 und 7], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> ''Und vor dem Thron war etwas wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall. Und in der Mitte, rings um den Thron, waren '''vier Lebewesen''' voller Augen, vorn und hinten. Das erste Lebewesen glich einem '''Löwen''', das zweite einem '''Stier''', das dritte sah aus wie ein '''Mensch''', das vierte glich einem '''fliegenden Adler'''.'' </blockquote> Auch der Schriftprophet Hesekiel (Ezechiel) erwähnt im zehnten Verses seines ersten Kapitels diese vier Lebewesen, in seiner Beschreibung von himmlischen Erscheinungen, allerdings nicht in astronomischer Reihenfolge:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Hesekiel1%2C10 Hesekiel, Kapitel 1, Vers 10], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> Die Gestalt ihrer Gesichter aber war: ein '''Menschengesicht''', ein '''Löwengesicht''' bei allen vier nach rechts, ein '''Stiergesicht''' bei allen vier nach links und ein '''Adlergesicht''' bei allen vier. </blockquote> Diese vier Lebewesen werden auch den '''vier Evangelisten''' Markus, Lukas, Matthäus und Johannes (in chronologischer Reihenfolge derer Evangelien) zugeordnet. [[Datei:Aquila.fade-in.animation.webm|mini|rechts|hochkant=2|Animation mit Einblendung des Sternbilds Adler (Aquila) in der Sommermilchstraße aufgenommen am südlichen Sternhimmel im Sternenpark Westhavelland.]] [[Datei:Ekliptik.helle.Objekte.png|mini|rechts|hochkant=1.5|Die vier persischen Königssterne an der Ekliptiklinie: '''Aldebaran''' (α Tauri) im Sternbild Stier (Taurus), '''Regulus''' (α Leonis) im Sternbild Löwe (Leo), '''Antares''' (α Scorpii) im Sternbild Skorpion (Scorpio) sowie '''Fomalhaut''' (α Piscis Austrini) im Sternbild Südlicher Fisch (Piscis Austrinus)..]] Die den Evangelisten entsprechenden '''vier Sternbilder''' '''Löwe''' (Leo), '''Stier''' (Taurus), '''Wassermann''' (Aquarius) und '''Adler''' (Aquila) befinden sich in '''vier senkrecht aufeinander liegenden Himmelsrichtungen'''. Bemerkenswert ist bei diesen '''vier Symbolen''', dass der Adler, der sich als einziges dieser "Lebewesen" nicht auf der Ekliptik sondern oberhalb (nördlich) der Ekliptik -&nbsp;im Horizontsystem senkrecht über dem Ekliptiksternbild Skorpion (Scorpius)&nbsp;- in der Milchstraße befindet, das Attribut "fliegend" bekommen hat. {| class="wikitable" |+ Die vier Sternbilder der Evangelisten !title="Evangelist"|Evangelist !title="Markus"|Markus !title="Lukas"|Lukas !title="Matthäus"|Matthäus !title="Johannes"|Johannes |- | Sternbild (deutsch) || Löwe || Stier || Wassermann || Adler |- | Sternbild (lateinisch) || Leo || Taurus || Aquarius || Aquila |- | Jahreszeit bei abendlichem Aufgang im Osten, bei Erreichen des südlichen Meridians um Mitternacht und bei morgendlichem Untergang im Westen || Frühling || Winter || Herbst || Sommer |- | Jahreszeit bei abendlichem Untergang im Westen, bei Erreichen des nördlichen Meridians um Mitternacht (Unsichtbarkeit in der nördlichen Hemisphäre) und bei morgendlichem Aufgang im Osten || Herbst || Sommer || Frühling || Winter |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Frühling || Süden || Westen || Norden || Osten |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Sommer || Westen || Norden || Osten || Süden |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Herbst || Norden || Osten || Süden || Westen |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Winter || Osten || Süden || Westen || Norden |} Bei den Persern waren die '''vier Himmelsrichtungen''' und Jahreszeiten durch die '''vier sehr hellen, königlichen Sterne''' gekennzeichnet, von denen sie beherrscht werden. '''Aldebaran''' (α Tauri) im Sternbild Stier (Taurus), '''Regulus''' (α Leonis) im Sternbild Löwe (Leo), '''Antares''' (α Scorpii) im Sternbild Skorpion (Scorpio, liegt südlich der Ekliptiklinie und des Sternbilds Adler (Aquila)) sowie '''Fomalhaut''' (α Piscis Austrini, liegt unmittelbar unter dem rechten Fuß des Sternbilds Wassermann (Aquarius)) im Sternbild Südlicher Fisch (Piscis Austrinus).<ref>François Arago: ''Astronomie Pupulaire'', Deutsche Original-Ausgabe nach der von Jean-Augustin Barral besorgten französischen Originalausgabe, 11. Band ''Von den Sternbildern'', neuntes Kapitel ''Hülfsmittel um die Sternbilder der Alten zu lernen'', Seite 292, Paris, Leipzig, 1855</ref> Sie dienten kalendarischen und astrologischen Zwecken und wurden zum Navigieren verwendet. Sie werden im '''Bundahischn''' erwähnt, ein mittelpersischer Text über die Weltentstehung sowie ihre Mythen und Legenden, die im '''Zoroastrismus''' eine Rolle spielen. → Siehe auch [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Plejaden#Königssterne|'''persische Königssterne''']]. [[Datei:The four supporters (angels) of the celestial throne Wellcome L0030654.jpg|mini|rechts|Die vier als Mann, Stier, Adler und Löwe dargestellten Cherubim aus dem persischen Manuskript 373 der Wellcome-Sammlung in London.]] Die vier senkrecht aufeinander stehenden Hauptrichtungen entsprachen 2600 vor Christus den vier Hauptpunkten der Sonne zum Frühlingsäquinoktium (ekliptikale Länge = 0°), zur Sommersonnenwende (ekliptikale Länge = 90°), zum Herbstäquinoktium (ekliptikale Länge = 180°) und zur Wintersonnenwende (ekliptikale Länge = 270°), sowie gleichzeitig den vier persischen Königssternen Aldebaran (α Tauri), Regulus (α Leonis), Antares (α Scorpii) und Fomalhaut (α Piscis Austrini) beziehungsweise den späteren vier Evangelisten-Sternbildern Stier (Taurus), Löwe (Leo), fliegender Adler (Aquila, links oberhalb vom Skorpion wegfliegend) und Wassermann (Aquarius). Diese vier Lebewesen tauchen auch in der Dichtung des Umaiya ibn Abī s-Salt als die Beweger der Sonne beziehungsweise als die Träger des Throns (ḥamlat al-arsh) auf. Auch die vier Erzengel werden zu diesen Cherubim gezählt: <blockquote> Ein '''Mann''' und ein '''Stier''' unter seinem rechten Fuß,<br/> und beim andern ein '''Adler''' und ein lauernder '''Löwe'''.<br/> Und die '''Sonne''', sie geht am Ende jeder Nacht auf,<br/> rot wie eine Rose gefärbt.<br/> Sie geht ihnen aber nicht freiwillig auf,<br/> sondern muss gezüchtigt und gepeitscht werden. </blockquote> Die Gleichsetzung von "Wassermann" und "Mensch" taucht zum Beispiel im vierzehnten Kapitel des Markusevangeliums (und fast gleichlautend auch im zweiundzwanzigsten Kapitel des Lukasevangeliums) auf, wo ein einen '''Wasserkrug tragender Mensch''' beschrieben wird:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Markus14,12-14 Markusevangelium, Kapitel 14, Verse 12 bis 14], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref><ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Lukas22%2C10 Lukasevangelium, Kapitel 22, Vers 10], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 12 Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote, an dem man das Paschalamm zu schlachten pflegte, sagten die Jünger zu Jesus: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?<br/> 13 Da schickte er zwei seiner Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in die Stadt; dort wird euch ein '''Mensch''' begegnen, der einen '''Wasser'''krug trägt. Folgt ihm,<br/> 14 bis er in ein Haus hineingeht; </blockquote> Die Jünger und Jesus waren zu Beginn des Festes Pessach zusammen, also in der Jahreszeit kurz nach der Tag-und-Nacht-Gleiche des Frühlings. Falls sie sich kurz vor der Morgendämmerung nordwestlich von einer Stadt aufgehalten hätten, könnte die Anweisung bedeutet haben, dass sich die Jünger nach Südosten, genau in die Richtung des dort über dem Horizont stehenden Sternbilds Wassermann (Aquarius) und dann in das Haus begeben sollen, welches beim Gehen des Wegs das Sternbild verdeckte. Falls mit der erwähnten Stadt Jerusalem gemeint wäre, hätten zwei Wege aus nordwestlicher Richtung in die Stadt geführt: * Die Straße von Damaskus über Galiläa durch das nordwestlich gelegene Damaskustor (lateinisch: "Porta Galilaeae"). * Die Straße von der Küstenstadt Jaffa (Joppa) über Emmaus durch das westlich gelegene Jaffator (lateinisch: "Porta Pugru" oder "Porta David"). [[Datei:Blick.auf.das.alte.Jerusalem.mit.aufgehendem.Wassermann.png|mini|links|hochkant=3|Blick auf das Jaffator des alten Jerusalems mit dem zur Zeit des Paschamahls am frühen Morgen aufgehendem Sternbild Wassermann.]] <div style="clear:both"></div> Im sechsten Kapitel der Offenbarung des Johannes tauchen ferner die '''vier Apokalyptischen Reiter''' auf einem weißen, einem feuerroten, einem schwarzen und einem fahlen Pferd sowie die '''vier Engel''' an den '''vier Ecken der Erde''', die die '''vier Winde der Erde''' fest aufhielten. Das Himmlische Jerusalem ist '''viereckig''' angelegt:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung6 Offenbarung, Kapitel 6, bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Dann sah ich: Das Lamm öffnete das erste der sieben Siegel; und ich hörte das erste der '''vier Lebewesen''' wie mit Donnerstimme rufen: Komm!<br/> 2 Da sah ich und siehe, ein '''weißes Pferd'''; und der auf ihm saß, hatte einen '''Bogen'''. Ein Kranz wurde ihm gegeben und als Sieger zog er aus, um zu siegen.<br/> 3 Als das Lamm das zweite Siegel öffnete, hörte ich das '''zweite Lebewesen''' rufen: Komm!<br/> 4 Da erschien ein anderes '''Pferd'''; das war '''feuerrot'''. Und der auf ihm saß, wurde ermächtigt, der Erde den Frieden zu nehmen, damit die Menschen sich gegenseitig abschlachteten. Und es wurde ihm ein großes '''Schwert '''gegeben.<br/> 5 Als das Lamm das dritte Siegel öffnete, hörte ich das '''dritte Lebewesen''' rufen: Komm! Da sah ich und siehe, ein '''schwarzes Pferd'''; und der auf ihm saß, hielt in der Hand eine '''Waage'''.<br/> 6 Inmitten der vier Lebewesen hörte ich etwas wie eine Stimme sagen: Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar. Aber dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu!<br/> 7 Als das Lamm das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des '''vierten Lebewesens''' rufen: Komm!<br/> 8 Da sah ich und siehe, ein '''fahles Pferd'''; und der auf ihm saß, heißt der '''Tod'''; und die Unterwelt zog hinter ihm her. Und ihnen wurde die Macht gegeben über ein Viertel der Erde, Macht, zu töten durch Schwert, Hunger und Tod und durch die Tiere der Erde. </blockquote> Das '''Himmlische Jerusalem''' ist entsprechend den vier Haupthimmelsrichtungen '''quadratisch''' angelegt:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung21,6 Offenbarung, Kapitel 21, Vers 6, bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 16a Die Stadt war '''viereckig''' angelegt und ebenso lang wie breit. </blockquote> [[Datei:Grosses.Kreuzzeichen.png|mini|rechts|hochkant=2|Großes Kreuzzeichen.]] Beim großen Kreuzzeichen wird in der katholischen Liturgie mit den Fingern der rechten Hand ein Kreuz gezeichnet, wobei die Stirn, die Brust und beide Schultern markiert werden. Hierbei ist folgendes zu bemerken: Es gibt '''ein''' Kreuz, das aus '''zwei''' senkrechten Linien mit '''vier''' Endpunkten besteht, während '''drei''' Personen mit dem Text „Im Namen des Vaters, des Sohne und des Heiligen Geistes.“ angesprochen werden. Der Advent hat '''vier Sonntage'''. → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus/ Vierfalt|'''Dialog über die Vierfalt zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] <div style="clear:both"></div> ==Zur Sieben== [[Datei:Siebentel.Dreieck.png|mini|rechts|hochkant=2|Werden die '''drei '''Seiten eines Dreiecks ABC beispielsweise mit Hilfe der geometrischen Konstruktion mit den gestrichelten '''halbierten '''Strecken''' gedrittelt''' und werden die '''drei''' entsprechenden Punkte A', B' und C' mit den gegenüberliegenden Dreieckspunkten C, A und B verbunden, ergibt sich im Inneren des Dreieckes an den '''drei''' Schnittpunkten dieser Verbindungslinien ein weiteres Dreieck A"B"C", das genau ein '''Siebentel''' der Fläche des Dreiecks ABC hat.<br/> '''Hinweise für einen geometrischen Beweis:'''<br/> - Die Dreiecke AA'C, BB'A und CC'B müssen ein Drittel (respektive sieben Einundzwanzigstel) der Fläche des Dreiecks ABC haben.<br/> - Die Dreiecke AC'C", BA'A" und CB'B" müssen die doppelte Fläche der Dreiecke CC'C", AA'A" und BB'B" haben.<br/> - Die Dreiecke AA"C", BB"A" und CC"B" müssen die dreifache Fläche der Dreiecke CC'C", AA'A" und BB'B" haben.<br/> - Die Dreiecke AA'A", BB'B" und CC'C" müssen jeweils ein Siebentel des Flächeninhalts der Dreiecke ABB', BCC' und CAA' beziehungsweise ein Einundzwanzigstel der Fläche des Dreiecks ABC haben.]] Die Primzahl '''Sieben''' ist die einzige Zahl von der Zwei bis zur Elf, die keine gemeinsamen Teiler mit den anderen neun Zahlen hat oder ein Vielfaches dieser Zahlen ist. Ferner ist das regelmäßige Siebeneck das regelmäßige Polygon mit den wenigsten Ecken, das nicht rein geometrisch mit Lineal und Zirkel konstruiert werden kann. Dies vermittelt der Sieben seit jeher eine Sonderstellung in vielen Bereichen des geistigen Lebens. Es gibt '''sieben Hauptsterne der Plejaden''' ('''Siebengestirn'''), '''sieben regelmäßig zu beobachtende Wandelgestirne''', nach denen die '''sieben Tage der Woche''' benannt wurden, und '''sieben helle Himmelsobjekte in der Nähe der Ekliptik''', die in '''Konjunktion''' mit dem Mond oder den Planeten stehen können. → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Plejaden|'''Die Plejaden''']] → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Kalenderführung#Die_Siebentagewoche|'''Die Siebentagewoche''']] → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Der_Fixsternhimmel#Die_sieben_hellsten_Objekte_der_Ekliptik|'''Die sieben hellsten Objekte der Ekliptik''']] → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen|'''Konjunktionen''']] Ferner sei an dieser Stelle festgehalten, dass ein Mondviertel gut '''sieben Tage''' dauert. Es gibt in der Einteilung der Ekliptik beim altarabischen '''Manazil al-Qamar''' vier mal sieben Mondhäuser. → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Manazil_al-Qamar|'''Manazil al-Qamar''']] Darüber hinaus hat die '''Sieben''' in Verbindung mit der Zwölf eine besondere Bedeutung in Lunisolarkalendern und im Meton-Zyklus: Wenn in 19&nbsp;tropischen Sonnenjahren zu den 12&nbsp;synodischen Monaten eines Mondjahres 7&nbsp;Schaltmonate eingefügt werden, sind der Sonnenkalender und der Mondkalender wieder bis auf nur rund zwei Stunden Abweichung synchron. → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Meton-Zyklus|'''Der Meton-Zyklus''']] Nur '''sieben''' der zwölf Sternzeichen des Zodiaks sind Tiere, fünf sind es nicht: Zwillinge (Gemini), Jungfrau (Virgo), Waage (Libra), Schütze (Sagittarius) und Wassermann (Aquarius). Deswegen ist es auch nicht so ganz zutreffend von Zodiak oder vom Tierkreis zu sprechen. Da einzig das Sternbild Waage (Libra) kein Lebewesen ist und im Übrigen früher Teil des Sternbilds Skorpion gewesen ist, wäre der Begriff "Lebewesenkreis" dem Begriff "Tierkreis" vielleicht allgemein vorzuziehen. ===Die Siebentagewoche=== [[Datei:Regenbogen.Ausschnitt.P1010302.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Ausschnitt eines Regenbogens mit seinen sieben Hauptfarben '''<span style="color:#FF0000">Rot</span>, <span style="color:#FF7F00">Orange</span>, <span style="color:#FFDF00">Gelb</span>, <span style="color:#00BF00"> Grün</span>, <span style="color:#00BFBF">Türkis</span>, <span style="color:#0000FF">Blau</span> und <span style="color:#7F00FF">Violett</span>'''.]] Alle sieben seit jeher mit bloßem Auge zu sehenden und gegenüber dem Sternhimmel beweglichen Gestirne bewegen sich von der Erdoberfläche aus gesehen also scheinbar entlang der Ekliptik um die Achse zwischen den beiden Ekliptikpolen. Schon in der größten griechischen Stadt Böotiens, Theben, der Stadt der sieben Tore, sollen vor fast 3000 Jahren die sieben Stadttore diesen sieben Wandelgestirnen in der Reihenfolge der Wochentage zugeordnet gewesen sein. Möglicherweise war diese Reihenfolge von den phönizischen Gründern der Stadt mitgebracht worden.<ref>''Real-Encyklopädie für protestantische Theologie und Kirche'', 17. Band, Wilhelm Lotz : Kapitel ''Woche'', Seite 255, Johann Conrad Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig, 1886</ref> Ferner gibt es auch Zuordnungen zwischen den sieben Wandelgestirnen und den sieben leicht unterscheidbaren Hauptfarben von Regenbögen: * <span style="color:#FF0000">Rot (wie Rubin)</span> * <span style="color:#FF7F00">Orange (wie Karnerol)</span> * <span style="color:#FFDF00">Gelb (wie Gold)</span> * <span style="color:#00BF00"> Grün (wie Smaragd)</span> * <span style="color:#00BFBF">Türkis (wie Türkis)</span> * <span style="color:#0000FF">Blau (wie Lapislazuli)</span> * <span style="color:#7F00FF">Violett (wie Amethyst)</span> Diese sieben Himmelsobjekte, die sich gegenüber dem Fixsternhimmel je nach den Entfernungen von der Erde und von der Sonne mehr oder weniger schnell bewegen, sind im Folgenden angegeben. Die Tatsache, dass sie nur über ihre (siderischen) Umlaufzeiten geordnet in einem Heptagramm dargestellt werden können, das ausgehend von der oben dargestellten Sonne die bekannte Reihenfolge der Wochentage ergibt, ist ein Indiz dafür, dass die Kenntnis aller Umlaufzeiten eine Voraussetzung für diese Reihenfolge ist: {| class="wikitable sortable" |+ Die sieben sich in der Ekliptik gegenüber dem Fixsternhimmel bewegenden Himmelskörper !title="Himmelskörper"| Himmels-<br/>körper !title="Symbol" class="unsortable"| Symbol !title="Siderische Umlaufzeit"| Siderische<br/>Umlaufzeit<br/>in Tagen !title="Siderische Umlaufzeit"| Siderische<br/>Umlaufzeit<br/>in Monaten !title="Siderische Umlaufzeit"| Siderische<br/>Umlaufzeit<br/>in Jahren !title="Scheinbare Helligkeit"| Scheinbare<br/>Helligkeit !title="Bahnneigung zur Ekliptik"| Bahnneigung<br/>zur Ekliptik !title="Maximale Elongation"| Maximale<br/>Elongation !title="Lateinische Bezeichnung"| Lateinische<br/>Bezeichnung<br/>des Wochentags !title="Gottheiten" class="unsortable"| Gottheiten !title="Wochentag"| Wochentag !title="Nummer"| Nummer !title="Farbe"| Farbe |- | Mond || [[Datei:Moon crescent symbol.svg|40px]] || 27,3 || 0,90 || 0,075 || -13<sup>m</sup> || 5,1° || 180° || dies lunae|| Mani || Montag || 2 || style="background:#FF7F00" | <span style="color:#FF7F00"> 2 </span> |- | Merkur|| [[Datei:Mercury symbol.svg|40px]] || 77 || 2,5 || 0,21 || -2<sup>m</sup> || 7,0° || 28° || dies Mercuri || Odin / Wotan / Wodan || Mittwoch || 4 || style="background:#7F00FF" | <span style="color:#7F00FF"> 7 </span> |- | Venus|| [[Datei:Venus symbol.svg|40px]] || 225 || 7,4 || 0,62 || -5<sup>m</sup> || 3,4° || 48° || dies Veneris|| Frija / Frigg / Frigga || Freitag || 6 || style="background:#00BFBF" | <span style="color:#00BFBF"> 5 </span> |- | Sonne|| [[Datei:Sun symbol.svg|40px]] || '''365,25''' || '''12,0''' || '''1,00''' || -27<sup>m</sup> || 0,0° || 0° || dies solis || Sol / Sunna || Sonntag || 1 || style="background:#FFDF00" | <span style="color:#FFDF00"> 3 </span> |- | Mars|| [[Datei:Mars symbol.svg|40px]] || 687 || 22,6 || 1,88 || -3<sup>m</sup> || 1,9° || 180° || dies Martis || Tiu / Ziu / Tyr || Dienstag || 3 || style="background:#FF0000" | <span style="color:#FF0000"> 1 </span> |- | Jupiter|| [[Datei:Jupiter symbol.svg|40px]] || 4333 || 142,4 || '''11,9''' || -3<sup>m</sup> || 1,3° || 180° || dies Iovis|| Thor / Donar / Thunar || Donnerstag || 5 || style="background:#0000FF" | <span style="color:#0000FF"> 6 </span> |- | Saturn|| [[Datei:Saturn symbol.svg|40px]] || 10760 || 353,5 || 29,5 || -0,5<sup>m</sup> || 2,5° || 180° || dies Saturni || Saturn || Samstag || 7 || style="background:#00BF00" | <span style="color:#00BF00"> 4 </span> |} <gallery caption="Die sieben Himmelskörper der Wochentage" widths=300 heights=300 mode=packed> Athanasius.Kircher.ArsMagna.LucisEtUmbrae.Wochentage.png|Wochentagsheptagramm und ''Tabella Regiminis Planetarum'' ("Tabelle der Lenkung der Planeten") von Athanasius Kircher in dessen Ars Magna Lucis et Umbrae von 1645. "Dies" = "Tag", "Noctis" = "Nacht", "sive" = "oder", "Feria" = "Wochentag" Heptagramm.Pergament.png|Heptagramm mit den drei Anfangsbuchstaben der lateinischen Bezeichnungen der Wochentage beziehugsweise Himmelskörper. Wochentagsheptagramm.png|Die sieben den gegenüber dem Fixsternhimmel beweglichen Himmelskörper und deren Zuordnungen zu den Wochentagen in der Darstellung eines Heptagramms, das mit dem Mond beginnend entgegen dem Uhrzeigersinn und aufsteigend nach den siderischen Umlaufzeiten angeordnet ist. Die Sonne befindet sich oben. BlumeDesLebens7.png|Hexagonaler Ring mit sieben jeweils um eine Radiuslänge überlappenden Kreisen. Ein Kreis im Zentrum umrundet von sechs weiteren Kreisen.<ref>Siehe auch: [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gold_roundels_from_Grave_Circle_A,_Grave_III_02.jpg Gold roundels from Grave Circle A, Grave III], aus einem Grab aus der Bronzezeit auf dem königlichen Friedhof der Zitadelle von Mykene</ref><ref>Jens Høyrup: [http://www.numdam.org/article/RHM_2000__6_1_5_0.pdf Geometrical patterns in the pre-classical Greek area. Prospecting the borderland between decoration, art, and structural inquiry], Revue d’histoire des mathematiques, 6, Seite 29 und 30, 2000</ref><ref>Lars Marius Garshol: [https://digital.kenyon.edu/perejournal/vol7/iss4/7 Olav’s Rose, Perun’s Mark, Taranis’s Wheel], Peregrinations: Journal of Medieval Art and Architecture 7, 4: 121-151, 2021</ref> </gallery> Die Siebentagewoche und die Bezeichnungen der sieben Wochentage gehen also auf diese sieben Himmelskörper zurück. Die Sonne ist mit großem Abstand das hellste dieser Himmelsobjekte, und nur der Mond kann über den gesamten Tag gleichzeitig mit ihr am Taghimmel gesehen werden. [[Datei:Stier.Mars.Uranus.Widder.P1025009.png|mini|rechts|hochkant=2|Der Uranus (unten in der Mitte) im Sternbild Widder (Aries) im Vergleich zu einigen markanten Himmelsobjekten: Oben links der Planet Mars im Goldenen Tor der Ekliptik im Sternbild Stier (Taurus) zwischen dem Roten Riesen Aldebaran (α Tauri) im offenen Sternhaufen der Hyaden und dem offenen Sternhaufen der Plejaden. In der Nachbarschaft im Uhrzeigersinn die hellen Sterne Algol (β Persei), Alamak (γ Andromedae), Mirach (β Andromedae), Hamal (α Arietis), Menkar (α Ceti).]] Der Planet '''Uranus''' ist bei günstigen Beobachtungsverhältnissen zwar gerade noch mit bloßem Auge zu sehen, wird mit seiner scheinbaren Helligkeit von 5,5<sup>m</sup> allerdings von mehreren tausend Fixsternen übertroffen. Er wurde mehrfach beobachtet, jedoch für einen Fixstern gehalten, da er sich mit einer siderischen Umlaufzeit von 84&nbsp;Jahren nur sehr langsam gegenüber dem Fixsternhimmel bewegt. Daher wurde er erst im 18.&nbsp;Jahrhundert zufällig von dem deutsch-britischen Musiker und Amateurastronomen '''Wilhelm Herschel''' (*&nbsp;1738; †&nbsp;1822) und somit lange nach der Erfindung des Fernrohrs entdeckt. Der Planet '''Neptun''' bewegt sich noch langsamer als der Planet Uranus (die siderische Umlaufzeit beträgt fast 165&nbsp;Jahre) und ist ohne optische Geräte gar nicht sichtbar. Er wurde zum Jahreswechsel 1612/1613 von Galileo Galilei (*&nbsp;1564; †&nbsp;1642) in Konjunktion zum Planeten Jupiter beobachtet, aber für einen Fixstern oder einen weiteren Jupitermond gehalten. Der Neptun wurde erst Mitte des 19.&nbsp;Jahrhunderts aufgrund aufwendiger mathematischer Berechnungen ausfindig gemacht. → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus/ Kalender|'''Dialog über den Kalender zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] ===Bedeutung der Sieben in Religionen=== [[Datei:Menorah 0307.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Nachgebildeter siebenarmiger Leuchter ('''Menora''') des Jerusalemer Tempels mit drei Armen nach rechts und drei Armen nach links.]] Die Sieben ist eine in den alten Schriften recht häufig auftauchende Zahl. Beispiele sind die '''sieben Himmel''', die '''sieben Stufen der Türme''', die '''sieben Zweige des Lebensbaums''' oder die '''sieben Locken des Gilgamesch''' in der babylonischen Tradition.<ref>Kurt Aram: [https://www.projekt-gutenberg.org/aram/magie/chap006.html Das babylonische Weltbild], in: ''Magie und Zauberei in der alten Welt'', Deutsche Buch-Gemeinschaft, 1927</ref> Laut der Schöpfungsgeschichte wurde die Welt '''in sieben Tagen erschaffen''', und es gab die '''sieben mageren''' und die '''sieben fetten Jahre''':<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose41 Die Deutung der Träume Pharaos], Kapitel 41, Verse 26 und 27 im Buch Genesis, Einheitsübersetzung</ref> <blockquote> 26 ''Die '''sieben schönen Kühe''' sind '''sieben Jahre''', und die '''sieben schönen Ähren''' sind '''sieben Jahre'''. Es ist ein und derselbe Traum.''<br/> 27 ''Die '''sieben mageren und hässlichen Kühe''', die nachher heraufkamen, sind '''sieben Jahre''', und die '''sieben leeren, vom Ostwind ausgedörrten Ähren''' sind '''sieben Jahre Hungersnot'''.'' </blockquote> Noach sollte vor Ablauf einer '''siebentägigen''' Frist von allen reinen Tieren je '''sieben Paare''' mitnehmen.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose7 Genesis, Kapitel 7], Einheitsübersetzung</ref> Im zweiten Buch des Alten Testaments „Exodus“ gibt es die Anweisung einen '''siebenarmigen Leuchter''' aus Gold herzustellen:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/2.Mose25%2C31-40 Das Heiligtum und seine Geräte], Kapitel 25, Vers 31 bis 40 im Buch Exodus, siehe auch [https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose8 Dienst am siebenarmigen Leuchter], Kapitel 4 im Buch Numeri, Einheitsübersetzung</ref> <blockquote> 31a ''Mach einen Leuchter aus purem Gold!''<br/> 31b ''Der Leuchter, sein Gestell und sein Schaft, seine Kelche, Knospen und Blüten sollen '''aus einem Stück''' getrieben sein.''<br/> 32a ''Von seinen Seiten sollen '''sechs''' Arme ausgehen,''<br/> 32b '''''drei''' Leuchterarme auf der einen Seite und '''drei''' Leuchterarme auf der anderen Seite.''<br/> 33a ''Der '''erste''' Arm soll '''drei''' mandelblütenförmige Kelche mit je '''einer''' Knospe und '''einer''' Blüte aufweisen''<br/> 33b ''und der '''zweite''' Arm soll '''drei''' mandelblütenförmige Kelche mit je '''einer''' Knospe und '''einer''' Blüte aufweisen;''<br/> 33c ''so alle '''sechs''' Arme, die von dem Leuchter ausgehen.''<br/> 34 ''Am Leuchter sollen '''vier''' mandelblütenförmige Kelche mit Knospen und Blüten sein,''<br/> 35a '''''eine''' Knospe unter dem '''ersten''' Paar seiner Arme,''<br/> 35b '''''eine''' Knospe unter dem '''zweiten''' Paar seiner Arme''<br/> 35c ''und '''eine''' Knospe unter dem '''dritten''' Paar seiner Arme,''<br/> 35d ''bei allen '''sechs''' Armen, die vom Leuchter ausgehen.''<br/> 36 ''Seine Knospen und seine Arme sollen aus ihm herausgetrieben und aus purem Gold sein.''<br/> 37 ''Dann mach für den Leuchter '''sieben''' Lampen und setze seine Lampen so auf, dass sie das Licht nach vorn fallen lassen;''<br/> 38 ''dazu Dochtscheren und Pfannen aus purem Gold.''<br/> 39 ''Aus einem Talent puren Goldes soll man den Leuchter und alle diese Geräte machen.''<br/> 40 ''Sieh zu, dass du es nach dem Modell ausführst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist!'' </blockquote> Der Prophet ''Bileam sagte zu Balak (König der Moabiter): Errichte mir hier '''sieben Altäre''' und stell mir hier '''sieben junge Stiere''' und '''sieben Widder''' bereit&nbsp;!''<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose23 Kapitel 23, Vers 1 im Buch Numeri], Einheitsübersetzung</ref> Moses bekam die Anweisung, am Monatsanfang '''sieben fehlerlose, einjährige Lämmer''' zu opfern, und nach dem Pessachfest '''sieben Tage''' lang ungesäuerte Brote zu essen.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose28 Opfer und Feste], Kapitel 28 im Buch Numeri, Einheitsübersetzung</ref> Bei der Belagerung Jerichos sollten '''''sieben Priester sieben Widderhörner''' vor der Lade hertragen.'' Am '''siebten Tag''' sollten die Krieger '''siebenmal''' um die Stadt herumziehen.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Josua6%2C4 Einnahme Jerichos], Kapitel 6 im Buch Josua</ref> [[Datei:Vollmond.Stiersymbol.P1079912.png|mini|rechts|hochkant=2|Astronomische Aufnahme mit dem Vollmond, dem eingeblendetem Asterismus des Himmelsstieres und den Bezeichnungen der hellsten Sterne in der Himmelsregion der heutigen Sternbilder Stier (links oben), Walfisch (unten) und Widder (rechts).]] Der Prophet Hesekiel thematisiert im Kapitel 45 ab Vers 18 „Die großen Feste“ die '''Sieben''' in mehrfacher Hinsicht, unter anderem auch in Bezug auf den durch den Sternenhimmel festgelegten Festkalender und den damit eng verbundenen Asterismus des '''Himmelsstieres''' am Sternenhimmel, der die heutigen Sternbilder '''Stier''' (Taurus) und '''Widder''' (Aries) umfasst:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Hesekiel45 Die großen Feste], Kapitel 45 im Propheten Hesekiel, Einheitsübersetzung</ref><ref>Vergleiche auch [https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose23 Buch Numeri, Kapitel 23], Einheitsübersetzung</ref> → Siehe hierzu auch '''[[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Astronomische_Bezugssysteme#Der_Himmelsstier|Astronomische Bezugssysteme / Der Himmelsstier]]'''. <blockquote> 18 ''So spricht GOTT, der Herr: '''Am ersten Tag des ersten Monats''' sollst du einen jungen '''Stier''' aus der Rinderherde nehmen, der ohne Fehler ist, und das Heiligtum entsündigen.''<br/> 19 ''Der Priester nimmt etwas Blut von dem Sündopfer und bestreicht damit die Türpfosten des Tempels und die '''vier Ecken''' der Einfassung des Altars und die Türpfosten des Tors zum inneren Vorhof.''<br/> 20 ''Dasselbe sollst du am '''siebten Tag des Monats''' tun für die, die sich aus Versehen oder aus Unwissenheit verfehlt haben. So sollt ihr den Tempel entsühnen.''<br/> 21 ''Am '''vierzehnten Tag des ersten Monats''' sollt ihr das '''Pessach''' feiern, ein '''Fest von sieben Tagen'''. Da soll man ungesäuerte Brote essen.''<br/> 22 ''Der Fürst soll an diesem Tag für sich und für das ganze Volk im Land einen '''Stier''' zum Sündopfer bereitstellen.''<br/> 23 ''An den sieben Festtagen soll er als Brandopfer für den HERRN '''sieben Stiere''' und '''sieben Widder''', die ohne Fehler sind, bereitstellen, und zwar an jedem der '''sieben''' Tage, dazu täglich einen Ziegenbock als Sündopfer.''<br/> 24 ''Für das Speiseopfer soll er ein Efa Mehl je '''Stier''' und ein Efa Mehl je '''Widder''' bereitstellen, dazu je Efa Mehl ein Hin Öl.''<br/> 25 ''Genau dasselbe soll er '''sieben Tage lang''' mit dem Sündopfer, dem Brandopfer und Speiseopfer und mit dem Öl an dem Fest machen, das am '''fünfzehnten Tag des siebten Monats''' beginnt.'' </blockquote> Diese Verse nehmen Bezug auf den Monat '''Nisan''' (ungefähr März), an dem mit dem Sederabend am vierzehnten Tag das darauffolgende einwöchige Fest Pessach eingeleitet wird, und den Monat '''Tischri''' (ungefähr September), an dem ab dem fünfzehnten Tag das einwöchige Fest Sukkot (Laubhüttenfest) eingeleitet wird. Im Neuen Testament gibt es Anspielungen, die auf die besondere Bedeutung der Zahlen '''Sieben und Zwölf''' (siehe unten) hinweisen, wie im Kapitel 8 des Markusevangeliums:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Markus8 Die blinden Jünger], Kapitel 8 im Markusevangelium, Einheitsübersetzung</ref> <blockquote> 19 ''Als ich die fünf Brote für die Fünftausend brach, wie viele Körbe voll Brotstücke habt ihr da aufgehoben? Sie antworteten ihm: '''Zwölf'''.''<br/> 20 ''Und als ich die sieben Brote für die Viertausend brach, wie viele Körbe voll habt ihr da aufgehoben? Sie antworteten: '''Sieben'''.''<br/> 21 ''Da sagte er zu ihnen: Versteht ihr immer noch nicht?'' </blockquote> Besonders in der '''Offenbarung des Johannes''' (Apokalypse) spielt die Zahl Sieben eine zentrale Rolle:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung1 Offenbarung des Johannes], Einheitsübersetzung</ref> * Kapitel 1 ** Die sieben Gemeinden in der Provinz Asien ** Die sieben Geister (Gottes) vor seinem Thron ** Sieben goldene Leuchter ** Sieben Sterne in seiner Rechten * Kapitel 4 ** Die sieben sieben vor dem Thron lodernden Fackeln, die sieben Geister Gottes * Kapitel 5 "Das versiegelte Buch und das Lamm" ** Die Buchrolle mit sieben Siegeln ** Das Lamm mit sieben Hörnern und sieben Augen * Kapitel 8 "Das siebte Siegel und der Engel mit der Räucherpfanne" ** Sieben Engel ** Sieben Posaunen * Kapitel 10 "Der Engel und der siebenfache Donner" ** Sieben Donner * Kapitel 12 "Die Frau und der Drache" ** Drache mit sieben Köpfen und sieben Diademen * Kapitel 15 "Die Ankündigung der sieben letzten Plagen" ** Die sieben letzten Plagen ** Die sieben goldenen Schalen * Kapitel 17 "Die große Stadt Babylon und ihr Fall" ** Die sieben Köpfe bedeuten sieben Berge ** Die sieben Könige <gallery caption="Die Sieben in der Offenbarung des Johannes" widths=360 heights=360 mode=packed> Durer-vision-hires.gif|Die Vision aus dem ersten Kapitel der Offenbarung des Johannes mit dem Menschensohn, der '''sieben Sterne''' in seiner rechten Hand hat und von sieb'''en goldenen Leuchtern''' umgeben ist, in einem Holzschnitt von Albrecht Dürer von 1498. TriererApokalypse.Offenbarung.4.png|Die Vision aus dem vierten Kapitel der Offenbarung des Johannes mit den vier geflügelten Wesen in den vier Himmelsrichtungen um den Thron und den '''sieben''' davor '''lodernden Fackeln''', die den '''sieben Geistern Gottes''' entsprechen ('''sieben Wandelgestirne'''), in der '''Trierer Apokalypse''' aus dem ersten Viertel des neunten Jahrhunderts. </gallery> Im Kontext der römisch-katholischen Kirche taucht die Anzahl Sieben in vielen Zusammenhängen auf: {| class="wikitable" |+ Die Sieben im Kontext der römisch-katholischen Kirche |- | Die '''sieben Bitten im Vaterunser''' | Dein Reich komme. | Dein Wille geschehe. | Wie im Himmel, so auf Erden. | Unser tägliches Brot gib uns heute. | Vergib uns unsere Schuld. | Führe uns nicht in Versuchung. | Erlöse uns von dem Bösen. |- | Die '''sieben letzten Worte Jesu am Kreuz''' | „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“<br/>(Lk 23,34) | „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“<br/>(Lk 23,43) | „Frau, siehe, dein Sohn!“ - „Siehe, deine Mutter!“<br/>(Joh 19,26-27) | „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“<br/>(Mk 15,34; Mt 27,46) | „Mich dürstet.“<br/>(Joh 19,28) | „Es ist vollbracht.“<br/>(Joh 19,30) | „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“<br/>(Lk 23,46) |- | Die '''sieben Sakramente''' | Taufe | Beichte | Eucharistie | Firmung | Ehe | Priesterweihe | Krankensalbung |- | Die '''sieben Gaben des Heiligen Geistes''' | Weisheit | Verstand | Rat | Stärke | Wissenschaft | Frömmigkeit | Gottesfurcht |- | Die '''sieben Tugenden''' | Glaube | Hoffnung | Liebe | Klugheit | Gerechtigkeit | Tapferkeit | Mäßigung |- | Die '''sieben Laster''' | Stolz | Geiz | Wollust | Neid | Völlerei | Zorn | Trägheit |- | Die '''sieben Töne''' nach dem Johannes-Hymnus | Ut | Re | Mi | Fa | Sol | La | Si |- | Die '''sieben römischen Pilgerkirchen''' | San Pietro in Vaticano | San Paolo fuori le Mura | San Sebastiano fuori le mura | San Giovanni in Laterano | Santa Crocein Gerusalemme | San Lorenzo fuori le mura | Santa Maria Maggiore |- | Die '''sieben römischen Hügel''' | Palatin | Kapitol | Quirinal | Viminal | Esquilin | Caelius | Aventin |- | Die '''sieben geistlichen Werke der Barmherzigkeit''' | Unwissende lehren | Zweifelnde beraten | Trauernde trösten | Sünder zurechtweisen | Beleidigern verzeihen | Lästige ertragen | Für Menschen beten |- | Die '''sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit''' | Hungrige speisen | Obdachlose beherbergen | Nackte kleiden | Kranke besuchen | Gefangene besuchen | Tote begraben | Almosen geben |- | Die '''sieben Freuden Mariens''' | Mariä Verkündigung | Mariä Heimsuchung | Geburt Jesu | Anbetung der Könige | Wiederfinden des zwölfjährigen Jesus im Tempel | Auferstehung Jesu | Aufnahme Mariens in den Himmel mit Krönung |- | Die '''sieben Schmerzen Mariens''' | Darstellung Jesu im Tempel mit Weissagung Simeons | Flucht nach Ägypten | Verlust des zwölfjährigen Jesus im Tempel | Begegnung zwischen Jesus und seiner Mutter am Kreuzweg | Kreuzigung Jesu | Kreuzabnahme und Übergabe des Leichnams an Maria | Grablegung Jesu |- | Die '''sieben freie Künste''' | Arithmetik | Geometrie | Musik | Astronomie | Grammatik | Rhetorik | Dialektik |} <div style="clear:both"></div> ===Die Bedeutung der Sieben in der Musiktheorie=== ====Die Obertonreihe==== [[Datei:Moodswingerscale.svg|mini|rechts|Harmonische transversale Schwingungen einer Saite. Die unten dargestellte Variante mit '''sieben''' Schwingungsbäuchen wird im Zusammenklang mit den anderen musikalisch nicht als angenehm empfunden, alle anderen Kombinationen erzeugen harmonische Konsonanzen.]] Die '''natürliche Obertonreihe''' kann unter Anwendung einfacher Mittel mit transversal schwingenden Saiten oder longitudinal schwingenden Luftröhren erzeugt werden, indem rationale Vielfache der Grundschwingung mit ihren Eigenfrequenzen angeregt werden. Die Zahl '''Sieben''' ist wegen ihrer Teilerfremdheit hierbei die einzige ganze Zahl bis Zehn, die bei den als harmonisch empfundenen ganzzahligen Verhältnissen nicht auftaucht. [[Datei:Monochord.Deutsches.Museum.jpg|rechts|mini|hochkant=2|Zwei parallele Monochorde auf einem gemeinsamen Resonanzkasten im Deutschen Museum in München.]] Bei zweiseitig eingespannten Saiten genügt es hierzu, bei ganzzahligen Verhältnissen der Saitenlänge einen Schwingungsknoten zu erzeugen. Dies kann leicht mit einem Monochord veranschaulicht werden. Musiker tun dies beim Spielen von Saiteninstrumenten (Chordophone) beispielsweise, indem sie die Saite an der betreffenden Stelle nicht niederdrücken, sondern nur berühren, so dass beim Anregen der Schwingung durch Zupfen oder Streichen ein Flageolettton erklingt. Bei Äolsharfen (Windharfen) werden diese Schwingungen durch das Anblasen mit verschiedenen Windgeschwindigkeiten angeregt. Bei Blasinstrumenten (Aerophone), wie Flöten oder Blechblasinstrumenten mit Kesselmundstück, kann die Obertonreihe durch Überblasen erzeugt werden. Bei Flöten wird der Blasdruck erhöht, und in Kesselmundstücken wird die Lippenspannung erhöht, so dass die zunehmend höheren Frequenzen der Obertonreihe angeregt werden. Die folgende Tabelle zeigt die Verhältnisse bei der Obertonreihe für die ersten zehn Töne sowie die dazugehörigen musikalischen Intervallbezeichnungen. Der erste Ton stellt den Grundton dar: {| class="wikitable" |'''Natürliche Zahl''' |'''Verhältnis''' |'''Dezimalzahl''' |'''Musikalisches Intervall''' |- |1 |1 |1,000000 |Prime |- |2 |1 |2,000000 |Oktave |- |3 |2 |1,500000 |Quinte |- |4 |3 |1,333333 |Quarte |- |5 |4 |1,250000 |Große Terz |- |6 |5 |1,200000 |Kleine Terz |- |7 |6 |1,166667 | - |- |8 |7 |1,142857 | - |- |9 |8 |1,125000 |Großer Ganzton |- |10 |9 |1,111111 |Kleiner Ganzton |} ====Der Heptachord==== Aus diesen Verhältnissen ergibt sich verhältnismäßig zwanglos die diatonische Tonfolge aus den '''sieben''' Tönen A – B – C – D – E – F – G. Diese heptatonische Tonleiter ('''Heptachord''') bildet die Grundlage für das antike '''Systema Téleion''' der Griechen, das sich in den Jahrhunderten nach Pythagoras herausbildete. Auch das von '''Boethius''' und '''Guido von Arezzo''' dokumentierte mittelalterliche System der kirchenmusikalischen Tonarten beruht auf dieser siebentönigen Folge.<ref>[http://12koerbe.de/arche/boe-mu1.htm#XVIIII. XVIIII. Daß die Oktave aus fünf Ganztonschritten plus zwei Halbtonschritten zusammengefügt ist.], in: ''De institutione musica : Von der musikalischen Unterweisung'', Boethius, nach Gottfried Friedlein, Leipzig, Teubner, 1867; ins Deutsche übersetzt von Hans Zimmermann, Görlitz, 2009</ref><ref>[https://archive.org/details/micrologusguido00hermgoog/page/n129/mode/2up Kapitel XX. wie die Musik aus dem Klange der Hämmer erfunden worden sei], in: ''Micrologus Guidonis de disciplina artis musicae'' / ''Kurze Abhandlung Guido's über die Regeln der musikalischen Kunst'', ins Deutsche übersetzt von Michael Hermesdorff, Trier, 1876</ref> → Siehe auch '''[[Pythagoras in der Schmiede]]'''. ==Zur Elf== Die '''Elf''' ist eine Primzahl. Die Differenz zwischen Mondjahr (zwölf synodische Monate mit 29,53 Tagen = 354,37&nbsp;Tage) und Sonnenjahr (365,24&nbsp;Tage) beträgt etwa '''11&nbsp;Tage'''. Schon die Sumerer hatten am Ende Ihres Jahres mit zwölf Mondmonaten das elftägige Neujahrsfest Atiki gefeiert, so dass nach dem Ende des Neujahrsfestes der Frühlingspunkt. → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Plejaden#Das_babylonische_Neujahrsfest_Akiti|Kapitel '''Die Plejaden''' / Abschnitt '''Das babylonische Neujahrsfest Akiti''']]. Auch auf Malta war den Menschen offenbar bereits in der Jungsteinzeit diese Tagesdifferenz bekannt, da auf dem Kalenderstein von Mnajdra eine abzählbare Reihe mit '''elf Löchern''' auftaucht. <gallery mode="packed" widths="640" heights="320" caption="Vorgeschichtliche Erscheinungen der Zahl Elf"> Bluetenbestaeubung.P1151493.jpg|Detail eines assyrischen Reliefs im Vorderasiatischen Museum Berlin mit einem Blütenstaubeimer sowie einem Armband mit '''elfblättriger''' Blüte. Gemme.Mond.Stern.Sonne.ain.kaf.ros.kaf.kaf.lamd.2Stierkoepfe.png|Gemme mit der Darstellung von liegender Mondsichel, Stern und Sonne mit '''elf zackenförmigen Strahlen''', mit einer Inschrift mit den phönizischen Buchstaben lamd, kaf, kaf, ros, kaf, ain (von rechts nach links, dies entspricht hebräisch „לככרכע“, griechisch „λκκρκο“ beziehungsweise lateinisch „lkkrko“) sowie mit zwei Stierköpfen aus der kaiserlichen Nationalbibliothek in Paris. Die Übersetzung der Inschrift dürfte „dem mächtigen Baal“ bedeuten.<ref>Moritz Abraham Levy: [https://books.google.de/books?id=w2o6AAAAcAAJ&lpg=PA31&ots=CFLP1IzvXr&dq=phoenizische%20buchstaben%20sonne%20mond&hl=de&pg=PA36#v=onepage&q&f=false Phönizische Studien - II. Backsteine, Gemmen und Siegel aus Mesopotamien mit phönizischer (altsemitischer) Schrift - B "Gemmen und Siegel" - Nummer 11], Seite 36 und 37, siehe auch Tafel 10, Band 2, Leuckart, Breslau, September 1857</ref> Kalenderstein.Mnajdra.labelled.png|Skizze der Lochreihen auf dem [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Kalenderstein_vom_Tempel_Mnajdra|Kalenderstein vom Tempel Mnajdra]] aus der Tempelperiode der Insel Malta nach Ventura und Hoskin.<ref name="Ventura"/> Die Reihe E umfasst '''elf Löcher'''. Auch die anderen Reihen weisen deutliche Bezüge zum Mond und verschiedenen Kalenderzyklen auf. </gallery> Die Erde steht innerhalb eines siderischen Jahres des Planeten Jupiter (zwölf Erdenjahre) '''elf Mal''' mit diesem in Opposition steht. Zu diesen Zeitpunkten ist der Abstand zwischen Erde und Jupiter am geringsten, der Jupiter hat steht in seinem größten Glanz und er kulminiert um Mitternacht auf dem südlichen Meridian. Im islamischen Kalender werden in dreißig Mondjahren '''elf Schalttage''' eingefügt. ==Zur Zwölf== [[Datei:Zwoelfknotenschnur.png|mini|rechts|hochkant=2|Die '''Zwölfknotenschnur''' (oben) wurde bereits im alten Ägypten verwendet und besteht aus zwölf gleich langen Segmenten, die mit zwölf Knoten markiert werden können. Damit kann ihre Gesamtlänge halbiert, gedrittelt, geviertelt und gesechstelt werden (links). Ein aus ihr gebildeter Kreis (unten Mitte) hat einen Durchmesser von knapp einem Drittel (genauer <math>\frac {12} {\pi}</math>) der Schnurlänge, und der Winkelabstand benachbarter Punkte beträgt vom Kreismittelpunkt aus gesehen genau 30&nbsp;Bogengrad (ein Zwölftel des vollen Kreises mit 360&nbsp;Bogengrad); die Kreisfläche beträgt <math>\frac {36} {\pi}</math>. Das aus der Schnur gebildete gleichseitige Dreieck (rechts oben) hat eine Basislänge von einem Drittel der Schnurlänge sowie drei Eckwinkel von genau 60&nbsp;Bogengrad; die Dreiecksfläche beträgt <math>4 \sqrt 3</math>. Der größte Winkel des aus der Schnur gebildeten Dreiecks mit den Seitenlängen von einem Viertel <math>\left( \frac {3} {12} \right)</math>, einem Drittel <math>\left( \frac {4} {12} \right)</math> und fünf Zwölfteln <math>\left( \frac {5} {12} \right)</math> der Gesamtlänge (rechts unten) ist ein rechter Winkel mit genau 90&nbsp;Bogengrad; dessen Flächeninhalt beträgt 6, der mittelgroße Winkel beträgt <math>\arctan \frac {4} {3}</math> und der kleine Winkel <math>\arctan \frac {3} {4}</math>.]] [[Datei:EU Flag specification.svg|mini|rechts|hochkant=2|Die Europaflagge besteht aus einem zentral, gleichmäßig in einem 30°-Raster und kreisförmig angeordneten Kranz aus zwölf goldenen, fünfzackigen, sich nicht berührenden Sternen auf azurblauem, rechteckigen Hintergrund mit dem Seitenverhältnis drei zu zwei.]] Die Zwölf wird auch ein Dutzend genannt und zerlegt sich wie folgt in Primfaktoren: :<math>12 = 2 \cdot 2 \cdot 3 = 2^2 \cdot 3 = 4 \cdot 3</math> Somit ist sie eine hochzusammengesetzte Zahl, nämlich die kleinste Zahl mit mehr als drei, nämlich sogar sechs ganzzahligen Teilern: 1, 2, 3, 4, 6 und 12. Die Umfang des kleinsten rechtwinkligen Dreiecks mit ganzzahligen Seitenlängen beträgt 12: :<math>3 + 4 + 5 = 12</math> Die Seitenlängen betragen also 3, 4 und 5 und erfüllen den Zusammenhang der durch den Satz des Pythagoras beschrieben ist: :<math>3^2 + 4^2 = 5^2</math> ===Der Tag=== An den Tagen der Tag-und-Nacht-Gleiche steht die Sonne zwölf Stunden oberhalb und zwölf Stunden unterhalb des Horizonts. ===Anzahl der Monate im Jahr=== Das Sonnenjahr und das Mondjahr haben zwölf Monate. Wegen der um zirka elf Tage kürzeren Dauer eines Mondjahres (Lunarjahr) gegenüber einem Sonnenjahr (Solarjahr), wird bei kombinierten Lunisolarkalendern ungefähr alle drei Jahre ein dreizehnter Schaltmonat eingefügt. ===Umlaufzeit des Planeten Jupiter=== Die siderische Umlaufzeit des Planeten Jupiter beträgt knapp '''zwölf Sonnenjahre''' (11,7 tropische Jahre) beziehungsweise gut zwölf Mondjahre mit je zwölf Monaten. Dies hat zur Folge, dass der Jupiter in aufeinanderfolgenden Jahren von der Erde aus betrachtet entlang der Ekliptik linksläufig um eines der '''zwölf Lebewesenkreiszeichen des Zodiaks''' weitergewandert ist. Ähnlich wie der Mond täglich in einem der 27 oder 28 Mondhäuser steht, steht der Jupiter also jährlich in einem Lebewesenkreiszeichen, die entsprechend als die zwölf "Jupiterhäuser" bezeichnet werden könnten. Innerhalb eines solchen Jupiterzyklus steht die Erde elf Mal in Opposition zum Jupiter, wobei der Abstand zwischen Erde und Jupiter dann minimal ist. Ferner kulminiert der Jupiter an diesen Tagen bei größter Höhe über dem Horizont um Mitternacht auf dem südlichen Meridian und hat dabei eine größte scheinbare Helligkeit von fast -3<sup>m</sup>. ===Der Zodiak=== Der Zodiak oder Lebewesenkreis (häufig unzutreffend auch als Tierkreis bezeichnet) beschreibt die zwölf Sternbilder entlang der Ekliptik, die in der folgenden Reihenfolge auftreten: * Frühling ** Widder (Aries) ** Stier (Taurus) ** Zwillinge (Gemini) * Sommer ** Krebs (Cancer) ** Löwe (Leo) ** Jungfrau (Virgo) * Herbst ** Waage (Libra) ** Skorpion (Scorpio) ** Schütze (Sagittarius) * Winter ** Steinbock (Capricornus) ** Wassermann (Aquarius) ** Fische (Pisces) In jeder der vier Jahreszeiten gibt es drei Monate, die einem der Lebewesenkreiszeichen zugeordnet werden können. Von allen Sternzeichen liegen nur diese zwölf Lebewesenkreiszeichen auf der Ekliptik. Die beiden offenen Sternhaufen der Plejaden und der Hyaden gehören zum Sternbild Stier (Taurus) und liegen daher ebenfalls im Bereich der Ekliptik. Alle anderen Sternbilder, namentlich Orion und Großer Bär (Ursa Major, mit dem Asterismus Großer Wagen) liegen abseits der Ekliptik. Die meisten auf der Nordhalbkugel sichtbaren Sternbilder liegen demnach auf oder nördlich der Ekliptik. Alle zwölf Zeichen nehmen einen eigenen 30 Bogengrad langen Abschnitt des Vollkreises ein, wobei benachbarte Zeichen nahtlos ineinander übergehen. Es sei angemerkt, dass das Sternzeichen Waage (Libra) zwischen den beiden Sternbildern Skorpion (Scorpio) und Jungfrau (Virga) steht. Allerdings ist das Sternbild Waage recht klein und vergleichsweise unscheinbar. Im Altertum wurde es noch den beiden Scheren des Spinnentieres im Sternbild Skorpion zugeordnet. Es entspricht dem 16.&nbsp;Mondhaus ''Azobene'' (zu Deutsch ''die beiden Scheren'') des antiken astronomischen Ekliptiksystems ''Manazil al-Qamar'', das insgesamt 28 Sterngruppen ausweist. Erst die Perser und Babylonier führten zwölf Sternzeichen und die regelmäßige Winkelstruktur auf der Ekliptik mit gleichgroßen Segmenten mit jeweils 30&nbsp;Bogengrad ein. Es ist nicht überliefert, ob und welche Sternbilder in welchen Konstellationen vor 4500 Jahren in Gebrauch waren. <gallery caption="Der Zodiak" mode="packed" heights=480 widths=480> ZodiacCC - Degrees Dates Names Move DE.svg|Schema des Zodiaks: die zwölf Sternbilder des Lebewesenkreises entlang der Ekliptik. Dendera.Zodiak.jpg|Der '''Zodiak von Dendera''' von ungefähr 50 vor Christus. Der Tempel von Dendera liegt 60 Kilometer nördlich von Luxor und war den ägyptischen Göttern Hatgor und Isis geweiht. Die originale Darstellung der Sternbilder der nördlichen Hemisphäre mit allen zwölf auch heute noch bekannten Tierkreiszeichen befand sich an der Decke des Mittelraums der nordöstlichen Anlage des Tempels und ist heute im Pariser Louvre ausgestellt. Beit_alfa01.jpg|hochkant=2|Byzantinisches Mosaik des Zodiaks aus dem 6.&nbsp;Jahrhundert in der Beth Alpha Synagoge im Norden von Israel. </gallery> ===Bedeutung der Zwölf in Religionen=== [[Datei:Chamber_B,_Yazilikaya_02.jpg|rechts|mini|hochkant=2|Relief aus dem 13. vorchristlichen Jahrhundert an der Wand von Kammer A im hethitischen Heiligtum Yazılıkaya in der heutigen Türkei. Die Prozession der '''zwölf''' männlichen Gottheiten von links nach rechts repräsentiert die '''zwölf''' Monate pro Mondjahr.]] Die Zahl Zwölf taucht in vielen religiösen Überlieferungen auf. Allein in der deutschsprachigen Einheitsübersetzung der Bibel von 2016 ist das Zahlwort mehrere hundert Mal zu finden, wie zum Beispiel im Alten Testament bei der Erwähnung der "zwölf Steinmale für die zwölf Stämme Israels" im '''Buch Exodus''' (Kapitel 24, Vers 4)<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/2.Mose24 Buch Exodus, Kapitel 24]</ref>, im '''Buch Numeri''' bei der Erwähnung der '''zwölf silbernen Schüsseln''', der '''zwölf silbernen Schalen''', der '''zwölf goldenen Schalen''', der '''zwölf Stiere''', der '''zwölf Widder''', der '''zwölf einjährigen Lämmer''' sowie der '''zwölf Ziegenböcke''' (Kapitel 7)<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose7 Buch Numeri, Kapitel 7]</ref> oder die "zwölf Männer" und die "zwölf Steine" im '''Buch Josua''' (Kapitel 4)<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Josua4 Buch Josua, Kapitel 4]</ref>. An vielen weiteren Stellen wird darauf mehr oder weniger direkt Bezug genommen. Die zwölf Stämme Israels gehen auf die zwölf Söhne Jakobs zurück:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Gen35,22-27 Genesis, Kapitel 35, Vers 22 bis 27]</ref> {| class="wikitable" |+ Die zwölf Söhne Jakobs !title="Nummer"|Nummer !title="Name"|Name |- | 1 || Ruben |- | 2 || Simeon |- | 3 || Levi |- | 4 || Juda |- | 5 || Dan |- | 6 || Naftali |- | 7 || Gad |- | 8 || Ascher |- | 9 || Issachar |- | 10 || Sebulon |- | 11 || Josef |- | 12 || Benjamin |} Aus astronomischer Sicht ist die Stelle der Beschreibung eines gegossenen Meeres im neu gebauten Tempel im vierten Kapitel des '''2.&nbsp;Buchs der Chronik''' besonders interessant. Zunächst wird das Verhältnis von 30 zu 10 als eine Näherung der Kreiszahl π angegeben: <blockquote> Das Meer ''maß zehn Ellen von einem Rand zum andern, war völlig rund ... Eine Schnur von dreißig Ellen konnte es rings umspannen.'' </blockquote> Danach heißt es: <blockquote> ''Das Meer stand auf '''zwölf''' Rindern. Von ihnen schauten drei nach Norden, drei nach Westen, drei nach Süden und drei nach Osten.'' </blockquote> Im Neuen Testament tauchen dann beispielweise die zwölf Jünger auf, die in Bezug zu den zwölf Stämmen Israels zu sehen sind. Eine Auflistung der zwölf Namen findet sich im zehn Kapitel des Evangelisten Matthäus:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us10 Matthäus, Kapitel 10, Verse 2 bis 4]</ref> <blockquote> 2 Die Namen der '''zwölf''' Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes,<br/> 3 Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus,<br/> 4 Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn ausgeliefert hat. </blockquote> In der Matthäus-Passion wird bei der Gefangennahme Jesu erwähnt, dass Jesus seinem Begleiter folgende Frage gestellt hatte:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us26,53 Matthäus, Kapitel 26, Vers 53]</ref> <blockquote> 53 Oder glaubst du nicht, mein Vater würde mir sogleich mehr als '''zwölf Legionen Engel''' schicken, wenn ich ihn darum bitte? </blockquote> Auch in der '''Apostelgeschichte''' werden die zwölf Apostel erwähnt: * Kapitel 1: "zwölf Apostel" * Kapitel 2 ("Die Wahl der Sieben"): "Die Zwölf" * Kapitel 7 ("Die Rede des Stephanus"): "zwölf Patriarchen" Eine besondere Mystik besteht im letzten Buch der Bibel, in der '''Offenbarung des Johannes''' (Apokalypse), wo häufig auf die Zahl Zwölf referiert, wie beispielsweise in den folgenden Kapiteln: * Kapitel 7: ''"Es waren hundertvierundvierzigtausend aus allen Stämmen der Söhne Israels, die das Siegel trugen."'' Die Zahl 144000 lässt sich in die Faktoren 12 und 12000 zerlegen, da jeweils 12000 Menschen aus den '''zwölf Stämmen Israels''' vertreten sind. * Kapitel 12 ("Die Frau und der Drache"): ''"Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von '''zwölf Sternen''' auf ihrem Haupt."'' * Kapitel 21 ("Das neue Jerusalem"): ''"Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit '''zwölf Toren''' und '''zwölf Engeln''' darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben: die Namen der '''zwölf Stämme''' der Söhne Israels. Im Osten hat die Stadt drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei Tore und im Westen drei Tore. Die Mauer der Stadt hat '''zwölf Grundsteine'''; auf ihnen stehen die '''zwölf Namen''' der '''zwölf Apostel''' des Lammes."'' Die '''zwölf Tore''' sind '''zwölf Perlen'''; jedes der Tore besteht aus einer einzigen Perle. * Kapitel 22 (Epilog): ''"Und er zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er geht vom Thron Gottes und des Lammes aus. Zwischen der Straße der Stadt und dem Strom, hüben und drüben, steht ein Baum des Lebens. '''Zwölfmal''' trägt er Früchte, jeden Monat gibt er seine Frucht; und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker."'' Im Kapitel 21 heißt es in den Versen 19 und 20:<ref>[https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/EUE/REV.21.19-REV.21.20 Offenbarung 21.19-20], Deutsche Bibelgesellschaft, Einheitsübersetzung, 2016</ref> <blockquote> 19 Die Grundsteine der Stadtmauer sind mit edlen Steinen aller Art geschmückt; der erste Grundstein ist ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd,<br/> 20 der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sardion, der siebte ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst. </blockquote> <gallery caption="Die zwölf Grundsteine des Himmlischen Jerusalems" mode="packed"> Jasper.pebble.600pix.bkg.jpg|1. Jaspis Corundum-83144.jpg|2. Saphir Purple chalcedony (Ethiopia) 3.jpg|3. Chalzedon Beryl-Rutile-Muscovite-242622.jpg|4. Smaragd Agate banded 750pix.jpg|5. Sardonyx Carnelian crystal444.jpg|6. Sardion Forsterite-121354.jpg|7. Chrysolith Beryl-d05-129a.jpg|8. Beryll Danburite-Topaz-denv08-49a.jpg|9. Topas Chrysoprase (Australia) 2.jpg|10. Chrysopras RussieProvenanceMiask Ref2010.34.574 MuséumHistoireNaturelleLille GLAM2016 Photo.F.Lamiot 6.jpg|11. Hyazinth IMGP2022212 (50997057512).jpg|12. Amethyst </gallery> [[Datei:Kleines.Kreuzzeichen.png|mini|rechts|hochkant=2|Reihenfolge der zwölf Endpunkte beim kleinen dreifachen Kreuzzeichen.]] Beim '''kleinen dreifachen Kreuzzeichen''' werden in der katholischen Liturgie mit dem Daumen der rechten Hand insgesamt drei Kreuze gezeichnet, um an menschliche Tätigkeiten zu erinnern und Gottes Segen dafür zu erbitten: * Das erste auf die Stirn, für das Denken und Glauben. * Das zweite auf die Lippen, für das Sprechen und Verkündigen. * Das dritte auf das Herz, für das Handeln und Fühlen. Hierbei ist folgendes zu bemerken: Es gibt '''ein''' Kreuz, * das aus '''zwei''' senkrechten Linien besteht, * das '''drei''' Mal gezeichnet wird, * das jeweils '''vier''' Endpunkte hat. Es werden dabei insgesamt * '''sechs''' Linien gezeichnet, * '''sechs''' Silben gesprochen („Eh-re sei dir, o Herr“), * '''zwölf''' Endpunkte markiert. <div style="clear:both"></div> ==Zur Vierzehn== [[Datei:square-pyramidal-14.png|mini|rechts|Die Vierzehn ist die dritte quadratische Pyramidenzahl, die sich aus der Summe der entsprechenden Quadratzahlen Eins, Vier und Neun ergibt.]] Die Vierzehn ist das Doppelte der Sieben, im englischsprachigen Raum gibt es für die vierzehntägige Doppelwoche den Begriff "fortnight" (von ""fourteen nights""). Zahlt man sowohl die Nacht vor dem ersten Tag als auch die Nacht nach dem letzten Tag, dann ergeben sich fünfzehn Nächste, so dass in der keltischen Sprache auch der Begriff "pythefnos" (für "fünfzehn Nächte") und im Altgriechischen der Begriff "δεκαπενθήμερο" (dekapenthímero = fünfzehn Tage) gebräuchlich war. Hierbei muss auch berücksichtigt werden, dass ein Mondviertel etwas länger als sieben Tage dauert und eine Mondhälfte deswegen auf fünfzehn Tage aufgerundet werden kann. ==Zur Neunzehn== [[Datei:BlumeDesLebens19.png|mini|rechts|hochkant=1.5|Hexagonaler Ring mit neunzehn jeweils um eine Radiuslänge überlappenden Kreisen.]] Die '''Neunzehn''' ist eine Primzahl. Ein hexagonaler Ring mit '''neunzehn''' jeweils um eine Radiuslänge überlappenden Kreisen besteht aus einem Kreis im Zentrum, der von sechs weiteren Kreisen umrundet wird, die wiederum von zwölf Kreisen umrundet werden. Die Zahl Neunzehn ergibt sich hierbei also als Summe der Zahlen Eins, Sechs und Zwölf beziehungsweise als Summe der beiden heiligen Zahlen Sieben und Zwölf: :<math>19 = 1 + 6 + 12 = 7 + 12</math> Diese geometrische Figur symbolisiert somit die Erschaffung des Himmels: die '''sieben Wandelgestirne''' mit dem Hauptgestirn in der Mitte (die '''Sonne''') und sechs weitere Wandelgestirne, die es umgeben (der '''Mond''' und die fünf mit bloßem Auge sichtbaren Planeten '''Merkur''', '''Venus''', '''Mars''', '''Jupiter '''und '''Saturn'''), sowie die Fixsterne repräsentiert durch den '''Zodiak''' mit seinen '''zwölf Lebewesenzeichen''' ('''Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische, Widder'''). Von jeder der Kanten der sechsseitigen geometrischen Figur zur gegenüberliegenden Seite sind fünf Kreisreihen mit drei, vier, fünf, vier und drei Kreisen zu erkennen: :<math>19 = 3 + 4 + 5 + 4 + 3</math> Beim '''pythagoreisches Komma''' <math>\kappa</math> ([[Quadriviale_Kuriositäten/_Zahlen#Tonsysteme|siehe unten]]) ergibt sich zwischen sieben Oktaven und zwölf Quinten ein Zahlenverhältnis, bei dem die Exponenten 7, 12 und 19 eine wichtige Rolle spielen: :<math>\kappa = \frac {3^{12}} {2^{12} \cdot 2^{7}} = \frac {3^{12}} {2^{19}}</math> Der '''Meton-Zyklus''' umfasst recht genau '''neunzehn''' tropische Jahre. <gallery mode="packed" widths="640" heights="320" caption="Vorgeschichtliche Kalender mit Bezug zum Meton-Zyklus"> Kalenderstein.Mnajdra.labelled.png|Skizze der Lochreihen auf dem [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Kalenderstein_vom_Tempel_Mnajdra|Kalenderstein vom Tempel Mnajdra]] aus der Tempelperiode der Insel Malta nach Ventura und Hoskin.<ref name="Ventura">Frank Ventura, Michael Hoskin: [[doi:10.1007/978-1-4614-6141-8_133|Temples of Malta]], in: Clive Ruggles (Herausgeber), ''Handbook of Archaeoastronomy and Ethnoastronomy'', 7. Juli 2014, Seiten 1421-1430, Springer, New York, ISBN 978-1-4614-6140-1</ref> Die oberste Reihe umfasst '''neunzehn''' Löcher. Auch die anderen Reihen weisen deutliche Bezüge zum Mond und verschiedenen Kalenderzyklen auf. Magura_cave_023.jpg|Kalender unter den [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Höhlenmalerei_in_der_Magura-Höhle#Kalender|Höhlenmalereien in der Magura-Höhle]] mit einer Matrix aus 19 Punkten (halb links oben). Yazilikaya.19.Gottheiten.png|Schmatische Darstellung der '''neunzehn''' weiblichen Gottheiten im hethitischen Heiligtum '''Yazılıkaya'''. Hattusa,_capital_of_the_Hittite_Empire_51.jpg|Ein Relief aus dem 13.&nbsp;vorchristlichen Jahrhundert an der östlichen Wand in der Kammer A des hethitischen Heiligtums '''Yazılıkaya''' in der heutigen Türkei zeigt die Prozession von '''neunzehn''' weiblichen Gottheiten von rechts nach links, die mit der Anzahl der Sonnenjahre des Meton-Zyklus in Verbindung gebracht werden. Im Original variieren die Darstellungen der einzelnen Figuren, die in unterschiedlichem Zustand erhalten sind. Über den Händen einzelner Figuren konnten zudem verschiedene hieroglyphische Darstellungen festgestellt werden. Die erste Figur (ganz links) konnte hierdurch nur indirekt rekonstruiert werden.<ref>Eberhard Zangger, Rita Gautschy: [http://63.33.38.154/JSA/article/view/12232 Celestial Aspects of Hittite Religion - An Investigation of the Rock Sanctuary Yazilikaya], Journal of Skyscape Archaeology, 5(1), 5–38, 2019</ref> Detail mit den linken drei der insgesamt neunzehn Göttinnen der Bilderreihe in der Kammer A des Heiligtums. </gallery> Während der Regierungszeit des persischen Großkönigs Artaxerxes II. (Mnemon, 4.&nbsp;Jahrhundert vor Christus) haben die Astronomen einen Kalender mit einem neunzehnjährigen Zyklus verwendet. → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Meton-Zyklus|Kapitel '''Mondzyklen''' / Abschnitt '''Meton-Zyklus''']]. ==Zur Vierundzwanzig== [[Datei:World Clock (8331821780).jpg|mini|rechts|hochkant=2|die Urania-Weltzeituhr mit 24-Stundenkreis auf dem Berliner Alexanderplatz.]] Die Vierundzwanzig wird manchmal ein Doppeldutzend genannt und zerlegt sich wie folgt in Primfaktoren: :<math>24 = 2 \cdot 2 \cdot 2 \cdot 3 = 2^3 \cdot 3</math> Somit ist sie eine hochzusammengesetzte Zahl, nämlich die kleinste Zahl mit acht ganzzahligen Teilern: 1, 2, 3, 4, 6, 8, 12 und 24. Die 360 ist die kleinste natürliche Zahl mit 24 ganzzahligen Teilern. Sie beschreibt in der Maßeinheit Bogengrad einen vollständigen Kreis mit 360&nbsp;Bogengrad. ===Der Tag=== Jeder Tag hat '''vierundzwanzig Stunden'''. Der Stundenkreis des Himmelsäquators wird in vierundzwanzig Tele geteilt. Jeder dieser Teile hat also eine Spanne von 15&nbsp;Bogengrad und steht eine Stunde lang in einer bestimmten Himmelsrichtung, wie zum Beispiel auf dem südlichen Meridian. Im äquatorialen Koordinatensystem der Astronomie werden der Stundenwinkel <math>\tau</math>, die Sternzeit <math>\Theta</math> und die Rektaszension <math>\alpha</math> in vierundzwanzig Teile geteilt. Sie stehen untereinander in der folgenden Beziehung: :<math>\tau = \Theta - \alpha</math> ===Bedeutung der Vierundzwanzig in Religionen=== [[Datei:Cast_of_Portico_de_la_Gloria_(detail).JPG|mini|rechts|hochkant=2|Reproduktion im Victoria and Albert Museum in London vom Portico di Gloria der Kathedrale von Santiago de Compostela in Spanien, der von den '''vierundzwanzig Ältesten''' mit Musikinstrumenten umkränzt ist.]] Einen besonderen Bezug gibt es im letzten Buch der Bibel, in der '''Offenbarung des Johannes''' (Apokalypse), wo die '''vierundzwanzig gekrönten Ältesten''' mit ihren Thronen den zentralen Thron umrunden, so wie der Stundenwinkel in der Astronomie den Himmelsäquator in '''vierundzwanzig Segmente''' teilt: Kapitel 4:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung4 Offenbarung des Johannes, Kapitel 4]</ref> <blockquote> 4 Und rings um den Thron standen '''vierundzwanzig Throne''' und auf den Thronen saßen '''vierundzwanzig Älteste''', in weiße Gewänder gekleidet und mit goldenen Kränzen auf dem Haupt.<br/> 9 Und wenn die Lebewesen dem, der auf dem Thron sitzt und in alle Ewigkeit lebt, Herrlichkeit und Ehre und Dank erweisen,<br/> 10 dann werfen sich die '''vierundzwanzig Ältesten''' vor dem, der auf dem Thron sitzt, nieder und beten ihn an, der in alle Ewigkeit lebt. Und sie legen ihre goldenen Kränze vor seinem Thron nieder und sprechen:<br/> 11 Würdig bist du, Herr, unser Gott, / Herrlichkeit zu empfangen und Ehre und Macht. Denn du bist es, der die Welt erschaffen hat, / durch deinen Willen war sie und wurde sie erschaffen. </blockquote> Kapitel 5:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung5 Offenbarung des Johannes, Kapitel 5]</ref> <blockquote> 8 Als es das Buch empfangen hatte, fielen die vier Lebewesen und die '''vierundzwanzig Ältesten''' vor dem Lamm nieder; alle trugen Harfen und goldene Schalen voll von Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen.<br/> 9 Und sie sangen ein neues Lied und sprachen: Würdig bist du, / das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du wurdest geschlachtet / und hast mit deinem Blut / Menschen für Gott erworben / aus allen Stämmen und Sprachen, / aus allen Nationen und Völkern<br/> 10 und du hast sie für unsern Gott / zu einem Königreich und zu Priestern gemacht; / und sie werden auf der Erde herrschen.<br/> 14 Und die vier Lebewesen sprachen: Amen. Und die '''vierundzwanzig Ältesten''' fielen nieder und beteten an. </blockquote> Kapitel 19:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung19 Offenbarung des Johannes, Kapitel 19]</ref> <blockquote> 4 Und die '''vierundzwanzig Ältesten''' und die vier Lebewesen fielen nieder vor Gott, der auf dem Thron sitzt, beteten ihn an und riefen: Amen, halleluja! </blockquote> ==Zur 27, 28, 29 und 30== [[Datei:Gekerbter.Knochen.Thais.P1035755.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Auf dem Knochen, der in den Höhlen von Thais bei Saint-Nazaire-en-Royans gefunden wurde, gibt es auch Reihen mit 28 bis 30 Kerben, die der Anzahl der Tage der Mondphasen in Mondzyklen entsprechen. Teilweise sind die Kerben in Wellenform dargestellt, die der schwankenden ekliptikalen Breite bei aufsteigendem und absteigendem Mond zu beobachten ist.<ref name="Valence" />]] Die drei Zahlen 27 bis 30 beschreiben die Länge von verschiedenen '''Mondzyklen''' in Tagen: * Beim Erreichen der gleichen Stelle am Fixsternhimmel (siderischer Monat) beziehungsweise der gleichen ekliptikalen Breite (drakonitischer Monat): ** '''27 Tage''': Abgerundete Länge eines siderischen oder drakonitischen Monats / Anzahl der indischen Mondhäuser. ** '''28 Tage''': Aufgerundete Länge eines siderischen oder drakonitischen Monats / Anzahl der beduinischen Mondhäuser. * Beim Erreichen der gleichen Mondphase (synodischer Monat): ** '''29 Tage''': Abgerundete Länge eines synodischen Monats. ** '''30 Tage''': Aufgerundete Länge eines synodischen Monats. Die Primfaktoren dieser Zahlen lauten: :<math>27 = 3 \cdot 3 \cdot 3 = 3^3</math> :<math>28 = 2 \cdot 2 \cdot 7 = 2^2 \cdot 7 = 2 \cdot 14 = 4 \cdot 7</math> :<math>29 = 29</math> :<math>30 = 2 \cdot 3 \cdot 5 = 6 \cdot 5 = 10 \cdot 3 = 15 \cdot 2 = \frac {60} {2} = \frac {90} {3} = \frac {180} {6} = \frac {360} {12}</math> → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen|Kapitel '''Mondzyklen''']]. → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Mondhäuser|Kapitel '''Konjunktionen''' / Abschnitt '''Mondhäuser''']]. Unter den [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die Höhlenmalerei in der Magura-Höhle#Sonnenkalender|Höhlenmalereien in der Magura-Höhle]] findet ich ein Abschnitt, der einen Kalender zeigen dürfte. An einer Stelle gibt es eine Matrix mit '''siebenundzwanzig''' Punkten, die auf den siderischen Monat hindeuten könnte. <gallery caption="Die Zahl 27"widths=360 heights=360 mode=packed> Mondzylkus.3.7.12.27.png|Ein durch drei gefüllte schwarze Kreise gekennzeichnetes '''gleichseitiges Dreieck''' mit Seiten einer Länge von sechs Einheiten, die jeweils durch '''sieben''' äquidistante gefüllte Kreise markiert sind. Auf dem Umfang des Dreiecks befinden sich also insgesamt achtzehn Punkte. Im Innern befinden sich neun weitere gekennzeichnete Punkte, sechs blaue auf dem blauen Kreis und drei weitere rote, die auf dem inneren roten Kreis liegen. Insgesamt hat die Darstellung '''siebenundzwanzig''' Punkte. Auf allen '''vier''' konzentrischen Kreisen, deren Mittelpunkte mit dem des Dreiecks identisch sind, befinden sich jeweils sechs Punkte. Die beiden roten Kreise beschreiben die innen beziehungsweise außen an das regelmäßige Sechseck anliegenden Kreise, dessen Umfang an den Berührungspunkten dieser beiden Kreise durch '''zwölf''' äquidistante rote Punkte gekennzeichnet ist. Vom Zentrum aus gesehen haben die benachbarten blauen Punkte einen Winkelabstand von 60&nbsp;Bogengrad und die benachbarten roten Punkte einen Winkelabstand von 30&nbsp;Bogengrad. Diskos.Phaistos.B-VI.27.png|Ein gleichseitiges, auf einer Spitze stehendes dreieckiges Symbol aus dem Segment B-VI des bronzezeitlichen Diskos von Phaistos aus Kreta mit der Linear-A-Silbenschrift mit '''27''' innenliegenden Punkten, das mit dem 27-tägigen siderischen Mondzyklus in Verbindung stehen könnte und auch als „Sieb“ bezeichnet wird. Planetarium.Insulaner.Kuppel.Projektionsflaeche.P1151190.jpg|Zenit (Mittelkreis) in der Kuppel des Zeiss Planetariums am Insulaner in Berlin umgeben von '''27&nbsp;Winkelsegmenten'''. Im zweiten Ring befinden sich dann doppelt so viele, also 54&nbsp;Winkelsegmente. Magura_cave_calendar_1528.jpg|Elemente des Sonnenkalenders bei den Höhlenmalereien in der Magura-Höhle. Magura-Hoehle.Kalender.27.png|Dreifache Punktreihe mit insgesamt '''27 Punkten''' unter dem Sonnensymbol bei den Elementen des Sonnenkalenders der Höhlenmalereien in der Magura-Höhle. </gallery> <gallery caption="Die Zahl 28"widths=360 heights=360 mode=packed> 19-11-09-Alte-Nationalgalerie_DSF4154.jpg|Die Kuppel im Obergeschoss der Alten Nationalgalerie in Berlin mit '''28''' doppelten und mit Sternen punktierten Linien. Moondial_from_“Ars_Magna_Lucis_et_Umbrae”.jpg|'''28 Mondphasen''' vom Neumond (unten in der Mitte) mit zunehmendem Mondalter im Uhrzeigersinn in einer Darstellung auf Seite 418 im dritten Kapitel des sechsten Buches der "Ars magna lucis et umbrae" des Jesuiten {{w|Athanasius Kircher}} (*&nbsp;1602; †&nbsp;1680) in der in Amsterdam veröffentlichten zweiten Ausgabe aus dem Jahr 1672. Mondhaeuser.Ekliptik.png|Die in die Ebene projizierten '''28&nbsp;Mondhäuser''' (von rechts nach links) mit den wichtigsten Sternen entlang der Ekliptik (rote gestrichelte Linie, ekliptikale Länge von 0&nbsp;Bogengrad bis 360&nbsp;Bogengrad '''zur Epoche J0000.0''' in horizontaler Richtung, senkrecht dazu die ekliptikale Breite). Die beiden seitlichen Ränder der Abbildung gehen im Kreisbogen der Ekliptik nahtlos ineinander über. Mondhaeuser.Ekliptik.zirkular.png|Die in eine ringförmige Darstellung projizierten '''28&nbsp;Mondhäuser''' (von 1 bis 28 entgegen dem Uhrzeigersinn) mit den wichtigsten Sternen entlang der Ekliptik (rote gestrichelte Linie '''zur Epoche J0000.0'''). Der Beobachter befindet sich auf der Erde im Zentrum der Darstellung. Nach innen werden die südlichen und nach außen die nördlichen ekliptikalen Breiten gemessen. Die scheinbare Mondbahn pendelt zwischen den beiden zur Ekliptikline benachbarten Hilfslinien. Der Abstand der Hilfslinien beträgt senkrecht zur Ekliptiklinie immer fünf Bogengrad und entlang der Ekliptiklinie immer knapp dreizehn Bogengrad. Mit bis zum Nordpol zunehmender geographischer Breite des Beobachtungspunktes können auch noch knapp ein Bogengrad südlichere ekliptikale Breiten von der Mondscheibe erreicht werden, am Südpol auch noch entsprechend nördlichere ekliptikale Breiten. Celestial map, signs of the Zodiac and lunar mansions..JPG|Quadratische Himmelskarte mit den sieben Wandelgestirnen (innen), den zwölf Lebewesenkreiszeichen (Mitte) und den '''28&nbsp;Mondhäusern''' samt den jeweiligen Mondphasen nach einem Neumond zu Frühlingsbeginn (außen) im Manuskript ''Zubdat-al Tawarikh'' von 1583 (Museum der Türkischen und Islamischen Künste in Istanbul). Der Frühlingspunkt befindet sich unten in der Mitte. 28_xiu.svg|Kreisförmige Darstellung der nördlichen Hemisphäre mit den '''28&nbsp;chinesischen Mondhäusern'''. Links der Frühling (Osten), oben der Winter (Norden), rechts der Herbst (Westen, in der Mitte der Asterismus Mǎo (昴&nbsp;= haariger Kopf des Sternbilds "Weißer Tiger") und unten der Sommer (Süden). Stonehenge phase one.jpg|Die zwei mal 28 (also 56) Aubrey-Löcher (weiße Kreise) im neolithischen Steinkreis von Stonehenge. Stachelscheibe_Model_zweiseitig.jpg|Die in Niederösterreich gefundene und aus Sandstein gefertigte Gussform für die '''Stachelscheibe von Platt''' aus der Bronzezeit (um 1500 vor Christus). Auf der Stachelscheibe sind die '''28&nbsp;Mondorte''' der Tage eines siderischen Monats durch eine kreisförmige Lochreihe dargestellt. </gallery> ==Zur Vierzig== Die Vierzig (40) taucht in vielen verschiedenen Zusammenhängen als Zeitspanne in Tagen oder Jahren auf. Schon der griechische Dichter {{w|Hesiod}} erwähnt um 700 vor Christus, dass die Plejaden im Frühjahr für vierzig Tage und Nächte nicht zu sehen sind, da sie vom Sonnenlicht überstrahlt werden.<ref>Hesiodos: [https://www.gottwein.de/Grie/hes/ergde.php Werke und Tage (ΕΡΓΑ ΚΑΙ ΗΜΕΡΑΙ)], Egon und Gisela Gottwein, 13. Juni 2019</ref><ref>Hesiod: [https://www.projekt-gutenberg.org/hesiod/hauslehr/hausleh2.html Hauslehren II. (’Έργα καὶ ‛ημέραι)], Projekt Gutenberg.de, übersetzt von Johann Heinrich Voß</ref> → Siehe auch [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die Plejaden|'''Die Plejaden''']]. Der Begriff '''Quarantäne''' (vom Französischen „quarantaine (de jours)“ = „vierzig Tage“) soll mit den Plejaden zusammen, da diese in den subtropischen Breiten '''vierzig Tage''' lang, von der Sonne überstrahlt werden und dann selbst der hellste Stern dieser Konstellation, Alkione (η&nbsp;Tauri), mit bloßem Auge erst kurz nach Sonnenuntergang nicht mehr und dann kurz vor Sonnenaufgang noch nicht wieder gesehen werden kann. [[Datei:Sintflut.Magura.png|mini|hochkant=3|rechts|Darstellung mit verschiedenen Elementen einer Sintflut unter [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die Höhlenmalerei in der Magura-Höhle|den Höhlenmalereien in der Magura-Höhle]] im heutigen Bulgarien: Wellen, Bäume, Felder und eine Matrix mit '''vierzig''' Punkten. Oben in der Bildmitte ein himmlisches Wesen, das die Katastrophe verursacht.]] Nach der Unsichtbarkeit der Plejaden begann im alten Ägypten '''vierzig Tage''' lang das '''Nilwasser''' zu steigen und ebenso lange wieder zu fallen.<ref>Christian Schulz: ''Handbuch der Physik: für diejenigen welche Freunde der Natur sind, ohne jedoch Gelehrte zu seyn'', Band 2, Kapitel 11, Seite 254, Hilscher, Leipzig, 1791</ref> ===Bedeutung der Vierzig in den Religionen=== ====Vierzig Tage==== '''Vierzig Tage''' lang regnete es während der Sintflut, und '''Noah''' öffnete nach '''vierzig Tagen''' das Fenster seiner Arche. Genesis, Kapitel 7:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose7 Genesis, Kapitel 7], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 4 Denn noch sieben Tage dauert es, dann lasse ich es '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' lang auf die Erde regnen und tilge vom Erdboden alle Wesen, die ich gemacht habe.<br/> 12 Der Regen ergoss sich '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' lang auf die Erde.<br/> 17 Die Flut auf der Erde dauerte '''vierzig Tage'''. Das Wasser stieg und hob die Arche immer höher über die Erde. </blockquote> Genesis, Kapitel 8:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose8%2C6 Genesis, Kapitel 8, Vers 6], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 6 Nach '''vierzig Tagen''' öffnete Noach das Fenster der Arche, das er gemacht hatte,<br/> 7 und ließ einen Raben hinaus. </blockquote> '''Vierzig Tage''' dauerte die Einbalsamierung Jakobs, des Vaters von Josef und Ehemanns von Rahel. Genesis, Kapitel 50:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose50 Genesis, Kapitel 50], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Josef fiel auf das Angesicht des Vaters, weinte über ihn und küsste ihn.<br/> 2 Darauf befahl Josef seinen Dienern, den Ärzten, seinen Vater einzubalsamieren. Die Ärzte balsamierten also Israel ein.<br/> 3 Darüber vergingen '''vierzig volle Tage''', denn so lange dauerte die Einbalsamierung. </blockquote> Moses verbrachte '''vierzig Tage''' auf dem Gottesberg Sinai. Exodus, Kapitel 24:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/2.Mose24%2C18 Exodus, Kapitel 24, Vers 18], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 18 Mose ging mitten in die Wolke hinein und stieg auf den Berg hinauf. '''Vierzig Tage und vierzig Nächte''' blieb Mose auf dem Berg. </blockquote> Der Prophet Elija verbrachte '''vierzig Tage''' in der gebirgigen Wüste, bevor er den Gottesberg Horeb erreichte. 1. Buch der Könige, Kapitel 19:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.K%C3%B6nige19 1. Buch der Könige, Kapitel 19], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 4 Er selbst ging eine Tagereise weit in die Wüste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, HERR. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter.<br/> 5 Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein. Doch ein Engel rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss!<br/> 6 Als er um sich blickte, sah er neben seinem Kopf Brot, das in glühender Asche gebacken war, und einen Krug mit Wasser. Er aß und trank und legte sich wieder hin.<br/> 7 Doch der Engel des HERRN kam zum zweiten Mal, rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich.<br/> 8 Da stand er auf, aß und trank und wanderte, durch diese Speise gestärkt, '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' bis zum Gottesberg Horeb. </blockquote> Der Prophet Jona erfährt, dass die große assyrische Stadt Ninive nach '''vierzig Tagen''' zerstört werden soll: Jona, Kapitel 3:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Jona3 Jona, Kapitel 3], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 2 Mach dich auf den Weg und geh nach Ninive, der großen Stadt, und rufe ihr all das zu, was ich dir sagen werde!<br/> 3 Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie der HERR es ihm befohlen hatte. Ninive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren.<br/> 4 Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch '''vierzig Tage''' und Ninive ist zerstört!<br/> 5 Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus und alle, Groß und Klein, zogen Bußgewänder an. </blockquote> Es ist vor diesem Hintergrund nicht verwunderlich, dass im Neuen Testament Jesus dann auch '''vierzig Tage''' in der Wüste fastet. Evangelium nach Matthäus, Kapitel 4:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us4 Evangelium nach Matthäus, Kapitel 4], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel versucht werden.<br/> 2 Als er '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' gefastet hatte, hungerte ihn. </blockquote> Evangelium nach Lukas, Kapitel 4:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Lukas4 Evangelium nach Lukas, Kapitel 4], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Erfüllt vom Heiligen Geist, kehrte Jesus vom Jordan zurück. Er wurde vom Geist in der Wüste umhergeführt,<br/> 2 '''vierzig''' Tage lang, und er wurde vom Teufel versucht. In jenen Tagen aß er nichts; als sie aber vorüber waren, hungerte ihn. </blockquote> Evangelium nach Markus, Kapitel 1, "Die Versuchung Jesu":<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Markus1%2C12 Evangelium nach Markus, Kapitel 1, Vers 12 und 13], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.<br/> 13 Jesus blieb '''vierzig Tage''' in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm. </blockquote> Deswegen hat die österliche Bußzeit '''vierzig Fastentage'''. ====Vierzig Jahre==== '''Vierzig Jahre''' lang führte Moses sein Volk durch die Wüste.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/5.Mose29 Deuteronomium, Kapitel 29], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> Deuteronomium, Kapitel 29: <blockquote> 4 Ich habe euch '''vierzig Jahre''' lang durch die Wüste geführt. Eure Kleider sind euch nicht in Lumpen vom Leib gefallen, deine Schuhe sind dir nicht an den Füßen zerrissen,<br/> 5 ihr habt kein Brot gegessen und keinen Wein und kein Bier getrunken, denn ihr solltet erkennen: Ich bin der HERR, euer Gott. </blockquote> Psalm 95, der in der christlichen Kirche fast jeden Morgen beim Invitatorium zur Eröffnung des Stundengebets responsorisch vorgetragenen und gebetet wird, nimmt darauf Bezug: <blockquote> 8 Verhärtet euer Herz nicht wie in Meríba, wie in der Wüste am Tag von Massa!<br/> 9 Dort haben eure Väter mich versucht, / sie stellten mich auf die Probe und hatten doch mein Tun gesehen.<br/> 10 '''Vierzig Jahre''' war mir dieses Geschlecht zuwider / und ich sagte: Sie sind ein Volk, dessen Herz in die Irre geht, sie kennen meine Wege nicht. </blockquote> ==Tonsysteme== [[Datei:Heptachord.png|mini|rechts|hochkant=2|Heptachord bestehend aus sieben Quinten.]] Die '''Vier''', die '''Sieben''' und die '''Zwölf''' spielen auch schon in der antiken und der mittelalterlichen Musik eine besondere Rolle. Auch das Tonsystem der Musik wird mit universellen, kosmischen und göttlichen Systemen und Zahlenverhältnissen in Verbindung gebracht und wurde sogar damit begründet. Nach der Legende von ''Pythagoras in der Schmiede'' soll Pythagoras von Samos dieses Tonsystem anhand der von ihm entdeckten '''vier pythagoreischen Töne''' c - f - g - c' entwickelt haben. → Siehe auch Wikibook '''[[Pythagoras in der Schmiede]]'''. Das im Mittelalter ausgebildete Tonsystem umfasst die nach den Anfangssilben der ersten Verse des Johannes-Hymnus benannten '''sieben Töne''' ut - re - mi - fa - sol - la - si, die den heutigen sieben Tonbezeichnungen c - d - e - f - g - a - h entsprechen und in der C-Dur- und a-moll-Tonleiter Verwendung finden. Eine solche diatonische Tonleiter (von altgriechisch διάτονος, diátonos, „durch Ton“) entsteht, wenn '''sieben''' aufeinanderfolgende reine Quinten im Frequenzverhältnis drei zu zwei gebildet werden. Erst mit dem siebenten Ton entsteht in den Tonraum einer Oktave transponiert eine kontinuierliche Tonreihe, die auch Heptachord (siebensaitig) genannt wird. Der letzte hinzukommende Ton "si" kann vom vorletzten Ton der Reihe als reine Quinte nach oben hoch oder hart notiert werden (si&nbsp;durum = hartes&nbsp;h) oder von ersten Ton der Reihe in der reinen Quinte nach unten als tief oder weich notiert werden (si&nbsp;molle = weiches&nbsp;h). [[Datei:Dodekachord.png|mini|rechts|hochkant=2|Dodekachord bestehend aus zwölf Quinten.]] Wird die Reihe fortgesetzt, ergibt sich erst nach '''zwölf''' Quinten wieder eine kontinuierliche Tonreihe, die auch Dodekachord (zwölfsaitig) genannt werden kann und bei der es sich um eine chromatische Tonleiter mit den zwölf Tönen c - cis - d - dis - e - f - fis - g - gis - a - b - h handelt. '''Sieben Oktaven''' entsprechen in diesem System fast genau '''zwölf reinen Quinten'''. [[Datei:Piano Keyboard Diagram.svg|zentriert|mini|hochkant=4|Die 88 Tasten einer Klaviatur, die ausgehend vom kontra C (dritte weiße Taste von links) bis zum fünfgestrichenen C (weiße Taste ganz rechts) insgesamt sieben Oktaven übereinander respektive zwölf Quinten übereinander umfassen.<br/>[[Datei:Chromatic.scale.down.digital.ogg|zentriert|mini|hochkant=3|Die 88 Tonhöhen bei einem Klavier vom höchsten (rechts, fünfgestrichenes&nbsp;c) zum tiefsten Ton (links, subkontra&nbsp;A) als chromatische Tonleiter gespielt (drei Töne mehr, als in der Skizze darüber dargestellt).]]]] Sieben reine Oktaven entsprechen siebenmal einer Verdopplung der Grundfrequenz, also insgesamt dem Faktor <math>N_{Ok,7}</math>: :<math>N_{Ok,7} = {2}^{7} = {128}</math> Zwölf reine Quinten entsprechen zwölfmal einer Veranderthalbfachung der Grundfrequenz, also insgesamt dem Faktor <math>N_{Qu,12}</math>: :<math>N_{Qu,12} = \left(\frac {3} {2} \right)^{12} = \frac {{3}^{12}} {{2}^{12}} = \frac {531441} {4096} \approx 129,743</math> Bei reiner Stimmung ergibt sich zwischen sieben Oktaven und zwölf Quinten demnach eine kleine Abweichung, die '''pythagoreisches Komma''' <math>\kappa</math> genannt wird und etwas weniger als dem Viertel eines Halbtons also einem Frequenzverhältnis von zirka 1,0146 entspricht: :<math>\kappa = \frac {N_{Qu,12}} {N_{Ok,7}} = \frac {3^{12}} {2^{12} \cdot 2^{7}} = \frac {3^{12}} {2^{19}} = \frac {531441} {524288} \approx 1,01366</math> [[Datei:Vier.Hauptkirchentonarten.png|mini|rechts|hochkant=1|Die vier Hauptkirchentonarten Protus, Deuterus, Tritus und Tetrardus mit ihrem jeweiligen Schlusston D, E, F und G (Finalis) und den beiden jeweiligen insgesamt acht Varianten "authenticus" (I., III., V.&nbsp;und VII.&nbsp;Ton) und "plagalis" (II., IV., VI.&nbsp;und VIII.&nbsp;Ton).]] In der Tradition des mittelalterlichen gregorianischen Gesangs, der auf diese Wurzeln zurückgeht, haben sich die '''vier Hauptkirchentonarten''' Protus (dorisch), Deuterus (phrygisch), Tritus (lydisch) und Tetrardus (mixolydisch) in jeweils '''zwei Varianten''' ('''authentisch''' und '''plagal''') herausgebildet. Den plagalen Varianten wird häufig das Präfix "hypo" vorangestellt (hypodorisch, hypophrygisch, hypolydisch und hypomixolydisch). In der Neuzeit hat sich aus dem System der Kirchentonarten mit dem dualen, dur-moll-tonalen Tonsystem die '''Zwölftonreihe''' c - cis - d - es - e - f - fis - g - as - a - b - h entwickelt. → Siehe hierzu auch unter "Zwölftonmotiv" im Abschnitt '''[[Till_Eulenspiegels_lustige_Serie#Also_sprach_Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]'''. '''Zwei Töne''' ergeben ein Intervall, und '''drei Töne''' ergeben einen Akkord. Sowohl Moll- als auch Dur-'''Dreiklänge''' können vermindert oder übermäßig gemacht werden. → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus/ Tonsystem|'''Dialog über das Tonsystem zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] <div style="clear:both"></div> ==Siehe auch== * [[Quadriviale Kuriositäten]] ==Einzelnachweise== <references></references> <noinclude> [[Kategorie:Quadriviale Kuriositäten‎]] </noinclude> pn4dgu0ethpodzpckg10w7p77aox8y2 1085394 1085393 2026-05-11T10:28:07Z Bautsch 35687 /* Zur Drei */ drei innere Wandelgestirne 1085394 wikitext text/x-wiki In diesem Kapitel wird streiflichtartig ein Abriss der {{w|Zahlensymbolik}} dargestellt. [[Datei:Gekerbter.Knochen.Thais.P1035758.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Schon vor 13000 Jahren haben Neolithiker der Art Homo sapiens im französischen Vercors einen Knochen in regelmäßigen Abständen eingekerbt. Er wurde Ende der 1960er Jahre in den Höhlen von Thais bei Saint-Nazaire-en-Royans gefunden und ist im ''Musée de Valence, art et archéologie'' im Département Drôme in der Region Auvergne-Rhône-Alpes in Frankreich ausgestellt. Auf der rechten Seite sind in der Mitte beispielsweise sieben große Kerben zu sehen, mit denen möglicherweise irgendetwas gezählt wurde.<ref name="Valence">[https://www.museedevalence.fr/fr/terres-de-prehistoires/os-coche Os coché], Musée de Valence, art et archéologie, Valence</ref>]] Abseits der rein mathematischen Aufgabe von Zahlen, wird ihnen oftmals eine symbolische Funktion zugeordnet. Ihre symbolische Bedeutung werden aus deren Verwendung unter anderem in der Religion (Liturgie), in Mythologien oder im Brauchtum übernommen und spiegeln sich im vielfachem Gebrauch in der Literatur (auch in Märchen), der Kultur, der Kunst, der Architektur, der Musik und nicht selten auch in der Wissenschaft wie der Medizin, der Astronomie, der Chemie (inklusive der Alchemie), der Astronomie und sogar im Recht wider. Allerdings auch im Aberglauben und in den Pseudowissenschaften wie der heutigen Astrologie. Jedoch verdankt gerade die Astronomie (also das "Sterngesetz") aus historischer Sicht der Astrologie (also der "Sternlehre") viele Erkenntnisse, die durch Beobachtung und Berechnung der Sternpositionen gewonnen wurden. Vielfach ist die Zahlensymbolik ein Mittel der Systematisierung komplexer Wissensgebiete. Sie ist auch ein Hilfsmittel der {{w|Mnemotechnik}}, also der Kunst, sich überhaupt eine Fülle von Wissen merken zu können. Als kleine literarische Ergänzung finden sich auf einigen Unterseiten noch einige fiktive Zwiegespräche zwischen einem mittelalterlichen Meister und seinem Schüler: → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus|'''Dialoge zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] ==Zur Zwei== [[Datei:Janiform aryballos Louvre CA987.jpg|rechts|mini|hochkant=1.5|Kopf aus dem antiken Griechenland mit zwei Gesichtern um 525 vor Christus: eine hellhäutige Frau und ein äthiopischer dunkelhäutiger Mann. Die altgriechische Aufschrift „καλός” („KALOS”) bedeutet „gut”, „lieb” oder „schön”.]] Die Zwei ist die einzige gerade und zudem die kleinste Primzahl. Räumliche und zeitliche Einheiten können sinnvoll in Paare oder in zwei Hälften geteilt werden. In der euklidischen Geometrie können die folgenden zusammenhängenden Paare unterschieden werden: * rechts und links * oben und unten * vorne und hinten Ferner ergeben sich beispielsweise die folgenden Wortpaare: * Himmel und Erde * Wasser und Land * Salzwasser und Süßwasser * Beginn und Ende * Anwachsen und Abnehmen * Bewegung und Stillstand * Leben und Tod * Helligkeit und Dunkelheit respektive Licht und Schatten * Kälte und Wärme * Vergangenheit und Zukunft Übertragen auf die Astronomie spielen die folgenden zusammenhängenden Paare eine wichtige Rolle: * Der Tag mit Licht und die Nacht mit Dunkelheit. * Länger werdende Tage im Winter und im Frühling sowie kürzer werdende Tage im Sommer und im Herbst. * Zunehmender Mond nach Neumond, und abnehmender Mond nach Vollmond. * Der Aufgang eines Himmelsobjekts im Osten und der Untergang eines Himmelsobjekts im Westen. * Bei der Beobachtung eines Himmelsobjekts gibt es täglich eine obere und eine untere Kulmination auf dem Meridian. Der '''Meridian''' teilt die Himmelssphäre in eine östliche und eine westliche Hälfte, und der '''Himmelsäquator''', der '''Horizont''' sowie die '''Ekliptik''' teilen die Himmelssphäre in eine nördliche und eine südliche Hälfte. Die beiden Pole des Horizontsystems heißen '''Zenit''' und '''Nadir''', die des Äquatorsystems sowie auch die des Ekliptiksystems '''Nordpol''' und '''Südpol'''. Der Mond und die Planeten können in Bezug auf die Ekliptiklinie entweder aufsteigend oder absteigend sein und ihre Bahnen schneiden die Ekliptik in '''zwei''' Knoten. Es gibt '''zwei''' innere Planeten, den Merkur und die Venus. '''Zwei''' der sieben Wandelgestirne, die Sonne und der Mond, sind mit bloßem Auge als Scheiben zu erkennen. ===Bedeutung der Zwei in Religionen=== Das christliche Kreuz besteht aus zwei Linien, eine vertikale und eine horizontale. [[Datei:Ramsey-Psalter.InPrincipioCreavitDeusTerramEtCaelum.png|mini|rechts|hochkant=1.5|Erste Abbildung im Ramsey-Psalter (um 1300) mit Darstellung der Paare der Schöpfung: Himmel / Erde, Licht / Finsternis, Tag / Nacht, Abend / Morgen, Land / Meer, Sonne / Mond.]] Der Beginn der Schöpfungsgeschichte enthält zahlreiche Dualismen: <blockquote> ''Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde.''<br/> ''Gott schied das Licht von der Finsternis.''<br/> ''Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht.''<br/> ''Es wurde Abend, und es wurde Morgen.''<br/> ''Gott nannte das Trockene Land, und die Ansammlung des Wassers nannte er Meer.''<br/> ''Gott machte die beiden großen Lichter, das große zur Herrschaft über den Tag, das kleine zur Herrschaft über die Nacht, und die Sterne.''<br/> ''Männlich und weiblich erschuf er sie.'' </blockquote> Dass die astronomischen Gegebenheiten für die Festlegungen in Kalendern relevant sind, wird in diesem Kontext durch die folgende Formulierung im 14.&nbsp;Vers deutlich: <blockquote> ''Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und Nacht zu scheiden. Sie sollen als Zeichen für Festzeiten, für Tage und Jahre dienen.'' </blockquote> Durch die Mondphasen sind daher auch heute noch zahlreiche im Sonnenjahr beweglichen Feste festgelegt. '''Ostern''' ist immer am Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Tag-und-Nacht-Gleiche im Frühjahr. Der Mond ist dann also im ersten abnehmenden Viertel und hat ein vom Neumond aus gezähltes Mondalter von 15&nbsp;bis 21&nbsp;Tagen. '''Pfingsten''' ist sieben Wochen beziehungsweise 49&nbsp;Tage nach Ostern und hat daher ein vom Neumond vor Ostern aus gezähltes Mondalter von 64&nbsp;bis 70&nbsp;Tagen, also im entsprechenden Monat ein Mondalter von 5&nbsp;bis 11&nbsp;Tagen, so dass drei bis neun Tage nach Pfingsten wieder ein Vollmond auftritt. Die österliche Bußzeit beginnt am '''Aschermittwoch''', der immer 46&nbsp;Tage vor dem Ostersonntag liegt. Zu diesem Zeitpunkt hat der Mond dann ein junges Mondalter zwischen Neumond und dem Neulicht im ersten zunehmenden Viertel. → Zum Osterfestkreis siehe auch '''[[Quadriviale_Kuriositäten/_Osterdatum|Osterdatum]]'''. Das jüdische '''Pessachfest''' beginnt am 15.&nbsp;Nisan. Ebenso beginnen das '''Laubhüttenfest''' (Sukkot), das '''Neujahrsfest der Bäume''' (Tu biSchevat) und das '''Purimfest''' am 15.&nbsp;Tag eines Monats. Im jüdischen Lunisolarkalender (Mond-Sonnen-Kalender) beginnt jeder Monat ungefähr mit einem Neumond, und daher herrscht zu Beginn dieser Feste immer Vollmond. Der wichtige Fastenmonat '''Ramadan''' ist der neunte Monat im Mondkalender der Muslime. Nach diesem Kalendersystem beginnt jeder Monat immer mit dem sichtbaren Neulicht des Mondes, also ein bis zwei Tage nach Neumond beim Abenderst. <div style="clear:both"></div> ==Zur Drei== [[Datei:Rep-tile triangle creating Sierpinski carpet.gif|mini|rechts|hochkant=2|Die ersten acht Schritte bei der Konstruktion eines gleichseitigen Sierpierski-Dreiecks.]] Die Drei ist die die kleinste ungerade Primzahl. Es gibt '''drei äußere''', mit bloßen Auge leicht zu erkennende Planeten: den Mars, den Jupiter und den Saturn. Ferner gibt es auch '''drei innere Wandelgestirne''', deren siderische Umlaufzeiten weniger als ein Jahr betragen: den Mond, den Merkur und die Venus. Weitere Dreifaltigkeiten sind anthropogenen Ursprungs: zum Beispiel sind zu verschiedenen Jahreszeiten anhand sehr heller Sterne leicht drei Dreiecke am nördlichen Nachthimmel zu erkennen: * Das Winterdreieck ** Sirius im Sternbild Großer Hund (Canis Majoris) ** Prokyron im Sternbild Kleiner Hund (Canis Minoris) ** Bezeigeuze im Sternbild Orion * Das Frühlingsdreieck ** Regulus im Sternbild Löwe (Leo) ** Spica im Sternbild Jungfrau (Virgo) ** Arktur im Sternbild Bärenhüter (Bootes) * Das Sommerdreieck ** Deneb im Sternbild Schwan (Cygnus) ** Wega im Sternbild Leier (Lyra) ** Altair im Sternbild Adler (Aquila) Ferner gibt es das kleine Sternbild Dreieck (Triangulum) zwischen den Sternbildern Perseus, Andromeda, Fische (Pisces) und Widder (Aries) und dem benachbarten Dreiecksnebel (Messier 33). Es gibt in der Einteilung der Ekliptik beim altindischen Nakshatra drei mal drei mal drei Mondhäuser, siehe auch '''→ [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Nakshatra|Exkurs Nakshatra]]'''. ===Bedeutung der Drei in Religionen=== [[Datei:St Swithin's church stained glass uk - 893546.png|mini|rechts|hochkant=2|Kirchenfenster mit einer Darstellung der Heiligen Trinität in Form eines Schildes beziehungsweise eines Stierkopfes in der Sankt Swithin Kirche in Bintree, Breckland, Norfolk, East of England.]] Hier sind insbesondere für das Christentum die Dreifaltigkeit, die drei Mitglieder der Heiligen Familie, Maria, Josef und Jesus, die Heiligen Drei Könige sowie die Auferstehung am dritten Tag zu nennen. Bei der Dreifaltigkeit ergeben sich bei der Anbetung und Verehrung des einen (und zentralen) Gottes (lateinisch: „Deus”) Ist-Beziehungen (lateinisch: „est” = „ist”) zu den drei Personen Vater (lateinisch: „Pater”), Sohn (lateinisch: „Filius”) und Heiliger Geist (lateinisch: „Spiritus Sanctus”), die sich voneinander unterscheiden lassen (lateinisch: „non est” = „ist nicht”). Auch in anderen Religionen werden Götter häufiger in einer Dreiheit genannt. <div style="clear:both"></div> ==Zur Vier== [[Datei:Vier.Objekte.gleicher.Laenge.png|mini|rechts|hochkant=2|Vier gleichseitige ebene Objekte mit mindestens drei Symmetrieachsen sowie mit eins, zwei, drei und vier Linien gleicher Gesamtlänge.]] Die '''Vier''' ist als Quadratzahl von der Zwei die kleinste Zahl, die einen ganzzahligen Teiler hat (→ [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen#Zur Zwei|Zur Zwei]]), ohne dass ein Rest verbleibt, und somit auch die kleinste Zahl, die keine Primzahl ist. :<math>4 = 2 \cdot 2 = 2^2 = 2 + 2</math> In der Abbildung rechts sind die ersten '''vier''' zweidimensionalen, gleichseitigen und achssymmetrischen Objekte einer geometrischen Folge zu sehen, die aus eins, zwei, drei beziehungsweise vier Linien gleicher Gesamtlänge bestehen. Die folgende Vergleichstabelle gibt einige geometrische Werte im Vergleich an: {| class="wikitable" |+ Vier Objekte mit Linien gleicher Gesamtlänge !title="Eigenschaft"|Eigenschaft !title="Kreis"|Kreis !title="Gleichseitiges Kreuz"|Gleich-<br/>seitiges<br/>Kreuz !title="Gleichseitiges Dreieck"|Gleich-<br/>seitiges<br/>Dreieck !title="Quadrat"|Quadrat |- | Anzahl der Linien || 1 || 2 || 3 || 4 |- | Gesamtlänge aller Linien || 1 || 1 || 1 || 1 |- | Länge einer Linie || <math>\sqrt \frac {1} {1}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {2}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {3}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {4}</math> |- | Höhe || <math>\frac {1} {\pi}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {2}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {12}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {4}</math> |- | Breite || <math>\frac {1} {\pi}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {2}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {3}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {4}</math> |- | Diagonale || <math>\frac {1} {\pi}</math> || 0 || <math>\sqrt \frac {1} {12}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {8}</math> |- | Fläche || <math>\frac {1} {4 \pi}</math> || 0 || <math>\sqrt \frac {1} {432}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {16}</math> |- | Anzahl Symmetrieachsen || <math>\infin</math> || 4 || 3 || 4 |- | Punktsymmetrisch || ja || ja || nein || ja |- | Repräsentativer Winkel || 360° || 90° || 60° || 90° |} Die Einteilung von Flächen in '''vier''' Quadranten wird häufig zur Beschreibung von Richtungen und zur besseren Orientierung in einer Ebene verwendet, insbesondere mit den '''vier Himmelsrichtungen''' Norden, Osten, Süden und Westen. Ein synodischer '''Monat '''wird in '''vier Mondviertel''' eingeteilt, die jeweils eine Woche dauern: Neumond, zunehmender Mond, Vollmond und abnehmender Mond. Hierbei wird die Ekliptikebene einmal vollständig durchlaufen, und anschließend sogar noch ein wenig mehr, weil sich die Erde innerhalb eines Monats ihrerseits um die Sonne bewegt hat. Aus diesem Grund dauert der synodische Monat mit 29,5 Tagen gut zwei Tage länger als der siderische Monat mit 27,3 Tagen. Die Gezeiten werden von den '''vier Mondphasen''' in einem synodischen Monat bestimmt. Nach einem Neumond kommt es zu einer Springtide mit hohem Wasserstand. Danach setzt die Ebbe ein, bis nach dem zunehmenden Halbmond eine Nipptide mit Niedrigwasser eintritt. Die im Anschluss einsetzende Flut ist kurz nach dem Vollmond beendet, und nach dem abnehmenden Halbmond kommt es erneut zu einer Nipptide. Und so fort, in einem immerwährenden Zyklus. Es gibt in der Einteilung der Ekliptik beim arabischen '''Manazil al-Qamar''' '''vier''' mal sieben Mondhäuser. Das bedeutet, dass in jedem der '''vier Quadranten''' der Ekliptikebene sieben Mondhäuser liegen, die den sieben Tagen einer Woche entsprechen. → Siehe auch '''[[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Manazil_al-Qamar|Exkurs Manazil al-Qamar]]'''. Das Produkt der beiden Summanden Drei und Vier ergibt Zwölf. Dies entspricht den '''vier Jahreszeiten''' Frühling, Sommer, Herbst und Winter, die jeweils drei Monate lang dauern. Das Produkt dieser beiden Zahlen entspricht also der Anzahl der Monde respektive Monate in einem Jahr sowie der Anzahl der Ekliptiksternbilder, in denen sich die Sonne im Laufe eines Jahres je einen Monat lang in einem Winkelsegment von 30&nbsp;Bogengrad aufhält. Die Arithmetik spiegelt sich zum Beispiel auch in der christlichen Theologie wider, wo die göttliche Zahl Sieben aus der himmlischen Dreifaltigkeit Gottes und den irdischen '''vier Elementen''' (respektive den''' vier Evangelisten''', den '''vier Himmelsrichtungen''' oder den '''vier Jahreszeiten''') zusammengezählt wird. <gallery caption "Zur Vier" widths=360 heights=360 mode=packed> FeuerErdeWasserLuft.png|Die '''vier''' Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft. Luna.Kircher.Ars magna lvcis et vmbrae 1646.png|Die '''vier''' Jahreszeiten und die Mondphasen eines Monats mit Neumond, zunehmender Halbmond, Vollmond und abnehmender Halbmond. Rosa_de_los_vientos_21.svg|mini|rechts|hochkant=2|Windrose mit den '''vier''' Haupthimmelsrichtungen Nord, Ost, Süd und West. </gallery> [[Datei:Pegasův čtverec.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Astronomische Aufnahme des Herbst'''vier'''ecks im Sternbild Pegasus. Links oben die auffällige Andromedagalaxie (Messier 31).]] Die fast quadratische Konstellation der '''vier Sterne''' Algenib, Scheat, Markab und Sirrah (oder Alpheratz) im Sternbild Perseus wird auch '''Herbstviereck''' genannt, weil es auf der Nordhalbkugel der Erde am südlichen Nachthimmel im Herbst gut zu sehen ist. Es fällt auf, dass viele Sterngruppen, die aus sieben Sternen bestehen, geometrisch alle ganz zwanglos in eine Vierer- und eine Dreiergruppe unterteilt werden können. In der Astronomie taucht die Vierteilung in vielfältiger Hinsicht auf. Die vier Abschnitte können mit den Attributen '''Anfang''', '''Kraft''', '''Reife''' und '''Ende''' versehen werden. Die auf dem tropischen Sonnenjahr basierende Aufteilung in '''vier Jahreszeiten''' spiegelt sich in der Lage des '''Hauptpunktes der Sonne''' auf der Ekliptik wider. Vom Frühlingspunkt gerechnet sind der siebente bis zehnte Monat mit den entsprechenden lateinischen Zahlwörtern "septem", oktem", "novem" und "decem" gebildet, da in alten Kalendern der März als der erste Monat gerechnet wurde (der in dieser Zählung zwölfte und letzte Monat Februar hat deswegen heute noch den 29. Tag als Schalttag). Das '''Hauptsternbild''' ist dasjenige, das um Mitternacht an seinem höchsten Punkt auf dem südlichen Meridian steht. In der folgenden Tabelle wird in der Spalte '''Tageszeit''' angegeben, wo sich er Frühlingspunkt während des Sonnenaufgangs befindet, und in der Spalte '''Sonnenrichtung''', wo sich die Sonne zu dieser Tageszeit befindet. '''Mondalter''', '''Mondrichtung zur Sonne''' und '''Elongation des Mondes''' sind in der Tabelle auf den synodischen Monat und den Anfang eines Monats bei Neumond bezogen. {| class="wikitable" |+ Die Vier in der Astronomie !title="Interpretation"|Interpretation ! !title="Jahreszeit"|Jahreszeit !title="Hauptpunkt der Sonnenbahn"|Hauptpunkt<br/>der Sonnenbahn !title="Monate"|Monate !title="Hauptsternbild"|Hauptsternbild !title="Tageszeit"|Tageszeit !title="Sonnenrichtung"|Sonnen-<br/>richtung ! !title="Mondalter"|Mondalter !title="Mondrichtung zur Sonne"|Mondrichtung<br/>zur Sonne !title="Elongation des Mondes"|Elongation<br/>des Mondes |- | '''Anfang''' || || Frühling || Frühlings-<br/>äquinoktium || März (1)<br/>April (2)<br/>Mai (3) || Löwe<br/>(Leo) || Morgen || Osten || || Neumond || Konjunktion || 0° |- | '''Kraft''' || || Sommer || Sommer-<br/>sonnenwende || Juni (4)<br/>Juli (5)<br/>August (6) || Adler<br/>(Aquila) || Mittag || Süden || || Zunehmender<br/>Halbmond || Östliche<br/>Quadratur || 90° östlich |- | '''Reife''' || || Herbst || Herbst-<br/>äquinoktium || '''Septem'''ber ('''7''')<br/>'''Okto'''ber ('''8''')<br/>'''Novem'''ber ('''9''') || Wassermann<br/>(Aquarius) || Abend || Westen || || Vollmond || Opposition || 180° |- | '''Ende''' || || Winter || Winter-<br/>sonnenwende || '''Dezem'''ber ('''10''')<br/>Januar (11)<br/>Februar (12) || Stier<br/>(Taurus) || Nacht || Norden || || Abnehmender<br/>Halbmond || Westliche<br/>Quadratur || 90° westlich |} ===Bedeutung der Vier in Religionen=== [[Datei:Ekliptik.Zodiak.helle.Sterne.png|mini|rechts|hochkant=2|Der Zodiak mit den sehr markanten Sternbildern '''Löwe (Leo, Frühlingssternbild)''' und '''Stier (Taurus, Wintersternbild)''', dem weniger auffälligen Sternbild '''Wassermann (Aquarius, Herbststernbild)''' sowie dem erhaben in der Milchstraße fliegenden '''Adler (Aquila, Sommersternbild)''', der sich im Horizontsystem fast senkrecht über dem in nördlicheren Breiten nie vollständig sichtbaren Ekliptiksternbild Skorpion (Scorpius) befindet. Die '''vier''' mit gelbem Text hervorgehobenen Sternbilder Löwe, Stier, Wassermann und Adler befinden sich also stets in '''vier''' senkrecht aufeinander stehenden Himmelsrichtungen. Die hellsten Sterne und Sternhaufen der genannten Sternbilder sind ebenfalls dargestellt.]] Es sei darauf hingewiesen, wie zwanglos die Reihe der oben in der Tabelle genannten '''vier Hauptsternbilder''' Löwe, Stier, Wassermann und Adler mit den '''vier Himmelsrichtungen''', mit den '''vier Jahreszeiten''' und mit den '''vier Grundelementen''' Feuer, Erde, Wasser und Luft in Verbindung gebracht werden können. Die Reihenfolge der jahreszeitlichen Hauptsternbilder entspricht unter der Gleichsetzung des Wassermannes (Aquarius) mit einem Menschen exakt der Erwähnung der '''vier realen Lebewesen''' (Sternbilder) gleichenden Gestalten "voller Augen" (oder Sterne) aus dem vierten Kapitel der Offenbarung des Johannes im Neuen Testament. Sie sind kreisförmig um einen zentralen Ort ("Thron") in einem durchsichtigen Raum ("gläsernes Meer, gleich Kristall") angeordnet. Die "Mitte" entspricht der die beiden Himmelssphären halbierende Ekliptiklinie, die "rings um" die Erde ("Thron") läuft und die Himmelssphäre in die nördliche und die südliche Hälfte teilt, die beide die gleiche Größe haben:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung4,6 Offenbarung, Kapitel 4, Verse 6 und 7], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> ''Und vor dem Thron war etwas wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall. Und in der Mitte, rings um den Thron, waren '''vier Lebewesen''' voller Augen, vorn und hinten. Das erste Lebewesen glich einem '''Löwen''', das zweite einem '''Stier''', das dritte sah aus wie ein '''Mensch''', das vierte glich einem '''fliegenden Adler'''.'' </blockquote> Auch der Schriftprophet Hesekiel (Ezechiel) erwähnt im zehnten Verses seines ersten Kapitels diese vier Lebewesen, in seiner Beschreibung von himmlischen Erscheinungen, allerdings nicht in astronomischer Reihenfolge:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Hesekiel1%2C10 Hesekiel, Kapitel 1, Vers 10], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> Die Gestalt ihrer Gesichter aber war: ein '''Menschengesicht''', ein '''Löwengesicht''' bei allen vier nach rechts, ein '''Stiergesicht''' bei allen vier nach links und ein '''Adlergesicht''' bei allen vier. </blockquote> Diese vier Lebewesen werden auch den '''vier Evangelisten''' Markus, Lukas, Matthäus und Johannes (in chronologischer Reihenfolge derer Evangelien) zugeordnet. [[Datei:Aquila.fade-in.animation.webm|mini|rechts|hochkant=2|Animation mit Einblendung des Sternbilds Adler (Aquila) in der Sommermilchstraße aufgenommen am südlichen Sternhimmel im Sternenpark Westhavelland.]] [[Datei:Ekliptik.helle.Objekte.png|mini|rechts|hochkant=1.5|Die vier persischen Königssterne an der Ekliptiklinie: '''Aldebaran''' (α Tauri) im Sternbild Stier (Taurus), '''Regulus''' (α Leonis) im Sternbild Löwe (Leo), '''Antares''' (α Scorpii) im Sternbild Skorpion (Scorpio) sowie '''Fomalhaut''' (α Piscis Austrini) im Sternbild Südlicher Fisch (Piscis Austrinus)..]] Die den Evangelisten entsprechenden '''vier Sternbilder''' '''Löwe''' (Leo), '''Stier''' (Taurus), '''Wassermann''' (Aquarius) und '''Adler''' (Aquila) befinden sich in '''vier senkrecht aufeinander liegenden Himmelsrichtungen'''. Bemerkenswert ist bei diesen '''vier Symbolen''', dass der Adler, der sich als einziges dieser "Lebewesen" nicht auf der Ekliptik sondern oberhalb (nördlich) der Ekliptik -&nbsp;im Horizontsystem senkrecht über dem Ekliptiksternbild Skorpion (Scorpius)&nbsp;- in der Milchstraße befindet, das Attribut "fliegend" bekommen hat. {| class="wikitable" |+ Die vier Sternbilder der Evangelisten !title="Evangelist"|Evangelist !title="Markus"|Markus !title="Lukas"|Lukas !title="Matthäus"|Matthäus !title="Johannes"|Johannes |- | Sternbild (deutsch) || Löwe || Stier || Wassermann || Adler |- | Sternbild (lateinisch) || Leo || Taurus || Aquarius || Aquila |- | Jahreszeit bei abendlichem Aufgang im Osten, bei Erreichen des südlichen Meridians um Mitternacht und bei morgendlichem Untergang im Westen || Frühling || Winter || Herbst || Sommer |- | Jahreszeit bei abendlichem Untergang im Westen, bei Erreichen des nördlichen Meridians um Mitternacht (Unsichtbarkeit in der nördlichen Hemisphäre) und bei morgendlichem Aufgang im Osten || Herbst || Sommer || Frühling || Winter |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Frühling || Süden || Westen || Norden || Osten |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Sommer || Westen || Norden || Osten || Süden |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Herbst || Norden || Osten || Süden || Westen |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Winter || Osten || Süden || Westen || Norden |} Bei den Persern waren die '''vier Himmelsrichtungen''' und Jahreszeiten durch die '''vier sehr hellen, königlichen Sterne''' gekennzeichnet, von denen sie beherrscht werden. '''Aldebaran''' (α Tauri) im Sternbild Stier (Taurus), '''Regulus''' (α Leonis) im Sternbild Löwe (Leo), '''Antares''' (α Scorpii) im Sternbild Skorpion (Scorpio, liegt südlich der Ekliptiklinie und des Sternbilds Adler (Aquila)) sowie '''Fomalhaut''' (α Piscis Austrini, liegt unmittelbar unter dem rechten Fuß des Sternbilds Wassermann (Aquarius)) im Sternbild Südlicher Fisch (Piscis Austrinus).<ref>François Arago: ''Astronomie Pupulaire'', Deutsche Original-Ausgabe nach der von Jean-Augustin Barral besorgten französischen Originalausgabe, 11. Band ''Von den Sternbildern'', neuntes Kapitel ''Hülfsmittel um die Sternbilder der Alten zu lernen'', Seite 292, Paris, Leipzig, 1855</ref> Sie dienten kalendarischen und astrologischen Zwecken und wurden zum Navigieren verwendet. Sie werden im '''Bundahischn''' erwähnt, ein mittelpersischer Text über die Weltentstehung sowie ihre Mythen und Legenden, die im '''Zoroastrismus''' eine Rolle spielen. → Siehe auch [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Plejaden#Königssterne|'''persische Königssterne''']]. [[Datei:The four supporters (angels) of the celestial throne Wellcome L0030654.jpg|mini|rechts|Die vier als Mann, Stier, Adler und Löwe dargestellten Cherubim aus dem persischen Manuskript 373 der Wellcome-Sammlung in London.]] Die vier senkrecht aufeinander stehenden Hauptrichtungen entsprachen 2600 vor Christus den vier Hauptpunkten der Sonne zum Frühlingsäquinoktium (ekliptikale Länge = 0°), zur Sommersonnenwende (ekliptikale Länge = 90°), zum Herbstäquinoktium (ekliptikale Länge = 180°) und zur Wintersonnenwende (ekliptikale Länge = 270°), sowie gleichzeitig den vier persischen Königssternen Aldebaran (α Tauri), Regulus (α Leonis), Antares (α Scorpii) und Fomalhaut (α Piscis Austrini) beziehungsweise den späteren vier Evangelisten-Sternbildern Stier (Taurus), Löwe (Leo), fliegender Adler (Aquila, links oberhalb vom Skorpion wegfliegend) und Wassermann (Aquarius). Diese vier Lebewesen tauchen auch in der Dichtung des Umaiya ibn Abī s-Salt als die Beweger der Sonne beziehungsweise als die Träger des Throns (ḥamlat al-arsh) auf. Auch die vier Erzengel werden zu diesen Cherubim gezählt: <blockquote> Ein '''Mann''' und ein '''Stier''' unter seinem rechten Fuß,<br/> und beim andern ein '''Adler''' und ein lauernder '''Löwe'''.<br/> Und die '''Sonne''', sie geht am Ende jeder Nacht auf,<br/> rot wie eine Rose gefärbt.<br/> Sie geht ihnen aber nicht freiwillig auf,<br/> sondern muss gezüchtigt und gepeitscht werden. </blockquote> Die Gleichsetzung von "Wassermann" und "Mensch" taucht zum Beispiel im vierzehnten Kapitel des Markusevangeliums (und fast gleichlautend auch im zweiundzwanzigsten Kapitel des Lukasevangeliums) auf, wo ein einen '''Wasserkrug tragender Mensch''' beschrieben wird:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Markus14,12-14 Markusevangelium, Kapitel 14, Verse 12 bis 14], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref><ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Lukas22%2C10 Lukasevangelium, Kapitel 22, Vers 10], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 12 Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote, an dem man das Paschalamm zu schlachten pflegte, sagten die Jünger zu Jesus: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?<br/> 13 Da schickte er zwei seiner Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in die Stadt; dort wird euch ein '''Mensch''' begegnen, der einen '''Wasser'''krug trägt. Folgt ihm,<br/> 14 bis er in ein Haus hineingeht; </blockquote> Die Jünger und Jesus waren zu Beginn des Festes Pessach zusammen, also in der Jahreszeit kurz nach der Tag-und-Nacht-Gleiche des Frühlings. Falls sie sich kurz vor der Morgendämmerung nordwestlich von einer Stadt aufgehalten hätten, könnte die Anweisung bedeutet haben, dass sich die Jünger nach Südosten, genau in die Richtung des dort über dem Horizont stehenden Sternbilds Wassermann (Aquarius) und dann in das Haus begeben sollen, welches beim Gehen des Wegs das Sternbild verdeckte. Falls mit der erwähnten Stadt Jerusalem gemeint wäre, hätten zwei Wege aus nordwestlicher Richtung in die Stadt geführt: * Die Straße von Damaskus über Galiläa durch das nordwestlich gelegene Damaskustor (lateinisch: "Porta Galilaeae"). * Die Straße von der Küstenstadt Jaffa (Joppa) über Emmaus durch das westlich gelegene Jaffator (lateinisch: "Porta Pugru" oder "Porta David"). [[Datei:Blick.auf.das.alte.Jerusalem.mit.aufgehendem.Wassermann.png|mini|links|hochkant=3|Blick auf das Jaffator des alten Jerusalems mit dem zur Zeit des Paschamahls am frühen Morgen aufgehendem Sternbild Wassermann.]] <div style="clear:both"></div> Im sechsten Kapitel der Offenbarung des Johannes tauchen ferner die '''vier Apokalyptischen Reiter''' auf einem weißen, einem feuerroten, einem schwarzen und einem fahlen Pferd sowie die '''vier Engel''' an den '''vier Ecken der Erde''', die die '''vier Winde der Erde''' fest aufhielten. Das Himmlische Jerusalem ist '''viereckig''' angelegt:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung6 Offenbarung, Kapitel 6, bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Dann sah ich: Das Lamm öffnete das erste der sieben Siegel; und ich hörte das erste der '''vier Lebewesen''' wie mit Donnerstimme rufen: Komm!<br/> 2 Da sah ich und siehe, ein '''weißes Pferd'''; und der auf ihm saß, hatte einen '''Bogen'''. Ein Kranz wurde ihm gegeben und als Sieger zog er aus, um zu siegen.<br/> 3 Als das Lamm das zweite Siegel öffnete, hörte ich das '''zweite Lebewesen''' rufen: Komm!<br/> 4 Da erschien ein anderes '''Pferd'''; das war '''feuerrot'''. Und der auf ihm saß, wurde ermächtigt, der Erde den Frieden zu nehmen, damit die Menschen sich gegenseitig abschlachteten. Und es wurde ihm ein großes '''Schwert '''gegeben.<br/> 5 Als das Lamm das dritte Siegel öffnete, hörte ich das '''dritte Lebewesen''' rufen: Komm! Da sah ich und siehe, ein '''schwarzes Pferd'''; und der auf ihm saß, hielt in der Hand eine '''Waage'''.<br/> 6 Inmitten der vier Lebewesen hörte ich etwas wie eine Stimme sagen: Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar. Aber dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu!<br/> 7 Als das Lamm das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des '''vierten Lebewesens''' rufen: Komm!<br/> 8 Da sah ich und siehe, ein '''fahles Pferd'''; und der auf ihm saß, heißt der '''Tod'''; und die Unterwelt zog hinter ihm her. Und ihnen wurde die Macht gegeben über ein Viertel der Erde, Macht, zu töten durch Schwert, Hunger und Tod und durch die Tiere der Erde. </blockquote> Das '''Himmlische Jerusalem''' ist entsprechend den vier Haupthimmelsrichtungen '''quadratisch''' angelegt:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung21,6 Offenbarung, Kapitel 21, Vers 6, bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 16a Die Stadt war '''viereckig''' angelegt und ebenso lang wie breit. </blockquote> [[Datei:Grosses.Kreuzzeichen.png|mini|rechts|hochkant=2|Großes Kreuzzeichen.]] Beim großen Kreuzzeichen wird in der katholischen Liturgie mit den Fingern der rechten Hand ein Kreuz gezeichnet, wobei die Stirn, die Brust und beide Schultern markiert werden. Hierbei ist folgendes zu bemerken: Es gibt '''ein''' Kreuz, das aus '''zwei''' senkrechten Linien mit '''vier''' Endpunkten besteht, während '''drei''' Personen mit dem Text „Im Namen des Vaters, des Sohne und des Heiligen Geistes.“ angesprochen werden. Der Advent hat '''vier Sonntage'''. → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus/ Vierfalt|'''Dialog über die Vierfalt zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] <div style="clear:both"></div> ==Zur Sieben== [[Datei:Siebentel.Dreieck.png|mini|rechts|hochkant=2|Werden die '''drei '''Seiten eines Dreiecks ABC beispielsweise mit Hilfe der geometrischen Konstruktion mit den gestrichelten '''halbierten '''Strecken''' gedrittelt''' und werden die '''drei''' entsprechenden Punkte A', B' und C' mit den gegenüberliegenden Dreieckspunkten C, A und B verbunden, ergibt sich im Inneren des Dreieckes an den '''drei''' Schnittpunkten dieser Verbindungslinien ein weiteres Dreieck A"B"C", das genau ein '''Siebentel''' der Fläche des Dreiecks ABC hat.<br/> '''Hinweise für einen geometrischen Beweis:'''<br/> - Die Dreiecke AA'C, BB'A und CC'B müssen ein Drittel (respektive sieben Einundzwanzigstel) der Fläche des Dreiecks ABC haben.<br/> - Die Dreiecke AC'C", BA'A" und CB'B" müssen die doppelte Fläche der Dreiecke CC'C", AA'A" und BB'B" haben.<br/> - Die Dreiecke AA"C", BB"A" und CC"B" müssen die dreifache Fläche der Dreiecke CC'C", AA'A" und BB'B" haben.<br/> - Die Dreiecke AA'A", BB'B" und CC'C" müssen jeweils ein Siebentel des Flächeninhalts der Dreiecke ABB', BCC' und CAA' beziehungsweise ein Einundzwanzigstel der Fläche des Dreiecks ABC haben.]] Die Primzahl '''Sieben''' ist die einzige Zahl von der Zwei bis zur Elf, die keine gemeinsamen Teiler mit den anderen neun Zahlen hat oder ein Vielfaches dieser Zahlen ist. Ferner ist das regelmäßige Siebeneck das regelmäßige Polygon mit den wenigsten Ecken, das nicht rein geometrisch mit Lineal und Zirkel konstruiert werden kann. Dies vermittelt der Sieben seit jeher eine Sonderstellung in vielen Bereichen des geistigen Lebens. Es gibt '''sieben Hauptsterne der Plejaden''' ('''Siebengestirn'''), '''sieben regelmäßig zu beobachtende Wandelgestirne''', nach denen die '''sieben Tage der Woche''' benannt wurden, und '''sieben helle Himmelsobjekte in der Nähe der Ekliptik''', die in '''Konjunktion''' mit dem Mond oder den Planeten stehen können. → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Plejaden|'''Die Plejaden''']] → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Kalenderführung#Die_Siebentagewoche|'''Die Siebentagewoche''']] → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Der_Fixsternhimmel#Die_sieben_hellsten_Objekte_der_Ekliptik|'''Die sieben hellsten Objekte der Ekliptik''']] → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen|'''Konjunktionen''']] Ferner sei an dieser Stelle festgehalten, dass ein Mondviertel gut '''sieben Tage''' dauert. Es gibt in der Einteilung der Ekliptik beim altarabischen '''Manazil al-Qamar''' vier mal sieben Mondhäuser. → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Manazil_al-Qamar|'''Manazil al-Qamar''']] Darüber hinaus hat die '''Sieben''' in Verbindung mit der Zwölf eine besondere Bedeutung in Lunisolarkalendern und im Meton-Zyklus: Wenn in 19&nbsp;tropischen Sonnenjahren zu den 12&nbsp;synodischen Monaten eines Mondjahres 7&nbsp;Schaltmonate eingefügt werden, sind der Sonnenkalender und der Mondkalender wieder bis auf nur rund zwei Stunden Abweichung synchron. → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Meton-Zyklus|'''Der Meton-Zyklus''']] Nur '''sieben''' der zwölf Sternzeichen des Zodiaks sind Tiere, fünf sind es nicht: Zwillinge (Gemini), Jungfrau (Virgo), Waage (Libra), Schütze (Sagittarius) und Wassermann (Aquarius). Deswegen ist es auch nicht so ganz zutreffend von Zodiak oder vom Tierkreis zu sprechen. Da einzig das Sternbild Waage (Libra) kein Lebewesen ist und im Übrigen früher Teil des Sternbilds Skorpion gewesen ist, wäre der Begriff "Lebewesenkreis" dem Begriff "Tierkreis" vielleicht allgemein vorzuziehen. ===Die Siebentagewoche=== [[Datei:Regenbogen.Ausschnitt.P1010302.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Ausschnitt eines Regenbogens mit seinen sieben Hauptfarben '''<span style="color:#FF0000">Rot</span>, <span style="color:#FF7F00">Orange</span>, <span style="color:#FFDF00">Gelb</span>, <span style="color:#00BF00"> Grün</span>, <span style="color:#00BFBF">Türkis</span>, <span style="color:#0000FF">Blau</span> und <span style="color:#7F00FF">Violett</span>'''.]] Alle sieben seit jeher mit bloßem Auge zu sehenden und gegenüber dem Sternhimmel beweglichen Gestirne bewegen sich von der Erdoberfläche aus gesehen also scheinbar entlang der Ekliptik um die Achse zwischen den beiden Ekliptikpolen. Schon in der größten griechischen Stadt Böotiens, Theben, der Stadt der sieben Tore, sollen vor fast 3000 Jahren die sieben Stadttore diesen sieben Wandelgestirnen in der Reihenfolge der Wochentage zugeordnet gewesen sein. Möglicherweise war diese Reihenfolge von den phönizischen Gründern der Stadt mitgebracht worden.<ref>''Real-Encyklopädie für protestantische Theologie und Kirche'', 17. Band, Wilhelm Lotz : Kapitel ''Woche'', Seite 255, Johann Conrad Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig, 1886</ref> Ferner gibt es auch Zuordnungen zwischen den sieben Wandelgestirnen und den sieben leicht unterscheidbaren Hauptfarben von Regenbögen: * <span style="color:#FF0000">Rot (wie Rubin)</span> * <span style="color:#FF7F00">Orange (wie Karnerol)</span> * <span style="color:#FFDF00">Gelb (wie Gold)</span> * <span style="color:#00BF00"> Grün (wie Smaragd)</span> * <span style="color:#00BFBF">Türkis (wie Türkis)</span> * <span style="color:#0000FF">Blau (wie Lapislazuli)</span> * <span style="color:#7F00FF">Violett (wie Amethyst)</span> Diese sieben Himmelsobjekte, die sich gegenüber dem Fixsternhimmel je nach den Entfernungen von der Erde und von der Sonne mehr oder weniger schnell bewegen, sind im Folgenden angegeben. Die Tatsache, dass sie nur über ihre (siderischen) Umlaufzeiten geordnet in einem Heptagramm dargestellt werden können, das ausgehend von der oben dargestellten Sonne die bekannte Reihenfolge der Wochentage ergibt, ist ein Indiz dafür, dass die Kenntnis aller Umlaufzeiten eine Voraussetzung für diese Reihenfolge ist: {| class="wikitable sortable" |+ Die sieben sich in der Ekliptik gegenüber dem Fixsternhimmel bewegenden Himmelskörper !title="Himmelskörper"| Himmels-<br/>körper !title="Symbol" class="unsortable"| Symbol !title="Siderische Umlaufzeit"| Siderische<br/>Umlaufzeit<br/>in Tagen !title="Siderische Umlaufzeit"| Siderische<br/>Umlaufzeit<br/>in Monaten !title="Siderische Umlaufzeit"| Siderische<br/>Umlaufzeit<br/>in Jahren !title="Scheinbare Helligkeit"| Scheinbare<br/>Helligkeit !title="Bahnneigung zur Ekliptik"| Bahnneigung<br/>zur Ekliptik !title="Maximale Elongation"| Maximale<br/>Elongation !title="Lateinische Bezeichnung"| Lateinische<br/>Bezeichnung<br/>des Wochentags !title="Gottheiten" class="unsortable"| Gottheiten !title="Wochentag"| Wochentag !title="Nummer"| Nummer !title="Farbe"| Farbe |- | Mond || [[Datei:Moon crescent symbol.svg|40px]] || 27,3 || 0,90 || 0,075 || -13<sup>m</sup> || 5,1° || 180° || dies lunae|| Mani || Montag || 2 || style="background:#FF7F00" | <span style="color:#FF7F00"> 2 </span> |- | Merkur|| [[Datei:Mercury symbol.svg|40px]] || 77 || 2,5 || 0,21 || -2<sup>m</sup> || 7,0° || 28° || dies Mercuri || Odin / Wotan / Wodan || Mittwoch || 4 || style="background:#7F00FF" | <span style="color:#7F00FF"> 7 </span> |- | Venus|| [[Datei:Venus symbol.svg|40px]] || 225 || 7,4 || 0,62 || -5<sup>m</sup> || 3,4° || 48° || dies Veneris|| Frija / Frigg / Frigga || Freitag || 6 || style="background:#00BFBF" | <span style="color:#00BFBF"> 5 </span> |- | Sonne|| [[Datei:Sun symbol.svg|40px]] || '''365,25''' || '''12,0''' || '''1,00''' || -27<sup>m</sup> || 0,0° || 0° || dies solis || Sol / Sunna || Sonntag || 1 || style="background:#FFDF00" | <span style="color:#FFDF00"> 3 </span> |- | Mars|| [[Datei:Mars symbol.svg|40px]] || 687 || 22,6 || 1,88 || -3<sup>m</sup> || 1,9° || 180° || dies Martis || Tiu / Ziu / Tyr || Dienstag || 3 || style="background:#FF0000" | <span style="color:#FF0000"> 1 </span> |- | Jupiter|| [[Datei:Jupiter symbol.svg|40px]] || 4333 || 142,4 || '''11,9''' || -3<sup>m</sup> || 1,3° || 180° || dies Iovis|| Thor / Donar / Thunar || Donnerstag || 5 || style="background:#0000FF" | <span style="color:#0000FF"> 6 </span> |- | Saturn|| [[Datei:Saturn symbol.svg|40px]] || 10760 || 353,5 || 29,5 || -0,5<sup>m</sup> || 2,5° || 180° || dies Saturni || Saturn || Samstag || 7 || style="background:#00BF00" | <span style="color:#00BF00"> 4 </span> |} <gallery caption="Die sieben Himmelskörper der Wochentage" widths=300 heights=300 mode=packed> Athanasius.Kircher.ArsMagna.LucisEtUmbrae.Wochentage.png|Wochentagsheptagramm und ''Tabella Regiminis Planetarum'' ("Tabelle der Lenkung der Planeten") von Athanasius Kircher in dessen Ars Magna Lucis et Umbrae von 1645. "Dies" = "Tag", "Noctis" = "Nacht", "sive" = "oder", "Feria" = "Wochentag" Heptagramm.Pergament.png|Heptagramm mit den drei Anfangsbuchstaben der lateinischen Bezeichnungen der Wochentage beziehugsweise Himmelskörper. Wochentagsheptagramm.png|Die sieben den gegenüber dem Fixsternhimmel beweglichen Himmelskörper und deren Zuordnungen zu den Wochentagen in der Darstellung eines Heptagramms, das mit dem Mond beginnend entgegen dem Uhrzeigersinn und aufsteigend nach den siderischen Umlaufzeiten angeordnet ist. Die Sonne befindet sich oben. BlumeDesLebens7.png|Hexagonaler Ring mit sieben jeweils um eine Radiuslänge überlappenden Kreisen. Ein Kreis im Zentrum umrundet von sechs weiteren Kreisen.<ref>Siehe auch: [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gold_roundels_from_Grave_Circle_A,_Grave_III_02.jpg Gold roundels from Grave Circle A, Grave III], aus einem Grab aus der Bronzezeit auf dem königlichen Friedhof der Zitadelle von Mykene</ref><ref>Jens Høyrup: [http://www.numdam.org/article/RHM_2000__6_1_5_0.pdf Geometrical patterns in the pre-classical Greek area. Prospecting the borderland between decoration, art, and structural inquiry], Revue d’histoire des mathematiques, 6, Seite 29 und 30, 2000</ref><ref>Lars Marius Garshol: [https://digital.kenyon.edu/perejournal/vol7/iss4/7 Olav’s Rose, Perun’s Mark, Taranis’s Wheel], Peregrinations: Journal of Medieval Art and Architecture 7, 4: 121-151, 2021</ref> </gallery> Die Siebentagewoche und die Bezeichnungen der sieben Wochentage gehen also auf diese sieben Himmelskörper zurück. Die Sonne ist mit großem Abstand das hellste dieser Himmelsobjekte, und nur der Mond kann über den gesamten Tag gleichzeitig mit ihr am Taghimmel gesehen werden. [[Datei:Stier.Mars.Uranus.Widder.P1025009.png|mini|rechts|hochkant=2|Der Uranus (unten in der Mitte) im Sternbild Widder (Aries) im Vergleich zu einigen markanten Himmelsobjekten: Oben links der Planet Mars im Goldenen Tor der Ekliptik im Sternbild Stier (Taurus) zwischen dem Roten Riesen Aldebaran (α Tauri) im offenen Sternhaufen der Hyaden und dem offenen Sternhaufen der Plejaden. In der Nachbarschaft im Uhrzeigersinn die hellen Sterne Algol (β Persei), Alamak (γ Andromedae), Mirach (β Andromedae), Hamal (α Arietis), Menkar (α Ceti).]] Der Planet '''Uranus''' ist bei günstigen Beobachtungsverhältnissen zwar gerade noch mit bloßem Auge zu sehen, wird mit seiner scheinbaren Helligkeit von 5,5<sup>m</sup> allerdings von mehreren tausend Fixsternen übertroffen. Er wurde mehrfach beobachtet, jedoch für einen Fixstern gehalten, da er sich mit einer siderischen Umlaufzeit von 84&nbsp;Jahren nur sehr langsam gegenüber dem Fixsternhimmel bewegt. Daher wurde er erst im 18.&nbsp;Jahrhundert zufällig von dem deutsch-britischen Musiker und Amateurastronomen '''Wilhelm Herschel''' (*&nbsp;1738; †&nbsp;1822) und somit lange nach der Erfindung des Fernrohrs entdeckt. Der Planet '''Neptun''' bewegt sich noch langsamer als der Planet Uranus (die siderische Umlaufzeit beträgt fast 165&nbsp;Jahre) und ist ohne optische Geräte gar nicht sichtbar. Er wurde zum Jahreswechsel 1612/1613 von Galileo Galilei (*&nbsp;1564; †&nbsp;1642) in Konjunktion zum Planeten Jupiter beobachtet, aber für einen Fixstern oder einen weiteren Jupitermond gehalten. Der Neptun wurde erst Mitte des 19.&nbsp;Jahrhunderts aufgrund aufwendiger mathematischer Berechnungen ausfindig gemacht. → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus/ Kalender|'''Dialog über den Kalender zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] ===Bedeutung der Sieben in Religionen=== [[Datei:Menorah 0307.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Nachgebildeter siebenarmiger Leuchter ('''Menora''') des Jerusalemer Tempels mit drei Armen nach rechts und drei Armen nach links.]] Die Sieben ist eine in den alten Schriften recht häufig auftauchende Zahl. Beispiele sind die '''sieben Himmel''', die '''sieben Stufen der Türme''', die '''sieben Zweige des Lebensbaums''' oder die '''sieben Locken des Gilgamesch''' in der babylonischen Tradition.<ref>Kurt Aram: [https://www.projekt-gutenberg.org/aram/magie/chap006.html Das babylonische Weltbild], in: ''Magie und Zauberei in der alten Welt'', Deutsche Buch-Gemeinschaft, 1927</ref> Laut der Schöpfungsgeschichte wurde die Welt '''in sieben Tagen erschaffen''', und es gab die '''sieben mageren''' und die '''sieben fetten Jahre''':<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose41 Die Deutung der Träume Pharaos], Kapitel 41, Verse 26 und 27 im Buch Genesis, Einheitsübersetzung</ref> <blockquote> 26 ''Die '''sieben schönen Kühe''' sind '''sieben Jahre''', und die '''sieben schönen Ähren''' sind '''sieben Jahre'''. Es ist ein und derselbe Traum.''<br/> 27 ''Die '''sieben mageren und hässlichen Kühe''', die nachher heraufkamen, sind '''sieben Jahre''', und die '''sieben leeren, vom Ostwind ausgedörrten Ähren''' sind '''sieben Jahre Hungersnot'''.'' </blockquote> Noach sollte vor Ablauf einer '''siebentägigen''' Frist von allen reinen Tieren je '''sieben Paare''' mitnehmen.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose7 Genesis, Kapitel 7], Einheitsübersetzung</ref> Im zweiten Buch des Alten Testaments „Exodus“ gibt es die Anweisung einen '''siebenarmigen Leuchter''' aus Gold herzustellen:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/2.Mose25%2C31-40 Das Heiligtum und seine Geräte], Kapitel 25, Vers 31 bis 40 im Buch Exodus, siehe auch [https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose8 Dienst am siebenarmigen Leuchter], Kapitel 4 im Buch Numeri, Einheitsübersetzung</ref> <blockquote> 31a ''Mach einen Leuchter aus purem Gold!''<br/> 31b ''Der Leuchter, sein Gestell und sein Schaft, seine Kelche, Knospen und Blüten sollen '''aus einem Stück''' getrieben sein.''<br/> 32a ''Von seinen Seiten sollen '''sechs''' Arme ausgehen,''<br/> 32b '''''drei''' Leuchterarme auf der einen Seite und '''drei''' Leuchterarme auf der anderen Seite.''<br/> 33a ''Der '''erste''' Arm soll '''drei''' mandelblütenförmige Kelche mit je '''einer''' Knospe und '''einer''' Blüte aufweisen''<br/> 33b ''und der '''zweite''' Arm soll '''drei''' mandelblütenförmige Kelche mit je '''einer''' Knospe und '''einer''' Blüte aufweisen;''<br/> 33c ''so alle '''sechs''' Arme, die von dem Leuchter ausgehen.''<br/> 34 ''Am Leuchter sollen '''vier''' mandelblütenförmige Kelche mit Knospen und Blüten sein,''<br/> 35a '''''eine''' Knospe unter dem '''ersten''' Paar seiner Arme,''<br/> 35b '''''eine''' Knospe unter dem '''zweiten''' Paar seiner Arme''<br/> 35c ''und '''eine''' Knospe unter dem '''dritten''' Paar seiner Arme,''<br/> 35d ''bei allen '''sechs''' Armen, die vom Leuchter ausgehen.''<br/> 36 ''Seine Knospen und seine Arme sollen aus ihm herausgetrieben und aus purem Gold sein.''<br/> 37 ''Dann mach für den Leuchter '''sieben''' Lampen und setze seine Lampen so auf, dass sie das Licht nach vorn fallen lassen;''<br/> 38 ''dazu Dochtscheren und Pfannen aus purem Gold.''<br/> 39 ''Aus einem Talent puren Goldes soll man den Leuchter und alle diese Geräte machen.''<br/> 40 ''Sieh zu, dass du es nach dem Modell ausführst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist!'' </blockquote> Der Prophet ''Bileam sagte zu Balak (König der Moabiter): Errichte mir hier '''sieben Altäre''' und stell mir hier '''sieben junge Stiere''' und '''sieben Widder''' bereit&nbsp;!''<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose23 Kapitel 23, Vers 1 im Buch Numeri], Einheitsübersetzung</ref> Moses bekam die Anweisung, am Monatsanfang '''sieben fehlerlose, einjährige Lämmer''' zu opfern, und nach dem Pessachfest '''sieben Tage''' lang ungesäuerte Brote zu essen.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose28 Opfer und Feste], Kapitel 28 im Buch Numeri, Einheitsübersetzung</ref> Bei der Belagerung Jerichos sollten '''''sieben Priester sieben Widderhörner''' vor der Lade hertragen.'' Am '''siebten Tag''' sollten die Krieger '''siebenmal''' um die Stadt herumziehen.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Josua6%2C4 Einnahme Jerichos], Kapitel 6 im Buch Josua</ref> [[Datei:Vollmond.Stiersymbol.P1079912.png|mini|rechts|hochkant=2|Astronomische Aufnahme mit dem Vollmond, dem eingeblendetem Asterismus des Himmelsstieres und den Bezeichnungen der hellsten Sterne in der Himmelsregion der heutigen Sternbilder Stier (links oben), Walfisch (unten) und Widder (rechts).]] Der Prophet Hesekiel thematisiert im Kapitel 45 ab Vers 18 „Die großen Feste“ die '''Sieben''' in mehrfacher Hinsicht, unter anderem auch in Bezug auf den durch den Sternenhimmel festgelegten Festkalender und den damit eng verbundenen Asterismus des '''Himmelsstieres''' am Sternenhimmel, der die heutigen Sternbilder '''Stier''' (Taurus) und '''Widder''' (Aries) umfasst:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Hesekiel45 Die großen Feste], Kapitel 45 im Propheten Hesekiel, Einheitsübersetzung</ref><ref>Vergleiche auch [https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose23 Buch Numeri, Kapitel 23], Einheitsübersetzung</ref> → Siehe hierzu auch '''[[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Astronomische_Bezugssysteme#Der_Himmelsstier|Astronomische Bezugssysteme / Der Himmelsstier]]'''. <blockquote> 18 ''So spricht GOTT, der Herr: '''Am ersten Tag des ersten Monats''' sollst du einen jungen '''Stier''' aus der Rinderherde nehmen, der ohne Fehler ist, und das Heiligtum entsündigen.''<br/> 19 ''Der Priester nimmt etwas Blut von dem Sündopfer und bestreicht damit die Türpfosten des Tempels und die '''vier Ecken''' der Einfassung des Altars und die Türpfosten des Tors zum inneren Vorhof.''<br/> 20 ''Dasselbe sollst du am '''siebten Tag des Monats''' tun für die, die sich aus Versehen oder aus Unwissenheit verfehlt haben. So sollt ihr den Tempel entsühnen.''<br/> 21 ''Am '''vierzehnten Tag des ersten Monats''' sollt ihr das '''Pessach''' feiern, ein '''Fest von sieben Tagen'''. Da soll man ungesäuerte Brote essen.''<br/> 22 ''Der Fürst soll an diesem Tag für sich und für das ganze Volk im Land einen '''Stier''' zum Sündopfer bereitstellen.''<br/> 23 ''An den sieben Festtagen soll er als Brandopfer für den HERRN '''sieben Stiere''' und '''sieben Widder''', die ohne Fehler sind, bereitstellen, und zwar an jedem der '''sieben''' Tage, dazu täglich einen Ziegenbock als Sündopfer.''<br/> 24 ''Für das Speiseopfer soll er ein Efa Mehl je '''Stier''' und ein Efa Mehl je '''Widder''' bereitstellen, dazu je Efa Mehl ein Hin Öl.''<br/> 25 ''Genau dasselbe soll er '''sieben Tage lang''' mit dem Sündopfer, dem Brandopfer und Speiseopfer und mit dem Öl an dem Fest machen, das am '''fünfzehnten Tag des siebten Monats''' beginnt.'' </blockquote> Diese Verse nehmen Bezug auf den Monat '''Nisan''' (ungefähr März), an dem mit dem Sederabend am vierzehnten Tag das darauffolgende einwöchige Fest Pessach eingeleitet wird, und den Monat '''Tischri''' (ungefähr September), an dem ab dem fünfzehnten Tag das einwöchige Fest Sukkot (Laubhüttenfest) eingeleitet wird. Im Neuen Testament gibt es Anspielungen, die auf die besondere Bedeutung der Zahlen '''Sieben und Zwölf''' (siehe unten) hinweisen, wie im Kapitel 8 des Markusevangeliums:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Markus8 Die blinden Jünger], Kapitel 8 im Markusevangelium, Einheitsübersetzung</ref> <blockquote> 19 ''Als ich die fünf Brote für die Fünftausend brach, wie viele Körbe voll Brotstücke habt ihr da aufgehoben? Sie antworteten ihm: '''Zwölf'''.''<br/> 20 ''Und als ich die sieben Brote für die Viertausend brach, wie viele Körbe voll habt ihr da aufgehoben? Sie antworteten: '''Sieben'''.''<br/> 21 ''Da sagte er zu ihnen: Versteht ihr immer noch nicht?'' </blockquote> Besonders in der '''Offenbarung des Johannes''' (Apokalypse) spielt die Zahl Sieben eine zentrale Rolle:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung1 Offenbarung des Johannes], Einheitsübersetzung</ref> * Kapitel 1 ** Die sieben Gemeinden in der Provinz Asien ** Die sieben Geister (Gottes) vor seinem Thron ** Sieben goldene Leuchter ** Sieben Sterne in seiner Rechten * Kapitel 4 ** Die sieben sieben vor dem Thron lodernden Fackeln, die sieben Geister Gottes * Kapitel 5 "Das versiegelte Buch und das Lamm" ** Die Buchrolle mit sieben Siegeln ** Das Lamm mit sieben Hörnern und sieben Augen * Kapitel 8 "Das siebte Siegel und der Engel mit der Räucherpfanne" ** Sieben Engel ** Sieben Posaunen * Kapitel 10 "Der Engel und der siebenfache Donner" ** Sieben Donner * Kapitel 12 "Die Frau und der Drache" ** Drache mit sieben Köpfen und sieben Diademen * Kapitel 15 "Die Ankündigung der sieben letzten Plagen" ** Die sieben letzten Plagen ** Die sieben goldenen Schalen * Kapitel 17 "Die große Stadt Babylon und ihr Fall" ** Die sieben Köpfe bedeuten sieben Berge ** Die sieben Könige <gallery caption="Die Sieben in der Offenbarung des Johannes" widths=360 heights=360 mode=packed> Durer-vision-hires.gif|Die Vision aus dem ersten Kapitel der Offenbarung des Johannes mit dem Menschensohn, der '''sieben Sterne''' in seiner rechten Hand hat und von sieb'''en goldenen Leuchtern''' umgeben ist, in einem Holzschnitt von Albrecht Dürer von 1498. TriererApokalypse.Offenbarung.4.png|Die Vision aus dem vierten Kapitel der Offenbarung des Johannes mit den vier geflügelten Wesen in den vier Himmelsrichtungen um den Thron und den '''sieben''' davor '''lodernden Fackeln''', die den '''sieben Geistern Gottes''' entsprechen ('''sieben Wandelgestirne'''), in der '''Trierer Apokalypse''' aus dem ersten Viertel des neunten Jahrhunderts. </gallery> Im Kontext der römisch-katholischen Kirche taucht die Anzahl Sieben in vielen Zusammenhängen auf: {| class="wikitable" |+ Die Sieben im Kontext der römisch-katholischen Kirche |- | Die '''sieben Bitten im Vaterunser''' | Dein Reich komme. | Dein Wille geschehe. | Wie im Himmel, so auf Erden. | Unser tägliches Brot gib uns heute. | Vergib uns unsere Schuld. | Führe uns nicht in Versuchung. | Erlöse uns von dem Bösen. |- | Die '''sieben letzten Worte Jesu am Kreuz''' | „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“<br/>(Lk 23,34) | „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“<br/>(Lk 23,43) | „Frau, siehe, dein Sohn!“ - „Siehe, deine Mutter!“<br/>(Joh 19,26-27) | „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“<br/>(Mk 15,34; Mt 27,46) | „Mich dürstet.“<br/>(Joh 19,28) | „Es ist vollbracht.“<br/>(Joh 19,30) | „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“<br/>(Lk 23,46) |- | Die '''sieben Sakramente''' | Taufe | Beichte | Eucharistie | Firmung | Ehe | Priesterweihe | Krankensalbung |- | Die '''sieben Gaben des Heiligen Geistes''' | Weisheit | Verstand | Rat | Stärke | Wissenschaft | Frömmigkeit | Gottesfurcht |- | Die '''sieben Tugenden''' | Glaube | Hoffnung | Liebe | Klugheit | Gerechtigkeit | Tapferkeit | Mäßigung |- | Die '''sieben Laster''' | Stolz | Geiz | Wollust | Neid | Völlerei | Zorn | Trägheit |- | Die '''sieben Töne''' nach dem Johannes-Hymnus | Ut | Re | Mi | Fa | Sol | La | Si |- | Die '''sieben römischen Pilgerkirchen''' | San Pietro in Vaticano | San Paolo fuori le Mura | San Sebastiano fuori le mura | San Giovanni in Laterano | Santa Crocein Gerusalemme | San Lorenzo fuori le mura | Santa Maria Maggiore |- | Die '''sieben römischen Hügel''' | Palatin | Kapitol | Quirinal | Viminal | Esquilin | Caelius | Aventin |- | Die '''sieben geistlichen Werke der Barmherzigkeit''' | Unwissende lehren | Zweifelnde beraten | Trauernde trösten | Sünder zurechtweisen | Beleidigern verzeihen | Lästige ertragen | Für Menschen beten |- | Die '''sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit''' | Hungrige speisen | Obdachlose beherbergen | Nackte kleiden | Kranke besuchen | Gefangene besuchen | Tote begraben | Almosen geben |- | Die '''sieben Freuden Mariens''' | Mariä Verkündigung | Mariä Heimsuchung | Geburt Jesu | Anbetung der Könige | Wiederfinden des zwölfjährigen Jesus im Tempel | Auferstehung Jesu | Aufnahme Mariens in den Himmel mit Krönung |- | Die '''sieben Schmerzen Mariens''' | Darstellung Jesu im Tempel mit Weissagung Simeons | Flucht nach Ägypten | Verlust des zwölfjährigen Jesus im Tempel | Begegnung zwischen Jesus und seiner Mutter am Kreuzweg | Kreuzigung Jesu | Kreuzabnahme und Übergabe des Leichnams an Maria | Grablegung Jesu |- | Die '''sieben freie Künste''' | Arithmetik | Geometrie | Musik | Astronomie | Grammatik | Rhetorik | Dialektik |} <div style="clear:both"></div> ===Die Bedeutung der Sieben in der Musiktheorie=== ====Die Obertonreihe==== [[Datei:Moodswingerscale.svg|mini|rechts|Harmonische transversale Schwingungen einer Saite. Die unten dargestellte Variante mit '''sieben''' Schwingungsbäuchen wird im Zusammenklang mit den anderen musikalisch nicht als angenehm empfunden, alle anderen Kombinationen erzeugen harmonische Konsonanzen.]] Die '''natürliche Obertonreihe''' kann unter Anwendung einfacher Mittel mit transversal schwingenden Saiten oder longitudinal schwingenden Luftröhren erzeugt werden, indem rationale Vielfache der Grundschwingung mit ihren Eigenfrequenzen angeregt werden. Die Zahl '''Sieben''' ist wegen ihrer Teilerfremdheit hierbei die einzige ganze Zahl bis Zehn, die bei den als harmonisch empfundenen ganzzahligen Verhältnissen nicht auftaucht. [[Datei:Monochord.Deutsches.Museum.jpg|rechts|mini|hochkant=2|Zwei parallele Monochorde auf einem gemeinsamen Resonanzkasten im Deutschen Museum in München.]] Bei zweiseitig eingespannten Saiten genügt es hierzu, bei ganzzahligen Verhältnissen der Saitenlänge einen Schwingungsknoten zu erzeugen. Dies kann leicht mit einem Monochord veranschaulicht werden. Musiker tun dies beim Spielen von Saiteninstrumenten (Chordophone) beispielsweise, indem sie die Saite an der betreffenden Stelle nicht niederdrücken, sondern nur berühren, so dass beim Anregen der Schwingung durch Zupfen oder Streichen ein Flageolettton erklingt. Bei Äolsharfen (Windharfen) werden diese Schwingungen durch das Anblasen mit verschiedenen Windgeschwindigkeiten angeregt. Bei Blasinstrumenten (Aerophone), wie Flöten oder Blechblasinstrumenten mit Kesselmundstück, kann die Obertonreihe durch Überblasen erzeugt werden. Bei Flöten wird der Blasdruck erhöht, und in Kesselmundstücken wird die Lippenspannung erhöht, so dass die zunehmend höheren Frequenzen der Obertonreihe angeregt werden. Die folgende Tabelle zeigt die Verhältnisse bei der Obertonreihe für die ersten zehn Töne sowie die dazugehörigen musikalischen Intervallbezeichnungen. Der erste Ton stellt den Grundton dar: {| class="wikitable" |'''Natürliche Zahl''' |'''Verhältnis''' |'''Dezimalzahl''' |'''Musikalisches Intervall''' |- |1 |1 |1,000000 |Prime |- |2 |1 |2,000000 |Oktave |- |3 |2 |1,500000 |Quinte |- |4 |3 |1,333333 |Quarte |- |5 |4 |1,250000 |Große Terz |- |6 |5 |1,200000 |Kleine Terz |- |7 |6 |1,166667 | - |- |8 |7 |1,142857 | - |- |9 |8 |1,125000 |Großer Ganzton |- |10 |9 |1,111111 |Kleiner Ganzton |} ====Der Heptachord==== Aus diesen Verhältnissen ergibt sich verhältnismäßig zwanglos die diatonische Tonfolge aus den '''sieben''' Tönen A – B – C – D – E – F – G. Diese heptatonische Tonleiter ('''Heptachord''') bildet die Grundlage für das antike '''Systema Téleion''' der Griechen, das sich in den Jahrhunderten nach Pythagoras herausbildete. Auch das von '''Boethius''' und '''Guido von Arezzo''' dokumentierte mittelalterliche System der kirchenmusikalischen Tonarten beruht auf dieser siebentönigen Folge.<ref>[http://12koerbe.de/arche/boe-mu1.htm#XVIIII. XVIIII. Daß die Oktave aus fünf Ganztonschritten plus zwei Halbtonschritten zusammengefügt ist.], in: ''De institutione musica : Von der musikalischen Unterweisung'', Boethius, nach Gottfried Friedlein, Leipzig, Teubner, 1867; ins Deutsche übersetzt von Hans Zimmermann, Görlitz, 2009</ref><ref>[https://archive.org/details/micrologusguido00hermgoog/page/n129/mode/2up Kapitel XX. wie die Musik aus dem Klange der Hämmer erfunden worden sei], in: ''Micrologus Guidonis de disciplina artis musicae'' / ''Kurze Abhandlung Guido's über die Regeln der musikalischen Kunst'', ins Deutsche übersetzt von Michael Hermesdorff, Trier, 1876</ref> → Siehe auch '''[[Pythagoras in der Schmiede]]'''. ==Zur Elf== Die '''Elf''' ist eine Primzahl. Die Differenz zwischen Mondjahr (zwölf synodische Monate mit 29,53 Tagen = 354,37&nbsp;Tage) und Sonnenjahr (365,24&nbsp;Tage) beträgt etwa '''11&nbsp;Tage'''. Schon die Sumerer hatten am Ende Ihres Jahres mit zwölf Mondmonaten das elftägige Neujahrsfest Atiki gefeiert, so dass nach dem Ende des Neujahrsfestes der Frühlingspunkt. → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Plejaden#Das_babylonische_Neujahrsfest_Akiti|Kapitel '''Die Plejaden''' / Abschnitt '''Das babylonische Neujahrsfest Akiti''']]. Auch auf Malta war den Menschen offenbar bereits in der Jungsteinzeit diese Tagesdifferenz bekannt, da auf dem Kalenderstein von Mnajdra eine abzählbare Reihe mit '''elf Löchern''' auftaucht. <gallery mode="packed" widths="640" heights="320" caption="Vorgeschichtliche Erscheinungen der Zahl Elf"> Bluetenbestaeubung.P1151493.jpg|Detail eines assyrischen Reliefs im Vorderasiatischen Museum Berlin mit einem Blütenstaubeimer sowie einem Armband mit '''elfblättriger''' Blüte. Gemme.Mond.Stern.Sonne.ain.kaf.ros.kaf.kaf.lamd.2Stierkoepfe.png|Gemme mit der Darstellung von liegender Mondsichel, Stern und Sonne mit '''elf zackenförmigen Strahlen''', mit einer Inschrift mit den phönizischen Buchstaben lamd, kaf, kaf, ros, kaf, ain (von rechts nach links, dies entspricht hebräisch „לככרכע“, griechisch „λκκρκο“ beziehungsweise lateinisch „lkkrko“) sowie mit zwei Stierköpfen aus der kaiserlichen Nationalbibliothek in Paris. Die Übersetzung der Inschrift dürfte „dem mächtigen Baal“ bedeuten.<ref>Moritz Abraham Levy: [https://books.google.de/books?id=w2o6AAAAcAAJ&lpg=PA31&ots=CFLP1IzvXr&dq=phoenizische%20buchstaben%20sonne%20mond&hl=de&pg=PA36#v=onepage&q&f=false Phönizische Studien - II. Backsteine, Gemmen und Siegel aus Mesopotamien mit phönizischer (altsemitischer) Schrift - B "Gemmen und Siegel" - Nummer 11], Seite 36 und 37, siehe auch Tafel 10, Band 2, Leuckart, Breslau, September 1857</ref> Kalenderstein.Mnajdra.labelled.png|Skizze der Lochreihen auf dem [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Kalenderstein_vom_Tempel_Mnajdra|Kalenderstein vom Tempel Mnajdra]] aus der Tempelperiode der Insel Malta nach Ventura und Hoskin.<ref name="Ventura"/> Die Reihe E umfasst '''elf Löcher'''. Auch die anderen Reihen weisen deutliche Bezüge zum Mond und verschiedenen Kalenderzyklen auf. </gallery> Die Erde steht innerhalb eines siderischen Jahres des Planeten Jupiter (zwölf Erdenjahre) '''elf Mal''' mit diesem in Opposition steht. Zu diesen Zeitpunkten ist der Abstand zwischen Erde und Jupiter am geringsten, der Jupiter hat steht in seinem größten Glanz und er kulminiert um Mitternacht auf dem südlichen Meridian. Im islamischen Kalender werden in dreißig Mondjahren '''elf Schalttage''' eingefügt. ==Zur Zwölf== [[Datei:Zwoelfknotenschnur.png|mini|rechts|hochkant=2|Die '''Zwölfknotenschnur''' (oben) wurde bereits im alten Ägypten verwendet und besteht aus zwölf gleich langen Segmenten, die mit zwölf Knoten markiert werden können. Damit kann ihre Gesamtlänge halbiert, gedrittelt, geviertelt und gesechstelt werden (links). Ein aus ihr gebildeter Kreis (unten Mitte) hat einen Durchmesser von knapp einem Drittel (genauer <math>\frac {12} {\pi}</math>) der Schnurlänge, und der Winkelabstand benachbarter Punkte beträgt vom Kreismittelpunkt aus gesehen genau 30&nbsp;Bogengrad (ein Zwölftel des vollen Kreises mit 360&nbsp;Bogengrad); die Kreisfläche beträgt <math>\frac {36} {\pi}</math>. Das aus der Schnur gebildete gleichseitige Dreieck (rechts oben) hat eine Basislänge von einem Drittel der Schnurlänge sowie drei Eckwinkel von genau 60&nbsp;Bogengrad; die Dreiecksfläche beträgt <math>4 \sqrt 3</math>. Der größte Winkel des aus der Schnur gebildeten Dreiecks mit den Seitenlängen von einem Viertel <math>\left( \frac {3} {12} \right)</math>, einem Drittel <math>\left( \frac {4} {12} \right)</math> und fünf Zwölfteln <math>\left( \frac {5} {12} \right)</math> der Gesamtlänge (rechts unten) ist ein rechter Winkel mit genau 90&nbsp;Bogengrad; dessen Flächeninhalt beträgt 6, der mittelgroße Winkel beträgt <math>\arctan \frac {4} {3}</math> und der kleine Winkel <math>\arctan \frac {3} {4}</math>.]] [[Datei:EU Flag specification.svg|mini|rechts|hochkant=2|Die Europaflagge besteht aus einem zentral, gleichmäßig in einem 30°-Raster und kreisförmig angeordneten Kranz aus zwölf goldenen, fünfzackigen, sich nicht berührenden Sternen auf azurblauem, rechteckigen Hintergrund mit dem Seitenverhältnis drei zu zwei.]] Die Zwölf wird auch ein Dutzend genannt und zerlegt sich wie folgt in Primfaktoren: :<math>12 = 2 \cdot 2 \cdot 3 = 2^2 \cdot 3 = 4 \cdot 3</math> Somit ist sie eine hochzusammengesetzte Zahl, nämlich die kleinste Zahl mit mehr als drei, nämlich sogar sechs ganzzahligen Teilern: 1, 2, 3, 4, 6 und 12. Die Umfang des kleinsten rechtwinkligen Dreiecks mit ganzzahligen Seitenlängen beträgt 12: :<math>3 + 4 + 5 = 12</math> Die Seitenlängen betragen also 3, 4 und 5 und erfüllen den Zusammenhang der durch den Satz des Pythagoras beschrieben ist: :<math>3^2 + 4^2 = 5^2</math> ===Der Tag=== An den Tagen der Tag-und-Nacht-Gleiche steht die Sonne zwölf Stunden oberhalb und zwölf Stunden unterhalb des Horizonts. ===Anzahl der Monate im Jahr=== Das Sonnenjahr und das Mondjahr haben zwölf Monate. Wegen der um zirka elf Tage kürzeren Dauer eines Mondjahres (Lunarjahr) gegenüber einem Sonnenjahr (Solarjahr), wird bei kombinierten Lunisolarkalendern ungefähr alle drei Jahre ein dreizehnter Schaltmonat eingefügt. ===Umlaufzeit des Planeten Jupiter=== Die siderische Umlaufzeit des Planeten Jupiter beträgt knapp '''zwölf Sonnenjahre''' (11,7 tropische Jahre) beziehungsweise gut zwölf Mondjahre mit je zwölf Monaten. Dies hat zur Folge, dass der Jupiter in aufeinanderfolgenden Jahren von der Erde aus betrachtet entlang der Ekliptik linksläufig um eines der '''zwölf Lebewesenkreiszeichen des Zodiaks''' weitergewandert ist. Ähnlich wie der Mond täglich in einem der 27 oder 28 Mondhäuser steht, steht der Jupiter also jährlich in einem Lebewesenkreiszeichen, die entsprechend als die zwölf "Jupiterhäuser" bezeichnet werden könnten. Innerhalb eines solchen Jupiterzyklus steht die Erde elf Mal in Opposition zum Jupiter, wobei der Abstand zwischen Erde und Jupiter dann minimal ist. Ferner kulminiert der Jupiter an diesen Tagen bei größter Höhe über dem Horizont um Mitternacht auf dem südlichen Meridian und hat dabei eine größte scheinbare Helligkeit von fast -3<sup>m</sup>. ===Der Zodiak=== Der Zodiak oder Lebewesenkreis (häufig unzutreffend auch als Tierkreis bezeichnet) beschreibt die zwölf Sternbilder entlang der Ekliptik, die in der folgenden Reihenfolge auftreten: * Frühling ** Widder (Aries) ** Stier (Taurus) ** Zwillinge (Gemini) * Sommer ** Krebs (Cancer) ** Löwe (Leo) ** Jungfrau (Virgo) * Herbst ** Waage (Libra) ** Skorpion (Scorpio) ** Schütze (Sagittarius) * Winter ** Steinbock (Capricornus) ** Wassermann (Aquarius) ** Fische (Pisces) In jeder der vier Jahreszeiten gibt es drei Monate, die einem der Lebewesenkreiszeichen zugeordnet werden können. Von allen Sternzeichen liegen nur diese zwölf Lebewesenkreiszeichen auf der Ekliptik. Die beiden offenen Sternhaufen der Plejaden und der Hyaden gehören zum Sternbild Stier (Taurus) und liegen daher ebenfalls im Bereich der Ekliptik. Alle anderen Sternbilder, namentlich Orion und Großer Bär (Ursa Major, mit dem Asterismus Großer Wagen) liegen abseits der Ekliptik. Die meisten auf der Nordhalbkugel sichtbaren Sternbilder liegen demnach auf oder nördlich der Ekliptik. Alle zwölf Zeichen nehmen einen eigenen 30 Bogengrad langen Abschnitt des Vollkreises ein, wobei benachbarte Zeichen nahtlos ineinander übergehen. Es sei angemerkt, dass das Sternzeichen Waage (Libra) zwischen den beiden Sternbildern Skorpion (Scorpio) und Jungfrau (Virga) steht. Allerdings ist das Sternbild Waage recht klein und vergleichsweise unscheinbar. Im Altertum wurde es noch den beiden Scheren des Spinnentieres im Sternbild Skorpion zugeordnet. Es entspricht dem 16.&nbsp;Mondhaus ''Azobene'' (zu Deutsch ''die beiden Scheren'') des antiken astronomischen Ekliptiksystems ''Manazil al-Qamar'', das insgesamt 28 Sterngruppen ausweist. Erst die Perser und Babylonier führten zwölf Sternzeichen und die regelmäßige Winkelstruktur auf der Ekliptik mit gleichgroßen Segmenten mit jeweils 30&nbsp;Bogengrad ein. Es ist nicht überliefert, ob und welche Sternbilder in welchen Konstellationen vor 4500 Jahren in Gebrauch waren. <gallery caption="Der Zodiak" mode="packed" heights=480 widths=480> ZodiacCC - Degrees Dates Names Move DE.svg|Schema des Zodiaks: die zwölf Sternbilder des Lebewesenkreises entlang der Ekliptik. Dendera.Zodiak.jpg|Der '''Zodiak von Dendera''' von ungefähr 50 vor Christus. Der Tempel von Dendera liegt 60 Kilometer nördlich von Luxor und war den ägyptischen Göttern Hatgor und Isis geweiht. Die originale Darstellung der Sternbilder der nördlichen Hemisphäre mit allen zwölf auch heute noch bekannten Tierkreiszeichen befand sich an der Decke des Mittelraums der nordöstlichen Anlage des Tempels und ist heute im Pariser Louvre ausgestellt. Beit_alfa01.jpg|hochkant=2|Byzantinisches Mosaik des Zodiaks aus dem 6.&nbsp;Jahrhundert in der Beth Alpha Synagoge im Norden von Israel. </gallery> ===Bedeutung der Zwölf in Religionen=== [[Datei:Chamber_B,_Yazilikaya_02.jpg|rechts|mini|hochkant=2|Relief aus dem 13. vorchristlichen Jahrhundert an der Wand von Kammer A im hethitischen Heiligtum Yazılıkaya in der heutigen Türkei. Die Prozession der '''zwölf''' männlichen Gottheiten von links nach rechts repräsentiert die '''zwölf''' Monate pro Mondjahr.]] Die Zahl Zwölf taucht in vielen religiösen Überlieferungen auf. Allein in der deutschsprachigen Einheitsübersetzung der Bibel von 2016 ist das Zahlwort mehrere hundert Mal zu finden, wie zum Beispiel im Alten Testament bei der Erwähnung der "zwölf Steinmale für die zwölf Stämme Israels" im '''Buch Exodus''' (Kapitel 24, Vers 4)<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/2.Mose24 Buch Exodus, Kapitel 24]</ref>, im '''Buch Numeri''' bei der Erwähnung der '''zwölf silbernen Schüsseln''', der '''zwölf silbernen Schalen''', der '''zwölf goldenen Schalen''', der '''zwölf Stiere''', der '''zwölf Widder''', der '''zwölf einjährigen Lämmer''' sowie der '''zwölf Ziegenböcke''' (Kapitel 7)<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose7 Buch Numeri, Kapitel 7]</ref> oder die "zwölf Männer" und die "zwölf Steine" im '''Buch Josua''' (Kapitel 4)<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Josua4 Buch Josua, Kapitel 4]</ref>. An vielen weiteren Stellen wird darauf mehr oder weniger direkt Bezug genommen. Die zwölf Stämme Israels gehen auf die zwölf Söhne Jakobs zurück:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Gen35,22-27 Genesis, Kapitel 35, Vers 22 bis 27]</ref> {| class="wikitable" |+ Die zwölf Söhne Jakobs !title="Nummer"|Nummer !title="Name"|Name |- | 1 || Ruben |- | 2 || Simeon |- | 3 || Levi |- | 4 || Juda |- | 5 || Dan |- | 6 || Naftali |- | 7 || Gad |- | 8 || Ascher |- | 9 || Issachar |- | 10 || Sebulon |- | 11 || Josef |- | 12 || Benjamin |} Aus astronomischer Sicht ist die Stelle der Beschreibung eines gegossenen Meeres im neu gebauten Tempel im vierten Kapitel des '''2.&nbsp;Buchs der Chronik''' besonders interessant. Zunächst wird das Verhältnis von 30 zu 10 als eine Näherung der Kreiszahl π angegeben: <blockquote> Das Meer ''maß zehn Ellen von einem Rand zum andern, war völlig rund ... Eine Schnur von dreißig Ellen konnte es rings umspannen.'' </blockquote> Danach heißt es: <blockquote> ''Das Meer stand auf '''zwölf''' Rindern. Von ihnen schauten drei nach Norden, drei nach Westen, drei nach Süden und drei nach Osten.'' </blockquote> Im Neuen Testament tauchen dann beispielweise die zwölf Jünger auf, die in Bezug zu den zwölf Stämmen Israels zu sehen sind. Eine Auflistung der zwölf Namen findet sich im zehn Kapitel des Evangelisten Matthäus:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us10 Matthäus, Kapitel 10, Verse 2 bis 4]</ref> <blockquote> 2 Die Namen der '''zwölf''' Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes,<br/> 3 Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus,<br/> 4 Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn ausgeliefert hat. </blockquote> In der Matthäus-Passion wird bei der Gefangennahme Jesu erwähnt, dass Jesus seinem Begleiter folgende Frage gestellt hatte:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us26,53 Matthäus, Kapitel 26, Vers 53]</ref> <blockquote> 53 Oder glaubst du nicht, mein Vater würde mir sogleich mehr als '''zwölf Legionen Engel''' schicken, wenn ich ihn darum bitte? </blockquote> Auch in der '''Apostelgeschichte''' werden die zwölf Apostel erwähnt: * Kapitel 1: "zwölf Apostel" * Kapitel 2 ("Die Wahl der Sieben"): "Die Zwölf" * Kapitel 7 ("Die Rede des Stephanus"): "zwölf Patriarchen" Eine besondere Mystik besteht im letzten Buch der Bibel, in der '''Offenbarung des Johannes''' (Apokalypse), wo häufig auf die Zahl Zwölf referiert, wie beispielsweise in den folgenden Kapiteln: * Kapitel 7: ''"Es waren hundertvierundvierzigtausend aus allen Stämmen der Söhne Israels, die das Siegel trugen."'' Die Zahl 144000 lässt sich in die Faktoren 12 und 12000 zerlegen, da jeweils 12000 Menschen aus den '''zwölf Stämmen Israels''' vertreten sind. * Kapitel 12 ("Die Frau und der Drache"): ''"Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von '''zwölf Sternen''' auf ihrem Haupt."'' * Kapitel 21 ("Das neue Jerusalem"): ''"Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit '''zwölf Toren''' und '''zwölf Engeln''' darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben: die Namen der '''zwölf Stämme''' der Söhne Israels. Im Osten hat die Stadt drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei Tore und im Westen drei Tore. Die Mauer der Stadt hat '''zwölf Grundsteine'''; auf ihnen stehen die '''zwölf Namen''' der '''zwölf Apostel''' des Lammes."'' Die '''zwölf Tore''' sind '''zwölf Perlen'''; jedes der Tore besteht aus einer einzigen Perle. * Kapitel 22 (Epilog): ''"Und er zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er geht vom Thron Gottes und des Lammes aus. Zwischen der Straße der Stadt und dem Strom, hüben und drüben, steht ein Baum des Lebens. '''Zwölfmal''' trägt er Früchte, jeden Monat gibt er seine Frucht; und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker."'' Im Kapitel 21 heißt es in den Versen 19 und 20:<ref>[https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/EUE/REV.21.19-REV.21.20 Offenbarung 21.19-20], Deutsche Bibelgesellschaft, Einheitsübersetzung, 2016</ref> <blockquote> 19 Die Grundsteine der Stadtmauer sind mit edlen Steinen aller Art geschmückt; der erste Grundstein ist ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd,<br/> 20 der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sardion, der siebte ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst. </blockquote> <gallery caption="Die zwölf Grundsteine des Himmlischen Jerusalems" mode="packed"> Jasper.pebble.600pix.bkg.jpg|1. Jaspis Corundum-83144.jpg|2. Saphir Purple chalcedony (Ethiopia) 3.jpg|3. Chalzedon Beryl-Rutile-Muscovite-242622.jpg|4. Smaragd Agate banded 750pix.jpg|5. Sardonyx Carnelian crystal444.jpg|6. Sardion Forsterite-121354.jpg|7. Chrysolith Beryl-d05-129a.jpg|8. Beryll Danburite-Topaz-denv08-49a.jpg|9. Topas Chrysoprase (Australia) 2.jpg|10. Chrysopras RussieProvenanceMiask Ref2010.34.574 MuséumHistoireNaturelleLille GLAM2016 Photo.F.Lamiot 6.jpg|11. Hyazinth IMGP2022212 (50997057512).jpg|12. Amethyst </gallery> [[Datei:Kleines.Kreuzzeichen.png|mini|rechts|hochkant=2|Reihenfolge der zwölf Endpunkte beim kleinen dreifachen Kreuzzeichen.]] Beim '''kleinen dreifachen Kreuzzeichen''' werden in der katholischen Liturgie mit dem Daumen der rechten Hand insgesamt drei Kreuze gezeichnet, um an menschliche Tätigkeiten zu erinnern und Gottes Segen dafür zu erbitten: * Das erste auf die Stirn, für das Denken und Glauben. * Das zweite auf die Lippen, für das Sprechen und Verkündigen. * Das dritte auf das Herz, für das Handeln und Fühlen. Hierbei ist folgendes zu bemerken: Es gibt '''ein''' Kreuz, * das aus '''zwei''' senkrechten Linien besteht, * das '''drei''' Mal gezeichnet wird, * das jeweils '''vier''' Endpunkte hat. Es werden dabei insgesamt * '''sechs''' Linien gezeichnet, * '''sechs''' Silben gesprochen („Eh-re sei dir, o Herr“), * '''zwölf''' Endpunkte markiert. <div style="clear:both"></div> ==Zur Vierzehn== [[Datei:square-pyramidal-14.png|mini|rechts|Die Vierzehn ist die dritte quadratische Pyramidenzahl, die sich aus der Summe der entsprechenden Quadratzahlen Eins, Vier und Neun ergibt.]] Die Vierzehn ist das Doppelte der Sieben, im englischsprachigen Raum gibt es für die vierzehntägige Doppelwoche den Begriff "fortnight" (von ""fourteen nights""). Zahlt man sowohl die Nacht vor dem ersten Tag als auch die Nacht nach dem letzten Tag, dann ergeben sich fünfzehn Nächste, so dass in der keltischen Sprache auch der Begriff "pythefnos" (für "fünfzehn Nächte") und im Altgriechischen der Begriff "δεκαπενθήμερο" (dekapenthímero = fünfzehn Tage) gebräuchlich war. Hierbei muss auch berücksichtigt werden, dass ein Mondviertel etwas länger als sieben Tage dauert und eine Mondhälfte deswegen auf fünfzehn Tage aufgerundet werden kann. ==Zur Neunzehn== [[Datei:BlumeDesLebens19.png|mini|rechts|hochkant=1.5|Hexagonaler Ring mit neunzehn jeweils um eine Radiuslänge überlappenden Kreisen.]] Die '''Neunzehn''' ist eine Primzahl. Ein hexagonaler Ring mit '''neunzehn''' jeweils um eine Radiuslänge überlappenden Kreisen besteht aus einem Kreis im Zentrum, der von sechs weiteren Kreisen umrundet wird, die wiederum von zwölf Kreisen umrundet werden. Die Zahl Neunzehn ergibt sich hierbei also als Summe der Zahlen Eins, Sechs und Zwölf beziehungsweise als Summe der beiden heiligen Zahlen Sieben und Zwölf: :<math>19 = 1 + 6 + 12 = 7 + 12</math> Diese geometrische Figur symbolisiert somit die Erschaffung des Himmels: die '''sieben Wandelgestirne''' mit dem Hauptgestirn in der Mitte (die '''Sonne''') und sechs weitere Wandelgestirne, die es umgeben (der '''Mond''' und die fünf mit bloßem Auge sichtbaren Planeten '''Merkur''', '''Venus''', '''Mars''', '''Jupiter '''und '''Saturn'''), sowie die Fixsterne repräsentiert durch den '''Zodiak''' mit seinen '''zwölf Lebewesenzeichen''' ('''Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische, Widder'''). Von jeder der Kanten der sechsseitigen geometrischen Figur zur gegenüberliegenden Seite sind fünf Kreisreihen mit drei, vier, fünf, vier und drei Kreisen zu erkennen: :<math>19 = 3 + 4 + 5 + 4 + 3</math> Beim '''pythagoreisches Komma''' <math>\kappa</math> ([[Quadriviale_Kuriositäten/_Zahlen#Tonsysteme|siehe unten]]) ergibt sich zwischen sieben Oktaven und zwölf Quinten ein Zahlenverhältnis, bei dem die Exponenten 7, 12 und 19 eine wichtige Rolle spielen: :<math>\kappa = \frac {3^{12}} {2^{12} \cdot 2^{7}} = \frac {3^{12}} {2^{19}}</math> Der '''Meton-Zyklus''' umfasst recht genau '''neunzehn''' tropische Jahre. <gallery mode="packed" widths="640" heights="320" caption="Vorgeschichtliche Kalender mit Bezug zum Meton-Zyklus"> Kalenderstein.Mnajdra.labelled.png|Skizze der Lochreihen auf dem [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Kalenderstein_vom_Tempel_Mnajdra|Kalenderstein vom Tempel Mnajdra]] aus der Tempelperiode der Insel Malta nach Ventura und Hoskin.<ref name="Ventura">Frank Ventura, Michael Hoskin: [[doi:10.1007/978-1-4614-6141-8_133|Temples of Malta]], in: Clive Ruggles (Herausgeber), ''Handbook of Archaeoastronomy and Ethnoastronomy'', 7. Juli 2014, Seiten 1421-1430, Springer, New York, ISBN 978-1-4614-6140-1</ref> Die oberste Reihe umfasst '''neunzehn''' Löcher. Auch die anderen Reihen weisen deutliche Bezüge zum Mond und verschiedenen Kalenderzyklen auf. Magura_cave_023.jpg|Kalender unter den [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Höhlenmalerei_in_der_Magura-Höhle#Kalender|Höhlenmalereien in der Magura-Höhle]] mit einer Matrix aus 19 Punkten (halb links oben). Yazilikaya.19.Gottheiten.png|Schmatische Darstellung der '''neunzehn''' weiblichen Gottheiten im hethitischen Heiligtum '''Yazılıkaya'''. Hattusa,_capital_of_the_Hittite_Empire_51.jpg|Ein Relief aus dem 13.&nbsp;vorchristlichen Jahrhundert an der östlichen Wand in der Kammer A des hethitischen Heiligtums '''Yazılıkaya''' in der heutigen Türkei zeigt die Prozession von '''neunzehn''' weiblichen Gottheiten von rechts nach links, die mit der Anzahl der Sonnenjahre des Meton-Zyklus in Verbindung gebracht werden. Im Original variieren die Darstellungen der einzelnen Figuren, die in unterschiedlichem Zustand erhalten sind. Über den Händen einzelner Figuren konnten zudem verschiedene hieroglyphische Darstellungen festgestellt werden. Die erste Figur (ganz links) konnte hierdurch nur indirekt rekonstruiert werden.<ref>Eberhard Zangger, Rita Gautschy: [http://63.33.38.154/JSA/article/view/12232 Celestial Aspects of Hittite Religion - An Investigation of the Rock Sanctuary Yazilikaya], Journal of Skyscape Archaeology, 5(1), 5–38, 2019</ref> Detail mit den linken drei der insgesamt neunzehn Göttinnen der Bilderreihe in der Kammer A des Heiligtums. </gallery> Während der Regierungszeit des persischen Großkönigs Artaxerxes II. (Mnemon, 4.&nbsp;Jahrhundert vor Christus) haben die Astronomen einen Kalender mit einem neunzehnjährigen Zyklus verwendet. → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Meton-Zyklus|Kapitel '''Mondzyklen''' / Abschnitt '''Meton-Zyklus''']]. ==Zur Vierundzwanzig== [[Datei:World Clock (8331821780).jpg|mini|rechts|hochkant=2|die Urania-Weltzeituhr mit 24-Stundenkreis auf dem Berliner Alexanderplatz.]] Die Vierundzwanzig wird manchmal ein Doppeldutzend genannt und zerlegt sich wie folgt in Primfaktoren: :<math>24 = 2 \cdot 2 \cdot 2 \cdot 3 = 2^3 \cdot 3</math> Somit ist sie eine hochzusammengesetzte Zahl, nämlich die kleinste Zahl mit acht ganzzahligen Teilern: 1, 2, 3, 4, 6, 8, 12 und 24. Die 360 ist die kleinste natürliche Zahl mit 24 ganzzahligen Teilern. Sie beschreibt in der Maßeinheit Bogengrad einen vollständigen Kreis mit 360&nbsp;Bogengrad. ===Der Tag=== Jeder Tag hat '''vierundzwanzig Stunden'''. Der Stundenkreis des Himmelsäquators wird in vierundzwanzig Tele geteilt. Jeder dieser Teile hat also eine Spanne von 15&nbsp;Bogengrad und steht eine Stunde lang in einer bestimmten Himmelsrichtung, wie zum Beispiel auf dem südlichen Meridian. Im äquatorialen Koordinatensystem der Astronomie werden der Stundenwinkel <math>\tau</math>, die Sternzeit <math>\Theta</math> und die Rektaszension <math>\alpha</math> in vierundzwanzig Teile geteilt. Sie stehen untereinander in der folgenden Beziehung: :<math>\tau = \Theta - \alpha</math> ===Bedeutung der Vierundzwanzig in Religionen=== [[Datei:Cast_of_Portico_de_la_Gloria_(detail).JPG|mini|rechts|hochkant=2|Reproduktion im Victoria and Albert Museum in London vom Portico di Gloria der Kathedrale von Santiago de Compostela in Spanien, der von den '''vierundzwanzig Ältesten''' mit Musikinstrumenten umkränzt ist.]] Einen besonderen Bezug gibt es im letzten Buch der Bibel, in der '''Offenbarung des Johannes''' (Apokalypse), wo die '''vierundzwanzig gekrönten Ältesten''' mit ihren Thronen den zentralen Thron umrunden, so wie der Stundenwinkel in der Astronomie den Himmelsäquator in '''vierundzwanzig Segmente''' teilt: Kapitel 4:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung4 Offenbarung des Johannes, Kapitel 4]</ref> <blockquote> 4 Und rings um den Thron standen '''vierundzwanzig Throne''' und auf den Thronen saßen '''vierundzwanzig Älteste''', in weiße Gewänder gekleidet und mit goldenen Kränzen auf dem Haupt.<br/> 9 Und wenn die Lebewesen dem, der auf dem Thron sitzt und in alle Ewigkeit lebt, Herrlichkeit und Ehre und Dank erweisen,<br/> 10 dann werfen sich die '''vierundzwanzig Ältesten''' vor dem, der auf dem Thron sitzt, nieder und beten ihn an, der in alle Ewigkeit lebt. Und sie legen ihre goldenen Kränze vor seinem Thron nieder und sprechen:<br/> 11 Würdig bist du, Herr, unser Gott, / Herrlichkeit zu empfangen und Ehre und Macht. Denn du bist es, der die Welt erschaffen hat, / durch deinen Willen war sie und wurde sie erschaffen. </blockquote> Kapitel 5:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung5 Offenbarung des Johannes, Kapitel 5]</ref> <blockquote> 8 Als es das Buch empfangen hatte, fielen die vier Lebewesen und die '''vierundzwanzig Ältesten''' vor dem Lamm nieder; alle trugen Harfen und goldene Schalen voll von Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen.<br/> 9 Und sie sangen ein neues Lied und sprachen: Würdig bist du, / das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du wurdest geschlachtet / und hast mit deinem Blut / Menschen für Gott erworben / aus allen Stämmen und Sprachen, / aus allen Nationen und Völkern<br/> 10 und du hast sie für unsern Gott / zu einem Königreich und zu Priestern gemacht; / und sie werden auf der Erde herrschen.<br/> 14 Und die vier Lebewesen sprachen: Amen. Und die '''vierundzwanzig Ältesten''' fielen nieder und beteten an. </blockquote> Kapitel 19:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung19 Offenbarung des Johannes, Kapitel 19]</ref> <blockquote> 4 Und die '''vierundzwanzig Ältesten''' und die vier Lebewesen fielen nieder vor Gott, der auf dem Thron sitzt, beteten ihn an und riefen: Amen, halleluja! </blockquote> ==Zur 27, 28, 29 und 30== [[Datei:Gekerbter.Knochen.Thais.P1035755.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Auf dem Knochen, der in den Höhlen von Thais bei Saint-Nazaire-en-Royans gefunden wurde, gibt es auch Reihen mit 28 bis 30 Kerben, die der Anzahl der Tage der Mondphasen in Mondzyklen entsprechen. Teilweise sind die Kerben in Wellenform dargestellt, die der schwankenden ekliptikalen Breite bei aufsteigendem und absteigendem Mond zu beobachten ist.<ref name="Valence" />]] Die drei Zahlen 27 bis 30 beschreiben die Länge von verschiedenen '''Mondzyklen''' in Tagen: * Beim Erreichen der gleichen Stelle am Fixsternhimmel (siderischer Monat) beziehungsweise der gleichen ekliptikalen Breite (drakonitischer Monat): ** '''27 Tage''': Abgerundete Länge eines siderischen oder drakonitischen Monats / Anzahl der indischen Mondhäuser. ** '''28 Tage''': Aufgerundete Länge eines siderischen oder drakonitischen Monats / Anzahl der beduinischen Mondhäuser. * Beim Erreichen der gleichen Mondphase (synodischer Monat): ** '''29 Tage''': Abgerundete Länge eines synodischen Monats. ** '''30 Tage''': Aufgerundete Länge eines synodischen Monats. Die Primfaktoren dieser Zahlen lauten: :<math>27 = 3 \cdot 3 \cdot 3 = 3^3</math> :<math>28 = 2 \cdot 2 \cdot 7 = 2^2 \cdot 7 = 2 \cdot 14 = 4 \cdot 7</math> :<math>29 = 29</math> :<math>30 = 2 \cdot 3 \cdot 5 = 6 \cdot 5 = 10 \cdot 3 = 15 \cdot 2 = \frac {60} {2} = \frac {90} {3} = \frac {180} {6} = \frac {360} {12}</math> → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen|Kapitel '''Mondzyklen''']]. → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Mondhäuser|Kapitel '''Konjunktionen''' / Abschnitt '''Mondhäuser''']]. Unter den [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die Höhlenmalerei in der Magura-Höhle#Sonnenkalender|Höhlenmalereien in der Magura-Höhle]] findet ich ein Abschnitt, der einen Kalender zeigen dürfte. An einer Stelle gibt es eine Matrix mit '''siebenundzwanzig''' Punkten, die auf den siderischen Monat hindeuten könnte. <gallery caption="Die Zahl 27"widths=360 heights=360 mode=packed> Mondzylkus.3.7.12.27.png|Ein durch drei gefüllte schwarze Kreise gekennzeichnetes '''gleichseitiges Dreieck''' mit Seiten einer Länge von sechs Einheiten, die jeweils durch '''sieben''' äquidistante gefüllte Kreise markiert sind. Auf dem Umfang des Dreiecks befinden sich also insgesamt achtzehn Punkte. Im Innern befinden sich neun weitere gekennzeichnete Punkte, sechs blaue auf dem blauen Kreis und drei weitere rote, die auf dem inneren roten Kreis liegen. Insgesamt hat die Darstellung '''siebenundzwanzig''' Punkte. Auf allen '''vier''' konzentrischen Kreisen, deren Mittelpunkte mit dem des Dreiecks identisch sind, befinden sich jeweils sechs Punkte. Die beiden roten Kreise beschreiben die innen beziehungsweise außen an das regelmäßige Sechseck anliegenden Kreise, dessen Umfang an den Berührungspunkten dieser beiden Kreise durch '''zwölf''' äquidistante rote Punkte gekennzeichnet ist. Vom Zentrum aus gesehen haben die benachbarten blauen Punkte einen Winkelabstand von 60&nbsp;Bogengrad und die benachbarten roten Punkte einen Winkelabstand von 30&nbsp;Bogengrad. Diskos.Phaistos.B-VI.27.png|Ein gleichseitiges, auf einer Spitze stehendes dreieckiges Symbol aus dem Segment B-VI des bronzezeitlichen Diskos von Phaistos aus Kreta mit der Linear-A-Silbenschrift mit '''27''' innenliegenden Punkten, das mit dem 27-tägigen siderischen Mondzyklus in Verbindung stehen könnte und auch als „Sieb“ bezeichnet wird. Planetarium.Insulaner.Kuppel.Projektionsflaeche.P1151190.jpg|Zenit (Mittelkreis) in der Kuppel des Zeiss Planetariums am Insulaner in Berlin umgeben von '''27&nbsp;Winkelsegmenten'''. Im zweiten Ring befinden sich dann doppelt so viele, also 54&nbsp;Winkelsegmente. Magura_cave_calendar_1528.jpg|Elemente des Sonnenkalenders bei den Höhlenmalereien in der Magura-Höhle. Magura-Hoehle.Kalender.27.png|Dreifache Punktreihe mit insgesamt '''27 Punkten''' unter dem Sonnensymbol bei den Elementen des Sonnenkalenders der Höhlenmalereien in der Magura-Höhle. </gallery> <gallery caption="Die Zahl 28"widths=360 heights=360 mode=packed> 19-11-09-Alte-Nationalgalerie_DSF4154.jpg|Die Kuppel im Obergeschoss der Alten Nationalgalerie in Berlin mit '''28''' doppelten und mit Sternen punktierten Linien. Moondial_from_“Ars_Magna_Lucis_et_Umbrae”.jpg|'''28 Mondphasen''' vom Neumond (unten in der Mitte) mit zunehmendem Mondalter im Uhrzeigersinn in einer Darstellung auf Seite 418 im dritten Kapitel des sechsten Buches der "Ars magna lucis et umbrae" des Jesuiten {{w|Athanasius Kircher}} (*&nbsp;1602; †&nbsp;1680) in der in Amsterdam veröffentlichten zweiten Ausgabe aus dem Jahr 1672. Mondhaeuser.Ekliptik.png|Die in die Ebene projizierten '''28&nbsp;Mondhäuser''' (von rechts nach links) mit den wichtigsten Sternen entlang der Ekliptik (rote gestrichelte Linie, ekliptikale Länge von 0&nbsp;Bogengrad bis 360&nbsp;Bogengrad '''zur Epoche J0000.0''' in horizontaler Richtung, senkrecht dazu die ekliptikale Breite). Die beiden seitlichen Ränder der Abbildung gehen im Kreisbogen der Ekliptik nahtlos ineinander über. Mondhaeuser.Ekliptik.zirkular.png|Die in eine ringförmige Darstellung projizierten '''28&nbsp;Mondhäuser''' (von 1 bis 28 entgegen dem Uhrzeigersinn) mit den wichtigsten Sternen entlang der Ekliptik (rote gestrichelte Linie '''zur Epoche J0000.0'''). Der Beobachter befindet sich auf der Erde im Zentrum der Darstellung. Nach innen werden die südlichen und nach außen die nördlichen ekliptikalen Breiten gemessen. Die scheinbare Mondbahn pendelt zwischen den beiden zur Ekliptikline benachbarten Hilfslinien. Der Abstand der Hilfslinien beträgt senkrecht zur Ekliptiklinie immer fünf Bogengrad und entlang der Ekliptiklinie immer knapp dreizehn Bogengrad. Mit bis zum Nordpol zunehmender geographischer Breite des Beobachtungspunktes können auch noch knapp ein Bogengrad südlichere ekliptikale Breiten von der Mondscheibe erreicht werden, am Südpol auch noch entsprechend nördlichere ekliptikale Breiten. Celestial map, signs of the Zodiac and lunar mansions..JPG|Quadratische Himmelskarte mit den sieben Wandelgestirnen (innen), den zwölf Lebewesenkreiszeichen (Mitte) und den '''28&nbsp;Mondhäusern''' samt den jeweiligen Mondphasen nach einem Neumond zu Frühlingsbeginn (außen) im Manuskript ''Zubdat-al Tawarikh'' von 1583 (Museum der Türkischen und Islamischen Künste in Istanbul). Der Frühlingspunkt befindet sich unten in der Mitte. 28_xiu.svg|Kreisförmige Darstellung der nördlichen Hemisphäre mit den '''28&nbsp;chinesischen Mondhäusern'''. Links der Frühling (Osten), oben der Winter (Norden), rechts der Herbst (Westen, in der Mitte der Asterismus Mǎo (昴&nbsp;= haariger Kopf des Sternbilds "Weißer Tiger") und unten der Sommer (Süden). Stonehenge phase one.jpg|Die zwei mal 28 (also 56) Aubrey-Löcher (weiße Kreise) im neolithischen Steinkreis von Stonehenge. Stachelscheibe_Model_zweiseitig.jpg|Die in Niederösterreich gefundene und aus Sandstein gefertigte Gussform für die '''Stachelscheibe von Platt''' aus der Bronzezeit (um 1500 vor Christus). Auf der Stachelscheibe sind die '''28&nbsp;Mondorte''' der Tage eines siderischen Monats durch eine kreisförmige Lochreihe dargestellt. </gallery> ==Zur Vierzig== Die Vierzig (40) taucht in vielen verschiedenen Zusammenhängen als Zeitspanne in Tagen oder Jahren auf. Schon der griechische Dichter {{w|Hesiod}} erwähnt um 700 vor Christus, dass die Plejaden im Frühjahr für vierzig Tage und Nächte nicht zu sehen sind, da sie vom Sonnenlicht überstrahlt werden.<ref>Hesiodos: [https://www.gottwein.de/Grie/hes/ergde.php Werke und Tage (ΕΡΓΑ ΚΑΙ ΗΜΕΡΑΙ)], Egon und Gisela Gottwein, 13. Juni 2019</ref><ref>Hesiod: [https://www.projekt-gutenberg.org/hesiod/hauslehr/hausleh2.html Hauslehren II. (’Έργα καὶ ‛ημέραι)], Projekt Gutenberg.de, übersetzt von Johann Heinrich Voß</ref> → Siehe auch [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die Plejaden|'''Die Plejaden''']]. Der Begriff '''Quarantäne''' (vom Französischen „quarantaine (de jours)“ = „vierzig Tage“) soll mit den Plejaden zusammen, da diese in den subtropischen Breiten '''vierzig Tage''' lang, von der Sonne überstrahlt werden und dann selbst der hellste Stern dieser Konstellation, Alkione (η&nbsp;Tauri), mit bloßem Auge erst kurz nach Sonnenuntergang nicht mehr und dann kurz vor Sonnenaufgang noch nicht wieder gesehen werden kann. [[Datei:Sintflut.Magura.png|mini|hochkant=3|rechts|Darstellung mit verschiedenen Elementen einer Sintflut unter [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die Höhlenmalerei in der Magura-Höhle|den Höhlenmalereien in der Magura-Höhle]] im heutigen Bulgarien: Wellen, Bäume, Felder und eine Matrix mit '''vierzig''' Punkten. Oben in der Bildmitte ein himmlisches Wesen, das die Katastrophe verursacht.]] Nach der Unsichtbarkeit der Plejaden begann im alten Ägypten '''vierzig Tage''' lang das '''Nilwasser''' zu steigen und ebenso lange wieder zu fallen.<ref>Christian Schulz: ''Handbuch der Physik: für diejenigen welche Freunde der Natur sind, ohne jedoch Gelehrte zu seyn'', Band 2, Kapitel 11, Seite 254, Hilscher, Leipzig, 1791</ref> ===Bedeutung der Vierzig in den Religionen=== ====Vierzig Tage==== '''Vierzig Tage''' lang regnete es während der Sintflut, und '''Noah''' öffnete nach '''vierzig Tagen''' das Fenster seiner Arche. Genesis, Kapitel 7:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose7 Genesis, Kapitel 7], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 4 Denn noch sieben Tage dauert es, dann lasse ich es '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' lang auf die Erde regnen und tilge vom Erdboden alle Wesen, die ich gemacht habe.<br/> 12 Der Regen ergoss sich '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' lang auf die Erde.<br/> 17 Die Flut auf der Erde dauerte '''vierzig Tage'''. Das Wasser stieg und hob die Arche immer höher über die Erde. </blockquote> Genesis, Kapitel 8:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose8%2C6 Genesis, Kapitel 8, Vers 6], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 6 Nach '''vierzig Tagen''' öffnete Noach das Fenster der Arche, das er gemacht hatte,<br/> 7 und ließ einen Raben hinaus. </blockquote> '''Vierzig Tage''' dauerte die Einbalsamierung Jakobs, des Vaters von Josef und Ehemanns von Rahel. Genesis, Kapitel 50:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose50 Genesis, Kapitel 50], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Josef fiel auf das Angesicht des Vaters, weinte über ihn und küsste ihn.<br/> 2 Darauf befahl Josef seinen Dienern, den Ärzten, seinen Vater einzubalsamieren. Die Ärzte balsamierten also Israel ein.<br/> 3 Darüber vergingen '''vierzig volle Tage''', denn so lange dauerte die Einbalsamierung. </blockquote> Moses verbrachte '''vierzig Tage''' auf dem Gottesberg Sinai. Exodus, Kapitel 24:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/2.Mose24%2C18 Exodus, Kapitel 24, Vers 18], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 18 Mose ging mitten in die Wolke hinein und stieg auf den Berg hinauf. '''Vierzig Tage und vierzig Nächte''' blieb Mose auf dem Berg. </blockquote> Der Prophet Elija verbrachte '''vierzig Tage''' in der gebirgigen Wüste, bevor er den Gottesberg Horeb erreichte. 1. Buch der Könige, Kapitel 19:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.K%C3%B6nige19 1. Buch der Könige, Kapitel 19], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 4 Er selbst ging eine Tagereise weit in die Wüste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, HERR. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter.<br/> 5 Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein. Doch ein Engel rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss!<br/> 6 Als er um sich blickte, sah er neben seinem Kopf Brot, das in glühender Asche gebacken war, und einen Krug mit Wasser. Er aß und trank und legte sich wieder hin.<br/> 7 Doch der Engel des HERRN kam zum zweiten Mal, rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich.<br/> 8 Da stand er auf, aß und trank und wanderte, durch diese Speise gestärkt, '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' bis zum Gottesberg Horeb. </blockquote> Der Prophet Jona erfährt, dass die große assyrische Stadt Ninive nach '''vierzig Tagen''' zerstört werden soll: Jona, Kapitel 3:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Jona3 Jona, Kapitel 3], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 2 Mach dich auf den Weg und geh nach Ninive, der großen Stadt, und rufe ihr all das zu, was ich dir sagen werde!<br/> 3 Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie der HERR es ihm befohlen hatte. Ninive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren.<br/> 4 Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch '''vierzig Tage''' und Ninive ist zerstört!<br/> 5 Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus und alle, Groß und Klein, zogen Bußgewänder an. </blockquote> Es ist vor diesem Hintergrund nicht verwunderlich, dass im Neuen Testament Jesus dann auch '''vierzig Tage''' in der Wüste fastet. Evangelium nach Matthäus, Kapitel 4:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us4 Evangelium nach Matthäus, Kapitel 4], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel versucht werden.<br/> 2 Als er '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' gefastet hatte, hungerte ihn. </blockquote> Evangelium nach Lukas, Kapitel 4:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Lukas4 Evangelium nach Lukas, Kapitel 4], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Erfüllt vom Heiligen Geist, kehrte Jesus vom Jordan zurück. Er wurde vom Geist in der Wüste umhergeführt,<br/> 2 '''vierzig''' Tage lang, und er wurde vom Teufel versucht. In jenen Tagen aß er nichts; als sie aber vorüber waren, hungerte ihn. </blockquote> Evangelium nach Markus, Kapitel 1, "Die Versuchung Jesu":<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Markus1%2C12 Evangelium nach Markus, Kapitel 1, Vers 12 und 13], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.<br/> 13 Jesus blieb '''vierzig Tage''' in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm. </blockquote> Deswegen hat die österliche Bußzeit '''vierzig Fastentage'''. ====Vierzig Jahre==== '''Vierzig Jahre''' lang führte Moses sein Volk durch die Wüste.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/5.Mose29 Deuteronomium, Kapitel 29], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> Deuteronomium, Kapitel 29: <blockquote> 4 Ich habe euch '''vierzig Jahre''' lang durch die Wüste geführt. Eure Kleider sind euch nicht in Lumpen vom Leib gefallen, deine Schuhe sind dir nicht an den Füßen zerrissen,<br/> 5 ihr habt kein Brot gegessen und keinen Wein und kein Bier getrunken, denn ihr solltet erkennen: Ich bin der HERR, euer Gott. </blockquote> Psalm 95, der in der christlichen Kirche fast jeden Morgen beim Invitatorium zur Eröffnung des Stundengebets responsorisch vorgetragenen und gebetet wird, nimmt darauf Bezug: <blockquote> 8 Verhärtet euer Herz nicht wie in Meríba, wie in der Wüste am Tag von Massa!<br/> 9 Dort haben eure Väter mich versucht, / sie stellten mich auf die Probe und hatten doch mein Tun gesehen.<br/> 10 '''Vierzig Jahre''' war mir dieses Geschlecht zuwider / und ich sagte: Sie sind ein Volk, dessen Herz in die Irre geht, sie kennen meine Wege nicht. </blockquote> ==Tonsysteme== [[Datei:Heptachord.png|mini|rechts|hochkant=2|Heptachord bestehend aus sieben Quinten.]] Die '''Vier''', die '''Sieben''' und die '''Zwölf''' spielen auch schon in der antiken und der mittelalterlichen Musik eine besondere Rolle. Auch das Tonsystem der Musik wird mit universellen, kosmischen und göttlichen Systemen und Zahlenverhältnissen in Verbindung gebracht und wurde sogar damit begründet. Nach der Legende von ''Pythagoras in der Schmiede'' soll Pythagoras von Samos dieses Tonsystem anhand der von ihm entdeckten '''vier pythagoreischen Töne''' c - f - g - c' entwickelt haben. → Siehe auch Wikibook '''[[Pythagoras in der Schmiede]]'''. Das im Mittelalter ausgebildete Tonsystem umfasst die nach den Anfangssilben der ersten Verse des Johannes-Hymnus benannten '''sieben Töne''' ut - re - mi - fa - sol - la - si, die den heutigen sieben Tonbezeichnungen c - d - e - f - g - a - h entsprechen und in der C-Dur- und a-moll-Tonleiter Verwendung finden. Eine solche diatonische Tonleiter (von altgriechisch διάτονος, diátonos, „durch Ton“) entsteht, wenn '''sieben''' aufeinanderfolgende reine Quinten im Frequenzverhältnis drei zu zwei gebildet werden. Erst mit dem siebenten Ton entsteht in den Tonraum einer Oktave transponiert eine kontinuierliche Tonreihe, die auch Heptachord (siebensaitig) genannt wird. Der letzte hinzukommende Ton "si" kann vom vorletzten Ton der Reihe als reine Quinte nach oben hoch oder hart notiert werden (si&nbsp;durum = hartes&nbsp;h) oder von ersten Ton der Reihe in der reinen Quinte nach unten als tief oder weich notiert werden (si&nbsp;molle = weiches&nbsp;h). [[Datei:Dodekachord.png|mini|rechts|hochkant=2|Dodekachord bestehend aus zwölf Quinten.]] Wird die Reihe fortgesetzt, ergibt sich erst nach '''zwölf''' Quinten wieder eine kontinuierliche Tonreihe, die auch Dodekachord (zwölfsaitig) genannt werden kann und bei der es sich um eine chromatische Tonleiter mit den zwölf Tönen c - cis - d - dis - e - f - fis - g - gis - a - b - h handelt. '''Sieben Oktaven''' entsprechen in diesem System fast genau '''zwölf reinen Quinten'''. [[Datei:Piano Keyboard Diagram.svg|zentriert|mini|hochkant=4|Die 88 Tasten einer Klaviatur, die ausgehend vom kontra C (dritte weiße Taste von links) bis zum fünfgestrichenen C (weiße Taste ganz rechts) insgesamt sieben Oktaven übereinander respektive zwölf Quinten übereinander umfassen.<br/>[[Datei:Chromatic.scale.down.digital.ogg|zentriert|mini|hochkant=3|Die 88 Tonhöhen bei einem Klavier vom höchsten (rechts, fünfgestrichenes&nbsp;c) zum tiefsten Ton (links, subkontra&nbsp;A) als chromatische Tonleiter gespielt (drei Töne mehr, als in der Skizze darüber dargestellt).]]]] Sieben reine Oktaven entsprechen siebenmal einer Verdopplung der Grundfrequenz, also insgesamt dem Faktor <math>N_{Ok,7}</math>: :<math>N_{Ok,7} = {2}^{7} = {128}</math> Zwölf reine Quinten entsprechen zwölfmal einer Veranderthalbfachung der Grundfrequenz, also insgesamt dem Faktor <math>N_{Qu,12}</math>: :<math>N_{Qu,12} = \left(\frac {3} {2} \right)^{12} = \frac {{3}^{12}} {{2}^{12}} = \frac {531441} {4096} \approx 129,743</math> Bei reiner Stimmung ergibt sich zwischen sieben Oktaven und zwölf Quinten demnach eine kleine Abweichung, die '''pythagoreisches Komma''' <math>\kappa</math> genannt wird und etwas weniger als dem Viertel eines Halbtons also einem Frequenzverhältnis von zirka 1,0146 entspricht: :<math>\kappa = \frac {N_{Qu,12}} {N_{Ok,7}} = \frac {3^{12}} {2^{12} \cdot 2^{7}} = \frac {3^{12}} {2^{19}} = \frac {531441} {524288} \approx 1,01366</math> [[Datei:Vier.Hauptkirchentonarten.png|mini|rechts|hochkant=1|Die vier Hauptkirchentonarten Protus, Deuterus, Tritus und Tetrardus mit ihrem jeweiligen Schlusston D, E, F und G (Finalis) und den beiden jeweiligen insgesamt acht Varianten "authenticus" (I., III., V.&nbsp;und VII.&nbsp;Ton) und "plagalis" (II., IV., VI.&nbsp;und VIII.&nbsp;Ton).]] In der Tradition des mittelalterlichen gregorianischen Gesangs, der auf diese Wurzeln zurückgeht, haben sich die '''vier Hauptkirchentonarten''' Protus (dorisch), Deuterus (phrygisch), Tritus (lydisch) und Tetrardus (mixolydisch) in jeweils '''zwei Varianten''' ('''authentisch''' und '''plagal''') herausgebildet. Den plagalen Varianten wird häufig das Präfix "hypo" vorangestellt (hypodorisch, hypophrygisch, hypolydisch und hypomixolydisch). In der Neuzeit hat sich aus dem System der Kirchentonarten mit dem dualen, dur-moll-tonalen Tonsystem die '''Zwölftonreihe''' c - cis - d - es - e - f - fis - g - as - a - b - h entwickelt. → Siehe hierzu auch unter "Zwölftonmotiv" im Abschnitt '''[[Till_Eulenspiegels_lustige_Serie#Also_sprach_Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]'''. '''Zwei Töne''' ergeben ein Intervall, und '''drei Töne''' ergeben einen Akkord. Sowohl Moll- als auch Dur-'''Dreiklänge''' können vermindert oder übermäßig gemacht werden. → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus/ Tonsystem|'''Dialog über das Tonsystem zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] <div style="clear:both"></div> ==Siehe auch== * [[Quadriviale Kuriositäten]] ==Einzelnachweise== <references></references> <noinclude> [[Kategorie:Quadriviale Kuriositäten‎]] </noinclude> a9iaeh2p3zdnv34gsg8kd7wm0m1j2cr 1085395 1085394 2026-05-11T10:54:23Z Bautsch 35687 /* Zur Vier */ vier Tageszeiten 1085395 wikitext text/x-wiki In diesem Kapitel wird streiflichtartig ein Abriss der {{w|Zahlensymbolik}} dargestellt. [[Datei:Gekerbter.Knochen.Thais.P1035758.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Schon vor 13000 Jahren haben Neolithiker der Art Homo sapiens im französischen Vercors einen Knochen in regelmäßigen Abständen eingekerbt. Er wurde Ende der 1960er Jahre in den Höhlen von Thais bei Saint-Nazaire-en-Royans gefunden und ist im ''Musée de Valence, art et archéologie'' im Département Drôme in der Region Auvergne-Rhône-Alpes in Frankreich ausgestellt. Auf der rechten Seite sind in der Mitte beispielsweise sieben große Kerben zu sehen, mit denen möglicherweise irgendetwas gezählt wurde.<ref name="Valence">[https://www.museedevalence.fr/fr/terres-de-prehistoires/os-coche Os coché], Musée de Valence, art et archéologie, Valence</ref>]] Abseits der rein mathematischen Aufgabe von Zahlen, wird ihnen oftmals eine symbolische Funktion zugeordnet. Ihre symbolische Bedeutung werden aus deren Verwendung unter anderem in der Religion (Liturgie), in Mythologien oder im Brauchtum übernommen und spiegeln sich im vielfachem Gebrauch in der Literatur (auch in Märchen), der Kultur, der Kunst, der Architektur, der Musik und nicht selten auch in der Wissenschaft wie der Medizin, der Astronomie, der Chemie (inklusive der Alchemie), der Astronomie und sogar im Recht wider. Allerdings auch im Aberglauben und in den Pseudowissenschaften wie der heutigen Astrologie. Jedoch verdankt gerade die Astronomie (also das "Sterngesetz") aus historischer Sicht der Astrologie (also der "Sternlehre") viele Erkenntnisse, die durch Beobachtung und Berechnung der Sternpositionen gewonnen wurden. Vielfach ist die Zahlensymbolik ein Mittel der Systematisierung komplexer Wissensgebiete. Sie ist auch ein Hilfsmittel der {{w|Mnemotechnik}}, also der Kunst, sich überhaupt eine Fülle von Wissen merken zu können. Als kleine literarische Ergänzung finden sich auf einigen Unterseiten noch einige fiktive Zwiegespräche zwischen einem mittelalterlichen Meister und seinem Schüler: → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus|'''Dialoge zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] ==Zur Zwei== [[Datei:Janiform aryballos Louvre CA987.jpg|rechts|mini|hochkant=1.5|Kopf aus dem antiken Griechenland mit zwei Gesichtern um 525 vor Christus: eine hellhäutige Frau und ein äthiopischer dunkelhäutiger Mann. Die altgriechische Aufschrift „καλός” („KALOS”) bedeutet „gut”, „lieb” oder „schön”.]] Die Zwei ist die einzige gerade und zudem die kleinste Primzahl. Räumliche und zeitliche Einheiten können sinnvoll in Paare oder in zwei Hälften geteilt werden. In der euklidischen Geometrie können die folgenden zusammenhängenden Paare unterschieden werden: * rechts und links * oben und unten * vorne und hinten Ferner ergeben sich beispielsweise die folgenden Wortpaare: * Himmel und Erde * Wasser und Land * Salzwasser und Süßwasser * Beginn und Ende * Anwachsen und Abnehmen * Bewegung und Stillstand * Leben und Tod * Helligkeit und Dunkelheit respektive Licht und Schatten * Kälte und Wärme * Vergangenheit und Zukunft Übertragen auf die Astronomie spielen die folgenden zusammenhängenden Paare eine wichtige Rolle: * Der Tag mit Licht und die Nacht mit Dunkelheit. * Länger werdende Tage im Winter und im Frühling sowie kürzer werdende Tage im Sommer und im Herbst. * Zunehmender Mond nach Neumond, und abnehmender Mond nach Vollmond. * Der Aufgang eines Himmelsobjekts im Osten und der Untergang eines Himmelsobjekts im Westen. * Bei der Beobachtung eines Himmelsobjekts gibt es täglich eine obere und eine untere Kulmination auf dem Meridian. Der '''Meridian''' teilt die Himmelssphäre in eine östliche und eine westliche Hälfte, und der '''Himmelsäquator''', der '''Horizont''' sowie die '''Ekliptik''' teilen die Himmelssphäre in eine nördliche und eine südliche Hälfte. Die beiden Pole des Horizontsystems heißen '''Zenit''' und '''Nadir''', die des Äquatorsystems sowie auch die des Ekliptiksystems '''Nordpol''' und '''Südpol'''. Der Mond und die Planeten können in Bezug auf die Ekliptiklinie entweder aufsteigend oder absteigend sein und ihre Bahnen schneiden die Ekliptik in '''zwei''' Knoten. Es gibt '''zwei''' innere Planeten, den Merkur und die Venus. '''Zwei''' der sieben Wandelgestirne, die Sonne und der Mond, sind mit bloßem Auge als Scheiben zu erkennen. ===Bedeutung der Zwei in Religionen=== Das christliche Kreuz besteht aus zwei Linien, eine vertikale und eine horizontale. [[Datei:Ramsey-Psalter.InPrincipioCreavitDeusTerramEtCaelum.png|mini|rechts|hochkant=1.5|Erste Abbildung im Ramsey-Psalter (um 1300) mit Darstellung der Paare der Schöpfung: Himmel / Erde, Licht / Finsternis, Tag / Nacht, Abend / Morgen, Land / Meer, Sonne / Mond.]] Der Beginn der Schöpfungsgeschichte enthält zahlreiche Dualismen: <blockquote> ''Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde.''<br/> ''Gott schied das Licht von der Finsternis.''<br/> ''Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht.''<br/> ''Es wurde Abend, und es wurde Morgen.''<br/> ''Gott nannte das Trockene Land, und die Ansammlung des Wassers nannte er Meer.''<br/> ''Gott machte die beiden großen Lichter, das große zur Herrschaft über den Tag, das kleine zur Herrschaft über die Nacht, und die Sterne.''<br/> ''Männlich und weiblich erschuf er sie.'' </blockquote> Dass die astronomischen Gegebenheiten für die Festlegungen in Kalendern relevant sind, wird in diesem Kontext durch die folgende Formulierung im 14.&nbsp;Vers deutlich: <blockquote> ''Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und Nacht zu scheiden. Sie sollen als Zeichen für Festzeiten, für Tage und Jahre dienen.'' </blockquote> Durch die Mondphasen sind daher auch heute noch zahlreiche im Sonnenjahr beweglichen Feste festgelegt. '''Ostern''' ist immer am Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Tag-und-Nacht-Gleiche im Frühjahr. Der Mond ist dann also im ersten abnehmenden Viertel und hat ein vom Neumond aus gezähltes Mondalter von 15&nbsp;bis 21&nbsp;Tagen. '''Pfingsten''' ist sieben Wochen beziehungsweise 49&nbsp;Tage nach Ostern und hat daher ein vom Neumond vor Ostern aus gezähltes Mondalter von 64&nbsp;bis 70&nbsp;Tagen, also im entsprechenden Monat ein Mondalter von 5&nbsp;bis 11&nbsp;Tagen, so dass drei bis neun Tage nach Pfingsten wieder ein Vollmond auftritt. Die österliche Bußzeit beginnt am '''Aschermittwoch''', der immer 46&nbsp;Tage vor dem Ostersonntag liegt. Zu diesem Zeitpunkt hat der Mond dann ein junges Mondalter zwischen Neumond und dem Neulicht im ersten zunehmenden Viertel. → Zum Osterfestkreis siehe auch '''[[Quadriviale_Kuriositäten/_Osterdatum|Osterdatum]]'''. Das jüdische '''Pessachfest''' beginnt am 15.&nbsp;Nisan. Ebenso beginnen das '''Laubhüttenfest''' (Sukkot), das '''Neujahrsfest der Bäume''' (Tu biSchevat) und das '''Purimfest''' am 15.&nbsp;Tag eines Monats. Im jüdischen Lunisolarkalender (Mond-Sonnen-Kalender) beginnt jeder Monat ungefähr mit einem Neumond, und daher herrscht zu Beginn dieser Feste immer Vollmond. Der wichtige Fastenmonat '''Ramadan''' ist der neunte Monat im Mondkalender der Muslime. Nach diesem Kalendersystem beginnt jeder Monat immer mit dem sichtbaren Neulicht des Mondes, also ein bis zwei Tage nach Neumond beim Abenderst. <div style="clear:both"></div> ==Zur Drei== [[Datei:Rep-tile triangle creating Sierpinski carpet.gif|mini|rechts|hochkant=2|Die ersten acht Schritte bei der Konstruktion eines gleichseitigen Sierpierski-Dreiecks.]] Die Drei ist die die kleinste ungerade Primzahl. Es gibt '''drei äußere''', mit bloßen Auge leicht zu erkennende Planeten: den Mars, den Jupiter und den Saturn. Ferner gibt es auch '''drei innere Wandelgestirne''', deren siderische Umlaufzeiten weniger als ein Jahr betragen: den Mond, den Merkur und die Venus. Weitere Dreifaltigkeiten sind anthropogenen Ursprungs: zum Beispiel sind zu verschiedenen Jahreszeiten anhand sehr heller Sterne leicht drei Dreiecke am nördlichen Nachthimmel zu erkennen: * Das Winterdreieck ** Sirius im Sternbild Großer Hund (Canis Majoris) ** Prokyron im Sternbild Kleiner Hund (Canis Minoris) ** Bezeigeuze im Sternbild Orion * Das Frühlingsdreieck ** Regulus im Sternbild Löwe (Leo) ** Spica im Sternbild Jungfrau (Virgo) ** Arktur im Sternbild Bärenhüter (Bootes) * Das Sommerdreieck ** Deneb im Sternbild Schwan (Cygnus) ** Wega im Sternbild Leier (Lyra) ** Altair im Sternbild Adler (Aquila) Ferner gibt es das kleine Sternbild Dreieck (Triangulum) zwischen den Sternbildern Perseus, Andromeda, Fische (Pisces) und Widder (Aries) und dem benachbarten Dreiecksnebel (Messier 33). Es gibt in der Einteilung der Ekliptik beim altindischen Nakshatra drei mal drei mal drei Mondhäuser, siehe auch '''→ [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Nakshatra|Exkurs Nakshatra]]'''. ===Bedeutung der Drei in Religionen=== [[Datei:St Swithin's church stained glass uk - 893546.png|mini|rechts|hochkant=2|Kirchenfenster mit einer Darstellung der Heiligen Trinität in Form eines Schildes beziehungsweise eines Stierkopfes in der Sankt Swithin Kirche in Bintree, Breckland, Norfolk, East of England.]] Hier sind insbesondere für das Christentum die Dreifaltigkeit, die drei Mitglieder der Heiligen Familie, Maria, Josef und Jesus, die Heiligen Drei Könige sowie die Auferstehung am dritten Tag zu nennen. Bei der Dreifaltigkeit ergeben sich bei der Anbetung und Verehrung des einen (und zentralen) Gottes (lateinisch: „Deus”) Ist-Beziehungen (lateinisch: „est” = „ist”) zu den drei Personen Vater (lateinisch: „Pater”), Sohn (lateinisch: „Filius”) und Heiliger Geist (lateinisch: „Spiritus Sanctus”), die sich voneinander unterscheiden lassen (lateinisch: „non est” = „ist nicht”). Auch in anderen Religionen werden Götter häufiger in einer Dreiheit genannt. <div style="clear:both"></div> ==Zur Vier== [[Datei:Vier.Objekte.gleicher.Laenge.png|mini|rechts|hochkant=2|Vier gleichseitige ebene Objekte mit mindestens drei Symmetrieachsen sowie mit eins, zwei, drei und vier Linien gleicher Gesamtlänge.]] Die '''Vier''' ist als Quadratzahl von der Zwei die kleinste Zahl, die einen ganzzahligen Teiler hat (→ [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen#Zur Zwei|Zur Zwei]]), ohne dass ein Rest verbleibt, und somit auch die kleinste Zahl, die keine Primzahl ist. :<math>4 = 2 \cdot 2 = 2^2 = 2 + 2</math> In der Abbildung rechts sind die ersten '''vier''' zweidimensionalen, gleichseitigen und achssymmetrischen Objekte einer geometrischen Folge zu sehen, die aus eins, zwei, drei beziehungsweise vier Linien gleicher Gesamtlänge bestehen. Die folgende Vergleichstabelle gibt einige geometrische Werte im Vergleich an: {| class="wikitable" |+ Vier Objekte mit Linien gleicher Gesamtlänge !title="Eigenschaft"|Eigenschaft !title="Kreis"|Kreis !title="Gleichseitiges Kreuz"|Gleich-<br/>seitiges<br/>Kreuz !title="Gleichseitiges Dreieck"|Gleich-<br/>seitiges<br/>Dreieck !title="Quadrat"|Quadrat |- | Anzahl der Linien || 1 || 2 || 3 || 4 |- | Gesamtlänge aller Linien || 1 || 1 || 1 || 1 |- | Länge einer Linie || <math>\sqrt \frac {1} {1}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {2}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {3}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {4}</math> |- | Höhe || <math>\frac {1} {\pi}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {2}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {12}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {4}</math> |- | Breite || <math>\frac {1} {\pi}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {2}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {3}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {4}</math> |- | Diagonale || <math>\frac {1} {\pi}</math> || 0 || <math>\sqrt \frac {1} {12}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {8}</math> |- | Fläche || <math>\frac {1} {4 \pi}</math> || 0 || <math>\sqrt \frac {1} {432}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {16}</math> |- | Anzahl Symmetrieachsen || <math>\infin</math> || 4 || 3 || 4 |- | Punktsymmetrisch || ja || ja || nein || ja |- | Repräsentativer Winkel || 360° || 90° || 60° || 90° |} Die Einteilung von Flächen in '''vier''' Quadranten wird häufig zur Beschreibung von Richtungen und zur besseren Orientierung in einer Ebene verwendet, insbesondere mit den '''vier Himmelsrichtungen''' Norden, Osten, Süden und Westen. Ein synodischer '''Monat '''wird in '''vier Mondviertel''' eingeteilt, die jeweils eine Woche dauern: Neumond, zunehmender Mond, Vollmond und abnehmender Mond. Hierbei wird die Ekliptikebene einmal vollständig durchlaufen, und anschließend sogar noch ein wenig mehr, weil sich die Erde innerhalb eines Monats ihrerseits um die Sonne bewegt hat. Aus diesem Grund dauert der synodische Monat mit 29,5 Tagen gut zwei Tage länger als der siderische Monat mit 27,3 Tagen. Die Gezeiten werden von den '''vier Mondphasen''' in einem synodischen Monat bestimmt. Nach einem Neumond kommt es zu einer Springtide mit hohem Wasserstand. Danach setzt die Ebbe ein, bis nach dem zunehmenden Halbmond eine Nipptide mit Niedrigwasser eintritt. Die im Anschluss einsetzende Flut ist kurz nach dem Vollmond beendet, und nach dem abnehmenden Halbmond kommt es erneut zu einer Nipptide. Und so fort, in einem immerwährenden Zyklus. Es gibt in der Einteilung der Ekliptik beim arabischen '''Manazil al-Qamar''' '''vier''' mal sieben Mondhäuser. Das bedeutet, dass in jedem der '''vier Quadranten''' der Ekliptikebene sieben Mondhäuser liegen, die den sieben Tagen einer Woche entsprechen. → Siehe auch '''[[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Manazil_al-Qamar|Exkurs Manazil al-Qamar]]'''. Das Produkt der beiden Summanden Drei und Vier ergibt Zwölf. Dies entspricht den '''vier Jahreszeiten''' Frühling, Sommer, Herbst und Winter, die jeweils drei Monate lang dauern. Das Produkt dieser beiden Zahlen entspricht also der Anzahl der Monde respektive Monate in einem Jahr sowie der Anzahl der Ekliptiksternbilder, in denen sich die Sonne im Laufe eines Jahres je einen Monat lang in einem Winkelsegment von 30&nbsp;Bogengrad aufhält. Die Arithmetik spiegelt sich zum Beispiel auch in der christlichen Theologie wider, wo die göttliche Zahl Sieben aus der himmlischen Dreifaltigkeit Gottes und den irdischen '''vier Elementen''' (respektive den''' vier Evangelisten''', den '''vier Himmelsrichtungen''' oder den '''vier Jahreszeiten''') zusammengezählt wird. <gallery caption "Zur Vier" widths=360 heights=360 mode=packed> FeuerErdeWasserLuft.png|Die '''vier''' Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft. Luna.Kircher.Ars magna lvcis et vmbrae 1646.png|Die '''vier''' Jahreszeiten und die Mondphasen eines Monats mit Neumond, zunehmender Halbmond, Vollmond und abnehmender Halbmond. Rosa_de_los_vientos_21.svg|mini|rechts|hochkant=2|Windrose mit den '''vier''' Haupthimmelsrichtungen Nord, Ost, Süd und West. </gallery> [[Datei:Pegasův čtverec.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Astronomische Aufnahme des Herbst'''vier'''ecks im Sternbild Pegasus. Links oben die auffällige Andromedagalaxie (Messier 31).]] Die fast quadratische Konstellation der '''vier Sterne''' Algenib, Scheat, Markab und Sirrah (oder Alpheratz) im Sternbild Perseus wird auch '''Herbstviereck''' genannt, weil es auf der Nordhalbkugel der Erde am südlichen Nachthimmel im Herbst gut zu sehen ist. Es fällt auf, dass viele Sterngruppen, die aus sieben Sternen bestehen, geometrisch alle ganz zwanglos in eine Vierer- und eine Dreiergruppe unterteilt werden können. In der Astronomie taucht die Vierteilung in vielfältiger Hinsicht auf. Die vier Abschnitte können mit den Attributen '''Anfang''', '''Kraft''', '''Reife''' und '''Ende''' versehen werden. Die auf dem tropischen Sonnenjahr basierende Aufteilung in '''vier Jahreszeiten''' spiegelt sich in der Lage des '''Hauptpunktes der Sonne''' auf der Ekliptik wider. Vom Frühlingspunkt gerechnet sind der siebente bis zehnte Monat mit den entsprechenden lateinischen Zahlwörtern "septem", oktem", "novem" und "decem" gebildet, da in alten Kalendern der März als der erste Monat gerechnet wurde (der in dieser Zählung zwölfte und letzte Monat Februar hat deswegen heute noch den 29. Tag als Schalttag). Das '''Hauptsternbild''' ist dasjenige, das um Mitternacht an seinem höchsten Punkt auf dem südlichen Meridian steht. In der folgenden Tabelle wird in der Spalte '''Sonnenrichtung''' angegeben, in welcher der '''vier Himmelsrichtungen''' sich der Frühlingspunkt zur angegebenen Jahreszeit morgens befindet, in der Spalte '''Tageszeit''' zu welcher der '''vier Tageszeiten''' sich die Sonne in dieser Himmelsrichtung befindet. '''Mondalter''', '''Mondrichtung zur Sonne''' und '''Elongation des Mondes''' sind in der Tabelle auf den synodischen Monat und den Anfang eines Monats bei Neumond bezogen. {| class="wikitable" |+ Die Vier in der Astronomie !title="Interpretation"|Interpretation ! !title="Jahreszeit"|Jahreszeit !title="Hauptpunkt der Sonnenbahn"|Hauptpunkt<br/>der Sonnenbahn !title="Monate"|Monate !title="Hauptsternbild"|Hauptsternbild auf dem<br/>südlichen Meridian<br/>um Mitternacht !title="Himmelsrichtung des Frühlingspunktes am Morgen zur Jahreszeit"|Himmelsrichtung des<br/>Frühlingspunktes am Morgen<br/>zur Jahreszeit !title="Tageszeit der Sonne in dieser Himmelsrichtung"|Tageszeit der Sonne<br/>in dieser Himmelsrichtung ! !title="Mondalter"|Mondalter !title="Mondrichtung zur Sonne"|Mondrichtung<br/>zur Sonne !title="Elongation des Mondes"|Elongation<br/>des Mondes |- | '''Anfang''' || || '''Frühling''' || Frühlings-<br/>äquinoktium || März (1)<br/>April (2)<br/>Mai (3) || Löwe<br/>(Leo) || '''Osten''' || '''Morgen''' || || '''Neumond''' || Konjunktion || 0° |- | '''Kraft''' || || '''Sommer''' || Sommer-<br/>sonnenwende || Juni (4)<br/>Juli (5)<br/>August (6) || Adler<br/>(Aquila) || '''Süden''' || '''Mittag''' || || '''Zunehmender<br/>Halbmond''' || Östliche<br/>Quadratur || 90° östlich |- | '''Reife''' || || '''Herbst''' || Herbst-<br/>äquinoktium || '''Septem'''ber ('''7''')<br/>'''Okto'''ber ('''8''')<br/>'''Novem'''ber ('''9''') || Wassermann<br/>(Aquarius) || '''Westen''' || '''Abend''' || || '''Vollmond''' || Opposition || 180° |- | '''Ende''' || || '''Winter''' || Winter-<br/>sonnenwende || '''Dezem'''ber ('''10''')<br/>Januar (11)<br/>Februar (12) || Stier<br/>(Taurus) || '''Norden''' || '''Nacht''' || || '''Abnehmender<br/>Halbmond''' || Westliche<br/>Quadratur || 90° westlich |} ===Bedeutung der Vier in Religionen=== [[Datei:Ekliptik.Zodiak.helle.Sterne.png|mini|rechts|hochkant=2|Der Zodiak mit den sehr markanten Sternbildern '''Löwe (Leo, Frühlingssternbild)''' und '''Stier (Taurus, Wintersternbild)''', dem weniger auffälligen Sternbild '''Wassermann (Aquarius, Herbststernbild)''' sowie dem erhaben in der Milchstraße fliegenden '''Adler (Aquila, Sommersternbild)''', der sich im Horizontsystem fast senkrecht über dem in nördlicheren Breiten nie vollständig sichtbaren Ekliptiksternbild Skorpion (Scorpius) befindet. Die '''vier''' mit gelbem Text hervorgehobenen Sternbilder Löwe, Stier, Wassermann und Adler befinden sich also stets in '''vier''' senkrecht aufeinander stehenden Himmelsrichtungen. Die hellsten Sterne und Sternhaufen der genannten Sternbilder sind ebenfalls dargestellt.]] Es sei darauf hingewiesen, wie zwanglos die Reihe der oben in der Tabelle genannten '''vier Hauptsternbilder''' Löwe, Stier, Wassermann und Adler mit den '''vier Himmelsrichtungen''', mit den '''vier Jahreszeiten''' und mit den '''vier Grundelementen''' Feuer, Erde, Wasser und Luft in Verbindung gebracht werden können. Die Reihenfolge der jahreszeitlichen Hauptsternbilder entspricht unter der Gleichsetzung des Wassermannes (Aquarius) mit einem Menschen exakt der Erwähnung der '''vier realen Lebewesen''' (Sternbilder) gleichenden Gestalten "voller Augen" (oder Sterne) aus dem vierten Kapitel der Offenbarung des Johannes im Neuen Testament. Sie sind kreisförmig um einen zentralen Ort ("Thron") in einem durchsichtigen Raum ("gläsernes Meer, gleich Kristall") angeordnet. Die "Mitte" entspricht der die beiden Himmelssphären halbierende Ekliptiklinie, die "rings um" die Erde ("Thron") läuft und die Himmelssphäre in die nördliche und die südliche Hälfte teilt, die beide die gleiche Größe haben:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung4,6 Offenbarung, Kapitel 4, Verse 6 und 7], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> ''Und vor dem Thron war etwas wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall. Und in der Mitte, rings um den Thron, waren '''vier Lebewesen''' voller Augen, vorn und hinten. Das erste Lebewesen glich einem '''Löwen''', das zweite einem '''Stier''', das dritte sah aus wie ein '''Mensch''', das vierte glich einem '''fliegenden Adler'''.'' </blockquote> Auch der Schriftprophet Hesekiel (Ezechiel) erwähnt im zehnten Verses seines ersten Kapitels diese vier Lebewesen, in seiner Beschreibung von himmlischen Erscheinungen, allerdings nicht in astronomischer Reihenfolge:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Hesekiel1%2C10 Hesekiel, Kapitel 1, Vers 10], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> Die Gestalt ihrer Gesichter aber war: ein '''Menschengesicht''', ein '''Löwengesicht''' bei allen vier nach rechts, ein '''Stiergesicht''' bei allen vier nach links und ein '''Adlergesicht''' bei allen vier. </blockquote> Diese vier Lebewesen werden auch den '''vier Evangelisten''' Markus, Lukas, Matthäus und Johannes (in chronologischer Reihenfolge derer Evangelien) zugeordnet. [[Datei:Aquila.fade-in.animation.webm|mini|rechts|hochkant=2|Animation mit Einblendung des Sternbilds Adler (Aquila) in der Sommermilchstraße aufgenommen am südlichen Sternhimmel im Sternenpark Westhavelland.]] [[Datei:Ekliptik.helle.Objekte.png|mini|rechts|hochkant=1.5|Die vier persischen Königssterne an der Ekliptiklinie: '''Aldebaran''' (α Tauri) im Sternbild Stier (Taurus), '''Regulus''' (α Leonis) im Sternbild Löwe (Leo), '''Antares''' (α Scorpii) im Sternbild Skorpion (Scorpio) sowie '''Fomalhaut''' (α Piscis Austrini) im Sternbild Südlicher Fisch (Piscis Austrinus)..]] Die den Evangelisten entsprechenden '''vier Sternbilder''' '''Löwe''' (Leo), '''Stier''' (Taurus), '''Wassermann''' (Aquarius) und '''Adler''' (Aquila) befinden sich in '''vier senkrecht aufeinander liegenden Himmelsrichtungen'''. Bemerkenswert ist bei diesen '''vier Symbolen''', dass der Adler, der sich als einziges dieser "Lebewesen" nicht auf der Ekliptik sondern oberhalb (nördlich) der Ekliptik -&nbsp;im Horizontsystem senkrecht über dem Ekliptiksternbild Skorpion (Scorpius)&nbsp;- in der Milchstraße befindet, das Attribut "fliegend" bekommen hat. {| class="wikitable" |+ Die vier Sternbilder der Evangelisten !title="Evangelist"|Evangelist !title="Markus"|Markus !title="Lukas"|Lukas !title="Matthäus"|Matthäus !title="Johannes"|Johannes |- | Sternbild (deutsch) || Löwe || Stier || Wassermann || Adler |- | Sternbild (lateinisch) || Leo || Taurus || Aquarius || Aquila |- | Jahreszeit bei abendlichem Aufgang im Osten, bei Erreichen des südlichen Meridians um Mitternacht und bei morgendlichem Untergang im Westen || Frühling || Winter || Herbst || Sommer |- | Jahreszeit bei abendlichem Untergang im Westen, bei Erreichen des nördlichen Meridians um Mitternacht (Unsichtbarkeit in der nördlichen Hemisphäre) und bei morgendlichem Aufgang im Osten || Herbst || Sommer || Frühling || Winter |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Frühling || Süden || Westen || Norden || Osten |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Sommer || Westen || Norden || Osten || Süden |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Herbst || Norden || Osten || Süden || Westen |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Winter || Osten || Süden || Westen || Norden |} Bei den Persern waren die '''vier Himmelsrichtungen''' und Jahreszeiten durch die '''vier sehr hellen, königlichen Sterne''' gekennzeichnet, von denen sie beherrscht werden. '''Aldebaran''' (α Tauri) im Sternbild Stier (Taurus), '''Regulus''' (α Leonis) im Sternbild Löwe (Leo), '''Antares''' (α Scorpii) im Sternbild Skorpion (Scorpio, liegt südlich der Ekliptiklinie und des Sternbilds Adler (Aquila)) sowie '''Fomalhaut''' (α Piscis Austrini, liegt unmittelbar unter dem rechten Fuß des Sternbilds Wassermann (Aquarius)) im Sternbild Südlicher Fisch (Piscis Austrinus).<ref>François Arago: ''Astronomie Pupulaire'', Deutsche Original-Ausgabe nach der von Jean-Augustin Barral besorgten französischen Originalausgabe, 11. Band ''Von den Sternbildern'', neuntes Kapitel ''Hülfsmittel um die Sternbilder der Alten zu lernen'', Seite 292, Paris, Leipzig, 1855</ref> Sie dienten kalendarischen und astrologischen Zwecken und wurden zum Navigieren verwendet. Sie werden im '''Bundahischn''' erwähnt, ein mittelpersischer Text über die Weltentstehung sowie ihre Mythen und Legenden, die im '''Zoroastrismus''' eine Rolle spielen. → Siehe auch [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Plejaden#Königssterne|'''persische Königssterne''']]. [[Datei:The four supporters (angels) of the celestial throne Wellcome L0030654.jpg|mini|rechts|Die vier als Mann, Stier, Adler und Löwe dargestellten Cherubim aus dem persischen Manuskript 373 der Wellcome-Sammlung in London.]] Die vier senkrecht aufeinander stehenden Hauptrichtungen entsprachen 2600 vor Christus den vier Hauptpunkten der Sonne zum Frühlingsäquinoktium (ekliptikale Länge = 0°), zur Sommersonnenwende (ekliptikale Länge = 90°), zum Herbstäquinoktium (ekliptikale Länge = 180°) und zur Wintersonnenwende (ekliptikale Länge = 270°), sowie gleichzeitig den vier persischen Königssternen Aldebaran (α Tauri), Regulus (α Leonis), Antares (α Scorpii) und Fomalhaut (α Piscis Austrini) beziehungsweise den späteren vier Evangelisten-Sternbildern Stier (Taurus), Löwe (Leo), fliegender Adler (Aquila, links oberhalb vom Skorpion wegfliegend) und Wassermann (Aquarius). Diese vier Lebewesen tauchen auch in der Dichtung des Umaiya ibn Abī s-Salt als die Beweger der Sonne beziehungsweise als die Träger des Throns (ḥamlat al-arsh) auf. Auch die vier Erzengel werden zu diesen Cherubim gezählt: <blockquote> Ein '''Mann''' und ein '''Stier''' unter seinem rechten Fuß,<br/> und beim andern ein '''Adler''' und ein lauernder '''Löwe'''.<br/> Und die '''Sonne''', sie geht am Ende jeder Nacht auf,<br/> rot wie eine Rose gefärbt.<br/> Sie geht ihnen aber nicht freiwillig auf,<br/> sondern muss gezüchtigt und gepeitscht werden. </blockquote> Die Gleichsetzung von "Wassermann" und "Mensch" taucht zum Beispiel im vierzehnten Kapitel des Markusevangeliums (und fast gleichlautend auch im zweiundzwanzigsten Kapitel des Lukasevangeliums) auf, wo ein einen '''Wasserkrug tragender Mensch''' beschrieben wird:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Markus14,12-14 Markusevangelium, Kapitel 14, Verse 12 bis 14], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref><ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Lukas22%2C10 Lukasevangelium, Kapitel 22, Vers 10], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 12 Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote, an dem man das Paschalamm zu schlachten pflegte, sagten die Jünger zu Jesus: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?<br/> 13 Da schickte er zwei seiner Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in die Stadt; dort wird euch ein '''Mensch''' begegnen, der einen '''Wasser'''krug trägt. Folgt ihm,<br/> 14 bis er in ein Haus hineingeht; </blockquote> Die Jünger und Jesus waren zu Beginn des Festes Pessach zusammen, also in der Jahreszeit kurz nach der Tag-und-Nacht-Gleiche des Frühlings. Falls sie sich kurz vor der Morgendämmerung nordwestlich von einer Stadt aufgehalten hätten, könnte die Anweisung bedeutet haben, dass sich die Jünger nach Südosten, genau in die Richtung des dort über dem Horizont stehenden Sternbilds Wassermann (Aquarius) und dann in das Haus begeben sollen, welches beim Gehen des Wegs das Sternbild verdeckte. Falls mit der erwähnten Stadt Jerusalem gemeint wäre, hätten zwei Wege aus nordwestlicher Richtung in die Stadt geführt: * Die Straße von Damaskus über Galiläa durch das nordwestlich gelegene Damaskustor (lateinisch: "Porta Galilaeae"). * Die Straße von der Küstenstadt Jaffa (Joppa) über Emmaus durch das westlich gelegene Jaffator (lateinisch: "Porta Pugru" oder "Porta David"). [[Datei:Blick.auf.das.alte.Jerusalem.mit.aufgehendem.Wassermann.png|mini|links|hochkant=3|Blick auf das Jaffator des alten Jerusalems mit dem zur Zeit des Paschamahls am frühen Morgen aufgehendem Sternbild Wassermann.]] <div style="clear:both"></div> Im sechsten Kapitel der Offenbarung des Johannes tauchen ferner die '''vier Apokalyptischen Reiter''' auf einem weißen, einem feuerroten, einem schwarzen und einem fahlen Pferd sowie die '''vier Engel''' an den '''vier Ecken der Erde''', die die '''vier Winde der Erde''' fest aufhielten. Das Himmlische Jerusalem ist '''viereckig''' angelegt:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung6 Offenbarung, Kapitel 6, bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Dann sah ich: Das Lamm öffnete das erste der sieben Siegel; und ich hörte das erste der '''vier Lebewesen''' wie mit Donnerstimme rufen: Komm!<br/> 2 Da sah ich und siehe, ein '''weißes Pferd'''; und der auf ihm saß, hatte einen '''Bogen'''. Ein Kranz wurde ihm gegeben und als Sieger zog er aus, um zu siegen.<br/> 3 Als das Lamm das zweite Siegel öffnete, hörte ich das '''zweite Lebewesen''' rufen: Komm!<br/> 4 Da erschien ein anderes '''Pferd'''; das war '''feuerrot'''. Und der auf ihm saß, wurde ermächtigt, der Erde den Frieden zu nehmen, damit die Menschen sich gegenseitig abschlachteten. Und es wurde ihm ein großes '''Schwert '''gegeben.<br/> 5 Als das Lamm das dritte Siegel öffnete, hörte ich das '''dritte Lebewesen''' rufen: Komm! Da sah ich und siehe, ein '''schwarzes Pferd'''; und der auf ihm saß, hielt in der Hand eine '''Waage'''.<br/> 6 Inmitten der vier Lebewesen hörte ich etwas wie eine Stimme sagen: Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar. Aber dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu!<br/> 7 Als das Lamm das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des '''vierten Lebewesens''' rufen: Komm!<br/> 8 Da sah ich und siehe, ein '''fahles Pferd'''; und der auf ihm saß, heißt der '''Tod'''; und die Unterwelt zog hinter ihm her. Und ihnen wurde die Macht gegeben über ein Viertel der Erde, Macht, zu töten durch Schwert, Hunger und Tod und durch die Tiere der Erde. </blockquote> Das '''Himmlische Jerusalem''' ist entsprechend den vier Haupthimmelsrichtungen '''quadratisch''' angelegt:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung21,6 Offenbarung, Kapitel 21, Vers 6, bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 16a Die Stadt war '''viereckig''' angelegt und ebenso lang wie breit. </blockquote> [[Datei:Grosses.Kreuzzeichen.png|mini|rechts|hochkant=2|Großes Kreuzzeichen.]] Beim großen Kreuzzeichen wird in der katholischen Liturgie mit den Fingern der rechten Hand ein Kreuz gezeichnet, wobei die Stirn, die Brust und beide Schultern markiert werden. Hierbei ist folgendes zu bemerken: Es gibt '''ein''' Kreuz, das aus '''zwei''' senkrechten Linien mit '''vier''' Endpunkten besteht, während '''drei''' Personen mit dem Text „Im Namen des Vaters, des Sohne und des Heiligen Geistes.“ angesprochen werden. Der Advent hat '''vier Sonntage'''. → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus/ Vierfalt|'''Dialog über die Vierfalt zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] <div style="clear:both"></div> ==Zur Sieben== [[Datei:Siebentel.Dreieck.png|mini|rechts|hochkant=2|Werden die '''drei '''Seiten eines Dreiecks ABC beispielsweise mit Hilfe der geometrischen Konstruktion mit den gestrichelten '''halbierten '''Strecken''' gedrittelt''' und werden die '''drei''' entsprechenden Punkte A', B' und C' mit den gegenüberliegenden Dreieckspunkten C, A und B verbunden, ergibt sich im Inneren des Dreieckes an den '''drei''' Schnittpunkten dieser Verbindungslinien ein weiteres Dreieck A"B"C", das genau ein '''Siebentel''' der Fläche des Dreiecks ABC hat.<br/> '''Hinweise für einen geometrischen Beweis:'''<br/> - Die Dreiecke AA'C, BB'A und CC'B müssen ein Drittel (respektive sieben Einundzwanzigstel) der Fläche des Dreiecks ABC haben.<br/> - Die Dreiecke AC'C", BA'A" und CB'B" müssen die doppelte Fläche der Dreiecke CC'C", AA'A" und BB'B" haben.<br/> - Die Dreiecke AA"C", BB"A" und CC"B" müssen die dreifache Fläche der Dreiecke CC'C", AA'A" und BB'B" haben.<br/> - Die Dreiecke AA'A", BB'B" und CC'C" müssen jeweils ein Siebentel des Flächeninhalts der Dreiecke ABB', BCC' und CAA' beziehungsweise ein Einundzwanzigstel der Fläche des Dreiecks ABC haben.]] Die Primzahl '''Sieben''' ist die einzige Zahl von der Zwei bis zur Elf, die keine gemeinsamen Teiler mit den anderen neun Zahlen hat oder ein Vielfaches dieser Zahlen ist. Ferner ist das regelmäßige Siebeneck das regelmäßige Polygon mit den wenigsten Ecken, das nicht rein geometrisch mit Lineal und Zirkel konstruiert werden kann. Dies vermittelt der Sieben seit jeher eine Sonderstellung in vielen Bereichen des geistigen Lebens. Es gibt '''sieben Hauptsterne der Plejaden''' ('''Siebengestirn'''), '''sieben regelmäßig zu beobachtende Wandelgestirne''', nach denen die '''sieben Tage der Woche''' benannt wurden, und '''sieben helle Himmelsobjekte in der Nähe der Ekliptik''', die in '''Konjunktion''' mit dem Mond oder den Planeten stehen können. → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Plejaden|'''Die Plejaden''']] → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Kalenderführung#Die_Siebentagewoche|'''Die Siebentagewoche''']] → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Der_Fixsternhimmel#Die_sieben_hellsten_Objekte_der_Ekliptik|'''Die sieben hellsten Objekte der Ekliptik''']] → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen|'''Konjunktionen''']] Ferner sei an dieser Stelle festgehalten, dass ein Mondviertel gut '''sieben Tage''' dauert. Es gibt in der Einteilung der Ekliptik beim altarabischen '''Manazil al-Qamar''' vier mal sieben Mondhäuser. → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Manazil_al-Qamar|'''Manazil al-Qamar''']] Darüber hinaus hat die '''Sieben''' in Verbindung mit der Zwölf eine besondere Bedeutung in Lunisolarkalendern und im Meton-Zyklus: Wenn in 19&nbsp;tropischen Sonnenjahren zu den 12&nbsp;synodischen Monaten eines Mondjahres 7&nbsp;Schaltmonate eingefügt werden, sind der Sonnenkalender und der Mondkalender wieder bis auf nur rund zwei Stunden Abweichung synchron. → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Meton-Zyklus|'''Der Meton-Zyklus''']] Nur '''sieben''' der zwölf Sternzeichen des Zodiaks sind Tiere, fünf sind es nicht: Zwillinge (Gemini), Jungfrau (Virgo), Waage (Libra), Schütze (Sagittarius) und Wassermann (Aquarius). Deswegen ist es auch nicht so ganz zutreffend von Zodiak oder vom Tierkreis zu sprechen. Da einzig das Sternbild Waage (Libra) kein Lebewesen ist und im Übrigen früher Teil des Sternbilds Skorpion gewesen ist, wäre der Begriff "Lebewesenkreis" dem Begriff "Tierkreis" vielleicht allgemein vorzuziehen. ===Die Siebentagewoche=== [[Datei:Regenbogen.Ausschnitt.P1010302.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Ausschnitt eines Regenbogens mit seinen sieben Hauptfarben '''<span style="color:#FF0000">Rot</span>, <span style="color:#FF7F00">Orange</span>, <span style="color:#FFDF00">Gelb</span>, <span style="color:#00BF00"> Grün</span>, <span style="color:#00BFBF">Türkis</span>, <span style="color:#0000FF">Blau</span> und <span style="color:#7F00FF">Violett</span>'''.]] Alle sieben seit jeher mit bloßem Auge zu sehenden und gegenüber dem Sternhimmel beweglichen Gestirne bewegen sich von der Erdoberfläche aus gesehen also scheinbar entlang der Ekliptik um die Achse zwischen den beiden Ekliptikpolen. Schon in der größten griechischen Stadt Böotiens, Theben, der Stadt der sieben Tore, sollen vor fast 3000 Jahren die sieben Stadttore diesen sieben Wandelgestirnen in der Reihenfolge der Wochentage zugeordnet gewesen sein. Möglicherweise war diese Reihenfolge von den phönizischen Gründern der Stadt mitgebracht worden.<ref>''Real-Encyklopädie für protestantische Theologie und Kirche'', 17. Band, Wilhelm Lotz : Kapitel ''Woche'', Seite 255, Johann Conrad Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig, 1886</ref> Ferner gibt es auch Zuordnungen zwischen den sieben Wandelgestirnen und den sieben leicht unterscheidbaren Hauptfarben von Regenbögen: * <span style="color:#FF0000">Rot (wie Rubin)</span> * <span style="color:#FF7F00">Orange (wie Karnerol)</span> * <span style="color:#FFDF00">Gelb (wie Gold)</span> * <span style="color:#00BF00"> Grün (wie Smaragd)</span> * <span style="color:#00BFBF">Türkis (wie Türkis)</span> * <span style="color:#0000FF">Blau (wie Lapislazuli)</span> * <span style="color:#7F00FF">Violett (wie Amethyst)</span> Diese sieben Himmelsobjekte, die sich gegenüber dem Fixsternhimmel je nach den Entfernungen von der Erde und von der Sonne mehr oder weniger schnell bewegen, sind im Folgenden angegeben. Die Tatsache, dass sie nur über ihre (siderischen) Umlaufzeiten geordnet in einem Heptagramm dargestellt werden können, das ausgehend von der oben dargestellten Sonne die bekannte Reihenfolge der Wochentage ergibt, ist ein Indiz dafür, dass die Kenntnis aller Umlaufzeiten eine Voraussetzung für diese Reihenfolge ist: {| class="wikitable sortable" |+ Die sieben sich in der Ekliptik gegenüber dem Fixsternhimmel bewegenden Himmelskörper !title="Himmelskörper"| Himmels-<br/>körper !title="Symbol" class="unsortable"| Symbol !title="Siderische Umlaufzeit"| Siderische<br/>Umlaufzeit<br/>in Tagen !title="Siderische Umlaufzeit"| Siderische<br/>Umlaufzeit<br/>in Monaten !title="Siderische Umlaufzeit"| Siderische<br/>Umlaufzeit<br/>in Jahren !title="Scheinbare Helligkeit"| Scheinbare<br/>Helligkeit !title="Bahnneigung zur Ekliptik"| Bahnneigung<br/>zur Ekliptik !title="Maximale Elongation"| Maximale<br/>Elongation !title="Lateinische Bezeichnung"| Lateinische<br/>Bezeichnung<br/>des Wochentags !title="Gottheiten" class="unsortable"| Gottheiten !title="Wochentag"| Wochentag !title="Nummer"| Nummer !title="Farbe"| Farbe |- | Mond || [[Datei:Moon crescent symbol.svg|40px]] || 27,3 || 0,90 || 0,075 || -13<sup>m</sup> || 5,1° || 180° || dies lunae|| Mani || Montag || 2 || style="background:#FF7F00" | <span style="color:#FF7F00"> 2 </span> |- | Merkur|| [[Datei:Mercury symbol.svg|40px]] || 77 || 2,5 || 0,21 || -2<sup>m</sup> || 7,0° || 28° || dies Mercuri || Odin / Wotan / Wodan || Mittwoch || 4 || style="background:#7F00FF" | <span style="color:#7F00FF"> 7 </span> |- | Venus|| [[Datei:Venus symbol.svg|40px]] || 225 || 7,4 || 0,62 || -5<sup>m</sup> || 3,4° || 48° || dies Veneris|| Frija / Frigg / Frigga || Freitag || 6 || style="background:#00BFBF" | <span style="color:#00BFBF"> 5 </span> |- | Sonne|| [[Datei:Sun symbol.svg|40px]] || '''365,25''' || '''12,0''' || '''1,00''' || -27<sup>m</sup> || 0,0° || 0° || dies solis || Sol / Sunna || Sonntag || 1 || style="background:#FFDF00" | <span style="color:#FFDF00"> 3 </span> |- | Mars|| [[Datei:Mars symbol.svg|40px]] || 687 || 22,6 || 1,88 || -3<sup>m</sup> || 1,9° || 180° || dies Martis || Tiu / Ziu / Tyr || Dienstag || 3 || style="background:#FF0000" | <span style="color:#FF0000"> 1 </span> |- | Jupiter|| [[Datei:Jupiter symbol.svg|40px]] || 4333 || 142,4 || '''11,9''' || -3<sup>m</sup> || 1,3° || 180° || dies Iovis|| Thor / Donar / Thunar || Donnerstag || 5 || style="background:#0000FF" | <span style="color:#0000FF"> 6 </span> |- | Saturn|| [[Datei:Saturn symbol.svg|40px]] || 10760 || 353,5 || 29,5 || -0,5<sup>m</sup> || 2,5° || 180° || dies Saturni || Saturn || Samstag || 7 || style="background:#00BF00" | <span style="color:#00BF00"> 4 </span> |} <gallery caption="Die sieben Himmelskörper der Wochentage" widths=300 heights=300 mode=packed> Athanasius.Kircher.ArsMagna.LucisEtUmbrae.Wochentage.png|Wochentagsheptagramm und ''Tabella Regiminis Planetarum'' ("Tabelle der Lenkung der Planeten") von Athanasius Kircher in dessen Ars Magna Lucis et Umbrae von 1645. "Dies" = "Tag", "Noctis" = "Nacht", "sive" = "oder", "Feria" = "Wochentag" Heptagramm.Pergament.png|Heptagramm mit den drei Anfangsbuchstaben der lateinischen Bezeichnungen der Wochentage beziehugsweise Himmelskörper. Wochentagsheptagramm.png|Die sieben den gegenüber dem Fixsternhimmel beweglichen Himmelskörper und deren Zuordnungen zu den Wochentagen in der Darstellung eines Heptagramms, das mit dem Mond beginnend entgegen dem Uhrzeigersinn und aufsteigend nach den siderischen Umlaufzeiten angeordnet ist. Die Sonne befindet sich oben. BlumeDesLebens7.png|Hexagonaler Ring mit sieben jeweils um eine Radiuslänge überlappenden Kreisen. Ein Kreis im Zentrum umrundet von sechs weiteren Kreisen.<ref>Siehe auch: [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gold_roundels_from_Grave_Circle_A,_Grave_III_02.jpg Gold roundels from Grave Circle A, Grave III], aus einem Grab aus der Bronzezeit auf dem königlichen Friedhof der Zitadelle von Mykene</ref><ref>Jens Høyrup: [http://www.numdam.org/article/RHM_2000__6_1_5_0.pdf Geometrical patterns in the pre-classical Greek area. Prospecting the borderland between decoration, art, and structural inquiry], Revue d’histoire des mathematiques, 6, Seite 29 und 30, 2000</ref><ref>Lars Marius Garshol: [https://digital.kenyon.edu/perejournal/vol7/iss4/7 Olav’s Rose, Perun’s Mark, Taranis’s Wheel], Peregrinations: Journal of Medieval Art and Architecture 7, 4: 121-151, 2021</ref> </gallery> Die Siebentagewoche und die Bezeichnungen der sieben Wochentage gehen also auf diese sieben Himmelskörper zurück. Die Sonne ist mit großem Abstand das hellste dieser Himmelsobjekte, und nur der Mond kann über den gesamten Tag gleichzeitig mit ihr am Taghimmel gesehen werden. [[Datei:Stier.Mars.Uranus.Widder.P1025009.png|mini|rechts|hochkant=2|Der Uranus (unten in der Mitte) im Sternbild Widder (Aries) im Vergleich zu einigen markanten Himmelsobjekten: Oben links der Planet Mars im Goldenen Tor der Ekliptik im Sternbild Stier (Taurus) zwischen dem Roten Riesen Aldebaran (α Tauri) im offenen Sternhaufen der Hyaden und dem offenen Sternhaufen der Plejaden. In der Nachbarschaft im Uhrzeigersinn die hellen Sterne Algol (β Persei), Alamak (γ Andromedae), Mirach (β Andromedae), Hamal (α Arietis), Menkar (α Ceti).]] Der Planet '''Uranus''' ist bei günstigen Beobachtungsverhältnissen zwar gerade noch mit bloßem Auge zu sehen, wird mit seiner scheinbaren Helligkeit von 5,5<sup>m</sup> allerdings von mehreren tausend Fixsternen übertroffen. Er wurde mehrfach beobachtet, jedoch für einen Fixstern gehalten, da er sich mit einer siderischen Umlaufzeit von 84&nbsp;Jahren nur sehr langsam gegenüber dem Fixsternhimmel bewegt. Daher wurde er erst im 18.&nbsp;Jahrhundert zufällig von dem deutsch-britischen Musiker und Amateurastronomen '''Wilhelm Herschel''' (*&nbsp;1738; †&nbsp;1822) und somit lange nach der Erfindung des Fernrohrs entdeckt. Der Planet '''Neptun''' bewegt sich noch langsamer als der Planet Uranus (die siderische Umlaufzeit beträgt fast 165&nbsp;Jahre) und ist ohne optische Geräte gar nicht sichtbar. Er wurde zum Jahreswechsel 1612/1613 von Galileo Galilei (*&nbsp;1564; †&nbsp;1642) in Konjunktion zum Planeten Jupiter beobachtet, aber für einen Fixstern oder einen weiteren Jupitermond gehalten. Der Neptun wurde erst Mitte des 19.&nbsp;Jahrhunderts aufgrund aufwendiger mathematischer Berechnungen ausfindig gemacht. → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus/ Kalender|'''Dialog über den Kalender zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] ===Bedeutung der Sieben in Religionen=== [[Datei:Menorah 0307.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Nachgebildeter siebenarmiger Leuchter ('''Menora''') des Jerusalemer Tempels mit drei Armen nach rechts und drei Armen nach links.]] Die Sieben ist eine in den alten Schriften recht häufig auftauchende Zahl. Beispiele sind die '''sieben Himmel''', die '''sieben Stufen der Türme''', die '''sieben Zweige des Lebensbaums''' oder die '''sieben Locken des Gilgamesch''' in der babylonischen Tradition.<ref>Kurt Aram: [https://www.projekt-gutenberg.org/aram/magie/chap006.html Das babylonische Weltbild], in: ''Magie und Zauberei in der alten Welt'', Deutsche Buch-Gemeinschaft, 1927</ref> Laut der Schöpfungsgeschichte wurde die Welt '''in sieben Tagen erschaffen''', und es gab die '''sieben mageren''' und die '''sieben fetten Jahre''':<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose41 Die Deutung der Träume Pharaos], Kapitel 41, Verse 26 und 27 im Buch Genesis, Einheitsübersetzung</ref> <blockquote> 26 ''Die '''sieben schönen Kühe''' sind '''sieben Jahre''', und die '''sieben schönen Ähren''' sind '''sieben Jahre'''. Es ist ein und derselbe Traum.''<br/> 27 ''Die '''sieben mageren und hässlichen Kühe''', die nachher heraufkamen, sind '''sieben Jahre''', und die '''sieben leeren, vom Ostwind ausgedörrten Ähren''' sind '''sieben Jahre Hungersnot'''.'' </blockquote> Noach sollte vor Ablauf einer '''siebentägigen''' Frist von allen reinen Tieren je '''sieben Paare''' mitnehmen.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose7 Genesis, Kapitel 7], Einheitsübersetzung</ref> Im zweiten Buch des Alten Testaments „Exodus“ gibt es die Anweisung einen '''siebenarmigen Leuchter''' aus Gold herzustellen:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/2.Mose25%2C31-40 Das Heiligtum und seine Geräte], Kapitel 25, Vers 31 bis 40 im Buch Exodus, siehe auch [https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose8 Dienst am siebenarmigen Leuchter], Kapitel 4 im Buch Numeri, Einheitsübersetzung</ref> <blockquote> 31a ''Mach einen Leuchter aus purem Gold!''<br/> 31b ''Der Leuchter, sein Gestell und sein Schaft, seine Kelche, Knospen und Blüten sollen '''aus einem Stück''' getrieben sein.''<br/> 32a ''Von seinen Seiten sollen '''sechs''' Arme ausgehen,''<br/> 32b '''''drei''' Leuchterarme auf der einen Seite und '''drei''' Leuchterarme auf der anderen Seite.''<br/> 33a ''Der '''erste''' Arm soll '''drei''' mandelblütenförmige Kelche mit je '''einer''' Knospe und '''einer''' Blüte aufweisen''<br/> 33b ''und der '''zweite''' Arm soll '''drei''' mandelblütenförmige Kelche mit je '''einer''' Knospe und '''einer''' Blüte aufweisen;''<br/> 33c ''so alle '''sechs''' Arme, die von dem Leuchter ausgehen.''<br/> 34 ''Am Leuchter sollen '''vier''' mandelblütenförmige Kelche mit Knospen und Blüten sein,''<br/> 35a '''''eine''' Knospe unter dem '''ersten''' Paar seiner Arme,''<br/> 35b '''''eine''' Knospe unter dem '''zweiten''' Paar seiner Arme''<br/> 35c ''und '''eine''' Knospe unter dem '''dritten''' Paar seiner Arme,''<br/> 35d ''bei allen '''sechs''' Armen, die vom Leuchter ausgehen.''<br/> 36 ''Seine Knospen und seine Arme sollen aus ihm herausgetrieben und aus purem Gold sein.''<br/> 37 ''Dann mach für den Leuchter '''sieben''' Lampen und setze seine Lampen so auf, dass sie das Licht nach vorn fallen lassen;''<br/> 38 ''dazu Dochtscheren und Pfannen aus purem Gold.''<br/> 39 ''Aus einem Talent puren Goldes soll man den Leuchter und alle diese Geräte machen.''<br/> 40 ''Sieh zu, dass du es nach dem Modell ausführst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist!'' </blockquote> Der Prophet ''Bileam sagte zu Balak (König der Moabiter): Errichte mir hier '''sieben Altäre''' und stell mir hier '''sieben junge Stiere''' und '''sieben Widder''' bereit&nbsp;!''<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose23 Kapitel 23, Vers 1 im Buch Numeri], Einheitsübersetzung</ref> Moses bekam die Anweisung, am Monatsanfang '''sieben fehlerlose, einjährige Lämmer''' zu opfern, und nach dem Pessachfest '''sieben Tage''' lang ungesäuerte Brote zu essen.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose28 Opfer und Feste], Kapitel 28 im Buch Numeri, Einheitsübersetzung</ref> Bei der Belagerung Jerichos sollten '''''sieben Priester sieben Widderhörner''' vor der Lade hertragen.'' Am '''siebten Tag''' sollten die Krieger '''siebenmal''' um die Stadt herumziehen.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Josua6%2C4 Einnahme Jerichos], Kapitel 6 im Buch Josua</ref> [[Datei:Vollmond.Stiersymbol.P1079912.png|mini|rechts|hochkant=2|Astronomische Aufnahme mit dem Vollmond, dem eingeblendetem Asterismus des Himmelsstieres und den Bezeichnungen der hellsten Sterne in der Himmelsregion der heutigen Sternbilder Stier (links oben), Walfisch (unten) und Widder (rechts).]] Der Prophet Hesekiel thematisiert im Kapitel 45 ab Vers 18 „Die großen Feste“ die '''Sieben''' in mehrfacher Hinsicht, unter anderem auch in Bezug auf den durch den Sternenhimmel festgelegten Festkalender und den damit eng verbundenen Asterismus des '''Himmelsstieres''' am Sternenhimmel, der die heutigen Sternbilder '''Stier''' (Taurus) und '''Widder''' (Aries) umfasst:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Hesekiel45 Die großen Feste], Kapitel 45 im Propheten Hesekiel, Einheitsübersetzung</ref><ref>Vergleiche auch [https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose23 Buch Numeri, Kapitel 23], Einheitsübersetzung</ref> → Siehe hierzu auch '''[[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Astronomische_Bezugssysteme#Der_Himmelsstier|Astronomische Bezugssysteme / Der Himmelsstier]]'''. <blockquote> 18 ''So spricht GOTT, der Herr: '''Am ersten Tag des ersten Monats''' sollst du einen jungen '''Stier''' aus der Rinderherde nehmen, der ohne Fehler ist, und das Heiligtum entsündigen.''<br/> 19 ''Der Priester nimmt etwas Blut von dem Sündopfer und bestreicht damit die Türpfosten des Tempels und die '''vier Ecken''' der Einfassung des Altars und die Türpfosten des Tors zum inneren Vorhof.''<br/> 20 ''Dasselbe sollst du am '''siebten Tag des Monats''' tun für die, die sich aus Versehen oder aus Unwissenheit verfehlt haben. So sollt ihr den Tempel entsühnen.''<br/> 21 ''Am '''vierzehnten Tag des ersten Monats''' sollt ihr das '''Pessach''' feiern, ein '''Fest von sieben Tagen'''. Da soll man ungesäuerte Brote essen.''<br/> 22 ''Der Fürst soll an diesem Tag für sich und für das ganze Volk im Land einen '''Stier''' zum Sündopfer bereitstellen.''<br/> 23 ''An den sieben Festtagen soll er als Brandopfer für den HERRN '''sieben Stiere''' und '''sieben Widder''', die ohne Fehler sind, bereitstellen, und zwar an jedem der '''sieben''' Tage, dazu täglich einen Ziegenbock als Sündopfer.''<br/> 24 ''Für das Speiseopfer soll er ein Efa Mehl je '''Stier''' und ein Efa Mehl je '''Widder''' bereitstellen, dazu je Efa Mehl ein Hin Öl.''<br/> 25 ''Genau dasselbe soll er '''sieben Tage lang''' mit dem Sündopfer, dem Brandopfer und Speiseopfer und mit dem Öl an dem Fest machen, das am '''fünfzehnten Tag des siebten Monats''' beginnt.'' </blockquote> Diese Verse nehmen Bezug auf den Monat '''Nisan''' (ungefähr März), an dem mit dem Sederabend am vierzehnten Tag das darauffolgende einwöchige Fest Pessach eingeleitet wird, und den Monat '''Tischri''' (ungefähr September), an dem ab dem fünfzehnten Tag das einwöchige Fest Sukkot (Laubhüttenfest) eingeleitet wird. Im Neuen Testament gibt es Anspielungen, die auf die besondere Bedeutung der Zahlen '''Sieben und Zwölf''' (siehe unten) hinweisen, wie im Kapitel 8 des Markusevangeliums:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Markus8 Die blinden Jünger], Kapitel 8 im Markusevangelium, Einheitsübersetzung</ref> <blockquote> 19 ''Als ich die fünf Brote für die Fünftausend brach, wie viele Körbe voll Brotstücke habt ihr da aufgehoben? Sie antworteten ihm: '''Zwölf'''.''<br/> 20 ''Und als ich die sieben Brote für die Viertausend brach, wie viele Körbe voll habt ihr da aufgehoben? Sie antworteten: '''Sieben'''.''<br/> 21 ''Da sagte er zu ihnen: Versteht ihr immer noch nicht?'' </blockquote> Besonders in der '''Offenbarung des Johannes''' (Apokalypse) spielt die Zahl Sieben eine zentrale Rolle:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung1 Offenbarung des Johannes], Einheitsübersetzung</ref> * Kapitel 1 ** Die sieben Gemeinden in der Provinz Asien ** Die sieben Geister (Gottes) vor seinem Thron ** Sieben goldene Leuchter ** Sieben Sterne in seiner Rechten * Kapitel 4 ** Die sieben sieben vor dem Thron lodernden Fackeln, die sieben Geister Gottes * Kapitel 5 "Das versiegelte Buch und das Lamm" ** Die Buchrolle mit sieben Siegeln ** Das Lamm mit sieben Hörnern und sieben Augen * Kapitel 8 "Das siebte Siegel und der Engel mit der Räucherpfanne" ** Sieben Engel ** Sieben Posaunen * Kapitel 10 "Der Engel und der siebenfache Donner" ** Sieben Donner * Kapitel 12 "Die Frau und der Drache" ** Drache mit sieben Köpfen und sieben Diademen * Kapitel 15 "Die Ankündigung der sieben letzten Plagen" ** Die sieben letzten Plagen ** Die sieben goldenen Schalen * Kapitel 17 "Die große Stadt Babylon und ihr Fall" ** Die sieben Köpfe bedeuten sieben Berge ** Die sieben Könige <gallery caption="Die Sieben in der Offenbarung des Johannes" widths=360 heights=360 mode=packed> Durer-vision-hires.gif|Die Vision aus dem ersten Kapitel der Offenbarung des Johannes mit dem Menschensohn, der '''sieben Sterne''' in seiner rechten Hand hat und von sieb'''en goldenen Leuchtern''' umgeben ist, in einem Holzschnitt von Albrecht Dürer von 1498. TriererApokalypse.Offenbarung.4.png|Die Vision aus dem vierten Kapitel der Offenbarung des Johannes mit den vier geflügelten Wesen in den vier Himmelsrichtungen um den Thron und den '''sieben''' davor '''lodernden Fackeln''', die den '''sieben Geistern Gottes''' entsprechen ('''sieben Wandelgestirne'''), in der '''Trierer Apokalypse''' aus dem ersten Viertel des neunten Jahrhunderts. </gallery> Im Kontext der römisch-katholischen Kirche taucht die Anzahl Sieben in vielen Zusammenhängen auf: {| class="wikitable" |+ Die Sieben im Kontext der römisch-katholischen Kirche |- | Die '''sieben Bitten im Vaterunser''' | Dein Reich komme. | Dein Wille geschehe. | Wie im Himmel, so auf Erden. | Unser tägliches Brot gib uns heute. | Vergib uns unsere Schuld. | Führe uns nicht in Versuchung. | Erlöse uns von dem Bösen. |- | Die '''sieben letzten Worte Jesu am Kreuz''' | „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“<br/>(Lk 23,34) | „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“<br/>(Lk 23,43) | „Frau, siehe, dein Sohn!“ - „Siehe, deine Mutter!“<br/>(Joh 19,26-27) | „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“<br/>(Mk 15,34; Mt 27,46) | „Mich dürstet.“<br/>(Joh 19,28) | „Es ist vollbracht.“<br/>(Joh 19,30) | „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“<br/>(Lk 23,46) |- | Die '''sieben Sakramente''' | Taufe | Beichte | Eucharistie | Firmung | Ehe | Priesterweihe | Krankensalbung |- | Die '''sieben Gaben des Heiligen Geistes''' | Weisheit | Verstand | Rat | Stärke | Wissenschaft | Frömmigkeit | Gottesfurcht |- | Die '''sieben Tugenden''' | Glaube | Hoffnung | Liebe | Klugheit | Gerechtigkeit | Tapferkeit | Mäßigung |- | Die '''sieben Laster''' | Stolz | Geiz | Wollust | Neid | Völlerei | Zorn | Trägheit |- | Die '''sieben Töne''' nach dem Johannes-Hymnus | Ut | Re | Mi | Fa | Sol | La | Si |- | Die '''sieben römischen Pilgerkirchen''' | San Pietro in Vaticano | San Paolo fuori le Mura | San Sebastiano fuori le mura | San Giovanni in Laterano | Santa Crocein Gerusalemme | San Lorenzo fuori le mura | Santa Maria Maggiore |- | Die '''sieben römischen Hügel''' | Palatin | Kapitol | Quirinal | Viminal | Esquilin | Caelius | Aventin |- | Die '''sieben geistlichen Werke der Barmherzigkeit''' | Unwissende lehren | Zweifelnde beraten | Trauernde trösten | Sünder zurechtweisen | Beleidigern verzeihen | Lästige ertragen | Für Menschen beten |- | Die '''sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit''' | Hungrige speisen | Obdachlose beherbergen | Nackte kleiden | Kranke besuchen | Gefangene besuchen | Tote begraben | Almosen geben |- | Die '''sieben Freuden Mariens''' | Mariä Verkündigung | Mariä Heimsuchung | Geburt Jesu | Anbetung der Könige | Wiederfinden des zwölfjährigen Jesus im Tempel | Auferstehung Jesu | Aufnahme Mariens in den Himmel mit Krönung |- | Die '''sieben Schmerzen Mariens''' | Darstellung Jesu im Tempel mit Weissagung Simeons | Flucht nach Ägypten | Verlust des zwölfjährigen Jesus im Tempel | Begegnung zwischen Jesus und seiner Mutter am Kreuzweg | Kreuzigung Jesu | Kreuzabnahme und Übergabe des Leichnams an Maria | Grablegung Jesu |- | Die '''sieben freie Künste''' | Arithmetik | Geometrie | Musik | Astronomie | Grammatik | Rhetorik | Dialektik |} <div style="clear:both"></div> ===Die Bedeutung der Sieben in der Musiktheorie=== ====Die Obertonreihe==== [[Datei:Moodswingerscale.svg|mini|rechts|Harmonische transversale Schwingungen einer Saite. Die unten dargestellte Variante mit '''sieben''' Schwingungsbäuchen wird im Zusammenklang mit den anderen musikalisch nicht als angenehm empfunden, alle anderen Kombinationen erzeugen harmonische Konsonanzen.]] Die '''natürliche Obertonreihe''' kann unter Anwendung einfacher Mittel mit transversal schwingenden Saiten oder longitudinal schwingenden Luftröhren erzeugt werden, indem rationale Vielfache der Grundschwingung mit ihren Eigenfrequenzen angeregt werden. Die Zahl '''Sieben''' ist wegen ihrer Teilerfremdheit hierbei die einzige ganze Zahl bis Zehn, die bei den als harmonisch empfundenen ganzzahligen Verhältnissen nicht auftaucht. [[Datei:Monochord.Deutsches.Museum.jpg|rechts|mini|hochkant=2|Zwei parallele Monochorde auf einem gemeinsamen Resonanzkasten im Deutschen Museum in München.]] Bei zweiseitig eingespannten Saiten genügt es hierzu, bei ganzzahligen Verhältnissen der Saitenlänge einen Schwingungsknoten zu erzeugen. Dies kann leicht mit einem Monochord veranschaulicht werden. Musiker tun dies beim Spielen von Saiteninstrumenten (Chordophone) beispielsweise, indem sie die Saite an der betreffenden Stelle nicht niederdrücken, sondern nur berühren, so dass beim Anregen der Schwingung durch Zupfen oder Streichen ein Flageolettton erklingt. Bei Äolsharfen (Windharfen) werden diese Schwingungen durch das Anblasen mit verschiedenen Windgeschwindigkeiten angeregt. Bei Blasinstrumenten (Aerophone), wie Flöten oder Blechblasinstrumenten mit Kesselmundstück, kann die Obertonreihe durch Überblasen erzeugt werden. Bei Flöten wird der Blasdruck erhöht, und in Kesselmundstücken wird die Lippenspannung erhöht, so dass die zunehmend höheren Frequenzen der Obertonreihe angeregt werden. Die folgende Tabelle zeigt die Verhältnisse bei der Obertonreihe für die ersten zehn Töne sowie die dazugehörigen musikalischen Intervallbezeichnungen. Der erste Ton stellt den Grundton dar: {| class="wikitable" |'''Natürliche Zahl''' |'''Verhältnis''' |'''Dezimalzahl''' |'''Musikalisches Intervall''' |- |1 |1 |1,000000 |Prime |- |2 |1 |2,000000 |Oktave |- |3 |2 |1,500000 |Quinte |- |4 |3 |1,333333 |Quarte |- |5 |4 |1,250000 |Große Terz |- |6 |5 |1,200000 |Kleine Terz |- |7 |6 |1,166667 | - |- |8 |7 |1,142857 | - |- |9 |8 |1,125000 |Großer Ganzton |- |10 |9 |1,111111 |Kleiner Ganzton |} ====Der Heptachord==== Aus diesen Verhältnissen ergibt sich verhältnismäßig zwanglos die diatonische Tonfolge aus den '''sieben''' Tönen A – B – C – D – E – F – G. Diese heptatonische Tonleiter ('''Heptachord''') bildet die Grundlage für das antike '''Systema Téleion''' der Griechen, das sich in den Jahrhunderten nach Pythagoras herausbildete. Auch das von '''Boethius''' und '''Guido von Arezzo''' dokumentierte mittelalterliche System der kirchenmusikalischen Tonarten beruht auf dieser siebentönigen Folge.<ref>[http://12koerbe.de/arche/boe-mu1.htm#XVIIII. XVIIII. Daß die Oktave aus fünf Ganztonschritten plus zwei Halbtonschritten zusammengefügt ist.], in: ''De institutione musica : Von der musikalischen Unterweisung'', Boethius, nach Gottfried Friedlein, Leipzig, Teubner, 1867; ins Deutsche übersetzt von Hans Zimmermann, Görlitz, 2009</ref><ref>[https://archive.org/details/micrologusguido00hermgoog/page/n129/mode/2up Kapitel XX. wie die Musik aus dem Klange der Hämmer erfunden worden sei], in: ''Micrologus Guidonis de disciplina artis musicae'' / ''Kurze Abhandlung Guido's über die Regeln der musikalischen Kunst'', ins Deutsche übersetzt von Michael Hermesdorff, Trier, 1876</ref> → Siehe auch '''[[Pythagoras in der Schmiede]]'''. ==Zur Elf== Die '''Elf''' ist eine Primzahl. Die Differenz zwischen Mondjahr (zwölf synodische Monate mit 29,53 Tagen = 354,37&nbsp;Tage) und Sonnenjahr (365,24&nbsp;Tage) beträgt etwa '''11&nbsp;Tage'''. Schon die Sumerer hatten am Ende Ihres Jahres mit zwölf Mondmonaten das elftägige Neujahrsfest Atiki gefeiert, so dass nach dem Ende des Neujahrsfestes der Frühlingspunkt. → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Plejaden#Das_babylonische_Neujahrsfest_Akiti|Kapitel '''Die Plejaden''' / Abschnitt '''Das babylonische Neujahrsfest Akiti''']]. Auch auf Malta war den Menschen offenbar bereits in der Jungsteinzeit diese Tagesdifferenz bekannt, da auf dem Kalenderstein von Mnajdra eine abzählbare Reihe mit '''elf Löchern''' auftaucht. <gallery mode="packed" widths="640" heights="320" caption="Vorgeschichtliche Erscheinungen der Zahl Elf"> Bluetenbestaeubung.P1151493.jpg|Detail eines assyrischen Reliefs im Vorderasiatischen Museum Berlin mit einem Blütenstaubeimer sowie einem Armband mit '''elfblättriger''' Blüte. Gemme.Mond.Stern.Sonne.ain.kaf.ros.kaf.kaf.lamd.2Stierkoepfe.png|Gemme mit der Darstellung von liegender Mondsichel, Stern und Sonne mit '''elf zackenförmigen Strahlen''', mit einer Inschrift mit den phönizischen Buchstaben lamd, kaf, kaf, ros, kaf, ain (von rechts nach links, dies entspricht hebräisch „לככרכע“, griechisch „λκκρκο“ beziehungsweise lateinisch „lkkrko“) sowie mit zwei Stierköpfen aus der kaiserlichen Nationalbibliothek in Paris. Die Übersetzung der Inschrift dürfte „dem mächtigen Baal“ bedeuten.<ref>Moritz Abraham Levy: [https://books.google.de/books?id=w2o6AAAAcAAJ&lpg=PA31&ots=CFLP1IzvXr&dq=phoenizische%20buchstaben%20sonne%20mond&hl=de&pg=PA36#v=onepage&q&f=false Phönizische Studien - II. Backsteine, Gemmen und Siegel aus Mesopotamien mit phönizischer (altsemitischer) Schrift - B "Gemmen und Siegel" - Nummer 11], Seite 36 und 37, siehe auch Tafel 10, Band 2, Leuckart, Breslau, September 1857</ref> Kalenderstein.Mnajdra.labelled.png|Skizze der Lochreihen auf dem [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Kalenderstein_vom_Tempel_Mnajdra|Kalenderstein vom Tempel Mnajdra]] aus der Tempelperiode der Insel Malta nach Ventura und Hoskin.<ref name="Ventura"/> Die Reihe E umfasst '''elf Löcher'''. Auch die anderen Reihen weisen deutliche Bezüge zum Mond und verschiedenen Kalenderzyklen auf. </gallery> Die Erde steht innerhalb eines siderischen Jahres des Planeten Jupiter (zwölf Erdenjahre) '''elf Mal''' mit diesem in Opposition steht. Zu diesen Zeitpunkten ist der Abstand zwischen Erde und Jupiter am geringsten, der Jupiter hat steht in seinem größten Glanz und er kulminiert um Mitternacht auf dem südlichen Meridian. Im islamischen Kalender werden in dreißig Mondjahren '''elf Schalttage''' eingefügt. ==Zur Zwölf== [[Datei:Zwoelfknotenschnur.png|mini|rechts|hochkant=2|Die '''Zwölfknotenschnur''' (oben) wurde bereits im alten Ägypten verwendet und besteht aus zwölf gleich langen Segmenten, die mit zwölf Knoten markiert werden können. Damit kann ihre Gesamtlänge halbiert, gedrittelt, geviertelt und gesechstelt werden (links). Ein aus ihr gebildeter Kreis (unten Mitte) hat einen Durchmesser von knapp einem Drittel (genauer <math>\frac {12} {\pi}</math>) der Schnurlänge, und der Winkelabstand benachbarter Punkte beträgt vom Kreismittelpunkt aus gesehen genau 30&nbsp;Bogengrad (ein Zwölftel des vollen Kreises mit 360&nbsp;Bogengrad); die Kreisfläche beträgt <math>\frac {36} {\pi}</math>. Das aus der Schnur gebildete gleichseitige Dreieck (rechts oben) hat eine Basislänge von einem Drittel der Schnurlänge sowie drei Eckwinkel von genau 60&nbsp;Bogengrad; die Dreiecksfläche beträgt <math>4 \sqrt 3</math>. Der größte Winkel des aus der Schnur gebildeten Dreiecks mit den Seitenlängen von einem Viertel <math>\left( \frac {3} {12} \right)</math>, einem Drittel <math>\left( \frac {4} {12} \right)</math> und fünf Zwölfteln <math>\left( \frac {5} {12} \right)</math> der Gesamtlänge (rechts unten) ist ein rechter Winkel mit genau 90&nbsp;Bogengrad; dessen Flächeninhalt beträgt 6, der mittelgroße Winkel beträgt <math>\arctan \frac {4} {3}</math> und der kleine Winkel <math>\arctan \frac {3} {4}</math>.]] [[Datei:EU Flag specification.svg|mini|rechts|hochkant=2|Die Europaflagge besteht aus einem zentral, gleichmäßig in einem 30°-Raster und kreisförmig angeordneten Kranz aus zwölf goldenen, fünfzackigen, sich nicht berührenden Sternen auf azurblauem, rechteckigen Hintergrund mit dem Seitenverhältnis drei zu zwei.]] Die Zwölf wird auch ein Dutzend genannt und zerlegt sich wie folgt in Primfaktoren: :<math>12 = 2 \cdot 2 \cdot 3 = 2^2 \cdot 3 = 4 \cdot 3</math> Somit ist sie eine hochzusammengesetzte Zahl, nämlich die kleinste Zahl mit mehr als drei, nämlich sogar sechs ganzzahligen Teilern: 1, 2, 3, 4, 6 und 12. Die Umfang des kleinsten rechtwinkligen Dreiecks mit ganzzahligen Seitenlängen beträgt 12: :<math>3 + 4 + 5 = 12</math> Die Seitenlängen betragen also 3, 4 und 5 und erfüllen den Zusammenhang der durch den Satz des Pythagoras beschrieben ist: :<math>3^2 + 4^2 = 5^2</math> ===Der Tag=== An den Tagen der Tag-und-Nacht-Gleiche steht die Sonne zwölf Stunden oberhalb und zwölf Stunden unterhalb des Horizonts. ===Anzahl der Monate im Jahr=== Das Sonnenjahr und das Mondjahr haben zwölf Monate. Wegen der um zirka elf Tage kürzeren Dauer eines Mondjahres (Lunarjahr) gegenüber einem Sonnenjahr (Solarjahr), wird bei kombinierten Lunisolarkalendern ungefähr alle drei Jahre ein dreizehnter Schaltmonat eingefügt. ===Umlaufzeit des Planeten Jupiter=== Die siderische Umlaufzeit des Planeten Jupiter beträgt knapp '''zwölf Sonnenjahre''' (11,7 tropische Jahre) beziehungsweise gut zwölf Mondjahre mit je zwölf Monaten. Dies hat zur Folge, dass der Jupiter in aufeinanderfolgenden Jahren von der Erde aus betrachtet entlang der Ekliptik linksläufig um eines der '''zwölf Lebewesenkreiszeichen des Zodiaks''' weitergewandert ist. Ähnlich wie der Mond täglich in einem der 27 oder 28 Mondhäuser steht, steht der Jupiter also jährlich in einem Lebewesenkreiszeichen, die entsprechend als die zwölf "Jupiterhäuser" bezeichnet werden könnten. Innerhalb eines solchen Jupiterzyklus steht die Erde elf Mal in Opposition zum Jupiter, wobei der Abstand zwischen Erde und Jupiter dann minimal ist. Ferner kulminiert der Jupiter an diesen Tagen bei größter Höhe über dem Horizont um Mitternacht auf dem südlichen Meridian und hat dabei eine größte scheinbare Helligkeit von fast -3<sup>m</sup>. ===Der Zodiak=== Der Zodiak oder Lebewesenkreis (häufig unzutreffend auch als Tierkreis bezeichnet) beschreibt die zwölf Sternbilder entlang der Ekliptik, die in der folgenden Reihenfolge auftreten: * Frühling ** Widder (Aries) ** Stier (Taurus) ** Zwillinge (Gemini) * Sommer ** Krebs (Cancer) ** Löwe (Leo) ** Jungfrau (Virgo) * Herbst ** Waage (Libra) ** Skorpion (Scorpio) ** Schütze (Sagittarius) * Winter ** Steinbock (Capricornus) ** Wassermann (Aquarius) ** Fische (Pisces) In jeder der vier Jahreszeiten gibt es drei Monate, die einem der Lebewesenkreiszeichen zugeordnet werden können. Von allen Sternzeichen liegen nur diese zwölf Lebewesenkreiszeichen auf der Ekliptik. Die beiden offenen Sternhaufen der Plejaden und der Hyaden gehören zum Sternbild Stier (Taurus) und liegen daher ebenfalls im Bereich der Ekliptik. Alle anderen Sternbilder, namentlich Orion und Großer Bär (Ursa Major, mit dem Asterismus Großer Wagen) liegen abseits der Ekliptik. Die meisten auf der Nordhalbkugel sichtbaren Sternbilder liegen demnach auf oder nördlich der Ekliptik. Alle zwölf Zeichen nehmen einen eigenen 30 Bogengrad langen Abschnitt des Vollkreises ein, wobei benachbarte Zeichen nahtlos ineinander übergehen. Es sei angemerkt, dass das Sternzeichen Waage (Libra) zwischen den beiden Sternbildern Skorpion (Scorpio) und Jungfrau (Virga) steht. Allerdings ist das Sternbild Waage recht klein und vergleichsweise unscheinbar. Im Altertum wurde es noch den beiden Scheren des Spinnentieres im Sternbild Skorpion zugeordnet. Es entspricht dem 16.&nbsp;Mondhaus ''Azobene'' (zu Deutsch ''die beiden Scheren'') des antiken astronomischen Ekliptiksystems ''Manazil al-Qamar'', das insgesamt 28 Sterngruppen ausweist. Erst die Perser und Babylonier führten zwölf Sternzeichen und die regelmäßige Winkelstruktur auf der Ekliptik mit gleichgroßen Segmenten mit jeweils 30&nbsp;Bogengrad ein. Es ist nicht überliefert, ob und welche Sternbilder in welchen Konstellationen vor 4500 Jahren in Gebrauch waren. <gallery caption="Der Zodiak" mode="packed" heights=480 widths=480> ZodiacCC - Degrees Dates Names Move DE.svg|Schema des Zodiaks: die zwölf Sternbilder des Lebewesenkreises entlang der Ekliptik. Dendera.Zodiak.jpg|Der '''Zodiak von Dendera''' von ungefähr 50 vor Christus. Der Tempel von Dendera liegt 60 Kilometer nördlich von Luxor und war den ägyptischen Göttern Hatgor und Isis geweiht. Die originale Darstellung der Sternbilder der nördlichen Hemisphäre mit allen zwölf auch heute noch bekannten Tierkreiszeichen befand sich an der Decke des Mittelraums der nordöstlichen Anlage des Tempels und ist heute im Pariser Louvre ausgestellt. Beit_alfa01.jpg|hochkant=2|Byzantinisches Mosaik des Zodiaks aus dem 6.&nbsp;Jahrhundert in der Beth Alpha Synagoge im Norden von Israel. </gallery> ===Bedeutung der Zwölf in Religionen=== [[Datei:Chamber_B,_Yazilikaya_02.jpg|rechts|mini|hochkant=2|Relief aus dem 13. vorchristlichen Jahrhundert an der Wand von Kammer A im hethitischen Heiligtum Yazılıkaya in der heutigen Türkei. Die Prozession der '''zwölf''' männlichen Gottheiten von links nach rechts repräsentiert die '''zwölf''' Monate pro Mondjahr.]] Die Zahl Zwölf taucht in vielen religiösen Überlieferungen auf. Allein in der deutschsprachigen Einheitsübersetzung der Bibel von 2016 ist das Zahlwort mehrere hundert Mal zu finden, wie zum Beispiel im Alten Testament bei der Erwähnung der "zwölf Steinmale für die zwölf Stämme Israels" im '''Buch Exodus''' (Kapitel 24, Vers 4)<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/2.Mose24 Buch Exodus, Kapitel 24]</ref>, im '''Buch Numeri''' bei der Erwähnung der '''zwölf silbernen Schüsseln''', der '''zwölf silbernen Schalen''', der '''zwölf goldenen Schalen''', der '''zwölf Stiere''', der '''zwölf Widder''', der '''zwölf einjährigen Lämmer''' sowie der '''zwölf Ziegenböcke''' (Kapitel 7)<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose7 Buch Numeri, Kapitel 7]</ref> oder die "zwölf Männer" und die "zwölf Steine" im '''Buch Josua''' (Kapitel 4)<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Josua4 Buch Josua, Kapitel 4]</ref>. An vielen weiteren Stellen wird darauf mehr oder weniger direkt Bezug genommen. Die zwölf Stämme Israels gehen auf die zwölf Söhne Jakobs zurück:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Gen35,22-27 Genesis, Kapitel 35, Vers 22 bis 27]</ref> {| class="wikitable" |+ Die zwölf Söhne Jakobs !title="Nummer"|Nummer !title="Name"|Name |- | 1 || Ruben |- | 2 || Simeon |- | 3 || Levi |- | 4 || Juda |- | 5 || Dan |- | 6 || Naftali |- | 7 || Gad |- | 8 || Ascher |- | 9 || Issachar |- | 10 || Sebulon |- | 11 || Josef |- | 12 || Benjamin |} Aus astronomischer Sicht ist die Stelle der Beschreibung eines gegossenen Meeres im neu gebauten Tempel im vierten Kapitel des '''2.&nbsp;Buchs der Chronik''' besonders interessant. Zunächst wird das Verhältnis von 30 zu 10 als eine Näherung der Kreiszahl π angegeben: <blockquote> Das Meer ''maß zehn Ellen von einem Rand zum andern, war völlig rund ... Eine Schnur von dreißig Ellen konnte es rings umspannen.'' </blockquote> Danach heißt es: <blockquote> ''Das Meer stand auf '''zwölf''' Rindern. Von ihnen schauten drei nach Norden, drei nach Westen, drei nach Süden und drei nach Osten.'' </blockquote> Im Neuen Testament tauchen dann beispielweise die zwölf Jünger auf, die in Bezug zu den zwölf Stämmen Israels zu sehen sind. Eine Auflistung der zwölf Namen findet sich im zehn Kapitel des Evangelisten Matthäus:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us10 Matthäus, Kapitel 10, Verse 2 bis 4]</ref> <blockquote> 2 Die Namen der '''zwölf''' Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes,<br/> 3 Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus,<br/> 4 Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn ausgeliefert hat. </blockquote> In der Matthäus-Passion wird bei der Gefangennahme Jesu erwähnt, dass Jesus seinem Begleiter folgende Frage gestellt hatte:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us26,53 Matthäus, Kapitel 26, Vers 53]</ref> <blockquote> 53 Oder glaubst du nicht, mein Vater würde mir sogleich mehr als '''zwölf Legionen Engel''' schicken, wenn ich ihn darum bitte? </blockquote> Auch in der '''Apostelgeschichte''' werden die zwölf Apostel erwähnt: * Kapitel 1: "zwölf Apostel" * Kapitel 2 ("Die Wahl der Sieben"): "Die Zwölf" * Kapitel 7 ("Die Rede des Stephanus"): "zwölf Patriarchen" Eine besondere Mystik besteht im letzten Buch der Bibel, in der '''Offenbarung des Johannes''' (Apokalypse), wo häufig auf die Zahl Zwölf referiert, wie beispielsweise in den folgenden Kapiteln: * Kapitel 7: ''"Es waren hundertvierundvierzigtausend aus allen Stämmen der Söhne Israels, die das Siegel trugen."'' Die Zahl 144000 lässt sich in die Faktoren 12 und 12000 zerlegen, da jeweils 12000 Menschen aus den '''zwölf Stämmen Israels''' vertreten sind. * Kapitel 12 ("Die Frau und der Drache"): ''"Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von '''zwölf Sternen''' auf ihrem Haupt."'' * Kapitel 21 ("Das neue Jerusalem"): ''"Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit '''zwölf Toren''' und '''zwölf Engeln''' darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben: die Namen der '''zwölf Stämme''' der Söhne Israels. Im Osten hat die Stadt drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei Tore und im Westen drei Tore. Die Mauer der Stadt hat '''zwölf Grundsteine'''; auf ihnen stehen die '''zwölf Namen''' der '''zwölf Apostel''' des Lammes."'' Die '''zwölf Tore''' sind '''zwölf Perlen'''; jedes der Tore besteht aus einer einzigen Perle. * Kapitel 22 (Epilog): ''"Und er zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er geht vom Thron Gottes und des Lammes aus. Zwischen der Straße der Stadt und dem Strom, hüben und drüben, steht ein Baum des Lebens. '''Zwölfmal''' trägt er Früchte, jeden Monat gibt er seine Frucht; und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker."'' Im Kapitel 21 heißt es in den Versen 19 und 20:<ref>[https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/EUE/REV.21.19-REV.21.20 Offenbarung 21.19-20], Deutsche Bibelgesellschaft, Einheitsübersetzung, 2016</ref> <blockquote> 19 Die Grundsteine der Stadtmauer sind mit edlen Steinen aller Art geschmückt; der erste Grundstein ist ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd,<br/> 20 der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sardion, der siebte ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst. </blockquote> <gallery caption="Die zwölf Grundsteine des Himmlischen Jerusalems" mode="packed"> Jasper.pebble.600pix.bkg.jpg|1. Jaspis Corundum-83144.jpg|2. Saphir Purple chalcedony (Ethiopia) 3.jpg|3. Chalzedon Beryl-Rutile-Muscovite-242622.jpg|4. Smaragd Agate banded 750pix.jpg|5. Sardonyx Carnelian crystal444.jpg|6. Sardion Forsterite-121354.jpg|7. Chrysolith Beryl-d05-129a.jpg|8. Beryll Danburite-Topaz-denv08-49a.jpg|9. Topas Chrysoprase (Australia) 2.jpg|10. Chrysopras RussieProvenanceMiask Ref2010.34.574 MuséumHistoireNaturelleLille GLAM2016 Photo.F.Lamiot 6.jpg|11. Hyazinth IMGP2022212 (50997057512).jpg|12. Amethyst </gallery> [[Datei:Kleines.Kreuzzeichen.png|mini|rechts|hochkant=2|Reihenfolge der zwölf Endpunkte beim kleinen dreifachen Kreuzzeichen.]] Beim '''kleinen dreifachen Kreuzzeichen''' werden in der katholischen Liturgie mit dem Daumen der rechten Hand insgesamt drei Kreuze gezeichnet, um an menschliche Tätigkeiten zu erinnern und Gottes Segen dafür zu erbitten: * Das erste auf die Stirn, für das Denken und Glauben. * Das zweite auf die Lippen, für das Sprechen und Verkündigen. * Das dritte auf das Herz, für das Handeln und Fühlen. Hierbei ist folgendes zu bemerken: Es gibt '''ein''' Kreuz, * das aus '''zwei''' senkrechten Linien besteht, * das '''drei''' Mal gezeichnet wird, * das jeweils '''vier''' Endpunkte hat. Es werden dabei insgesamt * '''sechs''' Linien gezeichnet, * '''sechs''' Silben gesprochen („Eh-re sei dir, o Herr“), * '''zwölf''' Endpunkte markiert. <div style="clear:both"></div> ==Zur Vierzehn== [[Datei:square-pyramidal-14.png|mini|rechts|Die Vierzehn ist die dritte quadratische Pyramidenzahl, die sich aus der Summe der entsprechenden Quadratzahlen Eins, Vier und Neun ergibt.]] Die Vierzehn ist das Doppelte der Sieben, im englischsprachigen Raum gibt es für die vierzehntägige Doppelwoche den Begriff "fortnight" (von ""fourteen nights""). Zahlt man sowohl die Nacht vor dem ersten Tag als auch die Nacht nach dem letzten Tag, dann ergeben sich fünfzehn Nächste, so dass in der keltischen Sprache auch der Begriff "pythefnos" (für "fünfzehn Nächte") und im Altgriechischen der Begriff "δεκαπενθήμερο" (dekapenthímero = fünfzehn Tage) gebräuchlich war. Hierbei muss auch berücksichtigt werden, dass ein Mondviertel etwas länger als sieben Tage dauert und eine Mondhälfte deswegen auf fünfzehn Tage aufgerundet werden kann. ==Zur Neunzehn== [[Datei:BlumeDesLebens19.png|mini|rechts|hochkant=1.5|Hexagonaler Ring mit neunzehn jeweils um eine Radiuslänge überlappenden Kreisen.]] Die '''Neunzehn''' ist eine Primzahl. Ein hexagonaler Ring mit '''neunzehn''' jeweils um eine Radiuslänge überlappenden Kreisen besteht aus einem Kreis im Zentrum, der von sechs weiteren Kreisen umrundet wird, die wiederum von zwölf Kreisen umrundet werden. Die Zahl Neunzehn ergibt sich hierbei also als Summe der Zahlen Eins, Sechs und Zwölf beziehungsweise als Summe der beiden heiligen Zahlen Sieben und Zwölf: :<math>19 = 1 + 6 + 12 = 7 + 12</math> Diese geometrische Figur symbolisiert somit die Erschaffung des Himmels: die '''sieben Wandelgestirne''' mit dem Hauptgestirn in der Mitte (die '''Sonne''') und sechs weitere Wandelgestirne, die es umgeben (der '''Mond''' und die fünf mit bloßem Auge sichtbaren Planeten '''Merkur''', '''Venus''', '''Mars''', '''Jupiter '''und '''Saturn'''), sowie die Fixsterne repräsentiert durch den '''Zodiak''' mit seinen '''zwölf Lebewesenzeichen''' ('''Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische, Widder'''). Von jeder der Kanten der sechsseitigen geometrischen Figur zur gegenüberliegenden Seite sind fünf Kreisreihen mit drei, vier, fünf, vier und drei Kreisen zu erkennen: :<math>19 = 3 + 4 + 5 + 4 + 3</math> Beim '''pythagoreisches Komma''' <math>\kappa</math> ([[Quadriviale_Kuriositäten/_Zahlen#Tonsysteme|siehe unten]]) ergibt sich zwischen sieben Oktaven und zwölf Quinten ein Zahlenverhältnis, bei dem die Exponenten 7, 12 und 19 eine wichtige Rolle spielen: :<math>\kappa = \frac {3^{12}} {2^{12} \cdot 2^{7}} = \frac {3^{12}} {2^{19}}</math> Der '''Meton-Zyklus''' umfasst recht genau '''neunzehn''' tropische Jahre. <gallery mode="packed" widths="640" heights="320" caption="Vorgeschichtliche Kalender mit Bezug zum Meton-Zyklus"> Kalenderstein.Mnajdra.labelled.png|Skizze der Lochreihen auf dem [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Kalenderstein_vom_Tempel_Mnajdra|Kalenderstein vom Tempel Mnajdra]] aus der Tempelperiode der Insel Malta nach Ventura und Hoskin.<ref name="Ventura">Frank Ventura, Michael Hoskin: [[doi:10.1007/978-1-4614-6141-8_133|Temples of Malta]], in: Clive Ruggles (Herausgeber), ''Handbook of Archaeoastronomy and Ethnoastronomy'', 7. Juli 2014, Seiten 1421-1430, Springer, New York, ISBN 978-1-4614-6140-1</ref> Die oberste Reihe umfasst '''neunzehn''' Löcher. Auch die anderen Reihen weisen deutliche Bezüge zum Mond und verschiedenen Kalenderzyklen auf. Magura_cave_023.jpg|Kalender unter den [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Höhlenmalerei_in_der_Magura-Höhle#Kalender|Höhlenmalereien in der Magura-Höhle]] mit einer Matrix aus 19 Punkten (halb links oben). Yazilikaya.19.Gottheiten.png|Schmatische Darstellung der '''neunzehn''' weiblichen Gottheiten im hethitischen Heiligtum '''Yazılıkaya'''. Hattusa,_capital_of_the_Hittite_Empire_51.jpg|Ein Relief aus dem 13.&nbsp;vorchristlichen Jahrhundert an der östlichen Wand in der Kammer A des hethitischen Heiligtums '''Yazılıkaya''' in der heutigen Türkei zeigt die Prozession von '''neunzehn''' weiblichen Gottheiten von rechts nach links, die mit der Anzahl der Sonnenjahre des Meton-Zyklus in Verbindung gebracht werden. Im Original variieren die Darstellungen der einzelnen Figuren, die in unterschiedlichem Zustand erhalten sind. Über den Händen einzelner Figuren konnten zudem verschiedene hieroglyphische Darstellungen festgestellt werden. Die erste Figur (ganz links) konnte hierdurch nur indirekt rekonstruiert werden.<ref>Eberhard Zangger, Rita Gautschy: [http://63.33.38.154/JSA/article/view/12232 Celestial Aspects of Hittite Religion - An Investigation of the Rock Sanctuary Yazilikaya], Journal of Skyscape Archaeology, 5(1), 5–38, 2019</ref> Detail mit den linken drei der insgesamt neunzehn Göttinnen der Bilderreihe in der Kammer A des Heiligtums. </gallery> Während der Regierungszeit des persischen Großkönigs Artaxerxes II. (Mnemon, 4.&nbsp;Jahrhundert vor Christus) haben die Astronomen einen Kalender mit einem neunzehnjährigen Zyklus verwendet. → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Meton-Zyklus|Kapitel '''Mondzyklen''' / Abschnitt '''Meton-Zyklus''']]. ==Zur Vierundzwanzig== [[Datei:World Clock (8331821780).jpg|mini|rechts|hochkant=2|die Urania-Weltzeituhr mit 24-Stundenkreis auf dem Berliner Alexanderplatz.]] Die Vierundzwanzig wird manchmal ein Doppeldutzend genannt und zerlegt sich wie folgt in Primfaktoren: :<math>24 = 2 \cdot 2 \cdot 2 \cdot 3 = 2^3 \cdot 3</math> Somit ist sie eine hochzusammengesetzte Zahl, nämlich die kleinste Zahl mit acht ganzzahligen Teilern: 1, 2, 3, 4, 6, 8, 12 und 24. Die 360 ist die kleinste natürliche Zahl mit 24 ganzzahligen Teilern. Sie beschreibt in der Maßeinheit Bogengrad einen vollständigen Kreis mit 360&nbsp;Bogengrad. ===Der Tag=== Jeder Tag hat '''vierundzwanzig Stunden'''. Der Stundenkreis des Himmelsäquators wird in vierundzwanzig Tele geteilt. Jeder dieser Teile hat also eine Spanne von 15&nbsp;Bogengrad und steht eine Stunde lang in einer bestimmten Himmelsrichtung, wie zum Beispiel auf dem südlichen Meridian. Im äquatorialen Koordinatensystem der Astronomie werden der Stundenwinkel <math>\tau</math>, die Sternzeit <math>\Theta</math> und die Rektaszension <math>\alpha</math> in vierundzwanzig Teile geteilt. Sie stehen untereinander in der folgenden Beziehung: :<math>\tau = \Theta - \alpha</math> ===Bedeutung der Vierundzwanzig in Religionen=== [[Datei:Cast_of_Portico_de_la_Gloria_(detail).JPG|mini|rechts|hochkant=2|Reproduktion im Victoria and Albert Museum in London vom Portico di Gloria der Kathedrale von Santiago de Compostela in Spanien, der von den '''vierundzwanzig Ältesten''' mit Musikinstrumenten umkränzt ist.]] Einen besonderen Bezug gibt es im letzten Buch der Bibel, in der '''Offenbarung des Johannes''' (Apokalypse), wo die '''vierundzwanzig gekrönten Ältesten''' mit ihren Thronen den zentralen Thron umrunden, so wie der Stundenwinkel in der Astronomie den Himmelsäquator in '''vierundzwanzig Segmente''' teilt: Kapitel 4:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung4 Offenbarung des Johannes, Kapitel 4]</ref> <blockquote> 4 Und rings um den Thron standen '''vierundzwanzig Throne''' und auf den Thronen saßen '''vierundzwanzig Älteste''', in weiße Gewänder gekleidet und mit goldenen Kränzen auf dem Haupt.<br/> 9 Und wenn die Lebewesen dem, der auf dem Thron sitzt und in alle Ewigkeit lebt, Herrlichkeit und Ehre und Dank erweisen,<br/> 10 dann werfen sich die '''vierundzwanzig Ältesten''' vor dem, der auf dem Thron sitzt, nieder und beten ihn an, der in alle Ewigkeit lebt. Und sie legen ihre goldenen Kränze vor seinem Thron nieder und sprechen:<br/> 11 Würdig bist du, Herr, unser Gott, / Herrlichkeit zu empfangen und Ehre und Macht. Denn du bist es, der die Welt erschaffen hat, / durch deinen Willen war sie und wurde sie erschaffen. </blockquote> Kapitel 5:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung5 Offenbarung des Johannes, Kapitel 5]</ref> <blockquote> 8 Als es das Buch empfangen hatte, fielen die vier Lebewesen und die '''vierundzwanzig Ältesten''' vor dem Lamm nieder; alle trugen Harfen und goldene Schalen voll von Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen.<br/> 9 Und sie sangen ein neues Lied und sprachen: Würdig bist du, / das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du wurdest geschlachtet / und hast mit deinem Blut / Menschen für Gott erworben / aus allen Stämmen und Sprachen, / aus allen Nationen und Völkern<br/> 10 und du hast sie für unsern Gott / zu einem Königreich und zu Priestern gemacht; / und sie werden auf der Erde herrschen.<br/> 14 Und die vier Lebewesen sprachen: Amen. Und die '''vierundzwanzig Ältesten''' fielen nieder und beteten an. </blockquote> Kapitel 19:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung19 Offenbarung des Johannes, Kapitel 19]</ref> <blockquote> 4 Und die '''vierundzwanzig Ältesten''' und die vier Lebewesen fielen nieder vor Gott, der auf dem Thron sitzt, beteten ihn an und riefen: Amen, halleluja! </blockquote> ==Zur 27, 28, 29 und 30== [[Datei:Gekerbter.Knochen.Thais.P1035755.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Auf dem Knochen, der in den Höhlen von Thais bei Saint-Nazaire-en-Royans gefunden wurde, gibt es auch Reihen mit 28 bis 30 Kerben, die der Anzahl der Tage der Mondphasen in Mondzyklen entsprechen. Teilweise sind die Kerben in Wellenform dargestellt, die der schwankenden ekliptikalen Breite bei aufsteigendem und absteigendem Mond zu beobachten ist.<ref name="Valence" />]] Die drei Zahlen 27 bis 30 beschreiben die Länge von verschiedenen '''Mondzyklen''' in Tagen: * Beim Erreichen der gleichen Stelle am Fixsternhimmel (siderischer Monat) beziehungsweise der gleichen ekliptikalen Breite (drakonitischer Monat): ** '''27 Tage''': Abgerundete Länge eines siderischen oder drakonitischen Monats / Anzahl der indischen Mondhäuser. ** '''28 Tage''': Aufgerundete Länge eines siderischen oder drakonitischen Monats / Anzahl der beduinischen Mondhäuser. * Beim Erreichen der gleichen Mondphase (synodischer Monat): ** '''29 Tage''': Abgerundete Länge eines synodischen Monats. ** '''30 Tage''': Aufgerundete Länge eines synodischen Monats. Die Primfaktoren dieser Zahlen lauten: :<math>27 = 3 \cdot 3 \cdot 3 = 3^3</math> :<math>28 = 2 \cdot 2 \cdot 7 = 2^2 \cdot 7 = 2 \cdot 14 = 4 \cdot 7</math> :<math>29 = 29</math> :<math>30 = 2 \cdot 3 \cdot 5 = 6 \cdot 5 = 10 \cdot 3 = 15 \cdot 2 = \frac {60} {2} = \frac {90} {3} = \frac {180} {6} = \frac {360} {12}</math> → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen|Kapitel '''Mondzyklen''']]. → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Mondhäuser|Kapitel '''Konjunktionen''' / Abschnitt '''Mondhäuser''']]. Unter den [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die Höhlenmalerei in der Magura-Höhle#Sonnenkalender|Höhlenmalereien in der Magura-Höhle]] findet ich ein Abschnitt, der einen Kalender zeigen dürfte. An einer Stelle gibt es eine Matrix mit '''siebenundzwanzig''' Punkten, die auf den siderischen Monat hindeuten könnte. <gallery caption="Die Zahl 27"widths=360 heights=360 mode=packed> Mondzylkus.3.7.12.27.png|Ein durch drei gefüllte schwarze Kreise gekennzeichnetes '''gleichseitiges Dreieck''' mit Seiten einer Länge von sechs Einheiten, die jeweils durch '''sieben''' äquidistante gefüllte Kreise markiert sind. Auf dem Umfang des Dreiecks befinden sich also insgesamt achtzehn Punkte. Im Innern befinden sich neun weitere gekennzeichnete Punkte, sechs blaue auf dem blauen Kreis und drei weitere rote, die auf dem inneren roten Kreis liegen. Insgesamt hat die Darstellung '''siebenundzwanzig''' Punkte. Auf allen '''vier''' konzentrischen Kreisen, deren Mittelpunkte mit dem des Dreiecks identisch sind, befinden sich jeweils sechs Punkte. Die beiden roten Kreise beschreiben die innen beziehungsweise außen an das regelmäßige Sechseck anliegenden Kreise, dessen Umfang an den Berührungspunkten dieser beiden Kreise durch '''zwölf''' äquidistante rote Punkte gekennzeichnet ist. Vom Zentrum aus gesehen haben die benachbarten blauen Punkte einen Winkelabstand von 60&nbsp;Bogengrad und die benachbarten roten Punkte einen Winkelabstand von 30&nbsp;Bogengrad. Diskos.Phaistos.B-VI.27.png|Ein gleichseitiges, auf einer Spitze stehendes dreieckiges Symbol aus dem Segment B-VI des bronzezeitlichen Diskos von Phaistos aus Kreta mit der Linear-A-Silbenschrift mit '''27''' innenliegenden Punkten, das mit dem 27-tägigen siderischen Mondzyklus in Verbindung stehen könnte und auch als „Sieb“ bezeichnet wird. Planetarium.Insulaner.Kuppel.Projektionsflaeche.P1151190.jpg|Zenit (Mittelkreis) in der Kuppel des Zeiss Planetariums am Insulaner in Berlin umgeben von '''27&nbsp;Winkelsegmenten'''. Im zweiten Ring befinden sich dann doppelt so viele, also 54&nbsp;Winkelsegmente. Magura_cave_calendar_1528.jpg|Elemente des Sonnenkalenders bei den Höhlenmalereien in der Magura-Höhle. Magura-Hoehle.Kalender.27.png|Dreifache Punktreihe mit insgesamt '''27 Punkten''' unter dem Sonnensymbol bei den Elementen des Sonnenkalenders der Höhlenmalereien in der Magura-Höhle. </gallery> <gallery caption="Die Zahl 28"widths=360 heights=360 mode=packed> 19-11-09-Alte-Nationalgalerie_DSF4154.jpg|Die Kuppel im Obergeschoss der Alten Nationalgalerie in Berlin mit '''28''' doppelten und mit Sternen punktierten Linien. Moondial_from_“Ars_Magna_Lucis_et_Umbrae”.jpg|'''28 Mondphasen''' vom Neumond (unten in der Mitte) mit zunehmendem Mondalter im Uhrzeigersinn in einer Darstellung auf Seite 418 im dritten Kapitel des sechsten Buches der "Ars magna lucis et umbrae" des Jesuiten {{w|Athanasius Kircher}} (*&nbsp;1602; †&nbsp;1680) in der in Amsterdam veröffentlichten zweiten Ausgabe aus dem Jahr 1672. Mondhaeuser.Ekliptik.png|Die in die Ebene projizierten '''28&nbsp;Mondhäuser''' (von rechts nach links) mit den wichtigsten Sternen entlang der Ekliptik (rote gestrichelte Linie, ekliptikale Länge von 0&nbsp;Bogengrad bis 360&nbsp;Bogengrad '''zur Epoche J0000.0''' in horizontaler Richtung, senkrecht dazu die ekliptikale Breite). Die beiden seitlichen Ränder der Abbildung gehen im Kreisbogen der Ekliptik nahtlos ineinander über. Mondhaeuser.Ekliptik.zirkular.png|Die in eine ringförmige Darstellung projizierten '''28&nbsp;Mondhäuser''' (von 1 bis 28 entgegen dem Uhrzeigersinn) mit den wichtigsten Sternen entlang der Ekliptik (rote gestrichelte Linie '''zur Epoche J0000.0'''). Der Beobachter befindet sich auf der Erde im Zentrum der Darstellung. Nach innen werden die südlichen und nach außen die nördlichen ekliptikalen Breiten gemessen. Die scheinbare Mondbahn pendelt zwischen den beiden zur Ekliptikline benachbarten Hilfslinien. Der Abstand der Hilfslinien beträgt senkrecht zur Ekliptiklinie immer fünf Bogengrad und entlang der Ekliptiklinie immer knapp dreizehn Bogengrad. Mit bis zum Nordpol zunehmender geographischer Breite des Beobachtungspunktes können auch noch knapp ein Bogengrad südlichere ekliptikale Breiten von der Mondscheibe erreicht werden, am Südpol auch noch entsprechend nördlichere ekliptikale Breiten. Celestial map, signs of the Zodiac and lunar mansions..JPG|Quadratische Himmelskarte mit den sieben Wandelgestirnen (innen), den zwölf Lebewesenkreiszeichen (Mitte) und den '''28&nbsp;Mondhäusern''' samt den jeweiligen Mondphasen nach einem Neumond zu Frühlingsbeginn (außen) im Manuskript ''Zubdat-al Tawarikh'' von 1583 (Museum der Türkischen und Islamischen Künste in Istanbul). Der Frühlingspunkt befindet sich unten in der Mitte. 28_xiu.svg|Kreisförmige Darstellung der nördlichen Hemisphäre mit den '''28&nbsp;chinesischen Mondhäusern'''. Links der Frühling (Osten), oben der Winter (Norden), rechts der Herbst (Westen, in der Mitte der Asterismus Mǎo (昴&nbsp;= haariger Kopf des Sternbilds "Weißer Tiger") und unten der Sommer (Süden). Stonehenge phase one.jpg|Die zwei mal 28 (also 56) Aubrey-Löcher (weiße Kreise) im neolithischen Steinkreis von Stonehenge. Stachelscheibe_Model_zweiseitig.jpg|Die in Niederösterreich gefundene und aus Sandstein gefertigte Gussform für die '''Stachelscheibe von Platt''' aus der Bronzezeit (um 1500 vor Christus). Auf der Stachelscheibe sind die '''28&nbsp;Mondorte''' der Tage eines siderischen Monats durch eine kreisförmige Lochreihe dargestellt. </gallery> ==Zur Vierzig== Die Vierzig (40) taucht in vielen verschiedenen Zusammenhängen als Zeitspanne in Tagen oder Jahren auf. Schon der griechische Dichter {{w|Hesiod}} erwähnt um 700 vor Christus, dass die Plejaden im Frühjahr für vierzig Tage und Nächte nicht zu sehen sind, da sie vom Sonnenlicht überstrahlt werden.<ref>Hesiodos: [https://www.gottwein.de/Grie/hes/ergde.php Werke und Tage (ΕΡΓΑ ΚΑΙ ΗΜΕΡΑΙ)], Egon und Gisela Gottwein, 13. Juni 2019</ref><ref>Hesiod: [https://www.projekt-gutenberg.org/hesiod/hauslehr/hausleh2.html Hauslehren II. (’Έργα καὶ ‛ημέραι)], Projekt Gutenberg.de, übersetzt von Johann Heinrich Voß</ref> → Siehe auch [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die Plejaden|'''Die Plejaden''']]. Der Begriff '''Quarantäne''' (vom Französischen „quarantaine (de jours)“ = „vierzig Tage“) soll mit den Plejaden zusammen, da diese in den subtropischen Breiten '''vierzig Tage''' lang, von der Sonne überstrahlt werden und dann selbst der hellste Stern dieser Konstellation, Alkione (η&nbsp;Tauri), mit bloßem Auge erst kurz nach Sonnenuntergang nicht mehr und dann kurz vor Sonnenaufgang noch nicht wieder gesehen werden kann. [[Datei:Sintflut.Magura.png|mini|hochkant=3|rechts|Darstellung mit verschiedenen Elementen einer Sintflut unter [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die Höhlenmalerei in der Magura-Höhle|den Höhlenmalereien in der Magura-Höhle]] im heutigen Bulgarien: Wellen, Bäume, Felder und eine Matrix mit '''vierzig''' Punkten. Oben in der Bildmitte ein himmlisches Wesen, das die Katastrophe verursacht.]] Nach der Unsichtbarkeit der Plejaden begann im alten Ägypten '''vierzig Tage''' lang das '''Nilwasser''' zu steigen und ebenso lange wieder zu fallen.<ref>Christian Schulz: ''Handbuch der Physik: für diejenigen welche Freunde der Natur sind, ohne jedoch Gelehrte zu seyn'', Band 2, Kapitel 11, Seite 254, Hilscher, Leipzig, 1791</ref> ===Bedeutung der Vierzig in den Religionen=== ====Vierzig Tage==== '''Vierzig Tage''' lang regnete es während der Sintflut, und '''Noah''' öffnete nach '''vierzig Tagen''' das Fenster seiner Arche. Genesis, Kapitel 7:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose7 Genesis, Kapitel 7], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 4 Denn noch sieben Tage dauert es, dann lasse ich es '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' lang auf die Erde regnen und tilge vom Erdboden alle Wesen, die ich gemacht habe.<br/> 12 Der Regen ergoss sich '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' lang auf die Erde.<br/> 17 Die Flut auf der Erde dauerte '''vierzig Tage'''. Das Wasser stieg und hob die Arche immer höher über die Erde. </blockquote> Genesis, Kapitel 8:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose8%2C6 Genesis, Kapitel 8, Vers 6], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 6 Nach '''vierzig Tagen''' öffnete Noach das Fenster der Arche, das er gemacht hatte,<br/> 7 und ließ einen Raben hinaus. </blockquote> '''Vierzig Tage''' dauerte die Einbalsamierung Jakobs, des Vaters von Josef und Ehemanns von Rahel. Genesis, Kapitel 50:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose50 Genesis, Kapitel 50], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Josef fiel auf das Angesicht des Vaters, weinte über ihn und küsste ihn.<br/> 2 Darauf befahl Josef seinen Dienern, den Ärzten, seinen Vater einzubalsamieren. Die Ärzte balsamierten also Israel ein.<br/> 3 Darüber vergingen '''vierzig volle Tage''', denn so lange dauerte die Einbalsamierung. </blockquote> Moses verbrachte '''vierzig Tage''' auf dem Gottesberg Sinai. Exodus, Kapitel 24:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/2.Mose24%2C18 Exodus, Kapitel 24, Vers 18], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 18 Mose ging mitten in die Wolke hinein und stieg auf den Berg hinauf. '''Vierzig Tage und vierzig Nächte''' blieb Mose auf dem Berg. </blockquote> Der Prophet Elija verbrachte '''vierzig Tage''' in der gebirgigen Wüste, bevor er den Gottesberg Horeb erreichte. 1. Buch der Könige, Kapitel 19:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.K%C3%B6nige19 1. Buch der Könige, Kapitel 19], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 4 Er selbst ging eine Tagereise weit in die Wüste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, HERR. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter.<br/> 5 Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein. Doch ein Engel rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss!<br/> 6 Als er um sich blickte, sah er neben seinem Kopf Brot, das in glühender Asche gebacken war, und einen Krug mit Wasser. Er aß und trank und legte sich wieder hin.<br/> 7 Doch der Engel des HERRN kam zum zweiten Mal, rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich.<br/> 8 Da stand er auf, aß und trank und wanderte, durch diese Speise gestärkt, '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' bis zum Gottesberg Horeb. </blockquote> Der Prophet Jona erfährt, dass die große assyrische Stadt Ninive nach '''vierzig Tagen''' zerstört werden soll: Jona, Kapitel 3:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Jona3 Jona, Kapitel 3], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 2 Mach dich auf den Weg und geh nach Ninive, der großen Stadt, und rufe ihr all das zu, was ich dir sagen werde!<br/> 3 Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie der HERR es ihm befohlen hatte. Ninive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren.<br/> 4 Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch '''vierzig Tage''' und Ninive ist zerstört!<br/> 5 Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus und alle, Groß und Klein, zogen Bußgewänder an. </blockquote> Es ist vor diesem Hintergrund nicht verwunderlich, dass im Neuen Testament Jesus dann auch '''vierzig Tage''' in der Wüste fastet. Evangelium nach Matthäus, Kapitel 4:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us4 Evangelium nach Matthäus, Kapitel 4], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel versucht werden.<br/> 2 Als er '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' gefastet hatte, hungerte ihn. </blockquote> Evangelium nach Lukas, Kapitel 4:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Lukas4 Evangelium nach Lukas, Kapitel 4], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Erfüllt vom Heiligen Geist, kehrte Jesus vom Jordan zurück. Er wurde vom Geist in der Wüste umhergeführt,<br/> 2 '''vierzig''' Tage lang, und er wurde vom Teufel versucht. In jenen Tagen aß er nichts; als sie aber vorüber waren, hungerte ihn. </blockquote> Evangelium nach Markus, Kapitel 1, "Die Versuchung Jesu":<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Markus1%2C12 Evangelium nach Markus, Kapitel 1, Vers 12 und 13], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.<br/> 13 Jesus blieb '''vierzig Tage''' in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm. </blockquote> Deswegen hat die österliche Bußzeit '''vierzig Fastentage'''. ====Vierzig Jahre==== '''Vierzig Jahre''' lang führte Moses sein Volk durch die Wüste.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/5.Mose29 Deuteronomium, Kapitel 29], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> Deuteronomium, Kapitel 29: <blockquote> 4 Ich habe euch '''vierzig Jahre''' lang durch die Wüste geführt. Eure Kleider sind euch nicht in Lumpen vom Leib gefallen, deine Schuhe sind dir nicht an den Füßen zerrissen,<br/> 5 ihr habt kein Brot gegessen und keinen Wein und kein Bier getrunken, denn ihr solltet erkennen: Ich bin der HERR, euer Gott. </blockquote> Psalm 95, der in der christlichen Kirche fast jeden Morgen beim Invitatorium zur Eröffnung des Stundengebets responsorisch vorgetragenen und gebetet wird, nimmt darauf Bezug: <blockquote> 8 Verhärtet euer Herz nicht wie in Meríba, wie in der Wüste am Tag von Massa!<br/> 9 Dort haben eure Väter mich versucht, / sie stellten mich auf die Probe und hatten doch mein Tun gesehen.<br/> 10 '''Vierzig Jahre''' war mir dieses Geschlecht zuwider / und ich sagte: Sie sind ein Volk, dessen Herz in die Irre geht, sie kennen meine Wege nicht. </blockquote> ==Tonsysteme== [[Datei:Heptachord.png|mini|rechts|hochkant=2|Heptachord bestehend aus sieben Quinten.]] Die '''Vier''', die '''Sieben''' und die '''Zwölf''' spielen auch schon in der antiken und der mittelalterlichen Musik eine besondere Rolle. Auch das Tonsystem der Musik wird mit universellen, kosmischen und göttlichen Systemen und Zahlenverhältnissen in Verbindung gebracht und wurde sogar damit begründet. Nach der Legende von ''Pythagoras in der Schmiede'' soll Pythagoras von Samos dieses Tonsystem anhand der von ihm entdeckten '''vier pythagoreischen Töne''' c - f - g - c' entwickelt haben. → Siehe auch Wikibook '''[[Pythagoras in der Schmiede]]'''. Das im Mittelalter ausgebildete Tonsystem umfasst die nach den Anfangssilben der ersten Verse des Johannes-Hymnus benannten '''sieben Töne''' ut - re - mi - fa - sol - la - si, die den heutigen sieben Tonbezeichnungen c - d - e - f - g - a - h entsprechen und in der C-Dur- und a-moll-Tonleiter Verwendung finden. Eine solche diatonische Tonleiter (von altgriechisch διάτονος, diátonos, „durch Ton“) entsteht, wenn '''sieben''' aufeinanderfolgende reine Quinten im Frequenzverhältnis drei zu zwei gebildet werden. Erst mit dem siebenten Ton entsteht in den Tonraum einer Oktave transponiert eine kontinuierliche Tonreihe, die auch Heptachord (siebensaitig) genannt wird. Der letzte hinzukommende Ton "si" kann vom vorletzten Ton der Reihe als reine Quinte nach oben hoch oder hart notiert werden (si&nbsp;durum = hartes&nbsp;h) oder von ersten Ton der Reihe in der reinen Quinte nach unten als tief oder weich notiert werden (si&nbsp;molle = weiches&nbsp;h). [[Datei:Dodekachord.png|mini|rechts|hochkant=2|Dodekachord bestehend aus zwölf Quinten.]] Wird die Reihe fortgesetzt, ergibt sich erst nach '''zwölf''' Quinten wieder eine kontinuierliche Tonreihe, die auch Dodekachord (zwölfsaitig) genannt werden kann und bei der es sich um eine chromatische Tonleiter mit den zwölf Tönen c - cis - d - dis - e - f - fis - g - gis - a - b - h handelt. '''Sieben Oktaven''' entsprechen in diesem System fast genau '''zwölf reinen Quinten'''. [[Datei:Piano Keyboard Diagram.svg|zentriert|mini|hochkant=4|Die 88 Tasten einer Klaviatur, die ausgehend vom kontra C (dritte weiße Taste von links) bis zum fünfgestrichenen C (weiße Taste ganz rechts) insgesamt sieben Oktaven übereinander respektive zwölf Quinten übereinander umfassen.<br/>[[Datei:Chromatic.scale.down.digital.ogg|zentriert|mini|hochkant=3|Die 88 Tonhöhen bei einem Klavier vom höchsten (rechts, fünfgestrichenes&nbsp;c) zum tiefsten Ton (links, subkontra&nbsp;A) als chromatische Tonleiter gespielt (drei Töne mehr, als in der Skizze darüber dargestellt).]]]] Sieben reine Oktaven entsprechen siebenmal einer Verdopplung der Grundfrequenz, also insgesamt dem Faktor <math>N_{Ok,7}</math>: :<math>N_{Ok,7} = {2}^{7} = {128}</math> Zwölf reine Quinten entsprechen zwölfmal einer Veranderthalbfachung der Grundfrequenz, also insgesamt dem Faktor <math>N_{Qu,12}</math>: :<math>N_{Qu,12} = \left(\frac {3} {2} \right)^{12} = \frac {{3}^{12}} {{2}^{12}} = \frac {531441} {4096} \approx 129,743</math> Bei reiner Stimmung ergibt sich zwischen sieben Oktaven und zwölf Quinten demnach eine kleine Abweichung, die '''pythagoreisches Komma''' <math>\kappa</math> genannt wird und etwas weniger als dem Viertel eines Halbtons also einem Frequenzverhältnis von zirka 1,0146 entspricht: :<math>\kappa = \frac {N_{Qu,12}} {N_{Ok,7}} = \frac {3^{12}} {2^{12} \cdot 2^{7}} = \frac {3^{12}} {2^{19}} = \frac {531441} {524288} \approx 1,01366</math> [[Datei:Vier.Hauptkirchentonarten.png|mini|rechts|hochkant=1|Die vier Hauptkirchentonarten Protus, Deuterus, Tritus und Tetrardus mit ihrem jeweiligen Schlusston D, E, F und G (Finalis) und den beiden jeweiligen insgesamt acht Varianten "authenticus" (I., III., V.&nbsp;und VII.&nbsp;Ton) und "plagalis" (II., IV., VI.&nbsp;und VIII.&nbsp;Ton).]] In der Tradition des mittelalterlichen gregorianischen Gesangs, der auf diese Wurzeln zurückgeht, haben sich die '''vier Hauptkirchentonarten''' Protus (dorisch), Deuterus (phrygisch), Tritus (lydisch) und Tetrardus (mixolydisch) in jeweils '''zwei Varianten''' ('''authentisch''' und '''plagal''') herausgebildet. Den plagalen Varianten wird häufig das Präfix "hypo" vorangestellt (hypodorisch, hypophrygisch, hypolydisch und hypomixolydisch). In der Neuzeit hat sich aus dem System der Kirchentonarten mit dem dualen, dur-moll-tonalen Tonsystem die '''Zwölftonreihe''' c - cis - d - es - e - f - fis - g - as - a - b - h entwickelt. → Siehe hierzu auch unter "Zwölftonmotiv" im Abschnitt '''[[Till_Eulenspiegels_lustige_Serie#Also_sprach_Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]'''. '''Zwei Töne''' ergeben ein Intervall, und '''drei Töne''' ergeben einen Akkord. Sowohl Moll- als auch Dur-'''Dreiklänge''' können vermindert oder übermäßig gemacht werden. → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus/ Tonsystem|'''Dialog über das Tonsystem zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] <div style="clear:both"></div> ==Siehe auch== * [[Quadriviale Kuriositäten]] ==Einzelnachweise== <references></references> <noinclude> [[Kategorie:Quadriviale Kuriositäten‎]] </noinclude> 3l79ndah72v9lizxttiojz4v5igg5uj 1085397 1085395 2026-05-11T11:11:25Z Bautsch 35687 /* Zur Fünf */ 1085397 wikitext text/x-wiki In diesem Kapitel wird streiflichtartig ein Abriss der {{w|Zahlensymbolik}} dargestellt. [[Datei:Gekerbter.Knochen.Thais.P1035758.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Schon vor 13000 Jahren haben Neolithiker der Art Homo sapiens im französischen Vercors einen Knochen in regelmäßigen Abständen eingekerbt. Er wurde Ende der 1960er Jahre in den Höhlen von Thais bei Saint-Nazaire-en-Royans gefunden und ist im ''Musée de Valence, art et archéologie'' im Département Drôme in der Region Auvergne-Rhône-Alpes in Frankreich ausgestellt. Auf der rechten Seite sind in der Mitte beispielsweise sieben große Kerben zu sehen, mit denen möglicherweise irgendetwas gezählt wurde.<ref name="Valence">[https://www.museedevalence.fr/fr/terres-de-prehistoires/os-coche Os coché], Musée de Valence, art et archéologie, Valence</ref>]] Abseits der rein mathematischen Aufgabe von Zahlen, wird ihnen oftmals eine symbolische Funktion zugeordnet. Ihre symbolische Bedeutung werden aus deren Verwendung unter anderem in der Religion (Liturgie), in Mythologien oder im Brauchtum übernommen und spiegeln sich im vielfachem Gebrauch in der Literatur (auch in Märchen), der Kultur, der Kunst, der Architektur, der Musik und nicht selten auch in der Wissenschaft wie der Medizin, der Astronomie, der Chemie (inklusive der Alchemie), der Astronomie und sogar im Recht wider. Allerdings auch im Aberglauben und in den Pseudowissenschaften wie der heutigen Astrologie. Jedoch verdankt gerade die Astronomie (also das "Sterngesetz") aus historischer Sicht der Astrologie (also der "Sternlehre") viele Erkenntnisse, die durch Beobachtung und Berechnung der Sternpositionen gewonnen wurden. Vielfach ist die Zahlensymbolik ein Mittel der Systematisierung komplexer Wissensgebiete. Sie ist auch ein Hilfsmittel der {{w|Mnemotechnik}}, also der Kunst, sich überhaupt eine Fülle von Wissen merken zu können. Als kleine literarische Ergänzung finden sich auf einigen Unterseiten noch einige fiktive Zwiegespräche zwischen einem mittelalterlichen Meister und seinem Schüler: → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus|'''Dialoge zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] ==Zur Zwei== [[Datei:Janiform aryballos Louvre CA987.jpg|rechts|mini|hochkant=1.5|Kopf aus dem antiken Griechenland mit zwei Gesichtern um 525 vor Christus: eine hellhäutige Frau und ein äthiopischer dunkelhäutiger Mann. Die altgriechische Aufschrift „καλός” („KALOS”) bedeutet „gut”, „lieb” oder „schön”.]] Die Zwei ist die einzige gerade und zudem die kleinste Primzahl. Räumliche und zeitliche Einheiten können sinnvoll in Paare oder in zwei Hälften geteilt werden. In der euklidischen Geometrie können die folgenden zusammenhängenden Paare unterschieden werden: * rechts und links * oben und unten * vorne und hinten Ferner ergeben sich beispielsweise die folgenden Wortpaare: * Himmel und Erde * Wasser und Land * Salzwasser und Süßwasser * Beginn und Ende * Anwachsen und Abnehmen * Bewegung und Stillstand * Leben und Tod * Helligkeit und Dunkelheit respektive Licht und Schatten * Kälte und Wärme * Vergangenheit und Zukunft Übertragen auf die Astronomie spielen die folgenden zusammenhängenden Paare eine wichtige Rolle: * Der Tag mit Licht und die Nacht mit Dunkelheit. * Länger werdende Tage im Winter und im Frühling sowie kürzer werdende Tage im Sommer und im Herbst. * Zunehmender Mond nach Neumond, und abnehmender Mond nach Vollmond. * Der Aufgang eines Himmelsobjekts im Osten und der Untergang eines Himmelsobjekts im Westen. * Bei der Beobachtung eines Himmelsobjekts gibt es täglich eine obere und eine untere Kulmination auf dem Meridian. Der '''Meridian''' teilt die Himmelssphäre in eine östliche und eine westliche Hälfte, und der '''Himmelsäquator''', der '''Horizont''' sowie die '''Ekliptik''' teilen die Himmelssphäre in eine nördliche und eine südliche Hälfte. Die beiden Pole des Horizontsystems heißen '''Zenit''' und '''Nadir''', die des Äquatorsystems sowie auch die des Ekliptiksystems '''Nordpol''' und '''Südpol'''. Der Mond und die Planeten können in Bezug auf die Ekliptiklinie entweder aufsteigend oder absteigend sein und ihre Bahnen schneiden die Ekliptik in '''zwei''' Knoten. Es gibt '''zwei''' innere Planeten, den Merkur und die Venus. '''Zwei''' der sieben Wandelgestirne, die Sonne und der Mond, sind mit bloßem Auge als Scheiben zu erkennen. ===Bedeutung der Zwei in Religionen=== Das christliche Kreuz besteht aus zwei Linien, eine vertikale und eine horizontale. [[Datei:Ramsey-Psalter.InPrincipioCreavitDeusTerramEtCaelum.png|mini|rechts|hochkant=1.5|Erste Abbildung im Ramsey-Psalter (um 1300) mit Darstellung der Paare der Schöpfung: Himmel / Erde, Licht / Finsternis, Tag / Nacht, Abend / Morgen, Land / Meer, Sonne / Mond.]] Der Beginn der Schöpfungsgeschichte enthält zahlreiche Dualismen: <blockquote> ''Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde.''<br/> ''Gott schied das Licht von der Finsternis.''<br/> ''Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht.''<br/> ''Es wurde Abend, und es wurde Morgen.''<br/> ''Gott nannte das Trockene Land, und die Ansammlung des Wassers nannte er Meer.''<br/> ''Gott machte die beiden großen Lichter, das große zur Herrschaft über den Tag, das kleine zur Herrschaft über die Nacht, und die Sterne.''<br/> ''Männlich und weiblich erschuf er sie.'' </blockquote> Dass die astronomischen Gegebenheiten für die Festlegungen in Kalendern relevant sind, wird in diesem Kontext durch die folgende Formulierung im 14.&nbsp;Vers deutlich: <blockquote> ''Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und Nacht zu scheiden. Sie sollen als Zeichen für Festzeiten, für Tage und Jahre dienen.'' </blockquote> Durch die Mondphasen sind daher auch heute noch zahlreiche im Sonnenjahr beweglichen Feste festgelegt. '''Ostern''' ist immer am Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Tag-und-Nacht-Gleiche im Frühjahr. Der Mond ist dann also im ersten abnehmenden Viertel und hat ein vom Neumond aus gezähltes Mondalter von 15&nbsp;bis 21&nbsp;Tagen. '''Pfingsten''' ist sieben Wochen beziehungsweise 49&nbsp;Tage nach Ostern und hat daher ein vom Neumond vor Ostern aus gezähltes Mondalter von 64&nbsp;bis 70&nbsp;Tagen, also im entsprechenden Monat ein Mondalter von 5&nbsp;bis 11&nbsp;Tagen, so dass drei bis neun Tage nach Pfingsten wieder ein Vollmond auftritt. Die österliche Bußzeit beginnt am '''Aschermittwoch''', der immer 46&nbsp;Tage vor dem Ostersonntag liegt. Zu diesem Zeitpunkt hat der Mond dann ein junges Mondalter zwischen Neumond und dem Neulicht im ersten zunehmenden Viertel. → Zum Osterfestkreis siehe auch '''[[Quadriviale_Kuriositäten/_Osterdatum|Osterdatum]]'''. Das jüdische '''Pessachfest''' beginnt am 15.&nbsp;Nisan. Ebenso beginnen das '''Laubhüttenfest''' (Sukkot), das '''Neujahrsfest der Bäume''' (Tu biSchevat) und das '''Purimfest''' am 15.&nbsp;Tag eines Monats. Im jüdischen Lunisolarkalender (Mond-Sonnen-Kalender) beginnt jeder Monat ungefähr mit einem Neumond, und daher herrscht zu Beginn dieser Feste immer Vollmond. Der wichtige Fastenmonat '''Ramadan''' ist der neunte Monat im Mondkalender der Muslime. Nach diesem Kalendersystem beginnt jeder Monat immer mit dem sichtbaren Neulicht des Mondes, also ein bis zwei Tage nach Neumond beim Abenderst. <div style="clear:both"></div> ==Zur Drei== [[Datei:Rep-tile triangle creating Sierpinski carpet.gif|mini|rechts|hochkant=2|Die ersten acht Schritte bei der Konstruktion eines gleichseitigen Sierpierski-Dreiecks.]] Die Drei ist die die kleinste ungerade Primzahl. Es gibt '''drei äußere''', mit bloßen Auge leicht zu erkennende Planeten: den Mars, den Jupiter und den Saturn. Ferner gibt es auch '''drei innere Wandelgestirne''', deren siderische Umlaufzeiten weniger als ein Jahr betragen: den Mond, den Merkur und die Venus. Weitere Dreifaltigkeiten sind anthropogenen Ursprungs: zum Beispiel sind zu verschiedenen Jahreszeiten anhand sehr heller Sterne leicht drei Dreiecke am nördlichen Nachthimmel zu erkennen: * Das Winterdreieck ** Sirius im Sternbild Großer Hund (Canis Majoris) ** Prokyron im Sternbild Kleiner Hund (Canis Minoris) ** Bezeigeuze im Sternbild Orion * Das Frühlingsdreieck ** Regulus im Sternbild Löwe (Leo) ** Spica im Sternbild Jungfrau (Virgo) ** Arktur im Sternbild Bärenhüter (Bootes) * Das Sommerdreieck ** Deneb im Sternbild Schwan (Cygnus) ** Wega im Sternbild Leier (Lyra) ** Altair im Sternbild Adler (Aquila) Ferner gibt es das kleine Sternbild Dreieck (Triangulum) zwischen den Sternbildern Perseus, Andromeda, Fische (Pisces) und Widder (Aries) und dem benachbarten Dreiecksnebel (Messier 33). Es gibt in der Einteilung der Ekliptik beim altindischen Nakshatra drei mal drei mal drei Mondhäuser, siehe auch '''→ [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Nakshatra|Exkurs Nakshatra]]'''. ===Bedeutung der Drei in Religionen=== [[Datei:St Swithin's church stained glass uk - 893546.png|mini|rechts|hochkant=2|Kirchenfenster mit einer Darstellung der Heiligen Trinität in Form eines Schildes beziehungsweise eines Stierkopfes in der Sankt Swithin Kirche in Bintree, Breckland, Norfolk, East of England.]] Hier sind insbesondere für das Christentum die Dreifaltigkeit, die drei Mitglieder der Heiligen Familie, Maria, Josef und Jesus, die Heiligen Drei Könige sowie die Auferstehung am dritten Tag zu nennen. Bei der Dreifaltigkeit ergeben sich bei der Anbetung und Verehrung des einen (und zentralen) Gottes (lateinisch: „Deus”) Ist-Beziehungen (lateinisch: „est” = „ist”) zu den drei Personen Vater (lateinisch: „Pater”), Sohn (lateinisch: „Filius”) und Heiliger Geist (lateinisch: „Spiritus Sanctus”), die sich voneinander unterscheiden lassen (lateinisch: „non est” = „ist nicht”). Auch in anderen Religionen werden Götter häufiger in einer Dreiheit genannt. <div style="clear:both"></div> ==Zur Vier== [[Datei:Vier.Objekte.gleicher.Laenge.png|mini|rechts|hochkant=2|Vier gleichseitige ebene Objekte mit mindestens drei Symmetrieachsen sowie mit eins, zwei, drei und vier Linien gleicher Gesamtlänge.]] Die '''Vier''' ist als Quadratzahl von der Zwei die kleinste Zahl, die einen ganzzahligen Teiler hat (→ [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen#Zur Zwei|Zur Zwei]]), ohne dass ein Rest verbleibt, und somit auch die kleinste Zahl, die keine Primzahl ist. :<math>4 = 2 \cdot 2 = 2^2 = 2 + 2</math> In der Abbildung rechts sind die ersten '''vier''' zweidimensionalen, gleichseitigen und achssymmetrischen Objekte einer geometrischen Folge zu sehen, die aus eins, zwei, drei beziehungsweise vier Linien gleicher Gesamtlänge bestehen. Die folgende Vergleichstabelle gibt einige geometrische Werte im Vergleich an: {| class="wikitable" |+ Vier Objekte mit Linien gleicher Gesamtlänge !title="Eigenschaft"|Eigenschaft !title="Kreis"|Kreis !title="Gleichseitiges Kreuz"|Gleich-<br/>seitiges<br/>Kreuz !title="Gleichseitiges Dreieck"|Gleich-<br/>seitiges<br/>Dreieck !title="Quadrat"|Quadrat |- | Anzahl der Linien || 1 || 2 || 3 || 4 |- | Gesamtlänge aller Linien || 1 || 1 || 1 || 1 |- | Länge einer Linie || <math>\sqrt \frac {1} {1}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {2}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {3}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {4}</math> |- | Höhe || <math>\frac {1} {\pi}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {2}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {12}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {4}</math> |- | Breite || <math>\frac {1} {\pi}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {2}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {3}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {4}</math> |- | Diagonale || <math>\frac {1} {\pi}</math> || 0 || <math>\sqrt \frac {1} {12}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {8}</math> |- | Fläche || <math>\frac {1} {4 \pi}</math> || 0 || <math>\sqrt \frac {1} {432}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {16}</math> |- | Anzahl Symmetrieachsen || <math>\infin</math> || 4 || 3 || 4 |- | Punktsymmetrisch || ja || ja || nein || ja |- | Repräsentativer Winkel || 360° || 90° || 60° || 90° |} Die Einteilung von Flächen in '''vier''' Quadranten wird häufig zur Beschreibung von Richtungen und zur besseren Orientierung in einer Ebene verwendet, insbesondere mit den '''vier Himmelsrichtungen''' Norden, Osten, Süden und Westen. Ein synodischer '''Monat '''wird in '''vier Mondviertel''' eingeteilt, die jeweils eine Woche dauern: Neumond, zunehmender Mond, Vollmond und abnehmender Mond. Hierbei wird die Ekliptikebene einmal vollständig durchlaufen, und anschließend sogar noch ein wenig mehr, weil sich die Erde innerhalb eines Monats ihrerseits um die Sonne bewegt hat. Aus diesem Grund dauert der synodische Monat mit 29,5 Tagen gut zwei Tage länger als der siderische Monat mit 27,3 Tagen. Die Gezeiten werden von den '''vier Mondphasen''' in einem synodischen Monat bestimmt. Nach einem Neumond kommt es zu einer Springtide mit hohem Wasserstand. Danach setzt die Ebbe ein, bis nach dem zunehmenden Halbmond eine Nipptide mit Niedrigwasser eintritt. Die im Anschluss einsetzende Flut ist kurz nach dem Vollmond beendet, und nach dem abnehmenden Halbmond kommt es erneut zu einer Nipptide. Und so fort, in einem immerwährenden Zyklus. Es gibt in der Einteilung der Ekliptik beim arabischen '''Manazil al-Qamar''' '''vier''' mal sieben Mondhäuser. Das bedeutet, dass in jedem der '''vier Quadranten''' der Ekliptikebene sieben Mondhäuser liegen, die den sieben Tagen einer Woche entsprechen. → Siehe auch '''[[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Manazil_al-Qamar|Exkurs Manazil al-Qamar]]'''. Das Produkt der beiden Summanden Drei und Vier ergibt Zwölf. Dies entspricht den '''vier Jahreszeiten''' Frühling, Sommer, Herbst und Winter, die jeweils drei Monate lang dauern. Das Produkt dieser beiden Zahlen entspricht also der Anzahl der Monde respektive Monate in einem Jahr sowie der Anzahl der Ekliptiksternbilder, in denen sich die Sonne im Laufe eines Jahres je einen Monat lang in einem Winkelsegment von 30&nbsp;Bogengrad aufhält. Die Arithmetik spiegelt sich zum Beispiel auch in der christlichen Theologie wider, wo die göttliche Zahl Sieben aus der himmlischen Dreifaltigkeit Gottes und den irdischen '''vier Elementen''' (respektive den''' vier Evangelisten''', den '''vier Himmelsrichtungen''' oder den '''vier Jahreszeiten''') zusammengezählt wird. <gallery caption "Zur Vier" widths=360 heights=360 mode=packed> FeuerErdeWasserLuft.png|Die '''vier''' Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft. Luna.Kircher.Ars magna lvcis et vmbrae 1646.png|Die '''vier''' Jahreszeiten und die Mondphasen eines Monats mit Neumond, zunehmender Halbmond, Vollmond und abnehmender Halbmond. Rosa_de_los_vientos_21.svg|mini|rechts|hochkant=2|Windrose mit den '''vier''' Haupthimmelsrichtungen Nord, Ost, Süd und West. </gallery> [[Datei:Pegasův čtverec.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Astronomische Aufnahme des Herbst'''vier'''ecks im Sternbild Pegasus. Links oben die auffällige Andromedagalaxie (Messier 31).]] Die fast quadratische Konstellation der '''vier Sterne''' Algenib, Scheat, Markab und Sirrah (oder Alpheratz) im Sternbild Perseus wird auch '''Herbstviereck''' genannt, weil es auf der Nordhalbkugel der Erde am südlichen Nachthimmel im Herbst gut zu sehen ist. Es fällt auf, dass viele Sterngruppen, die aus sieben Sternen bestehen, geometrisch alle ganz zwanglos in eine Vierer- und eine Dreiergruppe unterteilt werden können. In der Astronomie taucht die Vierteilung in vielfältiger Hinsicht auf. Die vier Abschnitte können mit den Attributen '''Anfang''', '''Kraft''', '''Reife''' und '''Ende''' versehen werden. Die auf dem tropischen Sonnenjahr basierende Aufteilung in '''vier Jahreszeiten''' spiegelt sich in der Lage des '''Hauptpunktes der Sonne''' auf der Ekliptik wider. Vom Frühlingspunkt gerechnet sind der siebente bis zehnte Monat mit den entsprechenden lateinischen Zahlwörtern "septem", oktem", "novem" und "decem" gebildet, da in alten Kalendern der März als der erste Monat gerechnet wurde (der in dieser Zählung zwölfte und letzte Monat Februar hat deswegen heute noch den 29. Tag als Schalttag). Das '''Hauptsternbild''' ist dasjenige, das um Mitternacht an seinem höchsten Punkt auf dem südlichen Meridian steht. In der folgenden Tabelle wird in der Spalte '''Sonnenrichtung''' angegeben, in welcher der '''vier Himmelsrichtungen''' sich der Frühlingspunkt zur angegebenen Jahreszeit morgens befindet, in der Spalte '''Tageszeit''' zu welcher der '''vier Tageszeiten''' sich die Sonne in dieser Himmelsrichtung befindet. '''Mondalter''', '''Mondrichtung zur Sonne''' und '''Elongation des Mondes''' sind in der Tabelle auf den synodischen Monat und den Anfang eines Monats bei Neumond bezogen. {| class="wikitable" |+ Die Vier in der Astronomie !title="Interpretation"|Interpretation ! !title="Jahreszeit"|Jahreszeit !title="Hauptpunkt der Sonnenbahn"|Hauptpunkt<br/>der Sonnenbahn !title="Monate"|Monate !title="Hauptsternbild"|Hauptsternbild auf dem<br/>südlichen Meridian<br/>um Mitternacht !title="Himmelsrichtung des Frühlingspunktes am Morgen zur Jahreszeit"|Himmelsrichtung des<br/>Frühlingspunktes am Morgen<br/>zur Jahreszeit !title="Tageszeit der Sonne in dieser Himmelsrichtung"|Tageszeit der Sonne<br/>in dieser Himmelsrichtung ! !title="Mondalter"|Mondalter !title="Mondrichtung zur Sonne"|Mondrichtung<br/>zur Sonne !title="Elongation des Mondes"|Elongation<br/>des Mondes |- | '''Anfang''' || || '''Frühling''' || Frühlings-<br/>äquinoktium || März (1)<br/>April (2)<br/>Mai (3) || Löwe<br/>(Leo) || '''Osten''' || '''Morgen''' || || '''Neumond''' || Konjunktion || 0° |- | '''Kraft''' || || '''Sommer''' || Sommer-<br/>sonnenwende || Juni (4)<br/>Juli (5)<br/>August (6) || Adler<br/>(Aquila) || '''Süden''' || '''Mittag''' || || '''Zunehmender<br/>Halbmond''' || Östliche<br/>Quadratur || 90° östlich |- | '''Reife''' || || '''Herbst''' || Herbst-<br/>äquinoktium || '''Septem'''ber ('''7''')<br/>'''Okto'''ber ('''8''')<br/>'''Novem'''ber ('''9''') || Wassermann<br/>(Aquarius) || '''Westen''' || '''Abend''' || || '''Vollmond''' || Opposition || 180° |- | '''Ende''' || || '''Winter''' || Winter-<br/>sonnenwende || '''Dezem'''ber ('''10''')<br/>Januar (11)<br/>Februar (12) || Stier<br/>(Taurus) || '''Norden''' || '''Nacht''' || || '''Abnehmender<br/>Halbmond''' || Westliche<br/>Quadratur || 90° westlich |} ===Bedeutung der Vier in Religionen=== [[Datei:Ekliptik.Zodiak.helle.Sterne.png|mini|rechts|hochkant=2|Der Zodiak mit den sehr markanten Sternbildern '''Löwe (Leo, Frühlingssternbild)''' und '''Stier (Taurus, Wintersternbild)''', dem weniger auffälligen Sternbild '''Wassermann (Aquarius, Herbststernbild)''' sowie dem erhaben in der Milchstraße fliegenden '''Adler (Aquila, Sommersternbild)''', der sich im Horizontsystem fast senkrecht über dem in nördlicheren Breiten nie vollständig sichtbaren Ekliptiksternbild Skorpion (Scorpius) befindet. Die '''vier''' mit gelbem Text hervorgehobenen Sternbilder Löwe, Stier, Wassermann und Adler befinden sich also stets in '''vier''' senkrecht aufeinander stehenden Himmelsrichtungen. Die hellsten Sterne und Sternhaufen der genannten Sternbilder sind ebenfalls dargestellt.]] Es sei darauf hingewiesen, wie zwanglos die Reihe der oben in der Tabelle genannten '''vier Hauptsternbilder''' Löwe, Stier, Wassermann und Adler mit den '''vier Himmelsrichtungen''', mit den '''vier Jahreszeiten''' und mit den '''vier Grundelementen''' Feuer, Erde, Wasser und Luft in Verbindung gebracht werden können. Die Reihenfolge der jahreszeitlichen Hauptsternbilder entspricht unter der Gleichsetzung des Wassermannes (Aquarius) mit einem Menschen exakt der Erwähnung der '''vier realen Lebewesen''' (Sternbilder) gleichenden Gestalten "voller Augen" (oder Sterne) aus dem vierten Kapitel der Offenbarung des Johannes im Neuen Testament. Sie sind kreisförmig um einen zentralen Ort ("Thron") in einem durchsichtigen Raum ("gläsernes Meer, gleich Kristall") angeordnet. Die "Mitte" entspricht der die beiden Himmelssphären halbierende Ekliptiklinie, die "rings um" die Erde ("Thron") läuft und die Himmelssphäre in die nördliche und die südliche Hälfte teilt, die beide die gleiche Größe haben:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung4,6 Offenbarung, Kapitel 4, Verse 6 und 7], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> ''Und vor dem Thron war etwas wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall. Und in der Mitte, rings um den Thron, waren '''vier Lebewesen''' voller Augen, vorn und hinten. Das erste Lebewesen glich einem '''Löwen''', das zweite einem '''Stier''', das dritte sah aus wie ein '''Mensch''', das vierte glich einem '''fliegenden Adler'''.'' </blockquote> Auch der Schriftprophet Hesekiel (Ezechiel) erwähnt im zehnten Verses seines ersten Kapitels diese vier Lebewesen, in seiner Beschreibung von himmlischen Erscheinungen, allerdings nicht in astronomischer Reihenfolge:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Hesekiel1%2C10 Hesekiel, Kapitel 1, Vers 10], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> Die Gestalt ihrer Gesichter aber war: ein '''Menschengesicht''', ein '''Löwengesicht''' bei allen vier nach rechts, ein '''Stiergesicht''' bei allen vier nach links und ein '''Adlergesicht''' bei allen vier. </blockquote> Diese vier Lebewesen werden auch den '''vier Evangelisten''' Markus, Lukas, Matthäus und Johannes (in chronologischer Reihenfolge derer Evangelien) zugeordnet. [[Datei:Aquila.fade-in.animation.webm|mini|rechts|hochkant=2|Animation mit Einblendung des Sternbilds Adler (Aquila) in der Sommermilchstraße aufgenommen am südlichen Sternhimmel im Sternenpark Westhavelland.]] [[Datei:Ekliptik.helle.Objekte.png|mini|rechts|hochkant=1.5|Die vier persischen Königssterne an der Ekliptiklinie: '''Aldebaran''' (α Tauri) im Sternbild Stier (Taurus), '''Regulus''' (α Leonis) im Sternbild Löwe (Leo), '''Antares''' (α Scorpii) im Sternbild Skorpion (Scorpio) sowie '''Fomalhaut''' (α Piscis Austrini) im Sternbild Südlicher Fisch (Piscis Austrinus)..]] Die den Evangelisten entsprechenden '''vier Sternbilder''' '''Löwe''' (Leo), '''Stier''' (Taurus), '''Wassermann''' (Aquarius) und '''Adler''' (Aquila) befinden sich in '''vier senkrecht aufeinander liegenden Himmelsrichtungen'''. Bemerkenswert ist bei diesen '''vier Symbolen''', dass der Adler, der sich als einziges dieser "Lebewesen" nicht auf der Ekliptik sondern oberhalb (nördlich) der Ekliptik -&nbsp;im Horizontsystem senkrecht über dem Ekliptiksternbild Skorpion (Scorpius)&nbsp;- in der Milchstraße befindet, das Attribut "fliegend" bekommen hat. {| class="wikitable" |+ Die vier Sternbilder der Evangelisten !title="Evangelist"|Evangelist !title="Markus"|Markus !title="Lukas"|Lukas !title="Matthäus"|Matthäus !title="Johannes"|Johannes |- | Sternbild (deutsch) || Löwe || Stier || Wassermann || Adler |- | Sternbild (lateinisch) || Leo || Taurus || Aquarius || Aquila |- | Jahreszeit bei abendlichem Aufgang im Osten, bei Erreichen des südlichen Meridians um Mitternacht und bei morgendlichem Untergang im Westen || Frühling || Winter || Herbst || Sommer |- | Jahreszeit bei abendlichem Untergang im Westen, bei Erreichen des nördlichen Meridians um Mitternacht (Unsichtbarkeit in der nördlichen Hemisphäre) und bei morgendlichem Aufgang im Osten || Herbst || Sommer || Frühling || Winter |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Frühling || Süden || Westen || Norden || Osten |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Sommer || Westen || Norden || Osten || Süden |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Herbst || Norden || Osten || Süden || Westen |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Winter || Osten || Süden || Westen || Norden |} Bei den Persern waren die '''vier Himmelsrichtungen''' und Jahreszeiten durch die '''vier sehr hellen, königlichen Sterne''' gekennzeichnet, von denen sie beherrscht werden. '''Aldebaran''' (α Tauri) im Sternbild Stier (Taurus), '''Regulus''' (α Leonis) im Sternbild Löwe (Leo), '''Antares''' (α Scorpii) im Sternbild Skorpion (Scorpio, liegt südlich der Ekliptiklinie und des Sternbilds Adler (Aquila)) sowie '''Fomalhaut''' (α Piscis Austrini, liegt unmittelbar unter dem rechten Fuß des Sternbilds Wassermann (Aquarius)) im Sternbild Südlicher Fisch (Piscis Austrinus).<ref>François Arago: ''Astronomie Pupulaire'', Deutsche Original-Ausgabe nach der von Jean-Augustin Barral besorgten französischen Originalausgabe, 11. Band ''Von den Sternbildern'', neuntes Kapitel ''Hülfsmittel um die Sternbilder der Alten zu lernen'', Seite 292, Paris, Leipzig, 1855</ref> Sie dienten kalendarischen und astrologischen Zwecken und wurden zum Navigieren verwendet. Sie werden im '''Bundahischn''' erwähnt, ein mittelpersischer Text über die Weltentstehung sowie ihre Mythen und Legenden, die im '''Zoroastrismus''' eine Rolle spielen. → Siehe auch [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Plejaden#Königssterne|'''persische Königssterne''']]. [[Datei:The four supporters (angels) of the celestial throne Wellcome L0030654.jpg|mini|rechts|Die vier als Mann, Stier, Adler und Löwe dargestellten Cherubim aus dem persischen Manuskript 373 der Wellcome-Sammlung in London.]] Die vier senkrecht aufeinander stehenden Hauptrichtungen entsprachen 2600 vor Christus den vier Hauptpunkten der Sonne zum Frühlingsäquinoktium (ekliptikale Länge = 0°), zur Sommersonnenwende (ekliptikale Länge = 90°), zum Herbstäquinoktium (ekliptikale Länge = 180°) und zur Wintersonnenwende (ekliptikale Länge = 270°), sowie gleichzeitig den vier persischen Königssternen Aldebaran (α Tauri), Regulus (α Leonis), Antares (α Scorpii) und Fomalhaut (α Piscis Austrini) beziehungsweise den späteren vier Evangelisten-Sternbildern Stier (Taurus), Löwe (Leo), fliegender Adler (Aquila, links oberhalb vom Skorpion wegfliegend) und Wassermann (Aquarius). Diese vier Lebewesen tauchen auch in der Dichtung des Umaiya ibn Abī s-Salt als die Beweger der Sonne beziehungsweise als die Träger des Throns (ḥamlat al-arsh) auf. Auch die vier Erzengel werden zu diesen Cherubim gezählt: <blockquote> Ein '''Mann''' und ein '''Stier''' unter seinem rechten Fuß,<br/> und beim andern ein '''Adler''' und ein lauernder '''Löwe'''.<br/> Und die '''Sonne''', sie geht am Ende jeder Nacht auf,<br/> rot wie eine Rose gefärbt.<br/> Sie geht ihnen aber nicht freiwillig auf,<br/> sondern muss gezüchtigt und gepeitscht werden. </blockquote> Die Gleichsetzung von "Wassermann" und "Mensch" taucht zum Beispiel im vierzehnten Kapitel des Markusevangeliums (und fast gleichlautend auch im zweiundzwanzigsten Kapitel des Lukasevangeliums) auf, wo ein einen '''Wasserkrug tragender Mensch''' beschrieben wird:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Markus14,12-14 Markusevangelium, Kapitel 14, Verse 12 bis 14], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref><ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Lukas22%2C10 Lukasevangelium, Kapitel 22, Vers 10], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 12 Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote, an dem man das Paschalamm zu schlachten pflegte, sagten die Jünger zu Jesus: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?<br/> 13 Da schickte er zwei seiner Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in die Stadt; dort wird euch ein '''Mensch''' begegnen, der einen '''Wasser'''krug trägt. Folgt ihm,<br/> 14 bis er in ein Haus hineingeht; </blockquote> Die Jünger und Jesus waren zu Beginn des Festes Pessach zusammen, also in der Jahreszeit kurz nach der Tag-und-Nacht-Gleiche des Frühlings. Falls sie sich kurz vor der Morgendämmerung nordwestlich von einer Stadt aufgehalten hätten, könnte die Anweisung bedeutet haben, dass sich die Jünger nach Südosten, genau in die Richtung des dort über dem Horizont stehenden Sternbilds Wassermann (Aquarius) und dann in das Haus begeben sollen, welches beim Gehen des Wegs das Sternbild verdeckte. Falls mit der erwähnten Stadt Jerusalem gemeint wäre, hätten zwei Wege aus nordwestlicher Richtung in die Stadt geführt: * Die Straße von Damaskus über Galiläa durch das nordwestlich gelegene Damaskustor (lateinisch: "Porta Galilaeae"). * Die Straße von der Küstenstadt Jaffa (Joppa) über Emmaus durch das westlich gelegene Jaffator (lateinisch: "Porta Pugru" oder "Porta David"). [[Datei:Blick.auf.das.alte.Jerusalem.mit.aufgehendem.Wassermann.png|mini|links|hochkant=3|Blick auf das Jaffator des alten Jerusalems mit dem zur Zeit des Paschamahls am frühen Morgen aufgehendem Sternbild Wassermann.]] <div style="clear:both"></div> Im sechsten Kapitel der Offenbarung des Johannes tauchen ferner die '''vier Apokalyptischen Reiter''' auf einem weißen, einem feuerroten, einem schwarzen und einem fahlen Pferd sowie die '''vier Engel''' an den '''vier Ecken der Erde''', die die '''vier Winde der Erde''' fest aufhielten. Das Himmlische Jerusalem ist '''viereckig''' angelegt:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung6 Offenbarung, Kapitel 6, bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Dann sah ich: Das Lamm öffnete das erste der sieben Siegel; und ich hörte das erste der '''vier Lebewesen''' wie mit Donnerstimme rufen: Komm!<br/> 2 Da sah ich und siehe, ein '''weißes Pferd'''; und der auf ihm saß, hatte einen '''Bogen'''. Ein Kranz wurde ihm gegeben und als Sieger zog er aus, um zu siegen.<br/> 3 Als das Lamm das zweite Siegel öffnete, hörte ich das '''zweite Lebewesen''' rufen: Komm!<br/> 4 Da erschien ein anderes '''Pferd'''; das war '''feuerrot'''. Und der auf ihm saß, wurde ermächtigt, der Erde den Frieden zu nehmen, damit die Menschen sich gegenseitig abschlachteten. Und es wurde ihm ein großes '''Schwert '''gegeben.<br/> 5 Als das Lamm das dritte Siegel öffnete, hörte ich das '''dritte Lebewesen''' rufen: Komm! Da sah ich und siehe, ein '''schwarzes Pferd'''; und der auf ihm saß, hielt in der Hand eine '''Waage'''.<br/> 6 Inmitten der vier Lebewesen hörte ich etwas wie eine Stimme sagen: Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar. Aber dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu!<br/> 7 Als das Lamm das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des '''vierten Lebewesens''' rufen: Komm!<br/> 8 Da sah ich und siehe, ein '''fahles Pferd'''; und der auf ihm saß, heißt der '''Tod'''; und die Unterwelt zog hinter ihm her. Und ihnen wurde die Macht gegeben über ein Viertel der Erde, Macht, zu töten durch Schwert, Hunger und Tod und durch die Tiere der Erde. </blockquote> Das '''Himmlische Jerusalem''' ist entsprechend den vier Haupthimmelsrichtungen '''quadratisch''' angelegt:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung21,6 Offenbarung, Kapitel 21, Vers 6, bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 16a Die Stadt war '''viereckig''' angelegt und ebenso lang wie breit. </blockquote> [[Datei:Grosses.Kreuzzeichen.png|mini|rechts|hochkant=2|Großes Kreuzzeichen.]] Beim großen Kreuzzeichen wird in der katholischen Liturgie mit den Fingern der rechten Hand ein Kreuz gezeichnet, wobei die Stirn, die Brust und beide Schultern markiert werden. Hierbei ist folgendes zu bemerken: Es gibt '''ein''' Kreuz, das aus '''zwei''' senkrechten Linien mit '''vier''' Endpunkten besteht, während '''drei''' Personen mit dem Text „Im Namen des Vaters, des Sohne und des Heiligen Geistes.“ angesprochen werden. Der Advent hat '''vier Sonntage'''. → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus/ Vierfalt|'''Dialog über die Vierfalt zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] <div style="clear:both"></div> ==Zur Fünf== [[Datei:Square-pyramidal-5.png|mini|rechts|Die Fünf ist die zweite quadratische Pyramidenzahl, die sich aus der Summe der entsprechenden Quadratzahlen Eins und Vier ergibt.]] Es gibt '''fünf Wandelgestirne''', die mit bloßem Auge nur als punktförmig wahrgenommen werden können: der Merkur, die Venus, der Mars, der Jupiter und der Saturn. ==Zur Sieben== [[Datei:Siebentel.Dreieck.png|mini|rechts|hochkant=2|Werden die '''drei '''Seiten eines Dreiecks ABC beispielsweise mit Hilfe der geometrischen Konstruktion mit den gestrichelten '''halbierten '''Strecken''' gedrittelt''' und werden die '''drei''' entsprechenden Punkte A', B' und C' mit den gegenüberliegenden Dreieckspunkten C, A und B verbunden, ergibt sich im Inneren des Dreieckes an den '''drei''' Schnittpunkten dieser Verbindungslinien ein weiteres Dreieck A"B"C", das genau ein '''Siebentel''' der Fläche des Dreiecks ABC hat.<br/> '''Hinweise für einen geometrischen Beweis:'''<br/> - Die Dreiecke AA'C, BB'A und CC'B müssen ein Drittel (respektive sieben Einundzwanzigstel) der Fläche des Dreiecks ABC haben.<br/> - Die Dreiecke AC'C", BA'A" und CB'B" müssen die doppelte Fläche der Dreiecke CC'C", AA'A" und BB'B" haben.<br/> - Die Dreiecke AA"C", BB"A" und CC"B" müssen die dreifache Fläche der Dreiecke CC'C", AA'A" und BB'B" haben.<br/> - Die Dreiecke AA'A", BB'B" und CC'C" müssen jeweils ein Siebentel des Flächeninhalts der Dreiecke ABB', BCC' und CAA' beziehungsweise ein Einundzwanzigstel der Fläche des Dreiecks ABC haben.]] Die Primzahl '''Sieben''' ist die einzige Zahl von der Zwei bis zur Elf, die keine gemeinsamen Teiler mit den anderen neun Zahlen hat oder ein Vielfaches dieser Zahlen ist. Ferner ist das regelmäßige Siebeneck das regelmäßige Polygon mit den wenigsten Ecken, das nicht rein geometrisch mit Lineal und Zirkel konstruiert werden kann. Dies vermittelt der Sieben seit jeher eine Sonderstellung in vielen Bereichen des geistigen Lebens. Es gibt '''sieben Hauptsterne der Plejaden''' ('''Siebengestirn'''), '''sieben regelmäßig zu beobachtende Wandelgestirne''', nach denen die '''sieben Tage der Woche''' benannt wurden, und '''sieben helle Himmelsobjekte in der Nähe der Ekliptik''', die in '''Konjunktion''' mit dem Mond oder den Planeten stehen können. → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Plejaden|'''Die Plejaden''']] → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Kalenderführung#Die_Siebentagewoche|'''Die Siebentagewoche''']] → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Der_Fixsternhimmel#Die_sieben_hellsten_Objekte_der_Ekliptik|'''Die sieben hellsten Objekte der Ekliptik''']] → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen|'''Konjunktionen''']] Ferner sei an dieser Stelle festgehalten, dass ein Mondviertel gut '''sieben Tage''' dauert. Es gibt in der Einteilung der Ekliptik beim altarabischen '''Manazil al-Qamar''' vier mal sieben Mondhäuser. → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Manazil_al-Qamar|'''Manazil al-Qamar''']] Darüber hinaus hat die '''Sieben''' in Verbindung mit der Zwölf eine besondere Bedeutung in Lunisolarkalendern und im Meton-Zyklus: Wenn in 19&nbsp;tropischen Sonnenjahren zu den 12&nbsp;synodischen Monaten eines Mondjahres 7&nbsp;Schaltmonate eingefügt werden, sind der Sonnenkalender und der Mondkalender wieder bis auf nur rund zwei Stunden Abweichung synchron. → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Meton-Zyklus|'''Der Meton-Zyklus''']] Nur '''sieben''' der zwölf Sternzeichen des Zodiaks sind Tiere, fünf sind es nicht: Zwillinge (Gemini), Jungfrau (Virgo), Waage (Libra), Schütze (Sagittarius) und Wassermann (Aquarius). Deswegen ist es auch nicht so ganz zutreffend von Zodiak oder vom Tierkreis zu sprechen. Da einzig das Sternbild Waage (Libra) kein Lebewesen ist und im Übrigen früher Teil des Sternbilds Skorpion gewesen ist, wäre der Begriff "Lebewesenkreis" dem Begriff "Tierkreis" vielleicht allgemein vorzuziehen. ===Die Siebentagewoche=== [[Datei:Regenbogen.Ausschnitt.P1010302.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Ausschnitt eines Regenbogens mit seinen sieben Hauptfarben '''<span style="color:#FF0000">Rot</span>, <span style="color:#FF7F00">Orange</span>, <span style="color:#FFDF00">Gelb</span>, <span style="color:#00BF00"> Grün</span>, <span style="color:#00BFBF">Türkis</span>, <span style="color:#0000FF">Blau</span> und <span style="color:#7F00FF">Violett</span>'''.]] Alle sieben seit jeher mit bloßem Auge zu sehenden und gegenüber dem Sternhimmel beweglichen Gestirne bewegen sich von der Erdoberfläche aus gesehen also scheinbar entlang der Ekliptik um die Achse zwischen den beiden Ekliptikpolen. Schon in der größten griechischen Stadt Böotiens, Theben, der Stadt der sieben Tore, sollen vor fast 3000 Jahren die sieben Stadttore diesen sieben Wandelgestirnen in der Reihenfolge der Wochentage zugeordnet gewesen sein. Möglicherweise war diese Reihenfolge von den phönizischen Gründern der Stadt mitgebracht worden.<ref>''Real-Encyklopädie für protestantische Theologie und Kirche'', 17. Band, Wilhelm Lotz : Kapitel ''Woche'', Seite 255, Johann Conrad Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig, 1886</ref> Ferner gibt es auch Zuordnungen zwischen den sieben Wandelgestirnen und den sieben leicht unterscheidbaren Hauptfarben von Regenbögen: * <span style="color:#FF0000">Rot (wie Rubin)</span> * <span style="color:#FF7F00">Orange (wie Karnerol)</span> * <span style="color:#FFDF00">Gelb (wie Gold)</span> * <span style="color:#00BF00"> Grün (wie Smaragd)</span> * <span style="color:#00BFBF">Türkis (wie Türkis)</span> * <span style="color:#0000FF">Blau (wie Lapislazuli)</span> * <span style="color:#7F00FF">Violett (wie Amethyst)</span> Diese sieben Himmelsobjekte, die sich gegenüber dem Fixsternhimmel je nach den Entfernungen von der Erde und von der Sonne mehr oder weniger schnell bewegen, sind im Folgenden angegeben. Die Tatsache, dass sie nur über ihre (siderischen) Umlaufzeiten geordnet in einem Heptagramm dargestellt werden können, das ausgehend von der oben dargestellten Sonne die bekannte Reihenfolge der Wochentage ergibt, ist ein Indiz dafür, dass die Kenntnis aller Umlaufzeiten eine Voraussetzung für diese Reihenfolge ist: {| class="wikitable sortable" |+ Die sieben sich in der Ekliptik gegenüber dem Fixsternhimmel bewegenden Himmelskörper !title="Himmelskörper"| Himmels-<br/>körper !title="Symbol" class="unsortable"| Symbol !title="Siderische Umlaufzeit"| Siderische<br/>Umlaufzeit<br/>in Tagen !title="Siderische Umlaufzeit"| Siderische<br/>Umlaufzeit<br/>in Monaten !title="Siderische Umlaufzeit"| Siderische<br/>Umlaufzeit<br/>in Jahren !title="Scheinbare Helligkeit"| Scheinbare<br/>Helligkeit !title="Bahnneigung zur Ekliptik"| Bahnneigung<br/>zur Ekliptik !title="Maximale Elongation"| Maximale<br/>Elongation !title="Lateinische Bezeichnung"| Lateinische<br/>Bezeichnung<br/>des Wochentags !title="Gottheiten" class="unsortable"| Gottheiten !title="Wochentag"| Wochentag !title="Nummer"| Nummer !title="Farbe"| Farbe |- | Mond || [[Datei:Moon crescent symbol.svg|40px]] || 27,3 || 0,90 || 0,075 || -13<sup>m</sup> || 5,1° || 180° || dies lunae|| Mani || Montag || 2 || style="background:#FF7F00" | <span style="color:#FF7F00"> 2 </span> |- | Merkur|| [[Datei:Mercury symbol.svg|40px]] || 77 || 2,5 || 0,21 || -2<sup>m</sup> || 7,0° || 28° || dies Mercuri || Odin / Wotan / Wodan || Mittwoch || 4 || style="background:#7F00FF" | <span style="color:#7F00FF"> 7 </span> |- | Venus|| [[Datei:Venus symbol.svg|40px]] || 225 || 7,4 || 0,62 || -5<sup>m</sup> || 3,4° || 48° || dies Veneris|| Frija / Frigg / Frigga || Freitag || 6 || style="background:#00BFBF" | <span style="color:#00BFBF"> 5 </span> |- | Sonne|| [[Datei:Sun symbol.svg|40px]] || '''365,25''' || '''12,0''' || '''1,00''' || -27<sup>m</sup> || 0,0° || 0° || dies solis || Sol / Sunna || Sonntag || 1 || style="background:#FFDF00" | <span style="color:#FFDF00"> 3 </span> |- | Mars|| [[Datei:Mars symbol.svg|40px]] || 687 || 22,6 || 1,88 || -3<sup>m</sup> || 1,9° || 180° || dies Martis || Tiu / Ziu / Tyr || Dienstag || 3 || style="background:#FF0000" | <span style="color:#FF0000"> 1 </span> |- | Jupiter|| [[Datei:Jupiter symbol.svg|40px]] || 4333 || 142,4 || '''11,9''' || -3<sup>m</sup> || 1,3° || 180° || dies Iovis|| Thor / Donar / Thunar || Donnerstag || 5 || style="background:#0000FF" | <span style="color:#0000FF"> 6 </span> |- | Saturn|| [[Datei:Saturn symbol.svg|40px]] || 10760 || 353,5 || 29,5 || -0,5<sup>m</sup> || 2,5° || 180° || dies Saturni || Saturn || Samstag || 7 || style="background:#00BF00" | <span style="color:#00BF00"> 4 </span> |} <gallery caption="Die sieben Himmelskörper der Wochentage" widths=300 heights=300 mode=packed> Athanasius.Kircher.ArsMagna.LucisEtUmbrae.Wochentage.png|Wochentagsheptagramm und ''Tabella Regiminis Planetarum'' ("Tabelle der Lenkung der Planeten") von Athanasius Kircher in dessen Ars Magna Lucis et Umbrae von 1645. "Dies" = "Tag", "Noctis" = "Nacht", "sive" = "oder", "Feria" = "Wochentag" Heptagramm.Pergament.png|Heptagramm mit den drei Anfangsbuchstaben der lateinischen Bezeichnungen der Wochentage beziehugsweise Himmelskörper. Wochentagsheptagramm.png|Die sieben den gegenüber dem Fixsternhimmel beweglichen Himmelskörper und deren Zuordnungen zu den Wochentagen in der Darstellung eines Heptagramms, das mit dem Mond beginnend entgegen dem Uhrzeigersinn und aufsteigend nach den siderischen Umlaufzeiten angeordnet ist. Die Sonne befindet sich oben. BlumeDesLebens7.png|Hexagonaler Ring mit sieben jeweils um eine Radiuslänge überlappenden Kreisen. Ein Kreis im Zentrum umrundet von sechs weiteren Kreisen.<ref>Siehe auch: [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gold_roundels_from_Grave_Circle_A,_Grave_III_02.jpg Gold roundels from Grave Circle A, Grave III], aus einem Grab aus der Bronzezeit auf dem königlichen Friedhof der Zitadelle von Mykene</ref><ref>Jens Høyrup: [http://www.numdam.org/article/RHM_2000__6_1_5_0.pdf Geometrical patterns in the pre-classical Greek area. Prospecting the borderland between decoration, art, and structural inquiry], Revue d’histoire des mathematiques, 6, Seite 29 und 30, 2000</ref><ref>Lars Marius Garshol: [https://digital.kenyon.edu/perejournal/vol7/iss4/7 Olav’s Rose, Perun’s Mark, Taranis’s Wheel], Peregrinations: Journal of Medieval Art and Architecture 7, 4: 121-151, 2021</ref> </gallery> Die Siebentagewoche und die Bezeichnungen der sieben Wochentage gehen also auf diese sieben Himmelskörper zurück. Die Sonne ist mit großem Abstand das hellste dieser Himmelsobjekte, und nur der Mond kann über den gesamten Tag gleichzeitig mit ihr am Taghimmel gesehen werden. [[Datei:Stier.Mars.Uranus.Widder.P1025009.png|mini|rechts|hochkant=2|Der Uranus (unten in der Mitte) im Sternbild Widder (Aries) im Vergleich zu einigen markanten Himmelsobjekten: Oben links der Planet Mars im Goldenen Tor der Ekliptik im Sternbild Stier (Taurus) zwischen dem Roten Riesen Aldebaran (α Tauri) im offenen Sternhaufen der Hyaden und dem offenen Sternhaufen der Plejaden. In der Nachbarschaft im Uhrzeigersinn die hellen Sterne Algol (β Persei), Alamak (γ Andromedae), Mirach (β Andromedae), Hamal (α Arietis), Menkar (α Ceti).]] Der Planet '''Uranus''' ist bei günstigen Beobachtungsverhältnissen zwar gerade noch mit bloßem Auge zu sehen, wird mit seiner scheinbaren Helligkeit von 5,5<sup>m</sup> allerdings von mehreren tausend Fixsternen übertroffen. Er wurde mehrfach beobachtet, jedoch für einen Fixstern gehalten, da er sich mit einer siderischen Umlaufzeit von 84&nbsp;Jahren nur sehr langsam gegenüber dem Fixsternhimmel bewegt. Daher wurde er erst im 18.&nbsp;Jahrhundert zufällig von dem deutsch-britischen Musiker und Amateurastronomen '''Wilhelm Herschel''' (*&nbsp;1738; †&nbsp;1822) und somit lange nach der Erfindung des Fernrohrs entdeckt. Der Planet '''Neptun''' bewegt sich noch langsamer als der Planet Uranus (die siderische Umlaufzeit beträgt fast 165&nbsp;Jahre) und ist ohne optische Geräte gar nicht sichtbar. Er wurde zum Jahreswechsel 1612/1613 von Galileo Galilei (*&nbsp;1564; †&nbsp;1642) in Konjunktion zum Planeten Jupiter beobachtet, aber für einen Fixstern oder einen weiteren Jupitermond gehalten. Der Neptun wurde erst Mitte des 19.&nbsp;Jahrhunderts aufgrund aufwendiger mathematischer Berechnungen ausfindig gemacht. → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus/ Kalender|'''Dialog über den Kalender zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] ===Bedeutung der Sieben in Religionen=== [[Datei:Menorah 0307.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Nachgebildeter siebenarmiger Leuchter ('''Menora''') des Jerusalemer Tempels mit drei Armen nach rechts und drei Armen nach links.]] Die Sieben ist eine in den alten Schriften recht häufig auftauchende Zahl. Beispiele sind die '''sieben Himmel''', die '''sieben Stufen der Türme''', die '''sieben Zweige des Lebensbaums''' oder die '''sieben Locken des Gilgamesch''' in der babylonischen Tradition.<ref>Kurt Aram: [https://www.projekt-gutenberg.org/aram/magie/chap006.html Das babylonische Weltbild], in: ''Magie und Zauberei in der alten Welt'', Deutsche Buch-Gemeinschaft, 1927</ref> Laut der Schöpfungsgeschichte wurde die Welt '''in sieben Tagen erschaffen''', und es gab die '''sieben mageren''' und die '''sieben fetten Jahre''':<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose41 Die Deutung der Träume Pharaos], Kapitel 41, Verse 26 und 27 im Buch Genesis, Einheitsübersetzung</ref> <blockquote> 26 ''Die '''sieben schönen Kühe''' sind '''sieben Jahre''', und die '''sieben schönen Ähren''' sind '''sieben Jahre'''. Es ist ein und derselbe Traum.''<br/> 27 ''Die '''sieben mageren und hässlichen Kühe''', die nachher heraufkamen, sind '''sieben Jahre''', und die '''sieben leeren, vom Ostwind ausgedörrten Ähren''' sind '''sieben Jahre Hungersnot'''.'' </blockquote> Noach sollte vor Ablauf einer '''siebentägigen''' Frist von allen reinen Tieren je '''sieben Paare''' mitnehmen.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose7 Genesis, Kapitel 7], Einheitsübersetzung</ref> Im zweiten Buch des Alten Testaments „Exodus“ gibt es die Anweisung einen '''siebenarmigen Leuchter''' aus Gold herzustellen:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/2.Mose25%2C31-40 Das Heiligtum und seine Geräte], Kapitel 25, Vers 31 bis 40 im Buch Exodus, siehe auch [https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose8 Dienst am siebenarmigen Leuchter], Kapitel 4 im Buch Numeri, Einheitsübersetzung</ref> <blockquote> 31a ''Mach einen Leuchter aus purem Gold!''<br/> 31b ''Der Leuchter, sein Gestell und sein Schaft, seine Kelche, Knospen und Blüten sollen '''aus einem Stück''' getrieben sein.''<br/> 32a ''Von seinen Seiten sollen '''sechs''' Arme ausgehen,''<br/> 32b '''''drei''' Leuchterarme auf der einen Seite und '''drei''' Leuchterarme auf der anderen Seite.''<br/> 33a ''Der '''erste''' Arm soll '''drei''' mandelblütenförmige Kelche mit je '''einer''' Knospe und '''einer''' Blüte aufweisen''<br/> 33b ''und der '''zweite''' Arm soll '''drei''' mandelblütenförmige Kelche mit je '''einer''' Knospe und '''einer''' Blüte aufweisen;''<br/> 33c ''so alle '''sechs''' Arme, die von dem Leuchter ausgehen.''<br/> 34 ''Am Leuchter sollen '''vier''' mandelblütenförmige Kelche mit Knospen und Blüten sein,''<br/> 35a '''''eine''' Knospe unter dem '''ersten''' Paar seiner Arme,''<br/> 35b '''''eine''' Knospe unter dem '''zweiten''' Paar seiner Arme''<br/> 35c ''und '''eine''' Knospe unter dem '''dritten''' Paar seiner Arme,''<br/> 35d ''bei allen '''sechs''' Armen, die vom Leuchter ausgehen.''<br/> 36 ''Seine Knospen und seine Arme sollen aus ihm herausgetrieben und aus purem Gold sein.''<br/> 37 ''Dann mach für den Leuchter '''sieben''' Lampen und setze seine Lampen so auf, dass sie das Licht nach vorn fallen lassen;''<br/> 38 ''dazu Dochtscheren und Pfannen aus purem Gold.''<br/> 39 ''Aus einem Talent puren Goldes soll man den Leuchter und alle diese Geräte machen.''<br/> 40 ''Sieh zu, dass du es nach dem Modell ausführst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist!'' </blockquote> Der Prophet ''Bileam sagte zu Balak (König der Moabiter): Errichte mir hier '''sieben Altäre''' und stell mir hier '''sieben junge Stiere''' und '''sieben Widder''' bereit&nbsp;!''<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose23 Kapitel 23, Vers 1 im Buch Numeri], Einheitsübersetzung</ref> Moses bekam die Anweisung, am Monatsanfang '''sieben fehlerlose, einjährige Lämmer''' zu opfern, und nach dem Pessachfest '''sieben Tage''' lang ungesäuerte Brote zu essen.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose28 Opfer und Feste], Kapitel 28 im Buch Numeri, Einheitsübersetzung</ref> Bei der Belagerung Jerichos sollten '''''sieben Priester sieben Widderhörner''' vor der Lade hertragen.'' Am '''siebten Tag''' sollten die Krieger '''siebenmal''' um die Stadt herumziehen.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Josua6%2C4 Einnahme Jerichos], Kapitel 6 im Buch Josua</ref> [[Datei:Vollmond.Stiersymbol.P1079912.png|mini|rechts|hochkant=2|Astronomische Aufnahme mit dem Vollmond, dem eingeblendetem Asterismus des Himmelsstieres und den Bezeichnungen der hellsten Sterne in der Himmelsregion der heutigen Sternbilder Stier (links oben), Walfisch (unten) und Widder (rechts).]] Der Prophet Hesekiel thematisiert im Kapitel 45 ab Vers 18 „Die großen Feste“ die '''Sieben''' in mehrfacher Hinsicht, unter anderem auch in Bezug auf den durch den Sternenhimmel festgelegten Festkalender und den damit eng verbundenen Asterismus des '''Himmelsstieres''' am Sternenhimmel, der die heutigen Sternbilder '''Stier''' (Taurus) und '''Widder''' (Aries) umfasst:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Hesekiel45 Die großen Feste], Kapitel 45 im Propheten Hesekiel, Einheitsübersetzung</ref><ref>Vergleiche auch [https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose23 Buch Numeri, Kapitel 23], Einheitsübersetzung</ref> → Siehe hierzu auch '''[[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Astronomische_Bezugssysteme#Der_Himmelsstier|Astronomische Bezugssysteme / Der Himmelsstier]]'''. <blockquote> 18 ''So spricht GOTT, der Herr: '''Am ersten Tag des ersten Monats''' sollst du einen jungen '''Stier''' aus der Rinderherde nehmen, der ohne Fehler ist, und das Heiligtum entsündigen.''<br/> 19 ''Der Priester nimmt etwas Blut von dem Sündopfer und bestreicht damit die Türpfosten des Tempels und die '''vier Ecken''' der Einfassung des Altars und die Türpfosten des Tors zum inneren Vorhof.''<br/> 20 ''Dasselbe sollst du am '''siebten Tag des Monats''' tun für die, die sich aus Versehen oder aus Unwissenheit verfehlt haben. So sollt ihr den Tempel entsühnen.''<br/> 21 ''Am '''vierzehnten Tag des ersten Monats''' sollt ihr das '''Pessach''' feiern, ein '''Fest von sieben Tagen'''. Da soll man ungesäuerte Brote essen.''<br/> 22 ''Der Fürst soll an diesem Tag für sich und für das ganze Volk im Land einen '''Stier''' zum Sündopfer bereitstellen.''<br/> 23 ''An den sieben Festtagen soll er als Brandopfer für den HERRN '''sieben Stiere''' und '''sieben Widder''', die ohne Fehler sind, bereitstellen, und zwar an jedem der '''sieben''' Tage, dazu täglich einen Ziegenbock als Sündopfer.''<br/> 24 ''Für das Speiseopfer soll er ein Efa Mehl je '''Stier''' und ein Efa Mehl je '''Widder''' bereitstellen, dazu je Efa Mehl ein Hin Öl.''<br/> 25 ''Genau dasselbe soll er '''sieben Tage lang''' mit dem Sündopfer, dem Brandopfer und Speiseopfer und mit dem Öl an dem Fest machen, das am '''fünfzehnten Tag des siebten Monats''' beginnt.'' </blockquote> Diese Verse nehmen Bezug auf den Monat '''Nisan''' (ungefähr März), an dem mit dem Sederabend am vierzehnten Tag das darauffolgende einwöchige Fest Pessach eingeleitet wird, und den Monat '''Tischri''' (ungefähr September), an dem ab dem fünfzehnten Tag das einwöchige Fest Sukkot (Laubhüttenfest) eingeleitet wird. Im Neuen Testament gibt es Anspielungen, die auf die besondere Bedeutung der Zahlen '''Sieben und Zwölf''' (siehe unten) hinweisen, wie im Kapitel 8 des Markusevangeliums:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Markus8 Die blinden Jünger], Kapitel 8 im Markusevangelium, Einheitsübersetzung</ref> <blockquote> 19 ''Als ich die fünf Brote für die Fünftausend brach, wie viele Körbe voll Brotstücke habt ihr da aufgehoben? Sie antworteten ihm: '''Zwölf'''.''<br/> 20 ''Und als ich die sieben Brote für die Viertausend brach, wie viele Körbe voll habt ihr da aufgehoben? Sie antworteten: '''Sieben'''.''<br/> 21 ''Da sagte er zu ihnen: Versteht ihr immer noch nicht?'' </blockquote> Besonders in der '''Offenbarung des Johannes''' (Apokalypse) spielt die Zahl Sieben eine zentrale Rolle:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung1 Offenbarung des Johannes], Einheitsübersetzung</ref> * Kapitel 1 ** Die sieben Gemeinden in der Provinz Asien ** Die sieben Geister (Gottes) vor seinem Thron ** Sieben goldene Leuchter ** Sieben Sterne in seiner Rechten * Kapitel 4 ** Die sieben sieben vor dem Thron lodernden Fackeln, die sieben Geister Gottes * Kapitel 5 "Das versiegelte Buch und das Lamm" ** Die Buchrolle mit sieben Siegeln ** Das Lamm mit sieben Hörnern und sieben Augen * Kapitel 8 "Das siebte Siegel und der Engel mit der Räucherpfanne" ** Sieben Engel ** Sieben Posaunen * Kapitel 10 "Der Engel und der siebenfache Donner" ** Sieben Donner * Kapitel 12 "Die Frau und der Drache" ** Drache mit sieben Köpfen und sieben Diademen * Kapitel 15 "Die Ankündigung der sieben letzten Plagen" ** Die sieben letzten Plagen ** Die sieben goldenen Schalen * Kapitel 17 "Die große Stadt Babylon und ihr Fall" ** Die sieben Köpfe bedeuten sieben Berge ** Die sieben Könige <gallery caption="Die Sieben in der Offenbarung des Johannes" widths=360 heights=360 mode=packed> Durer-vision-hires.gif|Die Vision aus dem ersten Kapitel der Offenbarung des Johannes mit dem Menschensohn, der '''sieben Sterne''' in seiner rechten Hand hat und von sieb'''en goldenen Leuchtern''' umgeben ist, in einem Holzschnitt von Albrecht Dürer von 1498. TriererApokalypse.Offenbarung.4.png|Die Vision aus dem vierten Kapitel der Offenbarung des Johannes mit den vier geflügelten Wesen in den vier Himmelsrichtungen um den Thron und den '''sieben''' davor '''lodernden Fackeln''', die den '''sieben Geistern Gottes''' entsprechen ('''sieben Wandelgestirne'''), in der '''Trierer Apokalypse''' aus dem ersten Viertel des neunten Jahrhunderts. </gallery> Im Kontext der römisch-katholischen Kirche taucht die Anzahl Sieben in vielen Zusammenhängen auf: {| class="wikitable" |+ Die Sieben im Kontext der römisch-katholischen Kirche |- | Die '''sieben Bitten im Vaterunser''' | Dein Reich komme. | Dein Wille geschehe. | Wie im Himmel, so auf Erden. | Unser tägliches Brot gib uns heute. | Vergib uns unsere Schuld. | Führe uns nicht in Versuchung. | Erlöse uns von dem Bösen. |- | Die '''sieben letzten Worte Jesu am Kreuz''' | „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“<br/>(Lk 23,34) | „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“<br/>(Lk 23,43) | „Frau, siehe, dein Sohn!“ - „Siehe, deine Mutter!“<br/>(Joh 19,26-27) | „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“<br/>(Mk 15,34; Mt 27,46) | „Mich dürstet.“<br/>(Joh 19,28) | „Es ist vollbracht.“<br/>(Joh 19,30) | „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“<br/>(Lk 23,46) |- | Die '''sieben Sakramente''' | Taufe | Beichte | Eucharistie | Firmung | Ehe | Priesterweihe | Krankensalbung |- | Die '''sieben Gaben des Heiligen Geistes''' | Weisheit | Verstand | Rat | Stärke | Wissenschaft | Frömmigkeit | Gottesfurcht |- | Die '''sieben Tugenden''' | Glaube | Hoffnung | Liebe | Klugheit | Gerechtigkeit | Tapferkeit | Mäßigung |- | Die '''sieben Laster''' | Stolz | Geiz | Wollust | Neid | Völlerei | Zorn | Trägheit |- | Die '''sieben Töne''' nach dem Johannes-Hymnus | Ut | Re | Mi | Fa | Sol | La | Si |- | Die '''sieben römischen Pilgerkirchen''' | San Pietro in Vaticano | San Paolo fuori le Mura | San Sebastiano fuori le mura | San Giovanni in Laterano | Santa Crocein Gerusalemme | San Lorenzo fuori le mura | Santa Maria Maggiore |- | Die '''sieben römischen Hügel''' | Palatin | Kapitol | Quirinal | Viminal | Esquilin | Caelius | Aventin |- | Die '''sieben geistlichen Werke der Barmherzigkeit''' | Unwissende lehren | Zweifelnde beraten | Trauernde trösten | Sünder zurechtweisen | Beleidigern verzeihen | Lästige ertragen | Für Menschen beten |- | Die '''sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit''' | Hungrige speisen | Obdachlose beherbergen | Nackte kleiden | Kranke besuchen | Gefangene besuchen | Tote begraben | Almosen geben |- | Die '''sieben Freuden Mariens''' | Mariä Verkündigung | Mariä Heimsuchung | Geburt Jesu | Anbetung der Könige | Wiederfinden des zwölfjährigen Jesus im Tempel | Auferstehung Jesu | Aufnahme Mariens in den Himmel mit Krönung |- | Die '''sieben Schmerzen Mariens''' | Darstellung Jesu im Tempel mit Weissagung Simeons | Flucht nach Ägypten | Verlust des zwölfjährigen Jesus im Tempel | Begegnung zwischen Jesus und seiner Mutter am Kreuzweg | Kreuzigung Jesu | Kreuzabnahme und Übergabe des Leichnams an Maria | Grablegung Jesu |- | Die '''sieben freie Künste''' | Arithmetik | Geometrie | Musik | Astronomie | Grammatik | Rhetorik | Dialektik |} <div style="clear:both"></div> ===Die Bedeutung der Sieben in der Musiktheorie=== ====Die Obertonreihe==== [[Datei:Moodswingerscale.svg|mini|rechts|Harmonische transversale Schwingungen einer Saite. Die unten dargestellte Variante mit '''sieben''' Schwingungsbäuchen wird im Zusammenklang mit den anderen musikalisch nicht als angenehm empfunden, alle anderen Kombinationen erzeugen harmonische Konsonanzen.]] Die '''natürliche Obertonreihe''' kann unter Anwendung einfacher Mittel mit transversal schwingenden Saiten oder longitudinal schwingenden Luftröhren erzeugt werden, indem rationale Vielfache der Grundschwingung mit ihren Eigenfrequenzen angeregt werden. Die Zahl '''Sieben''' ist wegen ihrer Teilerfremdheit hierbei die einzige ganze Zahl bis Zehn, die bei den als harmonisch empfundenen ganzzahligen Verhältnissen nicht auftaucht. [[Datei:Monochord.Deutsches.Museum.jpg|rechts|mini|hochkant=2|Zwei parallele Monochorde auf einem gemeinsamen Resonanzkasten im Deutschen Museum in München.]] Bei zweiseitig eingespannten Saiten genügt es hierzu, bei ganzzahligen Verhältnissen der Saitenlänge einen Schwingungsknoten zu erzeugen. Dies kann leicht mit einem Monochord veranschaulicht werden. Musiker tun dies beim Spielen von Saiteninstrumenten (Chordophone) beispielsweise, indem sie die Saite an der betreffenden Stelle nicht niederdrücken, sondern nur berühren, so dass beim Anregen der Schwingung durch Zupfen oder Streichen ein Flageolettton erklingt. Bei Äolsharfen (Windharfen) werden diese Schwingungen durch das Anblasen mit verschiedenen Windgeschwindigkeiten angeregt. Bei Blasinstrumenten (Aerophone), wie Flöten oder Blechblasinstrumenten mit Kesselmundstück, kann die Obertonreihe durch Überblasen erzeugt werden. Bei Flöten wird der Blasdruck erhöht, und in Kesselmundstücken wird die Lippenspannung erhöht, so dass die zunehmend höheren Frequenzen der Obertonreihe angeregt werden. Die folgende Tabelle zeigt die Verhältnisse bei der Obertonreihe für die ersten zehn Töne sowie die dazugehörigen musikalischen Intervallbezeichnungen. Der erste Ton stellt den Grundton dar: {| class="wikitable" |'''Natürliche Zahl''' |'''Verhältnis''' |'''Dezimalzahl''' |'''Musikalisches Intervall''' |- |1 |1 |1,000000 |Prime |- |2 |1 |2,000000 |Oktave |- |3 |2 |1,500000 |Quinte |- |4 |3 |1,333333 |Quarte |- |5 |4 |1,250000 |Große Terz |- |6 |5 |1,200000 |Kleine Terz |- |7 |6 |1,166667 | - |- |8 |7 |1,142857 | - |- |9 |8 |1,125000 |Großer Ganzton |- |10 |9 |1,111111 |Kleiner Ganzton |} ====Der Heptachord==== Aus diesen Verhältnissen ergibt sich verhältnismäßig zwanglos die diatonische Tonfolge aus den '''sieben''' Tönen A – B – C – D – E – F – G. Diese heptatonische Tonleiter ('''Heptachord''') bildet die Grundlage für das antike '''Systema Téleion''' der Griechen, das sich in den Jahrhunderten nach Pythagoras herausbildete. Auch das von '''Boethius''' und '''Guido von Arezzo''' dokumentierte mittelalterliche System der kirchenmusikalischen Tonarten beruht auf dieser siebentönigen Folge.<ref>[http://12koerbe.de/arche/boe-mu1.htm#XVIIII. XVIIII. Daß die Oktave aus fünf Ganztonschritten plus zwei Halbtonschritten zusammengefügt ist.], in: ''De institutione musica : Von der musikalischen Unterweisung'', Boethius, nach Gottfried Friedlein, Leipzig, Teubner, 1867; ins Deutsche übersetzt von Hans Zimmermann, Görlitz, 2009</ref><ref>[https://archive.org/details/micrologusguido00hermgoog/page/n129/mode/2up Kapitel XX. wie die Musik aus dem Klange der Hämmer erfunden worden sei], in: ''Micrologus Guidonis de disciplina artis musicae'' / ''Kurze Abhandlung Guido's über die Regeln der musikalischen Kunst'', ins Deutsche übersetzt von Michael Hermesdorff, Trier, 1876</ref> → Siehe auch '''[[Pythagoras in der Schmiede]]'''. ==Zur Elf== Die '''Elf''' ist eine Primzahl. Die Differenz zwischen Mondjahr (zwölf synodische Monate mit 29,53 Tagen = 354,37&nbsp;Tage) und Sonnenjahr (365,24&nbsp;Tage) beträgt etwa '''11&nbsp;Tage'''. Schon die Sumerer hatten am Ende Ihres Jahres mit zwölf Mondmonaten das elftägige Neujahrsfest Atiki gefeiert, so dass nach dem Ende des Neujahrsfestes der Frühlingspunkt. → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Plejaden#Das_babylonische_Neujahrsfest_Akiti|Kapitel '''Die Plejaden''' / Abschnitt '''Das babylonische Neujahrsfest Akiti''']]. Auch auf Malta war den Menschen offenbar bereits in der Jungsteinzeit diese Tagesdifferenz bekannt, da auf dem Kalenderstein von Mnajdra eine abzählbare Reihe mit '''elf Löchern''' auftaucht. <gallery mode="packed" widths="640" heights="320" caption="Vorgeschichtliche Erscheinungen der Zahl Elf"> Bluetenbestaeubung.P1151493.jpg|Detail eines assyrischen Reliefs im Vorderasiatischen Museum Berlin mit einem Blütenstaubeimer sowie einem Armband mit '''elfblättriger''' Blüte. Gemme.Mond.Stern.Sonne.ain.kaf.ros.kaf.kaf.lamd.2Stierkoepfe.png|Gemme mit der Darstellung von liegender Mondsichel, Stern und Sonne mit '''elf zackenförmigen Strahlen''', mit einer Inschrift mit den phönizischen Buchstaben lamd, kaf, kaf, ros, kaf, ain (von rechts nach links, dies entspricht hebräisch „לככרכע“, griechisch „λκκρκο“ beziehungsweise lateinisch „lkkrko“) sowie mit zwei Stierköpfen aus der kaiserlichen Nationalbibliothek in Paris. Die Übersetzung der Inschrift dürfte „dem mächtigen Baal“ bedeuten.<ref>Moritz Abraham Levy: [https://books.google.de/books?id=w2o6AAAAcAAJ&lpg=PA31&ots=CFLP1IzvXr&dq=phoenizische%20buchstaben%20sonne%20mond&hl=de&pg=PA36#v=onepage&q&f=false Phönizische Studien - II. Backsteine, Gemmen und Siegel aus Mesopotamien mit phönizischer (altsemitischer) Schrift - B "Gemmen und Siegel" - Nummer 11], Seite 36 und 37, siehe auch Tafel 10, Band 2, Leuckart, Breslau, September 1857</ref> Kalenderstein.Mnajdra.labelled.png|Skizze der Lochreihen auf dem [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Kalenderstein_vom_Tempel_Mnajdra|Kalenderstein vom Tempel Mnajdra]] aus der Tempelperiode der Insel Malta nach Ventura und Hoskin.<ref name="Ventura"/> Die Reihe E umfasst '''elf Löcher'''. Auch die anderen Reihen weisen deutliche Bezüge zum Mond und verschiedenen Kalenderzyklen auf. </gallery> Die Erde steht innerhalb eines siderischen Jahres des Planeten Jupiter (zwölf Erdenjahre) '''elf Mal''' mit diesem in Opposition steht. Zu diesen Zeitpunkten ist der Abstand zwischen Erde und Jupiter am geringsten, der Jupiter hat steht in seinem größten Glanz und er kulminiert um Mitternacht auf dem südlichen Meridian. Im islamischen Kalender werden in dreißig Mondjahren '''elf Schalttage''' eingefügt. ==Zur Zwölf== [[Datei:Zwoelfknotenschnur.png|mini|rechts|hochkant=2|Die '''Zwölfknotenschnur''' (oben) wurde bereits im alten Ägypten verwendet und besteht aus zwölf gleich langen Segmenten, die mit zwölf Knoten markiert werden können. Damit kann ihre Gesamtlänge halbiert, gedrittelt, geviertelt und gesechstelt werden (links). Ein aus ihr gebildeter Kreis (unten Mitte) hat einen Durchmesser von knapp einem Drittel (genauer <math>\frac {12} {\pi}</math>) der Schnurlänge, und der Winkelabstand benachbarter Punkte beträgt vom Kreismittelpunkt aus gesehen genau 30&nbsp;Bogengrad (ein Zwölftel des vollen Kreises mit 360&nbsp;Bogengrad); die Kreisfläche beträgt <math>\frac {36} {\pi}</math>. Das aus der Schnur gebildete gleichseitige Dreieck (rechts oben) hat eine Basislänge von einem Drittel der Schnurlänge sowie drei Eckwinkel von genau 60&nbsp;Bogengrad; die Dreiecksfläche beträgt <math>4 \sqrt 3</math>. Der größte Winkel des aus der Schnur gebildeten Dreiecks mit den Seitenlängen von einem Viertel <math>\left( \frac {3} {12} \right)</math>, einem Drittel <math>\left( \frac {4} {12} \right)</math> und fünf Zwölfteln <math>\left( \frac {5} {12} \right)</math> der Gesamtlänge (rechts unten) ist ein rechter Winkel mit genau 90&nbsp;Bogengrad; dessen Flächeninhalt beträgt 6, der mittelgroße Winkel beträgt <math>\arctan \frac {4} {3}</math> und der kleine Winkel <math>\arctan \frac {3} {4}</math>.]] [[Datei:EU Flag specification.svg|mini|rechts|hochkant=2|Die Europaflagge besteht aus einem zentral, gleichmäßig in einem 30°-Raster und kreisförmig angeordneten Kranz aus zwölf goldenen, fünfzackigen, sich nicht berührenden Sternen auf azurblauem, rechteckigen Hintergrund mit dem Seitenverhältnis drei zu zwei.]] Die Zwölf wird auch ein Dutzend genannt und zerlegt sich wie folgt in Primfaktoren: :<math>12 = 2 \cdot 2 \cdot 3 = 2^2 \cdot 3 = 4 \cdot 3</math> Somit ist sie eine hochzusammengesetzte Zahl, nämlich die kleinste Zahl mit mehr als drei, nämlich sogar sechs ganzzahligen Teilern: 1, 2, 3, 4, 6 und 12. Die Umfang des kleinsten rechtwinkligen Dreiecks mit ganzzahligen Seitenlängen beträgt 12: :<math>3 + 4 + 5 = 12</math> Die Seitenlängen betragen also 3, 4 und 5 und erfüllen den Zusammenhang der durch den Satz des Pythagoras beschrieben ist: :<math>3^2 + 4^2 = 5^2</math> ===Der Tag=== An den Tagen der Tag-und-Nacht-Gleiche steht die Sonne zwölf Stunden oberhalb und zwölf Stunden unterhalb des Horizonts. ===Anzahl der Monate im Jahr=== Das Sonnenjahr und das Mondjahr haben zwölf Monate. Wegen der um zirka elf Tage kürzeren Dauer eines Mondjahres (Lunarjahr) gegenüber einem Sonnenjahr (Solarjahr), wird bei kombinierten Lunisolarkalendern ungefähr alle drei Jahre ein dreizehnter Schaltmonat eingefügt. ===Umlaufzeit des Planeten Jupiter=== Die siderische Umlaufzeit des Planeten Jupiter beträgt knapp '''zwölf Sonnenjahre''' (11,7 tropische Jahre) beziehungsweise gut zwölf Mondjahre mit je zwölf Monaten. Dies hat zur Folge, dass der Jupiter in aufeinanderfolgenden Jahren von der Erde aus betrachtet entlang der Ekliptik linksläufig um eines der '''zwölf Lebewesenkreiszeichen des Zodiaks''' weitergewandert ist. Ähnlich wie der Mond täglich in einem der 27 oder 28 Mondhäuser steht, steht der Jupiter also jährlich in einem Lebewesenkreiszeichen, die entsprechend als die zwölf "Jupiterhäuser" bezeichnet werden könnten. Innerhalb eines solchen Jupiterzyklus steht die Erde elf Mal in Opposition zum Jupiter, wobei der Abstand zwischen Erde und Jupiter dann minimal ist. Ferner kulminiert der Jupiter an diesen Tagen bei größter Höhe über dem Horizont um Mitternacht auf dem südlichen Meridian und hat dabei eine größte scheinbare Helligkeit von fast -3<sup>m</sup>. ===Der Zodiak=== Der Zodiak oder Lebewesenkreis (häufig unzutreffend auch als Tierkreis bezeichnet) beschreibt die zwölf Sternbilder entlang der Ekliptik, die in der folgenden Reihenfolge auftreten: * Frühling ** Widder (Aries) ** Stier (Taurus) ** Zwillinge (Gemini) * Sommer ** Krebs (Cancer) ** Löwe (Leo) ** Jungfrau (Virgo) * Herbst ** Waage (Libra) ** Skorpion (Scorpio) ** Schütze (Sagittarius) * Winter ** Steinbock (Capricornus) ** Wassermann (Aquarius) ** Fische (Pisces) In jeder der vier Jahreszeiten gibt es drei Monate, die einem der Lebewesenkreiszeichen zugeordnet werden können. Von allen Sternzeichen liegen nur diese zwölf Lebewesenkreiszeichen auf der Ekliptik. Die beiden offenen Sternhaufen der Plejaden und der Hyaden gehören zum Sternbild Stier (Taurus) und liegen daher ebenfalls im Bereich der Ekliptik. Alle anderen Sternbilder, namentlich Orion und Großer Bär (Ursa Major, mit dem Asterismus Großer Wagen) liegen abseits der Ekliptik. Die meisten auf der Nordhalbkugel sichtbaren Sternbilder liegen demnach auf oder nördlich der Ekliptik. Alle zwölf Zeichen nehmen einen eigenen 30 Bogengrad langen Abschnitt des Vollkreises ein, wobei benachbarte Zeichen nahtlos ineinander übergehen. Es sei angemerkt, dass das Sternzeichen Waage (Libra) zwischen den beiden Sternbildern Skorpion (Scorpio) und Jungfrau (Virga) steht. Allerdings ist das Sternbild Waage recht klein und vergleichsweise unscheinbar. Im Altertum wurde es noch den beiden Scheren des Spinnentieres im Sternbild Skorpion zugeordnet. Es entspricht dem 16.&nbsp;Mondhaus ''Azobene'' (zu Deutsch ''die beiden Scheren'') des antiken astronomischen Ekliptiksystems ''Manazil al-Qamar'', das insgesamt 28 Sterngruppen ausweist. Erst die Perser und Babylonier führten zwölf Sternzeichen und die regelmäßige Winkelstruktur auf der Ekliptik mit gleichgroßen Segmenten mit jeweils 30&nbsp;Bogengrad ein. Es ist nicht überliefert, ob und welche Sternbilder in welchen Konstellationen vor 4500 Jahren in Gebrauch waren. <gallery caption="Der Zodiak" mode="packed" heights=480 widths=480> ZodiacCC - Degrees Dates Names Move DE.svg|Schema des Zodiaks: die zwölf Sternbilder des Lebewesenkreises entlang der Ekliptik. Dendera.Zodiak.jpg|Der '''Zodiak von Dendera''' von ungefähr 50 vor Christus. Der Tempel von Dendera liegt 60 Kilometer nördlich von Luxor und war den ägyptischen Göttern Hatgor und Isis geweiht. Die originale Darstellung der Sternbilder der nördlichen Hemisphäre mit allen zwölf auch heute noch bekannten Tierkreiszeichen befand sich an der Decke des Mittelraums der nordöstlichen Anlage des Tempels und ist heute im Pariser Louvre ausgestellt. Beit_alfa01.jpg|hochkant=2|Byzantinisches Mosaik des Zodiaks aus dem 6.&nbsp;Jahrhundert in der Beth Alpha Synagoge im Norden von Israel. </gallery> ===Bedeutung der Zwölf in Religionen=== [[Datei:Chamber_B,_Yazilikaya_02.jpg|rechts|mini|hochkant=2|Relief aus dem 13. vorchristlichen Jahrhundert an der Wand von Kammer A im hethitischen Heiligtum Yazılıkaya in der heutigen Türkei. Die Prozession der '''zwölf''' männlichen Gottheiten von links nach rechts repräsentiert die '''zwölf''' Monate pro Mondjahr.]] Die Zahl Zwölf taucht in vielen religiösen Überlieferungen auf. Allein in der deutschsprachigen Einheitsübersetzung der Bibel von 2016 ist das Zahlwort mehrere hundert Mal zu finden, wie zum Beispiel im Alten Testament bei der Erwähnung der "zwölf Steinmale für die zwölf Stämme Israels" im '''Buch Exodus''' (Kapitel 24, Vers 4)<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/2.Mose24 Buch Exodus, Kapitel 24]</ref>, im '''Buch Numeri''' bei der Erwähnung der '''zwölf silbernen Schüsseln''', der '''zwölf silbernen Schalen''', der '''zwölf goldenen Schalen''', der '''zwölf Stiere''', der '''zwölf Widder''', der '''zwölf einjährigen Lämmer''' sowie der '''zwölf Ziegenböcke''' (Kapitel 7)<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose7 Buch Numeri, Kapitel 7]</ref> oder die "zwölf Männer" und die "zwölf Steine" im '''Buch Josua''' (Kapitel 4)<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Josua4 Buch Josua, Kapitel 4]</ref>. An vielen weiteren Stellen wird darauf mehr oder weniger direkt Bezug genommen. Die zwölf Stämme Israels gehen auf die zwölf Söhne Jakobs zurück:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Gen35,22-27 Genesis, Kapitel 35, Vers 22 bis 27]</ref> {| class="wikitable" |+ Die zwölf Söhne Jakobs !title="Nummer"|Nummer !title="Name"|Name |- | 1 || Ruben |- | 2 || Simeon |- | 3 || Levi |- | 4 || Juda |- | 5 || Dan |- | 6 || Naftali |- | 7 || Gad |- | 8 || Ascher |- | 9 || Issachar |- | 10 || Sebulon |- | 11 || Josef |- | 12 || Benjamin |} Aus astronomischer Sicht ist die Stelle der Beschreibung eines gegossenen Meeres im neu gebauten Tempel im vierten Kapitel des '''2.&nbsp;Buchs der Chronik''' besonders interessant. Zunächst wird das Verhältnis von 30 zu 10 als eine Näherung der Kreiszahl π angegeben: <blockquote> Das Meer ''maß zehn Ellen von einem Rand zum andern, war völlig rund ... Eine Schnur von dreißig Ellen konnte es rings umspannen.'' </blockquote> Danach heißt es: <blockquote> ''Das Meer stand auf '''zwölf''' Rindern. Von ihnen schauten drei nach Norden, drei nach Westen, drei nach Süden und drei nach Osten.'' </blockquote> Im Neuen Testament tauchen dann beispielweise die zwölf Jünger auf, die in Bezug zu den zwölf Stämmen Israels zu sehen sind. Eine Auflistung der zwölf Namen findet sich im zehn Kapitel des Evangelisten Matthäus:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us10 Matthäus, Kapitel 10, Verse 2 bis 4]</ref> <blockquote> 2 Die Namen der '''zwölf''' Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes,<br/> 3 Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus,<br/> 4 Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn ausgeliefert hat. </blockquote> In der Matthäus-Passion wird bei der Gefangennahme Jesu erwähnt, dass Jesus seinem Begleiter folgende Frage gestellt hatte:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us26,53 Matthäus, Kapitel 26, Vers 53]</ref> <blockquote> 53 Oder glaubst du nicht, mein Vater würde mir sogleich mehr als '''zwölf Legionen Engel''' schicken, wenn ich ihn darum bitte? </blockquote> Auch in der '''Apostelgeschichte''' werden die zwölf Apostel erwähnt: * Kapitel 1: "zwölf Apostel" * Kapitel 2 ("Die Wahl der Sieben"): "Die Zwölf" * Kapitel 7 ("Die Rede des Stephanus"): "zwölf Patriarchen" Eine besondere Mystik besteht im letzten Buch der Bibel, in der '''Offenbarung des Johannes''' (Apokalypse), wo häufig auf die Zahl Zwölf referiert, wie beispielsweise in den folgenden Kapiteln: * Kapitel 7: ''"Es waren hundertvierundvierzigtausend aus allen Stämmen der Söhne Israels, die das Siegel trugen."'' Die Zahl 144000 lässt sich in die Faktoren 12 und 12000 zerlegen, da jeweils 12000 Menschen aus den '''zwölf Stämmen Israels''' vertreten sind. * Kapitel 12 ("Die Frau und der Drache"): ''"Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von '''zwölf Sternen''' auf ihrem Haupt."'' * Kapitel 21 ("Das neue Jerusalem"): ''"Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit '''zwölf Toren''' und '''zwölf Engeln''' darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben: die Namen der '''zwölf Stämme''' der Söhne Israels. Im Osten hat die Stadt drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei Tore und im Westen drei Tore. Die Mauer der Stadt hat '''zwölf Grundsteine'''; auf ihnen stehen die '''zwölf Namen''' der '''zwölf Apostel''' des Lammes."'' Die '''zwölf Tore''' sind '''zwölf Perlen'''; jedes der Tore besteht aus einer einzigen Perle. * Kapitel 22 (Epilog): ''"Und er zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er geht vom Thron Gottes und des Lammes aus. Zwischen der Straße der Stadt und dem Strom, hüben und drüben, steht ein Baum des Lebens. '''Zwölfmal''' trägt er Früchte, jeden Monat gibt er seine Frucht; und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker."'' Im Kapitel 21 heißt es in den Versen 19 und 20:<ref>[https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/EUE/REV.21.19-REV.21.20 Offenbarung 21.19-20], Deutsche Bibelgesellschaft, Einheitsübersetzung, 2016</ref> <blockquote> 19 Die Grundsteine der Stadtmauer sind mit edlen Steinen aller Art geschmückt; der erste Grundstein ist ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd,<br/> 20 der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sardion, der siebte ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst. </blockquote> <gallery caption="Die zwölf Grundsteine des Himmlischen Jerusalems" mode="packed"> Jasper.pebble.600pix.bkg.jpg|1. Jaspis Corundum-83144.jpg|2. Saphir Purple chalcedony (Ethiopia) 3.jpg|3. Chalzedon Beryl-Rutile-Muscovite-242622.jpg|4. Smaragd Agate banded 750pix.jpg|5. Sardonyx Carnelian crystal444.jpg|6. Sardion Forsterite-121354.jpg|7. Chrysolith Beryl-d05-129a.jpg|8. Beryll Danburite-Topaz-denv08-49a.jpg|9. Topas Chrysoprase (Australia) 2.jpg|10. Chrysopras RussieProvenanceMiask Ref2010.34.574 MuséumHistoireNaturelleLille GLAM2016 Photo.F.Lamiot 6.jpg|11. Hyazinth IMGP2022212 (50997057512).jpg|12. Amethyst </gallery> [[Datei:Kleines.Kreuzzeichen.png|mini|rechts|hochkant=2|Reihenfolge der zwölf Endpunkte beim kleinen dreifachen Kreuzzeichen.]] Beim '''kleinen dreifachen Kreuzzeichen''' werden in der katholischen Liturgie mit dem Daumen der rechten Hand insgesamt drei Kreuze gezeichnet, um an menschliche Tätigkeiten zu erinnern und Gottes Segen dafür zu erbitten: * Das erste auf die Stirn, für das Denken und Glauben. * Das zweite auf die Lippen, für das Sprechen und Verkündigen. * Das dritte auf das Herz, für das Handeln und Fühlen. Hierbei ist folgendes zu bemerken: Es gibt '''ein''' Kreuz, * das aus '''zwei''' senkrechten Linien besteht, * das '''drei''' Mal gezeichnet wird, * das jeweils '''vier''' Endpunkte hat. Es werden dabei insgesamt * '''sechs''' Linien gezeichnet, * '''sechs''' Silben gesprochen („Eh-re sei dir, o Herr“), * '''zwölf''' Endpunkte markiert. <div style="clear:both"></div> ==Zur Vierzehn== [[Datei:square-pyramidal-14.png|mini|rechts|Die Vierzehn ist die dritte quadratische Pyramidenzahl, die sich aus der Summe der entsprechenden Quadratzahlen Eins, Vier und Neun ergibt.]] Die Vierzehn ist das Doppelte der Sieben, im englischsprachigen Raum gibt es für die vierzehntägige Doppelwoche den Begriff "fortnight" (von ""fourteen nights""). Zahlt man sowohl die Nacht vor dem ersten Tag als auch die Nacht nach dem letzten Tag, dann ergeben sich fünfzehn Nächste, so dass in der keltischen Sprache auch der Begriff "pythefnos" (für "fünfzehn Nächte") und im Altgriechischen der Begriff "δεκαπενθήμερο" (dekapenthímero = fünfzehn Tage) gebräuchlich war. Hierbei muss auch berücksichtigt werden, dass ein Mondviertel etwas länger als sieben Tage dauert und eine Mondhälfte deswegen auf fünfzehn Tage aufgerundet werden kann. ==Zur Neunzehn== [[Datei:BlumeDesLebens19.png|mini|rechts|hochkant=1.5|Hexagonaler Ring mit neunzehn jeweils um eine Radiuslänge überlappenden Kreisen.]] Die '''Neunzehn''' ist eine Primzahl. Ein hexagonaler Ring mit '''neunzehn''' jeweils um eine Radiuslänge überlappenden Kreisen besteht aus einem Kreis im Zentrum, der von sechs weiteren Kreisen umrundet wird, die wiederum von zwölf Kreisen umrundet werden. Die Zahl Neunzehn ergibt sich hierbei also als Summe der Zahlen Eins, Sechs und Zwölf beziehungsweise als Summe der beiden heiligen Zahlen Sieben und Zwölf: :<math>19 = 1 + 6 + 12 = 7 + 12</math> Diese geometrische Figur symbolisiert somit die Erschaffung des Himmels: die '''sieben Wandelgestirne''' mit dem Hauptgestirn in der Mitte (die '''Sonne''') und sechs weitere Wandelgestirne, die es umgeben (der '''Mond''' und die fünf mit bloßem Auge sichtbaren Planeten '''Merkur''', '''Venus''', '''Mars''', '''Jupiter '''und '''Saturn'''), sowie die Fixsterne repräsentiert durch den '''Zodiak''' mit seinen '''zwölf Lebewesenzeichen''' ('''Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische, Widder'''). Von jeder der Kanten der sechsseitigen geometrischen Figur zur gegenüberliegenden Seite sind fünf Kreisreihen mit drei, vier, fünf, vier und drei Kreisen zu erkennen: :<math>19 = 3 + 4 + 5 + 4 + 3</math> Beim '''pythagoreisches Komma''' <math>\kappa</math> ([[Quadriviale_Kuriositäten/_Zahlen#Tonsysteme|siehe unten]]) ergibt sich zwischen sieben Oktaven und zwölf Quinten ein Zahlenverhältnis, bei dem die Exponenten 7, 12 und 19 eine wichtige Rolle spielen: :<math>\kappa = \frac {3^{12}} {2^{12} \cdot 2^{7}} = \frac {3^{12}} {2^{19}}</math> Der '''Meton-Zyklus''' umfasst recht genau '''neunzehn''' tropische Jahre. <gallery mode="packed" widths="640" heights="320" caption="Vorgeschichtliche Kalender mit Bezug zum Meton-Zyklus"> Kalenderstein.Mnajdra.labelled.png|Skizze der Lochreihen auf dem [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Kalenderstein_vom_Tempel_Mnajdra|Kalenderstein vom Tempel Mnajdra]] aus der Tempelperiode der Insel Malta nach Ventura und Hoskin.<ref name="Ventura">Frank Ventura, Michael Hoskin: [[doi:10.1007/978-1-4614-6141-8_133|Temples of Malta]], in: Clive Ruggles (Herausgeber), ''Handbook of Archaeoastronomy and Ethnoastronomy'', 7. Juli 2014, Seiten 1421-1430, Springer, New York, ISBN 978-1-4614-6140-1</ref> Die oberste Reihe umfasst '''neunzehn''' Löcher. Auch die anderen Reihen weisen deutliche Bezüge zum Mond und verschiedenen Kalenderzyklen auf. Magura_cave_023.jpg|Kalender unter den [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Höhlenmalerei_in_der_Magura-Höhle#Kalender|Höhlenmalereien in der Magura-Höhle]] mit einer Matrix aus 19 Punkten (halb links oben). Yazilikaya.19.Gottheiten.png|Schmatische Darstellung der '''neunzehn''' weiblichen Gottheiten im hethitischen Heiligtum '''Yazılıkaya'''. Hattusa,_capital_of_the_Hittite_Empire_51.jpg|Ein Relief aus dem 13.&nbsp;vorchristlichen Jahrhundert an der östlichen Wand in der Kammer A des hethitischen Heiligtums '''Yazılıkaya''' in der heutigen Türkei zeigt die Prozession von '''neunzehn''' weiblichen Gottheiten von rechts nach links, die mit der Anzahl der Sonnenjahre des Meton-Zyklus in Verbindung gebracht werden. Im Original variieren die Darstellungen der einzelnen Figuren, die in unterschiedlichem Zustand erhalten sind. Über den Händen einzelner Figuren konnten zudem verschiedene hieroglyphische Darstellungen festgestellt werden. Die erste Figur (ganz links) konnte hierdurch nur indirekt rekonstruiert werden.<ref>Eberhard Zangger, Rita Gautschy: [http://63.33.38.154/JSA/article/view/12232 Celestial Aspects of Hittite Religion - An Investigation of the Rock Sanctuary Yazilikaya], Journal of Skyscape Archaeology, 5(1), 5–38, 2019</ref> Detail mit den linken drei der insgesamt neunzehn Göttinnen der Bilderreihe in der Kammer A des Heiligtums. </gallery> Während der Regierungszeit des persischen Großkönigs Artaxerxes II. (Mnemon, 4.&nbsp;Jahrhundert vor Christus) haben die Astronomen einen Kalender mit einem neunzehnjährigen Zyklus verwendet. → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Meton-Zyklus|Kapitel '''Mondzyklen''' / Abschnitt '''Meton-Zyklus''']]. ==Zur Vierundzwanzig== [[Datei:World Clock (8331821780).jpg|mini|rechts|hochkant=2|die Urania-Weltzeituhr mit 24-Stundenkreis auf dem Berliner Alexanderplatz.]] Die Vierundzwanzig wird manchmal ein Doppeldutzend genannt und zerlegt sich wie folgt in Primfaktoren: :<math>24 = 2 \cdot 2 \cdot 2 \cdot 3 = 2^3 \cdot 3</math> Somit ist sie eine hochzusammengesetzte Zahl, nämlich die kleinste Zahl mit acht ganzzahligen Teilern: 1, 2, 3, 4, 6, 8, 12 und 24. Die 360 ist die kleinste natürliche Zahl mit 24 ganzzahligen Teilern. Sie beschreibt in der Maßeinheit Bogengrad einen vollständigen Kreis mit 360&nbsp;Bogengrad. ===Der Tag=== Jeder Tag hat '''vierundzwanzig Stunden'''. Der Stundenkreis des Himmelsäquators wird in vierundzwanzig Tele geteilt. Jeder dieser Teile hat also eine Spanne von 15&nbsp;Bogengrad und steht eine Stunde lang in einer bestimmten Himmelsrichtung, wie zum Beispiel auf dem südlichen Meridian. Im äquatorialen Koordinatensystem der Astronomie werden der Stundenwinkel <math>\tau</math>, die Sternzeit <math>\Theta</math> und die Rektaszension <math>\alpha</math> in vierundzwanzig Teile geteilt. Sie stehen untereinander in der folgenden Beziehung: :<math>\tau = \Theta - \alpha</math> ===Bedeutung der Vierundzwanzig in Religionen=== [[Datei:Cast_of_Portico_de_la_Gloria_(detail).JPG|mini|rechts|hochkant=2|Reproduktion im Victoria and Albert Museum in London vom Portico di Gloria der Kathedrale von Santiago de Compostela in Spanien, der von den '''vierundzwanzig Ältesten''' mit Musikinstrumenten umkränzt ist.]] Einen besonderen Bezug gibt es im letzten Buch der Bibel, in der '''Offenbarung des Johannes''' (Apokalypse), wo die '''vierundzwanzig gekrönten Ältesten''' mit ihren Thronen den zentralen Thron umrunden, so wie der Stundenwinkel in der Astronomie den Himmelsäquator in '''vierundzwanzig Segmente''' teilt: Kapitel 4:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung4 Offenbarung des Johannes, Kapitel 4]</ref> <blockquote> 4 Und rings um den Thron standen '''vierundzwanzig Throne''' und auf den Thronen saßen '''vierundzwanzig Älteste''', in weiße Gewänder gekleidet und mit goldenen Kränzen auf dem Haupt.<br/> 9 Und wenn die Lebewesen dem, der auf dem Thron sitzt und in alle Ewigkeit lebt, Herrlichkeit und Ehre und Dank erweisen,<br/> 10 dann werfen sich die '''vierundzwanzig Ältesten''' vor dem, der auf dem Thron sitzt, nieder und beten ihn an, der in alle Ewigkeit lebt. Und sie legen ihre goldenen Kränze vor seinem Thron nieder und sprechen:<br/> 11 Würdig bist du, Herr, unser Gott, / Herrlichkeit zu empfangen und Ehre und Macht. Denn du bist es, der die Welt erschaffen hat, / durch deinen Willen war sie und wurde sie erschaffen. </blockquote> Kapitel 5:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung5 Offenbarung des Johannes, Kapitel 5]</ref> <blockquote> 8 Als es das Buch empfangen hatte, fielen die vier Lebewesen und die '''vierundzwanzig Ältesten''' vor dem Lamm nieder; alle trugen Harfen und goldene Schalen voll von Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen.<br/> 9 Und sie sangen ein neues Lied und sprachen: Würdig bist du, / das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du wurdest geschlachtet / und hast mit deinem Blut / Menschen für Gott erworben / aus allen Stämmen und Sprachen, / aus allen Nationen und Völkern<br/> 10 und du hast sie für unsern Gott / zu einem Königreich und zu Priestern gemacht; / und sie werden auf der Erde herrschen.<br/> 14 Und die vier Lebewesen sprachen: Amen. Und die '''vierundzwanzig Ältesten''' fielen nieder und beteten an. </blockquote> Kapitel 19:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung19 Offenbarung des Johannes, Kapitel 19]</ref> <blockquote> 4 Und die '''vierundzwanzig Ältesten''' und die vier Lebewesen fielen nieder vor Gott, der auf dem Thron sitzt, beteten ihn an und riefen: Amen, halleluja! </blockquote> ==Zur 27, 28, 29 und 30== [[Datei:Gekerbter.Knochen.Thais.P1035755.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Auf dem Knochen, der in den Höhlen von Thais bei Saint-Nazaire-en-Royans gefunden wurde, gibt es auch Reihen mit 28 bis 30 Kerben, die der Anzahl der Tage der Mondphasen in Mondzyklen entsprechen. Teilweise sind die Kerben in Wellenform dargestellt, die der schwankenden ekliptikalen Breite bei aufsteigendem und absteigendem Mond zu beobachten ist.<ref name="Valence" />]] Die drei Zahlen 27 bis 30 beschreiben die Länge von verschiedenen '''Mondzyklen''' in Tagen: * Beim Erreichen der gleichen Stelle am Fixsternhimmel (siderischer Monat) beziehungsweise der gleichen ekliptikalen Breite (drakonitischer Monat): ** '''27 Tage''': Abgerundete Länge eines siderischen oder drakonitischen Monats / Anzahl der indischen Mondhäuser. ** '''28 Tage''': Aufgerundete Länge eines siderischen oder drakonitischen Monats / Anzahl der beduinischen Mondhäuser. * Beim Erreichen der gleichen Mondphase (synodischer Monat): ** '''29 Tage''': Abgerundete Länge eines synodischen Monats. ** '''30 Tage''': Aufgerundete Länge eines synodischen Monats. Die Primfaktoren dieser Zahlen lauten: :<math>27 = 3 \cdot 3 \cdot 3 = 3^3</math> :<math>28 = 2 \cdot 2 \cdot 7 = 2^2 \cdot 7 = 2 \cdot 14 = 4 \cdot 7</math> :<math>29 = 29</math> :<math>30 = 2 \cdot 3 \cdot 5 = 6 \cdot 5 = 10 \cdot 3 = 15 \cdot 2 = \frac {60} {2} = \frac {90} {3} = \frac {180} {6} = \frac {360} {12}</math> → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen|Kapitel '''Mondzyklen''']]. → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Mondhäuser|Kapitel '''Konjunktionen''' / Abschnitt '''Mondhäuser''']]. Unter den [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die Höhlenmalerei in der Magura-Höhle#Sonnenkalender|Höhlenmalereien in der Magura-Höhle]] findet ich ein Abschnitt, der einen Kalender zeigen dürfte. An einer Stelle gibt es eine Matrix mit '''siebenundzwanzig''' Punkten, die auf den siderischen Monat hindeuten könnte. <gallery caption="Die Zahl 27"widths=360 heights=360 mode=packed> Mondzylkus.3.7.12.27.png|Ein durch drei gefüllte schwarze Kreise gekennzeichnetes '''gleichseitiges Dreieck''' mit Seiten einer Länge von sechs Einheiten, die jeweils durch '''sieben''' äquidistante gefüllte Kreise markiert sind. Auf dem Umfang des Dreiecks befinden sich also insgesamt achtzehn Punkte. Im Innern befinden sich neun weitere gekennzeichnete Punkte, sechs blaue auf dem blauen Kreis und drei weitere rote, die auf dem inneren roten Kreis liegen. Insgesamt hat die Darstellung '''siebenundzwanzig''' Punkte. Auf allen '''vier''' konzentrischen Kreisen, deren Mittelpunkte mit dem des Dreiecks identisch sind, befinden sich jeweils sechs Punkte. Die beiden roten Kreise beschreiben die innen beziehungsweise außen an das regelmäßige Sechseck anliegenden Kreise, dessen Umfang an den Berührungspunkten dieser beiden Kreise durch '''zwölf''' äquidistante rote Punkte gekennzeichnet ist. Vom Zentrum aus gesehen haben die benachbarten blauen Punkte einen Winkelabstand von 60&nbsp;Bogengrad und die benachbarten roten Punkte einen Winkelabstand von 30&nbsp;Bogengrad. Diskos.Phaistos.B-VI.27.png|Ein gleichseitiges, auf einer Spitze stehendes dreieckiges Symbol aus dem Segment B-VI des bronzezeitlichen Diskos von Phaistos aus Kreta mit der Linear-A-Silbenschrift mit '''27''' innenliegenden Punkten, das mit dem 27-tägigen siderischen Mondzyklus in Verbindung stehen könnte und auch als „Sieb“ bezeichnet wird. Planetarium.Insulaner.Kuppel.Projektionsflaeche.P1151190.jpg|Zenit (Mittelkreis) in der Kuppel des Zeiss Planetariums am Insulaner in Berlin umgeben von '''27&nbsp;Winkelsegmenten'''. Im zweiten Ring befinden sich dann doppelt so viele, also 54&nbsp;Winkelsegmente. Magura_cave_calendar_1528.jpg|Elemente des Sonnenkalenders bei den Höhlenmalereien in der Magura-Höhle. Magura-Hoehle.Kalender.27.png|Dreifache Punktreihe mit insgesamt '''27 Punkten''' unter dem Sonnensymbol bei den Elementen des Sonnenkalenders der Höhlenmalereien in der Magura-Höhle. </gallery> <gallery caption="Die Zahl 28"widths=360 heights=360 mode=packed> 19-11-09-Alte-Nationalgalerie_DSF4154.jpg|Die Kuppel im Obergeschoss der Alten Nationalgalerie in Berlin mit '''28''' doppelten und mit Sternen punktierten Linien. Moondial_from_“Ars_Magna_Lucis_et_Umbrae”.jpg|'''28 Mondphasen''' vom Neumond (unten in der Mitte) mit zunehmendem Mondalter im Uhrzeigersinn in einer Darstellung auf Seite 418 im dritten Kapitel des sechsten Buches der "Ars magna lucis et umbrae" des Jesuiten {{w|Athanasius Kircher}} (*&nbsp;1602; †&nbsp;1680) in der in Amsterdam veröffentlichten zweiten Ausgabe aus dem Jahr 1672. Mondhaeuser.Ekliptik.png|Die in die Ebene projizierten '''28&nbsp;Mondhäuser''' (von rechts nach links) mit den wichtigsten Sternen entlang der Ekliptik (rote gestrichelte Linie, ekliptikale Länge von 0&nbsp;Bogengrad bis 360&nbsp;Bogengrad '''zur Epoche J0000.0''' in horizontaler Richtung, senkrecht dazu die ekliptikale Breite). Die beiden seitlichen Ränder der Abbildung gehen im Kreisbogen der Ekliptik nahtlos ineinander über. Mondhaeuser.Ekliptik.zirkular.png|Die in eine ringförmige Darstellung projizierten '''28&nbsp;Mondhäuser''' (von 1 bis 28 entgegen dem Uhrzeigersinn) mit den wichtigsten Sternen entlang der Ekliptik (rote gestrichelte Linie '''zur Epoche J0000.0'''). Der Beobachter befindet sich auf der Erde im Zentrum der Darstellung. Nach innen werden die südlichen und nach außen die nördlichen ekliptikalen Breiten gemessen. Die scheinbare Mondbahn pendelt zwischen den beiden zur Ekliptikline benachbarten Hilfslinien. Der Abstand der Hilfslinien beträgt senkrecht zur Ekliptiklinie immer fünf Bogengrad und entlang der Ekliptiklinie immer knapp dreizehn Bogengrad. Mit bis zum Nordpol zunehmender geographischer Breite des Beobachtungspunktes können auch noch knapp ein Bogengrad südlichere ekliptikale Breiten von der Mondscheibe erreicht werden, am Südpol auch noch entsprechend nördlichere ekliptikale Breiten. Celestial map, signs of the Zodiac and lunar mansions..JPG|Quadratische Himmelskarte mit den sieben Wandelgestirnen (innen), den zwölf Lebewesenkreiszeichen (Mitte) und den '''28&nbsp;Mondhäusern''' samt den jeweiligen Mondphasen nach einem Neumond zu Frühlingsbeginn (außen) im Manuskript ''Zubdat-al Tawarikh'' von 1583 (Museum der Türkischen und Islamischen Künste in Istanbul). Der Frühlingspunkt befindet sich unten in der Mitte. 28_xiu.svg|Kreisförmige Darstellung der nördlichen Hemisphäre mit den '''28&nbsp;chinesischen Mondhäusern'''. Links der Frühling (Osten), oben der Winter (Norden), rechts der Herbst (Westen, in der Mitte der Asterismus Mǎo (昴&nbsp;= haariger Kopf des Sternbilds "Weißer Tiger") und unten der Sommer (Süden). Stonehenge phase one.jpg|Die zwei mal 28 (also 56) Aubrey-Löcher (weiße Kreise) im neolithischen Steinkreis von Stonehenge. Stachelscheibe_Model_zweiseitig.jpg|Die in Niederösterreich gefundene und aus Sandstein gefertigte Gussform für die '''Stachelscheibe von Platt''' aus der Bronzezeit (um 1500 vor Christus). Auf der Stachelscheibe sind die '''28&nbsp;Mondorte''' der Tage eines siderischen Monats durch eine kreisförmige Lochreihe dargestellt. </gallery> ==Zur Vierzig== Die Vierzig (40) taucht in vielen verschiedenen Zusammenhängen als Zeitspanne in Tagen oder Jahren auf. Schon der griechische Dichter {{w|Hesiod}} erwähnt um 700 vor Christus, dass die Plejaden im Frühjahr für vierzig Tage und Nächte nicht zu sehen sind, da sie vom Sonnenlicht überstrahlt werden.<ref>Hesiodos: [https://www.gottwein.de/Grie/hes/ergde.php Werke und Tage (ΕΡΓΑ ΚΑΙ ΗΜΕΡΑΙ)], Egon und Gisela Gottwein, 13. Juni 2019</ref><ref>Hesiod: [https://www.projekt-gutenberg.org/hesiod/hauslehr/hausleh2.html Hauslehren II. (’Έργα καὶ ‛ημέραι)], Projekt Gutenberg.de, übersetzt von Johann Heinrich Voß</ref> → Siehe auch [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die Plejaden|'''Die Plejaden''']]. Der Begriff '''Quarantäne''' (vom Französischen „quarantaine (de jours)“ = „vierzig Tage“) soll mit den Plejaden zusammen, da diese in den subtropischen Breiten '''vierzig Tage''' lang, von der Sonne überstrahlt werden und dann selbst der hellste Stern dieser Konstellation, Alkione (η&nbsp;Tauri), mit bloßem Auge erst kurz nach Sonnenuntergang nicht mehr und dann kurz vor Sonnenaufgang noch nicht wieder gesehen werden kann. [[Datei:Sintflut.Magura.png|mini|hochkant=3|rechts|Darstellung mit verschiedenen Elementen einer Sintflut unter [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die Höhlenmalerei in der Magura-Höhle|den Höhlenmalereien in der Magura-Höhle]] im heutigen Bulgarien: Wellen, Bäume, Felder und eine Matrix mit '''vierzig''' Punkten. Oben in der Bildmitte ein himmlisches Wesen, das die Katastrophe verursacht.]] Nach der Unsichtbarkeit der Plejaden begann im alten Ägypten '''vierzig Tage''' lang das '''Nilwasser''' zu steigen und ebenso lange wieder zu fallen.<ref>Christian Schulz: ''Handbuch der Physik: für diejenigen welche Freunde der Natur sind, ohne jedoch Gelehrte zu seyn'', Band 2, Kapitel 11, Seite 254, Hilscher, Leipzig, 1791</ref> ===Bedeutung der Vierzig in den Religionen=== ====Vierzig Tage==== '''Vierzig Tage''' lang regnete es während der Sintflut, und '''Noah''' öffnete nach '''vierzig Tagen''' das Fenster seiner Arche. Genesis, Kapitel 7:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose7 Genesis, Kapitel 7], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 4 Denn noch sieben Tage dauert es, dann lasse ich es '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' lang auf die Erde regnen und tilge vom Erdboden alle Wesen, die ich gemacht habe.<br/> 12 Der Regen ergoss sich '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' lang auf die Erde.<br/> 17 Die Flut auf der Erde dauerte '''vierzig Tage'''. Das Wasser stieg und hob die Arche immer höher über die Erde. </blockquote> Genesis, Kapitel 8:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose8%2C6 Genesis, Kapitel 8, Vers 6], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 6 Nach '''vierzig Tagen''' öffnete Noach das Fenster der Arche, das er gemacht hatte,<br/> 7 und ließ einen Raben hinaus. </blockquote> '''Vierzig Tage''' dauerte die Einbalsamierung Jakobs, des Vaters von Josef und Ehemanns von Rahel. Genesis, Kapitel 50:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose50 Genesis, Kapitel 50], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Josef fiel auf das Angesicht des Vaters, weinte über ihn und küsste ihn.<br/> 2 Darauf befahl Josef seinen Dienern, den Ärzten, seinen Vater einzubalsamieren. Die Ärzte balsamierten also Israel ein.<br/> 3 Darüber vergingen '''vierzig volle Tage''', denn so lange dauerte die Einbalsamierung. </blockquote> Moses verbrachte '''vierzig Tage''' auf dem Gottesberg Sinai. Exodus, Kapitel 24:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/2.Mose24%2C18 Exodus, Kapitel 24, Vers 18], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 18 Mose ging mitten in die Wolke hinein und stieg auf den Berg hinauf. '''Vierzig Tage und vierzig Nächte''' blieb Mose auf dem Berg. </blockquote> Der Prophet Elija verbrachte '''vierzig Tage''' in der gebirgigen Wüste, bevor er den Gottesberg Horeb erreichte. 1. Buch der Könige, Kapitel 19:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.K%C3%B6nige19 1. Buch der Könige, Kapitel 19], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 4 Er selbst ging eine Tagereise weit in die Wüste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, HERR. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter.<br/> 5 Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein. Doch ein Engel rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss!<br/> 6 Als er um sich blickte, sah er neben seinem Kopf Brot, das in glühender Asche gebacken war, und einen Krug mit Wasser. Er aß und trank und legte sich wieder hin.<br/> 7 Doch der Engel des HERRN kam zum zweiten Mal, rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich.<br/> 8 Da stand er auf, aß und trank und wanderte, durch diese Speise gestärkt, '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' bis zum Gottesberg Horeb. </blockquote> Der Prophet Jona erfährt, dass die große assyrische Stadt Ninive nach '''vierzig Tagen''' zerstört werden soll: Jona, Kapitel 3:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Jona3 Jona, Kapitel 3], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 2 Mach dich auf den Weg und geh nach Ninive, der großen Stadt, und rufe ihr all das zu, was ich dir sagen werde!<br/> 3 Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie der HERR es ihm befohlen hatte. Ninive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren.<br/> 4 Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch '''vierzig Tage''' und Ninive ist zerstört!<br/> 5 Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus und alle, Groß und Klein, zogen Bußgewänder an. </blockquote> Es ist vor diesem Hintergrund nicht verwunderlich, dass im Neuen Testament Jesus dann auch '''vierzig Tage''' in der Wüste fastet. Evangelium nach Matthäus, Kapitel 4:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us4 Evangelium nach Matthäus, Kapitel 4], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel versucht werden.<br/> 2 Als er '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' gefastet hatte, hungerte ihn. </blockquote> Evangelium nach Lukas, Kapitel 4:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Lukas4 Evangelium nach Lukas, Kapitel 4], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Erfüllt vom Heiligen Geist, kehrte Jesus vom Jordan zurück. Er wurde vom Geist in der Wüste umhergeführt,<br/> 2 '''vierzig''' Tage lang, und er wurde vom Teufel versucht. In jenen Tagen aß er nichts; als sie aber vorüber waren, hungerte ihn. </blockquote> Evangelium nach Markus, Kapitel 1, "Die Versuchung Jesu":<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Markus1%2C12 Evangelium nach Markus, Kapitel 1, Vers 12 und 13], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.<br/> 13 Jesus blieb '''vierzig Tage''' in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm. </blockquote> Deswegen hat die österliche Bußzeit '''vierzig Fastentage'''. ====Vierzig Jahre==== '''Vierzig Jahre''' lang führte Moses sein Volk durch die Wüste.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/5.Mose29 Deuteronomium, Kapitel 29], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> Deuteronomium, Kapitel 29: <blockquote> 4 Ich habe euch '''vierzig Jahre''' lang durch die Wüste geführt. Eure Kleider sind euch nicht in Lumpen vom Leib gefallen, deine Schuhe sind dir nicht an den Füßen zerrissen,<br/> 5 ihr habt kein Brot gegessen und keinen Wein und kein Bier getrunken, denn ihr solltet erkennen: Ich bin der HERR, euer Gott. </blockquote> Psalm 95, der in der christlichen Kirche fast jeden Morgen beim Invitatorium zur Eröffnung des Stundengebets responsorisch vorgetragenen und gebetet wird, nimmt darauf Bezug: <blockquote> 8 Verhärtet euer Herz nicht wie in Meríba, wie in der Wüste am Tag von Massa!<br/> 9 Dort haben eure Väter mich versucht, / sie stellten mich auf die Probe und hatten doch mein Tun gesehen.<br/> 10 '''Vierzig Jahre''' war mir dieses Geschlecht zuwider / und ich sagte: Sie sind ein Volk, dessen Herz in die Irre geht, sie kennen meine Wege nicht. </blockquote> ==Tonsysteme== [[Datei:Heptachord.png|mini|rechts|hochkant=2|Heptachord bestehend aus sieben Quinten.]] Die '''Vier''', die '''Sieben''' und die '''Zwölf''' spielen auch schon in der antiken und der mittelalterlichen Musik eine besondere Rolle. Auch das Tonsystem der Musik wird mit universellen, kosmischen und göttlichen Systemen und Zahlenverhältnissen in Verbindung gebracht und wurde sogar damit begründet. Nach der Legende von ''Pythagoras in der Schmiede'' soll Pythagoras von Samos dieses Tonsystem anhand der von ihm entdeckten '''vier pythagoreischen Töne''' c - f - g - c' entwickelt haben. → Siehe auch Wikibook '''[[Pythagoras in der Schmiede]]'''. Das im Mittelalter ausgebildete Tonsystem umfasst die nach den Anfangssilben der ersten Verse des Johannes-Hymnus benannten '''sieben Töne''' ut - re - mi - fa - sol - la - si, die den heutigen sieben Tonbezeichnungen c - d - e - f - g - a - h entsprechen und in der C-Dur- und a-moll-Tonleiter Verwendung finden. Eine solche diatonische Tonleiter (von altgriechisch διάτονος, diátonos, „durch Ton“) entsteht, wenn '''sieben''' aufeinanderfolgende reine Quinten im Frequenzverhältnis drei zu zwei gebildet werden. Erst mit dem siebenten Ton entsteht in den Tonraum einer Oktave transponiert eine kontinuierliche Tonreihe, die auch Heptachord (siebensaitig) genannt wird. Der letzte hinzukommende Ton "si" kann vom vorletzten Ton der Reihe als reine Quinte nach oben hoch oder hart notiert werden (si&nbsp;durum = hartes&nbsp;h) oder von ersten Ton der Reihe in der reinen Quinte nach unten als tief oder weich notiert werden (si&nbsp;molle = weiches&nbsp;h). [[Datei:Dodekachord.png|mini|rechts|hochkant=2|Dodekachord bestehend aus zwölf Quinten.]] Wird die Reihe fortgesetzt, ergibt sich erst nach '''zwölf''' Quinten wieder eine kontinuierliche Tonreihe, die auch Dodekachord (zwölfsaitig) genannt werden kann und bei der es sich um eine chromatische Tonleiter mit den zwölf Tönen c - cis - d - dis - e - f - fis - g - gis - a - b - h handelt. '''Sieben Oktaven''' entsprechen in diesem System fast genau '''zwölf reinen Quinten'''. [[Datei:Piano Keyboard Diagram.svg|zentriert|mini|hochkant=4|Die 88 Tasten einer Klaviatur, die ausgehend vom kontra C (dritte weiße Taste von links) bis zum fünfgestrichenen C (weiße Taste ganz rechts) insgesamt sieben Oktaven übereinander respektive zwölf Quinten übereinander umfassen.<br/>[[Datei:Chromatic.scale.down.digital.ogg|zentriert|mini|hochkant=3|Die 88 Tonhöhen bei einem Klavier vom höchsten (rechts, fünfgestrichenes&nbsp;c) zum tiefsten Ton (links, subkontra&nbsp;A) als chromatische Tonleiter gespielt (drei Töne mehr, als in der Skizze darüber dargestellt).]]]] Sieben reine Oktaven entsprechen siebenmal einer Verdopplung der Grundfrequenz, also insgesamt dem Faktor <math>N_{Ok,7}</math>: :<math>N_{Ok,7} = {2}^{7} = {128}</math> Zwölf reine Quinten entsprechen zwölfmal einer Veranderthalbfachung der Grundfrequenz, also insgesamt dem Faktor <math>N_{Qu,12}</math>: :<math>N_{Qu,12} = \left(\frac {3} {2} \right)^{12} = \frac {{3}^{12}} {{2}^{12}} = \frac {531441} {4096} \approx 129,743</math> Bei reiner Stimmung ergibt sich zwischen sieben Oktaven und zwölf Quinten demnach eine kleine Abweichung, die '''pythagoreisches Komma''' <math>\kappa</math> genannt wird und etwas weniger als dem Viertel eines Halbtons also einem Frequenzverhältnis von zirka 1,0146 entspricht: :<math>\kappa = \frac {N_{Qu,12}} {N_{Ok,7}} = \frac {3^{12}} {2^{12} \cdot 2^{7}} = \frac {3^{12}} {2^{19}} = \frac {531441} {524288} \approx 1,01366</math> [[Datei:Vier.Hauptkirchentonarten.png|mini|rechts|hochkant=1|Die vier Hauptkirchentonarten Protus, Deuterus, Tritus und Tetrardus mit ihrem jeweiligen Schlusston D, E, F und G (Finalis) und den beiden jeweiligen insgesamt acht Varianten "authenticus" (I., III., V.&nbsp;und VII.&nbsp;Ton) und "plagalis" (II., IV., VI.&nbsp;und VIII.&nbsp;Ton).]] In der Tradition des mittelalterlichen gregorianischen Gesangs, der auf diese Wurzeln zurückgeht, haben sich die '''vier Hauptkirchentonarten''' Protus (dorisch), Deuterus (phrygisch), Tritus (lydisch) und Tetrardus (mixolydisch) in jeweils '''zwei Varianten''' ('''authentisch''' und '''plagal''') herausgebildet. Den plagalen Varianten wird häufig das Präfix "hypo" vorangestellt (hypodorisch, hypophrygisch, hypolydisch und hypomixolydisch). In der Neuzeit hat sich aus dem System der Kirchentonarten mit dem dualen, dur-moll-tonalen Tonsystem die '''Zwölftonreihe''' c - cis - d - es - e - f - fis - g - as - a - b - h entwickelt. → Siehe hierzu auch unter "Zwölftonmotiv" im Abschnitt '''[[Till_Eulenspiegels_lustige_Serie#Also_sprach_Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]'''. '''Zwei Töne''' ergeben ein Intervall, und '''drei Töne''' ergeben einen Akkord. Sowohl Moll- als auch Dur-'''Dreiklänge''' können vermindert oder übermäßig gemacht werden. → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus/ Tonsystem|'''Dialog über das Tonsystem zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] <div style="clear:both"></div> ==Siehe auch== * [[Quadriviale Kuriositäten]] ==Einzelnachweise== <references></references> <noinclude> [[Kategorie:Quadriviale Kuriositäten‎]] </noinclude> ayvqukxqve1qxt7yzogeslfdew5j3qm 1085399 1085397 2026-05-11T11:50:19Z Bautsch 35687 hochkant angepasst 1085399 wikitext text/x-wiki In diesem Kapitel wird streiflichtartig ein Abriss der {{w|Zahlensymbolik}} dargestellt. [[Datei:Gekerbter.Knochen.Thais.P1035758.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Schon vor 13000 Jahren haben Neolithiker der Art Homo sapiens im französischen Vercors einen Knochen in regelmäßigen Abständen eingekerbt. Er wurde Ende der 1960er Jahre in den Höhlen von Thais bei Saint-Nazaire-en-Royans gefunden und ist im ''Musée de Valence, art et archéologie'' im Département Drôme in der Region Auvergne-Rhône-Alpes in Frankreich ausgestellt. Auf der rechten Seite sind in der Mitte beispielsweise sieben große Kerben zu sehen, mit denen möglicherweise irgendetwas gezählt wurde.<ref name="Valence">[https://www.museedevalence.fr/fr/terres-de-prehistoires/os-coche Os coché], Musée de Valence, art et archéologie, Valence</ref>]] Abseits der rein mathematischen Aufgabe von Zahlen, wird ihnen oftmals eine symbolische Funktion zugeordnet. Ihre symbolische Bedeutung werden aus deren Verwendung unter anderem in der Religion (Liturgie), in Mythologien oder im Brauchtum übernommen und spiegeln sich im vielfachem Gebrauch in der Literatur (auch in Märchen), der Kultur, der Kunst, der Architektur, der Musik und nicht selten auch in der Wissenschaft wie der Medizin, der Astronomie, der Chemie (inklusive der Alchemie), der Astronomie und sogar im Recht wider. Allerdings auch im Aberglauben und in den Pseudowissenschaften wie der heutigen Astrologie. Jedoch verdankt gerade die Astronomie (also das "Sterngesetz") aus historischer Sicht der Astrologie (also der "Sternlehre") viele Erkenntnisse, die durch Beobachtung und Berechnung der Sternpositionen gewonnen wurden. Vielfach ist die Zahlensymbolik ein Mittel der Systematisierung komplexer Wissensgebiete. Sie ist auch ein Hilfsmittel der {{w|Mnemotechnik}}, also der Kunst, sich überhaupt eine Fülle von Wissen merken zu können. Als kleine literarische Ergänzung finden sich auf einigen Unterseiten noch einige fiktive Zwiegespräche zwischen einem mittelalterlichen Meister und seinem Schüler: → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus|'''Dialoge zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] ==Zur Zwei== [[Datei:Janiform aryballos Louvre CA987.jpg|rechts|mini|hochkant=1|Kopf aus dem antiken Griechenland mit zwei Gesichtern um 525 vor Christus: eine hellhäutige Frau und ein äthiopischer dunkelhäutiger Mann. Die altgriechische Aufschrift „καλός” („KALOS”) bedeutet „gut”, „lieb” oder „schön”.]] Die Zwei ist die einzige gerade und zudem die kleinste Primzahl. Räumliche und zeitliche Einheiten können sinnvoll in Paare oder in zwei Hälften geteilt werden. In der euklidischen Geometrie können die folgenden zusammenhängenden Paare unterschieden werden: * rechts und links * oben und unten * vorne und hinten Ferner ergeben sich beispielsweise die folgenden Wortpaare: * Himmel und Erde * Wasser und Land * Salzwasser und Süßwasser * Beginn und Ende * Anwachsen und Abnehmen * Bewegung und Stillstand * Leben und Tod * Helligkeit und Dunkelheit respektive Licht und Schatten * Kälte und Wärme * Vergangenheit und Zukunft Übertragen auf die Astronomie spielen die folgenden zusammenhängenden Paare eine wichtige Rolle: * Der Tag mit Licht und die Nacht mit Dunkelheit. * Länger werdende Tage im Winter und im Frühling sowie kürzer werdende Tage im Sommer und im Herbst. * Zunehmender Mond nach Neumond, und abnehmender Mond nach Vollmond. * Der Aufgang eines Himmelsobjekts im Osten und der Untergang eines Himmelsobjekts im Westen. * Bei der Beobachtung eines Himmelsobjekts gibt es täglich eine obere und eine untere Kulmination auf dem Meridian. Der '''Meridian''' teilt die Himmelssphäre in eine östliche und eine westliche Hälfte, und der '''Himmelsäquator''', der '''Horizont''' sowie die '''Ekliptik''' teilen die Himmelssphäre in eine nördliche und eine südliche Hälfte. Die beiden Pole des Horizontsystems heißen '''Zenit''' und '''Nadir''', die des Äquatorsystems sowie auch die des Ekliptiksystems '''Nordpol''' und '''Südpol'''. Der Mond und die Planeten können in Bezug auf die Ekliptiklinie entweder aufsteigend oder absteigend sein und ihre Bahnen schneiden die Ekliptik in '''zwei''' Knoten. Es gibt '''zwei''' innere Planeten, den Merkur und die Venus. '''Zwei''' der sieben Wandelgestirne, die Sonne und der Mond, sind mit bloßem Auge als Scheiben zu erkennen. ===Bedeutung der Zwei in Religionen=== Das christliche Kreuz besteht aus zwei Linien, eine vertikale und eine horizontale. [[Datei:Ramsey-Psalter.InPrincipioCreavitDeusTerramEtCaelum.png|mini|rechts|hochkant=1|Erste Abbildung im Ramsey-Psalter (um 1300) mit Darstellung der Paare der Schöpfung: Himmel / Erde, Licht / Finsternis, Tag / Nacht, Abend / Morgen, Land / Meer, Sonne / Mond.]] Der Beginn der Schöpfungsgeschichte enthält zahlreiche Dualismen: <blockquote> ''Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde.''<br/> ''Gott schied das Licht von der Finsternis.''<br/> ''Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht.''<br/> ''Es wurde Abend, und es wurde Morgen.''<br/> ''Gott nannte das Trockene Land, und die Ansammlung des Wassers nannte er Meer.''<br/> ''Gott machte die beiden großen Lichter, das große zur Herrschaft über den Tag, das kleine zur Herrschaft über die Nacht, und die Sterne.''<br/> ''Männlich und weiblich erschuf er sie.'' </blockquote> Dass die astronomischen Gegebenheiten für die Festlegungen in Kalendern relevant sind, wird in diesem Kontext durch die folgende Formulierung im 14.&nbsp;Vers deutlich: <blockquote> ''Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und Nacht zu scheiden. Sie sollen als Zeichen für Festzeiten, für Tage und Jahre dienen.'' </blockquote> Durch die Mondphasen sind daher auch heute noch zahlreiche im Sonnenjahr beweglichen Feste festgelegt. '''Ostern''' ist immer am Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Tag-und-Nacht-Gleiche im Frühjahr. Der Mond ist dann also im ersten abnehmenden Viertel und hat ein vom Neumond aus gezähltes Mondalter von 15&nbsp;bis 21&nbsp;Tagen. '''Pfingsten''' ist sieben Wochen beziehungsweise 49&nbsp;Tage nach Ostern und hat daher ein vom Neumond vor Ostern aus gezähltes Mondalter von 64&nbsp;bis 70&nbsp;Tagen, also im entsprechenden Monat ein Mondalter von 5&nbsp;bis 11&nbsp;Tagen, so dass drei bis neun Tage nach Pfingsten wieder ein Vollmond auftritt. Die österliche Bußzeit beginnt am '''Aschermittwoch''', der immer 46&nbsp;Tage vor dem Ostersonntag liegt. Zu diesem Zeitpunkt hat der Mond dann ein junges Mondalter zwischen Neumond und dem Neulicht im ersten zunehmenden Viertel. → Zum Osterfestkreis siehe auch '''[[Quadriviale_Kuriositäten/_Osterdatum|Osterdatum]]'''. Das jüdische '''Pessachfest''' beginnt am 15.&nbsp;Nisan. Ebenso beginnen das '''Laubhüttenfest''' (Sukkot), das '''Neujahrsfest der Bäume''' (Tu biSchevat) und das '''Purimfest''' am 15.&nbsp;Tag eines Monats. Im jüdischen Lunisolarkalender (Mond-Sonnen-Kalender) beginnt jeder Monat ungefähr mit einem Neumond, und daher herrscht zu Beginn dieser Feste immer Vollmond. Der wichtige Fastenmonat '''Ramadan''' ist der neunte Monat im Mondkalender der Muslime. Nach diesem Kalendersystem beginnt jeder Monat immer mit dem sichtbaren Neulicht des Mondes, also ein bis zwei Tage nach Neumond beim Abenderst. <div style="clear:both"></div> ==Zur Drei== [[Datei:Rep-tile triangle creating Sierpinski carpet.gif|mini|rechts|hochkant=1|Die ersten acht Schritte bei der Konstruktion eines gleichseitigen Sierpierski-Dreiecks.]] Die Drei ist die die kleinste ungerade Primzahl. Es gibt '''drei äußere''', mit bloßen Auge leicht zu erkennende Planeten: den Mars, den Jupiter und den Saturn. Ferner gibt es auch '''drei innere Wandelgestirne''', deren siderische Umlaufzeiten weniger als ein Jahr betragen: den Mond, den Merkur und die Venus. Weitere Dreifaltigkeiten sind anthropogenen Ursprungs: zum Beispiel sind zu verschiedenen Jahreszeiten anhand sehr heller Sterne leicht drei Dreiecke am nördlichen Nachthimmel zu erkennen: * Das Winterdreieck ** Sirius im Sternbild Großer Hund (Canis Majoris) ** Prokyron im Sternbild Kleiner Hund (Canis Minoris) ** Bezeigeuze im Sternbild Orion * Das Frühlingsdreieck ** Regulus im Sternbild Löwe (Leo) ** Spica im Sternbild Jungfrau (Virgo) ** Arktur im Sternbild Bärenhüter (Bootes) * Das Sommerdreieck ** Deneb im Sternbild Schwan (Cygnus) ** Wega im Sternbild Leier (Lyra) ** Altair im Sternbild Adler (Aquila) Ferner gibt es das kleine Sternbild Dreieck (Triangulum) zwischen den Sternbildern Perseus, Andromeda, Fische (Pisces) und Widder (Aries) und dem benachbarten Dreiecksnebel (Messier 33). Es gibt in der Einteilung der Ekliptik beim altindischen Nakshatra drei mal drei mal drei Mondhäuser, siehe auch '''→ [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Nakshatra|Exkurs Nakshatra]]'''. ===Bedeutung der Drei in Religionen=== [[Datei:St Swithin's church stained glass uk - 893546.png|mini|rechts|hochkant=1|Kirchenfenster mit einer Darstellung der Heiligen Trinität in Form eines Schildes beziehungsweise eines Stierkopfes in der Sankt Swithin Kirche in Bintree, Breckland, Norfolk, East of England.]] Hier sind insbesondere für das Christentum die Dreifaltigkeit, die drei Mitglieder der Heiligen Familie, Maria, Josef und Jesus, die Heiligen Drei Könige sowie die Auferstehung am dritten Tag zu nennen. Bei der Dreifaltigkeit ergeben sich bei der Anbetung und Verehrung des einen (und zentralen) Gottes (lateinisch: „Deus”) Ist-Beziehungen (lateinisch: „est” = „ist”) zu den drei Personen Vater (lateinisch: „Pater”), Sohn (lateinisch: „Filius”) und Heiliger Geist (lateinisch: „Spiritus Sanctus”), die sich voneinander unterscheiden lassen (lateinisch: „non est” = „ist nicht”). Auch in anderen Religionen werden Götter häufiger in einer Dreiheit genannt. <div style="clear:both"></div> ==Zur Vier== [[Datei:Vier.Objekte.gleicher.Laenge.png|mini|rechts|hochkant=1|Vier gleichseitige ebene Objekte mit mindestens drei Symmetrieachsen sowie mit eins, zwei, drei und vier Linien gleicher Gesamtlänge.]] Die '''Vier''' ist als Quadratzahl von der Zwei die kleinste Zahl, die einen ganzzahligen Teiler hat (→ [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen#Zur Zwei|Zur Zwei]]), ohne dass ein Rest verbleibt, und somit auch die kleinste Zahl, die keine Primzahl ist. :<math>4 = 2 \cdot 2 = 2^2 = 2 + 2</math> In der Abbildung rechts sind die ersten '''vier''' zweidimensionalen, gleichseitigen und achssymmetrischen Objekte einer geometrischen Folge zu sehen, die aus eins, zwei, drei beziehungsweise vier Linien gleicher Gesamtlänge bestehen. Die folgende Vergleichstabelle gibt einige geometrische Werte im Vergleich an: {| class="wikitable" |+ Vier Objekte mit Linien gleicher Gesamtlänge !title="Eigenschaft"|Eigenschaft !title="Kreis"|Kreis !title="Gleichseitiges Kreuz"|Gleich-<br/>seitiges<br/>Kreuz !title="Gleichseitiges Dreieck"|Gleich-<br/>seitiges<br/>Dreieck !title="Quadrat"|Quadrat |- | Anzahl der Linien || 1 || 2 || 3 || 4 |- | Gesamtlänge aller Linien || 1 || 1 || 1 || 1 |- | Länge einer Linie || <math>\sqrt \frac {1} {1}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {2}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {3}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {4}</math> |- | Höhe || <math>\frac {1} {\pi}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {2}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {12}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {4}</math> |- | Breite || <math>\frac {1} {\pi}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {2}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {3}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {4}</math> |- | Diagonale || <math>\frac {1} {\pi}</math> || 0 || <math>\sqrt \frac {1} {12}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {8}</math> |- | Fläche || <math>\frac {1} {4 \pi}</math> || 0 || <math>\sqrt \frac {1} {432}</math> || <math>\sqrt \frac {1} {16}</math> |- | Anzahl Symmetrieachsen || <math>\infin</math> || 4 || 3 || 4 |- | Punktsymmetrisch || ja || ja || nein || ja |- | Repräsentativer Winkel || 360° || 90° || 60° || 90° |} Die Einteilung von Flächen in '''vier''' Quadranten wird häufig zur Beschreibung von Richtungen und zur besseren Orientierung in einer Ebene verwendet, insbesondere mit den '''vier Himmelsrichtungen''' Norden, Osten, Süden und Westen. Ein synodischer '''Monat '''wird in '''vier Mondviertel''' eingeteilt, die jeweils eine Woche dauern: Neumond, zunehmender Mond, Vollmond und abnehmender Mond. Hierbei wird die Ekliptikebene einmal vollständig durchlaufen, und anschließend sogar noch ein wenig mehr, weil sich die Erde innerhalb eines Monats ihrerseits um die Sonne bewegt hat. Aus diesem Grund dauert der synodische Monat mit 29,5 Tagen gut zwei Tage länger als der siderische Monat mit 27,3 Tagen. Die Gezeiten werden von den '''vier Mondphasen''' in einem synodischen Monat bestimmt. Nach einem Neumond kommt es zu einer Springtide mit hohem Wasserstand. Danach setzt die Ebbe ein, bis nach dem zunehmenden Halbmond eine Nipptide mit Niedrigwasser eintritt. Die im Anschluss einsetzende Flut ist kurz nach dem Vollmond beendet, und nach dem abnehmenden Halbmond kommt es erneut zu einer Nipptide. Und so fort, in einem immerwährenden Zyklus. Es gibt in der Einteilung der Ekliptik beim arabischen '''Manazil al-Qamar''' '''vier''' mal sieben Mondhäuser. Das bedeutet, dass in jedem der '''vier Quadranten''' der Ekliptikebene sieben Mondhäuser liegen, die den sieben Tagen einer Woche entsprechen. → Siehe auch '''[[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Manazil_al-Qamar|Exkurs Manazil al-Qamar]]'''. Das Produkt der beiden Summanden Drei und Vier ergibt Zwölf. Dies entspricht den '''vier Jahreszeiten''' Frühling, Sommer, Herbst und Winter, die jeweils drei Monate lang dauern. Das Produkt dieser beiden Zahlen entspricht also der Anzahl der Monde respektive Monate in einem Jahr sowie der Anzahl der Ekliptiksternbilder, in denen sich die Sonne im Laufe eines Jahres je einen Monat lang in einem Winkelsegment von 30&nbsp;Bogengrad aufhält. Die Arithmetik spiegelt sich zum Beispiel auch in der christlichen Theologie wider, wo die göttliche Zahl Sieben aus der himmlischen Dreifaltigkeit Gottes und den irdischen '''vier Elementen''' (respektive den''' vier Evangelisten''', den '''vier Himmelsrichtungen''' oder den '''vier Jahreszeiten''') zusammengezählt wird. <gallery caption "Zur Vier" widths=360 heights=360 mode=packed> FeuerErdeWasserLuft.png|Die '''vier''' Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft. Luna.Kircher.Ars magna lvcis et vmbrae 1646.png|Die '''vier''' Jahreszeiten und die Mondphasen eines Monats mit Neumond, zunehmender Halbmond, Vollmond und abnehmender Halbmond. Rosa_de_los_vientos_21.svg|Windrose mit den '''vier''' Haupthimmelsrichtungen Nord, Ost, Süd und West. </gallery> [[Datei:Pegasův čtverec.jpg|mini|rechts|hochkant=1|Astronomische Aufnahme des Herbst'''vier'''ecks im Sternbild Pegasus. Links oben die auffällige Andromedagalaxie (Messier 31).]] Die fast quadratische Konstellation der '''vier Sterne''' Algenib, Scheat, Markab und Sirrah (oder Alpheratz) im Sternbild Perseus wird auch '''Herbstviereck''' genannt, weil es auf der Nordhalbkugel der Erde am südlichen Nachthimmel im Herbst gut zu sehen ist. Es fällt auf, dass viele Sterngruppen, die aus sieben Sternen bestehen, geometrisch alle ganz zwanglos in eine Vierer- und eine Dreiergruppe unterteilt werden können. In der Astronomie taucht die Vierteilung in vielfältiger Hinsicht auf. Die vier Abschnitte können mit den Attributen '''Anfang''', '''Kraft''', '''Reife''' und '''Ende''' versehen werden. Die auf dem tropischen Sonnenjahr basierende Aufteilung in '''vier Jahreszeiten''' spiegelt sich in der Lage des '''Hauptpunktes der Sonne''' auf der Ekliptik wider. Vom Frühlingspunkt gerechnet sind der siebente bis zehnte Monat mit den entsprechenden lateinischen Zahlwörtern "septem", oktem", "novem" und "decem" gebildet, da in alten Kalendern der März als der erste Monat gerechnet wurde (der in dieser Zählung zwölfte und letzte Monat Februar hat deswegen heute noch den 29. Tag als Schalttag). Das '''Hauptsternbild''' ist dasjenige, das um Mitternacht an seinem höchsten Punkt auf dem südlichen Meridian steht. In der folgenden Tabelle wird in der Spalte '''Sonnenrichtung''' angegeben, in welcher der '''vier Himmelsrichtungen''' sich der Frühlingspunkt zur angegebenen Jahreszeit morgens befindet, in der Spalte '''Tageszeit''' zu welcher der '''vier Tageszeiten''' sich die Sonne in dieser Himmelsrichtung befindet. '''Mondalter''', '''Mondrichtung zur Sonne''' und '''Elongation des Mondes''' sind in der Tabelle auf den synodischen Monat und den Anfang eines Monats bei Neumond bezogen. {| class="wikitable" |+ Die Vier in der Astronomie !title="Interpretation"|Interpretation ! !title="Jahreszeit"|Jahreszeit !title="Hauptpunkt der Sonnenbahn"|Hauptpunkt<br/>der Sonnenbahn !title="Monate"|Monate !title="Hauptsternbild"|Hauptsternbild auf dem<br/>südlichen Meridian<br/>um Mitternacht !title="Himmelsrichtung des Frühlingspunktes am Morgen zur Jahreszeit"|Himmelsrichtung des<br/>Frühlingspunktes am Morgen<br/>zur Jahreszeit !title="Tageszeit der Sonne in dieser Himmelsrichtung"|Tageszeit der Sonne<br/>in dieser Himmelsrichtung ! !title="Mondalter"|Mondalter !title="Mondrichtung zur Sonne"|Mondrichtung<br/>zur Sonne !title="Elongation des Mondes"|Elongation<br/>des Mondes |- | '''Anfang''' || || '''Frühling''' || Frühlings-<br/>äquinoktium || März (1)<br/>April (2)<br/>Mai (3) || Löwe<br/>(Leo) || '''Osten''' || '''Morgen''' || || '''Neumond''' || Konjunktion || 0° |- | '''Kraft''' || || '''Sommer''' || Sommer-<br/>sonnenwende || Juni (4)<br/>Juli (5)<br/>August (6) || Adler<br/>(Aquila) || '''Süden''' || '''Mittag''' || || '''Zunehmender<br/>Halbmond''' || Östliche<br/>Quadratur || 90° östlich |- | '''Reife''' || || '''Herbst''' || Herbst-<br/>äquinoktium || '''Septem'''ber ('''7''')<br/>'''Okto'''ber ('''8''')<br/>'''Novem'''ber ('''9''') || Wassermann<br/>(Aquarius) || '''Westen''' || '''Abend''' || || '''Vollmond''' || Opposition || 180° |- | '''Ende''' || || '''Winter''' || Winter-<br/>sonnenwende || '''Dezem'''ber ('''10''')<br/>Januar (11)<br/>Februar (12) || Stier<br/>(Taurus) || '''Norden''' || '''Nacht''' || || '''Abnehmender<br/>Halbmond''' || Westliche<br/>Quadratur || 90° westlich |} ===Bedeutung der Vier in Religionen=== [[Datei:Ekliptik.Zodiak.helle.Sterne.png|mini|rechts|hochkant=2|Der Zodiak mit den sehr markanten Sternbildern '''Löwe (Leo, Frühlingssternbild)''' und '''Stier (Taurus, Wintersternbild)''', dem weniger auffälligen Sternbild '''Wassermann (Aquarius, Herbststernbild)''' sowie dem erhaben in der Milchstraße fliegenden '''Adler (Aquila, Sommersternbild)''', der sich im Horizontsystem fast senkrecht über dem in nördlicheren Breiten nie vollständig sichtbaren Ekliptiksternbild Skorpion (Scorpius) befindet. Die '''vier''' mit gelbem Text hervorgehobenen Sternbilder Löwe, Stier, Wassermann und Adler befinden sich also stets in '''vier''' senkrecht aufeinander stehenden Himmelsrichtungen. Die hellsten Sterne und Sternhaufen der genannten Sternbilder sind ebenfalls dargestellt.]] Es sei darauf hingewiesen, wie zwanglos die Reihe der oben in der Tabelle genannten '''vier Hauptsternbilder''' Löwe, Stier, Wassermann und Adler mit den '''vier Himmelsrichtungen''', mit den '''vier Jahreszeiten''' und mit den '''vier Grundelementen''' Feuer, Erde, Wasser und Luft in Verbindung gebracht werden können. Die Reihenfolge der jahreszeitlichen Hauptsternbilder entspricht unter der Gleichsetzung des Wassermannes (Aquarius) mit einem Menschen exakt der Erwähnung der '''vier realen Lebewesen''' (Sternbilder) gleichenden Gestalten "voller Augen" (oder Sterne) aus dem vierten Kapitel der Offenbarung des Johannes im Neuen Testament. Sie sind kreisförmig um einen zentralen Ort ("Thron") in einem durchsichtigen Raum ("gläsernes Meer, gleich Kristall") angeordnet. Die "Mitte" entspricht der die beiden Himmelssphären halbierende Ekliptiklinie, die "rings um" die Erde ("Thron") läuft und die Himmelssphäre in die nördliche und die südliche Hälfte teilt, die beide die gleiche Größe haben:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung4,6 Offenbarung, Kapitel 4, Verse 6 und 7], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> ''Und vor dem Thron war etwas wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall. Und in der Mitte, rings um den Thron, waren '''vier Lebewesen''' voller Augen, vorn und hinten. Das erste Lebewesen glich einem '''Löwen''', das zweite einem '''Stier''', das dritte sah aus wie ein '''Mensch''', das vierte glich einem '''fliegenden Adler'''.'' </blockquote> Auch der Schriftprophet Hesekiel (Ezechiel) erwähnt im zehnten Verses seines ersten Kapitels diese vier Lebewesen, in seiner Beschreibung von himmlischen Erscheinungen, allerdings nicht in astronomischer Reihenfolge:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Hesekiel1%2C10 Hesekiel, Kapitel 1, Vers 10], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> Die Gestalt ihrer Gesichter aber war: ein '''Menschengesicht''', ein '''Löwengesicht''' bei allen vier nach rechts, ein '''Stiergesicht''' bei allen vier nach links und ein '''Adlergesicht''' bei allen vier. </blockquote> Diese vier Lebewesen werden auch den '''vier Evangelisten''' Markus, Lukas, Matthäus und Johannes (in chronologischer Reihenfolge derer Evangelien) zugeordnet. [[Datei:Aquila.fade-in.animation.webm|mini|rechts|hochkant=2|Animation mit Einblendung des Sternbilds Adler (Aquila) in der Sommermilchstraße aufgenommen am südlichen Sternhimmel im Sternenpark Westhavelland.]] [[Datei:Ekliptik.helle.Objekte.png|mini|rechts|hochkant=1.5|Die vier persischen Königssterne an der Ekliptiklinie: '''Aldebaran''' (α Tauri) im Sternbild Stier (Taurus), '''Regulus''' (α Leonis) im Sternbild Löwe (Leo), '''Antares''' (α Scorpii) im Sternbild Skorpion (Scorpio) sowie '''Fomalhaut''' (α Piscis Austrini) im Sternbild Südlicher Fisch (Piscis Austrinus)..]] Die den Evangelisten entsprechenden '''vier Sternbilder''' '''Löwe''' (Leo), '''Stier''' (Taurus), '''Wassermann''' (Aquarius) und '''Adler''' (Aquila) befinden sich in '''vier senkrecht aufeinander liegenden Himmelsrichtungen'''. Bemerkenswert ist bei diesen '''vier Symbolen''', dass der Adler, der sich als einziges dieser "Lebewesen" nicht auf der Ekliptik sondern oberhalb (nördlich) der Ekliptik -&nbsp;im Horizontsystem senkrecht über dem Ekliptiksternbild Skorpion (Scorpius)&nbsp;- in der Milchstraße befindet, das Attribut "fliegend" bekommen hat. {| class="wikitable" |+ Die vier Sternbilder der Evangelisten !title="Evangelist"|Evangelist !title="Markus"|Markus !title="Lukas"|Lukas !title="Matthäus"|Matthäus !title="Johannes"|Johannes |- | Sternbild (deutsch) || Löwe || Stier || Wassermann || Adler |- | Sternbild (lateinisch) || Leo || Taurus || Aquarius || Aquila |- | Jahreszeit bei abendlichem Aufgang im Osten, bei Erreichen des südlichen Meridians um Mitternacht und bei morgendlichem Untergang im Westen || Frühling || Winter || Herbst || Sommer |- | Jahreszeit bei abendlichem Untergang im Westen, bei Erreichen des nördlichen Meridians um Mitternacht (Unsichtbarkeit in der nördlichen Hemisphäre) und bei morgendlichem Aufgang im Osten || Herbst || Sommer || Frühling || Winter |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Frühling || Süden || Westen || Norden || Osten |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Sommer || Westen || Norden || Osten || Süden |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Herbst || Norden || Osten || Süden || Westen |- | Himmelsrichtung um Mitternacht im Winter || Osten || Süden || Westen || Norden |} Bei den Persern waren die '''vier Himmelsrichtungen''' und Jahreszeiten durch die '''vier sehr hellen, königlichen Sterne''' gekennzeichnet, von denen sie beherrscht werden. '''Aldebaran''' (α Tauri) im Sternbild Stier (Taurus), '''Regulus''' (α Leonis) im Sternbild Löwe (Leo), '''Antares''' (α Scorpii) im Sternbild Skorpion (Scorpio, liegt südlich der Ekliptiklinie und des Sternbilds Adler (Aquila)) sowie '''Fomalhaut''' (α Piscis Austrini, liegt unmittelbar unter dem rechten Fuß des Sternbilds Wassermann (Aquarius)) im Sternbild Südlicher Fisch (Piscis Austrinus).<ref>François Arago: ''Astronomie Pupulaire'', Deutsche Original-Ausgabe nach der von Jean-Augustin Barral besorgten französischen Originalausgabe, 11. Band ''Von den Sternbildern'', neuntes Kapitel ''Hülfsmittel um die Sternbilder der Alten zu lernen'', Seite 292, Paris, Leipzig, 1855</ref> Sie dienten kalendarischen und astrologischen Zwecken und wurden zum Navigieren verwendet. Sie werden im '''Bundahischn''' erwähnt, ein mittelpersischer Text über die Weltentstehung sowie ihre Mythen und Legenden, die im '''Zoroastrismus''' eine Rolle spielen. → Siehe auch [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Plejaden#Königssterne|'''persische Königssterne''']]. [[Datei:The four supporters (angels) of the celestial throne Wellcome L0030654.jpg|mini|rechts|Die vier als Mann, Stier, Adler und Löwe dargestellten Cherubim aus dem persischen Manuskript 373 der Wellcome-Sammlung in London.]] Die vier senkrecht aufeinander stehenden Hauptrichtungen entsprachen 2600 vor Christus den vier Hauptpunkten der Sonne zum Frühlingsäquinoktium (ekliptikale Länge = 0°), zur Sommersonnenwende (ekliptikale Länge = 90°), zum Herbstäquinoktium (ekliptikale Länge = 180°) und zur Wintersonnenwende (ekliptikale Länge = 270°), sowie gleichzeitig den vier persischen Königssternen Aldebaran (α Tauri), Regulus (α Leonis), Antares (α Scorpii) und Fomalhaut (α Piscis Austrini) beziehungsweise den späteren vier Evangelisten-Sternbildern Stier (Taurus), Löwe (Leo), fliegender Adler (Aquila, links oberhalb vom Skorpion wegfliegend) und Wassermann (Aquarius). Diese vier Lebewesen tauchen auch in der Dichtung des Umaiya ibn Abī s-Salt als die Beweger der Sonne beziehungsweise als die Träger des Throns (ḥamlat al-arsh) auf. Auch die vier Erzengel werden zu diesen Cherubim gezählt: <blockquote> Ein '''Mann''' und ein '''Stier''' unter seinem rechten Fuß,<br/> und beim andern ein '''Adler''' und ein lauernder '''Löwe'''.<br/> Und die '''Sonne''', sie geht am Ende jeder Nacht auf,<br/> rot wie eine Rose gefärbt.<br/> Sie geht ihnen aber nicht freiwillig auf,<br/> sondern muss gezüchtigt und gepeitscht werden. </blockquote> Die Gleichsetzung von "Wassermann" und "Mensch" taucht zum Beispiel im vierzehnten Kapitel des Markusevangeliums (und fast gleichlautend auch im zweiundzwanzigsten Kapitel des Lukasevangeliums) auf, wo ein einen '''Wasserkrug tragender Mensch''' beschrieben wird:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Markus14,12-14 Markusevangelium, Kapitel 14, Verse 12 bis 14], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref><ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Lukas22%2C10 Lukasevangelium, Kapitel 22, Vers 10], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 12 Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote, an dem man das Paschalamm zu schlachten pflegte, sagten die Jünger zu Jesus: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?<br/> 13 Da schickte er zwei seiner Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in die Stadt; dort wird euch ein '''Mensch''' begegnen, der einen '''Wasser'''krug trägt. Folgt ihm,<br/> 14 bis er in ein Haus hineingeht; </blockquote> Die Jünger und Jesus waren zu Beginn des Festes Pessach zusammen, also in der Jahreszeit kurz nach der Tag-und-Nacht-Gleiche des Frühlings. Falls sie sich kurz vor der Morgendämmerung nordwestlich von einer Stadt aufgehalten hätten, könnte die Anweisung bedeutet haben, dass sich die Jünger nach Südosten, genau in die Richtung des dort über dem Horizont stehenden Sternbilds Wassermann (Aquarius) und dann in das Haus begeben sollen, welches beim Gehen des Wegs das Sternbild verdeckte. Falls mit der erwähnten Stadt Jerusalem gemeint wäre, hätten zwei Wege aus nordwestlicher Richtung in die Stadt geführt: * Die Straße von Damaskus über Galiläa durch das nordwestlich gelegene Damaskustor (lateinisch: "Porta Galilaeae"). * Die Straße von der Küstenstadt Jaffa (Joppa) über Emmaus durch das westlich gelegene Jaffator (lateinisch: "Porta Pugru" oder "Porta David"). [[Datei:Blick.auf.das.alte.Jerusalem.mit.aufgehendem.Wassermann.png|mini|links|hochkant=2.5|Blick auf das Jaffator des alten Jerusalems mit dem zur Zeit des Paschamahls am frühen Morgen aufgehendem Sternbild Wassermann.]] <div style="clear:both"></div> Im sechsten Kapitel der Offenbarung des Johannes tauchen ferner die '''vier Apokalyptischen Reiter''' auf einem weißen, einem feuerroten, einem schwarzen und einem fahlen Pferd sowie die '''vier Engel''' an den '''vier Ecken der Erde''', die die '''vier Winde der Erde''' fest aufhielten. Das Himmlische Jerusalem ist '''viereckig''' angelegt:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung6 Offenbarung, Kapitel 6, bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Dann sah ich: Das Lamm öffnete das erste der sieben Siegel; und ich hörte das erste der '''vier Lebewesen''' wie mit Donnerstimme rufen: Komm!<br/> 2 Da sah ich und siehe, ein '''weißes Pferd'''; und der auf ihm saß, hatte einen '''Bogen'''. Ein Kranz wurde ihm gegeben und als Sieger zog er aus, um zu siegen.<br/> 3 Als das Lamm das zweite Siegel öffnete, hörte ich das '''zweite Lebewesen''' rufen: Komm!<br/> 4 Da erschien ein anderes '''Pferd'''; das war '''feuerrot'''. Und der auf ihm saß, wurde ermächtigt, der Erde den Frieden zu nehmen, damit die Menschen sich gegenseitig abschlachteten. Und es wurde ihm ein großes '''Schwert '''gegeben.<br/> 5 Als das Lamm das dritte Siegel öffnete, hörte ich das '''dritte Lebewesen''' rufen: Komm! Da sah ich und siehe, ein '''schwarzes Pferd'''; und der auf ihm saß, hielt in der Hand eine '''Waage'''.<br/> 6 Inmitten der vier Lebewesen hörte ich etwas wie eine Stimme sagen: Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar. Aber dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu!<br/> 7 Als das Lamm das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des '''vierten Lebewesens''' rufen: Komm!<br/> 8 Da sah ich und siehe, ein '''fahles Pferd'''; und der auf ihm saß, heißt der '''Tod'''; und die Unterwelt zog hinter ihm her. Und ihnen wurde die Macht gegeben über ein Viertel der Erde, Macht, zu töten durch Schwert, Hunger und Tod und durch die Tiere der Erde. </blockquote> Das '''Himmlische Jerusalem''' ist entsprechend den vier Haupthimmelsrichtungen '''quadratisch''' angelegt:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung21,6 Offenbarung, Kapitel 21, Vers 6, bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 16a Die Stadt war '''viereckig''' angelegt und ebenso lang wie breit. </blockquote> [[Datei:Grosses.Kreuzzeichen.png|mini|rechts|hochkant=1|Großes Kreuzzeichen.]] Beim großen Kreuzzeichen wird in der katholischen Liturgie mit den Fingern der rechten Hand ein Kreuz gezeichnet, wobei die Stirn, die Brust und beide Schultern markiert werden. Hierbei ist folgendes zu bemerken: Es gibt '''ein''' Kreuz, das aus '''zwei''' senkrechten Linien mit '''vier''' Endpunkten besteht, während '''drei''' Personen mit dem Text „Im Namen des Vaters, des Sohne und des Heiligen Geistes.“ angesprochen werden. Der Advent hat '''vier Sonntage'''. → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus/ Vierfalt|'''Dialog über die Vierfalt zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] <div style="clear:both"></div> ==Zur Fünf== [[Datei:Square-pyramidal-5.png|mini|rechts|Die Fünf ist die zweite quadratische Pyramidenzahl, die sich aus der Summe der entsprechenden Quadratzahlen Eins und Vier ergibt.]] Es gibt '''fünf Wandelgestirne''', die mit bloßem Auge nur als punktförmig wahrgenommen werden können: der Merkur, die Venus, der Mars, der Jupiter und der Saturn. ==Zur Sieben== [[Datei:Siebentel.Dreieck.png|mini|rechts|hochkant=1.5|Werden die '''drei '''Seiten eines Dreiecks ABC beispielsweise mit Hilfe der geometrischen Konstruktion mit den gestrichelten '''halbierten '''Strecken''' gedrittelt''' und werden die '''drei''' entsprechenden Punkte A', B' und C' mit den gegenüberliegenden Dreieckspunkten C, A und B verbunden, ergibt sich im Inneren des Dreieckes an den '''drei''' Schnittpunkten dieser Verbindungslinien ein weiteres Dreieck A"B"C", das genau ein '''Siebentel''' der Fläche des Dreiecks ABC hat.<br/> '''Hinweise für einen geometrischen Beweis:'''<br/> - Die Dreiecke AA'C, BB'A und CC'B müssen ein Drittel (respektive sieben Einundzwanzigstel) der Fläche des Dreiecks ABC haben.<br/> - Die Dreiecke AC'C", BA'A" und CB'B" müssen die doppelte Fläche der Dreiecke CC'C", AA'A" und BB'B" haben.<br/> - Die Dreiecke AA"C", BB"A" und CC"B" müssen die dreifache Fläche der Dreiecke CC'C", AA'A" und BB'B" haben.<br/> - Die Dreiecke AA'A", BB'B" und CC'C" müssen jeweils ein Siebentel des Flächeninhalts der Dreiecke ABB', BCC' und CAA' beziehungsweise ein Einundzwanzigstel der Fläche des Dreiecks ABC haben.]] Die Primzahl '''Sieben''' ist die einzige Zahl von der Zwei bis zur Elf, die keine gemeinsamen Teiler mit den anderen neun Zahlen hat oder ein Vielfaches dieser Zahlen ist. Ferner ist das regelmäßige Siebeneck das regelmäßige Polygon mit den wenigsten Ecken, das nicht rein geometrisch mit Lineal und Zirkel konstruiert werden kann. Dies vermittelt der Sieben seit jeher eine Sonderstellung in vielen Bereichen des geistigen Lebens. Es gibt '''sieben Hauptsterne der Plejaden''' ('''Siebengestirn'''), '''sieben regelmäßig zu beobachtende Wandelgestirne''', nach denen die '''sieben Tage der Woche''' benannt wurden, und '''sieben helle Himmelsobjekte in der Nähe der Ekliptik''', die in '''Konjunktion''' mit dem Mond oder den Planeten stehen können. → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Plejaden|'''Die Plejaden''']] → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Kalenderführung#Die_Siebentagewoche|'''Die Siebentagewoche''']] → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Der_Fixsternhimmel#Die_sieben_hellsten_Objekte_der_Ekliptik|'''Die sieben hellsten Objekte der Ekliptik''']] → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen|'''Konjunktionen''']] Ferner sei an dieser Stelle festgehalten, dass ein Mondviertel gut '''sieben Tage''' dauert. Es gibt in der Einteilung der Ekliptik beim altarabischen '''Manazil al-Qamar''' vier mal sieben Mondhäuser. → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Manazil_al-Qamar|'''Manazil al-Qamar''']] Darüber hinaus hat die '''Sieben''' in Verbindung mit der Zwölf eine besondere Bedeutung in Lunisolarkalendern und im Meton-Zyklus: Wenn in 19&nbsp;tropischen Sonnenjahren zu den 12&nbsp;synodischen Monaten eines Mondjahres 7&nbsp;Schaltmonate eingefügt werden, sind der Sonnenkalender und der Mondkalender wieder bis auf nur rund zwei Stunden Abweichung synchron. → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Meton-Zyklus|'''Der Meton-Zyklus''']] Nur '''sieben''' der zwölf Sternzeichen des Zodiaks sind Tiere, fünf sind es nicht: Zwillinge (Gemini), Jungfrau (Virgo), Waage (Libra), Schütze (Sagittarius) und Wassermann (Aquarius). Deswegen ist es auch nicht so ganz zutreffend von Zodiak oder vom Tierkreis zu sprechen. Da einzig das Sternbild Waage (Libra) kein Lebewesen ist und im Übrigen früher Teil des Sternbilds Skorpion gewesen ist, wäre der Begriff "Lebewesenkreis" dem Begriff "Tierkreis" vielleicht allgemein vorzuziehen. ===Die Siebentagewoche=== [[Datei:Regenbogen.Ausschnitt.P1010302.jpg|mini|rechts|hochkant=1|Ausschnitt eines Regenbogens mit seinen sieben Hauptfarben '''<span style="color:#FF0000">Rot</span>, <span style="color:#FF7F00">Orange</span>, <span style="color:#FFDF00">Gelb</span>, <span style="color:#00BF00"> Grün</span>, <span style="color:#00BFBF">Türkis</span>, <span style="color:#0000FF">Blau</span> und <span style="color:#7F00FF">Violett</span>'''.]] Alle sieben seit jeher mit bloßem Auge zu sehenden und gegenüber dem Sternhimmel beweglichen Gestirne bewegen sich von der Erdoberfläche aus gesehen also scheinbar entlang der Ekliptik um die Achse zwischen den beiden Ekliptikpolen. Schon in der größten griechischen Stadt Böotiens, Theben, der Stadt der sieben Tore, sollen vor fast 3000 Jahren die sieben Stadttore diesen sieben Wandelgestirnen in der Reihenfolge der Wochentage zugeordnet gewesen sein. Möglicherweise war diese Reihenfolge von den phönizischen Gründern der Stadt mitgebracht worden.<ref>''Real-Encyklopädie für protestantische Theologie und Kirche'', 17. Band, Wilhelm Lotz : Kapitel ''Woche'', Seite 255, Johann Conrad Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig, 1886</ref> Ferner gibt es auch Zuordnungen zwischen den sieben Wandelgestirnen und den sieben leicht unterscheidbaren Hauptfarben von Regenbögen: * <span style="color:#FF0000">Rot (wie Rubin)</span> * <span style="color:#FF7F00">Orange (wie Karnerol)</span> * <span style="color:#FFDF00">Gelb (wie Gold)</span> * <span style="color:#00BF00"> Grün (wie Smaragd)</span> * <span style="color:#00BFBF">Türkis (wie Türkis)</span> * <span style="color:#0000FF">Blau (wie Lapislazuli)</span> * <span style="color:#7F00FF">Violett (wie Amethyst)</span> Diese sieben Himmelsobjekte, die sich gegenüber dem Fixsternhimmel je nach den Entfernungen von der Erde und von der Sonne mehr oder weniger schnell bewegen, sind im Folgenden angegeben. Die Tatsache, dass sie nur über ihre (siderischen) Umlaufzeiten geordnet in einem Heptagramm dargestellt werden können, das ausgehend von der oben dargestellten Sonne die bekannte Reihenfolge der Wochentage ergibt, ist ein Indiz dafür, dass die Kenntnis aller Umlaufzeiten eine Voraussetzung für diese Reihenfolge ist: {| class="wikitable sortable" |+ Die sieben sich in der Ekliptik gegenüber dem Fixsternhimmel bewegenden Himmelskörper !title="Himmelskörper"| Himmels-<br/>körper !title="Symbol" class="unsortable"| Symbol !title="Siderische Umlaufzeit"| Siderische<br/>Umlaufzeit<br/>in Tagen !title="Siderische Umlaufzeit"| Siderische<br/>Umlaufzeit<br/>in Monaten !title="Siderische Umlaufzeit"| Siderische<br/>Umlaufzeit<br/>in Jahren !title="Scheinbare Helligkeit"| Scheinbare<br/>Helligkeit !title="Bahnneigung zur Ekliptik"| Bahnneigung<br/>zur Ekliptik !title="Maximale Elongation"| Maximale<br/>Elongation !title="Lateinische Bezeichnung"| Lateinische<br/>Bezeichnung<br/>des Wochentags !title="Gottheiten" class="unsortable"| Gottheiten !title="Wochentag"| Wochentag !title="Nummer"| Nummer !title="Farbe"| Farbe |- | Mond || [[Datei:Moon crescent symbol.svg|40px]] || 27,3 || 0,90 || 0,075 || -13<sup>m</sup> || 5,1° || 180° || dies lunae|| Mani || Montag || 2 || style="background:#FF7F00" | <span style="color:#FF7F00"> 2 </span> |- | Merkur|| [[Datei:Mercury symbol.svg|40px]] || 77 || 2,5 || 0,21 || -2<sup>m</sup> || 7,0° || 28° || dies Mercuri || Odin / Wotan / Wodan || Mittwoch || 4 || style="background:#7F00FF" | <span style="color:#7F00FF"> 7 </span> |- | Venus|| [[Datei:Venus symbol.svg|40px]] || 225 || 7,4 || 0,62 || -5<sup>m</sup> || 3,4° || 48° || dies Veneris|| Frija / Frigg / Frigga || Freitag || 6 || style="background:#00BFBF" | <span style="color:#00BFBF"> 5 </span> |- | Sonne|| [[Datei:Sun symbol.svg|40px]] || '''365,25''' || '''12,0''' || '''1,00''' || -27<sup>m</sup> || 0,0° || 0° || dies solis || Sol / Sunna || Sonntag || 1 || style="background:#FFDF00" | <span style="color:#FFDF00"> 3 </span> |- | Mars|| [[Datei:Mars symbol.svg|40px]] || 687 || 22,6 || 1,88 || -3<sup>m</sup> || 1,9° || 180° || dies Martis || Tiu / Ziu / Tyr || Dienstag || 3 || style="background:#FF0000" | <span style="color:#FF0000"> 1 </span> |- | Jupiter|| [[Datei:Jupiter symbol.svg|40px]] || 4333 || 142,4 || '''11,9''' || -3<sup>m</sup> || 1,3° || 180° || dies Iovis|| Thor / Donar / Thunar || Donnerstag || 5 || style="background:#0000FF" | <span style="color:#0000FF"> 6 </span> |- | Saturn|| [[Datei:Saturn symbol.svg|40px]] || 10760 || 353,5 || 29,5 || -0,5<sup>m</sup> || 2,5° || 180° || dies Saturni || Saturn || Samstag || 7 || style="background:#00BF00" | <span style="color:#00BF00"> 4 </span> |} <gallery caption="Die sieben Himmelskörper der Wochentage" widths=300 heights=300 mode=packed> Athanasius.Kircher.ArsMagna.LucisEtUmbrae.Wochentage.png|Wochentagsheptagramm und ''Tabella Regiminis Planetarum'' ("Tabelle der Lenkung der Planeten") von Athanasius Kircher in dessen Ars Magna Lucis et Umbrae von 1645. "Dies" = "Tag", "Noctis" = "Nacht", "sive" = "oder", "Feria" = "Wochentag" Heptagramm.Pergament.png|Heptagramm mit den drei Anfangsbuchstaben der lateinischen Bezeichnungen der Wochentage beziehugsweise Himmelskörper. Wochentagsheptagramm.png|Die sieben den gegenüber dem Fixsternhimmel beweglichen Himmelskörper und deren Zuordnungen zu den Wochentagen in der Darstellung eines Heptagramms, das mit dem Mond beginnend entgegen dem Uhrzeigersinn und aufsteigend nach den siderischen Umlaufzeiten angeordnet ist. Die Sonne befindet sich oben. BlumeDesLebens7.png|Hexagonaler Ring mit sieben jeweils um eine Radiuslänge überlappenden Kreisen. Ein Kreis im Zentrum umrundet von sechs weiteren Kreisen.<ref>Siehe auch: [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gold_roundels_from_Grave_Circle_A,_Grave_III_02.jpg Gold roundels from Grave Circle A, Grave III], aus einem Grab aus der Bronzezeit auf dem königlichen Friedhof der Zitadelle von Mykene</ref><ref>Jens Høyrup: [http://www.numdam.org/article/RHM_2000__6_1_5_0.pdf Geometrical patterns in the pre-classical Greek area. Prospecting the borderland between decoration, art, and structural inquiry], Revue d’histoire des mathematiques, 6, Seite 29 und 30, 2000</ref><ref>Lars Marius Garshol: [https://digital.kenyon.edu/perejournal/vol7/iss4/7 Olav’s Rose, Perun’s Mark, Taranis’s Wheel], Peregrinations: Journal of Medieval Art and Architecture 7, 4: 121-151, 2021</ref> </gallery> Die Siebentagewoche und die Bezeichnungen der sieben Wochentage gehen also auf diese sieben Himmelskörper zurück. Die Sonne ist mit großem Abstand das hellste dieser Himmelsobjekte, und nur der Mond kann über den gesamten Tag gleichzeitig mit ihr am Taghimmel gesehen werden. [[Datei:Stier.Mars.Uranus.Widder.P1025009.png|mini|rechts|hochkant=2.5|Der Uranus (unten in der Mitte) im Sternbild Widder (Aries) im Vergleich zu einigen markanten Himmelsobjekten: Oben links der Planet Mars im Goldenen Tor der Ekliptik im Sternbild Stier (Taurus) zwischen dem Roten Riesen Aldebaran (α Tauri) im offenen Sternhaufen der Hyaden und dem offenen Sternhaufen der Plejaden. In der Nachbarschaft im Uhrzeigersinn die hellen Sterne Algol (β Persei), Alamak (γ Andromedae), Mirach (β Andromedae), Hamal (α Arietis), Menkar (α Ceti).]] Der Planet '''Uranus''' ist bei günstigen Beobachtungsverhältnissen zwar gerade noch mit bloßem Auge zu sehen, wird mit seiner scheinbaren Helligkeit von 5,5<sup>m</sup> allerdings von mehreren tausend Fixsternen übertroffen. Er wurde mehrfach beobachtet, jedoch für einen Fixstern gehalten, da er sich mit einer siderischen Umlaufzeit von 84&nbsp;Jahren nur sehr langsam gegenüber dem Fixsternhimmel bewegt. Daher wurde er erst im 18.&nbsp;Jahrhundert zufällig von dem deutsch-britischen Musiker und Amateurastronomen '''Wilhelm Herschel''' (*&nbsp;1738; †&nbsp;1822) und somit lange nach der Erfindung des Fernrohrs entdeckt. Der Planet '''Neptun''' bewegt sich noch langsamer als der Planet Uranus (die siderische Umlaufzeit beträgt fast 165&nbsp;Jahre) und ist ohne optische Geräte gar nicht sichtbar. Er wurde zum Jahreswechsel 1612/1613 von Galileo Galilei (*&nbsp;1564; †&nbsp;1642) in Konjunktion zum Planeten Jupiter beobachtet, aber für einen Fixstern oder einen weiteren Jupitermond gehalten. Der Neptun wurde erst Mitte des 19.&nbsp;Jahrhunderts aufgrund aufwendiger mathematischer Berechnungen ausfindig gemacht. → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus/ Kalender|'''Dialog über den Kalender zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] ===Bedeutung der Sieben in Religionen=== [[Datei:Menorah 0307.jpg|mini|rechts|hochkant=1|Nachgebildeter siebenarmiger Leuchter ('''Menora''') des Jerusalemer Tempels mit drei Armen nach rechts und drei Armen nach links.]] Die Sieben ist eine in den alten Schriften recht häufig auftauchende Zahl. Beispiele sind die '''sieben Himmel''', die '''sieben Stufen der Türme''', die '''sieben Zweige des Lebensbaums''' oder die '''sieben Locken des Gilgamesch''' in der babylonischen Tradition.<ref>Kurt Aram: [https://www.projekt-gutenberg.org/aram/magie/chap006.html Das babylonische Weltbild], in: ''Magie und Zauberei in der alten Welt'', Deutsche Buch-Gemeinschaft, 1927</ref> Laut der Schöpfungsgeschichte wurde die Welt '''in sieben Tagen erschaffen''', und es gab die '''sieben mageren''' und die '''sieben fetten Jahre''':<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose41 Die Deutung der Träume Pharaos], Kapitel 41, Verse 26 und 27 im Buch Genesis, Einheitsübersetzung</ref> <blockquote> 26 ''Die '''sieben schönen Kühe''' sind '''sieben Jahre''', und die '''sieben schönen Ähren''' sind '''sieben Jahre'''. Es ist ein und derselbe Traum.''<br/> 27 ''Die '''sieben mageren und hässlichen Kühe''', die nachher heraufkamen, sind '''sieben Jahre''', und die '''sieben leeren, vom Ostwind ausgedörrten Ähren''' sind '''sieben Jahre Hungersnot'''.'' </blockquote> Noach sollte vor Ablauf einer '''siebentägigen''' Frist von allen reinen Tieren je '''sieben Paare''' mitnehmen.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose7 Genesis, Kapitel 7], Einheitsübersetzung</ref> Im zweiten Buch des Alten Testaments „Exodus“ gibt es die Anweisung einen '''siebenarmigen Leuchter''' aus Gold herzustellen:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/2.Mose25%2C31-40 Das Heiligtum und seine Geräte], Kapitel 25, Vers 31 bis 40 im Buch Exodus, siehe auch [https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose8 Dienst am siebenarmigen Leuchter], Kapitel 4 im Buch Numeri, Einheitsübersetzung</ref> <blockquote> 31a ''Mach einen Leuchter aus purem Gold!''<br/> 31b ''Der Leuchter, sein Gestell und sein Schaft, seine Kelche, Knospen und Blüten sollen '''aus einem Stück''' getrieben sein.''<br/> 32a ''Von seinen Seiten sollen '''sechs''' Arme ausgehen,''<br/> 32b '''''drei''' Leuchterarme auf der einen Seite und '''drei''' Leuchterarme auf der anderen Seite.''<br/> 33a ''Der '''erste''' Arm soll '''drei''' mandelblütenförmige Kelche mit je '''einer''' Knospe und '''einer''' Blüte aufweisen''<br/> 33b ''und der '''zweite''' Arm soll '''drei''' mandelblütenförmige Kelche mit je '''einer''' Knospe und '''einer''' Blüte aufweisen;''<br/> 33c ''so alle '''sechs''' Arme, die von dem Leuchter ausgehen.''<br/> 34 ''Am Leuchter sollen '''vier''' mandelblütenförmige Kelche mit Knospen und Blüten sein,''<br/> 35a '''''eine''' Knospe unter dem '''ersten''' Paar seiner Arme,''<br/> 35b '''''eine''' Knospe unter dem '''zweiten''' Paar seiner Arme''<br/> 35c ''und '''eine''' Knospe unter dem '''dritten''' Paar seiner Arme,''<br/> 35d ''bei allen '''sechs''' Armen, die vom Leuchter ausgehen.''<br/> 36 ''Seine Knospen und seine Arme sollen aus ihm herausgetrieben und aus purem Gold sein.''<br/> 37 ''Dann mach für den Leuchter '''sieben''' Lampen und setze seine Lampen so auf, dass sie das Licht nach vorn fallen lassen;''<br/> 38 ''dazu Dochtscheren und Pfannen aus purem Gold.''<br/> 39 ''Aus einem Talent puren Goldes soll man den Leuchter und alle diese Geräte machen.''<br/> 40 ''Sieh zu, dass du es nach dem Modell ausführst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist!'' </blockquote> Der Prophet ''Bileam sagte zu Balak (König der Moabiter): Errichte mir hier '''sieben Altäre''' und stell mir hier '''sieben junge Stiere''' und '''sieben Widder''' bereit&nbsp;!''<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose23 Kapitel 23, Vers 1 im Buch Numeri], Einheitsübersetzung</ref> Moses bekam die Anweisung, am Monatsanfang '''sieben fehlerlose, einjährige Lämmer''' zu opfern, und nach dem Pessachfest '''sieben Tage''' lang ungesäuerte Brote zu essen.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose28 Opfer und Feste], Kapitel 28 im Buch Numeri, Einheitsübersetzung</ref> Bei der Belagerung Jerichos sollten '''''sieben Priester sieben Widderhörner''' vor der Lade hertragen.'' Am '''siebten Tag''' sollten die Krieger '''siebenmal''' um die Stadt herumziehen.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Josua6%2C4 Einnahme Jerichos], Kapitel 6 im Buch Josua</ref> [[Datei:Vollmond.Stiersymbol.P1079912.png|mini|rechts|hochkant=1|Astronomische Aufnahme mit dem Vollmond, dem eingeblendetem Asterismus des Himmelsstieres und den Bezeichnungen der hellsten Sterne in der Himmelsregion der heutigen Sternbilder Stier (links oben), Walfisch (unten) und Widder (rechts).]] Der Prophet Hesekiel thematisiert im Kapitel 45 ab Vers 18 „Die großen Feste“ die '''Sieben''' in mehrfacher Hinsicht, unter anderem auch in Bezug auf den durch den Sternenhimmel festgelegten Festkalender und den damit eng verbundenen Asterismus des '''Himmelsstieres''' am Sternenhimmel, der die heutigen Sternbilder '''Stier''' (Taurus) und '''Widder''' (Aries) umfasst:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Hesekiel45 Die großen Feste], Kapitel 45 im Propheten Hesekiel, Einheitsübersetzung</ref><ref>Vergleiche auch [https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose23 Buch Numeri, Kapitel 23], Einheitsübersetzung</ref> → Siehe hierzu auch '''[[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Astronomische_Bezugssysteme#Der_Himmelsstier|Astronomische Bezugssysteme / Der Himmelsstier]]'''. <blockquote> 18 ''So spricht GOTT, der Herr: '''Am ersten Tag des ersten Monats''' sollst du einen jungen '''Stier''' aus der Rinderherde nehmen, der ohne Fehler ist, und das Heiligtum entsündigen.''<br/> 19 ''Der Priester nimmt etwas Blut von dem Sündopfer und bestreicht damit die Türpfosten des Tempels und die '''vier Ecken''' der Einfassung des Altars und die Türpfosten des Tors zum inneren Vorhof.''<br/> 20 ''Dasselbe sollst du am '''siebten Tag des Monats''' tun für die, die sich aus Versehen oder aus Unwissenheit verfehlt haben. So sollt ihr den Tempel entsühnen.''<br/> 21 ''Am '''vierzehnten Tag des ersten Monats''' sollt ihr das '''Pessach''' feiern, ein '''Fest von sieben Tagen'''. Da soll man ungesäuerte Brote essen.''<br/> 22 ''Der Fürst soll an diesem Tag für sich und für das ganze Volk im Land einen '''Stier''' zum Sündopfer bereitstellen.''<br/> 23 ''An den sieben Festtagen soll er als Brandopfer für den HERRN '''sieben Stiere''' und '''sieben Widder''', die ohne Fehler sind, bereitstellen, und zwar an jedem der '''sieben''' Tage, dazu täglich einen Ziegenbock als Sündopfer.''<br/> 24 ''Für das Speiseopfer soll er ein Efa Mehl je '''Stier''' und ein Efa Mehl je '''Widder''' bereitstellen, dazu je Efa Mehl ein Hin Öl.''<br/> 25 ''Genau dasselbe soll er '''sieben Tage lang''' mit dem Sündopfer, dem Brandopfer und Speiseopfer und mit dem Öl an dem Fest machen, das am '''fünfzehnten Tag des siebten Monats''' beginnt.'' </blockquote> Diese Verse nehmen Bezug auf den Monat '''Nisan''' (ungefähr März), an dem mit dem Sederabend am vierzehnten Tag das darauffolgende einwöchige Fest Pessach eingeleitet wird, und den Monat '''Tischri''' (ungefähr September), an dem ab dem fünfzehnten Tag das einwöchige Fest Sukkot (Laubhüttenfest) eingeleitet wird. Im Neuen Testament gibt es Anspielungen, die auf die besondere Bedeutung der Zahlen '''Sieben und Zwölf''' (siehe unten) hinweisen, wie im Kapitel 8 des Markusevangeliums:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Markus8 Die blinden Jünger], Kapitel 8 im Markusevangelium, Einheitsübersetzung</ref> <blockquote> 19 ''Als ich die fünf Brote für die Fünftausend brach, wie viele Körbe voll Brotstücke habt ihr da aufgehoben? Sie antworteten ihm: '''Zwölf'''.''<br/> 20 ''Und als ich die sieben Brote für die Viertausend brach, wie viele Körbe voll habt ihr da aufgehoben? Sie antworteten: '''Sieben'''.''<br/> 21 ''Da sagte er zu ihnen: Versteht ihr immer noch nicht?'' </blockquote> Besonders in der '''Offenbarung des Johannes''' (Apokalypse) spielt die Zahl Sieben eine zentrale Rolle:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung1 Offenbarung des Johannes], Einheitsübersetzung</ref> * Kapitel 1 ** Die sieben Gemeinden in der Provinz Asien ** Die sieben Geister (Gottes) vor seinem Thron ** Sieben goldene Leuchter ** Sieben Sterne in seiner Rechten * Kapitel 4 ** Die sieben sieben vor dem Thron lodernden Fackeln, die sieben Geister Gottes * Kapitel 5 "Das versiegelte Buch und das Lamm" ** Die Buchrolle mit sieben Siegeln ** Das Lamm mit sieben Hörnern und sieben Augen * Kapitel 8 "Das siebte Siegel und der Engel mit der Räucherpfanne" ** Sieben Engel ** Sieben Posaunen * Kapitel 10 "Der Engel und der siebenfache Donner" ** Sieben Donner * Kapitel 12 "Die Frau und der Drache" ** Drache mit sieben Köpfen und sieben Diademen * Kapitel 15 "Die Ankündigung der sieben letzten Plagen" ** Die sieben letzten Plagen ** Die sieben goldenen Schalen * Kapitel 17 "Die große Stadt Babylon und ihr Fall" ** Die sieben Köpfe bedeuten sieben Berge ** Die sieben Könige <gallery caption="Die Sieben in der Offenbarung des Johannes" widths=360 heights=360 mode=packed> Durer-vision-hires.gif|Die Vision aus dem ersten Kapitel der Offenbarung des Johannes mit dem Menschensohn, der '''sieben Sterne''' in seiner rechten Hand hat und von '''sieben goldenen Leuchtern''' umgeben ist, in einem Holzschnitt von Albrecht Dürer von 1498. TriererApokalypse.Offenbarung.4.png|Die Vision aus dem vierten Kapitel der Offenbarung des Johannes mit den vier geflügelten Wesen in den vier Himmelsrichtungen um den Thron und den '''sieben''' davor '''lodernden Fackeln''', die den '''sieben Geistern Gottes''' entsprechen ('''sieben Wandelgestirne'''), in der '''Trierer Apokalypse''' aus dem ersten Viertel des neunten Jahrhunderts. </gallery> Im Kontext der römisch-katholischen Kirche taucht die Anzahl Sieben in vielen Zusammenhängen auf: {| class="wikitable" |+ Die Sieben im Kontext der römisch-katholischen Kirche |- | Die '''sieben Bitten im Vaterunser''' | Dein Reich komme. | Dein Wille geschehe. | Wie im Himmel, so auf Erden. | Unser tägliches Brot gib uns heute. | Vergib uns unsere Schuld. | Führe uns nicht in Versuchung. | Erlöse uns von dem Bösen. |- | Die '''sieben letzten Worte Jesu am Kreuz''' | „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“<br/>(Lk 23,34) | „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“<br/>(Lk 23,43) | „Frau, siehe, dein Sohn!“ - „Siehe, deine Mutter!“<br/>(Joh 19,26-27) | „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“<br/>(Mk 15,34; Mt 27,46) | „Mich dürstet.“<br/>(Joh 19,28) | „Es ist vollbracht.“<br/>(Joh 19,30) | „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“<br/>(Lk 23,46) |- | Die '''sieben Sakramente''' | Taufe | Beichte | Eucharistie | Firmung | Ehe | Priesterweihe | Krankensalbung |- | Die '''sieben Gaben des Heiligen Geistes''' | Weisheit | Verstand | Rat | Stärke | Wissenschaft | Frömmigkeit | Gottesfurcht |- | Die '''sieben Tugenden''' | Glaube | Hoffnung | Liebe | Klugheit | Gerechtigkeit | Tapferkeit | Mäßigung |- | Die '''sieben Laster''' | Stolz | Geiz | Wollust | Neid | Völlerei | Zorn | Trägheit |- | Die '''sieben Töne''' nach dem Johannes-Hymnus | Ut | Re | Mi | Fa | Sol | La | Si |- | Die '''sieben römischen Pilgerkirchen''' | San Pietro in Vaticano | San Paolo fuori le Mura | San Sebastiano fuori le mura | San Giovanni in Laterano | Santa Crocein Gerusalemme | San Lorenzo fuori le mura | Santa Maria Maggiore |- | Die '''sieben römischen Hügel''' | Palatin | Kapitol | Quirinal | Viminal | Esquilin | Caelius | Aventin |- | Die '''sieben geistlichen Werke der Barmherzigkeit''' | Unwissende lehren | Zweifelnde beraten | Trauernde trösten | Sünder zurechtweisen | Beleidigern verzeihen | Lästige ertragen | Für Menschen beten |- | Die '''sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit''' | Hungrige speisen | Obdachlose beherbergen | Nackte kleiden | Kranke besuchen | Gefangene besuchen | Tote begraben | Almosen geben |- | Die '''sieben Freuden Mariens''' | Mariä Verkündigung | Mariä Heimsuchung | Geburt Jesu | Anbetung der Könige | Wiederfinden des zwölfjährigen Jesus im Tempel | Auferstehung Jesu | Aufnahme Mariens in den Himmel mit Krönung |- | Die '''sieben Schmerzen Mariens''' | Darstellung Jesu im Tempel mit Weissagung Simeons | Flucht nach Ägypten | Verlust des zwölfjährigen Jesus im Tempel | Begegnung zwischen Jesus und seiner Mutter am Kreuzweg | Kreuzigung Jesu | Kreuzabnahme und Übergabe des Leichnams an Maria | Grablegung Jesu |- | Die '''sieben freie Künste''' | Arithmetik | Geometrie | Musik | Astronomie | Grammatik | Rhetorik | Dialektik |} <div style="clear:both"></div> ===Die Bedeutung der Sieben in der Musiktheorie=== ====Die Obertonreihe==== [[Datei:Moodswingerscale.svg|mini|rechts|Harmonische transversale Schwingungen einer Saite. Die unten dargestellte Variante mit '''sieben''' Schwingungsbäuchen wird im Zusammenklang mit den anderen musikalisch nicht als angenehm empfunden, alle anderen Kombinationen erzeugen harmonische Konsonanzen.]] Die '''natürliche Obertonreihe''' kann unter Anwendung einfacher Mittel mit transversal schwingenden Saiten oder longitudinal schwingenden Luftröhren erzeugt werden, indem rationale Vielfache der Grundschwingung mit ihren Eigenfrequenzen angeregt werden. Die Zahl '''Sieben''' ist wegen ihrer Teilerfremdheit hierbei die einzige ganze Zahl bis Zehn, die bei den als harmonisch empfundenen ganzzahligen Verhältnissen nicht auftaucht. [[Datei:Monochord.Deutsches.Museum.jpg|rechts|mini|hochkant=2|Zwei parallele Monochorde auf einem gemeinsamen Resonanzkasten im Deutschen Museum in München.]] Bei zweiseitig eingespannten Saiten genügt es hierzu, bei ganzzahligen Verhältnissen der Saitenlänge einen Schwingungsknoten zu erzeugen. Dies kann leicht mit einem Monochord veranschaulicht werden. Musiker tun dies beim Spielen von Saiteninstrumenten (Chordophone) beispielsweise, indem sie die Saite an der betreffenden Stelle nicht niederdrücken, sondern nur berühren, so dass beim Anregen der Schwingung durch Zupfen oder Streichen ein Flageolettton erklingt. Bei Äolsharfen (Windharfen) werden diese Schwingungen durch das Anblasen mit verschiedenen Windgeschwindigkeiten angeregt. Bei Blasinstrumenten (Aerophone), wie Flöten oder Blechblasinstrumenten mit Kesselmundstück, kann die Obertonreihe durch Überblasen erzeugt werden. Bei Flöten wird der Blasdruck erhöht, und in Kesselmundstücken wird die Lippenspannung erhöht, so dass die zunehmend höheren Frequenzen der Obertonreihe angeregt werden. Die folgende Tabelle zeigt die Verhältnisse bei der Obertonreihe für die ersten zehn Töne sowie die dazugehörigen musikalischen Intervallbezeichnungen. Der erste Ton stellt den Grundton dar: {| class="wikitable" |'''Natürliche Zahl''' |'''Verhältnis''' |'''Dezimalzahl''' |'''Musikalisches Intervall''' |- |1 |1 |1,000000 |Prime |- |2 |1 |2,000000 |Oktave |- |3 |2 |1,500000 |Quinte |- |4 |3 |1,333333 |Quarte |- |5 |4 |1,250000 |Große Terz |- |6 |5 |1,200000 |Kleine Terz |- |7 |6 |1,166667 | - |- |8 |7 |1,142857 | - |- |9 |8 |1,125000 |Großer Ganzton |- |10 |9 |1,111111 |Kleiner Ganzton |} ====Der Heptachord==== Aus diesen Verhältnissen ergibt sich verhältnismäßig zwanglos die diatonische Tonfolge aus den '''sieben''' Tönen A – B – C – D – E – F – G. Diese heptatonische Tonleiter ('''Heptachord''') bildet die Grundlage für das antike '''Systema Téleion''' der Griechen, das sich in den Jahrhunderten nach Pythagoras herausbildete. Auch das von '''Boethius''' und '''Guido von Arezzo''' dokumentierte mittelalterliche System der kirchenmusikalischen Tonarten beruht auf dieser siebentönigen Folge.<ref>[http://12koerbe.de/arche/boe-mu1.htm#XVIIII. XVIIII. Daß die Oktave aus fünf Ganztonschritten plus zwei Halbtonschritten zusammengefügt ist.], in: ''De institutione musica : Von der musikalischen Unterweisung'', Boethius, nach Gottfried Friedlein, Leipzig, Teubner, 1867; ins Deutsche übersetzt von Hans Zimmermann, Görlitz, 2009</ref><ref>[https://archive.org/details/micrologusguido00hermgoog/page/n129/mode/2up Kapitel XX. wie die Musik aus dem Klange der Hämmer erfunden worden sei], in: ''Micrologus Guidonis de disciplina artis musicae'' / ''Kurze Abhandlung Guido's über die Regeln der musikalischen Kunst'', ins Deutsche übersetzt von Michael Hermesdorff, Trier, 1876</ref> → Siehe auch '''[[Pythagoras in der Schmiede]]'''. ==Zur Elf== Die '''Elf''' ist eine Primzahl. Die Differenz zwischen Mondjahr (zwölf synodische Monate mit 29,53 Tagen = 354,37&nbsp;Tage) und Sonnenjahr (365,24&nbsp;Tage) beträgt etwa '''11&nbsp;Tage'''. Schon die Sumerer hatten am Ende Ihres Jahres mit zwölf Mondmonaten das elftägige Neujahrsfest Atiki gefeiert, so dass nach dem Ende des Neujahrsfestes der Frühlingspunkt. → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Plejaden#Das_babylonische_Neujahrsfest_Akiti|Kapitel '''Die Plejaden''' / Abschnitt '''Das babylonische Neujahrsfest Akiti''']]. Auch auf Malta war den Menschen offenbar bereits in der Jungsteinzeit diese Tagesdifferenz bekannt, da auf dem Kalenderstein von Mnajdra eine abzählbare Reihe mit '''elf Löchern''' auftaucht. <gallery mode="packed" widths="640" heights="320" caption="Vorgeschichtliche Erscheinungen der Zahl Elf"> Bluetenbestaeubung.P1151493.jpg|Detail eines assyrischen Reliefs im Vorderasiatischen Museum Berlin mit einem Blütenstaubeimer sowie einem Armband mit '''elfblättriger''' Blüte. Gemme.Mond.Stern.Sonne.ain.kaf.ros.kaf.kaf.lamd.2Stierkoepfe.png|Gemme mit der Darstellung von liegender Mondsichel, Stern und Sonne mit '''elf zackenförmigen Strahlen''', mit einer Inschrift mit den phönizischen Buchstaben lamd, kaf, kaf, ros, kaf, ain (von rechts nach links, dies entspricht hebräisch „לככרכע“, griechisch „λκκρκο“ beziehungsweise lateinisch „lkkrko“) sowie mit zwei Stierköpfen aus der kaiserlichen Nationalbibliothek in Paris. Die Übersetzung der Inschrift dürfte „dem mächtigen Baal“ bedeuten.<ref>Moritz Abraham Levy: [https://books.google.de/books?id=w2o6AAAAcAAJ&lpg=PA31&ots=CFLP1IzvXr&dq=phoenizische%20buchstaben%20sonne%20mond&hl=de&pg=PA36#v=onepage&q&f=false Phönizische Studien - II. Backsteine, Gemmen und Siegel aus Mesopotamien mit phönizischer (altsemitischer) Schrift - B "Gemmen und Siegel" - Nummer 11], Seite 36 und 37, siehe auch Tafel 10, Band 2, Leuckart, Breslau, September 1857</ref> Kalenderstein.Mnajdra.labelled.png|Skizze der Lochreihen auf dem [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Kalenderstein_vom_Tempel_Mnajdra|Kalenderstein vom Tempel Mnajdra]] aus der Tempelperiode der Insel Malta nach Ventura und Hoskin.<ref name="Ventura"/> Die Reihe E umfasst '''elf Löcher'''. Auch die anderen Reihen weisen deutliche Bezüge zum Mond und verschiedenen Kalenderzyklen auf. </gallery> Die Erde steht innerhalb eines siderischen Jahres des Planeten Jupiter (zwölf Erdenjahre) '''elf Mal''' mit diesem in Opposition steht. Zu diesen Zeitpunkten ist der Abstand zwischen Erde und Jupiter am geringsten, der Jupiter hat steht in seinem größten Glanz und er kulminiert um Mitternacht auf dem südlichen Meridian. Im islamischen Kalender werden in dreißig Mondjahren '''elf Schalttage''' eingefügt. ==Zur Zwölf== [[Datei:Zwoelfknotenschnur.png|mini|rechts|hochkant=1.5|Die '''Zwölfknotenschnur''' (oben) wurde bereits im alten Ägypten verwendet und besteht aus zwölf gleich langen Segmenten, die mit zwölf Knoten markiert werden können. Damit kann ihre Gesamtlänge halbiert, gedrittelt, geviertelt und gesechstelt werden (links). Ein aus ihr gebildeter Kreis (unten Mitte) hat einen Durchmesser von knapp einem Drittel (genauer <math>\frac {12} {\pi}</math>) der Schnurlänge, und der Winkelabstand benachbarter Punkte beträgt vom Kreismittelpunkt aus gesehen genau 30&nbsp;Bogengrad (ein Zwölftel des vollen Kreises mit 360&nbsp;Bogengrad); die Kreisfläche beträgt <math>\frac {36} {\pi}</math>. Das aus der Schnur gebildete gleichseitige Dreieck (rechts oben) hat eine Basislänge von einem Drittel der Schnurlänge sowie drei Eckwinkel von genau 60&nbsp;Bogengrad; die Dreiecksfläche beträgt <math>4 \sqrt 3</math>. Der größte Winkel des aus der Schnur gebildeten Dreiecks mit den Seitenlängen von einem Viertel <math>\left( \frac {3} {12} \right)</math>, einem Drittel <math>\left( \frac {4} {12} \right)</math> und fünf Zwölfteln <math>\left( \frac {5} {12} \right)</math> der Gesamtlänge (rechts unten) ist ein rechter Winkel mit genau 90&nbsp;Bogengrad; dessen Flächeninhalt beträgt 6, der mittelgroße Winkel beträgt <math>\arctan \frac {4} {3}</math> und der kleine Winkel <math>\arctan \frac {3} {4}</math>.]] [[Datei:EU Flag specification.svg|mini|rechts|hochkant=1.5|Die Europaflagge besteht aus einem zentral, gleichmäßig in einem 30°-Raster und kreisförmig angeordneten Kranz aus zwölf goldenen, fünfzackigen, sich nicht berührenden Sternen auf azurblauem, rechteckigen Hintergrund mit dem Seitenverhältnis drei zu zwei.]] Die Zwölf wird auch ein Dutzend genannt und zerlegt sich wie folgt in Primfaktoren: :<math>12 = 2 \cdot 2 \cdot 3 = 2^2 \cdot 3 = 4 \cdot 3</math> Somit ist sie eine hochzusammengesetzte Zahl, nämlich die kleinste Zahl mit mehr als drei, nämlich sogar sechs ganzzahligen Teilern: 1, 2, 3, 4, 6 und 12. Die Umfang des kleinsten rechtwinkligen Dreiecks mit ganzzahligen Seitenlängen beträgt 12: :<math>3 + 4 + 5 = 12</math> Die Seitenlängen betragen also 3, 4 und 5 und erfüllen den Zusammenhang der durch den Satz des Pythagoras beschrieben ist: :<math>3^2 + 4^2 = 5^2</math> ===Der Tag=== An den Tagen der Tag-und-Nacht-Gleiche steht die Sonne zwölf Stunden oberhalb und zwölf Stunden unterhalb des Horizonts. ===Anzahl der Monate im Jahr=== Das Sonnenjahr und das Mondjahr haben zwölf Monate. Wegen der um zirka elf Tage kürzeren Dauer eines Mondjahres (Lunarjahr) gegenüber einem Sonnenjahr (Solarjahr), wird bei kombinierten Lunisolarkalendern ungefähr alle drei Jahre ein dreizehnter Schaltmonat eingefügt. ===Umlaufzeit des Planeten Jupiter=== Die siderische Umlaufzeit des Planeten Jupiter beträgt knapp '''zwölf Sonnenjahre''' (11,7 tropische Jahre) beziehungsweise gut zwölf Mondjahre mit je zwölf Monaten. Dies hat zur Folge, dass der Jupiter in aufeinanderfolgenden Jahren von der Erde aus betrachtet entlang der Ekliptik linksläufig um eines der '''zwölf Lebewesenkreiszeichen des Zodiaks''' weitergewandert ist. Ähnlich wie der Mond täglich in einem der 27 oder 28 Mondhäuser steht, steht der Jupiter also jährlich in einem Lebewesenkreiszeichen, die entsprechend als die zwölf "Jupiterhäuser" bezeichnet werden könnten. Innerhalb eines solchen Jupiterzyklus steht die Erde elf Mal in Opposition zum Jupiter, wobei der Abstand zwischen Erde und Jupiter dann minimal ist. Ferner kulminiert der Jupiter an diesen Tagen bei größter Höhe über dem Horizont um Mitternacht auf dem südlichen Meridian und hat dabei eine größte scheinbare Helligkeit von fast -3<sup>m</sup>. ===Der Zodiak=== Der Zodiak oder Lebewesenkreis (häufig unzutreffend auch als Tierkreis bezeichnet) beschreibt die zwölf Sternbilder entlang der Ekliptik, die in der folgenden Reihenfolge auftreten: * Frühling ** Widder (Aries) ** Stier (Taurus) ** Zwillinge (Gemini) * Sommer ** Krebs (Cancer) ** Löwe (Leo) ** Jungfrau (Virgo) * Herbst ** Waage (Libra) ** Skorpion (Scorpio) ** Schütze (Sagittarius) * Winter ** Steinbock (Capricornus) ** Wassermann (Aquarius) ** Fische (Pisces) In jeder der vier Jahreszeiten gibt es drei Monate, die einem der Lebewesenkreiszeichen zugeordnet werden können. Von allen Sternzeichen liegen nur diese zwölf Lebewesenkreiszeichen auf der Ekliptik. Die beiden offenen Sternhaufen der Plejaden und der Hyaden gehören zum Sternbild Stier (Taurus) und liegen daher ebenfalls im Bereich der Ekliptik. Alle anderen Sternbilder, namentlich Orion und Großer Bär (Ursa Major, mit dem Asterismus Großer Wagen) liegen abseits der Ekliptik. Die meisten auf der Nordhalbkugel sichtbaren Sternbilder liegen demnach auf oder nördlich der Ekliptik. Alle zwölf Zeichen nehmen einen eigenen 30 Bogengrad langen Abschnitt des Vollkreises ein, wobei benachbarte Zeichen nahtlos ineinander übergehen. Es sei angemerkt, dass das Sternzeichen Waage (Libra) zwischen den beiden Sternbildern Skorpion (Scorpio) und Jungfrau (Virga) steht. Allerdings ist das Sternbild Waage recht klein und vergleichsweise unscheinbar. Im Altertum wurde es noch den beiden Scheren des Spinnentieres im Sternbild Skorpion zugeordnet. Es entspricht dem 16.&nbsp;Mondhaus ''Azobene'' (zu Deutsch ''die beiden Scheren'') des antiken astronomischen Ekliptiksystems ''Manazil al-Qamar'', das insgesamt 28 Sterngruppen ausweist. Erst die Perser und Babylonier führten zwölf Sternzeichen und die regelmäßige Winkelstruktur auf der Ekliptik mit gleichgroßen Segmenten mit jeweils 30&nbsp;Bogengrad ein. Es ist nicht überliefert, ob und welche Sternbilder in welchen Konstellationen vor 4500 Jahren in Gebrauch waren. <gallery caption="Der Zodiak" mode="packed" heights=480 widths=480> ZodiacCC - Degrees Dates Names Move DE.svg|Schema des Zodiaks: die zwölf Sternbilder des Lebewesenkreises entlang der Ekliptik. Dendera.Zodiak.jpg|Der '''Zodiak von Dendera''' von ungefähr 50&nbsp;vor Christus. Der Tempel von Dendera liegt 60 Kilometer nördlich von Luxor und war den ägyptischen Göttern Hatgor und Isis geweiht. Die originale Darstellung der Sternbilder der nördlichen Hemisphäre mit allen zwölf auch heute noch bekannten Tierkreiszeichen befand sich an der Decke des Mittelraums der nordöstlichen Anlage des Tempels und ist heute im Pariser Louvre ausgestellt. Beit_alfa01.jpg|Byzantinisches Mosaik des Zodiaks aus dem 6.&nbsp;Jahrhundert in der Beth Alpha Synagoge im Norden von Israel. </gallery> ===Bedeutung der Zwölf in Religionen=== [[Datei:Chamber_B,_Yazilikaya_02.jpg|rechts|mini|hochkant=2|Relief aus dem 13.&nbsp;vorchristlichen Jahrhundert an der Wand von Kammer A im hethitischen Heiligtum Yazılıkaya in der heutigen Türkei. Die Prozession der '''zwölf''' männlichen Gottheiten von links nach rechts repräsentiert die '''zwölf''' Monate pro Mondjahr.]] Die Zahl Zwölf taucht in vielen religiösen Überlieferungen auf. Allein in der deutschsprachigen Einheitsübersetzung der Bibel von 2016 ist das Zahlwort mehrere hundert Mal zu finden, wie zum Beispiel im Alten Testament bei der Erwähnung der "zwölf Steinmale für die zwölf Stämme Israels" im '''Buch Exodus''' (Kapitel 24, Vers 4)<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/2.Mose24 Buch Exodus, Kapitel 24]</ref>, im '''Buch Numeri''' bei der Erwähnung der '''zwölf silbernen Schüsseln''', der '''zwölf silbernen Schalen''', der '''zwölf goldenen Schalen''', der '''zwölf Stiere''', der '''zwölf Widder''', der '''zwölf einjährigen Lämmer''' sowie der '''zwölf Ziegenböcke''' (Kapitel 7)<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose7 Buch Numeri, Kapitel 7]</ref> oder die "zwölf Männer" und die "zwölf Steine" im '''Buch Josua''' (Kapitel 4)<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Josua4 Buch Josua, Kapitel 4]</ref>. An vielen weiteren Stellen wird darauf mehr oder weniger direkt Bezug genommen. Die zwölf Stämme Israels gehen auf die zwölf Söhne Jakobs zurück:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Gen35,22-27 Genesis, Kapitel 35, Vers 22 bis 27]</ref> {| class="wikitable" |+ Die zwölf Söhne Jakobs !title="Nummer"|Nummer !title="Name"|Name |- | 1 || Ruben |- | 2 || Simeon |- | 3 || Levi |- | 4 || Juda |- | 5 || Dan |- | 6 || Naftali |- | 7 || Gad |- | 8 || Ascher |- | 9 || Issachar |- | 10 || Sebulon |- | 11 || Josef |- | 12 || Benjamin |} Aus astronomischer Sicht ist die Stelle der Beschreibung eines gegossenen Meeres im neu gebauten Tempel im vierten Kapitel des '''2.&nbsp;Buchs der Chronik''' besonders interessant. Zunächst wird das Verhältnis von 30 zu 10 als eine Näherung der Kreiszahl π angegeben: <blockquote> Das Meer ''maß zehn Ellen von einem Rand zum andern, war völlig rund ... Eine Schnur von dreißig Ellen konnte es rings umspannen.'' </blockquote> Danach heißt es: <blockquote> ''Das Meer stand auf '''zwölf''' Rindern. Von ihnen schauten drei nach Norden, drei nach Westen, drei nach Süden und drei nach Osten.'' </blockquote> Im Neuen Testament tauchen dann beispielweise die zwölf Jünger auf, die in Bezug zu den zwölf Stämmen Israels zu sehen sind. Eine Auflistung der zwölf Namen findet sich im zehn Kapitel des Evangelisten Matthäus:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us10 Matthäus, Kapitel 10, Verse 2 bis 4]</ref> <blockquote> 2 Die Namen der '''zwölf''' Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes,<br/> 3 Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus,<br/> 4 Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn ausgeliefert hat. </blockquote> In der Matthäus-Passion wird bei der Gefangennahme Jesu erwähnt, dass Jesus seinem Begleiter folgende Frage gestellt hatte:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us26,53 Matthäus, Kapitel 26, Vers 53]</ref> <blockquote> 53 Oder glaubst du nicht, mein Vater würde mir sogleich mehr als '''zwölf Legionen Engel''' schicken, wenn ich ihn darum bitte? </blockquote> Auch in der '''Apostelgeschichte''' werden die zwölf Apostel erwähnt: * Kapitel 1: "zwölf Apostel" * Kapitel 2 ("Die Wahl der Sieben"): "Die Zwölf" * Kapitel 7 ("Die Rede des Stephanus"): "zwölf Patriarchen" Eine besondere Mystik besteht im letzten Buch der Bibel, in der '''Offenbarung des Johannes''' (Apokalypse), wo häufig auf die Zahl Zwölf referiert, wie beispielsweise in den folgenden Kapiteln: * Kapitel 7: ''"Es waren hundertvierundvierzigtausend aus allen Stämmen der Söhne Israels, die das Siegel trugen."'' Die Zahl 144000 lässt sich in die Faktoren 12 und 12000 zerlegen, da jeweils 12000 Menschen aus den '''zwölf Stämmen Israels''' vertreten sind. * Kapitel 12 ("Die Frau und der Drache"): ''"Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von '''zwölf Sternen''' auf ihrem Haupt."'' * Kapitel 21 ("Das neue Jerusalem"): ''"Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit '''zwölf Toren''' und '''zwölf Engeln''' darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben: die Namen der '''zwölf Stämme''' der Söhne Israels. Im Osten hat die Stadt drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei Tore und im Westen drei Tore. Die Mauer der Stadt hat '''zwölf Grundsteine'''; auf ihnen stehen die '''zwölf Namen''' der '''zwölf Apostel''' des Lammes."'' Die '''zwölf Tore''' sind '''zwölf Perlen'''; jedes der Tore besteht aus einer einzigen Perle. * Kapitel 22 (Epilog): ''"Und er zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er geht vom Thron Gottes und des Lammes aus. Zwischen der Straße der Stadt und dem Strom, hüben und drüben, steht ein Baum des Lebens. '''Zwölfmal''' trägt er Früchte, jeden Monat gibt er seine Frucht; und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker."'' Im Kapitel 21 heißt es in den Versen 19 und 20:<ref>[https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/EUE/REV.21.19-REV.21.20 Offenbarung 21.19-20], Deutsche Bibelgesellschaft, Einheitsübersetzung, 2016</ref> <blockquote> 19 Die Grundsteine der Stadtmauer sind mit edlen Steinen aller Art geschmückt; der erste Grundstein ist ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd,<br/> 20 der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sardion, der siebte ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst. </blockquote> <gallery caption="Die zwölf Grundsteine des Himmlischen Jerusalems" mode="packed"> Jasper.pebble.600pix.bkg.jpg|1. Jaspis Corundum-83144.jpg|2. Saphir Purple chalcedony (Ethiopia) 3.jpg|3. Chalzedon Beryl-Rutile-Muscovite-242622.jpg|4. Smaragd Agate banded 750pix.jpg|5. Sardonyx Carnelian crystal444.jpg|6. Sardion Forsterite-121354.jpg|7. Chrysolith Beryl-d05-129a.jpg|8. Beryll Danburite-Topaz-denv08-49a.jpg|9. Topas Chrysoprase (Australia) 2.jpg|10. Chrysopras RussieProvenanceMiask Ref2010.34.574 MuséumHistoireNaturelleLille GLAM2016 Photo.F.Lamiot 6.jpg|11. Hyazinth IMGP2022212 (50997057512).jpg|12. Amethyst </gallery> [[Datei:Kleines.Kreuzzeichen.png|mini|rechts|hochkant=2|Reihenfolge der zwölf Endpunkte beim kleinen dreifachen Kreuzzeichen.]] Beim '''kleinen dreifachen Kreuzzeichen''' werden in der katholischen Liturgie mit dem Daumen der rechten Hand insgesamt drei Kreuze gezeichnet, um an menschliche Tätigkeiten zu erinnern und Gottes Segen dafür zu erbitten: * Das erste auf die Stirn, für das Denken und Glauben. * Das zweite auf die Lippen, für das Sprechen und Verkündigen. * Das dritte auf das Herz, für das Handeln und Fühlen. Hierbei ist folgendes zu bemerken: Es gibt '''ein''' Kreuz, * das aus '''zwei''' senkrechten Linien besteht, * das '''drei''' Mal gezeichnet wird, * das jeweils '''vier''' Endpunkte hat. Es werden dabei insgesamt * '''sechs''' Linien gezeichnet, * '''sechs''' Silben gesprochen („Eh-re sei dir, o Herr“), * '''zwölf''' Endpunkte markiert. <div style="clear:both"></div> ==Zur Vierzehn== [[Datei:square-pyramidal-14.png|mini|rechts|Die Vierzehn ist die dritte quadratische Pyramidenzahl, die sich aus der Summe der entsprechenden Quadratzahlen Eins, Vier und Neun ergibt.]] Die Vierzehn ist das Doppelte der Sieben, im englischsprachigen Raum gibt es für die vierzehntägige Doppelwoche den Begriff "fortnight" (von ""fourteen nights""). Zahlt man sowohl die Nacht vor dem ersten Tag als auch die Nacht nach dem letzten Tag, dann ergeben sich fünfzehn Nächste, so dass in der keltischen Sprache auch der Begriff "pythefnos" (für "fünfzehn Nächte") und im Altgriechischen der Begriff "δεκαπενθήμερο" (dekapenthímero = fünfzehn Tage) gebräuchlich war. Hierbei muss auch berücksichtigt werden, dass ein Mondviertel etwas länger als sieben Tage dauert und eine Mondhälfte deswegen auf fünfzehn Tage aufgerundet werden kann. ==Zur Neunzehn== [[Datei:BlumeDesLebens19.png|mini|rechts|hochkant=1.5|Hexagonaler Ring mit neunzehn jeweils um eine Radiuslänge überlappenden Kreisen.]] Die '''Neunzehn''' ist eine Primzahl. Ein hexagonaler Ring mit '''neunzehn''' jeweils um eine Radiuslänge überlappenden Kreisen besteht aus einem Kreis im Zentrum, der von sechs weiteren Kreisen umrundet wird, die wiederum von zwölf Kreisen umrundet werden. Die Zahl Neunzehn ergibt sich hierbei also als Summe der Zahlen Eins, Sechs und Zwölf beziehungsweise als Summe der beiden heiligen Zahlen Sieben und Zwölf: :<math>19 = 1 + 6 + 12 = 7 + 12</math> Diese geometrische Figur symbolisiert somit die Erschaffung des Himmels: die '''sieben Wandelgestirne''' mit dem Hauptgestirn in der Mitte (die '''Sonne''') und sechs weitere Wandelgestirne, die es umgeben (der '''Mond''' und die fünf mit bloßem Auge sichtbaren Planeten '''Merkur''', '''Venus''', '''Mars''', '''Jupiter '''und '''Saturn'''), sowie die Fixsterne repräsentiert durch den '''Zodiak''' mit seinen '''zwölf Lebewesenzeichen''' ('''Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische, Widder'''). Von jeder der Kanten der sechsseitigen geometrischen Figur zur gegenüberliegenden Seite sind fünf Kreisreihen mit drei, vier, fünf, vier und drei Kreisen zu erkennen: :<math>19 = 3 + 4 + 5 + 4 + 3</math> Beim '''pythagoreisches Komma''' <math>\kappa</math> ([[Quadriviale_Kuriositäten/_Zahlen#Tonsysteme|siehe unten]]) ergibt sich zwischen sieben Oktaven und zwölf Quinten ein Zahlenverhältnis, bei dem die Exponenten 7, 12 und 19 eine wichtige Rolle spielen: :<math>\kappa = \frac {3^{12}} {2^{12} \cdot 2^{7}} = \frac {3^{12}} {2^{19}}</math> Der '''Meton-Zyklus''' umfasst recht genau '''neunzehn''' tropische Jahre. <gallery mode="packed" widths="640" heights="320" caption="Vorgeschichtliche Kalender mit Bezug zum Meton-Zyklus"> Kalenderstein.Mnajdra.labelled.png|Skizze der Lochreihen auf dem [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Kalenderstein_vom_Tempel_Mnajdra|Kalenderstein vom Tempel Mnajdra]] aus der Tempelperiode der Insel Malta nach Ventura und Hoskin.<ref name="Ventura">Frank Ventura, Michael Hoskin: [[doi:10.1007/978-1-4614-6141-8_133|Temples of Malta]], in: Clive Ruggles (Herausgeber), ''Handbook of Archaeoastronomy and Ethnoastronomy'', 7. Juli 2014, Seiten 1421-1430, Springer, New York, ISBN 978-1-4614-6140-1</ref> Die oberste Reihe umfasst '''neunzehn''' Löcher. Auch die anderen Reihen weisen deutliche Bezüge zum Mond und verschiedenen Kalenderzyklen auf. Magura_cave_023.jpg|Kalender unter den [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die_Höhlenmalerei_in_der_Magura-Höhle#Kalender|Höhlenmalereien in der Magura-Höhle]] mit einer Matrix aus 19 Punkten (halb links oben). Yazilikaya.19.Gottheiten.png|Schmatische Darstellung der '''neunzehn''' weiblichen Gottheiten im hethitischen Heiligtum '''Yazılıkaya'''. Hattusa,_capital_of_the_Hittite_Empire_51.jpg|Ein Relief aus dem 13.&nbsp;vorchristlichen Jahrhundert an der östlichen Wand in der Kammer A des hethitischen Heiligtums '''Yazılıkaya''' in der heutigen Türkei zeigt die Prozession von '''neunzehn''' weiblichen Gottheiten von rechts nach links, die mit der Anzahl der Sonnenjahre des Meton-Zyklus in Verbindung gebracht werden. Im Original variieren die Darstellungen der einzelnen Figuren, die in unterschiedlichem Zustand erhalten sind. Über den Händen einzelner Figuren konnten zudem verschiedene hieroglyphische Darstellungen festgestellt werden. Die erste Figur (ganz links) konnte hierdurch nur indirekt rekonstruiert werden.<ref>Eberhard Zangger, Rita Gautschy: [http://63.33.38.154/JSA/article/view/12232 Celestial Aspects of Hittite Religion - An Investigation of the Rock Sanctuary Yazilikaya], Journal of Skyscape Archaeology, 5(1), 5–38, 2019</ref> Detail mit den linken drei der insgesamt neunzehn Göttinnen der Bilderreihe in der Kammer A des Heiligtums. </gallery> Während der Regierungszeit des persischen Großkönigs Artaxerxes II. (Mnemon, 4.&nbsp;Jahrhundert vor Christus) haben die Astronomen einen Kalender mit einem neunzehnjährigen Zyklus verwendet. → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen#Der_Meton-Zyklus|Kapitel '''Mondzyklen''' / Abschnitt '''Meton-Zyklus''']]. ==Zur Vierundzwanzig== [[Datei:World Clock (8331821780).jpg|mini|rechts|hochkant=1|die Urania-Weltzeituhr mit 24-Stundenkreis auf dem Berliner Alexanderplatz.]] Die Vierundzwanzig wird manchmal ein Doppeldutzend genannt und zerlegt sich wie folgt in Primfaktoren: :<math>24 = 2 \cdot 2 \cdot 2 \cdot 3 = 2^3 \cdot 3</math> Somit ist sie eine hochzusammengesetzte Zahl, nämlich die kleinste Zahl mit acht ganzzahligen Teilern: 1, 2, 3, 4, 6, 8, 12 und 24. Die 360 ist die kleinste natürliche Zahl mit 24 ganzzahligen Teilern. Sie beschreibt in der Maßeinheit Bogengrad einen vollständigen Kreis mit 360&nbsp;Bogengrad. ===Der Tag=== Jeder Tag hat '''vierundzwanzig Stunden'''. Der Stundenkreis des Himmelsäquators wird in vierundzwanzig Tele geteilt. Jeder dieser Teile hat also eine Spanne von 15&nbsp;Bogengrad und steht eine Stunde lang in einer bestimmten Himmelsrichtung, wie zum Beispiel auf dem südlichen Meridian. Im äquatorialen Koordinatensystem der Astronomie werden der Stundenwinkel <math>\tau</math>, die Sternzeit <math>\Theta</math> und die Rektaszension <math>\alpha</math> in vierundzwanzig Teile geteilt. Sie stehen untereinander in der folgenden Beziehung: :<math>\tau = \Theta - \alpha</math> ===Bedeutung der Vierundzwanzig in Religionen=== [[Datei:Cast_of_Portico_de_la_Gloria_(detail).JPG|mini|rechts|hochkant=1.5|Reproduktion im Victoria and Albert Museum in London vom Portico di Gloria der Kathedrale von Santiago de Compostela in Spanien, der von den '''vierundzwanzig Ältesten''' mit Musikinstrumenten umkränzt ist.]] Einen besonderen Bezug gibt es im letzten Buch der Bibel, in der '''Offenbarung des Johannes''' (Apokalypse), wo die '''vierundzwanzig gekrönten Ältesten''' mit ihren Thronen den zentralen Thron umrunden, so wie der Stundenwinkel in der Astronomie den Himmelsäquator in '''vierundzwanzig Segmente''' teilt: Kapitel 4:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung4 Offenbarung des Johannes, Kapitel 4]</ref> <blockquote> 4 Und rings um den Thron standen '''vierundzwanzig Throne''' und auf den Thronen saßen '''vierundzwanzig Älteste''', in weiße Gewänder gekleidet und mit goldenen Kränzen auf dem Haupt.<br/> 9 Und wenn die Lebewesen dem, der auf dem Thron sitzt und in alle Ewigkeit lebt, Herrlichkeit und Ehre und Dank erweisen,<br/> 10 dann werfen sich die '''vierundzwanzig Ältesten''' vor dem, der auf dem Thron sitzt, nieder und beten ihn an, der in alle Ewigkeit lebt. Und sie legen ihre goldenen Kränze vor seinem Thron nieder und sprechen:<br/> 11 Würdig bist du, Herr, unser Gott, / Herrlichkeit zu empfangen und Ehre und Macht. Denn du bist es, der die Welt erschaffen hat, / durch deinen Willen war sie und wurde sie erschaffen. </blockquote> Kapitel 5:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung5 Offenbarung des Johannes, Kapitel 5]</ref> <blockquote> 8 Als es das Buch empfangen hatte, fielen die vier Lebewesen und die '''vierundzwanzig Ältesten''' vor dem Lamm nieder; alle trugen Harfen und goldene Schalen voll von Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen.<br/> 9 Und sie sangen ein neues Lied und sprachen: Würdig bist du, / das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du wurdest geschlachtet / und hast mit deinem Blut / Menschen für Gott erworben / aus allen Stämmen und Sprachen, / aus allen Nationen und Völkern<br/> 10 und du hast sie für unsern Gott / zu einem Königreich und zu Priestern gemacht; / und sie werden auf der Erde herrschen.<br/> 14 Und die vier Lebewesen sprachen: Amen. Und die '''vierundzwanzig Ältesten''' fielen nieder und beteten an. </blockquote> Kapitel 19:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung19 Offenbarung des Johannes, Kapitel 19]</ref> <blockquote> 4 Und die '''vierundzwanzig Ältesten''' und die vier Lebewesen fielen nieder vor Gott, der auf dem Thron sitzt, beteten ihn an und riefen: Amen, halleluja! </blockquote> ==Zur 27, 28, 29 und 30== [[Datei:Gekerbter.Knochen.Thais.P1035755.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Auf dem Knochen, der in den Höhlen von Thais bei Saint-Nazaire-en-Royans gefunden wurde, gibt es auch Reihen mit 28 bis 30 Kerben, die der Anzahl der Tage der Mondphasen in Mondzyklen entsprechen. Teilweise sind die Kerben in Wellenform dargestellt, die der schwankenden ekliptikalen Breite bei aufsteigendem und absteigendem Mond zu beobachten ist.<ref name="Valence" />]] Die drei Zahlen 27 bis 30 beschreiben die Länge von verschiedenen '''Mondzyklen''' in Tagen: * Beim Erreichen der gleichen Stelle am Fixsternhimmel (siderischer Monat) beziehungsweise der gleichen ekliptikalen Breite (drakonitischer Monat): ** '''27 Tage''': Abgerundete Länge eines siderischen oder drakonitischen Monats / Anzahl der indischen Mondhäuser. ** '''28 Tage''': Aufgerundete Länge eines siderischen oder drakonitischen Monats / Anzahl der beduinischen Mondhäuser. * Beim Erreichen der gleichen Mondphase (synodischer Monat): ** '''29 Tage''': Abgerundete Länge eines synodischen Monats. ** '''30 Tage''': Aufgerundete Länge eines synodischen Monats. Die Primfaktoren dieser Zahlen lauten: :<math>27 = 3 \cdot 3 \cdot 3 = 3^3</math> :<math>28 = 2 \cdot 2 \cdot 7 = 2^2 \cdot 7 = 2 \cdot 14 = 4 \cdot 7</math> :<math>29 = 29</math> :<math>30 = 2 \cdot 3 \cdot 5 = 6 \cdot 5 = 10 \cdot 3 = 15 \cdot 2 = \frac {60} {2} = \frac {90} {3} = \frac {180} {6} = \frac {360} {12}</math> → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Mondzyklen|Kapitel '''Mondzyklen''']]. → Siehe [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Mondhäuser|Kapitel '''Konjunktionen''' / Abschnitt '''Mondhäuser''']]. Unter den [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die Höhlenmalerei in der Magura-Höhle#Sonnenkalender|Höhlenmalereien in der Magura-Höhle]] findet ich ein Abschnitt, der einen Kalender zeigen dürfte. An einer Stelle gibt es eine Matrix mit '''siebenundzwanzig''' Punkten, die auf den siderischen Monat hindeuten könnte. <gallery caption="Die Zahl 27"widths=360 heights=360 mode=packed> Mondzylkus.3.7.12.27.png|Ein durch drei gefüllte schwarze Kreise gekennzeichnetes '''gleichseitiges Dreieck''' mit Seiten einer Länge von sechs Einheiten, die jeweils durch '''sieben''' äquidistante gefüllte Kreise markiert sind. Auf dem Umfang des Dreiecks befinden sich also insgesamt achtzehn Punkte. Im Innern befinden sich neun weitere gekennzeichnete Punkte, sechs blaue auf dem blauen Kreis und drei weitere rote, die auf dem inneren roten Kreis liegen. Insgesamt hat die Darstellung '''siebenundzwanzig''' Punkte. Auf allen '''vier''' konzentrischen Kreisen, deren Mittelpunkte mit dem des Dreiecks identisch sind, befinden sich jeweils sechs Punkte. Die beiden roten Kreise beschreiben die innen beziehungsweise außen an das regelmäßige Sechseck anliegenden Kreise, dessen Umfang an den Berührungspunkten dieser beiden Kreise durch '''zwölf''' äquidistante rote Punkte gekennzeichnet ist. Vom Zentrum aus gesehen haben die benachbarten blauen Punkte einen Winkelabstand von 60&nbsp;Bogengrad und die benachbarten roten Punkte einen Winkelabstand von 30&nbsp;Bogengrad. Diskos.Phaistos.B-VI.27.png|Ein gleichseitiges, auf einer Spitze stehendes dreieckiges Symbol aus dem Segment B-VI des bronzezeitlichen Diskos von Phaistos aus Kreta mit der Linear-A-Silbenschrift mit '''27''' innenliegenden Punkten, das mit dem 27-tägigen siderischen Mondzyklus in Verbindung stehen könnte und auch als „Sieb“ bezeichnet wird. Planetarium.Insulaner.Kuppel.Projektionsflaeche.P1151190.jpg|Zenit (Mittelkreis) in der Kuppel des Zeiss Planetariums am Insulaner in Berlin umgeben von '''27&nbsp;Winkelsegmenten'''. Im zweiten Ring befinden sich dann doppelt so viele, also 54&nbsp;Winkelsegmente. Magura_cave_calendar_1528.jpg|Elemente des Sonnenkalenders bei den Höhlenmalereien in der Magura-Höhle. Magura-Hoehle.Kalender.27.png|Dreifache Punktreihe mit insgesamt '''27 Punkten''' unter dem Sonnensymbol bei den Elementen des Sonnenkalenders der Höhlenmalereien in der Magura-Höhle. </gallery> <gallery caption="Die Zahl 28"widths=360 heights=360 mode=packed> 19-11-09-Alte-Nationalgalerie_DSF4154.jpg|Die Kuppel im Obergeschoss der Alten Nationalgalerie in Berlin mit '''28''' doppelten und mit Sternen punktierten Linien. Moondial_from_“Ars_Magna_Lucis_et_Umbrae”.jpg|'''28 Mondphasen''' vom Neumond (unten in der Mitte) mit zunehmendem Mondalter im Uhrzeigersinn in einer Darstellung auf Seite 418 im dritten Kapitel des sechsten Buches der "Ars magna lucis et umbrae" des Jesuiten {{w|Athanasius Kircher}} (*&nbsp;1602; †&nbsp;1680) in der in Amsterdam veröffentlichten zweiten Ausgabe aus dem Jahr 1672. Mondhaeuser.Ekliptik.png|Die in die Ebene projizierten '''28&nbsp;Mondhäuser''' (von rechts nach links) mit den wichtigsten Sternen entlang der Ekliptik (rote gestrichelte Linie, ekliptikale Länge von 0&nbsp;Bogengrad bis 360&nbsp;Bogengrad '''zur Epoche J0000.0''' in horizontaler Richtung, senkrecht dazu die ekliptikale Breite). Die beiden seitlichen Ränder der Abbildung gehen im Kreisbogen der Ekliptik nahtlos ineinander über. Mondhaeuser.Ekliptik.zirkular.png|Die in eine ringförmige Darstellung projizierten '''28&nbsp;Mondhäuser''' (von 1 bis 28 entgegen dem Uhrzeigersinn) mit den wichtigsten Sternen entlang der Ekliptik (rote gestrichelte Linie '''zur Epoche J0000.0'''). Der Beobachter befindet sich auf der Erde im Zentrum der Darstellung. Nach innen werden die südlichen und nach außen die nördlichen ekliptikalen Breiten gemessen. Die scheinbare Mondbahn pendelt zwischen den beiden zur Ekliptikline benachbarten Hilfslinien. Der Abstand der Hilfslinien beträgt senkrecht zur Ekliptiklinie immer fünf Bogengrad und entlang der Ekliptiklinie immer knapp dreizehn Bogengrad. Mit bis zum Nordpol zunehmender geographischer Breite des Beobachtungspunktes können auch noch knapp ein Bogengrad südlichere ekliptikale Breiten von der Mondscheibe erreicht werden, am Südpol auch noch entsprechend nördlichere ekliptikale Breiten. Celestial map, signs of the Zodiac and lunar mansions..JPG|Quadratische Himmelskarte mit den sieben Wandelgestirnen (innen), den zwölf Lebewesenkreiszeichen (Mitte) und den '''28&nbsp;Mondhäusern''' samt den jeweiligen Mondphasen nach einem Neumond zu Frühlingsbeginn (außen) im Manuskript ''Zubdat-al Tawarikh'' von 1583 (Museum der Türkischen und Islamischen Künste in Istanbul). Der Frühlingspunkt befindet sich unten in der Mitte. 28_xiu.svg|Kreisförmige Darstellung der nördlichen Hemisphäre mit den '''28&nbsp;chinesischen Mondhäusern'''. Links der Frühling (Osten), oben der Winter (Norden), rechts der Herbst (Westen, in der Mitte der Asterismus Mǎo (昴&nbsp;= haariger Kopf des Sternbilds "Weißer Tiger") und unten der Sommer (Süden). Stonehenge phase one.jpg|Die zwei mal 28 (also 56) Aubrey-Löcher (weiße Kreise) im neolithischen Steinkreis von Stonehenge. Stachelscheibe_Model_zweiseitig.jpg|Die in Niederösterreich gefundene und aus Sandstein gefertigte Gussform für die '''Stachelscheibe von Platt''' aus der Bronzezeit (um 1500 vor Christus). Auf der Stachelscheibe sind die '''28&nbsp;Mondorte''' der Tage eines siderischen Monats durch eine kreisförmige Lochreihe dargestellt. </gallery> ==Zur Vierzig== Die Vierzig (40) taucht in vielen verschiedenen Zusammenhängen als Zeitspanne in Tagen oder Jahren auf. Schon der griechische Dichter {{w|Hesiod}} erwähnt um 700 vor Christus, dass die Plejaden im Frühjahr für vierzig Tage und Nächte nicht zu sehen sind, da sie vom Sonnenlicht überstrahlt werden.<ref>Hesiodos: [https://www.gottwein.de/Grie/hes/ergde.php Werke und Tage (ΕΡΓΑ ΚΑΙ ΗΜΕΡΑΙ)], Egon und Gisela Gottwein, 13. Juni 2019</ref><ref>Hesiod: [https://www.projekt-gutenberg.org/hesiod/hauslehr/hausleh2.html Hauslehren II. (’Έργα καὶ ‛ημέραι)], Projekt Gutenberg.de, übersetzt von Johann Heinrich Voß</ref> → Siehe auch [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die Plejaden|'''Die Plejaden''']]. Der Begriff '''Quarantäne''' (vom Französischen „quarantaine (de jours)“ = „vierzig Tage“) soll mit den Plejaden zusammen, da diese in den subtropischen Breiten '''vierzig Tage''' lang, von der Sonne überstrahlt werden und dann selbst der hellste Stern dieser Konstellation, Alkione (η&nbsp;Tauri), mit bloßem Auge erst kurz nach Sonnenuntergang nicht mehr und dann kurz vor Sonnenaufgang noch nicht wieder gesehen werden kann. [[Datei:Sintflut.Magura.png|mini|hochkant=2|rechts|Darstellung mit verschiedenen Elementen einer Sintflut unter [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Die Höhlenmalerei in der Magura-Höhle|den Höhlenmalereien in der Magura-Höhle]] im heutigen Bulgarien: Wellen, Bäume, Felder und eine Matrix mit '''vierzig''' Punkten. Oben in der Bildmitte ein himmlisches Wesen, das die Katastrophe verursacht.]] Nach der Unsichtbarkeit der Plejaden begann im alten Ägypten '''vierzig Tage''' lang das '''Nilwasser''' zu steigen und ebenso lange wieder zu fallen.<ref>Christian Schulz: ''Handbuch der Physik: für diejenigen welche Freunde der Natur sind, ohne jedoch Gelehrte zu seyn'', Band 2, Kapitel 11, Seite 254, Hilscher, Leipzig, 1791</ref> ===Bedeutung der Vierzig in den Religionen=== ====Vierzig Tage==== '''Vierzig Tage''' lang regnete es während der Sintflut, und '''Noah''' öffnete nach '''vierzig Tagen''' das Fenster seiner Arche. Genesis, Kapitel 7:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose7 Genesis, Kapitel 7], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 4 Denn noch sieben Tage dauert es, dann lasse ich es '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' lang auf die Erde regnen und tilge vom Erdboden alle Wesen, die ich gemacht habe.<br/> 12 Der Regen ergoss sich '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' lang auf die Erde.<br/> 17 Die Flut auf der Erde dauerte '''vierzig Tage'''. Das Wasser stieg und hob die Arche immer höher über die Erde. </blockquote> Genesis, Kapitel 8:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose8%2C6 Genesis, Kapitel 8, Vers 6], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 6 Nach '''vierzig Tagen''' öffnete Noach das Fenster der Arche, das er gemacht hatte,<br/> 7 und ließ einen Raben hinaus. </blockquote> '''Vierzig Tage''' dauerte die Einbalsamierung Jakobs, des Vaters von Josef und Ehemanns von Rahel. Genesis, Kapitel 50:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.Mose50 Genesis, Kapitel 50], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Josef fiel auf das Angesicht des Vaters, weinte über ihn und küsste ihn.<br/> 2 Darauf befahl Josef seinen Dienern, den Ärzten, seinen Vater einzubalsamieren. Die Ärzte balsamierten also Israel ein.<br/> 3 Darüber vergingen '''vierzig volle Tage''', denn so lange dauerte die Einbalsamierung. </blockquote> Moses verbrachte '''vierzig Tage''' auf dem Gottesberg Sinai. Exodus, Kapitel 24:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/2.Mose24%2C18 Exodus, Kapitel 24, Vers 18], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 18 Mose ging mitten in die Wolke hinein und stieg auf den Berg hinauf. '''Vierzig Tage und vierzig Nächte''' blieb Mose auf dem Berg. </blockquote> Der Prophet Elija verbrachte '''vierzig Tage''' in der gebirgigen Wüste, bevor er den Gottesberg Horeb erreichte. 1. Buch der Könige, Kapitel 19:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/1.K%C3%B6nige19 1. Buch der Könige, Kapitel 19], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 4 Er selbst ging eine Tagereise weit in die Wüste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, HERR. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter.<br/> 5 Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein. Doch ein Engel rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss!<br/> 6 Als er um sich blickte, sah er neben seinem Kopf Brot, das in glühender Asche gebacken war, und einen Krug mit Wasser. Er aß und trank und legte sich wieder hin.<br/> 7 Doch der Engel des HERRN kam zum zweiten Mal, rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich.<br/> 8 Da stand er auf, aß und trank und wanderte, durch diese Speise gestärkt, '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' bis zum Gottesberg Horeb. </blockquote> Der Prophet Jona erfährt, dass die große assyrische Stadt Ninive nach '''vierzig Tagen''' zerstört werden soll: Jona, Kapitel 3:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Jona3 Jona, Kapitel 3], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 2 Mach dich auf den Weg und geh nach Ninive, der großen Stadt, und rufe ihr all das zu, was ich dir sagen werde!<br/> 3 Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie der HERR es ihm befohlen hatte. Ninive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren.<br/> 4 Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch '''vierzig Tage''' und Ninive ist zerstört!<br/> 5 Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus und alle, Groß und Klein, zogen Bußgewänder an. </blockquote> Es ist vor diesem Hintergrund nicht verwunderlich, dass im Neuen Testament Jesus dann auch '''vierzig Tage''' in der Wüste fastet. Evangelium nach Matthäus, Kapitel 4:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us4 Evangelium nach Matthäus, Kapitel 4], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel versucht werden.<br/> 2 Als er '''vierzig Tage und vierzig Nächte''' gefastet hatte, hungerte ihn. </blockquote> Evangelium nach Lukas, Kapitel 4:<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Lukas4 Evangelium nach Lukas, Kapitel 4], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 1 Erfüllt vom Heiligen Geist, kehrte Jesus vom Jordan zurück. Er wurde vom Geist in der Wüste umhergeführt,<br/> 2 '''vierzig''' Tage lang, und er wurde vom Teufel versucht. In jenen Tagen aß er nichts; als sie aber vorüber waren, hungerte ihn. </blockquote> Evangelium nach Markus, Kapitel 1, "Die Versuchung Jesu":<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/Markus1%2C12 Evangelium nach Markus, Kapitel 1, Vers 12 und 13], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> <blockquote> 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.<br/> 13 Jesus blieb '''vierzig Tage''' in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm. </blockquote> Deswegen hat die österliche Bußzeit '''vierzig Fastentage'''. ====Vierzig Jahre==== '''Vierzig Jahre''' lang führte Moses sein Volk durch die Wüste.<ref>[https://www.bibleserver.com/EU/5.Mose29 Deuteronomium, Kapitel 29], bibleserver.com, Einheitsübersetzung (2016)</ref> Deuteronomium, Kapitel 29: <blockquote> 4 Ich habe euch '''vierzig Jahre''' lang durch die Wüste geführt. Eure Kleider sind euch nicht in Lumpen vom Leib gefallen, deine Schuhe sind dir nicht an den Füßen zerrissen,<br/> 5 ihr habt kein Brot gegessen und keinen Wein und kein Bier getrunken, denn ihr solltet erkennen: Ich bin der HERR, euer Gott. </blockquote> Psalm 95, der in der christlichen Kirche fast jeden Morgen beim Invitatorium zur Eröffnung des Stundengebets responsorisch vorgetragenen und gebetet wird, nimmt darauf Bezug: <blockquote> 8 Verhärtet euer Herz nicht wie in Meríba, wie in der Wüste am Tag von Massa!<br/> 9 Dort haben eure Väter mich versucht, / sie stellten mich auf die Probe und hatten doch mein Tun gesehen.<br/> 10 '''Vierzig Jahre''' war mir dieses Geschlecht zuwider / und ich sagte: Sie sind ein Volk, dessen Herz in die Irre geht, sie kennen meine Wege nicht. </blockquote> ==Tonsysteme== [[Datei:Heptachord.png|mini|rechts|hochkant=1.5|Heptachord bestehend aus sieben Quinten.]] Die '''Vier''', die '''Sieben''' und die '''Zwölf''' spielen auch schon in der antiken und der mittelalterlichen Musik eine besondere Rolle. Auch das Tonsystem der Musik wird mit universellen, kosmischen und göttlichen Systemen und Zahlenverhältnissen in Verbindung gebracht und wurde sogar damit begründet. Nach der Legende von ''Pythagoras in der Schmiede'' soll Pythagoras von Samos dieses Tonsystem anhand der von ihm entdeckten '''vier pythagoreischen Töne''' c - f - g - c' entwickelt haben. → Siehe auch Wikibook '''[[Pythagoras in der Schmiede]]'''. Das im Mittelalter ausgebildete Tonsystem umfasst die nach den Anfangssilben der ersten Verse des Johannes-Hymnus benannten '''sieben Töne''' ut - re - mi - fa - sol - la - si, die den heutigen sieben Tonbezeichnungen c - d - e - f - g - a - h entsprechen und in der C-Dur- und a-moll-Tonleiter Verwendung finden. Eine solche diatonische Tonleiter (von altgriechisch διάτονος, diátonos, „durch Ton“) entsteht, wenn '''sieben''' aufeinanderfolgende reine Quinten im Frequenzverhältnis drei zu zwei gebildet werden. Erst mit dem siebenten Ton entsteht in den Tonraum einer Oktave transponiert eine kontinuierliche Tonreihe, die auch Heptachord (siebensaitig) genannt wird. Der letzte hinzukommende Ton "si" kann vom vorletzten Ton der Reihe als reine Quinte nach oben hoch oder hart notiert werden (si&nbsp;durum = hartes&nbsp;h) oder von ersten Ton der Reihe in der reinen Quinte nach unten als tief oder weich notiert werden (si&nbsp;molle = weiches&nbsp;h). [[Datei:Dodekachord.png|mini|rechts|hochkant=1.5|Dodekachord bestehend aus zwölf Quinten.]] Wird die Reihe fortgesetzt, ergibt sich erst nach '''zwölf''' Quinten wieder eine kontinuierliche Tonreihe, die auch Dodekachord (zwölfsaitig) genannt werden kann und bei der es sich um eine chromatische Tonleiter mit den zwölf Tönen c - cis - d - dis - e - f - fis - g - gis - a - b - h handelt. '''Sieben Oktaven''' entsprechen in diesem System fast genau '''zwölf reinen Quinten'''. [[Datei:Piano Keyboard Diagram.svg|zentriert|mini|hochkant=4|Die 88 Tasten einer Klaviatur, die ausgehend vom kontra C (dritte weiße Taste von links) bis zum fünfgestrichenen C (weiße Taste ganz rechts) insgesamt sieben Oktaven übereinander respektive zwölf Quinten übereinander umfassen.<br/>[[Datei:Chromatic.scale.down.digital.ogg|zentriert|mini|hochkant=3|Die 88 Tonhöhen bei einem Klavier vom höchsten (rechts, fünfgestrichenes&nbsp;c) zum tiefsten Ton (links, subkontra&nbsp;A) als chromatische Tonleiter gespielt (drei Töne mehr, als in der Skizze darüber dargestellt).]]]] Sieben reine Oktaven entsprechen siebenmal einer Verdopplung der Grundfrequenz, also insgesamt dem Faktor <math>N_{Ok,7}</math>: :<math>N_{Ok,7} = {2}^{7} = {128}</math> Zwölf reine Quinten entsprechen zwölfmal einer Veranderthalbfachung der Grundfrequenz, also insgesamt dem Faktor <math>N_{Qu,12}</math>: :<math>N_{Qu,12} = \left(\frac {3} {2} \right)^{12} = \frac {{3}^{12}} {{2}^{12}} = \frac {531441} {4096} \approx 129,743</math> Bei reiner Stimmung ergibt sich zwischen sieben Oktaven und zwölf Quinten demnach eine kleine Abweichung, die '''pythagoreisches Komma''' <math>\kappa</math> genannt wird und etwas weniger als dem Viertel eines Halbtons also einem Frequenzverhältnis von zirka 1,0146 entspricht: :<math>\kappa = \frac {N_{Qu,12}} {N_{Ok,7}} = \frac {3^{12}} {2^{12} \cdot 2^{7}} = \frac {3^{12}} {2^{19}} = \frac {531441} {524288} \approx 1,01366</math> [[Datei:Vier.Hauptkirchentonarten.png|mini|rechts|hochkant=1|Die vier Hauptkirchentonarten Protus, Deuterus, Tritus und Tetrardus mit ihrem jeweiligen Schlusston D, E, F und G (Finalis) und den beiden jeweiligen insgesamt acht Varianten "authenticus" (I., III., V.&nbsp;und VII.&nbsp;Ton) und "plagalis" (II., IV., VI.&nbsp;und VIII.&nbsp;Ton).]] In der Tradition des mittelalterlichen gregorianischen Gesangs, der auf diese Wurzeln zurückgeht, haben sich die '''vier Hauptkirchentonarten''' Protus (dorisch), Deuterus (phrygisch), Tritus (lydisch) und Tetrardus (mixolydisch) in jeweils '''zwei Varianten''' ('''authentisch''' und '''plagal''') herausgebildet. Den plagalen Varianten wird häufig das Präfix "hypo" vorangestellt (hypodorisch, hypophrygisch, hypolydisch und hypomixolydisch). In der Neuzeit hat sich aus dem System der Kirchentonarten mit dem dualen, dur-moll-tonalen Tonsystem die '''Zwölftonreihe''' c - cis - d - es - e - f - fis - g - as - a - b - h entwickelt. → Siehe hierzu auch unter "Zwölftonmotiv" im Abschnitt '''[[Till_Eulenspiegels_lustige_Serie#Also_sprach_Zarathustra|Also sprach Zarathustra]]'''. '''Zwei Töne''' ergeben ein Intervall, und '''drei Töne''' ergeben einen Akkord. Sowohl Moll- als auch Dur-'''Dreiklänge''' können vermindert oder übermäßig gemacht werden. → [[Quadriviale Kuriositäten/ Zahlen/ Anteus/ Tonsystem|'''Dialog über das Tonsystem zwischen dem Meister Anteus und seinem Schüler Tiro''']] <div style="clear:both"></div> ==Siehe auch== * [[Quadriviale Kuriositäten]] ==Einzelnachweise== <references></references> <noinclude> [[Kategorie:Quadriviale Kuriositäten‎]] </noinclude> qvivm63oh76zqso1goqmiv6tm5uqoi9 Gödel 0 117878 1085339 1085306 2026-05-10T12:37:39Z Santiago 19191 /* Kurt GÖDEL und der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘ */ 1085339 wikitext text/x-wiki [[Kategorie: Buch]] {{Regal|ort=Philosophie}} {{Vorlage:StatusBuch|9}} ==<div class="center"><span style="color:#660066">'''Kurt GÖDEL und der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘'''</span></div>== <span style="font-family: Times;"><big><div class="center">לַמְנַצֵּ֗חַ לְדָ֫וִ֥ד אָ֘מַ֤ר נָבָ֣ל בְּ֭לִבּוֹ אֵ֣ין אֱלֹהִ֑ים הִֽשְׁחִ֗יתוּ הִֽתְעִ֥יבוּ עֲלִילָ֗ה אֵ֣ין עֹֽשֵׂה־טֽוֹב׃ (Psalm 14,1)</div></big></span> ---- ===<div class="center"><span style="color:#660066">Vorwort</span></div>=== Zur Orientierung ''':''' Die Diskussion um GOTT läuft schon über zweitausend Jahren. Vor etwa tausend Jahren hat sich ein gewisser ANSELM gesagt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Ich glaube an GOTT'' … <span style="color:#00B000">(sonst wäre er sicher nicht Erzbischof von Canterbury geworden)</span> … ''aber ich möchte auch wissen und verstehen, ob das stimmt und sinnvoll ist, was ich da glaube '''!''''' «</span> Dann hat er seine Überlegungen dazu aufgeschrieben, und das kann man in seinen Schriften auch heute noch lesen. Der sehr geschätzte deutsche Professor und Philosoph aus Königsberg, Immanuel KANT, hat das, was ANSELM da aufgeschrieben hat, gelesen, <span style="color:#00B000">(vermittelt durch CARTESIUS)</span>, und das dann den <span style="color:#FF6000">„ontologischen Gottesbeweis“</span> genannt, <span style="color:#00B000">(obwohl es in Wirklichkeit gar kein Gottesbeweis ist; genauer ''':''' es ist kein Beweis für die Existenz GOTTES)</span>, und dieser große KANT hat dann großartig bewiesen, das, was ANSELM da aufgeschrieben hat, sei falsch. Es sei <span style="color:#FF6000">„ja gar kein“</span> Gottesbeweis '''!''' <span style="color:#00B000">( Naja, was denn sonst '''?''' )</span> Wobei er den Fehler gemacht hat, dass er den, an sich, unvergleichbaren GOTT mit hundert Talern in seinem Vermögenszustande verglichen hat. <span style="color:#00B000">(Das ist aber eine andere Geschichte.)</span> Hundert Taler und GOTT haben ,an sich‘ nichts gemeinsam, außer, wenn KANT ,wirklich‘ hundert Taler hat, und GOTT auch ,wirklich‘ existiert, <span style="color:#00B000">(wie ANSELM und gläubige Menschen glauben)</span>, dann gibt es GOTT und die Taler eben ,wirklich‘. Aber damit ist man nicht schlauer geworden. Seit KANT läuft die ganze Diskussion um GOTT immer nur als Diskussion um den <span style="color:#00B000">(von KANT)</span> so genannten <span style="color:#FF6000">„ontologischen, <span style="color:#00B000">(kosmologischen, teleologischen etc.)</span> Gottesbeweis“</span> — obwohl es niemals einen Beweis für die Existenz GOTTES geben kann und niemals geben wird. <span style="color:#00B000">(Das haben Wissenschaftler jeder Richtung und Philosophen aller Weltanschauungen uns immer wieder nachdrücklich versucht zu sagen, weil keiner dieser sog. Beweise für die Existenz eines GOTTES stringent ist.)</span> Beweisen kann man die Existenz von Naturgesetzen. Die sind unveränderlich und fix, immer und überall. Jeder vernünftige Mensch muss sie akzeptieren. Man kann darüber nicht diskutieren und sie dann mit Mehrheitenbeschlüsse verändern. Wenn GOTT ebenso bewiesen werden könnte, dann wäre jeder vernünftige Mensch gezwungen, die Existenz GOTTES wie ein Naturgesetz anzunehmen. Gott ist aber kein Naturgesetz. GOTT ist <span style="color:#FF6000">„Person“</span>, — für Christgläubige ''':''' <span style="color:#FF6000">„ein GOTT in drei Personen“</span>. Und GOTT ist <span style="color:#FF6000">„Geist“</span>. Das besagt, dass GOTT nicht mit materiellen Dingen aus unserer Welt verglichen werden darf; <span style="color:#00B000">(was sowohl THOMAS von Aquin als auch Immanuel KANT doch getan haben)</span>. Und ganz wesentlich ''':''' der Zugang zu GOTT läuft nicht über den Beweis, sondern immer nur über den Glauben. Wer an GOTT glauben will, dem antwortet GOTT auf seine Weise — nämlich <span style="color:#FF6000">„geistig“</span> bzw. <span style="color:#FF6000">„geistlich“</span>. Wer nicht an GOTT glauben will, dessen Entscheidung respektiert GOTT, und drängt sich nicht auf. Glaube ist immer eine freie Entscheidung des Menschen für GOTT. Niemand darf gezwungen werden. Wenn es einen Beweis für GOTT gäbe, wäre jeder vernünftige Mensch gezwungen, an GOTT zu glauben. Und das widerspricht ganz entschieden der Freiheit des Glaubens. Daher gibt es nie und nimmermehr einen Existenzbeweis für GOTT '''!!!''' ... Daher darf man das Kalkül des Logiker GÖDEL, <span style="color:#00B000">(und damit auch das Theorem ANSELMS)</span>, nicht als einen Existenzbeweis für GOTT lesen. Sowohl ANSELM als auch GÖDEL setzen die Existenz GOTTES notwendig als gegeben voraus. Das GÖDEL-System, und auch das Theorem ANSELMS, sind bloß die logische Bestätigung der Widerspruchsfreiheit der Glaubensüberzeugung eines Menschen, der sich schon entschieden hat, an GOTT zu glauben; und nicht der Grund für seine Entscheidung. Alle sogenannten ,Gottesbeweise‘, sind in Wirklichkeit nichts anderes, als nachträgliche Evaluierungen eines GOTT-Glaubens, bzw. ,Wege‘, <span style="color:#00B000">(bei THOMAS von Aquin)</span>, die aufzeigen, dass der GOTT-Glaube widerspruchsfrei, sinnvoll, und <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar ist''«</span>, wie GÖDEL sagt. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Einleitung</span></div>=== Eine Studie zum GÖDEL-Kalkül. Der Logiker Kurt GÖDEL <span style="color:#00B000">(1906-1978)</span> hat mit diesem Kalkül eine moderne Rekonstruktion des, <span style="color:#00B000">(von KANT)</span>, so genannten ‚ontologischen Gottesbeweises‘ nach ANSELM von Canterbury auf modal-logischer Basis vorgelegt. Damit hat er die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> auf eine ‚vernünftige Basis‘ gestellt, d.h. sie soll für jeden Menschen nachvollziehbar sein, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>, wie er sagt. GÖDEL ,nimmt‘ als Logiker, angeregt durch den Philosophen und Mathematiker Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, rein theoretisch, fürs Erste, einmal ‚an‘, <span style="color:#00B000">(als Prämisse, d.i. der Term :01: im 3. Beweisgang zum Theorem ANSELMS im Anhang)</span>, dass es GOTT gibt ''':''' d.i. ein sog. ,methodologischer GOTT-Glaube‘, und untersucht die logischen Konsequenzen. Dabei zeigt sich, beim genaueren Hinsehen, dass der ‚Nicht-GOTT-Glaube‘, der ‚dezidierte‘ Atheismus, <span style="color:#00B000">(im Möglichkeitsbeweis des Kalküls)</span>, überraschender Weise, zu einem Widerspruch führt, und damit logisch ,falsch‘ ist. Jedoch, GÖDEL kann und will mit seinem Kalkül keinen ,GOTT-Glauben‘ ,erzeugen‘, d.h. das GÖDEL-Kalkül ist kein <span style="color:#FF6000">„Existenz-Beweis"</span> für den GOTT der Bibel, sondern, es setzt die Existenz eines GOTTES, einfach als gegeben, schon voraus. GÖDEL beweist aber mit seinem System, dass der traditionelle abendländische ,GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span>, <span style="color:#00B000">(d.i. die Kalkül-Prämisse, und das, daraus ,regulär‘ (├ ) abgeleitete, Theorem ANSELMS)</span>, mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span> <span style="color:#00B000">(d.h. logisch ,richtig‘)</span> ist, im Gegensatz zum ,Nicht-GOTT-Glauben‘, der davon ausgeht, dass es keinen GOTT gibt. GÖDEL beweist mit seinem System ''':''' der traditionelle GOTT-Glaube ist, — mit mathematisch-logischer Evidenz —, widerspruchfrei und wahr. <span style="color:#00B000">(Der Beweis aus dem Widerspruch des Gegenteils ist ein ,indirekter Beweis‘ und kein ,Zirkelbeweis‘ '''!''' )</span> GÖDEL blieb bis zu seinem Tod ohne ein dezidiertes religiöses Bekenntnis. <span style="color:#00B000">(Das Leben ist nicht immer ,logisch‘.)</span> Entsprechend der <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> ist GOTT der Größte, <span style="color:#FF6000">»''über dem nichts Größeres mehr gedacht werden kann''«</span>, <span style="color:#00B000">(ANSELM)</span>; bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>, <span style="color:#00B000">(LEIBNIZ)</span>, und der für uns immer schon ,da‘ ist. Das ist die methodologische Prämisse des GÖDEL-Kalküls. Davon ausgehend, zeigen seine Axiome und Definitionen, dass es zu einem Widerspruch führt, falls man ,annimmt‘, es sei nicht möglich, dass es <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> gibt. Aus dem Widerspruch des Gegenteils wird von GÖDEL, mit dem <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ]</span>, dann ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> ''':''' es ist doch möglich, dass es <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> wirklich gibt. Somit ist der Glaube an <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, — weil widerspruchsfrei —, mit den Worten GÖDELS ''':''' <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span>. Immanuel KANT <span style="color:#00B000">(1724-1804)</span> scheint diesen Fall vorausgesehen zu haben, dass versucht werden könnte, die ,Möglichkeit‘ GOTTES aus einem Widerspruch zu ,beweisen‘ ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span> <span style="color:#00B000">[ Angenommen, es gibt ]</span> ''doch einen und zwar nur diesen '''Einen''' Begriff'' <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘, so dass ]</span> ''das Nichtsein oder das Aufheben seines Gegenstandes'' <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''in ,sich selbst‘ widersprechend sei; und dieses ist der Begriff des allerrealsten Wesens. Es hat, sagt ihr, alle Realität'', <span style="color:#00B000">[ bzw. alle Vollkommenheit ]</span>, ''und ihr seid berechtigt, ein solches Wesen als ,möglich‘ anzunehmen'' ... <span style="color:#00B000">[ denn das GÖDEL-Kalkül ,beweist‘ ( ╞ ) in der ,Widerlegung‘ im Anhang, wie auch im 1. Beweisgang, aus einem Widerspruch, dass die Existenz GOTTES definitiv logisch ,möglich‘ ist. ]</span> … ''obgleich der sich nicht widersprechende'', <span style="color:#00B000">[ ,mögliche‘ ]</span>, ''Begriff'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘ ]</span>, ''noch lange nicht die'' <span style="color:#00B000">[ reale ]</span> ''Möglichkeit des Gegenstandes'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''beweiset. … Das ist eine Warnung, von der Möglichkeit der Begriffe (logische)'', <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span>, ''nicht sofort auf die Möglichkeit der Dinge (reale)'', <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, ''zu schließen''<ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 399; https://www.korpora.org/kant/aa03/399.html</ref>. <span style="color:#00B000">[ Trotz dieser Warnung, wird dieser Schluss dennoch im Theorem ANSELMS vollzogen, bzw. mit GÖDEL im 3. Beweisgang ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span> '''!''' ]</span>. <span style="color:#FF6000">«</span> Warum das <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span> ist, und inwieweit KANT sich irrt, wird in dieser Studie gezeigt. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Der Schlüsselbegriff im Kalkül</span></div>=== Der ‚Schlüsselbegriff‘ in diesem Kalkül ist <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Perfektion“, „Vollkommenheit“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>. Für diesen wichtigen Begriff gibt es aber im Kalkül selbst keine explizite Definition, sondern er wird nur durch seine Verwendung innerhalb des Kalküls indirekt ‚definiert‘. <span style="color:#00B000">(Das heißt ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''P'''‘ — </span> bezeichnet ein System von ,Eigenschaften‘, die ,positiv‘, bzw. ,vollkommen‘ | ,perfekt‘ | genannt werden, von denen im Kalkül wohl beweisbar ist, dass sie sich gegenseitig ,nicht widersprechen‘, weil sie im System als solche ,gleichwertig‘, bzw. gleich ,wahr‘ sind, jedoch ohne sie erschöpfend aufzählen zu können, oder auch nur sagen zu können, was sie alle im einzelnen bedeuten, außer, dass sie kompatibel sind.)</span> Mit der Wahl dieses Schlüsselbegriffes hat GÖDEL eine wesentliche Vorentscheidung für die Ergebnisse des Kalküls getroffen '''!''' In seinen Notizen zum ‚ontologischen Beweis‘ vom 10. Februar 1970 gibt GÖDEL, — für die nachträgliche Interpretation dieses Begriffes <span style="color:#00B000">(und auch für das Kalkül selbst)</span> —, die richtungsweisende Erklärung ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Positiv bedeutet positiv im moralisch ästhetischen Sinne...''«</span> ::Und er fügt in Klammer hinzu ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»...''(unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt). Nur dann sind die Axiome wahr''.«</span><ref>GÖDEL, Kurt, ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Ontological proof‘</big></span>'' in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Collected Works‘</big></span>'', vol. III, ed. S.FEFERMAN et al., Oxford (U.P.), 1995; 403–404.</ref> GÖDEL-Axiom-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚('''PX <small><math>{ \color{Blue} \dot\lor}</math></small> P¬X''')‘ ↔<span style="color:#00B000"> ‚('''¬PX ↔ P¬X''')‘</span> — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000"> »''Entweder die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">‚'''X'''‘</span> ''oder ihre Negation'' <span style="color:#4C58FF">‚'''¬X'''‘</span> ''ist positiv''«</span>. Hier ist der Hauptkritikpunkt, dass es Eigenschaften gibt, die ,an sich‘ weder positiv noch negativ sind. Beispiele wären ''':''' ‚rothaarig‘ oder ‚schwerwiegend‘; solche Eigenschaften können aber ,für mich‘ entweder positiv oder negativ sein, abhängig von meiner Betrachtungsweise und subjektiven Vorlieben. Diese Eigenschaften, wie ‚rothaarig‘ an sich, oder meine positiv-negativen ‚Betrachtungsweisen‘, sind jedoch der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> entnommen und treffen nicht den <span style="color:#FF6000">»''moralisch ästhetischen Sinn''«</span> von <span style="color:#FF6000">»''positiv''«</span> bei GÖDEL. Er orientierte sich an LEIBNIZ, welcher im Bezug zum ‚ontologischen Beweis‘ definiert ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ GOTTES ]</span> ''nenne ich jede einfache Eigenschaft, die sowohl positiv als auch absolut ist, oder dasjenige, was sie ausdrückt, ohne jede Begrenzung ausdrückt''.«</span><ref>Zitiert nach Thomas GAWLICK, in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Was sind und was sollen mathematische Gottesbeweise ?‘</big></span>'', Predigt vom 8.1.2012 in der Kreuzkirche zu Hannover. https://web.archive.org/web/20130524164359/http://www.idmp.uni-hannover.de/fileadmin/institut/IDMP-Studium-Mathematik/downloads/Gawlick/Predigt_Gawlick_Gottesbeweise.pdf</ref> Die Seins-Eigentümlichkeiten <span style="color:#00B000">(Daseinsmodi, Perfektionen)</span> wie ‚wahr‘, ‚gut‘, ‚edel‘ usw. entsprechen dem <span style="color:#FF6000">»''moralisch ästhetischen Sinn''«</span> von <span style="color:#FF6000">»''positiv''«</span> bei GÖDEL. Das sind Beispiele für ‚absolut‘ positive Begriffe aus der Lehre der Seinsanalogie ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‚verissimum‘, ‚optimum‘, ‚nobilissimum‘</big></span>, usw., die, an sich, ohne jede Begrenzung gelten; zu finden in der <span style="font-family: Times;"><big>‚Via quarta‘</big></span>, bei THOMAS von Aquin, über die analoge Abstufung im ‚Sein‘ der Dinge. Diese analoge ‚Abstufung‘ ist dann die faktische Begrenztheit <span style="color:#00B000">(d.h. Unvollkommenheit)</span> im <span style="color:#FF6000">»''zufälligen''«</span> ‚Sein‘ der Dinge —. Die <span style="color:#FF6000">„positiven Eigenschaften“</span> GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, wie Wahrheit, Einheit, Gutheit, <span style="color:#00B000">(von ,Güte‘)</span>, Schönheit, Adel, <span style="color:#00B000">(von ,edel‘)</span>, Gleichheit, Andersheit, Wirklichkeit, ,Sein‘ im Sinne von Etwas-sein, etc. werden <span style="color:#FF6000">„Perfektionen“</span>, oder auch <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> genannt, <span style="color:#00B000">(von lateinisch ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>transcendere</big></span>, <span style="color:#FF6000">„übersteigen“</span>)</span>. In der mittelalterlichen Scholastik sind Transzendentalien die Grundbegriffe, die allem Seienden als <span style="color:#FF6000">„Modus“</span>, <span style="color:#00B000">(d.h. ,Eigentümlichkeit‘, als allgemeine Seinsweisen)</span>, zukommen. Wegen ihrer Allgemeinheit ,übersteigen‘ sie die besonderen Seinsweisen, welche ARISTOTELES die ,Kategorien‘ nannte. Ontologisch betrachtet, werden die Transzendentalien als das allem Seienden Gemeinsame aufgefasst, da sie von allem ausgesagt werden können. Von der KI werden sie, nicht unpassend, als <span style="color:#FF6000">„ultimative Eigenschaften des Seins“</span> bezeichnet, die <span style="color:#FF6000">„jenseits der materiellen Welt existieren“</span>, <span style="color:#00B000">(da sie ,ultimativ‘ nur von GOTT, als den absolute Vollkommenen, ausgesagt werden können, die jedoch, auch von allen übrigen Seienden, abgestuft, wegen deren seinsmäßigen Unvollkommenheiten, d.h. ,analog‘, ausgesagt werden)</span>. Diese Transzendentalien sind ,inakzident‘, das heißt, sie entstehen nicht aus anderen Begriffen, sondern sind erste, unteilbare Bestimmungen des Denkens und des Seins, die allen Seienden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x'''‘ —</span>, unabhängig von ihren speziellen Eigenschaften, als ,relative‘ Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(bzw. Unvollkommenheiten)</span>, notwendig ,analogisch‘ zukommen, d.h. sie sind in allen Seienden, seinsmäßig abgestuft und abgegrenzt, ,relativ‘ zum Unendlichen ihrer selbst; und damit ,bezogen‘ auf GOTT, dem absolut Vollkommenen. In der Erkenntnisordnung wirken sie als die ersten Begriffe des menschlichen Verstehens, die eine Basis für alle weiteren wissenschaftlichen Erkenntnisse bilden. In der Seinsordnung sind die Transzendentalien ontologisch eins, gleichwertig, <span style="color:#00B000">(,mathematisch äquivalent‘)</span>, und daher konvertierbar, d.h. austauschbar, <span style="color:#00B000">(vgl. z. B. <span style="font-family: Times;"><big>,ens et verum convertuntur‘</big></span>)</span>. Damit sind sie auch von einander abhängig, was GÖDEL sowohl im Axiom-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX ∧ □∀x(Xx→Yx)→PY'''‘ —</span>, für positive Eigenschaften, als auch in der Definition-2, für die Wesenseigenschaften, syntaktisch formalisiert hat mit dem Term-Element ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x(Xx→Yx)'''‘ —</span>, weil sie sich gegenseitig, — mit ,modaler‘ Notwendigkeit —, gleichwertig ,implizieren‘, d.h. einschließen, <span style="color:#00B000">(im Axiom-2 mit der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''x'''‘ — </span>, und in der Definition-2 mit der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''y'''‘ — </span>)</span>. Man kann die Transzendentalia, <span style="color:#00B000">(wie GÖDEL)</span>, auch ,Wesenseigenschaften‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, nennen, weil sie allem Seienden ,wesentlich analog‘ zukommen. Weil Transzendentalien miteinander austauschbar sind, sind sie auch widerspruchsfrei, was GÖDEL mit Axiom-1 syntaktisch darstellt. Die Gültigkeit und Wahrheit, d.h. die mathematisch-logische Evidenz von Axiom-1 und Axiom-2, beruht auf der ontologischen Allgemeinheit und Gültigkeit der Transzendentalia, die GÖDEL mit Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span>, in sein Kalkül explizit eingeführt und ,bestimmt‘ hat. <span style="color:#00B000">(Definitionen werden formal-syntaktisch durch das Äquivalenzzeichen <span style="color:#4C58FF">,'''↔'''‘</span> angezeigt, gelesen als <span style="color:#FF6000">„...ist genau dann ... wenn...“</span>)</span> Zum Überblick ''':''' <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> sind universale, alles Seiende charakterisierende Begriffe, die über kategoriale Einteilungen hinausgehen, und sowohl in der klassischen Scholastik, als auch in der modernen Philosophie, <span style="color:#00B000">(KANT, Uwe MEIXNER<ref>vgl. die ,transzendentalen‘ Bedingungen möglicher Erkenntnisse bei KANT; und auch in der ,Axiomatischen Ontologie‘ bei Uwe MEIXNER</ref>)</span>, als Grundlage der Metaphysik und Erkenntnistheorie dienen. Sie sind die <span style="color:#FF6000">„ersten Begriffe des Seins“</span>, die jedem Ding als ,relative‘ Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(Perfektionen)</span>, inhärent sind, ,analogisch‘ abgestuft, auf einen ,ultimativen‘ Bezugspunkt ausgerichtet, und die sich im Denken, <span style="color:#00B000">(für uns als wahr)</span>, und in der moralischen Wertung, <span style="color:#00B000">(für uns als gut und edel)</span>, manifestieren, relativ zum ,ultimativen‘ Bezugspunkt ihrer selbst. Die faktische Unvollkommenheit, die sich in der notwendigen Vergänglichkeit aller Dinge zeigt, ist einem ontologischen Defekt ,geschuldet‘, der stark zeitabhängig ist, d.h. der einen Anfang und ein Ende hat. Das GÖDEL-Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>, ist immer falsch, wenn es auf etwas aus der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> angewendet wird, wie z. B. auf einen <span style="color:#FF6000">„Tsunami“</span>, dessen ‚Existenz‘ für uns nicht ‚positiv‘ ist. KANT hat schon festgestellt ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>. Das gilt für alles, was <span style="color:#FF6000">„existiert“</span>. Das Axiom-5 hat nur dann seine Gültigkeit, ist nur dann ,wahr‘, wenn <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span> <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> in eins zusammenfallen. Bei allen Dingen, die ‚da‘ sind, ist ihr ‚Da-Sein‘ ontologisch immer verschieden zu dem ‚was‘ sie sind ''':''' zu ihrem ,Was-Sein‘. In der philosophischen Tradition, seit ARISTOTELES, wird die ontologische Identität, d.i. die Koinzidenz, der innere Zusammenhang von ‚Sein‘ und ‚Wesen‘ allein nur dem <span style="color:#FF6000">„selbst ‚unbewegten‘ Erstbewegenden“</span> zugeschrieben, dem <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„prôton kinoûn akinêton“</span>, von dem ARISTOTELES etwas später sagt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''denn dies ist der Gott''«</span> und dann hinzufügt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''so sagen wir ja''«</span>; d.h. das ist eine Interpretation aus dem Glaubenskontext des ARISTOTELES. Er war ein Gott-gläubiger Grieche. Wer an GOTT glaubt, kann das nachvollziehen. GÖDEL musste dieses Axiom-5 postulieren, sonst wäre sein Kalkül nicht aufgegangen, ohne dass er deswegen schon an GOTT glauben müsste. Er hat für sein Kalkül das ontologische Theorem von der Identität von ‚Sein‘ und ‚Wesen‘ im ‚unbewegten Erstbeweger‘ benutzt. <span style="color:#00B000">(Gilt auch für Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit, das GOTT-Sein, das ‚Dasein‘ GOTTES, ist eine positive Wesenseigenschaft, eine Perfektion; d.h. ist das ‚Wesen‘ GOTTES ''':''' GOTT ist perfekt''«</span>)</span>. Die ontologische Identität von Sein und Wesen, Existenz und Essenz, wie auch die Koinzidenz von Möglichkeit und Wirklichkeit, von Ursache und Wirkung, sowie auch die ontologische Einheit von <span style="color:#00B000">(Erkenntnis-)</span>Subjekt und <span style="color:#00B000">(Erkenntnis-)</span>Objekt im <span style="color:#FF6000">»''Erkennen seiner Erkenntnis''<span style="color:#00B000">[-Tätigkeit ]</span>«<span style="color:#00B000"> | </span>„<span style="font-family: Times;"><big>νοήσεως νόησις</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„noêseôs noêsis“</span> <span style="color:#00B000"><small>(<span style="font-family: Times;"><big>,''Metaphysik''‘</big></span> XII 9, 1074b34)</small></span>, gilt nur in der <span style="color:#FF6000">„unverursachten Letztursache"</span>, auf die ARISTOTELES bei seiner Prinzipienforschung gestoßen ist. Es gibt verschiedene Versuche, die GÖDEL-Axiome durch sog. ,Modelle‘, relativ zu einfacheren ,Welten‘, zu verifizieren, um damit ihre relative Konsistenz nachzuweisen. Für GÖDEL aber <span style="color:#FF6000">»''sind die Axiome nur dann'' <span style="color:#00B000">[ in unserer ,realen‘ Welt ]</span> ''wahr'' <span style="color:#00B000">[ und annehmbar ]</span>«</span>, wenn sie <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt'' <span style="color:#00B000">[ d.h. jeder auch nur ,möglichen‘ Welt ]</span> ''sind''«</span>. Diese Bedingung verweist jede Verifikation und jede Interpretation der Axiome auf das ,Nicht-Zufällige‘, das ,Notwendige‘, ,Absolute‘, in dem die Axiome und Definitionen des GÖDEL-Kalküls erst dadurch ihren Sinn und ihre Bedeutung bekommen, wenn sie vom ,Absoluten‘ und ,Unendlichen‘ her erklärt und verstanden werden. Damit insistiert GÖDEL auf eine genuin <span style="color:#4C58FF">,theologische‘</span> Interpretation seines Kalküls, mit der <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> zum Begriff GOTT, dem absolut Unendlichen, als Verifikationskriterium. Das entspricht auch der ,methodologischen‘ Prämisse seines Kalküls. Die wichtigsten Axiome und Definitionen im GÖDEL-Kalkül sind jedoch bloße ,Annahmen‘, deren Evidenz, sowohl die ,mathematische‘ als auch die <span style="color:#4C58FF">,theologische‘</span>, erst evaluiert, d.h. ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> werden muss. Das bedeutet ''':''' die Verifikation der Axiome und Definitionen von GOTT und seinen Vollkommenheiten kann nur Kalkül-intern durch den Aufweis ihrer Widerspruchsfreiheit erfolgen, d.i. <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt''«</span>. Evaluierte und verifizierte Axiome und Definitionen sind dann die ,modal‘ notwendigen, d.h. die ,transzendentalen‘ Voraussetzungen für die Ergebnisse eines Kalküls, damit seine Theoreme und Korollare in unserer ,realen‘ Welt als logisch ,wahr‘ und damit für uns auch als ,annehmbar‘ gelten können, während die Prämissen eines Kalküls, <span style="color:#00B000">(die Argument Einführung, <span style="color:#4C58FF">— '''AE:''' —</span> )</span>, nicht notwendige und somit ,modal‘ frei gewählte ,Annahmen‘ sind. Jedoch aus diesen ,modal‘ frei gewählten, ,möglichen‘ <span style="color:#00B000">( <span style="color:#4C58FF">'''◇'''</span> )</span> Prämissen folgen mit Hilfe der ,bewiesenen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> Axiome und Definitionen die Ergebnisse mit ,modaler‘ Notwendigkeit <span style="color:#00B000">( <span style="color:#4C58FF">'''□'''</span> )</span>. Die Logik des GÖDEL-Systems ist eine ,Prädikatenlogik‘ zweiter Stufe, in der die Quantoren nicht nur Individuum-Variable, sondern auch Eigenschafts-Variable, <span style="color:#00B000">(als noch ,unbestimmte‘ Prädikate im Allgemeinen)</span>, binden können. Die formale Struktur des GÖDEL-Kalküls besteht aus fünf Axiomen und drei Definitionen, mit deren Hilfe in drei Beweisgängen drei Theoreme und mehrere Korollare aus seiner ,methodologischen‘ Prämisse ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleitet werden können, wobei die beiden ersten Beweisgänge, mit ihren Ergebnissen, den dritten vorbereiten, in dem es dann um das Theorem ANSELMS geht. Die Prämisse des GÖDEL-Kalküls ist der traditionelle ,GOTT-Glaube‘, in der Formulierung speziell nach LEIBNIZ. Ein Axiom, eine Definition, zwei Theoreme und alle Korollare im GÖDEL-Kalkül sind Aussagen über <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>. Alle fünf Axiome, eine Definition und ein Theorem, <span style="color:#00B000">(und das Korollar aus Axiom-4)</span>, sind auch Aussagen über die Eigenschaft <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“, „Perfektion“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, die in der <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> als die Wesenseigenschaft GOTTES gilt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist vollkommen''«</span> bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist das Vollkommenste der Wesen''«</span>, <span style="color:#00B000">(DESCARTES)</span>. Zwei Definitionen sind Aussagen über die allgemeinen Wesenseigenschaften aller Seienden, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, die, als notwendige Existenz, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, auch GOTT zugeordnet werden, mit der Besonderheit bei GOTT, dass sowohl alle Eigenschaften, als auch alle anderen Zuordnungen, wie Sein und Wesen, wie Ursache und Wirkung, usw., im Unendlichen, GOTT, <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> sind, d.h. in GOTT paarweise perspektivisch in ,eins‘ zusammenfallen, und die auch, wie alle Transzendentalia, konvertierbar, d.h. austauschbar sind. Diese Sachverhalte machen deutlich, dass die ,Verifikation‘ und sachgerechte ,Evaluierung‘ der GÖDEL-Axiomatik nur genuin <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> erfolgen kann. Die Evaluierung der <span style="color:#FF6000">»''mathematischen Evidenz''«</span> des GÖDEL-Systems, im Allgemeinen, muss jedoch entsprechend der Maßstäbe einer modalen Prädikatenlogik zweiter Stufe durchgeführt werden. Das GÖDEL-Kalkül unterscheidet <span style="color:#00B000">(in Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>)</span> formal-syntaktisch zwischen der Eigenschaft ,Existenz‘, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''E'''‘ —</span>, die nur GOTT zugeordnet werden kann, und dem Existenz-Operator, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''∃'''‘ —</span>, der allem Übrigen, das nicht GOTT ist, zugeordnet wird. Es gibt hier auch den formal-syntaktischen Unterschied zwischen der, <span style="color:#00B000">(von mir notierten, jedoch von GÖDEL schon intendierten und angesprochenen)</span>, speziellen ,Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF"> — <sub>not</sub> —</span>, die nur der Existenz GOTTES zugeordnet ist, und der modalen ,Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□'''‘ —</span>, die auf Verschiedenes bezogen werden kann. Diese Unterschiede sind Hinweise, dass GÖDEL in seiner Kalkül-Logik und -Syntax, die Außerordentlichkeit und Eigenständigkeit GOTTES berücksichtigt, der, als Schöpfer der Welt, prinzipiell und absolut <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt''«</span> ist, die erst durch GOTT auch das ist, was sie ist. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Genese des Kalküls</span></div>=== Wie kommt GÖDEL zu seinem Kalkül '''?''' Sein Gewährsmann war Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, <span style="color:#00B000">(1646-1716)</span>, den er sehr schätzte. Die rekonstruierbare Genese seines Kalküls findet man in LEIBNIZ ''':''' ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand‘</big></span>'', <span style="color:#00B000">(1704)</span>‚ ''<span style="font-family: Times;"><big>Viertes Buch, Kapitel X ''':''' ‚Von unserer Erkenntnis des Daseins Gottes‘</big></span>'', Seite 475f. Hier der <span style="color:#00B000">[ kommentierte ]</span> Textausschnitt zum sog. ontologischen ‚Gottesbeweis‘''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''Folgendes etwa ist der Gang seines'' <span style="color:#00B000">[ d.h. ANSELMS, Erzbischof von Canterbury; 1033-1109, ]</span> ''Beweises ''':''' GOTT ist das Größte'', <span style="color:#00B000">[ ANSELM spricht vom biblischen GOTT des Glaubens, als ''':''' <span style="color:#FF6000">»''den, über dem ,Größeres‘'' | <span style="font-family: Times;"><big>‚maius‘</big></span> | ''nicht mehr gedacht werden kann''«</span> ]</span>, ''oder, wie DESCARTES es ausdrückt ''':''' das Vollkommenste der Wesen oder auch ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit'' ''':''' <span style="color:#00B000"> [ GÖDEL ''':''' </span><span style="color:#4C58FF">‚'''P'''‘</span> <span style="color:#00B000">:= ‚Perfektion‘, ‚positive Eigenschaft‘ ]</span>, ''das alle Grade derselben in sich schließt.''<span style="color:#00B000"> [ GÖDEL-Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''ist genau dann GOTT'', <span style="color:#4C58FF">,'''G'''‘</span>, ''wenn'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''alle Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">,'''P'''‘</span>, ''in sich schließt''«</span>. Definition-1 bildet die traditionelle Vorstellung von GOTT ab. ]</span> ''Dies also ist der Begriff GOTTES.'' <span style="color:#00B000">[ Der Term <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span> steht hier für den biblischen ‚Begriff‘ <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> als ,Individuumname‘ '''!''' ]</span> ''Sehen wir nun, wie aus diesem Begriff das ‚Dasein’ folgt.''<span style="color:#00B000"> [ GÖDEL ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist notwendig aus sich ‚da‘''«</span> ''':''' Term :10: im 3. Beweisgang. ]</span> ''Es ist etwas <u>mehr</u>, ‚da‘ zu sein, als nicht ‚da‘ zu sein, oder auch das ‚Dasein‘ fügt der Größe oder der Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ GOTTES ]</span> ''einen Grad hinzu, und wie DESCARTES es ausspricht, das ‚Dasein‘ ist selbst eine Vollkommenheit.''<span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">(Diesen Ausspruch DESCARTES übernimmt GÖDEL im Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz''</span> [ alias ‚Dasein GOTTES’ ] <span style="color:#FF6000">''ist eine positive Eigenschaft''</span> [ alias Vollkommenheit ]<span style="color:#FF6000">«</span>. Dem widerspricht KANT ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein ist kein reales Prädikat“</span>. Das Axiom-5 ist daher nur dann ‚wahr‘, wenn ‚Wirklichsein‘ | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐνέργεια οὖσα</big></span>“</span> | ‚enérgeia úsa‘ | d.h. ‚Dasein‘ und ‚Wesen‘ | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span> | ‚usía‘ | — genauer ''':''' ‚Wesenseigenschaften’ —, ontologisch ,eins‘ sind, d.h. wenn <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> immer schon die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> GOTTES ist. Was nach ARISTOTELES nur im <span style="color:#FF6000">„unbewegten Erstbeweger“</span> der Fall ist; bzw. mit LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''was das Privilegium der Gottheit allein ist''«</span> '''!''' Aus der ,methodologischen‘ ,Annahme‘ im 2. Beweisgang GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''das'' <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ''steht für den GOTT der Christen''«</span>, und mit Hilfe von Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit ist eine positive Eigenschaft''«</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt''«</span>, mit Axiom-4 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX → □PX'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind notwendig aus sich, — von Natur aus —, positiv''«</span>, mit Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Zum Wesen gehören notwendig auch alle Konsequenzen aus einer Wesenseigenschaft''«</span>, und mit Axiom-1 und der Definition für GOTT, folgt nach einigen logischen Umformungen das GÖDEL-Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das'' <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ''ist genau dann der GOTT der Christen, wenn das Wesen dieses GOTTES sein eigenes Sein ist''«</span>. Dasein und Wesen sind im Unendlichen, GOTT <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ,eins‘. Mit diesem, im Kalkül <u>ohne</u> Axiom-5 ,regulär‘ (├ ) abgeleiteten Theorem, widerlegt er KANT für den individuellen Spezialfall <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span> := <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>. Nachprüfbar im Anhang ''':''' im ‚ontologischen‘ Beweis für das Basis-Theorem-2. Somit ist Axiom-5 ,wahr‘, und KANT hat sich hier, im Bezug auf GOTT, geirrt. <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> als Wissenschaft von GOTT, war für KANT nie eine ernstzunehmende Option. <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> als Wissenschaft von GOTT ist eine ziemlich ,ausgereifte‘ Disziplin. Es haben sich, durch Jahrhunderte hindurch, viele gescheite Menschen schon im Judentum, und dann auch im Christentum, und ebenfalls im Islam, darum bemüht.)</span> :: <span style="color:#FF6000">»</span>''Darum ist dieser Grad von Größe und Vollkommenheit oder auch diese Vollkommenheit, welche im ‚Dasein‘ besteht, in diesem höchsten, durchaus großen, ganz vollkommenen Wesen, denn sonst würde ihm ein Grad fehlen, was gegen seine Definition wäre. Und folglich ist dies höchste Wesen ‚da‘. Die Scholastiker, ohne selbst ihren'' <span style="font-family: Times;"><big>doctor angelicus</big></span> <span style="color:#00B000">[ := THOMAS von Aquin ]</span> ''auszunehmen, haben diesen Beweis verachtet'', <span style="color:#00B000">[ wie später auch Immanuel KANT ]</span>, ''und ihn als einen Paralogismus'' <span style="color:#00B000">[ := Fehlschluss ]</span> ''betrachtet, worin sie sehr unrecht gehabt haben; und DESCARTES, welcher die scholastische Philosophie im Kolleg der Jesuiten zu La Flèche lange genug studiert hatte, hat sehr recht gehabt, ihn wieder zu Ehren zu bringen. Es ist nicht ein Paralogismus, sondern ein unvollständiger Beweis'', <span style="color:#00B000">[ den GÖDEL vervollständigt hat ]</span>, ''der etwas voraussetzt, was man noch hätte beweisen sollen, um ihm mathematische Evidenz zu verleihen — nämlich, dass man dabei stillschweigend voraussetzt, diese Vorstellung des durchaus großen oder durchaus vollkommenen Wesens sei möglich und enthalte keinen Widerspruch'' <span style="color:#00B000">[ '''::''' <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span> '''::''' ,möglich‘, ,konsistent‘, ,denkbar‘; GÖDEL beweist im 1. Beweisgang aus Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''positive Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ die allgemeinen Transzendentalien ]</span>, ''sind widerspruchsfrei''«</span>, mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, folgt Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist möglich''«</span> ]</span>. ''Und es ist schon etwas, dass man durch diese Bemerkung beweist ''':''' gesetzt, dass GOTT ‚möglich‘ ist, so ‚ist‘ er'' <span style="color:#00B000">[ ,notwendig‘ '''::''' <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, d.h. für jede mögliche Welt auch wirklich aus sich ‚da‘ ]</span>, ''was das Privilegium der Gottheit allein ist'' ''':''' <span style="color:#00B000">[ Im 3. Beweisgang, Theorem-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' ‚ANSELMS Prinzip‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Weil GOTT widerspruchsfrei ,möglich‘ ist, darum ist auch der Glaube widerspruchsfrei, der besagt, dass GOTT aus sich ,notwendig‘ da ist''«</span>; mit Korollar-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx ∧ □∀y(Gy→x=y)'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''Es gibt notwendig nur einen einzigen GOTT''«</span>. Damit ist auch der Monotheïsmus bewiesen. ]</span> ''Man hat recht, die Möglichkeit eines jeden Wesens anzunehmen und vor allem die GOTTES, bis ein anderer das Gegenteil beweist''. <span style="color:#00B000">[ Das Gegenteil besagt, dass GOTT ,unmöglich‘ ist. Hier setzt der Möglichkeitsbeweis im Kalkül an, und beweist, dass diese Aussage zu einem Widerspruch führt. ]</span> ''Somit gibt dieser metaphysische Beweis schon einen moralischen zwingenden Schluss ab, wonach wir dem gegenwärtigen Stande unserer Erkenntnisse zufolge urteilen müssen, dass GOTT ‚da‘ sei, und demgemäß handeln.'' <span style="color:#00B000">[ Aber nicht logisch zwingend '''!''' Denn die Interpretation <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> mit dem GOTT der Bibel, als ,methodologische‘ Kalkül-Prämisse, ist nicht zwingend, jedoch ,modal‘ möglich, <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span>, und im christlichen Glaubenskontext sinnvoll, was mit einer stimmigen <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation des GÖDEL-Kalküls gezeigt werden kann. Damit ist dann auch die Frage beantwortet, ob das GÖDEL-System sich plausibel als eine Theorie von GOTT und seinen Eigenschaften interpretieren lässt, bzw. als eine <span style="color:#FF6000">»''axiomatische''«</span> <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span>, wie sie André FUHRMANN apostrophiert. Das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> ist der ,Individuumname‘ für den GOTT der Bibel, — ,GOTT‘ groß geschrieben —, im monotheïstischen, christlichen Glaubenskontext, den auch LEIBNIZ teilt. Dann steht der ,Name‘ auch synonym für das ,existierende‘ Individuum, d.h. für dessen ,Existenz‘.]</span> ''Es wäre aber doch zu wünschen, dass gescheite Männer'' <span style="color:#00B000">[ sic ! ]</span> ''den Beweis mit der Strenge einer mathematischen Evidenz vollendeten'', <span style="color:#00B000">[ was GÖDEL veranlasst hat, seine Version eines ‚ontologischen Beweises’ zu kreieren, dessen <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> man heute mit Computerprogrammen<ref>siehe Fußnote 11</ref> schon nachgewiesen hat ]</span> ... <span style="color:#FF6000">«</span> Für GÖDEL war dieser Text eine intellektuelle Herausforderung, und er hat sie angenommen. Das war für GÖDEL sicher keine Glaubensangelegenheit. GOTT hat es ja auch nicht nötig, ‚bewiesen‘ zu werden. Wer <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> z. B. mit dem sog. ‚Urknall‘ gleich setzt, macht die <span style="color:#FF6000">»''zufällige Struktur der Welt''«</span> im ‚Urknall‘, <span style="color:#00B000">(pantheistisch)</span> zu einem ,Gott‘, was GÖDEL dezidiert für sein Kalkül ausgeschlossen haben wollte. Kurt GÖDEL schreibt 1961 in einem Brief, in Anlehnung an den obigen Text ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»...''ich glaube, schon heute dürfte es möglich sein, rein verstandesmäßig ''<span style="color:#00B000">[ sic '''!''' ]</span>, ''(ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen) einzusehen, dass die theologische Weltanschauung'', <span style="color:#00B000">[ dass es GOTT gibt ]</span>, ''mit allen bekannten Tatsachen'', <span style="color:#00B000">[ z. B. mit den Maßstäben einer modernen Logik ]</span>, ''durchaus vereinbar ist. Das hat schon vor 250 Jahren der berühmte Philosoph und Mathematiker LEIBNIZ versucht''.«</span><ref>Zitiert nach SCHIMANOVICH-GALIDESCU, M.-E., ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Princeton–Wien 1946–1966. Briefe an die Mutter</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kurt Gödel – Leben und Werk</big></span>''‘, ed. B.BULDT et al., Wien (HÖLDER–PICHLER–TEMSKY), 2001, Bd. 1.</ref> ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Interpretation des Kalküls</span></div>=== Wenn man sich das GÖDEL-Kalkül ansieht, wie es heute formalisiert vorliegt, stellt sich die Frage ''':''' <span style="color:#FF6000">„Lässt sich dieses System plausibel als eine Theorie von GOTT <span style="color:#00B000">(als eine ‚Rede von GOTT’ := <span style="color:#4C58FF">,Theologie’</span>)</span> und seiner Eigenschaften verstehen '''?''' “ — „Ist hier eine genuin <span style="color:#4C58FF">,theologische’</span> Interpretation möglich '''?''' “</span> Seine Herkunft aus der intellektuellen Auseinandersetzung des Logikers GÖDEL mit dem GOTT-gläubigen Philosophen LEIBNIZ und dem christlichen Theologen und Erzbischof ANSELM rechtfertigt diese Frage. Die <span style="color:#FF6000">„mathematische Evidenz“</span> des GÖDEL-Formalismus, <span style="color:#00B000">(im Anhang nachgestellt)</span>, ist allgemein anerkannt, <span style="color:#00B000">(Vorbehalte dagegen gibt es nur bei der Interpretation seiner Syntax, d.h. ob die Axiome, wie GÖDEL sie konzipiert hat, auch in unserer realen Welt ,wahr’ und ,annehmbar’ sind)</span>. Die <span style="color:#FF6000">„theologische Evidenz“</span> des GÖDEL-Systems wird durch eine ,Verankerung’ der Axiome und Definitionen in den <span style="color:#4C58FF">,theologisch’</span>-philosophischen Diskurs über GOTT evaluiert, der schon seit zweieinhalbtausend Jahren läuft. In diesen zweieinhalbtausend Jahren hat sich, — gegen ARISTOTELES und die antike Philosophie —, die Erkenntnis durchgesetzt, dass GOTT <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen''«</span> Raum-Zeit-Struktur unserer vergänglichen Welt ist. In meiner Darstellung des GÖDEL-Kalküls folge ich, <span style="color:#00B000">(im Unterschied zum Autographen GÖDELS, vom 10. Feb 1970)</span>, in der Axiom-Nummerierung, in der Syntax, und in der Beweis-Struktur, der Arbeit von André FUHRMANN ''':''' ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Existenz und Notwendigkeit. Kurt Gödels axiomatische Theologie‘</big></span>'' in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Logik in der Philosophie‘</big></span>'' Hg. SCHROEDER-HEISTER, SPOHN und OLSSON, 2005, Synchron, Heidelberg, Seite 349–374. <span style="color:#00B000">(Die tiefer gestellte Notation der spezifischen ,Eigenschaft‘ einer Eigenschaft ist meine Ergänzung zur formalen Syntax, z. B. ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, angeregt durch die indizierende Schreibweise GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ,'''G''' Ess. '''x'''’ —</span>.)</span> Die Erkenntnisse zur Straffung und Präzisierung der GÖDEL-Syntax, <span style="color:#00B000">(besonders im Möglichkeitsbeweis)</span>, stammen aus der Arbeit von Günther J. WIRSCHING ''':''' ,''<span style="font-family: Times;"><big>Der Gödelsche Gottesbeweis</big></span>''‘, im Web <ref>https://edoc.ku.de/id/eprint/10243/1/OntBw.pdf</ref>. <span style="color:#00B000">(Auch der Hinweis auf AVICENNA kommt von WIRSCHING.)</span> Die Zitate von THOMAS von Aquin´s Stellungnahme zum Theorem ANSELMS, und von Georg Wilhelm Friedrich HEGEL zur Immanuel KANTS Ablehnung des Theorem ANSELMS, befinden sich in Franz SCHUPP, ,<span style="font-family: Times;"><big>''Geschichte der Philosophie im Überblick''</big></span>‘, Band 2 ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Christliche Antike, Mittelalter''</big></span>‘, Hamburg 2003, Seite 168 und Seite 170. Meines Erachtens ist der entscheidende Ansatzpunkt einer <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation das GÖDEL-Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>. ‚Frei‘ nach KANT ‚formuliere‘ ich ‚kurz‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>. Hier die Positionen KANTS zum Thema ‚Existenz‘ und ‚Eigenschaften‘ ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''… unbeschadet der wirklichen Existenz äußerer Dinge'' <span style="color:#00B000">[ kann man ]</span> ''von einer Menge ihrer Prädikate'', <span style="color:#00B000">[ d.h. Eigenschaften ],</span> ''sagen'' … ''':''' ''sie gehöreten nicht zu diesen ‚Dingen an sich selbst‘, sondern nur zu ihren Erscheinungen, und hätten außer unserer Vorstellung'' <span style="color:#00B000">[ ihrer, als ,wirklich‘ gedachten Erscheinung ]</span> ''keine eigene Existenz, … weil ich finde, dass … '''alle Eigenschaften, die die Anschauung eines Körpers ausmachen''', bloß zu seiner Erscheinung gehören; denn die Existenz des Dinges, was erscheint, wird dadurch nicht … aufgehoben, sondern nur gezeigt, dass wir es'', <span style="color:#00B000">[ das Ding ]</span>, ''wie es ‚an sich selbst‘ sei'', <span style="color:#00B000">[ d.h. existiert ]</span>, ''durch Sinne gar nicht erkennen können''.<span style="color:#FF6000">«</span><ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können</big></span>''‘, Seite 289; https://www.korpora.org/kant/aa04/289.html</ref> <span style="color:#00B000"><small>(Hervorhebung durch KANT.)</small> [ Seine Prädikate, d.h. Eigenschaften, jedoch können wir mit unseren Sinnen ,anschauen‘, aber nur in Kombination mit unserer Vorstellung ihrer, als ,wirklich‘ gedachten Erscheinung, vermittelt durch den sog. ,transzendentalen Schematismus‘ unserer Einbildungskraft ''':'''</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Eine verborgene Kunst in den Tiefen der menschlichen Seele''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">jedoch auch eines der ,dunkelsten‘ Kapitel in der K.d.r.V., bedingt durch KANTS Konzept von ,Wirklichkeit‘, bzw. ,Sein‘. ]</span> Mit anderen Worten, man kann die ‚Existenz‘, bzw. das ‚Sein‘ der Dinge, <span style="color:#00B000">(das ‚Ding an sich’ bei KANT)</span>, nicht unter dem Mikroskop finden. Die ‚Existenz‘ bzw. das ‚Sein‘ ist keine sinnlich registrierbare ‚Eigenschaft‘ z. B. des rekonstruierten ‚Stadt-Schlosses‘ in Berlin. <span style="color:#00B000">(‚Sein‘ ist kein reales ‚Prädikat‘.)</span> Dafür haben wir andere Fähigkeiten ''':''' Ich kann seine ‚Existenz‘ mit meinem Verstand einsehen, weil auch ich selbst ‚existiere‘. Seine ‚Ansicht‘, wie ‚gefällig‘ es ist, und auch weitere ‚Eigenschaften‘, die mir auffallen, kann ich mit einem Handy-Foto dokumentieren. Diese ‚Eigenschaften‘ sind nicht die Ursache, dass das ‚Berliner Schloss‘ existiert. Wohl aber die Rekonstruktion dieses Schlosses ist die ‚Ursache‘, dass es ,existiert‘, und jetzt so aussieht. Insofern ist ‚Existenz‘ keine ‚Eigenschaft‘, sondern die ‚Existenz‘ des Dinges ist die Voraussetzung, der ‚Grund‘, dass ich die ‚Eigenschaften‘ des Dinges mit meinen Sinnen feststellen kann. In einer Auseinandersetzung mit CARTESIUS schreibt KANT, philosophisch ‚tiefgründig‘ und logisch ‚exakt‘, über dessen <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„Cogito, ergo sum“</big></span></span> ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''Das ‚Ich denke‘ ist ein empirischer Satz, und hält den Satz ‚Ich existiere‘ in sich. Ich kann aber nicht sagen ''':''' ‚Alles, was denkt, existiert‘; denn da würde die Eigenschaft des Denkens'', <span style="color:#00B000">[ eine essentielle Eigenschaft ]</span>, ''alle Wesen, die sie besitzen, zu notwendigen'' <span style="color:#00B000">[ d.h. notwendig existierenden ]</span> ''Wesen machen''. <span style="color:#00B000">[ Was allein nur von GOTT ausgesagt werden kann; mit AVICENNA, als anerkannter ARISTOTELES-Kommentator ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist das einzige Sein, bei dem Essenz'' <span style="color:#00B000">[ ‚Wesenseigenschaften‘ ]</span> ''und Existenz'' <span style="color:#00B000">[ ‚Dasein‘ ]</span> ''nicht zu trennen sind und das daher notwendig an sich da ist''«, <span style="color:#00B000">— konform mit GÖDEL ''':'''</span> »''notwendige Existenz ist eine positive'' <span style="color:#00B000">[ essentielle ]</span> ''Eigenschaft''«</span> ].</span> ''Daher kann meine Existenz auch nicht aus dem Satz, ‚Ich denke‘, als'' <span style="color:#00B000">[ logisch ]</span> ''gefolgert angesehen werden, wie CARTESIUS dafür hielt (weil sonst der Obersatz : ‚Alles, was denkt, existiert‘, vorausgehen müsste), sondern ist mit ihm identisch.'' <span style="color:#00B000">[ Eine einfache Schlussfolgerung ''':''' meine ‚Existenz‘ ist auch nicht von meiner ‚Eigenschaft‘ Denken ‚verursacht‘. ,Existenz‘ ist nicht bloß ein ,Gedanke‘ von mir. ]</span><span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">(Aus der Anmerkung 41 zu den ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Paralogismen der reinen Vernunft</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 275,<ref>https://korpora.org/kant/aa03/275.html</ref> mit meinem Einschub des AVICENNA-Zitat aus Wikipedia.<ref>{{w|Avicenna#Metaphysik}}</ref>)</span> Mit anderen Worten ''':''' <span style="color:#FF6000">„Die Eigenschaft, dass ich denken kann, ist nicht die Ursache meiner ‚Existenz‘“</span>, sondern, <span style="color:#FF6000">„Die Liebe meiner Eltern und ihre Entscheidung füreinander ist die Ursache meiner ‚Existenz‘. Daher ‚bin’ ich. Und weil ich ein Mensch ‚bin‘, kann ich denken.“</span> Auch mit diesen Anmerkungen ist leicht einsehbar, dass ‚Existenz‘ keine ‚Eigenschaft‘ ist — außer bei GOTT. In GOTT ist ‚Dasein‘ die ‚Wesenseigenschaft‘ GOTTES, d.h. ‚Dasein‘ und ‚Wesen‘ sind in GOTT untrennbar verbunden; sind <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ‚eins‘. Das ist die Einzigartigkeit im Wesen GOTTES, dass GOTT immer schon ‚da‘ ist. Die Frage nach dem ‚Wesen‘ GOTTES lautet ''':''' <span style="color:#FF6000">„Was bist du ? “</span>/<span style="color:#CC66FF">„Wer bist Du ? “</span> Antwort, Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin-Da‘'' <span style="color:#00B000">[ für euch und für immer ]</span>«.</span> Weil GOTT für uns immer schon ‚da‘ ist, — <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span> —, hat GOTT es nicht nötig, ‚bewiesen‘ zu werden. <span style="color:#00B000">(In der Mathematik ist ein ‚Satz‘ erst dann ‚wahr‘ und ‚existent‘, wenn er bewiesen ist. Bei GOTT ist es jedoch nicht so ''':''' GOTTES ‚Existenz‘ ist nicht erst dann ‚wahr‘, wenn seine ‚Existenz‘ von uns ‚bewiesen‘ ist. Sein ‚Dasein‘ ist jedem unserer ‚Beweisversuche‘ immer schon voraus. Der Zugang zu GOTT ist nicht der ,Beweis‘, sondern der ,Glaube‘. Wer an GOTT glauben ,will‘, dem antwortet GOTT. Wer nicht an GOTT glauben ,will‘, dessen Entscheidung respektiert GOTT, und drängt sich nicht auf. Die Glaubens-Entscheidung hat jedoch für jeden Menschen eine existenzielle Konsequenz ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt'', <span style="color:#00B000">[ und diese Entscheidung auch im Augenblick der ,Wahrheit‘, im Tod, in der sog. ,Endentscheidung‘, nicht widerruft ]</span>, ''wird verurteilt werden''«,</span> <small>({{Bibel | Markus Evangelium |16|16|EU}})</small>. Das Urteil lautet ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''zweiter Tod ''':''' der Feuersee''«</span>, <small>({{Bibel | Offenbarung |20|14f|EU}})</small>, ohne Berufungsmöglichkeit. <span style="color:#CC66FF">»''Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn geben wird''«.</span> <small>({{Bibel | Hebräer Brief|11|6|EU}})</small>)</span> Das GÖDEL-Axiom-5 ist m.E. der entscheidende Ansatzpunkt einer stimmigen <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation der GÖDEL-Axiomatik. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Das Kalkül ist kein Existenz-Beweis für GOTT</span></div>=== Die allgemeine <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> des GÖDEL-Formalismus, d.h. seine ‚Schlusskraft‘, ist von kompetenten Leuten<ref>„GÖDELS Argumentationskette ist nachweisbar korrekt – so viel hat der Computer nach Ansicht der Wissenschaftler Christoph BENZMÜLLER und Bruno WOLTZENLOGEL-PALEO nun gezeigt;“ vgl. https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2013/fup_13_308/index.html</ref> schon festgestellt worden, <span style="color:#00B000">(im Anhang ‚nachrechenbar‘ mit den Regeln und Gesetzen einer modalen Prädikatenlogik 2. Stufe)</span>. Das GÖDEL-Kalkül ist jedoch kein ‚moderner‘<span style="color:#FF6000">„Existenz-Beweis“</span> für GOTT, wofür es gehalten oder meistens bezweifelt wird, sondern setzt <span style="color:#00B000">(theoretisch methodisch)</span> den <span style="color:#FF6000">„Glauben an die Existenz GOTTES“</span> schon voraus, ohne ihn zu hinterfragen. Das <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> bzw. die <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> GOTTES wird mit der Definition-1 für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, bzw. mit dem Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ — </span>, im Kalkül ‚definitorisch‘ bzw. ‚axiomatisch‘ als Kalkül-,Annahme‘ eingeführt, unter der Voraussetzung, dass die ‚Eigenschaft‘ <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ := </span><span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> und das <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span>, ontologisch ‚identisch‘, genauer ''':''' <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> sind, was GÖDEL im Axiom-5 definitiv für sein System vorschreibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>. Das <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ist faktisch äquivalent zur <span style="color:#FF6000">„notwendigen Existenz als GOTT“</span>; und <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> ist die <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft in GOTT“</span>. Beides ist nach Axiom-5 ‚identisch‘, d.h. dem ‚Sein nach‘ dasselbe, und daher konvertierbar. Beide, <span style="color:#00B000">(sowohl die Essenz, als auch die Existenz GOTTES)</span>, werden daher auch mit demselben Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> im Kalkül dargestellt. Der traditionelle, christliche ,GOTT-Glaube‘ wird zugleich mit diesem Term <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ := </span> <span style="color:#FF6000">„GOTT“ <span style="color:#00B000">|</span> „göttlich“</span>, im 2. Beweisgang, dem Basisbeweis, und im 3. Beweisgang für das Theorem ANSELMS, jeweils als ,methodologische‘ Prämisse :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> regulär <span style="color:#00B000">( ├ )</span> und explizit eingeführt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''steht für den GOTT'' <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span> ''der Christen''«</span>. Das ist die ,modal‘-frei gewählte, <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Kalkül-,Annahme‘, <span style="color:#00B000">(als ,Argument-Einführung‘ := <span style="color:#4C58FF">‚'''AE:'''‘</span> )</span>, und wird dann mit Definition-1 näher ,bestimmt‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000"> »''Das'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''steht genau dann für ‚GOTT‘'' <span style="color:#00B000">|</span> ''‚göttlich‘'', <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, ''wenn'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''alle positiven Eigenschaften, bzw. Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">‚'''PX'''‘</span>, ''hat''«</span>, entsprechend dem ‚Quelltext‘ bei LEIBNIZ. <span style="color:#00B000">(Das ,postulierte‘ Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PG'''‘ —</span>, wird standardmäßig gelesen als <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit ist eine positive Eigenschaft''«</span>, hat aber auch die alternative Leseart ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt d.h. vollkommen''«</span>, was <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> auch richtig ist; mit <span style="color:#4C58FF">‚'''P'''‘ </span> := <span style="color:#FF6000">„Perfektion“/„Vollkommenheit“</span> ist dann die Summe aller <span style="color:#FF6000">„positiven Eigenschaften“</span>.)</span> Mit Axiom-3, — in dieser <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Leseart —, ist der ‚Wenn-Satz‘ in Definition-1 ‚aufgelöst‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT hat alle positiven Eigenschaften, weil er ‚perfekt‘ ist''«</span>. In Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, wird die ,für uns‘ <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —, </span> durch die ,aus sich‘ <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span> instanziierten <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(als zu den Transzendentalia gehörig)</span>, bestimmt. Das GÖDEL-Kalkül setzt sowohl in Definition-3 als auch im Axiom-5 das Theorem des ARISTOTELES von der ontologischen ‚Identität‘, d.i. die Koinzidenz von <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span>, <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> im prinzipiell <span style="color:#FF6000">„unbewegten Erstbewegenden“</span> voraus. Ohne diese Annahme bzw. ohne Axiom-5, würde das GÖDEL-Kalkül nicht ‚funktionieren‘. Das GÖDEL-Theorem-2.1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span>, kann unter dieser Voraussetzung dann, <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> richtig und eindeutig, so gelesen werden ''':''' <span style="color:#FF6000">„Wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, als Individuum steht, dann ist GOTT-Sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(,Existenz‘)</span>, das Wesen, <span style="color:#4C58FF">—<sub>ess</sub>—, </span> <span style="color:#00B000">(,Essenz‘)</span>, GOTTES <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span>”</span><ref>vgl. z.B. THOMAS von Aquin ''':''' ,''<span style="font-family: Times;"><big>De Ente et Essentia</big></span>''’, Kapitel 5 ''':''' „Deus, cuius essentia est ipsummet suum esse“ ''':''' „GOTT, dessen Wesen sein eigenes Sein ist“.</ref>, statt der <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> unrichtigen Lesearten in der Wikipedia ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlich ist eine essentielle Eigenschaft jedes göttlichen Wesens''«</span><ref>{{w|Gottesbeweis#Kurt_Gödel|Gottesbeweis 2.1.2, Theorem 2}}; Version vom 10.09.2025</ref>, oder bei Christoph BENZMÜLLER et alia, im sog. ,Theorembeweiser‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Gottähnlich zu sein ist eine Essenz von jeder gottähnlichen Entität''«</span><ref>[https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2013/fup_13_308/index.html ‚Gödels „Gottesbeweis“ bestätigt’, Theorem 2]</ref>, mit der suggestiven Annahme, es gäbe mehrere ,göttliche Wesen‘, bzw. ,gottähnliche Entitäten‘, was der monotheïstischen, abendländischen Tradition, bzw. dem <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Theorem von der ,Unvergleichlichkeit‘ und ,Einzigartigkeit‘ GOTTES widerspricht, das im GÖDEL-Kalkül mit Korollar-3 bestätigt wird. <span style="color:#00B000">(Die Interpretation <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ :=</span> <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, als ,Individuumname‘, ist synonym zum <span style="color:#FF6000">„Dasein <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> GOTTES“</span>, und äquivalent zur ‚positiven Eigenschaft‘ <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span>, alias <span style="color:#FF6000">„göttlich zu sein“</span> = <span style="color:#FF6000">„GOTT zu sein“</span> = <span style="color:#FF6000">„GOTT-Sein“</span>; und mit dem GÖDEL-Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ :=</span> <span style="color:#FF6000">„das Wesen <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> GOTTES“</span>.)</span> <div class="center"><span style="color:#FF6000"><span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ :=</span> „'''G'''öttlichkeit“ <span style="color:#4C58FF">↔</span> „'''G'''OTT“ <span style="color:#4C58FF">↔</span> „'''G'''OTT-Sein“</span> </div> Die Rechtfertigung für diese <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Dreifach-Äquivalenz für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, im GÖDEL-Kalkül, gibt Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''die positive <u>Eigenschaft</u>'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ''Göttlichkeit'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''äquivalent zu GOTT als Individuum-Name'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''ist auch äquivalent zum Dasein GOTTES'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''gleichbedeutend mit notwendiger <u>Existenz</u>'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>'', dem <u>Sein</u> GOTTES für uns''«</span>. Hier hat GÖDEL explizit <span style="color:#FF6000">„Eigenschaft“</span> mit <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> gleichgesetzt; <span style="color:#00B000">(was jedoch nach KANT für alles, was in unserer Welt ‚existiert‘, bzw. für alles, was zur <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> gehört, wie GÖDEL selbst sagt, in jedem Fall ‚unstatthaft‘ ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein ist kein reales Prädikat“</span>)</span>. Jedoch wegen dieser ‚Gleichsetzung‘, die einzig und allein, der aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition entsprechend, singulär nur in GOTT ‚statthaft‘ ist, kann jetzt die ‚positive Eigenschaft‘ <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> <span style="color:#00B000">(ontologisch korrekt)</span> gelesen werden als <span style="color:#FF6000">„das, was GOTT zu dem macht, ‚was‘ GOTT an sich selbst ist“</span>, nämlich zu seinem <span style="color:#FF6000">„GOTT-Sein“</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span>, zu seinem <span style="color:#FF6000">„Dasein als GOTT“</span>; zur Tatsache, dass <span style="color:#FF6000">„GOTT GOTT ist“</span>, d.h. dass <span style="color:#FF6000">„GOTT als GOTT ‚da‘ ist“</span>. Das ist, <span style="color:#00B000">(und da folgt ARISTOTELES seinem Lehrer PLATO)</span>, nach traditioneller Auslegung, die übliche, ontologische Funktion des ‚Wesens‘<span style="color:#00B000"> | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span> | ‚usía‘ |</span> eines Seienden ''':''' es ‚macht‘ das Seiende zu dem, ‚was‘ es ist; es ist die ‚Ursache‘ dafür, dass das Seiende, das ‚ist‘, ‚was‘ es ist | ‚Was-Sein‘ — ‚Wesen‘. <span style="color:#00B000">(ARISTOTELES lokalisiert jedoch das ,Wesen‘ im Seienden, im Gegensatz zu PLATO, der das ,Wesen‘, — ,getrennt‘ vom Seienden —, in den allgemeinen ,Ideen‘ lokalisiert.)</span> Da aber in ‚Gott‘, <span style="color:#00B000">(dem <span style="color:#FF6000">„unbewegten, ‚unverursachten‘ Erstbeweger“</span>)</span>, Prozesshaftes, ‚Ursächliches‘ auszuschließen ist, ist die übliche prozesshafte, ‚ursächliche‘ Funktion von <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span><span style="color:#00B000"> | ‚usía‘ |</span> ,Wesen‘ im <span style="color:#FF6000">„Erstbewegenden“</span> nach ARISTOTELES, sozusagen, schon ‚zum Abschluss‘ gekommen, schon ‚verwirklicht‘, — <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐν-έργεια οὖσα</big></span>“</span><span style="color:#00B000"> | ‚en-érgeia úsa‘</span> —, schon ‚ins-Werk‘ gesetzt; <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>τὸ ἔργον</big></span>“</span> | ‚to érgon‘ | ‚das Werk‘; <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐνέργεια</big></span>“</span> | ‚enérgeia‘ | ,Wirksamkeit‘, ,Wirklichkeit‘, ,Aktualität‘, ,Energie‘; und <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὖσα</big></span>“</span> | ,úsa‘ | feminin Nominativ Singular von <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὤν</big></span>“</span> | ‚ón‘ | ‚seiend‘)</span>. Sein ,Wesen‘ ist im ,Dasein‘ vollendet, ist ,wirkliches, verwirklichendes Sein‘, ‚seiende Aktualität‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>actus purus</big></span>“</span> ''':''' sein Wesen ist ‚reine Tätigkeit‘, ,reine verwirklichende Gegenwärtigkeit‘, d.h. ,existent‘, ohne jede prozesshafte ‚Potenzialität‘. Aus der wichtigen und richtigen Erkenntnis, dass GOTT <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur unserer Welt''«</span> ist, folgt mit der ontologischen Identität von ,Dasein‘ und ,Wesen‘ in GOTT ''':''' Der zeitlos ewige GOTT ist <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich'' <span style="color:#00B000">(von Natur aus)</span> ''immer schon da''«</span>, m.a.W. ist <span style="color:#FF6000">„zeitlos-ursprungslos“</span>. Insofern ist <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span>, die im <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> d.h. in <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, schon ihr ‚Ziel‘, ihre Vollendung, — <span style="color:#FF6000">„Perfektion“</span>, Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, erreicht hat. GOTT ist <span style="color:#FF6000">»''vollkommen''«</span> und darum auch <span style="color:#FF6000">»''notwendig für uns immer schon ‚da‘''«</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ — </span>. GOTT ist in seinem ‚zeitlosen Wesen‘ <span style="color:#FF6000">„unverursacht“</span>, da er <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich'' <span style="color:#00B000">(von Natur aus)</span> ''vollkommen''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□PG'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(eine Instanz von Axiom-4)</span>. <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ist die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span>, bzw. das <span style="color:#FF6000">„Wesen GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ —</span>. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ,der‘ Vollkommenste''«</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>. Und zur absoluten <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“</span> gehört <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> auch das <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span>. <span style="color:#FF6000">„Notwendige Existenz“</span> gehört zu den ,ultimativen‘ Transzendentalia in GOTT, was GÖDEL mit Definition-3 syntaktisch formalisiert hat. Entscheidend für diese Interpretation des GÖDEL-Systems ist ''':''' nur unter der ,modal‘ notwendigen Voraussetzung der ontologischen ‚Identität‘ von <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — '''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, bzw. der ‚Gleichsetzung‘, <span style="color:#00B000">(Koinzidenz)</span>, von <span style="color:#FF6000">„notwendiger Existenz“</span> mit den ‚positiven‘ Wesenseigenschaften, der <span style="color:#FF6000">„Essenz“</span> in GOTT, Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span>, ‚funktioniert‘ die GÖDEL-Axiomatik '''!''' Diese ‚Identität‘, bzw. ,Koinzidenz‘ wird in ARISTOTELES, ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Metaphysik</big></span>''‘, Buch XII 7, in einem Indizienbeweis erbracht, der mit der Methode der philosophischen Induktion zum Ergebnis kommt ''':''' ::<span style="color:#FF6000">» … ''es muss'' <span style="color:#00B000">[ notwendig ]</span> ''etwas geben, das, ohne selbst ‚bewegt‘'' <span style="color:#00B000">[ </span>''worden''<span style="color:#00B000"> ]</span> ''zu sein'', <span style="color:#00B000">[ ‚unentstanden‘ ]</span>, ''alles Übrige wie ein Geliebtes ‚bewegt‘'' <span style="color:#00B000">[ ‚entstehen lässt‘ ]</span>«</span>, das darum ‚zugleich‘ <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>αἴδιον καί οὐσία καί ἐνέργεια οὖσα</big></span>“ <span style="color:#00B000">|</span> »<span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewig, sowohl <u>Wesen</u>'', <span style="color:#00B000">[ etwas Konkretes, Essentielles ]</span>, ''als auch seiende Wirksamkeit — '' <span style="color:#00B000">[ </span>„<span style="font-family: Times;"><big>actus purus</big></span>“, „reine Tätigkeit“<span style="color:#00B000"> ]</span> ''— verwirklichendes, wirkliches <u>Sein</u> ist'', <span style="color:#00B000">[ ein Existierendes, das alles Übrige ,zur Existenz‘ bringen kann ]</span> «</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὀρεκτόν καί νοητόν</big></span>“ <span style="color:#00B000"> | ,orektón kai noêtón‘ | </span> »''ersehnt und erkennbar ist''.«</span> <span style="color:#00B000">(''<span style="font-family: Times;"><big>vgl. ,Metaphysik</big></span>''‘ XII 7, 1072a,23 – 1072b,4)</span> Was <span style="color:#FF6000">»''alles Übrige''«</span> ,zur Existenz‘ bringen kann, bzw. ,verwirklichen‘ kann, muß auch selbst, als etwas Konkretes, Essentielles, ,existieren‘, bzw. ,wirklich sein‘. Die, daraus abgeleitete, ontologische ‚Identität‘, — ,Koinzidenz‘ —, von ‚Wesen‘ und ‚Sein‘, <span style="color:#00B000">(Ziel aller Sehnsucht und jedes Erkenntnisstrebens)</span>, <span style="color:#FF6000">»''ist das Privilegium der Gottheit allein''«</span> ''':''' mit Gottfried Wilhelm LEIBNIZ interpretiert, entsprechend einer adäquaten, aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition. Dieses induktive, ‚ontologisch‘ a-posteriori Ergebnis aus der ‚Prinzipienforschung‘ des ARISTOTELES ist die metaphysische und logische Voraussetzung, dass GÖDEL seine Axiomatik im Kalkül des sog. ‚ontologischen Gottesbeweises‘ a-priori des ANSELM von Canterbury, und nach LEIBNIZ, deduktiv korrekt formulieren konnte; <span style="color:#00B000">(vgl. 3. Beweisgang)</span>. Angenommen, die Variable <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> steht für den <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, der Christen, <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, Term :01: im 2. Beweisgang)</span>, dann ist, — auf Grund von diesem Beweisgang —, in unserer Welt ,wahr‘ und evident ''':''' die ‚positive Eigenschaft‘ <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, und das faktische <span style="color:#FF6000">»''‚Da‘-Sein'' <span style="color:#00B000">[ Existenz ]</span> ''GOTTES''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ‚benennen‘, ontologisch ident, denselben Sachverhalt ''':''' nämlich das, was wir das <span style="color:#FF6000">»''Wesen'' <span style="color:#00B000">[ Essenz ]</span> ''GOTTES''«</span>, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, nennen. <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit'', bzw. ''GOTT-‚Sein‘ ist das Wesen GOTTES''«</span>, und dann umgedreht und äquivalent ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Wesen GOTTES ist sein ‚Da‘-Sein als GOTT'', bzw. ''seine Göttlichkeit''«</span>, m.a.W. ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist wesentlich ‚grundlos‘'' <span style="color:#00B000">[ d.h. </span> ''notwendig aus sich''<span style="color:#00B000"> ]</span> ''‚da‘''«</span>. Das ist das Einzigartige im <span style="color:#FF6000">»''Wesen GOTTES''«</span> ''':''' GOTT ist, zeitlos-ewig, für uns immer schon ‚da‘, und das ‚ist‘ sein <span style="color:#FF6000">»''Wesen''«</span>; vorausgesetzt, ,angenommen‘, man glaubt an GOTT ''':''' Term :01:. <span style="color:#00B000">(Der schon von GÖDEL indizierte Term <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ — </span> ,expliziert‘ nur eine der drei Lesearten, die der Term <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''‘ — „theologisch“</span> ,impliziert‘.)</span> Theorem-2 hat somit die syntaktische Form einer Definition ''':''' <div class="center"><span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span></div> Somit kann GOTT ‚explizit‘ <span style="color:#00B000">(aus einer bewiesenen Kalkül-Definition)</span> <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> genauer ‚bestimmt‘ werden ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist gerade deswegen GOTT, weil sein überzeitlich-ewiges und an sich ‚grundloses‘'' <span style="color:#00B000">[ aber für uns notwendiges ]</span> ''Dasein'' <span style="color:#00B000">[ Existenz ]</span> ''als GOTT, ontologisch, — dem Sein nach —, identisch ist mit seinem persönlichen und für uns liebevollen Wesen'' <span style="color:#00B000">[ Essenz ]</span> ''als GOTT; diese Identität von Dasein und Wesen gilt einzig und allein nur bei GOTT.''«</span> Die philosophische Frage nach dem <span style="color:#FF6000">„Wesen GOTTES“</span> lautet, <span style="color:#00B000">(auf die Person bezogen)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„Was bist du ? “</span> Sie ist äquivalent zur <span style="color:#4C58FF">,theologisch’</span>-biblischen Frage MOSES ''':''' <span style="color:#CC66FF">„Wer bist Du ? “</span> Die bekannte Antwort des GOTTES-JHWH aus ‚Exodus 3,14‘ thematisiert das persönliche, für uns liebevolle und für immer notwendige <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‘אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֑ה‚</big></span> <span style="color:#00B000">| ‚eh'jeh asher eh'jeh‘ |</span> <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin-Da‘'', <span style="color:#00B000">[ für euch und für immer ]</span>«.</span> Mit diesem Zitat aus der Bibel ist die GÖDEL-Axiomatik, sozusagen, <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> ‚verifiziert‘. Sie hat einerseits im Theorem-2 ihren philosophischen ‚Abschluss’ erreicht, und andererseits damit formal-syntaktisch den ‚Anschluss‘ an eine allgemeine Basis-Glaubensaussage gefunden, die ‚an sich‘ für jeden CHRIST-gläubigen Menschen ‚selbstverständlich‘ ist. Was in der Metaphysik des ARISTOTELES das Ergebnis einer philosophischen ,Induktion‘ a-posteriori ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„,Dasein‘ ist das ,Wesen‘ GOTTES“</span>, — <span style="color:#00B000">(das mit Theorem-2, auch ein Ergebnis der deduktiven GÖDEL-Axiomatik a-priori ist ''':''' die Beweisgrundlage für den Konsequenz-Teil im Theorem AMSELMS)</span>, — das ist in der Bibel die Grundüberzeugung jedes Menschen, der an GOTT glaubt ''':''' GOTT ist für uns immer schon <span style="color:#FF6000">„da“</span>, weil er uns liebt. Das ist das, <span style="color:#FF6000">„was“</span> GOTT für uns als GOTT ausmacht, — sein Wesen ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Wir haben die Liebe, die GOTT zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. GOTT ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in GOTT und GOTT bleibt in ihm.''«</span>, <small>({{Bibel | 1. Johannesbrief |4|16|EU}})</small> Das eigentliche Ergebnis der GÖDEL-Axiomatik ist somit die ‚triviale‘ Erkenntnis, dass GOTT, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „grundlos“</span>, für uns immer schon ‚da‘ ist, — <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span> —, vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(‚angenommen‘)</span>, man ‚glaubt‘ an den zeitlos-ewigen GOTT. <span style="color:#00B000">(Der Glaube an die Zeitlosigkeit GOTTES ist mit der ‚Annahme‘ von Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt''«</span>, und der ‚Annahme‘ der Definition-1 für <span style="color:#4C58FF"> ‚'''Gx'''‘ := </span> den <span style="color:#FF6000">„GOTT der Christen“</span>, im Kalkül ‚implizit‘ schon eingeführt, da die Axiome und Definitionen, — nach GÖDEL —, nur dann <span style="color:#FF6000">»''wahr''«</span> sind, wenn sie <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen''</span> [ Raum-Zeit-]<span style="color:#FF6000">''Struktur''«</span> unserer Welt sind. Das ,impliziert‘ auch, dass der GOTT von Axiom-3 und Definition-1 ebenfalls <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von Raum und Zeit, d.h. zeitlos-ewig ist '''!''' )</span> Wer an den GOTT der Bibel glaubt, kann sich von der ‚Vernünftigkeit‘ seines Glaubens mit Hilfe des sog. ,ontologischen‘ Gottesbeweises nach ANSELM von Canterbury, mit Kurt GÖDEL <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span>, überzeugen. <span style="color:#00B000">(Das war auch die Absicht ANSEMS '''!''' )</span> Die Annahme, es sei ‚unmöglich‘, dass es GOTT gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(dezidierter Atheismus)</span>, führt im GÖDEL-Kalkül formal zu einem logischen Widerspruch; vgl. z. B. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Gödels Möglichkeitsbeweis</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Der Gödelsche Gottesbeweis</big></span>''‘, Seite 17, von Günther J. WIRSCHING; (https://edoc.ku.de/id/eprint/10243/1/OntBw.pdf), d.h. es ist also nicht ‚unmöglich‘, dass es GOTT gibt. Der GOTT-Glaube ist mit den Maßstäben einer modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span> und darum ,vernünftig‘. Damit steht fest ''':''' das GÖDEL-Kalkül ist kein moderner ‚Existenz-Beweis‘ für den GOTT der Bibel, sondern es setzt, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span>, ,methodologisch‘, den Glauben an die Existenz eines ewigen GOTTES voraus, der, — <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur unserer '' <span style="color:#00B000">[ vergänglichen ]</span> ''Welt''«</span> —, für uns immer schon ‚da‘ ist. Wenn aber einmal als fix ‚angenommen‘ worden ist, <span style="color:#00B000">(als Prämisse)</span>, dass es wahr ist, dass GOTT ‚existiert‘, dann ist natürlich die ‚Annahme‘, dass GOTT ‚nicht existiert‘, falsch. Aber sie ist auch ,unlogisch‘ und ,unvernünftig‘, weil die Annahme ''':''' ,''Es ist unmöglich, dass es einen GOTT gibt''‘, offensichtlich und eindeutig zu einem Widerspruch führt; was z. B. Günther J. WIRSCHING mit seiner Version des <span style="color:#00B000">(nicht umkehrbaren)</span> ‚Möglichkeitsbeweises‘ für ,GOTT‘, explizit vorexerziert hat. <span style="color:#00B000">(Siehe Anhang ''':''' GÖDELS ‚Möglichkeitsbeweis‘ als ,Widerlegung‘ eines Nicht-GOTT-Glaubens; in Entsprechung zu Psalm 14,1 und Psalm 53,2 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Der'' <span style="color:#00B000">[ ,unvernünftige‘ ]</span> ''Tor sagt in seinem Herzen ''':''' Es gibt keinen Gott. Sie handeln verderbt, handeln abscheulich; da ist keiner, der Gutes tut''«</span>. Historischer Hintergrund zu diesem Psalm-Text ''':''' Die Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch die Truppen des NEBUKADNEZAR II.)</span> Der Logiker GÖDEL hat in seinem System zum ,ontologischen Beweis‘ keine ‚formale Unentscheidbarkeit‘ <span style="color:#00B000">(Agnostizismus)</span> feststellen können, wie auf einem anderen Feld seiner Forschungsarbeiten. Das GÖDEL-Konsequenz-Teil von der ‚Notwendigkeit‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(die ‚Konsequenz’ aus dem ‚widerspruchsfreien‘ Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —,</span>)</span> im ‚Theorem ANSELMS‘, ist <span style="color:#00B000">(im 3. Beweisgang, Term :10:)</span> dann auch eine weitere Explikation des Basis-Theorems-2 des Kalküls ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, über die ‚ontologische Identität‘ vom <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, mit seinem <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> —</span>, dargestellt mit Term :9:. <span style="color:#00B000">(Die ontologische Identitat von Dasein und Wesen in GOTT, ist die, für uns, <span style="color:#FF6000">„notwendige Präsenz <span style="color:#00B000">[ das Sein, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>]</span> GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, die äquivalent, bzw. koinzident ist zur <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit <span style="color:#00B000">[ das Wesen, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>]</span> GOTTES “</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>. Diese Identität von Sein und Wesen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub> —</span>, bedeutet <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> konkret ''':''' die, für uns, notwendige Gegenwärtigkeit GOTTES, [ sein Dasein ], ist verwirklicht worden in der liebevollen [ Wesens-]Zuwendung GOTTES zu uns Menschen, in seiner Kindwerdung in Bethlehem, durch die Jungfrau MARIA ''':''' GOTTES Wesen ist ,Sein-mit-uns‘ ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''sein Name'', <span style="color:#00B000">[ sein Wesen ]</span>, ''ist IMMANUEL, das heiß übersetzt ''':''' GOTT-mit-uns''«, <small>({{Bibel | Matthäus Evangelium |1|23|EU}})</small></span>, der unsere Not-,wenden‘-wird, d.h. der uns und die Welt von der Korruption der Sünde und des Todes <span style="color:#4C58FF">,erlösen‘</span> will und wird.)</span> Die, von GÖDEL im 1. Beweisgang, als Prämissen schon vorausgesetzten und ,angenommenen‘ Perfektionen, bzw. Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(das sind die allgemeinen ,Transzendentalia‘ für alles Nicht-Göttliche in der Welt)</span>, werden im ersten Teil des 2. Beweisganges, mit Term :13: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>, dann auch als <span style="color:#FF6000">„positive Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#00B000">(als die ultimativen ,Transzendentalia‘)</span>, in GOTT ‚definitiv‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> bestätigt; <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, 2. Beweisgang, Anmerkung-2)</span>. Im 3. Beweisgang ist das Basis-Theorem-2 die ,modal‘ notwendige, bzw. transzendentale, Voraussetzung, sowohl für das <span style="color:#FF6000">„an sich notwendige Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, im Term :10:, als auch für die <span style="color:#FF6000">„für uns notwendige Existenz GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, sowohl in der Definition-3, als auch im Axiom-5; <span style="color:#00B000">(das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span> wird nur GOTT zugeordnet; vgl. auch Anhang, 3. Beweisgang, Anmerkung-4)</span>. Dieses Basis-Theorem-2 ist auch zugleich die Antwort auf die Frage nach dem ‚Ursprung‘ GOTTES ''':''' GOTT ist <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „ursprungslos“</span> ‚da‘, von <span style="color:#CC66FF">„Ewigkeit zu Ewigkeit“</span>, denn es ‚ist‘ sein <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, <span style="color:#00B000">(überzeitlich-ewig)</span> für uns immer schon ‚da‘ zu sein. Weitere ‚Einzelheiten‘ über Wesen und Eigenschaften GOTTES gehören in die Mystik, bzw. in die <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span>. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Bedeutung des Kalküls</span></div>=== <div class="center">Immanuel KANT und Kurt GÖDEL im ‚Dialog‘</div> KANT sagt ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>'''''Sein''' ist offenbar kein reales Prädikat''. ... ''Es ist bloß die'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Position'' <span style="color:#00B000">[ latinisiert, deutsch für ''':''' ,Setzung‘ ]</span> ''eines Dinges ... Nehme ich nun das Subjekt (Gott) mit allen seinen Prädikaten'' <span style="color:#00B000">[ d.h. Eigenschaften ]</span> ''(worunter auch die Allmacht gehört) zusammen, und sage ''':''' ‚'''Gott ist'''‘'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT existiert wirklich‘ ]</span>, ''oder ‚es ist ein Gott‘, so <u>setze</u> ich kein neues Prädikat'' <span style="color:#00B000">[ keine neue Eigenschaft ]</span> ''zum ‚Begriffe‘ von Gott ''':''''' <span style="color:#00B000">[ <span style="color:#0000FF; background-color:#FFFF00">‚Sein’ ist kein ‚reales Prädikat’ in GOTT</span>; ‚Existenz‘ ist in GOTT keine ‚Eigenschaft‘ ],</span> ... ''es kann daher zu dem Begriffe'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘ ]</span>, ''der bloß die'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Möglichkeit ausdrückt, darum, dass ich dessen Gegenstand'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck ''':''' er ist'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ist wirklich ]</span>'' ) <u>denke</u>, nichts weiter hinzukommen.'' <span style="color:#00B000">[ Beides ist ,bloß gedacht‘ '''!''' ]</span> ''Und so enthält das Wirkliche nichts mehr als das bloß Mögliche. Hundert ‚wirkliche‘ Taler enthalten nicht das mindeste <u>mehr</u>, als hundert ‚mögliche‘. Denn, da diese den'' <span style="color:#00B000">[ gedachten ]</span>'' ‚Begriff‘, jene aber den Gegenstand und dessen'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Position an sich selbst bedeuten, so würde, im Fall dieser'', <span style="color:#00B000">[ die 100, als ,wirklich‘ bloß gedachten Taler ]</span>, ''<u>mehr</u> enthielte als jener,'' <span style="color:#00B000">[ als ihr ‚gedachter‘ Begriff im Verstand, wie ΑNSELM von Canterbury für GOTT, als ‚wirklich‘ Existierenden, argumentierte, …''so würde'' ]</span> ''mein ‚Begriff‘'' <span style="color:#00B000">[ die 100 im Verstand ‚gedachten‘ Taler ]</span> ''nicht den ganzen Gegenstand ausdrücken, und also auch <u>nicht der angemessene Begriff</u> von ihm sein. Aber in meinem Vermögenszustande ist <u>mehr</u> bei hundert ‚wirklichen‘ Talern, als bei dem bloßen Begriffe derselben'', <span style="color:#00B000">[ als bei 100 bloß ‚gedachten‘ Talern ]</span> ... <span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000"><ref>‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 401; https://www.korpora.org/kant/aa03/401.html</ref></span>. GÖDEL würde darauf <span style="color:#00B000">(korrespondierend zur aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition von der Identität von Sein und Wesen in GOTT)</span> antworten ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>Die <span style="color:#FF6000">„100 Taler“</span> sind der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der'' <span style="color:#00B000">[ vergänglichen ]</span> ''Welt''«</span> entnommen, und sind daher nicht mit GOTT vergleichbar, der, <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer Welt, <span style="color:#FF6000">„über“</span> dieser Welt steht. Einzig und allein nur von GOTT gilt ''':''' Der mit Dingen aus unserer Welt ,nicht vergleichbare‘ GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">„existiert notwendig für uns“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, und <span style="color:#FF6000">„notwendiges Existieren, <u>Sein</u>“</span> ,ist‘ eine <span style="color:#FF6000">„positive <u>Wesen</u>seigenschaft“</span> in GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, weil GOTT aus sich <span style="color:#FF6000">„vollkommen“ <span style="color:#00B000">|</span> „perfekt“</span> ist, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#0000FF; background-color:#FFFF00">‚Sein‘ ist in GOTT ein ‚reales Prädikat‘</span>; <span style="color:#00B000">(notwendige ‚Existenz’ ist eine positive ‚Wesenseigenschaft’ in GOTT)</span>, und nur bei GOTT '''!''' Zum zeitlos-ewigen GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(als methodologische Prämisse)</span>, kann man sagen ''':''' Weil es, wegen Axiom-1 und Axiom-2, <span style="color:#FF6000">„widerspruchsfrei möglich"</span> ist, dass es ihn gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, darum ist dieser GOTT auch das ‚einzige‘ <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span>, das <span style="color:#FF6000">„notwendig aus sich“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, d.h. <span style="color:#FF6000">„grundlos“ <span style="color:#00B000">|</span> „unverursacht“</span> für uns immer schon ‚da’ ist und immer ,da’ sein wird; und zusätzlich gilt ''':''' Es gibt für jede mögliche Welt ‚nur‘ diesen einen GOTT ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx ∧ □∀y(Gy→x=y)'''‘ — </span><span style="color:#00B000">(Monotheïsmus)</span>; vorausgesetzt, man geht von der ,Existenz’ dieses GOTTES aus, wobei diese Annahme <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span> ist.<span style="color:#FF6000">«</span> Eine Beobachtung ''':''' KANT sagt, gleichsam als ,krönender‘ Abschluss seiner Widerlegung des, — von ihm so genannten —, ,ontologischen Gottesbeweises‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''Aber in meinem Vermögenszustande ist <u>mehr</u> bei hundert ‚wirklichen‘ Talern, als bei dem bloßen Begriffe derselben, (d.i. ihrer Möglichkeit).''<span style="color:#FF6000">«</span> Diese Feststellung KANTS entspricht jedoch genau der Argumentation ANSELMS ''':''' GOTT <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse et in re</big></span>“</span>, d.h. GOTT ,existiert auch in Wirklichkeit‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>quod maius est</big></span>“</span>, was <u>mehr</u> ist, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse solo in intellectu</big></span>“</span>, als nur ein bloßer Begriff ,im Verstand zu sein‘. Der ,Mehr-Wert‘ ergibt sich in beiden Fällen, sowohl bei den Talern als auch bei GOTT, aus der ,Wirklichkeit‘ ihrer Existenz, im Gegensatz zur bloßen, <span style="color:#00B000">(im Begriff gedachten)</span>, ,Möglichkeit‘ ihrer Existenz, so dass, in jedem Fall, der ,Begriff‘ im Verstand ohne Abstriche <span style="color:#FF6000">»</span>''den ganzen Gegenstand ausdrückt''<span style="color:#FF6000">«</span>, und von diesem auch <span style="color:#FF6000">»</span>''der angemessene Begriff''<span style="color:#FF6000">«</span> ist. Alles andere wäre eine ,Lüge‘. Mit dieser ,Beobachtung‘ ist das implizit ,Widersprüchliche‘ in KANTS Argumentation aufgedeckt ''':''' Das Wirkliche in KANTS Vermögenszustande enthält <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> als das bloß Mögliche, konträr zu seiner vorigen Behauptung ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''das Wirkliche''<span style="color:#FF6000">«</span> enthalte <span style="color:#FF6000">»'',nichts mehr‘</span> als das bloß Mögliche''<span style="color:#FF6000">«</span>. Diese Behauptung ist offensichtlich falsch. Das ist somit ein indirekter Beweis und damit eine Bestätigung für die analoge Argumentation ANSELMS aus dem Wiederspruch des Gegenteils, am Beispiel KANTS <span style="color:#FF6000">»</span>''Vermögenzustandes bei hundert wirklichen Talern''<span style="color:#FF6000">«</span>, in dem in Wirklichkeit <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> ist, <span style="color:#FF6000">»</span>''als bei dem bloßen Begriffe derselben''<span style="color:#FF6000">«</span>. <span style="color:#00B000">(Diese ,Beobachtung‘ ist zugleich auch das entscheidende Indiz dafür, dass das systembedingte Konzept KANTS von der ,Existenz‘, bzw. vom ,Sein‘ eines jeden Gegenstandes, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen bloße Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">d.i. als seine ,Setzung‘ bloß im- und durch den Verstand ,falsch‘ ist, — d.h. im Klartext ''':''' für KANT ist das ,Sein‘ eines Gegenstandes bloß ein ,Gedanke‘ in uns, wenn er meint, dass uns ein Gegenstand erst dann wirklich ,gegeben‘ sei, wenn wir uns den</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Gegenstand als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck : <u>er ist</u>) <u>denken</u>''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">was nur seiner System-Konzeption geschuldet sein kann. Auf Grund dieser Konzeption ist das</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Ding, wie es an sich selbst ist''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">für KANT systembedingt weder ,anschaubar‘, noch ,erkennbar‘. Diese falsche Konzeption über die ,Existenz‘, bzw. das ,Sein‘ eines Dinges, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen bloße Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">ist für KANT letztendlich auch die Beweisgrundlage und Voraussetzung für seine Ablehnung des ontologischen Argumentes für GOTT. Wenn das ,wirkliche‘ Sein eines Dinges nichts anderes ist, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen'' <span style="color:#00B000">[ bloß gedachte ]</span> ''Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">d.h. als seine ,mögliche‘ Setzung bloß im- und durch den Verstand, das ist das, als ,wirklich‘ bloß nur gedachte, Ding, dann</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''enthält''<span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">natürlich</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''das Wirkliche''<span style="color:#00B000">, [ als die bloß gedachte Existenz ],</span> ''nichts mehr als das bloß Mögliche''<span style="color:#00B000">, [ als der gedachte Begriff ]<span style="color:#FF6000">«</span>, was offensichtlich unhaltbar ist. <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] </span> ''':''' Wenn die Konsequenz einer Wenn-Dann-Folgerung ,falsch‘ ist, dann ist auch ihre Voraussetzung, das System-Konzept KANTS, ,falsch‘ ''':''' d.i. seine ,Kopernikanische Wende‘ für die Metaphysik, soweit sie sein ,Sein’-Konzept betrifft. Korrekt und ,wahr‘ ist in jedem Fall ''':''' Das Wirkliche enthält <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> als das bloß Mögliche, und die Dinge ,existieren‘ schon immer unabhängig von unserem Denken. ,Existenz‘, das ,Sein‘, ist <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span>, als bloß ein ,Gedanke‘ von uns.)</span> Somit ist die Argumentation KANTS gegen den ontologischen Beweis ANSELMS für GOTT ,falsch‘ und unhaltbar, weil sie auf der ,falschen‘ Voraussetzung beruht ''':''' die ,Existenz‘, bzw. das ,Sein‘ eines jeden ,Gegenstandes‘, — wie z. B. auch die Existenz bei GOTT —, sei bloß dessen gedachte ,Position‘ an sich selbst, d.h. bloß seine ,Setzung‘ im- und durch den Verstand. Damit ,macht‘ er GOTT außerdem zu einem ,Ding‘ unter den vielen ,Dingen‘ dieser Welt, und verkennt so, — wie vor ihm THOMAS von Aquin —, auch die Einzigartigkeit und Exklusivität GOTTES im Theorem ANSELMS. <div class="center">Die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> in der philosophischen Tradition</div> Wenn man die philosophische Tradition der <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> im Lichte der Ergebnisse der axiomatischen <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> GÖDELS liest, dann stellt sie sich am Beispiel bei ARISTOTELES, — AVICENNA, — ANSELM, und bei GÖDEL wie folgt dar ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Erstbewegende,'' (<span style="font-family: Times;"><big>,πρῶτον κινοῦν‘</big></span>), ''das, ohne selbst ‚bewegt‘ zu sein'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀκίνητον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''unverursacht, ,entstehungslos‘'' |</span> ), ''alles Übrige wie ein Geliebtes ‚bewegt‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,κινεῖ δὴ ὡς ἐρώμενον‘</big></span> <span style="color:#00B000"> | ''-verursacht, ,entstehen‘ lässt'' |</span> ), ''ist sowohl'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewiges ‚Wesen‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀΐδιον καί οὐσία‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''‚Substanz‘'' |</span> ), ''als auch'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewiges ‚wirksames, verwirklichendes Sein‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>‚ἀΐδιον καί ἐνέργεια οὖσα‘ = ‚actus purus‘</big></span><span style="color:#00B000"> | '',reine Tätigkeit‘'' |</span> ), … ''ersehnt'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ὀρεκτόν‘</big></span>), ''und erkennbar'', (<span style="font-family: Times;"><big>,νοητόν‘</big></span>), ... ''denn dies ist der ‚Gott‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,τοῦτο γὰρ ὁ θεός‘</big></span>), <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, ''der'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''Ewige'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀΐδιον‘</big></span>), — ''der Unvergleichliche'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἄριστον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''‚der Beste‘'' |</span> ), — ''der Lebendige'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ζῷον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ,''das Leben selbst‘'' |</span> ), — ... ''so sagen wir ja'', (<span style="font-family: Times;"><big>,φαμὲν δὴ‘</big></span>), — ...«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ARISTOTELES — Grieche)</span>. Der ‚Begriff’ <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, als ,Individuumname‘, ist synonym mit <span style="color:#FF6000">„göttliches ‚Da-Sein’“</span>, das sowohl <span style="color:#FF6000">„aus sich vollkommen“</span>, als auch <span style="color:#FF6000">„notwendig für uns“</span> ‚da‘ ist; <span style="color:#00B000">(das ist das, an sich, vollkommene ‚Was-Sein‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ — </span>, das zugleich, für uns, das notwendige ‚Da-Sein‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘</span> — ist)</span>; <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span>. Das ist der <u>angemessene Begriff</u> von GOTT, und gilt ‚nur‘ von GOTT. Weil GOTT <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span> ist, ist <span style="color:#FF6000">„Da-Sein“ <span style="color:#00B000">|</span> „GOTT-Sein“ <span style="color:#00B000">|</span> „Göttlichkeit“</span> das <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span>. Im Unendlichen, GOTT, sind <span style="color:#FF6000">„Essenz“</span> und <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> koinzident ,eins‘, und daher untrennbar, und <span style="color:#FF6000">»''darum ist GOTT das einzige ‚Sein’, das notwendig an sich ‚da‘ ist''«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ABU ALI SINA alias AVICENNA — Muslim)</span>. Der <span style="color:#00B000">(gedachte)</span> ‚Eigenschafts-Begriff‘ <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit (die Größe) GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(‚Perfektion‘, die Summe aller ‚positiven Eigenschaften‘ in GOTT)</span> schließt koinzident die ‚Eigenschaft’ <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz für uns“</span> mit ein ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. GOTT wäre nicht <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span>, wenn er nicht auch real für uns ‚da‘ wäre, wenn er nicht ,immer schon’ <span style="color:#FF6000">„existierte“</span>. ‚Sein’ ist <u>mehr</u> als ‚Nicht-Sein’. ,Sein’, bzw. ,Existenz’ gehört zu den ,Transzendentalia’ in GOTT. Das sind die <span style="color:#00B000">(ultimativen)</span> ,Wesenseigenschaften’ in GOTT. Der unendliche GOTT ist daher das <span style="color:#FF6000">»''vollkommenste Wesen, über das nichts ,Größeres‘ d.h. Vollkommeneres <u>mehr</u> ‚gedacht‘ werden kann''«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ANSELM von Canterbury — Christ)</span>. Der ‚Begriff’ <span style="color:#FF6000">„Perfektion GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, schließt koinzident das <span style="color:#FF6000">„notwendige Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘</span> —, für uns mit ein, ohne einen zeitlichen Anfang und ohne ein zeitliches Ende. Das ist die ‚zeitlos-ewige‘, an sich absolute, und <span style="color:#FF6000">„für uns notwendige Existenz GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Das ist ein ,regulär‘-mögliches Korollar im 2. Beweisgang aus Term :16: ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gy→Yy'''‘ —</span>, mit der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(Y:=E<sub>not</sub>) ]</span>, und der <span style="color:#4C58FF">[ FUB(y:=x) ]</span>; und auch ein ,regulär‘-mögliches Korollar im 3. Beweisgang ''':''' entsprechend der <span style="color:#FF6000">„logischen Implikation”</span> :: <span style="color:#4C58FF">[├ A ├ B ╞ A → B ]</span> von Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ — </span> und Term :05: <span style="color:#4C58FF"> —‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> aus diesem Beweisgang. In Worten ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''Angenommen, '' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> ''steht für den GOTT der Christen'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span>, ''dann existiert dieser GOTT'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span>, ''für uns notwendig'', <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span> <span style="color:#FF6000">«</span>.)</span> Der Unendliche, GOTT, ist <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer ‚vergänglichen‘, ,endlichen‘ Welt, welche prinzipiell vom dreidimensionalen Raum und von der unwiederbringlich ‚vergehenden‘ Zeit geprägt ist. Der ,GOTT der Christen‘ ist <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von dieser <span style="color:#FF6600">„vergehenden Raum-Zeit“, — »''jenes rätselhafte und anscheinend in sich widersprüchliche Etwas''« <span style="color:#00B000">(GÖDEL)<ref>Kurt GÖDEL, ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Eine Bemerkung über die Beziehungen zwischen der Relativitätstheorie und der idealistischen Philosophie‘</big></span>'', in P.A.SCHILPP (Hg.): ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Albert Einstein, Philosoph und Naturforscher‘</big></span>'', Seite 406</ref></span> —</span>. Ohne ‚Zeit‘ gibt es keinen zeitlichen Unterschied zwischen ‚Ursache‘ und ‚Wirkung‘, <span style="color:#00B000">(beides ist zeitlos ,eins‘)</span>, und so ist der zeitlos-ewige GOTT, der <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich ,existiert‘'' «</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ — </span>, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „ursprungslos“</span> für uns immer schon ‚da‘ ''':''' <span style="color:#00B000">(GÖDEL — ohne religiöses Bekenntnis)</span> Mit dem GÖDEL-Kalkül ist die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> auf eine ‚vernünftige Basis‘ gestellt worden, und ist somit für jeden Menschen nachvollziehbar, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>, wie obige Beispiele zeigen. '''Resümee :''' Das GÖDEL-Kalkül zeigt mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, was notwendig folgt, wenn die Axiome ‚wahr‘ sind, <span style="color:#00B000">(die Axiome bilden formal-syntaktisch <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span> ab)</span>, unter der Voraussetzung, dass die Axiome <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>'' Struktur''«</span> unserer Welt sind. Die ,Verifikation‘ der Axiome und Definitionen von GOTT und seiner Vollkommenheiten gelingt GÖDEL, — entsprechend seiner Unabhängigkeits-Bedingung —, durch den Aufweis ihrer Widerspruchsfreiheit ''':''' sie sind somit ,wahr‘ und, — im Kontext einer <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> —, auch ,annehmbar‘ in unserer ,realen‘ Welt ''':''' <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, 2. Beweisgang und Anmerkung-2)</span>. Er vermeidet damit den Fehler, der immer wieder im Diskurs über Gottesbeweise gemacht wird ''':''' GOTT mit seinen Geschöpfen zu vergleichen. Diese logisch-philosophische Rede von GOTT <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">»''ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen''«</span>)</span> hat eine <u>mehr</u> als zweitausendjährige Tradition hinter sich. Der <span style="color:#FF6000">„100-Taler-Gott“</span> des Philosophen KANT, hat heute, nachdem der Logiker und Systemtheoretiker GÖDEL sein System vorgelegt hat, an ‚Strahlkraft‘ verloren. Kurt GÖDEL ''':''' ::<span style="color:#FF6000">» ''Die theologische Weltanschauung'', <span style="color:#00B000">[ dass GOTT für uns immer schon ‚da‘ ist ]</span>, ''ist rein verstandesmäßig mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar'';«</span> <span style="color:#00B000">[ d.h. sie ist das ,Resultat‘ der, — vom Glauben geleiteten —, ‚theoretischen Vernunft‘, alias ‚reinen Vernunft‘, und nicht bloß das ‚Postulat‘ einer ‚praktischen Vernunft‘, wie KANT meint ]. <span style="color:#FF6000">»''Der'' <span style="color:#00B000">[ christliche ]</span> ''Glaube ist die ‚Pupille‘ im ‚Auge‘ unseres Verstandes.''«</span> (Heilige KATHARINA von Siena, Lehrerin der Kirche, Patronin Europas<ref>vgl. <span style="font-family: Times;"><big>''Gebet 7 ‚Für die neuen Kardinäle‘, Rom, 21. Dezember 1378,''</big></span> aus <span style="font-family: Times;"><big>''Caterina von Siena ,Die Gebete‘.''</big></span> Kleinhain 2019, online: https://caterina.at/werke/gebete/gebete-detailansicht/gebet-7.html</ref> )</span> Der sonst so rationale KANT, hier doch etwas emotionell, <span style="color:#00B000">(als wolle er die Ergebnisse im GÖDEL-Kalkül nicht wahr haben, die belegen, dass er sich bei GOTT geirrt, und die Funktion des christlichen Glaubens für die Philosophie falsch eingeschätzt hat)</span> ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span> ''Es war etwas ganz Unnatürliches und eine bloße Neuerung des Schulwitzes, aus einer ganz willkürlich entworfenen Idee das Dasein des ihr entsprechenden Gegenstandes selbst ausklauben zu wollen''<ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 403. https://www.korpora.org/kant/aa03/403.html</ref>.<span style="color:#FF6000">«</span> Für KANT, für die Scholastiker, <span style="color:#00B000">(und auch für uns)</span>, ist es natürlich ‚logisch‘, dass aus einem als ‚möglich’ gedachten Begriff, <span style="color:#FF6000">»</span>''aus einer ganz willkürlich entworfenen Idee''<span style="color:#FF6000">«</span>, keine Existenzaussage abgeleitet werden kann. <span style="color:#00B000">(Aus dem bloß gedachten Begriff ,goldene Berge‘ folgt natürlich nicht, dass es solche in Wirklichkeit auch gibt.)</span> In der philosophischen Tradition, die von ARISTOTELES herkommt, ist der Begriff <span style="color:#FF6000">»''GOTT''«</span> jedoch von allen anderen Begriffen so verschieden, so dass für GOTT diese Logik KANTS nicht mehr gilt. GOTT ist ,unvergleichlich‘ und ,einzigartig‘. Dazu der Kommentar von HEGEL ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Wenn KANT sagt, man könne aus dem Begriff'' <span style="color:#00B000">[ ‚GOTT‘ ]</span> ''die Realität nicht ,herausklauben‘, so ist da der Begriff als endlich gefasst''.« <span style="color:#00B000">[ In der Endlichkeit unserer Welt trifft die Logik KANTS zu, dass dem ‚Begriff‘ nicht ,notwendig‘ das ‚Sein‘ folgt, denn es gibt in ihr die ,Lüge‘, die das ,Wirklich-Sein‘ im Begriff bloß behauptet, ohne dass es ,in Wirklichkeit‘ zutrifft, was sie behauptet. Es gilt hier nach KANT ''':''' »''Sein ist kein reales Prädikat''«. Somit ist ]</span> »''...der Begriff ohne'' <span style="color:#00B000">[ reales ]</span> ''Sein ein Einseitiges und Unwahres, und ebenso das Sein, in dem kein Begriff ist'', <span style="color:#00B000">[ ist ]</span> ''das begrifflose Sein,'' <span style="color:#00B000">[ d.i. das relative ,Noch-Nicht-Begriffene‘ ]</span>.'' Dieser Gegensatz, der in die Endlichkeit fällt'' <span style="color:#00B000">[ im Endlichen zutrifft ]</span>, ''kann bei dem Unendlichen, GOTT, gar nicht statthaben''<ref>Georg Wilhelm Friedrich HEGEL, ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Ausführungen des ontologischen Beweises''</big></span>‘ in den ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Vorlesungen über die Philosophie der Religion vom Jahr 1831''</big></span>‘ . Hamburg 1966, Seiten 175 bzw. 174</ref>; <span style="color:#00B000">[ denn ,Begriff‘ und ,Sein‘ sind in dem Unendlichen, GOTT, untrennbar und real immer dasselbe. Auf Grund dieser ontologischen Identität ,personifiziert‘ und ,repräsentiert‘ GOTT die ,Wahrheit‘ ''':''' GOTT ist die ,Wahrheit‘. In GOTT, dem <span style="color:#FF6000">„Schöpfer der Welt“</span>, folgt dem ,Begriff‘ immer ,notwendig‘ das ,Sein‘ ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''GOTT sprach ''':''' Es werde ,Licht‘. Und es wurde Licht''«, <small>{{Bibel | Genesis |1|3|EU}}</small>;</span> oder auch ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Der Herr sprach, und sogleich geschah es; er gebot, und alles war da''«,</span> <small>{{Bibel | Psalm |33|9|EU}}</small>.]</span>«</span> Das Entscheidende bei der <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation des GÖDEL-Kalküls ist, dass der <span style="color:#00B000">(Begriff)</span> GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, nicht auf die Ebene seiner ,endlichen‘ Geschöpfe und unserer Welt gestellt wird, <span style="color:#00B000">(d.i. das ‚Universum‘ im ,Urknall‘, die ‚100-Taler‘, ein ‚Tsunami‘, auch ,einfache Modelle‘ von unserer Welt, etc.)</span>, und damit verglichen wird, sondern, dass der GOTT der Christen in seiner Einzigartigkeit und Besonderheit als <span style="color:#FF6000">»''der Unendliche''«</span> belassen und als <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer vergänglichen Welt, — als <span style="color:#FF6000">»''der Unvergleichliche''«</span> —, verstanden wird. <span style="color:#00B000">(Alle Kritiken des sog. ,ontologischen‘ Gottesbeweises übersehen die Einzigartigkeit und Besonderheit des <span style="color:#FF6000">»''Unendlichen''«</span>, und/oder wollen diese nicht ,wahr‘ haben.)</span> Auch THOMAS von Aquin ,verortet‘ den GOTT ANSELMS, — in seiner Kritik an dessen Theorem —, irrtümlich unter die ,Dinge‘ der uns umgebenden ,Natur‘, wenn er sagt ''':''' GOTT <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse in rerum natura</big></span>“</span>, d.h. wörtlich, dass GOTT ,in der Natur der Dinge <span style="color:#00B000">(unserer Welt)</span> existiert‘, und verkennt somit, — wie nach ihm auch KANT —, die ,Unvergleichlichkeit‘ GOTTES, <span style="color:#00B000">(vgl. STh I q.2 a.1 ad 2<ref>„Deus … illud quo maius cogitari non potest; non tamen propter hoc sequitur quod intelligat id quod significatur per nomen, esse in rerum natura; sed in apprehensione intellectus tantum.“ ——— »''GOTT ist'' (nach ANSELM) ''der, über den Größeres nicht mehr gedacht werden kann. Aber nicht deswegen, weil er'', (der Narr von Psalm 14.1, den ANSELM zitiert), ''das versteht, was durch diesen Namen,'' (bzw. mit dem Begriff ,GOTT‘ im Theorem ANSELMS), ''bezeichnet wird, folgt daraus'', (wie ANSELM meint), ''dass er auch versteht, dass er'', (dieser GOTT), ''auch in der ,Natur‘ der Dinge'' (unserer Welt) ''existiert''; <span style="color:#00B000">[ was ANSELM so nie gesagt hat ]</span>. ''Daraus folgt nur, dass er'', (als ,GOTT‘), ''bloß in der Auffassung seines Verstandes'', (d.h. nur im Denken des Narren als ,Begriff‘), ''existiert.''« ——— Hier ,verortet‘ THOMAS einerseits den unendlichen GOTT, von dem das Theorem ANSELMS spricht, irrtümlich unter die endlichen Dinge der uns umgebenden ,Natur‘, was sachlich dem theologischen Theorem der Unvergleichlichkeit GOTTES widerspricht, der nicht unter die Dinge unserer Welt eingereiht werden darf. Anderseits verliert er dadurch auch den ,Blick‘ für die Außerordentlichkeit und Besonderheit GOTTES, dessen Natur völlig verschieden und unabhängig von der ,Natur‘ unserer raum-zeitlichen Welt ist. GÖDEL beweist jedoch, mit ANSELM, weil es notwendig, ohne Widerspruch, (»''bloß in der Auffassung unseres Verstandes''«), möglich ist, dass GOTT existiert, ist es korrekt, daraus auch mit Notwendigkeit zu folgern, dass der Glaube des Erzbischofs ANSELM, und der Glaube seiner Anvertrauten, von der Wirklichkeit GOTTES, logisch richtig und sinnvoll ist; denn Möglichkeit und Wirklichkeit sind in GOTT koinzident ,eins‘. Das ist das Privilegium GOTTES allein, der einzigartig und unvergleichlich ist. Damit zeigt er auf, dass THOMAS die Unvergleichlichkeit und Einzigartigkeit GOTTES in seinem Vorhalt nicht bedacht hat; und außerdem ANSELM missverstanden hat.</ref>)</span>; jedenfalls hier in der Auseinandersetzung mit ANSELM. Dagegen spricht ANSELM im ,''<span style="font-family: Times;"><big>Proslogion</big></span>''‘, Seite 85f, nur von einem <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse et in re</big></span>“</span> GOTTES, d.h. dass GOTT ,auch in Wirklichkeit existiert‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>quod maius est</big></span>“</span>, was ,größer‘, bzw. ,mehr‘ ist, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse solo in intellectu</big></span>“</span>, als nur ,im Verstand zu sein‘; wobei die ,zeitlose-überzeitliche‘ Wirklichkeit <span style="color:#00B000">(Natur)</span> GOTTES jedoch völlig verschieden und <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen''«</span> Wirklichkeit <span style="color:#00B000">(die ,Natur‘)</span> der ,raum-zeitlichen‘ Welt der Dinge ist. Daher ist sie mit dieser auch nicht vergleichbar. GOTT ist <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span> und alle <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> in GOTT, <span style="color:#00B000">(die ultimativen ,Transzendentalia‘)</span>, sind koinzident ,eins‘, — ,fallen <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> in eins zusammen‘, und sind daher konvertierbar. Darum ist auch die Wirklichkeit GOTTES ,einzigartig‘ und ,unvergleichlich‘. Mit Korollar-3 ist die Exklusivität und Außerordentlichkeit GOTTES definitiv im Kalkül ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>. Der abendländische Monotheïsmus ist somit eine ,logische‘ Konsequenz aus den GÖDEL-Axiomen. <span style="color:#00B000">(Das <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Theorem von der ,Einzigartigkeit‘ und Exklusivität GOTTES, d.h. die exklusive Einheit von Essenz und Existenz, von Begriff und Sein, von Ursache und Wirkung, von Subjekt und Objekt, von Möglichkeit und Wirklichkeit, und aller Transzendentalien, ist, — nach HEGEL —, die Voraussetzung und Bedingung jeder Philosophie ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Die Einheit muss am Anfang der Philosophie stehen''«</span>; und ist zugleich auch ihr gesuchtes und bewiesenes Endergebnis und Ziel ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Diese Einheit muss auch das Resultat der Philosophie sein''«</span><ref>https://hegel-system.de/de/gottesbeweis.htm#hegels-kritik-an-kant</ref>, was hier im GÖDEL-Kalkül ,logisch‘ mit Korollar-3 verifiziert wird ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□(∃xGx ∧ ∀y(Gy→x=y))'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist exklusiv einzigartig''«</span>.)</span> Die Einzigartigkeit GOTTES bedingt die Koinzidenz, den inneren Zusammenhang aller seiner Vollkommenheiten und Zuschreibungen, <span style="color:#00B000">(Axiom-2)</span>, d.h. ihr paarweise, perspektivisches ,Zusammenfallen in eins‘ im Unendlichen, GOTT. Aus der Notwendigkeit aller positiven Eigenschaften und Zuschreibungen, <span style="color:#00B000">(d.h. aus den ultimativen Transzendentalien, Axiom-4)</span>, die in GOTT paarweise, koinzident ,eins‘ sind, <span style="color:#00B000">(Axiom-2)</span>, ist die Einzigkeit GOTTES für uns erschließbar, <span style="color:#00B000">(Korollar-3)</span>. Axiom-4 ist die erste, ,modal‘ <span style="color:#FF6000">„notwendige“</span>, d.h. die transzendentale Voraussetzung für Korollar-3. Wenn im Korollar-3 das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> z. B. für GOTT, dem ,Vater‘ der Christen, und das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''y'''‘ —</span> für GOTT, dem ,Sohn‘, d.h. für ,JESUS CHRISTUS‘ steht, bzw. für den ,HEILIGEN GEIST‘, <span style="color:#00B000">(den ,Dreifaltigen GOTT‘ der Christenheit)</span>; oder auch für die Gottesbezeichnung ,GOTT-ADONAI‘ der Juden, oder für die Gottesbezeichnung ,ALLAH‘ der Muslime steht, dann weist dieses Korollar, für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''∀y'''‘ —</span>, mit der ,ontologischen Identität‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x=y'''‘ —</span>, auf die ,Koinzidenz‘ des ,Dreifaltigen‘, bzw. auch auf den inneren Zusammenhang dieser Religionen hin. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Anhang : das GÖDEL-Kalkül</span></div>=== In der ,Legende zum GÖDEL-Kalkül‘ wird an einige Basics erinnert, und diese für die operative Praxis im anstehenden Kalkül adaptiert. {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">Legende zum GÖDEL-Kalkül</span></div> |- | <small> <math>\begin{align} \text{ ◇ :: konsistent ↔ widerspruchsfrei ↔ möglich ↔ denkbar, } & \text{ □ :: notwendig ↔ wirklich, für jede mögliche Welt ↔ exklusiv} \\ \text{logischer Meta-Term :: [ A ├ B ] ::} & \text{ „aus A folgt im Kalkül ,regulär‘ (├ ) B.“} \\ \text{ A, B sind Aussagen über Eigenschaften, (A ist keine Eigenschaft);} & \text{ die Aussage, z.B. in der Kalkül-Zeile 10, wird als ,Term :10:‘ bezeichnet} \\ \text{ AE ::} & \text{ Argument Einführung, Prämisse, Postulat } \\ \text{ Xx ::} & \text{ „X ist eine Eigenschaft der Individuum-Variable x.“ } \\ \text{ ¬PX ::} & \text{ „X ist keine positive Eigenschaft, ist keine Perfektion, ist nicht vollkommen.“ } \\ \text{ Instanz(X := Y) ::} & \text{ Substitution der Eigenschaft X durch die ,bestimmte‘ Eigenschaft Y } \\ \text{ (Eine ,Instanz‘ ist ein Exemplar aus einer Menge gleichartiger Dinge;} & \text{ hier die ,bestimmte‘ Eigenschaft Y, als Ersatz für das unbestimmte X.) } \\ \text{ FUB(x := y) ::} & \text{ Freie-Um-Benennung der Variable x in y } \\ \text{ Gx ::} & \text{ „Die Variable x steht für den GOTT der Christen.“ } \\ \text{ [ G(y) ├ ⱯyG(y) ] ::} & \text{ All-Operator-Einführung der Variable y für GOTT } \\ \text{ „Angenommen, die Variable y steht für GOTT, dann } & \text{folgt ,regulär‘ (├ ), dass auch jedes y im Kalkül für GOTT steht.“}\\ \text{[ ⱯXA(X) ├ A(X) ] ::} & \text{ All-Operator-Beseitigung für die substituierte Eigenschaft X } \\ \text{ „Wenn X durch eine ,bestimmte‘ Eigenschaft ,instanziiert‘ ist oder } & \text{wird, dann kann der All-Operator von X ,regulär‘ (├ ) beseitigt werden.“}\\ \text{ KOMM(↔) ::} & \;\text{[ (A↔ B) ↔ (B ↔ A) ] :: Kommutativgesetz für ( ↔ )}\\ \text{ DIST(□∧) ::} & \;\text{[ (□A ∧ □B) ↔ □(A ∧ B) ] :: Distributivgesetz für (□∧ )} \\ \text{ (hypothetischer Syllogismus, häufige logische Schlussregel) ::} & \;\text{[ A → B, A ├ B ] :: (Modus ponendo ponens), Abtrennregel.} \\ \text{ „Wenn es wahr ist, dass aus A ein B folgt, und wenn A wahr ist, } & \text{dann ist im Kalkül ,regulär‘ (├ ) ableitbar, dass auch B wahr ist.“} \\ \text{ (negativer hypothetischer Syllogismus) ::} & \;\text{[ A → B, ¬B ├ ¬A ] :: (Modus tollendo tollens)} \\ \text{ „Wenn es wahr ist, dass aus A ein B folgt, und wenn B falsch ist, } & \text{dann ist im Kalkül ,regulär‘ (├ ) ableitbar, dass auch A falsch ist.“} \\ \text{''KONDITIONALER BEWEIS“ ::} & \;\text{[ ├ A ├ B ╞ A → B ] :: (logische Implikation)} \\ \text{ „Angenommen, A ist ,regulär‘ Axiom oder Prämisse, und B ist im } & \text{Kalkül ,regulär‘ abgeleitet, dann ist ,bewiesen‘ ( ╞ ) : A impliziert B, ist wahr.“} \\ \text{''INDIREKTER BEWEIS“ ::} & \;\text{[ ├ ¬A → F ╞ A ] :: (Reductio ad absurdum)} \\ \text{ „Wenn im Kalkül aus ¬A ,regulär‘ eine Kontradiktion } & \text{F folgt, dann ist A ,bewiesen‘ ( ╞ ) : A ist ,wahr‘.“} \\ \end{align}</math> </small> |} A. FUHRMANN ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span> ''Eine Prädikatenlogik zweiter Stufe ist eine Logik, in der die Quantoren auch Eigenschaftsausdrücke <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">„Prädikate”</span>)</span> binden können''. <span style="color:#00B000">[ Die ,Prädikate‘ werden in einem Kalkül dieser Logik durch Definitionen ,bestimmt‘ ]</span>. ''Wir werden uns im folgenden recht frei einer dafür geeigneten formalen Sprache bedienen. Äußere Quantoren werden meist weggelassen und wir schreiben kurz'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Xx'''‘ — </span> ''bzw.'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ — </span> ''um auszudrücken, dass das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ — </span> ''die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ — </span> ''hat, bzw. dass die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ — </span> ''die höherstufige Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> ''<span style="color:#00B000">(für <span style="color:#FF6000">„positiv”</span>)</span> hat;'' <span style="color:#00B000"> [ wobei die Eigenschaft <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> als einzige im Kalkül ,unbestimmt‘ bleibt ]</span>. <span style="color:#FF6000">«</span><ref>A. FUHRMANN ‚''<span style="font-family: Times;"><big>‚G‘ wie Gödel. Kurt Gödels axiomatische Theologie</big></span>''‘, Seite 6, Anmerkung 3. Konform mit seinem Artikel in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Logik in der Philosophie</big></span>''‘ hg. v. P. SCHROEDER-HEISTER, W. SPOHN und E. OLSSON. 2005, Synchron, Heidelberg.</ref> Der All-Quantor für Eigenschaften, hier im GÖDEL-Kalkül der Prädikatenlogik zweiter Stufe, bindet die ,unbestimmte‘ Eigenschafts-Variable <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ —</span> ausschließlich nur in den Definitionen im 2. und 3. Beweisgang . <span style="color:#00B000"> (Im ersten Beweisgang gibt es keine Definition.)</span> Dieser All-Quantor wird dann jedes Mal in der Beweis-Durchführung durch die Substitution ''':''' <span style="color:#4C58FF"> [ Instanz(X:= ..) ]</span> mit ,bestimmte‘ Eigenschafts-Konstanten wie <span style="color:#4C58FF">— (X:= G) —</span>, bzw. <span style="color:#4C58FF">— (X:= ¬Y) —</span>, oder <span style="color:#4C58FF">— (X:= E<sub>not</sub>) —</span> ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> beseitigt ''':''' <span style="color:#4C58FF"> [ ⱯXA(X) ├ A(X) ]</span>; wobei die Eigenschafts-Konstante im Kalkül entweder als Zwischenergebnis ,regulär‘ abgeleitet, <span style="color:#00B000">(,errechnet‘)</span>, oder mit einer Definition schon ,bestimmt‘ worden ist. Die spezifische ‚Eigenschaft‘ einer Eigenschaft wird hier, in der formalen Syntax der Prädikatenlogik zweiter Stufe, als eine tiefer gestellte Abkürzung <span style="color:#00B000">(als Index)</span> an ihre Trägereigenschaft angehängt, wie z. B. ‚wesentlich‘, bzw. ‚essentiell‘ durch <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> —</span>, oder ‚notwendig‘ durch <span style="color:#4C58FF"> — <sub>not</sub> —</span>. In der Definition-3 steht der Term ''':''' <span style="color:#4C58FF"> —‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, um auszudrücken, dass das Individuum <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> notwendig <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span> die Eigenschaft ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>, für ,Existenz‘, hat, d.h. <span style="color:#FF6000">„das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> existiert notwendig”</span>. Der schon von GÖDEL indizierte Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">—‚'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> kann gelesen werden als ''':''' <span style="color:#FF6000">„Das Individuum <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> hat die Wesenseigenschaft, <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> — </span> ''':''' GOTT zu sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ </span>”</span>, statt der ,an sich‘ konformen, aber <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> etwas ungenauen Formulierung ''':''' <span style="color:#FF6000">„das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ist wesentlich göttlich”</span>; oder mit der Voraussetzung ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''→'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> deutlicher und <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> korrekt ''':''' <span style="color:#FF6000">„Wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für den GOTT der Christen, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, steht, dann ist GOTT-Sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(,Existenz‘)</span> das Wesen dieses GOTTES, <span style="color:#4C58FF">— <sub>ess</sub>‚'''x'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(,Essenz‘)</span> ”</span>; wobei, — entsprechend der ,methodologischen‘ Prämisse des Kalküls <span style="color:#00B000">(<span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ — </span> ''':''' das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> steht für den ,GOTT der Christen‘)</span> —, bei der Interpretation der Terme dieses besonderen Kalküls, die <span style="color:#4C58FF">„christliche Theologie”</span> für den Begriff <span style="color:#FF6000">„GOTT”</span>, Korrektur und die leitende Instanz ist. Dabei muss die Dreifach-Äquivalenz von <span style="color:#4C58FF"><span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span></span>berücksichtigt werden. Welche der drei Äquivalenzen, bzw. Lesearten von <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span> bei einem bestimmten Term im Kalkül zulässig ist, muss <span style="color:#4C58FF">„theologisch”</span> überprüft und evaluiert werden. Bei manchen können sogar alle drei Lesearten <span style="color:#4C58FF">„theologisch”</span> zulässig sein. Um philosophische, und sogar <span style="color:#4C58FF">„theologische”</span> Theoreme exakt zu formulieren, und untersuchen zu können, hat der Ausnahmelogiker GÖDEL ein Tor aufgestoßen, das uns ermöglichen kann, <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, und logisch objektiv nachprüfbar, in diesen Disziplinen zu argumentieren. Mit seiner modalen Prädikatenlogik zweiter Stufe, hat GÖDEL dem alten Wunsch eines Raimundus LULLUS, eines Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, eines Immanuel KANT, und anderer, nach einer nachprüfbaren ,Universalsprache‘ in den Geisteswissenschaften, entsprochen; analog zur Mathematik, als Universalsprache in den Naturwissenschaften. Der sog. ,Theorembeweiser‘ der Wissenschaftler Christoph BENZMÜLLER und Bruno WOLTZENLOGEL-PALEO, mit Hilfe eines Computers, ist die offensichtliche Folge aus diesem Quanten-Schritt GÖDELS. In der folgenden Neu-Kalkülisierung, wird jeder einzelne operative Logik-Schritt des Kalküls in der '''linken Spalte''' nummeriert und als Term-Ergebnis angezeigt, und in der '''rechten Spalte''' werden die dafür benötigten Term-Komponenten und die dabei angewendeten Logik-Regeln und -Gesetze dokumentiert. Am Anfang stehen die Ressourcen und das angestrebte Ziel des Beweisganges, <span style="color:#00B000">(das Theorem)</span>. Die GÖDEL Axiome und Definitionen, die Theoreme, die Zwischenergebnisse, das Endergebnis, und die logischen Meta-Terme, werden kontextabhängig interpretiert, <span style="color:#00B000">(angezeigt durch ,Interpretationspunkte‘ — :: —, falls nötig)</span>. Der jeweilige Beweisgang wird in den Anmerkungen ausführlich und umfassend kommentiert. Die Kalkül-Prämissen, <span style="color:#00B000">(AE: Argument Einführung)</span>, sind der modal-frei gewählte Einstieg in das Kalkül. Sie dokumentieren, zusammen mit dem angestrebten Beweis-Ziel, eine bestimmte Problemlage in einem externen Diskurs, der mit dem modalen Logik-System hier, formal-syntaktisch überprüft, und gegebenenfalls, verifiziert oder falsifiziert werden soll. Korollare sind einfache, logische Folgerungen aus dem jeweiligen Beweisgang ''':''' ====<div class="center"><span style="color:#660066">1. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 1, (Möglichkeitsbeweis)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe__________ „Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.1)} & \quad P \neg X \;\Longrightarrow\;\ \neg P\ X\ & \ & \text{„Wenn die Negation von X positiv ist, dann ist die Eigenschaft X nicht positiv“} \\ \text{(Axiom 2)} & \quad (P\ X \wedge \;\Box \;\forall x (\ X\ x \Longrightarrow \ Y\ x)) \Longrightarrow \ P\ Y & \ & \text{„Die Eigenschaften Y, die aus einer positiven Eigenschaft X modal} \\ \text{ } & \quad & \ & \; \; \text{notwendig folgen, sind auch positive Eigenschaften“} \\ \text{(Axiom 3)} & \quad P\ G \ & \ & \text{„Göttlichkeit, GOTT-Sein, ist eine pos. Eigenschaft“ ↔ „GOTT ist perfekt“} \\ \text{(Theorem 1)} &\quad P\ X \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{ (◇ :: „möglich“ ↔ „konsistent“ ↔ „denkbar“; □ :: „notwendig“) } \\ \text{ } & \text{„Positive Eigenschaften sind konsistent“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} & \quad P\ X \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, es gibt positive Eigenschaften, Perfektionen“} \\ \text{02} & \quad P\ X \;\Rightarrow\; \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, positive Eigenschaften sind nicht konsistent“} \\ \text{03} & \quad (\neg x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, nicht mit x identisch zu sein“ :: (ungleich)} \\ \text{04} & \quad (\ x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, mit x identisch zu sein“ :: (gleich)} \\ \text{05} & \quad \text{ ├ }\; \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:01:02:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B] :AE:} \\ \text{06} & \quad \neg\neg \Box \neg \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:05:[ ◇A ↔ ¬□¬A] :: (Modalregel)} \\ \text{07} & \quad \neg\neg \Box \neg\neg \forall x \neg X \ x \ & \ & \text{:06:[∃xA ↔ ¬Ɐx¬A] :: (Quantoren Regel)} \\ \text{08} & \quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall x \neg X \ x \ & \ & \text{:07:NEG :: [¬¬A↔A] :: (Gesetz der Aussagenlogik)} \\ \text{09} & \quad \Box \; \forall x \neg X \ x \Leftrightarrow\ W & \ & \text{:02:08:[(:02:↔W) → (├:08:↔W)] :: (Kalkülregel)} \\ \text{10} & \quad \Box \; \forall x \ X \ x \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:09:[(¬A↔W)↔(A↔F)] :: (Regel für Wahrheitswerte)} \\ \text{11} & \quad \ (\neg x = x ) \Leftrightarrow \ F \; \ & \text{ } & \text{Xx:03:Instanz(X:=(¬x=..)) ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{12} & \quad \Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \text{ } & \text{:10:11:[(:10:↔F) → (:11:↔F)] :: „ex falso sequitur quotlibet“} \\ \text{13} & \quad \ P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \ & \text{:01:12:[Konjunktion] :: [A, B ├ A∧B]} \\ \text{14} & \quad \ (P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow \; (\neg x = x))) \Rightarrow \; P (\neg x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(Y:=( ¬x= ..)) :: (Substitution für Eigenschaften)} \\ \text{15} & \quad \ P (\neg x = .. ) & \ & \text{:13:14:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{16} & \quad \ P (\neg x = .. )\;\Rightarrow\ \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{(A1.1):Instanz(X:=(x=..))}\\ \text{17} & \quad \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{:15:16:[Modus ponens]}\\ \text{18} & \quad \ (x = x ) \Leftrightarrow \ W \; \ & \ & \text{Xx:04:Instanz(X:=(x=..)) ⇒ Tautologie !} \\ \text{19} & \quad \Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \text{ } & \text{:10:18:[(:10:↔F) → (:18:↔W)] :: „ex falso sequitur etiam verum“} \\ \text{20} & \quad \ P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \ & \text{:01:19:[Konjunktion] :: [A, B ├ A∧B]} \\ \text{21} & \quad \ (P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x))) \Rightarrow \ P (x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(Y:=(x=..))} \\ \text{22} & \quad \ P (\ x = .. )\ & \ & \text{:20:21:[Modus ponens]}\\ \text{23} & \quad \text{ ├ }\; (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:17:22:[Konjunktion] ⇒ Kontradiktion !}\\ \text{24} & \quad \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \Rightarrow (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) & \ & \text{:05:23:[├A├B╞ A→B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''}\\ \text{25} & \quad \neg\neg \Diamond \; \exists x \ X \ x & \ & \text{:24:23:[Modus tollendo tollens] :: [A→B,¬B ├ ¬A]}\\ \text{26} & \quad \text{ ├ }\; \Diamond \; \exists x \ X \ x & \ & \text{:25:NEG; bzw. :05:23:[├¬A→F ╞ A] :: ''INDIREKTER BEWEIS''}\\ \text{27} & \quad \ P\ X \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:01:26:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{(Theorem 1)} & \;\text{„Positive Eigenschaften sind konsistent“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war !} \\ \text{28} & \quad \ P\ G \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{:27:Instanz(X:=G) } \\ \text{29} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{(A3):28:[Modus ponens]} \\ \text{(Korollar 1)} & \;\text{„Das Dasein GOTTES ist definitiv möglich“} & \ & \text{„Es ist denkbar, dass es GOTT gibt“} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-1 ''':''' <span style="color:#00B000">(Der Term <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, im Axiom-2 ist an sich überflüssig, da dieser hier als Prämisse :01: ohnehin ,angenommen‘ wird. Der Beweisgang kommt mit Axiom-2 auch ohne diesen Term zum selben Ergebnis, und verkürzt sich dann sogar um zwei Schritte ''':''' Zeile 13 und Zeile 20 sind dann unnötig.)</span> Der Beweisgang geht mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, prinzipiell von der Existenz eines GOTTES aus. Mit der Prämisse :01: <span style="color:#00B000">(hier im 1. Beweisgang)</span> postuliert GÖDEL vorerst allgemein, dass es <span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit, d.h. positive Eigenschaften''«</span> gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, ohne im Kalkül zu definieren, was darunter zu verstehen ist. Definiert wird dann <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, was eine <span style="color:#FF6000">»''wesentliche Eigenschaft''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(im Sinne von ,Transzendentalia‘)</span>; und mit Hilfe dieser Eigenschaft definiert GÖDEL <span style="color:#00B000">(im 3. Beweisgang)</span>, was eine <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, die er <span style="color:#00B000">(im selben Beweisgang)</span> axiomatisch mit den <span style="color:#FF6000">»''positiven Eigenschaften in GOTT''«</span> gleich setzt ''':''' Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> —‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. Erst im 2. Beweisgang wird mit Term :13:, nach einer <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, definitiv bewiesen <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>, dass die, von GÖDEL, hier postulierten, <span style="color:#00B000">(allgemeinen)</span>, positiven Eigenschaften, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, tatsächlich auch in GOTT <span style="color:#FF6000">»''positive Eigenschaften''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, sind; <span style="color:#00B000">(das sind die ultimativen ,Transzendentalia‘ in GOTT)</span>. Jetzt aber muss vorerst der ,Wunsch‘, bzw. die LEIBNIZ-Frage beantwortet werden ''':''' Ob, mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT''«</span> ,möglich‘ ist, der nach traditioneller Auffassung, <span style="color:#FF6000">»''ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ ist ]</span>, ''das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>, <span style="color:#00B000">(nach LEIBNIZ; was GÖDEL mit Definition-1 ,abbildet‘)</span>. Wenn man also beweisen will, dass die Existenz eines solchen ''<span style="color:#FF6000">»GOTTES«</span>'' ,möglich‘ sein soll, dann muss man beweisen, dass dieses postulierte System der <span style="color:#FF6000">»''positiven Eigenschaften in GOTT''«</span> formal ,widerspruchsfrei‘ ist. Das Ergebnis des 1. Beweisganges, das ,Theorem-1‘, <span style="color:#00B000">(,Erster Satz‘)</span>, fasst A. FUHRMANN zusammen als ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind konsistent''«</span>. Wenn sie nicht konsistent wären, käme es zu unlösbaren Widersprüchen, <span style="color:#00B000">(Term :24:)</span>. Einmal Axiom-1 und zweimal Axiom-2, <span style="color:#00B000">(das die Gleichwertigkeit aller positiven Eigenschaften nachdrücklich klarstellt)</span>, sichern hier die Konsistenz <span style="color:#FF6000">»''aller positiven Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ die ,Transzendentalien‘ ]</span>, ''in GOTT''«</span>. Die ,Gleichwertigkeit‘, <span style="color:#00B000">(,Äquivalenz‘)</span>, ist formal-syntaktisch daran erkennbar, dass die beiden Eigenschafts-Variablen <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ —</span> und <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''‘ —</span> im Axiom-2 für beliebige, unterschiedliche ,positive‘ Eigenschaften gegenseitig austauschbar, <span style="color:#00B000">(,konvertierbar‘)</span>, sind. Das heißt, dass beliebige, unterschiedliche ,positive‘ Eigenschaften, für die diese Variablen stehen, sich paarweise, wechselseitig ,implizieren‘, einschließen, und damit notwendig voneinander abhängen, d.h. koinzident ,eins‘ sind, konvertierbar, und somit gleichwertig sind; entsprechend dem Theorem von den Transzendentalia. Zu Term :29:, dem Korollar zu Theorem-1, notiert GÖDEL am 10. Feb. 1970, <span style="color:#00B000">(übersetzt von Joachim BROMAND)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''◇∃xG(x) besagt, dass das System aller positiver Eigenschaften kompatibel ist'',</span> <span style="color:#00B000">[ d.h. miteinander verträglich, weil ohne Widersprüche ].</span> <span style="color:#FF6000">''Dies ist ,wahr‘ auf Grund von Axiom-2,'' <span style="color:#00B000">[ weil alle positiven Eigenschaften, d.h. die Transzendentalien, koinzident gleichwertig und konvertierbar sind ]</span>.«</span> Darum ist es definitiv ,möglich‘, dass es diesen GOTT gibt, der <span style="color:#FF6000">»''alle Grade der Vollkommenheit in sich schließt''«</span> und <span style="color:#FF6000">»''über dem ,Größeres‘ nicht mehr gedacht werden kann''«</span>, und, in weiterer Konsequenz, ist der GOTT-Glaube deshalb ,notwendig‘ widerspruchsfrei, nach Theorem-3 ''':''' <u>Wenn</u> es ''<span style="color:#FF6000">»möglich, bzw. denkbar«</span>'' ist, dass es ''<span style="color:#FF6000">»GOTT«</span>'' gibt, <u>dann</u> folgt daraus ''<span style="color:#FF6000">»notwendig«</span>'' ''':''' es ist ,widerspruchsfrei‘, wenn man als Voraussetzung ,annimmt‘, dass es ''<span style="color:#FF6000">»GOTT wirklich, für jede mögliche Welt«</span>'' gibt ''':''' Term :11: im 3. Beweisgang. Der Wenn-Satz ist hier mit Korollar-1 bewiesen; der Dann-Satz wird im 3. Beweisgang bewiesen <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>. Die ontologische ,Identität‘, d.h. die ,Gleichsetzung‘, bzw. die ,Koinzidenz‘ von Strukturen, die in der Endlichkeit für uns verschieden sind, jedoch in dem Unendlichen, GOTT, paarweise, perspektivisch in eins zusammenfallen, wie ,Sein‘ und ,Wesen‘, wie ,Ursache‘ und ,Wirkung‘ usw., und auch die Äquivalenz und Austauschbarkeit der Transzendentalien, haben im GÖDEL-Kalkül die logisch-syntaktische Form einer, aus sich, ,modal‘ notwendigen Implikation zwischen zwei verschiedenen, gegenseitig austauschbaren Eigenschafts-Variablen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x(Xx→Yx)'''‘ —</span>. Dieses Term-Element stellt formal-syntaktisch die Gleichwertigkeit, <span style="color:#00B000">(Äquivalenz)</span>, bzw. die paarweise Koinzidenz aller ultimativen Eigenschaften und Zuordnungen in GOTT dar; sowohl hier im Axiom-2, als auch in der Definition-2 im 2. Beweisgang, über die ,Wesenseigenschaften‘, mit jeweils verschiedenen, frei umbenennbaren Individuum-Variablen. Die wechselseitige Austauschbarkeit der noch ,unbestimmten‘ Eigenschafts-Variablen ist formal äquivalent zur freien Umbenennung der noch ,unbestimmten‘ Individuum-Variablen ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ FUB(x:=y) ]</span>. Der formale, gegenseitige, allgemeine Austausch der Eigenschafts-Variablen, bzw. die formale Gleichsetzung der positiven allgemeinen Eigenschaften, kann, auf Grund der Äquivalenz aller Vollkommenheiten, auch dann noch durchgeführt werden, wenn eine Eigenschafts-Variable durch eine Definition oder eine Schlussfolgerung ,bestimmt‘ worden ist, und dadurch zu einer Eigenschafts-Konstante, d.h. zu einer ,bestimmten‘ Eigenschaft geworden ist. Das ist z. B. bei einer instanziierenden Substitution der Fall ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=..) ]</span>. Das ist eine spezifische Eigenheit der GÖDEL-Axiomatik. Da die Variable <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT steht, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(im Korollar-1)</span>, ist die Eigenschaft ''':''' ''<span style="color:#FF6000">„nicht mit x identisch zu sein“</span>'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">(¬x=..)</span>, d.h. das <span style="color:#FF6000">„Ungleichsein“</span>, das <span style="color:#FF6000">„Anderssein“</span> GOTTES, <span style="color:#00B000">(Prämisse :03:)</span>, die entscheidende Voraussetzung und Norm für jeden Diskurs über GOTT ''':''' um der <span style="color:#FF6000">„Unvergleichlichkeit“</span> GOTTES gerecht zu werden, darf GOTT niemals mit etwas aus der ''<span style="color:#FF6000">»zufälligen Struktur der Welt«</span>'' verglichen, d.h. gleich gesetzt werden. Der Term :18: <span style="color:#4C58FF">(x=x) ↔ W</span> erinnert dagegen an die Selbstbezeichnung des GOTTES-JHWH in Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin‘''«</span>. Zum Term :03: notiert A. FUHRMANN ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span> ''Die Notation'' <span style="color:#4C58FF">(¬x=..)</span> ''für die Eigenschaft ''':''' <span style="color:#FF6000">„nicht mit x identisch zu sein“</span>'', <span style="color:#00B000">[ d.h. <span style="color:#FF6000">„Ungleichheit“, „Anderssein“</span>, bzw. die Notation <span style="color:#4C58FF">(x=..)</span> für den Existenzmodus-Perfektion ''':''' <span style="color:#FF6000">„Gleichheit“, „Idendität“</span> ]</span>, ''ist suggestiv und informell und ersetzt hier einen formal korrekten Abstraktionsausdruck wie'' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y)</span>, <span style="color:#00B000">[ bzw. <span style="color:#4C58FF">λy.(x=y)</span> ]</span>. ''Für die formal korrektere Notation bedarf es der zusätzlichen Vereinbarung, dass der Ausdruck'' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y)</span> ''gleichbedeutend sei mit dem Ausdruck'' <span style="color:#4C58FF">¬λy.(x=y)</span>. ''Diese Vereinbarung ist harmlos, da wir aufgrund der Regel der λ–Konversion'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">λy.Xy.x ↔ Xx</span>, <span style="color:#00B000">[ mit der <span style="color:#4C58FF">Instanz(X:=(¬x=..))</span> ]</span>, ''so schließen dürfen'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y).x ↔ ¬x=x ↔ <span style="color:#00B000">¬(x=x)</span> ↔ ¬λy.(x=y).x</span> .<span style="color:#FF6000">«</span> <ref>A. FUHRMANN a.a.O. Seite 7, Anmerkung 4 (von mir korrigiert und ergänzt)</ref> In der Kalkül-Zeile 29 wird das Korollar-1 durch einen <span style="color:#4C58FF">[ Modus ponens ]</span> mit Axiom-3 von der Kalkül-Prämisse-Term :01: ,abgekoppelt‘, d.h. es ist nicht mehr vom Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span> logisch abhängig. Korollar-1 behält aber die bewiesene Widerspruchsfreiheit von Theorem-1, und ist dann nur mehr von Axiom-1 und Axiom-2 abhängig, was für das Theorem-ANSELMS am Schluss entscheidend ist. Erklärung zu Term :05: Das Ergebnis einer Logik-Operation zwischen Prämissen ist ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> den Prämissen zuzurechnen. ====<div class="center"><span style="color:#660066">2. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 2, (,Basisbeweis‘)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe____________„Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.2)} & \quad \neg P\ X \;\Longrightarrow\;\ P\neg X\ & \ & \text{„Wenn X nicht positiv ist, dann ist die Negation ¬X positiv“} \\ \text{(Axiom 3)} & \quad \ P\ G \ & \ & \text{„Göttlichkeit, GOTT-Sein, ist eine pos. Eigenschaft“ ↔ „GOTT ist perfekt“} \\ \text{(Axiom 4)} & \quad \ P\ X \;\Longrightarrow\; \Box \; \ P\ X \ & \ & \text{„Positive Eigenschaften sind notwendig aus sich positiv“} \\ \text{(Definition 1)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \forall X(\ P \ X \Longrightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{„x ist genau dann GOTT, wenn x alle positiven Eigenschaften hat“} \\ \text{(Definition 2)} & \quad \ X_{ess}\ x \;\Leftrightarrow X\ x \wedge \forall Y \left(\ Y\ x \Rightarrow \Box \; \forall y (\ X\ y \Rightarrow \ Y\ y)\right) & \ & \text{„X ist genau dann eine wesentliche Eigenschaft von x, wenn x sie hat, und} \\ \text{ } & \quad & \text { } & \;\;\text{alle anderen Eigenschaften Y von x notwendig aus dieser Eigenschaft X folgen“} \\ \text{[RM]} &\quad \ A \;\Longrightarrow\;\ B\; \text{ ├ }\;\Box \; A \Longrightarrow\;\Box\; \ B\ & \ & \text{( :: Modales Prinzip)} \\ \text{(Theorem 2)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{(,G‘ :: „Göttlichkeit“ ↔ „GOTT“ ↔ „Dasein GOTTES“)} \\ \text{ } &\;\text{„Das Wesen GOTTES ist Dasein“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} &\quad \ G\ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, x steht für den GOTT der Christen“} \\ \text{02} &\quad \ Y\ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, GOTT hat die Eigenschaften Y“} \\ \text{03} &\quad \neg P\ Y & \ & \text{ AE: „Angenommen, die Y in GOTT sind nicht positiv“} \\ \text{04} &\quad \neg P \ Y \Rightarrow \ P \neg Y\ & \ &\text{(A1.2):Instanz(X:=Y) :: (Substitution für Eigenschaften) } \\ \text{05} &\quad \ P \neg Y \ & \ & \text {:03:04:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B] } \\ \text{06} &\quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ &\text{(D1):01:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{07} &\quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ &\text{:06:[ⱯXA(X) ├ A(X)] :: (Quantorenregel)} \\ \text{08} &\quad \ P \neg Y \Rightarrow \neg Y \ x\ & \ &\text{:07:Instanz(X:=¬Y)} \\ \text{09} &\quad \neg Y \ x\ & \ &\text{:05:08:[Modus ponens]} \\ \text{10} &\quad \text{ ├ }\; (Y\ x \wedge \neg Y \ x) \;\Leftrightarrow\;\ F\ & \ & \text{:02:09:[Konjunktion] ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{11} &\quad \neg P\ Y \; \Rightarrow \; (Y\ x \wedge \neg Y \ x )\ & \ &\text{:03:10:[├A├B ╞ A → B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''} \\ \text{12} &\quad \neg\neg P\ Y \ & \ &\text{:11:10:[Modus tollendo tollens] :: [A → B,¬B├ ¬A]} \\ \text{13} &\quad \text{ ├ }\; P\ Y \ & \ &\text{:12:NEG; bzw. :03:10:[├¬A→F ╞ A] :: ''INDIREKTER BEWEIS'' :AE:} \\ \text{14} &\quad \ P\ Y \;\Rightarrow\;\Box \; \ P\ Y \ & \ & \text{(A4):Instanz(X:=Y)} \\ \text{15} &\quad \Box \; \ P\ Y \ & \ & \text{:13:14:[Modus ponens]} \\ \text{16} &\quad \ G \ y \Rightarrow \ Y \ y\ & \ &\text{:01:02:[├A├B ╞ A→B]:FUB(x:=y)} \\ \text{17} &\quad \text{ ├ }\; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:16:[G(y) ├ ⱯyG(y)]} \\ \text{18} &\quad \Box \; \ P\ Y \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:13:17:[├A├B ╞ A→B]:[RM]} \\ \text{19} &\quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:15:18:[Modus ponens]} \\ \text{20} &\quad \ Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:02:19:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{21} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ G \ x & \ &\text{:20:01:[Konjunktion] :: [A, B├ A ∧ B]} \\ \text{22} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ X \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ X \ x\;\Leftrightarrow\; X_{ess}\ x \ & \ &\text{(D2):KOMM(↔):KOMM(∧):[ⱯYA(Y) ├ A(Y)] wegen :13:} \\ \text{23} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ G \ x\;\Leftrightarrow\; G_{ess}\ x \ & \ &\text{:22:Instanz(X:=G)} \\ \text{24} & \quad \text{ ├ }\; G_{ess}\ x \ & \ &\text{:21:23:[Modus ponens]:AE: wegen :30:} \\ \text{25} &\quad \ G\ x \;\Rightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{:01:24:[├A├B ╞ A→B] :: Theorem 2.1} \\ \text{26} &\quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ &\text{(D1):01:[Modus ponens] } \\ \text{27} &\quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ &\text{:26:[ⱯXA(X) ├ A(X)]} \\ \text{28} &\quad \ P \ G \Rightarrow \ G \ x\ & \ &\text{:27:Instanz(X:=G)} \\ \text{29} &\quad \text{ ├ }\; G \ x\ & \ &\text{(A3):28:[Modus ponens]} \\ \text{30} &\quad \ G_{ess}\ x \;\Rightarrow \ G \ x\ & \ &\text{:24:29:[├A├B ╞ A→B] :: Theorem 2.2 } \\ \text{31} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{:25:30:[Konjunktion]:BIKONDITIONAL :: [(A→B) ∧ (B→A) ↔ (A↔B)] } \\ \text{(Theorem 2)} &\; \text{„Dasein, GOTT-Sein, ist das Wesen GOTTES“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war ! } \\ \text{32} &\quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ (x = y))\ & \ & \text{:19:Instanz(Y:=(x=..))} \\ \text{33} &\quad \ G\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ (x = y))\ & \ & \text{:01:32:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{(Korollar 2)} & \;\text{„Es gibt notwendig höchstens einen GOTT“} & \ & \text{„Wenn es GOTT gibt, dann gibt es für jede mögliche Welt nur einen GOTT“} \\ \end{align}</math> </small> |} <span style="color:#00B000"><small>(In den Kalkül-Zeilen 16, 18, 31 mussten zwei-, und in Zeile 22 drei Kalkül-Schritte, d.h. Logik-Operationen in eine Zeile zusammengezogen werden, weil der Parser dieser speziellen Mathematik-Funktion in Wikibooks jedes Mal wegen Puffer-Überlauf abstürzt, wenn zu den bestehenden Zeilen noch eine neue Zeile zusätzlich eingefügt wird. Das vermindert etwas die Transparenz des Kalküls.)</small></span> Anmerkung-2 ''':''' <span style="color:#00B000">(Dieser Beweisgang kommt auch ohne das ,unbestimmte‘ Konjunkt <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Xx'''‘ —</span> in der Definition-2 zum gleichen Ergebnis, und wird dadurch um eine Zeile verkürzt ''':''' Zeile 21 entfällt, und <span style="color:#4C58FF">[ KOMM(∧) ]</span> ist unnötig. Dieses Konjunkt wird hier ebenfalls schon in der Kalkül-Prämisse :01: <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx'''‘ —</span>, als ,Annahme‘ gesetzt, vorentschieden und ,bestimmt‘ mit der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=G) ]</span>. Es war also logisch korrekt, dass GÖDEL, in seiner Notiz vom 10. Feb. 1970 zum ontologischen Beweis, dieses Konjunkt weggelassen hat, was ihm von Kommentatoren als ein Flüchtigkeitsfehler angerechnet worden war. Der gesamte 2. Beweisgang bewegt sich im Geltungsbereich der Prämisse Term :01:, d.h. ist in jeder Zeile von der Annahme abhängig ''':''' die Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''x'''‘ —</span> steht für den GOTT der Christen. In der Kalkül-Zeile 33 wird mit Korollar-2 diese Abhängigkeit, für den Term :32:, explizit dargestellt.)</span> Der Beweisgang geht mit der Prämisse :01: prinzipiell, als Voraussetzung, von der Existenz eines GOTTES aus. Im 1. Beweisgang wurde bewiesen, dass die von GÖDEL ,postulierten‘ <span style="color:#FF6000">»''allgemeinen positiven Eigenschaften, Vollkommenheiten, Perfektionen'', <span style="color:#00B000">[ die sog. ,Transzendentalien‘ ]</span> ''konsistent''«</span>, d.i. widerspruchsfrei sind. Hier, in diesem Beweisgang wird nun die Prämisse vom 1. Beweisgang, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PX'''‘ —</span>, im Bezug auf GOTT hinterfragt ''':''' Gibt es auch in GOTT so Etwas, wie <span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit, Positives, Perfektes''«</span> '''?''' Die ,Annahme‘ jedoch, dass es <span style="color:#FF6000">»''in GOTT keine Vollkommenheit, nichts Positives, nichts Perfektes''«</span> <span style="color:#00B000">(keine Transzendentalien)</span> gibt, <span style="color:#00B000">(Prämisse Term :03:)</span>,<span style="color:#4C58FF"> — ‚'''¬PY'''‘ —</span>, d.h. dass die <span style="color:#00B000">(wesentlichen)</span> Eigenschaften in GOTT keine <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> seien, führt aber zu einem unlösbaren Widerspruch, <span style="color:#00B000">(Term :10:)</span>. Mit Term :13:, als 1. Hauptergebnis, ist damit, — als ,neue‘ Prämisse, <span style="color:#00B000">(ersetzt Term :03:)</span> —, definitiv ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ , d.h. es ist ,wahr‘)</span>, dass alle Eigenschaften, die hier mit <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''‘ —</span> symbolisiert werden, <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaften“</span>, d.h. <span style="color:#FF6000">„Perfektionen“</span> sind, von denen das Kalkül ,annimmt‘, <span style="color:#00B000">(Prämissen Term :01:, Term :02: und speziell Term :16:)</span>, dass der GOTT der Christen sie besitzt. Alle ,Wesenseigenschaften‘ in GOTT ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, die durch den Term :13:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —, </span> dargestellt werden, sind somit <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span><span style="color:#00B000">, (,ultimative Transzendentalien‘, aller ,Grade‘)</span>. Damit ist definitiv ‚bestätigt‘, <span style="color:#00B000">( ╞ , es ist ,wahr‘)</span>, was mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, schon ‚angenommen‘ worden ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„GOTT ist perfekt; er hat alle positiven Eigenschaften“</span>; und auch Definition-1 ist damit ,verifiziert‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">„GOTT ist genau deswegen GOTT, weil er, als GOTT, positive Eigenschaften aller Grade in sich schließt“</span>; entsprechend dem Quelltext bei LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>. Immer vorausgesetzt, <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man glaubt an GOTT ''':''' <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. <span style="color:#00B000">(Der ,Schlüsselbegriff‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span> ist der ,Schlüssel‘ zur Erkenntnis, dass GOTT ,notwendig‘, sowohl ,wesentlich‘ für uns, als auch an sich ,grundlos‘, immer schon ,da‘ ist.)</span> Hier, <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, hat Axiom-1, <span style="color:#00B000">(im Term :04:)</span>, sicher gestellt, dass die Eigenschaften in GOTT, <span style="color:#00B000">(Definition-1; Term :06:)</span>, tatsächlich <span style="color:#FF6000">„ultimativ positiv, perfekt und vollkommen“</span> sind ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>. Das GÖDEL-Axiom-1 bezieht seine ,Potenz‘ aus dem Prinzip vom ,auszuschließenden‘ Widerspruch ''':''' eine Eigenschaft kann nicht zugleich ,positiv‘ und ,nicht positiv‘ sein '''!''' Formal lässt sich das 2. Hauptergebnis, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''↔'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> ''':''' schon aus Term :23: in diesem Beweisgang mit der <span style="color:#4C58FF">[ Vereinfachung ] :: [ A∧B ├ B ]</span> ohne Weiteres ,regulär‘ ableiten, — analog zu den Vorgehensweisen bei A. FUHRMANN und G.J. WIRSCHING. <span style="color:#00B000">(Beide Aussagen dieser ,Konjunktion‘ sind ,gleichwertig‘, daher partizipiert das Theorem-2 auch am Ergebnis der Widerspruchsfreiheit von Term :13:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>, dem 1. Hauptergebnis.)</span> Der hier gewählte, etwas längere Weg zum Ergebnis, soll die innere Struktur und Abhängigkeit der Ergebnisse von bestimmten Voraussetzungen offen legen, und ihren ,Zweck‘ verdeutlichen. Die beiden Hauptergebnisse im Basisbeweis gehen vom vorgefundenen und traditionell vorgegebenen Begriff von ,GOTT‘ aus, <span style="color:#00B000">(Term :06:, Term :16: und Term :26:)</span>. Das ,bewiesene‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> 1. Hauptergebnis, hier im 2. Beweisgang, Term :13: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''die Eigenschaften in GOTT sind vollkommen, d.h. sind die ultimativen Transzendentalia''«</span>, rechtfertigt, bzw. verifiziert sowohl Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, als auch die Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span>, für die Annahme ''':''' den ,GOTT der Christen‘, der als GOTT alle Grade der Vollkommenheit in sich schließt. Und das ebenfalls ,bewiesene‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> 2. Hauptergebnis, hier im selben Beweisgang, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''↔'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''das Wesen GOTTES ist sein eigenes Sein''«</span>, rechtfertigt, bzw. verifiziert sowohl Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, als auch die Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, für die Wesenseigenschaft ''':''' ,notwendige Existenz‘, und widerlegt den Einwand KANTS, für den Spezialfall ''':''' GOTT. Zwei Axiome und zwei Definitionen von GOTT und seinen Vollkommenheiten werden durch die Ergebnisse im Basisbeweis des GÖDEL-Kalküls in unserer realen Welt als ,wahr‘, <span style="color:#00B000">(genauer als ,widerspruchsfrei‘)</span>, und, — im Rahmen des christlichen Glaubens —, als ,annehmbar‘ bestätigt. <span style="color:#00B000">(Anmerkung zu Term :24: ''':''' eine Prämisse ist regulär-,modal‘ immer ,frei‘ wählbar.)</span> Zusammengefasst heißt das ''':''' die ,strittige‘ Begründung der ,methodologischen‘ Prämisse des GÖDEL-Kalküls ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Prämisse, Term :01:)</span>, weil <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Korollar-1)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> steht für den GOTT der Christen, für den es ohne Widerspruch denkbar ist, dass es ihn gibt''«</span>, <span style="color:#00B000">(ANSELMS Prinzip, trotz der ,Warnung‘ KANTS)</span>, ist ,wahr‘ und für uns ,annehmbar, denn es ist auch, auf Grund der Ergebnisse des 2. Beweisganges, in unserer realen Welt ,wahr‘ und ,annehmbar‘, weil schon als ,widerspruchsfrei‘ verifiziert ''':''' der GOTT der Christen <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span> ,existiert‘ für uns ,notwendig‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(d.i. das ,regulär‘-mögliche Korollar sowohl im 2. als auch im 3. Beweisgang)</span>, denn dieser GOTT ist aus sich ,vollkommen‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PG'''‘ —</span>, und zu seiner ,Vollkommenheit‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span> gehört auch notwendig sein ,Existieren‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. <span style="color:#00B000">(Jeder dieser Terme ist im Geltungsbereich der Prämisse Term :01: als ,wahr‘ und ,annehmbar‘ bewiesen.)</span> Das ist der ,Kern‘ des ontologischen Arguments, und somit ist auch diese ,strittige‘ Begründung der Prämisse des GÖDEL-Kalküls mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span>, d.h. sie ist logisch ,richtig‘ und, im Kontext des christlichen Glaubens, vernünftig. Die Annahme des Gegenteils zu dieser Prämisse ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es ist undenkbar, dass es diesen GOTT gibt''«</span>, führt jedoch, unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung, zu einem Widerspruch — ist unlogisch und daher ,falsch‘, <span style="color:#00B000">(siehe Anhang ''':''' Widerlegung)</span>. Die Behauptung einer ,formalen Unentscheidbarkeit‘ zu den Annahmen über die Existenz GOTTES, ob oder nicht, <span style="color:#00B000">(d.h. ein ,methodologischer‘ Agnostizismus)</span>, ist gegen jede ,Logik‘; und ist auch ,falsch‘. Denn aus dem, im Kalkül abgeleiteten, Widerspruch aus der einen Annahme, und damit ihrer Unrichtigkeit, folgt notwendig die Richtigkeit der gegenteiligen Annahme. Damit ist eine klare Entscheidung getroffen. Mit dem 2. Hauptergebnis, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#FF6000">»'',Dasein‘ ist das ,Wesen‘ GOTTES''«</span>, folgt die GÖDEL-Axiomatik der philosophisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition der ,Rede von GOTT‘ seit ARISTOTELES, und schließt sich damit formal-syntaktisch zugleich auch der religiösen Überzeugung der Christen an, die glauben, dass GOTT, als unser Vater, aus Liebe, in seinem Sohn, JESUS CHRISTUS, für uns immer schon <span style="color:#FF6000">»''da''«</span> ist, <span style="color:#00B000">(der Sohn ist koinzident ,eins‘ mit GOTT, dem Vater und dem GEIST)</span>, wirksam in und durch seine <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span>, im HEILIGEN GEIST, bis ans Ende der Zeit. Das ist das, <span style="color:#FF6000">»''was''«</span> GOTT eigentlich für uns ausmacht, — die Selbstmitteilung seines unergründlichen Wesens in den Sakramenten der <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‘אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֑ה‚</big></span> <span style="color:#00B000">| ‚eh'jeh asher eh'jeh‘ |</span> <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin da für euch und für immer, als der ich ''<span style="color:#00B000">[ immer schon gewesen ]</span> ''bin''«</span>; <span style="color:#00B000">(d.i. das <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span>-exegetische ,Axiom‘ der Christen, und die <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> korrekte Explikation der ,regulären‘ Kalkül-Prämisse Term :01: <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx'''‘ —</span>, jeweils im 2. und 3. Beweisgang)</span>. Das heißt aber nicht, dass der Autor des Kalküls sich mit diesem Glauben identifiziert hat, <span style="color:#00B000">(,hat‘ er auch nicht)</span>, oder dass der Leser des ontologischen Beweises von Kurt GÖDEL sich damit identifizieren muss, wenn er dessen <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> anerkennt. Zur erweiterten <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Explikation der Kalkül-Prämisse ''':''' Die <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ist das ,Meisterwerk‘ GOTTES ''':''' In ihr ist es GOTT gelungen, etwas Göttliches und Unzerstörbares in unsere korrupten Welt einzupflanzen ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Etwas Göttliches existiert notwendig, d.h. ,unzerstörbar‘ in unserer Welt''«</span>. Sie ist, durch die Menschwerdung des GOTTES Sohnes, JESUS CHRISTUS, dessen <span style="color:#4C58F0">„Leib“</span> die <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ist, untrennbar mit Menschen verbunden, die schon, von allem Anfang an, und jetzt immer noch, durch die Sünde korrumpiert sind. Mit ihr will und wird GOTT unsere Welt und die Menschheit, bis ans Ende der Zeit, von der Sünde und von deren Konsequenz, dem <span style="color:#00B000">(ewigen)</span> Tod <span style="color:#4C58FF">„erlösen“</span>, <span style="color:#00B000">(jedoch nicht ohne die Zustimmung des Menschen)</span>. Mit dieser Explikation wird die Tragweite des ontologischen Arguments ANSELMS, und damit auch die <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Relevanz der GÖDEL-Axiomatik erkennbar. Immer vorausgesetzt, <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man glaubt an GOTT, <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. ====<div class="center"><span style="color:#660066">3. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 3, (ANSELMS Theorem)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe___________________„Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 5)} & \quad P\ E_{not}\; \ & \text { } & \text{„Notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft“} \\ \text{ } & \text{( :: Das ist nur dann wahr, wenn ,Dasein‘ und ,Wesen‘ } & \ & \text{( :: dagegen KANT : ,Existenz‘ ist keine ,Eigenschaft‘,} \\ \text{ } & \;\;\text{in eins zusammenfallen ! ARISTOTELES : Theorem-2)}\ & \ & \;\;\text{,Sein‘ ist für alles, was existiert, kein ,reales Prädikat‘ ! )} \\ \text{(Definition 1)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \forall X(\ P \ X \Longrightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{„x ist genau dann GOTT, wenn x alle positiven Eigenschaften hat“} \\ \text{(Definition 3)} & \quad \ E_{not}\ x \;\Longleftrightarrow\;\ \forall X \left(\ X_{ess}\ x \Longrightarrow \Box \; \exists y \ X\ y \right) & \ & \text{„Notwendige Existenz ist genau dann eine Eigenschaft von x, wenn} \\ \text{ } & \quad & \ & \;\;\text{alle wesentl. Eigenschaften von x notwendig instanziiert sind“} \\ \text{(Korollar 1)} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{„Es ist widespruchsfrei möglich, dass es GOTT gibt“} \\ \text{(Theorem 2)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ &\text{„Dasein, GOTT-Sein, Existenz ist das Wesen, die Essenz GOTTES“} \\ \text{(Korollar 2)} &\quad \ G\ x \;\Longrightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y))\ & \ &\text{„Wenn es GOTT gibt, dann gibt es notwendig nur einen GOTT“} \\ \text{(Theorem 3)} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \;\Longrightarrow\; \Box \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{( :: ANSELMS Prinzip)} \\ \text{ } & \text{„Weil es widerspruchsfrei möglich ist, dass es GOTT gibt,} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{ } & \;\;\text{ist der Glaube, dass es GOTT wirklich gibt, widerspruchsfrei“} \\ \text{01} & \quad \ G \ x\ & \ & \text{ AE: „Angenommen, x steht für den GOTT der Christen“} \\ \text{02} & \quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{(D1):01:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{03} & \quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ & \text{:02:[ⱯXA(X) ├ A(X)] :: (Quantorenregel)} \\ \text{04} & \quad \ P \ E_{not}\;\Rightarrow \ E_{not}\ x\ & \ & \text{:03:Instanz(X:= Enot) :: (Substitution für Eigenschaften)} \\ \text{05} & \quad \ E_{not}\ x\ & \ & \text{(A5):04:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B]} \\ \text{06} & \quad \forall X \left(\ X_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ X\ y \right) & \ & \text{(D3):05:[Modus ponens]} \\ \text{07} & \quad \ X_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ X\ y & \ & \text{:06:[ⱯXA(X) ├ A(X)]} \\ \text{08} & \quad \ G_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ G\ y & \ & \text{:07:Instanz(X:= G)} \\ \text{09} & \quad \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{(Th2):01:[Modus ponens]} \\ \text{10} & \quad \text{ ├ }\;\Box \; \exists x \ G\ x & \ & \text{:08:09:[Modus ponens]:FUB(y:=x) :: (Freie-Um-Benennung der Var.)} \\ \text{ } & \text{„Es gibt GOTT wirklich, für jede mögliche Welt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{1. Hauptergebnis !} \\ \text{11} & \quad \;\Diamond \exists x \ G \ x \;\Longrightarrow \; \Box \; \exists x \ G\ x & \ & \text{(K1):10:[├A├B ╞ A→B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''} \\ \text{(Theorem 3)} & \;\text{„Weil es widerspruchsfrei möglich ist, dass es GOTT gibt,} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war ! 2. Hauptergebnis ! } \\ \text{ } & \;\;\text{ist der Glaube, dass es GOTT wirklich gibt, widerspruchsfrei“} \\ \text{12} & \quad \;\Box \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y))\ & \ &\text{(K2):01:[Modus ponens]} \\ \text{13} & \quad \;\Box \; (\exists x \ G\ x \wedge \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y)))\ & \ & \text{:10:12:[Konjunktion]:DIST(□∧)} \\ \text{(Korollar 3)} & \;\text{„Es gibt notwendig genau nur einen GOTT“} & \ & \text{„Es gibt für jede mögliche Welt nur den GOTT der Christen“} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-3 ''':''' <span style="color:#00B000">(Ein Theorem und zwei Korollare, aus den beiden vorhergehenden Beweisgängen, werden hier, im 3. Beweisgang, zu ,Axiomen‘, die das Theorem-ANSELMS und sein Korollar mit-verifizieren und bestätigen.)</span> Dieser Beweisgang ist das Ziel aller Bemühungen. Hier wird der sog. ,ontologische Gottesbeweis‘ nach ANSELM von Canterbury formal-syntaktisch dargestellt und als logisch nachvollziehbar von GÖDEL bestätigt. Damit hat er aber auch klar gestellt, dass der ontologische Beweis ANSELMS kein Beweis für die ,Existenz‘ des GOTTES der Bibel sein kann, bzw. sein ,will‘ ''':''' Denn mit der Prämisse, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(Term :01:, wie auch schon im ,Basisbeweis‘, und ausformuliert hier in Term :02:, mit der Definition für GOTT)</span>, wird mit dem traditionellen, abendländischen ,GOTT-Glauben‘, der ,glaubt‘, dass der Gott der Christen tatsächlich existiert, — methodologisch als ,Annahme‘ —, der Beweisgang schon regulär und explizit eröffnet, aus dem sich dann, logisch korrekt, mit Hilfe der GÖDEL-Axiome und Definitionen, das ,Theorem ANSELMS‘ ergibt; <span style="color:#00B000">(hier jedoch, mit Günther J. WIRSCHING, ohne den Umweg bei GÖDEL über das modale Axiom-BECKER ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇□A→□A'''‘ —</span>, das André FUHRMANN recherchiert hat)</span>. GÖDEL verwendet zur Darstellung des sog. ,ontologischen Gottesbeweises‘ nach ANSELM die Struktur eines modal-logischen Kalküls. Ein modal-logisches Kalkül ist ein genau geregeltes Schema, in dem bei bestimmten ,Annahmen‘ <span style="color:#00B000">(Axiome, Definitionen, Prämissen)</span> etwas anderes als das Vorausgesetzte auf Grund des Vorausgesetzten mit Notwendigkeit folgt. Entsprechend der ,Modalität‘ der sechs ,modal‘ notwendigen Voraussetzungen, hier, für den 3. Beweisgang, die in den <span style="color:#00B000">(und durch die)</span> beiden vorhergehenden Beweisgängen schon als ,modal‘ wahr, bzw. als annehmbar verifiziert und/oder ,bewiesen‘ wurden, sind auch die beiden ,Schlusssätze‘ <span style="color:#00B000">(Theorem-3 und Korollar-3)</span> ,modal‘ wahr, bzw. annehmbar '''!''' Die Wahl der Prämisse :01: dagegen ist nicht ,modal‘ notwendig, sondern beruht auf einer freien Entscheidung, und damit ist auch ihre Interpretation eine freie Entscheidung, mit der Voraussetzung, dass man das Kalkül mit Theoremen aus der <span style="color:#4C58FF">„christlichen Theologie“</span> evaluieren, und damit interpretieren will. Dazu berechtigt die Genese des Kalküls. Der Glaube an den GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, beruht immer auf einer freien Entscheidung. Das Kalkül, als solches, unabhängig von jeder Interpretation seiner Syntax, ist genau dann ,allgemein‘ <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, d.h. ,ist allgemein gültig‘, wenn es gültigen Logik-Regeln folgt. Die Bestimmung seiner Syntax jedoch, d.h. seine Interpretation, unterliegt hermeneutischen Kriterien, die nicht von Logik-Regeln abhängen, wie hier ''':''' <span style="color:#FF6000">»''(unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt). Nur dann sind die Axiome wahr''«</span>, wie GÖDEL selbst hinzufügt. Mit der, — von GÖDEL eingeforderten —, ‚Unabhängigkeit‘ der Kalkül-Axiome von der zufälligen Struktur der Welt, wird implizit für das Kalkül auch festgelegt, dass <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> ‚unabhängig‘ von der zufälligen <span style="color:#00B000">(Raum-Zeit-)</span>Struktur unserer vergänglichen Welt, und daher ,zeitlos-ewig‘ ist, <span style="color:#00B000">(was <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> korrekt ist)</span>, begründet durch Definition-1 und Axiom-3. Aus der zeitlosen Ewigkeit GOTTES folgt, dass GOTT, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „grundlos“</span>, für uns immer schon ‚da‘ ist, denn bei Zeitlosigkeit gibt es keinen ,zeitlichen‘ und damit auch keinen ,ontologischen‘ Unterschied zwischen ‚Ursache‘ und ‚Wirkung‘. Beides ist dann koinzident ,eins‘ ''':''' wie ,Wesen‘ und ,Dasein‘ in GOTT, bzw. wie ,Begriff‘ und ,Sein‘, oder ,Möglichkeit‘ und ,Wirklichkeit‘. <span style="color:#00B000">(Man vergleiche damit auch die ,postulierte‘ Einheit von ,Erkenntnisobjekt‘ und ,Erkenntnissubjekt‘ im ,Gott‘ des ARISTOTELES ''':''' im <span style="color:#FF6000">»<span style="color:#00B000">[ selbstbewussten ]</span> ''Erkennen seiner Erkenntnis''<span style="color:#00B000">[-Tätigkeit ]</span>«<span style="color:#00B000"> | </span>„<span style="font-family: Times;"><big>νοήσεως νόησις</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„noêseôs noêsis“</span> <small>(‚<span style="font-family: Times;"><big>''Metaphysik''</big></span>‘ XII 9, 1074b34)</small>, im Vollzug seiner Funktion als ,unbewegtes Bewegungsprinzip‘, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„prôton kinoûn akinêton“</span> der Welt, das alles Übrige <span style="color:#FF6000">»''wie ein Geliebtes''«<span style="color:#00B000"> | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὡς ἐρώμενον</big></span>“</span> | <span style="color:#FF6000">„hôs erômenon“</span> bewegt; d.h. christlich ''':''' <span style="color:#FF6000">»''aus Liebe''«</span> ,entstehen‘ lässt.)</span> Anmerkung-4 ''':''' Das <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span> schon bewiesene Theorem-2, d.i. die Koinzidenz von <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> in GOTT, <span style="color:#00B000">(‚Existenz‘</span> und <span style="color:#00B000">‚Essenz‘)</span>, rechtfertigt sowohl Axiom-5 als auch die Definition-3, und widerlegt den Einwand KANTS. Somit ist deren Setzung <span style="color:#00B000">(hier, im 3. Beweisgang)</span> korrekt, und durch das Theorem-2 schon vorbestimmt und bestätigt, d.h. beide sind ,wahr‘ und annehmbar, da sie durch die Gültigkeit von Theorem-2 ,verifiziert‘ worden sind. Damit wird klar erkennbar, dass das Theorem-2 tatsächlich die Basis des GÖDEL-Kalküls ist. Und wenn damit Axiom-5 im GÖDEL-Kalkül ‚gerechtfertigt‘ ist, dann ist auch, <span style="color:#00B000">(als Voraussetzung dafür)</span>, das Axiom-4 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX → □PX'''‘ — ''':''' </span> <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ ,Transzendentalia‘ ]</span>, ''sind notwendig aus sich'', <span style="color:#00B000">[ von Natur aus ]</span>, ''positiv''«</span>, im 2. Beweisgang erklärbar, in dem die ‚Positivität‘, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, einer Eigenschaft schon als ‚notwendig‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, charakterisiert worden ist, äquivalent zu Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, in dem die ‚Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span>, <span style="color:#00B000">(der Existenz <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>)</span>, dann als ‚positive‘ Eigenschaft, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ‚bestimmt‘ wird; <span style="color:#00B000">(unter der speziellen Voraussetzung, dass <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> definitiv als eine <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> in GOTT ,instanziiert‘ ist; vgl. Definition-3. Eine ,bestimmte‘ Eigenschaft ist genau dann ,instanziiert‘, wenn sie an einem Träger real ,existiert‘. Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, besagt, dass die, von GÖDEL postulierte, <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz“</span> zu den ,ultimativen‘ Transzendentalia in GOTT gehört. Genauer ''':''' Sie ist die ,Summe‘ aller Transzendentalia.)</span> Zum Axiom-4, <span style="color:#00B000">(bzw. zum Term :14:, im 2. Beweisgang)</span>, erklärt GÖDEL in seinen Notizen zum Kalkül ''':''' <span style="color:#FF6000">»''da es'' <span style="color:#00B000">[ das Notwendigsein, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span> ]</span> ''aus der Natur der'' <span style="color:#00B000">[ positiven ]</span> ''Eigenschaft folgt'', <span style="color:#00B000">[ deren Positivität, im selben Beweisgang, mit Term :13: vorher schon ,bewiesen‘ (╞ ) worden ist ]</span>«</span>. Der Unendliche, GOTT, — im Glauben der Christen —, ist deswegen ,notwendig für uns da‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, weil er als GOTT ,vollkommen‘, ,perfekt‘ und absolut ,positiv‘, d.h. absolut ,gut allein‘ ist, ohne jede Negativität ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>; <span style="color:#00B000">(was auch schon im 2. Beweisgang mit Term :13: verifiziert wurde)</span>. Und wenn GOTT ,vollkommen‘, ,perfekt‘, ,positiv‘, und absolut ,gut‘ ist, dann ist er das auch ,notwendig aus sich‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG → □PG'''‘ — ::</span> <span style="color:#00B000">(als Zusatz-Korollar im 2. Beweisgang mit Axiom-4 und der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=G) ]</span>)</span>, d.h. ,aus seinem Wesen‘. Das ist gerade das, ,was‘ GOTT als GOTT ausmacht ''':''' sein ,Wesen‘, bzw. seine <span style="color:#FF6000">„Natur“</span>. Zusammen mit der Definition-1 für GOTT, <span style="color:#00B000">(und der Definition-2 ''':''' Alle Wesenseigenschaften hängen notwendig gleichwertig aus sich zusammen)</span>, ist dieses, aus der <span style="color:#FF6000">„Natur“</span> GOTTES sich ergebende, ‚Notwendigsein‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, aller ‚positiven‘ Eigenschaften im Axiom-4, und ihr logischer Zusammenhang, d.i. die Koinzidenz aller ,Vollkommenheiten‘ im Unendlichen, GOTT, ihr ,Zusammenfallen in eins‘, die entscheidende Voraussetzung, aus der sich dann für GÖDEL <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span> auch der logische Zusammenhang, bzw. die ontologische Identität, <span style="color:#00B000">(die Koinzidenz)</span>, von <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> in GOTT, im Basis-Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> mit Notwendigkeit ergibt. Das Theorem-2 ist dann, in weiterer Folge, die ,modal‘ notwendige, d.h. die transzendentale Voraussetzung auch für den Konsequenz-Teil im Theorem ANSELMS, <span style="color:#00B000">(Term :09: hier im 3. Beweisgang)</span>. <span style="color:#FF6000">„Positive Eigenschaften“<span style="color:#00B000"> | </span>„Vollkommenheiten“</span> sind ,immer‘ auch <span style="color:#FF6000">„notwendige Eigenschaften“</span>, daher ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. Das ,Dasein‘, die <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> ist ,immer‘ etwas <span style="color:#FF6000">„Positives“</span>, speziell in GOTT, dem Schöpfer jeder ,Existenz‘, bzw. allen ,Seins‘. Axiom-4 begründet im GÖDEL-Kalkül das Basis-Theorem-2, und ,verankert‘ dieses Theorem damit zugleich in der <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span>-philosophischen Tradition der ,Rede von GOTT‘ bei ARISTOTELES, — AVICENNA, — ANSELM, — DESCARTES, — LEIBNIZ, — HEGEL, — und bei GÖDEL mit äußerster ,logischer‘ Klarheit. Anmerkung-5 ''':''' Der ‚Schlüsselbegriff‘ in diesem Kalkül ''':''' <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“<span style="color:#00B000"> | </span>„Perfektion“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span>, dominiert alle Axiome des GÖDEL-Kalküls, jedoch ohne inhaltlich genauer ‚bestimmt‘ worden zu sein. Für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> gibt es keine explizite Definition '''!''' <span style="color:#00B000">(Das Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span>, besagt nur, dass die ,postulierten‘, positiven Eigenschaften, die <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span>, formal miteinander verträglich, d.h. ‚widerspruchsfrei‘ sind, wegen Axiom-2. Axiom-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX ∧ □∀x(Xx→Yx)→PY'''‘ —</span>, besagt, dass positive Eigenschaften ,gleichwertig‘ sind, d.h. gleich ,wahr‘ sind, weil sie ,notwendig‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, aus sich, alle paarweise mit- und voneinander ,impliziert‘ sind, sich gegenseitig ,einschließen‘, und damit eine Einheit bilden, d.h. in GOTT ,eins‘ sind. Axiom-2 ist somit zugleich eine ,indirekte‘ Definition für ,positive‘ Eigenschaften ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>. Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span>, besagt ''':''' Weil die ,gleichwertigen‘, positiven Eigenschaften sich gegenseitig implizieren, und damit notwendig von einander abhängen, d.h. koinzident in GOTT ,eins‘ sind, — wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT steht —, sind sie somit auch die ,wesentlichen‘ Eigenschaften, die <span style="color:#FF6000">„ultimativen Transzendentalia“</span>, in GOTT, der, wesentlich und exklusiv, notwendig ,Einer‘ ist. Fußnote zu Definition-2 in der GÖDEL-Notiz ''':''' <span style="color:#FF6000">»''any two essences of x are nec. equivalent''«</span>. Die paarweise, notwendige Äquivalenz von zwei beliebigen Wesenseigenschaften der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span>, wird hier, spezifisch für GOTT, d.h. wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT, dem einen, steht, zur <span style="color:#FF6000">„Koinzidenz“</span>, — zum paarweise ,Zusammenfallen in eins‘ —, dem inneren Zusammenhang aller seiner <span style="color:#FF6000">„ultimativen“</span> Vollkommenheiten, d.h. aller <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> und Zuschreibungen, in dem Unendlichen, GOTT.)</span> In den entscheidenden ‚Schlusssätzen‘ des Kalküls ist der ‚Schlüsselbegriff‘ verschwunden. Hier ist nur mehr von GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, die Rede ''':''' Korollar-1, <span style="color:#FF6000">„Es ist definitiv denkbar, dass es GOTT gibt“</span>, Theorem-2, <span style="color:#FF6000">„Dasein, GOTT-Sein, Göttlichkeit ist das Wesen GOTTES“</span>, Theorem-3, <span style="color:#FF6000">„Weil GOTT definitiv denkbar, d.h. widerspruchsfrei möglich ist, darum ist auch der Glaube an GOTT widerspruchsfrei, logisch richtig und mathematisch evident, der annimmt, dass es GOTT, mit Notwendigkeit, wirklich gibt“</span>, <span style="color:#00B000">(nach ANSELM von Canterbury, und was spezifisch das <span style="color:#FF6000">»</span>''Privilegium der Gottheit allein''<span style="color:#FF6000">«</span> ist, nach LEIBNIZ)</span>, und Korollar-3, <span style="color:#FF6000">„Es gibt notwendig aus sich, d.i. unverursacht, nur einen GOTT“</span>. Das GÖDEL-Kalkül ist zu diesen Erkenntnissen gekommen, ohne die Eigenschaften, bzw. die ‚Vollkommenheiten‘ GOTTES, d.h. wer oder was GOTT ‚an sich‘ selbst ist, genauer bestimmen zu müssen, <span style="color:#00B000">(was ,für uns‘ ohnehin ,unmöglich‘ ist)</span>; außer im Theorem-2, in dem das <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> GOTTES als die ‚für uns‘ bestimmende und wichtigste <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> in GOTT erkannt worden ist, — immer vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man ‚glaubt‘ an den zeitlos-ewigen GOTT ''':''' <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. Der GOTT des GÖDEL-Kalküls ist nicht mehr der an Raum und Zeit gebundene ‚Gott‘ des ARISTOTELES, sondern der von Raum und Zeit <span style="color:#FF6000">»''unabhängige''«</span> GOTT der Bibel bei ANSELM und bei LEIBNIZ. Das GÖDEL-Kalkül, <span style="color:#00B000">(wie ja auch der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘ ANSELMS)</span>, kann jedoch, — bei aller ‚Coolness‘ —, keinen GOTT-Glauben ‚erzeugen‘, sondern setzt vielmehr die Existenz GOTTES schon als notwendig gegeben voraus. Das Kalkül des Logiker GÖDEL beweist aber, dass der traditionelle ‚GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span>, mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span>, d.h. logisch ,richtig‘ und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span> ist, weil der ‚Nicht-GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die atheistische Weltanschauung''«</span>, im Möglichkeitsbeweis notwendig zu unlösbaren Widersprüchen führt, und somit logisch ,falsch‘ ist. <span style="color:#00B000">(Die ,Logik‘ hat aber, — bekanntlich —, bei allen wichtigen, persönlichen Entscheidungen immer nur eine untergeordnete Rolle '''!''' )</span> Anmerkung-6 ''':''' Das erste, ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleitete, Hauptergebnis im 3. Beweisgang, Term :10: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' die ,notwendige‘ Existenz GOTTES, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse, Term :1: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>. Dieses erste Hauptergebnis hat also den überlieferten, traditionellen GOTT-Glauben zur Voraussetzung, und ist daher davon ,abhängig‘. Das zweite Hauptergebnis im 3. Beweisgang, das Theorem ANSELMS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, dagegen, ist die Darstellung der Abhängigkeit des ersten Hauptergebnisses von dem, vorher schon bewiesenen, ,Axiom‘ von der ,möglichen‘ Existenz GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, dem Korollar-1 aus dem 1. Beweisgang, und hat nicht mehr den überlieferten, traditionellen GOTT-Glauben zur Voraussetzung, und ist daher auch nicht mehr davon abhängig. Dazu die Feststellung LEIBNIZ‘ ''':''' ::Das Theorem ANSELMS ist <span style="color:#FF6000">»''ein unvollständiger Beweis, der etwas voraussetzt, was man noch hätte beweisen sollen, um ihm mathematische Evidenz zu verleihen — nämlich, dass man dabei stillschweigend voraussetzt, diese Vorstellung des durchaus großen oder durchaus vollkommenen Wesens sei möglich und enthalte keinen Widerspruch'' «</span>. Diesen unvollständigen Beweis hat GÖDEL im 1. Beweisgang mit dem ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleiteten, und als widerspruchfrei bewiesenen, Korollar-1 vervollständigt. Dieses Korollar ist nur vom logischen Axiom-1 und von der mathematischen Äquivalenz der Perfektionen, <span style="color:#00B000">(der Transzendentalia)</span>, im Axiom-2 ,abhängig‘, und nicht mehr von der methodologischen Kalkül-Prämisse, dem traditionellen GOTT-Glauben. Damit hat das Theorem ANSELMS die gesuchte <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> erreicht. Zusammenfassung ''':''' Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind konsistent''«</span>, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse im 1. Beweisgang, Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, den, — <u>modal-frei</u> — gewählten, ,angenommenen‘ positiven Eigenschaften. Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT-Sein ist das Wesen GOTTES''«</span>, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse im 2. Beweisgang, Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, dem, — <u>modal-frei</u> — gewählten, ,angenommenen‘ GOTT-Glauben der Christen. Im Unterschied dazu ist im 3. Beweisgang, im Theorem-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, der Glaube, dass es einen GOTT notwendig gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, die logische Konsequenz aus dem, — <u>modal-notwendig</u> — als widerspruchsfrei ,bewiesenen‘, Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, im 1. Beweisgang, <span style="color:#00B000">(auch im Beweisgang ,Widerlegung‘ im Anhang)</span>. Somit ist das Theorem ANSELMS, mit Korollar-1, nur vom logischen Axiom-1 der Widerspruchsfreiheit, und der paarweisen, mathematischen Äquivalenz beliebiger positiver Eigenschaften, <span style="color:#00B000">(aller Transzendentalia)</span>, im Axiom-2, abhängig. Damit ist die Bedingung für die geforderte, spezielle <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span>, und auch für die Widerspruchsfreiheit im Theorem ANSELMS erfüllt; unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. ====<div class="center"><span style="color:#660066">Widerlegung</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDEL-Kalkül : der Möglichkeitsbeweis als Widerlegung des Nicht-GOTT-Glaubens</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe_____________ „Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.1)} & \quad P \neg X \;\Longrightarrow\;\ \neg P\ X\ & \ & \text{„Wenn die Negation von X positiv ist, dann ist X nicht positiv“} \\ \text{(Axiom 2)} & \quad \Box \;\forall x (\ X\ x \Longrightarrow \ Y\ x) \Longrightarrow \ P\ Y & \ & \text{„Die Eigenschaft Y in allen x, die aus der Eigenschaft X in allen x} \\ \text{ } & \quad & \ & \; \; \text{mit modaler Notwendigkeit folgt, ist eine positive Eigenschaft“} \\ \text{(Korollar-1)} &\quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{ } \\ \text{ } & \text{„Es ist möglich, dass es den GOTT der Christen gibt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} & \quad \; \neg \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{ AE: „Es ist unmöglich, dass es diesen GOTT gibt“ (dezidierter Atheismus)} \\ \text{02} & \quad (\neg x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, nicht mit x identisch zu sein“ :: (ungleich)} \\ \text{03} & \quad (\ x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, mit x identisch zu sein“ :: (gleich)} \\ \text{04} & \quad \neg\neg \Box \neg \exists x \ G \ x \ & \ & \text{:01:[ ◇A ↔ ¬□¬A ] :: (Modalregel) } \\ \text{05} & \quad \neg\neg \Box \neg\neg \forall x \neg \ G \ x \ & \ & \text{:04:[ ∃xA ↔ ¬Ɐx¬A ] :: (Quantorenregel) } \\ \text{06} & \quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall x \neg G \ x \ & \ & \text{:05:NEG :: [ ¬¬A↔A ] :: (Gesetz der Aussagenlogik) } \\ \text{07} & \quad \Box \; \forall x \neg G \ x \Leftrightarrow\ W & \ & \text{:01:06:[ (:01:↔W) → (├:06:↔W) ] :: (Kalkülregel) } \\ \text{08} & \quad \Box \; \forall x \ G \ x \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:07:[ (¬A↔W)↔(A↔F) ] :: (Regel für Wahrheitswerte)} \\ \text{ } & \text{„Jeder GOTT-Glaube ist ganz sicher falsch ! “} & \ & \Longleftarrow\; \text{die logische Konsequenz aus der Prämisse :01: !} \\ \text{09} & \quad \ (\neg x = x ) \Leftrightarrow \ F \; \ & \text { } & \text{Xx:02:Instanz(X:=(¬x=..)) ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{10} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \text { } & \text{:08:09:[ (:08:↔F) → (:09:↔F) ] :: „ex falso sequitur quotlibet“} \\ \text{11} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow \; (\neg x = x)) \Rightarrow \; P (\neg x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(X:=G):Instanz(Y:=(¬x= ..)) } \\ \text{12} & \quad \ P (\neg x = .. ) & \ & \text{:10:11:[ Modus ponens ] :: [ A→B, A ├ B ]} \\ \text{13} & \quad \ P (\neg x = .. )\;\Rightarrow\ \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{(A1.1):Instanz(X:=(x=..))}\\ \text{14} & \quad \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{:12:13:[ Modus ponens ] :: (log. Schlussregel)}\\ \text{15} & \quad \ (x = x ) \Leftrightarrow \ W \; \ & \ & \text{Xx:03:Instanz(X:=(x=..)) ⇒ Tautologie !} \\ \text{16} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \ & \text{:08:15:[ (:08:↔F) → (:15:↔W) ] :: „ex falso sequitur etiam verum“} \\ \text{17} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (x = x)) \Rightarrow \ P (x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(X:=G):Instanz(Y:=( x= ..))} \\ \text{18} & \quad \ P (\ x = .. )\ & \ & \text{:16:17:[ Modus ponens ]}\\ \text{19} & \quad \text{ ├ }\; (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:14:18:[ Konjunktion ] ⇒ Kontradiktion !}\\ \text{20} & \quad \neg \Diamond \; \exists x \ G \ x \Rightarrow (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) & \ & \text{:01:19:[ ├A├B╞ A→B ] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''}\\ \text{ } & {\color{RedOrange}\text{Der Atheismus führt zu einem logischen Widerspruch ! }} & \ & \Longleftarrow\; \text{was mit Term :20: bewiesen ist !} \\ \text{21} & \quad \neg\neg \Diamond \; \exists x \ G \ x & \ & \text{:20:19:[ Modus tollendo tollens ] :: [ A→B,¬B ├ ¬A ]}\\ \text{22} & \quad \; \Diamond \; \exists x \ G \ x & \ & \text{:21:NEG }\\ \text{(Korollar-1)} & \;\text{„Es ist definitiv möglich, dass es diesen GOTT gibt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war !} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-7 ''':''' Dieser Beweisgang geht prinzipiell von der Existenz GOTTES, <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span>, aus, wobei aber die Möglichkeit seiner Existenz, und damit die Sinnhaftigkeit des Glaubens an GOTT, durch die Prämisse :01: in Frage gestellt wird, und daher im Kalkül überprüft werden soll. Denn mit der Behauptung der Existenz allein ist es nicht getan. Es muss auch seine Möglichkeit, d.h. die Sinnhaftigkeit des Glaubens an GOTT aufgewiesen werden. LEIBNIZ hat als erster, <span style="color:#00B000">(nach ANSELM)</span>, dieses Problem gesehen, und GÖDEL hat dafür eine Lösung gefunden. Dieser Beweisgang, <span style="color:#00B000">(analog zum Möglichkeitsbeweis von Günther J. WIRSCHING konzipiert)</span>, setzt in den Axiomen, genau wie im 1. Beweisgang, die Existenz von etwas <span style="color:#FF6000">„Positiven“, „Perfekten“, „Vollkommenen“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ,'''P'''‘ —</span>, allgemein für die Welt voraus, <span style="color:#00B000">(das im Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ,'''PG'''‘ —</span>, GOTT ultimativ zugeordnet wird ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist absolut positiv, perfekt und vollkommen''«</span>)</span>; was im 2. Beweisgang mit Term :13: als widerspruchsfrei, <span style="color:#00B000">(als ,wahr‘ und ,annehmbar‘ im Kontext des christlichen Glaubens)</span>, schon ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> worden ist. Die Existenz der ,Transzendentalien‘ in der Welt ist ein allgemeines Faktum; ihre Existenz auch in GOTT ist mit dem Term :13: des 2. Beweisganges bewiesen, die jedoch im Unendlichen, GOTT, als Transzendentalia, auch in ,ultimativer‘ Form vorliegen. Axiom-1 ,besagt‘, dass Eigenschaften nicht zugleich, vollkommen und nicht vollkommen, sein können. Axiom-2 ,besagt‘, dass, allgemein, alle Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(alle Transzendentalien)</span>, gleichwertig, <span style="color:#00B000">(mathematisch äquivalent)</span>, sind. <span style="color:#00B000">(Axiom-2 wird hier um das GÖDEL-Konjunkt <span style="color:#4C58FF">— ,'''PX'''‘ —</span> verkürzt dargestellt. Damit ist auch Axiom-3 für diesen Beweisgang unnötig geworden, ohne dass sich wegen dieser Kürzung am Ergebnis etwas ändert.)</span> Die Eigenschaft <span style="color:#4C58FF">— (¬x=..) —</span> ,besagt‘, dass GOTT ,unvergleichlich‘ ist, wenn <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> für GOTT steht. <span style="color:#00B000">(Der informelle Term, <span style="color:#4C58FF">— (¬x=..) —</span>, ersetzt hier, wie bei A. FUHRMANN, den formal korrekten Abstraktionsausdruck ''':''' <span style="color:#4C58FF">— λy.(¬x=y) —</span>, aus dem Lambda-Kalkül.)</span> Der Term :16: <span style="color:#4C58FF">— (x=x) ↔ W —</span> steht für die Selbstbezeichnung des GOTTES-JHWH in Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin‘''«</span>. Der GOTT der abendländischen, christlichen Tradition wird mit <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span> bezeichnet ''':''' d.i. der <span style="color:#FF6000">„GOTT der Christen“</span>, entsprechend der ,methodologischen‘ Prämisse und der ,Genese‘ des Kalküls, syntaktisch formalisiert in der Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''ist genau dann GOTT'', <span style="color:#4C58FF">,'''G'''‘</span>, ''wenn es alle Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">,'''P'''‘</span>, ''in sich schließt''«</span>, nach der Vorgabe von LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>. Mit Korollar-1 hat dieser Beweisgang dasselbe Endergebnis, wie der 1. Beweisgang. Der Beweis, dass der dezidierte Atheismus zu einem logischen Widerspruch führt, und damit falsch ist, ist ein Zwischenergebnis in diesem Beweisgang, und begründet mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, und unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung, den, von LEIBNIZ gesuchten, Möglichkeitsbeweis für die Existenz GOTTES im Argument des Erzbischofs, und bestätigt damit die Sinnhaftigkeit des GOTT-Glaubens. Einmal Axiom-1 und zweimal Axiom-2 sichern hier das Ergebnis des Kalküls ''':''' das Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es ist definitiv möglich, dass es den GOTT der Christen gibt''«</span>. Diese zwei Axiome sind die einzigen, und modal-notwendigen, d.h. die transzendentalen Voraussetzungen und Bedingungen für das Endergebnis ''':''' der Widerspruchsfreiheit und Sinnhaftigkeit des Glaubens der Christen an GOTT; <span style="color:#00B000">(dasselbe gilt natürlich auch für die <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Weltanschauung jeder monotheïstischen Religion '''!''' Dem Erzbischof ANSELM ging es damals nur um seinen Glauben an GOTT.)</span>. Die Logik-Regel <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„ex falso sequitur quotlibet, etiam verum“</big></span></span>, <span style="color:#00B000">(‚Aus Falschem folgt irgendetwas, auch Wahres‘)</span>, ist der scholastische Ausdruck für die ‚Implikation‘ <span style="color:#00B000">(Folgerung)</span> von Aussagen, die nur dann falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist, wenn das Antezedens wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, und die Konsequenz falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist. Andernfalls ist sie immer wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, auch wenn die Voraussetzung falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist ''':''' ‚Modern‘ darstellbar durch die ‚Wahrheitswertetafel‘ für die ‚materiale Implikation‘, <span style="color:#4C58FF">— ,(A → B)‘ —</span> <span style="color:#FF6000">„wenn A, dann B“</span>. Damit ist auch der <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ] </span> verstehbar; <span style="color:#00B000">(vgl. die vierte Zeile der ‚materialen Implikation‘)</span>. Der positive hypothetische Syllogismus ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ Modus ponendo ponens ] :: [ A → B, A ├ B ] </span> ist aus der ersten Zeile ablesbar. Die folgende Tabelle gibt für jeden ,Wahrheitswert‘ der Aussagen <math>A</math> und <math>B</math> das Resultat einiger zweiwertiger Verknüpfungen an ''':''' {|class="wikitable hintergrundfarbe2" style="text-align:center;" |- !colspan="2"|''Belegung''!!Konjunktion!!Disjunktion!!materiale<br /> Implikation!!Äquivalenz<br /> Bikonditional!!kopulative<br /> Konjunktion |- !<math>A</math> !<math>B</math> !<math>A</math> und <math>B</math> !<math>A</math> oder <math>B</math> !wenn <math>A</math> dann <math>B</math> !sowohl <math>A</math> als auch <math>B</math> !entweder <math>A</math> oder <math>B</math> |- !W!!W |W||W||W||W||F |- !W!!F |F||W||F||F||W |- !F!!W |F||W||W||F||W |- !F!!F |F||F||W||W||F |} <span style="color:#00B000">(Eine ‚Konjunktion‘ ist nur dann ,wahr‘, wenn beide Aussagen einer ‚Konjunktion‘ wahr sind. Eine ‚kopulative Konjunktion‘ ist nur dann ,wahr‘, wenn entweder die eine, oder die andere Aussage der ‚kopulativen Konjunktion‘ wahr ist. Es besteht also eine Wenn-Dann-Verbindung zwischen beiden Aussagen — eine ,Kopplung‘. Das ist die logische Grundlage von Axiom-1 im GÖDEL-Formalismus)</span> Um das Widersprüchliche der ,Annahme‘ nachzuweisen, dass positive Eigenschaften ,nicht konsistent‘ seien, <span style="color:#00B000">(im 1. Beweisgang)</span>, bzw. um das Falsche und Sinnwidrige der ,Annahme‘ klarzustellen, es sei ,unmöglich‘, dass es einen GOTT gibt, <span style="color:#00B000">(hier, in der Widerlegung)</span>, verwendet das GÖDEL-Kalkül den Gegensatz ''':''' wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span>, zwischen der dritten und vierten Zeile der Wahrheitswertetafel für die ,materiale Implikation‘, entsprechend der Regel <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„ex falso sequitur quotlibet, etiam verum“</big></span></span>, jeweils mit der Hilfe von Axiom-1 und Axiom-2; hier unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. Im Gegensatz dazu, wird, <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, aus dem Glauben an GOTT, mit einer <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, speziell mit Axiom-1, das Widersprüchliche in der ,Annahme‘ nachgewiesen, es gäbe in GOTT <span style="color:#FF6000">»''keine Vollkommenheit, nichts Positives, nichts Perfektes''«</span>, d.h. keine ,Transzendentalia‘. In dieser <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, im 2. Beweisgang, wird vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span> ''':''' es gibt den GOTT der Christen, <span style="color:#00B000">(als Prämisse :01:)</span>, der ,unvergleichlich‘ und ,einzigartig‘ ist, und in dem auch alle ,Transzendentalia‘ <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ,eins‘ sind, entsprechend Axiom-2. Für KANT kann ein Widerspruch nur in den Prädikaten eines Satzes entstehen. ::<span style="color:#FF6000">»</span> ''Wenn ich das Prädicat in einem identischen Urtheile aufhebe'', <span style="color:#00B000">[ durch eine Negation ]</span>, ''und behalte das Subject, so entspringt ein Widerspruch''. <span style="color:#00B000">[ Wenn ich sage ''':''' ,''GOTT ist nicht allmächtig''‘, entsteht ein Widerspruch zur richtigen Aussage ''':''' ,''GOTT ist allmächtig''‘. ]</span> … ''Wenn ihr aber sagt ''':''' ,GOTT ist nicht‘, so ist weder die Allmacht, noch irgendein anderes seiner Prädicate gegeben; denn sie sind alle zusammt dem Subjecte aufgehoben'', <span style="color:#00B000">[ negiert ]</span>, ''und es zeigt sich in diesem Gedanken nicht der mindeste Widerspruch.'' <span style="color:#FF6000">«</span><ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 398f; https://www.korpora.org/kant/aa03/398.html</ref> Es ist richtig, wie KANT sagt, der Widerspruch entsteht nicht in dem Gedanken ''':''' ,''GOTT ist nicht''‘. GÖDEL zeigt daher, dass der Widerspruch erst dann entsteht, wenn von der Annahme ausgegangen wird ''':''' '',Es ist unmöglich, dass GOTT ist''‘. Daraus folgt dann ,regulär‘, mit Hilfe von Axiom-1 und Axiom-2, <span style="color:#00B000">(d.h. mit den Theoremen von den Transzendentalien)</span>, die logische ,Möglichkeit‘ GOTTES, unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. Wie LEIBNIZ klar erkannt hat, muss zuerst, aus dem Widerspruch des Gegenteils, die logische ,Möglichkeit‘, <span style="color:#00B000">(die Konsistenz)</span>, der Existenz GOTTES bewiesen werden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, bevor daraus die reale ,Notwendigkeit‘ eines GOTTES abgeleitet werden kann ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>. Dieser Sachverhalt ist jedoch das ausschließliche Spezifikum GOTTES, <span style="color:#00B000">(das <span style="color:#FF6000">»''Privilegium der Gottheit allein''«</span>)</span>, und gilt nur bei GOTT, als dem Unvergleichlichen und Einzigartigen. Dieses ,Spezifikum‘ wird im Theorem ANSELMS abgebildet ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, auf Grund von Axiom-2, das den inneren Zusammenhang, die Koinzidenz auch von ,Möglichkeit‘ und ,Notwendigkeit‘ im Unendlichen, GOTT, erkennen lässt. Bis Zeile 10, im 3. Beweisgang, reicht der Geltungsbereich der ,modal‘-frei gewählten Kalkül-Prämisse :01:, der ,methodologische‘ GOTT-Glaube. In Zeile 11 liegt der ,Schwerpunkt‘ des ontologischen Beweises dann am, — modal als notwendig — ,bewiesenen‘ Widerspruch des Gegenteils zum GOTT-Glauben, <span style="color:#00B000"> (formal-syntaktisch dargestellt als widerspruchfreies Antezedens, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, dem Korollar-1 aus dem 1. Beweisgang)</span>, und nicht mehr am ,angenommenen‘ GOTT-Glauben der Kalkül-Voraussetzung, <span style="color:#00B000">(nun dargestellt als Konsequenz <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> im Theorem ANSELMS)</span>. Damit hat er, — angeregt durch LEIBNIZ, und mit ihm —, die fast einhellig akzeptierte Fehldeutung des ontologisch-<span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Arguments ANSELMS für GOTT durch gewichtige philosophische, <span style="color:#00B000">(KANT<ref>GOTT ist absolut einzigartig und unvergleichlich. KANT macht GOTT jedoch zu einem ,Ding‘ unter den vielen ,Dingen‘ dieser Welt, indem er die Existenz, bzw. das ,Sein‘ GOTTES mit dem ,Sein der Dinge‘ gleich setzt. Eine solche Gleichsetzung ist bei GOTT unangebracht und daher unzulässig! Er verkennt damit die Einzigartigkeit und Besonderheit GOTTES. Das ,Sein‘ der Dinge ist — nach KANT — ,kein reales Prädikat’, d.h. Existenz ist keine Eigenschaft. In GOTT ist ,Sein‘ hingegen ein ,reales Prädikat‘, d.h. Existieren ist die Wesenseigenschaft GOTTES, denn GOTT ist der, der für uns — aus Liebe — immer schon ,da‘ ist, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das ist das, was GOTT für uns ausmacht — sein Wesen.</ref>)</span>, und <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span>, <span style="color:#00B000">(THOMAS<ref>GOTT ist absolut einzigartig und unvergleichlich. THOMAS unterscheidet die ,Natur GOTTES‘ nicht von der ,Natur der Dinge‘, indem er die ,Natur‘ des GOTTES ANSELMS irrtümlich mit der ,Natur‘ der Dinge gleich setzt. Damit reiht er GOTT unter die vielen Dinge unserer Welt ein: GOTT ,esse in rerum natura‘, d.h. wörtlich, dass der GOTT ANSELMS in der ,Natur‘ der Dinge existiert. Eine solche Gleichsetzung ist bei GOTT unangebracht und daher unzulässig! Die ,zeitlose-überzeitliche‘ Wirklichkeit, (Natur), GOTTES ist völlig verschieden und unabhängig von der zufälligen Wirklichkeit, (die ,Natur‘), unserer ,raum-zeitlichen‘ Welt. Daher ist sie mit dieser auch nicht vergleichbar.</ref>)</span>, Autoritäten zurechtgerückt, welche die Einzigartigkeit und Unvergleichlichkeit des Unendlichen, GOTT, bei ihrer Beurteilung des Theorem ANSELMS nicht berücksichtigt haben, sondern den Unendlichen, <span style="color:#00B000">(irrtümlich)</span>, unter die endlichen Dinge unserer Welt eingereiht haben. GÖDEL hat mit dem bewiesenen Widerspruch des Gegenteils zum GOTT-Glauben, den Beweis für die <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> des Theorem ANSELMS geliefert, was, nach LEIBNIZ, für die Akzeptanz dieses Theorems noch gefehlt hat. Das Theorem ANSELMS besagt universell ''':''' Die <span style="color:#FF6000">»''theologische Weltanschauung''«</span> der Juden, Christen und Muslime, die ,annehmen‘, dass es mit ,Notwendigkeit‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□'''‘ —</span> <span style="color:#00B000">(nur)</span> einen GOTT gibt, ist logisch richtig und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, weil es <u>ohne Widerspruch</u> ,denkbar‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇'''‘ —</span> ist, dass es GOTT gibt ''':''' Nicht mehr und nicht weniger, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>. Es geht hier bei GÖDEL nicht um Theoriefindung oder ähnliches. GÖDEL ist kein Theoretiker. GÖDEL ist Logiker und Mathematiker. Was er sagt, ist mathematisch wahr und logisch richtig. Wenn er sagt, dass die Aussage ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ — »''wahr''«</span> ist ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es ist möglich, dass es Gott gibt, wegen Axiom-2 (und Axiom-1)''«</span>, dann spricht er hier von der mathematischen Wahrheit. Logischerweise ist dann die konträre Aussage ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ — »''falsch''«</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es ist nicht möglich, dass es einen Gott gibt''«</span>, und zwar mathematisch falsch, weil sich aus dieser Aussage ein Widerspruch ergibt. Jeder, der die mathematische Logik GÖDELS lesen kann, kann das sehen und verstehen ''':''' Das Zwischenergebnis, <span style="color:#00B000">(Term :20:)</span>, in dieser Kalkül-Ableitung, die logische Konsequenz aus der Annahme des dezidierten Atheismus, es sei unmöglich, dass es GOTT gibt, ist der faktische, nachprüfbare, und für jeden Menschen sichtbare Beweis dafür, dass diese Annahme in einen Widerspruch mündet, und damit falsch und unlogisch ist. Das bedeutet, es ist eine Tatsache, bzw. es ist Faktum, dass der Atheismus, — mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span> —, wirklich falsch und unlogisch ist, und daher als ,Unsinn‘ bezeichnet werden darf '''!''' Das ist nicht bloß als eine Theoriefindung, oder als eine Interpretation eines Autors zu verstehen. Das ist vielmehr genau so wahr und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, wie, dass zwei mal zwei vier ergibt, und wirklich genau so logisch richtig, wie, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Das ist gerade das Überraschende und Unerwartete am Gödel-Kalkül. Es geht hier nicht mehr um Theoriefindung oder Interpretationen, denen man zustimmen kann oder nicht. Es geht hier <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span> um mathematisch-logische Fakten. Damit steht GÖDEL in seiner Bedeutung neben KOPERNIKUS. ---- Kurt GÖDEL ist schon deswegen ein Ausnahmelogiker. ---- ===<div class="center"><span style="color:#660066">Epilog für Skeptiker</span></div>=== Wenn man das GÖDEL Argument genau liest, dann ist nur die Annahme ''':''' <span style="color:#FF6000"> „es ist möglich, dass es GOTT gibt“</span> bewiesen, weil aus der Annahme ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist unmöglich, dass es GOTT gibt“</span> ein logischer Widerspruch ableitbar ist. Die Aussage ''':''' <span style="color:#FF6000">„es gibt GOTT“</span> ist dagegen schon eine Glaubensaussage, und damit ist das auch die ,Grundannahme‘ eines gläubigen Menschen, der dann aus der ,bewiesenen Möglichkeit‘, dass es Gott gibt, ableiten kann ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es gibt GOTT wirklich''«</span>, wenn er will ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es stimmt also, was ich glaube '''!''''' «</span> Das ist das Argument ANSELMS, der ein christlicher Amtsträger war, und der daher von dieser Grundannahme auch ausgeht. Solange in den Voraussetzungen des Möglichkeitsbeweises im Gödel-Kalkül kein Widerspruch nachweisbar ist, und solange in der logischen Durchführung keine schweren Mängel festgestellt werden können, ist das Ergebnis des Möglichkeitsbeweises, wie GÖDEL ihn durchgeführt hat, korrekt, und die Folgerungen daraus, logisch richtig, dass es sich hier um <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> handelt, <span style="color:#00B000">(z. B. wie 2 x 2 = 4)</span>. Aber niemand ist gezwungen, aus der Möglichkeit, dass es GOTT gibt, daraus zu schließen, dass es GOTT auch mit Notwendigkeit gibt, wie das im Argument ANSELMS geschieht, außer, er akzeptiert auch die Grundannahme, dass es den Unendlichen und Unvergleichlichen tatsächlich gibt. Dann kann er mit LEIBNIZ, der selbst an GOTT geglaubt hat, mit Bestimmtheit sagen ''':''' <span style="color:#FF6000">»''gesetzt, dass GOTT möglich ist, so ist er, was das Privilegium der Gottheit allein ist''«</span>, weil GÖDEL mit seinem Kalkül den noch ausstehenden Beweis der Widerspruchsfreiheit dafür geliefert hat. Wenn Du den 3. Beweisgang des GÖDEL-Kalküls genauer anschaust, dann siehst Du, dass der Konsequenz-Teil im Argument ANSELMS, der identisch ist mit dem Term in der Zeile 10, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, immer noch formallogisch abhängig ist von der methodologischen Glaubens-Prämisse, Term :01:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„das x steht für den Gott der Christen“</span>, was bis zur Zeile 10 offensichtlich korrekt ist. <span style="color:#00B000">(Man könnte nach dieser Zeile, ohne Weiteres, ,regulär‘ die <span style="color:#FF6000">„logische Implikation”</span> :: <span style="color:#4C58FF">[├ A ├ B ╞ A→B ]</span> mit Term :01: und Term :10: als ein mögliches Korollar bilden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→□∃xGx'''‘ — </span>)</span>. Das bedeutet, der Konsequenz-Teil im Theorem ANSELMS, der in diesem Korollar an zweiter Stelle steht, ist damit in seiner Formal-Struktur offensichtlich ,regulär‘ von der Glaubens-Prämisse, Term :01:, abhängig, d.h. er ist der Ausdruck einer Glaubensüberzeugung. Im Theorem ANSELMS steht er jetzt in der Zeile 11 als Konsequenz-Teil auch an zweiter Stelle, hat aber nicht mehr seine Glaubens-Prämisse als notwendige Bedingung an erster Stelle vor sich, wie im möglichen Korollar. Jetzt steht eine neue und andere Voraussetzung als Begründung vor ihm. Der Schwerpunkt des Argument ANSELMS liegt damit am Begründungs-Teil des ANSELM-Theorems, der jetzt die erste Stelle im Theorem einnimmt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist möglich, dass es GOTT gibt“</span>, der erst dadurch entstanden ist, und davon abhängig ist, weil sein Gegenteil ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist unmöglich, dass es GOTT gibt“</span>, zu einem Widerspruch geführt hat. Dieser Begründungs-Teil, das Antezedens, im Argument ANSELMS, ist daher nicht mehr von der methodologischen Glaubens-Prämisse, Term :01:, abhängig, sondern nur vom Axiom-1, der Widerspruchsfreiheit, und von der paarweisen, mathematischen Äquivalenz beliebiger positiver Eigenschaften im Axiom-2, die im 1. Beweisgang, bzw. im Beweisgang ,Widerlegung‘, mit dem <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ]</span>, die Widerspruchsfreiheit des GOTT-Glaubens mit Notwendigkeit herbeigeführt haben. Daraus ergibt sich eine logische Verschiebung in der Argumentationskette, denn dieser Begründungs-Teil, der jetzt die Widerspruchsfreiheit für den Konsequenz-Teil liefert, ist selbst unabhängig und frei von jeder Glaubensüberzeugung. Weil widerspruchsfrei und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, muss er als logische Begründung für die Widerspruchsfreiheit des Konsequenz-Teils gelesen werden, und damit bestätigt er die Widerspruchsfreiheit der Glaubensüberzeugung eines gläubigen Menschen, <span style="color:#00B000">(was auch das Ziel ANSELMS war)</span>. Das heißt also ''':''' der Glaube dieses Menschen ist widerspruchsfrei und sinnvoll, und enthält keinen Zirkelschluss, weil sein Gegenteil, der Nicht-GOTT-Glaube, zu einem Widerspruch führt; <span style="color:#00B000">(das hat GÖDEL mit seinem Kalkül-System bewiesen, dessen Argumentationskette mit einem Computer-Programm, dem sog. ,Theorembeweiser‘, überprüft worden ist, und als <span style="color:#FF6000">»''nachweisbar korrekt''«</span> befunden wurde)</span>. Das Theorem ANSELMS beweist, nach GÖDEL, dass der Glaube an GOTT, mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span> notwendig widerspruchsfrei und sinnvoll ist, weil der Nicht-GOTT-Glaube notwendig zu einem Widerspruch führt. Das Theorem beweist jedoch nicht, dass die Existenz GOTTES notwendig sei, <span style="color:#00B000">(wie es fast immer fälschlich gelesen wurde und wird)</span>, sondern, das Theorem geht einfach davon aus, als nicht hinterfragtes Faktum, dass GOTT notwendig schon existiert, und beweist, dass diese Glaubens-Annahme widerspruchsfrei und sinnvoll, und <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar ist''«</span>. Zusammengefasst heißt das konkret ''':''' Wenn Du an GOTT glauben willst, dann kannst Du das unbedenklich tun, denn Dein Glaube ist auch logisch in der <u>bewiesenen Möglichkeit</u>, dass es GOTT geben kann, begründet, und damit widerspruchsfrei, sinnvoll und kein Zirkelschluss. Dein Glaube an GOTT beruht jedoch, nach wie vor und in erster Linie, auf Deiner freien Entscheidung für GOTT, und nicht auf dem Zwang einer ,logischen‘ Argumentation. Wenn Du nicht an GOTT glauben willst, dann <u>musst Du, und sollst Du, auch nicht deswegen</u>, weil der Atheismus zu einem Widerspruch führt, und damit falsch ist, an GOTT glauben. Denn der Glaube an GOTT muss immer eine freie und Deine ganz persönliche Entscheidung für GOTT sein und bleiben. Niemand darf zum Glauben an GOTT gezwungen werden, auch nicht mit ,logischen‘ Argumenten. Warum '''?''' Weil GOTT die Liebe ist '''!''' Und die Liebe duldet keinen Zwang '''!''' ---- ---- ;Fußnoten <references /> tuikwvuam3jfud63s1lsb14fbnfadpz 1085348 1085339 2026-05-10T14:04:44Z Santiago 19191 /* Epilog für Skeptiker */ ::regulär:: hinzugefügt 1085348 wikitext text/x-wiki [[Kategorie: Buch]] {{Regal|ort=Philosophie}} {{Vorlage:StatusBuch|9}} ==<div class="center"><span style="color:#660066">'''Kurt GÖDEL und der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘'''</span></div>== <span style="font-family: Times;"><big><div class="center">לַמְנַצֵּ֗חַ לְדָ֫וִ֥ד אָ֘מַ֤ר נָבָ֣ל בְּ֭לִבּוֹ אֵ֣ין אֱלֹהִ֑ים הִֽשְׁחִ֗יתוּ הִֽתְעִ֥יבוּ עֲלִילָ֗ה אֵ֣ין עֹֽשֵׂה־טֽוֹב׃ (Psalm 14,1)</div></big></span> ---- ===<div class="center"><span style="color:#660066">Vorwort</span></div>=== Zur Orientierung ''':''' Die Diskussion um GOTT läuft schon über zweitausend Jahren. Vor etwa tausend Jahren hat sich ein gewisser ANSELM gesagt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Ich glaube an GOTT'' … <span style="color:#00B000">(sonst wäre er sicher nicht Erzbischof von Canterbury geworden)</span> … ''aber ich möchte auch wissen und verstehen, ob das stimmt und sinnvoll ist, was ich da glaube '''!''''' «</span> Dann hat er seine Überlegungen dazu aufgeschrieben, und das kann man in seinen Schriften auch heute noch lesen. Der sehr geschätzte deutsche Professor und Philosoph aus Königsberg, Immanuel KANT, hat das, was ANSELM da aufgeschrieben hat, gelesen, <span style="color:#00B000">(vermittelt durch CARTESIUS)</span>, und das dann den <span style="color:#FF6000">„ontologischen Gottesbeweis“</span> genannt, <span style="color:#00B000">(obwohl es in Wirklichkeit gar kein Gottesbeweis ist; genauer ''':''' es ist kein Beweis für die Existenz GOTTES)</span>, und dieser große KANT hat dann großartig bewiesen, das, was ANSELM da aufgeschrieben hat, sei falsch. Es sei <span style="color:#FF6000">„ja gar kein“</span> Gottesbeweis '''!''' <span style="color:#00B000">( Naja, was denn sonst '''?''' )</span> Wobei er den Fehler gemacht hat, dass er den, an sich, unvergleichbaren GOTT mit hundert Talern in seinem Vermögenszustande verglichen hat. <span style="color:#00B000">(Das ist aber eine andere Geschichte.)</span> Hundert Taler und GOTT haben ,an sich‘ nichts gemeinsam, außer, wenn KANT ,wirklich‘ hundert Taler hat, und GOTT auch ,wirklich‘ existiert, <span style="color:#00B000">(wie ANSELM und gläubige Menschen glauben)</span>, dann gibt es GOTT und die Taler eben ,wirklich‘. Aber damit ist man nicht schlauer geworden. Seit KANT läuft die ganze Diskussion um GOTT immer nur als Diskussion um den <span style="color:#00B000">(von KANT)</span> so genannten <span style="color:#FF6000">„ontologischen, <span style="color:#00B000">(kosmologischen, teleologischen etc.)</span> Gottesbeweis“</span> — obwohl es niemals einen Beweis für die Existenz GOTTES geben kann und niemals geben wird. <span style="color:#00B000">(Das haben Wissenschaftler jeder Richtung und Philosophen aller Weltanschauungen uns immer wieder nachdrücklich versucht zu sagen, weil keiner dieser sog. Beweise für die Existenz eines GOTTES stringent ist.)</span> Beweisen kann man die Existenz von Naturgesetzen. Die sind unveränderlich und fix, immer und überall. Jeder vernünftige Mensch muss sie akzeptieren. Man kann darüber nicht diskutieren und sie dann mit Mehrheitenbeschlüsse verändern. Wenn GOTT ebenso bewiesen werden könnte, dann wäre jeder vernünftige Mensch gezwungen, die Existenz GOTTES wie ein Naturgesetz anzunehmen. Gott ist aber kein Naturgesetz. GOTT ist <span style="color:#FF6000">„Person“</span>, — für Christgläubige ''':''' <span style="color:#FF6000">„ein GOTT in drei Personen“</span>. Und GOTT ist <span style="color:#FF6000">„Geist“</span>. Das besagt, dass GOTT nicht mit materiellen Dingen aus unserer Welt verglichen werden darf; <span style="color:#00B000">(was sowohl THOMAS von Aquin als auch Immanuel KANT doch getan haben)</span>. Und ganz wesentlich ''':''' der Zugang zu GOTT läuft nicht über den Beweis, sondern immer nur über den Glauben. Wer an GOTT glauben will, dem antwortet GOTT auf seine Weise — nämlich <span style="color:#FF6000">„geistig“</span> bzw. <span style="color:#FF6000">„geistlich“</span>. Wer nicht an GOTT glauben will, dessen Entscheidung respektiert GOTT, und drängt sich nicht auf. Glaube ist immer eine freie Entscheidung des Menschen für GOTT. Niemand darf gezwungen werden. Wenn es einen Beweis für GOTT gäbe, wäre jeder vernünftige Mensch gezwungen, an GOTT zu glauben. Und das widerspricht ganz entschieden der Freiheit des Glaubens. Daher gibt es nie und nimmermehr einen Existenzbeweis für GOTT '''!!!''' ... Daher darf man das Kalkül des Logiker GÖDEL, <span style="color:#00B000">(und damit auch das Theorem ANSELMS)</span>, nicht als einen Existenzbeweis für GOTT lesen. Sowohl ANSELM als auch GÖDEL setzen die Existenz GOTTES notwendig als gegeben voraus. Das GÖDEL-System, und auch das Theorem ANSELMS, sind bloß die logische Bestätigung der Widerspruchsfreiheit der Glaubensüberzeugung eines Menschen, der sich schon entschieden hat, an GOTT zu glauben; und nicht der Grund für seine Entscheidung. Alle sogenannten ,Gottesbeweise‘, sind in Wirklichkeit nichts anderes, als nachträgliche Evaluierungen eines GOTT-Glaubens, bzw. ,Wege‘, <span style="color:#00B000">(bei THOMAS von Aquin)</span>, die aufzeigen, dass der GOTT-Glaube widerspruchsfrei, sinnvoll, und <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar ist''«</span>, wie GÖDEL sagt. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Einleitung</span></div>=== Eine Studie zum GÖDEL-Kalkül. Der Logiker Kurt GÖDEL <span style="color:#00B000">(1906-1978)</span> hat mit diesem Kalkül eine moderne Rekonstruktion des, <span style="color:#00B000">(von KANT)</span>, so genannten ‚ontologischen Gottesbeweises‘ nach ANSELM von Canterbury auf modal-logischer Basis vorgelegt. Damit hat er die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> auf eine ‚vernünftige Basis‘ gestellt, d.h. sie soll für jeden Menschen nachvollziehbar sein, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>, wie er sagt. GÖDEL ,nimmt‘ als Logiker, angeregt durch den Philosophen und Mathematiker Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, rein theoretisch, fürs Erste, einmal ‚an‘, <span style="color:#00B000">(als Prämisse, d.i. der Term :01: im 3. Beweisgang zum Theorem ANSELMS im Anhang)</span>, dass es GOTT gibt ''':''' d.i. ein sog. ,methodologischer GOTT-Glaube‘, und untersucht die logischen Konsequenzen. Dabei zeigt sich, beim genaueren Hinsehen, dass der ‚Nicht-GOTT-Glaube‘, der ‚dezidierte‘ Atheismus, <span style="color:#00B000">(im Möglichkeitsbeweis des Kalküls)</span>, überraschender Weise, zu einem Widerspruch führt, und damit logisch ,falsch‘ ist. Jedoch, GÖDEL kann und will mit seinem Kalkül keinen ,GOTT-Glauben‘ ,erzeugen‘, d.h. das GÖDEL-Kalkül ist kein <span style="color:#FF6000">„Existenz-Beweis"</span> für den GOTT der Bibel, sondern, es setzt die Existenz eines GOTTES, einfach als gegeben, schon voraus. GÖDEL beweist aber mit seinem System, dass der traditionelle abendländische ,GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span>, <span style="color:#00B000">(d.i. die Kalkül-Prämisse, und das, daraus ,regulär‘ (├ ) abgeleitete, Theorem ANSELMS)</span>, mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span> <span style="color:#00B000">(d.h. logisch ,richtig‘)</span> ist, im Gegensatz zum ,Nicht-GOTT-Glauben‘, der davon ausgeht, dass es keinen GOTT gibt. GÖDEL beweist mit seinem System ''':''' der traditionelle GOTT-Glaube ist, — mit mathematisch-logischer Evidenz —, widerspruchfrei und wahr. <span style="color:#00B000">(Der Beweis aus dem Widerspruch des Gegenteils ist ein ,indirekter Beweis‘ und kein ,Zirkelbeweis‘ '''!''' )</span> GÖDEL blieb bis zu seinem Tod ohne ein dezidiertes religiöses Bekenntnis. <span style="color:#00B000">(Das Leben ist nicht immer ,logisch‘.)</span> Entsprechend der <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> ist GOTT der Größte, <span style="color:#FF6000">»''über dem nichts Größeres mehr gedacht werden kann''«</span>, <span style="color:#00B000">(ANSELM)</span>; bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>, <span style="color:#00B000">(LEIBNIZ)</span>, und der für uns immer schon ,da‘ ist. Das ist die methodologische Prämisse des GÖDEL-Kalküls. Davon ausgehend, zeigen seine Axiome und Definitionen, dass es zu einem Widerspruch führt, falls man ,annimmt‘, es sei nicht möglich, dass es <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> gibt. Aus dem Widerspruch des Gegenteils wird von GÖDEL, mit dem <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ]</span>, dann ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> ''':''' es ist doch möglich, dass es <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> wirklich gibt. Somit ist der Glaube an <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, — weil widerspruchsfrei —, mit den Worten GÖDELS ''':''' <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span>. Immanuel KANT <span style="color:#00B000">(1724-1804)</span> scheint diesen Fall vorausgesehen zu haben, dass versucht werden könnte, die ,Möglichkeit‘ GOTTES aus einem Widerspruch zu ,beweisen‘ ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span> <span style="color:#00B000">[ Angenommen, es gibt ]</span> ''doch einen und zwar nur diesen '''Einen''' Begriff'' <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘, so dass ]</span> ''das Nichtsein oder das Aufheben seines Gegenstandes'' <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''in ,sich selbst‘ widersprechend sei; und dieses ist der Begriff des allerrealsten Wesens. Es hat, sagt ihr, alle Realität'', <span style="color:#00B000">[ bzw. alle Vollkommenheit ]</span>, ''und ihr seid berechtigt, ein solches Wesen als ,möglich‘ anzunehmen'' ... <span style="color:#00B000">[ denn das GÖDEL-Kalkül ,beweist‘ ( ╞ ) in der ,Widerlegung‘ im Anhang, wie auch im 1. Beweisgang, aus einem Widerspruch, dass die Existenz GOTTES definitiv logisch ,möglich‘ ist. ]</span> … ''obgleich der sich nicht widersprechende'', <span style="color:#00B000">[ ,mögliche‘ ]</span>, ''Begriff'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘ ]</span>, ''noch lange nicht die'' <span style="color:#00B000">[ reale ]</span> ''Möglichkeit des Gegenstandes'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''beweiset. … Das ist eine Warnung, von der Möglichkeit der Begriffe (logische)'', <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span>, ''nicht sofort auf die Möglichkeit der Dinge (reale)'', <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, ''zu schließen''<ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 399; https://www.korpora.org/kant/aa03/399.html</ref>. <span style="color:#00B000">[ Trotz dieser Warnung, wird dieser Schluss dennoch im Theorem ANSELMS vollzogen, bzw. mit GÖDEL im 3. Beweisgang ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span> '''!''' ]</span>. <span style="color:#FF6000">«</span> Warum das <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span> ist, und inwieweit KANT sich irrt, wird in dieser Studie gezeigt. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Der Schlüsselbegriff im Kalkül</span></div>=== Der ‚Schlüsselbegriff‘ in diesem Kalkül ist <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Perfektion“, „Vollkommenheit“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>. Für diesen wichtigen Begriff gibt es aber im Kalkül selbst keine explizite Definition, sondern er wird nur durch seine Verwendung innerhalb des Kalküls indirekt ‚definiert‘. <span style="color:#00B000">(Das heißt ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''P'''‘ — </span> bezeichnet ein System von ,Eigenschaften‘, die ,positiv‘, bzw. ,vollkommen‘ | ,perfekt‘ | genannt werden, von denen im Kalkül wohl beweisbar ist, dass sie sich gegenseitig ,nicht widersprechen‘, weil sie im System als solche ,gleichwertig‘, bzw. gleich ,wahr‘ sind, jedoch ohne sie erschöpfend aufzählen zu können, oder auch nur sagen zu können, was sie alle im einzelnen bedeuten, außer, dass sie kompatibel sind.)</span> Mit der Wahl dieses Schlüsselbegriffes hat GÖDEL eine wesentliche Vorentscheidung für die Ergebnisse des Kalküls getroffen '''!''' In seinen Notizen zum ‚ontologischen Beweis‘ vom 10. Februar 1970 gibt GÖDEL, — für die nachträgliche Interpretation dieses Begriffes <span style="color:#00B000">(und auch für das Kalkül selbst)</span> —, die richtungsweisende Erklärung ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Positiv bedeutet positiv im moralisch ästhetischen Sinne...''«</span> ::Und er fügt in Klammer hinzu ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»...''(unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt). Nur dann sind die Axiome wahr''.«</span><ref>GÖDEL, Kurt, ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Ontological proof‘</big></span>'' in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Collected Works‘</big></span>'', vol. III, ed. S.FEFERMAN et al., Oxford (U.P.), 1995; 403–404.</ref> GÖDEL-Axiom-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚('''PX <small><math>{ \color{Blue} \dot\lor}</math></small> P¬X''')‘ ↔<span style="color:#00B000"> ‚('''¬PX ↔ P¬X''')‘</span> — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000"> »''Entweder die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">‚'''X'''‘</span> ''oder ihre Negation'' <span style="color:#4C58FF">‚'''¬X'''‘</span> ''ist positiv''«</span>. Hier ist der Hauptkritikpunkt, dass es Eigenschaften gibt, die ,an sich‘ weder positiv noch negativ sind. Beispiele wären ''':''' ‚rothaarig‘ oder ‚schwerwiegend‘; solche Eigenschaften können aber ,für mich‘ entweder positiv oder negativ sein, abhängig von meiner Betrachtungsweise und subjektiven Vorlieben. Diese Eigenschaften, wie ‚rothaarig‘ an sich, oder meine positiv-negativen ‚Betrachtungsweisen‘, sind jedoch der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> entnommen und treffen nicht den <span style="color:#FF6000">»''moralisch ästhetischen Sinn''«</span> von <span style="color:#FF6000">»''positiv''«</span> bei GÖDEL. Er orientierte sich an LEIBNIZ, welcher im Bezug zum ‚ontologischen Beweis‘ definiert ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ GOTTES ]</span> ''nenne ich jede einfache Eigenschaft, die sowohl positiv als auch absolut ist, oder dasjenige, was sie ausdrückt, ohne jede Begrenzung ausdrückt''.«</span><ref>Zitiert nach Thomas GAWLICK, in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Was sind und was sollen mathematische Gottesbeweise ?‘</big></span>'', Predigt vom 8.1.2012 in der Kreuzkirche zu Hannover. https://web.archive.org/web/20130524164359/http://www.idmp.uni-hannover.de/fileadmin/institut/IDMP-Studium-Mathematik/downloads/Gawlick/Predigt_Gawlick_Gottesbeweise.pdf</ref> Die Seins-Eigentümlichkeiten <span style="color:#00B000">(Daseinsmodi, Perfektionen)</span> wie ‚wahr‘, ‚gut‘, ‚edel‘ usw. entsprechen dem <span style="color:#FF6000">»''moralisch ästhetischen Sinn''«</span> von <span style="color:#FF6000">»''positiv''«</span> bei GÖDEL. Das sind Beispiele für ‚absolut‘ positive Begriffe aus der Lehre der Seinsanalogie ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‚verissimum‘, ‚optimum‘, ‚nobilissimum‘</big></span>, usw., die, an sich, ohne jede Begrenzung gelten; zu finden in der <span style="font-family: Times;"><big>‚Via quarta‘</big></span>, bei THOMAS von Aquin, über die analoge Abstufung im ‚Sein‘ der Dinge. Diese analoge ‚Abstufung‘ ist dann die faktische Begrenztheit <span style="color:#00B000">(d.h. Unvollkommenheit)</span> im <span style="color:#FF6000">»''zufälligen''«</span> ‚Sein‘ der Dinge —. Die <span style="color:#FF6000">„positiven Eigenschaften“</span> GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, wie Wahrheit, Einheit, Gutheit, <span style="color:#00B000">(von ,Güte‘)</span>, Schönheit, Adel, <span style="color:#00B000">(von ,edel‘)</span>, Gleichheit, Andersheit, Wirklichkeit, ,Sein‘ im Sinne von Etwas-sein, etc. werden <span style="color:#FF6000">„Perfektionen“</span>, oder auch <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> genannt, <span style="color:#00B000">(von lateinisch ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>transcendere</big></span>, <span style="color:#FF6000">„übersteigen“</span>)</span>. In der mittelalterlichen Scholastik sind Transzendentalien die Grundbegriffe, die allem Seienden als <span style="color:#FF6000">„Modus“</span>, <span style="color:#00B000">(d.h. ,Eigentümlichkeit‘, als allgemeine Seinsweisen)</span>, zukommen. Wegen ihrer Allgemeinheit ,übersteigen‘ sie die besonderen Seinsweisen, welche ARISTOTELES die ,Kategorien‘ nannte. Ontologisch betrachtet, werden die Transzendentalien als das allem Seienden Gemeinsame aufgefasst, da sie von allem ausgesagt werden können. Von der KI werden sie, nicht unpassend, als <span style="color:#FF6000">„ultimative Eigenschaften des Seins“</span> bezeichnet, die <span style="color:#FF6000">„jenseits der materiellen Welt existieren“</span>, <span style="color:#00B000">(da sie ,ultimativ‘ nur von GOTT, als den absolute Vollkommenen, ausgesagt werden können, die jedoch, auch von allen übrigen Seienden, abgestuft, wegen deren seinsmäßigen Unvollkommenheiten, d.h. ,analog‘, ausgesagt werden)</span>. Diese Transzendentalien sind ,inakzident‘, das heißt, sie entstehen nicht aus anderen Begriffen, sondern sind erste, unteilbare Bestimmungen des Denkens und des Seins, die allen Seienden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x'''‘ —</span>, unabhängig von ihren speziellen Eigenschaften, als ,relative‘ Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(bzw. Unvollkommenheiten)</span>, notwendig ,analogisch‘ zukommen, d.h. sie sind in allen Seienden, seinsmäßig abgestuft und abgegrenzt, ,relativ‘ zum Unendlichen ihrer selbst; und damit ,bezogen‘ auf GOTT, dem absolut Vollkommenen. In der Erkenntnisordnung wirken sie als die ersten Begriffe des menschlichen Verstehens, die eine Basis für alle weiteren wissenschaftlichen Erkenntnisse bilden. In der Seinsordnung sind die Transzendentalien ontologisch eins, gleichwertig, <span style="color:#00B000">(,mathematisch äquivalent‘)</span>, und daher konvertierbar, d.h. austauschbar, <span style="color:#00B000">(vgl. z. B. <span style="font-family: Times;"><big>,ens et verum convertuntur‘</big></span>)</span>. Damit sind sie auch von einander abhängig, was GÖDEL sowohl im Axiom-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX ∧ □∀x(Xx→Yx)→PY'''‘ —</span>, für positive Eigenschaften, als auch in der Definition-2, für die Wesenseigenschaften, syntaktisch formalisiert hat mit dem Term-Element ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x(Xx→Yx)'''‘ —</span>, weil sie sich gegenseitig, — mit ,modaler‘ Notwendigkeit —, gleichwertig ,implizieren‘, d.h. einschließen, <span style="color:#00B000">(im Axiom-2 mit der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''x'''‘ — </span>, und in der Definition-2 mit der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''y'''‘ — </span>)</span>. Man kann die Transzendentalia, <span style="color:#00B000">(wie GÖDEL)</span>, auch ,Wesenseigenschaften‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, nennen, weil sie allem Seienden ,wesentlich analog‘ zukommen. Weil Transzendentalien miteinander austauschbar sind, sind sie auch widerspruchsfrei, was GÖDEL mit Axiom-1 syntaktisch darstellt. Die Gültigkeit und Wahrheit, d.h. die mathematisch-logische Evidenz von Axiom-1 und Axiom-2, beruht auf der ontologischen Allgemeinheit und Gültigkeit der Transzendentalia, die GÖDEL mit Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span>, in sein Kalkül explizit eingeführt und ,bestimmt‘ hat. <span style="color:#00B000">(Definitionen werden formal-syntaktisch durch das Äquivalenzzeichen <span style="color:#4C58FF">,'''↔'''‘</span> angezeigt, gelesen als <span style="color:#FF6000">„...ist genau dann ... wenn...“</span>)</span> Zum Überblick ''':''' <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> sind universale, alles Seiende charakterisierende Begriffe, die über kategoriale Einteilungen hinausgehen, und sowohl in der klassischen Scholastik, als auch in der modernen Philosophie, <span style="color:#00B000">(KANT, Uwe MEIXNER<ref>vgl. die ,transzendentalen‘ Bedingungen möglicher Erkenntnisse bei KANT; und auch in der ,Axiomatischen Ontologie‘ bei Uwe MEIXNER</ref>)</span>, als Grundlage der Metaphysik und Erkenntnistheorie dienen. Sie sind die <span style="color:#FF6000">„ersten Begriffe des Seins“</span>, die jedem Ding als ,relative‘ Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(Perfektionen)</span>, inhärent sind, ,analogisch‘ abgestuft, auf einen ,ultimativen‘ Bezugspunkt ausgerichtet, und die sich im Denken, <span style="color:#00B000">(für uns als wahr)</span>, und in der moralischen Wertung, <span style="color:#00B000">(für uns als gut und edel)</span>, manifestieren, relativ zum ,ultimativen‘ Bezugspunkt ihrer selbst. Die faktische Unvollkommenheit, die sich in der notwendigen Vergänglichkeit aller Dinge zeigt, ist einem ontologischen Defekt ,geschuldet‘, der stark zeitabhängig ist, d.h. der einen Anfang und ein Ende hat. Das GÖDEL-Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>, ist immer falsch, wenn es auf etwas aus der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> angewendet wird, wie z. B. auf einen <span style="color:#FF6000">„Tsunami“</span>, dessen ‚Existenz‘ für uns nicht ‚positiv‘ ist. KANT hat schon festgestellt ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>. Das gilt für alles, was <span style="color:#FF6000">„existiert“</span>. Das Axiom-5 hat nur dann seine Gültigkeit, ist nur dann ,wahr‘, wenn <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span> <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> in eins zusammenfallen. Bei allen Dingen, die ‚da‘ sind, ist ihr ‚Da-Sein‘ ontologisch immer verschieden zu dem ‚was‘ sie sind ''':''' zu ihrem ,Was-Sein‘. In der philosophischen Tradition, seit ARISTOTELES, wird die ontologische Identität, d.i. die Koinzidenz, der innere Zusammenhang von ‚Sein‘ und ‚Wesen‘ allein nur dem <span style="color:#FF6000">„selbst ‚unbewegten‘ Erstbewegenden“</span> zugeschrieben, dem <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„prôton kinoûn akinêton“</span>, von dem ARISTOTELES etwas später sagt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''denn dies ist der Gott''«</span> und dann hinzufügt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''so sagen wir ja''«</span>; d.h. das ist eine Interpretation aus dem Glaubenskontext des ARISTOTELES. Er war ein Gott-gläubiger Grieche. Wer an GOTT glaubt, kann das nachvollziehen. GÖDEL musste dieses Axiom-5 postulieren, sonst wäre sein Kalkül nicht aufgegangen, ohne dass er deswegen schon an GOTT glauben müsste. Er hat für sein Kalkül das ontologische Theorem von der Identität von ‚Sein‘ und ‚Wesen‘ im ‚unbewegten Erstbeweger‘ benutzt. <span style="color:#00B000">(Gilt auch für Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit, das GOTT-Sein, das ‚Dasein‘ GOTTES, ist eine positive Wesenseigenschaft, eine Perfektion; d.h. ist das ‚Wesen‘ GOTTES ''':''' GOTT ist perfekt''«</span>)</span>. Die ontologische Identität von Sein und Wesen, Existenz und Essenz, wie auch die Koinzidenz von Möglichkeit und Wirklichkeit, von Ursache und Wirkung, sowie auch die ontologische Einheit von <span style="color:#00B000">(Erkenntnis-)</span>Subjekt und <span style="color:#00B000">(Erkenntnis-)</span>Objekt im <span style="color:#FF6000">»''Erkennen seiner Erkenntnis''<span style="color:#00B000">[-Tätigkeit ]</span>«<span style="color:#00B000"> | </span>„<span style="font-family: Times;"><big>νοήσεως νόησις</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„noêseôs noêsis“</span> <span style="color:#00B000"><small>(<span style="font-family: Times;"><big>,''Metaphysik''‘</big></span> XII 9, 1074b34)</small></span>, gilt nur in der <span style="color:#FF6000">„unverursachten Letztursache"</span>, auf die ARISTOTELES bei seiner Prinzipienforschung gestoßen ist. Es gibt verschiedene Versuche, die GÖDEL-Axiome durch sog. ,Modelle‘, relativ zu einfacheren ,Welten‘, zu verifizieren, um damit ihre relative Konsistenz nachzuweisen. Für GÖDEL aber <span style="color:#FF6000">»''sind die Axiome nur dann'' <span style="color:#00B000">[ in unserer ,realen‘ Welt ]</span> ''wahr'' <span style="color:#00B000">[ und annehmbar ]</span>«</span>, wenn sie <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt'' <span style="color:#00B000">[ d.h. jeder auch nur ,möglichen‘ Welt ]</span> ''sind''«</span>. Diese Bedingung verweist jede Verifikation und jede Interpretation der Axiome auf das ,Nicht-Zufällige‘, das ,Notwendige‘, ,Absolute‘, in dem die Axiome und Definitionen des GÖDEL-Kalküls erst dadurch ihren Sinn und ihre Bedeutung bekommen, wenn sie vom ,Absoluten‘ und ,Unendlichen‘ her erklärt und verstanden werden. Damit insistiert GÖDEL auf eine genuin <span style="color:#4C58FF">,theologische‘</span> Interpretation seines Kalküls, mit der <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> zum Begriff GOTT, dem absolut Unendlichen, als Verifikationskriterium. Das entspricht auch der ,methodologischen‘ Prämisse seines Kalküls. Die wichtigsten Axiome und Definitionen im GÖDEL-Kalkül sind jedoch bloße ,Annahmen‘, deren Evidenz, sowohl die ,mathematische‘ als auch die <span style="color:#4C58FF">,theologische‘</span>, erst evaluiert, d.h. ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> werden muss. Das bedeutet ''':''' die Verifikation der Axiome und Definitionen von GOTT und seinen Vollkommenheiten kann nur Kalkül-intern durch den Aufweis ihrer Widerspruchsfreiheit erfolgen, d.i. <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt''«</span>. Evaluierte und verifizierte Axiome und Definitionen sind dann die ,modal‘ notwendigen, d.h. die ,transzendentalen‘ Voraussetzungen für die Ergebnisse eines Kalküls, damit seine Theoreme und Korollare in unserer ,realen‘ Welt als logisch ,wahr‘ und damit für uns auch als ,annehmbar‘ gelten können, während die Prämissen eines Kalküls, <span style="color:#00B000">(die Argument Einführung, <span style="color:#4C58FF">— '''AE:''' —</span> )</span>, nicht notwendige und somit ,modal‘ frei gewählte ,Annahmen‘ sind. Jedoch aus diesen ,modal‘ frei gewählten, ,möglichen‘ <span style="color:#00B000">( <span style="color:#4C58FF">'''◇'''</span> )</span> Prämissen folgen mit Hilfe der ,bewiesenen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> Axiome und Definitionen die Ergebnisse mit ,modaler‘ Notwendigkeit <span style="color:#00B000">( <span style="color:#4C58FF">'''□'''</span> )</span>. Die Logik des GÖDEL-Systems ist eine ,Prädikatenlogik‘ zweiter Stufe, in der die Quantoren nicht nur Individuum-Variable, sondern auch Eigenschafts-Variable, <span style="color:#00B000">(als noch ,unbestimmte‘ Prädikate im Allgemeinen)</span>, binden können. Die formale Struktur des GÖDEL-Kalküls besteht aus fünf Axiomen und drei Definitionen, mit deren Hilfe in drei Beweisgängen drei Theoreme und mehrere Korollare aus seiner ,methodologischen‘ Prämisse ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleitet werden können, wobei die beiden ersten Beweisgänge, mit ihren Ergebnissen, den dritten vorbereiten, in dem es dann um das Theorem ANSELMS geht. Die Prämisse des GÖDEL-Kalküls ist der traditionelle ,GOTT-Glaube‘, in der Formulierung speziell nach LEIBNIZ. Ein Axiom, eine Definition, zwei Theoreme und alle Korollare im GÖDEL-Kalkül sind Aussagen über <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>. Alle fünf Axiome, eine Definition und ein Theorem, <span style="color:#00B000">(und das Korollar aus Axiom-4)</span>, sind auch Aussagen über die Eigenschaft <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“, „Perfektion“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, die in der <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> als die Wesenseigenschaft GOTTES gilt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist vollkommen''«</span> bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist das Vollkommenste der Wesen''«</span>, <span style="color:#00B000">(DESCARTES)</span>. Zwei Definitionen sind Aussagen über die allgemeinen Wesenseigenschaften aller Seienden, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, die, als notwendige Existenz, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, auch GOTT zugeordnet werden, mit der Besonderheit bei GOTT, dass sowohl alle Eigenschaften, als auch alle anderen Zuordnungen, wie Sein und Wesen, wie Ursache und Wirkung, usw., im Unendlichen, GOTT, <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> sind, d.h. in GOTT paarweise perspektivisch in ,eins‘ zusammenfallen, und die auch, wie alle Transzendentalia, konvertierbar, d.h. austauschbar sind. Diese Sachverhalte machen deutlich, dass die ,Verifikation‘ und sachgerechte ,Evaluierung‘ der GÖDEL-Axiomatik nur genuin <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> erfolgen kann. Die Evaluierung der <span style="color:#FF6000">»''mathematischen Evidenz''«</span> des GÖDEL-Systems, im Allgemeinen, muss jedoch entsprechend der Maßstäbe einer modalen Prädikatenlogik zweiter Stufe durchgeführt werden. Das GÖDEL-Kalkül unterscheidet <span style="color:#00B000">(in Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>)</span> formal-syntaktisch zwischen der Eigenschaft ,Existenz‘, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''E'''‘ —</span>, die nur GOTT zugeordnet werden kann, und dem Existenz-Operator, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''∃'''‘ —</span>, der allem Übrigen, das nicht GOTT ist, zugeordnet wird. Es gibt hier auch den formal-syntaktischen Unterschied zwischen der, <span style="color:#00B000">(von mir notierten, jedoch von GÖDEL schon intendierten und angesprochenen)</span>, speziellen ,Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF"> — <sub>not</sub> —</span>, die nur der Existenz GOTTES zugeordnet ist, und der modalen ,Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□'''‘ —</span>, die auf Verschiedenes bezogen werden kann. Diese Unterschiede sind Hinweise, dass GÖDEL in seiner Kalkül-Logik und -Syntax, die Außerordentlichkeit und Eigenständigkeit GOTTES berücksichtigt, der, als Schöpfer der Welt, prinzipiell und absolut <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt''«</span> ist, die erst durch GOTT auch das ist, was sie ist. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Genese des Kalküls</span></div>=== Wie kommt GÖDEL zu seinem Kalkül '''?''' Sein Gewährsmann war Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, <span style="color:#00B000">(1646-1716)</span>, den er sehr schätzte. Die rekonstruierbare Genese seines Kalküls findet man in LEIBNIZ ''':''' ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand‘</big></span>'', <span style="color:#00B000">(1704)</span>‚ ''<span style="font-family: Times;"><big>Viertes Buch, Kapitel X ''':''' ‚Von unserer Erkenntnis des Daseins Gottes‘</big></span>'', Seite 475f. Hier der <span style="color:#00B000">[ kommentierte ]</span> Textausschnitt zum sog. ontologischen ‚Gottesbeweis‘''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''Folgendes etwa ist der Gang seines'' <span style="color:#00B000">[ d.h. ANSELMS, Erzbischof von Canterbury; 1033-1109, ]</span> ''Beweises ''':''' GOTT ist das Größte'', <span style="color:#00B000">[ ANSELM spricht vom biblischen GOTT des Glaubens, als ''':''' <span style="color:#FF6000">»''den, über dem ,Größeres‘'' | <span style="font-family: Times;"><big>‚maius‘</big></span> | ''nicht mehr gedacht werden kann''«</span> ]</span>, ''oder, wie DESCARTES es ausdrückt ''':''' das Vollkommenste der Wesen oder auch ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit'' ''':''' <span style="color:#00B000"> [ GÖDEL ''':''' </span><span style="color:#4C58FF">‚'''P'''‘</span> <span style="color:#00B000">:= ‚Perfektion‘, ‚positive Eigenschaft‘ ]</span>, ''das alle Grade derselben in sich schließt.''<span style="color:#00B000"> [ GÖDEL-Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''ist genau dann GOTT'', <span style="color:#4C58FF">,'''G'''‘</span>, ''wenn'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''alle Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">,'''P'''‘</span>, ''in sich schließt''«</span>. Definition-1 bildet die traditionelle Vorstellung von GOTT ab. ]</span> ''Dies also ist der Begriff GOTTES.'' <span style="color:#00B000">[ Der Term <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span> steht hier für den biblischen ‚Begriff‘ <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> als ,Individuumname‘ '''!''' ]</span> ''Sehen wir nun, wie aus diesem Begriff das ‚Dasein’ folgt.''<span style="color:#00B000"> [ GÖDEL ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist notwendig aus sich ‚da‘''«</span> ''':''' Term :10: im 3. Beweisgang. ]</span> ''Es ist etwas <u>mehr</u>, ‚da‘ zu sein, als nicht ‚da‘ zu sein, oder auch das ‚Dasein‘ fügt der Größe oder der Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ GOTTES ]</span> ''einen Grad hinzu, und wie DESCARTES es ausspricht, das ‚Dasein‘ ist selbst eine Vollkommenheit.''<span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">(Diesen Ausspruch DESCARTES übernimmt GÖDEL im Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz''</span> [ alias ‚Dasein GOTTES’ ] <span style="color:#FF6000">''ist eine positive Eigenschaft''</span> [ alias Vollkommenheit ]<span style="color:#FF6000">«</span>. Dem widerspricht KANT ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein ist kein reales Prädikat“</span>. Das Axiom-5 ist daher nur dann ‚wahr‘, wenn ‚Wirklichsein‘ | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐνέργεια οὖσα</big></span>“</span> | ‚enérgeia úsa‘ | d.h. ‚Dasein‘ und ‚Wesen‘ | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span> | ‚usía‘ | — genauer ''':''' ‚Wesenseigenschaften’ —, ontologisch ,eins‘ sind, d.h. wenn <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> immer schon die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> GOTTES ist. Was nach ARISTOTELES nur im <span style="color:#FF6000">„unbewegten Erstbeweger“</span> der Fall ist; bzw. mit LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''was das Privilegium der Gottheit allein ist''«</span> '''!''' Aus der ,methodologischen‘ ,Annahme‘ im 2. Beweisgang GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''das'' <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ''steht für den GOTT der Christen''«</span>, und mit Hilfe von Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit ist eine positive Eigenschaft''«</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt''«</span>, mit Axiom-4 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX → □PX'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind notwendig aus sich, — von Natur aus —, positiv''«</span>, mit Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Zum Wesen gehören notwendig auch alle Konsequenzen aus einer Wesenseigenschaft''«</span>, und mit Axiom-1 und der Definition für GOTT, folgt nach einigen logischen Umformungen das GÖDEL-Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das'' <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ''ist genau dann der GOTT der Christen, wenn das Wesen dieses GOTTES sein eigenes Sein ist''«</span>. Dasein und Wesen sind im Unendlichen, GOTT <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ,eins‘. Mit diesem, im Kalkül <u>ohne</u> Axiom-5 ,regulär‘ (├ ) abgeleiteten Theorem, widerlegt er KANT für den individuellen Spezialfall <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span> := <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>. Nachprüfbar im Anhang ''':''' im ‚ontologischen‘ Beweis für das Basis-Theorem-2. Somit ist Axiom-5 ,wahr‘, und KANT hat sich hier, im Bezug auf GOTT, geirrt. <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> als Wissenschaft von GOTT, war für KANT nie eine ernstzunehmende Option. <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> als Wissenschaft von GOTT ist eine ziemlich ,ausgereifte‘ Disziplin. Es haben sich, durch Jahrhunderte hindurch, viele gescheite Menschen schon im Judentum, und dann auch im Christentum, und ebenfalls im Islam, darum bemüht.)</span> :: <span style="color:#FF6000">»</span>''Darum ist dieser Grad von Größe und Vollkommenheit oder auch diese Vollkommenheit, welche im ‚Dasein‘ besteht, in diesem höchsten, durchaus großen, ganz vollkommenen Wesen, denn sonst würde ihm ein Grad fehlen, was gegen seine Definition wäre. Und folglich ist dies höchste Wesen ‚da‘. Die Scholastiker, ohne selbst ihren'' <span style="font-family: Times;"><big>doctor angelicus</big></span> <span style="color:#00B000">[ := THOMAS von Aquin ]</span> ''auszunehmen, haben diesen Beweis verachtet'', <span style="color:#00B000">[ wie später auch Immanuel KANT ]</span>, ''und ihn als einen Paralogismus'' <span style="color:#00B000">[ := Fehlschluss ]</span> ''betrachtet, worin sie sehr unrecht gehabt haben; und DESCARTES, welcher die scholastische Philosophie im Kolleg der Jesuiten zu La Flèche lange genug studiert hatte, hat sehr recht gehabt, ihn wieder zu Ehren zu bringen. Es ist nicht ein Paralogismus, sondern ein unvollständiger Beweis'', <span style="color:#00B000">[ den GÖDEL vervollständigt hat ]</span>, ''der etwas voraussetzt, was man noch hätte beweisen sollen, um ihm mathematische Evidenz zu verleihen — nämlich, dass man dabei stillschweigend voraussetzt, diese Vorstellung des durchaus großen oder durchaus vollkommenen Wesens sei möglich und enthalte keinen Widerspruch'' <span style="color:#00B000">[ '''::''' <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span> '''::''' ,möglich‘, ,konsistent‘, ,denkbar‘; GÖDEL beweist im 1. Beweisgang aus Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''positive Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ die allgemeinen Transzendentalien ]</span>, ''sind widerspruchsfrei''«</span>, mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, folgt Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist möglich''«</span> ]</span>. ''Und es ist schon etwas, dass man durch diese Bemerkung beweist ''':''' gesetzt, dass GOTT ‚möglich‘ ist, so ‚ist‘ er'' <span style="color:#00B000">[ ,notwendig‘ '''::''' <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, d.h. für jede mögliche Welt auch wirklich aus sich ‚da‘ ]</span>, ''was das Privilegium der Gottheit allein ist'' ''':''' <span style="color:#00B000">[ Im 3. Beweisgang, Theorem-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' ‚ANSELMS Prinzip‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Weil GOTT widerspruchsfrei ,möglich‘ ist, darum ist auch der Glaube widerspruchsfrei, der besagt, dass GOTT aus sich ,notwendig‘ da ist''«</span>; mit Korollar-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx ∧ □∀y(Gy→x=y)'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''Es gibt notwendig nur einen einzigen GOTT''«</span>. Damit ist auch der Monotheïsmus bewiesen. ]</span> ''Man hat recht, die Möglichkeit eines jeden Wesens anzunehmen und vor allem die GOTTES, bis ein anderer das Gegenteil beweist''. <span style="color:#00B000">[ Das Gegenteil besagt, dass GOTT ,unmöglich‘ ist. Hier setzt der Möglichkeitsbeweis im Kalkül an, und beweist, dass diese Aussage zu einem Widerspruch führt. ]</span> ''Somit gibt dieser metaphysische Beweis schon einen moralischen zwingenden Schluss ab, wonach wir dem gegenwärtigen Stande unserer Erkenntnisse zufolge urteilen müssen, dass GOTT ‚da‘ sei, und demgemäß handeln.'' <span style="color:#00B000">[ Aber nicht logisch zwingend '''!''' Denn die Interpretation <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> mit dem GOTT der Bibel, als ,methodologische‘ Kalkül-Prämisse, ist nicht zwingend, jedoch ,modal‘ möglich, <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span>, und im christlichen Glaubenskontext sinnvoll, was mit einer stimmigen <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation des GÖDEL-Kalküls gezeigt werden kann. Damit ist dann auch die Frage beantwortet, ob das GÖDEL-System sich plausibel als eine Theorie von GOTT und seinen Eigenschaften interpretieren lässt, bzw. als eine <span style="color:#FF6000">»''axiomatische''«</span> <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span>, wie sie André FUHRMANN apostrophiert. Das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> ist der ,Individuumname‘ für den GOTT der Bibel, — ,GOTT‘ groß geschrieben —, im monotheïstischen, christlichen Glaubenskontext, den auch LEIBNIZ teilt. Dann steht der ,Name‘ auch synonym für das ,existierende‘ Individuum, d.h. für dessen ,Existenz‘.]</span> ''Es wäre aber doch zu wünschen, dass gescheite Männer'' <span style="color:#00B000">[ sic ! ]</span> ''den Beweis mit der Strenge einer mathematischen Evidenz vollendeten'', <span style="color:#00B000">[ was GÖDEL veranlasst hat, seine Version eines ‚ontologischen Beweises’ zu kreieren, dessen <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> man heute mit Computerprogrammen<ref>siehe Fußnote 11</ref> schon nachgewiesen hat ]</span> ... <span style="color:#FF6000">«</span> Für GÖDEL war dieser Text eine intellektuelle Herausforderung, und er hat sie angenommen. Das war für GÖDEL sicher keine Glaubensangelegenheit. GOTT hat es ja auch nicht nötig, ‚bewiesen‘ zu werden. Wer <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> z. B. mit dem sog. ‚Urknall‘ gleich setzt, macht die <span style="color:#FF6000">»''zufällige Struktur der Welt''«</span> im ‚Urknall‘, <span style="color:#00B000">(pantheistisch)</span> zu einem ,Gott‘, was GÖDEL dezidiert für sein Kalkül ausgeschlossen haben wollte. Kurt GÖDEL schreibt 1961 in einem Brief, in Anlehnung an den obigen Text ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»...''ich glaube, schon heute dürfte es möglich sein, rein verstandesmäßig ''<span style="color:#00B000">[ sic '''!''' ]</span>, ''(ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen) einzusehen, dass die theologische Weltanschauung'', <span style="color:#00B000">[ dass es GOTT gibt ]</span>, ''mit allen bekannten Tatsachen'', <span style="color:#00B000">[ z. B. mit den Maßstäben einer modernen Logik ]</span>, ''durchaus vereinbar ist. Das hat schon vor 250 Jahren der berühmte Philosoph und Mathematiker LEIBNIZ versucht''.«</span><ref>Zitiert nach SCHIMANOVICH-GALIDESCU, M.-E., ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Princeton–Wien 1946–1966. Briefe an die Mutter</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kurt Gödel – Leben und Werk</big></span>''‘, ed. B.BULDT et al., Wien (HÖLDER–PICHLER–TEMSKY), 2001, Bd. 1.</ref> ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Interpretation des Kalküls</span></div>=== Wenn man sich das GÖDEL-Kalkül ansieht, wie es heute formalisiert vorliegt, stellt sich die Frage ''':''' <span style="color:#FF6000">„Lässt sich dieses System plausibel als eine Theorie von GOTT <span style="color:#00B000">(als eine ‚Rede von GOTT’ := <span style="color:#4C58FF">,Theologie’</span>)</span> und seiner Eigenschaften verstehen '''?''' “ — „Ist hier eine genuin <span style="color:#4C58FF">,theologische’</span> Interpretation möglich '''?''' “</span> Seine Herkunft aus der intellektuellen Auseinandersetzung des Logikers GÖDEL mit dem GOTT-gläubigen Philosophen LEIBNIZ und dem christlichen Theologen und Erzbischof ANSELM rechtfertigt diese Frage. Die <span style="color:#FF6000">„mathematische Evidenz“</span> des GÖDEL-Formalismus, <span style="color:#00B000">(im Anhang nachgestellt)</span>, ist allgemein anerkannt, <span style="color:#00B000">(Vorbehalte dagegen gibt es nur bei der Interpretation seiner Syntax, d.h. ob die Axiome, wie GÖDEL sie konzipiert hat, auch in unserer realen Welt ,wahr’ und ,annehmbar’ sind)</span>. Die <span style="color:#FF6000">„theologische Evidenz“</span> des GÖDEL-Systems wird durch eine ,Verankerung’ der Axiome und Definitionen in den <span style="color:#4C58FF">,theologisch’</span>-philosophischen Diskurs über GOTT evaluiert, der schon seit zweieinhalbtausend Jahren läuft. In diesen zweieinhalbtausend Jahren hat sich, — gegen ARISTOTELES und die antike Philosophie —, die Erkenntnis durchgesetzt, dass GOTT <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen''«</span> Raum-Zeit-Struktur unserer vergänglichen Welt ist. In meiner Darstellung des GÖDEL-Kalküls folge ich, <span style="color:#00B000">(im Unterschied zum Autographen GÖDELS, vom 10. Feb 1970)</span>, in der Axiom-Nummerierung, in der Syntax, und in der Beweis-Struktur, der Arbeit von André FUHRMANN ''':''' ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Existenz und Notwendigkeit. Kurt Gödels axiomatische Theologie‘</big></span>'' in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Logik in der Philosophie‘</big></span>'' Hg. SCHROEDER-HEISTER, SPOHN und OLSSON, 2005, Synchron, Heidelberg, Seite 349–374. <span style="color:#00B000">(Die tiefer gestellte Notation der spezifischen ,Eigenschaft‘ einer Eigenschaft ist meine Ergänzung zur formalen Syntax, z. B. ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, angeregt durch die indizierende Schreibweise GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ,'''G''' Ess. '''x'''’ —</span>.)</span> Die Erkenntnisse zur Straffung und Präzisierung der GÖDEL-Syntax, <span style="color:#00B000">(besonders im Möglichkeitsbeweis)</span>, stammen aus der Arbeit von Günther J. WIRSCHING ''':''' ,''<span style="font-family: Times;"><big>Der Gödelsche Gottesbeweis</big></span>''‘, im Web <ref>https://edoc.ku.de/id/eprint/10243/1/OntBw.pdf</ref>. <span style="color:#00B000">(Auch der Hinweis auf AVICENNA kommt von WIRSCHING.)</span> Die Zitate von THOMAS von Aquin´s Stellungnahme zum Theorem ANSELMS, und von Georg Wilhelm Friedrich HEGEL zur Immanuel KANTS Ablehnung des Theorem ANSELMS, befinden sich in Franz SCHUPP, ,<span style="font-family: Times;"><big>''Geschichte der Philosophie im Überblick''</big></span>‘, Band 2 ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Christliche Antike, Mittelalter''</big></span>‘, Hamburg 2003, Seite 168 und Seite 170. Meines Erachtens ist der entscheidende Ansatzpunkt einer <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation das GÖDEL-Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>. ‚Frei‘ nach KANT ‚formuliere‘ ich ‚kurz‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>. Hier die Positionen KANTS zum Thema ‚Existenz‘ und ‚Eigenschaften‘ ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''… unbeschadet der wirklichen Existenz äußerer Dinge'' <span style="color:#00B000">[ kann man ]</span> ''von einer Menge ihrer Prädikate'', <span style="color:#00B000">[ d.h. Eigenschaften ],</span> ''sagen'' … ''':''' ''sie gehöreten nicht zu diesen ‚Dingen an sich selbst‘, sondern nur zu ihren Erscheinungen, und hätten außer unserer Vorstellung'' <span style="color:#00B000">[ ihrer, als ,wirklich‘ gedachten Erscheinung ]</span> ''keine eigene Existenz, … weil ich finde, dass … '''alle Eigenschaften, die die Anschauung eines Körpers ausmachen''', bloß zu seiner Erscheinung gehören; denn die Existenz des Dinges, was erscheint, wird dadurch nicht … aufgehoben, sondern nur gezeigt, dass wir es'', <span style="color:#00B000">[ das Ding ]</span>, ''wie es ‚an sich selbst‘ sei'', <span style="color:#00B000">[ d.h. existiert ]</span>, ''durch Sinne gar nicht erkennen können''.<span style="color:#FF6000">«</span><ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können</big></span>''‘, Seite 289; https://www.korpora.org/kant/aa04/289.html</ref> <span style="color:#00B000"><small>(Hervorhebung durch KANT.)</small> [ Seine Prädikate, d.h. Eigenschaften, jedoch können wir mit unseren Sinnen ,anschauen‘, aber nur in Kombination mit unserer Vorstellung ihrer, als ,wirklich‘ gedachten Erscheinung, vermittelt durch den sog. ,transzendentalen Schematismus‘ unserer Einbildungskraft ''':'''</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Eine verborgene Kunst in den Tiefen der menschlichen Seele''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">jedoch auch eines der ,dunkelsten‘ Kapitel in der K.d.r.V., bedingt durch KANTS Konzept von ,Wirklichkeit‘, bzw. ,Sein‘. ]</span> Mit anderen Worten, man kann die ‚Existenz‘, bzw. das ‚Sein‘ der Dinge, <span style="color:#00B000">(das ‚Ding an sich’ bei KANT)</span>, nicht unter dem Mikroskop finden. Die ‚Existenz‘ bzw. das ‚Sein‘ ist keine sinnlich registrierbare ‚Eigenschaft‘ z. B. des rekonstruierten ‚Stadt-Schlosses‘ in Berlin. <span style="color:#00B000">(‚Sein‘ ist kein reales ‚Prädikat‘.)</span> Dafür haben wir andere Fähigkeiten ''':''' Ich kann seine ‚Existenz‘ mit meinem Verstand einsehen, weil auch ich selbst ‚existiere‘. Seine ‚Ansicht‘, wie ‚gefällig‘ es ist, und auch weitere ‚Eigenschaften‘, die mir auffallen, kann ich mit einem Handy-Foto dokumentieren. Diese ‚Eigenschaften‘ sind nicht die Ursache, dass das ‚Berliner Schloss‘ existiert. Wohl aber die Rekonstruktion dieses Schlosses ist die ‚Ursache‘, dass es ,existiert‘, und jetzt so aussieht. Insofern ist ‚Existenz‘ keine ‚Eigenschaft‘, sondern die ‚Existenz‘ des Dinges ist die Voraussetzung, der ‚Grund‘, dass ich die ‚Eigenschaften‘ des Dinges mit meinen Sinnen feststellen kann. In einer Auseinandersetzung mit CARTESIUS schreibt KANT, philosophisch ‚tiefgründig‘ und logisch ‚exakt‘, über dessen <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„Cogito, ergo sum“</big></span></span> ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''Das ‚Ich denke‘ ist ein empirischer Satz, und hält den Satz ‚Ich existiere‘ in sich. Ich kann aber nicht sagen ''':''' ‚Alles, was denkt, existiert‘; denn da würde die Eigenschaft des Denkens'', <span style="color:#00B000">[ eine essentielle Eigenschaft ]</span>, ''alle Wesen, die sie besitzen, zu notwendigen'' <span style="color:#00B000">[ d.h. notwendig existierenden ]</span> ''Wesen machen''. <span style="color:#00B000">[ Was allein nur von GOTT ausgesagt werden kann; mit AVICENNA, als anerkannter ARISTOTELES-Kommentator ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist das einzige Sein, bei dem Essenz'' <span style="color:#00B000">[ ‚Wesenseigenschaften‘ ]</span> ''und Existenz'' <span style="color:#00B000">[ ‚Dasein‘ ]</span> ''nicht zu trennen sind und das daher notwendig an sich da ist''«, <span style="color:#00B000">— konform mit GÖDEL ''':'''</span> »''notwendige Existenz ist eine positive'' <span style="color:#00B000">[ essentielle ]</span> ''Eigenschaft''«</span> ].</span> ''Daher kann meine Existenz auch nicht aus dem Satz, ‚Ich denke‘, als'' <span style="color:#00B000">[ logisch ]</span> ''gefolgert angesehen werden, wie CARTESIUS dafür hielt (weil sonst der Obersatz : ‚Alles, was denkt, existiert‘, vorausgehen müsste), sondern ist mit ihm identisch.'' <span style="color:#00B000">[ Eine einfache Schlussfolgerung ''':''' meine ‚Existenz‘ ist auch nicht von meiner ‚Eigenschaft‘ Denken ‚verursacht‘. ,Existenz‘ ist nicht bloß ein ,Gedanke‘ von mir. ]</span><span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">(Aus der Anmerkung 41 zu den ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Paralogismen der reinen Vernunft</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 275,<ref>https://korpora.org/kant/aa03/275.html</ref> mit meinem Einschub des AVICENNA-Zitat aus Wikipedia.<ref>{{w|Avicenna#Metaphysik}}</ref>)</span> Mit anderen Worten ''':''' <span style="color:#FF6000">„Die Eigenschaft, dass ich denken kann, ist nicht die Ursache meiner ‚Existenz‘“</span>, sondern, <span style="color:#FF6000">„Die Liebe meiner Eltern und ihre Entscheidung füreinander ist die Ursache meiner ‚Existenz‘. Daher ‚bin’ ich. Und weil ich ein Mensch ‚bin‘, kann ich denken.“</span> Auch mit diesen Anmerkungen ist leicht einsehbar, dass ‚Existenz‘ keine ‚Eigenschaft‘ ist — außer bei GOTT. In GOTT ist ‚Dasein‘ die ‚Wesenseigenschaft‘ GOTTES, d.h. ‚Dasein‘ und ‚Wesen‘ sind in GOTT untrennbar verbunden; sind <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ‚eins‘. Das ist die Einzigartigkeit im Wesen GOTTES, dass GOTT immer schon ‚da‘ ist. Die Frage nach dem ‚Wesen‘ GOTTES lautet ''':''' <span style="color:#FF6000">„Was bist du ? “</span>/<span style="color:#CC66FF">„Wer bist Du ? “</span> Antwort, Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin-Da‘'' <span style="color:#00B000">[ für euch und für immer ]</span>«.</span> Weil GOTT für uns immer schon ‚da‘ ist, — <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span> —, hat GOTT es nicht nötig, ‚bewiesen‘ zu werden. <span style="color:#00B000">(In der Mathematik ist ein ‚Satz‘ erst dann ‚wahr‘ und ‚existent‘, wenn er bewiesen ist. Bei GOTT ist es jedoch nicht so ''':''' GOTTES ‚Existenz‘ ist nicht erst dann ‚wahr‘, wenn seine ‚Existenz‘ von uns ‚bewiesen‘ ist. Sein ‚Dasein‘ ist jedem unserer ‚Beweisversuche‘ immer schon voraus. Der Zugang zu GOTT ist nicht der ,Beweis‘, sondern der ,Glaube‘. Wer an GOTT glauben ,will‘, dem antwortet GOTT. Wer nicht an GOTT glauben ,will‘, dessen Entscheidung respektiert GOTT, und drängt sich nicht auf. Die Glaubens-Entscheidung hat jedoch für jeden Menschen eine existenzielle Konsequenz ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt'', <span style="color:#00B000">[ und diese Entscheidung auch im Augenblick der ,Wahrheit‘, im Tod, in der sog. ,Endentscheidung‘, nicht widerruft ]</span>, ''wird verurteilt werden''«,</span> <small>({{Bibel | Markus Evangelium |16|16|EU}})</small>. Das Urteil lautet ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''zweiter Tod ''':''' der Feuersee''«</span>, <small>({{Bibel | Offenbarung |20|14f|EU}})</small>, ohne Berufungsmöglichkeit. <span style="color:#CC66FF">»''Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn geben wird''«.</span> <small>({{Bibel | Hebräer Brief|11|6|EU}})</small>)</span> Das GÖDEL-Axiom-5 ist m.E. der entscheidende Ansatzpunkt einer stimmigen <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation der GÖDEL-Axiomatik. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Das Kalkül ist kein Existenz-Beweis für GOTT</span></div>=== Die allgemeine <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> des GÖDEL-Formalismus, d.h. seine ‚Schlusskraft‘, ist von kompetenten Leuten<ref>„GÖDELS Argumentationskette ist nachweisbar korrekt – so viel hat der Computer nach Ansicht der Wissenschaftler Christoph BENZMÜLLER und Bruno WOLTZENLOGEL-PALEO nun gezeigt;“ vgl. https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2013/fup_13_308/index.html</ref> schon festgestellt worden, <span style="color:#00B000">(im Anhang ‚nachrechenbar‘ mit den Regeln und Gesetzen einer modalen Prädikatenlogik 2. Stufe)</span>. Das GÖDEL-Kalkül ist jedoch kein ‚moderner‘<span style="color:#FF6000">„Existenz-Beweis“</span> für GOTT, wofür es gehalten oder meistens bezweifelt wird, sondern setzt <span style="color:#00B000">(theoretisch methodisch)</span> den <span style="color:#FF6000">„Glauben an die Existenz GOTTES“</span> schon voraus, ohne ihn zu hinterfragen. Das <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> bzw. die <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> GOTTES wird mit der Definition-1 für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, bzw. mit dem Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ — </span>, im Kalkül ‚definitorisch‘ bzw. ‚axiomatisch‘ als Kalkül-,Annahme‘ eingeführt, unter der Voraussetzung, dass die ‚Eigenschaft‘ <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ := </span><span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> und das <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span>, ontologisch ‚identisch‘, genauer ''':''' <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> sind, was GÖDEL im Axiom-5 definitiv für sein System vorschreibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>. Das <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ist faktisch äquivalent zur <span style="color:#FF6000">„notwendigen Existenz als GOTT“</span>; und <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> ist die <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft in GOTT“</span>. Beides ist nach Axiom-5 ‚identisch‘, d.h. dem ‚Sein nach‘ dasselbe, und daher konvertierbar. Beide, <span style="color:#00B000">(sowohl die Essenz, als auch die Existenz GOTTES)</span>, werden daher auch mit demselben Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> im Kalkül dargestellt. Der traditionelle, christliche ,GOTT-Glaube‘ wird zugleich mit diesem Term <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ := </span> <span style="color:#FF6000">„GOTT“ <span style="color:#00B000">|</span> „göttlich“</span>, im 2. Beweisgang, dem Basisbeweis, und im 3. Beweisgang für das Theorem ANSELMS, jeweils als ,methodologische‘ Prämisse :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> regulär <span style="color:#00B000">( ├ )</span> und explizit eingeführt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''steht für den GOTT'' <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span> ''der Christen''«</span>. Das ist die ,modal‘-frei gewählte, <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Kalkül-,Annahme‘, <span style="color:#00B000">(als ,Argument-Einführung‘ := <span style="color:#4C58FF">‚'''AE:'''‘</span> )</span>, und wird dann mit Definition-1 näher ,bestimmt‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000"> »''Das'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''steht genau dann für ‚GOTT‘'' <span style="color:#00B000">|</span> ''‚göttlich‘'', <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, ''wenn'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''alle positiven Eigenschaften, bzw. Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">‚'''PX'''‘</span>, ''hat''«</span>, entsprechend dem ‚Quelltext‘ bei LEIBNIZ. <span style="color:#00B000">(Das ,postulierte‘ Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PG'''‘ —</span>, wird standardmäßig gelesen als <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit ist eine positive Eigenschaft''«</span>, hat aber auch die alternative Leseart ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt d.h. vollkommen''«</span>, was <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> auch richtig ist; mit <span style="color:#4C58FF">‚'''P'''‘ </span> := <span style="color:#FF6000">„Perfektion“/„Vollkommenheit“</span> ist dann die Summe aller <span style="color:#FF6000">„positiven Eigenschaften“</span>.)</span> Mit Axiom-3, — in dieser <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Leseart —, ist der ‚Wenn-Satz‘ in Definition-1 ‚aufgelöst‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT hat alle positiven Eigenschaften, weil er ‚perfekt‘ ist''«</span>. In Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, wird die ,für uns‘ <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —, </span> durch die ,aus sich‘ <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span> instanziierten <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(als zu den Transzendentalia gehörig)</span>, bestimmt. Das GÖDEL-Kalkül setzt sowohl in Definition-3 als auch im Axiom-5 das Theorem des ARISTOTELES von der ontologischen ‚Identität‘, d.i. die Koinzidenz von <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span>, <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> im prinzipiell <span style="color:#FF6000">„unbewegten Erstbewegenden“</span> voraus. Ohne diese Annahme bzw. ohne Axiom-5, würde das GÖDEL-Kalkül nicht ‚funktionieren‘. Das GÖDEL-Theorem-2.1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span>, kann unter dieser Voraussetzung dann, <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> richtig und eindeutig, so gelesen werden ''':''' <span style="color:#FF6000">„Wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, als Individuum steht, dann ist GOTT-Sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(,Existenz‘)</span>, das Wesen, <span style="color:#4C58FF">—<sub>ess</sub>—, </span> <span style="color:#00B000">(,Essenz‘)</span>, GOTTES <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span>”</span><ref>vgl. z.B. THOMAS von Aquin ''':''' ,''<span style="font-family: Times;"><big>De Ente et Essentia</big></span>''’, Kapitel 5 ''':''' „Deus, cuius essentia est ipsummet suum esse“ ''':''' „GOTT, dessen Wesen sein eigenes Sein ist“.</ref>, statt der <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> unrichtigen Lesearten in der Wikipedia ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlich ist eine essentielle Eigenschaft jedes göttlichen Wesens''«</span><ref>{{w|Gottesbeweis#Kurt_Gödel|Gottesbeweis 2.1.2, Theorem 2}}; Version vom 10.09.2025</ref>, oder bei Christoph BENZMÜLLER et alia, im sog. ,Theorembeweiser‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Gottähnlich zu sein ist eine Essenz von jeder gottähnlichen Entität''«</span><ref>[https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2013/fup_13_308/index.html ‚Gödels „Gottesbeweis“ bestätigt’, Theorem 2]</ref>, mit der suggestiven Annahme, es gäbe mehrere ,göttliche Wesen‘, bzw. ,gottähnliche Entitäten‘, was der monotheïstischen, abendländischen Tradition, bzw. dem <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Theorem von der ,Unvergleichlichkeit‘ und ,Einzigartigkeit‘ GOTTES widerspricht, das im GÖDEL-Kalkül mit Korollar-3 bestätigt wird. <span style="color:#00B000">(Die Interpretation <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ :=</span> <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, als ,Individuumname‘, ist synonym zum <span style="color:#FF6000">„Dasein <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> GOTTES“</span>, und äquivalent zur ‚positiven Eigenschaft‘ <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span>, alias <span style="color:#FF6000">„göttlich zu sein“</span> = <span style="color:#FF6000">„GOTT zu sein“</span> = <span style="color:#FF6000">„GOTT-Sein“</span>; und mit dem GÖDEL-Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ :=</span> <span style="color:#FF6000">„das Wesen <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> GOTTES“</span>.)</span> <div class="center"><span style="color:#FF6000"><span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ :=</span> „'''G'''öttlichkeit“ <span style="color:#4C58FF">↔</span> „'''G'''OTT“ <span style="color:#4C58FF">↔</span> „'''G'''OTT-Sein“</span> </div> Die Rechtfertigung für diese <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Dreifach-Äquivalenz für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, im GÖDEL-Kalkül, gibt Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''die positive <u>Eigenschaft</u>'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ''Göttlichkeit'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''äquivalent zu GOTT als Individuum-Name'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''ist auch äquivalent zum Dasein GOTTES'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''gleichbedeutend mit notwendiger <u>Existenz</u>'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>'', dem <u>Sein</u> GOTTES für uns''«</span>. Hier hat GÖDEL explizit <span style="color:#FF6000">„Eigenschaft“</span> mit <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> gleichgesetzt; <span style="color:#00B000">(was jedoch nach KANT für alles, was in unserer Welt ‚existiert‘, bzw. für alles, was zur <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> gehört, wie GÖDEL selbst sagt, in jedem Fall ‚unstatthaft‘ ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein ist kein reales Prädikat“</span>)</span>. Jedoch wegen dieser ‚Gleichsetzung‘, die einzig und allein, der aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition entsprechend, singulär nur in GOTT ‚statthaft‘ ist, kann jetzt die ‚positive Eigenschaft‘ <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> <span style="color:#00B000">(ontologisch korrekt)</span> gelesen werden als <span style="color:#FF6000">„das, was GOTT zu dem macht, ‚was‘ GOTT an sich selbst ist“</span>, nämlich zu seinem <span style="color:#FF6000">„GOTT-Sein“</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span>, zu seinem <span style="color:#FF6000">„Dasein als GOTT“</span>; zur Tatsache, dass <span style="color:#FF6000">„GOTT GOTT ist“</span>, d.h. dass <span style="color:#FF6000">„GOTT als GOTT ‚da‘ ist“</span>. Das ist, <span style="color:#00B000">(und da folgt ARISTOTELES seinem Lehrer PLATO)</span>, nach traditioneller Auslegung, die übliche, ontologische Funktion des ‚Wesens‘<span style="color:#00B000"> | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span> | ‚usía‘ |</span> eines Seienden ''':''' es ‚macht‘ das Seiende zu dem, ‚was‘ es ist; es ist die ‚Ursache‘ dafür, dass das Seiende, das ‚ist‘, ‚was‘ es ist | ‚Was-Sein‘ — ‚Wesen‘. <span style="color:#00B000">(ARISTOTELES lokalisiert jedoch das ,Wesen‘ im Seienden, im Gegensatz zu PLATO, der das ,Wesen‘, — ,getrennt‘ vom Seienden —, in den allgemeinen ,Ideen‘ lokalisiert.)</span> Da aber in ‚Gott‘, <span style="color:#00B000">(dem <span style="color:#FF6000">„unbewegten, ‚unverursachten‘ Erstbeweger“</span>)</span>, Prozesshaftes, ‚Ursächliches‘ auszuschließen ist, ist die übliche prozesshafte, ‚ursächliche‘ Funktion von <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span><span style="color:#00B000"> | ‚usía‘ |</span> ,Wesen‘ im <span style="color:#FF6000">„Erstbewegenden“</span> nach ARISTOTELES, sozusagen, schon ‚zum Abschluss‘ gekommen, schon ‚verwirklicht‘, — <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐν-έργεια οὖσα</big></span>“</span><span style="color:#00B000"> | ‚en-érgeia úsa‘</span> —, schon ‚ins-Werk‘ gesetzt; <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>τὸ ἔργον</big></span>“</span> | ‚to érgon‘ | ‚das Werk‘; <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐνέργεια</big></span>“</span> | ‚enérgeia‘ | ,Wirksamkeit‘, ,Wirklichkeit‘, ,Aktualität‘, ,Energie‘; und <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὖσα</big></span>“</span> | ,úsa‘ | feminin Nominativ Singular von <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὤν</big></span>“</span> | ‚ón‘ | ‚seiend‘)</span>. Sein ,Wesen‘ ist im ,Dasein‘ vollendet, ist ,wirkliches, verwirklichendes Sein‘, ‚seiende Aktualität‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>actus purus</big></span>“</span> ''':''' sein Wesen ist ‚reine Tätigkeit‘, ,reine verwirklichende Gegenwärtigkeit‘, d.h. ,existent‘, ohne jede prozesshafte ‚Potenzialität‘. Aus der wichtigen und richtigen Erkenntnis, dass GOTT <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur unserer Welt''«</span> ist, folgt mit der ontologischen Identität von ,Dasein‘ und ,Wesen‘ in GOTT ''':''' Der zeitlos ewige GOTT ist <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich'' <span style="color:#00B000">(von Natur aus)</span> ''immer schon da''«</span>, m.a.W. ist <span style="color:#FF6000">„zeitlos-ursprungslos“</span>. Insofern ist <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span>, die im <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> d.h. in <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, schon ihr ‚Ziel‘, ihre Vollendung, — <span style="color:#FF6000">„Perfektion“</span>, Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, erreicht hat. GOTT ist <span style="color:#FF6000">»''vollkommen''«</span> und darum auch <span style="color:#FF6000">»''notwendig für uns immer schon ‚da‘''«</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ — </span>. GOTT ist in seinem ‚zeitlosen Wesen‘ <span style="color:#FF6000">„unverursacht“</span>, da er <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich'' <span style="color:#00B000">(von Natur aus)</span> ''vollkommen''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□PG'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(eine Instanz von Axiom-4)</span>. <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ist die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span>, bzw. das <span style="color:#FF6000">„Wesen GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ —</span>. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ,der‘ Vollkommenste''«</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>. Und zur absoluten <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“</span> gehört <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> auch das <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span>. <span style="color:#FF6000">„Notwendige Existenz“</span> gehört zu den ,ultimativen‘ Transzendentalia in GOTT, was GÖDEL mit Definition-3 syntaktisch formalisiert hat. Entscheidend für diese Interpretation des GÖDEL-Systems ist ''':''' nur unter der ,modal‘ notwendigen Voraussetzung der ontologischen ‚Identität‘ von <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — '''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, bzw. der ‚Gleichsetzung‘, <span style="color:#00B000">(Koinzidenz)</span>, von <span style="color:#FF6000">„notwendiger Existenz“</span> mit den ‚positiven‘ Wesenseigenschaften, der <span style="color:#FF6000">„Essenz“</span> in GOTT, Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span>, ‚funktioniert‘ die GÖDEL-Axiomatik '''!''' Diese ‚Identität‘, bzw. ,Koinzidenz‘ wird in ARISTOTELES, ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Metaphysik</big></span>''‘, Buch XII 7, in einem Indizienbeweis erbracht, der mit der Methode der philosophischen Induktion zum Ergebnis kommt ''':''' ::<span style="color:#FF6000">» … ''es muss'' <span style="color:#00B000">[ notwendig ]</span> ''etwas geben, das, ohne selbst ‚bewegt‘'' <span style="color:#00B000">[ </span>''worden''<span style="color:#00B000"> ]</span> ''zu sein'', <span style="color:#00B000">[ ‚unentstanden‘ ]</span>, ''alles Übrige wie ein Geliebtes ‚bewegt‘'' <span style="color:#00B000">[ ‚entstehen lässt‘ ]</span>«</span>, das darum ‚zugleich‘ <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>αἴδιον καί οὐσία καί ἐνέργεια οὖσα</big></span>“ <span style="color:#00B000">|</span> »<span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewig, sowohl <u>Wesen</u>'', <span style="color:#00B000">[ etwas Konkretes, Essentielles ]</span>, ''als auch seiende Wirksamkeit — '' <span style="color:#00B000">[ </span>„<span style="font-family: Times;"><big>actus purus</big></span>“, „reine Tätigkeit“<span style="color:#00B000"> ]</span> ''— verwirklichendes, wirkliches <u>Sein</u> ist'', <span style="color:#00B000">[ ein Existierendes, das alles Übrige ,zur Existenz‘ bringen kann ]</span> «</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὀρεκτόν καί νοητόν</big></span>“ <span style="color:#00B000"> | ,orektón kai noêtón‘ | </span> »''ersehnt und erkennbar ist''.«</span> <span style="color:#00B000">(''<span style="font-family: Times;"><big>vgl. ,Metaphysik</big></span>''‘ XII 7, 1072a,23 – 1072b,4)</span> Was <span style="color:#FF6000">»''alles Übrige''«</span> ,zur Existenz‘ bringen kann, bzw. ,verwirklichen‘ kann, muß auch selbst, als etwas Konkretes, Essentielles, ,existieren‘, bzw. ,wirklich sein‘. Die, daraus abgeleitete, ontologische ‚Identität‘, — ,Koinzidenz‘ —, von ‚Wesen‘ und ‚Sein‘, <span style="color:#00B000">(Ziel aller Sehnsucht und jedes Erkenntnisstrebens)</span>, <span style="color:#FF6000">»''ist das Privilegium der Gottheit allein''«</span> ''':''' mit Gottfried Wilhelm LEIBNIZ interpretiert, entsprechend einer adäquaten, aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition. Dieses induktive, ‚ontologisch‘ a-posteriori Ergebnis aus der ‚Prinzipienforschung‘ des ARISTOTELES ist die metaphysische und logische Voraussetzung, dass GÖDEL seine Axiomatik im Kalkül des sog. ‚ontologischen Gottesbeweises‘ a-priori des ANSELM von Canterbury, und nach LEIBNIZ, deduktiv korrekt formulieren konnte; <span style="color:#00B000">(vgl. 3. Beweisgang)</span>. Angenommen, die Variable <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> steht für den <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, der Christen, <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, Term :01: im 2. Beweisgang)</span>, dann ist, — auf Grund von diesem Beweisgang —, in unserer Welt ,wahr‘ und evident ''':''' die ‚positive Eigenschaft‘ <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, und das faktische <span style="color:#FF6000">»''‚Da‘-Sein'' <span style="color:#00B000">[ Existenz ]</span> ''GOTTES''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ‚benennen‘, ontologisch ident, denselben Sachverhalt ''':''' nämlich das, was wir das <span style="color:#FF6000">»''Wesen'' <span style="color:#00B000">[ Essenz ]</span> ''GOTTES''«</span>, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, nennen. <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit'', bzw. ''GOTT-‚Sein‘ ist das Wesen GOTTES''«</span>, und dann umgedreht und äquivalent ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Wesen GOTTES ist sein ‚Da‘-Sein als GOTT'', bzw. ''seine Göttlichkeit''«</span>, m.a.W. ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist wesentlich ‚grundlos‘'' <span style="color:#00B000">[ d.h. </span> ''notwendig aus sich''<span style="color:#00B000"> ]</span> ''‚da‘''«</span>. Das ist das Einzigartige im <span style="color:#FF6000">»''Wesen GOTTES''«</span> ''':''' GOTT ist, zeitlos-ewig, für uns immer schon ‚da‘, und das ‚ist‘ sein <span style="color:#FF6000">»''Wesen''«</span>; vorausgesetzt, ,angenommen‘, man glaubt an GOTT ''':''' Term :01:. <span style="color:#00B000">(Der schon von GÖDEL indizierte Term <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ — </span> ,expliziert‘ nur eine der drei Lesearten, die der Term <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''‘ — „theologisch“</span> ,impliziert‘.)</span> Theorem-2 hat somit die syntaktische Form einer Definition ''':''' <div class="center"><span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span></div> Somit kann GOTT ‚explizit‘ <span style="color:#00B000">(aus einer bewiesenen Kalkül-Definition)</span> <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> genauer ‚bestimmt‘ werden ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist gerade deswegen GOTT, weil sein überzeitlich-ewiges und an sich ‚grundloses‘'' <span style="color:#00B000">[ aber für uns notwendiges ]</span> ''Dasein'' <span style="color:#00B000">[ Existenz ]</span> ''als GOTT, ontologisch, — dem Sein nach —, identisch ist mit seinem persönlichen und für uns liebevollen Wesen'' <span style="color:#00B000">[ Essenz ]</span> ''als GOTT; diese Identität von Dasein und Wesen gilt einzig und allein nur bei GOTT.''«</span> Die philosophische Frage nach dem <span style="color:#FF6000">„Wesen GOTTES“</span> lautet, <span style="color:#00B000">(auf die Person bezogen)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„Was bist du ? “</span> Sie ist äquivalent zur <span style="color:#4C58FF">,theologisch’</span>-biblischen Frage MOSES ''':''' <span style="color:#CC66FF">„Wer bist Du ? “</span> Die bekannte Antwort des GOTTES-JHWH aus ‚Exodus 3,14‘ thematisiert das persönliche, für uns liebevolle und für immer notwendige <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‘אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֑ה‚</big></span> <span style="color:#00B000">| ‚eh'jeh asher eh'jeh‘ |</span> <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin-Da‘'', <span style="color:#00B000">[ für euch und für immer ]</span>«.</span> Mit diesem Zitat aus der Bibel ist die GÖDEL-Axiomatik, sozusagen, <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> ‚verifiziert‘. Sie hat einerseits im Theorem-2 ihren philosophischen ‚Abschluss’ erreicht, und andererseits damit formal-syntaktisch den ‚Anschluss‘ an eine allgemeine Basis-Glaubensaussage gefunden, die ‚an sich‘ für jeden CHRIST-gläubigen Menschen ‚selbstverständlich‘ ist. Was in der Metaphysik des ARISTOTELES das Ergebnis einer philosophischen ,Induktion‘ a-posteriori ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„,Dasein‘ ist das ,Wesen‘ GOTTES“</span>, — <span style="color:#00B000">(das mit Theorem-2, auch ein Ergebnis der deduktiven GÖDEL-Axiomatik a-priori ist ''':''' die Beweisgrundlage für den Konsequenz-Teil im Theorem AMSELMS)</span>, — das ist in der Bibel die Grundüberzeugung jedes Menschen, der an GOTT glaubt ''':''' GOTT ist für uns immer schon <span style="color:#FF6000">„da“</span>, weil er uns liebt. Das ist das, <span style="color:#FF6000">„was“</span> GOTT für uns als GOTT ausmacht, — sein Wesen ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Wir haben die Liebe, die GOTT zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. GOTT ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in GOTT und GOTT bleibt in ihm.''«</span>, <small>({{Bibel | 1. Johannesbrief |4|16|EU}})</small> Das eigentliche Ergebnis der GÖDEL-Axiomatik ist somit die ‚triviale‘ Erkenntnis, dass GOTT, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „grundlos“</span>, für uns immer schon ‚da‘ ist, — <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span> —, vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(‚angenommen‘)</span>, man ‚glaubt‘ an den zeitlos-ewigen GOTT. <span style="color:#00B000">(Der Glaube an die Zeitlosigkeit GOTTES ist mit der ‚Annahme‘ von Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt''«</span>, und der ‚Annahme‘ der Definition-1 für <span style="color:#4C58FF"> ‚'''Gx'''‘ := </span> den <span style="color:#FF6000">„GOTT der Christen“</span>, im Kalkül ‚implizit‘ schon eingeführt, da die Axiome und Definitionen, — nach GÖDEL —, nur dann <span style="color:#FF6000">»''wahr''«</span> sind, wenn sie <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen''</span> [ Raum-Zeit-]<span style="color:#FF6000">''Struktur''«</span> unserer Welt sind. Das ,impliziert‘ auch, dass der GOTT von Axiom-3 und Definition-1 ebenfalls <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von Raum und Zeit, d.h. zeitlos-ewig ist '''!''' )</span> Wer an den GOTT der Bibel glaubt, kann sich von der ‚Vernünftigkeit‘ seines Glaubens mit Hilfe des sog. ,ontologischen‘ Gottesbeweises nach ANSELM von Canterbury, mit Kurt GÖDEL <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span>, überzeugen. <span style="color:#00B000">(Das war auch die Absicht ANSEMS '''!''' )</span> Die Annahme, es sei ‚unmöglich‘, dass es GOTT gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(dezidierter Atheismus)</span>, führt im GÖDEL-Kalkül formal zu einem logischen Widerspruch; vgl. z. B. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Gödels Möglichkeitsbeweis</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Der Gödelsche Gottesbeweis</big></span>''‘, Seite 17, von Günther J. WIRSCHING; (https://edoc.ku.de/id/eprint/10243/1/OntBw.pdf), d.h. es ist also nicht ‚unmöglich‘, dass es GOTT gibt. Der GOTT-Glaube ist mit den Maßstäben einer modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span> und darum ,vernünftig‘. Damit steht fest ''':''' das GÖDEL-Kalkül ist kein moderner ‚Existenz-Beweis‘ für den GOTT der Bibel, sondern es setzt, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span>, ,methodologisch‘, den Glauben an die Existenz eines ewigen GOTTES voraus, der, — <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur unserer '' <span style="color:#00B000">[ vergänglichen ]</span> ''Welt''«</span> —, für uns immer schon ‚da‘ ist. Wenn aber einmal als fix ‚angenommen‘ worden ist, <span style="color:#00B000">(als Prämisse)</span>, dass es wahr ist, dass GOTT ‚existiert‘, dann ist natürlich die ‚Annahme‘, dass GOTT ‚nicht existiert‘, falsch. Aber sie ist auch ,unlogisch‘ und ,unvernünftig‘, weil die Annahme ''':''' ,''Es ist unmöglich, dass es einen GOTT gibt''‘, offensichtlich und eindeutig zu einem Widerspruch führt; was z. B. Günther J. WIRSCHING mit seiner Version des <span style="color:#00B000">(nicht umkehrbaren)</span> ‚Möglichkeitsbeweises‘ für ,GOTT‘, explizit vorexerziert hat. <span style="color:#00B000">(Siehe Anhang ''':''' GÖDELS ‚Möglichkeitsbeweis‘ als ,Widerlegung‘ eines Nicht-GOTT-Glaubens; in Entsprechung zu Psalm 14,1 und Psalm 53,2 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Der'' <span style="color:#00B000">[ ,unvernünftige‘ ]</span> ''Tor sagt in seinem Herzen ''':''' Es gibt keinen Gott. Sie handeln verderbt, handeln abscheulich; da ist keiner, der Gutes tut''«</span>. Historischer Hintergrund zu diesem Psalm-Text ''':''' Die Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch die Truppen des NEBUKADNEZAR II.)</span> Der Logiker GÖDEL hat in seinem System zum ,ontologischen Beweis‘ keine ‚formale Unentscheidbarkeit‘ <span style="color:#00B000">(Agnostizismus)</span> feststellen können, wie auf einem anderen Feld seiner Forschungsarbeiten. Das GÖDEL-Konsequenz-Teil von der ‚Notwendigkeit‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(die ‚Konsequenz’ aus dem ‚widerspruchsfreien‘ Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —,</span>)</span> im ‚Theorem ANSELMS‘, ist <span style="color:#00B000">(im 3. Beweisgang, Term :10:)</span> dann auch eine weitere Explikation des Basis-Theorems-2 des Kalküls ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, über die ‚ontologische Identität‘ vom <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, mit seinem <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> —</span>, dargestellt mit Term :9:. <span style="color:#00B000">(Die ontologische Identitat von Dasein und Wesen in GOTT, ist die, für uns, <span style="color:#FF6000">„notwendige Präsenz <span style="color:#00B000">[ das Sein, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>]</span> GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, die äquivalent, bzw. koinzident ist zur <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit <span style="color:#00B000">[ das Wesen, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>]</span> GOTTES “</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>. Diese Identität von Sein und Wesen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub> —</span>, bedeutet <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> konkret ''':''' die, für uns, notwendige Gegenwärtigkeit GOTTES, [ sein Dasein ], ist verwirklicht worden in der liebevollen [ Wesens-]Zuwendung GOTTES zu uns Menschen, in seiner Kindwerdung in Bethlehem, durch die Jungfrau MARIA ''':''' GOTTES Wesen ist ,Sein-mit-uns‘ ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''sein Name'', <span style="color:#00B000">[ sein Wesen ]</span>, ''ist IMMANUEL, das heiß übersetzt ''':''' GOTT-mit-uns''«, <small>({{Bibel | Matthäus Evangelium |1|23|EU}})</small></span>, der unsere Not-,wenden‘-wird, d.h. der uns und die Welt von der Korruption der Sünde und des Todes <span style="color:#4C58FF">,erlösen‘</span> will und wird.)</span> Die, von GÖDEL im 1. Beweisgang, als Prämissen schon vorausgesetzten und ,angenommenen‘ Perfektionen, bzw. Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(das sind die allgemeinen ,Transzendentalia‘ für alles Nicht-Göttliche in der Welt)</span>, werden im ersten Teil des 2. Beweisganges, mit Term :13: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>, dann auch als <span style="color:#FF6000">„positive Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#00B000">(als die ultimativen ,Transzendentalia‘)</span>, in GOTT ‚definitiv‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> bestätigt; <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, 2. Beweisgang, Anmerkung-2)</span>. Im 3. Beweisgang ist das Basis-Theorem-2 die ,modal‘ notwendige, bzw. transzendentale, Voraussetzung, sowohl für das <span style="color:#FF6000">„an sich notwendige Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, im Term :10:, als auch für die <span style="color:#FF6000">„für uns notwendige Existenz GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, sowohl in der Definition-3, als auch im Axiom-5; <span style="color:#00B000">(das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span> wird nur GOTT zugeordnet; vgl. auch Anhang, 3. Beweisgang, Anmerkung-4)</span>. Dieses Basis-Theorem-2 ist auch zugleich die Antwort auf die Frage nach dem ‚Ursprung‘ GOTTES ''':''' GOTT ist <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „ursprungslos“</span> ‚da‘, von <span style="color:#CC66FF">„Ewigkeit zu Ewigkeit“</span>, denn es ‚ist‘ sein <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, <span style="color:#00B000">(überzeitlich-ewig)</span> für uns immer schon ‚da‘ zu sein. Weitere ‚Einzelheiten‘ über Wesen und Eigenschaften GOTTES gehören in die Mystik, bzw. in die <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span>. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Bedeutung des Kalküls</span></div>=== <div class="center">Immanuel KANT und Kurt GÖDEL im ‚Dialog‘</div> KANT sagt ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>'''''Sein''' ist offenbar kein reales Prädikat''. ... ''Es ist bloß die'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Position'' <span style="color:#00B000">[ latinisiert, deutsch für ''':''' ,Setzung‘ ]</span> ''eines Dinges ... Nehme ich nun das Subjekt (Gott) mit allen seinen Prädikaten'' <span style="color:#00B000">[ d.h. Eigenschaften ]</span> ''(worunter auch die Allmacht gehört) zusammen, und sage ''':''' ‚'''Gott ist'''‘'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT existiert wirklich‘ ]</span>, ''oder ‚es ist ein Gott‘, so <u>setze</u> ich kein neues Prädikat'' <span style="color:#00B000">[ keine neue Eigenschaft ]</span> ''zum ‚Begriffe‘ von Gott ''':''''' <span style="color:#00B000">[ <span style="color:#0000FF; background-color:#FFFF00">‚Sein’ ist kein ‚reales Prädikat’ in GOTT</span>; ‚Existenz‘ ist in GOTT keine ‚Eigenschaft‘ ],</span> ... ''es kann daher zu dem Begriffe'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘ ]</span>, ''der bloß die'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Möglichkeit ausdrückt, darum, dass ich dessen Gegenstand'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck ''':''' er ist'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ist wirklich ]</span>'' ) <u>denke</u>, nichts weiter hinzukommen.'' <span style="color:#00B000">[ Beides ist ,bloß gedacht‘ '''!''' ]</span> ''Und so enthält das Wirkliche nichts mehr als das bloß Mögliche. Hundert ‚wirkliche‘ Taler enthalten nicht das mindeste <u>mehr</u>, als hundert ‚mögliche‘. Denn, da diese den'' <span style="color:#00B000">[ gedachten ]</span>'' ‚Begriff‘, jene aber den Gegenstand und dessen'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Position an sich selbst bedeuten, so würde, im Fall dieser'', <span style="color:#00B000">[ die 100, als ,wirklich‘ bloß gedachten Taler ]</span>, ''<u>mehr</u> enthielte als jener,'' <span style="color:#00B000">[ als ihr ‚gedachter‘ Begriff im Verstand, wie ΑNSELM von Canterbury für GOTT, als ‚wirklich‘ Existierenden, argumentierte, …''so würde'' ]</span> ''mein ‚Begriff‘'' <span style="color:#00B000">[ die 100 im Verstand ‚gedachten‘ Taler ]</span> ''nicht den ganzen Gegenstand ausdrücken, und also auch <u>nicht der angemessene Begriff</u> von ihm sein. Aber in meinem Vermögenszustande ist <u>mehr</u> bei hundert ‚wirklichen‘ Talern, als bei dem bloßen Begriffe derselben'', <span style="color:#00B000">[ als bei 100 bloß ‚gedachten‘ Talern ]</span> ... <span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000"><ref>‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 401; https://www.korpora.org/kant/aa03/401.html</ref></span>. GÖDEL würde darauf <span style="color:#00B000">(korrespondierend zur aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition von der Identität von Sein und Wesen in GOTT)</span> antworten ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>Die <span style="color:#FF6000">„100 Taler“</span> sind der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der'' <span style="color:#00B000">[ vergänglichen ]</span> ''Welt''«</span> entnommen, und sind daher nicht mit GOTT vergleichbar, der, <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer Welt, <span style="color:#FF6000">„über“</span> dieser Welt steht. Einzig und allein nur von GOTT gilt ''':''' Der mit Dingen aus unserer Welt ,nicht vergleichbare‘ GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">„existiert notwendig für uns“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, und <span style="color:#FF6000">„notwendiges Existieren, <u>Sein</u>“</span> ,ist‘ eine <span style="color:#FF6000">„positive <u>Wesen</u>seigenschaft“</span> in GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, weil GOTT aus sich <span style="color:#FF6000">„vollkommen“ <span style="color:#00B000">|</span> „perfekt“</span> ist, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#0000FF; background-color:#FFFF00">‚Sein‘ ist in GOTT ein ‚reales Prädikat‘</span>; <span style="color:#00B000">(notwendige ‚Existenz’ ist eine positive ‚Wesenseigenschaft’ in GOTT)</span>, und nur bei GOTT '''!''' Zum zeitlos-ewigen GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(als methodologische Prämisse)</span>, kann man sagen ''':''' Weil es, wegen Axiom-1 und Axiom-2, <span style="color:#FF6000">„widerspruchsfrei möglich"</span> ist, dass es ihn gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, darum ist dieser GOTT auch das ‚einzige‘ <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span>, das <span style="color:#FF6000">„notwendig aus sich“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, d.h. <span style="color:#FF6000">„grundlos“ <span style="color:#00B000">|</span> „unverursacht“</span> für uns immer schon ‚da’ ist und immer ,da’ sein wird; und zusätzlich gilt ''':''' Es gibt für jede mögliche Welt ‚nur‘ diesen einen GOTT ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx ∧ □∀y(Gy→x=y)'''‘ — </span><span style="color:#00B000">(Monotheïsmus)</span>; vorausgesetzt, man geht von der ,Existenz’ dieses GOTTES aus, wobei diese Annahme <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span> ist.<span style="color:#FF6000">«</span> Eine Beobachtung ''':''' KANT sagt, gleichsam als ,krönender‘ Abschluss seiner Widerlegung des, — von ihm so genannten —, ,ontologischen Gottesbeweises‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''Aber in meinem Vermögenszustande ist <u>mehr</u> bei hundert ‚wirklichen‘ Talern, als bei dem bloßen Begriffe derselben, (d.i. ihrer Möglichkeit).''<span style="color:#FF6000">«</span> Diese Feststellung KANTS entspricht jedoch genau der Argumentation ANSELMS ''':''' GOTT <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse et in re</big></span>“</span>, d.h. GOTT ,existiert auch in Wirklichkeit‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>quod maius est</big></span>“</span>, was <u>mehr</u> ist, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse solo in intellectu</big></span>“</span>, als nur ein bloßer Begriff ,im Verstand zu sein‘. Der ,Mehr-Wert‘ ergibt sich in beiden Fällen, sowohl bei den Talern als auch bei GOTT, aus der ,Wirklichkeit‘ ihrer Existenz, im Gegensatz zur bloßen, <span style="color:#00B000">(im Begriff gedachten)</span>, ,Möglichkeit‘ ihrer Existenz, so dass, in jedem Fall, der ,Begriff‘ im Verstand ohne Abstriche <span style="color:#FF6000">»</span>''den ganzen Gegenstand ausdrückt''<span style="color:#FF6000">«</span>, und von diesem auch <span style="color:#FF6000">»</span>''der angemessene Begriff''<span style="color:#FF6000">«</span> ist. Alles andere wäre eine ,Lüge‘. Mit dieser ,Beobachtung‘ ist das implizit ,Widersprüchliche‘ in KANTS Argumentation aufgedeckt ''':''' Das Wirkliche in KANTS Vermögenszustande enthält <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> als das bloß Mögliche, konträr zu seiner vorigen Behauptung ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''das Wirkliche''<span style="color:#FF6000">«</span> enthalte <span style="color:#FF6000">»'',nichts mehr‘</span> als das bloß Mögliche''<span style="color:#FF6000">«</span>. Diese Behauptung ist offensichtlich falsch. Das ist somit ein indirekter Beweis und damit eine Bestätigung für die analoge Argumentation ANSELMS aus dem Wiederspruch des Gegenteils, am Beispiel KANTS <span style="color:#FF6000">»</span>''Vermögenzustandes bei hundert wirklichen Talern''<span style="color:#FF6000">«</span>, in dem in Wirklichkeit <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> ist, <span style="color:#FF6000">»</span>''als bei dem bloßen Begriffe derselben''<span style="color:#FF6000">«</span>. <span style="color:#00B000">(Diese ,Beobachtung‘ ist zugleich auch das entscheidende Indiz dafür, dass das systembedingte Konzept KANTS von der ,Existenz‘, bzw. vom ,Sein‘ eines jeden Gegenstandes, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen bloße Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">d.i. als seine ,Setzung‘ bloß im- und durch den Verstand ,falsch‘ ist, — d.h. im Klartext ''':''' für KANT ist das ,Sein‘ eines Gegenstandes bloß ein ,Gedanke‘ in uns, wenn er meint, dass uns ein Gegenstand erst dann wirklich ,gegeben‘ sei, wenn wir uns den</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Gegenstand als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck : <u>er ist</u>) <u>denken</u>''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">was nur seiner System-Konzeption geschuldet sein kann. Auf Grund dieser Konzeption ist das</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Ding, wie es an sich selbst ist''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">für KANT systembedingt weder ,anschaubar‘, noch ,erkennbar‘. Diese falsche Konzeption über die ,Existenz‘, bzw. das ,Sein‘ eines Dinges, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen bloße Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">ist für KANT letztendlich auch die Beweisgrundlage und Voraussetzung für seine Ablehnung des ontologischen Argumentes für GOTT. Wenn das ,wirkliche‘ Sein eines Dinges nichts anderes ist, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen'' <span style="color:#00B000">[ bloß gedachte ]</span> ''Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">d.h. als seine ,mögliche‘ Setzung bloß im- und durch den Verstand, das ist das, als ,wirklich‘ bloß nur gedachte, Ding, dann</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''enthält''<span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">natürlich</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''das Wirkliche''<span style="color:#00B000">, [ als die bloß gedachte Existenz ],</span> ''nichts mehr als das bloß Mögliche''<span style="color:#00B000">, [ als der gedachte Begriff ]<span style="color:#FF6000">«</span>, was offensichtlich unhaltbar ist. <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] </span> ''':''' Wenn die Konsequenz einer Wenn-Dann-Folgerung ,falsch‘ ist, dann ist auch ihre Voraussetzung, das System-Konzept KANTS, ,falsch‘ ''':''' d.i. seine ,Kopernikanische Wende‘ für die Metaphysik, soweit sie sein ,Sein’-Konzept betrifft. Korrekt und ,wahr‘ ist in jedem Fall ''':''' Das Wirkliche enthält <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> als das bloß Mögliche, und die Dinge ,existieren‘ schon immer unabhängig von unserem Denken. ,Existenz‘, das ,Sein‘, ist <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span>, als bloß ein ,Gedanke‘ von uns.)</span> Somit ist die Argumentation KANTS gegen den ontologischen Beweis ANSELMS für GOTT ,falsch‘ und unhaltbar, weil sie auf der ,falschen‘ Voraussetzung beruht ''':''' die ,Existenz‘, bzw. das ,Sein‘ eines jeden ,Gegenstandes‘, — wie z. B. auch die Existenz bei GOTT —, sei bloß dessen gedachte ,Position‘ an sich selbst, d.h. bloß seine ,Setzung‘ im- und durch den Verstand. Damit ,macht‘ er GOTT außerdem zu einem ,Ding‘ unter den vielen ,Dingen‘ dieser Welt, und verkennt so, — wie vor ihm THOMAS von Aquin —, auch die Einzigartigkeit und Exklusivität GOTTES im Theorem ANSELMS. <div class="center">Die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> in der philosophischen Tradition</div> Wenn man die philosophische Tradition der <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> im Lichte der Ergebnisse der axiomatischen <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> GÖDELS liest, dann stellt sie sich am Beispiel bei ARISTOTELES, — AVICENNA, — ANSELM, und bei GÖDEL wie folgt dar ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Erstbewegende,'' (<span style="font-family: Times;"><big>,πρῶτον κινοῦν‘</big></span>), ''das, ohne selbst ‚bewegt‘ zu sein'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀκίνητον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''unverursacht, ,entstehungslos‘'' |</span> ), ''alles Übrige wie ein Geliebtes ‚bewegt‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,κινεῖ δὴ ὡς ἐρώμενον‘</big></span> <span style="color:#00B000"> | ''-verursacht, ,entstehen‘ lässt'' |</span> ), ''ist sowohl'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewiges ‚Wesen‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀΐδιον καί οὐσία‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''‚Substanz‘'' |</span> ), ''als auch'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewiges ‚wirksames, verwirklichendes Sein‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>‚ἀΐδιον καί ἐνέργεια οὖσα‘ = ‚actus purus‘</big></span><span style="color:#00B000"> | '',reine Tätigkeit‘'' |</span> ), … ''ersehnt'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ὀρεκτόν‘</big></span>), ''und erkennbar'', (<span style="font-family: Times;"><big>,νοητόν‘</big></span>), ... ''denn dies ist der ‚Gott‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,τοῦτο γὰρ ὁ θεός‘</big></span>), <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, ''der'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''Ewige'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀΐδιον‘</big></span>), — ''der Unvergleichliche'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἄριστον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''‚der Beste‘'' |</span> ), — ''der Lebendige'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ζῷον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ,''das Leben selbst‘'' |</span> ), — ... ''so sagen wir ja'', (<span style="font-family: Times;"><big>,φαμὲν δὴ‘</big></span>), — ...«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ARISTOTELES — Grieche)</span>. Der ‚Begriff’ <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, als ,Individuumname‘, ist synonym mit <span style="color:#FF6000">„göttliches ‚Da-Sein’“</span>, das sowohl <span style="color:#FF6000">„aus sich vollkommen“</span>, als auch <span style="color:#FF6000">„notwendig für uns“</span> ‚da‘ ist; <span style="color:#00B000">(das ist das, an sich, vollkommene ‚Was-Sein‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ — </span>, das zugleich, für uns, das notwendige ‚Da-Sein‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘</span> — ist)</span>; <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span>. Das ist der <u>angemessene Begriff</u> von GOTT, und gilt ‚nur‘ von GOTT. Weil GOTT <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span> ist, ist <span style="color:#FF6000">„Da-Sein“ <span style="color:#00B000">|</span> „GOTT-Sein“ <span style="color:#00B000">|</span> „Göttlichkeit“</span> das <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span>. Im Unendlichen, GOTT, sind <span style="color:#FF6000">„Essenz“</span> und <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> koinzident ,eins‘, und daher untrennbar, und <span style="color:#FF6000">»''darum ist GOTT das einzige ‚Sein’, das notwendig an sich ‚da‘ ist''«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ABU ALI SINA alias AVICENNA — Muslim)</span>. Der <span style="color:#00B000">(gedachte)</span> ‚Eigenschafts-Begriff‘ <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit (die Größe) GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(‚Perfektion‘, die Summe aller ‚positiven Eigenschaften‘ in GOTT)</span> schließt koinzident die ‚Eigenschaft’ <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz für uns“</span> mit ein ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. GOTT wäre nicht <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span>, wenn er nicht auch real für uns ‚da‘ wäre, wenn er nicht ,immer schon’ <span style="color:#FF6000">„existierte“</span>. ‚Sein’ ist <u>mehr</u> als ‚Nicht-Sein’. ,Sein’, bzw. ,Existenz’ gehört zu den ,Transzendentalia’ in GOTT. Das sind die <span style="color:#00B000">(ultimativen)</span> ,Wesenseigenschaften’ in GOTT. Der unendliche GOTT ist daher das <span style="color:#FF6000">»''vollkommenste Wesen, über das nichts ,Größeres‘ d.h. Vollkommeneres <u>mehr</u> ‚gedacht‘ werden kann''«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ANSELM von Canterbury — Christ)</span>. Der ‚Begriff’ <span style="color:#FF6000">„Perfektion GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, schließt koinzident das <span style="color:#FF6000">„notwendige Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘</span> —, für uns mit ein, ohne einen zeitlichen Anfang und ohne ein zeitliches Ende. Das ist die ‚zeitlos-ewige‘, an sich absolute, und <span style="color:#FF6000">„für uns notwendige Existenz GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Das ist ein ,regulär‘-mögliches Korollar im 2. Beweisgang aus Term :16: ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gy→Yy'''‘ —</span>, mit der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(Y:=E<sub>not</sub>) ]</span>, und der <span style="color:#4C58FF">[ FUB(y:=x) ]</span>; und auch ein ,regulär‘-mögliches Korollar im 3. Beweisgang ''':''' entsprechend der <span style="color:#FF6000">„logischen Implikation”</span> :: <span style="color:#4C58FF">[├ A ├ B ╞ A → B ]</span> von Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ — </span> und Term :05: <span style="color:#4C58FF"> —‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> aus diesem Beweisgang. In Worten ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''Angenommen, '' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> ''steht für den GOTT der Christen'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span>, ''dann existiert dieser GOTT'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span>, ''für uns notwendig'', <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span> <span style="color:#FF6000">«</span>.)</span> Der Unendliche, GOTT, ist <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer ‚vergänglichen‘, ,endlichen‘ Welt, welche prinzipiell vom dreidimensionalen Raum und von der unwiederbringlich ‚vergehenden‘ Zeit geprägt ist. Der ,GOTT der Christen‘ ist <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von dieser <span style="color:#FF6600">„vergehenden Raum-Zeit“, — »''jenes rätselhafte und anscheinend in sich widersprüchliche Etwas''« <span style="color:#00B000">(GÖDEL)<ref>Kurt GÖDEL, ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Eine Bemerkung über die Beziehungen zwischen der Relativitätstheorie und der idealistischen Philosophie‘</big></span>'', in P.A.SCHILPP (Hg.): ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Albert Einstein, Philosoph und Naturforscher‘</big></span>'', Seite 406</ref></span> —</span>. Ohne ‚Zeit‘ gibt es keinen zeitlichen Unterschied zwischen ‚Ursache‘ und ‚Wirkung‘, <span style="color:#00B000">(beides ist zeitlos ,eins‘)</span>, und so ist der zeitlos-ewige GOTT, der <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich ,existiert‘'' «</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ — </span>, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „ursprungslos“</span> für uns immer schon ‚da‘ ''':''' <span style="color:#00B000">(GÖDEL — ohne religiöses Bekenntnis)</span> Mit dem GÖDEL-Kalkül ist die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> auf eine ‚vernünftige Basis‘ gestellt worden, und ist somit für jeden Menschen nachvollziehbar, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>, wie obige Beispiele zeigen. '''Resümee :''' Das GÖDEL-Kalkül zeigt mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, was notwendig folgt, wenn die Axiome ‚wahr‘ sind, <span style="color:#00B000">(die Axiome bilden formal-syntaktisch <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span> ab)</span>, unter der Voraussetzung, dass die Axiome <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>'' Struktur''«</span> unserer Welt sind. Die ,Verifikation‘ der Axiome und Definitionen von GOTT und seiner Vollkommenheiten gelingt GÖDEL, — entsprechend seiner Unabhängigkeits-Bedingung —, durch den Aufweis ihrer Widerspruchsfreiheit ''':''' sie sind somit ,wahr‘ und, — im Kontext einer <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> —, auch ,annehmbar‘ in unserer ,realen‘ Welt ''':''' <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, 2. Beweisgang und Anmerkung-2)</span>. Er vermeidet damit den Fehler, der immer wieder im Diskurs über Gottesbeweise gemacht wird ''':''' GOTT mit seinen Geschöpfen zu vergleichen. Diese logisch-philosophische Rede von GOTT <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">»''ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen''«</span>)</span> hat eine <u>mehr</u> als zweitausendjährige Tradition hinter sich. Der <span style="color:#FF6000">„100-Taler-Gott“</span> des Philosophen KANT, hat heute, nachdem der Logiker und Systemtheoretiker GÖDEL sein System vorgelegt hat, an ‚Strahlkraft‘ verloren. Kurt GÖDEL ''':''' ::<span style="color:#FF6000">» ''Die theologische Weltanschauung'', <span style="color:#00B000">[ dass GOTT für uns immer schon ‚da‘ ist ]</span>, ''ist rein verstandesmäßig mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar'';«</span> <span style="color:#00B000">[ d.h. sie ist das ,Resultat‘ der, — vom Glauben geleiteten —, ‚theoretischen Vernunft‘, alias ‚reinen Vernunft‘, und nicht bloß das ‚Postulat‘ einer ‚praktischen Vernunft‘, wie KANT meint ]. <span style="color:#FF6000">»''Der'' <span style="color:#00B000">[ christliche ]</span> ''Glaube ist die ‚Pupille‘ im ‚Auge‘ unseres Verstandes.''«</span> (Heilige KATHARINA von Siena, Lehrerin der Kirche, Patronin Europas<ref>vgl. <span style="font-family: Times;"><big>''Gebet 7 ‚Für die neuen Kardinäle‘, Rom, 21. Dezember 1378,''</big></span> aus <span style="font-family: Times;"><big>''Caterina von Siena ,Die Gebete‘.''</big></span> Kleinhain 2019, online: https://caterina.at/werke/gebete/gebete-detailansicht/gebet-7.html</ref> )</span> Der sonst so rationale KANT, hier doch etwas emotionell, <span style="color:#00B000">(als wolle er die Ergebnisse im GÖDEL-Kalkül nicht wahr haben, die belegen, dass er sich bei GOTT geirrt, und die Funktion des christlichen Glaubens für die Philosophie falsch eingeschätzt hat)</span> ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span> ''Es war etwas ganz Unnatürliches und eine bloße Neuerung des Schulwitzes, aus einer ganz willkürlich entworfenen Idee das Dasein des ihr entsprechenden Gegenstandes selbst ausklauben zu wollen''<ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 403. https://www.korpora.org/kant/aa03/403.html</ref>.<span style="color:#FF6000">«</span> Für KANT, für die Scholastiker, <span style="color:#00B000">(und auch für uns)</span>, ist es natürlich ‚logisch‘, dass aus einem als ‚möglich’ gedachten Begriff, <span style="color:#FF6000">»</span>''aus einer ganz willkürlich entworfenen Idee''<span style="color:#FF6000">«</span>, keine Existenzaussage abgeleitet werden kann. <span style="color:#00B000">(Aus dem bloß gedachten Begriff ,goldene Berge‘ folgt natürlich nicht, dass es solche in Wirklichkeit auch gibt.)</span> In der philosophischen Tradition, die von ARISTOTELES herkommt, ist der Begriff <span style="color:#FF6000">»''GOTT''«</span> jedoch von allen anderen Begriffen so verschieden, so dass für GOTT diese Logik KANTS nicht mehr gilt. GOTT ist ,unvergleichlich‘ und ,einzigartig‘. Dazu der Kommentar von HEGEL ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Wenn KANT sagt, man könne aus dem Begriff'' <span style="color:#00B000">[ ‚GOTT‘ ]</span> ''die Realität nicht ,herausklauben‘, so ist da der Begriff als endlich gefasst''.« <span style="color:#00B000">[ In der Endlichkeit unserer Welt trifft die Logik KANTS zu, dass dem ‚Begriff‘ nicht ,notwendig‘ das ‚Sein‘ folgt, denn es gibt in ihr die ,Lüge‘, die das ,Wirklich-Sein‘ im Begriff bloß behauptet, ohne dass es ,in Wirklichkeit‘ zutrifft, was sie behauptet. Es gilt hier nach KANT ''':''' »''Sein ist kein reales Prädikat''«. Somit ist ]</span> »''...der Begriff ohne'' <span style="color:#00B000">[ reales ]</span> ''Sein ein Einseitiges und Unwahres, und ebenso das Sein, in dem kein Begriff ist'', <span style="color:#00B000">[ ist ]</span> ''das begrifflose Sein,'' <span style="color:#00B000">[ d.i. das relative ,Noch-Nicht-Begriffene‘ ]</span>.'' Dieser Gegensatz, der in die Endlichkeit fällt'' <span style="color:#00B000">[ im Endlichen zutrifft ]</span>, ''kann bei dem Unendlichen, GOTT, gar nicht statthaben''<ref>Georg Wilhelm Friedrich HEGEL, ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Ausführungen des ontologischen Beweises''</big></span>‘ in den ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Vorlesungen über die Philosophie der Religion vom Jahr 1831''</big></span>‘ . Hamburg 1966, Seiten 175 bzw. 174</ref>; <span style="color:#00B000">[ denn ,Begriff‘ und ,Sein‘ sind in dem Unendlichen, GOTT, untrennbar und real immer dasselbe. Auf Grund dieser ontologischen Identität ,personifiziert‘ und ,repräsentiert‘ GOTT die ,Wahrheit‘ ''':''' GOTT ist die ,Wahrheit‘. In GOTT, dem <span style="color:#FF6000">„Schöpfer der Welt“</span>, folgt dem ,Begriff‘ immer ,notwendig‘ das ,Sein‘ ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''GOTT sprach ''':''' Es werde ,Licht‘. Und es wurde Licht''«, <small>{{Bibel | Genesis |1|3|EU}}</small>;</span> oder auch ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Der Herr sprach, und sogleich geschah es; er gebot, und alles war da''«,</span> <small>{{Bibel | Psalm |33|9|EU}}</small>.]</span>«</span> Das Entscheidende bei der <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation des GÖDEL-Kalküls ist, dass der <span style="color:#00B000">(Begriff)</span> GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, nicht auf die Ebene seiner ,endlichen‘ Geschöpfe und unserer Welt gestellt wird, <span style="color:#00B000">(d.i. das ‚Universum‘ im ,Urknall‘, die ‚100-Taler‘, ein ‚Tsunami‘, auch ,einfache Modelle‘ von unserer Welt, etc.)</span>, und damit verglichen wird, sondern, dass der GOTT der Christen in seiner Einzigartigkeit und Besonderheit als <span style="color:#FF6000">»''der Unendliche''«</span> belassen und als <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer vergänglichen Welt, — als <span style="color:#FF6000">»''der Unvergleichliche''«</span> —, verstanden wird. <span style="color:#00B000">(Alle Kritiken des sog. ,ontologischen‘ Gottesbeweises übersehen die Einzigartigkeit und Besonderheit des <span style="color:#FF6000">»''Unendlichen''«</span>, und/oder wollen diese nicht ,wahr‘ haben.)</span> Auch THOMAS von Aquin ,verortet‘ den GOTT ANSELMS, — in seiner Kritik an dessen Theorem —, irrtümlich unter die ,Dinge‘ der uns umgebenden ,Natur‘, wenn er sagt ''':''' GOTT <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse in rerum natura</big></span>“</span>, d.h. wörtlich, dass GOTT ,in der Natur der Dinge <span style="color:#00B000">(unserer Welt)</span> existiert‘, und verkennt somit, — wie nach ihm auch KANT —, die ,Unvergleichlichkeit‘ GOTTES, <span style="color:#00B000">(vgl. STh I q.2 a.1 ad 2<ref>„Deus … illud quo maius cogitari non potest; non tamen propter hoc sequitur quod intelligat id quod significatur per nomen, esse in rerum natura; sed in apprehensione intellectus tantum.“ ——— »''GOTT ist'' (nach ANSELM) ''der, über den Größeres nicht mehr gedacht werden kann. Aber nicht deswegen, weil er'', (der Narr von Psalm 14.1, den ANSELM zitiert), ''das versteht, was durch diesen Namen,'' (bzw. mit dem Begriff ,GOTT‘ im Theorem ANSELMS), ''bezeichnet wird, folgt daraus'', (wie ANSELM meint), ''dass er auch versteht, dass er'', (dieser GOTT), ''auch in der ,Natur‘ der Dinge'' (unserer Welt) ''existiert''; <span style="color:#00B000">[ was ANSELM so nie gesagt hat ]</span>. ''Daraus folgt nur, dass er'', (als ,GOTT‘), ''bloß in der Auffassung seines Verstandes'', (d.h. nur im Denken des Narren als ,Begriff‘), ''existiert.''« ——— Hier ,verortet‘ THOMAS einerseits den unendlichen GOTT, von dem das Theorem ANSELMS spricht, irrtümlich unter die endlichen Dinge der uns umgebenden ,Natur‘, was sachlich dem theologischen Theorem der Unvergleichlichkeit GOTTES widerspricht, der nicht unter die Dinge unserer Welt eingereiht werden darf. Anderseits verliert er dadurch auch den ,Blick‘ für die Außerordentlichkeit und Besonderheit GOTTES, dessen Natur völlig verschieden und unabhängig von der ,Natur‘ unserer raum-zeitlichen Welt ist. GÖDEL beweist jedoch, mit ANSELM, weil es notwendig, ohne Widerspruch, (»''bloß in der Auffassung unseres Verstandes''«), möglich ist, dass GOTT existiert, ist es korrekt, daraus auch mit Notwendigkeit zu folgern, dass der Glaube des Erzbischofs ANSELM, und der Glaube seiner Anvertrauten, von der Wirklichkeit GOTTES, logisch richtig und sinnvoll ist; denn Möglichkeit und Wirklichkeit sind in GOTT koinzident ,eins‘. Das ist das Privilegium GOTTES allein, der einzigartig und unvergleichlich ist. Damit zeigt er auf, dass THOMAS die Unvergleichlichkeit und Einzigartigkeit GOTTES in seinem Vorhalt nicht bedacht hat; und außerdem ANSELM missverstanden hat.</ref>)</span>; jedenfalls hier in der Auseinandersetzung mit ANSELM. Dagegen spricht ANSELM im ,''<span style="font-family: Times;"><big>Proslogion</big></span>''‘, Seite 85f, nur von einem <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse et in re</big></span>“</span> GOTTES, d.h. dass GOTT ,auch in Wirklichkeit existiert‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>quod maius est</big></span>“</span>, was ,größer‘, bzw. ,mehr‘ ist, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse solo in intellectu</big></span>“</span>, als nur ,im Verstand zu sein‘; wobei die ,zeitlose-überzeitliche‘ Wirklichkeit <span style="color:#00B000">(Natur)</span> GOTTES jedoch völlig verschieden und <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen''«</span> Wirklichkeit <span style="color:#00B000">(die ,Natur‘)</span> der ,raum-zeitlichen‘ Welt der Dinge ist. Daher ist sie mit dieser auch nicht vergleichbar. GOTT ist <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span> und alle <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> in GOTT, <span style="color:#00B000">(die ultimativen ,Transzendentalia‘)</span>, sind koinzident ,eins‘, — ,fallen <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> in eins zusammen‘, und sind daher konvertierbar. Darum ist auch die Wirklichkeit GOTTES ,einzigartig‘ und ,unvergleichlich‘. Mit Korollar-3 ist die Exklusivität und Außerordentlichkeit GOTTES definitiv im Kalkül ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>. Der abendländische Monotheïsmus ist somit eine ,logische‘ Konsequenz aus den GÖDEL-Axiomen. <span style="color:#00B000">(Das <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Theorem von der ,Einzigartigkeit‘ und Exklusivität GOTTES, d.h. die exklusive Einheit von Essenz und Existenz, von Begriff und Sein, von Ursache und Wirkung, von Subjekt und Objekt, von Möglichkeit und Wirklichkeit, und aller Transzendentalien, ist, — nach HEGEL —, die Voraussetzung und Bedingung jeder Philosophie ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Die Einheit muss am Anfang der Philosophie stehen''«</span>; und ist zugleich auch ihr gesuchtes und bewiesenes Endergebnis und Ziel ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Diese Einheit muss auch das Resultat der Philosophie sein''«</span><ref>https://hegel-system.de/de/gottesbeweis.htm#hegels-kritik-an-kant</ref>, was hier im GÖDEL-Kalkül ,logisch‘ mit Korollar-3 verifiziert wird ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□(∃xGx ∧ ∀y(Gy→x=y))'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist exklusiv einzigartig''«</span>.)</span> Die Einzigartigkeit GOTTES bedingt die Koinzidenz, den inneren Zusammenhang aller seiner Vollkommenheiten und Zuschreibungen, <span style="color:#00B000">(Axiom-2)</span>, d.h. ihr paarweise, perspektivisches ,Zusammenfallen in eins‘ im Unendlichen, GOTT. Aus der Notwendigkeit aller positiven Eigenschaften und Zuschreibungen, <span style="color:#00B000">(d.h. aus den ultimativen Transzendentalien, Axiom-4)</span>, die in GOTT paarweise, koinzident ,eins‘ sind, <span style="color:#00B000">(Axiom-2)</span>, ist die Einzigkeit GOTTES für uns erschließbar, <span style="color:#00B000">(Korollar-3)</span>. Axiom-4 ist die erste, ,modal‘ <span style="color:#FF6000">„notwendige“</span>, d.h. die transzendentale Voraussetzung für Korollar-3. Wenn im Korollar-3 das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> z. B. für GOTT, dem ,Vater‘ der Christen, und das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''y'''‘ —</span> für GOTT, dem ,Sohn‘, d.h. für ,JESUS CHRISTUS‘ steht, bzw. für den ,HEILIGEN GEIST‘, <span style="color:#00B000">(den ,Dreifaltigen GOTT‘ der Christenheit)</span>; oder auch für die Gottesbezeichnung ,GOTT-ADONAI‘ der Juden, oder für die Gottesbezeichnung ,ALLAH‘ der Muslime steht, dann weist dieses Korollar, für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''∀y'''‘ —</span>, mit der ,ontologischen Identität‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x=y'''‘ —</span>, auf die ,Koinzidenz‘ des ,Dreifaltigen‘, bzw. auch auf den inneren Zusammenhang dieser Religionen hin. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Anhang : das GÖDEL-Kalkül</span></div>=== In der ,Legende zum GÖDEL-Kalkül‘ wird an einige Basics erinnert, und diese für die operative Praxis im anstehenden Kalkül adaptiert. {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">Legende zum GÖDEL-Kalkül</span></div> |- | <small> <math>\begin{align} \text{ ◇ :: konsistent ↔ widerspruchsfrei ↔ möglich ↔ denkbar, } & \text{ □ :: notwendig ↔ wirklich, für jede mögliche Welt ↔ exklusiv} \\ \text{logischer Meta-Term :: [ A ├ B ] ::} & \text{ „aus A folgt im Kalkül ,regulär‘ (├ ) B.“} \\ \text{ A, B sind Aussagen über Eigenschaften, (A ist keine Eigenschaft);} & \text{ die Aussage, z.B. in der Kalkül-Zeile 10, wird als ,Term :10:‘ bezeichnet} \\ \text{ AE ::} & \text{ Argument Einführung, Prämisse, Postulat } \\ \text{ Xx ::} & \text{ „X ist eine Eigenschaft der Individuum-Variable x.“ } \\ \text{ ¬PX ::} & \text{ „X ist keine positive Eigenschaft, ist keine Perfektion, ist nicht vollkommen.“ } \\ \text{ Instanz(X := Y) ::} & \text{ Substitution der Eigenschaft X durch die ,bestimmte‘ Eigenschaft Y } \\ \text{ (Eine ,Instanz‘ ist ein Exemplar aus einer Menge gleichartiger Dinge;} & \text{ hier die ,bestimmte‘ Eigenschaft Y, als Ersatz für das unbestimmte X.) } \\ \text{ FUB(x := y) ::} & \text{ Freie-Um-Benennung der Variable x in y } \\ \text{ Gx ::} & \text{ „Die Variable x steht für den GOTT der Christen.“ } \\ \text{ [ G(y) ├ ⱯyG(y) ] ::} & \text{ All-Operator-Einführung der Variable y für GOTT } \\ \text{ „Angenommen, die Variable y steht für GOTT, dann } & \text{folgt ,regulär‘ (├ ), dass auch jedes y im Kalkül für GOTT steht.“}\\ \text{[ ⱯXA(X) ├ A(X) ] ::} & \text{ All-Operator-Beseitigung für die substituierte Eigenschaft X } \\ \text{ „Wenn X durch eine ,bestimmte‘ Eigenschaft ,instanziiert‘ ist oder } & \text{wird, dann kann der All-Operator von X ,regulär‘ (├ ) beseitigt werden.“}\\ \text{ KOMM(↔) ::} & \;\text{[ (A↔ B) ↔ (B ↔ A) ] :: Kommutativgesetz für ( ↔ )}\\ \text{ DIST(□∧) ::} & \;\text{[ (□A ∧ □B) ↔ □(A ∧ B) ] :: Distributivgesetz für (□∧ )} \\ \text{ (hypothetischer Syllogismus, häufige logische Schlussregel) ::} & \;\text{[ A → B, A ├ B ] :: (Modus ponendo ponens), Abtrennregel.} \\ \text{ „Wenn es wahr ist, dass aus A ein B folgt, und wenn A wahr ist, } & \text{dann ist im Kalkül ,regulär‘ (├ ) ableitbar, dass auch B wahr ist.“} \\ \text{ (negativer hypothetischer Syllogismus) ::} & \;\text{[ A → B, ¬B ├ ¬A ] :: (Modus tollendo tollens)} \\ \text{ „Wenn es wahr ist, dass aus A ein B folgt, und wenn B falsch ist, } & \text{dann ist im Kalkül ,regulär‘ (├ ) ableitbar, dass auch A falsch ist.“} \\ \text{''KONDITIONALER BEWEIS“ ::} & \;\text{[ ├ A ├ B ╞ A → B ] :: (logische Implikation)} \\ \text{ „Angenommen, A ist ,regulär‘ Axiom oder Prämisse, und B ist im } & \text{Kalkül ,regulär‘ abgeleitet, dann ist ,bewiesen‘ ( ╞ ) : A impliziert B, ist wahr.“} \\ \text{''INDIREKTER BEWEIS“ ::} & \;\text{[ ├ ¬A → F ╞ A ] :: (Reductio ad absurdum)} \\ \text{ „Wenn im Kalkül aus ¬A ,regulär‘ eine Kontradiktion } & \text{F folgt, dann ist A ,bewiesen‘ ( ╞ ) : A ist ,wahr‘.“} \\ \end{align}</math> </small> |} A. FUHRMANN ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span> ''Eine Prädikatenlogik zweiter Stufe ist eine Logik, in der die Quantoren auch Eigenschaftsausdrücke <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">„Prädikate”</span>)</span> binden können''. <span style="color:#00B000">[ Die ,Prädikate‘ werden in einem Kalkül dieser Logik durch Definitionen ,bestimmt‘ ]</span>. ''Wir werden uns im folgenden recht frei einer dafür geeigneten formalen Sprache bedienen. Äußere Quantoren werden meist weggelassen und wir schreiben kurz'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Xx'''‘ — </span> ''bzw.'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ — </span> ''um auszudrücken, dass das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ — </span> ''die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ — </span> ''hat, bzw. dass die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ — </span> ''die höherstufige Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> ''<span style="color:#00B000">(für <span style="color:#FF6000">„positiv”</span>)</span> hat;'' <span style="color:#00B000"> [ wobei die Eigenschaft <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> als einzige im Kalkül ,unbestimmt‘ bleibt ]</span>. <span style="color:#FF6000">«</span><ref>A. FUHRMANN ‚''<span style="font-family: Times;"><big>‚G‘ wie Gödel. Kurt Gödels axiomatische Theologie</big></span>''‘, Seite 6, Anmerkung 3. Konform mit seinem Artikel in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Logik in der Philosophie</big></span>''‘ hg. v. P. SCHROEDER-HEISTER, W. SPOHN und E. OLSSON. 2005, Synchron, Heidelberg.</ref> Der All-Quantor für Eigenschaften, hier im GÖDEL-Kalkül der Prädikatenlogik zweiter Stufe, bindet die ,unbestimmte‘ Eigenschafts-Variable <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ —</span> ausschließlich nur in den Definitionen im 2. und 3. Beweisgang . <span style="color:#00B000"> (Im ersten Beweisgang gibt es keine Definition.)</span> Dieser All-Quantor wird dann jedes Mal in der Beweis-Durchführung durch die Substitution ''':''' <span style="color:#4C58FF"> [ Instanz(X:= ..) ]</span> mit ,bestimmte‘ Eigenschafts-Konstanten wie <span style="color:#4C58FF">— (X:= G) —</span>, bzw. <span style="color:#4C58FF">— (X:= ¬Y) —</span>, oder <span style="color:#4C58FF">— (X:= E<sub>not</sub>) —</span> ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> beseitigt ''':''' <span style="color:#4C58FF"> [ ⱯXA(X) ├ A(X) ]</span>; wobei die Eigenschafts-Konstante im Kalkül entweder als Zwischenergebnis ,regulär‘ abgeleitet, <span style="color:#00B000">(,errechnet‘)</span>, oder mit einer Definition schon ,bestimmt‘ worden ist. Die spezifische ‚Eigenschaft‘ einer Eigenschaft wird hier, in der formalen Syntax der Prädikatenlogik zweiter Stufe, als eine tiefer gestellte Abkürzung <span style="color:#00B000">(als Index)</span> an ihre Trägereigenschaft angehängt, wie z. B. ‚wesentlich‘, bzw. ‚essentiell‘ durch <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> —</span>, oder ‚notwendig‘ durch <span style="color:#4C58FF"> — <sub>not</sub> —</span>. In der Definition-3 steht der Term ''':''' <span style="color:#4C58FF"> —‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, um auszudrücken, dass das Individuum <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> notwendig <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span> die Eigenschaft ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>, für ,Existenz‘, hat, d.h. <span style="color:#FF6000">„das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> existiert notwendig”</span>. Der schon von GÖDEL indizierte Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">—‚'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> kann gelesen werden als ''':''' <span style="color:#FF6000">„Das Individuum <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> hat die Wesenseigenschaft, <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> — </span> ''':''' GOTT zu sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ </span>”</span>, statt der ,an sich‘ konformen, aber <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> etwas ungenauen Formulierung ''':''' <span style="color:#FF6000">„das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ist wesentlich göttlich”</span>; oder mit der Voraussetzung ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''→'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> deutlicher und <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> korrekt ''':''' <span style="color:#FF6000">„Wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für den GOTT der Christen, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, steht, dann ist GOTT-Sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(,Existenz‘)</span> das Wesen dieses GOTTES, <span style="color:#4C58FF">— <sub>ess</sub>‚'''x'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(,Essenz‘)</span> ”</span>; wobei, — entsprechend der ,methodologischen‘ Prämisse des Kalküls <span style="color:#00B000">(<span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ — </span> ''':''' das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> steht für den ,GOTT der Christen‘)</span> —, bei der Interpretation der Terme dieses besonderen Kalküls, die <span style="color:#4C58FF">„christliche Theologie”</span> für den Begriff <span style="color:#FF6000">„GOTT”</span>, Korrektur und die leitende Instanz ist. Dabei muss die Dreifach-Äquivalenz von <span style="color:#4C58FF"><span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span></span>berücksichtigt werden. Welche der drei Äquivalenzen, bzw. Lesearten von <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span> bei einem bestimmten Term im Kalkül zulässig ist, muss <span style="color:#4C58FF">„theologisch”</span> überprüft und evaluiert werden. Bei manchen können sogar alle drei Lesearten <span style="color:#4C58FF">„theologisch”</span> zulässig sein. Um philosophische, und sogar <span style="color:#4C58FF">„theologische”</span> Theoreme exakt zu formulieren, und untersuchen zu können, hat der Ausnahmelogiker GÖDEL ein Tor aufgestoßen, das uns ermöglichen kann, <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, und logisch objektiv nachprüfbar, in diesen Disziplinen zu argumentieren. Mit seiner modalen Prädikatenlogik zweiter Stufe, hat GÖDEL dem alten Wunsch eines Raimundus LULLUS, eines Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, eines Immanuel KANT, und anderer, nach einer nachprüfbaren ,Universalsprache‘ in den Geisteswissenschaften, entsprochen; analog zur Mathematik, als Universalsprache in den Naturwissenschaften. Der sog. ,Theorembeweiser‘ der Wissenschaftler Christoph BENZMÜLLER und Bruno WOLTZENLOGEL-PALEO, mit Hilfe eines Computers, ist die offensichtliche Folge aus diesem Quanten-Schritt GÖDELS. In der folgenden Neu-Kalkülisierung, wird jeder einzelne operative Logik-Schritt des Kalküls in der '''linken Spalte''' nummeriert und als Term-Ergebnis angezeigt, und in der '''rechten Spalte''' werden die dafür benötigten Term-Komponenten und die dabei angewendeten Logik-Regeln und -Gesetze dokumentiert. Am Anfang stehen die Ressourcen und das angestrebte Ziel des Beweisganges, <span style="color:#00B000">(das Theorem)</span>. Die GÖDEL Axiome und Definitionen, die Theoreme, die Zwischenergebnisse, das Endergebnis, und die logischen Meta-Terme, werden kontextabhängig interpretiert, <span style="color:#00B000">(angezeigt durch ,Interpretationspunkte‘ — :: —, falls nötig)</span>. Der jeweilige Beweisgang wird in den Anmerkungen ausführlich und umfassend kommentiert. Die Kalkül-Prämissen, <span style="color:#00B000">(AE: Argument Einführung)</span>, sind der modal-frei gewählte Einstieg in das Kalkül. Sie dokumentieren, zusammen mit dem angestrebten Beweis-Ziel, eine bestimmte Problemlage in einem externen Diskurs, der mit dem modalen Logik-System hier, formal-syntaktisch überprüft, und gegebenenfalls, verifiziert oder falsifiziert werden soll. Korollare sind einfache, logische Folgerungen aus dem jeweiligen Beweisgang ''':''' ====<div class="center"><span style="color:#660066">1. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 1, (Möglichkeitsbeweis)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe__________ „Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.1)} & \quad P \neg X \;\Longrightarrow\;\ \neg P\ X\ & \ & \text{„Wenn die Negation von X positiv ist, dann ist die Eigenschaft X nicht positiv“} \\ \text{(Axiom 2)} & \quad (P\ X \wedge \;\Box \;\forall x (\ X\ x \Longrightarrow \ Y\ x)) \Longrightarrow \ P\ Y & \ & \text{„Die Eigenschaften Y, die aus einer positiven Eigenschaft X modal} \\ \text{ } & \quad & \ & \; \; \text{notwendig folgen, sind auch positive Eigenschaften“} \\ \text{(Axiom 3)} & \quad P\ G \ & \ & \text{„Göttlichkeit, GOTT-Sein, ist eine pos. Eigenschaft“ ↔ „GOTT ist perfekt“} \\ \text{(Theorem 1)} &\quad P\ X \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{ (◇ :: „möglich“ ↔ „konsistent“ ↔ „denkbar“; □ :: „notwendig“) } \\ \text{ } & \text{„Positive Eigenschaften sind konsistent“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} & \quad P\ X \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, es gibt positive Eigenschaften, Perfektionen“} \\ \text{02} & \quad P\ X \;\Rightarrow\; \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, positive Eigenschaften sind nicht konsistent“} \\ \text{03} & \quad (\neg x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, nicht mit x identisch zu sein“ :: (ungleich)} \\ \text{04} & \quad (\ x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, mit x identisch zu sein“ :: (gleich)} \\ \text{05} & \quad \text{ ├ }\; \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:01:02:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B] :AE:} \\ \text{06} & \quad \neg\neg \Box \neg \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:05:[ ◇A ↔ ¬□¬A] :: (Modalregel)} \\ \text{07} & \quad \neg\neg \Box \neg\neg \forall x \neg X \ x \ & \ & \text{:06:[∃xA ↔ ¬Ɐx¬A] :: (Quantoren Regel)} \\ \text{08} & \quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall x \neg X \ x \ & \ & \text{:07:NEG :: [¬¬A↔A] :: (Gesetz der Aussagenlogik)} \\ \text{09} & \quad \Box \; \forall x \neg X \ x \Leftrightarrow\ W & \ & \text{:02:08:[(:02:↔W) → (├:08:↔W)] :: (Kalkülregel)} \\ \text{10} & \quad \Box \; \forall x \ X \ x \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:09:[(¬A↔W)↔(A↔F)] :: (Regel für Wahrheitswerte)} \\ \text{11} & \quad \ (\neg x = x ) \Leftrightarrow \ F \; \ & \text{ } & \text{Xx:03:Instanz(X:=(¬x=..)) ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{12} & \quad \Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \text{ } & \text{:10:11:[(:10:↔F) → (:11:↔F)] :: „ex falso sequitur quotlibet“} \\ \text{13} & \quad \ P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \ & \text{:01:12:[Konjunktion] :: [A, B ├ A∧B]} \\ \text{14} & \quad \ (P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow \; (\neg x = x))) \Rightarrow \; P (\neg x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(Y:=( ¬x= ..)) :: (Substitution für Eigenschaften)} \\ \text{15} & \quad \ P (\neg x = .. ) & \ & \text{:13:14:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{16} & \quad \ P (\neg x = .. )\;\Rightarrow\ \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{(A1.1):Instanz(X:=(x=..))}\\ \text{17} & \quad \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{:15:16:[Modus ponens]}\\ \text{18} & \quad \ (x = x ) \Leftrightarrow \ W \; \ & \ & \text{Xx:04:Instanz(X:=(x=..)) ⇒ Tautologie !} \\ \text{19} & \quad \Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \text{ } & \text{:10:18:[(:10:↔F) → (:18:↔W)] :: „ex falso sequitur etiam verum“} \\ \text{20} & \quad \ P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \ & \text{:01:19:[Konjunktion] :: [A, B ├ A∧B]} \\ \text{21} & \quad \ (P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x))) \Rightarrow \ P (x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(Y:=(x=..))} \\ \text{22} & \quad \ P (\ x = .. )\ & \ & \text{:20:21:[Modus ponens]}\\ \text{23} & \quad \text{ ├ }\; (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:17:22:[Konjunktion] ⇒ Kontradiktion !}\\ \text{24} & \quad \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \Rightarrow (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) & \ & \text{:05:23:[├A├B╞ A→B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''}\\ \text{25} & \quad \neg\neg \Diamond \; \exists x \ X \ x & \ & \text{:24:23:[Modus tollendo tollens] :: [A→B,¬B ├ ¬A]}\\ \text{26} & \quad \text{ ├ }\; \Diamond \; \exists x \ X \ x & \ & \text{:25:NEG; bzw. :05:23:[├¬A→F ╞ A] :: ''INDIREKTER BEWEIS''}\\ \text{27} & \quad \ P\ X \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:01:26:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{(Theorem 1)} & \;\text{„Positive Eigenschaften sind konsistent“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war !} \\ \text{28} & \quad \ P\ G \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{:27:Instanz(X:=G) } \\ \text{29} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{(A3):28:[Modus ponens]} \\ \text{(Korollar 1)} & \;\text{„Das Dasein GOTTES ist definitiv möglich“} & \ & \text{„Es ist denkbar, dass es GOTT gibt“} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-1 ''':''' <span style="color:#00B000">(Der Term <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, im Axiom-2 ist an sich überflüssig, da dieser hier als Prämisse :01: ohnehin ,angenommen‘ wird. Der Beweisgang kommt mit Axiom-2 auch ohne diesen Term zum selben Ergebnis, und verkürzt sich dann sogar um zwei Schritte ''':''' Zeile 13 und Zeile 20 sind dann unnötig.)</span> Der Beweisgang geht mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, prinzipiell von der Existenz eines GOTTES aus. Mit der Prämisse :01: <span style="color:#00B000">(hier im 1. Beweisgang)</span> postuliert GÖDEL vorerst allgemein, dass es <span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit, d.h. positive Eigenschaften''«</span> gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, ohne im Kalkül zu definieren, was darunter zu verstehen ist. Definiert wird dann <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, was eine <span style="color:#FF6000">»''wesentliche Eigenschaft''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(im Sinne von ,Transzendentalia‘)</span>; und mit Hilfe dieser Eigenschaft definiert GÖDEL <span style="color:#00B000">(im 3. Beweisgang)</span>, was eine <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, die er <span style="color:#00B000">(im selben Beweisgang)</span> axiomatisch mit den <span style="color:#FF6000">»''positiven Eigenschaften in GOTT''«</span> gleich setzt ''':''' Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> —‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. Erst im 2. Beweisgang wird mit Term :13:, nach einer <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, definitiv bewiesen <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>, dass die, von GÖDEL, hier postulierten, <span style="color:#00B000">(allgemeinen)</span>, positiven Eigenschaften, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, tatsächlich auch in GOTT <span style="color:#FF6000">»''positive Eigenschaften''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, sind; <span style="color:#00B000">(das sind die ultimativen ,Transzendentalia‘ in GOTT)</span>. Jetzt aber muss vorerst der ,Wunsch‘, bzw. die LEIBNIZ-Frage beantwortet werden ''':''' Ob, mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT''«</span> ,möglich‘ ist, der nach traditioneller Auffassung, <span style="color:#FF6000">»''ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ ist ]</span>, ''das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>, <span style="color:#00B000">(nach LEIBNIZ; was GÖDEL mit Definition-1 ,abbildet‘)</span>. Wenn man also beweisen will, dass die Existenz eines solchen ''<span style="color:#FF6000">»GOTTES«</span>'' ,möglich‘ sein soll, dann muss man beweisen, dass dieses postulierte System der <span style="color:#FF6000">»''positiven Eigenschaften in GOTT''«</span> formal ,widerspruchsfrei‘ ist. Das Ergebnis des 1. Beweisganges, das ,Theorem-1‘, <span style="color:#00B000">(,Erster Satz‘)</span>, fasst A. FUHRMANN zusammen als ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind konsistent''«</span>. Wenn sie nicht konsistent wären, käme es zu unlösbaren Widersprüchen, <span style="color:#00B000">(Term :24:)</span>. Einmal Axiom-1 und zweimal Axiom-2, <span style="color:#00B000">(das die Gleichwertigkeit aller positiven Eigenschaften nachdrücklich klarstellt)</span>, sichern hier die Konsistenz <span style="color:#FF6000">»''aller positiven Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ die ,Transzendentalien‘ ]</span>, ''in GOTT''«</span>. Die ,Gleichwertigkeit‘, <span style="color:#00B000">(,Äquivalenz‘)</span>, ist formal-syntaktisch daran erkennbar, dass die beiden Eigenschafts-Variablen <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ —</span> und <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''‘ —</span> im Axiom-2 für beliebige, unterschiedliche ,positive‘ Eigenschaften gegenseitig austauschbar, <span style="color:#00B000">(,konvertierbar‘)</span>, sind. Das heißt, dass beliebige, unterschiedliche ,positive‘ Eigenschaften, für die diese Variablen stehen, sich paarweise, wechselseitig ,implizieren‘, einschließen, und damit notwendig voneinander abhängen, d.h. koinzident ,eins‘ sind, konvertierbar, und somit gleichwertig sind; entsprechend dem Theorem von den Transzendentalia. Zu Term :29:, dem Korollar zu Theorem-1, notiert GÖDEL am 10. Feb. 1970, <span style="color:#00B000">(übersetzt von Joachim BROMAND)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''◇∃xG(x) besagt, dass das System aller positiver Eigenschaften kompatibel ist'',</span> <span style="color:#00B000">[ d.h. miteinander verträglich, weil ohne Widersprüche ].</span> <span style="color:#FF6000">''Dies ist ,wahr‘ auf Grund von Axiom-2,'' <span style="color:#00B000">[ weil alle positiven Eigenschaften, d.h. die Transzendentalien, koinzident gleichwertig und konvertierbar sind ]</span>.«</span> Darum ist es definitiv ,möglich‘, dass es diesen GOTT gibt, der <span style="color:#FF6000">»''alle Grade der Vollkommenheit in sich schließt''«</span> und <span style="color:#FF6000">»''über dem ,Größeres‘ nicht mehr gedacht werden kann''«</span>, und, in weiterer Konsequenz, ist der GOTT-Glaube deshalb ,notwendig‘ widerspruchsfrei, nach Theorem-3 ''':''' <u>Wenn</u> es ''<span style="color:#FF6000">»möglich, bzw. denkbar«</span>'' ist, dass es ''<span style="color:#FF6000">»GOTT«</span>'' gibt, <u>dann</u> folgt daraus ''<span style="color:#FF6000">»notwendig«</span>'' ''':''' es ist ,widerspruchsfrei‘, wenn man als Voraussetzung ,annimmt‘, dass es ''<span style="color:#FF6000">»GOTT wirklich, für jede mögliche Welt«</span>'' gibt ''':''' Term :11: im 3. Beweisgang. Der Wenn-Satz ist hier mit Korollar-1 bewiesen; der Dann-Satz wird im 3. Beweisgang bewiesen <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>. Die ontologische ,Identität‘, d.h. die ,Gleichsetzung‘, bzw. die ,Koinzidenz‘ von Strukturen, die in der Endlichkeit für uns verschieden sind, jedoch in dem Unendlichen, GOTT, paarweise, perspektivisch in eins zusammenfallen, wie ,Sein‘ und ,Wesen‘, wie ,Ursache‘ und ,Wirkung‘ usw., und auch die Äquivalenz und Austauschbarkeit der Transzendentalien, haben im GÖDEL-Kalkül die logisch-syntaktische Form einer, aus sich, ,modal‘ notwendigen Implikation zwischen zwei verschiedenen, gegenseitig austauschbaren Eigenschafts-Variablen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x(Xx→Yx)'''‘ —</span>. Dieses Term-Element stellt formal-syntaktisch die Gleichwertigkeit, <span style="color:#00B000">(Äquivalenz)</span>, bzw. die paarweise Koinzidenz aller ultimativen Eigenschaften und Zuordnungen in GOTT dar; sowohl hier im Axiom-2, als auch in der Definition-2 im 2. Beweisgang, über die ,Wesenseigenschaften‘, mit jeweils verschiedenen, frei umbenennbaren Individuum-Variablen. Die wechselseitige Austauschbarkeit der noch ,unbestimmten‘ Eigenschafts-Variablen ist formal äquivalent zur freien Umbenennung der noch ,unbestimmten‘ Individuum-Variablen ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ FUB(x:=y) ]</span>. Der formale, gegenseitige, allgemeine Austausch der Eigenschafts-Variablen, bzw. die formale Gleichsetzung der positiven allgemeinen Eigenschaften, kann, auf Grund der Äquivalenz aller Vollkommenheiten, auch dann noch durchgeführt werden, wenn eine Eigenschafts-Variable durch eine Definition oder eine Schlussfolgerung ,bestimmt‘ worden ist, und dadurch zu einer Eigenschafts-Konstante, d.h. zu einer ,bestimmten‘ Eigenschaft geworden ist. Das ist z. B. bei einer instanziierenden Substitution der Fall ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=..) ]</span>. Das ist eine spezifische Eigenheit der GÖDEL-Axiomatik. Da die Variable <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT steht, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(im Korollar-1)</span>, ist die Eigenschaft ''':''' ''<span style="color:#FF6000">„nicht mit x identisch zu sein“</span>'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">(¬x=..)</span>, d.h. das <span style="color:#FF6000">„Ungleichsein“</span>, das <span style="color:#FF6000">„Anderssein“</span> GOTTES, <span style="color:#00B000">(Prämisse :03:)</span>, die entscheidende Voraussetzung und Norm für jeden Diskurs über GOTT ''':''' um der <span style="color:#FF6000">„Unvergleichlichkeit“</span> GOTTES gerecht zu werden, darf GOTT niemals mit etwas aus der ''<span style="color:#FF6000">»zufälligen Struktur der Welt«</span>'' verglichen, d.h. gleich gesetzt werden. Der Term :18: <span style="color:#4C58FF">(x=x) ↔ W</span> erinnert dagegen an die Selbstbezeichnung des GOTTES-JHWH in Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin‘''«</span>. Zum Term :03: notiert A. FUHRMANN ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span> ''Die Notation'' <span style="color:#4C58FF">(¬x=..)</span> ''für die Eigenschaft ''':''' <span style="color:#FF6000">„nicht mit x identisch zu sein“</span>'', <span style="color:#00B000">[ d.h. <span style="color:#FF6000">„Ungleichheit“, „Anderssein“</span>, bzw. die Notation <span style="color:#4C58FF">(x=..)</span> für den Existenzmodus-Perfektion ''':''' <span style="color:#FF6000">„Gleichheit“, „Idendität“</span> ]</span>, ''ist suggestiv und informell und ersetzt hier einen formal korrekten Abstraktionsausdruck wie'' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y)</span>, <span style="color:#00B000">[ bzw. <span style="color:#4C58FF">λy.(x=y)</span> ]</span>. ''Für die formal korrektere Notation bedarf es der zusätzlichen Vereinbarung, dass der Ausdruck'' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y)</span> ''gleichbedeutend sei mit dem Ausdruck'' <span style="color:#4C58FF">¬λy.(x=y)</span>. ''Diese Vereinbarung ist harmlos, da wir aufgrund der Regel der λ–Konversion'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">λy.Xy.x ↔ Xx</span>, <span style="color:#00B000">[ mit der <span style="color:#4C58FF">Instanz(X:=(¬x=..))</span> ]</span>, ''so schließen dürfen'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y).x ↔ ¬x=x ↔ <span style="color:#00B000">¬(x=x)</span> ↔ ¬λy.(x=y).x</span> .<span style="color:#FF6000">«</span> <ref>A. FUHRMANN a.a.O. Seite 7, Anmerkung 4 (von mir korrigiert und ergänzt)</ref> In der Kalkül-Zeile 29 wird das Korollar-1 durch einen <span style="color:#4C58FF">[ Modus ponens ]</span> mit Axiom-3 von der Kalkül-Prämisse-Term :01: ,abgekoppelt‘, d.h. es ist nicht mehr vom Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span> logisch abhängig. Korollar-1 behält aber die bewiesene Widerspruchsfreiheit von Theorem-1, und ist dann nur mehr von Axiom-1 und Axiom-2 abhängig, was für das Theorem-ANSELMS am Schluss entscheidend ist. Erklärung zu Term :05: Das Ergebnis einer Logik-Operation zwischen Prämissen ist ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> den Prämissen zuzurechnen. ====<div class="center"><span style="color:#660066">2. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 2, (,Basisbeweis‘)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe____________„Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.2)} & \quad \neg P\ X \;\Longrightarrow\;\ P\neg X\ & \ & \text{„Wenn X nicht positiv ist, dann ist die Negation ¬X positiv“} \\ \text{(Axiom 3)} & \quad \ P\ G \ & \ & \text{„Göttlichkeit, GOTT-Sein, ist eine pos. Eigenschaft“ ↔ „GOTT ist perfekt“} \\ \text{(Axiom 4)} & \quad \ P\ X \;\Longrightarrow\; \Box \; \ P\ X \ & \ & \text{„Positive Eigenschaften sind notwendig aus sich positiv“} \\ \text{(Definition 1)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \forall X(\ P \ X \Longrightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{„x ist genau dann GOTT, wenn x alle positiven Eigenschaften hat“} \\ \text{(Definition 2)} & \quad \ X_{ess}\ x \;\Leftrightarrow X\ x \wedge \forall Y \left(\ Y\ x \Rightarrow \Box \; \forall y (\ X\ y \Rightarrow \ Y\ y)\right) & \ & \text{„X ist genau dann eine wesentliche Eigenschaft von x, wenn x sie hat, und} \\ \text{ } & \quad & \text { } & \;\;\text{alle anderen Eigenschaften Y von x notwendig aus dieser Eigenschaft X folgen“} \\ \text{[RM]} &\quad \ A \;\Longrightarrow\;\ B\; \text{ ├ }\;\Box \; A \Longrightarrow\;\Box\; \ B\ & \ & \text{( :: Modales Prinzip)} \\ \text{(Theorem 2)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{(,G‘ :: „Göttlichkeit“ ↔ „GOTT“ ↔ „Dasein GOTTES“)} \\ \text{ } &\;\text{„Das Wesen GOTTES ist Dasein“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} &\quad \ G\ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, x steht für den GOTT der Christen“} \\ \text{02} &\quad \ Y\ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, GOTT hat die Eigenschaften Y“} \\ \text{03} &\quad \neg P\ Y & \ & \text{ AE: „Angenommen, die Y in GOTT sind nicht positiv“} \\ \text{04} &\quad \neg P \ Y \Rightarrow \ P \neg Y\ & \ &\text{(A1.2):Instanz(X:=Y) :: (Substitution für Eigenschaften) } \\ \text{05} &\quad \ P \neg Y \ & \ & \text {:03:04:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B] } \\ \text{06} &\quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ &\text{(D1):01:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{07} &\quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ &\text{:06:[ⱯXA(X) ├ A(X)] :: (Quantorenregel)} \\ \text{08} &\quad \ P \neg Y \Rightarrow \neg Y \ x\ & \ &\text{:07:Instanz(X:=¬Y)} \\ \text{09} &\quad \neg Y \ x\ & \ &\text{:05:08:[Modus ponens]} \\ \text{10} &\quad \text{ ├ }\; (Y\ x \wedge \neg Y \ x) \;\Leftrightarrow\;\ F\ & \ & \text{:02:09:[Konjunktion] ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{11} &\quad \neg P\ Y \; \Rightarrow \; (Y\ x \wedge \neg Y \ x )\ & \ &\text{:03:10:[├A├B ╞ A → B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''} \\ \text{12} &\quad \neg\neg P\ Y \ & \ &\text{:11:10:[Modus tollendo tollens] :: [A → B,¬B├ ¬A]} \\ \text{13} &\quad \text{ ├ }\; P\ Y \ & \ &\text{:12:NEG; bzw. :03:10:[├¬A→F ╞ A] :: ''INDIREKTER BEWEIS'' :AE:} \\ \text{14} &\quad \ P\ Y \;\Rightarrow\;\Box \; \ P\ Y \ & \ & \text{(A4):Instanz(X:=Y)} \\ \text{15} &\quad \Box \; \ P\ Y \ & \ & \text{:13:14:[Modus ponens]} \\ \text{16} &\quad \ G \ y \Rightarrow \ Y \ y\ & \ &\text{:01:02:[├A├B ╞ A→B]:FUB(x:=y)} \\ \text{17} &\quad \text{ ├ }\; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:16:[G(y) ├ ⱯyG(y)]} \\ \text{18} &\quad \Box \; \ P\ Y \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:13:17:[├A├B ╞ A→B]:[RM]} \\ \text{19} &\quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:15:18:[Modus ponens]} \\ \text{20} &\quad \ Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:02:19:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{21} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ G \ x & \ &\text{:20:01:[Konjunktion] :: [A, B├ A ∧ B]} \\ \text{22} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ X \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ X \ x\;\Leftrightarrow\; X_{ess}\ x \ & \ &\text{(D2):KOMM(↔):KOMM(∧):[ⱯYA(Y) ├ A(Y)] wegen :13:} \\ \text{23} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ G \ x\;\Leftrightarrow\; G_{ess}\ x \ & \ &\text{:22:Instanz(X:=G)} \\ \text{24} & \quad \text{ ├ }\; G_{ess}\ x \ & \ &\text{:21:23:[Modus ponens]:AE: wegen :30:} \\ \text{25} &\quad \ G\ x \;\Rightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{:01:24:[├A├B ╞ A→B] :: Theorem 2.1} \\ \text{26} &\quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ &\text{(D1):01:[Modus ponens] } \\ \text{27} &\quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ &\text{:26:[ⱯXA(X) ├ A(X)]} \\ \text{28} &\quad \ P \ G \Rightarrow \ G \ x\ & \ &\text{:27:Instanz(X:=G)} \\ \text{29} &\quad \text{ ├ }\; G \ x\ & \ &\text{(A3):28:[Modus ponens]} \\ \text{30} &\quad \ G_{ess}\ x \;\Rightarrow \ G \ x\ & \ &\text{:24:29:[├A├B ╞ A→B] :: Theorem 2.2 } \\ \text{31} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{:25:30:[Konjunktion]:BIKONDITIONAL :: [(A→B) ∧ (B→A) ↔ (A↔B)] } \\ \text{(Theorem 2)} &\; \text{„Dasein, GOTT-Sein, ist das Wesen GOTTES“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war ! } \\ \text{32} &\quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ (x = y))\ & \ & \text{:19:Instanz(Y:=(x=..))} \\ \text{33} &\quad \ G\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ (x = y))\ & \ & \text{:01:32:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{(Korollar 2)} & \;\text{„Es gibt notwendig höchstens einen GOTT“} & \ & \text{„Wenn es GOTT gibt, dann gibt es für jede mögliche Welt nur einen GOTT“} \\ \end{align}</math> </small> |} <span style="color:#00B000"><small>(In den Kalkül-Zeilen 16, 18, 31 mussten zwei-, und in Zeile 22 drei Kalkül-Schritte, d.h. Logik-Operationen in eine Zeile zusammengezogen werden, weil der Parser dieser speziellen Mathematik-Funktion in Wikibooks jedes Mal wegen Puffer-Überlauf abstürzt, wenn zu den bestehenden Zeilen noch eine neue Zeile zusätzlich eingefügt wird. Das vermindert etwas die Transparenz des Kalküls.)</small></span> Anmerkung-2 ''':''' <span style="color:#00B000">(Dieser Beweisgang kommt auch ohne das ,unbestimmte‘ Konjunkt <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Xx'''‘ —</span> in der Definition-2 zum gleichen Ergebnis, und wird dadurch um eine Zeile verkürzt ''':''' Zeile 21 entfällt, und <span style="color:#4C58FF">[ KOMM(∧) ]</span> ist unnötig. Dieses Konjunkt wird hier ebenfalls schon in der Kalkül-Prämisse :01: <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx'''‘ —</span>, als ,Annahme‘ gesetzt, vorentschieden und ,bestimmt‘ mit der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=G) ]</span>. Es war also logisch korrekt, dass GÖDEL, in seiner Notiz vom 10. Feb. 1970 zum ontologischen Beweis, dieses Konjunkt weggelassen hat, was ihm von Kommentatoren als ein Flüchtigkeitsfehler angerechnet worden war. Der gesamte 2. Beweisgang bewegt sich im Geltungsbereich der Prämisse Term :01:, d.h. ist in jeder Zeile von der Annahme abhängig ''':''' die Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''x'''‘ —</span> steht für den GOTT der Christen. In der Kalkül-Zeile 33 wird mit Korollar-2 diese Abhängigkeit, für den Term :32:, explizit dargestellt.)</span> Der Beweisgang geht mit der Prämisse :01: prinzipiell, als Voraussetzung, von der Existenz eines GOTTES aus. Im 1. Beweisgang wurde bewiesen, dass die von GÖDEL ,postulierten‘ <span style="color:#FF6000">»''allgemeinen positiven Eigenschaften, Vollkommenheiten, Perfektionen'', <span style="color:#00B000">[ die sog. ,Transzendentalien‘ ]</span> ''konsistent''«</span>, d.i. widerspruchsfrei sind. Hier, in diesem Beweisgang wird nun die Prämisse vom 1. Beweisgang, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PX'''‘ —</span>, im Bezug auf GOTT hinterfragt ''':''' Gibt es auch in GOTT so Etwas, wie <span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit, Positives, Perfektes''«</span> '''?''' Die ,Annahme‘ jedoch, dass es <span style="color:#FF6000">»''in GOTT keine Vollkommenheit, nichts Positives, nichts Perfektes''«</span> <span style="color:#00B000">(keine Transzendentalien)</span> gibt, <span style="color:#00B000">(Prämisse Term :03:)</span>,<span style="color:#4C58FF"> — ‚'''¬PY'''‘ —</span>, d.h. dass die <span style="color:#00B000">(wesentlichen)</span> Eigenschaften in GOTT keine <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> seien, führt aber zu einem unlösbaren Widerspruch, <span style="color:#00B000">(Term :10:)</span>. Mit Term :13:, als 1. Hauptergebnis, ist damit, — als ,neue‘ Prämisse, <span style="color:#00B000">(ersetzt Term :03:)</span> —, definitiv ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ , d.h. es ist ,wahr‘)</span>, dass alle Eigenschaften, die hier mit <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''‘ —</span> symbolisiert werden, <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaften“</span>, d.h. <span style="color:#FF6000">„Perfektionen“</span> sind, von denen das Kalkül ,annimmt‘, <span style="color:#00B000">(Prämissen Term :01:, Term :02: und speziell Term :16:)</span>, dass der GOTT der Christen sie besitzt. Alle ,Wesenseigenschaften‘ in GOTT ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, die durch den Term :13:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —, </span> dargestellt werden, sind somit <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span><span style="color:#00B000">, (,ultimative Transzendentalien‘, aller ,Grade‘)</span>. Damit ist definitiv ‚bestätigt‘, <span style="color:#00B000">( ╞ , es ist ,wahr‘)</span>, was mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, schon ‚angenommen‘ worden ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„GOTT ist perfekt; er hat alle positiven Eigenschaften“</span>; und auch Definition-1 ist damit ,verifiziert‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">„GOTT ist genau deswegen GOTT, weil er, als GOTT, positive Eigenschaften aller Grade in sich schließt“</span>; entsprechend dem Quelltext bei LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>. Immer vorausgesetzt, <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man glaubt an GOTT ''':''' <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. <span style="color:#00B000">(Der ,Schlüsselbegriff‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span> ist der ,Schlüssel‘ zur Erkenntnis, dass GOTT ,notwendig‘, sowohl ,wesentlich‘ für uns, als auch an sich ,grundlos‘, immer schon ,da‘ ist.)</span> Hier, <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, hat Axiom-1, <span style="color:#00B000">(im Term :04:)</span>, sicher gestellt, dass die Eigenschaften in GOTT, <span style="color:#00B000">(Definition-1; Term :06:)</span>, tatsächlich <span style="color:#FF6000">„ultimativ positiv, perfekt und vollkommen“</span> sind ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>. Das GÖDEL-Axiom-1 bezieht seine ,Potenz‘ aus dem Prinzip vom ,auszuschließenden‘ Widerspruch ''':''' eine Eigenschaft kann nicht zugleich ,positiv‘ und ,nicht positiv‘ sein '''!''' Formal lässt sich das 2. Hauptergebnis, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''↔'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> ''':''' schon aus Term :23: in diesem Beweisgang mit der <span style="color:#4C58FF">[ Vereinfachung ] :: [ A∧B ├ B ]</span> ohne Weiteres ,regulär‘ ableiten, — analog zu den Vorgehensweisen bei A. FUHRMANN und G.J. WIRSCHING. <span style="color:#00B000">(Beide Aussagen dieser ,Konjunktion‘ sind ,gleichwertig‘, daher partizipiert das Theorem-2 auch am Ergebnis der Widerspruchsfreiheit von Term :13:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>, dem 1. Hauptergebnis.)</span> Der hier gewählte, etwas längere Weg zum Ergebnis, soll die innere Struktur und Abhängigkeit der Ergebnisse von bestimmten Voraussetzungen offen legen, und ihren ,Zweck‘ verdeutlichen. Die beiden Hauptergebnisse im Basisbeweis gehen vom vorgefundenen und traditionell vorgegebenen Begriff von ,GOTT‘ aus, <span style="color:#00B000">(Term :06:, Term :16: und Term :26:)</span>. Das ,bewiesene‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> 1. Hauptergebnis, hier im 2. Beweisgang, Term :13: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''die Eigenschaften in GOTT sind vollkommen, d.h. sind die ultimativen Transzendentalia''«</span>, rechtfertigt, bzw. verifiziert sowohl Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, als auch die Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span>, für die Annahme ''':''' den ,GOTT der Christen‘, der als GOTT alle Grade der Vollkommenheit in sich schließt. Und das ebenfalls ,bewiesene‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> 2. Hauptergebnis, hier im selben Beweisgang, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''↔'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''das Wesen GOTTES ist sein eigenes Sein''«</span>, rechtfertigt, bzw. verifiziert sowohl Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, als auch die Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, für die Wesenseigenschaft ''':''' ,notwendige Existenz‘, und widerlegt den Einwand KANTS, für den Spezialfall ''':''' GOTT. Zwei Axiome und zwei Definitionen von GOTT und seinen Vollkommenheiten werden durch die Ergebnisse im Basisbeweis des GÖDEL-Kalküls in unserer realen Welt als ,wahr‘, <span style="color:#00B000">(genauer als ,widerspruchsfrei‘)</span>, und, — im Rahmen des christlichen Glaubens —, als ,annehmbar‘ bestätigt. <span style="color:#00B000">(Anmerkung zu Term :24: ''':''' eine Prämisse ist regulär-,modal‘ immer ,frei‘ wählbar.)</span> Zusammengefasst heißt das ''':''' die ,strittige‘ Begründung der ,methodologischen‘ Prämisse des GÖDEL-Kalküls ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Prämisse, Term :01:)</span>, weil <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Korollar-1)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> steht für den GOTT der Christen, für den es ohne Widerspruch denkbar ist, dass es ihn gibt''«</span>, <span style="color:#00B000">(ANSELMS Prinzip, trotz der ,Warnung‘ KANTS)</span>, ist ,wahr‘ und für uns ,annehmbar, denn es ist auch, auf Grund der Ergebnisse des 2. Beweisganges, in unserer realen Welt ,wahr‘ und ,annehmbar‘, weil schon als ,widerspruchsfrei‘ verifiziert ''':''' der GOTT der Christen <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span> ,existiert‘ für uns ,notwendig‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(d.i. das ,regulär‘-mögliche Korollar sowohl im 2. als auch im 3. Beweisgang)</span>, denn dieser GOTT ist aus sich ,vollkommen‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PG'''‘ —</span>, und zu seiner ,Vollkommenheit‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span> gehört auch notwendig sein ,Existieren‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. <span style="color:#00B000">(Jeder dieser Terme ist im Geltungsbereich der Prämisse Term :01: als ,wahr‘ und ,annehmbar‘ bewiesen.)</span> Das ist der ,Kern‘ des ontologischen Arguments, und somit ist auch diese ,strittige‘ Begründung der Prämisse des GÖDEL-Kalküls mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span>, d.h. sie ist logisch ,richtig‘ und, im Kontext des christlichen Glaubens, vernünftig. Die Annahme des Gegenteils zu dieser Prämisse ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es ist undenkbar, dass es diesen GOTT gibt''«</span>, führt jedoch, unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung, zu einem Widerspruch — ist unlogisch und daher ,falsch‘, <span style="color:#00B000">(siehe Anhang ''':''' Widerlegung)</span>. Die Behauptung einer ,formalen Unentscheidbarkeit‘ zu den Annahmen über die Existenz GOTTES, ob oder nicht, <span style="color:#00B000">(d.h. ein ,methodologischer‘ Agnostizismus)</span>, ist gegen jede ,Logik‘; und ist auch ,falsch‘. Denn aus dem, im Kalkül abgeleiteten, Widerspruch aus der einen Annahme, und damit ihrer Unrichtigkeit, folgt notwendig die Richtigkeit der gegenteiligen Annahme. Damit ist eine klare Entscheidung getroffen. Mit dem 2. Hauptergebnis, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#FF6000">»'',Dasein‘ ist das ,Wesen‘ GOTTES''«</span>, folgt die GÖDEL-Axiomatik der philosophisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition der ,Rede von GOTT‘ seit ARISTOTELES, und schließt sich damit formal-syntaktisch zugleich auch der religiösen Überzeugung der Christen an, die glauben, dass GOTT, als unser Vater, aus Liebe, in seinem Sohn, JESUS CHRISTUS, für uns immer schon <span style="color:#FF6000">»''da''«</span> ist, <span style="color:#00B000">(der Sohn ist koinzident ,eins‘ mit GOTT, dem Vater und dem GEIST)</span>, wirksam in und durch seine <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span>, im HEILIGEN GEIST, bis ans Ende der Zeit. Das ist das, <span style="color:#FF6000">»''was''«</span> GOTT eigentlich für uns ausmacht, — die Selbstmitteilung seines unergründlichen Wesens in den Sakramenten der <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‘אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֑ה‚</big></span> <span style="color:#00B000">| ‚eh'jeh asher eh'jeh‘ |</span> <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin da für euch und für immer, als der ich ''<span style="color:#00B000">[ immer schon gewesen ]</span> ''bin''«</span>; <span style="color:#00B000">(d.i. das <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span>-exegetische ,Axiom‘ der Christen, und die <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> korrekte Explikation der ,regulären‘ Kalkül-Prämisse Term :01: <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx'''‘ —</span>, jeweils im 2. und 3. Beweisgang)</span>. Das heißt aber nicht, dass der Autor des Kalküls sich mit diesem Glauben identifiziert hat, <span style="color:#00B000">(,hat‘ er auch nicht)</span>, oder dass der Leser des ontologischen Beweises von Kurt GÖDEL sich damit identifizieren muss, wenn er dessen <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> anerkennt. Zur erweiterten <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Explikation der Kalkül-Prämisse ''':''' Die <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ist das ,Meisterwerk‘ GOTTES ''':''' In ihr ist es GOTT gelungen, etwas Göttliches und Unzerstörbares in unsere korrupten Welt einzupflanzen ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Etwas Göttliches existiert notwendig, d.h. ,unzerstörbar‘ in unserer Welt''«</span>. Sie ist, durch die Menschwerdung des GOTTES Sohnes, JESUS CHRISTUS, dessen <span style="color:#4C58F0">„Leib“</span> die <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ist, untrennbar mit Menschen verbunden, die schon, von allem Anfang an, und jetzt immer noch, durch die Sünde korrumpiert sind. Mit ihr will und wird GOTT unsere Welt und die Menschheit, bis ans Ende der Zeit, von der Sünde und von deren Konsequenz, dem <span style="color:#00B000">(ewigen)</span> Tod <span style="color:#4C58FF">„erlösen“</span>, <span style="color:#00B000">(jedoch nicht ohne die Zustimmung des Menschen)</span>. Mit dieser Explikation wird die Tragweite des ontologischen Arguments ANSELMS, und damit auch die <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Relevanz der GÖDEL-Axiomatik erkennbar. Immer vorausgesetzt, <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man glaubt an GOTT, <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. ====<div class="center"><span style="color:#660066">3. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 3, (ANSELMS Theorem)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe___________________„Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 5)} & \quad P\ E_{not}\; \ & \text { } & \text{„Notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft“} \\ \text{ } & \text{( :: Das ist nur dann wahr, wenn ,Dasein‘ und ,Wesen‘ } & \ & \text{( :: dagegen KANT : ,Existenz‘ ist keine ,Eigenschaft‘,} \\ \text{ } & \;\;\text{in eins zusammenfallen ! ARISTOTELES : Theorem-2)}\ & \ & \;\;\text{,Sein‘ ist für alles, was existiert, kein ,reales Prädikat‘ ! )} \\ \text{(Definition 1)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \forall X(\ P \ X \Longrightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{„x ist genau dann GOTT, wenn x alle positiven Eigenschaften hat“} \\ \text{(Definition 3)} & \quad \ E_{not}\ x \;\Longleftrightarrow\;\ \forall X \left(\ X_{ess}\ x \Longrightarrow \Box \; \exists y \ X\ y \right) & \ & \text{„Notwendige Existenz ist genau dann eine Eigenschaft von x, wenn} \\ \text{ } & \quad & \ & \;\;\text{alle wesentl. Eigenschaften von x notwendig instanziiert sind“} \\ \text{(Korollar 1)} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{„Es ist widespruchsfrei möglich, dass es GOTT gibt“} \\ \text{(Theorem 2)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ &\text{„Dasein, GOTT-Sein, Existenz ist das Wesen, die Essenz GOTTES“} \\ \text{(Korollar 2)} &\quad \ G\ x \;\Longrightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y))\ & \ &\text{„Wenn es GOTT gibt, dann gibt es notwendig nur einen GOTT“} \\ \text{(Theorem 3)} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \;\Longrightarrow\; \Box \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{( :: ANSELMS Prinzip)} \\ \text{ } & \text{„Weil es widerspruchsfrei möglich ist, dass es GOTT gibt,} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{ } & \;\;\text{ist der Glaube, dass es GOTT wirklich gibt, widerspruchsfrei“} \\ \text{01} & \quad \ G \ x\ & \ & \text{ AE: „Angenommen, x steht für den GOTT der Christen“} \\ \text{02} & \quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{(D1):01:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{03} & \quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ & \text{:02:[ⱯXA(X) ├ A(X)] :: (Quantorenregel)} \\ \text{04} & \quad \ P \ E_{not}\;\Rightarrow \ E_{not}\ x\ & \ & \text{:03:Instanz(X:= Enot) :: (Substitution für Eigenschaften)} \\ \text{05} & \quad \ E_{not}\ x\ & \ & \text{(A5):04:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B]} \\ \text{06} & \quad \forall X \left(\ X_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ X\ y \right) & \ & \text{(D3):05:[Modus ponens]} \\ \text{07} & \quad \ X_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ X\ y & \ & \text{:06:[ⱯXA(X) ├ A(X)]} \\ \text{08} & \quad \ G_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ G\ y & \ & \text{:07:Instanz(X:= G)} \\ \text{09} & \quad \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{(Th2):01:[Modus ponens]} \\ \text{10} & \quad \text{ ├ }\;\Box \; \exists x \ G\ x & \ & \text{:08:09:[Modus ponens]:FUB(y:=x) :: (Freie-Um-Benennung der Var.)} \\ \text{ } & \text{„Es gibt GOTT wirklich, für jede mögliche Welt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{1. Hauptergebnis !} \\ \text{11} & \quad \;\Diamond \exists x \ G \ x \;\Longrightarrow \; \Box \; \exists x \ G\ x & \ & \text{(K1):10:[├A├B ╞ A→B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''} \\ \text{(Theorem 3)} & \;\text{„Weil es widerspruchsfrei möglich ist, dass es GOTT gibt,} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war ! 2. Hauptergebnis ! } \\ \text{ } & \;\;\text{ist der Glaube, dass es GOTT wirklich gibt, widerspruchsfrei“} \\ \text{12} & \quad \;\Box \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y))\ & \ &\text{(K2):01:[Modus ponens]} \\ \text{13} & \quad \;\Box \; (\exists x \ G\ x \wedge \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y)))\ & \ & \text{:10:12:[Konjunktion]:DIST(□∧)} \\ \text{(Korollar 3)} & \;\text{„Es gibt notwendig genau nur einen GOTT“} & \ & \text{„Es gibt für jede mögliche Welt nur den GOTT der Christen“} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-3 ''':''' <span style="color:#00B000">(Ein Theorem und zwei Korollare, aus den beiden vorhergehenden Beweisgängen, werden hier, im 3. Beweisgang, zu ,Axiomen‘, die das Theorem-ANSELMS und sein Korollar mit-verifizieren und bestätigen.)</span> Dieser Beweisgang ist das Ziel aller Bemühungen. Hier wird der sog. ,ontologische Gottesbeweis‘ nach ANSELM von Canterbury formal-syntaktisch dargestellt und als logisch nachvollziehbar von GÖDEL bestätigt. Damit hat er aber auch klar gestellt, dass der ontologische Beweis ANSELMS kein Beweis für die ,Existenz‘ des GOTTES der Bibel sein kann, bzw. sein ,will‘ ''':''' Denn mit der Prämisse, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(Term :01:, wie auch schon im ,Basisbeweis‘, und ausformuliert hier in Term :02:, mit der Definition für GOTT)</span>, wird mit dem traditionellen, abendländischen ,GOTT-Glauben‘, der ,glaubt‘, dass der Gott der Christen tatsächlich existiert, — methodologisch als ,Annahme‘ —, der Beweisgang schon regulär und explizit eröffnet, aus dem sich dann, logisch korrekt, mit Hilfe der GÖDEL-Axiome und Definitionen, das ,Theorem ANSELMS‘ ergibt; <span style="color:#00B000">(hier jedoch, mit Günther J. WIRSCHING, ohne den Umweg bei GÖDEL über das modale Axiom-BECKER ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇□A→□A'''‘ —</span>, das André FUHRMANN recherchiert hat)</span>. GÖDEL verwendet zur Darstellung des sog. ,ontologischen Gottesbeweises‘ nach ANSELM die Struktur eines modal-logischen Kalküls. Ein modal-logisches Kalkül ist ein genau geregeltes Schema, in dem bei bestimmten ,Annahmen‘ <span style="color:#00B000">(Axiome, Definitionen, Prämissen)</span> etwas anderes als das Vorausgesetzte auf Grund des Vorausgesetzten mit Notwendigkeit folgt. Entsprechend der ,Modalität‘ der sechs ,modal‘ notwendigen Voraussetzungen, hier, für den 3. Beweisgang, die in den <span style="color:#00B000">(und durch die)</span> beiden vorhergehenden Beweisgängen schon als ,modal‘ wahr, bzw. als annehmbar verifiziert und/oder ,bewiesen‘ wurden, sind auch die beiden ,Schlusssätze‘ <span style="color:#00B000">(Theorem-3 und Korollar-3)</span> ,modal‘ wahr, bzw. annehmbar '''!''' Die Wahl der Prämisse :01: dagegen ist nicht ,modal‘ notwendig, sondern beruht auf einer freien Entscheidung, und damit ist auch ihre Interpretation eine freie Entscheidung, mit der Voraussetzung, dass man das Kalkül mit Theoremen aus der <span style="color:#4C58FF">„christlichen Theologie“</span> evaluieren, und damit interpretieren will. Dazu berechtigt die Genese des Kalküls. Der Glaube an den GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, beruht immer auf einer freien Entscheidung. Das Kalkül, als solches, unabhängig von jeder Interpretation seiner Syntax, ist genau dann ,allgemein‘ <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, d.h. ,ist allgemein gültig‘, wenn es gültigen Logik-Regeln folgt. Die Bestimmung seiner Syntax jedoch, d.h. seine Interpretation, unterliegt hermeneutischen Kriterien, die nicht von Logik-Regeln abhängen, wie hier ''':''' <span style="color:#FF6000">»''(unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt). Nur dann sind die Axiome wahr''«</span>, wie GÖDEL selbst hinzufügt. Mit der, — von GÖDEL eingeforderten —, ‚Unabhängigkeit‘ der Kalkül-Axiome von der zufälligen Struktur der Welt, wird implizit für das Kalkül auch festgelegt, dass <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> ‚unabhängig‘ von der zufälligen <span style="color:#00B000">(Raum-Zeit-)</span>Struktur unserer vergänglichen Welt, und daher ,zeitlos-ewig‘ ist, <span style="color:#00B000">(was <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> korrekt ist)</span>, begründet durch Definition-1 und Axiom-3. Aus der zeitlosen Ewigkeit GOTTES folgt, dass GOTT, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „grundlos“</span>, für uns immer schon ‚da‘ ist, denn bei Zeitlosigkeit gibt es keinen ,zeitlichen‘ und damit auch keinen ,ontologischen‘ Unterschied zwischen ‚Ursache‘ und ‚Wirkung‘. Beides ist dann koinzident ,eins‘ ''':''' wie ,Wesen‘ und ,Dasein‘ in GOTT, bzw. wie ,Begriff‘ und ,Sein‘, oder ,Möglichkeit‘ und ,Wirklichkeit‘. <span style="color:#00B000">(Man vergleiche damit auch die ,postulierte‘ Einheit von ,Erkenntnisobjekt‘ und ,Erkenntnissubjekt‘ im ,Gott‘ des ARISTOTELES ''':''' im <span style="color:#FF6000">»<span style="color:#00B000">[ selbstbewussten ]</span> ''Erkennen seiner Erkenntnis''<span style="color:#00B000">[-Tätigkeit ]</span>«<span style="color:#00B000"> | </span>„<span style="font-family: Times;"><big>νοήσεως νόησις</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„noêseôs noêsis“</span> <small>(‚<span style="font-family: Times;"><big>''Metaphysik''</big></span>‘ XII 9, 1074b34)</small>, im Vollzug seiner Funktion als ,unbewegtes Bewegungsprinzip‘, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„prôton kinoûn akinêton“</span> der Welt, das alles Übrige <span style="color:#FF6000">»''wie ein Geliebtes''«<span style="color:#00B000"> | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὡς ἐρώμενον</big></span>“</span> | <span style="color:#FF6000">„hôs erômenon“</span> bewegt; d.h. christlich ''':''' <span style="color:#FF6000">»''aus Liebe''«</span> ,entstehen‘ lässt.)</span> Anmerkung-4 ''':''' Das <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span> schon bewiesene Theorem-2, d.i. die Koinzidenz von <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> in GOTT, <span style="color:#00B000">(‚Existenz‘</span> und <span style="color:#00B000">‚Essenz‘)</span>, rechtfertigt sowohl Axiom-5 als auch die Definition-3, und widerlegt den Einwand KANTS. Somit ist deren Setzung <span style="color:#00B000">(hier, im 3. Beweisgang)</span> korrekt, und durch das Theorem-2 schon vorbestimmt und bestätigt, d.h. beide sind ,wahr‘ und annehmbar, da sie durch die Gültigkeit von Theorem-2 ,verifiziert‘ worden sind. Damit wird klar erkennbar, dass das Theorem-2 tatsächlich die Basis des GÖDEL-Kalküls ist. Und wenn damit Axiom-5 im GÖDEL-Kalkül ‚gerechtfertigt‘ ist, dann ist auch, <span style="color:#00B000">(als Voraussetzung dafür)</span>, das Axiom-4 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX → □PX'''‘ — ''':''' </span> <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ ,Transzendentalia‘ ]</span>, ''sind notwendig aus sich'', <span style="color:#00B000">[ von Natur aus ]</span>, ''positiv''«</span>, im 2. Beweisgang erklärbar, in dem die ‚Positivität‘, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, einer Eigenschaft schon als ‚notwendig‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, charakterisiert worden ist, äquivalent zu Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, in dem die ‚Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span>, <span style="color:#00B000">(der Existenz <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>)</span>, dann als ‚positive‘ Eigenschaft, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ‚bestimmt‘ wird; <span style="color:#00B000">(unter der speziellen Voraussetzung, dass <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> definitiv als eine <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> in GOTT ,instanziiert‘ ist; vgl. Definition-3. Eine ,bestimmte‘ Eigenschaft ist genau dann ,instanziiert‘, wenn sie an einem Träger real ,existiert‘. Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, besagt, dass die, von GÖDEL postulierte, <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz“</span> zu den ,ultimativen‘ Transzendentalia in GOTT gehört. Genauer ''':''' Sie ist die ,Summe‘ aller Transzendentalia.)</span> Zum Axiom-4, <span style="color:#00B000">(bzw. zum Term :14:, im 2. Beweisgang)</span>, erklärt GÖDEL in seinen Notizen zum Kalkül ''':''' <span style="color:#FF6000">»''da es'' <span style="color:#00B000">[ das Notwendigsein, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span> ]</span> ''aus der Natur der'' <span style="color:#00B000">[ positiven ]</span> ''Eigenschaft folgt'', <span style="color:#00B000">[ deren Positivität, im selben Beweisgang, mit Term :13: vorher schon ,bewiesen‘ (╞ ) worden ist ]</span>«</span>. Der Unendliche, GOTT, — im Glauben der Christen —, ist deswegen ,notwendig für uns da‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, weil er als GOTT ,vollkommen‘, ,perfekt‘ und absolut ,positiv‘, d.h. absolut ,gut allein‘ ist, ohne jede Negativität ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>; <span style="color:#00B000">(was auch schon im 2. Beweisgang mit Term :13: verifiziert wurde)</span>. Und wenn GOTT ,vollkommen‘, ,perfekt‘, ,positiv‘, und absolut ,gut‘ ist, dann ist er das auch ,notwendig aus sich‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG → □PG'''‘ — ::</span> <span style="color:#00B000">(als Zusatz-Korollar im 2. Beweisgang mit Axiom-4 und der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=G) ]</span>)</span>, d.h. ,aus seinem Wesen‘. Das ist gerade das, ,was‘ GOTT als GOTT ausmacht ''':''' sein ,Wesen‘, bzw. seine <span style="color:#FF6000">„Natur“</span>. Zusammen mit der Definition-1 für GOTT, <span style="color:#00B000">(und der Definition-2 ''':''' Alle Wesenseigenschaften hängen notwendig gleichwertig aus sich zusammen)</span>, ist dieses, aus der <span style="color:#FF6000">„Natur“</span> GOTTES sich ergebende, ‚Notwendigsein‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, aller ‚positiven‘ Eigenschaften im Axiom-4, und ihr logischer Zusammenhang, d.i. die Koinzidenz aller ,Vollkommenheiten‘ im Unendlichen, GOTT, ihr ,Zusammenfallen in eins‘, die entscheidende Voraussetzung, aus der sich dann für GÖDEL <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span> auch der logische Zusammenhang, bzw. die ontologische Identität, <span style="color:#00B000">(die Koinzidenz)</span>, von <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> in GOTT, im Basis-Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> mit Notwendigkeit ergibt. Das Theorem-2 ist dann, in weiterer Folge, die ,modal‘ notwendige, d.h. die transzendentale Voraussetzung auch für den Konsequenz-Teil im Theorem ANSELMS, <span style="color:#00B000">(Term :09: hier im 3. Beweisgang)</span>. <span style="color:#FF6000">„Positive Eigenschaften“<span style="color:#00B000"> | </span>„Vollkommenheiten“</span> sind ,immer‘ auch <span style="color:#FF6000">„notwendige Eigenschaften“</span>, daher ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. Das ,Dasein‘, die <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> ist ,immer‘ etwas <span style="color:#FF6000">„Positives“</span>, speziell in GOTT, dem Schöpfer jeder ,Existenz‘, bzw. allen ,Seins‘. Axiom-4 begründet im GÖDEL-Kalkül das Basis-Theorem-2, und ,verankert‘ dieses Theorem damit zugleich in der <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span>-philosophischen Tradition der ,Rede von GOTT‘ bei ARISTOTELES, — AVICENNA, — ANSELM, — DESCARTES, — LEIBNIZ, — HEGEL, — und bei GÖDEL mit äußerster ,logischer‘ Klarheit. Anmerkung-5 ''':''' Der ‚Schlüsselbegriff‘ in diesem Kalkül ''':''' <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“<span style="color:#00B000"> | </span>„Perfektion“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span>, dominiert alle Axiome des GÖDEL-Kalküls, jedoch ohne inhaltlich genauer ‚bestimmt‘ worden zu sein. Für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> gibt es keine explizite Definition '''!''' <span style="color:#00B000">(Das Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span>, besagt nur, dass die ,postulierten‘, positiven Eigenschaften, die <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span>, formal miteinander verträglich, d.h. ‚widerspruchsfrei‘ sind, wegen Axiom-2. Axiom-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX ∧ □∀x(Xx→Yx)→PY'''‘ —</span>, besagt, dass positive Eigenschaften ,gleichwertig‘ sind, d.h. gleich ,wahr‘ sind, weil sie ,notwendig‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, aus sich, alle paarweise mit- und voneinander ,impliziert‘ sind, sich gegenseitig ,einschließen‘, und damit eine Einheit bilden, d.h. in GOTT ,eins‘ sind. Axiom-2 ist somit zugleich eine ,indirekte‘ Definition für ,positive‘ Eigenschaften ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>. Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span>, besagt ''':''' Weil die ,gleichwertigen‘, positiven Eigenschaften sich gegenseitig implizieren, und damit notwendig von einander abhängen, d.h. koinzident in GOTT ,eins‘ sind, — wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT steht —, sind sie somit auch die ,wesentlichen‘ Eigenschaften, die <span style="color:#FF6000">„ultimativen Transzendentalia“</span>, in GOTT, der, wesentlich und exklusiv, notwendig ,Einer‘ ist. Fußnote zu Definition-2 in der GÖDEL-Notiz ''':''' <span style="color:#FF6000">»''any two essences of x are nec. equivalent''«</span>. Die paarweise, notwendige Äquivalenz von zwei beliebigen Wesenseigenschaften der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span>, wird hier, spezifisch für GOTT, d.h. wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT, dem einen, steht, zur <span style="color:#FF6000">„Koinzidenz“</span>, — zum paarweise ,Zusammenfallen in eins‘ —, dem inneren Zusammenhang aller seiner <span style="color:#FF6000">„ultimativen“</span> Vollkommenheiten, d.h. aller <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> und Zuschreibungen, in dem Unendlichen, GOTT.)</span> In den entscheidenden ‚Schlusssätzen‘ des Kalküls ist der ‚Schlüsselbegriff‘ verschwunden. Hier ist nur mehr von GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, die Rede ''':''' Korollar-1, <span style="color:#FF6000">„Es ist definitiv denkbar, dass es GOTT gibt“</span>, Theorem-2, <span style="color:#FF6000">„Dasein, GOTT-Sein, Göttlichkeit ist das Wesen GOTTES“</span>, Theorem-3, <span style="color:#FF6000">„Weil GOTT definitiv denkbar, d.h. widerspruchsfrei möglich ist, darum ist auch der Glaube an GOTT widerspruchsfrei, logisch richtig und mathematisch evident, der annimmt, dass es GOTT, mit Notwendigkeit, wirklich gibt“</span>, <span style="color:#00B000">(nach ANSELM von Canterbury, und was spezifisch das <span style="color:#FF6000">»</span>''Privilegium der Gottheit allein''<span style="color:#FF6000">«</span> ist, nach LEIBNIZ)</span>, und Korollar-3, <span style="color:#FF6000">„Es gibt notwendig aus sich, d.i. unverursacht, nur einen GOTT“</span>. Das GÖDEL-Kalkül ist zu diesen Erkenntnissen gekommen, ohne die Eigenschaften, bzw. die ‚Vollkommenheiten‘ GOTTES, d.h. wer oder was GOTT ‚an sich‘ selbst ist, genauer bestimmen zu müssen, <span style="color:#00B000">(was ,für uns‘ ohnehin ,unmöglich‘ ist)</span>; außer im Theorem-2, in dem das <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> GOTTES als die ‚für uns‘ bestimmende und wichtigste <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> in GOTT erkannt worden ist, — immer vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man ‚glaubt‘ an den zeitlos-ewigen GOTT ''':''' <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. Der GOTT des GÖDEL-Kalküls ist nicht mehr der an Raum und Zeit gebundene ‚Gott‘ des ARISTOTELES, sondern der von Raum und Zeit <span style="color:#FF6000">»''unabhängige''«</span> GOTT der Bibel bei ANSELM und bei LEIBNIZ. Das GÖDEL-Kalkül, <span style="color:#00B000">(wie ja auch der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘ ANSELMS)</span>, kann jedoch, — bei aller ‚Coolness‘ —, keinen GOTT-Glauben ‚erzeugen‘, sondern setzt vielmehr die Existenz GOTTES schon als notwendig gegeben voraus. Das Kalkül des Logiker GÖDEL beweist aber, dass der traditionelle ‚GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span>, mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span>, d.h. logisch ,richtig‘ und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span> ist, weil der ‚Nicht-GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die atheistische Weltanschauung''«</span>, im Möglichkeitsbeweis notwendig zu unlösbaren Widersprüchen führt, und somit logisch ,falsch‘ ist. <span style="color:#00B000">(Die ,Logik‘ hat aber, — bekanntlich —, bei allen wichtigen, persönlichen Entscheidungen immer nur eine untergeordnete Rolle '''!''' )</span> Anmerkung-6 ''':''' Das erste, ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleitete, Hauptergebnis im 3. Beweisgang, Term :10: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' die ,notwendige‘ Existenz GOTTES, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse, Term :1: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>. Dieses erste Hauptergebnis hat also den überlieferten, traditionellen GOTT-Glauben zur Voraussetzung, und ist daher davon ,abhängig‘. Das zweite Hauptergebnis im 3. Beweisgang, das Theorem ANSELMS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, dagegen, ist die Darstellung der Abhängigkeit des ersten Hauptergebnisses von dem, vorher schon bewiesenen, ,Axiom‘ von der ,möglichen‘ Existenz GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, dem Korollar-1 aus dem 1. Beweisgang, und hat nicht mehr den überlieferten, traditionellen GOTT-Glauben zur Voraussetzung, und ist daher auch nicht mehr davon abhängig. Dazu die Feststellung LEIBNIZ‘ ''':''' ::Das Theorem ANSELMS ist <span style="color:#FF6000">»''ein unvollständiger Beweis, der etwas voraussetzt, was man noch hätte beweisen sollen, um ihm mathematische Evidenz zu verleihen — nämlich, dass man dabei stillschweigend voraussetzt, diese Vorstellung des durchaus großen oder durchaus vollkommenen Wesens sei möglich und enthalte keinen Widerspruch'' «</span>. Diesen unvollständigen Beweis hat GÖDEL im 1. Beweisgang mit dem ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleiteten, und als widerspruchfrei bewiesenen, Korollar-1 vervollständigt. Dieses Korollar ist nur vom logischen Axiom-1 und von der mathematischen Äquivalenz der Perfektionen, <span style="color:#00B000">(der Transzendentalia)</span>, im Axiom-2 ,abhängig‘, und nicht mehr von der methodologischen Kalkül-Prämisse, dem traditionellen GOTT-Glauben. Damit hat das Theorem ANSELMS die gesuchte <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> erreicht. Zusammenfassung ''':''' Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind konsistent''«</span>, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse im 1. Beweisgang, Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, den, — <u>modal-frei</u> — gewählten, ,angenommenen‘ positiven Eigenschaften. Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT-Sein ist das Wesen GOTTES''«</span>, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse im 2. Beweisgang, Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, dem, — <u>modal-frei</u> — gewählten, ,angenommenen‘ GOTT-Glauben der Christen. Im Unterschied dazu ist im 3. Beweisgang, im Theorem-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, der Glaube, dass es einen GOTT notwendig gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, die logische Konsequenz aus dem, — <u>modal-notwendig</u> — als widerspruchsfrei ,bewiesenen‘, Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, im 1. Beweisgang, <span style="color:#00B000">(auch im Beweisgang ,Widerlegung‘ im Anhang)</span>. Somit ist das Theorem ANSELMS, mit Korollar-1, nur vom logischen Axiom-1 der Widerspruchsfreiheit, und der paarweisen, mathematischen Äquivalenz beliebiger positiver Eigenschaften, <span style="color:#00B000">(aller Transzendentalia)</span>, im Axiom-2, abhängig. Damit ist die Bedingung für die geforderte, spezielle <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span>, und auch für die Widerspruchsfreiheit im Theorem ANSELMS erfüllt; unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. ====<div class="center"><span style="color:#660066">Widerlegung</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDEL-Kalkül : der Möglichkeitsbeweis als Widerlegung des Nicht-GOTT-Glaubens</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe_____________ „Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.1)} & \quad P \neg X \;\Longrightarrow\;\ \neg P\ X\ & \ & \text{„Wenn die Negation von X positiv ist, dann ist X nicht positiv“} \\ \text{(Axiom 2)} & \quad \Box \;\forall x (\ X\ x \Longrightarrow \ Y\ x) \Longrightarrow \ P\ Y & \ & \text{„Die Eigenschaft Y in allen x, die aus der Eigenschaft X in allen x} \\ \text{ } & \quad & \ & \; \; \text{mit modaler Notwendigkeit folgt, ist eine positive Eigenschaft“} \\ \text{(Korollar-1)} &\quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{ } \\ \text{ } & \text{„Es ist möglich, dass es den GOTT der Christen gibt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} & \quad \; \neg \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{ AE: „Es ist unmöglich, dass es diesen GOTT gibt“ (dezidierter Atheismus)} \\ \text{02} & \quad (\neg x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, nicht mit x identisch zu sein“ :: (ungleich)} \\ \text{03} & \quad (\ x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, mit x identisch zu sein“ :: (gleich)} \\ \text{04} & \quad \neg\neg \Box \neg \exists x \ G \ x \ & \ & \text{:01:[ ◇A ↔ ¬□¬A ] :: (Modalregel) } \\ \text{05} & \quad \neg\neg \Box \neg\neg \forall x \neg \ G \ x \ & \ & \text{:04:[ ∃xA ↔ ¬Ɐx¬A ] :: (Quantorenregel) } \\ \text{06} & \quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall x \neg G \ x \ & \ & \text{:05:NEG :: [ ¬¬A↔A ] :: (Gesetz der Aussagenlogik) } \\ \text{07} & \quad \Box \; \forall x \neg G \ x \Leftrightarrow\ W & \ & \text{:01:06:[ (:01:↔W) → (├:06:↔W) ] :: (Kalkülregel) } \\ \text{08} & \quad \Box \; \forall x \ G \ x \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:07:[ (¬A↔W)↔(A↔F) ] :: (Regel für Wahrheitswerte)} \\ \text{ } & \text{„Jeder GOTT-Glaube ist ganz sicher falsch ! “} & \ & \Longleftarrow\; \text{die logische Konsequenz aus der Prämisse :01: !} \\ \text{09} & \quad \ (\neg x = x ) \Leftrightarrow \ F \; \ & \text { } & \text{Xx:02:Instanz(X:=(¬x=..)) ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{10} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \text { } & \text{:08:09:[ (:08:↔F) → (:09:↔F) ] :: „ex falso sequitur quotlibet“} \\ \text{11} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow \; (\neg x = x)) \Rightarrow \; P (\neg x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(X:=G):Instanz(Y:=(¬x= ..)) } \\ \text{12} & \quad \ P (\neg x = .. ) & \ & \text{:10:11:[ Modus ponens ] :: [ A→B, A ├ B ]} \\ \text{13} & \quad \ P (\neg x = .. )\;\Rightarrow\ \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{(A1.1):Instanz(X:=(x=..))}\\ \text{14} & \quad \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{:12:13:[ Modus ponens ] :: (log. Schlussregel)}\\ \text{15} & \quad \ (x = x ) \Leftrightarrow \ W \; \ & \ & \text{Xx:03:Instanz(X:=(x=..)) ⇒ Tautologie !} \\ \text{16} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \ & \text{:08:15:[ (:08:↔F) → (:15:↔W) ] :: „ex falso sequitur etiam verum“} \\ \text{17} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (x = x)) \Rightarrow \ P (x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(X:=G):Instanz(Y:=( x= ..))} \\ \text{18} & \quad \ P (\ x = .. )\ & \ & \text{:16:17:[ Modus ponens ]}\\ \text{19} & \quad \text{ ├ }\; (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:14:18:[ Konjunktion ] ⇒ Kontradiktion !}\\ \text{20} & \quad \neg \Diamond \; \exists x \ G \ x \Rightarrow (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) & \ & \text{:01:19:[ ├A├B╞ A→B ] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''}\\ \text{ } & {\color{RedOrange}\text{Der Atheismus führt zu einem logischen Widerspruch ! }} & \ & \Longleftarrow\; \text{was mit Term :20: bewiesen ist !} \\ \text{21} & \quad \neg\neg \Diamond \; \exists x \ G \ x & \ & \text{:20:19:[ Modus tollendo tollens ] :: [ A→B,¬B ├ ¬A ]}\\ \text{22} & \quad \; \Diamond \; \exists x \ G \ x & \ & \text{:21:NEG }\\ \text{(Korollar-1)} & \;\text{„Es ist definitiv möglich, dass es diesen GOTT gibt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war !} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-7 ''':''' Dieser Beweisgang geht prinzipiell von der Existenz GOTTES, <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span>, aus, wobei aber die Möglichkeit seiner Existenz, und damit die Sinnhaftigkeit des Glaubens an GOTT, durch die Prämisse :01: in Frage gestellt wird, und daher im Kalkül überprüft werden soll. Denn mit der Behauptung der Existenz allein ist es nicht getan. Es muss auch seine Möglichkeit, d.h. die Sinnhaftigkeit des Glaubens an GOTT aufgewiesen werden. LEIBNIZ hat als erster, <span style="color:#00B000">(nach ANSELM)</span>, dieses Problem gesehen, und GÖDEL hat dafür eine Lösung gefunden. Dieser Beweisgang, <span style="color:#00B000">(analog zum Möglichkeitsbeweis von Günther J. WIRSCHING konzipiert)</span>, setzt in den Axiomen, genau wie im 1. Beweisgang, die Existenz von etwas <span style="color:#FF6000">„Positiven“, „Perfekten“, „Vollkommenen“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ,'''P'''‘ —</span>, allgemein für die Welt voraus, <span style="color:#00B000">(das im Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ,'''PG'''‘ —</span>, GOTT ultimativ zugeordnet wird ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist absolut positiv, perfekt und vollkommen''«</span>)</span>; was im 2. Beweisgang mit Term :13: als widerspruchsfrei, <span style="color:#00B000">(als ,wahr‘ und ,annehmbar‘ im Kontext des christlichen Glaubens)</span>, schon ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> worden ist. Die Existenz der ,Transzendentalien‘ in der Welt ist ein allgemeines Faktum; ihre Existenz auch in GOTT ist mit dem Term :13: des 2. Beweisganges bewiesen, die jedoch im Unendlichen, GOTT, als Transzendentalia, auch in ,ultimativer‘ Form vorliegen. Axiom-1 ,besagt‘, dass Eigenschaften nicht zugleich, vollkommen und nicht vollkommen, sein können. Axiom-2 ,besagt‘, dass, allgemein, alle Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(alle Transzendentalien)</span>, gleichwertig, <span style="color:#00B000">(mathematisch äquivalent)</span>, sind. <span style="color:#00B000">(Axiom-2 wird hier um das GÖDEL-Konjunkt <span style="color:#4C58FF">— ,'''PX'''‘ —</span> verkürzt dargestellt. Damit ist auch Axiom-3 für diesen Beweisgang unnötig geworden, ohne dass sich wegen dieser Kürzung am Ergebnis etwas ändert.)</span> Die Eigenschaft <span style="color:#4C58FF">— (¬x=..) —</span> ,besagt‘, dass GOTT ,unvergleichlich‘ ist, wenn <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> für GOTT steht. <span style="color:#00B000">(Der informelle Term, <span style="color:#4C58FF">— (¬x=..) —</span>, ersetzt hier, wie bei A. FUHRMANN, den formal korrekten Abstraktionsausdruck ''':''' <span style="color:#4C58FF">— λy.(¬x=y) —</span>, aus dem Lambda-Kalkül.)</span> Der Term :16: <span style="color:#4C58FF">— (x=x) ↔ W —</span> steht für die Selbstbezeichnung des GOTTES-JHWH in Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin‘''«</span>. Der GOTT der abendländischen, christlichen Tradition wird mit <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span> bezeichnet ''':''' d.i. der <span style="color:#FF6000">„GOTT der Christen“</span>, entsprechend der ,methodologischen‘ Prämisse und der ,Genese‘ des Kalküls, syntaktisch formalisiert in der Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''ist genau dann GOTT'', <span style="color:#4C58FF">,'''G'''‘</span>, ''wenn es alle Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">,'''P'''‘</span>, ''in sich schließt''«</span>, nach der Vorgabe von LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>. Mit Korollar-1 hat dieser Beweisgang dasselbe Endergebnis, wie der 1. Beweisgang. Der Beweis, dass der dezidierte Atheismus zu einem logischen Widerspruch führt, und damit falsch ist, ist ein Zwischenergebnis in diesem Beweisgang, und begründet mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, und unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung, den, von LEIBNIZ gesuchten, Möglichkeitsbeweis für die Existenz GOTTES im Argument des Erzbischofs, und bestätigt damit die Sinnhaftigkeit des GOTT-Glaubens. Einmal Axiom-1 und zweimal Axiom-2 sichern hier das Ergebnis des Kalküls ''':''' das Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es ist definitiv möglich, dass es den GOTT der Christen gibt''«</span>. Diese zwei Axiome sind die einzigen, und modal-notwendigen, d.h. die transzendentalen Voraussetzungen und Bedingungen für das Endergebnis ''':''' der Widerspruchsfreiheit und Sinnhaftigkeit des Glaubens der Christen an GOTT; <span style="color:#00B000">(dasselbe gilt natürlich auch für die <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Weltanschauung jeder monotheïstischen Religion '''!''' Dem Erzbischof ANSELM ging es damals nur um seinen Glauben an GOTT.)</span>. Die Logik-Regel <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„ex falso sequitur quotlibet, etiam verum“</big></span></span>, <span style="color:#00B000">(‚Aus Falschem folgt irgendetwas, auch Wahres‘)</span>, ist der scholastische Ausdruck für die ‚Implikation‘ <span style="color:#00B000">(Folgerung)</span> von Aussagen, die nur dann falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist, wenn das Antezedens wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, und die Konsequenz falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist. Andernfalls ist sie immer wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, auch wenn die Voraussetzung falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist ''':''' ‚Modern‘ darstellbar durch die ‚Wahrheitswertetafel‘ für die ‚materiale Implikation‘, <span style="color:#4C58FF">— ,(A → B)‘ —</span> <span style="color:#FF6000">„wenn A, dann B“</span>. Damit ist auch der <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ] </span> verstehbar; <span style="color:#00B000">(vgl. die vierte Zeile der ‚materialen Implikation‘)</span>. Der positive hypothetische Syllogismus ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ Modus ponendo ponens ] :: [ A → B, A ├ B ] </span> ist aus der ersten Zeile ablesbar. Die folgende Tabelle gibt für jeden ,Wahrheitswert‘ der Aussagen <math>A</math> und <math>B</math> das Resultat einiger zweiwertiger Verknüpfungen an ''':''' {|class="wikitable hintergrundfarbe2" style="text-align:center;" |- !colspan="2"|''Belegung''!!Konjunktion!!Disjunktion!!materiale<br /> Implikation!!Äquivalenz<br /> Bikonditional!!kopulative<br /> Konjunktion |- !<math>A</math> !<math>B</math> !<math>A</math> und <math>B</math> !<math>A</math> oder <math>B</math> !wenn <math>A</math> dann <math>B</math> !sowohl <math>A</math> als auch <math>B</math> !entweder <math>A</math> oder <math>B</math> |- !W!!W |W||W||W||W||F |- !W!!F |F||W||F||F||W |- !F!!W |F||W||W||F||W |- !F!!F |F||F||W||W||F |} <span style="color:#00B000">(Eine ‚Konjunktion‘ ist nur dann ,wahr‘, wenn beide Aussagen einer ‚Konjunktion‘ wahr sind. Eine ‚kopulative Konjunktion‘ ist nur dann ,wahr‘, wenn entweder die eine, oder die andere Aussage der ‚kopulativen Konjunktion‘ wahr ist. Es besteht also eine Wenn-Dann-Verbindung zwischen beiden Aussagen — eine ,Kopplung‘. Das ist die logische Grundlage von Axiom-1 im GÖDEL-Formalismus)</span> Um das Widersprüchliche der ,Annahme‘ nachzuweisen, dass positive Eigenschaften ,nicht konsistent‘ seien, <span style="color:#00B000">(im 1. Beweisgang)</span>, bzw. um das Falsche und Sinnwidrige der ,Annahme‘ klarzustellen, es sei ,unmöglich‘, dass es einen GOTT gibt, <span style="color:#00B000">(hier, in der Widerlegung)</span>, verwendet das GÖDEL-Kalkül den Gegensatz ''':''' wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span>, zwischen der dritten und vierten Zeile der Wahrheitswertetafel für die ,materiale Implikation‘, entsprechend der Regel <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„ex falso sequitur quotlibet, etiam verum“</big></span></span>, jeweils mit der Hilfe von Axiom-1 und Axiom-2; hier unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. Im Gegensatz dazu, wird, <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, aus dem Glauben an GOTT, mit einer <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, speziell mit Axiom-1, das Widersprüchliche in der ,Annahme‘ nachgewiesen, es gäbe in GOTT <span style="color:#FF6000">»''keine Vollkommenheit, nichts Positives, nichts Perfektes''«</span>, d.h. keine ,Transzendentalia‘. In dieser <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, im 2. Beweisgang, wird vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span> ''':''' es gibt den GOTT der Christen, <span style="color:#00B000">(als Prämisse :01:)</span>, der ,unvergleichlich‘ und ,einzigartig‘ ist, und in dem auch alle ,Transzendentalia‘ <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ,eins‘ sind, entsprechend Axiom-2. Für KANT kann ein Widerspruch nur in den Prädikaten eines Satzes entstehen. ::<span style="color:#FF6000">»</span> ''Wenn ich das Prädicat in einem identischen Urtheile aufhebe'', <span style="color:#00B000">[ durch eine Negation ]</span>, ''und behalte das Subject, so entspringt ein Widerspruch''. <span style="color:#00B000">[ Wenn ich sage ''':''' ,''GOTT ist nicht allmächtig''‘, entsteht ein Widerspruch zur richtigen Aussage ''':''' ,''GOTT ist allmächtig''‘. ]</span> … ''Wenn ihr aber sagt ''':''' ,GOTT ist nicht‘, so ist weder die Allmacht, noch irgendein anderes seiner Prädicate gegeben; denn sie sind alle zusammt dem Subjecte aufgehoben'', <span style="color:#00B000">[ negiert ]</span>, ''und es zeigt sich in diesem Gedanken nicht der mindeste Widerspruch.'' <span style="color:#FF6000">«</span><ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 398f; https://www.korpora.org/kant/aa03/398.html</ref> Es ist richtig, wie KANT sagt, der Widerspruch entsteht nicht in dem Gedanken ''':''' ,''GOTT ist nicht''‘. GÖDEL zeigt daher, dass der Widerspruch erst dann entsteht, wenn von der Annahme ausgegangen wird ''':''' '',Es ist unmöglich, dass GOTT ist''‘. Daraus folgt dann ,regulär‘, mit Hilfe von Axiom-1 und Axiom-2, <span style="color:#00B000">(d.h. mit den Theoremen von den Transzendentalien)</span>, die logische ,Möglichkeit‘ GOTTES, unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. Wie LEIBNIZ klar erkannt hat, muss zuerst, aus dem Widerspruch des Gegenteils, die logische ,Möglichkeit‘, <span style="color:#00B000">(die Konsistenz)</span>, der Existenz GOTTES bewiesen werden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, bevor daraus die reale ,Notwendigkeit‘ eines GOTTES abgeleitet werden kann ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>. Dieser Sachverhalt ist jedoch das ausschließliche Spezifikum GOTTES, <span style="color:#00B000">(das <span style="color:#FF6000">»''Privilegium der Gottheit allein''«</span>)</span>, und gilt nur bei GOTT, als dem Unvergleichlichen und Einzigartigen. Dieses ,Spezifikum‘ wird im Theorem ANSELMS abgebildet ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, auf Grund von Axiom-2, das den inneren Zusammenhang, die Koinzidenz auch von ,Möglichkeit‘ und ,Notwendigkeit‘ im Unendlichen, GOTT, erkennen lässt. Bis Zeile 10, im 3. Beweisgang, reicht der Geltungsbereich der ,modal‘-frei gewählten Kalkül-Prämisse :01:, der ,methodologische‘ GOTT-Glaube. In Zeile 11 liegt der ,Schwerpunkt‘ des ontologischen Beweises dann am, — modal als notwendig — ,bewiesenen‘ Widerspruch des Gegenteils zum GOTT-Glauben, <span style="color:#00B000"> (formal-syntaktisch dargestellt als widerspruchfreies Antezedens, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, dem Korollar-1 aus dem 1. Beweisgang)</span>, und nicht mehr am ,angenommenen‘ GOTT-Glauben der Kalkül-Voraussetzung, <span style="color:#00B000">(nun dargestellt als Konsequenz <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> im Theorem ANSELMS)</span>. Damit hat er, — angeregt durch LEIBNIZ, und mit ihm —, die fast einhellig akzeptierte Fehldeutung des ontologisch-<span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Arguments ANSELMS für GOTT durch gewichtige philosophische, <span style="color:#00B000">(KANT<ref>GOTT ist absolut einzigartig und unvergleichlich. KANT macht GOTT jedoch zu einem ,Ding‘ unter den vielen ,Dingen‘ dieser Welt, indem er die Existenz, bzw. das ,Sein‘ GOTTES mit dem ,Sein der Dinge‘ gleich setzt. Eine solche Gleichsetzung ist bei GOTT unangebracht und daher unzulässig! Er verkennt damit die Einzigartigkeit und Besonderheit GOTTES. Das ,Sein‘ der Dinge ist — nach KANT — ,kein reales Prädikat’, d.h. Existenz ist keine Eigenschaft. In GOTT ist ,Sein‘ hingegen ein ,reales Prädikat‘, d.h. Existieren ist die Wesenseigenschaft GOTTES, denn GOTT ist der, der für uns — aus Liebe — immer schon ,da‘ ist, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das ist das, was GOTT für uns ausmacht — sein Wesen.</ref>)</span>, und <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span>, <span style="color:#00B000">(THOMAS<ref>GOTT ist absolut einzigartig und unvergleichlich. THOMAS unterscheidet die ,Natur GOTTES‘ nicht von der ,Natur der Dinge‘, indem er die ,Natur‘ des GOTTES ANSELMS irrtümlich mit der ,Natur‘ der Dinge gleich setzt. Damit reiht er GOTT unter die vielen Dinge unserer Welt ein: GOTT ,esse in rerum natura‘, d.h. wörtlich, dass der GOTT ANSELMS in der ,Natur‘ der Dinge existiert. Eine solche Gleichsetzung ist bei GOTT unangebracht und daher unzulässig! Die ,zeitlose-überzeitliche‘ Wirklichkeit, (Natur), GOTTES ist völlig verschieden und unabhängig von der zufälligen Wirklichkeit, (die ,Natur‘), unserer ,raum-zeitlichen‘ Welt. Daher ist sie mit dieser auch nicht vergleichbar.</ref>)</span>, Autoritäten zurechtgerückt, welche die Einzigartigkeit und Unvergleichlichkeit des Unendlichen, GOTT, bei ihrer Beurteilung des Theorem ANSELMS nicht berücksichtigt haben, sondern den Unendlichen, <span style="color:#00B000">(irrtümlich)</span>, unter die endlichen Dinge unserer Welt eingereiht haben. GÖDEL hat mit dem bewiesenen Widerspruch des Gegenteils zum GOTT-Glauben, den Beweis für die <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> des Theorem ANSELMS geliefert, was, nach LEIBNIZ, für die Akzeptanz dieses Theorems noch gefehlt hat. Das Theorem ANSELMS besagt universell ''':''' Die <span style="color:#FF6000">»''theologische Weltanschauung''«</span> der Juden, Christen und Muslime, die ,annehmen‘, dass es mit ,Notwendigkeit‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□'''‘ —</span> <span style="color:#00B000">(nur)</span> einen GOTT gibt, ist logisch richtig und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, weil es <u>ohne Widerspruch</u> ,denkbar‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇'''‘ —</span> ist, dass es GOTT gibt ''':''' Nicht mehr und nicht weniger, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>. Es geht hier bei GÖDEL nicht um Theoriefindung oder ähnliches. GÖDEL ist kein Theoretiker. GÖDEL ist Logiker und Mathematiker. Was er sagt, ist mathematisch wahr und logisch richtig. Wenn er sagt, dass die Aussage ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ — »''wahr''«</span> ist ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es ist möglich, dass es Gott gibt, wegen Axiom-2 (und Axiom-1)''«</span>, dann spricht er hier von der mathematischen Wahrheit. Logischerweise ist dann die konträre Aussage ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ — »''falsch''«</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es ist nicht möglich, dass es einen Gott gibt''«</span>, und zwar mathematisch falsch, weil sich aus dieser Aussage ein Widerspruch ergibt. Jeder, der die mathematische Logik GÖDELS lesen kann, kann das sehen und verstehen ''':''' Das Zwischenergebnis, <span style="color:#00B000">(Term :20:)</span>, in dieser Kalkül-Ableitung, die logische Konsequenz aus der Annahme des dezidierten Atheismus, es sei unmöglich, dass es GOTT gibt, ist der faktische, nachprüfbare, und für jeden Menschen sichtbare Beweis dafür, dass diese Annahme in einen Widerspruch mündet, und damit falsch und unlogisch ist. Das bedeutet, es ist eine Tatsache, bzw. es ist Faktum, dass der Atheismus, — mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span> —, wirklich falsch und unlogisch ist, und daher als ,Unsinn‘ bezeichnet werden darf '''!''' Das ist nicht bloß als eine Theoriefindung, oder als eine Interpretation eines Autors zu verstehen. Das ist vielmehr genau so wahr und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, wie, dass zwei mal zwei vier ergibt, und wirklich genau so logisch richtig, wie, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Das ist gerade das Überraschende und Unerwartete am Gödel-Kalkül. Es geht hier nicht mehr um Theoriefindung oder Interpretationen, denen man zustimmen kann oder nicht. Es geht hier <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span> um mathematisch-logische Fakten. Damit steht GÖDEL in seiner Bedeutung neben KOPERNIKUS. ---- Kurt GÖDEL ist schon deswegen ein Ausnahmelogiker. ---- ===<div class="center"><span style="color:#660066">Epilog für Skeptiker</span></div>=== Wenn man das GÖDEL Argument genau liest, dann ist nur die Annahme ''':''' <span style="color:#FF6000"> „es ist möglich, dass es GOTT gibt“</span> bewiesen, weil aus der Annahme ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist unmöglich, dass es GOTT gibt“</span> ein logischer Widerspruch ableitbar ist. Die Aussage ''':''' <span style="color:#FF6000">„es gibt GOTT“</span> ist dagegen schon eine Glaubensaussage, und damit ist das auch die ,Grundannahme‘ eines gläubigen Menschen, der dann aus der ,bewiesenen Möglichkeit‘, dass es Gott gibt, ableiten kann ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es gibt GOTT wirklich''«</span>, wenn er will ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es stimmt also, was ich glaube '''!''''' «</span> Das ist das Argument ANSELMS, der ein christlicher Amtsträger war, und der daher von dieser Grundannahme auch ausgeht. Solange in den Voraussetzungen des Möglichkeitsbeweises im Gödel-Kalkül kein Widerspruch nachweisbar ist, und solange in der logischen Durchführung keine schweren Mängel festgestellt werden können, ist das Ergebnis des Möglichkeitsbeweises, wie GÖDEL ihn durchgeführt hat, korrekt, und die Folgerungen daraus, logisch richtig, dass es sich hier um <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> handelt, <span style="color:#00B000">(z. B. wie 2 x 2 = 4)</span>. Aber niemand ist gezwungen, aus der Möglichkeit, dass es GOTT gibt, daraus zu schließen, dass es GOTT auch mit Notwendigkeit gibt, wie das im Argument ANSELMS geschieht, außer, er akzeptiert auch die Grundannahme, dass es den Unendlichen und Unvergleichlichen tatsächlich gibt. Dann kann er mit LEIBNIZ, der selbst an GOTT geglaubt hat, mit Bestimmtheit sagen ''':''' <span style="color:#FF6000">»''gesetzt, dass GOTT möglich ist, so ist er, was das Privilegium der Gottheit allein ist''«</span>, weil GÖDEL mit seinem Kalkül den noch ausstehenden Beweis der Widerspruchsfreiheit dafür geliefert hat. Wenn Du den 3. Beweisgang des GÖDEL-Kalküls genauer anschaust, dann siehst Du, dass der Konsequenz-Teil im Argument ANSELMS, der identisch ist mit dem Term in der Zeile 10, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, immer noch formallogisch abhängig ist von der methodologischen Glaubens-Prämisse, Term :01:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„das x steht für den Gott der Christen“</span>, was bis zur Zeile 10 offensichtlich korrekt ist. <span style="color:#00B000">(Man könnte nach dieser Zeile, ohne Weiteres, ,regulär‘ die <span style="color:#FF6000">„logische Implikation”</span> :: <span style="color:#4C58FF">[├ A ├ B ╞ A→B ]</span> mit Term :01: und Term :10: als ein mögliches Korollar bilden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→□∃xGx'''‘ — </span>)</span>. Das bedeutet, der Konsequenz-Teil im Theorem ANSELMS, der in diesem Korollar an zweiter Stelle steht, ist damit in seiner Formal-Struktur offensichtlich ,regulär‘ von der Glaubens-Prämisse, Term :01:, abhängig, d.h. er ist der Ausdruck einer Glaubensüberzeugung. Im Theorem ANSELMS steht er jetzt in der Zeile 11 als Konsequenz-Teil auch an zweiter Stelle, hat aber nicht mehr seine Glaubens-Prämisse als notwendige Bedingung an erster Stelle vor sich, wie im ,regulär‘-möglichen Korollar. Jetzt steht eine neue und andere Voraussetzung als Begründung vor ihm. Der Schwerpunkt des Argument ANSELMS liegt damit am Begründungs-Teil des ANSELM-Theorems, der jetzt die erste Stelle im Theorem einnimmt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist möglich, dass es GOTT gibt“</span>, der erst dadurch entstanden ist, und davon abhängig ist, weil sein Gegenteil ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist unmöglich, dass es GOTT gibt“</span>, zu einem Widerspruch geführt hat. Dieser Begründungs-Teil, das Antezedens, im Argument ANSELMS, ist daher nicht mehr von der methodologischen Glaubens-Prämisse, Term :01:, abhängig, sondern nur vom Axiom-1, der Widerspruchsfreiheit, und von der paarweisen, mathematischen Äquivalenz beliebiger positiver Eigenschaften im Axiom-2, die im 1. Beweisgang, bzw. im Beweisgang ,Widerlegung‘, mit dem <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ]</span>, die Widerspruchsfreiheit des GOTT-Glaubens mit Notwendigkeit herbeigeführt haben. Daraus ergibt sich eine logische Verschiebung in der Argumentationskette, denn dieser Begründungs-Teil, der jetzt die Widerspruchsfreiheit für den Konsequenz-Teil liefert, ist selbst unabhängig und frei von jeder Glaubensüberzeugung. Weil widerspruchsfrei und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, muss er als logische Begründung für die Widerspruchsfreiheit des Konsequenz-Teils gelesen werden, und damit bestätigt er die Widerspruchsfreiheit der Glaubensüberzeugung eines gläubigen Menschen, <span style="color:#00B000">(was auch das Ziel ANSELMS war)</span>. Das heißt also ''':''' der Glaube dieses Menschen ist widerspruchsfrei und sinnvoll, und enthält keinen Zirkelschluss, weil sein Gegenteil, der Nicht-GOTT-Glaube, zu einem Widerspruch führt; <span style="color:#00B000">(das hat GÖDEL mit seinem Kalkül-System bewiesen, dessen Argumentationskette mit einem Computer-Programm, dem sog. ,Theorembeweiser‘, überprüft worden ist, und als <span style="color:#FF6000">»''nachweisbar korrekt''«</span> befunden wurde)</span>. Das Theorem ANSELMS beweist, nach GÖDEL, dass der Glaube an GOTT, mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span> notwendig widerspruchsfrei und sinnvoll ist, weil der Nicht-GOTT-Glaube notwendig zu einem Widerspruch führt. Das Theorem beweist jedoch nicht, dass die Existenz GOTTES notwendig sei, <span style="color:#00B000">(wie es fast immer fälschlich gelesen wurde und wird)</span>, sondern, das Theorem geht einfach davon aus, als nicht hinterfragtes Faktum, dass GOTT notwendig schon existiert, und beweist, dass diese Glaubens-Annahme widerspruchsfrei und sinnvoll, und <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar ist''«</span>. Zusammengefasst heißt das konkret ''':''' Wenn Du an GOTT glauben willst, dann kannst Du das unbedenklich tun, denn Dein Glaube ist auch logisch in der <u>bewiesenen Möglichkeit</u>, dass es GOTT geben kann, begründet, und damit widerspruchsfrei, sinnvoll und kein Zirkelschluss. Dein Glaube an GOTT beruht jedoch, nach wie vor und in erster Linie, auf Deiner freien Entscheidung für GOTT, und nicht auf dem Zwang einer ,logischen‘ Argumentation. Wenn Du nicht an GOTT glauben willst, dann <u>musst Du, und sollst Du, auch nicht deswegen</u>, weil der Atheismus zu einem Widerspruch führt, und damit falsch ist, an GOTT glauben. Denn der Glaube an GOTT muss immer eine freie und Deine ganz persönliche Entscheidung für GOTT sein und bleiben. Niemand darf zum Glauben an GOTT gezwungen werden, auch nicht mit ,logischen‘ Argumenten. Warum '''?''' Weil GOTT die Liebe ist '''!''' Und die Liebe duldet keinen Zwang '''!''' ---- ---- ;Fußnoten <references /> jm9oulgbi9a9v77yeyjyzcdfu8oc8b7 1085350 1085348 2026-05-10T14:16:38Z Santiago 19191 /* Die Genese des Kalküls */ ::GÖDEL:: hinzugefügt 1085350 wikitext text/x-wiki [[Kategorie: Buch]] {{Regal|ort=Philosophie}} {{Vorlage:StatusBuch|9}} ==<div class="center"><span style="color:#660066">'''Kurt GÖDEL und der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘'''</span></div>== <span style="font-family: Times;"><big><div class="center">לַמְנַצֵּ֗חַ לְדָ֫וִ֥ד אָ֘מַ֤ר נָבָ֣ל בְּ֭לִבּוֹ אֵ֣ין אֱלֹהִ֑ים הִֽשְׁחִ֗יתוּ הִֽתְעִ֥יבוּ עֲלִילָ֗ה אֵ֣ין עֹֽשֵׂה־טֽוֹב׃ (Psalm 14,1)</div></big></span> ---- ===<div class="center"><span style="color:#660066">Vorwort</span></div>=== Zur Orientierung ''':''' Die Diskussion um GOTT läuft schon über zweitausend Jahren. Vor etwa tausend Jahren hat sich ein gewisser ANSELM gesagt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Ich glaube an GOTT'' … <span style="color:#00B000">(sonst wäre er sicher nicht Erzbischof von Canterbury geworden)</span> … ''aber ich möchte auch wissen und verstehen, ob das stimmt und sinnvoll ist, was ich da glaube '''!''''' «</span> Dann hat er seine Überlegungen dazu aufgeschrieben, und das kann man in seinen Schriften auch heute noch lesen. Der sehr geschätzte deutsche Professor und Philosoph aus Königsberg, Immanuel KANT, hat das, was ANSELM da aufgeschrieben hat, gelesen, <span style="color:#00B000">(vermittelt durch CARTESIUS)</span>, und das dann den <span style="color:#FF6000">„ontologischen Gottesbeweis“</span> genannt, <span style="color:#00B000">(obwohl es in Wirklichkeit gar kein Gottesbeweis ist; genauer ''':''' es ist kein Beweis für die Existenz GOTTES)</span>, und dieser große KANT hat dann großartig bewiesen, das, was ANSELM da aufgeschrieben hat, sei falsch. Es sei <span style="color:#FF6000">„ja gar kein“</span> Gottesbeweis '''!''' <span style="color:#00B000">( Naja, was denn sonst '''?''' )</span> Wobei er den Fehler gemacht hat, dass er den, an sich, unvergleichbaren GOTT mit hundert Talern in seinem Vermögenszustande verglichen hat. <span style="color:#00B000">(Das ist aber eine andere Geschichte.)</span> Hundert Taler und GOTT haben ,an sich‘ nichts gemeinsam, außer, wenn KANT ,wirklich‘ hundert Taler hat, und GOTT auch ,wirklich‘ existiert, <span style="color:#00B000">(wie ANSELM und gläubige Menschen glauben)</span>, dann gibt es GOTT und die Taler eben ,wirklich‘. Aber damit ist man nicht schlauer geworden. Seit KANT läuft die ganze Diskussion um GOTT immer nur als Diskussion um den <span style="color:#00B000">(von KANT)</span> so genannten <span style="color:#FF6000">„ontologischen, <span style="color:#00B000">(kosmologischen, teleologischen etc.)</span> Gottesbeweis“</span> — obwohl es niemals einen Beweis für die Existenz GOTTES geben kann und niemals geben wird. <span style="color:#00B000">(Das haben Wissenschaftler jeder Richtung und Philosophen aller Weltanschauungen uns immer wieder nachdrücklich versucht zu sagen, weil keiner dieser sog. Beweise für die Existenz eines GOTTES stringent ist.)</span> Beweisen kann man die Existenz von Naturgesetzen. Die sind unveränderlich und fix, immer und überall. Jeder vernünftige Mensch muss sie akzeptieren. Man kann darüber nicht diskutieren und sie dann mit Mehrheitenbeschlüsse verändern. Wenn GOTT ebenso bewiesen werden könnte, dann wäre jeder vernünftige Mensch gezwungen, die Existenz GOTTES wie ein Naturgesetz anzunehmen. Gott ist aber kein Naturgesetz. GOTT ist <span style="color:#FF6000">„Person“</span>, — für Christgläubige ''':''' <span style="color:#FF6000">„ein GOTT in drei Personen“</span>. Und GOTT ist <span style="color:#FF6000">„Geist“</span>. Das besagt, dass GOTT nicht mit materiellen Dingen aus unserer Welt verglichen werden darf; <span style="color:#00B000">(was sowohl THOMAS von Aquin als auch Immanuel KANT doch getan haben)</span>. Und ganz wesentlich ''':''' der Zugang zu GOTT läuft nicht über den Beweis, sondern immer nur über den Glauben. Wer an GOTT glauben will, dem antwortet GOTT auf seine Weise — nämlich <span style="color:#FF6000">„geistig“</span> bzw. <span style="color:#FF6000">„geistlich“</span>. Wer nicht an GOTT glauben will, dessen Entscheidung respektiert GOTT, und drängt sich nicht auf. Glaube ist immer eine freie Entscheidung des Menschen für GOTT. Niemand darf gezwungen werden. Wenn es einen Beweis für GOTT gäbe, wäre jeder vernünftige Mensch gezwungen, an GOTT zu glauben. Und das widerspricht ganz entschieden der Freiheit des Glaubens. Daher gibt es nie und nimmermehr einen Existenzbeweis für GOTT '''!!!''' ... Daher darf man das Kalkül des Logiker GÖDEL, <span style="color:#00B000">(und damit auch das Theorem ANSELMS)</span>, nicht als einen Existenzbeweis für GOTT lesen. Sowohl ANSELM als auch GÖDEL setzen die Existenz GOTTES notwendig als gegeben voraus. Das GÖDEL-System, und auch das Theorem ANSELMS, sind bloß die logische Bestätigung der Widerspruchsfreiheit der Glaubensüberzeugung eines Menschen, der sich schon entschieden hat, an GOTT zu glauben; und nicht der Grund für seine Entscheidung. Alle sogenannten ,Gottesbeweise‘, sind in Wirklichkeit nichts anderes, als nachträgliche Evaluierungen eines GOTT-Glaubens, bzw. ,Wege‘, <span style="color:#00B000">(bei THOMAS von Aquin)</span>, die aufzeigen, dass der GOTT-Glaube widerspruchsfrei, sinnvoll, und <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar ist''«</span>, wie GÖDEL sagt. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Einleitung</span></div>=== Eine Studie zum GÖDEL-Kalkül. Der Logiker Kurt GÖDEL <span style="color:#00B000">(1906-1978)</span> hat mit diesem Kalkül eine moderne Rekonstruktion des, <span style="color:#00B000">(von KANT)</span>, so genannten ‚ontologischen Gottesbeweises‘ nach ANSELM von Canterbury auf modal-logischer Basis vorgelegt. Damit hat er die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> auf eine ‚vernünftige Basis‘ gestellt, d.h. sie soll für jeden Menschen nachvollziehbar sein, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>, wie er sagt. GÖDEL ,nimmt‘ als Logiker, angeregt durch den Philosophen und Mathematiker Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, rein theoretisch, fürs Erste, einmal ‚an‘, <span style="color:#00B000">(als Prämisse, d.i. der Term :01: im 3. Beweisgang zum Theorem ANSELMS im Anhang)</span>, dass es GOTT gibt ''':''' d.i. ein sog. ,methodologischer GOTT-Glaube‘, und untersucht die logischen Konsequenzen. Dabei zeigt sich, beim genaueren Hinsehen, dass der ‚Nicht-GOTT-Glaube‘, der ‚dezidierte‘ Atheismus, <span style="color:#00B000">(im Möglichkeitsbeweis des Kalküls)</span>, überraschender Weise, zu einem Widerspruch führt, und damit logisch ,falsch‘ ist. Jedoch, GÖDEL kann und will mit seinem Kalkül keinen ,GOTT-Glauben‘ ,erzeugen‘, d.h. das GÖDEL-Kalkül ist kein <span style="color:#FF6000">„Existenz-Beweis"</span> für den GOTT der Bibel, sondern, es setzt die Existenz eines GOTTES, einfach als gegeben, schon voraus. GÖDEL beweist aber mit seinem System, dass der traditionelle abendländische ,GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span>, <span style="color:#00B000">(d.i. die Kalkül-Prämisse, und das, daraus ,regulär‘ (├ ) abgeleitete, Theorem ANSELMS)</span>, mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span> <span style="color:#00B000">(d.h. logisch ,richtig‘)</span> ist, im Gegensatz zum ,Nicht-GOTT-Glauben‘, der davon ausgeht, dass es keinen GOTT gibt. GÖDEL beweist mit seinem System ''':''' der traditionelle GOTT-Glaube ist, — mit mathematisch-logischer Evidenz —, widerspruchfrei und wahr. <span style="color:#00B000">(Der Beweis aus dem Widerspruch des Gegenteils ist ein ,indirekter Beweis‘ und kein ,Zirkelbeweis‘ '''!''' )</span> GÖDEL blieb bis zu seinem Tod ohne ein dezidiertes religiöses Bekenntnis. <span style="color:#00B000">(Das Leben ist nicht immer ,logisch‘.)</span> Entsprechend der <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> ist GOTT der Größte, <span style="color:#FF6000">»''über dem nichts Größeres mehr gedacht werden kann''«</span>, <span style="color:#00B000">(ANSELM)</span>; bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>, <span style="color:#00B000">(LEIBNIZ)</span>, und der für uns immer schon ,da‘ ist. Das ist die methodologische Prämisse des GÖDEL-Kalküls. Davon ausgehend, zeigen seine Axiome und Definitionen, dass es zu einem Widerspruch führt, falls man ,annimmt‘, es sei nicht möglich, dass es <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> gibt. Aus dem Widerspruch des Gegenteils wird von GÖDEL, mit dem <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ]</span>, dann ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> ''':''' es ist doch möglich, dass es <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> wirklich gibt. Somit ist der Glaube an <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, — weil widerspruchsfrei —, mit den Worten GÖDELS ''':''' <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span>. Immanuel KANT <span style="color:#00B000">(1724-1804)</span> scheint diesen Fall vorausgesehen zu haben, dass versucht werden könnte, die ,Möglichkeit‘ GOTTES aus einem Widerspruch zu ,beweisen‘ ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span> <span style="color:#00B000">[ Angenommen, es gibt ]</span> ''doch einen und zwar nur diesen '''Einen''' Begriff'' <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘, so dass ]</span> ''das Nichtsein oder das Aufheben seines Gegenstandes'' <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''in ,sich selbst‘ widersprechend sei; und dieses ist der Begriff des allerrealsten Wesens. Es hat, sagt ihr, alle Realität'', <span style="color:#00B000">[ bzw. alle Vollkommenheit ]</span>, ''und ihr seid berechtigt, ein solches Wesen als ,möglich‘ anzunehmen'' ... <span style="color:#00B000">[ denn das GÖDEL-Kalkül ,beweist‘ ( ╞ ) in der ,Widerlegung‘ im Anhang, wie auch im 1. Beweisgang, aus einem Widerspruch, dass die Existenz GOTTES definitiv logisch ,möglich‘ ist. ]</span> … ''obgleich der sich nicht widersprechende'', <span style="color:#00B000">[ ,mögliche‘ ]</span>, ''Begriff'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘ ]</span>, ''noch lange nicht die'' <span style="color:#00B000">[ reale ]</span> ''Möglichkeit des Gegenstandes'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''beweiset. … Das ist eine Warnung, von der Möglichkeit der Begriffe (logische)'', <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span>, ''nicht sofort auf die Möglichkeit der Dinge (reale)'', <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, ''zu schließen''<ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 399; https://www.korpora.org/kant/aa03/399.html</ref>. <span style="color:#00B000">[ Trotz dieser Warnung, wird dieser Schluss dennoch im Theorem ANSELMS vollzogen, bzw. mit GÖDEL im 3. Beweisgang ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span> '''!''' ]</span>. <span style="color:#FF6000">«</span> Warum das <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span> ist, und inwieweit KANT sich irrt, wird in dieser Studie gezeigt. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Der Schlüsselbegriff im Kalkül</span></div>=== Der ‚Schlüsselbegriff‘ in diesem Kalkül ist <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Perfektion“, „Vollkommenheit“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>. Für diesen wichtigen Begriff gibt es aber im Kalkül selbst keine explizite Definition, sondern er wird nur durch seine Verwendung innerhalb des Kalküls indirekt ‚definiert‘. <span style="color:#00B000">(Das heißt ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''P'''‘ — </span> bezeichnet ein System von ,Eigenschaften‘, die ,positiv‘, bzw. ,vollkommen‘ | ,perfekt‘ | genannt werden, von denen im Kalkül wohl beweisbar ist, dass sie sich gegenseitig ,nicht widersprechen‘, weil sie im System als solche ,gleichwertig‘, bzw. gleich ,wahr‘ sind, jedoch ohne sie erschöpfend aufzählen zu können, oder auch nur sagen zu können, was sie alle im einzelnen bedeuten, außer, dass sie kompatibel sind.)</span> Mit der Wahl dieses Schlüsselbegriffes hat GÖDEL eine wesentliche Vorentscheidung für die Ergebnisse des Kalküls getroffen '''!''' In seinen Notizen zum ‚ontologischen Beweis‘ vom 10. Februar 1970 gibt GÖDEL, — für die nachträgliche Interpretation dieses Begriffes <span style="color:#00B000">(und auch für das Kalkül selbst)</span> —, die richtungsweisende Erklärung ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Positiv bedeutet positiv im moralisch ästhetischen Sinne...''«</span> ::Und er fügt in Klammer hinzu ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»...''(unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt). Nur dann sind die Axiome wahr''.«</span><ref>GÖDEL, Kurt, ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Ontological proof‘</big></span>'' in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Collected Works‘</big></span>'', vol. III, ed. S.FEFERMAN et al., Oxford (U.P.), 1995; 403–404.</ref> GÖDEL-Axiom-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚('''PX <small><math>{ \color{Blue} \dot\lor}</math></small> P¬X''')‘ ↔<span style="color:#00B000"> ‚('''¬PX ↔ P¬X''')‘</span> — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000"> »''Entweder die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">‚'''X'''‘</span> ''oder ihre Negation'' <span style="color:#4C58FF">‚'''¬X'''‘</span> ''ist positiv''«</span>. Hier ist der Hauptkritikpunkt, dass es Eigenschaften gibt, die ,an sich‘ weder positiv noch negativ sind. Beispiele wären ''':''' ‚rothaarig‘ oder ‚schwerwiegend‘; solche Eigenschaften können aber ,für mich‘ entweder positiv oder negativ sein, abhängig von meiner Betrachtungsweise und subjektiven Vorlieben. Diese Eigenschaften, wie ‚rothaarig‘ an sich, oder meine positiv-negativen ‚Betrachtungsweisen‘, sind jedoch der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> entnommen und treffen nicht den <span style="color:#FF6000">»''moralisch ästhetischen Sinn''«</span> von <span style="color:#FF6000">»''positiv''«</span> bei GÖDEL. Er orientierte sich an LEIBNIZ, welcher im Bezug zum ‚ontologischen Beweis‘ definiert ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ GOTTES ]</span> ''nenne ich jede einfache Eigenschaft, die sowohl positiv als auch absolut ist, oder dasjenige, was sie ausdrückt, ohne jede Begrenzung ausdrückt''.«</span><ref>Zitiert nach Thomas GAWLICK, in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Was sind und was sollen mathematische Gottesbeweise ?‘</big></span>'', Predigt vom 8.1.2012 in der Kreuzkirche zu Hannover. https://web.archive.org/web/20130524164359/http://www.idmp.uni-hannover.de/fileadmin/institut/IDMP-Studium-Mathematik/downloads/Gawlick/Predigt_Gawlick_Gottesbeweise.pdf</ref> Die Seins-Eigentümlichkeiten <span style="color:#00B000">(Daseinsmodi, Perfektionen)</span> wie ‚wahr‘, ‚gut‘, ‚edel‘ usw. entsprechen dem <span style="color:#FF6000">»''moralisch ästhetischen Sinn''«</span> von <span style="color:#FF6000">»''positiv''«</span> bei GÖDEL. Das sind Beispiele für ‚absolut‘ positive Begriffe aus der Lehre der Seinsanalogie ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‚verissimum‘, ‚optimum‘, ‚nobilissimum‘</big></span>, usw., die, an sich, ohne jede Begrenzung gelten; zu finden in der <span style="font-family: Times;"><big>‚Via quarta‘</big></span>, bei THOMAS von Aquin, über die analoge Abstufung im ‚Sein‘ der Dinge. Diese analoge ‚Abstufung‘ ist dann die faktische Begrenztheit <span style="color:#00B000">(d.h. Unvollkommenheit)</span> im <span style="color:#FF6000">»''zufälligen''«</span> ‚Sein‘ der Dinge —. Die <span style="color:#FF6000">„positiven Eigenschaften“</span> GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, wie Wahrheit, Einheit, Gutheit, <span style="color:#00B000">(von ,Güte‘)</span>, Schönheit, Adel, <span style="color:#00B000">(von ,edel‘)</span>, Gleichheit, Andersheit, Wirklichkeit, ,Sein‘ im Sinne von Etwas-sein, etc. werden <span style="color:#FF6000">„Perfektionen“</span>, oder auch <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> genannt, <span style="color:#00B000">(von lateinisch ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>transcendere</big></span>, <span style="color:#FF6000">„übersteigen“</span>)</span>. In der mittelalterlichen Scholastik sind Transzendentalien die Grundbegriffe, die allem Seienden als <span style="color:#FF6000">„Modus“</span>, <span style="color:#00B000">(d.h. ,Eigentümlichkeit‘, als allgemeine Seinsweisen)</span>, zukommen. Wegen ihrer Allgemeinheit ,übersteigen‘ sie die besonderen Seinsweisen, welche ARISTOTELES die ,Kategorien‘ nannte. Ontologisch betrachtet, werden die Transzendentalien als das allem Seienden Gemeinsame aufgefasst, da sie von allem ausgesagt werden können. Von der KI werden sie, nicht unpassend, als <span style="color:#FF6000">„ultimative Eigenschaften des Seins“</span> bezeichnet, die <span style="color:#FF6000">„jenseits der materiellen Welt existieren“</span>, <span style="color:#00B000">(da sie ,ultimativ‘ nur von GOTT, als den absolute Vollkommenen, ausgesagt werden können, die jedoch, auch von allen übrigen Seienden, abgestuft, wegen deren seinsmäßigen Unvollkommenheiten, d.h. ,analog‘, ausgesagt werden)</span>. Diese Transzendentalien sind ,inakzident‘, das heißt, sie entstehen nicht aus anderen Begriffen, sondern sind erste, unteilbare Bestimmungen des Denkens und des Seins, die allen Seienden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x'''‘ —</span>, unabhängig von ihren speziellen Eigenschaften, als ,relative‘ Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(bzw. Unvollkommenheiten)</span>, notwendig ,analogisch‘ zukommen, d.h. sie sind in allen Seienden, seinsmäßig abgestuft und abgegrenzt, ,relativ‘ zum Unendlichen ihrer selbst; und damit ,bezogen‘ auf GOTT, dem absolut Vollkommenen. In der Erkenntnisordnung wirken sie als die ersten Begriffe des menschlichen Verstehens, die eine Basis für alle weiteren wissenschaftlichen Erkenntnisse bilden. In der Seinsordnung sind die Transzendentalien ontologisch eins, gleichwertig, <span style="color:#00B000">(,mathematisch äquivalent‘)</span>, und daher konvertierbar, d.h. austauschbar, <span style="color:#00B000">(vgl. z. B. <span style="font-family: Times;"><big>,ens et verum convertuntur‘</big></span>)</span>. Damit sind sie auch von einander abhängig, was GÖDEL sowohl im Axiom-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX ∧ □∀x(Xx→Yx)→PY'''‘ —</span>, für positive Eigenschaften, als auch in der Definition-2, für die Wesenseigenschaften, syntaktisch formalisiert hat mit dem Term-Element ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x(Xx→Yx)'''‘ —</span>, weil sie sich gegenseitig, — mit ,modaler‘ Notwendigkeit —, gleichwertig ,implizieren‘, d.h. einschließen, <span style="color:#00B000">(im Axiom-2 mit der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''x'''‘ — </span>, und in der Definition-2 mit der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''y'''‘ — </span>)</span>. Man kann die Transzendentalia, <span style="color:#00B000">(wie GÖDEL)</span>, auch ,Wesenseigenschaften‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, nennen, weil sie allem Seienden ,wesentlich analog‘ zukommen. Weil Transzendentalien miteinander austauschbar sind, sind sie auch widerspruchsfrei, was GÖDEL mit Axiom-1 syntaktisch darstellt. Die Gültigkeit und Wahrheit, d.h. die mathematisch-logische Evidenz von Axiom-1 und Axiom-2, beruht auf der ontologischen Allgemeinheit und Gültigkeit der Transzendentalia, die GÖDEL mit Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span>, in sein Kalkül explizit eingeführt und ,bestimmt‘ hat. <span style="color:#00B000">(Definitionen werden formal-syntaktisch durch das Äquivalenzzeichen <span style="color:#4C58FF">,'''↔'''‘</span> angezeigt, gelesen als <span style="color:#FF6000">„...ist genau dann ... wenn...“</span>)</span> Zum Überblick ''':''' <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> sind universale, alles Seiende charakterisierende Begriffe, die über kategoriale Einteilungen hinausgehen, und sowohl in der klassischen Scholastik, als auch in der modernen Philosophie, <span style="color:#00B000">(KANT, Uwe MEIXNER<ref>vgl. die ,transzendentalen‘ Bedingungen möglicher Erkenntnisse bei KANT; und auch in der ,Axiomatischen Ontologie‘ bei Uwe MEIXNER</ref>)</span>, als Grundlage der Metaphysik und Erkenntnistheorie dienen. Sie sind die <span style="color:#FF6000">„ersten Begriffe des Seins“</span>, die jedem Ding als ,relative‘ Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(Perfektionen)</span>, inhärent sind, ,analogisch‘ abgestuft, auf einen ,ultimativen‘ Bezugspunkt ausgerichtet, und die sich im Denken, <span style="color:#00B000">(für uns als wahr)</span>, und in der moralischen Wertung, <span style="color:#00B000">(für uns als gut und edel)</span>, manifestieren, relativ zum ,ultimativen‘ Bezugspunkt ihrer selbst. Die faktische Unvollkommenheit, die sich in der notwendigen Vergänglichkeit aller Dinge zeigt, ist einem ontologischen Defekt ,geschuldet‘, der stark zeitabhängig ist, d.h. der einen Anfang und ein Ende hat. Das GÖDEL-Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>, ist immer falsch, wenn es auf etwas aus der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> angewendet wird, wie z. B. auf einen <span style="color:#FF6000">„Tsunami“</span>, dessen ‚Existenz‘ für uns nicht ‚positiv‘ ist. KANT hat schon festgestellt ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>. Das gilt für alles, was <span style="color:#FF6000">„existiert“</span>. Das Axiom-5 hat nur dann seine Gültigkeit, ist nur dann ,wahr‘, wenn <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span> <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> in eins zusammenfallen. Bei allen Dingen, die ‚da‘ sind, ist ihr ‚Da-Sein‘ ontologisch immer verschieden zu dem ‚was‘ sie sind ''':''' zu ihrem ,Was-Sein‘. In der philosophischen Tradition, seit ARISTOTELES, wird die ontologische Identität, d.i. die Koinzidenz, der innere Zusammenhang von ‚Sein‘ und ‚Wesen‘ allein nur dem <span style="color:#FF6000">„selbst ‚unbewegten‘ Erstbewegenden“</span> zugeschrieben, dem <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„prôton kinoûn akinêton“</span>, von dem ARISTOTELES etwas später sagt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''denn dies ist der Gott''«</span> und dann hinzufügt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''so sagen wir ja''«</span>; d.h. das ist eine Interpretation aus dem Glaubenskontext des ARISTOTELES. Er war ein Gott-gläubiger Grieche. Wer an GOTT glaubt, kann das nachvollziehen. GÖDEL musste dieses Axiom-5 postulieren, sonst wäre sein Kalkül nicht aufgegangen, ohne dass er deswegen schon an GOTT glauben müsste. Er hat für sein Kalkül das ontologische Theorem von der Identität von ‚Sein‘ und ‚Wesen‘ im ‚unbewegten Erstbeweger‘ benutzt. <span style="color:#00B000">(Gilt auch für Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit, das GOTT-Sein, das ‚Dasein‘ GOTTES, ist eine positive Wesenseigenschaft, eine Perfektion; d.h. ist das ‚Wesen‘ GOTTES ''':''' GOTT ist perfekt''«</span>)</span>. Die ontologische Identität von Sein und Wesen, Existenz und Essenz, wie auch die Koinzidenz von Möglichkeit und Wirklichkeit, von Ursache und Wirkung, sowie auch die ontologische Einheit von <span style="color:#00B000">(Erkenntnis-)</span>Subjekt und <span style="color:#00B000">(Erkenntnis-)</span>Objekt im <span style="color:#FF6000">»''Erkennen seiner Erkenntnis''<span style="color:#00B000">[-Tätigkeit ]</span>«<span style="color:#00B000"> | </span>„<span style="font-family: Times;"><big>νοήσεως νόησις</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„noêseôs noêsis“</span> <span style="color:#00B000"><small>(<span style="font-family: Times;"><big>,''Metaphysik''‘</big></span> XII 9, 1074b34)</small></span>, gilt nur in der <span style="color:#FF6000">„unverursachten Letztursache"</span>, auf die ARISTOTELES bei seiner Prinzipienforschung gestoßen ist. Es gibt verschiedene Versuche, die GÖDEL-Axiome durch sog. ,Modelle‘, relativ zu einfacheren ,Welten‘, zu verifizieren, um damit ihre relative Konsistenz nachzuweisen. Für GÖDEL aber <span style="color:#FF6000">»''sind die Axiome nur dann'' <span style="color:#00B000">[ in unserer ,realen‘ Welt ]</span> ''wahr'' <span style="color:#00B000">[ und annehmbar ]</span>«</span>, wenn sie <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt'' <span style="color:#00B000">[ d.h. jeder auch nur ,möglichen‘ Welt ]</span> ''sind''«</span>. Diese Bedingung verweist jede Verifikation und jede Interpretation der Axiome auf das ,Nicht-Zufällige‘, das ,Notwendige‘, ,Absolute‘, in dem die Axiome und Definitionen des GÖDEL-Kalküls erst dadurch ihren Sinn und ihre Bedeutung bekommen, wenn sie vom ,Absoluten‘ und ,Unendlichen‘ her erklärt und verstanden werden. Damit insistiert GÖDEL auf eine genuin <span style="color:#4C58FF">,theologische‘</span> Interpretation seines Kalküls, mit der <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> zum Begriff GOTT, dem absolut Unendlichen, als Verifikationskriterium. Das entspricht auch der ,methodologischen‘ Prämisse seines Kalküls. Die wichtigsten Axiome und Definitionen im GÖDEL-Kalkül sind jedoch bloße ,Annahmen‘, deren Evidenz, sowohl die ,mathematische‘ als auch die <span style="color:#4C58FF">,theologische‘</span>, erst evaluiert, d.h. ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> werden muss. Das bedeutet ''':''' die Verifikation der Axiome und Definitionen von GOTT und seinen Vollkommenheiten kann nur Kalkül-intern durch den Aufweis ihrer Widerspruchsfreiheit erfolgen, d.i. <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt''«</span>. Evaluierte und verifizierte Axiome und Definitionen sind dann die ,modal‘ notwendigen, d.h. die ,transzendentalen‘ Voraussetzungen für die Ergebnisse eines Kalküls, damit seine Theoreme und Korollare in unserer ,realen‘ Welt als logisch ,wahr‘ und damit für uns auch als ,annehmbar‘ gelten können, während die Prämissen eines Kalküls, <span style="color:#00B000">(die Argument Einführung, <span style="color:#4C58FF">— '''AE:''' —</span> )</span>, nicht notwendige und somit ,modal‘ frei gewählte ,Annahmen‘ sind. Jedoch aus diesen ,modal‘ frei gewählten, ,möglichen‘ <span style="color:#00B000">( <span style="color:#4C58FF">'''◇'''</span> )</span> Prämissen folgen mit Hilfe der ,bewiesenen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> Axiome und Definitionen die Ergebnisse mit ,modaler‘ Notwendigkeit <span style="color:#00B000">( <span style="color:#4C58FF">'''□'''</span> )</span>. Die Logik des GÖDEL-Systems ist eine ,Prädikatenlogik‘ zweiter Stufe, in der die Quantoren nicht nur Individuum-Variable, sondern auch Eigenschafts-Variable, <span style="color:#00B000">(als noch ,unbestimmte‘ Prädikate im Allgemeinen)</span>, binden können. Die formale Struktur des GÖDEL-Kalküls besteht aus fünf Axiomen und drei Definitionen, mit deren Hilfe in drei Beweisgängen drei Theoreme und mehrere Korollare aus seiner ,methodologischen‘ Prämisse ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleitet werden können, wobei die beiden ersten Beweisgänge, mit ihren Ergebnissen, den dritten vorbereiten, in dem es dann um das Theorem ANSELMS geht. Die Prämisse des GÖDEL-Kalküls ist der traditionelle ,GOTT-Glaube‘, in der Formulierung speziell nach LEIBNIZ. Ein Axiom, eine Definition, zwei Theoreme und alle Korollare im GÖDEL-Kalkül sind Aussagen über <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>. Alle fünf Axiome, eine Definition und ein Theorem, <span style="color:#00B000">(und das Korollar aus Axiom-4)</span>, sind auch Aussagen über die Eigenschaft <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“, „Perfektion“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, die in der <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> als die Wesenseigenschaft GOTTES gilt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist vollkommen''«</span> bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist das Vollkommenste der Wesen''«</span>, <span style="color:#00B000">(DESCARTES)</span>. Zwei Definitionen sind Aussagen über die allgemeinen Wesenseigenschaften aller Seienden, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, die, als notwendige Existenz, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, auch GOTT zugeordnet werden, mit der Besonderheit bei GOTT, dass sowohl alle Eigenschaften, als auch alle anderen Zuordnungen, wie Sein und Wesen, wie Ursache und Wirkung, usw., im Unendlichen, GOTT, <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> sind, d.h. in GOTT paarweise perspektivisch in ,eins‘ zusammenfallen, und die auch, wie alle Transzendentalia, konvertierbar, d.h. austauschbar sind. Diese Sachverhalte machen deutlich, dass die ,Verifikation‘ und sachgerechte ,Evaluierung‘ der GÖDEL-Axiomatik nur genuin <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> erfolgen kann. Die Evaluierung der <span style="color:#FF6000">»''mathematischen Evidenz''«</span> des GÖDEL-Systems, im Allgemeinen, muss jedoch entsprechend der Maßstäbe einer modalen Prädikatenlogik zweiter Stufe durchgeführt werden. Das GÖDEL-Kalkül unterscheidet <span style="color:#00B000">(in Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>)</span> formal-syntaktisch zwischen der Eigenschaft ,Existenz‘, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''E'''‘ —</span>, die nur GOTT zugeordnet werden kann, und dem Existenz-Operator, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''∃'''‘ —</span>, der allem Übrigen, das nicht GOTT ist, zugeordnet wird. Es gibt hier auch den formal-syntaktischen Unterschied zwischen der, <span style="color:#00B000">(von mir notierten, jedoch von GÖDEL schon intendierten und angesprochenen)</span>, speziellen ,Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF"> — <sub>not</sub> —</span>, die nur der Existenz GOTTES zugeordnet ist, und der modalen ,Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□'''‘ —</span>, die auf Verschiedenes bezogen werden kann. Diese Unterschiede sind Hinweise, dass GÖDEL in seiner Kalkül-Logik und -Syntax, die Außerordentlichkeit und Eigenständigkeit GOTTES berücksichtigt, der, als Schöpfer der Welt, prinzipiell und absolut <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt''«</span> ist, die erst durch GOTT auch das ist, was sie ist. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Genese des Kalküls</span></div>=== Wie kommt GÖDEL zu seinem Kalkül '''?''' Sein Gewährsmann war Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, <span style="color:#00B000">(1646-1716)</span>, den er sehr schätzte. Die rekonstruierbare Genese seines Kalküls findet man in LEIBNIZ ''':''' ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand‘</big></span>'', <span style="color:#00B000">(1704)</span>‚ ''<span style="font-family: Times;"><big>Viertes Buch, Kapitel X ''':''' ‚Von unserer Erkenntnis des Daseins Gottes‘</big></span>'', Seite 475f. Hier der <span style="color:#00B000">[ kommentierte ]</span> Textausschnitt zum sog. ontologischen ‚Gottesbeweis‘''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''Folgendes etwa ist der Gang seines'' <span style="color:#00B000">[ d.h. ANSELMS, Erzbischof von Canterbury; 1033-1109, ]</span> ''Beweises ''':''' GOTT ist das Größte'', <span style="color:#00B000">[ ANSELM spricht vom biblischen GOTT des Glaubens, als ''':''' <span style="color:#FF6000">»''den, über dem ,Größeres‘'' | <span style="font-family: Times;"><big>‚maius‘</big></span> | ''nicht mehr gedacht werden kann''«</span> ]</span>, ''oder, wie DESCARTES es ausdrückt ''':''' das Vollkommenste der Wesen oder auch ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit'' ''':''' <span style="color:#00B000"> [ GÖDEL ''':''' </span><span style="color:#4C58FF">‚'''P'''‘</span> <span style="color:#00B000">:= ‚Perfektion‘, ‚positive Eigenschaft‘ ]</span>, ''das alle Grade derselben in sich schließt.''<span style="color:#00B000"> [ GÖDEL-Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''ist genau dann GOTT'', <span style="color:#4C58FF">,'''G'''‘</span>, ''wenn'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''alle Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">,'''P'''‘</span>, ''in sich schließt''«</span>. Definition-1 bildet die traditionelle Vorstellung von GOTT ab. ]</span> ''Dies also ist der Begriff GOTTES.'' <span style="color:#00B000">[ Der Term <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span> steht hier für den biblischen ‚Begriff‘ <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> als ,Individuumname‘ '''!''' ]</span> ''Sehen wir nun, wie aus diesem Begriff das ‚Dasein’ folgt.''<span style="color:#00B000"> [ GÖDEL ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist notwendig aus sich ‚da‘''«</span> ''':''' Term :10: im 3. Beweisgang. ]</span> ''Es ist etwas <u>mehr</u>, ‚da‘ zu sein, als nicht ‚da‘ zu sein, oder auch das ‚Dasein‘ fügt der Größe oder der Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ GOTTES ]</span> ''einen Grad hinzu, und wie DESCARTES es ausspricht, das ‚Dasein‘ ist selbst eine Vollkommenheit.''<span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">(Diesen Ausspruch DESCARTES übernimmt GÖDEL im Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz''</span> [ alias ‚Dasein GOTTES’ ] <span style="color:#FF6000">''ist eine positive Eigenschaft''</span> [ alias Vollkommenheit ]<span style="color:#FF6000">«</span>. Dem widerspricht KANT ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein ist kein reales Prädikat“</span>. Das Axiom-5 ist daher nur dann ‚wahr‘, wenn ‚Wirklichsein‘ | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐνέργεια οὖσα</big></span>“</span> | ‚enérgeia úsa‘ | d.h. ‚Dasein‘ und ‚Wesen‘ | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span> | ‚usía‘ | — genauer ''':''' ‚Wesenseigenschaften’ —, ontologisch ,eins‘ sind, d.h. wenn <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> immer schon die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> GOTTES ist. Was nach ARISTOTELES nur im <span style="color:#FF6000">„unbewegten Erstbeweger“</span> der Fall ist; bzw. mit LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''was das Privilegium der Gottheit allein ist''«</span> '''!''' Aus der ,methodologischen‘ ,Annahme‘ im 2. Beweisgang GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''das'' <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ''steht für den GOTT der Christen''«</span>, und mit Hilfe von Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit ist eine positive Eigenschaft''«</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt''«</span>, mit Axiom-4 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX → □PX'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind notwendig aus sich, — von Natur aus —, positiv''«</span>, mit Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Zum Wesen gehören notwendig auch alle Konsequenzen aus einer Wesenseigenschaft''«</span>, und mit Axiom-1 und der Definition für GOTT, folgt nach einigen logischen Umformungen das GÖDEL-Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das'' <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ''ist genau dann der GOTT der Christen, wenn das Wesen dieses GOTTES sein eigenes Sein ist''«</span>. Dasein und Wesen sind im Unendlichen, GOTT <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ,eins‘. Mit diesem, im Kalkül <u>ohne</u> Axiom-5 ,regulär‘ (├ ) abgeleiteten Theorem, widerlegt er KANT für den individuellen Spezialfall <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span> := <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>. Nachprüfbar im Anhang ''':''' im ‚ontologischen‘ Beweis für das Basis-Theorem-2. Somit ist Axiom-5 ,wahr‘, und KANT hat sich hier, im Bezug auf GOTT, geirrt. <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> als Wissenschaft von GOTT, war für KANT nie eine ernstzunehmende Option. <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> als Wissenschaft von GOTT ist eine ziemlich ,ausgereifte‘ Disziplin. Es haben sich, durch Jahrhunderte hindurch, viele gescheite Menschen schon im Judentum, und dann auch im Christentum, und ebenfalls im Islam, darum bemüht.)</span> :: <span style="color:#FF6000">»</span>''Darum ist dieser Grad von Größe und Vollkommenheit oder auch diese Vollkommenheit, welche im ‚Dasein‘ besteht, in diesem höchsten, durchaus großen, ganz vollkommenen Wesen, denn sonst würde ihm ein Grad fehlen, was gegen seine Definition wäre. Und folglich ist dies höchste Wesen ‚da‘. Die Scholastiker, ohne selbst ihren'' <span style="font-family: Times;"><big>doctor angelicus</big></span> <span style="color:#00B000">[ := THOMAS von Aquin ]</span> ''auszunehmen, haben diesen Beweis verachtet'', <span style="color:#00B000">[ wie später auch Immanuel KANT ]</span>, ''und ihn als einen Paralogismus'' <span style="color:#00B000">[ := Fehlschluss ]</span> ''betrachtet, worin sie sehr unrecht gehabt haben; und DESCARTES, welcher die scholastische Philosophie im Kolleg der Jesuiten zu La Flèche lange genug studiert hatte, hat sehr recht gehabt, ihn wieder zu Ehren zu bringen. Es ist nicht ein Paralogismus, sondern ein unvollständiger Beweis'', <span style="color:#00B000">[ den GÖDEL vervollständigt hat ]</span>, ''der etwas voraussetzt, was man noch hätte beweisen sollen, um ihm mathematische Evidenz zu verleihen — nämlich, dass man dabei stillschweigend voraussetzt, diese Vorstellung des durchaus großen oder durchaus vollkommenen Wesens sei möglich und enthalte keinen Widerspruch'' <span style="color:#00B000">[ '''::''' <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span> '''::''' ,möglich‘, ,konsistent‘, ,denkbar‘; GÖDEL beweist im 1. Beweisgang aus Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''positive Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ die allgemeinen Transzendentalien ]</span>, ''sind widerspruchsfrei''«</span>, mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, folgt Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist möglich''«</span> ]</span>. ''Und es ist schon etwas, dass man durch diese Bemerkung beweist ''':''' gesetzt, dass GOTT ‚möglich‘ ist, so ‚ist‘ er'' <span style="color:#00B000">[ ,notwendig‘ '''::''' <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, d.h. für jede mögliche Welt auch wirklich aus sich ‚da‘ ]</span>, ''was das Privilegium der Gottheit allein ist'' ''':''' <span style="color:#00B000">[ Im 3. Beweisgang, Theorem-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' ‚ANSELMS Prinzip‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Weil GOTT widerspruchsfrei ,möglich‘ ist, darum ist auch der Glaube widerspruchsfrei, der besagt, dass GOTT aus sich ,notwendig‘ da ist''«</span>; mit Korollar-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx ∧ □∀y(Gy→x=y)'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''Es gibt notwendig nur einen einzigen GOTT''«</span>. Damit ist auch der Monotheïsmus bewiesen. ]</span> ''Man hat recht, die Möglichkeit eines jeden Wesens anzunehmen und vor allem die GOTTES, bis ein anderer das Gegenteil beweist''. <span style="color:#00B000">[ Das Gegenteil besagt, dass GOTT ,unmöglich‘ ist. Hier setzt der Möglichkeitsbeweis im GÖDEL-Kalkül an, und beweist, dass diese Aussage zu einem Widerspruch führt. ]</span> ''Somit gibt dieser metaphysische Beweis schon einen moralischen zwingenden Schluss ab, wonach wir dem gegenwärtigen Stande unserer Erkenntnisse zufolge urteilen müssen, dass GOTT ‚da‘ sei, und demgemäß handeln.'' <span style="color:#00B000">[ Aber nicht logisch zwingend '''!''' Denn die Interpretation <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> mit dem GOTT der Bibel, als ,methodologische‘ Kalkül-Prämisse, ist nicht zwingend, jedoch ,modal‘ möglich, <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span>, und im christlichen Glaubenskontext sinnvoll, was mit einer stimmigen <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation des GÖDEL-Kalküls gezeigt werden kann. Damit ist dann auch die Frage beantwortet, ob das GÖDEL-System sich plausibel als eine Theorie von GOTT und seinen Eigenschaften interpretieren lässt, bzw. als eine <span style="color:#FF6000">»''axiomatische''«</span> <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span>, wie sie André FUHRMANN apostrophiert. Das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> ist der ,Individuumname‘ für den GOTT der Bibel, — ,GOTT‘ groß geschrieben —, im monotheïstischen, christlichen Glaubenskontext, den auch LEIBNIZ teilt. Dann steht der ,Name‘ auch synonym für das ,existierende‘ Individuum, d.h. für dessen ,Existenz‘.]</span> ''Es wäre aber doch zu wünschen, dass gescheite Männer'' <span style="color:#00B000">[ sic ! ]</span> ''den Beweis mit der Strenge einer mathematischen Evidenz vollendeten'', <span style="color:#00B000">[ was GÖDEL veranlasst hat, seine Version eines ‚ontologischen Beweises’ zu kreieren, dessen <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> man heute mit Computerprogrammen<ref>siehe Fußnote 11</ref> schon nachgewiesen hat ]</span> ... <span style="color:#FF6000">«</span> Für GÖDEL war dieser Text eine intellektuelle Herausforderung, und er hat sie angenommen. Das war für GÖDEL sicher keine Glaubensangelegenheit. GOTT hat es ja auch nicht nötig, ‚bewiesen‘ zu werden. Wer <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> z. B. mit dem sog. ‚Urknall‘ gleich setzt, macht die <span style="color:#FF6000">»''zufällige Struktur der Welt''«</span> im ‚Urknall‘, <span style="color:#00B000">(pantheistisch)</span> zu einem ,Gott‘, was GÖDEL dezidiert für sein Kalkül ausgeschlossen haben wollte. Kurt GÖDEL schreibt 1961 in einem Brief, in Anlehnung an den obigen Text ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»...''ich glaube, schon heute dürfte es möglich sein, rein verstandesmäßig ''<span style="color:#00B000">[ sic '''!''' ]</span>, ''(ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen) einzusehen, dass die theologische Weltanschauung'', <span style="color:#00B000">[ dass es GOTT gibt ]</span>, ''mit allen bekannten Tatsachen'', <span style="color:#00B000">[ z. B. mit den Maßstäben einer modernen Logik ]</span>, ''durchaus vereinbar ist. Das hat schon vor 250 Jahren der berühmte Philosoph und Mathematiker LEIBNIZ versucht''.«</span><ref>Zitiert nach SCHIMANOVICH-GALIDESCU, M.-E., ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Princeton–Wien 1946–1966. Briefe an die Mutter</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kurt Gödel – Leben und Werk</big></span>''‘, ed. B.BULDT et al., Wien (HÖLDER–PICHLER–TEMSKY), 2001, Bd. 1.</ref> ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Interpretation des Kalküls</span></div>=== Wenn man sich das GÖDEL-Kalkül ansieht, wie es heute formalisiert vorliegt, stellt sich die Frage ''':''' <span style="color:#FF6000">„Lässt sich dieses System plausibel als eine Theorie von GOTT <span style="color:#00B000">(als eine ‚Rede von GOTT’ := <span style="color:#4C58FF">,Theologie’</span>)</span> und seiner Eigenschaften verstehen '''?''' “ — „Ist hier eine genuin <span style="color:#4C58FF">,theologische’</span> Interpretation möglich '''?''' “</span> Seine Herkunft aus der intellektuellen Auseinandersetzung des Logikers GÖDEL mit dem GOTT-gläubigen Philosophen LEIBNIZ und dem christlichen Theologen und Erzbischof ANSELM rechtfertigt diese Frage. Die <span style="color:#FF6000">„mathematische Evidenz“</span> des GÖDEL-Formalismus, <span style="color:#00B000">(im Anhang nachgestellt)</span>, ist allgemein anerkannt, <span style="color:#00B000">(Vorbehalte dagegen gibt es nur bei der Interpretation seiner Syntax, d.h. ob die Axiome, wie GÖDEL sie konzipiert hat, auch in unserer realen Welt ,wahr’ und ,annehmbar’ sind)</span>. Die <span style="color:#FF6000">„theologische Evidenz“</span> des GÖDEL-Systems wird durch eine ,Verankerung’ der Axiome und Definitionen in den <span style="color:#4C58FF">,theologisch’</span>-philosophischen Diskurs über GOTT evaluiert, der schon seit zweieinhalbtausend Jahren läuft. In diesen zweieinhalbtausend Jahren hat sich, — gegen ARISTOTELES und die antike Philosophie —, die Erkenntnis durchgesetzt, dass GOTT <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen''«</span> Raum-Zeit-Struktur unserer vergänglichen Welt ist. In meiner Darstellung des GÖDEL-Kalküls folge ich, <span style="color:#00B000">(im Unterschied zum Autographen GÖDELS, vom 10. Feb 1970)</span>, in der Axiom-Nummerierung, in der Syntax, und in der Beweis-Struktur, der Arbeit von André FUHRMANN ''':''' ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Existenz und Notwendigkeit. Kurt Gödels axiomatische Theologie‘</big></span>'' in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Logik in der Philosophie‘</big></span>'' Hg. SCHROEDER-HEISTER, SPOHN und OLSSON, 2005, Synchron, Heidelberg, Seite 349–374. <span style="color:#00B000">(Die tiefer gestellte Notation der spezifischen ,Eigenschaft‘ einer Eigenschaft ist meine Ergänzung zur formalen Syntax, z. B. ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, angeregt durch die indizierende Schreibweise GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ,'''G''' Ess. '''x'''’ —</span>.)</span> Die Erkenntnisse zur Straffung und Präzisierung der GÖDEL-Syntax, <span style="color:#00B000">(besonders im Möglichkeitsbeweis)</span>, stammen aus der Arbeit von Günther J. WIRSCHING ''':''' ,''<span style="font-family: Times;"><big>Der Gödelsche Gottesbeweis</big></span>''‘, im Web <ref>https://edoc.ku.de/id/eprint/10243/1/OntBw.pdf</ref>. <span style="color:#00B000">(Auch der Hinweis auf AVICENNA kommt von WIRSCHING.)</span> Die Zitate von THOMAS von Aquin´s Stellungnahme zum Theorem ANSELMS, und von Georg Wilhelm Friedrich HEGEL zur Immanuel KANTS Ablehnung des Theorem ANSELMS, befinden sich in Franz SCHUPP, ,<span style="font-family: Times;"><big>''Geschichte der Philosophie im Überblick''</big></span>‘, Band 2 ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Christliche Antike, Mittelalter''</big></span>‘, Hamburg 2003, Seite 168 und Seite 170. Meines Erachtens ist der entscheidende Ansatzpunkt einer <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation das GÖDEL-Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>. ‚Frei‘ nach KANT ‚formuliere‘ ich ‚kurz‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>. Hier die Positionen KANTS zum Thema ‚Existenz‘ und ‚Eigenschaften‘ ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''… unbeschadet der wirklichen Existenz äußerer Dinge'' <span style="color:#00B000">[ kann man ]</span> ''von einer Menge ihrer Prädikate'', <span style="color:#00B000">[ d.h. Eigenschaften ],</span> ''sagen'' … ''':''' ''sie gehöreten nicht zu diesen ‚Dingen an sich selbst‘, sondern nur zu ihren Erscheinungen, und hätten außer unserer Vorstellung'' <span style="color:#00B000">[ ihrer, als ,wirklich‘ gedachten Erscheinung ]</span> ''keine eigene Existenz, … weil ich finde, dass … '''alle Eigenschaften, die die Anschauung eines Körpers ausmachen''', bloß zu seiner Erscheinung gehören; denn die Existenz des Dinges, was erscheint, wird dadurch nicht … aufgehoben, sondern nur gezeigt, dass wir es'', <span style="color:#00B000">[ das Ding ]</span>, ''wie es ‚an sich selbst‘ sei'', <span style="color:#00B000">[ d.h. existiert ]</span>, ''durch Sinne gar nicht erkennen können''.<span style="color:#FF6000">«</span><ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können</big></span>''‘, Seite 289; https://www.korpora.org/kant/aa04/289.html</ref> <span style="color:#00B000"><small>(Hervorhebung durch KANT.)</small> [ Seine Prädikate, d.h. Eigenschaften, jedoch können wir mit unseren Sinnen ,anschauen‘, aber nur in Kombination mit unserer Vorstellung ihrer, als ,wirklich‘ gedachten Erscheinung, vermittelt durch den sog. ,transzendentalen Schematismus‘ unserer Einbildungskraft ''':'''</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Eine verborgene Kunst in den Tiefen der menschlichen Seele''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">jedoch auch eines der ,dunkelsten‘ Kapitel in der K.d.r.V., bedingt durch KANTS Konzept von ,Wirklichkeit‘, bzw. ,Sein‘. ]</span> Mit anderen Worten, man kann die ‚Existenz‘, bzw. das ‚Sein‘ der Dinge, <span style="color:#00B000">(das ‚Ding an sich’ bei KANT)</span>, nicht unter dem Mikroskop finden. Die ‚Existenz‘ bzw. das ‚Sein‘ ist keine sinnlich registrierbare ‚Eigenschaft‘ z. B. des rekonstruierten ‚Stadt-Schlosses‘ in Berlin. <span style="color:#00B000">(‚Sein‘ ist kein reales ‚Prädikat‘.)</span> Dafür haben wir andere Fähigkeiten ''':''' Ich kann seine ‚Existenz‘ mit meinem Verstand einsehen, weil auch ich selbst ‚existiere‘. Seine ‚Ansicht‘, wie ‚gefällig‘ es ist, und auch weitere ‚Eigenschaften‘, die mir auffallen, kann ich mit einem Handy-Foto dokumentieren. Diese ‚Eigenschaften‘ sind nicht die Ursache, dass das ‚Berliner Schloss‘ existiert. Wohl aber die Rekonstruktion dieses Schlosses ist die ‚Ursache‘, dass es ,existiert‘, und jetzt so aussieht. Insofern ist ‚Existenz‘ keine ‚Eigenschaft‘, sondern die ‚Existenz‘ des Dinges ist die Voraussetzung, der ‚Grund‘, dass ich die ‚Eigenschaften‘ des Dinges mit meinen Sinnen feststellen kann. In einer Auseinandersetzung mit CARTESIUS schreibt KANT, philosophisch ‚tiefgründig‘ und logisch ‚exakt‘, über dessen <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„Cogito, ergo sum“</big></span></span> ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''Das ‚Ich denke‘ ist ein empirischer Satz, und hält den Satz ‚Ich existiere‘ in sich. Ich kann aber nicht sagen ''':''' ‚Alles, was denkt, existiert‘; denn da würde die Eigenschaft des Denkens'', <span style="color:#00B000">[ eine essentielle Eigenschaft ]</span>, ''alle Wesen, die sie besitzen, zu notwendigen'' <span style="color:#00B000">[ d.h. notwendig existierenden ]</span> ''Wesen machen''. <span style="color:#00B000">[ Was allein nur von GOTT ausgesagt werden kann; mit AVICENNA, als anerkannter ARISTOTELES-Kommentator ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist das einzige Sein, bei dem Essenz'' <span style="color:#00B000">[ ‚Wesenseigenschaften‘ ]</span> ''und Existenz'' <span style="color:#00B000">[ ‚Dasein‘ ]</span> ''nicht zu trennen sind und das daher notwendig an sich da ist''«, <span style="color:#00B000">— konform mit GÖDEL ''':'''</span> »''notwendige Existenz ist eine positive'' <span style="color:#00B000">[ essentielle ]</span> ''Eigenschaft''«</span> ].</span> ''Daher kann meine Existenz auch nicht aus dem Satz, ‚Ich denke‘, als'' <span style="color:#00B000">[ logisch ]</span> ''gefolgert angesehen werden, wie CARTESIUS dafür hielt (weil sonst der Obersatz : ‚Alles, was denkt, existiert‘, vorausgehen müsste), sondern ist mit ihm identisch.'' <span style="color:#00B000">[ Eine einfache Schlussfolgerung ''':''' meine ‚Existenz‘ ist auch nicht von meiner ‚Eigenschaft‘ Denken ‚verursacht‘. ,Existenz‘ ist nicht bloß ein ,Gedanke‘ von mir. ]</span><span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">(Aus der Anmerkung 41 zu den ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Paralogismen der reinen Vernunft</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 275,<ref>https://korpora.org/kant/aa03/275.html</ref> mit meinem Einschub des AVICENNA-Zitat aus Wikipedia.<ref>{{w|Avicenna#Metaphysik}}</ref>)</span> Mit anderen Worten ''':''' <span style="color:#FF6000">„Die Eigenschaft, dass ich denken kann, ist nicht die Ursache meiner ‚Existenz‘“</span>, sondern, <span style="color:#FF6000">„Die Liebe meiner Eltern und ihre Entscheidung füreinander ist die Ursache meiner ‚Existenz‘. Daher ‚bin’ ich. Und weil ich ein Mensch ‚bin‘, kann ich denken.“</span> Auch mit diesen Anmerkungen ist leicht einsehbar, dass ‚Existenz‘ keine ‚Eigenschaft‘ ist — außer bei GOTT. In GOTT ist ‚Dasein‘ die ‚Wesenseigenschaft‘ GOTTES, d.h. ‚Dasein‘ und ‚Wesen‘ sind in GOTT untrennbar verbunden; sind <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ‚eins‘. Das ist die Einzigartigkeit im Wesen GOTTES, dass GOTT immer schon ‚da‘ ist. Die Frage nach dem ‚Wesen‘ GOTTES lautet ''':''' <span style="color:#FF6000">„Was bist du ? “</span>/<span style="color:#CC66FF">„Wer bist Du ? “</span> Antwort, Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin-Da‘'' <span style="color:#00B000">[ für euch und für immer ]</span>«.</span> Weil GOTT für uns immer schon ‚da‘ ist, — <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span> —, hat GOTT es nicht nötig, ‚bewiesen‘ zu werden. <span style="color:#00B000">(In der Mathematik ist ein ‚Satz‘ erst dann ‚wahr‘ und ‚existent‘, wenn er bewiesen ist. Bei GOTT ist es jedoch nicht so ''':''' GOTTES ‚Existenz‘ ist nicht erst dann ‚wahr‘, wenn seine ‚Existenz‘ von uns ‚bewiesen‘ ist. Sein ‚Dasein‘ ist jedem unserer ‚Beweisversuche‘ immer schon voraus. Der Zugang zu GOTT ist nicht der ,Beweis‘, sondern der ,Glaube‘. Wer an GOTT glauben ,will‘, dem antwortet GOTT. Wer nicht an GOTT glauben ,will‘, dessen Entscheidung respektiert GOTT, und drängt sich nicht auf. Die Glaubens-Entscheidung hat jedoch für jeden Menschen eine existenzielle Konsequenz ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt'', <span style="color:#00B000">[ und diese Entscheidung auch im Augenblick der ,Wahrheit‘, im Tod, in der sog. ,Endentscheidung‘, nicht widerruft ]</span>, ''wird verurteilt werden''«,</span> <small>({{Bibel | Markus Evangelium |16|16|EU}})</small>. Das Urteil lautet ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''zweiter Tod ''':''' der Feuersee''«</span>, <small>({{Bibel | Offenbarung |20|14f|EU}})</small>, ohne Berufungsmöglichkeit. <span style="color:#CC66FF">»''Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn geben wird''«.</span> <small>({{Bibel | Hebräer Brief|11|6|EU}})</small>)</span> Das GÖDEL-Axiom-5 ist m.E. der entscheidende Ansatzpunkt einer stimmigen <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation der GÖDEL-Axiomatik. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Das Kalkül ist kein Existenz-Beweis für GOTT</span></div>=== Die allgemeine <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> des GÖDEL-Formalismus, d.h. seine ‚Schlusskraft‘, ist von kompetenten Leuten<ref>„GÖDELS Argumentationskette ist nachweisbar korrekt – so viel hat der Computer nach Ansicht der Wissenschaftler Christoph BENZMÜLLER und Bruno WOLTZENLOGEL-PALEO nun gezeigt;“ vgl. https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2013/fup_13_308/index.html</ref> schon festgestellt worden, <span style="color:#00B000">(im Anhang ‚nachrechenbar‘ mit den Regeln und Gesetzen einer modalen Prädikatenlogik 2. Stufe)</span>. Das GÖDEL-Kalkül ist jedoch kein ‚moderner‘<span style="color:#FF6000">„Existenz-Beweis“</span> für GOTT, wofür es gehalten oder meistens bezweifelt wird, sondern setzt <span style="color:#00B000">(theoretisch methodisch)</span> den <span style="color:#FF6000">„Glauben an die Existenz GOTTES“</span> schon voraus, ohne ihn zu hinterfragen. Das <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> bzw. die <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> GOTTES wird mit der Definition-1 für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, bzw. mit dem Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ — </span>, im Kalkül ‚definitorisch‘ bzw. ‚axiomatisch‘ als Kalkül-,Annahme‘ eingeführt, unter der Voraussetzung, dass die ‚Eigenschaft‘ <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ := </span><span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> und das <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span>, ontologisch ‚identisch‘, genauer ''':''' <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> sind, was GÖDEL im Axiom-5 definitiv für sein System vorschreibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>. Das <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ist faktisch äquivalent zur <span style="color:#FF6000">„notwendigen Existenz als GOTT“</span>; und <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> ist die <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft in GOTT“</span>. Beides ist nach Axiom-5 ‚identisch‘, d.h. dem ‚Sein nach‘ dasselbe, und daher konvertierbar. Beide, <span style="color:#00B000">(sowohl die Essenz, als auch die Existenz GOTTES)</span>, werden daher auch mit demselben Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> im Kalkül dargestellt. Der traditionelle, christliche ,GOTT-Glaube‘ wird zugleich mit diesem Term <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ := </span> <span style="color:#FF6000">„GOTT“ <span style="color:#00B000">|</span> „göttlich“</span>, im 2. Beweisgang, dem Basisbeweis, und im 3. Beweisgang für das Theorem ANSELMS, jeweils als ,methodologische‘ Prämisse :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> regulär <span style="color:#00B000">( ├ )</span> und explizit eingeführt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''steht für den GOTT'' <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span> ''der Christen''«</span>. Das ist die ,modal‘-frei gewählte, <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Kalkül-,Annahme‘, <span style="color:#00B000">(als ,Argument-Einführung‘ := <span style="color:#4C58FF">‚'''AE:'''‘</span> )</span>, und wird dann mit Definition-1 näher ,bestimmt‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000"> »''Das'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''steht genau dann für ‚GOTT‘'' <span style="color:#00B000">|</span> ''‚göttlich‘'', <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, ''wenn'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''alle positiven Eigenschaften, bzw. Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">‚'''PX'''‘</span>, ''hat''«</span>, entsprechend dem ‚Quelltext‘ bei LEIBNIZ. <span style="color:#00B000">(Das ,postulierte‘ Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PG'''‘ —</span>, wird standardmäßig gelesen als <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit ist eine positive Eigenschaft''«</span>, hat aber auch die alternative Leseart ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt d.h. vollkommen''«</span>, was <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> auch richtig ist; mit <span style="color:#4C58FF">‚'''P'''‘ </span> := <span style="color:#FF6000">„Perfektion“/„Vollkommenheit“</span> ist dann die Summe aller <span style="color:#FF6000">„positiven Eigenschaften“</span>.)</span> Mit Axiom-3, — in dieser <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Leseart —, ist der ‚Wenn-Satz‘ in Definition-1 ‚aufgelöst‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT hat alle positiven Eigenschaften, weil er ‚perfekt‘ ist''«</span>. In Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, wird die ,für uns‘ <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —, </span> durch die ,aus sich‘ <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span> instanziierten <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(als zu den Transzendentalia gehörig)</span>, bestimmt. Das GÖDEL-Kalkül setzt sowohl in Definition-3 als auch im Axiom-5 das Theorem des ARISTOTELES von der ontologischen ‚Identität‘, d.i. die Koinzidenz von <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span>, <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> im prinzipiell <span style="color:#FF6000">„unbewegten Erstbewegenden“</span> voraus. Ohne diese Annahme bzw. ohne Axiom-5, würde das GÖDEL-Kalkül nicht ‚funktionieren‘. Das GÖDEL-Theorem-2.1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span>, kann unter dieser Voraussetzung dann, <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> richtig und eindeutig, so gelesen werden ''':''' <span style="color:#FF6000">„Wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, als Individuum steht, dann ist GOTT-Sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(,Existenz‘)</span>, das Wesen, <span style="color:#4C58FF">—<sub>ess</sub>—, </span> <span style="color:#00B000">(,Essenz‘)</span>, GOTTES <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span>”</span><ref>vgl. z.B. THOMAS von Aquin ''':''' ,''<span style="font-family: Times;"><big>De Ente et Essentia</big></span>''’, Kapitel 5 ''':''' „Deus, cuius essentia est ipsummet suum esse“ ''':''' „GOTT, dessen Wesen sein eigenes Sein ist“.</ref>, statt der <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> unrichtigen Lesearten in der Wikipedia ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlich ist eine essentielle Eigenschaft jedes göttlichen Wesens''«</span><ref>{{w|Gottesbeweis#Kurt_Gödel|Gottesbeweis 2.1.2, Theorem 2}}; Version vom 10.09.2025</ref>, oder bei Christoph BENZMÜLLER et alia, im sog. ,Theorembeweiser‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Gottähnlich zu sein ist eine Essenz von jeder gottähnlichen Entität''«</span><ref>[https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2013/fup_13_308/index.html ‚Gödels „Gottesbeweis“ bestätigt’, Theorem 2]</ref>, mit der suggestiven Annahme, es gäbe mehrere ,göttliche Wesen‘, bzw. ,gottähnliche Entitäten‘, was der monotheïstischen, abendländischen Tradition, bzw. dem <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Theorem von der ,Unvergleichlichkeit‘ und ,Einzigartigkeit‘ GOTTES widerspricht, das im GÖDEL-Kalkül mit Korollar-3 bestätigt wird. <span style="color:#00B000">(Die Interpretation <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ :=</span> <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, als ,Individuumname‘, ist synonym zum <span style="color:#FF6000">„Dasein <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> GOTTES“</span>, und äquivalent zur ‚positiven Eigenschaft‘ <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span>, alias <span style="color:#FF6000">„göttlich zu sein“</span> = <span style="color:#FF6000">„GOTT zu sein“</span> = <span style="color:#FF6000">„GOTT-Sein“</span>; und mit dem GÖDEL-Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ :=</span> <span style="color:#FF6000">„das Wesen <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> GOTTES“</span>.)</span> <div class="center"><span style="color:#FF6000"><span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ :=</span> „'''G'''öttlichkeit“ <span style="color:#4C58FF">↔</span> „'''G'''OTT“ <span style="color:#4C58FF">↔</span> „'''G'''OTT-Sein“</span> </div> Die Rechtfertigung für diese <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Dreifach-Äquivalenz für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, im GÖDEL-Kalkül, gibt Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''die positive <u>Eigenschaft</u>'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ''Göttlichkeit'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''äquivalent zu GOTT als Individuum-Name'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''ist auch äquivalent zum Dasein GOTTES'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''gleichbedeutend mit notwendiger <u>Existenz</u>'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>'', dem <u>Sein</u> GOTTES für uns''«</span>. Hier hat GÖDEL explizit <span style="color:#FF6000">„Eigenschaft“</span> mit <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> gleichgesetzt; <span style="color:#00B000">(was jedoch nach KANT für alles, was in unserer Welt ‚existiert‘, bzw. für alles, was zur <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> gehört, wie GÖDEL selbst sagt, in jedem Fall ‚unstatthaft‘ ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein ist kein reales Prädikat“</span>)</span>. Jedoch wegen dieser ‚Gleichsetzung‘, die einzig und allein, der aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition entsprechend, singulär nur in GOTT ‚statthaft‘ ist, kann jetzt die ‚positive Eigenschaft‘ <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> <span style="color:#00B000">(ontologisch korrekt)</span> gelesen werden als <span style="color:#FF6000">„das, was GOTT zu dem macht, ‚was‘ GOTT an sich selbst ist“</span>, nämlich zu seinem <span style="color:#FF6000">„GOTT-Sein“</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span>, zu seinem <span style="color:#FF6000">„Dasein als GOTT“</span>; zur Tatsache, dass <span style="color:#FF6000">„GOTT GOTT ist“</span>, d.h. dass <span style="color:#FF6000">„GOTT als GOTT ‚da‘ ist“</span>. Das ist, <span style="color:#00B000">(und da folgt ARISTOTELES seinem Lehrer PLATO)</span>, nach traditioneller Auslegung, die übliche, ontologische Funktion des ‚Wesens‘<span style="color:#00B000"> | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span> | ‚usía‘ |</span> eines Seienden ''':''' es ‚macht‘ das Seiende zu dem, ‚was‘ es ist; es ist die ‚Ursache‘ dafür, dass das Seiende, das ‚ist‘, ‚was‘ es ist | ‚Was-Sein‘ — ‚Wesen‘. <span style="color:#00B000">(ARISTOTELES lokalisiert jedoch das ,Wesen‘ im Seienden, im Gegensatz zu PLATO, der das ,Wesen‘, — ,getrennt‘ vom Seienden —, in den allgemeinen ,Ideen‘ lokalisiert.)</span> Da aber in ‚Gott‘, <span style="color:#00B000">(dem <span style="color:#FF6000">„unbewegten, ‚unverursachten‘ Erstbeweger“</span>)</span>, Prozesshaftes, ‚Ursächliches‘ auszuschließen ist, ist die übliche prozesshafte, ‚ursächliche‘ Funktion von <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span><span style="color:#00B000"> | ‚usía‘ |</span> ,Wesen‘ im <span style="color:#FF6000">„Erstbewegenden“</span> nach ARISTOTELES, sozusagen, schon ‚zum Abschluss‘ gekommen, schon ‚verwirklicht‘, — <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐν-έργεια οὖσα</big></span>“</span><span style="color:#00B000"> | ‚en-érgeia úsa‘</span> —, schon ‚ins-Werk‘ gesetzt; <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>τὸ ἔργον</big></span>“</span> | ‚to érgon‘ | ‚das Werk‘; <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐνέργεια</big></span>“</span> | ‚enérgeia‘ | ,Wirksamkeit‘, ,Wirklichkeit‘, ,Aktualität‘, ,Energie‘; und <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὖσα</big></span>“</span> | ,úsa‘ | feminin Nominativ Singular von <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὤν</big></span>“</span> | ‚ón‘ | ‚seiend‘)</span>. Sein ,Wesen‘ ist im ,Dasein‘ vollendet, ist ,wirkliches, verwirklichendes Sein‘, ‚seiende Aktualität‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>actus purus</big></span>“</span> ''':''' sein Wesen ist ‚reine Tätigkeit‘, ,reine verwirklichende Gegenwärtigkeit‘, d.h. ,existent‘, ohne jede prozesshafte ‚Potenzialität‘. Aus der wichtigen und richtigen Erkenntnis, dass GOTT <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur unserer Welt''«</span> ist, folgt mit der ontologischen Identität von ,Dasein‘ und ,Wesen‘ in GOTT ''':''' Der zeitlos ewige GOTT ist <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich'' <span style="color:#00B000">(von Natur aus)</span> ''immer schon da''«</span>, m.a.W. ist <span style="color:#FF6000">„zeitlos-ursprungslos“</span>. Insofern ist <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span>, die im <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> d.h. in <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, schon ihr ‚Ziel‘, ihre Vollendung, — <span style="color:#FF6000">„Perfektion“</span>, Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, erreicht hat. GOTT ist <span style="color:#FF6000">»''vollkommen''«</span> und darum auch <span style="color:#FF6000">»''notwendig für uns immer schon ‚da‘''«</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ — </span>. GOTT ist in seinem ‚zeitlosen Wesen‘ <span style="color:#FF6000">„unverursacht“</span>, da er <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich'' <span style="color:#00B000">(von Natur aus)</span> ''vollkommen''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□PG'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(eine Instanz von Axiom-4)</span>. <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ist die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span>, bzw. das <span style="color:#FF6000">„Wesen GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ —</span>. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ,der‘ Vollkommenste''«</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>. Und zur absoluten <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“</span> gehört <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> auch das <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span>. <span style="color:#FF6000">„Notwendige Existenz“</span> gehört zu den ,ultimativen‘ Transzendentalia in GOTT, was GÖDEL mit Definition-3 syntaktisch formalisiert hat. Entscheidend für diese Interpretation des GÖDEL-Systems ist ''':''' nur unter der ,modal‘ notwendigen Voraussetzung der ontologischen ‚Identität‘ von <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — '''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, bzw. der ‚Gleichsetzung‘, <span style="color:#00B000">(Koinzidenz)</span>, von <span style="color:#FF6000">„notwendiger Existenz“</span> mit den ‚positiven‘ Wesenseigenschaften, der <span style="color:#FF6000">„Essenz“</span> in GOTT, Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span>, ‚funktioniert‘ die GÖDEL-Axiomatik '''!''' Diese ‚Identität‘, bzw. ,Koinzidenz‘ wird in ARISTOTELES, ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Metaphysik</big></span>''‘, Buch XII 7, in einem Indizienbeweis erbracht, der mit der Methode der philosophischen Induktion zum Ergebnis kommt ''':''' ::<span style="color:#FF6000">» … ''es muss'' <span style="color:#00B000">[ notwendig ]</span> ''etwas geben, das, ohne selbst ‚bewegt‘'' <span style="color:#00B000">[ </span>''worden''<span style="color:#00B000"> ]</span> ''zu sein'', <span style="color:#00B000">[ ‚unentstanden‘ ]</span>, ''alles Übrige wie ein Geliebtes ‚bewegt‘'' <span style="color:#00B000">[ ‚entstehen lässt‘ ]</span>«</span>, das darum ‚zugleich‘ <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>αἴδιον καί οὐσία καί ἐνέργεια οὖσα</big></span>“ <span style="color:#00B000">|</span> »<span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewig, sowohl <u>Wesen</u>'', <span style="color:#00B000">[ etwas Konkretes, Essentielles ]</span>, ''als auch seiende Wirksamkeit — '' <span style="color:#00B000">[ </span>„<span style="font-family: Times;"><big>actus purus</big></span>“, „reine Tätigkeit“<span style="color:#00B000"> ]</span> ''— verwirklichendes, wirkliches <u>Sein</u> ist'', <span style="color:#00B000">[ ein Existierendes, das alles Übrige ,zur Existenz‘ bringen kann ]</span> «</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὀρεκτόν καί νοητόν</big></span>“ <span style="color:#00B000"> | ,orektón kai noêtón‘ | </span> »''ersehnt und erkennbar ist''.«</span> <span style="color:#00B000">(''<span style="font-family: Times;"><big>vgl. ,Metaphysik</big></span>''‘ XII 7, 1072a,23 – 1072b,4)</span> Was <span style="color:#FF6000">»''alles Übrige''«</span> ,zur Existenz‘ bringen kann, bzw. ,verwirklichen‘ kann, muß auch selbst, als etwas Konkretes, Essentielles, ,existieren‘, bzw. ,wirklich sein‘. Die, daraus abgeleitete, ontologische ‚Identität‘, — ,Koinzidenz‘ —, von ‚Wesen‘ und ‚Sein‘, <span style="color:#00B000">(Ziel aller Sehnsucht und jedes Erkenntnisstrebens)</span>, <span style="color:#FF6000">»''ist das Privilegium der Gottheit allein''«</span> ''':''' mit Gottfried Wilhelm LEIBNIZ interpretiert, entsprechend einer adäquaten, aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition. Dieses induktive, ‚ontologisch‘ a-posteriori Ergebnis aus der ‚Prinzipienforschung‘ des ARISTOTELES ist die metaphysische und logische Voraussetzung, dass GÖDEL seine Axiomatik im Kalkül des sog. ‚ontologischen Gottesbeweises‘ a-priori des ANSELM von Canterbury, und nach LEIBNIZ, deduktiv korrekt formulieren konnte; <span style="color:#00B000">(vgl. 3. Beweisgang)</span>. Angenommen, die Variable <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> steht für den <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, der Christen, <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, Term :01: im 2. Beweisgang)</span>, dann ist, — auf Grund von diesem Beweisgang —, in unserer Welt ,wahr‘ und evident ''':''' die ‚positive Eigenschaft‘ <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, und das faktische <span style="color:#FF6000">»''‚Da‘-Sein'' <span style="color:#00B000">[ Existenz ]</span> ''GOTTES''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ‚benennen‘, ontologisch ident, denselben Sachverhalt ''':''' nämlich das, was wir das <span style="color:#FF6000">»''Wesen'' <span style="color:#00B000">[ Essenz ]</span> ''GOTTES''«</span>, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, nennen. <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit'', bzw. ''GOTT-‚Sein‘ ist das Wesen GOTTES''«</span>, und dann umgedreht und äquivalent ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Wesen GOTTES ist sein ‚Da‘-Sein als GOTT'', bzw. ''seine Göttlichkeit''«</span>, m.a.W. ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist wesentlich ‚grundlos‘'' <span style="color:#00B000">[ d.h. </span> ''notwendig aus sich''<span style="color:#00B000"> ]</span> ''‚da‘''«</span>. Das ist das Einzigartige im <span style="color:#FF6000">»''Wesen GOTTES''«</span> ''':''' GOTT ist, zeitlos-ewig, für uns immer schon ‚da‘, und das ‚ist‘ sein <span style="color:#FF6000">»''Wesen''«</span>; vorausgesetzt, ,angenommen‘, man glaubt an GOTT ''':''' Term :01:. <span style="color:#00B000">(Der schon von GÖDEL indizierte Term <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ — </span> ,expliziert‘ nur eine der drei Lesearten, die der Term <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''‘ — „theologisch“</span> ,impliziert‘.)</span> Theorem-2 hat somit die syntaktische Form einer Definition ''':''' <div class="center"><span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span></div> Somit kann GOTT ‚explizit‘ <span style="color:#00B000">(aus einer bewiesenen Kalkül-Definition)</span> <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> genauer ‚bestimmt‘ werden ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist gerade deswegen GOTT, weil sein überzeitlich-ewiges und an sich ‚grundloses‘'' <span style="color:#00B000">[ aber für uns notwendiges ]</span> ''Dasein'' <span style="color:#00B000">[ Existenz ]</span> ''als GOTT, ontologisch, — dem Sein nach —, identisch ist mit seinem persönlichen und für uns liebevollen Wesen'' <span style="color:#00B000">[ Essenz ]</span> ''als GOTT; diese Identität von Dasein und Wesen gilt einzig und allein nur bei GOTT.''«</span> Die philosophische Frage nach dem <span style="color:#FF6000">„Wesen GOTTES“</span> lautet, <span style="color:#00B000">(auf die Person bezogen)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„Was bist du ? “</span> Sie ist äquivalent zur <span style="color:#4C58FF">,theologisch’</span>-biblischen Frage MOSES ''':''' <span style="color:#CC66FF">„Wer bist Du ? “</span> Die bekannte Antwort des GOTTES-JHWH aus ‚Exodus 3,14‘ thematisiert das persönliche, für uns liebevolle und für immer notwendige <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‘אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֑ה‚</big></span> <span style="color:#00B000">| ‚eh'jeh asher eh'jeh‘ |</span> <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin-Da‘'', <span style="color:#00B000">[ für euch und für immer ]</span>«.</span> Mit diesem Zitat aus der Bibel ist die GÖDEL-Axiomatik, sozusagen, <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> ‚verifiziert‘. Sie hat einerseits im Theorem-2 ihren philosophischen ‚Abschluss’ erreicht, und andererseits damit formal-syntaktisch den ‚Anschluss‘ an eine allgemeine Basis-Glaubensaussage gefunden, die ‚an sich‘ für jeden CHRIST-gläubigen Menschen ‚selbstverständlich‘ ist. Was in der Metaphysik des ARISTOTELES das Ergebnis einer philosophischen ,Induktion‘ a-posteriori ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„,Dasein‘ ist das ,Wesen‘ GOTTES“</span>, — <span style="color:#00B000">(das mit Theorem-2, auch ein Ergebnis der deduktiven GÖDEL-Axiomatik a-priori ist ''':''' die Beweisgrundlage für den Konsequenz-Teil im Theorem AMSELMS)</span>, — das ist in der Bibel die Grundüberzeugung jedes Menschen, der an GOTT glaubt ''':''' GOTT ist für uns immer schon <span style="color:#FF6000">„da“</span>, weil er uns liebt. Das ist das, <span style="color:#FF6000">„was“</span> GOTT für uns als GOTT ausmacht, — sein Wesen ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Wir haben die Liebe, die GOTT zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. GOTT ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in GOTT und GOTT bleibt in ihm.''«</span>, <small>({{Bibel | 1. Johannesbrief |4|16|EU}})</small> Das eigentliche Ergebnis der GÖDEL-Axiomatik ist somit die ‚triviale‘ Erkenntnis, dass GOTT, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „grundlos“</span>, für uns immer schon ‚da‘ ist, — <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span> —, vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(‚angenommen‘)</span>, man ‚glaubt‘ an den zeitlos-ewigen GOTT. <span style="color:#00B000">(Der Glaube an die Zeitlosigkeit GOTTES ist mit der ‚Annahme‘ von Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt''«</span>, und der ‚Annahme‘ der Definition-1 für <span style="color:#4C58FF"> ‚'''Gx'''‘ := </span> den <span style="color:#FF6000">„GOTT der Christen“</span>, im Kalkül ‚implizit‘ schon eingeführt, da die Axiome und Definitionen, — nach GÖDEL —, nur dann <span style="color:#FF6000">»''wahr''«</span> sind, wenn sie <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen''</span> [ Raum-Zeit-]<span style="color:#FF6000">''Struktur''«</span> unserer Welt sind. Das ,impliziert‘ auch, dass der GOTT von Axiom-3 und Definition-1 ebenfalls <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von Raum und Zeit, d.h. zeitlos-ewig ist '''!''' )</span> Wer an den GOTT der Bibel glaubt, kann sich von der ‚Vernünftigkeit‘ seines Glaubens mit Hilfe des sog. ,ontologischen‘ Gottesbeweises nach ANSELM von Canterbury, mit Kurt GÖDEL <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span>, überzeugen. <span style="color:#00B000">(Das war auch die Absicht ANSEMS '''!''' )</span> Die Annahme, es sei ‚unmöglich‘, dass es GOTT gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(dezidierter Atheismus)</span>, führt im GÖDEL-Kalkül formal zu einem logischen Widerspruch; vgl. z. B. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Gödels Möglichkeitsbeweis</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Der Gödelsche Gottesbeweis</big></span>''‘, Seite 17, von Günther J. WIRSCHING; (https://edoc.ku.de/id/eprint/10243/1/OntBw.pdf), d.h. es ist also nicht ‚unmöglich‘, dass es GOTT gibt. Der GOTT-Glaube ist mit den Maßstäben einer modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span> und darum ,vernünftig‘. Damit steht fest ''':''' das GÖDEL-Kalkül ist kein moderner ‚Existenz-Beweis‘ für den GOTT der Bibel, sondern es setzt, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span>, ,methodologisch‘, den Glauben an die Existenz eines ewigen GOTTES voraus, der, — <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur unserer '' <span style="color:#00B000">[ vergänglichen ]</span> ''Welt''«</span> —, für uns immer schon ‚da‘ ist. Wenn aber einmal als fix ‚angenommen‘ worden ist, <span style="color:#00B000">(als Prämisse)</span>, dass es wahr ist, dass GOTT ‚existiert‘, dann ist natürlich die ‚Annahme‘, dass GOTT ‚nicht existiert‘, falsch. Aber sie ist auch ,unlogisch‘ und ,unvernünftig‘, weil die Annahme ''':''' ,''Es ist unmöglich, dass es einen GOTT gibt''‘, offensichtlich und eindeutig zu einem Widerspruch führt; was z. B. Günther J. WIRSCHING mit seiner Version des <span style="color:#00B000">(nicht umkehrbaren)</span> ‚Möglichkeitsbeweises‘ für ,GOTT‘, explizit vorexerziert hat. <span style="color:#00B000">(Siehe Anhang ''':''' GÖDELS ‚Möglichkeitsbeweis‘ als ,Widerlegung‘ eines Nicht-GOTT-Glaubens; in Entsprechung zu Psalm 14,1 und Psalm 53,2 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Der'' <span style="color:#00B000">[ ,unvernünftige‘ ]</span> ''Tor sagt in seinem Herzen ''':''' Es gibt keinen Gott. Sie handeln verderbt, handeln abscheulich; da ist keiner, der Gutes tut''«</span>. Historischer Hintergrund zu diesem Psalm-Text ''':''' Die Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch die Truppen des NEBUKADNEZAR II.)</span> Der Logiker GÖDEL hat in seinem System zum ,ontologischen Beweis‘ keine ‚formale Unentscheidbarkeit‘ <span style="color:#00B000">(Agnostizismus)</span> feststellen können, wie auf einem anderen Feld seiner Forschungsarbeiten. Das GÖDEL-Konsequenz-Teil von der ‚Notwendigkeit‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(die ‚Konsequenz’ aus dem ‚widerspruchsfreien‘ Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —,</span>)</span> im ‚Theorem ANSELMS‘, ist <span style="color:#00B000">(im 3. Beweisgang, Term :10:)</span> dann auch eine weitere Explikation des Basis-Theorems-2 des Kalküls ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, über die ‚ontologische Identität‘ vom <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, mit seinem <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> —</span>, dargestellt mit Term :9:. <span style="color:#00B000">(Die ontologische Identitat von Dasein und Wesen in GOTT, ist die, für uns, <span style="color:#FF6000">„notwendige Präsenz <span style="color:#00B000">[ das Sein, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>]</span> GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, die äquivalent, bzw. koinzident ist zur <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit <span style="color:#00B000">[ das Wesen, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>]</span> GOTTES “</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>. Diese Identität von Sein und Wesen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub> —</span>, bedeutet <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> konkret ''':''' die, für uns, notwendige Gegenwärtigkeit GOTTES, [ sein Dasein ], ist verwirklicht worden in der liebevollen [ Wesens-]Zuwendung GOTTES zu uns Menschen, in seiner Kindwerdung in Bethlehem, durch die Jungfrau MARIA ''':''' GOTTES Wesen ist ,Sein-mit-uns‘ ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''sein Name'', <span style="color:#00B000">[ sein Wesen ]</span>, ''ist IMMANUEL, das heiß übersetzt ''':''' GOTT-mit-uns''«, <small>({{Bibel | Matthäus Evangelium |1|23|EU}})</small></span>, der unsere Not-,wenden‘-wird, d.h. der uns und die Welt von der Korruption der Sünde und des Todes <span style="color:#4C58FF">,erlösen‘</span> will und wird.)</span> Die, von GÖDEL im 1. Beweisgang, als Prämissen schon vorausgesetzten und ,angenommenen‘ Perfektionen, bzw. Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(das sind die allgemeinen ,Transzendentalia‘ für alles Nicht-Göttliche in der Welt)</span>, werden im ersten Teil des 2. Beweisganges, mit Term :13: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>, dann auch als <span style="color:#FF6000">„positive Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#00B000">(als die ultimativen ,Transzendentalia‘)</span>, in GOTT ‚definitiv‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> bestätigt; <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, 2. Beweisgang, Anmerkung-2)</span>. Im 3. Beweisgang ist das Basis-Theorem-2 die ,modal‘ notwendige, bzw. transzendentale, Voraussetzung, sowohl für das <span style="color:#FF6000">„an sich notwendige Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, im Term :10:, als auch für die <span style="color:#FF6000">„für uns notwendige Existenz GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, sowohl in der Definition-3, als auch im Axiom-5; <span style="color:#00B000">(das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span> wird nur GOTT zugeordnet; vgl. auch Anhang, 3. Beweisgang, Anmerkung-4)</span>. Dieses Basis-Theorem-2 ist auch zugleich die Antwort auf die Frage nach dem ‚Ursprung‘ GOTTES ''':''' GOTT ist <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „ursprungslos“</span> ‚da‘, von <span style="color:#CC66FF">„Ewigkeit zu Ewigkeit“</span>, denn es ‚ist‘ sein <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, <span style="color:#00B000">(überzeitlich-ewig)</span> für uns immer schon ‚da‘ zu sein. Weitere ‚Einzelheiten‘ über Wesen und Eigenschaften GOTTES gehören in die Mystik, bzw. in die <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span>. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Bedeutung des Kalküls</span></div>=== <div class="center">Immanuel KANT und Kurt GÖDEL im ‚Dialog‘</div> KANT sagt ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>'''''Sein''' ist offenbar kein reales Prädikat''. ... ''Es ist bloß die'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Position'' <span style="color:#00B000">[ latinisiert, deutsch für ''':''' ,Setzung‘ ]</span> ''eines Dinges ... Nehme ich nun das Subjekt (Gott) mit allen seinen Prädikaten'' <span style="color:#00B000">[ d.h. Eigenschaften ]</span> ''(worunter auch die Allmacht gehört) zusammen, und sage ''':''' ‚'''Gott ist'''‘'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT existiert wirklich‘ ]</span>, ''oder ‚es ist ein Gott‘, so <u>setze</u> ich kein neues Prädikat'' <span style="color:#00B000">[ keine neue Eigenschaft ]</span> ''zum ‚Begriffe‘ von Gott ''':''''' <span style="color:#00B000">[ <span style="color:#0000FF; background-color:#FFFF00">‚Sein’ ist kein ‚reales Prädikat’ in GOTT</span>; ‚Existenz‘ ist in GOTT keine ‚Eigenschaft‘ ],</span> ... ''es kann daher zu dem Begriffe'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘ ]</span>, ''der bloß die'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Möglichkeit ausdrückt, darum, dass ich dessen Gegenstand'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck ''':''' er ist'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ist wirklich ]</span>'' ) <u>denke</u>, nichts weiter hinzukommen.'' <span style="color:#00B000">[ Beides ist ,bloß gedacht‘ '''!''' ]</span> ''Und so enthält das Wirkliche nichts mehr als das bloß Mögliche. Hundert ‚wirkliche‘ Taler enthalten nicht das mindeste <u>mehr</u>, als hundert ‚mögliche‘. Denn, da diese den'' <span style="color:#00B000">[ gedachten ]</span>'' ‚Begriff‘, jene aber den Gegenstand und dessen'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Position an sich selbst bedeuten, so würde, im Fall dieser'', <span style="color:#00B000">[ die 100, als ,wirklich‘ bloß gedachten Taler ]</span>, ''<u>mehr</u> enthielte als jener,'' <span style="color:#00B000">[ als ihr ‚gedachter‘ Begriff im Verstand, wie ΑNSELM von Canterbury für GOTT, als ‚wirklich‘ Existierenden, argumentierte, …''so würde'' ]</span> ''mein ‚Begriff‘'' <span style="color:#00B000">[ die 100 im Verstand ‚gedachten‘ Taler ]</span> ''nicht den ganzen Gegenstand ausdrücken, und also auch <u>nicht der angemessene Begriff</u> von ihm sein. Aber in meinem Vermögenszustande ist <u>mehr</u> bei hundert ‚wirklichen‘ Talern, als bei dem bloßen Begriffe derselben'', <span style="color:#00B000">[ als bei 100 bloß ‚gedachten‘ Talern ]</span> ... <span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000"><ref>‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 401; https://www.korpora.org/kant/aa03/401.html</ref></span>. GÖDEL würde darauf <span style="color:#00B000">(korrespondierend zur aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition von der Identität von Sein und Wesen in GOTT)</span> antworten ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>Die <span style="color:#FF6000">„100 Taler“</span> sind der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der'' <span style="color:#00B000">[ vergänglichen ]</span> ''Welt''«</span> entnommen, und sind daher nicht mit GOTT vergleichbar, der, <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer Welt, <span style="color:#FF6000">„über“</span> dieser Welt steht. Einzig und allein nur von GOTT gilt ''':''' Der mit Dingen aus unserer Welt ,nicht vergleichbare‘ GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">„existiert notwendig für uns“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, und <span style="color:#FF6000">„notwendiges Existieren, <u>Sein</u>“</span> ,ist‘ eine <span style="color:#FF6000">„positive <u>Wesen</u>seigenschaft“</span> in GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, weil GOTT aus sich <span style="color:#FF6000">„vollkommen“ <span style="color:#00B000">|</span> „perfekt“</span> ist, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#0000FF; background-color:#FFFF00">‚Sein‘ ist in GOTT ein ‚reales Prädikat‘</span>; <span style="color:#00B000">(notwendige ‚Existenz’ ist eine positive ‚Wesenseigenschaft’ in GOTT)</span>, und nur bei GOTT '''!''' Zum zeitlos-ewigen GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(als methodologische Prämisse)</span>, kann man sagen ''':''' Weil es, wegen Axiom-1 und Axiom-2, <span style="color:#FF6000">„widerspruchsfrei möglich"</span> ist, dass es ihn gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, darum ist dieser GOTT auch das ‚einzige‘ <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span>, das <span style="color:#FF6000">„notwendig aus sich“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, d.h. <span style="color:#FF6000">„grundlos“ <span style="color:#00B000">|</span> „unverursacht“</span> für uns immer schon ‚da’ ist und immer ,da’ sein wird; und zusätzlich gilt ''':''' Es gibt für jede mögliche Welt ‚nur‘ diesen einen GOTT ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx ∧ □∀y(Gy→x=y)'''‘ — </span><span style="color:#00B000">(Monotheïsmus)</span>; vorausgesetzt, man geht von der ,Existenz’ dieses GOTTES aus, wobei diese Annahme <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span> ist.<span style="color:#FF6000">«</span> Eine Beobachtung ''':''' KANT sagt, gleichsam als ,krönender‘ Abschluss seiner Widerlegung des, — von ihm so genannten —, ,ontologischen Gottesbeweises‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''Aber in meinem Vermögenszustande ist <u>mehr</u> bei hundert ‚wirklichen‘ Talern, als bei dem bloßen Begriffe derselben, (d.i. ihrer Möglichkeit).''<span style="color:#FF6000">«</span> Diese Feststellung KANTS entspricht jedoch genau der Argumentation ANSELMS ''':''' GOTT <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse et in re</big></span>“</span>, d.h. GOTT ,existiert auch in Wirklichkeit‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>quod maius est</big></span>“</span>, was <u>mehr</u> ist, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse solo in intellectu</big></span>“</span>, als nur ein bloßer Begriff ,im Verstand zu sein‘. Der ,Mehr-Wert‘ ergibt sich in beiden Fällen, sowohl bei den Talern als auch bei GOTT, aus der ,Wirklichkeit‘ ihrer Existenz, im Gegensatz zur bloßen, <span style="color:#00B000">(im Begriff gedachten)</span>, ,Möglichkeit‘ ihrer Existenz, so dass, in jedem Fall, der ,Begriff‘ im Verstand ohne Abstriche <span style="color:#FF6000">»</span>''den ganzen Gegenstand ausdrückt''<span style="color:#FF6000">«</span>, und von diesem auch <span style="color:#FF6000">»</span>''der angemessene Begriff''<span style="color:#FF6000">«</span> ist. Alles andere wäre eine ,Lüge‘. Mit dieser ,Beobachtung‘ ist das implizit ,Widersprüchliche‘ in KANTS Argumentation aufgedeckt ''':''' Das Wirkliche in KANTS Vermögenszustande enthält <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> als das bloß Mögliche, konträr zu seiner vorigen Behauptung ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''das Wirkliche''<span style="color:#FF6000">«</span> enthalte <span style="color:#FF6000">»'',nichts mehr‘</span> als das bloß Mögliche''<span style="color:#FF6000">«</span>. Diese Behauptung ist offensichtlich falsch. Das ist somit ein indirekter Beweis und damit eine Bestätigung für die analoge Argumentation ANSELMS aus dem Wiederspruch des Gegenteils, am Beispiel KANTS <span style="color:#FF6000">»</span>''Vermögenzustandes bei hundert wirklichen Talern''<span style="color:#FF6000">«</span>, in dem in Wirklichkeit <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> ist, <span style="color:#FF6000">»</span>''als bei dem bloßen Begriffe derselben''<span style="color:#FF6000">«</span>. <span style="color:#00B000">(Diese ,Beobachtung‘ ist zugleich auch das entscheidende Indiz dafür, dass das systembedingte Konzept KANTS von der ,Existenz‘, bzw. vom ,Sein‘ eines jeden Gegenstandes, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen bloße Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">d.i. als seine ,Setzung‘ bloß im- und durch den Verstand ,falsch‘ ist, — d.h. im Klartext ''':''' für KANT ist das ,Sein‘ eines Gegenstandes bloß ein ,Gedanke‘ in uns, wenn er meint, dass uns ein Gegenstand erst dann wirklich ,gegeben‘ sei, wenn wir uns den</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Gegenstand als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck : <u>er ist</u>) <u>denken</u>''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">was nur seiner System-Konzeption geschuldet sein kann. Auf Grund dieser Konzeption ist das</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Ding, wie es an sich selbst ist''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">für KANT systembedingt weder ,anschaubar‘, noch ,erkennbar‘. Diese falsche Konzeption über die ,Existenz‘, bzw. das ,Sein‘ eines Dinges, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen bloße Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">ist für KANT letztendlich auch die Beweisgrundlage und Voraussetzung für seine Ablehnung des ontologischen Argumentes für GOTT. Wenn das ,wirkliche‘ Sein eines Dinges nichts anderes ist, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen'' <span style="color:#00B000">[ bloß gedachte ]</span> ''Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">d.h. als seine ,mögliche‘ Setzung bloß im- und durch den Verstand, das ist das, als ,wirklich‘ bloß nur gedachte, Ding, dann</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''enthält''<span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">natürlich</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''das Wirkliche''<span style="color:#00B000">, [ als die bloß gedachte Existenz ],</span> ''nichts mehr als das bloß Mögliche''<span style="color:#00B000">, [ als der gedachte Begriff ]<span style="color:#FF6000">«</span>, was offensichtlich unhaltbar ist. <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] </span> ''':''' Wenn die Konsequenz einer Wenn-Dann-Folgerung ,falsch‘ ist, dann ist auch ihre Voraussetzung, das System-Konzept KANTS, ,falsch‘ ''':''' d.i. seine ,Kopernikanische Wende‘ für die Metaphysik, soweit sie sein ,Sein’-Konzept betrifft. Korrekt und ,wahr‘ ist in jedem Fall ''':''' Das Wirkliche enthält <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> als das bloß Mögliche, und die Dinge ,existieren‘ schon immer unabhängig von unserem Denken. ,Existenz‘, das ,Sein‘, ist <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span>, als bloß ein ,Gedanke‘ von uns.)</span> Somit ist die Argumentation KANTS gegen den ontologischen Beweis ANSELMS für GOTT ,falsch‘ und unhaltbar, weil sie auf der ,falschen‘ Voraussetzung beruht ''':''' die ,Existenz‘, bzw. das ,Sein‘ eines jeden ,Gegenstandes‘, — wie z. B. auch die Existenz bei GOTT —, sei bloß dessen gedachte ,Position‘ an sich selbst, d.h. bloß seine ,Setzung‘ im- und durch den Verstand. Damit ,macht‘ er GOTT außerdem zu einem ,Ding‘ unter den vielen ,Dingen‘ dieser Welt, und verkennt so, — wie vor ihm THOMAS von Aquin —, auch die Einzigartigkeit und Exklusivität GOTTES im Theorem ANSELMS. <div class="center">Die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> in der philosophischen Tradition</div> Wenn man die philosophische Tradition der <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> im Lichte der Ergebnisse der axiomatischen <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> GÖDELS liest, dann stellt sie sich am Beispiel bei ARISTOTELES, — AVICENNA, — ANSELM, und bei GÖDEL wie folgt dar ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Erstbewegende,'' (<span style="font-family: Times;"><big>,πρῶτον κινοῦν‘</big></span>), ''das, ohne selbst ‚bewegt‘ zu sein'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀκίνητον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''unverursacht, ,entstehungslos‘'' |</span> ), ''alles Übrige wie ein Geliebtes ‚bewegt‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,κινεῖ δὴ ὡς ἐρώμενον‘</big></span> <span style="color:#00B000"> | ''-verursacht, ,entstehen‘ lässt'' |</span> ), ''ist sowohl'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewiges ‚Wesen‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀΐδιον καί οὐσία‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''‚Substanz‘'' |</span> ), ''als auch'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewiges ‚wirksames, verwirklichendes Sein‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>‚ἀΐδιον καί ἐνέργεια οὖσα‘ = ‚actus purus‘</big></span><span style="color:#00B000"> | '',reine Tätigkeit‘'' |</span> ), … ''ersehnt'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ὀρεκτόν‘</big></span>), ''und erkennbar'', (<span style="font-family: Times;"><big>,νοητόν‘</big></span>), ... ''denn dies ist der ‚Gott‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,τοῦτο γὰρ ὁ θεός‘</big></span>), <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, ''der'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''Ewige'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀΐδιον‘</big></span>), — ''der Unvergleichliche'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἄριστον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''‚der Beste‘'' |</span> ), — ''der Lebendige'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ζῷον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ,''das Leben selbst‘'' |</span> ), — ... ''so sagen wir ja'', (<span style="font-family: Times;"><big>,φαμὲν δὴ‘</big></span>), — ...«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ARISTOTELES — Grieche)</span>. Der ‚Begriff’ <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, als ,Individuumname‘, ist synonym mit <span style="color:#FF6000">„göttliches ‚Da-Sein’“</span>, das sowohl <span style="color:#FF6000">„aus sich vollkommen“</span>, als auch <span style="color:#FF6000">„notwendig für uns“</span> ‚da‘ ist; <span style="color:#00B000">(das ist das, an sich, vollkommene ‚Was-Sein‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ — </span>, das zugleich, für uns, das notwendige ‚Da-Sein‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘</span> — ist)</span>; <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span>. Das ist der <u>angemessene Begriff</u> von GOTT, und gilt ‚nur‘ von GOTT. Weil GOTT <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span> ist, ist <span style="color:#FF6000">„Da-Sein“ <span style="color:#00B000">|</span> „GOTT-Sein“ <span style="color:#00B000">|</span> „Göttlichkeit“</span> das <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span>. Im Unendlichen, GOTT, sind <span style="color:#FF6000">„Essenz“</span> und <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> koinzident ,eins‘, und daher untrennbar, und <span style="color:#FF6000">»''darum ist GOTT das einzige ‚Sein’, das notwendig an sich ‚da‘ ist''«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ABU ALI SINA alias AVICENNA — Muslim)</span>. Der <span style="color:#00B000">(gedachte)</span> ‚Eigenschafts-Begriff‘ <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit (die Größe) GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(‚Perfektion‘, die Summe aller ‚positiven Eigenschaften‘ in GOTT)</span> schließt koinzident die ‚Eigenschaft’ <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz für uns“</span> mit ein ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. GOTT wäre nicht <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span>, wenn er nicht auch real für uns ‚da‘ wäre, wenn er nicht ,immer schon’ <span style="color:#FF6000">„existierte“</span>. ‚Sein’ ist <u>mehr</u> als ‚Nicht-Sein’. ,Sein’, bzw. ,Existenz’ gehört zu den ,Transzendentalia’ in GOTT. Das sind die <span style="color:#00B000">(ultimativen)</span> ,Wesenseigenschaften’ in GOTT. Der unendliche GOTT ist daher das <span style="color:#FF6000">»''vollkommenste Wesen, über das nichts ,Größeres‘ d.h. Vollkommeneres <u>mehr</u> ‚gedacht‘ werden kann''«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ANSELM von Canterbury — Christ)</span>. Der ‚Begriff’ <span style="color:#FF6000">„Perfektion GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, schließt koinzident das <span style="color:#FF6000">„notwendige Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘</span> —, für uns mit ein, ohne einen zeitlichen Anfang und ohne ein zeitliches Ende. Das ist die ‚zeitlos-ewige‘, an sich absolute, und <span style="color:#FF6000">„für uns notwendige Existenz GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Das ist ein ,regulär‘-mögliches Korollar im 2. Beweisgang aus Term :16: ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gy→Yy'''‘ —</span>, mit der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(Y:=E<sub>not</sub>) ]</span>, und der <span style="color:#4C58FF">[ FUB(y:=x) ]</span>; und auch ein ,regulär‘-mögliches Korollar im 3. Beweisgang ''':''' entsprechend der <span style="color:#FF6000">„logischen Implikation”</span> :: <span style="color:#4C58FF">[├ A ├ B ╞ A → B ]</span> von Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ — </span> und Term :05: <span style="color:#4C58FF"> —‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> aus diesem Beweisgang. In Worten ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''Angenommen, '' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> ''steht für den GOTT der Christen'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span>, ''dann existiert dieser GOTT'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span>, ''für uns notwendig'', <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span> <span style="color:#FF6000">«</span>.)</span> Der Unendliche, GOTT, ist <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer ‚vergänglichen‘, ,endlichen‘ Welt, welche prinzipiell vom dreidimensionalen Raum und von der unwiederbringlich ‚vergehenden‘ Zeit geprägt ist. Der ,GOTT der Christen‘ ist <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von dieser <span style="color:#FF6600">„vergehenden Raum-Zeit“, — »''jenes rätselhafte und anscheinend in sich widersprüchliche Etwas''« <span style="color:#00B000">(GÖDEL)<ref>Kurt GÖDEL, ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Eine Bemerkung über die Beziehungen zwischen der Relativitätstheorie und der idealistischen Philosophie‘</big></span>'', in P.A.SCHILPP (Hg.): ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Albert Einstein, Philosoph und Naturforscher‘</big></span>'', Seite 406</ref></span> —</span>. Ohne ‚Zeit‘ gibt es keinen zeitlichen Unterschied zwischen ‚Ursache‘ und ‚Wirkung‘, <span style="color:#00B000">(beides ist zeitlos ,eins‘)</span>, und so ist der zeitlos-ewige GOTT, der <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich ,existiert‘'' «</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ — </span>, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „ursprungslos“</span> für uns immer schon ‚da‘ ''':''' <span style="color:#00B000">(GÖDEL — ohne religiöses Bekenntnis)</span> Mit dem GÖDEL-Kalkül ist die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> auf eine ‚vernünftige Basis‘ gestellt worden, und ist somit für jeden Menschen nachvollziehbar, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>, wie obige Beispiele zeigen. '''Resümee :''' Das GÖDEL-Kalkül zeigt mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, was notwendig folgt, wenn die Axiome ‚wahr‘ sind, <span style="color:#00B000">(die Axiome bilden formal-syntaktisch <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span> ab)</span>, unter der Voraussetzung, dass die Axiome <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>'' Struktur''«</span> unserer Welt sind. Die ,Verifikation‘ der Axiome und Definitionen von GOTT und seiner Vollkommenheiten gelingt GÖDEL, — entsprechend seiner Unabhängigkeits-Bedingung —, durch den Aufweis ihrer Widerspruchsfreiheit ''':''' sie sind somit ,wahr‘ und, — im Kontext einer <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> —, auch ,annehmbar‘ in unserer ,realen‘ Welt ''':''' <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, 2. Beweisgang und Anmerkung-2)</span>. Er vermeidet damit den Fehler, der immer wieder im Diskurs über Gottesbeweise gemacht wird ''':''' GOTT mit seinen Geschöpfen zu vergleichen. Diese logisch-philosophische Rede von GOTT <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">»''ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen''«</span>)</span> hat eine <u>mehr</u> als zweitausendjährige Tradition hinter sich. Der <span style="color:#FF6000">„100-Taler-Gott“</span> des Philosophen KANT, hat heute, nachdem der Logiker und Systemtheoretiker GÖDEL sein System vorgelegt hat, an ‚Strahlkraft‘ verloren. Kurt GÖDEL ''':''' ::<span style="color:#FF6000">» ''Die theologische Weltanschauung'', <span style="color:#00B000">[ dass GOTT für uns immer schon ‚da‘ ist ]</span>, ''ist rein verstandesmäßig mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar'';«</span> <span style="color:#00B000">[ d.h. sie ist das ,Resultat‘ der, — vom Glauben geleiteten —, ‚theoretischen Vernunft‘, alias ‚reinen Vernunft‘, und nicht bloß das ‚Postulat‘ einer ‚praktischen Vernunft‘, wie KANT meint ]. <span style="color:#FF6000">»''Der'' <span style="color:#00B000">[ christliche ]</span> ''Glaube ist die ‚Pupille‘ im ‚Auge‘ unseres Verstandes.''«</span> (Heilige KATHARINA von Siena, Lehrerin der Kirche, Patronin Europas<ref>vgl. <span style="font-family: Times;"><big>''Gebet 7 ‚Für die neuen Kardinäle‘, Rom, 21. Dezember 1378,''</big></span> aus <span style="font-family: Times;"><big>''Caterina von Siena ,Die Gebete‘.''</big></span> Kleinhain 2019, online: https://caterina.at/werke/gebete/gebete-detailansicht/gebet-7.html</ref> )</span> Der sonst so rationale KANT, hier doch etwas emotionell, <span style="color:#00B000">(als wolle er die Ergebnisse im GÖDEL-Kalkül nicht wahr haben, die belegen, dass er sich bei GOTT geirrt, und die Funktion des christlichen Glaubens für die Philosophie falsch eingeschätzt hat)</span> ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span> ''Es war etwas ganz Unnatürliches und eine bloße Neuerung des Schulwitzes, aus einer ganz willkürlich entworfenen Idee das Dasein des ihr entsprechenden Gegenstandes selbst ausklauben zu wollen''<ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 403. https://www.korpora.org/kant/aa03/403.html</ref>.<span style="color:#FF6000">«</span> Für KANT, für die Scholastiker, <span style="color:#00B000">(und auch für uns)</span>, ist es natürlich ‚logisch‘, dass aus einem als ‚möglich’ gedachten Begriff, <span style="color:#FF6000">»</span>''aus einer ganz willkürlich entworfenen Idee''<span style="color:#FF6000">«</span>, keine Existenzaussage abgeleitet werden kann. <span style="color:#00B000">(Aus dem bloß gedachten Begriff ,goldene Berge‘ folgt natürlich nicht, dass es solche in Wirklichkeit auch gibt.)</span> In der philosophischen Tradition, die von ARISTOTELES herkommt, ist der Begriff <span style="color:#FF6000">»''GOTT''«</span> jedoch von allen anderen Begriffen so verschieden, so dass für GOTT diese Logik KANTS nicht mehr gilt. GOTT ist ,unvergleichlich‘ und ,einzigartig‘. Dazu der Kommentar von HEGEL ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Wenn KANT sagt, man könne aus dem Begriff'' <span style="color:#00B000">[ ‚GOTT‘ ]</span> ''die Realität nicht ,herausklauben‘, so ist da der Begriff als endlich gefasst''.« <span style="color:#00B000">[ In der Endlichkeit unserer Welt trifft die Logik KANTS zu, dass dem ‚Begriff‘ nicht ,notwendig‘ das ‚Sein‘ folgt, denn es gibt in ihr die ,Lüge‘, die das ,Wirklich-Sein‘ im Begriff bloß behauptet, ohne dass es ,in Wirklichkeit‘ zutrifft, was sie behauptet. Es gilt hier nach KANT ''':''' »''Sein ist kein reales Prädikat''«. Somit ist ]</span> »''...der Begriff ohne'' <span style="color:#00B000">[ reales ]</span> ''Sein ein Einseitiges und Unwahres, und ebenso das Sein, in dem kein Begriff ist'', <span style="color:#00B000">[ ist ]</span> ''das begrifflose Sein,'' <span style="color:#00B000">[ d.i. das relative ,Noch-Nicht-Begriffene‘ ]</span>.'' Dieser Gegensatz, der in die Endlichkeit fällt'' <span style="color:#00B000">[ im Endlichen zutrifft ]</span>, ''kann bei dem Unendlichen, GOTT, gar nicht statthaben''<ref>Georg Wilhelm Friedrich HEGEL, ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Ausführungen des ontologischen Beweises''</big></span>‘ in den ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Vorlesungen über die Philosophie der Religion vom Jahr 1831''</big></span>‘ . Hamburg 1966, Seiten 175 bzw. 174</ref>; <span style="color:#00B000">[ denn ,Begriff‘ und ,Sein‘ sind in dem Unendlichen, GOTT, untrennbar und real immer dasselbe. Auf Grund dieser ontologischen Identität ,personifiziert‘ und ,repräsentiert‘ GOTT die ,Wahrheit‘ ''':''' GOTT ist die ,Wahrheit‘. In GOTT, dem <span style="color:#FF6000">„Schöpfer der Welt“</span>, folgt dem ,Begriff‘ immer ,notwendig‘ das ,Sein‘ ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''GOTT sprach ''':''' Es werde ,Licht‘. Und es wurde Licht''«, <small>{{Bibel | Genesis |1|3|EU}}</small>;</span> oder auch ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Der Herr sprach, und sogleich geschah es; er gebot, und alles war da''«,</span> <small>{{Bibel | Psalm |33|9|EU}}</small>.]</span>«</span> Das Entscheidende bei der <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation des GÖDEL-Kalküls ist, dass der <span style="color:#00B000">(Begriff)</span> GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, nicht auf die Ebene seiner ,endlichen‘ Geschöpfe und unserer Welt gestellt wird, <span style="color:#00B000">(d.i. das ‚Universum‘ im ,Urknall‘, die ‚100-Taler‘, ein ‚Tsunami‘, auch ,einfache Modelle‘ von unserer Welt, etc.)</span>, und damit verglichen wird, sondern, dass der GOTT der Christen in seiner Einzigartigkeit und Besonderheit als <span style="color:#FF6000">»''der Unendliche''«</span> belassen und als <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer vergänglichen Welt, — als <span style="color:#FF6000">»''der Unvergleichliche''«</span> —, verstanden wird. <span style="color:#00B000">(Alle Kritiken des sog. ,ontologischen‘ Gottesbeweises übersehen die Einzigartigkeit und Besonderheit des <span style="color:#FF6000">»''Unendlichen''«</span>, und/oder wollen diese nicht ,wahr‘ haben.)</span> Auch THOMAS von Aquin ,verortet‘ den GOTT ANSELMS, — in seiner Kritik an dessen Theorem —, irrtümlich unter die ,Dinge‘ der uns umgebenden ,Natur‘, wenn er sagt ''':''' GOTT <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse in rerum natura</big></span>“</span>, d.h. wörtlich, dass GOTT ,in der Natur der Dinge <span style="color:#00B000">(unserer Welt)</span> existiert‘, und verkennt somit, — wie nach ihm auch KANT —, die ,Unvergleichlichkeit‘ GOTTES, <span style="color:#00B000">(vgl. STh I q.2 a.1 ad 2<ref>„Deus … illud quo maius cogitari non potest; non tamen propter hoc sequitur quod intelligat id quod significatur per nomen, esse in rerum natura; sed in apprehensione intellectus tantum.“ ——— »''GOTT ist'' (nach ANSELM) ''der, über den Größeres nicht mehr gedacht werden kann. Aber nicht deswegen, weil er'', (der Narr von Psalm 14.1, den ANSELM zitiert), ''das versteht, was durch diesen Namen,'' (bzw. mit dem Begriff ,GOTT‘ im Theorem ANSELMS), ''bezeichnet wird, folgt daraus'', (wie ANSELM meint), ''dass er auch versteht, dass er'', (dieser GOTT), ''auch in der ,Natur‘ der Dinge'' (unserer Welt) ''existiert''; <span style="color:#00B000">[ was ANSELM so nie gesagt hat ]</span>. ''Daraus folgt nur, dass er'', (als ,GOTT‘), ''bloß in der Auffassung seines Verstandes'', (d.h. nur im Denken des Narren als ,Begriff‘), ''existiert.''« ——— Hier ,verortet‘ THOMAS einerseits den unendlichen GOTT, von dem das Theorem ANSELMS spricht, irrtümlich unter die endlichen Dinge der uns umgebenden ,Natur‘, was sachlich dem theologischen Theorem der Unvergleichlichkeit GOTTES widerspricht, der nicht unter die Dinge unserer Welt eingereiht werden darf. Anderseits verliert er dadurch auch den ,Blick‘ für die Außerordentlichkeit und Besonderheit GOTTES, dessen Natur völlig verschieden und unabhängig von der ,Natur‘ unserer raum-zeitlichen Welt ist. GÖDEL beweist jedoch, mit ANSELM, weil es notwendig, ohne Widerspruch, (»''bloß in der Auffassung unseres Verstandes''«), möglich ist, dass GOTT existiert, ist es korrekt, daraus auch mit Notwendigkeit zu folgern, dass der Glaube des Erzbischofs ANSELM, und der Glaube seiner Anvertrauten, von der Wirklichkeit GOTTES, logisch richtig und sinnvoll ist; denn Möglichkeit und Wirklichkeit sind in GOTT koinzident ,eins‘. Das ist das Privilegium GOTTES allein, der einzigartig und unvergleichlich ist. Damit zeigt er auf, dass THOMAS die Unvergleichlichkeit und Einzigartigkeit GOTTES in seinem Vorhalt nicht bedacht hat; und außerdem ANSELM missverstanden hat.</ref>)</span>; jedenfalls hier in der Auseinandersetzung mit ANSELM. Dagegen spricht ANSELM im ,''<span style="font-family: Times;"><big>Proslogion</big></span>''‘, Seite 85f, nur von einem <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse et in re</big></span>“</span> GOTTES, d.h. dass GOTT ,auch in Wirklichkeit existiert‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>quod maius est</big></span>“</span>, was ,größer‘, bzw. ,mehr‘ ist, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse solo in intellectu</big></span>“</span>, als nur ,im Verstand zu sein‘; wobei die ,zeitlose-überzeitliche‘ Wirklichkeit <span style="color:#00B000">(Natur)</span> GOTTES jedoch völlig verschieden und <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen''«</span> Wirklichkeit <span style="color:#00B000">(die ,Natur‘)</span> der ,raum-zeitlichen‘ Welt der Dinge ist. Daher ist sie mit dieser auch nicht vergleichbar. GOTT ist <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span> und alle <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> in GOTT, <span style="color:#00B000">(die ultimativen ,Transzendentalia‘)</span>, sind koinzident ,eins‘, — ,fallen <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> in eins zusammen‘, und sind daher konvertierbar. Darum ist auch die Wirklichkeit GOTTES ,einzigartig‘ und ,unvergleichlich‘. Mit Korollar-3 ist die Exklusivität und Außerordentlichkeit GOTTES definitiv im Kalkül ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>. Der abendländische Monotheïsmus ist somit eine ,logische‘ Konsequenz aus den GÖDEL-Axiomen. <span style="color:#00B000">(Das <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Theorem von der ,Einzigartigkeit‘ und Exklusivität GOTTES, d.h. die exklusive Einheit von Essenz und Existenz, von Begriff und Sein, von Ursache und Wirkung, von Subjekt und Objekt, von Möglichkeit und Wirklichkeit, und aller Transzendentalien, ist, — nach HEGEL —, die Voraussetzung und Bedingung jeder Philosophie ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Die Einheit muss am Anfang der Philosophie stehen''«</span>; und ist zugleich auch ihr gesuchtes und bewiesenes Endergebnis und Ziel ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Diese Einheit muss auch das Resultat der Philosophie sein''«</span><ref>https://hegel-system.de/de/gottesbeweis.htm#hegels-kritik-an-kant</ref>, was hier im GÖDEL-Kalkül ,logisch‘ mit Korollar-3 verifiziert wird ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□(∃xGx ∧ ∀y(Gy→x=y))'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist exklusiv einzigartig''«</span>.)</span> Die Einzigartigkeit GOTTES bedingt die Koinzidenz, den inneren Zusammenhang aller seiner Vollkommenheiten und Zuschreibungen, <span style="color:#00B000">(Axiom-2)</span>, d.h. ihr paarweise, perspektivisches ,Zusammenfallen in eins‘ im Unendlichen, GOTT. Aus der Notwendigkeit aller positiven Eigenschaften und Zuschreibungen, <span style="color:#00B000">(d.h. aus den ultimativen Transzendentalien, Axiom-4)</span>, die in GOTT paarweise, koinzident ,eins‘ sind, <span style="color:#00B000">(Axiom-2)</span>, ist die Einzigkeit GOTTES für uns erschließbar, <span style="color:#00B000">(Korollar-3)</span>. Axiom-4 ist die erste, ,modal‘ <span style="color:#FF6000">„notwendige“</span>, d.h. die transzendentale Voraussetzung für Korollar-3. Wenn im Korollar-3 das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> z. B. für GOTT, dem ,Vater‘ der Christen, und das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''y'''‘ —</span> für GOTT, dem ,Sohn‘, d.h. für ,JESUS CHRISTUS‘ steht, bzw. für den ,HEILIGEN GEIST‘, <span style="color:#00B000">(den ,Dreifaltigen GOTT‘ der Christenheit)</span>; oder auch für die Gottesbezeichnung ,GOTT-ADONAI‘ der Juden, oder für die Gottesbezeichnung ,ALLAH‘ der Muslime steht, dann weist dieses Korollar, für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''∀y'''‘ —</span>, mit der ,ontologischen Identität‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x=y'''‘ —</span>, auf die ,Koinzidenz‘ des ,Dreifaltigen‘, bzw. auch auf den inneren Zusammenhang dieser Religionen hin. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Anhang : das GÖDEL-Kalkül</span></div>=== In der ,Legende zum GÖDEL-Kalkül‘ wird an einige Basics erinnert, und diese für die operative Praxis im anstehenden Kalkül adaptiert. {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">Legende zum GÖDEL-Kalkül</span></div> |- | <small> <math>\begin{align} \text{ ◇ :: konsistent ↔ widerspruchsfrei ↔ möglich ↔ denkbar, } & \text{ □ :: notwendig ↔ wirklich, für jede mögliche Welt ↔ exklusiv} \\ \text{logischer Meta-Term :: [ A ├ B ] ::} & \text{ „aus A folgt im Kalkül ,regulär‘ (├ ) B.“} \\ \text{ A, B sind Aussagen über Eigenschaften, (A ist keine Eigenschaft);} & \text{ die Aussage, z.B. in der Kalkül-Zeile 10, wird als ,Term :10:‘ bezeichnet} \\ \text{ AE ::} & \text{ Argument Einführung, Prämisse, Postulat } \\ \text{ Xx ::} & \text{ „X ist eine Eigenschaft der Individuum-Variable x.“ } \\ \text{ ¬PX ::} & \text{ „X ist keine positive Eigenschaft, ist keine Perfektion, ist nicht vollkommen.“ } \\ \text{ Instanz(X := Y) ::} & \text{ Substitution der Eigenschaft X durch die ,bestimmte‘ Eigenschaft Y } \\ \text{ (Eine ,Instanz‘ ist ein Exemplar aus einer Menge gleichartiger Dinge;} & \text{ hier die ,bestimmte‘ Eigenschaft Y, als Ersatz für das unbestimmte X.) } \\ \text{ FUB(x := y) ::} & \text{ Freie-Um-Benennung der Variable x in y } \\ \text{ Gx ::} & \text{ „Die Variable x steht für den GOTT der Christen.“ } \\ \text{ [ G(y) ├ ⱯyG(y) ] ::} & \text{ All-Operator-Einführung der Variable y für GOTT } \\ \text{ „Angenommen, die Variable y steht für GOTT, dann } & \text{folgt ,regulär‘ (├ ), dass auch jedes y im Kalkül für GOTT steht.“}\\ \text{[ ⱯXA(X) ├ A(X) ] ::} & \text{ All-Operator-Beseitigung für die substituierte Eigenschaft X } \\ \text{ „Wenn X durch eine ,bestimmte‘ Eigenschaft ,instanziiert‘ ist oder } & \text{wird, dann kann der All-Operator von X ,regulär‘ (├ ) beseitigt werden.“}\\ \text{ KOMM(↔) ::} & \;\text{[ (A↔ B) ↔ (B ↔ A) ] :: Kommutativgesetz für ( ↔ )}\\ \text{ DIST(□∧) ::} & \;\text{[ (□A ∧ □B) ↔ □(A ∧ B) ] :: Distributivgesetz für (□∧ )} \\ \text{ (hypothetischer Syllogismus, häufige logische Schlussregel) ::} & \;\text{[ A → B, A ├ B ] :: (Modus ponendo ponens), Abtrennregel.} \\ \text{ „Wenn es wahr ist, dass aus A ein B folgt, und wenn A wahr ist, } & \text{dann ist im Kalkül ,regulär‘ (├ ) ableitbar, dass auch B wahr ist.“} \\ \text{ (negativer hypothetischer Syllogismus) ::} & \;\text{[ A → B, ¬B ├ ¬A ] :: (Modus tollendo tollens)} \\ \text{ „Wenn es wahr ist, dass aus A ein B folgt, und wenn B falsch ist, } & \text{dann ist im Kalkül ,regulär‘ (├ ) ableitbar, dass auch A falsch ist.“} \\ \text{''KONDITIONALER BEWEIS“ ::} & \;\text{[ ├ A ├ B ╞ A → B ] :: (logische Implikation)} \\ \text{ „Angenommen, A ist ,regulär‘ Axiom oder Prämisse, und B ist im } & \text{Kalkül ,regulär‘ abgeleitet, dann ist ,bewiesen‘ ( ╞ ) : A impliziert B, ist wahr.“} \\ \text{''INDIREKTER BEWEIS“ ::} & \;\text{[ ├ ¬A → F ╞ A ] :: (Reductio ad absurdum)} \\ \text{ „Wenn im Kalkül aus ¬A ,regulär‘ eine Kontradiktion } & \text{F folgt, dann ist A ,bewiesen‘ ( ╞ ) : A ist ,wahr‘.“} \\ \end{align}</math> </small> |} A. FUHRMANN ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span> ''Eine Prädikatenlogik zweiter Stufe ist eine Logik, in der die Quantoren auch Eigenschaftsausdrücke <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">„Prädikate”</span>)</span> binden können''. <span style="color:#00B000">[ Die ,Prädikate‘ werden in einem Kalkül dieser Logik durch Definitionen ,bestimmt‘ ]</span>. ''Wir werden uns im folgenden recht frei einer dafür geeigneten formalen Sprache bedienen. Äußere Quantoren werden meist weggelassen und wir schreiben kurz'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Xx'''‘ — </span> ''bzw.'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ — </span> ''um auszudrücken, dass das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ — </span> ''die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ — </span> ''hat, bzw. dass die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ — </span> ''die höherstufige Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> ''<span style="color:#00B000">(für <span style="color:#FF6000">„positiv”</span>)</span> hat;'' <span style="color:#00B000"> [ wobei die Eigenschaft <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> als einzige im Kalkül ,unbestimmt‘ bleibt ]</span>. <span style="color:#FF6000">«</span><ref>A. FUHRMANN ‚''<span style="font-family: Times;"><big>‚G‘ wie Gödel. Kurt Gödels axiomatische Theologie</big></span>''‘, Seite 6, Anmerkung 3. Konform mit seinem Artikel in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Logik in der Philosophie</big></span>''‘ hg. v. P. SCHROEDER-HEISTER, W. SPOHN und E. OLSSON. 2005, Synchron, Heidelberg.</ref> Der All-Quantor für Eigenschaften, hier im GÖDEL-Kalkül der Prädikatenlogik zweiter Stufe, bindet die ,unbestimmte‘ Eigenschafts-Variable <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ —</span> ausschließlich nur in den Definitionen im 2. und 3. Beweisgang . <span style="color:#00B000"> (Im ersten Beweisgang gibt es keine Definition.)</span> Dieser All-Quantor wird dann jedes Mal in der Beweis-Durchführung durch die Substitution ''':''' <span style="color:#4C58FF"> [ Instanz(X:= ..) ]</span> mit ,bestimmte‘ Eigenschafts-Konstanten wie <span style="color:#4C58FF">— (X:= G) —</span>, bzw. <span style="color:#4C58FF">— (X:= ¬Y) —</span>, oder <span style="color:#4C58FF">— (X:= E<sub>not</sub>) —</span> ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> beseitigt ''':''' <span style="color:#4C58FF"> [ ⱯXA(X) ├ A(X) ]</span>; wobei die Eigenschafts-Konstante im Kalkül entweder als Zwischenergebnis ,regulär‘ abgeleitet, <span style="color:#00B000">(,errechnet‘)</span>, oder mit einer Definition schon ,bestimmt‘ worden ist. Die spezifische ‚Eigenschaft‘ einer Eigenschaft wird hier, in der formalen Syntax der Prädikatenlogik zweiter Stufe, als eine tiefer gestellte Abkürzung <span style="color:#00B000">(als Index)</span> an ihre Trägereigenschaft angehängt, wie z. B. ‚wesentlich‘, bzw. ‚essentiell‘ durch <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> —</span>, oder ‚notwendig‘ durch <span style="color:#4C58FF"> — <sub>not</sub> —</span>. In der Definition-3 steht der Term ''':''' <span style="color:#4C58FF"> —‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, um auszudrücken, dass das Individuum <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> notwendig <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span> die Eigenschaft ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>, für ,Existenz‘, hat, d.h. <span style="color:#FF6000">„das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> existiert notwendig”</span>. Der schon von GÖDEL indizierte Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">—‚'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> kann gelesen werden als ''':''' <span style="color:#FF6000">„Das Individuum <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> hat die Wesenseigenschaft, <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> — </span> ''':''' GOTT zu sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ </span>”</span>, statt der ,an sich‘ konformen, aber <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> etwas ungenauen Formulierung ''':''' <span style="color:#FF6000">„das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ist wesentlich göttlich”</span>; oder mit der Voraussetzung ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''→'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> deutlicher und <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> korrekt ''':''' <span style="color:#FF6000">„Wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für den GOTT der Christen, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, steht, dann ist GOTT-Sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(,Existenz‘)</span> das Wesen dieses GOTTES, <span style="color:#4C58FF">— <sub>ess</sub>‚'''x'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(,Essenz‘)</span> ”</span>; wobei, — entsprechend der ,methodologischen‘ Prämisse des Kalküls <span style="color:#00B000">(<span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ — </span> ''':''' das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> steht für den ,GOTT der Christen‘)</span> —, bei der Interpretation der Terme dieses besonderen Kalküls, die <span style="color:#4C58FF">„christliche Theologie”</span> für den Begriff <span style="color:#FF6000">„GOTT”</span>, Korrektur und die leitende Instanz ist. Dabei muss die Dreifach-Äquivalenz von <span style="color:#4C58FF"><span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span></span>berücksichtigt werden. Welche der drei Äquivalenzen, bzw. Lesearten von <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span> bei einem bestimmten Term im Kalkül zulässig ist, muss <span style="color:#4C58FF">„theologisch”</span> überprüft und evaluiert werden. Bei manchen können sogar alle drei Lesearten <span style="color:#4C58FF">„theologisch”</span> zulässig sein. Um philosophische, und sogar <span style="color:#4C58FF">„theologische”</span> Theoreme exakt zu formulieren, und untersuchen zu können, hat der Ausnahmelogiker GÖDEL ein Tor aufgestoßen, das uns ermöglichen kann, <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, und logisch objektiv nachprüfbar, in diesen Disziplinen zu argumentieren. Mit seiner modalen Prädikatenlogik zweiter Stufe, hat GÖDEL dem alten Wunsch eines Raimundus LULLUS, eines Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, eines Immanuel KANT, und anderer, nach einer nachprüfbaren ,Universalsprache‘ in den Geisteswissenschaften, entsprochen; analog zur Mathematik, als Universalsprache in den Naturwissenschaften. Der sog. ,Theorembeweiser‘ der Wissenschaftler Christoph BENZMÜLLER und Bruno WOLTZENLOGEL-PALEO, mit Hilfe eines Computers, ist die offensichtliche Folge aus diesem Quanten-Schritt GÖDELS. In der folgenden Neu-Kalkülisierung, wird jeder einzelne operative Logik-Schritt des Kalküls in der '''linken Spalte''' nummeriert und als Term-Ergebnis angezeigt, und in der '''rechten Spalte''' werden die dafür benötigten Term-Komponenten und die dabei angewendeten Logik-Regeln und -Gesetze dokumentiert. Am Anfang stehen die Ressourcen und das angestrebte Ziel des Beweisganges, <span style="color:#00B000">(das Theorem)</span>. Die GÖDEL Axiome und Definitionen, die Theoreme, die Zwischenergebnisse, das Endergebnis, und die logischen Meta-Terme, werden kontextabhängig interpretiert, <span style="color:#00B000">(angezeigt durch ,Interpretationspunkte‘ — :: —, falls nötig)</span>. Der jeweilige Beweisgang wird in den Anmerkungen ausführlich und umfassend kommentiert. Die Kalkül-Prämissen, <span style="color:#00B000">(AE: Argument Einführung)</span>, sind der modal-frei gewählte Einstieg in das Kalkül. Sie dokumentieren, zusammen mit dem angestrebten Beweis-Ziel, eine bestimmte Problemlage in einem externen Diskurs, der mit dem modalen Logik-System hier, formal-syntaktisch überprüft, und gegebenenfalls, verifiziert oder falsifiziert werden soll. Korollare sind einfache, logische Folgerungen aus dem jeweiligen Beweisgang ''':''' ====<div class="center"><span style="color:#660066">1. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 1, (Möglichkeitsbeweis)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe__________ „Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.1)} & \quad P \neg X \;\Longrightarrow\;\ \neg P\ X\ & \ & \text{„Wenn die Negation von X positiv ist, dann ist die Eigenschaft X nicht positiv“} \\ \text{(Axiom 2)} & \quad (P\ X \wedge \;\Box \;\forall x (\ X\ x \Longrightarrow \ Y\ x)) \Longrightarrow \ P\ Y & \ & \text{„Die Eigenschaften Y, die aus einer positiven Eigenschaft X modal} \\ \text{ } & \quad & \ & \; \; \text{notwendig folgen, sind auch positive Eigenschaften“} \\ \text{(Axiom 3)} & \quad P\ G \ & \ & \text{„Göttlichkeit, GOTT-Sein, ist eine pos. Eigenschaft“ ↔ „GOTT ist perfekt“} \\ \text{(Theorem 1)} &\quad P\ X \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{ (◇ :: „möglich“ ↔ „konsistent“ ↔ „denkbar“; □ :: „notwendig“) } \\ \text{ } & \text{„Positive Eigenschaften sind konsistent“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} & \quad P\ X \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, es gibt positive Eigenschaften, Perfektionen“} \\ \text{02} & \quad P\ X \;\Rightarrow\; \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, positive Eigenschaften sind nicht konsistent“} \\ \text{03} & \quad (\neg x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, nicht mit x identisch zu sein“ :: (ungleich)} \\ \text{04} & \quad (\ x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, mit x identisch zu sein“ :: (gleich)} \\ \text{05} & \quad \text{ ├ }\; \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:01:02:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B] :AE:} \\ \text{06} & \quad \neg\neg \Box \neg \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:05:[ ◇A ↔ ¬□¬A] :: (Modalregel)} \\ \text{07} & \quad \neg\neg \Box \neg\neg \forall x \neg X \ x \ & \ & \text{:06:[∃xA ↔ ¬Ɐx¬A] :: (Quantoren Regel)} \\ \text{08} & \quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall x \neg X \ x \ & \ & \text{:07:NEG :: [¬¬A↔A] :: (Gesetz der Aussagenlogik)} \\ \text{09} & \quad \Box \; \forall x \neg X \ x \Leftrightarrow\ W & \ & \text{:02:08:[(:02:↔W) → (├:08:↔W)] :: (Kalkülregel)} \\ \text{10} & \quad \Box \; \forall x \ X \ x \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:09:[(¬A↔W)↔(A↔F)] :: (Regel für Wahrheitswerte)} \\ \text{11} & \quad \ (\neg x = x ) \Leftrightarrow \ F \; \ & \text{ } & \text{Xx:03:Instanz(X:=(¬x=..)) ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{12} & \quad \Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \text{ } & \text{:10:11:[(:10:↔F) → (:11:↔F)] :: „ex falso sequitur quotlibet“} \\ \text{13} & \quad \ P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \ & \text{:01:12:[Konjunktion] :: [A, B ├ A∧B]} \\ \text{14} & \quad \ (P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow \; (\neg x = x))) \Rightarrow \; P (\neg x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(Y:=( ¬x= ..)) :: (Substitution für Eigenschaften)} \\ \text{15} & \quad \ P (\neg x = .. ) & \ & \text{:13:14:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{16} & \quad \ P (\neg x = .. )\;\Rightarrow\ \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{(A1.1):Instanz(X:=(x=..))}\\ \text{17} & \quad \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{:15:16:[Modus ponens]}\\ \text{18} & \quad \ (x = x ) \Leftrightarrow \ W \; \ & \ & \text{Xx:04:Instanz(X:=(x=..)) ⇒ Tautologie !} \\ \text{19} & \quad \Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \text{ } & \text{:10:18:[(:10:↔F) → (:18:↔W)] :: „ex falso sequitur etiam verum“} \\ \text{20} & \quad \ P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \ & \text{:01:19:[Konjunktion] :: [A, B ├ A∧B]} \\ \text{21} & \quad \ (P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x))) \Rightarrow \ P (x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(Y:=(x=..))} \\ \text{22} & \quad \ P (\ x = .. )\ & \ & \text{:20:21:[Modus ponens]}\\ \text{23} & \quad \text{ ├ }\; (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:17:22:[Konjunktion] ⇒ Kontradiktion !}\\ \text{24} & \quad \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \Rightarrow (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) & \ & \text{:05:23:[├A├B╞ A→B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''}\\ \text{25} & \quad \neg\neg \Diamond \; \exists x \ X \ x & \ & \text{:24:23:[Modus tollendo tollens] :: [A→B,¬B ├ ¬A]}\\ \text{26} & \quad \text{ ├ }\; \Diamond \; \exists x \ X \ x & \ & \text{:25:NEG; bzw. :05:23:[├¬A→F ╞ A] :: ''INDIREKTER BEWEIS''}\\ \text{27} & \quad \ P\ X \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:01:26:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{(Theorem 1)} & \;\text{„Positive Eigenschaften sind konsistent“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war !} \\ \text{28} & \quad \ P\ G \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{:27:Instanz(X:=G) } \\ \text{29} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{(A3):28:[Modus ponens]} \\ \text{(Korollar 1)} & \;\text{„Das Dasein GOTTES ist definitiv möglich“} & \ & \text{„Es ist denkbar, dass es GOTT gibt“} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-1 ''':''' <span style="color:#00B000">(Der Term <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, im Axiom-2 ist an sich überflüssig, da dieser hier als Prämisse :01: ohnehin ,angenommen‘ wird. Der Beweisgang kommt mit Axiom-2 auch ohne diesen Term zum selben Ergebnis, und verkürzt sich dann sogar um zwei Schritte ''':''' Zeile 13 und Zeile 20 sind dann unnötig.)</span> Der Beweisgang geht mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, prinzipiell von der Existenz eines GOTTES aus. Mit der Prämisse :01: <span style="color:#00B000">(hier im 1. Beweisgang)</span> postuliert GÖDEL vorerst allgemein, dass es <span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit, d.h. positive Eigenschaften''«</span> gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, ohne im Kalkül zu definieren, was darunter zu verstehen ist. Definiert wird dann <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, was eine <span style="color:#FF6000">»''wesentliche Eigenschaft''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(im Sinne von ,Transzendentalia‘)</span>; und mit Hilfe dieser Eigenschaft definiert GÖDEL <span style="color:#00B000">(im 3. Beweisgang)</span>, was eine <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, die er <span style="color:#00B000">(im selben Beweisgang)</span> axiomatisch mit den <span style="color:#FF6000">»''positiven Eigenschaften in GOTT''«</span> gleich setzt ''':''' Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> —‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. Erst im 2. Beweisgang wird mit Term :13:, nach einer <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, definitiv bewiesen <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>, dass die, von GÖDEL, hier postulierten, <span style="color:#00B000">(allgemeinen)</span>, positiven Eigenschaften, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, tatsächlich auch in GOTT <span style="color:#FF6000">»''positive Eigenschaften''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, sind; <span style="color:#00B000">(das sind die ultimativen ,Transzendentalia‘ in GOTT)</span>. Jetzt aber muss vorerst der ,Wunsch‘, bzw. die LEIBNIZ-Frage beantwortet werden ''':''' Ob, mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT''«</span> ,möglich‘ ist, der nach traditioneller Auffassung, <span style="color:#FF6000">»''ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ ist ]</span>, ''das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>, <span style="color:#00B000">(nach LEIBNIZ; was GÖDEL mit Definition-1 ,abbildet‘)</span>. Wenn man also beweisen will, dass die Existenz eines solchen ''<span style="color:#FF6000">»GOTTES«</span>'' ,möglich‘ sein soll, dann muss man beweisen, dass dieses postulierte System der <span style="color:#FF6000">»''positiven Eigenschaften in GOTT''«</span> formal ,widerspruchsfrei‘ ist. Das Ergebnis des 1. Beweisganges, das ,Theorem-1‘, <span style="color:#00B000">(,Erster Satz‘)</span>, fasst A. FUHRMANN zusammen als ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind konsistent''«</span>. Wenn sie nicht konsistent wären, käme es zu unlösbaren Widersprüchen, <span style="color:#00B000">(Term :24:)</span>. Einmal Axiom-1 und zweimal Axiom-2, <span style="color:#00B000">(das die Gleichwertigkeit aller positiven Eigenschaften nachdrücklich klarstellt)</span>, sichern hier die Konsistenz <span style="color:#FF6000">»''aller positiven Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ die ,Transzendentalien‘ ]</span>, ''in GOTT''«</span>. Die ,Gleichwertigkeit‘, <span style="color:#00B000">(,Äquivalenz‘)</span>, ist formal-syntaktisch daran erkennbar, dass die beiden Eigenschafts-Variablen <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ —</span> und <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''‘ —</span> im Axiom-2 für beliebige, unterschiedliche ,positive‘ Eigenschaften gegenseitig austauschbar, <span style="color:#00B000">(,konvertierbar‘)</span>, sind. Das heißt, dass beliebige, unterschiedliche ,positive‘ Eigenschaften, für die diese Variablen stehen, sich paarweise, wechselseitig ,implizieren‘, einschließen, und damit notwendig voneinander abhängen, d.h. koinzident ,eins‘ sind, konvertierbar, und somit gleichwertig sind; entsprechend dem Theorem von den Transzendentalia. Zu Term :29:, dem Korollar zu Theorem-1, notiert GÖDEL am 10. Feb. 1970, <span style="color:#00B000">(übersetzt von Joachim BROMAND)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''◇∃xG(x) besagt, dass das System aller positiver Eigenschaften kompatibel ist'',</span> <span style="color:#00B000">[ d.h. miteinander verträglich, weil ohne Widersprüche ].</span> <span style="color:#FF6000">''Dies ist ,wahr‘ auf Grund von Axiom-2,'' <span style="color:#00B000">[ weil alle positiven Eigenschaften, d.h. die Transzendentalien, koinzident gleichwertig und konvertierbar sind ]</span>.«</span> Darum ist es definitiv ,möglich‘, dass es diesen GOTT gibt, der <span style="color:#FF6000">»''alle Grade der Vollkommenheit in sich schließt''«</span> und <span style="color:#FF6000">»''über dem ,Größeres‘ nicht mehr gedacht werden kann''«</span>, und, in weiterer Konsequenz, ist der GOTT-Glaube deshalb ,notwendig‘ widerspruchsfrei, nach Theorem-3 ''':''' <u>Wenn</u> es ''<span style="color:#FF6000">»möglich, bzw. denkbar«</span>'' ist, dass es ''<span style="color:#FF6000">»GOTT«</span>'' gibt, <u>dann</u> folgt daraus ''<span style="color:#FF6000">»notwendig«</span>'' ''':''' es ist ,widerspruchsfrei‘, wenn man als Voraussetzung ,annimmt‘, dass es ''<span style="color:#FF6000">»GOTT wirklich, für jede mögliche Welt«</span>'' gibt ''':''' Term :11: im 3. Beweisgang. Der Wenn-Satz ist hier mit Korollar-1 bewiesen; der Dann-Satz wird im 3. Beweisgang bewiesen <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>. Die ontologische ,Identität‘, d.h. die ,Gleichsetzung‘, bzw. die ,Koinzidenz‘ von Strukturen, die in der Endlichkeit für uns verschieden sind, jedoch in dem Unendlichen, GOTT, paarweise, perspektivisch in eins zusammenfallen, wie ,Sein‘ und ,Wesen‘, wie ,Ursache‘ und ,Wirkung‘ usw., und auch die Äquivalenz und Austauschbarkeit der Transzendentalien, haben im GÖDEL-Kalkül die logisch-syntaktische Form einer, aus sich, ,modal‘ notwendigen Implikation zwischen zwei verschiedenen, gegenseitig austauschbaren Eigenschafts-Variablen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x(Xx→Yx)'''‘ —</span>. Dieses Term-Element stellt formal-syntaktisch die Gleichwertigkeit, <span style="color:#00B000">(Äquivalenz)</span>, bzw. die paarweise Koinzidenz aller ultimativen Eigenschaften und Zuordnungen in GOTT dar; sowohl hier im Axiom-2, als auch in der Definition-2 im 2. Beweisgang, über die ,Wesenseigenschaften‘, mit jeweils verschiedenen, frei umbenennbaren Individuum-Variablen. Die wechselseitige Austauschbarkeit der noch ,unbestimmten‘ Eigenschafts-Variablen ist formal äquivalent zur freien Umbenennung der noch ,unbestimmten‘ Individuum-Variablen ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ FUB(x:=y) ]</span>. Der formale, gegenseitige, allgemeine Austausch der Eigenschafts-Variablen, bzw. die formale Gleichsetzung der positiven allgemeinen Eigenschaften, kann, auf Grund der Äquivalenz aller Vollkommenheiten, auch dann noch durchgeführt werden, wenn eine Eigenschafts-Variable durch eine Definition oder eine Schlussfolgerung ,bestimmt‘ worden ist, und dadurch zu einer Eigenschafts-Konstante, d.h. zu einer ,bestimmten‘ Eigenschaft geworden ist. Das ist z. B. bei einer instanziierenden Substitution der Fall ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=..) ]</span>. Das ist eine spezifische Eigenheit der GÖDEL-Axiomatik. Da die Variable <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT steht, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(im Korollar-1)</span>, ist die Eigenschaft ''':''' ''<span style="color:#FF6000">„nicht mit x identisch zu sein“</span>'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">(¬x=..)</span>, d.h. das <span style="color:#FF6000">„Ungleichsein“</span>, das <span style="color:#FF6000">„Anderssein“</span> GOTTES, <span style="color:#00B000">(Prämisse :03:)</span>, die entscheidende Voraussetzung und Norm für jeden Diskurs über GOTT ''':''' um der <span style="color:#FF6000">„Unvergleichlichkeit“</span> GOTTES gerecht zu werden, darf GOTT niemals mit etwas aus der ''<span style="color:#FF6000">»zufälligen Struktur der Welt«</span>'' verglichen, d.h. gleich gesetzt werden. Der Term :18: <span style="color:#4C58FF">(x=x) ↔ W</span> erinnert dagegen an die Selbstbezeichnung des GOTTES-JHWH in Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin‘''«</span>. Zum Term :03: notiert A. FUHRMANN ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span> ''Die Notation'' <span style="color:#4C58FF">(¬x=..)</span> ''für die Eigenschaft ''':''' <span style="color:#FF6000">„nicht mit x identisch zu sein“</span>'', <span style="color:#00B000">[ d.h. <span style="color:#FF6000">„Ungleichheit“, „Anderssein“</span>, bzw. die Notation <span style="color:#4C58FF">(x=..)</span> für den Existenzmodus-Perfektion ''':''' <span style="color:#FF6000">„Gleichheit“, „Idendität“</span> ]</span>, ''ist suggestiv und informell und ersetzt hier einen formal korrekten Abstraktionsausdruck wie'' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y)</span>, <span style="color:#00B000">[ bzw. <span style="color:#4C58FF">λy.(x=y)</span> ]</span>. ''Für die formal korrektere Notation bedarf es der zusätzlichen Vereinbarung, dass der Ausdruck'' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y)</span> ''gleichbedeutend sei mit dem Ausdruck'' <span style="color:#4C58FF">¬λy.(x=y)</span>. ''Diese Vereinbarung ist harmlos, da wir aufgrund der Regel der λ–Konversion'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">λy.Xy.x ↔ Xx</span>, <span style="color:#00B000">[ mit der <span style="color:#4C58FF">Instanz(X:=(¬x=..))</span> ]</span>, ''so schließen dürfen'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y).x ↔ ¬x=x ↔ <span style="color:#00B000">¬(x=x)</span> ↔ ¬λy.(x=y).x</span> .<span style="color:#FF6000">«</span> <ref>A. FUHRMANN a.a.O. Seite 7, Anmerkung 4 (von mir korrigiert und ergänzt)</ref> In der Kalkül-Zeile 29 wird das Korollar-1 durch einen <span style="color:#4C58FF">[ Modus ponens ]</span> mit Axiom-3 von der Kalkül-Prämisse-Term :01: ,abgekoppelt‘, d.h. es ist nicht mehr vom Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span> logisch abhängig. Korollar-1 behält aber die bewiesene Widerspruchsfreiheit von Theorem-1, und ist dann nur mehr von Axiom-1 und Axiom-2 abhängig, was für das Theorem-ANSELMS am Schluss entscheidend ist. Erklärung zu Term :05: Das Ergebnis einer Logik-Operation zwischen Prämissen ist ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> den Prämissen zuzurechnen. ====<div class="center"><span style="color:#660066">2. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 2, (,Basisbeweis‘)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe____________„Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.2)} & \quad \neg P\ X \;\Longrightarrow\;\ P\neg X\ & \ & \text{„Wenn X nicht positiv ist, dann ist die Negation ¬X positiv“} \\ \text{(Axiom 3)} & \quad \ P\ G \ & \ & \text{„Göttlichkeit, GOTT-Sein, ist eine pos. Eigenschaft“ ↔ „GOTT ist perfekt“} \\ \text{(Axiom 4)} & \quad \ P\ X \;\Longrightarrow\; \Box \; \ P\ X \ & \ & \text{„Positive Eigenschaften sind notwendig aus sich positiv“} \\ \text{(Definition 1)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \forall X(\ P \ X \Longrightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{„x ist genau dann GOTT, wenn x alle positiven Eigenschaften hat“} \\ \text{(Definition 2)} & \quad \ X_{ess}\ x \;\Leftrightarrow X\ x \wedge \forall Y \left(\ Y\ x \Rightarrow \Box \; \forall y (\ X\ y \Rightarrow \ Y\ y)\right) & \ & \text{„X ist genau dann eine wesentliche Eigenschaft von x, wenn x sie hat, und} \\ \text{ } & \quad & \text { } & \;\;\text{alle anderen Eigenschaften Y von x notwendig aus dieser Eigenschaft X folgen“} \\ \text{[RM]} &\quad \ A \;\Longrightarrow\;\ B\; \text{ ├ }\;\Box \; A \Longrightarrow\;\Box\; \ B\ & \ & \text{( :: Modales Prinzip)} \\ \text{(Theorem 2)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{(,G‘ :: „Göttlichkeit“ ↔ „GOTT“ ↔ „Dasein GOTTES“)} \\ \text{ } &\;\text{„Das Wesen GOTTES ist Dasein“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} &\quad \ G\ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, x steht für den GOTT der Christen“} \\ \text{02} &\quad \ Y\ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, GOTT hat die Eigenschaften Y“} \\ \text{03} &\quad \neg P\ Y & \ & \text{ AE: „Angenommen, die Y in GOTT sind nicht positiv“} \\ \text{04} &\quad \neg P \ Y \Rightarrow \ P \neg Y\ & \ &\text{(A1.2):Instanz(X:=Y) :: (Substitution für Eigenschaften) } \\ \text{05} &\quad \ P \neg Y \ & \ & \text {:03:04:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B] } \\ \text{06} &\quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ &\text{(D1):01:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{07} &\quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ &\text{:06:[ⱯXA(X) ├ A(X)] :: (Quantorenregel)} \\ \text{08} &\quad \ P \neg Y \Rightarrow \neg Y \ x\ & \ &\text{:07:Instanz(X:=¬Y)} \\ \text{09} &\quad \neg Y \ x\ & \ &\text{:05:08:[Modus ponens]} \\ \text{10} &\quad \text{ ├ }\; (Y\ x \wedge \neg Y \ x) \;\Leftrightarrow\;\ F\ & \ & \text{:02:09:[Konjunktion] ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{11} &\quad \neg P\ Y \; \Rightarrow \; (Y\ x \wedge \neg Y \ x )\ & \ &\text{:03:10:[├A├B ╞ A → B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''} \\ \text{12} &\quad \neg\neg P\ Y \ & \ &\text{:11:10:[Modus tollendo tollens] :: [A → B,¬B├ ¬A]} \\ \text{13} &\quad \text{ ├ }\; P\ Y \ & \ &\text{:12:NEG; bzw. :03:10:[├¬A→F ╞ A] :: ''INDIREKTER BEWEIS'' :AE:} \\ \text{14} &\quad \ P\ Y \;\Rightarrow\;\Box \; \ P\ Y \ & \ & \text{(A4):Instanz(X:=Y)} \\ \text{15} &\quad \Box \; \ P\ Y \ & \ & \text{:13:14:[Modus ponens]} \\ \text{16} &\quad \ G \ y \Rightarrow \ Y \ y\ & \ &\text{:01:02:[├A├B ╞ A→B]:FUB(x:=y)} \\ \text{17} &\quad \text{ ├ }\; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:16:[G(y) ├ ⱯyG(y)]} \\ \text{18} &\quad \Box \; \ P\ Y \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:13:17:[├A├B ╞ A→B]:[RM]} \\ \text{19} &\quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:15:18:[Modus ponens]} \\ \text{20} &\quad \ Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:02:19:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{21} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ G \ x & \ &\text{:20:01:[Konjunktion] :: [A, B├ A ∧ B]} \\ \text{22} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ X \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ X \ x\;\Leftrightarrow\; X_{ess}\ x \ & \ &\text{(D2):KOMM(↔):KOMM(∧):[ⱯYA(Y) ├ A(Y)] wegen :13:} \\ \text{23} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ G \ x\;\Leftrightarrow\; G_{ess}\ x \ & \ &\text{:22:Instanz(X:=G)} \\ \text{24} & \quad \text{ ├ }\; G_{ess}\ x \ & \ &\text{:21:23:[Modus ponens]:AE: wegen :30:} \\ \text{25} &\quad \ G\ x \;\Rightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{:01:24:[├A├B ╞ A→B] :: Theorem 2.1} \\ \text{26} &\quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ &\text{(D1):01:[Modus ponens] } \\ \text{27} &\quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ &\text{:26:[ⱯXA(X) ├ A(X)]} \\ \text{28} &\quad \ P \ G \Rightarrow \ G \ x\ & \ &\text{:27:Instanz(X:=G)} \\ \text{29} &\quad \text{ ├ }\; G \ x\ & \ &\text{(A3):28:[Modus ponens]} \\ \text{30} &\quad \ G_{ess}\ x \;\Rightarrow \ G \ x\ & \ &\text{:24:29:[├A├B ╞ A→B] :: Theorem 2.2 } \\ \text{31} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{:25:30:[Konjunktion]:BIKONDITIONAL :: [(A→B) ∧ (B→A) ↔ (A↔B)] } \\ \text{(Theorem 2)} &\; \text{„Dasein, GOTT-Sein, ist das Wesen GOTTES“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war ! } \\ \text{32} &\quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ (x = y))\ & \ & \text{:19:Instanz(Y:=(x=..))} \\ \text{33} &\quad \ G\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ (x = y))\ & \ & \text{:01:32:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{(Korollar 2)} & \;\text{„Es gibt notwendig höchstens einen GOTT“} & \ & \text{„Wenn es GOTT gibt, dann gibt es für jede mögliche Welt nur einen GOTT“} \\ \end{align}</math> </small> |} <span style="color:#00B000"><small>(In den Kalkül-Zeilen 16, 18, 31 mussten zwei-, und in Zeile 22 drei Kalkül-Schritte, d.h. Logik-Operationen in eine Zeile zusammengezogen werden, weil der Parser dieser speziellen Mathematik-Funktion in Wikibooks jedes Mal wegen Puffer-Überlauf abstürzt, wenn zu den bestehenden Zeilen noch eine neue Zeile zusätzlich eingefügt wird. Das vermindert etwas die Transparenz des Kalküls.)</small></span> Anmerkung-2 ''':''' <span style="color:#00B000">(Dieser Beweisgang kommt auch ohne das ,unbestimmte‘ Konjunkt <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Xx'''‘ —</span> in der Definition-2 zum gleichen Ergebnis, und wird dadurch um eine Zeile verkürzt ''':''' Zeile 21 entfällt, und <span style="color:#4C58FF">[ KOMM(∧) ]</span> ist unnötig. Dieses Konjunkt wird hier ebenfalls schon in der Kalkül-Prämisse :01: <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx'''‘ —</span>, als ,Annahme‘ gesetzt, vorentschieden und ,bestimmt‘ mit der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=G) ]</span>. Es war also logisch korrekt, dass GÖDEL, in seiner Notiz vom 10. Feb. 1970 zum ontologischen Beweis, dieses Konjunkt weggelassen hat, was ihm von Kommentatoren als ein Flüchtigkeitsfehler angerechnet worden war. Der gesamte 2. Beweisgang bewegt sich im Geltungsbereich der Prämisse Term :01:, d.h. ist in jeder Zeile von der Annahme abhängig ''':''' die Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''x'''‘ —</span> steht für den GOTT der Christen. In der Kalkül-Zeile 33 wird mit Korollar-2 diese Abhängigkeit, für den Term :32:, explizit dargestellt.)</span> Der Beweisgang geht mit der Prämisse :01: prinzipiell, als Voraussetzung, von der Existenz eines GOTTES aus. Im 1. Beweisgang wurde bewiesen, dass die von GÖDEL ,postulierten‘ <span style="color:#FF6000">»''allgemeinen positiven Eigenschaften, Vollkommenheiten, Perfektionen'', <span style="color:#00B000">[ die sog. ,Transzendentalien‘ ]</span> ''konsistent''«</span>, d.i. widerspruchsfrei sind. Hier, in diesem Beweisgang wird nun die Prämisse vom 1. Beweisgang, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PX'''‘ —</span>, im Bezug auf GOTT hinterfragt ''':''' Gibt es auch in GOTT so Etwas, wie <span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit, Positives, Perfektes''«</span> '''?''' Die ,Annahme‘ jedoch, dass es <span style="color:#FF6000">»''in GOTT keine Vollkommenheit, nichts Positives, nichts Perfektes''«</span> <span style="color:#00B000">(keine Transzendentalien)</span> gibt, <span style="color:#00B000">(Prämisse Term :03:)</span>,<span style="color:#4C58FF"> — ‚'''¬PY'''‘ —</span>, d.h. dass die <span style="color:#00B000">(wesentlichen)</span> Eigenschaften in GOTT keine <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> seien, führt aber zu einem unlösbaren Widerspruch, <span style="color:#00B000">(Term :10:)</span>. Mit Term :13:, als 1. Hauptergebnis, ist damit, — als ,neue‘ Prämisse, <span style="color:#00B000">(ersetzt Term :03:)</span> —, definitiv ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ , d.h. es ist ,wahr‘)</span>, dass alle Eigenschaften, die hier mit <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''‘ —</span> symbolisiert werden, <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaften“</span>, d.h. <span style="color:#FF6000">„Perfektionen“</span> sind, von denen das Kalkül ,annimmt‘, <span style="color:#00B000">(Prämissen Term :01:, Term :02: und speziell Term :16:)</span>, dass der GOTT der Christen sie besitzt. Alle ,Wesenseigenschaften‘ in GOTT ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, die durch den Term :13:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —, </span> dargestellt werden, sind somit <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span><span style="color:#00B000">, (,ultimative Transzendentalien‘, aller ,Grade‘)</span>. Damit ist definitiv ‚bestätigt‘, <span style="color:#00B000">( ╞ , es ist ,wahr‘)</span>, was mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, schon ‚angenommen‘ worden ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„GOTT ist perfekt; er hat alle positiven Eigenschaften“</span>; und auch Definition-1 ist damit ,verifiziert‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">„GOTT ist genau deswegen GOTT, weil er, als GOTT, positive Eigenschaften aller Grade in sich schließt“</span>; entsprechend dem Quelltext bei LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>. Immer vorausgesetzt, <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man glaubt an GOTT ''':''' <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. <span style="color:#00B000">(Der ,Schlüsselbegriff‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span> ist der ,Schlüssel‘ zur Erkenntnis, dass GOTT ,notwendig‘, sowohl ,wesentlich‘ für uns, als auch an sich ,grundlos‘, immer schon ,da‘ ist.)</span> Hier, <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, hat Axiom-1, <span style="color:#00B000">(im Term :04:)</span>, sicher gestellt, dass die Eigenschaften in GOTT, <span style="color:#00B000">(Definition-1; Term :06:)</span>, tatsächlich <span style="color:#FF6000">„ultimativ positiv, perfekt und vollkommen“</span> sind ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>. Das GÖDEL-Axiom-1 bezieht seine ,Potenz‘ aus dem Prinzip vom ,auszuschließenden‘ Widerspruch ''':''' eine Eigenschaft kann nicht zugleich ,positiv‘ und ,nicht positiv‘ sein '''!''' Formal lässt sich das 2. Hauptergebnis, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''↔'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> ''':''' schon aus Term :23: in diesem Beweisgang mit der <span style="color:#4C58FF">[ Vereinfachung ] :: [ A∧B ├ B ]</span> ohne Weiteres ,regulär‘ ableiten, — analog zu den Vorgehensweisen bei A. FUHRMANN und G.J. WIRSCHING. <span style="color:#00B000">(Beide Aussagen dieser ,Konjunktion‘ sind ,gleichwertig‘, daher partizipiert das Theorem-2 auch am Ergebnis der Widerspruchsfreiheit von Term :13:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>, dem 1. Hauptergebnis.)</span> Der hier gewählte, etwas längere Weg zum Ergebnis, soll die innere Struktur und Abhängigkeit der Ergebnisse von bestimmten Voraussetzungen offen legen, und ihren ,Zweck‘ verdeutlichen. Die beiden Hauptergebnisse im Basisbeweis gehen vom vorgefundenen und traditionell vorgegebenen Begriff von ,GOTT‘ aus, <span style="color:#00B000">(Term :06:, Term :16: und Term :26:)</span>. Das ,bewiesene‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> 1. Hauptergebnis, hier im 2. Beweisgang, Term :13: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''die Eigenschaften in GOTT sind vollkommen, d.h. sind die ultimativen Transzendentalia''«</span>, rechtfertigt, bzw. verifiziert sowohl Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, als auch die Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span>, für die Annahme ''':''' den ,GOTT der Christen‘, der als GOTT alle Grade der Vollkommenheit in sich schließt. Und das ebenfalls ,bewiesene‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> 2. Hauptergebnis, hier im selben Beweisgang, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''↔'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''das Wesen GOTTES ist sein eigenes Sein''«</span>, rechtfertigt, bzw. verifiziert sowohl Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, als auch die Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, für die Wesenseigenschaft ''':''' ,notwendige Existenz‘, und widerlegt den Einwand KANTS, für den Spezialfall ''':''' GOTT. Zwei Axiome und zwei Definitionen von GOTT und seinen Vollkommenheiten werden durch die Ergebnisse im Basisbeweis des GÖDEL-Kalküls in unserer realen Welt als ,wahr‘, <span style="color:#00B000">(genauer als ,widerspruchsfrei‘)</span>, und, — im Rahmen des christlichen Glaubens —, als ,annehmbar‘ bestätigt. <span style="color:#00B000">(Anmerkung zu Term :24: ''':''' eine Prämisse ist regulär-,modal‘ immer ,frei‘ wählbar.)</span> Zusammengefasst heißt das ''':''' die ,strittige‘ Begründung der ,methodologischen‘ Prämisse des GÖDEL-Kalküls ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Prämisse, Term :01:)</span>, weil <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Korollar-1)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> steht für den GOTT der Christen, für den es ohne Widerspruch denkbar ist, dass es ihn gibt''«</span>, <span style="color:#00B000">(ANSELMS Prinzip, trotz der ,Warnung‘ KANTS)</span>, ist ,wahr‘ und für uns ,annehmbar, denn es ist auch, auf Grund der Ergebnisse des 2. Beweisganges, in unserer realen Welt ,wahr‘ und ,annehmbar‘, weil schon als ,widerspruchsfrei‘ verifiziert ''':''' der GOTT der Christen <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span> ,existiert‘ für uns ,notwendig‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(d.i. das ,regulär‘-mögliche Korollar sowohl im 2. als auch im 3. Beweisgang)</span>, denn dieser GOTT ist aus sich ,vollkommen‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PG'''‘ —</span>, und zu seiner ,Vollkommenheit‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span> gehört auch notwendig sein ,Existieren‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. <span style="color:#00B000">(Jeder dieser Terme ist im Geltungsbereich der Prämisse Term :01: als ,wahr‘ und ,annehmbar‘ bewiesen.)</span> Das ist der ,Kern‘ des ontologischen Arguments, und somit ist auch diese ,strittige‘ Begründung der Prämisse des GÖDEL-Kalküls mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span>, d.h. sie ist logisch ,richtig‘ und, im Kontext des christlichen Glaubens, vernünftig. Die Annahme des Gegenteils zu dieser Prämisse ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es ist undenkbar, dass es diesen GOTT gibt''«</span>, führt jedoch, unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung, zu einem Widerspruch — ist unlogisch und daher ,falsch‘, <span style="color:#00B000">(siehe Anhang ''':''' Widerlegung)</span>. Die Behauptung einer ,formalen Unentscheidbarkeit‘ zu den Annahmen über die Existenz GOTTES, ob oder nicht, <span style="color:#00B000">(d.h. ein ,methodologischer‘ Agnostizismus)</span>, ist gegen jede ,Logik‘; und ist auch ,falsch‘. Denn aus dem, im Kalkül abgeleiteten, Widerspruch aus der einen Annahme, und damit ihrer Unrichtigkeit, folgt notwendig die Richtigkeit der gegenteiligen Annahme. Damit ist eine klare Entscheidung getroffen. Mit dem 2. Hauptergebnis, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#FF6000">»'',Dasein‘ ist das ,Wesen‘ GOTTES''«</span>, folgt die GÖDEL-Axiomatik der philosophisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition der ,Rede von GOTT‘ seit ARISTOTELES, und schließt sich damit formal-syntaktisch zugleich auch der religiösen Überzeugung der Christen an, die glauben, dass GOTT, als unser Vater, aus Liebe, in seinem Sohn, JESUS CHRISTUS, für uns immer schon <span style="color:#FF6000">»''da''«</span> ist, <span style="color:#00B000">(der Sohn ist koinzident ,eins‘ mit GOTT, dem Vater und dem GEIST)</span>, wirksam in und durch seine <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span>, im HEILIGEN GEIST, bis ans Ende der Zeit. Das ist das, <span style="color:#FF6000">»''was''«</span> GOTT eigentlich für uns ausmacht, — die Selbstmitteilung seines unergründlichen Wesens in den Sakramenten der <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‘אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֑ה‚</big></span> <span style="color:#00B000">| ‚eh'jeh asher eh'jeh‘ |</span> <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin da für euch und für immer, als der ich ''<span style="color:#00B000">[ immer schon gewesen ]</span> ''bin''«</span>; <span style="color:#00B000">(d.i. das <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span>-exegetische ,Axiom‘ der Christen, und die <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> korrekte Explikation der ,regulären‘ Kalkül-Prämisse Term :01: <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx'''‘ —</span>, jeweils im 2. und 3. Beweisgang)</span>. Das heißt aber nicht, dass der Autor des Kalküls sich mit diesem Glauben identifiziert hat, <span style="color:#00B000">(,hat‘ er auch nicht)</span>, oder dass der Leser des ontologischen Beweises von Kurt GÖDEL sich damit identifizieren muss, wenn er dessen <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> anerkennt. Zur erweiterten <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Explikation der Kalkül-Prämisse ''':''' Die <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ist das ,Meisterwerk‘ GOTTES ''':''' In ihr ist es GOTT gelungen, etwas Göttliches und Unzerstörbares in unsere korrupten Welt einzupflanzen ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Etwas Göttliches existiert notwendig, d.h. ,unzerstörbar‘ in unserer Welt''«</span>. Sie ist, durch die Menschwerdung des GOTTES Sohnes, JESUS CHRISTUS, dessen <span style="color:#4C58F0">„Leib“</span> die <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ist, untrennbar mit Menschen verbunden, die schon, von allem Anfang an, und jetzt immer noch, durch die Sünde korrumpiert sind. Mit ihr will und wird GOTT unsere Welt und die Menschheit, bis ans Ende der Zeit, von der Sünde und von deren Konsequenz, dem <span style="color:#00B000">(ewigen)</span> Tod <span style="color:#4C58FF">„erlösen“</span>, <span style="color:#00B000">(jedoch nicht ohne die Zustimmung des Menschen)</span>. Mit dieser Explikation wird die Tragweite des ontologischen Arguments ANSELMS, und damit auch die <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Relevanz der GÖDEL-Axiomatik erkennbar. Immer vorausgesetzt, <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man glaubt an GOTT, <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. ====<div class="center"><span style="color:#660066">3. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 3, (ANSELMS Theorem)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe___________________„Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 5)} & \quad P\ E_{not}\; \ & \text { } & \text{„Notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft“} \\ \text{ } & \text{( :: Das ist nur dann wahr, wenn ,Dasein‘ und ,Wesen‘ } & \ & \text{( :: dagegen KANT : ,Existenz‘ ist keine ,Eigenschaft‘,} \\ \text{ } & \;\;\text{in eins zusammenfallen ! ARISTOTELES : Theorem-2)}\ & \ & \;\;\text{,Sein‘ ist für alles, was existiert, kein ,reales Prädikat‘ ! )} \\ \text{(Definition 1)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \forall X(\ P \ X \Longrightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{„x ist genau dann GOTT, wenn x alle positiven Eigenschaften hat“} \\ \text{(Definition 3)} & \quad \ E_{not}\ x \;\Longleftrightarrow\;\ \forall X \left(\ X_{ess}\ x \Longrightarrow \Box \; \exists y \ X\ y \right) & \ & \text{„Notwendige Existenz ist genau dann eine Eigenschaft von x, wenn} \\ \text{ } & \quad & \ & \;\;\text{alle wesentl. Eigenschaften von x notwendig instanziiert sind“} \\ \text{(Korollar 1)} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{„Es ist widespruchsfrei möglich, dass es GOTT gibt“} \\ \text{(Theorem 2)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ &\text{„Dasein, GOTT-Sein, Existenz ist das Wesen, die Essenz GOTTES“} \\ \text{(Korollar 2)} &\quad \ G\ x \;\Longrightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y))\ & \ &\text{„Wenn es GOTT gibt, dann gibt es notwendig nur einen GOTT“} \\ \text{(Theorem 3)} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \;\Longrightarrow\; \Box \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{( :: ANSELMS Prinzip)} \\ \text{ } & \text{„Weil es widerspruchsfrei möglich ist, dass es GOTT gibt,} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{ } & \;\;\text{ist der Glaube, dass es GOTT wirklich gibt, widerspruchsfrei“} \\ \text{01} & \quad \ G \ x\ & \ & \text{ AE: „Angenommen, x steht für den GOTT der Christen“} \\ \text{02} & \quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{(D1):01:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{03} & \quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ & \text{:02:[ⱯXA(X) ├ A(X)] :: (Quantorenregel)} \\ \text{04} & \quad \ P \ E_{not}\;\Rightarrow \ E_{not}\ x\ & \ & \text{:03:Instanz(X:= Enot) :: (Substitution für Eigenschaften)} \\ \text{05} & \quad \ E_{not}\ x\ & \ & \text{(A5):04:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B]} \\ \text{06} & \quad \forall X \left(\ X_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ X\ y \right) & \ & \text{(D3):05:[Modus ponens]} \\ \text{07} & \quad \ X_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ X\ y & \ & \text{:06:[ⱯXA(X) ├ A(X)]} \\ \text{08} & \quad \ G_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ G\ y & \ & \text{:07:Instanz(X:= G)} \\ \text{09} & \quad \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{(Th2):01:[Modus ponens]} \\ \text{10} & \quad \text{ ├ }\;\Box \; \exists x \ G\ x & \ & \text{:08:09:[Modus ponens]:FUB(y:=x) :: (Freie-Um-Benennung der Var.)} \\ \text{ } & \text{„Es gibt GOTT wirklich, für jede mögliche Welt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{1. Hauptergebnis !} \\ \text{11} & \quad \;\Diamond \exists x \ G \ x \;\Longrightarrow \; \Box \; \exists x \ G\ x & \ & \text{(K1):10:[├A├B ╞ A→B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''} \\ \text{(Theorem 3)} & \;\text{„Weil es widerspruchsfrei möglich ist, dass es GOTT gibt,} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war ! 2. Hauptergebnis ! } \\ \text{ } & \;\;\text{ist der Glaube, dass es GOTT wirklich gibt, widerspruchsfrei“} \\ \text{12} & \quad \;\Box \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y))\ & \ &\text{(K2):01:[Modus ponens]} \\ \text{13} & \quad \;\Box \; (\exists x \ G\ x \wedge \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y)))\ & \ & \text{:10:12:[Konjunktion]:DIST(□∧)} \\ \text{(Korollar 3)} & \;\text{„Es gibt notwendig genau nur einen GOTT“} & \ & \text{„Es gibt für jede mögliche Welt nur den GOTT der Christen“} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-3 ''':''' <span style="color:#00B000">(Ein Theorem und zwei Korollare, aus den beiden vorhergehenden Beweisgängen, werden hier, im 3. Beweisgang, zu ,Axiomen‘, die das Theorem-ANSELMS und sein Korollar mit-verifizieren und bestätigen.)</span> Dieser Beweisgang ist das Ziel aller Bemühungen. Hier wird der sog. ,ontologische Gottesbeweis‘ nach ANSELM von Canterbury formal-syntaktisch dargestellt und als logisch nachvollziehbar von GÖDEL bestätigt. Damit hat er aber auch klar gestellt, dass der ontologische Beweis ANSELMS kein Beweis für die ,Existenz‘ des GOTTES der Bibel sein kann, bzw. sein ,will‘ ''':''' Denn mit der Prämisse, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(Term :01:, wie auch schon im ,Basisbeweis‘, und ausformuliert hier in Term :02:, mit der Definition für GOTT)</span>, wird mit dem traditionellen, abendländischen ,GOTT-Glauben‘, der ,glaubt‘, dass der Gott der Christen tatsächlich existiert, — methodologisch als ,Annahme‘ —, der Beweisgang schon regulär und explizit eröffnet, aus dem sich dann, logisch korrekt, mit Hilfe der GÖDEL-Axiome und Definitionen, das ,Theorem ANSELMS‘ ergibt; <span style="color:#00B000">(hier jedoch, mit Günther J. WIRSCHING, ohne den Umweg bei GÖDEL über das modale Axiom-BECKER ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇□A→□A'''‘ —</span>, das André FUHRMANN recherchiert hat)</span>. GÖDEL verwendet zur Darstellung des sog. ,ontologischen Gottesbeweises‘ nach ANSELM die Struktur eines modal-logischen Kalküls. Ein modal-logisches Kalkül ist ein genau geregeltes Schema, in dem bei bestimmten ,Annahmen‘ <span style="color:#00B000">(Axiome, Definitionen, Prämissen)</span> etwas anderes als das Vorausgesetzte auf Grund des Vorausgesetzten mit Notwendigkeit folgt. Entsprechend der ,Modalität‘ der sechs ,modal‘ notwendigen Voraussetzungen, hier, für den 3. Beweisgang, die in den <span style="color:#00B000">(und durch die)</span> beiden vorhergehenden Beweisgängen schon als ,modal‘ wahr, bzw. als annehmbar verifiziert und/oder ,bewiesen‘ wurden, sind auch die beiden ,Schlusssätze‘ <span style="color:#00B000">(Theorem-3 und Korollar-3)</span> ,modal‘ wahr, bzw. annehmbar '''!''' Die Wahl der Prämisse :01: dagegen ist nicht ,modal‘ notwendig, sondern beruht auf einer freien Entscheidung, und damit ist auch ihre Interpretation eine freie Entscheidung, mit der Voraussetzung, dass man das Kalkül mit Theoremen aus der <span style="color:#4C58FF">„christlichen Theologie“</span> evaluieren, und damit interpretieren will. Dazu berechtigt die Genese des Kalküls. Der Glaube an den GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, beruht immer auf einer freien Entscheidung. Das Kalkül, als solches, unabhängig von jeder Interpretation seiner Syntax, ist genau dann ,allgemein‘ <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, d.h. ,ist allgemein gültig‘, wenn es gültigen Logik-Regeln folgt. Die Bestimmung seiner Syntax jedoch, d.h. seine Interpretation, unterliegt hermeneutischen Kriterien, die nicht von Logik-Regeln abhängen, wie hier ''':''' <span style="color:#FF6000">»''(unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt). Nur dann sind die Axiome wahr''«</span>, wie GÖDEL selbst hinzufügt. Mit der, — von GÖDEL eingeforderten —, ‚Unabhängigkeit‘ der Kalkül-Axiome von der zufälligen Struktur der Welt, wird implizit für das Kalkül auch festgelegt, dass <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> ‚unabhängig‘ von der zufälligen <span style="color:#00B000">(Raum-Zeit-)</span>Struktur unserer vergänglichen Welt, und daher ,zeitlos-ewig‘ ist, <span style="color:#00B000">(was <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> korrekt ist)</span>, begründet durch Definition-1 und Axiom-3. Aus der zeitlosen Ewigkeit GOTTES folgt, dass GOTT, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „grundlos“</span>, für uns immer schon ‚da‘ ist, denn bei Zeitlosigkeit gibt es keinen ,zeitlichen‘ und damit auch keinen ,ontologischen‘ Unterschied zwischen ‚Ursache‘ und ‚Wirkung‘. Beides ist dann koinzident ,eins‘ ''':''' wie ,Wesen‘ und ,Dasein‘ in GOTT, bzw. wie ,Begriff‘ und ,Sein‘, oder ,Möglichkeit‘ und ,Wirklichkeit‘. <span style="color:#00B000">(Man vergleiche damit auch die ,postulierte‘ Einheit von ,Erkenntnisobjekt‘ und ,Erkenntnissubjekt‘ im ,Gott‘ des ARISTOTELES ''':''' im <span style="color:#FF6000">»<span style="color:#00B000">[ selbstbewussten ]</span> ''Erkennen seiner Erkenntnis''<span style="color:#00B000">[-Tätigkeit ]</span>«<span style="color:#00B000"> | </span>„<span style="font-family: Times;"><big>νοήσεως νόησις</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„noêseôs noêsis“</span> <small>(‚<span style="font-family: Times;"><big>''Metaphysik''</big></span>‘ XII 9, 1074b34)</small>, im Vollzug seiner Funktion als ,unbewegtes Bewegungsprinzip‘, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„prôton kinoûn akinêton“</span> der Welt, das alles Übrige <span style="color:#FF6000">»''wie ein Geliebtes''«<span style="color:#00B000"> | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὡς ἐρώμενον</big></span>“</span> | <span style="color:#FF6000">„hôs erômenon“</span> bewegt; d.h. christlich ''':''' <span style="color:#FF6000">»''aus Liebe''«</span> ,entstehen‘ lässt.)</span> Anmerkung-4 ''':''' Das <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span> schon bewiesene Theorem-2, d.i. die Koinzidenz von <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> in GOTT, <span style="color:#00B000">(‚Existenz‘</span> und <span style="color:#00B000">‚Essenz‘)</span>, rechtfertigt sowohl Axiom-5 als auch die Definition-3, und widerlegt den Einwand KANTS. Somit ist deren Setzung <span style="color:#00B000">(hier, im 3. Beweisgang)</span> korrekt, und durch das Theorem-2 schon vorbestimmt und bestätigt, d.h. beide sind ,wahr‘ und annehmbar, da sie durch die Gültigkeit von Theorem-2 ,verifiziert‘ worden sind. Damit wird klar erkennbar, dass das Theorem-2 tatsächlich die Basis des GÖDEL-Kalküls ist. Und wenn damit Axiom-5 im GÖDEL-Kalkül ‚gerechtfertigt‘ ist, dann ist auch, <span style="color:#00B000">(als Voraussetzung dafür)</span>, das Axiom-4 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX → □PX'''‘ — ''':''' </span> <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ ,Transzendentalia‘ ]</span>, ''sind notwendig aus sich'', <span style="color:#00B000">[ von Natur aus ]</span>, ''positiv''«</span>, im 2. Beweisgang erklärbar, in dem die ‚Positivität‘, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, einer Eigenschaft schon als ‚notwendig‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, charakterisiert worden ist, äquivalent zu Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, in dem die ‚Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span>, <span style="color:#00B000">(der Existenz <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>)</span>, dann als ‚positive‘ Eigenschaft, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ‚bestimmt‘ wird; <span style="color:#00B000">(unter der speziellen Voraussetzung, dass <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> definitiv als eine <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> in GOTT ,instanziiert‘ ist; vgl. Definition-3. Eine ,bestimmte‘ Eigenschaft ist genau dann ,instanziiert‘, wenn sie an einem Träger real ,existiert‘. Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, besagt, dass die, von GÖDEL postulierte, <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz“</span> zu den ,ultimativen‘ Transzendentalia in GOTT gehört. Genauer ''':''' Sie ist die ,Summe‘ aller Transzendentalia.)</span> Zum Axiom-4, <span style="color:#00B000">(bzw. zum Term :14:, im 2. Beweisgang)</span>, erklärt GÖDEL in seinen Notizen zum Kalkül ''':''' <span style="color:#FF6000">»''da es'' <span style="color:#00B000">[ das Notwendigsein, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span> ]</span> ''aus der Natur der'' <span style="color:#00B000">[ positiven ]</span> ''Eigenschaft folgt'', <span style="color:#00B000">[ deren Positivität, im selben Beweisgang, mit Term :13: vorher schon ,bewiesen‘ (╞ ) worden ist ]</span>«</span>. Der Unendliche, GOTT, — im Glauben der Christen —, ist deswegen ,notwendig für uns da‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, weil er als GOTT ,vollkommen‘, ,perfekt‘ und absolut ,positiv‘, d.h. absolut ,gut allein‘ ist, ohne jede Negativität ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>; <span style="color:#00B000">(was auch schon im 2. Beweisgang mit Term :13: verifiziert wurde)</span>. Und wenn GOTT ,vollkommen‘, ,perfekt‘, ,positiv‘, und absolut ,gut‘ ist, dann ist er das auch ,notwendig aus sich‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG → □PG'''‘ — ::</span> <span style="color:#00B000">(als Zusatz-Korollar im 2. Beweisgang mit Axiom-4 und der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=G) ]</span>)</span>, d.h. ,aus seinem Wesen‘. Das ist gerade das, ,was‘ GOTT als GOTT ausmacht ''':''' sein ,Wesen‘, bzw. seine <span style="color:#FF6000">„Natur“</span>. Zusammen mit der Definition-1 für GOTT, <span style="color:#00B000">(und der Definition-2 ''':''' Alle Wesenseigenschaften hängen notwendig gleichwertig aus sich zusammen)</span>, ist dieses, aus der <span style="color:#FF6000">„Natur“</span> GOTTES sich ergebende, ‚Notwendigsein‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, aller ‚positiven‘ Eigenschaften im Axiom-4, und ihr logischer Zusammenhang, d.i. die Koinzidenz aller ,Vollkommenheiten‘ im Unendlichen, GOTT, ihr ,Zusammenfallen in eins‘, die entscheidende Voraussetzung, aus der sich dann für GÖDEL <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span> auch der logische Zusammenhang, bzw. die ontologische Identität, <span style="color:#00B000">(die Koinzidenz)</span>, von <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> in GOTT, im Basis-Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> mit Notwendigkeit ergibt. Das Theorem-2 ist dann, in weiterer Folge, die ,modal‘ notwendige, d.h. die transzendentale Voraussetzung auch für den Konsequenz-Teil im Theorem ANSELMS, <span style="color:#00B000">(Term :09: hier im 3. Beweisgang)</span>. <span style="color:#FF6000">„Positive Eigenschaften“<span style="color:#00B000"> | </span>„Vollkommenheiten“</span> sind ,immer‘ auch <span style="color:#FF6000">„notwendige Eigenschaften“</span>, daher ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. Das ,Dasein‘, die <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> ist ,immer‘ etwas <span style="color:#FF6000">„Positives“</span>, speziell in GOTT, dem Schöpfer jeder ,Existenz‘, bzw. allen ,Seins‘. Axiom-4 begründet im GÖDEL-Kalkül das Basis-Theorem-2, und ,verankert‘ dieses Theorem damit zugleich in der <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span>-philosophischen Tradition der ,Rede von GOTT‘ bei ARISTOTELES, — AVICENNA, — ANSELM, — DESCARTES, — LEIBNIZ, — HEGEL, — und bei GÖDEL mit äußerster ,logischer‘ Klarheit. Anmerkung-5 ''':''' Der ‚Schlüsselbegriff‘ in diesem Kalkül ''':''' <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“<span style="color:#00B000"> | </span>„Perfektion“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span>, dominiert alle Axiome des GÖDEL-Kalküls, jedoch ohne inhaltlich genauer ‚bestimmt‘ worden zu sein. Für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> gibt es keine explizite Definition '''!''' <span style="color:#00B000">(Das Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span>, besagt nur, dass die ,postulierten‘, positiven Eigenschaften, die <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span>, formal miteinander verträglich, d.h. ‚widerspruchsfrei‘ sind, wegen Axiom-2. Axiom-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX ∧ □∀x(Xx→Yx)→PY'''‘ —</span>, besagt, dass positive Eigenschaften ,gleichwertig‘ sind, d.h. gleich ,wahr‘ sind, weil sie ,notwendig‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, aus sich, alle paarweise mit- und voneinander ,impliziert‘ sind, sich gegenseitig ,einschließen‘, und damit eine Einheit bilden, d.h. in GOTT ,eins‘ sind. Axiom-2 ist somit zugleich eine ,indirekte‘ Definition für ,positive‘ Eigenschaften ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>. Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span>, besagt ''':''' Weil die ,gleichwertigen‘, positiven Eigenschaften sich gegenseitig implizieren, und damit notwendig von einander abhängen, d.h. koinzident in GOTT ,eins‘ sind, — wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT steht —, sind sie somit auch die ,wesentlichen‘ Eigenschaften, die <span style="color:#FF6000">„ultimativen Transzendentalia“</span>, in GOTT, der, wesentlich und exklusiv, notwendig ,Einer‘ ist. Fußnote zu Definition-2 in der GÖDEL-Notiz ''':''' <span style="color:#FF6000">»''any two essences of x are nec. equivalent''«</span>. Die paarweise, notwendige Äquivalenz von zwei beliebigen Wesenseigenschaften der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span>, wird hier, spezifisch für GOTT, d.h. wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT, dem einen, steht, zur <span style="color:#FF6000">„Koinzidenz“</span>, — zum paarweise ,Zusammenfallen in eins‘ —, dem inneren Zusammenhang aller seiner <span style="color:#FF6000">„ultimativen“</span> Vollkommenheiten, d.h. aller <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> und Zuschreibungen, in dem Unendlichen, GOTT.)</span> In den entscheidenden ‚Schlusssätzen‘ des Kalküls ist der ‚Schlüsselbegriff‘ verschwunden. Hier ist nur mehr von GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, die Rede ''':''' Korollar-1, <span style="color:#FF6000">„Es ist definitiv denkbar, dass es GOTT gibt“</span>, Theorem-2, <span style="color:#FF6000">„Dasein, GOTT-Sein, Göttlichkeit ist das Wesen GOTTES“</span>, Theorem-3, <span style="color:#FF6000">„Weil GOTT definitiv denkbar, d.h. widerspruchsfrei möglich ist, darum ist auch der Glaube an GOTT widerspruchsfrei, logisch richtig und mathematisch evident, der annimmt, dass es GOTT, mit Notwendigkeit, wirklich gibt“</span>, <span style="color:#00B000">(nach ANSELM von Canterbury, und was spezifisch das <span style="color:#FF6000">»</span>''Privilegium der Gottheit allein''<span style="color:#FF6000">«</span> ist, nach LEIBNIZ)</span>, und Korollar-3, <span style="color:#FF6000">„Es gibt notwendig aus sich, d.i. unverursacht, nur einen GOTT“</span>. Das GÖDEL-Kalkül ist zu diesen Erkenntnissen gekommen, ohne die Eigenschaften, bzw. die ‚Vollkommenheiten‘ GOTTES, d.h. wer oder was GOTT ‚an sich‘ selbst ist, genauer bestimmen zu müssen, <span style="color:#00B000">(was ,für uns‘ ohnehin ,unmöglich‘ ist)</span>; außer im Theorem-2, in dem das <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> GOTTES als die ‚für uns‘ bestimmende und wichtigste <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> in GOTT erkannt worden ist, — immer vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man ‚glaubt‘ an den zeitlos-ewigen GOTT ''':''' <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. Der GOTT des GÖDEL-Kalküls ist nicht mehr der an Raum und Zeit gebundene ‚Gott‘ des ARISTOTELES, sondern der von Raum und Zeit <span style="color:#FF6000">»''unabhängige''«</span> GOTT der Bibel bei ANSELM und bei LEIBNIZ. Das GÖDEL-Kalkül, <span style="color:#00B000">(wie ja auch der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘ ANSELMS)</span>, kann jedoch, — bei aller ‚Coolness‘ —, keinen GOTT-Glauben ‚erzeugen‘, sondern setzt vielmehr die Existenz GOTTES schon als notwendig gegeben voraus. Das Kalkül des Logiker GÖDEL beweist aber, dass der traditionelle ‚GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span>, mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span>, d.h. logisch ,richtig‘ und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span> ist, weil der ‚Nicht-GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die atheistische Weltanschauung''«</span>, im Möglichkeitsbeweis notwendig zu unlösbaren Widersprüchen führt, und somit logisch ,falsch‘ ist. <span style="color:#00B000">(Die ,Logik‘ hat aber, — bekanntlich —, bei allen wichtigen, persönlichen Entscheidungen immer nur eine untergeordnete Rolle '''!''' )</span> Anmerkung-6 ''':''' Das erste, ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleitete, Hauptergebnis im 3. Beweisgang, Term :10: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' die ,notwendige‘ Existenz GOTTES, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse, Term :1: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>. Dieses erste Hauptergebnis hat also den überlieferten, traditionellen GOTT-Glauben zur Voraussetzung, und ist daher davon ,abhängig‘. Das zweite Hauptergebnis im 3. Beweisgang, das Theorem ANSELMS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, dagegen, ist die Darstellung der Abhängigkeit des ersten Hauptergebnisses von dem, vorher schon bewiesenen, ,Axiom‘ von der ,möglichen‘ Existenz GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, dem Korollar-1 aus dem 1. Beweisgang, und hat nicht mehr den überlieferten, traditionellen GOTT-Glauben zur Voraussetzung, und ist daher auch nicht mehr davon abhängig. Dazu die Feststellung LEIBNIZ‘ ''':''' ::Das Theorem ANSELMS ist <span style="color:#FF6000">»''ein unvollständiger Beweis, der etwas voraussetzt, was man noch hätte beweisen sollen, um ihm mathematische Evidenz zu verleihen — nämlich, dass man dabei stillschweigend voraussetzt, diese Vorstellung des durchaus großen oder durchaus vollkommenen Wesens sei möglich und enthalte keinen Widerspruch'' «</span>. Diesen unvollständigen Beweis hat GÖDEL im 1. Beweisgang mit dem ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleiteten, und als widerspruchfrei bewiesenen, Korollar-1 vervollständigt. Dieses Korollar ist nur vom logischen Axiom-1 und von der mathematischen Äquivalenz der Perfektionen, <span style="color:#00B000">(der Transzendentalia)</span>, im Axiom-2 ,abhängig‘, und nicht mehr von der methodologischen Kalkül-Prämisse, dem traditionellen GOTT-Glauben. Damit hat das Theorem ANSELMS die gesuchte <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> erreicht. Zusammenfassung ''':''' Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind konsistent''«</span>, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse im 1. Beweisgang, Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, den, — <u>modal-frei</u> — gewählten, ,angenommenen‘ positiven Eigenschaften. Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT-Sein ist das Wesen GOTTES''«</span>, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse im 2. Beweisgang, Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, dem, — <u>modal-frei</u> — gewählten, ,angenommenen‘ GOTT-Glauben der Christen. Im Unterschied dazu ist im 3. Beweisgang, im Theorem-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, der Glaube, dass es einen GOTT notwendig gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, die logische Konsequenz aus dem, — <u>modal-notwendig</u> — als widerspruchsfrei ,bewiesenen‘, Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, im 1. Beweisgang, <span style="color:#00B000">(auch im Beweisgang ,Widerlegung‘ im Anhang)</span>. Somit ist das Theorem ANSELMS, mit Korollar-1, nur vom logischen Axiom-1 der Widerspruchsfreiheit, und der paarweisen, mathematischen Äquivalenz beliebiger positiver Eigenschaften, <span style="color:#00B000">(aller Transzendentalia)</span>, im Axiom-2, abhängig. Damit ist die Bedingung für die geforderte, spezielle <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span>, und auch für die Widerspruchsfreiheit im Theorem ANSELMS erfüllt; unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. ====<div class="center"><span style="color:#660066">Widerlegung</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDEL-Kalkül : der Möglichkeitsbeweis als Widerlegung des Nicht-GOTT-Glaubens</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe_____________ „Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.1)} & \quad P \neg X \;\Longrightarrow\;\ \neg P\ X\ & \ & \text{„Wenn die Negation von X positiv ist, dann ist X nicht positiv“} \\ \text{(Axiom 2)} & \quad \Box \;\forall x (\ X\ x \Longrightarrow \ Y\ x) \Longrightarrow \ P\ Y & \ & \text{„Die Eigenschaft Y in allen x, die aus der Eigenschaft X in allen x} \\ \text{ } & \quad & \ & \; \; \text{mit modaler Notwendigkeit folgt, ist eine positive Eigenschaft“} \\ \text{(Korollar-1)} &\quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{ } \\ \text{ } & \text{„Es ist möglich, dass es den GOTT der Christen gibt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} & \quad \; \neg \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{ AE: „Es ist unmöglich, dass es diesen GOTT gibt“ (dezidierter Atheismus)} \\ \text{02} & \quad (\neg x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, nicht mit x identisch zu sein“ :: (ungleich)} \\ \text{03} & \quad (\ x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, mit x identisch zu sein“ :: (gleich)} \\ \text{04} & \quad \neg\neg \Box \neg \exists x \ G \ x \ & \ & \text{:01:[ ◇A ↔ ¬□¬A ] :: (Modalregel) } \\ \text{05} & \quad \neg\neg \Box \neg\neg \forall x \neg \ G \ x \ & \ & \text{:04:[ ∃xA ↔ ¬Ɐx¬A ] :: (Quantorenregel) } \\ \text{06} & \quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall x \neg G \ x \ & \ & \text{:05:NEG :: [ ¬¬A↔A ] :: (Gesetz der Aussagenlogik) } \\ \text{07} & \quad \Box \; \forall x \neg G \ x \Leftrightarrow\ W & \ & \text{:01:06:[ (:01:↔W) → (├:06:↔W) ] :: (Kalkülregel) } \\ \text{08} & \quad \Box \; \forall x \ G \ x \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:07:[ (¬A↔W)↔(A↔F) ] :: (Regel für Wahrheitswerte)} \\ \text{ } & \text{„Jeder GOTT-Glaube ist ganz sicher falsch ! “} & \ & \Longleftarrow\; \text{die logische Konsequenz aus der Prämisse :01: !} \\ \text{09} & \quad \ (\neg x = x ) \Leftrightarrow \ F \; \ & \text { } & \text{Xx:02:Instanz(X:=(¬x=..)) ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{10} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \text { } & \text{:08:09:[ (:08:↔F) → (:09:↔F) ] :: „ex falso sequitur quotlibet“} \\ \text{11} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow \; (\neg x = x)) \Rightarrow \; P (\neg x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(X:=G):Instanz(Y:=(¬x= ..)) } \\ \text{12} & \quad \ P (\neg x = .. ) & \ & \text{:10:11:[ Modus ponens ] :: [ A→B, A ├ B ]} \\ \text{13} & \quad \ P (\neg x = .. )\;\Rightarrow\ \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{(A1.1):Instanz(X:=(x=..))}\\ \text{14} & \quad \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{:12:13:[ Modus ponens ] :: (log. Schlussregel)}\\ \text{15} & \quad \ (x = x ) \Leftrightarrow \ W \; \ & \ & \text{Xx:03:Instanz(X:=(x=..)) ⇒ Tautologie !} \\ \text{16} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \ & \text{:08:15:[ (:08:↔F) → (:15:↔W) ] :: „ex falso sequitur etiam verum“} \\ \text{17} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (x = x)) \Rightarrow \ P (x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(X:=G):Instanz(Y:=( x= ..))} \\ \text{18} & \quad \ P (\ x = .. )\ & \ & \text{:16:17:[ Modus ponens ]}\\ \text{19} & \quad \text{ ├ }\; (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:14:18:[ Konjunktion ] ⇒ Kontradiktion !}\\ \text{20} & \quad \neg \Diamond \; \exists x \ G \ x \Rightarrow (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) & \ & \text{:01:19:[ ├A├B╞ A→B ] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''}\\ \text{ } & {\color{RedOrange}\text{Der Atheismus führt zu einem logischen Widerspruch ! }} & \ & \Longleftarrow\; \text{was mit Term :20: bewiesen ist !} \\ \text{21} & \quad \neg\neg \Diamond \; \exists x \ G \ x & \ & \text{:20:19:[ Modus tollendo tollens ] :: [ A→B,¬B ├ ¬A ]}\\ \text{22} & \quad \; \Diamond \; \exists x \ G \ x & \ & \text{:21:NEG }\\ \text{(Korollar-1)} & \;\text{„Es ist definitiv möglich, dass es diesen GOTT gibt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war !} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-7 ''':''' Dieser Beweisgang geht prinzipiell von der Existenz GOTTES, <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span>, aus, wobei aber die Möglichkeit seiner Existenz, und damit die Sinnhaftigkeit des Glaubens an GOTT, durch die Prämisse :01: in Frage gestellt wird, und daher im Kalkül überprüft werden soll. Denn mit der Behauptung der Existenz allein ist es nicht getan. Es muss auch seine Möglichkeit, d.h. die Sinnhaftigkeit des Glaubens an GOTT aufgewiesen werden. LEIBNIZ hat als erster, <span style="color:#00B000">(nach ANSELM)</span>, dieses Problem gesehen, und GÖDEL hat dafür eine Lösung gefunden. Dieser Beweisgang, <span style="color:#00B000">(analog zum Möglichkeitsbeweis von Günther J. WIRSCHING konzipiert)</span>, setzt in den Axiomen, genau wie im 1. Beweisgang, die Existenz von etwas <span style="color:#FF6000">„Positiven“, „Perfekten“, „Vollkommenen“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ,'''P'''‘ —</span>, allgemein für die Welt voraus, <span style="color:#00B000">(das im Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ,'''PG'''‘ —</span>, GOTT ultimativ zugeordnet wird ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist absolut positiv, perfekt und vollkommen''«</span>)</span>; was im 2. Beweisgang mit Term :13: als widerspruchsfrei, <span style="color:#00B000">(als ,wahr‘ und ,annehmbar‘ im Kontext des christlichen Glaubens)</span>, schon ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> worden ist. Die Existenz der ,Transzendentalien‘ in der Welt ist ein allgemeines Faktum; ihre Existenz auch in GOTT ist mit dem Term :13: des 2. Beweisganges bewiesen, die jedoch im Unendlichen, GOTT, als Transzendentalia, auch in ,ultimativer‘ Form vorliegen. Axiom-1 ,besagt‘, dass Eigenschaften nicht zugleich, vollkommen und nicht vollkommen, sein können. Axiom-2 ,besagt‘, dass, allgemein, alle Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(alle Transzendentalien)</span>, gleichwertig, <span style="color:#00B000">(mathematisch äquivalent)</span>, sind. <span style="color:#00B000">(Axiom-2 wird hier um das GÖDEL-Konjunkt <span style="color:#4C58FF">— ,'''PX'''‘ —</span> verkürzt dargestellt. Damit ist auch Axiom-3 für diesen Beweisgang unnötig geworden, ohne dass sich wegen dieser Kürzung am Ergebnis etwas ändert.)</span> Die Eigenschaft <span style="color:#4C58FF">— (¬x=..) —</span> ,besagt‘, dass GOTT ,unvergleichlich‘ ist, wenn <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> für GOTT steht. <span style="color:#00B000">(Der informelle Term, <span style="color:#4C58FF">— (¬x=..) —</span>, ersetzt hier, wie bei A. FUHRMANN, den formal korrekten Abstraktionsausdruck ''':''' <span style="color:#4C58FF">— λy.(¬x=y) —</span>, aus dem Lambda-Kalkül.)</span> Der Term :16: <span style="color:#4C58FF">— (x=x) ↔ W —</span> steht für die Selbstbezeichnung des GOTTES-JHWH in Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin‘''«</span>. Der GOTT der abendländischen, christlichen Tradition wird mit <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span> bezeichnet ''':''' d.i. der <span style="color:#FF6000">„GOTT der Christen“</span>, entsprechend der ,methodologischen‘ Prämisse und der ,Genese‘ des Kalküls, syntaktisch formalisiert in der Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''ist genau dann GOTT'', <span style="color:#4C58FF">,'''G'''‘</span>, ''wenn es alle Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">,'''P'''‘</span>, ''in sich schließt''«</span>, nach der Vorgabe von LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>. Mit Korollar-1 hat dieser Beweisgang dasselbe Endergebnis, wie der 1. Beweisgang. Der Beweis, dass der dezidierte Atheismus zu einem logischen Widerspruch führt, und damit falsch ist, ist ein Zwischenergebnis in diesem Beweisgang, und begründet mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, und unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung, den, von LEIBNIZ gesuchten, Möglichkeitsbeweis für die Existenz GOTTES im Argument des Erzbischofs, und bestätigt damit die Sinnhaftigkeit des GOTT-Glaubens. Einmal Axiom-1 und zweimal Axiom-2 sichern hier das Ergebnis des Kalküls ''':''' das Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es ist definitiv möglich, dass es den GOTT der Christen gibt''«</span>. Diese zwei Axiome sind die einzigen, und modal-notwendigen, d.h. die transzendentalen Voraussetzungen und Bedingungen für das Endergebnis ''':''' der Widerspruchsfreiheit und Sinnhaftigkeit des Glaubens der Christen an GOTT; <span style="color:#00B000">(dasselbe gilt natürlich auch für die <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Weltanschauung jeder monotheïstischen Religion '''!''' Dem Erzbischof ANSELM ging es damals nur um seinen Glauben an GOTT.)</span>. Die Logik-Regel <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„ex falso sequitur quotlibet, etiam verum“</big></span></span>, <span style="color:#00B000">(‚Aus Falschem folgt irgendetwas, auch Wahres‘)</span>, ist der scholastische Ausdruck für die ‚Implikation‘ <span style="color:#00B000">(Folgerung)</span> von Aussagen, die nur dann falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist, wenn das Antezedens wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, und die Konsequenz falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist. Andernfalls ist sie immer wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, auch wenn die Voraussetzung falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist ''':''' ‚Modern‘ darstellbar durch die ‚Wahrheitswertetafel‘ für die ‚materiale Implikation‘, <span style="color:#4C58FF">— ,(A → B)‘ —</span> <span style="color:#FF6000">„wenn A, dann B“</span>. Damit ist auch der <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ] </span> verstehbar; <span style="color:#00B000">(vgl. die vierte Zeile der ‚materialen Implikation‘)</span>. Der positive hypothetische Syllogismus ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ Modus ponendo ponens ] :: [ A → B, A ├ B ] </span> ist aus der ersten Zeile ablesbar. Die folgende Tabelle gibt für jeden ,Wahrheitswert‘ der Aussagen <math>A</math> und <math>B</math> das Resultat einiger zweiwertiger Verknüpfungen an ''':''' {|class="wikitable hintergrundfarbe2" style="text-align:center;" |- !colspan="2"|''Belegung''!!Konjunktion!!Disjunktion!!materiale<br /> Implikation!!Äquivalenz<br /> Bikonditional!!kopulative<br /> Konjunktion |- !<math>A</math> !<math>B</math> !<math>A</math> und <math>B</math> !<math>A</math> oder <math>B</math> !wenn <math>A</math> dann <math>B</math> !sowohl <math>A</math> als auch <math>B</math> !entweder <math>A</math> oder <math>B</math> |- !W!!W |W||W||W||W||F |- !W!!F |F||W||F||F||W |- !F!!W |F||W||W||F||W |- !F!!F |F||F||W||W||F |} <span style="color:#00B000">(Eine ‚Konjunktion‘ ist nur dann ,wahr‘, wenn beide Aussagen einer ‚Konjunktion‘ wahr sind. Eine ‚kopulative Konjunktion‘ ist nur dann ,wahr‘, wenn entweder die eine, oder die andere Aussage der ‚kopulativen Konjunktion‘ wahr ist. Es besteht also eine Wenn-Dann-Verbindung zwischen beiden Aussagen — eine ,Kopplung‘. Das ist die logische Grundlage von Axiom-1 im GÖDEL-Formalismus)</span> Um das Widersprüchliche der ,Annahme‘ nachzuweisen, dass positive Eigenschaften ,nicht konsistent‘ seien, <span style="color:#00B000">(im 1. Beweisgang)</span>, bzw. um das Falsche und Sinnwidrige der ,Annahme‘ klarzustellen, es sei ,unmöglich‘, dass es einen GOTT gibt, <span style="color:#00B000">(hier, in der Widerlegung)</span>, verwendet das GÖDEL-Kalkül den Gegensatz ''':''' wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span>, zwischen der dritten und vierten Zeile der Wahrheitswertetafel für die ,materiale Implikation‘, entsprechend der Regel <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„ex falso sequitur quotlibet, etiam verum“</big></span></span>, jeweils mit der Hilfe von Axiom-1 und Axiom-2; hier unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. Im Gegensatz dazu, wird, <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, aus dem Glauben an GOTT, mit einer <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, speziell mit Axiom-1, das Widersprüchliche in der ,Annahme‘ nachgewiesen, es gäbe in GOTT <span style="color:#FF6000">»''keine Vollkommenheit, nichts Positives, nichts Perfektes''«</span>, d.h. keine ,Transzendentalia‘. In dieser <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, im 2. Beweisgang, wird vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span> ''':''' es gibt den GOTT der Christen, <span style="color:#00B000">(als Prämisse :01:)</span>, der ,unvergleichlich‘ und ,einzigartig‘ ist, und in dem auch alle ,Transzendentalia‘ <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ,eins‘ sind, entsprechend Axiom-2. Für KANT kann ein Widerspruch nur in den Prädikaten eines Satzes entstehen. ::<span style="color:#FF6000">»</span> ''Wenn ich das Prädicat in einem identischen Urtheile aufhebe'', <span style="color:#00B000">[ durch eine Negation ]</span>, ''und behalte das Subject, so entspringt ein Widerspruch''. <span style="color:#00B000">[ Wenn ich sage ''':''' ,''GOTT ist nicht allmächtig''‘, entsteht ein Widerspruch zur richtigen Aussage ''':''' ,''GOTT ist allmächtig''‘. ]</span> … ''Wenn ihr aber sagt ''':''' ,GOTT ist nicht‘, so ist weder die Allmacht, noch irgendein anderes seiner Prädicate gegeben; denn sie sind alle zusammt dem Subjecte aufgehoben'', <span style="color:#00B000">[ negiert ]</span>, ''und es zeigt sich in diesem Gedanken nicht der mindeste Widerspruch.'' <span style="color:#FF6000">«</span><ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 398f; https://www.korpora.org/kant/aa03/398.html</ref> Es ist richtig, wie KANT sagt, der Widerspruch entsteht nicht in dem Gedanken ''':''' ,''GOTT ist nicht''‘. GÖDEL zeigt daher, dass der Widerspruch erst dann entsteht, wenn von der Annahme ausgegangen wird ''':''' '',Es ist unmöglich, dass GOTT ist''‘. Daraus folgt dann ,regulär‘, mit Hilfe von Axiom-1 und Axiom-2, <span style="color:#00B000">(d.h. mit den Theoremen von den Transzendentalien)</span>, die logische ,Möglichkeit‘ GOTTES, unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. Wie LEIBNIZ klar erkannt hat, muss zuerst, aus dem Widerspruch des Gegenteils, die logische ,Möglichkeit‘, <span style="color:#00B000">(die Konsistenz)</span>, der Existenz GOTTES bewiesen werden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, bevor daraus die reale ,Notwendigkeit‘ eines GOTTES abgeleitet werden kann ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>. Dieser Sachverhalt ist jedoch das ausschließliche Spezifikum GOTTES, <span style="color:#00B000">(das <span style="color:#FF6000">»''Privilegium der Gottheit allein''«</span>)</span>, und gilt nur bei GOTT, als dem Unvergleichlichen und Einzigartigen. Dieses ,Spezifikum‘ wird im Theorem ANSELMS abgebildet ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, auf Grund von Axiom-2, das den inneren Zusammenhang, die Koinzidenz auch von ,Möglichkeit‘ und ,Notwendigkeit‘ im Unendlichen, GOTT, erkennen lässt. Bis Zeile 10, im 3. Beweisgang, reicht der Geltungsbereich der ,modal‘-frei gewählten Kalkül-Prämisse :01:, der ,methodologische‘ GOTT-Glaube. In Zeile 11 liegt der ,Schwerpunkt‘ des ontologischen Beweises dann am, — modal als notwendig — ,bewiesenen‘ Widerspruch des Gegenteils zum GOTT-Glauben, <span style="color:#00B000"> (formal-syntaktisch dargestellt als widerspruchfreies Antezedens, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, dem Korollar-1 aus dem 1. Beweisgang)</span>, und nicht mehr am ,angenommenen‘ GOTT-Glauben der Kalkül-Voraussetzung, <span style="color:#00B000">(nun dargestellt als Konsequenz <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> im Theorem ANSELMS)</span>. Damit hat er, — angeregt durch LEIBNIZ, und mit ihm —, die fast einhellig akzeptierte Fehldeutung des ontologisch-<span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Arguments ANSELMS für GOTT durch gewichtige philosophische, <span style="color:#00B000">(KANT<ref>GOTT ist absolut einzigartig und unvergleichlich. KANT macht GOTT jedoch zu einem ,Ding‘ unter den vielen ,Dingen‘ dieser Welt, indem er die Existenz, bzw. das ,Sein‘ GOTTES mit dem ,Sein der Dinge‘ gleich setzt. Eine solche Gleichsetzung ist bei GOTT unangebracht und daher unzulässig! Er verkennt damit die Einzigartigkeit und Besonderheit GOTTES. Das ,Sein‘ der Dinge ist — nach KANT — ,kein reales Prädikat’, d.h. Existenz ist keine Eigenschaft. In GOTT ist ,Sein‘ hingegen ein ,reales Prädikat‘, d.h. Existieren ist die Wesenseigenschaft GOTTES, denn GOTT ist der, der für uns — aus Liebe — immer schon ,da‘ ist, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das ist das, was GOTT für uns ausmacht — sein Wesen.</ref>)</span>, und <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span>, <span style="color:#00B000">(THOMAS<ref>GOTT ist absolut einzigartig und unvergleichlich. THOMAS unterscheidet die ,Natur GOTTES‘ nicht von der ,Natur der Dinge‘, indem er die ,Natur‘ des GOTTES ANSELMS irrtümlich mit der ,Natur‘ der Dinge gleich setzt. Damit reiht er GOTT unter die vielen Dinge unserer Welt ein: GOTT ,esse in rerum natura‘, d.h. wörtlich, dass der GOTT ANSELMS in der ,Natur‘ der Dinge existiert. Eine solche Gleichsetzung ist bei GOTT unangebracht und daher unzulässig! Die ,zeitlose-überzeitliche‘ Wirklichkeit, (Natur), GOTTES ist völlig verschieden und unabhängig von der zufälligen Wirklichkeit, (die ,Natur‘), unserer ,raum-zeitlichen‘ Welt. Daher ist sie mit dieser auch nicht vergleichbar.</ref>)</span>, Autoritäten zurechtgerückt, welche die Einzigartigkeit und Unvergleichlichkeit des Unendlichen, GOTT, bei ihrer Beurteilung des Theorem ANSELMS nicht berücksichtigt haben, sondern den Unendlichen, <span style="color:#00B000">(irrtümlich)</span>, unter die endlichen Dinge unserer Welt eingereiht haben. GÖDEL hat mit dem bewiesenen Widerspruch des Gegenteils zum GOTT-Glauben, den Beweis für die <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> des Theorem ANSELMS geliefert, was, nach LEIBNIZ, für die Akzeptanz dieses Theorems noch gefehlt hat. Das Theorem ANSELMS besagt universell ''':''' Die <span style="color:#FF6000">»''theologische Weltanschauung''«</span> der Juden, Christen und Muslime, die ,annehmen‘, dass es mit ,Notwendigkeit‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□'''‘ —</span> <span style="color:#00B000">(nur)</span> einen GOTT gibt, ist logisch richtig und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, weil es <u>ohne Widerspruch</u> ,denkbar‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇'''‘ —</span> ist, dass es GOTT gibt ''':''' Nicht mehr und nicht weniger, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>. Es geht hier bei GÖDEL nicht um Theoriefindung oder ähnliches. GÖDEL ist kein Theoretiker. GÖDEL ist Logiker und Mathematiker. Was er sagt, ist mathematisch wahr und logisch richtig. Wenn er sagt, dass die Aussage ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ — »''wahr''«</span> ist ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es ist möglich, dass es Gott gibt, wegen Axiom-2 (und Axiom-1)''«</span>, dann spricht er hier von der mathematischen Wahrheit. Logischerweise ist dann die konträre Aussage ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ — »''falsch''«</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es ist nicht möglich, dass es einen Gott gibt''«</span>, und zwar mathematisch falsch, weil sich aus dieser Aussage ein Widerspruch ergibt. Jeder, der die mathematische Logik GÖDELS lesen kann, kann das sehen und verstehen ''':''' Das Zwischenergebnis, <span style="color:#00B000">(Term :20:)</span>, in dieser Kalkül-Ableitung, die logische Konsequenz aus der Annahme des dezidierten Atheismus, es sei unmöglich, dass es GOTT gibt, ist der faktische, nachprüfbare, und für jeden Menschen sichtbare Beweis dafür, dass diese Annahme in einen Widerspruch mündet, und damit falsch und unlogisch ist. Das bedeutet, es ist eine Tatsache, bzw. es ist Faktum, dass der Atheismus, — mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span> —, wirklich falsch und unlogisch ist, und daher als ,Unsinn‘ bezeichnet werden darf '''!''' Das ist nicht bloß als eine Theoriefindung, oder als eine Interpretation eines Autors zu verstehen. Das ist vielmehr genau so wahr und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, wie, dass zwei mal zwei vier ergibt, und wirklich genau so logisch richtig, wie, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Das ist gerade das Überraschende und Unerwartete am Gödel-Kalkül. Es geht hier nicht mehr um Theoriefindung oder Interpretationen, denen man zustimmen kann oder nicht. Es geht hier <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span> um mathematisch-logische Fakten. Damit steht GÖDEL in seiner Bedeutung neben KOPERNIKUS. ---- Kurt GÖDEL ist schon deswegen ein Ausnahmelogiker. ---- ===<div class="center"><span style="color:#660066">Epilog für Skeptiker</span></div>=== Wenn man das GÖDEL Argument genau liest, dann ist nur die Annahme ''':''' <span style="color:#FF6000"> „es ist möglich, dass es GOTT gibt“</span> bewiesen, weil aus der Annahme ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist unmöglich, dass es GOTT gibt“</span> ein logischer Widerspruch ableitbar ist. Die Aussage ''':''' <span style="color:#FF6000">„es gibt GOTT“</span> ist dagegen schon eine Glaubensaussage, und damit ist das auch die ,Grundannahme‘ eines gläubigen Menschen, der dann aus der ,bewiesenen Möglichkeit‘, dass es Gott gibt, ableiten kann ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es gibt GOTT wirklich''«</span>, wenn er will ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es stimmt also, was ich glaube '''!''''' «</span> Das ist das Argument ANSELMS, der ein christlicher Amtsträger war, und der daher von dieser Grundannahme auch ausgeht. Solange in den Voraussetzungen des Möglichkeitsbeweises im Gödel-Kalkül kein Widerspruch nachweisbar ist, und solange in der logischen Durchführung keine schweren Mängel festgestellt werden können, ist das Ergebnis des Möglichkeitsbeweises, wie GÖDEL ihn durchgeführt hat, korrekt, und die Folgerungen daraus, logisch richtig, dass es sich hier um <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> handelt, <span style="color:#00B000">(z. B. wie 2 x 2 = 4)</span>. Aber niemand ist gezwungen, aus der Möglichkeit, dass es GOTT gibt, daraus zu schließen, dass es GOTT auch mit Notwendigkeit gibt, wie das im Argument ANSELMS geschieht, außer, er akzeptiert auch die Grundannahme, dass es den Unendlichen und Unvergleichlichen tatsächlich gibt. Dann kann er mit LEIBNIZ, der selbst an GOTT geglaubt hat, mit Bestimmtheit sagen ''':''' <span style="color:#FF6000">»''gesetzt, dass GOTT möglich ist, so ist er, was das Privilegium der Gottheit allein ist''«</span>, weil GÖDEL mit seinem Kalkül den noch ausstehenden Beweis der Widerspruchsfreiheit dafür geliefert hat. Wenn Du den 3. Beweisgang des GÖDEL-Kalküls genauer anschaust, dann siehst Du, dass der Konsequenz-Teil im Argument ANSELMS, der identisch ist mit dem Term in der Zeile 10, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, immer noch formallogisch abhängig ist von der methodologischen Glaubens-Prämisse, Term :01:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„das x steht für den Gott der Christen“</span>, was bis zur Zeile 10 offensichtlich korrekt ist. <span style="color:#00B000">(Man könnte nach dieser Zeile, ohne Weiteres, ,regulär‘ die <span style="color:#FF6000">„logische Implikation”</span> :: <span style="color:#4C58FF">[├ A ├ B ╞ A→B ]</span> mit Term :01: und Term :10: als ein mögliches Korollar bilden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→□∃xGx'''‘ — </span>)</span>. Das bedeutet, der Konsequenz-Teil im Theorem ANSELMS, der in diesem Korollar an zweiter Stelle steht, ist damit in seiner Formal-Struktur offensichtlich ,regulär‘ von der Glaubens-Prämisse, Term :01:, abhängig, d.h. er ist der Ausdruck einer Glaubensüberzeugung. Im Theorem ANSELMS steht er jetzt in der Zeile 11 als Konsequenz-Teil auch an zweiter Stelle, hat aber nicht mehr seine Glaubens-Prämisse als notwendige Bedingung an erster Stelle vor sich, wie im ,regulär‘-möglichen Korollar. Jetzt steht eine neue und andere Voraussetzung als Begründung vor ihm. Der Schwerpunkt des Argument ANSELMS liegt damit am Begründungs-Teil des ANSELM-Theorems, der jetzt die erste Stelle im Theorem einnimmt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist möglich, dass es GOTT gibt“</span>, der erst dadurch entstanden ist, und davon abhängig ist, weil sein Gegenteil ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist unmöglich, dass es GOTT gibt“</span>, zu einem Widerspruch geführt hat. Dieser Begründungs-Teil, das Antezedens, im Argument ANSELMS, ist daher nicht mehr von der methodologischen Glaubens-Prämisse, Term :01:, abhängig, sondern nur vom Axiom-1, der Widerspruchsfreiheit, und von der paarweisen, mathematischen Äquivalenz beliebiger positiver Eigenschaften im Axiom-2, die im 1. Beweisgang, bzw. im Beweisgang ,Widerlegung‘, mit dem <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ]</span>, die Widerspruchsfreiheit des GOTT-Glaubens mit Notwendigkeit herbeigeführt haben. Daraus ergibt sich eine logische Verschiebung in der Argumentationskette, denn dieser Begründungs-Teil, der jetzt die Widerspruchsfreiheit für den Konsequenz-Teil liefert, ist selbst unabhängig und frei von jeder Glaubensüberzeugung. Weil widerspruchsfrei und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, muss er als logische Begründung für die Widerspruchsfreiheit des Konsequenz-Teils gelesen werden, und damit bestätigt er die Widerspruchsfreiheit der Glaubensüberzeugung eines gläubigen Menschen, <span style="color:#00B000">(was auch das Ziel ANSELMS war)</span>. Das heißt also ''':''' der Glaube dieses Menschen ist widerspruchsfrei und sinnvoll, und enthält keinen Zirkelschluss, weil sein Gegenteil, der Nicht-GOTT-Glaube, zu einem Widerspruch führt; <span style="color:#00B000">(das hat GÖDEL mit seinem Kalkül-System bewiesen, dessen Argumentationskette mit einem Computer-Programm, dem sog. ,Theorembeweiser‘, überprüft worden ist, und als <span style="color:#FF6000">»''nachweisbar korrekt''«</span> befunden wurde)</span>. Das Theorem ANSELMS beweist, nach GÖDEL, dass der Glaube an GOTT, mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span> notwendig widerspruchsfrei und sinnvoll ist, weil der Nicht-GOTT-Glaube notwendig zu einem Widerspruch führt. Das Theorem beweist jedoch nicht, dass die Existenz GOTTES notwendig sei, <span style="color:#00B000">(wie es fast immer fälschlich gelesen wurde und wird)</span>, sondern, das Theorem geht einfach davon aus, als nicht hinterfragtes Faktum, dass GOTT notwendig schon existiert, und beweist, dass diese Glaubens-Annahme widerspruchsfrei und sinnvoll, und <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar ist''«</span>. Zusammengefasst heißt das konkret ''':''' Wenn Du an GOTT glauben willst, dann kannst Du das unbedenklich tun, denn Dein Glaube ist auch logisch in der <u>bewiesenen Möglichkeit</u>, dass es GOTT geben kann, begründet, und damit widerspruchsfrei, sinnvoll und kein Zirkelschluss. Dein Glaube an GOTT beruht jedoch, nach wie vor und in erster Linie, auf Deiner freien Entscheidung für GOTT, und nicht auf dem Zwang einer ,logischen‘ Argumentation. Wenn Du nicht an GOTT glauben willst, dann <u>musst Du, und sollst Du, auch nicht deswegen</u>, weil der Atheismus zu einem Widerspruch führt, und damit falsch ist, an GOTT glauben. Denn der Glaube an GOTT muss immer eine freie und Deine ganz persönliche Entscheidung für GOTT sein und bleiben. Niemand darf zum Glauben an GOTT gezwungen werden, auch nicht mit ,logischen‘ Argumenten. Warum '''?''' Weil GOTT die Liebe ist '''!''' Und die Liebe duldet keinen Zwang '''!''' ---- ---- ;Fußnoten <references /> 1ge3di9045433xsff2e44ymck0967an 1085352 1085350 2026-05-10T14:25:42Z Santiago 19191 /* Das Kalkül ist kein Existenz-Beweis für GOTT */ Beistriche 1085352 wikitext text/x-wiki [[Kategorie: Buch]] {{Regal|ort=Philosophie}} {{Vorlage:StatusBuch|9}} ==<div class="center"><span style="color:#660066">'''Kurt GÖDEL und der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘'''</span></div>== <span style="font-family: Times;"><big><div class="center">לַמְנַצֵּ֗חַ לְדָ֫וִ֥ד אָ֘מַ֤ר נָבָ֣ל בְּ֭לִבּוֹ אֵ֣ין אֱלֹהִ֑ים הִֽשְׁחִ֗יתוּ הִֽתְעִ֥יבוּ עֲלִילָ֗ה אֵ֣ין עֹֽשֵׂה־טֽוֹב׃ (Psalm 14,1)</div></big></span> ---- ===<div class="center"><span style="color:#660066">Vorwort</span></div>=== Zur Orientierung ''':''' Die Diskussion um GOTT läuft schon über zweitausend Jahren. Vor etwa tausend Jahren hat sich ein gewisser ANSELM gesagt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Ich glaube an GOTT'' … <span style="color:#00B000">(sonst wäre er sicher nicht Erzbischof von Canterbury geworden)</span> … ''aber ich möchte auch wissen und verstehen, ob das stimmt und sinnvoll ist, was ich da glaube '''!''''' «</span> Dann hat er seine Überlegungen dazu aufgeschrieben, und das kann man in seinen Schriften auch heute noch lesen. Der sehr geschätzte deutsche Professor und Philosoph aus Königsberg, Immanuel KANT, hat das, was ANSELM da aufgeschrieben hat, gelesen, <span style="color:#00B000">(vermittelt durch CARTESIUS)</span>, und das dann den <span style="color:#FF6000">„ontologischen Gottesbeweis“</span> genannt, <span style="color:#00B000">(obwohl es in Wirklichkeit gar kein Gottesbeweis ist; genauer ''':''' es ist kein Beweis für die Existenz GOTTES)</span>, und dieser große KANT hat dann großartig bewiesen, das, was ANSELM da aufgeschrieben hat, sei falsch. Es sei <span style="color:#FF6000">„ja gar kein“</span> Gottesbeweis '''!''' <span style="color:#00B000">( Naja, was denn sonst '''?''' )</span> Wobei er den Fehler gemacht hat, dass er den, an sich, unvergleichbaren GOTT mit hundert Talern in seinem Vermögenszustande verglichen hat. <span style="color:#00B000">(Das ist aber eine andere Geschichte.)</span> Hundert Taler und GOTT haben ,an sich‘ nichts gemeinsam, außer, wenn KANT ,wirklich‘ hundert Taler hat, und GOTT auch ,wirklich‘ existiert, <span style="color:#00B000">(wie ANSELM und gläubige Menschen glauben)</span>, dann gibt es GOTT und die Taler eben ,wirklich‘. Aber damit ist man nicht schlauer geworden. Seit KANT läuft die ganze Diskussion um GOTT immer nur als Diskussion um den <span style="color:#00B000">(von KANT)</span> so genannten <span style="color:#FF6000">„ontologischen, <span style="color:#00B000">(kosmologischen, teleologischen etc.)</span> Gottesbeweis“</span> — obwohl es niemals einen Beweis für die Existenz GOTTES geben kann und niemals geben wird. <span style="color:#00B000">(Das haben Wissenschaftler jeder Richtung und Philosophen aller Weltanschauungen uns immer wieder nachdrücklich versucht zu sagen, weil keiner dieser sog. Beweise für die Existenz eines GOTTES stringent ist.)</span> Beweisen kann man die Existenz von Naturgesetzen. Die sind unveränderlich und fix, immer und überall. Jeder vernünftige Mensch muss sie akzeptieren. Man kann darüber nicht diskutieren und sie dann mit Mehrheitenbeschlüsse verändern. Wenn GOTT ebenso bewiesen werden könnte, dann wäre jeder vernünftige Mensch gezwungen, die Existenz GOTTES wie ein Naturgesetz anzunehmen. Gott ist aber kein Naturgesetz. GOTT ist <span style="color:#FF6000">„Person“</span>, — für Christgläubige ''':''' <span style="color:#FF6000">„ein GOTT in drei Personen“</span>. Und GOTT ist <span style="color:#FF6000">„Geist“</span>. Das besagt, dass GOTT nicht mit materiellen Dingen aus unserer Welt verglichen werden darf; <span style="color:#00B000">(was sowohl THOMAS von Aquin als auch Immanuel KANT doch getan haben)</span>. Und ganz wesentlich ''':''' der Zugang zu GOTT läuft nicht über den Beweis, sondern immer nur über den Glauben. Wer an GOTT glauben will, dem antwortet GOTT auf seine Weise — nämlich <span style="color:#FF6000">„geistig“</span> bzw. <span style="color:#FF6000">„geistlich“</span>. Wer nicht an GOTT glauben will, dessen Entscheidung respektiert GOTT, und drängt sich nicht auf. Glaube ist immer eine freie Entscheidung des Menschen für GOTT. Niemand darf gezwungen werden. Wenn es einen Beweis für GOTT gäbe, wäre jeder vernünftige Mensch gezwungen, an GOTT zu glauben. Und das widerspricht ganz entschieden der Freiheit des Glaubens. Daher gibt es nie und nimmermehr einen Existenzbeweis für GOTT '''!!!''' ... Daher darf man das Kalkül des Logiker GÖDEL, <span style="color:#00B000">(und damit auch das Theorem ANSELMS)</span>, nicht als einen Existenzbeweis für GOTT lesen. Sowohl ANSELM als auch GÖDEL setzen die Existenz GOTTES notwendig als gegeben voraus. Das GÖDEL-System, und auch das Theorem ANSELMS, sind bloß die logische Bestätigung der Widerspruchsfreiheit der Glaubensüberzeugung eines Menschen, der sich schon entschieden hat, an GOTT zu glauben; und nicht der Grund für seine Entscheidung. Alle sogenannten ,Gottesbeweise‘, sind in Wirklichkeit nichts anderes, als nachträgliche Evaluierungen eines GOTT-Glaubens, bzw. ,Wege‘, <span style="color:#00B000">(bei THOMAS von Aquin)</span>, die aufzeigen, dass der GOTT-Glaube widerspruchsfrei, sinnvoll, und <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar ist''«</span>, wie GÖDEL sagt. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Einleitung</span></div>=== Eine Studie zum GÖDEL-Kalkül. Der Logiker Kurt GÖDEL <span style="color:#00B000">(1906-1978)</span> hat mit diesem Kalkül eine moderne Rekonstruktion des, <span style="color:#00B000">(von KANT)</span>, so genannten ‚ontologischen Gottesbeweises‘ nach ANSELM von Canterbury auf modal-logischer Basis vorgelegt. Damit hat er die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> auf eine ‚vernünftige Basis‘ gestellt, d.h. sie soll für jeden Menschen nachvollziehbar sein, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>, wie er sagt. GÖDEL ,nimmt‘ als Logiker, angeregt durch den Philosophen und Mathematiker Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, rein theoretisch, fürs Erste, einmal ‚an‘, <span style="color:#00B000">(als Prämisse, d.i. der Term :01: im 3. Beweisgang zum Theorem ANSELMS im Anhang)</span>, dass es GOTT gibt ''':''' d.i. ein sog. ,methodologischer GOTT-Glaube‘, und untersucht die logischen Konsequenzen. Dabei zeigt sich, beim genaueren Hinsehen, dass der ‚Nicht-GOTT-Glaube‘, der ‚dezidierte‘ Atheismus, <span style="color:#00B000">(im Möglichkeitsbeweis des Kalküls)</span>, überraschender Weise, zu einem Widerspruch führt, und damit logisch ,falsch‘ ist. Jedoch, GÖDEL kann und will mit seinem Kalkül keinen ,GOTT-Glauben‘ ,erzeugen‘, d.h. das GÖDEL-Kalkül ist kein <span style="color:#FF6000">„Existenz-Beweis"</span> für den GOTT der Bibel, sondern, es setzt die Existenz eines GOTTES, einfach als gegeben, schon voraus. GÖDEL beweist aber mit seinem System, dass der traditionelle abendländische ,GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span>, <span style="color:#00B000">(d.i. die Kalkül-Prämisse, und das, daraus ,regulär‘ (├ ) abgeleitete, Theorem ANSELMS)</span>, mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span> <span style="color:#00B000">(d.h. logisch ,richtig‘)</span> ist, im Gegensatz zum ,Nicht-GOTT-Glauben‘, der davon ausgeht, dass es keinen GOTT gibt. GÖDEL beweist mit seinem System ''':''' der traditionelle GOTT-Glaube ist, — mit mathematisch-logischer Evidenz —, widerspruchfrei und wahr. <span style="color:#00B000">(Der Beweis aus dem Widerspruch des Gegenteils ist ein ,indirekter Beweis‘ und kein ,Zirkelbeweis‘ '''!''' )</span> GÖDEL blieb bis zu seinem Tod ohne ein dezidiertes religiöses Bekenntnis. <span style="color:#00B000">(Das Leben ist nicht immer ,logisch‘.)</span> Entsprechend der <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> ist GOTT der Größte, <span style="color:#FF6000">»''über dem nichts Größeres mehr gedacht werden kann''«</span>, <span style="color:#00B000">(ANSELM)</span>; bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>, <span style="color:#00B000">(LEIBNIZ)</span>, und der für uns immer schon ,da‘ ist. Das ist die methodologische Prämisse des GÖDEL-Kalküls. Davon ausgehend, zeigen seine Axiome und Definitionen, dass es zu einem Widerspruch führt, falls man ,annimmt‘, es sei nicht möglich, dass es <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> gibt. Aus dem Widerspruch des Gegenteils wird von GÖDEL, mit dem <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ]</span>, dann ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> ''':''' es ist doch möglich, dass es <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> wirklich gibt. Somit ist der Glaube an <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, — weil widerspruchsfrei —, mit den Worten GÖDELS ''':''' <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span>. Immanuel KANT <span style="color:#00B000">(1724-1804)</span> scheint diesen Fall vorausgesehen zu haben, dass versucht werden könnte, die ,Möglichkeit‘ GOTTES aus einem Widerspruch zu ,beweisen‘ ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span> <span style="color:#00B000">[ Angenommen, es gibt ]</span> ''doch einen und zwar nur diesen '''Einen''' Begriff'' <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘, so dass ]</span> ''das Nichtsein oder das Aufheben seines Gegenstandes'' <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''in ,sich selbst‘ widersprechend sei; und dieses ist der Begriff des allerrealsten Wesens. Es hat, sagt ihr, alle Realität'', <span style="color:#00B000">[ bzw. alle Vollkommenheit ]</span>, ''und ihr seid berechtigt, ein solches Wesen als ,möglich‘ anzunehmen'' ... <span style="color:#00B000">[ denn das GÖDEL-Kalkül ,beweist‘ ( ╞ ) in der ,Widerlegung‘ im Anhang, wie auch im 1. Beweisgang, aus einem Widerspruch, dass die Existenz GOTTES definitiv logisch ,möglich‘ ist. ]</span> … ''obgleich der sich nicht widersprechende'', <span style="color:#00B000">[ ,mögliche‘ ]</span>, ''Begriff'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘ ]</span>, ''noch lange nicht die'' <span style="color:#00B000">[ reale ]</span> ''Möglichkeit des Gegenstandes'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''beweiset. … Das ist eine Warnung, von der Möglichkeit der Begriffe (logische)'', <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span>, ''nicht sofort auf die Möglichkeit der Dinge (reale)'', <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, ''zu schließen''<ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 399; https://www.korpora.org/kant/aa03/399.html</ref>. <span style="color:#00B000">[ Trotz dieser Warnung, wird dieser Schluss dennoch im Theorem ANSELMS vollzogen, bzw. mit GÖDEL im 3. Beweisgang ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span> '''!''' ]</span>. <span style="color:#FF6000">«</span> Warum das <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span> ist, und inwieweit KANT sich irrt, wird in dieser Studie gezeigt. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Der Schlüsselbegriff im Kalkül</span></div>=== Der ‚Schlüsselbegriff‘ in diesem Kalkül ist <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Perfektion“, „Vollkommenheit“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>. Für diesen wichtigen Begriff gibt es aber im Kalkül selbst keine explizite Definition, sondern er wird nur durch seine Verwendung innerhalb des Kalküls indirekt ‚definiert‘. <span style="color:#00B000">(Das heißt ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''P'''‘ — </span> bezeichnet ein System von ,Eigenschaften‘, die ,positiv‘, bzw. ,vollkommen‘ | ,perfekt‘ | genannt werden, von denen im Kalkül wohl beweisbar ist, dass sie sich gegenseitig ,nicht widersprechen‘, weil sie im System als solche ,gleichwertig‘, bzw. gleich ,wahr‘ sind, jedoch ohne sie erschöpfend aufzählen zu können, oder auch nur sagen zu können, was sie alle im einzelnen bedeuten, außer, dass sie kompatibel sind.)</span> Mit der Wahl dieses Schlüsselbegriffes hat GÖDEL eine wesentliche Vorentscheidung für die Ergebnisse des Kalküls getroffen '''!''' In seinen Notizen zum ‚ontologischen Beweis‘ vom 10. Februar 1970 gibt GÖDEL, — für die nachträgliche Interpretation dieses Begriffes <span style="color:#00B000">(und auch für das Kalkül selbst)</span> —, die richtungsweisende Erklärung ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Positiv bedeutet positiv im moralisch ästhetischen Sinne...''«</span> ::Und er fügt in Klammer hinzu ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»...''(unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt). Nur dann sind die Axiome wahr''.«</span><ref>GÖDEL, Kurt, ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Ontological proof‘</big></span>'' in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Collected Works‘</big></span>'', vol. III, ed. S.FEFERMAN et al., Oxford (U.P.), 1995; 403–404.</ref> GÖDEL-Axiom-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚('''PX <small><math>{ \color{Blue} \dot\lor}</math></small> P¬X''')‘ ↔<span style="color:#00B000"> ‚('''¬PX ↔ P¬X''')‘</span> — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000"> »''Entweder die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">‚'''X'''‘</span> ''oder ihre Negation'' <span style="color:#4C58FF">‚'''¬X'''‘</span> ''ist positiv''«</span>. Hier ist der Hauptkritikpunkt, dass es Eigenschaften gibt, die ,an sich‘ weder positiv noch negativ sind. Beispiele wären ''':''' ‚rothaarig‘ oder ‚schwerwiegend‘; solche Eigenschaften können aber ,für mich‘ entweder positiv oder negativ sein, abhängig von meiner Betrachtungsweise und subjektiven Vorlieben. Diese Eigenschaften, wie ‚rothaarig‘ an sich, oder meine positiv-negativen ‚Betrachtungsweisen‘, sind jedoch der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> entnommen und treffen nicht den <span style="color:#FF6000">»''moralisch ästhetischen Sinn''«</span> von <span style="color:#FF6000">»''positiv''«</span> bei GÖDEL. Er orientierte sich an LEIBNIZ, welcher im Bezug zum ‚ontologischen Beweis‘ definiert ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ GOTTES ]</span> ''nenne ich jede einfache Eigenschaft, die sowohl positiv als auch absolut ist, oder dasjenige, was sie ausdrückt, ohne jede Begrenzung ausdrückt''.«</span><ref>Zitiert nach Thomas GAWLICK, in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Was sind und was sollen mathematische Gottesbeweise ?‘</big></span>'', Predigt vom 8.1.2012 in der Kreuzkirche zu Hannover. https://web.archive.org/web/20130524164359/http://www.idmp.uni-hannover.de/fileadmin/institut/IDMP-Studium-Mathematik/downloads/Gawlick/Predigt_Gawlick_Gottesbeweise.pdf</ref> Die Seins-Eigentümlichkeiten <span style="color:#00B000">(Daseinsmodi, Perfektionen)</span> wie ‚wahr‘, ‚gut‘, ‚edel‘ usw. entsprechen dem <span style="color:#FF6000">»''moralisch ästhetischen Sinn''«</span> von <span style="color:#FF6000">»''positiv''«</span> bei GÖDEL. Das sind Beispiele für ‚absolut‘ positive Begriffe aus der Lehre der Seinsanalogie ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‚verissimum‘, ‚optimum‘, ‚nobilissimum‘</big></span>, usw., die, an sich, ohne jede Begrenzung gelten; zu finden in der <span style="font-family: Times;"><big>‚Via quarta‘</big></span>, bei THOMAS von Aquin, über die analoge Abstufung im ‚Sein‘ der Dinge. Diese analoge ‚Abstufung‘ ist dann die faktische Begrenztheit <span style="color:#00B000">(d.h. Unvollkommenheit)</span> im <span style="color:#FF6000">»''zufälligen''«</span> ‚Sein‘ der Dinge —. Die <span style="color:#FF6000">„positiven Eigenschaften“</span> GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, wie Wahrheit, Einheit, Gutheit, <span style="color:#00B000">(von ,Güte‘)</span>, Schönheit, Adel, <span style="color:#00B000">(von ,edel‘)</span>, Gleichheit, Andersheit, Wirklichkeit, ,Sein‘ im Sinne von Etwas-sein, etc. werden <span style="color:#FF6000">„Perfektionen“</span>, oder auch <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> genannt, <span style="color:#00B000">(von lateinisch ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>transcendere</big></span>, <span style="color:#FF6000">„übersteigen“</span>)</span>. In der mittelalterlichen Scholastik sind Transzendentalien die Grundbegriffe, die allem Seienden als <span style="color:#FF6000">„Modus“</span>, <span style="color:#00B000">(d.h. ,Eigentümlichkeit‘, als allgemeine Seinsweisen)</span>, zukommen. Wegen ihrer Allgemeinheit ,übersteigen‘ sie die besonderen Seinsweisen, welche ARISTOTELES die ,Kategorien‘ nannte. Ontologisch betrachtet, werden die Transzendentalien als das allem Seienden Gemeinsame aufgefasst, da sie von allem ausgesagt werden können. Von der KI werden sie, nicht unpassend, als <span style="color:#FF6000">„ultimative Eigenschaften des Seins“</span> bezeichnet, die <span style="color:#FF6000">„jenseits der materiellen Welt existieren“</span>, <span style="color:#00B000">(da sie ,ultimativ‘ nur von GOTT, als den absolute Vollkommenen, ausgesagt werden können, die jedoch, auch von allen übrigen Seienden, abgestuft, wegen deren seinsmäßigen Unvollkommenheiten, d.h. ,analog‘, ausgesagt werden)</span>. Diese Transzendentalien sind ,inakzident‘, das heißt, sie entstehen nicht aus anderen Begriffen, sondern sind erste, unteilbare Bestimmungen des Denkens und des Seins, die allen Seienden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x'''‘ —</span>, unabhängig von ihren speziellen Eigenschaften, als ,relative‘ Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(bzw. Unvollkommenheiten)</span>, notwendig ,analogisch‘ zukommen, d.h. sie sind in allen Seienden, seinsmäßig abgestuft und abgegrenzt, ,relativ‘ zum Unendlichen ihrer selbst; und damit ,bezogen‘ auf GOTT, dem absolut Vollkommenen. In der Erkenntnisordnung wirken sie als die ersten Begriffe des menschlichen Verstehens, die eine Basis für alle weiteren wissenschaftlichen Erkenntnisse bilden. In der Seinsordnung sind die Transzendentalien ontologisch eins, gleichwertig, <span style="color:#00B000">(,mathematisch äquivalent‘)</span>, und daher konvertierbar, d.h. austauschbar, <span style="color:#00B000">(vgl. z. B. <span style="font-family: Times;"><big>,ens et verum convertuntur‘</big></span>)</span>. Damit sind sie auch von einander abhängig, was GÖDEL sowohl im Axiom-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX ∧ □∀x(Xx→Yx)→PY'''‘ —</span>, für positive Eigenschaften, als auch in der Definition-2, für die Wesenseigenschaften, syntaktisch formalisiert hat mit dem Term-Element ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x(Xx→Yx)'''‘ —</span>, weil sie sich gegenseitig, — mit ,modaler‘ Notwendigkeit —, gleichwertig ,implizieren‘, d.h. einschließen, <span style="color:#00B000">(im Axiom-2 mit der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''x'''‘ — </span>, und in der Definition-2 mit der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''y'''‘ — </span>)</span>. Man kann die Transzendentalia, <span style="color:#00B000">(wie GÖDEL)</span>, auch ,Wesenseigenschaften‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, nennen, weil sie allem Seienden ,wesentlich analog‘ zukommen. Weil Transzendentalien miteinander austauschbar sind, sind sie auch widerspruchsfrei, was GÖDEL mit Axiom-1 syntaktisch darstellt. Die Gültigkeit und Wahrheit, d.h. die mathematisch-logische Evidenz von Axiom-1 und Axiom-2, beruht auf der ontologischen Allgemeinheit und Gültigkeit der Transzendentalia, die GÖDEL mit Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span>, in sein Kalkül explizit eingeführt und ,bestimmt‘ hat. <span style="color:#00B000">(Definitionen werden formal-syntaktisch durch das Äquivalenzzeichen <span style="color:#4C58FF">,'''↔'''‘</span> angezeigt, gelesen als <span style="color:#FF6000">„...ist genau dann ... wenn...“</span>)</span> Zum Überblick ''':''' <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> sind universale, alles Seiende charakterisierende Begriffe, die über kategoriale Einteilungen hinausgehen, und sowohl in der klassischen Scholastik, als auch in der modernen Philosophie, <span style="color:#00B000">(KANT, Uwe MEIXNER<ref>vgl. die ,transzendentalen‘ Bedingungen möglicher Erkenntnisse bei KANT; und auch in der ,Axiomatischen Ontologie‘ bei Uwe MEIXNER</ref>)</span>, als Grundlage der Metaphysik und Erkenntnistheorie dienen. Sie sind die <span style="color:#FF6000">„ersten Begriffe des Seins“</span>, die jedem Ding als ,relative‘ Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(Perfektionen)</span>, inhärent sind, ,analogisch‘ abgestuft, auf einen ,ultimativen‘ Bezugspunkt ausgerichtet, und die sich im Denken, <span style="color:#00B000">(für uns als wahr)</span>, und in der moralischen Wertung, <span style="color:#00B000">(für uns als gut und edel)</span>, manifestieren, relativ zum ,ultimativen‘ Bezugspunkt ihrer selbst. Die faktische Unvollkommenheit, die sich in der notwendigen Vergänglichkeit aller Dinge zeigt, ist einem ontologischen Defekt ,geschuldet‘, der stark zeitabhängig ist, d.h. der einen Anfang und ein Ende hat. Das GÖDEL-Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>, ist immer falsch, wenn es auf etwas aus der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> angewendet wird, wie z. B. auf einen <span style="color:#FF6000">„Tsunami“</span>, dessen ‚Existenz‘ für uns nicht ‚positiv‘ ist. KANT hat schon festgestellt ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>. Das gilt für alles, was <span style="color:#FF6000">„existiert“</span>. Das Axiom-5 hat nur dann seine Gültigkeit, ist nur dann ,wahr‘, wenn <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span> <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> in eins zusammenfallen. Bei allen Dingen, die ‚da‘ sind, ist ihr ‚Da-Sein‘ ontologisch immer verschieden zu dem ‚was‘ sie sind ''':''' zu ihrem ,Was-Sein‘. In der philosophischen Tradition, seit ARISTOTELES, wird die ontologische Identität, d.i. die Koinzidenz, der innere Zusammenhang von ‚Sein‘ und ‚Wesen‘ allein nur dem <span style="color:#FF6000">„selbst ‚unbewegten‘ Erstbewegenden“</span> zugeschrieben, dem <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„prôton kinoûn akinêton“</span>, von dem ARISTOTELES etwas später sagt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''denn dies ist der Gott''«</span> und dann hinzufügt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''so sagen wir ja''«</span>; d.h. das ist eine Interpretation aus dem Glaubenskontext des ARISTOTELES. Er war ein Gott-gläubiger Grieche. Wer an GOTT glaubt, kann das nachvollziehen. GÖDEL musste dieses Axiom-5 postulieren, sonst wäre sein Kalkül nicht aufgegangen, ohne dass er deswegen schon an GOTT glauben müsste. Er hat für sein Kalkül das ontologische Theorem von der Identität von ‚Sein‘ und ‚Wesen‘ im ‚unbewegten Erstbeweger‘ benutzt. <span style="color:#00B000">(Gilt auch für Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit, das GOTT-Sein, das ‚Dasein‘ GOTTES, ist eine positive Wesenseigenschaft, eine Perfektion; d.h. ist das ‚Wesen‘ GOTTES ''':''' GOTT ist perfekt''«</span>)</span>. Die ontologische Identität von Sein und Wesen, Existenz und Essenz, wie auch die Koinzidenz von Möglichkeit und Wirklichkeit, von Ursache und Wirkung, sowie auch die ontologische Einheit von <span style="color:#00B000">(Erkenntnis-)</span>Subjekt und <span style="color:#00B000">(Erkenntnis-)</span>Objekt im <span style="color:#FF6000">»''Erkennen seiner Erkenntnis''<span style="color:#00B000">[-Tätigkeit ]</span>«<span style="color:#00B000"> | </span>„<span style="font-family: Times;"><big>νοήσεως νόησις</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„noêseôs noêsis“</span> <span style="color:#00B000"><small>(<span style="font-family: Times;"><big>,''Metaphysik''‘</big></span> XII 9, 1074b34)</small></span>, gilt nur in der <span style="color:#FF6000">„unverursachten Letztursache"</span>, auf die ARISTOTELES bei seiner Prinzipienforschung gestoßen ist. Es gibt verschiedene Versuche, die GÖDEL-Axiome durch sog. ,Modelle‘, relativ zu einfacheren ,Welten‘, zu verifizieren, um damit ihre relative Konsistenz nachzuweisen. Für GÖDEL aber <span style="color:#FF6000">»''sind die Axiome nur dann'' <span style="color:#00B000">[ in unserer ,realen‘ Welt ]</span> ''wahr'' <span style="color:#00B000">[ und annehmbar ]</span>«</span>, wenn sie <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt'' <span style="color:#00B000">[ d.h. jeder auch nur ,möglichen‘ Welt ]</span> ''sind''«</span>. Diese Bedingung verweist jede Verifikation und jede Interpretation der Axiome auf das ,Nicht-Zufällige‘, das ,Notwendige‘, ,Absolute‘, in dem die Axiome und Definitionen des GÖDEL-Kalküls erst dadurch ihren Sinn und ihre Bedeutung bekommen, wenn sie vom ,Absoluten‘ und ,Unendlichen‘ her erklärt und verstanden werden. Damit insistiert GÖDEL auf eine genuin <span style="color:#4C58FF">,theologische‘</span> Interpretation seines Kalküls, mit der <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> zum Begriff GOTT, dem absolut Unendlichen, als Verifikationskriterium. Das entspricht auch der ,methodologischen‘ Prämisse seines Kalküls. Die wichtigsten Axiome und Definitionen im GÖDEL-Kalkül sind jedoch bloße ,Annahmen‘, deren Evidenz, sowohl die ,mathematische‘ als auch die <span style="color:#4C58FF">,theologische‘</span>, erst evaluiert, d.h. ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> werden muss. Das bedeutet ''':''' die Verifikation der Axiome und Definitionen von GOTT und seinen Vollkommenheiten kann nur Kalkül-intern durch den Aufweis ihrer Widerspruchsfreiheit erfolgen, d.i. <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt''«</span>. Evaluierte und verifizierte Axiome und Definitionen sind dann die ,modal‘ notwendigen, d.h. die ,transzendentalen‘ Voraussetzungen für die Ergebnisse eines Kalküls, damit seine Theoreme und Korollare in unserer ,realen‘ Welt als logisch ,wahr‘ und damit für uns auch als ,annehmbar‘ gelten können, während die Prämissen eines Kalküls, <span style="color:#00B000">(die Argument Einführung, <span style="color:#4C58FF">— '''AE:''' —</span> )</span>, nicht notwendige und somit ,modal‘ frei gewählte ,Annahmen‘ sind. Jedoch aus diesen ,modal‘ frei gewählten, ,möglichen‘ <span style="color:#00B000">( <span style="color:#4C58FF">'''◇'''</span> )</span> Prämissen folgen mit Hilfe der ,bewiesenen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> Axiome und Definitionen die Ergebnisse mit ,modaler‘ Notwendigkeit <span style="color:#00B000">( <span style="color:#4C58FF">'''□'''</span> )</span>. Die Logik des GÖDEL-Systems ist eine ,Prädikatenlogik‘ zweiter Stufe, in der die Quantoren nicht nur Individuum-Variable, sondern auch Eigenschafts-Variable, <span style="color:#00B000">(als noch ,unbestimmte‘ Prädikate im Allgemeinen)</span>, binden können. Die formale Struktur des GÖDEL-Kalküls besteht aus fünf Axiomen und drei Definitionen, mit deren Hilfe in drei Beweisgängen drei Theoreme und mehrere Korollare aus seiner ,methodologischen‘ Prämisse ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleitet werden können, wobei die beiden ersten Beweisgänge, mit ihren Ergebnissen, den dritten vorbereiten, in dem es dann um das Theorem ANSELMS geht. Die Prämisse des GÖDEL-Kalküls ist der traditionelle ,GOTT-Glaube‘, in der Formulierung speziell nach LEIBNIZ. Ein Axiom, eine Definition, zwei Theoreme und alle Korollare im GÖDEL-Kalkül sind Aussagen über <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>. Alle fünf Axiome, eine Definition und ein Theorem, <span style="color:#00B000">(und das Korollar aus Axiom-4)</span>, sind auch Aussagen über die Eigenschaft <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“, „Perfektion“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, die in der <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> als die Wesenseigenschaft GOTTES gilt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist vollkommen''«</span> bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist das Vollkommenste der Wesen''«</span>, <span style="color:#00B000">(DESCARTES)</span>. Zwei Definitionen sind Aussagen über die allgemeinen Wesenseigenschaften aller Seienden, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, die, als notwendige Existenz, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, auch GOTT zugeordnet werden, mit der Besonderheit bei GOTT, dass sowohl alle Eigenschaften, als auch alle anderen Zuordnungen, wie Sein und Wesen, wie Ursache und Wirkung, usw., im Unendlichen, GOTT, <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> sind, d.h. in GOTT paarweise perspektivisch in ,eins‘ zusammenfallen, und die auch, wie alle Transzendentalia, konvertierbar, d.h. austauschbar sind. Diese Sachverhalte machen deutlich, dass die ,Verifikation‘ und sachgerechte ,Evaluierung‘ der GÖDEL-Axiomatik nur genuin <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> erfolgen kann. Die Evaluierung der <span style="color:#FF6000">»''mathematischen Evidenz''«</span> des GÖDEL-Systems, im Allgemeinen, muss jedoch entsprechend der Maßstäbe einer modalen Prädikatenlogik zweiter Stufe durchgeführt werden. Das GÖDEL-Kalkül unterscheidet <span style="color:#00B000">(in Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>)</span> formal-syntaktisch zwischen der Eigenschaft ,Existenz‘, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''E'''‘ —</span>, die nur GOTT zugeordnet werden kann, und dem Existenz-Operator, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''∃'''‘ —</span>, der allem Übrigen, das nicht GOTT ist, zugeordnet wird. Es gibt hier auch den formal-syntaktischen Unterschied zwischen der, <span style="color:#00B000">(von mir notierten, jedoch von GÖDEL schon intendierten und angesprochenen)</span>, speziellen ,Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF"> — <sub>not</sub> —</span>, die nur der Existenz GOTTES zugeordnet ist, und der modalen ,Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□'''‘ —</span>, die auf Verschiedenes bezogen werden kann. Diese Unterschiede sind Hinweise, dass GÖDEL in seiner Kalkül-Logik und -Syntax, die Außerordentlichkeit und Eigenständigkeit GOTTES berücksichtigt, der, als Schöpfer der Welt, prinzipiell und absolut <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt''«</span> ist, die erst durch GOTT auch das ist, was sie ist. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Genese des Kalküls</span></div>=== Wie kommt GÖDEL zu seinem Kalkül '''?''' Sein Gewährsmann war Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, <span style="color:#00B000">(1646-1716)</span>, den er sehr schätzte. Die rekonstruierbare Genese seines Kalküls findet man in LEIBNIZ ''':''' ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand‘</big></span>'', <span style="color:#00B000">(1704)</span>‚ ''<span style="font-family: Times;"><big>Viertes Buch, Kapitel X ''':''' ‚Von unserer Erkenntnis des Daseins Gottes‘</big></span>'', Seite 475f. Hier der <span style="color:#00B000">[ kommentierte ]</span> Textausschnitt zum sog. ontologischen ‚Gottesbeweis‘''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''Folgendes etwa ist der Gang seines'' <span style="color:#00B000">[ d.h. ANSELMS, Erzbischof von Canterbury; 1033-1109, ]</span> ''Beweises ''':''' GOTT ist das Größte'', <span style="color:#00B000">[ ANSELM spricht vom biblischen GOTT des Glaubens, als ''':''' <span style="color:#FF6000">»''den, über dem ,Größeres‘'' | <span style="font-family: Times;"><big>‚maius‘</big></span> | ''nicht mehr gedacht werden kann''«</span> ]</span>, ''oder, wie DESCARTES es ausdrückt ''':''' das Vollkommenste der Wesen oder auch ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit'' ''':''' <span style="color:#00B000"> [ GÖDEL ''':''' </span><span style="color:#4C58FF">‚'''P'''‘</span> <span style="color:#00B000">:= ‚Perfektion‘, ‚positive Eigenschaft‘ ]</span>, ''das alle Grade derselben in sich schließt.''<span style="color:#00B000"> [ GÖDEL-Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''ist genau dann GOTT'', <span style="color:#4C58FF">,'''G'''‘</span>, ''wenn'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''alle Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">,'''P'''‘</span>, ''in sich schließt''«</span>. Definition-1 bildet die traditionelle Vorstellung von GOTT ab. ]</span> ''Dies also ist der Begriff GOTTES.'' <span style="color:#00B000">[ Der Term <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span> steht hier für den biblischen ‚Begriff‘ <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> als ,Individuumname‘ '''!''' ]</span> ''Sehen wir nun, wie aus diesem Begriff das ‚Dasein’ folgt.''<span style="color:#00B000"> [ GÖDEL ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist notwendig aus sich ‚da‘''«</span> ''':''' Term :10: im 3. Beweisgang. ]</span> ''Es ist etwas <u>mehr</u>, ‚da‘ zu sein, als nicht ‚da‘ zu sein, oder auch das ‚Dasein‘ fügt der Größe oder der Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ GOTTES ]</span> ''einen Grad hinzu, und wie DESCARTES es ausspricht, das ‚Dasein‘ ist selbst eine Vollkommenheit.''<span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">(Diesen Ausspruch DESCARTES übernimmt GÖDEL im Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz''</span> [ alias ‚Dasein GOTTES’ ] <span style="color:#FF6000">''ist eine positive Eigenschaft''</span> [ alias Vollkommenheit ]<span style="color:#FF6000">«</span>. Dem widerspricht KANT ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein ist kein reales Prädikat“</span>. Das Axiom-5 ist daher nur dann ‚wahr‘, wenn ‚Wirklichsein‘ | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐνέργεια οὖσα</big></span>“</span> | ‚enérgeia úsa‘ | d.h. ‚Dasein‘ und ‚Wesen‘ | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span> | ‚usía‘ | — genauer ''':''' ‚Wesenseigenschaften’ —, ontologisch ,eins‘ sind, d.h. wenn <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> immer schon die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> GOTTES ist. Was nach ARISTOTELES nur im <span style="color:#FF6000">„unbewegten Erstbeweger“</span> der Fall ist; bzw. mit LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''was das Privilegium der Gottheit allein ist''«</span> '''!''' Aus der ,methodologischen‘ ,Annahme‘ im 2. Beweisgang GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''das'' <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ''steht für den GOTT der Christen''«</span>, und mit Hilfe von Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit ist eine positive Eigenschaft''«</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt''«</span>, mit Axiom-4 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX → □PX'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind notwendig aus sich, — von Natur aus —, positiv''«</span>, mit Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Zum Wesen gehören notwendig auch alle Konsequenzen aus einer Wesenseigenschaft''«</span>, und mit Axiom-1 und der Definition für GOTT, folgt nach einigen logischen Umformungen das GÖDEL-Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das'' <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ''ist genau dann der GOTT der Christen, wenn das Wesen dieses GOTTES sein eigenes Sein ist''«</span>. Dasein und Wesen sind im Unendlichen, GOTT <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ,eins‘. Mit diesem, im Kalkül <u>ohne</u> Axiom-5 ,regulär‘ (├ ) abgeleiteten Theorem, widerlegt er KANT für den individuellen Spezialfall <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span> := <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>. Nachprüfbar im Anhang ''':''' im ‚ontologischen‘ Beweis für das Basis-Theorem-2. Somit ist Axiom-5 ,wahr‘, und KANT hat sich hier, im Bezug auf GOTT, geirrt. <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> als Wissenschaft von GOTT, war für KANT nie eine ernstzunehmende Option. <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> als Wissenschaft von GOTT ist eine ziemlich ,ausgereifte‘ Disziplin. Es haben sich, durch Jahrhunderte hindurch, viele gescheite Menschen schon im Judentum, und dann auch im Christentum, und ebenfalls im Islam, darum bemüht.)</span> :: <span style="color:#FF6000">»</span>''Darum ist dieser Grad von Größe und Vollkommenheit oder auch diese Vollkommenheit, welche im ‚Dasein‘ besteht, in diesem höchsten, durchaus großen, ganz vollkommenen Wesen, denn sonst würde ihm ein Grad fehlen, was gegen seine Definition wäre. Und folglich ist dies höchste Wesen ‚da‘. Die Scholastiker, ohne selbst ihren'' <span style="font-family: Times;"><big>doctor angelicus</big></span> <span style="color:#00B000">[ := THOMAS von Aquin ]</span> ''auszunehmen, haben diesen Beweis verachtet'', <span style="color:#00B000">[ wie später auch Immanuel KANT ]</span>, ''und ihn als einen Paralogismus'' <span style="color:#00B000">[ := Fehlschluss ]</span> ''betrachtet, worin sie sehr unrecht gehabt haben; und DESCARTES, welcher die scholastische Philosophie im Kolleg der Jesuiten zu La Flèche lange genug studiert hatte, hat sehr recht gehabt, ihn wieder zu Ehren zu bringen. Es ist nicht ein Paralogismus, sondern ein unvollständiger Beweis'', <span style="color:#00B000">[ den GÖDEL vervollständigt hat ]</span>, ''der etwas voraussetzt, was man noch hätte beweisen sollen, um ihm mathematische Evidenz zu verleihen — nämlich, dass man dabei stillschweigend voraussetzt, diese Vorstellung des durchaus großen oder durchaus vollkommenen Wesens sei möglich und enthalte keinen Widerspruch'' <span style="color:#00B000">[ '''::''' <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span> '''::''' ,möglich‘, ,konsistent‘, ,denkbar‘; GÖDEL beweist im 1. Beweisgang aus Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''positive Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ die allgemeinen Transzendentalien ]</span>, ''sind widerspruchsfrei''«</span>, mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, folgt Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist möglich''«</span> ]</span>. ''Und es ist schon etwas, dass man durch diese Bemerkung beweist ''':''' gesetzt, dass GOTT ‚möglich‘ ist, so ‚ist‘ er'' <span style="color:#00B000">[ ,notwendig‘ '''::''' <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, d.h. für jede mögliche Welt auch wirklich aus sich ‚da‘ ]</span>, ''was das Privilegium der Gottheit allein ist'' ''':''' <span style="color:#00B000">[ Im 3. Beweisgang, Theorem-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' ‚ANSELMS Prinzip‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Weil GOTT widerspruchsfrei ,möglich‘ ist, darum ist auch der Glaube widerspruchsfrei, der besagt, dass GOTT aus sich ,notwendig‘ da ist''«</span>; mit Korollar-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx ∧ □∀y(Gy→x=y)'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''Es gibt notwendig nur einen einzigen GOTT''«</span>. Damit ist auch der Monotheïsmus bewiesen. ]</span> ''Man hat recht, die Möglichkeit eines jeden Wesens anzunehmen und vor allem die GOTTES, bis ein anderer das Gegenteil beweist''. <span style="color:#00B000">[ Das Gegenteil besagt, dass GOTT ,unmöglich‘ ist. Hier setzt der Möglichkeitsbeweis im GÖDEL-Kalkül an, und beweist, dass diese Aussage zu einem Widerspruch führt. ]</span> ''Somit gibt dieser metaphysische Beweis schon einen moralischen zwingenden Schluss ab, wonach wir dem gegenwärtigen Stande unserer Erkenntnisse zufolge urteilen müssen, dass GOTT ‚da‘ sei, und demgemäß handeln.'' <span style="color:#00B000">[ Aber nicht logisch zwingend '''!''' Denn die Interpretation <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> mit dem GOTT der Bibel, als ,methodologische‘ Kalkül-Prämisse, ist nicht zwingend, jedoch ,modal‘ möglich, <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span>, und im christlichen Glaubenskontext sinnvoll, was mit einer stimmigen <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation des GÖDEL-Kalküls gezeigt werden kann. Damit ist dann auch die Frage beantwortet, ob das GÖDEL-System sich plausibel als eine Theorie von GOTT und seinen Eigenschaften interpretieren lässt, bzw. als eine <span style="color:#FF6000">»''axiomatische''«</span> <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span>, wie sie André FUHRMANN apostrophiert. Das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> ist der ,Individuumname‘ für den GOTT der Bibel, — ,GOTT‘ groß geschrieben —, im monotheïstischen, christlichen Glaubenskontext, den auch LEIBNIZ teilt. Dann steht der ,Name‘ auch synonym für das ,existierende‘ Individuum, d.h. für dessen ,Existenz‘.]</span> ''Es wäre aber doch zu wünschen, dass gescheite Männer'' <span style="color:#00B000">[ sic ! ]</span> ''den Beweis mit der Strenge einer mathematischen Evidenz vollendeten'', <span style="color:#00B000">[ was GÖDEL veranlasst hat, seine Version eines ‚ontologischen Beweises’ zu kreieren, dessen <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> man heute mit Computerprogrammen<ref>siehe Fußnote 11</ref> schon nachgewiesen hat ]</span> ... <span style="color:#FF6000">«</span> Für GÖDEL war dieser Text eine intellektuelle Herausforderung, und er hat sie angenommen. Das war für GÖDEL sicher keine Glaubensangelegenheit. GOTT hat es ja auch nicht nötig, ‚bewiesen‘ zu werden. Wer <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> z. B. mit dem sog. ‚Urknall‘ gleich setzt, macht die <span style="color:#FF6000">»''zufällige Struktur der Welt''«</span> im ‚Urknall‘, <span style="color:#00B000">(pantheistisch)</span> zu einem ,Gott‘, was GÖDEL dezidiert für sein Kalkül ausgeschlossen haben wollte. Kurt GÖDEL schreibt 1961 in einem Brief, in Anlehnung an den obigen Text ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»...''ich glaube, schon heute dürfte es möglich sein, rein verstandesmäßig ''<span style="color:#00B000">[ sic '''!''' ]</span>, ''(ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen) einzusehen, dass die theologische Weltanschauung'', <span style="color:#00B000">[ dass es GOTT gibt ]</span>, ''mit allen bekannten Tatsachen'', <span style="color:#00B000">[ z. B. mit den Maßstäben einer modernen Logik ]</span>, ''durchaus vereinbar ist. Das hat schon vor 250 Jahren der berühmte Philosoph und Mathematiker LEIBNIZ versucht''.«</span><ref>Zitiert nach SCHIMANOVICH-GALIDESCU, M.-E., ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Princeton–Wien 1946–1966. Briefe an die Mutter</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kurt Gödel – Leben und Werk</big></span>''‘, ed. B.BULDT et al., Wien (HÖLDER–PICHLER–TEMSKY), 2001, Bd. 1.</ref> ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Interpretation des Kalküls</span></div>=== Wenn man sich das GÖDEL-Kalkül ansieht, wie es heute formalisiert vorliegt, stellt sich die Frage ''':''' <span style="color:#FF6000">„Lässt sich dieses System plausibel als eine Theorie von GOTT <span style="color:#00B000">(als eine ‚Rede von GOTT’ := <span style="color:#4C58FF">,Theologie’</span>)</span> und seiner Eigenschaften verstehen '''?''' “ — „Ist hier eine genuin <span style="color:#4C58FF">,theologische’</span> Interpretation möglich '''?''' “</span> Seine Herkunft aus der intellektuellen Auseinandersetzung des Logikers GÖDEL mit dem GOTT-gläubigen Philosophen LEIBNIZ und dem christlichen Theologen und Erzbischof ANSELM rechtfertigt diese Frage. Die <span style="color:#FF6000">„mathematische Evidenz“</span> des GÖDEL-Formalismus, <span style="color:#00B000">(im Anhang nachgestellt)</span>, ist allgemein anerkannt, <span style="color:#00B000">(Vorbehalte dagegen gibt es nur bei der Interpretation seiner Syntax, d.h. ob die Axiome, wie GÖDEL sie konzipiert hat, auch in unserer realen Welt ,wahr’ und ,annehmbar’ sind)</span>. Die <span style="color:#FF6000">„theologische Evidenz“</span> des GÖDEL-Systems wird durch eine ,Verankerung’ der Axiome und Definitionen in den <span style="color:#4C58FF">,theologisch’</span>-philosophischen Diskurs über GOTT evaluiert, der schon seit zweieinhalbtausend Jahren läuft. In diesen zweieinhalbtausend Jahren hat sich, — gegen ARISTOTELES und die antike Philosophie —, die Erkenntnis durchgesetzt, dass GOTT <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen''«</span> Raum-Zeit-Struktur unserer vergänglichen Welt ist. In meiner Darstellung des GÖDEL-Kalküls folge ich, <span style="color:#00B000">(im Unterschied zum Autographen GÖDELS, vom 10. Feb 1970)</span>, in der Axiom-Nummerierung, in der Syntax, und in der Beweis-Struktur, der Arbeit von André FUHRMANN ''':''' ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Existenz und Notwendigkeit. Kurt Gödels axiomatische Theologie‘</big></span>'' in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Logik in der Philosophie‘</big></span>'' Hg. SCHROEDER-HEISTER, SPOHN und OLSSON, 2005, Synchron, Heidelberg, Seite 349–374. <span style="color:#00B000">(Die tiefer gestellte Notation der spezifischen ,Eigenschaft‘ einer Eigenschaft ist meine Ergänzung zur formalen Syntax, z. B. ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, angeregt durch die indizierende Schreibweise GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ,'''G''' Ess. '''x'''’ —</span>.)</span> Die Erkenntnisse zur Straffung und Präzisierung der GÖDEL-Syntax, <span style="color:#00B000">(besonders im Möglichkeitsbeweis)</span>, stammen aus der Arbeit von Günther J. WIRSCHING ''':''' ,''<span style="font-family: Times;"><big>Der Gödelsche Gottesbeweis</big></span>''‘, im Web <ref>https://edoc.ku.de/id/eprint/10243/1/OntBw.pdf</ref>. <span style="color:#00B000">(Auch der Hinweis auf AVICENNA kommt von WIRSCHING.)</span> Die Zitate von THOMAS von Aquin´s Stellungnahme zum Theorem ANSELMS, und von Georg Wilhelm Friedrich HEGEL zur Immanuel KANTS Ablehnung des Theorem ANSELMS, befinden sich in Franz SCHUPP, ,<span style="font-family: Times;"><big>''Geschichte der Philosophie im Überblick''</big></span>‘, Band 2 ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Christliche Antike, Mittelalter''</big></span>‘, Hamburg 2003, Seite 168 und Seite 170. Meines Erachtens ist der entscheidende Ansatzpunkt einer <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation das GÖDEL-Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>. ‚Frei‘ nach KANT ‚formuliere‘ ich ‚kurz‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>. Hier die Positionen KANTS zum Thema ‚Existenz‘ und ‚Eigenschaften‘ ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''… unbeschadet der wirklichen Existenz äußerer Dinge'' <span style="color:#00B000">[ kann man ]</span> ''von einer Menge ihrer Prädikate'', <span style="color:#00B000">[ d.h. Eigenschaften ],</span> ''sagen'' … ''':''' ''sie gehöreten nicht zu diesen ‚Dingen an sich selbst‘, sondern nur zu ihren Erscheinungen, und hätten außer unserer Vorstellung'' <span style="color:#00B000">[ ihrer, als ,wirklich‘ gedachten Erscheinung ]</span> ''keine eigene Existenz, … weil ich finde, dass … '''alle Eigenschaften, die die Anschauung eines Körpers ausmachen''', bloß zu seiner Erscheinung gehören; denn die Existenz des Dinges, was erscheint, wird dadurch nicht … aufgehoben, sondern nur gezeigt, dass wir es'', <span style="color:#00B000">[ das Ding ]</span>, ''wie es ‚an sich selbst‘ sei'', <span style="color:#00B000">[ d.h. existiert ]</span>, ''durch Sinne gar nicht erkennen können''.<span style="color:#FF6000">«</span><ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können</big></span>''‘, Seite 289; https://www.korpora.org/kant/aa04/289.html</ref> <span style="color:#00B000"><small>(Hervorhebung durch KANT.)</small> [ Seine Prädikate, d.h. Eigenschaften, jedoch können wir mit unseren Sinnen ,anschauen‘, aber nur in Kombination mit unserer Vorstellung ihrer, als ,wirklich‘ gedachten Erscheinung, vermittelt durch den sog. ,transzendentalen Schematismus‘ unserer Einbildungskraft ''':'''</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Eine verborgene Kunst in den Tiefen der menschlichen Seele''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">jedoch auch eines der ,dunkelsten‘ Kapitel in der K.d.r.V., bedingt durch KANTS Konzept von ,Wirklichkeit‘, bzw. ,Sein‘. ]</span> Mit anderen Worten, man kann die ‚Existenz‘, bzw. das ‚Sein‘ der Dinge, <span style="color:#00B000">(das ‚Ding an sich’ bei KANT)</span>, nicht unter dem Mikroskop finden. Die ‚Existenz‘ bzw. das ‚Sein‘ ist keine sinnlich registrierbare ‚Eigenschaft‘ z. B. des rekonstruierten ‚Stadt-Schlosses‘ in Berlin. <span style="color:#00B000">(‚Sein‘ ist kein reales ‚Prädikat‘.)</span> Dafür haben wir andere Fähigkeiten ''':''' Ich kann seine ‚Existenz‘ mit meinem Verstand einsehen, weil auch ich selbst ‚existiere‘. Seine ‚Ansicht‘, wie ‚gefällig‘ es ist, und auch weitere ‚Eigenschaften‘, die mir auffallen, kann ich mit einem Handy-Foto dokumentieren. Diese ‚Eigenschaften‘ sind nicht die Ursache, dass das ‚Berliner Schloss‘ existiert. Wohl aber die Rekonstruktion dieses Schlosses ist die ‚Ursache‘, dass es ,existiert‘, und jetzt so aussieht. Insofern ist ‚Existenz‘ keine ‚Eigenschaft‘, sondern die ‚Existenz‘ des Dinges ist die Voraussetzung, der ‚Grund‘, dass ich die ‚Eigenschaften‘ des Dinges mit meinen Sinnen feststellen kann. In einer Auseinandersetzung mit CARTESIUS schreibt KANT, philosophisch ‚tiefgründig‘ und logisch ‚exakt‘, über dessen <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„Cogito, ergo sum“</big></span></span> ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''Das ‚Ich denke‘ ist ein empirischer Satz, und hält den Satz ‚Ich existiere‘ in sich. Ich kann aber nicht sagen ''':''' ‚Alles, was denkt, existiert‘; denn da würde die Eigenschaft des Denkens'', <span style="color:#00B000">[ eine essentielle Eigenschaft ]</span>, ''alle Wesen, die sie besitzen, zu notwendigen'' <span style="color:#00B000">[ d.h. notwendig existierenden ]</span> ''Wesen machen''. <span style="color:#00B000">[ Was allein nur von GOTT ausgesagt werden kann; mit AVICENNA, als anerkannter ARISTOTELES-Kommentator ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist das einzige Sein, bei dem Essenz'' <span style="color:#00B000">[ ‚Wesenseigenschaften‘ ]</span> ''und Existenz'' <span style="color:#00B000">[ ‚Dasein‘ ]</span> ''nicht zu trennen sind und das daher notwendig an sich da ist''«, <span style="color:#00B000">— konform mit GÖDEL ''':'''</span> »''notwendige Existenz ist eine positive'' <span style="color:#00B000">[ essentielle ]</span> ''Eigenschaft''«</span> ].</span> ''Daher kann meine Existenz auch nicht aus dem Satz, ‚Ich denke‘, als'' <span style="color:#00B000">[ logisch ]</span> ''gefolgert angesehen werden, wie CARTESIUS dafür hielt (weil sonst der Obersatz : ‚Alles, was denkt, existiert‘, vorausgehen müsste), sondern ist mit ihm identisch.'' <span style="color:#00B000">[ Eine einfache Schlussfolgerung ''':''' meine ‚Existenz‘ ist auch nicht von meiner ‚Eigenschaft‘ Denken ‚verursacht‘. ,Existenz‘ ist nicht bloß ein ,Gedanke‘ von mir. ]</span><span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">(Aus der Anmerkung 41 zu den ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Paralogismen der reinen Vernunft</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 275,<ref>https://korpora.org/kant/aa03/275.html</ref> mit meinem Einschub des AVICENNA-Zitat aus Wikipedia.<ref>{{w|Avicenna#Metaphysik}}</ref>)</span> Mit anderen Worten ''':''' <span style="color:#FF6000">„Die Eigenschaft, dass ich denken kann, ist nicht die Ursache meiner ‚Existenz‘“</span>, sondern, <span style="color:#FF6000">„Die Liebe meiner Eltern und ihre Entscheidung füreinander ist die Ursache meiner ‚Existenz‘. Daher ‚bin’ ich. Und weil ich ein Mensch ‚bin‘, kann ich denken.“</span> Auch mit diesen Anmerkungen ist leicht einsehbar, dass ‚Existenz‘ keine ‚Eigenschaft‘ ist — außer bei GOTT. In GOTT ist ‚Dasein‘ die ‚Wesenseigenschaft‘ GOTTES, d.h. ‚Dasein‘ und ‚Wesen‘ sind in GOTT untrennbar verbunden; sind <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ‚eins‘. Das ist die Einzigartigkeit im Wesen GOTTES, dass GOTT immer schon ‚da‘ ist. Die Frage nach dem ‚Wesen‘ GOTTES lautet ''':''' <span style="color:#FF6000">„Was bist du ? “</span>/<span style="color:#CC66FF">„Wer bist Du ? “</span> Antwort, Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin-Da‘'' <span style="color:#00B000">[ für euch und für immer ]</span>«.</span> Weil GOTT für uns immer schon ‚da‘ ist, — <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span> —, hat GOTT es nicht nötig, ‚bewiesen‘ zu werden. <span style="color:#00B000">(In der Mathematik ist ein ‚Satz‘ erst dann ‚wahr‘ und ‚existent‘, wenn er bewiesen ist. Bei GOTT ist es jedoch nicht so ''':''' GOTTES ‚Existenz‘ ist nicht erst dann ‚wahr‘, wenn seine ‚Existenz‘ von uns ‚bewiesen‘ ist. Sein ‚Dasein‘ ist jedem unserer ‚Beweisversuche‘ immer schon voraus. Der Zugang zu GOTT ist nicht der ,Beweis‘, sondern der ,Glaube‘. Wer an GOTT glauben ,will‘, dem antwortet GOTT. Wer nicht an GOTT glauben ,will‘, dessen Entscheidung respektiert GOTT, und drängt sich nicht auf. Die Glaubens-Entscheidung hat jedoch für jeden Menschen eine existenzielle Konsequenz ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt'', <span style="color:#00B000">[ und diese Entscheidung auch im Augenblick der ,Wahrheit‘, im Tod, in der sog. ,Endentscheidung‘, nicht widerruft ]</span>, ''wird verurteilt werden''«,</span> <small>({{Bibel | Markus Evangelium |16|16|EU}})</small>. Das Urteil lautet ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''zweiter Tod ''':''' der Feuersee''«</span>, <small>({{Bibel | Offenbarung |20|14f|EU}})</small>, ohne Berufungsmöglichkeit. <span style="color:#CC66FF">»''Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn geben wird''«.</span> <small>({{Bibel | Hebräer Brief|11|6|EU}})</small>)</span> Das GÖDEL-Axiom-5 ist m.E. der entscheidende Ansatzpunkt einer stimmigen <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation der GÖDEL-Axiomatik. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Das Kalkül ist kein Existenz-Beweis für GOTT</span></div>=== Die allgemeine <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> des GÖDEL-Formalismus, d.h. seine ‚Schlusskraft‘, ist von kompetenten Leuten<ref>„GÖDELS Argumentationskette ist nachweisbar korrekt – so viel hat der Computer nach Ansicht der Wissenschaftler Christoph BENZMÜLLER und Bruno WOLTZENLOGEL-PALEO nun gezeigt;“ vgl. https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2013/fup_13_308/index.html</ref> schon festgestellt worden, <span style="color:#00B000">(im Anhang ‚nachrechenbar‘ mit den Regeln und Gesetzen einer modalen Prädikatenlogik 2. Stufe)</span>. Das GÖDEL-Kalkül ist jedoch kein ‚moderner‘<span style="color:#FF6000">„Existenz-Beweis“</span> für GOTT, wofür es gehalten oder meistens bezweifelt wird, sondern setzt, <span style="color:#00B000">(theoretisch methodisch)</span>, den <span style="color:#FF6000">„Glauben an die Existenz GOTTES“</span> schon voraus, ohne ihn zu hinterfragen. Das <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> bzw. die <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> GOTTES wird mit der Definition-1 für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, bzw. mit dem Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ — </span>, im Kalkül ‚definitorisch‘ bzw. ‚axiomatisch‘ als Kalkül-,Annahme‘ eingeführt, unter der Voraussetzung, dass die ‚Eigenschaft‘ <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ := </span><span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> und das <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span>, ontologisch ‚identisch‘, genauer ''':''' <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> sind, was GÖDEL im Axiom-5 definitiv für sein System vorschreibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>. Das <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ist faktisch äquivalent zur <span style="color:#FF6000">„notwendigen Existenz als GOTT“</span>; und <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> ist die <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft in GOTT“</span>. Beides ist nach Axiom-5 ‚identisch‘, d.h. dem ‚Sein nach‘ dasselbe, und daher konvertierbar. Beide, <span style="color:#00B000">(sowohl die Essenz, als auch die Existenz GOTTES)</span>, werden daher auch mit demselben Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> im Kalkül dargestellt. Der traditionelle, christliche ,GOTT-Glaube‘ wird zugleich mit diesem Term <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ := </span> <span style="color:#FF6000">„GOTT“ <span style="color:#00B000">|</span> „göttlich“</span>, im 2. Beweisgang, dem Basisbeweis, und im 3. Beweisgang für das Theorem ANSELMS, jeweils als ,methodologische‘ Prämisse :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> regulär <span style="color:#00B000">( ├ )</span> und explizit eingeführt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''steht für den GOTT'' <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span> ''der Christen''«</span>. Das ist die ,modal‘-frei gewählte, <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Kalkül-,Annahme‘, <span style="color:#00B000">(als ,Argument-Einführung‘ := <span style="color:#4C58FF">‚'''AE:'''‘</span> )</span>, und wird dann mit Definition-1 näher ,bestimmt‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000"> »''Das'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''steht genau dann für ‚GOTT‘'' <span style="color:#00B000">|</span> ''‚göttlich‘'', <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, ''wenn'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''alle positiven Eigenschaften, bzw. Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">‚'''PX'''‘</span>, ''hat''«</span>, entsprechend dem ‚Quelltext‘ bei LEIBNIZ. <span style="color:#00B000">(Das ,postulierte‘ Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PG'''‘ —</span>, wird standardmäßig gelesen als <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit ist eine positive Eigenschaft''«</span>, hat aber auch die alternative Leseart ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt d.h. vollkommen''«</span>, was <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> auch richtig ist; mit <span style="color:#4C58FF">‚'''P'''‘ </span> := <span style="color:#FF6000">„Perfektion“/„Vollkommenheit“</span> ist dann die Summe aller <span style="color:#FF6000">„positiven Eigenschaften“</span>.)</span> Mit Axiom-3, — in dieser <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Leseart —, ist der ‚Wenn-Satz‘ in Definition-1 ‚aufgelöst‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT hat alle positiven Eigenschaften, weil er ‚perfekt‘ ist''«</span>. In Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, wird die ,für uns‘ <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —, </span> durch die ,aus sich‘ <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span> instanziierten <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(als zu den Transzendentalia gehörig)</span>, bestimmt. Das GÖDEL-Kalkül setzt sowohl in Definition-3 als auch im Axiom-5 das Theorem des ARISTOTELES von der ontologischen ‚Identität‘, d.i. die Koinzidenz von <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span>, <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> im prinzipiell <span style="color:#FF6000">„unbewegten Erstbewegenden“</span> voraus. Ohne diese Annahme bzw. ohne Axiom-5, würde das GÖDEL-Kalkül nicht ‚funktionieren‘. Das GÖDEL-Theorem-2.1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span>, kann unter dieser Voraussetzung dann, <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> richtig und eindeutig, so gelesen werden ''':''' <span style="color:#FF6000">„Wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, als Individuum steht, dann ist GOTT-Sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(,Existenz‘)</span>, das Wesen, <span style="color:#4C58FF">—<sub>ess</sub>—, </span> <span style="color:#00B000">(,Essenz‘)</span>, GOTTES <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span>”</span><ref>vgl. z.B. THOMAS von Aquin ''':''' ,''<span style="font-family: Times;"><big>De Ente et Essentia</big></span>''’, Kapitel 5 ''':''' „Deus, cuius essentia est ipsummet suum esse“ ''':''' „GOTT, dessen Wesen sein eigenes Sein ist“.</ref>, statt der <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> unrichtigen Lesearten in der Wikipedia ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlich ist eine essentielle Eigenschaft jedes göttlichen Wesens''«</span><ref>{{w|Gottesbeweis#Kurt_Gödel|Gottesbeweis 2.1.2, Theorem 2}}; Version vom 10.09.2025</ref>, oder bei Christoph BENZMÜLLER et alia, im sog. ,Theorembeweiser‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Gottähnlich zu sein ist eine Essenz von jeder gottähnlichen Entität''«</span><ref>[https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2013/fup_13_308/index.html ‚Gödels „Gottesbeweis“ bestätigt’, Theorem 2]</ref>, mit der suggestiven Annahme, es gäbe mehrere ,göttliche Wesen‘, bzw. ,gottähnliche Entitäten‘, was der monotheïstischen, abendländischen Tradition, bzw. dem <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Theorem von der ,Unvergleichlichkeit‘ und ,Einzigartigkeit‘ GOTTES widerspricht, das im GÖDEL-Kalkül mit Korollar-3 bestätigt wird. <span style="color:#00B000">(Die Interpretation <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ :=</span> <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, als ,Individuumname‘, ist synonym zum <span style="color:#FF6000">„Dasein <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> GOTTES“</span>, und äquivalent zur ‚positiven Eigenschaft‘ <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span>, alias <span style="color:#FF6000">„göttlich zu sein“</span> = <span style="color:#FF6000">„GOTT zu sein“</span> = <span style="color:#FF6000">„GOTT-Sein“</span>; und mit dem GÖDEL-Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ :=</span> <span style="color:#FF6000">„das Wesen <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> GOTTES“</span>.)</span> <div class="center"><span style="color:#FF6000"><span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ :=</span> „'''G'''öttlichkeit“ <span style="color:#4C58FF">↔</span> „'''G'''OTT“ <span style="color:#4C58FF">↔</span> „'''G'''OTT-Sein“</span> </div> Die Rechtfertigung für diese <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Dreifach-Äquivalenz für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, im GÖDEL-Kalkül, gibt Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''die positive <u>Eigenschaft</u>'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ''Göttlichkeit'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''äquivalent zu GOTT als Individuum-Name'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''ist auch äquivalent zum Dasein GOTTES'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''gleichbedeutend mit notwendiger <u>Existenz</u>'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>'', dem <u>Sein</u> GOTTES für uns''«</span>. Hier hat GÖDEL explizit <span style="color:#FF6000">„Eigenschaft“</span> mit <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> gleichgesetzt; <span style="color:#00B000">(was jedoch nach KANT für alles, was in unserer Welt ‚existiert‘, bzw. für alles, was zur <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> gehört, wie GÖDEL selbst sagt, in jedem Fall ‚unstatthaft‘ ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein ist kein reales Prädikat“</span>)</span>. Jedoch wegen dieser ‚Gleichsetzung‘, die einzig und allein, der aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition entsprechend, singulär nur in GOTT ‚statthaft‘ ist, kann jetzt die ‚positive Eigenschaft‘ <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> <span style="color:#00B000">(ontologisch korrekt)</span> gelesen werden als <span style="color:#FF6000">„das, was GOTT zu dem macht, ‚was‘ GOTT an sich selbst ist“</span>, nämlich zu seinem <span style="color:#FF6000">„GOTT-Sein“</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span>, zu seinem <span style="color:#FF6000">„Dasein als GOTT“</span>; zur Tatsache, dass <span style="color:#FF6000">„GOTT GOTT ist“</span>, d.h. dass <span style="color:#FF6000">„GOTT als GOTT ‚da‘ ist“</span>. Das ist, <span style="color:#00B000">(und da folgt ARISTOTELES seinem Lehrer PLATO)</span>, nach traditioneller Auslegung, die übliche, ontologische Funktion des ‚Wesens‘<span style="color:#00B000"> | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span> | ‚usía‘ |</span> eines Seienden ''':''' es ‚macht‘ das Seiende zu dem, ‚was‘ es ist; es ist die ‚Ursache‘ dafür, dass das Seiende, das ‚ist‘, ‚was‘ es ist | ‚Was-Sein‘ — ‚Wesen‘. <span style="color:#00B000">(ARISTOTELES lokalisiert jedoch das ,Wesen‘ im Seienden, im Gegensatz zu PLATO, der das ,Wesen‘, — ,getrennt‘ vom Seienden —, in den allgemeinen ,Ideen‘ lokalisiert.)</span> Da aber in ‚Gott‘, <span style="color:#00B000">(dem <span style="color:#FF6000">„unbewegten, ‚unverursachten‘ Erstbeweger“</span>)</span>, Prozesshaftes, ‚Ursächliches‘ auszuschließen ist, ist die übliche prozesshafte, ‚ursächliche‘ Funktion von <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span><span style="color:#00B000"> | ‚usía‘ |</span> ,Wesen‘ im <span style="color:#FF6000">„Erstbewegenden“</span> nach ARISTOTELES, sozusagen, schon ‚zum Abschluss‘ gekommen, schon ‚verwirklicht‘, — <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐν-έργεια οὖσα</big></span>“</span><span style="color:#00B000"> | ‚en-érgeia úsa‘</span> —, schon ‚ins-Werk‘ gesetzt; <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>τὸ ἔργον</big></span>“</span> | ‚to érgon‘ | ‚das Werk‘; <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐνέργεια</big></span>“</span> | ‚enérgeia‘ | ,Wirksamkeit‘, ,Wirklichkeit‘, ,Aktualität‘, ,Energie‘; und <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὖσα</big></span>“</span> | ,úsa‘ | feminin Nominativ Singular von <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὤν</big></span>“</span> | ‚ón‘ | ‚seiend‘)</span>. Sein ,Wesen‘ ist im ,Dasein‘ vollendet, ist ,wirkliches, verwirklichendes Sein‘, ‚seiende Aktualität‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>actus purus</big></span>“</span> ''':''' sein Wesen ist ‚reine Tätigkeit‘, ,reine verwirklichende Gegenwärtigkeit‘, d.h. ,existent‘, ohne jede prozesshafte ‚Potenzialität‘. Aus der wichtigen und richtigen Erkenntnis, dass GOTT <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur unserer Welt''«</span> ist, folgt mit der ontologischen Identität von ,Dasein‘ und ,Wesen‘ in GOTT ''':''' Der zeitlos ewige GOTT ist <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich'' <span style="color:#00B000">(von Natur aus)</span> ''immer schon da''«</span>, m.a.W. ist <span style="color:#FF6000">„zeitlos-ursprungslos“</span>. Insofern ist <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span>, die im <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> d.h. in <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, schon ihr ‚Ziel‘, ihre Vollendung, — <span style="color:#FF6000">„Perfektion“</span>, Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, erreicht hat. GOTT ist <span style="color:#FF6000">»''vollkommen''«</span> und darum auch <span style="color:#FF6000">»''notwendig für uns immer schon ‚da‘''«</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ — </span>. GOTT ist in seinem ‚zeitlosen Wesen‘ <span style="color:#FF6000">„unverursacht“</span>, da er <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich'' <span style="color:#00B000">(von Natur aus)</span> ''vollkommen''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□PG'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(eine Instanz von Axiom-4)</span>. <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ist die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span>, bzw. das <span style="color:#FF6000">„Wesen GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ —</span>. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ,der‘ Vollkommenste''«</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>. Und zur absoluten <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“</span> gehört <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> auch das <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span>. <span style="color:#FF6000">„Notwendige Existenz“</span> gehört zu den ,ultimativen‘ Transzendentalia in GOTT, was GÖDEL mit Definition-3 syntaktisch formalisiert hat. Entscheidend für diese Interpretation des GÖDEL-Systems ist ''':''' nur unter der ,modal‘ notwendigen Voraussetzung der ontologischen ‚Identität‘ von <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — '''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, bzw. der ‚Gleichsetzung‘, <span style="color:#00B000">(Koinzidenz)</span>, von <span style="color:#FF6000">„notwendiger Existenz“</span> mit den ‚positiven‘ Wesenseigenschaften, der <span style="color:#FF6000">„Essenz“</span> in GOTT, Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span>, ‚funktioniert‘ die GÖDEL-Axiomatik '''!''' Diese ‚Identität‘, bzw. ,Koinzidenz‘ wird in ARISTOTELES, ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Metaphysik</big></span>''‘, Buch XII 7, in einem Indizienbeweis erbracht, der mit der Methode der philosophischen Induktion zum Ergebnis kommt ''':''' ::<span style="color:#FF6000">» … ''es muss'' <span style="color:#00B000">[ notwendig ]</span> ''etwas geben, das, ohne selbst ‚bewegt‘'' <span style="color:#00B000">[ </span>''worden''<span style="color:#00B000"> ]</span> ''zu sein'', <span style="color:#00B000">[ ‚unentstanden‘ ]</span>, ''alles Übrige wie ein Geliebtes ‚bewegt‘'' <span style="color:#00B000">[ ‚entstehen lässt‘ ]</span>«</span>, das darum ‚zugleich‘ <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>αἴδιον καί οὐσία καί ἐνέργεια οὖσα</big></span>“ <span style="color:#00B000">|</span> »<span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewig, sowohl <u>Wesen</u>'', <span style="color:#00B000">[ etwas Konkretes, Essentielles ]</span>, ''als auch seiende Wirksamkeit — '' <span style="color:#00B000">[ </span>„<span style="font-family: Times;"><big>actus purus</big></span>“, „reine Tätigkeit“<span style="color:#00B000"> ]</span> ''— verwirklichendes, wirkliches <u>Sein</u> ist'', <span style="color:#00B000">[ ein Existierendes, das alles Übrige ,zur Existenz‘ bringen kann ]</span> «</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὀρεκτόν καί νοητόν</big></span>“ <span style="color:#00B000"> | ,orektón kai noêtón‘ | </span> »''ersehnt und erkennbar ist''.«</span> <span style="color:#00B000">(''<span style="font-family: Times;"><big>vgl. ,Metaphysik</big></span>''‘ XII 7, 1072a,23 – 1072b,4)</span> Was <span style="color:#FF6000">»''alles Übrige''«</span> ,zur Existenz‘ bringen kann, bzw. ,verwirklichen‘ kann, muß auch selbst, als etwas Konkretes, Essentielles, ,existieren‘, bzw. ,wirklich sein‘. Die, daraus abgeleitete, ontologische ‚Identität‘, — ,Koinzidenz‘ —, von ‚Wesen‘ und ‚Sein‘, <span style="color:#00B000">(Ziel aller Sehnsucht und jedes Erkenntnisstrebens)</span>, <span style="color:#FF6000">»''ist das Privilegium der Gottheit allein''«</span> ''':''' mit Gottfried Wilhelm LEIBNIZ interpretiert, entsprechend einer adäquaten, aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition. Dieses induktive, ‚ontologisch‘ a-posteriori Ergebnis aus der ‚Prinzipienforschung‘ des ARISTOTELES ist die metaphysische und logische Voraussetzung, dass GÖDEL seine Axiomatik im Kalkül des sog. ‚ontologischen Gottesbeweises‘ a-priori des ANSELM von Canterbury, und nach LEIBNIZ, deduktiv korrekt formulieren konnte; <span style="color:#00B000">(vgl. 3. Beweisgang)</span>. Angenommen, die Variable <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> steht für den <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, der Christen, <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, Term :01: im 2. Beweisgang)</span>, dann ist, — auf Grund von diesem Beweisgang —, in unserer Welt ,wahr‘ und evident ''':''' die ‚positive Eigenschaft‘ <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, und das faktische <span style="color:#FF6000">»''‚Da‘-Sein'' <span style="color:#00B000">[ Existenz ]</span> ''GOTTES''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ‚benennen‘, ontologisch ident, denselben Sachverhalt ''':''' nämlich das, was wir das <span style="color:#FF6000">»''Wesen'' <span style="color:#00B000">[ Essenz ]</span> ''GOTTES''«</span>, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, nennen. <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit'', bzw. ''GOTT-‚Sein‘ ist das Wesen GOTTES''«</span>, und dann umgedreht und äquivalent ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Wesen GOTTES ist sein ‚Da‘-Sein als GOTT'', bzw. ''seine Göttlichkeit''«</span>, m.a.W. ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist wesentlich ‚grundlos‘'' <span style="color:#00B000">[ d.h. </span> ''notwendig aus sich''<span style="color:#00B000"> ]</span> ''‚da‘''«</span>. Das ist das Einzigartige im <span style="color:#FF6000">»''Wesen GOTTES''«</span> ''':''' GOTT ist, zeitlos-ewig, für uns immer schon ‚da‘, und das ‚ist‘ sein <span style="color:#FF6000">»''Wesen''«</span>; vorausgesetzt, ,angenommen‘, man glaubt an GOTT ''':''' Term :01:. <span style="color:#00B000">(Der schon von GÖDEL indizierte Term <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ — </span> ,expliziert‘ nur eine der drei Lesearten, die der Term <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''‘ — „theologisch“</span> ,impliziert‘.)</span> Theorem-2 hat somit die syntaktische Form einer Definition ''':''' <div class="center"><span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span></div> Somit kann GOTT ‚explizit‘ <span style="color:#00B000">(aus einer bewiesenen Kalkül-Definition)</span> <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> genauer ‚bestimmt‘ werden ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist gerade deswegen GOTT, weil sein überzeitlich-ewiges und an sich ‚grundloses‘'' <span style="color:#00B000">[ aber für uns notwendiges ]</span> ''Dasein'' <span style="color:#00B000">[ Existenz ]</span> ''als GOTT, ontologisch, — dem Sein nach —, identisch ist mit seinem persönlichen und für uns liebevollen Wesen'' <span style="color:#00B000">[ Essenz ]</span> ''als GOTT; diese Identität von Dasein und Wesen gilt einzig und allein nur bei GOTT.''«</span> Die philosophische Frage nach dem <span style="color:#FF6000">„Wesen GOTTES“</span> lautet, <span style="color:#00B000">(auf die Person bezogen)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„Was bist du ? “</span> Sie ist äquivalent zur <span style="color:#4C58FF">,theologisch’</span>-biblischen Frage MOSES ''':''' <span style="color:#CC66FF">„Wer bist Du ? “</span> Die bekannte Antwort des GOTTES-JHWH aus ‚Exodus 3,14‘ thematisiert das persönliche, für uns liebevolle und für immer notwendige <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‘אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֑ה‚</big></span> <span style="color:#00B000">| ‚eh'jeh asher eh'jeh‘ |</span> <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin-Da‘'', <span style="color:#00B000">[ für euch und für immer ]</span>«.</span> Mit diesem Zitat aus der Bibel ist die GÖDEL-Axiomatik, sozusagen, <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> ‚verifiziert‘. Sie hat einerseits im Theorem-2 ihren philosophischen ‚Abschluss’ erreicht, und andererseits damit formal-syntaktisch den ‚Anschluss‘ an eine allgemeine Basis-Glaubensaussage gefunden, die ‚an sich‘ für jeden CHRIST-gläubigen Menschen ‚selbstverständlich‘ ist. Was in der Metaphysik des ARISTOTELES das Ergebnis einer philosophischen ,Induktion‘ a-posteriori ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„,Dasein‘ ist das ,Wesen‘ GOTTES“</span>, — <span style="color:#00B000">(das mit Theorem-2, auch ein Ergebnis der deduktiven GÖDEL-Axiomatik a-priori ist ''':''' die Beweisgrundlage für den Konsequenz-Teil im Theorem AMSELMS)</span>, — das ist in der Bibel die Grundüberzeugung jedes Menschen, der an GOTT glaubt ''':''' GOTT ist für uns immer schon <span style="color:#FF6000">„da“</span>, weil er uns liebt. Das ist das, <span style="color:#FF6000">„was“</span> GOTT für uns als GOTT ausmacht, — sein Wesen ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Wir haben die Liebe, die GOTT zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. GOTT ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in GOTT und GOTT bleibt in ihm.''«</span>, <small>({{Bibel | 1. Johannesbrief |4|16|EU}})</small> Das eigentliche Ergebnis der GÖDEL-Axiomatik ist somit die ‚triviale‘ Erkenntnis, dass GOTT, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „grundlos“</span>, für uns immer schon ‚da‘ ist, — <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span> —, vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(‚angenommen‘)</span>, man ‚glaubt‘ an den zeitlos-ewigen GOTT. <span style="color:#00B000">(Der Glaube an die Zeitlosigkeit GOTTES ist mit der ‚Annahme‘ von Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt''«</span>, und der ‚Annahme‘ der Definition-1 für <span style="color:#4C58FF"> ‚'''Gx'''‘ := </span> den <span style="color:#FF6000">„GOTT der Christen“</span>, im Kalkül ‚implizit‘ schon eingeführt, da die Axiome und Definitionen, — nach GÖDEL —, nur dann <span style="color:#FF6000">»''wahr''«</span> sind, wenn sie <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen''</span> [ Raum-Zeit-]<span style="color:#FF6000">''Struktur''«</span> unserer Welt sind. Das ,impliziert‘ auch, dass der GOTT von Axiom-3 und Definition-1 ebenfalls <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von Raum und Zeit, d.h. zeitlos-ewig ist '''!''' )</span> Wer an den GOTT der Bibel glaubt, kann sich von der ‚Vernünftigkeit‘ seines Glaubens mit Hilfe des sog. ,ontologischen‘ Gottesbeweises nach ANSELM von Canterbury, mit Kurt GÖDEL <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span>, überzeugen. <span style="color:#00B000">(Das war auch die Absicht ANSEMS '''!''' )</span> Die Annahme, es sei ‚unmöglich‘, dass es GOTT gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(dezidierter Atheismus)</span>, führt im GÖDEL-Kalkül formal zu einem logischen Widerspruch; vgl. z. B. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Gödels Möglichkeitsbeweis</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Der Gödelsche Gottesbeweis</big></span>''‘, Seite 17, von Günther J. WIRSCHING; (https://edoc.ku.de/id/eprint/10243/1/OntBw.pdf), d.h. es ist also nicht ‚unmöglich‘, dass es GOTT gibt. Der GOTT-Glaube ist mit den Maßstäben einer modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span> und darum ,vernünftig‘. Damit steht fest ''':''' das GÖDEL-Kalkül ist kein moderner ‚Existenz-Beweis‘ für den GOTT der Bibel, sondern es setzt, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span>, ,methodologisch‘, den Glauben an die Existenz eines ewigen GOTTES voraus, der, — <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur unserer '' <span style="color:#00B000">[ vergänglichen ]</span> ''Welt''«</span> —, für uns immer schon ‚da‘ ist. Wenn aber einmal als fix ‚angenommen‘ worden ist, <span style="color:#00B000">(als Prämisse)</span>, dass es wahr ist, dass GOTT ‚existiert‘, dann ist natürlich die ‚Annahme‘, dass GOTT ‚nicht existiert‘, falsch. Aber sie ist auch ,unlogisch‘ und ,unvernünftig‘, weil die Annahme ''':''' ,''Es ist unmöglich, dass es einen GOTT gibt''‘, offensichtlich und eindeutig zu einem Widerspruch führt; was z. B. Günther J. WIRSCHING mit seiner Version des <span style="color:#00B000">(nicht umkehrbaren)</span> ‚Möglichkeitsbeweises‘ für ,GOTT‘, explizit vorexerziert hat. <span style="color:#00B000">(Siehe Anhang ''':''' GÖDELS ‚Möglichkeitsbeweis‘ als ,Widerlegung‘ eines Nicht-GOTT-Glaubens; in Entsprechung zu Psalm 14,1 und Psalm 53,2 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Der'' <span style="color:#00B000">[ ,unvernünftige‘ ]</span> ''Tor sagt in seinem Herzen ''':''' Es gibt keinen Gott. Sie handeln verderbt, handeln abscheulich; da ist keiner, der Gutes tut''«</span>. Historischer Hintergrund zu diesem Psalm-Text ''':''' Die Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch die Truppen des NEBUKADNEZAR II.)</span> Der Logiker GÖDEL hat in seinem System zum ,ontologischen Beweis‘ keine ‚formale Unentscheidbarkeit‘ <span style="color:#00B000">(Agnostizismus)</span> feststellen können, wie auf einem anderen Feld seiner Forschungsarbeiten. Das GÖDEL-Konsequenz-Teil von der ‚Notwendigkeit‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(die ‚Konsequenz’ aus dem ‚widerspruchsfreien‘ Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —,</span>)</span> im ‚Theorem ANSELMS‘, ist <span style="color:#00B000">(im 3. Beweisgang, Term :10:)</span> dann auch eine weitere Explikation des Basis-Theorems-2 des Kalküls ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, über die ‚ontologische Identität‘ vom <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, mit seinem <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> —</span>, dargestellt mit Term :9:. <span style="color:#00B000">(Die ontologische Identitat von Dasein und Wesen in GOTT, ist die, für uns, <span style="color:#FF6000">„notwendige Präsenz <span style="color:#00B000">[ das Sein, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>]</span> GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, die äquivalent, bzw. koinzident ist zur <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit <span style="color:#00B000">[ das Wesen, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>]</span> GOTTES “</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>. Diese Identität von Sein und Wesen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub> —</span>, bedeutet <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> konkret ''':''' die, für uns, notwendige Gegenwärtigkeit GOTTES, [ sein Dasein ], ist verwirklicht worden in der liebevollen [ Wesens-]Zuwendung GOTTES zu uns Menschen, in seiner Kindwerdung in Bethlehem, durch die Jungfrau MARIA ''':''' GOTTES Wesen ist ,Sein-mit-uns‘ ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''sein Name'', <span style="color:#00B000">[ sein Wesen ]</span>, ''ist IMMANUEL, das heiß übersetzt ''':''' GOTT-mit-uns''«, <small>({{Bibel | Matthäus Evangelium |1|23|EU}})</small></span>, der unsere Not-,wenden‘-wird, d.h. der uns und die Welt von der Korruption der Sünde und des Todes <span style="color:#4C58FF">,erlösen‘</span> will und wird.)</span> Die, von GÖDEL im 1. Beweisgang, als Prämissen schon vorausgesetzten und ,angenommenen‘ Perfektionen, bzw. Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(das sind die allgemeinen ,Transzendentalia‘ für alles Nicht-Göttliche in der Welt)</span>, werden im ersten Teil des 2. Beweisganges, mit Term :13: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>, dann auch als <span style="color:#FF6000">„positive Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#00B000">(als die ultimativen ,Transzendentalia‘)</span>, in GOTT ‚definitiv‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> bestätigt; <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, 2. Beweisgang, Anmerkung-2)</span>. Im 3. Beweisgang ist das Basis-Theorem-2 die ,modal‘ notwendige, bzw. transzendentale, Voraussetzung, sowohl für das <span style="color:#FF6000">„an sich notwendige Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, im Term :10:, als auch für die <span style="color:#FF6000">„für uns notwendige Existenz GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, sowohl in der Definition-3, als auch im Axiom-5; <span style="color:#00B000">(das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span> wird nur GOTT zugeordnet; vgl. auch Anhang, 3. Beweisgang, Anmerkung-4)</span>. Dieses Basis-Theorem-2 ist auch zugleich die Antwort auf die Frage nach dem ‚Ursprung‘ GOTTES ''':''' GOTT ist <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „ursprungslos“</span> ‚da‘, von <span style="color:#CC66FF">„Ewigkeit zu Ewigkeit“</span>, denn es ‚ist‘ sein <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, <span style="color:#00B000">(überzeitlich-ewig)</span> für uns immer schon ‚da‘ zu sein. Weitere ‚Einzelheiten‘ über Wesen und Eigenschaften GOTTES gehören in die Mystik, bzw. in die <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span>. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Bedeutung des Kalküls</span></div>=== <div class="center">Immanuel KANT und Kurt GÖDEL im ‚Dialog‘</div> KANT sagt ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>'''''Sein''' ist offenbar kein reales Prädikat''. ... ''Es ist bloß die'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Position'' <span style="color:#00B000">[ latinisiert, deutsch für ''':''' ,Setzung‘ ]</span> ''eines Dinges ... Nehme ich nun das Subjekt (Gott) mit allen seinen Prädikaten'' <span style="color:#00B000">[ d.h. Eigenschaften ]</span> ''(worunter auch die Allmacht gehört) zusammen, und sage ''':''' ‚'''Gott ist'''‘'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT existiert wirklich‘ ]</span>, ''oder ‚es ist ein Gott‘, so <u>setze</u> ich kein neues Prädikat'' <span style="color:#00B000">[ keine neue Eigenschaft ]</span> ''zum ‚Begriffe‘ von Gott ''':''''' <span style="color:#00B000">[ <span style="color:#0000FF; background-color:#FFFF00">‚Sein’ ist kein ‚reales Prädikat’ in GOTT</span>; ‚Existenz‘ ist in GOTT keine ‚Eigenschaft‘ ],</span> ... ''es kann daher zu dem Begriffe'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘ ]</span>, ''der bloß die'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Möglichkeit ausdrückt, darum, dass ich dessen Gegenstand'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck ''':''' er ist'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ist wirklich ]</span>'' ) <u>denke</u>, nichts weiter hinzukommen.'' <span style="color:#00B000">[ Beides ist ,bloß gedacht‘ '''!''' ]</span> ''Und so enthält das Wirkliche nichts mehr als das bloß Mögliche. Hundert ‚wirkliche‘ Taler enthalten nicht das mindeste <u>mehr</u>, als hundert ‚mögliche‘. Denn, da diese den'' <span style="color:#00B000">[ gedachten ]</span>'' ‚Begriff‘, jene aber den Gegenstand und dessen'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Position an sich selbst bedeuten, so würde, im Fall dieser'', <span style="color:#00B000">[ die 100, als ,wirklich‘ bloß gedachten Taler ]</span>, ''<u>mehr</u> enthielte als jener,'' <span style="color:#00B000">[ als ihr ‚gedachter‘ Begriff im Verstand, wie ΑNSELM von Canterbury für GOTT, als ‚wirklich‘ Existierenden, argumentierte, …''so würde'' ]</span> ''mein ‚Begriff‘'' <span style="color:#00B000">[ die 100 im Verstand ‚gedachten‘ Taler ]</span> ''nicht den ganzen Gegenstand ausdrücken, und also auch <u>nicht der angemessene Begriff</u> von ihm sein. Aber in meinem Vermögenszustande ist <u>mehr</u> bei hundert ‚wirklichen‘ Talern, als bei dem bloßen Begriffe derselben'', <span style="color:#00B000">[ als bei 100 bloß ‚gedachten‘ Talern ]</span> ... <span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000"><ref>‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 401; https://www.korpora.org/kant/aa03/401.html</ref></span>. GÖDEL würde darauf <span style="color:#00B000">(korrespondierend zur aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition von der Identität von Sein und Wesen in GOTT)</span> antworten ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>Die <span style="color:#FF6000">„100 Taler“</span> sind der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der'' <span style="color:#00B000">[ vergänglichen ]</span> ''Welt''«</span> entnommen, und sind daher nicht mit GOTT vergleichbar, der, <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer Welt, <span style="color:#FF6000">„über“</span> dieser Welt steht. Einzig und allein nur von GOTT gilt ''':''' Der mit Dingen aus unserer Welt ,nicht vergleichbare‘ GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">„existiert notwendig für uns“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, und <span style="color:#FF6000">„notwendiges Existieren, <u>Sein</u>“</span> ,ist‘ eine <span style="color:#FF6000">„positive <u>Wesen</u>seigenschaft“</span> in GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, weil GOTT aus sich <span style="color:#FF6000">„vollkommen“ <span style="color:#00B000">|</span> „perfekt“</span> ist, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#0000FF; background-color:#FFFF00">‚Sein‘ ist in GOTT ein ‚reales Prädikat‘</span>; <span style="color:#00B000">(notwendige ‚Existenz’ ist eine positive ‚Wesenseigenschaft’ in GOTT)</span>, und nur bei GOTT '''!''' Zum zeitlos-ewigen GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(als methodologische Prämisse)</span>, kann man sagen ''':''' Weil es, wegen Axiom-1 und Axiom-2, <span style="color:#FF6000">„widerspruchsfrei möglich"</span> ist, dass es ihn gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, darum ist dieser GOTT auch das ‚einzige‘ <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span>, das <span style="color:#FF6000">„notwendig aus sich“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, d.h. <span style="color:#FF6000">„grundlos“ <span style="color:#00B000">|</span> „unverursacht“</span> für uns immer schon ‚da’ ist und immer ,da’ sein wird; und zusätzlich gilt ''':''' Es gibt für jede mögliche Welt ‚nur‘ diesen einen GOTT ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx ∧ □∀y(Gy→x=y)'''‘ — </span><span style="color:#00B000">(Monotheïsmus)</span>; vorausgesetzt, man geht von der ,Existenz’ dieses GOTTES aus, wobei diese Annahme <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span> ist.<span style="color:#FF6000">«</span> Eine Beobachtung ''':''' KANT sagt, gleichsam als ,krönender‘ Abschluss seiner Widerlegung des, — von ihm so genannten —, ,ontologischen Gottesbeweises‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''Aber in meinem Vermögenszustande ist <u>mehr</u> bei hundert ‚wirklichen‘ Talern, als bei dem bloßen Begriffe derselben, (d.i. ihrer Möglichkeit).''<span style="color:#FF6000">«</span> Diese Feststellung KANTS entspricht jedoch genau der Argumentation ANSELMS ''':''' GOTT <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse et in re</big></span>“</span>, d.h. GOTT ,existiert auch in Wirklichkeit‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>quod maius est</big></span>“</span>, was <u>mehr</u> ist, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse solo in intellectu</big></span>“</span>, als nur ein bloßer Begriff ,im Verstand zu sein‘. Der ,Mehr-Wert‘ ergibt sich in beiden Fällen, sowohl bei den Talern als auch bei GOTT, aus der ,Wirklichkeit‘ ihrer Existenz, im Gegensatz zur bloßen, <span style="color:#00B000">(im Begriff gedachten)</span>, ,Möglichkeit‘ ihrer Existenz, so dass, in jedem Fall, der ,Begriff‘ im Verstand ohne Abstriche <span style="color:#FF6000">»</span>''den ganzen Gegenstand ausdrückt''<span style="color:#FF6000">«</span>, und von diesem auch <span style="color:#FF6000">»</span>''der angemessene Begriff''<span style="color:#FF6000">«</span> ist. Alles andere wäre eine ,Lüge‘. Mit dieser ,Beobachtung‘ ist das implizit ,Widersprüchliche‘ in KANTS Argumentation aufgedeckt ''':''' Das Wirkliche in KANTS Vermögenszustande enthält <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> als das bloß Mögliche, konträr zu seiner vorigen Behauptung ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''das Wirkliche''<span style="color:#FF6000">«</span> enthalte <span style="color:#FF6000">»'',nichts mehr‘</span> als das bloß Mögliche''<span style="color:#FF6000">«</span>. Diese Behauptung ist offensichtlich falsch. Das ist somit ein indirekter Beweis und damit eine Bestätigung für die analoge Argumentation ANSELMS aus dem Wiederspruch des Gegenteils, am Beispiel KANTS <span style="color:#FF6000">»</span>''Vermögenzustandes bei hundert wirklichen Talern''<span style="color:#FF6000">«</span>, in dem in Wirklichkeit <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> ist, <span style="color:#FF6000">»</span>''als bei dem bloßen Begriffe derselben''<span style="color:#FF6000">«</span>. <span style="color:#00B000">(Diese ,Beobachtung‘ ist zugleich auch das entscheidende Indiz dafür, dass das systembedingte Konzept KANTS von der ,Existenz‘, bzw. vom ,Sein‘ eines jeden Gegenstandes, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen bloße Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">d.i. als seine ,Setzung‘ bloß im- und durch den Verstand ,falsch‘ ist, — d.h. im Klartext ''':''' für KANT ist das ,Sein‘ eines Gegenstandes bloß ein ,Gedanke‘ in uns, wenn er meint, dass uns ein Gegenstand erst dann wirklich ,gegeben‘ sei, wenn wir uns den</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Gegenstand als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck : <u>er ist</u>) <u>denken</u>''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">was nur seiner System-Konzeption geschuldet sein kann. Auf Grund dieser Konzeption ist das</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Ding, wie es an sich selbst ist''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">für KANT systembedingt weder ,anschaubar‘, noch ,erkennbar‘. Diese falsche Konzeption über die ,Existenz‘, bzw. das ,Sein‘ eines Dinges, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen bloße Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">ist für KANT letztendlich auch die Beweisgrundlage und Voraussetzung für seine Ablehnung des ontologischen Argumentes für GOTT. Wenn das ,wirkliche‘ Sein eines Dinges nichts anderes ist, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen'' <span style="color:#00B000">[ bloß gedachte ]</span> ''Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">d.h. als seine ,mögliche‘ Setzung bloß im- und durch den Verstand, das ist das, als ,wirklich‘ bloß nur gedachte, Ding, dann</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''enthält''<span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">natürlich</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''das Wirkliche''<span style="color:#00B000">, [ als die bloß gedachte Existenz ],</span> ''nichts mehr als das bloß Mögliche''<span style="color:#00B000">, [ als der gedachte Begriff ]<span style="color:#FF6000">«</span>, was offensichtlich unhaltbar ist. <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] </span> ''':''' Wenn die Konsequenz einer Wenn-Dann-Folgerung ,falsch‘ ist, dann ist auch ihre Voraussetzung, das System-Konzept KANTS, ,falsch‘ ''':''' d.i. seine ,Kopernikanische Wende‘ für die Metaphysik, soweit sie sein ,Sein’-Konzept betrifft. Korrekt und ,wahr‘ ist in jedem Fall ''':''' Das Wirkliche enthält <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> als das bloß Mögliche, und die Dinge ,existieren‘ schon immer unabhängig von unserem Denken. ,Existenz‘, das ,Sein‘, ist <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span>, als bloß ein ,Gedanke‘ von uns.)</span> Somit ist die Argumentation KANTS gegen den ontologischen Beweis ANSELMS für GOTT ,falsch‘ und unhaltbar, weil sie auf der ,falschen‘ Voraussetzung beruht ''':''' die ,Existenz‘, bzw. das ,Sein‘ eines jeden ,Gegenstandes‘, — wie z. B. auch die Existenz bei GOTT —, sei bloß dessen gedachte ,Position‘ an sich selbst, d.h. bloß seine ,Setzung‘ im- und durch den Verstand. Damit ,macht‘ er GOTT außerdem zu einem ,Ding‘ unter den vielen ,Dingen‘ dieser Welt, und verkennt so, — wie vor ihm THOMAS von Aquin —, auch die Einzigartigkeit und Exklusivität GOTTES im Theorem ANSELMS. <div class="center">Die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> in der philosophischen Tradition</div> Wenn man die philosophische Tradition der <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> im Lichte der Ergebnisse der axiomatischen <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> GÖDELS liest, dann stellt sie sich am Beispiel bei ARISTOTELES, — AVICENNA, — ANSELM, und bei GÖDEL wie folgt dar ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Erstbewegende,'' (<span style="font-family: Times;"><big>,πρῶτον κινοῦν‘</big></span>), ''das, ohne selbst ‚bewegt‘ zu sein'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀκίνητον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''unverursacht, ,entstehungslos‘'' |</span> ), ''alles Übrige wie ein Geliebtes ‚bewegt‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,κινεῖ δὴ ὡς ἐρώμενον‘</big></span> <span style="color:#00B000"> | ''-verursacht, ,entstehen‘ lässt'' |</span> ), ''ist sowohl'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewiges ‚Wesen‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀΐδιον καί οὐσία‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''‚Substanz‘'' |</span> ), ''als auch'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewiges ‚wirksames, verwirklichendes Sein‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>‚ἀΐδιον καί ἐνέργεια οὖσα‘ = ‚actus purus‘</big></span><span style="color:#00B000"> | '',reine Tätigkeit‘'' |</span> ), … ''ersehnt'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ὀρεκτόν‘</big></span>), ''und erkennbar'', (<span style="font-family: Times;"><big>,νοητόν‘</big></span>), ... ''denn dies ist der ‚Gott‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,τοῦτο γὰρ ὁ θεός‘</big></span>), <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, ''der'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''Ewige'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀΐδιον‘</big></span>), — ''der Unvergleichliche'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἄριστον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''‚der Beste‘'' |</span> ), — ''der Lebendige'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ζῷον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ,''das Leben selbst‘'' |</span> ), — ... ''so sagen wir ja'', (<span style="font-family: Times;"><big>,φαμὲν δὴ‘</big></span>), — ...«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ARISTOTELES — Grieche)</span>. Der ‚Begriff’ <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, als ,Individuumname‘, ist synonym mit <span style="color:#FF6000">„göttliches ‚Da-Sein’“</span>, das sowohl <span style="color:#FF6000">„aus sich vollkommen“</span>, als auch <span style="color:#FF6000">„notwendig für uns“</span> ‚da‘ ist; <span style="color:#00B000">(das ist das, an sich, vollkommene ‚Was-Sein‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ — </span>, das zugleich, für uns, das notwendige ‚Da-Sein‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘</span> — ist)</span>; <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span>. Das ist der <u>angemessene Begriff</u> von GOTT, und gilt ‚nur‘ von GOTT. Weil GOTT <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span> ist, ist <span style="color:#FF6000">„Da-Sein“ <span style="color:#00B000">|</span> „GOTT-Sein“ <span style="color:#00B000">|</span> „Göttlichkeit“</span> das <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span>. Im Unendlichen, GOTT, sind <span style="color:#FF6000">„Essenz“</span> und <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> koinzident ,eins‘, und daher untrennbar, und <span style="color:#FF6000">»''darum ist GOTT das einzige ‚Sein’, das notwendig an sich ‚da‘ ist''«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ABU ALI SINA alias AVICENNA — Muslim)</span>. Der <span style="color:#00B000">(gedachte)</span> ‚Eigenschafts-Begriff‘ <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit (die Größe) GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(‚Perfektion‘, die Summe aller ‚positiven Eigenschaften‘ in GOTT)</span> schließt koinzident die ‚Eigenschaft’ <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz für uns“</span> mit ein ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. GOTT wäre nicht <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span>, wenn er nicht auch real für uns ‚da‘ wäre, wenn er nicht ,immer schon’ <span style="color:#FF6000">„existierte“</span>. ‚Sein’ ist <u>mehr</u> als ‚Nicht-Sein’. ,Sein’, bzw. ,Existenz’ gehört zu den ,Transzendentalia’ in GOTT. Das sind die <span style="color:#00B000">(ultimativen)</span> ,Wesenseigenschaften’ in GOTT. Der unendliche GOTT ist daher das <span style="color:#FF6000">»''vollkommenste Wesen, über das nichts ,Größeres‘ d.h. Vollkommeneres <u>mehr</u> ‚gedacht‘ werden kann''«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ANSELM von Canterbury — Christ)</span>. Der ‚Begriff’ <span style="color:#FF6000">„Perfektion GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, schließt koinzident das <span style="color:#FF6000">„notwendige Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘</span> —, für uns mit ein, ohne einen zeitlichen Anfang und ohne ein zeitliches Ende. Das ist die ‚zeitlos-ewige‘, an sich absolute, und <span style="color:#FF6000">„für uns notwendige Existenz GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Das ist ein ,regulär‘-mögliches Korollar im 2. Beweisgang aus Term :16: ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gy→Yy'''‘ —</span>, mit der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(Y:=E<sub>not</sub>) ]</span>, und der <span style="color:#4C58FF">[ FUB(y:=x) ]</span>; und auch ein ,regulär‘-mögliches Korollar im 3. Beweisgang ''':''' entsprechend der <span style="color:#FF6000">„logischen Implikation”</span> :: <span style="color:#4C58FF">[├ A ├ B ╞ A → B ]</span> von Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ — </span> und Term :05: <span style="color:#4C58FF"> —‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> aus diesem Beweisgang. In Worten ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''Angenommen, '' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> ''steht für den GOTT der Christen'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span>, ''dann existiert dieser GOTT'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span>, ''für uns notwendig'', <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span> <span style="color:#FF6000">«</span>.)</span> Der Unendliche, GOTT, ist <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer ‚vergänglichen‘, ,endlichen‘ Welt, welche prinzipiell vom dreidimensionalen Raum und von der unwiederbringlich ‚vergehenden‘ Zeit geprägt ist. Der ,GOTT der Christen‘ ist <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von dieser <span style="color:#FF6600">„vergehenden Raum-Zeit“, — »''jenes rätselhafte und anscheinend in sich widersprüchliche Etwas''« <span style="color:#00B000">(GÖDEL)<ref>Kurt GÖDEL, ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Eine Bemerkung über die Beziehungen zwischen der Relativitätstheorie und der idealistischen Philosophie‘</big></span>'', in P.A.SCHILPP (Hg.): ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Albert Einstein, Philosoph und Naturforscher‘</big></span>'', Seite 406</ref></span> —</span>. Ohne ‚Zeit‘ gibt es keinen zeitlichen Unterschied zwischen ‚Ursache‘ und ‚Wirkung‘, <span style="color:#00B000">(beides ist zeitlos ,eins‘)</span>, und so ist der zeitlos-ewige GOTT, der <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich ,existiert‘'' «</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ — </span>, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „ursprungslos“</span> für uns immer schon ‚da‘ ''':''' <span style="color:#00B000">(GÖDEL — ohne religiöses Bekenntnis)</span> Mit dem GÖDEL-Kalkül ist die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> auf eine ‚vernünftige Basis‘ gestellt worden, und ist somit für jeden Menschen nachvollziehbar, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>, wie obige Beispiele zeigen. '''Resümee :''' Das GÖDEL-Kalkül zeigt mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, was notwendig folgt, wenn die Axiome ‚wahr‘ sind, <span style="color:#00B000">(die Axiome bilden formal-syntaktisch <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span> ab)</span>, unter der Voraussetzung, dass die Axiome <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>'' Struktur''«</span> unserer Welt sind. Die ,Verifikation‘ der Axiome und Definitionen von GOTT und seiner Vollkommenheiten gelingt GÖDEL, — entsprechend seiner Unabhängigkeits-Bedingung —, durch den Aufweis ihrer Widerspruchsfreiheit ''':''' sie sind somit ,wahr‘ und, — im Kontext einer <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> —, auch ,annehmbar‘ in unserer ,realen‘ Welt ''':''' <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, 2. Beweisgang und Anmerkung-2)</span>. Er vermeidet damit den Fehler, der immer wieder im Diskurs über Gottesbeweise gemacht wird ''':''' GOTT mit seinen Geschöpfen zu vergleichen. Diese logisch-philosophische Rede von GOTT <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">»''ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen''«</span>)</span> hat eine <u>mehr</u> als zweitausendjährige Tradition hinter sich. Der <span style="color:#FF6000">„100-Taler-Gott“</span> des Philosophen KANT, hat heute, nachdem der Logiker und Systemtheoretiker GÖDEL sein System vorgelegt hat, an ‚Strahlkraft‘ verloren. Kurt GÖDEL ''':''' ::<span style="color:#FF6000">» ''Die theologische Weltanschauung'', <span style="color:#00B000">[ dass GOTT für uns immer schon ‚da‘ ist ]</span>, ''ist rein verstandesmäßig mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar'';«</span> <span style="color:#00B000">[ d.h. sie ist das ,Resultat‘ der, — vom Glauben geleiteten —, ‚theoretischen Vernunft‘, alias ‚reinen Vernunft‘, und nicht bloß das ‚Postulat‘ einer ‚praktischen Vernunft‘, wie KANT meint ]. <span style="color:#FF6000">»''Der'' <span style="color:#00B000">[ christliche ]</span> ''Glaube ist die ‚Pupille‘ im ‚Auge‘ unseres Verstandes.''«</span> (Heilige KATHARINA von Siena, Lehrerin der Kirche, Patronin Europas<ref>vgl. <span style="font-family: Times;"><big>''Gebet 7 ‚Für die neuen Kardinäle‘, Rom, 21. Dezember 1378,''</big></span> aus <span style="font-family: Times;"><big>''Caterina von Siena ,Die Gebete‘.''</big></span> Kleinhain 2019, online: https://caterina.at/werke/gebete/gebete-detailansicht/gebet-7.html</ref> )</span> Der sonst so rationale KANT, hier doch etwas emotionell, <span style="color:#00B000">(als wolle er die Ergebnisse im GÖDEL-Kalkül nicht wahr haben, die belegen, dass er sich bei GOTT geirrt, und die Funktion des christlichen Glaubens für die Philosophie falsch eingeschätzt hat)</span> ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span> ''Es war etwas ganz Unnatürliches und eine bloße Neuerung des Schulwitzes, aus einer ganz willkürlich entworfenen Idee das Dasein des ihr entsprechenden Gegenstandes selbst ausklauben zu wollen''<ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 403. https://www.korpora.org/kant/aa03/403.html</ref>.<span style="color:#FF6000">«</span> Für KANT, für die Scholastiker, <span style="color:#00B000">(und auch für uns)</span>, ist es natürlich ‚logisch‘, dass aus einem als ‚möglich’ gedachten Begriff, <span style="color:#FF6000">»</span>''aus einer ganz willkürlich entworfenen Idee''<span style="color:#FF6000">«</span>, keine Existenzaussage abgeleitet werden kann. <span style="color:#00B000">(Aus dem bloß gedachten Begriff ,goldene Berge‘ folgt natürlich nicht, dass es solche in Wirklichkeit auch gibt.)</span> In der philosophischen Tradition, die von ARISTOTELES herkommt, ist der Begriff <span style="color:#FF6000">»''GOTT''«</span> jedoch von allen anderen Begriffen so verschieden, so dass für GOTT diese Logik KANTS nicht mehr gilt. GOTT ist ,unvergleichlich‘ und ,einzigartig‘. Dazu der Kommentar von HEGEL ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Wenn KANT sagt, man könne aus dem Begriff'' <span style="color:#00B000">[ ‚GOTT‘ ]</span> ''die Realität nicht ,herausklauben‘, so ist da der Begriff als endlich gefasst''.« <span style="color:#00B000">[ In der Endlichkeit unserer Welt trifft die Logik KANTS zu, dass dem ‚Begriff‘ nicht ,notwendig‘ das ‚Sein‘ folgt, denn es gibt in ihr die ,Lüge‘, die das ,Wirklich-Sein‘ im Begriff bloß behauptet, ohne dass es ,in Wirklichkeit‘ zutrifft, was sie behauptet. Es gilt hier nach KANT ''':''' »''Sein ist kein reales Prädikat''«. Somit ist ]</span> »''...der Begriff ohne'' <span style="color:#00B000">[ reales ]</span> ''Sein ein Einseitiges und Unwahres, und ebenso das Sein, in dem kein Begriff ist'', <span style="color:#00B000">[ ist ]</span> ''das begrifflose Sein,'' <span style="color:#00B000">[ d.i. das relative ,Noch-Nicht-Begriffene‘ ]</span>.'' Dieser Gegensatz, der in die Endlichkeit fällt'' <span style="color:#00B000">[ im Endlichen zutrifft ]</span>, ''kann bei dem Unendlichen, GOTT, gar nicht statthaben''<ref>Georg Wilhelm Friedrich HEGEL, ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Ausführungen des ontologischen Beweises''</big></span>‘ in den ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Vorlesungen über die Philosophie der Religion vom Jahr 1831''</big></span>‘ . Hamburg 1966, Seiten 175 bzw. 174</ref>; <span style="color:#00B000">[ denn ,Begriff‘ und ,Sein‘ sind in dem Unendlichen, GOTT, untrennbar und real immer dasselbe. Auf Grund dieser ontologischen Identität ,personifiziert‘ und ,repräsentiert‘ GOTT die ,Wahrheit‘ ''':''' GOTT ist die ,Wahrheit‘. In GOTT, dem <span style="color:#FF6000">„Schöpfer der Welt“</span>, folgt dem ,Begriff‘ immer ,notwendig‘ das ,Sein‘ ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''GOTT sprach ''':''' Es werde ,Licht‘. Und es wurde Licht''«, <small>{{Bibel | Genesis |1|3|EU}}</small>;</span> oder auch ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Der Herr sprach, und sogleich geschah es; er gebot, und alles war da''«,</span> <small>{{Bibel | Psalm |33|9|EU}}</small>.]</span>«</span> Das Entscheidende bei der <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation des GÖDEL-Kalküls ist, dass der <span style="color:#00B000">(Begriff)</span> GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, nicht auf die Ebene seiner ,endlichen‘ Geschöpfe und unserer Welt gestellt wird, <span style="color:#00B000">(d.i. das ‚Universum‘ im ,Urknall‘, die ‚100-Taler‘, ein ‚Tsunami‘, auch ,einfache Modelle‘ von unserer Welt, etc.)</span>, und damit verglichen wird, sondern, dass der GOTT der Christen in seiner Einzigartigkeit und Besonderheit als <span style="color:#FF6000">»''der Unendliche''«</span> belassen und als <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer vergänglichen Welt, — als <span style="color:#FF6000">»''der Unvergleichliche''«</span> —, verstanden wird. <span style="color:#00B000">(Alle Kritiken des sog. ,ontologischen‘ Gottesbeweises übersehen die Einzigartigkeit und Besonderheit des <span style="color:#FF6000">»''Unendlichen''«</span>, und/oder wollen diese nicht ,wahr‘ haben.)</span> Auch THOMAS von Aquin ,verortet‘ den GOTT ANSELMS, — in seiner Kritik an dessen Theorem —, irrtümlich unter die ,Dinge‘ der uns umgebenden ,Natur‘, wenn er sagt ''':''' GOTT <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse in rerum natura</big></span>“</span>, d.h. wörtlich, dass GOTT ,in der Natur der Dinge <span style="color:#00B000">(unserer Welt)</span> existiert‘, und verkennt somit, — wie nach ihm auch KANT —, die ,Unvergleichlichkeit‘ GOTTES, <span style="color:#00B000">(vgl. STh I q.2 a.1 ad 2<ref>„Deus … illud quo maius cogitari non potest; non tamen propter hoc sequitur quod intelligat id quod significatur per nomen, esse in rerum natura; sed in apprehensione intellectus tantum.“ ——— »''GOTT ist'' (nach ANSELM) ''der, über den Größeres nicht mehr gedacht werden kann. Aber nicht deswegen, weil er'', (der Narr von Psalm 14.1, den ANSELM zitiert), ''das versteht, was durch diesen Namen,'' (bzw. mit dem Begriff ,GOTT‘ im Theorem ANSELMS), ''bezeichnet wird, folgt daraus'', (wie ANSELM meint), ''dass er auch versteht, dass er'', (dieser GOTT), ''auch in der ,Natur‘ der Dinge'' (unserer Welt) ''existiert''; <span style="color:#00B000">[ was ANSELM so nie gesagt hat ]</span>. ''Daraus folgt nur, dass er'', (als ,GOTT‘), ''bloß in der Auffassung seines Verstandes'', (d.h. nur im Denken des Narren als ,Begriff‘), ''existiert.''« ——— Hier ,verortet‘ THOMAS einerseits den unendlichen GOTT, von dem das Theorem ANSELMS spricht, irrtümlich unter die endlichen Dinge der uns umgebenden ,Natur‘, was sachlich dem theologischen Theorem der Unvergleichlichkeit GOTTES widerspricht, der nicht unter die Dinge unserer Welt eingereiht werden darf. Anderseits verliert er dadurch auch den ,Blick‘ für die Außerordentlichkeit und Besonderheit GOTTES, dessen Natur völlig verschieden und unabhängig von der ,Natur‘ unserer raum-zeitlichen Welt ist. GÖDEL beweist jedoch, mit ANSELM, weil es notwendig, ohne Widerspruch, (»''bloß in der Auffassung unseres Verstandes''«), möglich ist, dass GOTT existiert, ist es korrekt, daraus auch mit Notwendigkeit zu folgern, dass der Glaube des Erzbischofs ANSELM, und der Glaube seiner Anvertrauten, von der Wirklichkeit GOTTES, logisch richtig und sinnvoll ist; denn Möglichkeit und Wirklichkeit sind in GOTT koinzident ,eins‘. Das ist das Privilegium GOTTES allein, der einzigartig und unvergleichlich ist. Damit zeigt er auf, dass THOMAS die Unvergleichlichkeit und Einzigartigkeit GOTTES in seinem Vorhalt nicht bedacht hat; und außerdem ANSELM missverstanden hat.</ref>)</span>; jedenfalls hier in der Auseinandersetzung mit ANSELM. Dagegen spricht ANSELM im ,''<span style="font-family: Times;"><big>Proslogion</big></span>''‘, Seite 85f, nur von einem <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse et in re</big></span>“</span> GOTTES, d.h. dass GOTT ,auch in Wirklichkeit existiert‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>quod maius est</big></span>“</span>, was ,größer‘, bzw. ,mehr‘ ist, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse solo in intellectu</big></span>“</span>, als nur ,im Verstand zu sein‘; wobei die ,zeitlose-überzeitliche‘ Wirklichkeit <span style="color:#00B000">(Natur)</span> GOTTES jedoch völlig verschieden und <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen''«</span> Wirklichkeit <span style="color:#00B000">(die ,Natur‘)</span> der ,raum-zeitlichen‘ Welt der Dinge ist. Daher ist sie mit dieser auch nicht vergleichbar. GOTT ist <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span> und alle <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> in GOTT, <span style="color:#00B000">(die ultimativen ,Transzendentalia‘)</span>, sind koinzident ,eins‘, — ,fallen <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> in eins zusammen‘, und sind daher konvertierbar. Darum ist auch die Wirklichkeit GOTTES ,einzigartig‘ und ,unvergleichlich‘. Mit Korollar-3 ist die Exklusivität und Außerordentlichkeit GOTTES definitiv im Kalkül ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>. Der abendländische Monotheïsmus ist somit eine ,logische‘ Konsequenz aus den GÖDEL-Axiomen. <span style="color:#00B000">(Das <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Theorem von der ,Einzigartigkeit‘ und Exklusivität GOTTES, d.h. die exklusive Einheit von Essenz und Existenz, von Begriff und Sein, von Ursache und Wirkung, von Subjekt und Objekt, von Möglichkeit und Wirklichkeit, und aller Transzendentalien, ist, — nach HEGEL —, die Voraussetzung und Bedingung jeder Philosophie ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Die Einheit muss am Anfang der Philosophie stehen''«</span>; und ist zugleich auch ihr gesuchtes und bewiesenes Endergebnis und Ziel ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Diese Einheit muss auch das Resultat der Philosophie sein''«</span><ref>https://hegel-system.de/de/gottesbeweis.htm#hegels-kritik-an-kant</ref>, was hier im GÖDEL-Kalkül ,logisch‘ mit Korollar-3 verifiziert wird ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□(∃xGx ∧ ∀y(Gy→x=y))'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist exklusiv einzigartig''«</span>.)</span> Die Einzigartigkeit GOTTES bedingt die Koinzidenz, den inneren Zusammenhang aller seiner Vollkommenheiten und Zuschreibungen, <span style="color:#00B000">(Axiom-2)</span>, d.h. ihr paarweise, perspektivisches ,Zusammenfallen in eins‘ im Unendlichen, GOTT. Aus der Notwendigkeit aller positiven Eigenschaften und Zuschreibungen, <span style="color:#00B000">(d.h. aus den ultimativen Transzendentalien, Axiom-4)</span>, die in GOTT paarweise, koinzident ,eins‘ sind, <span style="color:#00B000">(Axiom-2)</span>, ist die Einzigkeit GOTTES für uns erschließbar, <span style="color:#00B000">(Korollar-3)</span>. Axiom-4 ist die erste, ,modal‘ <span style="color:#FF6000">„notwendige“</span>, d.h. die transzendentale Voraussetzung für Korollar-3. Wenn im Korollar-3 das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> z. B. für GOTT, dem ,Vater‘ der Christen, und das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''y'''‘ —</span> für GOTT, dem ,Sohn‘, d.h. für ,JESUS CHRISTUS‘ steht, bzw. für den ,HEILIGEN GEIST‘, <span style="color:#00B000">(den ,Dreifaltigen GOTT‘ der Christenheit)</span>; oder auch für die Gottesbezeichnung ,GOTT-ADONAI‘ der Juden, oder für die Gottesbezeichnung ,ALLAH‘ der Muslime steht, dann weist dieses Korollar, für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''∀y'''‘ —</span>, mit der ,ontologischen Identität‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x=y'''‘ —</span>, auf die ,Koinzidenz‘ des ,Dreifaltigen‘, bzw. auch auf den inneren Zusammenhang dieser Religionen hin. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Anhang : das GÖDEL-Kalkül</span></div>=== In der ,Legende zum GÖDEL-Kalkül‘ wird an einige Basics erinnert, und diese für die operative Praxis im anstehenden Kalkül adaptiert. {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">Legende zum GÖDEL-Kalkül</span></div> |- | <small> <math>\begin{align} \text{ ◇ :: konsistent ↔ widerspruchsfrei ↔ möglich ↔ denkbar, } & \text{ □ :: notwendig ↔ wirklich, für jede mögliche Welt ↔ exklusiv} \\ \text{logischer Meta-Term :: [ A ├ B ] ::} & \text{ „aus A folgt im Kalkül ,regulär‘ (├ ) B.“} \\ \text{ A, B sind Aussagen über Eigenschaften, (A ist keine Eigenschaft);} & \text{ die Aussage, z.B. in der Kalkül-Zeile 10, wird als ,Term :10:‘ bezeichnet} \\ \text{ AE ::} & \text{ Argument Einführung, Prämisse, Postulat } \\ \text{ Xx ::} & \text{ „X ist eine Eigenschaft der Individuum-Variable x.“ } \\ \text{ ¬PX ::} & \text{ „X ist keine positive Eigenschaft, ist keine Perfektion, ist nicht vollkommen.“ } \\ \text{ Instanz(X := Y) ::} & \text{ Substitution der Eigenschaft X durch die ,bestimmte‘ Eigenschaft Y } \\ \text{ (Eine ,Instanz‘ ist ein Exemplar aus einer Menge gleichartiger Dinge;} & \text{ hier die ,bestimmte‘ Eigenschaft Y, als Ersatz für das unbestimmte X.) } \\ \text{ FUB(x := y) ::} & \text{ Freie-Um-Benennung der Variable x in y } \\ \text{ Gx ::} & \text{ „Die Variable x steht für den GOTT der Christen.“ } \\ \text{ [ G(y) ├ ⱯyG(y) ] ::} & \text{ All-Operator-Einführung der Variable y für GOTT } \\ \text{ „Angenommen, die Variable y steht für GOTT, dann } & \text{folgt ,regulär‘ (├ ), dass auch jedes y im Kalkül für GOTT steht.“}\\ \text{[ ⱯXA(X) ├ A(X) ] ::} & \text{ All-Operator-Beseitigung für die substituierte Eigenschaft X } \\ \text{ „Wenn X durch eine ,bestimmte‘ Eigenschaft ,instanziiert‘ ist oder } & \text{wird, dann kann der All-Operator von X ,regulär‘ (├ ) beseitigt werden.“}\\ \text{ KOMM(↔) ::} & \;\text{[ (A↔ B) ↔ (B ↔ A) ] :: Kommutativgesetz für ( ↔ )}\\ \text{ DIST(□∧) ::} & \;\text{[ (□A ∧ □B) ↔ □(A ∧ B) ] :: Distributivgesetz für (□∧ )} \\ \text{ (hypothetischer Syllogismus, häufige logische Schlussregel) ::} & \;\text{[ A → B, A ├ B ] :: (Modus ponendo ponens), Abtrennregel.} \\ \text{ „Wenn es wahr ist, dass aus A ein B folgt, und wenn A wahr ist, } & \text{dann ist im Kalkül ,regulär‘ (├ ) ableitbar, dass auch B wahr ist.“} \\ \text{ (negativer hypothetischer Syllogismus) ::} & \;\text{[ A → B, ¬B ├ ¬A ] :: (Modus tollendo tollens)} \\ \text{ „Wenn es wahr ist, dass aus A ein B folgt, und wenn B falsch ist, } & \text{dann ist im Kalkül ,regulär‘ (├ ) ableitbar, dass auch A falsch ist.“} \\ \text{''KONDITIONALER BEWEIS“ ::} & \;\text{[ ├ A ├ B ╞ A → B ] :: (logische Implikation)} \\ \text{ „Angenommen, A ist ,regulär‘ Axiom oder Prämisse, und B ist im } & \text{Kalkül ,regulär‘ abgeleitet, dann ist ,bewiesen‘ ( ╞ ) : A impliziert B, ist wahr.“} \\ \text{''INDIREKTER BEWEIS“ ::} & \;\text{[ ├ ¬A → F ╞ A ] :: (Reductio ad absurdum)} \\ \text{ „Wenn im Kalkül aus ¬A ,regulär‘ eine Kontradiktion } & \text{F folgt, dann ist A ,bewiesen‘ ( ╞ ) : A ist ,wahr‘.“} \\ \end{align}</math> </small> |} A. FUHRMANN ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span> ''Eine Prädikatenlogik zweiter Stufe ist eine Logik, in der die Quantoren auch Eigenschaftsausdrücke <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">„Prädikate”</span>)</span> binden können''. <span style="color:#00B000">[ Die ,Prädikate‘ werden in einem Kalkül dieser Logik durch Definitionen ,bestimmt‘ ]</span>. ''Wir werden uns im folgenden recht frei einer dafür geeigneten formalen Sprache bedienen. Äußere Quantoren werden meist weggelassen und wir schreiben kurz'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Xx'''‘ — </span> ''bzw.'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ — </span> ''um auszudrücken, dass das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ — </span> ''die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ — </span> ''hat, bzw. dass die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ — </span> ''die höherstufige Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> ''<span style="color:#00B000">(für <span style="color:#FF6000">„positiv”</span>)</span> hat;'' <span style="color:#00B000"> [ wobei die Eigenschaft <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> als einzige im Kalkül ,unbestimmt‘ bleibt ]</span>. <span style="color:#FF6000">«</span><ref>A. FUHRMANN ‚''<span style="font-family: Times;"><big>‚G‘ wie Gödel. Kurt Gödels axiomatische Theologie</big></span>''‘, Seite 6, Anmerkung 3. Konform mit seinem Artikel in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Logik in der Philosophie</big></span>''‘ hg. v. P. SCHROEDER-HEISTER, W. SPOHN und E. OLSSON. 2005, Synchron, Heidelberg.</ref> Der All-Quantor für Eigenschaften, hier im GÖDEL-Kalkül der Prädikatenlogik zweiter Stufe, bindet die ,unbestimmte‘ Eigenschafts-Variable <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ —</span> ausschließlich nur in den Definitionen im 2. und 3. Beweisgang . <span style="color:#00B000"> (Im ersten Beweisgang gibt es keine Definition.)</span> Dieser All-Quantor wird dann jedes Mal in der Beweis-Durchführung durch die Substitution ''':''' <span style="color:#4C58FF"> [ Instanz(X:= ..) ]</span> mit ,bestimmte‘ Eigenschafts-Konstanten wie <span style="color:#4C58FF">— (X:= G) —</span>, bzw. <span style="color:#4C58FF">— (X:= ¬Y) —</span>, oder <span style="color:#4C58FF">— (X:= E<sub>not</sub>) —</span> ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> beseitigt ''':''' <span style="color:#4C58FF"> [ ⱯXA(X) ├ A(X) ]</span>; wobei die Eigenschafts-Konstante im Kalkül entweder als Zwischenergebnis ,regulär‘ abgeleitet, <span style="color:#00B000">(,errechnet‘)</span>, oder mit einer Definition schon ,bestimmt‘ worden ist. Die spezifische ‚Eigenschaft‘ einer Eigenschaft wird hier, in der formalen Syntax der Prädikatenlogik zweiter Stufe, als eine tiefer gestellte Abkürzung <span style="color:#00B000">(als Index)</span> an ihre Trägereigenschaft angehängt, wie z. B. ‚wesentlich‘, bzw. ‚essentiell‘ durch <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> —</span>, oder ‚notwendig‘ durch <span style="color:#4C58FF"> — <sub>not</sub> —</span>. In der Definition-3 steht der Term ''':''' <span style="color:#4C58FF"> —‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, um auszudrücken, dass das Individuum <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> notwendig <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span> die Eigenschaft ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>, für ,Existenz‘, hat, d.h. <span style="color:#FF6000">„das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> existiert notwendig”</span>. Der schon von GÖDEL indizierte Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">—‚'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> kann gelesen werden als ''':''' <span style="color:#FF6000">„Das Individuum <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> hat die Wesenseigenschaft, <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> — </span> ''':''' GOTT zu sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ </span>”</span>, statt der ,an sich‘ konformen, aber <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> etwas ungenauen Formulierung ''':''' <span style="color:#FF6000">„das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ist wesentlich göttlich”</span>; oder mit der Voraussetzung ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''→'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> deutlicher und <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> korrekt ''':''' <span style="color:#FF6000">„Wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für den GOTT der Christen, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, steht, dann ist GOTT-Sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(,Existenz‘)</span> das Wesen dieses GOTTES, <span style="color:#4C58FF">— <sub>ess</sub>‚'''x'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(,Essenz‘)</span> ”</span>; wobei, — entsprechend der ,methodologischen‘ Prämisse des Kalküls <span style="color:#00B000">(<span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ — </span> ''':''' das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> steht für den ,GOTT der Christen‘)</span> —, bei der Interpretation der Terme dieses besonderen Kalküls, die <span style="color:#4C58FF">„christliche Theologie”</span> für den Begriff <span style="color:#FF6000">„GOTT”</span>, Korrektur und die leitende Instanz ist. Dabei muss die Dreifach-Äquivalenz von <span style="color:#4C58FF"><span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span></span>berücksichtigt werden. Welche der drei Äquivalenzen, bzw. Lesearten von <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span> bei einem bestimmten Term im Kalkül zulässig ist, muss <span style="color:#4C58FF">„theologisch”</span> überprüft und evaluiert werden. Bei manchen können sogar alle drei Lesearten <span style="color:#4C58FF">„theologisch”</span> zulässig sein. Um philosophische, und sogar <span style="color:#4C58FF">„theologische”</span> Theoreme exakt zu formulieren, und untersuchen zu können, hat der Ausnahmelogiker GÖDEL ein Tor aufgestoßen, das uns ermöglichen kann, <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, und logisch objektiv nachprüfbar, in diesen Disziplinen zu argumentieren. Mit seiner modalen Prädikatenlogik zweiter Stufe, hat GÖDEL dem alten Wunsch eines Raimundus LULLUS, eines Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, eines Immanuel KANT, und anderer, nach einer nachprüfbaren ,Universalsprache‘ in den Geisteswissenschaften, entsprochen; analog zur Mathematik, als Universalsprache in den Naturwissenschaften. Der sog. ,Theorembeweiser‘ der Wissenschaftler Christoph BENZMÜLLER und Bruno WOLTZENLOGEL-PALEO, mit Hilfe eines Computers, ist die offensichtliche Folge aus diesem Quanten-Schritt GÖDELS. In der folgenden Neu-Kalkülisierung, wird jeder einzelne operative Logik-Schritt des Kalküls in der '''linken Spalte''' nummeriert und als Term-Ergebnis angezeigt, und in der '''rechten Spalte''' werden die dafür benötigten Term-Komponenten und die dabei angewendeten Logik-Regeln und -Gesetze dokumentiert. Am Anfang stehen die Ressourcen und das angestrebte Ziel des Beweisganges, <span style="color:#00B000">(das Theorem)</span>. Die GÖDEL Axiome und Definitionen, die Theoreme, die Zwischenergebnisse, das Endergebnis, und die logischen Meta-Terme, werden kontextabhängig interpretiert, <span style="color:#00B000">(angezeigt durch ,Interpretationspunkte‘ — :: —, falls nötig)</span>. Der jeweilige Beweisgang wird in den Anmerkungen ausführlich und umfassend kommentiert. Die Kalkül-Prämissen, <span style="color:#00B000">(AE: Argument Einführung)</span>, sind der modal-frei gewählte Einstieg in das Kalkül. Sie dokumentieren, zusammen mit dem angestrebten Beweis-Ziel, eine bestimmte Problemlage in einem externen Diskurs, der mit dem modalen Logik-System hier, formal-syntaktisch überprüft, und gegebenenfalls, verifiziert oder falsifiziert werden soll. Korollare sind einfache, logische Folgerungen aus dem jeweiligen Beweisgang ''':''' ====<div class="center"><span style="color:#660066">1. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 1, (Möglichkeitsbeweis)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe__________ „Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.1)} & \quad P \neg X \;\Longrightarrow\;\ \neg P\ X\ & \ & \text{„Wenn die Negation von X positiv ist, dann ist die Eigenschaft X nicht positiv“} \\ \text{(Axiom 2)} & \quad (P\ X \wedge \;\Box \;\forall x (\ X\ x \Longrightarrow \ Y\ x)) \Longrightarrow \ P\ Y & \ & \text{„Die Eigenschaften Y, die aus einer positiven Eigenschaft X modal} \\ \text{ } & \quad & \ & \; \; \text{notwendig folgen, sind auch positive Eigenschaften“} \\ \text{(Axiom 3)} & \quad P\ G \ & \ & \text{„Göttlichkeit, GOTT-Sein, ist eine pos. Eigenschaft“ ↔ „GOTT ist perfekt“} \\ \text{(Theorem 1)} &\quad P\ X \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{ (◇ :: „möglich“ ↔ „konsistent“ ↔ „denkbar“; □ :: „notwendig“) } \\ \text{ } & \text{„Positive Eigenschaften sind konsistent“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} & \quad P\ X \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, es gibt positive Eigenschaften, Perfektionen“} \\ \text{02} & \quad P\ X \;\Rightarrow\; \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, positive Eigenschaften sind nicht konsistent“} \\ \text{03} & \quad (\neg x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, nicht mit x identisch zu sein“ :: (ungleich)} \\ \text{04} & \quad (\ x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, mit x identisch zu sein“ :: (gleich)} \\ \text{05} & \quad \text{ ├ }\; \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:01:02:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B] :AE:} \\ \text{06} & \quad \neg\neg \Box \neg \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:05:[ ◇A ↔ ¬□¬A] :: (Modalregel)} \\ \text{07} & \quad \neg\neg \Box \neg\neg \forall x \neg X \ x \ & \ & \text{:06:[∃xA ↔ ¬Ɐx¬A] :: (Quantoren Regel)} \\ \text{08} & \quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall x \neg X \ x \ & \ & \text{:07:NEG :: [¬¬A↔A] :: (Gesetz der Aussagenlogik)} \\ \text{09} & \quad \Box \; \forall x \neg X \ x \Leftrightarrow\ W & \ & \text{:02:08:[(:02:↔W) → (├:08:↔W)] :: (Kalkülregel)} \\ \text{10} & \quad \Box \; \forall x \ X \ x \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:09:[(¬A↔W)↔(A↔F)] :: (Regel für Wahrheitswerte)} \\ \text{11} & \quad \ (\neg x = x ) \Leftrightarrow \ F \; \ & \text{ } & \text{Xx:03:Instanz(X:=(¬x=..)) ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{12} & \quad \Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \text{ } & \text{:10:11:[(:10:↔F) → (:11:↔F)] :: „ex falso sequitur quotlibet“} \\ \text{13} & \quad \ P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \ & \text{:01:12:[Konjunktion] :: [A, B ├ A∧B]} \\ \text{14} & \quad \ (P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow \; (\neg x = x))) \Rightarrow \; P (\neg x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(Y:=( ¬x= ..)) :: (Substitution für Eigenschaften)} \\ \text{15} & \quad \ P (\neg x = .. ) & \ & \text{:13:14:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{16} & \quad \ P (\neg x = .. )\;\Rightarrow\ \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{(A1.1):Instanz(X:=(x=..))}\\ \text{17} & \quad \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{:15:16:[Modus ponens]}\\ \text{18} & \quad \ (x = x ) \Leftrightarrow \ W \; \ & \ & \text{Xx:04:Instanz(X:=(x=..)) ⇒ Tautologie !} \\ \text{19} & \quad \Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \text{ } & \text{:10:18:[(:10:↔F) → (:18:↔W)] :: „ex falso sequitur etiam verum“} \\ \text{20} & \quad \ P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \ & \text{:01:19:[Konjunktion] :: [A, B ├ A∧B]} \\ \text{21} & \quad \ (P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x))) \Rightarrow \ P (x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(Y:=(x=..))} \\ \text{22} & \quad \ P (\ x = .. )\ & \ & \text{:20:21:[Modus ponens]}\\ \text{23} & \quad \text{ ├ }\; (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:17:22:[Konjunktion] ⇒ Kontradiktion !}\\ \text{24} & \quad \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \Rightarrow (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) & \ & \text{:05:23:[├A├B╞ A→B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''}\\ \text{25} & \quad \neg\neg \Diamond \; \exists x \ X \ x & \ & \text{:24:23:[Modus tollendo tollens] :: [A→B,¬B ├ ¬A]}\\ \text{26} & \quad \text{ ├ }\; \Diamond \; \exists x \ X \ x & \ & \text{:25:NEG; bzw. :05:23:[├¬A→F ╞ A] :: ''INDIREKTER BEWEIS''}\\ \text{27} & \quad \ P\ X \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:01:26:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{(Theorem 1)} & \;\text{„Positive Eigenschaften sind konsistent“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war !} \\ \text{28} & \quad \ P\ G \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{:27:Instanz(X:=G) } \\ \text{29} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{(A3):28:[Modus ponens]} \\ \text{(Korollar 1)} & \;\text{„Das Dasein GOTTES ist definitiv möglich“} & \ & \text{„Es ist denkbar, dass es GOTT gibt“} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-1 ''':''' <span style="color:#00B000">(Der Term <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, im Axiom-2 ist an sich überflüssig, da dieser hier als Prämisse :01: ohnehin ,angenommen‘ wird. Der Beweisgang kommt mit Axiom-2 auch ohne diesen Term zum selben Ergebnis, und verkürzt sich dann sogar um zwei Schritte ''':''' Zeile 13 und Zeile 20 sind dann unnötig.)</span> Der Beweisgang geht mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, prinzipiell von der Existenz eines GOTTES aus. Mit der Prämisse :01: <span style="color:#00B000">(hier im 1. Beweisgang)</span> postuliert GÖDEL vorerst allgemein, dass es <span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit, d.h. positive Eigenschaften''«</span> gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, ohne im Kalkül zu definieren, was darunter zu verstehen ist. Definiert wird dann <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, was eine <span style="color:#FF6000">»''wesentliche Eigenschaft''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(im Sinne von ,Transzendentalia‘)</span>; und mit Hilfe dieser Eigenschaft definiert GÖDEL <span style="color:#00B000">(im 3. Beweisgang)</span>, was eine <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, die er <span style="color:#00B000">(im selben Beweisgang)</span> axiomatisch mit den <span style="color:#FF6000">»''positiven Eigenschaften in GOTT''«</span> gleich setzt ''':''' Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> —‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. Erst im 2. Beweisgang wird mit Term :13:, nach einer <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, definitiv bewiesen <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>, dass die, von GÖDEL, hier postulierten, <span style="color:#00B000">(allgemeinen)</span>, positiven Eigenschaften, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, tatsächlich auch in GOTT <span style="color:#FF6000">»''positive Eigenschaften''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, sind; <span style="color:#00B000">(das sind die ultimativen ,Transzendentalia‘ in GOTT)</span>. Jetzt aber muss vorerst der ,Wunsch‘, bzw. die LEIBNIZ-Frage beantwortet werden ''':''' Ob, mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT''«</span> ,möglich‘ ist, der nach traditioneller Auffassung, <span style="color:#FF6000">»''ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ ist ]</span>, ''das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>, <span style="color:#00B000">(nach LEIBNIZ; was GÖDEL mit Definition-1 ,abbildet‘)</span>. Wenn man also beweisen will, dass die Existenz eines solchen ''<span style="color:#FF6000">»GOTTES«</span>'' ,möglich‘ sein soll, dann muss man beweisen, dass dieses postulierte System der <span style="color:#FF6000">»''positiven Eigenschaften in GOTT''«</span> formal ,widerspruchsfrei‘ ist. Das Ergebnis des 1. Beweisganges, das ,Theorem-1‘, <span style="color:#00B000">(,Erster Satz‘)</span>, fasst A. FUHRMANN zusammen als ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind konsistent''«</span>. Wenn sie nicht konsistent wären, käme es zu unlösbaren Widersprüchen, <span style="color:#00B000">(Term :24:)</span>. Einmal Axiom-1 und zweimal Axiom-2, <span style="color:#00B000">(das die Gleichwertigkeit aller positiven Eigenschaften nachdrücklich klarstellt)</span>, sichern hier die Konsistenz <span style="color:#FF6000">»''aller positiven Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ die ,Transzendentalien‘ ]</span>, ''in GOTT''«</span>. Die ,Gleichwertigkeit‘, <span style="color:#00B000">(,Äquivalenz‘)</span>, ist formal-syntaktisch daran erkennbar, dass die beiden Eigenschafts-Variablen <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ —</span> und <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''‘ —</span> im Axiom-2 für beliebige, unterschiedliche ,positive‘ Eigenschaften gegenseitig austauschbar, <span style="color:#00B000">(,konvertierbar‘)</span>, sind. Das heißt, dass beliebige, unterschiedliche ,positive‘ Eigenschaften, für die diese Variablen stehen, sich paarweise, wechselseitig ,implizieren‘, einschließen, und damit notwendig voneinander abhängen, d.h. koinzident ,eins‘ sind, konvertierbar, und somit gleichwertig sind; entsprechend dem Theorem von den Transzendentalia. Zu Term :29:, dem Korollar zu Theorem-1, notiert GÖDEL am 10. Feb. 1970, <span style="color:#00B000">(übersetzt von Joachim BROMAND)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''◇∃xG(x) besagt, dass das System aller positiver Eigenschaften kompatibel ist'',</span> <span style="color:#00B000">[ d.h. miteinander verträglich, weil ohne Widersprüche ].</span> <span style="color:#FF6000">''Dies ist ,wahr‘ auf Grund von Axiom-2,'' <span style="color:#00B000">[ weil alle positiven Eigenschaften, d.h. die Transzendentalien, koinzident gleichwertig und konvertierbar sind ]</span>.«</span> Darum ist es definitiv ,möglich‘, dass es diesen GOTT gibt, der <span style="color:#FF6000">»''alle Grade der Vollkommenheit in sich schließt''«</span> und <span style="color:#FF6000">»''über dem ,Größeres‘ nicht mehr gedacht werden kann''«</span>, und, in weiterer Konsequenz, ist der GOTT-Glaube deshalb ,notwendig‘ widerspruchsfrei, nach Theorem-3 ''':''' <u>Wenn</u> es ''<span style="color:#FF6000">»möglich, bzw. denkbar«</span>'' ist, dass es ''<span style="color:#FF6000">»GOTT«</span>'' gibt, <u>dann</u> folgt daraus ''<span style="color:#FF6000">»notwendig«</span>'' ''':''' es ist ,widerspruchsfrei‘, wenn man als Voraussetzung ,annimmt‘, dass es ''<span style="color:#FF6000">»GOTT wirklich, für jede mögliche Welt«</span>'' gibt ''':''' Term :11: im 3. Beweisgang. Der Wenn-Satz ist hier mit Korollar-1 bewiesen; der Dann-Satz wird im 3. Beweisgang bewiesen <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>. Die ontologische ,Identität‘, d.h. die ,Gleichsetzung‘, bzw. die ,Koinzidenz‘ von Strukturen, die in der Endlichkeit für uns verschieden sind, jedoch in dem Unendlichen, GOTT, paarweise, perspektivisch in eins zusammenfallen, wie ,Sein‘ und ,Wesen‘, wie ,Ursache‘ und ,Wirkung‘ usw., und auch die Äquivalenz und Austauschbarkeit der Transzendentalien, haben im GÖDEL-Kalkül die logisch-syntaktische Form einer, aus sich, ,modal‘ notwendigen Implikation zwischen zwei verschiedenen, gegenseitig austauschbaren Eigenschafts-Variablen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x(Xx→Yx)'''‘ —</span>. Dieses Term-Element stellt formal-syntaktisch die Gleichwertigkeit, <span style="color:#00B000">(Äquivalenz)</span>, bzw. die paarweise Koinzidenz aller ultimativen Eigenschaften und Zuordnungen in GOTT dar; sowohl hier im Axiom-2, als auch in der Definition-2 im 2. Beweisgang, über die ,Wesenseigenschaften‘, mit jeweils verschiedenen, frei umbenennbaren Individuum-Variablen. Die wechselseitige Austauschbarkeit der noch ,unbestimmten‘ Eigenschafts-Variablen ist formal äquivalent zur freien Umbenennung der noch ,unbestimmten‘ Individuum-Variablen ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ FUB(x:=y) ]</span>. Der formale, gegenseitige, allgemeine Austausch der Eigenschafts-Variablen, bzw. die formale Gleichsetzung der positiven allgemeinen Eigenschaften, kann, auf Grund der Äquivalenz aller Vollkommenheiten, auch dann noch durchgeführt werden, wenn eine Eigenschafts-Variable durch eine Definition oder eine Schlussfolgerung ,bestimmt‘ worden ist, und dadurch zu einer Eigenschafts-Konstante, d.h. zu einer ,bestimmten‘ Eigenschaft geworden ist. Das ist z. B. bei einer instanziierenden Substitution der Fall ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=..) ]</span>. Das ist eine spezifische Eigenheit der GÖDEL-Axiomatik. Da die Variable <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT steht, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(im Korollar-1)</span>, ist die Eigenschaft ''':''' ''<span style="color:#FF6000">„nicht mit x identisch zu sein“</span>'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">(¬x=..)</span>, d.h. das <span style="color:#FF6000">„Ungleichsein“</span>, das <span style="color:#FF6000">„Anderssein“</span> GOTTES, <span style="color:#00B000">(Prämisse :03:)</span>, die entscheidende Voraussetzung und Norm für jeden Diskurs über GOTT ''':''' um der <span style="color:#FF6000">„Unvergleichlichkeit“</span> GOTTES gerecht zu werden, darf GOTT niemals mit etwas aus der ''<span style="color:#FF6000">»zufälligen Struktur der Welt«</span>'' verglichen, d.h. gleich gesetzt werden. Der Term :18: <span style="color:#4C58FF">(x=x) ↔ W</span> erinnert dagegen an die Selbstbezeichnung des GOTTES-JHWH in Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin‘''«</span>. Zum Term :03: notiert A. FUHRMANN ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span> ''Die Notation'' <span style="color:#4C58FF">(¬x=..)</span> ''für die Eigenschaft ''':''' <span style="color:#FF6000">„nicht mit x identisch zu sein“</span>'', <span style="color:#00B000">[ d.h. <span style="color:#FF6000">„Ungleichheit“, „Anderssein“</span>, bzw. die Notation <span style="color:#4C58FF">(x=..)</span> für den Existenzmodus-Perfektion ''':''' <span style="color:#FF6000">„Gleichheit“, „Idendität“</span> ]</span>, ''ist suggestiv und informell und ersetzt hier einen formal korrekten Abstraktionsausdruck wie'' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y)</span>, <span style="color:#00B000">[ bzw. <span style="color:#4C58FF">λy.(x=y)</span> ]</span>. ''Für die formal korrektere Notation bedarf es der zusätzlichen Vereinbarung, dass der Ausdruck'' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y)</span> ''gleichbedeutend sei mit dem Ausdruck'' <span style="color:#4C58FF">¬λy.(x=y)</span>. ''Diese Vereinbarung ist harmlos, da wir aufgrund der Regel der λ–Konversion'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">λy.Xy.x ↔ Xx</span>, <span style="color:#00B000">[ mit der <span style="color:#4C58FF">Instanz(X:=(¬x=..))</span> ]</span>, ''so schließen dürfen'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y).x ↔ ¬x=x ↔ <span style="color:#00B000">¬(x=x)</span> ↔ ¬λy.(x=y).x</span> .<span style="color:#FF6000">«</span> <ref>A. FUHRMANN a.a.O. Seite 7, Anmerkung 4 (von mir korrigiert und ergänzt)</ref> In der Kalkül-Zeile 29 wird das Korollar-1 durch einen <span style="color:#4C58FF">[ Modus ponens ]</span> mit Axiom-3 von der Kalkül-Prämisse-Term :01: ,abgekoppelt‘, d.h. es ist nicht mehr vom Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span> logisch abhängig. Korollar-1 behält aber die bewiesene Widerspruchsfreiheit von Theorem-1, und ist dann nur mehr von Axiom-1 und Axiom-2 abhängig, was für das Theorem-ANSELMS am Schluss entscheidend ist. Erklärung zu Term :05: Das Ergebnis einer Logik-Operation zwischen Prämissen ist ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> den Prämissen zuzurechnen. ====<div class="center"><span style="color:#660066">2. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 2, (,Basisbeweis‘)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe____________„Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.2)} & \quad \neg P\ X \;\Longrightarrow\;\ P\neg X\ & \ & \text{„Wenn X nicht positiv ist, dann ist die Negation ¬X positiv“} \\ \text{(Axiom 3)} & \quad \ P\ G \ & \ & \text{„Göttlichkeit, GOTT-Sein, ist eine pos. Eigenschaft“ ↔ „GOTT ist perfekt“} \\ \text{(Axiom 4)} & \quad \ P\ X \;\Longrightarrow\; \Box \; \ P\ X \ & \ & \text{„Positive Eigenschaften sind notwendig aus sich positiv“} \\ \text{(Definition 1)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \forall X(\ P \ X \Longrightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{„x ist genau dann GOTT, wenn x alle positiven Eigenschaften hat“} \\ \text{(Definition 2)} & \quad \ X_{ess}\ x \;\Leftrightarrow X\ x \wedge \forall Y \left(\ Y\ x \Rightarrow \Box \; \forall y (\ X\ y \Rightarrow \ Y\ y)\right) & \ & \text{„X ist genau dann eine wesentliche Eigenschaft von x, wenn x sie hat, und} \\ \text{ } & \quad & \text { } & \;\;\text{alle anderen Eigenschaften Y von x notwendig aus dieser Eigenschaft X folgen“} \\ \text{[RM]} &\quad \ A \;\Longrightarrow\;\ B\; \text{ ├ }\;\Box \; A \Longrightarrow\;\Box\; \ B\ & \ & \text{( :: Modales Prinzip)} \\ \text{(Theorem 2)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{(,G‘ :: „Göttlichkeit“ ↔ „GOTT“ ↔ „Dasein GOTTES“)} \\ \text{ } &\;\text{„Das Wesen GOTTES ist Dasein“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} &\quad \ G\ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, x steht für den GOTT der Christen“} \\ \text{02} &\quad \ Y\ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, GOTT hat die Eigenschaften Y“} \\ \text{03} &\quad \neg P\ Y & \ & \text{ AE: „Angenommen, die Y in GOTT sind nicht positiv“} \\ \text{04} &\quad \neg P \ Y \Rightarrow \ P \neg Y\ & \ &\text{(A1.2):Instanz(X:=Y) :: (Substitution für Eigenschaften) } \\ \text{05} &\quad \ P \neg Y \ & \ & \text {:03:04:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B] } \\ \text{06} &\quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ &\text{(D1):01:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{07} &\quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ &\text{:06:[ⱯXA(X) ├ A(X)] :: (Quantorenregel)} \\ \text{08} &\quad \ P \neg Y \Rightarrow \neg Y \ x\ & \ &\text{:07:Instanz(X:=¬Y)} \\ \text{09} &\quad \neg Y \ x\ & \ &\text{:05:08:[Modus ponens]} \\ \text{10} &\quad \text{ ├ }\; (Y\ x \wedge \neg Y \ x) \;\Leftrightarrow\;\ F\ & \ & \text{:02:09:[Konjunktion] ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{11} &\quad \neg P\ Y \; \Rightarrow \; (Y\ x \wedge \neg Y \ x )\ & \ &\text{:03:10:[├A├B ╞ A → B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''} \\ \text{12} &\quad \neg\neg P\ Y \ & \ &\text{:11:10:[Modus tollendo tollens] :: [A → B,¬B├ ¬A]} \\ \text{13} &\quad \text{ ├ }\; P\ Y \ & \ &\text{:12:NEG; bzw. :03:10:[├¬A→F ╞ A] :: ''INDIREKTER BEWEIS'' :AE:} \\ \text{14} &\quad \ P\ Y \;\Rightarrow\;\Box \; \ P\ Y \ & \ & \text{(A4):Instanz(X:=Y)} \\ \text{15} &\quad \Box \; \ P\ Y \ & \ & \text{:13:14:[Modus ponens]} \\ \text{16} &\quad \ G \ y \Rightarrow \ Y \ y\ & \ &\text{:01:02:[├A├B ╞ A→B]:FUB(x:=y)} \\ \text{17} &\quad \text{ ├ }\; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:16:[G(y) ├ ⱯyG(y)]} \\ \text{18} &\quad \Box \; \ P\ Y \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:13:17:[├A├B ╞ A→B]:[RM]} \\ \text{19} &\quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:15:18:[Modus ponens]} \\ \text{20} &\quad \ Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:02:19:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{21} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ G \ x & \ &\text{:20:01:[Konjunktion] :: [A, B├ A ∧ B]} \\ \text{22} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ X \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ X \ x\;\Leftrightarrow\; X_{ess}\ x \ & \ &\text{(D2):KOMM(↔):KOMM(∧):[ⱯYA(Y) ├ A(Y)] wegen :13:} \\ \text{23} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ G \ x\;\Leftrightarrow\; G_{ess}\ x \ & \ &\text{:22:Instanz(X:=G)} \\ \text{24} & \quad \text{ ├ }\; G_{ess}\ x \ & \ &\text{:21:23:[Modus ponens]:AE: wegen :30:} \\ \text{25} &\quad \ G\ x \;\Rightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{:01:24:[├A├B ╞ A→B] :: Theorem 2.1} \\ \text{26} &\quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ &\text{(D1):01:[Modus ponens] } \\ \text{27} &\quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ &\text{:26:[ⱯXA(X) ├ A(X)]} \\ \text{28} &\quad \ P \ G \Rightarrow \ G \ x\ & \ &\text{:27:Instanz(X:=G)} \\ \text{29} &\quad \text{ ├ }\; G \ x\ & \ &\text{(A3):28:[Modus ponens]} \\ \text{30} &\quad \ G_{ess}\ x \;\Rightarrow \ G \ x\ & \ &\text{:24:29:[├A├B ╞ A→B] :: Theorem 2.2 } \\ \text{31} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{:25:30:[Konjunktion]:BIKONDITIONAL :: [(A→B) ∧ (B→A) ↔ (A↔B)] } \\ \text{(Theorem 2)} &\; \text{„Dasein, GOTT-Sein, ist das Wesen GOTTES“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war ! } \\ \text{32} &\quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ (x = y))\ & \ & \text{:19:Instanz(Y:=(x=..))} \\ \text{33} &\quad \ G\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ (x = y))\ & \ & \text{:01:32:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{(Korollar 2)} & \;\text{„Es gibt notwendig höchstens einen GOTT“} & \ & \text{„Wenn es GOTT gibt, dann gibt es für jede mögliche Welt nur einen GOTT“} \\ \end{align}</math> </small> |} <span style="color:#00B000"><small>(In den Kalkül-Zeilen 16, 18, 31 mussten zwei-, und in Zeile 22 drei Kalkül-Schritte, d.h. Logik-Operationen in eine Zeile zusammengezogen werden, weil der Parser dieser speziellen Mathematik-Funktion in Wikibooks jedes Mal wegen Puffer-Überlauf abstürzt, wenn zu den bestehenden Zeilen noch eine neue Zeile zusätzlich eingefügt wird. Das vermindert etwas die Transparenz des Kalküls.)</small></span> Anmerkung-2 ''':''' <span style="color:#00B000">(Dieser Beweisgang kommt auch ohne das ,unbestimmte‘ Konjunkt <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Xx'''‘ —</span> in der Definition-2 zum gleichen Ergebnis, und wird dadurch um eine Zeile verkürzt ''':''' Zeile 21 entfällt, und <span style="color:#4C58FF">[ KOMM(∧) ]</span> ist unnötig. Dieses Konjunkt wird hier ebenfalls schon in der Kalkül-Prämisse :01: <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx'''‘ —</span>, als ,Annahme‘ gesetzt, vorentschieden und ,bestimmt‘ mit der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=G) ]</span>. Es war also logisch korrekt, dass GÖDEL, in seiner Notiz vom 10. Feb. 1970 zum ontologischen Beweis, dieses Konjunkt weggelassen hat, was ihm von Kommentatoren als ein Flüchtigkeitsfehler angerechnet worden war. Der gesamte 2. Beweisgang bewegt sich im Geltungsbereich der Prämisse Term :01:, d.h. ist in jeder Zeile von der Annahme abhängig ''':''' die Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''x'''‘ —</span> steht für den GOTT der Christen. In der Kalkül-Zeile 33 wird mit Korollar-2 diese Abhängigkeit, für den Term :32:, explizit dargestellt.)</span> Der Beweisgang geht mit der Prämisse :01: prinzipiell, als Voraussetzung, von der Existenz eines GOTTES aus. Im 1. Beweisgang wurde bewiesen, dass die von GÖDEL ,postulierten‘ <span style="color:#FF6000">»''allgemeinen positiven Eigenschaften, Vollkommenheiten, Perfektionen'', <span style="color:#00B000">[ die sog. ,Transzendentalien‘ ]</span> ''konsistent''«</span>, d.i. widerspruchsfrei sind. Hier, in diesem Beweisgang wird nun die Prämisse vom 1. Beweisgang, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PX'''‘ —</span>, im Bezug auf GOTT hinterfragt ''':''' Gibt es auch in GOTT so Etwas, wie <span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit, Positives, Perfektes''«</span> '''?''' Die ,Annahme‘ jedoch, dass es <span style="color:#FF6000">»''in GOTT keine Vollkommenheit, nichts Positives, nichts Perfektes''«</span> <span style="color:#00B000">(keine Transzendentalien)</span> gibt, <span style="color:#00B000">(Prämisse Term :03:)</span>,<span style="color:#4C58FF"> — ‚'''¬PY'''‘ —</span>, d.h. dass die <span style="color:#00B000">(wesentlichen)</span> Eigenschaften in GOTT keine <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> seien, führt aber zu einem unlösbaren Widerspruch, <span style="color:#00B000">(Term :10:)</span>. Mit Term :13:, als 1. Hauptergebnis, ist damit, — als ,neue‘ Prämisse, <span style="color:#00B000">(ersetzt Term :03:)</span> —, definitiv ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ , d.h. es ist ,wahr‘)</span>, dass alle Eigenschaften, die hier mit <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''‘ —</span> symbolisiert werden, <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaften“</span>, d.h. <span style="color:#FF6000">„Perfektionen“</span> sind, von denen das Kalkül ,annimmt‘, <span style="color:#00B000">(Prämissen Term :01:, Term :02: und speziell Term :16:)</span>, dass der GOTT der Christen sie besitzt. Alle ,Wesenseigenschaften‘ in GOTT ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, die durch den Term :13:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —, </span> dargestellt werden, sind somit <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span><span style="color:#00B000">, (,ultimative Transzendentalien‘, aller ,Grade‘)</span>. Damit ist definitiv ‚bestätigt‘, <span style="color:#00B000">( ╞ , es ist ,wahr‘)</span>, was mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, schon ‚angenommen‘ worden ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„GOTT ist perfekt; er hat alle positiven Eigenschaften“</span>; und auch Definition-1 ist damit ,verifiziert‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">„GOTT ist genau deswegen GOTT, weil er, als GOTT, positive Eigenschaften aller Grade in sich schließt“</span>; entsprechend dem Quelltext bei LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>. Immer vorausgesetzt, <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man glaubt an GOTT ''':''' <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. <span style="color:#00B000">(Der ,Schlüsselbegriff‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span> ist der ,Schlüssel‘ zur Erkenntnis, dass GOTT ,notwendig‘, sowohl ,wesentlich‘ für uns, als auch an sich ,grundlos‘, immer schon ,da‘ ist.)</span> Hier, <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, hat Axiom-1, <span style="color:#00B000">(im Term :04:)</span>, sicher gestellt, dass die Eigenschaften in GOTT, <span style="color:#00B000">(Definition-1; Term :06:)</span>, tatsächlich <span style="color:#FF6000">„ultimativ positiv, perfekt und vollkommen“</span> sind ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>. Das GÖDEL-Axiom-1 bezieht seine ,Potenz‘ aus dem Prinzip vom ,auszuschließenden‘ Widerspruch ''':''' eine Eigenschaft kann nicht zugleich ,positiv‘ und ,nicht positiv‘ sein '''!''' Formal lässt sich das 2. Hauptergebnis, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''↔'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> ''':''' schon aus Term :23: in diesem Beweisgang mit der <span style="color:#4C58FF">[ Vereinfachung ] :: [ A∧B ├ B ]</span> ohne Weiteres ,regulär‘ ableiten, — analog zu den Vorgehensweisen bei A. FUHRMANN und G.J. WIRSCHING. <span style="color:#00B000">(Beide Aussagen dieser ,Konjunktion‘ sind ,gleichwertig‘, daher partizipiert das Theorem-2 auch am Ergebnis der Widerspruchsfreiheit von Term :13:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>, dem 1. Hauptergebnis.)</span> Der hier gewählte, etwas längere Weg zum Ergebnis, soll die innere Struktur und Abhängigkeit der Ergebnisse von bestimmten Voraussetzungen offen legen, und ihren ,Zweck‘ verdeutlichen. Die beiden Hauptergebnisse im Basisbeweis gehen vom vorgefundenen und traditionell vorgegebenen Begriff von ,GOTT‘ aus, <span style="color:#00B000">(Term :06:, Term :16: und Term :26:)</span>. Das ,bewiesene‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> 1. Hauptergebnis, hier im 2. Beweisgang, Term :13: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''die Eigenschaften in GOTT sind vollkommen, d.h. sind die ultimativen Transzendentalia''«</span>, rechtfertigt, bzw. verifiziert sowohl Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, als auch die Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span>, für die Annahme ''':''' den ,GOTT der Christen‘, der als GOTT alle Grade der Vollkommenheit in sich schließt. Und das ebenfalls ,bewiesene‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> 2. Hauptergebnis, hier im selben Beweisgang, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''↔'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''das Wesen GOTTES ist sein eigenes Sein''«</span>, rechtfertigt, bzw. verifiziert sowohl Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, als auch die Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, für die Wesenseigenschaft ''':''' ,notwendige Existenz‘, und widerlegt den Einwand KANTS, für den Spezialfall ''':''' GOTT. Zwei Axiome und zwei Definitionen von GOTT und seinen Vollkommenheiten werden durch die Ergebnisse im Basisbeweis des GÖDEL-Kalküls in unserer realen Welt als ,wahr‘, <span style="color:#00B000">(genauer als ,widerspruchsfrei‘)</span>, und, — im Rahmen des christlichen Glaubens —, als ,annehmbar‘ bestätigt. <span style="color:#00B000">(Anmerkung zu Term :24: ''':''' eine Prämisse ist regulär-,modal‘ immer ,frei‘ wählbar.)</span> Zusammengefasst heißt das ''':''' die ,strittige‘ Begründung der ,methodologischen‘ Prämisse des GÖDEL-Kalküls ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Prämisse, Term :01:)</span>, weil <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Korollar-1)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> steht für den GOTT der Christen, für den es ohne Widerspruch denkbar ist, dass es ihn gibt''«</span>, <span style="color:#00B000">(ANSELMS Prinzip, trotz der ,Warnung‘ KANTS)</span>, ist ,wahr‘ und für uns ,annehmbar, denn es ist auch, auf Grund der Ergebnisse des 2. Beweisganges, in unserer realen Welt ,wahr‘ und ,annehmbar‘, weil schon als ,widerspruchsfrei‘ verifiziert ''':''' der GOTT der Christen <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span> ,existiert‘ für uns ,notwendig‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(d.i. das ,regulär‘-mögliche Korollar sowohl im 2. als auch im 3. Beweisgang)</span>, denn dieser GOTT ist aus sich ,vollkommen‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PG'''‘ —</span>, und zu seiner ,Vollkommenheit‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span> gehört auch notwendig sein ,Existieren‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. <span style="color:#00B000">(Jeder dieser Terme ist im Geltungsbereich der Prämisse Term :01: als ,wahr‘ und ,annehmbar‘ bewiesen.)</span> Das ist der ,Kern‘ des ontologischen Arguments, und somit ist auch diese ,strittige‘ Begründung der Prämisse des GÖDEL-Kalküls mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span>, d.h. sie ist logisch ,richtig‘ und, im Kontext des christlichen Glaubens, vernünftig. Die Annahme des Gegenteils zu dieser Prämisse ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es ist undenkbar, dass es diesen GOTT gibt''«</span>, führt jedoch, unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung, zu einem Widerspruch — ist unlogisch und daher ,falsch‘, <span style="color:#00B000">(siehe Anhang ''':''' Widerlegung)</span>. Die Behauptung einer ,formalen Unentscheidbarkeit‘ zu den Annahmen über die Existenz GOTTES, ob oder nicht, <span style="color:#00B000">(d.h. ein ,methodologischer‘ Agnostizismus)</span>, ist gegen jede ,Logik‘; und ist auch ,falsch‘. Denn aus dem, im Kalkül abgeleiteten, Widerspruch aus der einen Annahme, und damit ihrer Unrichtigkeit, folgt notwendig die Richtigkeit der gegenteiligen Annahme. Damit ist eine klare Entscheidung getroffen. Mit dem 2. Hauptergebnis, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#FF6000">»'',Dasein‘ ist das ,Wesen‘ GOTTES''«</span>, folgt die GÖDEL-Axiomatik der philosophisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition der ,Rede von GOTT‘ seit ARISTOTELES, und schließt sich damit formal-syntaktisch zugleich auch der religiösen Überzeugung der Christen an, die glauben, dass GOTT, als unser Vater, aus Liebe, in seinem Sohn, JESUS CHRISTUS, für uns immer schon <span style="color:#FF6000">»''da''«</span> ist, <span style="color:#00B000">(der Sohn ist koinzident ,eins‘ mit GOTT, dem Vater und dem GEIST)</span>, wirksam in und durch seine <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span>, im HEILIGEN GEIST, bis ans Ende der Zeit. Das ist das, <span style="color:#FF6000">»''was''«</span> GOTT eigentlich für uns ausmacht, — die Selbstmitteilung seines unergründlichen Wesens in den Sakramenten der <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‘אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֑ה‚</big></span> <span style="color:#00B000">| ‚eh'jeh asher eh'jeh‘ |</span> <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin da für euch und für immer, als der ich ''<span style="color:#00B000">[ immer schon gewesen ]</span> ''bin''«</span>; <span style="color:#00B000">(d.i. das <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span>-exegetische ,Axiom‘ der Christen, und die <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> korrekte Explikation der ,regulären‘ Kalkül-Prämisse Term :01: <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx'''‘ —</span>, jeweils im 2. und 3. Beweisgang)</span>. Das heißt aber nicht, dass der Autor des Kalküls sich mit diesem Glauben identifiziert hat, <span style="color:#00B000">(,hat‘ er auch nicht)</span>, oder dass der Leser des ontologischen Beweises von Kurt GÖDEL sich damit identifizieren muss, wenn er dessen <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> anerkennt. Zur erweiterten <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Explikation der Kalkül-Prämisse ''':''' Die <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ist das ,Meisterwerk‘ GOTTES ''':''' In ihr ist es GOTT gelungen, etwas Göttliches und Unzerstörbares in unsere korrupten Welt einzupflanzen ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Etwas Göttliches existiert notwendig, d.h. ,unzerstörbar‘ in unserer Welt''«</span>. Sie ist, durch die Menschwerdung des GOTTES Sohnes, JESUS CHRISTUS, dessen <span style="color:#4C58F0">„Leib“</span> die <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ist, untrennbar mit Menschen verbunden, die schon, von allem Anfang an, und jetzt immer noch, durch die Sünde korrumpiert sind. Mit ihr will und wird GOTT unsere Welt und die Menschheit, bis ans Ende der Zeit, von der Sünde und von deren Konsequenz, dem <span style="color:#00B000">(ewigen)</span> Tod <span style="color:#4C58FF">„erlösen“</span>, <span style="color:#00B000">(jedoch nicht ohne die Zustimmung des Menschen)</span>. Mit dieser Explikation wird die Tragweite des ontologischen Arguments ANSELMS, und damit auch die <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Relevanz der GÖDEL-Axiomatik erkennbar. Immer vorausgesetzt, <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man glaubt an GOTT, <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. ====<div class="center"><span style="color:#660066">3. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 3, (ANSELMS Theorem)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe___________________„Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 5)} & \quad P\ E_{not}\; \ & \text { } & \text{„Notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft“} \\ \text{ } & \text{( :: Das ist nur dann wahr, wenn ,Dasein‘ und ,Wesen‘ } & \ & \text{( :: dagegen KANT : ,Existenz‘ ist keine ,Eigenschaft‘,} \\ \text{ } & \;\;\text{in eins zusammenfallen ! ARISTOTELES : Theorem-2)}\ & \ & \;\;\text{,Sein‘ ist für alles, was existiert, kein ,reales Prädikat‘ ! )} \\ \text{(Definition 1)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \forall X(\ P \ X \Longrightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{„x ist genau dann GOTT, wenn x alle positiven Eigenschaften hat“} \\ \text{(Definition 3)} & \quad \ E_{not}\ x \;\Longleftrightarrow\;\ \forall X \left(\ X_{ess}\ x \Longrightarrow \Box \; \exists y \ X\ y \right) & \ & \text{„Notwendige Existenz ist genau dann eine Eigenschaft von x, wenn} \\ \text{ } & \quad & \ & \;\;\text{alle wesentl. Eigenschaften von x notwendig instanziiert sind“} \\ \text{(Korollar 1)} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{„Es ist widespruchsfrei möglich, dass es GOTT gibt“} \\ \text{(Theorem 2)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ &\text{„Dasein, GOTT-Sein, Existenz ist das Wesen, die Essenz GOTTES“} \\ \text{(Korollar 2)} &\quad \ G\ x \;\Longrightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y))\ & \ &\text{„Wenn es GOTT gibt, dann gibt es notwendig nur einen GOTT“} \\ \text{(Theorem 3)} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \;\Longrightarrow\; \Box \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{( :: ANSELMS Prinzip)} \\ \text{ } & \text{„Weil es widerspruchsfrei möglich ist, dass es GOTT gibt,} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{ } & \;\;\text{ist der Glaube, dass es GOTT wirklich gibt, widerspruchsfrei“} \\ \text{01} & \quad \ G \ x\ & \ & \text{ AE: „Angenommen, x steht für den GOTT der Christen“} \\ \text{02} & \quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{(D1):01:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{03} & \quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ & \text{:02:[ⱯXA(X) ├ A(X)] :: (Quantorenregel)} \\ \text{04} & \quad \ P \ E_{not}\;\Rightarrow \ E_{not}\ x\ & \ & \text{:03:Instanz(X:= Enot) :: (Substitution für Eigenschaften)} \\ \text{05} & \quad \ E_{not}\ x\ & \ & \text{(A5):04:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B]} \\ \text{06} & \quad \forall X \left(\ X_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ X\ y \right) & \ & \text{(D3):05:[Modus ponens]} \\ \text{07} & \quad \ X_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ X\ y & \ & \text{:06:[ⱯXA(X) ├ A(X)]} \\ \text{08} & \quad \ G_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ G\ y & \ & \text{:07:Instanz(X:= G)} \\ \text{09} & \quad \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{(Th2):01:[Modus ponens]} \\ \text{10} & \quad \text{ ├ }\;\Box \; \exists x \ G\ x & \ & \text{:08:09:[Modus ponens]:FUB(y:=x) :: (Freie-Um-Benennung der Var.)} \\ \text{ } & \text{„Es gibt GOTT wirklich, für jede mögliche Welt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{1. Hauptergebnis !} \\ \text{11} & \quad \;\Diamond \exists x \ G \ x \;\Longrightarrow \; \Box \; \exists x \ G\ x & \ & \text{(K1):10:[├A├B ╞ A→B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''} \\ \text{(Theorem 3)} & \;\text{„Weil es widerspruchsfrei möglich ist, dass es GOTT gibt,} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war ! 2. Hauptergebnis ! } \\ \text{ } & \;\;\text{ist der Glaube, dass es GOTT wirklich gibt, widerspruchsfrei“} \\ \text{12} & \quad \;\Box \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y))\ & \ &\text{(K2):01:[Modus ponens]} \\ \text{13} & \quad \;\Box \; (\exists x \ G\ x \wedge \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y)))\ & \ & \text{:10:12:[Konjunktion]:DIST(□∧)} \\ \text{(Korollar 3)} & \;\text{„Es gibt notwendig genau nur einen GOTT“} & \ & \text{„Es gibt für jede mögliche Welt nur den GOTT der Christen“} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-3 ''':''' <span style="color:#00B000">(Ein Theorem und zwei Korollare, aus den beiden vorhergehenden Beweisgängen, werden hier, im 3. Beweisgang, zu ,Axiomen‘, die das Theorem-ANSELMS und sein Korollar mit-verifizieren und bestätigen.)</span> Dieser Beweisgang ist das Ziel aller Bemühungen. Hier wird der sog. ,ontologische Gottesbeweis‘ nach ANSELM von Canterbury formal-syntaktisch dargestellt und als logisch nachvollziehbar von GÖDEL bestätigt. Damit hat er aber auch klar gestellt, dass der ontologische Beweis ANSELMS kein Beweis für die ,Existenz‘ des GOTTES der Bibel sein kann, bzw. sein ,will‘ ''':''' Denn mit der Prämisse, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(Term :01:, wie auch schon im ,Basisbeweis‘, und ausformuliert hier in Term :02:, mit der Definition für GOTT)</span>, wird mit dem traditionellen, abendländischen ,GOTT-Glauben‘, der ,glaubt‘, dass der Gott der Christen tatsächlich existiert, — methodologisch als ,Annahme‘ —, der Beweisgang schon regulär und explizit eröffnet, aus dem sich dann, logisch korrekt, mit Hilfe der GÖDEL-Axiome und Definitionen, das ,Theorem ANSELMS‘ ergibt; <span style="color:#00B000">(hier jedoch, mit Günther J. WIRSCHING, ohne den Umweg bei GÖDEL über das modale Axiom-BECKER ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇□A→□A'''‘ —</span>, das André FUHRMANN recherchiert hat)</span>. GÖDEL verwendet zur Darstellung des sog. ,ontologischen Gottesbeweises‘ nach ANSELM die Struktur eines modal-logischen Kalküls. Ein modal-logisches Kalkül ist ein genau geregeltes Schema, in dem bei bestimmten ,Annahmen‘ <span style="color:#00B000">(Axiome, Definitionen, Prämissen)</span> etwas anderes als das Vorausgesetzte auf Grund des Vorausgesetzten mit Notwendigkeit folgt. Entsprechend der ,Modalität‘ der sechs ,modal‘ notwendigen Voraussetzungen, hier, für den 3. Beweisgang, die in den <span style="color:#00B000">(und durch die)</span> beiden vorhergehenden Beweisgängen schon als ,modal‘ wahr, bzw. als annehmbar verifiziert und/oder ,bewiesen‘ wurden, sind auch die beiden ,Schlusssätze‘ <span style="color:#00B000">(Theorem-3 und Korollar-3)</span> ,modal‘ wahr, bzw. annehmbar '''!''' Die Wahl der Prämisse :01: dagegen ist nicht ,modal‘ notwendig, sondern beruht auf einer freien Entscheidung, und damit ist auch ihre Interpretation eine freie Entscheidung, mit der Voraussetzung, dass man das Kalkül mit Theoremen aus der <span style="color:#4C58FF">„christlichen Theologie“</span> evaluieren, und damit interpretieren will. Dazu berechtigt die Genese des Kalküls. Der Glaube an den GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, beruht immer auf einer freien Entscheidung. Das Kalkül, als solches, unabhängig von jeder Interpretation seiner Syntax, ist genau dann ,allgemein‘ <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, d.h. ,ist allgemein gültig‘, wenn es gültigen Logik-Regeln folgt. Die Bestimmung seiner Syntax jedoch, d.h. seine Interpretation, unterliegt hermeneutischen Kriterien, die nicht von Logik-Regeln abhängen, wie hier ''':''' <span style="color:#FF6000">»''(unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt). Nur dann sind die Axiome wahr''«</span>, wie GÖDEL selbst hinzufügt. Mit der, — von GÖDEL eingeforderten —, ‚Unabhängigkeit‘ der Kalkül-Axiome von der zufälligen Struktur der Welt, wird implizit für das Kalkül auch festgelegt, dass <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> ‚unabhängig‘ von der zufälligen <span style="color:#00B000">(Raum-Zeit-)</span>Struktur unserer vergänglichen Welt, und daher ,zeitlos-ewig‘ ist, <span style="color:#00B000">(was <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> korrekt ist)</span>, begründet durch Definition-1 und Axiom-3. Aus der zeitlosen Ewigkeit GOTTES folgt, dass GOTT, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „grundlos“</span>, für uns immer schon ‚da‘ ist, denn bei Zeitlosigkeit gibt es keinen ,zeitlichen‘ und damit auch keinen ,ontologischen‘ Unterschied zwischen ‚Ursache‘ und ‚Wirkung‘. Beides ist dann koinzident ,eins‘ ''':''' wie ,Wesen‘ und ,Dasein‘ in GOTT, bzw. wie ,Begriff‘ und ,Sein‘, oder ,Möglichkeit‘ und ,Wirklichkeit‘. <span style="color:#00B000">(Man vergleiche damit auch die ,postulierte‘ Einheit von ,Erkenntnisobjekt‘ und ,Erkenntnissubjekt‘ im ,Gott‘ des ARISTOTELES ''':''' im <span style="color:#FF6000">»<span style="color:#00B000">[ selbstbewussten ]</span> ''Erkennen seiner Erkenntnis''<span style="color:#00B000">[-Tätigkeit ]</span>«<span style="color:#00B000"> | </span>„<span style="font-family: Times;"><big>νοήσεως νόησις</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„noêseôs noêsis“</span> <small>(‚<span style="font-family: Times;"><big>''Metaphysik''</big></span>‘ XII 9, 1074b34)</small>, im Vollzug seiner Funktion als ,unbewegtes Bewegungsprinzip‘, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„prôton kinoûn akinêton“</span> der Welt, das alles Übrige <span style="color:#FF6000">»''wie ein Geliebtes''«<span style="color:#00B000"> | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὡς ἐρώμενον</big></span>“</span> | <span style="color:#FF6000">„hôs erômenon“</span> bewegt; d.h. christlich ''':''' <span style="color:#FF6000">»''aus Liebe''«</span> ,entstehen‘ lässt.)</span> Anmerkung-4 ''':''' Das <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span> schon bewiesene Theorem-2, d.i. die Koinzidenz von <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> in GOTT, <span style="color:#00B000">(‚Existenz‘</span> und <span style="color:#00B000">‚Essenz‘)</span>, rechtfertigt sowohl Axiom-5 als auch die Definition-3, und widerlegt den Einwand KANTS. Somit ist deren Setzung <span style="color:#00B000">(hier, im 3. Beweisgang)</span> korrekt, und durch das Theorem-2 schon vorbestimmt und bestätigt, d.h. beide sind ,wahr‘ und annehmbar, da sie durch die Gültigkeit von Theorem-2 ,verifiziert‘ worden sind. Damit wird klar erkennbar, dass das Theorem-2 tatsächlich die Basis des GÖDEL-Kalküls ist. Und wenn damit Axiom-5 im GÖDEL-Kalkül ‚gerechtfertigt‘ ist, dann ist auch, <span style="color:#00B000">(als Voraussetzung dafür)</span>, das Axiom-4 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX → □PX'''‘ — ''':''' </span> <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ ,Transzendentalia‘ ]</span>, ''sind notwendig aus sich'', <span style="color:#00B000">[ von Natur aus ]</span>, ''positiv''«</span>, im 2. Beweisgang erklärbar, in dem die ‚Positivität‘, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, einer Eigenschaft schon als ‚notwendig‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, charakterisiert worden ist, äquivalent zu Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, in dem die ‚Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span>, <span style="color:#00B000">(der Existenz <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>)</span>, dann als ‚positive‘ Eigenschaft, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ‚bestimmt‘ wird; <span style="color:#00B000">(unter der speziellen Voraussetzung, dass <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> definitiv als eine <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> in GOTT ,instanziiert‘ ist; vgl. Definition-3. Eine ,bestimmte‘ Eigenschaft ist genau dann ,instanziiert‘, wenn sie an einem Träger real ,existiert‘. Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, besagt, dass die, von GÖDEL postulierte, <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz“</span> zu den ,ultimativen‘ Transzendentalia in GOTT gehört. Genauer ''':''' Sie ist die ,Summe‘ aller Transzendentalia.)</span> Zum Axiom-4, <span style="color:#00B000">(bzw. zum Term :14:, im 2. Beweisgang)</span>, erklärt GÖDEL in seinen Notizen zum Kalkül ''':''' <span style="color:#FF6000">»''da es'' <span style="color:#00B000">[ das Notwendigsein, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span> ]</span> ''aus der Natur der'' <span style="color:#00B000">[ positiven ]</span> ''Eigenschaft folgt'', <span style="color:#00B000">[ deren Positivität, im selben Beweisgang, mit Term :13: vorher schon ,bewiesen‘ (╞ ) worden ist ]</span>«</span>. Der Unendliche, GOTT, — im Glauben der Christen —, ist deswegen ,notwendig für uns da‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, weil er als GOTT ,vollkommen‘, ,perfekt‘ und absolut ,positiv‘, d.h. absolut ,gut allein‘ ist, ohne jede Negativität ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>; <span style="color:#00B000">(was auch schon im 2. Beweisgang mit Term :13: verifiziert wurde)</span>. Und wenn GOTT ,vollkommen‘, ,perfekt‘, ,positiv‘, und absolut ,gut‘ ist, dann ist er das auch ,notwendig aus sich‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG → □PG'''‘ — ::</span> <span style="color:#00B000">(als Zusatz-Korollar im 2. Beweisgang mit Axiom-4 und der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=G) ]</span>)</span>, d.h. ,aus seinem Wesen‘. Das ist gerade das, ,was‘ GOTT als GOTT ausmacht ''':''' sein ,Wesen‘, bzw. seine <span style="color:#FF6000">„Natur“</span>. Zusammen mit der Definition-1 für GOTT, <span style="color:#00B000">(und der Definition-2 ''':''' Alle Wesenseigenschaften hängen notwendig gleichwertig aus sich zusammen)</span>, ist dieses, aus der <span style="color:#FF6000">„Natur“</span> GOTTES sich ergebende, ‚Notwendigsein‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, aller ‚positiven‘ Eigenschaften im Axiom-4, und ihr logischer Zusammenhang, d.i. die Koinzidenz aller ,Vollkommenheiten‘ im Unendlichen, GOTT, ihr ,Zusammenfallen in eins‘, die entscheidende Voraussetzung, aus der sich dann für GÖDEL <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span> auch der logische Zusammenhang, bzw. die ontologische Identität, <span style="color:#00B000">(die Koinzidenz)</span>, von <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> in GOTT, im Basis-Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> mit Notwendigkeit ergibt. Das Theorem-2 ist dann, in weiterer Folge, die ,modal‘ notwendige, d.h. die transzendentale Voraussetzung auch für den Konsequenz-Teil im Theorem ANSELMS, <span style="color:#00B000">(Term :09: hier im 3. Beweisgang)</span>. <span style="color:#FF6000">„Positive Eigenschaften“<span style="color:#00B000"> | </span>„Vollkommenheiten“</span> sind ,immer‘ auch <span style="color:#FF6000">„notwendige Eigenschaften“</span>, daher ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. Das ,Dasein‘, die <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> ist ,immer‘ etwas <span style="color:#FF6000">„Positives“</span>, speziell in GOTT, dem Schöpfer jeder ,Existenz‘, bzw. allen ,Seins‘. Axiom-4 begründet im GÖDEL-Kalkül das Basis-Theorem-2, und ,verankert‘ dieses Theorem damit zugleich in der <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span>-philosophischen Tradition der ,Rede von GOTT‘ bei ARISTOTELES, — AVICENNA, — ANSELM, — DESCARTES, — LEIBNIZ, — HEGEL, — und bei GÖDEL mit äußerster ,logischer‘ Klarheit. Anmerkung-5 ''':''' Der ‚Schlüsselbegriff‘ in diesem Kalkül ''':''' <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“<span style="color:#00B000"> | </span>„Perfektion“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span>, dominiert alle Axiome des GÖDEL-Kalküls, jedoch ohne inhaltlich genauer ‚bestimmt‘ worden zu sein. Für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> gibt es keine explizite Definition '''!''' <span style="color:#00B000">(Das Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span>, besagt nur, dass die ,postulierten‘, positiven Eigenschaften, die <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span>, formal miteinander verträglich, d.h. ‚widerspruchsfrei‘ sind, wegen Axiom-2. Axiom-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX ∧ □∀x(Xx→Yx)→PY'''‘ —</span>, besagt, dass positive Eigenschaften ,gleichwertig‘ sind, d.h. gleich ,wahr‘ sind, weil sie ,notwendig‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, aus sich, alle paarweise mit- und voneinander ,impliziert‘ sind, sich gegenseitig ,einschließen‘, und damit eine Einheit bilden, d.h. in GOTT ,eins‘ sind. Axiom-2 ist somit zugleich eine ,indirekte‘ Definition für ,positive‘ Eigenschaften ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>. Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span>, besagt ''':''' Weil die ,gleichwertigen‘, positiven Eigenschaften sich gegenseitig implizieren, und damit notwendig von einander abhängen, d.h. koinzident in GOTT ,eins‘ sind, — wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT steht —, sind sie somit auch die ,wesentlichen‘ Eigenschaften, die <span style="color:#FF6000">„ultimativen Transzendentalia“</span>, in GOTT, der, wesentlich und exklusiv, notwendig ,Einer‘ ist. Fußnote zu Definition-2 in der GÖDEL-Notiz ''':''' <span style="color:#FF6000">»''any two essences of x are nec. equivalent''«</span>. Die paarweise, notwendige Äquivalenz von zwei beliebigen Wesenseigenschaften der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span>, wird hier, spezifisch für GOTT, d.h. wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT, dem einen, steht, zur <span style="color:#FF6000">„Koinzidenz“</span>, — zum paarweise ,Zusammenfallen in eins‘ —, dem inneren Zusammenhang aller seiner <span style="color:#FF6000">„ultimativen“</span> Vollkommenheiten, d.h. aller <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> und Zuschreibungen, in dem Unendlichen, GOTT.)</span> In den entscheidenden ‚Schlusssätzen‘ des Kalküls ist der ‚Schlüsselbegriff‘ verschwunden. Hier ist nur mehr von GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, die Rede ''':''' Korollar-1, <span style="color:#FF6000">„Es ist definitiv denkbar, dass es GOTT gibt“</span>, Theorem-2, <span style="color:#FF6000">„Dasein, GOTT-Sein, Göttlichkeit ist das Wesen GOTTES“</span>, Theorem-3, <span style="color:#FF6000">„Weil GOTT definitiv denkbar, d.h. widerspruchsfrei möglich ist, darum ist auch der Glaube an GOTT widerspruchsfrei, logisch richtig und mathematisch evident, der annimmt, dass es GOTT, mit Notwendigkeit, wirklich gibt“</span>, <span style="color:#00B000">(nach ANSELM von Canterbury, und was spezifisch das <span style="color:#FF6000">»</span>''Privilegium der Gottheit allein''<span style="color:#FF6000">«</span> ist, nach LEIBNIZ)</span>, und Korollar-3, <span style="color:#FF6000">„Es gibt notwendig aus sich, d.i. unverursacht, nur einen GOTT“</span>. Das GÖDEL-Kalkül ist zu diesen Erkenntnissen gekommen, ohne die Eigenschaften, bzw. die ‚Vollkommenheiten‘ GOTTES, d.h. wer oder was GOTT ‚an sich‘ selbst ist, genauer bestimmen zu müssen, <span style="color:#00B000">(was ,für uns‘ ohnehin ,unmöglich‘ ist)</span>; außer im Theorem-2, in dem das <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> GOTTES als die ‚für uns‘ bestimmende und wichtigste <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> in GOTT erkannt worden ist, — immer vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man ‚glaubt‘ an den zeitlos-ewigen GOTT ''':''' <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. Der GOTT des GÖDEL-Kalküls ist nicht mehr der an Raum und Zeit gebundene ‚Gott‘ des ARISTOTELES, sondern der von Raum und Zeit <span style="color:#FF6000">»''unabhängige''«</span> GOTT der Bibel bei ANSELM und bei LEIBNIZ. Das GÖDEL-Kalkül, <span style="color:#00B000">(wie ja auch der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘ ANSELMS)</span>, kann jedoch, — bei aller ‚Coolness‘ —, keinen GOTT-Glauben ‚erzeugen‘, sondern setzt vielmehr die Existenz GOTTES schon als notwendig gegeben voraus. Das Kalkül des Logiker GÖDEL beweist aber, dass der traditionelle ‚GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span>, mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span>, d.h. logisch ,richtig‘ und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span> ist, weil der ‚Nicht-GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die atheistische Weltanschauung''«</span>, im Möglichkeitsbeweis notwendig zu unlösbaren Widersprüchen führt, und somit logisch ,falsch‘ ist. <span style="color:#00B000">(Die ,Logik‘ hat aber, — bekanntlich —, bei allen wichtigen, persönlichen Entscheidungen immer nur eine untergeordnete Rolle '''!''' )</span> Anmerkung-6 ''':''' Das erste, ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleitete, Hauptergebnis im 3. Beweisgang, Term :10: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' die ,notwendige‘ Existenz GOTTES, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse, Term :1: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>. Dieses erste Hauptergebnis hat also den überlieferten, traditionellen GOTT-Glauben zur Voraussetzung, und ist daher davon ,abhängig‘. Das zweite Hauptergebnis im 3. Beweisgang, das Theorem ANSELMS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, dagegen, ist die Darstellung der Abhängigkeit des ersten Hauptergebnisses von dem, vorher schon bewiesenen, ,Axiom‘ von der ,möglichen‘ Existenz GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, dem Korollar-1 aus dem 1. Beweisgang, und hat nicht mehr den überlieferten, traditionellen GOTT-Glauben zur Voraussetzung, und ist daher auch nicht mehr davon abhängig. Dazu die Feststellung LEIBNIZ‘ ''':''' ::Das Theorem ANSELMS ist <span style="color:#FF6000">»''ein unvollständiger Beweis, der etwas voraussetzt, was man noch hätte beweisen sollen, um ihm mathematische Evidenz zu verleihen — nämlich, dass man dabei stillschweigend voraussetzt, diese Vorstellung des durchaus großen oder durchaus vollkommenen Wesens sei möglich und enthalte keinen Widerspruch'' «</span>. Diesen unvollständigen Beweis hat GÖDEL im 1. Beweisgang mit dem ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleiteten, und als widerspruchfrei bewiesenen, Korollar-1 vervollständigt. Dieses Korollar ist nur vom logischen Axiom-1 und von der mathematischen Äquivalenz der Perfektionen, <span style="color:#00B000">(der Transzendentalia)</span>, im Axiom-2 ,abhängig‘, und nicht mehr von der methodologischen Kalkül-Prämisse, dem traditionellen GOTT-Glauben. Damit hat das Theorem ANSELMS die gesuchte <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> erreicht. Zusammenfassung ''':''' Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind konsistent''«</span>, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse im 1. Beweisgang, Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, den, — <u>modal-frei</u> — gewählten, ,angenommenen‘ positiven Eigenschaften. Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT-Sein ist das Wesen GOTTES''«</span>, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse im 2. Beweisgang, Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, dem, — <u>modal-frei</u> — gewählten, ,angenommenen‘ GOTT-Glauben der Christen. Im Unterschied dazu ist im 3. Beweisgang, im Theorem-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, der Glaube, dass es einen GOTT notwendig gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, die logische Konsequenz aus dem, — <u>modal-notwendig</u> — als widerspruchsfrei ,bewiesenen‘, Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, im 1. Beweisgang, <span style="color:#00B000">(auch im Beweisgang ,Widerlegung‘ im Anhang)</span>. Somit ist das Theorem ANSELMS, mit Korollar-1, nur vom logischen Axiom-1 der Widerspruchsfreiheit, und der paarweisen, mathematischen Äquivalenz beliebiger positiver Eigenschaften, <span style="color:#00B000">(aller Transzendentalia)</span>, im Axiom-2, abhängig. Damit ist die Bedingung für die geforderte, spezielle <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span>, und auch für die Widerspruchsfreiheit im Theorem ANSELMS erfüllt; unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. ====<div class="center"><span style="color:#660066">Widerlegung</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDEL-Kalkül : der Möglichkeitsbeweis als Widerlegung des Nicht-GOTT-Glaubens</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe_____________ „Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.1)} & \quad P \neg X \;\Longrightarrow\;\ \neg P\ X\ & \ & \text{„Wenn die Negation von X positiv ist, dann ist X nicht positiv“} \\ \text{(Axiom 2)} & \quad \Box \;\forall x (\ X\ x \Longrightarrow \ Y\ x) \Longrightarrow \ P\ Y & \ & \text{„Die Eigenschaft Y in allen x, die aus der Eigenschaft X in allen x} \\ \text{ } & \quad & \ & \; \; \text{mit modaler Notwendigkeit folgt, ist eine positive Eigenschaft“} \\ \text{(Korollar-1)} &\quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{ } \\ \text{ } & \text{„Es ist möglich, dass es den GOTT der Christen gibt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} & \quad \; \neg \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{ AE: „Es ist unmöglich, dass es diesen GOTT gibt“ (dezidierter Atheismus)} \\ \text{02} & \quad (\neg x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, nicht mit x identisch zu sein“ :: (ungleich)} \\ \text{03} & \quad (\ x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, mit x identisch zu sein“ :: (gleich)} \\ \text{04} & \quad \neg\neg \Box \neg \exists x \ G \ x \ & \ & \text{:01:[ ◇A ↔ ¬□¬A ] :: (Modalregel) } \\ \text{05} & \quad \neg\neg \Box \neg\neg \forall x \neg \ G \ x \ & \ & \text{:04:[ ∃xA ↔ ¬Ɐx¬A ] :: (Quantorenregel) } \\ \text{06} & \quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall x \neg G \ x \ & \ & \text{:05:NEG :: [ ¬¬A↔A ] :: (Gesetz der Aussagenlogik) } \\ \text{07} & \quad \Box \; \forall x \neg G \ x \Leftrightarrow\ W & \ & \text{:01:06:[ (:01:↔W) → (├:06:↔W) ] :: (Kalkülregel) } \\ \text{08} & \quad \Box \; \forall x \ G \ x \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:07:[ (¬A↔W)↔(A↔F) ] :: (Regel für Wahrheitswerte)} \\ \text{ } & \text{„Jeder GOTT-Glaube ist ganz sicher falsch ! “} & \ & \Longleftarrow\; \text{die logische Konsequenz aus der Prämisse :01: !} \\ \text{09} & \quad \ (\neg x = x ) \Leftrightarrow \ F \; \ & \text { } & \text{Xx:02:Instanz(X:=(¬x=..)) ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{10} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \text { } & \text{:08:09:[ (:08:↔F) → (:09:↔F) ] :: „ex falso sequitur quotlibet“} \\ \text{11} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow \; (\neg x = x)) \Rightarrow \; P (\neg x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(X:=G):Instanz(Y:=(¬x= ..)) } \\ \text{12} & \quad \ P (\neg x = .. ) & \ & \text{:10:11:[ Modus ponens ] :: [ A→B, A ├ B ]} \\ \text{13} & \quad \ P (\neg x = .. )\;\Rightarrow\ \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{(A1.1):Instanz(X:=(x=..))}\\ \text{14} & \quad \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{:12:13:[ Modus ponens ] :: (log. Schlussregel)}\\ \text{15} & \quad \ (x = x ) \Leftrightarrow \ W \; \ & \ & \text{Xx:03:Instanz(X:=(x=..)) ⇒ Tautologie !} \\ \text{16} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \ & \text{:08:15:[ (:08:↔F) → (:15:↔W) ] :: „ex falso sequitur etiam verum“} \\ \text{17} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (x = x)) \Rightarrow \ P (x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(X:=G):Instanz(Y:=( x= ..))} \\ \text{18} & \quad \ P (\ x = .. )\ & \ & \text{:16:17:[ Modus ponens ]}\\ \text{19} & \quad \text{ ├ }\; (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:14:18:[ Konjunktion ] ⇒ Kontradiktion !}\\ \text{20} & \quad \neg \Diamond \; \exists x \ G \ x \Rightarrow (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) & \ & \text{:01:19:[ ├A├B╞ A→B ] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''}\\ \text{ } & {\color{RedOrange}\text{Der Atheismus führt zu einem logischen Widerspruch ! }} & \ & \Longleftarrow\; \text{was mit Term :20: bewiesen ist !} \\ \text{21} & \quad \neg\neg \Diamond \; \exists x \ G \ x & \ & \text{:20:19:[ Modus tollendo tollens ] :: [ A→B,¬B ├ ¬A ]}\\ \text{22} & \quad \; \Diamond \; \exists x \ G \ x & \ & \text{:21:NEG }\\ \text{(Korollar-1)} & \;\text{„Es ist definitiv möglich, dass es diesen GOTT gibt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war !} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-7 ''':''' Dieser Beweisgang geht prinzipiell von der Existenz GOTTES, <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span>, aus, wobei aber die Möglichkeit seiner Existenz, und damit die Sinnhaftigkeit des Glaubens an GOTT, durch die Prämisse :01: in Frage gestellt wird, und daher im Kalkül überprüft werden soll. Denn mit der Behauptung der Existenz allein ist es nicht getan. Es muss auch seine Möglichkeit, d.h. die Sinnhaftigkeit des Glaubens an GOTT aufgewiesen werden. LEIBNIZ hat als erster, <span style="color:#00B000">(nach ANSELM)</span>, dieses Problem gesehen, und GÖDEL hat dafür eine Lösung gefunden. Dieser Beweisgang, <span style="color:#00B000">(analog zum Möglichkeitsbeweis von Günther J. WIRSCHING konzipiert)</span>, setzt in den Axiomen, genau wie im 1. Beweisgang, die Existenz von etwas <span style="color:#FF6000">„Positiven“, „Perfekten“, „Vollkommenen“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ,'''P'''‘ —</span>, allgemein für die Welt voraus, <span style="color:#00B000">(das im Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ,'''PG'''‘ —</span>, GOTT ultimativ zugeordnet wird ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist absolut positiv, perfekt und vollkommen''«</span>)</span>; was im 2. Beweisgang mit Term :13: als widerspruchsfrei, <span style="color:#00B000">(als ,wahr‘ und ,annehmbar‘ im Kontext des christlichen Glaubens)</span>, schon ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> worden ist. Die Existenz der ,Transzendentalien‘ in der Welt ist ein allgemeines Faktum; ihre Existenz auch in GOTT ist mit dem Term :13: des 2. Beweisganges bewiesen, die jedoch im Unendlichen, GOTT, als Transzendentalia, auch in ,ultimativer‘ Form vorliegen. Axiom-1 ,besagt‘, dass Eigenschaften nicht zugleich, vollkommen und nicht vollkommen, sein können. Axiom-2 ,besagt‘, dass, allgemein, alle Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(alle Transzendentalien)</span>, gleichwertig, <span style="color:#00B000">(mathematisch äquivalent)</span>, sind. <span style="color:#00B000">(Axiom-2 wird hier um das GÖDEL-Konjunkt <span style="color:#4C58FF">— ,'''PX'''‘ —</span> verkürzt dargestellt. Damit ist auch Axiom-3 für diesen Beweisgang unnötig geworden, ohne dass sich wegen dieser Kürzung am Ergebnis etwas ändert.)</span> Die Eigenschaft <span style="color:#4C58FF">— (¬x=..) —</span> ,besagt‘, dass GOTT ,unvergleichlich‘ ist, wenn <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> für GOTT steht. <span style="color:#00B000">(Der informelle Term, <span style="color:#4C58FF">— (¬x=..) —</span>, ersetzt hier, wie bei A. FUHRMANN, den formal korrekten Abstraktionsausdruck ''':''' <span style="color:#4C58FF">— λy.(¬x=y) —</span>, aus dem Lambda-Kalkül.)</span> Der Term :16: <span style="color:#4C58FF">— (x=x) ↔ W —</span> steht für die Selbstbezeichnung des GOTTES-JHWH in Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin‘''«</span>. Der GOTT der abendländischen, christlichen Tradition wird mit <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span> bezeichnet ''':''' d.i. der <span style="color:#FF6000">„GOTT der Christen“</span>, entsprechend der ,methodologischen‘ Prämisse und der ,Genese‘ des Kalküls, syntaktisch formalisiert in der Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''ist genau dann GOTT'', <span style="color:#4C58FF">,'''G'''‘</span>, ''wenn es alle Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">,'''P'''‘</span>, ''in sich schließt''«</span>, nach der Vorgabe von LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>. Mit Korollar-1 hat dieser Beweisgang dasselbe Endergebnis, wie der 1. Beweisgang. Der Beweis, dass der dezidierte Atheismus zu einem logischen Widerspruch führt, und damit falsch ist, ist ein Zwischenergebnis in diesem Beweisgang, und begründet mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, und unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung, den, von LEIBNIZ gesuchten, Möglichkeitsbeweis für die Existenz GOTTES im Argument des Erzbischofs, und bestätigt damit die Sinnhaftigkeit des GOTT-Glaubens. Einmal Axiom-1 und zweimal Axiom-2 sichern hier das Ergebnis des Kalküls ''':''' das Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es ist definitiv möglich, dass es den GOTT der Christen gibt''«</span>. Diese zwei Axiome sind die einzigen, und modal-notwendigen, d.h. die transzendentalen Voraussetzungen und Bedingungen für das Endergebnis ''':''' der Widerspruchsfreiheit und Sinnhaftigkeit des Glaubens der Christen an GOTT; <span style="color:#00B000">(dasselbe gilt natürlich auch für die <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Weltanschauung jeder monotheïstischen Religion '''!''' Dem Erzbischof ANSELM ging es damals nur um seinen Glauben an GOTT.)</span>. Die Logik-Regel <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„ex falso sequitur quotlibet, etiam verum“</big></span></span>, <span style="color:#00B000">(‚Aus Falschem folgt irgendetwas, auch Wahres‘)</span>, ist der scholastische Ausdruck für die ‚Implikation‘ <span style="color:#00B000">(Folgerung)</span> von Aussagen, die nur dann falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist, wenn das Antezedens wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, und die Konsequenz falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist. Andernfalls ist sie immer wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, auch wenn die Voraussetzung falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist ''':''' ‚Modern‘ darstellbar durch die ‚Wahrheitswertetafel‘ für die ‚materiale Implikation‘, <span style="color:#4C58FF">— ,(A → B)‘ —</span> <span style="color:#FF6000">„wenn A, dann B“</span>. Damit ist auch der <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ] </span> verstehbar; <span style="color:#00B000">(vgl. die vierte Zeile der ‚materialen Implikation‘)</span>. Der positive hypothetische Syllogismus ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ Modus ponendo ponens ] :: [ A → B, A ├ B ] </span> ist aus der ersten Zeile ablesbar. Die folgende Tabelle gibt für jeden ,Wahrheitswert‘ der Aussagen <math>A</math> und <math>B</math> das Resultat einiger zweiwertiger Verknüpfungen an ''':''' {|class="wikitable hintergrundfarbe2" style="text-align:center;" |- !colspan="2"|''Belegung''!!Konjunktion!!Disjunktion!!materiale<br /> Implikation!!Äquivalenz<br /> Bikonditional!!kopulative<br /> Konjunktion |- !<math>A</math> !<math>B</math> !<math>A</math> und <math>B</math> !<math>A</math> oder <math>B</math> !wenn <math>A</math> dann <math>B</math> !sowohl <math>A</math> als auch <math>B</math> !entweder <math>A</math> oder <math>B</math> |- !W!!W |W||W||W||W||F |- !W!!F |F||W||F||F||W |- !F!!W |F||W||W||F||W |- !F!!F |F||F||W||W||F |} <span style="color:#00B000">(Eine ‚Konjunktion‘ ist nur dann ,wahr‘, wenn beide Aussagen einer ‚Konjunktion‘ wahr sind. Eine ‚kopulative Konjunktion‘ ist nur dann ,wahr‘, wenn entweder die eine, oder die andere Aussage der ‚kopulativen Konjunktion‘ wahr ist. Es besteht also eine Wenn-Dann-Verbindung zwischen beiden Aussagen — eine ,Kopplung‘. Das ist die logische Grundlage von Axiom-1 im GÖDEL-Formalismus)</span> Um das Widersprüchliche der ,Annahme‘ nachzuweisen, dass positive Eigenschaften ,nicht konsistent‘ seien, <span style="color:#00B000">(im 1. Beweisgang)</span>, bzw. um das Falsche und Sinnwidrige der ,Annahme‘ klarzustellen, es sei ,unmöglich‘, dass es einen GOTT gibt, <span style="color:#00B000">(hier, in der Widerlegung)</span>, verwendet das GÖDEL-Kalkül den Gegensatz ''':''' wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span>, zwischen der dritten und vierten Zeile der Wahrheitswertetafel für die ,materiale Implikation‘, entsprechend der Regel <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„ex falso sequitur quotlibet, etiam verum“</big></span></span>, jeweils mit der Hilfe von Axiom-1 und Axiom-2; hier unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. Im Gegensatz dazu, wird, <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, aus dem Glauben an GOTT, mit einer <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, speziell mit Axiom-1, das Widersprüchliche in der ,Annahme‘ nachgewiesen, es gäbe in GOTT <span style="color:#FF6000">»''keine Vollkommenheit, nichts Positives, nichts Perfektes''«</span>, d.h. keine ,Transzendentalia‘. In dieser <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, im 2. Beweisgang, wird vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span> ''':''' es gibt den GOTT der Christen, <span style="color:#00B000">(als Prämisse :01:)</span>, der ,unvergleichlich‘ und ,einzigartig‘ ist, und in dem auch alle ,Transzendentalia‘ <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ,eins‘ sind, entsprechend Axiom-2. Für KANT kann ein Widerspruch nur in den Prädikaten eines Satzes entstehen. ::<span style="color:#FF6000">»</span> ''Wenn ich das Prädicat in einem identischen Urtheile aufhebe'', <span style="color:#00B000">[ durch eine Negation ]</span>, ''und behalte das Subject, so entspringt ein Widerspruch''. <span style="color:#00B000">[ Wenn ich sage ''':''' ,''GOTT ist nicht allmächtig''‘, entsteht ein Widerspruch zur richtigen Aussage ''':''' ,''GOTT ist allmächtig''‘. ]</span> … ''Wenn ihr aber sagt ''':''' ,GOTT ist nicht‘, so ist weder die Allmacht, noch irgendein anderes seiner Prädicate gegeben; denn sie sind alle zusammt dem Subjecte aufgehoben'', <span style="color:#00B000">[ negiert ]</span>, ''und es zeigt sich in diesem Gedanken nicht der mindeste Widerspruch.'' <span style="color:#FF6000">«</span><ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 398f; https://www.korpora.org/kant/aa03/398.html</ref> Es ist richtig, wie KANT sagt, der Widerspruch entsteht nicht in dem Gedanken ''':''' ,''GOTT ist nicht''‘. GÖDEL zeigt daher, dass der Widerspruch erst dann entsteht, wenn von der Annahme ausgegangen wird ''':''' '',Es ist unmöglich, dass GOTT ist''‘. Daraus folgt dann ,regulär‘, mit Hilfe von Axiom-1 und Axiom-2, <span style="color:#00B000">(d.h. mit den Theoremen von den Transzendentalien)</span>, die logische ,Möglichkeit‘ GOTTES, unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. Wie LEIBNIZ klar erkannt hat, muss zuerst, aus dem Widerspruch des Gegenteils, die logische ,Möglichkeit‘, <span style="color:#00B000">(die Konsistenz)</span>, der Existenz GOTTES bewiesen werden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, bevor daraus die reale ,Notwendigkeit‘ eines GOTTES abgeleitet werden kann ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>. Dieser Sachverhalt ist jedoch das ausschließliche Spezifikum GOTTES, <span style="color:#00B000">(das <span style="color:#FF6000">»''Privilegium der Gottheit allein''«</span>)</span>, und gilt nur bei GOTT, als dem Unvergleichlichen und Einzigartigen. Dieses ,Spezifikum‘ wird im Theorem ANSELMS abgebildet ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, auf Grund von Axiom-2, das den inneren Zusammenhang, die Koinzidenz auch von ,Möglichkeit‘ und ,Notwendigkeit‘ im Unendlichen, GOTT, erkennen lässt. Bis Zeile 10, im 3. Beweisgang, reicht der Geltungsbereich der ,modal‘-frei gewählten Kalkül-Prämisse :01:, der ,methodologische‘ GOTT-Glaube. In Zeile 11 liegt der ,Schwerpunkt‘ des ontologischen Beweises dann am, — modal als notwendig — ,bewiesenen‘ Widerspruch des Gegenteils zum GOTT-Glauben, <span style="color:#00B000"> (formal-syntaktisch dargestellt als widerspruchfreies Antezedens, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, dem Korollar-1 aus dem 1. Beweisgang)</span>, und nicht mehr am ,angenommenen‘ GOTT-Glauben der Kalkül-Voraussetzung, <span style="color:#00B000">(nun dargestellt als Konsequenz <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> im Theorem ANSELMS)</span>. Damit hat er, — angeregt durch LEIBNIZ, und mit ihm —, die fast einhellig akzeptierte Fehldeutung des ontologisch-<span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Arguments ANSELMS für GOTT durch gewichtige philosophische, <span style="color:#00B000">(KANT<ref>GOTT ist absolut einzigartig und unvergleichlich. KANT macht GOTT jedoch zu einem ,Ding‘ unter den vielen ,Dingen‘ dieser Welt, indem er die Existenz, bzw. das ,Sein‘ GOTTES mit dem ,Sein der Dinge‘ gleich setzt. Eine solche Gleichsetzung ist bei GOTT unangebracht und daher unzulässig! Er verkennt damit die Einzigartigkeit und Besonderheit GOTTES. Das ,Sein‘ der Dinge ist — nach KANT — ,kein reales Prädikat’, d.h. Existenz ist keine Eigenschaft. In GOTT ist ,Sein‘ hingegen ein ,reales Prädikat‘, d.h. Existieren ist die Wesenseigenschaft GOTTES, denn GOTT ist der, der für uns — aus Liebe — immer schon ,da‘ ist, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das ist das, was GOTT für uns ausmacht — sein Wesen.</ref>)</span>, und <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span>, <span style="color:#00B000">(THOMAS<ref>GOTT ist absolut einzigartig und unvergleichlich. THOMAS unterscheidet die ,Natur GOTTES‘ nicht von der ,Natur der Dinge‘, indem er die ,Natur‘ des GOTTES ANSELMS irrtümlich mit der ,Natur‘ der Dinge gleich setzt. Damit reiht er GOTT unter die vielen Dinge unserer Welt ein: GOTT ,esse in rerum natura‘, d.h. wörtlich, dass der GOTT ANSELMS in der ,Natur‘ der Dinge existiert. Eine solche Gleichsetzung ist bei GOTT unangebracht und daher unzulässig! Die ,zeitlose-überzeitliche‘ Wirklichkeit, (Natur), GOTTES ist völlig verschieden und unabhängig von der zufälligen Wirklichkeit, (die ,Natur‘), unserer ,raum-zeitlichen‘ Welt. Daher ist sie mit dieser auch nicht vergleichbar.</ref>)</span>, Autoritäten zurechtgerückt, welche die Einzigartigkeit und Unvergleichlichkeit des Unendlichen, GOTT, bei ihrer Beurteilung des Theorem ANSELMS nicht berücksichtigt haben, sondern den Unendlichen, <span style="color:#00B000">(irrtümlich)</span>, unter die endlichen Dinge unserer Welt eingereiht haben. GÖDEL hat mit dem bewiesenen Widerspruch des Gegenteils zum GOTT-Glauben, den Beweis für die <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> des Theorem ANSELMS geliefert, was, nach LEIBNIZ, für die Akzeptanz dieses Theorems noch gefehlt hat. Das Theorem ANSELMS besagt universell ''':''' Die <span style="color:#FF6000">»''theologische Weltanschauung''«</span> der Juden, Christen und Muslime, die ,annehmen‘, dass es mit ,Notwendigkeit‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□'''‘ —</span> <span style="color:#00B000">(nur)</span> einen GOTT gibt, ist logisch richtig und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, weil es <u>ohne Widerspruch</u> ,denkbar‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇'''‘ —</span> ist, dass es GOTT gibt ''':''' Nicht mehr und nicht weniger, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>. Es geht hier bei GÖDEL nicht um Theoriefindung oder ähnliches. GÖDEL ist kein Theoretiker. GÖDEL ist Logiker und Mathematiker. Was er sagt, ist mathematisch wahr und logisch richtig. Wenn er sagt, dass die Aussage ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ — »''wahr''«</span> ist ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es ist möglich, dass es Gott gibt, wegen Axiom-2 (und Axiom-1)''«</span>, dann spricht er hier von der mathematischen Wahrheit. Logischerweise ist dann die konträre Aussage ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ — »''falsch''«</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es ist nicht möglich, dass es einen Gott gibt''«</span>, und zwar mathematisch falsch, weil sich aus dieser Aussage ein Widerspruch ergibt. Jeder, der die mathematische Logik GÖDELS lesen kann, kann das sehen und verstehen ''':''' Das Zwischenergebnis, <span style="color:#00B000">(Term :20:)</span>, in dieser Kalkül-Ableitung, die logische Konsequenz aus der Annahme des dezidierten Atheismus, es sei unmöglich, dass es GOTT gibt, ist der faktische, nachprüfbare, und für jeden Menschen sichtbare Beweis dafür, dass diese Annahme in einen Widerspruch mündet, und damit falsch und unlogisch ist. Das bedeutet, es ist eine Tatsache, bzw. es ist Faktum, dass der Atheismus, — mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span> —, wirklich falsch und unlogisch ist, und daher als ,Unsinn‘ bezeichnet werden darf '''!''' Das ist nicht bloß als eine Theoriefindung, oder als eine Interpretation eines Autors zu verstehen. Das ist vielmehr genau so wahr und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, wie, dass zwei mal zwei vier ergibt, und wirklich genau so logisch richtig, wie, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Das ist gerade das Überraschende und Unerwartete am Gödel-Kalkül. Es geht hier nicht mehr um Theoriefindung oder Interpretationen, denen man zustimmen kann oder nicht. Es geht hier <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span> um mathematisch-logische Fakten. Damit steht GÖDEL in seiner Bedeutung neben KOPERNIKUS. ---- Kurt GÖDEL ist schon deswegen ein Ausnahmelogiker. ---- ===<div class="center"><span style="color:#660066">Epilog für Skeptiker</span></div>=== Wenn man das GÖDEL Argument genau liest, dann ist nur die Annahme ''':''' <span style="color:#FF6000"> „es ist möglich, dass es GOTT gibt“</span> bewiesen, weil aus der Annahme ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist unmöglich, dass es GOTT gibt“</span> ein logischer Widerspruch ableitbar ist. Die Aussage ''':''' <span style="color:#FF6000">„es gibt GOTT“</span> ist dagegen schon eine Glaubensaussage, und damit ist das auch die ,Grundannahme‘ eines gläubigen Menschen, der dann aus der ,bewiesenen Möglichkeit‘, dass es Gott gibt, ableiten kann ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es gibt GOTT wirklich''«</span>, wenn er will ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es stimmt also, was ich glaube '''!''''' «</span> Das ist das Argument ANSELMS, der ein christlicher Amtsträger war, und der daher von dieser Grundannahme auch ausgeht. Solange in den Voraussetzungen des Möglichkeitsbeweises im Gödel-Kalkül kein Widerspruch nachweisbar ist, und solange in der logischen Durchführung keine schweren Mängel festgestellt werden können, ist das Ergebnis des Möglichkeitsbeweises, wie GÖDEL ihn durchgeführt hat, korrekt, und die Folgerungen daraus, logisch richtig, dass es sich hier um <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> handelt, <span style="color:#00B000">(z. B. wie 2 x 2 = 4)</span>. Aber niemand ist gezwungen, aus der Möglichkeit, dass es GOTT gibt, daraus zu schließen, dass es GOTT auch mit Notwendigkeit gibt, wie das im Argument ANSELMS geschieht, außer, er akzeptiert auch die Grundannahme, dass es den Unendlichen und Unvergleichlichen tatsächlich gibt. Dann kann er mit LEIBNIZ, der selbst an GOTT geglaubt hat, mit Bestimmtheit sagen ''':''' <span style="color:#FF6000">»''gesetzt, dass GOTT möglich ist, so ist er, was das Privilegium der Gottheit allein ist''«</span>, weil GÖDEL mit seinem Kalkül den noch ausstehenden Beweis der Widerspruchsfreiheit dafür geliefert hat. Wenn Du den 3. Beweisgang des GÖDEL-Kalküls genauer anschaust, dann siehst Du, dass der Konsequenz-Teil im Argument ANSELMS, der identisch ist mit dem Term in der Zeile 10, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, immer noch formallogisch abhängig ist von der methodologischen Glaubens-Prämisse, Term :01:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„das x steht für den Gott der Christen“</span>, was bis zur Zeile 10 offensichtlich korrekt ist. <span style="color:#00B000">(Man könnte nach dieser Zeile, ohne Weiteres, ,regulär‘ die <span style="color:#FF6000">„logische Implikation”</span> :: <span style="color:#4C58FF">[├ A ├ B ╞ A→B ]</span> mit Term :01: und Term :10: als ein mögliches Korollar bilden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→□∃xGx'''‘ — </span>)</span>. Das bedeutet, der Konsequenz-Teil im Theorem ANSELMS, der in diesem Korollar an zweiter Stelle steht, ist damit in seiner Formal-Struktur offensichtlich ,regulär‘ von der Glaubens-Prämisse, Term :01:, abhängig, d.h. er ist der Ausdruck einer Glaubensüberzeugung. Im Theorem ANSELMS steht er jetzt in der Zeile 11 als Konsequenz-Teil auch an zweiter Stelle, hat aber nicht mehr seine Glaubens-Prämisse als notwendige Bedingung an erster Stelle vor sich, wie im ,regulär‘-möglichen Korollar. Jetzt steht eine neue und andere Voraussetzung als Begründung vor ihm. Der Schwerpunkt des Argument ANSELMS liegt damit am Begründungs-Teil des ANSELM-Theorems, der jetzt die erste Stelle im Theorem einnimmt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist möglich, dass es GOTT gibt“</span>, der erst dadurch entstanden ist, und davon abhängig ist, weil sein Gegenteil ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist unmöglich, dass es GOTT gibt“</span>, zu einem Widerspruch geführt hat. Dieser Begründungs-Teil, das Antezedens, im Argument ANSELMS, ist daher nicht mehr von der methodologischen Glaubens-Prämisse, Term :01:, abhängig, sondern nur vom Axiom-1, der Widerspruchsfreiheit, und von der paarweisen, mathematischen Äquivalenz beliebiger positiver Eigenschaften im Axiom-2, die im 1. Beweisgang, bzw. im Beweisgang ,Widerlegung‘, mit dem <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ]</span>, die Widerspruchsfreiheit des GOTT-Glaubens mit Notwendigkeit herbeigeführt haben. Daraus ergibt sich eine logische Verschiebung in der Argumentationskette, denn dieser Begründungs-Teil, der jetzt die Widerspruchsfreiheit für den Konsequenz-Teil liefert, ist selbst unabhängig und frei von jeder Glaubensüberzeugung. Weil widerspruchsfrei und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, muss er als logische Begründung für die Widerspruchsfreiheit des Konsequenz-Teils gelesen werden, und damit bestätigt er die Widerspruchsfreiheit der Glaubensüberzeugung eines gläubigen Menschen, <span style="color:#00B000">(was auch das Ziel ANSELMS war)</span>. Das heißt also ''':''' der Glaube dieses Menschen ist widerspruchsfrei und sinnvoll, und enthält keinen Zirkelschluss, weil sein Gegenteil, der Nicht-GOTT-Glaube, zu einem Widerspruch führt; <span style="color:#00B000">(das hat GÖDEL mit seinem Kalkül-System bewiesen, dessen Argumentationskette mit einem Computer-Programm, dem sog. ,Theorembeweiser‘, überprüft worden ist, und als <span style="color:#FF6000">»''nachweisbar korrekt''«</span> befunden wurde)</span>. Das Theorem ANSELMS beweist, nach GÖDEL, dass der Glaube an GOTT, mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span> notwendig widerspruchsfrei und sinnvoll ist, weil der Nicht-GOTT-Glaube notwendig zu einem Widerspruch führt. Das Theorem beweist jedoch nicht, dass die Existenz GOTTES notwendig sei, <span style="color:#00B000">(wie es fast immer fälschlich gelesen wurde und wird)</span>, sondern, das Theorem geht einfach davon aus, als nicht hinterfragtes Faktum, dass GOTT notwendig schon existiert, und beweist, dass diese Glaubens-Annahme widerspruchsfrei und sinnvoll, und <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar ist''«</span>. Zusammengefasst heißt das konkret ''':''' Wenn Du an GOTT glauben willst, dann kannst Du das unbedenklich tun, denn Dein Glaube ist auch logisch in der <u>bewiesenen Möglichkeit</u>, dass es GOTT geben kann, begründet, und damit widerspruchsfrei, sinnvoll und kein Zirkelschluss. Dein Glaube an GOTT beruht jedoch, nach wie vor und in erster Linie, auf Deiner freien Entscheidung für GOTT, und nicht auf dem Zwang einer ,logischen‘ Argumentation. Wenn Du nicht an GOTT glauben willst, dann <u>musst Du, und sollst Du, auch nicht deswegen</u>, weil der Atheismus zu einem Widerspruch führt, und damit falsch ist, an GOTT glauben. Denn der Glaube an GOTT muss immer eine freie und Deine ganz persönliche Entscheidung für GOTT sein und bleiben. Niemand darf zum Glauben an GOTT gezwungen werden, auch nicht mit ,logischen‘ Argumenten. Warum '''?''' Weil GOTT die Liebe ist '''!''' Und die Liebe duldet keinen Zwang '''!''' ---- ---- ;Fußnoten <references /> q6o5lagouqtorght231whfoekl62g7b 1085356 1085352 2026-05-10T14:44:17Z Santiago 19191 /* Kurt GÖDEL und der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘ */ Leerzeilen 1085356 wikitext text/x-wiki [[Kategorie: Buch]] {{Regal|ort=Philosophie}} {{Vorlage:StatusBuch|9}} ==<div class="center"><span style="color:#660066">'''Kurt GÖDEL und der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘'''</span></div>== <span style="font-family: Times;"><big><div class="center">לַמְנַצֵּ֗חַ לְדָ֫וִ֥ד אָ֘מַ֤ר נָבָ֣ל בְּ֭לִבּוֹ אֵ֣ין אֱלֹהִ֑ים הִֽשְׁחִ֗יתוּ הִֽתְעִ֥יבוּ עֲלִילָ֗ה אֵ֣ין עֹֽשֵׂה־טֽוֹב׃ (Psalm 14,1)</div></big></span> ---- ===<div class="center"><span style="color:#660066">Vorwort</span></div>=== Zur Orientierung ''':''' Die Diskussion um GOTT läuft schon über zweitausend Jahren. Vor etwa tausend Jahren hat sich ein gewisser ANSELM gesagt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Ich glaube an GOTT'' … <span style="color:#00B000">(sonst wäre er sicher nicht Erzbischof von Canterbury geworden)</span> … ''aber ich möchte auch wissen und verstehen, ob das stimmt und sinnvoll ist, was ich da glaube '''!''''' «</span> Dann hat er seine Überlegungen dazu aufgeschrieben, und das kann man in seinen Schriften auch heute noch lesen. Der sehr geschätzte deutsche Professor und Philosoph aus Königsberg, Immanuel KANT, hat das, was ANSELM da aufgeschrieben hat, gelesen, <span style="color:#00B000">(vermittelt durch CARTESIUS)</span>, und das dann den <span style="color:#FF6000">„ontologischen Gottesbeweis“</span> genannt, <span style="color:#00B000">(obwohl es in Wirklichkeit gar kein Gottesbeweis ist; genauer ''':''' es ist kein Beweis für die Existenz GOTTES)</span>, und dieser große KANT hat dann großartig bewiesen, das, was ANSELM da aufgeschrieben hat, sei falsch. Es sei <span style="color:#FF6000">„ja gar kein“</span> Gottesbeweis '''!''' <span style="color:#00B000">( Naja, was denn sonst '''?''' )</span> Wobei er den Fehler gemacht hat, dass er den, an sich, unvergleichbaren GOTT mit hundert Talern in seinem Vermögenszustande verglichen hat. <span style="color:#00B000">(Das ist aber eine andere Geschichte.)</span> Hundert Taler und GOTT haben ,an sich‘ nichts gemeinsam, außer, wenn KANT ,wirklich‘ hundert Taler hat, und GOTT auch ,wirklich‘ existiert, <span style="color:#00B000">(wie ANSELM und gläubige Menschen glauben)</span>, dann gibt es GOTT und die Taler eben ,wirklich‘. Aber damit ist man nicht schlauer geworden. Seit KANT läuft die ganze Diskussion um GOTT immer nur als Diskussion um den <span style="color:#00B000">(von KANT)</span> so genannten <span style="color:#FF6000">„ontologischen, <span style="color:#00B000">(kosmologischen, teleologischen etc.)</span> Gottesbeweis“</span> — obwohl es niemals einen Beweis für die Existenz GOTTES geben kann und niemals geben wird. <span style="color:#00B000">(Das haben Wissenschaftler jeder Richtung und Philosophen aller Weltanschauungen uns immer wieder nachdrücklich versucht zu sagen, weil keiner dieser sog. Beweise für die Existenz eines GOTTES stringent ist.)</span> Beweisen kann man die Existenz von Naturgesetzen. Die sind unveränderlich und fix, immer und überall. Jeder vernünftige Mensch muss sie akzeptieren. Man kann darüber nicht diskutieren und sie dann mit Mehrheitenbeschlüsse verändern. Wenn GOTT ebenso bewiesen werden könnte, dann wäre jeder vernünftige Mensch gezwungen, die Existenz GOTTES wie ein Naturgesetz anzunehmen. Gott ist aber kein Naturgesetz. GOTT ist <span style="color:#FF6000">„Person“</span>, — für Christgläubige ''':''' <span style="color:#FF6000">„ein GOTT in drei Personen“</span>. Und GOTT ist <span style="color:#FF6000">„Geist“</span>. Das besagt, dass GOTT nicht mit materiellen Dingen aus unserer Welt verglichen werden darf; <span style="color:#00B000">(was sowohl THOMAS von Aquin als auch Immanuel KANT doch getan haben)</span>. Und ganz wesentlich ''':''' der Zugang zu GOTT läuft nicht über den Beweis, sondern immer nur über den Glauben. Wer an GOTT glauben will, dem antwortet GOTT auf seine Weise — nämlich <span style="color:#FF6000">„geistig“</span> bzw. <span style="color:#FF6000">„geistlich“</span>. Wer nicht an GOTT glauben will, dessen Entscheidung respektiert GOTT, und drängt sich nicht auf. Glaube ist immer eine freie Entscheidung des Menschen für GOTT. Niemand darf gezwungen werden. Wenn es einen Beweis für GOTT gäbe, wäre jeder vernünftige Mensch gezwungen, an GOTT zu glauben. Und das widerspricht ganz entschieden der Freiheit des Glaubens. Daher gibt es nie und nimmermehr einen Existenzbeweis für GOTT '''!!!''' ... Daher darf man das Kalkül des Logiker GÖDEL, <span style="color:#00B000">(und damit auch das Theorem ANSELMS)</span>, nicht als einen Existenzbeweis für GOTT lesen. Sowohl ANSELM als auch GÖDEL setzen die Existenz GOTTES notwendig als gegeben voraus. Das GÖDEL-System, und auch das Theorem ANSELMS, sind bloß die logische Bestätigung der Widerspruchsfreiheit der Glaubensüberzeugung eines Menschen, der sich schon entschieden hat, an GOTT zu glauben; und nicht der Grund für seine Entscheidung. Alle sogenannten ,Gottesbeweise‘, sind in Wirklichkeit nichts anderes, als nachträgliche Evaluierungen eines GOTT-Glaubens, bzw. ,Wege‘, <span style="color:#00B000">(bei THOMAS von Aquin)</span>, die aufzeigen, dass der GOTT-Glaube widerspruchsfrei, sinnvoll, und <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar ist''«</span>, wie GÖDEL sagt. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Einleitung</span></div>=== Eine Studie zum GÖDEL-Kalkül. Der Logiker Kurt GÖDEL <span style="color:#00B000">(1906-1978)</span> hat mit diesem Kalkül eine moderne Rekonstruktion des, <span style="color:#00B000">(von KANT)</span>, so genannten ‚ontologischen Gottesbeweises‘ nach ANSELM von Canterbury auf modal-logischer Basis vorgelegt. Damit hat er die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> auf eine ‚vernünftige Basis‘ gestellt, d.h. sie soll für jeden Menschen nachvollziehbar sein, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>, wie er sagt. GÖDEL ,nimmt‘ als Logiker, angeregt durch den Philosophen und Mathematiker Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, rein theoretisch, fürs Erste, einmal ‚an‘, <span style="color:#00B000">(als Prämisse, d.i. der Term :01: im 3. Beweisgang zum Theorem ANSELMS im Anhang)</span>, dass es GOTT gibt ''':''' d.i. ein sog. ,methodologischer GOTT-Glaube‘, und untersucht die logischen Konsequenzen. Dabei zeigt sich, beim genaueren Hinsehen, dass der ‚Nicht-GOTT-Glaube‘, der ‚dezidierte‘ Atheismus, <span style="color:#00B000">(im Möglichkeitsbeweis des Kalküls)</span>, überraschender Weise, zu einem Widerspruch führt, und damit logisch ,falsch‘ ist. Jedoch, GÖDEL kann und will mit seinem Kalkül keinen ,GOTT-Glauben‘ ,erzeugen‘, d.h. das GÖDEL-Kalkül ist kein <span style="color:#FF6000">„Existenz-Beweis"</span> für den GOTT der Bibel, sondern, es setzt die Existenz eines GOTTES, einfach als gegeben, schon voraus. GÖDEL beweist aber mit seinem System, dass der traditionelle abendländische ,GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span>, <span style="color:#00B000">(d.i. die Kalkül-Prämisse, und das, daraus ,regulär‘ (├ ) abgeleitete, Theorem ANSELMS)</span>, mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span> <span style="color:#00B000">(d.h. logisch ,richtig‘)</span> ist, im Gegensatz zum ,Nicht-GOTT-Glauben‘, der davon ausgeht, dass es keinen GOTT gibt. GÖDEL beweist mit seinem System ''':''' der traditionelle GOTT-Glaube ist, — mit mathematisch-logischer Evidenz —, widerspruchfrei und wahr. <span style="color:#00B000">(Der Beweis aus dem Widerspruch des Gegenteils ist ein ,indirekter Beweis‘ und kein ,Zirkelbeweis‘ '''!''' )</span> GÖDEL blieb bis zu seinem Tod ohne ein dezidiertes religiöses Bekenntnis. <span style="color:#00B000">(Das Leben ist nicht immer ,logisch‘.)</span> Entsprechend der <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> ist GOTT der Größte, <span style="color:#FF6000">»''über dem nichts Größeres mehr gedacht werden kann''«</span>, <span style="color:#00B000">(ANSELM)</span>; bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>, <span style="color:#00B000">(LEIBNIZ)</span>, und der für uns immer schon ,da‘ ist. Das ist die methodologische Prämisse des GÖDEL-Kalküls. Davon ausgehend, zeigen seine Axiome und Definitionen, dass es zu einem Widerspruch führt, falls man ,annimmt‘, es sei nicht möglich, dass es <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> gibt. Aus dem Widerspruch des Gegenteils wird von GÖDEL, mit dem <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ]</span>, dann ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> ''':''' es ist doch möglich, dass es <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> wirklich gibt. Somit ist der Glaube an <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, — weil widerspruchsfrei —, mit den Worten GÖDELS ''':''' <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span>. Immanuel KANT <span style="color:#00B000">(1724-1804)</span> scheint diesen Fall vorausgesehen zu haben, dass versucht werden könnte, die ,Möglichkeit‘ GOTTES aus einem Widerspruch zu ,beweisen‘ ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span> <span style="color:#00B000">[ Angenommen, es gibt ]</span> ''doch einen und zwar nur diesen '''Einen''' Begriff'' <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘, so dass ]</span> ''das Nichtsein oder das Aufheben seines Gegenstandes'' <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''in ,sich selbst‘ widersprechend sei; und dieses ist der Begriff des allerrealsten Wesens. Es hat, sagt ihr, alle Realität'', <span style="color:#00B000">[ bzw. alle Vollkommenheit ]</span>, ''und ihr seid berechtigt, ein solches Wesen als ,möglich‘ anzunehmen'' ... <span style="color:#00B000">[ denn das GÖDEL-Kalkül ,beweist‘ ( ╞ ) in der ,Widerlegung‘ im Anhang, wie auch im 1. Beweisgang, aus einem Widerspruch, dass die Existenz GOTTES definitiv logisch ,möglich‘ ist. ]</span> … ''obgleich der sich nicht widersprechende'', <span style="color:#00B000">[ ,mögliche‘ ]</span>, ''Begriff'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘ ]</span>, ''noch lange nicht die'' <span style="color:#00B000">[ reale ]</span> ''Möglichkeit des Gegenstandes'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''beweiset. … Das ist eine Warnung, von der Möglichkeit der Begriffe (logische)'', <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span>, ''nicht sofort auf die Möglichkeit der Dinge (reale)'', <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, ''zu schließen''<ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 399; https://www.korpora.org/kant/aa03/399.html</ref>. <span style="color:#00B000">[ Trotz dieser Warnung, wird dieser Schluss dennoch im Theorem ANSELMS vollzogen, bzw. mit GÖDEL im 3. Beweisgang ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span> '''!''' ]</span>. <span style="color:#FF6000">«</span> Warum das <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span> ist, und inwieweit KANT sich irrt, wird in dieser Studie gezeigt. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Der Schlüsselbegriff im Kalkül</span></div>=== Der ‚Schlüsselbegriff‘ in diesem Kalkül ist <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Perfektion“, „Vollkommenheit“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>. Für diesen wichtigen Begriff gibt es aber im Kalkül selbst keine explizite Definition, sondern er wird nur durch seine Verwendung innerhalb des Kalküls indirekt ‚definiert‘. <span style="color:#00B000">(Das heißt ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''P'''‘ — </span> bezeichnet ein System von ,Eigenschaften‘, die ,positiv‘, bzw. ,vollkommen‘ | ,perfekt‘ | genannt werden, von denen im Kalkül wohl beweisbar ist, dass sie sich gegenseitig ,nicht widersprechen‘, weil sie im System als solche ,gleichwertig‘, bzw. gleich ,wahr‘ sind, jedoch ohne sie erschöpfend aufzählen zu können, oder auch nur sagen zu können, was sie alle im einzelnen bedeuten, außer, dass sie kompatibel sind.)</span> Mit der Wahl dieses Schlüsselbegriffes hat GÖDEL eine wesentliche Vorentscheidung für die Ergebnisse des Kalküls getroffen '''!''' In seinen Notizen zum ‚ontologischen Beweis‘ vom 10. Februar 1970 gibt GÖDEL, — für die nachträgliche Interpretation dieses Begriffes <span style="color:#00B000">(und auch für das Kalkül selbst)</span> —, die richtungsweisende Erklärung ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Positiv bedeutet positiv im moralisch ästhetischen Sinne...''«</span> ::Und er fügt in Klammer hinzu ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»...''(unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt). Nur dann sind die Axiome wahr''.«</span><ref>GÖDEL, Kurt, ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Ontological proof‘</big></span>'' in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Collected Works‘</big></span>'', vol. III, ed. S.FEFERMAN et al., Oxford (U.P.), 1995; 403–404.</ref> GÖDEL-Axiom-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚('''PX <small><math>{ \color{Blue} \dot\lor}</math></small> P¬X''')‘ ↔<span style="color:#00B000"> ‚('''¬PX ↔ P¬X''')‘</span> — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000"> »''Entweder die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">‚'''X'''‘</span> ''oder ihre Negation'' <span style="color:#4C58FF">‚'''¬X'''‘</span> ''ist positiv''«</span>. Hier ist der Hauptkritikpunkt, dass es Eigenschaften gibt, die ,an sich‘ weder positiv noch negativ sind. Beispiele wären ''':''' ‚rothaarig‘ oder ‚schwerwiegend‘; solche Eigenschaften können aber ,für mich‘ entweder positiv oder negativ sein, abhängig von meiner Betrachtungsweise und subjektiven Vorlieben. Diese Eigenschaften, wie ‚rothaarig‘ an sich, oder meine positiv-negativen ‚Betrachtungsweisen‘, sind jedoch der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> entnommen und treffen nicht den <span style="color:#FF6000">»''moralisch ästhetischen Sinn''«</span> von <span style="color:#FF6000">»''positiv''«</span> bei GÖDEL. Er orientierte sich an LEIBNIZ, welcher im Bezug zum ‚ontologischen Beweis‘ definiert ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ GOTTES ]</span> ''nenne ich jede einfache Eigenschaft, die sowohl positiv als auch absolut ist, oder dasjenige, was sie ausdrückt, ohne jede Begrenzung ausdrückt''.«</span><ref>Zitiert nach Thomas GAWLICK, in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Was sind und was sollen mathematische Gottesbeweise ?‘</big></span>'', Predigt vom 8.1.2012 in der Kreuzkirche zu Hannover. https://web.archive.org/web/20130524164359/http://www.idmp.uni-hannover.de/fileadmin/institut/IDMP-Studium-Mathematik/downloads/Gawlick/Predigt_Gawlick_Gottesbeweise.pdf</ref> Die Seins-Eigentümlichkeiten <span style="color:#00B000">(Daseinsmodi, Perfektionen)</span> wie ‚wahr‘, ‚gut‘, ‚edel‘ usw. entsprechen dem <span style="color:#FF6000">»''moralisch ästhetischen Sinn''«</span> von <span style="color:#FF6000">»''positiv''«</span> bei GÖDEL. Das sind Beispiele für ‚absolut‘ positive Begriffe aus der Lehre der Seinsanalogie ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‚verissimum‘, ‚optimum‘, ‚nobilissimum‘</big></span>, usw., die, an sich, ohne jede Begrenzung gelten; zu finden in der <span style="font-family: Times;"><big>‚Via quarta‘</big></span>, bei THOMAS von Aquin, über die analoge Abstufung im ‚Sein‘ der Dinge. Diese analoge ‚Abstufung‘ ist dann die faktische Begrenztheit <span style="color:#00B000">(d.h. Unvollkommenheit)</span> im <span style="color:#FF6000">»''zufälligen''«</span> ‚Sein‘ der Dinge —. Die <span style="color:#FF6000">„positiven Eigenschaften“</span> GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, wie Wahrheit, Einheit, Gutheit, <span style="color:#00B000">(von ,Güte‘)</span>, Schönheit, Adel, <span style="color:#00B000">(von ,edel‘)</span>, Gleichheit, Andersheit, Wirklichkeit, ,Sein‘ im Sinne von Etwas-sein, etc. werden <span style="color:#FF6000">„Perfektionen“</span>, oder auch <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> genannt, <span style="color:#00B000">(von lateinisch ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>transcendere</big></span>, <span style="color:#FF6000">„übersteigen“</span>)</span>. In der mittelalterlichen Scholastik sind Transzendentalien die Grundbegriffe, die allem Seienden als <span style="color:#FF6000">„Modus“</span>, <span style="color:#00B000">(d.h. ,Eigentümlichkeit‘, als allgemeine Seinsweisen)</span>, zukommen. Wegen ihrer Allgemeinheit ,übersteigen‘ sie die besonderen Seinsweisen, welche ARISTOTELES die ,Kategorien‘ nannte. Ontologisch betrachtet, werden die Transzendentalien als das allem Seienden Gemeinsame aufgefasst, da sie von allem ausgesagt werden können. Von der KI werden sie, nicht unpassend, als <span style="color:#FF6000">„ultimative Eigenschaften des Seins“</span> bezeichnet, die <span style="color:#FF6000">„jenseits der materiellen Welt existieren“</span>, <span style="color:#00B000">(da sie ,ultimativ‘ nur von GOTT, als den absolute Vollkommenen, ausgesagt werden können, die jedoch, auch von allen übrigen Seienden, abgestuft, wegen deren seinsmäßigen Unvollkommenheiten, d.h. ,analog‘, ausgesagt werden)</span>. Diese Transzendentalien sind ,inakzident‘, das heißt, sie entstehen nicht aus anderen Begriffen, sondern sind erste, unteilbare Bestimmungen des Denkens und des Seins, die allen Seienden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x'''‘ —</span>, unabhängig von ihren speziellen Eigenschaften, als ,relative‘ Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(bzw. Unvollkommenheiten)</span>, notwendig ,analogisch‘ zukommen, d.h. sie sind in allen Seienden, seinsmäßig abgestuft und abgegrenzt, ,relativ‘ zum Unendlichen ihrer selbst; und damit ,bezogen‘ auf GOTT, dem absolut Vollkommenen. In der Erkenntnisordnung wirken sie als die ersten Begriffe des menschlichen Verstehens, die eine Basis für alle weiteren wissenschaftlichen Erkenntnisse bilden. In der Seinsordnung sind die Transzendentalien ontologisch eins, gleichwertig, <span style="color:#00B000">(,mathematisch äquivalent‘)</span>, und daher konvertierbar, d.h. austauschbar, <span style="color:#00B000">(vgl. z. B. <span style="font-family: Times;"><big>,ens et verum convertuntur‘</big></span>)</span>. Damit sind sie auch von einander abhängig, was GÖDEL sowohl im Axiom-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX ∧ □∀x(Xx→Yx)→PY'''‘ —</span>, für positive Eigenschaften, als auch in der Definition-2, für die Wesenseigenschaften, syntaktisch formalisiert hat mit dem Term-Element ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x(Xx→Yx)'''‘ —</span>, weil sie sich gegenseitig, — mit ,modaler‘ Notwendigkeit —, gleichwertig ,implizieren‘, d.h. einschließen, <span style="color:#00B000">(im Axiom-2 mit der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''x'''‘ — </span>, und in der Definition-2 mit der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''y'''‘ — </span>)</span>. Man kann die Transzendentalia, <span style="color:#00B000">(wie GÖDEL)</span>, auch ,Wesenseigenschaften‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, nennen, weil sie allem Seienden ,wesentlich analog‘ zukommen. Weil Transzendentalien miteinander austauschbar sind, sind sie auch widerspruchsfrei, was GÖDEL mit Axiom-1 syntaktisch darstellt. Die Gültigkeit und Wahrheit, d.h. die mathematisch-logische Evidenz von Axiom-1 und Axiom-2, beruht auf der ontologischen Allgemeinheit und Gültigkeit der Transzendentalia, die GÖDEL mit Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span>, in sein Kalkül explizit eingeführt und ,bestimmt‘ hat. <span style="color:#00B000">(Definitionen werden formal-syntaktisch durch das Äquivalenzzeichen <span style="color:#4C58FF">,'''↔'''‘</span> angezeigt, gelesen als <span style="color:#FF6000">„...ist genau dann ... wenn...“</span>)</span> Zum Überblick ''':''' <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> sind universale, alles Seiende charakterisierende Begriffe, die über kategoriale Einteilungen hinausgehen, und sowohl in der klassischen Scholastik, als auch in der modernen Philosophie, <span style="color:#00B000">(KANT, Uwe MEIXNER<ref>vgl. die ,transzendentalen‘ Bedingungen möglicher Erkenntnisse bei KANT; und auch in der ,Axiomatischen Ontologie‘ bei Uwe MEIXNER</ref>)</span>, als Grundlage der Metaphysik und Erkenntnistheorie dienen. Sie sind die <span style="color:#FF6000">„ersten Begriffe des Seins“</span>, die jedem Ding als ,relative‘ Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(Perfektionen)</span>, inhärent sind, ,analogisch‘ abgestuft, auf einen ,ultimativen‘ Bezugspunkt ausgerichtet, und die sich im Denken, <span style="color:#00B000">(für uns als wahr)</span>, und in der moralischen Wertung, <span style="color:#00B000">(für uns als gut und edel)</span>, manifestieren, relativ zum ,ultimativen‘ Bezugspunkt ihrer selbst. Die faktische Unvollkommenheit, die sich in der notwendigen Vergänglichkeit aller Dinge zeigt, ist einem ontologischen Defekt ,geschuldet‘, der stark zeitabhängig ist, d.h. der einen Anfang und ein Ende hat. Das GÖDEL-Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>, ist immer falsch, wenn es auf etwas aus der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> angewendet wird, wie z. B. auf einen <span style="color:#FF6000">„Tsunami“</span>, dessen ‚Existenz‘ für uns nicht ‚positiv‘ ist. KANT hat schon festgestellt ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>. Das gilt für alles, was <span style="color:#FF6000">„existiert“</span>. Das Axiom-5 hat nur dann seine Gültigkeit, ist nur dann ,wahr‘, wenn <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span> <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> in eins zusammenfallen. Bei allen Dingen, die ‚da‘ sind, ist ihr ‚Da-Sein‘ ontologisch immer verschieden zu dem ‚was‘ sie sind ''':''' zu ihrem ,Was-Sein‘. In der philosophischen Tradition, seit ARISTOTELES, wird die ontologische Identität, d.i. die Koinzidenz, der innere Zusammenhang von ‚Sein‘ und ‚Wesen‘ allein nur dem <span style="color:#FF6000">„selbst ‚unbewegten‘ Erstbewegenden“</span> zugeschrieben, dem <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„prôton kinoûn akinêton“</span>, von dem ARISTOTELES etwas später sagt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''denn dies ist der Gott''«</span> und dann hinzufügt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''so sagen wir ja''«</span>; d.h. das ist eine Interpretation aus dem Glaubenskontext des ARISTOTELES. Er war ein Gott-gläubiger Grieche. Wer an GOTT glaubt, kann das nachvollziehen. GÖDEL musste dieses Axiom-5 postulieren, sonst wäre sein Kalkül nicht aufgegangen, ohne dass er deswegen schon an GOTT glauben müsste. Er hat für sein Kalkül das ontologische Theorem von der Identität von ‚Sein‘ und ‚Wesen‘ im ‚unbewegten Erstbeweger‘ benutzt. <span style="color:#00B000">(Gilt auch für Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit, das GOTT-Sein, das ‚Dasein‘ GOTTES, ist eine positive Wesenseigenschaft, eine Perfektion; d.h. ist das ‚Wesen‘ GOTTES ''':''' GOTT ist perfekt''«</span>)</span>. Die ontologische Identität von Sein und Wesen, Existenz und Essenz, wie auch die Koinzidenz von Möglichkeit und Wirklichkeit, von Ursache und Wirkung, sowie auch die ontologische Einheit von <span style="color:#00B000">(Erkenntnis-)</span>Subjekt und <span style="color:#00B000">(Erkenntnis-)</span>Objekt im <span style="color:#FF6000">»''Erkennen seiner Erkenntnis''<span style="color:#00B000">[-Tätigkeit ]</span>«<span style="color:#00B000"> | </span>„<span style="font-family: Times;"><big>νοήσεως νόησις</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„noêseôs noêsis“</span> <span style="color:#00B000"><small>(<span style="font-family: Times;"><big>,''Metaphysik''‘</big></span> XII 9, 1074b34)</small></span>, gilt nur in der <span style="color:#FF6000">„unverursachten Letztursache"</span>, auf die ARISTOTELES bei seiner Prinzipienforschung gestoßen ist. Es gibt verschiedene Versuche, die GÖDEL-Axiome durch sog. ,Modelle‘, relativ zu einfacheren ,Welten‘, zu verifizieren, um damit ihre relative Konsistenz nachzuweisen. Für GÖDEL aber <span style="color:#FF6000">»''sind die Axiome nur dann'' <span style="color:#00B000">[ in unserer ,realen‘ Welt ]</span> ''wahr'' <span style="color:#00B000">[ und annehmbar ]</span>«</span>, wenn sie <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt'' <span style="color:#00B000">[ d.h. jeder auch nur ,möglichen‘ Welt ]</span> ''sind''«</span>. Diese Bedingung verweist jede Verifikation und jede Interpretation der Axiome auf das ,Nicht-Zufällige‘, das ,Notwendige‘, ,Absolute‘, in dem die Axiome und Definitionen des GÖDEL-Kalküls erst dadurch ihren Sinn und ihre Bedeutung bekommen, wenn sie vom ,Absoluten‘ und ,Unendlichen‘ her erklärt und verstanden werden. Damit insistiert GÖDEL auf eine genuin <span style="color:#4C58FF">,theologische‘</span> Interpretation seines Kalküls, mit der <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> zum Begriff GOTT, dem absolut Unendlichen, als Verifikationskriterium. Das entspricht auch der ,methodologischen‘ Prämisse seines Kalküls. Die wichtigsten Axiome und Definitionen im GÖDEL-Kalkül sind jedoch bloße ,Annahmen‘, deren Evidenz, sowohl die ,mathematische‘ als auch die <span style="color:#4C58FF">,theologische‘</span>, erst evaluiert, d.h. ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> werden muss. Das bedeutet ''':''' die Verifikation der Axiome und Definitionen von GOTT und seinen Vollkommenheiten kann nur Kalkül-intern durch den Aufweis ihrer Widerspruchsfreiheit erfolgen, d.i. <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt''«</span>. Evaluierte und verifizierte Axiome und Definitionen sind dann die ,modal‘ notwendigen, d.h. die ,transzendentalen‘ Voraussetzungen für die Ergebnisse eines Kalküls, damit seine Theoreme und Korollare in unserer ,realen‘ Welt als logisch ,wahr‘ und damit für uns auch als ,annehmbar‘ gelten können, während die Prämissen eines Kalküls, <span style="color:#00B000">(die Argument Einführung, <span style="color:#4C58FF">— '''AE:''' —</span> )</span>, nicht notwendige und somit ,modal‘ frei gewählte ,Annahmen‘ sind. Jedoch aus diesen ,modal‘ frei gewählten, ,möglichen‘ <span style="color:#00B000">( <span style="color:#4C58FF">'''◇'''</span> )</span> Prämissen folgen mit Hilfe der ,bewiesenen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> Axiome und Definitionen die Ergebnisse mit ,modaler‘ Notwendigkeit <span style="color:#00B000">( <span style="color:#4C58FF">'''□'''</span> )</span>. Die Logik des GÖDEL-Systems ist eine ,Prädikatenlogik‘ zweiter Stufe, in der die Quantoren nicht nur Individuum-Variable, sondern auch Eigenschafts-Variable, <span style="color:#00B000">(als noch ,unbestimmte‘ Prädikate im Allgemeinen)</span>, binden können. Die formale Struktur des GÖDEL-Kalküls besteht aus fünf Axiomen und drei Definitionen, mit deren Hilfe in drei Beweisgängen drei Theoreme und mehrere Korollare aus seiner ,methodologischen‘ Prämisse ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleitet werden können, wobei die beiden ersten Beweisgänge, mit ihren Ergebnissen, den dritten vorbereiten, in dem es dann um das Theorem ANSELMS geht. Die Prämisse des GÖDEL-Kalküls ist der traditionelle ,GOTT-Glaube‘, in der Formulierung speziell nach LEIBNIZ. Ein Axiom, eine Definition, zwei Theoreme und alle Korollare im GÖDEL-Kalkül sind Aussagen über <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>. Alle fünf Axiome, eine Definition und ein Theorem, <span style="color:#00B000">(und das Korollar aus Axiom-4)</span>, sind auch Aussagen über die Eigenschaft <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“, „Perfektion“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, die in der <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> als die Wesenseigenschaft GOTTES gilt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist vollkommen''«</span> bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist das Vollkommenste der Wesen''«</span>, <span style="color:#00B000">(DESCARTES)</span>. Zwei Definitionen sind Aussagen über die allgemeinen Wesenseigenschaften aller Seienden, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, die, als notwendige Existenz, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, auch GOTT zugeordnet werden, mit der Besonderheit bei GOTT, dass sowohl alle Eigenschaften, als auch alle anderen Zuordnungen, wie Sein und Wesen, wie Ursache und Wirkung, usw., im Unendlichen, GOTT, <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> sind, d.h. in GOTT paarweise perspektivisch in ,eins‘ zusammenfallen, und die auch, wie alle Transzendentalia, konvertierbar, d.h. austauschbar sind. Diese Sachverhalte machen deutlich, dass die ,Verifikation‘ und sachgerechte ,Evaluierung‘ der GÖDEL-Axiomatik nur genuin <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> erfolgen kann. Die Evaluierung der <span style="color:#FF6000">»''mathematischen Evidenz''«</span> des GÖDEL-Systems, im Allgemeinen, muss jedoch entsprechend der Maßstäbe einer modalen Prädikatenlogik zweiter Stufe durchgeführt werden. Das GÖDEL-Kalkül unterscheidet <span style="color:#00B000">(in Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>)</span> formal-syntaktisch zwischen der Eigenschaft ,Existenz‘, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''E'''‘ —</span>, die nur GOTT zugeordnet werden kann, und dem Existenz-Operator, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''∃'''‘ —</span>, der allem Übrigen, das nicht GOTT ist, zugeordnet wird. Es gibt hier auch den formal-syntaktischen Unterschied zwischen der, <span style="color:#00B000">(von mir notierten, jedoch von GÖDEL schon intendierten und angesprochenen)</span>, speziellen ,Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF"> — <sub>not</sub> —</span>, die nur der Existenz GOTTES zugeordnet ist, und der modalen ,Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□'''‘ —</span>, die auf Verschiedenes bezogen werden kann. Diese Unterschiede sind Hinweise, dass GÖDEL in seiner Kalkül-Logik und -Syntax, die Außerordentlichkeit und Eigenständigkeit GOTTES berücksichtigt, der, als Schöpfer der Welt, prinzipiell und absolut <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt''«</span> ist, die erst durch GOTT auch das ist, was sie ist. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Genese des Kalküls</span></div>=== Wie kommt GÖDEL zu seinem Kalkül '''?''' Sein Gewährsmann war Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, <span style="color:#00B000">(1646-1716)</span>, den er sehr schätzte. Die rekonstruierbare Genese seines Kalküls findet man in LEIBNIZ ''':''' ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand‘</big></span>'', <span style="color:#00B000">(1704)</span>‚ ''<span style="font-family: Times;"><big>Viertes Buch, Kapitel X ''':''' ‚Von unserer Erkenntnis des Daseins Gottes‘</big></span>'', Seite 475f. Hier der <span style="color:#00B000">[ kommentierte ]</span> Textausschnitt zum sog. ontologischen ‚Gottesbeweis‘''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''Folgendes etwa ist der Gang seines'' <span style="color:#00B000">[ d.h. ANSELMS, Erzbischof von Canterbury; 1033-1109, ]</span> ''Beweises ''':''' GOTT ist das Größte'', <span style="color:#00B000">[ ANSELM spricht vom biblischen GOTT des Glaubens, als ''':''' <span style="color:#FF6000">»''den, über dem ,Größeres‘'' | <span style="font-family: Times;"><big>‚maius‘</big></span> | ''nicht mehr gedacht werden kann''«</span> ]</span>, ''oder, wie DESCARTES es ausdrückt ''':''' das Vollkommenste der Wesen oder auch ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit'' ''':''' <span style="color:#00B000"> [ GÖDEL ''':''' </span><span style="color:#4C58FF">‚'''P'''‘</span> <span style="color:#00B000">:= ‚Perfektion‘, ‚positive Eigenschaft‘ ]</span>, ''das alle Grade derselben in sich schließt.''<span style="color:#00B000"> [ GÖDEL-Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''ist genau dann GOTT'', <span style="color:#4C58FF">,'''G'''‘</span>, ''wenn'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''alle Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">,'''P'''‘</span>, ''in sich schließt''«</span>. Definition-1 bildet die traditionelle Vorstellung von GOTT ab. ]</span> ''Dies also ist der Begriff GOTTES.'' <span style="color:#00B000">[ Der Term <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span> steht hier für den biblischen ‚Begriff‘ <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> als ,Individuumname‘ '''!''' ]</span> ''Sehen wir nun, wie aus diesem Begriff das ‚Dasein’ folgt.''<span style="color:#00B000"> [ GÖDEL ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist notwendig aus sich ‚da‘''«</span> ''':''' Term :10: im 3. Beweisgang. ]</span> ''Es ist etwas <u>mehr</u>, ‚da‘ zu sein, als nicht ‚da‘ zu sein, oder auch das ‚Dasein‘ fügt der Größe oder der Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ GOTTES ]</span> ''einen Grad hinzu, und wie DESCARTES es ausspricht, das ‚Dasein‘ ist selbst eine Vollkommenheit.''<span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">(Diesen Ausspruch DESCARTES übernimmt GÖDEL im Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz''</span> [ alias ‚Dasein GOTTES’ ] <span style="color:#FF6000">''ist eine positive Eigenschaft''</span> [ alias Vollkommenheit ]<span style="color:#FF6000">«</span>. Dem widerspricht KANT ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein ist kein reales Prädikat“</span>. Das Axiom-5 ist daher nur dann ‚wahr‘, wenn ‚Wirklichsein‘ | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐνέργεια οὖσα</big></span>“</span> | ‚enérgeia úsa‘ | d.h. ‚Dasein‘ und ‚Wesen‘ | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span> | ‚usía‘ | — genauer ''':''' ‚Wesenseigenschaften’ —, ontologisch ,eins‘ sind, d.h. wenn <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> immer schon die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> GOTTES ist. Was nach ARISTOTELES nur im <span style="color:#FF6000">„unbewegten Erstbeweger“</span> der Fall ist; bzw. mit LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''was das Privilegium der Gottheit allein ist''«</span> '''!''' Aus der ,methodologischen‘ ,Annahme‘ im 2. Beweisgang GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''das'' <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ''steht für den GOTT der Christen''«</span>, und mit Hilfe von Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit ist eine positive Eigenschaft''«</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt''«</span>, mit Axiom-4 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX → □PX'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind notwendig aus sich, — von Natur aus —, positiv''«</span>, mit Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Zum Wesen gehören notwendig auch alle Konsequenzen aus einer Wesenseigenschaft''«</span>, und mit Axiom-1 und der Definition für GOTT, folgt nach einigen logischen Umformungen das GÖDEL-Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das'' <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ''ist genau dann der GOTT der Christen, wenn das Wesen dieses GOTTES sein eigenes Sein ist''«</span>. Dasein und Wesen sind im Unendlichen, GOTT <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ,eins‘. Mit diesem, im Kalkül <u>ohne</u> Axiom-5 ,regulär‘ (├ ) abgeleiteten Theorem, widerlegt er KANT für den individuellen Spezialfall <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span> := <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>. Nachprüfbar im Anhang ''':''' im ‚ontologischen‘ Beweis für das Basis-Theorem-2. Somit ist Axiom-5 ,wahr‘, und KANT hat sich hier, im Bezug auf GOTT, geirrt. <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> als Wissenschaft von GOTT, war für KANT nie eine ernstzunehmende Option. <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> als Wissenschaft von GOTT ist eine ziemlich ,ausgereifte‘ Disziplin. Es haben sich, durch Jahrhunderte hindurch, viele gescheite Menschen schon im Judentum, und dann auch im Christentum, und ebenfalls im Islam, darum bemüht.)</span> :: <span style="color:#FF6000">»</span>''Darum ist dieser Grad von Größe und Vollkommenheit oder auch diese Vollkommenheit, welche im ‚Dasein‘ besteht, in diesem höchsten, durchaus großen, ganz vollkommenen Wesen, denn sonst würde ihm ein Grad fehlen, was gegen seine Definition wäre. Und folglich ist dies höchste Wesen ‚da‘. Die Scholastiker, ohne selbst ihren'' <span style="font-family: Times;"><big>doctor angelicus</big></span> <span style="color:#00B000">[ := THOMAS von Aquin ]</span> ''auszunehmen, haben diesen Beweis verachtet'', <span style="color:#00B000">[ wie später auch Immanuel KANT ]</span>, ''und ihn als einen Paralogismus'' <span style="color:#00B000">[ := Fehlschluss ]</span> ''betrachtet, worin sie sehr unrecht gehabt haben; und DESCARTES, welcher die scholastische Philosophie im Kolleg der Jesuiten zu La Flèche lange genug studiert hatte, hat sehr recht gehabt, ihn wieder zu Ehren zu bringen. Es ist nicht ein Paralogismus, sondern ein unvollständiger Beweis'', <span style="color:#00B000">[ den GÖDEL vervollständigt hat ]</span>, ''der etwas voraussetzt, was man noch hätte beweisen sollen, um ihm mathematische Evidenz zu verleihen — nämlich, dass man dabei stillschweigend voraussetzt, diese Vorstellung des durchaus großen oder durchaus vollkommenen Wesens sei möglich und enthalte keinen Widerspruch'' <span style="color:#00B000">[ '''::''' <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span> '''::''' ,möglich‘, ,konsistent‘, ,denkbar‘; GÖDEL beweist im 1. Beweisgang aus Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''positive Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ die allgemeinen Transzendentalien ]</span>, ''sind widerspruchsfrei''«</span>, mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, folgt Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist möglich''«</span> ]</span>. ''Und es ist schon etwas, dass man durch diese Bemerkung beweist ''':''' gesetzt, dass GOTT ‚möglich‘ ist, so ‚ist‘ er'' <span style="color:#00B000">[ ,notwendig‘ '''::''' <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, d.h. für jede mögliche Welt auch wirklich aus sich ‚da‘ ]</span>, ''was das Privilegium der Gottheit allein ist'' ''':''' <span style="color:#00B000">[ Im 3. Beweisgang, Theorem-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' ‚ANSELMS Prinzip‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Weil GOTT widerspruchsfrei ,möglich‘ ist, darum ist auch der Glaube widerspruchsfrei, der besagt, dass GOTT aus sich ,notwendig‘ da ist''«</span>; mit Korollar-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx ∧ □∀y(Gy→x=y)'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''Es gibt notwendig nur einen einzigen GOTT''«</span>. Damit ist auch der Monotheïsmus bewiesen. ]</span> ''Man hat recht, die Möglichkeit eines jeden Wesens anzunehmen und vor allem die GOTTES, bis ein anderer das Gegenteil beweist''. <span style="color:#00B000">[ Das Gegenteil besagt, dass GOTT ,unmöglich‘ ist. Hier setzt der Möglichkeitsbeweis im GÖDEL-Kalkül an, und beweist, dass diese Aussage zu einem Widerspruch führt. ]</span> ''Somit gibt dieser metaphysische Beweis schon einen moralischen zwingenden Schluss ab, wonach wir dem gegenwärtigen Stande unserer Erkenntnisse zufolge urteilen müssen, dass GOTT ‚da‘ sei, und demgemäß handeln.'' <span style="color:#00B000">[ Aber nicht logisch zwingend '''!''' Denn die Interpretation <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> mit dem GOTT der Bibel, als ,methodologische‘ Kalkül-Prämisse, ist nicht zwingend, jedoch ,modal‘ möglich, <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span>, und im christlichen Glaubenskontext sinnvoll, was mit einer stimmigen <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation des GÖDEL-Kalküls gezeigt werden kann. Damit ist dann auch die Frage beantwortet, ob das GÖDEL-System sich plausibel als eine Theorie von GOTT und seinen Eigenschaften interpretieren lässt, bzw. als eine <span style="color:#FF6000">»''axiomatische''«</span> <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span>, wie sie André FUHRMANN apostrophiert. Das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> ist der ,Individuumname‘ für den GOTT der Bibel, — ,GOTT‘ groß geschrieben —, im monotheïstischen, christlichen Glaubenskontext, den auch LEIBNIZ teilt. Dann steht der ,Name‘ auch synonym für das ,existierende‘ Individuum, d.h. für dessen ,Existenz‘.]</span> ''Es wäre aber doch zu wünschen, dass gescheite Männer'' <span style="color:#00B000">[ sic ! ]</span> ''den Beweis mit der Strenge einer mathematischen Evidenz vollendeten'', <span style="color:#00B000">[ was GÖDEL veranlasst hat, seine Version eines ‚ontologischen Beweises’ zu kreieren, dessen <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> man heute mit Computerprogrammen<ref>siehe Fußnote 11</ref> schon nachgewiesen hat ]</span> ... <span style="color:#FF6000">«</span> Für GÖDEL war dieser Text eine intellektuelle Herausforderung, und er hat sie angenommen. Das war für GÖDEL sicher keine Glaubensangelegenheit. GOTT hat es ja auch nicht nötig, ‚bewiesen‘ zu werden. Wer <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> z. B. mit dem sog. ‚Urknall‘ gleich setzt, macht die <span style="color:#FF6000">»''zufällige Struktur der Welt''«</span> im ‚Urknall‘, <span style="color:#00B000">(pantheistisch)</span> zu einem ,Gott‘, was GÖDEL dezidiert für sein Kalkül ausgeschlossen haben wollte. Kurt GÖDEL schreibt 1961 in einem Brief, in Anlehnung an den obigen Text ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»...''ich glaube, schon heute dürfte es möglich sein, rein verstandesmäßig ''<span style="color:#00B000">[ sic '''!''' ]</span>, ''(ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen) einzusehen, dass die theologische Weltanschauung'', <span style="color:#00B000">[ dass es GOTT gibt ]</span>, ''mit allen bekannten Tatsachen'', <span style="color:#00B000">[ z. B. mit den Maßstäben einer modernen Logik ]</span>, ''durchaus vereinbar ist. Das hat schon vor 250 Jahren der berühmte Philosoph und Mathematiker LEIBNIZ versucht''.«</span><ref>Zitiert nach SCHIMANOVICH-GALIDESCU, M.-E., ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Princeton–Wien 1946–1966. Briefe an die Mutter</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kurt Gödel – Leben und Werk</big></span>''‘, ed. B.BULDT et al., Wien (HÖLDER–PICHLER–TEMSKY), 2001, Bd. 1.</ref> ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Interpretation des Kalküls</span></div>=== Wenn man sich das GÖDEL-Kalkül ansieht, wie es heute formalisiert vorliegt, stellt sich die Frage ''':''' <span style="color:#FF6000">„Lässt sich dieses System plausibel als eine Theorie von GOTT <span style="color:#00B000">(als eine ‚Rede von GOTT’ := <span style="color:#4C58FF">,Theologie’</span>)</span> und seiner Eigenschaften verstehen '''?''' “ — „Ist hier eine genuin <span style="color:#4C58FF">,theologische’</span> Interpretation möglich '''?''' “</span> Seine Herkunft aus der intellektuellen Auseinandersetzung des Logikers GÖDEL mit dem GOTT-gläubigen Philosophen LEIBNIZ und dem christlichen Theologen und Erzbischof ANSELM rechtfertigt diese Frage. Die <span style="color:#FF6000">„mathematische Evidenz“</span> des GÖDEL-Formalismus, <span style="color:#00B000">(im Anhang nachgestellt)</span>, ist allgemein anerkannt, <span style="color:#00B000">(Vorbehalte dagegen gibt es nur bei der Interpretation seiner Syntax, d.h. ob die Axiome, wie GÖDEL sie konzipiert hat, auch in unserer realen Welt ,wahr’ und ,annehmbar’ sind)</span>. Die <span style="color:#FF6000">„theologische Evidenz“</span> des GÖDEL-Systems wird durch eine ,Verankerung’ der Axiome und Definitionen in den <span style="color:#4C58FF">,theologisch’</span>-philosophischen Diskurs über GOTT evaluiert, der schon seit zweieinhalbtausend Jahren läuft. In diesen zweieinhalbtausend Jahren hat sich, — gegen ARISTOTELES und die antike Philosophie —, die Erkenntnis durchgesetzt, dass GOTT <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen''«</span> Raum-Zeit-Struktur unserer vergänglichen Welt ist. In meiner Darstellung des GÖDEL-Kalküls folge ich, <span style="color:#00B000">(im Unterschied zum Autographen GÖDELS, vom 10. Feb 1970)</span>, in der Axiom-Nummerierung, in der Syntax, und in der Beweis-Struktur, der Arbeit von André FUHRMANN ''':''' ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Existenz und Notwendigkeit. Kurt Gödels axiomatische Theologie‘</big></span>'' in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Logik in der Philosophie‘</big></span>'' Hg. SCHROEDER-HEISTER, SPOHN und OLSSON, 2005, Synchron, Heidelberg, Seite 349–374. <span style="color:#00B000">(Die tiefer gestellte Notation der spezifischen ,Eigenschaft‘ einer Eigenschaft ist meine Ergänzung zur formalen Syntax, z. B. ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, angeregt durch die indizierende Schreibweise GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ,'''G''' Ess. '''x'''’ —</span>.)</span> Die Erkenntnisse zur Straffung und Präzisierung der GÖDEL-Syntax, <span style="color:#00B000">(besonders im Möglichkeitsbeweis)</span>, stammen aus der Arbeit von Günther J. WIRSCHING ''':''' ,''<span style="font-family: Times;"><big>Der Gödelsche Gottesbeweis</big></span>''‘, im Web <ref>https://edoc.ku.de/id/eprint/10243/1/OntBw.pdf</ref>. <span style="color:#00B000">(Auch der Hinweis auf AVICENNA kommt von WIRSCHING.)</span> Die Zitate von THOMAS von Aquin´s Stellungnahme zum Theorem ANSELMS, und von Georg Wilhelm Friedrich HEGEL zur Immanuel KANTS Ablehnung des Theorem ANSELMS, befinden sich in Franz SCHUPP, ,<span style="font-family: Times;"><big>''Geschichte der Philosophie im Überblick''</big></span>‘, Band 2 ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Christliche Antike, Mittelalter''</big></span>‘, Hamburg 2003, Seite 168 und Seite 170. Meines Erachtens ist der entscheidende Ansatzpunkt einer <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation das GÖDEL-Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>. ‚Frei‘ nach KANT ‚formuliere‘ ich ‚kurz‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>. Hier die Positionen KANTS zum Thema ‚Existenz‘ und ‚Eigenschaften‘ ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''… unbeschadet der wirklichen Existenz äußerer Dinge'' <span style="color:#00B000">[ kann man ]</span> ''von einer Menge ihrer Prädikate'', <span style="color:#00B000">[ d.h. Eigenschaften ],</span> ''sagen'' … ''':''' ''sie gehöreten nicht zu diesen ‚Dingen an sich selbst‘, sondern nur zu ihren Erscheinungen, und hätten außer unserer Vorstellung'' <span style="color:#00B000">[ ihrer, als ,wirklich‘ gedachten Erscheinung ]</span> ''keine eigene Existenz, … weil ich finde, dass … '''alle Eigenschaften, die die Anschauung eines Körpers ausmachen''', bloß zu seiner Erscheinung gehören; denn die Existenz des Dinges, was erscheint, wird dadurch nicht … aufgehoben, sondern nur gezeigt, dass wir es'', <span style="color:#00B000">[ das Ding ]</span>, ''wie es ‚an sich selbst‘ sei'', <span style="color:#00B000">[ d.h. existiert ]</span>, ''durch Sinne gar nicht erkennen können''.<span style="color:#FF6000">«</span><ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können</big></span>''‘, Seite 289; https://www.korpora.org/kant/aa04/289.html</ref> <span style="color:#00B000"><small>(Hervorhebung durch KANT.)</small> [ Seine Prädikate, d.h. Eigenschaften, jedoch können wir mit unseren Sinnen ,anschauen‘, aber nur in Kombination mit unserer Vorstellung ihrer, als ,wirklich‘ gedachten Erscheinung, vermittelt durch den sog. ,transzendentalen Schematismus‘ unserer Einbildungskraft ''':'''</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Eine verborgene Kunst in den Tiefen der menschlichen Seele''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">jedoch auch eines der ,dunkelsten‘ Kapitel in der K.d.r.V., bedingt durch KANTS Konzept von ,Wirklichkeit‘, bzw. ,Sein‘. ]</span> Mit anderen Worten, man kann die ‚Existenz‘, bzw. das ‚Sein‘ der Dinge, <span style="color:#00B000">(das ‚Ding an sich’ bei KANT)</span>, nicht unter dem Mikroskop finden. Die ‚Existenz‘ bzw. das ‚Sein‘ ist keine sinnlich registrierbare ‚Eigenschaft‘ z. B. des rekonstruierten ‚Stadt-Schlosses‘ in Berlin. <span style="color:#00B000">(‚Sein‘ ist kein reales ‚Prädikat‘.)</span> Dafür haben wir andere Fähigkeiten ''':''' Ich kann seine ‚Existenz‘ mit meinem Verstand einsehen, weil auch ich selbst ‚existiere‘. Seine ‚Ansicht‘, wie ‚gefällig‘ es ist, und auch weitere ‚Eigenschaften‘, die mir auffallen, kann ich mit einem Handy-Foto dokumentieren. Diese ‚Eigenschaften‘ sind nicht die Ursache, dass das ‚Berliner Schloss‘ existiert. Wohl aber die Rekonstruktion dieses Schlosses ist die ‚Ursache‘, dass es ,existiert‘, und jetzt so aussieht. Insofern ist ‚Existenz‘ keine ‚Eigenschaft‘, sondern die ‚Existenz‘ des Dinges ist die Voraussetzung, der ‚Grund‘, dass ich die ‚Eigenschaften‘ des Dinges mit meinen Sinnen feststellen kann. In einer Auseinandersetzung mit CARTESIUS schreibt KANT, philosophisch ‚tiefgründig‘ und logisch ‚exakt‘, über dessen <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„Cogito, ergo sum“</big></span></span> ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''Das ‚Ich denke‘ ist ein empirischer Satz, und hält den Satz ‚Ich existiere‘ in sich. Ich kann aber nicht sagen ''':''' ‚Alles, was denkt, existiert‘; denn da würde die Eigenschaft des Denkens'', <span style="color:#00B000">[ eine essentielle Eigenschaft ]</span>, ''alle Wesen, die sie besitzen, zu notwendigen'' <span style="color:#00B000">[ d.h. notwendig existierenden ]</span> ''Wesen machen''. <span style="color:#00B000">[ Was allein nur von GOTT ausgesagt werden kann; mit AVICENNA, als anerkannter ARISTOTELES-Kommentator ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist das einzige Sein, bei dem Essenz'' <span style="color:#00B000">[ ‚Wesenseigenschaften‘ ]</span> ''und Existenz'' <span style="color:#00B000">[ ‚Dasein‘ ]</span> ''nicht zu trennen sind und das daher notwendig an sich da ist''«, <span style="color:#00B000">— konform mit GÖDEL ''':'''</span> »''notwendige Existenz ist eine positive'' <span style="color:#00B000">[ essentielle ]</span> ''Eigenschaft''«</span> ].</span> ''Daher kann meine Existenz auch nicht aus dem Satz, ‚Ich denke‘, als'' <span style="color:#00B000">[ logisch ]</span> ''gefolgert angesehen werden, wie CARTESIUS dafür hielt (weil sonst der Obersatz : ‚Alles, was denkt, existiert‘, vorausgehen müsste), sondern ist mit ihm identisch.'' <span style="color:#00B000">[ Eine einfache Schlussfolgerung ''':''' meine ‚Existenz‘ ist auch nicht von meiner ‚Eigenschaft‘ Denken ‚verursacht‘. ,Existenz‘ ist nicht bloß ein ,Gedanke‘ von mir. ]</span><span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">(Aus der Anmerkung 41 zu den ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Paralogismen der reinen Vernunft</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 275,<ref>https://korpora.org/kant/aa03/275.html</ref> mit meinem Einschub des AVICENNA-Zitat aus Wikipedia.<ref>{{w|Avicenna#Metaphysik}}</ref>)</span> Mit anderen Worten ''':''' <span style="color:#FF6000">„Die Eigenschaft, dass ich denken kann, ist nicht die Ursache meiner ‚Existenz‘“</span>, sondern, <span style="color:#FF6000">„Die Liebe meiner Eltern und ihre Entscheidung füreinander ist die Ursache meiner ‚Existenz‘. Daher ‚bin’ ich. Und weil ich ein Mensch ‚bin‘, kann ich denken.“</span> Auch mit diesen Anmerkungen ist leicht einsehbar, dass ‚Existenz‘ keine ‚Eigenschaft‘ ist — außer bei GOTT. In GOTT ist ‚Dasein‘ die ‚Wesenseigenschaft‘ GOTTES, d.h. ‚Dasein‘ und ‚Wesen‘ sind in GOTT untrennbar verbunden; sind <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ‚eins‘. Das ist die Einzigartigkeit im Wesen GOTTES, dass GOTT immer schon ‚da‘ ist. Die Frage nach dem ‚Wesen‘ GOTTES lautet ''':''' <span style="color:#FF6000">„Was bist du ? “</span>/<span style="color:#CC66FF">„Wer bist Du ? “</span> Antwort, Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin-Da‘'' <span style="color:#00B000">[ für euch und für immer ]</span>«.</span> Weil GOTT für uns immer schon ‚da‘ ist, — <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span> —, hat GOTT es nicht nötig, ‚bewiesen‘ zu werden. <span style="color:#00B000">(In der Mathematik ist ein ‚Satz‘ erst dann ‚wahr‘ und ‚existent‘, wenn er bewiesen ist. Bei GOTT ist es jedoch nicht so ''':''' GOTTES ‚Existenz‘ ist nicht erst dann ‚wahr‘, wenn seine ‚Existenz‘ von uns ‚bewiesen‘ ist. Sein ‚Dasein‘ ist jedem unserer ‚Beweisversuche‘ immer schon voraus. Der Zugang zu GOTT ist nicht der ,Beweis‘, sondern der ,Glaube‘. Wer an GOTT glauben ,will‘, dem antwortet GOTT. Wer nicht an GOTT glauben ,will‘, dessen Entscheidung respektiert GOTT, und drängt sich nicht auf. Die Glaubens-Entscheidung hat jedoch für jeden Menschen eine existenzielle Konsequenz ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt'', <span style="color:#00B000">[ und diese Entscheidung auch im Augenblick der ,Wahrheit‘, im Tod, in der sog. ,Endentscheidung‘, nicht widerruft ]</span>, ''wird verurteilt werden''«,</span> <small>({{Bibel | Markus Evangelium |16|16|EU}})</small>. Das Urteil lautet ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''zweiter Tod ''':''' der Feuersee''«</span>, <small>({{Bibel | Offenbarung |20|14f|EU}})</small>, ohne Berufungsmöglichkeit. <span style="color:#CC66FF">»''Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn geben wird''«.</span> <small>({{Bibel | Hebräer Brief|11|6|EU}})</small>)</span> Das GÖDEL-Axiom-5 ist m.E. der entscheidende Ansatzpunkt einer stimmigen <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation der GÖDEL-Axiomatik. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Das Kalkül ist kein Existenz-Beweis für GOTT</span></div>=== Die allgemeine <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> des GÖDEL-Formalismus, d.h. seine ‚Schlusskraft‘, ist von kompetenten Leuten<ref>„GÖDELS Argumentationskette ist nachweisbar korrekt – so viel hat der Computer nach Ansicht der Wissenschaftler Christoph BENZMÜLLER und Bruno WOLTZENLOGEL-PALEO nun gezeigt;“ vgl. https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2013/fup_13_308/index.html</ref> schon festgestellt worden, <span style="color:#00B000">(im Anhang ‚nachrechenbar‘ mit den Regeln und Gesetzen einer modalen Prädikatenlogik 2. Stufe)</span>. Das GÖDEL-Kalkül ist jedoch kein ‚moderner‘<span style="color:#FF6000">„Existenz-Beweis“</span> für GOTT, wofür es gehalten oder meistens bezweifelt wird, sondern setzt, <span style="color:#00B000">(theoretisch methodisch)</span>, den <span style="color:#FF6000">„Glauben an die Existenz GOTTES“</span> schon voraus, ohne ihn zu hinterfragen. Das <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> bzw. die <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> GOTTES wird mit der Definition-1 für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, bzw. mit dem Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ — </span>, im Kalkül ‚definitorisch‘ bzw. ‚axiomatisch‘ als Kalkül-,Annahme‘ eingeführt, unter der Voraussetzung, dass die ‚Eigenschaft‘ <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ := </span><span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> und das <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span>, ontologisch ‚identisch‘, genauer ''':''' <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> sind, was GÖDEL im Axiom-5 definitiv für sein System vorschreibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>. Das <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ist faktisch äquivalent zur <span style="color:#FF6000">„notwendigen Existenz als GOTT“</span>; und <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> ist die <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft in GOTT“</span>. Beides ist nach Axiom-5 ‚identisch‘, d.h. dem ‚Sein nach‘ dasselbe, und daher konvertierbar. Beide, <span style="color:#00B000">(sowohl die Essenz, als auch die Existenz GOTTES)</span>, werden daher auch mit demselben Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> im Kalkül dargestellt. Der traditionelle, christliche ,GOTT-Glaube‘ wird zugleich mit diesem Term <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ := </span> <span style="color:#FF6000">„GOTT“ <span style="color:#00B000">|</span> „göttlich“</span>, im 2. Beweisgang, dem Basisbeweis, und im 3. Beweisgang für das Theorem ANSELMS, jeweils als ,methodologische‘ Prämisse :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> regulär <span style="color:#00B000">( ├ )</span> und explizit eingeführt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''steht für den GOTT'' <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span> ''der Christen''«</span>. Das ist die ,modal‘-frei gewählte, <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Kalkül-,Annahme‘, <span style="color:#00B000">(als ,Argument-Einführung‘ := <span style="color:#4C58FF">‚'''AE:'''‘</span> )</span>, und wird dann mit Definition-1 näher ,bestimmt‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000"> »''Das'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''steht genau dann für ‚GOTT‘'' <span style="color:#00B000">|</span> ''‚göttlich‘'', <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, ''wenn'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''alle positiven Eigenschaften, bzw. Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">‚'''PX'''‘</span>, ''hat''«</span>, entsprechend dem ‚Quelltext‘ bei LEIBNIZ. <span style="color:#00B000">(Das ,postulierte‘ Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PG'''‘ —</span>, wird standardmäßig gelesen als <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit ist eine positive Eigenschaft''«</span>, hat aber auch die alternative Leseart ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt d.h. vollkommen''«</span>, was <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> auch richtig ist; mit <span style="color:#4C58FF">‚'''P'''‘ </span> := <span style="color:#FF6000">„Perfektion“/„Vollkommenheit“</span> ist dann die Summe aller <span style="color:#FF6000">„positiven Eigenschaften“</span>.)</span> Mit Axiom-3, — in dieser <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Leseart —, ist der ‚Wenn-Satz‘ in Definition-1 ‚aufgelöst‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT hat alle positiven Eigenschaften, weil er ‚perfekt‘ ist''«</span>. In Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, wird die ,für uns‘ <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —, </span> durch die ,aus sich‘ <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span> instanziierten <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(als zu den Transzendentalia gehörig)</span>, bestimmt. Das GÖDEL-Kalkül setzt sowohl in Definition-3 als auch im Axiom-5 das Theorem des ARISTOTELES von der ontologischen ‚Identität‘, d.i. die Koinzidenz von <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span>, <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> im prinzipiell <span style="color:#FF6000">„unbewegten Erstbewegenden“</span> voraus. Ohne diese Annahme bzw. ohne Axiom-5, würde das GÖDEL-Kalkül nicht ‚funktionieren‘. Das GÖDEL-Theorem-2.1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span>, kann unter dieser Voraussetzung dann, <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> richtig und eindeutig, so gelesen werden ''':''' <span style="color:#FF6000">„Wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, als Individuum steht, dann ist GOTT-Sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(,Existenz‘)</span>, das Wesen, <span style="color:#4C58FF">—<sub>ess</sub>—, </span> <span style="color:#00B000">(,Essenz‘)</span>, GOTTES <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span>”</span><ref>vgl. z.B. THOMAS von Aquin ''':''' ,''<span style="font-family: Times;"><big>De Ente et Essentia</big></span>''’, Kapitel 5 ''':''' „Deus, cuius essentia est ipsummet suum esse“ ''':''' „GOTT, dessen Wesen sein eigenes Sein ist“.</ref>, statt der <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> unrichtigen Lesearten in der Wikipedia ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlich ist eine essentielle Eigenschaft jedes göttlichen Wesens''«</span><ref>{{w|Gottesbeweis#Kurt_Gödel|Gottesbeweis 2.1.2, Theorem 2}}; Version vom 10.09.2025</ref>, oder bei Christoph BENZMÜLLER et alia, im sog. ,Theorembeweiser‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Gottähnlich zu sein ist eine Essenz von jeder gottähnlichen Entität''«</span><ref>[https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2013/fup_13_308/index.html ‚Gödels „Gottesbeweis“ bestätigt’, Theorem 2]</ref>, mit der suggestiven Annahme, es gäbe mehrere ,göttliche Wesen‘, bzw. ,gottähnliche Entitäten‘, was der monotheïstischen, abendländischen Tradition, bzw. dem <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Theorem von der ,Unvergleichlichkeit‘ und ,Einzigartigkeit‘ GOTTES widerspricht, das im GÖDEL-Kalkül mit Korollar-3 bestätigt wird. <span style="color:#00B000">(Die Interpretation <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ :=</span> <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, als ,Individuumname‘, ist synonym zum <span style="color:#FF6000">„Dasein <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> GOTTES“</span>, und äquivalent zur ‚positiven Eigenschaft‘ <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span>, alias <span style="color:#FF6000">„göttlich zu sein“</span> = <span style="color:#FF6000">„GOTT zu sein“</span> = <span style="color:#FF6000">„GOTT-Sein“</span>; und mit dem GÖDEL-Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ :=</span> <span style="color:#FF6000">„das Wesen <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> GOTTES“</span>.)</span> <div class="center"><span style="color:#FF6000"><span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ :=</span> „'''G'''öttlichkeit“ <span style="color:#4C58FF">↔</span> „'''G'''OTT“ <span style="color:#4C58FF">↔</span> „'''G'''OTT-Sein“</span> </div> Die Rechtfertigung für diese <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Dreifach-Äquivalenz für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, im GÖDEL-Kalkül, gibt Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''die positive <u>Eigenschaft</u>'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ''Göttlichkeit'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''äquivalent zu GOTT als Individuum-Name'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''ist auch äquivalent zum Dasein GOTTES'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''gleichbedeutend mit notwendiger <u>Existenz</u>'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>'', dem <u>Sein</u> GOTTES für uns''«</span>. Hier hat GÖDEL explizit <span style="color:#FF6000">„Eigenschaft“</span> mit <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> gleichgesetzt; <span style="color:#00B000">(was jedoch nach KANT für alles, was in unserer Welt ‚existiert‘, bzw. für alles, was zur <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> gehört, wie GÖDEL selbst sagt, in jedem Fall ‚unstatthaft‘ ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein ist kein reales Prädikat“</span>)</span>. Jedoch wegen dieser ‚Gleichsetzung‘, die einzig und allein, der aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition entsprechend, singulär nur in GOTT ‚statthaft‘ ist, kann jetzt die ‚positive Eigenschaft‘ <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> <span style="color:#00B000">(ontologisch korrekt)</span> gelesen werden als <span style="color:#FF6000">„das, was GOTT zu dem macht, ‚was‘ GOTT an sich selbst ist“</span>, nämlich zu seinem <span style="color:#FF6000">„GOTT-Sein“</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span>, zu seinem <span style="color:#FF6000">„Dasein als GOTT“</span>; zur Tatsache, dass <span style="color:#FF6000">„GOTT GOTT ist“</span>, d.h. dass <span style="color:#FF6000">„GOTT als GOTT ‚da‘ ist“</span>. Das ist, <span style="color:#00B000">(und da folgt ARISTOTELES seinem Lehrer PLATO)</span>, nach traditioneller Auslegung, die übliche, ontologische Funktion des ‚Wesens‘<span style="color:#00B000"> | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span> | ‚usía‘ |</span> eines Seienden ''':''' es ‚macht‘ das Seiende zu dem, ‚was‘ es ist; es ist die ‚Ursache‘ dafür, dass das Seiende, das ‚ist‘, ‚was‘ es ist | ‚Was-Sein‘ — ‚Wesen‘. <span style="color:#00B000">(ARISTOTELES lokalisiert jedoch das ,Wesen‘ im Seienden, im Gegensatz zu PLATO, der das ,Wesen‘, — ,getrennt‘ vom Seienden —, in den allgemeinen ,Ideen‘ lokalisiert.)</span> Da aber in ‚Gott‘, <span style="color:#00B000">(dem <span style="color:#FF6000">„unbewegten, ‚unverursachten‘ Erstbeweger“</span>)</span>, Prozesshaftes, ‚Ursächliches‘ auszuschließen ist, ist die übliche prozesshafte, ‚ursächliche‘ Funktion von <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span><span style="color:#00B000"> | ‚usía‘ |</span> ,Wesen‘ im <span style="color:#FF6000">„Erstbewegenden“</span> nach ARISTOTELES, sozusagen, schon ‚zum Abschluss‘ gekommen, schon ‚verwirklicht‘, — <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐν-έργεια οὖσα</big></span>“</span><span style="color:#00B000"> | ‚en-érgeia úsa‘</span> —, schon ‚ins-Werk‘ gesetzt; <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>τὸ ἔργον</big></span>“</span> | ‚to érgon‘ | ‚das Werk‘; <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐνέργεια</big></span>“</span> | ‚enérgeia‘ | ,Wirksamkeit‘, ,Wirklichkeit‘, ,Aktualität‘, ,Energie‘; und <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὖσα</big></span>“</span> | ,úsa‘ | feminin Nominativ Singular von <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὤν</big></span>“</span> | ‚ón‘ | ‚seiend‘)</span>. Sein ,Wesen‘ ist im ,Dasein‘ vollendet, ist ,wirkliches, verwirklichendes Sein‘, ‚seiende Aktualität‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>actus purus</big></span>“</span> ''':''' sein Wesen ist ‚reine Tätigkeit‘, ,reine verwirklichende Gegenwärtigkeit‘, d.h. ,existent‘, ohne jede prozesshafte ‚Potenzialität‘. Aus der wichtigen und richtigen Erkenntnis, dass GOTT <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur unserer Welt''«</span> ist, folgt mit der ontologischen Identität von ,Dasein‘ und ,Wesen‘ in GOTT ''':''' Der zeitlos ewige GOTT ist <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich'' <span style="color:#00B000">(von Natur aus)</span> ''immer schon da''«</span>, m.a.W. ist <span style="color:#FF6000">„zeitlos-ursprungslos“</span>. Insofern ist <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span>, die im <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> d.h. in <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, schon ihr ‚Ziel‘, ihre Vollendung, — <span style="color:#FF6000">„Perfektion“</span>, Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, erreicht hat. GOTT ist <span style="color:#FF6000">»''vollkommen''«</span> und darum auch <span style="color:#FF6000">»''notwendig für uns immer schon ‚da‘''«</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ — </span>. GOTT ist in seinem ‚zeitlosen Wesen‘ <span style="color:#FF6000">„unverursacht“</span>, da er <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich'' <span style="color:#00B000">(von Natur aus)</span> ''vollkommen''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□PG'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(eine Instanz von Axiom-4)</span>. <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ist die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span>, bzw. das <span style="color:#FF6000">„Wesen GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ —</span>. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ,der‘ Vollkommenste''«</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>. Und zur absoluten <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“</span> gehört <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> auch das <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span>. <span style="color:#FF6000">„Notwendige Existenz“</span> gehört zu den ,ultimativen‘ Transzendentalia in GOTT, was GÖDEL mit Definition-3 syntaktisch formalisiert hat. Entscheidend für diese Interpretation des GÖDEL-Systems ist ''':''' nur unter der ,modal‘ notwendigen Voraussetzung der ontologischen ‚Identität‘ von <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — '''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, bzw. der ‚Gleichsetzung‘, <span style="color:#00B000">(Koinzidenz)</span>, von <span style="color:#FF6000">„notwendiger Existenz“</span> mit den ‚positiven‘ Wesenseigenschaften, der <span style="color:#FF6000">„Essenz“</span> in GOTT, Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span>, ‚funktioniert‘ die GÖDEL-Axiomatik '''!''' Diese ‚Identität‘, bzw. ,Koinzidenz‘ wird in ARISTOTELES, ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Metaphysik</big></span>''‘, Buch XII 7, in einem Indizienbeweis erbracht, der mit der Methode der philosophischen Induktion zum Ergebnis kommt ''':''' ::<span style="color:#FF6000">» … ''es muss'' <span style="color:#00B000">[ notwendig ]</span> ''etwas geben, das, ohne selbst ‚bewegt‘'' <span style="color:#00B000">[ </span>''worden''<span style="color:#00B000"> ]</span> ''zu sein'', <span style="color:#00B000">[ ‚unentstanden‘ ]</span>, ''alles Übrige wie ein Geliebtes ‚bewegt‘'' <span style="color:#00B000">[ ‚entstehen lässt‘ ]</span>«</span>, das darum ‚zugleich‘ <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>αἴδιον καί οὐσία καί ἐνέργεια οὖσα</big></span>“ <span style="color:#00B000">|</span> »<span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewig, sowohl <u>Wesen</u>'', <span style="color:#00B000">[ etwas Konkretes, Essentielles ]</span>, ''als auch seiende Wirksamkeit — '' <span style="color:#00B000">[ </span>„<span style="font-family: Times;"><big>actus purus</big></span>“, „reine Tätigkeit“<span style="color:#00B000"> ]</span> ''— verwirklichendes, wirkliches <u>Sein</u> ist'', <span style="color:#00B000">[ ein Existierendes, das alles Übrige ,zur Existenz‘ bringen kann ]</span> «</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὀρεκτόν καί νοητόν</big></span>“ <span style="color:#00B000"> | ,orektón kai noêtón‘ | </span> »''ersehnt und erkennbar ist''.«</span> <span style="color:#00B000">(''<span style="font-family: Times;"><big>vgl. ,Metaphysik</big></span>''‘ XII 7, 1072a,23 – 1072b,4)</span> Was <span style="color:#FF6000">»''alles Übrige''«</span> ,zur Existenz‘ bringen kann, bzw. ,verwirklichen‘ kann, muß auch selbst, als etwas Konkretes, Essentielles, ,existieren‘, bzw. ,wirklich sein‘. Die, daraus abgeleitete, ontologische ‚Identität‘, — ,Koinzidenz‘ —, von ‚Wesen‘ und ‚Sein‘, <span style="color:#00B000">(Ziel aller Sehnsucht und jedes Erkenntnisstrebens)</span>, <span style="color:#FF6000">»''ist das Privilegium der Gottheit allein''«</span> ''':''' mit Gottfried Wilhelm LEIBNIZ interpretiert, entsprechend einer adäquaten, aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition. Dieses induktive, ‚ontologisch‘ a-posteriori Ergebnis aus der ‚Prinzipienforschung‘ des ARISTOTELES ist die metaphysische und logische Voraussetzung, dass GÖDEL seine Axiomatik im Kalkül des sog. ‚ontologischen Gottesbeweises‘ a-priori des ANSELM von Canterbury, und nach LEIBNIZ, deduktiv korrekt formulieren konnte; <span style="color:#00B000">(vgl. 3. Beweisgang)</span>. Angenommen, die Variable <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> steht für den <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, der Christen, <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, Term :01: im 2. Beweisgang)</span>, dann ist, — auf Grund von diesem Beweisgang —, in unserer Welt ,wahr‘ und evident ''':''' die ‚positive Eigenschaft‘ <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, und das faktische <span style="color:#FF6000">»''‚Da‘-Sein'' <span style="color:#00B000">[ Existenz ]</span> ''GOTTES''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ‚benennen‘, ontologisch ident, denselben Sachverhalt ''':''' nämlich das, was wir das <span style="color:#FF6000">»''Wesen'' <span style="color:#00B000">[ Essenz ]</span> ''GOTTES''«</span>, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, nennen. <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit'', bzw. ''GOTT-‚Sein‘ ist das Wesen GOTTES''«</span>, und dann umgedreht und äquivalent ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Wesen GOTTES ist sein ‚Da‘-Sein als GOTT'', bzw. ''seine Göttlichkeit''«</span>, m.a.W. ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist wesentlich ‚grundlos‘'' <span style="color:#00B000">[ d.h. </span> ''notwendig aus sich''<span style="color:#00B000"> ]</span> ''‚da‘''«</span>. Das ist das Einzigartige im <span style="color:#FF6000">»''Wesen GOTTES''«</span> ''':''' GOTT ist, zeitlos-ewig, für uns immer schon ‚da‘, und das ‚ist‘ sein <span style="color:#FF6000">»''Wesen''«</span>; vorausgesetzt, ,angenommen‘, man glaubt an GOTT ''':''' Term :01:. <span style="color:#00B000">(Der schon von GÖDEL indizierte Term <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ — </span> ,expliziert‘ nur eine der drei Lesearten, die der Term <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''‘ — „theologisch“</span> ,impliziert‘.)</span> Theorem-2 hat somit die syntaktische Form einer Definition ''':''' <div class="center"><span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span></div> Somit kann GOTT ‚explizit‘ <span style="color:#00B000">(aus einer bewiesenen Kalkül-Definition)</span> <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> genauer ‚bestimmt‘ werden ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist gerade deswegen GOTT, weil sein überzeitlich-ewiges und an sich ‚grundloses‘'' <span style="color:#00B000">[ aber für uns notwendiges ]</span> ''Dasein'' <span style="color:#00B000">[ Existenz ]</span> ''als GOTT, ontologisch, — dem Sein nach —, identisch ist mit seinem persönlichen und für uns liebevollen Wesen'' <span style="color:#00B000">[ Essenz ]</span> ''als GOTT; diese Identität von Dasein und Wesen gilt einzig und allein nur bei GOTT.''«</span> Die philosophische Frage nach dem <span style="color:#FF6000">„Wesen GOTTES“</span> lautet, <span style="color:#00B000">(auf die Person bezogen)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„Was bist du ? “</span> Sie ist äquivalent zur <span style="color:#4C58FF">,theologisch’</span>-biblischen Frage MOSES ''':''' <span style="color:#CC66FF">„Wer bist Du ? “</span> Die bekannte Antwort des GOTTES-JHWH aus ‚Exodus 3,14‘ thematisiert das persönliche, für uns liebevolle und für immer notwendige <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‘אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֑ה‚</big></span> <span style="color:#00B000">| ‚eh'jeh asher eh'jeh‘ |</span> <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin-Da‘'', <span style="color:#00B000">[ für euch und für immer ]</span>«.</span> Mit diesem Zitat aus der Bibel ist die GÖDEL-Axiomatik, sozusagen, <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> ‚verifiziert‘. Sie hat einerseits im Theorem-2 ihren philosophischen ‚Abschluss’ erreicht, und andererseits damit formal-syntaktisch den ‚Anschluss‘ an eine allgemeine Basis-Glaubensaussage gefunden, die ‚an sich‘ für jeden CHRIST-gläubigen Menschen ‚selbstverständlich‘ ist. Was in der Metaphysik des ARISTOTELES das Ergebnis einer philosophischen ,Induktion‘ a-posteriori ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„,Dasein‘ ist das ,Wesen‘ GOTTES“</span>, — <span style="color:#00B000">(das mit Theorem-2, auch ein Ergebnis der deduktiven GÖDEL-Axiomatik a-priori ist ''':''' die Beweisgrundlage für den Konsequenz-Teil im Theorem AMSELMS)</span>, — das ist in der Bibel die Grundüberzeugung jedes Menschen, der an GOTT glaubt ''':''' GOTT ist für uns immer schon <span style="color:#FF6000">„da“</span>, weil er uns liebt. Das ist das, <span style="color:#FF6000">„was“</span> GOTT für uns als GOTT ausmacht, — sein Wesen ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Wir haben die Liebe, die GOTT zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. GOTT ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in GOTT und GOTT bleibt in ihm.''«</span>, <small>({{Bibel | 1. Johannesbrief |4|16|EU}})</small> Das eigentliche Ergebnis der GÖDEL-Axiomatik ist somit die ‚triviale‘ Erkenntnis, dass GOTT, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „grundlos“</span>, für uns immer schon ‚da‘ ist, — <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span> —, vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(‚angenommen‘)</span>, man ‚glaubt‘ an den zeitlos-ewigen GOTT. <span style="color:#00B000">(Der Glaube an die Zeitlosigkeit GOTTES ist mit der ‚Annahme‘ von Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt''«</span>, und der ‚Annahme‘ der Definition-1 für <span style="color:#4C58FF"> ‚'''Gx'''‘ := </span> den <span style="color:#FF6000">„GOTT der Christen“</span>, im Kalkül ‚implizit‘ schon eingeführt, da die Axiome und Definitionen, — nach GÖDEL —, nur dann <span style="color:#FF6000">»''wahr''«</span> sind, wenn sie <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen''</span> [ Raum-Zeit-]<span style="color:#FF6000">''Struktur''«</span> unserer Welt sind. Das ,impliziert‘ auch, dass der GOTT von Axiom-3 und Definition-1 ebenfalls <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von Raum und Zeit, d.h. zeitlos-ewig ist '''!''' )</span> Wer an den GOTT der Bibel glaubt, kann sich von der ‚Vernünftigkeit‘ seines Glaubens mit Hilfe des sog. ,ontologischen‘ Gottesbeweises nach ANSELM von Canterbury, mit Kurt GÖDEL <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span>, überzeugen. <span style="color:#00B000">(Das war auch die Absicht ANSEMS '''!''' )</span> Die Annahme, es sei ‚unmöglich‘, dass es GOTT gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(dezidierter Atheismus)</span>, führt im GÖDEL-Kalkül formal zu einem logischen Widerspruch; vgl. z. B. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Gödels Möglichkeitsbeweis</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Der Gödelsche Gottesbeweis</big></span>''‘, Seite 17, von Günther J. WIRSCHING; (https://edoc.ku.de/id/eprint/10243/1/OntBw.pdf), d.h. es ist also nicht ‚unmöglich‘, dass es GOTT gibt. Der GOTT-Glaube ist mit den Maßstäben einer modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span> und darum ,vernünftig‘. Damit steht fest ''':''' das GÖDEL-Kalkül ist kein moderner ‚Existenz-Beweis‘ für den GOTT der Bibel, sondern es setzt, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span>, ,methodologisch‘, den Glauben an die Existenz eines ewigen GOTTES voraus, der, — <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur unserer '' <span style="color:#00B000">[ vergänglichen ]</span> ''Welt''«</span> —, für uns immer schon ‚da‘ ist. Wenn aber einmal als fix ‚angenommen‘ worden ist, <span style="color:#00B000">(als Prämisse)</span>, dass es wahr ist, dass GOTT ‚existiert‘, dann ist natürlich die ‚Annahme‘, dass GOTT ‚nicht existiert‘, falsch. Aber sie ist auch ,unlogisch‘ und ,unvernünftig‘, weil die Annahme ''':''' ,''Es ist unmöglich, dass es einen GOTT gibt''‘, offensichtlich und eindeutig zu einem Widerspruch führt; was z. B. Günther J. WIRSCHING mit seiner Version des <span style="color:#00B000">(nicht umkehrbaren)</span> ‚Möglichkeitsbeweises‘ für ,GOTT‘, explizit vorexerziert hat. <span style="color:#00B000">(Siehe Anhang ''':''' GÖDELS ‚Möglichkeitsbeweis‘ als ,Widerlegung‘ eines Nicht-GOTT-Glaubens; in Entsprechung zu Psalm 14,1 und Psalm 53,2 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Der'' <span style="color:#00B000">[ ,unvernünftige‘ ]</span> ''Tor sagt in seinem Herzen ''':''' Es gibt keinen Gott. Sie handeln verderbt, handeln abscheulich; da ist keiner, der Gutes tut''«</span>. Historischer Hintergrund zu diesem Psalm-Text ''':''' Die Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch die Truppen des NEBUKADNEZAR II.)</span> Der Logiker GÖDEL hat in seinem System zum ,ontologischen Beweis‘ keine ‚formale Unentscheidbarkeit‘ <span style="color:#00B000">(Agnostizismus)</span> feststellen können, wie auf einem anderen Feld seiner Forschungsarbeiten. Das GÖDEL-Konsequenz-Teil von der ‚Notwendigkeit‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(die ‚Konsequenz’ aus dem ‚widerspruchsfreien‘ Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —,</span>)</span> im ‚Theorem ANSELMS‘, ist <span style="color:#00B000">(im 3. Beweisgang, Term :10:)</span> dann auch eine weitere Explikation des Basis-Theorems-2 des Kalküls ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, über die ‚ontologische Identität‘ vom <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, mit seinem <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> —</span>, dargestellt mit Term :9:. <span style="color:#00B000">(Die ontologische Identitat von Dasein und Wesen in GOTT, ist die, für uns, <span style="color:#FF6000">„notwendige Präsenz <span style="color:#00B000">[ das Sein, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>]</span> GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, die äquivalent, bzw. koinzident ist zur <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit <span style="color:#00B000">[ das Wesen, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>]</span> GOTTES “</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>. Diese Identität von Sein und Wesen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub> —</span>, bedeutet <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> konkret ''':''' die, für uns, notwendige Gegenwärtigkeit GOTTES, [ sein Dasein ], ist verwirklicht worden in der liebevollen [ Wesens-]Zuwendung GOTTES zu uns Menschen, in seiner Kindwerdung in Bethlehem, durch die Jungfrau MARIA ''':''' GOTTES Wesen ist ,Sein-mit-uns‘ ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''sein Name'', <span style="color:#00B000">[ sein Wesen ]</span>, ''ist IMMANUEL, das heiß übersetzt ''':''' GOTT-mit-uns''«, <small>({{Bibel | Matthäus Evangelium |1|23|EU}})</small></span>, der unsere Not-,wenden‘-wird, d.h. der uns und die Welt von der Korruption der Sünde und des Todes <span style="color:#4C58FF">,erlösen‘</span> will und wird.)</span> Die, von GÖDEL im 1. Beweisgang, als Prämissen schon vorausgesetzten und ,angenommenen‘ Perfektionen, bzw. Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(das sind die allgemeinen ,Transzendentalia‘ für alles Nicht-Göttliche in der Welt)</span>, werden im ersten Teil des 2. Beweisganges, mit Term :13: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>, dann auch als <span style="color:#FF6000">„positive Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#00B000">(als die ultimativen ,Transzendentalia‘)</span>, in GOTT ‚definitiv‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> bestätigt; <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, 2. Beweisgang, Anmerkung-2)</span>. Im 3. Beweisgang ist das Basis-Theorem-2 die ,modal‘ notwendige, bzw. transzendentale, Voraussetzung, sowohl für das <span style="color:#FF6000">„an sich notwendige Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, im Term :10:, als auch für die <span style="color:#FF6000">„für uns notwendige Existenz GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, sowohl in der Definition-3, als auch im Axiom-5; <span style="color:#00B000">(das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span> wird nur GOTT zugeordnet; vgl. auch Anhang, 3. Beweisgang, Anmerkung-4)</span>. Dieses Basis-Theorem-2 ist auch zugleich die Antwort auf die Frage nach dem ‚Ursprung‘ GOTTES ''':''' GOTT ist <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „ursprungslos“</span> ‚da‘, von <span style="color:#CC66FF">„Ewigkeit zu Ewigkeit“</span>, denn es ‚ist‘ sein <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, <span style="color:#00B000">(überzeitlich-ewig)</span> für uns immer schon ‚da‘ zu sein. Weitere ‚Einzelheiten‘ über Wesen und Eigenschaften GOTTES gehören in die Mystik, bzw. in die <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span>. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Bedeutung des Kalküls</span></div>=== <div class="center">Immanuel KANT und Kurt GÖDEL im ‚Dialog‘</div> KANT sagt ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>'''''Sein''' ist offenbar kein reales Prädikat''. ... ''Es ist bloß die'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Position'' <span style="color:#00B000">[ latinisiert, deutsch für ''':''' ,Setzung‘ ]</span> ''eines Dinges ... Nehme ich nun das Subjekt (Gott) mit allen seinen Prädikaten'' <span style="color:#00B000">[ d.h. Eigenschaften ]</span> ''(worunter auch die Allmacht gehört) zusammen, und sage ''':''' ‚'''Gott ist'''‘'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT existiert wirklich‘ ]</span>, ''oder ‚es ist ein Gott‘, so <u>setze</u> ich kein neues Prädikat'' <span style="color:#00B000">[ keine neue Eigenschaft ]</span> ''zum ‚Begriffe‘ von Gott ''':''''' <span style="color:#00B000">[ <span style="color:#0000FF; background-color:#FFFF00">‚Sein’ ist kein ‚reales Prädikat’ in GOTT</span>; ‚Existenz‘ ist in GOTT keine ‚Eigenschaft‘ ],</span> ... ''es kann daher zu dem Begriffe'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘ ]</span>, ''der bloß die'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Möglichkeit ausdrückt, darum, dass ich dessen Gegenstand'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck ''':''' er ist'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ist wirklich ]</span>'' ) <u>denke</u>, nichts weiter hinzukommen.'' <span style="color:#00B000">[ Beides ist ,bloß gedacht‘ '''!''' ]</span> ''Und so enthält das Wirkliche nichts mehr als das bloß Mögliche. Hundert ‚wirkliche‘ Taler enthalten nicht das mindeste <u>mehr</u>, als hundert ‚mögliche‘. Denn, da diese den'' <span style="color:#00B000">[ gedachten ]</span>'' ‚Begriff‘, jene aber den Gegenstand und dessen'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Position an sich selbst bedeuten, so würde, im Fall dieser'', <span style="color:#00B000">[ die 100, als ,wirklich‘ bloß gedachten Taler ]</span>, ''<u>mehr</u> enthielte als jener,'' <span style="color:#00B000">[ als ihr ‚gedachter‘ Begriff im Verstand, wie ΑNSELM von Canterbury für GOTT, als ‚wirklich‘ Existierenden, argumentierte, …''so würde'' ]</span> ''mein ‚Begriff‘'' <span style="color:#00B000">[ die 100 im Verstand ‚gedachten‘ Taler ]</span> ''nicht den ganzen Gegenstand ausdrücken, und also auch <u>nicht der angemessene Begriff</u> von ihm sein. Aber in meinem Vermögenszustande ist <u>mehr</u> bei hundert ‚wirklichen‘ Talern, als bei dem bloßen Begriffe derselben'', <span style="color:#00B000">[ als bei 100 bloß ‚gedachten‘ Talern ]</span> ... <span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000"><ref>‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 401; https://www.korpora.org/kant/aa03/401.html</ref></span>. GÖDEL würde darauf <span style="color:#00B000">(korrespondierend zur aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition von der Identität von Sein und Wesen in GOTT)</span> antworten ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>Die <span style="color:#FF6000">„100 Taler“</span> sind der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der'' <span style="color:#00B000">[ vergänglichen ]</span> ''Welt''«</span> entnommen, und sind daher nicht mit GOTT vergleichbar, der, <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer Welt, <span style="color:#FF6000">„über“</span> dieser Welt steht. Einzig und allein nur von GOTT gilt ''':''' Der mit Dingen aus unserer Welt ,nicht vergleichbare‘ GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">„existiert notwendig für uns“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, und <span style="color:#FF6000">„notwendiges Existieren, <u>Sein</u>“</span> ,ist‘ eine <span style="color:#FF6000">„positive <u>Wesen</u>seigenschaft“</span> in GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, weil GOTT aus sich <span style="color:#FF6000">„vollkommen“ <span style="color:#00B000">|</span> „perfekt“</span> ist, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#0000FF; background-color:#FFFF00">‚Sein‘ ist in GOTT ein ‚reales Prädikat‘</span>; <span style="color:#00B000">(notwendige ‚Existenz’ ist eine positive ‚Wesenseigenschaft’ in GOTT)</span>, und nur bei GOTT '''!''' Zum zeitlos-ewigen GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(als methodologische Prämisse)</span>, kann man sagen ''':''' Weil es, wegen Axiom-1 und Axiom-2, <span style="color:#FF6000">„widerspruchsfrei möglich"</span> ist, dass es ihn gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, darum ist dieser GOTT auch das ‚einzige‘ <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span>, das <span style="color:#FF6000">„notwendig aus sich“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, d.h. <span style="color:#FF6000">„grundlos“ <span style="color:#00B000">|</span> „unverursacht“</span> für uns immer schon ‚da’ ist und immer ,da’ sein wird; und zusätzlich gilt ''':''' Es gibt für jede mögliche Welt ‚nur‘ diesen einen GOTT ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx ∧ □∀y(Gy→x=y)'''‘ — </span><span style="color:#00B000">(Monotheïsmus)</span>; vorausgesetzt, man geht von der ,Existenz’ dieses GOTTES aus, wobei diese Annahme <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span> ist.<span style="color:#FF6000">«</span> Eine Beobachtung ''':''' KANT sagt, gleichsam als ,krönender‘ Abschluss seiner Widerlegung des, — von ihm so genannten —, ,ontologischen Gottesbeweises‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''Aber in meinem Vermögenszustande ist <u>mehr</u> bei hundert ‚wirklichen‘ Talern, als bei dem bloßen Begriffe derselben, (d.i. ihrer Möglichkeit).''<span style="color:#FF6000">«</span> Diese Feststellung KANTS entspricht jedoch genau der Argumentation ANSELMS ''':''' GOTT <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse et in re</big></span>“</span>, d.h. GOTT ,existiert auch in Wirklichkeit‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>quod maius est</big></span>“</span>, was <u>mehr</u> ist, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse solo in intellectu</big></span>“</span>, als nur ein bloßer Begriff ,im Verstand zu sein‘. Der ,Mehr-Wert‘ ergibt sich in beiden Fällen, sowohl bei den Talern als auch bei GOTT, aus der ,Wirklichkeit‘ ihrer Existenz, im Gegensatz zur bloßen, <span style="color:#00B000">(im Begriff gedachten)</span>, ,Möglichkeit‘ ihrer Existenz, so dass, in jedem Fall, der ,Begriff‘ im Verstand ohne Abstriche <span style="color:#FF6000">»</span>''den ganzen Gegenstand ausdrückt''<span style="color:#FF6000">«</span>, und von diesem auch <span style="color:#FF6000">»</span>''der angemessene Begriff''<span style="color:#FF6000">«</span> ist. Alles andere wäre eine ,Lüge‘. Mit dieser ,Beobachtung‘ ist das implizit ,Widersprüchliche‘ in KANTS Argumentation aufgedeckt ''':''' Das Wirkliche in KANTS Vermögenszustande enthält <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> als das bloß Mögliche, konträr zu seiner vorigen Behauptung ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''das Wirkliche''<span style="color:#FF6000">«</span> enthalte <span style="color:#FF6000">»'',nichts mehr‘</span> als das bloß Mögliche''<span style="color:#FF6000">«</span>. Diese Behauptung ist offensichtlich falsch. Das ist somit ein indirekter Beweis und damit eine Bestätigung für die analoge Argumentation ANSELMS aus dem Wiederspruch des Gegenteils, am Beispiel KANTS <span style="color:#FF6000">»</span>''Vermögenzustandes bei hundert wirklichen Talern''<span style="color:#FF6000">«</span>, in dem in Wirklichkeit <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> ist, <span style="color:#FF6000">»</span>''als bei dem bloßen Begriffe derselben''<span style="color:#FF6000">«</span>. <span style="color:#00B000">(Diese ,Beobachtung‘ ist zugleich auch das entscheidende Indiz dafür, dass das systembedingte Konzept KANTS von der ,Existenz‘, bzw. vom ,Sein‘ eines jeden Gegenstandes, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen bloße Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">d.i. als seine ,Setzung‘ bloß im- und durch den Verstand ,falsch‘ ist, — d.h. im Klartext ''':''' für KANT ist das ,Sein‘ eines Gegenstandes bloß ein ,Gedanke‘ in uns, wenn er meint, dass uns ein Gegenstand erst dann wirklich ,gegeben‘ sei, wenn wir uns den</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Gegenstand als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck : <u>er ist</u>) <u>denken</u>''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">was nur seiner System-Konzeption geschuldet sein kann. Auf Grund dieser Konzeption ist das</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Ding, wie es an sich selbst ist''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">für KANT systembedingt weder ,anschaubar‘, noch ,erkennbar‘. Diese falsche Konzeption über die ,Existenz‘, bzw. das ,Sein‘ eines Dinges, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen bloße Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">ist für KANT letztendlich auch die Beweisgrundlage und Voraussetzung für seine Ablehnung des ontologischen Argumentes für GOTT. Wenn das ,wirkliche‘ Sein eines Dinges nichts anderes ist, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen'' <span style="color:#00B000">[ bloß gedachte ]</span> ''Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">d.h. als seine ,mögliche‘ Setzung bloß im- und durch den Verstand, das ist das, als ,wirklich‘ bloß nur gedachte, Ding, dann</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''enthält''<span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">natürlich</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''das Wirkliche''<span style="color:#00B000">, [ als die bloß gedachte Existenz ],</span> ''nichts mehr als das bloß Mögliche''<span style="color:#00B000">, [ als der gedachte Begriff ]<span style="color:#FF6000">«</span>, was offensichtlich unhaltbar ist. <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] </span> ''':''' Wenn die Konsequenz einer Wenn-Dann-Folgerung ,falsch‘ ist, dann ist auch ihre Voraussetzung, das System-Konzept KANTS, ,falsch‘ ''':''' d.i. seine ,Kopernikanische Wende‘ für die Metaphysik, soweit sie sein ,Sein’-Konzept betrifft. Korrekt und ,wahr‘ ist in jedem Fall ''':''' Das Wirkliche enthält <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> als das bloß Mögliche, und die Dinge ,existieren‘ schon immer unabhängig von unserem Denken. ,Existenz‘, das ,Sein‘, ist <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span>, als bloß ein ,Gedanke‘ von uns.)</span> Somit ist die Argumentation KANTS gegen den ontologischen Beweis ANSELMS für GOTT ,falsch‘ und unhaltbar, weil sie auf der ,falschen‘ Voraussetzung beruht ''':''' die ,Existenz‘, bzw. das ,Sein‘ eines jeden ,Gegenstandes‘, — wie z. B. auch die Existenz bei GOTT —, sei bloß dessen gedachte ,Position‘ an sich selbst, d.h. bloß seine ,Setzung‘ im- und durch den Verstand. Damit ,macht‘ er GOTT außerdem zu einem ,Ding‘ unter den vielen ,Dingen‘ dieser Welt, und verkennt so, — wie vor ihm THOMAS von Aquin —, auch die Einzigartigkeit und Exklusivität GOTTES im Theorem ANSELMS. <div class="center">Die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> in der philosophischen Tradition</div> Wenn man die philosophische Tradition der <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> im Lichte der Ergebnisse der axiomatischen <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> GÖDELS liest, dann stellt sie sich am Beispiel bei ARISTOTELES, — AVICENNA, — ANSELM, und bei GÖDEL wie folgt dar ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Erstbewegende,'' (<span style="font-family: Times;"><big>,πρῶτον κινοῦν‘</big></span>), ''das, ohne selbst ‚bewegt‘ zu sein'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀκίνητον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''unverursacht, ,entstehungslos‘'' |</span> ), ''alles Übrige wie ein Geliebtes ‚bewegt‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,κινεῖ δὴ ὡς ἐρώμενον‘</big></span> <span style="color:#00B000"> | ''-verursacht, ,entstehen‘ lässt'' |</span> ), ''ist sowohl'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewiges ‚Wesen‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀΐδιον καί οὐσία‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''‚Substanz‘'' |</span> ), ''als auch'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewiges ‚wirksames, verwirklichendes Sein‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>‚ἀΐδιον καί ἐνέργεια οὖσα‘ = ‚actus purus‘</big></span><span style="color:#00B000"> | '',reine Tätigkeit‘'' |</span> ), … ''ersehnt'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ὀρεκτόν‘</big></span>), ''und erkennbar'', (<span style="font-family: Times;"><big>,νοητόν‘</big></span>), ... ''denn dies ist der ‚Gott‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,τοῦτο γὰρ ὁ θεός‘</big></span>), <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, ''der'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''Ewige'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀΐδιον‘</big></span>), — ''der Unvergleichliche'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἄριστον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''‚der Beste‘'' |</span> ), — ''der Lebendige'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ζῷον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ,''das Leben selbst‘'' |</span> ), — ... ''so sagen wir ja'', (<span style="font-family: Times;"><big>,φαμὲν δὴ‘</big></span>), — ...«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ARISTOTELES — Grieche)</span>. Der ‚Begriff’ <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, als ,Individuumname‘, ist synonym mit <span style="color:#FF6000">„göttliches ‚Da-Sein’“</span>, das sowohl <span style="color:#FF6000">„aus sich vollkommen“</span>, als auch <span style="color:#FF6000">„notwendig für uns“</span> ‚da‘ ist; <span style="color:#00B000">(das ist das, an sich, vollkommene ‚Was-Sein‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ — </span>, das zugleich, für uns, das notwendige ‚Da-Sein‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘</span> — ist)</span>; <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span>. Das ist der <u>angemessene Begriff</u> von GOTT, und gilt ‚nur‘ von GOTT. Weil GOTT <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span> ist, ist <span style="color:#FF6000">„Da-Sein“ <span style="color:#00B000">|</span> „GOTT-Sein“ <span style="color:#00B000">|</span> „Göttlichkeit“</span> das <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span>. Im Unendlichen, GOTT, sind <span style="color:#FF6000">„Essenz“</span> und <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> koinzident ,eins‘, und daher untrennbar, und <span style="color:#FF6000">»''darum ist GOTT das einzige ‚Sein’, das notwendig an sich ‚da‘ ist''«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ABU ALI SINA alias AVICENNA — Muslim)</span>. Der <span style="color:#00B000">(gedachte)</span> ‚Eigenschafts-Begriff‘ <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit (die Größe) GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(‚Perfektion‘, die Summe aller ‚positiven Eigenschaften‘ in GOTT)</span> schließt koinzident die ‚Eigenschaft’ <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz für uns“</span> mit ein ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. GOTT wäre nicht <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span>, wenn er nicht auch real für uns ‚da‘ wäre, wenn er nicht ,immer schon’ <span style="color:#FF6000">„existierte“</span>. ‚Sein’ ist <u>mehr</u> als ‚Nicht-Sein’. ,Sein’, bzw. ,Existenz’ gehört zu den ,Transzendentalia’ in GOTT. Das sind die <span style="color:#00B000">(ultimativen)</span> ,Wesenseigenschaften’ in GOTT. Der unendliche GOTT ist daher das <span style="color:#FF6000">»''vollkommenste Wesen, über das nichts ,Größeres‘ d.h. Vollkommeneres <u>mehr</u> ‚gedacht‘ werden kann''«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ANSELM von Canterbury — Christ)</span>. Der ‚Begriff’ <span style="color:#FF6000">„Perfektion GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, schließt koinzident das <span style="color:#FF6000">„notwendige Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘</span> —, für uns mit ein, ohne einen zeitlichen Anfang und ohne ein zeitliches Ende. Das ist die ‚zeitlos-ewige‘, an sich absolute, und <span style="color:#FF6000">„für uns notwendige Existenz GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Das ist ein ,regulär‘-mögliches Korollar im 2. Beweisgang aus Term :16: ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gy→Yy'''‘ —</span>, mit der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(Y:=E<sub>not</sub>) ]</span>, und der <span style="color:#4C58FF">[ FUB(y:=x) ]</span>; und auch ein ,regulär‘-mögliches Korollar im 3. Beweisgang ''':''' entsprechend der <span style="color:#FF6000">„logischen Implikation”</span> :: <span style="color:#4C58FF">[├ A ├ B ╞ A → B ]</span> von Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ — </span> und Term :05: <span style="color:#4C58FF"> —‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> aus diesem Beweisgang. In Worten ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''Angenommen, '' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> ''steht für den GOTT der Christen'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span>, ''dann existiert dieser GOTT'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span>, ''für uns notwendig'', <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span> <span style="color:#FF6000">«</span>.)</span> Der Unendliche, GOTT, ist <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer ‚vergänglichen‘, ,endlichen‘ Welt, welche prinzipiell vom dreidimensionalen Raum und von der unwiederbringlich ‚vergehenden‘ Zeit geprägt ist. Der ,GOTT der Christen‘ ist <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von dieser <span style="color:#FF6600">„vergehenden Raum-Zeit“, — »''jenes rätselhafte und anscheinend in sich widersprüchliche Etwas''« <span style="color:#00B000">(GÖDEL)<ref>Kurt GÖDEL, ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Eine Bemerkung über die Beziehungen zwischen der Relativitätstheorie und der idealistischen Philosophie‘</big></span>'', in P.A.SCHILPP (Hg.): ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Albert Einstein, Philosoph und Naturforscher‘</big></span>'', Seite 406</ref></span> —</span>. Ohne ‚Zeit‘ gibt es keinen zeitlichen Unterschied zwischen ‚Ursache‘ und ‚Wirkung‘, <span style="color:#00B000">(beides ist zeitlos ,eins‘)</span>, und so ist der zeitlos-ewige GOTT, der <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich ,existiert‘'' «</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ — </span>, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „ursprungslos“</span> für uns immer schon ‚da‘ ''':''' <span style="color:#00B000">(GÖDEL — ohne religiöses Bekenntnis)</span> Mit dem GÖDEL-Kalkül ist die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> auf eine ‚vernünftige Basis‘ gestellt worden, und ist somit für jeden Menschen nachvollziehbar, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>, wie obige Beispiele zeigen. '''Resümee :''' Das GÖDEL-Kalkül zeigt mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, was notwendig folgt, wenn die Axiome ‚wahr‘ sind, <span style="color:#00B000">(die Axiome bilden formal-syntaktisch <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span> ab)</span>, unter der Voraussetzung, dass die Axiome <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>'' Struktur''«</span> unserer Welt sind. Die ,Verifikation‘ der Axiome und Definitionen von GOTT und seiner Vollkommenheiten gelingt GÖDEL, — entsprechend seiner Unabhängigkeits-Bedingung —, durch den Aufweis ihrer Widerspruchsfreiheit ''':''' sie sind somit ,wahr‘ und, — im Kontext einer <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> —, auch ,annehmbar‘ in unserer ,realen‘ Welt ''':''' <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, 2. Beweisgang und Anmerkung-2)</span>. Er vermeidet damit den Fehler, der immer wieder im Diskurs über Gottesbeweise gemacht wird ''':''' GOTT mit seinen Geschöpfen zu vergleichen. Diese logisch-philosophische Rede von GOTT <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">»''ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen''«</span>)</span> hat eine <u>mehr</u> als zweitausendjährige Tradition hinter sich. Der <span style="color:#FF6000">„100-Taler-Gott“</span> des Philosophen KANT, hat heute, nachdem der Logiker und Systemtheoretiker GÖDEL sein System vorgelegt hat, an ‚Strahlkraft‘ verloren. Kurt GÖDEL ''':''' ::<span style="color:#FF6000">» ''Die theologische Weltanschauung'', <span style="color:#00B000">[ dass GOTT für uns immer schon ‚da‘ ist ]</span>, ''ist rein verstandesmäßig mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar'';«</span> <span style="color:#00B000">[ d.h. sie ist das ,Resultat‘ der, — vom Glauben geleiteten —, ‚theoretischen Vernunft‘, alias ‚reinen Vernunft‘, und nicht bloß das ‚Postulat‘ einer ‚praktischen Vernunft‘, wie KANT meint ]. <span style="color:#FF6000">»''Der'' <span style="color:#00B000">[ christliche ]</span> ''Glaube ist die ‚Pupille‘ im ‚Auge‘ unseres Verstandes.''«</span> (Heilige KATHARINA von Siena, Lehrerin der Kirche, Patronin Europas<ref>vgl. <span style="font-family: Times;"><big>''Gebet 7 ‚Für die neuen Kardinäle‘, Rom, 21. Dezember 1378,''</big></span> aus <span style="font-family: Times;"><big>''Caterina von Siena ,Die Gebete‘.''</big></span> Kleinhain 2019, online: https://caterina.at/werke/gebete/gebete-detailansicht/gebet-7.html</ref> )</span> Der sonst so rationale KANT, hier doch etwas emotionell, <span style="color:#00B000">(als wolle er die Ergebnisse im GÖDEL-Kalkül nicht wahr haben, die belegen, dass er sich bei GOTT geirrt, und die Funktion des christlichen Glaubens für die Philosophie falsch eingeschätzt hat)</span> ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span> ''Es war etwas ganz Unnatürliches und eine bloße Neuerung des Schulwitzes, aus einer ganz willkürlich entworfenen Idee das Dasein des ihr entsprechenden Gegenstandes selbst ausklauben zu wollen''<ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 403. https://www.korpora.org/kant/aa03/403.html</ref>.<span style="color:#FF6000">«</span> Für KANT, für die Scholastiker, <span style="color:#00B000">(und auch für uns)</span>, ist es natürlich ‚logisch‘, dass aus einem als ‚möglich’ gedachten Begriff, <span style="color:#FF6000">»</span>''aus einer ganz willkürlich entworfenen Idee''<span style="color:#FF6000">«</span>, keine Existenzaussage abgeleitet werden kann. <span style="color:#00B000">(Aus dem bloß gedachten Begriff ,goldene Berge‘ folgt natürlich nicht, dass es solche in Wirklichkeit auch gibt.)</span> In der philosophischen Tradition, die von ARISTOTELES herkommt, ist der Begriff <span style="color:#FF6000">»''GOTT''«</span> jedoch von allen anderen Begriffen so verschieden, so dass für GOTT diese Logik KANTS nicht mehr gilt. GOTT ist ,unvergleichlich‘ und ,einzigartig‘. Dazu der Kommentar von HEGEL ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Wenn KANT sagt, man könne aus dem Begriff'' <span style="color:#00B000">[ ‚GOTT‘ ]</span> ''die Realität nicht ,herausklauben‘, so ist da der Begriff als endlich gefasst''.« <span style="color:#00B000">[ In der Endlichkeit unserer Welt trifft die Logik KANTS zu, dass dem ‚Begriff‘ nicht ,notwendig‘ das ‚Sein‘ folgt, denn es gibt in ihr die ,Lüge‘, die das ,Wirklich-Sein‘ im Begriff bloß behauptet, ohne dass es ,in Wirklichkeit‘ zutrifft, was sie behauptet. Es gilt hier nach KANT ''':''' »''Sein ist kein reales Prädikat''«. Somit ist ]</span> »''...der Begriff ohne'' <span style="color:#00B000">[ reales ]</span> ''Sein ein Einseitiges und Unwahres, und ebenso das Sein, in dem kein Begriff ist'', <span style="color:#00B000">[ ist ]</span> ''das begrifflose Sein,'' <span style="color:#00B000">[ d.i. das relative ,Noch-Nicht-Begriffene‘ ]</span>.'' Dieser Gegensatz, der in die Endlichkeit fällt'' <span style="color:#00B000">[ im Endlichen zutrifft ]</span>, ''kann bei dem Unendlichen, GOTT, gar nicht statthaben''<ref>Georg Wilhelm Friedrich HEGEL, ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Ausführungen des ontologischen Beweises''</big></span>‘ in den ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Vorlesungen über die Philosophie der Religion vom Jahr 1831''</big></span>‘ . Hamburg 1966, Seiten 175 bzw. 174</ref>; <span style="color:#00B000">[ denn ,Begriff‘ und ,Sein‘ sind in dem Unendlichen, GOTT, untrennbar und real immer dasselbe. Auf Grund dieser ontologischen Identität ,personifiziert‘ und ,repräsentiert‘ GOTT die ,Wahrheit‘ ''':''' GOTT ist die ,Wahrheit‘. In GOTT, dem <span style="color:#FF6000">„Schöpfer der Welt“</span>, folgt dem ,Begriff‘ immer ,notwendig‘ das ,Sein‘ ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''GOTT sprach ''':''' Es werde ,Licht‘. Und es wurde Licht''«, <small>{{Bibel | Genesis |1|3|EU}}</small>;</span> oder auch ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Der Herr sprach, und sogleich geschah es; er gebot, und alles war da''«,</span> <small>{{Bibel | Psalm |33|9|EU}}</small>.]</span>«</span> Das Entscheidende bei der <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation des GÖDEL-Kalküls ist, dass der <span style="color:#00B000">(Begriff)</span> GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, nicht auf die Ebene seiner ,endlichen‘ Geschöpfe und unserer Welt gestellt wird, <span style="color:#00B000">(d.i. das ‚Universum‘ im ,Urknall‘, die ‚100-Taler‘, ein ‚Tsunami‘, auch ,einfache Modelle‘ von unserer Welt, etc.)</span>, und damit verglichen wird, sondern, dass der GOTT der Christen in seiner Einzigartigkeit und Besonderheit als <span style="color:#FF6000">»''der Unendliche''«</span> belassen und als <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer vergänglichen Welt, — als <span style="color:#FF6000">»''der Unvergleichliche''«</span> —, verstanden wird. <span style="color:#00B000">(Alle Kritiken des sog. ,ontologischen‘ Gottesbeweises übersehen die Einzigartigkeit und Besonderheit des <span style="color:#FF6000">»''Unendlichen''«</span>, und/oder wollen diese nicht ,wahr‘ haben.)</span> Auch THOMAS von Aquin ,verortet‘ den GOTT ANSELMS, — in seiner Kritik an dessen Theorem —, irrtümlich unter die ,Dinge‘ der uns umgebenden ,Natur‘, wenn er sagt ''':''' GOTT <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse in rerum natura</big></span>“</span>, d.h. wörtlich, dass GOTT ,in der Natur der Dinge <span style="color:#00B000">(unserer Welt)</span> existiert‘, und verkennt somit, — wie nach ihm auch KANT —, die ,Unvergleichlichkeit‘ GOTTES, <span style="color:#00B000">(vgl. STh I q.2 a.1 ad 2<ref>„Deus … illud quo maius cogitari non potest; non tamen propter hoc sequitur quod intelligat id quod significatur per nomen, esse in rerum natura; sed in apprehensione intellectus tantum.“ ——— »''GOTT ist'' (nach ANSELM) ''der, über den Größeres nicht mehr gedacht werden kann. Aber nicht deswegen, weil er'', (der Narr von Psalm 14.1, den ANSELM zitiert), ''das versteht, was durch diesen Namen,'' (bzw. mit dem Begriff ,GOTT‘ im Theorem ANSELMS), ''bezeichnet wird, folgt daraus'', (wie ANSELM meint), ''dass er auch versteht, dass er'', (dieser GOTT), ''auch in der ,Natur‘ der Dinge'' (unserer Welt) ''existiert''; <span style="color:#00B000">[ was ANSELM so nie gesagt hat ]</span>. ''Daraus folgt nur, dass er'', (als ,GOTT‘), ''bloß in der Auffassung seines Verstandes'', (d.h. nur im Denken des Narren als ,Begriff‘), ''existiert.''« ——— Hier ,verortet‘ THOMAS einerseits den unendlichen GOTT, von dem das Theorem ANSELMS spricht, irrtümlich unter die endlichen Dinge der uns umgebenden ,Natur‘, was sachlich dem theologischen Theorem der Unvergleichlichkeit GOTTES widerspricht, der nicht unter die Dinge unserer Welt eingereiht werden darf. Anderseits verliert er dadurch auch den ,Blick‘ für die Außerordentlichkeit und Besonderheit GOTTES, dessen Natur völlig verschieden und unabhängig von der ,Natur‘ unserer raum-zeitlichen Welt ist. GÖDEL beweist jedoch, mit ANSELM, weil es notwendig, ohne Widerspruch, (»''bloß in der Auffassung unseres Verstandes''«), möglich ist, dass GOTT existiert, ist es korrekt, daraus auch mit Notwendigkeit zu folgern, dass der Glaube des Erzbischofs ANSELM, und der Glaube seiner Anvertrauten, von der Wirklichkeit GOTTES, logisch richtig und sinnvoll ist; denn Möglichkeit und Wirklichkeit sind in GOTT koinzident ,eins‘. Das ist das Privilegium GOTTES allein, der einzigartig und unvergleichlich ist. Damit zeigt er auf, dass THOMAS die Unvergleichlichkeit und Einzigartigkeit GOTTES in seinem Vorhalt nicht bedacht hat; und außerdem ANSELM missverstanden hat.</ref>)</span>; jedenfalls hier in der Auseinandersetzung mit ANSELM. Dagegen spricht ANSELM im ,''<span style="font-family: Times;"><big>Proslogion</big></span>''‘, Seite 85f, nur von einem <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse et in re</big></span>“</span> GOTTES, d.h. dass GOTT ,auch in Wirklichkeit existiert‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>quod maius est</big></span>“</span>, was ,größer‘, bzw. ,mehr‘ ist, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse solo in intellectu</big></span>“</span>, als nur ,im Verstand zu sein‘; wobei die ,zeitlose-überzeitliche‘ Wirklichkeit <span style="color:#00B000">(Natur)</span> GOTTES jedoch völlig verschieden und <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen''«</span> Wirklichkeit <span style="color:#00B000">(die ,Natur‘)</span> der ,raum-zeitlichen‘ Welt der Dinge ist. Daher ist sie mit dieser auch nicht vergleichbar. GOTT ist <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span> und alle <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> in GOTT, <span style="color:#00B000">(die ultimativen ,Transzendentalia‘)</span>, sind koinzident ,eins‘, — ,fallen <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> in eins zusammen‘, und sind daher konvertierbar. Darum ist auch die Wirklichkeit GOTTES ,einzigartig‘ und ,unvergleichlich‘. Mit Korollar-3 ist die Exklusivität und Außerordentlichkeit GOTTES definitiv im Kalkül ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>. Der abendländische Monotheïsmus ist somit eine ,logische‘ Konsequenz aus den GÖDEL-Axiomen. <span style="color:#00B000">(Das <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Theorem von der ,Einzigartigkeit‘ und Exklusivität GOTTES, d.h. die exklusive Einheit von Essenz und Existenz, von Begriff und Sein, von Ursache und Wirkung, von Subjekt und Objekt, von Möglichkeit und Wirklichkeit, und aller Transzendentalien, ist, — nach HEGEL —, die Voraussetzung und Bedingung jeder Philosophie ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Die Einheit muss am Anfang der Philosophie stehen''«</span>; und ist zugleich auch ihr gesuchtes und bewiesenes Endergebnis und Ziel ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Diese Einheit muss auch das Resultat der Philosophie sein''«</span><ref>https://hegel-system.de/de/gottesbeweis.htm#hegels-kritik-an-kant</ref>, was hier im GÖDEL-Kalkül ,logisch‘ mit Korollar-3 verifiziert wird ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□(∃xGx ∧ ∀y(Gy→x=y))'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist exklusiv einzigartig''«</span>.)</span> Die Einzigartigkeit GOTTES bedingt die Koinzidenz, den inneren Zusammenhang aller seiner Vollkommenheiten und Zuschreibungen, <span style="color:#00B000">(Axiom-2)</span>, d.h. ihr paarweise, perspektivisches ,Zusammenfallen in eins‘ im Unendlichen, GOTT. Aus der Notwendigkeit aller positiven Eigenschaften und Zuschreibungen, <span style="color:#00B000">(d.h. aus den ultimativen Transzendentalien, Axiom-4)</span>, die in GOTT paarweise, koinzident ,eins‘ sind, <span style="color:#00B000">(Axiom-2)</span>, ist die Einzigkeit GOTTES für uns erschließbar, <span style="color:#00B000">(Korollar-3)</span>. Axiom-4 ist die erste, ,modal‘ <span style="color:#FF6000">„notwendige“</span>, d.h. die transzendentale Voraussetzung für Korollar-3. Wenn im Korollar-3 das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> z. B. für GOTT, dem ,Vater‘ der Christen, und das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''y'''‘ —</span> für GOTT, dem ,Sohn‘, d.h. für ,JESUS CHRISTUS‘ steht, bzw. für den ,HEILIGEN GEIST‘, <span style="color:#00B000">(den ,Dreifaltigen GOTT‘ der Christenheit)</span>; oder auch für die Gottesbezeichnung ,GOTT-ADONAI‘ der Juden, oder für die Gottesbezeichnung ,ALLAH‘ der Muslime steht, dann weist dieses Korollar, für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''∀y'''‘ —</span>, mit der ,ontologischen Identität‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x=y'''‘ —</span>, auf die ,Koinzidenz‘ des ,Dreifaltigen‘, bzw. auch auf den inneren Zusammenhang dieser Religionen hin. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Anhang : das GÖDEL-Kalkül</span></div>=== In der ,Legende zum GÖDEL-Kalkül‘ wird an einige Basics erinnert, und diese für die operative Praxis im anstehenden Kalkül adaptiert. {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">Legende zum GÖDEL-Kalkül</span></div> |- | <small> <math>\begin{align} \text{ ◇ :: konsistent ↔ widerspruchsfrei ↔ möglich ↔ denkbar, } & \text{ □ :: notwendig ↔ wirklich, für jede mögliche Welt ↔ exklusiv} \\ \text{logischer Meta-Term :: [ A ├ B ] ::} & \text{ „aus A folgt im Kalkül ,regulär‘ (├ ) B.“} \\ \text{ A, B sind Aussagen über Eigenschaften, (A ist keine Eigenschaft);} & \text{ die Aussage, z.B. in der Kalkül-Zeile 10, wird als ,Term :10:‘ bezeichnet} \\ \text{ AE ::} & \text{ Argument Einführung, Prämisse, Postulat } \\ \text{ Xx ::} & \text{ „X ist eine Eigenschaft der Individuum-Variable x.“ } \\ \text{ ¬PX ::} & \text{ „X ist keine positive Eigenschaft, ist keine Perfektion, ist nicht vollkommen.“ } \\ \text{ Instanz(X := Y) ::} & \text{ Substitution der Eigenschaft X durch die ,bestimmte‘ Eigenschaft Y } \\ \text{ (Eine ,Instanz‘ ist ein Exemplar aus einer Menge gleichartiger Dinge;} & \text{ hier die ,bestimmte‘ Eigenschaft Y, als Ersatz für das unbestimmte X.) } \\ \text{ FUB(x := y) ::} & \text{ Freie-Um-Benennung der Variable x in y } \\ \text{ Gx ::} & \text{ „Die Variable x steht für den GOTT der Christen.“ } \\ \text{ [ G(y) ├ ⱯyG(y) ] ::} & \text{ All-Operator-Einführung der Variable y für GOTT } \\ \text{ „Angenommen, die Variable y steht für GOTT, dann } & \text{folgt ,regulär‘ (├ ), dass auch jedes y im Kalkül für GOTT steht.“}\\ \text{[ ⱯXA(X) ├ A(X) ] ::} & \text{ All-Operator-Beseitigung für die substituierte Eigenschaft X } \\ \text{ „Wenn X durch eine ,bestimmte‘ Eigenschaft ,instanziiert‘ ist oder } & \text{wird, dann kann der All-Operator von X ,regulär‘ (├ ) beseitigt werden.“}\\ \text{ KOMM(↔) ::} & \;\text{[ (A↔ B) ↔ (B ↔ A) ] :: Kommutativgesetz für ( ↔ )}\\ \text{ DIST(□∧) ::} & \;\text{[ (□A ∧ □B) ↔ □(A ∧ B) ] :: Distributivgesetz für (□∧ )} \\ \text{ (hypothetischer Syllogismus, häufige logische Schlussregel) ::} & \;\text{[ A → B, A ├ B ] :: (Modus ponendo ponens), Abtrennregel.} \\ \text{ „Wenn es wahr ist, dass aus A ein B folgt, und wenn A wahr ist, } & \text{dann ist im Kalkül ,regulär‘ (├ ) ableitbar, dass auch B wahr ist.“} \\ \text{ (negativer hypothetischer Syllogismus) ::} & \;\text{[ A → B, ¬B ├ ¬A ] :: (Modus tollendo tollens)} \\ \text{ „Wenn es wahr ist, dass aus A ein B folgt, und wenn B falsch ist, } & \text{dann ist im Kalkül ,regulär‘ (├ ) ableitbar, dass auch A falsch ist.“} \\ \text{''KONDITIONALER BEWEIS“ ::} & \;\text{[ ├ A ├ B ╞ A → B ] :: (logische Implikation)} \\ \text{ „Angenommen, A ist ,regulär‘ Axiom oder Prämisse, und B ist im } & \text{Kalkül ,regulär‘ abgeleitet, dann ist ,bewiesen‘ ( ╞ ) : A impliziert B, ist wahr.“} \\ \text{''INDIREKTER BEWEIS“ ::} & \;\text{[ ├ ¬A → F ╞ A ] :: (Reductio ad absurdum)} \\ \text{ „Wenn im Kalkül aus ¬A ,regulär‘ eine Kontradiktion } & \text{F folgt, dann ist A ,bewiesen‘ ( ╞ ) : A ist ,wahr‘.“} \\ \end{align}</math> </small> |} A. FUHRMANN ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span> ''Eine Prädikatenlogik zweiter Stufe ist eine Logik, in der die Quantoren auch Eigenschaftsausdrücke <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">„Prädikate”</span>)</span> binden können''. <span style="color:#00B000">[ Die ,Prädikate‘ werden in einem Kalkül dieser Logik durch Definitionen ,bestimmt‘ ]</span>. ''Wir werden uns im folgenden recht frei einer dafür geeigneten formalen Sprache bedienen. Äußere Quantoren werden meist weggelassen und wir schreiben kurz'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Xx'''‘ — </span> ''bzw.'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ — </span> ''um auszudrücken, dass das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ — </span> ''die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ — </span> ''hat, bzw. dass die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ — </span> ''die höherstufige Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> ''<span style="color:#00B000">(für <span style="color:#FF6000">„positiv”</span>)</span> hat;'' <span style="color:#00B000"> [ wobei die Eigenschaft <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> als einzige im Kalkül ,unbestimmt‘ bleibt ]</span>. <span style="color:#FF6000">«</span><ref>A. FUHRMANN ‚''<span style="font-family: Times;"><big>‚G‘ wie Gödel. Kurt Gödels axiomatische Theologie</big></span>''‘, Seite 6, Anmerkung 3. Konform mit seinem Artikel in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Logik in der Philosophie</big></span>''‘ hg. v. P. SCHROEDER-HEISTER, W. SPOHN und E. OLSSON. 2005, Synchron, Heidelberg.</ref> Der All-Quantor für Eigenschaften, hier im GÖDEL-Kalkül der Prädikatenlogik zweiter Stufe, bindet die ,unbestimmte‘ Eigenschafts-Variable <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ —</span> ausschließlich nur in den Definitionen im 2. und 3. Beweisgang . <span style="color:#00B000"> (Im ersten Beweisgang gibt es keine Definition.)</span> Dieser All-Quantor wird dann jedes Mal in der Beweis-Durchführung durch die Substitution ''':''' <span style="color:#4C58FF"> [ Instanz(X:= ..) ]</span> mit ,bestimmte‘ Eigenschafts-Konstanten wie <span style="color:#4C58FF">— (X:= G) —</span>, bzw. <span style="color:#4C58FF">— (X:= ¬Y) —</span>, oder <span style="color:#4C58FF">— (X:= E<sub>not</sub>) —</span> ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> beseitigt ''':''' <span style="color:#4C58FF"> [ ⱯXA(X) ├ A(X) ]</span>; wobei die Eigenschafts-Konstante im Kalkül entweder als Zwischenergebnis ,regulär‘ abgeleitet, <span style="color:#00B000">(,errechnet‘)</span>, oder mit einer Definition schon ,bestimmt‘ worden ist. Die spezifische ‚Eigenschaft‘ einer Eigenschaft wird hier, in der formalen Syntax der Prädikatenlogik zweiter Stufe, als eine tiefer gestellte Abkürzung <span style="color:#00B000">(als Index)</span> an ihre Trägereigenschaft angehängt, wie z. B. ‚wesentlich‘, bzw. ‚essentiell‘ durch <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> —</span>, oder ‚notwendig‘ durch <span style="color:#4C58FF"> — <sub>not</sub> —</span>. In der Definition-3 steht der Term ''':''' <span style="color:#4C58FF"> —‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, um auszudrücken, dass das Individuum <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> notwendig <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span> die Eigenschaft ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>, für ,Existenz‘, hat, d.h. <span style="color:#FF6000">„das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> existiert notwendig”</span>. Der schon von GÖDEL indizierte Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">—‚'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> kann gelesen werden als ''':''' <span style="color:#FF6000">„Das Individuum <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> hat die Wesenseigenschaft, <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> — </span> ''':''' GOTT zu sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ </span>”</span>, statt der ,an sich‘ konformen, aber <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> etwas ungenauen Formulierung ''':''' <span style="color:#FF6000">„das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ist wesentlich göttlich”</span>; oder mit der Voraussetzung ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''→'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> deutlicher und <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> korrekt ''':''' <span style="color:#FF6000">„Wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für den GOTT der Christen, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, steht, dann ist GOTT-Sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(,Existenz‘)</span> das Wesen dieses GOTTES, <span style="color:#4C58FF">— <sub>ess</sub>‚'''x'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(,Essenz‘)</span> ”</span>; wobei, — entsprechend der ,methodologischen‘ Prämisse des Kalküls <span style="color:#00B000">(<span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ — </span> ''':''' das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> steht für den ,GOTT der Christen‘)</span> —, bei der Interpretation der Terme dieses besonderen Kalküls, die <span style="color:#4C58FF">„christliche Theologie”</span> für den Begriff <span style="color:#FF6000">„GOTT”</span>, Korrektur und die leitende Instanz ist. Dabei muss die Dreifach-Äquivalenz von <span style="color:#4C58FF"><span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span></span>berücksichtigt werden. Welche der drei Äquivalenzen, bzw. Lesearten von <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span> bei einem bestimmten Term im Kalkül zulässig ist, muss <span style="color:#4C58FF">„theologisch”</span> überprüft und evaluiert werden. Bei manchen können sogar alle drei Lesearten <span style="color:#4C58FF">„theologisch”</span> zulässig sein. Um philosophische, und sogar <span style="color:#4C58FF">„theologische”</span> Theoreme exakt zu formulieren, und untersuchen zu können, hat der Ausnahmelogiker GÖDEL ein Tor aufgestoßen, das uns ermöglichen kann, <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, und logisch objektiv nachprüfbar, in diesen Disziplinen zu argumentieren. Mit seiner modalen Prädikatenlogik zweiter Stufe, hat GÖDEL dem alten Wunsch eines Raimundus LULLUS, eines Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, eines Immanuel KANT, und anderer, nach einer nachprüfbaren ,Universalsprache‘ in den Geisteswissenschaften, entsprochen; analog zur Mathematik, als Universalsprache in den Naturwissenschaften. Der sog. ,Theorembeweiser‘ der Wissenschaftler Christoph BENZMÜLLER und Bruno WOLTZENLOGEL-PALEO, mit Hilfe eines Computers, ist die offensichtliche Folge aus diesem Quanten-Schritt GÖDELS. In der folgenden Neu-Kalkülisierung, wird jeder einzelne operative Logik-Schritt des Kalküls in der '''linken Spalte''' nummeriert und als Term-Ergebnis angezeigt, und in der '''rechten Spalte''' werden die dafür benötigten Term-Komponenten und die dabei angewendeten Logik-Regeln und -Gesetze dokumentiert. Am Anfang stehen die Ressourcen und das angestrebte Ziel des Beweisganges, <span style="color:#00B000">(das Theorem)</span>. Die GÖDEL Axiome und Definitionen, die Theoreme, die Zwischenergebnisse, das Endergebnis, und die logischen Meta-Terme, werden kontextabhängig interpretiert, <span style="color:#00B000">(angezeigt durch ,Interpretationspunkte‘ — :: —, falls nötig)</span>. Der jeweilige Beweisgang wird in den Anmerkungen ausführlich und umfassend kommentiert. Die Kalkül-Prämissen, <span style="color:#00B000">(AE: Argument Einführung)</span>, sind der modal-frei gewählte Einstieg in das Kalkül. Sie dokumentieren, zusammen mit dem angestrebten Beweis-Ziel, eine bestimmte Problemlage in einem externen Diskurs, der mit dem modalen Logik-System hier, formal-syntaktisch überprüft, und gegebenenfalls, verifiziert oder falsifiziert werden soll. Korollare sind einfache, logische Folgerungen aus dem jeweiligen Beweisgang ''':''' ====<div class="center"><span style="color:#660066">1. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 1, (Möglichkeitsbeweis)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe__________ „Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.1)} & \quad P \neg X \;\Longrightarrow\;\ \neg P\ X\ & \ & \text{„Wenn die Negation von X positiv ist, dann ist die Eigenschaft X nicht positiv“} \\ \text{(Axiom 2)} & \quad (P\ X \wedge \;\Box \;\forall x (\ X\ x \Longrightarrow \ Y\ x)) \Longrightarrow \ P\ Y & \ & \text{„Die Eigenschaften Y, die aus einer positiven Eigenschaft X modal} \\ \text{ } & \quad & \ & \; \; \text{notwendig folgen, sind auch positive Eigenschaften“} \\ \text{(Axiom 3)} & \quad P\ G \ & \ & \text{„Göttlichkeit, GOTT-Sein, ist eine pos. Eigenschaft“ ↔ „GOTT ist perfekt“} \\ \text{(Theorem 1)} &\quad P\ X \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{ (◇ :: „möglich“ ↔ „konsistent“ ↔ „denkbar“; □ :: „notwendig“) } \\ \text{ } & \text{„Positive Eigenschaften sind konsistent“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} & \quad P\ X \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, es gibt positive Eigenschaften, Perfektionen“} \\ \text{02} & \quad P\ X \;\Rightarrow\; \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, positive Eigenschaften sind nicht konsistent“} \\ \text{03} & \quad (\neg x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, nicht mit x identisch zu sein“ :: (ungleich)} \\ \text{04} & \quad (\ x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, mit x identisch zu sein“ :: (gleich)} \\ \text{05} & \quad \text{ ├ }\; \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:01:02:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B] :AE:} \\ \text{06} & \quad \neg\neg \Box \neg \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:05:[ ◇A ↔ ¬□¬A] :: (Modalregel)} \\ \text{07} & \quad \neg\neg \Box \neg\neg \forall x \neg X \ x \ & \ & \text{:06:[∃xA ↔ ¬Ɐx¬A] :: (Quantoren Regel)} \\ \text{08} & \quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall x \neg X \ x \ & \ & \text{:07:NEG :: [¬¬A↔A] :: (Gesetz der Aussagenlogik)} \\ \text{09} & \quad \Box \; \forall x \neg X \ x \Leftrightarrow\ W & \ & \text{:02:08:[(:02:↔W) → (├:08:↔W)] :: (Kalkülregel)} \\ \text{10} & \quad \Box \; \forall x \ X \ x \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:09:[(¬A↔W)↔(A↔F)] :: (Regel für Wahrheitswerte)} \\ \text{11} & \quad \ (\neg x = x ) \Leftrightarrow \ F \; \ & \text{ } & \text{Xx:03:Instanz(X:=(¬x=..)) ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{12} & \quad \Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \text{ } & \text{:10:11:[(:10:↔F) → (:11:↔F)] :: „ex falso sequitur quotlibet“} \\ \text{13} & \quad \ P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \ & \text{:01:12:[Konjunktion] :: [A, B ├ A∧B]} \\ \text{14} & \quad \ (P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow \; (\neg x = x))) \Rightarrow \; P (\neg x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(Y:=( ¬x= ..)) :: (Substitution für Eigenschaften)} \\ \text{15} & \quad \ P (\neg x = .. ) & \ & \text{:13:14:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{16} & \quad \ P (\neg x = .. )\;\Rightarrow\ \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{(A1.1):Instanz(X:=(x=..))}\\ \text{17} & \quad \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{:15:16:[Modus ponens]}\\ \text{18} & \quad \ (x = x ) \Leftrightarrow \ W \; \ & \ & \text{Xx:04:Instanz(X:=(x=..)) ⇒ Tautologie !} \\ \text{19} & \quad \Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \text{ } & \text{:10:18:[(:10:↔F) → (:18:↔W)] :: „ex falso sequitur etiam verum“} \\ \text{20} & \quad \ P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \ & \text{:01:19:[Konjunktion] :: [A, B ├ A∧B]} \\ \text{21} & \quad \ (P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x))) \Rightarrow \ P (x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(Y:=(x=..))} \\ \text{22} & \quad \ P (\ x = .. )\ & \ & \text{:20:21:[Modus ponens]}\\ \text{23} & \quad \text{ ├ }\; (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:17:22:[Konjunktion] ⇒ Kontradiktion !}\\ \text{24} & \quad \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \Rightarrow (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) & \ & \text{:05:23:[├A├B╞ A→B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''}\\ \text{25} & \quad \neg\neg \Diamond \; \exists x \ X \ x & \ & \text{:24:23:[Modus tollendo tollens] :: [A→B,¬B ├ ¬A]}\\ \text{26} & \quad \text{ ├ }\; \Diamond \; \exists x \ X \ x & \ & \text{:25:NEG; bzw. :05:23:[├¬A→F ╞ A] :: ''INDIREKTER BEWEIS''}\\ \text{27} & \quad \ P\ X \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:01:26:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{(Theorem 1)} & \;\text{„Positive Eigenschaften sind konsistent“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war !} \\ \text{28} & \quad \ P\ G \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{:27:Instanz(X:=G) } \\ \text{29} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{(A3):28:[Modus ponens]} \\ \text{(Korollar 1)} & \;\text{„Das Dasein GOTTES ist definitiv möglich“} & \ & \text{„Es ist denkbar, dass es GOTT gibt“} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-1 ''':''' <span style="color:#00B000">(Der Term <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, im Axiom-2 ist an sich überflüssig, da dieser hier als Prämisse :01: ohnehin ,angenommen‘ wird. Der Beweisgang kommt mit Axiom-2 auch ohne diesen Term zum selben Ergebnis, und verkürzt sich dann sogar um zwei Schritte ''':''' Zeile 13 und Zeile 20 sind dann unnötig.)</span> Der Beweisgang geht mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, prinzipiell von der Existenz eines GOTTES aus. Mit der Prämisse :01: <span style="color:#00B000">(hier im 1. Beweisgang)</span> postuliert GÖDEL vorerst allgemein, dass es <span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit, d.h. positive Eigenschaften''«</span> gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, ohne im Kalkül zu definieren, was darunter zu verstehen ist. Definiert wird dann <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, was eine <span style="color:#FF6000">»''wesentliche Eigenschaft''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(im Sinne von ,Transzendentalia‘)</span>; und mit Hilfe dieser Eigenschaft definiert GÖDEL <span style="color:#00B000">(im 3. Beweisgang)</span>, was eine <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, die er <span style="color:#00B000">(im selben Beweisgang)</span> axiomatisch mit den <span style="color:#FF6000">»''positiven Eigenschaften in GOTT''«</span> gleich setzt ''':''' Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> —‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. Erst im 2. Beweisgang wird mit Term :13:, nach einer <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, definitiv bewiesen <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>, dass die, von GÖDEL, hier postulierten, <span style="color:#00B000">(allgemeinen)</span>, positiven Eigenschaften, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, tatsächlich auch in GOTT <span style="color:#FF6000">»''positive Eigenschaften''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, sind; <span style="color:#00B000">(das sind die ultimativen ,Transzendentalia‘ in GOTT)</span>. Jetzt aber muss vorerst der ,Wunsch‘, bzw. die LEIBNIZ-Frage beantwortet werden ''':''' Ob, mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT''«</span> ,möglich‘ ist, der nach traditioneller Auffassung, <span style="color:#FF6000">»''ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ ist ]</span>, ''das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>, <span style="color:#00B000">(nach LEIBNIZ; was GÖDEL mit Definition-1 ,abbildet‘)</span>. Wenn man also beweisen will, dass die Existenz eines solchen ''<span style="color:#FF6000">»GOTTES«</span>'' ,möglich‘ sein soll, dann muss man beweisen, dass dieses postulierte System der <span style="color:#FF6000">»''positiven Eigenschaften in GOTT''«</span> formal ,widerspruchsfrei‘ ist. Das Ergebnis des 1. Beweisganges, das ,Theorem-1‘, <span style="color:#00B000">(,Erster Satz‘)</span>, fasst A. FUHRMANN zusammen als ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind konsistent''«</span>. Wenn sie nicht konsistent wären, käme es zu unlösbaren Widersprüchen, <span style="color:#00B000">(Term :24:)</span>. Einmal Axiom-1 und zweimal Axiom-2, <span style="color:#00B000">(das die Gleichwertigkeit aller positiven Eigenschaften nachdrücklich klarstellt)</span>, sichern hier die Konsistenz <span style="color:#FF6000">»''aller positiven Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ die ,Transzendentalien‘ ]</span>, ''in GOTT''«</span>. Die ,Gleichwertigkeit‘, <span style="color:#00B000">(,Äquivalenz‘)</span>, ist formal-syntaktisch daran erkennbar, dass die beiden Eigenschafts-Variablen <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ —</span> und <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''‘ —</span> im Axiom-2 für beliebige, unterschiedliche ,positive‘ Eigenschaften gegenseitig austauschbar, <span style="color:#00B000">(,konvertierbar‘)</span>, sind. Das heißt, dass beliebige, unterschiedliche ,positive‘ Eigenschaften, für die diese Variablen stehen, sich paarweise, wechselseitig ,implizieren‘, einschließen, und damit notwendig voneinander abhängen, d.h. koinzident ,eins‘ sind, konvertierbar, und somit gleichwertig sind; entsprechend dem Theorem von den Transzendentalia. Zu Term :29:, dem Korollar zu Theorem-1, notiert GÖDEL am 10. Feb. 1970, <span style="color:#00B000">(übersetzt von Joachim BROMAND)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''◇∃xG(x) besagt, dass das System aller positiver Eigenschaften kompatibel ist'',</span> <span style="color:#00B000">[ d.h. miteinander verträglich, weil ohne Widersprüche ].</span> <span style="color:#FF6000">''Dies ist ,wahr‘ auf Grund von Axiom-2,'' <span style="color:#00B000">[ weil alle positiven Eigenschaften, d.h. die Transzendentalien, koinzident gleichwertig und konvertierbar sind ]</span>.«</span> Darum ist es definitiv ,möglich‘, dass es diesen GOTT gibt, der <span style="color:#FF6000">»''alle Grade der Vollkommenheit in sich schließt''«</span> und <span style="color:#FF6000">»''über dem ,Größeres‘ nicht mehr gedacht werden kann''«</span>, und, in weiterer Konsequenz, ist der GOTT-Glaube deshalb ,notwendig‘ widerspruchsfrei, nach Theorem-3 ''':''' <u>Wenn</u> es ''<span style="color:#FF6000">»möglich, bzw. denkbar«</span>'' ist, dass es ''<span style="color:#FF6000">»GOTT«</span>'' gibt, <u>dann</u> folgt daraus ''<span style="color:#FF6000">»notwendig«</span>'' ''':''' es ist ,widerspruchsfrei‘, wenn man als Voraussetzung ,annimmt‘, dass es ''<span style="color:#FF6000">»GOTT wirklich, für jede mögliche Welt«</span>'' gibt ''':''' Term :11: im 3. Beweisgang. Der Wenn-Satz ist hier mit Korollar-1 bewiesen; der Dann-Satz wird im 3. Beweisgang bewiesen <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>. Die ontologische ,Identität‘, d.h. die ,Gleichsetzung‘, bzw. die ,Koinzidenz‘ von Strukturen, die in der Endlichkeit für uns verschieden sind, jedoch in dem Unendlichen, GOTT, paarweise, perspektivisch in eins zusammenfallen, wie ,Sein‘ und ,Wesen‘, wie ,Ursache‘ und ,Wirkung‘ usw., und auch die Äquivalenz und Austauschbarkeit der Transzendentalien, haben im GÖDEL-Kalkül die logisch-syntaktische Form einer, aus sich, ,modal‘ notwendigen Implikation zwischen zwei verschiedenen, gegenseitig austauschbaren Eigenschafts-Variablen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x(Xx→Yx)'''‘ —</span>. Dieses Term-Element stellt formal-syntaktisch die Gleichwertigkeit, <span style="color:#00B000">(Äquivalenz)</span>, bzw. die paarweise Koinzidenz aller ultimativen Eigenschaften und Zuordnungen in GOTT dar; sowohl hier im Axiom-2, als auch in der Definition-2 im 2. Beweisgang, über die ,Wesenseigenschaften‘, mit jeweils verschiedenen, frei umbenennbaren Individuum-Variablen. Die wechselseitige Austauschbarkeit der noch ,unbestimmten‘ Eigenschafts-Variablen ist formal äquivalent zur freien Umbenennung der noch ,unbestimmten‘ Individuum-Variablen ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ FUB(x:=y) ]</span>. Der formale, gegenseitige, allgemeine Austausch der Eigenschafts-Variablen, bzw. die formale Gleichsetzung der positiven allgemeinen Eigenschaften, kann, auf Grund der Äquivalenz aller Vollkommenheiten, auch dann noch durchgeführt werden, wenn eine Eigenschafts-Variable durch eine Definition oder eine Schlussfolgerung ,bestimmt‘ worden ist, und dadurch zu einer Eigenschafts-Konstante, d.h. zu einer ,bestimmten‘ Eigenschaft geworden ist. Das ist z. B. bei einer instanziierenden Substitution der Fall ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=..) ]</span>. Das ist eine spezifische Eigenheit der GÖDEL-Axiomatik. Da die Variable <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT steht, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(im Korollar-1)</span>, ist die Eigenschaft ''':''' ''<span style="color:#FF6000">„nicht mit x identisch zu sein“</span>'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">(¬x=..)</span>, d.h. das <span style="color:#FF6000">„Ungleichsein“</span>, das <span style="color:#FF6000">„Anderssein“</span> GOTTES, <span style="color:#00B000">(Prämisse :03:)</span>, die entscheidende Voraussetzung und Norm für jeden Diskurs über GOTT ''':''' um der <span style="color:#FF6000">„Unvergleichlichkeit“</span> GOTTES gerecht zu werden, darf GOTT niemals mit etwas aus der ''<span style="color:#FF6000">»zufälligen Struktur der Welt«</span>'' verglichen, d.h. gleich gesetzt werden. Der Term :18: <span style="color:#4C58FF">(x=x) ↔ W</span> erinnert dagegen an die Selbstbezeichnung des GOTTES-JHWH in Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin‘''«</span>. Zum Term :03: notiert A. FUHRMANN ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span> ''Die Notation'' <span style="color:#4C58FF">(¬x=..)</span> ''für die Eigenschaft ''':''' <span style="color:#FF6000">„nicht mit x identisch zu sein“</span>'', <span style="color:#00B000">[ d.h. <span style="color:#FF6000">„Ungleichheit“, „Anderssein“</span>, bzw. die Notation <span style="color:#4C58FF">(x=..)</span> für den Existenzmodus-Perfektion ''':''' <span style="color:#FF6000">„Gleichheit“, „Idendität“</span> ]</span>, ''ist suggestiv und informell und ersetzt hier einen formal korrekten Abstraktionsausdruck wie'' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y)</span>, <span style="color:#00B000">[ bzw. <span style="color:#4C58FF">λy.(x=y)</span> ]</span>. ''Für die formal korrektere Notation bedarf es der zusätzlichen Vereinbarung, dass der Ausdruck'' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y)</span> ''gleichbedeutend sei mit dem Ausdruck'' <span style="color:#4C58FF">¬λy.(x=y)</span>. ''Diese Vereinbarung ist harmlos, da wir aufgrund der Regel der λ–Konversion'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">λy.Xy.x ↔ Xx</span>, <span style="color:#00B000">[ mit der <span style="color:#4C58FF">Instanz(X:=(¬x=..))</span> ]</span>, ''so schließen dürfen'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y).x ↔ ¬x=x ↔ <span style="color:#00B000">¬(x=x)</span> ↔ ¬λy.(x=y).x</span> .<span style="color:#FF6000">«</span> <ref>A. FUHRMANN a.a.O. Seite 7, Anmerkung 4 (von mir korrigiert und ergänzt)</ref> In der Kalkül-Zeile 29 wird das Korollar-1 durch einen <span style="color:#4C58FF">[ Modus ponens ]</span> mit Axiom-3 von der Kalkül-Prämisse-Term :01: ,abgekoppelt‘, d.h. es ist nicht mehr vom Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span> logisch abhängig. Korollar-1 behält aber die bewiesene Widerspruchsfreiheit von Theorem-1, und ist dann nur mehr von Axiom-1 und Axiom-2 abhängig, was für das Theorem-ANSELMS am Schluss entscheidend ist. Erklärung zu Term :05: Das Ergebnis einer Logik-Operation zwischen Prämissen ist ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> den Prämissen zuzurechnen. ====<div class="center"><span style="color:#660066">2. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 2, (,Basisbeweis‘)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe____________„Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.2)} & \quad \neg P\ X \;\Longrightarrow\;\ P\neg X\ & \ & \text{„Wenn X nicht positiv ist, dann ist die Negation ¬X positiv“} \\ \text{(Axiom 3)} & \quad \ P\ G \ & \ & \text{„Göttlichkeit, GOTT-Sein, ist eine pos. Eigenschaft“ ↔ „GOTT ist perfekt“} \\ \text{(Axiom 4)} & \quad \ P\ X \;\Longrightarrow\; \Box \; \ P\ X \ & \ & \text{„Positive Eigenschaften sind notwendig aus sich positiv“} \\ \text{(Definition 1)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \forall X(\ P \ X \Longrightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{„x ist genau dann GOTT, wenn x alle positiven Eigenschaften hat“} \\ \text{(Definition 2)} & \quad \ X_{ess}\ x \;\Leftrightarrow X\ x \wedge \forall Y \left(\ Y\ x \Rightarrow \Box \; \forall y (\ X\ y \Rightarrow \ Y\ y)\right) & \ & \text{„X ist genau dann eine wesentliche Eigenschaft von x, wenn x sie hat, und} \\ \text{ } & \quad & \text { } & \;\;\text{alle anderen Eigenschaften Y von x notwendig aus dieser Eigenschaft X folgen“} \\ \text{[RM]} &\quad \ A \;\Longrightarrow\;\ B\; \text{ ├ }\;\Box \; A \Longrightarrow\;\Box\; \ B\ & \ & \text{( :: Modales Prinzip)} \\ \text{(Theorem 2)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{(,G‘ :: „Göttlichkeit“ ↔ „GOTT“ ↔ „Dasein GOTTES“)} \\ \text{ } &\;\text{„Das Wesen GOTTES ist Dasein“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} &\quad \ G\ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, x steht für den GOTT der Christen“} \\ \text{02} &\quad \ Y\ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, GOTT hat die Eigenschaften Y“} \\ \text{03} &\quad \neg P\ Y & \ & \text{ AE: „Angenommen, die Y in GOTT sind nicht positiv“} \\ \text{04} &\quad \neg P \ Y \Rightarrow \ P \neg Y\ & \ &\text{(A1.2):Instanz(X:=Y) :: (Substitution für Eigenschaften) } \\ \text{05} &\quad \ P \neg Y \ & \ & \text {:03:04:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B] } \\ \text{06} &\quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ &\text{(D1):01:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{07} &\quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ &\text{:06:[ⱯXA(X) ├ A(X)] :: (Quantorenregel)} \\ \text{08} &\quad \ P \neg Y \Rightarrow \neg Y \ x\ & \ &\text{:07:Instanz(X:=¬Y)} \\ \text{09} &\quad \neg Y \ x\ & \ &\text{:05:08:[Modus ponens]} \\ \text{10} &\quad \text{ ├ }\; (Y\ x \wedge \neg Y \ x) \;\Leftrightarrow\;\ F\ & \ & \text{:02:09:[Konjunktion] ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{11} &\quad \neg P\ Y \; \Rightarrow \; (Y\ x \wedge \neg Y \ x )\ & \ &\text{:03:10:[├A├B ╞ A → B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''} \\ \text{12} &\quad \neg\neg P\ Y \ & \ &\text{:11:10:[Modus tollendo tollens] :: [A → B,¬B├ ¬A]} \\ \text{13} &\quad \text{ ├ }\; P\ Y \ & \ &\text{:12:NEG; bzw. :03:10:[├¬A→F ╞ A] :: ''INDIREKTER BEWEIS'' :AE:} \\ \text{14} &\quad \ P\ Y \;\Rightarrow\;\Box \; \ P\ Y \ & \ & \text{(A4):Instanz(X:=Y)} \\ \text{15} &\quad \Box \; \ P\ Y \ & \ & \text{:13:14:[Modus ponens]} \\ \text{16} &\quad \ G \ y \Rightarrow \ Y \ y\ & \ &\text{:01:02:[├A├B ╞ A→B]:FUB(x:=y)} \\ \text{17} &\quad \text{ ├ }\; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:16:[G(y) ├ ⱯyG(y)]} \\ \text{18} &\quad \Box \; \ P\ Y \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:13:17:[├A├B ╞ A→B]:[RM]} \\ \text{19} &\quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:15:18:[Modus ponens]} \\ \text{20} &\quad \ Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:02:19:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{21} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ G \ x & \ &\text{:20:01:[Konjunktion] :: [A, B├ A ∧ B]} \\ \text{22} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ X \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ X \ x\;\Leftrightarrow\; X_{ess}\ x \ & \ &\text{(D2):KOMM(↔):KOMM(∧):[ⱯYA(Y) ├ A(Y)] wegen :13:} \\ \text{23} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ G \ x\;\Leftrightarrow\; G_{ess}\ x \ & \ &\text{:22:Instanz(X:=G)} \\ \text{24} & \quad \text{ ├ }\; G_{ess}\ x \ & \ &\text{:21:23:[Modus ponens]:AE: wegen :30:} \\ \text{25} &\quad \ G\ x \;\Rightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{:01:24:[├A├B ╞ A→B] :: Theorem 2.1} \\ \text{26} &\quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ &\text{(D1):01:[Modus ponens] } \\ \text{27} &\quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ &\text{:26:[ⱯXA(X) ├ A(X)]} \\ \text{28} &\quad \ P \ G \Rightarrow \ G \ x\ & \ &\text{:27:Instanz(X:=G)} \\ \text{29} &\quad \text{ ├ }\; G \ x\ & \ &\text{(A3):28:[Modus ponens]} \\ \text{30} &\quad \ G_{ess}\ x \;\Rightarrow \ G \ x\ & \ &\text{:24:29:[├A├B ╞ A→B] :: Theorem 2.2 } \\ \text{31} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{:25:30:[Konjunktion]:BIKONDITIONAL :: [(A→B) ∧ (B→A) ↔ (A↔B)] } \\ \text{(Theorem 2)} &\; \text{„Dasein, GOTT-Sein, ist das Wesen GOTTES“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war ! } \\ \text{32} &\quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ (x = y))\ & \ & \text{:19:Instanz(Y:=(x=..))} \\ \text{33} &\quad \ G\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ (x = y))\ & \ & \text{:01:32:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{(Korollar 2)} & \;\text{„Es gibt notwendig höchstens einen GOTT“} & \ & \text{„Wenn es GOTT gibt, dann gibt es für jede mögliche Welt nur einen GOTT“} \\ \end{align}</math> </small> |} <span style="color:#00B000"><small>(In den Kalkül-Zeilen 16, 18, 31 mussten zwei-, und in Zeile 22 drei Kalkül-Schritte, d.h. Logik-Operationen in eine Zeile zusammengezogen werden, weil der Parser dieser speziellen Mathematik-Funktion in Wikibooks jedes Mal wegen Puffer-Überlauf abstürzt, wenn zu den bestehenden Zeilen noch eine neue Zeile zusätzlich eingefügt wird. Das vermindert etwas die Transparenz des Kalküls.)</small></span> Anmerkung-2 ''':''' <span style="color:#00B000">(Dieser Beweisgang kommt auch ohne das ,unbestimmte‘ Konjunkt <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Xx'''‘ —</span> in der Definition-2 zum gleichen Ergebnis, und wird dadurch um eine Zeile verkürzt ''':''' Zeile 21 entfällt, und <span style="color:#4C58FF">[ KOMM(∧) ]</span> ist unnötig. Dieses Konjunkt wird hier ebenfalls schon in der Kalkül-Prämisse :01: <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx'''‘ —</span>, als ,Annahme‘ gesetzt, vorentschieden und ,bestimmt‘ mit der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=G) ]</span>. Es war also logisch korrekt, dass GÖDEL, in seiner Notiz vom 10. Feb. 1970 zum ontologischen Beweis, dieses Konjunkt weggelassen hat, was ihm von Kommentatoren als ein Flüchtigkeitsfehler angerechnet worden war. Der gesamte 2. Beweisgang bewegt sich im Geltungsbereich der Prämisse Term :01:, d.h. ist in jeder Zeile von der Annahme abhängig ''':''' die Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''x'''‘ —</span> steht für den GOTT der Christen. In der Kalkül-Zeile 33 wird mit Korollar-2 diese Abhängigkeit, für den Term :32:, explizit dargestellt.)</span> Der Beweisgang geht mit der Prämisse :01: prinzipiell, als Voraussetzung, von der Existenz eines GOTTES aus. Im 1. Beweisgang wurde bewiesen, dass die von GÖDEL ,postulierten‘ <span style="color:#FF6000">»''allgemeinen positiven Eigenschaften, Vollkommenheiten, Perfektionen'', <span style="color:#00B000">[ die sog. ,Transzendentalien‘ ]</span> ''konsistent''«</span>, d.i. widerspruchsfrei sind. Hier, in diesem Beweisgang wird nun die Prämisse vom 1. Beweisgang, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PX'''‘ —</span>, im Bezug auf GOTT hinterfragt ''':''' Gibt es auch in GOTT so Etwas, wie <span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit, Positives, Perfektes''«</span> '''?''' Die ,Annahme‘ jedoch, dass es <span style="color:#FF6000">»''in GOTT keine Vollkommenheit, nichts Positives, nichts Perfektes''«</span> <span style="color:#00B000">(keine Transzendentalien)</span> gibt, <span style="color:#00B000">(Prämisse Term :03:)</span>,<span style="color:#4C58FF"> — ‚'''¬PY'''‘ —</span>, d.h. dass die <span style="color:#00B000">(wesentlichen)</span> Eigenschaften in GOTT keine <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> seien, führt aber zu einem unlösbaren Widerspruch, <span style="color:#00B000">(Term :10:)</span>. Mit Term :13:, als 1. Hauptergebnis, ist damit, — als ,neue‘ Prämisse, <span style="color:#00B000">(ersetzt Term :03:)</span> —, definitiv ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ , d.h. es ist ,wahr‘)</span>, dass alle Eigenschaften, die hier mit <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''‘ —</span> symbolisiert werden, <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaften“</span>, d.h. <span style="color:#FF6000">„Perfektionen“</span> sind, von denen das Kalkül ,annimmt‘, <span style="color:#00B000">(Prämissen Term :01:, Term :02: und speziell Term :16:)</span>, dass der GOTT der Christen sie besitzt. Alle ,Wesenseigenschaften‘ in GOTT ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, die durch den Term :13:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —, </span> dargestellt werden, sind somit <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span><span style="color:#00B000">, (,ultimative Transzendentalien‘, aller ,Grade‘)</span>. Damit ist definitiv ‚bestätigt‘, <span style="color:#00B000">( ╞ , es ist ,wahr‘)</span>, was mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, schon ‚angenommen‘ worden ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„GOTT ist perfekt; er hat alle positiven Eigenschaften“</span>; und auch Definition-1 ist damit ,verifiziert‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">„GOTT ist genau deswegen GOTT, weil er, als GOTT, positive Eigenschaften aller Grade in sich schließt“</span>; entsprechend dem Quelltext bei LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>. Immer vorausgesetzt, <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man glaubt an GOTT ''':''' <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. <span style="color:#00B000">(Der ,Schlüsselbegriff‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span> ist der ,Schlüssel‘ zur Erkenntnis, dass GOTT ,notwendig‘, sowohl ,wesentlich‘ für uns, als auch an sich ,grundlos‘, immer schon ,da‘ ist.)</span> Hier, <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, hat Axiom-1, <span style="color:#00B000">(im Term :04:)</span>, sicher gestellt, dass die Eigenschaften in GOTT, <span style="color:#00B000">(Definition-1; Term :06:)</span>, tatsächlich <span style="color:#FF6000">„ultimativ positiv, perfekt und vollkommen“</span> sind ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>. Das GÖDEL-Axiom-1 bezieht seine ,Potenz‘ aus dem Prinzip vom ,auszuschließenden‘ Widerspruch ''':''' eine Eigenschaft kann nicht zugleich ,positiv‘ und ,nicht positiv‘ sein '''!''' Formal lässt sich das 2. Hauptergebnis, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''↔'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> ''':''' schon aus Term :23: in diesem Beweisgang mit der <span style="color:#4C58FF">[ Vereinfachung ] :: [ A∧B ├ B ]</span> ohne Weiteres ,regulär‘ ableiten, — analog zu den Vorgehensweisen bei A. FUHRMANN und G.J. WIRSCHING. <span style="color:#00B000">(Beide Aussagen dieser ,Konjunktion‘ sind ,gleichwertig‘, daher partizipiert das Theorem-2 auch am Ergebnis der Widerspruchsfreiheit von Term :13:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>, dem 1. Hauptergebnis.)</span> Der hier gewählte, etwas längere Weg zum Ergebnis, soll die innere Struktur und Abhängigkeit der Ergebnisse von bestimmten Voraussetzungen offen legen, und ihren ,Zweck‘ verdeutlichen. Die beiden Hauptergebnisse im Basisbeweis gehen vom vorgefundenen und traditionell vorgegebenen Begriff von ,GOTT‘ aus, <span style="color:#00B000">(Term :06:, Term :16: und Term :26:)</span>. Das ,bewiesene‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> 1. Hauptergebnis, hier im 2. Beweisgang, Term :13: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''die Eigenschaften in GOTT sind vollkommen, d.h. sind die ultimativen Transzendentalia''«</span>, rechtfertigt, bzw. verifiziert sowohl Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, als auch die Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span>, für die Annahme ''':''' den ,GOTT der Christen‘, der als GOTT alle Grade der Vollkommenheit in sich schließt. Und das ebenfalls ,bewiesene‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> 2. Hauptergebnis, hier im selben Beweisgang, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''↔'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''das Wesen GOTTES ist sein eigenes Sein''«</span>, rechtfertigt, bzw. verifiziert sowohl Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, als auch die Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, für die Wesenseigenschaft ''':''' ,notwendige Existenz‘, und widerlegt den Einwand KANTS, für den Spezialfall ''':''' GOTT. Zwei Axiome und zwei Definitionen von GOTT und seinen Vollkommenheiten werden durch die Ergebnisse im Basisbeweis des GÖDEL-Kalküls in unserer realen Welt als ,wahr‘, <span style="color:#00B000">(genauer als ,widerspruchsfrei‘)</span>, und, — im Rahmen des christlichen Glaubens —, als ,annehmbar‘ bestätigt. <span style="color:#00B000">(Anmerkung zu Term :24: ''':''' eine Prämisse ist regulär-,modal‘ immer ,frei‘ wählbar.)</span> Zusammengefasst heißt das ''':''' die ,strittige‘ Begründung der ,methodologischen‘ Prämisse des GÖDEL-Kalküls ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Prämisse, Term :01:)</span>, weil <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Korollar-1)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> steht für den GOTT der Christen, für den es ohne Widerspruch denkbar ist, dass es ihn gibt''«</span>, <span style="color:#00B000">(ANSELMS Prinzip, trotz der ,Warnung‘ KANTS)</span>, ist ,wahr‘ und für uns ,annehmbar, denn es ist auch, auf Grund der Ergebnisse des 2. Beweisganges, in unserer realen Welt ,wahr‘ und ,annehmbar‘, weil schon als ,widerspruchsfrei‘ verifiziert ''':''' der GOTT der Christen <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span> ,existiert‘ für uns ,notwendig‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(d.i. das ,regulär‘-mögliche Korollar sowohl im 2. als auch im 3. Beweisgang)</span>, denn dieser GOTT ist aus sich ,vollkommen‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PG'''‘ —</span>, und zu seiner ,Vollkommenheit‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span> gehört auch notwendig sein ,Existieren‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. <span style="color:#00B000">(Jeder dieser Terme ist im Geltungsbereich der Prämisse Term :01: als ,wahr‘ und ,annehmbar‘ bewiesen.)</span> Das ist der ,Kern‘ des ontologischen Arguments, und somit ist auch diese ,strittige‘ Begründung der Prämisse des GÖDEL-Kalküls mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span>, d.h. sie ist logisch ,richtig‘ und, im Kontext des christlichen Glaubens, vernünftig. Die Annahme des Gegenteils zu dieser Prämisse ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es ist undenkbar, dass es diesen GOTT gibt''«</span>, führt jedoch, unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung, zu einem Widerspruch — ist unlogisch und daher ,falsch‘, <span style="color:#00B000">(siehe Anhang ''':''' Widerlegung)</span>. Die Behauptung einer ,formalen Unentscheidbarkeit‘ zu den Annahmen über die Existenz GOTTES, ob oder nicht, <span style="color:#00B000">(d.h. ein ,methodologischer‘ Agnostizismus)</span>, ist gegen jede ,Logik‘; und ist auch ,falsch‘. Denn aus dem, im Kalkül abgeleiteten, Widerspruch aus der einen Annahme, und damit ihrer Unrichtigkeit, folgt notwendig die Richtigkeit der gegenteiligen Annahme. Damit ist eine klare Entscheidung getroffen. Mit dem 2. Hauptergebnis, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#FF6000">»'',Dasein‘ ist das ,Wesen‘ GOTTES''«</span>, folgt die GÖDEL-Axiomatik der philosophisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition der ,Rede von GOTT‘ seit ARISTOTELES, und schließt sich damit formal-syntaktisch zugleich auch der religiösen Überzeugung der Christen an, die glauben, dass GOTT, als unser Vater, aus Liebe, in seinem Sohn, JESUS CHRISTUS, für uns immer schon <span style="color:#FF6000">»''da''«</span> ist, <span style="color:#00B000">(der Sohn ist koinzident ,eins‘ mit GOTT, dem Vater und dem GEIST)</span>, wirksam in und durch seine <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span>, im HEILIGEN GEIST, bis ans Ende der Zeit. Das ist das, <span style="color:#FF6000">»''was''«</span> GOTT eigentlich für uns ausmacht, — die Selbstmitteilung seines unergründlichen Wesens in den Sakramenten der <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‘אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֑ה‚</big></span> <span style="color:#00B000">| ‚eh'jeh asher eh'jeh‘ |</span> <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin da für euch und für immer, als der ich ''<span style="color:#00B000">[ immer schon gewesen ]</span> ''bin''«</span>; <span style="color:#00B000">(d.i. das <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span>-exegetische ,Axiom‘ der Christen, und die <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> korrekte Explikation der ,regulären‘ Kalkül-Prämisse Term :01: <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx'''‘ —</span>, jeweils im 2. und 3. Beweisgang)</span>. Das heißt aber nicht, dass der Autor des Kalküls sich mit diesem Glauben identifiziert hat, <span style="color:#00B000">(,hat‘ er auch nicht)</span>, oder dass der Leser des ontologischen Beweises von Kurt GÖDEL sich damit identifizieren muss, wenn er dessen <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> anerkennt. Zur erweiterten <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Explikation der Kalkül-Prämisse ''':''' Die <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ist das ,Meisterwerk‘ GOTTES ''':''' In ihr ist es GOTT gelungen, etwas Göttliches und Unzerstörbares in unsere korrupten Welt einzupflanzen ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Etwas Göttliches existiert notwendig, d.h. ,unzerstörbar‘ in unserer Welt''«</span>. Sie ist, durch die Menschwerdung des GOTTES Sohnes, JESUS CHRISTUS, dessen <span style="color:#4C58F0">„Leib“</span> die <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ist, untrennbar mit Menschen verbunden, die schon, von allem Anfang an, und jetzt immer noch, durch die Sünde korrumpiert sind. Mit ihr will und wird GOTT unsere Welt und die Menschheit, bis ans Ende der Zeit, von der Sünde und von deren Konsequenz, dem <span style="color:#00B000">(ewigen)</span> Tod <span style="color:#4C58FF">„erlösen“</span>, <span style="color:#00B000">(jedoch nicht ohne die Zustimmung des Menschen)</span>. Mit dieser Explikation wird die Tragweite des ontologischen Arguments ANSELMS, und damit auch die <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Relevanz der GÖDEL-Axiomatik erkennbar. Immer vorausgesetzt, <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man glaubt an GOTT, <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. ====<div class="center"><span style="color:#660066">3. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 3, (ANSELMS Theorem)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe___________________„Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 5)} & \quad P\ E_{not}\; \ & \text { } & \text{„Notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft“} \\ \text{ } & \text{( :: Das ist nur dann wahr, wenn ,Dasein‘ und ,Wesen‘ } & \ & \text{( :: dagegen KANT : ,Existenz‘ ist keine ,Eigenschaft‘,} \\ \text{ } & \;\;\text{in eins zusammenfallen ! ARISTOTELES : Theorem-2)}\ & \ & \;\;\text{,Sein‘ ist für alles, was existiert, kein ,reales Prädikat‘ ! )} \\ \text{(Definition 1)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \forall X(\ P \ X \Longrightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{„x ist genau dann GOTT, wenn x alle positiven Eigenschaften hat“} \\ \text{(Definition 3)} & \quad \ E_{not}\ x \;\Longleftrightarrow\;\ \forall X \left(\ X_{ess}\ x \Longrightarrow \Box \; \exists y \ X\ y \right) & \ & \text{„Notwendige Existenz ist genau dann eine Eigenschaft von x, wenn} \\ \text{ } & \quad & \ & \;\;\text{alle wesentl. Eigenschaften von x notwendig instanziiert sind“} \\ \text{(Korollar 1)} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{„Es ist widespruchsfrei möglich, dass es GOTT gibt“} \\ \text{(Theorem 2)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ &\text{„Dasein, GOTT-Sein, Existenz ist das Wesen, die Essenz GOTTES“} \\ \text{(Korollar 2)} &\quad \ G\ x \;\Longrightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y))\ & \ &\text{„Wenn es GOTT gibt, dann gibt es notwendig nur einen GOTT“} \\ \text{(Theorem 3)} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \;\Longrightarrow\; \Box \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{( :: ANSELMS Prinzip)} \\ \text{ } & \text{„Weil es widerspruchsfrei möglich ist, dass es GOTT gibt,} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{ } & \;\;\text{ist der Glaube, dass es GOTT wirklich gibt, widerspruchsfrei“} \\ \text{01} & \quad \ G \ x\ & \ & \text{ AE: „Angenommen, x steht für den GOTT der Christen“} \\ \text{02} & \quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{(D1):01:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{03} & \quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ & \text{:02:[ⱯXA(X) ├ A(X)] :: (Quantorenregel)} \\ \text{04} & \quad \ P \ E_{not}\;\Rightarrow \ E_{not}\ x\ & \ & \text{:03:Instanz(X:= Enot) :: (Substitution für Eigenschaften)} \\ \text{05} & \quad \ E_{not}\ x\ & \ & \text{(A5):04:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B]} \\ \text{06} & \quad \forall X \left(\ X_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ X\ y \right) & \ & \text{(D3):05:[Modus ponens]} \\ \text{07} & \quad \ X_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ X\ y & \ & \text{:06:[ⱯXA(X) ├ A(X)]} \\ \text{08} & \quad \ G_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ G\ y & \ & \text{:07:Instanz(X:= G)} \\ \text{09} & \quad \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{(Th2):01:[Modus ponens]} \\ \text{10} & \quad \text{ ├ }\;\Box \; \exists x \ G\ x & \ & \text{:08:09:[Modus ponens]:FUB(y:=x) :: (Freie-Um-Benennung der Var.)} \\ \text{ } & \text{„Es gibt GOTT wirklich, für jede mögliche Welt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{1. Hauptergebnis !} \\ \text{11} & \quad \;\Diamond \exists x \ G \ x \;\Longrightarrow \; \Box \; \exists x \ G\ x & \ & \text{(K1):10:[├A├B ╞ A→B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''} \\ \text{(Theorem 3)} & \;\text{„Weil es widerspruchsfrei möglich ist, dass es GOTT gibt,} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war ! 2. Hauptergebnis ! } \\ \text{ } & \;\;\text{ist der Glaube, dass es GOTT wirklich gibt, widerspruchsfrei“} \\ \text{12} & \quad \;\Box \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y))\ & \ &\text{(K2):01:[Modus ponens]} \\ \text{13} & \quad \;\Box \; (\exists x \ G\ x \wedge \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y)))\ & \ & \text{:10:12:[Konjunktion]:DIST(□∧)} \\ \text{(Korollar 3)} & \;\text{„Es gibt notwendig genau nur einen GOTT“} & \ & \text{„Es gibt für jede mögliche Welt nur den GOTT der Christen“} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-3 ''':''' <span style="color:#00B000">(Ein Theorem und zwei Korollare, aus den beiden vorhergehenden Beweisgängen, werden hier, im 3. Beweisgang, zu ,Axiomen‘, die das Theorem-ANSELMS und sein Korollar mit-verifizieren und bestätigen.)</span> Dieser Beweisgang ist das Ziel aller Bemühungen. Hier wird der sog. ,ontologische Gottesbeweis‘ nach ANSELM von Canterbury formal-syntaktisch dargestellt und als logisch nachvollziehbar von GÖDEL bestätigt. Damit hat er aber auch klar gestellt, dass der ontologische Beweis ANSELMS kein Beweis für die ,Existenz‘ des GOTTES der Bibel sein kann, bzw. sein ,will‘ ''':''' Denn mit der Prämisse, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(Term :01:, wie auch schon im ,Basisbeweis‘, und ausformuliert hier in Term :02:, mit der Definition für GOTT)</span>, wird mit dem traditionellen, abendländischen ,GOTT-Glauben‘, der ,glaubt‘, dass der Gott der Christen tatsächlich existiert, — methodologisch als ,Annahme‘ —, der Beweisgang schon regulär und explizit eröffnet, aus dem sich dann, logisch korrekt, mit Hilfe der GÖDEL-Axiome und Definitionen, das ,Theorem ANSELMS‘ ergibt; <span style="color:#00B000">(hier jedoch, mit Günther J. WIRSCHING, ohne den Umweg bei GÖDEL über das modale Axiom-BECKER ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇□A→□A'''‘ —</span>, das André FUHRMANN recherchiert hat)</span>. GÖDEL verwendet zur Darstellung des sog. ,ontologischen Gottesbeweises‘ nach ANSELM die Struktur eines modal-logischen Kalküls. Ein modal-logisches Kalkül ist ein genau geregeltes Schema, in dem bei bestimmten ,Annahmen‘ <span style="color:#00B000">(Axiome, Definitionen, Prämissen)</span> etwas anderes als das Vorausgesetzte auf Grund des Vorausgesetzten mit Notwendigkeit folgt. Entsprechend der ,Modalität‘ der sechs ,modal‘ notwendigen Voraussetzungen, hier, für den 3. Beweisgang, die in den <span style="color:#00B000">(und durch die)</span> beiden vorhergehenden Beweisgängen schon als ,modal‘ wahr, bzw. als annehmbar verifiziert und/oder ,bewiesen‘ wurden, sind auch die beiden ,Schlusssätze‘ <span style="color:#00B000">(Theorem-3 und Korollar-3)</span> ,modal‘ wahr, bzw. annehmbar '''!''' Die Wahl der Prämisse :01: dagegen ist nicht ,modal‘ notwendig, sondern beruht auf einer freien Entscheidung, und damit ist auch ihre Interpretation eine freie Entscheidung, mit der Voraussetzung, dass man das Kalkül mit Theoremen aus der <span style="color:#4C58FF">„christlichen Theologie“</span> evaluieren, und damit interpretieren will. Dazu berechtigt die Genese des Kalküls. Der Glaube an den GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, beruht immer auf einer freien Entscheidung. Das Kalkül, als solches, unabhängig von jeder Interpretation seiner Syntax, ist genau dann ,allgemein‘ <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, d.h. ,ist allgemein gültig‘, wenn es gültigen Logik-Regeln folgt. Die Bestimmung seiner Syntax jedoch, d.h. seine Interpretation, unterliegt hermeneutischen Kriterien, die nicht von Logik-Regeln abhängen, wie hier ''':''' <span style="color:#FF6000">»''(unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt). Nur dann sind die Axiome wahr''«</span>, wie GÖDEL selbst hinzufügt. Mit der, — von GÖDEL eingeforderten —, ‚Unabhängigkeit‘ der Kalkül-Axiome von der zufälligen Struktur der Welt, wird implizit für das Kalkül auch festgelegt, dass <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> ‚unabhängig‘ von der zufälligen <span style="color:#00B000">(Raum-Zeit-)</span>Struktur unserer vergänglichen Welt, und daher ,zeitlos-ewig‘ ist, <span style="color:#00B000">(was <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> korrekt ist)</span>, begründet durch Definition-1 und Axiom-3. Aus der zeitlosen Ewigkeit GOTTES folgt, dass GOTT, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „grundlos“</span>, für uns immer schon ‚da‘ ist, denn bei Zeitlosigkeit gibt es keinen ,zeitlichen‘ und damit auch keinen ,ontologischen‘ Unterschied zwischen ‚Ursache‘ und ‚Wirkung‘. Beides ist dann koinzident ,eins‘ ''':''' wie ,Wesen‘ und ,Dasein‘ in GOTT, bzw. wie ,Begriff‘ und ,Sein‘, oder ,Möglichkeit‘ und ,Wirklichkeit‘. <span style="color:#00B000">(Man vergleiche damit auch die ,postulierte‘ Einheit von ,Erkenntnisobjekt‘ und ,Erkenntnissubjekt‘ im ,Gott‘ des ARISTOTELES ''':''' im <span style="color:#FF6000">»<span style="color:#00B000">[ selbstbewussten ]</span> ''Erkennen seiner Erkenntnis''<span style="color:#00B000">[-Tätigkeit ]</span>«<span style="color:#00B000"> | </span>„<span style="font-family: Times;"><big>νοήσεως νόησις</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„noêseôs noêsis“</span> <small>(‚<span style="font-family: Times;"><big>''Metaphysik''</big></span>‘ XII 9, 1074b34)</small>, im Vollzug seiner Funktion als ,unbewegtes Bewegungsprinzip‘, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„prôton kinoûn akinêton“</span> der Welt, das alles Übrige <span style="color:#FF6000">»''wie ein Geliebtes''«<span style="color:#00B000"> | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὡς ἐρώμενον</big></span>“</span> | <span style="color:#FF6000">„hôs erômenon“</span> bewegt; d.h. christlich ''':''' <span style="color:#FF6000">»''aus Liebe''«</span> ,entstehen‘ lässt.)</span> Anmerkung-4 ''':''' Das <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span> schon bewiesene Theorem-2, d.i. die Koinzidenz von <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> in GOTT, <span style="color:#00B000">(‚Existenz‘</span> und <span style="color:#00B000">‚Essenz‘)</span>, rechtfertigt sowohl Axiom-5 als auch die Definition-3, und widerlegt den Einwand KANTS. Somit ist deren Setzung <span style="color:#00B000">(hier, im 3. Beweisgang)</span> korrekt, und durch das Theorem-2 schon vorbestimmt und bestätigt, d.h. beide sind ,wahr‘ und annehmbar, da sie durch die Gültigkeit von Theorem-2 ,verifiziert‘ worden sind. Damit wird klar erkennbar, dass das Theorem-2 tatsächlich die Basis des GÖDEL-Kalküls ist. Und wenn damit Axiom-5 im GÖDEL-Kalkül ‚gerechtfertigt‘ ist, dann ist auch, <span style="color:#00B000">(als Voraussetzung dafür)</span>, das Axiom-4 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX → □PX'''‘ — ''':''' </span> <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ ,Transzendentalia‘ ]</span>, ''sind notwendig aus sich'', <span style="color:#00B000">[ von Natur aus ]</span>, ''positiv''«</span>, im 2. Beweisgang erklärbar, in dem die ‚Positivität‘, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, einer Eigenschaft schon als ‚notwendig‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, charakterisiert worden ist, äquivalent zu Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, in dem die ‚Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span>, <span style="color:#00B000">(der Existenz <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>)</span>, dann als ‚positive‘ Eigenschaft, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ‚bestimmt‘ wird; <span style="color:#00B000">(unter der speziellen Voraussetzung, dass <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> definitiv als eine <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> in GOTT ,instanziiert‘ ist; vgl. Definition-3. Eine ,bestimmte‘ Eigenschaft ist genau dann ,instanziiert‘, wenn sie an einem Träger real ,existiert‘. Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, besagt, dass die, von GÖDEL postulierte, <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz“</span> zu den ,ultimativen‘ Transzendentalia in GOTT gehört. Genauer ''':''' Sie ist die ,Summe‘ aller Transzendentalia.)</span> Zum Axiom-4, <span style="color:#00B000">(bzw. zum Term :14:, im 2. Beweisgang)</span>, erklärt GÖDEL in seinen Notizen zum Kalkül ''':''' <span style="color:#FF6000">»''da es'' <span style="color:#00B000">[ das Notwendigsein, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span> ]</span> ''aus der Natur der'' <span style="color:#00B000">[ positiven ]</span> ''Eigenschaft folgt'', <span style="color:#00B000">[ deren Positivität, im selben Beweisgang, mit Term :13: vorher schon ,bewiesen‘ (╞ ) worden ist ]</span>«</span>. Der Unendliche, GOTT, — im Glauben der Christen —, ist deswegen ,notwendig für uns da‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, weil er als GOTT ,vollkommen‘, ,perfekt‘ und absolut ,positiv‘, d.h. absolut ,gut allein‘ ist, ohne jede Negativität ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>; <span style="color:#00B000">(was auch schon im 2. Beweisgang mit Term :13: verifiziert wurde)</span>. Und wenn GOTT ,vollkommen‘, ,perfekt‘, ,positiv‘, und absolut ,gut‘ ist, dann ist er das auch ,notwendig aus sich‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG → □PG'''‘ — ::</span> <span style="color:#00B000">(als Zusatz-Korollar im 2. Beweisgang mit Axiom-4 und der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=G) ]</span>)</span>, d.h. ,aus seinem Wesen‘. Das ist gerade das, ,was‘ GOTT als GOTT ausmacht ''':''' sein ,Wesen‘, bzw. seine <span style="color:#FF6000">„Natur“</span>. Zusammen mit der Definition-1 für GOTT, <span style="color:#00B000">(und der Definition-2 ''':''' Alle Wesenseigenschaften hängen notwendig gleichwertig aus sich zusammen)</span>, ist dieses, aus der <span style="color:#FF6000">„Natur“</span> GOTTES sich ergebende, ‚Notwendigsein‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, aller ‚positiven‘ Eigenschaften im Axiom-4, und ihr logischer Zusammenhang, d.i. die Koinzidenz aller ,Vollkommenheiten‘ im Unendlichen, GOTT, ihr ,Zusammenfallen in eins‘, die entscheidende Voraussetzung, aus der sich dann für GÖDEL <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span> auch der logische Zusammenhang, bzw. die ontologische Identität, <span style="color:#00B000">(die Koinzidenz)</span>, von <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> in GOTT, im Basis-Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> mit Notwendigkeit ergibt. Das Theorem-2 ist dann, in weiterer Folge, die ,modal‘ notwendige, d.h. die transzendentale Voraussetzung auch für den Konsequenz-Teil im Theorem ANSELMS, <span style="color:#00B000">(Term :09: hier im 3. Beweisgang)</span>. <span style="color:#FF6000">„Positive Eigenschaften“<span style="color:#00B000"> | </span>„Vollkommenheiten“</span> sind ,immer‘ auch <span style="color:#FF6000">„notwendige Eigenschaften“</span>, daher ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. Das ,Dasein‘, die <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> ist ,immer‘ etwas <span style="color:#FF6000">„Positives“</span>, speziell in GOTT, dem Schöpfer jeder ,Existenz‘, bzw. allen ,Seins‘. Axiom-4 begründet im GÖDEL-Kalkül das Basis-Theorem-2, und ,verankert‘ dieses Theorem damit zugleich in der <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span>-philosophischen Tradition der ,Rede von GOTT‘ bei ARISTOTELES, — AVICENNA, — ANSELM, — DESCARTES, — LEIBNIZ, — HEGEL, — und bei GÖDEL mit äußerster ,logischer‘ Klarheit. Anmerkung-5 ''':''' Der ‚Schlüsselbegriff‘ in diesem Kalkül ''':''' <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“<span style="color:#00B000"> | </span>„Perfektion“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span>, dominiert alle Axiome des GÖDEL-Kalküls, jedoch ohne inhaltlich genauer ‚bestimmt‘ worden zu sein. Für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> gibt es keine explizite Definition '''!''' <span style="color:#00B000">(Das Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span>, besagt nur, dass die ,postulierten‘, positiven Eigenschaften, die <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span>, formal miteinander verträglich, d.h. ‚widerspruchsfrei‘ sind, wegen Axiom-2. Axiom-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX ∧ □∀x(Xx→Yx)→PY'''‘ —</span>, besagt, dass positive Eigenschaften ,gleichwertig‘ sind, d.h. gleich ,wahr‘ sind, weil sie ,notwendig‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, aus sich, alle paarweise mit- und voneinander ,impliziert‘ sind, sich gegenseitig ,einschließen‘, und damit eine Einheit bilden, d.h. in GOTT ,eins‘ sind. Axiom-2 ist somit zugleich eine ,indirekte‘ Definition für ,positive‘ Eigenschaften ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>. Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span>, besagt ''':''' Weil die ,gleichwertigen‘, positiven Eigenschaften sich gegenseitig implizieren, und damit notwendig von einander abhängen, d.h. koinzident in GOTT ,eins‘ sind, — wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT steht —, sind sie somit auch die ,wesentlichen‘ Eigenschaften, die <span style="color:#FF6000">„ultimativen Transzendentalia“</span>, in GOTT, der, wesentlich und exklusiv, notwendig ,Einer‘ ist. Fußnote zu Definition-2 in der GÖDEL-Notiz ''':''' <span style="color:#FF6000">»''any two essences of x are nec. equivalent''«</span>. Die paarweise, notwendige Äquivalenz von zwei beliebigen Wesenseigenschaften der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span>, wird hier, spezifisch für GOTT, d.h. wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT, dem einen, steht, zur <span style="color:#FF6000">„Koinzidenz“</span>, — zum paarweise ,Zusammenfallen in eins‘ —, dem inneren Zusammenhang aller seiner <span style="color:#FF6000">„ultimativen“</span> Vollkommenheiten, d.h. aller <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> und Zuschreibungen, in dem Unendlichen, GOTT.)</span> In den entscheidenden ‚Schlusssätzen‘ des Kalküls ist der ‚Schlüsselbegriff‘ verschwunden. Hier ist nur mehr von GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, die Rede ''':''' Korollar-1, <span style="color:#FF6000">„Es ist definitiv denkbar, dass es GOTT gibt“</span>, Theorem-2, <span style="color:#FF6000">„Dasein, GOTT-Sein, Göttlichkeit ist das Wesen GOTTES“</span>, Theorem-3, <span style="color:#FF6000">„Weil GOTT definitiv denkbar, d.h. widerspruchsfrei möglich ist, darum ist auch der Glaube an GOTT widerspruchsfrei, logisch richtig und mathematisch evident, der annimmt, dass es GOTT, mit Notwendigkeit, wirklich gibt“</span>, <span style="color:#00B000">(nach ANSELM von Canterbury, und was spezifisch das <span style="color:#FF6000">»</span>''Privilegium der Gottheit allein''<span style="color:#FF6000">«</span> ist, nach LEIBNIZ)</span>, und Korollar-3, <span style="color:#FF6000">„Es gibt notwendig aus sich, d.i. unverursacht, nur einen GOTT“</span>. Das GÖDEL-Kalkül ist zu diesen Erkenntnissen gekommen, ohne die Eigenschaften, bzw. die ‚Vollkommenheiten‘ GOTTES, d.h. wer oder was GOTT ‚an sich‘ selbst ist, genauer bestimmen zu müssen, <span style="color:#00B000">(was ,für uns‘ ohnehin ,unmöglich‘ ist)</span>; außer im Theorem-2, in dem das <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> GOTTES als die ‚für uns‘ bestimmende und wichtigste <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> in GOTT erkannt worden ist, — immer vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man ‚glaubt‘ an den zeitlos-ewigen GOTT ''':''' <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. Der GOTT des GÖDEL-Kalküls ist nicht mehr der an Raum und Zeit gebundene ‚Gott‘ des ARISTOTELES, sondern der von Raum und Zeit <span style="color:#FF6000">»''unabhängige''«</span> GOTT der Bibel bei ANSELM und bei LEIBNIZ. Das GÖDEL-Kalkül, <span style="color:#00B000">(wie ja auch der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘ ANSELMS)</span>, kann jedoch, — bei aller ‚Coolness‘ —, keinen GOTT-Glauben ‚erzeugen‘, sondern setzt vielmehr die Existenz GOTTES schon als notwendig gegeben voraus. Das Kalkül des Logiker GÖDEL beweist aber, dass der traditionelle ‚GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span>, mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span>, d.h. logisch ,richtig‘ und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span> ist, weil der ‚Nicht-GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die atheistische Weltanschauung''«</span>, im Möglichkeitsbeweis notwendig zu unlösbaren Widersprüchen führt, und somit logisch ,falsch‘ ist. <span style="color:#00B000">(Die ,Logik‘ hat aber, — bekanntlich —, bei allen wichtigen, persönlichen Entscheidungen immer nur eine untergeordnete Rolle '''!''' )</span> Anmerkung-6 ''':''' Das erste, ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleitete, Hauptergebnis im 3. Beweisgang, Term :10: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' die ,notwendige‘ Existenz GOTTES, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse, Term :1: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>. Dieses erste Hauptergebnis hat also den überlieferten, traditionellen GOTT-Glauben zur Voraussetzung, und ist daher davon ,abhängig‘. Das zweite Hauptergebnis im 3. Beweisgang, das Theorem ANSELMS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, dagegen, ist die Darstellung der Abhängigkeit des ersten Hauptergebnisses von dem, vorher schon bewiesenen, ,Axiom‘ von der ,möglichen‘ Existenz GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, dem Korollar-1 aus dem 1. Beweisgang, und hat nicht mehr den überlieferten, traditionellen GOTT-Glauben zur Voraussetzung, und ist daher auch nicht mehr davon abhängig. Dazu die Feststellung LEIBNIZ‘ ''':''' ::Das Theorem ANSELMS ist <span style="color:#FF6000">»''ein unvollständiger Beweis, der etwas voraussetzt, was man noch hätte beweisen sollen, um ihm mathematische Evidenz zu verleihen — nämlich, dass man dabei stillschweigend voraussetzt, diese Vorstellung des durchaus großen oder durchaus vollkommenen Wesens sei möglich und enthalte keinen Widerspruch'' «</span>. Diesen unvollständigen Beweis hat GÖDEL im 1. Beweisgang mit dem ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleiteten, und als widerspruchfrei bewiesenen, Korollar-1 vervollständigt. Dieses Korollar ist nur vom logischen Axiom-1 und von der mathematischen Äquivalenz der Perfektionen, <span style="color:#00B000">(der Transzendentalia)</span>, im Axiom-2 ,abhängig‘, und nicht mehr von der methodologischen Kalkül-Prämisse, dem traditionellen GOTT-Glauben. Damit hat das Theorem ANSELMS die gesuchte <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> erreicht. Zusammenfassung ''':''' Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind konsistent''«</span>, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse im 1. Beweisgang, Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, den, — <u>modal-frei</u> — gewählten, ,angenommenen‘ positiven Eigenschaften. Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT-Sein ist das Wesen GOTTES''«</span>, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse im 2. Beweisgang, Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, dem, — <u>modal-frei</u> — gewählten, ,angenommenen‘ GOTT-Glauben der Christen. Im Unterschied dazu ist im 3. Beweisgang, im Theorem-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, der Glaube, dass es einen GOTT notwendig gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, die logische Konsequenz aus dem, — <u>modal-notwendig</u> — als widerspruchsfrei ,bewiesenen‘, Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, im 1. Beweisgang, <span style="color:#00B000">(auch im Beweisgang ,Widerlegung‘ im Anhang)</span>. Somit ist das Theorem ANSELMS, mit Korollar-1, nur vom logischen Axiom-1 der Widerspruchsfreiheit, und der paarweisen, mathematischen Äquivalenz beliebiger positiver Eigenschaften, <span style="color:#00B000">(aller Transzendentalia)</span>, im Axiom-2, abhängig. Damit ist die Bedingung für die geforderte, spezielle <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span>, und auch für die Widerspruchsfreiheit im Theorem ANSELMS erfüllt; unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. ====<div class="center"><span style="color:#660066">Widerlegung</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDEL-Kalkül : der Möglichkeitsbeweis als Widerlegung des Nicht-GOTT-Glaubens</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe_____________ „Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.1)} & \quad P \neg X \;\Longrightarrow\;\ \neg P\ X\ & \ & \text{„Wenn die Negation von X positiv ist, dann ist X nicht positiv“} \\ \text{(Axiom 2)} & \quad \Box \;\forall x (\ X\ x \Longrightarrow \ Y\ x) \Longrightarrow \ P\ Y & \ & \text{„Die Eigenschaft Y in allen x, die aus der Eigenschaft X in allen x} \\ \text{ } & \quad & \ & \; \; \text{mit modaler Notwendigkeit folgt, ist eine positive Eigenschaft“} \\ \text{(Korollar-1)} &\quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{ } \\ \text{ } & \text{„Es ist möglich, dass es den GOTT der Christen gibt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} & \quad \; \neg \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{ AE: „Es ist unmöglich, dass es diesen GOTT gibt“ (dezidierter Atheismus)} \\ \text{02} & \quad (\neg x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, nicht mit x identisch zu sein“ :: (ungleich)} \\ \text{03} & \quad (\ x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, mit x identisch zu sein“ :: (gleich)} \\ \text{04} & \quad \neg\neg \Box \neg \exists x \ G \ x \ & \ & \text{:01:[ ◇A ↔ ¬□¬A ] :: (Modalregel) } \\ \text{05} & \quad \neg\neg \Box \neg\neg \forall x \neg \ G \ x \ & \ & \text{:04:[ ∃xA ↔ ¬Ɐx¬A ] :: (Quantorenregel) } \\ \text{06} & \quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall x \neg G \ x \ & \ & \text{:05:NEG :: [ ¬¬A↔A ] :: (Gesetz der Aussagenlogik) } \\ \text{07} & \quad \Box \; \forall x \neg G \ x \Leftrightarrow\ W & \ & \text{:01:06:[ (:01:↔W) → (├:06:↔W) ] :: (Kalkülregel) } \\ \text{08} & \quad \Box \; \forall x \ G \ x \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:07:[ (¬A↔W)↔(A↔F) ] :: (Regel für Wahrheitswerte)} \\ \text{ } & \text{„Jeder GOTT-Glaube ist ganz sicher falsch ! “} & \ & \Longleftarrow\; \text{die logische Konsequenz aus der Prämisse :01: !} \\ \text{09} & \quad \ (\neg x = x ) \Leftrightarrow \ F \; \ & \text { } & \text{Xx:02:Instanz(X:=(¬x=..)) ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{10} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \text { } & \text{:08:09:[ (:08:↔F) → (:09:↔F) ] :: „ex falso sequitur quotlibet“} \\ \text{11} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow \; (\neg x = x)) \Rightarrow \; P (\neg x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(X:=G):Instanz(Y:=(¬x= ..)) } \\ \text{12} & \quad \ P (\neg x = .. ) & \ & \text{:10:11:[ Modus ponens ] :: [ A→B, A ├ B ]} \\ \text{13} & \quad \ P (\neg x = .. )\;\Rightarrow\ \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{(A1.1):Instanz(X:=(x=..))}\\ \text{14} & \quad \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{:12:13:[ Modus ponens ] :: (log. Schlussregel)}\\ \text{15} & \quad \ (x = x ) \Leftrightarrow \ W \; \ & \ & \text{Xx:03:Instanz(X:=(x=..)) ⇒ Tautologie !} \\ \text{16} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \ & \text{:08:15:[ (:08:↔F) → (:15:↔W) ] :: „ex falso sequitur etiam verum“} \\ \text{17} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (x = x)) \Rightarrow \ P (x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(X:=G):Instanz(Y:=( x= ..))} \\ \text{18} & \quad \ P (\ x = .. )\ & \ & \text{:16:17:[ Modus ponens ]}\\ \text{19} & \quad \text{ ├ }\; (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:14:18:[ Konjunktion ] ⇒ Kontradiktion !}\\ \text{20} & \quad \neg \Diamond \; \exists x \ G \ x \Rightarrow (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) & \ & \text{:01:19:[ ├A├B╞ A→B ] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''}\\ \text{ } & {\color{RedOrange}\text{Der Atheismus führt zu einem logischen Widerspruch ! }} & \ & \Longleftarrow\; \text{was mit Term :20: bewiesen ist !} \\ \text{21} & \quad \neg\neg \Diamond \; \exists x \ G \ x & \ & \text{:20:19:[ Modus tollendo tollens ] :: [ A→B,¬B ├ ¬A ]}\\ \text{22} & \quad \; \Diamond \; \exists x \ G \ x & \ & \text{:21:NEG }\\ \text{(Korollar-1)} & \;\text{„Es ist definitiv möglich, dass es diesen GOTT gibt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war !} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-7 ''':''' Dieser Beweisgang geht prinzipiell von der Existenz GOTTES, <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span>, aus, wobei aber die Möglichkeit seiner Existenz, und damit die Sinnhaftigkeit des Glaubens an GOTT, durch die Prämisse :01: in Frage gestellt wird, und daher im Kalkül überprüft werden soll. Denn mit der Behauptung der Existenz allein ist es nicht getan. Es muss auch seine Möglichkeit, d.h. die Sinnhaftigkeit des Glaubens an GOTT aufgewiesen werden. LEIBNIZ hat als erster, <span style="color:#00B000">(nach ANSELM)</span>, dieses Problem gesehen, und GÖDEL hat dafür eine Lösung gefunden. Dieser Beweisgang, <span style="color:#00B000">(analog zum Möglichkeitsbeweis von Günther J. WIRSCHING konzipiert)</span>, setzt in den Axiomen, genau wie im 1. Beweisgang, die Existenz von etwas <span style="color:#FF6000">„Positiven“, „Perfekten“, „Vollkommenen“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ,'''P'''‘ —</span>, allgemein für die Welt voraus, <span style="color:#00B000">(das im Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ,'''PG'''‘ —</span>, GOTT ultimativ zugeordnet wird ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist absolut positiv, perfekt und vollkommen''«</span>)</span>; was im 2. Beweisgang mit Term :13: als widerspruchsfrei, <span style="color:#00B000">(als ,wahr‘ und ,annehmbar‘ im Kontext des christlichen Glaubens)</span>, schon ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> worden ist. Die Existenz der ,Transzendentalien‘ in der Welt ist ein allgemeines Faktum; ihre Existenz auch in GOTT ist mit dem Term :13: des 2. Beweisganges bewiesen, die jedoch im Unendlichen, GOTT, als Transzendentalia, auch in ,ultimativer‘ Form vorliegen. Axiom-1 ,besagt‘, dass Eigenschaften nicht zugleich, vollkommen und nicht vollkommen, sein können. Axiom-2 ,besagt‘, dass, allgemein, alle Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(alle Transzendentalien)</span>, gleichwertig, <span style="color:#00B000">(mathematisch äquivalent)</span>, sind. <span style="color:#00B000">(Axiom-2 wird hier um das GÖDEL-Konjunkt <span style="color:#4C58FF">— ,'''PX'''‘ —</span> verkürzt dargestellt. Damit ist auch Axiom-3 für diesen Beweisgang unnötig geworden, ohne dass sich wegen dieser Kürzung am Ergebnis etwas ändert.)</span> Die Eigenschaft <span style="color:#4C58FF">— (¬x=..) —</span> ,besagt‘, dass GOTT ,unvergleichlich‘ ist, wenn <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> für GOTT steht. <span style="color:#00B000">(Der informelle Term, <span style="color:#4C58FF">— (¬x=..) —</span>, ersetzt hier, wie bei A. FUHRMANN, den formal korrekten Abstraktionsausdruck ''':''' <span style="color:#4C58FF">— λy.(¬x=y) —</span>, aus dem Lambda-Kalkül.)</span> Der Term :16: <span style="color:#4C58FF">— (x=x) ↔ W —</span> steht für die Selbstbezeichnung des GOTTES-JHWH in Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin‘''«</span>. Der GOTT der abendländischen, christlichen Tradition wird mit <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span> bezeichnet ''':''' d.i. der <span style="color:#FF6000">„GOTT der Christen“</span>, entsprechend der ,methodologischen‘ Prämisse und der ,Genese‘ des Kalküls, syntaktisch formalisiert in der Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''ist genau dann GOTT'', <span style="color:#4C58FF">,'''G'''‘</span>, ''wenn es alle Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">,'''P'''‘</span>, ''in sich schließt''«</span>, nach der Vorgabe von LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>. Mit Korollar-1 hat dieser Beweisgang dasselbe Endergebnis, wie der 1. Beweisgang. Der Beweis, dass der dezidierte Atheismus zu einem logischen Widerspruch führt, und damit falsch ist, ist ein Zwischenergebnis in diesem Beweisgang, und begründet mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, und unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung, den, von LEIBNIZ gesuchten, Möglichkeitsbeweis für die Existenz GOTTES im Argument des Erzbischofs, und bestätigt damit die Sinnhaftigkeit des GOTT-Glaubens. Einmal Axiom-1 und zweimal Axiom-2 sichern hier das Ergebnis des Kalküls ''':''' das Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es ist definitiv möglich, dass es den GOTT der Christen gibt''«</span>. Diese zwei Axiome sind die einzigen, und modal-notwendigen, d.h. die transzendentalen Voraussetzungen und Bedingungen für das Endergebnis ''':''' der Widerspruchsfreiheit und Sinnhaftigkeit des Glaubens der Christen an GOTT; <span style="color:#00B000">(dasselbe gilt natürlich auch für die <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Weltanschauung jeder monotheïstischen Religion '''!''' Dem Erzbischof ANSELM ging es damals nur um seinen Glauben an GOTT.)</span>. Die Logik-Regel <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„ex falso sequitur quotlibet, etiam verum“</big></span></span>, <span style="color:#00B000">(‚Aus Falschem folgt irgendetwas, auch Wahres‘)</span>, ist der scholastische Ausdruck für die ‚Implikation‘ <span style="color:#00B000">(Folgerung)</span> von Aussagen, die nur dann falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist, wenn das Antezedens wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, und die Konsequenz falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist. Andernfalls ist sie immer wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, auch wenn die Voraussetzung falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist ''':''' ‚Modern‘ darstellbar durch die ‚Wahrheitswertetafel‘ für die ‚materiale Implikation‘, <span style="color:#4C58FF">— ,(A → B)‘ —</span> <span style="color:#FF6000">„wenn A, dann B“</span>. Damit ist auch der <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ] </span> verstehbar; <span style="color:#00B000">(vgl. die vierte Zeile der ‚materialen Implikation‘)</span>. Der positive hypothetische Syllogismus ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ Modus ponendo ponens ] :: [ A → B, A ├ B ] </span> ist aus der ersten Zeile ablesbar. Die folgende Tabelle gibt für jeden ,Wahrheitswert‘ der Aussagen <math>A</math> und <math>B</math> das Resultat einiger zweiwertiger Verknüpfungen an ''':''' {|class="wikitable hintergrundfarbe2" style="text-align:center;" |- !colspan="2"|''Belegung''!!Konjunktion!!Disjunktion!!materiale<br /> Implikation!!Äquivalenz<br /> Bikonditional!!kopulative<br /> Konjunktion |- !<math>A</math> !<math>B</math> !<math>A</math> und <math>B</math> !<math>A</math> oder <math>B</math> !wenn <math>A</math> dann <math>B</math> !sowohl <math>A</math> als auch <math>B</math> !entweder <math>A</math> oder <math>B</math> |- !W!!W |W||W||W||W||F |- !W!!F |F||W||F||F||W |- !F!!W |F||W||W||F||W |- !F!!F |F||F||W||W||F |} <span style="color:#00B000">(Eine ‚Konjunktion‘ ist nur dann ,wahr‘, wenn beide Aussagen einer ‚Konjunktion‘ wahr sind. Eine ‚kopulative Konjunktion‘ ist nur dann ,wahr‘, wenn entweder die eine, oder die andere Aussage der ‚kopulativen Konjunktion‘ wahr ist. Es besteht also eine Wenn-Dann-Verbindung zwischen beiden Aussagen — eine ,Kopplung‘. Das ist die logische Grundlage von Axiom-1 im GÖDEL-Formalismus)</span> Um das Widersprüchliche der ,Annahme‘ nachzuweisen, dass positive Eigenschaften ,nicht konsistent‘ seien, <span style="color:#00B000">(im 1. Beweisgang)</span>, bzw. um das Falsche und Sinnwidrige der ,Annahme‘ klarzustellen, es sei ,unmöglich‘, dass es einen GOTT gibt, <span style="color:#00B000">(hier, in der Widerlegung)</span>, verwendet das GÖDEL-Kalkül den Gegensatz ''':''' wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span>, zwischen der dritten und vierten Zeile der Wahrheitswertetafel für die ,materiale Implikation‘, entsprechend der Regel <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„ex falso sequitur quotlibet, etiam verum“</big></span></span>, jeweils mit der Hilfe von Axiom-1 und Axiom-2; hier unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. Im Gegensatz dazu, wird, <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, aus dem Glauben an GOTT, mit einer <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, speziell mit Axiom-1, das Widersprüchliche in der ,Annahme‘ nachgewiesen, es gäbe in GOTT <span style="color:#FF6000">»''keine Vollkommenheit, nichts Positives, nichts Perfektes''«</span>, d.h. keine ,Transzendentalia‘. In dieser <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, im 2. Beweisgang, wird vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span> ''':''' es gibt den GOTT der Christen, <span style="color:#00B000">(als Prämisse :01:)</span>, der ,unvergleichlich‘ und ,einzigartig‘ ist, und in dem auch alle ,Transzendentalia‘ <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ,eins‘ sind, entsprechend Axiom-2. Für KANT kann ein Widerspruch nur in den Prädikaten eines Satzes entstehen. ::<span style="color:#FF6000">»</span> ''Wenn ich das Prädicat in einem identischen Urtheile aufhebe'', <span style="color:#00B000">[ durch eine Negation ]</span>, ''und behalte das Subject, so entspringt ein Widerspruch''. <span style="color:#00B000">[ Wenn ich sage ''':''' ,''GOTT ist nicht allmächtig''‘, entsteht ein Widerspruch zur richtigen Aussage ''':''' ,''GOTT ist allmächtig''‘. ]</span> … ''Wenn ihr aber sagt ''':''' ,GOTT ist nicht‘, so ist weder die Allmacht, noch irgendein anderes seiner Prädicate gegeben; denn sie sind alle zusammt dem Subjecte aufgehoben'', <span style="color:#00B000">[ negiert ]</span>, ''und es zeigt sich in diesem Gedanken nicht der mindeste Widerspruch.'' <span style="color:#FF6000">«</span><ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 398f; https://www.korpora.org/kant/aa03/398.html</ref> Es ist richtig, wie KANT sagt, der Widerspruch entsteht nicht in dem Gedanken ''':''' ,''GOTT ist nicht''‘. GÖDEL zeigt daher, dass der Widerspruch erst dann entsteht, wenn von der Annahme ausgegangen wird ''':''' '',Es ist unmöglich, dass GOTT ist''‘. Daraus folgt dann ,regulär‘, mit Hilfe von Axiom-1 und Axiom-2, <span style="color:#00B000">(d.h. mit den Theoremen von den Transzendentalien)</span>, die logische ,Möglichkeit‘ GOTTES, unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. Wie LEIBNIZ klar erkannt hat, muss zuerst, aus dem Widerspruch des Gegenteils, die logische ,Möglichkeit‘, <span style="color:#00B000">(die Konsistenz)</span>, der Existenz GOTTES bewiesen werden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, bevor daraus die reale ,Notwendigkeit‘ eines GOTTES abgeleitet werden kann ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>. Dieser Sachverhalt ist jedoch das ausschließliche Spezifikum GOTTES, <span style="color:#00B000">(das <span style="color:#FF6000">»''Privilegium der Gottheit allein''«</span>)</span>, und gilt nur bei GOTT, als dem Unvergleichlichen und Einzigartigen. Dieses ,Spezifikum‘ wird im Theorem ANSELMS abgebildet ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, auf Grund von Axiom-2, das den inneren Zusammenhang, die Koinzidenz auch von ,Möglichkeit‘ und ,Notwendigkeit‘ im Unendlichen, GOTT, erkennen lässt. Bis Zeile 10, im 3. Beweisgang, reicht der Geltungsbereich der ,modal‘-frei gewählten Kalkül-Prämisse :01:, der ,methodologische‘ GOTT-Glaube. In Zeile 11 liegt der ,Schwerpunkt‘ des ontologischen Beweises dann am, — modal als notwendig — ,bewiesenen‘ Widerspruch des Gegenteils zum GOTT-Glauben, <span style="color:#00B000"> (formal-syntaktisch dargestellt als widerspruchfreies Antezedens, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, dem Korollar-1 aus dem 1. Beweisgang)</span>, und nicht mehr am ,angenommenen‘ GOTT-Glauben der Kalkül-Voraussetzung, <span style="color:#00B000">(nun dargestellt als Konsequenz <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> im Theorem ANSELMS)</span>. Damit hat er, — angeregt durch LEIBNIZ, und mit ihm —, die fast einhellig akzeptierte Fehldeutung des ontologisch-<span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Arguments ANSELMS für GOTT durch gewichtige philosophische, <span style="color:#00B000">(KANT<ref>GOTT ist absolut einzigartig und unvergleichlich. KANT macht GOTT jedoch zu einem ,Ding‘ unter den vielen ,Dingen‘ dieser Welt, indem er die Existenz, bzw. das ,Sein‘ GOTTES mit dem ,Sein der Dinge‘ gleich setzt. Eine solche Gleichsetzung ist bei GOTT unangebracht und daher unzulässig! Er verkennt damit die Einzigartigkeit und Besonderheit GOTTES. Das ,Sein‘ der Dinge ist — nach KANT — ,kein reales Prädikat’, d.h. Existenz ist keine Eigenschaft. In GOTT ist ,Sein‘ hingegen ein ,reales Prädikat‘, d.h. Existieren ist die Wesenseigenschaft GOTTES, denn GOTT ist der, der für uns — aus Liebe — immer schon ,da‘ ist, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das ist das, was GOTT für uns ausmacht — sein Wesen.</ref>)</span>, und <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span>, <span style="color:#00B000">(THOMAS<ref>GOTT ist absolut einzigartig und unvergleichlich. THOMAS unterscheidet die ,Natur GOTTES‘ nicht von der ,Natur der Dinge‘, indem er die ,Natur‘ des GOTTES ANSELMS irrtümlich mit der ,Natur‘ der Dinge gleich setzt. Damit reiht er GOTT unter die vielen Dinge unserer Welt ein: GOTT ,esse in rerum natura‘, d.h. wörtlich, dass der GOTT ANSELMS in der ,Natur‘ der Dinge existiert. Eine solche Gleichsetzung ist bei GOTT unangebracht und daher unzulässig! Die ,zeitlose-überzeitliche‘ Wirklichkeit, (Natur), GOTTES ist völlig verschieden und unabhängig von der zufälligen Wirklichkeit, (die ,Natur‘), unserer ,raum-zeitlichen‘ Welt. Daher ist sie mit dieser auch nicht vergleichbar.</ref>)</span>, Autoritäten zurechtgerückt, welche die Einzigartigkeit und Unvergleichlichkeit des Unendlichen, GOTT, bei ihrer Beurteilung des Theorem ANSELMS nicht berücksichtigt haben, sondern den Unendlichen, <span style="color:#00B000">(irrtümlich)</span>, unter die endlichen Dinge unserer Welt eingereiht haben. GÖDEL hat mit dem bewiesenen Widerspruch des Gegenteils zum GOTT-Glauben, den Beweis für die <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> des Theorem ANSELMS geliefert, was, nach LEIBNIZ, für die Akzeptanz dieses Theorems noch gefehlt hat. Das Theorem ANSELMS besagt universell ''':''' Die <span style="color:#FF6000">»''theologische Weltanschauung''«</span> der Juden, Christen und Muslime, die ,annehmen‘, dass es mit ,Notwendigkeit‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□'''‘ —</span> <span style="color:#00B000">(nur)</span> einen GOTT gibt, ist logisch richtig und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, weil es <u>ohne Widerspruch</u> ,denkbar‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇'''‘ —</span> ist, dass es GOTT gibt ''':''' Nicht mehr und nicht weniger, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>. Es geht hier bei GÖDEL nicht um Theoriefindung oder ähnliches. GÖDEL ist kein Theoretiker. GÖDEL ist Logiker und Mathematiker. Was er sagt, ist mathematisch wahr und logisch richtig. Wenn er sagt, dass die Aussage ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ — »''wahr''«</span> ist ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es ist möglich, dass es Gott gibt, wegen Axiom-2 (und Axiom-1)''«</span>, dann spricht er hier von der mathematischen Wahrheit. Logischerweise ist dann die konträre Aussage ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ — »''falsch''«</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es ist nicht möglich, dass es einen Gott gibt''«</span>, und zwar mathematisch falsch, weil sich aus dieser Aussage ein Widerspruch ergibt. Jeder, der die mathematische Logik GÖDELS lesen kann, kann das sehen und verstehen ''':''' Das Zwischenergebnis, <span style="color:#00B000">(Term :20:)</span>, in dieser Kalkül-Ableitung, die logische Konsequenz aus der Annahme des dezidierten Atheismus, es sei unmöglich, dass es GOTT gibt, ist der faktische, nachprüfbare, und für jeden Menschen sichtbare Beweis dafür, dass diese Annahme in einen Widerspruch mündet, und damit falsch und unlogisch ist. Das bedeutet, es ist eine Tatsache, bzw. es ist Faktum, dass der Atheismus, — mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span> —, wirklich falsch und unlogisch ist, und daher als ,Unsinn‘ bezeichnet werden darf '''!''' Das ist nicht bloß als eine Theoriefindung, oder als eine Interpretation eines Autors zu verstehen. Das ist vielmehr genau so wahr und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, wie, dass zwei mal zwei vier ergibt, und wirklich genau so logisch richtig, wie, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Das ist gerade das Überraschende und Unerwartete am Gödel-Kalkül. Es geht hier nicht mehr um Theoriefindung oder Interpretationen, denen man zustimmen kann oder nicht. Es geht hier <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span> um mathematisch-logische Fakten. Damit steht GÖDEL in seiner Bedeutung neben KOPERNIKUS. ---- Kurt GÖDEL ist schon deswegen ein Ausnahmelogiker. ---- ===<div class="center"><span style="color:#660066">Epilog für Skeptiker</span></div>=== Wenn man das GÖDEL Argument genau liest, dann ist nur die Annahme ''':''' <span style="color:#FF6000"> „es ist möglich, dass es GOTT gibt“</span> bewiesen, weil aus der Annahme ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist unmöglich, dass es GOTT gibt“</span> ein logischer Widerspruch ableitbar ist. Die Aussage ''':''' <span style="color:#FF6000">„es gibt GOTT“</span> ist dagegen schon eine Glaubensaussage, und damit ist das auch die ,Grundannahme‘ eines gläubigen Menschen, der dann aus der ,bewiesenen Möglichkeit‘, dass es Gott gibt, ableiten kann ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es gibt GOTT wirklich''«</span>, wenn er will ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es stimmt also, was ich glaube '''!''''' «</span> Das ist das Argument ANSELMS, der ein christlicher Amtsträger war, und der daher von dieser Grundannahme auch ausgeht. Solange in den Voraussetzungen des Möglichkeitsbeweises im Gödel-Kalkül kein Widerspruch nachweisbar ist, und solange in der logischen Durchführung keine schweren Mängel festgestellt werden können, ist das Ergebnis des Möglichkeitsbeweises, wie GÖDEL ihn durchgeführt hat, korrekt, und die Folgerungen daraus, logisch richtig, dass es sich hier um <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> handelt, <span style="color:#00B000">(z. B. wie 2 x 2 = 4)</span>. Aber niemand ist gezwungen, aus der Möglichkeit, dass es GOTT gibt, daraus zu schließen, dass es GOTT auch mit Notwendigkeit gibt, wie das im Argument ANSELMS geschieht, außer, er akzeptiert auch die Grundannahme, dass es den Unendlichen und Unvergleichlichen tatsächlich gibt. Dann kann er mit LEIBNIZ, der selbst an GOTT geglaubt hat, mit Bestimmtheit sagen ''':''' <span style="color:#FF6000">»''gesetzt, dass GOTT möglich ist, so ist er, was das Privilegium der Gottheit allein ist''«</span>, weil GÖDEL mit seinem Kalkül den noch ausstehenden Beweis der Widerspruchsfreiheit dafür geliefert hat. Wenn Du den 3. Beweisgang des GÖDEL-Kalküls genauer anschaust, dann siehst Du, dass der Konsequenz-Teil im Argument ANSELMS, der identisch ist mit dem Term in der Zeile 10, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, immer noch formallogisch abhängig ist von der methodologischen Glaubens-Prämisse, Term :01:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„das x steht für den Gott der Christen“</span>, was bis zur Zeile 10 offensichtlich korrekt ist. <span style="color:#00B000">(Man könnte nach dieser Zeile, ohne Weiteres, ,regulär‘ die <span style="color:#FF6000">„logische Implikation”</span> :: <span style="color:#4C58FF">[├ A ├ B ╞ A→B ]</span> mit Term :01: und Term :10: als ein mögliches Korollar bilden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→□∃xGx'''‘ — </span>)</span>. Das bedeutet, der Konsequenz-Teil im Theorem ANSELMS, der in diesem Korollar an zweiter Stelle steht, ist damit in seiner Formal-Struktur offensichtlich ,regulär‘ von der Glaubens-Prämisse, Term :01:, abhängig, d.h. er ist der Ausdruck einer Glaubensüberzeugung. Im Theorem ANSELMS steht er jetzt in der Zeile 11 als Konsequenz-Teil auch an zweiter Stelle, hat aber nicht mehr seine Glaubens-Prämisse als notwendige Bedingung an erster Stelle vor sich, wie im ,regulär‘-möglichen Korollar. Jetzt steht eine neue und andere Voraussetzung als Begründung vor ihm. Der Schwerpunkt des Argument ANSELMS liegt damit am Begründungs-Teil des ANSELM-Theorems, der jetzt die erste Stelle im Theorem einnimmt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist möglich, dass es GOTT gibt“</span>, der erst dadurch entstanden ist, und davon abhängig ist, weil sein Gegenteil ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist unmöglich, dass es GOTT gibt“</span>, zu einem Widerspruch geführt hat. Dieser Begründungs-Teil, das Antezedens, im Argument ANSELMS, ist daher nicht mehr von der methodologischen Glaubens-Prämisse, Term :01:, abhängig, sondern nur vom Axiom-1, der Widerspruchsfreiheit, und von der paarweisen, mathematischen Äquivalenz beliebiger positiver Eigenschaften im Axiom-2, die im 1. Beweisgang, bzw. im Beweisgang ,Widerlegung‘, mit dem <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ]</span>, die Widerspruchsfreiheit des GOTT-Glaubens mit Notwendigkeit herbeigeführt haben. Daraus ergibt sich eine logische Verschiebung in der Argumentationskette, denn dieser Begründungs-Teil, der jetzt die Widerspruchsfreiheit für den Konsequenz-Teil liefert, ist selbst unabhängig und frei von jeder Glaubensüberzeugung. Weil widerspruchsfrei und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, muss er als logische Begründung für die Widerspruchsfreiheit des Konsequenz-Teils gelesen werden, und damit bestätigt er die Widerspruchsfreiheit der Glaubensüberzeugung eines gläubigen Menschen, <span style="color:#00B000">(was auch das Ziel ANSELMS war)</span>. Das heißt also ''':''' der Glaube dieses Menschen ist widerspruchsfrei und sinnvoll, und enthält keinen Zirkelschluss, weil sein Gegenteil, der Nicht-GOTT-Glaube, zu einem Widerspruch führt; <span style="color:#00B000">(das hat GÖDEL mit seinem Kalkül-System bewiesen, dessen Argumentationskette mit einem Computer-Programm, dem sog. ,Theorembeweiser‘, überprüft worden ist, und als <span style="color:#FF6000">»''nachweisbar korrekt''«</span> befunden wurde)</span>. Das Theorem ANSELMS beweist, nach GÖDEL, dass der Glaube an GOTT, mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span> notwendig widerspruchsfrei und sinnvoll ist, weil der Nicht-GOTT-Glaube notwendig zu einem Widerspruch führt. Das Theorem beweist jedoch nicht, dass die Existenz GOTTES notwendig sei, <span style="color:#00B000">(wie es fast immer fälschlich gelesen wurde und wird)</span>, sondern, das Theorem geht einfach davon aus, als nicht hinterfragtes Faktum, dass GOTT notwendig schon existiert, und beweist, dass diese Glaubens-Annahme widerspruchsfrei und sinnvoll, und <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar ist''«</span>. Zusammengefasst heißt das konkret ''':''' Wenn Du an GOTT glauben willst, dann kannst Du das unbedenklich tun, denn Dein Glaube ist auch logisch in der <u>bewiesenen Möglichkeit</u>, dass es GOTT geben kann, begründet, und damit widerspruchsfrei, sinnvoll und kein Zirkelschluss. Dein Glaube an GOTT beruht jedoch, nach wie vor und in erster Linie, auf Deiner freien Entscheidung für GOTT, und nicht auf dem Zwang einer ,logischen‘ Argumentation. Wenn Du nicht an GOTT glauben willst, dann <u>musst Du, und sollst Du, auch nicht deswegen</u>, weil der Atheismus zu einem Widerspruch führt, und damit falsch ist, an GOTT glauben. Denn der Glaube an GOTT muss immer eine freie und Deine ganz persönliche Entscheidung für GOTT sein und bleiben. Niemand darf zum Glauben an GOTT gezwungen werden, auch nicht mit ,logischen‘ Argumenten. Warum '''?''' Weil GOTT die Liebe ist '''!''' Und die Liebe duldet keinen Zwang '''!''' ---- ---- ;Fußnoten <references /> l8ijd7keh99qais7sz8hjs6jjg98cxz 1085358 1085356 2026-05-10T14:55:51Z Santiago 19191 /* Die Bedeutung des Kalküls */ 1085358 wikitext text/x-wiki [[Kategorie: Buch]] {{Regal|ort=Philosophie}} {{Vorlage:StatusBuch|9}} ==<div class="center"><span style="color:#660066">'''Kurt GÖDEL und der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘'''</span></div>== <span style="font-family: Times;"><big><div class="center">לַמְנַצֵּ֗חַ לְדָ֫וִ֥ד אָ֘מַ֤ר נָבָ֣ל בְּ֭לִבּוֹ אֵ֣ין אֱלֹהִ֑ים הִֽשְׁחִ֗יתוּ הִֽתְעִ֥יבוּ עֲלִילָ֗ה אֵ֣ין עֹֽשֵׂה־טֽוֹב׃ (Psalm 14,1)</div></big></span> ---- ===<div class="center"><span style="color:#660066">Vorwort</span></div>=== Zur Orientierung ''':''' Die Diskussion um GOTT läuft schon über zweitausend Jahren. Vor etwa tausend Jahren hat sich ein gewisser ANSELM gesagt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Ich glaube an GOTT'' … <span style="color:#00B000">(sonst wäre er sicher nicht Erzbischof von Canterbury geworden)</span> … ''aber ich möchte auch wissen und verstehen, ob das stimmt und sinnvoll ist, was ich da glaube '''!''''' «</span> Dann hat er seine Überlegungen dazu aufgeschrieben, und das kann man in seinen Schriften auch heute noch lesen. Der sehr geschätzte deutsche Professor und Philosoph aus Königsberg, Immanuel KANT, hat das, was ANSELM da aufgeschrieben hat, gelesen, <span style="color:#00B000">(vermittelt durch CARTESIUS)</span>, und das dann den <span style="color:#FF6000">„ontologischen Gottesbeweis“</span> genannt, <span style="color:#00B000">(obwohl es in Wirklichkeit gar kein Gottesbeweis ist; genauer ''':''' es ist kein Beweis für die Existenz GOTTES)</span>, und dieser große KANT hat dann großartig bewiesen, das, was ANSELM da aufgeschrieben hat, sei falsch. Es sei <span style="color:#FF6000">„ja gar kein“</span> Gottesbeweis '''!''' <span style="color:#00B000">( Naja, was denn sonst '''?''' )</span> Wobei er den Fehler gemacht hat, dass er den, an sich, unvergleichbaren GOTT mit hundert Talern in seinem Vermögenszustande verglichen hat. <span style="color:#00B000">(Das ist aber eine andere Geschichte.)</span> Hundert Taler und GOTT haben ,an sich‘ nichts gemeinsam, außer, wenn KANT ,wirklich‘ hundert Taler hat, und GOTT auch ,wirklich‘ existiert, <span style="color:#00B000">(wie ANSELM und gläubige Menschen glauben)</span>, dann gibt es GOTT und die Taler eben ,wirklich‘. Aber damit ist man nicht schlauer geworden. Seit KANT läuft die ganze Diskussion um GOTT immer nur als Diskussion um den <span style="color:#00B000">(von KANT)</span> so genannten <span style="color:#FF6000">„ontologischen, <span style="color:#00B000">(kosmologischen, teleologischen etc.)</span> Gottesbeweis“</span> — obwohl es niemals einen Beweis für die Existenz GOTTES geben kann und niemals geben wird. <span style="color:#00B000">(Das haben Wissenschaftler jeder Richtung und Philosophen aller Weltanschauungen uns immer wieder nachdrücklich versucht zu sagen, weil keiner dieser sog. Beweise für die Existenz eines GOTTES stringent ist.)</span> Beweisen kann man die Existenz von Naturgesetzen. Die sind unveränderlich und fix, immer und überall. Jeder vernünftige Mensch muss sie akzeptieren. Man kann darüber nicht diskutieren und sie dann mit Mehrheitenbeschlüsse verändern. Wenn GOTT ebenso bewiesen werden könnte, dann wäre jeder vernünftige Mensch gezwungen, die Existenz GOTTES wie ein Naturgesetz anzunehmen. Gott ist aber kein Naturgesetz. GOTT ist <span style="color:#FF6000">„Person“</span>, — für Christgläubige ''':''' <span style="color:#FF6000">„ein GOTT in drei Personen“</span>. Und GOTT ist <span style="color:#FF6000">„Geist“</span>. Das besagt, dass GOTT nicht mit materiellen Dingen aus unserer Welt verglichen werden darf; <span style="color:#00B000">(was sowohl THOMAS von Aquin als auch Immanuel KANT doch getan haben)</span>. Und ganz wesentlich ''':''' der Zugang zu GOTT läuft nicht über den Beweis, sondern immer nur über den Glauben. Wer an GOTT glauben will, dem antwortet GOTT auf seine Weise — nämlich <span style="color:#FF6000">„geistig“</span> bzw. <span style="color:#FF6000">„geistlich“</span>. Wer nicht an GOTT glauben will, dessen Entscheidung respektiert GOTT, und drängt sich nicht auf. Glaube ist immer eine freie Entscheidung des Menschen für GOTT. Niemand darf gezwungen werden. Wenn es einen Beweis für GOTT gäbe, wäre jeder vernünftige Mensch gezwungen, an GOTT zu glauben. Und das widerspricht ganz entschieden der Freiheit des Glaubens. Daher gibt es nie und nimmermehr einen Existenzbeweis für GOTT '''!!!''' ... Daher darf man das Kalkül des Logiker GÖDEL, <span style="color:#00B000">(und damit auch das Theorem ANSELMS)</span>, nicht als einen Existenzbeweis für GOTT lesen. Sowohl ANSELM als auch GÖDEL setzen die Existenz GOTTES notwendig als gegeben voraus. Das GÖDEL-System, und auch das Theorem ANSELMS, sind bloß die logische Bestätigung der Widerspruchsfreiheit der Glaubensüberzeugung eines Menschen, der sich schon entschieden hat, an GOTT zu glauben; und nicht der Grund für seine Entscheidung. Alle sogenannten ,Gottesbeweise‘, sind in Wirklichkeit nichts anderes, als nachträgliche Evaluierungen eines GOTT-Glaubens, bzw. ,Wege‘, <span style="color:#00B000">(bei THOMAS von Aquin)</span>, die aufzeigen, dass der GOTT-Glaube widerspruchsfrei, sinnvoll, und <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar ist''«</span>, wie GÖDEL sagt. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Einleitung</span></div>=== Eine Studie zum GÖDEL-Kalkül. Der Logiker Kurt GÖDEL <span style="color:#00B000">(1906-1978)</span> hat mit diesem Kalkül eine moderne Rekonstruktion des, <span style="color:#00B000">(von KANT)</span>, so genannten ‚ontologischen Gottesbeweises‘ nach ANSELM von Canterbury auf modal-logischer Basis vorgelegt. Damit hat er die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> auf eine ‚vernünftige Basis‘ gestellt, d.h. sie soll für jeden Menschen nachvollziehbar sein, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>, wie er sagt. GÖDEL ,nimmt‘ als Logiker, angeregt durch den Philosophen und Mathematiker Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, rein theoretisch, fürs Erste, einmal ‚an‘, <span style="color:#00B000">(als Prämisse, d.i. der Term :01: im 3. Beweisgang zum Theorem ANSELMS im Anhang)</span>, dass es GOTT gibt ''':''' d.i. ein sog. ,methodologischer GOTT-Glaube‘, und untersucht die logischen Konsequenzen. Dabei zeigt sich, beim genaueren Hinsehen, dass der ‚Nicht-GOTT-Glaube‘, der ‚dezidierte‘ Atheismus, <span style="color:#00B000">(im Möglichkeitsbeweis des Kalküls)</span>, überraschender Weise, zu einem Widerspruch führt, und damit logisch ,falsch‘ ist. Jedoch, GÖDEL kann und will mit seinem Kalkül keinen ,GOTT-Glauben‘ ,erzeugen‘, d.h. das GÖDEL-Kalkül ist kein <span style="color:#FF6000">„Existenz-Beweis"</span> für den GOTT der Bibel, sondern, es setzt die Existenz eines GOTTES, einfach als gegeben, schon voraus. GÖDEL beweist aber mit seinem System, dass der traditionelle abendländische ,GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span>, <span style="color:#00B000">(d.i. die Kalkül-Prämisse, und das, daraus ,regulär‘ (├ ) abgeleitete, Theorem ANSELMS)</span>, mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span> <span style="color:#00B000">(d.h. logisch ,richtig‘)</span> ist, im Gegensatz zum ,Nicht-GOTT-Glauben‘, der davon ausgeht, dass es keinen GOTT gibt. GÖDEL beweist mit seinem System ''':''' der traditionelle GOTT-Glaube ist, — mit mathematisch-logischer Evidenz —, widerspruchfrei und wahr. <span style="color:#00B000">(Der Beweis aus dem Widerspruch des Gegenteils ist ein ,indirekter Beweis‘ und kein ,Zirkelbeweis‘ '''!''' )</span> GÖDEL blieb bis zu seinem Tod ohne ein dezidiertes religiöses Bekenntnis. <span style="color:#00B000">(Das Leben ist nicht immer ,logisch‘.)</span> Entsprechend der <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> ist GOTT der Größte, <span style="color:#FF6000">»''über dem nichts Größeres mehr gedacht werden kann''«</span>, <span style="color:#00B000">(ANSELM)</span>; bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>, <span style="color:#00B000">(LEIBNIZ)</span>, und der für uns immer schon ,da‘ ist. Das ist die methodologische Prämisse des GÖDEL-Kalküls. Davon ausgehend, zeigen seine Axiome und Definitionen, dass es zu einem Widerspruch führt, falls man ,annimmt‘, es sei nicht möglich, dass es <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> gibt. Aus dem Widerspruch des Gegenteils wird von GÖDEL, mit dem <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ]</span>, dann ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> ''':''' es ist doch möglich, dass es <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> wirklich gibt. Somit ist der Glaube an <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, — weil widerspruchsfrei —, mit den Worten GÖDELS ''':''' <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span>. Immanuel KANT <span style="color:#00B000">(1724-1804)</span> scheint diesen Fall vorausgesehen zu haben, dass versucht werden könnte, die ,Möglichkeit‘ GOTTES aus einem Widerspruch zu ,beweisen‘ ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span> <span style="color:#00B000">[ Angenommen, es gibt ]</span> ''doch einen und zwar nur diesen '''Einen''' Begriff'' <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘, so dass ]</span> ''das Nichtsein oder das Aufheben seines Gegenstandes'' <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''in ,sich selbst‘ widersprechend sei; und dieses ist der Begriff des allerrealsten Wesens. Es hat, sagt ihr, alle Realität'', <span style="color:#00B000">[ bzw. alle Vollkommenheit ]</span>, ''und ihr seid berechtigt, ein solches Wesen als ,möglich‘ anzunehmen'' ... <span style="color:#00B000">[ denn das GÖDEL-Kalkül ,beweist‘ ( ╞ ) in der ,Widerlegung‘ im Anhang, wie auch im 1. Beweisgang, aus einem Widerspruch, dass die Existenz GOTTES definitiv logisch ,möglich‘ ist. ]</span> … ''obgleich der sich nicht widersprechende'', <span style="color:#00B000">[ ,mögliche‘ ]</span>, ''Begriff'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘ ]</span>, ''noch lange nicht die'' <span style="color:#00B000">[ reale ]</span> ''Möglichkeit des Gegenstandes'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''beweiset. … Das ist eine Warnung, von der Möglichkeit der Begriffe (logische)'', <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span>, ''nicht sofort auf die Möglichkeit der Dinge (reale)'', <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, ''zu schließen''<ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 399; https://www.korpora.org/kant/aa03/399.html</ref>. <span style="color:#00B000">[ Trotz dieser Warnung, wird dieser Schluss dennoch im Theorem ANSELMS vollzogen, bzw. mit GÖDEL im 3. Beweisgang ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span> '''!''' ]</span>. <span style="color:#FF6000">«</span> Warum das <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span> ist, und inwieweit KANT sich irrt, wird in dieser Studie gezeigt. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Der Schlüsselbegriff im Kalkül</span></div>=== Der ‚Schlüsselbegriff‘ in diesem Kalkül ist <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Perfektion“, „Vollkommenheit“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>. Für diesen wichtigen Begriff gibt es aber im Kalkül selbst keine explizite Definition, sondern er wird nur durch seine Verwendung innerhalb des Kalküls indirekt ‚definiert‘. <span style="color:#00B000">(Das heißt ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''P'''‘ — </span> bezeichnet ein System von ,Eigenschaften‘, die ,positiv‘, bzw. ,vollkommen‘ | ,perfekt‘ | genannt werden, von denen im Kalkül wohl beweisbar ist, dass sie sich gegenseitig ,nicht widersprechen‘, weil sie im System als solche ,gleichwertig‘, bzw. gleich ,wahr‘ sind, jedoch ohne sie erschöpfend aufzählen zu können, oder auch nur sagen zu können, was sie alle im einzelnen bedeuten, außer, dass sie kompatibel sind.)</span> Mit der Wahl dieses Schlüsselbegriffes hat GÖDEL eine wesentliche Vorentscheidung für die Ergebnisse des Kalküls getroffen '''!''' In seinen Notizen zum ‚ontologischen Beweis‘ vom 10. Februar 1970 gibt GÖDEL, — für die nachträgliche Interpretation dieses Begriffes <span style="color:#00B000">(und auch für das Kalkül selbst)</span> —, die richtungsweisende Erklärung ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Positiv bedeutet positiv im moralisch ästhetischen Sinne...''«</span> ::Und er fügt in Klammer hinzu ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»...''(unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt). Nur dann sind die Axiome wahr''.«</span><ref>GÖDEL, Kurt, ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Ontological proof‘</big></span>'' in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Collected Works‘</big></span>'', vol. III, ed. S.FEFERMAN et al., Oxford (U.P.), 1995; 403–404.</ref> GÖDEL-Axiom-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚('''PX <small><math>{ \color{Blue} \dot\lor}</math></small> P¬X''')‘ ↔<span style="color:#00B000"> ‚('''¬PX ↔ P¬X''')‘</span> — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000"> »''Entweder die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">‚'''X'''‘</span> ''oder ihre Negation'' <span style="color:#4C58FF">‚'''¬X'''‘</span> ''ist positiv''«</span>. Hier ist der Hauptkritikpunkt, dass es Eigenschaften gibt, die ,an sich‘ weder positiv noch negativ sind. Beispiele wären ''':''' ‚rothaarig‘ oder ‚schwerwiegend‘; solche Eigenschaften können aber ,für mich‘ entweder positiv oder negativ sein, abhängig von meiner Betrachtungsweise und subjektiven Vorlieben. Diese Eigenschaften, wie ‚rothaarig‘ an sich, oder meine positiv-negativen ‚Betrachtungsweisen‘, sind jedoch der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> entnommen und treffen nicht den <span style="color:#FF6000">»''moralisch ästhetischen Sinn''«</span> von <span style="color:#FF6000">»''positiv''«</span> bei GÖDEL. Er orientierte sich an LEIBNIZ, welcher im Bezug zum ‚ontologischen Beweis‘ definiert ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ GOTTES ]</span> ''nenne ich jede einfache Eigenschaft, die sowohl positiv als auch absolut ist, oder dasjenige, was sie ausdrückt, ohne jede Begrenzung ausdrückt''.«</span><ref>Zitiert nach Thomas GAWLICK, in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Was sind und was sollen mathematische Gottesbeweise ?‘</big></span>'', Predigt vom 8.1.2012 in der Kreuzkirche zu Hannover. https://web.archive.org/web/20130524164359/http://www.idmp.uni-hannover.de/fileadmin/institut/IDMP-Studium-Mathematik/downloads/Gawlick/Predigt_Gawlick_Gottesbeweise.pdf</ref> Die Seins-Eigentümlichkeiten <span style="color:#00B000">(Daseinsmodi, Perfektionen)</span> wie ‚wahr‘, ‚gut‘, ‚edel‘ usw. entsprechen dem <span style="color:#FF6000">»''moralisch ästhetischen Sinn''«</span> von <span style="color:#FF6000">»''positiv''«</span> bei GÖDEL. Das sind Beispiele für ‚absolut‘ positive Begriffe aus der Lehre der Seinsanalogie ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‚verissimum‘, ‚optimum‘, ‚nobilissimum‘</big></span>, usw., die, an sich, ohne jede Begrenzung gelten; zu finden in der <span style="font-family: Times;"><big>‚Via quarta‘</big></span>, bei THOMAS von Aquin, über die analoge Abstufung im ‚Sein‘ der Dinge. Diese analoge ‚Abstufung‘ ist dann die faktische Begrenztheit <span style="color:#00B000">(d.h. Unvollkommenheit)</span> im <span style="color:#FF6000">»''zufälligen''«</span> ‚Sein‘ der Dinge —. Die <span style="color:#FF6000">„positiven Eigenschaften“</span> GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, wie Wahrheit, Einheit, Gutheit, <span style="color:#00B000">(von ,Güte‘)</span>, Schönheit, Adel, <span style="color:#00B000">(von ,edel‘)</span>, Gleichheit, Andersheit, Wirklichkeit, ,Sein‘ im Sinne von Etwas-sein, etc. werden <span style="color:#FF6000">„Perfektionen“</span>, oder auch <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> genannt, <span style="color:#00B000">(von lateinisch ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>transcendere</big></span>, <span style="color:#FF6000">„übersteigen“</span>)</span>. In der mittelalterlichen Scholastik sind Transzendentalien die Grundbegriffe, die allem Seienden als <span style="color:#FF6000">„Modus“</span>, <span style="color:#00B000">(d.h. ,Eigentümlichkeit‘, als allgemeine Seinsweisen)</span>, zukommen. Wegen ihrer Allgemeinheit ,übersteigen‘ sie die besonderen Seinsweisen, welche ARISTOTELES die ,Kategorien‘ nannte. Ontologisch betrachtet, werden die Transzendentalien als das allem Seienden Gemeinsame aufgefasst, da sie von allem ausgesagt werden können. Von der KI werden sie, nicht unpassend, als <span style="color:#FF6000">„ultimative Eigenschaften des Seins“</span> bezeichnet, die <span style="color:#FF6000">„jenseits der materiellen Welt existieren“</span>, <span style="color:#00B000">(da sie ,ultimativ‘ nur von GOTT, als den absolute Vollkommenen, ausgesagt werden können, die jedoch, auch von allen übrigen Seienden, abgestuft, wegen deren seinsmäßigen Unvollkommenheiten, d.h. ,analog‘, ausgesagt werden)</span>. Diese Transzendentalien sind ,inakzident‘, das heißt, sie entstehen nicht aus anderen Begriffen, sondern sind erste, unteilbare Bestimmungen des Denkens und des Seins, die allen Seienden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x'''‘ —</span>, unabhängig von ihren speziellen Eigenschaften, als ,relative‘ Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(bzw. Unvollkommenheiten)</span>, notwendig ,analogisch‘ zukommen, d.h. sie sind in allen Seienden, seinsmäßig abgestuft und abgegrenzt, ,relativ‘ zum Unendlichen ihrer selbst; und damit ,bezogen‘ auf GOTT, dem absolut Vollkommenen. In der Erkenntnisordnung wirken sie als die ersten Begriffe des menschlichen Verstehens, die eine Basis für alle weiteren wissenschaftlichen Erkenntnisse bilden. In der Seinsordnung sind die Transzendentalien ontologisch eins, gleichwertig, <span style="color:#00B000">(,mathematisch äquivalent‘)</span>, und daher konvertierbar, d.h. austauschbar, <span style="color:#00B000">(vgl. z. B. <span style="font-family: Times;"><big>,ens et verum convertuntur‘</big></span>)</span>. Damit sind sie auch von einander abhängig, was GÖDEL sowohl im Axiom-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX ∧ □∀x(Xx→Yx)→PY'''‘ —</span>, für positive Eigenschaften, als auch in der Definition-2, für die Wesenseigenschaften, syntaktisch formalisiert hat mit dem Term-Element ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x(Xx→Yx)'''‘ —</span>, weil sie sich gegenseitig, — mit ,modaler‘ Notwendigkeit —, gleichwertig ,implizieren‘, d.h. einschließen, <span style="color:#00B000">(im Axiom-2 mit der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''x'''‘ — </span>, und in der Definition-2 mit der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''y'''‘ — </span>)</span>. Man kann die Transzendentalia, <span style="color:#00B000">(wie GÖDEL)</span>, auch ,Wesenseigenschaften‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, nennen, weil sie allem Seienden ,wesentlich analog‘ zukommen. Weil Transzendentalien miteinander austauschbar sind, sind sie auch widerspruchsfrei, was GÖDEL mit Axiom-1 syntaktisch darstellt. Die Gültigkeit und Wahrheit, d.h. die mathematisch-logische Evidenz von Axiom-1 und Axiom-2, beruht auf der ontologischen Allgemeinheit und Gültigkeit der Transzendentalia, die GÖDEL mit Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span>, in sein Kalkül explizit eingeführt und ,bestimmt‘ hat. <span style="color:#00B000">(Definitionen werden formal-syntaktisch durch das Äquivalenzzeichen <span style="color:#4C58FF">,'''↔'''‘</span> angezeigt, gelesen als <span style="color:#FF6000">„...ist genau dann ... wenn...“</span>)</span> Zum Überblick ''':''' <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> sind universale, alles Seiende charakterisierende Begriffe, die über kategoriale Einteilungen hinausgehen, und sowohl in der klassischen Scholastik, als auch in der modernen Philosophie, <span style="color:#00B000">(KANT, Uwe MEIXNER<ref>vgl. die ,transzendentalen‘ Bedingungen möglicher Erkenntnisse bei KANT; und auch in der ,Axiomatischen Ontologie‘ bei Uwe MEIXNER</ref>)</span>, als Grundlage der Metaphysik und Erkenntnistheorie dienen. Sie sind die <span style="color:#FF6000">„ersten Begriffe des Seins“</span>, die jedem Ding als ,relative‘ Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(Perfektionen)</span>, inhärent sind, ,analogisch‘ abgestuft, auf einen ,ultimativen‘ Bezugspunkt ausgerichtet, und die sich im Denken, <span style="color:#00B000">(für uns als wahr)</span>, und in der moralischen Wertung, <span style="color:#00B000">(für uns als gut und edel)</span>, manifestieren, relativ zum ,ultimativen‘ Bezugspunkt ihrer selbst. Die faktische Unvollkommenheit, die sich in der notwendigen Vergänglichkeit aller Dinge zeigt, ist einem ontologischen Defekt ,geschuldet‘, der stark zeitabhängig ist, d.h. der einen Anfang und ein Ende hat. Das GÖDEL-Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>, ist immer falsch, wenn es auf etwas aus der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> angewendet wird, wie z. B. auf einen <span style="color:#FF6000">„Tsunami“</span>, dessen ‚Existenz‘ für uns nicht ‚positiv‘ ist. KANT hat schon festgestellt ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>. Das gilt für alles, was <span style="color:#FF6000">„existiert“</span>. Das Axiom-5 hat nur dann seine Gültigkeit, ist nur dann ,wahr‘, wenn <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span> <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> in eins zusammenfallen. Bei allen Dingen, die ‚da‘ sind, ist ihr ‚Da-Sein‘ ontologisch immer verschieden zu dem ‚was‘ sie sind ''':''' zu ihrem ,Was-Sein‘. In der philosophischen Tradition, seit ARISTOTELES, wird die ontologische Identität, d.i. die Koinzidenz, der innere Zusammenhang von ‚Sein‘ und ‚Wesen‘ allein nur dem <span style="color:#FF6000">„selbst ‚unbewegten‘ Erstbewegenden“</span> zugeschrieben, dem <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„prôton kinoûn akinêton“</span>, von dem ARISTOTELES etwas später sagt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''denn dies ist der Gott''«</span> und dann hinzufügt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''so sagen wir ja''«</span>; d.h. das ist eine Interpretation aus dem Glaubenskontext des ARISTOTELES. Er war ein Gott-gläubiger Grieche. Wer an GOTT glaubt, kann das nachvollziehen. GÖDEL musste dieses Axiom-5 postulieren, sonst wäre sein Kalkül nicht aufgegangen, ohne dass er deswegen schon an GOTT glauben müsste. Er hat für sein Kalkül das ontologische Theorem von der Identität von ‚Sein‘ und ‚Wesen‘ im ‚unbewegten Erstbeweger‘ benutzt. <span style="color:#00B000">(Gilt auch für Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit, das GOTT-Sein, das ‚Dasein‘ GOTTES, ist eine positive Wesenseigenschaft, eine Perfektion; d.h. ist das ‚Wesen‘ GOTTES ''':''' GOTT ist perfekt''«</span>)</span>. Die ontologische Identität von Sein und Wesen, Existenz und Essenz, wie auch die Koinzidenz von Möglichkeit und Wirklichkeit, von Ursache und Wirkung, sowie auch die ontologische Einheit von <span style="color:#00B000">(Erkenntnis-)</span>Subjekt und <span style="color:#00B000">(Erkenntnis-)</span>Objekt im <span style="color:#FF6000">»''Erkennen seiner Erkenntnis''<span style="color:#00B000">[-Tätigkeit ]</span>«<span style="color:#00B000"> | </span>„<span style="font-family: Times;"><big>νοήσεως νόησις</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„noêseôs noêsis“</span> <span style="color:#00B000"><small>(<span style="font-family: Times;"><big>,''Metaphysik''‘</big></span> XII 9, 1074b34)</small></span>, gilt nur in der <span style="color:#FF6000">„unverursachten Letztursache"</span>, auf die ARISTOTELES bei seiner Prinzipienforschung gestoßen ist. Es gibt verschiedene Versuche, die GÖDEL-Axiome durch sog. ,Modelle‘, relativ zu einfacheren ,Welten‘, zu verifizieren, um damit ihre relative Konsistenz nachzuweisen. Für GÖDEL aber <span style="color:#FF6000">»''sind die Axiome nur dann'' <span style="color:#00B000">[ in unserer ,realen‘ Welt ]</span> ''wahr'' <span style="color:#00B000">[ und annehmbar ]</span>«</span>, wenn sie <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt'' <span style="color:#00B000">[ d.h. jeder auch nur ,möglichen‘ Welt ]</span> ''sind''«</span>. Diese Bedingung verweist jede Verifikation und jede Interpretation der Axiome auf das ,Nicht-Zufällige‘, das ,Notwendige‘, ,Absolute‘, in dem die Axiome und Definitionen des GÖDEL-Kalküls erst dadurch ihren Sinn und ihre Bedeutung bekommen, wenn sie vom ,Absoluten‘ und ,Unendlichen‘ her erklärt und verstanden werden. Damit insistiert GÖDEL auf eine genuin <span style="color:#4C58FF">,theologische‘</span> Interpretation seines Kalküls, mit der <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> zum Begriff GOTT, dem absolut Unendlichen, als Verifikationskriterium. Das entspricht auch der ,methodologischen‘ Prämisse seines Kalküls. Die wichtigsten Axiome und Definitionen im GÖDEL-Kalkül sind jedoch bloße ,Annahmen‘, deren Evidenz, sowohl die ,mathematische‘ als auch die <span style="color:#4C58FF">,theologische‘</span>, erst evaluiert, d.h. ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> werden muss. Das bedeutet ''':''' die Verifikation der Axiome und Definitionen von GOTT und seinen Vollkommenheiten kann nur Kalkül-intern durch den Aufweis ihrer Widerspruchsfreiheit erfolgen, d.i. <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt''«</span>. Evaluierte und verifizierte Axiome und Definitionen sind dann die ,modal‘ notwendigen, d.h. die ,transzendentalen‘ Voraussetzungen für die Ergebnisse eines Kalküls, damit seine Theoreme und Korollare in unserer ,realen‘ Welt als logisch ,wahr‘ und damit für uns auch als ,annehmbar‘ gelten können, während die Prämissen eines Kalküls, <span style="color:#00B000">(die Argument Einführung, <span style="color:#4C58FF">— '''AE:''' —</span> )</span>, nicht notwendige und somit ,modal‘ frei gewählte ,Annahmen‘ sind. Jedoch aus diesen ,modal‘ frei gewählten, ,möglichen‘ <span style="color:#00B000">( <span style="color:#4C58FF">'''◇'''</span> )</span> Prämissen folgen mit Hilfe der ,bewiesenen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> Axiome und Definitionen die Ergebnisse mit ,modaler‘ Notwendigkeit <span style="color:#00B000">( <span style="color:#4C58FF">'''□'''</span> )</span>. Die Logik des GÖDEL-Systems ist eine ,Prädikatenlogik‘ zweiter Stufe, in der die Quantoren nicht nur Individuum-Variable, sondern auch Eigenschafts-Variable, <span style="color:#00B000">(als noch ,unbestimmte‘ Prädikate im Allgemeinen)</span>, binden können. Die formale Struktur des GÖDEL-Kalküls besteht aus fünf Axiomen und drei Definitionen, mit deren Hilfe in drei Beweisgängen drei Theoreme und mehrere Korollare aus seiner ,methodologischen‘ Prämisse ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleitet werden können, wobei die beiden ersten Beweisgänge, mit ihren Ergebnissen, den dritten vorbereiten, in dem es dann um das Theorem ANSELMS geht. Die Prämisse des GÖDEL-Kalküls ist der traditionelle ,GOTT-Glaube‘, in der Formulierung speziell nach LEIBNIZ. Ein Axiom, eine Definition, zwei Theoreme und alle Korollare im GÖDEL-Kalkül sind Aussagen über <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>. Alle fünf Axiome, eine Definition und ein Theorem, <span style="color:#00B000">(und das Korollar aus Axiom-4)</span>, sind auch Aussagen über die Eigenschaft <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“, „Perfektion“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, die in der <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> als die Wesenseigenschaft GOTTES gilt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist vollkommen''«</span> bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist das Vollkommenste der Wesen''«</span>, <span style="color:#00B000">(DESCARTES)</span>. Zwei Definitionen sind Aussagen über die allgemeinen Wesenseigenschaften aller Seienden, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, die, als notwendige Existenz, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, auch GOTT zugeordnet werden, mit der Besonderheit bei GOTT, dass sowohl alle Eigenschaften, als auch alle anderen Zuordnungen, wie Sein und Wesen, wie Ursache und Wirkung, usw., im Unendlichen, GOTT, <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> sind, d.h. in GOTT paarweise perspektivisch in ,eins‘ zusammenfallen, und die auch, wie alle Transzendentalia, konvertierbar, d.h. austauschbar sind. Diese Sachverhalte machen deutlich, dass die ,Verifikation‘ und sachgerechte ,Evaluierung‘ der GÖDEL-Axiomatik nur genuin <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> erfolgen kann. Die Evaluierung der <span style="color:#FF6000">»''mathematischen Evidenz''«</span> des GÖDEL-Systems, im Allgemeinen, muss jedoch entsprechend der Maßstäbe einer modalen Prädikatenlogik zweiter Stufe durchgeführt werden. Das GÖDEL-Kalkül unterscheidet <span style="color:#00B000">(in Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>)</span> formal-syntaktisch zwischen der Eigenschaft ,Existenz‘, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''E'''‘ —</span>, die nur GOTT zugeordnet werden kann, und dem Existenz-Operator, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''∃'''‘ —</span>, der allem Übrigen, das nicht GOTT ist, zugeordnet wird. Es gibt hier auch den formal-syntaktischen Unterschied zwischen der, <span style="color:#00B000">(von mir notierten, jedoch von GÖDEL schon intendierten und angesprochenen)</span>, speziellen ,Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF"> — <sub>not</sub> —</span>, die nur der Existenz GOTTES zugeordnet ist, und der modalen ,Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□'''‘ —</span>, die auf Verschiedenes bezogen werden kann. Diese Unterschiede sind Hinweise, dass GÖDEL in seiner Kalkül-Logik und -Syntax, die Außerordentlichkeit und Eigenständigkeit GOTTES berücksichtigt, der, als Schöpfer der Welt, prinzipiell und absolut <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt''«</span> ist, die erst durch GOTT auch das ist, was sie ist. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Genese des Kalküls</span></div>=== Wie kommt GÖDEL zu seinem Kalkül '''?''' Sein Gewährsmann war Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, <span style="color:#00B000">(1646-1716)</span>, den er sehr schätzte. Die rekonstruierbare Genese seines Kalküls findet man in LEIBNIZ ''':''' ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand‘</big></span>'', <span style="color:#00B000">(1704)</span>‚ ''<span style="font-family: Times;"><big>Viertes Buch, Kapitel X ''':''' ‚Von unserer Erkenntnis des Daseins Gottes‘</big></span>'', Seite 475f. Hier der <span style="color:#00B000">[ kommentierte ]</span> Textausschnitt zum sog. ontologischen ‚Gottesbeweis‘''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''Folgendes etwa ist der Gang seines'' <span style="color:#00B000">[ d.h. ANSELMS, Erzbischof von Canterbury; 1033-1109, ]</span> ''Beweises ''':''' GOTT ist das Größte'', <span style="color:#00B000">[ ANSELM spricht vom biblischen GOTT des Glaubens, als ''':''' <span style="color:#FF6000">»''den, über dem ,Größeres‘'' | <span style="font-family: Times;"><big>‚maius‘</big></span> | ''nicht mehr gedacht werden kann''«</span> ]</span>, ''oder, wie DESCARTES es ausdrückt ''':''' das Vollkommenste der Wesen oder auch ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit'' ''':''' <span style="color:#00B000"> [ GÖDEL ''':''' </span><span style="color:#4C58FF">‚'''P'''‘</span> <span style="color:#00B000">:= ‚Perfektion‘, ‚positive Eigenschaft‘ ]</span>, ''das alle Grade derselben in sich schließt.''<span style="color:#00B000"> [ GÖDEL-Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''ist genau dann GOTT'', <span style="color:#4C58FF">,'''G'''‘</span>, ''wenn'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''alle Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">,'''P'''‘</span>, ''in sich schließt''«</span>. Definition-1 bildet die traditionelle Vorstellung von GOTT ab. ]</span> ''Dies also ist der Begriff GOTTES.'' <span style="color:#00B000">[ Der Term <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span> steht hier für den biblischen ‚Begriff‘ <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> als ,Individuumname‘ '''!''' ]</span> ''Sehen wir nun, wie aus diesem Begriff das ‚Dasein’ folgt.''<span style="color:#00B000"> [ GÖDEL ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist notwendig aus sich ‚da‘''«</span> ''':''' Term :10: im 3. Beweisgang. ]</span> ''Es ist etwas <u>mehr</u>, ‚da‘ zu sein, als nicht ‚da‘ zu sein, oder auch das ‚Dasein‘ fügt der Größe oder der Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ GOTTES ]</span> ''einen Grad hinzu, und wie DESCARTES es ausspricht, das ‚Dasein‘ ist selbst eine Vollkommenheit.''<span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">(Diesen Ausspruch DESCARTES übernimmt GÖDEL im Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz''</span> [ alias ‚Dasein GOTTES’ ] <span style="color:#FF6000">''ist eine positive Eigenschaft''</span> [ alias Vollkommenheit ]<span style="color:#FF6000">«</span>. Dem widerspricht KANT ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein ist kein reales Prädikat“</span>. Das Axiom-5 ist daher nur dann ‚wahr‘, wenn ‚Wirklichsein‘ | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐνέργεια οὖσα</big></span>“</span> | ‚enérgeia úsa‘ | d.h. ‚Dasein‘ und ‚Wesen‘ | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span> | ‚usía‘ | — genauer ''':''' ‚Wesenseigenschaften’ —, ontologisch ,eins‘ sind, d.h. wenn <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> immer schon die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> GOTTES ist. Was nach ARISTOTELES nur im <span style="color:#FF6000">„unbewegten Erstbeweger“</span> der Fall ist; bzw. mit LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''was das Privilegium der Gottheit allein ist''«</span> '''!''' Aus der ,methodologischen‘ ,Annahme‘ im 2. Beweisgang GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''das'' <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ''steht für den GOTT der Christen''«</span>, und mit Hilfe von Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit ist eine positive Eigenschaft''«</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt''«</span>, mit Axiom-4 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX → □PX'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind notwendig aus sich, — von Natur aus —, positiv''«</span>, mit Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Zum Wesen gehören notwendig auch alle Konsequenzen aus einer Wesenseigenschaft''«</span>, und mit Axiom-1 und der Definition für GOTT, folgt nach einigen logischen Umformungen das GÖDEL-Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das'' <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ''ist genau dann der GOTT der Christen, wenn das Wesen dieses GOTTES sein eigenes Sein ist''«</span>. Dasein und Wesen sind im Unendlichen, GOTT <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ,eins‘. Mit diesem, im Kalkül <u>ohne</u> Axiom-5 ,regulär‘ (├ ) abgeleiteten Theorem, widerlegt er KANT für den individuellen Spezialfall <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span> := <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>. Nachprüfbar im Anhang ''':''' im ‚ontologischen‘ Beweis für das Basis-Theorem-2. Somit ist Axiom-5 ,wahr‘, und KANT hat sich hier, im Bezug auf GOTT, geirrt. <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> als Wissenschaft von GOTT, war für KANT nie eine ernstzunehmende Option. <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> als Wissenschaft von GOTT ist eine ziemlich ,ausgereifte‘ Disziplin. Es haben sich, durch Jahrhunderte hindurch, viele gescheite Menschen schon im Judentum, und dann auch im Christentum, und ebenfalls im Islam, darum bemüht.)</span> :: <span style="color:#FF6000">»</span>''Darum ist dieser Grad von Größe und Vollkommenheit oder auch diese Vollkommenheit, welche im ‚Dasein‘ besteht, in diesem höchsten, durchaus großen, ganz vollkommenen Wesen, denn sonst würde ihm ein Grad fehlen, was gegen seine Definition wäre. Und folglich ist dies höchste Wesen ‚da‘. Die Scholastiker, ohne selbst ihren'' <span style="font-family: Times;"><big>doctor angelicus</big></span> <span style="color:#00B000">[ := THOMAS von Aquin ]</span> ''auszunehmen, haben diesen Beweis verachtet'', <span style="color:#00B000">[ wie später auch Immanuel KANT ]</span>, ''und ihn als einen Paralogismus'' <span style="color:#00B000">[ := Fehlschluss ]</span> ''betrachtet, worin sie sehr unrecht gehabt haben; und DESCARTES, welcher die scholastische Philosophie im Kolleg der Jesuiten zu La Flèche lange genug studiert hatte, hat sehr recht gehabt, ihn wieder zu Ehren zu bringen. Es ist nicht ein Paralogismus, sondern ein unvollständiger Beweis'', <span style="color:#00B000">[ den GÖDEL vervollständigt hat ]</span>, ''der etwas voraussetzt, was man noch hätte beweisen sollen, um ihm mathematische Evidenz zu verleihen — nämlich, dass man dabei stillschweigend voraussetzt, diese Vorstellung des durchaus großen oder durchaus vollkommenen Wesens sei möglich und enthalte keinen Widerspruch'' <span style="color:#00B000">[ '''::''' <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span> '''::''' ,möglich‘, ,konsistent‘, ,denkbar‘; GÖDEL beweist im 1. Beweisgang aus Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''positive Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ die allgemeinen Transzendentalien ]</span>, ''sind widerspruchsfrei''«</span>, mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, folgt Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist möglich''«</span> ]</span>. ''Und es ist schon etwas, dass man durch diese Bemerkung beweist ''':''' gesetzt, dass GOTT ‚möglich‘ ist, so ‚ist‘ er'' <span style="color:#00B000">[ ,notwendig‘ '''::''' <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, d.h. für jede mögliche Welt auch wirklich aus sich ‚da‘ ]</span>, ''was das Privilegium der Gottheit allein ist'' ''':''' <span style="color:#00B000">[ Im 3. Beweisgang, Theorem-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' ‚ANSELMS Prinzip‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Weil GOTT widerspruchsfrei ,möglich‘ ist, darum ist auch der Glaube widerspruchsfrei, der besagt, dass GOTT aus sich ,notwendig‘ da ist''«</span>; mit Korollar-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx ∧ □∀y(Gy→x=y)'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''Es gibt notwendig nur einen einzigen GOTT''«</span>. Damit ist auch der Monotheïsmus bewiesen. ]</span> ''Man hat recht, die Möglichkeit eines jeden Wesens anzunehmen und vor allem die GOTTES, bis ein anderer das Gegenteil beweist''. <span style="color:#00B000">[ Das Gegenteil besagt, dass GOTT ,unmöglich‘ ist. Hier setzt der Möglichkeitsbeweis im GÖDEL-Kalkül an, und beweist, dass diese Aussage zu einem Widerspruch führt. ]</span> ''Somit gibt dieser metaphysische Beweis schon einen moralischen zwingenden Schluss ab, wonach wir dem gegenwärtigen Stande unserer Erkenntnisse zufolge urteilen müssen, dass GOTT ‚da‘ sei, und demgemäß handeln.'' <span style="color:#00B000">[ Aber nicht logisch zwingend '''!''' Denn die Interpretation <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> mit dem GOTT der Bibel, als ,methodologische‘ Kalkül-Prämisse, ist nicht zwingend, jedoch ,modal‘ möglich, <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span>, und im christlichen Glaubenskontext sinnvoll, was mit einer stimmigen <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation des GÖDEL-Kalküls gezeigt werden kann. Damit ist dann auch die Frage beantwortet, ob das GÖDEL-System sich plausibel als eine Theorie von GOTT und seinen Eigenschaften interpretieren lässt, bzw. als eine <span style="color:#FF6000">»''axiomatische''«</span> <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span>, wie sie André FUHRMANN apostrophiert. Das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> ist der ,Individuumname‘ für den GOTT der Bibel, — ,GOTT‘ groß geschrieben —, im monotheïstischen, christlichen Glaubenskontext, den auch LEIBNIZ teilt. Dann steht der ,Name‘ auch synonym für das ,existierende‘ Individuum, d.h. für dessen ,Existenz‘.]</span> ''Es wäre aber doch zu wünschen, dass gescheite Männer'' <span style="color:#00B000">[ sic ! ]</span> ''den Beweis mit der Strenge einer mathematischen Evidenz vollendeten'', <span style="color:#00B000">[ was GÖDEL veranlasst hat, seine Version eines ‚ontologischen Beweises’ zu kreieren, dessen <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> man heute mit Computerprogrammen<ref>siehe Fußnote 11</ref> schon nachgewiesen hat ]</span> ... <span style="color:#FF6000">«</span> Für GÖDEL war dieser Text eine intellektuelle Herausforderung, und er hat sie angenommen. Das war für GÖDEL sicher keine Glaubensangelegenheit. GOTT hat es ja auch nicht nötig, ‚bewiesen‘ zu werden. Wer <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> z. B. mit dem sog. ‚Urknall‘ gleich setzt, macht die <span style="color:#FF6000">»''zufällige Struktur der Welt''«</span> im ‚Urknall‘, <span style="color:#00B000">(pantheistisch)</span> zu einem ,Gott‘, was GÖDEL dezidiert für sein Kalkül ausgeschlossen haben wollte. Kurt GÖDEL schreibt 1961 in einem Brief, in Anlehnung an den obigen Text ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»...''ich glaube, schon heute dürfte es möglich sein, rein verstandesmäßig ''<span style="color:#00B000">[ sic '''!''' ]</span>, ''(ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen) einzusehen, dass die theologische Weltanschauung'', <span style="color:#00B000">[ dass es GOTT gibt ]</span>, ''mit allen bekannten Tatsachen'', <span style="color:#00B000">[ z. B. mit den Maßstäben einer modernen Logik ]</span>, ''durchaus vereinbar ist. Das hat schon vor 250 Jahren der berühmte Philosoph und Mathematiker LEIBNIZ versucht''.«</span><ref>Zitiert nach SCHIMANOVICH-GALIDESCU, M.-E., ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Princeton–Wien 1946–1966. Briefe an die Mutter</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kurt Gödel – Leben und Werk</big></span>''‘, ed. B.BULDT et al., Wien (HÖLDER–PICHLER–TEMSKY), 2001, Bd. 1.</ref> ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Interpretation des Kalküls</span></div>=== Wenn man sich das GÖDEL-Kalkül ansieht, wie es heute formalisiert vorliegt, stellt sich die Frage ''':''' <span style="color:#FF6000">„Lässt sich dieses System plausibel als eine Theorie von GOTT <span style="color:#00B000">(als eine ‚Rede von GOTT’ := <span style="color:#4C58FF">,Theologie’</span>)</span> und seiner Eigenschaften verstehen '''?''' “ — „Ist hier eine genuin <span style="color:#4C58FF">,theologische’</span> Interpretation möglich '''?''' “</span> Seine Herkunft aus der intellektuellen Auseinandersetzung des Logikers GÖDEL mit dem GOTT-gläubigen Philosophen LEIBNIZ und dem christlichen Theologen und Erzbischof ANSELM rechtfertigt diese Frage. Die <span style="color:#FF6000">„mathematische Evidenz“</span> des GÖDEL-Formalismus, <span style="color:#00B000">(im Anhang nachgestellt)</span>, ist allgemein anerkannt, <span style="color:#00B000">(Vorbehalte dagegen gibt es nur bei der Interpretation seiner Syntax, d.h. ob die Axiome, wie GÖDEL sie konzipiert hat, auch in unserer realen Welt ,wahr’ und ,annehmbar’ sind)</span>. Die <span style="color:#FF6000">„theologische Evidenz“</span> des GÖDEL-Systems wird durch eine ,Verankerung’ der Axiome und Definitionen in den <span style="color:#4C58FF">,theologisch’</span>-philosophischen Diskurs über GOTT evaluiert, der schon seit zweieinhalbtausend Jahren läuft. In diesen zweieinhalbtausend Jahren hat sich, — gegen ARISTOTELES und die antike Philosophie —, die Erkenntnis durchgesetzt, dass GOTT <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen''«</span> Raum-Zeit-Struktur unserer vergänglichen Welt ist. In meiner Darstellung des GÖDEL-Kalküls folge ich, <span style="color:#00B000">(im Unterschied zum Autographen GÖDELS, vom 10. Feb 1970)</span>, in der Axiom-Nummerierung, in der Syntax, und in der Beweis-Struktur, der Arbeit von André FUHRMANN ''':''' ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Existenz und Notwendigkeit. Kurt Gödels axiomatische Theologie‘</big></span>'' in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Logik in der Philosophie‘</big></span>'' Hg. SCHROEDER-HEISTER, SPOHN und OLSSON, 2005, Synchron, Heidelberg, Seite 349–374. <span style="color:#00B000">(Die tiefer gestellte Notation der spezifischen ,Eigenschaft‘ einer Eigenschaft ist meine Ergänzung zur formalen Syntax, z. B. ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, angeregt durch die indizierende Schreibweise GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ,'''G''' Ess. '''x'''’ —</span>.)</span> Die Erkenntnisse zur Straffung und Präzisierung der GÖDEL-Syntax, <span style="color:#00B000">(besonders im Möglichkeitsbeweis)</span>, stammen aus der Arbeit von Günther J. WIRSCHING ''':''' ,''<span style="font-family: Times;"><big>Der Gödelsche Gottesbeweis</big></span>''‘, im Web <ref>https://edoc.ku.de/id/eprint/10243/1/OntBw.pdf</ref>. <span style="color:#00B000">(Auch der Hinweis auf AVICENNA kommt von WIRSCHING.)</span> Die Zitate von THOMAS von Aquin´s Stellungnahme zum Theorem ANSELMS, und von Georg Wilhelm Friedrich HEGEL zur Immanuel KANTS Ablehnung des Theorem ANSELMS, befinden sich in Franz SCHUPP, ,<span style="font-family: Times;"><big>''Geschichte der Philosophie im Überblick''</big></span>‘, Band 2 ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Christliche Antike, Mittelalter''</big></span>‘, Hamburg 2003, Seite 168 und Seite 170. Meines Erachtens ist der entscheidende Ansatzpunkt einer <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation das GÖDEL-Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>. ‚Frei‘ nach KANT ‚formuliere‘ ich ‚kurz‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>. Hier die Positionen KANTS zum Thema ‚Existenz‘ und ‚Eigenschaften‘ ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''… unbeschadet der wirklichen Existenz äußerer Dinge'' <span style="color:#00B000">[ kann man ]</span> ''von einer Menge ihrer Prädikate'', <span style="color:#00B000">[ d.h. Eigenschaften ],</span> ''sagen'' … ''':''' ''sie gehöreten nicht zu diesen ‚Dingen an sich selbst‘, sondern nur zu ihren Erscheinungen, und hätten außer unserer Vorstellung'' <span style="color:#00B000">[ ihrer, als ,wirklich‘ gedachten Erscheinung ]</span> ''keine eigene Existenz, … weil ich finde, dass … '''alle Eigenschaften, die die Anschauung eines Körpers ausmachen''', bloß zu seiner Erscheinung gehören; denn die Existenz des Dinges, was erscheint, wird dadurch nicht … aufgehoben, sondern nur gezeigt, dass wir es'', <span style="color:#00B000">[ das Ding ]</span>, ''wie es ‚an sich selbst‘ sei'', <span style="color:#00B000">[ d.h. existiert ]</span>, ''durch Sinne gar nicht erkennen können''.<span style="color:#FF6000">«</span><ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können</big></span>''‘, Seite 289; https://www.korpora.org/kant/aa04/289.html</ref> <span style="color:#00B000"><small>(Hervorhebung durch KANT.)</small> [ Seine Prädikate, d.h. Eigenschaften, jedoch können wir mit unseren Sinnen ,anschauen‘, aber nur in Kombination mit unserer Vorstellung ihrer, als ,wirklich‘ gedachten Erscheinung, vermittelt durch den sog. ,transzendentalen Schematismus‘ unserer Einbildungskraft ''':'''</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Eine verborgene Kunst in den Tiefen der menschlichen Seele''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">jedoch auch eines der ,dunkelsten‘ Kapitel in der K.d.r.V., bedingt durch KANTS Konzept von ,Wirklichkeit‘, bzw. ,Sein‘. ]</span> Mit anderen Worten, man kann die ‚Existenz‘, bzw. das ‚Sein‘ der Dinge, <span style="color:#00B000">(das ‚Ding an sich’ bei KANT)</span>, nicht unter dem Mikroskop finden. Die ‚Existenz‘ bzw. das ‚Sein‘ ist keine sinnlich registrierbare ‚Eigenschaft‘ z. B. des rekonstruierten ‚Stadt-Schlosses‘ in Berlin. <span style="color:#00B000">(‚Sein‘ ist kein reales ‚Prädikat‘.)</span> Dafür haben wir andere Fähigkeiten ''':''' Ich kann seine ‚Existenz‘ mit meinem Verstand einsehen, weil auch ich selbst ‚existiere‘. Seine ‚Ansicht‘, wie ‚gefällig‘ es ist, und auch weitere ‚Eigenschaften‘, die mir auffallen, kann ich mit einem Handy-Foto dokumentieren. Diese ‚Eigenschaften‘ sind nicht die Ursache, dass das ‚Berliner Schloss‘ existiert. Wohl aber die Rekonstruktion dieses Schlosses ist die ‚Ursache‘, dass es ,existiert‘, und jetzt so aussieht. Insofern ist ‚Existenz‘ keine ‚Eigenschaft‘, sondern die ‚Existenz‘ des Dinges ist die Voraussetzung, der ‚Grund‘, dass ich die ‚Eigenschaften‘ des Dinges mit meinen Sinnen feststellen kann. In einer Auseinandersetzung mit CARTESIUS schreibt KANT, philosophisch ‚tiefgründig‘ und logisch ‚exakt‘, über dessen <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„Cogito, ergo sum“</big></span></span> ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''Das ‚Ich denke‘ ist ein empirischer Satz, und hält den Satz ‚Ich existiere‘ in sich. Ich kann aber nicht sagen ''':''' ‚Alles, was denkt, existiert‘; denn da würde die Eigenschaft des Denkens'', <span style="color:#00B000">[ eine essentielle Eigenschaft ]</span>, ''alle Wesen, die sie besitzen, zu notwendigen'' <span style="color:#00B000">[ d.h. notwendig existierenden ]</span> ''Wesen machen''. <span style="color:#00B000">[ Was allein nur von GOTT ausgesagt werden kann; mit AVICENNA, als anerkannter ARISTOTELES-Kommentator ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist das einzige Sein, bei dem Essenz'' <span style="color:#00B000">[ ‚Wesenseigenschaften‘ ]</span> ''und Existenz'' <span style="color:#00B000">[ ‚Dasein‘ ]</span> ''nicht zu trennen sind und das daher notwendig an sich da ist''«, <span style="color:#00B000">— konform mit GÖDEL ''':'''</span> »''notwendige Existenz ist eine positive'' <span style="color:#00B000">[ essentielle ]</span> ''Eigenschaft''«</span> ].</span> ''Daher kann meine Existenz auch nicht aus dem Satz, ‚Ich denke‘, als'' <span style="color:#00B000">[ logisch ]</span> ''gefolgert angesehen werden, wie CARTESIUS dafür hielt (weil sonst der Obersatz : ‚Alles, was denkt, existiert‘, vorausgehen müsste), sondern ist mit ihm identisch.'' <span style="color:#00B000">[ Eine einfache Schlussfolgerung ''':''' meine ‚Existenz‘ ist auch nicht von meiner ‚Eigenschaft‘ Denken ‚verursacht‘. ,Existenz‘ ist nicht bloß ein ,Gedanke‘ von mir. ]</span><span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">(Aus der Anmerkung 41 zu den ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Paralogismen der reinen Vernunft</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 275,<ref>https://korpora.org/kant/aa03/275.html</ref> mit meinem Einschub des AVICENNA-Zitat aus Wikipedia.<ref>{{w|Avicenna#Metaphysik}}</ref>)</span> Mit anderen Worten ''':''' <span style="color:#FF6000">„Die Eigenschaft, dass ich denken kann, ist nicht die Ursache meiner ‚Existenz‘“</span>, sondern, <span style="color:#FF6000">„Die Liebe meiner Eltern und ihre Entscheidung füreinander ist die Ursache meiner ‚Existenz‘. Daher ‚bin’ ich. Und weil ich ein Mensch ‚bin‘, kann ich denken.“</span> Auch mit diesen Anmerkungen ist leicht einsehbar, dass ‚Existenz‘ keine ‚Eigenschaft‘ ist — außer bei GOTT. In GOTT ist ‚Dasein‘ die ‚Wesenseigenschaft‘ GOTTES, d.h. ‚Dasein‘ und ‚Wesen‘ sind in GOTT untrennbar verbunden; sind <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ‚eins‘. Das ist die Einzigartigkeit im Wesen GOTTES, dass GOTT immer schon ‚da‘ ist. Die Frage nach dem ‚Wesen‘ GOTTES lautet ''':''' <span style="color:#FF6000">„Was bist du ? “</span>/<span style="color:#CC66FF">„Wer bist Du ? “</span> Antwort, Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin-Da‘'' <span style="color:#00B000">[ für euch und für immer ]</span>«.</span> Weil GOTT für uns immer schon ‚da‘ ist, — <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span> —, hat GOTT es nicht nötig, ‚bewiesen‘ zu werden. <span style="color:#00B000">(In der Mathematik ist ein ‚Satz‘ erst dann ‚wahr‘ und ‚existent‘, wenn er bewiesen ist. Bei GOTT ist es jedoch nicht so ''':''' GOTTES ‚Existenz‘ ist nicht erst dann ‚wahr‘, wenn seine ‚Existenz‘ von uns ‚bewiesen‘ ist. Sein ‚Dasein‘ ist jedem unserer ‚Beweisversuche‘ immer schon voraus. Der Zugang zu GOTT ist nicht der ,Beweis‘, sondern der ,Glaube‘. Wer an GOTT glauben ,will‘, dem antwortet GOTT. Wer nicht an GOTT glauben ,will‘, dessen Entscheidung respektiert GOTT, und drängt sich nicht auf. Die Glaubens-Entscheidung hat jedoch für jeden Menschen eine existenzielle Konsequenz ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt'', <span style="color:#00B000">[ und diese Entscheidung auch im Augenblick der ,Wahrheit‘, im Tod, in der sog. ,Endentscheidung‘, nicht widerruft ]</span>, ''wird verurteilt werden''«,</span> <small>({{Bibel | Markus Evangelium |16|16|EU}})</small>. Das Urteil lautet ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''zweiter Tod ''':''' der Feuersee''«</span>, <small>({{Bibel | Offenbarung |20|14f|EU}})</small>, ohne Berufungsmöglichkeit. <span style="color:#CC66FF">»''Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn geben wird''«.</span> <small>({{Bibel | Hebräer Brief|11|6|EU}})</small>)</span> Das GÖDEL-Axiom-5 ist m.E. der entscheidende Ansatzpunkt einer stimmigen <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation der GÖDEL-Axiomatik. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Das Kalkül ist kein Existenz-Beweis für GOTT</span></div>=== Die allgemeine <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> des GÖDEL-Formalismus, d.h. seine ‚Schlusskraft‘, ist von kompetenten Leuten<ref>„GÖDELS Argumentationskette ist nachweisbar korrekt – so viel hat der Computer nach Ansicht der Wissenschaftler Christoph BENZMÜLLER und Bruno WOLTZENLOGEL-PALEO nun gezeigt;“ vgl. https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2013/fup_13_308/index.html</ref> schon festgestellt worden, <span style="color:#00B000">(im Anhang ‚nachrechenbar‘ mit den Regeln und Gesetzen einer modalen Prädikatenlogik 2. Stufe)</span>. Das GÖDEL-Kalkül ist jedoch kein ‚moderner‘<span style="color:#FF6000">„Existenz-Beweis“</span> für GOTT, wofür es gehalten oder meistens bezweifelt wird, sondern setzt, <span style="color:#00B000">(theoretisch methodisch)</span>, den <span style="color:#FF6000">„Glauben an die Existenz GOTTES“</span> schon voraus, ohne ihn zu hinterfragen. Das <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> bzw. die <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> GOTTES wird mit der Definition-1 für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, bzw. mit dem Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ — </span>, im Kalkül ‚definitorisch‘ bzw. ‚axiomatisch‘ als Kalkül-,Annahme‘ eingeführt, unter der Voraussetzung, dass die ‚Eigenschaft‘ <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ := </span><span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> und das <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span>, ontologisch ‚identisch‘, genauer ''':''' <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> sind, was GÖDEL im Axiom-5 definitiv für sein System vorschreibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>. Das <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ist faktisch äquivalent zur <span style="color:#FF6000">„notwendigen Existenz als GOTT“</span>; und <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> ist die <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft in GOTT“</span>. Beides ist nach Axiom-5 ‚identisch‘, d.h. dem ‚Sein nach‘ dasselbe, und daher konvertierbar. Beide, <span style="color:#00B000">(sowohl die Essenz, als auch die Existenz GOTTES)</span>, werden daher auch mit demselben Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> im Kalkül dargestellt. Der traditionelle, christliche ,GOTT-Glaube‘ wird zugleich mit diesem Term <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ := </span> <span style="color:#FF6000">„GOTT“ <span style="color:#00B000">|</span> „göttlich“</span>, im 2. Beweisgang, dem Basisbeweis, und im 3. Beweisgang für das Theorem ANSELMS, jeweils als ,methodologische‘ Prämisse :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> regulär <span style="color:#00B000">( ├ )</span> und explizit eingeführt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''steht für den GOTT'' <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span> ''der Christen''«</span>. Das ist die ,modal‘-frei gewählte, <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Kalkül-,Annahme‘, <span style="color:#00B000">(als ,Argument-Einführung‘ := <span style="color:#4C58FF">‚'''AE:'''‘</span> )</span>, und wird dann mit Definition-1 näher ,bestimmt‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000"> »''Das'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''steht genau dann für ‚GOTT‘'' <span style="color:#00B000">|</span> ''‚göttlich‘'', <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, ''wenn'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''alle positiven Eigenschaften, bzw. Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">‚'''PX'''‘</span>, ''hat''«</span>, entsprechend dem ‚Quelltext‘ bei LEIBNIZ. <span style="color:#00B000">(Das ,postulierte‘ Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PG'''‘ —</span>, wird standardmäßig gelesen als <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit ist eine positive Eigenschaft''«</span>, hat aber auch die alternative Leseart ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt d.h. vollkommen''«</span>, was <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> auch richtig ist; mit <span style="color:#4C58FF">‚'''P'''‘ </span> := <span style="color:#FF6000">„Perfektion“/„Vollkommenheit“</span> ist dann die Summe aller <span style="color:#FF6000">„positiven Eigenschaften“</span>.)</span> Mit Axiom-3, — in dieser <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Leseart —, ist der ‚Wenn-Satz‘ in Definition-1 ‚aufgelöst‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT hat alle positiven Eigenschaften, weil er ‚perfekt‘ ist''«</span>. In Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, wird die ,für uns‘ <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —, </span> durch die ,aus sich‘ <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span> instanziierten <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(als zu den Transzendentalia gehörig)</span>, bestimmt. Das GÖDEL-Kalkül setzt sowohl in Definition-3 als auch im Axiom-5 das Theorem des ARISTOTELES von der ontologischen ‚Identität‘, d.i. die Koinzidenz von <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span>, <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> im prinzipiell <span style="color:#FF6000">„unbewegten Erstbewegenden“</span> voraus. Ohne diese Annahme bzw. ohne Axiom-5, würde das GÖDEL-Kalkül nicht ‚funktionieren‘. Das GÖDEL-Theorem-2.1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span>, kann unter dieser Voraussetzung dann, <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> richtig und eindeutig, so gelesen werden ''':''' <span style="color:#FF6000">„Wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, als Individuum steht, dann ist GOTT-Sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(,Existenz‘)</span>, das Wesen, <span style="color:#4C58FF">—<sub>ess</sub>—, </span> <span style="color:#00B000">(,Essenz‘)</span>, GOTTES <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span>”</span><ref>vgl. z.B. THOMAS von Aquin ''':''' ,''<span style="font-family: Times;"><big>De Ente et Essentia</big></span>''’, Kapitel 5 ''':''' „Deus, cuius essentia est ipsummet suum esse“ ''':''' „GOTT, dessen Wesen sein eigenes Sein ist“.</ref>, statt der <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> unrichtigen Lesearten in der Wikipedia ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlich ist eine essentielle Eigenschaft jedes göttlichen Wesens''«</span><ref>{{w|Gottesbeweis#Kurt_Gödel|Gottesbeweis 2.1.2, Theorem 2}}; Version vom 10.09.2025</ref>, oder bei Christoph BENZMÜLLER et alia, im sog. ,Theorembeweiser‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Gottähnlich zu sein ist eine Essenz von jeder gottähnlichen Entität''«</span><ref>[https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2013/fup_13_308/index.html ‚Gödels „Gottesbeweis“ bestätigt’, Theorem 2]</ref>, mit der suggestiven Annahme, es gäbe mehrere ,göttliche Wesen‘, bzw. ,gottähnliche Entitäten‘, was der monotheïstischen, abendländischen Tradition, bzw. dem <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Theorem von der ,Unvergleichlichkeit‘ und ,Einzigartigkeit‘ GOTTES widerspricht, das im GÖDEL-Kalkül mit Korollar-3 bestätigt wird. <span style="color:#00B000">(Die Interpretation <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ :=</span> <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, als ,Individuumname‘, ist synonym zum <span style="color:#FF6000">„Dasein <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> GOTTES“</span>, und äquivalent zur ‚positiven Eigenschaft‘ <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span>, alias <span style="color:#FF6000">„göttlich zu sein“</span> = <span style="color:#FF6000">„GOTT zu sein“</span> = <span style="color:#FF6000">„GOTT-Sein“</span>; und mit dem GÖDEL-Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ :=</span> <span style="color:#FF6000">„das Wesen <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> GOTTES“</span>.)</span> <div class="center"><span style="color:#FF6000"><span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ :=</span> „'''G'''öttlichkeit“ <span style="color:#4C58FF">↔</span> „'''G'''OTT“ <span style="color:#4C58FF">↔</span> „'''G'''OTT-Sein“</span> </div> Die Rechtfertigung für diese <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Dreifach-Äquivalenz für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, im GÖDEL-Kalkül, gibt Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''die positive <u>Eigenschaft</u>'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ''Göttlichkeit'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''äquivalent zu GOTT als Individuum-Name'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''ist auch äquivalent zum Dasein GOTTES'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''gleichbedeutend mit notwendiger <u>Existenz</u>'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>'', dem <u>Sein</u> GOTTES für uns''«</span>. Hier hat GÖDEL explizit <span style="color:#FF6000">„Eigenschaft“</span> mit <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> gleichgesetzt; <span style="color:#00B000">(was jedoch nach KANT für alles, was in unserer Welt ‚existiert‘, bzw. für alles, was zur <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> gehört, wie GÖDEL selbst sagt, in jedem Fall ‚unstatthaft‘ ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein ist kein reales Prädikat“</span>)</span>. Jedoch wegen dieser ‚Gleichsetzung‘, die einzig und allein, der aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition entsprechend, singulär nur in GOTT ‚statthaft‘ ist, kann jetzt die ‚positive Eigenschaft‘ <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> <span style="color:#00B000">(ontologisch korrekt)</span> gelesen werden als <span style="color:#FF6000">„das, was GOTT zu dem macht, ‚was‘ GOTT an sich selbst ist“</span>, nämlich zu seinem <span style="color:#FF6000">„GOTT-Sein“</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span>, zu seinem <span style="color:#FF6000">„Dasein als GOTT“</span>; zur Tatsache, dass <span style="color:#FF6000">„GOTT GOTT ist“</span>, d.h. dass <span style="color:#FF6000">„GOTT als GOTT ‚da‘ ist“</span>. Das ist, <span style="color:#00B000">(und da folgt ARISTOTELES seinem Lehrer PLATO)</span>, nach traditioneller Auslegung, die übliche, ontologische Funktion des ‚Wesens‘<span style="color:#00B000"> | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span> | ‚usía‘ |</span> eines Seienden ''':''' es ‚macht‘ das Seiende zu dem, ‚was‘ es ist; es ist die ‚Ursache‘ dafür, dass das Seiende, das ‚ist‘, ‚was‘ es ist | ‚Was-Sein‘ — ‚Wesen‘. <span style="color:#00B000">(ARISTOTELES lokalisiert jedoch das ,Wesen‘ im Seienden, im Gegensatz zu PLATO, der das ,Wesen‘, — ,getrennt‘ vom Seienden —, in den allgemeinen ,Ideen‘ lokalisiert.)</span> Da aber in ‚Gott‘, <span style="color:#00B000">(dem <span style="color:#FF6000">„unbewegten, ‚unverursachten‘ Erstbeweger“</span>)</span>, Prozesshaftes, ‚Ursächliches‘ auszuschließen ist, ist die übliche prozesshafte, ‚ursächliche‘ Funktion von <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span><span style="color:#00B000"> | ‚usía‘ |</span> ,Wesen‘ im <span style="color:#FF6000">„Erstbewegenden“</span> nach ARISTOTELES, sozusagen, schon ‚zum Abschluss‘ gekommen, schon ‚verwirklicht‘, — <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐν-έργεια οὖσα</big></span>“</span><span style="color:#00B000"> | ‚en-érgeia úsa‘</span> —, schon ‚ins-Werk‘ gesetzt; <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>τὸ ἔργον</big></span>“</span> | ‚to érgon‘ | ‚das Werk‘; <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐνέργεια</big></span>“</span> | ‚enérgeia‘ | ,Wirksamkeit‘, ,Wirklichkeit‘, ,Aktualität‘, ,Energie‘; und <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὖσα</big></span>“</span> | ,úsa‘ | feminin Nominativ Singular von <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὤν</big></span>“</span> | ‚ón‘ | ‚seiend‘)</span>. Sein ,Wesen‘ ist im ,Dasein‘ vollendet, ist ,wirkliches, verwirklichendes Sein‘, ‚seiende Aktualität‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>actus purus</big></span>“</span> ''':''' sein Wesen ist ‚reine Tätigkeit‘, ,reine verwirklichende Gegenwärtigkeit‘, d.h. ,existent‘, ohne jede prozesshafte ‚Potenzialität‘. Aus der wichtigen und richtigen Erkenntnis, dass GOTT <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur unserer Welt''«</span> ist, folgt mit der ontologischen Identität von ,Dasein‘ und ,Wesen‘ in GOTT ''':''' Der zeitlos ewige GOTT ist <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich'' <span style="color:#00B000">(von Natur aus)</span> ''immer schon da''«</span>, m.a.W. ist <span style="color:#FF6000">„zeitlos-ursprungslos“</span>. Insofern ist <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span>, die im <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> d.h. in <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, schon ihr ‚Ziel‘, ihre Vollendung, — <span style="color:#FF6000">„Perfektion“</span>, Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, erreicht hat. GOTT ist <span style="color:#FF6000">»''vollkommen''«</span> und darum auch <span style="color:#FF6000">»''notwendig für uns immer schon ‚da‘''«</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ — </span>. GOTT ist in seinem ‚zeitlosen Wesen‘ <span style="color:#FF6000">„unverursacht“</span>, da er <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich'' <span style="color:#00B000">(von Natur aus)</span> ''vollkommen''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□PG'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(eine Instanz von Axiom-4)</span>. <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ist die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span>, bzw. das <span style="color:#FF6000">„Wesen GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ —</span>. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ,der‘ Vollkommenste''«</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>. Und zur absoluten <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“</span> gehört <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> auch das <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span>. <span style="color:#FF6000">„Notwendige Existenz“</span> gehört zu den ,ultimativen‘ Transzendentalia in GOTT, was GÖDEL mit Definition-3 syntaktisch formalisiert hat. Entscheidend für diese Interpretation des GÖDEL-Systems ist ''':''' nur unter der ,modal‘ notwendigen Voraussetzung der ontologischen ‚Identität‘ von <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — '''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, bzw. der ‚Gleichsetzung‘, <span style="color:#00B000">(Koinzidenz)</span>, von <span style="color:#FF6000">„notwendiger Existenz“</span> mit den ‚positiven‘ Wesenseigenschaften, der <span style="color:#FF6000">„Essenz“</span> in GOTT, Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span>, ‚funktioniert‘ die GÖDEL-Axiomatik '''!''' Diese ‚Identität‘, bzw. ,Koinzidenz‘ wird in ARISTOTELES, ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Metaphysik</big></span>''‘, Buch XII 7, in einem Indizienbeweis erbracht, der mit der Methode der philosophischen Induktion zum Ergebnis kommt ''':''' ::<span style="color:#FF6000">» … ''es muss'' <span style="color:#00B000">[ notwendig ]</span> ''etwas geben, das, ohne selbst ‚bewegt‘'' <span style="color:#00B000">[ </span>''worden''<span style="color:#00B000"> ]</span> ''zu sein'', <span style="color:#00B000">[ ‚unentstanden‘ ]</span>, ''alles Übrige wie ein Geliebtes ‚bewegt‘'' <span style="color:#00B000">[ ‚entstehen lässt‘ ]</span>«</span>, das darum ‚zugleich‘ <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>αἴδιον καί οὐσία καί ἐνέργεια οὖσα</big></span>“ <span style="color:#00B000">|</span> »<span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewig, sowohl <u>Wesen</u>'', <span style="color:#00B000">[ etwas Konkretes, Essentielles ]</span>, ''als auch seiende Wirksamkeit — '' <span style="color:#00B000">[ </span>„<span style="font-family: Times;"><big>actus purus</big></span>“, „reine Tätigkeit“<span style="color:#00B000"> ]</span> ''— verwirklichendes, wirkliches <u>Sein</u> ist'', <span style="color:#00B000">[ ein Existierendes, das alles Übrige ,zur Existenz‘ bringen kann ]</span> «</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὀρεκτόν καί νοητόν</big></span>“ <span style="color:#00B000"> | ,orektón kai noêtón‘ | </span> »''ersehnt und erkennbar ist''.«</span> <span style="color:#00B000">(''<span style="font-family: Times;"><big>vgl. ,Metaphysik</big></span>''‘ XII 7, 1072a,23 – 1072b,4)</span> Was <span style="color:#FF6000">»''alles Übrige''«</span> ,zur Existenz‘ bringen kann, bzw. ,verwirklichen‘ kann, muß auch selbst, als etwas Konkretes, Essentielles, ,existieren‘, bzw. ,wirklich sein‘. Die, daraus abgeleitete, ontologische ‚Identität‘, — ,Koinzidenz‘ —, von ‚Wesen‘ und ‚Sein‘, <span style="color:#00B000">(Ziel aller Sehnsucht und jedes Erkenntnisstrebens)</span>, <span style="color:#FF6000">»''ist das Privilegium der Gottheit allein''«</span> ''':''' mit Gottfried Wilhelm LEIBNIZ interpretiert, entsprechend einer adäquaten, aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition. Dieses induktive, ‚ontologisch‘ a-posteriori Ergebnis aus der ‚Prinzipienforschung‘ des ARISTOTELES ist die metaphysische und logische Voraussetzung, dass GÖDEL seine Axiomatik im Kalkül des sog. ‚ontologischen Gottesbeweises‘ a-priori des ANSELM von Canterbury, und nach LEIBNIZ, deduktiv korrekt formulieren konnte; <span style="color:#00B000">(vgl. 3. Beweisgang)</span>. Angenommen, die Variable <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> steht für den <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, der Christen, <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, Term :01: im 2. Beweisgang)</span>, dann ist, — auf Grund von diesem Beweisgang —, in unserer Welt ,wahr‘ und evident ''':''' die ‚positive Eigenschaft‘ <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, und das faktische <span style="color:#FF6000">»''‚Da‘-Sein'' <span style="color:#00B000">[ Existenz ]</span> ''GOTTES''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ‚benennen‘, ontologisch ident, denselben Sachverhalt ''':''' nämlich das, was wir das <span style="color:#FF6000">»''Wesen'' <span style="color:#00B000">[ Essenz ]</span> ''GOTTES''«</span>, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, nennen. <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit'', bzw. ''GOTT-‚Sein‘ ist das Wesen GOTTES''«</span>, und dann umgedreht und äquivalent ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Wesen GOTTES ist sein ‚Da‘-Sein als GOTT'', bzw. ''seine Göttlichkeit''«</span>, m.a.W. ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist wesentlich ‚grundlos‘'' <span style="color:#00B000">[ d.h. </span> ''notwendig aus sich''<span style="color:#00B000"> ]</span> ''‚da‘''«</span>. Das ist das Einzigartige im <span style="color:#FF6000">»''Wesen GOTTES''«</span> ''':''' GOTT ist, zeitlos-ewig, für uns immer schon ‚da‘, und das ‚ist‘ sein <span style="color:#FF6000">»''Wesen''«</span>; vorausgesetzt, ,angenommen‘, man glaubt an GOTT ''':''' Term :01:. <span style="color:#00B000">(Der schon von GÖDEL indizierte Term <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ — </span> ,expliziert‘ nur eine der drei Lesearten, die der Term <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''‘ — „theologisch“</span> ,impliziert‘.)</span> Theorem-2 hat somit die syntaktische Form einer Definition ''':''' <div class="center"><span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span></div> Somit kann GOTT ‚explizit‘ <span style="color:#00B000">(aus einer bewiesenen Kalkül-Definition)</span> <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> genauer ‚bestimmt‘ werden ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist gerade deswegen GOTT, weil sein überzeitlich-ewiges und an sich ‚grundloses‘'' <span style="color:#00B000">[ aber für uns notwendiges ]</span> ''Dasein'' <span style="color:#00B000">[ Existenz ]</span> ''als GOTT, ontologisch, — dem Sein nach —, identisch ist mit seinem persönlichen und für uns liebevollen Wesen'' <span style="color:#00B000">[ Essenz ]</span> ''als GOTT; diese Identität von Dasein und Wesen gilt einzig und allein nur bei GOTT.''«</span> Die philosophische Frage nach dem <span style="color:#FF6000">„Wesen GOTTES“</span> lautet, <span style="color:#00B000">(auf die Person bezogen)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„Was bist du ? “</span> Sie ist äquivalent zur <span style="color:#4C58FF">,theologisch’</span>-biblischen Frage MOSES ''':''' <span style="color:#CC66FF">„Wer bist Du ? “</span> Die bekannte Antwort des GOTTES-JHWH aus ‚Exodus 3,14‘ thematisiert das persönliche, für uns liebevolle und für immer notwendige <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‘אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֑ה‚</big></span> <span style="color:#00B000">| ‚eh'jeh asher eh'jeh‘ |</span> <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin-Da‘'', <span style="color:#00B000">[ für euch und für immer ]</span>«.</span> Mit diesem Zitat aus der Bibel ist die GÖDEL-Axiomatik, sozusagen, <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> ‚verifiziert‘. Sie hat einerseits im Theorem-2 ihren philosophischen ‚Abschluss’ erreicht, und andererseits damit formal-syntaktisch den ‚Anschluss‘ an eine allgemeine Basis-Glaubensaussage gefunden, die ‚an sich‘ für jeden CHRIST-gläubigen Menschen ‚selbstverständlich‘ ist. Was in der Metaphysik des ARISTOTELES das Ergebnis einer philosophischen ,Induktion‘ a-posteriori ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„,Dasein‘ ist das ,Wesen‘ GOTTES“</span>, — <span style="color:#00B000">(das mit Theorem-2, auch ein Ergebnis der deduktiven GÖDEL-Axiomatik a-priori ist ''':''' die Beweisgrundlage für den Konsequenz-Teil im Theorem AMSELMS)</span>, — das ist in der Bibel die Grundüberzeugung jedes Menschen, der an GOTT glaubt ''':''' GOTT ist für uns immer schon <span style="color:#FF6000">„da“</span>, weil er uns liebt. Das ist das, <span style="color:#FF6000">„was“</span> GOTT für uns als GOTT ausmacht, — sein Wesen ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Wir haben die Liebe, die GOTT zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. GOTT ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in GOTT und GOTT bleibt in ihm.''«</span>, <small>({{Bibel | 1. Johannesbrief |4|16|EU}})</small> Das eigentliche Ergebnis der GÖDEL-Axiomatik ist somit die ‚triviale‘ Erkenntnis, dass GOTT, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „grundlos“</span>, für uns immer schon ‚da‘ ist, — <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span> —, vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(‚angenommen‘)</span>, man ‚glaubt‘ an den zeitlos-ewigen GOTT. <span style="color:#00B000">(Der Glaube an die Zeitlosigkeit GOTTES ist mit der ‚Annahme‘ von Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt''«</span>, und der ‚Annahme‘ der Definition-1 für <span style="color:#4C58FF"> ‚'''Gx'''‘ := </span> den <span style="color:#FF6000">„GOTT der Christen“</span>, im Kalkül ‚implizit‘ schon eingeführt, da die Axiome und Definitionen, — nach GÖDEL —, nur dann <span style="color:#FF6000">»''wahr''«</span> sind, wenn sie <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen''</span> [ Raum-Zeit-]<span style="color:#FF6000">''Struktur''«</span> unserer Welt sind. Das ,impliziert‘ auch, dass der GOTT von Axiom-3 und Definition-1 ebenfalls <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von Raum und Zeit, d.h. zeitlos-ewig ist '''!''' )</span> Wer an den GOTT der Bibel glaubt, kann sich von der ‚Vernünftigkeit‘ seines Glaubens mit Hilfe des sog. ,ontologischen‘ Gottesbeweises nach ANSELM von Canterbury, mit Kurt GÖDEL <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span>, überzeugen. <span style="color:#00B000">(Das war auch die Absicht ANSEMS '''!''' )</span> Die Annahme, es sei ‚unmöglich‘, dass es GOTT gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(dezidierter Atheismus)</span>, führt im GÖDEL-Kalkül formal zu einem logischen Widerspruch; vgl. z. B. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Gödels Möglichkeitsbeweis</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Der Gödelsche Gottesbeweis</big></span>''‘, Seite 17, von Günther J. WIRSCHING; (https://edoc.ku.de/id/eprint/10243/1/OntBw.pdf), d.h. es ist also nicht ‚unmöglich‘, dass es GOTT gibt. Der GOTT-Glaube ist mit den Maßstäben einer modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span> und darum ,vernünftig‘. Damit steht fest ''':''' das GÖDEL-Kalkül ist kein moderner ‚Existenz-Beweis‘ für den GOTT der Bibel, sondern es setzt, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span>, ,methodologisch‘, den Glauben an die Existenz eines ewigen GOTTES voraus, der, — <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur unserer '' <span style="color:#00B000">[ vergänglichen ]</span> ''Welt''«</span> —, für uns immer schon ‚da‘ ist. Wenn aber einmal als fix ‚angenommen‘ worden ist, <span style="color:#00B000">(als Prämisse)</span>, dass es wahr ist, dass GOTT ‚existiert‘, dann ist natürlich die ‚Annahme‘, dass GOTT ‚nicht existiert‘, falsch. Aber sie ist auch ,unlogisch‘ und ,unvernünftig‘, weil die Annahme ''':''' ,''Es ist unmöglich, dass es einen GOTT gibt''‘, offensichtlich und eindeutig zu einem Widerspruch führt; was z. B. Günther J. WIRSCHING mit seiner Version des <span style="color:#00B000">(nicht umkehrbaren)</span> ‚Möglichkeitsbeweises‘ für ,GOTT‘, explizit vorexerziert hat. <span style="color:#00B000">(Siehe Anhang ''':''' GÖDELS ‚Möglichkeitsbeweis‘ als ,Widerlegung‘ eines Nicht-GOTT-Glaubens; in Entsprechung zu Psalm 14,1 und Psalm 53,2 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Der'' <span style="color:#00B000">[ ,unvernünftige‘ ]</span> ''Tor sagt in seinem Herzen ''':''' Es gibt keinen Gott. Sie handeln verderbt, handeln abscheulich; da ist keiner, der Gutes tut''«</span>. Historischer Hintergrund zu diesem Psalm-Text ''':''' Die Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch die Truppen des NEBUKADNEZAR II.)</span> Der Logiker GÖDEL hat in seinem System zum ,ontologischen Beweis‘ keine ‚formale Unentscheidbarkeit‘ <span style="color:#00B000">(Agnostizismus)</span> feststellen können, wie auf einem anderen Feld seiner Forschungsarbeiten. Das GÖDEL-Konsequenz-Teil von der ‚Notwendigkeit‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(die ‚Konsequenz’ aus dem ‚widerspruchsfreien‘ Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —,</span>)</span> im ‚Theorem ANSELMS‘, ist <span style="color:#00B000">(im 3. Beweisgang, Term :10:)</span> dann auch eine weitere Explikation des Basis-Theorems-2 des Kalküls ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, über die ‚ontologische Identität‘ vom <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, mit seinem <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> —</span>, dargestellt mit Term :9:. <span style="color:#00B000">(Die ontologische Identitat von Dasein und Wesen in GOTT, ist die, für uns, <span style="color:#FF6000">„notwendige Präsenz <span style="color:#00B000">[ das Sein, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>]</span> GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, die äquivalent, bzw. koinzident ist zur <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit <span style="color:#00B000">[ das Wesen, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>]</span> GOTTES “</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>. Diese Identität von Sein und Wesen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub> —</span>, bedeutet <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> konkret ''':''' die, für uns, notwendige Gegenwärtigkeit GOTTES, [ sein Dasein ], ist verwirklicht worden in der liebevollen [ Wesens-]Zuwendung GOTTES zu uns Menschen, in seiner Kindwerdung in Bethlehem, durch die Jungfrau MARIA ''':''' GOTTES Wesen ist ,Sein-mit-uns‘ ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''sein Name'', <span style="color:#00B000">[ sein Wesen ]</span>, ''ist IMMANUEL, das heiß übersetzt ''':''' GOTT-mit-uns''«, <small>({{Bibel | Matthäus Evangelium |1|23|EU}})</small></span>, der unsere Not-,wenden‘-wird, d.h. der uns und die Welt von der Korruption der Sünde und des Todes <span style="color:#4C58FF">,erlösen‘</span> will und wird.)</span> Die, von GÖDEL im 1. Beweisgang, als Prämissen schon vorausgesetzten und ,angenommenen‘ Perfektionen, bzw. Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(das sind die allgemeinen ,Transzendentalia‘ für alles Nicht-Göttliche in der Welt)</span>, werden im ersten Teil des 2. Beweisganges, mit Term :13: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>, dann auch als <span style="color:#FF6000">„positive Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#00B000">(als die ultimativen ,Transzendentalia‘)</span>, in GOTT ‚definitiv‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> bestätigt; <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, 2. Beweisgang, Anmerkung-2)</span>. Im 3. Beweisgang ist das Basis-Theorem-2 die ,modal‘ notwendige, bzw. transzendentale, Voraussetzung, sowohl für das <span style="color:#FF6000">„an sich notwendige Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, im Term :10:, als auch für die <span style="color:#FF6000">„für uns notwendige Existenz GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, sowohl in der Definition-3, als auch im Axiom-5; <span style="color:#00B000">(das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span> wird nur GOTT zugeordnet; vgl. auch Anhang, 3. Beweisgang, Anmerkung-4)</span>. Dieses Basis-Theorem-2 ist auch zugleich die Antwort auf die Frage nach dem ‚Ursprung‘ GOTTES ''':''' GOTT ist <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „ursprungslos“</span> ‚da‘, von <span style="color:#CC66FF">„Ewigkeit zu Ewigkeit“</span>, denn es ‚ist‘ sein <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, <span style="color:#00B000">(überzeitlich-ewig)</span> für uns immer schon ‚da‘ zu sein. Weitere ‚Einzelheiten‘ über Wesen und Eigenschaften GOTTES gehören in die Mystik, bzw. in die <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span>. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Bedeutung des Kalküls</span></div>=== <div class="center">Immanuel KANT und Kurt GÖDEL im ‚Dialog‘</div> KANT sagt ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>'''''Sein''' ist offenbar kein reales Prädikat''. ... ''Es ist bloß die'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Position'' <span style="color:#00B000">[ latinisiert, deutsch für ''':''' ,Setzung‘ ]</span> ''eines Dinges ... Nehme ich nun das Subjekt (Gott) mit allen seinen Prädikaten'' <span style="color:#00B000">[ d.h. Eigenschaften ]</span> ''(worunter auch die Allmacht gehört) zusammen, und sage ''':''' ‚'''Gott ist'''‘'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT existiert wirklich‘ ]</span>, ''oder ‚es ist ein Gott‘, so <u>setze</u> ich kein neues Prädikat'' <span style="color:#00B000">[ keine neue Eigenschaft ]</span> ''zum ‚Begriffe‘ von Gott ''':''''' <span style="color:#00B000">[ <span style="color:#0000FF; background-color:#FFFF00">‚Sein’ ist kein ‚reales Prädikat’ in GOTT</span>; ‚Existenz‘ ist in GOTT keine ‚Eigenschaft‘ ],</span> ... ''es kann daher zu dem Begriffe'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘ ]</span>, ''der bloß die'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Möglichkeit ausdrückt, darum, dass ich dessen Gegenstand'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck ''':''' er ist'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ist wirklich ]</span>'' ) <u>denke</u>, nichts weiter hinzukommen.'' <span style="color:#00B000">[ Beides ist ,bloß gedacht‘ '''!''' ]</span> ''Und so enthält das Wirkliche nichts mehr als das bloß Mögliche. Hundert ‚wirkliche‘ Taler enthalten nicht das mindeste <u>mehr</u>, als hundert ‚mögliche‘. Denn, da diese den'' <span style="color:#00B000">[ gedachten ]</span>'' ‚Begriff‘, jene aber den Gegenstand und dessen'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Position an sich selbst bedeuten, so würde, im Fall dieser'', <span style="color:#00B000">[ die 100, als ,wirklich‘ bloß gedachten Taler ]</span>, ''<u>mehr</u> enthielte als jener,'' <span style="color:#00B000">[ als ihr ‚gedachter‘ Begriff im Verstand, wie ΑNSELM von Canterbury für GOTT, als ‚wirklich‘ Existierenden, argumentierte, …''so würde'' ]</span> ''mein ‚Begriff‘'' <span style="color:#00B000">[ die 100 im Verstand ‚gedachten‘ Taler ]</span> ''nicht den ganzen Gegenstand ausdrücken, und also auch <u>nicht der angemessene Begriff</u> von ihm sein. Aber in meinem Vermögenszustande ist <u>mehr</u> bei hundert ‚wirklichen‘ Talern, als bei dem bloßen Begriffe derselben'', <span style="color:#00B000">[ als bei 100 bloß ‚gedachten‘ Talern ]</span> ... <span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000"><ref>‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 401; https://www.korpora.org/kant/aa03/401.html</ref></span>. GÖDEL würde darauf <span style="color:#00B000">(korrespondierend zur aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition von der Identität von Sein und Wesen in GOTT)</span> antworten ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>Die <span style="color:#FF6000">„100 Taler“</span> sind der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der'' <span style="color:#00B000">[ vergänglichen ]</span> ''Welt''«</span> entnommen, und sind daher nicht mit GOTT vergleichbar, der, <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer Welt, <span style="color:#FF6000">„über“</span> dieser Welt steht. Einzig und allein nur von GOTT gilt ''':''' Der mit Dingen aus unserer Welt ,nicht vergleichbare‘ GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">„existiert notwendig für uns“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, und <span style="color:#FF6000">„notwendiges Existieren, <u>Sein</u>“</span> ,ist‘ eine <span style="color:#FF6000">„positive <u>Wesen</u>seigenschaft“</span> in GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, weil GOTT aus sich <span style="color:#FF6000">„vollkommen“ <span style="color:#00B000">|</span> „perfekt“</span> ist, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#0000FF; background-color:#FFFF00">‚Sein‘ ist in GOTT ein ‚reales Prädikat‘</span>; <span style="color:#00B000">(notwendige ‚Existenz’ ist eine positive ‚Wesenseigenschaft’ in GOTT)</span>, und nur bei GOTT '''!''' Zum zeitlos-ewigen GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(als methodologische Prämisse)</span>, kann man sagen ''':''' Weil es, wegen Axiom-1 und Axiom-2, <span style="color:#FF6000">„widerspruchsfrei möglich"</span> ist, dass es ihn gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, darum ist dieser GOTT auch das ‚einzige‘ <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span>, das <span style="color:#FF6000">„notwendig aus sich“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, d.h. <span style="color:#FF6000">„grundlos“ <span style="color:#00B000">|</span> „unverursacht“</span> für uns immer schon ‚da’ ist und immer ,da’ sein wird; und zusätzlich gilt ''':''' Es gibt für jede mögliche Welt ‚nur‘ diesen einen GOTT ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx ∧ □∀y(Gy→x=y)'''‘ — </span><span style="color:#00B000">(Monotheïsmus)</span>; vorausgesetzt, man geht von der ,Existenz’ dieses GOTTES aus, wobei diese Annahme <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span> ist.<span style="color:#FF6000">«</span> Eine Beobachtung ''':''' KANT sagt, gleichsam als ,krönender‘ Abschluss seiner Widerlegung des, — von ihm so genannten —, ,ontologischen Gottesbeweises‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''Aber in meinem Vermögenszustande ist <u>mehr</u> bei hundert ‚wirklichen‘ Talern, als bei dem bloßen Begriffe derselben, (d.i. ihrer Möglichkeit).''<span style="color:#FF6000">«</span> Diese Feststellung KANTS entspricht jedoch genau der Argumentation ANSELMS ''':''' GOTT <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse et in re</big></span>“</span>, d.h. GOTT ,existiert auch in Wirklichkeit‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>quod maius est</big></span>“</span>, was <u>mehr</u> ist, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse solo in intellectu</big></span>“</span>, als nur ein bloßer Begriff ,im Verstand zu sein‘. Der ,Mehr-Wert‘ ergibt sich in beiden Fällen, sowohl bei den Talern als auch bei GOTT, aus der ,Wirklichkeit‘ ihrer Existenz, im Gegensatz zur bloßen, <span style="color:#00B000">(im Begriff gedachten)</span>, ,Möglichkeit‘ ihrer Existenz, so dass, in jedem Fall, der ,Begriff‘ im Verstand ohne Abstriche <span style="color:#FF6000">»</span>''den ganzen Gegenstand ausdrückt''<span style="color:#FF6000">«</span>, und von diesem auch <span style="color:#FF6000">»</span>''der angemessene Begriff''<span style="color:#FF6000">«</span> ist. Alles andere wäre eine ,Lüge‘. Mit dieser ,Beobachtung‘ ist das implizit ,Widersprüchliche‘ in KANTS Argumentation aufgedeckt ''':''' Das Wirkliche in KANTS Vermögenszustande enthält <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> als das bloß Mögliche, konträr zu seiner vorigen Behauptung ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''das Wirkliche''<span style="color:#FF6000">«</span> enthalte <span style="color:#FF6000">»'',nichts mehr‘</span> als das bloß Mögliche''<span style="color:#FF6000">«</span>. Diese Behauptung ist offensichtlich falsch. Das ist somit ein indirekter Beweis und damit eine Bestätigung für die analoge Argumentation ANSELMS aus dem Wiederspruch des Gegenteils, am Beispiel KANTS <span style="color:#FF6000">»</span>''Vermögenzustandes bei hundert wirklichen Talern''<span style="color:#FF6000">«</span>, in dem in Wirklichkeit <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> ist, <span style="color:#FF6000">»</span>''als bei dem bloßen Begriffe derselben''<span style="color:#FF6000">«</span>. <span style="color:#00B000">(Diese ,Beobachtung‘ ist zugleich auch das entscheidende Indiz dafür, dass das systembedingte Konzept KANTS von der ,Existenz‘, bzw. vom ,Sein‘ eines jeden Gegenstandes, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen bloße Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">d.i. als seine ,Setzung‘ bloß im- und durch den Verstand ,falsch‘ ist, — d.h. im Klartext ''':''' für KANT ist das ,Sein‘ eines Gegenstandes bloß ein ,Gedanke‘ in uns, wenn er meint, dass uns ein Gegenstand erst dann wirklich ,gegeben‘ sei, wenn wir uns den</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Gegenstand als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck : <u>er ist</u>) <u>denken</u>''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">was nur seiner System-Konzeption geschuldet sein kann. Auf Grund dieser Konzeption ist das</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Ding, wie es an sich selbst ist''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">für KANT systembedingt weder ,anschaubar‘, noch ,erkennbar‘. Diese falsche Konzeption über die ,Existenz‘, bzw. das ,Sein‘ eines Dinges, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen bloße Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">ist für KANT letztendlich auch die Beweisgrundlage und Voraussetzung für seine Ablehnung des ontologischen Argumentes für GOTT. Wenn das ,wirkliche‘ Sein eines Dinges nichts anderes ist, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen'' <span style="color:#00B000">[ bloß gedachte ]</span> ''Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">d.h. als seine ,mögliche‘ Setzung bloß im- und durch den Verstand, das ist das, als ,wirklich‘ bloß nur gedachte, Ding, dann</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''enthält''<span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">natürlich</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''das Wirkliche''<span style="color:#00B000">, [ als die bloß gedachte Existenz ],</span> ''nichts mehr als das bloß Mögliche''<span style="color:#00B000">, [ als der gedachte Begriff ]<span style="color:#FF6000">«</span>, was offensichtlich unhaltbar ist. <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] </span> ''':''' Wenn die Konsequenz einer Wenn-Dann-Folgerung ,falsch‘ ist, dann ist auch ihre Voraussetzung, das System-Konzept KANTS, ,falsch‘ ''':''' d.i. seine ,Kopernikanische Wende‘ für die Metaphysik, soweit sie sein ,Sein’-Konzept betrifft. Korrekt und ,wahr‘ ist in jedem Fall ''':''' Das Wirkliche enthält <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> als das bloß Mögliche, und die Dinge ,existieren‘ schon immer unabhängig von unserem Denken. ,Existenz‘, das ,Sein‘, ist <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span>, als bloß ein ,Gedanke‘ von uns.)</span> Somit ist die Argumentation KANTS gegen den ontologischen Beweis ANSELMS für GOTT ,falsch‘ und unhaltbar, weil sie auf der ,falschen‘ Voraussetzung beruht ''':''' die ,Existenz‘, bzw. das ,Sein‘ eines jeden ,Gegenstandes‘, — wie z. B. auch die Existenz bei GOTT —, sei bloß dessen gedachte ,Position‘ an sich selbst, d.h. bloß seine ,Setzung‘ im- und durch den Verstand. Damit ,macht‘ er GOTT außerdem zu einem ,Ding‘ unter den vielen ,Dingen‘ dieser Welt, und verkennt so, — wie vor ihm THOMAS von Aquin —, auch die Einzigartigkeit und Exklusivität GOTTES im Theorem ANSELMS. <div class="center">Die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> in der philosophischen Tradition</div> Wenn man die philosophische Tradition der <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> im Lichte der Ergebnisse der axiomatischen <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> GÖDELS liest, dann stellt sie sich am Beispiel bei ARISTOTELES, — AVICENNA, — ANSELM, und bei GÖDEL wie folgt dar ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Erstbewegende,'' (<span style="font-family: Times;"><big>,πρῶτον κινοῦν‘</big></span>), ''das, ohne selbst ‚bewegt‘ zu sein'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀκίνητον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''unverursacht, ,entstehungslos‘'' |</span> ), ''alles Übrige wie ein Geliebtes ‚bewegt‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,κινεῖ δὴ ὡς ἐρώμενον‘</big></span> <span style="color:#00B000"> | ''-verursacht, ,entstehen‘ lässt'' |</span> ), ''ist sowohl'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewiges ‚Wesen‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀΐδιον καί οὐσία‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''‚Substanz‘'' |</span> ), ''als auch'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewiges ‚wirksames, verwirklichendes Sein‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>‚ἀΐδιον καί ἐνέργεια οὖσα‘ = ‚actus purus‘</big></span><span style="color:#00B000"> | '',reine Tätigkeit‘'' |</span> ), … ''ersehnt'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ὀρεκτόν‘</big></span>), ''und erkennbar'', (<span style="font-family: Times;"><big>,νοητόν‘</big></span>), ... ''denn dies ist der ‚Gott‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,τοῦτο γὰρ ὁ θεός‘</big></span>), <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, ''der'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''Ewige'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀΐδιον‘</big></span>), — ''der Unvergleichliche'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἄριστον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''‚der Beste‘'' |</span> ), — ''der Lebendige'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ζῷον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ,''das Leben selbst‘'' |</span> ), — ... ''so sagen wir ja'', (<span style="font-family: Times;"><big>,φαμὲν δὴ‘</big></span>), — ...«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ARISTOTELES — Grieche)</span>. Der ‚Begriff’ <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, als ,Individuumname‘, ist synonym mit <span style="color:#FF6000">„göttliches ‚Da-Sein’“</span>, das sowohl <span style="color:#FF6000">„aus sich vollkommen“</span>, als auch <span style="color:#FF6000">„notwendig für uns“</span> ‚da‘ ist; <span style="color:#00B000">(das ist das, an sich, vollkommene ‚Was-Sein‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ — </span>, das zugleich, für uns, das notwendige ‚Da-Sein‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘</span> — ist)</span>; <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span>. Das ist der <u>angemessene Begriff</u> von GOTT, und gilt ‚nur‘ von GOTT. Weil GOTT <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span> ist, ist <span style="color:#FF6000">„Da-Sein“ <span style="color:#00B000">|</span> „GOTT-Sein“ <span style="color:#00B000">|</span> „Göttlichkeit“</span> das <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span>. Im Unendlichen, GOTT, sind <span style="color:#FF6000">„Essenz“</span> und <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> koinzident ,eins‘, und daher untrennbar, und <span style="color:#FF6000">»''darum ist GOTT das einzige ‚Sein’, das notwendig an sich ‚da‘ ist''«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ABU ALI SINA alias AVICENNA — Muslim)</span>. Der <span style="color:#00B000">(gedachte)</span> ‚Eigenschafts-Begriff‘ <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit (die Größe) GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(‚Perfektion‘, die Summe aller ‚positiven Eigenschaften‘ in GOTT)</span> schließt koinzident die ‚Eigenschaft’ <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz für uns“</span> mit ein ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. GOTT wäre nicht <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span>, wenn er nicht auch real für uns ‚da‘ wäre, wenn er nicht ,immer schon’ <span style="color:#FF6000">„existierte“</span>. ‚Sein’ ist <u>mehr</u> als ‚Nicht-Sein’. ,Sein’, bzw. ,Existenz’ gehört zu den ,Transzendentalia’ in GOTT. Das sind die <span style="color:#00B000">(ultimativen)</span> ,Wesenseigenschaften’ in GOTT. Der unendliche GOTT ist daher das <span style="color:#FF6000">»''vollkommenste Wesen, über das nichts ,Größeres‘ d.h. Vollkommeneres <u>mehr</u> ‚gedacht‘ werden kann''«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ANSELM von Canterbury — Christ)</span>. Der ‚Begriff’ <span style="color:#FF6000">„Perfektion GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, schließt koinzident das <span style="color:#FF6000">„notwendige Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘</span> —, für uns mit ein, ohne einen zeitlichen Anfang und ohne ein zeitliches Ende. Das ist die ‚zeitlos-ewige‘, an sich absolute, und <span style="color:#FF6000">„für uns notwendige Existenz GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Das ist ein ,regulär‘-mögliches Korollar im 2. Beweisgang aus Term :16: ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gy→Yy'''‘ —</span>, mit der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(Y:=E<sub>not</sub>) ]</span>, und der <span style="color:#4C58FF">[ FUB(y:=x) ]</span>; und auch ein ,regulär‘-mögliches Korollar im 3. Beweisgang ''':''' entsprechend der <span style="color:#FF6000">„logischen Implikation”</span> :: <span style="color:#4C58FF">[├ A ├ B ╞ A → B ]</span> von Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ — </span> und Term :05: <span style="color:#4C58FF"> —‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> aus diesem Beweisgang. In Worten ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''Angenommen, '' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> ''steht für den GOTT der Christen'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span>, ''dann existiert dieser GOTT'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span>, ''für uns notwendig'', <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span> <span style="color:#FF6000">«</span>.)</span> Der Unendliche, GOTT, ist <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer ‚vergänglichen‘, ,endlichen‘ Welt, welche prinzipiell vom dreidimensionalen Raum und von der unwiederbringlich ‚vergehenden‘ Zeit geprägt ist. Der ,GOTT der Christen‘ ist <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von dieser <span style="color:#FF6600">„vergehenden Raum-Zeit“, — »''jenes rätselhafte und anscheinend in sich widersprüchliche Etwas''« <span style="color:#00B000">(GÖDEL)<ref>Kurt GÖDEL, ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Eine Bemerkung über die Beziehungen zwischen der Relativitätstheorie und der idealistischen Philosophie‘</big></span>'', in P.A.SCHILPP (Hg.): ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Albert Einstein, Philosoph und Naturforscher‘</big></span>'', Seite 406</ref></span> —</span>. Ohne ‚Zeit‘ gibt es keinen zeitlichen Unterschied zwischen ‚Ursache‘ und ‚Wirkung‘, <span style="color:#00B000">(beides ist zeitlos ,eins‘)</span>, und so ist der zeitlos-ewige GOTT, der <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich ,existiert‘'' «</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ — </span>, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „ursprungslos“</span> für uns immer schon ‚da‘ ''':''' <span style="color:#00B000">(GÖDEL — ohne religiöses Bekenntnis)</span>. Mit dem GÖDEL-Kalkül ist die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> auf eine ‚vernünftige Basis‘ gestellt worden, und ist somit für jeden Menschen nachvollziehbar, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>, wie obige Beispiele zeigen. '''Resümee :''' Das GÖDEL-Kalkül zeigt mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, was notwendig folgt, wenn die Axiome ‚wahr‘ sind, <span style="color:#00B000">(die Axiome bilden formal-syntaktisch <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span> ab)</span>, unter der Voraussetzung, dass die Axiome <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>'' Struktur''«</span> unserer Welt sind. Die ,Verifikation‘ der Axiome und Definitionen von GOTT und seiner Vollkommenheiten gelingt GÖDEL, — entsprechend seiner Unabhängigkeits-Bedingung —, durch den Aufweis ihrer Widerspruchsfreiheit ''':''' sie sind somit ,wahr‘ und, — im Kontext einer <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> —, auch ,annehmbar‘ in unserer ,realen‘ Welt ''':''' <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, 2. Beweisgang und Anmerkung-2)</span>. Er vermeidet damit den Fehler, der immer wieder im Diskurs über Gottesbeweise gemacht wird ''':''' GOTT mit seinen Geschöpfen zu vergleichen. Diese logisch-philosophische Rede von GOTT <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">»''ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen''«</span>)</span> hat eine <u>mehr</u> als zweitausendjährige Tradition hinter sich. Der <span style="color:#FF6000">„100-Taler-Gott“</span> des Philosophen KANT, hat heute, nachdem der Logiker und Systemtheoretiker GÖDEL sein System vorgelegt hat, an ‚Strahlkraft‘ verloren. Kurt GÖDEL ''':''' ::<span style="color:#FF6000">» ''Die theologische Weltanschauung'', <span style="color:#00B000">[ dass GOTT für uns immer schon ‚da‘ ist ]</span>, ''ist rein verstandesmäßig mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar'';«</span> <span style="color:#00B000">[ d.h. sie ist das ,Resultat‘ der, — vom Glauben geleiteten —, ‚theoretischen Vernunft‘, alias ‚reinen Vernunft‘, und nicht bloß das ‚Postulat‘ einer ‚praktischen Vernunft‘, wie KANT meint ]. <span style="color:#FF6000">»''Der'' <span style="color:#00B000">[ christliche ]</span> ''Glaube ist die ‚Pupille‘ im ‚Auge‘ unseres Verstandes.''«</span> (Heilige KATHARINA von Siena, Lehrerin der Kirche, Patronin Europas<ref>vgl. <span style="font-family: Times;"><big>''Gebet 7 ‚Für die neuen Kardinäle‘, Rom, 21. Dezember 1378,''</big></span> aus <span style="font-family: Times;"><big>''Caterina von Siena ,Die Gebete‘.''</big></span> Kleinhain 2019, online: https://caterina.at/werke/gebete/gebete-detailansicht/gebet-7.html</ref> )</span> Der sonst so rationale KANT, hier doch etwas emotionell, <span style="color:#00B000">(als wolle er die Ergebnisse im GÖDEL-Kalkül nicht wahr haben, die belegen, dass er sich bei GOTT geirrt, und die Funktion des christlichen Glaubens für die Philosophie falsch eingeschätzt hat)</span> ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span> ''Es war etwas ganz Unnatürliches und eine bloße Neuerung des Schulwitzes, aus einer ganz willkürlich entworfenen Idee das Dasein des ihr entsprechenden Gegenstandes selbst ausklauben zu wollen''<ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 403. https://www.korpora.org/kant/aa03/403.html</ref>.<span style="color:#FF6000">«</span> Für KANT, für die Scholastiker, <span style="color:#00B000">(und auch für uns)</span>, ist es natürlich ‚logisch‘, dass aus einem als ‚möglich’ gedachten Begriff, <span style="color:#FF6000">»</span>''aus einer ganz willkürlich entworfenen Idee''<span style="color:#FF6000">«</span>, keine Existenzaussage abgeleitet werden kann. <span style="color:#00B000">(Aus dem bloß gedachten Begriff ,goldene Berge‘ folgt natürlich nicht, dass es solche in Wirklichkeit auch gibt.)</span> In der philosophischen Tradition, die von ARISTOTELES herkommt, ist der Begriff <span style="color:#FF6000">»''GOTT''«</span> jedoch von allen anderen Begriffen so verschieden, so dass für GOTT diese Logik KANTS nicht mehr gilt. GOTT ist ,unvergleichlich‘ und ,einzigartig‘. Dazu der Kommentar von HEGEL ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Wenn KANT sagt, man könne aus dem Begriff'' <span style="color:#00B000">[ ‚GOTT‘ ]</span> ''die Realität nicht ,herausklauben‘, so ist da der Begriff als endlich gefasst''.« <span style="color:#00B000">[ In der Endlichkeit unserer Welt trifft die Logik KANTS zu, dass dem ‚Begriff‘ nicht ,notwendig‘ das ‚Sein‘ folgt, denn es gibt in ihr die ,Lüge‘, die das ,Wirklich-Sein‘ im Begriff bloß behauptet, ohne dass es ,in Wirklichkeit‘ zutrifft, was sie behauptet. Es gilt hier nach KANT ''':''' »''Sein ist kein reales Prädikat''«. Somit ist ]</span> »''...der Begriff ohne'' <span style="color:#00B000">[ reales ]</span> ''Sein ein Einseitiges und Unwahres, und ebenso das Sein, in dem kein Begriff ist'', <span style="color:#00B000">[ ist ]</span> ''das begrifflose Sein,'' <span style="color:#00B000">[ d.i. das relative ,Noch-Nicht-Begriffene‘ ]</span>.'' Dieser Gegensatz, der in die Endlichkeit fällt'' <span style="color:#00B000">[ im Endlichen zutrifft ]</span>, ''kann bei dem Unendlichen, GOTT, gar nicht statthaben''<ref>Georg Wilhelm Friedrich HEGEL, ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Ausführungen des ontologischen Beweises''</big></span>‘ in den ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Vorlesungen über die Philosophie der Religion vom Jahr 1831''</big></span>‘ . Hamburg 1966, Seiten 175 bzw. 174</ref>; <span style="color:#00B000">[ denn ,Begriff‘ und ,Sein‘ sind in dem Unendlichen, GOTT, untrennbar und real immer dasselbe. Auf Grund dieser ontologischen Identität ,personifiziert‘ und ,repräsentiert‘ GOTT die ,Wahrheit‘ ''':''' GOTT ist die ,Wahrheit‘. In GOTT, dem <span style="color:#FF6000">„Schöpfer der Welt“</span>, folgt dem ,Begriff‘ immer ,notwendig‘ das ,Sein‘ ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''GOTT sprach ''':''' Es werde ,Licht‘. Und es wurde Licht''«, <small>{{Bibel | Genesis |1|3|EU}}</small>;</span> oder auch ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Der Herr sprach, und sogleich geschah es; er gebot, und alles war da''«,</span> <small>{{Bibel | Psalm |33|9|EU}}</small>.]</span>«</span> Das Entscheidende bei der <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation des GÖDEL-Kalküls ist, dass der <span style="color:#00B000">(Begriff)</span> GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, nicht auf die Ebene seiner ,endlichen‘ Geschöpfe und unserer Welt gestellt wird, <span style="color:#00B000">(d.i. das ‚Universum‘ im ,Urknall‘, die ‚100-Taler‘, ein ‚Tsunami‘, auch ,einfache Modelle‘ von unserer Welt, etc.)</span>, und damit verglichen wird, sondern, dass der GOTT der Christen in seiner Einzigartigkeit und Besonderheit als <span style="color:#FF6000">»''der Unendliche''«</span> belassen und als <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer vergänglichen Welt, — als <span style="color:#FF6000">»''der Unvergleichliche''«</span> —, verstanden wird. <span style="color:#00B000">(Alle Kritiken des sog. ,ontologischen‘ Gottesbeweises übersehen die Einzigartigkeit und Besonderheit des <span style="color:#FF6000">»''Unendlichen''«</span>, und/oder wollen diese nicht ,wahr‘ haben.)</span> Auch THOMAS von Aquin ,verortet‘ den GOTT ANSELMS, — in seiner Kritik an dessen Theorem —, irrtümlich unter die ,Dinge‘ der uns umgebenden ,Natur‘, wenn er sagt ''':''' GOTT <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse in rerum natura</big></span>“</span>, d.h. wörtlich, dass GOTT ,in der Natur der Dinge <span style="color:#00B000">(unserer Welt)</span> existiert‘, und verkennt somit, — wie nach ihm auch KANT —, die ,Unvergleichlichkeit‘ GOTTES, <span style="color:#00B000">(vgl. STh I q.2 a.1 ad 2<ref>„Deus … illud quo maius cogitari non potest; non tamen propter hoc sequitur quod intelligat id quod significatur per nomen, esse in rerum natura; sed in apprehensione intellectus tantum.“ ——— »''GOTT ist'' (nach ANSELM) ''der, über den Größeres nicht mehr gedacht werden kann. Aber nicht deswegen, weil er'', (der Narr von Psalm 14.1, den ANSELM zitiert), ''das versteht, was durch diesen Namen,'' (bzw. mit dem Begriff ,GOTT‘ im Theorem ANSELMS), ''bezeichnet wird, folgt daraus'', (wie ANSELM meint), ''dass er auch versteht, dass er'', (dieser GOTT), ''auch in der ,Natur‘ der Dinge'' (unserer Welt) ''existiert''; <span style="color:#00B000">[ was ANSELM so nie gesagt hat ]</span>. ''Daraus folgt nur, dass er'', (als ,GOTT‘), ''bloß in der Auffassung seines Verstandes'', (d.h. nur im Denken des Narren als ,Begriff‘), ''existiert.''« ——— Hier ,verortet‘ THOMAS einerseits den unendlichen GOTT, von dem das Theorem ANSELMS spricht, irrtümlich unter die endlichen Dinge der uns umgebenden ,Natur‘, was sachlich dem theologischen Theorem der Unvergleichlichkeit GOTTES widerspricht, der nicht unter die Dinge unserer Welt eingereiht werden darf. Anderseits verliert er dadurch auch den ,Blick‘ für die Außerordentlichkeit und Besonderheit GOTTES, dessen Natur völlig verschieden und unabhängig von der ,Natur‘ unserer raum-zeitlichen Welt ist. GÖDEL beweist jedoch, mit ANSELM, weil es notwendig, ohne Widerspruch, (»''bloß in der Auffassung unseres Verstandes''«), möglich ist, dass GOTT existiert, ist es korrekt, daraus auch mit Notwendigkeit zu folgern, dass der Glaube des Erzbischofs ANSELM, und der Glaube seiner Anvertrauten, von der Wirklichkeit GOTTES, logisch richtig und sinnvoll ist; denn Möglichkeit und Wirklichkeit sind in GOTT koinzident ,eins‘. Das ist das Privilegium GOTTES allein, der einzigartig und unvergleichlich ist. Damit zeigt er auf, dass THOMAS die Unvergleichlichkeit und Einzigartigkeit GOTTES in seinem Vorhalt nicht bedacht hat; und außerdem ANSELM missverstanden hat.</ref>)</span>; jedenfalls hier in der Auseinandersetzung mit ANSELM. Dagegen spricht ANSELM im ,''<span style="font-family: Times;"><big>Proslogion</big></span>''‘, Seite 85f, nur von einem <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse et in re</big></span>“</span> GOTTES, d.h. dass GOTT ,auch in Wirklichkeit existiert‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>quod maius est</big></span>“</span>, was ,größer‘, bzw. ,mehr‘ ist, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse solo in intellectu</big></span>“</span>, als nur ,im Verstand zu sein‘; wobei die ,zeitlose-überzeitliche‘ Wirklichkeit <span style="color:#00B000">(Natur)</span> GOTTES jedoch völlig verschieden und <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen''«</span> Wirklichkeit <span style="color:#00B000">(die ,Natur‘)</span> der ,raum-zeitlichen‘ Welt der Dinge ist. Daher ist sie mit dieser auch nicht vergleichbar. GOTT ist <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span> und alle <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> in GOTT, <span style="color:#00B000">(die ultimativen ,Transzendentalia‘)</span>, sind koinzident ,eins‘, — ,fallen <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> in eins zusammen‘, und sind daher konvertierbar. Darum ist auch die Wirklichkeit GOTTES ,einzigartig‘ und ,unvergleichlich‘. Mit Korollar-3 ist die Exklusivität und Außerordentlichkeit GOTTES definitiv im Kalkül ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>. Der abendländische Monotheïsmus ist somit eine ,logische‘ Konsequenz aus den GÖDEL-Axiomen. <span style="color:#00B000">(Das <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Theorem von der ,Einzigartigkeit‘ und Exklusivität GOTTES, d.h. die exklusive Einheit von Essenz und Existenz, von Begriff und Sein, von Ursache und Wirkung, von Subjekt und Objekt, von Möglichkeit und Wirklichkeit, und aller Transzendentalien, ist, — nach HEGEL —, die Voraussetzung und Bedingung jeder Philosophie ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Die Einheit muss am Anfang der Philosophie stehen''«</span>; und ist zugleich auch ihr gesuchtes und bewiesenes Endergebnis und Ziel ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Diese Einheit muss auch das Resultat der Philosophie sein''«</span><ref>https://hegel-system.de/de/gottesbeweis.htm#hegels-kritik-an-kant</ref>, was hier im GÖDEL-Kalkül ,logisch‘ mit Korollar-3 verifiziert wird ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□(∃xGx ∧ ∀y(Gy→x=y))'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist exklusiv einzigartig''«</span>.)</span> Die Einzigartigkeit GOTTES bedingt die Koinzidenz, den inneren Zusammenhang aller seiner Vollkommenheiten und Zuschreibungen, <span style="color:#00B000">(Axiom-2)</span>, d.h. ihr paarweise, perspektivisches ,Zusammenfallen in eins‘ im Unendlichen, GOTT. Aus der Notwendigkeit aller positiven Eigenschaften und Zuschreibungen, <span style="color:#00B000">(d.h. aus den ultimativen Transzendentalien, Axiom-4)</span>, die in GOTT paarweise, koinzident ,eins‘ sind, <span style="color:#00B000">(Axiom-2)</span>, ist die Einzigkeit GOTTES für uns erschließbar, <span style="color:#00B000">(Korollar-3)</span>. Axiom-4 ist die erste, ,modal‘ <span style="color:#FF6000">„notwendige“</span>, d.h. die transzendentale Voraussetzung für Korollar-3. Wenn im Korollar-3 das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> z. B. für GOTT, dem ,Vater‘ der Christen, und das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''y'''‘ —</span> für GOTT, dem ,Sohn‘, d.h. für ,JESUS CHRISTUS‘ steht, bzw. für den ,HEILIGEN GEIST‘, <span style="color:#00B000">(den ,Dreifaltigen GOTT‘ der Christenheit)</span>; oder auch für die Gottesbezeichnung ,GOTT-ADONAI‘ der Juden, oder für die Gottesbezeichnung ,ALLAH‘ der Muslime steht, dann weist dieses Korollar, für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''∀y'''‘ —</span>, mit der ,ontologischen Identität‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x=y'''‘ —</span>, auf die ,Koinzidenz‘ des ,Dreifaltigen‘, bzw. auch auf den inneren Zusammenhang dieser Religionen hin. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Anhang : das GÖDEL-Kalkül</span></div>=== In der ,Legende zum GÖDEL-Kalkül‘ wird an einige Basics erinnert, und diese für die operative Praxis im anstehenden Kalkül adaptiert. {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">Legende zum GÖDEL-Kalkül</span></div> |- | <small> <math>\begin{align} \text{ ◇ :: konsistent ↔ widerspruchsfrei ↔ möglich ↔ denkbar, } & \text{ □ :: notwendig ↔ wirklich, für jede mögliche Welt ↔ exklusiv} \\ \text{logischer Meta-Term :: [ A ├ B ] ::} & \text{ „aus A folgt im Kalkül ,regulär‘ (├ ) B.“} \\ \text{ A, B sind Aussagen über Eigenschaften, (A ist keine Eigenschaft);} & \text{ die Aussage, z.B. in der Kalkül-Zeile 10, wird als ,Term :10:‘ bezeichnet} \\ \text{ AE ::} & \text{ Argument Einführung, Prämisse, Postulat } \\ \text{ Xx ::} & \text{ „X ist eine Eigenschaft der Individuum-Variable x.“ } \\ \text{ ¬PX ::} & \text{ „X ist keine positive Eigenschaft, ist keine Perfektion, ist nicht vollkommen.“ } \\ \text{ Instanz(X := Y) ::} & \text{ Substitution der Eigenschaft X durch die ,bestimmte‘ Eigenschaft Y } \\ \text{ (Eine ,Instanz‘ ist ein Exemplar aus einer Menge gleichartiger Dinge;} & \text{ hier die ,bestimmte‘ Eigenschaft Y, als Ersatz für das unbestimmte X.) } \\ \text{ FUB(x := y) ::} & \text{ Freie-Um-Benennung der Variable x in y } \\ \text{ Gx ::} & \text{ „Die Variable x steht für den GOTT der Christen.“ } \\ \text{ [ G(y) ├ ⱯyG(y) ] ::} & \text{ All-Operator-Einführung der Variable y für GOTT } \\ \text{ „Angenommen, die Variable y steht für GOTT, dann } & \text{folgt ,regulär‘ (├ ), dass auch jedes y im Kalkül für GOTT steht.“}\\ \text{[ ⱯXA(X) ├ A(X) ] ::} & \text{ All-Operator-Beseitigung für die substituierte Eigenschaft X } \\ \text{ „Wenn X durch eine ,bestimmte‘ Eigenschaft ,instanziiert‘ ist oder } & \text{wird, dann kann der All-Operator von X ,regulär‘ (├ ) beseitigt werden.“}\\ \text{ KOMM(↔) ::} & \;\text{[ (A↔ B) ↔ (B ↔ A) ] :: Kommutativgesetz für ( ↔ )}\\ \text{ DIST(□∧) ::} & \;\text{[ (□A ∧ □B) ↔ □(A ∧ B) ] :: Distributivgesetz für (□∧ )} \\ \text{ (hypothetischer Syllogismus, häufige logische Schlussregel) ::} & \;\text{[ A → B, A ├ B ] :: (Modus ponendo ponens), Abtrennregel.} \\ \text{ „Wenn es wahr ist, dass aus A ein B folgt, und wenn A wahr ist, } & \text{dann ist im Kalkül ,regulär‘ (├ ) ableitbar, dass auch B wahr ist.“} \\ \text{ (negativer hypothetischer Syllogismus) ::} & \;\text{[ A → B, ¬B ├ ¬A ] :: (Modus tollendo tollens)} \\ \text{ „Wenn es wahr ist, dass aus A ein B folgt, und wenn B falsch ist, } & \text{dann ist im Kalkül ,regulär‘ (├ ) ableitbar, dass auch A falsch ist.“} \\ \text{''KONDITIONALER BEWEIS“ ::} & \;\text{[ ├ A ├ B ╞ A → B ] :: (logische Implikation)} \\ \text{ „Angenommen, A ist ,regulär‘ Axiom oder Prämisse, und B ist im } & \text{Kalkül ,regulär‘ abgeleitet, dann ist ,bewiesen‘ ( ╞ ) : A impliziert B, ist wahr.“} \\ \text{''INDIREKTER BEWEIS“ ::} & \;\text{[ ├ ¬A → F ╞ A ] :: (Reductio ad absurdum)} \\ \text{ „Wenn im Kalkül aus ¬A ,regulär‘ eine Kontradiktion } & \text{F folgt, dann ist A ,bewiesen‘ ( ╞ ) : A ist ,wahr‘.“} \\ \end{align}</math> </small> |} A. FUHRMANN ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span> ''Eine Prädikatenlogik zweiter Stufe ist eine Logik, in der die Quantoren auch Eigenschaftsausdrücke <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">„Prädikate”</span>)</span> binden können''. <span style="color:#00B000">[ Die ,Prädikate‘ werden in einem Kalkül dieser Logik durch Definitionen ,bestimmt‘ ]</span>. ''Wir werden uns im folgenden recht frei einer dafür geeigneten formalen Sprache bedienen. Äußere Quantoren werden meist weggelassen und wir schreiben kurz'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Xx'''‘ — </span> ''bzw.'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ — </span> ''um auszudrücken, dass das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ — </span> ''die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ — </span> ''hat, bzw. dass die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ — </span> ''die höherstufige Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> ''<span style="color:#00B000">(für <span style="color:#FF6000">„positiv”</span>)</span> hat;'' <span style="color:#00B000"> [ wobei die Eigenschaft <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> als einzige im Kalkül ,unbestimmt‘ bleibt ]</span>. <span style="color:#FF6000">«</span><ref>A. FUHRMANN ‚''<span style="font-family: Times;"><big>‚G‘ wie Gödel. Kurt Gödels axiomatische Theologie</big></span>''‘, Seite 6, Anmerkung 3. Konform mit seinem Artikel in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Logik in der Philosophie</big></span>''‘ hg. v. P. SCHROEDER-HEISTER, W. SPOHN und E. OLSSON. 2005, Synchron, Heidelberg.</ref> Der All-Quantor für Eigenschaften, hier im GÖDEL-Kalkül der Prädikatenlogik zweiter Stufe, bindet die ,unbestimmte‘ Eigenschafts-Variable <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ —</span> ausschließlich nur in den Definitionen im 2. und 3. Beweisgang . <span style="color:#00B000"> (Im ersten Beweisgang gibt es keine Definition.)</span> Dieser All-Quantor wird dann jedes Mal in der Beweis-Durchführung durch die Substitution ''':''' <span style="color:#4C58FF"> [ Instanz(X:= ..) ]</span> mit ,bestimmte‘ Eigenschafts-Konstanten wie <span style="color:#4C58FF">— (X:= G) —</span>, bzw. <span style="color:#4C58FF">— (X:= ¬Y) —</span>, oder <span style="color:#4C58FF">— (X:= E<sub>not</sub>) —</span> ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> beseitigt ''':''' <span style="color:#4C58FF"> [ ⱯXA(X) ├ A(X) ]</span>; wobei die Eigenschafts-Konstante im Kalkül entweder als Zwischenergebnis ,regulär‘ abgeleitet, <span style="color:#00B000">(,errechnet‘)</span>, oder mit einer Definition schon ,bestimmt‘ worden ist. Die spezifische ‚Eigenschaft‘ einer Eigenschaft wird hier, in der formalen Syntax der Prädikatenlogik zweiter Stufe, als eine tiefer gestellte Abkürzung <span style="color:#00B000">(als Index)</span> an ihre Trägereigenschaft angehängt, wie z. B. ‚wesentlich‘, bzw. ‚essentiell‘ durch <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> —</span>, oder ‚notwendig‘ durch <span style="color:#4C58FF"> — <sub>not</sub> —</span>. In der Definition-3 steht der Term ''':''' <span style="color:#4C58FF"> —‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, um auszudrücken, dass das Individuum <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> notwendig <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span> die Eigenschaft ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>, für ,Existenz‘, hat, d.h. <span style="color:#FF6000">„das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> existiert notwendig”</span>. Der schon von GÖDEL indizierte Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">—‚'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> kann gelesen werden als ''':''' <span style="color:#FF6000">„Das Individuum <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> hat die Wesenseigenschaft, <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> — </span> ''':''' GOTT zu sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ </span>”</span>, statt der ,an sich‘ konformen, aber <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> etwas ungenauen Formulierung ''':''' <span style="color:#FF6000">„das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ist wesentlich göttlich”</span>; oder mit der Voraussetzung ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''→'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> deutlicher und <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> korrekt ''':''' <span style="color:#FF6000">„Wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für den GOTT der Christen, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, steht, dann ist GOTT-Sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(,Existenz‘)</span> das Wesen dieses GOTTES, <span style="color:#4C58FF">— <sub>ess</sub>‚'''x'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(,Essenz‘)</span> ”</span>; wobei, — entsprechend der ,methodologischen‘ Prämisse des Kalküls <span style="color:#00B000">(<span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ — </span> ''':''' das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> steht für den ,GOTT der Christen‘)</span> —, bei der Interpretation der Terme dieses besonderen Kalküls, die <span style="color:#4C58FF">„christliche Theologie”</span> für den Begriff <span style="color:#FF6000">„GOTT”</span>, Korrektur und die leitende Instanz ist. Dabei muss die Dreifach-Äquivalenz von <span style="color:#4C58FF"><span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span></span>berücksichtigt werden. Welche der drei Äquivalenzen, bzw. Lesearten von <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span> bei einem bestimmten Term im Kalkül zulässig ist, muss <span style="color:#4C58FF">„theologisch”</span> überprüft und evaluiert werden. Bei manchen können sogar alle drei Lesearten <span style="color:#4C58FF">„theologisch”</span> zulässig sein. Um philosophische, und sogar <span style="color:#4C58FF">„theologische”</span> Theoreme exakt zu formulieren, und untersuchen zu können, hat der Ausnahmelogiker GÖDEL ein Tor aufgestoßen, das uns ermöglichen kann, <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, und logisch objektiv nachprüfbar, in diesen Disziplinen zu argumentieren. Mit seiner modalen Prädikatenlogik zweiter Stufe, hat GÖDEL dem alten Wunsch eines Raimundus LULLUS, eines Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, eines Immanuel KANT, und anderer, nach einer nachprüfbaren ,Universalsprache‘ in den Geisteswissenschaften, entsprochen; analog zur Mathematik, als Universalsprache in den Naturwissenschaften. Der sog. ,Theorembeweiser‘ der Wissenschaftler Christoph BENZMÜLLER und Bruno WOLTZENLOGEL-PALEO, mit Hilfe eines Computers, ist die offensichtliche Folge aus diesem Quanten-Schritt GÖDELS. In der folgenden Neu-Kalkülisierung, wird jeder einzelne operative Logik-Schritt des Kalküls in der '''linken Spalte''' nummeriert und als Term-Ergebnis angezeigt, und in der '''rechten Spalte''' werden die dafür benötigten Term-Komponenten und die dabei angewendeten Logik-Regeln und -Gesetze dokumentiert. Am Anfang stehen die Ressourcen und das angestrebte Ziel des Beweisganges, <span style="color:#00B000">(das Theorem)</span>. Die GÖDEL Axiome und Definitionen, die Theoreme, die Zwischenergebnisse, das Endergebnis, und die logischen Meta-Terme, werden kontextabhängig interpretiert, <span style="color:#00B000">(angezeigt durch ,Interpretationspunkte‘ — :: —, falls nötig)</span>. Der jeweilige Beweisgang wird in den Anmerkungen ausführlich und umfassend kommentiert. Die Kalkül-Prämissen, <span style="color:#00B000">(AE: Argument Einführung)</span>, sind der modal-frei gewählte Einstieg in das Kalkül. Sie dokumentieren, zusammen mit dem angestrebten Beweis-Ziel, eine bestimmte Problemlage in einem externen Diskurs, der mit dem modalen Logik-System hier, formal-syntaktisch überprüft, und gegebenenfalls, verifiziert oder falsifiziert werden soll. Korollare sind einfache, logische Folgerungen aus dem jeweiligen Beweisgang ''':''' ====<div class="center"><span style="color:#660066">1. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 1, (Möglichkeitsbeweis)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe__________ „Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.1)} & \quad P \neg X \;\Longrightarrow\;\ \neg P\ X\ & \ & \text{„Wenn die Negation von X positiv ist, dann ist die Eigenschaft X nicht positiv“} \\ \text{(Axiom 2)} & \quad (P\ X \wedge \;\Box \;\forall x (\ X\ x \Longrightarrow \ Y\ x)) \Longrightarrow \ P\ Y & \ & \text{„Die Eigenschaften Y, die aus einer positiven Eigenschaft X modal} \\ \text{ } & \quad & \ & \; \; \text{notwendig folgen, sind auch positive Eigenschaften“} \\ \text{(Axiom 3)} & \quad P\ G \ & \ & \text{„Göttlichkeit, GOTT-Sein, ist eine pos. Eigenschaft“ ↔ „GOTT ist perfekt“} \\ \text{(Theorem 1)} &\quad P\ X \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{ (◇ :: „möglich“ ↔ „konsistent“ ↔ „denkbar“; □ :: „notwendig“) } \\ \text{ } & \text{„Positive Eigenschaften sind konsistent“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} & \quad P\ X \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, es gibt positive Eigenschaften, Perfektionen“} \\ \text{02} & \quad P\ X \;\Rightarrow\; \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, positive Eigenschaften sind nicht konsistent“} \\ \text{03} & \quad (\neg x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, nicht mit x identisch zu sein“ :: (ungleich)} \\ \text{04} & \quad (\ x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, mit x identisch zu sein“ :: (gleich)} \\ \text{05} & \quad \text{ ├ }\; \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:01:02:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B] :AE:} \\ \text{06} & \quad \neg\neg \Box \neg \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:05:[ ◇A ↔ ¬□¬A] :: (Modalregel)} \\ \text{07} & \quad \neg\neg \Box \neg\neg \forall x \neg X \ x \ & \ & \text{:06:[∃xA ↔ ¬Ɐx¬A] :: (Quantoren Regel)} \\ \text{08} & \quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall x \neg X \ x \ & \ & \text{:07:NEG :: [¬¬A↔A] :: (Gesetz der Aussagenlogik)} \\ \text{09} & \quad \Box \; \forall x \neg X \ x \Leftrightarrow\ W & \ & \text{:02:08:[(:02:↔W) → (├:08:↔W)] :: (Kalkülregel)} \\ \text{10} & \quad \Box \; \forall x \ X \ x \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:09:[(¬A↔W)↔(A↔F)] :: (Regel für Wahrheitswerte)} \\ \text{11} & \quad \ (\neg x = x ) \Leftrightarrow \ F \; \ & \text{ } & \text{Xx:03:Instanz(X:=(¬x=..)) ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{12} & \quad \Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \text{ } & \text{:10:11:[(:10:↔F) → (:11:↔F)] :: „ex falso sequitur quotlibet“} \\ \text{13} & \quad \ P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \ & \text{:01:12:[Konjunktion] :: [A, B ├ A∧B]} \\ \text{14} & \quad \ (P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow \; (\neg x = x))) \Rightarrow \; P (\neg x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(Y:=( ¬x= ..)) :: (Substitution für Eigenschaften)} \\ \text{15} & \quad \ P (\neg x = .. ) & \ & \text{:13:14:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{16} & \quad \ P (\neg x = .. )\;\Rightarrow\ \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{(A1.1):Instanz(X:=(x=..))}\\ \text{17} & \quad \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{:15:16:[Modus ponens]}\\ \text{18} & \quad \ (x = x ) \Leftrightarrow \ W \; \ & \ & \text{Xx:04:Instanz(X:=(x=..)) ⇒ Tautologie !} \\ \text{19} & \quad \Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \text{ } & \text{:10:18:[(:10:↔F) → (:18:↔W)] :: „ex falso sequitur etiam verum“} \\ \text{20} & \quad \ P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \ & \text{:01:19:[Konjunktion] :: [A, B ├ A∧B]} \\ \text{21} & \quad \ (P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x))) \Rightarrow \ P (x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(Y:=(x=..))} \\ \text{22} & \quad \ P (\ x = .. )\ & \ & \text{:20:21:[Modus ponens]}\\ \text{23} & \quad \text{ ├ }\; (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:17:22:[Konjunktion] ⇒ Kontradiktion !}\\ \text{24} & \quad \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \Rightarrow (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) & \ & \text{:05:23:[├A├B╞ A→B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''}\\ \text{25} & \quad \neg\neg \Diamond \; \exists x \ X \ x & \ & \text{:24:23:[Modus tollendo tollens] :: [A→B,¬B ├ ¬A]}\\ \text{26} & \quad \text{ ├ }\; \Diamond \; \exists x \ X \ x & \ & \text{:25:NEG; bzw. :05:23:[├¬A→F ╞ A] :: ''INDIREKTER BEWEIS''}\\ \text{27} & \quad \ P\ X \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:01:26:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{(Theorem 1)} & \;\text{„Positive Eigenschaften sind konsistent“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war !} \\ \text{28} & \quad \ P\ G \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{:27:Instanz(X:=G) } \\ \text{29} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{(A3):28:[Modus ponens]} \\ \text{(Korollar 1)} & \;\text{„Das Dasein GOTTES ist definitiv möglich“} & \ & \text{„Es ist denkbar, dass es GOTT gibt“} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-1 ''':''' <span style="color:#00B000">(Der Term <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, im Axiom-2 ist an sich überflüssig, da dieser hier als Prämisse :01: ohnehin ,angenommen‘ wird. Der Beweisgang kommt mit Axiom-2 auch ohne diesen Term zum selben Ergebnis, und verkürzt sich dann sogar um zwei Schritte ''':''' Zeile 13 und Zeile 20 sind dann unnötig.)</span> Der Beweisgang geht mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, prinzipiell von der Existenz eines GOTTES aus. Mit der Prämisse :01: <span style="color:#00B000">(hier im 1. Beweisgang)</span> postuliert GÖDEL vorerst allgemein, dass es <span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit, d.h. positive Eigenschaften''«</span> gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, ohne im Kalkül zu definieren, was darunter zu verstehen ist. Definiert wird dann <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, was eine <span style="color:#FF6000">»''wesentliche Eigenschaft''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(im Sinne von ,Transzendentalia‘)</span>; und mit Hilfe dieser Eigenschaft definiert GÖDEL <span style="color:#00B000">(im 3. Beweisgang)</span>, was eine <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, die er <span style="color:#00B000">(im selben Beweisgang)</span> axiomatisch mit den <span style="color:#FF6000">»''positiven Eigenschaften in GOTT''«</span> gleich setzt ''':''' Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> —‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. Erst im 2. Beweisgang wird mit Term :13:, nach einer <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, definitiv bewiesen <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>, dass die, von GÖDEL, hier postulierten, <span style="color:#00B000">(allgemeinen)</span>, positiven Eigenschaften, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, tatsächlich auch in GOTT <span style="color:#FF6000">»''positive Eigenschaften''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, sind; <span style="color:#00B000">(das sind die ultimativen ,Transzendentalia‘ in GOTT)</span>. Jetzt aber muss vorerst der ,Wunsch‘, bzw. die LEIBNIZ-Frage beantwortet werden ''':''' Ob, mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT''«</span> ,möglich‘ ist, der nach traditioneller Auffassung, <span style="color:#FF6000">»''ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ ist ]</span>, ''das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>, <span style="color:#00B000">(nach LEIBNIZ; was GÖDEL mit Definition-1 ,abbildet‘)</span>. Wenn man also beweisen will, dass die Existenz eines solchen ''<span style="color:#FF6000">»GOTTES«</span>'' ,möglich‘ sein soll, dann muss man beweisen, dass dieses postulierte System der <span style="color:#FF6000">»''positiven Eigenschaften in GOTT''«</span> formal ,widerspruchsfrei‘ ist. Das Ergebnis des 1. Beweisganges, das ,Theorem-1‘, <span style="color:#00B000">(,Erster Satz‘)</span>, fasst A. FUHRMANN zusammen als ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind konsistent''«</span>. Wenn sie nicht konsistent wären, käme es zu unlösbaren Widersprüchen, <span style="color:#00B000">(Term :24:)</span>. Einmal Axiom-1 und zweimal Axiom-2, <span style="color:#00B000">(das die Gleichwertigkeit aller positiven Eigenschaften nachdrücklich klarstellt)</span>, sichern hier die Konsistenz <span style="color:#FF6000">»''aller positiven Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ die ,Transzendentalien‘ ]</span>, ''in GOTT''«</span>. Die ,Gleichwertigkeit‘, <span style="color:#00B000">(,Äquivalenz‘)</span>, ist formal-syntaktisch daran erkennbar, dass die beiden Eigenschafts-Variablen <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ —</span> und <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''‘ —</span> im Axiom-2 für beliebige, unterschiedliche ,positive‘ Eigenschaften gegenseitig austauschbar, <span style="color:#00B000">(,konvertierbar‘)</span>, sind. Das heißt, dass beliebige, unterschiedliche ,positive‘ Eigenschaften, für die diese Variablen stehen, sich paarweise, wechselseitig ,implizieren‘, einschließen, und damit notwendig voneinander abhängen, d.h. koinzident ,eins‘ sind, konvertierbar, und somit gleichwertig sind; entsprechend dem Theorem von den Transzendentalia. Zu Term :29:, dem Korollar zu Theorem-1, notiert GÖDEL am 10. Feb. 1970, <span style="color:#00B000">(übersetzt von Joachim BROMAND)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''◇∃xG(x) besagt, dass das System aller positiver Eigenschaften kompatibel ist'',</span> <span style="color:#00B000">[ d.h. miteinander verträglich, weil ohne Widersprüche ].</span> <span style="color:#FF6000">''Dies ist ,wahr‘ auf Grund von Axiom-2,'' <span style="color:#00B000">[ weil alle positiven Eigenschaften, d.h. die Transzendentalien, koinzident gleichwertig und konvertierbar sind ]</span>.«</span> Darum ist es definitiv ,möglich‘, dass es diesen GOTT gibt, der <span style="color:#FF6000">»''alle Grade der Vollkommenheit in sich schließt''«</span> und <span style="color:#FF6000">»''über dem ,Größeres‘ nicht mehr gedacht werden kann''«</span>, und, in weiterer Konsequenz, ist der GOTT-Glaube deshalb ,notwendig‘ widerspruchsfrei, nach Theorem-3 ''':''' <u>Wenn</u> es ''<span style="color:#FF6000">»möglich, bzw. denkbar«</span>'' ist, dass es ''<span style="color:#FF6000">»GOTT«</span>'' gibt, <u>dann</u> folgt daraus ''<span style="color:#FF6000">»notwendig«</span>'' ''':''' es ist ,widerspruchsfrei‘, wenn man als Voraussetzung ,annimmt‘, dass es ''<span style="color:#FF6000">»GOTT wirklich, für jede mögliche Welt«</span>'' gibt ''':''' Term :11: im 3. Beweisgang. Der Wenn-Satz ist hier mit Korollar-1 bewiesen; der Dann-Satz wird im 3. Beweisgang bewiesen <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>. Die ontologische ,Identität‘, d.h. die ,Gleichsetzung‘, bzw. die ,Koinzidenz‘ von Strukturen, die in der Endlichkeit für uns verschieden sind, jedoch in dem Unendlichen, GOTT, paarweise, perspektivisch in eins zusammenfallen, wie ,Sein‘ und ,Wesen‘, wie ,Ursache‘ und ,Wirkung‘ usw., und auch die Äquivalenz und Austauschbarkeit der Transzendentalien, haben im GÖDEL-Kalkül die logisch-syntaktische Form einer, aus sich, ,modal‘ notwendigen Implikation zwischen zwei verschiedenen, gegenseitig austauschbaren Eigenschafts-Variablen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x(Xx→Yx)'''‘ —</span>. Dieses Term-Element stellt formal-syntaktisch die Gleichwertigkeit, <span style="color:#00B000">(Äquivalenz)</span>, bzw. die paarweise Koinzidenz aller ultimativen Eigenschaften und Zuordnungen in GOTT dar; sowohl hier im Axiom-2, als auch in der Definition-2 im 2. Beweisgang, über die ,Wesenseigenschaften‘, mit jeweils verschiedenen, frei umbenennbaren Individuum-Variablen. Die wechselseitige Austauschbarkeit der noch ,unbestimmten‘ Eigenschafts-Variablen ist formal äquivalent zur freien Umbenennung der noch ,unbestimmten‘ Individuum-Variablen ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ FUB(x:=y) ]</span>. Der formale, gegenseitige, allgemeine Austausch der Eigenschafts-Variablen, bzw. die formale Gleichsetzung der positiven allgemeinen Eigenschaften, kann, auf Grund der Äquivalenz aller Vollkommenheiten, auch dann noch durchgeführt werden, wenn eine Eigenschafts-Variable durch eine Definition oder eine Schlussfolgerung ,bestimmt‘ worden ist, und dadurch zu einer Eigenschafts-Konstante, d.h. zu einer ,bestimmten‘ Eigenschaft geworden ist. Das ist z. B. bei einer instanziierenden Substitution der Fall ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=..) ]</span>. Das ist eine spezifische Eigenheit der GÖDEL-Axiomatik. Da die Variable <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT steht, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(im Korollar-1)</span>, ist die Eigenschaft ''':''' ''<span style="color:#FF6000">„nicht mit x identisch zu sein“</span>'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">(¬x=..)</span>, d.h. das <span style="color:#FF6000">„Ungleichsein“</span>, das <span style="color:#FF6000">„Anderssein“</span> GOTTES, <span style="color:#00B000">(Prämisse :03:)</span>, die entscheidende Voraussetzung und Norm für jeden Diskurs über GOTT ''':''' um der <span style="color:#FF6000">„Unvergleichlichkeit“</span> GOTTES gerecht zu werden, darf GOTT niemals mit etwas aus der ''<span style="color:#FF6000">»zufälligen Struktur der Welt«</span>'' verglichen, d.h. gleich gesetzt werden. Der Term :18: <span style="color:#4C58FF">(x=x) ↔ W</span> erinnert dagegen an die Selbstbezeichnung des GOTTES-JHWH in Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin‘''«</span>. Zum Term :03: notiert A. FUHRMANN ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span> ''Die Notation'' <span style="color:#4C58FF">(¬x=..)</span> ''für die Eigenschaft ''':''' <span style="color:#FF6000">„nicht mit x identisch zu sein“</span>'', <span style="color:#00B000">[ d.h. <span style="color:#FF6000">„Ungleichheit“, „Anderssein“</span>, bzw. die Notation <span style="color:#4C58FF">(x=..)</span> für den Existenzmodus-Perfektion ''':''' <span style="color:#FF6000">„Gleichheit“, „Idendität“</span> ]</span>, ''ist suggestiv und informell und ersetzt hier einen formal korrekten Abstraktionsausdruck wie'' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y)</span>, <span style="color:#00B000">[ bzw. <span style="color:#4C58FF">λy.(x=y)</span> ]</span>. ''Für die formal korrektere Notation bedarf es der zusätzlichen Vereinbarung, dass der Ausdruck'' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y)</span> ''gleichbedeutend sei mit dem Ausdruck'' <span style="color:#4C58FF">¬λy.(x=y)</span>. ''Diese Vereinbarung ist harmlos, da wir aufgrund der Regel der λ–Konversion'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">λy.Xy.x ↔ Xx</span>, <span style="color:#00B000">[ mit der <span style="color:#4C58FF">Instanz(X:=(¬x=..))</span> ]</span>, ''so schließen dürfen'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y).x ↔ ¬x=x ↔ <span style="color:#00B000">¬(x=x)</span> ↔ ¬λy.(x=y).x</span> .<span style="color:#FF6000">«</span> <ref>A. FUHRMANN a.a.O. Seite 7, Anmerkung 4 (von mir korrigiert und ergänzt)</ref> In der Kalkül-Zeile 29 wird das Korollar-1 durch einen <span style="color:#4C58FF">[ Modus ponens ]</span> mit Axiom-3 von der Kalkül-Prämisse-Term :01: ,abgekoppelt‘, d.h. es ist nicht mehr vom Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span> logisch abhängig. Korollar-1 behält aber die bewiesene Widerspruchsfreiheit von Theorem-1, und ist dann nur mehr von Axiom-1 und Axiom-2 abhängig, was für das Theorem-ANSELMS am Schluss entscheidend ist. Erklärung zu Term :05: Das Ergebnis einer Logik-Operation zwischen Prämissen ist ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> den Prämissen zuzurechnen. ====<div class="center"><span style="color:#660066">2. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 2, (,Basisbeweis‘)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe____________„Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.2)} & \quad \neg P\ X \;\Longrightarrow\;\ P\neg X\ & \ & \text{„Wenn X nicht positiv ist, dann ist die Negation ¬X positiv“} \\ \text{(Axiom 3)} & \quad \ P\ G \ & \ & \text{„Göttlichkeit, GOTT-Sein, ist eine pos. Eigenschaft“ ↔ „GOTT ist perfekt“} \\ \text{(Axiom 4)} & \quad \ P\ X \;\Longrightarrow\; \Box \; \ P\ X \ & \ & \text{„Positive Eigenschaften sind notwendig aus sich positiv“} \\ \text{(Definition 1)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \forall X(\ P \ X \Longrightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{„x ist genau dann GOTT, wenn x alle positiven Eigenschaften hat“} \\ \text{(Definition 2)} & \quad \ X_{ess}\ x \;\Leftrightarrow X\ x \wedge \forall Y \left(\ Y\ x \Rightarrow \Box \; \forall y (\ X\ y \Rightarrow \ Y\ y)\right) & \ & \text{„X ist genau dann eine wesentliche Eigenschaft von x, wenn x sie hat, und} \\ \text{ } & \quad & \text { } & \;\;\text{alle anderen Eigenschaften Y von x notwendig aus dieser Eigenschaft X folgen“} \\ \text{[RM]} &\quad \ A \;\Longrightarrow\;\ B\; \text{ ├ }\;\Box \; A \Longrightarrow\;\Box\; \ B\ & \ & \text{( :: Modales Prinzip)} \\ \text{(Theorem 2)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{(,G‘ :: „Göttlichkeit“ ↔ „GOTT“ ↔ „Dasein GOTTES“)} \\ \text{ } &\;\text{„Das Wesen GOTTES ist Dasein“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} &\quad \ G\ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, x steht für den GOTT der Christen“} \\ \text{02} &\quad \ Y\ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, GOTT hat die Eigenschaften Y“} \\ \text{03} &\quad \neg P\ Y & \ & \text{ AE: „Angenommen, die Y in GOTT sind nicht positiv“} \\ \text{04} &\quad \neg P \ Y \Rightarrow \ P \neg Y\ & \ &\text{(A1.2):Instanz(X:=Y) :: (Substitution für Eigenschaften) } \\ \text{05} &\quad \ P \neg Y \ & \ & \text {:03:04:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B] } \\ \text{06} &\quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ &\text{(D1):01:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{07} &\quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ &\text{:06:[ⱯXA(X) ├ A(X)] :: (Quantorenregel)} \\ \text{08} &\quad \ P \neg Y \Rightarrow \neg Y \ x\ & \ &\text{:07:Instanz(X:=¬Y)} \\ \text{09} &\quad \neg Y \ x\ & \ &\text{:05:08:[Modus ponens]} \\ \text{10} &\quad \text{ ├ }\; (Y\ x \wedge \neg Y \ x) \;\Leftrightarrow\;\ F\ & \ & \text{:02:09:[Konjunktion] ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{11} &\quad \neg P\ Y \; \Rightarrow \; (Y\ x \wedge \neg Y \ x )\ & \ &\text{:03:10:[├A├B ╞ A → B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''} \\ \text{12} &\quad \neg\neg P\ Y \ & \ &\text{:11:10:[Modus tollendo tollens] :: [A → B,¬B├ ¬A]} \\ \text{13} &\quad \text{ ├ }\; P\ Y \ & \ &\text{:12:NEG; bzw. :03:10:[├¬A→F ╞ A] :: ''INDIREKTER BEWEIS'' :AE:} \\ \text{14} &\quad \ P\ Y \;\Rightarrow\;\Box \; \ P\ Y \ & \ & \text{(A4):Instanz(X:=Y)} \\ \text{15} &\quad \Box \; \ P\ Y \ & \ & \text{:13:14:[Modus ponens]} \\ \text{16} &\quad \ G \ y \Rightarrow \ Y \ y\ & \ &\text{:01:02:[├A├B ╞ A→B]:FUB(x:=y)} \\ \text{17} &\quad \text{ ├ }\; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:16:[G(y) ├ ⱯyG(y)]} \\ \text{18} &\quad \Box \; \ P\ Y \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:13:17:[├A├B ╞ A→B]:[RM]} \\ \text{19} &\quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:15:18:[Modus ponens]} \\ \text{20} &\quad \ Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:02:19:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{21} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ G \ x & \ &\text{:20:01:[Konjunktion] :: [A, B├ A ∧ B]} \\ \text{22} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ X \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ X \ x\;\Leftrightarrow\; X_{ess}\ x \ & \ &\text{(D2):KOMM(↔):KOMM(∧):[ⱯYA(Y) ├ A(Y)] wegen :13:} \\ \text{23} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ G \ x\;\Leftrightarrow\; G_{ess}\ x \ & \ &\text{:22:Instanz(X:=G)} \\ \text{24} & \quad \text{ ├ }\; G_{ess}\ x \ & \ &\text{:21:23:[Modus ponens]:AE: wegen :30:} \\ \text{25} &\quad \ G\ x \;\Rightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{:01:24:[├A├B ╞ A→B] :: Theorem 2.1} \\ \text{26} &\quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ &\text{(D1):01:[Modus ponens] } \\ \text{27} &\quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ &\text{:26:[ⱯXA(X) ├ A(X)]} \\ \text{28} &\quad \ P \ G \Rightarrow \ G \ x\ & \ &\text{:27:Instanz(X:=G)} \\ \text{29} &\quad \text{ ├ }\; G \ x\ & \ &\text{(A3):28:[Modus ponens]} \\ \text{30} &\quad \ G_{ess}\ x \;\Rightarrow \ G \ x\ & \ &\text{:24:29:[├A├B ╞ A→B] :: Theorem 2.2 } \\ \text{31} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{:25:30:[Konjunktion]:BIKONDITIONAL :: [(A→B) ∧ (B→A) ↔ (A↔B)] } \\ \text{(Theorem 2)} &\; \text{„Dasein, GOTT-Sein, ist das Wesen GOTTES“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war ! } \\ \text{32} &\quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ (x = y))\ & \ & \text{:19:Instanz(Y:=(x=..))} \\ \text{33} &\quad \ G\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ (x = y))\ & \ & \text{:01:32:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{(Korollar 2)} & \;\text{„Es gibt notwendig höchstens einen GOTT“} & \ & \text{„Wenn es GOTT gibt, dann gibt es für jede mögliche Welt nur einen GOTT“} \\ \end{align}</math> </small> |} <span style="color:#00B000"><small>(In den Kalkül-Zeilen 16, 18, 31 mussten zwei-, und in Zeile 22 drei Kalkül-Schritte, d.h. Logik-Operationen in eine Zeile zusammengezogen werden, weil der Parser dieser speziellen Mathematik-Funktion in Wikibooks jedes Mal wegen Puffer-Überlauf abstürzt, wenn zu den bestehenden Zeilen noch eine neue Zeile zusätzlich eingefügt wird. Das vermindert etwas die Transparenz des Kalküls.)</small></span> Anmerkung-2 ''':''' <span style="color:#00B000">(Dieser Beweisgang kommt auch ohne das ,unbestimmte‘ Konjunkt <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Xx'''‘ —</span> in der Definition-2 zum gleichen Ergebnis, und wird dadurch um eine Zeile verkürzt ''':''' Zeile 21 entfällt, und <span style="color:#4C58FF">[ KOMM(∧) ]</span> ist unnötig. Dieses Konjunkt wird hier ebenfalls schon in der Kalkül-Prämisse :01: <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx'''‘ —</span>, als ,Annahme‘ gesetzt, vorentschieden und ,bestimmt‘ mit der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=G) ]</span>. Es war also logisch korrekt, dass GÖDEL, in seiner Notiz vom 10. Feb. 1970 zum ontologischen Beweis, dieses Konjunkt weggelassen hat, was ihm von Kommentatoren als ein Flüchtigkeitsfehler angerechnet worden war. Der gesamte 2. Beweisgang bewegt sich im Geltungsbereich der Prämisse Term :01:, d.h. ist in jeder Zeile von der Annahme abhängig ''':''' die Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''x'''‘ —</span> steht für den GOTT der Christen. In der Kalkül-Zeile 33 wird mit Korollar-2 diese Abhängigkeit, für den Term :32:, explizit dargestellt.)</span> Der Beweisgang geht mit der Prämisse :01: prinzipiell, als Voraussetzung, von der Existenz eines GOTTES aus. Im 1. Beweisgang wurde bewiesen, dass die von GÖDEL ,postulierten‘ <span style="color:#FF6000">»''allgemeinen positiven Eigenschaften, Vollkommenheiten, Perfektionen'', <span style="color:#00B000">[ die sog. ,Transzendentalien‘ ]</span> ''konsistent''«</span>, d.i. widerspruchsfrei sind. Hier, in diesem Beweisgang wird nun die Prämisse vom 1. Beweisgang, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PX'''‘ —</span>, im Bezug auf GOTT hinterfragt ''':''' Gibt es auch in GOTT so Etwas, wie <span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit, Positives, Perfektes''«</span> '''?''' Die ,Annahme‘ jedoch, dass es <span style="color:#FF6000">»''in GOTT keine Vollkommenheit, nichts Positives, nichts Perfektes''«</span> <span style="color:#00B000">(keine Transzendentalien)</span> gibt, <span style="color:#00B000">(Prämisse Term :03:)</span>,<span style="color:#4C58FF"> — ‚'''¬PY'''‘ —</span>, d.h. dass die <span style="color:#00B000">(wesentlichen)</span> Eigenschaften in GOTT keine <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> seien, führt aber zu einem unlösbaren Widerspruch, <span style="color:#00B000">(Term :10:)</span>. Mit Term :13:, als 1. Hauptergebnis, ist damit, — als ,neue‘ Prämisse, <span style="color:#00B000">(ersetzt Term :03:)</span> —, definitiv ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ , d.h. es ist ,wahr‘)</span>, dass alle Eigenschaften, die hier mit <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''‘ —</span> symbolisiert werden, <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaften“</span>, d.h. <span style="color:#FF6000">„Perfektionen“</span> sind, von denen das Kalkül ,annimmt‘, <span style="color:#00B000">(Prämissen Term :01:, Term :02: und speziell Term :16:)</span>, dass der GOTT der Christen sie besitzt. Alle ,Wesenseigenschaften‘ in GOTT ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, die durch den Term :13:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —, </span> dargestellt werden, sind somit <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span><span style="color:#00B000">, (,ultimative Transzendentalien‘, aller ,Grade‘)</span>. Damit ist definitiv ‚bestätigt‘, <span style="color:#00B000">( ╞ , es ist ,wahr‘)</span>, was mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, schon ‚angenommen‘ worden ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„GOTT ist perfekt; er hat alle positiven Eigenschaften“</span>; und auch Definition-1 ist damit ,verifiziert‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">„GOTT ist genau deswegen GOTT, weil er, als GOTT, positive Eigenschaften aller Grade in sich schließt“</span>; entsprechend dem Quelltext bei LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>. Immer vorausgesetzt, <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man glaubt an GOTT ''':''' <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. <span style="color:#00B000">(Der ,Schlüsselbegriff‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span> ist der ,Schlüssel‘ zur Erkenntnis, dass GOTT ,notwendig‘, sowohl ,wesentlich‘ für uns, als auch an sich ,grundlos‘, immer schon ,da‘ ist.)</span> Hier, <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, hat Axiom-1, <span style="color:#00B000">(im Term :04:)</span>, sicher gestellt, dass die Eigenschaften in GOTT, <span style="color:#00B000">(Definition-1; Term :06:)</span>, tatsächlich <span style="color:#FF6000">„ultimativ positiv, perfekt und vollkommen“</span> sind ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>. Das GÖDEL-Axiom-1 bezieht seine ,Potenz‘ aus dem Prinzip vom ,auszuschließenden‘ Widerspruch ''':''' eine Eigenschaft kann nicht zugleich ,positiv‘ und ,nicht positiv‘ sein '''!''' Formal lässt sich das 2. Hauptergebnis, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''↔'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> ''':''' schon aus Term :23: in diesem Beweisgang mit der <span style="color:#4C58FF">[ Vereinfachung ] :: [ A∧B ├ B ]</span> ohne Weiteres ,regulär‘ ableiten, — analog zu den Vorgehensweisen bei A. FUHRMANN und G.J. WIRSCHING. <span style="color:#00B000">(Beide Aussagen dieser ,Konjunktion‘ sind ,gleichwertig‘, daher partizipiert das Theorem-2 auch am Ergebnis der Widerspruchsfreiheit von Term :13:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>, dem 1. Hauptergebnis.)</span> Der hier gewählte, etwas längere Weg zum Ergebnis, soll die innere Struktur und Abhängigkeit der Ergebnisse von bestimmten Voraussetzungen offen legen, und ihren ,Zweck‘ verdeutlichen. Die beiden Hauptergebnisse im Basisbeweis gehen vom vorgefundenen und traditionell vorgegebenen Begriff von ,GOTT‘ aus, <span style="color:#00B000">(Term :06:, Term :16: und Term :26:)</span>. Das ,bewiesene‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> 1. Hauptergebnis, hier im 2. Beweisgang, Term :13: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''die Eigenschaften in GOTT sind vollkommen, d.h. sind die ultimativen Transzendentalia''«</span>, rechtfertigt, bzw. verifiziert sowohl Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, als auch die Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span>, für die Annahme ''':''' den ,GOTT der Christen‘, der als GOTT alle Grade der Vollkommenheit in sich schließt. Und das ebenfalls ,bewiesene‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> 2. Hauptergebnis, hier im selben Beweisgang, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''↔'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''das Wesen GOTTES ist sein eigenes Sein''«</span>, rechtfertigt, bzw. verifiziert sowohl Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, als auch die Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, für die Wesenseigenschaft ''':''' ,notwendige Existenz‘, und widerlegt den Einwand KANTS, für den Spezialfall ''':''' GOTT. Zwei Axiome und zwei Definitionen von GOTT und seinen Vollkommenheiten werden durch die Ergebnisse im Basisbeweis des GÖDEL-Kalküls in unserer realen Welt als ,wahr‘, <span style="color:#00B000">(genauer als ,widerspruchsfrei‘)</span>, und, — im Rahmen des christlichen Glaubens —, als ,annehmbar‘ bestätigt. <span style="color:#00B000">(Anmerkung zu Term :24: ''':''' eine Prämisse ist regulär-,modal‘ immer ,frei‘ wählbar.)</span> Zusammengefasst heißt das ''':''' die ,strittige‘ Begründung der ,methodologischen‘ Prämisse des GÖDEL-Kalküls ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Prämisse, Term :01:)</span>, weil <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Korollar-1)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> steht für den GOTT der Christen, für den es ohne Widerspruch denkbar ist, dass es ihn gibt''«</span>, <span style="color:#00B000">(ANSELMS Prinzip, trotz der ,Warnung‘ KANTS)</span>, ist ,wahr‘ und für uns ,annehmbar, denn es ist auch, auf Grund der Ergebnisse des 2. Beweisganges, in unserer realen Welt ,wahr‘ und ,annehmbar‘, weil schon als ,widerspruchsfrei‘ verifiziert ''':''' der GOTT der Christen <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span> ,existiert‘ für uns ,notwendig‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(d.i. das ,regulär‘-mögliche Korollar sowohl im 2. als auch im 3. Beweisgang)</span>, denn dieser GOTT ist aus sich ,vollkommen‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PG'''‘ —</span>, und zu seiner ,Vollkommenheit‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span> gehört auch notwendig sein ,Existieren‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. <span style="color:#00B000">(Jeder dieser Terme ist im Geltungsbereich der Prämisse Term :01: als ,wahr‘ und ,annehmbar‘ bewiesen.)</span> Das ist der ,Kern‘ des ontologischen Arguments, und somit ist auch diese ,strittige‘ Begründung der Prämisse des GÖDEL-Kalküls mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span>, d.h. sie ist logisch ,richtig‘ und, im Kontext des christlichen Glaubens, vernünftig. Die Annahme des Gegenteils zu dieser Prämisse ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es ist undenkbar, dass es diesen GOTT gibt''«</span>, führt jedoch, unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung, zu einem Widerspruch — ist unlogisch und daher ,falsch‘, <span style="color:#00B000">(siehe Anhang ''':''' Widerlegung)</span>. Die Behauptung einer ,formalen Unentscheidbarkeit‘ zu den Annahmen über die Existenz GOTTES, ob oder nicht, <span style="color:#00B000">(d.h. ein ,methodologischer‘ Agnostizismus)</span>, ist gegen jede ,Logik‘; und ist auch ,falsch‘. Denn aus dem, im Kalkül abgeleiteten, Widerspruch aus der einen Annahme, und damit ihrer Unrichtigkeit, folgt notwendig die Richtigkeit der gegenteiligen Annahme. Damit ist eine klare Entscheidung getroffen. Mit dem 2. Hauptergebnis, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#FF6000">»'',Dasein‘ ist das ,Wesen‘ GOTTES''«</span>, folgt die GÖDEL-Axiomatik der philosophisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition der ,Rede von GOTT‘ seit ARISTOTELES, und schließt sich damit formal-syntaktisch zugleich auch der religiösen Überzeugung der Christen an, die glauben, dass GOTT, als unser Vater, aus Liebe, in seinem Sohn, JESUS CHRISTUS, für uns immer schon <span style="color:#FF6000">»''da''«</span> ist, <span style="color:#00B000">(der Sohn ist koinzident ,eins‘ mit GOTT, dem Vater und dem GEIST)</span>, wirksam in und durch seine <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span>, im HEILIGEN GEIST, bis ans Ende der Zeit. Das ist das, <span style="color:#FF6000">»''was''«</span> GOTT eigentlich für uns ausmacht, — die Selbstmitteilung seines unergründlichen Wesens in den Sakramenten der <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‘אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֑ה‚</big></span> <span style="color:#00B000">| ‚eh'jeh asher eh'jeh‘ |</span> <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin da für euch und für immer, als der ich ''<span style="color:#00B000">[ immer schon gewesen ]</span> ''bin''«</span>; <span style="color:#00B000">(d.i. das <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span>-exegetische ,Axiom‘ der Christen, und die <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> korrekte Explikation der ,regulären‘ Kalkül-Prämisse Term :01: <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx'''‘ —</span>, jeweils im 2. und 3. Beweisgang)</span>. Das heißt aber nicht, dass der Autor des Kalküls sich mit diesem Glauben identifiziert hat, <span style="color:#00B000">(,hat‘ er auch nicht)</span>, oder dass der Leser des ontologischen Beweises von Kurt GÖDEL sich damit identifizieren muss, wenn er dessen <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> anerkennt. Zur erweiterten <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Explikation der Kalkül-Prämisse ''':''' Die <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ist das ,Meisterwerk‘ GOTTES ''':''' In ihr ist es GOTT gelungen, etwas Göttliches und Unzerstörbares in unsere korrupten Welt einzupflanzen ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Etwas Göttliches existiert notwendig, d.h. ,unzerstörbar‘ in unserer Welt''«</span>. Sie ist, durch die Menschwerdung des GOTTES Sohnes, JESUS CHRISTUS, dessen <span style="color:#4C58F0">„Leib“</span> die <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ist, untrennbar mit Menschen verbunden, die schon, von allem Anfang an, und jetzt immer noch, durch die Sünde korrumpiert sind. Mit ihr will und wird GOTT unsere Welt und die Menschheit, bis ans Ende der Zeit, von der Sünde und von deren Konsequenz, dem <span style="color:#00B000">(ewigen)</span> Tod <span style="color:#4C58FF">„erlösen“</span>, <span style="color:#00B000">(jedoch nicht ohne die Zustimmung des Menschen)</span>. Mit dieser Explikation wird die Tragweite des ontologischen Arguments ANSELMS, und damit auch die <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Relevanz der GÖDEL-Axiomatik erkennbar. Immer vorausgesetzt, <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man glaubt an GOTT, <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. ====<div class="center"><span style="color:#660066">3. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 3, (ANSELMS Theorem)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe___________________„Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 5)} & \quad P\ E_{not}\; \ & \text { } & \text{„Notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft“} \\ \text{ } & \text{( :: Das ist nur dann wahr, wenn ,Dasein‘ und ,Wesen‘ } & \ & \text{( :: dagegen KANT : ,Existenz‘ ist keine ,Eigenschaft‘,} \\ \text{ } & \;\;\text{in eins zusammenfallen ! ARISTOTELES : Theorem-2)}\ & \ & \;\;\text{,Sein‘ ist für alles, was existiert, kein ,reales Prädikat‘ ! )} \\ \text{(Definition 1)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \forall X(\ P \ X \Longrightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{„x ist genau dann GOTT, wenn x alle positiven Eigenschaften hat“} \\ \text{(Definition 3)} & \quad \ E_{not}\ x \;\Longleftrightarrow\;\ \forall X \left(\ X_{ess}\ x \Longrightarrow \Box \; \exists y \ X\ y \right) & \ & \text{„Notwendige Existenz ist genau dann eine Eigenschaft von x, wenn} \\ \text{ } & \quad & \ & \;\;\text{alle wesentl. Eigenschaften von x notwendig instanziiert sind“} \\ \text{(Korollar 1)} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{„Es ist widespruchsfrei möglich, dass es GOTT gibt“} \\ \text{(Theorem 2)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ &\text{„Dasein, GOTT-Sein, Existenz ist das Wesen, die Essenz GOTTES“} \\ \text{(Korollar 2)} &\quad \ G\ x \;\Longrightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y))\ & \ &\text{„Wenn es GOTT gibt, dann gibt es notwendig nur einen GOTT“} \\ \text{(Theorem 3)} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \;\Longrightarrow\; \Box \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{( :: ANSELMS Prinzip)} \\ \text{ } & \text{„Weil es widerspruchsfrei möglich ist, dass es GOTT gibt,} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{ } & \;\;\text{ist der Glaube, dass es GOTT wirklich gibt, widerspruchsfrei“} \\ \text{01} & \quad \ G \ x\ & \ & \text{ AE: „Angenommen, x steht für den GOTT der Christen“} \\ \text{02} & \quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{(D1):01:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{03} & \quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ & \text{:02:[ⱯXA(X) ├ A(X)] :: (Quantorenregel)} \\ \text{04} & \quad \ P \ E_{not}\;\Rightarrow \ E_{not}\ x\ & \ & \text{:03:Instanz(X:= Enot) :: (Substitution für Eigenschaften)} \\ \text{05} & \quad \ E_{not}\ x\ & \ & \text{(A5):04:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B]} \\ \text{06} & \quad \forall X \left(\ X_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ X\ y \right) & \ & \text{(D3):05:[Modus ponens]} \\ \text{07} & \quad \ X_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ X\ y & \ & \text{:06:[ⱯXA(X) ├ A(X)]} \\ \text{08} & \quad \ G_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ G\ y & \ & \text{:07:Instanz(X:= G)} \\ \text{09} & \quad \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{(Th2):01:[Modus ponens]} \\ \text{10} & \quad \text{ ├ }\;\Box \; \exists x \ G\ x & \ & \text{:08:09:[Modus ponens]:FUB(y:=x) :: (Freie-Um-Benennung der Var.)} \\ \text{ } & \text{„Es gibt GOTT wirklich, für jede mögliche Welt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{1. Hauptergebnis !} \\ \text{11} & \quad \;\Diamond \exists x \ G \ x \;\Longrightarrow \; \Box \; \exists x \ G\ x & \ & \text{(K1):10:[├A├B ╞ A→B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''} \\ \text{(Theorem 3)} & \;\text{„Weil es widerspruchsfrei möglich ist, dass es GOTT gibt,} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war ! 2. Hauptergebnis ! } \\ \text{ } & \;\;\text{ist der Glaube, dass es GOTT wirklich gibt, widerspruchsfrei“} \\ \text{12} & \quad \;\Box \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y))\ & \ &\text{(K2):01:[Modus ponens]} \\ \text{13} & \quad \;\Box \; (\exists x \ G\ x \wedge \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y)))\ & \ & \text{:10:12:[Konjunktion]:DIST(□∧)} \\ \text{(Korollar 3)} & \;\text{„Es gibt notwendig genau nur einen GOTT“} & \ & \text{„Es gibt für jede mögliche Welt nur den GOTT der Christen“} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-3 ''':''' <span style="color:#00B000">(Ein Theorem und zwei Korollare, aus den beiden vorhergehenden Beweisgängen, werden hier, im 3. Beweisgang, zu ,Axiomen‘, die das Theorem-ANSELMS und sein Korollar mit-verifizieren und bestätigen.)</span> Dieser Beweisgang ist das Ziel aller Bemühungen. Hier wird der sog. ,ontologische Gottesbeweis‘ nach ANSELM von Canterbury formal-syntaktisch dargestellt und als logisch nachvollziehbar von GÖDEL bestätigt. Damit hat er aber auch klar gestellt, dass der ontologische Beweis ANSELMS kein Beweis für die ,Existenz‘ des GOTTES der Bibel sein kann, bzw. sein ,will‘ ''':''' Denn mit der Prämisse, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(Term :01:, wie auch schon im ,Basisbeweis‘, und ausformuliert hier in Term :02:, mit der Definition für GOTT)</span>, wird mit dem traditionellen, abendländischen ,GOTT-Glauben‘, der ,glaubt‘, dass der Gott der Christen tatsächlich existiert, — methodologisch als ,Annahme‘ —, der Beweisgang schon regulär und explizit eröffnet, aus dem sich dann, logisch korrekt, mit Hilfe der GÖDEL-Axiome und Definitionen, das ,Theorem ANSELMS‘ ergibt; <span style="color:#00B000">(hier jedoch, mit Günther J. WIRSCHING, ohne den Umweg bei GÖDEL über das modale Axiom-BECKER ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇□A→□A'''‘ —</span>, das André FUHRMANN recherchiert hat)</span>. GÖDEL verwendet zur Darstellung des sog. ,ontologischen Gottesbeweises‘ nach ANSELM die Struktur eines modal-logischen Kalküls. Ein modal-logisches Kalkül ist ein genau geregeltes Schema, in dem bei bestimmten ,Annahmen‘ <span style="color:#00B000">(Axiome, Definitionen, Prämissen)</span> etwas anderes als das Vorausgesetzte auf Grund des Vorausgesetzten mit Notwendigkeit folgt. Entsprechend der ,Modalität‘ der sechs ,modal‘ notwendigen Voraussetzungen, hier, für den 3. Beweisgang, die in den <span style="color:#00B000">(und durch die)</span> beiden vorhergehenden Beweisgängen schon als ,modal‘ wahr, bzw. als annehmbar verifiziert und/oder ,bewiesen‘ wurden, sind auch die beiden ,Schlusssätze‘ <span style="color:#00B000">(Theorem-3 und Korollar-3)</span> ,modal‘ wahr, bzw. annehmbar '''!''' Die Wahl der Prämisse :01: dagegen ist nicht ,modal‘ notwendig, sondern beruht auf einer freien Entscheidung, und damit ist auch ihre Interpretation eine freie Entscheidung, mit der Voraussetzung, dass man das Kalkül mit Theoremen aus der <span style="color:#4C58FF">„christlichen Theologie“</span> evaluieren, und damit interpretieren will. Dazu berechtigt die Genese des Kalküls. Der Glaube an den GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, beruht immer auf einer freien Entscheidung. Das Kalkül, als solches, unabhängig von jeder Interpretation seiner Syntax, ist genau dann ,allgemein‘ <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, d.h. ,ist allgemein gültig‘, wenn es gültigen Logik-Regeln folgt. Die Bestimmung seiner Syntax jedoch, d.h. seine Interpretation, unterliegt hermeneutischen Kriterien, die nicht von Logik-Regeln abhängen, wie hier ''':''' <span style="color:#FF6000">»''(unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt). Nur dann sind die Axiome wahr''«</span>, wie GÖDEL selbst hinzufügt. Mit der, — von GÖDEL eingeforderten —, ‚Unabhängigkeit‘ der Kalkül-Axiome von der zufälligen Struktur der Welt, wird implizit für das Kalkül auch festgelegt, dass <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> ‚unabhängig‘ von der zufälligen <span style="color:#00B000">(Raum-Zeit-)</span>Struktur unserer vergänglichen Welt, und daher ,zeitlos-ewig‘ ist, <span style="color:#00B000">(was <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> korrekt ist)</span>, begründet durch Definition-1 und Axiom-3. Aus der zeitlosen Ewigkeit GOTTES folgt, dass GOTT, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „grundlos“</span>, für uns immer schon ‚da‘ ist, denn bei Zeitlosigkeit gibt es keinen ,zeitlichen‘ und damit auch keinen ,ontologischen‘ Unterschied zwischen ‚Ursache‘ und ‚Wirkung‘. Beides ist dann koinzident ,eins‘ ''':''' wie ,Wesen‘ und ,Dasein‘ in GOTT, bzw. wie ,Begriff‘ und ,Sein‘, oder ,Möglichkeit‘ und ,Wirklichkeit‘. <span style="color:#00B000">(Man vergleiche damit auch die ,postulierte‘ Einheit von ,Erkenntnisobjekt‘ und ,Erkenntnissubjekt‘ im ,Gott‘ des ARISTOTELES ''':''' im <span style="color:#FF6000">»<span style="color:#00B000">[ selbstbewussten ]</span> ''Erkennen seiner Erkenntnis''<span style="color:#00B000">[-Tätigkeit ]</span>«<span style="color:#00B000"> | </span>„<span style="font-family: Times;"><big>νοήσεως νόησις</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„noêseôs noêsis“</span> <small>(‚<span style="font-family: Times;"><big>''Metaphysik''</big></span>‘ XII 9, 1074b34)</small>, im Vollzug seiner Funktion als ,unbewegtes Bewegungsprinzip‘, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„prôton kinoûn akinêton“</span> der Welt, das alles Übrige <span style="color:#FF6000">»''wie ein Geliebtes''«<span style="color:#00B000"> | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὡς ἐρώμενον</big></span>“</span> | <span style="color:#FF6000">„hôs erômenon“</span> bewegt; d.h. christlich ''':''' <span style="color:#FF6000">»''aus Liebe''«</span> ,entstehen‘ lässt.)</span> Anmerkung-4 ''':''' Das <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span> schon bewiesene Theorem-2, d.i. die Koinzidenz von <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> in GOTT, <span style="color:#00B000">(‚Existenz‘</span> und <span style="color:#00B000">‚Essenz‘)</span>, rechtfertigt sowohl Axiom-5 als auch die Definition-3, und widerlegt den Einwand KANTS. Somit ist deren Setzung <span style="color:#00B000">(hier, im 3. Beweisgang)</span> korrekt, und durch das Theorem-2 schon vorbestimmt und bestätigt, d.h. beide sind ,wahr‘ und annehmbar, da sie durch die Gültigkeit von Theorem-2 ,verifiziert‘ worden sind. Damit wird klar erkennbar, dass das Theorem-2 tatsächlich die Basis des GÖDEL-Kalküls ist. Und wenn damit Axiom-5 im GÖDEL-Kalkül ‚gerechtfertigt‘ ist, dann ist auch, <span style="color:#00B000">(als Voraussetzung dafür)</span>, das Axiom-4 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX → □PX'''‘ — ''':''' </span> <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ ,Transzendentalia‘ ]</span>, ''sind notwendig aus sich'', <span style="color:#00B000">[ von Natur aus ]</span>, ''positiv''«</span>, im 2. Beweisgang erklärbar, in dem die ‚Positivität‘, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, einer Eigenschaft schon als ‚notwendig‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, charakterisiert worden ist, äquivalent zu Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, in dem die ‚Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span>, <span style="color:#00B000">(der Existenz <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>)</span>, dann als ‚positive‘ Eigenschaft, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ‚bestimmt‘ wird; <span style="color:#00B000">(unter der speziellen Voraussetzung, dass <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> definitiv als eine <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> in GOTT ,instanziiert‘ ist; vgl. Definition-3. Eine ,bestimmte‘ Eigenschaft ist genau dann ,instanziiert‘, wenn sie an einem Träger real ,existiert‘. Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, besagt, dass die, von GÖDEL postulierte, <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz“</span> zu den ,ultimativen‘ Transzendentalia in GOTT gehört. Genauer ''':''' Sie ist die ,Summe‘ aller Transzendentalia.)</span> Zum Axiom-4, <span style="color:#00B000">(bzw. zum Term :14:, im 2. Beweisgang)</span>, erklärt GÖDEL in seinen Notizen zum Kalkül ''':''' <span style="color:#FF6000">»''da es'' <span style="color:#00B000">[ das Notwendigsein, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span> ]</span> ''aus der Natur der'' <span style="color:#00B000">[ positiven ]</span> ''Eigenschaft folgt'', <span style="color:#00B000">[ deren Positivität, im selben Beweisgang, mit Term :13: vorher schon ,bewiesen‘ (╞ ) worden ist ]</span>«</span>. Der Unendliche, GOTT, — im Glauben der Christen —, ist deswegen ,notwendig für uns da‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, weil er als GOTT ,vollkommen‘, ,perfekt‘ und absolut ,positiv‘, d.h. absolut ,gut allein‘ ist, ohne jede Negativität ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>; <span style="color:#00B000">(was auch schon im 2. Beweisgang mit Term :13: verifiziert wurde)</span>. Und wenn GOTT ,vollkommen‘, ,perfekt‘, ,positiv‘, und absolut ,gut‘ ist, dann ist er das auch ,notwendig aus sich‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG → □PG'''‘ — ::</span> <span style="color:#00B000">(als Zusatz-Korollar im 2. Beweisgang mit Axiom-4 und der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=G) ]</span>)</span>, d.h. ,aus seinem Wesen‘. Das ist gerade das, ,was‘ GOTT als GOTT ausmacht ''':''' sein ,Wesen‘, bzw. seine <span style="color:#FF6000">„Natur“</span>. Zusammen mit der Definition-1 für GOTT, <span style="color:#00B000">(und der Definition-2 ''':''' Alle Wesenseigenschaften hängen notwendig gleichwertig aus sich zusammen)</span>, ist dieses, aus der <span style="color:#FF6000">„Natur“</span> GOTTES sich ergebende, ‚Notwendigsein‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, aller ‚positiven‘ Eigenschaften im Axiom-4, und ihr logischer Zusammenhang, d.i. die Koinzidenz aller ,Vollkommenheiten‘ im Unendlichen, GOTT, ihr ,Zusammenfallen in eins‘, die entscheidende Voraussetzung, aus der sich dann für GÖDEL <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span> auch der logische Zusammenhang, bzw. die ontologische Identität, <span style="color:#00B000">(die Koinzidenz)</span>, von <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> in GOTT, im Basis-Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> mit Notwendigkeit ergibt. Das Theorem-2 ist dann, in weiterer Folge, die ,modal‘ notwendige, d.h. die transzendentale Voraussetzung auch für den Konsequenz-Teil im Theorem ANSELMS, <span style="color:#00B000">(Term :09: hier im 3. Beweisgang)</span>. <span style="color:#FF6000">„Positive Eigenschaften“<span style="color:#00B000"> | </span>„Vollkommenheiten“</span> sind ,immer‘ auch <span style="color:#FF6000">„notwendige Eigenschaften“</span>, daher ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. Das ,Dasein‘, die <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> ist ,immer‘ etwas <span style="color:#FF6000">„Positives“</span>, speziell in GOTT, dem Schöpfer jeder ,Existenz‘, bzw. allen ,Seins‘. Axiom-4 begründet im GÖDEL-Kalkül das Basis-Theorem-2, und ,verankert‘ dieses Theorem damit zugleich in der <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span>-philosophischen Tradition der ,Rede von GOTT‘ bei ARISTOTELES, — AVICENNA, — ANSELM, — DESCARTES, — LEIBNIZ, — HEGEL, — und bei GÖDEL mit äußerster ,logischer‘ Klarheit. Anmerkung-5 ''':''' Der ‚Schlüsselbegriff‘ in diesem Kalkül ''':''' <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“<span style="color:#00B000"> | </span>„Perfektion“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span>, dominiert alle Axiome des GÖDEL-Kalküls, jedoch ohne inhaltlich genauer ‚bestimmt‘ worden zu sein. Für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> gibt es keine explizite Definition '''!''' <span style="color:#00B000">(Das Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span>, besagt nur, dass die ,postulierten‘, positiven Eigenschaften, die <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span>, formal miteinander verträglich, d.h. ‚widerspruchsfrei‘ sind, wegen Axiom-2. Axiom-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX ∧ □∀x(Xx→Yx)→PY'''‘ —</span>, besagt, dass positive Eigenschaften ,gleichwertig‘ sind, d.h. gleich ,wahr‘ sind, weil sie ,notwendig‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, aus sich, alle paarweise mit- und voneinander ,impliziert‘ sind, sich gegenseitig ,einschließen‘, und damit eine Einheit bilden, d.h. in GOTT ,eins‘ sind. Axiom-2 ist somit zugleich eine ,indirekte‘ Definition für ,positive‘ Eigenschaften ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>. Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span>, besagt ''':''' Weil die ,gleichwertigen‘, positiven Eigenschaften sich gegenseitig implizieren, und damit notwendig von einander abhängen, d.h. koinzident in GOTT ,eins‘ sind, — wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT steht —, sind sie somit auch die ,wesentlichen‘ Eigenschaften, die <span style="color:#FF6000">„ultimativen Transzendentalia“</span>, in GOTT, der, wesentlich und exklusiv, notwendig ,Einer‘ ist. Fußnote zu Definition-2 in der GÖDEL-Notiz ''':''' <span style="color:#FF6000">»''any two essences of x are nec. equivalent''«</span>. Die paarweise, notwendige Äquivalenz von zwei beliebigen Wesenseigenschaften der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span>, wird hier, spezifisch für GOTT, d.h. wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT, dem einen, steht, zur <span style="color:#FF6000">„Koinzidenz“</span>, — zum paarweise ,Zusammenfallen in eins‘ —, dem inneren Zusammenhang aller seiner <span style="color:#FF6000">„ultimativen“</span> Vollkommenheiten, d.h. aller <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> und Zuschreibungen, in dem Unendlichen, GOTT.)</span> In den entscheidenden ‚Schlusssätzen‘ des Kalküls ist der ‚Schlüsselbegriff‘ verschwunden. Hier ist nur mehr von GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, die Rede ''':''' Korollar-1, <span style="color:#FF6000">„Es ist definitiv denkbar, dass es GOTT gibt“</span>, Theorem-2, <span style="color:#FF6000">„Dasein, GOTT-Sein, Göttlichkeit ist das Wesen GOTTES“</span>, Theorem-3, <span style="color:#FF6000">„Weil GOTT definitiv denkbar, d.h. widerspruchsfrei möglich ist, darum ist auch der Glaube an GOTT widerspruchsfrei, logisch richtig und mathematisch evident, der annimmt, dass es GOTT, mit Notwendigkeit, wirklich gibt“</span>, <span style="color:#00B000">(nach ANSELM von Canterbury, und was spezifisch das <span style="color:#FF6000">»</span>''Privilegium der Gottheit allein''<span style="color:#FF6000">«</span> ist, nach LEIBNIZ)</span>, und Korollar-3, <span style="color:#FF6000">„Es gibt notwendig aus sich, d.i. unverursacht, nur einen GOTT“</span>. Das GÖDEL-Kalkül ist zu diesen Erkenntnissen gekommen, ohne die Eigenschaften, bzw. die ‚Vollkommenheiten‘ GOTTES, d.h. wer oder was GOTT ‚an sich‘ selbst ist, genauer bestimmen zu müssen, <span style="color:#00B000">(was ,für uns‘ ohnehin ,unmöglich‘ ist)</span>; außer im Theorem-2, in dem das <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> GOTTES als die ‚für uns‘ bestimmende und wichtigste <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> in GOTT erkannt worden ist, — immer vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man ‚glaubt‘ an den zeitlos-ewigen GOTT ''':''' <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. Der GOTT des GÖDEL-Kalküls ist nicht mehr der an Raum und Zeit gebundene ‚Gott‘ des ARISTOTELES, sondern der von Raum und Zeit <span style="color:#FF6000">»''unabhängige''«</span> GOTT der Bibel bei ANSELM und bei LEIBNIZ. Das GÖDEL-Kalkül, <span style="color:#00B000">(wie ja auch der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘ ANSELMS)</span>, kann jedoch, — bei aller ‚Coolness‘ —, keinen GOTT-Glauben ‚erzeugen‘, sondern setzt vielmehr die Existenz GOTTES schon als notwendig gegeben voraus. Das Kalkül des Logiker GÖDEL beweist aber, dass der traditionelle ‚GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span>, mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span>, d.h. logisch ,richtig‘ und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span> ist, weil der ‚Nicht-GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die atheistische Weltanschauung''«</span>, im Möglichkeitsbeweis notwendig zu unlösbaren Widersprüchen führt, und somit logisch ,falsch‘ ist. <span style="color:#00B000">(Die ,Logik‘ hat aber, — bekanntlich —, bei allen wichtigen, persönlichen Entscheidungen immer nur eine untergeordnete Rolle '''!''' )</span> Anmerkung-6 ''':''' Das erste, ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleitete, Hauptergebnis im 3. Beweisgang, Term :10: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' die ,notwendige‘ Existenz GOTTES, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse, Term :1: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>. Dieses erste Hauptergebnis hat also den überlieferten, traditionellen GOTT-Glauben zur Voraussetzung, und ist daher davon ,abhängig‘. Das zweite Hauptergebnis im 3. Beweisgang, das Theorem ANSELMS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, dagegen, ist die Darstellung der Abhängigkeit des ersten Hauptergebnisses von dem, vorher schon bewiesenen, ,Axiom‘ von der ,möglichen‘ Existenz GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, dem Korollar-1 aus dem 1. Beweisgang, und hat nicht mehr den überlieferten, traditionellen GOTT-Glauben zur Voraussetzung, und ist daher auch nicht mehr davon abhängig. Dazu die Feststellung LEIBNIZ‘ ''':''' ::Das Theorem ANSELMS ist <span style="color:#FF6000">»''ein unvollständiger Beweis, der etwas voraussetzt, was man noch hätte beweisen sollen, um ihm mathematische Evidenz zu verleihen — nämlich, dass man dabei stillschweigend voraussetzt, diese Vorstellung des durchaus großen oder durchaus vollkommenen Wesens sei möglich und enthalte keinen Widerspruch'' «</span>. Diesen unvollständigen Beweis hat GÖDEL im 1. Beweisgang mit dem ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleiteten, und als widerspruchfrei bewiesenen, Korollar-1 vervollständigt. Dieses Korollar ist nur vom logischen Axiom-1 und von der mathematischen Äquivalenz der Perfektionen, <span style="color:#00B000">(der Transzendentalia)</span>, im Axiom-2 ,abhängig‘, und nicht mehr von der methodologischen Kalkül-Prämisse, dem traditionellen GOTT-Glauben. Damit hat das Theorem ANSELMS die gesuchte <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> erreicht. Zusammenfassung ''':''' Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind konsistent''«</span>, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse im 1. Beweisgang, Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, den, — <u>modal-frei</u> — gewählten, ,angenommenen‘ positiven Eigenschaften. Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT-Sein ist das Wesen GOTTES''«</span>, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse im 2. Beweisgang, Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, dem, — <u>modal-frei</u> — gewählten, ,angenommenen‘ GOTT-Glauben der Christen. Im Unterschied dazu ist im 3. Beweisgang, im Theorem-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, der Glaube, dass es einen GOTT notwendig gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, die logische Konsequenz aus dem, — <u>modal-notwendig</u> — als widerspruchsfrei ,bewiesenen‘, Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, im 1. Beweisgang, <span style="color:#00B000">(auch im Beweisgang ,Widerlegung‘ im Anhang)</span>. Somit ist das Theorem ANSELMS, mit Korollar-1, nur vom logischen Axiom-1 der Widerspruchsfreiheit, und der paarweisen, mathematischen Äquivalenz beliebiger positiver Eigenschaften, <span style="color:#00B000">(aller Transzendentalia)</span>, im Axiom-2, abhängig. Damit ist die Bedingung für die geforderte, spezielle <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span>, und auch für die Widerspruchsfreiheit im Theorem ANSELMS erfüllt; unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. ====<div class="center"><span style="color:#660066">Widerlegung</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDEL-Kalkül : der Möglichkeitsbeweis als Widerlegung des Nicht-GOTT-Glaubens</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe_____________ „Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.1)} & \quad P \neg X \;\Longrightarrow\;\ \neg P\ X\ & \ & \text{„Wenn die Negation von X positiv ist, dann ist X nicht positiv“} \\ \text{(Axiom 2)} & \quad \Box \;\forall x (\ X\ x \Longrightarrow \ Y\ x) \Longrightarrow \ P\ Y & \ & \text{„Die Eigenschaft Y in allen x, die aus der Eigenschaft X in allen x} \\ \text{ } & \quad & \ & \; \; \text{mit modaler Notwendigkeit folgt, ist eine positive Eigenschaft“} \\ \text{(Korollar-1)} &\quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{ } \\ \text{ } & \text{„Es ist möglich, dass es den GOTT der Christen gibt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} & \quad \; \neg \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{ AE: „Es ist unmöglich, dass es diesen GOTT gibt“ (dezidierter Atheismus)} \\ \text{02} & \quad (\neg x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, nicht mit x identisch zu sein“ :: (ungleich)} \\ \text{03} & \quad (\ x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, mit x identisch zu sein“ :: (gleich)} \\ \text{04} & \quad \neg\neg \Box \neg \exists x \ G \ x \ & \ & \text{:01:[ ◇A ↔ ¬□¬A ] :: (Modalregel) } \\ \text{05} & \quad \neg\neg \Box \neg\neg \forall x \neg \ G \ x \ & \ & \text{:04:[ ∃xA ↔ ¬Ɐx¬A ] :: (Quantorenregel) } \\ \text{06} & \quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall x \neg G \ x \ & \ & \text{:05:NEG :: [ ¬¬A↔A ] :: (Gesetz der Aussagenlogik) } \\ \text{07} & \quad \Box \; \forall x \neg G \ x \Leftrightarrow\ W & \ & \text{:01:06:[ (:01:↔W) → (├:06:↔W) ] :: (Kalkülregel) } \\ \text{08} & \quad \Box \; \forall x \ G \ x \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:07:[ (¬A↔W)↔(A↔F) ] :: (Regel für Wahrheitswerte)} \\ \text{ } & \text{„Jeder GOTT-Glaube ist ganz sicher falsch ! “} & \ & \Longleftarrow\; \text{die logische Konsequenz aus der Prämisse :01: !} \\ \text{09} & \quad \ (\neg x = x ) \Leftrightarrow \ F \; \ & \text { } & \text{Xx:02:Instanz(X:=(¬x=..)) ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{10} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \text { } & \text{:08:09:[ (:08:↔F) → (:09:↔F) ] :: „ex falso sequitur quotlibet“} \\ \text{11} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow \; (\neg x = x)) \Rightarrow \; P (\neg x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(X:=G):Instanz(Y:=(¬x= ..)) } \\ \text{12} & \quad \ P (\neg x = .. ) & \ & \text{:10:11:[ Modus ponens ] :: [ A→B, A ├ B ]} \\ \text{13} & \quad \ P (\neg x = .. )\;\Rightarrow\ \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{(A1.1):Instanz(X:=(x=..))}\\ \text{14} & \quad \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{:12:13:[ Modus ponens ] :: (log. Schlussregel)}\\ \text{15} & \quad \ (x = x ) \Leftrightarrow \ W \; \ & \ & \text{Xx:03:Instanz(X:=(x=..)) ⇒ Tautologie !} \\ \text{16} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \ & \text{:08:15:[ (:08:↔F) → (:15:↔W) ] :: „ex falso sequitur etiam verum“} \\ \text{17} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (x = x)) \Rightarrow \ P (x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(X:=G):Instanz(Y:=( x= ..))} \\ \text{18} & \quad \ P (\ x = .. )\ & \ & \text{:16:17:[ Modus ponens ]}\\ \text{19} & \quad \text{ ├ }\; (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:14:18:[ Konjunktion ] ⇒ Kontradiktion !}\\ \text{20} & \quad \neg \Diamond \; \exists x \ G \ x \Rightarrow (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) & \ & \text{:01:19:[ ├A├B╞ A→B ] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''}\\ \text{ } & {\color{RedOrange}\text{Der Atheismus führt zu einem logischen Widerspruch ! }} & \ & \Longleftarrow\; \text{was mit Term :20: bewiesen ist !} \\ \text{21} & \quad \neg\neg \Diamond \; \exists x \ G \ x & \ & \text{:20:19:[ Modus tollendo tollens ] :: [ A→B,¬B ├ ¬A ]}\\ \text{22} & \quad \; \Diamond \; \exists x \ G \ x & \ & \text{:21:NEG }\\ \text{(Korollar-1)} & \;\text{„Es ist definitiv möglich, dass es diesen GOTT gibt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war !} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-7 ''':''' Dieser Beweisgang geht prinzipiell von der Existenz GOTTES, <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span>, aus, wobei aber die Möglichkeit seiner Existenz, und damit die Sinnhaftigkeit des Glaubens an GOTT, durch die Prämisse :01: in Frage gestellt wird, und daher im Kalkül überprüft werden soll. Denn mit der Behauptung der Existenz allein ist es nicht getan. Es muss auch seine Möglichkeit, d.h. die Sinnhaftigkeit des Glaubens an GOTT aufgewiesen werden. LEIBNIZ hat als erster, <span style="color:#00B000">(nach ANSELM)</span>, dieses Problem gesehen, und GÖDEL hat dafür eine Lösung gefunden. Dieser Beweisgang, <span style="color:#00B000">(analog zum Möglichkeitsbeweis von Günther J. WIRSCHING konzipiert)</span>, setzt in den Axiomen, genau wie im 1. Beweisgang, die Existenz von etwas <span style="color:#FF6000">„Positiven“, „Perfekten“, „Vollkommenen“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ,'''P'''‘ —</span>, allgemein für die Welt voraus, <span style="color:#00B000">(das im Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ,'''PG'''‘ —</span>, GOTT ultimativ zugeordnet wird ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist absolut positiv, perfekt und vollkommen''«</span>)</span>; was im 2. Beweisgang mit Term :13: als widerspruchsfrei, <span style="color:#00B000">(als ,wahr‘ und ,annehmbar‘ im Kontext des christlichen Glaubens)</span>, schon ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> worden ist. Die Existenz der ,Transzendentalien‘ in der Welt ist ein allgemeines Faktum; ihre Existenz auch in GOTT ist mit dem Term :13: des 2. Beweisganges bewiesen, die jedoch im Unendlichen, GOTT, als Transzendentalia, auch in ,ultimativer‘ Form vorliegen. Axiom-1 ,besagt‘, dass Eigenschaften nicht zugleich, vollkommen und nicht vollkommen, sein können. Axiom-2 ,besagt‘, dass, allgemein, alle Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(alle Transzendentalien)</span>, gleichwertig, <span style="color:#00B000">(mathematisch äquivalent)</span>, sind. <span style="color:#00B000">(Axiom-2 wird hier um das GÖDEL-Konjunkt <span style="color:#4C58FF">— ,'''PX'''‘ —</span> verkürzt dargestellt. Damit ist auch Axiom-3 für diesen Beweisgang unnötig geworden, ohne dass sich wegen dieser Kürzung am Ergebnis etwas ändert.)</span> Die Eigenschaft <span style="color:#4C58FF">— (¬x=..) —</span> ,besagt‘, dass GOTT ,unvergleichlich‘ ist, wenn <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> für GOTT steht. <span style="color:#00B000">(Der informelle Term, <span style="color:#4C58FF">— (¬x=..) —</span>, ersetzt hier, wie bei A. FUHRMANN, den formal korrekten Abstraktionsausdruck ''':''' <span style="color:#4C58FF">— λy.(¬x=y) —</span>, aus dem Lambda-Kalkül.)</span> Der Term :16: <span style="color:#4C58FF">— (x=x) ↔ W —</span> steht für die Selbstbezeichnung des GOTTES-JHWH in Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin‘''«</span>. Der GOTT der abendländischen, christlichen Tradition wird mit <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span> bezeichnet ''':''' d.i. der <span style="color:#FF6000">„GOTT der Christen“</span>, entsprechend der ,methodologischen‘ Prämisse und der ,Genese‘ des Kalküls, syntaktisch formalisiert in der Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''ist genau dann GOTT'', <span style="color:#4C58FF">,'''G'''‘</span>, ''wenn es alle Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">,'''P'''‘</span>, ''in sich schließt''«</span>, nach der Vorgabe von LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>. Mit Korollar-1 hat dieser Beweisgang dasselbe Endergebnis, wie der 1. Beweisgang. Der Beweis, dass der dezidierte Atheismus zu einem logischen Widerspruch führt, und damit falsch ist, ist ein Zwischenergebnis in diesem Beweisgang, und begründet mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, und unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung, den, von LEIBNIZ gesuchten, Möglichkeitsbeweis für die Existenz GOTTES im Argument des Erzbischofs, und bestätigt damit die Sinnhaftigkeit des GOTT-Glaubens. Einmal Axiom-1 und zweimal Axiom-2 sichern hier das Ergebnis des Kalküls ''':''' das Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es ist definitiv möglich, dass es den GOTT der Christen gibt''«</span>. Diese zwei Axiome sind die einzigen, und modal-notwendigen, d.h. die transzendentalen Voraussetzungen und Bedingungen für das Endergebnis ''':''' der Widerspruchsfreiheit und Sinnhaftigkeit des Glaubens der Christen an GOTT; <span style="color:#00B000">(dasselbe gilt natürlich auch für die <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Weltanschauung jeder monotheïstischen Religion '''!''' Dem Erzbischof ANSELM ging es damals nur um seinen Glauben an GOTT.)</span>. Die Logik-Regel <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„ex falso sequitur quotlibet, etiam verum“</big></span></span>, <span style="color:#00B000">(‚Aus Falschem folgt irgendetwas, auch Wahres‘)</span>, ist der scholastische Ausdruck für die ‚Implikation‘ <span style="color:#00B000">(Folgerung)</span> von Aussagen, die nur dann falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist, wenn das Antezedens wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, und die Konsequenz falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist. Andernfalls ist sie immer wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, auch wenn die Voraussetzung falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist ''':''' ‚Modern‘ darstellbar durch die ‚Wahrheitswertetafel‘ für die ‚materiale Implikation‘, <span style="color:#4C58FF">— ,(A → B)‘ —</span> <span style="color:#FF6000">„wenn A, dann B“</span>. Damit ist auch der <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ] </span> verstehbar; <span style="color:#00B000">(vgl. die vierte Zeile der ‚materialen Implikation‘)</span>. Der positive hypothetische Syllogismus ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ Modus ponendo ponens ] :: [ A → B, A ├ B ] </span> ist aus der ersten Zeile ablesbar. Die folgende Tabelle gibt für jeden ,Wahrheitswert‘ der Aussagen <math>A</math> und <math>B</math> das Resultat einiger zweiwertiger Verknüpfungen an ''':''' {|class="wikitable hintergrundfarbe2" style="text-align:center;" |- !colspan="2"|''Belegung''!!Konjunktion!!Disjunktion!!materiale<br /> Implikation!!Äquivalenz<br /> Bikonditional!!kopulative<br /> Konjunktion |- !<math>A</math> !<math>B</math> !<math>A</math> und <math>B</math> !<math>A</math> oder <math>B</math> !wenn <math>A</math> dann <math>B</math> !sowohl <math>A</math> als auch <math>B</math> !entweder <math>A</math> oder <math>B</math> |- !W!!W |W||W||W||W||F |- !W!!F |F||W||F||F||W |- !F!!W |F||W||W||F||W |- !F!!F |F||F||W||W||F |} <span style="color:#00B000">(Eine ‚Konjunktion‘ ist nur dann ,wahr‘, wenn beide Aussagen einer ‚Konjunktion‘ wahr sind. Eine ‚kopulative Konjunktion‘ ist nur dann ,wahr‘, wenn entweder die eine, oder die andere Aussage der ‚kopulativen Konjunktion‘ wahr ist. Es besteht also eine Wenn-Dann-Verbindung zwischen beiden Aussagen — eine ,Kopplung‘. Das ist die logische Grundlage von Axiom-1 im GÖDEL-Formalismus)</span> Um das Widersprüchliche der ,Annahme‘ nachzuweisen, dass positive Eigenschaften ,nicht konsistent‘ seien, <span style="color:#00B000">(im 1. Beweisgang)</span>, bzw. um das Falsche und Sinnwidrige der ,Annahme‘ klarzustellen, es sei ,unmöglich‘, dass es einen GOTT gibt, <span style="color:#00B000">(hier, in der Widerlegung)</span>, verwendet das GÖDEL-Kalkül den Gegensatz ''':''' wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span>, zwischen der dritten und vierten Zeile der Wahrheitswertetafel für die ,materiale Implikation‘, entsprechend der Regel <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„ex falso sequitur quotlibet, etiam verum“</big></span></span>, jeweils mit der Hilfe von Axiom-1 und Axiom-2; hier unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. Im Gegensatz dazu, wird, <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, aus dem Glauben an GOTT, mit einer <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, speziell mit Axiom-1, das Widersprüchliche in der ,Annahme‘ nachgewiesen, es gäbe in GOTT <span style="color:#FF6000">»''keine Vollkommenheit, nichts Positives, nichts Perfektes''«</span>, d.h. keine ,Transzendentalia‘. In dieser <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, im 2. Beweisgang, wird vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span> ''':''' es gibt den GOTT der Christen, <span style="color:#00B000">(als Prämisse :01:)</span>, der ,unvergleichlich‘ und ,einzigartig‘ ist, und in dem auch alle ,Transzendentalia‘ <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ,eins‘ sind, entsprechend Axiom-2. Für KANT kann ein Widerspruch nur in den Prädikaten eines Satzes entstehen. ::<span style="color:#FF6000">»</span> ''Wenn ich das Prädicat in einem identischen Urtheile aufhebe'', <span style="color:#00B000">[ durch eine Negation ]</span>, ''und behalte das Subject, so entspringt ein Widerspruch''. <span style="color:#00B000">[ Wenn ich sage ''':''' ,''GOTT ist nicht allmächtig''‘, entsteht ein Widerspruch zur richtigen Aussage ''':''' ,''GOTT ist allmächtig''‘. ]</span> … ''Wenn ihr aber sagt ''':''' ,GOTT ist nicht‘, so ist weder die Allmacht, noch irgendein anderes seiner Prädicate gegeben; denn sie sind alle zusammt dem Subjecte aufgehoben'', <span style="color:#00B000">[ negiert ]</span>, ''und es zeigt sich in diesem Gedanken nicht der mindeste Widerspruch.'' <span style="color:#FF6000">«</span><ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 398f; https://www.korpora.org/kant/aa03/398.html</ref> Es ist richtig, wie KANT sagt, der Widerspruch entsteht nicht in dem Gedanken ''':''' ,''GOTT ist nicht''‘. GÖDEL zeigt daher, dass der Widerspruch erst dann entsteht, wenn von der Annahme ausgegangen wird ''':''' '',Es ist unmöglich, dass GOTT ist''‘. Daraus folgt dann ,regulär‘, mit Hilfe von Axiom-1 und Axiom-2, <span style="color:#00B000">(d.h. mit den Theoremen von den Transzendentalien)</span>, die logische ,Möglichkeit‘ GOTTES, unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. Wie LEIBNIZ klar erkannt hat, muss zuerst, aus dem Widerspruch des Gegenteils, die logische ,Möglichkeit‘, <span style="color:#00B000">(die Konsistenz)</span>, der Existenz GOTTES bewiesen werden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, bevor daraus die reale ,Notwendigkeit‘ eines GOTTES abgeleitet werden kann ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>. Dieser Sachverhalt ist jedoch das ausschließliche Spezifikum GOTTES, <span style="color:#00B000">(das <span style="color:#FF6000">»''Privilegium der Gottheit allein''«</span>)</span>, und gilt nur bei GOTT, als dem Unvergleichlichen und Einzigartigen. Dieses ,Spezifikum‘ wird im Theorem ANSELMS abgebildet ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, auf Grund von Axiom-2, das den inneren Zusammenhang, die Koinzidenz auch von ,Möglichkeit‘ und ,Notwendigkeit‘ im Unendlichen, GOTT, erkennen lässt. Bis Zeile 10, im 3. Beweisgang, reicht der Geltungsbereich der ,modal‘-frei gewählten Kalkül-Prämisse :01:, der ,methodologische‘ GOTT-Glaube. In Zeile 11 liegt der ,Schwerpunkt‘ des ontologischen Beweises dann am, — modal als notwendig — ,bewiesenen‘ Widerspruch des Gegenteils zum GOTT-Glauben, <span style="color:#00B000"> (formal-syntaktisch dargestellt als widerspruchfreies Antezedens, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, dem Korollar-1 aus dem 1. Beweisgang)</span>, und nicht mehr am ,angenommenen‘ GOTT-Glauben der Kalkül-Voraussetzung, <span style="color:#00B000">(nun dargestellt als Konsequenz <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> im Theorem ANSELMS)</span>. Damit hat er, — angeregt durch LEIBNIZ, und mit ihm —, die fast einhellig akzeptierte Fehldeutung des ontologisch-<span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Arguments ANSELMS für GOTT durch gewichtige philosophische, <span style="color:#00B000">(KANT<ref>GOTT ist absolut einzigartig und unvergleichlich. KANT macht GOTT jedoch zu einem ,Ding‘ unter den vielen ,Dingen‘ dieser Welt, indem er die Existenz, bzw. das ,Sein‘ GOTTES mit dem ,Sein der Dinge‘ gleich setzt. Eine solche Gleichsetzung ist bei GOTT unangebracht und daher unzulässig! Er verkennt damit die Einzigartigkeit und Besonderheit GOTTES. Das ,Sein‘ der Dinge ist — nach KANT — ,kein reales Prädikat’, d.h. Existenz ist keine Eigenschaft. In GOTT ist ,Sein‘ hingegen ein ,reales Prädikat‘, d.h. Existieren ist die Wesenseigenschaft GOTTES, denn GOTT ist der, der für uns — aus Liebe — immer schon ,da‘ ist, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das ist das, was GOTT für uns ausmacht — sein Wesen.</ref>)</span>, und <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span>, <span style="color:#00B000">(THOMAS<ref>GOTT ist absolut einzigartig und unvergleichlich. THOMAS unterscheidet die ,Natur GOTTES‘ nicht von der ,Natur der Dinge‘, indem er die ,Natur‘ des GOTTES ANSELMS irrtümlich mit der ,Natur‘ der Dinge gleich setzt. Damit reiht er GOTT unter die vielen Dinge unserer Welt ein: GOTT ,esse in rerum natura‘, d.h. wörtlich, dass der GOTT ANSELMS in der ,Natur‘ der Dinge existiert. Eine solche Gleichsetzung ist bei GOTT unangebracht und daher unzulässig! Die ,zeitlose-überzeitliche‘ Wirklichkeit, (Natur), GOTTES ist völlig verschieden und unabhängig von der zufälligen Wirklichkeit, (die ,Natur‘), unserer ,raum-zeitlichen‘ Welt. Daher ist sie mit dieser auch nicht vergleichbar.</ref>)</span>, Autoritäten zurechtgerückt, welche die Einzigartigkeit und Unvergleichlichkeit des Unendlichen, GOTT, bei ihrer Beurteilung des Theorem ANSELMS nicht berücksichtigt haben, sondern den Unendlichen, <span style="color:#00B000">(irrtümlich)</span>, unter die endlichen Dinge unserer Welt eingereiht haben. GÖDEL hat mit dem bewiesenen Widerspruch des Gegenteils zum GOTT-Glauben, den Beweis für die <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> des Theorem ANSELMS geliefert, was, nach LEIBNIZ, für die Akzeptanz dieses Theorems noch gefehlt hat. Das Theorem ANSELMS besagt universell ''':''' Die <span style="color:#FF6000">»''theologische Weltanschauung''«</span> der Juden, Christen und Muslime, die ,annehmen‘, dass es mit ,Notwendigkeit‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□'''‘ —</span> <span style="color:#00B000">(nur)</span> einen GOTT gibt, ist logisch richtig und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, weil es <u>ohne Widerspruch</u> ,denkbar‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇'''‘ —</span> ist, dass es GOTT gibt ''':''' Nicht mehr und nicht weniger, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>. Es geht hier bei GÖDEL nicht um Theoriefindung oder ähnliches. GÖDEL ist kein Theoretiker. GÖDEL ist Logiker und Mathematiker. Was er sagt, ist mathematisch wahr und logisch richtig. Wenn er sagt, dass die Aussage ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ — »''wahr''«</span> ist ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es ist möglich, dass es Gott gibt, wegen Axiom-2 (und Axiom-1)''«</span>, dann spricht er hier von der mathematischen Wahrheit. Logischerweise ist dann die konträre Aussage ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ — »''falsch''«</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es ist nicht möglich, dass es einen Gott gibt''«</span>, und zwar mathematisch falsch, weil sich aus dieser Aussage ein Widerspruch ergibt. Jeder, der die mathematische Logik GÖDELS lesen kann, kann das sehen und verstehen ''':''' Das Zwischenergebnis, <span style="color:#00B000">(Term :20:)</span>, in dieser Kalkül-Ableitung, die logische Konsequenz aus der Annahme des dezidierten Atheismus, es sei unmöglich, dass es GOTT gibt, ist der faktische, nachprüfbare, und für jeden Menschen sichtbare Beweis dafür, dass diese Annahme in einen Widerspruch mündet, und damit falsch und unlogisch ist. Das bedeutet, es ist eine Tatsache, bzw. es ist Faktum, dass der Atheismus, — mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span> —, wirklich falsch und unlogisch ist, und daher als ,Unsinn‘ bezeichnet werden darf '''!''' Das ist nicht bloß als eine Theoriefindung, oder als eine Interpretation eines Autors zu verstehen. Das ist vielmehr genau so wahr und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, wie, dass zwei mal zwei vier ergibt, und wirklich genau so logisch richtig, wie, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Das ist gerade das Überraschende und Unerwartete am Gödel-Kalkül. Es geht hier nicht mehr um Theoriefindung oder Interpretationen, denen man zustimmen kann oder nicht. Es geht hier <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span> um mathematisch-logische Fakten. Damit steht GÖDEL in seiner Bedeutung neben KOPERNIKUS. ---- Kurt GÖDEL ist schon deswegen ein Ausnahmelogiker. ---- ===<div class="center"><span style="color:#660066">Epilog für Skeptiker</span></div>=== Wenn man das GÖDEL Argument genau liest, dann ist nur die Annahme ''':''' <span style="color:#FF6000"> „es ist möglich, dass es GOTT gibt“</span> bewiesen, weil aus der Annahme ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist unmöglich, dass es GOTT gibt“</span> ein logischer Widerspruch ableitbar ist. Die Aussage ''':''' <span style="color:#FF6000">„es gibt GOTT“</span> ist dagegen schon eine Glaubensaussage, und damit ist das auch die ,Grundannahme‘ eines gläubigen Menschen, der dann aus der ,bewiesenen Möglichkeit‘, dass es Gott gibt, ableiten kann ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es gibt GOTT wirklich''«</span>, wenn er will ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es stimmt also, was ich glaube '''!''''' «</span> Das ist das Argument ANSELMS, der ein christlicher Amtsträger war, und der daher von dieser Grundannahme auch ausgeht. Solange in den Voraussetzungen des Möglichkeitsbeweises im Gödel-Kalkül kein Widerspruch nachweisbar ist, und solange in der logischen Durchführung keine schweren Mängel festgestellt werden können, ist das Ergebnis des Möglichkeitsbeweises, wie GÖDEL ihn durchgeführt hat, korrekt, und die Folgerungen daraus, logisch richtig, dass es sich hier um <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> handelt, <span style="color:#00B000">(z. B. wie 2 x 2 = 4)</span>. Aber niemand ist gezwungen, aus der Möglichkeit, dass es GOTT gibt, daraus zu schließen, dass es GOTT auch mit Notwendigkeit gibt, wie das im Argument ANSELMS geschieht, außer, er akzeptiert auch die Grundannahme, dass es den Unendlichen und Unvergleichlichen tatsächlich gibt. Dann kann er mit LEIBNIZ, der selbst an GOTT geglaubt hat, mit Bestimmtheit sagen ''':''' <span style="color:#FF6000">»''gesetzt, dass GOTT möglich ist, so ist er, was das Privilegium der Gottheit allein ist''«</span>, weil GÖDEL mit seinem Kalkül den noch ausstehenden Beweis der Widerspruchsfreiheit dafür geliefert hat. Wenn Du den 3. Beweisgang des GÖDEL-Kalküls genauer anschaust, dann siehst Du, dass der Konsequenz-Teil im Argument ANSELMS, der identisch ist mit dem Term in der Zeile 10, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, immer noch formallogisch abhängig ist von der methodologischen Glaubens-Prämisse, Term :01:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„das x steht für den Gott der Christen“</span>, was bis zur Zeile 10 offensichtlich korrekt ist. <span style="color:#00B000">(Man könnte nach dieser Zeile, ohne Weiteres, ,regulär‘ die <span style="color:#FF6000">„logische Implikation”</span> :: <span style="color:#4C58FF">[├ A ├ B ╞ A→B ]</span> mit Term :01: und Term :10: als ein mögliches Korollar bilden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→□∃xGx'''‘ — </span>)</span>. Das bedeutet, der Konsequenz-Teil im Theorem ANSELMS, der in diesem Korollar an zweiter Stelle steht, ist damit in seiner Formal-Struktur offensichtlich ,regulär‘ von der Glaubens-Prämisse, Term :01:, abhängig, d.h. er ist der Ausdruck einer Glaubensüberzeugung. Im Theorem ANSELMS steht er jetzt in der Zeile 11 als Konsequenz-Teil auch an zweiter Stelle, hat aber nicht mehr seine Glaubens-Prämisse als notwendige Bedingung an erster Stelle vor sich, wie im ,regulär‘-möglichen Korollar. Jetzt steht eine neue und andere Voraussetzung als Begründung vor ihm. Der Schwerpunkt des Argument ANSELMS liegt damit am Begründungs-Teil des ANSELM-Theorems, der jetzt die erste Stelle im Theorem einnimmt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist möglich, dass es GOTT gibt“</span>, der erst dadurch entstanden ist, und davon abhängig ist, weil sein Gegenteil ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist unmöglich, dass es GOTT gibt“</span>, zu einem Widerspruch geführt hat. Dieser Begründungs-Teil, das Antezedens, im Argument ANSELMS, ist daher nicht mehr von der methodologischen Glaubens-Prämisse, Term :01:, abhängig, sondern nur vom Axiom-1, der Widerspruchsfreiheit, und von der paarweisen, mathematischen Äquivalenz beliebiger positiver Eigenschaften im Axiom-2, die im 1. Beweisgang, bzw. im Beweisgang ,Widerlegung‘, mit dem <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ]</span>, die Widerspruchsfreiheit des GOTT-Glaubens mit Notwendigkeit herbeigeführt haben. Daraus ergibt sich eine logische Verschiebung in der Argumentationskette, denn dieser Begründungs-Teil, der jetzt die Widerspruchsfreiheit für den Konsequenz-Teil liefert, ist selbst unabhängig und frei von jeder Glaubensüberzeugung. Weil widerspruchsfrei und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, muss er als logische Begründung für die Widerspruchsfreiheit des Konsequenz-Teils gelesen werden, und damit bestätigt er die Widerspruchsfreiheit der Glaubensüberzeugung eines gläubigen Menschen, <span style="color:#00B000">(was auch das Ziel ANSELMS war)</span>. Das heißt also ''':''' der Glaube dieses Menschen ist widerspruchsfrei und sinnvoll, und enthält keinen Zirkelschluss, weil sein Gegenteil, der Nicht-GOTT-Glaube, zu einem Widerspruch führt; <span style="color:#00B000">(das hat GÖDEL mit seinem Kalkül-System bewiesen, dessen Argumentationskette mit einem Computer-Programm, dem sog. ,Theorembeweiser‘, überprüft worden ist, und als <span style="color:#FF6000">»''nachweisbar korrekt''«</span> befunden wurde)</span>. Das Theorem ANSELMS beweist, nach GÖDEL, dass der Glaube an GOTT, mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span> notwendig widerspruchsfrei und sinnvoll ist, weil der Nicht-GOTT-Glaube notwendig zu einem Widerspruch führt. Das Theorem beweist jedoch nicht, dass die Existenz GOTTES notwendig sei, <span style="color:#00B000">(wie es fast immer fälschlich gelesen wurde und wird)</span>, sondern, das Theorem geht einfach davon aus, als nicht hinterfragtes Faktum, dass GOTT notwendig schon existiert, und beweist, dass diese Glaubens-Annahme widerspruchsfrei und sinnvoll, und <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar ist''«</span>. Zusammengefasst heißt das konkret ''':''' Wenn Du an GOTT glauben willst, dann kannst Du das unbedenklich tun, denn Dein Glaube ist auch logisch in der <u>bewiesenen Möglichkeit</u>, dass es GOTT geben kann, begründet, und damit widerspruchsfrei, sinnvoll und kein Zirkelschluss. Dein Glaube an GOTT beruht jedoch, nach wie vor und in erster Linie, auf Deiner freien Entscheidung für GOTT, und nicht auf dem Zwang einer ,logischen‘ Argumentation. Wenn Du nicht an GOTT glauben willst, dann <u>musst Du, und sollst Du, auch nicht deswegen</u>, weil der Atheismus zu einem Widerspruch führt, und damit falsch ist, an GOTT glauben. Denn der Glaube an GOTT muss immer eine freie und Deine ganz persönliche Entscheidung für GOTT sein und bleiben. Niemand darf zum Glauben an GOTT gezwungen werden, auch nicht mit ,logischen‘ Argumenten. Warum '''?''' Weil GOTT die Liebe ist '''!''' Und die Liebe duldet keinen Zwang '''!''' ---- ---- ;Fußnoten <references /> if06bg7h7xc84a0wvv3fem0mn0idqps 1085360 1085358 2026-05-10T14:59:36Z Santiago 19191 /* Kurt GÖDEL und der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘ */ 1085360 wikitext text/x-wiki [[Kategorie: Buch]] {{Regal|ort=Philosophie}} {{Vorlage:StatusBuch|9}} ==<div class="center"><span style="color:#660066">'''Kurt GÖDEL und der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘'''</span></div>== <span style="font-family: Times;"><big><div class="center">לַמְנַצֵּ֗חַ לְדָ֫וִ֥ד אָ֘מַ֤ר נָבָ֣ל בְּ֭לִבּוֹ אֵ֣ין אֱלֹהִ֑ים הִֽשְׁחִ֗יתוּ הִֽתְעִ֥יבוּ עֲלִילָ֗ה אֵ֣ין עֹֽשֵׂה־טֽוֹב׃ (Psalm 14,1)</div></big></span> ---- ===<div class="center"><span style="color:#660066">Vorwort</span></div>=== Zur Orientierung ''':''' Die Diskussion um GOTT läuft schon über zweitausend Jahren. Vor etwa tausend Jahren hat sich ein gewisser ANSELM gesagt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Ich glaube an GOTT'' … <span style="color:#00B000">(sonst wäre er sicher nicht Erzbischof von Canterbury geworden)</span> … ''aber ich möchte auch wissen und verstehen, ob das stimmt und sinnvoll ist, was ich da glaube '''!''''' «</span> Dann hat er seine Überlegungen dazu aufgeschrieben, und das kann man in seinen Schriften auch heute noch lesen. Der sehr geschätzte deutsche Professor und Philosoph aus Königsberg, Immanuel KANT, hat das, was ANSELM da aufgeschrieben hat, gelesen, <span style="color:#00B000">(vermittelt durch CARTESIUS)</span>, und das dann den <span style="color:#FF6000">„ontologischen Gottesbeweis“</span> genannt, <span style="color:#00B000">(obwohl es in Wirklichkeit gar kein Gottesbeweis ist; genauer ''':''' es ist kein Beweis für die Existenz GOTTES)</span>, und dieser große KANT hat dann großartig bewiesen, das, was ANSELM da aufgeschrieben hat, sei falsch. Es sei <span style="color:#FF6000">„ja gar kein“</span> Gottesbeweis '''!''' <span style="color:#00B000">( Naja, was denn sonst '''?''' )</span> Wobei er den Fehler gemacht hat, dass er den, an sich, unvergleichbaren GOTT mit hundert Talern in seinem Vermögenszustande verglichen hat. <span style="color:#00B000">(Das ist aber eine andere Geschichte.)</span> Hundert Taler und GOTT haben ,an sich‘ nichts gemeinsam, außer, wenn KANT ,wirklich‘ hundert Taler hat, und GOTT auch ,wirklich‘ existiert, <span style="color:#00B000">(wie ANSELM und gläubige Menschen glauben)</span>, dann gibt es GOTT und die Taler eben ,wirklich‘. Aber damit ist man nicht schlauer geworden. Seit KANT läuft die ganze Diskussion um GOTT immer nur als Diskussion um den <span style="color:#00B000">(von KANT)</span> so genannten <span style="color:#FF6000">„ontologischen, <span style="color:#00B000">(kosmologischen, teleologischen etc.)</span> Gottesbeweis“</span> — obwohl es niemals einen Beweis für die Existenz GOTTES geben kann und niemals geben wird. <span style="color:#00B000">(Das haben Wissenschaftler jeder Richtung und Philosophen aller Weltanschauungen uns immer wieder nachdrücklich versucht zu sagen, weil keiner dieser sog. Beweise für die Existenz eines GOTTES stringent ist.)</span> Beweisen kann man die Existenz von Naturgesetzen. Die sind unveränderlich und fix, immer und überall. Jeder vernünftige Mensch muss sie akzeptieren. Man kann darüber nicht diskutieren und sie dann mit Mehrheitenbeschlüsse verändern. Wenn GOTT ebenso bewiesen werden könnte, dann wäre jeder vernünftige Mensch gezwungen, die Existenz GOTTES wie ein Naturgesetz anzunehmen. Gott ist aber kein Naturgesetz. GOTT ist <span style="color:#FF6000">„Person“</span>, — für Christgläubige ''':''' <span style="color:#FF6000">„ein GOTT in drei Personen“</span>. Und GOTT ist <span style="color:#FF6000">„Geist“</span>. Das besagt, dass GOTT nicht mit materiellen Dingen aus unserer Welt verglichen werden darf; <span style="color:#00B000">(was sowohl THOMAS von Aquin als auch Immanuel KANT doch getan haben)</span>. Und ganz wesentlich ''':''' der Zugang zu GOTT läuft nicht über den Beweis, sondern immer nur über den Glauben. Wer an GOTT glauben will, dem antwortet GOTT auf seine Weise — nämlich <span style="color:#FF6000">„geistig“</span> bzw. <span style="color:#FF6000">„geistlich“</span>. Wer nicht an GOTT glauben will, dessen Entscheidung respektiert GOTT, und drängt sich nicht auf. Glaube ist immer eine freie Entscheidung des Menschen für GOTT. Niemand darf gezwungen werden. Wenn es einen Beweis für GOTT gäbe, wäre jeder vernünftige Mensch gezwungen, an GOTT zu glauben. Und das widerspricht ganz entschieden der Freiheit des Glaubens. Daher gibt es nie und nimmermehr einen Existenzbeweis für GOTT '''!!!''' ... Daher darf man das Kalkül des Logiker GÖDEL, <span style="color:#00B000">(und damit auch das Theorem ANSELMS)</span>, nicht als einen Existenzbeweis für GOTT lesen. Sowohl ANSELM als auch GÖDEL setzen die Existenz GOTTES notwendig als gegeben voraus. Das GÖDEL-System, und auch das Theorem ANSELMS, sind bloß die logische Bestätigung der Widerspruchsfreiheit der Glaubensüberzeugung eines Menschen, der sich schon entschieden hat, an GOTT zu glauben; und nicht der Grund für seine Entscheidung. Alle sogenannten ,Gottesbeweise‘, sind in Wirklichkeit nichts anderes, als nachträgliche Evaluierungen eines GOTT-Glaubens, bzw. ,Wege‘, <span style="color:#00B000">(bei THOMAS von Aquin)</span>, die aufzeigen, dass der GOTT-Glaube widerspruchsfrei, sinnvoll, und <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar ist''«</span>, wie GÖDEL sagt. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Einleitung</span></div>=== Eine Studie zum GÖDEL-Kalkül. Der Logiker Kurt GÖDEL <span style="color:#00B000">(1906-1978)</span> hat mit diesem Kalkül eine moderne Rekonstruktion des, <span style="color:#00B000">(von KANT)</span>, so genannten ‚ontologischen Gottesbeweises‘ nach ANSELM von Canterbury auf modal-logischer Basis vorgelegt. Damit hat er die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> auf eine ‚vernünftige Basis‘ gestellt, d.h. sie soll für jeden Menschen nachvollziehbar sein, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>, wie er sagt. GÖDEL ,nimmt‘ als Logiker, angeregt durch den Philosophen und Mathematiker Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, rein theoretisch, fürs Erste, einmal ‚an‘, <span style="color:#00B000">(als Prämisse, d.i. der Term :01: im 3. Beweisgang zum Theorem ANSELMS im Anhang)</span>, dass es GOTT gibt ''':''' d.i. ein sog. ,methodologischer GOTT-Glaube‘, und untersucht die logischen Konsequenzen. Dabei zeigt sich, beim genaueren Hinsehen, dass der ‚Nicht-GOTT-Glaube‘, der ‚dezidierte‘ Atheismus, <span style="color:#00B000">(im Möglichkeitsbeweis des Kalküls)</span>, überraschender Weise, zu einem Widerspruch führt, und damit logisch ,falsch‘ ist. Jedoch, GÖDEL kann und will mit seinem Kalkül keinen ,GOTT-Glauben‘ ,erzeugen‘, d.h. das GÖDEL-Kalkül ist kein <span style="color:#FF6000">„Existenz-Beweis"</span> für den GOTT der Bibel, sondern, es setzt die Existenz eines GOTTES, einfach als gegeben, schon voraus. GÖDEL beweist aber mit seinem System, dass der traditionelle abendländische ,GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span>, <span style="color:#00B000">(d.i. die Kalkül-Prämisse, und das, daraus ,regulär‘ (├ ) abgeleitete, Theorem ANSELMS)</span>, mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span> <span style="color:#00B000">(d.h. logisch ,richtig‘)</span> ist, im Gegensatz zum ,Nicht-GOTT-Glauben‘, der davon ausgeht, dass es keinen GOTT gibt. GÖDEL beweist mit seinem System ''':''' der traditionelle GOTT-Glaube ist, — mit mathematisch-logischer Evidenz —, widerspruchfrei und wahr. <span style="color:#00B000">(Der Beweis aus dem Widerspruch des Gegenteils ist ein ,indirekter Beweis‘ und kein ,Zirkelbeweis‘ '''!''' )</span> GÖDEL blieb bis zu seinem Tod ohne ein dezidiertes religiöses Bekenntnis. <span style="color:#00B000">(Das Leben ist nicht immer ,logisch‘.)</span> Entsprechend der <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> ist GOTT der Größte, <span style="color:#FF6000">»''über dem nichts Größeres mehr gedacht werden kann''«</span>, <span style="color:#00B000">(ANSELM)</span>; bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>, <span style="color:#00B000">(LEIBNIZ)</span>, und der für uns immer schon ,da‘ ist. Das ist die methodologische Prämisse des GÖDEL-Kalküls. Davon ausgehend, zeigen seine Axiome und Definitionen, dass es zu einem Widerspruch führt, falls man ,annimmt‘, es sei nicht möglich, dass es <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> gibt. Aus dem Widerspruch des Gegenteils wird von GÖDEL, mit dem <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ]</span>, dann ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> ''':''' es ist doch möglich, dass es <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> wirklich gibt. Somit ist der Glaube an <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, — weil widerspruchsfrei —, mit den Worten GÖDELS ''':''' <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span>. Immanuel KANT <span style="color:#00B000">(1724-1804)</span> scheint diesen Fall vorausgesehen zu haben, dass versucht werden könnte, die ,Möglichkeit‘ GOTTES aus einem Widerspruch zu ,beweisen‘ ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span> <span style="color:#00B000">[ Angenommen, es gibt ]</span> ''doch einen und zwar nur diesen '''Einen''' Begriff'' <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘, so dass ]</span> ''das Nichtsein oder das Aufheben seines Gegenstandes'' <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''in ,sich selbst‘ widersprechend sei; und dieses ist der Begriff des allerrealsten Wesens. Es hat, sagt ihr, alle Realität'', <span style="color:#00B000">[ bzw. alle Vollkommenheit ]</span>, ''und ihr seid berechtigt, ein solches Wesen als ,möglich‘ anzunehmen'' ... <span style="color:#00B000">[ denn das GÖDEL-Kalkül ,beweist‘ ( ╞ ) in der ,Widerlegung‘ im Anhang, wie auch im 1. Beweisgang, aus einem Widerspruch, dass die Existenz GOTTES definitiv logisch ,möglich‘ ist. ]</span> … ''obgleich der sich nicht widersprechende'', <span style="color:#00B000">[ ,mögliche‘ ]</span>, ''Begriff'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘ ]</span>, ''noch lange nicht die'' <span style="color:#00B000">[ reale ]</span> ''Möglichkeit des Gegenstandes'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''beweiset. … Das ist eine Warnung, von der Möglichkeit der Begriffe (logische)'', <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span>, ''nicht sofort auf die Möglichkeit der Dinge (reale)'', <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, ''zu schließen''<ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 399; https://www.korpora.org/kant/aa03/399.html</ref>. <span style="color:#00B000">[ Trotz dieser Warnung, wird dieser Schluss dennoch im Theorem ANSELMS vollzogen, bzw. mit GÖDEL im 3. Beweisgang ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span> '''!''' ]</span>. <span style="color:#FF6000">«</span> Warum das <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span> ist, und inwieweit KANT sich irrt, wird in dieser Studie gezeigt. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Der Schlüsselbegriff im Kalkül</span></div>=== Der ‚Schlüsselbegriff‘ in diesem Kalkül ist <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Perfektion“, „Vollkommenheit“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>. Für diesen wichtigen Begriff gibt es aber im Kalkül selbst keine explizite Definition, sondern er wird nur durch seine Verwendung innerhalb des Kalküls indirekt ‚definiert‘. <span style="color:#00B000">(Das heißt ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''P'''‘ — </span> bezeichnet ein System von ,Eigenschaften‘, die ,positiv‘, bzw. ,vollkommen‘ | ,perfekt‘ | genannt werden, von denen im Kalkül wohl beweisbar ist, dass sie sich gegenseitig ,nicht widersprechen‘, weil sie im System als solche ,gleichwertig‘, bzw. gleich ,wahr‘ sind, jedoch ohne sie erschöpfend aufzählen zu können, oder auch nur sagen zu können, was sie alle im einzelnen bedeuten, außer, dass sie kompatibel sind.)</span> Mit der Wahl dieses Schlüsselbegriffes hat GÖDEL eine wesentliche Vorentscheidung für die Ergebnisse des Kalküls getroffen '''!''' In seinen Notizen zum ‚ontologischen Beweis‘ vom 10. Februar 1970 gibt GÖDEL, — für die nachträgliche Interpretation dieses Begriffes <span style="color:#00B000">(und auch für das Kalkül selbst)</span> —, die richtungsweisende Erklärung ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Positiv bedeutet positiv im moralisch ästhetischen Sinne...''«</span> ::Und er fügt in Klammer hinzu ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»...''(unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt). Nur dann sind die Axiome wahr''.«</span><ref>GÖDEL, Kurt, ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Ontological proof‘</big></span>'' in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Collected Works‘</big></span>'', vol. III, ed. S.FEFERMAN et al., Oxford (U.P.), 1995; 403–404.</ref> GÖDEL-Axiom-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚('''PX <small><math>{ \color{Blue} \dot\lor}</math></small> P¬X''')‘ ↔<span style="color:#00B000"> ‚('''¬PX ↔ P¬X''')‘</span> — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000"> »''Entweder die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">‚'''X'''‘</span> ''oder ihre Negation'' <span style="color:#4C58FF">‚'''¬X'''‘</span> ''ist positiv''«</span>. Hier ist der Hauptkritikpunkt, dass es Eigenschaften gibt, die ,an sich‘ weder positiv noch negativ sind. Beispiele wären ''':''' ‚rothaarig‘ oder ‚schwerwiegend‘; solche Eigenschaften können aber ,für mich‘ entweder positiv oder negativ sein, abhängig von meiner Betrachtungsweise und subjektiven Vorlieben. Diese Eigenschaften, wie ‚rothaarig‘ an sich, oder meine positiv-negativen ‚Betrachtungsweisen‘, sind jedoch der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> entnommen und treffen nicht den <span style="color:#FF6000">»''moralisch ästhetischen Sinn''«</span> von <span style="color:#FF6000">»''positiv''«</span> bei GÖDEL. Er orientierte sich an LEIBNIZ, welcher im Bezug zum ‚ontologischen Beweis‘ definiert ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ GOTTES ]</span> ''nenne ich jede einfache Eigenschaft, die sowohl positiv als auch absolut ist, oder dasjenige, was sie ausdrückt, ohne jede Begrenzung ausdrückt''.«</span><ref>Zitiert nach Thomas GAWLICK, in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Was sind und was sollen mathematische Gottesbeweise ?‘</big></span>'', Predigt vom 8.1.2012 in der Kreuzkirche zu Hannover. https://web.archive.org/web/20130524164359/http://www.idmp.uni-hannover.de/fileadmin/institut/IDMP-Studium-Mathematik/downloads/Gawlick/Predigt_Gawlick_Gottesbeweise.pdf</ref> Die Seins-Eigentümlichkeiten <span style="color:#00B000">(Daseinsmodi, Perfektionen)</span> wie ‚wahr‘, ‚gut‘, ‚edel‘ usw. entsprechen dem <span style="color:#FF6000">»''moralisch ästhetischen Sinn''«</span> von <span style="color:#FF6000">»''positiv''«</span> bei GÖDEL. Das sind Beispiele für ‚absolut‘ positive Begriffe aus der Lehre der Seinsanalogie ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‚verissimum‘, ‚optimum‘, ‚nobilissimum‘</big></span>, usw., die, an sich, ohne jede Begrenzung gelten; zu finden in der <span style="font-family: Times;"><big>‚Via quarta‘</big></span>, bei THOMAS von Aquin, über die analoge Abstufung im ‚Sein‘ der Dinge. Diese analoge ‚Abstufung‘ ist dann die faktische Begrenztheit <span style="color:#00B000">(d.h. Unvollkommenheit)</span> im <span style="color:#FF6000">»''zufälligen''«</span> ‚Sein‘ der Dinge —. Die <span style="color:#FF6000">„positiven Eigenschaften“</span> GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, wie Wahrheit, Einheit, Gutheit, <span style="color:#00B000">(von ,Güte‘)</span>, Schönheit, Adel, <span style="color:#00B000">(von ,edel‘)</span>, Gleichheit, Andersheit, Wirklichkeit, ,Sein‘ im Sinne von Etwas-sein, etc. werden <span style="color:#FF6000">„Perfektionen“</span>, oder auch <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> genannt, <span style="color:#00B000">(von lateinisch ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>transcendere</big></span>, <span style="color:#FF6000">„übersteigen“</span>)</span>. In der mittelalterlichen Scholastik sind Transzendentalien die Grundbegriffe, die allem Seienden als <span style="color:#FF6000">„Modus“</span>, <span style="color:#00B000">(d.h. ,Eigentümlichkeit‘, als allgemeine Seinsweisen)</span>, zukommen. Wegen ihrer Allgemeinheit ,übersteigen‘ sie die besonderen Seinsweisen, welche ARISTOTELES die ,Kategorien‘ nannte. Ontologisch betrachtet, werden die Transzendentalien als das allem Seienden Gemeinsame aufgefasst, da sie von allem ausgesagt werden können. Von der KI werden sie, nicht unpassend, als <span style="color:#FF6000">„ultimative Eigenschaften des Seins“</span> bezeichnet, die <span style="color:#FF6000">„jenseits der materiellen Welt existieren“</span>, <span style="color:#00B000">(da sie ,ultimativ‘ nur von GOTT, als den absolute Vollkommenen, ausgesagt werden können, die jedoch, auch von allen übrigen Seienden, abgestuft, wegen deren seinsmäßigen Unvollkommenheiten, d.h. ,analog‘, ausgesagt werden)</span>. Diese Transzendentalien sind ,inakzident‘, das heißt, sie entstehen nicht aus anderen Begriffen, sondern sind erste, unteilbare Bestimmungen des Denkens und des Seins, die allen Seienden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x'''‘ —</span>, unabhängig von ihren speziellen Eigenschaften, als ,relative‘ Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(bzw. Unvollkommenheiten)</span>, notwendig ,analogisch‘ zukommen, d.h. sie sind in allen Seienden, seinsmäßig abgestuft und abgegrenzt, ,relativ‘ zum Unendlichen ihrer selbst; und damit ,bezogen‘ auf GOTT, dem absolut Vollkommenen. In der Erkenntnisordnung wirken sie als die ersten Begriffe des menschlichen Verstehens, die eine Basis für alle weiteren wissenschaftlichen Erkenntnisse bilden. In der Seinsordnung sind die Transzendentalien ontologisch eins, gleichwertig, <span style="color:#00B000">(,mathematisch äquivalent‘)</span>, und daher konvertierbar, d.h. austauschbar, <span style="color:#00B000">(vgl. z. B. <span style="font-family: Times;"><big>,ens et verum convertuntur‘</big></span>)</span>. Damit sind sie auch von einander abhängig, was GÖDEL sowohl im Axiom-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX ∧ □∀x(Xx→Yx)→PY'''‘ —</span>, für positive Eigenschaften, als auch in der Definition-2, für die Wesenseigenschaften, syntaktisch formalisiert hat mit dem Term-Element ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x(Xx→Yx)'''‘ —</span>, weil sie sich gegenseitig, — mit ,modaler‘ Notwendigkeit —, gleichwertig ,implizieren‘, d.h. einschließen, <span style="color:#00B000">(im Axiom-2 mit der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''x'''‘ — </span>, und in der Definition-2 mit der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''y'''‘ — </span>)</span>. Man kann die Transzendentalia, <span style="color:#00B000">(wie GÖDEL)</span>, auch ,Wesenseigenschaften‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, nennen, weil sie allem Seienden ,wesentlich analog‘ zukommen. Weil Transzendentalien miteinander austauschbar sind, sind sie auch widerspruchsfrei, was GÖDEL mit Axiom-1 syntaktisch darstellt. Die Gültigkeit und Wahrheit, d.h. die mathematisch-logische Evidenz von Axiom-1 und Axiom-2, beruht auf der ontologischen Allgemeinheit und Gültigkeit der Transzendentalia, die GÖDEL mit Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span>, in sein Kalkül explizit eingeführt und ,bestimmt‘ hat. <span style="color:#00B000">(Definitionen werden formal-syntaktisch durch das Äquivalenzzeichen <span style="color:#4C58FF">,'''↔'''‘</span> angezeigt, gelesen als <span style="color:#FF6000">„...ist genau dann ... wenn...“</span>)</span> Zum Überblick ''':''' <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> sind universale, alles Seiende charakterisierende Begriffe, die über kategoriale Einteilungen hinausgehen, und sowohl in der klassischen Scholastik, als auch in der modernen Philosophie, <span style="color:#00B000">(KANT, Uwe MEIXNER<ref>vgl. die ,transzendentalen‘ Bedingungen möglicher Erkenntnisse bei KANT; und auch in der ,Axiomatischen Ontologie‘ bei Uwe MEIXNER</ref>)</span>, als Grundlage der Metaphysik und Erkenntnistheorie dienen. Sie sind die <span style="color:#FF6000">„ersten Begriffe des Seins“</span>, die jedem Ding als ,relative‘ Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(Perfektionen)</span>, inhärent sind, ,analogisch‘ abgestuft, auf einen ,ultimativen‘ Bezugspunkt ausgerichtet, und die sich im Denken, <span style="color:#00B000">(für uns als wahr)</span>, und in der moralischen Wertung, <span style="color:#00B000">(für uns als gut und edel)</span>, manifestieren, relativ zum ,ultimativen‘ Bezugspunkt ihrer selbst. Die faktische Unvollkommenheit, die sich in der notwendigen Vergänglichkeit aller Dinge zeigt, ist einem ontologischen Defekt ,geschuldet‘, der stark zeitabhängig ist, d.h. der einen Anfang und ein Ende hat. Das GÖDEL-Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>, ist immer falsch, wenn es auf etwas aus der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> angewendet wird, wie z. B. auf einen <span style="color:#FF6000">„Tsunami“</span>, dessen ‚Existenz‘ für uns nicht ‚positiv‘ ist. KANT hat schon festgestellt ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>. Das gilt für alles, was <span style="color:#FF6000">„existiert“</span>. Das Axiom-5 hat nur dann seine Gültigkeit, ist nur dann ,wahr‘, wenn <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span> <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> in eins zusammenfallen. Bei allen Dingen, die ‚da‘ sind, ist ihr ‚Da-Sein‘ ontologisch immer verschieden zu dem ‚was‘ sie sind ''':''' zu ihrem ,Was-Sein‘. In der philosophischen Tradition, seit ARISTOTELES, wird die ontologische Identität, d.i. die Koinzidenz, der innere Zusammenhang von ‚Sein‘ und ‚Wesen‘ allein nur dem <span style="color:#FF6000">„selbst ‚unbewegten‘ Erstbewegenden“</span> zugeschrieben, dem <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„prôton kinoûn akinêton“</span>, von dem ARISTOTELES etwas später sagt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''denn dies ist der Gott''«</span> und dann hinzufügt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''so sagen wir ja''«</span>; d.h. das ist eine Interpretation aus dem Glaubenskontext des ARISTOTELES. Er war ein Gott-gläubiger Grieche. Wer an GOTT glaubt, kann das nachvollziehen. GÖDEL musste dieses Axiom-5 postulieren, sonst wäre sein Kalkül nicht aufgegangen, ohne dass er deswegen schon an GOTT glauben müsste. Er hat für sein Kalkül das ontologische Theorem von der Identität von ‚Sein‘ und ‚Wesen‘ im ‚unbewegten Erstbeweger‘ benutzt. <span style="color:#00B000">(Gilt auch für Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit, das GOTT-Sein, das ‚Dasein‘ GOTTES, ist eine positive Wesenseigenschaft, eine Perfektion; d.h. ist das ‚Wesen‘ GOTTES ''':''' GOTT ist perfekt''«</span>)</span>. Die ontologische Identität von Sein und Wesen, Existenz und Essenz, wie auch die Koinzidenz von Möglichkeit und Wirklichkeit, von Ursache und Wirkung, sowie auch die ontologische Einheit von <span style="color:#00B000">(Erkenntnis-)</span>Subjekt und <span style="color:#00B000">(Erkenntnis-)</span>Objekt im <span style="color:#FF6000">»''Erkennen seiner Erkenntnis''<span style="color:#00B000">[-Tätigkeit ]</span>«<span style="color:#00B000"> | </span>„<span style="font-family: Times;"><big>νοήσεως νόησις</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„noêseôs noêsis“</span> <span style="color:#00B000"><small>(<span style="font-family: Times;"><big>,''Metaphysik''‘</big></span> XII 9, 1074b34)</small></span>, gilt nur in der <span style="color:#FF6000">„unverursachten Letztursache"</span>, auf die ARISTOTELES bei seiner Prinzipienforschung gestoßen ist. Es gibt verschiedene Versuche, die GÖDEL-Axiome durch sog. ,Modelle‘, relativ zu einfacheren ,Welten‘, zu verifizieren, um damit ihre relative Konsistenz nachzuweisen. Für GÖDEL aber <span style="color:#FF6000">»''sind die Axiome nur dann'' <span style="color:#00B000">[ in unserer ,realen‘ Welt ]</span> ''wahr'' <span style="color:#00B000">[ und annehmbar ]</span>«</span>, wenn sie <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt'' <span style="color:#00B000">[ d.h. jeder auch nur ,möglichen‘ Welt ]</span> ''sind''«</span>. Diese Bedingung verweist jede Verifikation und jede Interpretation der Axiome auf das ,Nicht-Zufällige‘, das ,Notwendige‘, ,Absolute‘, in dem die Axiome und Definitionen des GÖDEL-Kalküls erst dadurch ihren Sinn und ihre Bedeutung bekommen, wenn sie vom ,Absoluten‘ und ,Unendlichen‘ her erklärt und verstanden werden. Damit insistiert GÖDEL auf eine genuin <span style="color:#4C58FF">,theologische‘</span> Interpretation seines Kalküls, mit der <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> zum Begriff GOTT, dem absolut Unendlichen, als Verifikationskriterium. Das entspricht auch der ,methodologischen‘ Prämisse seines Kalküls. Die wichtigsten Axiome und Definitionen im GÖDEL-Kalkül sind jedoch bloße ,Annahmen‘, deren Evidenz, sowohl die ,mathematische‘ als auch die <span style="color:#4C58FF">,theologische‘</span>, erst evaluiert, d.h. ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> werden muss. Das bedeutet ''':''' die Verifikation der Axiome und Definitionen von GOTT und seinen Vollkommenheiten kann nur Kalkül-intern durch den Aufweis ihrer Widerspruchsfreiheit erfolgen, d.i. <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt''«</span>. Evaluierte und verifizierte Axiome und Definitionen sind dann die ,modal‘ notwendigen, d.h. die ,transzendentalen‘ Voraussetzungen für die Ergebnisse eines Kalküls, damit seine Theoreme und Korollare in unserer ,realen‘ Welt als logisch ,wahr‘ und damit für uns auch als ,annehmbar‘ gelten können, während die Prämissen eines Kalküls, <span style="color:#00B000">(die Argument Einführung, <span style="color:#4C58FF">— '''AE:''' —</span> )</span>, nicht notwendige und somit ,modal‘ frei gewählte ,Annahmen‘ sind. Jedoch aus diesen ,modal‘ frei gewählten, ,möglichen‘ <span style="color:#00B000">( <span style="color:#4C58FF">'''◇'''</span> )</span> Prämissen folgen mit Hilfe der ,bewiesenen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> Axiome und Definitionen die Ergebnisse mit ,modaler‘ Notwendigkeit <span style="color:#00B000">( <span style="color:#4C58FF">'''□'''</span> )</span>. Die Logik des GÖDEL-Systems ist eine ,Prädikatenlogik‘ zweiter Stufe, in der die Quantoren nicht nur Individuum-Variable, sondern auch Eigenschafts-Variable, <span style="color:#00B000">(als noch ,unbestimmte‘ Prädikate im Allgemeinen)</span>, binden können. Die formale Struktur des GÖDEL-Kalküls besteht aus fünf Axiomen und drei Definitionen, mit deren Hilfe in drei Beweisgängen drei Theoreme und mehrere Korollare aus seiner ,methodologischen‘ Prämisse ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleitet werden können, wobei die beiden ersten Beweisgänge, mit ihren Ergebnissen, den dritten vorbereiten, in dem es dann um das Theorem ANSELMS geht. Die Prämisse des GÖDEL-Kalküls ist der traditionelle ,GOTT-Glaube‘, in der Formulierung speziell nach LEIBNIZ. Ein Axiom, eine Definition, zwei Theoreme und alle Korollare im GÖDEL-Kalkül sind Aussagen über <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>. Alle fünf Axiome, eine Definition und ein Theorem, <span style="color:#00B000">(und das Korollar aus Axiom-4)</span>, sind auch Aussagen über die Eigenschaft <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“, „Perfektion“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, die in der <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> als die Wesenseigenschaft GOTTES gilt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist vollkommen''«</span> bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist das Vollkommenste der Wesen''«</span>, <span style="color:#00B000">(DESCARTES)</span>. Zwei Definitionen sind Aussagen über die allgemeinen Wesenseigenschaften aller Seienden, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, die, als notwendige Existenz, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, auch GOTT zugeordnet werden, mit der Besonderheit bei GOTT, dass sowohl alle Eigenschaften, als auch alle anderen Zuordnungen, wie Sein und Wesen, wie Ursache und Wirkung, usw., im Unendlichen, GOTT, <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> sind, d.h. in GOTT paarweise perspektivisch in ,eins‘ zusammenfallen, und die auch, wie alle Transzendentalia, konvertierbar, d.h. austauschbar sind. Diese Sachverhalte machen deutlich, dass die ,Verifikation‘ und sachgerechte ,Evaluierung‘ der GÖDEL-Axiomatik nur genuin <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> erfolgen kann. Die Evaluierung der <span style="color:#FF6000">»''mathematischen Evidenz''«</span> des GÖDEL-Systems, im Allgemeinen, muss jedoch entsprechend der Maßstäbe einer modalen Prädikatenlogik zweiter Stufe durchgeführt werden. Das GÖDEL-Kalkül unterscheidet <span style="color:#00B000">(in Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>)</span> formal-syntaktisch zwischen der Eigenschaft ,Existenz‘, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''E'''‘ —</span>, die nur GOTT zugeordnet werden kann, und dem Existenz-Operator, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''∃'''‘ —</span>, der allem Übrigen, das nicht GOTT ist, zugeordnet wird. Es gibt hier auch den formal-syntaktischen Unterschied zwischen der, <span style="color:#00B000">(von mir notierten, jedoch von GÖDEL schon intendierten und angesprochenen)</span>, speziellen ,Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF"> — <sub>not</sub> —</span>, die nur der Existenz GOTTES zugeordnet ist, und der modalen ,Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□'''‘ —</span>, die auf Verschiedenes bezogen werden kann. Diese Unterschiede sind Hinweise, dass GÖDEL in seiner Kalkül-Logik und -Syntax, die Außerordentlichkeit und Eigenständigkeit GOTTES berücksichtigt, der, als Schöpfer der Welt, prinzipiell und absolut <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt''«</span> ist, die erst durch GOTT auch das ist, was sie ist. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Genese des Kalküls</span></div>=== Wie kommt GÖDEL zu seinem Kalkül '''?''' Sein Gewährsmann war Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, <span style="color:#00B000">(1646-1716)</span>, den er sehr schätzte. Die rekonstruierbare Genese seines Kalküls findet man in LEIBNIZ ''':''' ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand‘</big></span>'', <span style="color:#00B000">(1704)</span>‚ ''<span style="font-family: Times;"><big>Viertes Buch, Kapitel X ''':''' ‚Von unserer Erkenntnis des Daseins Gottes‘</big></span>'', Seite 475f. Hier der <span style="color:#00B000">[ kommentierte ]</span> Textausschnitt zum sog. ontologischen ‚Gottesbeweis‘''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''Folgendes etwa ist der Gang seines'' <span style="color:#00B000">[ d.h. ANSELMS, Erzbischof von Canterbury; 1033-1109, ]</span> ''Beweises ''':''' GOTT ist das Größte'', <span style="color:#00B000">[ ANSELM spricht vom biblischen GOTT des Glaubens, als ''':''' <span style="color:#FF6000">»''den, über dem ,Größeres‘'' | <span style="font-family: Times;"><big>‚maius‘</big></span> | ''nicht mehr gedacht werden kann''«</span> ]</span>, ''oder, wie DESCARTES es ausdrückt ''':''' das Vollkommenste der Wesen oder auch ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit'' ''':''' <span style="color:#00B000"> [ GÖDEL ''':''' </span><span style="color:#4C58FF">‚'''P'''‘</span> <span style="color:#00B000">:= ‚Perfektion‘, ‚positive Eigenschaft‘ ]</span>, ''das alle Grade derselben in sich schließt.''<span style="color:#00B000"> [ GÖDEL-Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''ist genau dann GOTT'', <span style="color:#4C58FF">,'''G'''‘</span>, ''wenn'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''alle Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">,'''P'''‘</span>, ''in sich schließt''«</span>. Definition-1 bildet die traditionelle Vorstellung von GOTT ab. ]</span> ''Dies also ist der Begriff GOTTES.'' <span style="color:#00B000">[ Der Term <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span> steht hier für den biblischen ‚Begriff‘ <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> als ,Individuumname‘ '''!''' ]</span> ''Sehen wir nun, wie aus diesem Begriff das ‚Dasein’ folgt.''<span style="color:#00B000"> [ GÖDEL ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist notwendig aus sich ‚da‘''«</span> ''':''' Term :10: im 3. Beweisgang. ]</span> ''Es ist etwas <u>mehr</u>, ‚da‘ zu sein, als nicht ‚da‘ zu sein, oder auch das ‚Dasein‘ fügt der Größe oder der Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ GOTTES ]</span> ''einen Grad hinzu, und wie DESCARTES es ausspricht, das ‚Dasein‘ ist selbst eine Vollkommenheit.''<span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">(Diesen Ausspruch DESCARTES übernimmt GÖDEL im Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz''</span> [ alias ‚Dasein GOTTES’ ] <span style="color:#FF6000">''ist eine positive Eigenschaft''</span> [ alias Vollkommenheit ]<span style="color:#FF6000">«</span>. Dem widerspricht KANT ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein ist kein reales Prädikat“</span>. Das Axiom-5 ist daher nur dann ‚wahr‘, wenn ‚Wirklichsein‘ | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐνέργεια οὖσα</big></span>“</span> | ‚enérgeia úsa‘ | d.h. ‚Dasein‘ und ‚Wesen‘ | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span> | ‚usía‘ | — genauer ''':''' ‚Wesenseigenschaften’ —, ontologisch ,eins‘ sind, d.h. wenn <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> immer schon die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> GOTTES ist. Was nach ARISTOTELES nur im <span style="color:#FF6000">„unbewegten Erstbeweger“</span> der Fall ist; bzw. mit LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''was das Privilegium der Gottheit allein ist''«</span> '''!''' Aus der ,methodologischen‘ ,Annahme‘ im 2. Beweisgang GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''das'' <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ''steht für den GOTT der Christen''«</span>, und mit Hilfe von Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit ist eine positive Eigenschaft''«</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt''«</span>, mit Axiom-4 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX → □PX'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind notwendig aus sich, — von Natur aus —, positiv''«</span>, mit Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Zum Wesen gehören notwendig auch alle Konsequenzen aus einer Wesenseigenschaft''«</span>, und mit Axiom-1 und der Definition für GOTT, folgt nach einigen logischen Umformungen das GÖDEL-Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das'' <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ''ist genau dann der GOTT der Christen, wenn das Wesen dieses GOTTES sein eigenes Sein ist''«</span>. Dasein und Wesen sind im Unendlichen, GOTT <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ,eins‘. Mit diesem, im Kalkül <u>ohne</u> Axiom-5 ,regulär‘ (├ ) abgeleiteten Theorem, widerlegt er KANT für den individuellen Spezialfall <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span> := <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>. Nachprüfbar im Anhang ''':''' im ‚ontologischen‘ Beweis für das Basis-Theorem-2. Somit ist Axiom-5 ,wahr‘, und KANT hat sich hier, im Bezug auf GOTT, geirrt. <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> als Wissenschaft von GOTT, war für KANT nie eine ernstzunehmende Option. <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> als Wissenschaft von GOTT ist eine ziemlich ,ausgereifte‘ Disziplin. Es haben sich, durch Jahrhunderte hindurch, viele gescheite Menschen schon im Judentum, und dann auch im Christentum, und ebenfalls im Islam, darum bemüht.)</span> :: <span style="color:#FF6000">»</span>''Darum ist dieser Grad von Größe und Vollkommenheit oder auch diese Vollkommenheit, welche im ‚Dasein‘ besteht, in diesem höchsten, durchaus großen, ganz vollkommenen Wesen, denn sonst würde ihm ein Grad fehlen, was gegen seine Definition wäre. Und folglich ist dies höchste Wesen ‚da‘. Die Scholastiker, ohne selbst ihren'' <span style="font-family: Times;"><big>doctor angelicus</big></span> <span style="color:#00B000">[ := THOMAS von Aquin ]</span> ''auszunehmen, haben diesen Beweis verachtet'', <span style="color:#00B000">[ wie später auch Immanuel KANT ]</span>, ''und ihn als einen Paralogismus'' <span style="color:#00B000">[ := Fehlschluss ]</span> ''betrachtet, worin sie sehr unrecht gehabt haben; und DESCARTES, welcher die scholastische Philosophie im Kolleg der Jesuiten zu La Flèche lange genug studiert hatte, hat sehr recht gehabt, ihn wieder zu Ehren zu bringen. Es ist nicht ein Paralogismus, sondern ein unvollständiger Beweis'', <span style="color:#00B000">[ den GÖDEL vervollständigt hat ]</span>, ''der etwas voraussetzt, was man noch hätte beweisen sollen, um ihm mathematische Evidenz zu verleihen — nämlich, dass man dabei stillschweigend voraussetzt, diese Vorstellung des durchaus großen oder durchaus vollkommenen Wesens sei möglich und enthalte keinen Widerspruch'' <span style="color:#00B000">[ '''::''' <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span> '''::''' ,möglich‘, ,konsistent‘, ,denkbar‘; GÖDEL beweist im 1. Beweisgang aus Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''positive Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ die allgemeinen Transzendentalien ]</span>, ''sind widerspruchsfrei''«</span>, mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, folgt Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist möglich''«</span> ]</span>. ''Und es ist schon etwas, dass man durch diese Bemerkung beweist ''':''' gesetzt, dass GOTT ‚möglich‘ ist, so ‚ist‘ er'' <span style="color:#00B000">[ ,notwendig‘ '''::''' <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, d.h. für jede mögliche Welt auch wirklich aus sich ‚da‘ ]</span>, ''was das Privilegium der Gottheit allein ist'' ''':''' <span style="color:#00B000">[ Im 3. Beweisgang, Theorem-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' ‚ANSELMS Prinzip‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Weil GOTT widerspruchsfrei ,möglich‘ ist, darum ist auch der Glaube widerspruchsfrei, der besagt, dass GOTT aus sich ,notwendig‘ da ist''«</span>; mit Korollar-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx ∧ □∀y(Gy→x=y)'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''Es gibt notwendig nur einen einzigen GOTT''«</span>. Damit ist auch der Monotheïsmus bewiesen. ]</span> ''Man hat recht, die Möglichkeit eines jeden Wesens anzunehmen und vor allem die GOTTES, bis ein anderer das Gegenteil beweist''. <span style="color:#00B000">[ Das Gegenteil besagt, dass GOTT ,unmöglich‘ ist. Hier setzt der Möglichkeitsbeweis im GÖDEL-Kalkül an, und beweist, dass diese Aussage zu einem Widerspruch führt. ]</span> ''Somit gibt dieser metaphysische Beweis schon einen moralischen zwingenden Schluss ab, wonach wir dem gegenwärtigen Stande unserer Erkenntnisse zufolge urteilen müssen, dass GOTT ‚da‘ sei, und demgemäß handeln.'' <span style="color:#00B000">[ Aber nicht logisch zwingend '''!''' Denn die Interpretation <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> mit dem GOTT der Bibel, als ,methodologische‘ Kalkül-Prämisse, ist nicht zwingend, jedoch ,modal‘ möglich, <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span>, und im christlichen Glaubenskontext sinnvoll, was mit einer stimmigen <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation des GÖDEL-Kalküls gezeigt werden kann. Damit ist dann auch die Frage beantwortet, ob das GÖDEL-System sich plausibel als eine Theorie von GOTT und seinen Eigenschaften interpretieren lässt, bzw. als eine <span style="color:#FF6000">»''axiomatische''«</span> <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span>, wie sie André FUHRMANN apostrophiert. Das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> ist der ,Individuumname‘ für den GOTT der Bibel, — ,GOTT‘ groß geschrieben —, im monotheïstischen, christlichen Glaubenskontext, den auch LEIBNIZ teilt. Dann steht der ,Name‘ auch synonym für das ,existierende‘ Individuum, d.h. für dessen ,Existenz‘.]</span> ''Es wäre aber doch zu wünschen, dass gescheite Männer'' <span style="color:#00B000">[ sic ! ]</span> ''den Beweis mit der Strenge einer mathematischen Evidenz vollendeten'', <span style="color:#00B000">[ was GÖDEL veranlasst hat, seine Version eines ‚ontologischen Beweises’ zu kreieren, dessen <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> man heute mit Computerprogrammen<ref>siehe Fußnote 11</ref> schon nachgewiesen hat ]</span> ... <span style="color:#FF6000">«</span> Für GÖDEL war dieser Text eine intellektuelle Herausforderung, und er hat sie angenommen. Das war für GÖDEL sicher keine Glaubensangelegenheit. GOTT hat es ja auch nicht nötig, ‚bewiesen‘ zu werden. Wer <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> z. B. mit dem sog. ‚Urknall‘ gleich setzt, macht die <span style="color:#FF6000">»''zufällige Struktur der Welt''«</span> im ‚Urknall‘, <span style="color:#00B000">(pantheistisch)</span> zu einem ,Gott‘, was GÖDEL dezidiert für sein Kalkül ausgeschlossen haben wollte. Kurt GÖDEL schreibt 1961 in einem Brief, in Anlehnung an den obigen Text ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»...''ich glaube, schon heute dürfte es möglich sein, rein verstandesmäßig ''<span style="color:#00B000">[ sic '''!''' ]</span>, ''(ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen) einzusehen, dass die theologische Weltanschauung'', <span style="color:#00B000">[ dass es GOTT gibt ]</span>, ''mit allen bekannten Tatsachen'', <span style="color:#00B000">[ z. B. mit den Maßstäben einer modernen Logik ]</span>, ''durchaus vereinbar ist. Das hat schon vor 250 Jahren der berühmte Philosoph und Mathematiker LEIBNIZ versucht''.«</span><ref>Zitiert nach SCHIMANOVICH-GALIDESCU, M.-E., ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Princeton–Wien 1946–1966. Briefe an die Mutter</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kurt Gödel – Leben und Werk</big></span>''‘, ed. B.BULDT et al., Wien (HÖLDER–PICHLER–TEMSKY), 2001, Bd. 1.</ref> ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Interpretation des Kalküls</span></div>=== Wenn man sich das GÖDEL-Kalkül ansieht, wie es heute formalisiert vorliegt, stellt sich die Frage ''':''' <span style="color:#FF6000">„Lässt sich dieses System plausibel als eine Theorie von GOTT <span style="color:#00B000">(als eine ‚Rede von GOTT’ := <span style="color:#4C58FF">,Theologie’</span>)</span> und seiner Eigenschaften verstehen '''?''' “ — „Ist hier eine genuin <span style="color:#4C58FF">,theologische’</span> Interpretation möglich '''?''' “</span> Seine Herkunft aus der intellektuellen Auseinandersetzung des Logikers GÖDEL mit dem GOTT-gläubigen Philosophen LEIBNIZ und dem christlichen Theologen und Erzbischof ANSELM rechtfertigt diese Frage. Die <span style="color:#FF6000">„mathematische Evidenz“</span> des GÖDEL-Formalismus, <span style="color:#00B000">(im Anhang nachgestellt)</span>, ist allgemein anerkannt, <span style="color:#00B000">(Vorbehalte dagegen gibt es nur bei der Interpretation seiner Syntax, d.h. ob die Axiome, wie GÖDEL sie konzipiert hat, auch in unserer realen Welt ,wahr’ und ,annehmbar’ sind)</span>. Die <span style="color:#FF6000">„theologische Evidenz“</span> des GÖDEL-Systems wird durch eine ,Verankerung’ der Axiome und Definitionen in den <span style="color:#4C58FF">,theologisch’</span>-philosophischen Diskurs über GOTT evaluiert, der schon seit zweieinhalbtausend Jahren läuft. In diesen zweieinhalbtausend Jahren hat sich, — gegen ARISTOTELES und die antike Philosophie —, die Erkenntnis durchgesetzt, dass GOTT <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen''«</span> Raum-Zeit-Struktur unserer vergänglichen Welt ist. In meiner Darstellung des GÖDEL-Kalküls folge ich, <span style="color:#00B000">(im Unterschied zum Autographen GÖDELS, vom 10. Feb 1970)</span>, in der Axiom-Nummerierung, in der Syntax, und in der Beweis-Struktur, der Arbeit von André FUHRMANN ''':''' ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Existenz und Notwendigkeit. Kurt Gödels axiomatische Theologie‘</big></span>'' in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Logik in der Philosophie‘</big></span>'' Hg. SCHROEDER-HEISTER, SPOHN und OLSSON, 2005, Synchron, Heidelberg, Seite 349–374. <span style="color:#00B000">(Die tiefer gestellte Notation der spezifischen ,Eigenschaft‘ einer Eigenschaft ist meine Ergänzung zur formalen Syntax, z. B. ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, angeregt durch die indizierende Schreibweise GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ,'''G''' Ess. '''x'''’ —</span>.)</span> Die Erkenntnisse zur Straffung und Präzisierung der GÖDEL-Syntax, <span style="color:#00B000">(besonders im Möglichkeitsbeweis)</span>, stammen aus der Arbeit von Günther J. WIRSCHING ''':''' ,''<span style="font-family: Times;"><big>Der Gödelsche Gottesbeweis</big></span>''‘, im Web <ref>https://edoc.ku.de/id/eprint/10243/1/OntBw.pdf</ref>. <span style="color:#00B000">(Auch der Hinweis auf AVICENNA kommt von WIRSCHING.)</span> Die Zitate von THOMAS von Aquin´s Stellungnahme zum Theorem ANSELMS, und von Georg Wilhelm Friedrich HEGEL zur Immanuel KANTS Ablehnung des Theorem ANSELMS, befinden sich in Franz SCHUPP, ,<span style="font-family: Times;"><big>''Geschichte der Philosophie im Überblick''</big></span>‘, Band 2 ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Christliche Antike, Mittelalter''</big></span>‘, Hamburg 2003, Seite 168 und Seite 170. Meines Erachtens ist der entscheidende Ansatzpunkt einer <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation das GÖDEL-Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>. ‚Frei‘ nach KANT ‚formuliere‘ ich ‚kurz‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>. Hier die Positionen KANTS zum Thema ‚Existenz‘ und ‚Eigenschaften‘ ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''… unbeschadet der wirklichen Existenz äußerer Dinge'' <span style="color:#00B000">[ kann man ]</span> ''von einer Menge ihrer Prädikate'', <span style="color:#00B000">[ d.h. Eigenschaften ],</span> ''sagen'' … ''':''' ''sie gehöreten nicht zu diesen ‚Dingen an sich selbst‘, sondern nur zu ihren Erscheinungen, und hätten außer unserer Vorstellung'' <span style="color:#00B000">[ ihrer, als ,wirklich‘ gedachten Erscheinung ]</span> ''keine eigene Existenz, … weil ich finde, dass … '''alle Eigenschaften, die die Anschauung eines Körpers ausmachen''', bloß zu seiner Erscheinung gehören; denn die Existenz des Dinges, was erscheint, wird dadurch nicht … aufgehoben, sondern nur gezeigt, dass wir es'', <span style="color:#00B000">[ das Ding ]</span>, ''wie es ‚an sich selbst‘ sei'', <span style="color:#00B000">[ d.h. existiert ]</span>, ''durch Sinne gar nicht erkennen können''.<span style="color:#FF6000">«</span><ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können</big></span>''‘, Seite 289; https://www.korpora.org/kant/aa04/289.html</ref> <span style="color:#00B000"><small>(Hervorhebung durch KANT.)</small> [ Seine Prädikate, d.h. Eigenschaften, jedoch können wir mit unseren Sinnen ,anschauen‘, aber nur in Kombination mit unserer Vorstellung ihrer, als ,wirklich‘ gedachten Erscheinung, vermittelt durch den sog. ,transzendentalen Schematismus‘ unserer Einbildungskraft ''':'''</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Eine verborgene Kunst in den Tiefen der menschlichen Seele''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">jedoch auch eines der ,dunkelsten‘ Kapitel in der K.d.r.V., bedingt durch KANTS Konzept von ,Wirklichkeit‘, bzw. ,Sein‘. ]</span> Mit anderen Worten, man kann die ‚Existenz‘, bzw. das ‚Sein‘ der Dinge, <span style="color:#00B000">(das ‚Ding an sich’ bei KANT)</span>, nicht unter dem Mikroskop finden. Die ‚Existenz‘ bzw. das ‚Sein‘ ist keine sinnlich registrierbare ‚Eigenschaft‘ z. B. des rekonstruierten ‚Stadt-Schlosses‘ in Berlin. <span style="color:#00B000">(‚Sein‘ ist kein reales ‚Prädikat‘.)</span> Dafür haben wir andere Fähigkeiten ''':''' Ich kann seine ‚Existenz‘ mit meinem Verstand einsehen, weil auch ich selbst ‚existiere‘. Seine ‚Ansicht‘, wie ‚gefällig‘ es ist, und auch weitere ‚Eigenschaften‘, die mir auffallen, kann ich mit einem Handy-Foto dokumentieren. Diese ‚Eigenschaften‘ sind nicht die Ursache, dass das ‚Berliner Schloss‘ existiert. Wohl aber die Rekonstruktion dieses Schlosses ist die ‚Ursache‘, dass es ,existiert‘, und jetzt so aussieht. Insofern ist ‚Existenz‘ keine ‚Eigenschaft‘, sondern die ‚Existenz‘ des Dinges ist die Voraussetzung, der ‚Grund‘, dass ich die ‚Eigenschaften‘ des Dinges mit meinen Sinnen feststellen kann. In einer Auseinandersetzung mit CARTESIUS schreibt KANT, philosophisch ‚tiefgründig‘ und logisch ‚exakt‘, über dessen <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„Cogito, ergo sum“</big></span></span> ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''Das ‚Ich denke‘ ist ein empirischer Satz, und hält den Satz ‚Ich existiere‘ in sich. Ich kann aber nicht sagen ''':''' ‚Alles, was denkt, existiert‘; denn da würde die Eigenschaft des Denkens'', <span style="color:#00B000">[ eine essentielle Eigenschaft ]</span>, ''alle Wesen, die sie besitzen, zu notwendigen'' <span style="color:#00B000">[ d.h. notwendig existierenden ]</span> ''Wesen machen''. <span style="color:#00B000">[ Was allein nur von GOTT ausgesagt werden kann; mit AVICENNA, als anerkannter ARISTOTELES-Kommentator ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist das einzige Sein, bei dem Essenz'' <span style="color:#00B000">[ ‚Wesenseigenschaften‘ ]</span> ''und Existenz'' <span style="color:#00B000">[ ‚Dasein‘ ]</span> ''nicht zu trennen sind und das daher notwendig an sich da ist''«, <span style="color:#00B000">— konform mit GÖDEL ''':'''</span> »''notwendige Existenz ist eine positive'' <span style="color:#00B000">[ essentielle ]</span> ''Eigenschaft''«</span> ].</span> ''Daher kann meine Existenz auch nicht aus dem Satz, ‚Ich denke‘, als'' <span style="color:#00B000">[ logisch ]</span> ''gefolgert angesehen werden, wie CARTESIUS dafür hielt (weil sonst der Obersatz : ‚Alles, was denkt, existiert‘, vorausgehen müsste), sondern ist mit ihm identisch.'' <span style="color:#00B000">[ Eine einfache Schlussfolgerung ''':''' meine ‚Existenz‘ ist auch nicht von meiner ‚Eigenschaft‘ Denken ‚verursacht‘. ,Existenz‘ ist nicht bloß ein ,Gedanke‘ von mir. ]</span><span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">(Aus der Anmerkung 41 zu den ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Paralogismen der reinen Vernunft</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 275,<ref>https://korpora.org/kant/aa03/275.html</ref> mit meinem Einschub des AVICENNA-Zitat aus Wikipedia.<ref>{{w|Avicenna#Metaphysik}}</ref>)</span> Mit anderen Worten ''':''' <span style="color:#FF6000">„Die Eigenschaft, dass ich denken kann, ist nicht die Ursache meiner ‚Existenz‘“</span>, sondern, <span style="color:#FF6000">„Die Liebe meiner Eltern und ihre Entscheidung füreinander ist die Ursache meiner ‚Existenz‘. Daher ‚bin’ ich. Und weil ich ein Mensch ‚bin‘, kann ich denken.“</span> Auch mit diesen Anmerkungen ist leicht einsehbar, dass ‚Existenz‘ keine ‚Eigenschaft‘ ist — außer bei GOTT. In GOTT ist ‚Dasein‘ die ‚Wesenseigenschaft‘ GOTTES, d.h. ‚Dasein‘ und ‚Wesen‘ sind in GOTT untrennbar verbunden; sind <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ‚eins‘. Das ist die Einzigartigkeit im Wesen GOTTES, dass GOTT immer schon ‚da‘ ist. Die Frage nach dem ‚Wesen‘ GOTTES lautet ''':''' <span style="color:#FF6000">„Was bist du ? “</span>/<span style="color:#CC66FF">„Wer bist Du ? “</span> Antwort, Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin-Da‘'' <span style="color:#00B000">[ für euch und für immer ]</span>«.</span> Weil GOTT für uns immer schon ‚da‘ ist, — <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span> —, hat GOTT es nicht nötig, ‚bewiesen‘ zu werden. <span style="color:#00B000">(In der Mathematik ist ein ‚Satz‘ erst dann ‚wahr‘ und ‚existent‘, wenn er bewiesen ist. Bei GOTT ist es jedoch nicht so ''':''' GOTTES ‚Existenz‘ ist nicht erst dann ‚wahr‘, wenn seine ‚Existenz‘ von uns ‚bewiesen‘ ist. Sein ‚Dasein‘ ist jedem unserer ‚Beweisversuche‘ immer schon voraus. Der Zugang zu GOTT ist nicht der ,Beweis‘, sondern der ,Glaube‘. Wer an GOTT glauben ,will‘, dem antwortet GOTT. Wer nicht an GOTT glauben ,will‘, dessen Entscheidung respektiert GOTT, und drängt sich nicht auf. Die Glaubens-Entscheidung hat jedoch für jeden Menschen eine existenzielle Konsequenz ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt'', <span style="color:#00B000">[ und diese Entscheidung auch im Augenblick der ,Wahrheit‘, im Tod, in der sog. ,Endentscheidung‘, nicht widerruft ]</span>, ''wird verurteilt werden''«,</span> <small>({{Bibel | Markus Evangelium |16|16|EU}})</small>. Das Urteil lautet ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''zweiter Tod ''':''' der Feuersee''«</span>, <small>({{Bibel | Offenbarung |20|14f|EU}})</small>, ohne Berufungsmöglichkeit. <span style="color:#CC66FF">»''Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn geben wird''«.</span> <small>({{Bibel | Hebräer Brief|11|6|EU}})</small>)</span> Das GÖDEL-Axiom-5 ist m.E. der entscheidende Ansatzpunkt einer stimmigen <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation der GÖDEL-Axiomatik. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Das Kalkül ist kein Existenz-Beweis für GOTT</span></div>=== Die allgemeine <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> des GÖDEL-Formalismus, d.h. seine ‚Schlusskraft‘, ist von kompetenten Leuten<ref>„GÖDELS Argumentationskette ist nachweisbar korrekt – so viel hat der Computer nach Ansicht der Wissenschaftler Christoph BENZMÜLLER und Bruno WOLTZENLOGEL-PALEO nun gezeigt;“ vgl. https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2013/fup_13_308/index.html</ref> schon festgestellt worden, <span style="color:#00B000">(im Anhang ‚nachrechenbar‘ mit den Regeln und Gesetzen einer modalen Prädikatenlogik 2. Stufe)</span>. Das GÖDEL-Kalkül ist jedoch kein ‚moderner‘<span style="color:#FF6000">„Existenz-Beweis“</span> für GOTT, wofür es gehalten oder meistens bezweifelt wird, sondern setzt, <span style="color:#00B000">(theoretisch methodisch)</span>, den <span style="color:#FF6000">„Glauben an die Existenz GOTTES“</span> schon voraus, ohne ihn zu hinterfragen. Das <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> bzw. die <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> GOTTES wird mit der Definition-1 für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, bzw. mit dem Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ — </span>, im Kalkül ‚definitorisch‘ bzw. ‚axiomatisch‘ als Kalkül-,Annahme‘ eingeführt, unter der Voraussetzung, dass die ‚Eigenschaft‘ <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ := </span><span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> und das <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span>, ontologisch ‚identisch‘, genauer ''':''' <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> sind, was GÖDEL im Axiom-5 definitiv für sein System vorschreibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>. Das <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ist faktisch äquivalent zur <span style="color:#FF6000">„notwendigen Existenz als GOTT“</span>; und <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> ist die <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft in GOTT“</span>. Beides ist nach Axiom-5 ‚identisch‘, d.h. dem ‚Sein nach‘ dasselbe, und daher konvertierbar. Beide, <span style="color:#00B000">(sowohl die Essenz, als auch die Existenz GOTTES)</span>, werden daher auch mit demselben Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> im Kalkül dargestellt. Der traditionelle, christliche ,GOTT-Glaube‘ wird zugleich mit diesem Term <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ := </span> <span style="color:#FF6000">„GOTT“ <span style="color:#00B000">|</span> „göttlich“</span>, im 2. Beweisgang, dem Basisbeweis, und im 3. Beweisgang für das Theorem ANSELMS, jeweils als ,methodologische‘ Prämisse :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> regulär <span style="color:#00B000">( ├ )</span> und explizit eingeführt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''steht für den GOTT'' <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span> ''der Christen''«</span>. Das ist die ,modal‘-frei gewählte, <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Kalkül-,Annahme‘, <span style="color:#00B000">(als ,Argument-Einführung‘ := <span style="color:#4C58FF">‚'''AE:'''‘</span> )</span>, und wird dann mit Definition-1 näher ,bestimmt‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000"> »''Das'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''steht genau dann für ‚GOTT‘'' <span style="color:#00B000">|</span> ''‚göttlich‘'', <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, ''wenn'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''alle positiven Eigenschaften, bzw. Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">‚'''PX'''‘</span>, ''hat''«</span>, entsprechend dem ‚Quelltext‘ bei LEIBNIZ. <span style="color:#00B000">(Das ,postulierte‘ Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PG'''‘ —</span>, wird standardmäßig gelesen als <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit ist eine positive Eigenschaft''«</span>, hat aber auch die alternative Leseart ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt d.h. vollkommen''«</span>, was <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> auch richtig ist; mit <span style="color:#4C58FF">‚'''P'''‘ </span> := <span style="color:#FF6000">„Perfektion“/„Vollkommenheit“</span> ist dann die Summe aller <span style="color:#FF6000">„positiven Eigenschaften“</span>.)</span> Mit Axiom-3, — in dieser <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Leseart —, ist der ‚Wenn-Satz‘ in Definition-1 ‚aufgelöst‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT hat alle positiven Eigenschaften, weil er ‚perfekt‘ ist''«</span>. In Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, wird die ,für uns‘ <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —, </span> durch die ,aus sich‘ <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span> instanziierten <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(als zu den Transzendentalia gehörig)</span>, bestimmt. Das GÖDEL-Kalkül setzt sowohl in Definition-3 als auch im Axiom-5 das Theorem des ARISTOTELES von der ontologischen ‚Identität‘, d.i. die Koinzidenz von <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span>, <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> im prinzipiell <span style="color:#FF6000">„unbewegten Erstbewegenden“</span> voraus. Ohne diese Annahme bzw. ohne Axiom-5, würde das GÖDEL-Kalkül nicht ‚funktionieren‘. Das GÖDEL-Theorem-2.1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span>, kann unter dieser Voraussetzung dann, <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> richtig und eindeutig, so gelesen werden ''':''' <span style="color:#FF6000">„Wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, als Individuum steht, dann ist GOTT-Sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(,Existenz‘)</span>, das Wesen, <span style="color:#4C58FF">—<sub>ess</sub>—, </span> <span style="color:#00B000">(,Essenz‘)</span>, GOTTES <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span>”</span><ref>vgl. z.B. THOMAS von Aquin ''':''' ,''<span style="font-family: Times;"><big>De Ente et Essentia</big></span>''’, Kapitel 5 ''':''' „Deus, cuius essentia est ipsummet suum esse“ ''':''' „GOTT, dessen Wesen sein eigenes Sein ist“.</ref>, statt der <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> unrichtigen Lesearten in der Wikipedia ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlich ist eine essentielle Eigenschaft jedes göttlichen Wesens''«</span><ref>{{w|Gottesbeweis#Kurt_Gödel|Gottesbeweis 2.1.2, Theorem 2}}; Version vom 10.09.2025</ref>, oder bei Christoph BENZMÜLLER et alia, im sog. ,Theorembeweiser‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Gottähnlich zu sein ist eine Essenz von jeder gottähnlichen Entität''«</span><ref>[https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2013/fup_13_308/index.html ‚Gödels „Gottesbeweis“ bestätigt’, Theorem 2]</ref>, mit der suggestiven Annahme, es gäbe mehrere ,göttliche Wesen‘, bzw. ,gottähnliche Entitäten‘, was der monotheïstischen, abendländischen Tradition, bzw. dem <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Theorem von der ,Unvergleichlichkeit‘ und ,Einzigartigkeit‘ GOTTES widerspricht, das im GÖDEL-Kalkül mit Korollar-3 bestätigt wird. <span style="color:#00B000">(Die Interpretation <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ :=</span> <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, als ,Individuumname‘, ist synonym zum <span style="color:#FF6000">„Dasein <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> GOTTES“</span>, und äquivalent zur ‚positiven Eigenschaft‘ <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span>, alias <span style="color:#FF6000">„göttlich zu sein“</span> = <span style="color:#FF6000">„GOTT zu sein“</span> = <span style="color:#FF6000">„GOTT-Sein“</span>; und mit dem GÖDEL-Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ :=</span> <span style="color:#FF6000">„das Wesen <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> GOTTES“</span>.)</span> <div class="center"><span style="color:#FF6000"><span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ :=</span> „'''G'''öttlichkeit“ <span style="color:#4C58FF">↔</span> „'''G'''OTT“ <span style="color:#4C58FF">↔</span> „'''G'''OTT-Sein“</span> </div> Die Rechtfertigung für diese <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Dreifach-Äquivalenz für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, im GÖDEL-Kalkül, gibt Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''die positive <u>Eigenschaft</u>'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ''Göttlichkeit'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''äquivalent zu GOTT als Individuum-Name'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''ist auch äquivalent zum Dasein GOTTES'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''gleichbedeutend mit notwendiger <u>Existenz</u>'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>'', dem <u>Sein</u> GOTTES für uns''«</span>. Hier hat GÖDEL explizit <span style="color:#FF6000">„Eigenschaft“</span> mit <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> gleichgesetzt; <span style="color:#00B000">(was jedoch nach KANT für alles, was in unserer Welt ‚existiert‘, bzw. für alles, was zur <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> gehört, wie GÖDEL selbst sagt, in jedem Fall ‚unstatthaft‘ ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein ist kein reales Prädikat“</span>)</span>. Jedoch wegen dieser ‚Gleichsetzung‘, die einzig und allein, der aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition entsprechend, singulär nur in GOTT ‚statthaft‘ ist, kann jetzt die ‚positive Eigenschaft‘ <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> <span style="color:#00B000">(ontologisch korrekt)</span> gelesen werden als <span style="color:#FF6000">„das, was GOTT zu dem macht, ‚was‘ GOTT an sich selbst ist“</span>, nämlich zu seinem <span style="color:#FF6000">„GOTT-Sein“</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span>, zu seinem <span style="color:#FF6000">„Dasein als GOTT“</span>; zur Tatsache, dass <span style="color:#FF6000">„GOTT GOTT ist“</span>, d.h. dass <span style="color:#FF6000">„GOTT als GOTT ‚da‘ ist“</span>. Das ist, <span style="color:#00B000">(und da folgt ARISTOTELES seinem Lehrer PLATO)</span>, nach traditioneller Auslegung, die übliche, ontologische Funktion des ‚Wesens‘<span style="color:#00B000"> | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span> | ‚usía‘ |</span> eines Seienden ''':''' es ‚macht‘ das Seiende zu dem, ‚was‘ es ist; es ist die ‚Ursache‘ dafür, dass das Seiende, das ‚ist‘, ‚was‘ es ist | ‚Was-Sein‘ — ‚Wesen‘. <span style="color:#00B000">(ARISTOTELES lokalisiert jedoch das ,Wesen‘ im Seienden, im Gegensatz zu PLATO, der das ,Wesen‘, — ,getrennt‘ vom Seienden —, in den allgemeinen ,Ideen‘ lokalisiert.)</span> Da aber in ‚Gott‘, <span style="color:#00B000">(dem <span style="color:#FF6000">„unbewegten, ‚unverursachten‘ Erstbeweger“</span>)</span>, Prozesshaftes, ‚Ursächliches‘ auszuschließen ist, ist die übliche prozesshafte, ‚ursächliche‘ Funktion von <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span><span style="color:#00B000"> | ‚usía‘ |</span> ,Wesen‘ im <span style="color:#FF6000">„Erstbewegenden“</span> nach ARISTOTELES, sozusagen, schon ‚zum Abschluss‘ gekommen, schon ‚verwirklicht‘, — <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐν-έργεια οὖσα</big></span>“</span><span style="color:#00B000"> | ‚en-érgeia úsa‘</span> —, schon ‚ins-Werk‘ gesetzt; <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>τὸ ἔργον</big></span>“</span> | ‚to érgon‘ | ‚das Werk‘; <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐνέργεια</big></span>“</span> | ‚enérgeia‘ | ,Wirksamkeit‘, ,Wirklichkeit‘, ,Aktualität‘, ,Energie‘; und <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὖσα</big></span>“</span> | ,úsa‘ | feminin Nominativ Singular von <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὤν</big></span>“</span> | ‚ón‘ | ‚seiend‘)</span>. Sein ,Wesen‘ ist im ,Dasein‘ vollendet, ist ,wirkliches, verwirklichendes Sein‘, ‚seiende Aktualität‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>actus purus</big></span>“</span> ''':''' sein Wesen ist ‚reine Tätigkeit‘, ,reine verwirklichende Gegenwärtigkeit‘, d.h. ,existent‘, ohne jede prozesshafte ‚Potenzialität‘. Aus der wichtigen und richtigen Erkenntnis, dass GOTT <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur unserer Welt''«</span> ist, folgt mit der ontologischen Identität von ,Dasein‘ und ,Wesen‘ in GOTT ''':''' Der zeitlos ewige GOTT ist <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich'' <span style="color:#00B000">(von Natur aus)</span> ''immer schon da''«</span>, m.a.W. ist <span style="color:#FF6000">„zeitlos-ursprungslos“</span>. Insofern ist <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span>, die im <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> d.h. in <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, schon ihr ‚Ziel‘, ihre Vollendung, — <span style="color:#FF6000">„Perfektion“</span>, Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, erreicht hat. GOTT ist <span style="color:#FF6000">»''vollkommen''«</span> und darum auch <span style="color:#FF6000">»''notwendig für uns immer schon ‚da‘''«</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ — </span>. GOTT ist in seinem ‚zeitlosen Wesen‘ <span style="color:#FF6000">„unverursacht“</span>, da er <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich'' <span style="color:#00B000">(von Natur aus)</span> ''vollkommen''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□PG'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(eine Instanz von Axiom-4)</span>. <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ist die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span>, bzw. das <span style="color:#FF6000">„Wesen GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ —</span>. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ,der‘ Vollkommenste''«</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>. Und zur absoluten <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“</span> gehört <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> auch das <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span>. <span style="color:#FF6000">„Notwendige Existenz“</span> gehört zu den ,ultimativen‘ Transzendentalia in GOTT, was GÖDEL mit Definition-3 syntaktisch formalisiert hat. Entscheidend für diese Interpretation des GÖDEL-Systems ist ''':''' nur unter der ,modal‘ notwendigen Voraussetzung der ontologischen ‚Identität‘ von <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — '''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, bzw. der ‚Gleichsetzung‘, <span style="color:#00B000">(Koinzidenz)</span>, von <span style="color:#FF6000">„notwendiger Existenz“</span> mit den ‚positiven‘ Wesenseigenschaften, der <span style="color:#FF6000">„Essenz“</span> in GOTT, Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span>, ‚funktioniert‘ die GÖDEL-Axiomatik '''!''' Diese ‚Identität‘, bzw. ,Koinzidenz‘ wird in ARISTOTELES, ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Metaphysik</big></span>''‘, Buch XII 7, in einem Indizienbeweis erbracht, der mit der Methode der philosophischen Induktion zum Ergebnis kommt ''':''' ::<span style="color:#FF6000">» … ''es muss'' <span style="color:#00B000">[ notwendig ]</span> ''etwas geben, das, ohne selbst ‚bewegt‘'' <span style="color:#00B000">[ </span>''worden''<span style="color:#00B000"> ]</span> ''zu sein'', <span style="color:#00B000">[ ‚unentstanden‘ ]</span>, ''alles Übrige wie ein Geliebtes ‚bewegt‘'' <span style="color:#00B000">[ ‚entstehen lässt‘ ]</span>«</span>, das darum ‚zugleich‘ <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>αἴδιον καί οὐσία καί ἐνέργεια οὖσα</big></span>“ <span style="color:#00B000">|</span> »<span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewig, sowohl <u>Wesen</u>'', <span style="color:#00B000">[ etwas Konkretes, Essentielles ]</span>, ''als auch seiende Wirksamkeit — '' <span style="color:#00B000">[ </span>„<span style="font-family: Times;"><big>actus purus</big></span>“, „reine Tätigkeit“<span style="color:#00B000"> ]</span> ''— verwirklichendes, wirkliches <u>Sein</u> ist'', <span style="color:#00B000">[ ein Existierendes, das alles Übrige ,zur Existenz‘ bringen kann ]</span> «</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὀρεκτόν καί νοητόν</big></span>“ <span style="color:#00B000"> | ,orektón kai noêtón‘ | </span> »''ersehnt und erkennbar ist''.«</span> <span style="color:#00B000">(''<span style="font-family: Times;"><big>vgl. ,Metaphysik</big></span>''‘ XII 7, 1072a,23 – 1072b,4)</span> Was <span style="color:#FF6000">»''alles Übrige''«</span> ,zur Existenz‘ bringen kann, bzw. ,verwirklichen‘ kann, muß auch selbst, als etwas Konkretes, Essentielles, ,existieren‘, bzw. ,wirklich sein‘. Die, daraus abgeleitete, ontologische ‚Identität‘, — ,Koinzidenz‘ —, von ‚Wesen‘ und ‚Sein‘, <span style="color:#00B000">(Ziel aller Sehnsucht und jedes Erkenntnisstrebens)</span>, <span style="color:#FF6000">»''ist das Privilegium der Gottheit allein''«</span> ''':''' mit Gottfried Wilhelm LEIBNIZ interpretiert, entsprechend einer adäquaten, aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition. Dieses induktive, ‚ontologisch‘ a-posteriori Ergebnis aus der ‚Prinzipienforschung‘ des ARISTOTELES ist die metaphysische und logische Voraussetzung, dass GÖDEL seine Axiomatik im Kalkül des sog. ‚ontologischen Gottesbeweises‘ a-priori des ANSELM von Canterbury, und nach LEIBNIZ, deduktiv korrekt formulieren konnte; <span style="color:#00B000">(vgl. 3. Beweisgang)</span>. Angenommen, die Variable <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> steht für den <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, der Christen, <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, Term :01: im 2. Beweisgang)</span>, dann ist, — auf Grund von diesem Beweisgang —, in unserer Welt ,wahr‘ und evident ''':''' die ‚positive Eigenschaft‘ <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, und das faktische <span style="color:#FF6000">»''‚Da‘-Sein'' <span style="color:#00B000">[ Existenz ]</span> ''GOTTES''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ‚benennen‘, ontologisch ident, denselben Sachverhalt ''':''' nämlich das, was wir das <span style="color:#FF6000">»''Wesen'' <span style="color:#00B000">[ Essenz ]</span> ''GOTTES''«</span>, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, nennen. <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit'', bzw. ''GOTT-‚Sein‘ ist das Wesen GOTTES''«</span>, und dann umgedreht und äquivalent ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Wesen GOTTES ist sein ‚Da‘-Sein als GOTT'', bzw. ''seine Göttlichkeit''«</span>, m.a.W. ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist wesentlich ‚grundlos‘'' <span style="color:#00B000">[ d.h. </span> ''notwendig aus sich''<span style="color:#00B000"> ]</span> ''‚da‘''«</span>. Das ist das Einzigartige im <span style="color:#FF6000">»''Wesen GOTTES''«</span> ''':''' GOTT ist, zeitlos-ewig, für uns immer schon ‚da‘, und das ‚ist‘ sein <span style="color:#FF6000">»''Wesen''«</span>; vorausgesetzt, ,angenommen‘, man glaubt an GOTT ''':''' Term :01:. <span style="color:#00B000">(Der schon von GÖDEL indizierte Term <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ — </span> ,expliziert‘ nur eine der drei Lesearten, die der Term <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''‘ — „theologisch“</span> ,impliziert‘.)</span> Theorem-2 hat somit die syntaktische Form einer Definition ''':''' <div class="center"><span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span></div> Somit kann GOTT ‚explizit‘ <span style="color:#00B000">(aus einer bewiesenen Kalkül-Definition)</span> <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> genauer ‚bestimmt‘ werden ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist gerade deswegen GOTT, weil sein überzeitlich-ewiges und an sich ‚grundloses‘'' <span style="color:#00B000">[ aber für uns notwendiges ]</span> ''Dasein'' <span style="color:#00B000">[ Existenz ]</span> ''als GOTT, ontologisch, — dem Sein nach —, identisch ist mit seinem persönlichen und für uns liebevollen Wesen'' <span style="color:#00B000">[ Essenz ]</span> ''als GOTT; diese Identität von Dasein und Wesen gilt einzig und allein nur bei GOTT.''«</span> Die philosophische Frage nach dem <span style="color:#FF6000">„Wesen GOTTES“</span> lautet, <span style="color:#00B000">(auf die Person bezogen)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„Was bist du ? “</span> Sie ist äquivalent zur <span style="color:#4C58FF">,theologisch’</span>-biblischen Frage MOSES ''':''' <span style="color:#CC66FF">„Wer bist Du ? “</span> Die bekannte Antwort des GOTTES-JHWH aus ‚Exodus 3,14‘ thematisiert das persönliche, für uns liebevolle und für immer notwendige <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‘אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֑ה‚</big></span> <span style="color:#00B000">| ‚eh'jeh asher eh'jeh‘ |</span> <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin-Da‘'', <span style="color:#00B000">[ für euch und für immer ]</span>«.</span> Mit diesem Zitat aus der Bibel ist die GÖDEL-Axiomatik, sozusagen, <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> ‚verifiziert‘. Sie hat einerseits im Theorem-2 ihren philosophischen ‚Abschluss’ erreicht, und andererseits damit formal-syntaktisch den ‚Anschluss‘ an eine allgemeine Basis-Glaubensaussage gefunden, die ‚an sich‘ für jeden CHRIST-gläubigen Menschen ‚selbstverständlich‘ ist. Was in der Metaphysik des ARISTOTELES das Ergebnis einer philosophischen ,Induktion‘ a-posteriori ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„,Dasein‘ ist das ,Wesen‘ GOTTES“</span>, — <span style="color:#00B000">(das mit Theorem-2, auch ein Ergebnis der deduktiven GÖDEL-Axiomatik a-priori ist ''':''' die Beweisgrundlage für den Konsequenz-Teil im Theorem AMSELMS)</span>, — das ist in der Bibel die Grundüberzeugung jedes Menschen, der an GOTT glaubt ''':''' GOTT ist für uns immer schon <span style="color:#FF6000">„da“</span>, weil er uns liebt. Das ist das, <span style="color:#FF6000">„was“</span> GOTT für uns als GOTT ausmacht, — sein Wesen ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Wir haben die Liebe, die GOTT zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. GOTT ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in GOTT und GOTT bleibt in ihm.''«</span>, <small>({{Bibel | 1. Johannesbrief |4|16|EU}})</small> Das eigentliche Ergebnis der GÖDEL-Axiomatik ist somit die ‚triviale‘ Erkenntnis, dass GOTT, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „grundlos“</span>, für uns immer schon ‚da‘ ist, — <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span> —, vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(‚angenommen‘)</span>, man ‚glaubt‘ an den zeitlos-ewigen GOTT. <span style="color:#00B000">(Der Glaube an die Zeitlosigkeit GOTTES ist mit der ‚Annahme‘ von Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt''«</span>, und der ‚Annahme‘ der Definition-1 für <span style="color:#4C58FF"> ‚'''Gx'''‘ := </span> den <span style="color:#FF6000">„GOTT der Christen“</span>, im Kalkül ‚implizit‘ schon eingeführt, da die Axiome und Definitionen, — nach GÖDEL —, nur dann <span style="color:#FF6000">»''wahr''«</span> sind, wenn sie <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen''</span> [ Raum-Zeit-]<span style="color:#FF6000">''Struktur''«</span> unserer Welt sind. Das ,impliziert‘ auch, dass der GOTT von Axiom-3 und Definition-1 ebenfalls <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von Raum und Zeit, d.h. zeitlos-ewig ist '''!''' )</span> Wer an den GOTT der Bibel glaubt, kann sich von der ‚Vernünftigkeit‘ seines Glaubens mit Hilfe des sog. ,ontologischen‘ Gottesbeweises nach ANSELM von Canterbury, mit Kurt GÖDEL <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span>, überzeugen. <span style="color:#00B000">(Das war auch die Absicht ANSEMS '''!''' )</span> Die Annahme, es sei ‚unmöglich‘, dass es GOTT gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(dezidierter Atheismus)</span>, führt im GÖDEL-Kalkül formal zu einem logischen Widerspruch; vgl. z. B. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Gödels Möglichkeitsbeweis</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Der Gödelsche Gottesbeweis</big></span>''‘, Seite 17, von Günther J. WIRSCHING; (https://edoc.ku.de/id/eprint/10243/1/OntBw.pdf), d.h. es ist also nicht ‚unmöglich‘, dass es GOTT gibt. Der GOTT-Glaube ist mit den Maßstäben einer modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span> und darum ,vernünftig‘. Damit steht fest ''':''' das GÖDEL-Kalkül ist kein moderner ‚Existenz-Beweis‘ für den GOTT der Bibel, sondern es setzt, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span>, ,methodologisch‘, den Glauben an die Existenz eines ewigen GOTTES voraus, der, — <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur unserer '' <span style="color:#00B000">[ vergänglichen ]</span> ''Welt''«</span> —, für uns immer schon ‚da‘ ist. Wenn aber einmal als fix ‚angenommen‘ worden ist, <span style="color:#00B000">(als Prämisse)</span>, dass es wahr ist, dass GOTT ‚existiert‘, dann ist natürlich die ‚Annahme‘, dass GOTT ‚nicht existiert‘, falsch. Aber sie ist auch ,unlogisch‘ und ,unvernünftig‘, weil die Annahme ''':''' ,''Es ist unmöglich, dass es einen GOTT gibt''‘, offensichtlich und eindeutig zu einem Widerspruch führt; was z. B. Günther J. WIRSCHING mit seiner Version des <span style="color:#00B000">(nicht umkehrbaren)</span> ‚Möglichkeitsbeweises‘ für ,GOTT‘, explizit vorexerziert hat. <span style="color:#00B000">(Siehe Anhang ''':''' GÖDELS ‚Möglichkeitsbeweis‘ als ,Widerlegung‘ eines Nicht-GOTT-Glaubens; in Entsprechung zu Psalm 14,1 und Psalm 53,2 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Der'' <span style="color:#00B000">[ ,unvernünftige‘ ]</span> ''Tor sagt in seinem Herzen ''':''' Es gibt keinen Gott. Sie handeln verderbt, handeln abscheulich; da ist keiner, der Gutes tut''«</span>. Historischer Hintergrund zu diesem Psalm-Text ''':''' Die Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch die Truppen des NEBUKADNEZAR II.)</span> Der Logiker GÖDEL hat in seinem System zum ,ontologischen Beweis‘ keine ‚formale Unentscheidbarkeit‘ <span style="color:#00B000">(Agnostizismus)</span> feststellen können, wie auf einem anderen Feld seiner Forschungsarbeiten. Das GÖDEL-Konsequenz-Teil von der ‚Notwendigkeit‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(die ‚Konsequenz’ aus dem ‚widerspruchsfreien‘ Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —,</span>)</span> im ‚Theorem ANSELMS‘, ist <span style="color:#00B000">(im 3. Beweisgang, Term :10:)</span> dann auch eine weitere Explikation des Basis-Theorems-2 des Kalküls ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, über die ‚ontologische Identität‘ vom <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, mit seinem <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> —</span>, dargestellt mit Term :9:. <span style="color:#00B000">(Die ontologische Identitat von Dasein und Wesen in GOTT, ist die, für uns, <span style="color:#FF6000">„notwendige Präsenz <span style="color:#00B000">[ das Sein, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>]</span> GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, die äquivalent, bzw. koinzident ist zur <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit <span style="color:#00B000">[ das Wesen, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>]</span> GOTTES “</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>. Diese Identität von Sein und Wesen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub> —</span>, bedeutet <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> konkret ''':''' die, für uns, notwendige Gegenwärtigkeit GOTTES, [ sein Dasein ], ist verwirklicht worden in der liebevollen [ Wesens-]Zuwendung GOTTES zu uns Menschen, in seiner Kindwerdung in Bethlehem, durch die Jungfrau MARIA ''':''' GOTTES Wesen ist ,Sein-mit-uns‘ ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''sein Name'', <span style="color:#00B000">[ sein Wesen ]</span>, ''ist IMMANUEL, das heiß übersetzt ''':''' GOTT-mit-uns''«, <small>({{Bibel | Matthäus Evangelium |1|23|EU}})</small></span>, der unsere Not-,wenden‘-wird, d.h. der uns und die Welt von der Korruption der Sünde und des Todes <span style="color:#4C58FF">,erlösen‘</span> will und wird.)</span> Die, von GÖDEL im 1. Beweisgang, als Prämissen schon vorausgesetzten und ,angenommenen‘ Perfektionen, bzw. Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(das sind die allgemeinen ,Transzendentalia‘ für alles Nicht-Göttliche in der Welt)</span>, werden im ersten Teil des 2. Beweisganges, mit Term :13: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>, dann auch als <span style="color:#FF6000">„positive Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#00B000">(als die ultimativen ,Transzendentalia‘)</span>, in GOTT ‚definitiv‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> bestätigt; <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, 2. Beweisgang, Anmerkung-2)</span>. Im 3. Beweisgang ist das Basis-Theorem-2 die ,modal‘ notwendige, bzw. transzendentale, Voraussetzung, sowohl für das <span style="color:#FF6000">„an sich notwendige Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, im Term :10:, als auch für die <span style="color:#FF6000">„für uns notwendige Existenz GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, sowohl in der Definition-3, als auch im Axiom-5; <span style="color:#00B000">(das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span> wird nur GOTT zugeordnet; vgl. auch Anhang, 3. Beweisgang, Anmerkung-4)</span>. Dieses Basis-Theorem-2 ist auch zugleich die Antwort auf die Frage nach dem ‚Ursprung‘ GOTTES ''':''' GOTT ist <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „ursprungslos“</span> ‚da‘, von <span style="color:#CC66FF">„Ewigkeit zu Ewigkeit“</span>, denn es ‚ist‘ sein <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, <span style="color:#00B000">(überzeitlich-ewig)</span> für uns immer schon ‚da‘ zu sein. Weitere ‚Einzelheiten‘ über Wesen und Eigenschaften GOTTES gehören in die Mystik, bzw. in die <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span>. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Bedeutung des Kalküls</span></div>=== <div class="center">Immanuel KANT und Kurt GÖDEL im ‚Dialog‘</div> KANT sagt ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>'''''Sein''' ist offenbar kein reales Prädikat''. ... ''Es ist bloß die'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Position'' <span style="color:#00B000">[ latinisiert, deutsch für ''':''' ,Setzung‘ ]</span> ''eines Dinges ... Nehme ich nun das Subjekt (Gott) mit allen seinen Prädikaten'' <span style="color:#00B000">[ d.h. Eigenschaften ]</span> ''(worunter auch die Allmacht gehört) zusammen, und sage ''':''' ‚'''Gott ist'''‘'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT existiert wirklich‘ ]</span>, ''oder ‚es ist ein Gott‘, so <u>setze</u> ich kein neues Prädikat'' <span style="color:#00B000">[ keine neue Eigenschaft ]</span> ''zum ‚Begriffe‘ von Gott ''':''''' <span style="color:#00B000">[ <span style="color:#0000FF; background-color:#FFFF00">‚Sein’ ist kein ‚reales Prädikat’ in GOTT</span>; ‚Existenz‘ ist in GOTT keine ‚Eigenschaft‘ ],</span> ... ''es kann daher zu dem Begriffe'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘ ]</span>, ''der bloß die'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Möglichkeit ausdrückt, darum, dass ich dessen Gegenstand'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck ''':''' er ist'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ist wirklich ]</span>'' ) <u>denke</u>, nichts weiter hinzukommen.'' <span style="color:#00B000">[ Beides ist ,bloß gedacht‘ '''!''' ]</span> ''Und so enthält das Wirkliche nichts mehr als das bloß Mögliche. Hundert ‚wirkliche‘ Taler enthalten nicht das mindeste <u>mehr</u>, als hundert ‚mögliche‘. Denn, da diese den'' <span style="color:#00B000">[ gedachten ]</span>'' ‚Begriff‘, jene aber den Gegenstand und dessen'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Position an sich selbst bedeuten, so würde, im Fall dieser'', <span style="color:#00B000">[ die 100, als ,wirklich‘ bloß gedachten Taler ]</span>, ''<u>mehr</u> enthielte als jener,'' <span style="color:#00B000">[ als ihr ‚gedachter‘ Begriff im Verstand, wie ΑNSELM von Canterbury für GOTT, als ‚wirklich‘ Existierenden, argumentierte, …''so würde'' ]</span> ''mein ‚Begriff‘'' <span style="color:#00B000">[ die 100 im Verstand ‚gedachten‘ Taler ]</span> ''nicht den ganzen Gegenstand ausdrücken, und also auch <u>nicht der angemessene Begriff</u> von ihm sein. Aber in meinem Vermögenszustande ist <u>mehr</u> bei hundert ‚wirklichen‘ Talern, als bei dem bloßen Begriffe derselben'', <span style="color:#00B000">[ als bei 100 bloß ‚gedachten‘ Talern ]</span> ... <span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000"><ref>‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 401; https://www.korpora.org/kant/aa03/401.html</ref></span>. GÖDEL würde darauf <span style="color:#00B000">(korrespondierend zur aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition von der Identität von Sein und Wesen in GOTT)</span> antworten ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>Die <span style="color:#FF6000">„100 Taler“</span> sind der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der'' <span style="color:#00B000">[ vergänglichen ]</span> ''Welt''«</span> entnommen, und sind daher nicht mit GOTT vergleichbar, der, <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer Welt, <span style="color:#FF6000">„über“</span> dieser Welt steht. Einzig und allein nur von GOTT gilt ''':''' Der mit Dingen aus unserer Welt ,nicht vergleichbare‘ GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">„existiert notwendig für uns“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, und <span style="color:#FF6000">„notwendiges Existieren, <u>Sein</u>“</span> ,ist‘ eine <span style="color:#FF6000">„positive <u>Wesen</u>seigenschaft“</span> in GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, weil GOTT aus sich <span style="color:#FF6000">„vollkommen“ <span style="color:#00B000">|</span> „perfekt“</span> ist, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#0000FF; background-color:#FFFF00">‚Sein‘ ist in GOTT ein ‚reales Prädikat‘</span>; <span style="color:#00B000">(notwendige ‚Existenz’ ist eine positive ‚Wesenseigenschaft’ in GOTT)</span>, und nur bei GOTT '''!''' Zum zeitlos-ewigen GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(als methodologische Prämisse)</span>, kann man sagen ''':''' Weil es, wegen Axiom-1 und Axiom-2, <span style="color:#FF6000">„widerspruchsfrei möglich"</span> ist, dass es ihn gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, darum ist dieser GOTT auch das ‚einzige‘ <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span>, das <span style="color:#FF6000">„notwendig aus sich“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, d.h. <span style="color:#FF6000">„grundlos“ <span style="color:#00B000">|</span> „unverursacht“</span> für uns immer schon ‚da’ ist und immer ,da’ sein wird; und zusätzlich gilt ''':''' Es gibt für jede mögliche Welt ‚nur‘ diesen einen GOTT ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx ∧ □∀y(Gy→x=y)'''‘ — </span><span style="color:#00B000">(Monotheïsmus)</span>; vorausgesetzt, man geht von der ,Existenz’ dieses GOTTES aus, wobei diese Annahme <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span> ist.<span style="color:#FF6000">«</span> Eine Beobachtung ''':''' KANT sagt, gleichsam als ,krönender‘ Abschluss seiner Widerlegung des, — von ihm so genannten —, ,ontologischen Gottesbeweises‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''Aber in meinem Vermögenszustande ist <u>mehr</u> bei hundert ‚wirklichen‘ Talern, als bei dem bloßen Begriffe derselben, (d.i. ihrer Möglichkeit).''<span style="color:#FF6000">«</span> Diese Feststellung KANTS entspricht jedoch genau der Argumentation ANSELMS ''':''' GOTT <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse et in re</big></span>“</span>, d.h. GOTT ,existiert auch in Wirklichkeit‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>quod maius est</big></span>“</span>, was <u>mehr</u> ist, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse solo in intellectu</big></span>“</span>, als nur ein bloßer Begriff ,im Verstand zu sein‘. Der ,Mehr-Wert‘ ergibt sich in beiden Fällen, sowohl bei den Talern als auch bei GOTT, aus der ,Wirklichkeit‘ ihrer Existenz, im Gegensatz zur bloßen, <span style="color:#00B000">(im Begriff gedachten)</span>, ,Möglichkeit‘ ihrer Existenz, so dass, in jedem Fall, der ,Begriff‘ im Verstand ohne Abstriche <span style="color:#FF6000">»</span>''den ganzen Gegenstand ausdrückt''<span style="color:#FF6000">«</span>, und von diesem auch <span style="color:#FF6000">»</span>''der angemessene Begriff''<span style="color:#FF6000">«</span> ist. Alles andere wäre eine ,Lüge‘. Mit dieser ,Beobachtung‘ ist das implizit ,Widersprüchliche‘ in KANTS Argumentation aufgedeckt ''':''' Das Wirkliche in KANTS Vermögenszustande enthält <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> als das bloß Mögliche, konträr zu seiner vorigen Behauptung ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''das Wirkliche''<span style="color:#FF6000">«</span> enthalte <span style="color:#FF6000">»'',nichts mehr‘</span> als das bloß Mögliche''<span style="color:#FF6000">«</span>. Diese Behauptung ist offensichtlich falsch. Das ist somit ein indirekter Beweis und damit eine Bestätigung für die analoge Argumentation ANSELMS aus dem Wiederspruch des Gegenteils, am Beispiel KANTS <span style="color:#FF6000">»</span>''Vermögenzustandes bei hundert wirklichen Talern''<span style="color:#FF6000">«</span>, in dem in Wirklichkeit <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> ist, <span style="color:#FF6000">»</span>''als bei dem bloßen Begriffe derselben''<span style="color:#FF6000">«</span>. <span style="color:#00B000">(Diese ,Beobachtung‘ ist zugleich auch das entscheidende Indiz dafür, dass das systembedingte Konzept KANTS von der ,Existenz‘, bzw. vom ,Sein‘ eines jeden Gegenstandes, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen bloße Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">d.i. als seine ,Setzung‘ bloß im- und durch den Verstand ,falsch‘ ist, — d.h. im Klartext ''':''' für KANT ist das ,Sein‘ eines Gegenstandes bloß ein ,Gedanke‘ in uns, wenn er meint, dass uns ein Gegenstand erst dann wirklich ,gegeben‘ sei, wenn wir uns den</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Gegenstand als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck : <u>er ist</u>) <u>denken</u>''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">was nur seiner System-Konzeption geschuldet sein kann. Auf Grund dieser Konzeption ist das</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Ding, wie es an sich selbst ist''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">für KANT systembedingt weder ,anschaubar‘, noch ,erkennbar‘. Diese falsche Konzeption über die ,Existenz‘, bzw. das ,Sein‘ eines Dinges, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen bloße Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">ist für KANT letztendlich auch die Beweisgrundlage und Voraussetzung für seine Ablehnung des ontologischen Argumentes für GOTT. Wenn das ,wirkliche‘ Sein eines Dinges nichts anderes ist, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen'' <span style="color:#00B000">[ bloß gedachte ]</span> ''Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">d.h. als seine ,mögliche‘ Setzung bloß im- und durch den Verstand, das ist das, als ,wirklich‘ bloß nur gedachte, Ding, dann</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''enthält''<span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">natürlich</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''das Wirkliche''<span style="color:#00B000">, [ als die bloß gedachte Existenz ],</span> ''nichts mehr als das bloß Mögliche''<span style="color:#00B000">, [ als der gedachte Begriff ]<span style="color:#FF6000">«</span>, was offensichtlich unhaltbar ist. <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] </span> ''':''' Wenn die Konsequenz einer Wenn-Dann-Folgerung ,falsch‘ ist, dann ist auch ihre Voraussetzung, das System-Konzept KANTS, ,falsch‘ ''':''' d.i. seine ,Kopernikanische Wende‘ für die Metaphysik, soweit sie sein ,Sein’-Konzept betrifft. Korrekt und ,wahr‘ ist in jedem Fall ''':''' Das Wirkliche enthält <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> als das bloß Mögliche, und die Dinge ,existieren‘ schon immer unabhängig von unserem Denken. ,Existenz‘, das ,Sein‘, ist <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span>, als bloß ein ,Gedanke‘ von uns.)</span> Somit ist die Argumentation KANTS gegen den ontologischen Beweis ANSELMS für GOTT ,falsch‘ und unhaltbar, weil sie auf der ,falschen‘ Voraussetzung beruht ''':''' die ,Existenz‘, bzw. das ,Sein‘ eines jeden ,Gegenstandes‘, — wie z. B. auch die Existenz bei GOTT —, sei bloß dessen gedachte ,Position‘ an sich selbst, d.h. bloß seine ,Setzung‘ im- und durch den Verstand. Damit ,macht‘ er GOTT außerdem zu einem ,Ding‘ unter den vielen ,Dingen‘ dieser Welt, und verkennt so, — wie vor ihm THOMAS von Aquin —, auch die Einzigartigkeit und Exklusivität GOTTES im Theorem ANSELMS. <div class="center">Die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> in der philosophischen Tradition</div> Wenn man die philosophische Tradition der <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> im Lichte der Ergebnisse der axiomatischen <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> GÖDELS liest, dann stellt sie sich am Beispiel bei ARISTOTELES, — AVICENNA, — ANSELM, und bei GÖDEL wie folgt dar ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Erstbewegende,'' (<span style="font-family: Times;"><big>,πρῶτον κινοῦν‘</big></span>), ''das, ohne selbst ‚bewegt‘ zu sein'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀκίνητον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''unverursacht, ,entstehungslos‘'' |</span> ), ''alles Übrige wie ein Geliebtes ‚bewegt‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,κινεῖ δὴ ὡς ἐρώμενον‘</big></span> <span style="color:#00B000"> | ''-verursacht, ,entstehen‘ lässt'' |</span> ), ''ist sowohl'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewiges ‚Wesen‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀΐδιον καί οὐσία‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''‚Substanz‘'' |</span> ), ''als auch'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewiges ‚wirksames, verwirklichendes Sein‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>‚ἀΐδιον καί ἐνέργεια οὖσα‘ = ‚actus purus‘</big></span><span style="color:#00B000"> | '',reine Tätigkeit‘'' |</span> ), … ''ersehnt'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ὀρεκτόν‘</big></span>), ''und erkennbar'', (<span style="font-family: Times;"><big>,νοητόν‘</big></span>), ... ''denn dies ist der ‚Gott‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,τοῦτο γὰρ ὁ θεός‘</big></span>), <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, ''der'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''Ewige'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀΐδιον‘</big></span>), — ''der Unvergleichliche'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἄριστον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''‚der Beste‘'' |</span> ), — ''der Lebendige'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ζῷον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ,''das Leben selbst‘'' |</span> ), — ... ''so sagen wir ja'', (<span style="font-family: Times;"><big>,φαμὲν δὴ‘</big></span>), — ...«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ARISTOTELES — Grieche)</span>. Der ‚Begriff’ <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, als ,Individuumname‘, ist synonym mit <span style="color:#FF6000">„göttliches ‚Da-Sein’“</span>, das sowohl <span style="color:#FF6000">„aus sich vollkommen“</span>, als auch <span style="color:#FF6000">„notwendig für uns“</span> ‚da‘ ist; <span style="color:#00B000">(das ist das, an sich, vollkommene ‚Was-Sein‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ — </span>, das zugleich, für uns, das notwendige ‚Da-Sein‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘</span> — ist)</span>; <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span>. Das ist der <u>angemessene Begriff</u> von GOTT, und gilt ‚nur‘ von GOTT. Weil GOTT <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span> ist, ist <span style="color:#FF6000">„Da-Sein“ <span style="color:#00B000">|</span> „GOTT-Sein“ <span style="color:#00B000">|</span> „Göttlichkeit“</span> das <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span>. Im Unendlichen, GOTT, sind <span style="color:#FF6000">„Essenz“</span> und <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> koinzident ,eins‘, und daher untrennbar, und <span style="color:#FF6000">»''darum ist GOTT das einzige ‚Sein’, das notwendig an sich ‚da‘ ist''«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ABU ALI SINA alias AVICENNA — Muslim)</span>. Der <span style="color:#00B000">(gedachte)</span> ‚Eigenschafts-Begriff‘ <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit (die Größe) GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(‚Perfektion‘, die Summe aller ‚positiven Eigenschaften‘ in GOTT)</span> schließt koinzident die ‚Eigenschaft’ <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz für uns“</span> mit ein ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. GOTT wäre nicht <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span>, wenn er nicht auch real für uns ‚da‘ wäre, wenn er nicht ,immer schon’ <span style="color:#FF6000">„existierte“</span>. ‚Sein’ ist <u>mehr</u> als ‚Nicht-Sein’. ,Sein’, bzw. ,Existenz’ gehört zu den ,Transzendentalia’ in GOTT. Das sind die <span style="color:#00B000">(ultimativen)</span> ,Wesenseigenschaften’ in GOTT. Der unendliche GOTT ist daher das <span style="color:#FF6000">»''vollkommenste Wesen, über das nichts ,Größeres‘ d.h. Vollkommeneres <u>mehr</u> ‚gedacht‘ werden kann''«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ANSELM von Canterbury — Christ)</span>. Der ‚Begriff’ <span style="color:#FF6000">„Perfektion GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, schließt koinzident das <span style="color:#FF6000">„notwendige Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘</span> —, für uns mit ein, ohne einen zeitlichen Anfang und ohne ein zeitliches Ende. Das ist die ‚zeitlos-ewige‘, an sich absolute, und <span style="color:#FF6000">„für uns notwendige Existenz GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Das ist ein ,regulär‘-mögliches Korollar im 2. Beweisgang aus Term :16: ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gy→Yy'''‘ —</span>, mit der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(Y:=E<sub>not</sub>) ]</span>, und der <span style="color:#4C58FF">[ FUB(y:=x) ]</span>; und auch ein ,regulär‘-mögliches Korollar im 3. Beweisgang ''':''' entsprechend der <span style="color:#FF6000">„logischen Implikation”</span> :: <span style="color:#4C58FF">[├ A ├ B ╞ A → B ]</span> von Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ — </span> und Term :05: <span style="color:#4C58FF"> —‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> aus diesem Beweisgang. In Worten ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''Angenommen, '' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> ''steht für den GOTT der Christen'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span>, ''dann existiert dieser GOTT'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span>, ''für uns notwendig'', <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span> <span style="color:#FF6000">«</span>.)</span> Der Unendliche, GOTT, ist <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer ‚vergänglichen‘, ,endlichen‘ Welt, welche prinzipiell vom dreidimensionalen Raum und von der unwiederbringlich ‚vergehenden‘ Zeit geprägt ist. Der ,GOTT der Christen‘ ist <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von dieser <span style="color:#FF6600">„vergehenden Raum-Zeit“, — »''jenes rätselhafte und anscheinend in sich widersprüchliche Etwas''« <span style="color:#00B000">(GÖDEL)<ref>Kurt GÖDEL, ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Eine Bemerkung über die Beziehungen zwischen der Relativitätstheorie und der idealistischen Philosophie‘</big></span>'', in P.A.SCHILPP (Hg.): ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Albert Einstein, Philosoph und Naturforscher‘</big></span>'', Seite 406</ref></span> —</span>. Ohne ‚Zeit‘ gibt es keinen zeitlichen Unterschied zwischen ‚Ursache‘ und ‚Wirkung‘, <span style="color:#00B000">(beides ist zeitlos ,eins‘)</span>, und so ist der zeitlos-ewige GOTT, der <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich ,existiert‘'' «</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ — </span>, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „ursprungslos“</span> für uns immer schon ‚da‘ ''':''' <span style="color:#00B000">(GÖDEL — ohne religiöses Bekenntnis)</span>. Mit dem GÖDEL-Kalkül ist die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> auf eine ‚vernünftige Basis‘ gestellt worden, und ist somit für jeden Menschen nachvollziehbar, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>, wie obige Beispiele zeigen. '''Resümee :''' Das GÖDEL-Kalkül zeigt mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, was notwendig folgt, wenn die Axiome ‚wahr‘ sind, <span style="color:#00B000">(die Axiome bilden formal-syntaktisch <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span> ab)</span>, unter der Voraussetzung, dass die Axiome <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>'' Struktur''«</span> unserer Welt sind. Die ,Verifikation‘ der Axiome und Definitionen von GOTT und seiner Vollkommenheiten gelingt GÖDEL, — entsprechend seiner Unabhängigkeits-Bedingung —, durch den Aufweis ihrer Widerspruchsfreiheit ''':''' sie sind somit ,wahr‘ und, — im Kontext einer <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> —, auch ,annehmbar‘ in unserer ,realen‘ Welt ''':''' <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, 2. Beweisgang und Anmerkung-2)</span>. Er vermeidet damit den Fehler, der immer wieder im Diskurs über Gottesbeweise gemacht wird ''':''' GOTT mit seinen Geschöpfen zu vergleichen. Diese logisch-philosophische Rede von GOTT <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">»''ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen''«</span>)</span> hat eine <u>mehr</u> als zweitausendjährige Tradition hinter sich. Der <span style="color:#FF6000">„100-Taler-Gott“</span> des Philosophen KANT, hat heute, nachdem der Logiker und Systemtheoretiker GÖDEL sein System vorgelegt hat, an ‚Strahlkraft‘ verloren. Kurt GÖDEL ''':''' ::<span style="color:#FF6000">» ''Die theologische Weltanschauung'', <span style="color:#00B000">[ dass GOTT für uns immer schon ‚da‘ ist ]</span>, ''ist rein verstandesmäßig mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar'';«</span> <span style="color:#00B000">[ d.h. sie ist das ,Resultat‘ der, — vom Glauben geleiteten —, ‚theoretischen Vernunft‘, alias ‚reinen Vernunft‘, und nicht bloß das ‚Postulat‘ einer ‚praktischen Vernunft‘, wie KANT meint ]. <span style="color:#FF6000">»''Der'' <span style="color:#00B000">[ christliche ]</span> ''Glaube ist die ‚Pupille‘ im ‚Auge‘ unseres Verstandes.''«</span> (Heilige KATHARINA von Siena, Lehrerin der Kirche, Patronin Europas<ref>vgl. <span style="font-family: Times;"><big>''Gebet 7 ‚Für die neuen Kardinäle‘, Rom, 21. Dezember 1378,''</big></span> aus <span style="font-family: Times;"><big>''Caterina von Siena ,Die Gebete‘.''</big></span> Kleinhain 2019, online: https://caterina.at/werke/gebete/gebete-detailansicht/gebet-7.html</ref> )</span> Der sonst so rationale KANT, hier doch etwas emotionell, <span style="color:#00B000">(als wolle er die Ergebnisse im GÖDEL-Kalkül nicht wahr haben, die belegen, dass er sich bei GOTT geirrt, und die Funktion des christlichen Glaubens für die Philosophie falsch eingeschätzt hat)</span> ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span> ''Es war etwas ganz Unnatürliches und eine bloße Neuerung des Schulwitzes, aus einer ganz willkürlich entworfenen Idee das Dasein des ihr entsprechenden Gegenstandes selbst ausklauben zu wollen''<ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 403. https://www.korpora.org/kant/aa03/403.html</ref>.<span style="color:#FF6000">«</span> Für KANT, für die Scholastiker, <span style="color:#00B000">(und auch für uns)</span>, ist es natürlich ‚logisch‘, dass aus einem als ‚möglich’ gedachten Begriff, <span style="color:#FF6000">»</span>''aus einer ganz willkürlich entworfenen Idee''<span style="color:#FF6000">«</span>, keine Existenzaussage abgeleitet werden kann. <span style="color:#00B000">(Aus dem bloß gedachten Begriff ,goldene Berge‘ folgt natürlich nicht, dass es solche in Wirklichkeit auch gibt.)</span> In der philosophischen Tradition, die von ARISTOTELES herkommt, ist der Begriff <span style="color:#FF6000">»''GOTT''«</span> jedoch von allen anderen Begriffen so verschieden, so dass für GOTT diese Logik KANTS nicht mehr gilt. GOTT ist ,unvergleichlich‘ und ,einzigartig‘. Dazu der Kommentar von HEGEL ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Wenn KANT sagt, man könne aus dem Begriff'' <span style="color:#00B000">[ ‚GOTT‘ ]</span> ''die Realität nicht ,herausklauben‘, so ist da der Begriff als endlich gefasst''.« <span style="color:#00B000">[ In der Endlichkeit unserer Welt trifft die Logik KANTS zu, dass dem ‚Begriff‘ nicht ,notwendig‘ das ‚Sein‘ folgt, denn es gibt in ihr die ,Lüge‘, die das ,Wirklich-Sein‘ im Begriff bloß behauptet, ohne dass es ,in Wirklichkeit‘ zutrifft, was sie behauptet. Es gilt hier nach KANT ''':''' »''Sein ist kein reales Prädikat''«. Somit ist ]</span> »''...der Begriff ohne'' <span style="color:#00B000">[ reales ]</span> ''Sein ein Einseitiges und Unwahres, und ebenso das Sein, in dem kein Begriff ist'', <span style="color:#00B000">[ ist ]</span> ''das begrifflose Sein,'' <span style="color:#00B000">[ d.i. das relative ,Noch-Nicht-Begriffene‘ ]</span>.'' Dieser Gegensatz, der in die Endlichkeit fällt'' <span style="color:#00B000">[ im Endlichen zutrifft ]</span>, ''kann bei dem Unendlichen, GOTT, gar nicht statthaben''<ref>Georg Wilhelm Friedrich HEGEL, ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Ausführungen des ontologischen Beweises''</big></span>‘ in den ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Vorlesungen über die Philosophie der Religion vom Jahr 1831''</big></span>‘ . Hamburg 1966, Seiten 175 bzw. 174</ref>; <span style="color:#00B000">[ denn ,Begriff‘ und ,Sein‘ sind in dem Unendlichen, GOTT, untrennbar und real immer dasselbe. Auf Grund dieser ontologischen Identität ,personifiziert‘ und ,repräsentiert‘ GOTT die ,Wahrheit‘ ''':''' GOTT ist die ,Wahrheit‘. In GOTT, dem <span style="color:#FF6000">„Schöpfer der Welt“</span>, folgt dem ,Begriff‘ immer ,notwendig‘ das ,Sein‘ ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''GOTT sprach ''':''' Es werde ,Licht‘. Und es wurde Licht''«, <small>{{Bibel | Genesis |1|3|EU}}</small>;</span> oder auch ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Der Herr sprach, und sogleich geschah es; er gebot, und alles war da''«,</span> <small>{{Bibel | Psalm |33|9|EU}}</small>.]</span>«</span> Das Entscheidende bei der <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation des GÖDEL-Kalküls ist, dass der <span style="color:#00B000">(Begriff)</span> GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, nicht auf die Ebene seiner ,endlichen‘ Geschöpfe und unserer Welt gestellt wird, <span style="color:#00B000">(d.i. das ‚Universum‘ im ,Urknall‘, die ‚100-Taler‘, ein ‚Tsunami‘, auch ,einfache Modelle‘ von unserer Welt, etc.)</span>, und damit verglichen wird, sondern, dass der GOTT der Christen in seiner Einzigartigkeit und Besonderheit als <span style="color:#FF6000">»''der Unendliche''«</span> belassen und als <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer vergänglichen Welt, — als <span style="color:#FF6000">»''der Unvergleichliche''«</span> —, verstanden wird. <span style="color:#00B000">(Alle Kritiken des sog. ,ontologischen‘ Gottesbeweises übersehen die Einzigartigkeit und Besonderheit des <span style="color:#FF6000">»''Unendlichen''«</span>, und/oder wollen diese nicht ,wahr‘ haben.)</span> Auch THOMAS von Aquin ,verortet‘ den GOTT ANSELMS, — in seiner Kritik an dessen Theorem —, irrtümlich unter die ,Dinge‘ der uns umgebenden ,Natur‘, wenn er sagt ''':''' GOTT <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse in rerum natura</big></span>“</span>, d.h. wörtlich, dass GOTT ,in der Natur der Dinge <span style="color:#00B000">(unserer Welt)</span> existiert‘, und verkennt somit, — wie nach ihm auch KANT —, die ,Unvergleichlichkeit‘ GOTTES, <span style="color:#00B000">(vgl. STh I q.2 a.1 ad 2<ref>„Deus … illud quo maius cogitari non potest; non tamen propter hoc sequitur quod intelligat id quod significatur per nomen, esse in rerum natura; sed in apprehensione intellectus tantum.“ ——— »''GOTT ist'' (nach ANSELM) ''der, über den Größeres nicht mehr gedacht werden kann. Aber nicht deswegen, weil er'', (der Narr von Psalm 14.1, den ANSELM zitiert), ''das versteht, was durch diesen Namen,'' (bzw. mit dem Begriff ,GOTT‘ im Theorem ANSELMS), ''bezeichnet wird, folgt daraus'', (wie ANSELM meint), ''dass er auch versteht, dass er'', (dieser GOTT), ''auch in der ,Natur‘ der Dinge'' (unserer Welt) ''existiert''; <span style="color:#00B000">[ was ANSELM so nie gesagt hat ]</span>. ''Daraus folgt nur, dass er'', (als ,GOTT‘), ''bloß in der Auffassung seines Verstandes'', (d.h. nur im Denken des Narren als ,Begriff‘), ''existiert.''« ——— Hier ,verortet‘ THOMAS einerseits den unendlichen GOTT, von dem das Theorem ANSELMS spricht, irrtümlich unter die endlichen Dinge der uns umgebenden ,Natur‘, was sachlich dem theologischen Theorem der Unvergleichlichkeit GOTTES widerspricht, der nicht unter die Dinge unserer Welt eingereiht werden darf. Anderseits verliert er dadurch auch den ,Blick‘ für die Außerordentlichkeit und Besonderheit GOTTES, dessen Natur völlig verschieden und unabhängig von der ,Natur‘ unserer raum-zeitlichen Welt ist. GÖDEL beweist jedoch, mit ANSELM, weil es notwendig, ohne Widerspruch, (»''bloß in der Auffassung unseres Verstandes''«), möglich ist, dass GOTT existiert, ist es korrekt, daraus auch mit Notwendigkeit zu folgern, dass der Glaube des Erzbischofs ANSELM, und der Glaube seiner Anvertrauten, von der Wirklichkeit GOTTES, logisch richtig und sinnvoll ist; denn Möglichkeit und Wirklichkeit sind in GOTT koinzident ,eins‘. Das ist das Privilegium GOTTES allein, der einzigartig und unvergleichlich ist. Damit zeigt er auf, dass THOMAS die Unvergleichlichkeit und Einzigartigkeit GOTTES in seinem Vorhalt nicht bedacht hat; und außerdem ANSELM missverstanden hat.</ref>)</span>; jedenfalls hier in der Auseinandersetzung mit ANSELM. Dagegen spricht ANSELM im ,''<span style="font-family: Times;"><big>Proslogion</big></span>''‘, Seite 85f, nur von einem <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse et in re</big></span>“</span> GOTTES, d.h. dass GOTT ,auch in Wirklichkeit existiert‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>quod maius est</big></span>“</span>, was ,größer‘, bzw. ,mehr‘ ist, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse solo in intellectu</big></span>“</span>, als nur ,im Verstand zu sein‘; wobei die ,zeitlose-überzeitliche‘ Wirklichkeit <span style="color:#00B000">(Natur)</span> GOTTES jedoch völlig verschieden und <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen''«</span> Wirklichkeit <span style="color:#00B000">(die ,Natur‘)</span> der ,raum-zeitlichen‘ Welt der Dinge ist. Daher ist sie mit dieser auch nicht vergleichbar. GOTT ist <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span> und alle <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> in GOTT, <span style="color:#00B000">(die ultimativen ,Transzendentalia‘)</span>, sind koinzident ,eins‘, — ,fallen <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> in eins zusammen‘, und sind daher konvertierbar. Darum ist auch die Wirklichkeit GOTTES ,einzigartig‘ und ,unvergleichlich‘. Mit Korollar-3 ist die Exklusivität und Außerordentlichkeit GOTTES definitiv im Kalkül ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>. Der abendländische Monotheïsmus ist somit eine ,logische‘ Konsequenz aus den GÖDEL-Axiomen. <span style="color:#00B000">(Das <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Theorem von der ,Einzigartigkeit‘ und Exklusivität GOTTES, d.h. die exklusive Einheit von Essenz und Existenz, von Begriff und Sein, von Ursache und Wirkung, von Subjekt und Objekt, von Möglichkeit und Wirklichkeit, und aller Transzendentalien, ist, — nach HEGEL —, die Voraussetzung und Bedingung jeder Philosophie ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Die Einheit muss am Anfang der Philosophie stehen''«</span>; und ist zugleich auch ihr gesuchtes und bewiesenes Endergebnis und Ziel ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Diese Einheit muss auch das Resultat der Philosophie sein''«</span><ref>https://hegel-system.de/de/gottesbeweis.htm#hegels-kritik-an-kant</ref>, was hier im GÖDEL-Kalkül ,logisch‘ mit Korollar-3 verifiziert wird ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□(∃xGx ∧ ∀y(Gy→x=y))'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist exklusiv einzigartig''«</span>.)</span> Die Einzigartigkeit GOTTES bedingt die Koinzidenz, den inneren Zusammenhang aller seiner Vollkommenheiten und Zuschreibungen, <span style="color:#00B000">(Axiom-2)</span>, d.h. ihr paarweise, perspektivisches ,Zusammenfallen in eins‘ im Unendlichen, GOTT. Aus der Notwendigkeit aller positiven Eigenschaften und Zuschreibungen, <span style="color:#00B000">(d.h. aus den ultimativen Transzendentalien, Axiom-4)</span>, die in GOTT paarweise, koinzident ,eins‘ sind, <span style="color:#00B000">(Axiom-2)</span>, ist die Einzigkeit GOTTES für uns erschließbar, <span style="color:#00B000">(Korollar-3)</span>. Axiom-4 ist die erste, ,modal‘ <span style="color:#FF6000">„notwendige“</span>, d.h. die transzendentale Voraussetzung für Korollar-3. Wenn im Korollar-3 das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> z. B. für GOTT, dem ,Vater‘ der Christen, und das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''y'''‘ —</span> für GOTT, dem ,Sohn‘, d.h. für ,JESUS CHRISTUS‘ steht, bzw. für den ,HEILIGEN GEIST‘, <span style="color:#00B000">(den ,Dreifaltigen GOTT‘ der Christenheit)</span>; oder auch für die Gottesbezeichnung ,GOTT-ADONAI‘ der Juden, oder für die Gottesbezeichnung ,ALLAH‘ der Muslime steht, dann weist dieses Korollar, für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''∀y'''‘ —</span>, mit der ,ontologischen Identität‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x=y'''‘ —</span>, auf die ,Koinzidenz‘ des ,Dreifaltigen‘, bzw. auch auf den inneren Zusammenhang dieser Religionen hin. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Anhang : das GÖDEL-Kalkül</span></div>=== In der ,Legende zum GÖDEL-Kalkül‘ wird an einige Basics erinnert, und diese für die operative Praxis im anstehenden Kalkül adaptiert. {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">Legende zum GÖDEL-Kalkül</span></div> |- | <small> <math>\begin{align} \text{ ◇ :: konsistent ↔ widerspruchsfrei ↔ möglich ↔ denkbar, } & \text{ □ :: notwendig ↔ wirklich, für jede mögliche Welt ↔ exklusiv} \\ \text{logischer Meta-Term :: [ A ├ B ] ::} & \text{ „aus A folgt im Kalkül ,regulär‘ (├ ) B.“} \\ \text{ A, B sind Aussagen über Eigenschaften, (A ist keine Eigenschaft);} & \text{ die Aussage, z.B. in der Kalkül-Zeile 10, wird als ,Term :10:‘ bezeichnet} \\ \text{ AE ::} & \text{ Argument Einführung, Prämisse, Postulat } \\ \text{ Xx ::} & \text{ „X ist eine Eigenschaft der Individuum-Variable x.“ } \\ \text{ ¬PX ::} & \text{ „X ist keine positive Eigenschaft, ist keine Perfektion, ist nicht vollkommen.“ } \\ \text{ Instanz(X := Y) ::} & \text{ Substitution der Eigenschaft X durch die ,bestimmte‘ Eigenschaft Y } \\ \text{ (Eine ,Instanz‘ ist ein Exemplar aus einer Menge gleichartiger Dinge;} & \text{ hier die ,bestimmte‘ Eigenschaft Y, als Ersatz für das unbestimmte X.) } \\ \text{ FUB(x := y) ::} & \text{ Freie-Um-Benennung der Variable x in y } \\ \text{ Gx ::} & \text{ „Die Variable x steht für den GOTT der Christen.“ } \\ \text{ [ G(y) ├ ⱯyG(y) ] ::} & \text{ All-Operator-Einführung der Variable y für GOTT } \\ \text{ „Angenommen, die Variable y steht für GOTT, dann } & \text{folgt ,regulär‘ (├ ), dass auch jedes y im Kalkül für GOTT steht.“}\\ \text{[ ⱯXA(X) ├ A(X) ] ::} & \text{ All-Operator-Beseitigung für die substituierte Eigenschaft X } \\ \text{ „Wenn X durch eine ,bestimmte‘ Eigenschaft ,instanziiert‘ ist oder } & \text{wird, dann kann der All-Operator von X ,regulär‘ (├ ) beseitigt werden.“}\\ \text{ KOMM(↔) ::} & \;\text{[ (A↔ B) ↔ (B ↔ A) ] :: Kommutativgesetz für ( ↔ )}\\ \text{ DIST(□∧) ::} & \;\text{[ (□A ∧ □B) ↔ □(A ∧ B) ] :: Distributivgesetz für (□∧ )} \\ \text{ (hypothetischer Syllogismus, häufige logische Schlussregel) ::} & \;\text{[ A → B, A ├ B ] :: (Modus ponendo ponens), Abtrennregel.} \\ \text{ „Wenn es wahr ist, dass aus A ein B folgt, und wenn A wahr ist, } & \text{dann ist im Kalkül ,regulär‘ (├ ) ableitbar, dass auch B wahr ist.“} \\ \text{ (negativer hypothetischer Syllogismus) ::} & \;\text{[ A → B, ¬B ├ ¬A ] :: (Modus tollendo tollens)} \\ \text{ „Wenn es wahr ist, dass aus A ein B folgt, und wenn B falsch ist, } & \text{dann ist im Kalkül ,regulär‘ (├ ) ableitbar, dass auch A falsch ist.“} \\ \text{''KONDITIONALER BEWEIS“ ::} & \;\text{[ ├ A ├ B ╞ A → B ] :: (logische Implikation)} \\ \text{ „Angenommen, A ist ,regulär‘ Axiom oder Prämisse, und B ist im } & \text{Kalkül ,regulär‘ abgeleitet, dann ist ,bewiesen‘ ( ╞ ) : A impliziert B, ist wahr.“} \\ \text{''INDIREKTER BEWEIS“ ::} & \;\text{[ ├ ¬A → F ╞ A ] :: (Reductio ad absurdum)} \\ \text{ „Wenn im Kalkül aus ¬A ,regulär‘ eine Kontradiktion } & \text{F folgt, dann ist A ,bewiesen‘ ( ╞ ) : A ist ,wahr‘.“} \\ \end{align}</math> </small> |} A. FUHRMANN ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span> ''Eine Prädikatenlogik zweiter Stufe ist eine Logik, in der die Quantoren auch Eigenschaftsausdrücke <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">„Prädikate”</span>)</span> binden können''. <span style="color:#00B000">[ Die ,Prädikate‘ werden in einem Kalkül dieser Logik durch Definitionen ,bestimmt‘ ]</span>. ''Wir werden uns im folgenden recht frei einer dafür geeigneten formalen Sprache bedienen. Äußere Quantoren werden meist weggelassen und wir schreiben kurz'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Xx'''‘ — </span> ''bzw.'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ — </span> ''um auszudrücken, dass das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ — </span> ''die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ — </span> ''hat, bzw. dass die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ — </span> ''die höherstufige Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> ''<span style="color:#00B000">(für <span style="color:#FF6000">„positiv”</span>)</span> hat;'' <span style="color:#00B000"> [ wobei die Eigenschaft <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> als einzige im Kalkül ,unbestimmt‘ bleibt ]</span>. <span style="color:#FF6000">«</span><ref>A. FUHRMANN ‚''<span style="font-family: Times;"><big>‚G‘ wie Gödel. Kurt Gödels axiomatische Theologie</big></span>''‘, Seite 6, Anmerkung 3. Konform mit seinem Artikel in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Logik in der Philosophie</big></span>''‘ hg. v. P. SCHROEDER-HEISTER, W. SPOHN und E. OLSSON. 2005, Synchron, Heidelberg.</ref> Der All-Quantor für Eigenschaften, hier im GÖDEL-Kalkül der Prädikatenlogik zweiter Stufe, bindet die ,unbestimmte‘ Eigenschafts-Variable <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ —</span> ausschließlich nur in den Definitionen im 2. und 3. Beweisgang . <span style="color:#00B000"> (Im ersten Beweisgang gibt es keine Definition.)</span> Dieser All-Quantor wird dann jedes Mal in der Beweis-Durchführung durch die Substitution ''':''' <span style="color:#4C58FF"> [ Instanz(X:= ..) ]</span> mit ,bestimmte‘ Eigenschafts-Konstanten wie <span style="color:#4C58FF">— (X:= G) —</span>, bzw. <span style="color:#4C58FF">— (X:= ¬Y) —</span>, oder <span style="color:#4C58FF">— (X:= E<sub>not</sub>) —</span> ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> beseitigt ''':''' <span style="color:#4C58FF"> [ ⱯXA(X) ├ A(X) ]</span>; wobei die Eigenschafts-Konstante im Kalkül entweder als Zwischenergebnis ,regulär‘ abgeleitet, <span style="color:#00B000">(,errechnet‘)</span>, oder mit einer Definition schon ,bestimmt‘ worden ist. Die spezifische ‚Eigenschaft‘ einer Eigenschaft wird hier, in der formalen Syntax der Prädikatenlogik zweiter Stufe, als eine tiefer gestellte Abkürzung <span style="color:#00B000">(als Index)</span> an ihre Trägereigenschaft angehängt, wie z. B. ‚wesentlich‘, bzw. ‚essentiell‘ durch <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> —</span>, oder ‚notwendig‘ durch <span style="color:#4C58FF"> — <sub>not</sub> —</span>. In der Definition-3 steht der Term ''':''' <span style="color:#4C58FF"> —‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, um auszudrücken, dass das Individuum <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> notwendig <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span> die Eigenschaft ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>, für ,Existenz‘, hat, d.h. <span style="color:#FF6000">„das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> existiert notwendig”</span>. Der schon von GÖDEL indizierte Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">—‚'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> kann gelesen werden als ''':''' <span style="color:#FF6000">„Das Individuum <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> hat die Wesenseigenschaft, <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> — </span> ''':''' GOTT zu sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ </span>”</span>, statt der ,an sich‘ konformen, aber <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> etwas ungenauen Formulierung ''':''' <span style="color:#FF6000">„das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ist wesentlich göttlich”</span>; oder mit der Voraussetzung ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''→'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> deutlicher und <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> korrekt ''':''' <span style="color:#FF6000">„Wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für den GOTT der Christen, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, steht, dann ist GOTT-Sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(,Existenz‘)</span> das Wesen dieses GOTTES, <span style="color:#4C58FF">— <sub>ess</sub>‚'''x'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(,Essenz‘)</span> ”</span>; wobei, — entsprechend der ,methodologischen‘ Prämisse des Kalküls <span style="color:#00B000">(<span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ — </span> ''':''' das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> steht für den ,GOTT der Christen‘)</span> —, bei der Interpretation der Terme dieses besonderen Kalküls, die <span style="color:#4C58FF">„christliche Theologie”</span> für den Begriff <span style="color:#FF6000">„GOTT”</span>, Korrektur und die leitende Instanz ist. Dabei muss die Dreifach-Äquivalenz von <span style="color:#4C58FF"><span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span></span>berücksichtigt werden. Welche der drei Äquivalenzen, bzw. Lesearten von <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span> bei einem bestimmten Term im Kalkül zulässig ist, muss <span style="color:#4C58FF">„theologisch”</span> überprüft und evaluiert werden. Bei manchen können sogar alle drei Lesearten <span style="color:#4C58FF">„theologisch”</span> zulässig sein. Um philosophische, und sogar <span style="color:#4C58FF">„theologische”</span> Theoreme exakt zu formulieren, und untersuchen zu können, hat der Ausnahmelogiker GÖDEL ein Tor aufgestoßen, das uns ermöglichen kann, <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, und logisch objektiv nachprüfbar, in diesen Disziplinen zu argumentieren. Mit seiner modalen Prädikatenlogik zweiter Stufe, hat GÖDEL dem alten Wunsch eines Raimundus LULLUS, eines Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, eines Immanuel KANT, und anderer, nach einer nachprüfbaren ,Universalsprache‘ in den Geisteswissenschaften, entsprochen; analog zur Mathematik, als Universalsprache in den Naturwissenschaften. Der sog. ,Theorembeweiser‘ der Wissenschaftler Christoph BENZMÜLLER und Bruno WOLTZENLOGEL-PALEO, mit Hilfe eines Computers, ist die offensichtliche Folge aus diesem Quanten-Schritt GÖDELS. In der folgenden Neu-Kalkülisierung, wird jeder einzelne operative Logik-Schritt des Kalküls in der '''linken Spalte''' nummeriert und als Term-Ergebnis angezeigt, und in der '''rechten Spalte''' werden die dafür benötigten Term-Komponenten und die dabei angewendeten Logik-Regeln und -Gesetze dokumentiert. Am Anfang stehen die Ressourcen und das angestrebte Ziel des Beweisganges, <span style="color:#00B000">(das Theorem)</span>. Die GÖDEL Axiome und Definitionen, die Theoreme, die Zwischenergebnisse, das Endergebnis, und die logischen Meta-Terme, werden kontextabhängig interpretiert, <span style="color:#00B000">(angezeigt durch ,Interpretationspunkte‘ — :: —, falls nötig)</span>. Der jeweilige Beweisgang wird in den Anmerkungen ausführlich und umfassend kommentiert. Die Kalkül-Prämissen, <span style="color:#00B000">(AE: Argument Einführung)</span>, sind der modal-frei gewählte Einstieg in das Kalkül. Sie dokumentieren, zusammen mit dem angestrebten Beweis-Ziel, eine bestimmte Problemlage in einem externen Diskurs, der mit dem modalen Logik-System hier, formal-syntaktisch überprüft, und gegebenenfalls, verifiziert oder falsifiziert werden soll. Korollare sind einfache, logische Folgerungen aus dem jeweiligen Beweisgang ''':''' ====<div class="center"><span style="color:#660066">1. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 1, (Möglichkeitsbeweis)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe__________ „Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.1)} & \quad P \neg X \;\Longrightarrow\;\ \neg P\ X\ & \ & \text{„Wenn die Negation von X positiv ist, dann ist die Eigenschaft X nicht positiv“} \\ \text{(Axiom 2)} & \quad (P\ X \wedge \;\Box \;\forall x (\ X\ x \Longrightarrow \ Y\ x)) \Longrightarrow \ P\ Y & \ & \text{„Die Eigenschaften Y, die aus einer positiven Eigenschaft X modal} \\ \text{ } & \quad & \ & \; \; \text{notwendig folgen, sind auch positive Eigenschaften“} \\ \text{(Axiom 3)} & \quad P\ G \ & \ & \text{„Göttlichkeit, GOTT-Sein, ist eine pos. Eigenschaft“ ↔ „GOTT ist perfekt“} \\ \text{(Theorem 1)} &\quad P\ X \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{ (◇ :: „möglich“ ↔ „konsistent“ ↔ „denkbar“; □ :: „notwendig“) } \\ \text{ } & \text{„Positive Eigenschaften sind konsistent“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} & \quad P\ X \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, es gibt positive Eigenschaften, Perfektionen“} \\ \text{02} & \quad P\ X \;\Rightarrow\; \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, positive Eigenschaften sind nicht konsistent“} \\ \text{03} & \quad (\neg x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, nicht mit x identisch zu sein“ :: (ungleich)} \\ \text{04} & \quad (\ x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, mit x identisch zu sein“ :: (gleich)} \\ \text{05} & \quad \text{ ├ }\; \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:01:02:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B] :AE:} \\ \text{06} & \quad \neg\neg \Box \neg \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:05:[ ◇A ↔ ¬□¬A] :: (Modalregel)} \\ \text{07} & \quad \neg\neg \Box \neg\neg \forall x \neg X \ x \ & \ & \text{:06:[∃xA ↔ ¬Ɐx¬A] :: (Quantoren Regel)} \\ \text{08} & \quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall x \neg X \ x \ & \ & \text{:07:NEG :: [¬¬A↔A] :: (Gesetz der Aussagenlogik)} \\ \text{09} & \quad \Box \; \forall x \neg X \ x \Leftrightarrow\ W & \ & \text{:02:08:[(:02:↔W) → (├:08:↔W)] :: (Kalkülregel)} \\ \text{10} & \quad \Box \; \forall x \ X \ x \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:09:[(¬A↔W)↔(A↔F)] :: (Regel für Wahrheitswerte)} \\ \text{11} & \quad \ (\neg x = x ) \Leftrightarrow \ F \; \ & \text{ } & \text{Xx:03:Instanz(X:=(¬x=..)) ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{12} & \quad \Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \text{ } & \text{:10:11:[(:10:↔F) → (:11:↔F)] :: „ex falso sequitur quotlibet“} \\ \text{13} & \quad \ P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \ & \text{:01:12:[Konjunktion] :: [A, B ├ A∧B]} \\ \text{14} & \quad \ (P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow \; (\neg x = x))) \Rightarrow \; P (\neg x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(Y:=( ¬x= ..)) :: (Substitution für Eigenschaften)} \\ \text{15} & \quad \ P (\neg x = .. ) & \ & \text{:13:14:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{16} & \quad \ P (\neg x = .. )\;\Rightarrow\ \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{(A1.1):Instanz(X:=(x=..))}\\ \text{17} & \quad \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{:15:16:[Modus ponens]}\\ \text{18} & \quad \ (x = x ) \Leftrightarrow \ W \; \ & \ & \text{Xx:04:Instanz(X:=(x=..)) ⇒ Tautologie !} \\ \text{19} & \quad \Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \text{ } & \text{:10:18:[(:10:↔F) → (:18:↔W)] :: „ex falso sequitur etiam verum“} \\ \text{20} & \quad \ P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \ & \text{:01:19:[Konjunktion] :: [A, B ├ A∧B]} \\ \text{21} & \quad \ (P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x))) \Rightarrow \ P (x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(Y:=(x=..))} \\ \text{22} & \quad \ P (\ x = .. )\ & \ & \text{:20:21:[Modus ponens]}\\ \text{23} & \quad \text{ ├ }\; (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:17:22:[Konjunktion] ⇒ Kontradiktion !}\\ \text{24} & \quad \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \Rightarrow (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) & \ & \text{:05:23:[├A├B╞ A→B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''}\\ \text{25} & \quad \neg\neg \Diamond \; \exists x \ X \ x & \ & \text{:24:23:[Modus tollendo tollens] :: [A→B,¬B ├ ¬A]}\\ \text{26} & \quad \text{ ├ }\; \Diamond \; \exists x \ X \ x & \ & \text{:25:NEG; bzw. :05:23:[├¬A→F ╞ A] :: ''INDIREKTER BEWEIS''}\\ \text{27} & \quad \ P\ X \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:01:26:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{(Theorem 1)} & \;\text{„Positive Eigenschaften sind konsistent“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war !} \\ \text{28} & \quad \ P\ G \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{:27:Instanz(X:=G) } \\ \text{29} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{(A3):28:[Modus ponens]} \\ \text{(Korollar 1)} & \;\text{„Das Dasein GOTTES ist definitiv möglich“} & \ & \text{„Es ist denkbar, dass es GOTT gibt“} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-1 ''':''' <span style="color:#00B000">(Der Term <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, im Axiom-2 ist an sich überflüssig, da dieser hier als Prämisse :01: ohnehin ,angenommen‘ wird. Der Beweisgang kommt mit Axiom-2 auch ohne diesen Term zum selben Ergebnis, und verkürzt sich dann sogar um zwei Schritte ''':''' Zeile 13 und Zeile 20 sind dann unnötig.)</span> Der Beweisgang geht mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, prinzipiell von der Existenz eines GOTTES aus. Mit der Prämisse :01: <span style="color:#00B000">(hier im 1. Beweisgang)</span> postuliert GÖDEL vorerst allgemein, dass es <span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit, d.h. positive Eigenschaften''«</span> gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, ohne im Kalkül zu definieren, was darunter zu verstehen ist. Definiert wird dann <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, was eine <span style="color:#FF6000">»''wesentliche Eigenschaft''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(im Sinne von ,Transzendentalia‘)</span>; und mit Hilfe dieser Eigenschaft definiert GÖDEL <span style="color:#00B000">(im 3. Beweisgang)</span>, was eine <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, die er <span style="color:#00B000">(im selben Beweisgang)</span> axiomatisch mit den <span style="color:#FF6000">»''positiven Eigenschaften in GOTT''«</span> gleich setzt ''':''' Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> —‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. Erst im 2. Beweisgang wird mit Term :13:, nach einer <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, definitiv bewiesen <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>, dass die, von GÖDEL, hier postulierten, <span style="color:#00B000">(allgemeinen)</span>, positiven Eigenschaften, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, tatsächlich auch in GOTT <span style="color:#FF6000">»''positive Eigenschaften''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, sind; <span style="color:#00B000">(das sind die ultimativen ,Transzendentalia‘ in GOTT)</span>. Jetzt aber muss vorerst der ,Wunsch‘, bzw. die LEIBNIZ-Frage beantwortet werden ''':''' Ob, mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT''«</span> ,möglich‘ ist, der nach traditioneller Auffassung, <span style="color:#FF6000">»''ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ ist ]</span>, ''das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>, <span style="color:#00B000">(nach LEIBNIZ; was GÖDEL mit Definition-1 ,abbildet‘)</span>. Wenn man also beweisen will, dass die Existenz eines solchen ''<span style="color:#FF6000">»GOTTES«</span>'' ,möglich‘ sein soll, dann muss man beweisen, dass dieses postulierte System der <span style="color:#FF6000">»''positiven Eigenschaften in GOTT''«</span> formal ,widerspruchsfrei‘ ist. Das Ergebnis des 1. Beweisganges, das ,Theorem-1‘, <span style="color:#00B000">(,Erster Satz‘)</span>, fasst A. FUHRMANN zusammen als ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind konsistent''«</span>. Wenn sie nicht konsistent wären, käme es zu unlösbaren Widersprüchen, <span style="color:#00B000">(Term :24:)</span>. Einmal Axiom-1 und zweimal Axiom-2, <span style="color:#00B000">(das die Gleichwertigkeit aller positiven Eigenschaften nachdrücklich klarstellt)</span>, sichern hier die Konsistenz <span style="color:#FF6000">»''aller positiven Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ die ,Transzendentalien‘ ]</span>, ''in GOTT''«</span>. Die ,Gleichwertigkeit‘, <span style="color:#00B000">(,Äquivalenz‘)</span>, ist formal-syntaktisch daran erkennbar, dass die beiden Eigenschafts-Variablen <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ —</span> und <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''‘ —</span> im Axiom-2 für beliebige, unterschiedliche ,positive‘ Eigenschaften gegenseitig austauschbar, <span style="color:#00B000">(,konvertierbar‘)</span>, sind. Das heißt, dass beliebige, unterschiedliche ,positive‘ Eigenschaften, für die diese Variablen stehen, sich paarweise, wechselseitig ,implizieren‘, einschließen, und damit notwendig voneinander abhängen, d.h. koinzident ,eins‘ sind, konvertierbar, und somit gleichwertig sind; entsprechend dem Theorem von den Transzendentalia. Zu Term :29:, dem Korollar zu Theorem-1, notiert GÖDEL am 10. Feb. 1970, <span style="color:#00B000">(übersetzt von Joachim BROMAND)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''◇∃xG(x) besagt, dass das System aller positiver Eigenschaften kompatibel ist'',</span> <span style="color:#00B000">[ d.h. miteinander verträglich, weil ohne Widersprüche ].</span> <span style="color:#FF6000">''Dies ist ,wahr‘ auf Grund von Axiom-2,'' <span style="color:#00B000">[ weil alle positiven Eigenschaften, d.h. die Transzendentalien, koinzident gleichwertig und konvertierbar sind ]</span>.«</span> Darum ist es definitiv ,möglich‘, dass es diesen GOTT gibt, der <span style="color:#FF6000">»''alle Grade der Vollkommenheit in sich schließt''«</span> und <span style="color:#FF6000">»''über dem ,Größeres‘ nicht mehr gedacht werden kann''«</span>, und, in weiterer Konsequenz, ist der GOTT-Glaube deshalb ,notwendig‘ widerspruchsfrei, nach Theorem-3 ''':''' <u>Wenn</u> es ''<span style="color:#FF6000">»möglich, bzw. denkbar«</span>'' ist, dass es ''<span style="color:#FF6000">»GOTT«</span>'' gibt, <u>dann</u> folgt daraus ''<span style="color:#FF6000">»notwendig«</span>'' ''':''' es ist ,widerspruchsfrei‘, wenn man als Voraussetzung ,annimmt‘, dass es ''<span style="color:#FF6000">»GOTT wirklich, für jede mögliche Welt«</span>'' gibt ''':''' Term :11: im 3. Beweisgang. Der Wenn-Satz ist hier mit Korollar-1 bewiesen; der Dann-Satz wird im 3. Beweisgang bewiesen <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>. Die ontologische ,Identität‘, d.h. die ,Gleichsetzung‘, bzw. die ,Koinzidenz‘ von Strukturen, die in der Endlichkeit für uns verschieden sind, jedoch in dem Unendlichen, GOTT, paarweise, perspektivisch in eins zusammenfallen, wie ,Sein‘ und ,Wesen‘, wie ,Ursache‘ und ,Wirkung‘ usw., und auch die Äquivalenz und Austauschbarkeit der Transzendentalien, haben im GÖDEL-Kalkül die logisch-syntaktische Form einer, aus sich, ,modal‘ notwendigen Implikation zwischen zwei verschiedenen, gegenseitig austauschbaren Eigenschafts-Variablen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x(Xx→Yx)'''‘ —</span>. Dieses Term-Element stellt formal-syntaktisch die Gleichwertigkeit, <span style="color:#00B000">(Äquivalenz)</span>, bzw. die paarweise Koinzidenz aller ultimativen Eigenschaften und Zuordnungen in GOTT dar; sowohl hier im Axiom-2, als auch in der Definition-2 im 2. Beweisgang, über die ,Wesenseigenschaften‘, mit jeweils verschiedenen, frei umbenennbaren Individuum-Variablen. Die wechselseitige Austauschbarkeit der noch ,unbestimmten‘ Eigenschafts-Variablen ist formal äquivalent zur freien Umbenennung der noch ,unbestimmten‘ Individuum-Variablen ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ FUB(x:=y) ]</span>. Der formale, gegenseitige, allgemeine Austausch der Eigenschafts-Variablen, bzw. die formale Gleichsetzung der positiven allgemeinen Eigenschaften, kann, auf Grund der Äquivalenz aller Vollkommenheiten, auch dann noch durchgeführt werden, wenn eine Eigenschafts-Variable durch eine Definition oder eine Schlussfolgerung ,bestimmt‘ worden ist, und dadurch zu einer Eigenschafts-Konstante, d.h. zu einer ,bestimmten‘ Eigenschaft geworden ist. Das ist z. B. bei einer instanziierenden Substitution der Fall ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=..) ]</span>. Das ist eine spezifische Eigenheit der GÖDEL-Axiomatik. Da die Variable <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT steht, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(im Korollar-1)</span>, ist die Eigenschaft ''':''' ''<span style="color:#FF6000">„nicht mit x identisch zu sein“</span>'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">(¬x=..)</span>, d.h. das <span style="color:#FF6000">„Ungleichsein“</span>, das <span style="color:#FF6000">„Anderssein“</span> GOTTES, <span style="color:#00B000">(Prämisse :03:)</span>, die entscheidende Voraussetzung und Norm für jeden Diskurs über GOTT ''':''' um der <span style="color:#FF6000">„Unvergleichlichkeit“</span> GOTTES gerecht zu werden, darf GOTT niemals mit etwas aus der ''<span style="color:#FF6000">»zufälligen Struktur der Welt«</span>'' verglichen, d.h. gleich gesetzt werden. Der Term :18: <span style="color:#4C58FF">(x=x) ↔ W</span> erinnert dagegen an die Selbstbezeichnung des GOTTES-JHWH in Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin‘''«</span>. Zum Term :03: notiert A. FUHRMANN ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span> ''Die Notation'' <span style="color:#4C58FF">(¬x=..)</span> ''für die Eigenschaft ''':''' <span style="color:#FF6000">„nicht mit x identisch zu sein“</span>'', <span style="color:#00B000">[ d.h. <span style="color:#FF6000">„Ungleichheit“, „Anderssein“</span>, bzw. die Notation <span style="color:#4C58FF">(x=..)</span> für den Existenzmodus-Perfektion ''':''' <span style="color:#FF6000">„Gleichheit“, „Idendität“</span> ]</span>, ''ist suggestiv und informell und ersetzt hier einen formal korrekten Abstraktionsausdruck wie'' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y)</span>, <span style="color:#00B000">[ bzw. <span style="color:#4C58FF">λy.(x=y)</span> ]</span>. ''Für die formal korrektere Notation bedarf es der zusätzlichen Vereinbarung, dass der Ausdruck'' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y)</span> ''gleichbedeutend sei mit dem Ausdruck'' <span style="color:#4C58FF">¬λy.(x=y)</span>. ''Diese Vereinbarung ist harmlos, da wir aufgrund der Regel der λ–Konversion'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">λy.Xy.x ↔ Xx</span>, <span style="color:#00B000">[ mit der <span style="color:#4C58FF">Instanz(X:=(¬x=..))</span> ]</span>, ''so schließen dürfen'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y).x ↔ ¬x=x ↔ <span style="color:#00B000">¬(x=x)</span> ↔ ¬λy.(x=y).x</span> .<span style="color:#FF6000">«</span> <ref>A. FUHRMANN a.a.O. Seite 7, Anmerkung 4 (von mir korrigiert und ergänzt)</ref> In der Kalkül-Zeile 29 wird das Korollar-1 durch einen <span style="color:#4C58FF">[ Modus ponens ]</span> mit Axiom-3 von der Kalkül-Prämisse-Term :01: ,abgekoppelt‘, d.h. es ist nicht mehr vom Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span> logisch abhängig. Korollar-1 behält aber die bewiesene Widerspruchsfreiheit von Theorem-1, und ist dann nur mehr von Axiom-1 und Axiom-2 abhängig, was für das Theorem-ANSELMS am Schluss entscheidend ist. Erklärung zu Term :05: Das Ergebnis einer Logik-Operation zwischen Prämissen ist ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> den Prämissen zuzurechnen. ====<div class="center"><span style="color:#660066">2. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 2, (,Basisbeweis‘)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe____________„Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.2)} & \quad \neg P\ X \;\Longrightarrow\;\ P\neg X\ & \ & \text{„Wenn X nicht positiv ist, dann ist die Negation ¬X positiv“} \\ \text{(Axiom 3)} & \quad \ P\ G \ & \ & \text{„Göttlichkeit, GOTT-Sein, ist eine pos. Eigenschaft“ ↔ „GOTT ist perfekt“} \\ \text{(Axiom 4)} & \quad \ P\ X \;\Longrightarrow\; \Box \; \ P\ X \ & \ & \text{„Positive Eigenschaften sind notwendig aus sich positiv“} \\ \text{(Definition 1)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \forall X(\ P \ X \Longrightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{„x ist genau dann GOTT, wenn x alle positiven Eigenschaften hat“} \\ \text{(Definition 2)} & \quad \ X_{ess}\ x \;\Leftrightarrow X\ x \wedge \forall Y \left(\ Y\ x \Rightarrow \Box \; \forall y (\ X\ y \Rightarrow \ Y\ y)\right) & \ & \text{„X ist genau dann eine wesentliche Eigenschaft von x, wenn x sie hat, und} \\ \text{ } & \quad & \text { } & \;\;\text{alle anderen Eigenschaften Y von x notwendig aus dieser Eigenschaft X folgen“} \\ \text{[RM]} &\quad \ A \;\Longrightarrow\;\ B\; \text{ ├ }\;\Box \; A \Longrightarrow\;\Box\; \ B\ & \ & \text{( :: Modales Prinzip)} \\ \text{(Theorem 2)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{(,G‘ :: „Göttlichkeit“ ↔ „GOTT“ ↔ „Dasein GOTTES“)} \\ \text{ } &\;\text{„Das Wesen GOTTES ist Dasein“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} &\quad \ G\ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, x steht für den GOTT der Christen“} \\ \text{02} &\quad \ Y\ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, GOTT hat die Eigenschaften Y“} \\ \text{03} &\quad \neg P\ Y & \ & \text{ AE: „Angenommen, die Y in GOTT sind nicht positiv“} \\ \text{04} &\quad \neg P \ Y \Rightarrow \ P \neg Y\ & \ &\text{(A1.2):Instanz(X:=Y) :: (Substitution für Eigenschaften) } \\ \text{05} &\quad \ P \neg Y \ & \ & \text {:03:04:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B] } \\ \text{06} &\quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ &\text{(D1):01:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{07} &\quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ &\text{:06:[ⱯXA(X) ├ A(X)] :: (Quantorenregel)} \\ \text{08} &\quad \ P \neg Y \Rightarrow \neg Y \ x\ & \ &\text{:07:Instanz(X:=¬Y)} \\ \text{09} &\quad \neg Y \ x\ & \ &\text{:05:08:[Modus ponens]} \\ \text{10} &\quad \text{ ├ }\; (Y\ x \wedge \neg Y \ x) \;\Leftrightarrow\;\ F\ & \ & \text{:02:09:[Konjunktion] ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{11} &\quad \neg P\ Y \; \Rightarrow \; (Y\ x \wedge \neg Y \ x )\ & \ &\text{:03:10:[├A├B ╞ A → B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''} \\ \text{12} &\quad \neg\neg P\ Y \ & \ &\text{:11:10:[Modus tollendo tollens] :: [A → B,¬B├ ¬A]} \\ \text{13} &\quad \text{ ├ }\; P\ Y \ & \ &\text{:12:NEG; bzw. :03:10:[├¬A→F ╞ A] :: ''INDIREKTER BEWEIS'' :AE:} \\ \text{14} &\quad \ P\ Y \;\Rightarrow\;\Box \; \ P\ Y \ & \ & \text{(A4):Instanz(X:=Y)} \\ \text{15} &\quad \Box \; \ P\ Y \ & \ & \text{:13:14:[Modus ponens]} \\ \text{16} &\quad \ G \ y \Rightarrow \ Y \ y\ & \ &\text{:01:02:[├A├B ╞ A→B]:FUB(x:=y)} \\ \text{17} &\quad \text{ ├ }\; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:16:[G(y) ├ ⱯyG(y)]} \\ \text{18} &\quad \Box \; \ P\ Y \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:13:17:[├A├B ╞ A→B]:[RM]} \\ \text{19} &\quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:15:18:[Modus ponens]} \\ \text{20} &\quad \ Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:02:19:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{21} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ G \ x & \ &\text{:20:01:[Konjunktion] :: [A, B├ A ∧ B]} \\ \text{22} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ X \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ X \ x\;\Leftrightarrow\; X_{ess}\ x \ & \ &\text{(D2):KOMM(↔):KOMM(∧):[ⱯYA(Y) ├ A(Y)] wegen :13:} \\ \text{23} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ G \ x\;\Leftrightarrow\; G_{ess}\ x \ & \ &\text{:22:Instanz(X:=G)} \\ \text{24} & \quad \text{ ├ }\; G_{ess}\ x \ & \ &\text{:21:23:[Modus ponens]:AE: wegen :30:} \\ \text{25} &\quad \ G\ x \;\Rightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{:01:24:[├A├B ╞ A→B] :: Theorem 2.1} \\ \text{26} &\quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ &\text{(D1):01:[Modus ponens] } \\ \text{27} &\quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ &\text{:26:[ⱯXA(X) ├ A(X)]} \\ \text{28} &\quad \ P \ G \Rightarrow \ G \ x\ & \ &\text{:27:Instanz(X:=G)} \\ \text{29} &\quad \text{ ├ }\; G \ x\ & \ &\text{(A3):28:[Modus ponens]} \\ \text{30} &\quad \ G_{ess}\ x \;\Rightarrow \ G \ x\ & \ &\text{:24:29:[├A├B ╞ A→B] :: Theorem 2.2 } \\ \text{31} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{:25:30:[Konjunktion]:BIKONDITIONAL :: [(A→B) ∧ (B→A) ↔ (A↔B)] } \\ \text{(Theorem 2)} &\; \text{„Dasein, GOTT-Sein, ist das Wesen GOTTES“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war ! } \\ \text{32} &\quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ (x = y))\ & \ & \text{:19:Instanz(Y:=(x=..))} \\ \text{33} &\quad \ G\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ (x = y))\ & \ & \text{:01:32:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{(Korollar 2)} & \;\text{„Es gibt notwendig höchstens einen GOTT“} & \ & \text{„Wenn es GOTT gibt, dann gibt es für jede mögliche Welt nur einen GOTT“} \\ \end{align}</math> </small> |} <span style="color:#00B000"><small>(In den Kalkül-Zeilen 16, 18, 31 mussten zwei-, und in Zeile 22 drei Kalkül-Schritte, d.h. Logik-Operationen in eine Zeile zusammengezogen werden, weil der Parser dieser speziellen Mathematik-Funktion in Wikibooks jedes Mal wegen Puffer-Überlauf abstürzt, wenn zu den bestehenden Zeilen noch eine neue Zeile zusätzlich eingefügt wird. Das vermindert etwas die Transparenz des Kalküls.)</small></span> Anmerkung-2 ''':''' <span style="color:#00B000">(Dieser Beweisgang kommt auch ohne das ,unbestimmte‘ Konjunkt <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Xx'''‘ —</span> in der Definition-2 zum gleichen Ergebnis, und wird dadurch um eine Zeile verkürzt ''':''' Zeile 21 entfällt, und <span style="color:#4C58FF">[ KOMM(∧) ]</span> ist unnötig. Dieses Konjunkt wird hier ebenfalls schon in der Kalkül-Prämisse :01: <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx'''‘ —</span>, als ,Annahme‘ gesetzt, vorentschieden und ,bestimmt‘ mit der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=G) ]</span>. Es war also logisch korrekt, dass GÖDEL, in seiner Notiz vom 10. Feb. 1970 zum ontologischen Beweis, dieses Konjunkt weggelassen hat, was ihm von Kommentatoren als ein Flüchtigkeitsfehler angerechnet worden war. Der gesamte 2. Beweisgang bewegt sich im Geltungsbereich der Prämisse Term :01:, d.h. ist in jeder Zeile von der Annahme abhängig ''':''' die Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''x'''‘ —</span> steht für den GOTT der Christen. In der Kalkül-Zeile 33 wird mit Korollar-2 diese Abhängigkeit, für den Term :32:, explizit dargestellt.)</span> Der Beweisgang geht mit der Prämisse :01: prinzipiell, als Voraussetzung, von der Existenz eines GOTTES aus. Im 1. Beweisgang wurde bewiesen, dass die von GÖDEL ,postulierten‘ <span style="color:#FF6000">»''allgemeinen positiven Eigenschaften, Vollkommenheiten, Perfektionen'', <span style="color:#00B000">[ die sog. ,Transzendentalien‘ ]</span> ''konsistent''«</span>, d.i. widerspruchsfrei sind. Hier, in diesem Beweisgang wird nun die Prämisse vom 1. Beweisgang, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PX'''‘ —</span>, im Bezug auf GOTT hinterfragt ''':''' Gibt es auch in GOTT so Etwas, wie <span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit, Positives, Perfektes''«</span> '''?''' Die ,Annahme‘ jedoch, dass es <span style="color:#FF6000">»''in GOTT keine Vollkommenheit, nichts Positives, nichts Perfektes''«</span> <span style="color:#00B000">(keine Transzendentalien)</span> gibt, <span style="color:#00B000">(Prämisse Term :03:)</span>,<span style="color:#4C58FF"> — ‚'''¬PY'''‘ —</span>, d.h. dass die <span style="color:#00B000">(wesentlichen)</span> Eigenschaften in GOTT keine <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> seien, führt aber zu einem unlösbaren Widerspruch, <span style="color:#00B000">(Term :10:)</span>. Mit Term :13:, als 1. Hauptergebnis, ist damit, — als ,neue‘ Prämisse, <span style="color:#00B000">(ersetzt Term :03:)</span> —, definitiv ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ , d.h. es ist ,wahr‘)</span>, dass alle Eigenschaften, die hier mit <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''‘ —</span> symbolisiert werden, <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaften“</span>, d.h. <span style="color:#FF6000">„Perfektionen“</span> sind, von denen das Kalkül ,annimmt‘, <span style="color:#00B000">(Prämissen Term :01:, Term :02: und speziell Term :16:)</span>, dass der GOTT der Christen sie besitzt. Alle ,Wesenseigenschaften‘ in GOTT ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, die durch den Term :13:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —, </span> dargestellt werden, sind somit <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span><span style="color:#00B000">, (,ultimative Transzendentalien‘, aller ,Grade‘)</span>. Damit ist definitiv ‚bestätigt‘, <span style="color:#00B000">( ╞ , es ist ,wahr‘)</span>, was mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, schon ‚angenommen‘ worden ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„GOTT ist perfekt; er hat alle positiven Eigenschaften“</span>; und auch Definition-1 ist damit ,verifiziert‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">„GOTT ist genau deswegen GOTT, weil er, als GOTT, positive Eigenschaften aller Grade in sich schließt“</span>; entsprechend dem Quelltext bei LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>. Immer vorausgesetzt, <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man glaubt an GOTT ''':''' <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. <span style="color:#00B000">(Der ,Schlüsselbegriff‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span> ist der ,Schlüssel‘ zur Erkenntnis, dass GOTT ,notwendig‘, sowohl ,wesentlich‘ für uns, als auch an sich ,grundlos‘, immer schon ,da‘ ist.)</span> Hier, <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, hat Axiom-1, <span style="color:#00B000">(im Term :04:)</span>, sicher gestellt, dass die Eigenschaften in GOTT, <span style="color:#00B000">(Definition-1; Term :06:)</span>, tatsächlich <span style="color:#FF6000">„ultimativ positiv, perfekt und vollkommen“</span> sind ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>. Das GÖDEL-Axiom-1 bezieht seine ,Potenz‘ aus dem Prinzip vom ,auszuschließenden‘ Widerspruch ''':''' eine Eigenschaft kann nicht zugleich ,positiv‘ und ,nicht positiv‘ sein '''!''' Formal lässt sich das 2. Hauptergebnis, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''↔'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> ''':''' schon aus Term :23: in diesem Beweisgang mit der <span style="color:#4C58FF">[ Vereinfachung ] :: [ A∧B ├ B ]</span> ohne Weiteres ,regulär‘ ableiten, — analog zu den Vorgehensweisen bei A. FUHRMANN und G.J. WIRSCHING. <span style="color:#00B000">(Beide Aussagen dieser ,Konjunktion‘ sind ,gleichwertig‘, daher partizipiert das Theorem-2 auch am Ergebnis der Widerspruchsfreiheit von Term :13:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>, dem 1. Hauptergebnis.)</span> Der hier gewählte, etwas längere Weg zum Ergebnis, soll die innere Struktur und Abhängigkeit der Ergebnisse von bestimmten Voraussetzungen offen legen, und ihren ,Zweck‘ verdeutlichen. Die beiden Hauptergebnisse im Basisbeweis gehen vom vorgefundenen und traditionell vorgegebenen Begriff von ,GOTT‘ aus, <span style="color:#00B000">(Term :06:, Term :16: und Term :26:)</span>. Das ,bewiesene‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> 1. Hauptergebnis, hier im 2. Beweisgang, Term :13: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''die Eigenschaften in GOTT sind vollkommen, d.h. sind die ultimativen Transzendentalia''«</span>, rechtfertigt, bzw. verifiziert sowohl Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, als auch die Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span>, für die Annahme ''':''' den ,GOTT der Christen‘, der als GOTT alle Grade der Vollkommenheit in sich schließt. Und das ebenfalls ,bewiesene‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> 2. Hauptergebnis, hier im selben Beweisgang, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''↔'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''das Wesen GOTTES ist sein eigenes Sein''«</span>, rechtfertigt, bzw. verifiziert sowohl Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, als auch die Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, für die Wesenseigenschaft ''':''' ,notwendige Existenz‘, und widerlegt den Einwand KANTS, für den Spezialfall ''':''' GOTT. Zwei Axiome und zwei Definitionen von GOTT und seinen Vollkommenheiten werden durch die Ergebnisse im Basisbeweis des GÖDEL-Kalküls in unserer realen Welt als ,wahr‘, <span style="color:#00B000">(genauer als ,widerspruchsfrei‘)</span>, und, — im Rahmen des christlichen Glaubens —, als ,annehmbar‘ bestätigt. <span style="color:#00B000">(Anmerkung zu Term :24: ''':''' eine Prämisse ist regulär-,modal‘ immer ,frei‘ wählbar.)</span> Zusammengefasst heißt das ''':''' die ,strittige‘ Begründung der ,methodologischen‘ Prämisse des GÖDEL-Kalküls ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Prämisse, Term :01:)</span>, weil <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Korollar-1)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> steht für den GOTT der Christen, für den es ohne Widerspruch denkbar ist, dass es ihn gibt''«</span>, <span style="color:#00B000">(ANSELMS Prinzip, trotz der ,Warnung‘ KANTS)</span>, ist ,wahr‘ und für uns ,annehmbar, denn es ist auch, auf Grund der Ergebnisse des 2. Beweisganges, in unserer realen Welt ,wahr‘ und ,annehmbar‘, weil schon als ,widerspruchsfrei‘ verifiziert ''':''' der GOTT der Christen <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span> ,existiert‘ für uns ,notwendig‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(d.i. das ,regulär‘-mögliche Korollar sowohl im 2. als auch im 3. Beweisgang)</span>, denn dieser GOTT ist aus sich ,vollkommen‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PG'''‘ —</span>, und zu seiner ,Vollkommenheit‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span> gehört auch notwendig sein ,Existieren‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. <span style="color:#00B000">(Jeder dieser Terme ist im Geltungsbereich der Prämisse Term :01: als ,wahr‘ und ,annehmbar‘ bewiesen.)</span> Das ist der ,Kern‘ des ontologischen Arguments, und somit ist auch diese ,strittige‘ Begründung der Prämisse des GÖDEL-Kalküls mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span>, d.h. sie ist logisch ,richtig‘ und, im Kontext des christlichen Glaubens, vernünftig. Die Annahme des Gegenteils zu dieser Prämisse ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es ist undenkbar, dass es diesen GOTT gibt''«</span>, führt jedoch, unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung, zu einem Widerspruch — ist unlogisch und daher ,falsch‘, <span style="color:#00B000">(siehe Anhang ''':''' Widerlegung)</span>. Die Behauptung einer ,formalen Unentscheidbarkeit‘ zu den Annahmen über die Existenz GOTTES, ob oder nicht, <span style="color:#00B000">(d.h. ein ,methodologischer‘ Agnostizismus)</span>, ist gegen jede ,Logik‘; und ist auch ,falsch‘. Denn aus dem, im Kalkül abgeleiteten, Widerspruch aus der einen Annahme, und damit ihrer Unrichtigkeit, folgt notwendig die Richtigkeit der gegenteiligen Annahme. Damit ist eine klare Entscheidung getroffen. Mit dem 2. Hauptergebnis, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#FF6000">»'',Dasein‘ ist das ,Wesen‘ GOTTES''«</span>, folgt die GÖDEL-Axiomatik der philosophisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition der ,Rede von GOTT‘ seit ARISTOTELES, und schließt sich damit formal-syntaktisch zugleich auch der religiösen Überzeugung der Christen an, die glauben, dass GOTT, als unser Vater, aus Liebe, in seinem Sohn, JESUS CHRISTUS, für uns immer schon <span style="color:#FF6000">»''da''«</span> ist, <span style="color:#00B000">(der Sohn ist koinzident ,eins‘ mit GOTT, dem Vater und dem GEIST)</span>, wirksam in und durch seine <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span>, im HEILIGEN GEIST, bis ans Ende der Zeit. Das ist das, <span style="color:#FF6000">»''was''«</span> GOTT eigentlich für uns ausmacht, — die Selbstmitteilung seines unergründlichen Wesens in den Sakramenten der <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‘אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֑ה‚</big></span> <span style="color:#00B000">| ‚eh'jeh asher eh'jeh‘ |</span> <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin da für euch und für immer, als der ich ''<span style="color:#00B000">[ immer schon gewesen ]</span> ''bin''«</span>; <span style="color:#00B000">(d.i. das <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span>-exegetische ,Axiom‘ der Christen, und die <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> korrekte Explikation der ,regulären‘ Kalkül-Prämisse Term :01: <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx'''‘ —</span>, jeweils im 2. und 3. Beweisgang)</span>. Das heißt aber nicht, dass der Autor des Kalküls sich mit diesem Glauben identifiziert hat, <span style="color:#00B000">(,hat‘ er auch nicht)</span>, oder dass der Leser des ontologischen Beweises von Kurt GÖDEL sich damit identifizieren muss, wenn er dessen <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> anerkennt. Zur erweiterten <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Explikation der Kalkül-Prämisse ''':''' Die <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ist das ,Meisterwerk‘ GOTTES ''':''' In ihr ist es GOTT gelungen, etwas Göttliches und Unzerstörbares in unsere korrupten Welt einzupflanzen ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Etwas Göttliches existiert notwendig, d.h. ,unzerstörbar‘ in unserer Welt''«</span>. Sie ist, durch die Menschwerdung des GOTTES Sohnes, JESUS CHRISTUS, dessen <span style="color:#4C58F0">„Leib“</span> die <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ist, untrennbar mit Menschen verbunden, die schon, von allem Anfang an, und jetzt immer noch, durch die Sünde korrumpiert sind. Mit ihr will und wird GOTT unsere Welt und die Menschheit, bis ans Ende der Zeit, von der Sünde und von deren Konsequenz, dem <span style="color:#00B000">(ewigen)</span> Tod <span style="color:#4C58FF">„erlösen“</span>, <span style="color:#00B000">(jedoch nicht ohne die Zustimmung des Menschen)</span>. Mit dieser Explikation wird die Tragweite des ontologischen Arguments ANSELMS, und damit auch die <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Relevanz der GÖDEL-Axiomatik erkennbar. Immer vorausgesetzt, <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man glaubt an GOTT, <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. ====<div class="center"><span style="color:#660066">3. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 3, (ANSELMS Theorem)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe___________________„Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 5)} & \quad P\ E_{not}\; \ & \text { } & \text{„Notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft“} \\ \text{ } & \text{( :: Das ist nur dann wahr, wenn ,Dasein‘ und ,Wesen‘ } & \ & \text{( :: dagegen KANT : ,Existenz‘ ist keine ,Eigenschaft‘,} \\ \text{ } & \;\;\text{in eins zusammenfallen ! ARISTOTELES : Theorem-2)}\ & \ & \;\;\text{,Sein‘ ist für alles, was existiert, kein ,reales Prädikat‘ ! )} \\ \text{(Definition 1)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \forall X(\ P \ X \Longrightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{„x ist genau dann GOTT, wenn x alle positiven Eigenschaften hat“} \\ \text{(Definition 3)} & \quad \ E_{not}\ x \;\Longleftrightarrow\;\ \forall X \left(\ X_{ess}\ x \Longrightarrow \Box \; \exists y \ X\ y \right) & \ & \text{„Notwendige Existenz ist genau dann eine Eigenschaft von x, wenn} \\ \text{ } & \quad & \ & \;\;\text{alle wesentl. Eigenschaften von x notwendig instanziiert sind“} \\ \text{(Korollar 1)} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{„Es ist widespruchsfrei möglich, dass es GOTT gibt“} \\ \text{(Theorem 2)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ &\text{„Dasein, GOTT-Sein, Existenz ist das Wesen, die Essenz GOTTES“} \\ \text{(Korollar 2)} &\quad \ G\ x \;\Longrightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y))\ & \ &\text{„Wenn es GOTT gibt, dann gibt es notwendig nur einen GOTT“} \\ \text{(Theorem 3)} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \;\Longrightarrow\; \Box \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{( :: ANSELMS Prinzip)} \\ \text{ } & \text{„Weil es widerspruchsfrei möglich ist, dass es GOTT gibt,} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{ } & \;\;\text{ist der Glaube, dass es GOTT wirklich gibt, widerspruchsfrei“} \\ \text{01} & \quad \ G \ x\ & \ & \text{ AE: „Angenommen, x steht für den GOTT der Christen“} \\ \text{02} & \quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{(D1):01:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{03} & \quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ & \text{:02:[ⱯXA(X) ├ A(X)] :: (Quantorenregel)} \\ \text{04} & \quad \ P \ E_{not}\;\Rightarrow \ E_{not}\ x\ & \ & \text{:03:Instanz(X:= Enot) :: (Substitution für Eigenschaften)} \\ \text{05} & \quad \ E_{not}\ x\ & \ & \text{(A5):04:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B]} \\ \text{06} & \quad \forall X \left(\ X_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ X\ y \right) & \ & \text{(D3):05:[Modus ponens]} \\ \text{07} & \quad \ X_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ X\ y & \ & \text{:06:[ⱯXA(X) ├ A(X)]} \\ \text{08} & \quad \ G_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ G\ y & \ & \text{:07:Instanz(X:= G)} \\ \text{09} & \quad \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{(Th2):01:[Modus ponens]} \\ \text{10} & \quad \text{ ├ }\;\Box \; \exists x \ G\ x & \ & \text{:08:09:[Modus ponens]:FUB(y:=x) :: (Freie-Um-Benennung der Var.)} \\ \text{ } & \text{„Es gibt GOTT wirklich, für jede mögliche Welt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{1. Hauptergebnis !} \\ \text{11} & \quad \;\Diamond \exists x \ G \ x \;\Longrightarrow \; \Box \; \exists x \ G\ x & \ & \text{(K1):10:[├A├B ╞ A→B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''} \\ \text{(Theorem 3)} & \;\text{„Weil es widerspruchsfrei möglich ist, dass es GOTT gibt,} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war ! 2. Hauptergebnis ! } \\ \text{ } & \;\;\text{ist der Glaube, dass es GOTT wirklich gibt, widerspruchsfrei“} \\ \text{12} & \quad \;\Box \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y))\ & \ &\text{(K2):01:[Modus ponens]} \\ \text{13} & \quad \;\Box \; (\exists x \ G\ x \wedge \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y)))\ & \ & \text{:10:12:[Konjunktion]:DIST(□∧)} \\ \text{(Korollar 3)} & \;\text{„Es gibt notwendig genau nur einen GOTT“} & \ & \text{„Es gibt für jede mögliche Welt nur den GOTT der Christen“} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-3 ''':''' <span style="color:#00B000">(Ein Theorem und zwei Korollare, aus den beiden vorhergehenden Beweisgängen, werden hier, im 3. Beweisgang, zu ,Axiomen‘, die das Theorem-ANSELMS und sein Korollar mit-verifizieren und bestätigen.)</span> Dieser Beweisgang ist das Ziel aller Bemühungen. Hier wird der sog. ,ontologische Gottesbeweis‘ nach ANSELM von Canterbury formal-syntaktisch dargestellt und als logisch nachvollziehbar von GÖDEL bestätigt. Damit hat er aber auch klar gestellt, dass der ontologische Beweis ANSELMS kein Beweis für die ,Existenz‘ des GOTTES der Bibel sein kann, bzw. sein ,will‘ ''':''' Denn mit der Prämisse, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(Term :01:, wie auch schon im ,Basisbeweis‘, und ausformuliert hier in Term :02:, mit der Definition für GOTT)</span>, wird mit dem traditionellen, abendländischen ,GOTT-Glauben‘, der ,glaubt‘, dass der Gott der Christen tatsächlich existiert, — methodologisch als ,Annahme‘ —, der Beweisgang schon regulär und explizit eröffnet, aus dem sich dann, logisch korrekt, mit Hilfe der GÖDEL-Axiome und Definitionen, das ,Theorem ANSELMS‘ ergibt; <span style="color:#00B000">(hier jedoch, mit Günther J. WIRSCHING, ohne den Umweg bei GÖDEL über das modale Axiom-BECKER ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇□A→□A'''‘ —</span>, das André FUHRMANN recherchiert hat)</span>. GÖDEL verwendet zur Darstellung des sog. ,ontologischen Gottesbeweises‘ nach ANSELM die Struktur eines modal-logischen Kalküls. Ein modal-logisches Kalkül ist ein genau geregeltes Schema, in dem bei bestimmten ,Annahmen‘ <span style="color:#00B000">(Axiome, Definitionen, Prämissen)</span> etwas anderes als das Vorausgesetzte auf Grund des Vorausgesetzten mit Notwendigkeit folgt. Entsprechend der ,Modalität‘ der sechs ,modal‘ notwendigen Voraussetzungen, hier, für den 3. Beweisgang, die in den <span style="color:#00B000">(und durch die)</span> beiden vorhergehenden Beweisgängen schon als ,modal‘ wahr, bzw. als annehmbar verifiziert und/oder ,bewiesen‘ wurden, sind auch die beiden ,Schlusssätze‘ <span style="color:#00B000">(Theorem-3 und Korollar-3)</span> ,modal‘ wahr, bzw. annehmbar '''!''' Die Wahl der Prämisse :01: dagegen ist nicht ,modal‘ notwendig, sondern beruht auf einer freien Entscheidung, und damit ist auch ihre Interpretation eine freie Entscheidung, mit der Voraussetzung, dass man das Kalkül mit Theoremen aus der <span style="color:#4C58FF">„christlichen Theologie“</span> evaluieren, und damit interpretieren will. Dazu berechtigt die Genese des Kalküls. Der Glaube an den GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, beruht immer auf einer freien Entscheidung. Das Kalkül, als solches, unabhängig von jeder Interpretation seiner Syntax, ist genau dann ,allgemein‘ <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, d.h. ,ist allgemein gültig‘, wenn es gültigen Logik-Regeln folgt. Die Bestimmung seiner Syntax jedoch, d.h. seine Interpretation, unterliegt hermeneutischen Kriterien, die nicht von Logik-Regeln abhängen, wie hier ''':''' <span style="color:#FF6000">»''(unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt). Nur dann sind die Axiome wahr''«</span>, wie GÖDEL selbst hinzufügt. Mit der, — von GÖDEL eingeforderten —, ‚Unabhängigkeit‘ der Kalkül-Axiome von der zufälligen Struktur der Welt, wird implizit für das Kalkül auch festgelegt, dass <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> ‚unabhängig‘ von der zufälligen <span style="color:#00B000">(Raum-Zeit-)</span>Struktur unserer vergänglichen Welt, und daher ,zeitlos-ewig‘ ist, <span style="color:#00B000">(was <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> korrekt ist)</span>, begründet durch Definition-1 und Axiom-3. Aus der zeitlosen Ewigkeit GOTTES folgt, dass GOTT, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „grundlos“</span>, für uns immer schon ‚da‘ ist, denn bei Zeitlosigkeit gibt es keinen ,zeitlichen‘ und damit auch keinen ,ontologischen‘ Unterschied zwischen ‚Ursache‘ und ‚Wirkung‘. Beides ist dann koinzident ,eins‘ ''':''' wie ,Wesen‘ und ,Dasein‘ in GOTT, bzw. wie ,Begriff‘ und ,Sein‘, oder ,Möglichkeit‘ und ,Wirklichkeit‘. <span style="color:#00B000">(Man vergleiche damit auch die ,postulierte‘ Einheit von ,Erkenntnisobjekt‘ und ,Erkenntnissubjekt‘ im ,Gott‘ des ARISTOTELES ''':''' im <span style="color:#FF6000">»<span style="color:#00B000">[ selbstbewussten ]</span> ''Erkennen seiner Erkenntnis''<span style="color:#00B000">[-Tätigkeit ]</span>«<span style="color:#00B000"> | </span>„<span style="font-family: Times;"><big>νοήσεως νόησις</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„noêseôs noêsis“</span> <small>(‚<span style="font-family: Times;"><big>''Metaphysik''</big></span>‘ XII 9, 1074b34)</small>, im Vollzug seiner Funktion als ,unbewegtes Bewegungsprinzip‘, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„prôton kinoûn akinêton“</span> der Welt, das alles Übrige <span style="color:#FF6000">»''wie ein Geliebtes''«<span style="color:#00B000"> | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὡς ἐρώμενον</big></span>“</span> | <span style="color:#FF6000">„hôs erômenon“</span> bewegt; d.h. christlich ''':''' <span style="color:#FF6000">»''aus Liebe''«</span> ,entstehen‘ lässt.)</span> Anmerkung-4 ''':''' Das <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span> schon bewiesene Theorem-2, d.i. die Koinzidenz von <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> in GOTT, <span style="color:#00B000">(‚Existenz‘</span> und <span style="color:#00B000">‚Essenz‘)</span>, rechtfertigt sowohl Axiom-5 als auch die Definition-3, und widerlegt den Einwand KANTS. Somit ist deren Setzung <span style="color:#00B000">(hier, im 3. Beweisgang)</span> korrekt, und durch das Theorem-2 schon vorbestimmt und bestätigt, d.h. beide sind ,wahr‘ und annehmbar, da sie durch die Gültigkeit von Theorem-2 ,verifiziert‘ worden sind. Damit wird klar erkennbar, dass das Theorem-2 tatsächlich die Basis des GÖDEL-Kalküls ist. Und wenn damit Axiom-5 im GÖDEL-Kalkül ‚gerechtfertigt‘ ist, dann ist auch, <span style="color:#00B000">(als Voraussetzung dafür)</span>, das Axiom-4 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX → □PX'''‘ — ''':''' </span> <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ ,Transzendentalia‘ ]</span>, ''sind notwendig aus sich'', <span style="color:#00B000">[ von Natur aus ]</span>, ''positiv''«</span>, im 2. Beweisgang erklärbar, in dem die ‚Positivität‘, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, einer Eigenschaft schon als ‚notwendig‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, charakterisiert worden ist, äquivalent zu Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, in dem die ‚Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span>, <span style="color:#00B000">(der Existenz <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>)</span>, dann als ‚positive‘ Eigenschaft, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ‚bestimmt‘ wird; <span style="color:#00B000">(unter der speziellen Voraussetzung, dass <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> definitiv als eine <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> in GOTT ,instanziiert‘ ist; vgl. Definition-3. Eine ,bestimmte‘ Eigenschaft ist genau dann ,instanziiert‘, wenn sie an einem Träger real ,existiert‘. Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, besagt, dass die, von GÖDEL postulierte, <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz“</span> zu den ,ultimativen‘ Transzendentalia in GOTT gehört. Genauer ''':''' Sie ist die ,Summe‘ aller Transzendentalia.)</span> Zum Axiom-4, <span style="color:#00B000">(bzw. zum Term :14:, im 2. Beweisgang)</span>, erklärt GÖDEL in seinen Notizen zum Kalkül ''':''' <span style="color:#FF6000">»''da es'' <span style="color:#00B000">[ das Notwendigsein, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span> ]</span> ''aus der Natur der'' <span style="color:#00B000">[ positiven ]</span> ''Eigenschaft folgt'', <span style="color:#00B000">[ deren Positivität, im selben Beweisgang, mit Term :13: vorher schon ,bewiesen‘ (╞ ) worden ist ]</span>«</span>. Der Unendliche, GOTT, — im Glauben der Christen —, ist deswegen ,notwendig für uns da‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, weil er als GOTT ,vollkommen‘, ,perfekt‘ und absolut ,positiv‘, d.h. absolut ,gut allein‘ ist, ohne jede Negativität ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>; <span style="color:#00B000">(was auch schon im 2. Beweisgang mit Term :13: verifiziert wurde)</span>. Und wenn GOTT ,vollkommen‘, ,perfekt‘, ,positiv‘, und absolut ,gut‘ ist, dann ist er das auch ,notwendig aus sich‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG → □PG'''‘ — ::</span> <span style="color:#00B000">(als Zusatz-Korollar im 2. Beweisgang mit Axiom-4 und der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=G) ]</span>)</span>, d.h. ,aus seinem Wesen‘. Das ist gerade das, ,was‘ GOTT als GOTT ausmacht ''':''' sein ,Wesen‘, bzw. seine <span style="color:#FF6000">„Natur“</span>. Zusammen mit der Definition-1 für GOTT, <span style="color:#00B000">(und der Definition-2 ''':''' Alle Wesenseigenschaften hängen notwendig gleichwertig aus sich zusammen)</span>, ist dieses, aus der <span style="color:#FF6000">„Natur“</span> GOTTES sich ergebende, ‚Notwendigsein‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, aller ‚positiven‘ Eigenschaften im Axiom-4, und ihr logischer Zusammenhang, d.i. die Koinzidenz aller ,Vollkommenheiten‘ im Unendlichen, GOTT, ihr ,Zusammenfallen in eins‘, die entscheidende Voraussetzung, aus der sich dann für GÖDEL <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span> auch der logische Zusammenhang, bzw. die ontologische Identität, <span style="color:#00B000">(die Koinzidenz)</span>, von <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> in GOTT, im Basis-Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> mit Notwendigkeit ergibt. Das Theorem-2 ist dann, in weiterer Folge, die ,modal‘ notwendige, d.h. die transzendentale Voraussetzung auch für den Konsequenz-Teil im Theorem ANSELMS, <span style="color:#00B000">(Term :09: hier im 3. Beweisgang)</span>. <span style="color:#FF6000">„Positive Eigenschaften“<span style="color:#00B000"> | </span>„Vollkommenheiten“</span> sind ,immer‘ auch <span style="color:#FF6000">„notwendige Eigenschaften“</span>, daher ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. Das ,Dasein‘, die <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> ist ,immer‘ etwas <span style="color:#FF6000">„Positives“</span>, speziell in GOTT, dem Schöpfer jeder ,Existenz‘, bzw. allen ,Seins‘. Axiom-4 begründet im GÖDEL-Kalkül das Basis-Theorem-2, und ,verankert‘ dieses Theorem damit zugleich in der <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span>-philosophischen Tradition der ,Rede von GOTT‘ bei ARISTOTELES, — AVICENNA, — ANSELM, — DESCARTES, — LEIBNIZ, — HEGEL, — und bei GÖDEL mit äußerster ,logischer‘ Klarheit. Anmerkung-5 ''':''' Der ‚Schlüsselbegriff‘ in diesem Kalkül ''':''' <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“<span style="color:#00B000"> | </span>„Perfektion“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span>, dominiert alle Axiome des GÖDEL-Kalküls, jedoch ohne inhaltlich genauer ‚bestimmt‘ worden zu sein. Für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> gibt es keine explizite Definition '''!''' <span style="color:#00B000">(Das Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span>, besagt nur, dass die ,postulierten‘, positiven Eigenschaften, die <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span>, formal miteinander verträglich, d.h. ‚widerspruchsfrei‘ sind, wegen Axiom-2. Axiom-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX ∧ □∀x(Xx→Yx)→PY'''‘ —</span>, besagt, dass positive Eigenschaften ,gleichwertig‘ sind, d.h. gleich ,wahr‘ sind, weil sie ,notwendig‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, aus sich, alle paarweise mit- und voneinander ,impliziert‘ sind, sich gegenseitig ,einschließen‘, und damit eine Einheit bilden, d.h. in GOTT ,eins‘ sind. Axiom-2 ist somit zugleich eine ,indirekte‘ Definition für ,positive‘ Eigenschaften ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>. Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span>, besagt ''':''' Weil die ,gleichwertigen‘, positiven Eigenschaften sich gegenseitig implizieren, und damit notwendig von einander abhängen, d.h. koinzident in GOTT ,eins‘ sind, — wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT steht —, sind sie somit auch die ,wesentlichen‘ Eigenschaften, die <span style="color:#FF6000">„ultimativen Transzendentalia“</span>, in GOTT, der, wesentlich und exklusiv, notwendig ,Einer‘ ist. Fußnote zu Definition-2 in der GÖDEL-Notiz ''':''' <span style="color:#FF6000">»''any two essences of x are nec. equivalent''«</span>. Die paarweise, notwendige Äquivalenz von zwei beliebigen Wesenseigenschaften der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span>, wird hier, spezifisch für GOTT, d.h. wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT, dem einen, steht, zur <span style="color:#FF6000">„Koinzidenz“</span>, — zum paarweise ,Zusammenfallen in eins‘ —, dem inneren Zusammenhang aller seiner <span style="color:#FF6000">„ultimativen“</span> Vollkommenheiten, d.h. aller <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> und Zuschreibungen, in dem Unendlichen, GOTT.)</span> In den entscheidenden ‚Schlusssätzen‘ des Kalküls ist der ‚Schlüsselbegriff‘ verschwunden. Hier ist nur mehr von GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, die Rede ''':''' Korollar-1, <span style="color:#FF6000">„Es ist definitiv denkbar, dass es GOTT gibt“</span>, Theorem-2, <span style="color:#FF6000">„Dasein, GOTT-Sein, Göttlichkeit ist das Wesen GOTTES“</span>, Theorem-3, <span style="color:#FF6000">„Weil GOTT definitiv denkbar, d.h. widerspruchsfrei möglich ist, darum ist auch der Glaube an GOTT widerspruchsfrei, logisch richtig und mathematisch evident, der annimmt, dass es GOTT, mit Notwendigkeit, wirklich gibt“</span>, <span style="color:#00B000">(nach ANSELM von Canterbury, und was spezifisch das <span style="color:#FF6000">»</span>''Privilegium der Gottheit allein''<span style="color:#FF6000">«</span> ist, nach LEIBNIZ)</span>, und Korollar-3, <span style="color:#FF6000">„Es gibt notwendig aus sich, d.i. unverursacht, nur einen GOTT“</span>. Das GÖDEL-Kalkül ist zu diesen Erkenntnissen gekommen, ohne die Eigenschaften, bzw. die ‚Vollkommenheiten‘ GOTTES, d.h. wer oder was GOTT ‚an sich‘ selbst ist, genauer bestimmen zu müssen, <span style="color:#00B000">(was ,für uns‘ ohnehin ,unmöglich‘ ist)</span>; außer im Theorem-2, in dem das <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> GOTTES als die ‚für uns‘ bestimmende und wichtigste <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> in GOTT erkannt worden ist, — immer vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man ‚glaubt‘ an den zeitlos-ewigen GOTT ''':''' <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. Der GOTT des GÖDEL-Kalküls ist nicht mehr der an Raum und Zeit gebundene ‚Gott‘ des ARISTOTELES, sondern der von Raum und Zeit <span style="color:#FF6000">»''unabhängige''«</span> GOTT der Bibel bei ANSELM und bei LEIBNIZ. Das GÖDEL-Kalkül, <span style="color:#00B000">(wie ja auch der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘ ANSELMS)</span>, kann jedoch, — bei aller ‚Coolness‘ —, keinen GOTT-Glauben ‚erzeugen‘, sondern setzt vielmehr die Existenz GOTTES schon als notwendig gegeben voraus. Das Kalkül des Logiker GÖDEL beweist aber, dass der traditionelle ‚GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span>, mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span>, d.h. logisch ,richtig‘ und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span> ist, weil der ‚Nicht-GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die atheistische Weltanschauung''«</span>, im Möglichkeitsbeweis notwendig zu unlösbaren Widersprüchen führt, und somit logisch ,falsch‘ ist. <span style="color:#00B000">(Die ,Logik‘ hat aber, — bekanntlich —, bei allen wichtigen, persönlichen Entscheidungen immer nur eine untergeordnete Rolle '''!''' )</span> Anmerkung-6 ''':''' Das erste, ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleitete, Hauptergebnis im 3. Beweisgang, Term :10: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' die ,notwendige‘ Existenz GOTTES, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse, Term :1: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>. Dieses erste Hauptergebnis hat also den überlieferten, traditionellen GOTT-Glauben zur Voraussetzung, und ist daher davon ,abhängig‘. Das zweite Hauptergebnis im 3. Beweisgang, das Theorem ANSELMS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, dagegen, ist die Darstellung der Abhängigkeit des ersten Hauptergebnisses von dem, vorher schon bewiesenen, ,Axiom‘ von der ,möglichen‘ Existenz GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, dem Korollar-1 aus dem 1. Beweisgang, und hat nicht mehr den überlieferten, traditionellen GOTT-Glauben zur Voraussetzung, und ist daher auch nicht mehr davon abhängig. Dazu die Feststellung LEIBNIZ‘ ''':''' ::Das Theorem ANSELMS ist <span style="color:#FF6000">»''ein unvollständiger Beweis, der etwas voraussetzt, was man noch hätte beweisen sollen, um ihm mathematische Evidenz zu verleihen — nämlich, dass man dabei stillschweigend voraussetzt, diese Vorstellung des durchaus großen oder durchaus vollkommenen Wesens sei möglich und enthalte keinen Widerspruch'' «</span>. Diesen unvollständigen Beweis hat GÖDEL im 1. Beweisgang mit dem ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleiteten, und als widerspruchfrei bewiesenen, Korollar-1 vervollständigt. Dieses Korollar ist nur vom logischen Axiom-1 und von der mathematischen Äquivalenz der Perfektionen, <span style="color:#00B000">(der Transzendentalia)</span>, im Axiom-2 ,abhängig‘, und nicht mehr von der methodologischen Kalkül-Prämisse, dem traditionellen GOTT-Glauben. Damit hat das Theorem ANSELMS die gesuchte <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> erreicht. Zusammenfassung ''':''' Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind konsistent''«</span>, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse im 1. Beweisgang, Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, den, — <u>modal-frei</u> — gewählten, ,angenommenen‘ positiven Eigenschaften. Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT-Sein ist das Wesen GOTTES''«</span>, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse im 2. Beweisgang, Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, dem, — <u>modal-frei</u> — gewählten, ,angenommenen‘ GOTT-Glauben der Christen. Im Unterschied dazu ist im 3. Beweisgang, im Theorem-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, der Glaube, dass es einen GOTT notwendig gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, die logische Konsequenz aus dem, — <u>modal-notwendig</u> — als widerspruchsfrei ,bewiesenen‘, Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, im 1. Beweisgang, <span style="color:#00B000">(auch im Beweisgang ,Widerlegung‘ im Anhang)</span>. Somit ist das Theorem ANSELMS, mit Korollar-1, nur vom logischen Axiom-1 der Widerspruchsfreiheit, und der paarweisen, mathematischen Äquivalenz beliebiger positiver Eigenschaften, <span style="color:#00B000">(aller Transzendentalia)</span>, im Axiom-2, abhängig. Damit ist die Bedingung für die geforderte, spezielle <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span>, und auch für die Widerspruchsfreiheit im Theorem ANSELMS erfüllt; unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. ====<div class="center"><span style="color:#660066">Widerlegung</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDEL-Kalkül : der Möglichkeitsbeweis als Widerlegung des Nicht-GOTT-Glaubens</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe_____________ „Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.1)} & \quad P \neg X \;\Longrightarrow\;\ \neg P\ X\ & \ & \text{„Wenn die Negation von X positiv ist, dann ist X nicht positiv“} \\ \text{(Axiom 2)} & \quad \Box \;\forall x (\ X\ x \Longrightarrow \ Y\ x) \Longrightarrow \ P\ Y & \ & \text{„Die Eigenschaft Y in allen x, die aus der Eigenschaft X in allen x} \\ \text{ } & \quad & \ & \; \; \text{mit modaler Notwendigkeit folgt, ist eine positive Eigenschaft“} \\ \text{(Korollar-1)} &\quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{ } \\ \text{ } & \text{„Es ist möglich, dass es den GOTT der Christen gibt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} & \quad \; \neg \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{ AE: „Es ist unmöglich, dass es diesen GOTT gibt“ (dezidierter Atheismus)} \\ \text{02} & \quad (\neg x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, nicht mit x identisch zu sein“ :: (ungleich)} \\ \text{03} & \quad (\ x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, mit x identisch zu sein“ :: (gleich)} \\ \text{04} & \quad \neg\neg \Box \neg \exists x \ G \ x \ & \ & \text{:01:[ ◇A ↔ ¬□¬A ] :: (Modalregel) } \\ \text{05} & \quad \neg\neg \Box \neg\neg \forall x \neg \ G \ x \ & \ & \text{:04:[ ∃xA ↔ ¬Ɐx¬A ] :: (Quantorenregel) } \\ \text{06} & \quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall x \neg G \ x \ & \ & \text{:05:NEG :: [ ¬¬A↔A ] :: (Gesetz der Aussagenlogik) } \\ \text{07} & \quad \Box \; \forall x \neg G \ x \Leftrightarrow\ W & \ & \text{:01:06:[ (:01:↔W) → (├:06:↔W) ] :: (Kalkülregel) } \\ \text{08} & \quad \Box \; \forall x \ G \ x \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:07:[ (¬A↔W)↔(A↔F) ] :: (Regel für Wahrheitswerte)} \\ \text{ } & \text{„Jeder GOTT-Glaube ist ganz sicher falsch ! “} & \ & \Longleftarrow\; \text{die logische Konsequenz aus der Prämisse :01: !} \\ \text{09} & \quad \ (\neg x = x ) \Leftrightarrow \ F \; \ & \text { } & \text{Xx:02:Instanz(X:=(¬x=..)) ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{10} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \text { } & \text{:08:09:[ (:08:↔F) → (:09:↔F) ] :: „ex falso sequitur quotlibet“} \\ \text{11} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow \; (\neg x = x)) \Rightarrow \; P (\neg x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(X:=G):Instanz(Y:=(¬x= ..)) } \\ \text{12} & \quad \ P (\neg x = .. ) & \ & \text{:10:11:[ Modus ponens ] :: [ A→B, A ├ B ]} \\ \text{13} & \quad \ P (\neg x = .. )\;\Rightarrow\ \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{(A1.1):Instanz(X:=(x=..))}\\ \text{14} & \quad \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{:12:13:[ Modus ponens ] :: (log. Schlussregel)}\\ \text{15} & \quad \ (x = x ) \Leftrightarrow \ W \; \ & \ & \text{Xx:03:Instanz(X:=(x=..)) ⇒ Tautologie !} \\ \text{16} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \ & \text{:08:15:[ (:08:↔F) → (:15:↔W) ] :: „ex falso sequitur etiam verum“} \\ \text{17} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (x = x)) \Rightarrow \ P (x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(X:=G):Instanz(Y:=( x= ..))} \\ \text{18} & \quad \ P (\ x = .. )\ & \ & \text{:16:17:[ Modus ponens ]}\\ \text{19} & \quad \text{ ├ }\; (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:14:18:[ Konjunktion ] ⇒ Kontradiktion !}\\ \text{20} & \quad \neg \Diamond \; \exists x \ G \ x \Rightarrow (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) & \ & \text{:01:19:[ ├A├B╞ A→B ] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''}\\ \text{ } & {\color{RedOrange}\text{Der Atheismus führt zu einem logischen Widerspruch ! }} & \ & \Longleftarrow\; \text{was mit Term :20: bewiesen ist !} \\ \text{21} & \quad \neg\neg \Diamond \; \exists x \ G \ x & \ & \text{:20:19:[ Modus tollendo tollens ] :: [ A→B,¬B ├ ¬A ]}\\ \text{22} & \quad \; \Diamond \; \exists x \ G \ x & \ & \text{:21:NEG }\\ \text{(Korollar-1)} & \;\text{„Es ist definitiv möglich, dass es diesen GOTT gibt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war !} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-7 ''':''' Dieser Beweisgang geht prinzipiell von der Existenz GOTTES, <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span>, aus, wobei aber die Möglichkeit seiner Existenz, und damit die Sinnhaftigkeit des Glaubens an GOTT, durch die Prämisse :01: in Frage gestellt wird, und daher im Kalkül überprüft werden soll. Denn mit der Behauptung der Existenz allein ist es nicht getan. Es muss auch seine Möglichkeit, d.h. die Sinnhaftigkeit des Glaubens an GOTT aufgewiesen werden. LEIBNIZ hat als erster, <span style="color:#00B000">(nach ANSELM)</span>, dieses Problem gesehen, und GÖDEL hat dafür eine Lösung gefunden. Dieser Beweisgang, <span style="color:#00B000">(analog zum Möglichkeitsbeweis von Günther J. WIRSCHING konzipiert)</span>, setzt in den Axiomen, genau wie im 1. Beweisgang, die Existenz von etwas <span style="color:#FF6000">„Positiven“, „Perfekten“, „Vollkommenen“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ,'''P'''‘ —</span>, allgemein für die Welt voraus, <span style="color:#00B000">(das im Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ,'''PG'''‘ —</span>, GOTT ultimativ zugeordnet wird ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist absolut positiv, perfekt und vollkommen''«</span>)</span>; was im 2. Beweisgang mit Term :13: als widerspruchsfrei, <span style="color:#00B000">(als ,wahr‘ und ,annehmbar‘ im Kontext des christlichen Glaubens)</span>, schon ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> worden ist. Die Existenz der ,Transzendentalien‘ in der Welt ist ein allgemeines Faktum; ihre Existenz auch in GOTT ist mit dem Term :13: des 2. Beweisganges bewiesen, die jedoch im Unendlichen, GOTT, als Transzendentalia, auch in ,ultimativer‘ Form vorliegen. Axiom-1 ,besagt‘, dass Eigenschaften nicht zugleich, vollkommen und nicht vollkommen, sein können. Axiom-2 ,besagt‘, dass, allgemein, alle Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(alle Transzendentalien)</span>, gleichwertig, <span style="color:#00B000">(mathematisch äquivalent)</span>, sind. <span style="color:#00B000">(Axiom-2 wird hier um das GÖDEL-Konjunkt <span style="color:#4C58FF">— ,'''PX'''‘ —</span> verkürzt dargestellt. Damit ist auch Axiom-3 für diesen Beweisgang unnötig geworden, ohne dass sich wegen dieser Kürzung am Ergebnis etwas ändert.)</span> Die Eigenschaft <span style="color:#4C58FF">— (¬x=..) —</span> ,besagt‘, dass GOTT ,unvergleichlich‘ ist, wenn <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> für GOTT steht. <span style="color:#00B000">(Der informelle Term, <span style="color:#4C58FF">— (¬x=..) —</span>, ersetzt hier, wie bei A. FUHRMANN, den formal korrekten Abstraktionsausdruck ''':''' <span style="color:#4C58FF">— λy.(¬x=y) —</span>, aus dem Lambda-Kalkül.)</span> Der Term :16: <span style="color:#4C58FF">— (x=x) ↔ W —</span> steht für die Selbstbezeichnung des GOTTES-JHWH in Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin‘''«</span>. Der GOTT der abendländischen, christlichen Tradition wird mit <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span> bezeichnet ''':''' d.i. der <span style="color:#FF6000">„GOTT der Christen“</span>, entsprechend der ,methodologischen‘ Prämisse und der ,Genese‘ des Kalküls, syntaktisch formalisiert in der Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''ist genau dann GOTT'', <span style="color:#4C58FF">,'''G'''‘</span>, ''wenn es alle Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">,'''P'''‘</span>, ''in sich schließt''«</span>, nach der Vorgabe von LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>. Mit Korollar-1 hat dieser Beweisgang dasselbe Endergebnis, wie der 1. Beweisgang. Der Beweis, dass der dezidierte Atheismus zu einem logischen Widerspruch führt, und damit falsch ist, ist ein Zwischenergebnis in diesem Beweisgang, und begründet mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, und unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung, den, von LEIBNIZ gesuchten, Möglichkeitsbeweis für die Existenz GOTTES im Argument des Erzbischofs, und bestätigt damit die Sinnhaftigkeit des GOTT-Glaubens. Einmal Axiom-1 und zweimal Axiom-2 sichern hier das Ergebnis des Kalküls ''':''' das Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es ist definitiv möglich, dass es den GOTT der Christen gibt''«</span>. Diese zwei Axiome sind die einzigen, und modal-notwendigen, d.h. die transzendentalen Voraussetzungen und Bedingungen für das Endergebnis ''':''' der Widerspruchsfreiheit und Sinnhaftigkeit des Glaubens der Christen an GOTT; <span style="color:#00B000">(dasselbe gilt natürlich auch für die <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Weltanschauung jeder monotheïstischen Religion '''!''' Dem Erzbischof ANSELM ging es damals nur um seinen Glauben an GOTT.)</span>. Die Logik-Regel <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„ex falso sequitur quotlibet, etiam verum“</big></span></span>, <span style="color:#00B000">(‚Aus Falschem folgt irgendetwas, auch Wahres‘)</span>, ist der scholastische Ausdruck für die ‚Implikation‘ <span style="color:#00B000">(Folgerung)</span> von Aussagen, die nur dann falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist, wenn das Antezedens wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, und die Konsequenz falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist. Andernfalls ist sie immer wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, auch wenn die Voraussetzung falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist ''':''' ‚Modern‘ darstellbar durch die ‚Wahrheitswertetafel‘ für die ‚materiale Implikation‘, <span style="color:#4C58FF">— ,(A → B)‘ —</span> <span style="color:#FF6000">„wenn A, dann B“</span>. Damit ist auch der <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ] </span> verstehbar; <span style="color:#00B000">(vgl. die vierte Zeile der ‚materialen Implikation‘)</span>. Der positive hypothetische Syllogismus ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ Modus ponendo ponens ] :: [ A → B, A ├ B ] </span> ist aus der ersten Zeile ablesbar. Die folgende Tabelle gibt für jeden ,Wahrheitswert‘ der Aussagen <math>A</math> und <math>B</math> das Resultat einiger zweiwertiger Verknüpfungen an ''':''' {|class="wikitable hintergrundfarbe2" style="text-align:center;" |- !colspan="2"|''Belegung''!!Konjunktion!!Disjunktion!!materiale<br /> Implikation!!Äquivalenz<br /> Bikonditional!!kopulative<br /> Konjunktion |- !<math>A</math> !<math>B</math> !<math>A</math> und <math>B</math> !<math>A</math> oder <math>B</math> !wenn <math>A</math> dann <math>B</math> !sowohl <math>A</math> als auch <math>B</math> !entweder <math>A</math> oder <math>B</math> |- !W!!W |W||W||W||W||F |- !W!!F |F||W||F||F||W |- !F!!W |F||W||W||F||W |- !F!!F |F||F||W||W||F |} <span style="color:#00B000">(Eine ‚Konjunktion‘ ist nur dann ,wahr‘, wenn beide Aussagen einer ‚Konjunktion‘ wahr sind. Eine ‚kopulative Konjunktion‘ ist nur dann ,wahr‘, wenn entweder die eine, oder die andere Aussage der ‚kopulativen Konjunktion‘ wahr ist. Es besteht also eine Wenn-Dann-Verbindung zwischen beiden Aussagen — eine ,Kopplung‘. Das ist die logische Grundlage von Axiom-1 im GÖDEL-Formalismus)</span> Um das Widersprüchliche der ,Annahme‘ nachzuweisen, dass positive Eigenschaften ,nicht konsistent‘ seien, <span style="color:#00B000">(im 1. Beweisgang)</span>, bzw. um das Falsche und Sinnwidrige der ,Annahme‘ klarzustellen, es sei ,unmöglich‘, dass es einen GOTT gibt, <span style="color:#00B000">(hier, in der Widerlegung)</span>, verwendet das GÖDEL-Kalkül den Gegensatz ''':''' wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span>, zwischen der dritten und vierten Zeile der Wahrheitswertetafel für die ,materiale Implikation‘, entsprechend der Regel <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„ex falso sequitur quotlibet, etiam verum“</big></span></span>, jeweils mit der Hilfe von Axiom-1 und Axiom-2; hier unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. Im Gegensatz dazu, wird, <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, aus dem Glauben an GOTT, mit einer <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, speziell mit Axiom-1, das Widersprüchliche in der ,Annahme‘ nachgewiesen, es gäbe in GOTT <span style="color:#FF6000">»''keine Vollkommenheit, nichts Positives, nichts Perfektes''«</span>, d.h. keine ,Transzendentalia‘. In dieser <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, im 2. Beweisgang, wird vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span> ''':''' es gibt den GOTT der Christen, <span style="color:#00B000">(als Prämisse :01:)</span>, der ,unvergleichlich‘ und ,einzigartig‘ ist, und in dem auch alle ,Transzendentalia‘ <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ,eins‘ sind, entsprechend Axiom-2. Für KANT kann ein Widerspruch nur in den Prädikaten eines Satzes entstehen. ::<span style="color:#FF6000">»</span> ''Wenn ich das Prädicat in einem identischen Urtheile aufhebe'', <span style="color:#00B000">[ durch eine Negation ]</span>, ''und behalte das Subject, so entspringt ein Widerspruch''. <span style="color:#00B000">[ Wenn ich sage ''':''' ,''GOTT ist nicht allmächtig''‘, entsteht ein Widerspruch zur richtigen Aussage ''':''' ,''GOTT ist allmächtig''‘. ]</span> … ''Wenn ihr aber sagt ''':''' ,GOTT ist nicht‘, so ist weder die Allmacht, noch irgendein anderes seiner Prädicate gegeben; denn sie sind alle zusammt dem Subjecte aufgehoben'', <span style="color:#00B000">[ negiert ]</span>, ''und es zeigt sich in diesem Gedanken nicht der mindeste Widerspruch.'' <span style="color:#FF6000">«</span><ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 398f; https://www.korpora.org/kant/aa03/398.html</ref> Es ist richtig, wie KANT sagt, der Widerspruch entsteht nicht in dem Gedanken ''':''' ,''GOTT ist nicht''‘. GÖDEL zeigt daher, dass der Widerspruch erst dann entsteht, wenn von der Annahme ausgegangen wird ''':''' '',Es ist unmöglich, dass GOTT ist''‘. Daraus folgt dann ,regulär‘, mit Hilfe von Axiom-1 und Axiom-2, <span style="color:#00B000">(d.h. mit den Theoremen von den Transzendentalien)</span>, die logische ,Möglichkeit‘ GOTTES, unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. Wie LEIBNIZ klar erkannt hat, muss zuerst, aus dem Widerspruch des Gegenteils, die logische ,Möglichkeit‘, <span style="color:#00B000">(die Konsistenz)</span>, der Existenz GOTTES bewiesen werden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, bevor daraus die reale ,Notwendigkeit‘ eines GOTTES abgeleitet werden kann ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>. Dieser Sachverhalt ist jedoch das ausschließliche Spezifikum GOTTES, <span style="color:#00B000">(das <span style="color:#FF6000">»''Privilegium der Gottheit allein''«</span>)</span>, und gilt nur bei GOTT, als dem Unvergleichlichen und Einzigartigen. Dieses ,Spezifikum‘ wird im Theorem ANSELMS abgebildet ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, auf Grund von Axiom-2, das den inneren Zusammenhang, die Koinzidenz auch von ,Möglichkeit‘ und ,Notwendigkeit‘ im Unendlichen, GOTT, erkennen lässt. Bis Zeile 10, im 3. Beweisgang, reicht der Geltungsbereich der ,modal‘-frei gewählten Kalkül-Prämisse :01:, der ,methodologische‘ GOTT-Glaube. In Zeile 11 liegt der ,Schwerpunkt‘ des ontologischen Beweises dann am, — modal als notwendig — ,bewiesenen‘ Widerspruch des Gegenteils zum GOTT-Glauben, <span style="color:#00B000"> (formal-syntaktisch dargestellt als widerspruchfreies Antezedens, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, dem Korollar-1 aus dem 1. Beweisgang)</span>, und nicht mehr am ,angenommenen‘ GOTT-Glauben der Kalkül-Voraussetzung, <span style="color:#00B000">(nun dargestellt als Konsequenz <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> im Theorem ANSELMS)</span>. Damit hat er, — angeregt durch LEIBNIZ, und mit ihm —, die fast einhellig akzeptierte Fehldeutung des ontologisch-<span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Arguments ANSELMS für GOTT durch gewichtige philosophische, <span style="color:#00B000">(KANT<ref>GOTT ist absolut einzigartig und unvergleichlich. KANT macht GOTT jedoch zu einem ,Ding‘ unter den vielen ,Dingen‘ dieser Welt, indem er die Existenz, bzw. das ,Sein‘ GOTTES mit dem ,Sein der Dinge‘ gleich setzt. Eine solche Gleichsetzung ist bei GOTT unangebracht und daher unzulässig! Er verkennt damit die Einzigartigkeit und Besonderheit GOTTES. Das ,Sein‘ der Dinge ist — nach KANT — ,kein reales Prädikat’, d.h. Existenz ist keine Eigenschaft. In GOTT ist ,Sein‘ hingegen ein ,reales Prädikat‘, d.h. Existieren ist die Wesenseigenschaft GOTTES, denn GOTT ist der, der für uns — aus Liebe — immer schon ,da‘ ist, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das ist das, was GOTT für uns ausmacht — sein Wesen.</ref>)</span>, und <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span>, <span style="color:#00B000">(THOMAS<ref>GOTT ist absolut einzigartig und unvergleichlich. THOMAS unterscheidet die ,Natur GOTTES‘ nicht von der ,Natur der Dinge‘, indem er die ,Natur‘ des GOTTES ANSELMS irrtümlich mit der ,Natur‘ der Dinge gleich setzt. Damit reiht er GOTT unter die vielen Dinge unserer Welt ein: GOTT ,esse in rerum natura‘, d.h. wörtlich, dass der GOTT ANSELMS in der ,Natur‘ der Dinge existiert. Eine solche Gleichsetzung ist bei GOTT unangebracht und daher unzulässig! Die ,zeitlose-überzeitliche‘ Wirklichkeit, (Natur), GOTTES ist völlig verschieden und unabhängig von der zufälligen Wirklichkeit, (die ,Natur‘), unserer ,raum-zeitlichen‘ Welt. Daher ist sie mit dieser auch nicht vergleichbar.</ref>)</span>, Autoritäten zurechtgerückt, welche die Einzigartigkeit und Unvergleichlichkeit des Unendlichen, GOTT, bei ihrer Beurteilung des Theorem ANSELMS nicht berücksichtigt haben, sondern den Unendlichen, <span style="color:#00B000">(irrtümlich)</span>, unter die endlichen Dinge unserer Welt eingereiht haben. GÖDEL hat mit dem bewiesenen Widerspruch des Gegenteils zum GOTT-Glauben, den Beweis für die <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> des Theorem ANSELMS geliefert, was, nach LEIBNIZ, für die Akzeptanz dieses Theorems noch gefehlt hat. Das Theorem ANSELMS besagt universell ''':''' Die <span style="color:#FF6000">»''theologische Weltanschauung''«</span> der Juden, Christen und Muslime, die ,annehmen‘, dass es mit ,Notwendigkeit‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□'''‘ —</span> <span style="color:#00B000">(nur)</span> einen GOTT gibt, ist logisch richtig und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, weil es <u>ohne Widerspruch</u> ,denkbar‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇'''‘ —</span> ist, dass es GOTT gibt ''':''' Nicht mehr und nicht weniger, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>. Es geht hier bei GÖDEL nicht um Theoriefindung oder ähnliches. GÖDEL ist kein Theoretiker. GÖDEL ist Logiker und Mathematiker. Was er sagt, ist mathematisch wahr und logisch richtig. Wenn er sagt, dass die Aussage ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ — »''wahr''«</span> ist ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es ist möglich, dass es Gott gibt, wegen Axiom-2 (und Axiom-1)''«</span>, dann spricht er hier von der mathematischen Wahrheit. Logischerweise ist dann die konträre Aussage ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ — »''falsch''«</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es ist nicht möglich, dass es einen Gott gibt''«</span>, und zwar mathematisch falsch, weil sich aus dieser Aussage ein Widerspruch ergibt. Jeder, der die mathematische Logik GÖDELS lesen kann, kann das sehen und verstehen ''':''' Das Zwischenergebnis, <span style="color:#00B000">(Term :20:)</span>, in dieser Kalkül-Ableitung, die logische Konsequenz aus der Annahme des dezidierten Atheismus, es sei unmöglich, dass es GOTT gibt, ist der faktische, nachprüfbare, und für jeden Menschen sichtbare Beweis dafür, dass diese Annahme in einen Widerspruch mündet, und damit falsch und unlogisch ist. Das bedeutet, es ist eine Tatsache, bzw. es ist Faktum, dass der Atheismus, — mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span> —, wirklich falsch und unlogisch ist, und daher als ,Unsinn‘ bezeichnet werden darf '''!''' Das ist nicht bloß als eine Theoriefindung, oder als eine Interpretation eines Autors zu verstehen. Das ist vielmehr genau so wahr und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, wie, dass zwei mal zwei vier ergibt, und wirklich genau so logisch richtig, wie, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Das ist gerade das Überraschende und Unerwartete am Gödel-Kalkül. Es geht hier nicht mehr um Theoriefindung oder Interpretationen, denen man zustimmen kann oder nicht. Es geht hier <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span> um mathematisch-logische Fakten. Damit steht GÖDEL in seiner Bedeutung neben KOPERNIKUS. ---- Kurt GÖDEL ist schon deswegen ein Ausnahmelogiker. ---- ===<div class="center"><span style="color:#660066">Epilog für Skeptiker</span></div>=== Wenn man das GÖDEL Argument genau liest, dann ist nur die Annahme ''':''' <span style="color:#FF6000"> „es ist möglich, dass es GOTT gibt“</span> bewiesen, weil aus der Annahme ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist unmöglich, dass es GOTT gibt“</span> ein logischer Widerspruch ableitbar ist. Die Aussage ''':''' <span style="color:#FF6000">„es gibt GOTT“</span> ist dagegen schon eine Glaubensaussage, und damit ist das auch die ,Grundannahme‘ eines gläubigen Menschen, der dann aus der ,bewiesenen Möglichkeit‘, dass es Gott gibt, ableiten kann ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es gibt GOTT wirklich''«</span>, wenn er will ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es stimmt also, was ich glaube '''!''''' «</span> Das ist das Argument ANSELMS, der ein christlicher Amtsträger war, und der daher von dieser Grundannahme auch ausgeht. Solange in den Voraussetzungen des Möglichkeitsbeweises im Gödel-Kalkül kein Widerspruch nachweisbar ist, und solange in der logischen Durchführung keine schweren Mängel festgestellt werden können, ist das Ergebnis des Möglichkeitsbeweises, wie GÖDEL ihn durchgeführt hat, korrekt, und die Folgerungen daraus, logisch richtig, dass es sich hier um <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> handelt, <span style="color:#00B000">(z. B. wie 2 x 2 = 4)</span>. Aber niemand ist gezwungen, aus der Möglichkeit, dass es GOTT gibt, daraus zu schließen, dass es GOTT auch mit Notwendigkeit gibt, wie das im Argument ANSELMS geschieht, außer, er akzeptiert auch die Grundannahme, dass es den Unendlichen und Unvergleichlichen tatsächlich gibt. Dann kann er mit LEIBNIZ, der selbst an GOTT geglaubt hat, mit Bestimmtheit sagen ''':''' <span style="color:#FF6000">»''gesetzt, dass GOTT möglich ist, so ist er, was das Privilegium der Gottheit allein ist''«</span>, weil GÖDEL mit seinem Kalkül den noch ausstehenden Beweis der Widerspruchsfreiheit dafür geliefert hat. Wenn Du den 3. Beweisgang des GÖDEL-Kalküls genauer anschaust, dann siehst Du, dass der Konsequenz-Teil im Argument ANSELMS, der identisch ist mit dem Term in der Zeile 10, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, immer noch formallogisch abhängig ist von der methodologischen Glaubens-Prämisse, Term :01:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„das x steht für den Gott der Christen“</span>, was bis zur Zeile 10 offensichtlich korrekt ist. <span style="color:#00B000">(Man könnte nach dieser Zeile, ohne Weiteres, ,regulär‘ die <span style="color:#FF6000">„logische Implikation”</span> :: <span style="color:#4C58FF">[├ A ├ B ╞ A→B ]</span> mit Term :01: und Term :10: als ein mögliches Korollar bilden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→□∃xGx'''‘ — </span>)</span>. Das bedeutet, der Konsequenz-Teil im Theorem ANSELMS, der in diesem Korollar an zweiter Stelle steht, ist damit in seiner Formal-Struktur offensichtlich ,regulär‘ von der Glaubens-Prämisse, Term :01:, abhängig, d.h. er ist der Ausdruck einer Glaubensüberzeugung. Im Theorem ANSELMS steht er jetzt in der Zeile 11 als Konsequenz-Teil auch an zweiter Stelle, hat aber nicht mehr seine Glaubens-Prämisse als notwendige Bedingung an erster Stelle vor sich, wie im ,regulär‘-möglichen Korollar. Jetzt steht eine neue und andere Voraussetzung als Begründung vor ihm. Der Schwerpunkt des Argument ANSELMS liegt damit am Begründungs-Teil des ANSELM-Theorems, der jetzt die erste Stelle im Theorem einnimmt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist möglich, dass es GOTT gibt“</span>, der erst dadurch entstanden ist, und davon abhängig ist, weil sein Gegenteil ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist unmöglich, dass es GOTT gibt“</span>, zu einem Widerspruch geführt hat. Dieser Begründungs-Teil, das Antezedens, im Argument ANSELMS, ist daher nicht mehr von der methodologischen Glaubens-Prämisse, Term :01:, abhängig, sondern nur vom Axiom-1, der Widerspruchsfreiheit, und von der paarweisen, mathematischen Äquivalenz beliebiger positiver Eigenschaften im Axiom-2, die im 1. Beweisgang, bzw. im Beweisgang ,Widerlegung‘, mit dem <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ]</span>, die Widerspruchsfreiheit des GOTT-Glaubens mit Notwendigkeit herbeigeführt haben. Daraus ergibt sich eine logische Verschiebung in der Argumentationskette, denn dieser Begründungs-Teil, der jetzt die Widerspruchsfreiheit für den Konsequenz-Teil liefert, ist selbst unabhängig und frei von jeder Glaubensüberzeugung. Weil widerspruchsfrei und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, muss er als logische Begründung für die Widerspruchsfreiheit des Konsequenz-Teils gelesen werden, und damit bestätigt er die Widerspruchsfreiheit der Glaubensüberzeugung eines gläubigen Menschen, <span style="color:#00B000">(was auch das Ziel ANSELMS war)</span>. Das heißt also ''':''' der Glaube dieses Menschen ist widerspruchsfrei und sinnvoll, und enthält keinen Zirkelschluss, weil sein Gegenteil, der Nicht-GOTT-Glaube, zu einem Widerspruch führt; <span style="color:#00B000">(das hat GÖDEL mit seinem Kalkül-System bewiesen, dessen Argumentationskette mit einem Computer-Programm, dem sog. ,Theorembeweiser‘, überprüft worden ist, und als <span style="color:#FF6000">»''nachweisbar korrekt''«</span> befunden wurde)</span>. Das Theorem ANSELMS beweist, nach GÖDEL, dass der Glaube an GOTT, mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span> notwendig widerspruchsfrei und sinnvoll ist, weil der Nicht-GOTT-Glaube notwendig zu einem Widerspruch führt. Das Theorem beweist jedoch nicht, dass die Existenz GOTTES notwendig sei, <span style="color:#00B000">(wie es fast immer fälschlich gelesen wurde und wird)</span>, sondern, das Theorem geht einfach davon aus, als nicht hinterfragtes Faktum, dass GOTT notwendig schon existiert, und beweist, dass diese Glaubens-Annahme widerspruchsfrei und sinnvoll, und <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar ist''«</span>. Zusammengefasst heißt das konkret ''':''' Wenn Du an GOTT glauben willst, dann kannst Du das unbedenklich tun, denn Dein Glaube ist auch logisch in der <u>bewiesenen Möglichkeit</u>, dass es GOTT geben kann, begründet, und damit widerspruchsfrei, sinnvoll und kein Zirkelschluss. Dein Glaube an GOTT beruht jedoch, nach wie vor und in erster Linie, auf Deiner freien Entscheidung für GOTT, und nicht auf dem Zwang einer ,logischen‘ Argumentation. Wenn Du nicht an GOTT glauben willst, dann <u>musst Du, und sollst Du, auch nicht deswegen</u>, weil der Atheismus zu einem Widerspruch führt, und damit falsch ist, an GOTT glauben. Denn der Glaube an GOTT muss immer eine freie und Deine ganz persönliche Entscheidung für GOTT sein und bleiben. Niemand darf zum Glauben an GOTT gezwungen werden, auch nicht mit ,logischen‘ Argumenten. Warum '''?''' Weil GOTT die Liebe ist '''!''' Und die Liebe duldet keinen Zwang '''!''' ---- ---- ;Fußnoten <references /> 5hrf96pb37o4lq1mtx7qrblrltxtxn9 1085387 1085360 2026-05-11T07:43:04Z Santiago 19191 /* Widerlegung */ Korrektur 1085387 wikitext text/x-wiki [[Kategorie: Buch]] {{Regal|ort=Philosophie}} {{Vorlage:StatusBuch|9}} ==<div class="center"><span style="color:#660066">'''Kurt GÖDEL und der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘'''</span></div>== <span style="font-family: Times;"><big><div class="center">לַמְנַצֵּ֗חַ לְדָ֫וִ֥ד אָ֘מַ֤ר נָבָ֣ל בְּ֭לִבּוֹ אֵ֣ין אֱלֹהִ֑ים הִֽשְׁחִ֗יתוּ הִֽתְעִ֥יבוּ עֲלִילָ֗ה אֵ֣ין עֹֽשֵׂה־טֽוֹב׃ (Psalm 14,1)</div></big></span> ---- ===<div class="center"><span style="color:#660066">Vorwort</span></div>=== Zur Orientierung ''':''' Die Diskussion um GOTT läuft schon über zweitausend Jahren. Vor etwa tausend Jahren hat sich ein gewisser ANSELM gesagt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Ich glaube an GOTT'' … <span style="color:#00B000">(sonst wäre er sicher nicht Erzbischof von Canterbury geworden)</span> … ''aber ich möchte auch wissen und verstehen, ob das stimmt und sinnvoll ist, was ich da glaube '''!''''' «</span> Dann hat er seine Überlegungen dazu aufgeschrieben, und das kann man in seinen Schriften auch heute noch lesen. Der sehr geschätzte deutsche Professor und Philosoph aus Königsberg, Immanuel KANT, hat das, was ANSELM da aufgeschrieben hat, gelesen, <span style="color:#00B000">(vermittelt durch CARTESIUS)</span>, und das dann den <span style="color:#FF6000">„ontologischen Gottesbeweis“</span> genannt, <span style="color:#00B000">(obwohl es in Wirklichkeit gar kein Gottesbeweis ist; genauer ''':''' es ist kein Beweis für die Existenz GOTTES)</span>, und dieser große KANT hat dann großartig bewiesen, das, was ANSELM da aufgeschrieben hat, sei falsch. Es sei <span style="color:#FF6000">„ja gar kein“</span> Gottesbeweis '''!''' <span style="color:#00B000">( Naja, was denn sonst '''?''' )</span> Wobei er den Fehler gemacht hat, dass er den, an sich, unvergleichbaren GOTT mit hundert Talern in seinem Vermögenszustande verglichen hat. <span style="color:#00B000">(Das ist aber eine andere Geschichte.)</span> Hundert Taler und GOTT haben ,an sich‘ nichts gemeinsam, außer, wenn KANT ,wirklich‘ hundert Taler hat, und GOTT auch ,wirklich‘ existiert, <span style="color:#00B000">(wie ANSELM und gläubige Menschen glauben)</span>, dann gibt es GOTT und die Taler eben ,wirklich‘. Aber damit ist man nicht schlauer geworden. Seit KANT läuft die ganze Diskussion um GOTT immer nur als Diskussion um den <span style="color:#00B000">(von KANT)</span> so genannten <span style="color:#FF6000">„ontologischen, <span style="color:#00B000">(kosmologischen, teleologischen etc.)</span> Gottesbeweis“</span> — obwohl es niemals einen Beweis für die Existenz GOTTES geben kann und niemals geben wird. <span style="color:#00B000">(Das haben Wissenschaftler jeder Richtung und Philosophen aller Weltanschauungen uns immer wieder nachdrücklich versucht zu sagen, weil keiner dieser sog. Beweise für die Existenz eines GOTTES stringent ist.)</span> Beweisen kann man die Existenz von Naturgesetzen. Die sind unveränderlich und fix, immer und überall. Jeder vernünftige Mensch muss sie akzeptieren. Man kann darüber nicht diskutieren und sie dann mit Mehrheitenbeschlüsse verändern. Wenn GOTT ebenso bewiesen werden könnte, dann wäre jeder vernünftige Mensch gezwungen, die Existenz GOTTES wie ein Naturgesetz anzunehmen. Gott ist aber kein Naturgesetz. GOTT ist <span style="color:#FF6000">„Person“</span>, — für Christgläubige ''':''' <span style="color:#FF6000">„ein GOTT in drei Personen“</span>. Und GOTT ist <span style="color:#FF6000">„Geist“</span>. Das besagt, dass GOTT nicht mit materiellen Dingen aus unserer Welt verglichen werden darf; <span style="color:#00B000">(was sowohl THOMAS von Aquin als auch Immanuel KANT doch getan haben)</span>. Und ganz wesentlich ''':''' der Zugang zu GOTT läuft nicht über den Beweis, sondern immer nur über den Glauben. Wer an GOTT glauben will, dem antwortet GOTT auf seine Weise — nämlich <span style="color:#FF6000">„geistig“</span> bzw. <span style="color:#FF6000">„geistlich“</span>. Wer nicht an GOTT glauben will, dessen Entscheidung respektiert GOTT, und drängt sich nicht auf. Glaube ist immer eine freie Entscheidung des Menschen für GOTT. Niemand darf gezwungen werden. Wenn es einen Beweis für GOTT gäbe, wäre jeder vernünftige Mensch gezwungen, an GOTT zu glauben. Und das widerspricht ganz entschieden der Freiheit des Glaubens. Daher gibt es nie und nimmermehr einen Existenzbeweis für GOTT '''!!!''' ... Daher darf man das Kalkül des Logiker GÖDEL, <span style="color:#00B000">(und damit auch das Theorem ANSELMS)</span>, nicht als einen Existenzbeweis für GOTT lesen. Sowohl ANSELM als auch GÖDEL setzen die Existenz GOTTES notwendig als gegeben voraus. Das GÖDEL-System, und auch das Theorem ANSELMS, sind bloß die logische Bestätigung der Widerspruchsfreiheit der Glaubensüberzeugung eines Menschen, der sich schon entschieden hat, an GOTT zu glauben; und nicht der Grund für seine Entscheidung. Alle sogenannten ,Gottesbeweise‘, sind in Wirklichkeit nichts anderes, als nachträgliche Evaluierungen eines GOTT-Glaubens, bzw. ,Wege‘, <span style="color:#00B000">(bei THOMAS von Aquin)</span>, die aufzeigen, dass der GOTT-Glaube widerspruchsfrei, sinnvoll, und <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar ist''«</span>, wie GÖDEL sagt. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Einleitung</span></div>=== Eine Studie zum GÖDEL-Kalkül. Der Logiker Kurt GÖDEL <span style="color:#00B000">(1906-1978)</span> hat mit diesem Kalkül eine moderne Rekonstruktion des, <span style="color:#00B000">(von KANT)</span>, so genannten ‚ontologischen Gottesbeweises‘ nach ANSELM von Canterbury auf modal-logischer Basis vorgelegt. Damit hat er die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> auf eine ‚vernünftige Basis‘ gestellt, d.h. sie soll für jeden Menschen nachvollziehbar sein, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>, wie er sagt. GÖDEL ,nimmt‘ als Logiker, angeregt durch den Philosophen und Mathematiker Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, rein theoretisch, fürs Erste, einmal ‚an‘, <span style="color:#00B000">(als Prämisse, d.i. der Term :01: im 3. Beweisgang zum Theorem ANSELMS im Anhang)</span>, dass es GOTT gibt ''':''' d.i. ein sog. ,methodologischer GOTT-Glaube‘, und untersucht die logischen Konsequenzen. Dabei zeigt sich, beim genaueren Hinsehen, dass der ‚Nicht-GOTT-Glaube‘, der ‚dezidierte‘ Atheismus, <span style="color:#00B000">(im Möglichkeitsbeweis des Kalküls)</span>, überraschender Weise, zu einem Widerspruch führt, und damit logisch ,falsch‘ ist. Jedoch, GÖDEL kann und will mit seinem Kalkül keinen ,GOTT-Glauben‘ ,erzeugen‘, d.h. das GÖDEL-Kalkül ist kein <span style="color:#FF6000">„Existenz-Beweis"</span> für den GOTT der Bibel, sondern, es setzt die Existenz eines GOTTES, einfach als gegeben, schon voraus. GÖDEL beweist aber mit seinem System, dass der traditionelle abendländische ,GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span>, <span style="color:#00B000">(d.i. die Kalkül-Prämisse, und das, daraus ,regulär‘ (├ ) abgeleitete, Theorem ANSELMS)</span>, mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span> <span style="color:#00B000">(d.h. logisch ,richtig‘)</span> ist, im Gegensatz zum ,Nicht-GOTT-Glauben‘, der davon ausgeht, dass es keinen GOTT gibt. GÖDEL beweist mit seinem System ''':''' der traditionelle GOTT-Glaube ist, — mit mathematisch-logischer Evidenz —, widerspruchfrei und wahr. <span style="color:#00B000">(Der Beweis aus dem Widerspruch des Gegenteils ist ein ,indirekter Beweis‘ und kein ,Zirkelbeweis‘ '''!''' )</span> GÖDEL blieb bis zu seinem Tod ohne ein dezidiertes religiöses Bekenntnis. <span style="color:#00B000">(Das Leben ist nicht immer ,logisch‘.)</span> Entsprechend der <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> ist GOTT der Größte, <span style="color:#FF6000">»''über dem nichts Größeres mehr gedacht werden kann''«</span>, <span style="color:#00B000">(ANSELM)</span>; bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>, <span style="color:#00B000">(LEIBNIZ)</span>, und der für uns immer schon ,da‘ ist. Das ist die methodologische Prämisse des GÖDEL-Kalküls. Davon ausgehend, zeigen seine Axiome und Definitionen, dass es zu einem Widerspruch führt, falls man ,annimmt‘, es sei nicht möglich, dass es <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> gibt. Aus dem Widerspruch des Gegenteils wird von GÖDEL, mit dem <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ]</span>, dann ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> ''':''' es ist doch möglich, dass es <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> wirklich gibt. Somit ist der Glaube an <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, — weil widerspruchsfrei —, mit den Worten GÖDELS ''':''' <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span>. Immanuel KANT <span style="color:#00B000">(1724-1804)</span> scheint diesen Fall vorausgesehen zu haben, dass versucht werden könnte, die ,Möglichkeit‘ GOTTES aus einem Widerspruch zu ,beweisen‘ ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span> <span style="color:#00B000">[ Angenommen, es gibt ]</span> ''doch einen und zwar nur diesen '''Einen''' Begriff'' <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘, so dass ]</span> ''das Nichtsein oder das Aufheben seines Gegenstandes'' <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''in ,sich selbst‘ widersprechend sei; und dieses ist der Begriff des allerrealsten Wesens. Es hat, sagt ihr, alle Realität'', <span style="color:#00B000">[ bzw. alle Vollkommenheit ]</span>, ''und ihr seid berechtigt, ein solches Wesen als ,möglich‘ anzunehmen'' ... <span style="color:#00B000">[ denn das GÖDEL-Kalkül ,beweist‘ ( ╞ ) in der ,Widerlegung‘ im Anhang, wie auch im 1. Beweisgang, aus einem Widerspruch, dass die Existenz GOTTES definitiv logisch ,möglich‘ ist. ]</span> … ''obgleich der sich nicht widersprechende'', <span style="color:#00B000">[ ,mögliche‘ ]</span>, ''Begriff'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘ ]</span>, ''noch lange nicht die'' <span style="color:#00B000">[ reale ]</span> ''Möglichkeit des Gegenstandes'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''beweiset. … Das ist eine Warnung, von der Möglichkeit der Begriffe (logische)'', <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span>, ''nicht sofort auf die Möglichkeit der Dinge (reale)'', <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, ''zu schließen''<ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 399; https://www.korpora.org/kant/aa03/399.html</ref>. <span style="color:#00B000">[ Trotz dieser Warnung, wird dieser Schluss dennoch im Theorem ANSELMS vollzogen, bzw. mit GÖDEL im 3. Beweisgang ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span> '''!''' ]</span>. <span style="color:#FF6000">«</span> Warum das <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span> ist, und inwieweit KANT sich irrt, wird in dieser Studie gezeigt. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Der Schlüsselbegriff im Kalkül</span></div>=== Der ‚Schlüsselbegriff‘ in diesem Kalkül ist <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Perfektion“, „Vollkommenheit“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>. Für diesen wichtigen Begriff gibt es aber im Kalkül selbst keine explizite Definition, sondern er wird nur durch seine Verwendung innerhalb des Kalküls indirekt ‚definiert‘. <span style="color:#00B000">(Das heißt ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''P'''‘ — </span> bezeichnet ein System von ,Eigenschaften‘, die ,positiv‘, bzw. ,vollkommen‘ | ,perfekt‘ | genannt werden, von denen im Kalkül wohl beweisbar ist, dass sie sich gegenseitig ,nicht widersprechen‘, weil sie im System als solche ,gleichwertig‘, bzw. gleich ,wahr‘ sind, jedoch ohne sie erschöpfend aufzählen zu können, oder auch nur sagen zu können, was sie alle im einzelnen bedeuten, außer, dass sie kompatibel sind.)</span> Mit der Wahl dieses Schlüsselbegriffes hat GÖDEL eine wesentliche Vorentscheidung für die Ergebnisse des Kalküls getroffen '''!''' In seinen Notizen zum ‚ontologischen Beweis‘ vom 10. Februar 1970 gibt GÖDEL, — für die nachträgliche Interpretation dieses Begriffes <span style="color:#00B000">(und auch für das Kalkül selbst)</span> —, die richtungsweisende Erklärung ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Positiv bedeutet positiv im moralisch ästhetischen Sinne...''«</span> ::Und er fügt in Klammer hinzu ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»...''(unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt). Nur dann sind die Axiome wahr''.«</span><ref>GÖDEL, Kurt, ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Ontological proof‘</big></span>'' in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Collected Works‘</big></span>'', vol. III, ed. S.FEFERMAN et al., Oxford (U.P.), 1995; 403–404.</ref> GÖDEL-Axiom-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚('''PX <small><math>{ \color{Blue} \dot\lor}</math></small> P¬X''')‘ ↔<span style="color:#00B000"> ‚('''¬PX ↔ P¬X''')‘</span> — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000"> »''Entweder die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">‚'''X'''‘</span> ''oder ihre Negation'' <span style="color:#4C58FF">‚'''¬X'''‘</span> ''ist positiv''«</span>. Hier ist der Hauptkritikpunkt, dass es Eigenschaften gibt, die ,an sich‘ weder positiv noch negativ sind. Beispiele wären ''':''' ‚rothaarig‘ oder ‚schwerwiegend‘; solche Eigenschaften können aber ,für mich‘ entweder positiv oder negativ sein, abhängig von meiner Betrachtungsweise und subjektiven Vorlieben. Diese Eigenschaften, wie ‚rothaarig‘ an sich, oder meine positiv-negativen ‚Betrachtungsweisen‘, sind jedoch der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> entnommen und treffen nicht den <span style="color:#FF6000">»''moralisch ästhetischen Sinn''«</span> von <span style="color:#FF6000">»''positiv''«</span> bei GÖDEL. Er orientierte sich an LEIBNIZ, welcher im Bezug zum ‚ontologischen Beweis‘ definiert ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ GOTTES ]</span> ''nenne ich jede einfache Eigenschaft, die sowohl positiv als auch absolut ist, oder dasjenige, was sie ausdrückt, ohne jede Begrenzung ausdrückt''.«</span><ref>Zitiert nach Thomas GAWLICK, in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Was sind und was sollen mathematische Gottesbeweise ?‘</big></span>'', Predigt vom 8.1.2012 in der Kreuzkirche zu Hannover. https://web.archive.org/web/20130524164359/http://www.idmp.uni-hannover.de/fileadmin/institut/IDMP-Studium-Mathematik/downloads/Gawlick/Predigt_Gawlick_Gottesbeweise.pdf</ref> Die Seins-Eigentümlichkeiten <span style="color:#00B000">(Daseinsmodi, Perfektionen)</span> wie ‚wahr‘, ‚gut‘, ‚edel‘ usw. entsprechen dem <span style="color:#FF6000">»''moralisch ästhetischen Sinn''«</span> von <span style="color:#FF6000">»''positiv''«</span> bei GÖDEL. Das sind Beispiele für ‚absolut‘ positive Begriffe aus der Lehre der Seinsanalogie ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‚verissimum‘, ‚optimum‘, ‚nobilissimum‘</big></span>, usw., die, an sich, ohne jede Begrenzung gelten; zu finden in der <span style="font-family: Times;"><big>‚Via quarta‘</big></span>, bei THOMAS von Aquin, über die analoge Abstufung im ‚Sein‘ der Dinge. Diese analoge ‚Abstufung‘ ist dann die faktische Begrenztheit <span style="color:#00B000">(d.h. Unvollkommenheit)</span> im <span style="color:#FF6000">»''zufälligen''«</span> ‚Sein‘ der Dinge —. Die <span style="color:#FF6000">„positiven Eigenschaften“</span> GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, wie Wahrheit, Einheit, Gutheit, <span style="color:#00B000">(von ,Güte‘)</span>, Schönheit, Adel, <span style="color:#00B000">(von ,edel‘)</span>, Gleichheit, Andersheit, Wirklichkeit, ,Sein‘ im Sinne von Etwas-sein, etc. werden <span style="color:#FF6000">„Perfektionen“</span>, oder auch <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> genannt, <span style="color:#00B000">(von lateinisch ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>transcendere</big></span>, <span style="color:#FF6000">„übersteigen“</span>)</span>. In der mittelalterlichen Scholastik sind Transzendentalien die Grundbegriffe, die allem Seienden als <span style="color:#FF6000">„Modus“</span>, <span style="color:#00B000">(d.h. ,Eigentümlichkeit‘, als allgemeine Seinsweisen)</span>, zukommen. Wegen ihrer Allgemeinheit ,übersteigen‘ sie die besonderen Seinsweisen, welche ARISTOTELES die ,Kategorien‘ nannte. Ontologisch betrachtet, werden die Transzendentalien als das allem Seienden Gemeinsame aufgefasst, da sie von allem ausgesagt werden können. Von der KI werden sie, nicht unpassend, als <span style="color:#FF6000">„ultimative Eigenschaften des Seins“</span> bezeichnet, die <span style="color:#FF6000">„jenseits der materiellen Welt existieren“</span>, <span style="color:#00B000">(da sie ,ultimativ‘ nur von GOTT, als den absolute Vollkommenen, ausgesagt werden können, die jedoch, auch von allen übrigen Seienden, abgestuft, wegen deren seinsmäßigen Unvollkommenheiten, d.h. ,analog‘, ausgesagt werden)</span>. Diese Transzendentalien sind ,inakzident‘, das heißt, sie entstehen nicht aus anderen Begriffen, sondern sind erste, unteilbare Bestimmungen des Denkens und des Seins, die allen Seienden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x'''‘ —</span>, unabhängig von ihren speziellen Eigenschaften, als ,relative‘ Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(bzw. Unvollkommenheiten)</span>, notwendig ,analogisch‘ zukommen, d.h. sie sind in allen Seienden, seinsmäßig abgestuft und abgegrenzt, ,relativ‘ zum Unendlichen ihrer selbst; und damit ,bezogen‘ auf GOTT, dem absolut Vollkommenen. In der Erkenntnisordnung wirken sie als die ersten Begriffe des menschlichen Verstehens, die eine Basis für alle weiteren wissenschaftlichen Erkenntnisse bilden. In der Seinsordnung sind die Transzendentalien ontologisch eins, gleichwertig, <span style="color:#00B000">(,mathematisch äquivalent‘)</span>, und daher konvertierbar, d.h. austauschbar, <span style="color:#00B000">(vgl. z. B. <span style="font-family: Times;"><big>,ens et verum convertuntur‘</big></span>)</span>. Damit sind sie auch von einander abhängig, was GÖDEL sowohl im Axiom-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX ∧ □∀x(Xx→Yx)→PY'''‘ —</span>, für positive Eigenschaften, als auch in der Definition-2, für die Wesenseigenschaften, syntaktisch formalisiert hat mit dem Term-Element ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x(Xx→Yx)'''‘ —</span>, weil sie sich gegenseitig, — mit ,modaler‘ Notwendigkeit —, gleichwertig ,implizieren‘, d.h. einschließen, <span style="color:#00B000">(im Axiom-2 mit der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''x'''‘ — </span>, und in der Definition-2 mit der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''y'''‘ — </span>)</span>. Man kann die Transzendentalia, <span style="color:#00B000">(wie GÖDEL)</span>, auch ,Wesenseigenschaften‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, nennen, weil sie allem Seienden ,wesentlich analog‘ zukommen. Weil Transzendentalien miteinander austauschbar sind, sind sie auch widerspruchsfrei, was GÖDEL mit Axiom-1 syntaktisch darstellt. Die Gültigkeit und Wahrheit, d.h. die mathematisch-logische Evidenz von Axiom-1 und Axiom-2, beruht auf der ontologischen Allgemeinheit und Gültigkeit der Transzendentalia, die GÖDEL mit Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span>, in sein Kalkül explizit eingeführt und ,bestimmt‘ hat. <span style="color:#00B000">(Definitionen werden formal-syntaktisch durch das Äquivalenzzeichen <span style="color:#4C58FF">,'''↔'''‘</span> angezeigt, gelesen als <span style="color:#FF6000">„...ist genau dann ... wenn...“</span>)</span> Zum Überblick ''':''' <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> sind universale, alles Seiende charakterisierende Begriffe, die über kategoriale Einteilungen hinausgehen, und sowohl in der klassischen Scholastik, als auch in der modernen Philosophie, <span style="color:#00B000">(KANT, Uwe MEIXNER<ref>vgl. die ,transzendentalen‘ Bedingungen möglicher Erkenntnisse bei KANT; und auch in der ,Axiomatischen Ontologie‘ bei Uwe MEIXNER</ref>)</span>, als Grundlage der Metaphysik und Erkenntnistheorie dienen. Sie sind die <span style="color:#FF6000">„ersten Begriffe des Seins“</span>, die jedem Ding als ,relative‘ Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(Perfektionen)</span>, inhärent sind, ,analogisch‘ abgestuft, auf einen ,ultimativen‘ Bezugspunkt ausgerichtet, und die sich im Denken, <span style="color:#00B000">(für uns als wahr)</span>, und in der moralischen Wertung, <span style="color:#00B000">(für uns als gut und edel)</span>, manifestieren, relativ zum ,ultimativen‘ Bezugspunkt ihrer selbst. Die faktische Unvollkommenheit, die sich in der notwendigen Vergänglichkeit aller Dinge zeigt, ist einem ontologischen Defekt ,geschuldet‘, der stark zeitabhängig ist, d.h. der einen Anfang und ein Ende hat. Das GÖDEL-Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>, ist immer falsch, wenn es auf etwas aus der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> angewendet wird, wie z. B. auf einen <span style="color:#FF6000">„Tsunami“</span>, dessen ‚Existenz‘ für uns nicht ‚positiv‘ ist. KANT hat schon festgestellt ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>. Das gilt für alles, was <span style="color:#FF6000">„existiert“</span>. Das Axiom-5 hat nur dann seine Gültigkeit, ist nur dann ,wahr‘, wenn <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span> <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> in eins zusammenfallen. Bei allen Dingen, die ‚da‘ sind, ist ihr ‚Da-Sein‘ ontologisch immer verschieden zu dem ‚was‘ sie sind ''':''' zu ihrem ,Was-Sein‘. In der philosophischen Tradition, seit ARISTOTELES, wird die ontologische Identität, d.i. die Koinzidenz, der innere Zusammenhang von ‚Sein‘ und ‚Wesen‘ allein nur dem <span style="color:#FF6000">„selbst ‚unbewegten‘ Erstbewegenden“</span> zugeschrieben, dem <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„prôton kinoûn akinêton“</span>, von dem ARISTOTELES etwas später sagt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''denn dies ist der Gott''«</span> und dann hinzufügt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''so sagen wir ja''«</span>; d.h. das ist eine Interpretation aus dem Glaubenskontext des ARISTOTELES. Er war ein Gott-gläubiger Grieche. Wer an GOTT glaubt, kann das nachvollziehen. GÖDEL musste dieses Axiom-5 postulieren, sonst wäre sein Kalkül nicht aufgegangen, ohne dass er deswegen schon an GOTT glauben müsste. Er hat für sein Kalkül das ontologische Theorem von der Identität von ‚Sein‘ und ‚Wesen‘ im ‚unbewegten Erstbeweger‘ benutzt. <span style="color:#00B000">(Gilt auch für Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit, das GOTT-Sein, das ‚Dasein‘ GOTTES, ist eine positive Wesenseigenschaft, eine Perfektion; d.h. ist das ‚Wesen‘ GOTTES ''':''' GOTT ist perfekt''«</span>)</span>. Die ontologische Identität von Sein und Wesen, Existenz und Essenz, wie auch die Koinzidenz von Möglichkeit und Wirklichkeit, von Ursache und Wirkung, sowie auch die ontologische Einheit von <span style="color:#00B000">(Erkenntnis-)</span>Subjekt und <span style="color:#00B000">(Erkenntnis-)</span>Objekt im <span style="color:#FF6000">»''Erkennen seiner Erkenntnis''<span style="color:#00B000">[-Tätigkeit ]</span>«<span style="color:#00B000"> | </span>„<span style="font-family: Times;"><big>νοήσεως νόησις</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„noêseôs noêsis“</span> <span style="color:#00B000"><small>(<span style="font-family: Times;"><big>,''Metaphysik''‘</big></span> XII 9, 1074b34)</small></span>, gilt nur in der <span style="color:#FF6000">„unverursachten Letztursache"</span>, auf die ARISTOTELES bei seiner Prinzipienforschung gestoßen ist. Es gibt verschiedene Versuche, die GÖDEL-Axiome durch sog. ,Modelle‘, relativ zu einfacheren ,Welten‘, zu verifizieren, um damit ihre relative Konsistenz nachzuweisen. Für GÖDEL aber <span style="color:#FF6000">»''sind die Axiome nur dann'' <span style="color:#00B000">[ in unserer ,realen‘ Welt ]</span> ''wahr'' <span style="color:#00B000">[ und annehmbar ]</span>«</span>, wenn sie <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt'' <span style="color:#00B000">[ d.h. jeder auch nur ,möglichen‘ Welt ]</span> ''sind''«</span>. Diese Bedingung verweist jede Verifikation und jede Interpretation der Axiome auf das ,Nicht-Zufällige‘, das ,Notwendige‘, ,Absolute‘, in dem die Axiome und Definitionen des GÖDEL-Kalküls erst dadurch ihren Sinn und ihre Bedeutung bekommen, wenn sie vom ,Absoluten‘ und ,Unendlichen‘ her erklärt und verstanden werden. Damit insistiert GÖDEL auf eine genuin <span style="color:#4C58FF">,theologische‘</span> Interpretation seines Kalküls, mit der <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> zum Begriff GOTT, dem absolut Unendlichen, als Verifikationskriterium. Das entspricht auch der ,methodologischen‘ Prämisse seines Kalküls. Die wichtigsten Axiome und Definitionen im GÖDEL-Kalkül sind jedoch bloße ,Annahmen‘, deren Evidenz, sowohl die ,mathematische‘ als auch die <span style="color:#4C58FF">,theologische‘</span>, erst evaluiert, d.h. ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> werden muss. Das bedeutet ''':''' die Verifikation der Axiome und Definitionen von GOTT und seinen Vollkommenheiten kann nur Kalkül-intern durch den Aufweis ihrer Widerspruchsfreiheit erfolgen, d.i. <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt''«</span>. Evaluierte und verifizierte Axiome und Definitionen sind dann die ,modal‘ notwendigen, d.h. die ,transzendentalen‘ Voraussetzungen für die Ergebnisse eines Kalküls, damit seine Theoreme und Korollare in unserer ,realen‘ Welt als logisch ,wahr‘ und damit für uns auch als ,annehmbar‘ gelten können, während die Prämissen eines Kalküls, <span style="color:#00B000">(die Argument Einführung, <span style="color:#4C58FF">— '''AE:''' —</span> )</span>, nicht notwendige und somit ,modal‘ frei gewählte ,Annahmen‘ sind. Jedoch aus diesen ,modal‘ frei gewählten, ,möglichen‘ <span style="color:#00B000">( <span style="color:#4C58FF">'''◇'''</span> )</span> Prämissen folgen mit Hilfe der ,bewiesenen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> Axiome und Definitionen die Ergebnisse mit ,modaler‘ Notwendigkeit <span style="color:#00B000">( <span style="color:#4C58FF">'''□'''</span> )</span>. Die Logik des GÖDEL-Systems ist eine ,Prädikatenlogik‘ zweiter Stufe, in der die Quantoren nicht nur Individuum-Variable, sondern auch Eigenschafts-Variable, <span style="color:#00B000">(als noch ,unbestimmte‘ Prädikate im Allgemeinen)</span>, binden können. Die formale Struktur des GÖDEL-Kalküls besteht aus fünf Axiomen und drei Definitionen, mit deren Hilfe in drei Beweisgängen drei Theoreme und mehrere Korollare aus seiner ,methodologischen‘ Prämisse ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleitet werden können, wobei die beiden ersten Beweisgänge, mit ihren Ergebnissen, den dritten vorbereiten, in dem es dann um das Theorem ANSELMS geht. Die Prämisse des GÖDEL-Kalküls ist der traditionelle ,GOTT-Glaube‘, in der Formulierung speziell nach LEIBNIZ. Ein Axiom, eine Definition, zwei Theoreme und alle Korollare im GÖDEL-Kalkül sind Aussagen über <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>. Alle fünf Axiome, eine Definition und ein Theorem, <span style="color:#00B000">(und das Korollar aus Axiom-4)</span>, sind auch Aussagen über die Eigenschaft <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“, „Perfektion“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, die in der <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> als die Wesenseigenschaft GOTTES gilt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist vollkommen''«</span> bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist das Vollkommenste der Wesen''«</span>, <span style="color:#00B000">(DESCARTES)</span>. Zwei Definitionen sind Aussagen über die allgemeinen Wesenseigenschaften aller Seienden, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, die, als notwendige Existenz, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, auch GOTT zugeordnet werden, mit der Besonderheit bei GOTT, dass sowohl alle Eigenschaften, als auch alle anderen Zuordnungen, wie Sein und Wesen, wie Ursache und Wirkung, usw., im Unendlichen, GOTT, <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> sind, d.h. in GOTT paarweise perspektivisch in ,eins‘ zusammenfallen, und die auch, wie alle Transzendentalia, konvertierbar, d.h. austauschbar sind. Diese Sachverhalte machen deutlich, dass die ,Verifikation‘ und sachgerechte ,Evaluierung‘ der GÖDEL-Axiomatik nur genuin <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> erfolgen kann. Die Evaluierung der <span style="color:#FF6000">»''mathematischen Evidenz''«</span> des GÖDEL-Systems, im Allgemeinen, muss jedoch entsprechend der Maßstäbe einer modalen Prädikatenlogik zweiter Stufe durchgeführt werden. Das GÖDEL-Kalkül unterscheidet <span style="color:#00B000">(in Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>)</span> formal-syntaktisch zwischen der Eigenschaft ,Existenz‘, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''E'''‘ —</span>, die nur GOTT zugeordnet werden kann, und dem Existenz-Operator, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''∃'''‘ —</span>, der allem Übrigen, das nicht GOTT ist, zugeordnet wird. Es gibt hier auch den formal-syntaktischen Unterschied zwischen der, <span style="color:#00B000">(von mir notierten, jedoch von GÖDEL schon intendierten und angesprochenen)</span>, speziellen ,Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF"> — <sub>not</sub> —</span>, die nur der Existenz GOTTES zugeordnet ist, und der modalen ,Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□'''‘ —</span>, die auf Verschiedenes bezogen werden kann. Diese Unterschiede sind Hinweise, dass GÖDEL in seiner Kalkül-Logik und -Syntax, die Außerordentlichkeit und Eigenständigkeit GOTTES berücksichtigt, der, als Schöpfer der Welt, prinzipiell und absolut <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt''«</span> ist, die erst durch GOTT auch das ist, was sie ist. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Genese des Kalküls</span></div>=== Wie kommt GÖDEL zu seinem Kalkül '''?''' Sein Gewährsmann war Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, <span style="color:#00B000">(1646-1716)</span>, den er sehr schätzte. Die rekonstruierbare Genese seines Kalküls findet man in LEIBNIZ ''':''' ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand‘</big></span>'', <span style="color:#00B000">(1704)</span>‚ ''<span style="font-family: Times;"><big>Viertes Buch, Kapitel X ''':''' ‚Von unserer Erkenntnis des Daseins Gottes‘</big></span>'', Seite 475f. Hier der <span style="color:#00B000">[ kommentierte ]</span> Textausschnitt zum sog. ontologischen ‚Gottesbeweis‘''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''Folgendes etwa ist der Gang seines'' <span style="color:#00B000">[ d.h. ANSELMS, Erzbischof von Canterbury; 1033-1109, ]</span> ''Beweises ''':''' GOTT ist das Größte'', <span style="color:#00B000">[ ANSELM spricht vom biblischen GOTT des Glaubens, als ''':''' <span style="color:#FF6000">»''den, über dem ,Größeres‘'' | <span style="font-family: Times;"><big>‚maius‘</big></span> | ''nicht mehr gedacht werden kann''«</span> ]</span>, ''oder, wie DESCARTES es ausdrückt ''':''' das Vollkommenste der Wesen oder auch ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit'' ''':''' <span style="color:#00B000"> [ GÖDEL ''':''' </span><span style="color:#4C58FF">‚'''P'''‘</span> <span style="color:#00B000">:= ‚Perfektion‘, ‚positive Eigenschaft‘ ]</span>, ''das alle Grade derselben in sich schließt.''<span style="color:#00B000"> [ GÖDEL-Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''ist genau dann GOTT'', <span style="color:#4C58FF">,'''G'''‘</span>, ''wenn'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''alle Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">,'''P'''‘</span>, ''in sich schließt''«</span>. Definition-1 bildet die traditionelle Vorstellung von GOTT ab. ]</span> ''Dies also ist der Begriff GOTTES.'' <span style="color:#00B000">[ Der Term <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span> steht hier für den biblischen ‚Begriff‘ <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> als ,Individuumname‘ '''!''' ]</span> ''Sehen wir nun, wie aus diesem Begriff das ‚Dasein’ folgt.''<span style="color:#00B000"> [ GÖDEL ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist notwendig aus sich ‚da‘''«</span> ''':''' Term :10: im 3. Beweisgang. ]</span> ''Es ist etwas <u>mehr</u>, ‚da‘ zu sein, als nicht ‚da‘ zu sein, oder auch das ‚Dasein‘ fügt der Größe oder der Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ GOTTES ]</span> ''einen Grad hinzu, und wie DESCARTES es ausspricht, das ‚Dasein‘ ist selbst eine Vollkommenheit.''<span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">(Diesen Ausspruch DESCARTES übernimmt GÖDEL im Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz''</span> [ alias ‚Dasein GOTTES’ ] <span style="color:#FF6000">''ist eine positive Eigenschaft''</span> [ alias Vollkommenheit ]<span style="color:#FF6000">«</span>. Dem widerspricht KANT ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein ist kein reales Prädikat“</span>. Das Axiom-5 ist daher nur dann ‚wahr‘, wenn ‚Wirklichsein‘ | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐνέργεια οὖσα</big></span>“</span> | ‚enérgeia úsa‘ | d.h. ‚Dasein‘ und ‚Wesen‘ | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span> | ‚usía‘ | — genauer ''':''' ‚Wesenseigenschaften’ —, ontologisch ,eins‘ sind, d.h. wenn <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> immer schon die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> GOTTES ist. Was nach ARISTOTELES nur im <span style="color:#FF6000">„unbewegten Erstbeweger“</span> der Fall ist; bzw. mit LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''was das Privilegium der Gottheit allein ist''«</span> '''!''' Aus der ,methodologischen‘ ,Annahme‘ im 2. Beweisgang GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''das'' <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ''steht für den GOTT der Christen''«</span>, und mit Hilfe von Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit ist eine positive Eigenschaft''«</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt''«</span>, mit Axiom-4 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX → □PX'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind notwendig aus sich, — von Natur aus —, positiv''«</span>, mit Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Zum Wesen gehören notwendig auch alle Konsequenzen aus einer Wesenseigenschaft''«</span>, und mit Axiom-1 und der Definition für GOTT, folgt nach einigen logischen Umformungen das GÖDEL-Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das'' <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ''ist genau dann der GOTT der Christen, wenn das Wesen dieses GOTTES sein eigenes Sein ist''«</span>. Dasein und Wesen sind im Unendlichen, GOTT <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ,eins‘. Mit diesem, im Kalkül <u>ohne</u> Axiom-5 ,regulär‘ (├ ) abgeleiteten Theorem, widerlegt er KANT für den individuellen Spezialfall <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span> := <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>. Nachprüfbar im Anhang ''':''' im ‚ontologischen‘ Beweis für das Basis-Theorem-2. Somit ist Axiom-5 ,wahr‘, und KANT hat sich hier, im Bezug auf GOTT, geirrt. <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> als Wissenschaft von GOTT, war für KANT nie eine ernstzunehmende Option. <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> als Wissenschaft von GOTT ist eine ziemlich ,ausgereifte‘ Disziplin. Es haben sich, durch Jahrhunderte hindurch, viele gescheite Menschen schon im Judentum, und dann auch im Christentum, und ebenfalls im Islam, darum bemüht.)</span> :: <span style="color:#FF6000">»</span>''Darum ist dieser Grad von Größe und Vollkommenheit oder auch diese Vollkommenheit, welche im ‚Dasein‘ besteht, in diesem höchsten, durchaus großen, ganz vollkommenen Wesen, denn sonst würde ihm ein Grad fehlen, was gegen seine Definition wäre. Und folglich ist dies höchste Wesen ‚da‘. Die Scholastiker, ohne selbst ihren'' <span style="font-family: Times;"><big>doctor angelicus</big></span> <span style="color:#00B000">[ := THOMAS von Aquin ]</span> ''auszunehmen, haben diesen Beweis verachtet'', <span style="color:#00B000">[ wie später auch Immanuel KANT ]</span>, ''und ihn als einen Paralogismus'' <span style="color:#00B000">[ := Fehlschluss ]</span> ''betrachtet, worin sie sehr unrecht gehabt haben; und DESCARTES, welcher die scholastische Philosophie im Kolleg der Jesuiten zu La Flèche lange genug studiert hatte, hat sehr recht gehabt, ihn wieder zu Ehren zu bringen. Es ist nicht ein Paralogismus, sondern ein unvollständiger Beweis'', <span style="color:#00B000">[ den GÖDEL vervollständigt hat ]</span>, ''der etwas voraussetzt, was man noch hätte beweisen sollen, um ihm mathematische Evidenz zu verleihen — nämlich, dass man dabei stillschweigend voraussetzt, diese Vorstellung des durchaus großen oder durchaus vollkommenen Wesens sei möglich und enthalte keinen Widerspruch'' <span style="color:#00B000">[ '''::''' <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span> '''::''' ,möglich‘, ,konsistent‘, ,denkbar‘; GÖDEL beweist im 1. Beweisgang aus Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''positive Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ die allgemeinen Transzendentalien ]</span>, ''sind widerspruchsfrei''«</span>, mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, folgt Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist möglich''«</span> ]</span>. ''Und es ist schon etwas, dass man durch diese Bemerkung beweist ''':''' gesetzt, dass GOTT ‚möglich‘ ist, so ‚ist‘ er'' <span style="color:#00B000">[ ,notwendig‘ '''::''' <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, d.h. für jede mögliche Welt auch wirklich aus sich ‚da‘ ]</span>, ''was das Privilegium der Gottheit allein ist'' ''':''' <span style="color:#00B000">[ Im 3. Beweisgang, Theorem-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' ‚ANSELMS Prinzip‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Weil GOTT widerspruchsfrei ,möglich‘ ist, darum ist auch der Glaube widerspruchsfrei, der besagt, dass GOTT aus sich ,notwendig‘ da ist''«</span>; mit Korollar-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx ∧ □∀y(Gy→x=y)'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''Es gibt notwendig nur einen einzigen GOTT''«</span>. Damit ist auch der Monotheïsmus bewiesen. ]</span> ''Man hat recht, die Möglichkeit eines jeden Wesens anzunehmen und vor allem die GOTTES, bis ein anderer das Gegenteil beweist''. <span style="color:#00B000">[ Das Gegenteil besagt, dass GOTT ,unmöglich‘ ist. Hier setzt der Möglichkeitsbeweis im GÖDEL-Kalkül an, und beweist, dass diese Aussage zu einem Widerspruch führt. ]</span> ''Somit gibt dieser metaphysische Beweis schon einen moralischen zwingenden Schluss ab, wonach wir dem gegenwärtigen Stande unserer Erkenntnisse zufolge urteilen müssen, dass GOTT ‚da‘ sei, und demgemäß handeln.'' <span style="color:#00B000">[ Aber nicht logisch zwingend '''!''' Denn die Interpretation <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> mit dem GOTT der Bibel, als ,methodologische‘ Kalkül-Prämisse, ist nicht zwingend, jedoch ,modal‘ möglich, <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span>, und im christlichen Glaubenskontext sinnvoll, was mit einer stimmigen <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation des GÖDEL-Kalküls gezeigt werden kann. Damit ist dann auch die Frage beantwortet, ob das GÖDEL-System sich plausibel als eine Theorie von GOTT und seinen Eigenschaften interpretieren lässt, bzw. als eine <span style="color:#FF6000">»''axiomatische''«</span> <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span>, wie sie André FUHRMANN apostrophiert. Das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> ist der ,Individuumname‘ für den GOTT der Bibel, — ,GOTT‘ groß geschrieben —, im monotheïstischen, christlichen Glaubenskontext, den auch LEIBNIZ teilt. Dann steht der ,Name‘ auch synonym für das ,existierende‘ Individuum, d.h. für dessen ,Existenz‘.]</span> ''Es wäre aber doch zu wünschen, dass gescheite Männer'' <span style="color:#00B000">[ sic ! ]</span> ''den Beweis mit der Strenge einer mathematischen Evidenz vollendeten'', <span style="color:#00B000">[ was GÖDEL veranlasst hat, seine Version eines ‚ontologischen Beweises’ zu kreieren, dessen <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> man heute mit Computerprogrammen<ref>siehe Fußnote 11</ref> schon nachgewiesen hat ]</span> ... <span style="color:#FF6000">«</span> Für GÖDEL war dieser Text eine intellektuelle Herausforderung, und er hat sie angenommen. Das war für GÖDEL sicher keine Glaubensangelegenheit. GOTT hat es ja auch nicht nötig, ‚bewiesen‘ zu werden. Wer <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> z. B. mit dem sog. ‚Urknall‘ gleich setzt, macht die <span style="color:#FF6000">»''zufällige Struktur der Welt''«</span> im ‚Urknall‘, <span style="color:#00B000">(pantheistisch)</span> zu einem ,Gott‘, was GÖDEL dezidiert für sein Kalkül ausgeschlossen haben wollte. Kurt GÖDEL schreibt 1961 in einem Brief, in Anlehnung an den obigen Text ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»...''ich glaube, schon heute dürfte es möglich sein, rein verstandesmäßig ''<span style="color:#00B000">[ sic '''!''' ]</span>, ''(ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen) einzusehen, dass die theologische Weltanschauung'', <span style="color:#00B000">[ dass es GOTT gibt ]</span>, ''mit allen bekannten Tatsachen'', <span style="color:#00B000">[ z. B. mit den Maßstäben einer modernen Logik ]</span>, ''durchaus vereinbar ist. Das hat schon vor 250 Jahren der berühmte Philosoph und Mathematiker LEIBNIZ versucht''.«</span><ref>Zitiert nach SCHIMANOVICH-GALIDESCU, M.-E., ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Princeton–Wien 1946–1966. Briefe an die Mutter</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kurt Gödel – Leben und Werk</big></span>''‘, ed. B.BULDT et al., Wien (HÖLDER–PICHLER–TEMSKY), 2001, Bd. 1.</ref> ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Interpretation des Kalküls</span></div>=== Wenn man sich das GÖDEL-Kalkül ansieht, wie es heute formalisiert vorliegt, stellt sich die Frage ''':''' <span style="color:#FF6000">„Lässt sich dieses System plausibel als eine Theorie von GOTT <span style="color:#00B000">(als eine ‚Rede von GOTT’ := <span style="color:#4C58FF">,Theologie’</span>)</span> und seiner Eigenschaften verstehen '''?''' “ — „Ist hier eine genuin <span style="color:#4C58FF">,theologische’</span> Interpretation möglich '''?''' “</span> Seine Herkunft aus der intellektuellen Auseinandersetzung des Logikers GÖDEL mit dem GOTT-gläubigen Philosophen LEIBNIZ und dem christlichen Theologen und Erzbischof ANSELM rechtfertigt diese Frage. Die <span style="color:#FF6000">„mathematische Evidenz“</span> des GÖDEL-Formalismus, <span style="color:#00B000">(im Anhang nachgestellt)</span>, ist allgemein anerkannt, <span style="color:#00B000">(Vorbehalte dagegen gibt es nur bei der Interpretation seiner Syntax, d.h. ob die Axiome, wie GÖDEL sie konzipiert hat, auch in unserer realen Welt ,wahr’ und ,annehmbar’ sind)</span>. Die <span style="color:#FF6000">„theologische Evidenz“</span> des GÖDEL-Systems wird durch eine ,Verankerung’ der Axiome und Definitionen in den <span style="color:#4C58FF">,theologisch’</span>-philosophischen Diskurs über GOTT evaluiert, der schon seit zweieinhalbtausend Jahren läuft. In diesen zweieinhalbtausend Jahren hat sich, — gegen ARISTOTELES und die antike Philosophie —, die Erkenntnis durchgesetzt, dass GOTT <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen''«</span> Raum-Zeit-Struktur unserer vergänglichen Welt ist. In meiner Darstellung des GÖDEL-Kalküls folge ich, <span style="color:#00B000">(im Unterschied zum Autographen GÖDELS, vom 10. Feb 1970)</span>, in der Axiom-Nummerierung, in der Syntax, und in der Beweis-Struktur, der Arbeit von André FUHRMANN ''':''' ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Existenz und Notwendigkeit. Kurt Gödels axiomatische Theologie‘</big></span>'' in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Logik in der Philosophie‘</big></span>'' Hg. SCHROEDER-HEISTER, SPOHN und OLSSON, 2005, Synchron, Heidelberg, Seite 349–374. <span style="color:#00B000">(Die tiefer gestellte Notation der spezifischen ,Eigenschaft‘ einer Eigenschaft ist meine Ergänzung zur formalen Syntax, z. B. ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, angeregt durch die indizierende Schreibweise GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ,'''G''' Ess. '''x'''’ —</span>.)</span> Die Erkenntnisse zur Straffung und Präzisierung der GÖDEL-Syntax, <span style="color:#00B000">(besonders im Möglichkeitsbeweis)</span>, stammen aus der Arbeit von Günther J. WIRSCHING ''':''' ,''<span style="font-family: Times;"><big>Der Gödelsche Gottesbeweis</big></span>''‘, im Web <ref>https://edoc.ku.de/id/eprint/10243/1/OntBw.pdf</ref>. <span style="color:#00B000">(Auch der Hinweis auf AVICENNA kommt von WIRSCHING.)</span> Die Zitate von THOMAS von Aquin´s Stellungnahme zum Theorem ANSELMS, und von Georg Wilhelm Friedrich HEGEL zur Immanuel KANTS Ablehnung des Theorem ANSELMS, befinden sich in Franz SCHUPP, ,<span style="font-family: Times;"><big>''Geschichte der Philosophie im Überblick''</big></span>‘, Band 2 ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Christliche Antike, Mittelalter''</big></span>‘, Hamburg 2003, Seite 168 und Seite 170. Meines Erachtens ist der entscheidende Ansatzpunkt einer <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation das GÖDEL-Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>. ‚Frei‘ nach KANT ‚formuliere‘ ich ‚kurz‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>. Hier die Positionen KANTS zum Thema ‚Existenz‘ und ‚Eigenschaften‘ ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''… unbeschadet der wirklichen Existenz äußerer Dinge'' <span style="color:#00B000">[ kann man ]</span> ''von einer Menge ihrer Prädikate'', <span style="color:#00B000">[ d.h. Eigenschaften ],</span> ''sagen'' … ''':''' ''sie gehöreten nicht zu diesen ‚Dingen an sich selbst‘, sondern nur zu ihren Erscheinungen, und hätten außer unserer Vorstellung'' <span style="color:#00B000">[ ihrer, als ,wirklich‘ gedachten Erscheinung ]</span> ''keine eigene Existenz, … weil ich finde, dass … '''alle Eigenschaften, die die Anschauung eines Körpers ausmachen''', bloß zu seiner Erscheinung gehören; denn die Existenz des Dinges, was erscheint, wird dadurch nicht … aufgehoben, sondern nur gezeigt, dass wir es'', <span style="color:#00B000">[ das Ding ]</span>, ''wie es ‚an sich selbst‘ sei'', <span style="color:#00B000">[ d.h. existiert ]</span>, ''durch Sinne gar nicht erkennen können''.<span style="color:#FF6000">«</span><ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können</big></span>''‘, Seite 289; https://www.korpora.org/kant/aa04/289.html</ref> <span style="color:#00B000"><small>(Hervorhebung durch KANT.)</small> [ Seine Prädikate, d.h. Eigenschaften, jedoch können wir mit unseren Sinnen ,anschauen‘, aber nur in Kombination mit unserer Vorstellung ihrer, als ,wirklich‘ gedachten Erscheinung, vermittelt durch den sog. ,transzendentalen Schematismus‘ unserer Einbildungskraft ''':'''</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Eine verborgene Kunst in den Tiefen der menschlichen Seele''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">jedoch auch eines der ,dunkelsten‘ Kapitel in der K.d.r.V., bedingt durch KANTS Konzept von ,Wirklichkeit‘, bzw. ,Sein‘. ]</span> Mit anderen Worten, man kann die ‚Existenz‘, bzw. das ‚Sein‘ der Dinge, <span style="color:#00B000">(das ‚Ding an sich’ bei KANT)</span>, nicht unter dem Mikroskop finden. Die ‚Existenz‘ bzw. das ‚Sein‘ ist keine sinnlich registrierbare ‚Eigenschaft‘ z. B. des rekonstruierten ‚Stadt-Schlosses‘ in Berlin. <span style="color:#00B000">(‚Sein‘ ist kein reales ‚Prädikat‘.)</span> Dafür haben wir andere Fähigkeiten ''':''' Ich kann seine ‚Existenz‘ mit meinem Verstand einsehen, weil auch ich selbst ‚existiere‘. Seine ‚Ansicht‘, wie ‚gefällig‘ es ist, und auch weitere ‚Eigenschaften‘, die mir auffallen, kann ich mit einem Handy-Foto dokumentieren. Diese ‚Eigenschaften‘ sind nicht die Ursache, dass das ‚Berliner Schloss‘ existiert. Wohl aber die Rekonstruktion dieses Schlosses ist die ‚Ursache‘, dass es ,existiert‘, und jetzt so aussieht. Insofern ist ‚Existenz‘ keine ‚Eigenschaft‘, sondern die ‚Existenz‘ des Dinges ist die Voraussetzung, der ‚Grund‘, dass ich die ‚Eigenschaften‘ des Dinges mit meinen Sinnen feststellen kann. In einer Auseinandersetzung mit CARTESIUS schreibt KANT, philosophisch ‚tiefgründig‘ und logisch ‚exakt‘, über dessen <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„Cogito, ergo sum“</big></span></span> ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''Das ‚Ich denke‘ ist ein empirischer Satz, und hält den Satz ‚Ich existiere‘ in sich. Ich kann aber nicht sagen ''':''' ‚Alles, was denkt, existiert‘; denn da würde die Eigenschaft des Denkens'', <span style="color:#00B000">[ eine essentielle Eigenschaft ]</span>, ''alle Wesen, die sie besitzen, zu notwendigen'' <span style="color:#00B000">[ d.h. notwendig existierenden ]</span> ''Wesen machen''. <span style="color:#00B000">[ Was allein nur von GOTT ausgesagt werden kann; mit AVICENNA, als anerkannter ARISTOTELES-Kommentator ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist das einzige Sein, bei dem Essenz'' <span style="color:#00B000">[ ‚Wesenseigenschaften‘ ]</span> ''und Existenz'' <span style="color:#00B000">[ ‚Dasein‘ ]</span> ''nicht zu trennen sind und das daher notwendig an sich da ist''«, <span style="color:#00B000">— konform mit GÖDEL ''':'''</span> »''notwendige Existenz ist eine positive'' <span style="color:#00B000">[ essentielle ]</span> ''Eigenschaft''«</span> ].</span> ''Daher kann meine Existenz auch nicht aus dem Satz, ‚Ich denke‘, als'' <span style="color:#00B000">[ logisch ]</span> ''gefolgert angesehen werden, wie CARTESIUS dafür hielt (weil sonst der Obersatz : ‚Alles, was denkt, existiert‘, vorausgehen müsste), sondern ist mit ihm identisch.'' <span style="color:#00B000">[ Eine einfache Schlussfolgerung ''':''' meine ‚Existenz‘ ist auch nicht von meiner ‚Eigenschaft‘ Denken ‚verursacht‘. ,Existenz‘ ist nicht bloß ein ,Gedanke‘ von mir. ]</span><span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">(Aus der Anmerkung 41 zu den ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Paralogismen der reinen Vernunft</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 275,<ref>https://korpora.org/kant/aa03/275.html</ref> mit meinem Einschub des AVICENNA-Zitat aus Wikipedia.<ref>{{w|Avicenna#Metaphysik}}</ref>)</span> Mit anderen Worten ''':''' <span style="color:#FF6000">„Die Eigenschaft, dass ich denken kann, ist nicht die Ursache meiner ‚Existenz‘“</span>, sondern, <span style="color:#FF6000">„Die Liebe meiner Eltern und ihre Entscheidung füreinander ist die Ursache meiner ‚Existenz‘. Daher ‚bin’ ich. Und weil ich ein Mensch ‚bin‘, kann ich denken.“</span> Auch mit diesen Anmerkungen ist leicht einsehbar, dass ‚Existenz‘ keine ‚Eigenschaft‘ ist — außer bei GOTT. In GOTT ist ‚Dasein‘ die ‚Wesenseigenschaft‘ GOTTES, d.h. ‚Dasein‘ und ‚Wesen‘ sind in GOTT untrennbar verbunden; sind <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ‚eins‘. Das ist die Einzigartigkeit im Wesen GOTTES, dass GOTT immer schon ‚da‘ ist. Die Frage nach dem ‚Wesen‘ GOTTES lautet ''':''' <span style="color:#FF6000">„Was bist du ? “</span>/<span style="color:#CC66FF">„Wer bist Du ? “</span> Antwort, Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin-Da‘'' <span style="color:#00B000">[ für euch und für immer ]</span>«.</span> Weil GOTT für uns immer schon ‚da‘ ist, — <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span> —, hat GOTT es nicht nötig, ‚bewiesen‘ zu werden. <span style="color:#00B000">(In der Mathematik ist ein ‚Satz‘ erst dann ‚wahr‘ und ‚existent‘, wenn er bewiesen ist. Bei GOTT ist es jedoch nicht so ''':''' GOTTES ‚Existenz‘ ist nicht erst dann ‚wahr‘, wenn seine ‚Existenz‘ von uns ‚bewiesen‘ ist. Sein ‚Dasein‘ ist jedem unserer ‚Beweisversuche‘ immer schon voraus. Der Zugang zu GOTT ist nicht der ,Beweis‘, sondern der ,Glaube‘. Wer an GOTT glauben ,will‘, dem antwortet GOTT. Wer nicht an GOTT glauben ,will‘, dessen Entscheidung respektiert GOTT, und drängt sich nicht auf. Die Glaubens-Entscheidung hat jedoch für jeden Menschen eine existenzielle Konsequenz ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt'', <span style="color:#00B000">[ und diese Entscheidung auch im Augenblick der ,Wahrheit‘, im Tod, in der sog. ,Endentscheidung‘, nicht widerruft ]</span>, ''wird verurteilt werden''«,</span> <small>({{Bibel | Markus Evangelium |16|16|EU}})</small>. Das Urteil lautet ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''zweiter Tod ''':''' der Feuersee''«</span>, <small>({{Bibel | Offenbarung |20|14f|EU}})</small>, ohne Berufungsmöglichkeit. <span style="color:#CC66FF">»''Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn geben wird''«.</span> <small>({{Bibel | Hebräer Brief|11|6|EU}})</small>)</span> Das GÖDEL-Axiom-5 ist m.E. der entscheidende Ansatzpunkt einer stimmigen <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation der GÖDEL-Axiomatik. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Das Kalkül ist kein Existenz-Beweis für GOTT</span></div>=== Die allgemeine <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> des GÖDEL-Formalismus, d.h. seine ‚Schlusskraft‘, ist von kompetenten Leuten<ref>„GÖDELS Argumentationskette ist nachweisbar korrekt – so viel hat der Computer nach Ansicht der Wissenschaftler Christoph BENZMÜLLER und Bruno WOLTZENLOGEL-PALEO nun gezeigt;“ vgl. https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2013/fup_13_308/index.html</ref> schon festgestellt worden, <span style="color:#00B000">(im Anhang ‚nachrechenbar‘ mit den Regeln und Gesetzen einer modalen Prädikatenlogik 2. Stufe)</span>. Das GÖDEL-Kalkül ist jedoch kein ‚moderner‘<span style="color:#FF6000">„Existenz-Beweis“</span> für GOTT, wofür es gehalten oder meistens bezweifelt wird, sondern setzt, <span style="color:#00B000">(theoretisch methodisch)</span>, den <span style="color:#FF6000">„Glauben an die Existenz GOTTES“</span> schon voraus, ohne ihn zu hinterfragen. Das <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> bzw. die <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> GOTTES wird mit der Definition-1 für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, bzw. mit dem Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ — </span>, im Kalkül ‚definitorisch‘ bzw. ‚axiomatisch‘ als Kalkül-,Annahme‘ eingeführt, unter der Voraussetzung, dass die ‚Eigenschaft‘ <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ := </span><span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> und das <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span>, ontologisch ‚identisch‘, genauer ''':''' <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> sind, was GÖDEL im Axiom-5 definitiv für sein System vorschreibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>. Das <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ist faktisch äquivalent zur <span style="color:#FF6000">„notwendigen Existenz als GOTT“</span>; und <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> ist die <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft in GOTT“</span>. Beides ist nach Axiom-5 ‚identisch‘, d.h. dem ‚Sein nach‘ dasselbe, und daher konvertierbar. Beide, <span style="color:#00B000">(sowohl die Essenz, als auch die Existenz GOTTES)</span>, werden daher auch mit demselben Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> im Kalkül dargestellt. Der traditionelle, christliche ,GOTT-Glaube‘ wird zugleich mit diesem Term <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ := </span> <span style="color:#FF6000">„GOTT“ <span style="color:#00B000">|</span> „göttlich“</span>, im 2. Beweisgang, dem Basisbeweis, und im 3. Beweisgang für das Theorem ANSELMS, jeweils als ,methodologische‘ Prämisse :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> regulär <span style="color:#00B000">( ├ )</span> und explizit eingeführt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''steht für den GOTT'' <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span> ''der Christen''«</span>. Das ist die ,modal‘-frei gewählte, <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Kalkül-,Annahme‘, <span style="color:#00B000">(als ,Argument-Einführung‘ := <span style="color:#4C58FF">‚'''AE:'''‘</span> )</span>, und wird dann mit Definition-1 näher ,bestimmt‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000"> »''Das'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''steht genau dann für ‚GOTT‘'' <span style="color:#00B000">|</span> ''‚göttlich‘'', <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, ''wenn'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''alle positiven Eigenschaften, bzw. Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">‚'''PX'''‘</span>, ''hat''«</span>, entsprechend dem ‚Quelltext‘ bei LEIBNIZ. <span style="color:#00B000">(Das ,postulierte‘ Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PG'''‘ —</span>, wird standardmäßig gelesen als <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit ist eine positive Eigenschaft''«</span>, hat aber auch die alternative Leseart ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt d.h. vollkommen''«</span>, was <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> auch richtig ist; mit <span style="color:#4C58FF">‚'''P'''‘ </span> := <span style="color:#FF6000">„Perfektion“/„Vollkommenheit“</span> ist dann die Summe aller <span style="color:#FF6000">„positiven Eigenschaften“</span>.)</span> Mit Axiom-3, — in dieser <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Leseart —, ist der ‚Wenn-Satz‘ in Definition-1 ‚aufgelöst‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT hat alle positiven Eigenschaften, weil er ‚perfekt‘ ist''«</span>. In Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, wird die ,für uns‘ <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —, </span> durch die ,aus sich‘ <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span> instanziierten <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(als zu den Transzendentalia gehörig)</span>, bestimmt. Das GÖDEL-Kalkül setzt sowohl in Definition-3 als auch im Axiom-5 das Theorem des ARISTOTELES von der ontologischen ‚Identität‘, d.i. die Koinzidenz von <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span>, <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> im prinzipiell <span style="color:#FF6000">„unbewegten Erstbewegenden“</span> voraus. Ohne diese Annahme bzw. ohne Axiom-5, würde das GÖDEL-Kalkül nicht ‚funktionieren‘. Das GÖDEL-Theorem-2.1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span>, kann unter dieser Voraussetzung dann, <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> richtig und eindeutig, so gelesen werden ''':''' <span style="color:#FF6000">„Wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, als Individuum steht, dann ist GOTT-Sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(,Existenz‘)</span>, das Wesen, <span style="color:#4C58FF">—<sub>ess</sub>—, </span> <span style="color:#00B000">(,Essenz‘)</span>, GOTTES <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span>”</span><ref>vgl. z.B. THOMAS von Aquin ''':''' ,''<span style="font-family: Times;"><big>De Ente et Essentia</big></span>''’, Kapitel 5 ''':''' „Deus, cuius essentia est ipsummet suum esse“ ''':''' „GOTT, dessen Wesen sein eigenes Sein ist“.</ref>, statt der <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> unrichtigen Lesearten in der Wikipedia ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlich ist eine essentielle Eigenschaft jedes göttlichen Wesens''«</span><ref>{{w|Gottesbeweis#Kurt_Gödel|Gottesbeweis 2.1.2, Theorem 2}}; Version vom 10.09.2025</ref>, oder bei Christoph BENZMÜLLER et alia, im sog. ,Theorembeweiser‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Gottähnlich zu sein ist eine Essenz von jeder gottähnlichen Entität''«</span><ref>[https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2013/fup_13_308/index.html ‚Gödels „Gottesbeweis“ bestätigt’, Theorem 2]</ref>, mit der suggestiven Annahme, es gäbe mehrere ,göttliche Wesen‘, bzw. ,gottähnliche Entitäten‘, was der monotheïstischen, abendländischen Tradition, bzw. dem <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Theorem von der ,Unvergleichlichkeit‘ und ,Einzigartigkeit‘ GOTTES widerspricht, das im GÖDEL-Kalkül mit Korollar-3 bestätigt wird. <span style="color:#00B000">(Die Interpretation <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ :=</span> <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, als ,Individuumname‘, ist synonym zum <span style="color:#FF6000">„Dasein <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> GOTTES“</span>, und äquivalent zur ‚positiven Eigenschaft‘ <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span>, alias <span style="color:#FF6000">„göttlich zu sein“</span> = <span style="color:#FF6000">„GOTT zu sein“</span> = <span style="color:#FF6000">„GOTT-Sein“</span>; und mit dem GÖDEL-Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ :=</span> <span style="color:#FF6000">„das Wesen <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> GOTTES“</span>.)</span> <div class="center"><span style="color:#FF6000"><span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ :=</span> „'''G'''öttlichkeit“ <span style="color:#4C58FF">↔</span> „'''G'''OTT“ <span style="color:#4C58FF">↔</span> „'''G'''OTT-Sein“</span> </div> Die Rechtfertigung für diese <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Dreifach-Äquivalenz für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, im GÖDEL-Kalkül, gibt Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''die positive <u>Eigenschaft</u>'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ''Göttlichkeit'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''äquivalent zu GOTT als Individuum-Name'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''ist auch äquivalent zum Dasein GOTTES'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''gleichbedeutend mit notwendiger <u>Existenz</u>'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>'', dem <u>Sein</u> GOTTES für uns''«</span>. Hier hat GÖDEL explizit <span style="color:#FF6000">„Eigenschaft“</span> mit <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> gleichgesetzt; <span style="color:#00B000">(was jedoch nach KANT für alles, was in unserer Welt ‚existiert‘, bzw. für alles, was zur <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> gehört, wie GÖDEL selbst sagt, in jedem Fall ‚unstatthaft‘ ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein ist kein reales Prädikat“</span>)</span>. Jedoch wegen dieser ‚Gleichsetzung‘, die einzig und allein, der aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition entsprechend, singulär nur in GOTT ‚statthaft‘ ist, kann jetzt die ‚positive Eigenschaft‘ <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> <span style="color:#00B000">(ontologisch korrekt)</span> gelesen werden als <span style="color:#FF6000">„das, was GOTT zu dem macht, ‚was‘ GOTT an sich selbst ist“</span>, nämlich zu seinem <span style="color:#FF6000">„GOTT-Sein“</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span>, zu seinem <span style="color:#FF6000">„Dasein als GOTT“</span>; zur Tatsache, dass <span style="color:#FF6000">„GOTT GOTT ist“</span>, d.h. dass <span style="color:#FF6000">„GOTT als GOTT ‚da‘ ist“</span>. Das ist, <span style="color:#00B000">(und da folgt ARISTOTELES seinem Lehrer PLATO)</span>, nach traditioneller Auslegung, die übliche, ontologische Funktion des ‚Wesens‘<span style="color:#00B000"> | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span> | ‚usía‘ |</span> eines Seienden ''':''' es ‚macht‘ das Seiende zu dem, ‚was‘ es ist; es ist die ‚Ursache‘ dafür, dass das Seiende, das ‚ist‘, ‚was‘ es ist | ‚Was-Sein‘ — ‚Wesen‘. <span style="color:#00B000">(ARISTOTELES lokalisiert jedoch das ,Wesen‘ im Seienden, im Gegensatz zu PLATO, der das ,Wesen‘, — ,getrennt‘ vom Seienden —, in den allgemeinen ,Ideen‘ lokalisiert.)</span> Da aber in ‚Gott‘, <span style="color:#00B000">(dem <span style="color:#FF6000">„unbewegten, ‚unverursachten‘ Erstbeweger“</span>)</span>, Prozesshaftes, ‚Ursächliches‘ auszuschließen ist, ist die übliche prozesshafte, ‚ursächliche‘ Funktion von <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span><span style="color:#00B000"> | ‚usía‘ |</span> ,Wesen‘ im <span style="color:#FF6000">„Erstbewegenden“</span> nach ARISTOTELES, sozusagen, schon ‚zum Abschluss‘ gekommen, schon ‚verwirklicht‘, — <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐν-έργεια οὖσα</big></span>“</span><span style="color:#00B000"> | ‚en-érgeia úsa‘</span> —, schon ‚ins-Werk‘ gesetzt; <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>τὸ ἔργον</big></span>“</span> | ‚to érgon‘ | ‚das Werk‘; <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐνέργεια</big></span>“</span> | ‚enérgeia‘ | ,Wirksamkeit‘, ,Wirklichkeit‘, ,Aktualität‘, ,Energie‘; und <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὖσα</big></span>“</span> | ,úsa‘ | feminin Nominativ Singular von <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὤν</big></span>“</span> | ‚ón‘ | ‚seiend‘)</span>. Sein ,Wesen‘ ist im ,Dasein‘ vollendet, ist ,wirkliches, verwirklichendes Sein‘, ‚seiende Aktualität‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>actus purus</big></span>“</span> ''':''' sein Wesen ist ‚reine Tätigkeit‘, ,reine verwirklichende Gegenwärtigkeit‘, d.h. ,existent‘, ohne jede prozesshafte ‚Potenzialität‘. Aus der wichtigen und richtigen Erkenntnis, dass GOTT <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur unserer Welt''«</span> ist, folgt mit der ontologischen Identität von ,Dasein‘ und ,Wesen‘ in GOTT ''':''' Der zeitlos ewige GOTT ist <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich'' <span style="color:#00B000">(von Natur aus)</span> ''immer schon da''«</span>, m.a.W. ist <span style="color:#FF6000">„zeitlos-ursprungslos“</span>. Insofern ist <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span>, die im <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> d.h. in <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, schon ihr ‚Ziel‘, ihre Vollendung, — <span style="color:#FF6000">„Perfektion“</span>, Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, erreicht hat. GOTT ist <span style="color:#FF6000">»''vollkommen''«</span> und darum auch <span style="color:#FF6000">»''notwendig für uns immer schon ‚da‘''«</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ — </span>. GOTT ist in seinem ‚zeitlosen Wesen‘ <span style="color:#FF6000">„unverursacht“</span>, da er <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich'' <span style="color:#00B000">(von Natur aus)</span> ''vollkommen''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□PG'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(eine Instanz von Axiom-4)</span>. <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ist die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span>, bzw. das <span style="color:#FF6000">„Wesen GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ —</span>. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ,der‘ Vollkommenste''«</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>. Und zur absoluten <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“</span> gehört <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> auch das <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span>. <span style="color:#FF6000">„Notwendige Existenz“</span> gehört zu den ,ultimativen‘ Transzendentalia in GOTT, was GÖDEL mit Definition-3 syntaktisch formalisiert hat. Entscheidend für diese Interpretation des GÖDEL-Systems ist ''':''' nur unter der ,modal‘ notwendigen Voraussetzung der ontologischen ‚Identität‘ von <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — '''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, bzw. der ‚Gleichsetzung‘, <span style="color:#00B000">(Koinzidenz)</span>, von <span style="color:#FF6000">„notwendiger Existenz“</span> mit den ‚positiven‘ Wesenseigenschaften, der <span style="color:#FF6000">„Essenz“</span> in GOTT, Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span>, ‚funktioniert‘ die GÖDEL-Axiomatik '''!''' Diese ‚Identität‘, bzw. ,Koinzidenz‘ wird in ARISTOTELES, ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Metaphysik</big></span>''‘, Buch XII 7, in einem Indizienbeweis erbracht, der mit der Methode der philosophischen Induktion zum Ergebnis kommt ''':''' ::<span style="color:#FF6000">» … ''es muss'' <span style="color:#00B000">[ notwendig ]</span> ''etwas geben, das, ohne selbst ‚bewegt‘'' <span style="color:#00B000">[ </span>''worden''<span style="color:#00B000"> ]</span> ''zu sein'', <span style="color:#00B000">[ ‚unentstanden‘ ]</span>, ''alles Übrige wie ein Geliebtes ‚bewegt‘'' <span style="color:#00B000">[ ‚entstehen lässt‘ ]</span>«</span>, das darum ‚zugleich‘ <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>αἴδιον καί οὐσία καί ἐνέργεια οὖσα</big></span>“ <span style="color:#00B000">|</span> »<span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewig, sowohl <u>Wesen</u>'', <span style="color:#00B000">[ etwas Konkretes, Essentielles ]</span>, ''als auch seiende Wirksamkeit — '' <span style="color:#00B000">[ </span>„<span style="font-family: Times;"><big>actus purus</big></span>“, „reine Tätigkeit“<span style="color:#00B000"> ]</span> ''— verwirklichendes, wirkliches <u>Sein</u> ist'', <span style="color:#00B000">[ ein Existierendes, das alles Übrige ,zur Existenz‘ bringen kann ]</span> «</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὀρεκτόν καί νοητόν</big></span>“ <span style="color:#00B000"> | ,orektón kai noêtón‘ | </span> »''ersehnt und erkennbar ist''.«</span> <span style="color:#00B000">(''<span style="font-family: Times;"><big>vgl. ,Metaphysik</big></span>''‘ XII 7, 1072a,23 – 1072b,4)</span> Was <span style="color:#FF6000">»''alles Übrige''«</span> ,zur Existenz‘ bringen kann, bzw. ,verwirklichen‘ kann, muß auch selbst, als etwas Konkretes, Essentielles, ,existieren‘, bzw. ,wirklich sein‘. Die, daraus abgeleitete, ontologische ‚Identität‘, — ,Koinzidenz‘ —, von ‚Wesen‘ und ‚Sein‘, <span style="color:#00B000">(Ziel aller Sehnsucht und jedes Erkenntnisstrebens)</span>, <span style="color:#FF6000">»''ist das Privilegium der Gottheit allein''«</span> ''':''' mit Gottfried Wilhelm LEIBNIZ interpretiert, entsprechend einer adäquaten, aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition. Dieses induktive, ‚ontologisch‘ a-posteriori Ergebnis aus der ‚Prinzipienforschung‘ des ARISTOTELES ist die metaphysische und logische Voraussetzung, dass GÖDEL seine Axiomatik im Kalkül des sog. ‚ontologischen Gottesbeweises‘ a-priori des ANSELM von Canterbury, und nach LEIBNIZ, deduktiv korrekt formulieren konnte; <span style="color:#00B000">(vgl. 3. Beweisgang)</span>. Angenommen, die Variable <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> steht für den <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, der Christen, <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, Term :01: im 2. Beweisgang)</span>, dann ist, — auf Grund von diesem Beweisgang —, in unserer Welt ,wahr‘ und evident ''':''' die ‚positive Eigenschaft‘ <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, und das faktische <span style="color:#FF6000">»''‚Da‘-Sein'' <span style="color:#00B000">[ Existenz ]</span> ''GOTTES''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ‚benennen‘, ontologisch ident, denselben Sachverhalt ''':''' nämlich das, was wir das <span style="color:#FF6000">»''Wesen'' <span style="color:#00B000">[ Essenz ]</span> ''GOTTES''«</span>, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, nennen. <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit'', bzw. ''GOTT-‚Sein‘ ist das Wesen GOTTES''«</span>, und dann umgedreht und äquivalent ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Wesen GOTTES ist sein ‚Da‘-Sein als GOTT'', bzw. ''seine Göttlichkeit''«</span>, m.a.W. ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist wesentlich ‚grundlos‘'' <span style="color:#00B000">[ d.h. </span> ''notwendig aus sich''<span style="color:#00B000"> ]</span> ''‚da‘''«</span>. Das ist das Einzigartige im <span style="color:#FF6000">»''Wesen GOTTES''«</span> ''':''' GOTT ist, zeitlos-ewig, für uns immer schon ‚da‘, und das ‚ist‘ sein <span style="color:#FF6000">»''Wesen''«</span>; vorausgesetzt, ,angenommen‘, man glaubt an GOTT ''':''' Term :01:. <span style="color:#00B000">(Der schon von GÖDEL indizierte Term <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ — </span> ,expliziert‘ nur eine der drei Lesearten, die der Term <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''‘ — „theologisch“</span> ,impliziert‘.)</span> Theorem-2 hat somit die syntaktische Form einer Definition ''':''' <div class="center"><span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span></div> Somit kann GOTT ‚explizit‘ <span style="color:#00B000">(aus einer bewiesenen Kalkül-Definition)</span> <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> genauer ‚bestimmt‘ werden ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist gerade deswegen GOTT, weil sein überzeitlich-ewiges und an sich ‚grundloses‘'' <span style="color:#00B000">[ aber für uns notwendiges ]</span> ''Dasein'' <span style="color:#00B000">[ Existenz ]</span> ''als GOTT, ontologisch, — dem Sein nach —, identisch ist mit seinem persönlichen und für uns liebevollen Wesen'' <span style="color:#00B000">[ Essenz ]</span> ''als GOTT; diese Identität von Dasein und Wesen gilt einzig und allein nur bei GOTT.''«</span> Die philosophische Frage nach dem <span style="color:#FF6000">„Wesen GOTTES“</span> lautet, <span style="color:#00B000">(auf die Person bezogen)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„Was bist du ? “</span> Sie ist äquivalent zur <span style="color:#4C58FF">,theologisch’</span>-biblischen Frage MOSES ''':''' <span style="color:#CC66FF">„Wer bist Du ? “</span> Die bekannte Antwort des GOTTES-JHWH aus ‚Exodus 3,14‘ thematisiert das persönliche, für uns liebevolle und für immer notwendige <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‘אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֑ה‚</big></span> <span style="color:#00B000">| ‚eh'jeh asher eh'jeh‘ |</span> <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin-Da‘'', <span style="color:#00B000">[ für euch und für immer ]</span>«.</span> Mit diesem Zitat aus der Bibel ist die GÖDEL-Axiomatik, sozusagen, <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> ‚verifiziert‘. Sie hat einerseits im Theorem-2 ihren philosophischen ‚Abschluss’ erreicht, und andererseits damit formal-syntaktisch den ‚Anschluss‘ an eine allgemeine Basis-Glaubensaussage gefunden, die ‚an sich‘ für jeden CHRIST-gläubigen Menschen ‚selbstverständlich‘ ist. Was in der Metaphysik des ARISTOTELES das Ergebnis einer philosophischen ,Induktion‘ a-posteriori ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„,Dasein‘ ist das ,Wesen‘ GOTTES“</span>, — <span style="color:#00B000">(das mit Theorem-2, auch ein Ergebnis der deduktiven GÖDEL-Axiomatik a-priori ist ''':''' die Beweisgrundlage für den Konsequenz-Teil im Theorem AMSELMS)</span>, — das ist in der Bibel die Grundüberzeugung jedes Menschen, der an GOTT glaubt ''':''' GOTT ist für uns immer schon <span style="color:#FF6000">„da“</span>, weil er uns liebt. Das ist das, <span style="color:#FF6000">„was“</span> GOTT für uns als GOTT ausmacht, — sein Wesen ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Wir haben die Liebe, die GOTT zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. GOTT ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in GOTT und GOTT bleibt in ihm.''«</span>, <small>({{Bibel | 1. Johannesbrief |4|16|EU}})</small> Das eigentliche Ergebnis der GÖDEL-Axiomatik ist somit die ‚triviale‘ Erkenntnis, dass GOTT, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „grundlos“</span>, für uns immer schon ‚da‘ ist, — <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span> —, vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(‚angenommen‘)</span>, man ‚glaubt‘ an den zeitlos-ewigen GOTT. <span style="color:#00B000">(Der Glaube an die Zeitlosigkeit GOTTES ist mit der ‚Annahme‘ von Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt''«</span>, und der ‚Annahme‘ der Definition-1 für <span style="color:#4C58FF"> ‚'''Gx'''‘ := </span> den <span style="color:#FF6000">„GOTT der Christen“</span>, im Kalkül ‚implizit‘ schon eingeführt, da die Axiome und Definitionen, — nach GÖDEL —, nur dann <span style="color:#FF6000">»''wahr''«</span> sind, wenn sie <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen''</span> [ Raum-Zeit-]<span style="color:#FF6000">''Struktur''«</span> unserer Welt sind. Das ,impliziert‘ auch, dass der GOTT von Axiom-3 und Definition-1 ebenfalls <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von Raum und Zeit, d.h. zeitlos-ewig ist '''!''' )</span> Wer an den GOTT der Bibel glaubt, kann sich von der ‚Vernünftigkeit‘ seines Glaubens mit Hilfe des sog. ,ontologischen‘ Gottesbeweises nach ANSELM von Canterbury, mit Kurt GÖDEL <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span>, überzeugen. <span style="color:#00B000">(Das war auch die Absicht ANSEMS '''!''' )</span> Die Annahme, es sei ‚unmöglich‘, dass es GOTT gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(dezidierter Atheismus)</span>, führt im GÖDEL-Kalkül formal zu einem logischen Widerspruch; vgl. z. B. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Gödels Möglichkeitsbeweis</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Der Gödelsche Gottesbeweis</big></span>''‘, Seite 17, von Günther J. WIRSCHING; (https://edoc.ku.de/id/eprint/10243/1/OntBw.pdf), d.h. es ist also nicht ‚unmöglich‘, dass es GOTT gibt. Der GOTT-Glaube ist mit den Maßstäben einer modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span> und darum ,vernünftig‘. Damit steht fest ''':''' das GÖDEL-Kalkül ist kein moderner ‚Existenz-Beweis‘ für den GOTT der Bibel, sondern es setzt, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span>, ,methodologisch‘, den Glauben an die Existenz eines ewigen GOTTES voraus, der, — <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur unserer '' <span style="color:#00B000">[ vergänglichen ]</span> ''Welt''«</span> —, für uns immer schon ‚da‘ ist. Wenn aber einmal als fix ‚angenommen‘ worden ist, <span style="color:#00B000">(als Prämisse)</span>, dass es wahr ist, dass GOTT ‚existiert‘, dann ist natürlich die ‚Annahme‘, dass GOTT ‚nicht existiert‘, falsch. Aber sie ist auch ,unlogisch‘ und ,unvernünftig‘, weil die Annahme ''':''' ,''Es ist unmöglich, dass es einen GOTT gibt''‘, offensichtlich und eindeutig zu einem Widerspruch führt; was z. B. Günther J. WIRSCHING mit seiner Version des <span style="color:#00B000">(nicht umkehrbaren)</span> ‚Möglichkeitsbeweises‘ für ,GOTT‘, explizit vorexerziert hat. <span style="color:#00B000">(Siehe Anhang ''':''' GÖDELS ‚Möglichkeitsbeweis‘ als ,Widerlegung‘ eines Nicht-GOTT-Glaubens; in Entsprechung zu Psalm 14,1 und Psalm 53,2 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Der'' <span style="color:#00B000">[ ,unvernünftige‘ ]</span> ''Tor sagt in seinem Herzen ''':''' Es gibt keinen Gott. Sie handeln verderbt, handeln abscheulich; da ist keiner, der Gutes tut''«</span>. Historischer Hintergrund zu diesem Psalm-Text ''':''' Die Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch die Truppen des NEBUKADNEZAR II.)</span> Der Logiker GÖDEL hat in seinem System zum ,ontologischen Beweis‘ keine ‚formale Unentscheidbarkeit‘ <span style="color:#00B000">(Agnostizismus)</span> feststellen können, wie auf einem anderen Feld seiner Forschungsarbeiten. Das GÖDEL-Konsequenz-Teil von der ‚Notwendigkeit‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(die ‚Konsequenz’ aus dem ‚widerspruchsfreien‘ Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —,</span>)</span> im ‚Theorem ANSELMS‘, ist <span style="color:#00B000">(im 3. Beweisgang, Term :10:)</span> dann auch eine weitere Explikation des Basis-Theorems-2 des Kalküls ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, über die ‚ontologische Identität‘ vom <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, mit seinem <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> —</span>, dargestellt mit Term :9:. <span style="color:#00B000">(Die ontologische Identitat von Dasein und Wesen in GOTT, ist die, für uns, <span style="color:#FF6000">„notwendige Präsenz <span style="color:#00B000">[ das Sein, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>]</span> GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, die äquivalent, bzw. koinzident ist zur <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit <span style="color:#00B000">[ das Wesen, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>]</span> GOTTES “</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>. Diese Identität von Sein und Wesen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub> —</span>, bedeutet <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> konkret ''':''' die, für uns, notwendige Gegenwärtigkeit GOTTES, [ sein Dasein ], ist verwirklicht worden in der liebevollen [ Wesens-]Zuwendung GOTTES zu uns Menschen, in seiner Kindwerdung in Bethlehem, durch die Jungfrau MARIA ''':''' GOTTES Wesen ist ,Sein-mit-uns‘ ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''sein Name'', <span style="color:#00B000">[ sein Wesen ]</span>, ''ist IMMANUEL, das heiß übersetzt ''':''' GOTT-mit-uns''«, <small>({{Bibel | Matthäus Evangelium |1|23|EU}})</small></span>, der unsere Not-,wenden‘-wird, d.h. der uns und die Welt von der Korruption der Sünde und des Todes <span style="color:#4C58FF">,erlösen‘</span> will und wird.)</span> Die, von GÖDEL im 1. Beweisgang, als Prämissen schon vorausgesetzten und ,angenommenen‘ Perfektionen, bzw. Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(das sind die allgemeinen ,Transzendentalia‘ für alles Nicht-Göttliche in der Welt)</span>, werden im ersten Teil des 2. Beweisganges, mit Term :13: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>, dann auch als <span style="color:#FF6000">„positive Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#00B000">(als die ultimativen ,Transzendentalia‘)</span>, in GOTT ‚definitiv‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> bestätigt; <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, 2. Beweisgang, Anmerkung-2)</span>. Im 3. Beweisgang ist das Basis-Theorem-2 die ,modal‘ notwendige, bzw. transzendentale, Voraussetzung, sowohl für das <span style="color:#FF6000">„an sich notwendige Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, im Term :10:, als auch für die <span style="color:#FF6000">„für uns notwendige Existenz GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, sowohl in der Definition-3, als auch im Axiom-5; <span style="color:#00B000">(das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span> wird nur GOTT zugeordnet; vgl. auch Anhang, 3. Beweisgang, Anmerkung-4)</span>. Dieses Basis-Theorem-2 ist auch zugleich die Antwort auf die Frage nach dem ‚Ursprung‘ GOTTES ''':''' GOTT ist <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „ursprungslos“</span> ‚da‘, von <span style="color:#CC66FF">„Ewigkeit zu Ewigkeit“</span>, denn es ‚ist‘ sein <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, <span style="color:#00B000">(überzeitlich-ewig)</span> für uns immer schon ‚da‘ zu sein. Weitere ‚Einzelheiten‘ über Wesen und Eigenschaften GOTTES gehören in die Mystik, bzw. in die <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span>. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Bedeutung des Kalküls</span></div>=== <div class="center">Immanuel KANT und Kurt GÖDEL im ‚Dialog‘</div> KANT sagt ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>'''''Sein''' ist offenbar kein reales Prädikat''. ... ''Es ist bloß die'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Position'' <span style="color:#00B000">[ latinisiert, deutsch für ''':''' ,Setzung‘ ]</span> ''eines Dinges ... Nehme ich nun das Subjekt (Gott) mit allen seinen Prädikaten'' <span style="color:#00B000">[ d.h. Eigenschaften ]</span> ''(worunter auch die Allmacht gehört) zusammen, und sage ''':''' ‚'''Gott ist'''‘'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT existiert wirklich‘ ]</span>, ''oder ‚es ist ein Gott‘, so <u>setze</u> ich kein neues Prädikat'' <span style="color:#00B000">[ keine neue Eigenschaft ]</span> ''zum ‚Begriffe‘ von Gott ''':''''' <span style="color:#00B000">[ <span style="color:#0000FF; background-color:#FFFF00">‚Sein’ ist kein ‚reales Prädikat’ in GOTT</span>; ‚Existenz‘ ist in GOTT keine ‚Eigenschaft‘ ],</span> ... ''es kann daher zu dem Begriffe'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘ ]</span>, ''der bloß die'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Möglichkeit ausdrückt, darum, dass ich dessen Gegenstand'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck ''':''' er ist'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ist wirklich ]</span>'' ) <u>denke</u>, nichts weiter hinzukommen.'' <span style="color:#00B000">[ Beides ist ,bloß gedacht‘ '''!''' ]</span> ''Und so enthält das Wirkliche nichts mehr als das bloß Mögliche. Hundert ‚wirkliche‘ Taler enthalten nicht das mindeste <u>mehr</u>, als hundert ‚mögliche‘. Denn, da diese den'' <span style="color:#00B000">[ gedachten ]</span>'' ‚Begriff‘, jene aber den Gegenstand und dessen'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Position an sich selbst bedeuten, so würde, im Fall dieser'', <span style="color:#00B000">[ die 100, als ,wirklich‘ bloß gedachten Taler ]</span>, ''<u>mehr</u> enthielte als jener,'' <span style="color:#00B000">[ als ihr ‚gedachter‘ Begriff im Verstand, wie ΑNSELM von Canterbury für GOTT, als ‚wirklich‘ Existierenden, argumentierte, …''so würde'' ]</span> ''mein ‚Begriff‘'' <span style="color:#00B000">[ die 100 im Verstand ‚gedachten‘ Taler ]</span> ''nicht den ganzen Gegenstand ausdrücken, und also auch <u>nicht der angemessene Begriff</u> von ihm sein. Aber in meinem Vermögenszustande ist <u>mehr</u> bei hundert ‚wirklichen‘ Talern, als bei dem bloßen Begriffe derselben'', <span style="color:#00B000">[ als bei 100 bloß ‚gedachten‘ Talern ]</span> ... <span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000"><ref>‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 401; https://www.korpora.org/kant/aa03/401.html</ref></span>. GÖDEL würde darauf <span style="color:#00B000">(korrespondierend zur aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition von der Identität von Sein und Wesen in GOTT)</span> antworten ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>Die <span style="color:#FF6000">„100 Taler“</span> sind der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der'' <span style="color:#00B000">[ vergänglichen ]</span> ''Welt''«</span> entnommen, und sind daher nicht mit GOTT vergleichbar, der, <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer Welt, <span style="color:#FF6000">„über“</span> dieser Welt steht. Einzig und allein nur von GOTT gilt ''':''' Der mit Dingen aus unserer Welt ,nicht vergleichbare‘ GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">„existiert notwendig für uns“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, und <span style="color:#FF6000">„notwendiges Existieren, <u>Sein</u>“</span> ,ist‘ eine <span style="color:#FF6000">„positive <u>Wesen</u>seigenschaft“</span> in GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, weil GOTT aus sich <span style="color:#FF6000">„vollkommen“ <span style="color:#00B000">|</span> „perfekt“</span> ist, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#0000FF; background-color:#FFFF00">‚Sein‘ ist in GOTT ein ‚reales Prädikat‘</span>; <span style="color:#00B000">(notwendige ‚Existenz’ ist eine positive ‚Wesenseigenschaft’ in GOTT)</span>, und nur bei GOTT '''!''' Zum zeitlos-ewigen GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(als methodologische Prämisse)</span>, kann man sagen ''':''' Weil es, wegen Axiom-1 und Axiom-2, <span style="color:#FF6000">„widerspruchsfrei möglich"</span> ist, dass es ihn gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, darum ist dieser GOTT auch das ‚einzige‘ <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span>, das <span style="color:#FF6000">„notwendig aus sich“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, d.h. <span style="color:#FF6000">„grundlos“ <span style="color:#00B000">|</span> „unverursacht“</span> für uns immer schon ‚da’ ist und immer ,da’ sein wird; und zusätzlich gilt ''':''' Es gibt für jede mögliche Welt ‚nur‘ diesen einen GOTT ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx ∧ □∀y(Gy→x=y)'''‘ — </span><span style="color:#00B000">(Monotheïsmus)</span>; vorausgesetzt, man geht von der ,Existenz’ dieses GOTTES aus, wobei diese Annahme <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span> ist.<span style="color:#FF6000">«</span> Eine Beobachtung ''':''' KANT sagt, gleichsam als ,krönender‘ Abschluss seiner Widerlegung des, — von ihm so genannten —, ,ontologischen Gottesbeweises‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''Aber in meinem Vermögenszustande ist <u>mehr</u> bei hundert ‚wirklichen‘ Talern, als bei dem bloßen Begriffe derselben, (d.i. ihrer Möglichkeit).''<span style="color:#FF6000">«</span> Diese Feststellung KANTS entspricht jedoch genau der Argumentation ANSELMS ''':''' GOTT <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse et in re</big></span>“</span>, d.h. GOTT ,existiert auch in Wirklichkeit‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>quod maius est</big></span>“</span>, was <u>mehr</u> ist, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse solo in intellectu</big></span>“</span>, als nur ein bloßer Begriff ,im Verstand zu sein‘. Der ,Mehr-Wert‘ ergibt sich in beiden Fällen, sowohl bei den Talern als auch bei GOTT, aus der ,Wirklichkeit‘ ihrer Existenz, im Gegensatz zur bloßen, <span style="color:#00B000">(im Begriff gedachten)</span>, ,Möglichkeit‘ ihrer Existenz, so dass, in jedem Fall, der ,Begriff‘ im Verstand ohne Abstriche <span style="color:#FF6000">»</span>''den ganzen Gegenstand ausdrückt''<span style="color:#FF6000">«</span>, und von diesem auch <span style="color:#FF6000">»</span>''der angemessene Begriff''<span style="color:#FF6000">«</span> ist. Alles andere wäre eine ,Lüge‘. Mit dieser ,Beobachtung‘ ist das implizit ,Widersprüchliche‘ in KANTS Argumentation aufgedeckt ''':''' Das Wirkliche in KANTS Vermögenszustande enthält <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> als das bloß Mögliche, konträr zu seiner vorigen Behauptung ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''das Wirkliche''<span style="color:#FF6000">«</span> enthalte <span style="color:#FF6000">»'',nichts mehr‘</span> als das bloß Mögliche''<span style="color:#FF6000">«</span>. Diese Behauptung ist offensichtlich falsch. Das ist somit ein indirekter Beweis und damit eine Bestätigung für die analoge Argumentation ANSELMS aus dem Wiederspruch des Gegenteils, am Beispiel KANTS <span style="color:#FF6000">»</span>''Vermögenzustandes bei hundert wirklichen Talern''<span style="color:#FF6000">«</span>, in dem in Wirklichkeit <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> ist, <span style="color:#FF6000">»</span>''als bei dem bloßen Begriffe derselben''<span style="color:#FF6000">«</span>. <span style="color:#00B000">(Diese ,Beobachtung‘ ist zugleich auch das entscheidende Indiz dafür, dass das systembedingte Konzept KANTS von der ,Existenz‘, bzw. vom ,Sein‘ eines jeden Gegenstandes, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen bloße Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">d.i. als seine ,Setzung‘ bloß im- und durch den Verstand ,falsch‘ ist, — d.h. im Klartext ''':''' für KANT ist das ,Sein‘ eines Gegenstandes bloß ein ,Gedanke‘ in uns, wenn er meint, dass uns ein Gegenstand erst dann wirklich ,gegeben‘ sei, wenn wir uns den</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Gegenstand als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck : <u>er ist</u>) <u>denken</u>''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">was nur seiner System-Konzeption geschuldet sein kann. Auf Grund dieser Konzeption ist das</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Ding, wie es an sich selbst ist''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">für KANT systembedingt weder ,anschaubar‘, noch ,erkennbar‘. Diese falsche Konzeption über die ,Existenz‘, bzw. das ,Sein‘ eines Dinges, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen bloße Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">ist für KANT letztendlich auch die Beweisgrundlage und Voraussetzung für seine Ablehnung des ontologischen Argumentes für GOTT. Wenn das ,wirkliche‘ Sein eines Dinges nichts anderes ist, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen'' <span style="color:#00B000">[ bloß gedachte ]</span> ''Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">d.h. als seine ,mögliche‘ Setzung bloß im- und durch den Verstand, das ist das, als ,wirklich‘ bloß nur gedachte, Ding, dann</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''enthält''<span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">natürlich</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''das Wirkliche''<span style="color:#00B000">, [ als die bloß gedachte Existenz ],</span> ''nichts mehr als das bloß Mögliche''<span style="color:#00B000">, [ als der gedachte Begriff ]<span style="color:#FF6000">«</span>, was offensichtlich unhaltbar ist. <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] </span> ''':''' Wenn die Konsequenz einer Wenn-Dann-Folgerung ,falsch‘ ist, dann ist auch ihre Voraussetzung, das System-Konzept KANTS, ,falsch‘ ''':''' d.i. seine ,Kopernikanische Wende‘ für die Metaphysik, soweit sie sein ,Sein’-Konzept betrifft. Korrekt und ,wahr‘ ist in jedem Fall ''':''' Das Wirkliche enthält <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> als das bloß Mögliche, und die Dinge ,existieren‘ schon immer unabhängig von unserem Denken. ,Existenz‘, das ,Sein‘, ist <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span>, als bloß ein ,Gedanke‘ von uns.)</span> Somit ist die Argumentation KANTS gegen den ontologischen Beweis ANSELMS für GOTT ,falsch‘ und unhaltbar, weil sie auf der ,falschen‘ Voraussetzung beruht ''':''' die ,Existenz‘, bzw. das ,Sein‘ eines jeden ,Gegenstandes‘, — wie z. B. auch die Existenz bei GOTT —, sei bloß dessen gedachte ,Position‘ an sich selbst, d.h. bloß seine ,Setzung‘ im- und durch den Verstand. Damit ,macht‘ er GOTT außerdem zu einem ,Ding‘ unter den vielen ,Dingen‘ dieser Welt, und verkennt so, — wie vor ihm THOMAS von Aquin —, auch die Einzigartigkeit und Exklusivität GOTTES im Theorem ANSELMS. <div class="center">Die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> in der philosophischen Tradition</div> Wenn man die philosophische Tradition der <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> im Lichte der Ergebnisse der axiomatischen <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> GÖDELS liest, dann stellt sie sich am Beispiel bei ARISTOTELES, — AVICENNA, — ANSELM, und bei GÖDEL wie folgt dar ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Erstbewegende,'' (<span style="font-family: Times;"><big>,πρῶτον κινοῦν‘</big></span>), ''das, ohne selbst ‚bewegt‘ zu sein'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀκίνητον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''unverursacht, ,entstehungslos‘'' |</span> ), ''alles Übrige wie ein Geliebtes ‚bewegt‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,κινεῖ δὴ ὡς ἐρώμενον‘</big></span> <span style="color:#00B000"> | ''-verursacht, ,entstehen‘ lässt'' |</span> ), ''ist sowohl'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewiges ‚Wesen‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀΐδιον καί οὐσία‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''‚Substanz‘'' |</span> ), ''als auch'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewiges ‚wirksames, verwirklichendes Sein‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>‚ἀΐδιον καί ἐνέργεια οὖσα‘ = ‚actus purus‘</big></span><span style="color:#00B000"> | '',reine Tätigkeit‘'' |</span> ), … ''ersehnt'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ὀρεκτόν‘</big></span>), ''und erkennbar'', (<span style="font-family: Times;"><big>,νοητόν‘</big></span>), ... ''denn dies ist der ‚Gott‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,τοῦτο γὰρ ὁ θεός‘</big></span>), <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, ''der'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''Ewige'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀΐδιον‘</big></span>), — ''der Unvergleichliche'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἄριστον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''‚der Beste‘'' |</span> ), — ''der Lebendige'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ζῷον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ,''das Leben selbst‘'' |</span> ), — ... ''so sagen wir ja'', (<span style="font-family: Times;"><big>,φαμὲν δὴ‘</big></span>), — ...«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ARISTOTELES — Grieche)</span>. Der ‚Begriff’ <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, als ,Individuumname‘, ist synonym mit <span style="color:#FF6000">„göttliches ‚Da-Sein’“</span>, das sowohl <span style="color:#FF6000">„aus sich vollkommen“</span>, als auch <span style="color:#FF6000">„notwendig für uns“</span> ‚da‘ ist; <span style="color:#00B000">(das ist das, an sich, vollkommene ‚Was-Sein‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ — </span>, das zugleich, für uns, das notwendige ‚Da-Sein‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘</span> — ist)</span>; <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span>. Das ist der <u>angemessene Begriff</u> von GOTT, und gilt ‚nur‘ von GOTT. Weil GOTT <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span> ist, ist <span style="color:#FF6000">„Da-Sein“ <span style="color:#00B000">|</span> „GOTT-Sein“ <span style="color:#00B000">|</span> „Göttlichkeit“</span> das <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span>. Im Unendlichen, GOTT, sind <span style="color:#FF6000">„Essenz“</span> und <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> koinzident ,eins‘, und daher untrennbar, und <span style="color:#FF6000">»''darum ist GOTT das einzige ‚Sein’, das notwendig an sich ‚da‘ ist''«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ABU ALI SINA alias AVICENNA — Muslim)</span>. Der <span style="color:#00B000">(gedachte)</span> ‚Eigenschafts-Begriff‘ <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit (die Größe) GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(‚Perfektion‘, die Summe aller ‚positiven Eigenschaften‘ in GOTT)</span> schließt koinzident die ‚Eigenschaft’ <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz für uns“</span> mit ein ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. GOTT wäre nicht <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span>, wenn er nicht auch real für uns ‚da‘ wäre, wenn er nicht ,immer schon’ <span style="color:#FF6000">„existierte“</span>. ‚Sein’ ist <u>mehr</u> als ‚Nicht-Sein’. ,Sein’, bzw. ,Existenz’ gehört zu den ,Transzendentalia’ in GOTT. Das sind die <span style="color:#00B000">(ultimativen)</span> ,Wesenseigenschaften’ in GOTT. Der unendliche GOTT ist daher das <span style="color:#FF6000">»''vollkommenste Wesen, über das nichts ,Größeres‘ d.h. Vollkommeneres <u>mehr</u> ‚gedacht‘ werden kann''«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ANSELM von Canterbury — Christ)</span>. Der ‚Begriff’ <span style="color:#FF6000">„Perfektion GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, schließt koinzident das <span style="color:#FF6000">„notwendige Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘</span> —, für uns mit ein, ohne einen zeitlichen Anfang und ohne ein zeitliches Ende. Das ist die ‚zeitlos-ewige‘, an sich absolute, und <span style="color:#FF6000">„für uns notwendige Existenz GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Das ist ein ,regulär‘-mögliches Korollar im 2. Beweisgang aus Term :16: ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gy→Yy'''‘ —</span>, mit der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(Y:=E<sub>not</sub>) ]</span>, und der <span style="color:#4C58FF">[ FUB(y:=x) ]</span>; und auch ein ,regulär‘-mögliches Korollar im 3. Beweisgang ''':''' entsprechend der <span style="color:#FF6000">„logischen Implikation”</span> :: <span style="color:#4C58FF">[├ A ├ B ╞ A → B ]</span> von Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ — </span> und Term :05: <span style="color:#4C58FF"> —‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> aus diesem Beweisgang. In Worten ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''Angenommen, '' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> ''steht für den GOTT der Christen'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span>, ''dann existiert dieser GOTT'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span>, ''für uns notwendig'', <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span> <span style="color:#FF6000">«</span>.)</span> Der Unendliche, GOTT, ist <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer ‚vergänglichen‘, ,endlichen‘ Welt, welche prinzipiell vom dreidimensionalen Raum und von der unwiederbringlich ‚vergehenden‘ Zeit geprägt ist. Der ,GOTT der Christen‘ ist <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von dieser <span style="color:#FF6600">„vergehenden Raum-Zeit“, — »''jenes rätselhafte und anscheinend in sich widersprüchliche Etwas''« <span style="color:#00B000">(GÖDEL)<ref>Kurt GÖDEL, ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Eine Bemerkung über die Beziehungen zwischen der Relativitätstheorie und der idealistischen Philosophie‘</big></span>'', in P.A.SCHILPP (Hg.): ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Albert Einstein, Philosoph und Naturforscher‘</big></span>'', Seite 406</ref></span> —</span>. Ohne ‚Zeit‘ gibt es keinen zeitlichen Unterschied zwischen ‚Ursache‘ und ‚Wirkung‘, <span style="color:#00B000">(beides ist zeitlos ,eins‘)</span>, und so ist der zeitlos-ewige GOTT, der <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich ,existiert‘'' «</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ — </span>, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „ursprungslos“</span> für uns immer schon ‚da‘ ''':''' <span style="color:#00B000">(GÖDEL — ohne religiöses Bekenntnis)</span>. Mit dem GÖDEL-Kalkül ist die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> auf eine ‚vernünftige Basis‘ gestellt worden, und ist somit für jeden Menschen nachvollziehbar, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>, wie obige Beispiele zeigen. '''Resümee :''' Das GÖDEL-Kalkül zeigt mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, was notwendig folgt, wenn die Axiome ‚wahr‘ sind, <span style="color:#00B000">(die Axiome bilden formal-syntaktisch <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span> ab)</span>, unter der Voraussetzung, dass die Axiome <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>'' Struktur''«</span> unserer Welt sind. Die ,Verifikation‘ der Axiome und Definitionen von GOTT und seiner Vollkommenheiten gelingt GÖDEL, — entsprechend seiner Unabhängigkeits-Bedingung —, durch den Aufweis ihrer Widerspruchsfreiheit ''':''' sie sind somit ,wahr‘ und, — im Kontext einer <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> —, auch ,annehmbar‘ in unserer ,realen‘ Welt ''':''' <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, 2. Beweisgang und Anmerkung-2)</span>. Er vermeidet damit den Fehler, der immer wieder im Diskurs über Gottesbeweise gemacht wird ''':''' GOTT mit seinen Geschöpfen zu vergleichen. Diese logisch-philosophische Rede von GOTT <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">»''ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen''«</span>)</span> hat eine <u>mehr</u> als zweitausendjährige Tradition hinter sich. Der <span style="color:#FF6000">„100-Taler-Gott“</span> des Philosophen KANT, hat heute, nachdem der Logiker und Systemtheoretiker GÖDEL sein System vorgelegt hat, an ‚Strahlkraft‘ verloren. Kurt GÖDEL ''':''' ::<span style="color:#FF6000">» ''Die theologische Weltanschauung'', <span style="color:#00B000">[ dass GOTT für uns immer schon ‚da‘ ist ]</span>, ''ist rein verstandesmäßig mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar'';«</span> <span style="color:#00B000">[ d.h. sie ist das ,Resultat‘ der, — vom Glauben geleiteten —, ‚theoretischen Vernunft‘, alias ‚reinen Vernunft‘, und nicht bloß das ‚Postulat‘ einer ‚praktischen Vernunft‘, wie KANT meint ]. <span style="color:#FF6000">»''Der'' <span style="color:#00B000">[ christliche ]</span> ''Glaube ist die ‚Pupille‘ im ‚Auge‘ unseres Verstandes.''«</span> (Heilige KATHARINA von Siena, Lehrerin der Kirche, Patronin Europas<ref>vgl. <span style="font-family: Times;"><big>''Gebet 7 ‚Für die neuen Kardinäle‘, Rom, 21. Dezember 1378,''</big></span> aus <span style="font-family: Times;"><big>''Caterina von Siena ,Die Gebete‘.''</big></span> Kleinhain 2019, online: https://caterina.at/werke/gebete/gebete-detailansicht/gebet-7.html</ref> )</span> Der sonst so rationale KANT, hier doch etwas emotionell, <span style="color:#00B000">(als wolle er die Ergebnisse im GÖDEL-Kalkül nicht wahr haben, die belegen, dass er sich bei GOTT geirrt, und die Funktion des christlichen Glaubens für die Philosophie falsch eingeschätzt hat)</span> ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span> ''Es war etwas ganz Unnatürliches und eine bloße Neuerung des Schulwitzes, aus einer ganz willkürlich entworfenen Idee das Dasein des ihr entsprechenden Gegenstandes selbst ausklauben zu wollen''<ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 403. https://www.korpora.org/kant/aa03/403.html</ref>.<span style="color:#FF6000">«</span> Für KANT, für die Scholastiker, <span style="color:#00B000">(und auch für uns)</span>, ist es natürlich ‚logisch‘, dass aus einem als ‚möglich’ gedachten Begriff, <span style="color:#FF6000">»</span>''aus einer ganz willkürlich entworfenen Idee''<span style="color:#FF6000">«</span>, keine Existenzaussage abgeleitet werden kann. <span style="color:#00B000">(Aus dem bloß gedachten Begriff ,goldene Berge‘ folgt natürlich nicht, dass es solche in Wirklichkeit auch gibt.)</span> In der philosophischen Tradition, die von ARISTOTELES herkommt, ist der Begriff <span style="color:#FF6000">»''GOTT''«</span> jedoch von allen anderen Begriffen so verschieden, so dass für GOTT diese Logik KANTS nicht mehr gilt. GOTT ist ,unvergleichlich‘ und ,einzigartig‘. Dazu der Kommentar von HEGEL ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Wenn KANT sagt, man könne aus dem Begriff'' <span style="color:#00B000">[ ‚GOTT‘ ]</span> ''die Realität nicht ,herausklauben‘, so ist da der Begriff als endlich gefasst''.« <span style="color:#00B000">[ In der Endlichkeit unserer Welt trifft die Logik KANTS zu, dass dem ‚Begriff‘ nicht ,notwendig‘ das ‚Sein‘ folgt, denn es gibt in ihr die ,Lüge‘, die das ,Wirklich-Sein‘ im Begriff bloß behauptet, ohne dass es ,in Wirklichkeit‘ zutrifft, was sie behauptet. Es gilt hier nach KANT ''':''' »''Sein ist kein reales Prädikat''«. Somit ist ]</span> »''...der Begriff ohne'' <span style="color:#00B000">[ reales ]</span> ''Sein ein Einseitiges und Unwahres, und ebenso das Sein, in dem kein Begriff ist'', <span style="color:#00B000">[ ist ]</span> ''das begrifflose Sein,'' <span style="color:#00B000">[ d.i. das relative ,Noch-Nicht-Begriffene‘ ]</span>.'' Dieser Gegensatz, der in die Endlichkeit fällt'' <span style="color:#00B000">[ im Endlichen zutrifft ]</span>, ''kann bei dem Unendlichen, GOTT, gar nicht statthaben''<ref>Georg Wilhelm Friedrich HEGEL, ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Ausführungen des ontologischen Beweises''</big></span>‘ in den ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Vorlesungen über die Philosophie der Religion vom Jahr 1831''</big></span>‘ . Hamburg 1966, Seiten 175 bzw. 174</ref>; <span style="color:#00B000">[ denn ,Begriff‘ und ,Sein‘ sind in dem Unendlichen, GOTT, untrennbar und real immer dasselbe. Auf Grund dieser ontologischen Identität ,personifiziert‘ und ,repräsentiert‘ GOTT die ,Wahrheit‘ ''':''' GOTT ist die ,Wahrheit‘. In GOTT, dem <span style="color:#FF6000">„Schöpfer der Welt“</span>, folgt dem ,Begriff‘ immer ,notwendig‘ das ,Sein‘ ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''GOTT sprach ''':''' Es werde ,Licht‘. Und es wurde Licht''«, <small>{{Bibel | Genesis |1|3|EU}}</small>;</span> oder auch ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Der Herr sprach, und sogleich geschah es; er gebot, und alles war da''«,</span> <small>{{Bibel | Psalm |33|9|EU}}</small>.]</span>«</span> Das Entscheidende bei der <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation des GÖDEL-Kalküls ist, dass der <span style="color:#00B000">(Begriff)</span> GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, nicht auf die Ebene seiner ,endlichen‘ Geschöpfe und unserer Welt gestellt wird, <span style="color:#00B000">(d.i. das ‚Universum‘ im ,Urknall‘, die ‚100-Taler‘, ein ‚Tsunami‘, auch ,einfache Modelle‘ von unserer Welt, etc.)</span>, und damit verglichen wird, sondern, dass der GOTT der Christen in seiner Einzigartigkeit und Besonderheit als <span style="color:#FF6000">»''der Unendliche''«</span> belassen und als <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer vergänglichen Welt, — als <span style="color:#FF6000">»''der Unvergleichliche''«</span> —, verstanden wird. <span style="color:#00B000">(Alle Kritiken des sog. ,ontologischen‘ Gottesbeweises übersehen die Einzigartigkeit und Besonderheit des <span style="color:#FF6000">»''Unendlichen''«</span>, und/oder wollen diese nicht ,wahr‘ haben.)</span> Auch THOMAS von Aquin ,verortet‘ den GOTT ANSELMS, — in seiner Kritik an dessen Theorem —, irrtümlich unter die ,Dinge‘ der uns umgebenden ,Natur‘, wenn er sagt ''':''' GOTT <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse in rerum natura</big></span>“</span>, d.h. wörtlich, dass GOTT ,in der Natur der Dinge <span style="color:#00B000">(unserer Welt)</span> existiert‘, und verkennt somit, — wie nach ihm auch KANT —, die ,Unvergleichlichkeit‘ GOTTES, <span style="color:#00B000">(vgl. STh I q.2 a.1 ad 2<ref>„Deus … illud quo maius cogitari non potest; non tamen propter hoc sequitur quod intelligat id quod significatur per nomen, esse in rerum natura; sed in apprehensione intellectus tantum.“ ——— »''GOTT ist'' (nach ANSELM) ''der, über den Größeres nicht mehr gedacht werden kann. Aber nicht deswegen, weil er'', (der Narr von Psalm 14.1, den ANSELM zitiert), ''das versteht, was durch diesen Namen,'' (bzw. mit dem Begriff ,GOTT‘ im Theorem ANSELMS), ''bezeichnet wird, folgt daraus'', (wie ANSELM meint), ''dass er auch versteht, dass er'', (dieser GOTT), ''auch in der ,Natur‘ der Dinge'' (unserer Welt) ''existiert''; <span style="color:#00B000">[ was ANSELM so nie gesagt hat ]</span>. ''Daraus folgt nur, dass er'', (als ,GOTT‘), ''bloß in der Auffassung seines Verstandes'', (d.h. nur im Denken des Narren als ,Begriff‘), ''existiert.''« ——— Hier ,verortet‘ THOMAS einerseits den unendlichen GOTT, von dem das Theorem ANSELMS spricht, irrtümlich unter die endlichen Dinge der uns umgebenden ,Natur‘, was sachlich dem theologischen Theorem der Unvergleichlichkeit GOTTES widerspricht, der nicht unter die Dinge unserer Welt eingereiht werden darf. Anderseits verliert er dadurch auch den ,Blick‘ für die Außerordentlichkeit und Besonderheit GOTTES, dessen Natur völlig verschieden und unabhängig von der ,Natur‘ unserer raum-zeitlichen Welt ist. GÖDEL beweist jedoch, mit ANSELM, weil es notwendig, ohne Widerspruch, (»''bloß in der Auffassung unseres Verstandes''«), möglich ist, dass GOTT existiert, ist es korrekt, daraus auch mit Notwendigkeit zu folgern, dass der Glaube des Erzbischofs ANSELM, und der Glaube seiner Anvertrauten, von der Wirklichkeit GOTTES, logisch richtig und sinnvoll ist; denn Möglichkeit und Wirklichkeit sind in GOTT koinzident ,eins‘. Das ist das Privilegium GOTTES allein, der einzigartig und unvergleichlich ist. Damit zeigt er auf, dass THOMAS die Unvergleichlichkeit und Einzigartigkeit GOTTES in seinem Vorhalt nicht bedacht hat; und außerdem ANSELM missverstanden hat.</ref>)</span>; jedenfalls hier in der Auseinandersetzung mit ANSELM. Dagegen spricht ANSELM im ,''<span style="font-family: Times;"><big>Proslogion</big></span>''‘, Seite 85f, nur von einem <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse et in re</big></span>“</span> GOTTES, d.h. dass GOTT ,auch in Wirklichkeit existiert‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>quod maius est</big></span>“</span>, was ,größer‘, bzw. ,mehr‘ ist, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse solo in intellectu</big></span>“</span>, als nur ,im Verstand zu sein‘; wobei die ,zeitlose-überzeitliche‘ Wirklichkeit <span style="color:#00B000">(Natur)</span> GOTTES jedoch völlig verschieden und <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen''«</span> Wirklichkeit <span style="color:#00B000">(die ,Natur‘)</span> der ,raum-zeitlichen‘ Welt der Dinge ist. Daher ist sie mit dieser auch nicht vergleichbar. GOTT ist <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span> und alle <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> in GOTT, <span style="color:#00B000">(die ultimativen ,Transzendentalia‘)</span>, sind koinzident ,eins‘, — ,fallen <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> in eins zusammen‘, und sind daher konvertierbar. Darum ist auch die Wirklichkeit GOTTES ,einzigartig‘ und ,unvergleichlich‘. Mit Korollar-3 ist die Exklusivität und Außerordentlichkeit GOTTES definitiv im Kalkül ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>. Der abendländische Monotheïsmus ist somit eine ,logische‘ Konsequenz aus den GÖDEL-Axiomen. <span style="color:#00B000">(Das <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Theorem von der ,Einzigartigkeit‘ und Exklusivität GOTTES, d.h. die exklusive Einheit von Essenz und Existenz, von Begriff und Sein, von Ursache und Wirkung, von Subjekt und Objekt, von Möglichkeit und Wirklichkeit, und aller Transzendentalien, ist, — nach HEGEL —, die Voraussetzung und Bedingung jeder Philosophie ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Die Einheit muss am Anfang der Philosophie stehen''«</span>; und ist zugleich auch ihr gesuchtes und bewiesenes Endergebnis und Ziel ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Diese Einheit muss auch das Resultat der Philosophie sein''«</span><ref>https://hegel-system.de/de/gottesbeweis.htm#hegels-kritik-an-kant</ref>, was hier im GÖDEL-Kalkül ,logisch‘ mit Korollar-3 verifiziert wird ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□(∃xGx ∧ ∀y(Gy→x=y))'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist exklusiv einzigartig''«</span>.)</span> Die Einzigartigkeit GOTTES bedingt die Koinzidenz, den inneren Zusammenhang aller seiner Vollkommenheiten und Zuschreibungen, <span style="color:#00B000">(Axiom-2)</span>, d.h. ihr paarweise, perspektivisches ,Zusammenfallen in eins‘ im Unendlichen, GOTT. Aus der Notwendigkeit aller positiven Eigenschaften und Zuschreibungen, <span style="color:#00B000">(d.h. aus den ultimativen Transzendentalien, Axiom-4)</span>, die in GOTT paarweise, koinzident ,eins‘ sind, <span style="color:#00B000">(Axiom-2)</span>, ist die Einzigkeit GOTTES für uns erschließbar, <span style="color:#00B000">(Korollar-3)</span>. Axiom-4 ist die erste, ,modal‘ <span style="color:#FF6000">„notwendige“</span>, d.h. die transzendentale Voraussetzung für Korollar-3. Wenn im Korollar-3 das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> z. B. für GOTT, dem ,Vater‘ der Christen, und das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''y'''‘ —</span> für GOTT, dem ,Sohn‘, d.h. für ,JESUS CHRISTUS‘ steht, bzw. für den ,HEILIGEN GEIST‘, <span style="color:#00B000">(den ,Dreifaltigen GOTT‘ der Christenheit)</span>; oder auch für die Gottesbezeichnung ,GOTT-ADONAI‘ der Juden, oder für die Gottesbezeichnung ,ALLAH‘ der Muslime steht, dann weist dieses Korollar, für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''∀y'''‘ —</span>, mit der ,ontologischen Identität‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x=y'''‘ —</span>, auf die ,Koinzidenz‘ des ,Dreifaltigen‘, bzw. auch auf den inneren Zusammenhang dieser Religionen hin. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Anhang : das GÖDEL-Kalkül</span></div>=== In der ,Legende zum GÖDEL-Kalkül‘ wird an einige Basics erinnert, und diese für die operative Praxis im anstehenden Kalkül adaptiert. {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">Legende zum GÖDEL-Kalkül</span></div> |- | <small> <math>\begin{align} \text{ ◇ :: konsistent ↔ widerspruchsfrei ↔ möglich ↔ denkbar, } & \text{ □ :: notwendig ↔ wirklich, für jede mögliche Welt ↔ exklusiv} \\ \text{logischer Meta-Term :: [ A ├ B ] ::} & \text{ „aus A folgt im Kalkül ,regulär‘ (├ ) B.“} \\ \text{ A, B sind Aussagen über Eigenschaften, (A ist keine Eigenschaft);} & \text{ die Aussage, z.B. in der Kalkül-Zeile 10, wird als ,Term :10:‘ bezeichnet} \\ \text{ AE ::} & \text{ Argument Einführung, Prämisse, Postulat } \\ \text{ Xx ::} & \text{ „X ist eine Eigenschaft der Individuum-Variable x.“ } \\ \text{ ¬PX ::} & \text{ „X ist keine positive Eigenschaft, ist keine Perfektion, ist nicht vollkommen.“ } \\ \text{ Instanz(X := Y) ::} & \text{ Substitution der Eigenschaft X durch die ,bestimmte‘ Eigenschaft Y } \\ \text{ (Eine ,Instanz‘ ist ein Exemplar aus einer Menge gleichartiger Dinge;} & \text{ hier die ,bestimmte‘ Eigenschaft Y, als Ersatz für das unbestimmte X.) } \\ \text{ FUB(x := y) ::} & \text{ Freie-Um-Benennung der Variable x in y } \\ \text{ Gx ::} & \text{ „Die Variable x steht für den GOTT der Christen.“ } \\ \text{ [ G(y) ├ ⱯyG(y) ] ::} & \text{ All-Operator-Einführung der Variable y für GOTT } \\ \text{ „Angenommen, die Variable y steht für GOTT, dann } & \text{folgt ,regulär‘ (├ ), dass auch jedes y im Kalkül für GOTT steht.“}\\ \text{[ ⱯXA(X) ├ A(X) ] ::} & \text{ All-Operator-Beseitigung für die substituierte Eigenschaft X } \\ \text{ „Wenn X durch eine ,bestimmte‘ Eigenschaft ,instanziiert‘ ist oder } & \text{wird, dann kann der All-Operator von X ,regulär‘ (├ ) beseitigt werden.“}\\ \text{ KOMM(↔) ::} & \;\text{[ (A↔ B) ↔ (B ↔ A) ] :: Kommutativgesetz für ( ↔ )}\\ \text{ DIST(□∧) ::} & \;\text{[ (□A ∧ □B) ↔ □(A ∧ B) ] :: Distributivgesetz für (□∧ )} \\ \text{ (hypothetischer Syllogismus, häufige logische Schlussregel) ::} & \;\text{[ A → B, A ├ B ] :: (Modus ponendo ponens), Abtrennregel.} \\ \text{ „Wenn es wahr ist, dass aus A ein B folgt, und wenn A wahr ist, } & \text{dann ist im Kalkül ,regulär‘ (├ ) ableitbar, dass auch B wahr ist.“} \\ \text{ (negativer hypothetischer Syllogismus) ::} & \;\text{[ A → B, ¬B ├ ¬A ] :: (Modus tollendo tollens)} \\ \text{ „Wenn es wahr ist, dass aus A ein B folgt, und wenn B falsch ist, } & \text{dann ist im Kalkül ,regulär‘ (├ ) ableitbar, dass auch A falsch ist.“} \\ \text{''KONDITIONALER BEWEIS“ ::} & \;\text{[ ├ A ├ B ╞ A → B ] :: (logische Implikation)} \\ \text{ „Angenommen, A ist ,regulär‘ Axiom oder Prämisse, und B ist im } & \text{Kalkül ,regulär‘ abgeleitet, dann ist ,bewiesen‘ ( ╞ ) : A impliziert B, ist wahr.“} \\ \text{''INDIREKTER BEWEIS“ ::} & \;\text{[ ├ ¬A → F ╞ A ] :: (Reductio ad absurdum)} \\ \text{ „Wenn im Kalkül aus ¬A ,regulär‘ eine Kontradiktion } & \text{F folgt, dann ist A ,bewiesen‘ ( ╞ ) : A ist ,wahr‘.“} \\ \end{align}</math> </small> |} A. FUHRMANN ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span> ''Eine Prädikatenlogik zweiter Stufe ist eine Logik, in der die Quantoren auch Eigenschaftsausdrücke <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">„Prädikate”</span>)</span> binden können''. <span style="color:#00B000">[ Die ,Prädikate‘ werden in einem Kalkül dieser Logik durch Definitionen ,bestimmt‘ ]</span>. ''Wir werden uns im folgenden recht frei einer dafür geeigneten formalen Sprache bedienen. Äußere Quantoren werden meist weggelassen und wir schreiben kurz'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Xx'''‘ — </span> ''bzw.'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ — </span> ''um auszudrücken, dass das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ — </span> ''die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ — </span> ''hat, bzw. dass die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ — </span> ''die höherstufige Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> ''<span style="color:#00B000">(für <span style="color:#FF6000">„positiv”</span>)</span> hat;'' <span style="color:#00B000"> [ wobei die Eigenschaft <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> als einzige im Kalkül ,unbestimmt‘ bleibt ]</span>. <span style="color:#FF6000">«</span><ref>A. FUHRMANN ‚''<span style="font-family: Times;"><big>‚G‘ wie Gödel. Kurt Gödels axiomatische Theologie</big></span>''‘, Seite 6, Anmerkung 3. Konform mit seinem Artikel in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Logik in der Philosophie</big></span>''‘ hg. v. P. SCHROEDER-HEISTER, W. SPOHN und E. OLSSON. 2005, Synchron, Heidelberg.</ref> Der All-Quantor für Eigenschaften, hier im GÖDEL-Kalkül der Prädikatenlogik zweiter Stufe, bindet die ,unbestimmte‘ Eigenschafts-Variable <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ —</span> ausschließlich nur in den Definitionen im 2. und 3. Beweisgang . <span style="color:#00B000"> (Im ersten Beweisgang gibt es keine Definition.)</span> Dieser All-Quantor wird dann jedes Mal in der Beweis-Durchführung durch die Substitution ''':''' <span style="color:#4C58FF"> [ Instanz(X:= ..) ]</span> mit ,bestimmte‘ Eigenschafts-Konstanten wie <span style="color:#4C58FF">— (X:= G) —</span>, bzw. <span style="color:#4C58FF">— (X:= ¬Y) —</span>, oder <span style="color:#4C58FF">— (X:= E<sub>not</sub>) —</span> ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> beseitigt ''':''' <span style="color:#4C58FF"> [ ⱯXA(X) ├ A(X) ]</span>; wobei die Eigenschafts-Konstante im Kalkül entweder als Zwischenergebnis ,regulär‘ abgeleitet, <span style="color:#00B000">(,errechnet‘)</span>, oder mit einer Definition schon ,bestimmt‘ worden ist. Die spezifische ‚Eigenschaft‘ einer Eigenschaft wird hier, in der formalen Syntax der Prädikatenlogik zweiter Stufe, als eine tiefer gestellte Abkürzung <span style="color:#00B000">(als Index)</span> an ihre Trägereigenschaft angehängt, wie z. B. ‚wesentlich‘, bzw. ‚essentiell‘ durch <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> —</span>, oder ‚notwendig‘ durch <span style="color:#4C58FF"> — <sub>not</sub> —</span>. In der Definition-3 steht der Term ''':''' <span style="color:#4C58FF"> —‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, um auszudrücken, dass das Individuum <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> notwendig <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span> die Eigenschaft ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>, für ,Existenz‘, hat, d.h. <span style="color:#FF6000">„das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> existiert notwendig”</span>. Der schon von GÖDEL indizierte Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">—‚'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> kann gelesen werden als ''':''' <span style="color:#FF6000">„Das Individuum <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> hat die Wesenseigenschaft, <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> — </span> ''':''' GOTT zu sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ </span>”</span>, statt der ,an sich‘ konformen, aber <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> etwas ungenauen Formulierung ''':''' <span style="color:#FF6000">„das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ist wesentlich göttlich”</span>; oder mit der Voraussetzung ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''→'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> deutlicher und <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> korrekt ''':''' <span style="color:#FF6000">„Wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für den GOTT der Christen, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, steht, dann ist GOTT-Sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(,Existenz‘)</span> das Wesen dieses GOTTES, <span style="color:#4C58FF">— <sub>ess</sub>‚'''x'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(,Essenz‘)</span> ”</span>; wobei, — entsprechend der ,methodologischen‘ Prämisse des Kalküls <span style="color:#00B000">(<span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ — </span> ''':''' das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> steht für den ,GOTT der Christen‘)</span> —, bei der Interpretation der Terme dieses besonderen Kalküls, die <span style="color:#4C58FF">„christliche Theologie”</span> für den Begriff <span style="color:#FF6000">„GOTT”</span>, Korrektur und die leitende Instanz ist. Dabei muss die Dreifach-Äquivalenz von <span style="color:#4C58FF"><span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span></span>berücksichtigt werden. Welche der drei Äquivalenzen, bzw. Lesearten von <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span> bei einem bestimmten Term im Kalkül zulässig ist, muss <span style="color:#4C58FF">„theologisch”</span> überprüft und evaluiert werden. Bei manchen können sogar alle drei Lesearten <span style="color:#4C58FF">„theologisch”</span> zulässig sein. Um philosophische, und sogar <span style="color:#4C58FF">„theologische”</span> Theoreme exakt zu formulieren, und untersuchen zu können, hat der Ausnahmelogiker GÖDEL ein Tor aufgestoßen, das uns ermöglichen kann, <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, und logisch objektiv nachprüfbar, in diesen Disziplinen zu argumentieren. Mit seiner modalen Prädikatenlogik zweiter Stufe, hat GÖDEL dem alten Wunsch eines Raimundus LULLUS, eines Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, eines Immanuel KANT, und anderer, nach einer nachprüfbaren ,Universalsprache‘ in den Geisteswissenschaften, entsprochen; analog zur Mathematik, als Universalsprache in den Naturwissenschaften. Der sog. ,Theorembeweiser‘ der Wissenschaftler Christoph BENZMÜLLER und Bruno WOLTZENLOGEL-PALEO, mit Hilfe eines Computers, ist die offensichtliche Folge aus diesem Quanten-Schritt GÖDELS. In der folgenden Neu-Kalkülisierung, wird jeder einzelne operative Logik-Schritt des Kalküls in der '''linken Spalte''' nummeriert und als Term-Ergebnis angezeigt, und in der '''rechten Spalte''' werden die dafür benötigten Term-Komponenten und die dabei angewendeten Logik-Regeln und -Gesetze dokumentiert. Am Anfang stehen die Ressourcen und das angestrebte Ziel des Beweisganges, <span style="color:#00B000">(das Theorem)</span>. Die GÖDEL Axiome und Definitionen, die Theoreme, die Zwischenergebnisse, das Endergebnis, und die logischen Meta-Terme, werden kontextabhängig interpretiert, <span style="color:#00B000">(angezeigt durch ,Interpretationspunkte‘ — :: —, falls nötig)</span>. Der jeweilige Beweisgang wird in den Anmerkungen ausführlich und umfassend kommentiert. Die Kalkül-Prämissen, <span style="color:#00B000">(AE: Argument Einführung)</span>, sind der modal-frei gewählte Einstieg in das Kalkül. Sie dokumentieren, zusammen mit dem angestrebten Beweis-Ziel, eine bestimmte Problemlage in einem externen Diskurs, der mit dem modalen Logik-System hier, formal-syntaktisch überprüft, und gegebenenfalls, verifiziert oder falsifiziert werden soll. Korollare sind einfache, logische Folgerungen aus dem jeweiligen Beweisgang ''':''' ====<div class="center"><span style="color:#660066">1. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 1, (Möglichkeitsbeweis)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe__________ „Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.1)} & \quad P \neg X \;\Longrightarrow\;\ \neg P\ X\ & \ & \text{„Wenn die Negation von X positiv ist, dann ist die Eigenschaft X nicht positiv“} \\ \text{(Axiom 2)} & \quad (P\ X \wedge \;\Box \;\forall x (\ X\ x \Longrightarrow \ Y\ x)) \Longrightarrow \ P\ Y & \ & \text{„Die Eigenschaften Y, die aus einer positiven Eigenschaft X modal} \\ \text{ } & \quad & \ & \; \; \text{notwendig folgen, sind auch positive Eigenschaften“} \\ \text{(Axiom 3)} & \quad P\ G \ & \ & \text{„Göttlichkeit, GOTT-Sein, ist eine pos. Eigenschaft“ ↔ „GOTT ist perfekt“} \\ \text{(Theorem 1)} &\quad P\ X \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{ (◇ :: „möglich“ ↔ „konsistent“ ↔ „denkbar“; □ :: „notwendig“) } \\ \text{ } & \text{„Positive Eigenschaften sind konsistent“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} & \quad P\ X \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, es gibt positive Eigenschaften, Perfektionen“} \\ \text{02} & \quad P\ X \;\Rightarrow\; \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, positive Eigenschaften sind nicht konsistent“} \\ \text{03} & \quad (\neg x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, nicht mit x identisch zu sein“ :: (ungleich)} \\ \text{04} & \quad (\ x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, mit x identisch zu sein“ :: (gleich)} \\ \text{05} & \quad \text{ ├ }\; \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:01:02:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B] :AE:} \\ \text{06} & \quad \neg\neg \Box \neg \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:05:[ ◇A ↔ ¬□¬A] :: (Modalregel)} \\ \text{07} & \quad \neg\neg \Box \neg\neg \forall x \neg X \ x \ & \ & \text{:06:[∃xA ↔ ¬Ɐx¬A] :: (Quantoren Regel)} \\ \text{08} & \quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall x \neg X \ x \ & \ & \text{:07:NEG :: [¬¬A↔A] :: (Gesetz der Aussagenlogik)} \\ \text{09} & \quad \Box \; \forall x \neg X \ x \Leftrightarrow\ W & \ & \text{:02:08:[(:02:↔W) → (├:08:↔W)] :: (Kalkülregel)} \\ \text{10} & \quad \Box \; \forall x \ X \ x \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:09:[(¬A↔W)↔(A↔F)] :: (Regel für Wahrheitswerte)} \\ \text{11} & \quad \ (\neg x = x ) \Leftrightarrow \ F \; \ & \text{ } & \text{Xx:03:Instanz(X:=(¬x=..)) ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{12} & \quad \Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \text{ } & \text{:10:11:[(:10:↔F) → (:11:↔F)] :: „ex falso sequitur quotlibet“} \\ \text{13} & \quad \ P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \ & \text{:01:12:[Konjunktion] :: [A, B ├ A∧B]} \\ \text{14} & \quad \ (P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow \; (\neg x = x))) \Rightarrow \; P (\neg x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(Y:=( ¬x= ..)) :: (Substitution für Eigenschaften)} \\ \text{15} & \quad \ P (\neg x = .. ) & \ & \text{:13:14:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{16} & \quad \ P (\neg x = .. )\;\Rightarrow\ \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{(A1.1):Instanz(X:=(x=..))}\\ \text{17} & \quad \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{:15:16:[Modus ponens]}\\ \text{18} & \quad \ (x = x ) \Leftrightarrow \ W \; \ & \ & \text{Xx:04:Instanz(X:=(x=..)) ⇒ Tautologie !} \\ \text{19} & \quad \Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \text{ } & \text{:10:18:[(:10:↔F) → (:18:↔W)] :: „ex falso sequitur etiam verum“} \\ \text{20} & \quad \ P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \ & \text{:01:19:[Konjunktion] :: [A, B ├ A∧B]} \\ \text{21} & \quad \ (P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x))) \Rightarrow \ P (x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(Y:=(x=..))} \\ \text{22} & \quad \ P (\ x = .. )\ & \ & \text{:20:21:[Modus ponens]}\\ \text{23} & \quad \text{ ├ }\; (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:17:22:[Konjunktion] ⇒ Kontradiktion !}\\ \text{24} & \quad \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \Rightarrow (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) & \ & \text{:05:23:[├A├B╞ A→B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''}\\ \text{25} & \quad \neg\neg \Diamond \; \exists x \ X \ x & \ & \text{:24:23:[Modus tollendo tollens] :: [A→B,¬B ├ ¬A]}\\ \text{26} & \quad \text{ ├ }\; \Diamond \; \exists x \ X \ x & \ & \text{:25:NEG; bzw. :05:23:[├¬A→F ╞ A] :: ''INDIREKTER BEWEIS''}\\ \text{27} & \quad \ P\ X \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:01:26:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{(Theorem 1)} & \;\text{„Positive Eigenschaften sind konsistent“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war !} \\ \text{28} & \quad \ P\ G \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{:27:Instanz(X:=G) } \\ \text{29} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{(A3):28:[Modus ponens]} \\ \text{(Korollar 1)} & \;\text{„Das Dasein GOTTES ist definitiv möglich“} & \ & \text{„Es ist denkbar, dass es GOTT gibt“} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-1 ''':''' <span style="color:#00B000">(Der Term <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, im Axiom-2 ist an sich überflüssig, da dieser hier als Prämisse :01: ohnehin ,angenommen‘ wird. Der Beweisgang kommt mit Axiom-2 auch ohne diesen Term zum selben Ergebnis, und verkürzt sich dann sogar um zwei Schritte ''':''' Zeile 13 und Zeile 20 sind dann unnötig.)</span> Der Beweisgang geht mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, prinzipiell von der Existenz eines GOTTES aus. Mit der Prämisse :01: <span style="color:#00B000">(hier im 1. Beweisgang)</span> postuliert GÖDEL vorerst allgemein, dass es <span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit, d.h. positive Eigenschaften''«</span> gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, ohne im Kalkül zu definieren, was darunter zu verstehen ist. Definiert wird dann <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, was eine <span style="color:#FF6000">»''wesentliche Eigenschaft''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(im Sinne von ,Transzendentalia‘)</span>; und mit Hilfe dieser Eigenschaft definiert GÖDEL <span style="color:#00B000">(im 3. Beweisgang)</span>, was eine <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, die er <span style="color:#00B000">(im selben Beweisgang)</span> axiomatisch mit den <span style="color:#FF6000">»''positiven Eigenschaften in GOTT''«</span> gleich setzt ''':''' Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> —‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. Erst im 2. Beweisgang wird mit Term :13:, nach einer <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, definitiv bewiesen <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>, dass die, von GÖDEL, hier postulierten, <span style="color:#00B000">(allgemeinen)</span>, positiven Eigenschaften, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, tatsächlich auch in GOTT <span style="color:#FF6000">»''positive Eigenschaften''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, sind; <span style="color:#00B000">(das sind die ultimativen ,Transzendentalia‘ in GOTT)</span>. Jetzt aber muss vorerst der ,Wunsch‘, bzw. die LEIBNIZ-Frage beantwortet werden ''':''' Ob, mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT''«</span> ,möglich‘ ist, der nach traditioneller Auffassung, <span style="color:#FF6000">»''ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ ist ]</span>, ''das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>, <span style="color:#00B000">(nach LEIBNIZ; was GÖDEL mit Definition-1 ,abbildet‘)</span>. Wenn man also beweisen will, dass die Existenz eines solchen ''<span style="color:#FF6000">»GOTTES«</span>'' ,möglich‘ sein soll, dann muss man beweisen, dass dieses postulierte System der <span style="color:#FF6000">»''positiven Eigenschaften in GOTT''«</span> formal ,widerspruchsfrei‘ ist. Das Ergebnis des 1. Beweisganges, das ,Theorem-1‘, <span style="color:#00B000">(,Erster Satz‘)</span>, fasst A. FUHRMANN zusammen als ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind konsistent''«</span>. Wenn sie nicht konsistent wären, käme es zu unlösbaren Widersprüchen, <span style="color:#00B000">(Term :24:)</span>. Einmal Axiom-1 und zweimal Axiom-2, <span style="color:#00B000">(das die Gleichwertigkeit aller positiven Eigenschaften nachdrücklich klarstellt)</span>, sichern hier die Konsistenz <span style="color:#FF6000">»''aller positiven Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ die ,Transzendentalien‘ ]</span>, ''in GOTT''«</span>. Die ,Gleichwertigkeit‘, <span style="color:#00B000">(,Äquivalenz‘)</span>, ist formal-syntaktisch daran erkennbar, dass die beiden Eigenschafts-Variablen <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ —</span> und <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''‘ —</span> im Axiom-2 für beliebige, unterschiedliche ,positive‘ Eigenschaften gegenseitig austauschbar, <span style="color:#00B000">(,konvertierbar‘)</span>, sind. Das heißt, dass beliebige, unterschiedliche ,positive‘ Eigenschaften, für die diese Variablen stehen, sich paarweise, wechselseitig ,implizieren‘, einschließen, und damit notwendig voneinander abhängen, d.h. koinzident ,eins‘ sind, konvertierbar, und somit gleichwertig sind; entsprechend dem Theorem von den Transzendentalia. Zu Term :29:, dem Korollar zu Theorem-1, notiert GÖDEL am 10. Feb. 1970, <span style="color:#00B000">(übersetzt von Joachim BROMAND)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''◇∃xG(x) besagt, dass das System aller positiver Eigenschaften kompatibel ist'',</span> <span style="color:#00B000">[ d.h. miteinander verträglich, weil ohne Widersprüche ].</span> <span style="color:#FF6000">''Dies ist ,wahr‘ auf Grund von Axiom-2,'' <span style="color:#00B000">[ weil alle positiven Eigenschaften, d.h. die Transzendentalien, koinzident gleichwertig und konvertierbar sind ]</span>.«</span> Darum ist es definitiv ,möglich‘, dass es diesen GOTT gibt, der <span style="color:#FF6000">»''alle Grade der Vollkommenheit in sich schließt''«</span> und <span style="color:#FF6000">»''über dem ,Größeres‘ nicht mehr gedacht werden kann''«</span>, und, in weiterer Konsequenz, ist der GOTT-Glaube deshalb ,notwendig‘ widerspruchsfrei, nach Theorem-3 ''':''' <u>Wenn</u> es ''<span style="color:#FF6000">»möglich, bzw. denkbar«</span>'' ist, dass es ''<span style="color:#FF6000">»GOTT«</span>'' gibt, <u>dann</u> folgt daraus ''<span style="color:#FF6000">»notwendig«</span>'' ''':''' es ist ,widerspruchsfrei‘, wenn man als Voraussetzung ,annimmt‘, dass es ''<span style="color:#FF6000">»GOTT wirklich, für jede mögliche Welt«</span>'' gibt ''':''' Term :11: im 3. Beweisgang. Der Wenn-Satz ist hier mit Korollar-1 bewiesen; der Dann-Satz wird im 3. Beweisgang bewiesen <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>. Die ontologische ,Identität‘, d.h. die ,Gleichsetzung‘, bzw. die ,Koinzidenz‘ von Strukturen, die in der Endlichkeit für uns verschieden sind, jedoch in dem Unendlichen, GOTT, paarweise, perspektivisch in eins zusammenfallen, wie ,Sein‘ und ,Wesen‘, wie ,Ursache‘ und ,Wirkung‘ usw., und auch die Äquivalenz und Austauschbarkeit der Transzendentalien, haben im GÖDEL-Kalkül die logisch-syntaktische Form einer, aus sich, ,modal‘ notwendigen Implikation zwischen zwei verschiedenen, gegenseitig austauschbaren Eigenschafts-Variablen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x(Xx→Yx)'''‘ —</span>. Dieses Term-Element stellt formal-syntaktisch die Gleichwertigkeit, <span style="color:#00B000">(Äquivalenz)</span>, bzw. die paarweise Koinzidenz aller ultimativen Eigenschaften und Zuordnungen in GOTT dar; sowohl hier im Axiom-2, als auch in der Definition-2 im 2. Beweisgang, über die ,Wesenseigenschaften‘, mit jeweils verschiedenen, frei umbenennbaren Individuum-Variablen. Die wechselseitige Austauschbarkeit der noch ,unbestimmten‘ Eigenschafts-Variablen ist formal äquivalent zur freien Umbenennung der noch ,unbestimmten‘ Individuum-Variablen ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ FUB(x:=y) ]</span>. Der formale, gegenseitige, allgemeine Austausch der Eigenschafts-Variablen, bzw. die formale Gleichsetzung der positiven allgemeinen Eigenschaften, kann, auf Grund der Äquivalenz aller Vollkommenheiten, auch dann noch durchgeführt werden, wenn eine Eigenschafts-Variable durch eine Definition oder eine Schlussfolgerung ,bestimmt‘ worden ist, und dadurch zu einer Eigenschafts-Konstante, d.h. zu einer ,bestimmten‘ Eigenschaft geworden ist. Das ist z. B. bei einer instanziierenden Substitution der Fall ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=..) ]</span>. Das ist eine spezifische Eigenheit der GÖDEL-Axiomatik. Da die Variable <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT steht, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(im Korollar-1)</span>, ist die Eigenschaft ''':''' ''<span style="color:#FF6000">„nicht mit x identisch zu sein“</span>'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">(¬x=..)</span>, d.h. das <span style="color:#FF6000">„Ungleichsein“</span>, das <span style="color:#FF6000">„Anderssein“</span> GOTTES, <span style="color:#00B000">(Prämisse :03:)</span>, die entscheidende Voraussetzung und Norm für jeden Diskurs über GOTT ''':''' um der <span style="color:#FF6000">„Unvergleichlichkeit“</span> GOTTES gerecht zu werden, darf GOTT niemals mit etwas aus der ''<span style="color:#FF6000">»zufälligen Struktur der Welt«</span>'' verglichen, d.h. gleich gesetzt werden. Der Term :18: <span style="color:#4C58FF">(x=x) ↔ W</span> erinnert dagegen an die Selbstbezeichnung des GOTTES-JHWH in Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin‘''«</span>. Zum Term :03: notiert A. FUHRMANN ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span> ''Die Notation'' <span style="color:#4C58FF">(¬x=..)</span> ''für die Eigenschaft ''':''' <span style="color:#FF6000">„nicht mit x identisch zu sein“</span>'', <span style="color:#00B000">[ d.h. <span style="color:#FF6000">„Ungleichheit“, „Anderssein“</span>, bzw. die Notation <span style="color:#4C58FF">(x=..)</span> für den Existenzmodus-Perfektion ''':''' <span style="color:#FF6000">„Gleichheit“, „Idendität“</span> ]</span>, ''ist suggestiv und informell und ersetzt hier einen formal korrekten Abstraktionsausdruck wie'' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y)</span>, <span style="color:#00B000">[ bzw. <span style="color:#4C58FF">λy.(x=y)</span> ]</span>. ''Für die formal korrektere Notation bedarf es der zusätzlichen Vereinbarung, dass der Ausdruck'' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y)</span> ''gleichbedeutend sei mit dem Ausdruck'' <span style="color:#4C58FF">¬λy.(x=y)</span>. ''Diese Vereinbarung ist harmlos, da wir aufgrund der Regel der λ–Konversion'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">λy.Xy.x ↔ Xx</span>, <span style="color:#00B000">[ mit der <span style="color:#4C58FF">Instanz(X:=(¬x=..))</span> ]</span>, ''so schließen dürfen'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y).x ↔ ¬x=x ↔ <span style="color:#00B000">¬(x=x)</span> ↔ ¬λy.(x=y).x</span> .<span style="color:#FF6000">«</span> <ref>A. FUHRMANN a.a.O. Seite 7, Anmerkung 4 (von mir korrigiert und ergänzt)</ref> In der Kalkül-Zeile 29 wird das Korollar-1 durch einen <span style="color:#4C58FF">[ Modus ponens ]</span> mit Axiom-3 von der Kalkül-Prämisse-Term :01: ,abgekoppelt‘, d.h. es ist nicht mehr vom Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span> logisch abhängig. Korollar-1 behält aber die bewiesene Widerspruchsfreiheit von Theorem-1, und ist dann nur mehr von Axiom-1 und Axiom-2 abhängig, was für das Theorem-ANSELMS am Schluss entscheidend ist. Erklärung zu Term :05: Das Ergebnis einer Logik-Operation zwischen Prämissen ist ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> den Prämissen zuzurechnen. ====<div class="center"><span style="color:#660066">2. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 2, (,Basisbeweis‘)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe____________„Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.2)} & \quad \neg P\ X \;\Longrightarrow\;\ P\neg X\ & \ & \text{„Wenn X nicht positiv ist, dann ist die Negation ¬X positiv“} \\ \text{(Axiom 3)} & \quad \ P\ G \ & \ & \text{„Göttlichkeit, GOTT-Sein, ist eine pos. Eigenschaft“ ↔ „GOTT ist perfekt“} \\ \text{(Axiom 4)} & \quad \ P\ X \;\Longrightarrow\; \Box \; \ P\ X \ & \ & \text{„Positive Eigenschaften sind notwendig aus sich positiv“} \\ \text{(Definition 1)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \forall X(\ P \ X \Longrightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{„x ist genau dann GOTT, wenn x alle positiven Eigenschaften hat“} \\ \text{(Definition 2)} & \quad \ X_{ess}\ x \;\Leftrightarrow X\ x \wedge \forall Y \left(\ Y\ x \Rightarrow \Box \; \forall y (\ X\ y \Rightarrow \ Y\ y)\right) & \ & \text{„X ist genau dann eine wesentliche Eigenschaft von x, wenn x sie hat, und} \\ \text{ } & \quad & \text { } & \;\;\text{alle anderen Eigenschaften Y von x notwendig aus dieser Eigenschaft X folgen“} \\ \text{[RM]} &\quad \ A \;\Longrightarrow\;\ B\; \text{ ├ }\;\Box \; A \Longrightarrow\;\Box\; \ B\ & \ & \text{( :: Modales Prinzip)} \\ \text{(Theorem 2)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{(,G‘ :: „Göttlichkeit“ ↔ „GOTT“ ↔ „Dasein GOTTES“)} \\ \text{ } &\;\text{„Das Wesen GOTTES ist Dasein“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} &\quad \ G\ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, x steht für den GOTT der Christen“} \\ \text{02} &\quad \ Y\ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, GOTT hat die Eigenschaften Y“} \\ \text{03} &\quad \neg P\ Y & \ & \text{ AE: „Angenommen, die Y in GOTT sind nicht positiv“} \\ \text{04} &\quad \neg P \ Y \Rightarrow \ P \neg Y\ & \ &\text{(A1.2):Instanz(X:=Y) :: (Substitution für Eigenschaften) } \\ \text{05} &\quad \ P \neg Y \ & \ & \text {:03:04:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B] } \\ \text{06} &\quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ &\text{(D1):01:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{07} &\quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ &\text{:06:[ⱯXA(X) ├ A(X)] :: (Quantorenregel)} \\ \text{08} &\quad \ P \neg Y \Rightarrow \neg Y \ x\ & \ &\text{:07:Instanz(X:=¬Y)} \\ \text{09} &\quad \neg Y \ x\ & \ &\text{:05:08:[Modus ponens]} \\ \text{10} &\quad \text{ ├ }\; (Y\ x \wedge \neg Y \ x) \;\Leftrightarrow\;\ F\ & \ & \text{:02:09:[Konjunktion] ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{11} &\quad \neg P\ Y \; \Rightarrow \; (Y\ x \wedge \neg Y \ x )\ & \ &\text{:03:10:[├A├B ╞ A → B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''} \\ \text{12} &\quad \neg\neg P\ Y \ & \ &\text{:11:10:[Modus tollendo tollens] :: [A → B,¬B├ ¬A]} \\ \text{13} &\quad \text{ ├ }\; P\ Y \ & \ &\text{:12:NEG; bzw. :03:10:[├¬A→F ╞ A] :: ''INDIREKTER BEWEIS'' :AE:} \\ \text{14} &\quad \ P\ Y \;\Rightarrow\;\Box \; \ P\ Y \ & \ & \text{(A4):Instanz(X:=Y)} \\ \text{15} &\quad \Box \; \ P\ Y \ & \ & \text{:13:14:[Modus ponens]} \\ \text{16} &\quad \ G \ y \Rightarrow \ Y \ y\ & \ &\text{:01:02:[├A├B ╞ A→B]:FUB(x:=y)} \\ \text{17} &\quad \text{ ├ }\; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:16:[G(y) ├ ⱯyG(y)]} \\ \text{18} &\quad \Box \; \ P\ Y \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:13:17:[├A├B ╞ A→B]:[RM]} \\ \text{19} &\quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:15:18:[Modus ponens]} \\ \text{20} &\quad \ Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:02:19:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{21} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ G \ x & \ &\text{:20:01:[Konjunktion] :: [A, B├ A ∧ B]} \\ \text{22} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ X \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ X \ x\;\Leftrightarrow\; X_{ess}\ x \ & \ &\text{(D2):KOMM(↔):KOMM(∧):[ⱯYA(Y) ├ A(Y)] wegen :13:} \\ \text{23} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ G \ x\;\Leftrightarrow\; G_{ess}\ x \ & \ &\text{:22:Instanz(X:=G)} \\ \text{24} & \quad \text{ ├ }\; G_{ess}\ x \ & \ &\text{:21:23:[Modus ponens]:AE: wegen :30:} \\ \text{25} &\quad \ G\ x \;\Rightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{:01:24:[├A├B ╞ A→B] :: Theorem 2.1} \\ \text{26} &\quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ &\text{(D1):01:[Modus ponens] } \\ \text{27} &\quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ &\text{:26:[ⱯXA(X) ├ A(X)]} \\ \text{28} &\quad \ P \ G \Rightarrow \ G \ x\ & \ &\text{:27:Instanz(X:=G)} \\ \text{29} &\quad \text{ ├ }\; G \ x\ & \ &\text{(A3):28:[Modus ponens]} \\ \text{30} &\quad \ G_{ess}\ x \;\Rightarrow \ G \ x\ & \ &\text{:24:29:[├A├B ╞ A→B] :: Theorem 2.2 } \\ \text{31} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{:25:30:[Konjunktion]:BIKONDITIONAL :: [(A→B) ∧ (B→A) ↔ (A↔B)] } \\ \text{(Theorem 2)} &\; \text{„Dasein, GOTT-Sein, ist das Wesen GOTTES“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war ! } \\ \text{32} &\quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ (x = y))\ & \ & \text{:19:Instanz(Y:=(x=..))} \\ \text{33} &\quad \ G\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ (x = y))\ & \ & \text{:01:32:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{(Korollar 2)} & \;\text{„Es gibt notwendig höchstens einen GOTT“} & \ & \text{„Wenn es GOTT gibt, dann gibt es für jede mögliche Welt nur einen GOTT“} \\ \end{align}</math> </small> |} <span style="color:#00B000"><small>(In den Kalkül-Zeilen 16, 18, 31 mussten zwei-, und in Zeile 22 drei Kalkül-Schritte, d.h. Logik-Operationen in eine Zeile zusammengezogen werden, weil der Parser dieser speziellen Mathematik-Funktion in Wikibooks jedes Mal wegen Puffer-Überlauf abstürzt, wenn zu den bestehenden Zeilen noch eine neue Zeile zusätzlich eingefügt wird. Das vermindert etwas die Transparenz des Kalküls.)</small></span> Anmerkung-2 ''':''' <span style="color:#00B000">(Dieser Beweisgang kommt auch ohne das ,unbestimmte‘ Konjunkt <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Xx'''‘ —</span> in der Definition-2 zum gleichen Ergebnis, und wird dadurch um eine Zeile verkürzt ''':''' Zeile 21 entfällt, und <span style="color:#4C58FF">[ KOMM(∧) ]</span> ist unnötig. Dieses Konjunkt wird hier ebenfalls schon in der Kalkül-Prämisse :01: <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx'''‘ —</span>, als ,Annahme‘ gesetzt, vorentschieden und ,bestimmt‘ mit der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=G) ]</span>. Es war also logisch korrekt, dass GÖDEL, in seiner Notiz vom 10. Feb. 1970 zum ontologischen Beweis, dieses Konjunkt weggelassen hat, was ihm von Kommentatoren als ein Flüchtigkeitsfehler angerechnet worden war. Der gesamte 2. Beweisgang bewegt sich im Geltungsbereich der Prämisse Term :01:, d.h. ist in jeder Zeile von der Annahme abhängig ''':''' die Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''x'''‘ —</span> steht für den GOTT der Christen. In der Kalkül-Zeile 33 wird mit Korollar-2 diese Abhängigkeit, für den Term :32:, explizit dargestellt.)</span> Der Beweisgang geht mit der Prämisse :01: prinzipiell, als Voraussetzung, von der Existenz eines GOTTES aus. Im 1. Beweisgang wurde bewiesen, dass die von GÖDEL ,postulierten‘ <span style="color:#FF6000">»''allgemeinen positiven Eigenschaften, Vollkommenheiten, Perfektionen'', <span style="color:#00B000">[ die sog. ,Transzendentalien‘ ]</span> ''konsistent''«</span>, d.i. widerspruchsfrei sind. Hier, in diesem Beweisgang wird nun die Prämisse vom 1. Beweisgang, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PX'''‘ —</span>, im Bezug auf GOTT hinterfragt ''':''' Gibt es auch in GOTT so Etwas, wie <span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit, Positives, Perfektes''«</span> '''?''' Die ,Annahme‘ jedoch, dass es <span style="color:#FF6000">»''in GOTT keine Vollkommenheit, nichts Positives, nichts Perfektes''«</span> <span style="color:#00B000">(keine Transzendentalien)</span> gibt, <span style="color:#00B000">(Prämisse Term :03:)</span>,<span style="color:#4C58FF"> — ‚'''¬PY'''‘ —</span>, d.h. dass die <span style="color:#00B000">(wesentlichen)</span> Eigenschaften in GOTT keine <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> seien, führt aber zu einem unlösbaren Widerspruch, <span style="color:#00B000">(Term :10:)</span>. Mit Term :13:, als 1. Hauptergebnis, ist damit, — als ,neue‘ Prämisse, <span style="color:#00B000">(ersetzt Term :03:)</span> —, definitiv ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ , d.h. es ist ,wahr‘)</span>, dass alle Eigenschaften, die hier mit <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''‘ —</span> symbolisiert werden, <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaften“</span>, d.h. <span style="color:#FF6000">„Perfektionen“</span> sind, von denen das Kalkül ,annimmt‘, <span style="color:#00B000">(Prämissen Term :01:, Term :02: und speziell Term :16:)</span>, dass der GOTT der Christen sie besitzt. Alle ,Wesenseigenschaften‘ in GOTT ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, die durch den Term :13:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —, </span> dargestellt werden, sind somit <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span><span style="color:#00B000">, (,ultimative Transzendentalien‘, aller ,Grade‘)</span>. Damit ist definitiv ‚bestätigt‘, <span style="color:#00B000">( ╞ , es ist ,wahr‘)</span>, was mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, schon ‚angenommen‘ worden ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„GOTT ist perfekt; er hat alle positiven Eigenschaften“</span>; und auch Definition-1 ist damit ,verifiziert‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">„GOTT ist genau deswegen GOTT, weil er, als GOTT, positive Eigenschaften aller Grade in sich schließt“</span>; entsprechend dem Quelltext bei LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>. Immer vorausgesetzt, <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man glaubt an GOTT ''':''' <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. <span style="color:#00B000">(Der ,Schlüsselbegriff‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span> ist der ,Schlüssel‘ zur Erkenntnis, dass GOTT ,notwendig‘, sowohl ,wesentlich‘ für uns, als auch an sich ,grundlos‘, immer schon ,da‘ ist.)</span> Hier, <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, hat Axiom-1, <span style="color:#00B000">(im Term :04:)</span>, sicher gestellt, dass die Eigenschaften in GOTT, <span style="color:#00B000">(Definition-1; Term :06:)</span>, tatsächlich <span style="color:#FF6000">„ultimativ positiv, perfekt und vollkommen“</span> sind ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>. Das GÖDEL-Axiom-1 bezieht seine ,Potenz‘ aus dem Prinzip vom ,auszuschließenden‘ Widerspruch ''':''' eine Eigenschaft kann nicht zugleich ,positiv‘ und ,nicht positiv‘ sein '''!''' Formal lässt sich das 2. Hauptergebnis, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''↔'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> ''':''' schon aus Term :23: in diesem Beweisgang mit der <span style="color:#4C58FF">[ Vereinfachung ] :: [ A∧B ├ B ]</span> ohne Weiteres ,regulär‘ ableiten, — analog zu den Vorgehensweisen bei A. FUHRMANN und G.J. WIRSCHING. <span style="color:#00B000">(Beide Aussagen dieser ,Konjunktion‘ sind ,gleichwertig‘, daher partizipiert das Theorem-2 auch am Ergebnis der Widerspruchsfreiheit von Term :13:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>, dem 1. Hauptergebnis.)</span> Der hier gewählte, etwas längere Weg zum Ergebnis, soll die innere Struktur und Abhängigkeit der Ergebnisse von bestimmten Voraussetzungen offen legen, und ihren ,Zweck‘ verdeutlichen. Die beiden Hauptergebnisse im Basisbeweis gehen vom vorgefundenen und traditionell vorgegebenen Begriff von ,GOTT‘ aus, <span style="color:#00B000">(Term :06:, Term :16: und Term :26:)</span>. Das ,bewiesene‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> 1. Hauptergebnis, hier im 2. Beweisgang, Term :13: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''die Eigenschaften in GOTT sind vollkommen, d.h. sind die ultimativen Transzendentalia''«</span>, rechtfertigt, bzw. verifiziert sowohl Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, als auch die Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span>, für die Annahme ''':''' den ,GOTT der Christen‘, der als GOTT alle Grade der Vollkommenheit in sich schließt. Und das ebenfalls ,bewiesene‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> 2. Hauptergebnis, hier im selben Beweisgang, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''↔'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''das Wesen GOTTES ist sein eigenes Sein''«</span>, rechtfertigt, bzw. verifiziert sowohl Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, als auch die Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, für die Wesenseigenschaft ''':''' ,notwendige Existenz‘, und widerlegt den Einwand KANTS, für den Spezialfall ''':''' GOTT. Zwei Axiome und zwei Definitionen von GOTT und seinen Vollkommenheiten werden durch die Ergebnisse im Basisbeweis des GÖDEL-Kalküls in unserer realen Welt als ,wahr‘, <span style="color:#00B000">(genauer als ,widerspruchsfrei‘)</span>, und, — im Rahmen des christlichen Glaubens —, als ,annehmbar‘ bestätigt. <span style="color:#00B000">(Anmerkung zu Term :24: ''':''' eine Prämisse ist regulär-,modal‘ immer ,frei‘ wählbar.)</span> Zusammengefasst heißt das ''':''' die ,strittige‘ Begründung der ,methodologischen‘ Prämisse des GÖDEL-Kalküls ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Prämisse, Term :01:)</span>, weil <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Korollar-1)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> steht für den GOTT der Christen, für den es ohne Widerspruch denkbar ist, dass es ihn gibt''«</span>, <span style="color:#00B000">(ANSELMS Prinzip, trotz der ,Warnung‘ KANTS)</span>, ist ,wahr‘ und für uns ,annehmbar, denn es ist auch, auf Grund der Ergebnisse des 2. Beweisganges, in unserer realen Welt ,wahr‘ und ,annehmbar‘, weil schon als ,widerspruchsfrei‘ verifiziert ''':''' der GOTT der Christen <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span> ,existiert‘ für uns ,notwendig‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(d.i. das ,regulär‘-mögliche Korollar sowohl im 2. als auch im 3. Beweisgang)</span>, denn dieser GOTT ist aus sich ,vollkommen‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PG'''‘ —</span>, und zu seiner ,Vollkommenheit‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span> gehört auch notwendig sein ,Existieren‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. <span style="color:#00B000">(Jeder dieser Terme ist im Geltungsbereich der Prämisse Term :01: als ,wahr‘ und ,annehmbar‘ bewiesen.)</span> Das ist der ,Kern‘ des ontologischen Arguments, und somit ist auch diese ,strittige‘ Begründung der Prämisse des GÖDEL-Kalküls mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span>, d.h. sie ist logisch ,richtig‘ und, im Kontext des christlichen Glaubens, vernünftig. Die Annahme des Gegenteils zu dieser Prämisse ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es ist undenkbar, dass es diesen GOTT gibt''«</span>, führt jedoch, unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung, zu einem Widerspruch — ist unlogisch und daher ,falsch‘, <span style="color:#00B000">(siehe Anhang ''':''' Widerlegung)</span>. Die Behauptung einer ,formalen Unentscheidbarkeit‘ zu den Annahmen über die Existenz GOTTES, ob oder nicht, <span style="color:#00B000">(d.h. ein ,methodologischer‘ Agnostizismus)</span>, ist gegen jede ,Logik‘; und ist auch ,falsch‘. Denn aus dem, im Kalkül abgeleiteten, Widerspruch aus der einen Annahme, und damit ihrer Unrichtigkeit, folgt notwendig die Richtigkeit der gegenteiligen Annahme. Damit ist eine klare Entscheidung getroffen. Mit dem 2. Hauptergebnis, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#FF6000">»'',Dasein‘ ist das ,Wesen‘ GOTTES''«</span>, folgt die GÖDEL-Axiomatik der philosophisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition der ,Rede von GOTT‘ seit ARISTOTELES, und schließt sich damit formal-syntaktisch zugleich auch der religiösen Überzeugung der Christen an, die glauben, dass GOTT, als unser Vater, aus Liebe, in seinem Sohn, JESUS CHRISTUS, für uns immer schon <span style="color:#FF6000">»''da''«</span> ist, <span style="color:#00B000">(der Sohn ist koinzident ,eins‘ mit GOTT, dem Vater und dem GEIST)</span>, wirksam in und durch seine <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span>, im HEILIGEN GEIST, bis ans Ende der Zeit. Das ist das, <span style="color:#FF6000">»''was''«</span> GOTT eigentlich für uns ausmacht, — die Selbstmitteilung seines unergründlichen Wesens in den Sakramenten der <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‘אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֑ה‚</big></span> <span style="color:#00B000">| ‚eh'jeh asher eh'jeh‘ |</span> <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin da für euch und für immer, als der ich ''<span style="color:#00B000">[ immer schon gewesen ]</span> ''bin''«</span>; <span style="color:#00B000">(d.i. das <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span>-exegetische ,Axiom‘ der Christen, und die <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> korrekte Explikation der ,regulären‘ Kalkül-Prämisse Term :01: <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx'''‘ —</span>, jeweils im 2. und 3. Beweisgang)</span>. Das heißt aber nicht, dass der Autor des Kalküls sich mit diesem Glauben identifiziert hat, <span style="color:#00B000">(,hat‘ er auch nicht)</span>, oder dass der Leser des ontologischen Beweises von Kurt GÖDEL sich damit identifizieren muss, wenn er dessen <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> anerkennt. Zur erweiterten <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Explikation der Kalkül-Prämisse ''':''' Die <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ist das ,Meisterwerk‘ GOTTES ''':''' In ihr ist es GOTT gelungen, etwas Göttliches und Unzerstörbares in unsere korrupten Welt einzupflanzen ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Etwas Göttliches existiert notwendig, d.h. ,unzerstörbar‘ in unserer Welt''«</span>. Sie ist, durch die Menschwerdung des GOTTES Sohnes, JESUS CHRISTUS, dessen <span style="color:#4C58F0">„Leib“</span> die <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ist, untrennbar mit Menschen verbunden, die schon, von allem Anfang an, und jetzt immer noch, durch die Sünde korrumpiert sind. Mit ihr will und wird GOTT unsere Welt und die Menschheit, bis ans Ende der Zeit, von der Sünde und von deren Konsequenz, dem <span style="color:#00B000">(ewigen)</span> Tod <span style="color:#4C58FF">„erlösen“</span>, <span style="color:#00B000">(jedoch nicht ohne die Zustimmung des Menschen)</span>. Mit dieser Explikation wird die Tragweite des ontologischen Arguments ANSELMS, und damit auch die <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Relevanz der GÖDEL-Axiomatik erkennbar. Immer vorausgesetzt, <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man glaubt an GOTT, <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. ====<div class="center"><span style="color:#660066">3. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 3, (ANSELMS Theorem)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe___________________„Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 5)} & \quad P\ E_{not}\; \ & \text { } & \text{„Notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft“} \\ \text{ } & \text{( :: Das ist nur dann wahr, wenn ,Dasein‘ und ,Wesen‘ } & \ & \text{( :: dagegen KANT : ,Existenz‘ ist keine ,Eigenschaft‘,} \\ \text{ } & \;\;\text{in eins zusammenfallen ! ARISTOTELES : Theorem-2)}\ & \ & \;\;\text{,Sein‘ ist für alles, was existiert, kein ,reales Prädikat‘ ! )} \\ \text{(Definition 1)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \forall X(\ P \ X \Longrightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{„x ist genau dann GOTT, wenn x alle positiven Eigenschaften hat“} \\ \text{(Definition 3)} & \quad \ E_{not}\ x \;\Longleftrightarrow\;\ \forall X \left(\ X_{ess}\ x \Longrightarrow \Box \; \exists y \ X\ y \right) & \ & \text{„Notwendige Existenz ist genau dann eine Eigenschaft von x, wenn} \\ \text{ } & \quad & \ & \;\;\text{alle wesentl. Eigenschaften von x notwendig instanziiert sind“} \\ \text{(Korollar 1)} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{„Es ist widespruchsfrei möglich, dass es GOTT gibt“} \\ \text{(Theorem 2)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ &\text{„Dasein, GOTT-Sein, Existenz ist das Wesen, die Essenz GOTTES“} \\ \text{(Korollar 2)} &\quad \ G\ x \;\Longrightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y))\ & \ &\text{„Wenn es GOTT gibt, dann gibt es notwendig nur einen GOTT“} \\ \text{(Theorem 3)} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \;\Longrightarrow\; \Box \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{( :: ANSELMS Prinzip)} \\ \text{ } & \text{„Weil es widerspruchsfrei möglich ist, dass es GOTT gibt,} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{ } & \;\;\text{ist der Glaube, dass es GOTT wirklich gibt, widerspruchsfrei“} \\ \text{01} & \quad \ G \ x\ & \ & \text{ AE: „Angenommen, x steht für den GOTT der Christen“} \\ \text{02} & \quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{(D1):01:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{03} & \quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ & \text{:02:[ⱯXA(X) ├ A(X)] :: (Quantorenregel)} \\ \text{04} & \quad \ P \ E_{not}\;\Rightarrow \ E_{not}\ x\ & \ & \text{:03:Instanz(X:= Enot) :: (Substitution für Eigenschaften)} \\ \text{05} & \quad \ E_{not}\ x\ & \ & \text{(A5):04:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B]} \\ \text{06} & \quad \forall X \left(\ X_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ X\ y \right) & \ & \text{(D3):05:[Modus ponens]} \\ \text{07} & \quad \ X_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ X\ y & \ & \text{:06:[ⱯXA(X) ├ A(X)]} \\ \text{08} & \quad \ G_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ G\ y & \ & \text{:07:Instanz(X:= G)} \\ \text{09} & \quad \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{(Th2):01:[Modus ponens]} \\ \text{10} & \quad \text{ ├ }\;\Box \; \exists x \ G\ x & \ & \text{:08:09:[Modus ponens]:FUB(y:=x) :: (Freie-Um-Benennung der Var.)} \\ \text{ } & \text{„Es gibt GOTT wirklich, für jede mögliche Welt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{1. Hauptergebnis !} \\ \text{11} & \quad \;\Diamond \exists x \ G \ x \;\Longrightarrow \; \Box \; \exists x \ G\ x & \ & \text{(K1):10:[├A├B ╞ A→B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''} \\ \text{(Theorem 3)} & \;\text{„Weil es widerspruchsfrei möglich ist, dass es GOTT gibt,} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war ! 2. Hauptergebnis ! } \\ \text{ } & \;\;\text{ist der Glaube, dass es GOTT wirklich gibt, widerspruchsfrei“} \\ \text{12} & \quad \;\Box \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y))\ & \ &\text{(K2):01:[Modus ponens]} \\ \text{13} & \quad \;\Box \; (\exists x \ G\ x \wedge \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y)))\ & \ & \text{:10:12:[Konjunktion]:DIST(□∧)} \\ \text{(Korollar 3)} & \;\text{„Es gibt notwendig genau nur einen GOTT“} & \ & \text{„Es gibt für jede mögliche Welt nur den GOTT der Christen“} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-3 ''':''' <span style="color:#00B000">(Ein Theorem und zwei Korollare, aus den beiden vorhergehenden Beweisgängen, werden hier, im 3. Beweisgang, zu ,Axiomen‘, die das Theorem-ANSELMS und sein Korollar mit-verifizieren und bestätigen.)</span> Dieser Beweisgang ist das Ziel aller Bemühungen. Hier wird der sog. ,ontologische Gottesbeweis‘ nach ANSELM von Canterbury formal-syntaktisch dargestellt und als logisch nachvollziehbar von GÖDEL bestätigt. Damit hat er aber auch klar gestellt, dass der ontologische Beweis ANSELMS kein Beweis für die ,Existenz‘ des GOTTES der Bibel sein kann, bzw. sein ,will‘ ''':''' Denn mit der Prämisse, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(Term :01:, wie auch schon im ,Basisbeweis‘, und ausformuliert hier in Term :02:, mit der Definition für GOTT)</span>, wird mit dem traditionellen, abendländischen ,GOTT-Glauben‘, der ,glaubt‘, dass der Gott der Christen tatsächlich existiert, — methodologisch als ,Annahme‘ —, der Beweisgang schon regulär und explizit eröffnet, aus dem sich dann, logisch korrekt, mit Hilfe der GÖDEL-Axiome und Definitionen, das ,Theorem ANSELMS‘ ergibt; <span style="color:#00B000">(hier jedoch, mit Günther J. WIRSCHING, ohne den Umweg bei GÖDEL über das modale Axiom-BECKER ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇□A→□A'''‘ —</span>, das André FUHRMANN recherchiert hat)</span>. GÖDEL verwendet zur Darstellung des sog. ,ontologischen Gottesbeweises‘ nach ANSELM die Struktur eines modal-logischen Kalküls. Ein modal-logisches Kalkül ist ein genau geregeltes Schema, in dem bei bestimmten ,Annahmen‘ <span style="color:#00B000">(Axiome, Definitionen, Prämissen)</span> etwas anderes als das Vorausgesetzte auf Grund des Vorausgesetzten mit Notwendigkeit folgt. Entsprechend der ,Modalität‘ der sechs ,modal‘ notwendigen Voraussetzungen, hier, für den 3. Beweisgang, die in den <span style="color:#00B000">(und durch die)</span> beiden vorhergehenden Beweisgängen schon als ,modal‘ wahr, bzw. als annehmbar verifiziert und/oder ,bewiesen‘ wurden, sind auch die beiden ,Schlusssätze‘ <span style="color:#00B000">(Theorem-3 und Korollar-3)</span> ,modal‘ wahr, bzw. annehmbar '''!''' Die Wahl der Prämisse :01: dagegen ist nicht ,modal‘ notwendig, sondern beruht auf einer freien Entscheidung, und damit ist auch ihre Interpretation eine freie Entscheidung, mit der Voraussetzung, dass man das Kalkül mit Theoremen aus der <span style="color:#4C58FF">„christlichen Theologie“</span> evaluieren, und damit interpretieren will. Dazu berechtigt die Genese des Kalküls. Der Glaube an den GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, beruht immer auf einer freien Entscheidung. Das Kalkül, als solches, unabhängig von jeder Interpretation seiner Syntax, ist genau dann ,allgemein‘ <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, d.h. ,ist allgemein gültig‘, wenn es gültigen Logik-Regeln folgt. Die Bestimmung seiner Syntax jedoch, d.h. seine Interpretation, unterliegt hermeneutischen Kriterien, die nicht von Logik-Regeln abhängen, wie hier ''':''' <span style="color:#FF6000">»''(unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt). Nur dann sind die Axiome wahr''«</span>, wie GÖDEL selbst hinzufügt. Mit der, — von GÖDEL eingeforderten —, ‚Unabhängigkeit‘ der Kalkül-Axiome von der zufälligen Struktur der Welt, wird implizit für das Kalkül auch festgelegt, dass <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> ‚unabhängig‘ von der zufälligen <span style="color:#00B000">(Raum-Zeit-)</span>Struktur unserer vergänglichen Welt, und daher ,zeitlos-ewig‘ ist, <span style="color:#00B000">(was <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> korrekt ist)</span>, begründet durch Definition-1 und Axiom-3. Aus der zeitlosen Ewigkeit GOTTES folgt, dass GOTT, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „grundlos“</span>, für uns immer schon ‚da‘ ist, denn bei Zeitlosigkeit gibt es keinen ,zeitlichen‘ und damit auch keinen ,ontologischen‘ Unterschied zwischen ‚Ursache‘ und ‚Wirkung‘. Beides ist dann koinzident ,eins‘ ''':''' wie ,Wesen‘ und ,Dasein‘ in GOTT, bzw. wie ,Begriff‘ und ,Sein‘, oder ,Möglichkeit‘ und ,Wirklichkeit‘. <span style="color:#00B000">(Man vergleiche damit auch die ,postulierte‘ Einheit von ,Erkenntnisobjekt‘ und ,Erkenntnissubjekt‘ im ,Gott‘ des ARISTOTELES ''':''' im <span style="color:#FF6000">»<span style="color:#00B000">[ selbstbewussten ]</span> ''Erkennen seiner Erkenntnis''<span style="color:#00B000">[-Tätigkeit ]</span>«<span style="color:#00B000"> | </span>„<span style="font-family: Times;"><big>νοήσεως νόησις</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„noêseôs noêsis“</span> <small>(‚<span style="font-family: Times;"><big>''Metaphysik''</big></span>‘ XII 9, 1074b34)</small>, im Vollzug seiner Funktion als ,unbewegtes Bewegungsprinzip‘, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„prôton kinoûn akinêton“</span> der Welt, das alles Übrige <span style="color:#FF6000">»''wie ein Geliebtes''«<span style="color:#00B000"> | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὡς ἐρώμενον</big></span>“</span> | <span style="color:#FF6000">„hôs erômenon“</span> bewegt; d.h. christlich ''':''' <span style="color:#FF6000">»''aus Liebe''«</span> ,entstehen‘ lässt.)</span> Anmerkung-4 ''':''' Das <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span> schon bewiesene Theorem-2, d.i. die Koinzidenz von <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> in GOTT, <span style="color:#00B000">(‚Existenz‘</span> und <span style="color:#00B000">‚Essenz‘)</span>, rechtfertigt sowohl Axiom-5 als auch die Definition-3, und widerlegt den Einwand KANTS. Somit ist deren Setzung <span style="color:#00B000">(hier, im 3. Beweisgang)</span> korrekt, und durch das Theorem-2 schon vorbestimmt und bestätigt, d.h. beide sind ,wahr‘ und annehmbar, da sie durch die Gültigkeit von Theorem-2 ,verifiziert‘ worden sind. Damit wird klar erkennbar, dass das Theorem-2 tatsächlich die Basis des GÖDEL-Kalküls ist. Und wenn damit Axiom-5 im GÖDEL-Kalkül ‚gerechtfertigt‘ ist, dann ist auch, <span style="color:#00B000">(als Voraussetzung dafür)</span>, das Axiom-4 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX → □PX'''‘ — ''':''' </span> <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ ,Transzendentalia‘ ]</span>, ''sind notwendig aus sich'', <span style="color:#00B000">[ von Natur aus ]</span>, ''positiv''«</span>, im 2. Beweisgang erklärbar, in dem die ‚Positivität‘, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, einer Eigenschaft schon als ‚notwendig‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, charakterisiert worden ist, äquivalent zu Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, in dem die ‚Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span>, <span style="color:#00B000">(der Existenz <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>)</span>, dann als ‚positive‘ Eigenschaft, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ‚bestimmt‘ wird; <span style="color:#00B000">(unter der speziellen Voraussetzung, dass <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> definitiv als eine <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> in GOTT ,instanziiert‘ ist; vgl. Definition-3. Eine ,bestimmte‘ Eigenschaft ist genau dann ,instanziiert‘, wenn sie an einem Träger real ,existiert‘. Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, besagt, dass die, von GÖDEL postulierte, <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz“</span> zu den ,ultimativen‘ Transzendentalia in GOTT gehört. Genauer ''':''' Sie ist die ,Summe‘ aller Transzendentalia.)</span> Zum Axiom-4, <span style="color:#00B000">(bzw. zum Term :14:, im 2. Beweisgang)</span>, erklärt GÖDEL in seinen Notizen zum Kalkül ''':''' <span style="color:#FF6000">»''da es'' <span style="color:#00B000">[ das Notwendigsein, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span> ]</span> ''aus der Natur der'' <span style="color:#00B000">[ positiven ]</span> ''Eigenschaft folgt'', <span style="color:#00B000">[ deren Positivität, im selben Beweisgang, mit Term :13: vorher schon ,bewiesen‘ (╞ ) worden ist ]</span>«</span>. Der Unendliche, GOTT, — im Glauben der Christen —, ist deswegen ,notwendig für uns da‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, weil er als GOTT ,vollkommen‘, ,perfekt‘ und absolut ,positiv‘, d.h. absolut ,gut allein‘ ist, ohne jede Negativität ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>; <span style="color:#00B000">(was auch schon im 2. Beweisgang mit Term :13: verifiziert wurde)</span>. Und wenn GOTT ,vollkommen‘, ,perfekt‘, ,positiv‘, und absolut ,gut‘ ist, dann ist er das auch ,notwendig aus sich‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG → □PG'''‘ — ::</span> <span style="color:#00B000">(als Zusatz-Korollar im 2. Beweisgang mit Axiom-4 und der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=G) ]</span>)</span>, d.h. ,aus seinem Wesen‘. Das ist gerade das, ,was‘ GOTT als GOTT ausmacht ''':''' sein ,Wesen‘, bzw. seine <span style="color:#FF6000">„Natur“</span>. Zusammen mit der Definition-1 für GOTT, <span style="color:#00B000">(und der Definition-2 ''':''' Alle Wesenseigenschaften hängen notwendig gleichwertig aus sich zusammen)</span>, ist dieses, aus der <span style="color:#FF6000">„Natur“</span> GOTTES sich ergebende, ‚Notwendigsein‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, aller ‚positiven‘ Eigenschaften im Axiom-4, und ihr logischer Zusammenhang, d.i. die Koinzidenz aller ,Vollkommenheiten‘ im Unendlichen, GOTT, ihr ,Zusammenfallen in eins‘, die entscheidende Voraussetzung, aus der sich dann für GÖDEL <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span> auch der logische Zusammenhang, bzw. die ontologische Identität, <span style="color:#00B000">(die Koinzidenz)</span>, von <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> in GOTT, im Basis-Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> mit Notwendigkeit ergibt. Das Theorem-2 ist dann, in weiterer Folge, die ,modal‘ notwendige, d.h. die transzendentale Voraussetzung auch für den Konsequenz-Teil im Theorem ANSELMS, <span style="color:#00B000">(Term :09: hier im 3. Beweisgang)</span>. <span style="color:#FF6000">„Positive Eigenschaften“<span style="color:#00B000"> | </span>„Vollkommenheiten“</span> sind ,immer‘ auch <span style="color:#FF6000">„notwendige Eigenschaften“</span>, daher ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. Das ,Dasein‘, die <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> ist ,immer‘ etwas <span style="color:#FF6000">„Positives“</span>, speziell in GOTT, dem Schöpfer jeder ,Existenz‘, bzw. allen ,Seins‘. Axiom-4 begründet im GÖDEL-Kalkül das Basis-Theorem-2, und ,verankert‘ dieses Theorem damit zugleich in der <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span>-philosophischen Tradition der ,Rede von GOTT‘ bei ARISTOTELES, — AVICENNA, — ANSELM, — DESCARTES, — LEIBNIZ, — HEGEL, — und bei GÖDEL mit äußerster ,logischer‘ Klarheit. Anmerkung-5 ''':''' Der ‚Schlüsselbegriff‘ in diesem Kalkül ''':''' <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“<span style="color:#00B000"> | </span>„Perfektion“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span>, dominiert alle Axiome des GÖDEL-Kalküls, jedoch ohne inhaltlich genauer ‚bestimmt‘ worden zu sein. Für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> gibt es keine explizite Definition '''!''' <span style="color:#00B000">(Das Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span>, besagt nur, dass die ,postulierten‘, positiven Eigenschaften, die <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span>, formal miteinander verträglich, d.h. ‚widerspruchsfrei‘ sind, wegen Axiom-2. Axiom-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX ∧ □∀x(Xx→Yx)→PY'''‘ —</span>, besagt, dass positive Eigenschaften ,gleichwertig‘ sind, d.h. gleich ,wahr‘ sind, weil sie ,notwendig‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, aus sich, alle paarweise mit- und voneinander ,impliziert‘ sind, sich gegenseitig ,einschließen‘, und damit eine Einheit bilden, d.h. in GOTT ,eins‘ sind. Axiom-2 ist somit zugleich eine ,indirekte‘ Definition für ,positive‘ Eigenschaften ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>. Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span>, besagt ''':''' Weil die ,gleichwertigen‘, positiven Eigenschaften sich gegenseitig implizieren, und damit notwendig von einander abhängen, d.h. koinzident in GOTT ,eins‘ sind, — wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT steht —, sind sie somit auch die ,wesentlichen‘ Eigenschaften, die <span style="color:#FF6000">„ultimativen Transzendentalia“</span>, in GOTT, der, wesentlich und exklusiv, notwendig ,Einer‘ ist. Fußnote zu Definition-2 in der GÖDEL-Notiz ''':''' <span style="color:#FF6000">»''any two essences of x are nec. equivalent''«</span>. Die paarweise, notwendige Äquivalenz von zwei beliebigen Wesenseigenschaften der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span>, wird hier, spezifisch für GOTT, d.h. wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT, dem einen, steht, zur <span style="color:#FF6000">„Koinzidenz“</span>, — zum paarweise ,Zusammenfallen in eins‘ —, dem inneren Zusammenhang aller seiner <span style="color:#FF6000">„ultimativen“</span> Vollkommenheiten, d.h. aller <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> und Zuschreibungen, in dem Unendlichen, GOTT.)</span> In den entscheidenden ‚Schlusssätzen‘ des Kalküls ist der ‚Schlüsselbegriff‘ verschwunden. Hier ist nur mehr von GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, die Rede ''':''' Korollar-1, <span style="color:#FF6000">„Es ist definitiv denkbar, dass es GOTT gibt“</span>, Theorem-2, <span style="color:#FF6000">„Dasein, GOTT-Sein, Göttlichkeit ist das Wesen GOTTES“</span>, Theorem-3, <span style="color:#FF6000">„Weil GOTT definitiv denkbar, d.h. widerspruchsfrei möglich ist, darum ist auch der Glaube an GOTT widerspruchsfrei, logisch richtig und mathematisch evident, der annimmt, dass es GOTT, mit Notwendigkeit, wirklich gibt“</span>, <span style="color:#00B000">(nach ANSELM von Canterbury, und was spezifisch das <span style="color:#FF6000">»</span>''Privilegium der Gottheit allein''<span style="color:#FF6000">«</span> ist, nach LEIBNIZ)</span>, und Korollar-3, <span style="color:#FF6000">„Es gibt notwendig aus sich, d.i. unverursacht, nur einen GOTT“</span>. Das GÖDEL-Kalkül ist zu diesen Erkenntnissen gekommen, ohne die Eigenschaften, bzw. die ‚Vollkommenheiten‘ GOTTES, d.h. wer oder was GOTT ‚an sich‘ selbst ist, genauer bestimmen zu müssen, <span style="color:#00B000">(was ,für uns‘ ohnehin ,unmöglich‘ ist)</span>; außer im Theorem-2, in dem das <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> GOTTES als die ‚für uns‘ bestimmende und wichtigste <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> in GOTT erkannt worden ist, — immer vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man ‚glaubt‘ an den zeitlos-ewigen GOTT ''':''' <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. Der GOTT des GÖDEL-Kalküls ist nicht mehr der an Raum und Zeit gebundene ‚Gott‘ des ARISTOTELES, sondern der von Raum und Zeit <span style="color:#FF6000">»''unabhängige''«</span> GOTT der Bibel bei ANSELM und bei LEIBNIZ. Das GÖDEL-Kalkül, <span style="color:#00B000">(wie ja auch der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘ ANSELMS)</span>, kann jedoch, — bei aller ‚Coolness‘ —, keinen GOTT-Glauben ‚erzeugen‘, sondern setzt vielmehr die Existenz GOTTES schon als notwendig gegeben voraus. Das Kalkül des Logiker GÖDEL beweist aber, dass der traditionelle ‚GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span>, mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span>, d.h. logisch ,richtig‘ und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span> ist, weil der ‚Nicht-GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die atheistische Weltanschauung''«</span>, im Möglichkeitsbeweis notwendig zu unlösbaren Widersprüchen führt, und somit logisch ,falsch‘ ist. <span style="color:#00B000">(Die ,Logik‘ hat aber, — bekanntlich —, bei allen wichtigen, persönlichen Entscheidungen immer nur eine untergeordnete Rolle '''!''' )</span> Anmerkung-6 ''':''' Das erste, ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleitete, Hauptergebnis im 3. Beweisgang, Term :10: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' die ,notwendige‘ Existenz GOTTES, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse, Term :1: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>. Dieses erste Hauptergebnis hat also den überlieferten, traditionellen GOTT-Glauben zur Voraussetzung, und ist daher davon ,abhängig‘. Das zweite Hauptergebnis im 3. Beweisgang, das Theorem ANSELMS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, dagegen, ist die Darstellung der Abhängigkeit des ersten Hauptergebnisses von dem, vorher schon bewiesenen, ,Axiom‘ von der ,möglichen‘ Existenz GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, dem Korollar-1 aus dem 1. Beweisgang, und hat nicht mehr den überlieferten, traditionellen GOTT-Glauben zur Voraussetzung, und ist daher auch nicht mehr davon abhängig. Dazu die Feststellung LEIBNIZ‘ ''':''' ::Das Theorem ANSELMS ist <span style="color:#FF6000">»''ein unvollständiger Beweis, der etwas voraussetzt, was man noch hätte beweisen sollen, um ihm mathematische Evidenz zu verleihen — nämlich, dass man dabei stillschweigend voraussetzt, diese Vorstellung des durchaus großen oder durchaus vollkommenen Wesens sei möglich und enthalte keinen Widerspruch'' «</span>. Diesen unvollständigen Beweis hat GÖDEL im 1. Beweisgang mit dem ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleiteten, und als widerspruchfrei bewiesenen, Korollar-1 vervollständigt. Dieses Korollar ist nur vom logischen Axiom-1 und von der mathematischen Äquivalenz der Perfektionen, <span style="color:#00B000">(der Transzendentalia)</span>, im Axiom-2 ,abhängig‘, und nicht mehr von der methodologischen Kalkül-Prämisse, dem traditionellen GOTT-Glauben. Damit hat das Theorem ANSELMS die gesuchte <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> erreicht. Zusammenfassung ''':''' Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind konsistent''«</span>, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse im 1. Beweisgang, Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, den, — <u>modal-frei</u> — gewählten, ,angenommenen‘ positiven Eigenschaften. Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT-Sein ist das Wesen GOTTES''«</span>, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse im 2. Beweisgang, Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, dem, — <u>modal-frei</u> — gewählten, ,angenommenen‘ GOTT-Glauben der Christen. Im Unterschied dazu ist im 3. Beweisgang, im Theorem-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, der Glaube, dass es einen GOTT notwendig gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, die logische Konsequenz aus dem, — <u>modal-notwendig</u> — als widerspruchsfrei ,bewiesenen‘, Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, im 1. Beweisgang, <span style="color:#00B000">(auch im Beweisgang ,Widerlegung‘ im Anhang)</span>. Somit ist das Theorem ANSELMS, mit Korollar-1, nur vom logischen Axiom-1 der Widerspruchsfreiheit, und der paarweisen, mathematischen Äquivalenz beliebiger positiver Eigenschaften, <span style="color:#00B000">(aller Transzendentalia)</span>, im Axiom-2, abhängig. Damit ist die Bedingung für die geforderte, spezielle <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span>, und auch für die Widerspruchsfreiheit im Theorem ANSELMS erfüllt; unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. ====<div class="center"><span style="color:#660066">Widerlegung</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDEL-Kalkül : der Möglichkeitsbeweis als Widerlegung des Nicht-GOTT-Glaubens</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe_____________ „Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.1)} & \quad P \neg X \;\Longrightarrow\;\ \neg P\ X\ & \ & \text{„Wenn die Negation von X positiv ist, dann ist X nicht positiv“} \\ \text{(Axiom 2)} & \quad \Box \;\forall x (\ X\ x \Longrightarrow \ Y\ x) \Longrightarrow \ P\ Y & \ & \text{„Die Eigenschaft Y in allen x, die aus der Eigenschaft X in allen x} \\ \text{ } & \quad & \ & \; \; \text{mit modaler Notwendigkeit folgt, ist eine positive Eigenschaft“} \\ \text{(Korollar-1)} &\quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{ } \\ \text{ } & \text{„Es ist möglich, dass es den GOTT der Christen gibt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} & \quad \; \neg \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{ AE: „Es ist unmöglich, dass es diesen GOTT gibt“ (dezidierter Atheismus)} \\ \text{02} & \quad (\neg x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, nicht mit x identisch zu sein“ :: (ungleich)} \\ \text{03} & \quad (\ x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, mit x identisch zu sein“ :: (gleich)} \\ \text{04} & \quad \neg\neg \Box \neg \exists x \ G \ x \ & \ & \text{:01:[ ◇A ↔ ¬□¬A ] :: (Modalregel) } \\ \text{05} & \quad \neg\neg \Box \neg\neg \forall x \neg \ G \ x \ & \ & \text{:04:[ ∃xA ↔ ¬Ɐx¬A ] :: (Quantorenregel) } \\ \text{06} & \quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall x \neg G \ x \ & \ & \text{:05:NEG :: [ ¬¬A↔A ] :: (Gesetz der Aussagenlogik) } \\ \text{07} & \quad \Box \; \forall x \neg G \ x \Leftrightarrow\ W & \ & \text{:01:06:[ (:01:↔W) → (├:06:↔W) ] :: (Kalkülregel) } \\ \text{08} & \quad \Box \; \forall x \ G \ x \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:07:[ (¬A↔W)↔(A↔F) ] :: (Regel für Wahrheitswerte)} \\ \text{ } & \text{„Jeder GOTT-Glaube ist ganz sicher falsch ! “} & \ & \Longleftarrow\; \text{die logische Konsequenz aus der Prämisse :01: !} \\ \text{09} & \quad \ (\neg x = x ) \Leftrightarrow \ F \; \ & \text { } & \text{Xx:02:Instanz(X:=(¬x=..)) ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{10} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \text { } & \text{:08:09:[ (:08:↔F) → (:09:↔F) ] :: „ex falso sequitur quotlibet“} \\ \text{11} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow \; (\neg x = x)) \Rightarrow \; P (\neg x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(X:=G):Instanz(Y:=(¬x= ..)) } \\ \text{12} & \quad \ P (\neg x = .. ) & \ & \text{:10:11:[ Modus ponens ] :: [ A→B, A ├ B ]} \\ \text{13} & \quad \ P (\neg x = .. )\;\Rightarrow\ \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{(A1.1):Instanz(X:=(x=..))}\\ \text{14} & \quad \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{:12:13:[ Modus ponens ] :: (log. Schlussregel)}\\ \text{15} & \quad \ (x = x ) \Leftrightarrow \ W \; \ & \ & \text{Xx:03:Instanz(X:=(x=..)) ⇒ Tautologie !} \\ \text{16} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \ & \text{:08:15:[ (:08:↔F) → (:15:↔W) ] :: „ex falso sequitur etiam verum“} \\ \text{17} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (x = x)) \Rightarrow \ P (x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(X:=G):Instanz(Y:=( x= ..))} \\ \text{18} & \quad \ P (\ x = .. )\ & \ & \text{:16:17:[ Modus ponens ]}\\ \text{19} & \quad \text{ ├ }\; (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:14:18:[ Konjunktion ] ⇒ Kontradiktion !}\\ \text{20} & \quad \neg \Diamond \; \exists x \ G \ x \Rightarrow (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) & \ & \text{:01:19:[ ├A├B╞ A→B ] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''}\\ \text{ } & {\color{RedOrange}\text{Der Atheismus führt zu einem logischen Widerspruch ! }} & \ & \Longleftarrow\; \text{was mit Term :20: bewiesen ist !} \\ \text{21} & \quad \neg\neg \Diamond \; \exists x \ G \ x & \ & \text{:20:19:[ Modus tollendo tollens ] :: [ A→B,¬B ├ ¬A ]}\\ \text{22} & \quad \; \Diamond \; \exists x \ G \ x & \ & \text{:21:NEG }\\ \text{(Korollar-1)} & \;\text{„Es ist definitiv möglich, dass es diesen GOTT gibt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war !} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-7 ''':''' Dieser Beweisgang geht prinzipiell von der Existenz GOTTES, <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span>, aus, wobei aber die Möglichkeit seiner Existenz, und damit die Sinnhaftigkeit des Glaubens an GOTT, durch die Prämisse :01: in Frage gestellt wird, und daher im Kalkül überprüft werden soll. Denn mit der Behauptung der Existenz allein ist es nicht getan. Es muss auch seine Möglichkeit, d.h. die Sinnhaftigkeit des Glaubens an GOTT aufgewiesen werden. LEIBNIZ hat als erster, <span style="color:#00B000">(nach ANSELM)</span>, dieses Problem gesehen, und GÖDEL hat dafür eine Lösung gefunden. Dieser Beweisgang, <span style="color:#00B000">(analog zum Möglichkeitsbeweis von Günther J. WIRSCHING konzipiert)</span>, setzt in den Axiomen, genau wie im 1. Beweisgang, die Existenz von etwas <span style="color:#FF6000">„Positiven“, „Perfekten“, „Vollkommenen“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ,'''P'''‘ —</span>, allgemein für die Welt voraus, <span style="color:#00B000">(das im Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ,'''PG'''‘ —</span>, GOTT ultimativ zugeordnet wird ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist absolut positiv, perfekt und vollkommen''«</span>)</span>; was im 2. Beweisgang mit Term :13: als widerspruchsfrei, <span style="color:#00B000">(als ,wahr‘ und ,annehmbar‘ im Kontext des christlichen Glaubens)</span>, schon ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> worden ist. Die Existenz der ,Transzendentalien‘ in der Welt ist ein allgemeines Faktum; ihre Existenz auch in GOTT ist mit dem Term :13: des 2. Beweisganges bewiesen, die jedoch im Unendlichen, GOTT, als Transzendentalia, auch in ,ultimativer‘ Form vorliegen. Axiom-1 ,besagt‘, dass Eigenschaften nicht zugleich, vollkommen und nicht vollkommen, sein können. Axiom-2 ,besagt‘, dass, allgemein, alle Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(alle Transzendentalien)</span>, gleichwertig, <span style="color:#00B000">(mathematisch äquivalent)</span>, sind. <span style="color:#00B000">(Axiom-2 wird hier um das GÖDEL-Konjunkt <span style="color:#4C58FF">— ,'''PX'''‘ —</span> verkürzt dargestellt. Damit ist auch Axiom-3 für diesen Beweisgang unnötig geworden, ohne dass sich wegen dieser Kürzung am Ergebnis etwas ändert.)</span> Die Eigenschaft <span style="color:#4C58FF">— (¬x=..) —</span> ,besagt‘, dass GOTT ,unvergleichlich‘ ist, wenn <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> für GOTT steht. <span style="color:#00B000">(Der informelle Term, <span style="color:#4C58FF">— (¬x=..) —</span>, ersetzt hier, wie bei A. FUHRMANN, den formal korrekten Abstraktionsausdruck ''':''' <span style="color:#4C58FF">— λy.(¬x=y) —</span>, aus dem Lambda-Kalkül.)</span> Der Term :16: <span style="color:#4C58FF">— (x=x) ↔ W —</span> steht für die Selbstbezeichnung des GOTTES-JHWH in Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin‘''«</span>. Der GOTT der abendländischen, christlichen Tradition wird mit <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span> bezeichnet ''':''' d.i. der <span style="color:#FF6000">„GOTT der Christen“</span>, entsprechend der ,methodologischen‘ Prämisse und der ,Genese‘ des Kalküls, syntaktisch formalisiert in der Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''ist genau dann GOTT'', <span style="color:#4C58FF">,'''G'''‘</span>, ''wenn es alle Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">,'''P'''‘</span>, ''in sich schließt''«</span>, nach der Vorgabe von LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>. Mit Korollar-1 hat dieser Beweisgang dasselbe Endergebnis, wie der 1. Beweisgang. Der Beweis, dass der dezidierte Atheismus zu einem logischen Widerspruch führt, und damit falsch ist, ist ein Zwischenergebnis in diesem Beweisgang, und begründet mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, und unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung, den, von LEIBNIZ gesuchten, Möglichkeitsbeweis für die Existenz GOTTES im Argument des Erzbischofs, und bestätigt damit die Sinnhaftigkeit des GOTT-Glaubens. Einmal Axiom-1 und zweimal Axiom-2 sichern hier das Ergebnis des Kalküls ''':''' das Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es ist definitiv möglich, dass es den GOTT der Christen gibt''«</span>. Diese zwei Axiome sind die einzigen, und modal-notwendigen, d.h. die transzendentalen Voraussetzungen und Bedingungen für das Endergebnis ''':''' der Widerspruchsfreiheit und Sinnhaftigkeit des Glaubens der Christen an GOTT; <span style="color:#00B000">(dasselbe gilt natürlich auch für die <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Weltanschauung jeder monotheïstischen Religion '''!''' Dem Erzbischof ANSELM ging es damals nur um seinen Glauben an GOTT.)</span>. Die Logik-Regel <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„ex falso sequitur quotlibet, etiam verum“</big></span></span>, <span style="color:#00B000">(‚Aus Falschem folgt irgendetwas, auch Wahres‘)</span>, ist der scholastische Ausdruck für die ‚Implikation‘ <span style="color:#00B000">(Folgerung)</span> von Aussagen, die nur dann falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist, wenn das Antezedens wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, und die Konsequenz falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist. Andernfalls ist sie immer wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, auch wenn die Voraussetzung falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist ''':''' ‚Modern‘ darstellbar durch die ‚Wahrheitswertetafel‘ für die ‚materiale Implikation‘, <span style="color:#4C58FF">— ,(A → B)‘ —</span> <span style="color:#FF6000">„wenn A, dann B“</span>. Damit ist auch der <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ] </span> verstehbar; <span style="color:#00B000">(vgl. die vierte Zeile der ‚materialen Implikation‘)</span>. Der positive hypothetische Syllogismus ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ Modus ponendo ponens ] :: [ A → B, A ├ B ] </span> ist aus der ersten Zeile ablesbar. Die folgende Tabelle gibt für jeden ,Wahrheitswert‘ der Aussagen <math>A</math> und <math>B</math> das Resultat einiger zweiwertiger Verknüpfungen an ''':''' {|class="wikitable hintergrundfarbe2" style="text-align:center;" |- !colspan="2"|''Belegung''!!Konjunktion!!Disjunktion!!materiale<br /> Implikation!!Äquivalenz<br /> Bikonditional!!kopulative<br /> Konjunktion |- !<math>A</math> !<math>B</math> !<math>A</math> und <math>B</math> !<math>A</math> oder <math>B</math> !wenn <math>A</math> dann <math>B</math> !sowohl <math>A</math> als auch <math>B</math> !entweder <math>A</math> oder <math>B</math> |- !W!!W |W||W||W||W||F |- !W!!F |F||W||F||F||W |- !F!!W |F||W||W||F||W |- !F!!F |F||F||W||W||F |} <span style="color:#00B000">(Eine ‚Konjunktion‘ ist nur dann ,wahr‘, wenn beide Aussagen einer ‚Konjunktion‘ wahr sind. Eine ‚kopulative Konjunktion‘ ist nur dann ,wahr‘, wenn entweder die eine, oder die andere Aussage der ‚kopulativen Konjunktion‘ wahr ist. Es besteht also eine Wenn-Dann-Verbindung zwischen beiden Aussagen — eine ,Kopplung‘. Das ist die logische Grundlage von Axiom-1 im GÖDEL-Formalismus)</span> Um das Widersprüchliche der ,Annahme‘ nachzuweisen, dass positive Eigenschaften ,nicht konsistent‘ seien, <span style="color:#00B000">(im 1. Beweisgang)</span>, bzw. um das Falsche und Sinnwidrige der ,Annahme‘ klarzustellen, es sei ,unmöglich‘, dass es einen GOTT gibt, <span style="color:#00B000">(hier, in der Widerlegung)</span>, verwendet das GÖDEL-Kalkül den Gegensatz ''':''' wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span>, zwischen der dritten und vierten Zeile der Wahrheitswertetafel für die ,materiale Implikation‘, entsprechend der Regel <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„ex falso sequitur quotlibet, etiam verum“</big></span></span>, jeweils mit der Hilfe von Axiom-1 und Axiom-2; hier unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. Im Gegensatz dazu, wird, <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, aus dem Glauben an GOTT, mit einer <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, speziell mit Axiom-1, das Widersprüchliche in der ,Annahme‘ nachgewiesen, es gäbe in GOTT <span style="color:#FF6000">»''keine Vollkommenheit, nichts Positives, nichts Perfektes''«</span>, d.h. keine ,Transzendentalia‘. In dieser <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, im 2. Beweisgang, wird vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span> ''':''' es gibt den GOTT der Christen, <span style="color:#00B000">(als Prämisse :01:)</span>, der ,unvergleichlich‘ und ,einzigartig‘ ist, und in dem auch alle ,Transzendentalia‘ <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ,eins‘ sind, entsprechend Axiom-2. Für KANT entsteht ein Widerspruch in den Prädikaten eines Satzes. ::<span style="color:#FF6000">»</span> ''Wenn ich das Prädicat in einem identischen Urtheile aufhebe'', <span style="color:#00B000">[ durch eine Negation ]</span>, ''und behalte das Subject, so entspringt ein Widerspruch''. <span style="color:#00B000">[ Wenn ich sage ''':''' ,''GOTT ist nicht allmächtig''‘, entsteht ein Widerspruch zur richtigen Aussage ''':''' ,''GOTT ist allmächtig''‘. ]</span> … ''Wenn ihr aber sagt ''':''' ,GOTT ist nicht‘, so ist weder die Allmacht, noch irgendein anderes seiner Prädicate gegeben; denn sie sind alle zusammt dem Subjecte aufgehoben'', <span style="color:#00B000">[ negiert ]</span>, ''und es zeigt sich in diesem Gedanken nicht der mindeste Widerspruch.'' <span style="color:#FF6000">«</span><ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 398f; https://www.korpora.org/kant/aa03/398.html</ref> Es ist richtig, wie KANT sagt, der Widerspruch entsteht nicht in dem Gedanken ''':''' ,''GOTT ist nicht''‘. GÖDEL zeigt daher, dass der Widerspruch erst dann entsteht, wenn von der Annahme ausgegangen wird ''':''' '',Es ist unmöglich, dass GOTT ist''‘. Daraus folgt dann ,regulär‘, mit Hilfe von Axiom-1 und Axiom-2, <span style="color:#00B000">(d.h. mit den Theoremen von den Transzendentalien)</span>, die logische ,Möglichkeit‘ GOTTES, unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. Wie LEIBNIZ klar erkannt hat, muss zuerst, aus dem Widerspruch des Gegenteils, die logische ,Möglichkeit‘, <span style="color:#00B000">(die Konsistenz)</span>, der Existenz GOTTES bewiesen werden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, bevor daraus die reale ,Notwendigkeit‘ eines GOTTES abgeleitet werden kann ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>. Dieser Sachverhalt ist jedoch das ausschließliche Spezifikum GOTTES, <span style="color:#00B000">(das <span style="color:#FF6000">»''Privilegium der Gottheit allein''«</span>)</span>, und gilt nur bei GOTT, als dem Unvergleichlichen und Einzigartigen. Dieses ,Spezifikum‘ wird im Theorem ANSELMS abgebildet ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, auf Grund von Axiom-2, das den inneren Zusammenhang, die Koinzidenz auch von ,Möglichkeit‘ und ,Notwendigkeit‘ im Unendlichen, GOTT, erkennen lässt. Bis Zeile 10, im 3. Beweisgang, reicht der Geltungsbereich der ,modal‘-frei gewählten Kalkül-Prämisse :01:, der ,methodologische‘ GOTT-Glaube. In Zeile 11 liegt der ,Schwerpunkt‘ des ontologischen Beweises dann am, — modal als notwendig — ,bewiesenen‘ Widerspruch des Gegenteils zum GOTT-Glauben, <span style="color:#00B000"> (formal-syntaktisch dargestellt als widerspruchfreies Antezedens, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, dem Korollar-1 aus dem 1. Beweisgang)</span>, und nicht mehr am ,angenommenen‘ GOTT-Glauben der Kalkül-Voraussetzung, <span style="color:#00B000">(nun dargestellt als Konsequenz <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> im Theorem ANSELMS)</span>. Damit hat er, — angeregt durch LEIBNIZ, und mit ihm —, die fast einhellig akzeptierte Fehldeutung des ontologisch-<span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Arguments ANSELMS für GOTT durch gewichtige philosophische, <span style="color:#00B000">(KANT<ref>GOTT ist absolut einzigartig und unvergleichlich. KANT macht GOTT jedoch zu einem ,Ding‘ unter den vielen ,Dingen‘ dieser Welt, indem er die Existenz, bzw. das ,Sein‘ GOTTES mit dem ,Sein der Dinge‘ gleich setzt. Eine solche Gleichsetzung ist bei GOTT unangebracht und daher unzulässig! Er verkennt damit die Einzigartigkeit und Besonderheit GOTTES. Das ,Sein‘ der Dinge ist — nach KANT — ,kein reales Prädikat’, d.h. Existenz ist keine Eigenschaft. In GOTT ist ,Sein‘ hingegen ein ,reales Prädikat‘, d.h. Existieren ist die Wesenseigenschaft GOTTES, denn GOTT ist der, der für uns — aus Liebe — immer schon ,da‘ ist, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das ist das, was GOTT für uns ausmacht — sein Wesen.</ref>)</span>, und <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span>, <span style="color:#00B000">(THOMAS<ref>GOTT ist absolut einzigartig und unvergleichlich. THOMAS unterscheidet die ,Natur GOTTES‘ nicht von der ,Natur der Dinge‘, indem er die ,Natur‘ des GOTTES ANSELMS irrtümlich mit der ,Natur‘ der Dinge gleich setzt. Damit reiht er GOTT unter die vielen Dinge unserer Welt ein: GOTT ,esse in rerum natura‘, d.h. wörtlich, dass der GOTT ANSELMS in der ,Natur‘ der Dinge existiert. Eine solche Gleichsetzung ist bei GOTT unangebracht und daher unzulässig! Die ,zeitlose-überzeitliche‘ Wirklichkeit, (Natur), GOTTES ist völlig verschieden und unabhängig von der zufälligen Wirklichkeit, (die ,Natur‘), unserer ,raum-zeitlichen‘ Welt. Daher ist sie mit dieser auch nicht vergleichbar.</ref>)</span>, Autoritäten zurechtgerückt, welche die Einzigartigkeit und Unvergleichlichkeit des Unendlichen, GOTT, bei ihrer Beurteilung des Theorem ANSELMS nicht berücksichtigt haben, sondern den Unendlichen, <span style="color:#00B000">(irrtümlich)</span>, unter die endlichen Dinge unserer Welt eingereiht haben. GÖDEL hat mit dem bewiesenen Widerspruch des Gegenteils zum GOTT-Glauben, den Beweis für die <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> des Theorem ANSELMS geliefert, was, nach LEIBNIZ, für die Akzeptanz dieses Theorems noch gefehlt hat. Das Theorem ANSELMS besagt universell ''':''' Die <span style="color:#FF6000">»''theologische Weltanschauung''«</span> der Juden, Christen und Muslime, die ,annehmen‘, dass es mit ,Notwendigkeit‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□'''‘ —</span> <span style="color:#00B000">(nur)</span> einen GOTT gibt, ist logisch richtig und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, weil es <u>ohne Widerspruch</u> ,denkbar‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇'''‘ —</span> ist, dass es GOTT gibt ''':''' Nicht mehr und nicht weniger, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>. Es geht hier bei GÖDEL nicht um Theoriefindung oder ähnliches. GÖDEL ist kein Theoretiker. GÖDEL ist Logiker und Mathematiker. Was er sagt, ist mathematisch wahr und logisch richtig. Wenn er sagt, dass die Aussage ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ — »''wahr''«</span> ist ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es ist möglich, dass es Gott gibt, wegen Axiom-2 (und Axiom-1)''«</span>, dann spricht er hier von der mathematischen Wahrheit. Logischerweise ist dann die konträre Aussage ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ — »''falsch''«</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es ist nicht möglich, dass es einen Gott gibt''«</span>, und zwar mathematisch falsch, weil sich aus dieser Aussage ein Widerspruch ergibt. Jeder, der die mathematische Logik GÖDELS lesen kann, kann das sehen und verstehen ''':''' Das Zwischenergebnis, <span style="color:#00B000">(Term :20:)</span>, in dieser Kalkül-Ableitung, die logische Konsequenz aus der Annahme des dezidierten Atheismus, es sei unmöglich, dass es GOTT gibt, ist der faktische, nachprüfbare, und für jeden Menschen sichtbare Beweis dafür, dass diese Annahme in einen Widerspruch mündet, und damit falsch und unlogisch ist. Das bedeutet, es ist eine Tatsache, bzw. es ist Faktum, dass der Atheismus, — mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span> —, wirklich falsch und unlogisch ist, und daher als ,Unsinn‘ bezeichnet werden darf '''!''' Das ist nicht bloß als eine Theoriefindung, oder als eine Interpretation eines Autors zu verstehen. Das ist vielmehr genau so wahr und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, wie, dass zwei mal zwei vier ergibt, und wirklich genau so logisch richtig, wie, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Das ist gerade das Überraschende und Unerwartete am Gödel-Kalkül. Es geht hier nicht mehr um Theoriefindung oder Interpretationen, denen man zustimmen kann oder nicht. Es geht hier <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span> um mathematisch-logische Fakten. Damit steht GÖDEL in seiner Bedeutung neben KOPERNIKUS. ---- Kurt GÖDEL ist schon deswegen ein Ausnahmelogiker. ---- ===<div class="center"><span style="color:#660066">Epilog für Skeptiker</span></div>=== Wenn man das GÖDEL Argument genau liest, dann ist nur die Annahme ''':''' <span style="color:#FF6000"> „es ist möglich, dass es GOTT gibt“</span> bewiesen, weil aus der Annahme ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist unmöglich, dass es GOTT gibt“</span> ein logischer Widerspruch ableitbar ist. Die Aussage ''':''' <span style="color:#FF6000">„es gibt GOTT“</span> ist dagegen schon eine Glaubensaussage, und damit ist das auch die ,Grundannahme‘ eines gläubigen Menschen, der dann aus der ,bewiesenen Möglichkeit‘, dass es Gott gibt, ableiten kann ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es gibt GOTT wirklich''«</span>, wenn er will ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es stimmt also, was ich glaube '''!''''' «</span> Das ist das Argument ANSELMS, der ein christlicher Amtsträger war, und der daher von dieser Grundannahme auch ausgeht. Solange in den Voraussetzungen des Möglichkeitsbeweises im Gödel-Kalkül kein Widerspruch nachweisbar ist, und solange in der logischen Durchführung keine schweren Mängel festgestellt werden können, ist das Ergebnis des Möglichkeitsbeweises, wie GÖDEL ihn durchgeführt hat, korrekt, und die Folgerungen daraus, logisch richtig, dass es sich hier um <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> handelt, <span style="color:#00B000">(z. B. wie 2 x 2 = 4)</span>. Aber niemand ist gezwungen, aus der Möglichkeit, dass es GOTT gibt, daraus zu schließen, dass es GOTT auch mit Notwendigkeit gibt, wie das im Argument ANSELMS geschieht, außer, er akzeptiert auch die Grundannahme, dass es den Unendlichen und Unvergleichlichen tatsächlich gibt. Dann kann er mit LEIBNIZ, der selbst an GOTT geglaubt hat, mit Bestimmtheit sagen ''':''' <span style="color:#FF6000">»''gesetzt, dass GOTT möglich ist, so ist er, was das Privilegium der Gottheit allein ist''«</span>, weil GÖDEL mit seinem Kalkül den noch ausstehenden Beweis der Widerspruchsfreiheit dafür geliefert hat. Wenn Du den 3. Beweisgang des GÖDEL-Kalküls genauer anschaust, dann siehst Du, dass der Konsequenz-Teil im Argument ANSELMS, der identisch ist mit dem Term in der Zeile 10, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, immer noch formallogisch abhängig ist von der methodologischen Glaubens-Prämisse, Term :01:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„das x steht für den Gott der Christen“</span>, was bis zur Zeile 10 offensichtlich korrekt ist. <span style="color:#00B000">(Man könnte nach dieser Zeile, ohne Weiteres, ,regulär‘ die <span style="color:#FF6000">„logische Implikation”</span> :: <span style="color:#4C58FF">[├ A ├ B ╞ A→B ]</span> mit Term :01: und Term :10: als ein mögliches Korollar bilden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→□∃xGx'''‘ — </span>)</span>. Das bedeutet, der Konsequenz-Teil im Theorem ANSELMS, der in diesem Korollar an zweiter Stelle steht, ist damit in seiner Formal-Struktur offensichtlich ,regulär‘ von der Glaubens-Prämisse, Term :01:, abhängig, d.h. er ist der Ausdruck einer Glaubensüberzeugung. Im Theorem ANSELMS steht er jetzt in der Zeile 11 als Konsequenz-Teil auch an zweiter Stelle, hat aber nicht mehr seine Glaubens-Prämisse als notwendige Bedingung an erster Stelle vor sich, wie im ,regulär‘-möglichen Korollar. Jetzt steht eine neue und andere Voraussetzung als Begründung vor ihm. Der Schwerpunkt des Argument ANSELMS liegt damit am Begründungs-Teil des ANSELM-Theorems, der jetzt die erste Stelle im Theorem einnimmt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist möglich, dass es GOTT gibt“</span>, der erst dadurch entstanden ist, und davon abhängig ist, weil sein Gegenteil ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist unmöglich, dass es GOTT gibt“</span>, zu einem Widerspruch geführt hat. Dieser Begründungs-Teil, das Antezedens, im Argument ANSELMS, ist daher nicht mehr von der methodologischen Glaubens-Prämisse, Term :01:, abhängig, sondern nur vom Axiom-1, der Widerspruchsfreiheit, und von der paarweisen, mathematischen Äquivalenz beliebiger positiver Eigenschaften im Axiom-2, die im 1. Beweisgang, bzw. im Beweisgang ,Widerlegung‘, mit dem <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ]</span>, die Widerspruchsfreiheit des GOTT-Glaubens mit Notwendigkeit herbeigeführt haben. Daraus ergibt sich eine logische Verschiebung in der Argumentationskette, denn dieser Begründungs-Teil, der jetzt die Widerspruchsfreiheit für den Konsequenz-Teil liefert, ist selbst unabhängig und frei von jeder Glaubensüberzeugung. Weil widerspruchsfrei und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, muss er als logische Begründung für die Widerspruchsfreiheit des Konsequenz-Teils gelesen werden, und damit bestätigt er die Widerspruchsfreiheit der Glaubensüberzeugung eines gläubigen Menschen, <span style="color:#00B000">(was auch das Ziel ANSELMS war)</span>. Das heißt also ''':''' der Glaube dieses Menschen ist widerspruchsfrei und sinnvoll, und enthält keinen Zirkelschluss, weil sein Gegenteil, der Nicht-GOTT-Glaube, zu einem Widerspruch führt; <span style="color:#00B000">(das hat GÖDEL mit seinem Kalkül-System bewiesen, dessen Argumentationskette mit einem Computer-Programm, dem sog. ,Theorembeweiser‘, überprüft worden ist, und als <span style="color:#FF6000">»''nachweisbar korrekt''«</span> befunden wurde)</span>. Das Theorem ANSELMS beweist, nach GÖDEL, dass der Glaube an GOTT, mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span> notwendig widerspruchsfrei und sinnvoll ist, weil der Nicht-GOTT-Glaube notwendig zu einem Widerspruch führt. Das Theorem beweist jedoch nicht, dass die Existenz GOTTES notwendig sei, <span style="color:#00B000">(wie es fast immer fälschlich gelesen wurde und wird)</span>, sondern, das Theorem geht einfach davon aus, als nicht hinterfragtes Faktum, dass GOTT notwendig schon existiert, und beweist, dass diese Glaubens-Annahme widerspruchsfrei und sinnvoll, und <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar ist''«</span>. Zusammengefasst heißt das konkret ''':''' Wenn Du an GOTT glauben willst, dann kannst Du das unbedenklich tun, denn Dein Glaube ist auch logisch in der <u>bewiesenen Möglichkeit</u>, dass es GOTT geben kann, begründet, und damit widerspruchsfrei, sinnvoll und kein Zirkelschluss. Dein Glaube an GOTT beruht jedoch, nach wie vor und in erster Linie, auf Deiner freien Entscheidung für GOTT, und nicht auf dem Zwang einer ,logischen‘ Argumentation. Wenn Du nicht an GOTT glauben willst, dann <u>musst Du, und sollst Du, auch nicht deswegen</u>, weil der Atheismus zu einem Widerspruch führt, und damit falsch ist, an GOTT glauben. Denn der Glaube an GOTT muss immer eine freie und Deine ganz persönliche Entscheidung für GOTT sein und bleiben. Niemand darf zum Glauben an GOTT gezwungen werden, auch nicht mit ,logischen‘ Argumenten. Warum '''?''' Weil GOTT die Liebe ist '''!''' Und die Liebe duldet keinen Zwang '''!''' ---- ---- ;Fußnoten <references /> 8qph2yz5edr0vrtdbao2cpv6rl3zsx0 1085388 1085387 2026-05-11T07:43:39Z Santiago 19191 /* Kurt GÖDEL und der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘ */ 1085388 wikitext text/x-wiki [[Kategorie: Buch]] {{Regal|ort=Philosophie}} {{Vorlage:StatusBuch|9}} ==<div class="center"><span style="color:#660066">'''Kurt GÖDEL und der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘'''</span></div>== <span style="font-family: Times;"><big><div class="center">לַמְנַצֵּ֗חַ לְדָ֫וִ֥ד אָ֘מַ֤ר נָבָ֣ל בְּ֭לִבּוֹ אֵ֣ין אֱלֹהִ֑ים הִֽשְׁחִ֗יתוּ הִֽתְעִ֥יבוּ עֲלִילָ֗ה אֵ֣ין עֹֽשֵׂה־טֽוֹב׃ (Psalm 14,1)</div></big></span> ---- ===<div class="center"><span style="color:#660066">Vorwort</span></div>=== Zur Orientierung ''':''' Die Diskussion um GOTT läuft schon über zweitausend Jahren. Vor etwa tausend Jahren hat sich ein gewisser ANSELM gesagt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Ich glaube an GOTT'' … <span style="color:#00B000">(sonst wäre er sicher nicht Erzbischof von Canterbury geworden)</span> … ''aber ich möchte auch wissen und verstehen, ob das stimmt und sinnvoll ist, was ich da glaube '''!''''' «</span> Dann hat er seine Überlegungen dazu aufgeschrieben, und das kann man in seinen Schriften auch heute noch lesen. Der sehr geschätzte deutsche Professor und Philosoph aus Königsberg, Immanuel KANT, hat das, was ANSELM da aufgeschrieben hat, gelesen, <span style="color:#00B000">(vermittelt durch CARTESIUS)</span>, und das dann den <span style="color:#FF6000">„ontologischen Gottesbeweis“</span> genannt, <span style="color:#00B000">(obwohl es in Wirklichkeit gar kein Gottesbeweis ist; genauer ''':''' es ist kein Beweis für die Existenz GOTTES)</span>, und dieser große KANT hat dann großartig bewiesen, das, was ANSELM da aufgeschrieben hat, sei falsch. Es sei <span style="color:#FF6000">„ja gar kein“</span> Gottesbeweis '''!''' <span style="color:#00B000">( Naja, was denn sonst '''?''' )</span> Wobei er den Fehler gemacht hat, dass er den, an sich, unvergleichbaren GOTT mit hundert Talern in seinem Vermögenszustande verglichen hat. <span style="color:#00B000">(Das ist aber eine andere Geschichte.)</span> Hundert Taler und GOTT haben ,an sich‘ nichts gemeinsam, außer, wenn KANT ,wirklich‘ hundert Taler hat, und GOTT auch ,wirklich‘ existiert, <span style="color:#00B000">(wie ANSELM und gläubige Menschen glauben)</span>, dann gibt es GOTT und die Taler eben ,wirklich‘. Aber damit ist man nicht schlauer geworden. Seit KANT läuft die ganze Diskussion um GOTT immer nur als Diskussion um den <span style="color:#00B000">(von KANT)</span> so genannten <span style="color:#FF6000">„ontologischen, <span style="color:#00B000">(kosmologischen, teleologischen etc.)</span> Gottesbeweis“</span> — obwohl es niemals einen Beweis für die Existenz GOTTES geben kann und niemals geben wird. <span style="color:#00B000">(Das haben Wissenschaftler jeder Richtung und Philosophen aller Weltanschauungen uns immer wieder nachdrücklich versucht zu sagen, weil keiner dieser sog. Beweise für die Existenz eines GOTTES stringent ist.)</span> Beweisen kann man die Existenz von Naturgesetzen. Die sind unveränderlich und fix, immer und überall. Jeder vernünftige Mensch muss sie akzeptieren. Man kann darüber nicht diskutieren und sie dann mit Mehrheitenbeschlüsse verändern. Wenn GOTT ebenso bewiesen werden könnte, dann wäre jeder vernünftige Mensch gezwungen, die Existenz GOTTES wie ein Naturgesetz anzunehmen. Gott ist aber kein Naturgesetz. GOTT ist <span style="color:#FF6000">„Person“</span>, — für Christgläubige ''':''' <span style="color:#FF6000">„ein GOTT in drei Personen“</span>. Und GOTT ist <span style="color:#FF6000">„Geist“</span>. Das besagt, dass GOTT nicht mit materiellen Dingen aus unserer Welt verglichen werden darf; <span style="color:#00B000">(was sowohl THOMAS von Aquin als auch Immanuel KANT doch getan haben)</span>. Und ganz wesentlich ''':''' der Zugang zu GOTT läuft nicht über den Beweis, sondern immer nur über den Glauben. Wer an GOTT glauben will, dem antwortet GOTT auf seine Weise — nämlich <span style="color:#FF6000">„geistig“</span> bzw. <span style="color:#FF6000">„geistlich“</span>. Wer nicht an GOTT glauben will, dessen Entscheidung respektiert GOTT, und drängt sich nicht auf. Glaube ist immer eine freie Entscheidung des Menschen für GOTT. Niemand darf gezwungen werden. Wenn es einen Beweis für GOTT gäbe, wäre jeder vernünftige Mensch gezwungen, an GOTT zu glauben. Und das widerspricht ganz entschieden der Freiheit des Glaubens. Daher gibt es nie und nimmermehr einen Existenzbeweis für GOTT '''!!!''' ... Daher darf man das Kalkül des Logiker GÖDEL, <span style="color:#00B000">(und damit auch das Theorem ANSELMS)</span>, nicht als einen Existenzbeweis für GOTT lesen. Sowohl ANSELM als auch GÖDEL setzen die Existenz GOTTES notwendig als gegeben voraus. Das GÖDEL-System, und auch das Theorem ANSELMS, sind bloß die logische Bestätigung der Widerspruchsfreiheit der Glaubensüberzeugung eines Menschen, der sich schon entschieden hat, an GOTT zu glauben; und nicht der Grund für seine Entscheidung. Alle sogenannten ,Gottesbeweise‘, sind in Wirklichkeit nichts anderes, als nachträgliche Evaluierungen eines GOTT-Glaubens, bzw. ,Wege‘, <span style="color:#00B000">(bei THOMAS von Aquin)</span>, die aufzeigen, dass der GOTT-Glaube widerspruchsfrei, sinnvoll, und <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar ist''«</span>, wie GÖDEL sagt. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Einleitung</span></div>=== Eine Studie zum GÖDEL-Kalkül. Der Logiker Kurt GÖDEL <span style="color:#00B000">(1906-1978)</span> hat mit diesem Kalkül eine moderne Rekonstruktion des, <span style="color:#00B000">(von KANT)</span>, so genannten ‚ontologischen Gottesbeweises‘ nach ANSELM von Canterbury auf modal-logischer Basis vorgelegt. Damit hat er die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> auf eine ‚vernünftige Basis‘ gestellt, d.h. sie soll für jeden Menschen nachvollziehbar sein, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>, wie er sagt. GÖDEL ,nimmt‘ als Logiker, angeregt durch den Philosophen und Mathematiker Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, rein theoretisch, fürs Erste, einmal ‚an‘, <span style="color:#00B000">(als Prämisse, d.i. der Term :01: im 3. Beweisgang zum Theorem ANSELMS im Anhang)</span>, dass es GOTT gibt ''':''' d.i. ein sog. ,methodologischer GOTT-Glaube‘, und untersucht die logischen Konsequenzen. Dabei zeigt sich, beim genaueren Hinsehen, dass der ‚Nicht-GOTT-Glaube‘, der ‚dezidierte‘ Atheismus, <span style="color:#00B000">(im Möglichkeitsbeweis des Kalküls)</span>, überraschender Weise, zu einem Widerspruch führt, und damit logisch ,falsch‘ ist. Jedoch, GÖDEL kann und will mit seinem Kalkül keinen ,GOTT-Glauben‘ ,erzeugen‘, d.h. das GÖDEL-Kalkül ist kein <span style="color:#FF6000">„Existenz-Beweis"</span> für den GOTT der Bibel, sondern, es setzt die Existenz eines GOTTES, einfach als gegeben, schon voraus. GÖDEL beweist aber mit seinem System, dass der traditionelle abendländische ,GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span>, <span style="color:#00B000">(d.i. die Kalkül-Prämisse, und das, daraus ,regulär‘ (├ ) abgeleitete, Theorem ANSELMS)</span>, mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span> <span style="color:#00B000">(d.h. logisch ,richtig‘)</span> ist, im Gegensatz zum ,Nicht-GOTT-Glauben‘, der davon ausgeht, dass es keinen GOTT gibt. GÖDEL beweist mit seinem System ''':''' der traditionelle GOTT-Glaube ist, — mit mathematisch-logischer Evidenz —, widerspruchfrei und wahr. <span style="color:#00B000">(Der Beweis aus dem Widerspruch des Gegenteils ist ein ,indirekter Beweis‘ und kein ,Zirkelbeweis‘ '''!''' )</span> GÖDEL blieb bis zu seinem Tod ohne ein dezidiertes religiöses Bekenntnis. <span style="color:#00B000">(Das Leben ist nicht immer ,logisch‘.)</span> Entsprechend der <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> ist GOTT der Größte, <span style="color:#FF6000">»''über dem nichts Größeres mehr gedacht werden kann''«</span>, <span style="color:#00B000">(ANSELM)</span>; bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>, <span style="color:#00B000">(LEIBNIZ)</span>, und der für uns immer schon ,da‘ ist. Das ist die methodologische Prämisse des GÖDEL-Kalküls. Davon ausgehend, zeigen seine Axiome und Definitionen, dass es zu einem Widerspruch führt, falls man ,annimmt‘, es sei nicht möglich, dass es <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> gibt. Aus dem Widerspruch des Gegenteils wird von GÖDEL, mit dem <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ]</span>, dann ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> ''':''' es ist doch möglich, dass es <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> wirklich gibt. Somit ist der Glaube an <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, — weil widerspruchsfrei —, mit den Worten GÖDELS ''':''' <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span>. Immanuel KANT <span style="color:#00B000">(1724-1804)</span> scheint diesen Fall vorausgesehen zu haben, dass versucht werden könnte, die ,Möglichkeit‘ GOTTES aus einem Widerspruch zu ,beweisen‘ ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span> <span style="color:#00B000">[ Angenommen, es gibt ]</span> ''doch einen und zwar nur diesen '''Einen''' Begriff'' <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘, so dass ]</span> ''das Nichtsein oder das Aufheben seines Gegenstandes'' <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''in ,sich selbst‘ widersprechend sei; und dieses ist der Begriff des allerrealsten Wesens. Es hat, sagt ihr, alle Realität'', <span style="color:#00B000">[ bzw. alle Vollkommenheit ]</span>, ''und ihr seid berechtigt, ein solches Wesen als ,möglich‘ anzunehmen'' ... <span style="color:#00B000">[ denn das GÖDEL-Kalkül ,beweist‘ ( ╞ ) in der ,Widerlegung‘ im Anhang, wie auch im 1. Beweisgang, aus einem Widerspruch, dass die Existenz GOTTES definitiv logisch ,möglich‘ ist. ]</span> … ''obgleich der sich nicht widersprechende'', <span style="color:#00B000">[ ,mögliche‘ ]</span>, ''Begriff'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘ ]</span>, ''noch lange nicht die'' <span style="color:#00B000">[ reale ]</span> ''Möglichkeit des Gegenstandes'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''beweiset. … Das ist eine Warnung, von der Möglichkeit der Begriffe (logische)'', <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span>, ''nicht sofort auf die Möglichkeit der Dinge (reale)'', <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, ''zu schließen''<ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 399; https://www.korpora.org/kant/aa03/399.html</ref>. <span style="color:#00B000">[ Trotz dieser Warnung, wird dieser Schluss dennoch im Theorem ANSELMS vollzogen, bzw. mit GÖDEL im 3. Beweisgang ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span> '''!''' ]</span>. <span style="color:#FF6000">«</span> Warum das <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span> ist, und inwieweit KANT sich irrt, wird in dieser Studie gezeigt. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Der Schlüsselbegriff im Kalkül</span></div>=== Der ‚Schlüsselbegriff‘ in diesem Kalkül ist <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Perfektion“, „Vollkommenheit“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>. Für diesen wichtigen Begriff gibt es aber im Kalkül selbst keine explizite Definition, sondern er wird nur durch seine Verwendung innerhalb des Kalküls indirekt ‚definiert‘. <span style="color:#00B000">(Das heißt ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''P'''‘ — </span> bezeichnet ein System von ,Eigenschaften‘, die ,positiv‘, bzw. ,vollkommen‘ | ,perfekt‘ | genannt werden, von denen im Kalkül wohl beweisbar ist, dass sie sich gegenseitig ,nicht widersprechen‘, weil sie im System als solche ,gleichwertig‘, bzw. gleich ,wahr‘ sind, jedoch ohne sie erschöpfend aufzählen zu können, oder auch nur sagen zu können, was sie alle im einzelnen bedeuten, außer, dass sie kompatibel sind.)</span> Mit der Wahl dieses Schlüsselbegriffes hat GÖDEL eine wesentliche Vorentscheidung für die Ergebnisse des Kalküls getroffen '''!''' In seinen Notizen zum ‚ontologischen Beweis‘ vom 10. Februar 1970 gibt GÖDEL, — für die nachträgliche Interpretation dieses Begriffes <span style="color:#00B000">(und auch für das Kalkül selbst)</span> —, die richtungsweisende Erklärung ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Positiv bedeutet positiv im moralisch ästhetischen Sinne...''«</span> ::Und er fügt in Klammer hinzu ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»...''(unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt). Nur dann sind die Axiome wahr''.«</span><ref>GÖDEL, Kurt, ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Ontological proof‘</big></span>'' in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Collected Works‘</big></span>'', vol. III, ed. S.FEFERMAN et al., Oxford (U.P.), 1995; 403–404.</ref> GÖDEL-Axiom-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚('''PX <small><math>{ \color{Blue} \dot\lor}</math></small> P¬X''')‘ ↔<span style="color:#00B000"> ‚('''¬PX ↔ P¬X''')‘</span> — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000"> »''Entweder die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">‚'''X'''‘</span> ''oder ihre Negation'' <span style="color:#4C58FF">‚'''¬X'''‘</span> ''ist positiv''«</span>. Hier ist der Hauptkritikpunkt, dass es Eigenschaften gibt, die ,an sich‘ weder positiv noch negativ sind. Beispiele wären ''':''' ‚rothaarig‘ oder ‚schwerwiegend‘; solche Eigenschaften können aber ,für mich‘ entweder positiv oder negativ sein, abhängig von meiner Betrachtungsweise und subjektiven Vorlieben. Diese Eigenschaften, wie ‚rothaarig‘ an sich, oder meine positiv-negativen ‚Betrachtungsweisen‘, sind jedoch der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> entnommen und treffen nicht den <span style="color:#FF6000">»''moralisch ästhetischen Sinn''«</span> von <span style="color:#FF6000">»''positiv''«</span> bei GÖDEL. Er orientierte sich an LEIBNIZ, welcher im Bezug zum ‚ontologischen Beweis‘ definiert ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ GOTTES ]</span> ''nenne ich jede einfache Eigenschaft, die sowohl positiv als auch absolut ist, oder dasjenige, was sie ausdrückt, ohne jede Begrenzung ausdrückt''.«</span><ref>Zitiert nach Thomas GAWLICK, in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Was sind und was sollen mathematische Gottesbeweise ?‘</big></span>'', Predigt vom 8.1.2012 in der Kreuzkirche zu Hannover. https://web.archive.org/web/20130524164359/http://www.idmp.uni-hannover.de/fileadmin/institut/IDMP-Studium-Mathematik/downloads/Gawlick/Predigt_Gawlick_Gottesbeweise.pdf</ref> Die Seins-Eigentümlichkeiten <span style="color:#00B000">(Daseinsmodi, Perfektionen)</span> wie ‚wahr‘, ‚gut‘, ‚edel‘ usw. entsprechen dem <span style="color:#FF6000">»''moralisch ästhetischen Sinn''«</span> von <span style="color:#FF6000">»''positiv''«</span> bei GÖDEL. Das sind Beispiele für ‚absolut‘ positive Begriffe aus der Lehre der Seinsanalogie ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‚verissimum‘, ‚optimum‘, ‚nobilissimum‘</big></span>, usw., die, an sich, ohne jede Begrenzung gelten; zu finden in der <span style="font-family: Times;"><big>‚Via quarta‘</big></span>, bei THOMAS von Aquin, über die analoge Abstufung im ‚Sein‘ der Dinge. Diese analoge ‚Abstufung‘ ist dann die faktische Begrenztheit <span style="color:#00B000">(d.h. Unvollkommenheit)</span> im <span style="color:#FF6000">»''zufälligen''«</span> ‚Sein‘ der Dinge —. Die <span style="color:#FF6000">„positiven Eigenschaften“</span> GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, wie Wahrheit, Einheit, Gutheit, <span style="color:#00B000">(von ,Güte‘)</span>, Schönheit, Adel, <span style="color:#00B000">(von ,edel‘)</span>, Gleichheit, Andersheit, Wirklichkeit, ,Sein‘ im Sinne von Etwas-sein, etc. werden <span style="color:#FF6000">„Perfektionen“</span>, oder auch <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> genannt, <span style="color:#00B000">(von lateinisch ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>transcendere</big></span>, <span style="color:#FF6000">„übersteigen“</span>)</span>. In der mittelalterlichen Scholastik sind Transzendentalien die Grundbegriffe, die allem Seienden als <span style="color:#FF6000">„Modus“</span>, <span style="color:#00B000">(d.h. ,Eigentümlichkeit‘, als allgemeine Seinsweisen)</span>, zukommen. Wegen ihrer Allgemeinheit ,übersteigen‘ sie die besonderen Seinsweisen, welche ARISTOTELES die ,Kategorien‘ nannte. Ontologisch betrachtet, werden die Transzendentalien als das allem Seienden Gemeinsame aufgefasst, da sie von allem ausgesagt werden können. Von der KI werden sie, nicht unpassend, als <span style="color:#FF6000">„ultimative Eigenschaften des Seins“</span> bezeichnet, die <span style="color:#FF6000">„jenseits der materiellen Welt existieren“</span>, <span style="color:#00B000">(da sie ,ultimativ‘ nur von GOTT, als den absolute Vollkommenen, ausgesagt werden können, die jedoch, auch von allen übrigen Seienden, abgestuft, wegen deren seinsmäßigen Unvollkommenheiten, d.h. ,analog‘, ausgesagt werden)</span>. Diese Transzendentalien sind ,inakzident‘, das heißt, sie entstehen nicht aus anderen Begriffen, sondern sind erste, unteilbare Bestimmungen des Denkens und des Seins, die allen Seienden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x'''‘ —</span>, unabhängig von ihren speziellen Eigenschaften, als ,relative‘ Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(bzw. Unvollkommenheiten)</span>, notwendig ,analogisch‘ zukommen, d.h. sie sind in allen Seienden, seinsmäßig abgestuft und abgegrenzt, ,relativ‘ zum Unendlichen ihrer selbst; und damit ,bezogen‘ auf GOTT, dem absolut Vollkommenen. In der Erkenntnisordnung wirken sie als die ersten Begriffe des menschlichen Verstehens, die eine Basis für alle weiteren wissenschaftlichen Erkenntnisse bilden. In der Seinsordnung sind die Transzendentalien ontologisch eins, gleichwertig, <span style="color:#00B000">(,mathematisch äquivalent‘)</span>, und daher konvertierbar, d.h. austauschbar, <span style="color:#00B000">(vgl. z. B. <span style="font-family: Times;"><big>,ens et verum convertuntur‘</big></span>)</span>. Damit sind sie auch von einander abhängig, was GÖDEL sowohl im Axiom-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX ∧ □∀x(Xx→Yx)→PY'''‘ —</span>, für positive Eigenschaften, als auch in der Definition-2, für die Wesenseigenschaften, syntaktisch formalisiert hat mit dem Term-Element ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x(Xx→Yx)'''‘ —</span>, weil sie sich gegenseitig, — mit ,modaler‘ Notwendigkeit —, gleichwertig ,implizieren‘, d.h. einschließen, <span style="color:#00B000">(im Axiom-2 mit der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''x'''‘ — </span>, und in der Definition-2 mit der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''y'''‘ — </span>)</span>. Man kann die Transzendentalia, <span style="color:#00B000">(wie GÖDEL)</span>, auch ,Wesenseigenschaften‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, nennen, weil sie allem Seienden ,wesentlich analog‘ zukommen. Weil Transzendentalien miteinander austauschbar sind, sind sie auch widerspruchsfrei, was GÖDEL mit Axiom-1 syntaktisch darstellt. Die Gültigkeit und Wahrheit, d.h. die mathematisch-logische Evidenz von Axiom-1 und Axiom-2, beruht auf der ontologischen Allgemeinheit und Gültigkeit der Transzendentalia, die GÖDEL mit Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span>, in sein Kalkül explizit eingeführt und ,bestimmt‘ hat. <span style="color:#00B000">(Definitionen werden formal-syntaktisch durch das Äquivalenzzeichen <span style="color:#4C58FF">,'''↔'''‘</span> angezeigt, gelesen als <span style="color:#FF6000">„...ist genau dann ... wenn...“</span>)</span> Zum Überblick ''':''' <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> sind universale, alles Seiende charakterisierende Begriffe, die über kategoriale Einteilungen hinausgehen, und sowohl in der klassischen Scholastik, als auch in der modernen Philosophie, <span style="color:#00B000">(KANT, Uwe MEIXNER<ref>vgl. die ,transzendentalen‘ Bedingungen möglicher Erkenntnisse bei KANT; und auch in der ,Axiomatischen Ontologie‘ bei Uwe MEIXNER</ref>)</span>, als Grundlage der Metaphysik und Erkenntnistheorie dienen. Sie sind die <span style="color:#FF6000">„ersten Begriffe des Seins“</span>, die jedem Ding als ,relative‘ Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(Perfektionen)</span>, inhärent sind, ,analogisch‘ abgestuft, auf einen ,ultimativen‘ Bezugspunkt ausgerichtet, und die sich im Denken, <span style="color:#00B000">(für uns als wahr)</span>, und in der moralischen Wertung, <span style="color:#00B000">(für uns als gut und edel)</span>, manifestieren, relativ zum ,ultimativen‘ Bezugspunkt ihrer selbst. Die faktische Unvollkommenheit, die sich in der notwendigen Vergänglichkeit aller Dinge zeigt, ist einem ontologischen Defekt ,geschuldet‘, der stark zeitabhängig ist, d.h. der einen Anfang und ein Ende hat. Das GÖDEL-Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>, ist immer falsch, wenn es auf etwas aus der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> angewendet wird, wie z. B. auf einen <span style="color:#FF6000">„Tsunami“</span>, dessen ‚Existenz‘ für uns nicht ‚positiv‘ ist. KANT hat schon festgestellt ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>. Das gilt für alles, was <span style="color:#FF6000">„existiert“</span>. Das Axiom-5 hat nur dann seine Gültigkeit, ist nur dann ,wahr‘, wenn <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span> <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> in eins zusammenfallen. Bei allen Dingen, die ‚da‘ sind, ist ihr ‚Da-Sein‘ ontologisch immer verschieden zu dem ‚was‘ sie sind ''':''' zu ihrem ,Was-Sein‘. In der philosophischen Tradition, seit ARISTOTELES, wird die ontologische Identität, d.i. die Koinzidenz, der innere Zusammenhang von ‚Sein‘ und ‚Wesen‘ allein nur dem <span style="color:#FF6000">„selbst ‚unbewegten‘ Erstbewegenden“</span> zugeschrieben, dem <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„prôton kinoûn akinêton“</span>, von dem ARISTOTELES etwas später sagt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''denn dies ist der Gott''«</span> und dann hinzufügt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''so sagen wir ja''«</span>; d.h. das ist eine Interpretation aus dem Glaubenskontext des ARISTOTELES. Er war ein Gott-gläubiger Grieche. Wer an GOTT glaubt, kann das nachvollziehen. GÖDEL musste dieses Axiom-5 postulieren, sonst wäre sein Kalkül nicht aufgegangen, ohne dass er deswegen schon an GOTT glauben müsste. Er hat für sein Kalkül das ontologische Theorem von der Identität von ‚Sein‘ und ‚Wesen‘ im ‚unbewegten Erstbeweger‘ benutzt. <span style="color:#00B000">(Gilt auch für Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit, das GOTT-Sein, das ‚Dasein‘ GOTTES, ist eine positive Wesenseigenschaft, eine Perfektion; d.h. ist das ‚Wesen‘ GOTTES ''':''' GOTT ist perfekt''«</span>)</span>. Die ontologische Identität von Sein und Wesen, Existenz und Essenz, wie auch die Koinzidenz von Möglichkeit und Wirklichkeit, von Ursache und Wirkung, sowie auch die ontologische Einheit von <span style="color:#00B000">(Erkenntnis-)</span>Subjekt und <span style="color:#00B000">(Erkenntnis-)</span>Objekt im <span style="color:#FF6000">»''Erkennen seiner Erkenntnis''<span style="color:#00B000">[-Tätigkeit ]</span>«<span style="color:#00B000"> | </span>„<span style="font-family: Times;"><big>νοήσεως νόησις</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„noêseôs noêsis“</span> <span style="color:#00B000"><small>(<span style="font-family: Times;"><big>,''Metaphysik''‘</big></span> XII 9, 1074b34)</small></span>, gilt nur in der <span style="color:#FF6000">„unverursachten Letztursache"</span>, auf die ARISTOTELES bei seiner Prinzipienforschung gestoßen ist. Es gibt verschiedene Versuche, die GÖDEL-Axiome durch sog. ,Modelle‘, relativ zu einfacheren ,Welten‘, zu verifizieren, um damit ihre relative Konsistenz nachzuweisen. Für GÖDEL aber <span style="color:#FF6000">»''sind die Axiome nur dann'' <span style="color:#00B000">[ in unserer ,realen‘ Welt ]</span> ''wahr'' <span style="color:#00B000">[ und annehmbar ]</span>«</span>, wenn sie <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt'' <span style="color:#00B000">[ d.h. jeder auch nur ,möglichen‘ Welt ]</span> ''sind''«</span>. Diese Bedingung verweist jede Verifikation und jede Interpretation der Axiome auf das ,Nicht-Zufällige‘, das ,Notwendige‘, ,Absolute‘, in dem die Axiome und Definitionen des GÖDEL-Kalküls erst dadurch ihren Sinn und ihre Bedeutung bekommen, wenn sie vom ,Absoluten‘ und ,Unendlichen‘ her erklärt und verstanden werden. Damit insistiert GÖDEL auf eine genuin <span style="color:#4C58FF">,theologische‘</span> Interpretation seines Kalküls, mit der <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> zum Begriff GOTT, dem absolut Unendlichen, als Verifikationskriterium. Das entspricht auch der ,methodologischen‘ Prämisse seines Kalküls. Die wichtigsten Axiome und Definitionen im GÖDEL-Kalkül sind jedoch bloße ,Annahmen‘, deren Evidenz, sowohl die ,mathematische‘ als auch die <span style="color:#4C58FF">,theologische‘</span>, erst evaluiert, d.h. ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> werden muss. Das bedeutet ''':''' die Verifikation der Axiome und Definitionen von GOTT und seinen Vollkommenheiten kann nur Kalkül-intern durch den Aufweis ihrer Widerspruchsfreiheit erfolgen, d.i. <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt''«</span>. Evaluierte und verifizierte Axiome und Definitionen sind dann die ,modal‘ notwendigen, d.h. die ,transzendentalen‘ Voraussetzungen für die Ergebnisse eines Kalküls, damit seine Theoreme und Korollare in unserer ,realen‘ Welt als logisch ,wahr‘ und damit für uns auch als ,annehmbar‘ gelten können, während die Prämissen eines Kalküls, <span style="color:#00B000">(die Argument Einführung, <span style="color:#4C58FF">— '''AE:''' —</span> )</span>, nicht notwendige und somit ,modal‘ frei gewählte ,Annahmen‘ sind. Jedoch aus diesen ,modal‘ frei gewählten, ,möglichen‘ <span style="color:#00B000">( <span style="color:#4C58FF">'''◇'''</span> )</span> Prämissen folgen mit Hilfe der ,bewiesenen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> Axiome und Definitionen die Ergebnisse mit ,modaler‘ Notwendigkeit <span style="color:#00B000">( <span style="color:#4C58FF">'''□'''</span> )</span>. Die Logik des GÖDEL-Systems ist eine ,Prädikatenlogik‘ zweiter Stufe, in der die Quantoren nicht nur Individuum-Variable, sondern auch Eigenschafts-Variable, <span style="color:#00B000">(als noch ,unbestimmte‘ Prädikate im Allgemeinen)</span>, binden können. Die formale Struktur des GÖDEL-Kalküls besteht aus fünf Axiomen und drei Definitionen, mit deren Hilfe in drei Beweisgängen drei Theoreme und mehrere Korollare aus seiner ,methodologischen‘ Prämisse ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleitet werden können, wobei die beiden ersten Beweisgänge, mit ihren Ergebnissen, den dritten vorbereiten, in dem es dann um das Theorem ANSELMS geht. Die Prämisse des GÖDEL-Kalküls ist der traditionelle ,GOTT-Glaube‘, in der Formulierung speziell nach LEIBNIZ. Ein Axiom, eine Definition, zwei Theoreme und alle Korollare im GÖDEL-Kalkül sind Aussagen über <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>. Alle fünf Axiome, eine Definition und ein Theorem, <span style="color:#00B000">(und das Korollar aus Axiom-4)</span>, sind auch Aussagen über die Eigenschaft <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“, „Perfektion“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, die in der <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> als die Wesenseigenschaft GOTTES gilt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist vollkommen''«</span> bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist das Vollkommenste der Wesen''«</span>, <span style="color:#00B000">(DESCARTES)</span>. Zwei Definitionen sind Aussagen über die allgemeinen Wesenseigenschaften aller Seienden, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, die, als notwendige Existenz, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, auch GOTT zugeordnet werden, mit der Besonderheit bei GOTT, dass sowohl alle Eigenschaften, als auch alle anderen Zuordnungen, wie Sein und Wesen, wie Ursache und Wirkung, usw., im Unendlichen, GOTT, <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> sind, d.h. in GOTT paarweise perspektivisch in ,eins‘ zusammenfallen, und die auch, wie alle Transzendentalia, konvertierbar, d.h. austauschbar sind. Diese Sachverhalte machen deutlich, dass die ,Verifikation‘ und sachgerechte ,Evaluierung‘ der GÖDEL-Axiomatik nur genuin <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> erfolgen kann. Die Evaluierung der <span style="color:#FF6000">»''mathematischen Evidenz''«</span> des GÖDEL-Systems, im Allgemeinen, muss jedoch entsprechend der Maßstäbe einer modalen Prädikatenlogik zweiter Stufe durchgeführt werden. Das GÖDEL-Kalkül unterscheidet <span style="color:#00B000">(in Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>)</span> formal-syntaktisch zwischen der Eigenschaft ,Existenz‘, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''E'''‘ —</span>, die nur GOTT zugeordnet werden kann, und dem Existenz-Operator, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''∃'''‘ —</span>, der allem Übrigen, das nicht GOTT ist, zugeordnet wird. Es gibt hier auch den formal-syntaktischen Unterschied zwischen der, <span style="color:#00B000">(von mir notierten, jedoch von GÖDEL schon intendierten und angesprochenen)</span>, speziellen ,Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF"> — <sub>not</sub> —</span>, die nur der Existenz GOTTES zugeordnet ist, und der modalen ,Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□'''‘ —</span>, die auf Verschiedenes bezogen werden kann. Diese Unterschiede sind Hinweise, dass GÖDEL in seiner Kalkül-Logik und -Syntax, die Außerordentlichkeit und Eigenständigkeit GOTTES berücksichtigt, der, als Schöpfer der Welt, prinzipiell und absolut <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt''«</span> ist, die erst durch GOTT auch das ist, was sie ist. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Genese des Kalküls</span></div>=== Wie kommt GÖDEL zu seinem Kalkül '''?''' Sein Gewährsmann war Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, <span style="color:#00B000">(1646-1716)</span>, den er sehr schätzte. Die rekonstruierbare Genese seines Kalküls findet man in LEIBNIZ ''':''' ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand‘</big></span>'', <span style="color:#00B000">(1704)</span>‚ ''<span style="font-family: Times;"><big>Viertes Buch, Kapitel X ''':''' ‚Von unserer Erkenntnis des Daseins Gottes‘</big></span>'', Seite 475f. Hier der <span style="color:#00B000">[ kommentierte ]</span> Textausschnitt zum sog. ontologischen ‚Gottesbeweis‘''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''Folgendes etwa ist der Gang seines'' <span style="color:#00B000">[ d.h. ANSELMS, Erzbischof von Canterbury; 1033-1109, ]</span> ''Beweises ''':''' GOTT ist das Größte'', <span style="color:#00B000">[ ANSELM spricht vom biblischen GOTT des Glaubens, als ''':''' <span style="color:#FF6000">»''den, über dem ,Größeres‘'' | <span style="font-family: Times;"><big>‚maius‘</big></span> | ''nicht mehr gedacht werden kann''«</span> ]</span>, ''oder, wie DESCARTES es ausdrückt ''':''' das Vollkommenste der Wesen oder auch ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit'' ''':''' <span style="color:#00B000"> [ GÖDEL ''':''' </span><span style="color:#4C58FF">‚'''P'''‘</span> <span style="color:#00B000">:= ‚Perfektion‘, ‚positive Eigenschaft‘ ]</span>, ''das alle Grade derselben in sich schließt.''<span style="color:#00B000"> [ GÖDEL-Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''ist genau dann GOTT'', <span style="color:#4C58FF">,'''G'''‘</span>, ''wenn'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''alle Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">,'''P'''‘</span>, ''in sich schließt''«</span>. Definition-1 bildet die traditionelle Vorstellung von GOTT ab. ]</span> ''Dies also ist der Begriff GOTTES.'' <span style="color:#00B000">[ Der Term <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span> steht hier für den biblischen ‚Begriff‘ <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> als ,Individuumname‘ '''!''' ]</span> ''Sehen wir nun, wie aus diesem Begriff das ‚Dasein’ folgt.''<span style="color:#00B000"> [ GÖDEL ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist notwendig aus sich ‚da‘''«</span> ''':''' Term :10: im 3. Beweisgang. ]</span> ''Es ist etwas <u>mehr</u>, ‚da‘ zu sein, als nicht ‚da‘ zu sein, oder auch das ‚Dasein‘ fügt der Größe oder der Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ GOTTES ]</span> ''einen Grad hinzu, und wie DESCARTES es ausspricht, das ‚Dasein‘ ist selbst eine Vollkommenheit.''<span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">(Diesen Ausspruch DESCARTES übernimmt GÖDEL im Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz''</span> [ alias ‚Dasein GOTTES’ ] <span style="color:#FF6000">''ist eine positive Eigenschaft''</span> [ alias Vollkommenheit ]<span style="color:#FF6000">«</span>. Dem widerspricht KANT ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein ist kein reales Prädikat“</span>. Das Axiom-5 ist daher nur dann ‚wahr‘, wenn ‚Wirklichsein‘ | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐνέργεια οὖσα</big></span>“</span> | ‚enérgeia úsa‘ | d.h. ‚Dasein‘ und ‚Wesen‘ | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span> | ‚usía‘ | — genauer ''':''' ‚Wesenseigenschaften’ —, ontologisch ,eins‘ sind, d.h. wenn <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> immer schon die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> GOTTES ist. Was nach ARISTOTELES nur im <span style="color:#FF6000">„unbewegten Erstbeweger“</span> der Fall ist; bzw. mit LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''was das Privilegium der Gottheit allein ist''«</span> '''!''' Aus der ,methodologischen‘ ,Annahme‘ im 2. Beweisgang GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''das'' <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ''steht für den GOTT der Christen''«</span>, und mit Hilfe von Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit ist eine positive Eigenschaft''«</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt''«</span>, mit Axiom-4 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX → □PX'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind notwendig aus sich, — von Natur aus —, positiv''«</span>, mit Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Zum Wesen gehören notwendig auch alle Konsequenzen aus einer Wesenseigenschaft''«</span>, und mit Axiom-1 und der Definition für GOTT, folgt nach einigen logischen Umformungen das GÖDEL-Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das'' <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ''ist genau dann der GOTT der Christen, wenn das Wesen dieses GOTTES sein eigenes Sein ist''«</span>. Dasein und Wesen sind im Unendlichen, GOTT <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ,eins‘. Mit diesem, im Kalkül <u>ohne</u> Axiom-5 ,regulär‘ (├ ) abgeleiteten Theorem, widerlegt er KANT für den individuellen Spezialfall <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span> := <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>. Nachprüfbar im Anhang ''':''' im ‚ontologischen‘ Beweis für das Basis-Theorem-2. Somit ist Axiom-5 ,wahr‘, und KANT hat sich hier, im Bezug auf GOTT, geirrt. <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> als Wissenschaft von GOTT, war für KANT nie eine ernstzunehmende Option. <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> als Wissenschaft von GOTT ist eine ziemlich ,ausgereifte‘ Disziplin. Es haben sich, durch Jahrhunderte hindurch, viele gescheite Menschen schon im Judentum, und dann auch im Christentum, und ebenfalls im Islam, darum bemüht.)</span> :: <span style="color:#FF6000">»</span>''Darum ist dieser Grad von Größe und Vollkommenheit oder auch diese Vollkommenheit, welche im ‚Dasein‘ besteht, in diesem höchsten, durchaus großen, ganz vollkommenen Wesen, denn sonst würde ihm ein Grad fehlen, was gegen seine Definition wäre. Und folglich ist dies höchste Wesen ‚da‘. Die Scholastiker, ohne selbst ihren'' <span style="font-family: Times;"><big>doctor angelicus</big></span> <span style="color:#00B000">[ := THOMAS von Aquin ]</span> ''auszunehmen, haben diesen Beweis verachtet'', <span style="color:#00B000">[ wie später auch Immanuel KANT ]</span>, ''und ihn als einen Paralogismus'' <span style="color:#00B000">[ := Fehlschluss ]</span> ''betrachtet, worin sie sehr unrecht gehabt haben; und DESCARTES, welcher die scholastische Philosophie im Kolleg der Jesuiten zu La Flèche lange genug studiert hatte, hat sehr recht gehabt, ihn wieder zu Ehren zu bringen. Es ist nicht ein Paralogismus, sondern ein unvollständiger Beweis'', <span style="color:#00B000">[ den GÖDEL vervollständigt hat ]</span>, ''der etwas voraussetzt, was man noch hätte beweisen sollen, um ihm mathematische Evidenz zu verleihen — nämlich, dass man dabei stillschweigend voraussetzt, diese Vorstellung des durchaus großen oder durchaus vollkommenen Wesens sei möglich und enthalte keinen Widerspruch'' <span style="color:#00B000">[ '''::''' <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span> '''::''' ,möglich‘, ,konsistent‘, ,denkbar‘; GÖDEL beweist im 1. Beweisgang aus Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''positive Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ die allgemeinen Transzendentalien ]</span>, ''sind widerspruchsfrei''«</span>, mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, folgt Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist möglich''«</span> ]</span>. ''Und es ist schon etwas, dass man durch diese Bemerkung beweist ''':''' gesetzt, dass GOTT ‚möglich‘ ist, so ‚ist‘ er'' <span style="color:#00B000">[ ,notwendig‘ '''::''' <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, d.h. für jede mögliche Welt auch wirklich aus sich ‚da‘ ]</span>, ''was das Privilegium der Gottheit allein ist'' ''':''' <span style="color:#00B000">[ Im 3. Beweisgang, Theorem-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' ‚ANSELMS Prinzip‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Weil GOTT widerspruchsfrei ,möglich‘ ist, darum ist auch der Glaube widerspruchsfrei, der besagt, dass GOTT aus sich ,notwendig‘ da ist''«</span>; mit Korollar-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx ∧ □∀y(Gy→x=y)'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''Es gibt notwendig nur einen einzigen GOTT''«</span>. Damit ist auch der Monotheïsmus bewiesen. ]</span> ''Man hat recht, die Möglichkeit eines jeden Wesens anzunehmen und vor allem die GOTTES, bis ein anderer das Gegenteil beweist''. <span style="color:#00B000">[ Das Gegenteil besagt, dass GOTT ,unmöglich‘ ist. Hier setzt der Möglichkeitsbeweis im GÖDEL-Kalkül an, und beweist, dass diese Aussage zu einem Widerspruch führt. ]</span> ''Somit gibt dieser metaphysische Beweis schon einen moralischen zwingenden Schluss ab, wonach wir dem gegenwärtigen Stande unserer Erkenntnisse zufolge urteilen müssen, dass GOTT ‚da‘ sei, und demgemäß handeln.'' <span style="color:#00B000">[ Aber nicht logisch zwingend '''!''' Denn die Interpretation <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> mit dem GOTT der Bibel, als ,methodologische‘ Kalkül-Prämisse, ist nicht zwingend, jedoch ,modal‘ möglich, <span style="color:#4C58FF">— '''◇''' —</span>, und im christlichen Glaubenskontext sinnvoll, was mit einer stimmigen <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation des GÖDEL-Kalküls gezeigt werden kann. Damit ist dann auch die Frage beantwortet, ob das GÖDEL-System sich plausibel als eine Theorie von GOTT und seinen Eigenschaften interpretieren lässt, bzw. als eine <span style="color:#FF6000">»''axiomatische''«</span> <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span>, wie sie André FUHRMANN apostrophiert. Das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> ist der ,Individuumname‘ für den GOTT der Bibel, — ,GOTT‘ groß geschrieben —, im monotheïstischen, christlichen Glaubenskontext, den auch LEIBNIZ teilt. Dann steht der ,Name‘ auch synonym für das ,existierende‘ Individuum, d.h. für dessen ,Existenz‘.]</span> ''Es wäre aber doch zu wünschen, dass gescheite Männer'' <span style="color:#00B000">[ sic ! ]</span> ''den Beweis mit der Strenge einer mathematischen Evidenz vollendeten'', <span style="color:#00B000">[ was GÖDEL veranlasst hat, seine Version eines ‚ontologischen Beweises’ zu kreieren, dessen <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> man heute mit Computerprogrammen<ref>siehe Fußnote 11</ref> schon nachgewiesen hat ]</span> ... <span style="color:#FF6000">«</span> Für GÖDEL war dieser Text eine intellektuelle Herausforderung, und er hat sie angenommen. Das war für GÖDEL sicher keine Glaubensangelegenheit. GOTT hat es ja auch nicht nötig, ‚bewiesen‘ zu werden. Wer <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> z. B. mit dem sog. ‚Urknall‘ gleich setzt, macht die <span style="color:#FF6000">»''zufällige Struktur der Welt''«</span> im ‚Urknall‘, <span style="color:#00B000">(pantheistisch)</span> zu einem ,Gott‘, was GÖDEL dezidiert für sein Kalkül ausgeschlossen haben wollte. Kurt GÖDEL schreibt 1961 in einem Brief, in Anlehnung an den obigen Text ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»...''ich glaube, schon heute dürfte es möglich sein, rein verstandesmäßig ''<span style="color:#00B000">[ sic '''!''' ]</span>, ''(ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen) einzusehen, dass die theologische Weltanschauung'', <span style="color:#00B000">[ dass es GOTT gibt ]</span>, ''mit allen bekannten Tatsachen'', <span style="color:#00B000">[ z. B. mit den Maßstäben einer modernen Logik ]</span>, ''durchaus vereinbar ist. Das hat schon vor 250 Jahren der berühmte Philosoph und Mathematiker LEIBNIZ versucht''.«</span><ref>Zitiert nach SCHIMANOVICH-GALIDESCU, M.-E., ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Princeton–Wien 1946–1966. Briefe an die Mutter</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kurt Gödel – Leben und Werk</big></span>''‘, ed. B.BULDT et al., Wien (HÖLDER–PICHLER–TEMSKY), 2001, Bd. 1.</ref> ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Interpretation des Kalküls</span></div>=== Wenn man sich das GÖDEL-Kalkül ansieht, wie es heute formalisiert vorliegt, stellt sich die Frage ''':''' <span style="color:#FF6000">„Lässt sich dieses System plausibel als eine Theorie von GOTT <span style="color:#00B000">(als eine ‚Rede von GOTT’ := <span style="color:#4C58FF">,Theologie’</span>)</span> und seiner Eigenschaften verstehen '''?''' “ — „Ist hier eine genuin <span style="color:#4C58FF">,theologische’</span> Interpretation möglich '''?''' “</span> Seine Herkunft aus der intellektuellen Auseinandersetzung des Logikers GÖDEL mit dem GOTT-gläubigen Philosophen LEIBNIZ und dem christlichen Theologen und Erzbischof ANSELM rechtfertigt diese Frage. Die <span style="color:#FF6000">„mathematische Evidenz“</span> des GÖDEL-Formalismus, <span style="color:#00B000">(im Anhang nachgestellt)</span>, ist allgemein anerkannt, <span style="color:#00B000">(Vorbehalte dagegen gibt es nur bei der Interpretation seiner Syntax, d.h. ob die Axiome, wie GÖDEL sie konzipiert hat, auch in unserer realen Welt ,wahr’ und ,annehmbar’ sind)</span>. Die <span style="color:#FF6000">„theologische Evidenz“</span> des GÖDEL-Systems wird durch eine ,Verankerung’ der Axiome und Definitionen in den <span style="color:#4C58FF">,theologisch’</span>-philosophischen Diskurs über GOTT evaluiert, der schon seit zweieinhalbtausend Jahren läuft. In diesen zweieinhalbtausend Jahren hat sich, — gegen ARISTOTELES und die antike Philosophie —, die Erkenntnis durchgesetzt, dass GOTT <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen''«</span> Raum-Zeit-Struktur unserer vergänglichen Welt ist. In meiner Darstellung des GÖDEL-Kalküls folge ich, <span style="color:#00B000">(im Unterschied zum Autographen GÖDELS, vom 10. Feb 1970)</span>, in der Axiom-Nummerierung, in der Syntax, und in der Beweis-Struktur, der Arbeit von André FUHRMANN ''':''' ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Existenz und Notwendigkeit. Kurt Gödels axiomatische Theologie‘</big></span>'' in ''<span style="font-family: Times;"><big>‚Logik in der Philosophie‘</big></span>'' Hg. SCHROEDER-HEISTER, SPOHN und OLSSON, 2005, Synchron, Heidelberg, Seite 349–374. <span style="color:#00B000">(Die tiefer gestellte Notation der spezifischen ,Eigenschaft‘ einer Eigenschaft ist meine Ergänzung zur formalen Syntax, z. B. ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, angeregt durch die indizierende Schreibweise GÖDELS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ,'''G''' Ess. '''x'''’ —</span>.)</span> Die Erkenntnisse zur Straffung und Präzisierung der GÖDEL-Syntax, <span style="color:#00B000">(besonders im Möglichkeitsbeweis)</span>, stammen aus der Arbeit von Günther J. WIRSCHING ''':''' ,''<span style="font-family: Times;"><big>Der Gödelsche Gottesbeweis</big></span>''‘, im Web <ref>https://edoc.ku.de/id/eprint/10243/1/OntBw.pdf</ref>. <span style="color:#00B000">(Auch der Hinweis auf AVICENNA kommt von WIRSCHING.)</span> Die Zitate von THOMAS von Aquin´s Stellungnahme zum Theorem ANSELMS, und von Georg Wilhelm Friedrich HEGEL zur Immanuel KANTS Ablehnung des Theorem ANSELMS, befinden sich in Franz SCHUPP, ,<span style="font-family: Times;"><big>''Geschichte der Philosophie im Überblick''</big></span>‘, Band 2 ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Christliche Antike, Mittelalter''</big></span>‘, Hamburg 2003, Seite 168 und Seite 170. Meines Erachtens ist der entscheidende Ansatzpunkt einer <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation das GÖDEL-Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>. ‚Frei‘ nach KANT ‚formuliere‘ ich ‚kurz‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>. Hier die Positionen KANTS zum Thema ‚Existenz‘ und ‚Eigenschaften‘ ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''… unbeschadet der wirklichen Existenz äußerer Dinge'' <span style="color:#00B000">[ kann man ]</span> ''von einer Menge ihrer Prädikate'', <span style="color:#00B000">[ d.h. Eigenschaften ],</span> ''sagen'' … ''':''' ''sie gehöreten nicht zu diesen ‚Dingen an sich selbst‘, sondern nur zu ihren Erscheinungen, und hätten außer unserer Vorstellung'' <span style="color:#00B000">[ ihrer, als ,wirklich‘ gedachten Erscheinung ]</span> ''keine eigene Existenz, … weil ich finde, dass … '''alle Eigenschaften, die die Anschauung eines Körpers ausmachen''', bloß zu seiner Erscheinung gehören; denn die Existenz des Dinges, was erscheint, wird dadurch nicht … aufgehoben, sondern nur gezeigt, dass wir es'', <span style="color:#00B000">[ das Ding ]</span>, ''wie es ‚an sich selbst‘ sei'', <span style="color:#00B000">[ d.h. existiert ]</span>, ''durch Sinne gar nicht erkennen können''.<span style="color:#FF6000">«</span><ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können</big></span>''‘, Seite 289; https://www.korpora.org/kant/aa04/289.html</ref> <span style="color:#00B000"><small>(Hervorhebung durch KANT.)</small> [ Seine Prädikate, d.h. Eigenschaften, jedoch können wir mit unseren Sinnen ,anschauen‘, aber nur in Kombination mit unserer Vorstellung ihrer, als ,wirklich‘ gedachten Erscheinung, vermittelt durch den sog. ,transzendentalen Schematismus‘ unserer Einbildungskraft ''':'''</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Eine verborgene Kunst in den Tiefen der menschlichen Seele''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">jedoch auch eines der ,dunkelsten‘ Kapitel in der K.d.r.V., bedingt durch KANTS Konzept von ,Wirklichkeit‘, bzw. ,Sein‘. ]</span> Mit anderen Worten, man kann die ‚Existenz‘, bzw. das ‚Sein‘ der Dinge, <span style="color:#00B000">(das ‚Ding an sich’ bei KANT)</span>, nicht unter dem Mikroskop finden. Die ‚Existenz‘ bzw. das ‚Sein‘ ist keine sinnlich registrierbare ‚Eigenschaft‘ z. B. des rekonstruierten ‚Stadt-Schlosses‘ in Berlin. <span style="color:#00B000">(‚Sein‘ ist kein reales ‚Prädikat‘.)</span> Dafür haben wir andere Fähigkeiten ''':''' Ich kann seine ‚Existenz‘ mit meinem Verstand einsehen, weil auch ich selbst ‚existiere‘. Seine ‚Ansicht‘, wie ‚gefällig‘ es ist, und auch weitere ‚Eigenschaften‘, die mir auffallen, kann ich mit einem Handy-Foto dokumentieren. Diese ‚Eigenschaften‘ sind nicht die Ursache, dass das ‚Berliner Schloss‘ existiert. Wohl aber die Rekonstruktion dieses Schlosses ist die ‚Ursache‘, dass es ,existiert‘, und jetzt so aussieht. Insofern ist ‚Existenz‘ keine ‚Eigenschaft‘, sondern die ‚Existenz‘ des Dinges ist die Voraussetzung, der ‚Grund‘, dass ich die ‚Eigenschaften‘ des Dinges mit meinen Sinnen feststellen kann. In einer Auseinandersetzung mit CARTESIUS schreibt KANT, philosophisch ‚tiefgründig‘ und logisch ‚exakt‘, über dessen <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„Cogito, ergo sum“</big></span></span> ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>''Das ‚Ich denke‘ ist ein empirischer Satz, und hält den Satz ‚Ich existiere‘ in sich. Ich kann aber nicht sagen ''':''' ‚Alles, was denkt, existiert‘; denn da würde die Eigenschaft des Denkens'', <span style="color:#00B000">[ eine essentielle Eigenschaft ]</span>, ''alle Wesen, die sie besitzen, zu notwendigen'' <span style="color:#00B000">[ d.h. notwendig existierenden ]</span> ''Wesen machen''. <span style="color:#00B000">[ Was allein nur von GOTT ausgesagt werden kann; mit AVICENNA, als anerkannter ARISTOTELES-Kommentator ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist das einzige Sein, bei dem Essenz'' <span style="color:#00B000">[ ‚Wesenseigenschaften‘ ]</span> ''und Existenz'' <span style="color:#00B000">[ ‚Dasein‘ ]</span> ''nicht zu trennen sind und das daher notwendig an sich da ist''«, <span style="color:#00B000">— konform mit GÖDEL ''':'''</span> »''notwendige Existenz ist eine positive'' <span style="color:#00B000">[ essentielle ]</span> ''Eigenschaft''«</span> ].</span> ''Daher kann meine Existenz auch nicht aus dem Satz, ‚Ich denke‘, als'' <span style="color:#00B000">[ logisch ]</span> ''gefolgert angesehen werden, wie CARTESIUS dafür hielt (weil sonst der Obersatz : ‚Alles, was denkt, existiert‘, vorausgehen müsste), sondern ist mit ihm identisch.'' <span style="color:#00B000">[ Eine einfache Schlussfolgerung ''':''' meine ‚Existenz‘ ist auch nicht von meiner ‚Eigenschaft‘ Denken ‚verursacht‘. ,Existenz‘ ist nicht bloß ein ,Gedanke‘ von mir. ]</span><span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">(Aus der Anmerkung 41 zu den ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Paralogismen der reinen Vernunft</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 275,<ref>https://korpora.org/kant/aa03/275.html</ref> mit meinem Einschub des AVICENNA-Zitat aus Wikipedia.<ref>{{w|Avicenna#Metaphysik}}</ref>)</span> Mit anderen Worten ''':''' <span style="color:#FF6000">„Die Eigenschaft, dass ich denken kann, ist nicht die Ursache meiner ‚Existenz‘“</span>, sondern, <span style="color:#FF6000">„Die Liebe meiner Eltern und ihre Entscheidung füreinander ist die Ursache meiner ‚Existenz‘. Daher ‚bin’ ich. Und weil ich ein Mensch ‚bin‘, kann ich denken.“</span> Auch mit diesen Anmerkungen ist leicht einsehbar, dass ‚Existenz‘ keine ‚Eigenschaft‘ ist — außer bei GOTT. In GOTT ist ‚Dasein‘ die ‚Wesenseigenschaft‘ GOTTES, d.h. ‚Dasein‘ und ‚Wesen‘ sind in GOTT untrennbar verbunden; sind <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ‚eins‘. Das ist die Einzigartigkeit im Wesen GOTTES, dass GOTT immer schon ‚da‘ ist. Die Frage nach dem ‚Wesen‘ GOTTES lautet ''':''' <span style="color:#FF6000">„Was bist du ? “</span>/<span style="color:#CC66FF">„Wer bist Du ? “</span> Antwort, Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin-Da‘'' <span style="color:#00B000">[ für euch und für immer ]</span>«.</span> Weil GOTT für uns immer schon ‚da‘ ist, — <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span> —, hat GOTT es nicht nötig, ‚bewiesen‘ zu werden. <span style="color:#00B000">(In der Mathematik ist ein ‚Satz‘ erst dann ‚wahr‘ und ‚existent‘, wenn er bewiesen ist. Bei GOTT ist es jedoch nicht so ''':''' GOTTES ‚Existenz‘ ist nicht erst dann ‚wahr‘, wenn seine ‚Existenz‘ von uns ‚bewiesen‘ ist. Sein ‚Dasein‘ ist jedem unserer ‚Beweisversuche‘ immer schon voraus. Der Zugang zu GOTT ist nicht der ,Beweis‘, sondern der ,Glaube‘. Wer an GOTT glauben ,will‘, dem antwortet GOTT. Wer nicht an GOTT glauben ,will‘, dessen Entscheidung respektiert GOTT, und drängt sich nicht auf. Die Glaubens-Entscheidung hat jedoch für jeden Menschen eine existenzielle Konsequenz ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt'', <span style="color:#00B000">[ und diese Entscheidung auch im Augenblick der ,Wahrheit‘, im Tod, in der sog. ,Endentscheidung‘, nicht widerruft ]</span>, ''wird verurteilt werden''«,</span> <small>({{Bibel | Markus Evangelium |16|16|EU}})</small>. Das Urteil lautet ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''zweiter Tod ''':''' der Feuersee''«</span>, <small>({{Bibel | Offenbarung |20|14f|EU}})</small>, ohne Berufungsmöglichkeit. <span style="color:#CC66FF">»''Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn geben wird''«.</span> <small>({{Bibel | Hebräer Brief|11|6|EU}})</small>)</span> Das GÖDEL-Axiom-5 ist m.E. der entscheidende Ansatzpunkt einer stimmigen <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation der GÖDEL-Axiomatik. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Das Kalkül ist kein Existenz-Beweis für GOTT</span></div>=== Die allgemeine <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> des GÖDEL-Formalismus, d.h. seine ‚Schlusskraft‘, ist von kompetenten Leuten<ref>„GÖDELS Argumentationskette ist nachweisbar korrekt – so viel hat der Computer nach Ansicht der Wissenschaftler Christoph BENZMÜLLER und Bruno WOLTZENLOGEL-PALEO nun gezeigt;“ vgl. https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2013/fup_13_308/index.html</ref> schon festgestellt worden, <span style="color:#00B000">(im Anhang ‚nachrechenbar‘ mit den Regeln und Gesetzen einer modalen Prädikatenlogik 2. Stufe)</span>. Das GÖDEL-Kalkül ist jedoch kein ‚moderner‘<span style="color:#FF6000">„Existenz-Beweis“</span> für GOTT, wofür es gehalten oder meistens bezweifelt wird, sondern setzt, <span style="color:#00B000">(theoretisch methodisch)</span>, den <span style="color:#FF6000">„Glauben an die Existenz GOTTES“</span> schon voraus, ohne ihn zu hinterfragen. Das <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> bzw. die <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> GOTTES wird mit der Definition-1 für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, bzw. mit dem Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ — </span>, im Kalkül ‚definitorisch‘ bzw. ‚axiomatisch‘ als Kalkül-,Annahme‘ eingeführt, unter der Voraussetzung, dass die ‚Eigenschaft‘ <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ := </span><span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> und das <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span>, ontologisch ‚identisch‘, genauer ''':''' <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> sind, was GÖDEL im Axiom-5 definitiv für sein System vorschreibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft''«</span>. Das <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ist faktisch äquivalent zur <span style="color:#FF6000">„notwendigen Existenz als GOTT“</span>; und <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> ist die <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft in GOTT“</span>. Beides ist nach Axiom-5 ‚identisch‘, d.h. dem ‚Sein nach‘ dasselbe, und daher konvertierbar. Beide, <span style="color:#00B000">(sowohl die Essenz, als auch die Existenz GOTTES)</span>, werden daher auch mit demselben Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span> im Kalkül dargestellt. Der traditionelle, christliche ,GOTT-Glaube‘ wird zugleich mit diesem Term <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ := </span> <span style="color:#FF6000">„GOTT“ <span style="color:#00B000">|</span> „göttlich“</span>, im 2. Beweisgang, dem Basisbeweis, und im 3. Beweisgang für das Theorem ANSELMS, jeweils als ,methodologische‘ Prämisse :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> regulär <span style="color:#00B000">( ├ )</span> und explizit eingeführt ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''steht für den GOTT'' <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span> ''der Christen''«</span>. Das ist die ,modal‘-frei gewählte, <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Kalkül-,Annahme‘, <span style="color:#00B000">(als ,Argument-Einführung‘ := <span style="color:#4C58FF">‚'''AE:'''‘</span> )</span>, und wird dann mit Definition-1 näher ,bestimmt‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000"> »''Das'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''steht genau dann für ‚GOTT‘'' <span style="color:#00B000">|</span> ''‚göttlich‘'', <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, ''wenn'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''alle positiven Eigenschaften, bzw. Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">‚'''PX'''‘</span>, ''hat''«</span>, entsprechend dem ‚Quelltext‘ bei LEIBNIZ. <span style="color:#00B000">(Das ,postulierte‘ Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PG'''‘ —</span>, wird standardmäßig gelesen als <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit ist eine positive Eigenschaft''«</span>, hat aber auch die alternative Leseart ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt d.h. vollkommen''«</span>, was <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> auch richtig ist; mit <span style="color:#4C58FF">‚'''P'''‘ </span> := <span style="color:#FF6000">„Perfektion“/„Vollkommenheit“</span> ist dann die Summe aller <span style="color:#FF6000">„positiven Eigenschaften“</span>.)</span> Mit Axiom-3, — in dieser <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Leseart —, ist der ‚Wenn-Satz‘ in Definition-1 ‚aufgelöst‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT hat alle positiven Eigenschaften, weil er ‚perfekt‘ ist''«</span>. In Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, wird die ,für uns‘ <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —, </span> durch die ,aus sich‘ <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span> instanziierten <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(als zu den Transzendentalia gehörig)</span>, bestimmt. Das GÖDEL-Kalkül setzt sowohl in Definition-3 als auch im Axiom-5 das Theorem des ARISTOTELES von der ontologischen ‚Identität‘, d.i. die Koinzidenz von <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span>, <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> im prinzipiell <span style="color:#FF6000">„unbewegten Erstbewegenden“</span> voraus. Ohne diese Annahme bzw. ohne Axiom-5, würde das GÖDEL-Kalkül nicht ‚funktionieren‘. Das GÖDEL-Theorem-2.1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span>, kann unter dieser Voraussetzung dann, <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> richtig und eindeutig, so gelesen werden ''':''' <span style="color:#FF6000">„Wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, als Individuum steht, dann ist GOTT-Sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(,Existenz‘)</span>, das Wesen, <span style="color:#4C58FF">—<sub>ess</sub>—, </span> <span style="color:#00B000">(,Essenz‘)</span>, GOTTES <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span>”</span><ref>vgl. z.B. THOMAS von Aquin ''':''' ,''<span style="font-family: Times;"><big>De Ente et Essentia</big></span>''’, Kapitel 5 ''':''' „Deus, cuius essentia est ipsummet suum esse“ ''':''' „GOTT, dessen Wesen sein eigenes Sein ist“.</ref>, statt der <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> unrichtigen Lesearten in der Wikipedia ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Göttlich ist eine essentielle Eigenschaft jedes göttlichen Wesens''«</span><ref>{{w|Gottesbeweis#Kurt_Gödel|Gottesbeweis 2.1.2, Theorem 2}}; Version vom 10.09.2025</ref>, oder bei Christoph BENZMÜLLER et alia, im sog. ,Theorembeweiser‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Gottähnlich zu sein ist eine Essenz von jeder gottähnlichen Entität''«</span><ref>[https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2013/fup_13_308/index.html ‚Gödels „Gottesbeweis“ bestätigt’, Theorem 2]</ref>, mit der suggestiven Annahme, es gäbe mehrere ,göttliche Wesen‘, bzw. ,gottähnliche Entitäten‘, was der monotheïstischen, abendländischen Tradition, bzw. dem <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Theorem von der ,Unvergleichlichkeit‘ und ,Einzigartigkeit‘ GOTTES widerspricht, das im GÖDEL-Kalkül mit Korollar-3 bestätigt wird. <span style="color:#00B000">(Die Interpretation <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ :=</span> <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, als ,Individuumname‘, ist synonym zum <span style="color:#FF6000">„Dasein <span style="color:#00B000">(Existenz)</span> GOTTES“</span>, und äquivalent zur ‚positiven Eigenschaft‘ <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span>, alias <span style="color:#FF6000">„göttlich zu sein“</span> = <span style="color:#FF6000">„GOTT zu sein“</span> = <span style="color:#FF6000">„GOTT-Sein“</span>; und mit dem GÖDEL-Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ :=</span> <span style="color:#FF6000">„das Wesen <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> GOTTES“</span>.)</span> <div class="center"><span style="color:#FF6000"><span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ :=</span> „'''G'''öttlichkeit“ <span style="color:#4C58FF">↔</span> „'''G'''OTT“ <span style="color:#4C58FF">↔</span> „'''G'''OTT-Sein“</span> </div> Die Rechtfertigung für diese <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Dreifach-Äquivalenz für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, im GÖDEL-Kalkül, gibt Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''die positive <u>Eigenschaft</u>'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ''Göttlichkeit'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''äquivalent zu GOTT als Individuum-Name'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''ist auch äquivalent zum Dasein GOTTES'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ''gleichbedeutend mit notwendiger <u>Existenz</u>'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>'', dem <u>Sein</u> GOTTES für uns''«</span>. Hier hat GÖDEL explizit <span style="color:#FF6000">„Eigenschaft“</span> mit <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> gleichgesetzt; <span style="color:#00B000">(was jedoch nach KANT für alles, was in unserer Welt ‚existiert‘, bzw. für alles, was zur <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der Welt''«</span> gehört, wie GÖDEL selbst sagt, in jedem Fall ‚unstatthaft‘ ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„Existenz ist keine Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Sein ist kein reales Prädikat“</span>)</span>. Jedoch wegen dieser ‚Gleichsetzung‘, die einzig und allein, der aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition entsprechend, singulär nur in GOTT ‚statthaft‘ ist, kann jetzt die ‚positive Eigenschaft‘ <span style="color:#00B000">(Essenz)</span> <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> <span style="color:#00B000">(ontologisch korrekt)</span> gelesen werden als <span style="color:#FF6000">„das, was GOTT zu dem macht, ‚was‘ GOTT an sich selbst ist“</span>, nämlich zu seinem <span style="color:#FF6000">„GOTT-Sein“</span> <span style="color:#00B000">(Existenz)</span>, zu seinem <span style="color:#FF6000">„Dasein als GOTT“</span>; zur Tatsache, dass <span style="color:#FF6000">„GOTT GOTT ist“</span>, d.h. dass <span style="color:#FF6000">„GOTT als GOTT ‚da‘ ist“</span>. Das ist, <span style="color:#00B000">(und da folgt ARISTOTELES seinem Lehrer PLATO)</span>, nach traditioneller Auslegung, die übliche, ontologische Funktion des ‚Wesens‘<span style="color:#00B000"> | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span> | ‚usía‘ |</span> eines Seienden ''':''' es ‚macht‘ das Seiende zu dem, ‚was‘ es ist; es ist die ‚Ursache‘ dafür, dass das Seiende, das ‚ist‘, ‚was‘ es ist | ‚Was-Sein‘ — ‚Wesen‘. <span style="color:#00B000">(ARISTOTELES lokalisiert jedoch das ,Wesen‘ im Seienden, im Gegensatz zu PLATO, der das ,Wesen‘, — ,getrennt‘ vom Seienden —, in den allgemeinen ,Ideen‘ lokalisiert.)</span> Da aber in ‚Gott‘, <span style="color:#00B000">(dem <span style="color:#FF6000">„unbewegten, ‚unverursachten‘ Erstbeweger“</span>)</span>, Prozesshaftes, ‚Ursächliches‘ auszuschließen ist, ist die übliche prozesshafte, ‚ursächliche‘ Funktion von <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὐσία</big></span>“</span><span style="color:#00B000"> | ‚usía‘ |</span> ,Wesen‘ im <span style="color:#FF6000">„Erstbewegenden“</span> nach ARISTOTELES, sozusagen, schon ‚zum Abschluss‘ gekommen, schon ‚verwirklicht‘, — <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐν-έργεια οὖσα</big></span>“</span><span style="color:#00B000"> | ‚en-érgeia úsa‘</span> —, schon ‚ins-Werk‘ gesetzt; <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>τὸ ἔργον</big></span>“</span> | ‚to érgon‘ | ‚das Werk‘; <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ἐνέργεια</big></span>“</span> | ‚enérgeia‘ | ,Wirksamkeit‘, ,Wirklichkeit‘, ,Aktualität‘, ,Energie‘; und <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>οὖσα</big></span>“</span> | ,úsa‘ | feminin Nominativ Singular von <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὤν</big></span>“</span> | ‚ón‘ | ‚seiend‘)</span>. Sein ,Wesen‘ ist im ,Dasein‘ vollendet, ist ,wirkliches, verwirklichendes Sein‘, ‚seiende Aktualität‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>actus purus</big></span>“</span> ''':''' sein Wesen ist ‚reine Tätigkeit‘, ,reine verwirklichende Gegenwärtigkeit‘, d.h. ,existent‘, ohne jede prozesshafte ‚Potenzialität‘. Aus der wichtigen und richtigen Erkenntnis, dass GOTT <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur unserer Welt''«</span> ist, folgt mit der ontologischen Identität von ,Dasein‘ und ,Wesen‘ in GOTT ''':''' Der zeitlos ewige GOTT ist <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich'' <span style="color:#00B000">(von Natur aus)</span> ''immer schon da''«</span>, m.a.W. ist <span style="color:#FF6000">„zeitlos-ursprungslos“</span>. Insofern ist <span style="color:#FF6000">„Göttlichkeit“</span> die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span>, die im <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> d.h. in <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, schon ihr ‚Ziel‘, ihre Vollendung, — <span style="color:#FF6000">„Perfektion“</span>, Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, erreicht hat. GOTT ist <span style="color:#FF6000">»''vollkommen''«</span> und darum auch <span style="color:#FF6000">»''notwendig für uns immer schon ‚da‘''«</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ — </span>. GOTT ist in seinem ‚zeitlosen Wesen‘ <span style="color:#FF6000">„unverursacht“</span>, da er <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich'' <span style="color:#00B000">(von Natur aus)</span> ''vollkommen''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□PG'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(eine Instanz von Axiom-4)</span>. <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ist die <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span>, bzw. das <span style="color:#FF6000">„Wesen GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ —</span>. <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ,der‘ Vollkommenste''«</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>. Und zur absoluten <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“</span> gehört <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> auch das <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span>. <span style="color:#FF6000">„Notwendige Existenz“</span> gehört zu den ,ultimativen‘ Transzendentalia in GOTT, was GÖDEL mit Definition-3 syntaktisch formalisiert hat. Entscheidend für diese Interpretation des GÖDEL-Systems ist ''':''' nur unter der ,modal‘ notwendigen Voraussetzung der ontologischen ‚Identität‘ von <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — '''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, bzw. der ‚Gleichsetzung‘, <span style="color:#00B000">(Koinzidenz)</span>, von <span style="color:#FF6000">„notwendiger Existenz“</span> mit den ‚positiven‘ Wesenseigenschaften, der <span style="color:#FF6000">„Essenz“</span> in GOTT, Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ — </span>, ‚funktioniert‘ die GÖDEL-Axiomatik '''!''' Diese ‚Identität‘, bzw. ,Koinzidenz‘ wird in ARISTOTELES, ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Metaphysik</big></span>''‘, Buch XII 7, in einem Indizienbeweis erbracht, der mit der Methode der philosophischen Induktion zum Ergebnis kommt ''':''' ::<span style="color:#FF6000">» … ''es muss'' <span style="color:#00B000">[ notwendig ]</span> ''etwas geben, das, ohne selbst ‚bewegt‘'' <span style="color:#00B000">[ </span>''worden''<span style="color:#00B000"> ]</span> ''zu sein'', <span style="color:#00B000">[ ‚unentstanden‘ ]</span>, ''alles Übrige wie ein Geliebtes ‚bewegt‘'' <span style="color:#00B000">[ ‚entstehen lässt‘ ]</span>«</span>, das darum ‚zugleich‘ <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>αἴδιον καί οὐσία καί ἐνέργεια οὖσα</big></span>“ <span style="color:#00B000">|</span> »<span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewig, sowohl <u>Wesen</u>'', <span style="color:#00B000">[ etwas Konkretes, Essentielles ]</span>, ''als auch seiende Wirksamkeit — '' <span style="color:#00B000">[ </span>„<span style="font-family: Times;"><big>actus purus</big></span>“, „reine Tätigkeit“<span style="color:#00B000"> ]</span> ''— verwirklichendes, wirkliches <u>Sein</u> ist'', <span style="color:#00B000">[ ein Existierendes, das alles Übrige ,zur Existenz‘ bringen kann ]</span> «</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὀρεκτόν καί νοητόν</big></span>“ <span style="color:#00B000"> | ,orektón kai noêtón‘ | </span> »''ersehnt und erkennbar ist''.«</span> <span style="color:#00B000">(''<span style="font-family: Times;"><big>vgl. ,Metaphysik</big></span>''‘ XII 7, 1072a,23 – 1072b,4)</span> Was <span style="color:#FF6000">»''alles Übrige''«</span> ,zur Existenz‘ bringen kann, bzw. ,verwirklichen‘ kann, muß auch selbst, als etwas Konkretes, Essentielles, ,existieren‘, bzw. ,wirklich sein‘. Die, daraus abgeleitete, ontologische ‚Identität‘, — ,Koinzidenz‘ —, von ‚Wesen‘ und ‚Sein‘, <span style="color:#00B000">(Ziel aller Sehnsucht und jedes Erkenntnisstrebens)</span>, <span style="color:#FF6000">»''ist das Privilegium der Gottheit allein''«</span> ''':''' mit Gottfried Wilhelm LEIBNIZ interpretiert, entsprechend einer adäquaten, aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition. Dieses induktive, ‚ontologisch‘ a-posteriori Ergebnis aus der ‚Prinzipienforschung‘ des ARISTOTELES ist die metaphysische und logische Voraussetzung, dass GÖDEL seine Axiomatik im Kalkül des sog. ‚ontologischen Gottesbeweises‘ a-priori des ANSELM von Canterbury, und nach LEIBNIZ, deduktiv korrekt formulieren konnte; <span style="color:#00B000">(vgl. 3. Beweisgang)</span>. Angenommen, die Variable <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> steht für den <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, der Christen, <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, Term :01: im 2. Beweisgang)</span>, dann ist, — auf Grund von diesem Beweisgang —, in unserer Welt ,wahr‘ und evident ''':''' die ‚positive Eigenschaft‘ <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, und das faktische <span style="color:#FF6000">»''‚Da‘-Sein'' <span style="color:#00B000">[ Existenz ]</span> ''GOTTES''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, ‚benennen‘, ontologisch ident, denselben Sachverhalt ''':''' nämlich das, was wir das <span style="color:#FF6000">»''Wesen'' <span style="color:#00B000">[ Essenz ]</span> ''GOTTES''«</span>, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, nennen. <span style="color:#FF6000">»''Göttlichkeit'', bzw. ''GOTT-‚Sein‘ ist das Wesen GOTTES''«</span>, und dann umgedreht und äquivalent ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Wesen GOTTES ist sein ‚Da‘-Sein als GOTT'', bzw. ''seine Göttlichkeit''«</span>, m.a.W. ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist wesentlich ‚grundlos‘'' <span style="color:#00B000">[ d.h. </span> ''notwendig aus sich''<span style="color:#00B000"> ]</span> ''‚da‘''«</span>. Das ist das Einzigartige im <span style="color:#FF6000">»''Wesen GOTTES''«</span> ''':''' GOTT ist, zeitlos-ewig, für uns immer schon ‚da‘, und das ‚ist‘ sein <span style="color:#FF6000">»''Wesen''«</span>; vorausgesetzt, ,angenommen‘, man glaubt an GOTT ''':''' Term :01:. <span style="color:#00B000">(Der schon von GÖDEL indizierte Term <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''<sub>ess</sub>‘ — </span> ,expliziert‘ nur eine der drei Lesearten, die der Term <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''G'''‘ — „theologisch“</span> ,impliziert‘.)</span> Theorem-2 hat somit die syntaktische Form einer Definition ''':''' <div class="center"><span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span></div> Somit kann GOTT ‚explizit‘ <span style="color:#00B000">(aus einer bewiesenen Kalkül-Definition)</span> <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> genauer ‚bestimmt‘ werden ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist gerade deswegen GOTT, weil sein überzeitlich-ewiges und an sich ‚grundloses‘'' <span style="color:#00B000">[ aber für uns notwendiges ]</span> ''Dasein'' <span style="color:#00B000">[ Existenz ]</span> ''als GOTT, ontologisch, — dem Sein nach —, identisch ist mit seinem persönlichen und für uns liebevollen Wesen'' <span style="color:#00B000">[ Essenz ]</span> ''als GOTT; diese Identität von Dasein und Wesen gilt einzig und allein nur bei GOTT.''«</span> Die philosophische Frage nach dem <span style="color:#FF6000">„Wesen GOTTES“</span> lautet, <span style="color:#00B000">(auf die Person bezogen)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„Was bist du ? “</span> Sie ist äquivalent zur <span style="color:#4C58FF">,theologisch’</span>-biblischen Frage MOSES ''':''' <span style="color:#CC66FF">„Wer bist Du ? “</span> Die bekannte Antwort des GOTTES-JHWH aus ‚Exodus 3,14‘ thematisiert das persönliche, für uns liebevolle und für immer notwendige <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‘אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֑ה‚</big></span> <span style="color:#00B000">| ‚eh'jeh asher eh'jeh‘ |</span> <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin-Da‘'', <span style="color:#00B000">[ für euch und für immer ]</span>«.</span> Mit diesem Zitat aus der Bibel ist die GÖDEL-Axiomatik, sozusagen, <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> ‚verifiziert‘. Sie hat einerseits im Theorem-2 ihren philosophischen ‚Abschluss’ erreicht, und andererseits damit formal-syntaktisch den ‚Anschluss‘ an eine allgemeine Basis-Glaubensaussage gefunden, die ‚an sich‘ für jeden CHRIST-gläubigen Menschen ‚selbstverständlich‘ ist. Was in der Metaphysik des ARISTOTELES das Ergebnis einer philosophischen ,Induktion‘ a-posteriori ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„,Dasein‘ ist das ,Wesen‘ GOTTES“</span>, — <span style="color:#00B000">(das mit Theorem-2, auch ein Ergebnis der deduktiven GÖDEL-Axiomatik a-priori ist ''':''' die Beweisgrundlage für den Konsequenz-Teil im Theorem AMSELMS)</span>, — das ist in der Bibel die Grundüberzeugung jedes Menschen, der an GOTT glaubt ''':''' GOTT ist für uns immer schon <span style="color:#FF6000">„da“</span>, weil er uns liebt. Das ist das, <span style="color:#FF6000">„was“</span> GOTT für uns als GOTT ausmacht, — sein Wesen ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Wir haben die Liebe, die GOTT zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. GOTT ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in GOTT und GOTT bleibt in ihm.''«</span>, <small>({{Bibel | 1. Johannesbrief |4|16|EU}})</small> Das eigentliche Ergebnis der GÖDEL-Axiomatik ist somit die ‚triviale‘ Erkenntnis, dass GOTT, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „grundlos“</span>, für uns immer schon ‚da‘ ist, — <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span> —, vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(‚angenommen‘)</span>, man ‚glaubt‘ an den zeitlos-ewigen GOTT. <span style="color:#00B000">(Der Glaube an die Zeitlosigkeit GOTTES ist mit der ‚Annahme‘ von Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist perfekt''«</span>, und der ‚Annahme‘ der Definition-1 für <span style="color:#4C58FF"> ‚'''Gx'''‘ := </span> den <span style="color:#FF6000">„GOTT der Christen“</span>, im Kalkül ‚implizit‘ schon eingeführt, da die Axiome und Definitionen, — nach GÖDEL —, nur dann <span style="color:#FF6000">»''wahr''«</span> sind, wenn sie <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen''</span> [ Raum-Zeit-]<span style="color:#FF6000">''Struktur''«</span> unserer Welt sind. Das ,impliziert‘ auch, dass der GOTT von Axiom-3 und Definition-1 ebenfalls <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von Raum und Zeit, d.h. zeitlos-ewig ist '''!''' )</span> Wer an den GOTT der Bibel glaubt, kann sich von der ‚Vernünftigkeit‘ seines Glaubens mit Hilfe des sog. ,ontologischen‘ Gottesbeweises nach ANSELM von Canterbury, mit Kurt GÖDEL <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span>, überzeugen. <span style="color:#00B000">(Das war auch die Absicht ANSEMS '''!''' )</span> Die Annahme, es sei ‚unmöglich‘, dass es GOTT gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(dezidierter Atheismus)</span>, führt im GÖDEL-Kalkül formal zu einem logischen Widerspruch; vgl. z. B. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Gödels Möglichkeitsbeweis</big></span>''‘, in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Der Gödelsche Gottesbeweis</big></span>''‘, Seite 17, von Günther J. WIRSCHING; (https://edoc.ku.de/id/eprint/10243/1/OntBw.pdf), d.h. es ist also nicht ‚unmöglich‘, dass es GOTT gibt. Der GOTT-Glaube ist mit den Maßstäben einer modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span> und darum ,vernünftig‘. Damit steht fest ''':''' das GÖDEL-Kalkül ist kein moderner ‚Existenz-Beweis‘ für den GOTT der Bibel, sondern es setzt, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span>, ,methodologisch‘, den Glauben an die Existenz eines ewigen GOTTES voraus, der, — <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen Struktur unserer '' <span style="color:#00B000">[ vergänglichen ]</span> ''Welt''«</span> —, für uns immer schon ‚da‘ ist. Wenn aber einmal als fix ‚angenommen‘ worden ist, <span style="color:#00B000">(als Prämisse)</span>, dass es wahr ist, dass GOTT ‚existiert‘, dann ist natürlich die ‚Annahme‘, dass GOTT ‚nicht existiert‘, falsch. Aber sie ist auch ,unlogisch‘ und ,unvernünftig‘, weil die Annahme ''':''' ,''Es ist unmöglich, dass es einen GOTT gibt''‘, offensichtlich und eindeutig zu einem Widerspruch führt; was z. B. Günther J. WIRSCHING mit seiner Version des <span style="color:#00B000">(nicht umkehrbaren)</span> ‚Möglichkeitsbeweises‘ für ,GOTT‘, explizit vorexerziert hat. <span style="color:#00B000">(Siehe Anhang ''':''' GÖDELS ‚Möglichkeitsbeweis‘ als ,Widerlegung‘ eines Nicht-GOTT-Glaubens; in Entsprechung zu Psalm 14,1 und Psalm 53,2 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Der'' <span style="color:#00B000">[ ,unvernünftige‘ ]</span> ''Tor sagt in seinem Herzen ''':''' Es gibt keinen Gott. Sie handeln verderbt, handeln abscheulich; da ist keiner, der Gutes tut''«</span>. Historischer Hintergrund zu diesem Psalm-Text ''':''' Die Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch die Truppen des NEBUKADNEZAR II.)</span> Der Logiker GÖDEL hat in seinem System zum ,ontologischen Beweis‘ keine ‚formale Unentscheidbarkeit‘ <span style="color:#00B000">(Agnostizismus)</span> feststellen können, wie auf einem anderen Feld seiner Forschungsarbeiten. Das GÖDEL-Konsequenz-Teil von der ‚Notwendigkeit‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(die ‚Konsequenz’ aus dem ‚widerspruchsfreien‘ Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —,</span>)</span> im ‚Theorem ANSELMS‘, ist <span style="color:#00B000">(im 3. Beweisgang, Term :10:)</span> dann auch eine weitere Explikation des Basis-Theorems-2 des Kalküls ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span>, über die ‚ontologische Identität‘ vom <span style="color:#FF6000">„Dasein GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, mit seinem <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> —</span>, dargestellt mit Term :9:. <span style="color:#00B000">(Die ontologische Identitat von Dasein und Wesen in GOTT, ist die, für uns, <span style="color:#FF6000">„notwendige Präsenz <span style="color:#00B000">[ das Sein, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>]</span> GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, die äquivalent, bzw. koinzident ist zur <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit <span style="color:#00B000">[ das Wesen, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>]</span> GOTTES “</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>. Diese Identität von Sein und Wesen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub> —</span>, bedeutet <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> konkret ''':''' die, für uns, notwendige Gegenwärtigkeit GOTTES, [ sein Dasein ], ist verwirklicht worden in der liebevollen [ Wesens-]Zuwendung GOTTES zu uns Menschen, in seiner Kindwerdung in Bethlehem, durch die Jungfrau MARIA ''':''' GOTTES Wesen ist ,Sein-mit-uns‘ ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''sein Name'', <span style="color:#00B000">[ sein Wesen ]</span>, ''ist IMMANUEL, das heiß übersetzt ''':''' GOTT-mit-uns''«, <small>({{Bibel | Matthäus Evangelium |1|23|EU}})</small></span>, der unsere Not-,wenden‘-wird, d.h. der uns und die Welt von der Korruption der Sünde und des Todes <span style="color:#4C58FF">,erlösen‘</span> will und wird.)</span> Die, von GÖDEL im 1. Beweisgang, als Prämissen schon vorausgesetzten und ,angenommenen‘ Perfektionen, bzw. Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(das sind die allgemeinen ,Transzendentalia‘ für alles Nicht-Göttliche in der Welt)</span>, werden im ersten Teil des 2. Beweisganges, mit Term :13: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>, dann auch als <span style="color:#FF6000">„positive Wesenseigenschaften“</span>, <span style="color:#00B000">(als die ultimativen ,Transzendentalia‘)</span>, in GOTT ‚definitiv‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> bestätigt; <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, 2. Beweisgang, Anmerkung-2)</span>. Im 3. Beweisgang ist das Basis-Theorem-2 die ,modal‘ notwendige, bzw. transzendentale, Voraussetzung, sowohl für das <span style="color:#FF6000">„an sich notwendige Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, im Term :10:, als auch für die <span style="color:#FF6000">„für uns notwendige Existenz GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, sowohl in der Definition-3, als auch im Axiom-5; <span style="color:#00B000">(das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span> wird nur GOTT zugeordnet; vgl. auch Anhang, 3. Beweisgang, Anmerkung-4)</span>. Dieses Basis-Theorem-2 ist auch zugleich die Antwort auf die Frage nach dem ‚Ursprung‘ GOTTES ''':''' GOTT ist <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „ursprungslos“</span> ‚da‘, von <span style="color:#CC66FF">„Ewigkeit zu Ewigkeit“</span>, denn es ‚ist‘ sein <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, <span style="color:#00B000">(überzeitlich-ewig)</span> für uns immer schon ‚da‘ zu sein. Weitere ‚Einzelheiten‘ über Wesen und Eigenschaften GOTTES gehören in die Mystik, bzw. in die <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span>. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Die Bedeutung des Kalküls</span></div>=== <div class="center">Immanuel KANT und Kurt GÖDEL im ‚Dialog‘</div> KANT sagt ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>'''''Sein''' ist offenbar kein reales Prädikat''. ... ''Es ist bloß die'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Position'' <span style="color:#00B000">[ latinisiert, deutsch für ''':''' ,Setzung‘ ]</span> ''eines Dinges ... Nehme ich nun das Subjekt (Gott) mit allen seinen Prädikaten'' <span style="color:#00B000">[ d.h. Eigenschaften ]</span> ''(worunter auch die Allmacht gehört) zusammen, und sage ''':''' ‚'''Gott ist'''‘'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT existiert wirklich‘ ]</span>, ''oder ‚es ist ein Gott‘, so <u>setze</u> ich kein neues Prädikat'' <span style="color:#00B000">[ keine neue Eigenschaft ]</span> ''zum ‚Begriffe‘ von Gott ''':''''' <span style="color:#00B000">[ <span style="color:#0000FF; background-color:#FFFF00">‚Sein’ ist kein ‚reales Prädikat’ in GOTT</span>; ‚Existenz‘ ist in GOTT keine ‚Eigenschaft‘ ],</span> ... ''es kann daher zu dem Begriffe'', <span style="color:#00B000">[ ,GOTT‘ ]</span>, ''der bloß die'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Möglichkeit ausdrückt, darum, dass ich dessen Gegenstand'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ]</span>, ''als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck ''':''' er ist'', <span style="color:#00B000">[ GOTT ist wirklich ]</span>'' ) <u>denke</u>, nichts weiter hinzukommen.'' <span style="color:#00B000">[ Beides ist ,bloß gedacht‘ '''!''' ]</span> ''Und so enthält das Wirkliche nichts mehr als das bloß Mögliche. Hundert ‚wirkliche‘ Taler enthalten nicht das mindeste <u>mehr</u>, als hundert ‚mögliche‘. Denn, da diese den'' <span style="color:#00B000">[ gedachten ]</span>'' ‚Begriff‘, jene aber den Gegenstand und dessen'' <span style="color:#00B000">[ gedachte ]</span>'' Position an sich selbst bedeuten, so würde, im Fall dieser'', <span style="color:#00B000">[ die 100, als ,wirklich‘ bloß gedachten Taler ]</span>, ''<u>mehr</u> enthielte als jener,'' <span style="color:#00B000">[ als ihr ‚gedachter‘ Begriff im Verstand, wie ΑNSELM von Canterbury für GOTT, als ‚wirklich‘ Existierenden, argumentierte, …''so würde'' ]</span> ''mein ‚Begriff‘'' <span style="color:#00B000">[ die 100 im Verstand ‚gedachten‘ Taler ]</span> ''nicht den ganzen Gegenstand ausdrücken, und also auch <u>nicht der angemessene Begriff</u> von ihm sein. Aber in meinem Vermögenszustande ist <u>mehr</u> bei hundert ‚wirklichen‘ Talern, als bei dem bloßen Begriffe derselben'', <span style="color:#00B000">[ als bei 100 bloß ‚gedachten‘ Talern ]</span> ... <span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000"><ref>‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 401; https://www.korpora.org/kant/aa03/401.html</ref></span>. GÖDEL würde darauf <span style="color:#00B000">(korrespondierend zur aristotelisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition von der Identität von Sein und Wesen in GOTT)</span> antworten ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span>Die <span style="color:#FF6000">„100 Taler“</span> sind der <span style="color:#FF6000">»''zufälligen Struktur der'' <span style="color:#00B000">[ vergänglichen ]</span> ''Welt''«</span> entnommen, und sind daher nicht mit GOTT vergleichbar, der, <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer Welt, <span style="color:#FF6000">„über“</span> dieser Welt steht. Einzig und allein nur von GOTT gilt ''':''' Der mit Dingen aus unserer Welt ,nicht vergleichbare‘ GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#FF6000">„existiert notwendig für uns“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, und <span style="color:#FF6000">„notwendiges Existieren, <u>Sein</u>“</span> ,ist‘ eine <span style="color:#FF6000">„positive <u>Wesen</u>seigenschaft“</span> in GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, weil GOTT aus sich <span style="color:#FF6000">„vollkommen“ <span style="color:#00B000">|</span> „perfekt“</span> ist, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#0000FF; background-color:#FFFF00">‚Sein‘ ist in GOTT ein ‚reales Prädikat‘</span>; <span style="color:#00B000">(notwendige ‚Existenz’ ist eine positive ‚Wesenseigenschaft’ in GOTT)</span>, und nur bei GOTT '''!''' Zum zeitlos-ewigen GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(als methodologische Prämisse)</span>, kann man sagen ''':''' Weil es, wegen Axiom-1 und Axiom-2, <span style="color:#FF6000">„widerspruchsfrei möglich"</span> ist, dass es ihn gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, darum ist dieser GOTT auch das ‚einzige‘ <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span>, das <span style="color:#FF6000">„notwendig aus sich“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, d.h. <span style="color:#FF6000">„grundlos“ <span style="color:#00B000">|</span> „unverursacht“</span> für uns immer schon ‚da’ ist und immer ,da’ sein wird; und zusätzlich gilt ''':''' Es gibt für jede mögliche Welt ‚nur‘ diesen einen GOTT ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx ∧ □∀y(Gy→x=y)'''‘ — </span><span style="color:#00B000">(Monotheïsmus)</span>; vorausgesetzt, man geht von der ,Existenz’ dieses GOTTES aus, wobei diese Annahme <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar''«</span> ist.<span style="color:#FF6000">«</span> Eine Beobachtung ''':''' KANT sagt, gleichsam als ,krönender‘ Abschluss seiner Widerlegung des, — von ihm so genannten —, ,ontologischen Gottesbeweises‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''Aber in meinem Vermögenszustande ist <u>mehr</u> bei hundert ‚wirklichen‘ Talern, als bei dem bloßen Begriffe derselben, (d.i. ihrer Möglichkeit).''<span style="color:#FF6000">«</span> Diese Feststellung KANTS entspricht jedoch genau der Argumentation ANSELMS ''':''' GOTT <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse et in re</big></span>“</span>, d.h. GOTT ,existiert auch in Wirklichkeit‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>quod maius est</big></span>“</span>, was <u>mehr</u> ist, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse solo in intellectu</big></span>“</span>, als nur ein bloßer Begriff ,im Verstand zu sein‘. Der ,Mehr-Wert‘ ergibt sich in beiden Fällen, sowohl bei den Talern als auch bei GOTT, aus der ,Wirklichkeit‘ ihrer Existenz, im Gegensatz zur bloßen, <span style="color:#00B000">(im Begriff gedachten)</span>, ,Möglichkeit‘ ihrer Existenz, so dass, in jedem Fall, der ,Begriff‘ im Verstand ohne Abstriche <span style="color:#FF6000">»</span>''den ganzen Gegenstand ausdrückt''<span style="color:#FF6000">«</span>, und von diesem auch <span style="color:#FF6000">»</span>''der angemessene Begriff''<span style="color:#FF6000">«</span> ist. Alles andere wäre eine ,Lüge‘. Mit dieser ,Beobachtung‘ ist das implizit ,Widersprüchliche‘ in KANTS Argumentation aufgedeckt ''':''' Das Wirkliche in KANTS Vermögenszustande enthält <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> als das bloß Mögliche, konträr zu seiner vorigen Behauptung ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''das Wirkliche''<span style="color:#FF6000">«</span> enthalte <span style="color:#FF6000">»'',nichts mehr‘</span> als das bloß Mögliche''<span style="color:#FF6000">«</span>. Diese Behauptung ist offensichtlich falsch. Das ist somit ein indirekter Beweis und damit eine Bestätigung für die analoge Argumentation ANSELMS aus dem Wiederspruch des Gegenteils, am Beispiel KANTS <span style="color:#FF6000">»</span>''Vermögenzustandes bei hundert wirklichen Talern''<span style="color:#FF6000">«</span>, in dem in Wirklichkeit <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> ist, <span style="color:#FF6000">»</span>''als bei dem bloßen Begriffe derselben''<span style="color:#FF6000">«</span>. <span style="color:#00B000">(Diese ,Beobachtung‘ ist zugleich auch das entscheidende Indiz dafür, dass das systembedingte Konzept KANTS von der ,Existenz‘, bzw. vom ,Sein‘ eines jeden Gegenstandes, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen bloße Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">d.i. als seine ,Setzung‘ bloß im- und durch den Verstand ,falsch‘ ist, — d.h. im Klartext ''':''' für KANT ist das ,Sein‘ eines Gegenstandes bloß ein ,Gedanke‘ in uns, wenn er meint, dass uns ein Gegenstand erst dann wirklich ,gegeben‘ sei, wenn wir uns den</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Gegenstand als schlechthin gegeben (durch den Ausdruck : <u>er ist</u>) <u>denken</u>''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">was nur seiner System-Konzeption geschuldet sein kann. Auf Grund dieser Konzeption ist das</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''Ding, wie es an sich selbst ist''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">für KANT systembedingt weder ,anschaubar‘, noch ,erkennbar‘. Diese falsche Konzeption über die ,Existenz‘, bzw. das ,Sein‘ eines Dinges, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen bloße Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">ist für KANT letztendlich auch die Beweisgrundlage und Voraussetzung für seine Ablehnung des ontologischen Argumentes für GOTT. Wenn das ,wirkliche‘ Sein eines Dinges nichts anderes ist, als</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''dessen'' <span style="color:#00B000">[ bloß gedachte ]</span> ''Position''<span style="color:#FF6000">«</span>, <span style="color:#00B000">d.h. als seine ,mögliche‘ Setzung bloß im- und durch den Verstand, das ist das, als ,wirklich‘ bloß nur gedachte, Ding, dann</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''enthält''<span style="color:#FF6000">«</span> <span style="color:#00B000">natürlich</span> <span style="color:#FF6000">»</span>''das Wirkliche''<span style="color:#00B000">, [ als die bloß gedachte Existenz ],</span> ''nichts mehr als das bloß Mögliche''<span style="color:#00B000">, [ als der gedachte Begriff ]<span style="color:#FF6000">«</span>, was offensichtlich unhaltbar ist. <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] </span> ''':''' Wenn die Konsequenz einer Wenn-Dann-Folgerung ,falsch‘ ist, dann ist auch ihre Voraussetzung, das System-Konzept KANTS, ,falsch‘ ''':''' d.i. seine ,Kopernikanische Wende‘ für die Metaphysik, soweit sie sein ,Sein’-Konzept betrifft. Korrekt und ,wahr‘ ist in jedem Fall ''':''' Das Wirkliche enthält <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span> als das bloß Mögliche, und die Dinge ,existieren‘ schon immer unabhängig von unserem Denken. ,Existenz‘, das ,Sein‘, ist <span style="color:#FF6000">,doch mehr‘</span>, als bloß ein ,Gedanke‘ von uns.)</span> Somit ist die Argumentation KANTS gegen den ontologischen Beweis ANSELMS für GOTT ,falsch‘ und unhaltbar, weil sie auf der ,falschen‘ Voraussetzung beruht ''':''' die ,Existenz‘, bzw. das ,Sein‘ eines jeden ,Gegenstandes‘, — wie z. B. auch die Existenz bei GOTT —, sei bloß dessen gedachte ,Position‘ an sich selbst, d.h. bloß seine ,Setzung‘ im- und durch den Verstand. Damit ,macht‘ er GOTT außerdem zu einem ,Ding‘ unter den vielen ,Dingen‘ dieser Welt, und verkennt so, — wie vor ihm THOMAS von Aquin —, auch die Einzigartigkeit und Exklusivität GOTTES im Theorem ANSELMS. <div class="center">Die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> in der philosophischen Tradition</div> Wenn man die philosophische Tradition der <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> im Lichte der Ergebnisse der axiomatischen <span style="color:#4C58FF">„Theologie“</span> GÖDELS liest, dann stellt sie sich am Beispiel bei ARISTOTELES, — AVICENNA, — ANSELM, und bei GÖDEL wie folgt dar ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Erstbewegende,'' (<span style="font-family: Times;"><big>,πρῶτον κινοῦν‘</big></span>), ''das, ohne selbst ‚bewegt‘ zu sein'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀκίνητον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''unverursacht, ,entstehungslos‘'' |</span> ), ''alles Übrige wie ein Geliebtes ‚bewegt‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,κινεῖ δὴ ὡς ἐρώμενον‘</big></span> <span style="color:#00B000"> | ''-verursacht, ,entstehen‘ lässt'' |</span> ), ''ist sowohl'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewiges ‚Wesen‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀΐδιον καί οὐσία‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''‚Substanz‘'' |</span> ), ''als auch'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''ewiges ‚wirksames, verwirklichendes Sein‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>‚ἀΐδιον καί ἐνέργεια οὖσα‘ = ‚actus purus‘</big></span><span style="color:#00B000"> | '',reine Tätigkeit‘'' |</span> ), … ''ersehnt'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ὀρεκτόν‘</big></span>), ''und erkennbar'', (<span style="font-family: Times;"><big>,νοητόν‘</big></span>), ... ''denn dies ist der ‚Gott‘'', (<span style="font-family: Times;"><big>,τοῦτο γὰρ ὁ θεός‘</big></span>), <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, ''der'' <span style="color:#00B000">[ zeitlich-]</span>''Ewige'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἀΐδιον‘</big></span>), — ''der Unvergleichliche'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ἄριστον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ''‚der Beste‘'' |</span> ), — ''der Lebendige'', (<span style="font-family: Times;"><big>,ζῷον‘</big></span> <span style="color:#00B000">| ,''das Leben selbst‘'' |</span> ), — ... ''so sagen wir ja'', (<span style="font-family: Times;"><big>,φαμὲν δὴ‘</big></span>), — ...«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ARISTOTELES — Grieche)</span>. Der ‚Begriff’ <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, als ,Individuumname‘, ist synonym mit <span style="color:#FF6000">„göttliches ‚Da-Sein’“</span>, das sowohl <span style="color:#FF6000">„aus sich vollkommen“</span>, als auch <span style="color:#FF6000">„notwendig für uns“</span> ‚da‘ ist; <span style="color:#00B000">(das ist das, an sich, vollkommene ‚Was-Sein‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ — </span>, das zugleich, für uns, das notwendige ‚Da-Sein‘ GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘</span> — ist)</span>; <span style="color:#CC66FF">„von Ewigkeit zu Ewigkeit“</span>. Das ist der <u>angemessene Begriff</u> von GOTT, und gilt ‚nur‘ von GOTT. Weil GOTT <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span> ist, ist <span style="color:#FF6000">„Da-Sein“ <span style="color:#00B000">|</span> „GOTT-Sein“ <span style="color:#00B000">|</span> „Göttlichkeit“</span> das <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span>. Im Unendlichen, GOTT, sind <span style="color:#FF6000">„Essenz“</span> und <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> koinzident ,eins‘, und daher untrennbar, und <span style="color:#FF6000">»''darum ist GOTT das einzige ‚Sein’, das notwendig an sich ‚da‘ ist''«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ABU ALI SINA alias AVICENNA — Muslim)</span>. Der <span style="color:#00B000">(gedachte)</span> ‚Eigenschafts-Begriff‘ <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit (die Größe) GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(‚Perfektion‘, die Summe aller ‚positiven Eigenschaften‘ in GOTT)</span> schließt koinzident die ‚Eigenschaft’ <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz für uns“</span> mit ein ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. GOTT wäre nicht <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span>, wenn er nicht auch real für uns ‚da‘ wäre, wenn er nicht ,immer schon’ <span style="color:#FF6000">„existierte“</span>. ‚Sein’ ist <u>mehr</u> als ‚Nicht-Sein’. ,Sein’, bzw. ,Existenz’ gehört zu den ,Transzendentalia’ in GOTT. Das sind die <span style="color:#00B000">(ultimativen)</span> ,Wesenseigenschaften’ in GOTT. Der unendliche GOTT ist daher das <span style="color:#FF6000">»''vollkommenste Wesen, über das nichts ,Größeres‘ d.h. Vollkommeneres <u>mehr</u> ‚gedacht‘ werden kann''«</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(ANSELM von Canterbury — Christ)</span>. Der ‚Begriff’ <span style="color:#FF6000">„Perfektion GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, schließt koinzident das <span style="color:#FF6000">„notwendige Dasein GOTTES“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘</span> —, für uns mit ein, ohne einen zeitlichen Anfang und ohne ein zeitliches Ende. Das ist die ‚zeitlos-ewige‘, an sich absolute, und <span style="color:#FF6000">„für uns notwendige Existenz GOTTES“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Das ist ein ,regulär‘-mögliches Korollar im 2. Beweisgang aus Term :16: ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gy→Yy'''‘ —</span>, mit der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(Y:=E<sub>not</sub>) ]</span>, und der <span style="color:#4C58FF">[ FUB(y:=x) ]</span>; und auch ein ,regulär‘-mögliches Korollar im 3. Beweisgang ''':''' entsprechend der <span style="color:#FF6000">„logischen Implikation”</span> :: <span style="color:#4C58FF">[├ A ├ B ╞ A → B ]</span> von Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ — </span> und Term :05: <span style="color:#4C58FF"> —‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> aus diesem Beweisgang. In Worten ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span>''Angenommen, '' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> ''steht für den GOTT der Christen'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span>, ''dann existiert dieser GOTT'', <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span>, ''für uns notwendig'', <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span> <span style="color:#FF6000">«</span>.)</span> Der Unendliche, GOTT, ist <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer ‚vergänglichen‘, ,endlichen‘ Welt, welche prinzipiell vom dreidimensionalen Raum und von der unwiederbringlich ‚vergehenden‘ Zeit geprägt ist. Der ,GOTT der Christen‘ ist <span style="color:#FF6000">»''unabhängig''«</span> von dieser <span style="color:#FF6600">„vergehenden Raum-Zeit“, — »''jenes rätselhafte und anscheinend in sich widersprüchliche Etwas''« <span style="color:#00B000">(GÖDEL)<ref>Kurt GÖDEL, ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Eine Bemerkung über die Beziehungen zwischen der Relativitätstheorie und der idealistischen Philosophie‘</big></span>'', in P.A.SCHILPP (Hg.): ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Albert Einstein, Philosoph und Naturforscher‘</big></span>'', Seite 406</ref></span> —</span>. Ohne ‚Zeit‘ gibt es keinen zeitlichen Unterschied zwischen ‚Ursache‘ und ‚Wirkung‘, <span style="color:#00B000">(beides ist zeitlos ,eins‘)</span>, und so ist der zeitlos-ewige GOTT, der <span style="color:#FF6000">»''notwendig aus sich ,existiert‘'' «</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ — </span>, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „ursprungslos“</span> für uns immer schon ‚da‘ ''':''' <span style="color:#00B000">(GÖDEL — ohne religiöses Bekenntnis)</span>. Mit dem GÖDEL-Kalkül ist die <span style="color:#FF6000">„Rede von GOTT“</span> auf eine ‚vernünftige Basis‘ gestellt worden, und ist somit für jeden Menschen nachvollziehbar, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>, wie obige Beispiele zeigen. '''Resümee :''' Das GÖDEL-Kalkül zeigt mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, was notwendig folgt, wenn die Axiome ‚wahr‘ sind, <span style="color:#00B000">(die Axiome bilden formal-syntaktisch <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span> ab)</span>, unter der Voraussetzung, dass die Axiome <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>'' Struktur''«</span> unserer Welt sind. Die ,Verifikation‘ der Axiome und Definitionen von GOTT und seiner Vollkommenheiten gelingt GÖDEL, — entsprechend seiner Unabhängigkeits-Bedingung —, durch den Aufweis ihrer Widerspruchsfreiheit ''':''' sie sind somit ,wahr‘ und, — im Kontext einer <span style="color:#FF6000">»''theologischen Weltanschauung''«</span> —, auch ,annehmbar‘ in unserer ,realen‘ Welt ''':''' <span style="color:#00B000">(siehe Anhang, 2. Beweisgang und Anmerkung-2)</span>. Er vermeidet damit den Fehler, der immer wieder im Diskurs über Gottesbeweise gemacht wird ''':''' GOTT mit seinen Geschöpfen zu vergleichen. Diese logisch-philosophische Rede von GOTT <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">»''ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen''«</span>)</span> hat eine <u>mehr</u> als zweitausendjährige Tradition hinter sich. Der <span style="color:#FF6000">„100-Taler-Gott“</span> des Philosophen KANT, hat heute, nachdem der Logiker und Systemtheoretiker GÖDEL sein System vorgelegt hat, an ‚Strahlkraft‘ verloren. Kurt GÖDEL ''':''' ::<span style="color:#FF6000">» ''Die theologische Weltanschauung'', <span style="color:#00B000">[ dass GOTT für uns immer schon ‚da‘ ist ]</span>, ''ist rein verstandesmäßig mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar'';«</span> <span style="color:#00B000">[ d.h. sie ist das ,Resultat‘ der, — vom Glauben geleiteten —, ‚theoretischen Vernunft‘, alias ‚reinen Vernunft‘, und nicht bloß das ‚Postulat‘ einer ‚praktischen Vernunft‘, wie KANT meint ]. <span style="color:#FF6000">»''Der'' <span style="color:#00B000">[ christliche ]</span> ''Glaube ist die ‚Pupille‘ im ‚Auge‘ unseres Verstandes.''«</span> (Heilige KATHARINA von Siena, Lehrerin der Kirche, Patronin Europas<ref>vgl. <span style="font-family: Times;"><big>''Gebet 7 ‚Für die neuen Kardinäle‘, Rom, 21. Dezember 1378,''</big></span> aus <span style="font-family: Times;"><big>''Caterina von Siena ,Die Gebete‘.''</big></span> Kleinhain 2019, online: https://caterina.at/werke/gebete/gebete-detailansicht/gebet-7.html</ref> )</span> Der sonst so rationale KANT, hier doch etwas emotionell, <span style="color:#00B000">(als wolle er die Ergebnisse im GÖDEL-Kalkül nicht wahr haben, die belegen, dass er sich bei GOTT geirrt, und die Funktion des christlichen Glaubens für die Philosophie falsch eingeschätzt hat)</span> ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»</span> ''Es war etwas ganz Unnatürliches und eine bloße Neuerung des Schulwitzes, aus einer ganz willkürlich entworfenen Idee das Dasein des ihr entsprechenden Gegenstandes selbst ausklauben zu wollen''<ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 403. https://www.korpora.org/kant/aa03/403.html</ref>.<span style="color:#FF6000">«</span> Für KANT, für die Scholastiker, <span style="color:#00B000">(und auch für uns)</span>, ist es natürlich ‚logisch‘, dass aus einem als ‚möglich’ gedachten Begriff, <span style="color:#FF6000">»</span>''aus einer ganz willkürlich entworfenen Idee''<span style="color:#FF6000">«</span>, keine Existenzaussage abgeleitet werden kann. <span style="color:#00B000">(Aus dem bloß gedachten Begriff ,goldene Berge‘ folgt natürlich nicht, dass es solche in Wirklichkeit auch gibt.)</span> In der philosophischen Tradition, die von ARISTOTELES herkommt, ist der Begriff <span style="color:#FF6000">»''GOTT''«</span> jedoch von allen anderen Begriffen so verschieden, so dass für GOTT diese Logik KANTS nicht mehr gilt. GOTT ist ,unvergleichlich‘ und ,einzigartig‘. Dazu der Kommentar von HEGEL ''':''' ::<span style="color:#FF6000">»''Wenn KANT sagt, man könne aus dem Begriff'' <span style="color:#00B000">[ ‚GOTT‘ ]</span> ''die Realität nicht ,herausklauben‘, so ist da der Begriff als endlich gefasst''.« <span style="color:#00B000">[ In der Endlichkeit unserer Welt trifft die Logik KANTS zu, dass dem ‚Begriff‘ nicht ,notwendig‘ das ‚Sein‘ folgt, denn es gibt in ihr die ,Lüge‘, die das ,Wirklich-Sein‘ im Begriff bloß behauptet, ohne dass es ,in Wirklichkeit‘ zutrifft, was sie behauptet. Es gilt hier nach KANT ''':''' »''Sein ist kein reales Prädikat''«. Somit ist ]</span> »''...der Begriff ohne'' <span style="color:#00B000">[ reales ]</span> ''Sein ein Einseitiges und Unwahres, und ebenso das Sein, in dem kein Begriff ist'', <span style="color:#00B000">[ ist ]</span> ''das begrifflose Sein,'' <span style="color:#00B000">[ d.i. das relative ,Noch-Nicht-Begriffene‘ ]</span>.'' Dieser Gegensatz, der in die Endlichkeit fällt'' <span style="color:#00B000">[ im Endlichen zutrifft ]</span>, ''kann bei dem Unendlichen, GOTT, gar nicht statthaben''<ref>Georg Wilhelm Friedrich HEGEL, ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Ausführungen des ontologischen Beweises''</big></span>‘ in den ‚<span style="font-family: Times;"><big>''Vorlesungen über die Philosophie der Religion vom Jahr 1831''</big></span>‘ . Hamburg 1966, Seiten 175 bzw. 174</ref>; <span style="color:#00B000">[ denn ,Begriff‘ und ,Sein‘ sind in dem Unendlichen, GOTT, untrennbar und real immer dasselbe. Auf Grund dieser ontologischen Identität ,personifiziert‘ und ,repräsentiert‘ GOTT die ,Wahrheit‘ ''':''' GOTT ist die ,Wahrheit‘. In GOTT, dem <span style="color:#FF6000">„Schöpfer der Welt“</span>, folgt dem ,Begriff‘ immer ,notwendig‘ das ,Sein‘ ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''GOTT sprach ''':''' Es werde ,Licht‘. Und es wurde Licht''«, <small>{{Bibel | Genesis |1|3|EU}}</small>;</span> oder auch ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Der Herr sprach, und sogleich geschah es; er gebot, und alles war da''«,</span> <small>{{Bibel | Psalm |33|9|EU}}</small>.]</span>«</span> Das Entscheidende bei der <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Interpretation des GÖDEL-Kalküls ist, dass der <span style="color:#00B000">(Begriff)</span> GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, nicht auf die Ebene seiner ,endlichen‘ Geschöpfe und unserer Welt gestellt wird, <span style="color:#00B000">(d.i. das ‚Universum‘ im ,Urknall‘, die ‚100-Taler‘, ein ‚Tsunami‘, auch ,einfache Modelle‘ von unserer Welt, etc.)</span>, und damit verglichen wird, sondern, dass der GOTT der Christen in seiner Einzigartigkeit und Besonderheit als <span style="color:#FF6000">»''der Unendliche''«</span> belassen und als <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen'' <span style="color:#00B000">[ Raum-Zeit-]</span>''Struktur''«</span> unserer vergänglichen Welt, — als <span style="color:#FF6000">»''der Unvergleichliche''«</span> —, verstanden wird. <span style="color:#00B000">(Alle Kritiken des sog. ,ontologischen‘ Gottesbeweises übersehen die Einzigartigkeit und Besonderheit des <span style="color:#FF6000">»''Unendlichen''«</span>, und/oder wollen diese nicht ,wahr‘ haben.)</span> Auch THOMAS von Aquin ,verortet‘ den GOTT ANSELMS, — in seiner Kritik an dessen Theorem —, irrtümlich unter die ,Dinge‘ der uns umgebenden ,Natur‘, wenn er sagt ''':''' GOTT <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse in rerum natura</big></span>“</span>, d.h. wörtlich, dass GOTT ,in der Natur der Dinge <span style="color:#00B000">(unserer Welt)</span> existiert‘, und verkennt somit, — wie nach ihm auch KANT —, die ,Unvergleichlichkeit‘ GOTTES, <span style="color:#00B000">(vgl. STh I q.2 a.1 ad 2<ref>„Deus … illud quo maius cogitari non potest; non tamen propter hoc sequitur quod intelligat id quod significatur per nomen, esse in rerum natura; sed in apprehensione intellectus tantum.“ ——— »''GOTT ist'' (nach ANSELM) ''der, über den Größeres nicht mehr gedacht werden kann. Aber nicht deswegen, weil er'', (der Narr von Psalm 14.1, den ANSELM zitiert), ''das versteht, was durch diesen Namen,'' (bzw. mit dem Begriff ,GOTT‘ im Theorem ANSELMS), ''bezeichnet wird, folgt daraus'', (wie ANSELM meint), ''dass er auch versteht, dass er'', (dieser GOTT), ''auch in der ,Natur‘ der Dinge'' (unserer Welt) ''existiert''; <span style="color:#00B000">[ was ANSELM so nie gesagt hat ]</span>. ''Daraus folgt nur, dass er'', (als ,GOTT‘), ''bloß in der Auffassung seines Verstandes'', (d.h. nur im Denken des Narren als ,Begriff‘), ''existiert.''« ——— Hier ,verortet‘ THOMAS einerseits den unendlichen GOTT, von dem das Theorem ANSELMS spricht, irrtümlich unter die endlichen Dinge der uns umgebenden ,Natur‘, was sachlich dem theologischen Theorem der Unvergleichlichkeit GOTTES widerspricht, der nicht unter die Dinge unserer Welt eingereiht werden darf. Anderseits verliert er dadurch auch den ,Blick‘ für die Außerordentlichkeit und Besonderheit GOTTES, dessen Natur völlig verschieden und unabhängig von der ,Natur‘ unserer raum-zeitlichen Welt ist. GÖDEL beweist jedoch, mit ANSELM, weil es notwendig, ohne Widerspruch, (»''bloß in der Auffassung unseres Verstandes''«), möglich ist, dass GOTT existiert, ist es korrekt, daraus auch mit Notwendigkeit zu folgern, dass der Glaube des Erzbischofs ANSELM, und der Glaube seiner Anvertrauten, von der Wirklichkeit GOTTES, logisch richtig und sinnvoll ist; denn Möglichkeit und Wirklichkeit sind in GOTT koinzident ,eins‘. Das ist das Privilegium GOTTES allein, der einzigartig und unvergleichlich ist. Damit zeigt er auf, dass THOMAS die Unvergleichlichkeit und Einzigartigkeit GOTTES in seinem Vorhalt nicht bedacht hat; und außerdem ANSELM missverstanden hat.</ref>)</span>; jedenfalls hier in der Auseinandersetzung mit ANSELM. Dagegen spricht ANSELM im ,''<span style="font-family: Times;"><big>Proslogion</big></span>''‘, Seite 85f, nur von einem <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse et in re</big></span>“</span> GOTTES, d.h. dass GOTT ,auch in Wirklichkeit existiert‘, <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>quod maius est</big></span>“</span>, was ,größer‘, bzw. ,mehr‘ ist, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>esse solo in intellectu</big></span>“</span>, als nur ,im Verstand zu sein‘; wobei die ,zeitlose-überzeitliche‘ Wirklichkeit <span style="color:#00B000">(Natur)</span> GOTTES jedoch völlig verschieden und <span style="color:#FF6000">»''unabhängig von der zufälligen''«</span> Wirklichkeit <span style="color:#00B000">(die ,Natur‘)</span> der ,raum-zeitlichen‘ Welt der Dinge ist. Daher ist sie mit dieser auch nicht vergleichbar. GOTT ist <span style="color:#FF6000">„vollkommen“</span> und alle <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> in GOTT, <span style="color:#00B000">(die ultimativen ,Transzendentalia‘)</span>, sind koinzident ,eins‘, — ,fallen <span style="color:#FF6000">„notwendig“</span> in eins zusammen‘, und sind daher konvertierbar. Darum ist auch die Wirklichkeit GOTTES ,einzigartig‘ und ,unvergleichlich‘. Mit Korollar-3 ist die Exklusivität und Außerordentlichkeit GOTTES definitiv im Kalkül ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>. Der abendländische Monotheïsmus ist somit eine ,logische‘ Konsequenz aus den GÖDEL-Axiomen. <span style="color:#00B000">(Das <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Theorem von der ,Einzigartigkeit‘ und Exklusivität GOTTES, d.h. die exklusive Einheit von Essenz und Existenz, von Begriff und Sein, von Ursache und Wirkung, von Subjekt und Objekt, von Möglichkeit und Wirklichkeit, und aller Transzendentalien, ist, — nach HEGEL —, die Voraussetzung und Bedingung jeder Philosophie ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Die Einheit muss am Anfang der Philosophie stehen''«</span>; und ist zugleich auch ihr gesuchtes und bewiesenes Endergebnis und Ziel ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Diese Einheit muss auch das Resultat der Philosophie sein''«</span><ref>https://hegel-system.de/de/gottesbeweis.htm#hegels-kritik-an-kant</ref>, was hier im GÖDEL-Kalkül ,logisch‘ mit Korollar-3 verifiziert wird ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□(∃xGx ∧ ∀y(Gy→x=y))'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist exklusiv einzigartig''«</span>.)</span> Die Einzigartigkeit GOTTES bedingt die Koinzidenz, den inneren Zusammenhang aller seiner Vollkommenheiten und Zuschreibungen, <span style="color:#00B000">(Axiom-2)</span>, d.h. ihr paarweise, perspektivisches ,Zusammenfallen in eins‘ im Unendlichen, GOTT. Aus der Notwendigkeit aller positiven Eigenschaften und Zuschreibungen, <span style="color:#00B000">(d.h. aus den ultimativen Transzendentalien, Axiom-4)</span>, die in GOTT paarweise, koinzident ,eins‘ sind, <span style="color:#00B000">(Axiom-2)</span>, ist die Einzigkeit GOTTES für uns erschließbar, <span style="color:#00B000">(Korollar-3)</span>. Axiom-4 ist die erste, ,modal‘ <span style="color:#FF6000">„notwendige“</span>, d.h. die transzendentale Voraussetzung für Korollar-3. Wenn im Korollar-3 das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> z. B. für GOTT, dem ,Vater‘ der Christen, und das <span style="color:#4C58FF">— ‚'''y'''‘ —</span> für GOTT, dem ,Sohn‘, d.h. für ,JESUS CHRISTUS‘ steht, bzw. für den ,HEILIGEN GEIST‘, <span style="color:#00B000">(den ,Dreifaltigen GOTT‘ der Christenheit)</span>; oder auch für die Gottesbezeichnung ,GOTT-ADONAI‘ der Juden, oder für die Gottesbezeichnung ,ALLAH‘ der Muslime steht, dann weist dieses Korollar, für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''∀y'''‘ —</span>, mit der ,ontologischen Identität‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x=y'''‘ —</span>, auf die ,Koinzidenz‘ des ,Dreifaltigen‘, bzw. auch auf den inneren Zusammenhang dieser Religionen hin. ===<div class="center"><span style="color:#660066">Anhang : das GÖDEL-Kalkül</span></div>=== In der ,Legende zum GÖDEL-Kalkül‘ wird an einige Basics erinnert, und diese für die operative Praxis im anstehenden Kalkül adaptiert. {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">Legende zum GÖDEL-Kalkül</span></div> |- | <small> <math>\begin{align} \text{ ◇ :: konsistent ↔ widerspruchsfrei ↔ möglich ↔ denkbar, } & \text{ □ :: notwendig ↔ wirklich, für jede mögliche Welt ↔ exklusiv} \\ \text{logischer Meta-Term :: [ A ├ B ] ::} & \text{ „aus A folgt im Kalkül ,regulär‘ (├ ) B.“} \\ \text{ A, B sind Aussagen über Eigenschaften, (A ist keine Eigenschaft);} & \text{ die Aussage, z.B. in der Kalkül-Zeile 10, wird als ,Term :10:‘ bezeichnet} \\ \text{ AE ::} & \text{ Argument Einführung, Prämisse, Postulat } \\ \text{ Xx ::} & \text{ „X ist eine Eigenschaft der Individuum-Variable x.“ } \\ \text{ ¬PX ::} & \text{ „X ist keine positive Eigenschaft, ist keine Perfektion, ist nicht vollkommen.“ } \\ \text{ Instanz(X := Y) ::} & \text{ Substitution der Eigenschaft X durch die ,bestimmte‘ Eigenschaft Y } \\ \text{ (Eine ,Instanz‘ ist ein Exemplar aus einer Menge gleichartiger Dinge;} & \text{ hier die ,bestimmte‘ Eigenschaft Y, als Ersatz für das unbestimmte X.) } \\ \text{ FUB(x := y) ::} & \text{ Freie-Um-Benennung der Variable x in y } \\ \text{ Gx ::} & \text{ „Die Variable x steht für den GOTT der Christen.“ } \\ \text{ [ G(y) ├ ⱯyG(y) ] ::} & \text{ All-Operator-Einführung der Variable y für GOTT } \\ \text{ „Angenommen, die Variable y steht für GOTT, dann } & \text{folgt ,regulär‘ (├ ), dass auch jedes y im Kalkül für GOTT steht.“}\\ \text{[ ⱯXA(X) ├ A(X) ] ::} & \text{ All-Operator-Beseitigung für die substituierte Eigenschaft X } \\ \text{ „Wenn X durch eine ,bestimmte‘ Eigenschaft ,instanziiert‘ ist oder } & \text{wird, dann kann der All-Operator von X ,regulär‘ (├ ) beseitigt werden.“}\\ \text{ KOMM(↔) ::} & \;\text{[ (A↔ B) ↔ (B ↔ A) ] :: Kommutativgesetz für ( ↔ )}\\ \text{ DIST(□∧) ::} & \;\text{[ (□A ∧ □B) ↔ □(A ∧ B) ] :: Distributivgesetz für (□∧ )} \\ \text{ (hypothetischer Syllogismus, häufige logische Schlussregel) ::} & \;\text{[ A → B, A ├ B ] :: (Modus ponendo ponens), Abtrennregel.} \\ \text{ „Wenn es wahr ist, dass aus A ein B folgt, und wenn A wahr ist, } & \text{dann ist im Kalkül ,regulär‘ (├ ) ableitbar, dass auch B wahr ist.“} \\ \text{ (negativer hypothetischer Syllogismus) ::} & \;\text{[ A → B, ¬B ├ ¬A ] :: (Modus tollendo tollens)} \\ \text{ „Wenn es wahr ist, dass aus A ein B folgt, und wenn B falsch ist, } & \text{dann ist im Kalkül ,regulär‘ (├ ) ableitbar, dass auch A falsch ist.“} \\ \text{''KONDITIONALER BEWEIS“ ::} & \;\text{[ ├ A ├ B ╞ A → B ] :: (logische Implikation)} \\ \text{ „Angenommen, A ist ,regulär‘ Axiom oder Prämisse, und B ist im } & \text{Kalkül ,regulär‘ abgeleitet, dann ist ,bewiesen‘ ( ╞ ) : A impliziert B, ist wahr.“} \\ \text{''INDIREKTER BEWEIS“ ::} & \;\text{[ ├ ¬A → F ╞ A ] :: (Reductio ad absurdum)} \\ \text{ „Wenn im Kalkül aus ¬A ,regulär‘ eine Kontradiktion } & \text{F folgt, dann ist A ,bewiesen‘ ( ╞ ) : A ist ,wahr‘.“} \\ \end{align}</math> </small> |} A. FUHRMANN ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span> ''Eine Prädikatenlogik zweiter Stufe ist eine Logik, in der die Quantoren auch Eigenschaftsausdrücke <span style="color:#00B000">(<span style="color:#FF6000">„Prädikate”</span>)</span> binden können''. <span style="color:#00B000">[ Die ,Prädikate‘ werden in einem Kalkül dieser Logik durch Definitionen ,bestimmt‘ ]</span>. ''Wir werden uns im folgenden recht frei einer dafür geeigneten formalen Sprache bedienen. Äußere Quantoren werden meist weggelassen und wir schreiben kurz'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Xx'''‘ — </span> ''bzw.'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ — </span> ''um auszudrücken, dass das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ — </span> ''die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ — </span> ''hat, bzw. dass die Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ — </span> ''die höherstufige Eigenschaft'' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> ''<span style="color:#00B000">(für <span style="color:#FF6000">„positiv”</span>)</span> hat;'' <span style="color:#00B000"> [ wobei die Eigenschaft <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> als einzige im Kalkül ,unbestimmt‘ bleibt ]</span>. <span style="color:#FF6000">«</span><ref>A. FUHRMANN ‚''<span style="font-family: Times;"><big>‚G‘ wie Gödel. Kurt Gödels axiomatische Theologie</big></span>''‘, Seite 6, Anmerkung 3. Konform mit seinem Artikel in ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Logik in der Philosophie</big></span>''‘ hg. v. P. SCHROEDER-HEISTER, W. SPOHN und E. OLSSON. 2005, Synchron, Heidelberg.</ref> Der All-Quantor für Eigenschaften, hier im GÖDEL-Kalkül der Prädikatenlogik zweiter Stufe, bindet die ,unbestimmte‘ Eigenschafts-Variable <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ —</span> ausschließlich nur in den Definitionen im 2. und 3. Beweisgang . <span style="color:#00B000"> (Im ersten Beweisgang gibt es keine Definition.)</span> Dieser All-Quantor wird dann jedes Mal in der Beweis-Durchführung durch die Substitution ''':''' <span style="color:#4C58FF"> [ Instanz(X:= ..) ]</span> mit ,bestimmte‘ Eigenschafts-Konstanten wie <span style="color:#4C58FF">— (X:= G) —</span>, bzw. <span style="color:#4C58FF">— (X:= ¬Y) —</span>, oder <span style="color:#4C58FF">— (X:= E<sub>not</sub>) —</span> ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> beseitigt ''':''' <span style="color:#4C58FF"> [ ⱯXA(X) ├ A(X) ]</span>; wobei die Eigenschafts-Konstante im Kalkül entweder als Zwischenergebnis ,regulär‘ abgeleitet, <span style="color:#00B000">(,errechnet‘)</span>, oder mit einer Definition schon ,bestimmt‘ worden ist. Die spezifische ‚Eigenschaft‘ einer Eigenschaft wird hier, in der formalen Syntax der Prädikatenlogik zweiter Stufe, als eine tiefer gestellte Abkürzung <span style="color:#00B000">(als Index)</span> an ihre Trägereigenschaft angehängt, wie z. B. ‚wesentlich‘, bzw. ‚essentiell‘ durch <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> —</span>, oder ‚notwendig‘ durch <span style="color:#4C58FF"> — <sub>not</sub> —</span>. In der Definition-3 steht der Term ''':''' <span style="color:#4C58FF"> —‚'''E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, um auszudrücken, dass das Individuum <span style="color:#4C58FF">— ‚'''x'''‘ —</span> notwendig <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span> die Eigenschaft ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>, für ,Existenz‘, hat, d.h. <span style="color:#FF6000">„das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> existiert notwendig”</span>. Der schon von GÖDEL indizierte Term ''':''' <span style="color:#4C58FF">—‚'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> kann gelesen werden als ''':''' <span style="color:#FF6000">„Das Individuum <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> hat die Wesenseigenschaft, <span style="color:#4C58FF"> — <sub>ess</sub> — </span> ''':''' GOTT zu sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘ </span>”</span>, statt der ,an sich‘ konformen, aber <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> etwas ungenauen Formulierung ''':''' <span style="color:#FF6000">„das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> ist wesentlich göttlich”</span>; oder mit der Voraussetzung ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''→'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> deutlicher und <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> korrekt ''':''' <span style="color:#FF6000">„Wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für den GOTT der Christen, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, steht, dann ist GOTT-Sein, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(,Existenz‘)</span> das Wesen dieses GOTTES, <span style="color:#4C58FF">— <sub>ess</sub>‚'''x'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(,Essenz‘)</span> ”</span>; wobei, — entsprechend der ,methodologischen‘ Prämisse des Kalküls <span style="color:#00B000">(<span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ — </span> ''':''' das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> steht für den ,GOTT der Christen‘)</span> —, bei der Interpretation der Terme dieses besonderen Kalküls, die <span style="color:#4C58FF">„christliche Theologie”</span> für den Begriff <span style="color:#FF6000">„GOTT”</span>, Korrektur und die leitende Instanz ist. Dabei muss die Dreifach-Äquivalenz von <span style="color:#4C58FF"><span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span></span>berücksichtigt werden. Welche der drei Äquivalenzen, bzw. Lesearten von <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ — </span> bei einem bestimmten Term im Kalkül zulässig ist, muss <span style="color:#4C58FF">„theologisch”</span> überprüft und evaluiert werden. Bei manchen können sogar alle drei Lesearten <span style="color:#4C58FF">„theologisch”</span> zulässig sein. Um philosophische, und sogar <span style="color:#4C58FF">„theologische”</span> Theoreme exakt zu formulieren, und untersuchen zu können, hat der Ausnahmelogiker GÖDEL ein Tor aufgestoßen, das uns ermöglichen kann, <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, und logisch objektiv nachprüfbar, in diesen Disziplinen zu argumentieren. Mit seiner modalen Prädikatenlogik zweiter Stufe, hat GÖDEL dem alten Wunsch eines Raimundus LULLUS, eines Gottfried Wilhelm LEIBNIZ, eines Immanuel KANT, und anderer, nach einer nachprüfbaren ,Universalsprache‘ in den Geisteswissenschaften, entsprochen; analog zur Mathematik, als Universalsprache in den Naturwissenschaften. Der sog. ,Theorembeweiser‘ der Wissenschaftler Christoph BENZMÜLLER und Bruno WOLTZENLOGEL-PALEO, mit Hilfe eines Computers, ist die offensichtliche Folge aus diesem Quanten-Schritt GÖDELS. In der folgenden Neu-Kalkülisierung, wird jeder einzelne operative Logik-Schritt des Kalküls in der '''linken Spalte''' nummeriert und als Term-Ergebnis angezeigt, und in der '''rechten Spalte''' werden die dafür benötigten Term-Komponenten und die dabei angewendeten Logik-Regeln und -Gesetze dokumentiert. Am Anfang stehen die Ressourcen und das angestrebte Ziel des Beweisganges, <span style="color:#00B000">(das Theorem)</span>. Die GÖDEL Axiome und Definitionen, die Theoreme, die Zwischenergebnisse, das Endergebnis, und die logischen Meta-Terme, werden kontextabhängig interpretiert, <span style="color:#00B000">(angezeigt durch ,Interpretationspunkte‘ — :: —, falls nötig)</span>. Der jeweilige Beweisgang wird in den Anmerkungen ausführlich und umfassend kommentiert. Die Kalkül-Prämissen, <span style="color:#00B000">(AE: Argument Einführung)</span>, sind der modal-frei gewählte Einstieg in das Kalkül. Sie dokumentieren, zusammen mit dem angestrebten Beweis-Ziel, eine bestimmte Problemlage in einem externen Diskurs, der mit dem modalen Logik-System hier, formal-syntaktisch überprüft, und gegebenenfalls, verifiziert oder falsifiziert werden soll. Korollare sind einfache, logische Folgerungen aus dem jeweiligen Beweisgang ''':''' ====<div class="center"><span style="color:#660066">1. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 1, (Möglichkeitsbeweis)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe__________ „Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.1)} & \quad P \neg X \;\Longrightarrow\;\ \neg P\ X\ & \ & \text{„Wenn die Negation von X positiv ist, dann ist die Eigenschaft X nicht positiv“} \\ \text{(Axiom 2)} & \quad (P\ X \wedge \;\Box \;\forall x (\ X\ x \Longrightarrow \ Y\ x)) \Longrightarrow \ P\ Y & \ & \text{„Die Eigenschaften Y, die aus einer positiven Eigenschaft X modal} \\ \text{ } & \quad & \ & \; \; \text{notwendig folgen, sind auch positive Eigenschaften“} \\ \text{(Axiom 3)} & \quad P\ G \ & \ & \text{„Göttlichkeit, GOTT-Sein, ist eine pos. Eigenschaft“ ↔ „GOTT ist perfekt“} \\ \text{(Theorem 1)} &\quad P\ X \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{ (◇ :: „möglich“ ↔ „konsistent“ ↔ „denkbar“; □ :: „notwendig“) } \\ \text{ } & \text{„Positive Eigenschaften sind konsistent“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} & \quad P\ X \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, es gibt positive Eigenschaften, Perfektionen“} \\ \text{02} & \quad P\ X \;\Rightarrow\; \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, positive Eigenschaften sind nicht konsistent“} \\ \text{03} & \quad (\neg x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, nicht mit x identisch zu sein“ :: (ungleich)} \\ \text{04} & \quad (\ x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, mit x identisch zu sein“ :: (gleich)} \\ \text{05} & \quad \text{ ├ }\; \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:01:02:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B] :AE:} \\ \text{06} & \quad \neg\neg \Box \neg \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:05:[ ◇A ↔ ¬□¬A] :: (Modalregel)} \\ \text{07} & \quad \neg\neg \Box \neg\neg \forall x \neg X \ x \ & \ & \text{:06:[∃xA ↔ ¬Ɐx¬A] :: (Quantoren Regel)} \\ \text{08} & \quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall x \neg X \ x \ & \ & \text{:07:NEG :: [¬¬A↔A] :: (Gesetz der Aussagenlogik)} \\ \text{09} & \quad \Box \; \forall x \neg X \ x \Leftrightarrow\ W & \ & \text{:02:08:[(:02:↔W) → (├:08:↔W)] :: (Kalkülregel)} \\ \text{10} & \quad \Box \; \forall x \ X \ x \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:09:[(¬A↔W)↔(A↔F)] :: (Regel für Wahrheitswerte)} \\ \text{11} & \quad \ (\neg x = x ) \Leftrightarrow \ F \; \ & \text{ } & \text{Xx:03:Instanz(X:=(¬x=..)) ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{12} & \quad \Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \text{ } & \text{:10:11:[(:10:↔F) → (:11:↔F)] :: „ex falso sequitur quotlibet“} \\ \text{13} & \quad \ P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \ & \text{:01:12:[Konjunktion] :: [A, B ├ A∧B]} \\ \text{14} & \quad \ (P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow \; (\neg x = x))) \Rightarrow \; P (\neg x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(Y:=( ¬x= ..)) :: (Substitution für Eigenschaften)} \\ \text{15} & \quad \ P (\neg x = .. ) & \ & \text{:13:14:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{16} & \quad \ P (\neg x = .. )\;\Rightarrow\ \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{(A1.1):Instanz(X:=(x=..))}\\ \text{17} & \quad \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{:15:16:[Modus ponens]}\\ \text{18} & \quad \ (x = x ) \Leftrightarrow \ W \; \ & \ & \text{Xx:04:Instanz(X:=(x=..)) ⇒ Tautologie !} \\ \text{19} & \quad \Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \text{ } & \text{:10:18:[(:10:↔F) → (:18:↔W)] :: „ex falso sequitur etiam verum“} \\ \text{20} & \quad \ P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \ & \text{:01:19:[Konjunktion] :: [A, B ├ A∧B]} \\ \text{21} & \quad \ (P\ X \wedge \;\Box \; \forall x (\ X \ x \Rightarrow\; (x = x))) \Rightarrow \ P (x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(Y:=(x=..))} \\ \text{22} & \quad \ P (\ x = .. )\ & \ & \text{:20:21:[Modus ponens]}\\ \text{23} & \quad \text{ ├ }\; (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:17:22:[Konjunktion] ⇒ Kontradiktion !}\\ \text{24} & \quad \neg \Diamond \; \exists x \ X \ x \Rightarrow (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) & \ & \text{:05:23:[├A├B╞ A→B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''}\\ \text{25} & \quad \neg\neg \Diamond \; \exists x \ X \ x & \ & \text{:24:23:[Modus tollendo tollens] :: [A→B,¬B ├ ¬A]}\\ \text{26} & \quad \text{ ├ }\; \Diamond \; \exists x \ X \ x & \ & \text{:25:NEG; bzw. :05:23:[├¬A→F ╞ A] :: ''INDIREKTER BEWEIS''}\\ \text{27} & \quad \ P\ X \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ X \ x \ & \ & \text{:01:26:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{(Theorem 1)} & \;\text{„Positive Eigenschaften sind konsistent“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war !} \\ \text{28} & \quad \ P\ G \;\Longrightarrow\; \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{:27:Instanz(X:=G) } \\ \text{29} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{(A3):28:[Modus ponens]} \\ \text{(Korollar 1)} & \;\text{„Das Dasein GOTTES ist definitiv möglich“} & \ & \text{„Es ist denkbar, dass es GOTT gibt“} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-1 ''':''' <span style="color:#00B000">(Der Term <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, im Axiom-2 ist an sich überflüssig, da dieser hier als Prämisse :01: ohnehin ,angenommen‘ wird. Der Beweisgang kommt mit Axiom-2 auch ohne diesen Term zum selben Ergebnis, und verkürzt sich dann sogar um zwei Schritte ''':''' Zeile 13 und Zeile 20 sind dann unnötig.)</span> Der Beweisgang geht mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, prinzipiell von der Existenz eines GOTTES aus. Mit der Prämisse :01: <span style="color:#00B000">(hier im 1. Beweisgang)</span> postuliert GÖDEL vorerst allgemein, dass es <span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit, d.h. positive Eigenschaften''«</span> gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, ohne im Kalkül zu definieren, was darunter zu verstehen ist. Definiert wird dann <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, was eine <span style="color:#FF6000">»''wesentliche Eigenschaft''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(im Sinne von ,Transzendentalia‘)</span>; und mit Hilfe dieser Eigenschaft definiert GÖDEL <span style="color:#00B000">(im 3. Beweisgang)</span>, was eine <span style="color:#FF6000">»''notwendige Existenz''«</span> ist ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>‘ —</span>, die er <span style="color:#00B000">(im selben Beweisgang)</span> axiomatisch mit den <span style="color:#FF6000">»''positiven Eigenschaften in GOTT''«</span> gleich setzt ''':''' Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> —‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. Erst im 2. Beweisgang wird mit Term :13:, nach einer <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, definitiv bewiesen <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>, dass die, von GÖDEL, hier postulierten, <span style="color:#00B000">(allgemeinen)</span>, positiven Eigenschaften, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, tatsächlich auch in GOTT <span style="color:#FF6000">»''positive Eigenschaften''«</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, sind; <span style="color:#00B000">(das sind die ultimativen ,Transzendentalia‘ in GOTT)</span>. Jetzt aber muss vorerst der ,Wunsch‘, bzw. die LEIBNIZ-Frage beantwortet werden ''':''' Ob, mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, <span style="color:#FF6000">»''GOTT''«</span> ,möglich‘ ist, der nach traditioneller Auffassung, <span style="color:#FF6000">»''ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit'' <span style="color:#00B000">[ ist ]</span>, ''das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>, <span style="color:#00B000">(nach LEIBNIZ; was GÖDEL mit Definition-1 ,abbildet‘)</span>. Wenn man also beweisen will, dass die Existenz eines solchen ''<span style="color:#FF6000">»GOTTES«</span>'' ,möglich‘ sein soll, dann muss man beweisen, dass dieses postulierte System der <span style="color:#FF6000">»''positiven Eigenschaften in GOTT''«</span> formal ,widerspruchsfrei‘ ist. Das Ergebnis des 1. Beweisganges, das ,Theorem-1‘, <span style="color:#00B000">(,Erster Satz‘)</span>, fasst A. FUHRMANN zusammen als ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind konsistent''«</span>. Wenn sie nicht konsistent wären, käme es zu unlösbaren Widersprüchen, <span style="color:#00B000">(Term :24:)</span>. Einmal Axiom-1 und zweimal Axiom-2, <span style="color:#00B000">(das die Gleichwertigkeit aller positiven Eigenschaften nachdrücklich klarstellt)</span>, sichern hier die Konsistenz <span style="color:#FF6000">»''aller positiven Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ die ,Transzendentalien‘ ]</span>, ''in GOTT''«</span>. Die ,Gleichwertigkeit‘, <span style="color:#00B000">(,Äquivalenz‘)</span>, ist formal-syntaktisch daran erkennbar, dass die beiden Eigenschafts-Variablen <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''‘ —</span> und <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''‘ —</span> im Axiom-2 für beliebige, unterschiedliche ,positive‘ Eigenschaften gegenseitig austauschbar, <span style="color:#00B000">(,konvertierbar‘)</span>, sind. Das heißt, dass beliebige, unterschiedliche ,positive‘ Eigenschaften, für die diese Variablen stehen, sich paarweise, wechselseitig ,implizieren‘, einschließen, und damit notwendig voneinander abhängen, d.h. koinzident ,eins‘ sind, konvertierbar, und somit gleichwertig sind; entsprechend dem Theorem von den Transzendentalia. Zu Term :29:, dem Korollar zu Theorem-1, notiert GÖDEL am 10. Feb. 1970, <span style="color:#00B000">(übersetzt von Joachim BROMAND)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''◇∃xG(x) besagt, dass das System aller positiver Eigenschaften kompatibel ist'',</span> <span style="color:#00B000">[ d.h. miteinander verträglich, weil ohne Widersprüche ].</span> <span style="color:#FF6000">''Dies ist ,wahr‘ auf Grund von Axiom-2,'' <span style="color:#00B000">[ weil alle positiven Eigenschaften, d.h. die Transzendentalien, koinzident gleichwertig und konvertierbar sind ]</span>.«</span> Darum ist es definitiv ,möglich‘, dass es diesen GOTT gibt, der <span style="color:#FF6000">»''alle Grade der Vollkommenheit in sich schließt''«</span> und <span style="color:#FF6000">»''über dem ,Größeres‘ nicht mehr gedacht werden kann''«</span>, und, in weiterer Konsequenz, ist der GOTT-Glaube deshalb ,notwendig‘ widerspruchsfrei, nach Theorem-3 ''':''' <u>Wenn</u> es ''<span style="color:#FF6000">»möglich, bzw. denkbar«</span>'' ist, dass es ''<span style="color:#FF6000">»GOTT«</span>'' gibt, <u>dann</u> folgt daraus ''<span style="color:#FF6000">»notwendig«</span>'' ''':''' es ist ,widerspruchsfrei‘, wenn man als Voraussetzung ,annimmt‘, dass es ''<span style="color:#FF6000">»GOTT wirklich, für jede mögliche Welt«</span>'' gibt ''':''' Term :11: im 3. Beweisgang. Der Wenn-Satz ist hier mit Korollar-1 bewiesen; der Dann-Satz wird im 3. Beweisgang bewiesen <span style="color:#00B000">( ╞ )</span>. Die ontologische ,Identität‘, d.h. die ,Gleichsetzung‘, bzw. die ,Koinzidenz‘ von Strukturen, die in der Endlichkeit für uns verschieden sind, jedoch in dem Unendlichen, GOTT, paarweise, perspektivisch in eins zusammenfallen, wie ,Sein‘ und ,Wesen‘, wie ,Ursache‘ und ,Wirkung‘ usw., und auch die Äquivalenz und Austauschbarkeit der Transzendentalien, haben im GÖDEL-Kalkül die logisch-syntaktische Form einer, aus sich, ,modal‘ notwendigen Implikation zwischen zwei verschiedenen, gegenseitig austauschbaren Eigenschafts-Variablen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∀x(Xx→Yx)'''‘ —</span>. Dieses Term-Element stellt formal-syntaktisch die Gleichwertigkeit, <span style="color:#00B000">(Äquivalenz)</span>, bzw. die paarweise Koinzidenz aller ultimativen Eigenschaften und Zuordnungen in GOTT dar; sowohl hier im Axiom-2, als auch in der Definition-2 im 2. Beweisgang, über die ,Wesenseigenschaften‘, mit jeweils verschiedenen, frei umbenennbaren Individuum-Variablen. Die wechselseitige Austauschbarkeit der noch ,unbestimmten‘ Eigenschafts-Variablen ist formal äquivalent zur freien Umbenennung der noch ,unbestimmten‘ Individuum-Variablen ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ FUB(x:=y) ]</span>. Der formale, gegenseitige, allgemeine Austausch der Eigenschafts-Variablen, bzw. die formale Gleichsetzung der positiven allgemeinen Eigenschaften, kann, auf Grund der Äquivalenz aller Vollkommenheiten, auch dann noch durchgeführt werden, wenn eine Eigenschafts-Variable durch eine Definition oder eine Schlussfolgerung ,bestimmt‘ worden ist, und dadurch zu einer Eigenschafts-Konstante, d.h. zu einer ,bestimmten‘ Eigenschaft geworden ist. Das ist z. B. bei einer instanziierenden Substitution der Fall ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=..) ]</span>. Das ist eine spezifische Eigenheit der GÖDEL-Axiomatik. Da die Variable <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT steht, <span style="color:#4C58FF">‚'''G'''‘</span>, <span style="color:#00B000">(im Korollar-1)</span>, ist die Eigenschaft ''':''' ''<span style="color:#FF6000">„nicht mit x identisch zu sein“</span>'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">(¬x=..)</span>, d.h. das <span style="color:#FF6000">„Ungleichsein“</span>, das <span style="color:#FF6000">„Anderssein“</span> GOTTES, <span style="color:#00B000">(Prämisse :03:)</span>, die entscheidende Voraussetzung und Norm für jeden Diskurs über GOTT ''':''' um der <span style="color:#FF6000">„Unvergleichlichkeit“</span> GOTTES gerecht zu werden, darf GOTT niemals mit etwas aus der ''<span style="color:#FF6000">»zufälligen Struktur der Welt«</span>'' verglichen, d.h. gleich gesetzt werden. Der Term :18: <span style="color:#4C58FF">(x=x) ↔ W</span> erinnert dagegen an die Selbstbezeichnung des GOTTES-JHWH in Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin‘''«</span>. Zum Term :03: notiert A. FUHRMANN ''':''' <span style="color:#FF6000">»</span> ''Die Notation'' <span style="color:#4C58FF">(¬x=..)</span> ''für die Eigenschaft ''':''' <span style="color:#FF6000">„nicht mit x identisch zu sein“</span>'', <span style="color:#00B000">[ d.h. <span style="color:#FF6000">„Ungleichheit“, „Anderssein“</span>, bzw. die Notation <span style="color:#4C58FF">(x=..)</span> für den Existenzmodus-Perfektion ''':''' <span style="color:#FF6000">„Gleichheit“, „Idendität“</span> ]</span>, ''ist suggestiv und informell und ersetzt hier einen formal korrekten Abstraktionsausdruck wie'' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y)</span>, <span style="color:#00B000">[ bzw. <span style="color:#4C58FF">λy.(x=y)</span> ]</span>. ''Für die formal korrektere Notation bedarf es der zusätzlichen Vereinbarung, dass der Ausdruck'' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y)</span> ''gleichbedeutend sei mit dem Ausdruck'' <span style="color:#4C58FF">¬λy.(x=y)</span>. ''Diese Vereinbarung ist harmlos, da wir aufgrund der Regel der λ–Konversion'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">λy.Xy.x ↔ Xx</span>, <span style="color:#00B000">[ mit der <span style="color:#4C58FF">Instanz(X:=(¬x=..))</span> ]</span>, ''so schließen dürfen'' ''':''' <span style="color:#4C58FF">λy.(¬x=y).x ↔ ¬x=x ↔ <span style="color:#00B000">¬(x=x)</span> ↔ ¬λy.(x=y).x</span> .<span style="color:#FF6000">«</span> <ref>A. FUHRMANN a.a.O. Seite 7, Anmerkung 4 (von mir korrigiert und ergänzt)</ref> In der Kalkül-Zeile 29 wird das Korollar-1 durch einen <span style="color:#4C58FF">[ Modus ponens ]</span> mit Axiom-3 von der Kalkül-Prämisse-Term :01: ,abgekoppelt‘, d.h. es ist nicht mehr vom Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span> logisch abhängig. Korollar-1 behält aber die bewiesene Widerspruchsfreiheit von Theorem-1, und ist dann nur mehr von Axiom-1 und Axiom-2 abhängig, was für das Theorem-ANSELMS am Schluss entscheidend ist. Erklärung zu Term :05: Das Ergebnis einer Logik-Operation zwischen Prämissen ist ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> den Prämissen zuzurechnen. ====<div class="center"><span style="color:#660066">2. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 2, (,Basisbeweis‘)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe____________„Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.2)} & \quad \neg P\ X \;\Longrightarrow\;\ P\neg X\ & \ & \text{„Wenn X nicht positiv ist, dann ist die Negation ¬X positiv“} \\ \text{(Axiom 3)} & \quad \ P\ G \ & \ & \text{„Göttlichkeit, GOTT-Sein, ist eine pos. Eigenschaft“ ↔ „GOTT ist perfekt“} \\ \text{(Axiom 4)} & \quad \ P\ X \;\Longrightarrow\; \Box \; \ P\ X \ & \ & \text{„Positive Eigenschaften sind notwendig aus sich positiv“} \\ \text{(Definition 1)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \forall X(\ P \ X \Longrightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{„x ist genau dann GOTT, wenn x alle positiven Eigenschaften hat“} \\ \text{(Definition 2)} & \quad \ X_{ess}\ x \;\Leftrightarrow X\ x \wedge \forall Y \left(\ Y\ x \Rightarrow \Box \; \forall y (\ X\ y \Rightarrow \ Y\ y)\right) & \ & \text{„X ist genau dann eine wesentliche Eigenschaft von x, wenn x sie hat, und} \\ \text{ } & \quad & \text { } & \;\;\text{alle anderen Eigenschaften Y von x notwendig aus dieser Eigenschaft X folgen“} \\ \text{[RM]} &\quad \ A \;\Longrightarrow\;\ B\; \text{ ├ }\;\Box \; A \Longrightarrow\;\Box\; \ B\ & \ & \text{( :: Modales Prinzip)} \\ \text{(Theorem 2)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{(,G‘ :: „Göttlichkeit“ ↔ „GOTT“ ↔ „Dasein GOTTES“)} \\ \text{ } &\;\text{„Das Wesen GOTTES ist Dasein“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} &\quad \ G\ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, x steht für den GOTT der Christen“} \\ \text{02} &\quad \ Y\ x \ & \ & \text{ AE: „Angenommen, GOTT hat die Eigenschaften Y“} \\ \text{03} &\quad \neg P\ Y & \ & \text{ AE: „Angenommen, die Y in GOTT sind nicht positiv“} \\ \text{04} &\quad \neg P \ Y \Rightarrow \ P \neg Y\ & \ &\text{(A1.2):Instanz(X:=Y) :: (Substitution für Eigenschaften) } \\ \text{05} &\quad \ P \neg Y \ & \ & \text {:03:04:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B] } \\ \text{06} &\quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ &\text{(D1):01:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{07} &\quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ &\text{:06:[ⱯXA(X) ├ A(X)] :: (Quantorenregel)} \\ \text{08} &\quad \ P \neg Y \Rightarrow \neg Y \ x\ & \ &\text{:07:Instanz(X:=¬Y)} \\ \text{09} &\quad \neg Y \ x\ & \ &\text{:05:08:[Modus ponens]} \\ \text{10} &\quad \text{ ├ }\; (Y\ x \wedge \neg Y \ x) \;\Leftrightarrow\;\ F\ & \ & \text{:02:09:[Konjunktion] ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{11} &\quad \neg P\ Y \; \Rightarrow \; (Y\ x \wedge \neg Y \ x )\ & \ &\text{:03:10:[├A├B ╞ A → B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''} \\ \text{12} &\quad \neg\neg P\ Y \ & \ &\text{:11:10:[Modus tollendo tollens] :: [A → B,¬B├ ¬A]} \\ \text{13} &\quad \text{ ├ }\; P\ Y \ & \ &\text{:12:NEG; bzw. :03:10:[├¬A→F ╞ A] :: ''INDIREKTER BEWEIS'' :AE:} \\ \text{14} &\quad \ P\ Y \;\Rightarrow\;\Box \; \ P\ Y \ & \ & \text{(A4):Instanz(X:=Y)} \\ \text{15} &\quad \Box \; \ P\ Y \ & \ & \text{:13:14:[Modus ponens]} \\ \text{16} &\quad \ G \ y \Rightarrow \ Y \ y\ & \ &\text{:01:02:[├A├B ╞ A→B]:FUB(x:=y)} \\ \text{17} &\quad \text{ ├ }\; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:16:[G(y) ├ ⱯyG(y)]} \\ \text{18} &\quad \Box \; \ P\ Y \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:13:17:[├A├B ╞ A→B]:[RM]} \\ \text{19} &\quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:15:18:[Modus ponens]} \\ \text{20} &\quad \ Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)\ & \ &\text{:02:19:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{21} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ G \ x & \ &\text{:20:01:[Konjunktion] :: [A, B├ A ∧ B]} \\ \text{22} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ X \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ X \ x\;\Leftrightarrow\; X_{ess}\ x \ & \ &\text{(D2):KOMM(↔):KOMM(∧):[ⱯYA(Y) ├ A(Y)] wegen :13:} \\ \text{23} &\quad \ (Y\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ Y \ y)) \wedge \ G \ x\;\Leftrightarrow\; G_{ess}\ x \ & \ &\text{:22:Instanz(X:=G)} \\ \text{24} & \quad \text{ ├ }\; G_{ess}\ x \ & \ &\text{:21:23:[Modus ponens]:AE: wegen :30:} \\ \text{25} &\quad \ G\ x \;\Rightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{:01:24:[├A├B ╞ A→B] :: Theorem 2.1} \\ \text{26} &\quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ &\text{(D1):01:[Modus ponens] } \\ \text{27} &\quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ &\text{:26:[ⱯXA(X) ├ A(X)]} \\ \text{28} &\quad \ P \ G \Rightarrow \ G \ x\ & \ &\text{:27:Instanz(X:=G)} \\ \text{29} &\quad \text{ ├ }\; G \ x\ & \ &\text{(A3):28:[Modus ponens]} \\ \text{30} &\quad \ G_{ess}\ x \;\Rightarrow \ G \ x\ & \ &\text{:24:29:[├A├B ╞ A→B] :: Theorem 2.2 } \\ \text{31} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{:25:30:[Konjunktion]:BIKONDITIONAL :: [(A→B) ∧ (B→A) ↔ (A↔B)] } \\ \text{(Theorem 2)} &\; \text{„Dasein, GOTT-Sein, ist das Wesen GOTTES“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war ! } \\ \text{32} &\quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ (x = y))\ & \ & \text{:19:Instanz(Y:=(x=..))} \\ \text{33} &\quad \ G\ x \;\Rightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Rightarrow \ (x = y))\ & \ & \text{:01:32:[├A├B ╞ A→B]} \\ \text{(Korollar 2)} & \;\text{„Es gibt notwendig höchstens einen GOTT“} & \ & \text{„Wenn es GOTT gibt, dann gibt es für jede mögliche Welt nur einen GOTT“} \\ \end{align}</math> </small> |} <span style="color:#00B000"><small>(In den Kalkül-Zeilen 16, 18, 31 mussten zwei-, und in Zeile 22 drei Kalkül-Schritte, d.h. Logik-Operationen in eine Zeile zusammengezogen werden, weil der Parser dieser speziellen Mathematik-Funktion in Wikibooks jedes Mal wegen Puffer-Überlauf abstürzt, wenn zu den bestehenden Zeilen noch eine neue Zeile zusätzlich eingefügt wird. Das vermindert etwas die Transparenz des Kalküls.)</small></span> Anmerkung-2 ''':''' <span style="color:#00B000">(Dieser Beweisgang kommt auch ohne das ,unbestimmte‘ Konjunkt <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Xx'''‘ —</span> in der Definition-2 zum gleichen Ergebnis, und wird dadurch um eine Zeile verkürzt ''':''' Zeile 21 entfällt, und <span style="color:#4C58FF">[ KOMM(∧) ]</span> ist unnötig. Dieses Konjunkt wird hier ebenfalls schon in der Kalkül-Prämisse :01: <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx'''‘ —</span>, als ,Annahme‘ gesetzt, vorentschieden und ,bestimmt‘ mit der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=G) ]</span>. Es war also logisch korrekt, dass GÖDEL, in seiner Notiz vom 10. Feb. 1970 zum ontologischen Beweis, dieses Konjunkt weggelassen hat, was ihm von Kommentatoren als ein Flüchtigkeitsfehler angerechnet worden war. Der gesamte 2. Beweisgang bewegt sich im Geltungsbereich der Prämisse Term :01:, d.h. ist in jeder Zeile von der Annahme abhängig ''':''' die Variable <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''x'''‘ —</span> steht für den GOTT der Christen. In der Kalkül-Zeile 33 wird mit Korollar-2 diese Abhängigkeit, für den Term :32:, explizit dargestellt.)</span> Der Beweisgang geht mit der Prämisse :01: prinzipiell, als Voraussetzung, von der Existenz eines GOTTES aus. Im 1. Beweisgang wurde bewiesen, dass die von GÖDEL ,postulierten‘ <span style="color:#FF6000">»''allgemeinen positiven Eigenschaften, Vollkommenheiten, Perfektionen'', <span style="color:#00B000">[ die sog. ,Transzendentalien‘ ]</span> ''konsistent''«</span>, d.i. widerspruchsfrei sind. Hier, in diesem Beweisgang wird nun die Prämisse vom 1. Beweisgang, <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PX'''‘ —</span>, im Bezug auf GOTT hinterfragt ''':''' Gibt es auch in GOTT so Etwas, wie <span style="color:#FF6000">»''Vollkommenheit, Positives, Perfektes''«</span> '''?''' Die ,Annahme‘ jedoch, dass es <span style="color:#FF6000">»''in GOTT keine Vollkommenheit, nichts Positives, nichts Perfektes''«</span> <span style="color:#00B000">(keine Transzendentalien)</span> gibt, <span style="color:#00B000">(Prämisse Term :03:)</span>,<span style="color:#4C58FF"> — ‚'''¬PY'''‘ —</span>, d.h. dass die <span style="color:#00B000">(wesentlichen)</span> Eigenschaften in GOTT keine <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> seien, führt aber zu einem unlösbaren Widerspruch, <span style="color:#00B000">(Term :10:)</span>. Mit Term :13:, als 1. Hauptergebnis, ist damit, — als ,neue‘ Prämisse, <span style="color:#00B000">(ersetzt Term :03:)</span> —, definitiv ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ , d.h. es ist ,wahr‘)</span>, dass alle Eigenschaften, die hier mit <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''‘ —</span> symbolisiert werden, <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaften“</span>, d.h. <span style="color:#FF6000">„Perfektionen“</span> sind, von denen das Kalkül ,annimmt‘, <span style="color:#00B000">(Prämissen Term :01:, Term :02: und speziell Term :16:)</span>, dass der GOTT der Christen sie besitzt. Alle ,Wesenseigenschaften‘ in GOTT ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Y'''<sub>ess</sub>‘ —</span>, die durch den Term :13:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —, </span> dargestellt werden, sind somit <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheiten“</span> ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span><span style="color:#00B000">, (,ultimative Transzendentalien‘, aller ,Grade‘)</span>. Damit ist definitiv ‚bestätigt‘, <span style="color:#00B000">( ╞ , es ist ,wahr‘)</span>, was mit Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, schon ‚angenommen‘ worden ist ''':''' <span style="color:#FF6000">„GOTT ist perfekt; er hat alle positiven Eigenschaften“</span>; und auch Definition-1 ist damit ,verifiziert‘ ''':''' <span style="color:#FF6000">„GOTT ist genau deswegen GOTT, weil er, als GOTT, positive Eigenschaften aller Grade in sich schließt“</span>; entsprechend dem Quelltext bei LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>. Immer vorausgesetzt, <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man glaubt an GOTT ''':''' <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. <span style="color:#00B000">(Der ,Schlüsselbegriff‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span> ist der ,Schlüssel‘ zur Erkenntnis, dass GOTT ,notwendig‘, sowohl ,wesentlich‘ für uns, als auch an sich ,grundlos‘, immer schon ,da‘ ist.)</span> Hier, <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, hat Axiom-1, <span style="color:#00B000">(im Term :04:)</span>, sicher gestellt, dass die Eigenschaften in GOTT, <span style="color:#00B000">(Definition-1; Term :06:)</span>, tatsächlich <span style="color:#FF6000">„ultimativ positiv, perfekt und vollkommen“</span> sind ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>. Das GÖDEL-Axiom-1 bezieht seine ,Potenz‘ aus dem Prinzip vom ,auszuschließenden‘ Widerspruch ''':''' eine Eigenschaft kann nicht zugleich ,positiv‘ und ,nicht positiv‘ sein '''!''' Formal lässt sich das 2. Hauptergebnis, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''↔'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> ''':''' schon aus Term :23: in diesem Beweisgang mit der <span style="color:#4C58FF">[ Vereinfachung ] :: [ A∧B ├ B ]</span> ohne Weiteres ,regulär‘ ableiten, — analog zu den Vorgehensweisen bei A. FUHRMANN und G.J. WIRSCHING. <span style="color:#00B000">(Beide Aussagen dieser ,Konjunktion‘ sind ,gleichwertig‘, daher partizipiert das Theorem-2 auch am Ergebnis der Widerspruchsfreiheit von Term :13:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span>, dem 1. Hauptergebnis.)</span> Der hier gewählte, etwas längere Weg zum Ergebnis, soll die innere Struktur und Abhängigkeit der Ergebnisse von bestimmten Voraussetzungen offen legen, und ihren ,Zweck‘ verdeutlichen. Die beiden Hauptergebnisse im Basisbeweis gehen vom vorgefundenen und traditionell vorgegebenen Begriff von ,GOTT‘ aus, <span style="color:#00B000">(Term :06:, Term :16: und Term :26:)</span>. Das ,bewiesene‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> 1. Hauptergebnis, hier im 2. Beweisgang, Term :13: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PY'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''die Eigenschaften in GOTT sind vollkommen, d.h. sind die ultimativen Transzendentalia''«</span>, rechtfertigt, bzw. verifiziert sowohl Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>, als auch die Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span>, für die Annahme ''':''' den ,GOTT der Christen‘, der als GOTT alle Grade der Vollkommenheit in sich schließt. Und das ebenfalls ,bewiesene‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> 2. Hauptergebnis, hier im selben Beweisgang, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''↔'''G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''das Wesen GOTTES ist sein eigenes Sein''«</span>, rechtfertigt, bzw. verifiziert sowohl Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, als auch die Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, für die Wesenseigenschaft ''':''' ,notwendige Existenz‘, und widerlegt den Einwand KANTS, für den Spezialfall ''':''' GOTT. Zwei Axiome und zwei Definitionen von GOTT und seinen Vollkommenheiten werden durch die Ergebnisse im Basisbeweis des GÖDEL-Kalküls in unserer realen Welt als ,wahr‘, <span style="color:#00B000">(genauer als ,widerspruchsfrei‘)</span>, und, — im Rahmen des christlichen Glaubens —, als ,annehmbar‘ bestätigt. <span style="color:#00B000">(Anmerkung zu Term :24: ''':''' eine Prämisse ist regulär-,modal‘ immer ,frei‘ wählbar.)</span> Zusammengefasst heißt das ''':''' die ,strittige‘ Begründung der ,methodologischen‘ Prämisse des GÖDEL-Kalküls ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Prämisse, Term :01:)</span>, weil <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#00B000">(Korollar-1)</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> steht für den GOTT der Christen, für den es ohne Widerspruch denkbar ist, dass es ihn gibt''«</span>, <span style="color:#00B000">(ANSELMS Prinzip, trotz der ,Warnung‘ KANTS)</span>, ist ,wahr‘ und für uns ,annehmbar, denn es ist auch, auf Grund der Ergebnisse des 2. Beweisganges, in unserer realen Welt ,wahr‘ und ,annehmbar‘, weil schon als ,widerspruchsfrei‘ verifiziert ''':''' der GOTT der Christen <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span> ,existiert‘ für uns ,notwendig‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(d.i. das ,regulär‘-mögliche Korollar sowohl im 2. als auch im 3. Beweisgang)</span>, denn dieser GOTT ist aus sich ,vollkommen‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PG'''‘ —</span>, und zu seiner ,Vollkommenheit‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span> gehört auch notwendig sein ,Existieren‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. <span style="color:#00B000">(Jeder dieser Terme ist im Geltungsbereich der Prämisse Term :01: als ,wahr‘ und ,annehmbar‘ bewiesen.)</span> Das ist der ,Kern‘ des ontologischen Arguments, und somit ist auch diese ,strittige‘ Begründung der Prämisse des GÖDEL-Kalküls mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span>, d.h. sie ist logisch ,richtig‘ und, im Kontext des christlichen Glaubens, vernünftig. Die Annahme des Gegenteils zu dieser Prämisse ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es ist undenkbar, dass es diesen GOTT gibt''«</span>, führt jedoch, unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung, zu einem Widerspruch — ist unlogisch und daher ,falsch‘, <span style="color:#00B000">(siehe Anhang ''':''' Widerlegung)</span>. Die Behauptung einer ,formalen Unentscheidbarkeit‘ zu den Annahmen über die Existenz GOTTES, ob oder nicht, <span style="color:#00B000">(d.h. ein ,methodologischer‘ Agnostizismus)</span>, ist gegen jede ,Logik‘; und ist auch ,falsch‘. Denn aus dem, im Kalkül abgeleiteten, Widerspruch aus der einen Annahme, und damit ihrer Unrichtigkeit, folgt notwendig die Richtigkeit der gegenteiligen Annahme. Damit ist eine klare Entscheidung getroffen. Mit dem 2. Hauptergebnis, Theorem-2 ''':''' <span style="color:#FF6000">»'',Dasein‘ ist das ,Wesen‘ GOTTES''«</span>, folgt die GÖDEL-Axiomatik der philosophisch-<span style="color:#4C58FF">,theologischen‘</span> Tradition der ,Rede von GOTT‘ seit ARISTOTELES, und schließt sich damit formal-syntaktisch zugleich auch der religiösen Überzeugung der Christen an, die glauben, dass GOTT, als unser Vater, aus Liebe, in seinem Sohn, JESUS CHRISTUS, für uns immer schon <span style="color:#FF6000">»''da''«</span> ist, <span style="color:#00B000">(der Sohn ist koinzident ,eins‘ mit GOTT, dem Vater und dem GEIST)</span>, wirksam in und durch seine <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span>, im HEILIGEN GEIST, bis ans Ende der Zeit. Das ist das, <span style="color:#FF6000">»''was''«</span> GOTT eigentlich für uns ausmacht, — die Selbstmitteilung seines unergründlichen Wesens in den Sakramenten der <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ''':''' <span style="font-family: Times;"><big>‘אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֑ה‚</big></span> <span style="color:#00B000">| ‚eh'jeh asher eh'jeh‘ |</span> <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin da für euch und für immer, als der ich ''<span style="color:#00B000">[ immer schon gewesen ]</span> ''bin''«</span>; <span style="color:#00B000">(d.i. das <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span>-exegetische ,Axiom‘ der Christen, und die <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span> korrekte Explikation der ,regulären‘ Kalkül-Prämisse Term :01: <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx'''‘ —</span>, jeweils im 2. und 3. Beweisgang)</span>. Das heißt aber nicht, dass der Autor des Kalküls sich mit diesem Glauben identifiziert hat, <span style="color:#00B000">(,hat‘ er auch nicht)</span>, oder dass der Leser des ontologischen Beweises von Kurt GÖDEL sich damit identifizieren muss, wenn er dessen <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> anerkennt. Zur erweiterten <span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Explikation der Kalkül-Prämisse ''':''' Die <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ist das ,Meisterwerk‘ GOTTES ''':''' In ihr ist es GOTT gelungen, etwas Göttliches und Unzerstörbares in unsere korrupten Welt einzupflanzen ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Etwas Göttliches existiert notwendig, d.h. ,unzerstörbar‘ in unserer Welt''«</span>. Sie ist, durch die Menschwerdung des GOTTES Sohnes, JESUS CHRISTUS, dessen <span style="color:#4C58F0">„Leib“</span> die <span style="color:#4C58F0">„Kirche“</span> ist, untrennbar mit Menschen verbunden, die schon, von allem Anfang an, und jetzt immer noch, durch die Sünde korrumpiert sind. Mit ihr will und wird GOTT unsere Welt und die Menschheit, bis ans Ende der Zeit, von der Sünde und von deren Konsequenz, dem <span style="color:#00B000">(ewigen)</span> Tod <span style="color:#4C58FF">„erlösen“</span>, <span style="color:#00B000">(jedoch nicht ohne die Zustimmung des Menschen)</span>. Mit dieser Explikation wird die Tragweite des ontologischen Arguments ANSELMS, und damit auch die <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Relevanz der GÖDEL-Axiomatik erkennbar. Immer vorausgesetzt, <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man glaubt an GOTT, <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. ====<div class="center"><span style="color:#660066">3. Beweisgang</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDELS ontologischer Beweis für Theorem 3, (ANSELMS Theorem)</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe___________________„Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 5)} & \quad P\ E_{not}\; \ & \text { } & \text{„Notwendige Existenz ist eine positive Eigenschaft“} \\ \text{ } & \text{( :: Das ist nur dann wahr, wenn ,Dasein‘ und ,Wesen‘ } & \ & \text{( :: dagegen KANT : ,Existenz‘ ist keine ,Eigenschaft‘,} \\ \text{ } & \;\;\text{in eins zusammenfallen ! ARISTOTELES : Theorem-2)}\ & \ & \;\;\text{,Sein‘ ist für alles, was existiert, kein ,reales Prädikat‘ ! )} \\ \text{(Definition 1)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \forall X(\ P \ X \Longrightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{„x ist genau dann GOTT, wenn x alle positiven Eigenschaften hat“} \\ \text{(Definition 3)} & \quad \ E_{not}\ x \;\Longleftrightarrow\;\ \forall X \left(\ X_{ess}\ x \Longrightarrow \Box \; \exists y \ X\ y \right) & \ & \text{„Notwendige Existenz ist genau dann eine Eigenschaft von x, wenn} \\ \text{ } & \quad & \ & \;\;\text{alle wesentl. Eigenschaften von x notwendig instanziiert sind“} \\ \text{(Korollar 1)} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{„Es ist widespruchsfrei möglich, dass es GOTT gibt“} \\ \text{(Theorem 2)} &\quad \ G\ x \;\Longleftrightarrow\; \ G_{ess}\ x \ & \ &\text{„Dasein, GOTT-Sein, Existenz ist das Wesen, die Essenz GOTTES“} \\ \text{(Korollar 2)} &\quad \ G\ x \;\Longrightarrow\; \Box \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y))\ & \ &\text{„Wenn es GOTT gibt, dann gibt es notwendig nur einen GOTT“} \\ \text{(Theorem 3)} & \quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \;\Longrightarrow\; \Box \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{( :: ANSELMS Prinzip)} \\ \text{ } & \text{„Weil es widerspruchsfrei möglich ist, dass es GOTT gibt,} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{ } & \;\;\text{ist der Glaube, dass es GOTT wirklich gibt, widerspruchsfrei“} \\ \text{01} & \quad \ G \ x\ & \ & \text{ AE: „Angenommen, x steht für den GOTT der Christen“} \\ \text{02} & \quad \forall X(\ P \ X \Rightarrow \ X \ x)\ & \ & \text{(D1):01:[Modus ponens] :: (logische Schlussregel)} \\ \text{03} & \quad \ P \ X \Rightarrow \ X \ x\ & \ & \text{:02:[ⱯXA(X) ├ A(X)] :: (Quantorenregel)} \\ \text{04} & \quad \ P \ E_{not}\;\Rightarrow \ E_{not}\ x\ & \ & \text{:03:Instanz(X:= Enot) :: (Substitution für Eigenschaften)} \\ \text{05} & \quad \ E_{not}\ x\ & \ & \text{(A5):04:[Modus ponens] :: [A, A → B├ B]} \\ \text{06} & \quad \forall X \left(\ X_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ X\ y \right) & \ & \text{(D3):05:[Modus ponens]} \\ \text{07} & \quad \ X_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ X\ y & \ & \text{:06:[ⱯXA(X) ├ A(X)]} \\ \text{08} & \quad \ G_{ess}\ x \Rightarrow \Box \; \exists y \ G\ y & \ & \text{:07:Instanz(X:= G)} \\ \text{09} & \quad \ G_{ess}\ x \ & \ & \text{(Th2):01:[Modus ponens]} \\ \text{10} & \quad \text{ ├ }\;\Box \; \exists x \ G\ x & \ & \text{:08:09:[Modus ponens]:FUB(y:=x) :: (Freie-Um-Benennung der Var.)} \\ \text{ } & \text{„Es gibt GOTT wirklich, für jede mögliche Welt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{1. Hauptergebnis !} \\ \text{11} & \quad \;\Diamond \exists x \ G \ x \;\Longrightarrow \; \Box \; \exists x \ G\ x & \ & \text{(K1):10:[├A├B ╞ A→B] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''} \\ \text{(Theorem 3)} & \;\text{„Weil es widerspruchsfrei möglich ist, dass es GOTT gibt,} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war ! 2. Hauptergebnis ! } \\ \text{ } & \;\;\text{ist der Glaube, dass es GOTT wirklich gibt, widerspruchsfrei“} \\ \text{12} & \quad \;\Box \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y))\ & \ &\text{(K2):01:[Modus ponens]} \\ \text{13} & \quad \;\Box \; (\exists x \ G\ x \wedge \; \forall y(\ G \ y \Longrightarrow \ (x = y)))\ & \ & \text{:10:12:[Konjunktion]:DIST(□∧)} \\ \text{(Korollar 3)} & \;\text{„Es gibt notwendig genau nur einen GOTT“} & \ & \text{„Es gibt für jede mögliche Welt nur den GOTT der Christen“} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-3 ''':''' <span style="color:#00B000">(Ein Theorem und zwei Korollare, aus den beiden vorhergehenden Beweisgängen, werden hier, im 3. Beweisgang, zu ,Axiomen‘, die das Theorem-ANSELMS und sein Korollar mit-verifizieren und bestätigen.)</span> Dieser Beweisgang ist das Ziel aller Bemühungen. Hier wird der sog. ,ontologische Gottesbeweis‘ nach ANSELM von Canterbury formal-syntaktisch dargestellt und als logisch nachvollziehbar von GÖDEL bestätigt. Damit hat er aber auch klar gestellt, dass der ontologische Beweis ANSELMS kein Beweis für die ,Existenz‘ des GOTTES der Bibel sein kann, bzw. sein ,will‘ ''':''' Denn mit der Prämisse, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, <span style="color:#00B000">(Term :01:, wie auch schon im ,Basisbeweis‘, und ausformuliert hier in Term :02:, mit der Definition für GOTT)</span>, wird mit dem traditionellen, abendländischen ,GOTT-Glauben‘, der ,glaubt‘, dass der Gott der Christen tatsächlich existiert, — methodologisch als ,Annahme‘ —, der Beweisgang schon regulär und explizit eröffnet, aus dem sich dann, logisch korrekt, mit Hilfe der GÖDEL-Axiome und Definitionen, das ,Theorem ANSELMS‘ ergibt; <span style="color:#00B000">(hier jedoch, mit Günther J. WIRSCHING, ohne den Umweg bei GÖDEL über das modale Axiom-BECKER ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇□A→□A'''‘ —</span>, das André FUHRMANN recherchiert hat)</span>. GÖDEL verwendet zur Darstellung des sog. ,ontologischen Gottesbeweises‘ nach ANSELM die Struktur eines modal-logischen Kalküls. Ein modal-logisches Kalkül ist ein genau geregeltes Schema, in dem bei bestimmten ,Annahmen‘ <span style="color:#00B000">(Axiome, Definitionen, Prämissen)</span> etwas anderes als das Vorausgesetzte auf Grund des Vorausgesetzten mit Notwendigkeit folgt. Entsprechend der ,Modalität‘ der sechs ,modal‘ notwendigen Voraussetzungen, hier, für den 3. Beweisgang, die in den <span style="color:#00B000">(und durch die)</span> beiden vorhergehenden Beweisgängen schon als ,modal‘ wahr, bzw. als annehmbar verifiziert und/oder ,bewiesen‘ wurden, sind auch die beiden ,Schlusssätze‘ <span style="color:#00B000">(Theorem-3 und Korollar-3)</span> ,modal‘ wahr, bzw. annehmbar '''!''' Die Wahl der Prämisse :01: dagegen ist nicht ,modal‘ notwendig, sondern beruht auf einer freien Entscheidung, und damit ist auch ihre Interpretation eine freie Entscheidung, mit der Voraussetzung, dass man das Kalkül mit Theoremen aus der <span style="color:#4C58FF">„christlichen Theologie“</span> evaluieren, und damit interpretieren will. Dazu berechtigt die Genese des Kalküls. Der Glaube an den GOTT der Christen ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, beruht immer auf einer freien Entscheidung. Das Kalkül, als solches, unabhängig von jeder Interpretation seiner Syntax, ist genau dann ,allgemein‘ <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, d.h. ,ist allgemein gültig‘, wenn es gültigen Logik-Regeln folgt. Die Bestimmung seiner Syntax jedoch, d.h. seine Interpretation, unterliegt hermeneutischen Kriterien, die nicht von Logik-Regeln abhängen, wie hier ''':''' <span style="color:#FF6000">»''(unabhängig von der zufälligen Struktur der Welt). Nur dann sind die Axiome wahr''«</span>, wie GÖDEL selbst hinzufügt. Mit der, — von GÖDEL eingeforderten —, ‚Unabhängigkeit‘ der Kalkül-Axiome von der zufälligen Struktur der Welt, wird implizit für das Kalkül auch festgelegt, dass <span style="color:#FF6000">„GOTT“</span> ‚unabhängig‘ von der zufälligen <span style="color:#00B000">(Raum-Zeit-)</span>Struktur unserer vergänglichen Welt, und daher ,zeitlos-ewig‘ ist, <span style="color:#00B000">(was <span style="color:#4C58FF">„theologisch“</span> korrekt ist)</span>, begründet durch Definition-1 und Axiom-3. Aus der zeitlosen Ewigkeit GOTTES folgt, dass GOTT, <span style="color:#FF6000">„unverursacht“ <span style="color:#00B000">|</span> „grundlos“</span>, für uns immer schon ‚da‘ ist, denn bei Zeitlosigkeit gibt es keinen ,zeitlichen‘ und damit auch keinen ,ontologischen‘ Unterschied zwischen ‚Ursache‘ und ‚Wirkung‘. Beides ist dann koinzident ,eins‘ ''':''' wie ,Wesen‘ und ,Dasein‘ in GOTT, bzw. wie ,Begriff‘ und ,Sein‘, oder ,Möglichkeit‘ und ,Wirklichkeit‘. <span style="color:#00B000">(Man vergleiche damit auch die ,postulierte‘ Einheit von ,Erkenntnisobjekt‘ und ,Erkenntnissubjekt‘ im ,Gott‘ des ARISTOTELES ''':''' im <span style="color:#FF6000">»<span style="color:#00B000">[ selbstbewussten ]</span> ''Erkennen seiner Erkenntnis''<span style="color:#00B000">[-Tätigkeit ]</span>«<span style="color:#00B000"> | </span>„<span style="font-family: Times;"><big>νοήσεως νόησις</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„noêseôs noêsis“</span> <small>(‚<span style="font-family: Times;"><big>''Metaphysik''</big></span>‘ XII 9, 1074b34)</small>, im Vollzug seiner Funktion als ,unbewegtes Bewegungsprinzip‘, als <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>πρῶτον κινοῦν ἀκίνητον</big></span>“<span style="color:#00B000"> | </span>„prôton kinoûn akinêton“</span> der Welt, das alles Übrige <span style="color:#FF6000">»''wie ein Geliebtes''«<span style="color:#00B000"> | <span style="color:#FF6000">„<span style="font-family: Times;"><big>ὡς ἐρώμενον</big></span>“</span> | <span style="color:#FF6000">„hôs erômenon“</span> bewegt; d.h. christlich ''':''' <span style="color:#FF6000">»''aus Liebe''«</span> ,entstehen‘ lässt.)</span> Anmerkung-4 ''':''' Das <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span> schon bewiesene Theorem-2, d.i. die Koinzidenz von <span style="color:#FF6000">„Sein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> in GOTT, <span style="color:#00B000">(‚Existenz‘</span> und <span style="color:#00B000">‚Essenz‘)</span>, rechtfertigt sowohl Axiom-5 als auch die Definition-3, und widerlegt den Einwand KANTS. Somit ist deren Setzung <span style="color:#00B000">(hier, im 3. Beweisgang)</span> korrekt, und durch das Theorem-2 schon vorbestimmt und bestätigt, d.h. beide sind ,wahr‘ und annehmbar, da sie durch die Gültigkeit von Theorem-2 ,verifiziert‘ worden sind. Damit wird klar erkennbar, dass das Theorem-2 tatsächlich die Basis des GÖDEL-Kalküls ist. Und wenn damit Axiom-5 im GÖDEL-Kalkül ‚gerechtfertigt‘ ist, dann ist auch, <span style="color:#00B000">(als Voraussetzung dafür)</span>, das Axiom-4 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX → □PX'''‘ — ''':''' </span> <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften'', <span style="color:#00B000">[ ,Transzendentalia‘ ]</span>, ''sind notwendig aus sich'', <span style="color:#00B000">[ von Natur aus ]</span>, ''positiv''«</span>, im 2. Beweisgang erklärbar, in dem die ‚Positivität‘, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, einer Eigenschaft schon als ‚notwendig‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, charakterisiert worden ist, äquivalent zu Axiom-5 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>, in dem die ‚Notwendigkeit‘, <span style="color:#4C58FF">— <sub>not</sub> —</span>, <span style="color:#00B000">(der Existenz <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''‘ —</span>)</span>, dann als ‚positive‘ Eigenschaft, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>, ‚bestimmt‘ wird; <span style="color:#00B000">(unter der speziellen Voraussetzung, dass <span style="color:#FF6000">„Existieren“</span> definitiv als eine <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> in GOTT ,instanziiert‘ ist; vgl. Definition-3. Eine ,bestimmte‘ Eigenschaft ist genau dann ,instanziiert‘, wenn sie an einem Träger real ,existiert‘. Definition-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''E'''<sub>not</sub>'''x ↔ ∀X(X'''<sub>ess</sub>'''x →□∃yXy)'''‘ —</span>, besagt, dass die, von GÖDEL postulierte, <span style="color:#FF6000">„notwendige Existenz“</span> zu den ,ultimativen‘ Transzendentalia in GOTT gehört. Genauer ''':''' Sie ist die ,Summe‘ aller Transzendentalia.)</span> Zum Axiom-4, <span style="color:#00B000">(bzw. zum Term :14:, im 2. Beweisgang)</span>, erklärt GÖDEL in seinen Notizen zum Kalkül ''':''' <span style="color:#FF6000">»''da es'' <span style="color:#00B000">[ das Notwendigsein, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span> ]</span> ''aus der Natur der'' <span style="color:#00B000">[ positiven ]</span> ''Eigenschaft folgt'', <span style="color:#00B000">[ deren Positivität, im selben Beweisgang, mit Term :13: vorher schon ,bewiesen‘ (╞ ) worden ist ]</span>«</span>. Der Unendliche, GOTT, — im Glauben der Christen —, ist deswegen ,notwendig für uns da‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→E'''<sub>not</sub>'''x'''‘ —</span>, weil er als GOTT ,vollkommen‘, ,perfekt‘ und absolut ,positiv‘, d.h. absolut ,gut allein‘ ist, ohne jede Negativität ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG'''‘ —</span>; <span style="color:#00B000">(was auch schon im 2. Beweisgang mit Term :13: verifiziert wurde)</span>. Und wenn GOTT ,vollkommen‘, ,perfekt‘, ,positiv‘, und absolut ,gut‘ ist, dann ist er das auch ,notwendig aus sich‘ ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PG → □PG'''‘ — ::</span> <span style="color:#00B000">(als Zusatz-Korollar im 2. Beweisgang mit Axiom-4 und der <span style="color:#4C58FF">[ Instanz(X:=G) ]</span>)</span>, d.h. ,aus seinem Wesen‘. Das ist gerade das, ,was‘ GOTT als GOTT ausmacht ''':''' sein ,Wesen‘, bzw. seine <span style="color:#FF6000">„Natur“</span>. Zusammen mit der Definition-1 für GOTT, <span style="color:#00B000">(und der Definition-2 ''':''' Alle Wesenseigenschaften hängen notwendig gleichwertig aus sich zusammen)</span>, ist dieses, aus der <span style="color:#FF6000">„Natur“</span> GOTTES sich ergebende, ‚Notwendigsein‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, aller ‚positiven‘ Eigenschaften im Axiom-4, und ihr logischer Zusammenhang, d.i. die Koinzidenz aller ,Vollkommenheiten‘ im Unendlichen, GOTT, ihr ,Zusammenfallen in eins‘, die entscheidende Voraussetzung, aus der sich dann für GÖDEL <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span> auch der logische Zusammenhang, bzw. die ontologische Identität, <span style="color:#00B000">(die Koinzidenz)</span>, von <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> und <span style="color:#FF6000">„Wesen“</span> in GOTT, im Basis-Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ —</span> mit Notwendigkeit ergibt. Das Theorem-2 ist dann, in weiterer Folge, die ,modal‘ notwendige, d.h. die transzendentale Voraussetzung auch für den Konsequenz-Teil im Theorem ANSELMS, <span style="color:#00B000">(Term :09: hier im 3. Beweisgang)</span>. <span style="color:#FF6000">„Positive Eigenschaften“<span style="color:#00B000"> | </span>„Vollkommenheiten“</span> sind ,immer‘ auch <span style="color:#FF6000">„notwendige Eigenschaften“</span>, daher ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''PE'''<sub>not</sub>‘ —</span>. Das ,Dasein‘, die <span style="color:#FF6000">„Existenz“</span> ist ,immer‘ etwas <span style="color:#FF6000">„Positives“</span>, speziell in GOTT, dem Schöpfer jeder ,Existenz‘, bzw. allen ,Seins‘. Axiom-4 begründet im GÖDEL-Kalkül das Basis-Theorem-2, und ,verankert‘ dieses Theorem damit zugleich in der <span style="color:#4C58FF">,theologisch‘</span>-philosophischen Tradition der ,Rede von GOTT‘ bei ARISTOTELES, — AVICENNA, — ANSELM, — DESCARTES, — LEIBNIZ, — HEGEL, — und bei GÖDEL mit äußerster ,logischer‘ Klarheit. Anmerkung-5 ''':''' Der ‚Schlüsselbegriff‘ in diesem Kalkül ''':''' <span style="color:#FF6000">„positive Eigenschaft“</span>, bzw. <span style="color:#FF6000">„Vollkommenheit“<span style="color:#00B000"> | </span>„Perfektion“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span>, dominiert alle Axiome des GÖDEL-Kalküls, jedoch ohne inhaltlich genauer ‚bestimmt‘ worden zu sein. Für <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ — </span> gibt es keine explizite Definition '''!''' <span style="color:#00B000">(Das Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span>, besagt nur, dass die ,postulierten‘, positiven Eigenschaften, die <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span>, formal miteinander verträglich, d.h. ‚widerspruchsfrei‘ sind, wegen Axiom-2. Axiom-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX ∧ □∀x(Xx→Yx)→PY'''‘ —</span>, besagt, dass positive Eigenschaften ,gleichwertig‘ sind, d.h. gleich ,wahr‘ sind, weil sie ,notwendig‘, <span style="color:#4C58FF">— '''□''' —</span>, aus sich, alle paarweise mit- und voneinander ,impliziert‘ sind, sich gegenseitig ,einschließen‘, und damit eine Einheit bilden, d.h. in GOTT ,eins‘ sind. Axiom-2 ist somit zugleich eine ,indirekte‘ Definition für ,positive‘ Eigenschaften ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''P'''‘ —</span>. Definition-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''X'''<sub>ess</sub>'''x ↔ Xx ∧ ∀Y(Yx→ □∀y(Xy→Yy))'''‘ —</span>, besagt ''':''' Weil die ,gleichwertigen‘, positiven Eigenschaften sich gegenseitig implizieren, und damit notwendig von einander abhängen, d.h. koinzident in GOTT ,eins‘ sind, — wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT steht —, sind sie somit auch die ,wesentlichen‘ Eigenschaften, die <span style="color:#FF6000">„ultimativen Transzendentalia“</span>, in GOTT, der, wesentlich und exklusiv, notwendig ,Einer‘ ist. Fußnote zu Definition-2 in der GÖDEL-Notiz ''':''' <span style="color:#FF6000">»''any two essences of x are nec. equivalent''«</span>. Die paarweise, notwendige Äquivalenz von zwei beliebigen Wesenseigenschaften der Individuum-Variable <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span>, wird hier, spezifisch für GOTT, d.h. wenn <span style="color:#4C58FF">‚'''x'''‘</span> für GOTT, dem einen, steht, zur <span style="color:#FF6000">„Koinzidenz“</span>, — zum paarweise ,Zusammenfallen in eins‘ —, dem inneren Zusammenhang aller seiner <span style="color:#FF6000">„ultimativen“</span> Vollkommenheiten, d.h. aller <span style="color:#FF6000">„Transzendentalia“</span> und Zuschreibungen, in dem Unendlichen, GOTT.)</span> In den entscheidenden ‚Schlusssätzen‘ des Kalküls ist der ‚Schlüsselbegriff‘ verschwunden. Hier ist nur mehr von GOTT, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''G'''‘ —</span>, die Rede ''':''' Korollar-1, <span style="color:#FF6000">„Es ist definitiv denkbar, dass es GOTT gibt“</span>, Theorem-2, <span style="color:#FF6000">„Dasein, GOTT-Sein, Göttlichkeit ist das Wesen GOTTES“</span>, Theorem-3, <span style="color:#FF6000">„Weil GOTT definitiv denkbar, d.h. widerspruchsfrei möglich ist, darum ist auch der Glaube an GOTT widerspruchsfrei, logisch richtig und mathematisch evident, der annimmt, dass es GOTT, mit Notwendigkeit, wirklich gibt“</span>, <span style="color:#00B000">(nach ANSELM von Canterbury, und was spezifisch das <span style="color:#FF6000">»</span>''Privilegium der Gottheit allein''<span style="color:#FF6000">«</span> ist, nach LEIBNIZ)</span>, und Korollar-3, <span style="color:#FF6000">„Es gibt notwendig aus sich, d.i. unverursacht, nur einen GOTT“</span>. Das GÖDEL-Kalkül ist zu diesen Erkenntnissen gekommen, ohne die Eigenschaften, bzw. die ‚Vollkommenheiten‘ GOTTES, d.h. wer oder was GOTT ‚an sich‘ selbst ist, genauer bestimmen zu müssen, <span style="color:#00B000">(was ,für uns‘ ohnehin ,unmöglich‘ ist)</span>; außer im Theorem-2, in dem das <span style="color:#FF6000">„Dasein“</span> GOTTES als die ‚für uns‘ bestimmende und wichtigste <span style="color:#FF6000">„Wesenseigenschaft“</span> in GOTT erkannt worden ist, — immer vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span>, man ‚glaubt‘ an den zeitlos-ewigen GOTT ''':''' <span style="color:#00B000">(Term :01:)</span>. Der GOTT des GÖDEL-Kalküls ist nicht mehr der an Raum und Zeit gebundene ‚Gott‘ des ARISTOTELES, sondern der von Raum und Zeit <span style="color:#FF6000">»''unabhängige''«</span> GOTT der Bibel bei ANSELM und bei LEIBNIZ. Das GÖDEL-Kalkül, <span style="color:#00B000">(wie ja auch der sog. ‚ontologische Gottesbeweis‘ ANSELMS)</span>, kann jedoch, — bei aller ‚Coolness‘ —, keinen GOTT-Glauben ‚erzeugen‘, sondern setzt vielmehr die Existenz GOTTES schon als notwendig gegeben voraus. Das Kalkül des Logiker GÖDEL beweist aber, dass der traditionelle ‚GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die theologische Weltanschauung''«</span>, mit den Maßstäben der modernen Logik <span style="color:#FF6000">»''durchaus vereinbar''«</span>, d.h. logisch ,richtig‘ und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span> ist, weil der ‚Nicht-GOTT-Glaube‘, <span style="color:#FF6000">»''die atheistische Weltanschauung''«</span>, im Möglichkeitsbeweis notwendig zu unlösbaren Widersprüchen führt, und somit logisch ,falsch‘ ist. <span style="color:#00B000">(Die ,Logik‘ hat aber, — bekanntlich —, bei allen wichtigen, persönlichen Entscheidungen immer nur eine untergeordnete Rolle '''!''' )</span> Anmerkung-6 ''':''' Das erste, ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleitete, Hauptergebnis im 3. Beweisgang, Term :10: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> ''':''' die ,notwendige‘ Existenz GOTTES, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse, Term :1: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>. Dieses erste Hauptergebnis hat also den überlieferten, traditionellen GOTT-Glauben zur Voraussetzung, und ist daher davon ,abhängig‘. Das zweite Hauptergebnis im 3. Beweisgang, das Theorem ANSELMS ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, dagegen, ist die Darstellung der Abhängigkeit des ersten Hauptergebnisses von dem, vorher schon bewiesenen, ,Axiom‘ von der ,möglichen‘ Existenz GOTTES ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, dem Korollar-1 aus dem 1. Beweisgang, und hat nicht mehr den überlieferten, traditionellen GOTT-Glauben zur Voraussetzung, und ist daher auch nicht mehr davon abhängig. Dazu die Feststellung LEIBNIZ‘ ''':''' ::Das Theorem ANSELMS ist <span style="color:#FF6000">»''ein unvollständiger Beweis, der etwas voraussetzt, was man noch hätte beweisen sollen, um ihm mathematische Evidenz zu verleihen — nämlich, dass man dabei stillschweigend voraussetzt, diese Vorstellung des durchaus großen oder durchaus vollkommenen Wesens sei möglich und enthalte keinen Widerspruch'' «</span>. Diesen unvollständigen Beweis hat GÖDEL im 1. Beweisgang mit dem ,regulär‘ <span style="color:#00B000">(├ )</span> abgeleiteten, und als widerspruchfrei bewiesenen, Korollar-1 vervollständigt. Dieses Korollar ist nur vom logischen Axiom-1 und von der mathematischen Äquivalenz der Perfektionen, <span style="color:#00B000">(der Transzendentalia)</span>, im Axiom-2 ,abhängig‘, und nicht mehr von der methodologischen Kalkül-Prämisse, dem traditionellen GOTT-Glauben. Damit hat das Theorem ANSELMS die gesuchte <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> erreicht. Zusammenfassung ''':''' Theorem-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX→◇∃xXx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Positive Eigenschaften sind konsistent''«</span>, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse im 1. Beweisgang, Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''PX'''‘ —</span>, den, — <u>modal-frei</u> — gewählten, ,angenommenen‘ positiven Eigenschaften. Theorem-2 ''':''' <span style="color:#4C58FF"> — ‚'''Gx↔G'''<sub>ess</sub>'''x'''‘ — </span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT-Sein ist das Wesen GOTTES''«</span>, ist die logische Konsequenz aus der Prämisse im 2. Beweisgang, Term :01: <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span>, dem, — <u>modal-frei</u> — gewählten, ,angenommenen‘ GOTT-Glauben der Christen. Im Unterschied dazu ist im 3. Beweisgang, im Theorem-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, der Glaube, dass es einen GOTT notwendig gibt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, die logische Konsequenz aus dem, — <u>modal-notwendig</u> — als widerspruchsfrei ,bewiesenen‘, Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, im 1. Beweisgang, <span style="color:#00B000">(auch im Beweisgang ,Widerlegung‘ im Anhang)</span>. Somit ist das Theorem ANSELMS, mit Korollar-1, nur vom logischen Axiom-1 der Widerspruchsfreiheit, und der paarweisen, mathematischen Äquivalenz beliebiger positiver Eigenschaften, <span style="color:#00B000">(aller Transzendentalia)</span>, im Axiom-2, abhängig. Damit ist die Bedingung für die geforderte, spezielle <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span>, und auch für die Widerspruchsfreiheit im Theorem ANSELMS erfüllt; unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. ====<div class="center"><span style="color:#660066">Widerlegung</span></div>==== {|class="wikitable" |- ! <div class="center"><span style="color:#660066">GÖDEL-Kalkül : der Möglichkeitsbeweis als Widerlegung des Nicht-GOTT-Glaubens</span></div> |- ! <span style="color:#00B000">''Terme der erweiterten Prädikatenlogik zweiter Stufe_____________ „Benennungen“ und durchgeführte Logik-Operationen''</span> |- | <small> <math>\begin{align} \text{(Axiom 1.1)} & \quad P \neg X \;\Longrightarrow\;\ \neg P\ X\ & \ & \text{„Wenn die Negation von X positiv ist, dann ist X nicht positiv“} \\ \text{(Axiom 2)} & \quad \Box \;\forall x (\ X\ x \Longrightarrow \ Y\ x) \Longrightarrow \ P\ Y & \ & \text{„Die Eigenschaft Y in allen x, die aus der Eigenschaft X in allen x} \\ \text{ } & \quad & \ & \; \; \text{mit modaler Notwendigkeit folgt, ist eine positive Eigenschaft“} \\ \text{(Korollar-1)} &\quad \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{ } \\ \text{ } & \text{„Es ist möglich, dass es den GOTT der Christen gibt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen ist !} \\ \text{01} & \quad \; \neg \Diamond \; \exists x \ G \ x \ & \ & \text{ AE: „Es ist unmöglich, dass es diesen GOTT gibt“ (dezidierter Atheismus)} \\ \text{02} & \quad (\neg x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, nicht mit x identisch zu sein“ :: (ungleich)} \\ \text{03} & \quad (\ x = .. )\ & \ & \text{ AE: „Es gibt die Eigenschaft, mit x identisch zu sein“ :: (gleich)} \\ \text{04} & \quad \neg\neg \Box \neg \exists x \ G \ x \ & \ & \text{:01:[ ◇A ↔ ¬□¬A ] :: (Modalregel) } \\ \text{05} & \quad \neg\neg \Box \neg\neg \forall x \neg \ G \ x \ & \ & \text{:04:[ ∃xA ↔ ¬Ɐx¬A ] :: (Quantorenregel) } \\ \text{06} & \quad \text{ ├ }\; \Box \; \forall x \neg G \ x \ & \ & \text{:05:NEG :: [ ¬¬A↔A ] :: (Gesetz der Aussagenlogik) } \\ \text{07} & \quad \Box \; \forall x \neg G \ x \Leftrightarrow\ W & \ & \text{:01:06:[ (:01:↔W) → (├:06:↔W) ] :: (Kalkülregel) } \\ \text{08} & \quad \Box \; \forall x \ G \ x \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:07:[ (¬A↔W)↔(A↔F) ] :: (Regel für Wahrheitswerte)} \\ \text{ } & \text{„Jeder GOTT-Glaube ist ganz sicher falsch ! “} & \ & \Longleftarrow\; \text{die logische Konsequenz aus der Prämisse :01: !} \\ \text{09} & \quad \ (\neg x = x ) \Leftrightarrow \ F \; \ & \text { } & \text{Xx:02:Instanz(X:=(¬x=..)) ⇒ Kontradiktion !} \\ \text{10} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (\neg x = x)) & \text { } & \text{:08:09:[ (:08:↔F) → (:09:↔F) ] :: „ex falso sequitur quotlibet“} \\ \text{11} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow \; (\neg x = x)) \Rightarrow \; P (\neg x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(X:=G):Instanz(Y:=(¬x= ..)) } \\ \text{12} & \quad \ P (\neg x = .. ) & \ & \text{:10:11:[ Modus ponens ] :: [ A→B, A ├ B ]} \\ \text{13} & \quad \ P (\neg x = .. )\;\Rightarrow\ \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{(A1.1):Instanz(X:=(x=..))}\\ \text{14} & \quad \neg P (\ x = .. )\ & \ & \text{:12:13:[ Modus ponens ] :: (log. Schlussregel)}\\ \text{15} & \quad \ (x = x ) \Leftrightarrow \ W \; \ & \ & \text{Xx:03:Instanz(X:=(x=..)) ⇒ Tautologie !} \\ \text{16} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (x = x)) & \ & \text{:08:15:[ (:08:↔F) → (:15:↔W) ] :: „ex falso sequitur etiam verum“} \\ \text{17} & \quad \Box \; \forall x (\ G \ x \Rightarrow\; (x = x)) \Rightarrow \ P (x = .. ) & \ & \text{(A2):Instanz(X:=G):Instanz(Y:=( x= ..))} \\ \text{18} & \quad \ P (\ x = .. )\ & \ & \text{:16:17:[ Modus ponens ]}\\ \text{19} & \quad \text{ ├ }\; (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) \Leftrightarrow\ F & \ & \text{:14:18:[ Konjunktion ] ⇒ Kontradiktion !}\\ \text{20} & \quad \neg \Diamond \; \exists x \ G \ x \Rightarrow (\neg P (\ x = .. )\ \wedge \ P (\ x = .. )) & \ & \text{:01:19:[ ├A├B╞ A→B ] :: ''KONDITIONALER BEWEIS''}\\ \text{ } & {\color{RedOrange}\text{Der Atheismus führt zu einem logischen Widerspruch ! }} & \ & \Longleftarrow\; \text{was mit Term :20: bewiesen ist !} \\ \text{21} & \quad \neg\neg \Diamond \; \exists x \ G \ x & \ & \text{:20:19:[ Modus tollendo tollens ] :: [ A→B,¬B ├ ¬A ]}\\ \text{22} & \quad \; \Diamond \; \exists x \ G \ x & \ & \text{:21:NEG }\\ \text{(Korollar-1)} & \;\text{„Es ist definitiv möglich, dass es diesen GOTT gibt“} & \ & \Longleftarrow\; \text{was zu beweisen war !} \\ \end{align}</math> </small> |} Anmerkung-7 ''':''' Dieser Beweisgang geht prinzipiell von der Existenz GOTTES, <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span>, aus, wobei aber die Möglichkeit seiner Existenz, und damit die Sinnhaftigkeit des Glaubens an GOTT, durch die Prämisse :01: in Frage gestellt wird, und daher im Kalkül überprüft werden soll. Denn mit der Behauptung der Existenz allein ist es nicht getan. Es muss auch seine Möglichkeit, d.h. die Sinnhaftigkeit des Glaubens an GOTT aufgewiesen werden. LEIBNIZ hat als erster, <span style="color:#00B000">(nach ANSELM)</span>, dieses Problem gesehen, und GÖDEL hat dafür eine Lösung gefunden. Dieser Beweisgang, <span style="color:#00B000">(analog zum Möglichkeitsbeweis von Günther J. WIRSCHING konzipiert)</span>, setzt in den Axiomen, genau wie im 1. Beweisgang, die Existenz von etwas <span style="color:#FF6000">„Positiven“, „Perfekten“, „Vollkommenen“</span>, <span style="color:#4C58FF">— ,'''P'''‘ —</span>, allgemein für die Welt voraus, <span style="color:#00B000">(das im Axiom-3 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ,'''PG'''‘ —</span>, GOTT ultimativ zugeordnet wird ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist absolut positiv, perfekt und vollkommen''«</span>)</span>; was im 2. Beweisgang mit Term :13: als widerspruchsfrei, <span style="color:#00B000">(als ,wahr‘ und ,annehmbar‘ im Kontext des christlichen Glaubens)</span>, schon ,bewiesen‘ <span style="color:#00B000">( ╞ )</span> worden ist. Die Existenz der ,Transzendentalien‘ in der Welt ist ein allgemeines Faktum; ihre Existenz auch in GOTT ist mit dem Term :13: des 2. Beweisganges bewiesen, die jedoch im Unendlichen, GOTT, als Transzendentalia, auch in ,ultimativer‘ Form vorliegen. Axiom-1 ,besagt‘, dass Eigenschaften nicht zugleich, vollkommen und nicht vollkommen, sein können. Axiom-2 ,besagt‘, dass, allgemein, alle Vollkommenheiten, <span style="color:#00B000">(alle Transzendentalien)</span>, gleichwertig, <span style="color:#00B000">(mathematisch äquivalent)</span>, sind. <span style="color:#00B000">(Axiom-2 wird hier um das GÖDEL-Konjunkt <span style="color:#4C58FF">— ,'''PX'''‘ —</span> verkürzt dargestellt. Damit ist auch Axiom-3 für diesen Beweisgang unnötig geworden, ohne dass sich wegen dieser Kürzung am Ergebnis etwas ändert.)</span> Die Eigenschaft <span style="color:#4C58FF">— (¬x=..) —</span> ,besagt‘, dass GOTT ,unvergleichlich‘ ist, wenn <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> für GOTT steht. <span style="color:#00B000">(Der informelle Term, <span style="color:#4C58FF">— (¬x=..) —</span>, ersetzt hier, wie bei A. FUHRMANN, den formal korrekten Abstraktionsausdruck ''':''' <span style="color:#4C58FF">— λy.(¬x=y) —</span>, aus dem Lambda-Kalkül.)</span> Der Term :16: <span style="color:#4C58FF">— (x=x) ↔ W —</span> steht für die Selbstbezeichnung des GOTTES-JHWH in Exodus 3,14 ''':''' <span style="color:#CC66FF">»''Ich bin der ‚Ich-Bin‘''«</span>. Der GOTT der abendländischen, christlichen Tradition wird mit <span style="color:#4C58FF">— ,'''G'''‘ —</span> bezeichnet ''':''' d.i. der <span style="color:#FF6000">„GOTT der Christen“</span>, entsprechend der ,methodologischen‘ Prämisse und der ,Genese‘ des Kalküls, syntaktisch formalisiert in der Definition-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx↔∀X(PX→Xx)'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Das Individuum'' <span style="color:#4C58FF">,'''x'''‘</span> ''ist genau dann GOTT'', <span style="color:#4C58FF">,'''G'''‘</span>, ''wenn es alle Vollkommenheiten'', <span style="color:#4C58FF">,'''P'''‘</span>, ''in sich schließt''«</span>, nach der Vorgabe von LEIBNIZ ''':''' <span style="color:#FF6000">»''GOTT ist ein Wesen von äußerster Größe und Vollkommenheit, das alle Grade derselben in sich schließt''«</span>. Mit Korollar-1 hat dieser Beweisgang dasselbe Endergebnis, wie der 1. Beweisgang. Der Beweis, dass der dezidierte Atheismus zu einem logischen Widerspruch führt, und damit falsch ist, ist ein Zwischenergebnis in diesem Beweisgang, und begründet mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span>, und unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung, den, von LEIBNIZ gesuchten, Möglichkeitsbeweis für die Existenz GOTTES im Argument des Erzbischofs, und bestätigt damit die Sinnhaftigkeit des GOTT-Glaubens. Einmal Axiom-1 und zweimal Axiom-2 sichern hier das Ergebnis des Kalküls ''':''' das Korollar-1 ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es ist definitiv möglich, dass es den GOTT der Christen gibt''«</span>. Diese zwei Axiome sind die einzigen, und modal-notwendigen, d.h. die transzendentalen Voraussetzungen und Bedingungen für das Endergebnis ''':''' der Widerspruchsfreiheit und Sinnhaftigkeit des Glaubens der Christen an GOTT; <span style="color:#00B000">(dasselbe gilt natürlich auch für die <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span> Weltanschauung jeder monotheïstischen Religion '''!''' Dem Erzbischof ANSELM ging es damals nur um seinen Glauben an GOTT.)</span>. Die Logik-Regel <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„ex falso sequitur quotlibet, etiam verum“</big></span></span>, <span style="color:#00B000">(‚Aus Falschem folgt irgendetwas, auch Wahres‘)</span>, ist der scholastische Ausdruck für die ‚Implikation‘ <span style="color:#00B000">(Folgerung)</span> von Aussagen, die nur dann falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist, wenn das Antezedens wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, und die Konsequenz falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist. Andernfalls ist sie immer wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, auch wenn die Voraussetzung falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span> ist ''':''' ‚Modern‘ darstellbar durch die ‚Wahrheitswertetafel‘ für die ‚materiale Implikation‘, <span style="color:#4C58FF">— ,(A → B)‘ —</span> <span style="color:#FF6000">„wenn A, dann B“</span>. Damit ist auch der <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ] </span> verstehbar; <span style="color:#00B000">(vgl. die vierte Zeile der ‚materialen Implikation‘)</span>. Der positive hypothetische Syllogismus ''':''' <span style="color:#4C58FF">[ Modus ponendo ponens ] :: [ A → B, A ├ B ] </span> ist aus der ersten Zeile ablesbar. Die folgende Tabelle gibt für jeden ,Wahrheitswert‘ der Aussagen <math>A</math> und <math>B</math> das Resultat einiger zweiwertiger Verknüpfungen an ''':''' {|class="wikitable hintergrundfarbe2" style="text-align:center;" |- !colspan="2"|''Belegung''!!Konjunktion!!Disjunktion!!materiale<br /> Implikation!!Äquivalenz<br /> Bikonditional!!kopulative<br /> Konjunktion |- !<math>A</math> !<math>B</math> !<math>A</math> und <math>B</math> !<math>A</math> oder <math>B</math> !wenn <math>A</math> dann <math>B</math> !sowohl <math>A</math> als auch <math>B</math> !entweder <math>A</math> oder <math>B</math> |- !W!!W |W||W||W||W||F |- !W!!F |F||W||F||F||W |- !F!!W |F||W||W||F||W |- !F!!F |F||F||W||W||F |} <span style="color:#00B000">(Eine ‚Konjunktion‘ ist nur dann ,wahr‘, wenn beide Aussagen einer ‚Konjunktion‘ wahr sind. Eine ‚kopulative Konjunktion‘ ist nur dann ,wahr‘, wenn entweder die eine, oder die andere Aussage der ‚kopulativen Konjunktion‘ wahr ist. Es besteht also eine Wenn-Dann-Verbindung zwischen beiden Aussagen — eine ,Kopplung‘. Das ist die logische Grundlage von Axiom-1 im GÖDEL-Formalismus)</span> Um das Widersprüchliche der ,Annahme‘ nachzuweisen, dass positive Eigenschaften ,nicht konsistent‘ seien, <span style="color:#00B000">(im 1. Beweisgang)</span>, bzw. um das Falsche und Sinnwidrige der ,Annahme‘ klarzustellen, es sei ,unmöglich‘, dass es einen GOTT gibt, <span style="color:#00B000">(hier, in der Widerlegung)</span>, verwendet das GÖDEL-Kalkül den Gegensatz ''':''' wahr, <span style="color:#4C58FF">— W —</span>, falsch, <span style="color:#4C58FF">— F —</span>, zwischen der dritten und vierten Zeile der Wahrheitswertetafel für die ,materiale Implikation‘, entsprechend der Regel <span style="color:#FF6000"><span style="font-family: Times;"><big>„ex falso sequitur quotlibet, etiam verum“</big></span></span>, jeweils mit der Hilfe von Axiom-1 und Axiom-2; hier unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. Im Gegensatz dazu, wird, <span style="color:#00B000">(im 2. Beweisgang)</span>, aus dem Glauben an GOTT, mit einer <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, speziell mit Axiom-1, das Widersprüchliche in der ,Annahme‘ nachgewiesen, es gäbe in GOTT <span style="color:#FF6000">»''keine Vollkommenheit, nichts Positives, nichts Perfektes''«</span>, d.h. keine ,Transzendentalia‘. In dieser <span style="font-family: Times;"><big>,Reductio ad absurdum‘</big></span>, im 2. Beweisgang, wird vorausgesetzt <span style="color:#00B000">(,angenommen‘)</span> ''':''' es gibt den GOTT der Christen, <span style="color:#00B000">(als Prämisse :01:)</span>, der ,unvergleichlich‘ und ,einzigartig‘ ist, und in dem auch alle ,Transzendentalia‘ <span style="color:#FF6000">„koinzident“</span> ,eins‘ sind, entsprechend Axiom-2. Für KANT entsteht ein Widerspruch in den Prädikaten eines Satzes. ::<span style="color:#FF6000">»</span> ''Wenn ich das Prädicat in einem identischen Urtheile aufhebe'', <span style="color:#00B000">[ durch eine Negation ]</span>, ''und behalte das Subject, so entspringt ein Widerspruch''. <span style="color:#00B000">[ Wenn ich sage ''':''' ,''GOTT ist nicht allmächtig''‘, entsteht ein Widerspruch zur richtigen Aussage ''':''' ,''GOTT ist allmächtig''‘. ]</span> … ''Wenn ihr aber sagt ''':''' ,GOTT ist nicht‘, so ist weder die Allmacht, noch irgendein anderes seiner Prädicate gegeben; denn sie sind alle zusammt dem Subjecte aufgehoben'', <span style="color:#00B000">[ negiert ]</span>, ''und es zeigt sich in diesem Gedanken nicht der mindeste Widerspruch.'' <span style="color:#FF6000">«</span><ref>vgl. ‚''<span style="font-family: Times;"><big>Kritik der reinen Vernunft</big></span>''‘, Seite 398f; https://www.korpora.org/kant/aa03/398.html</ref> Es ist richtig, wie KANT sagt, der Widerspruch entsteht nicht in dem Gedanken ''':''' ,''GOTT ist nicht''‘. GÖDEL zeigt daher, dass der Widerspruch erst dann entsteht, wenn von der Annahme ausgegangen wird ''':''' '',Es ist unmöglich, dass GOTT ist''‘. Daraus folgt dann ,regulär‘, mit Hilfe von Axiom-1 und Axiom-2, <span style="color:#00B000">(d.h. mit den Theoremen von den Transzendentalien)</span>, die logische ,Möglichkeit‘ GOTTES, unabhängig von jeder Glaubensüberzeugung. Wie LEIBNIZ klar erkannt hat, muss zuerst, aus dem Widerspruch des Gegenteils, die logische ,Möglichkeit‘, <span style="color:#00B000">(die Konsistenz)</span>, der Existenz GOTTES bewiesen werden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, bevor daraus die reale ,Notwendigkeit‘ eines GOTTES abgeleitet werden kann ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>. Dieser Sachverhalt ist jedoch das ausschließliche Spezifikum GOTTES, <span style="color:#00B000">(das <span style="color:#FF6000">»''Privilegium der Gottheit allein''«</span>)</span>, und gilt nur bei GOTT, als dem Unvergleichlichen und Einzigartigen. Dieses ,Spezifikum‘ wird im Theorem ANSELMS abgebildet ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx→□∃xGx'''‘ —</span>, auf Grund von Axiom-2, das den inneren Zusammenhang, die Koinzidenz auch von ,Möglichkeit‘ und ,Notwendigkeit‘ im Unendlichen, GOTT, erkennen lässt. Bis Zeile 10, im 3. Beweisgang, reicht der Geltungsbereich der ,modal‘-frei gewählten Kalkül-Prämisse :01:, der ,methodologische‘ GOTT-Glaube. In Zeile 11 liegt der ,Schwerpunkt‘ des ontologischen Beweises dann am, — modal als notwendig — ,bewiesenen‘ Widerspruch des Gegenteils zum GOTT-Glauben, <span style="color:#00B000"> (formal-syntaktisch dargestellt als widerspruchfreies Antezedens, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span>, dem Korollar-1 aus dem 1. Beweisgang)</span>, und nicht mehr am ,angenommenen‘ GOTT-Glauben der Kalkül-Voraussetzung, <span style="color:#00B000">(nun dargestellt als Konsequenz <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span> im Theorem ANSELMS)</span>. Damit hat er, — angeregt durch LEIBNIZ, und mit ihm —, die fast einhellig akzeptierte Fehldeutung des ontologisch-<span style="color:#4C58FF">„theologischen“</span> Arguments ANSELMS für GOTT durch gewichtige philosophische, <span style="color:#00B000">(KANT<ref>GOTT ist absolut einzigartig und unvergleichlich. KANT macht GOTT jedoch zu einem ,Ding‘ unter den vielen ,Dingen‘ dieser Welt, indem er die Existenz, bzw. das ,Sein‘ GOTTES mit dem ,Sein der Dinge‘ gleich setzt. Eine solche Gleichsetzung ist bei GOTT unangebracht und daher unzulässig! Er verkennt damit die Einzigartigkeit und Besonderheit GOTTES. Das ,Sein‘ der Dinge ist — nach KANT — ,kein reales Prädikat’, d.h. Existenz ist keine Eigenschaft. In GOTT ist ,Sein‘ hingegen ein ,reales Prädikat‘, d.h. Existieren ist die Wesenseigenschaft GOTTES, denn GOTT ist der, der für uns — aus Liebe — immer schon ,da‘ ist, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das ist das, was GOTT für uns ausmacht — sein Wesen.</ref>)</span>, und <span style="color:#4C58FF">„theologische“</span>, <span style="color:#00B000">(THOMAS<ref>GOTT ist absolut einzigartig und unvergleichlich. THOMAS unterscheidet die ,Natur GOTTES‘ nicht von der ,Natur der Dinge‘, indem er die ,Natur‘ des GOTTES ANSELMS irrtümlich mit der ,Natur‘ der Dinge gleich setzt. Damit reiht er GOTT unter die vielen Dinge unserer Welt ein: GOTT ,esse in rerum natura‘, d.h. wörtlich, dass der GOTT ANSELMS in der ,Natur‘ der Dinge existiert. Eine solche Gleichsetzung ist bei GOTT unangebracht und daher unzulässig! Die ,zeitlose-überzeitliche‘ Wirklichkeit, (Natur), GOTTES ist völlig verschieden und unabhängig von der zufälligen Wirklichkeit, (die ,Natur‘), unserer ,raum-zeitlichen‘ Welt. Daher ist sie mit dieser auch nicht vergleichbar.</ref>)</span>, Autoritäten zurechtgerückt, welche die Einzigartigkeit und Unvergleichlichkeit des Unendlichen, GOTT, bei ihrer Beurteilung des Theorem ANSELMS nicht berücksichtigt haben, sondern den Unendlichen, <span style="color:#00B000">(irrtümlich)</span>, unter die endlichen Dinge unserer Welt eingereiht haben. GÖDEL hat mit dem bewiesenen Widerspruch des Gegenteils zum GOTT-Glauben, den Beweis für die <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> des Theorem ANSELMS geliefert, was, nach LEIBNIZ, für die Akzeptanz dieses Theorems noch gefehlt hat. Das Theorem ANSELMS besagt universell ''':''' Die <span style="color:#FF6000">»''theologische Weltanschauung''«</span> der Juden, Christen und Muslime, die ,annehmen‘, dass es mit ,Notwendigkeit‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□'''‘ —</span> <span style="color:#00B000">(nur)</span> einen GOTT gibt, ist logisch richtig und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, weil es <u>ohne Widerspruch</u> ,denkbar‘ <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇'''‘ —</span> ist, dass es GOTT gibt ''':''' Nicht mehr und nicht weniger, <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig, (ohne sich auf den Glauben an irgendeine Religion zu stützen)''«</span>. Es geht hier bei GÖDEL nicht um Theoriefindung oder ähnliches. GÖDEL ist kein Theoretiker. GÖDEL ist Logiker und Mathematiker. Was er sagt, ist mathematisch wahr und logisch richtig. Wenn er sagt, dass die Aussage ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ — »''wahr''«</span> ist ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es ist möglich, dass es Gott gibt, wegen Axiom-2 (und Axiom-1)''«</span>, dann spricht er hier von der mathematischen Wahrheit. Logischerweise ist dann die konträre Aussage ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ — »''falsch''«</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es ist nicht möglich, dass es einen Gott gibt''«</span>, und zwar mathematisch falsch, weil sich aus dieser Aussage ein Widerspruch ergibt. Jeder, der die mathematische Logik GÖDELS lesen kann, kann das sehen und verstehen ''':''' Das Zwischenergebnis, <span style="color:#00B000">(Term :20:)</span>, in dieser Kalkül-Ableitung, die logische Konsequenz aus der Annahme des dezidierten Atheismus, es sei unmöglich, dass es GOTT gibt, ist der faktische, nachprüfbare, und für jeden Menschen sichtbare Beweis dafür, dass diese Annahme in einen Widerspruch mündet, und damit falsch und unlogisch ist. Das bedeutet, es ist eine Tatsache, bzw. es ist Faktum, dass der Atheismus, — mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span> —, wirklich falsch und unlogisch ist, und daher als ,Unsinn‘ bezeichnet werden darf '''!''' Das ist nicht bloß als eine Theoriefindung, oder als eine Interpretation eines Autors zu verstehen. Das ist vielmehr genau so wahr und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, wie, dass zwei mal zwei vier ergibt, und wirklich genau so logisch richtig, wie, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Das ist gerade das Überraschende und Unerwartete am Gödel-Kalkül. Es geht hier nicht mehr um Theoriefindung oder Interpretationen, denen man zustimmen kann oder nicht. Es geht hier <span style="color:#FF6000">»''rein verstandesmäßig''«</span> um mathematisch-logische Fakten. Damit steht GÖDEL in seiner Bedeutung neben KOPERNIKUS. ---- Kurt GÖDEL ist schon deswegen ein Ausnahmelogiker. ---- ===<div class="center"><span style="color:#660066">Epilog für Skeptiker</span></div>=== Wenn man das GÖDEL Argument genau liest, dann ist nur die Annahme ''':''' <span style="color:#FF6000"> „es ist möglich, dass es GOTT gibt“</span> bewiesen, weil aus der Annahme ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist unmöglich, dass es GOTT gibt“</span> ein logischer Widerspruch ableitbar ist. Die Aussage ''':''' <span style="color:#FF6000">„es gibt GOTT“</span> ist dagegen schon eine Glaubensaussage, und damit ist das auch die ,Grundannahme‘ eines gläubigen Menschen, der dann aus der ,bewiesenen Möglichkeit‘, dass es Gott gibt, ableiten kann ''':''' <span style="color:#FF6000">»''es gibt GOTT wirklich''«</span>, wenn er will ''':''' <span style="color:#FF6000">»''Es stimmt also, was ich glaube '''!''''' «</span> Das ist das Argument ANSELMS, der ein christlicher Amtsträger war, und der daher von dieser Grundannahme auch ausgeht. Solange in den Voraussetzungen des Möglichkeitsbeweises im Gödel-Kalkül kein Widerspruch nachweisbar ist, und solange in der logischen Durchführung keine schweren Mängel festgestellt werden können, ist das Ergebnis des Möglichkeitsbeweises, wie GÖDEL ihn durchgeführt hat, korrekt, und die Folgerungen daraus, logisch richtig, dass es sich hier um <span style="color:#FF6000">»''mathematische Evidenz''«</span> handelt, <span style="color:#00B000">(z. B. wie 2 x 2 = 4)</span>. Aber niemand ist gezwungen, aus der Möglichkeit, dass es GOTT gibt, daraus zu schließen, dass es GOTT auch mit Notwendigkeit gibt, wie das im Argument ANSELMS geschieht, außer, er akzeptiert auch die Grundannahme, dass es den Unendlichen und Unvergleichlichen tatsächlich gibt. Dann kann er mit LEIBNIZ, der selbst an GOTT geglaubt hat, mit Bestimmtheit sagen ''':''' <span style="color:#FF6000">»''gesetzt, dass GOTT möglich ist, so ist er, was das Privilegium der Gottheit allein ist''«</span>, weil GÖDEL mit seinem Kalkül den noch ausstehenden Beweis der Widerspruchsfreiheit dafür geliefert hat. Wenn Du den 3. Beweisgang des GÖDEL-Kalküls genauer anschaust, dann siehst Du, dass der Konsequenz-Teil im Argument ANSELMS, der identisch ist mit dem Term in der Zeile 10, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''□∃xGx'''‘ —</span>, immer noch formallogisch abhängig ist von der methodologischen Glaubens-Prämisse, Term :01:, <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„das x steht für den Gott der Christen“</span>, was bis zur Zeile 10 offensichtlich korrekt ist. <span style="color:#00B000">(Man könnte nach dieser Zeile, ohne Weiteres, ,regulär‘ die <span style="color:#FF6000">„logische Implikation”</span> :: <span style="color:#4C58FF">[├ A ├ B ╞ A→B ]</span> mit Term :01: und Term :10: als ein mögliches Korollar bilden ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''Gx→□∃xGx'''‘ — </span>)</span>. Das bedeutet, der Konsequenz-Teil im Theorem ANSELMS, der in diesem Korollar an zweiter Stelle steht, ist damit in seiner Formal-Struktur offensichtlich ,regulär‘ von der Glaubens-Prämisse, Term :01:, abhängig, d.h. er ist der Ausdruck einer Glaubensüberzeugung. Im Theorem ANSELMS steht er jetzt in der Zeile 11 als Konsequenz-Teil auch an zweiter Stelle, hat aber nicht mehr seine Glaubens-Prämisse als notwendige Bedingung an erster Stelle vor sich, wie im ,regulär‘-möglichen Korollar. Jetzt steht eine neue und andere Voraussetzung als Begründung vor ihm. Der Schwerpunkt des Argument ANSELMS liegt damit am Begründungs-Teil des ANSELM-Theorems, der jetzt die erste Stelle im Theorem einnimmt ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist möglich, dass es GOTT gibt“</span>, der erst dadurch entstanden ist, und davon abhängig ist, weil sein Gegenteil ''':''' <span style="color:#4C58FF">— ‚'''¬◇∃xGx'''‘ —</span> ''':''' <span style="color:#FF6000">„es ist unmöglich, dass es GOTT gibt“</span>, zu einem Widerspruch geführt hat. Dieser Begründungs-Teil, das Antezedens, im Argument ANSELMS, ist daher nicht mehr von der methodologischen Glaubens-Prämisse, Term :01:, abhängig, sondern nur vom Axiom-1, der Widerspruchsfreiheit, und von der paarweisen, mathematischen Äquivalenz beliebiger positiver Eigenschaften im Axiom-2, die im 1. Beweisgang, bzw. im Beweisgang ,Widerlegung‘, mit dem <span style="color:#4C58FF">[ Modus tollendo tollens ] :: [ A → B, ¬B ├ ¬A ]</span>, die Widerspruchsfreiheit des GOTT-Glaubens mit Notwendigkeit herbeigeführt haben. Daraus ergibt sich eine logische Verschiebung in der Argumentationskette, denn dieser Begründungs-Teil, der jetzt die Widerspruchsfreiheit für den Konsequenz-Teil liefert, ist selbst unabhängig und frei von jeder Glaubensüberzeugung. Weil widerspruchsfrei und <span style="color:#FF6000">»''mathematisch evident''«</span>, muss er als logische Begründung für die Widerspruchsfreiheit des Konsequenz-Teils gelesen werden, und damit bestätigt er die Widerspruchsfreiheit der Glaubensüberzeugung eines gläubigen Menschen, <span style="color:#00B000">(was auch das Ziel ANSELMS war)</span>. Das heißt also ''':''' der Glaube dieses Menschen ist widerspruchsfrei und sinnvoll, und enthält keinen Zirkelschluss, weil sein Gegenteil, der Nicht-GOTT-Glaube, zu einem Widerspruch führt; <span style="color:#00B000">(das hat GÖDEL mit seinem Kalkül-System bewiesen, dessen Argumentationskette mit einem Computer-Programm, dem sog. ,Theorembeweiser‘, überprüft worden ist, und als <span style="color:#FF6000">»''nachweisbar korrekt''«</span> befunden wurde)</span>. Das Theorem ANSELMS beweist, nach GÖDEL, dass der Glaube an GOTT, mit <span style="color:#FF6000">»''mathematischer Evidenz''«</span> notwendig widerspruchsfrei und sinnvoll ist, weil der Nicht-GOTT-Glaube notwendig zu einem Widerspruch führt. Das Theorem beweist jedoch nicht, dass die Existenz GOTTES notwendig sei, <span style="color:#00B000">(wie es fast immer fälschlich gelesen wurde und wird)</span>, sondern, das Theorem geht einfach davon aus, als nicht hinterfragtes Faktum, dass GOTT notwendig schon existiert, und beweist, dass diese Glaubens-Annahme widerspruchsfrei und sinnvoll, und <span style="color:#FF6000">»''mit allen bekannten Tatsachen durchaus vereinbar ist''«</span>. Zusammengefasst heißt das konkret ''':''' Wenn Du an GOTT glauben willst, dann kannst Du das unbedenklich tun, denn Dein Glaube ist auch logisch in der <u>bewiesenen Möglichkeit</u>, dass es GOTT geben kann, begründet, und damit widerspruchsfrei, sinnvoll und kein Zirkelschluss. Dein Glaube an GOTT beruht jedoch, nach wie vor und in erster Linie, auf Deiner freien Entscheidung für GOTT, und nicht auf dem Zwang einer ,logischen‘ Argumentation. Wenn Du nicht an GOTT glauben willst, dann <u>musst Du, und sollst Du, auch nicht deswegen</u>, weil der Atheismus zu einem Widerspruch führt, und damit falsch ist, an GOTT glauben. Denn der Glaube an GOTT muss immer eine freie und Deine ganz persönliche Entscheidung für GOTT sein und bleiben. Niemand darf zum Glauben an GOTT gezwungen werden, auch nicht mit ,logischen‘ Argumenten. Warum '''?''' Weil GOTT die Liebe ist '''!''' Und die Liebe duldet keinen Zwang '''!''' ---- ---- ;Fußnoten <references /> 9en54fyjhzahgv42n04pmti6wk0uzi1 Astronomie von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit/ Vorwort 0 121613 1085373 1082227 2026-05-10T19:18:52Z Bautsch 35687 Diagramm mit Zahlen 1085373 wikitext text/x-wiki [[File:Mystische.astronomische.Zahlen.png|mini|rechts|hochkant=2||Die elf mystischen astronomischen Zahlen 2, 3, 4, 5, 7, 11, 12, 14, 19, 24, 28]] Die astronomischen Erkenntnisse der Urvölker machen die Astronomie zur ältesten exakten Wissenschaft der Menschheit. In der Beschäftigung mit den Vorgängen am Himmel wurde das zeitliche und räumliche Vorstellungsvermögen der Menschen gefordert, geprägt und weiterentwickelt. Nur mit Hilfe der damit verbundenen geometrischen Erkenntnisse konnten zum Beispiel Himmelsrichtungen definiert werden, mit denen auf der Erdoberfläche eine exakte Orientierung im Horizontsystem der Menschen möglich wurde. Das Zählen von Zeitabschnitten wie Tagen, Monaten und Jahren führte zwanglos zur Addition, zur Multiplikation und zum Vergleich ganzer Zahlen. Dadurch wurden die Grundlagen der Arithmetik auf abstrakte astronomische Sachverhalte übertragen. Wie bei allen Wissenschaften ist auch bei der Astronomie eine historische Betrachtung sinnvoll und horizonterweiternd. Die Himmelskunde gehörte im Mittelalter zum Kanon der sieben freien Künste der Philosophie, den drei trivialen Künsten Grammatik, Rhetorik und Logik sowie den vier quadrivialen Künsten Musiklehre, Arithmetik, Geometrie und Astronomie. Diese freien Künste wurden bereits in der Antike gepflegt, wo insbesondere das Quadrivium zur Vernunfterkenntnis beitragen sollte. → Siehe auch [[Quadriviale Kuriositäten|'''Wikibook Quadriviale Kuriositäten''']] Die '''{{w|Astronomie}}''' (altgriechisch ἄστρον ("'astron") und νόμος ("nomos"), zu Deutsch: „Sternengesetz“) beschäftigt sich mit den Gesetzen der Bewegungen, die am Himmel beobachtet werden können. Dazu sind nicht unbedingt Teleskope oder noch kompliziertere Geräte erforderlich, und so konnte diese Wissenschaft bereits im Altertum betrieben werden. Dies hat schon vor Jahrtausenden zu beeindruckenden Erkenntnissen über die '''{{w|Himmelsmechanik}}''' geführt. == Kurzer Historischer Abriss == Schon die Sumerer hatten lange vor der Erfindung der Keilschrift in Mesopotamien im dritten Jahrtausend Eigennamen für Himmelsobjekte, die dort später als Fremdwörter in die semitische Sprache Akkadisch übernommen wurden. Es gibt an vielen Orten auf der Welt steinzeitliche und bronzezeitliche Stätten und Artefakte, bei denen wir davon ausgehen dürfen, dass sie für astronomische Zwecke eingesetzt worden waren. Sofern sie jemals existierte, ist die schriftliche Überlieferung von astronomischen Sachverhalten im Laufe der Jahrtausende häufig verloren gegangen. Manche Schriftzeugnisse harren noch ihrer Entzifferung, und etliche dürften sicherlich noch gar nicht entdeckt worden sein. [[Datei:Aristoteles Louvre.jpg|mini|Aristoteles (384 bis 322 vor Christus) war Schüler von Platon.]] '''{{w|Aristoteles}}''' (384–322) beschreibt in seinen Werken „Meteorologikon“ (altgriechisch: "Μετεωρολογικῶν", zu Deutsch in etwa: "Einsichten zu Himmelserscheinungen") und „Peri uranu“ (altgriechisch: "Περὶ οὐρανοῦ", zu Deutsch: "Über den Himmel") zahlreiche astronomische Phänomene und gelangte schon damals zu erstaunlichen Erkenntnissen. Er beschreibt die Milchstraße, Kometen, Sternschnuppen, Finsternisse, aber auch Hydrometeore (Wetter), Photometeore (Halo, Regenbogen, Mondregenbogen, Nebensonnen) und Elektrometeore (Gewitterblitze, Polarlicht). Nichtsdestoweniger beruhte sein Wissen auch nach seiner Aussage nicht nur auf der eigenen umfassenden Anschauung, sondern auch auf Erkenntnissen, die damals teilweise schon lange bekannt waren und in den Kreisen von Gelehrten oft nur mündlich tradiert wurden. Die astronomischen Berechnungen und Voraussagen wurden mit Beginn der Neuzeit um 1500 immer exakter. Die schon in der Antike verbreiteten Mutmaßungen, dass bestimmte Konstellationen am Himmel irgendwelche Auswirkungen auf das Klima, Himmelserscheinungen oder das Weltgeschehen haben, führten zusammen mit der Erfindung des Buchdrucks zu einen neuen Blüte der Sterndeutung beziehungsweise der modernen Form der {{w|Astrologie}}.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch, Friedhelm Pedde |Titel=Vor 500 Jahren: Die Sintflut von 1524 die nicht stattfand |Online=https://wfs.berlin/wp-content/uploads/2024/05/A19-BROplanetA4_40s-feb2024ff_www-rz.pdf |Sammelwerk=Dem Himmel nahe. |WerkErg=Mitteilungen der Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V.|Nummer=19 |Hrsg=Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V. / Zeiss-Planetarium am Insulaner |Ort=Berlin |Datum=2024-02 |Seiten=16–19 |Sprache=de |Abruf=2025-08-03|ISSN=2940-9330}}</ref> [[Datei:Nikolaus Kopernikus MOT.jpg|mini|Nikolaus Kopernikus (1473 bis 1543).]] '''{{w|Nikolaus Kopernikus}}''' (1473–1543) hat aus verschiedenen eigenen Beobachtungen und denen seiner Zeitgenossen wichtige Vorarbeiten für die geradezu revolutionäre Weiterentwicklung der Astronomie geleistet. '''{{w|Tycho Brahe}}''' (1546–1601) hat die Positionsmessung von Himmelsobjekten im 16.&nbsp;Jahrhundert ganz ohne Fernrohre zur einem damaligen Höhepunkt gebracht. [[Datei:Johannes Kepler by Hans von Aachen.jpg|mini|Johannes Kepler (1571 bis 1630) bemerkte, dass Planeten auf Ellipsenbahnen um die Sonne kreisen.]] Sein Assistent und Nachfolger '''{{w|Johannes Kepler}}''' (1571–1630) und dessen Zeitgenossen konnten seit dem Anfang des 17.&nbsp;Jahrhunderts mit Hilfe von Teleskopen genauere Himmelsbeobachtungen durchführen und die Himmelsmechanik zu einer herausragenden Wissenschaft machen, die auch als Treiber für innovative Techniken wirkte. <gallery caption="Der zunehmende Mond mit Goldenem Henkel" perrow=1 widths=640 heights=640> Goldener.Henkel.9.6.2022.P1139248.jpg|Der zunehmende Mond mit dem Goldenem Henkel am Terminator oben links, der auf einer Länge von rund 400&nbsp;Kilometer durch den streifenden Einfall des Sonnenlichts am oberen Kraterrand der Montes Jura am Sinus Iridium entsteht. Er kann nicht mit bloßem Auge, sondern nur mit Fernrohren aufgelöst werden. </gallery> [[Datei:Georg Christoph Lichtenberg by Strecker.jpg|mini|Die auf astronomischen Beobachtungen beruhenden geodätischen Vermessungen von Hannover, Osnabrück und Stade von Georg Christoph Lichtenberg (1742 bis 1799) erschienen 1777.]] Der Universalgelehrte '''{{w|Georg Christoph Lichtenberg}}''' (*&#8239;1742; †&#8239;1799) erachtete Anfang der 1770er Jahre die Astronomie als den Prototypen der Erkenntnis:<ref>Georg Christoph Lichtenberg: [https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN891492585?tify=%7B%22pages%22%3A%5B52%5D%2C%22view%22%3A%22toc%22%7D Sudelbuch C], Seite 56, Göttingen, 1772-1773</ref> <blockquote> ''Die Astronomie ist vielleicht diejenige Wissenschaft, worin das wenigste durch den Zufall entdeckt worden ist, wo der menschliche Verstand in seiner ganzen Größe erscheint, und wo der Mensch am besten kennen lernen kann wie klein er ist.'' </blockquote> [[Datei:Immanuel Kant portrait c1790.jpg|mini|Immanuel Kant (1724 bis 1804) hat Zeit seines Lebens in Königsberg gearbeitet. Seine erste wichtige wissenschaftliche Veröffentlichung war 1755 die <nowiki>''Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels''</nowiki>.]] Der Philosoph '''{{w|Immanuel Kant}}''' (*&#8239;1724; †&#8239;1804), der bereits 1755 in seiner ''Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels'' das innere Wesen unserer {{w|Milchstraße}} erkannte, kam 1788 im Beschluss seiner "Kritik der praktischen Vernunft" zur folgenden Einsicht:<ref>Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+praktischen+Vernunft/Beschlu%C3%9F Kritik der praktischen Vernunft - Beschluß], 1781</ref> <blockquote> ''Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.''<br/> ''...''<br/> ''Die Weltbetrachtung fing von dem herrlichsten Anblicke an, den menschliche Sinne nur immer vorlegen, und unser Verstand, in ihrem weiten Umfange zu verfolgen, nur immer vertragen kann, und endigte – mit der Sterndeutung.'' </blockquote> [[Datei:Friedrich.Wilhelm.Bessel.Ausschnitt.Daguerrotypie.png|mini|Friedrich Wilhelm Bessel (1784 bis 1846) war der bedeutendste Astronom des 19. Jahrhunderts.]] Der bedeutendste Astronom des 19.&nbsp;Jahrhundert war '''{{w|Friedrich Wilhelm Bessel}}''' (1784–1846), der viele verschiedene Disziplinen sehr zielgerichtet verknüpfte.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch |Titel=Friedrich Wilhelm Bessel |Online=https://wfs.berlin/wp-content/uploads/2024/09/A20-BROplanetA4_40s-feb2024ff_www-rz.pdf |Sammelwerk=Dem Himmel nahe. |WerkErg=Mitteilungen der Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V.|Nummer=20 |Hrsg=Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V. / Zeiss-Planetarium am Insulaner |Ort=Berlin |Datum=2024-06 |Seiten=10–13 |Sprache=de |Abruf=2025-08-03|ISSN=2940-9330}}</ref> Die beeindruckende Präzision seiner Positionsmessungen trieb er bis an die Grenzen des damaligen Stands der Beobachtungstechnik. Ferner entwickelte er zahlreiche mathematische Methoden und machte die astronomischen Messungen aus verschiedenen Epochen mit der erforderlichen Genauigkeit vergleichbar. Dies alles führte zu zahlreichen neuen Erkenntnissen und zutreffenden Aussagen, die in der folgenden Liste aufgeführt sind: * Bestimmung der sehr langfristigen periodischen Verlagerung der Erdachse (Präzession) innerhalb von knapp 26000&nbsp;Jahren. * Bestimmung der Masse der großen Gasplaneten. * Bestimmung der Entfernung von benachbarten Sternen. * Bestimmung der ellipsoidischen Form der Erdoberfläche. * Vorhersage der Existenz sowie die Berechnungsgrundlagen für die Entdeckung des Planeten Neptun. * Vorhersage der zunächst nicht sichtbaren Begleitsterne in Doppelsternsystemen. * Aussagen zur Natur der Kometen. Sein Zeitgenosse, der deutsche Pädagoge '''{{w|Adolph Diesterweg}}''' (*&#8239;1790; †&#8239;1866) schrieb 1840 zu Beginn seines Vorworts im „Lehrbuch der mathematischen Geometrie und populären Himmelskunde“ folgendes:<ref>Adolph Diesterweg: ''[https://www.google.de/books/edition/Lehrbuch_der_mathematischen_Geographie_u/dKJBAQAAMAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=%E2%80%9EDiesterweg%22%20%22popul%C3%A4re%20Himmelskunde%E2%80%9C%2C&pg=PR3&printsec=frontcover Lehrbuch der mathematischen Geometrie und populären Himmelskunde]'', Verlag Theodor Christian Friedrich Enslin, Berlin, 1840</ref> <blockquote> ''Des Menschen Antlitz ist nicht zur Erde, sondern aufwärts gerichtet; zum aufrechten Gange ist er von Natur bestimmt. Sein Blick fällt daher schon in früher Jugend auf den Himmel, und die ältesten Naturvölker kannten die allgemeinen Erscheinungen desselben. Sie zeigen ewigen Wechsel in ewigem Bestand unter unabänderlichen allgemeinen Gesetzen. Alles ist dort Regel und Gesetz. Sie zu erkennen, fordert die Würde des Menschen. Die Wissenschaft, die sich mit dem Himmel beschäftigt, ist die „erhabenste im Raume“. Aechtes Natur-Wissen oder mit einem Worte Natur-Erkenntniß ist Kenntniß der Erscheinungen, ihrer Ursachen und ihres gesetzmäßigen Verlaufs.''<br/> ...<br/> ''Zu allen Zeiten haben daher ruhige und stille Gemüther eine besondre Anziehung zur Kenntniß des gestirnten Himmels verspürt. Tieferen Kindern ist sie in besonderem Grade eigen. Ganz allgemein ist das Interesse für dieses Wissen. Wo es nicht gefunden wird, da ist es nicht mehr vorhanden, war also da, entspricht der Natur und der natürlichen Stellung des Menschen, ist folglich leicht wieder zu erwecken. Nur der von den Sorgen des Lebens ganz erfüllte, unter den irdischen Lasten erliegende, oder auch der von den Leidenschaften ganz unterjochte Mensch ist für ein so reines, an und für sich schon veredelndes Wissen unempfänglich. Aber, wie die Erfahrung lehrt, selbst die unglücklichsten der Wesen, abgearbeitete Fabrikkinder, freuen sich, wenn dem müden Leib nur einige Ruhe und Stärkung geworden, noch in späten Abendstunden etwas von Sonne, Mond und Sternen zu hören.'' </blockquote> Zu Beginn des 19.&nbsp;Jahrhunderts wurden zunächst im Sonnenlicht und einige Jahrzehnte später auch im Licht der Sterne Spektrallinien entdeckt. Dies beflügelte die Forscher, die immer neue Details herausfinden und ausgestattet mit diesen Erkenntnissen Anfang des 20.&nbsp;Jahrhunderts schließlich die Quantentheorie entwickeln konnten.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch |Titel=Johann Jakob Balmer und das Geheimnis der Wasserstofflinien |Online=https://wfs.berlin/wp-content/uploads/2025/05/A22BROplanetA4-feb2025ff_www-rz.pdf |Sammelwerk=Dem Himmel nahe. |WerkErg=Mitteilungen der Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V.|Nummer=22 |Hrsg=Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V. / Zeiss-Planetarium am Insulaner |Ort=Berlin |Datum=2025-01 |Seiten=8–11 |Sprache=de |Abruf=2025-08-03|ISSN=2940-9330}}</ref><ref>Markus Bautsch: ''Die von Johann Jakob Balmer gefundenen Zahlenverhältnisse bei den Spektrallinien des Wasserstoffs'', Tagung des Arbeitskreises Astronomiegeschichte in der Astronomischen Gesellschaft in Berlin im September 2023. In: Gudrun Wolfschmidt (Herausgeberin): ''Nuncius Hamburgensis - Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschafte'', Band 59, Januar 2025, ISBN 978-3-384-44634-3 (Softcover), 978-3-384-44635-0 (Hardcover), 978-3-384-44636-7 (e-Book)</ref> → Zu den Spektrallinien der '''Balmer-Serie''' des Wasserstoffs siehe auch Wikibook '''[[Till Eulenspiegels lustige Serie]]'''. [[Datei:The_first_picture_of_the_Moon,_John_W._Draper.jpg|mini|Die ältesten vorhandene photographische Aufnahme (Daguerreotypie) des Mondes durch '''John William Draper''' (1811–1882) aus dem Jahr 1839 im Zustand der 1960er Jahre, bevor sie von der Smithsonian Institution restauriert wurde.]] Durch die Entwicklung der Photographie konnten ab der Mitte des 19.&nbsp;Jahrhunderts auch astronomische und spektroskopische Aufnahmen hergestellt werden.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch |Titel=Die älteste erhaltene astronomische Fotografie |Online=https://wfs.berlin/wp-content/uploads/2025/05/A22BROplanetA4-feb2025ff_www-rz.pdf |Sammelwerk=Dem Himmel nahe. |WerkErg=Mitteilungen der Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V.|Nummer=22 |Hrsg=Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V. / Zeiss-Planetarium am Insulaner |Ort=Berlin |Datum=2025-01 |Seiten=32–33 |Sprache=de |Abruf=2025-08-03|ISSN=2940-9330}}</ref> Mit ihnen entstand durch die immer weiter zunehmende Empfindlichkeit der Aufnahmetechnik, durch die die Verbesserung von Objektiven und durch die Ermöglichung von immer längeren Belichtungszeiten ein enormer Erkenntnisgewinn.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch |Titel=Die Anfänge der Astrophotographie |Datum=2025 |DOI=10.13140/RG.2.2.27102.75840 |Online=https://rgdoi.net/10.13140/RG.2.2.27102.75840 |Abruf=2025-08-03}}</ref> == Interdisziplinarität == Die {{w|Philosophie}} wird seit der Antike über das Mittelalter bis in die Neuzeit unter der qualifizierten Berücksichtigung fundierter astronomischer Kenntnisse betrieben. Astronomen haben sich seit langer Zeit auch mit den Fachgebieten der {{w|Mechanik}}, der {{w|Geometrie}}, der {{w|Algebra}}, der {{w|Analysis}} und der {{w|Logik}} beschäftigt. Kaum eine wissenschaftliche Disziplin dürfte mittelbar mit so vielen und verschiedenen weiteren Teilgebieten verknüpft sein und diese manchmal sogar entscheidend beeinflusst oder begleitet haben wie die Astronomie. Hierzu einige Beispiele: * Die meisten {{w|Zeitintervall|Zeitintervalle}} und viele {{w|Feiertag|Feiertage}} wurden in der {{w|Kalenderrechnung}} anhand astronomischer Ereignisse festgelegt. * Die {{w|astronomische Chronologie}} ist sowohl eine physikalische Disziplin als auch eine historische Hilfswissenschaft. * Die {{w|Keplersche Gesetze|Keplerschen Gesetze}} spiegeln wesentliche Grundsätze der {{w|Kinetik (Mechanik)|Kinetik}} und der {{w|Gravitation}} wider. * Die {{w|Optik}} wurde vor allem durch die Erfindung von {{w|Fernrohr|Fernrohren}} weiterentwickelt. * Die {{w|Spektroskopie}} hat sich zunächst bei der Beobachtung der Sonne herausgebildet und ist inzwischen wichtigstes Hilfsmittel bei der Untersuchung von Sternenlicht. * Die {{w|Fotografie|Photographie}} wurde insbesondere in der Anfangszeit durch die astronomische Beobachtung an ihre technischen Grenzen vorangetrieben. * Die {{w|Geodäsie}} erfasst mit astronomischen Mitteln die Form der Erdoberfläche und ermöglicht dadurch beispielsweise die {{w|Satellitennavigation}}. * Die {{w|Raumfahrt}} entwickelt und verwendet Technologien auf höchstem wissenschaftlichen Niveau und führt zu immer weiteren Erkenntnissen und neuen Produkten. * Die {{w|Archäoastronomie}} beschäftigt sich unter Berücksichtigung astronomischer Sachverhalte mit Artefakten und Bauwerken seit der Frühgeschichte und mit Entdeckungen aus der {{w|Archäologie}}. * Die {{w|Zukunftsforschung}} wurde seit jeher von den Visionen beflügelt, die sich aus astronomischen Erkenntnissen ergeben haben. * Die {{w|Mineralogie}} und die {{w|Kosmochemie}} werden eingesetzt, um die Bestandteile erdfremder Körper zu untersuchen und zu analysieren. Der Begriff "Erkenntnis" ist in diesem Wikibook allerdings keineswegs nur im Sinne der {{w|Naturwissenschaft|Naturwissenschaften}} gemeint, sondern auch im Sinne der Entstehung von Vorstellungen, die zu Sagen, Mythen oder Legenden sowie zu ethischen, moralischen sowie religiösen Ansichten geführt haben können. Insofern hat die Astronomie auch Anknüpfungspunkte zu den {{w|Geisteswissenschaft|Geisteswissenschaften}} wie zum Beispiel der {{w|Religionswissenschaft}}, der {{w|Theologie}} oder der {{w|Ethnologie}}. Viele Erzählungen und Gottesbilder beziehen sich explizit auf das natürliche Geschehen am Himmel beziehungsweise auf die Objekte, die dort in Erscheinung treten. Als Beleg möge ein kurzes Zitat aus dem christlichen Vaterunser-Gebet dienen: <blockquote> ''Wie im Himmel, so auf Erden.'' </blockquote> Es bleibt hinzuzufügen, dass die "Archäologie der Urwelt" mit Hilfe der Archäoastronomie ein wesentlich umfassenderes und somit nutzbringend erweitertes Bild des Altertums geben kann. Im Schlusssatz des Ägyptologen {{w|Gustav Seyffarth}} (1796–1885) in einem Beitrag zum phönizischen Historiker {{w|Sanchuniathon}}, auf den sich wiederum {{w|Herennios Philon}} von Byblos in seinem griechischsprachigen Werk über die phönizische Geschichte und {{w|Eusebius von Caesarea}} im Kapitel über die Theologie der Phönizier in seiner lateinischsprachigen {{w|Praeparatio evangelica}} bezogen, wurde dies schon vor zwei Jahrhunderten ganz allgemein zum Ausdruck gebracht:<ref>Gustav Seyffarth: ''Erklärung einer Stelle in Sanchuniathons Geschichte nach Philo Byblius Uebersetzung bei Eusebius (Praeparatio evangelica, Liber I, capitulum X). In: Gottfried Seebode, Johann Christian Jahn und Reinhold Klotz (Herausgeber): ''Neue Jahrbücher für Philologie und Pädagogik'' oder ''Kritische Bibliothek für das Schul- und Unterrichtswesen'', zweiter Supplementband, erstes Heft, Leipzig, Benedictus Gotthelf Teubner Verlag, 1833</ref> <blockquote> ''Indessen mögen diese Bemerkungen zur Bestätigung des Satzes dienen, dass die Schriften der Alten, wozu die blosse Sprachkenntnis nicht ausreicht, um so vollkommener verstanden werden, jemehr wir mit der Archäologie der Urwelt vertraut werden.'' </blockquote> == Heutige Situation == Die grundlegenden Kenntnisse zu astronomischen Sachverhalten werden durch den Mangel an eigener unmittelbarer Anschauung bedauernswerter Weise immer geringer. Dieses Problem könnte durch das wieder zunehmende Angebot an qualifiziertem Unterricht abgeschwächt werden. Die Planetarien und Volkssternwarten spielen bei der Verbreitung des Wissens über die Astronomie eine nicht genug hervorzuhebende Rolle. Leider gibt es in Deutschland kein einziges staatliches Museum, das sich ausschließlich mit Astronomie beschäftigt. [[Datei:The earth at night.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Zusammenstellung von Satellitenaufnahmen der Nachtseite der Erde aus dem Jahr 2012.]] [[Datei:Lichtglocken.Sternenpark.Westhavelland.png|mini|rechts|hochkant=2|Nördliche Hemisphäre mit der Sommermilchstraße im Internationalen Sternenpark Westhavelland um Mitternacht. Der Horizont befindet sich vollständig an der Außenkante der kreisrunden Aufnahme und zeigt eine Reihe von Lichtglocken, die durch die Beleuchtung in den benachbarten Städten verschiedener Größe und verschiedener Entfernung hervorgerufen wurden. Links ist Osten, rechts ist Westen.]] Der negative Trend verstärkt sich zusehends aufgrund der immer weiter zunehmenden {{w|Lichtverschmutzung}}, die eine eigenständige Beobachtung des Nachthimmels immer schwieriger werden lässt. Der Planet Neptun konnte 1846 von der Berliner Sternwarte aus entdeckt werden, die sich im Stadtzentrum befand (am heutigen südlichen Ende vom Besselpark und der Enckestraße in Berlin-Mitte). Bis vor einhundert Jahren konnte noch in fast jeder Gegend auf der Erdoberfläche die Milchstraße bestaunt werden. In den 1970er Jahren war dies bei günstigen Sichtverhältnissen sogar noch in Großstädten, wie zum Beispiel auf dem Trümmerberg Insulaner in Berlin möglich. Inzwischen ist dies durch die zu geringe Berücksichtigung von Aspekten des Umweltschutzes und einhergehend mit immer mehr künstlichen Lichtquellen praktisch nicht mehr möglich. Mittlerweile gibt es neben unverbindlichen Empfehlungen und Leitlinien erste Gesetze, die aus Gründen des Lichtschutzes und der Verringerung des Energieaufwands, die Verwendung von entbehrlicher künstlicher Beleuchtung in den Nachtstunden untersagen.<ref>[https://www.legifrance.gouv.fr/jorf/id/JORFTEXT000027003910 Arrêté du 25 janvier 2013 relatif à l'éclairage nocturne des bâtiments non résidentiels afin de limiter les nuisances lumineuses et les consommations d'énergie], Légifrance, 25. Januar 2013</ref><ref>Siehe auch [https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/energie/energieeffizienz-und-gebaeudesanierung/artenschutz/28415.html NABU-Leitlinien für eine energieeffiziente und naturverträgliche Stadtbeleuchtung], Naturschutzbund Deutschland e. V., Berlin, November 2020, abgerufen am 7. November 2025</ref> Erschwerend kommt hinzu, dass durch die Verwendung energieeffizienter Leuchtmittel, der blaue Lichtanteil der nächtlichen Beleuchtung immer größer wird, da diese sehr häufig blaue Leuchtdioden (LED) einsetzen, um mit phosphoreszierenden Leuchtstoffen zusätzlich weißliches Licht zu erzeugen. Da kurzwelliges blaues Licht erheblich stärker gestreut wird als Licht mit größeren Wellenlängen, verunreinigt es den dunklen Nachthimmel stärker.<ref>Rainer Kayser: [https://www.weltderphysik.de/gebiet/erde/nachrichten/2023/lichtverschmutzung-die-sterne-am-nachthimmel-verschwinden Die Sterne am Nachthimmel verschwinden], Welt der Physik, 19. Januar 2023</ref> Ferner werden immer mehr erdnahe Satelliten in eine Umlaufbahn gebracht, die von ihren Flugbahnen aus das direkte Sonnenlicht auf die Nachtseite der Erdoberfläche reflektieren, und dabei nicht nur mit bloßen Auge sichtbar sind, sondern auch bei astronomischen Beobachtungen sowie in der Astrophotographie das natürliche Sternenlicht verschmutzen.<ref>[https://www.eso.org/public/germany/about-eso/dark-skies-preservation/ Erhalt des dunklen und stillen Nachthimmels], Europäische Südsternwarte (ESO), abgerufen am 7. November 2025</ref> Oft können in den Innenstädten am Nachthimmel –&nbsp;wenn überhaupt&nbsp;– nur noch sehr wenige und sehr helle Sterne gesehen werden. Selbst bei scheinbar klarem Nachthimmel gibt es einen großen Anteil von Streulicht, der in der Astrofotographie bei längeren Belichtungszeiten deutlich zum Vorschein tritt. Das Falschlicht kann mit Hilfe von speziellen optischen Filtern oder mit einer Bildverarbeitung zwar reduziert werden, in den Bildern gehen dann allerdings zunehmend auch Details des Sternhimmels verloren. Die folgende Aufnahme im Bereich der Galaxie Messier&nbsp;101 mit der scheinbaren Helligkeit von 7,5<sup>m</sup> mit allen Fixsternen bis zur 10.&nbsp;Größenklasse wurde in einer sternklaren Nacht am Stadtrand von Berlin gegen Mitternacht mit einem lichtstarken Objektiv bei einer Belichtungszeit von fünf Sekunden und bei einem Belichtungsindex von ISO&nbsp;12800 in Zenitnähe aufgenommen: <gallery caption="Messier 101 im Streulicht" widths="400" heights="250" perrow="2"> Streulichtfilterung.0.P1023258.jpg|Originalaufnahme: unten am Bildrand in der Mitte Alkaid, rechts der Mitte der Doppelstern Mizar mit Alkor und rechts am Bildrand Alioth; die Galaxie Messier&nbsp;101 ist ein kleiner diffuser Lichtfleck in der Bildmitte. Streulichtfilterung.1.P1023258.jpg|Schwarzwert korrigiert: der dunkelste im Bild auftretende Lichtpunkt wurde auf schwarz gefiltert, um das Streulicht abzuschwächen, das blaue Licht der Rayleigh-Streuung von künstlichen Lichtquellen ist in der Bildmitte erkennbar. Streulichtfilterung.2.P1023258.jpg|Streulicht halbiert: die dunklere Hälfte des Streulichts wurde auf schwarz gefiltert, das blaue Licht der Rayleigh-Streuung ist in der Bildmitte noch erkennbar. Streulichtfilterung.3.P1023258.jpg|Streulicht vollständig eliminiert: das gesamte Streulicht wurde auf schwarz gefiltert, die lichtschwache und flächenhafte Galaxie Messier&nbsp;101 ist jedoch ebenfalls nicht mehr sichtbar. </gallery> Um der Lichtverschmutzung entgegen zu wirken, werden überall auf der Welt {{w|Lichtschutzgebiet|Lichtschutzgebiete}} (englisch: "dark-sky (p)reserve") eingerichtet, in denen weitgehend auf künstliche Lichtquellen verzichtet werden muss. Erschwert wird die Motivation, sich intensiver mit der Astronomie zu beschäftigen, vermutlich auch noch durch die allgemein verbreitete Ansicht, dass inzwischen alles gut verstanden ist und berechnet werden kann. Das ist jedoch keineswegs der Fall, und die Astronomie erfordert heute oft die Anwendung leistungsfähiger Technologien und Datenverarbeitungsanlagen sowie komplexer numerischer Verfahren. Sie verbindet somit unmittelbar die Fächer {{w|Mathematik}}, {{w|Physik}}, {{w|Elektronik}} und {{w|Informatik}}. Hierfür sind eine umfassende Bildung und Ausbildung unumstößliche Voraussetzungen. Häufig sind gesellschaftliche Bezüge zur Astronomie im Laufe der Zeit umgedeutet oder so umformuliert worden, dass ihre Wurzeln heute nicht mehr offensichtlich sind. Aufgrund von unvollständiger, unzuverlässiger oder verfälschter Tradierung beziehungsweise in Ermangelung einer Dokumentation in Form von eindeutigen Abbildungen oder nachvollziehbaren Texten kann die Kenntnis davon sogar verloren gegangen sein. In der Regel wird es sehr schwierig und disputabel sein, die ältesten Zeugnisse noch richtig und vollständig zu deuten, da uns ein hinreichend umfassender Überblick über die mündlich tradierten Ansichten und Überzeugungen sowie die ungeschriebenen Gesetze des Altertums und selbst des Mittelalters heute nicht mehr gegeben ist. Als Beispiel seien zwei Anmerkungen des jüdischen Historikers {{w|Heinrich Graetz}} (1817–1891) aus dessen Werk ''Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart'' genannt. Er weist darauf hin, dass schon im fünften vorchristlichen Jahrhundert zu Zeiten des levitischen Beamten {{w|Esra}}, den der Kirchenvater Hieronymus als „Wiederhersteller“ des Pentateuch bezeichnet hat,<ref>Hieronymus: [https://bkv.unifr.ch/de/works/cpl-609/compare/de-virginitate-b-mariae/8/uber-die-bestandige-jungfrauschaft-mariens-gegen-helvidius-bkv Adversus Helvidium de perpetua virginitate b. Mariae 7]: ''sive Moysen dicere volueris auctorem Pentateuchi, sive Ezram ejusdem instauratorem operis, non recuso.''</ref> Unterschiede zwischen mündlicher und schriftlicher Tradition bestanden.<ref>Heinrich Graetz: [http://www.zeno.org/nid/20002742527 Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart]. Leipzig 1908, Band 4, S. 386–390.</ref> <blockquote> ''Der Unterschied zwischen schriftlicher und mündlicher Lehre, wiewohl mindestens schon unter dem Restaurator Esra vorhanden, trat wahrscheinlich erst in dem Kampfe zwischen Sadduzäismus und Pharisäismus als Gegensatz auf.''</br> ''...''</br> ''Die Lehrweise der Halacha bestand darin, daß die überlieferten Sätze ganz trocken ohne Erläuterung tradiert wurden, und zu ihrer Aneignung reichte ein treues Gedächtnis aus, der Midrasch hingegen gab die Anleitung, wie mündliche Bestimmungen aus dem Schrifttexte hergeholt wurden.'' </blockquote> Nichtsdestoweniger können im multi- und interdisziplinären Fachgebiet der Archäoastronomie, die die kognitive Archäologie mit der Astronomie verknüpft, alle verfügbaren Indizien und Fakten zusammengetragen, verbunden und ausgewertet werden. Die gesellschaftlichen Einflüsse anderer Kulturen und die Anforderungen zu interdisziplinärem Denken stellen uns Menschen zusehends vor neue und große Herausforderungen. Hierfür sind fundiertes und vernetztes Wissen aus einem breiten Themenspektrum sowie eine große Vorstellungskraft und Neugier für fremde und unbekannte Wissenswelten in hohem Maße nützlich. Man denke hierbei ganz besonders auch an die schnell fortschreitenden Entwicklungen in den zahlreichen und vielfältigen Anwendungsfeldern der großen Datenmengen (Big Data) sowie der Künstlichen Intelligenz (Artificial Intelligence).<ref>Peter Dabrock: ''Wir sollten auf klassische Bildung setzen.'' In: ''Aufbruch Künstliche Intelligenz – Was sie bedeutet und wie sie unser Leben verändert'', Google LLC, SZ Scala GmbH, 2018, Seite 34</ref><ref>[https://www.evangelisch.de/inhalte/155542/20-03-2019/ethikrat-peter-dabrock-klassische-bildung-kuenstliche-intelligenz Ethikratsvorsitzender plädiert für klassische Bildung], Evangelischer Pressedienst (epd), Bildung, Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), Frankfurt am Main, 20. März 2019</ref> Dies alles zusammengenommen führt geradewegs auf die folgende Frage: <blockquote> '''''Welche Wissenschaft könnte geeigneter als die Astronomie sein, um sich weltweit auf einen gemeinsamen Kanon (von altgriechisch κανών (kanón = Maßstab)) berufen zu dürfen, um existierende Unterschiede verstehen zu lernen und um bestehende Grenzen überwinden zu können&nbsp;?''''' </blockquote> Dieses Wikibook möge dazu beizutragen, das Interesse an der Astronomie zu wecken, bestehende Wissenslücken zu schließen und das Verständnis für die universellen Vorgänge am Himmel zu wecken oder zu vergrößern. <div style="clear:both"></div> == Einzelnachweise == <references></references> augtms36yk0h29ezbk6b3s9n8jf0lii 1085382 1085373 2026-05-11T06:17:24Z Bautsch 35687 Wikibook-Abschnitt Zahlen 1085382 wikitext text/x-wiki [[File:Mystische.astronomische.Zahlen.png|mini|rechts|hochkant=2||Die elf mystischen astronomischen Zahlen 2, 3, 4, 5, 7, 11, 12, 14, 19, 24, 28]] Die astronomischen Erkenntnisse der Urvölker machen die Astronomie zur ältesten exakten Wissenschaft der Menschheit. In der Beschäftigung mit den Vorgängen am Himmel wurde das zeitliche und räumliche Vorstellungsvermögen der Menschen gefordert, geprägt und weiterentwickelt. Nur mit Hilfe der damit verbundenen geometrischen Erkenntnisse konnten zum Beispiel Himmelsrichtungen definiert werden, mit denen auf der Erdoberfläche eine exakte Orientierung im Horizontsystem der Menschen möglich wurde. Das Zählen von Zeitabschnitten wie Tagen, Monaten und Jahren führte zwanglos zur Addition, zur Multiplikation und zum Vergleich ganzer Zahlen. Dadurch wurden die Grundlagen der Arithmetik auf abstrakte astronomische Sachverhalte übertragen. → Siehe auch [[Quadriviale_Kuriositäten/_Zahlen|'''Wikibook-Abschnitt Zahlen''']] Wie bei allen Wissenschaften ist auch bei der Astronomie eine historische Betrachtung sinnvoll und horizonterweiternd. Die Himmelskunde gehörte im Mittelalter zum Kanon der sieben freien Künste der Philosophie, den drei trivialen Künsten Grammatik, Rhetorik und Logik sowie den vier quadrivialen Künsten Musiklehre, Arithmetik, Geometrie und Astronomie. Diese freien Künste wurden bereits in der Antike gepflegt, wo insbesondere das Quadrivium zur Vernunfterkenntnis beitragen sollte. → Siehe auch [[Quadriviale Kuriositäten|'''Wikibook Quadriviale Kuriositäten''']] Die '''{{w|Astronomie}}''' (altgriechisch ἄστρον ("'astron") und νόμος ("nomos"), zu Deutsch: „Sternengesetz“) beschäftigt sich mit den Gesetzen der Bewegungen, die am Himmel beobachtet werden können. Dazu sind nicht unbedingt Teleskope oder noch kompliziertere Geräte erforderlich, und so konnte diese Wissenschaft bereits im Altertum betrieben werden. Dies hat schon vor Jahrtausenden zu beeindruckenden Erkenntnissen über die '''{{w|Himmelsmechanik}}''' geführt. == Kurzer Historischer Abriss == Schon die Sumerer hatten lange vor der Erfindung der Keilschrift in Mesopotamien im dritten Jahrtausend Eigennamen für Himmelsobjekte, die dort später als Fremdwörter in die semitische Sprache Akkadisch übernommen wurden. Es gibt an vielen Orten auf der Welt steinzeitliche und bronzezeitliche Stätten und Artefakte, bei denen wir davon ausgehen dürfen, dass sie für astronomische Zwecke eingesetzt worden waren. Sofern sie jemals existierte, ist die schriftliche Überlieferung von astronomischen Sachverhalten im Laufe der Jahrtausende häufig verloren gegangen. Manche Schriftzeugnisse harren noch ihrer Entzifferung, und etliche dürften sicherlich noch gar nicht entdeckt worden sein. [[Datei:Aristoteles Louvre.jpg|mini|Aristoteles (384 bis 322 vor Christus) war Schüler von Platon.]] '''{{w|Aristoteles}}''' (384–322) beschreibt in seinen Werken „Meteorologikon“ (altgriechisch: "Μετεωρολογικῶν", zu Deutsch in etwa: "Einsichten zu Himmelserscheinungen") und „Peri uranu“ (altgriechisch: "Περὶ οὐρανοῦ", zu Deutsch: "Über den Himmel") zahlreiche astronomische Phänomene und gelangte schon damals zu erstaunlichen Erkenntnissen. Er beschreibt die Milchstraße, Kometen, Sternschnuppen, Finsternisse, aber auch Hydrometeore (Wetter), Photometeore (Halo, Regenbogen, Mondregenbogen, Nebensonnen) und Elektrometeore (Gewitterblitze, Polarlicht). Nichtsdestoweniger beruhte sein Wissen auch nach seiner Aussage nicht nur auf der eigenen umfassenden Anschauung, sondern auch auf Erkenntnissen, die damals teilweise schon lange bekannt waren und in den Kreisen von Gelehrten oft nur mündlich tradiert wurden. Die astronomischen Berechnungen und Voraussagen wurden mit Beginn der Neuzeit um 1500 immer exakter. Die schon in der Antike verbreiteten Mutmaßungen, dass bestimmte Konstellationen am Himmel irgendwelche Auswirkungen auf das Klima, Himmelserscheinungen oder das Weltgeschehen haben, führten zusammen mit der Erfindung des Buchdrucks zu einen neuen Blüte der Sterndeutung beziehungsweise der modernen Form der {{w|Astrologie}}.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch, Friedhelm Pedde |Titel=Vor 500 Jahren: Die Sintflut von 1524 die nicht stattfand |Online=https://wfs.berlin/wp-content/uploads/2024/05/A19-BROplanetA4_40s-feb2024ff_www-rz.pdf |Sammelwerk=Dem Himmel nahe. |WerkErg=Mitteilungen der Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V.|Nummer=19 |Hrsg=Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V. / Zeiss-Planetarium am Insulaner |Ort=Berlin |Datum=2024-02 |Seiten=16–19 |Sprache=de |Abruf=2025-08-03|ISSN=2940-9330}}</ref> [[Datei:Nikolaus Kopernikus MOT.jpg|mini|Nikolaus Kopernikus (1473 bis 1543).]] '''{{w|Nikolaus Kopernikus}}''' (1473–1543) hat aus verschiedenen eigenen Beobachtungen und denen seiner Zeitgenossen wichtige Vorarbeiten für die geradezu revolutionäre Weiterentwicklung der Astronomie geleistet. '''{{w|Tycho Brahe}}''' (1546–1601) hat die Positionsmessung von Himmelsobjekten im 16.&nbsp;Jahrhundert ganz ohne Fernrohre zur einem damaligen Höhepunkt gebracht. [[Datei:Johannes Kepler by Hans von Aachen.jpg|mini|Johannes Kepler (1571 bis 1630) bemerkte, dass Planeten auf Ellipsenbahnen um die Sonne kreisen.]] Sein Assistent und Nachfolger '''{{w|Johannes Kepler}}''' (1571–1630) und dessen Zeitgenossen konnten seit dem Anfang des 17.&nbsp;Jahrhunderts mit Hilfe von Teleskopen genauere Himmelsbeobachtungen durchführen und die Himmelsmechanik zu einer herausragenden Wissenschaft machen, die auch als Treiber für innovative Techniken wirkte. <gallery caption="Der zunehmende Mond mit Goldenem Henkel" perrow=1 widths=640 heights=640> Goldener.Henkel.9.6.2022.P1139248.jpg|Der zunehmende Mond mit dem Goldenem Henkel am Terminator oben links, der auf einer Länge von rund 400&nbsp;Kilometer durch den streifenden Einfall des Sonnenlichts am oberen Kraterrand der Montes Jura am Sinus Iridium entsteht. Er kann nicht mit bloßem Auge, sondern nur mit Fernrohren aufgelöst werden. </gallery> [[Datei:Georg Christoph Lichtenberg by Strecker.jpg|mini|Die auf astronomischen Beobachtungen beruhenden geodätischen Vermessungen von Hannover, Osnabrück und Stade von Georg Christoph Lichtenberg (1742 bis 1799) erschienen 1777.]] Der Universalgelehrte '''{{w|Georg Christoph Lichtenberg}}''' (*&#8239;1742; †&#8239;1799) erachtete Anfang der 1770er Jahre die Astronomie als den Prototypen der Erkenntnis:<ref>Georg Christoph Lichtenberg: [https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN891492585?tify=%7B%22pages%22%3A%5B52%5D%2C%22view%22%3A%22toc%22%7D Sudelbuch C], Seite 56, Göttingen, 1772-1773</ref> <blockquote> ''Die Astronomie ist vielleicht diejenige Wissenschaft, worin das wenigste durch den Zufall entdeckt worden ist, wo der menschliche Verstand in seiner ganzen Größe erscheint, und wo der Mensch am besten kennen lernen kann wie klein er ist.'' </blockquote> [[Datei:Immanuel Kant portrait c1790.jpg|mini|Immanuel Kant (1724 bis 1804) hat Zeit seines Lebens in Königsberg gearbeitet. Seine erste wichtige wissenschaftliche Veröffentlichung war 1755 die <nowiki>''Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels''</nowiki>.]] Der Philosoph '''{{w|Immanuel Kant}}''' (*&#8239;1724; †&#8239;1804), der bereits 1755 in seiner ''Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels'' das innere Wesen unserer {{w|Milchstraße}} erkannte, kam 1788 im Beschluss seiner "Kritik der praktischen Vernunft" zur folgenden Einsicht:<ref>Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+praktischen+Vernunft/Beschlu%C3%9F Kritik der praktischen Vernunft - Beschluß], 1781</ref> <blockquote> ''Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.''<br/> ''...''<br/> ''Die Weltbetrachtung fing von dem herrlichsten Anblicke an, den menschliche Sinne nur immer vorlegen, und unser Verstand, in ihrem weiten Umfange zu verfolgen, nur immer vertragen kann, und endigte – mit der Sterndeutung.'' </blockquote> [[Datei:Friedrich.Wilhelm.Bessel.Ausschnitt.Daguerrotypie.png|mini|Friedrich Wilhelm Bessel (1784 bis 1846) war der bedeutendste Astronom des 19. Jahrhunderts.]] Der bedeutendste Astronom des 19.&nbsp;Jahrhundert war '''{{w|Friedrich Wilhelm Bessel}}''' (1784–1846), der viele verschiedene Disziplinen sehr zielgerichtet verknüpfte.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch |Titel=Friedrich Wilhelm Bessel |Online=https://wfs.berlin/wp-content/uploads/2024/09/A20-BROplanetA4_40s-feb2024ff_www-rz.pdf |Sammelwerk=Dem Himmel nahe. |WerkErg=Mitteilungen der Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V.|Nummer=20 |Hrsg=Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V. / Zeiss-Planetarium am Insulaner |Ort=Berlin |Datum=2024-06 |Seiten=10–13 |Sprache=de |Abruf=2025-08-03|ISSN=2940-9330}}</ref> Die beeindruckende Präzision seiner Positionsmessungen trieb er bis an die Grenzen des damaligen Stands der Beobachtungstechnik. Ferner entwickelte er zahlreiche mathematische Methoden und machte die astronomischen Messungen aus verschiedenen Epochen mit der erforderlichen Genauigkeit vergleichbar. Dies alles führte zu zahlreichen neuen Erkenntnissen und zutreffenden Aussagen, die in der folgenden Liste aufgeführt sind: * Bestimmung der sehr langfristigen periodischen Verlagerung der Erdachse (Präzession) innerhalb von knapp 26000&nbsp;Jahren. * Bestimmung der Masse der großen Gasplaneten. * Bestimmung der Entfernung von benachbarten Sternen. * Bestimmung der ellipsoidischen Form der Erdoberfläche. * Vorhersage der Existenz sowie die Berechnungsgrundlagen für die Entdeckung des Planeten Neptun. * Vorhersage der zunächst nicht sichtbaren Begleitsterne in Doppelsternsystemen. * Aussagen zur Natur der Kometen. Sein Zeitgenosse, der deutsche Pädagoge '''{{w|Adolph Diesterweg}}''' (*&#8239;1790; †&#8239;1866) schrieb 1840 zu Beginn seines Vorworts im „Lehrbuch der mathematischen Geometrie und populären Himmelskunde“ folgendes:<ref>Adolph Diesterweg: ''[https://www.google.de/books/edition/Lehrbuch_der_mathematischen_Geographie_u/dKJBAQAAMAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=%E2%80%9EDiesterweg%22%20%22popul%C3%A4re%20Himmelskunde%E2%80%9C%2C&pg=PR3&printsec=frontcover Lehrbuch der mathematischen Geometrie und populären Himmelskunde]'', Verlag Theodor Christian Friedrich Enslin, Berlin, 1840</ref> <blockquote> ''Des Menschen Antlitz ist nicht zur Erde, sondern aufwärts gerichtet; zum aufrechten Gange ist er von Natur bestimmt. Sein Blick fällt daher schon in früher Jugend auf den Himmel, und die ältesten Naturvölker kannten die allgemeinen Erscheinungen desselben. Sie zeigen ewigen Wechsel in ewigem Bestand unter unabänderlichen allgemeinen Gesetzen. Alles ist dort Regel und Gesetz. Sie zu erkennen, fordert die Würde des Menschen. Die Wissenschaft, die sich mit dem Himmel beschäftigt, ist die „erhabenste im Raume“. Aechtes Natur-Wissen oder mit einem Worte Natur-Erkenntniß ist Kenntniß der Erscheinungen, ihrer Ursachen und ihres gesetzmäßigen Verlaufs.''<br/> ...<br/> ''Zu allen Zeiten haben daher ruhige und stille Gemüther eine besondre Anziehung zur Kenntniß des gestirnten Himmels verspürt. Tieferen Kindern ist sie in besonderem Grade eigen. Ganz allgemein ist das Interesse für dieses Wissen. Wo es nicht gefunden wird, da ist es nicht mehr vorhanden, war also da, entspricht der Natur und der natürlichen Stellung des Menschen, ist folglich leicht wieder zu erwecken. Nur der von den Sorgen des Lebens ganz erfüllte, unter den irdischen Lasten erliegende, oder auch der von den Leidenschaften ganz unterjochte Mensch ist für ein so reines, an und für sich schon veredelndes Wissen unempfänglich. Aber, wie die Erfahrung lehrt, selbst die unglücklichsten der Wesen, abgearbeitete Fabrikkinder, freuen sich, wenn dem müden Leib nur einige Ruhe und Stärkung geworden, noch in späten Abendstunden etwas von Sonne, Mond und Sternen zu hören.'' </blockquote> Zu Beginn des 19.&nbsp;Jahrhunderts wurden zunächst im Sonnenlicht und einige Jahrzehnte später auch im Licht der Sterne Spektrallinien entdeckt. Dies beflügelte die Forscher, die immer neue Details herausfinden und ausgestattet mit diesen Erkenntnissen Anfang des 20.&nbsp;Jahrhunderts schließlich die Quantentheorie entwickeln konnten.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch |Titel=Johann Jakob Balmer und das Geheimnis der Wasserstofflinien |Online=https://wfs.berlin/wp-content/uploads/2025/05/A22BROplanetA4-feb2025ff_www-rz.pdf |Sammelwerk=Dem Himmel nahe. |WerkErg=Mitteilungen der Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V.|Nummer=22 |Hrsg=Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V. / Zeiss-Planetarium am Insulaner |Ort=Berlin |Datum=2025-01 |Seiten=8–11 |Sprache=de |Abruf=2025-08-03|ISSN=2940-9330}}</ref><ref>Markus Bautsch: ''Die von Johann Jakob Balmer gefundenen Zahlenverhältnisse bei den Spektrallinien des Wasserstoffs'', Tagung des Arbeitskreises Astronomiegeschichte in der Astronomischen Gesellschaft in Berlin im September 2023. In: Gudrun Wolfschmidt (Herausgeberin): ''Nuncius Hamburgensis - Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschafte'', Band 59, Januar 2025, ISBN 978-3-384-44634-3 (Softcover), 978-3-384-44635-0 (Hardcover), 978-3-384-44636-7 (e-Book)</ref> → Zu den Spektrallinien der '''Balmer-Serie''' des Wasserstoffs siehe auch Wikibook '''[[Till Eulenspiegels lustige Serie]]'''. [[Datei:The_first_picture_of_the_Moon,_John_W._Draper.jpg|mini|Die ältesten vorhandene photographische Aufnahme (Daguerreotypie) des Mondes durch '''John William Draper''' (1811–1882) aus dem Jahr 1839 im Zustand der 1960er Jahre, bevor sie von der Smithsonian Institution restauriert wurde.]] Durch die Entwicklung der Photographie konnten ab der Mitte des 19.&nbsp;Jahrhunderts auch astronomische und spektroskopische Aufnahmen hergestellt werden.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch |Titel=Die älteste erhaltene astronomische Fotografie |Online=https://wfs.berlin/wp-content/uploads/2025/05/A22BROplanetA4-feb2025ff_www-rz.pdf |Sammelwerk=Dem Himmel nahe. |WerkErg=Mitteilungen der Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V.|Nummer=22 |Hrsg=Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V. / Zeiss-Planetarium am Insulaner |Ort=Berlin |Datum=2025-01 |Seiten=32–33 |Sprache=de |Abruf=2025-08-03|ISSN=2940-9330}}</ref> Mit ihnen entstand durch die immer weiter zunehmende Empfindlichkeit der Aufnahmetechnik, durch die die Verbesserung von Objektiven und durch die Ermöglichung von immer längeren Belichtungszeiten ein enormer Erkenntnisgewinn.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch |Titel=Die Anfänge der Astrophotographie |Datum=2025 |DOI=10.13140/RG.2.2.27102.75840 |Online=https://rgdoi.net/10.13140/RG.2.2.27102.75840 |Abruf=2025-08-03}}</ref> == Interdisziplinarität == Die {{w|Philosophie}} wird seit der Antike über das Mittelalter bis in die Neuzeit unter der qualifizierten Berücksichtigung fundierter astronomischer Kenntnisse betrieben. Astronomen haben sich seit langer Zeit auch mit den Fachgebieten der {{w|Mechanik}}, der {{w|Geometrie}}, der {{w|Algebra}}, der {{w|Analysis}} und der {{w|Logik}} beschäftigt. Kaum eine wissenschaftliche Disziplin dürfte mittelbar mit so vielen und verschiedenen weiteren Teilgebieten verknüpft sein und diese manchmal sogar entscheidend beeinflusst oder begleitet haben wie die Astronomie. Hierzu einige Beispiele: * Die meisten {{w|Zeitintervall|Zeitintervalle}} und viele {{w|Feiertag|Feiertage}} wurden in der {{w|Kalenderrechnung}} anhand astronomischer Ereignisse festgelegt. * Die {{w|astronomische Chronologie}} ist sowohl eine physikalische Disziplin als auch eine historische Hilfswissenschaft. * Die {{w|Keplersche Gesetze|Keplerschen Gesetze}} spiegeln wesentliche Grundsätze der {{w|Kinetik (Mechanik)|Kinetik}} und der {{w|Gravitation}} wider. * Die {{w|Optik}} wurde vor allem durch die Erfindung von {{w|Fernrohr|Fernrohren}} weiterentwickelt. * Die {{w|Spektroskopie}} hat sich zunächst bei der Beobachtung der Sonne herausgebildet und ist inzwischen wichtigstes Hilfsmittel bei der Untersuchung von Sternenlicht. * Die {{w|Fotografie|Photographie}} wurde insbesondere in der Anfangszeit durch die astronomische Beobachtung an ihre technischen Grenzen vorangetrieben. * Die {{w|Geodäsie}} erfasst mit astronomischen Mitteln die Form der Erdoberfläche und ermöglicht dadurch beispielsweise die {{w|Satellitennavigation}}. * Die {{w|Raumfahrt}} entwickelt und verwendet Technologien auf höchstem wissenschaftlichen Niveau und führt zu immer weiteren Erkenntnissen und neuen Produkten. * Die {{w|Archäoastronomie}} beschäftigt sich unter Berücksichtigung astronomischer Sachverhalte mit Artefakten und Bauwerken seit der Frühgeschichte und mit Entdeckungen aus der {{w|Archäologie}}. * Die {{w|Zukunftsforschung}} wurde seit jeher von den Visionen beflügelt, die sich aus astronomischen Erkenntnissen ergeben haben. * Die {{w|Mineralogie}} und die {{w|Kosmochemie}} werden eingesetzt, um die Bestandteile erdfremder Körper zu untersuchen und zu analysieren. Der Begriff "Erkenntnis" ist in diesem Wikibook allerdings keineswegs nur im Sinne der {{w|Naturwissenschaft|Naturwissenschaften}} gemeint, sondern auch im Sinne der Entstehung von Vorstellungen, die zu Sagen, Mythen oder Legenden sowie zu ethischen, moralischen sowie religiösen Ansichten geführt haben können. Insofern hat die Astronomie auch Anknüpfungspunkte zu den {{w|Geisteswissenschaft|Geisteswissenschaften}} wie zum Beispiel der {{w|Religionswissenschaft}}, der {{w|Theologie}} oder der {{w|Ethnologie}}. Viele Erzählungen und Gottesbilder beziehen sich explizit auf das natürliche Geschehen am Himmel beziehungsweise auf die Objekte, die dort in Erscheinung treten. Als Beleg möge ein kurzes Zitat aus dem christlichen Vaterunser-Gebet dienen: <blockquote> ''Wie im Himmel, so auf Erden.'' </blockquote> Es bleibt hinzuzufügen, dass die "Archäologie der Urwelt" mit Hilfe der Archäoastronomie ein wesentlich umfassenderes und somit nutzbringend erweitertes Bild des Altertums geben kann. Im Schlusssatz des Ägyptologen {{w|Gustav Seyffarth}} (1796–1885) in einem Beitrag zum phönizischen Historiker {{w|Sanchuniathon}}, auf den sich wiederum {{w|Herennios Philon}} von Byblos in seinem griechischsprachigen Werk über die phönizische Geschichte und {{w|Eusebius von Caesarea}} im Kapitel über die Theologie der Phönizier in seiner lateinischsprachigen {{w|Praeparatio evangelica}} bezogen, wurde dies schon vor zwei Jahrhunderten ganz allgemein zum Ausdruck gebracht:<ref>Gustav Seyffarth: ''Erklärung einer Stelle in Sanchuniathons Geschichte nach Philo Byblius Uebersetzung bei Eusebius (Praeparatio evangelica, Liber I, capitulum X). In: Gottfried Seebode, Johann Christian Jahn und Reinhold Klotz (Herausgeber): ''Neue Jahrbücher für Philologie und Pädagogik'' oder ''Kritische Bibliothek für das Schul- und Unterrichtswesen'', zweiter Supplementband, erstes Heft, Leipzig, Benedictus Gotthelf Teubner Verlag, 1833</ref> <blockquote> ''Indessen mögen diese Bemerkungen zur Bestätigung des Satzes dienen, dass die Schriften der Alten, wozu die blosse Sprachkenntnis nicht ausreicht, um so vollkommener verstanden werden, jemehr wir mit der Archäologie der Urwelt vertraut werden.'' </blockquote> == Heutige Situation == Die grundlegenden Kenntnisse zu astronomischen Sachverhalten werden durch den Mangel an eigener unmittelbarer Anschauung bedauernswerter Weise immer geringer. Dieses Problem könnte durch das wieder zunehmende Angebot an qualifiziertem Unterricht abgeschwächt werden. Die Planetarien und Volkssternwarten spielen bei der Verbreitung des Wissens über die Astronomie eine nicht genug hervorzuhebende Rolle. Leider gibt es in Deutschland kein einziges staatliches Museum, das sich ausschließlich mit Astronomie beschäftigt. [[Datei:The earth at night.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Zusammenstellung von Satellitenaufnahmen der Nachtseite der Erde aus dem Jahr 2012.]] [[Datei:Lichtglocken.Sternenpark.Westhavelland.png|mini|rechts|hochkant=2|Nördliche Hemisphäre mit der Sommermilchstraße im Internationalen Sternenpark Westhavelland um Mitternacht. Der Horizont befindet sich vollständig an der Außenkante der kreisrunden Aufnahme und zeigt eine Reihe von Lichtglocken, die durch die Beleuchtung in den benachbarten Städten verschiedener Größe und verschiedener Entfernung hervorgerufen wurden. Links ist Osten, rechts ist Westen.]] Der negative Trend verstärkt sich zusehends aufgrund der immer weiter zunehmenden {{w|Lichtverschmutzung}}, die eine eigenständige Beobachtung des Nachthimmels immer schwieriger werden lässt. Der Planet Neptun konnte 1846 von der Berliner Sternwarte aus entdeckt werden, die sich im Stadtzentrum befand (am heutigen südlichen Ende vom Besselpark und der Enckestraße in Berlin-Mitte). Bis vor einhundert Jahren konnte noch in fast jeder Gegend auf der Erdoberfläche die Milchstraße bestaunt werden. In den 1970er Jahren war dies bei günstigen Sichtverhältnissen sogar noch in Großstädten, wie zum Beispiel auf dem Trümmerberg Insulaner in Berlin möglich. Inzwischen ist dies durch die zu geringe Berücksichtigung von Aspekten des Umweltschutzes und einhergehend mit immer mehr künstlichen Lichtquellen praktisch nicht mehr möglich. Mittlerweile gibt es neben unverbindlichen Empfehlungen und Leitlinien erste Gesetze, die aus Gründen des Lichtschutzes und der Verringerung des Energieaufwands, die Verwendung von entbehrlicher künstlicher Beleuchtung in den Nachtstunden untersagen.<ref>[https://www.legifrance.gouv.fr/jorf/id/JORFTEXT000027003910 Arrêté du 25 janvier 2013 relatif à l'éclairage nocturne des bâtiments non résidentiels afin de limiter les nuisances lumineuses et les consommations d'énergie], Légifrance, 25. Januar 2013</ref><ref>Siehe auch [https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/energie/energieeffizienz-und-gebaeudesanierung/artenschutz/28415.html NABU-Leitlinien für eine energieeffiziente und naturverträgliche Stadtbeleuchtung], Naturschutzbund Deutschland e. V., Berlin, November 2020, abgerufen am 7. November 2025</ref> Erschwerend kommt hinzu, dass durch die Verwendung energieeffizienter Leuchtmittel, der blaue Lichtanteil der nächtlichen Beleuchtung immer größer wird, da diese sehr häufig blaue Leuchtdioden (LED) einsetzen, um mit phosphoreszierenden Leuchtstoffen zusätzlich weißliches Licht zu erzeugen. Da kurzwelliges blaues Licht erheblich stärker gestreut wird als Licht mit größeren Wellenlängen, verunreinigt es den dunklen Nachthimmel stärker.<ref>Rainer Kayser: [https://www.weltderphysik.de/gebiet/erde/nachrichten/2023/lichtverschmutzung-die-sterne-am-nachthimmel-verschwinden Die Sterne am Nachthimmel verschwinden], Welt der Physik, 19. Januar 2023</ref> Ferner werden immer mehr erdnahe Satelliten in eine Umlaufbahn gebracht, die von ihren Flugbahnen aus das direkte Sonnenlicht auf die Nachtseite der Erdoberfläche reflektieren, und dabei nicht nur mit bloßen Auge sichtbar sind, sondern auch bei astronomischen Beobachtungen sowie in der Astrophotographie das natürliche Sternenlicht verschmutzen.<ref>[https://www.eso.org/public/germany/about-eso/dark-skies-preservation/ Erhalt des dunklen und stillen Nachthimmels], Europäische Südsternwarte (ESO), abgerufen am 7. November 2025</ref> Oft können in den Innenstädten am Nachthimmel –&nbsp;wenn überhaupt&nbsp;– nur noch sehr wenige und sehr helle Sterne gesehen werden. Selbst bei scheinbar klarem Nachthimmel gibt es einen großen Anteil von Streulicht, der in der Astrofotographie bei längeren Belichtungszeiten deutlich zum Vorschein tritt. Das Falschlicht kann mit Hilfe von speziellen optischen Filtern oder mit einer Bildverarbeitung zwar reduziert werden, in den Bildern gehen dann allerdings zunehmend auch Details des Sternhimmels verloren. Die folgende Aufnahme im Bereich der Galaxie Messier&nbsp;101 mit der scheinbaren Helligkeit von 7,5<sup>m</sup> mit allen Fixsternen bis zur 10.&nbsp;Größenklasse wurde in einer sternklaren Nacht am Stadtrand von Berlin gegen Mitternacht mit einem lichtstarken Objektiv bei einer Belichtungszeit von fünf Sekunden und bei einem Belichtungsindex von ISO&nbsp;12800 in Zenitnähe aufgenommen: <gallery caption="Messier 101 im Streulicht" widths="400" heights="250" perrow="2"> Streulichtfilterung.0.P1023258.jpg|Originalaufnahme: unten am Bildrand in der Mitte Alkaid, rechts der Mitte der Doppelstern Mizar mit Alkor und rechts am Bildrand Alioth; die Galaxie Messier&nbsp;101 ist ein kleiner diffuser Lichtfleck in der Bildmitte. Streulichtfilterung.1.P1023258.jpg|Schwarzwert korrigiert: der dunkelste im Bild auftretende Lichtpunkt wurde auf schwarz gefiltert, um das Streulicht abzuschwächen, das blaue Licht der Rayleigh-Streuung von künstlichen Lichtquellen ist in der Bildmitte erkennbar. Streulichtfilterung.2.P1023258.jpg|Streulicht halbiert: die dunklere Hälfte des Streulichts wurde auf schwarz gefiltert, das blaue Licht der Rayleigh-Streuung ist in der Bildmitte noch erkennbar. Streulichtfilterung.3.P1023258.jpg|Streulicht vollständig eliminiert: das gesamte Streulicht wurde auf schwarz gefiltert, die lichtschwache und flächenhafte Galaxie Messier&nbsp;101 ist jedoch ebenfalls nicht mehr sichtbar. </gallery> Um der Lichtverschmutzung entgegen zu wirken, werden überall auf der Welt {{w|Lichtschutzgebiet|Lichtschutzgebiete}} (englisch: "dark-sky (p)reserve") eingerichtet, in denen weitgehend auf künstliche Lichtquellen verzichtet werden muss. Erschwert wird die Motivation, sich intensiver mit der Astronomie zu beschäftigen, vermutlich auch noch durch die allgemein verbreitete Ansicht, dass inzwischen alles gut verstanden ist und berechnet werden kann. Das ist jedoch keineswegs der Fall, und die Astronomie erfordert heute oft die Anwendung leistungsfähiger Technologien und Datenverarbeitungsanlagen sowie komplexer numerischer Verfahren. Sie verbindet somit unmittelbar die Fächer {{w|Mathematik}}, {{w|Physik}}, {{w|Elektronik}} und {{w|Informatik}}. Hierfür sind eine umfassende Bildung und Ausbildung unumstößliche Voraussetzungen. Häufig sind gesellschaftliche Bezüge zur Astronomie im Laufe der Zeit umgedeutet oder so umformuliert worden, dass ihre Wurzeln heute nicht mehr offensichtlich sind. Aufgrund von unvollständiger, unzuverlässiger oder verfälschter Tradierung beziehungsweise in Ermangelung einer Dokumentation in Form von eindeutigen Abbildungen oder nachvollziehbaren Texten kann die Kenntnis davon sogar verloren gegangen sein. In der Regel wird es sehr schwierig und disputabel sein, die ältesten Zeugnisse noch richtig und vollständig zu deuten, da uns ein hinreichend umfassender Überblick über die mündlich tradierten Ansichten und Überzeugungen sowie die ungeschriebenen Gesetze des Altertums und selbst des Mittelalters heute nicht mehr gegeben ist. Als Beispiel seien zwei Anmerkungen des jüdischen Historikers {{w|Heinrich Graetz}} (1817–1891) aus dessen Werk ''Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart'' genannt. Er weist darauf hin, dass schon im fünften vorchristlichen Jahrhundert zu Zeiten des levitischen Beamten {{w|Esra}}, den der Kirchenvater Hieronymus als „Wiederhersteller“ des Pentateuch bezeichnet hat,<ref>Hieronymus: [https://bkv.unifr.ch/de/works/cpl-609/compare/de-virginitate-b-mariae/8/uber-die-bestandige-jungfrauschaft-mariens-gegen-helvidius-bkv Adversus Helvidium de perpetua virginitate b. Mariae 7]: ''sive Moysen dicere volueris auctorem Pentateuchi, sive Ezram ejusdem instauratorem operis, non recuso.''</ref> Unterschiede zwischen mündlicher und schriftlicher Tradition bestanden.<ref>Heinrich Graetz: [http://www.zeno.org/nid/20002742527 Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart]. Leipzig 1908, Band 4, S. 386–390.</ref> <blockquote> ''Der Unterschied zwischen schriftlicher und mündlicher Lehre, wiewohl mindestens schon unter dem Restaurator Esra vorhanden, trat wahrscheinlich erst in dem Kampfe zwischen Sadduzäismus und Pharisäismus als Gegensatz auf.''</br> ''...''</br> ''Die Lehrweise der Halacha bestand darin, daß die überlieferten Sätze ganz trocken ohne Erläuterung tradiert wurden, und zu ihrer Aneignung reichte ein treues Gedächtnis aus, der Midrasch hingegen gab die Anleitung, wie mündliche Bestimmungen aus dem Schrifttexte hergeholt wurden.'' </blockquote> Nichtsdestoweniger können im multi- und interdisziplinären Fachgebiet der Archäoastronomie, die die kognitive Archäologie mit der Astronomie verknüpft, alle verfügbaren Indizien und Fakten zusammengetragen, verbunden und ausgewertet werden. Die gesellschaftlichen Einflüsse anderer Kulturen und die Anforderungen zu interdisziplinärem Denken stellen uns Menschen zusehends vor neue und große Herausforderungen. Hierfür sind fundiertes und vernetztes Wissen aus einem breiten Themenspektrum sowie eine große Vorstellungskraft und Neugier für fremde und unbekannte Wissenswelten in hohem Maße nützlich. Man denke hierbei ganz besonders auch an die schnell fortschreitenden Entwicklungen in den zahlreichen und vielfältigen Anwendungsfeldern der großen Datenmengen (Big Data) sowie der Künstlichen Intelligenz (Artificial Intelligence).<ref>Peter Dabrock: ''Wir sollten auf klassische Bildung setzen.'' In: ''Aufbruch Künstliche Intelligenz – Was sie bedeutet und wie sie unser Leben verändert'', Google LLC, SZ Scala GmbH, 2018, Seite 34</ref><ref>[https://www.evangelisch.de/inhalte/155542/20-03-2019/ethikrat-peter-dabrock-klassische-bildung-kuenstliche-intelligenz Ethikratsvorsitzender plädiert für klassische Bildung], Evangelischer Pressedienst (epd), Bildung, Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), Frankfurt am Main, 20. März 2019</ref> Dies alles zusammengenommen führt geradewegs auf die folgende Frage: <blockquote> '''''Welche Wissenschaft könnte geeigneter als die Astronomie sein, um sich weltweit auf einen gemeinsamen Kanon (von altgriechisch κανών (kanón = Maßstab)) berufen zu dürfen, um existierende Unterschiede verstehen zu lernen und um bestehende Grenzen überwinden zu können&nbsp;?''''' </blockquote> Dieses Wikibook möge dazu beizutragen, das Interesse an der Astronomie zu wecken, bestehende Wissenslücken zu schließen und das Verständnis für die universellen Vorgänge am Himmel zu wecken oder zu vergrößern. <div style="clear:both"></div> == Einzelnachweise == <references></references> rzlvo0nu2f9d2yuns4iuuuvdwdosm2n 1085385 1085382 2026-05-11T07:19:05Z Bautsch 35687 /* Kurzer Historischer Abriss */ Mondkrater in Bildunterschrift 1085385 wikitext text/x-wiki [[File:Mystische.astronomische.Zahlen.png|mini|rechts|hochkant=2||Die elf mystischen astronomischen Zahlen 2, 3, 4, 5, 7, 11, 12, 14, 19, 24, 28]] Die astronomischen Erkenntnisse der Urvölker machen die Astronomie zur ältesten exakten Wissenschaft der Menschheit. In der Beschäftigung mit den Vorgängen am Himmel wurde das zeitliche und räumliche Vorstellungsvermögen der Menschen gefordert, geprägt und weiterentwickelt. Nur mit Hilfe der damit verbundenen geometrischen Erkenntnisse konnten zum Beispiel Himmelsrichtungen definiert werden, mit denen auf der Erdoberfläche eine exakte Orientierung im Horizontsystem der Menschen möglich wurde. Das Zählen von Zeitabschnitten wie Tagen, Monaten und Jahren führte zwanglos zur Addition, zur Multiplikation und zum Vergleich ganzer Zahlen. Dadurch wurden die Grundlagen der Arithmetik auf abstrakte astronomische Sachverhalte übertragen. → Siehe auch [[Quadriviale_Kuriositäten/_Zahlen|'''Wikibook-Abschnitt Zahlen''']] Wie bei allen Wissenschaften ist auch bei der Astronomie eine historische Betrachtung sinnvoll und horizonterweiternd. Die Himmelskunde gehörte im Mittelalter zum Kanon der sieben freien Künste der Philosophie, den drei trivialen Künsten Grammatik, Rhetorik und Logik sowie den vier quadrivialen Künsten Musiklehre, Arithmetik, Geometrie und Astronomie. Diese freien Künste wurden bereits in der Antike gepflegt, wo insbesondere das Quadrivium zur Vernunfterkenntnis beitragen sollte. → Siehe auch [[Quadriviale Kuriositäten|'''Wikibook Quadriviale Kuriositäten''']] Die '''{{w|Astronomie}}''' (altgriechisch ἄστρον ("'astron") und νόμος ("nomos"), zu Deutsch: „Sternengesetz“) beschäftigt sich mit den Gesetzen der Bewegungen, die am Himmel beobachtet werden können. Dazu sind nicht unbedingt Teleskope oder noch kompliziertere Geräte erforderlich, und so konnte diese Wissenschaft bereits im Altertum betrieben werden. Dies hat schon vor Jahrtausenden zu beeindruckenden Erkenntnissen über die '''{{w|Himmelsmechanik}}''' geführt. == Kurzer Historischer Abriss == Schon die Sumerer hatten lange vor der Erfindung der Keilschrift in Mesopotamien im dritten Jahrtausend Eigennamen für Himmelsobjekte, die dort später als Fremdwörter in die semitische Sprache Akkadisch übernommen wurden. Es gibt an vielen Orten auf der Welt steinzeitliche und bronzezeitliche Stätten und Artefakte, bei denen wir davon ausgehen dürfen, dass sie für astronomische Zwecke eingesetzt worden waren. Sofern sie jemals existierte, ist die schriftliche Überlieferung von astronomischen Sachverhalten im Laufe der Jahrtausende häufig verloren gegangen. Manche Schriftzeugnisse harren noch ihrer Entzifferung, und etliche dürften sicherlich noch gar nicht entdeckt worden sein. [[Datei:Aristoteles Louvre.jpg|mini|Aristoteles (384 bis 322 vor Christus) war Schüler von Platon.]] '''{{w|Aristoteles}}''' (384–322) war Schüler von '''{{w|Platon}}''' (428/427–348/347) und beschreibt in seinen Werken „Meteorologikon“ (altgriechisch: "Μετεωρολογικῶν", zu Deutsch in etwa: "Einsichten zu Himmelserscheinungen") und „Peri uranu“ (altgriechisch: "Περὶ οὐρανοῦ", zu Deutsch: "Über den Himmel") zahlreiche astronomische Phänomene. Er gelangte schon damals zu erstaunlichen Erkenntnissen. So beschreibt er die Milchstraße, Kometen, Sternschnuppen, Finsternisse, aber auch Hydrometeore (Wetter), Photometeore (Halo, Regenbogen, Mondregenbogen, Nebensonnen) und Elektrometeore (Gewitterblitze, Polarlicht). Nichtsdestoweniger beruhte sein Wissen auch nach seiner Aussage nicht nur auf der eigenen umfassenden Anschauung, sondern auch auf Erkenntnissen, die damals teilweise schon lange bekannt waren und in den Kreisen von Gelehrten oft nur mündlich tradiert wurden –&nbsp;sicherlich nciht nur von seinem Lehrer Platon. Die astronomischen Berechnungen und Voraussagen wurden mit Beginn der Neuzeit um 1500 immer exakter. Die schon in der Antike verbreiteten Mutmaßungen, dass bestimmte Konstellationen am Himmel irgendwelche Auswirkungen auf das Klima, Himmelserscheinungen oder das Weltgeschehen haben, führten zusammen mit der Erfindung des Buchdrucks zu einen neuen Blüte der Sterndeutung beziehungsweise der modernen Form der {{w|Astrologie}}.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch, Friedhelm Pedde |Titel=Vor 500 Jahren: Die Sintflut von 1524 die nicht stattfand |Online=https://wfs.berlin/wp-content/uploads/2024/05/A19-BROplanetA4_40s-feb2024ff_www-rz.pdf |Sammelwerk=Dem Himmel nahe. |WerkErg=Mitteilungen der Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V.|Nummer=19 |Hrsg=Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V. / Zeiss-Planetarium am Insulaner |Ort=Berlin |Datum=2024-02 |Seiten=16–19 |Sprache=de |Abruf=2025-08-03|ISSN=2940-9330}}</ref> [[Datei:Nikolaus Kopernikus MOT.jpg|mini|Nikolaus Kopernikus (1473 bis 1543).]] '''{{w|Nikolaus Kopernikus}}''' (1473–1543) hat aus verschiedenen eigenen Beobachtungen und denen seiner Zeitgenossen wichtige Vorarbeiten für die geradezu revolutionäre Weiterentwicklung der Astronomie geleistet. '''{{w|Tycho Brahe}}''' (1546–1601) hat die Positionsmessung von Himmelsobjekten im 16.&nbsp;Jahrhundert ganz ohne Fernrohre zur einem damaligen Höhepunkt gebracht. [[Datei:Johannes Kepler by Hans von Aachen.jpg|mini|Johannes Kepler (1571 bis 1630) bemerkte, dass Planeten auf Ellipsenbahnen um die Sonne kreisen.]] Sein Assistent und Nachfolger '''{{w|Johannes Kepler}}''' (1571–1630) und dessen Zeitgenossen konnten seit dem Anfang des 17.&nbsp;Jahrhunderts mit Hilfe von Teleskopen genauere Himmelsbeobachtungen durchführen und die Himmelsmechanik zu einer herausragenden Wissenschaft machen, die auch als Treiber für innovative Techniken wirkte. <gallery caption="Der zunehmende Mond mit Goldenem Henkel" perrow=1 widths=640 heights=640> Goldener.Henkel.9.6.2022.P1139248.jpg|Der zunehmende Mond mit dem Goldenem Henkel am Terminator oben links, der auf einer Länge von rund 400&nbsp;Kilometer durch den streifenden Einfall des Sonnenlichts am oberen Kraterrand der Montes Jura am Sinus Iridium entsteht. Er kann nicht mit bloßem Auge, sondern nur mit Fernrohren aufgelöst werden.<br />Alle oben genannten Gelehrten sind Namensgeber für besonders markante Mondkrater. Etwas oberhalb rechts vom Goldenen Henkel befindet sich fast auf der vertikalen Mittelachse der beleuchteten Mondfläche der dunkle '''Mondkrater Plato'''. Noch einmal um den gleichen Weg nach rechts der hellere '''Mondkrater Aristoteles'''. Der auffällige '''Mondkrater Copernicus''' befindet sich etwas näher am Terminator unterhalb davon in Richtung Bildmitte. Der '''Mondkrater Kepler''' befindet sich links daneben im Mondschatten und ist in dieser Aufnahme nicht zu erkennen. Der hervorstechende '''Mondkrater Tycho''' ist unten auf der vertikalen Mondachse zu finden. </gallery> [[Datei:Georg Christoph Lichtenberg by Strecker.jpg|mini|Die auf astronomischen Beobachtungen beruhenden geodätischen Vermessungen von Hannover, Osnabrück und Stade von Georg Christoph Lichtenberg (1742 bis 1799) erschienen 1777.]] Der Universalgelehrte '''{{w|Georg Christoph Lichtenberg}}''' (*&#8239;1742; †&#8239;1799) erachtete Anfang der 1770er Jahre die Astronomie als den Prototypen der Erkenntnis:<ref>Georg Christoph Lichtenberg: [https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN891492585?tify=%7B%22pages%22%3A%5B52%5D%2C%22view%22%3A%22toc%22%7D Sudelbuch C], Seite 56, Göttingen, 1772-1773</ref> <blockquote> ''Die Astronomie ist vielleicht diejenige Wissenschaft, worin das wenigste durch den Zufall entdeckt worden ist, wo der menschliche Verstand in seiner ganzen Größe erscheint, und wo der Mensch am besten kennen lernen kann wie klein er ist.'' </blockquote> [[Datei:Immanuel Kant portrait c1790.jpg|mini|Immanuel Kant (1724 bis 1804) hat Zeit seines Lebens in Königsberg gearbeitet. Seine erste wichtige wissenschaftliche Veröffentlichung war 1755 die <nowiki>''Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels''</nowiki>.]] Der Philosoph '''{{w|Immanuel Kant}}''' (*&#8239;1724; †&#8239;1804), der bereits 1755 in seiner ''Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels'' das innere Wesen unserer {{w|Milchstraße}} erkannte, kam 1788 im Beschluss seiner "Kritik der praktischen Vernunft" zur folgenden Einsicht:<ref>Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+praktischen+Vernunft/Beschlu%C3%9F Kritik der praktischen Vernunft - Beschluß], 1781</ref> <blockquote> ''Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.''<br/> ''...''<br/> ''Die Weltbetrachtung fing von dem herrlichsten Anblicke an, den menschliche Sinne nur immer vorlegen, und unser Verstand, in ihrem weiten Umfange zu verfolgen, nur immer vertragen kann, und endigte – mit der Sterndeutung.'' </blockquote> [[Datei:Friedrich.Wilhelm.Bessel.Ausschnitt.Daguerrotypie.png|mini|Friedrich Wilhelm Bessel (1784 bis 1846) war der bedeutendste Astronom des 19. Jahrhunderts.]] Der bedeutendste Astronom des 19.&nbsp;Jahrhundert war '''{{w|Friedrich Wilhelm Bessel}}''' (1784–1846), der viele verschiedene Disziplinen sehr zielgerichtet verknüpfte.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch |Titel=Friedrich Wilhelm Bessel |Online=https://wfs.berlin/wp-content/uploads/2024/09/A20-BROplanetA4_40s-feb2024ff_www-rz.pdf |Sammelwerk=Dem Himmel nahe. |WerkErg=Mitteilungen der Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V.|Nummer=20 |Hrsg=Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V. / Zeiss-Planetarium am Insulaner |Ort=Berlin |Datum=2024-06 |Seiten=10–13 |Sprache=de |Abruf=2025-08-03|ISSN=2940-9330}}</ref> Die beeindruckende Präzision seiner Positionsmessungen trieb er bis an die Grenzen des damaligen Stands der Beobachtungstechnik. Ferner entwickelte er zahlreiche mathematische Methoden und machte die astronomischen Messungen aus verschiedenen Epochen mit der erforderlichen Genauigkeit vergleichbar. Dies alles führte zu zahlreichen neuen Erkenntnissen und zutreffenden Aussagen, die in der folgenden Liste aufgeführt sind: * Bestimmung der sehr langfristigen periodischen Verlagerung der Erdachse (Präzession) innerhalb von knapp 26000&nbsp;Jahren. * Bestimmung der Masse der großen Gasplaneten. * Bestimmung der Entfernung von benachbarten Sternen. * Bestimmung der ellipsoidischen Form der Erdoberfläche. * Vorhersage der Existenz sowie die Berechnungsgrundlagen für die Entdeckung des Planeten Neptun. * Vorhersage der zunächst nicht sichtbaren Begleitsterne in Doppelsternsystemen. * Aussagen zur Natur der Kometen. Sein Zeitgenosse, der deutsche Pädagoge '''{{w|Adolph Diesterweg}}''' (*&#8239;1790; †&#8239;1866) schrieb 1840 zu Beginn seines Vorworts im „Lehrbuch der mathematischen Geometrie und populären Himmelskunde“ folgendes:<ref>Adolph Diesterweg: ''[https://www.google.de/books/edition/Lehrbuch_der_mathematischen_Geographie_u/dKJBAQAAMAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=%E2%80%9EDiesterweg%22%20%22popul%C3%A4re%20Himmelskunde%E2%80%9C%2C&pg=PR3&printsec=frontcover Lehrbuch der mathematischen Geometrie und populären Himmelskunde]'', Verlag Theodor Christian Friedrich Enslin, Berlin, 1840</ref> <blockquote> ''Des Menschen Antlitz ist nicht zur Erde, sondern aufwärts gerichtet; zum aufrechten Gange ist er von Natur bestimmt. Sein Blick fällt daher schon in früher Jugend auf den Himmel, und die ältesten Naturvölker kannten die allgemeinen Erscheinungen desselben. Sie zeigen ewigen Wechsel in ewigem Bestand unter unabänderlichen allgemeinen Gesetzen. Alles ist dort Regel und Gesetz. Sie zu erkennen, fordert die Würde des Menschen. Die Wissenschaft, die sich mit dem Himmel beschäftigt, ist die „erhabenste im Raume“. Aechtes Natur-Wissen oder mit einem Worte Natur-Erkenntniß ist Kenntniß der Erscheinungen, ihrer Ursachen und ihres gesetzmäßigen Verlaufs.''<br/> ...<br/> ''Zu allen Zeiten haben daher ruhige und stille Gemüther eine besondre Anziehung zur Kenntniß des gestirnten Himmels verspürt. Tieferen Kindern ist sie in besonderem Grade eigen. Ganz allgemein ist das Interesse für dieses Wissen. Wo es nicht gefunden wird, da ist es nicht mehr vorhanden, war also da, entspricht der Natur und der natürlichen Stellung des Menschen, ist folglich leicht wieder zu erwecken. Nur der von den Sorgen des Lebens ganz erfüllte, unter den irdischen Lasten erliegende, oder auch der von den Leidenschaften ganz unterjochte Mensch ist für ein so reines, an und für sich schon veredelndes Wissen unempfänglich. Aber, wie die Erfahrung lehrt, selbst die unglücklichsten der Wesen, abgearbeitete Fabrikkinder, freuen sich, wenn dem müden Leib nur einige Ruhe und Stärkung geworden, noch in späten Abendstunden etwas von Sonne, Mond und Sternen zu hören.'' </blockquote> Zu Beginn des 19.&nbsp;Jahrhunderts wurden zunächst im Sonnenlicht und einige Jahrzehnte später auch im Licht der Sterne Spektrallinien entdeckt. Dies beflügelte die Forscher, die immer neue Details herausfinden und ausgestattet mit diesen Erkenntnissen Anfang des 20.&nbsp;Jahrhunderts schließlich die Quantentheorie entwickeln konnten.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch |Titel=Johann Jakob Balmer und das Geheimnis der Wasserstofflinien |Online=https://wfs.berlin/wp-content/uploads/2025/05/A22BROplanetA4-feb2025ff_www-rz.pdf |Sammelwerk=Dem Himmel nahe. |WerkErg=Mitteilungen der Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V.|Nummer=22 |Hrsg=Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V. / Zeiss-Planetarium am Insulaner |Ort=Berlin |Datum=2025-01 |Seiten=8–11 |Sprache=de |Abruf=2025-08-03|ISSN=2940-9330}}</ref><ref>Markus Bautsch: ''Die von Johann Jakob Balmer gefundenen Zahlenverhältnisse bei den Spektrallinien des Wasserstoffs'', Tagung des Arbeitskreises Astronomiegeschichte in der Astronomischen Gesellschaft in Berlin im September 2023. In: Gudrun Wolfschmidt (Herausgeberin): ''Nuncius Hamburgensis - Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschafte'', Band 59, Januar 2025, ISBN 978-3-384-44634-3 (Softcover), 978-3-384-44635-0 (Hardcover), 978-3-384-44636-7 (e-Book)</ref> → Zu den Spektrallinien der '''Balmer-Serie''' des Wasserstoffs siehe auch Wikibook '''[[Till Eulenspiegels lustige Serie]]'''. [[Datei:The_first_picture_of_the_Moon,_John_W._Draper.jpg|mini|Die ältesten vorhandene photographische Aufnahme (Daguerreotypie) des Mondes durch '''John William Draper''' (1811–1882) aus dem Jahr 1839 im Zustand der 1960er Jahre, bevor sie von der Smithsonian Institution restauriert wurde.]] Durch die Entwicklung der Photographie konnten ab der Mitte des 19.&nbsp;Jahrhunderts auch astronomische und spektroskopische Aufnahmen hergestellt werden.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch |Titel=Die älteste erhaltene astronomische Fotografie |Online=https://wfs.berlin/wp-content/uploads/2025/05/A22BROplanetA4-feb2025ff_www-rz.pdf |Sammelwerk=Dem Himmel nahe. |WerkErg=Mitteilungen der Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V.|Nummer=22 |Hrsg=Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V. / Zeiss-Planetarium am Insulaner |Ort=Berlin |Datum=2025-01 |Seiten=32–33 |Sprache=de |Abruf=2025-08-03|ISSN=2940-9330}}</ref> Mit ihnen entstand durch die immer weiter zunehmende Empfindlichkeit der Aufnahmetechnik, durch die die Verbesserung von Objektiven und durch die Ermöglichung von immer längeren Belichtungszeiten ein enormer Erkenntnisgewinn.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch |Titel=Die Anfänge der Astrophotographie |Datum=2025 |DOI=10.13140/RG.2.2.27102.75840 |Online=https://rgdoi.net/10.13140/RG.2.2.27102.75840 |Abruf=2025-08-03}}</ref> == Interdisziplinarität == Die {{w|Philosophie}} wird seit der Antike über das Mittelalter bis in die Neuzeit unter der qualifizierten Berücksichtigung fundierter astronomischer Kenntnisse betrieben. Astronomen haben sich seit langer Zeit auch mit den Fachgebieten der {{w|Mechanik}}, der {{w|Geometrie}}, der {{w|Algebra}}, der {{w|Analysis}} und der {{w|Logik}} beschäftigt. Kaum eine wissenschaftliche Disziplin dürfte mittelbar mit so vielen und verschiedenen weiteren Teilgebieten verknüpft sein und diese manchmal sogar entscheidend beeinflusst oder begleitet haben wie die Astronomie. Hierzu einige Beispiele: * Die meisten {{w|Zeitintervall|Zeitintervalle}} und viele {{w|Feiertag|Feiertage}} wurden in der {{w|Kalenderrechnung}} anhand astronomischer Ereignisse festgelegt. * Die {{w|astronomische Chronologie}} ist sowohl eine physikalische Disziplin als auch eine historische Hilfswissenschaft. * Die {{w|Keplersche Gesetze|Keplerschen Gesetze}} spiegeln wesentliche Grundsätze der {{w|Kinetik (Mechanik)|Kinetik}} und der {{w|Gravitation}} wider. * Die {{w|Optik}} wurde vor allem durch die Erfindung von {{w|Fernrohr|Fernrohren}} weiterentwickelt. * Die {{w|Spektroskopie}} hat sich zunächst bei der Beobachtung der Sonne herausgebildet und ist inzwischen wichtigstes Hilfsmittel bei der Untersuchung von Sternenlicht. * Die {{w|Fotografie|Photographie}} wurde insbesondere in der Anfangszeit durch die astronomische Beobachtung an ihre technischen Grenzen vorangetrieben. * Die {{w|Geodäsie}} erfasst mit astronomischen Mitteln die Form der Erdoberfläche und ermöglicht dadurch beispielsweise die {{w|Satellitennavigation}}. * Die {{w|Raumfahrt}} entwickelt und verwendet Technologien auf höchstem wissenschaftlichen Niveau und führt zu immer weiteren Erkenntnissen und neuen Produkten. * Die {{w|Archäoastronomie}} beschäftigt sich unter Berücksichtigung astronomischer Sachverhalte mit Artefakten und Bauwerken seit der Frühgeschichte und mit Entdeckungen aus der {{w|Archäologie}}. * Die {{w|Zukunftsforschung}} wurde seit jeher von den Visionen beflügelt, die sich aus astronomischen Erkenntnissen ergeben haben. * Die {{w|Mineralogie}} und die {{w|Kosmochemie}} werden eingesetzt, um die Bestandteile erdfremder Körper zu untersuchen und zu analysieren. Der Begriff "Erkenntnis" ist in diesem Wikibook allerdings keineswegs nur im Sinne der {{w|Naturwissenschaft|Naturwissenschaften}} gemeint, sondern auch im Sinne der Entstehung von Vorstellungen, die zu Sagen, Mythen oder Legenden sowie zu ethischen, moralischen sowie religiösen Ansichten geführt haben können. Insofern hat die Astronomie auch Anknüpfungspunkte zu den {{w|Geisteswissenschaft|Geisteswissenschaften}} wie zum Beispiel der {{w|Religionswissenschaft}}, der {{w|Theologie}} oder der {{w|Ethnologie}}. Viele Erzählungen und Gottesbilder beziehen sich explizit auf das natürliche Geschehen am Himmel beziehungsweise auf die Objekte, die dort in Erscheinung treten. Als Beleg möge ein kurzes Zitat aus dem christlichen Vaterunser-Gebet dienen: <blockquote> ''Wie im Himmel, so auf Erden.'' </blockquote> Es bleibt hinzuzufügen, dass die "Archäologie der Urwelt" mit Hilfe der Archäoastronomie ein wesentlich umfassenderes und somit nutzbringend erweitertes Bild des Altertums geben kann. Im Schlusssatz des Ägyptologen {{w|Gustav Seyffarth}} (1796–1885) in einem Beitrag zum phönizischen Historiker {{w|Sanchuniathon}}, auf den sich wiederum {{w|Herennios Philon}} von Byblos in seinem griechischsprachigen Werk über die phönizische Geschichte und {{w|Eusebius von Caesarea}} im Kapitel über die Theologie der Phönizier in seiner lateinischsprachigen {{w|Praeparatio evangelica}} bezogen, wurde dies schon vor zwei Jahrhunderten ganz allgemein zum Ausdruck gebracht:<ref>Gustav Seyffarth: ''Erklärung einer Stelle in Sanchuniathons Geschichte nach Philo Byblius Uebersetzung bei Eusebius (Praeparatio evangelica, Liber I, capitulum X). In: Gottfried Seebode, Johann Christian Jahn und Reinhold Klotz (Herausgeber): ''Neue Jahrbücher für Philologie und Pädagogik'' oder ''Kritische Bibliothek für das Schul- und Unterrichtswesen'', zweiter Supplementband, erstes Heft, Leipzig, Benedictus Gotthelf Teubner Verlag, 1833</ref> <blockquote> ''Indessen mögen diese Bemerkungen zur Bestätigung des Satzes dienen, dass die Schriften der Alten, wozu die blosse Sprachkenntnis nicht ausreicht, um so vollkommener verstanden werden, jemehr wir mit der Archäologie der Urwelt vertraut werden.'' </blockquote> == Heutige Situation == Die grundlegenden Kenntnisse zu astronomischen Sachverhalten werden durch den Mangel an eigener unmittelbarer Anschauung bedauernswerter Weise immer geringer. Dieses Problem könnte durch das wieder zunehmende Angebot an qualifiziertem Unterricht abgeschwächt werden. Die Planetarien und Volkssternwarten spielen bei der Verbreitung des Wissens über die Astronomie eine nicht genug hervorzuhebende Rolle. Leider gibt es in Deutschland kein einziges staatliches Museum, das sich ausschließlich mit Astronomie beschäftigt. [[Datei:The earth at night.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Zusammenstellung von Satellitenaufnahmen der Nachtseite der Erde aus dem Jahr 2012.]] [[Datei:Lichtglocken.Sternenpark.Westhavelland.png|mini|rechts|hochkant=2|Nördliche Hemisphäre mit der Sommermilchstraße im Internationalen Sternenpark Westhavelland um Mitternacht. Der Horizont befindet sich vollständig an der Außenkante der kreisrunden Aufnahme und zeigt eine Reihe von Lichtglocken, die durch die Beleuchtung in den benachbarten Städten verschiedener Größe und verschiedener Entfernung hervorgerufen wurden. Links ist Osten, rechts ist Westen.]] Der negative Trend verstärkt sich zusehends aufgrund der immer weiter zunehmenden {{w|Lichtverschmutzung}}, die eine eigenständige Beobachtung des Nachthimmels immer schwieriger werden lässt. Der Planet Neptun konnte 1846 von der Berliner Sternwarte aus entdeckt werden, die sich im Stadtzentrum befand (am heutigen südlichen Ende vom Besselpark und der Enckestraße in Berlin-Mitte). Bis vor einhundert Jahren konnte noch in fast jeder Gegend auf der Erdoberfläche die Milchstraße bestaunt werden. In den 1970er Jahren war dies bei günstigen Sichtverhältnissen sogar noch in Großstädten, wie zum Beispiel auf dem Trümmerberg Insulaner in Berlin möglich. Inzwischen ist dies durch die zu geringe Berücksichtigung von Aspekten des Umweltschutzes und einhergehend mit immer mehr künstlichen Lichtquellen praktisch nicht mehr möglich. Mittlerweile gibt es neben unverbindlichen Empfehlungen und Leitlinien erste Gesetze, die aus Gründen des Lichtschutzes und der Verringerung des Energieaufwands, die Verwendung von entbehrlicher künstlicher Beleuchtung in den Nachtstunden untersagen.<ref>[https://www.legifrance.gouv.fr/jorf/id/JORFTEXT000027003910 Arrêté du 25 janvier 2013 relatif à l'éclairage nocturne des bâtiments non résidentiels afin de limiter les nuisances lumineuses et les consommations d'énergie], Légifrance, 25. Januar 2013</ref><ref>Siehe auch [https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/energie/energieeffizienz-und-gebaeudesanierung/artenschutz/28415.html NABU-Leitlinien für eine energieeffiziente und naturverträgliche Stadtbeleuchtung], Naturschutzbund Deutschland e. V., Berlin, November 2020, abgerufen am 7. November 2025</ref> Erschwerend kommt hinzu, dass durch die Verwendung energieeffizienter Leuchtmittel, der blaue Lichtanteil der nächtlichen Beleuchtung immer größer wird, da diese sehr häufig blaue Leuchtdioden (LED) einsetzen, um mit phosphoreszierenden Leuchtstoffen zusätzlich weißliches Licht zu erzeugen. Da kurzwelliges blaues Licht erheblich stärker gestreut wird als Licht mit größeren Wellenlängen, verunreinigt es den dunklen Nachthimmel stärker.<ref>Rainer Kayser: [https://www.weltderphysik.de/gebiet/erde/nachrichten/2023/lichtverschmutzung-die-sterne-am-nachthimmel-verschwinden Die Sterne am Nachthimmel verschwinden], Welt der Physik, 19. Januar 2023</ref> Ferner werden immer mehr erdnahe Satelliten in eine Umlaufbahn gebracht, die von ihren Flugbahnen aus das direkte Sonnenlicht auf die Nachtseite der Erdoberfläche reflektieren, und dabei nicht nur mit bloßen Auge sichtbar sind, sondern auch bei astronomischen Beobachtungen sowie in der Astrophotographie das natürliche Sternenlicht verschmutzen.<ref>[https://www.eso.org/public/germany/about-eso/dark-skies-preservation/ Erhalt des dunklen und stillen Nachthimmels], Europäische Südsternwarte (ESO), abgerufen am 7. November 2025</ref> Oft können in den Innenstädten am Nachthimmel –&nbsp;wenn überhaupt&nbsp;– nur noch sehr wenige und sehr helle Sterne gesehen werden. Selbst bei scheinbar klarem Nachthimmel gibt es einen großen Anteil von Streulicht, der in der Astrofotographie bei längeren Belichtungszeiten deutlich zum Vorschein tritt. Das Falschlicht kann mit Hilfe von speziellen optischen Filtern oder mit einer Bildverarbeitung zwar reduziert werden, in den Bildern gehen dann allerdings zunehmend auch Details des Sternhimmels verloren. Die folgende Aufnahme im Bereich der Galaxie Messier&nbsp;101 mit der scheinbaren Helligkeit von 7,5<sup>m</sup> mit allen Fixsternen bis zur 10.&nbsp;Größenklasse wurde in einer sternklaren Nacht am Stadtrand von Berlin gegen Mitternacht mit einem lichtstarken Objektiv bei einer Belichtungszeit von fünf Sekunden und bei einem Belichtungsindex von ISO&nbsp;12800 in Zenitnähe aufgenommen: <gallery caption="Messier 101 im Streulicht" widths="400" heights="250" perrow="2"> Streulichtfilterung.0.P1023258.jpg|Originalaufnahme: unten am Bildrand in der Mitte Alkaid, rechts der Mitte der Doppelstern Mizar mit Alkor und rechts am Bildrand Alioth; die Galaxie Messier&nbsp;101 ist ein kleiner diffuser Lichtfleck in der Bildmitte. Streulichtfilterung.1.P1023258.jpg|Schwarzwert korrigiert: der dunkelste im Bild auftretende Lichtpunkt wurde auf schwarz gefiltert, um das Streulicht abzuschwächen, das blaue Licht der Rayleigh-Streuung von künstlichen Lichtquellen ist in der Bildmitte erkennbar. Streulichtfilterung.2.P1023258.jpg|Streulicht halbiert: die dunklere Hälfte des Streulichts wurde auf schwarz gefiltert, das blaue Licht der Rayleigh-Streuung ist in der Bildmitte noch erkennbar. Streulichtfilterung.3.P1023258.jpg|Streulicht vollständig eliminiert: das gesamte Streulicht wurde auf schwarz gefiltert, die lichtschwache und flächenhafte Galaxie Messier&nbsp;101 ist jedoch ebenfalls nicht mehr sichtbar. </gallery> Um der Lichtverschmutzung entgegen zu wirken, werden überall auf der Welt {{w|Lichtschutzgebiet|Lichtschutzgebiete}} (englisch: "dark-sky (p)reserve") eingerichtet, in denen weitgehend auf künstliche Lichtquellen verzichtet werden muss. Erschwert wird die Motivation, sich intensiver mit der Astronomie zu beschäftigen, vermutlich auch noch durch die allgemein verbreitete Ansicht, dass inzwischen alles gut verstanden ist und berechnet werden kann. Das ist jedoch keineswegs der Fall, und die Astronomie erfordert heute oft die Anwendung leistungsfähiger Technologien und Datenverarbeitungsanlagen sowie komplexer numerischer Verfahren. Sie verbindet somit unmittelbar die Fächer {{w|Mathematik}}, {{w|Physik}}, {{w|Elektronik}} und {{w|Informatik}}. Hierfür sind eine umfassende Bildung und Ausbildung unumstößliche Voraussetzungen. Häufig sind gesellschaftliche Bezüge zur Astronomie im Laufe der Zeit umgedeutet oder so umformuliert worden, dass ihre Wurzeln heute nicht mehr offensichtlich sind. Aufgrund von unvollständiger, unzuverlässiger oder verfälschter Tradierung beziehungsweise in Ermangelung einer Dokumentation in Form von eindeutigen Abbildungen oder nachvollziehbaren Texten kann die Kenntnis davon sogar verloren gegangen sein. In der Regel wird es sehr schwierig und disputabel sein, die ältesten Zeugnisse noch richtig und vollständig zu deuten, da uns ein hinreichend umfassender Überblick über die mündlich tradierten Ansichten und Überzeugungen sowie die ungeschriebenen Gesetze des Altertums und selbst des Mittelalters heute nicht mehr gegeben ist. Als Beispiel seien zwei Anmerkungen des jüdischen Historikers {{w|Heinrich Graetz}} (1817–1891) aus dessen Werk ''Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart'' genannt. Er weist darauf hin, dass schon im fünften vorchristlichen Jahrhundert zu Zeiten des levitischen Beamten {{w|Esra}}, den der Kirchenvater Hieronymus als „Wiederhersteller“ des Pentateuch bezeichnet hat,<ref>Hieronymus: [https://bkv.unifr.ch/de/works/cpl-609/compare/de-virginitate-b-mariae/8/uber-die-bestandige-jungfrauschaft-mariens-gegen-helvidius-bkv Adversus Helvidium de perpetua virginitate b. Mariae 7]: ''sive Moysen dicere volueris auctorem Pentateuchi, sive Ezram ejusdem instauratorem operis, non recuso.''</ref> Unterschiede zwischen mündlicher und schriftlicher Tradition bestanden.<ref>Heinrich Graetz: [http://www.zeno.org/nid/20002742527 Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart]. Leipzig 1908, Band 4, S. 386–390.</ref> <blockquote> ''Der Unterschied zwischen schriftlicher und mündlicher Lehre, wiewohl mindestens schon unter dem Restaurator Esra vorhanden, trat wahrscheinlich erst in dem Kampfe zwischen Sadduzäismus und Pharisäismus als Gegensatz auf.''</br> ''...''</br> ''Die Lehrweise der Halacha bestand darin, daß die überlieferten Sätze ganz trocken ohne Erläuterung tradiert wurden, und zu ihrer Aneignung reichte ein treues Gedächtnis aus, der Midrasch hingegen gab die Anleitung, wie mündliche Bestimmungen aus dem Schrifttexte hergeholt wurden.'' </blockquote> Nichtsdestoweniger können im multi- und interdisziplinären Fachgebiet der Archäoastronomie, die die kognitive Archäologie mit der Astronomie verknüpft, alle verfügbaren Indizien und Fakten zusammengetragen, verbunden und ausgewertet werden. Die gesellschaftlichen Einflüsse anderer Kulturen und die Anforderungen zu interdisziplinärem Denken stellen uns Menschen zusehends vor neue und große Herausforderungen. Hierfür sind fundiertes und vernetztes Wissen aus einem breiten Themenspektrum sowie eine große Vorstellungskraft und Neugier für fremde und unbekannte Wissenswelten in hohem Maße nützlich. Man denke hierbei ganz besonders auch an die schnell fortschreitenden Entwicklungen in den zahlreichen und vielfältigen Anwendungsfeldern der großen Datenmengen (Big Data) sowie der Künstlichen Intelligenz (Artificial Intelligence).<ref>Peter Dabrock: ''Wir sollten auf klassische Bildung setzen.'' In: ''Aufbruch Künstliche Intelligenz – Was sie bedeutet und wie sie unser Leben verändert'', Google LLC, SZ Scala GmbH, 2018, Seite 34</ref><ref>[https://www.evangelisch.de/inhalte/155542/20-03-2019/ethikrat-peter-dabrock-klassische-bildung-kuenstliche-intelligenz Ethikratsvorsitzender plädiert für klassische Bildung], Evangelischer Pressedienst (epd), Bildung, Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), Frankfurt am Main, 20. März 2019</ref> Dies alles zusammengenommen führt geradewegs auf die folgende Frage: <blockquote> '''''Welche Wissenschaft könnte geeigneter als die Astronomie sein, um sich weltweit auf einen gemeinsamen Kanon (von altgriechisch κανών (kanón = Maßstab)) berufen zu dürfen, um existierende Unterschiede verstehen zu lernen und um bestehende Grenzen überwinden zu können&nbsp;?''''' </blockquote> Dieses Wikibook möge dazu beizutragen, das Interesse an der Astronomie zu wecken, bestehende Wissenslücken zu schließen und das Verständnis für die universellen Vorgänge am Himmel zu wecken oder zu vergrößern. <div style="clear:both"></div> == Einzelnachweise == <references></references> 7wq6dk56ac74dcz5wb49mn0vwznrw0h 1085392 1085385 2026-05-11T10:19:42Z Bautsch 35687 Wikilinks 1085392 wikitext text/x-wiki [[File:Mystische.astronomische.Zahlen.png|mini|rechts|hochkant=2||Die elf mystischen astronomischen Zahlen 2, 3, 4, 5, 7, 11, 12, 14, 19, 24, 28]] Die astronomischen Erkenntnisse der Urvölker machen die Astronomie zur ältesten exakten Wissenschaft der Menschheit. In der Beschäftigung mit den Vorgängen am Himmel wurde das zeitliche und räumliche Vorstellungsvermögen der Menschen gefordert, geprägt und weiterentwickelt. Nur mit Hilfe der damit verbundenen geometrischen Erkenntnisse konnten zum Beispiel Himmelsrichtungen definiert werden, mit denen auf der Erdoberfläche eine exakte Orientierung im Horizontsystem der Menschen möglich wurde. Das Zählen von Zeitabschnitten wie Tagen, Monaten und Jahren führte zwanglos zur Addition, zur Multiplikation und zum Vergleich ganzer Zahlen. Dadurch wurden die Grundlagen der Arithmetik auf abstrakte astronomische Sachverhalte übertragen. → Siehe auch [[Quadriviale_Kuriositäten/_Zahlen|'''Wikibook-Abschnitt Zahlen''']] : → Siehe auch [[Quadriviale_Kuriositäten/_Zahlen#Zur_Zwei|'''Zur Zwei''']] : → Siehe auch [[Quadriviale_Kuriositäten/_Zahlen#Zur_Drei|'''Zur Drei''']] : → Siehe auch [[Quadriviale_Kuriositäten/_Zahlen#Zur_Vier|'''Zur Vier''']] : → Siehe auch [[Quadriviale_Kuriositäten/_Zahlen#Zur_Fünf|'''Zur Fünf''']] : → Siehe auch [[Quadriviale_Kuriositäten/_Zahlen#Zur_Sieben|'''Zur Sieben''']] : → Siehe auch [[Quadriviale_Kuriositäten/_Zahlen#Zur_Elf|'''Zur Elf''']] : → Siehe auch [[Quadriviale_Kuriositäten/_Zahlen#Zur_Zwölf|'''Zur Zwölf''']] : → Siehe auch [[Quadriviale_Kuriositäten/_Zahlen#Zur_Vierzehn|'''Zur Vierzehn''']] : → Siehe auch [[Quadriviale_Kuriositäten/_Zahlen#Zur_Neunzehn|'''Zur Neunzehn''']] : → Siehe auch [[Quadriviale_Kuriositäten/_Zahlen#Zur_Vierundzwanzig|'''Zur Vierundzwanzig''']] : → Siehe auch [[Quadriviale_Kuriositäten/_Zahlen#Zur_27,_28,_29_und_30|'''Zur Achtundzwanzig''']] Wie bei allen Wissenschaften ist auch bei der Astronomie eine historische Betrachtung sinnvoll und horizonterweiternd. Die Himmelskunde gehörte im Mittelalter zum Kanon der sieben freien Künste der Philosophie, den drei trivialen Künsten Grammatik, Rhetorik und Logik sowie den vier quadrivialen Künsten Musiklehre, Arithmetik, Geometrie und Astronomie. Diese freien Künste wurden bereits in der Antike gepflegt, wo insbesondere das Quadrivium zur Vernunfterkenntnis beitragen sollte. → Siehe auch [[Quadriviale Kuriositäten|'''Wikibook Quadriviale Kuriositäten''']] Die '''{{w|Astronomie}}''' (altgriechisch ἄστρον ("'astron") und νόμος ("nomos"), zu Deutsch: „Sternengesetz“) beschäftigt sich mit den Gesetzen der Bewegungen, die am Himmel beobachtet werden können. Dazu sind nicht unbedingt Teleskope oder noch kompliziertere Geräte erforderlich, und so konnte diese Wissenschaft bereits im Altertum betrieben werden. Dies hat schon vor Jahrtausenden zu beeindruckenden Erkenntnissen über die '''{{w|Himmelsmechanik}}''' geführt. == Kurzer Historischer Abriss == Schon die Sumerer hatten lange vor der Erfindung der Keilschrift in Mesopotamien im dritten Jahrtausend Eigennamen für Himmelsobjekte, die dort später als Fremdwörter in die semitische Sprache Akkadisch übernommen wurden. Es gibt an vielen Orten auf der Welt steinzeitliche und bronzezeitliche Stätten und Artefakte, bei denen wir davon ausgehen dürfen, dass sie für astronomische Zwecke eingesetzt worden waren. Sofern sie jemals existierte, ist die schriftliche Überlieferung von astronomischen Sachverhalten im Laufe der Jahrtausende häufig verloren gegangen. Manche Schriftzeugnisse harren noch ihrer Entzifferung, und etliche dürften sicherlich noch gar nicht entdeckt worden sein. [[Datei:Aristoteles Louvre.jpg|mini|Aristoteles (384 bis 322 vor Christus) war Schüler von Platon.]] '''{{w|Aristoteles}}''' (384–322) war Schüler von '''{{w|Platon}}''' (428/427–348/347) und beschreibt in seinen Werken „Meteorologikon“ (altgriechisch: "Μετεωρολογικῶν", zu Deutsch in etwa: "Einsichten zu Himmelserscheinungen") und „Peri uranu“ (altgriechisch: "Περὶ οὐρανοῦ", zu Deutsch: "Über den Himmel") zahlreiche astronomische Phänomene. Er gelangte schon damals zu erstaunlichen Erkenntnissen. So beschreibt er die Milchstraße, Kometen, Sternschnuppen, Finsternisse, aber auch Hydrometeore (Wetter), Photometeore (Halo, Regenbogen, Mondregenbogen, Nebensonnen) und Elektrometeore (Gewitterblitze, Polarlicht). Nichtsdestoweniger beruhte sein Wissen auch nach seiner Aussage nicht nur auf der eigenen umfassenden Anschauung, sondern auch auf Erkenntnissen, die damals teilweise schon lange bekannt waren und in den Kreisen von Gelehrten oft nur mündlich tradiert wurden –&nbsp;sicherlich nciht nur von seinem Lehrer Platon. Die astronomischen Berechnungen und Voraussagen wurden mit Beginn der Neuzeit um 1500 immer exakter. Die schon in der Antike verbreiteten Mutmaßungen, dass bestimmte Konstellationen am Himmel irgendwelche Auswirkungen auf das Klima, Himmelserscheinungen oder das Weltgeschehen haben, führten zusammen mit der Erfindung des Buchdrucks zu einen neuen Blüte der Sterndeutung beziehungsweise der modernen Form der {{w|Astrologie}}.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch, Friedhelm Pedde |Titel=Vor 500 Jahren: Die Sintflut von 1524 die nicht stattfand |Online=https://wfs.berlin/wp-content/uploads/2024/05/A19-BROplanetA4_40s-feb2024ff_www-rz.pdf |Sammelwerk=Dem Himmel nahe. |WerkErg=Mitteilungen der Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V.|Nummer=19 |Hrsg=Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V. / Zeiss-Planetarium am Insulaner |Ort=Berlin |Datum=2024-02 |Seiten=16–19 |Sprache=de |Abruf=2025-08-03|ISSN=2940-9330}}</ref> [[Datei:Nikolaus Kopernikus MOT.jpg|mini|Nikolaus Kopernikus (1473 bis 1543).]] '''{{w|Nikolaus Kopernikus}}''' (1473–1543) hat aus verschiedenen eigenen Beobachtungen und denen seiner Zeitgenossen wichtige Vorarbeiten für die geradezu revolutionäre Weiterentwicklung der Astronomie geleistet. '''{{w|Tycho Brahe}}''' (1546–1601) hat die Positionsmessung von Himmelsobjekten im 16.&nbsp;Jahrhundert ganz ohne Fernrohre zur einem damaligen Höhepunkt gebracht. [[Datei:Johannes Kepler by Hans von Aachen.jpg|mini|Johannes Kepler (1571 bis 1630) bemerkte, dass Planeten auf Ellipsenbahnen um die Sonne kreisen.]] Sein Assistent und Nachfolger '''{{w|Johannes Kepler}}''' (1571–1630) und dessen Zeitgenossen konnten seit dem Anfang des 17.&nbsp;Jahrhunderts mit Hilfe von Teleskopen genauere Himmelsbeobachtungen durchführen und die Himmelsmechanik zu einer herausragenden Wissenschaft machen, die auch als Treiber für innovative Techniken wirkte. <gallery caption="Der zunehmende Mond mit Goldenem Henkel" perrow=1 widths=640 heights=640> Goldener.Henkel.9.6.2022.P1139248.jpg|Der zunehmende Mond mit dem Goldenem Henkel am Terminator oben links, der auf einer Länge von rund 400&nbsp;Kilometer durch den streifenden Einfall des Sonnenlichts am oberen Kraterrand der Montes Jura am Sinus Iridium entsteht. Er kann nicht mit bloßem Auge, sondern nur mit Fernrohren aufgelöst werden.<br />Alle oben genannten Gelehrten sind Namensgeber für besonders markante Mondkrater. Etwas oberhalb rechts vom Goldenen Henkel befindet sich fast auf der vertikalen Mittelachse der beleuchteten Mondfläche der dunkle '''Mondkrater Plato'''. Noch einmal um den gleichen Weg nach rechts der hellere '''Mondkrater Aristoteles'''. Der auffällige '''Mondkrater Copernicus''' befindet sich etwas näher am Terminator unterhalb davon in Richtung Bildmitte. Der '''Mondkrater Kepler''' befindet sich links daneben im Mondschatten und ist in dieser Aufnahme nicht zu erkennen. Der hervorstechende '''Mondkrater Tycho''' ist unten auf der vertikalen Mondachse zu finden. </gallery> [[Datei:Georg Christoph Lichtenberg by Strecker.jpg|mini|Die auf astronomischen Beobachtungen beruhenden geodätischen Vermessungen von Hannover, Osnabrück und Stade von Georg Christoph Lichtenberg (1742 bis 1799) erschienen 1777.]] Der Universalgelehrte '''{{w|Georg Christoph Lichtenberg}}''' (*&#8239;1742; †&#8239;1799) erachtete Anfang der 1770er Jahre die Astronomie als den Prototypen der Erkenntnis:<ref>Georg Christoph Lichtenberg: [https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN891492585?tify=%7B%22pages%22%3A%5B52%5D%2C%22view%22%3A%22toc%22%7D Sudelbuch C], Seite 56, Göttingen, 1772-1773</ref> <blockquote> ''Die Astronomie ist vielleicht diejenige Wissenschaft, worin das wenigste durch den Zufall entdeckt worden ist, wo der menschliche Verstand in seiner ganzen Größe erscheint, und wo der Mensch am besten kennen lernen kann wie klein er ist.'' </blockquote> [[Datei:Immanuel Kant portrait c1790.jpg|mini|Immanuel Kant (1724 bis 1804) hat Zeit seines Lebens in Königsberg gearbeitet. Seine erste wichtige wissenschaftliche Veröffentlichung war 1755 die <nowiki>''Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels''</nowiki>.]] Der Philosoph '''{{w|Immanuel Kant}}''' (*&#8239;1724; †&#8239;1804), der bereits 1755 in seiner ''Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels'' das innere Wesen unserer {{w|Milchstraße}} erkannte, kam 1788 im Beschluss seiner "Kritik der praktischen Vernunft" zur folgenden Einsicht:<ref>Immanuel Kant: [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+Immanuel/Kritik+der+praktischen+Vernunft/Beschlu%C3%9F Kritik der praktischen Vernunft - Beschluß], 1781</ref> <blockquote> ''Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.''<br/> ''...''<br/> ''Die Weltbetrachtung fing von dem herrlichsten Anblicke an, den menschliche Sinne nur immer vorlegen, und unser Verstand, in ihrem weiten Umfange zu verfolgen, nur immer vertragen kann, und endigte – mit der Sterndeutung.'' </blockquote> [[Datei:Friedrich.Wilhelm.Bessel.Ausschnitt.Daguerrotypie.png|mini|Friedrich Wilhelm Bessel (1784 bis 1846) war der bedeutendste Astronom des 19. Jahrhunderts.]] Der bedeutendste Astronom des 19.&nbsp;Jahrhundert war '''{{w|Friedrich Wilhelm Bessel}}''' (1784–1846), der viele verschiedene Disziplinen sehr zielgerichtet verknüpfte.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch |Titel=Friedrich Wilhelm Bessel |Online=https://wfs.berlin/wp-content/uploads/2024/09/A20-BROplanetA4_40s-feb2024ff_www-rz.pdf |Sammelwerk=Dem Himmel nahe. |WerkErg=Mitteilungen der Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V.|Nummer=20 |Hrsg=Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V. / Zeiss-Planetarium am Insulaner |Ort=Berlin |Datum=2024-06 |Seiten=10–13 |Sprache=de |Abruf=2025-08-03|ISSN=2940-9330}}</ref> Die beeindruckende Präzision seiner Positionsmessungen trieb er bis an die Grenzen des damaligen Stands der Beobachtungstechnik. Ferner entwickelte er zahlreiche mathematische Methoden und machte die astronomischen Messungen aus verschiedenen Epochen mit der erforderlichen Genauigkeit vergleichbar. Dies alles führte zu zahlreichen neuen Erkenntnissen und zutreffenden Aussagen, die in der folgenden Liste aufgeführt sind: * Bestimmung der sehr langfristigen periodischen Verlagerung der Erdachse (Präzession) innerhalb von knapp 26000&nbsp;Jahren. * Bestimmung der Masse der großen Gasplaneten. * Bestimmung der Entfernung von benachbarten Sternen. * Bestimmung der ellipsoidischen Form der Erdoberfläche. * Vorhersage der Existenz sowie die Berechnungsgrundlagen für die Entdeckung des Planeten Neptun. * Vorhersage der zunächst nicht sichtbaren Begleitsterne in Doppelsternsystemen. * Aussagen zur Natur der Kometen. Sein Zeitgenosse, der deutsche Pädagoge '''{{w|Adolph Diesterweg}}''' (*&#8239;1790; †&#8239;1866) schrieb 1840 zu Beginn seines Vorworts im „Lehrbuch der mathematischen Geometrie und populären Himmelskunde“ folgendes:<ref>Adolph Diesterweg: ''[https://www.google.de/books/edition/Lehrbuch_der_mathematischen_Geographie_u/dKJBAQAAMAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=%E2%80%9EDiesterweg%22%20%22popul%C3%A4re%20Himmelskunde%E2%80%9C%2C&pg=PR3&printsec=frontcover Lehrbuch der mathematischen Geometrie und populären Himmelskunde]'', Verlag Theodor Christian Friedrich Enslin, Berlin, 1840</ref> <blockquote> ''Des Menschen Antlitz ist nicht zur Erde, sondern aufwärts gerichtet; zum aufrechten Gange ist er von Natur bestimmt. Sein Blick fällt daher schon in früher Jugend auf den Himmel, und die ältesten Naturvölker kannten die allgemeinen Erscheinungen desselben. Sie zeigen ewigen Wechsel in ewigem Bestand unter unabänderlichen allgemeinen Gesetzen. Alles ist dort Regel und Gesetz. Sie zu erkennen, fordert die Würde des Menschen. Die Wissenschaft, die sich mit dem Himmel beschäftigt, ist die „erhabenste im Raume“. Aechtes Natur-Wissen oder mit einem Worte Natur-Erkenntniß ist Kenntniß der Erscheinungen, ihrer Ursachen und ihres gesetzmäßigen Verlaufs.''<br/> ...<br/> ''Zu allen Zeiten haben daher ruhige und stille Gemüther eine besondre Anziehung zur Kenntniß des gestirnten Himmels verspürt. Tieferen Kindern ist sie in besonderem Grade eigen. Ganz allgemein ist das Interesse für dieses Wissen. Wo es nicht gefunden wird, da ist es nicht mehr vorhanden, war also da, entspricht der Natur und der natürlichen Stellung des Menschen, ist folglich leicht wieder zu erwecken. Nur der von den Sorgen des Lebens ganz erfüllte, unter den irdischen Lasten erliegende, oder auch der von den Leidenschaften ganz unterjochte Mensch ist für ein so reines, an und für sich schon veredelndes Wissen unempfänglich. Aber, wie die Erfahrung lehrt, selbst die unglücklichsten der Wesen, abgearbeitete Fabrikkinder, freuen sich, wenn dem müden Leib nur einige Ruhe und Stärkung geworden, noch in späten Abendstunden etwas von Sonne, Mond und Sternen zu hören.'' </blockquote> Zu Beginn des 19.&nbsp;Jahrhunderts wurden zunächst im Sonnenlicht und einige Jahrzehnte später auch im Licht der Sterne Spektrallinien entdeckt. Dies beflügelte die Forscher, die immer neue Details herausfinden und ausgestattet mit diesen Erkenntnissen Anfang des 20.&nbsp;Jahrhunderts schließlich die Quantentheorie entwickeln konnten.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch |Titel=Johann Jakob Balmer und das Geheimnis der Wasserstofflinien |Online=https://wfs.berlin/wp-content/uploads/2025/05/A22BROplanetA4-feb2025ff_www-rz.pdf |Sammelwerk=Dem Himmel nahe. |WerkErg=Mitteilungen der Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V.|Nummer=22 |Hrsg=Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V. / Zeiss-Planetarium am Insulaner |Ort=Berlin |Datum=2025-01 |Seiten=8–11 |Sprache=de |Abruf=2025-08-03|ISSN=2940-9330}}</ref><ref>Markus Bautsch: ''Die von Johann Jakob Balmer gefundenen Zahlenverhältnisse bei den Spektrallinien des Wasserstoffs'', Tagung des Arbeitskreises Astronomiegeschichte in der Astronomischen Gesellschaft in Berlin im September 2023. In: Gudrun Wolfschmidt (Herausgeberin): ''Nuncius Hamburgensis - Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschafte'', Band 59, Januar 2025, ISBN 978-3-384-44634-3 (Softcover), 978-3-384-44635-0 (Hardcover), 978-3-384-44636-7 (e-Book)</ref> → Zu den Spektrallinien der '''Balmer-Serie''' des Wasserstoffs siehe auch Wikibook '''[[Till Eulenspiegels lustige Serie]]'''. [[Datei:The_first_picture_of_the_Moon,_John_W._Draper.jpg|mini|Die ältesten vorhandene photographische Aufnahme (Daguerreotypie) des Mondes durch '''John William Draper''' (1811–1882) aus dem Jahr 1839 im Zustand der 1960er Jahre, bevor sie von der Smithsonian Institution restauriert wurde.]] Durch die Entwicklung der Photographie konnten ab der Mitte des 19.&nbsp;Jahrhunderts auch astronomische und spektroskopische Aufnahmen hergestellt werden.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch |Titel=Die älteste erhaltene astronomische Fotografie |Online=https://wfs.berlin/wp-content/uploads/2025/05/A22BROplanetA4-feb2025ff_www-rz.pdf |Sammelwerk=Dem Himmel nahe. |WerkErg=Mitteilungen der Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V.|Nummer=22 |Hrsg=Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V. / Zeiss-Planetarium am Insulaner |Ort=Berlin |Datum=2025-01 |Seiten=32–33 |Sprache=de |Abruf=2025-08-03|ISSN=2940-9330}}</ref> Mit ihnen entstand durch die immer weiter zunehmende Empfindlichkeit der Aufnahmetechnik, durch die die Verbesserung von Objektiven und durch die Ermöglichung von immer längeren Belichtungszeiten ein enormer Erkenntnisgewinn.<ref>{{Literatur |Autor=Markus Bautsch |Titel=Die Anfänge der Astrophotographie |Datum=2025 |DOI=10.13140/RG.2.2.27102.75840 |Online=https://rgdoi.net/10.13140/RG.2.2.27102.75840 |Abruf=2025-08-03}}</ref> == Interdisziplinarität == Die {{w|Philosophie}} wird seit der Antike über das Mittelalter bis in die Neuzeit unter der qualifizierten Berücksichtigung fundierter astronomischer Kenntnisse betrieben. Astronomen haben sich seit langer Zeit auch mit den Fachgebieten der {{w|Mechanik}}, der {{w|Geometrie}}, der {{w|Algebra}}, der {{w|Analysis}} und der {{w|Logik}} beschäftigt. Kaum eine wissenschaftliche Disziplin dürfte mittelbar mit so vielen und verschiedenen weiteren Teilgebieten verknüpft sein und diese manchmal sogar entscheidend beeinflusst oder begleitet haben wie die Astronomie. Hierzu einige Beispiele: * Die meisten {{w|Zeitintervall|Zeitintervalle}} und viele {{w|Feiertag|Feiertage}} wurden in der {{w|Kalenderrechnung}} anhand astronomischer Ereignisse festgelegt. * Die {{w|astronomische Chronologie}} ist sowohl eine physikalische Disziplin als auch eine historische Hilfswissenschaft. * Die {{w|Keplersche Gesetze|Keplerschen Gesetze}} spiegeln wesentliche Grundsätze der {{w|Kinetik (Mechanik)|Kinetik}} und der {{w|Gravitation}} wider. * Die {{w|Optik}} wurde vor allem durch die Erfindung von {{w|Fernrohr|Fernrohren}} weiterentwickelt. * Die {{w|Spektroskopie}} hat sich zunächst bei der Beobachtung der Sonne herausgebildet und ist inzwischen wichtigstes Hilfsmittel bei der Untersuchung von Sternenlicht. * Die {{w|Fotografie|Photographie}} wurde insbesondere in der Anfangszeit durch die astronomische Beobachtung an ihre technischen Grenzen vorangetrieben. * Die {{w|Geodäsie}} erfasst mit astronomischen Mitteln die Form der Erdoberfläche und ermöglicht dadurch beispielsweise die {{w|Satellitennavigation}}. * Die {{w|Raumfahrt}} entwickelt und verwendet Technologien auf höchstem wissenschaftlichen Niveau und führt zu immer weiteren Erkenntnissen und neuen Produkten. * Die {{w|Archäoastronomie}} beschäftigt sich unter Berücksichtigung astronomischer Sachverhalte mit Artefakten und Bauwerken seit der Frühgeschichte und mit Entdeckungen aus der {{w|Archäologie}}. * Die {{w|Zukunftsforschung}} wurde seit jeher von den Visionen beflügelt, die sich aus astronomischen Erkenntnissen ergeben haben. * Die {{w|Mineralogie}} und die {{w|Kosmochemie}} werden eingesetzt, um die Bestandteile erdfremder Körper zu untersuchen und zu analysieren. Der Begriff "Erkenntnis" ist in diesem Wikibook allerdings keineswegs nur im Sinne der {{w|Naturwissenschaft|Naturwissenschaften}} gemeint, sondern auch im Sinne der Entstehung von Vorstellungen, die zu Sagen, Mythen oder Legenden sowie zu ethischen, moralischen sowie religiösen Ansichten geführt haben können. Insofern hat die Astronomie auch Anknüpfungspunkte zu den {{w|Geisteswissenschaft|Geisteswissenschaften}} wie zum Beispiel der {{w|Religionswissenschaft}}, der {{w|Theologie}} oder der {{w|Ethnologie}}. Viele Erzählungen und Gottesbilder beziehen sich explizit auf das natürliche Geschehen am Himmel beziehungsweise auf die Objekte, die dort in Erscheinung treten. Als Beleg möge ein kurzes Zitat aus dem christlichen Vaterunser-Gebet dienen: <blockquote> ''Wie im Himmel, so auf Erden.'' </blockquote> Es bleibt hinzuzufügen, dass die "Archäologie der Urwelt" mit Hilfe der Archäoastronomie ein wesentlich umfassenderes und somit nutzbringend erweitertes Bild des Altertums geben kann. Im Schlusssatz des Ägyptologen {{w|Gustav Seyffarth}} (1796–1885) in einem Beitrag zum phönizischen Historiker {{w|Sanchuniathon}}, auf den sich wiederum {{w|Herennios Philon}} von Byblos in seinem griechischsprachigen Werk über die phönizische Geschichte und {{w|Eusebius von Caesarea}} im Kapitel über die Theologie der Phönizier in seiner lateinischsprachigen {{w|Praeparatio evangelica}} bezogen, wurde dies schon vor zwei Jahrhunderten ganz allgemein zum Ausdruck gebracht:<ref>Gustav Seyffarth: ''Erklärung einer Stelle in Sanchuniathons Geschichte nach Philo Byblius Uebersetzung bei Eusebius (Praeparatio evangelica, Liber I, capitulum X). In: Gottfried Seebode, Johann Christian Jahn und Reinhold Klotz (Herausgeber): ''Neue Jahrbücher für Philologie und Pädagogik'' oder ''Kritische Bibliothek für das Schul- und Unterrichtswesen'', zweiter Supplementband, erstes Heft, Leipzig, Benedictus Gotthelf Teubner Verlag, 1833</ref> <blockquote> ''Indessen mögen diese Bemerkungen zur Bestätigung des Satzes dienen, dass die Schriften der Alten, wozu die blosse Sprachkenntnis nicht ausreicht, um so vollkommener verstanden werden, jemehr wir mit der Archäologie der Urwelt vertraut werden.'' </blockquote> == Heutige Situation == Die grundlegenden Kenntnisse zu astronomischen Sachverhalten werden durch den Mangel an eigener unmittelbarer Anschauung bedauernswerter Weise immer geringer. Dieses Problem könnte durch das wieder zunehmende Angebot an qualifiziertem Unterricht abgeschwächt werden. Die Planetarien und Volkssternwarten spielen bei der Verbreitung des Wissens über die Astronomie eine nicht genug hervorzuhebende Rolle. Leider gibt es in Deutschland kein einziges staatliches Museum, das sich ausschließlich mit Astronomie beschäftigt. [[Datei:The earth at night.jpg|mini|rechts|hochkant=2|Zusammenstellung von Satellitenaufnahmen der Nachtseite der Erde aus dem Jahr 2012.]] [[Datei:Lichtglocken.Sternenpark.Westhavelland.png|mini|rechts|hochkant=2|Nördliche Hemisphäre mit der Sommermilchstraße im Internationalen Sternenpark Westhavelland um Mitternacht. Der Horizont befindet sich vollständig an der Außenkante der kreisrunden Aufnahme und zeigt eine Reihe von Lichtglocken, die durch die Beleuchtung in den benachbarten Städten verschiedener Größe und verschiedener Entfernung hervorgerufen wurden. Links ist Osten, rechts ist Westen.]] Der negative Trend verstärkt sich zusehends aufgrund der immer weiter zunehmenden {{w|Lichtverschmutzung}}, die eine eigenständige Beobachtung des Nachthimmels immer schwieriger werden lässt. Der Planet Neptun konnte 1846 von der Berliner Sternwarte aus entdeckt werden, die sich im Stadtzentrum befand (am heutigen südlichen Ende vom Besselpark und der Enckestraße in Berlin-Mitte). Bis vor einhundert Jahren konnte noch in fast jeder Gegend auf der Erdoberfläche die Milchstraße bestaunt werden. In den 1970er Jahren war dies bei günstigen Sichtverhältnissen sogar noch in Großstädten, wie zum Beispiel auf dem Trümmerberg Insulaner in Berlin möglich. Inzwischen ist dies durch die zu geringe Berücksichtigung von Aspekten des Umweltschutzes und einhergehend mit immer mehr künstlichen Lichtquellen praktisch nicht mehr möglich. Mittlerweile gibt es neben unverbindlichen Empfehlungen und Leitlinien erste Gesetze, die aus Gründen des Lichtschutzes und der Verringerung des Energieaufwands, die Verwendung von entbehrlicher künstlicher Beleuchtung in den Nachtstunden untersagen.<ref>[https://www.legifrance.gouv.fr/jorf/id/JORFTEXT000027003910 Arrêté du 25 janvier 2013 relatif à l'éclairage nocturne des bâtiments non résidentiels afin de limiter les nuisances lumineuses et les consommations d'énergie], Légifrance, 25. Januar 2013</ref><ref>Siehe auch [https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/energie/energieeffizienz-und-gebaeudesanierung/artenschutz/28415.html NABU-Leitlinien für eine energieeffiziente und naturverträgliche Stadtbeleuchtung], Naturschutzbund Deutschland e. V., Berlin, November 2020, abgerufen am 7. November 2025</ref> Erschwerend kommt hinzu, dass durch die Verwendung energieeffizienter Leuchtmittel, der blaue Lichtanteil der nächtlichen Beleuchtung immer größer wird, da diese sehr häufig blaue Leuchtdioden (LED) einsetzen, um mit phosphoreszierenden Leuchtstoffen zusätzlich weißliches Licht zu erzeugen. Da kurzwelliges blaues Licht erheblich stärker gestreut wird als Licht mit größeren Wellenlängen, verunreinigt es den dunklen Nachthimmel stärker.<ref>Rainer Kayser: [https://www.weltderphysik.de/gebiet/erde/nachrichten/2023/lichtverschmutzung-die-sterne-am-nachthimmel-verschwinden Die Sterne am Nachthimmel verschwinden], Welt der Physik, 19. Januar 2023</ref> Ferner werden immer mehr erdnahe Satelliten in eine Umlaufbahn gebracht, die von ihren Flugbahnen aus das direkte Sonnenlicht auf die Nachtseite der Erdoberfläche reflektieren, und dabei nicht nur mit bloßen Auge sichtbar sind, sondern auch bei astronomischen Beobachtungen sowie in der Astrophotographie das natürliche Sternenlicht verschmutzen.<ref>[https://www.eso.org/public/germany/about-eso/dark-skies-preservation/ Erhalt des dunklen und stillen Nachthimmels], Europäische Südsternwarte (ESO), abgerufen am 7. November 2025</ref> Oft können in den Innenstädten am Nachthimmel –&nbsp;wenn überhaupt&nbsp;– nur noch sehr wenige und sehr helle Sterne gesehen werden. Selbst bei scheinbar klarem Nachthimmel gibt es einen großen Anteil von Streulicht, der in der Astrofotographie bei längeren Belichtungszeiten deutlich zum Vorschein tritt. Das Falschlicht kann mit Hilfe von speziellen optischen Filtern oder mit einer Bildverarbeitung zwar reduziert werden, in den Bildern gehen dann allerdings zunehmend auch Details des Sternhimmels verloren. Die folgende Aufnahme im Bereich der Galaxie Messier&nbsp;101 mit der scheinbaren Helligkeit von 7,5<sup>m</sup> mit allen Fixsternen bis zur 10.&nbsp;Größenklasse wurde in einer sternklaren Nacht am Stadtrand von Berlin gegen Mitternacht mit einem lichtstarken Objektiv bei einer Belichtungszeit von fünf Sekunden und bei einem Belichtungsindex von ISO&nbsp;12800 in Zenitnähe aufgenommen: <gallery caption="Messier 101 im Streulicht" widths="400" heights="250" perrow="2"> Streulichtfilterung.0.P1023258.jpg|Originalaufnahme: unten am Bildrand in der Mitte Alkaid, rechts der Mitte der Doppelstern Mizar mit Alkor und rechts am Bildrand Alioth; die Galaxie Messier&nbsp;101 ist ein kleiner diffuser Lichtfleck in der Bildmitte. Streulichtfilterung.1.P1023258.jpg|Schwarzwert korrigiert: der dunkelste im Bild auftretende Lichtpunkt wurde auf schwarz gefiltert, um das Streulicht abzuschwächen, das blaue Licht der Rayleigh-Streuung von künstlichen Lichtquellen ist in der Bildmitte erkennbar. Streulichtfilterung.2.P1023258.jpg|Streulicht halbiert: die dunklere Hälfte des Streulichts wurde auf schwarz gefiltert, das blaue Licht der Rayleigh-Streuung ist in der Bildmitte noch erkennbar. Streulichtfilterung.3.P1023258.jpg|Streulicht vollständig eliminiert: das gesamte Streulicht wurde auf schwarz gefiltert, die lichtschwache und flächenhafte Galaxie Messier&nbsp;101 ist jedoch ebenfalls nicht mehr sichtbar. </gallery> Um der Lichtverschmutzung entgegen zu wirken, werden überall auf der Welt {{w|Lichtschutzgebiet|Lichtschutzgebiete}} (englisch: "dark-sky (p)reserve") eingerichtet, in denen weitgehend auf künstliche Lichtquellen verzichtet werden muss. Erschwert wird die Motivation, sich intensiver mit der Astronomie zu beschäftigen, vermutlich auch noch durch die allgemein verbreitete Ansicht, dass inzwischen alles gut verstanden ist und berechnet werden kann. Das ist jedoch keineswegs der Fall, und die Astronomie erfordert heute oft die Anwendung leistungsfähiger Technologien und Datenverarbeitungsanlagen sowie komplexer numerischer Verfahren. Sie verbindet somit unmittelbar die Fächer {{w|Mathematik}}, {{w|Physik}}, {{w|Elektronik}} und {{w|Informatik}}. Hierfür sind eine umfassende Bildung und Ausbildung unumstößliche Voraussetzungen. Häufig sind gesellschaftliche Bezüge zur Astronomie im Laufe der Zeit umgedeutet oder so umformuliert worden, dass ihre Wurzeln heute nicht mehr offensichtlich sind. Aufgrund von unvollständiger, unzuverlässiger oder verfälschter Tradierung beziehungsweise in Ermangelung einer Dokumentation in Form von eindeutigen Abbildungen oder nachvollziehbaren Texten kann die Kenntnis davon sogar verloren gegangen sein. In der Regel wird es sehr schwierig und disputabel sein, die ältesten Zeugnisse noch richtig und vollständig zu deuten, da uns ein hinreichend umfassender Überblick über die mündlich tradierten Ansichten und Überzeugungen sowie die ungeschriebenen Gesetze des Altertums und selbst des Mittelalters heute nicht mehr gegeben ist. Als Beispiel seien zwei Anmerkungen des jüdischen Historikers {{w|Heinrich Graetz}} (1817–1891) aus dessen Werk ''Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart'' genannt. Er weist darauf hin, dass schon im fünften vorchristlichen Jahrhundert zu Zeiten des levitischen Beamten {{w|Esra}}, den der Kirchenvater Hieronymus als „Wiederhersteller“ des Pentateuch bezeichnet hat,<ref>Hieronymus: [https://bkv.unifr.ch/de/works/cpl-609/compare/de-virginitate-b-mariae/8/uber-die-bestandige-jungfrauschaft-mariens-gegen-helvidius-bkv Adversus Helvidium de perpetua virginitate b. Mariae 7]: ''sive Moysen dicere volueris auctorem Pentateuchi, sive Ezram ejusdem instauratorem operis, non recuso.''</ref> Unterschiede zwischen mündlicher und schriftlicher Tradition bestanden.<ref>Heinrich Graetz: [http://www.zeno.org/nid/20002742527 Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart]. Leipzig 1908, Band 4, S. 386–390.</ref> <blockquote> ''Der Unterschied zwischen schriftlicher und mündlicher Lehre, wiewohl mindestens schon unter dem Restaurator Esra vorhanden, trat wahrscheinlich erst in dem Kampfe zwischen Sadduzäismus und Pharisäismus als Gegensatz auf.''</br> ''...''</br> ''Die Lehrweise der Halacha bestand darin, daß die überlieferten Sätze ganz trocken ohne Erläuterung tradiert wurden, und zu ihrer Aneignung reichte ein treues Gedächtnis aus, der Midrasch hingegen gab die Anleitung, wie mündliche Bestimmungen aus dem Schrifttexte hergeholt wurden.'' </blockquote> Nichtsdestoweniger können im multi- und interdisziplinären Fachgebiet der Archäoastronomie, die die kognitive Archäologie mit der Astronomie verknüpft, alle verfügbaren Indizien und Fakten zusammengetragen, verbunden und ausgewertet werden. Die gesellschaftlichen Einflüsse anderer Kulturen und die Anforderungen zu interdisziplinärem Denken stellen uns Menschen zusehends vor neue und große Herausforderungen. Hierfür sind fundiertes und vernetztes Wissen aus einem breiten Themenspektrum sowie eine große Vorstellungskraft und Neugier für fremde und unbekannte Wissenswelten in hohem Maße nützlich. Man denke hierbei ganz besonders auch an die schnell fortschreitenden Entwicklungen in den zahlreichen und vielfältigen Anwendungsfeldern der großen Datenmengen (Big Data) sowie der Künstlichen Intelligenz (Artificial Intelligence).<ref>Peter Dabrock: ''Wir sollten auf klassische Bildung setzen.'' In: ''Aufbruch Künstliche Intelligenz – Was sie bedeutet und wie sie unser Leben verändert'', Google LLC, SZ Scala GmbH, 2018, Seite 34</ref><ref>[https://www.evangelisch.de/inhalte/155542/20-03-2019/ethikrat-peter-dabrock-klassische-bildung-kuenstliche-intelligenz Ethikratsvorsitzender plädiert für klassische Bildung], Evangelischer Pressedienst (epd), Bildung, Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), Frankfurt am Main, 20. März 2019</ref> Dies alles zusammengenommen führt geradewegs auf die folgende Frage: <blockquote> '''''Welche Wissenschaft könnte geeigneter als die Astronomie sein, um sich weltweit auf einen gemeinsamen Kanon (von altgriechisch κανών (kanón = Maßstab)) berufen zu dürfen, um existierende Unterschiede verstehen zu lernen und um bestehende Grenzen überwinden zu können&nbsp;?''''' </blockquote> Dieses Wikibook möge dazu beizutragen, das Interesse an der Astronomie zu wecken, bestehende Wissenslücken zu schließen und das Verständnis für die universellen Vorgänge am Himmel zu wecken oder zu vergrößern. <div style="clear:both"></div> == Einzelnachweise == <references></references> 8u8i1iassz6ypp9be118p9tx90svwkg Astronomie von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit/ Die Planeten 0 121618 1085369 1083639 2026-05-10T18:36:59Z Bautsch 35687 /* Der Saturn */ ungefähr in jedem Jahr ins nächste Mondhaus 1085369 wikitext text/x-wiki <gallery caption="Die Umlaufbahnen der Planeten des Sonnensystems" perrow=1 widths=480 heights=480 class="wikitable float-right"> Inner Planet Orbits 01.svg|Die vier inneren Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars. Outer Planet Orbits 01.svg|Die vier äußeren Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. </gallery> Zu den acht Planeten des Sonnensystems, in dessen Mitte die Sonne als Zentralgestirn liegt, zählen heute von innen nach außen der {{w|Merkur_(Planet)|Merkur}}, die {{w|Venus (Planet)|Venus}}, die {{w|Erde}}, der {{w|Mars (Planet)|Mars}}, der {{w|Mars (Planet)|Jupiter}}, der {{w|Saturn (Planet)|Saturn}}, der {{w|Uranus (Planet)|Uranus}} und der {{w|Neptun (Planet)|Neptun}}. Zwischen der Marsbahn und der Jupiterbahn liegt der {{w|Asteroidengürtel}} mit über einer Million Asteroiden. Der größte unter ihnen ist der Zwergplanet {{w|(1) Ceres}}, der 1801 als erster Asteroid entdeckt werden konnte. Jenseits der Neptunbahn liegt der {{w|Kuiper-Gürtel}}, der über 100000 Objekte enthält, die größer als 100&nbsp;Kilometer sind. Dazu gehören ebenfalls einige Zwergplaneten wie beispielsweise der 1930 auf photographischen Aufnahmen mit einem {{w|Blinkkomparator}} entdeckte {{w|Pluto}} sowie {{w|(136199) Eris}}, {{w|(136472) Makemake}} oder {{w|(136108) Haumea}}. Noch weiter außen und nicht nur in der Ebene der Bahnen der Planeten, der Asteroiden und der Objekte des Kuiper-Gürtels befindet sich die kugelschalenförmige '''Oortsche Wolke''', die einen Durchmesser von mindestens drei Lichtjahren hat. Objekte, die sich noch weiter außen befinden, sind nicht mehr durch die Gravitation der Sonne an unser Sonnensystem gebunden. == Die Naturgeschichte von Plinius dem Älteren == Gaius Plinius Secundus ("der Ältere") hat im ersten nachchristlichen Jahrhundert über die Planeten geschrieben, die er als "Irrsterne" bezeichnet hat. Das sechste und das achte Kapitel des zweites Buches aus dem ersten Band haben die Titel ''Von den sieben Irrsternen'' und ''Von der Natur der Irrsterne und ihrer Laufbahn''. Über die Planeten schreibt Plinius Folgendes:<ref name="Denso1764">Plinius: ''Naturgeschichte'', erster Band, zweites Buch, übersetzt von Johann Daniel Denso (1708–1795), Rostock und Greifswald, Anton Ferdinand Rösens Buchhandlung, 1764, in moderne deutsche Sprache gesetzt.</ref> <blockquote> '''Von den sieben Irrsternen.'''<br/> Zwischen [...] Erde und dem Himmel hangen in eben der gemeinschaftlichen Luft, in verschiedenen gewissen Abständen untereinander, sieben Gestirne, welche wir von ihrem Laufe '''Irrsterne''' ('''Planetae''') nennen. Da doch keine weniger als sie im Laufe irren. In der Mitte derselben hat die '''Sonne''' ihre Bahn, deren Größe und Macht die ausbündigste ist. Denn sie richtet nicht nur den Lauf der Zeiten ein und die Fruchtbarkeit der Länder, sondern auch die Bewegung der Gestirne und des Himmels. Diese ist nicht nur die belebende Seele der ganzen Welt, sondern augenscheinlich die verständige Regiererin derselben; und die, welche ihre Wirkungen gehörig achten können, müssen von ihr glauben, in ihr sei der vornehmste Sitz der Regierung der Natur und etwas Göttliches. Sie verleiht allen Dingen das Licht, und vertreibt die Finsternis. Sie verdunkelt die übrigen Gestirne, sie richtet nach der Gewohnheit der Natur die Abwechslungen der Zeiten und das sich stets erneuende Jahr ein. Sie vertreibt den traurigen Anblick des Himmels, und erheitert selbst das menschliche Gemüt. Sie teilt auch den übrigen Gestirnen ihr Licht mit. Sie ist herrlich, vortrefflich, sieht alles und hört auch alles. So wie ich finde, dass dem Vater der Gelehrsamkeit, dem Homer, dieses gleichfalls der einzigen Sonne beizulegen gefallen hat. </blockquote> [[Datei:Naturalis.historia.1.2.VIII.png|mini|rechts|hochkant=2|VIII. Kapitel "De natura syderum errantium'' ("Von der Natur der Irrsterne") im zweiten Buch der ''Naturalis historia'' von Plninius dem Älteren in einer Abschrift von 1491 aus Venedig.]] <blockquote> '''Von der Natur der Irrsterne und ihrer Laufbahn.''' Von hier wollen wir zu den übrigen Werken der Natur zurückkehren. Die Gestirne, von welchen wir sagten, dass sie an unserer Welt befestigt wären, sind nicht – wie der gemeine Haufen urteilt – einzeln Personen unter uns zugegeben, und die hellen den Reichen, die kleineren den Armen, die dunklen den Elenden, und dergestalt, dass sie nach eines jeden Zustands leuchteten, den Menschen zugeordnet. Noch auch dass sie mit dem Menschen, welchem sie angehörten, entständen und vergingen, oder durch ihr Herunterfallen eines Menschen Tod andeuteten. Solche Gemeinschaft hat der Himmel mit uns nicht, dass mit unserm Lebensende zugleich der Glanz jener Gestirne sterblich sein sollte. Wenn man sonst glaubt, dass sie herabfallen, so geben sie den Überfluss der feurigen Kraft, welche sie als ihre Nahrung zu viel in sich gesogen haben, von sich, wie wir es bei uns auch an den Lampen, bei dem zufließenden Öl wahrnehmen.<br/> Sonst haben die himmlische Körper eine ewige Natur, da sie den Zusammenhang der Welt ausmachen, und durch deren Zusammenhang entstanden sind. Ihre Wirkung aber erstreckt sich stark auf die Erde, da sie durch ihre Wirkungen, Klarheit und Größe, in solcher entfernten Kleinigkeit haben erkannt werden können, wie wir an seinem Ort zeigen werden.<br/> Auch die Beschaffenheit der Kreisbahnen wird sich bei Anführung der Erde bequemer sagen lassen, als wohin sie ganz gehört, wenn wir jetzt nur die Erfindungen des Lebewesenkreises nicht länger aussetzen. Man sagt '''Anaximander von Milet''' habe zuerst in der 58.&nbsp;Olympiade die schräge Krümme desselben verstanden, das heißt, die Tür zu der ganzen Sache geöffnet: die Zeichen in demselben, und zwar zuerst des Widders und Schützen, '''Cleostrat''' [Kleostratos von Tenedos], die Himmelskugel selbst lange vorher der '''Atlas'''.<br/> Nun müssen wir den Körper der Welt selbst verlassen, und von dem Übrigen, was zwischen dem Himmel und der Erde ist, handeln.<br/> ...<br/> Wir merken hierbei, dass die Gänge aller Planeten, auch unter diesen der '''Sonne''' und des '''Mondes''', einen der Welt entgegen gesetzten Lauf, das ist zur Linken, halten, da die Welt stets gegen die Rechte hin sich wälzt. Und ob die '''Sterne''' gleich von derselben durch eine so unbeschreiblich schnelle Umwendung empor gehalten werden, und sie dieselbe gegen Abend mit sich fort reißt, so gehen sie doch, ein jeder nach seiner Bahn, in einem entgegengesetzten Lauf. Dies geschieht deswegen, damit sich die Luft nach einer Seite hin nicht verdicke, und durch den ewigen Umschwung der Welt nicht in einer stillen Kugel erstarre, sondern durch den gegenseitigen Stoß der Luft zerteilt, getrennt und gehörig verdünnt werde.<br/> ...<br/> Hierauf [zwischen Mars und Venus] kommt der Lauf der Sonne, welcher in 360&nbsp;Grade geteilt ist. Doch damit die Beobachtung seines Schattens mit den Merkmalen der Zeiger übereinkommt, legt man jedem Jahr fünf Tage zu, und zudem noch ein Viertel eines Tages. Aus der Ursache wird im fünften Jahr noch ein Schalttag hinzugetan, damit die Berechnung der Zeiten mit dem Lauf der Sonne übereinstimmt.<br/> ...<br/> Denn an jenen [äußeren Planeten] sieht man, dass sie den vierten und dritten Teil des Himmels von der Sonne ab- und ihr oftmals entgegen gekehrt stehen. Sie haben auch alle Kreise von einem ununterbrochenen Umlauf, wovon wir bei der Berechnung des großen Jahres reden müssen. </blockquote> Aufgrund einiger astronomischer Beobachtungen kann Plinius im vierzehnten Kapitel zutreffende Aussagen über die Größenverhältnisse der Wandelgestirne machen. Besonders erwähnenswert ist, dass in der Antike bekannt war, dass der hellste Planet Venus nicht nur nachts Schatten werfen kann (siehe unten), sondern dass er durchaus auch ohne Fernrohr am Tag beobachtet werden konnte und kann: <blockquote> '''Von der Bewegung des Mondes.'''<br/> Dass die Mondspitzen, wenn er im Zunehmen ist, allemal von der Sonne ab gegen Morgen gerichtet, und wenn er abnimmt gegen Abend gekehrt sind, das ist gewiss. Die Zunahme und Abnahme seines Lichts ist diese: bis er voll wird, setzt er immer eine gute Dreiviertelstunde zur zweiten Stunde [während seiner Unsichtbarkeit] zu, und in der Abnahme verkürzt er ebenso viel seinen Lauf. Innerhalb von vierzehn Grad der Sonne ist er stets unsichtbar.<br/> Dies ist ein Beweis, woraus man die Planeten größer als den Mond achtet, weil jene zuweilen nach sieben Grad wieder hervorkommen. Aber die Höhe ihres Standes [also ihre große Entfernung] macht es notwendig, das sie kleiner erscheinen. Wie sie dann auch, da sie am Himmel geheftet stehen, vor dem Glanz der Sonne nicht gesehen werden, da sie sowohl bei Tag als auch bei Nacht leuchten. Dies erhellt augenscheinlich bei Sonnenfinsternissen und in recht tiefen Brunnen. </blockquote> <div style="clear:both"></div> == Der Merkur == [[Datei:Merkur.10Bogengrad.ueber.Horizont.Stangenhagen.P1105882.jpg|mini|hochkant=2|Der Planet Merkur bei maximaler westlicher Elongation (nördliche ekliptikale Höhe = 2 Bogengrad) und mit einer scheinbaren Helligkeit von 0<sup>m</sup> in 10 Bogengrad Höhe über dem östlichen Horizont in Stangenhagen gut eine Stunde nach seinem Aufgang. Die sieben Bogensekunden große Planetenscheibe war zu 56 Prozent durch die Sonne beleuchtet, die sich zum diesem Zeitpunkt noch 6,5 Bogengrad unter dem Horizont befand.]] Der Merkur nährt sich jedes Jahr im Frühling zusammen mit der Sonne dem Goldenen Tor der Ekliptik. Meistens wird sein Licht vom Licht der Sonne oder dem Licht der Dämmerung überdeckt, manchmal ist er dabei zu beobachten, wie zum Beispiel im Jahr 2022, als er am Ende April in großem Glanz am westlichen Abendhimmel in der nautischen Dämmerung zu sehen war. Ende April 2022 stand er dann bei fast drei Bogengrad nördlicher Breite und somit bester Sichtbarkeit im Goldenen Tor der Ekliptik. Danach war er rückläufig (retrograd) und erschien zwei Monate später zum Sommeranfang 2022 mit rund drei Bogengrad südlicher ekliptikaler Breite in den Morgenstunden am Osthimmel, wobei die Ekliptik zu diesem Zeitpunkt einen sehr flachen Winkel zum Horizont eingenommen hatte. Unter solchen Voraussetzungen ist er mit bloßem Auge nicht zu sehen. In Mesopotamien wurde Merkur wegen dieser schnellen Wechsel vom Morgen- zum Abendhimmel mit dem seit dem 18.&nbsp;Jahrhundert vor Christus erwähnten Schreibergott Nabû, Sohn des Götteroberhaupts Marduk, der wiederum mit dem Planeten Jupiter assoziiert ist, auch "springender Planet" genannt. Sein noch älterer sumerischer Name lautet UDU.IDIM.GU4.UD, was wörtlich mit "springendes Wildschaf" übersetzt werden könnte.<ref>{{Literatur |Autor=Friedhelm Pedde |Titel=Götter und Planeten im Alten Orient. Teil 1. Nabu und der Merkur, in: … dem Himmel nahe … der Erde verbunden. Mitgliederzeitschrift der Wilhelm-Foerster-Sternwarte |Volume=6 |Datum=2020-03 | Seiten=12-13 |Online=https://www.academia.edu/42093205/G%C3%B6tter_und_Planeten_im_Alten_Orient_Teil_1_Nabu_und_der_Merkur_in_dem_Himmel_nahe_der_Erde_verbunden_Mitgliederzeitschrift_der_Wilhelm_Foerster_Sternwarte_Ausgabe_6_März_April_Mai_2020_12_13 |Abruf=2025-07-20 |sprache=de}}</ref> Der Merkur hat kurz vor Sonnenaufgang und kurz nach Sonnenuntergang stets nur eine geringe Höhe über dem Horizont und die Sonne steht immer so dicht unter dem Horizont, dass die bürgerliche Morgendämmerung bereits viel Streulicht erzeugt. Der Merkur kann deswegen mit bloßem Auge nicht ohne weiteres beobachtet werden. Hierzu müssen gute Randbedingungen herrschen, wie eine große Elongation (maximal 28&nbsp;Bogengrad), eine möglichst nördliche ekliptikale Breite (maximal 7&nbsp;Bogengrad) sowie eine möglichst steile Ekliptik über dem Horizont, wie um den Frühlingsanfang im Westen beim Untergang des Merkurs (bei östlicher Elongation), oder um den Herbstbeginn im Osten beim Aufgang des Merkurs (bei westlicher Elongation). Ferner müssen klare Sichtverhältnisse herrschen, die Sonne muss möglichst weit unter dem Horizont stehen, und der korrekte Ort über dem Horizont muss beim Betrachten gut fixiert werden. Der Merkur war aber auch auf Malta mit bloßem Auge nur selten zu beobachten und eignete sich nicht, um kontinuierlich mit der Himmelstafel von Tal-Qadi vermessen zu werden. Zudem konnte sie in Ermangelung sichtbarer Fixpunkte dann auch nicht immer zuverlässig in den Sternenhimmel eingepasst werden. Auch {{w|Nikolaus Kopernikus}} auf Thorn hatte es 1543 in seinem Werk ''De revolutionibus orbium coelestium'' bedauert, den Planeten Merkur in ermländischen Frauenburg bei einer geographischen Breite von über 54&nbsp;Bogengrad selber nie beobachtet zu haben oder gar dessen Position bestimmt haben zu können:<ref>Vergleiche Johann Elert Bode (Herausgeber): ''Berliner Astronomisches Jahrbuch für das Jahr 1794'' nebst einer Sammlung der neuesten in die astronomischen Wissenschaften einschlagenden Abhandlungen und Nachrichten, Berlin, 1791, Seite 187</ref><ref>Siehe Nikolaus Kopernikus aus Thorn: ''De revolutionibus orbium coelestium'', Liber quintus, Capitulum 30: ''De recentioribus Mercurii motibus observantis'', Johannes Petreius, Nürnberg, 1543, Seite 169a (rechts)</ref><ref>Nikolaus Kopernikus aus Thorn: ''Über die Kreisbewegungen der Weltkörper'', Fünftes Buch, Capitel 30: ''Ueber neuere Beobachtungen der Bewegung des Merkur'', übersetzt und mit Anmerkungen von Dr. C. L. Menzzer, durchgesehen und mit einem Vorwort von Dr. Moritz Cantor, herausgegeben von dem Coppernicus-Verein für Wissenschaft und Kunst zu Thorn, Verlag Ernst Lambeck, Thorn, 1879</ref> [[Datei:De.recentibus.Mercury.motibus.observatus.P1161828.jpg|rechts|mini|hochkant=2|Beginn des Kapitels "De recentioribus Mercury motibus observatis" ("Über neuere beobachtete Bewegungen des Merkur") in der Handschrift von Kopernikus in dessen Buch "De revolutionibus orbium coelestium" ("Über die Kreisbewegungen der Weltkörper").]] <blockquote> '''De recentioribus Mercury motibus observatis'''<br/> <br/> Hanc sane viam humis stellae cursum examinandi prisci nobis premonstraverunt,<br/> sed caelo adducti serenioci, nempe ubi Nilus ei ut ferunt,<br/> non spirat auras, qualis apud nos Vistula.<br/> Nobis autem rigentiorem plagam ni habatantibus illam commoditatem natura negavit,<br/> ubi tranquillitas aeris rarus,<br/> ac insupem ob magnam sphaerae obliquitatem varius sinit<br/> videri Mercuriam quando nitens in maxima a sole distantia. </blockquote> <blockquote> '''Über neuere beobachtete Bewegungen des Merkur'''<br/> <br/> Diesen selbstverständlichen Weg, den Grund für den Lauf des Sternes zu untersuchen, hatten uns die Alten vorgezeichnet,<br/> aber von heiterem Himmel begünstigt, und bei denen der Nil allerdings, wie sie berichten,<br/> nicht solche Dünste ausatmet, wie bei uns die Weichsel.<br/> Uns jedoch, im eiskalten Schlag wohnend, verweigerte die Natur jene Zuvorkommenheit,<br/> da die Ruhe der Luft selten ist,<br/> sowie da es obendrein wegen der großen Schiefe der Himmelskugel nur gelegentlich möglich ist,<br/> den Merkur zu sehen, wenn er in den größten Abstand von der Sonne klettert. </blockquote> Die folgenden beiden Bilder zeigen das untergehende Neulicht des Mondes beim Abenderst (Mondalter 43 Stunden, visuelle Helligkeit -4<sup>m</sup>) in Konjunktion mit dem Planeten Merkur (20 Bogengrad östliche Elongation, visuelle Helligkeit 2<sup>m</sup>) zu Beginn der nautischen Dämmerung ungefähr sieben Bogengrad über dem Horizont am 2. Mai 2022. Die Plejaden sind beim Abendletzt (akronychischer Untergang, die visuelle Helligkeit des hellsten Einzelsterns Alkyone beträgt 4<sup>m</sup>) gerade noch wahrnehmbar. <gallery caption="Neulicht des Mondes und Merkur in Konjunktion im Goldenen Tor der Ekliptik" widths="640" heights="480" perrow=1> Neulicht.Merkur.Plejaden.Flugzeug.P1138787.jpg|Vier Objekte bei einer Höhe von ungefähr 9&nbsp;Bogengrad (von links nach rechts): Mond (Elongation = 21,4&nbsp;Bogengrad, 3,5&nbsp;Prozent beleuchtet), rechts davon Merkur (Elongation = 20,1&nbsp;Bogengrad, 28&nbsp;Prozent beleuchtet), weiter rechts die Plejaden (Höhe = 9&nbsp;Bogengrad), direkt darüber ein Flugzeug. Die Sonne stand bereits über 8&nbsp;Bogengrad unterhalb der Horizontlinie Mond.im.Neulicht.in.Konjunktion.mit.Merkur.im.Goldenen.Tor.der.Ekliptik.P1138812.jpg|Mond und Merkur im Goldenen Tor der Ekliptik, links der Rote Riese Aldebaran, rechts die Plejaden. </gallery> Plinius der Ältere schreibt in seiner Naturgeschichte (Naturalis historia) über den Merkur:<ref name="Denso1764" /> <blockquote> Auf gleiche Weise [wie die Venus], doch nicht mit gleicher Größe und Gewalt, geht ihm (''Anmerkung: dem '''Timaios''' vom griechischen Philosophen Platon'') zunächst das Gestirn des '''Merkurs''', welches einige dem '''Apollo''' zugeeignet haben, in einer niedrigeren Bahn, dessen Umkreis sich neun Tage geschwinder endigt. Es leuchtet bald vor Aufgange der Sonne, bald nach ihrem Niedergange, niemals weiter von der Sonne als 23&nbsp;Grad abstehend; wie, nebst vorigen, '''Sosigenes''' [aus Alexandria] lehrt. </blockquote> → Siehe auch: [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Herbstbeginn_in_Uruk_im_Jahr_181_vor_Christus|Herbstbeginn in Uruk im Jahr 181 vor Christus]]. <div style="clear:both"></div> == Die Venus == [[File:Venus.Abendstern.P1034315.jpg|mini|hochkant=2|Venus mit 8 Prozent Sichel (-4 mag) am westlichen Berliner Abendhimmel 20 Minuten vor Sonnenuntergang in einer Höhe von 24,8° und in einer Entfernung von 0,3 AE.]] Die Venus kann bei Erdnähe sehr große Helligkeiten erreichen und ist dann nach Sonne und Mond das hellste regelmäßig zu beobachtende Himmelsobjekt. Nach der astronomischen Dämmerung kann sie nach Monduntergang und vor Mondaufgang einen sichtbaren Schatten einer Hand auf einem weißen Blatt Papier werfen. Sie bildet je nach Lage zu Sonne verschiedene Phasen und kann in seltenen Fällen vor der Sonnenscheibe beobachtet werden. Aufgrund der Eigenbewegung der Plejaden konnte die Venus bei maximaler nördlicher ekliptikaler Breite den südlichsten Stern dieses Sternhaufens, Atlas, vor 4800 Jahren noch bedecken. Danach konnte dann nur noch die Annäherung der Venus an den Sternhaufen beobachtet werden. Heute ist der minimal mögliche Abstand zwischen Atlas und Venus auf über ein halbes Bogengrad angewachsen. Gaius Plinius Secundus ("der Ältere") schreibt in seiner Naturgeschichte (Naturalis historia) über die Venus:<ref name="Denso1764" /> <blockquote> Unter der Sonne läuft der große Stern herum, welchen wir die '''Venus''' nennen, welcher mit seinem abwechselnden Laufe unbeständig ist, und selbst mit seinen Beinamen der Ehre der Sonne und des Mondes nacheifert. Kommt er der Sonne zuvor, und geht vor ihrem Anbruch auf, so hat er davon den Namen des '''Morgensterns (Lucifer)''' bekommen; gleichsam wie eine andere Sonne, welche den Tag beschleunigt; wenn sie aber von Abend ihren Glanz zurückwirft, heißt sie der '''Abendstern (Vesper)''': als ob sie das Tageslicht verlängert und des Mondes Stelle vertritt. Diese ihre Beschaffenheit hat zuerst '''Pythagoras von Samos''', ungefähr in der 42.&nbsp;Olympiade, welches das 142.&nbsp;Jahr der Stadt Rom gewesen ist, bemerkt. Ferner übertrifft sie an Größe alle andere Sterne: und ihr Schein ist so hell, dass die Strahlen dieses einzigen Sternes Schatten werfen. Deswegen hat er eine prächtige Menge Beinamen. Einige haben ihn die '''Juno''', andere die '''Isis''', noch andere die '''Mutter der Götter''' genannt. Durch Kraft dieses Gestirns wird alles auf Erden gezeugt. Denn da es bei beiderseitigen Aufgang dieselbe mit dem fruchtbaren Tau befeuchtet, vollführt es nicht nur die Befruchtung der Erde, sondern reizt auch alle Tiere zur Begattung. Die Bahn des Lebewesenkreises durchgeht Venus in 348&nbsp;Tagen, und steht, nach der Meinung des '''Timaios''' (''Anmerkung: ein einflussreicher, kosmologischer Dialog des antiken Philosophen '''Platon'''''), von der Sonne niemals weiter als 46&nbsp;Grad ab. </blockquote> <div style="clear:both"></div> == Der Mars == [[Datei:Mars.im.Goldenen.Tor.der.Ekliptik.P1091616.jpg|mini|hochkant=3|Der rote Planet Mars (Mitte) im Goldenen Tor der Ekliptik zwischen dem offenen Sternhaufen der Hyaden (links) mit den Roten Riesen Aldebaran (α&nbsp;Tauri) und dem offenen Sternhaufen der Plejaden (rechts).]] Der Mars ist in Opposition zur Sonne der Erde besonders nah und weist dann eine hohe Winkelgeschwindigkeit gegenüber dem Fixsternhimmel auf. Er ist dann recht hell und rötlich wahrnehmbar, während er eine relativ schnell bewegte Schleife zieht, wenn die Erde ihn auf ihrer kleineren inneren Bahn überholt. Gaius Plinius Secundus ("der Ältere") schreibt in seiner Naturgeschichte (Naturalis historia) über den Mars:<ref name="Denso1764" /> <blockquote> Die dritte Stelle gehöret dem '''Mars''', welchen Stern auch andere '''Herkules''' benannt haben. Dieser ist feurig, und brennt von der Nähe der Sonne, und vollführt seinen Lauf etwa in zwei Jahren. </blockquote> → Siehe auch: [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Aristotelische_Mars-Konjunktion|Aristotelische Mars-Konjunktion]]. <div style="clear:both"></div> == Der Jupiter == [[Datei:Jupiter.mit.Galileischen.Monden.P1025673.png|mini|rechts|hochkant=2|Der Jupiter mit Großem Roten Fleck und seinen vier Galileischen Monden Kallisto und Ganymed (links) sowie Io und Europa (rechts) mit einem Fernrohr betrachtet.]] Braucht für einen siderischen Umlauf knapp zwölf Jahre und steht somit in jedem Jahr in einem anderen der zwölf Lebewesenkreiszeichen. Gaius Plinius Secundus ("der Ältere") schreibt in seiner Naturgeschichte (Naturalis historia) über den Jupiter:<ref name="Denso1764" /> <blockquote> Das Gestirn des Saturns aber ist kalter und starrender Natur, und viel tiefer unter ihm ist die Bahn des '''Jupiters''', dessen Lauf deswegen geschwinder ist, und jedes mal in zwölf Jahren zu Ende gebracht wird. ...<br/> Da nun '''Jupiter''' zwischen beiden [Saturn und Mars] liegt, so erhält er von des Mars heftiger Hitze, und der Kälte des Saturns eine Mäßigung, die ihn heilsam macht.<br/> </blockquote> → Siehe auch: [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Babylonische_Jupiter-Konjunktion|Babylonische Jupiter-Konjunktion]]. → Siehe auch: [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Aristotelische_Jupiter-Konjunktion|Aristotelische Jupiter-Konjunktion]]. → Siehe auch: [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Herbstbeginn_in_Uruk_im_Jahr_181_vor_Christus|Herbstbeginn in Uruk im Jahr 181 vor Christus]]. → Siehe auch: [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Der_Stern_von_Bethlehem|Der Stern von Bethlehem]]. <div style="clear:both"></div> == Der Saturn == [[Datei:Saturn.P1174966.png|mini|hochkant=2|Der Planet Saturn am 2. September 2023 in Erdnähe von Berlin aus gesehen.]] Braucht für einen siderischen Umlauf 29,4475 Jahre und wandert somit ungefähr in jedem Jahr ins nächste → [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Mondhäuser|'''Mondhaus''']]. Gaius Plinius Secundus ("der Ältere") schreibt in seiner Naturgeschichte (Naturalis historia) über den Saturn:<ref name="Denso1764" /> <blockquote> Das ist gewiss, dass das Gestirn, welches wir den '''Saturn''' nennen, das höchste sei, da es uns am kleinsten erscheint, und dass es in der weitesten Bahn umlaufe, und erst im 30.&nbsp;Jahr zu dem kürzesten Anfang seines Sitzes zurückkehre.<br/> ...<br/> Das Gestirn des '''Saturns''' aber ist kalter und starrender Natur, und viel tiefer unter ihm ist die Bahn des '''Jupiters''', dessen Lauf deswegen geschwinder ist, und jedes mal in zwölf Jahren zu Ende gebracht wird. </blockquote> → Siehe auch: [[Astronomie_von_der_Frühgeschichte_bis_zur_Neuzeit/_Konjunktionen#Der_Stern_von_Bethlehem|Der Stern von Bethlehem]]. <div style="clear:both"></div> == Der Uranus == [[Datei:Stier.Mars.Uranus.Widder.P1025009.png|mini|rechts|hochkant=2|Der Planet Uranus (unten in der Mitte) im März 2021 im Sternbild Widder (Aries).]] Der Planet Uranus ist in Abwesenheit von Lichtverschmutzung mit bloßem Auge gerade noch sichtbar. Nichtsdestoweniger war er in der Antike und im Mittelalter noch nicht bekannt. Uranus wurde wegen seiner langsamen Bewegung aber selbst bei der Beobachtung mit Fernrohren zunächst noch für einen Stern und auch 1871 von seinem Entdecker Friedrich Wilhelm Herschel (1738–1822) erst für einen Kometen gehalten. <div style="clear:both"></div> == Der Neptun == [[Datei:Neptune Voyager2 color calibrated.png|mini|hochkant=2|Der Neptun konnte am 17. August 1989 von der NASA-Sonde Voyager 2 erstmals aus der Nähe aufgenommen werden.]] Neptun hat nur eine scheinbare Helligkeit der achten Größenklasse und ist ohne Fernrohr nicht sichtbar. Kurioserweise hatte ihn Ende 1612 schon Galileo Galilei (1564–1642) bei der Beobachtung des Planeten Jupiter mit seinem neu entwickelten Fernrohr bemerkt und dokumentiert. Da Neptun zu diesem Zeitpunkt an seinem Wendepunkt gerade stationär war, fiel Galilei nicht auf, dass es sich um ein Wandelgestirn handelt. Ähnlich erging es Michel Lefrançois de Lalande (1766–1839), dem Neffen des berühmten französischen Astronomen Jérôme Lalande (1732–1807). Für die Vorbereitung eines Sternkatalogs beobachtete er im Mai 1795 die Himmelsregion, in der sich der Planet Neptun bewegte, und auch er realisierte nicht, dass es sich bei diesem sich sehr langsam bewegenden Objekt um einen Planeten handeln könnte. Friedrich Wilhelm Bessel (1784–1846) stellte aufgrund der Bahnstörungen, die beim Uranus beobachtet werden konnten, bereits 1823 seine unveröffentlichte Hypothese der spezifischen Gravitation auf, die allerdings keine vernünftigen Ergebnisse liefern konnte. Er äußerte 1828 in einem Brief an seinen Freund Alexander von Humboldt seine Meinung zum Transuranus: <blockquote> Ich glaube an einen Planeten über Uranus. </blockquote> Entdeckt wurde Neptun als Planet erst im September 1846 von Johann Gottfried Galle (1812–1910) in Berlin, nachdem der französische Astronom Urbain Le Verrier (1811–1877) anhand der Bahnstörungen von Uranus dessen ungefähre Position vorausberechnen konnte. Galle konnte den Planeten dank der präzisen, von Friedrich Wilhelm Bessel initiierten Berliner Akademischen Sternkarten finden und nachweisen. <div style="clear:both"></div> == Einzelnachweise == <references></references> 2bj43213dham8pni1hgft5a3j6hesko Ing Mathematik: Fourierreihen 0 121811 1085357 1085331 2026-05-10T14:47:38Z Intruder 1513 /* Beispiele */ 1085357 wikitext text/x-wiki {{Navigation_zurückhochvor_buch| zurücktext=Konforme Abbildungen| zurücklink=Ing Mathematik: Konforme Abbildungen| hochtext=Gesamtinhaltsverzeichnis| hochlink=Ing: Mathematik für Ingenieure| vortext=Einführung in Funktionaltransformationen| vorlink=Ing Mathematik: Einführung in Funktionaltransformationen}} == Allgemeines == <gallery> Joseph Fourier.jpg| Jean Baptiste Joseph Fourier (1768-1830), französischer Mathematiker und Physiker Periodic function illustration.svg| P-periodische Funktion Sawtooth Fourier Animation.gif| Zur Sägezahnfunktion </gallery> Siehe auch {{W|Periodische Funktion}}, {{W|Fourierreihe}}. Fourierreihe für eine <math>2\pi</math>-periodische Funktion: <math> f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kx\right)+b_{k}\sin\left(kx\right)\right) </math> <math> a_{k} = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(x)\cdot\cos\left(kx\right)\mathrm dx\quad\text{für }k\geq0 </math> <math> b_{k} = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(x)\cdot\sin\left(kx\right)\mathrm dx\quad\text{für }k\geq1 </math> bzw. in komplexer Schreibweise <math>f(x) \approx \sum_{k=-\infty}^\infty c_k \mathrm e^{jkx} </math> <math>c_{k} = \frac{1}{2\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(x)\cdot\ \mathrm e^{-jkx}\mathrm dx </math> == Gerade und ungerade Funktionen == Ist f gerade oder ungerade, so vereinfachen sich die Formeln für die Fourierkoeffizienten: <gallery> Parabola2.svg | gerade Funktion Function x3.svg | ungerade Funktion </gallery> Wenn f gerade ist, so gilt: <math>a_k = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi f(x)\cos(kx)\text{d}x;\quad b_k = 0</math> Ist f ungerade, so gilt: <math>b_k = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi f(x)\sin(kx)\text{d}x;\quad a_k = 0</math> == P-periodische Funktionen == <math> f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)+b_{k}\sin\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\right) </math> <math> a_{k} = \frac{2}{P}\int_{-P/2}^{P/2}f(x)\cdot\cos\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\mathrm dx </math> <math> b_{k} = \frac{2}{P}\int_{-P/2}^{P/2}f(x)\cdot\sin\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\mathrm dx </math> Für gerade/ungerade Funktionen gilt oben Gesagtes. == Alternierende Funktionen == <gallery> IngMath_Fourierreihe_alternierend.svg | Alternierende Funktion </gallery> Für eine alternierende Funktion gilt <math>f(x) = -f(x+\pi)</math>. <math>a_{2k} = 0;\quad \text{für}\quad k\in \mathbb{N}_0</math> <math>b_{2k} = 0; \quad \text{für}\quad k\in \mathbb{N}^+</math> <math>a_{2k+1} = \frac{2}{\pi}\int_0^\pi f(t)\cos((2k+1)t)\text{d}t;\quad \text{für}\quad k\in \mathbb{N}_0</math> <math>b_{2k+1} = \frac{2}{\pi}\int_0^\pi f(t)\sin((2k+1)t)\text{d}t;\quad \text{für}\quad k\in \mathbb{N}^+</math> == Herleitung == Zur Herleitung der Fourierkoeffizienten gibt es wie üblich mehrere Möglichkeiten. Wir lehnen uns hier an die Darstellungsweise in ''Burg, Haf, Wille, Meister: Höhere Mathematik für Ingenieure, Band 1; Vieweg+Teubner, 2011'' an. Dazu ist es nötig die sogenannten Orthogonalitätsrelationen der trigonometrischen Funktionen einzuführen. Dies machen wir als ersten Schritt. === Orthogonalitätsrelationen === <math>\int_{-\pi}^{\pi} \sin (nx) \sin (kx)\text{d}x = \int_{-\pi}^{\pi} \cos (nx) \cos (kx)\text{d}x = \begin{cases} 0, & \mbox{falls } \quad n\ne k, \\ \pi, & \mbox{falls } \quad n = k \end{cases} </math> <math>\int_{-\pi}^{\pi} \sin (nx) \cos (kx)\text{d}x = 0 </math> <math>n, k\in \mathbb{N}</math> Diese Formeln kann man aus den Additionstheoremen von sin und cos und Substitution (siehe ''Burg, Haf, Wille, Meister; Seite 316f''), oder aus Integraltafeln (z.B. ''Bronstein'') gewinnen. === Herleitung der Fourierkoeffizienten === Wir gehen davon aus, dass die Approximation <math> f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kx\right)+b_{k}\sin\left(kx\right)\right) </math> möglich ist und ersetzen im Folgenden das Approximationszeichen durch das Gleichheitszeichen. Mathematiker würden nicht davon ausgehen, sondern diese Beziehung beweisen. Dies machen wir hier aber nicht. Nun multiplizieren wir diese Gleichung mit <math>\cos(nx)</math> und integrieren von <math>-\pi</math> bis <math>\pi</math>. <math>\int_{-\pi}^\pi f(x)\cos(nx)\text{d}x = \frac{a_0}{2}\int_{-\pi}^{\pi}\cos(nx) + \sum_{k=1}^\infty \left( a_k \int_{-\pi}^\pi \cos(kx)\cos(nx)\text{d}x + b_k \int_{-\pi}^\pi \sin(kx)\cos(nx)\text{d}x \right)</math> Auch hier gehen wir hemdsärmelig davon aus, dass <math>\sum</math> und <math>\int</math> vertauschbar sind und das Integral aufgesplittet werden kann. Setzen wir die Orthogonalitätsrelationen ein, so erhalten wir (es bleibt nur das Integral für <math>n=k</math>, alle anderen werden 0): <math>\int_{-\pi}^\pi f(x)\cos(nx)\text{d}x = a_n\pi;\quad n\in \mathbb{N}_0</math> Und somit sind die <math>a_n</math> hergeleitet. Man muss nur noch durch <math>\pi</math> dividieren. Nun multiplizieren wir die Approximation initial mit <math>\sin(nx)</math>, integrieren wieder und setzen die Orthogonalitätsrelationen ein. Dies sei hier aber nicht ausgeführt, sondern dem interessierten Leser zur <u>Übung</u> überlassen. Im Endeffekt haben wir so die Fourierkoeffizienten hergeleitet. Genaueres zur Konvergenz der Fourierreihen siehe z.B. ''Burg, Haf, Wille, Meister: Seite 430ff''. === Herleitung der P-periodischen Darstellungsweise === [[Datei:IngMath_P_periodische_Funktion.svg | 300px]] Aus obiger Zeichnung ergibt sich <math>\frac{2\pi}{t} = \frac{P}{x}</math>. Somit ist <math>x=\frac{P}{2\pi}t,\, t=\frac{2\pi}{P}x,\, \text{d}x=\frac{P}{2\pi}\text{d}t,\, \text{d}t=\frac{2\pi}{P}\text{d}x </math>. Die <math>2\pi</math>-periodische Darstellungsweise ist somit (wir führen hier <math>t</math> ein): <math> f(t)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kt\right)+b_{k}\sin\left(kt\right)\right) </math> Einsetzen der obigen Formel für t <math>f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(\frac{2k\pi}{P}x\right)+b_{k}\sin\left(\frac{2k\pi}{P}x\right)\right)</math> Selbiges für die Fourierkoeffizienten <math>a_{k} = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(t)\cdot\cos\left(kt\right)\mathrm dt</math> <math>b_{k} = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(t)\cdot\sin\left(kt\right)\mathrm dt</math> Wir benötigen noch die Umrechnung der Integrationsgrenzen: <math>t = -\pi = \frac{2\pi}{P}x;\, x = -\frac{P}{2}</math> Für <math>t=\pi</math> ist der Rechengang identisch und wird nicht nochmal vorgeführt. Und somit gilt <math> a_{k} = \frac{2}{P}\int_{-P/2}^{P/2}f(x)\cdot\cos\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\mathrm dx </math> <math> b_{k} = \frac{2}{P}\int_{-P/2}^{P/2}f(x)\cdot\sin\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\mathrm dx </math> Man sieht, das Ganze ist keine Hexerei, wurde aber trotzdem explizit gezeigt, damit das Prozedure ein für alle Mal geklärt ist. === Herleitung der komplexen Schreibweise === Als ersten Schritt ersetzen wir die sin/cos-Schreibweise durch die e-Schreibweise: <math>\sin(kx) = \frac{\text{e}^{jkx} - \text{e}^{-jkx}}{2j}</math> <math>\cos(kx) = \frac{\text{e}^{jkx} + \text{e}^{-jkx}}{2}</math> Die Fourierreihe ist somit <math> f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kx\right)+b_{k}\sin\left(kx\right)\right) = c_0 + \sum_{k=1}^{\infty}\left( \underbrace{\frac{a_k-jb_k}{2}}_{c_k} \text{e}^{jkx} + \underbrace{\frac{a_k+jb_k}{2}}_{c_{-k}} \text{e}^{-jkx}\right) = \sum_{k=-\infty}^{\infty}c_k\text{e}^{jkx} </math> Berechnung der Fourierkoeffizienten: <math>a_k = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^\pi f(x) \frac{e^{jkx}+\text{e}^{-jkx}}{2}\text{d}x</math> <math>b_k = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^\pi f(x) \frac{e^{jkx}-\text{e}^{-jkx}}{2j}\text{d}x</math> <math>c_k = \frac{a_k - jb_k}{2} = \frac{1}{2\pi}\int_{-\pi}^\pi f(x)\text{e}^{-jkx}\text{d}x</math> == Beispiele == === Beispiel 1 === Gegeben sei die Funktion [[Datei:IngMath_fourier_bsp12.svg|300px]] Gesucht ist die Fourierreihenentwicklung. Die Funktion <math>f(t) = t\,</math> für <math>\, 0<t\le\pi</math> ist gerade. Es gelten somit die Beziehungen: <math>a_k = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi f(t)\cos(kt)\text{d}t;\quad b_k = 0</math> <math> f(t)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kt\right)+b_{k}\sin\left(kt\right)\right) </math> Für <math>k=0</math>: <math>\quad a_0 = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi t\, \underbrace{\cos(0)}_{1}\text{d}t = \frac{2}{\pi}\frac{t^2}{2}|_0^\pi = \pi </math> Für <math>k\in \mathbb{N}^+</math>: <math>\quad a_k = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi t\,\cos(kt)\text{d}t = \frac{2}{\pi} \left[ \frac{\cos(kt)}{k^2} + \frac{t\, \sin(kt)}{k}\right]_0^\pi = \frac{2}{\pi} \left[ \frac{(-1)^n}{k^2} + 0 - \frac{1}{k^2} - 0\right] = \frac{2}{\pi} \left[ \frac{(-1)^n}{k^2} - \frac{1}{k^2}\right]</math> Somit: <math>f(t)\approx \frac{\pi}{2} - \frac{4}{\pi}\left[ \frac{\cos t}{1^2} + \frac{\cos(3t)}{3^2} + \frac{\cos(5t)}{5^2} + ...\right]</math> == Übungen == {{Navigation_zurückhochvor_buch| zurücktext=Konforme Abbildungen| zurücklink=Ing Mathematik: Konforme Abbildungen| hochtext=Gesamtinhaltsverzeichnis| hochlink=Ing: Mathematik für Ingenieure| vortext=Einführung in Funktionaltransformationen| vorlink=Ing Mathematik: Einführung in Funktionaltransformationen}} 4uhgidscf7ycjqrbq24s0mjhrp67y6l 1085363 1085357 2026-05-10T16:36:18Z Intruder 1513 /* Beispiel 1 */ 1085363 wikitext text/x-wiki {{Navigation_zurückhochvor_buch| zurücktext=Konforme Abbildungen| zurücklink=Ing Mathematik: Konforme Abbildungen| hochtext=Gesamtinhaltsverzeichnis| hochlink=Ing: Mathematik für Ingenieure| vortext=Einführung in Funktionaltransformationen| vorlink=Ing Mathematik: Einführung in Funktionaltransformationen}} == Allgemeines == <gallery> Joseph Fourier.jpg| Jean Baptiste Joseph Fourier (1768-1830), französischer Mathematiker und Physiker Periodic function illustration.svg| P-periodische Funktion Sawtooth Fourier Animation.gif| Zur Sägezahnfunktion </gallery> Siehe auch {{W|Periodische Funktion}}, {{W|Fourierreihe}}. Fourierreihe für eine <math>2\pi</math>-periodische Funktion: <math> f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kx\right)+b_{k}\sin\left(kx\right)\right) </math> <math> a_{k} = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(x)\cdot\cos\left(kx\right)\mathrm dx\quad\text{für }k\geq0 </math> <math> b_{k} = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(x)\cdot\sin\left(kx\right)\mathrm dx\quad\text{für }k\geq1 </math> bzw. in komplexer Schreibweise <math>f(x) \approx \sum_{k=-\infty}^\infty c_k \mathrm e^{jkx} </math> <math>c_{k} = \frac{1}{2\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(x)\cdot\ \mathrm e^{-jkx}\mathrm dx </math> == Gerade und ungerade Funktionen == Ist f gerade oder ungerade, so vereinfachen sich die Formeln für die Fourierkoeffizienten: <gallery> Parabola2.svg | gerade Funktion Function x3.svg | ungerade Funktion </gallery> Wenn f gerade ist, so gilt: <math>a_k = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi f(x)\cos(kx)\text{d}x;\quad b_k = 0</math> Ist f ungerade, so gilt: <math>b_k = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi f(x)\sin(kx)\text{d}x;\quad a_k = 0</math> == P-periodische Funktionen == <math> f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)+b_{k}\sin\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\right) </math> <math> a_{k} = \frac{2}{P}\int_{-P/2}^{P/2}f(x)\cdot\cos\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\mathrm dx </math> <math> b_{k} = \frac{2}{P}\int_{-P/2}^{P/2}f(x)\cdot\sin\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\mathrm dx </math> Für gerade/ungerade Funktionen gilt oben Gesagtes. == Alternierende Funktionen == <gallery> IngMath_Fourierreihe_alternierend.svg | Alternierende Funktion </gallery> Für eine alternierende Funktion gilt <math>f(x) = -f(x+\pi)</math>. <math>a_{2k} = 0;\quad \text{für}\quad k\in \mathbb{N}_0</math> <math>b_{2k} = 0; \quad \text{für}\quad k\in \mathbb{N}^+</math> <math>a_{2k+1} = \frac{2}{\pi}\int_0^\pi f(t)\cos((2k+1)t)\text{d}t;\quad \text{für}\quad k\in \mathbb{N}_0</math> <math>b_{2k+1} = \frac{2}{\pi}\int_0^\pi f(t)\sin((2k+1)t)\text{d}t;\quad \text{für}\quad k\in \mathbb{N}^+</math> == Herleitung == Zur Herleitung der Fourierkoeffizienten gibt es wie üblich mehrere Möglichkeiten. Wir lehnen uns hier an die Darstellungsweise in ''Burg, Haf, Wille, Meister: Höhere Mathematik für Ingenieure, Band 1; Vieweg+Teubner, 2011'' an. Dazu ist es nötig die sogenannten Orthogonalitätsrelationen der trigonometrischen Funktionen einzuführen. Dies machen wir als ersten Schritt. === Orthogonalitätsrelationen === <math>\int_{-\pi}^{\pi} \sin (nx) \sin (kx)\text{d}x = \int_{-\pi}^{\pi} \cos (nx) \cos (kx)\text{d}x = \begin{cases} 0, & \mbox{falls } \quad n\ne k, \\ \pi, & \mbox{falls } \quad n = k \end{cases} </math> <math>\int_{-\pi}^{\pi} \sin (nx) \cos (kx)\text{d}x = 0 </math> <math>n, k\in \mathbb{N}</math> Diese Formeln kann man aus den Additionstheoremen von sin und cos und Substitution (siehe ''Burg, Haf, Wille, Meister; Seite 316f''), oder aus Integraltafeln (z.B. ''Bronstein'') gewinnen. === Herleitung der Fourierkoeffizienten === Wir gehen davon aus, dass die Approximation <math> f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kx\right)+b_{k}\sin\left(kx\right)\right) </math> möglich ist und ersetzen im Folgenden das Approximationszeichen durch das Gleichheitszeichen. Mathematiker würden nicht davon ausgehen, sondern diese Beziehung beweisen. Dies machen wir hier aber nicht. Nun multiplizieren wir diese Gleichung mit <math>\cos(nx)</math> und integrieren von <math>-\pi</math> bis <math>\pi</math>. <math>\int_{-\pi}^\pi f(x)\cos(nx)\text{d}x = \frac{a_0}{2}\int_{-\pi}^{\pi}\cos(nx) + \sum_{k=1}^\infty \left( a_k \int_{-\pi}^\pi \cos(kx)\cos(nx)\text{d}x + b_k \int_{-\pi}^\pi \sin(kx)\cos(nx)\text{d}x \right)</math> Auch hier gehen wir hemdsärmelig davon aus, dass <math>\sum</math> und <math>\int</math> vertauschbar sind und das Integral aufgesplittet werden kann. Setzen wir die Orthogonalitätsrelationen ein, so erhalten wir (es bleibt nur das Integral für <math>n=k</math>, alle anderen werden 0): <math>\int_{-\pi}^\pi f(x)\cos(nx)\text{d}x = a_n\pi;\quad n\in \mathbb{N}_0</math> Und somit sind die <math>a_n</math> hergeleitet. Man muss nur noch durch <math>\pi</math> dividieren. Nun multiplizieren wir die Approximation initial mit <math>\sin(nx)</math>, integrieren wieder und setzen die Orthogonalitätsrelationen ein. Dies sei hier aber nicht ausgeführt, sondern dem interessierten Leser zur <u>Übung</u> überlassen. Im Endeffekt haben wir so die Fourierkoeffizienten hergeleitet. Genaueres zur Konvergenz der Fourierreihen siehe z.B. ''Burg, Haf, Wille, Meister: Seite 430ff''. === Herleitung der P-periodischen Darstellungsweise === [[Datei:IngMath_P_periodische_Funktion.svg | 300px]] Aus obiger Zeichnung ergibt sich <math>\frac{2\pi}{t} = \frac{P}{x}</math>. Somit ist <math>x=\frac{P}{2\pi}t,\, t=\frac{2\pi}{P}x,\, \text{d}x=\frac{P}{2\pi}\text{d}t,\, \text{d}t=\frac{2\pi}{P}\text{d}x </math>. Die <math>2\pi</math>-periodische Darstellungsweise ist somit (wir führen hier <math>t</math> ein): <math> f(t)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kt\right)+b_{k}\sin\left(kt\right)\right) </math> Einsetzen der obigen Formel für t <math>f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(\frac{2k\pi}{P}x\right)+b_{k}\sin\left(\frac{2k\pi}{P}x\right)\right)</math> Selbiges für die Fourierkoeffizienten <math>a_{k} = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(t)\cdot\cos\left(kt\right)\mathrm dt</math> <math>b_{k} = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(t)\cdot\sin\left(kt\right)\mathrm dt</math> Wir benötigen noch die Umrechnung der Integrationsgrenzen: <math>t = -\pi = \frac{2\pi}{P}x;\, x = -\frac{P}{2}</math> Für <math>t=\pi</math> ist der Rechengang identisch und wird nicht nochmal vorgeführt. Und somit gilt <math> a_{k} = \frac{2}{P}\int_{-P/2}^{P/2}f(x)\cdot\cos\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\mathrm dx </math> <math> b_{k} = \frac{2}{P}\int_{-P/2}^{P/2}f(x)\cdot\sin\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\mathrm dx </math> Man sieht, das Ganze ist keine Hexerei, wurde aber trotzdem explizit gezeigt, damit das Prozedure ein für alle Mal geklärt ist. === Herleitung der komplexen Schreibweise === Als ersten Schritt ersetzen wir die sin/cos-Schreibweise durch die e-Schreibweise: <math>\sin(kx) = \frac{\text{e}^{jkx} - \text{e}^{-jkx}}{2j}</math> <math>\cos(kx) = \frac{\text{e}^{jkx} + \text{e}^{-jkx}}{2}</math> Die Fourierreihe ist somit <math> f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kx\right)+b_{k}\sin\left(kx\right)\right) = c_0 + \sum_{k=1}^{\infty}\left( \underbrace{\frac{a_k-jb_k}{2}}_{c_k} \text{e}^{jkx} + \underbrace{\frac{a_k+jb_k}{2}}_{c_{-k}} \text{e}^{-jkx}\right) = \sum_{k=-\infty}^{\infty}c_k\text{e}^{jkx} </math> Berechnung der Fourierkoeffizienten: <math>a_k = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^\pi f(x) \frac{e^{jkx}+\text{e}^{-jkx}}{2}\text{d}x</math> <math>b_k = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^\pi f(x) \frac{e^{jkx}-\text{e}^{-jkx}}{2j}\text{d}x</math> <math>c_k = \frac{a_k - jb_k}{2} = \frac{1}{2\pi}\int_{-\pi}^\pi f(x)\text{e}^{-jkx}\text{d}x</math> == Beispiele == === Beispiel 1 === Gegeben sei die Funktion [[Datei:IngMath_fourier_bsp12.svg|300px]] Gesucht ist die Fourierreihenentwicklung. Die Funktion <math>f(t) = t\,</math> für <math>\, 0<t\le\pi</math> ist gerade. Es gelten somit die Beziehungen: <math>a_k = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi f(t)\cos(kt)\text{d}t;\quad b_k = 0</math> <math> f(t)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kt\right)+b_{k}\sin\left(kt\right)\right) </math> Für <math>k=0</math>: <math>\quad a_0 = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi t\, \underbrace{\cos(0)}_{1}\text{d}t = \frac{2}{\pi}\frac{t^2}{2}|_0^\pi = \pi </math> Für <math>k\in \mathbb{N}^+</math>: <math>\quad a_k = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi t\,\cos(kt)\text{d}t = \frac{2}{\pi} \left[ \frac{\cos(kt)}{k^2} + \frac{t\, \sin(kt)}{k}\right]_0^\pi = \frac{2}{\pi} \left[ \frac{(-1)^n}{k^2} + 0 - \frac{1}{k^2} - 0\right] = \frac{2}{\pi} \left[ \frac{(-1)^n}{k^2} - \frac{1}{k^2}\right]</math> Somit: <math>f(t)\approx \frac{\pi}{2} - \frac{4}{\pi}\left[ \frac{\cos t}{1^2} + \frac{\cos(3t)}{3^2} + \frac{\cos(5t)}{5^2} + ...\right]</math> === Beispiel 2 === ''Jäger/Mastel/Knaebel'' stellen im Buch ''Technische Schwingungslehre; 9.Aufl., Springer, 2016'' auf Seite 15 folgende Aufgabe. Gegeben sei die Funktion [[Datei:IngMath fourier bsp13.svg | 300px]] <math>0\le t < T/2\text{:}\quad f(t) = H</math> <math>T/2 \le t \le T\text{:}\quad f(t) = \frac{2H}{T}\left( t-\frac{T}{2}\right)</math> Gesucht: Diese Funktion ist durch eine Fourierreihe bis zur 3. Ordnung zu approximieren. Die Fourierkoeffizienten sind zu berechnen. Diese Aufgabe sei nachfolgend gelöst. {{Baustelle}} == Übungen == {{Navigation_zurückhochvor_buch| zurücktext=Konforme Abbildungen| zurücklink=Ing Mathematik: Konforme Abbildungen| hochtext=Gesamtinhaltsverzeichnis| hochlink=Ing: Mathematik für Ingenieure| vortext=Einführung in Funktionaltransformationen| vorlink=Ing Mathematik: Einführung in Funktionaltransformationen}} 0zuqb7hzhulpsvfx4f2u4c62ztih3kg 1085366 1085363 2026-05-10T17:57:04Z Intruder 1513 /* Beispiel 2 */ 1085366 wikitext text/x-wiki {{Navigation_zurückhochvor_buch| zurücktext=Konforme Abbildungen| zurücklink=Ing Mathematik: Konforme Abbildungen| hochtext=Gesamtinhaltsverzeichnis| hochlink=Ing: Mathematik für Ingenieure| vortext=Einführung in Funktionaltransformationen| vorlink=Ing Mathematik: Einführung in Funktionaltransformationen}} == Allgemeines == <gallery> Joseph Fourier.jpg| Jean Baptiste Joseph Fourier (1768-1830), französischer Mathematiker und Physiker Periodic function illustration.svg| P-periodische Funktion Sawtooth Fourier Animation.gif| Zur Sägezahnfunktion </gallery> Siehe auch {{W|Periodische Funktion}}, {{W|Fourierreihe}}. Fourierreihe für eine <math>2\pi</math>-periodische Funktion: <math> f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kx\right)+b_{k}\sin\left(kx\right)\right) </math> <math> a_{k} = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(x)\cdot\cos\left(kx\right)\mathrm dx\quad\text{für }k\geq0 </math> <math> b_{k} = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(x)\cdot\sin\left(kx\right)\mathrm dx\quad\text{für }k\geq1 </math> bzw. in komplexer Schreibweise <math>f(x) \approx \sum_{k=-\infty}^\infty c_k \mathrm e^{jkx} </math> <math>c_{k} = \frac{1}{2\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(x)\cdot\ \mathrm e^{-jkx}\mathrm dx </math> == Gerade und ungerade Funktionen == Ist f gerade oder ungerade, so vereinfachen sich die Formeln für die Fourierkoeffizienten: <gallery> Parabola2.svg | gerade Funktion Function x3.svg | ungerade Funktion </gallery> Wenn f gerade ist, so gilt: <math>a_k = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi f(x)\cos(kx)\text{d}x;\quad b_k = 0</math> Ist f ungerade, so gilt: <math>b_k = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi f(x)\sin(kx)\text{d}x;\quad a_k = 0</math> == P-periodische Funktionen == <math> f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)+b_{k}\sin\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\right) </math> <math> a_{k} = \frac{2}{P}\int_{-P/2}^{P/2}f(x)\cdot\cos\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\mathrm dx </math> <math> b_{k} = \frac{2}{P}\int_{-P/2}^{P/2}f(x)\cdot\sin\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\mathrm dx </math> Für gerade/ungerade Funktionen gilt oben Gesagtes. == Alternierende Funktionen == <gallery> IngMath_Fourierreihe_alternierend.svg | Alternierende Funktion </gallery> Für eine alternierende Funktion gilt <math>f(x) = -f(x+\pi)</math>. <math>a_{2k} = 0;\quad \text{für}\quad k\in \mathbb{N}_0</math> <math>b_{2k} = 0; \quad \text{für}\quad k\in \mathbb{N}^+</math> <math>a_{2k+1} = \frac{2}{\pi}\int_0^\pi f(t)\cos((2k+1)t)\text{d}t;\quad \text{für}\quad k\in \mathbb{N}_0</math> <math>b_{2k+1} = \frac{2}{\pi}\int_0^\pi f(t)\sin((2k+1)t)\text{d}t;\quad \text{für}\quad k\in \mathbb{N}^+</math> == Herleitung == Zur Herleitung der Fourierkoeffizienten gibt es wie üblich mehrere Möglichkeiten. Wir lehnen uns hier an die Darstellungsweise in ''Burg, Haf, Wille, Meister: Höhere Mathematik für Ingenieure, Band 1; Vieweg+Teubner, 2011'' an. Dazu ist es nötig die sogenannten Orthogonalitätsrelationen der trigonometrischen Funktionen einzuführen. Dies machen wir als ersten Schritt. === Orthogonalitätsrelationen === <math>\int_{-\pi}^{\pi} \sin (nx) \sin (kx)\text{d}x = \int_{-\pi}^{\pi} \cos (nx) \cos (kx)\text{d}x = \begin{cases} 0, & \mbox{falls } \quad n\ne k, \\ \pi, & \mbox{falls } \quad n = k \end{cases} </math> <math>\int_{-\pi}^{\pi} \sin (nx) \cos (kx)\text{d}x = 0 </math> <math>n, k\in \mathbb{N}</math> Diese Formeln kann man aus den Additionstheoremen von sin und cos und Substitution (siehe ''Burg, Haf, Wille, Meister; Seite 316f''), oder aus Integraltafeln (z.B. ''Bronstein'') gewinnen. === Herleitung der Fourierkoeffizienten === Wir gehen davon aus, dass die Approximation <math> f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kx\right)+b_{k}\sin\left(kx\right)\right) </math> möglich ist und ersetzen im Folgenden das Approximationszeichen durch das Gleichheitszeichen. Mathematiker würden nicht davon ausgehen, sondern diese Beziehung beweisen. Dies machen wir hier aber nicht. Nun multiplizieren wir diese Gleichung mit <math>\cos(nx)</math> und integrieren von <math>-\pi</math> bis <math>\pi</math>. <math>\int_{-\pi}^\pi f(x)\cos(nx)\text{d}x = \frac{a_0}{2}\int_{-\pi}^{\pi}\cos(nx) + \sum_{k=1}^\infty \left( a_k \int_{-\pi}^\pi \cos(kx)\cos(nx)\text{d}x + b_k \int_{-\pi}^\pi \sin(kx)\cos(nx)\text{d}x \right)</math> Auch hier gehen wir hemdsärmelig davon aus, dass <math>\sum</math> und <math>\int</math> vertauschbar sind und das Integral aufgesplittet werden kann. Setzen wir die Orthogonalitätsrelationen ein, so erhalten wir (es bleibt nur das Integral für <math>n=k</math>, alle anderen werden 0): <math>\int_{-\pi}^\pi f(x)\cos(nx)\text{d}x = a_n\pi;\quad n\in \mathbb{N}_0</math> Und somit sind die <math>a_n</math> hergeleitet. Man muss nur noch durch <math>\pi</math> dividieren. Nun multiplizieren wir die Approximation initial mit <math>\sin(nx)</math>, integrieren wieder und setzen die Orthogonalitätsrelationen ein. Dies sei hier aber nicht ausgeführt, sondern dem interessierten Leser zur <u>Übung</u> überlassen. Im Endeffekt haben wir so die Fourierkoeffizienten hergeleitet. Genaueres zur Konvergenz der Fourierreihen siehe z.B. ''Burg, Haf, Wille, Meister: Seite 430ff''. === Herleitung der P-periodischen Darstellungsweise === [[Datei:IngMath_P_periodische_Funktion.svg | 300px]] Aus obiger Zeichnung ergibt sich <math>\frac{2\pi}{t} = \frac{P}{x}</math>. Somit ist <math>x=\frac{P}{2\pi}t,\, t=\frac{2\pi}{P}x,\, \text{d}x=\frac{P}{2\pi}\text{d}t,\, \text{d}t=\frac{2\pi}{P}\text{d}x </math>. Die <math>2\pi</math>-periodische Darstellungsweise ist somit (wir führen hier <math>t</math> ein): <math> f(t)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kt\right)+b_{k}\sin\left(kt\right)\right) </math> Einsetzen der obigen Formel für t <math>f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(\frac{2k\pi}{P}x\right)+b_{k}\sin\left(\frac{2k\pi}{P}x\right)\right)</math> Selbiges für die Fourierkoeffizienten <math>a_{k} = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(t)\cdot\cos\left(kt\right)\mathrm dt</math> <math>b_{k} = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(t)\cdot\sin\left(kt\right)\mathrm dt</math> Wir benötigen noch die Umrechnung der Integrationsgrenzen: <math>t = -\pi = \frac{2\pi}{P}x;\, x = -\frac{P}{2}</math> Für <math>t=\pi</math> ist der Rechengang identisch und wird nicht nochmal vorgeführt. Und somit gilt <math> a_{k} = \frac{2}{P}\int_{-P/2}^{P/2}f(x)\cdot\cos\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\mathrm dx </math> <math> b_{k} = \frac{2}{P}\int_{-P/2}^{P/2}f(x)\cdot\sin\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\mathrm dx </math> Man sieht, das Ganze ist keine Hexerei, wurde aber trotzdem explizit gezeigt, damit das Prozedure ein für alle Mal geklärt ist. === Herleitung der komplexen Schreibweise === Als ersten Schritt ersetzen wir die sin/cos-Schreibweise durch die e-Schreibweise: <math>\sin(kx) = \frac{\text{e}^{jkx} - \text{e}^{-jkx}}{2j}</math> <math>\cos(kx) = \frac{\text{e}^{jkx} + \text{e}^{-jkx}}{2}</math> Die Fourierreihe ist somit <math> f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kx\right)+b_{k}\sin\left(kx\right)\right) = c_0 + \sum_{k=1}^{\infty}\left( \underbrace{\frac{a_k-jb_k}{2}}_{c_k} \text{e}^{jkx} + \underbrace{\frac{a_k+jb_k}{2}}_{c_{-k}} \text{e}^{-jkx}\right) = \sum_{k=-\infty}^{\infty}c_k\text{e}^{jkx} </math> Berechnung der Fourierkoeffizienten: <math>a_k = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^\pi f(x) \frac{e^{jkx}+\text{e}^{-jkx}}{2}\text{d}x</math> <math>b_k = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^\pi f(x) \frac{e^{jkx}-\text{e}^{-jkx}}{2j}\text{d}x</math> <math>c_k = \frac{a_k - jb_k}{2} = \frac{1}{2\pi}\int_{-\pi}^\pi f(x)\text{e}^{-jkx}\text{d}x</math> == Beispiele == === Beispiel 1 === Gegeben sei die Funktion [[Datei:IngMath_fourier_bsp12.svg|300px]] Gesucht ist die Fourierreihenentwicklung. Die Funktion <math>f(t) = t\,</math> für <math>\, 0<t\le\pi</math> ist gerade. Es gelten somit die Beziehungen: <math>a_k = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi f(t)\cos(kt)\text{d}t;\quad b_k = 0</math> <math> f(t)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kt\right)+b_{k}\sin\left(kt\right)\right) </math> Für <math>k=0</math>: <math>\quad a_0 = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi t\, \underbrace{\cos(0)}_{1}\text{d}t = \frac{2}{\pi}\frac{t^2}{2}|_0^\pi = \pi </math> Für <math>k\in \mathbb{N}^+</math>: <math>\quad a_k = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi t\,\cos(kt)\text{d}t = \frac{2}{\pi} \left[ \frac{\cos(kt)}{k^2} + \frac{t\, \sin(kt)}{k}\right]_0^\pi = \frac{2}{\pi} \left[ \frac{(-1)^n}{k^2} + 0 - \frac{1}{k^2} - 0\right] = \frac{2}{\pi} \left[ \frac{(-1)^n}{k^2} - \frac{1}{k^2}\right]</math> Somit: <math>f(t)\approx \frac{\pi}{2} - \frac{4}{\pi}\left[ \frac{\cos t}{1^2} + \frac{\cos(3t)}{3^2} + \frac{\cos(5t)}{5^2} + ...\right]</math> === Beispiel 2 === ''Jäger/Mastel/Knaebel'' stellen im Buch ''Technische Schwingungslehre; 9.Aufl., Springer, 2016'' auf Seite 15 folgende Aufgabe. Gegeben sei die Funktion [[Datei:IngMath fourier bsp13.svg | 300px]] <math>0\le t < T/2\text{:}\quad f(t) = H</math> <math>T/2 \le t \le T\text{:}\quad f(t) = \frac{2H}{T}\left( t-\frac{T}{2}\right)</math> Gesucht: Diese Funktion ist durch eine Fourierreihe bis zur 3. Ordnung zu approximieren. Die Fourierkoeffizienten sind zu berechnen. Diese Aufgabe sei nachfolgend gelöst. <math> f(t)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(\frac{2\pi k}{T}t\right)+b_{k}\sin\left(\frac{2\pi k}{T}t\right)\right) </math> <math> a_{k} = \frac{2}{T}\int_{0}^{T}f(t)\cdot\cos\left(\frac{2\pi k}{T}t\right)\mathrm dt </math> <math> b_{k} = \frac{2}{T}\int_{0}^{T}f(t)\cdot\sin\left(\frac{2\pi k}{T}t\right)\mathrm dt </math> {{Baustelle}} == Übungen == {{Navigation_zurückhochvor_buch| zurücktext=Konforme Abbildungen| zurücklink=Ing Mathematik: Konforme Abbildungen| hochtext=Gesamtinhaltsverzeichnis| hochlink=Ing: Mathematik für Ingenieure| vortext=Einführung in Funktionaltransformationen| vorlink=Ing Mathematik: Einführung in Funktionaltransformationen}} mwtdhztmj9orppxez572y1an569hxnb 1085367 1085366 2026-05-10T18:12:57Z Intruder 1513 /* Beispiel 2 */ 1085367 wikitext text/x-wiki {{Navigation_zurückhochvor_buch| zurücktext=Konforme Abbildungen| zurücklink=Ing Mathematik: Konforme Abbildungen| hochtext=Gesamtinhaltsverzeichnis| hochlink=Ing: Mathematik für Ingenieure| vortext=Einführung in Funktionaltransformationen| vorlink=Ing Mathematik: Einführung in Funktionaltransformationen}} == Allgemeines == <gallery> Joseph Fourier.jpg| Jean Baptiste Joseph Fourier (1768-1830), französischer Mathematiker und Physiker Periodic function illustration.svg| P-periodische Funktion Sawtooth Fourier Animation.gif| Zur Sägezahnfunktion </gallery> Siehe auch {{W|Periodische Funktion}}, {{W|Fourierreihe}}. Fourierreihe für eine <math>2\pi</math>-periodische Funktion: <math> f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kx\right)+b_{k}\sin\left(kx\right)\right) </math> <math> a_{k} = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(x)\cdot\cos\left(kx\right)\mathrm dx\quad\text{für }k\geq0 </math> <math> b_{k} = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(x)\cdot\sin\left(kx\right)\mathrm dx\quad\text{für }k\geq1 </math> bzw. in komplexer Schreibweise <math>f(x) \approx \sum_{k=-\infty}^\infty c_k \mathrm e^{jkx} </math> <math>c_{k} = \frac{1}{2\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(x)\cdot\ \mathrm e^{-jkx}\mathrm dx </math> == Gerade und ungerade Funktionen == Ist f gerade oder ungerade, so vereinfachen sich die Formeln für die Fourierkoeffizienten: <gallery> Parabola2.svg | gerade Funktion Function x3.svg | ungerade Funktion </gallery> Wenn f gerade ist, so gilt: <math>a_k = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi f(x)\cos(kx)\text{d}x;\quad b_k = 0</math> Ist f ungerade, so gilt: <math>b_k = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi f(x)\sin(kx)\text{d}x;\quad a_k = 0</math> == P-periodische Funktionen == <math> f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)+b_{k}\sin\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\right) </math> <math> a_{k} = \frac{2}{P}\int_{-P/2}^{P/2}f(x)\cdot\cos\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\mathrm dx </math> <math> b_{k} = \frac{2}{P}\int_{-P/2}^{P/2}f(x)\cdot\sin\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\mathrm dx </math> Für gerade/ungerade Funktionen gilt oben Gesagtes. == Alternierende Funktionen == <gallery> IngMath_Fourierreihe_alternierend.svg | Alternierende Funktion </gallery> Für eine alternierende Funktion gilt <math>f(x) = -f(x+\pi)</math>. <math>a_{2k} = 0;\quad \text{für}\quad k\in \mathbb{N}_0</math> <math>b_{2k} = 0; \quad \text{für}\quad k\in \mathbb{N}^+</math> <math>a_{2k+1} = \frac{2}{\pi}\int_0^\pi f(t)\cos((2k+1)t)\text{d}t;\quad \text{für}\quad k\in \mathbb{N}_0</math> <math>b_{2k+1} = \frac{2}{\pi}\int_0^\pi f(t)\sin((2k+1)t)\text{d}t;\quad \text{für}\quad k\in \mathbb{N}^+</math> == Herleitung == Zur Herleitung der Fourierkoeffizienten gibt es wie üblich mehrere Möglichkeiten. Wir lehnen uns hier an die Darstellungsweise in ''Burg, Haf, Wille, Meister: Höhere Mathematik für Ingenieure, Band 1; Vieweg+Teubner, 2011'' an. Dazu ist es nötig die sogenannten Orthogonalitätsrelationen der trigonometrischen Funktionen einzuführen. Dies machen wir als ersten Schritt. === Orthogonalitätsrelationen === <math>\int_{-\pi}^{\pi} \sin (nx) \sin (kx)\text{d}x = \int_{-\pi}^{\pi} \cos (nx) \cos (kx)\text{d}x = \begin{cases} 0, & \mbox{falls } \quad n\ne k, \\ \pi, & \mbox{falls } \quad n = k \end{cases} </math> <math>\int_{-\pi}^{\pi} \sin (nx) \cos (kx)\text{d}x = 0 </math> <math>n, k\in \mathbb{N}</math> Diese Formeln kann man aus den Additionstheoremen von sin und cos und Substitution (siehe ''Burg, Haf, Wille, Meister; Seite 316f''), oder aus Integraltafeln (z.B. ''Bronstein'') gewinnen. === Herleitung der Fourierkoeffizienten === Wir gehen davon aus, dass die Approximation <math> f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kx\right)+b_{k}\sin\left(kx\right)\right) </math> möglich ist und ersetzen im Folgenden das Approximationszeichen durch das Gleichheitszeichen. Mathematiker würden nicht davon ausgehen, sondern diese Beziehung beweisen. Dies machen wir hier aber nicht. Nun multiplizieren wir diese Gleichung mit <math>\cos(nx)</math> und integrieren von <math>-\pi</math> bis <math>\pi</math>. <math>\int_{-\pi}^\pi f(x)\cos(nx)\text{d}x = \frac{a_0}{2}\int_{-\pi}^{\pi}\cos(nx) + \sum_{k=1}^\infty \left( a_k \int_{-\pi}^\pi \cos(kx)\cos(nx)\text{d}x + b_k \int_{-\pi}^\pi \sin(kx)\cos(nx)\text{d}x \right)</math> Auch hier gehen wir hemdsärmelig davon aus, dass <math>\sum</math> und <math>\int</math> vertauschbar sind und das Integral aufgesplittet werden kann. Setzen wir die Orthogonalitätsrelationen ein, so erhalten wir (es bleibt nur das Integral für <math>n=k</math>, alle anderen werden 0): <math>\int_{-\pi}^\pi f(x)\cos(nx)\text{d}x = a_n\pi;\quad n\in \mathbb{N}_0</math> Und somit sind die <math>a_n</math> hergeleitet. Man muss nur noch durch <math>\pi</math> dividieren. Nun multiplizieren wir die Approximation initial mit <math>\sin(nx)</math>, integrieren wieder und setzen die Orthogonalitätsrelationen ein. Dies sei hier aber nicht ausgeführt, sondern dem interessierten Leser zur <u>Übung</u> überlassen. Im Endeffekt haben wir so die Fourierkoeffizienten hergeleitet. Genaueres zur Konvergenz der Fourierreihen siehe z.B. ''Burg, Haf, Wille, Meister: Seite 430ff''. === Herleitung der P-periodischen Darstellungsweise === [[Datei:IngMath_P_periodische_Funktion.svg | 300px]] Aus obiger Zeichnung ergibt sich <math>\frac{2\pi}{t} = \frac{P}{x}</math>. Somit ist <math>x=\frac{P}{2\pi}t,\, t=\frac{2\pi}{P}x,\, \text{d}x=\frac{P}{2\pi}\text{d}t,\, \text{d}t=\frac{2\pi}{P}\text{d}x </math>. Die <math>2\pi</math>-periodische Darstellungsweise ist somit (wir führen hier <math>t</math> ein): <math> f(t)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kt\right)+b_{k}\sin\left(kt\right)\right) </math> Einsetzen der obigen Formel für t <math>f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(\frac{2k\pi}{P}x\right)+b_{k}\sin\left(\frac{2k\pi}{P}x\right)\right)</math> Selbiges für die Fourierkoeffizienten <math>a_{k} = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(t)\cdot\cos\left(kt\right)\mathrm dt</math> <math>b_{k} = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^{\pi}f(t)\cdot\sin\left(kt\right)\mathrm dt</math> Wir benötigen noch die Umrechnung der Integrationsgrenzen: <math>t = -\pi = \frac{2\pi}{P}x;\, x = -\frac{P}{2}</math> Für <math>t=\pi</math> ist der Rechengang identisch und wird nicht nochmal vorgeführt. Und somit gilt <math> a_{k} = \frac{2}{P}\int_{-P/2}^{P/2}f(x)\cdot\cos\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\mathrm dx </math> <math> b_{k} = \frac{2}{P}\int_{-P/2}^{P/2}f(x)\cdot\sin\left(\frac{2\pi k}{P}x\right)\mathrm dx </math> Man sieht, das Ganze ist keine Hexerei, wurde aber trotzdem explizit gezeigt, damit das Prozedure ein für alle Mal geklärt ist. === Herleitung der komplexen Schreibweise === Als ersten Schritt ersetzen wir die sin/cos-Schreibweise durch die e-Schreibweise: <math>\sin(kx) = \frac{\text{e}^{jkx} - \text{e}^{-jkx}}{2j}</math> <math>\cos(kx) = \frac{\text{e}^{jkx} + \text{e}^{-jkx}}{2}</math> Die Fourierreihe ist somit <math> f(x)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kx\right)+b_{k}\sin\left(kx\right)\right) = c_0 + \sum_{k=1}^{\infty}\left( \underbrace{\frac{a_k-jb_k}{2}}_{c_k} \text{e}^{jkx} + \underbrace{\frac{a_k+jb_k}{2}}_{c_{-k}} \text{e}^{-jkx}\right) = \sum_{k=-\infty}^{\infty}c_k\text{e}^{jkx} </math> Berechnung der Fourierkoeffizienten: <math>a_k = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^\pi f(x) \frac{e^{jkx}+\text{e}^{-jkx}}{2}\text{d}x</math> <math>b_k = \frac{1}{\pi}\int_{-\pi}^\pi f(x) \frac{e^{jkx}-\text{e}^{-jkx}}{2j}\text{d}x</math> <math>c_k = \frac{a_k - jb_k}{2} = \frac{1}{2\pi}\int_{-\pi}^\pi f(x)\text{e}^{-jkx}\text{d}x</math> == Beispiele == === Beispiel 1 === Gegeben sei die Funktion [[Datei:IngMath_fourier_bsp12.svg|300px]] Gesucht ist die Fourierreihenentwicklung. Die Funktion <math>f(t) = t\,</math> für <math>\, 0<t\le\pi</math> ist gerade. Es gelten somit die Beziehungen: <math>a_k = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi f(t)\cos(kt)\text{d}t;\quad b_k = 0</math> <math> f(t)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(kt\right)+b_{k}\sin\left(kt\right)\right) </math> Für <math>k=0</math>: <math>\quad a_0 = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi t\, \underbrace{\cos(0)}_{1}\text{d}t = \frac{2}{\pi}\frac{t^2}{2}|_0^\pi = \pi </math> Für <math>k\in \mathbb{N}^+</math>: <math>\quad a_k = \frac{2}{\pi} \int_0^\pi t\,\cos(kt)\text{d}t = \frac{2}{\pi} \left[ \frac{\cos(kt)}{k^2} + \frac{t\, \sin(kt)}{k}\right]_0^\pi = \frac{2}{\pi} \left[ \frac{(-1)^n}{k^2} + 0 - \frac{1}{k^2} - 0\right] = \frac{2}{\pi} \left[ \frac{(-1)^n}{k^2} - \frac{1}{k^2}\right]</math> Somit: <math>f(t)\approx \frac{\pi}{2} - \frac{4}{\pi}\left[ \frac{\cos t}{1^2} + \frac{\cos(3t)}{3^2} + \frac{\cos(5t)}{5^2} + ...\right]</math> === Beispiel 2 === ''Jäger/Mastel/Knaebel'' stellen im Buch ''Technische Schwingungslehre; 9.Aufl., Springer, 2016'' auf Seite 15 folgende Aufgabe. Gegeben sei die Funktion [[Datei:IngMath fourier bsp13.svg | 300px]] <math>0\le t < T/2\text{:}\quad f(t) = H</math> <math>T/2 \le t \le T\text{:}\quad f(t) = \frac{2H}{T}\left( t-\frac{T}{2}\right)</math> Gesucht: Diese Funktion ist durch eine Fourierreihe bis zur 3. Ordnung zu approximieren. Die Fourierkoeffizienten sind zu berechnen. Diese Aufgabe sei nachfolgend gelöst. <math> f(t)\approx \frac{a_{0}}{2}+\sum_{k=1}^{\infty}\left(a_{k}\cos\left(\frac{2\pi k}{T}t\right)+b_{k}\sin\left(\frac{2\pi k}{T}t\right)\right) </math> <math> a_{k} = \frac{2}{T}\int_{0}^{T}f(t)\cdot\cos\left(\frac{2\pi k}{T}t\right)\mathrm dt </math> <math> b_{k} = \frac{2}{T}\int_{0}^{T}f(t)\cdot\sin\left(\frac{2\pi k}{T}t\right)\mathrm dt </math> <math>a_0 = \frac{2}{T}\left[ \int_0^{T/2}H\text{d}t + \int_{T/2}^{T} \frac{2H}{T}\left( t-\frac{T}{2}\right)\text{d}t \right] = \frac{2}{T}\left[ Ht \right]_0^{T/2} + \frac{4H}{T^2}\left[ \frac{t^2}{2} - \frac{T}{2}t\right]_{T/2}^T = \frac{3}{2}H</math> {{Baustelle}} == Übungen == {{Navigation_zurückhochvor_buch| zurücktext=Konforme Abbildungen| zurücklink=Ing Mathematik: Konforme Abbildungen| hochtext=Gesamtinhaltsverzeichnis| hochlink=Ing: Mathematik für Ingenieure| vortext=Einführung in Funktionaltransformationen| vorlink=Ing Mathematik: Einführung in Funktionaltransformationen}} 4whmj36uo1mj99i026dld9po9z429ov Ungarisch/Ungarisch-Grammatik/Kurze ungarische Wörter 0 121905 1085347 1083492 2026-05-10T14:03:19Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 /* drei Buchstaben */ 1085347 wikitext text/x-wiki {{Navigation hoch| hochtext=Inhaltsverzeichnis: Grammatik| hochlink=Ungarisch#Grammatik}} == Lange vs kurze ungarische Wörter (Beispiele) == ;Lange ungarische Wörter: :Aufgabe: Lies das laut und langsam vor! :1. A közlekedési kereszteződésnél mindig óvatosan kell megállni. :2. A megbízhatatlanság sok problémát okoz a munkahelyen. :3. A felkészülés a vizsgára hetekig tartott. :4. A házfelújítás befejezése után mindenki megkönnyebbült. :5. A szemetetgyűjtő autó minden hétfő reggel megérkezik. :6. Az útkereszteződésben hosszú sor alakult ki. :7. A természetvédelem fontosságát nem lehet eléggé hangsúlyozni. :8. A vízszennyezés elleni küzdelem közös feladatunk. {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff"> ungarisch - deutsch </font> ''' |- | :1. A közlekedési kereszteződésnél mindig óvatosan kell megállni. - An der Straßenkreuzung muss man immer vorsichtig anhalten. :2. A megbízhatatlanság sok problémát okoz a munkahelyen. - Unzuverlässigkeit verursacht viele Probleme am Arbeitsplatz. :3. A felkészülés a vizsgára hetekig tartott. - Die Vorbereitung auf die Prüfung dauerte wochenlang. :4. A házfelújítás befejezése után mindenki megkönnyebbült. - Nach dem Abschluss der Haussanierung waren alle erleichtert. :5. A szemetetgyűjtő autó minden hétfő reggel megérkezik. - Das Müllsammelfahrzeug kommt jeden Montagmorgen an. :6. Az útkereszteződésben hosszú sor alakult ki. - An der Straßenkreuzung bildete sich eine lange Schlange. :7. A természetvédelem fontosságát nem lehet eléggé hangsúlyozni. - Die Bedeutung des Naturschutzes kann man nicht genug betonen. :8. A vízszennyezés elleni küzdelem közös feladatunk. - Der Kampf gegen die Wasserverschmutzung ist unsere gemeinsame Aufgabe. |} :(Wer dabei an die Ansagerin in Loriots Sketch "Englische Ansage" denken muss, die versucht, die "th"-Namen möglichst genau auszusprechen, der kennt auch ihr verzweifeltes Stöhnen am Ende, als sie immer mehr ins Stottern kommt bis sie schließlich abbricht.) :1. A tanár hozzáállása megváltozott az új szabályok után. :2. A munkához való hozzáállás sok mindent elárul az emberről. :3. A kereszteződésnél türelmes hozzáállásra van szükség. :4. A szomszéd hozzáállása a közös udvarhoz javult. :5. A gyerekek hozzáállása a tanuláshoz most komolyabb lett. :6. A kereszteződésben figyelmetlen hozzáállás balesetet okozhat. :7. A vezető hozzáállása meghatározza a csapat hangulatát. :8. A hozzáállásunk a nehéz helyzetekhez mutatja meg az igazi jellemünket. {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff"> ungarisch - deutsch </font> ''' |- | :1. A tanár hozzáállása megváltozott az új szabályok után. - Die Einstellung des Lehrers hat sich nach den neuen Regeln verändert. :2. A munkához való hozzáállás sok mindent elárul az emberről. - Die Einstellung zur Arbeit verrät viel über den Menschen. :3. A kereszteződésnél türelmes hozzáállásra van szükség. - An der Kreuzung braucht man eine geduldige Haltung. :4. A szomszéd hozzáállása a közös udvarhoz javult. - Die Haltung des Nachbarn zum gemeinsamen Hof hat sich verbessert. :5. A gyerekek hozzáállása a tanuláshoz most komolyabb lett. - Die Einstellung der Kinder zum Lernen ist jetzt ernster geworden. :6. A kereszteződésben figyelmetlen hozzáállás balesetet okozhat. - Eine unaufmerksame Haltung an der Kreuzung kann einen Unfall verursachen. :7. A vezető hozzáállása meghatározza a csapat hangulatát. - Die Haltung des Leiters bestimmt die Stimmung des Teams. :8. A hozzáállásunk a nehéz helyzetekhez mutatja meg az igazi jellemünket. - Unsere Einstellung zu schwierigen Situationen zeigt unseren wahren Charakter. |} ;Kurze ungarische Wörter: :Én is megy. :Ő ki jön. :Te lát őt. :Ő ül le. :Ő is él. :Mi is jók. :Te ne sírj! :Ki sír még? {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff"> ungarisch - deutsch </font> ''' |- | :Én is megy. – Ich gehe auch. :Ő ki jön. – Er kommt heraus. :Te lát őt. – Du siehst ihn. :Ő ül le. – Er setzt sich. :Ő is él. – Er lebt auch. :Mi is jók. – Wir sind auch gut. :Te ne sírj! – Weine nicht! :Ki sír még? – Wer weint noch? |} :Én adok sót. :Te szép lány vagy. :Jó úr ül ott. :Lát egy őz. :Ma ég a ház. :Egy kis ló fut át. :Ő ír egy dalt. :Éj jön, hű a lég. :Bocs, én kés. :Ki kér még bort? {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff"> ungarisch - deutsch </font> ''' |- | :Én adok sót. – Ich gebe Salz. :Te szép lány vagy. – Du bist ein schönes Mädchen. :Jó úr ül ott. – Ein guter Herr sitzt dort. :Lát egy őz. – Er sieht ein Reh. :Ma ég a ház. – Heute brennt das Haus. :Egy kis ló fut át. – Ein kleines Pferd läuft hinüber. :Ő ír egy dalt. – Er schreibt ein Lied. :Éj jön, hű a lég. – Die Nacht kommt, die Luft ist kühl. :Bocs, én kés. – Sorry, ich bin spät. :Ki kér még bort? – Wer will noch Wein? |} :Én jó levest főzök. :Ma este hívsz. :Ő ül a tónál. :Kis Bál fut át. :A lány sír, de szép lány. :Jó ég, ég a fű! :Apa ír egy szót. :Őr áll a hídnál. :Mi vesz mézet. :Ti isztok sört. {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff"> ungarisch - deutsch </font> ''' |- | :Én jó levest főzök. = Ich koche eine gute Suppe :Ma este hívsz. = Du rufst heute Abend an. :Ő ül a tónál. – Er sitzt am See. :Kis Bál fut át. – Der kleine Bál läuft hinüber. :A lány sír, de szép lány. = Das Mädchen weint, aber sie ist ein schönes Mädchen. :Jó ég, ég a fű! – Mein Gott, das Gras brennt! :Apa ír egy szót. – Vater schreibt ein Wort. :Őr áll a hídnál. – Ein Wächter steht an der Brücke. :Mi vesz mézet. – Wir kaufen Honig. :Ti isztok sört. – Ihr trinkt Bier. |} :Bocs, én nem lát. :Te jó, de fél. :Ő sír, én nem. :Kis lány ad sót. :Én vágy rá. :Jó ég, mi ez? :Te hív, én megy. :Ő búj, én vár. :Látom, ő él még. {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff"> ungarisch - deutsch </font> ''' |- | :Bocs, én nem lát. – Entschuldige, ich sehe nichts. :Te jó, de fél. – Du bist gut, aber ängstlich. :Ő sír, én nem. – Er weint, ich nicht. :Kis lány ad sót. – Ein kleines Mädchen gibt Salz. :Én vágy rá. – Ich sehne mich nach ihm/ihr. :Jó ég, mi ez? – Mein Gott, was ist das? :Te hív, én megy. – Du rufst, ich gehe. :Ő búj, én vár. – Er versteckt sich, ich warte. :Látom, ő él még. – Ich sehe, er ebt noch. |} == Lange Wörter == :Donaudampfschifffahrtsgesellschaft - 34 Buchstaben :Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän - 42 Buchstaben :Das längste deutsche Wort hat 64 Buchstaben: :Konstantinopolitanischedudelsackpfeifenröhrlifabrikantentochter :Konstantinopolitanische-dudelsackpfeifen-röhrli-fabrikanten-tochter :Das längste ungarische Wort hat 44 Buchstaben: :Megszentségteleníthetetlenségeskedéseitekért :Es bedeutet ungefähr „für dein [Plural] fortgesetztes Verhalten, als ob du nicht entweiht werden könntest“. :1.) :Meg'''szent'''ségteleníthetetlenségeskedéseitekért :szent - heilig :2.) :Meg<font color="ff00ff">szentség</font>teleníthetetlenségeskedéseitekért :<font color="ff00ff">szentség</font> - Heiligkeit :3.) :Meg<font color="ff00ff">szentség</font><font color="229922">telen</font>íthetetlenségeskedéseitekért :<font color="ff00ff">szentség</font><font color="229922">telen</font> - <font color="229922">un</font>heilig :4.) :Meg<font color="ff00ff">szentség</font><font color="229922">telen</font><font color="2137bb">ít</font>etetlenségeskedéseitekért :<font color="ff00ff">szentség</font><font color="229922">telen</font><font color="2137bb">ít</font> - entheiligen :5.) :Meg<font color="ff00ff">szentség</font><font color="229922">telen</font><font color="2137bb">ít</font>'''het'''etlenségeskedéseitekért :<font color="ff00ff">szentség</font><font color="229922">telen</font><font color="2137bb">ít</font>'''het''' - entheiligen können :6.) :Meg'''szentségteleníthetetlen'''ségeskedéseitekért :szentségteleníthetetlen - nicht entheiligbar (nicht entheiligen können) :7.) :Megszentségteleníthetetlenségeskedéseitekért :szentségteleníthetetlenség - die Unentheiligbarkeit :8.) :Megszentségteleníthetetlenségeskedéseitekért :szentségteleníthetetlenséges - unentheiligkeitsartig :9.) :Megszentségteleníthetetlenségeskedéseitekért :szentségteleníthetetlenségeskedik - sich unentheiligkeitsmäßig verhalten (so tun, als wäre man unentheiligbar) :10.) :Megszentségteleníthetetlenségeskedéseitekért :szentségteleníthetetlenségeskedéseitek - eure Unentheiligkeits-Anstellereien :11.) :Megszentségteleníthetetlenségeskedéseitek<font color="993300">ért</font> :„-<font color="993300">ért</font>“ - „wegen/für“ :12.) :<font color="993300">Meg</font>szentségteleníthetetlenségeskedéseitekért :„<font color="993300">meg</font>-“ - aspektual, perfektiv: „vollständig machen, völlig ...“ :13.) :Megszentségteleníthetetlenségeskedéseitekért - „wegen eures Sich-so-verhaltens, als wärt ihr völlig unentheiligbar“. :14.) :Meg-szent-ség-telen-ít-het-etlen-ség-es-kedés-eitek-ért == Zusammengesetzten Substantiven - Komposita == :Hier aber soll es um die vielen ganz kurzen ungarischen Wörter gehen. :Diese eignen sich hervorragend, um sein Vokabular ohne extreme Anstrengungen zu erweitern. :Die ungarische Sprache hat ungewöhnlich viele dieser kurzen Wörter, die dann wie im Deutschen zu zusammengesetzten Substantiven - Komposita - zusammengestellt werden. :Diese einsilbigen (und natürlich auch andere mehrsilbige) Wörter werden dann zu langen „Wortungetümen“ zusammengesetzt, was ungarische Texte auf den ersten Blick fast unaussprechlich macht. Das Aneinanderfügen zu zusammengesetzten Substantiven folgt dabei erstaunlicherweise meist der Logik, die wir von deutschen zusammengesetzten Substantiven kennen. Daran kommen dann noch 1-3 Suffixe mit unterschiedlichsten Bedeutungen. :Gelegentlich handelt es sich auch um logisch zusammengesetzte Wort, um einen ganz anderen Gegenstand zu beschreiben. So in der Art wie wir es aus alten Native-Amerikan-Filmen (früher politische inkorrekt als „Indianerfilme“ bezeichnet) kennen: Feuer-Wasser (für Alkohol), Feuer-Ross (für Lokomotive), Großer Weißer Vater (US-Präsident), Bleichgesicht, Donnerstock. Solche Konstruktionen kennt auch das Ungarische. :kép - Bild :fény - Licht, Glanz :fénykép - Foto (= Lichtbild) :fényképez - fotografieren :fényképező - "Fotografier-" :gép - Maschine, Gerät :fényképezőgép - Fotoapparat (= Lichtbildmaschine) :fényképész - Photograph :tok - Gehäuse, Etui, Kapsel, Futteral, Scheide, Hülse :fényképezőgéptok - Kameratasche (= Lichtbildmaschinenfutteral) :Davon können wir jetzt noch den Plural bilden - durch anhängen von „-k“ (bzw. „-ok“ oder „-ek“) :fényképezőgépek - Fotoapparate :und dann noch den Akkusativ bilden - durch anhängen von „-t“ (bzw. „-ot“ oder „-et“) :fényképezőgépeket - (den) Fotoapparaten :„mit dem Fotoapparat“ dazu - durch anhängen von „-val/-vel“ (im konkreten Fall „-pel“ weil das „v“ von „-vel“ an den vorhergehenden Buchstaben „p“ angepasst wird) :a fényképezőgéppel - „mit dem Fotoapparat“ (hier ohne Akkusativ, also ohne "t") :„mit den Fotoapparaten“ (also im Plural)dazu - durch anhängen von „-val/-vel“ (im konkreten Fall „-kel“ weil das „v“ von „-vel“ an den vorhergehenden Buchstaben „k“ angepasst wird) :fényképezőgépek - Fotoapparate :a fényképezőgépekkel - „mit den Fotoapparaten“ :lép - treten, schreiten :lépés - Schritt :cső - Rohr, Röhre :lépcső - Treppe (= Schreitrohr) :fut - laufen, rennen :futó - Läufer :sző - weben, spinnen :szőnyeg - Teppich :lépcsőfutószőnyeg - Treppenläufer :út - Reise, Weg, Straße :levél - Brief :útlevél - Pass (= Reisebrief) :fénykép - Lichtbild :fény - Licht :kép - Bild :útlevélfénykép - Passbild :táv - fern-, tele-, Strecke :cső - Rohr, Röhre :távcső - Fernrohr, Fernglas :mű - Werk (Produkt), Schöpfung, künstlich- :fog - Zahn :sor - Reihe, Zeile :műfogsor - Zahnprothese (Totalprothese) (= künstliche Zahnreihe) :szár - Bein, Stängel - normalerweise ist "láb = Bein", aber auch "lábszár" ist erlaubt, (alsó lábszár = Unterschenkel) :kapocs - Klammer, Schnalle, Spange, Schließe :csont - Knochen :szárkapocscsont - Wadenbein (= Beinklammer-Knochen) (Lateinisch: Fibula) (Fibula nennt man auch die Gewandnadel [Fibel] mit der seit Jahrtausenden die Kleidung zusammengehalten wird. Am bekanntesten sind die alten Griechen und Römer, die damit ihre Toga zusammengehalten haben. Eine Fibula sieht oft aus wie eine sehr große Sicherheitsnadel.) == Liste sehr kurzer ungarischer Wörter == === ein Buchstabe === # a - der/die/das # e - ez a # ő - er/sie # s (= és) - und === zwei Buchstaben === :Bei Verben ist hier die für Wörterbucheinträge übliche 3. Person Einzahl (ungarisch: E/3) aufgeführt. # ad - geben, verkaufen # ág - Ast # ál - falsch, unecht # ám - nun, jedoch, obwohl, aber, doch # ár - Preis (Kosten), Flut # ás - graben # át - hindurch, durch, über # az - der/die/das # bő - weit (Kleidung), bauschig, breit, reichlich, ausführlich # bú - Kummer, Trauer # de - aber; doch (als Widerspruch) # ég - Himmel, brennen, verbrennen # éj - Nacht # ék - Keil # él - Leben, leben, Kante, Schneide # én - ich # ép - unversehrt, gesund, intakt, heil, unversehrt # ér - Blutgefäß, Ader, wert sein, taugen, gelten, erreichen, ankommen, berühren # és - und # év - Jahr # fa - Baum, Holz # fő - kochen, sieden, Hauptsache, Kopf (Haupt) # fű - Gras # ha - wenn, falls # hó - Schnee, Monat # hő - Wärme, Hitze # hű - loyal, treu, getreu, aussagefähig # íj - Bogen (Flitzebogen, Waffen) # ín - Sehne (am Muskel) # ír - schreiben, der Ire/die Irin # is - auch # ív - Bogen (Krümmung - Mathematik, Gewölbe, Formulat, Packpapier) # íz - Geschmack, Aroma, Marmelade, Fingerglied # jó - gut, richtig, recht # ki - wer # kő - Stein # lé - Saft # ló - Pferd # lő - schießen # ma - heute # mi - was, wir # mű - Werk, Arbeit, Schöpfung # ne - nicht # nő - Frau, wachsen, zunehmen # ok - Ursache, Grund # ón - Zinn # ól - Stall, Hütte # óv - schützen, beschützen, warnen, behüten # ők - sie (3. Person Plural) # öl - Schoß, töten, umbringen, ermorden # ön - Sie (höfliche Anrede) # őr - Wächter, Aufsehen # ős - Ahne, Vorfahre, uralt # öt - fünf # öv - Gürtel # őz - Reh # rá - drauf, darauf, daran # rí - weinen # ró - rügen, einschneiden, einkerben # se - auch nicht, gar nicht # sí - Ski # só - Salz # te - du # ti - ihr # tó - See # tő - Wurzel, Haarwurzel, Stock (z. B. Weinstock, Rosenstock), (Wort-)Stamm # tű - Nadel # új - neu # út - Straße (Fernstraße). Weg, Fahrt, Reise # úr - Herr # ül - sitzen, sich setzen, feiern # űr - Weltraum, Leere, Vakuum # üt - schlagen, hauen # űz - treiben, betreiben, jagen, verfolgen # vő - Schwiegersohn === drei Buchstaben === :Bei Verben ist hier die für Wörterbucheinträge übliche 3. Person Einzahl (ungarisch: E/1) aufgeführt. # ács - Zimmermann # adó - Steuer (Geld) # agg - Greis, hochbetagt # agy - Gehirn # ágy - Bett # alá - unter, hinunter # áld - segnen # áll - Kinn, stehen, sich hinstellen, standhalten # alj - Unterteil, Grund, Unterlage # apa - Vater # arc - Gesicht, Wange # árt - schaden # áru - Ware # ásó - Spaten # bab - Bohne # baj - Unglück, Übel, Leid # báj - Anmut, Charme # Bak - Steinbock (Sternzeichen) # bak - Kutschersitz, Bock # bal - linke/linker/linkes, die Linke (Faust) # bán - bereuen, Ban (Titel) # bár - Bar, obgleich, obwohl, mindestens # bél - Darm # bér - Lohn, Miete, Pacht # bír - besitzen, haben, leiden (ausstehen), vertragen, können, mögen, tragen können, leiden können # bíz - vertrauen, anvertrauen, überlassen # bog - Knoten # bók - Kompliment # bor - Wein # bot - Stock, Stab # bőg - heulen, flennen, brüllen # bök - stoßen, stechen # bőr - Haut, Leder # búg - heulen, brummen, dröhnen, gurren # búj - vertieft sein # búr - burisch, Bure # bús - traurig, niedergeschlagen # bűn - Sünde # bűz - Gestank # cár - Zar # cég - Firma # cél - Ziel # cím - Adresse, Titel # col - Zoll (Maßeinheit) # csá - Hott! # cső - Rohr, Röhre, Schlauch # dac - Trotz # dal - Lied, Gesang, Song # dán - dänisch, Däne # dél - Mittag, Süden # dér - Raureif # díj - Preis, Gebühr, Auszeichnung # dió - Nuss # dob - Trommel, werfen, schmeißen # döf - stoßen, stechen, hineinstechen, erstechen, zustechen # dog - Dogge (Hund) # dög - Aas, Töle, Luder, Biest # dől - fallen, sich neigen, kippen, fließen, strömen, versacken # dúc - Strebe, Taubenschlag, Pfosten, Drempel # dug - verstecken, hineinstecken, bumsen (Geschlechtsverkehr) # dúl - toben, wüten # dús - reichlich, üppig, wollüstig # düh - Wut, Zorn, Rage # edz - trainieren, abhärten, stählen, abschrecken (Metalle) # egy - eins # ejt - fallen lassen # eke - Pflug # élc - Witz, Bonmot # élő - lebendig, lebend, live, Lebendige # elő - hervor # elv - Prinzip, Grundsatz # emu - Emu # epe - Galle, Gallenblase # épp - gerade, eben # érc - Erz # ért - verstehen, sich verstehen, wegen, für # erő - Kraft, Zwang # érv - Argument # eső - Regen # ész - Verstand, Vernunft, Sinn, Gips # faj - Art, Rasse, Stamm, Nation # fáj - es tut weh (nur 3. Person Plural) # fal - Mauer, Wand # far - Hintern, Steiß, Heck # fás - bewaldet, holzig, Baum-, Holz- # fed - zudecken, bedecken, decken # fej - Kopf, melken # fék - Bremse, Zaum # fel - hinauf # fél - Hälfte, halb, Angst haben, befürchten # fém - Metall # fen - schärfen, wetzen, schleifen # fér - Platz haben, hineinpassen # fiú - Junge, Knabe, Sohn # fix - fix, fest # fog - Zahn, fangen # fok - Grad, Stufe (nicht Treppe), Entwicklungszustand # fon - spinnen # föl - Sahne, Rahm, Haut (Milch), hinauf # főz - kochen (Essen zubereiten) # fúj - blasen, wehen, pusten # fúr - bohren # fut - laufen, rennen, fliehen # fül - Ohr, Henkel # fűt - heizen, beheizen # fűz - Weide, schnüren, einfädeln, flechten, zusammenheften, broschieren # gát - Damm, Barriere, Hindernis # gaz - Unkraut, niederträchtig # gáz - Gas # gém - Reiher, Ziehbrunnenhebel # gén - Gen # gép - Maschine # géz - Mull, Mullbinde # góc - Krankheitsherd, Herd (Geologie) # gól - Tor (Tortreffer) # göb - Knoten # gőg - Hochmut # gőz - Dampf # hab - Schaum # had - Krieg # hág - treten, steigen # haj - Haar, Scheitel # háj - Fett, Fettgewebe, rohes Schweinschmalz # hal - Fisch, sterben # hál - schlafen, übernachten # hám - Geschirr (Gurtzeug für Tiere), Epithel # has - Bauch # hat - sechs, einwirken, wirken # hát - Rücken, also, auch, dann, schon, na! # ház - Haus # heg - Narbe # héj - Schale, Rinde # hét - sieben, Woche # hév - Hitze, Pathos, Eifer, Schwung, Glut, Inbrunst # híd - Brücke # híg - dünnflüssig, wässrig # hím - männlich, Männchen # hír - Nachricht, Meldung # hit - Glaube # hiú - eitel # hív - rufen, nennen, treu, Anhänger (Fan), der gläubige # hód - Biber # hol - wo # hon - Heimat, Vaterland # hón - etwas unter dem Arm halten # hoz - bringen, holen, tragen # hős - Held, heldenhaft # húg - die jüngere Schwester; die jüngere Nichte # húr - Saite, Sehne (am Bogen) # hús - Fleisch # húz - ziehen, anziehen # hűl - abkühlen, sich abkühlen, sich erkälten # hűs - kühl, erfrischend # ide - hierher # idő - Zeit, Wetter # iga - Joch, Tragejoch # ige - Verb # így - so, auf diese Weise # ily - so eine, solche (Adverb: ilyen) # ima - Gebet # íme - siehe da, hier ist ..., das ist ... # ing - Hemd # int - winken, nicken, warnen, mahnen, ermahnen, einen Wink geben # íny - Zahnfleisch # itt - hier # izé - Ding, Zeug, Dingsbums # jár - gehen (zu Fuß), laufen (Maschine) # jég - Eis (nicht Speiseeis) # jel - Zeichen, Signal # jog - Recht, Jura # jód - Jod # jól - gut, richtig # jós - Wahrsager, Prophet # jön - kommen # juh - Schaf # jut - gelangen, hingelangen, kommen, hinfahren, geraten, ausreichen, reichen, bekommen, zufallen, zukommen # kád - Wanne # kan - Eber, Keiler, Männchen # kap - bekommen, überraschen # kar - Arm, Zustand, Fakultät # kár - Schaden, schade # kéj - Lust, Wolllust # kék - blau # kel - aufstehen # kém - Spion, Geheimagent # ken - schmieren, bestreichen # kén - Schwefel # kép - Bild # kér - bitten, verlangen, fordern, wünschen # kés - Messer # kéz - Hand # kín - Qual, Pein # kis - klein # kód - Code # köb - Kubus, Kubik- # köd - Nebel # köp - spucken # kor - Alter, Zeit # kór - Krankheit # kos - Widder; Ramme (Technik) # kör - Kreis, Runde # kőr - Herz (Kartenspiel) # köt - binden, knüpfen, stricken # köz - Öffentlichkeit, Gemeinsamkeit, Abstand, Zwischenraum, Gasse, Gesamtheit, Allgemeinheit # kúp - Kegel, Konus, Zäpfchen # kúr - vögeln, poppen, rammeln # kút - Brunnen # láb - Bein # lap - Blatt, Karte # láp - Moor, Sumpf # lát - sehen # láz - Fieber # léc - Latte # lég - Luft # lék - Loch # lel - finden # len - Flachs, Lein # lép - Milz, schreiten, Bienenwabe # les - Hinterhalt, Lauer, auflauern, lauern, belauern, lauschen, abgucken # lét - Sein, Dasein, Existenz, Wesen # lóg - hängen, schwänzen # lom - Kram, Gerümpel # lop - stehlen # lök - stoßen, schieben, schubsen, stürzen # lúd - Gans # lúg - Lauge # máj - Leber # mák - Mohn # mar - brennen, beißen, ätzen # már - schon, bereits # más - Kopie, sonstige, anders, andere, etwas anderes # máz - Glasur # meg - und, aber, denn, ja # még - noch, außerdem, erst, sogar # méh - Biene, Gebärmutter # mén - Hengst # mer - etwas wagen, sich trauen, riskieren # mér - messen, wiegen, schöpfen # mez - Trikot, Fußballtrikot # méz - Honig # míg - solange, solange bis, während, wohingegen, indes # mód - Art, Weise, Möglichkeit, Maß, Modus, Mittel, Manier, Raum # moh - Moos # mór - Maure # mos - waschen # műt - operieren # nád - Schilf # nap - Tag, Sonne # nem - nicht, nein, Geschlecht, Gattung # nép - Volk # név - Name # néz - betrachten, ansehen # nos - nun, also, so, und? , was dann? # női - weiblich # nős - verheiratet (nur für Männer) # nyű - Made # oda - dorthin # odú - Grube, Loch, Höhle, Nest # old - lösen, das Schmelzen # olt - löschen, (Durst) stillen, impfen # oly - solch # óra - Uhr, Stunde # orr - Nase # orv - hinterlistig # óta - seit # ott - dort # öcs - jüngere Bruder # ölt - anziehen, anlegen (Kleidung), fädeln, annehmen (z.B. eine Gestalt), nähen, sticheln # önt - gießen, schütten # őrs - Wache, Spähtrupp # ősz - Herbst, grau # ősi - urtümlich # övé - sein, seine, ihr, ihre # pác - Beize, Schlamassel # pad - Bank (zum Sitzen) # pap - Geistlicher # pár - Paar, ein paar # pék - Bäcker # pép - Brei # per - Prozess, Klage, Rechtsstreit, Streit # pír - erröten, Röte # por - Staub, Pulver # pót - zusätzlich, ergänzend # póz - Pose # púp - Buckel, Höcker # rab - Gefangener, Häftling # rág - kauen, nagen # raj - Schwarm (Tiere), Gruppe, Geschwader # rak - legen, stellen, setzen, bauen # rák - Krebs # ráz - rütteln, schütteln # rég - längst, vor langer Zeit # rém - schrecklich, Gespenst, Schreckgespenst, Scheusal # rés - Lücke, Spalt, Schlitz, Riss # rét - Wiese # rév - Reede, Hafen # réz - Kupfer # rím - Reim # rom - Ruine, Trümmer # rőf - Elle (Längeneinheit) # rög - Erdscholle, Pfropf (Vene), Klumpen, Brocken # rúd - Stange, Stab # rúg - treten (einen Fußtritt versetzen), (ein Tor) schießen # rum - Rum # rút - hässlich, garstig # rüh - Räude, Krätze # sál - Schal # sár - Kot, Schmutz, Schlamm # sas - Adler # sás - Riedgras, Segge # sav - Säure # sáv - Bahn, Band, Streifen, Fahrstreifen # seb - Wunde # sem - auch nicht # sík - Ebene, eben, flach # sín - Schiene (Verband, Eisenbahn) # síp - Pfeife (Trillerpfeife) # sír - weinen, Grab # sok - viel # som - Kornelkirsche, Dirndl # sor - Reihe, Zeile # sós - salzig # sóz - salzen # sör - Bier # sőt - sogar, vielmehr # súg - flüstern, vorsagen, soufflieren # sül - braten, gebraten werden, backen, gebacken werden # sün - Igel # süt - braten, backen, scheinen (Sonne) # szó - Wort # sző - weben # szú - Borkenkäfer # tag - Glied, Stück, Mitglied # tág - weit, breit # táj - Gegend, Landschaft # tál - Schüssel # tan - Lehre (Ausbildung; Wissenschaft) # táp - Futter, Futtermittel # tar - kahl, glatzköpfig # tár - Lager, Sammlung, Magazin (Patronen), weit öffnen # tat - Heck # táv - Distanz, Strecke # tea - Tee # tej - Milch # tél - Winter # tép - reißen, zerreißen, zupfen # tér - Platz, Gebiet, Raum # tét - Spieleinsatz # tíz - zehn # tok - Behälter, Etui, Kapsel # tol - schieben, rücken # tor - Mahl, Schmaus, Freudenmal, Thorax # tót - Slowake (historisch) # tök - Kürbis # töm - füllen, stopfen # tör - brechen, reiben, streben (sich Mühe geben) # tőr - Dolch # tud - wissen, können, kennen # túl - zu viel, übermäßig, jenseits, außer, darüber hinaus # túr - wühlen ??? # tus - Dusche, Tusche, Treffer, Kolben (Waffe) # tűr - dulden, ertragen, hinnehmen, vertragen # tűz - Feuer, Brand, stechen, brennen, anstecken, aufspießen # úgy - so, derart, ungefähr, etwa # ujj - Finger, Ärmel # úri - herrschaftlich, distinguiert, vornehm # üde - frisch # ügy - Angelegenheit, Sache, Affäre # ürü - Hammel # üst - Kessel # vad - Wild, wild # vád - Anklage, Klage # vág - schneiden, hacken # vaj - Butter # váj - aushöhlen, ausschneiden, bohren, hauen, kratzen # vak - blind, der Blinde # vám - Zoll, Zollamt # van - sein/haben # var - Schorf, Grind # vár - Burg, Festung, warten, erwarten # vas - Eisen # váz - Gerüst, Skelett # véd - beschützen, verteidigen # vég - Ende, Schluss # vél - meinen, glauben, unterstellen # vén - sehr alt, steinalt, der Greis, der Alte # ver - schlagen # vér - Blut # vés - kerben, meißeln, gravieren # vet - werfen, säen # vét - Fehler machen, verstoßen, begehen, verbrechen, verschulden # víg - fröhlich, lustig # vív - fechten, kämpfen # víz - Wasser # von - ziehen, schleppen # zab - Hafer # zaj - Geräusch # zár - Türschloss, Sperre, abschließen, sperren # zöm - das Gros # zug - Winkel # zúg - rauschen, summen, brummen, heulen (Sirene) # zúz - zerschlagen, zerquetschen, zermalmen, schlagen, hauen, zerren, stampfen # zűr - Krach, Spektakel, Durcheinander === drei „Buchstaben“ - aber mit Doppelbuchstaben (Digraphen) === :Bei Verben ist hier die für Wörterbucheinträge übliche 3. Person Einzahl (ungarisch: E/1) aufgeführt. :Wörter mit 3 Buchstaben, bei denen mindestens ein Buchstabe ein Digraph ist. :Wenn wir die Doppelbuchstaben (Digraphen) als einen Buchstaben zählen, dann kommen wir auf einige weitere sehr kurze, ungarische Wörter. :Digraph: cs, dz, gy, ly, ny, sz, ty, zs :Trigraphen sind relativ selten: dzs :Auch Wörter mit Buchstabendoppelungen werden hier mit aufgeführt. (Beispiel: cikk - Artikel, Ware) :Von der Aussprache her gesehen handelt es sich um „3 Buchstaben“, so wie bei der vorherigen Liste. # aszú - Eiswein, Auslese (Wein) # begy - Kropf # benn - drinnen # bocs - Bärenjunges, (Kurzform für) Verzeihung # bősz - wütend # chekk - Scheck # cikk - Artikel, Ware # cucc - die Siebensachen # csak - nur, bloß, erst # csal - betrügen # csap - Wasserhahn, Zapfen, schlagen, hauen # csáp - Fühler # csat - Schnalle, Spange # cseh - tschechisch, Tscheche # csel - List, Täuschung # csen - stehlen, mausen, stibitzen # chikk - Zigarettenstummel, Zigarettenkippe # csík - Streifen # csíny - Streich, Ulk # csíp - zwicken, stechen # csók - Kuss # csőd - Konkurs, Bankrott # csőr - Schnabel # csősz - Wächter, Feldhüter # csúcs - Spitze - Gipfel # csúf - hässlich # csuk - schließen, einsperren, zuklinken # csügg - hängen # disz - Ornament, Verzierung, Schmuck # ekkő - Schmuckstein (ék = Schmuck; kő = Stein; ausgesprochen wird es aber ohne dazwischen abzusetzen) # enyv - Leim # fagy - Frost # fasz - Penis, Dödel, Schwanz # fenn - oben, wach, laut (sprechen) # fény - Glanz, Licht # finn - finnisch, Finne # fogy - abnehmen, verbrauchen, schwinden, vermindeern # forr - sieden, kochen, gären # függ - hängen # genny - Eiter # gúny - Spott, Hohn # gyám - Vormund, Strebe # gyár - Fabrik, Werk # gyász - Trauer # gyep - Rasen # gyér - spärlich, knapp, dünn, ärmlich, schwach # gyík - Eidechse # gyom - Unkraut # gyón - beichten # gyök - Wurzel (Mathematik), Radix # győz - siegen, gewinnen # gyúl - sich entzünden # gyúr - kneten, bearbeiten # gyűr - zerknittern, zerdrücken, knüllen, knautschen, stopfen # hagy - lassen, belassen, liegen lassen # hall - hören, vernehmen, Halle # hány - wie viel? ; sich übergeben # hely - Ort, Stelle, Platz # hisz - glauben # hogy - dass; wie; auf welche Art; # hossz - Länge # húgy - Urin # hull - fallen # húsz - zwanzig # jegy - Zeichen, Eintrittskarte # kény - Willkür, Eigenmächtigkeit # kész - fertig, bereit # kinn - draußen # kosz - Dreck, Schmutz # lágy - weich # lány - Mädchen # légy - Fliege # lenn - unten # lény - Wesen # lesz - werden # lőcs - Ding # lyuk - Loch # makk - Eichel # megy - gehen, fahren # meggy - Sauerkirsche # mell - Brust, Busen # mész - Kalk # moly - Motte # mukk - Mucks # nagy - groß # négy - vier # nyak - Hals # nyák - Schleim # nyal - lecken # nyál - Speichel # nyár - Sommer # nyel - schlucken # nyél - Stiel, Griff # nyer - gewinnen # nyíl - Pfeil # nyír - schneiden, scheren, Birke # nyit - öffnen # nyög - ächzen, stöhnen, wimmern # nyom - drücken, Spur, Fährte # olló - Schere # oszt - teilen # ölyv - Bussard # össz - ganz, gesamt # passz - Pass # pötty - Tupfen # rács - Gitter, Rost # rész - Teil # rizs - Reis # rogy - sinken # rossz - schlecht # rozs - Roggen # rúzs - Lippenstift # rügy - Knospe, Trieb # sakk - Schach # segg - Hintern, Arsch # sikk - der Schick # sokk - Schock # súly - Gewicht # szab - zuschneiden, festsetzen # szag - Geruch, Duft # száj - Mund, Maul # szak - Zeitabschnitt, Periode, Phase, Fachrichtung, Fach # szál - Faden, Faser # száll - fliegen, aussteigen # szám - Zahl, Nummer # szán - bedauern, bemitleiden, Schlitten # szar - Scheiße (vulgär) (Kot) # szár - Stängel, Stiel, Halm, Griff, Rohr # szász - sächsisch, Sachse # száz - Hundert # szebb- schöner # szed - pflücken, sammeln # széf - Safe # szeg - Nagel, schneiden, brechen # szék - Stuhl, Sitz # szel - schneiden # szél - Wind, Rand, Saum # szem - Auge, Getreidekorn # szén - Kohle, Kohlenstoff # szép - schön # szer - Mittel, Stoff # szesz - Alkohol # szét - auseinander, entzwei # szex - Sex # szia - hallo! , Tschüss! # szid - schimpfen # szíj - Riemen, Gurt, Gürtel # szil - Ulme (meinest aber: szilfa = Ulmen-[Baum]) # szín - Farbe, Bühne, Oberfläche, Rand # szír - Syrer, syrisch # szít – anstacheln, schüren, anfachen # szív - Herz, saugen # szól - sagen # szór - streuen # szög - Winkel # szőr - (Körper-)Haar # szúr - stechen # szűk - eng, schmal, knapp, begrenzt, gedrängt # szűz - Jungfrau, unberührt # tény - Tatsache # tesz - tun, machen # tett - Tun, Tat, Handeln, Werk # toll - Feder (Vogel), Stift # tőgy - Euter # túsz - Geisel # túr - wühlen # tyúk - Henne # ugye - eben # vagy - oder # vágy - Verlangen, Lust, Sehnsucht, Wunsch # vall - aussagen, gestehen # váll - Schulter # varr - nähen # vesz - nehmen, kaufen # vész - Unheil # vicc - Witz # visz - bringen # zacc - Satz, Bodensatz, Kaffeesatz # zsák - Sack # zseb - Tasche (an der Kleidung, z. B. Hosentasche) # szíj - Lasche # zsír - Fett # zsúr - Party, Fete == Test 1 == :Der Test beschränkt sich auf die etwas häufigeren Wörter. :1.) # á_ _ - Spaten # b_ b - Bohne # _ _ l - Ziel # _ _ m - Adresse, Titel # _ _ r - Kreis, Runde # k_ t - binden, knüpfen, stricken # _ _ r - Lohn, Miete, Pacht # _ í _ - besitzen, haben, leiden (ausstehen), vertragen # b_ _ - Haut, Leder # _ é _ - Firma {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # ásó - Spaten # bab - Bohne # cél - Ziel # cím - Adresse, Titel # kör - Kreis, Runde # köt - binden, knüpfen, stricken # bér - Lohn, Miete, Pacht # bír - besitzen, haben, leiden (ausstehen), vertragen # bőr - Haut, Leder # cég - Firma |} :2.) # c_ ő - Rohr, Röhre, Schlauch # _ _ c - Trotz # _ _ l - Lied, Gesang, Song # d_ _ - Mittag, Süden # _ é _ - Hand # _ i _ - klein # _ _ d - Code # _ ö _ - Kubus, Kubik- # _ í _ - Reim # _ _ d - Stange, Stab {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # cső - Rohr, Röhre, Schlauch # dac - Trotz # dal - Lied, Gesang, Song # dél - Mittag, Süden # kéz - Hand # kis - klein # kód - Code # köb - Kubus, Kubik- # rím - Reim # rúd - Stange, Stab |} :3.) # _ ú _ - treten (einen Fußtritt versetzen), (ein Tor) schießen # _ ö _ - Bier # s_ n - Igel # _ _ t - braten, backen, scheinen (Sonne) # s_ _ - Wort # _ é _ - Winter # _ _ r - Platz, Gebiet # _ í _ - zehn # _ o _ - schieben # _ _ j - Kopf, melken {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # rúg - treten (einen Fußtritt versetzen), (ein Tor) schießen # sör - Bier # sün - Igel # süt - braten, backen, scheinen (Sonne) # szó - Wort # tél - Winter # tér - Platz, Gebiet # tíz - zehn # tol - schieben # fej - Kopf, melken |} :4.) # _ _ k - Bremse, Zaum # k_ r - bitten, verlangen, fordern, wünschen # _ e _ - hinauf # _ é _ - Hälfte, halb, Angst haben, befürchten # _ é _ - Metall # f_ _ - Platz haben, hineinpassen # _ i _ - Junge, Knabe, Sohn # t_ m - füllen, stopfen # _ _ r - brechen, reiben # _ á _ - Burg, Festung, warten, erwarten {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # fék - Bremse, Zaum # kér - bitten, verlangen, fordern, wünschen # fel - hinauf # fél - Hälfte, halb, Angst haben, befürchten # fém - Metall # fér - Platz haben, hineinpassen # fiú - Junge, Knabe, Sohn # töm - füllen, stopfen # tör - brechen, reiben # vár - Burg, Festung, warten, erwarten |} :5.) # v_ s - Eisen # _é _ - beschützen, verteidigen # _é_ - Ende, Schluss # _ o _ - Grad, Stufe (nicht Treppe), Entwicklungszustand # _ ö _ - Sahne, Rahm, Haut (Milch) # _ _ z - kochen (Essen zubereiten) # f_ _ - laufen, rennen, fliehen # _ _ l - Ohr # _ u _ - wissen, können, kennen # _ _ - zu viel, übermäßig, jenseits, außer {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # vas - Eisen # véd - beschützen, verteidigen # vég - Ende, Schluss # fok - Grad, Stufe (nicht Treppe), Entwicklungszustand # föl - Sahne, Rahm, Haut (Milch) # főz - kochen (Essen zubereiten) # fut - laufen, rennen, fliehen # fül - Ohr # tud - wissen, können, kennen # túl - zu viel, übermäßig, jenseits, außer |} :6.) # _ ú _ - wühlen # _ _ z - Feuer, Brand, stechen, brennen # _ _ y - so, derart, ungefähr, etwa # _ _ j - Finger, Ärmel # ü_ _ - Angelegenheit, Sache, Affäre # _ _ d - Wild, wild # _ á _ - Anklage, Klage # _ _ g - schneiden, hacken # v_ _ - Butter # _ a _ - blind, der Blinde {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # túr - wühlen # tűz - Feuer, Brand, stechen, brennen # úgy - so, derart, ungefähr, etwa # ujj - Finger, Ärmel # ügy - Angelegenheit, Sache, Affäre # vad - Wild, wild # vád - Anklage, Klage # vág - schneiden, hacken # vaj - Butter # vak - blind, der Blinde |} :7.) # _ _ m - Zoll, Zollamt # v_ _ - sein/haben # _ _ t - heizen, beheizen # _ű _ - Weide, schnüren, einfädeln, flechten # g_ t - Damm, Barriere, Hindernis # g_ _ - Gas # _ é _ - Maschine # _ _ z - Mull, Mullbinde # g_ _ - Tor (Tortreffer) # _ _ b - Schaum {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # vám - Zoll, Zollamt # van - sein/haben # fűt - heizen, beheizen # fűz - Weide, schnüren, einfädeln, flechten # gát - Damm, Barriere, Hindernis # gáz - Gas # gép - Maschine # géz - Mull, Mullbinde # gól - Tor (Tortreffer) # hab - Schaum |} :8.) # _ a _ - Haar # h_ l - Fisch, sterben # _ á _ - schlafen, übernachten # _ á _ - Geschirr (Gurtzeug für Tiere), Epithel # h_ _ - Bauch # _ a _ - sechs # b_ g - heulen, flennen # _ _ r - Wein # _ ö _ - Nebel # k_ _ - Alter, Zeit {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # haj - Haar # hal - Fisch, sterben # hál - schlafen, übernachten # hám - Geschirr (Gurtzeug für Tiere), Epithel # has - Bauch # hat - sechs # bőg - heulen, flennen # bor - Wein # köd - Nebel # kor - Alter, Zeit |} :9.) # _ ó _ - Krankheit # _ í _ - Preis, Gebühr, Auszeichnung # _ _ ó - Nuss # _ _ b - Trommel, werfen, schmeißen # d_ c - Strebe # d_ _ - verstecken, hineinstecken, bumsen (Geschlechtsverkehr) # _ _ h - Wut # _ é _ - Bild # _ d _ - trainieren # e_ _ - eins {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # kór - Krankheit # díj - Preis, Gebühr, Auszeichnung # dió - Nuss # dob - Trommel, werfen, schmeißen # dúc - Strebe # dug - verstecken, hineinstecken, bumsen (Geschlechtsverkehr) # düh - Wut # kép - Bild # edz - trainieren # egy - eins |} :10.) # _ _ t - fallen lassen # _ ú _ - Brunnen # l_ _ - Bein # _ a v - Blatt, Karte # _ _ t - sehen # _ á v - Fieber # _ _ c - Latte # _ _ s - Messer # _ é _ - Luft # _ _ u - Ware {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # ejt - fallen lassen # kút - Brunnen # láb - Bein # lap - Blatt, Karte # lát - sehen # láz - Fieber # léc - Latte # kés - Messer # lég - Luft # áru - Ware |} :11.) # _ _ j - Unglück # _ a _ - linke/linker/linkes # _ á _ - Bar, obgleich, obwohl, mindestens # b_ l - Darm # é_ c - Erz # _ r _ - verstehen # _ _ ő - Kraft, Zwang # _ s _ - Regen # _ _ j - Art, Rasse, Stamm, Nation # f_ _ - es tut weh (nur 3. Person Plural) {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # baj - Unglück # bal - linke/linker/linkes # bár - Bar, obgleich, obwohl, mindestens # bél - Darm # érc - Erz # ért - verstehen # erő - Kraft, Zwang # eső - Regen # faj - Art, Rasse, Stamm, Nation # fáj - es tut weh (nur 3. Person Plural) |} :12.) # _ a _ - Mauer, Wand # f_ r - Hintern, Steiß, Heck # _ _ g - Zahn, fangen # _ n _ - Zahnfleisch # i_ _ - hier # _ á _ - gehen (zu Fuß), laufen (Maschine) # _ é _ - Eis (nicht Speiseeis) # _ e _ - Zeichen, Signal # _ _ g - Recht # _ ö _ - kommen {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # fal - Mauer, Wand # far - Hintern, Steiß, Heck # fog - Zahn, fangen # íny - Zahnfleisch # itt - hier # jár - gehen (zu Fuß), laufen (Maschine) # jég - Eis (nicht Speiseeis) # jel - Zeichen, Signal # jog - Recht # jön - kommen |} :13.) # _ u _ - Schaf # a_ó - Steuer (Geld) # a_ _ - Gehirn # _ _y - Bett # _ _ z - betrachten, ansehen # _ ő _ - weiblich # o_ _ - dorthin # _ l _ - löschen # _ _ t - dort # ó_ a - Uhr, Stunde {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # juh - Schaf # adó - Steuer (Geld) # agy - Gehirn # ágy - Bett # néz - betrachten, ansehen # női - weiblich # oda - dorthin # olt - löschen # ott - dort # óra - Uhr, Stunde |} :14.) # _ r _ - Nase # _ n _ - gießen, schütten # _ _ z - Herbst # _ t _ - seit # _ á _ - Gegend, Landschaft # _ á _ - Schüssel # _ _ n - Lehre (Ausbildung) # _ a _ - kahl # _ á _ - Lager, Sammlung, Magazin, weit öffnen # t_ _ - Tee {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # orr - Nase # önt - gießen, schütten # ősz - Herbst # óta - seit # táj - Gegend, Landschaft # tál - Schüssel # tan - Lehre (Ausbildung) # tar - kahl # tár - Lager, Sammlung, Magazin, weit öffnen # tea - Tee |} :15.) # _ _ j - Milch # _ _ d - Bank (zum Sitzen) # p_ _ - Paar, ein paar # _ é _ - Bäcker # _ _ b - Gefangener, Häftling # _ á _ - kauen, nagen # _ a _ - Schwarm, Gruppe, Geschwader # _ a _ - legen, stellen, setzen, bauen # r_ k - Krebs # _ _ z - rütteln, schütteln {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # tej - Milch # pad - Bank (zum Sitzen) # pár - Paar, ein paar # pék - Bäcker # rab - Gefangener, Häftling # rág - kauen, nagen # raj - Schwarm, Gruppe, Geschwader # rak - legen, stellen, setzen, bauen # rák - Krebs # ráz - rütteln, schütteln |} :16.) # r_ _ - längst # _ _ t - Wiese # í_ y - so, auf diese Weise # _ _ g - Hemd # _ _ r - schlagen # _ é _ - Blut # _ _ t - werfen, säen # v_ t - Fehler machen, verstoßen # v_ _ - Wasser # _ o _ - ziehen, schleppen {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # rég - längst # rét - Wiese # így - so, auf diese Weise # ing - Hemd # ver - schlagen # vér - Blut # vet - werfen, säen # vét - Fehler machen, verstoßen # víz - Wasser # von - ziehen, schleppen |} :17.) # _ _ b - Hafer # al_ - unter, hinunter # _ _ r - wagen, sich trauen # _ é _ - messen, wiegen, schöpfen # _ _ z - Honig # _ _ t - Rücken # s_ _ - Schal # _ á _ - Kot, Schmutz, Schlamm # s_ v - Säure # _ e _ - Wunde {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # zab - Hafer # alá - unter, hinunter # mer - wagen, sich trauen # mér - messen, wiegen, schöpfen # méz - Honig # hát - Rücken # sál - Schal # sár - Kot, Schmutz, Schlamm # sav - Säure # seb - Wunde |} :18.) # _ _ m - auch nicht # _ í _ - Schiene (Verband, Eisenbahn) # _ í _ - Pfeife (Trillerpfeife) # _ _ r - weinen # _ a _ - Arm, Zustand, Fakultät # k_ _ - Schaden, schade # _ _ k - blau # _ e _ - aufstehen # s_ _ - viel # _ o _ - Reihe, Zeile {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # sem - auch nicht # sín - Schiene (Verband, Eisenbahn) # síp - Pfeife (Trillerpfeife) # sír - weinen # kar - Arm, Zustand, Fakultät # kár - Schaden, schade # kék - blau # kel - aufstehen # sok - viel # sor - Reihe, Zeile |} :19.) # _ á _ - Haus # h_ _ - Schale, Rinde # _ é _ - sieben, Woche # _ _ d - Brücke # h_ r - Nachricht, Meldung # _ i _ - Glaube # h_ _ - eitel # _ _ v - rufen, nennen, treu, Anhänger (Fan) # _ ó _ - Biber # _ o _ - wo # _ é _ - Name {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # ház - Haus # héj - Schale, Rinde # hét - sieben, Woche # híd - Brücke # hír - Nachricht, Meldung # hit - Glaube # hiú - eitel # hív - rufen, nennen, treu, Anhänger (Fan) # hód - Biber # hol - wo # név - Name |} :20.) # h_ _ - bringen, holen, tragen # _ _ s - Held, heldenhaft # _ ú _ - Saite, Sehne (am Bogen) # _ ú _ - Fleisch # _ _ z - ziehen, anziehen # i_ _ - hierher # _ á _ - Türschloss, abschließen # á_l - Kinn, stehen, sich hinstellen, standhalten # a_ _ - Unterteil, Grund, Rock # _ _ a - Vater # _ _ p - Volk {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # hoz - bringen, holen, tragen # hős - Held, heldenhaft # húr - Saite, Sehne (am Bogen) # hús - Fleisch # húz - ziehen, anziehen # ide - hierher # zár - Türschloss, abschließen # áll - Kinn, stehen, sich hinstellen, standhalten # alj - Unterteil, Grund, Unterlage # apa - Vater # nép - Volk |} :21.) # ar_ - Gesicht # á_ t - schaden # j_ t - gelangen, geraten, ausreichen, reichen # _ _ d - Wanne # _ a _ - bekommen # _ é _ - Spion, Geheimagent # k_ _ - Schwefel # l_ _ - Milz, treten (schreiten) # _ _ p - stehlen # lúd - Gans # z_ _ - Geräusch {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # arc - Gesicht # árt - schaden # jut - gelangen, geraten, ausreichen, reichen # kád - Wanne # kap - bekommen # kém - Spion, Geheimagent # kén - Schwefel # lép - Milz, treten (schreiten) # lop - stehlen # lúd - Gans # zaj - Geräusch |} :22.) # _ á _ - Leber # m_ _ - brennen, beißen, ätzen # _ _ r - schon, bereits # _ á _ - Kopie, sonstige, anders, andere, etwas anderes # _ e _ - und, aber, denn, ja # _ _ g - noch, außerdem # _ é _ - Biene # _ d _ - Zeit, Wetter # m_ s - waschen # _ a _ - Tag, Sonne # n_ _ - nicht, nein, Geschlecht, Gattung {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # máj - Leber # mar - brennen, beißen, ätzen # már - schon, bereits # más - Kopie, sonstige, anders, andere, etwas anderes # meg - und, aber, denn, ja # még - noch, außerdem # méh - Biene # idő - Zeit, Wetter # mos - waschen # nap - Tag, Sonne # nem - nicht, nein, Geschlecht, Gattung |} == Test 2 == :1.) # Steuer (Geld) # Gehirn # Bett # unter, hinunter # Kinn, stehen, sich hinstellen, standhalten # Unterteil, Grund, Rock # Vater # Gesicht # schaden # Ware {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # adó - Steuer (Geld) # agy - Gehirn # ágy - Bett # alá - unter, hinunter # áll - Kinn, stehen, sich hinstellen, standhalten # alj - Unterteil, Grund, Rock # apa - Vater # arc - Gesicht # árt - schaden # áru - Ware |} :2.) # Spaten # Bohne # Unglück # linke/linker/linkes # Bar, obgleich, obwohl, mindestens # Darm # Lohn, Miete, Pacht # besitzen, haben, leiden (ausstehen), vertragen # heulen, flennen # Wein {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # ásó - Spaten # bab - Bohne # baj - Unglück # bal - linke/linker/linkes # bár - Bar, obgleich, obwohl, mindestens # bél - Darm # bér - Lohn, Miete, Pacht # bír - besitzen, haben, leiden (ausstehen), vertragen # bőg - heulen, flennen # bor - Wein |} :3.) # treten (einen Fußtritt versetzen), (ein Tor) schießen # Schal # Kot, Schmutz, Schlamm # Säure # Wunde # auch nicht # Schiene (Verband, Eisenbahn) # Pfeife (Trillerpfeife) # weinen # viel {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # rúg - treten (einen Fußtritt versetzen), (ein Tor) schießen # sál - Schal # sár - Kot, Schmutz, Schlamm # sav - Säure # seb - Wunde # sem - auch nicht # sín - Schiene (Verband, Eisenbahn) # síp - Pfeife (Trillerpfeife) # sír - weinen # sok - viel |} :4.) # Reihe, Zeile # Bier # Igel # Haut, Leder # Firma # Ziel # Adresse, Titel # Rohr, Röhre, Schlauch # Trotz # Lied, Gesang, Song {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # sor - Reihe, Zeile # sör - Bier # sün - Igel # bőr - Haut, Leder # cég - Firma # cél - Ziel # cím - Adresse, Titel # cső - Rohr, Röhre, Schlauch # dac - Trotz # dal - Lied, Gesang, Song |} :5.) # Mittag, Süden # Preis, Gebühr, Auszeichnung # Nuss # Trommel, werfen, schmeißen # Strebe # verstecken, hineinstecken, bumsen (Geschlechtsverkehr) # Wut # trainieren # eins # fallen lassen {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # dél - Mittag, Süden # díj - Preis, Gebühr, Auszeichnung # dió - Nuss # dob - Trommel, werfen, schmeißen # dúc - Strebe # dug - verstecken, hineinstecken, bumsen (Geschlechtsverkehr) # düh - Wut # edz - trainieren # egy - eins # ejt - fallen lassen |} :6.) # Erz # verstehen # Kraft, Zwang # Regen # Art, Rasse, Stamm, Nation # es tut weh (nur 3. Person Plural) # Mauer, Wand # Hintern, Steiß, Heck # Kopf, melken # Bremse, Zaum {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # érc - Erz # ért - verstehen # erő - Kraft, Zwang # eső - Regen # faj - Art, Rasse, Stamm, Nation # fáj - es tut weh (nur 3. Person Plural) # fal - Mauer, Wand # far - Hintern, Steiß, Heck # fej - Kopf, melken # fék - Bremse, Zaum |} :7.) # hinauf # Hälfte, halb, Angst haben, befürchten # Metall # Platz haben, hineinpassen # Junge, Knabe, Sohn # Zahn, fangen # Grad, Stufe (nicht Treppe), Entwicklungszustand # Sahne, Rahm, Haut (Milch) # kochen (Essen zubereiten) # laufen, rennen, fliehen {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # fel - hinauf # fél - Hälfte, halb, Angst haben, befürchten # fém - Metall # fér - Platz haben, hineinpassen # fiú - Junge, Knabe, Sohn # fog - Zahn, fangen # fok - Grad, Stufe (nicht Treppe), Entwicklungszustand # föl - Sahne, Rahm, Haut (Milch) # főz - kochen (Essen zubereiten) # fut - laufen, rennen, fliehen |} :8.) # Ohr # heizen, beheizen # Weide, schnüren, einfädeln, flechten # Damm, Barriere, Hindernis # Gas # Maschine # Mull, Mullbinde # Tor (Tortreffer) # Schaum # Haar {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # fül - Ohr # fűt - heizen, beheizen # fűz - Weide, schnüren, einfädeln, flechten # gát - Damm, Barriere, Hindernis # gáz - Gas # gép - Maschine # géz - Mull, Mullbinde # gól - Tor (Tortreffer) # hab - Schaum # haj - Haar |} :9.) # Fisch, sterben # schlafen, übernachten # Geschirr (Gurtzeug für Tiere), Epithel # Bauch # sechs # Rücken # Haus # Schale, Rinde # sieben, Woche # Brücke {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # hal - Fisch, sterben # hál - schlafen, übernachten # hám - Geschirr (Gurtzeug für Tiere), Epithel # has - Bauch # hat - sechs # hát - Rücken # ház - Haus # héj - Schale, Rinde # hét - sieben, Woche # híd - Brücke |} :10.) # Nachricht, Meldung # Glaube # eitel # rufen, nennen, treu, Anhänger (Fan) # Biber # wo # bringen, holen, tragen # Held, heldenhaft # Saite, Sehne (am Bogen) # Fleisch {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # hír - Nachricht, Meldung # hit - Glaube # hiú - eitel # hív - rufen, nennen, treu, Anhänger (Fan) # hód - Biber # hol - wo # hoz - bringen, holen, tragen # hős - Held, heldenhaft # húr - Saite, Sehne (am Bogen) # hús - Fleisch |} :11.) # ziehen, anziehen # hierher # Zeit, Wetter # so, auf diese Weise # Hemd # Zahnfleisch # hier # gehen (zu Fuß), laufen (Maschine) # Eis (nicht Speiseeis) # Zeichen, Signal {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # húz - ziehen, anziehen # ide - hierher # idő - Zeit, Wetter # így - so, auf diese Weise # ing - Hemd # íny - Zahnfleisch # itt - hier # jár - gehen (zu Fuß), laufen (Maschine) # jég - Eis (nicht Speiseeis) # jel - Zeichen, Signal |} :12.) # Recht # kommen # Schaf # gelangen, geraten, ausreichen, reichen # Wanne # bekommen # Arm, Zustand, Fakultät # Schaden, schade # blau # aufstehen {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # jog - Recht # jön - kommen # juh - Schaf # jut - gelangen, geraten, ausreichen, reichen # kád - Wanne # kap - bekommen # kar - Arm, Zustand, Fakultät # kár - Schaden, schade # kék - blau # kel - aufstehen |} :13.) # Spion, Geheimagent # Schwefel # Bild # bitten, verlangen, fordern, wünschen # Messer # Hand # klein # Code # Kubus, Kubik- # Nebel {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # kém - Spion, Geheimagent # kén - Schwefel # kép - Bild # kér - bitten, verlangen, fordern, wünschen # kés - Messer # kéz - Hand # kis - klein # kód - Code # köb - Kubus, Kubik- # köd - Nebel |} :14.) # Alter, Zeit # Krankheit # Kreis, Runde # binden, knüpfen, stricken # Brunnen # Bein # Blatt, Karte # sehen # Fieber # Latte {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # kor - Alter, Zeit # kór - Krankheit # kör - Kreis, Runde # köt - binden, knüpfen, stricken # kút - Brunnen # láb - Bein # lap - Blatt, Karte # lát - sehen # láz - Fieber # léc - Latte |} :15.) # Luft # Milz, treten (schreiten) # stehlen # Gans # Leber # brennen, beißen, ätzen # schon, bereits # Kopie, sonstige, anders, andere, etwas anderes # und, aber, denn, ja # noch, außerdem {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # lég - Luft # lép - Milz, treten (schreiten) # lop - stehlen # lúd - Gans # máj - Leber # mar - brennen, beißen, ätzen # már - schon, bereits # más - Kopie, sonstige, anders, andere, etwas anderes # meg - und, aber, denn, ja # még - noch, außerdem |} :16.) # Biene # wagen, sich trauen # messen, wiegen, schöpfen # Honig # Fehler machen, verstoßen # waschen # Tag, Sonne # nicht, nein, Geschlecht, Gattung # Volk # Name {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # méh - Biene # mer - wagen, sich trauen # mér - messen, wiegen, schöpfen # méz - Honig # vét - Fehler machen, verstoßen # mos - waschen # nap - Tag, Sonne # nem - nicht, nein, Geschlecht, Gattung # nép - Volk # név - Name |} :17.) # betrachten, ansehen # weiblich # dorthin # löschen # dort # Uhr, Stunde # Nase # gießen, schütten # Herbst # seit {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # néz - betrachten, ansehen # női - weiblich # oda - dorthin # olt - löschen # ott - dort # óra - Uhr, Stunde # orr - Nase # önt - gießen, schütten # ősz - Herbst # óta - seit |} :18.) # Bank (zum Sitzen) # Paar, ein paar # Bäcker # Gefangener, Häftling # kauen, nagen # Schwarm, Gruppe, Geschwader # legen, stellen, setzen, bauen # Krebs # Wasser # rütteln, schütteln {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # pad - Bank (zum Sitzen) # pár - Paar, ein paar # pék - Bäcker # rab - Gefangener, Häftling # rág - kauen, nagen # raj - Schwarm, Gruppe, Geschwader # rak - legen, stellen, setzen, bauen # rák - Krebs # víz - Wasser # ráz - rütteln, schütteln |} :19.) # längst # Wiese # Reim # Stange, Stab # braten, backen, scheinen (Sonne) # Wort # Gegend, Landschaft # Schüssel # Lehre (Ausbildung) # ziehen, schleppen # werfen, säen {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # rég - längst # rét - Wiese # rím - Reim # rúd - Stange, Stab # süt - braten, backen, scheinen (Sonne) # szó - Wort # táj - Gegend, Landschaft # tál - Schüssel # tan - Lehre (Ausbildung) # von - ziehen, schleppen # vet - werfen, säen |} :20.) # kahl # Lager, Sammlung, Magazin, weit öffnen # Tee # Milch # Winter # Hafer # Platz, Gebiet # zehn # schieben # füllen, stopfen # Blut {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # tar - kahl # tár - Lager, Sammlung, Magazin, weit öffnen # tea - Tee # tej - Milch # tél - Winter # zab - Hafer # tér - Platz, Gebiet # tíz - zehn # tol - schieben # töm - füllen, stopfen # vér - Blut |} :21.) # brechen, reiben # Türschloss, abschließen # wissen, können, kennen # zu viel, übermäßig, jenseits, außer # wühlen # Feuer, Brand, stechen, brennen # so, derart, ungefähr, etwa # Finger, Ärmel # Angelegenheit, Sache, Affäre # Wild, wild # schlagen {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # tör - brechen, reiben # zár - Türschloss, abschließen # tud - wissen, können, kennen # túl - zu viel, übermäßig, jenseits, außer # túr - wühlen # tűz - Feuer, Brand, stechen, brennen # úgy - so, derart, ungefähr, etwa # ujj - Finger, Ärmel # ügy - Angelegenheit, Sache, Affäre # vad - Wild, wild # ver - schlagen |} :22.) # Anklage, Klage # schneiden, hacken # Geräusch # Butter # blind, der Blinde # Zoll, Zollamt # sein/haben # Burg, Festung, warten, erwarten # Eisen # beschützen, verteidigen # Ende, Schluss {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width: 100%" |- !'''<font color="ff00ff">Lösung</font> ''' |- | # vád - Anklage, Klage # vág - schneiden, hacken # zaj - Geräusch # vaj - Butter # vak - blind, der Blinde # vám - Zoll, Zollamt # van - sein/haben # vár - Burg, Festung, warten, erwarten # vas - Eisen # véd - beschützen, verteidigen # vég - Ende, Schluss |} agittn3r26eowtmqbpo5fjk8hhnhjbb Ungarisch/Ungarisch-Lesebuch-Witze/Kurze Witze 0 122065 1085368 1085274 2026-05-10T18:25:07Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 1085368 wikitext text/x-wiki {{Navigation hoch| hochtext=Inhaltsverzeichnis: Ungarisch-Lesebuch| hochlink=Ungarisch#Ungarisch-Lesebuch}} {{Navigation zurückhochvor| zurücklink=Ungarisch/Ungarisch-Lesebuch-Witze/Anekdote| zurücktext=ENDE: Vierter Teil – Anekdote, Sprichwörter| hochlink=Ungarisch/Ungarisch-Lesebuch-Witze| hochtext=Witze, witzige Sprüche, Sprichwörter| vorlink=Ungarisch/Ungarisch-Lesebuch-Witze/Längere Witze| vortext=Zweiter Teil – Längere Witze }} ;Erster Teil - Kurze Witze :An einigen Stellen steht hinter dem ungarischen Wort zusätzlich die Aussprache in eckigen Klammern. Beispiel: Segíts [segíccs] magadon! :'''rövid viccek - kurze Witze''' :A kutyám nem szeret autóval menni.(A kutyám nem szeret autót vezetni.) - Mein Hund fährt nicht gerne Auto. (Anmerkung: Im Ungarischen ist "mitfahren" oder "lenken/steuern" eindeutig.) :Az enyémnek nincs egyáltalán jogosítványa (= jogsija) - Meiner hat gar keinen Führerschein. :------------------------ :Két ok, miért nem hozom el (elhoz) a barátnőmet a porsémmal. - Zwei Gründe warum ich meine Freundin nicht mit dem Porsche abhole. :első ok: nincs barátnőm - Erster Grund: keine Freundin :másik ok: nincs porsém - zweiter Grund: Kein Porsche :------------------------ :Figyelmeztetlek titeket! - Ich warne euch! :Utolsó figyelmeztetés! - Letzte Warnung! :Ne legyetek felnőttek! - Werdet nicht erwachsen! :Ez egy nagy csapda. - Es ist eine große Falle. :------------------------ :Anya, minket ma beoltottak az iskolában. - Mama, wir wurden heute in der Schule geimpft. :Remélem nem sírtál. - Ich hoffe, du hast nicht geweint. :De hogy, nem tudtak elkapni engem. Elfutottam. - Aber nein, sie haben mich nicht gekriegt. Ich bin weggelaufen. :------------------------ :Mi a legőrültebb dolog, amit valaha a pénzért tettél? - Was ist das Verrückteste, das du schon mal für Geld gemacht hast? :Dolgoztam. - Ich habe gearbeitet. :------------------------ :Van, hogy ő hangot hall, anélkül hogy látna valakit? - Kommt es vor, dass Sie Stimmen hören ohne jemanden zu sehen? :Igen, meglehetősen gyakran. - Ja, ziemlich oft. :És mikor történik ezt? - Und wann passiert das? :Ha, telefonálok. - Wenn ich telefoniere. :------------------------ :Megkérdeztem száz nőt, hogy melyik sampont használják tusolásnál. - Ich habe 100 Frauen gefragt, welches Shampoo sie beim Duschen verwenden. :Kilencvenkilenc felelte - Ki ön, és hogy a fenébe jött be? - 99 haben geantwortet: “Wer sind Sie und wie zum Teufel sind Sie hier reingekommen? :------------------------ :Mi megy át a fején a porse vezetőnek ami 120-szal (százhúsz-szal) a falnak ütközik? - Was geht einem Porschefahrer durch den Hinterkopf, wenn er mit 120 gegen eine Mauer fährt? :A hátsó spoiler. - Heckspoiler. :porsevezető - Porschefahrer :Mi játszodik a fejében? - was geht ihm durch den Kopf? :ütközik egy falba - an eine Wand fahren :tarkó - Hinterkopf :a fejemben van egy ötlet (mit geht etwas durch den Hinterkopf) ich habe eine Idee im Kopf :agy - Gehirn :átvillant az agyamon egy ötlet - eine Idee im Kopf haben :------------------------ :Mitől fél legjobban egy öngyilkos merénylő? - Wovor hat ein Selbstmordattentäter am meisten Angst? :Fél hogy egyedül hal meg. - Er hat Angst, dass er alleine stirbt. :------------------------ :Űrhajós akarok lenni, mint az apám. - Ich möchte ein Astronaut werden, wie mein Vater. :Valóban űrhajós volt az apád? - War dein Vater wirklich Astronaut? :Nem, de ő is az akart lenni. - Nein, aber er wollte es auch werden. :------------------------ :A feleségemmel eldöntöttük, hogy nem akarunk gyereket. - Wir haben mit meiner Frau beschlossen, dass wir keine Kinder wollen. :Ma este vacsora után fogjuk, azt mondani nekik. - Heute Abend nach dem Abendbrot werden wir es ihnen sagen. :------------------------ :„Jó napot, szeretnék vásárolni egy Bluetooth fejhallgatót mikrofonnal egy mobiltelefonhoz. A legolcsóbb modellt kérem.” - „Guten Tag, ich möchte einen Blutooth-Kopfhörer mit Mikrofon für ein Handy kaufen. Das billigste Modell bitte.“ :„Milyen típusú mobiltelefonja van?” - „Was für ein Handymodell haben Sie?“ :„Nem, nincs mobiltelefonom. Csak magamban beszélek az utcán, és nem akarom, hogy mások meghallják.” - „Nein, ich habe kein Handy. Ich führe nur auf der Straße Selbstgespräche und ich will nicht, dass die Leute das mitbekommen.“ :Version 2 :„Jó napot kívánok, szeretnék venni egy bluetoothos fülhallgatót mikrofonnal egy mobiltelefonhoz. A legolcsóbb modellt kérem.” – „Guten Tag, ich möchte einen Bluetooth-Kopfhörer mit Mikrofon für ein Handy kaufen. Das billigste Modell bitte.“ :„Milyen típusú telefonja van?” – „Was für ein Handymodell haben Sie?“ :„Nincs telefonom. Csak az utcán szoktam magamban beszélni, és nem akarom, hogy az emberek észrevegyék.” – „Nein, ich habe kein Handy. Ich führe nur auf der Straße Selbstgespräche und ich will nicht, dass die Leute das mitbekommen.“ :Version 3 :„Jó napot, bluetoothos headsetet szeretnék mikrofonnal telefonhoz, lehetőleg a legolcsóbbat.” – „Guten Tag, ich hätte gern ein Bluetooth-Headset mit Mikrofon fürs Handy, am besten das günstigste.“ :„Milyen telefonhoz lesz?” – „Für welches Handymodell?“ :„Semmilyenhez. Nincs telefonom, csak az utcán beszélek gyakran magamban, és az orvosom javasolt nekem egy ilyen fülhallgatót viselni, hogy ne vegyék észre.” – „Für keines. Ich habe kein Handy, ich rede nur auf der Straße oft mit mir selbst und mein Arzt hat mir empfohlen solche Kopfhörer zu tragen, damit man das nicht merkt..“ :Version 4 :„Jó napot, a legolcsóbb bluetoothos fülhallgatót keresem mikrofonnal.” – „Guten Tag, ich suche den billigsten Bluetooth-Kopfhörer mit Mikrofon.“ :„Melyik telefonhoz?” – „Für welches Handy?“ :„Egyikhez sem. Csak azért kell, hogy az utcán nyugodtan beszélhessek magamban, anélkül hogy furcsán néznének rám.” – „Für keins. Ich brauche ihn nur, damit ich auf der Straße ungestört Selbstgespräche führen kann, ohne dass die Leute komisch schauen.“ :(„Csak azért kell, hogy az utcán nyugodtan beszélhessek magamban, hogy ne nézzenek furcsán rám.”) :------------------------ :Holnap, holnap, csak nem ma, mondja minden lusta ember. - Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute. :Holnap, holnap, csak nem ma, mondja minden lusta. :------------------------ :Korosztályok - Altersstufen :1.) fél a horrorfilmektől - man hat Angst bei Horrorfilmen :2.) nevet a horrorfilmeken - man lacht bei Horrorfilmen :3.) egyetért a horrorfilmmel - man ist einverstanden mit Horrorfilmen :------------------------ :Mit csináltál tegnap? - Was hast du gestern gemacht? - Nichts? :Semmi! - - Nichts? :És mit csinálsz ma? - Und was machst du heute? :Megint semmit. - Auch nichts? (megint - erneut; noch einmal) :Hát azt már tegnap csináltad - Aber das hast du doch gestern schon gemacht. :Igen, de nem lettem kész tegnap. - Ja, aber ich bin gestern nicht fertig geworden. :------------------------ :Version 1 :A patikában – In der Apotheke. :Egy nő bemegy a patikába, és megkérdezi, milyen nyugtatók vannak. – Eine Frau kommt in die Apotheke und fragt, welche Beruhigungsmittel es gibt. :Kinek lesz? – Für wen ist es denn? :A férjemnek. – Für meinen Mann. :Mi a diagnózisa? – Was hat er denn für eine Diagnose? :Egy új, kilencszáz eurós kézitáska. – Eine neue Handtasche für 900 Euro. :Version 2 :A gyógyszertárban – In der Apotheke. :Egy asszony betér a gyógyszertárba, és érdeklődik a nyugtatók felől. – Eine Frau geht in die Apotheke und erkundigt sich nach Beruhigungsmitteln. :Kinek szánja? – Für wen ist es gedacht? :A férjemnek. – Für meinen Mann. :Mi a baja? – Was hat er denn? :Egy új kézitáska kilencszáz euróért. – Eine neue Handtasche für 900 Euro. :Version 3 :A patikában – In der Apotheke. :Egy nő idegcsillapítószert kér a patikában. – Eine Frau fragt in der Apotheke nach einem Nervenberuhigungsmittel. :Kinek? – Für wen? :A férjemnek. – Für meinen Mann. :Diagnózis? – Diagnose? :Egy kilencszáz eurós új kézitáska. – Eine neue Handtasche für 900 Euro. :------------------------ :A kórházban: - Im Krankenhaus: :A sebész a patológusnak: - Chirurg zum Pathologen: :„Őn az egyetlen a kórházban aki nem gyógyította a pácienseit.“ - „Sie sind der Einzige im Krankenhaus, der seine Patienten nicht gesund gemacht hat.“ :Erre a patológus: „És én az egyetlen aki nem betegíti meg a pácienseit.“ - „Ich bin der Einzige, der seine Patienten nicht krank macht.“ :------------------------ :Nő: Mit szeretnék jobban? Egy kutyát vagy egy férjet? - Frau: Was ich lieber möchte? Einen Hund oder einen Mann? :Természetesen egy kutyát. - Natürlich einen Hund. :Jobb bemocskolni a szőnyeget, mint az egész életet. - Besser den Teppich versauen, als das ganze Leben. :------------------------ :Mi a különbség egy optimista és egy pesszimista között. - Was ist der Unterschied zwischen einem Optimisten und einem Pessimisten? :Az optimista mondja: Rosszabb már nem lehet. - Der Optimist sagt: Schlimmer kann es nicht mehr werden. :A pesszimista mondja: De, lehet ez még egy kicsit. - Der Pessimist sagt: Doch, da geht noch was. :------------------------ :nyugdíjas vicc: - Rentnerwitz: :Mi volt a legbolondabb dolog az Ön életében, amit a pénzért megtett. - Was war das Verrückteste in Ihrem Leben, das Sie für Geld gemacht haben? :Dolgoztam. - Ich habe gearbeitet. :------------------------ :Anyu, játszhatok a nagymamával? - Mama, darf ich mit Oma spielen? :Nem, a koporsó ma zárva marad. - Nein , der Sarg bleibt heute zu. :------------------------ :Én harminc éven keresztül rosszul raktam be a tejet a hűtőbe. - Ich habe die Milch 30 Jahre lang falsch in den Kühlschrank gestellt. :Csak mióta nős vagyok, tudom, hogy a tejet lehet rosszul berakni a hűtőbe. - Erst seitdem ich verheiratet bin, weiß ich, dass man die Milch falsch in den Kühlschrank stellen kann. :------------------------ :Egy nő elmegy a fogorvoshoz. - Eine Frau geht zum Zahnarzt. :A nő: Inkább még egy gyerek, mint egy foghúzás. - Die Frau: Lieber noch mal ein Kind, als einen Zahn ziehen. :Erre a fogorvos: Hölgyem, ezt most kell eldöntenie, hogy én tudjam, hogy a széket, hogy állítsam be. - der Zahnarzt: Meine Dame, Sie müssen sich jetzt entscheiden, damit ich weiß, wie ich den Stuhl einstellen soll. :------------------------ :Ha nem eszed meg a kásádat, akkor hívom a Krampuszt. - Wenn du nicht deinen Brei aufisst, dann rufe ich Knecht Ruprecht. :Anyu, igazán azt hiszed, hogy ő megeszi a kását? - Mama, glaubst du wirklich, dass er ihn dann aufisst? :------------------------ :Rendőr: Ön nem látta a piros lámpát? - Polizist: Haben Sie die rote Ampel nicht gesehen? :Vezető: Dehogy nem! - Fahrer: Doch! :Rendőr: És miért nem állt meg? - Polizist: Und warum sind Sie dann nicht angehalten? :Vezető: Mert nem láttam Önt. - Fahrer: Weil ich Sie nicht gesehen hatte. :------------------------ :hülyeség - Nonsens :Három disznó egy hídon ül. - Sitzen drei Schweine auf einer Brücke. :Az első disznó leugrik. ... és meghal. - Springt das erste Schwein runter... tot. :A második disznó leugrik. ... és is meghal. - Springt das zweite Schwein runter ... auch tot. :A harmadik disznó leugrik. ... és él. - Springt das dritte Schwein runter ... lebt. :Újra leugrik ... és ő is meghal. - Springt noch mal runter... tot! :------------------------ :Elefántviccek - Elefantenwitze :Hogy tesznek be egy elefántot a hűtőbe? - Wie bekommt man einen Elefanten in den Kühlschrank? :Ajtó kinyit, elefánt be, ajtó be. - Tür öffnen, Elefant rein, Tür zu. :------------------------ :Hogy tesznek be egy zsiráfot a hűtőbe? - Wie bekommt man eine Giraffe in den Kühlschrank? :Ajtó kinyit, elefánt ki, zsiráf be, ajtó be. - Tür auf, Elefant raus, Giraffe rein, Tür zu. :------------------------ :Honnan lehet tudni, hogy egy elefánt volt a hűtőszekrényben? - Wie erkennt man, dass ein Elefant im Kühlschrank war? :Hogy lehet felismerni, hogy egy elefánt volt a hűtőszekrényben? - Wie erkennt man, dass ein Elefant im Kühlschrank war? :Ezt fel lehet ismerni a lábnyomról a vajban. - Das erkennt man an den Fußspuren in der Butter. :------------------------ :Hogy lehet felismerni, hogy két elefánt volt a hűtőszekrényben? - Wie erkennt man, dass zwei Elefanten im Kühlschrank waren? :Ezt fel lehet ismerni a két különböző lábnyomról a vajban. - Das erkennt man an den zwei verschiedene Fußspuren in der Butter. :------------------------ :Hogy lehet felismerni, hogy három elefánt volt a hűtőszekrényben? - Wie erkennt man, dass drei Elefanten im Kühlschrank waren? :Az ajtó nem csukódik rendesen. - Die Tür geht nicht richtig zu. :------------------------ :Hogy lehet felismerni, hogy négy elefánt volt a hűtőszekrényben? - Wie kann man erkennen, dass vier Elefanten im Kühlschrank waren? :Egy autó elé parkolt. - Ein Auto ist davorgeparkt. :------------------------ :Hogy lehet felismerni, hogy egy zsiráf volt a hűtőszekrényben? - Wie erkennt man, dass eine Giraffe im Kühlschrank ist? :Az elefántról, aki azelőtt ül. - An dem Elefanten, der davor sitzt. :------------------------ :Hogy lőnek le egy kék elefántot? - Wie erschießt man einen blauen Elefanten? :Egy kék-elefánt-fegyverrel. - Mit einem Blaue-Elefanten-Gewehr. :------------------------ :Hogy lőnek le egy zöld elefántot? - Wie erschießt man einen grünen Elefanten? :Megfogják az ormányát, várnak amig kék lesz, és azután lővik le egy kék-elefánt-fegyverrel. - Man hält ihm den Rüssel zu, wartet bis er blau wird und erschießt ihn dann mit dem Blaue-Elefanten-Gewehr! :------------------------ :Hogy lőnek le egy fehér elefántot? - Wie erschießt man einen weißen Elefanten? :Elmesélsz neki egy piszkos viccet, amíg el nem pirul. - Du erzählst ihm einen schmutzigen Witz bis er rot wird. :Akkor fojtogatod addig, amíg el nem kékül. - Dann würgst du ihn bis er blau wird. :És végül egy kék-elefánt-fegyverrel lelövöd. - Und erschießt du ihn mit dem Blauen-Elefanten-Gewehr. :------------------------ :Hogy lőnek le egy zöld elefántot? - Wie erschießt man einen grünen Elefanten? :Megijesztik őt, amíg el nem sápad, elmesélnek neki egy piszkos viccet, amíg el nem pirul, fojtogatják addig, amíg el nem kékül, és egy kék-elefánt-fegyverrel lövik le. - Man erschreckt ihn bis er weiß wird, erzählt einen schmutzigen Witz bis er rot wird, würgt ihn bis er blau wird und erschießt ihn mit dem Blauen-Elefanten-Gewehr. :------------------------ :Hogy lőnek le egy sárga elefántot? - Wie erschießt man einen gelben Elefanten? :Megforgatjuk őt, amíg zöld nem lesz a szédüléstől. - Wir schleudern ihn herum bis er grün vor Übelkeit wird, :Akkor megijesztjük őt, amíg el nem sápad, elmesélünk neki piszkos vicceket, amíg el nem pirul, fojtogatjuk addig, amíg el nem kékül, és egy kék-elefánt-fegyverrel lőjük le. - Dann erschrecken wir ihn bis er weiß wird, erzählen ihm schmutzige Witze bis er rot wird, würgen ihn bis er blau wird und erschießen ihn mit dem Blauen-Elefanten-Gewehr. :------------------------ :Hogy lőnek le egy ibolyaszínű elefántot? - Wie erschießt man einen violetten Elefanten? :Már láttál egy ibolyaszínű elefántot? - Hast du schon mal einen violetten Elefanten gesehen!? :Nincsenek ibolyaszínű elefántok! - Es gibt keine violetten Elefanten! :------------------------ :Miért van az elefántoknak piros szeme? - Warum haben Elefanten rote Augen? :Mert jobban el tudnak bújni a cseresznyefán. - Weil sie sich besser im Kirschbaum verstecken können. :(Hogy jobban el tudjanak [tuggyanak] bújni a cseresznyefán. - Damit sie sich besser im Kirschbaum verstecken können.) :De soha nem láttam egy elefántot a cseresznyefán. - Aber ich habe noch nie einen Elefanten in einem Kirschbaum gesehen. :Te láthatod, hogy ő milyen jól el tud bújni. - Da kannst du mal sehen, wie gut sie sich verstecken können. :------------------------ :Mi ez az elefántoknak kis és a tigrisnek nagy? - Was ist bei Elefanten klein und bei Tigern groß? :A t-betű (de csak német nyelven). - Der Buchstabe „t“ (aber nur im Deutschen). :------------------------ :Egy elefánt a tevének mondja: „Egész hülyének néz ki, a melleit a hátán hordja.“ - Sagt ein Elefant zu einem Kamel: „Das sieht ja ganz schön doof aus, den Busen auf dem Rücken zu tragen.“ :A teve mondja: „Pontosan neked kell ezt mondani a másiknak, aki egy farkat hord az arcán.“ - Sagt das Kamel: „Das muss ausgerechnet einer sagen, der den Schwanz im Gesicht trägt.“ :------------------------ :Honnan tudod, hogy van-e egy elefánt az ágyadban? - Woher weißt du, ob sich ein Elefant unter deinem Bett befindet? :Az orra érinti a plafont. - Deine Nase berührt die Zimmerdecke. :------------------------ :Miért nem lehetnek jó rendőrök az elefántok? - Warum können Elefanten keine guten Polizisten sein? :(Miért nem jók az elefántok rendőrnek? - Warum geben Elefanten keine guten Polizisten?) :(Miért nem lehetnek az elefántokból jó rendőrök? - Warum werden aus Elefanten keine guten Polizisten?) :Mert nem tudnak a hirdetőoszlop (= reklamoszlop) mögött elbújni. - Weil sie sich nicht hinter Litfaßsäulen verstecken können. :------------------------ :Miért viselnek az elefántok piros zoknit? - Warum tragen Elefanten rote Socken? :Mert a zöld a szennyesben van. - Weil die grünen in der Wäsche sind! :------------------------ :Miért úsznak az elefántok háton? - Warum schwimmen Elefanten auf dem Rücken? :Hogy a piros zokni se legyen nedves. - Weil die roten Socken nicht auch noch nass werden sollen! :------------------------ :Miért bújnak el az elefántok szívesen a cseresznyefán? - Warum verstecken sich Elefanten so gern im Kirschbaum? :Mert a piros zoknijukkal nem olyan feltűnőek. - Weil sie da mit ihren roten Socken nicht so auffällig sind! :------------------------ :Miért fedezik fel mégis? - Warum entdeckt man sie trotzdem? :Mert kék szemük van. - Weil sie blaue Augen haben! :------------------------ :Miért van a kék elefántoknak piros szemük? - Warum haben blaue Elefanten rote Augen? :Hogy jobban el tudnak bújni a cseresznyefán. - Damit sie sich besser auf Kirschbäumen verstecken können. :------------------------ :Honnan (= Miről) lehet felismerni, hogy egy elefánt elbújik az eperágyásban? - Woran erkennt man, dass sich Elefanten im Erdbeerbeet verstecken? :A piros szeméről? - An den roten Augen? :------------------------ :Egy elefánt és egy egér a szavannán keresztül mennek. - Ein Elefant und eine Maus laufen zusammen durch die Savanne. :Az elefánt szándékosan rálép az egérre. - Der Elefant tritt aus Versehen auf die Maus. :Gyorsan felemeli a lábát és mondja: „Bocsánat, egér!“ - Schnell nimmt er sein Bein wieder hoch und sagt: „Entschuldigung, Maus!“ :Erre az egér: „Nem olyan rossz, ez megtörténhet velem is!“ - Darauf die Maus: „Ist nicht so schlimm, das hätte mir ja auch passieren können!“ :------------------------ :Egy egér a strandon megy és lát egy elefántot a vízben. - Eine Maus läuft den Strand lang und sieht einen Elefanten im Wasser. :Ő hívja magához: „Hé, gyere ki (der Imperativ von jön)!“ - Sie ruft ihm zu: „Hey du komm mal raus!“ :Az elefánt kijön a vízből és az egér mondja: „Újra be tudsz menni.“ - Der Elefant kommt aus dem Wasser und die Maus sagt: „Kannst wieder rein gehen.“ :Erre az elefánt: „Miért?“ - Darauf fragt der Elefant: „Warum?“ :Az egér válaszol: „Csak akartam látni, hogy az én úszó nadrágomat viseled-e.“ - Die Maus antwortet: „Ich wollte nur sehen ob du meine Badehose an hast.“ :------------------------ :Egy egér és egy elefánt átmennek egy hídon. - Eine Maus und ein Elefant gehen über eine Brücke. :Akkor hirtelen az egér mondja: „Te hallod milyen zajt csinálunk?“ - Da sagt die Maus plötzlich zum Elefanten: „Hörst du was für einen Krach wir machen?“ :------------------------ :Két elefánt először lát egy meztelen férfit. - Zwei Elefanten sehen zum ersten Mal einen nackten Mann. :Ők nézik őt alulról és úra fel. - Sie schauen an ihm runter, schauen wieder hoch, :Ők kételkedve néznek egymásra: „Hogy az ördögbe teszi az ételt a szájába?“ - Sie schauen sich zweifelnd an: „Wie zum Teufel kriegt der sein Essen in den Mund?“ :------------------------ :Egy elefánt a mérlegre áll és mondja: „Úra ERROR (= tévedés). Szép, hogy tartom a súlyomat.“ - Stellt sich ein Elefant auf eine Waage und sagt: „Wieder ERROR. Schön, dass ich mein Gewicht halte.“ :------------------------ :Házassági apróhírdetés - Heiratsannonce :Fiatal, csinos nő szeretne egy idősebb férfit a saját pénzével és saját fogával megismerni. - Junge, hübsche Frau wünscht einen älteren Mann mit eigenem Geld und eigenen Zähnen kennenzulernen. :------------------------ :És az új barátnőm. Ő nem csinos? - Das ist meine neue Freundin. Ist sie nicht hübsch? :Valóban, ő nem csinos. - Ja richtig, sie ist nicht hübsch. :------------------------ :Az én barátom Ralf soha nem ég le. - Mein Freund Ralf lässt nichts anbrennen. :Már buja lesz, ha egy női kerékpárt lát. - Er wird schon geil wenn er ein Damenfahrrad sieht. :Ő meg akart szólítani egy csinos csajt. - Er wollte eine hübsche Frau ansprechen. :Én mondtam neki: „Ő nem a te tipusod. Ő tud látni. Ő nem vak.“ - Ich sagte zu ihm: „Das ist nicht dein Typ. Die kann sehen. Sie ist nicht blind.“ :------------------------ :Anya: „Megcsináltad már a házi feladataidat?“ - Mutter: „Hast du deine Hausaufgaben schon gemacht?“ :Gyerek:„Nem.“ - Kind: „Nein.“ :Anya: „És miért mész már akkor aludni.?“ - Mutter: „Und warum gehst du dann schon schlafen.“ :Gyerek:„Minél kevesebbet tudsz, annál jobbat alszol.“ - Kind: „Je weniger man weiß, umso besser schläft man.“ :------------------------ :Férfi: „A barátnőid mind csúnyák.“ - Er: „Deine Freundinnen sind alle hässlich.“ :Nő: „És a barátaid mind isznak.“ - Sie: „Und deine Freunde trinken alle.“ :Férfi: „Igen, mert a te barátnőid mind csúnyák.“ - „Ja, weil deine Freundinnen alle hässlich sind.“ :------------------------ :A: „Bemutatkozhatok? A nevem Schimmelpfennig.“ „Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Schimmelpfennig.“ :B: „Ez nem tesz semmit. Van rosszabb is.“ - „Das macht doch nichts, es gibt schlimmeres.“ :------------------------ :„Látod? A szomszédunk mindig ad csókot a feleségének amikor munkába megy. TE miért nem csinálod ezt?“ - „Siehst du? Unser Nachbar gibt seiner Frau immer einen Kuss, wenn er zur Arbeit geht. Warum machst DU das nicht?“ :„De nem ismerem ezt a nőt.“ - „Aber ich kenne die Frau doch gar nicht.“ :------------------------ :A: Hogy lehet az? Az Északi-tengernél éltél, és nem tudsz úszni? - A: Wie kann das sein? Du hast an der Nordsee gelebt und kannst nicht schwimmen? :B: Te magad is! És te? Éltél am frankfurti repülőtérnél és nem tudsz repülni. - B: Aber selber! Und du? Du hast am Flughafen Frankfurt gelebt und kannst nicht fliegen! :------------------------ :Férj: „Honnan van az új táskád?“ - Mann: „Wo hast du die neue Handtasche her?“ :(„Hol vetted az új táskát?“) :Feleség: „Nem tudom. Ő maga vette.“ - Frau: „Ich weiß nicht. Sie hat sich selber gekauft.“ :(„A táska vette magát.“) :------------------------ :„Mi akadályoz meg abban, hogy önmagad légy (= önmagad legyél)? - „Was hindert dich daran, du selbst zu sein?“ :„Az erkölcs (= morál) és a büntető törvénykönyv (= a btk).” - „Die Moral und das Strafgesetzbuch.“ :------------------------ :Egy férfi egy nőhöz: - Ein Mann zu einer Frau: :„Nem mutatkoznánk be egymásnak, drágám (= kincsem)?” - „Wollen wir uns nicht bekannt machen, Süße?“ :(„Nem ismerkedünk meg, szépségem (= édesem = kedvesem)?”) :„Nem“ - „Nein.“ :„Miért nem?“ - „Warum nicht?“ :„Ön nem fogja ezt megérteni, és én unatkozni fogok.“ - „Sie werden es nicht verstehen und ich werde mich langweilen?“ :(„Nem fogja megérteni, és én unatkozni fogok?”) :(„Úgysem fogja megérteni, én pedig unatkozni fogok?”) :(„Hiszen úgysem értené meg, én meg csak unatkoznék, nem?”) :(„Hiszen semmi esetre sem értené meg, én meg csak unatkoznék, nem?”) :(„Hiszen sehogy se értené meg, én meg csak unatkoznék, nem?”) :„Miért?“ - „Warum das?“ :„Nézze, uram: Úgysem fogja megérteni, és nekem már unalmas.” - „Sehen Sie mein Herr: Sie verstehen es schon nicht und mir ist schon langweilig.“ :(„Nézze, uram: Úgysem értené meg, és nekem már unalmas.”) :(„Nézze, uram: Úgysem érti meg, én pedig már unatkozom.”) :------------------------ :A kiskorú tizenkét éves lányomnak van egy huszonhárom éves barátja. - Meine minderjährige 12-jährige Tochter hat einen 23-jährigen Freund. :Mit ajándékozhatnék a barátjának karácsonyra? - Was kann ich ihm zu Weihnachten schenken? :Ajándékozz neki egy büntetőtörvénykönyvet. - Schenk ihm ein Strafgesetzbuch! :------------------------ :„Azt hiszem, a feleségem megcsal.” - „Ich glaube meine Frau betrügt mich.“ :(„Szerintem a feleségem megcsal.” - „Meiner Meinung nach betrügt mich meine Frau.“) :(„Úgy érzem, hogy a feleségem megcsal.”) :(„Úgy gondolom, hogy a feleségem megcsal.” - „Ich denkemeine Frau betrügt mich.“) :„Miért gondolod ezt?“ - „Wieso denkst du das?“ :„Egy másik városba költöztünk, és a vízvezeték-szerelő még mindig ugyanaz.” - „Wir sind in eine andere Stadt umgezogen und der Klempner ist immer noch derselbe.“ :(„Egy másik városba költöztünk, és a vízvezeték-szerelő még mindig ugyanaz.”) :(„Másik városba költöztünk, de a szerelő még mindig ugyanaz.”) :(Elköltöztünk egy másik városba, ... ) :(Átöltöztünk egy másik városba, ... ) :------------------------ :Szöke viccek - Blondinenwitze :Két szőke beszélget kávézás közben. - Zwei Blondinen unterhalten sich beim Kaffeetrinken. :„Csináltam négy terhességi tesztet. Mindegyik pozitív volt.“ - „Ich habe vier Schwangerschaftstests gemacht. Alle waren positiv.“ :„A francba (= A fenébe = Bassza meg)! :„Hogyan akarod ezt egyedülálló szülőként megoldani, hogy egyszerre négy gyereket nevelj fel?” - „So ein Mist! Wie willst du es jetzt alleinerziehend schaffen vier Kinder auf einmal groß zu ziehen?“ :(„Hogyan fogsz egyedülálló szülőként négy gyereket egyszerre felnevelni?”) :(„Hogy fogod ezt egyedül, négy gyerekkel bírni?”) :------------------------ :A szőke utolsó szavai: - Die letzten Worte einer Blondine: :„Jobbra,szabad!“ - „Rechts ist frei!“ :------------------------ :A szőke utolsó szavai: - Die letzten Worte einer Blondine: :„Nézd csak kincsem, ez nem vicces? Tudom mozgatni a mobilommal a repülő féklemezét.“ - „Schau mal Schatz, ist das nicht witzig? Ich kann die Landeklappe vom Flugzeug mit meinem Handy bedienen.“ :------------------------ :Két szőke nő összeveszik. - Zwei Blondinen streiten sich. :Az egyik: „Ő az.” - Die Eine: „Das ist er.“ :A másik: „Nem, nem ő az.” - Die Andere: „Nein, das ist er nicht.“ :Az egyik: „Ő az.” - Die Eine: . „Er ist es.“ :A másik: „Nem, nem ő az.” - Die Andere: „Er ist es nicht.“ :Az egyik: „Menjünk oda és kérdezzük meg!” - Die Eine: „Lass uns hingehen und fragen!“ :(Odamennek hozzá.) - (Sie gehen zu ihm hin.) :Az egyik: „Mondja meg, kérem, ön az?” - Die Eine: „Sagen Sie bitte, sind Sie es?“ :A férfi: „Igen, én vagyok.” - Der Mann: „Ja, ich bin es.“ :Az egyik szőke nő a másikhoz: „Mondtam én neked!” - Die eine Blondine zur anderen: „Ich habe es dir doch gesagt!“ :(Az egyik szőke a másikhoz fordul: „Ugye megmondtam!” – Die eine Blondine zur anderen: „Ich habe es dir doch gesagt!“) :------------------------ :Version 1 :Egy szőke nő pizzát rendel egy pizzériában. – Eine Blondine bestellt eine Pizza in der Pizzeria. :A pultnál álló férfi megkérdezi: „Négy vagy nyolc szeletre vágjam?” – Der Mann an der Theke fragt: „Soll ich sie Ihnen in 4 oder 8 Stücke teilen?“ :A szőke nő válaszol: „Inkább négybe, nyolcat nem bírok megenni.” – Die Blondine antwortet: „Bitte in 4 Stücke, 8 schaffe ich nicht.“ :Version 2 :Egy pizzériában egy szőke nő rendel. – Eine Blondine bestellt in einer Pizzeria. :Az eladó kérdezi: „Négy vagy nyolc szelet legyen?” – Der Verkäufer fragt: „Sollen es 4 oder 8 Stücke sein?“ :„Négybe vágja, kérem, a nyolc túl sok lenne.” – „Bitte in 4 Stücke, 8 wären zu viel.“ :Version 3 :Egy szőke nő pizzát kér. – Eine Blondine bestellt eine Pizza. :„Hány szeletre vágjam, négyre vagy nyolcra?” – „Soll ich sie in vier oder acht Stücke schneiden?“ :„Négyre, nyolcat nem tudnék megenni.” – „In vier, acht könnte ich nicht aufessen.“ :------------------------ :Version 1 :Egy szőke nő hűtlenséggel gyanúsítja a barátját, és rajtakapja otthon az ágyban egy másik nővel. – Eine Blondine verdächtigt ihren Freund der Untreue und überrascht ihn zu Hause im Bett mit einer anderen. :Pisztolyt ránt, és le akarja lőni, de hirtelen elönti a szomorúság, és a fegyvert a saját fejéhez emeli. – Sie zieht eine Pistole und will ihn erschießen, doch plötzlich überwältigt sie die Traurigkeit und sie hält (hebt) sich die Waffe an den eigenen Kopf. :A barát még kiált: „Ne tedd!” – Ihr Freund ruft noch: „Tu es nicht!“ :Ő pedig válaszol: „Fogd be, te következel!” – Und sie antwortet: „Halt’s Maul, du bist als Nächster dran.“ (du folgst; du bist der Nächste) ::hű - treu, loyal, ergeben ::hűtlen - untreu ::hűtlenség - Untreu ::hűség - Treue ::hűbéres - Vasall, Lehensmann ::hűbérbirtok - Lehensgut ::hűbéri rendszer = feudalizmus - Feudalsystem, Lehenswesen ::gyanúsít - verdächtigen ::gyanús - verdächtigen; der Verdächtige ::gyanúsan viselkedik - er benimmt sich verdächtig ::gyanú - Verdacht, Mutmaßung ::gyanúsít vmival - (mit) etwas verdächtigen ::rajta = darauf; an ihm dran; dabei ::kap - fassen, kriegen, erwischen ::rajtakap - jemanden bei etwas erwischen; jemanden auf frischer Tat ertappen; („bei etwas draufkriegen“.) ::rajtakap valakit - jemanden erwischen ::rajtakapja a tolvajt - er erwischt den Dieb ::rajtakapta lopáson - er hat ihn beim Stehlen erwischt ::rajtakapják hazugságon - sie ertappen ihn beim Lügen ::rajtakapták csaláson - sie haben ihn beim Betrügen ertappt ::rajtakapják munka közben - sie erwischen ihn während der Arbeit ::rajtakapta a gyereket - er hat das Kind ertappt ::kiránt = előránt - zücken ::(ki)ránt egy pisztolyt - eine Pistole zücken ::rántott csirke - Backhähnchen ::rántotta - Rührei ::le akar lőni (akar lelőni) - er/sie erschießen (will niederschießen) ::eingeschobenes Hilfsverb (akar - will; tud - kann; fog - wird; kell - muss; szabad - darf, lehet - kann; usw. ) - dafür wird die Verb-Vorsilbe (igekötő: be-; ki-; le-; fel-; meg-; el-; át-; rá-; ide-; oda-; szét-; össze-; vissza-; usw.) abgetrennt und vor das Modalwort geschrieben. Das Modalverb steht also zwischen Vorsilbe und Verbstamm. ::le akar lőni ::le tud lőni ::le fog lőni ::le kell lőni ::le lehet lőni ::önt - gießen (Flüssigkeit), schütten (z. B. Mehl, Zucker) ::elönt - überschwemmen (Fluss) ::elönti őt a szomorúság - Traurigkeit überkam ihn/sie ::elönti őt a boldogság - Freude überkam ihn/sie ::elönti őt a büszkeség - Stolz überkam ihn/sie ::elönti őt a szeretet - Liebe überkam ihn/sie ::elönti a falut a víz - Das Wasser überschwemmt das Dorf. ::elönti az utcát az esővíz - Das Regenwasser überschwemmt die Straße. ::elöntötte a pincét a víz - Das Wasser hat den Keller überflutet. ::a folyó elöntötte a mezőket - Der Fluss überschwemmte die Felder. ::elönti őt a félelem - Angst überkommt ihn/sie. ::elönti őt a düh - Wut überkommt ihn/sie. ::elönti őt a harag - Zorn überkommt ihn/sie. ::elönti őt a szégyen - Scham überkommt ihn/sie. ::elönti őt a hála - Dankbarkeit überkommt ihn/sie. ::elönti őt a megkönnyebbülés - Erleichterung überkommt ihn/sie. ::elönti őt a nyugalom - Ruhe durchströmt ihn/sie. ::elönti őt a melegség - Wärme durchströmt ihn/sie. ::elönti őt az öröm - Freude überkommt ihn/sie. ::elönti őt a bánat - Kummer überkommt ihn/sie. ::elönti őt a kétségbeesés - Verzweiflung überkommt ihn/sie. ::elönti őt a remény - Hoffnung erfüllt ihn/sie. ::elönti őt az irigység - Neid überkommt ihn/sie. ::elönti őt a gyűlölet - Hass überkommt ihn/sie. ::elönti őt a nosztalgia - Nostalgie überkommt ihn/sie. ::elönti őt az emlékek áradata - Eine Flut von Erinnerungen überkommt ihn/sie. ::arcát elönti a pír - Röte überzieht sein/ihr Gesicht. ::a szemét elöntik a könnyek - Tränen füllen seine/ihre Augen. ::a szívét elönti a boldogság - Glück erfüllt sein/ihr Herz. ::a lelkét elönti a béke - Frieden erfüllt seine/ihre Seele. ::tesz - tun, machen; legen, stellen, setzen (englisch: put) ::Imperativ (határozott): én tegyem azt; te tedd azt (= tegyed azt); ő tegye azt; mi tegyük azt; ti tegyétek azt; ők tegyék azt ::(ich soll es machen; du sollst es machen, er soll es machen, wir solle nes machen, ...) :Ne tedd! - Mach es nicht! ::(fog a szájt) ::befogját a száját - seinen Mund halten ::száj [~at, ~a, ~ak] - Mund ::(NICHT: a szájad), sondern verkürzt: a szádat - dein Mund ::Fogd be! (= Fogd be a szádat) - Halte deinen Mund! ::(NICHT: a szájam); a szám - mein Mund (a szám die Zahl) ::(NICHT: a szájam); a szád - dein Mund ::a szjája - sein Mund :.a mi szánk - unsere Münder (T/1) ::a ti szátok - eure Münder (T/2) ::az ő szájuk - ihre Münder (T/3) ::Fogjátok be! (= Fogátok be a szátokat) - Halte eure Münder! (T/2) - Seid still! - eigentlich sehr grob, entspricht eher dem deutschen: Schnauze! Fresse halten! :Version 2 :Egy szőke nő gyanút fog, és hazaérve az ágyban találja a párját egy idegennel. – Eine Blondine schöpft Verdacht und erwischt ihren Freund (ihren Partner) zu Hause im Bett mit einer anderen Frau (mit einer/einem Fremden). (nach Hause ankommend; nach Hause gekommen) :Előránt egy fegyvert, de a dühe hirtelen bánatba fordul, és magára szegezi a pisztolyt. – Sie zieht (zückt) eine Waffe, doch ihre Wut schlägt in Traurigkeit um, und sie richtet die Pistole auf sich selbst. :A férfi rémülten kiabál: „Ne csináld!” – Der Mann ruft entsetzt: „Tu es nicht!“ :A nő higgadtan felel: „Csend, te vagy a következő.” – Sie antwortet ruhig: „Ruhe, du bist der Nächste.“ ::düh - Wur ::dühös - wütend ::veszettség - die Tollwut ::veszett - tollwütig ::vesz - nehmen, kaufen ::fordul - wenden, sich wenden, umkehren, abbiegen ::szegez - richten ::a fegyvert vkire szegezi - Die Waffe auf jemanden richten ::a fegyvert vkire rászegezi - Die Waffe auf jemanden richten ::rém - Schrecken, schrecklich ::rémes - schrecklich ::rémült - entsetzt, bestürzt :.higgadt - seelenruhig, gelassen ::higgadtság - Gelassenheit, Gleichmut ::csend -die Stille, die Ruhe ::csendes - still :Version 3 :Egy szőke nő rajtakapja a barátját, amint egy másik nővel fekszik az ágyban. – Eine blonde Frau erwischt ihren Freund, wie er mit einer anderen Frau im Bett liegt. Fegyvert vesz elő, hogy lelője, de eluralkodik rajta a kétségbeesés, és a fegyvert a saját fejéhez tartja. – Sie zieht eine Waffe, um ihn zu erschießen, doch Verzweiflung überkommt sie und sie hält die Waffe an ihren eigenen Kopf. :A férfi kétségbeesve könyörög: „Ne tedd meg!” – Der Freund fleht verzweifelt: „Tu es nicht!“ :A válasz rövid: „Hallgass! Rád kerül a sor.” – Die Antwort ist knapp (kurz): „Halt den Mund! (Schweig!) Du bist gleich dran.“ (an dich kommt die Reihe) ::rajtakap - ertappen, erwischen, überraschen ::amint - als; wie; dabei wie ::amint = éppen - gerade eben; just ::amint lehet - so bald als möglich ::mint azelőtt - wie vorher ::Fegyvert vesz elő, hogy lelője. (lelője = Imperativ; Final-Nebensatz ::lő - schießen ::lelő - niederschießen, erschießen ::lelője = lelője [lelőjje] őt (határozott) - ihn niederschießen, ihn erschießen ::úr - Herr ::uralom - Herrschaft ::uralkodó - der Herrscher ::uralkodik - beherrschen ::Urál (hegység) - der Ural (Gebirge) ::eluralkodik rajta a félelem - die Angst überkommt ihn ::eluralkodik rajta a kétségbeesés [kéccségbeesés] - der Zweifel befällt ihn ::kétség - der Zweifel ::kételkedik (vmiben, vkiben) - zweifeln (an etwas, an jemandem) ::kétséges - zweifelhaft ::kétértelmű - zweideutig ::könyörög - flehen, anbetteln, beschwören ::könyörögve - flehend („-va/-ve“ - határozói igenév - Adverbialpartizip - eine Handlung, die gleichzeitig stattfindet) ::könyörgés - das Flehen, das Betteln ::segítségért könyörgő - hilfeflehend ::könny - die Träne ::könnyezik - tränen; (etwas) weinen ::sír - weinen; das Grab ::hall - hören (englisch: to hear; russisch: слышать ) ::hallgat - zuhören (englisch: to listen; russich: слушать) ::Hallgass! (hallgat-j) - Hör zu! = Ruhe! = Schweig! (Lautassimilation: “t-j” wird zu “ss”) ::kussol - kuschen ::csók - der Kuss ::Kuss! - Kusch! (zum Hund); Schnauze! (zu Personen) :------------------------ :Version 1 :Egy szőke nő az utcán egy szalmabálát húz maga után. – Eine Blondine zieht auf der Straße einen Strohballen hinter sich her. :Egy járókelő csodálkozva megkérdezi: „Miért húzza maga után azt a szalmabálát?” – Ein Passant fragt verwundert: „Warum ziehen Sie denn den Strohballen hinter sich her?“ :A szőke nő így válaszol: „Nem lehet mindent fejben tartani!” – Die Blondine erwidert: „Man kann ja nicht alles im Kopf haben!“ ::szalma - Stroh ::bála - der Ballen, das Bündel ::csodálkozik - sich wundern ::csodálkozva - sich wundernd („-va/-ve“ - határozói igenév - Adverbialpartizip - eine Handlung, die gleichzeitig stattfindet - Hier: er wundert sich und fragt gleichzeitig) ::húz egy böröndöt - einen Koffer ziehen; er zieht einen Koffer ::húzza a böröndöt (húz-ja) - den Koffer ziehen; er zieht den Koffer ::húzz egy böröndöt! (húz-j) - Ziehe einen Koffer! (E/2) ::húzd a böröndöt! - Ziehe den Koffer! (E/2) ::tart - halten ::kézben tart - in der Hand halten ::tartály - Behälter, Reservoir ::csomagtartó - Kofferraum (Auto; “Gepäckhalter”) ::csomagtartó - Gepäckablage (Zugabteil) ::tartó - Halter, Ständer, Halterung, Ablage ::tartókötél - Halteseil ::tartós - haltbar, dauerhaft, nachhaltig ::cukortartó - Zuckerdose ::esernyőtartó - Schirmständer, Scirmhalter ::melltartó - BH ::mell - die Brust ::rántott csirkemell - panierte (gebratene) Hähnchenbrust ::”Stroh im Kopf” - diese Redewendung ist im Ungarischen unbekannt und unverständlich ::üres a feje - sein/ihr Kopf ist leer = er/sie hat nur “Stroh im Kopf” ::A „szalma van a fejében” németül azt jelenti, hogy valakit butának, üresfejűnek vagy nehezen gondolkodónak tartanak. - „Stroh im Kopf haben” bedeutet auf Deutsch, dass man jemanden für dumm, hohlköpfig oder schwer von Begriff hält. ::A kép onnan ered, hogy a fejben nem ész vagy gondolat van, hanem csak értéktelen szalma. - Das Bild kommt daher, dass im Kopf kein Verstand und keine Gedanken sind, sondern nur wertloses Stroh. ::ostoba (ember) - Dummkopf :Version 2 :Egy szőke nő végigsétál az utcán, és egy szalmabálát vonszol maga után. – Eine Blondine geht die Straße entlang und schleppt einen Strohballen hinter sich her. :Egy férfi rákérdez: „Megkérdezhetem, miért húzza azt maga után?” – Ein Mann fragt nach: „Darf ich fragen, warum Sie das (jenes) hinter sich herziehen?“ :A válasz nyugodt: „Nem fér el minden a fejemben.” – Die Antwort ist (kommt) ruhig: „Nicht alles passt in meinen Kopf.“ ::mentén - entlang ::a Duna mentén - der Donau entlang (genauer: daneben entlang; NICHT: auf entlang; - also NICHT: die Straße entlang) ::vég - Ende ::vége - sein Ende (z.B. - früher als letztes Bild im Filmabspann: “vége”) ::vége a filmnek - der Film ist zu Ende ::végig - bis zum Ende ::végigsétál az utcán - die Straße entlang spazieren (es muss nicht unbedingt genau “bis zum Ende” sein) ::vége mindennek - es ist alles vorbei ::vonszol - ziehen, schleppen, schleifen, nur schwer ziehen ::húz - ziehen ::vonz - anziehen (z.B. Magnet); locken; reizen; fesseln ::vonszolás - das Geschleppe ::rákérdez vmire - nach (auf) etwas fragen; nachfragen; gezielt nachfragen; auf etwas zurückkommen und danach fragen ::elfér - hineinpassen :.fér - Platz haben; hineinpassen ::féreg - der Wurm (parasitäre Würmer in Mensch und Tier) ::giliszta - Wurm (aber NICHT die parasitären Würmer) ::földigiliszta = giliszta - Regenwurm (“giliszta” sind eigentlich nur alle möglichen Arten von Regenwurm) :Version 3 :Egy szőke nő az úton halad, mögötte egy szalmabála csúszik. – Eine Blondine läuft über die Straße, hinter ihr schleift ein Strohballen. :Egy járókelő értetlenül kérdezi: „Mi szükség van erre?” – Ein Passant fragt irritiert: „Wozu soll das gut sein?“ (Was für ein Bedarf ist dafür vorhanden? - Was für eine Notwendigkeit gibt es dafür?) :A nő mosolyogva felel: „Az ember nem tarthat mindent fejben.” – Die Blondine antwortet lächelnd: „Man kann nicht (der Mensch kann nicht) alles im Kopf behalten.“ ::halad - fortschreiten, vorankommen, vorwärtsgehen, fahren; Fortschritte machen ::a munka nem halad - die Arbeit wird fertig ::ért - verstehen ::Értem, minden világos! - Ich verstehe, alles ist klar! ::értetlen - unverständlich; verständnislos ::értetlenül (Adverb) - verwirrt; ratlos; verständnislos; ohne zu verstehen ::Mi szükség van erre? = Minek ez? - Wofür ist das? ::Miért kell ez? - Warum braucht man das? ::Mire kell es? - Wozu braucht man das? ::járókelő - Fußgänger ::jár = megy - gehen ::jár-kel - hin und her; pendeln; wandeln ::járkál - herumlaufen ::mosolyog - lächeln ::mosolyogva - lächelnd („-va/-ve“) :------------------------ :Version 1 :Két szőke nő találkozik. – Treffen sich zwei Blondinen. :Az egyik azt mondja: „Ma terhességi teszten voltam.” – Die eine sagt: „Ich war heute beim Schwangerschaftstest.“ :A másik: „Jaj, és sikerült átmenni vagy megbuktál?” – Die andere: „Ohje. Und, hast du ihn bestanden oder bist du durchgefallen?“ :Version 2 :Összefut két szőke nő. – Zwei Blondinen treffen sich. :Az egyik megszólal: „Ma csináltattam terhességi tesztet.” – Die eine sagt: „Ich habe heute einen Schwangerschaftstest gemacht.“ :A másik rákérdez: „Húha, átmentél rajta?” – Die andere fragt: „Oh je, hast du ihn bestanden?“ :Version 3 :Két szőke nő beszélget. – Zwei Blondinen unterhalten sich. :Az egyik: „Ma voltam terhességi teszten.” – Die eine: „Ich war heute beim Schwangerschaftstest.“ :A másik csodálkozva: „És sikerült?” – Die andere erstaunt: „Und, hast du bestanden?“ :------------------------ :Version 1 :Miért mászik át egy szőke nő egy üvegfalon? – Warum klettert eine Blondine über eine Glaswand? :Azért, mert meg akarja tudni, mi van a másik oldalon. – Deshalb, weil sie wissen will, was auf der anderen Seite ist. :Version 2 :Miért mászik fel egy szőke egy üvegfalra? – Warum klettert eine Blondine auf eine Glaswand hinauf? :Azért, hogy megtudja, mi található a túloldalon. – Damit sie herausfindet, was sich auf der anderen Seite befindet. :Version 3 :Miért mászik át a szőke nő az üvegfalon? – Warum klettert die Blondine über die Glaswand? :Azért, mert kíváncsi, mi van odaát. – Deshalb, weil sie neugierig ist, was dort drüben ist. ::odaát - drüben, dorten ::kíváncsi - neugierig ::kíváncsiság - Neugier ::kíván - wünschen ::Jó napot kívánok! - (Ich wünsche einen) Guten Tag! ::kívánság - der Wunsch :: kívánatos - wünschenswert ::Ő kivancsi, ezért mászik át a falon. - Sie ist neugierig, deshalb klettert sie über die Mauer. (ez - ezért: die Information war vorher; die Information steht weiter oben) ::Ő mászik át a falon, azért mert kíváncsi. - Sie klettert über die Mauer, weil sie neugierig ist. (az - azért: die Information kommt noch; die Information steht weiter unten) ::Eselsbrücke: “ez volt; az lesz” - “das war, jenes wird sein” ::előzetes információ - vorherige Information (verlangt: ez/ezért) ::utólagos információ - nachträgliche (nachfolgende) Information (verlangt: az/azért) ----------------------- :Version 1 :Miért nem tudnak a szőkék perecet enni? – Warum können Blondinen keine Brezeln essen? :Azért, mert nem tudják kibontani a csomót. – Deshalb, weil sie den Knoten nicht aufbekommen. ::perec - Brezel ::azért, mert ... = mert - weil: (deshalb weil) ::bont - öffnen, aufmachen (allgemein); auflösen, auseinandernehmen, zerlegen; abbauen, demontieren (z. B. Gebäude); (chem.) zersetzen, spalten; (abstrakt) stören, unterbrechen (z. B. eine Ordnung) :Version 2 :Miért nem esznek a szőkék perecet? – Warum essen Blondinen keine Brezeln? :Azért, mert nem tudják feloldani a csomót. – Deshalb, weil sie den Knoten nicht öffnen (auflösen; lösen) können. :Version 3 :Miért képtelenek a szőkék perecet enni? – Warum sind Blondinen unfähig, Brezeln zu essen? :Azért, mert nem boldogulnak a csomóval. – Deshalb, weil sie mit dem Knoten nicht zurechtkommen. ::boldogul vmivel - mit etwas klarkommen, zurechtkommen, sich behelfen ::boldog - glücklich, froh ::Boldog karácsonyt! - Frohe Weihnachten ::boldogul vkivel - mit jemandem zurechtkommen; klarkommen; sich verständigen können ::bolt - das Geschäft, der Laden --------------- :Version 1 :Miért nem tudnak a szőkék dupla adagot főzni a szakácskönyv szerint? – Warum können Blondinen keine doppelte Menge nach dem Kochbuch kochen? :Azért, mert a sütő nem megy fel 440 °C-ra. [fok-ra] – Deshalb, weil der Backofen nicht auf 440 °C hochgeht. :Version 2 :Miért nem képesek a szőkék kétszeres mennyiséget elkészíteni a recept alapján? – Warum sind Blondinen nicht fähig, die doppelte Menge nach dem Rezept zuzubereiten? :Azért, mert a sütőjük nem éri el a 440 °C-ot. – Deshalb, weil ihr Backofen 440 °C nicht erreicht. ::elér vmit - etwas erreichen ::ér - erreichen, reichen, gelangen ::ér valameddig - bis zu einem bestimmten Punkt reichen; gehen; gelangen (räumlich; zeitlich; abstrakt - Wirkung, Einfluss, Verständnis) :Version 3 :Miért nem tudnak a szőkék a recept szerint kétszeres adagot főzni? – Warum können Blondinen nach dem Rezept keine doppelte Portion kochen? :Azért, mert a sütő nem tud 440 °C-ig felmelegedni. – Deshalb, weil der Backofen sich nicht bis 440 °C aufheizen kann. ::adag - Portion; Dosis ::ad - geben ::adomány - Spende, Geschenk ::felmelegedik - sie aufwärmen; sich erwärmen ::felmelegedés - Erwärmung; aufwärmung ::globális felmelegedés - Erderwärmung; globale Erwärmung ::főz - kochen (die Mahlzeit zubereiten) ::fő - kochen (in Wasser; garen; eine Suppe kochen) ::forr - sieden (kochen) ::fő - Haupt, Kopf, Person :------------------------ :Version 1 :Egy szőke nő és egy barna hajú kiesik egy toronyház tizennegyedik emeletéről. – Eine Blondine und eine Dunkelhaarige fallen aus dem 14. Stock eines Hochhauses. :Ki ér le előbb? – Wer ist zuerst unten? :A barna hajú, mert a szőkének előbb útbaigazítást kell kérnie. – Die Dunkelhaarige, weil die Blondine zuerst nach dem Weg fragen muss. ::igazít - ordnen, korrigieren, regulieren ::útba igazít - den Weg zeigen ::igazítás - Ausrichtung, Anpassung, Verwaltung ::útbaigazítás - (das) den-Weg-Zeigen; die Auskunft ::felvilágosítás = információ - Information, Auskunft ::világosít - klarstellen ::világ - Licht ::konjugierter Infinitiv von kér: kérnem; kérned, kérnie, kérnünk, kérnetetk, kérniük ::bestimmte Konjugation von kér: kérem; kéred, kéri, kérjük, kéritetk, kérik ::unbestimmte Konjugation von kér: kérek; kérsz, kér, kérünk, kértek, kérnek ::kell vkinek/vminek (Dativ) - jemand benötigt; etwas braucht ... (Akkusativ) :Version 2 :Egy szőke és egy fekete hajú nő lezuhan egy magas ház 14. emeletéről. – Eine Blondine und eine schwarzhaarige Frau stürzen aus dem 14. Stock eines hohen Hauses. :Ki ér le hamarabb? – Wer kommt schneller unten an? :A fekete hajú, mert a szőke még megáll, hogy megkérdezze az utat. – Die Schwarzhaarige, weil die Blondine noch anhält, um den Weg zu fragen. (Imperativ; Final-Nebensatz) ::lezuhan - runterfallen (abstürzen, heftig fallen; pl. repülőgép) ::leesik - runterfallen (herunterfallen, abfallen; pl. pohár) ::lehull - runterfallen (herabfallen, niederfallen; pl. levél) ::zuhanyozik = tusol - duschen ::zuhany = tus - die Dusche ::tus - die Tusche ::zuhanyzófülke = zuhanyfülke = tuskabin = tusoló - Duschkabine ::tusoló hab = tusfürdő hab - Duschschaum ::hamar - bald, geschwind, früh, schnell ::hamarosan (határozó szó - Adverb, Bestimmungsvort) - bald ::Hamarosan hazaérek. - Ich komme bald nach Hause. ::gyors - schnell ::hamarabb - eher ::ér - ankommen ::leér - unten ankommen ::felér - oben ankommen ::mögé ér - dahinter ankommen ::hátra ér - hinten ankommen :Version 3 :Egy szőke nő és egy sötét hajú nő kiesik egy 14. emeleti lakásból. – Eine Blondine und eine dunkelhaarige Frau fallen aus einer Wohnung im 14. Stock. :Ki lesz előbb lent? – Wer ist früher unten? :A sötét hajú, mert a szőke először megkérdezi, merre kell menni. – Die Dunkelhaarige, weil die Blondine zuerst fragt, in welche Richtung sie (gehen) muss. :------------------------ :Version 1 :Egy szőke nő maga akarja tapétázni a nappaliját. – Eine Blondine will selber ihr Wohnzimmer tapezieren. :Mivel nem tudja, hány tekercs tapétára lesz szüksége, felhívja a szőke barátnőjét. – Weil sie nicht weiß, wie viele Tapetenrollen sie benötigt, ruft sie ihre blonde Freundin an. :„Te már tapétáztál. Én is tapétázni akarok. Hány tekercset vettél a nappalidhoz? Az enyém körülbelül ugyanakkora (= akkora).” – „Du hast doch tapeziert. Ich will auch tapezieren. Wie viel Rollen hast du für dein Wohnzimmer gekauft? Meins ist ja ungefähr genauso groß.“ :A barátnő válaszol: „Tizenhat tekercset.” – Die Freundin antwortet: „16 Rollen.“ :Másnap a nő újra telefonál. – Andernstags ruft die Frau wieder an. :„Furcsa, kész vagyok a nappalival, de még tíz tekercs tapéta megmaradt. Rosszul csináltam valamit?” – „Komisch. Ich habe mein Wohnzimmer tapeziert, aber es sind noch 10 Tapetenrollen übrig. Habe ich irgendwas falsch gemacht?“ :A válasz: „Nem, minden rendben. Nálam is tíz tekercs maradt.” – Die Freundin antwortet: „Nein, alles richtig, bei mir sind auch 10 Rollen übrig.“ :Version 2 :Egy nő elhatározza, hogy egyedül tapétázza ki a nappaliját. – Eine Frau beschließt, ihr Wohnzimmer selbst zu tapezieren. :Tanácstalan, ezért felhívja a barátnőjét. – Sie ist ratlos und ruft deshalb ihre Freundin an. :„Nálad már volt a nappaliban tapétázás. Mondd, hány tekercset vettél? A nappalink nagyjából [naggyából] egyforma.” – „Bei dir ist im Wohnzimmer schon tapeziert worden. Sag mal, wie viele Rollen hast du gekauft? Unsere Wohnzimmer sind von der Größe her gleich.“ :„Tizenhatot.” – „Sechzehn.“ :Másnap újra csörög a telefon. – Am nächsten Tag klingelt wieder das Telefon. :„Kész vagyok, de még tíz tekercs megmaradt. Elrontottam valamit?” – „Ich bin fertig, aber es sind noch 10 Rollen übrig. Habe ich etwas verpfuscht?“ :„Nem. Nálam is pontosan tíz maradt.” – „Nein. Bei mir sind auch genau 10 übrig.“ :Version 3 :Egy nő maga akarja felrakni a tapétát a nappaliban. – Eine Frau will die Tapete im Wohnzimmer selbst anbringen. :Hogy megtudja, mennyi kell, felhívja a barátnőjét. – Um herauszufinden, wie viel sie braucht, ruft sie ihre Freundin an. :„Te már csináltad (= csináltad ezt). Hány tekercset vettél? Az én nappalim is akkora. (= Az enyém is akkora.)” – „Du hast das schon gemacht. Wie viele Rollen hast du gekauft? Meins ist genauso groß.“ :„Tizenhat.” – „Sechzehn.“ :Egy nappal később újra telefonál. – Einen Tag später ruft sie wieder an. :„Kész vagyok, de tíz tekercs maradt. Valamit rosszul számoltam?” – „Ich bin fertig, aber 10 Rollen sind übrig. Habe ich mich verrechnet?“ :„Nem. Pont ennyi maradt nálam is.” – „Nein. Genau so viele sind bei mir auch übrig geblieben.“ :------------------------ :Egy vak férfi bemegy a kocsmába. - Ein blinder Mann geht in eine Kneipe. :Leül a pultnál egy székre. - Er setzt sich an der Theke auf einen Stuhl. :Odaszól a mellette ülő emberhez (= embernek): „Akkar hallani egy szőke viccet?“ - Er ruft dem Mann neben ihm zu: „Willst du einen Blondinenwitz hören?“ :„Na, ide figyeljen! Én szőke vagyok, möggöttem a százkilencven centis barátom is szőke, a kocsmáros is szőke. És itt van még két nagydarab fickó, mindketten szőkék. Biztos [bisztos] el akarja mondani azt a viccet?“ - „Hören Sie gut zu! Ich bin blond, hinter mir ist mein 1,90 Meter großer Freund, der auch blond ist, der Wirt ist auch blond. Und hier sind noch zwei kräftige Kerle, beide blond. Sind Sie sicher, dass Sie den Witz erzählen wollen?“ :„Inkább nem. Nem akarom ötször elmagyarazni.“ - „Lieber nicht. Ich habe keine Lust, ihn fünfmal zu erklären.“ :------------------------ :„Azt gondoltam, diétán vagy.“ - „Ich dachte du bist auf Diät?“ :„Igen, vagyok.“ - „Ja, bin ich auch.“ :„És éppen most akarsz három hamburgert enni?“ - „Und nun willst du gerade drei Hamburger essen?“ :„Igen, de valójában (= tulajdonképpen = voltaképpen) ötöt akartam.“ - „Ja, aber ich wollte eigentlich fünf essen.“ :------------------------ :Láttam egy négert az utcán és rögtön kerestem a pénztárcámat. - Ich sah einen Schwarzen auf der Straße und suchte sofort nach meiner Brieftasche. :De azután értettem, hogy ő nem eladó. - Aber dann wurde mir klar, dass er nicht zu verkaufen war. (..., dass er kein Verkäufer war) :------------------------ :„A férjed meghalt?“ - „Dein Mann ist gestorben?“ :„Igen.“ - „Ja.“ :„Sok időre volt szükséged, mire kiheverted?“ - „Hast du lange gebraucht, um darüber hinwegzukommen?“ :(„Sok időre volt szükséged, mire túljutottál rajta?“) :(„Sok időbe telt, míg túl tudtál lépni rajta?“) :(„Sokáig tartott, amíg kiheverted?“) :(„Hosszú idő volt, mire feldolgoztad?“) :„Így is lehet mondani. Tizenöt évig ezért ültem a börtönben.“ - „Das kann man sagen. Ich habe 15 Jahre dafür im Gefängnis gesessen.“ :(„Így is lehet mondani. Tizenöt évig ezért a börtönben voltam.“) :(„Így is mondhatjuk. 15 évet ültem ezért börtönben.”) :(„Azt bizony mondhatjuk. Tizenöt évet ültem érte börtönben.“) :(„Igen, azt lehet mondani. Tizenöt évet töltöttem emiatt börtönben.“ - „Ja, das lässt sich so sagen. Fünfzehn Jahre habe ich deswegen im Gefängnis verbracht.“) :(„Ez enyhe kifejezés. Tizenöt évre kerültem börtönbe miatta.“ - „Das ist noch milde ausgedrückt. Ich bin deswegen für fünfzehn Jahre ins Gefängnis gekommen.“) :------------------------ :„Ön ötször volt házas?“ - „Sie waren fünf mal verheiratet?“ :„Igen.“ - „Ja.“ :„És az első négy férje mind gombamérgezésben halt meg?“ - „Und ihre ersten vier Ehemänner sind alle an einer Pilzvergiftung gestorben?“ :„Igen.“ - „Ja.“ :„És az ötödik férje akkor halt meg, amikor egy létráról leesett?“ - „Und ihr fünfter Ehemann ist beim Sturz von der Leiter gestorben?“ :„Igen, ö nem szerette a gombát.“ - „Ja, er mochte keine Pilze.“ :------------------------ :„Az oszálynak a matek tesztje egészen rosszul sikerült. Mert hetvennyolc százaléka megbukott.“ - „Die Klasse hat im Mathe-Test ganz schlecht abgeschnitten. Ganze 78 % sind durchgefallen.“ :(„Az osztály nagyon rosszul teljesített a matek dolgozatban. A diákok 78%-a megbukott.”) :(„Az osztály nagyon rosszul szerepelt a matek dolgozatban. A tanulók 78%-a megbukott.”) :(„Az osztály kifejezetten gyengén teljesített a matematika dolgozatban, a diákok 78%-a elhasalt.”) :(„A matematika dolgozat az osztálynak nagyon rosszul sikerült, összesen 78% bukott meg.”) :„De tanár úr, nem vagyunk olyan sokan az osztályunkban.“ - „Aber Herr Lehrer, so viel sind wir doch gar nicht unserer Klasse.“ :(„De tanár úr, nem vagyunk ennyien az osztályunkban.“) :(„De tanár úr, mi nem vagyunk ennyien az osztályban.”) :(„De tanár úr, nem is vagyunk ennyien az osztályban.”) :(„Tanár úr, hát nincs is ennyi tanuló az osztályunkban.”) :(„De hát tanár úr, az osztályunkban közel sincsenek ennyien.” - „Aber Herr Lehrer, in unserer Klasse sind ja nicht einmal annähernd so viele.”) :(„Tanár úr, messze nem vagyunk ennyien az osztályban.” - „Herr Lehrer, in unserer Klasse sind es doch bei Weitem nicht annähernd so viele.” :------------------------ :„Egész nap takarítok, mosok, és még a te szarjaidat is én takarítom el. Úgy érzem magam, mint Hamupipőke.“ - „Den ganzen Tag bin ich am Putzen, Wäsche waschen und dabei deinen Dreck wegzumachen. Ich fühle mich wie Aschenputtel.“ :(„Egész nap takarítok, mosok, és közben a te koszos holmiaidat is én tüntetem el.“) :(„Egész nap csak takarítok, mosok, és a te mocskodat takarítom el.“) :(„Egész nap csak takarítok, mosok, és még utánad is én takarítok el.“) :„De hát megígértem neked az esküvőn, hogy úgy lesz, mint a mesében.“ - „Ich habe dir doch bei der Hochzeit versprochen: Es wird wie im Märchen.“ :------------------------ :„Szeretnék veled aludni.“ - „Ich möchte mit dir schlafen.“ :„Nem akarok házasság előtti szexet.” - „Ich will keinen Sex vor der Ehe.“ :(„Nem szeretnék szexet a házasság előtt.”) :(„Számomra szóba sem jön a szex a házasság előtt.“) :„Akkor hívj fel újra, ha házas leszel!“ - „Dann ruf mich wieder an, wenn du geheiratet hast!“ :(„Majd akkor telefonálj újra, ha már házas vagy.“) :(„Hívj vissza később, amikor már nős leszel.“) :(„Akkor hívj fel újra, ha házas leszel!“ - „Dann ruf mich wieder an, wenn du verheiratet bist!“ :(„Csak akkor alszom veled, ha házas leszek.” - „Ich schlafe erst mit dir, wenn ich verheiratet bin.“) :(„Csak akkor fekszem le veled, ha már házas vagyok.” - „Ich schlafe erst mit dir, wenn ich verheiratet bin.“) :(„Csak akkor fekszem le veled, ha házas leszek.“ - „Ich schlafe erst mit dir, wenn ich verheiratet bin.“) :------------------------ :„Miért nem alszol velem?“ - „Warum schläfst du nicht mit mir?“ :„Nem alszom házas férfiakkal“ - „Ich schlafe nicht mit verheirateten Männern.“ :„De te velem vagy most házas.“ - „Aber du bist doch jetzt mit mir verheiratet.“ :„Nincs kívétel.“ - „Keine Ausnahmen!“ :------------------------ :Egy csiga felfelé kúszik egy nagy hegyen. – Eine Schnecke kriecht einen großen Berg hoch. :Szembetalálkozik vele egy túrázó. – Da kommt ihr ein Wanderer entgegen. :Megkérdezi a csigát: „Miért akarsz felfelé mászni?” – Sie fragt die Schnecke: „Warum willst du nach oben kriechen?“ :A csiga így válaszol: „Nagyon szeretnék havat látni.” – Die Schnecke antwortet: „Ich möchte unbedingt Schnee sehen.“ :A túrázó így felel: „De ott fent nincs is hó.” – Der Wanderer antwortet darauf: „Dort oben ist aber gar kein Schnee.“ :Erre a csiga elmosolyodik, és azt mondja: „Mire (= Mikor) felérek (= odaérek), már lesz hó.” – Daraufhin lächelt die Schnecke und sagt: „Wenn ich dort ankomme, wird es schon Schnee geben.“ :(Ha már egyszer fenn leszek, akkor lesz.) :------------------------ :A nagyapám náci volt. De voltak a nagyapámnak olyan dolgai is amik nekem nem tetszettek. :------------------------ :Ő sok dolgot helyesen tett. De az autópályával volt egy hiba. :------------------------ :Egy nő egy bekékült szemmel jön a munkába. - Eine Frau kommt mit einem blauen Auge zur Arbeit. :(Egy nő egy kék monoklival jön a munkába.) :A kollégái kérdezik őt: „Ki volt az?“ - Ihre Kollegen fragen Sie: „Wer war das?“ :„A férjem.“ - „Mein Mann.“ :„A férjed? Azt gondoltuk, hogy üzleti úton van.“ - „Dein Mann? Wir dachten, dass er auf einer Dienstreise ist.“ :„Igen, azt gondoltátok. Sőt én egészen biztos voltam.“ - „Ja, ihr dachtet das. Und ich war mir sogar ganz sicher.“ :------------------------ :A ferj a konyhában a feleségének idegesen mondja: „Már megint tyúkhús? Nekem már lassan tollaim nőnek.“ - Der Mann sagt in der Küche genervt zu seiner Frau: „Schon wieder Hühnerfleisch? Mir wachsen schon langsam Federn.“ :A felesége feleli: „Akkor mit akarsz? Marhahúst? Hogy neked szarvaid nőjenek?“ - Seine Frau antwortet: „Was willst du denn? Rindfleisch? Damit dir Hörner wachsen?“ :------------------------ :„Halló édes, van neked barátod?“ - „Hallo Süße, hast du einen Freund?“ :„Nincs.“ - „Nein.“ :„Miért nincs egy ilyen szép nőnek, mint te, barátja?“ - „Warum hat so eine schöne Frau wie du keinen Freund?“ :„A férjem nem engedi ezt nekem.“ - „Mein Mann erlaubt es mir nicht.“ :------------------------ :„Tanú úr. Remélem, hogy tudja mi várható, ha itt hamisan tanúzik?“ - „Herr Zeuge, ich hoffe Sie wissen, was Sie erwartet, wenn Sie hier falsch aussagen?“ :(„Tanú úr. Remélem, hogy tudja mit kap, ha itt hamisan tanúzik?“) :„Igen, bíró úr, egy BMW-t ígértek nekem.“ - „Ja, Herr Richter, einen BMW hat man mir versprochen“ :------------------------ :„Tegnap meg akartam tréfálni a férjemet.“ - „Gestern wollte ich meinem Mann einen Streich spielen.“ :„Beletettem az egyik bugyimat a kabátzsebébe.“ - „Ich habe ihm einen Slip von mir in die Manteltasche gesteckt.“ :„Aztán viccből jelenetet akartam neki rendezni, hogy lássam, hogyan reagál.” - „Danach wollte ich ihm zum Spaß eine Szene machen und sehen wie er reagiert.“ :„És? Sikerült a tréfa?” - „Und? Ist der Spaß gelungen?“ :„Tréfa, egy frászt. Mindent bevallott.” - „Von wegen Spaß. Er hat alles gestanden.“ :Version 2 :„Tegnap tréfát akartam űzni a férjemmel.“ - „Gestern wollte ich mir einen Spaß mit meinem Mann machen.“ :„Bedugtam az egyik bugyimat a kabátzsebébe.“ – „Ich habe ihm einen Slip von mir in die Manteltasche gesteckt.“ :„Utána csak viccből jelenetet akartam rendezni, és megnézni, hogyan reagál.“ – „Danach wollte ich ihm nur zum Spaß eine :Szene machen und sehen, wie er reagiert.“ :„És? Sikerült a tréfa?“ – „Und? Ist der Spaß gelungen?“ :„Ugyan már, miféle tréfa! Mindent bevallott.“ – „Von wegen Spaß. Er hat alles gestanden.“ :Version 3 :„Tegnap meg akartam viccelni a férjemet.“ – „Gestern wollte ich meinen Mann veräppeln.“ :„A kabátzsebébe csúsztattam a bugyimat.“ – „Ich habe meinen Slip in seine Manteltasche gesteckt.“ :„Aztán viccből jelenetet csináltam, csak hogy lássam, mit lép.“ – „Danach habe ich aus Spaß eine Szene gemacht, nur um zu sehen, wie er reagiert.“ :„Na és? Bejött a tréfa?“ – „Und? Hat der Spaß funktioniert?“ :„Ugyan már, nem is volt az tréfa, mindent bevallott.“ – „Von wegen Spaß, er hat alles gestanden.“ :Version 4 :„Tegnap egy ártatlan tréfát terveztem a férjemmel.“ – „Gestern plante ich einen harmlosen Spaß mit meinem Mann.“ :„A bugyimat elrejtettem a kabátzsebében.“ – „Ich habe meinen Slip in seiner Manteltasche versteckt.“ :„Utána poénból jelenetet rendeztem, kíváncsi voltam a reakciójára.“ – „Danach habe ich spaßeshalber eine Szene gemacht und war neugierig auf seine Reaktion.“ :„Na? Jól sült el?“ – „Na? Ist es gut ausgegangen?“ :„Egyáltalán nem, mindent bevallott.“ – „Überhaupt nicht, er hat alles gestanden.“ :------------------------ :Egy anya a kislányával sétál a parkban. - Eine Mutter geht mit ihrer kleinen Tochter im Park spazieren. :Egy fekete afrikai férfi jön feléjük. - Ein Schwarzafrikaner kommt ihnen entgegen. :A kislány mondja az anyjának: „Mama, mama, nézd, ott van egy majom!” - Die Tochter sagt zu ihrer Mutter: „Mama, Mama, schau mal dort ist ein Affe.“ :A férfi meghallotta ezt, és azt mondja neki: „Nem vagyok majom, afrikai vagyok.” - Der Mann hat das gehört und sagt zu ihr: „Ich bin kein Affe, ich bin ein Afrikaner.“ :A gyerek mondja az anyjának: „Anyu, ez a majom tud beszélni.” - Das Kind zu seiner Mutter: „Mama, der Affe spricht ja.“ :Version 2 :Egy anya a kislányával sétál a parkban. – Eine Mutter geht mit ihrer kleinen Tochter im Park spazieren. :Egy fekete afrikai férfi jön velük szembe. – Ein Schwarzafrikaner kommt ihnen entgegen. :A kislány szól az anyjához: „Anya, anya, nézd csak, ott egy majom.” – Die Tochter sagt zu ihrer Mutter: „Mama, Mama, schau mal dort, ein Affe.“ :A férfi ezt meghallja, és így szól hozzá: „Nem vagyok majom, afrikai vagyok.” – Der Mann hat das gehört und sagt zu ihr: „Ich bin kein Affe, ich bin ein Afrikaner.“ :A gyerek az anyjához fordul: „Anya, a majom beszél.” – Das Kind zu seiner Mutter: „Mama, der Affe spricht ja.“ :Version 3 :Egy anya a kislányával sétál a parkban. – Eine Mutter spaziert mit ihrer kleinen Tochter durch den Park. :Szemből egy afrikai férfi közeledik feléjük. – Ein afrikanischer Mann kommt ihnen entgegen. :A kislány felkiált: „Anya, anya, nézd, egy majom!” – Das Mädchen ruft: „Mama, Mama, schau, ein Affe!“ :A férfi ezt hallva megszólal: „Nem majom vagyok, hanem afrikai.” – Der Mann sagt darauf: „Ich bin kein Affe, sondern Afrikaner.“ :A gyerek csodálkozva mondja: „Anya, ez a majom beszél!” – Das Kind sagt erstaunt: „Mama, der Affe kann sprechen!“ :Version 4 :Egy anya és a kis lánya a parkban sétálnak. – Eine Mutter und ihre kleine Tochter gehen im Park spazieren. :Egy fekete-afrikai férfi megy el mellettük. – Ein Schwarzafrikaner geht an ihnen vorbei. :A kislány az anyjának mondja: „Anya, nézd, egy majom.” – Das Mädchen sagt zu seiner Mutter: „Mama, schau, ein Affe.“ :A férfi megáll és megszólal: „Nem vagyok majom, afrikai vagyok.” – Der Mann bleibt stehen und sagt: „Ich bin kein Affe, ich bin Afrikaner.“ :A gyerek az anyjához fordul: „Anya, a majom beszél.” – Das Kind wendet sich an seine Mutter: „Mama, der Affe spricht.“ :------------------------ :„Apa, honnan jönnek a kisgyerekek?” - „Papa, wo kommen die kleinen Kinder her?“ :„Már mindent megtanultatok az iskolában a méhekről és a virágokról?” - „Habt ihr in der Schule schon alles über die Bienen und die Blüten gelernt?“ :„Igen.” - „Ja.“ :„Az embereknél is hasonló a helyzet, csak előbb a férfinak rá kell beszélnie a nőt.” - „Bei den Menschen ist es so ähnlich, nur dass vorher der Mann noch die Frau überreden muss.“ :Version 2 :„Apa, honnan jönnek a kisbabák?” – „Papa, wo kommen die kleinen Babys her?” :„Az iskolában már mindent megtanultatok a méhekről és a virágokról?” – „Habt ihr in der Schule schon alles über die Bienen und die Blüten gelernt?” :„Igen.” – „Ja.” :„Az embereknél is hasonló a helyzet, csak a férfinak előbb meg kell győznie a nőt.” – „Bei den Menschen ist es ähnlich, nur dass der Mann die Frau vorher noch überzeugen muss.” :Version 3 :„Apa, honnan származnak a kisgyerekek?” – „Papa, woher kommen die kleinen Kinder?” :„Az iskolában már elmagyarázták a méhek és a virágok történetét?” – „Hat man euch in der Schule schon die Sache mit den Bienen und den Blüten erklärt?” :„Igen.” – „Ja.” :„Az embereknél majdnem ugyanez van, csak a férfinak előbb rá kell vennie a nőt.” – „Bei den Menschen läuft es fast genauso, nur dass der Mann die Frau vorher noch dazu bringen muss.” :Version 4 :„Az embereknél ez majdnem ugyanígy működik, csak előtte egy kicsit beszélgetni kell.” – „Bei den Menschen läuft es fast genauso, nur dass man vorher noch ein bisschen miteinander reden muss.“ :Version 5 :„Az embereknél is hasonló, csak a férfinak előbb rá kell vennie a nőt.” – „Bei den Menschen ist es ähnlich, nur dass der Mann die Frau vorher erst dazu bringen muss.“ :------------------------ :Irigység - Neid :Egy fiatal nő ül a buszon, ölében egy macskával, és gyengéden simogatja. - Eine junge Frau sitzt im Linienbus und hat einen Kater auf den Knien und streichelt ihn zärtlich. :A mellette ülő férfi irigyen mondja: „Bárcsak a helyében lehetnék!” - Der Mann, der neben ihr sitzt, sagt neidisch: „Ach, wenn ich doch an seiner Stelle sein könnte.“ :Erre a fiatal nő így válaszol: „Nem hiszem. Az állatorvoshoz viszem, hogy ivartalanítsák.” - Darauf die junge Frau: „Das glaube ich nicht. Ich fahre mit ihm zum Tierarzt. Ich will ihn kastrieren lassen.“ :Version 2 :Egy fiatal nő ül a menetrend szerinti buszon, az ölében egy kandúr van, és gyengéden simogatja. – Eine junge Frau sitzt im Linienbus, hat einen Kater auf dem Schoß und streichelt ihn zärtlich. :A mellette ülő férfi irigyen megszólal: „Bárcsak a helyében lehetnék.” – Der Mann, der neben ihr sitzt, sagt neidisch: :„Ach, wenn ich doch an seiner Stelle sein könnte.“ :Erre a fiatal nő így felel: „Ezt nem hiszem. Az állatorvoshoz viszem, ivartalaníttatni akarom.” – Darauf die junge Frau: „Das glaube ich nicht. Ich fahre mit ihm zum Tierarzt. Ich will ihn kastrieren lassen.“ :Version 3 :Egy fiatal nő egy buszon ül, az ölében egy macska, és gyengéden simogatja. – Eine junge Frau sitzt im Bus, hat einen Kater auf dem Schoß und streichelt ihn zärtlich. :A mellette ülő férfi irigykedve mondja: „Jaj, de jó lenne a helyében lenni.” – Der Mann neben ihr sagt neidisch: „Ach, wie schön wäre es, an seiner Stelle zu sein.“ :A nő visszavág: „Ebben nem lennék olyan biztos. Az állatorvoshoz megyünk, ki akarom heréltetni.” – Die junge Frau kontert: „Da wäre ich mir nicht so sicher. Wir fahren zum Tierarzt, ich lasse ihn kastrieren.“ :Version 4 :Egy fiatal nő a városi buszon ül, az ölében doromboló kandúr, és szeretettel simogatja. – Eine junge Frau sitzt im Stadtbus, ein schnurrender Kater auf ihrem Schoß, und streichelt ihn liebevoll. :A mellette ülő férfi irigyen felsóhajt: „Ha én lehetnék a helyében!” – Der Mann neben ihr seufzt neidisch: „Wenn ich doch an seiner Stelle wäre!“ :A nő nyugodtan válaszol: „Aligha. Éppen az állatorvoshoz tartunk, kasztráltatni viszem.” – Die Frau antwortet ruhig: „Kaum. Wir sind gerade auf dem Weg zum Tierarzt, ich bringe ihn zum Kastrieren.“ :------------------------ :„Akarsz a feleségem lenni?“ - „Willst du meine Frau werden?“ :„Gyere hozzám feleségül, szerelmem!” - „Heirate mich, Liebste!“ :„Akkor veszel nekem egy gyűrűt egy nagyon nagy gyémánttal?” - „Kaufst du mir dann einen Ring mit einem ganz großen Diamanten?“ :„De ügyesen visszautasítottál.” - „Da hast du mir aber ganz geschickt einen Korb gegeben.“ :Version 2 :„Akarsz-e a feleségem lenni?” – „Willst du meine Frau werden?” :„Legyél a felségem, kedvesem!” – „Heirate mich, Liebste!” :„Akkor veszel nekem egy gyűrűt egy igazán nagy gyémánttal?” – „Kaufst du mir dann einen Ring mit einem ganz großen Diamanten?” :„Ezzel aztán igazán ügyesen kosarat adtál.” – „Da hast du mir aber ganz geschickt einen Korb gegeben.” :Version 3 :„Leszel a feleségem?” – „Willst du meine Frau werden?” :„Gyere hozzám feleségül, drágám!” – „Heirate mich, Liebste!” :„Akkor kapok tőled egy gyűrűt egy hatalmas gyémánttal?” – „Bekomme ich dann einen Ring mit einem riesigen Diamanten?” :„Ez aztán egy elegáns kosár volt.” – „Das war aber ein sehr eleganter Korb.” :Version 4 :„Hozzám jössz feleségül?” – „Willst du mich heiraten?” :„Légy a feleségem!” – „Heirate mich!” :„És akkor jár hozzá egy gyűrű óriási gyémánttal?” – „Und gehört dann ein Ring mit einem riesigen Diamanten dazu?” :„Szép volt, finoman, de határozottan kosarat kaptam.” – „Schön gemacht – fein, aber eindeutig einen Korb bekommen.“ :------------------------ :Egy felturbózott nő leül egy padra a parkban. - Eine aufgedonnerte Frau setzt sich im Park auf eine Bank. :Odajön egy csavargó, és egyértelmű ajánlatot tesz neki. - Kommt ein Penner an und macht ihr ein eindeutiges Angebot. :A nő így válaszol: „Mit képzelsz magadról? Én tisztességes nő vagyok.” - Darauf die Frau: „Was erlauben Sie sich? Ich bin eine anständige Frau.“ :Erre a férfi: „Mit nem mondasz, hogy tisztességes? De rögtön leültél az ágyamra.” - Er darauf: „Was du nicht sagst - anständig? Aber du hast dich sofort auf mein Bett gesetzt.“ :Version 2 :Egy feltűnően kisminkelt nő leül egy padra a parkban. – Eine aufgedonnerte Frau setzt sich im Park auf eine Bank. :Egy hajléktalan odajön, és egyértelmű ajánlatot tesz neki. – Ein Obdachloser kommt vorbei und macht ihr ein eindeutiges Angebot. :A nő felháborodva mondja: „Mit képzel maga? Én egy tisztességes nő vagyok.” – Darauf die Frau empört: „Was denken Sie sich? Ich bin eine anständige Frau.“ :A férfi visszavág: „Na ne mondd, tisztességes? Hiszen azonnal leültél az ágyamra.” – Der Mann kontert: „Was du nicht sagst – anständig? Aber du hast dich sofort auf mein Bett gesetzt.“ :Version 3 :Egy erősen kifestett nő letelepszik a parkban egy padra. – Eine stark geschminkte Frau setzt sich auf eine Parkbank. :Egy hajléktalan megszólítja, és félreérthetetlen ajánlatot tesz. – Ein Obdachloser spricht sie an und macht ein unmissverständliches Angebot. :A nő felháborodottan reagál: „Hogy mer ilyet mondani? Én rendes nő vagyok.” – Die Frau reagiert empört: „Wie können Sie es wagen? Ich bin eine anständige Frau.“ :A férfi így válaszol: „Ugyan már, rendes? Hiszen rögtön az ágyamra ültél.” – Der Mann entgegnet: „Ach was, anständig? Du hast dich doch sofort auf mein Bett gesetzt.“ :Version 4 :Egy kihívóan öltözött nő leül egy padra a parkban. – Eine auffällig herausgeputzte Frau setzt sich im Park auf eine Bank. :Egy hajléktalan odalép, és nem hagy kétséget az ajánlatát illetően. – Ein Penner tritt heran und lässt mit seinem Angebot keinen Zweifel. :A nő felháborodva mondja: „Mit enged meg magának? Én tisztességes nő vagyok.” – Die Frau sagt empört: „Was erlauben Sie sich? Ich bin eine anständige Frau.“ :A férfi nyugodtan felel: „Tisztességes? De hát egyből az ágyamra ültél.” – Der Mann antwortet trocken: „Anständig? Aber du hast dich sofort auf mein Bett gesetzt.“ :------------------------ :A speciális iskolában - In der Sonderschule :Az idióta iskolában (speciális nevelési igényű iskola - In der Idiotenschule (Förderschule; Schule für Kinder mit besonderen Bildungsbedürfnissen) :„Kevin, mennyi kétszer kettő?” - „Kevin, wieviel sind 2 x 2?“ :„5 000 (= ötezer).” - „5.000.“ :„Ez helytelen. Mandy, tudod mennyi kétszer kettő?” - „Das ist falsch. Mandy, weißt du es?“ :„Kedd.” - „Dienstag.“ :„Rossz. És te, Chantal, tudod mennyi kétszer kettő?” - „Falsch. Und du Chantal?“ :„Négy.” - „Vier“ :„Helyes! És hogyan számoltad ki?” - „Richtig! Und wie hast du das gerechnet?“ :„Ez nagyon egyszerű: 5 000 mínusz kedd.” - „Das ist doch ganz einfach: 5.000 minus Dienstag.“ [[File:Anna at 11 days.jpg|thumb]] :------------------------ :Mindenki másnak hétvége van. - Alle anderen haben Wochenende. :Az édesanyámnak ... én vagyok. - Meine Mama hat ... mich. :Mindenki másnak hétvégéje van. – Alle anderen haben Wochenende. :Az én anyukámnak pedig… én. – Meine Mama hat … mich. :A többieknek már hétvége van. – Die anderen haben schon Wochenende. :Az én anyukámnak viszont… én jutottam. – Meine Mama hat dagegen … bekam mich. :Mindenki más pihen a hétvégén. – Alle anderen ruhen sich am Wochenende aus. :Az én anyukám meg… engem kapott. – Und meine Mama hat … mich bekommen. <br style="clear:both;" /> :------------------------ :Nő: „Drágám, féltékeny vagy?” - Sie: „Liebling, bist du eifersüchtig?“ :Férfi: „Nem, csak irigyellek, mert a férfiak téged hívnak, engem pedig nem.” - Er: „Nein, ich beneide dich nur, weil dich Männer anrufen und mich nicht.“ :Version 2 :„Édesem, féltékeny vagy?” – „Liebling, bist du eifersüchtig?“ :„Nem, csak irigyellek, mert téged hívnak a férfiak, engem meg nem.” – „Nein, ich beneide dich nur, weil dich Männer anrufen und mich nicht.“ :Version 3 :„Szerelmem, féltékeny vagy rám?” – „Schatz, bist du eifersüchtig auf mich?“ :„Nem igazán, csak irigylésre méltónak találom, hogy téged hívogatnak a férfiak, engem pedig senki.” – „Nicht wirklich, ich finde es nur beneidenswert, dass Männer dich anrufen und mich niemand.“ :Version 4 :„Kincsem (= Aranyom = Kedvesem) , féltékeny lettél?” – „Liebling, bist du eifersüchtig geworden?“ :„Ugyan nem, csak sajnálom magam, mert téged hívnak a férfiak, engem meg egy sem.” – „Ach nein, ich bemitleide mich nur, weil Männer dich anrufen und mich kein einziger.“ :------------------------ :Egy jó és egy rossz hír - Eine gute und eine schlechte Nachricht :Nő: Drágám, két hírem van számodra – egy rossz és egy jó. - Sie: Liebling, ich habe zwei Nachrichten für dich - eine schlechte und eine gute. :Melyiket akarod először hallani? - Welche willst du zuerst hören? :Férfi: Először a rosszat. - Er: „Erst die schlechte. :Nő: Tönkretettem a Mercedesedet.”- Sie: Ich habe deinen Mercedes zu Schrott gefahren.“ :Férfi: És a jó” - Er: Und die gute? :Nő: Nem fogom még egyszer megtenni. - Sie: Das mache ich nicht noch einmal. :Version 2 :Egy jó és egy rossz hír. – Eine gute und eine schlechte Nachricht. :„Drágám, két hírem van számodra – egy rossz és egy jó. Melyiket akarod először hallani?” – „Liebling, ich habe zwei Nachrichten für dich – eine schlechte und eine gute. Welche willst du zuerst hören?“ :„Először a rosszat.” – „Erst die schlechte.“ :„Totálkárosra törtem a Mercedesedet.” – „Ich habe deinen Mercedes zu Schrott gefahren.“ :„És a jó?” – „Und die gute?“ :„Ezt nem csinálom meg még egyszer.” – „Das mache ich nicht noch einmal.“ :Version 3 :Jó hír, rossz hír. – Gute und schlechte Nachricht. :„Drágám, van egy jó meg egy rossz hírem. Melyikkel kezdjem?” – „Schatz, ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Womit soll ich anfangen?“ :„A rosszal.” – „Mit der schlechten.“ :„Totál összetörtem a Mercedesedet. (= Ripityára törtem a Mercedesedet).” – „Ich habe deinen Mercedes total zu Schrott gefahren.“ :„És mi a jó hír?” – „Und was ist die gute Nachricht?“ :„Nem fordul elő még egyszer.” – „Das kommt nicht noch mal vor.“ :Version 4 :Két hír. – Zwei Nachrichten. :„Drágám, egy rossz és egy jó hírem van. Melyiket hallanád előbb?” – „Liebling, ich habe eine schlechte und eine gute Nachricht. Welche möchtest du zuerst?“ :„A rosszat.” – „Die schlechte.“ :„A Mercedesed totálkáros lett.” – „Dein Mercedes ist ein Totalschaden.“ :„És a jó?” – „Und die gute?“ :„Megígérem, nem ismétlem meg.” – „Ich verspreche, ich mache das nicht noch einmal.“ :------------------------ :A szemésznél – Beim Augenarzt. :A szemész: „Melyik betű ez?” – Der Augenarzt: „Welcher Buchstabe ist das?“ :A páciens: „Hol van ön egyáltalán, doktor úr?” – Der Patient: „Wo sind Sie denn, Herr Doktor?“ :------------------------ :„Mit csinálsz ma?” – „Was machst du heute?“ :„Semmit.” – „Nichts.“ :„Ezt már tegnap is csináltad.” – „Das hast du doch schon gestern gemacht.“ :„Tegnap nem végeztem vele.” („Tegnap nem sikerült befejeznem.”) – „Ich bin gestern nicht fertig geworden.“ :------------------------ :Férfi: „Gyere, menjünk fel hozzám!” – Er: „Komm, lass uns zu mir hochgehen!“ :Nő: „Miért?” – Sie: „Warum?“ :F: „Ihatunk egy kávét, hallgathatunk zenét, és megmutatom a bélyeggyűjteményemet.” – Er: „Wir können einen Kaffee trinken, Musik hören und ich will dir meine Briefmarkensammlung zeigen.“ :N: „Miért, különben nem áll fel?” – Sie: „Wieso? Bekommst du ihn sonst nicht hoch?“ :Version 2 :F: „Na gyere, menjünk át hozzám!” – Er: „Na komm, lass uns zu mir rübergehen!“ :N: „Ugyan minek?” – Sie: „Wozu denn?“ :F: „Kávézunk egyet, zenét hallgatunk, és megmutatom a bélyegeimet.” – Er: „Wir trinken einen Kaffee, hören Musik und ich zeige dir meine Briefmarken.“ :N: „Vagy enélkül nem működik a dolog?” – Sie: „Oder funktioniert es sonst nicht?“ :Version 3 :F: „Menjünk fel hozzám, jó?” – Er: „Gehen wir zu mir, ja?“ :N: „Mi okból?” – Sie: „Aus welchem Grund?“ :F: „Kávé, egy kis zene, meg a bélyeggyűjteményem.” – Er: „Kaffee, ein bisschen Musik und meine Briefmarkensammlung.“ :N: „Mi van, másképp nem lesz merevedés?” – Sie: „Was ist, sonst gibt’s keine Erektion?“ :Version 4 :F: „Gyere, menjünk hozzám!” :N: „Miért?” :F: „Ihatunk egy kávét, hallgathatunk zenét, és meg akarom mutatni neked a bélyeggyűjteményemet.” :N: „Miért? Különben nem áll fel?” :------------------------ :Version 1 :Egy lélek megérkezik a mennybe, és hangosan nevet. – Eine Seele kommt in den Himmel und lacht herzhaft. :„Miért nevetsz?” – „Warum lachst du?“ :„Hát mert én már itt vagyok, lent pedig még mindig engem operálnak.” – „Na, ich bin schon hier, und dort unten operieren sie mich noch.“ :Version 2 :Egy lélek a mennyországban nevetve tör ki. – Eine Seele bricht im Himmel in Gelächter aus. :„Min nevetsz ennyire?” (Miért nevetsz?) – „Worüber lachst du so?“ :„Azon, hogy idefent már megérkeztem, odalent még mindig tart a műtét.” – „Darüber, dass ich hier oben schon angekommen bin und sie mich da unten noch munter operieren.“ :Version 3 :Egy lélek már a mennyben kacag, miközben mindenki más döbbenten nézi. – Eine Seele kichert bereits im Himmel, während alle anderen sie verdutzt anschauen. :„Ez meg miért ilyen vidám?” – „Warum ist die denn so gut gelaunt?“ :„Egyszerű: én már célba értem, a földön meg még mindig küzdenek értem a műtőben.” – „Ganz einfach: Ich bin schon am Ziel, und unten im OP kämpfen sie noch um mich.“ :------------------------ :Version 1: :Az anya ágyneműt cserél. – Die Mutter wechselt die Bettwäsche. :Az ötéves fia megkérdezi, mit csinál. – Ihr fünfjähriger Sohn fragt sie, was sie da macht. :Az anya azt válaszolja: „Nem látod? Ágyneműt cserélek.” – Die Mutter antwortet: „Siehst du das nicht? Ich wechsele die Bettwäsche.“ :A kisfiú gondolkodik egy kicsit. – Bei dem Kleinen arbeitet es im Kopf. :Hirtelen felderül az arca, és mosolyog. – Plötzlich geht ihm ein Licht auf und er lächelt. :Megkérdezi: „Bepisiltetek?” – Er fragt: „Habt ihr euch eingemacht?“ :Version 2: :Az anya éppen leveszi (= lehúzza) az ágyneműt. – Die Mutter zieht gerade die Bettwäsche ab. :A kisfia kíváncsian rákérdez, mit csinál. – Ihr Sohn fragt neugierig, was sie da macht. :„Ágyneműt cserélek, nem világos?” – „Ich wechsele die Bettwäsche, ist das nicht klar?“ :A gyerek elgondolkodik. – Das Kind denkt kurz nach. :Aztán elmosolyodik, mintha mindent értene. – Dann lächelt er, als hätte er alles verstanden. :„Mi van, becsináltatok?” – „Was ist, habt ihr euch eingemacht?“ :Version 3: :Az anya friss ágyneműt húz fel az ágyra. – Die Mutter bezieht das Bett neu. :Az ötéves fiú figyeli, majd megkérdezi, mi történik. – Der fünfjährige Junge schaut zu und fragt, was da los ist. :„Ágyneműcsere” – mondja az anya. – „Bettwäsche wechseln“, sagt die Mutter. :A fiúban kattog valami. – Im Kopf des Jungen rattert es. :Felragyog az arca. – Sein Gesicht hellt sich auf. :„Akkor összepisiltétek az ágyat?” – „Dann habt ihr also ins Bett gemacht?“ :------------------------ :Version 1 :Ha erősnek érzed magad, jókedvű vagy, okosnak és nagyon szexinek tartod magad, és úgy táncolsz, mint egy istennő – Wenn du dich stark fühlst, gute Laune hast, dich für klug und ganz sexy hältst und tanzt wie eine Göttin :akkor menj haza: részeg vagy! – dann geh nach Hause: du bist besoffen! :Version 2: :Ha ma minden lehetséges, minden vicces, zseniálisnak és dögösnek érzed magad, és istennőként táncolsz – Wenn heute alles möglich ist, alles lustig ist, du dich genial und scharf fühlst und wie eine Göttin tanzt – :ideje hazamenni, mert totál be vagy rúgva. – ist es Zeit, nach Hause zu gehen, denn du bist total betrunken. :Version 3: :Ha szupererőd van, remek a hangulatod, okosnak, szexinek hiszed magad, és a táncparkett az Olimposz – Wenn du Superkräfte hast, bestens gelaunt bist, dich für klug und sexy hältst und die Tanzfläche der Olymp ist – :akkor stop: menj haza, mert atomrészeg vagy. – dann Stopp: geh nach Hause, denn du bist stockbesoffen. :------------------------ :Version 1 :Tűz a kórházban – Feuer im Krankenhaus. :A tűzoltóság bevetési parancsnoka a beavatkozás után odalép a főorvoshoz. – Der Einsatzleiter der Feuerwehr geht nach dem Einsatz zum Chefarzt. :„Három áldozat volt, a pincében. Kettőt sikerült újraélesztenünk, a harmadikat már nem.” – „Es hat drei Opfer gegeben, im Keller. Zwei konnten wir wiederbeleben, den dritten aber nicht mehr.“ :A főorvos krétafehér lesz. – Der Chefarzt wird kreidebleich. :A tűzoltó megkérdezi: „Mi baja van?” – Der Feuerwehrmann fragt: „Was ist mit Ihnen los?“ :A főorvos válaszol: „A pincében csak a hullaházunk van.” – Der Chefarzt antwortet: „Im Keller ist nur unser Leichenkeller.“ :Version 2 :Kórházi tűzeset – Brand im Krankenhaus. :Az akció után a tűzoltóparancsnok beszámol a főorvosnak. – Nach dem Einsatz berichtet der Einsatzleiter dem Chefarzt. :„Három sérült volt lent a pincében. Kettőt visszahoztunk, egyet nem.” – „Es gab drei Betroffene unten im Keller. Zwei haben wir zurückgeholt, einen nicht.“ :A főorvos elsápad. – Der Chefarzt erblasst. :„Mi történt, doktor úr?” – „Was ist los, Herr Doktor?“ :„A pincében nálunk csak a hullaház van…” – „Bei uns ist im Keller nur die Leichenhalle…“ :Version 3 :Tűz üt ki egy kórházban – In einem Krankenhaus bricht Feuer aus. :A bevetés után a tűzoltó odalép a főorvoshoz. – Nach dem Einsatz tritt der Feuerwehrmann zum Chefarzt. :„Három áldozat a pincéből. Kettőt sikerült újraéleszteni, egyet nem.” – „Drei Opfer aus dem Keller. Zwei konnten wir reanimieren, eines nicht.“ :A főorvos arca elszürkül. – Das Gesicht des Chefarztes wird aschfahl. :„Valami baj van?” – „Stimmt etwas nicht?“ :„Igen… ott lent csak a hullaház található.” – „Ja… dort unten befindet sich nur der Leichenkeller.“ :------------------------ :Version 1 :Az anya pénzt vesz fel az bankomatból. – Die Mutter zieht Geld aus dem Bankautomaten. :A kislánya mellette áll, nagy szemekkel nézi, és csodálkozva kérdezi: – Ihre kleine Tochter steht daneben, bekommt ganz große Augen und wundert sich: :„Anyu, apa ül ott bent?” – „Mutti, sitzt etwa Papa da drin?“ :Version 2 :Az anya pénzt vesz ki a bankautomatából. – Die Mutter hebt Geld am Automaten ab. :A kislány tátott (= nyitott) szájjal figyeli, majd rácsodálkozik: – Das kleine Mädchen schaut mit offenem Mund zu und staunt: :„Anya, apu van odabent?” – „Mama, ist Papa da drin?“ :Version 3 :Az anya az automatánál áll és pénzt vesz fel. – Die Mutter steht am Geldautomaten und hebt Geld ab. :A gyerek ámulva nézi, ahogy kijön a pénz. – Das Kind schaut verblüfft zu, wie das Geld herauskommt. :„Mondd, anya, apu dolgozik ott belül?” – „Sag mal, Mama, arbeitet Papa da drinnen?“ :------------------------ :Version 1 :Három hónapig tanultam a francia közlekedési szabályokat. – Drei Monate lang habe ich die Verkehrsregeln für Frankreich gelernt. :Aztán elutaztam Párizsba. – Und dann bin ich nach Paris gefahren. :Istenem, inkább imádkozni kellett volna megtanulnom. – Mein Gott, ich hätte lieber beten lernen sollen. :Version 2 :Három hónapon át a francia KRESZ-t magoltam (Közúti Rendelkezések Egységes Szabályozása - StVO). – Drei Monate habe ich die französischen Verkehrsregeln gepaukt. :Végül Párizsba mentem vezetni. – Endlich fuhr ich nach Paris und (dort) fuhr ich (Auto). :Uramisten, jobb lett volna egy imakönyv. – Mein Gott, ein Gebetbuch wäre besser gewesen. :Version 3 :Hónapokig készültem a francia közlekedésre. – Monatelang habe ich mich auf den französischen Verkehr vorbereitet. :Azt hittem, jól felkészülten érkezem Párizsba. – Ich dachte, ich komme gut vorbereitet in Paris an. :Tévedtem: imádkozni kellett volna tanulnom. – Falsch gedacht: Ich hätte beten lernen sollen. :------------------------ :Version 1 :Az emberi test a huszonötödik életévéig növekszik. – Der menschliche Körper wächst bis zu seinem 25. Lebensjahr. :Úgy tűnik azonban, hogy erről a has és a fenék nem kaptak értesítést. – Es scheint jedoch, dass Bauch und Po davon nichts mitbekommen haben. :Version 2 :A testünk elvileg huszonöt éves korig nő. – Unser Körper wächst im Prinzip bis zum 25. Lebensjahr. :A has és a popsi ezt láthatóan nem vette tudomásul. – Bauch und Hintern haben das offenbar nicht zur Kenntnis genommen. :Version 3 :Hivatalosan a növekedés huszonöt éves korban megáll. – Offiziell endet das Wachstum mit 25. :Csak a has és a hátsó tovább „fejlődik”. – Nur Bauch und Hinterteil „entwickeln“ sich weiter. :------------------------ :Version 1 :Három gyerek az óvodában. – Drei Kinder im Kindergarten. :„Engem a szüleim a boltban vettek.” – „Meine Eltern haben mich im Geschäft gekauft.“ :„Engem a szüleim az internetről töltöttek le.” – „Meine Eltern haben mich aus dem Internet heruntergeladen.“ :„Az én szüleim szegények. Engem maguk csináltak.” – „Meine Eltern sind arm. Sie haben mich selber gemacht.“ :Version 2 :Három óvodás beszélget. – Drei Kindergartenkinder unterhalten sich. :„A szüleim a boltban szereztek be.” – „Meine Eltern haben mich im Laden besorgt.“ :„Engem online töltöttek le.” – „Mich haben sie online heruntergeladen.“ :„Nálunk nincs pénz. Engem otthon csináltak.” – „Bei uns gibt es kein Geld. Mich haben sie zu Hause gemacht.“ :Version 3 :Az óvodában három gyerek dicsekszik. – Im Kindergarten prahlen drei Kinder. :„Én boltból származom.” – „Ich komme aus dem Geschäft.“ :„Én a netről vagyok.” – „Ich bin aus dem Internet.“ :„Az én szüleimnek nem tellett rá, úgyhogy saját gyártás.” – „Meine Eltern konnten es sich nicht leisten, also Eigenproduktion.“ :------------------------ :Azért dolgozom, hogy éljek, de nem azért élek, hogy dolgozzak. – Ich arbeite, um zu leben, aber ich lebe nicht, um zu arbeiten. ::Imperativ erforderlich (für: éljek; dolgozzak): ::Célhatározói mellékmondat (vagy céhatározós alárendelő mellékmondat), amelyben a mellékmondat állítmánya felszólító módban (imperativus) áll. - Zielbestimmender Nebensatz (oder zielbestimmender untergeordneter Nebensatz), in dem das Prädikat des Nebensatzes im Imperativ steht. :(Dolgozom az életért, nem a munkáért élek. – Ich arbeite für dasLeben, ich lebe nicht für die Arbeit.) :(A munka az élet eszköze, nem az élet célja. – Arbeit ist ein Mittel zum Leben, nicht das Ziel des Lebens.) :------------------------ :Minden jön és megy, ami megmarad, azok az emlékek. – Alles kommt und geht, das, was bleibt, sind die Erinnerungen. :(Minden elmúlik, csak az emlékeink maradnak velünk. – Alles vergeht, nur unsere Erinnerungen bleiben bei uns.) :(Az idő elsodor mindent, de az emlékek megmaradnak. – Die Zeit trägt alles fort, doch die Erinnerungen bleiben.) :------------------------ :Ne álmokkal halj [hajj] meg, hanem emlékekkel! – Stirb nicht mit Träumen, sondern mit Erinnerungen! :(Ne úgy menj [menny] el, hogy csak álmaid voltak, hanem hogy emlékeid vannak. – Geh nicht so, dass du nur Träume hattest, sondern dass du Erinnerungen hast.) :(Az élet végén ne beteljesületlen álmok maradjanak, hanem megélt pillanatok. – Am Ende des Lebens sollen keine unerfüllten Träume bleiben, sondern gelebte Momente.) :------------------------ :Version 1 :Ha valaki fél beleszeretni, ez nem feltétlenül a jövőtől való félelem. – Wenn jemand Angst hat, sich zu verlieben, muss es nicht die Angst vor der Zukunft sein. :Az is lehet, hogy a múlttól fél. – Er kann auch Angst vor der Vergangenheit haben. :Version 2 :Ha valaki nem mer beleszeretni, nem biztos, hogy a jövő rémiszti (= ijeszti) meg. – Wenn jemand sich nicht zu verlieben traut, ist es vielleicht nicht die Zukunft, die ihn erschreckt. :Lehet, hogy a múlt emlékei ijesztik meg. – Vielleicht erschrecken ihn die Erinnerungen an die Vergangenheit. :(megrémít - megrémiszt - erschrecken) :Version 3 :A szerelemtől való félelem nem mindig előre tekint. – Die Angst vor dem Verlieben schaut nicht immer nach vorn. :Gyakran inkább a múlt árnyékaitól tartunk. – Oft fürchten wir eher die Schatten der Vergangenheit. :(tart - vkitől/vmitől - fürchten) :------------------------ :Version 1 :„Megbocsátani és elfelejteni?” – „Vergeben und vergessen?“ :„Nem! Nem vagyok se Jézus, se Alzheimer-kóros.” – „Nein! Ich bin weder Jesus noch habe ich Alzheimer.“ :Version 2 :„Megbocsátasz és elfelejted?” – „Du vergibst und vergisst?“ :„Ugyan már! Nem vagyok szent, és nem vagyok demens sem.” – „Ach was! Ich bin kein Heiliger und auch nicht dement.“ :Version 3 :„Bocsáss meg, felejtsd [felejcsd] el!” – „Vergib es, vergiss es!“ :„Kizárt: nem Jézus vagyok, és az emlékezetem is rendben van.” – „Ausgeschlossen: Ich bin nicht Jesus, und mein Gedächtnis funktioniert.“ :------------------------ :Version 1 :„Doktor úr, influenzám van?” – „Herr Doktor, habe ich Grippe?“ :„Igen.” – „Ja.“ :„Sertésinfluenza?” – „Schweinegrippe?“ :„Igen.” – „Ja.“ :„Biztos benne?” – „Sind Sie sicher?“ :„Teljesen! Csak egy disznó hívja ki reggel négykor az orvosi ügyeletet harminchat egész hét tized fokos lázzal.” – „Absolut! Nur ein Schwein ruft um vier Uhr früh mit einer Temperatur von 36,7 °C den Notarzt.“ :Version 2 :„Doktor úr, elkaptam az influenzát?” – „Herr Doktor, habe ich mir die Grippe eingefangen?“ :„Igen.” – „Ja.“ :„A sertés?” – „Die Schweinegrippe?“ :„Az.” – „Die.“ :„Biztos ez?” – „Sind Sie sicher?“ :„Száz százalék: csak egy disznó telefonál hajnali négykor harminchat egész hét tized fokkal.” – „Hundertprozentig: Nur ein Schwein ruft um vier Uhr morgens mit 36,7 Grad an.“ :Version 3 :„Doktor úr, beteg vagyok?” – „Herr Doktor, bin ich krank?“ :„Igen.” – „Ja.“ :„Sertésinfluenza?” – „Schweinegrippe?“ :„Kétségtelen.” – „Zweifellos.“ :„Ennyire (= Egészen) biztos?” – „Ganz sicher?“ :„Abszolút: normális ember nem riasztja a mentőt hajnalban harminchat egész hét tized fokkal.” – „Absolut: Ein normaler Mensch alarmiert mit 36,7 Grad morgens um vier keinen Notarzt.“ :------------------------ :Szexuális felvilágosítás óra - Sexualkundeunterricht :Három fiú rossz jegyet kapott a szexuális felvilágosítás órán. - Drei Jungen haben schlechte Zensuren im Sexualkundeunterricht bekommen. :Bosszút akarnak állni a szexuális felvilágosítást tartó tanárnőn, és terveket szőnek: - Sie wollen sich an der Sexualkundelehrerin rächen und machen Pläne: :„Én őt fogom meg.” - „Ich halte sie fest.“ :„Én felhúzom a szoknyáját.” - „Ich hebe ihr den Rock hoch.“ :„Én meg csípem meg a golyóit.” - „Und ich kneife ihr in die Eier.“ :Version 2 :Elhatározzák, hogy megbosszulják a szexuális felvilágosítást tartó tanárnőn, és terveket szőnek: - Sie beschließen, sich an der Sexualkundelehrerin zu rächen, und schmieden Pläne: :„Én elterelem a figyelmét.” – „Ich lenke sie ab.“ :Version 3 :Három srác megbukott a szexuális felvilágosítás órán. – Drei Jungs sind im Sexualkundeunterricht durchgefallen. :Bosszút forralnak, és ötletelnek: – Sie schmieden Rachepläne und überlegen sich Ideen. :Version 4 :Három diák pocsék (= rossz) jegyet kap a szexuális felvilágosítás órán. – Drei Schüler bekommen miese Noten im Sexualkundeunterricht . :Összedugják a fejüket: – Sie stecken die Köpfe zusammen: :------------------------ :Version 1 :A biológiatanárnő megkérdezi: „Mikor szüretelik az almát?” – Die Biologielehrerin fragt: „Wann erntet man die Äpfel?“ :Pali válaszol: „Augusztusban.” – Paulchen antwortet: „Im August.“ :A kis Liza azt mondja: „Szeptemberben.” – Klein Lieschen antwortet: „Im September.“ :A kis Feri lelkesen jelentkezik: „Amikor a kutya meg van kötve.” – Klein Fritzchen meldet sich eifrig und antwortet: „Wenn der Hund angebunden ist.“ :Version 2 :Az órán a tanárnő rákérdez: „Mikor szokás almát szedni?” – Im Unterricht fragt die Lehrerin: „Wann pflückt man Äpfel?“ :Palika: „Augusztusban.” – Paulchen: „Im August.“ :Lizácska : „Szeptemberben.” – Lieschen: „Im September.“ :Ferike buzgón közbevág: „Amikor a kutyát megkötik (= kikötik).” – Fritzchen platzt eifrig dazwischen: „Wenn der Hund angebunden wird.“ :Version 3 :A biológiaórán elhangzik a kérdés: „Mikor van az almaszüret?” – In der Biostunde kommt die Frage: „Wann ist Apfelernte?“ :Pali szerint: „Augusztus.” – Laut Paulchen: „August.“ :Liza szerint: „Szeptember.” – Laut Lieschen: „September.“ :Feri vigyorogva: „Akkor, amikor a kutya láncon van.” – Fritzchen grinsend: „Dann, wenn der Hund an der Kette ist.“ :(A biológiaórán szóba kerül ... - Im Bio-Unterricht kommt die Frage ...) :------------------------ :Version 1 :„Okosnak tartod magad?” – „Hältst du dich für klug?“ :„Igen, természetesen.” – „Ja, natürlich.“ :„Hm? De a bizonyítékok gyengék.” – „Hm? Aber die Beweise sind schwach.“ :Version 2 :„Okosnak gondolod magad?” – „Hältst du dich für klug?“ :„Igen, persze.” – „Ja, klar.“ :„Oh… de kevés a bizonyíték.” – „Hm … aber die Beweise sind dürftig.“ :Version 3 :„Szerinted okos vagy?” – „Hältst du dich für klug?“ :„Igen.” – „Ja.“ :„Hát. A bizonyítékok nem meggyőzőek.” – „Hm. Die Beweise sind nicht überzeugend.“ :------------------------ :Version 1 :Nő: „Tükröm, tükröm, mondd meg nekem, ki a legszebb ezen a vidéken?” – Sie: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land.“ :A tükör válaszolt: „Ember, te teljesen részeg vagy, én az ajtó vagyok.” – Und der Spiegel antwortete: „Man, du bist ja total betrunken, ich bin die Tür.“ :Version 2 :Nő: „Tükröm, tükröm a falon, ki a legszebb az országban?” – Sie: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land.“ :A válasz: „Hé, be vagy rúgva, én nem tükör vagyok, hanem ajtó.” – Die Antwort: „Hey, du bist besoffen, ich bin kein Spiegel, ich bin die Tür.“ :Version 3 :Nő: „Tükröm, tükröm, ki a legszebb?” – Sie: „Spieglein, Spieglein, wer ist die Schönste?“ :A tükör: „Ne viccelj, részeg vagy, én egy ajtó vagyok.” – Der Spiegel: „Mach keine Witze, du bist betrunken, ich bin eine Tür.“ :------------------------ :Version 1 :A szülők egy dobot ajándékoztak a kisfiuknak. – Die Eltern schenkten ihrem kleinen Sohn eine Trommel. :Hamar megbánták. – Sie bereuten es bald. :És csak az okos szomszéd talált egy hét után mentő megoldást. – Und nur der kluge Nachbar kam nach einer Woche auf die rettende Lösung. :Megkérdezte tőle: „Tudod egyáltalán, mi van a dobban?” – Er fragte ihn: „Weißt du eigentlich, was in der Trommel ist?“ :Version 2 :A szülők dobot vettek a kisfiuknak ajándékba. – Die Eltern kauften ihrem kleinen Sohn eine Trommel als Geschenk. :Rövid időn belül megbánták. – Schon bald bereuten sie es. :Egyedül a szomszéd volt elég okos ahhoz, hogy egy hét után megoldást találjon [talájjon]. – Nur der Nachbar war klug genug, nach einer Woche eine Lösung zu finden. :Ezt kérdezte: „Tudod, mi van valójában a dobban?” – Er fragte: „Weißt du, was eigentlich in der Trommel ist?“ :Version 3 :A szülők egy dobot adtak a fiuknak. – Die Eltern gaben ihrem Sohn eine Trommel. :Hamar rájöttek, hogy hiba volt. – Sie kamen schnell drauf, dass es ein Fehler war. :A szomszéd egy hét múlva állt elő a megoldással. – Der Nachbar kam eine Woche später mit der Lösung. :Csak ennyit kérdezett: „Tudod, mi van a dobban?” – Er fragte nur: „Weißt du, was in der Trommel ist?“ :------------------------ :Version 1 :Egy fiatal férfi a drogériában: „Szeretném kicserélni ezeket az óvszereket, semmit sem érnek, állandóan lecsúsznak!” – Ein junger Mann in der Drogerie: „Ich möchte diese Kondome umtauschen, die taugen nichts, sie rutschen ständig!“ :Erre egy idősebb úr hátulról odaszól: „Igen, az ön óvszerei tényleg semmit sem érnek: még meg is csavarodnak!” – Und ein älterer Herr im Hintergrund ruft: „Ja, ihre Kondome taugen wirklich nichts: umknicken tun sie auch!“ :Version 2 :Egy fiatal férfi a drogériában: „Szeretném kicserélni ezeket az óvszereket, semmit sem érnek, túl szorosak!” - Ein junger Mann in der Drogerie: „Ich möchte diese Kondome umtauschen, die taugen nichts, sie sind viel zu eng!“ :Egy öregebb férfi a háttérből hozzáteszi: „Nálam is rosszak voltak: még meg is hajlanak.” – Ein älterer Mann aus dem Hintergrund fügt hinzu: „Bei mir waren sie auch schlecht: sie knicken sogar um.“ :Version 3 :Fiatal férfi a drogériában: „Kicserélném ezeket az óvszereket, nem jók, rossz a méretük.” - Ein junger Mann in der Drogerie: „Ich möchte diese Kondome umtauschen, sie sind nicht gut, die Größe passt nicht.” :Háttérből egy idősebb hang: „Bizony, sőt meg is görbülnek!” – Aus dem Hintergrund eine ältere Stimme: „Ja, sie knicken sogar um!“ :------------------------ :Version 1 :A nagymama lefekteti az unokáját, és altatódalokat énekel neki. – Die Oma bringt ihren Enkel ins Bett und singt ihm Schlaflieder. :Tíz perc után a fiú megszólal: „Nagyi, most már alhatok, vagy még szeretnél tovább énekelni?” – Nach zehn Minuten sagt er: „Oma, kann ich jetzt bitte schlafen oder möchtest du noch weiter singen?“ :Version 2 :A nagymama altatja az unokát, dalokat énekelve. – Die Großmutter bringt den Enkel mit Liedern ins Bett. :Tíz perc múlva így szól: „Nagymama, most már hagyj aludni, vagy folytatod az éneklést?” – Nach zehn Minuten sagt er: „Oma, lass mich jetzt schlafen oder singst du weiter?“ :Version 3 :A nagyi altatódalt énekel az unokának. – Die Oma singt dem Enkel ein Schlaflied. :Egy idő után megkérdezi: „Alhatok már, vagy még énekelsz?” – Nach einer Weile fragt er: „Kann ich schon schlafen oder singst du noch?“ :------------------------ :Version 1 :Elváltál a feleségedtől? Miért? – Du hast dich von deiner Frau scheiden lassen? Warum? :Túl rendes volt. – Sie war mir zu ordentlich. :Hogy érted? – Wie das? :Például, ha éjszaka felkeltem egy pohár vízért, mire visszafeküdtem volna, az ágy már be volt vetve. – Wenn ich zum Beispiel nachts kurz aufgestanden bin, um etwas Wasser zu trinken, dann war das Bett schon wieder gemacht, wenn ich mich hinlegen wollte. :Version 2 :Elváltál a feleségedtől? Mi volt az oka? – Du hast dich von deiner Frau scheiden lassen? Was war der Grund? :Túlzottan rendmániás volt. – Sie war mir zu ordentlich. :Hogyan érted ezt? – Wie meinst du das? :Ha éjjel kimentem inni, mire visszatértem, az ágy már rendben volt. – Wenn ich nachts etwas trinken ging, war das Bett schon wieder gemacht, als ich zurückkam. :Version 3 :Miért váltál el? – Warum hast du dich scheiden lassen? :Mert túl rendes volt. – Weil sie mir zu ordentlich war. :Konkrétan? – Konkret? :Miután éjszaka kimentem a mosdóba, az ágy már meg volt vetve. - Nachdem ich nachts auf die Toilette gegangen bin, war das Bett schon wieder gemacht. :------------------------ :Version 1 :A férj megkérdezi a feleségét: „Hova jársz esténként?” – Der Mann fragt seine Frau: „Wo gehst du denn abends immer hin?“ :„Kóruspróbára.” – „Zur Chorprobe.“ :„És mit csináltok ott?” – „Und was macht ihr da?“ :„Bort iszunk és beszélgetünk.” – „Wir trinken Wein und quatschen.“ :„És mikor énekeltek?” – „Und wann singt ihr?“ :„Hazafelé.” – „Auf dem Heimweg.“ :Version 2 :A férj kérdezi: „Este hova mész mindig?” – Der Mann fragt: „Wo gehst du abends immer hin?“ :„Kórusra.” – „Zum Chor.“ :„Mit csináltok?” – „Was macht ihr da?“ :„Borozunk és dumálunk.” – „Wir trinken Wein und quatschen.“ :„És az éneklés?” – „Und das Singen?“ :„Útközben hazafelé.” – „Unterwegs nach Hause.“ :Version 3 :„Hova mész esténként?” – „Wo gehst du abends hin?“ :„Kóruspróbára.” – „Zur Chorprobe.“ :„Mit csináltok?” – „Was macht ihr?“ :„Iszunk és beszélgetünk.” – „Wir trinken und reden.“ :„Mikor énekeltek?” – „Wann singt ihr?“ :„Hazafelé.” – „Auf dem Heimweg.“ :------------------------ :Version 1 :A férj késő éjjel részegen jön haza. – Der Mann kommt spät nachts besoffen nach Hause. :Kinyitja az ajtót. – Er öffnet die Tür. :Ott áll a felesége, dühösen, egy serpenyővel a kezében. – Dahinter steht seine Frau – wütend und mit einer Bratpfanne in der Hand. :Ő így szól: „Nyugodtan lefeküdhettél volna, drágám, nem vagyok éhes.” – Er: „Du hättest dich ruhig schon hinlegen können, Schatz, ich habe keinen Hunger.“ :Version 2 :Egy férfi éjjel részegen ér haza. – Ein Mann kommt nachts betrunken nach Hause. :Az ajtó mögött a felesége várja, serpenyővel. – Hinter der Tür wartet seine Frau mit einer Bratpfanne. :Láthatóan mérges. – Sie ist sichtlich wütend. :A férj megszólal: „Nem kellett volna megvárnod, kedvesem, nem kérek vacsorát.” – Der Mann sagt: „Du hättest nicht warten müssen, Liebling, ich will nichts essen.“ :Version 3 :A részeg férj hazatér késő éjjel. – Der betrunkene Mann kommt spät nach Hause. :Ajtó, feleség, serpenyő. – Tür, Ehefrau, Bratpfanne. :A férj megjegyzi: „Aludhattál volna már, drágám, nem vagyok éhes.” – Der Mann bemerkt: „Du hättest schon schlafen können, Schatz, ich habe keinen Hunger.“ :------------------------ :Version 1 :Az ember csak egyszer él. – Man lebt nur einmal. :Fiú: Apa, veszel nekem egy új mobilt? – Sohn: Papa, kaufst du mir ein neues Handy? :Apa: Hogy hívják a varázsszót? – Vater: Wie heißt das Zauberwort? :Fiú: Mária. Így hívják a szeretődet, ugye? – Sohn: Maria. So heißt doch deine Geliebte, oder? :Apa: Rendben, a telefon megvan. Akarsz hozzá egy tabletet is? – Vater: Ok, das mit dem Handy geht klar. Möchtest du auch noch einen Tablet-PC dazu? :Version 2 :Csak egyszer élünk. – Man lebt nur einmal. :Fiú új telefont kér az apjától. – Der Sohn bittet seinen Vater um ein neues Handy. :Apa megkérdezi: mi a varázsszó. – Der Vater fragt nach dem Zauberwort. :Fiú azt mondja: Mária, ugye így hívják a szeretődet?” – Der Sohn sagt: Maria, so heißt doch deine Geliebte, oder?“ :Apa beleegyezik, sőt tabletet is felajánl [felajáll]. – Der Vater stimmt zu und bietet sogar noch ein Tablet an. :Version 3 :Csak egyszer élsz. – Du lebst nur einmal. :Apa és fia egy új mobiltelefonról beszélgetnek. – Vater und Sohn sprechen über ein neues Handy. :Az apa megkérdezi: „Miért vegyek neked új telefont?” – Der Vater fragt: „Warum soll ich dir ein neues Handy kaufen?“ :A fiú így válaszol: „Mert kimondom a varázsszót.” – Der Sohn antwortet: „Weil ich das Zauberwort sage.“ :Az apa kíváncsian kérdez: „És mi az a varázsszó?” – Der Vater fragt neugierig: „Und was ist dieses Zauberwort?“ :A válasz: „Mária – így hívják az új szeretődet, akiről anya még semmit sem tud.” – Die Antwort lautet: „Maria – so heißt doch deine neue Geliebte, von der Mama noch nichts weiß.“ :Az apa felsóhajt, és megadja magát. – Der Vater seufzt und gibt nach. :Végül nemcsak telefon, hanem tablet is lesz. – Am Ende gibt es nicht nur ein Handy, sondern auch ein Tablet. :------------------------ :Tegnap azt mondták nekem, hogy a fantáziavilágomban élek. – Gestern hat man mir gesagt, dass ich in meiner Phantasiewelt lebe. :Majdnem leestem a sárkányról, amin ültem. – Ich wäre fast von dem Drachen gefallen, auf dem ich saß. :------------------------ :Version 1 :Egy tehén ül a fán és eperlekvárt köt. – Eine Kuh sitzt auf dem Baum und strickt Erdbeermarmelade. :Arra jön egy rendőr és azt mondja: „Hé, itt tilos a horgászat!” – Ein Polizist kommt vorbei und sagt: „Hey, hier ist Angeln verboten!“ :A tehén így válaszol: „Mi? Már fél öt?” – Die Kuh antwortet: „Was? Schon halb fünf?“ :Version 2 :Egy tehén a fán ül, és eperdzsemet kötöget. – Eine Kuh sitzt auf einem Baum und strickt Erdbeermarmelade. :Egy rendőr meglátja és rászól: „Hé, itt nem szabad horgászni!” – Ein Polizist sieht das und sagt: „Hey, hier darf man nicht angeln!“ :A tehén meglepődve kérdez: „Hogy mi? Már fél öt van?” – Die Kuh fragt überrascht: „Wie bitte? Ist es schon halb fünf?“ :Version 3 :Egy tehén felmászott egy fára, és eperlekvárt köt. – Eine Kuh ist auf einen Baum geklettert und strickt Erdbeermarmelade. :Ekkor egy rendőr odamegy és mondja: „Hé, horgászni itt tilos!” – Da kommt ein Polizist vorbei und sagt: „Hey, Angeln ist hier verboten!“ :A tehén csak ennyit mond: „Mi van? Már fél öt?” – Die Kuh sagt nur: „Was denn? Schon halb fünf?“ :------------------------ :Version 1 :Két felhőkarcoló ül a pincében és bicikliket köt, az egyik megszólal: „Félek.” – Zwei Hochhäuser sitzen im Keller und stricken Fahrräder, sagt das eine: „Ich habe Angst.“ :A másik így válaszol: „Semmi baj, van mellé joghurtot.” – Sagt das andere: „Macht nix, ich habe einen Joghurt dabei.“ :És most a kérdés a történethez: – Und jetzt die Frage zu der Geschichte: :Hány palacsinta fér be egy kutyaházba? – Wie viele Pfannkuchen passen in eine Hundehütte? :Zöld. – Grün. :És miért? – Und warum? :Mert a telefonfülkének nincsenek szálkái. – Weil die Telefonzelle keine Gräten hat! :Version 2 :Két felhőkarcoló a pincében üldögél és kerékpárokat kötöget, az egyik mondja: „Félek.” – Zwei Hochhäuser sitzen im Keller und stricken Fahrräder, sagt das eine: „Ich habe Angst.“ :A másik megnyugtatja: „Nem probléma, van nálam joghurt.” – Der andere beruhigt ihn: „Kein Problem, ich habe Joghurt dabei.“ :Most pedig jön a kérdés: – Und jetzt kommt die Frage: :Hány palacsinta fér el egy kutyaházban? – Wie viele Pfannkuchen passen in eine Hundehütte? :Zöld. – Grün. :Miért is? – Und warum? :Mert a telefonfülkének nincsenek szálkái. – Weil die Telefonzelle keine Gräten hat. :------------------------ :Version 1 :A nő felhívja a férjét a munkahelyén: „Drágám, ma reggel véletlenül nyugtatót tettem az asztalra neked a hasmenés elleni tabletta helyett. Hogy vagy?” – Sie ruft ihn auf der Arbeit an: „Liebling, ich habe dir heute Morgen aus Versehen Beruhigungstabletten auf den Tisch gelegt, statt der Tabletten gegen Durchfall. Wie geht es dir?“ :A férfi válaszol: „Háromszor összeszartam magam, de teljesen nyugodt vagyok.” – Er: „Ich habe mir dreimal eingeschissen, aber ich bin ganz ruhig.“ :Version 2 :A feleség telefonál a munkahelyre: „Kicsim, tévedésből nyugtatót kaptál reggel, nem a hasmenés elleni gyógyszert. Minden rendben?” – Sie ruft ihn auf der Arbeit an: „Schatz, du hast heute Morgen aus Versehen Beruhigungstabletten bekommen und nicht die gegen Durchfall. Ist alles in Ordnung?“ :A válasz: „Már háromszor bepiszkítottam a nadrágomba, de nyugi van.” – Er: „Ich habe mir schon dreimal in die Hose gemacht, aber ich bin total entspannt.“ :Version 3 :Munka közben csörög a telefon: „Drágám, baj van… reggel nyugtatót hagytam ott neked a hasmenés elleni tabletta helyett. Hogy érzed magad?” – Während der Arbeit klingelt das Telefon: „Liebling, es gibt ein Problem… ich habe dir heute Morgen Beruhigungstabletten hingelegt statt der gegen Durchfall. Wie fühlst du dich?“ :Ő nyugodtan felel: „Háromszor bekakiltam, viszont teljesen nyugodt vagyok.” – Er antwortet ruhig: „Ich habe mir dreimal in die Hose gekackt, aber bin ich völlig ruhig.“ :------------------------ :Version 1 :A lánya este el akar menni a diszkóba. - Die Tochter will abends zur Disko gehen. :Apja: Hiszen ilyen rövid szoknyát viselsz, és nincs is rajtad bugyi! - Vater: Du hast ja so einen kurzen Rock an und gar keinen Slip drunter. :Lánya: De apa! Ha te koncertre mész, akkor sem tömködöd be a füled vattával! - Tochter: Aber Papa. Wenn du ins Konzert gehst, dann steckst du dir doch auch keine Watte ins Ohr. :Version 2 :A lánya este el akar menni a diszkóba. - Die Tochter will abends zur Disko gehen. :Apja: De hisz ez a szoknya alig takarja el a fenekedet, és nem is látok rajtad fehérneműt! - Vater: Aber dieser Rock bedeckt kaum deinen Hintern, und ich sehe auch keine Unterwäsche (an dir)! :Lánya: Apu, kérem! Ha te operába mész, akkor se teszel be füldugód a füledbe! - Tochter: Papa, bitte! Wenn du in die Oper gehst, stopfst du dir doch auch keine Ohrstöpsel in die Ohren! :------------------------ :Version 1 :A nő csak kora reggel ér haza. – Die Frau kommt erst am frühen Morgen nach Hause. :A férje ráripakodik: „Hol voltál? Egész éjjel vártam, és egy szemhunyást sem aludtam!” – Ihr Mann schreit sie an: „Wo warst du? Ich habe die ganze Nacht gewartet und kein Auge zugemacht!“ :Ő így válaszol: „Mit gondolsz? Talán én aludtam?” – Sie: „Was denkst du denn? Dass ich etwa geschlafen habe?“ :Version 2 :A feleség hajnalban érkezik haza. – Die Frau kommt erst in den frühen Morgenstunden nach Hause. :A férj dühösen kérdezi: „Hol voltál egész éjjel? Vártam rád, és nem tudtam aludni!” – Der Ehemann fragt wütend: „Wo warst du die ganze Nacht? Ich habe auf dich gewartet und konnte nicht schlafen!“ :Nyugodtan válaszolt: „És szerinted én aludtam?” – Sie antwortete ruhig: „Und (du glaubst) deiner Meinung nach, habe ich geschlafen?“ :Version 3 :Csak reggel jön meg az asszony. – Die Frau kommt erst am Morgen nach Hause. :A férj kifakad: „Hol csavarogtál? Egész éjjel fenn voltam miattad!” – Der Ehemann schreit: „Wo hast du dich herumgetrieben? Wegen dir war ich die ganze Nacht auf!“ :Ő visszaszól: „Azt hiszed, én közben aludtam?” – Sie erwiderte: „Meinst du, ich hätte in der Zeit geschlafen?“ :------------------------ :Version 1 :A férj csak kora reggel ér haza. – Der Ehemann kommt erst am frühen Morgen nach Hause. :A felesége jelenetet rendez, mert ilyen későn jött meg. – Seine Frau macht ihm eine Szene, weil er erst so spät kommt. :Az órát mutogatja, és idegesen hadonászik vele. – Sie zeigt ihm auf dem Wecker, wie spät es ist, und fuchtelt mit dem Wecker herum. :Ő így szól: „Nyugodj meg végre! Különben legközelebb már a naptárral hadonászhatsz.” – Er: „Beruhig dich mal wieder! Sonst kannst du das nächste Mal mit dem Kalender rumfuchteln.“ :Version 2 :A férj hajnalban érkezik haza. – Der Ehemann kommt erst in den frühen Morgenstunden nach Hause. :A feleség dühösen számonkéri, amiért ilyen későn jött. – Seine Frau macht ihm Vorwürfe, weil er so spät kommt. :Az orra alá tartja az ébresztőórát (= a vekkert), és hevesen hadonászik vele. – Sie hält ihm den Wecker unter die Nase und fuchtelt damit herum. :A férj nyugodtan válaszol: „Csillapodj le, különben legközelebb már a naptárt lobogtathatod.” – Der Ehemann antwortete ruhigt: „Beruhige dich, sonst kannst du das nächste Mal schon den Kalender schwenken.“ :Version 3 :Csak kora reggel jut haza a férj. – Der Ehemann kommt erst am frühen Morgen nach Hause. :A felesége kiabál vele a késői érkezés miatt. – Seine Frau schimpft mit ihm wegen seiner späten Heimkehr. :Az órát mutatja, és idegesen lengeti. – Sie zeigt auf die Uhr und wedelt nervös damit herum. :A férj így felel: „Nyugi! Ha így folytatod, legközelebb már a naptárt kell elővenned.” – Der Ehemann antwortet: „Beruhige dich! Wenn du so weitermachst, musst du das nächste Mal schon den Kalender herausholen.“ :------------------------ :Version 1 :Egy nő bemegy egy szőnyegboltba, és azt mondja az eladónak: „Padlószőnyeget keresek a gyerekszobába, de valami különösen strapabírót.” – Eine Frau geht in ein Teppichgeschäft und sagt zum Verkäufer: „Ich suche Auslegeware für das Kinderzimmer. Aber es muss etwas besonders Strapazierfähiges sein.“ :Az eladó megkérdezi: „Hány gyereke van?” – Verkäufer: „Wie viel Kinder haben Sie denn?“ :„Hét.” – „Sieben.“ :Az eladó így válaszol: „Akkor inkább aszfaltoztasson a gyerekszobában.” – Verkäufer: „Dann asphaltieren Sie lieber im Kinderzimmer.“ :Version 2 :Egy vásárló belép a szőnyegboltba. – Eine Frau geht in ein Teppichgeschäft. :„A gyerekszobába keresek padlószőnyeget, de tartósnak kell a lennie.” – „Ich suche Auslegeware für das Kinderzimmer, aber sie muss extrem haltbar sein.“ :Az eladó érdeklődik: „Hány gyerek használja majd?” – Verkäufer: „Wie viel Kinder werden das benutzen?“ :„Hét gyerek.” – „Sieben.“ :„Akkor a szőnyeg helyett jobb lenne az aszfalt.” – „Dann wäre anstelle des Teppichs Asphalt besser.“ :Version 3 :Egy nő szőnyeget akar venni a gyerekszobába. – Eine Frau möchte einen Teppich für das Kinderzimmer kaufen. :Hangsúlyozza: „Nagyon strapabírónak kell lennie.” – Sie betont: „Er muss besonders strapazierfähig sein.“ :Az eladó rákérdez: „Hány gyereke van?” – Der Verkäufer fragt nach: „Wie viele Kinder haben Sie?“ :„Hét.” – „Sieben.“ :Az eladó mosolyogva felel: „Ebben az esetben inkább aszfaltot ajánlok.” – Der Verkäufer antwortet lächelnd: „In diesem Fall empfehle ich eher Asphalt.“ :------------------------ :Version 1 :Egy férfi a patikában kérdezi: „Van Viagrájuk nőknek is?” – Ein Mann in der Apotheke: „Haben Sie auch Viagra für Frauen?“ :A gyógyszerész válaszol: „Az utca túloldalán, az ékszerésznél.” – Apotheker: „Über die Straße, beim Juwelier.“ :Version 2 :Egy férfi bemegy a gyógyszertárba. – Ein Mann geht in eine Apotheke. :„Létezik Viagra nők számára?” – „Gibt es Viagra auch für Frauen?“ :„Igen, ott szemben, az ékszerboltban.” – „Ja, gegenüber, beim Juwelier.“ :Version 3 :A patikában egy férfi érdeklődik: „Kapható itt női Viagra?” – Ein Mann fragt in der Apotheke: „Kann man hier Viagra für Frauen bekommen?“ :A válasz rövid: „Az ékszerésznél.” – Die Antwort ist kurz: „Beim Juwelier.“ :------------------------ :Version 1 :„Papa, mi az az igazi férfi?” – „Papa, was ist ein richtiger Mann?“ :„Egy férfi az, aki szereti, megvédi, és gondoskodik a családjáról.” – „Ein Mann ist ein Mensch, der liebt, beschützt und sich um seine Familie kümmert.“ :„Aha, akkor én is igazi férfi akarok lenni, mint anya.” – „Aha, dann möchte ich auch ein richtiger Mann werden, wie Mama.“ :Version 2 :„Apa, mitől igazi egy férfi?” – „Papa, was macht einen richtigen Mann aus?“ :„Attól, hogy szeretettel és felelősséggel él a családjáért.” – „Dadurch, dass er liebt und Verantwortung für seine Familie übernimmt.“ („Indem er liebevoll und verantwortungsbewusst für seine Familie sorgt.“) :„Értem. Akkor anya is igazi férfi.” – „Verstehe. Dann ist Mama auch ein richtiger Mann.“ :Version 3 :„Papa, ki számít igazi férfinak?” – „Papa, wer gilt als richtiger Mann?“ :„Az, aki szereti, védelmezi és törődik a szeretteivel.” – „Jemand, der liebt, beschützt und sich kümmert.“ („Az, aki szereti a szeretteit, védelmezi a szeretteit és törődik a szeretteivel.”) („Az, aki törődik a szeretteivel, szereti őket és védelmezi őket.”) :„Szuper! Akkor olyan akarok lenni, mint anya.” – „Super! Dann will ich so sein wie Mama.“ :------------------------ :Version 1 :„Doktor úr, egy éve elváltam, és azóta tizenöt kilót híztam.” – „Herr Doktor, ich habe mich vor einem Jahr scheiden lassen und seitdem 15 kg zugenommen.“ :„Nos, talán ideje lenne lassan befejezni az ünneplést.” – „Nun, vielleicht wäre es Zeit langsam mit dem Feiern?“ :Version 2 :„Doktor úr, egy évvel ezelőtt elváltam, és azóta felszedtem tizenöt kilót.” – „Herr Doktor, ich habe mich vor einem Jahr scheiden lassen und seitdem 15 kg zugenommen.“ :„Hát, lehet, hogy most már elég volt a bulizásból.” – „Nun, vielleicht war es jetzt genug mit dem Party machen?“ :Version 3 :„Doktor úr, tavaly elváltam, és azóta tizenöt kilóval lettem nehezebb.” – „Herr Doktor, ich habe mich voriges Jahr scheiden lassen und seitdem wurde ich 15 kg schwerer.“ :„Akkor talán lassan abba lehetne hagyni az ünneplést.” – „Nun, vielleicht könnten Sie langsam das Feiern sein lassen?“ :------------------------ :A nő éjszaka ezt mondja a férjének: „Drágám, nem tudok aludni.” – Die Frau sagt nachts zu ihrem Mann: Mein Teurer, ich kann nicht schlafen.“ :Ő válaszol: „Ez normális. A gonosz sosem alszik.” – Er: „Das ist normal. Das Böse schläft nie.“ :Version 2 :A nő éjjel panaszkodik: „Kincsem, nem jön álom a szememre.” – Die Frau beschwert sich nachts: „Schatz, ich kann nicht schlafen.“ (wörtlich: es kommt kein Traum zu meinen Augen) (Ein bekanntes ungarisches Lied: Nem jön álom a szememre) :A válasz hideg: „Semmi gond. A gonosz ébren van.” – Die kalte Antwort: „Keine Sorge. Das Böse ist wach.“ :Version 3 :A nő az éjszaka közepén megszólal: „Édesem, nem bírok elaludni.” – Die Frau sagt mitten in der Nacht: „Mein Süßer, ich kann nicht einschlafen.“ :Ő csak ennyit mond: „Természetes. A gonosz soha nem (= soha sem) alszik.” – Er sagt nur so viel: „Natürlich. Das Böse schläft nie.“ :------------------------ :Version 1 :„Alkoholizmusban szenvednek a barátai?” – „Leiden ihre Freunde unter Alkoholismus?“ :„Nem, egyáltalán nem szenvednek tőle.” – „Nein, sie leiden nicht darunter.“ :Version 2 :„Szenvednek a barátai az alkoholtól?” – „Leiden ihre Freunde unter Alkoholismus?“ :„Nem, ők nem szenvednek miatta.” – „Nein, sie leiden deswegen nicht.“ :------------------------ :Version 1 :A nagyi megkérdezi kislány unokáját, mit kívánna a születésnapjára. - Die Oma fragt ihre kleine Enkelin, was sie sich zu ihrem Geburtstag wünschen würde. :A hatéves lány az antibébi-tablettát kéri. - Die 6-jährige wünscht sich die Pille. :Megdöbbenve kérdezi a nagyi: „Miért?” - Erschrocken fragt die Oma: „Warum?“. :A kislány így magyarázza: „De nagyi, már van tizennégy baba, hova tegyem el a tizenötödiket?” - Das Mädchen erklärt ihr: „Aber Oma, ich habe schon 14 Puppen, wohin soll ich denn die 15. Puppe tun?“ :Version 2 :A nagyi kíváncsian kérdezi a kis unokáját: „Mit szeretnél kapni szülinapra?” - Die Oma fragt neugierig ihre kleine Enkelin: „Was möchtest du zum Geburtstag bekommen?” :A hatéves kislány komolyan válaszol: „A fogamzásgátlót.” - Die 6-jährige antwortet ernst: „Ein Kontrazeptivum.” :A nagyi elsápadva kérdezi: „Miért, édesem?!” - Die Oma fragt erbleichend: „Warum denn, mein Schatz?!” :A gyerek megnyugtatóan mosolyog: „Hát, nagyi, már tizennégy baba van nekem… hova raknám még el a tizenötödiket?” - Das Mädchen lächelt beruhigend: „Aber Oma, ich habe schon 14 Puppen, wo soll ich denn die 15. Puppe noch hinstecken?“ :------------------------ :Version 1 :Szexuális nevelés óra: - Sexualkundeunterricht: :Tanárnő: Kedves gyerekek, most kezdjük el ezt az érdekes tantárgyat. - Lehrerin: Liebe Kinder, wir beginnen jetzt mit einem interessanten Unterrichtsfach. :Nemsokára a fiúk érdeklődni fognak a lányok iránt, és a lányok is a fiúk iránt. - Sehr bald werden sich die Jungen in unserer Klasse für die Mädchen interessieren und die Mädchen für die Jungen. :Kis Feri: Azok, akik már basztak (= szexeltek), kimehetnek focizni? - Klein Fritzchen: Dürfen die, die schon gefickt haben (= Sex hatten), raus gehen Fußball spielen? :Version 2 :Szexuális felvilágosító óra: - Sexual-Aufklärungs-Unterricht: :Tanárnő: Szép napot, kicsik! Most egy izgalmas témába kezdünk bele. - Lehrerin: Guten Tag, liebe Kinder! Wir beginnen jetzt mit einem spannendem Thema. :Hamarosan a fiúk megkedvelik a lányokat, a lányok pedig a fiúkat. - Sehr bald werden die Jungen die Mädchen mögen und die Mädchen die Jungen. :Ferike : És azok, akik már „megcsinálták”, kimehetnek és focizhatnak? - Klein Fritzchen: Dürfen die, die es schon „gemacht haben”, raus gehen und Fußball spielen? :------------------------ :Version 1 :Két kis testvér, egy lány és egy fiú hóembert épít. – Zwei kleine Geschwister, ein Mädchen und ein Junge, bauen einen Schneemann. :A fiú megszólal: „Gyorsan beszaladok a konyhába, hozok még egy répát.” – Da sagt der Junge: „Ich renne schnell in die Küche und hole noch eine Möhre.“ :A lány utána kiált: „Hozz inkább kettőt! Akkor orrot is tudunk neki csinálni.” – Das Mädchen ruft ihm hinterher: „Bring lieber zwei Möhren mit. Dann können wir ihm auch noch eine Nase machen.“ :Version 2 :Egy fiú és a húga hóembert csinálnak. – Ein Junge und seine jüngere Schwester machen einen Schneemann. :A fiú mondja: „Szaladok a konyhába még egy répáért.” – Der Junge sagt: „Ich laufe in die Küche wegen (noch) einer Möhre.“ :A lány nevetve szól: „Legyen inkább kettő, hogy az orra se hiányozzon.” – Das Mädchen ruft lachend: „Lieber zwei, dann fehlt ihm auch die Nase nicht.“ :Version 3 :Két gyerek, testvérek, hóembert készít. – Zwei Kinder, Geschwister, bauen einen Schneemann. :A fiú elindul: „Hozok még egy répát a konyhából.” – Der Junge geht los: „Ich hole noch eine Möhre aus der Küche.“ :A lány utána szól: „Kettőt hozz, akkor az orr is meglesz!” – Das Mädchen ruft ihm hinterher: „Bring zwei mit, dann haben wir auch eine Nase!“ :------------------------ :Version 1 :Férj: „Ma már elhoztam a lányunkat az óvodából.” – Ehemann: „Ich habe heute schon unsere Tochter aus dem Kindergarten abgeholt.“ :Feleség: „Akkor még ki kell találnunk egy nevet, mert a lányunk már iskolába jár.” – Ehefrau: „Dann müssen wir uns noch einen Namen ausdenken, denn unsere Tochter geht schon in die Schule.“ :Version 2 :A férj büszkén mondja: „Ma ÉN hoztam el a lányunkat az óvodából.” – Der Mann sagt stolz: „ICH habe heute unsere Tochter aus dem Kindergarten abgeholt.“ :A feleség válaszol: „Akkor gyorsan találjunk neki nevet, mert már iskolás.” – Sie: „Dann müssen wir uns noch einen Namen für sie finden, denn unsere Tochter ist schon Schülerin.“ :------------------------ :Version 1 :„Mama, ha nagy leszek, lesz majd egy férjem?” – „Mama, wenn ich groß bin, werde ich dann einen Mann haben?“ :„Természetesen, ha jó kislány leszel.” – „Natürlich, wenn du ein gutes Mädchen bist.“ :„És ha nem leszek jó kislány?” – „Und wenn ich kein gutes Mädchen bin?“ :„Akkor sok férjed lesz.” – „Dann wirst du viele Männer haben.“ :Version 2 :„Anya, felnőttként lesz majd férjem?” – „Mama, wenn ich groß bin, werde ich dann einen Mann haben?“ :„Igen, ha rendes kislányként nősz fel.” – „Ja, wenn du wie ein ordentliches Mädchen aufwächst.“ :„És ha nem?” – „Und wenn nicht?“ :„Akkor bizony sok férfi lesz körülötted.” – „Dann wirst du sicher von vielen Männern umgeben sein.“ :Version 3 :„Mama, nagy koromban férjhez megyek?” – „Mama, werde ich heiraten, wenn ich groß bin?“ :„Ha jó kislány leszel, igen.” – „Wenn du ein gutes Mädchen bist, ja.“ :„És ha nem leszek jó?” – „Und wenn ich nicht brav bin?“ :„Akkor több férfi is jut.” – „Dann kommen mehr Männer dran.“ :------------------------ :Version 1 :Visszatért az üzleti útról, kulccsal kinyitotta az ajtót, és bement a lakásba. – Er kam von der Dienstreise zurück, schloss die Tür mit dem Schlüssel auf und ging in die Wohnung. :A hálószobából nyögést és kiabálást hallott az ágy felől. – Aus dem Schlafzimmer hörte er Stöhnen und Schreie im Bett. :„Ez a ribanc” – morogta, majd kiment a lakásból, bezárta az ajtót, és hazament a feleségéhez. – „Diese Schlampe“, murmelte er, ging aus der Wohnung, schloss die Tür und ging nach Hause zu seiner Frau. :Version 2 :Hazajött a kiküldetésről, kinyitotta az ajtót, és belépett a lakásba. – Er kam von der Dienstreise zurück, schloss die Tür auf und ging hinein. :A hálóból nyögések és sikolyok hallatszottak [hallaccottak]. – Aus dem Schlafzimmer waren Stöhnen und Schreie zu hören. :„Micsoda kurva” – dünnyögte, majd kiment, bezárta az ajtót, és a feleségéhez ment haza. – „Diese Schlampe“, murmelte er, verließ die Wohnung, schloss die Tür und ging nach Hause zu seiner Frau. :Version 3 :Az üzleti út után kulccsal bejutott a lakásba. – Nach seiner Geschäftsreise gelangte er mit seinem Schlüssel in die Wohnung. :A hálószobából ágy felől nyögések és kiáltások szűrődtek ki. – Aus dem Schlafzimmer drangen gedämpft Stöhnen und Schreie aus dem Bett. :„Ez felháborító” – mormolta, majd távozott, bezárta az ajtót, és visszament a feleségéhez. – „Das ist empörend“, murmelte er, ging hinaus, schloss die Tür hinter sich und kehrte zu seiner Frau zurück. :------------------------ :Version 1 :„Papa, miért vetted el anyát?” – „Papa, warum hast du Mutti geheiratet?“ :Az anya megszólal: „Látod, még a gyerek is ezen gondolkodik.” – Die Mutter sagt: „Siehst du, selbst das Kind denkt sich das schon.“ :Version 2 :„Apa, miért házasodtál össze anyuval?” – „Papa, warum hast du Mama geheiratet?“ :Az anya beszól: „Na látod, már a gyereknek is feltűnt.” – Die Mutter ruft dazwischen: „Na siehst du, sogar dem Kind ist es schon aufgefallen.“ :Version 3 :„Papa, mi volt az oka, hogy elvetted anyát?” – „Papa, warum hast du Mutti geheiratet?“ :Az anya mosolyogva megjegyzi: „Látod, még a gyerek is felteszi ezt a kérdést.” – Die Mutter bemerkt lächelnd: „Siehst du, selbst das Kind stellt sich diese Frage.“ :------------------------ :Version 1 :Nem tudtam elaludni. – Ich konnte nicht einschlafen. :Ezért bárányokat számoltam, hogy elaludjak. – Also habe ich Schäfchen gezählt, um einzuschlafen. (elaludjak: Imperativ weil célhatározó) :Nagyon sokáig számoltam – egészen addig, amíg az utolsó bárány azt nem mondta: „Jó reggelt!” – Ich habe ganz lange gezählt – bis mir das letzte Schaf dann „Guten Morgen!“ gesagt hat. :Version 2 :Nem jött álom a szememre. – Ich konnte nicht einschlafen. :Tehát elkezdtem bárányokat számolni. – Also habe ich angefangen Schäfchen zu zählen. :Olyan sokáig ment, hogy a végén az utolsó bárány már „Jó reggelt!” kívánt. – Es ging so lange, dass am Ende das letzte Schaf schon „Guten Morgen!“ wünschte. :Version 3 :Nem tudtam elaludni. – Ich konnte nicht einschlafen. :Bárányszámolással próbálkoztam. – Ich habe es mit Schäfchenzählen probiert. :Addig jutottam a számolással, hogy az utolsó bárány már reggel köszöntött. – Ich kam so weit mit dem Zählen, dass mich das letzte Schaf schon am Morgen begrüßte. :------------------------ :Version 1 :Mi a közös egy könyvelőben és egy melltartóban? – Was haben ein Buchhalter und ein Büstenhalter gemeinsam? :El tudnak rejteni dolgokat, amelyeket inkább nem mutatnák meg. – Sie können Dinge verstecken, die man lieber nicht zeigt. :És olyasmit is el tudnak hitetni, ami valójában nem is létezik. – Und sie können etwas vorspiegeln, was es eigentlich gar nicht gibt. :Version 2 :Mi a közös a könyvelőben meg a melltartóban? – Was ist gemeinsam am Buchhalter und am Büstenhalter? :Mindkettő képes eltakarni azt, amit jobb nem látni. – Beide sind fähig zu verdecken, was man besser nicht sehen sollte. :És mindkettő tud olyat mutatni, ami igazából nincs is. – Und beide können etwas zeigen, das es in Wahrheit gar nicht gibt. :Version 3 :Miben hasonlít egymásra egy könyvelő és egy melltartó? – Worin ähneln sich ein Buchhalter und ein Büstenhalter? :Elrejtik azt, amit nem szívesen tárunk fel. – Sie verbergen das, was man nicht gern offenlegt. :És képesek látszatot kelteni olyasmiről, ami a valóságban nem létezik. – Und sie sind fähig, einen Schein von etwas zu erzeugen, das in Wirklichkeit nicht existiert. :------------------------ :Version 1 :Egy tehén ül egy fán, és eperlekvárt köt. – Eine Kuh sitzt auf einem Baum und strickt Erdbeermarmelade. :Arra jön egy rendőr, és azt mondja: „Hé, itt tilos horgászni!” – Da kommt ein Polizist vorbei und sagt: „Hey, hier ist Angeln verboten!“ :A tehén: „Mi van? Már fél öt?” – Die Kuh: „Was? Schon halb fünf?“ :Version 2 :Egy tehén a fán ül, és eperdzsemet kötöget. – Eine Kuh sitzt auf dem Baum und strickt Erdbeermarmelade. :Elmegy mellette egy rendőr, és rászól: „Hé, itt nem szabad horgászni!” – Ein Polizist geht vorbei und ruft: „Hey, hier darf man nicht angeln!“ :A tehén így válaszol: „Hogy mi? Már fél öt van?” – Die Kuh antwortet: „Wie bitte? Es ist schon halb fünf?“ :Version 3 :Egy tehén egy fa tetején ül, és eperlekvárt készít kötőtűvel. – Eine Kuh sitzt oben auf einem Baum und strickt Erdbeermarmelade. :Ekkor megjelenik egy rendőr, és azt mondja: „Hé, itt horgászni tilos!” – Dann erscheint ein Polizist und sagt: „Hey, hier ist Angeln verboten!“ :A tehén azt mondja: „Tessék? Már fél öt?” – Die Kuh sagt: „Was denn? Schon halb fünf?“ :------------------------ :Két felhőkarcoló ül a pincében, és bicikliket köt, az egyik azt mondja: „Félek.” – Zwei Hochhäuser sitzen im Keller und stricken Fahrräder, sagt das eine: „Ich habe Angst.“ :A másik ezt mondja: „Semmi gond, van nálam egy joghurt.” – Sagt das andere: „Macht nichts, ich habe einen Joghurt dabei.“ :És most a kérdés a történethez: – Und jetzt die Frage zu der Geschichte: :Hány palacsinta fér el egy kutyaházban? – Wie viele Pfannkuchen passen in eine Hundehütte? :Zöld. – Grün. :És miért? – Und warum? :Mert a telefonfülkének nincsenek szálkái. – Weil die Telefonzelle keine Gräten hat! :------------------------ :Version 1 :Két nulla megy a sivatagban. – Zwei Nullen gehen durch die Wüste. :Találkoznak egy nyolcassal. – Sie kommen an einer Acht vorbei. :Az egyik nulla ezt mondja a másiknak: „Ez őrület, ekkora melegben még övet is hordani.” – Sagt die eine Null zur anderen: „Das ist ja verrückt, bei so einer Hitze auch noch einen Gürtel zu tragen.“ :Version 2 :Két nulla sétál a sivatagon keresztül. – Zwei Nullen spazieren durch die Wüste. :Elmennek egy nyolcas mellett. – Sie gehen an einer Acht vorbei. :Az egyik nulla így szól a másikhoz: „Teljesen bolond, ilyen hőségben még övvel is járni.” – Die eine Null sagt zur anderen: „Völlig verrückt, bei dieser Hitze auch noch mit Gürtel herumzulaufen.“ :Version 3 :Két nulla vándorol a sivatagban. – Zwei Nullen wandern durch die Wüste. :Egyszer csak meglátnak egy nyolcast. – Plötzlich sehen sie eine Acht. :Az egyik nulla megjegyzi a másiknak: „Hihetetlen, hogy ebben a melegben még övet is felvesz.” – Die eine Null bemerkt zur anderen: „Unglaublich, dass man bei dieser Hitze auch noch einen Gürtel anlegt.“ :Version 4 :Két nulla a sivatagon keresztül megy és látnak egy nyolcast. - Zwei Nullen laufen durch die Wüste und sehen eine Acht. :Egyik nulla a másiknak mondja: „Ez olyan bolond, ebben a hőségben még egy övet is visel.“ - Sagt die eine Null zur anderen: „Das ist doch verrückt bei dieser Hitze auch noch einen Gürtel zu tragen.“ :------------------------ :Version 1 :„Nagyon jól nézel ki. Új frizurád van?” – „Du siehst aber gut aus. Hast du eine neue Frisur?“ :„Nem, új férjem van.” – „Nein, einen neuen Mann.“ :Version 2 :„De jól nézel ki! Új a hajad?” – „Du siehst ja richtig gut aus. Hast du eine neue Frisur?“ :„Nem, új férfi van az életemben.” – „Nein, ich habe einen neuen Mann in meinem Leben.“ :Version 3 :„Remekül nézel ki. Friss frizura?” – „Du siehst toll aus. Eine neue Frisur?“ :„Nem, új párom van.” – „Nein, einen neuen Partner.“ :------------------------ :Version 1 :Ő felesége mondja neki: „Látod, milyen férj vagy. A nagy húsdarabot elvetted, és nekem a kicsit hagytad.” – Sie zu ihm: „Siehst du, was du für ein Ehemann bist. Du hast dir das große Stück Fleisch genommen und mir das kleine gelassen.“ :Férj: „Te hogyan csináltad volna?” – Er: „Wie hättest du es denn gemacht?“ :Feleség: „Én persze a kis darabot vettem volna el.” – Sie: „Ich hätte mir natürlich das kleine Stück genommen.“ :Férj: „Na ugye, akkor mi a gond? Hiszen azt kaptad.” – Er: „Na also, was hast du dann? Das hast du doch bekommen.“ :Version 2 :A nő: „Látod, micsoda férj vagy. Te elvitted a nagy hússzeletet, nekem maradt a kicsi.” – Die Frau: „Siehst du, was du für ein Ehemann bist. Du hast dir das große Flieschstück genommen und mir das kleine gelassen.“ :A férfi: „És te mit tettél volna?” – Der Mann: „Wie hättest du es denn gemacht?“ :A nő: „Természetesen a kisebbet választottam volna.” – Die Frau: „Ich hätte natürlich das kleine Stück gewählt.“ :A férfi: „Hát akkor mi a baj? Pont azt kaptad.” – Der Mann: „Na also, was ist dann das Problem? Genau das hast du doch bekommen.“ :Version 3 :Feleség: „Ez aztán a férj! A nagy hús a tied lett, nekem jutott a kicsi.” – Sie: „Das ist ja ein Ehemann. Was für ein Ehemann du bist. Das große :Fleischstück ist deins geworden, mir ist das kleine zugefallen.“ :(Ezt nevezem én férjnek! - Das nenne ich einen Ehemann!) :Férj: „Te hogyan oldottad volna meg?” – Er: „Wie hättest du das gelöst?“ :Feleség: „Nyilván a kis darabot vettem volna el.” – Sie: „Offensichtlich hätte ich das kleine Stück genommen.“ :Férj: „Látod? Akkor megkaptad, amit akartál.” – Er: „Na also, dann hast du doch bekommen, was du wolltest.“ :------------------------ :Version 1 :Az ördög megjelenik a templomban, és mindenki kifut, kivéve egy öregembert. – Der Teufel taucht in der Kirche auf, und alle rennen hinaus – außer einem alten Mann. :Az ördög megkérdezi: „Miért nem futsz el? Nem félsz tőlem?” – Der Teufel fragt: „Warum rennst du nicht weg? Hast du keine Angst vor mir?“ :Az öreg azt válaszolja: „Nem. Már feleségül vettem a nővéredet.” – Der Alte antwortet: „Nein. Ich habe schon deine Schwester geheiratet.“ :Version 2 :Egy nap az ördög feltűnik a templomban, mire mindenki pánikszerűen kimenekül, csak egy öregember marad ott. – Der Teufel erscheint eines Tages in der Kirche, in der alle panisch nach draußen fliehen, nur ein alter Mann bleibt dort. :Az ördög rácsodálkozik: „Miért nem menekülsz el? Nem félsz tőlem?” – Der Teufel staunt: „Warum fliehst du nicht? Hast du keine Angst vor mir?“ :Az öreg nyugodtan felel: „Nem. A nővéred már a feleségem.” – Der Alte antwortet ruhig: „Nein. Deine Schwester ist bereits meine Frau.“ :Version 3 :Hirtelen megjelenik az ördög a templomban, és a hívek mind elviharzanak, kivéve egy aggastyánt. – Plötzlich erscheint der Teufel in der Kirche auf, und die Gläubigen stürmen alle hinaus – außer einem Greis. :(Hirtelen felbukkan az ördög a templomban. - Plötzlich taucht der Teufel in der Kirche.) :Az ördög megkérdi (= megkérdezi) tőle: „Miért nem futsz el? Nem érzel félelmet?” – Der Teufel fragt ihn: „Warum läufst du nicht weg? Hast du keine Angst?“ :Az öreg elmosolyodik, és ezt mondja: „Nem. Évek óta a nővéred férje vagyok.” – Der Alte lächelt und sagt: „Nein. Ich bin seit Jahren der Mann deiner Schwester.“ :------------------------ :Version 1 :És az Úr szólt: Hallgass a férjedre! Majd halkan hozzátette: De csináld úgy, ahogy akarod! – Und der Herr sprach: Höre auf deinen Mann! Und er fügt flüsternd hinzu: Aber mach es so, wie du willst! :Version 2 :Az Úr így szólt: Hallgass a férjed szavára! Aztán suttogva még ezt mondta: De tedd úgy, ahogy neked jólesik. – Und der Herr sagte: Höre auf die Worte deines Mannes! Dann sagte er noch flüsternd dazu: Aber mach es so, dass es gut für dich ist. :Version 3 :Az Úr megszólalt: Figyelj a férjedre! Majd félhangosan hozzátette: De végül is csináld a saját fejed szerint. – Der Herr sprach: Höre auf deinen Mann! Und halbleise fügte er hinzu: Aber mach es letztlich nach deinem eigenen Kopf. :------------------------ :Version 1 :Reggel a csúcsforgalomban a buszon. Egy férfi felszáll egy hatalmas bundában. – Morgens im Berufsverkehr im Bus. Ein Mann mit einem ganz dicken Pelzmantel steigt ein. :A kalauz azt mondja neki: „Vegye le a bundát, akkor még egy ember odaállhat!” – Der Schaffner sagt zu ihm: „Ziehen Sie den Mantel aus, dann kann dort noch eine weitere Person stehen!“ :A férfi válaszol: „A nadrágot is levehetem, akkor lesz mibe kapaszkodnia.” – Der Mann antwortet: „Ich kann auch noch die Hose ausziehen, dann hat er auch was zum Festhalten.“ :Version 2 :Reggel, tömött busz a munkába menet. Egy férfi vastag prémkabátban felszáll. – Morgens, ein gedrängelt voller Bus auf der Fahrt zur Arbeit. Ein Mann steigt mit einem dicken Pelzmantel ein. :A kalauz rászól: „Vegye le a kabátját, így még elfér egy ember!” – Der Schaffner sagt zu ihm: „Ziehen Sie ihren Mantel aus, so passt noch eine Person rein!“ :A férfi ezt mondja: „A nadrágomat is levehetem, akkor lesz egy fogantyú is.” – Der Mann sagt: „Ich kann auch die Hose ausziehen, dann gibt es auch einen Haltegriff.“ :Version 3 :Kora reggel a zsúfolt buszon. Egy férfi óriási bundában száll fel. – Früh morgens im proppenvollen Bus. Ein Mann steigt in einem riesigen Pelzmantel ein. :A kalauz parancsolja: „Le a kabáttal, akkor még egy utas befér!” – Der Schaffner befiehlt: „Runter mit dem Mantel, dann passt noch ein Fahrgast rein!“ :A férfi: „Levehetem a nadrágot is, akkor mindenkinek lesz kapaszkodója.” – Der Mann: „Ich kann auch die Hose ausziehen, dann gibt es für alle einen Haltegriff.“ :------------------------ :Version 1 :„Fiam, hétfőtől mindannyian új életet kezdünk. Én lefogyok, apa leszokik a dohányzásról. És te?” – „Mein Sohn, wir alle fangen ab Montag ein neues Leben an. Ich werde abnehmen, Papa wird sich das Rauchen abgewöhnen. Und du?“ :„Én abbahagyhatnám az iskolát.” – „Ich könnte mit der Schule aufhören.“ :Version 2 :„Fiam, hétfőtől új életet élünk. Én fogyókúrázom, apa nem dohányzik többé. Te mit vállalsz?” – „Mein Sohn, ab Montag leben wir ein neues Leben. Ich mache eine Schlankheitskur, Papa raucht nicht mehr. Und du?“ :„Akkor én befejezhetném az iskolát.” – „Dann könnte ich mit der Schule aufhören.“ :Version 3 :„Kisfiam, hétfőtől változtatunk: én lefogyok, apa leszokik a cigiről. És te?” – „Mein Sohn, ab Montag ändern wir alles: Ich nehme ab, Papa gewöhnt sich die Zigaretten ab. Und du?“ :„Én meg kiszállnék az iskolából.” – „Ich würde aus der Schule aussteigen.“ :------------------------ :Version 1 :Kína nagyon lenyűgözött az olimpián. Minden versenyre ugyanazt küldték. – China hat mich bei der Olympiade sehr beeindruckt. Sie haben zu jedem Wettkampf denselben geschickt. :Version 2 :Kína az olimpián nagy hatást gyakorolt volt rám. Minden versenyszámra ugyanaz az ember ment. – China hat mich bei den Olympischen Spielen sehr beeindruckt. Zu jedem Wettbewerb ging derselbe. :Version 3 :Az olimpia alatt Kína nagyon meggyőző volt. Minden számban ugyanazt indították. – Während der Olympiade war China sehr überzeugend. In jedem Wettkampf haben sie denselben starten lassen. :------------------------ :Version 1 :Miért van Indiában olyan kevés válás? – Warum gibt es in Indien so wenige Scheidungen? :Mert az esküvőre a férfiak pisztolyt kapnak ajándékba, a nőknek pedig piros pontot festenek a homlokukra. – Weil die Männer zur Hochzeit eine Pistole geschenkt bekommen und der Frau einen roten Punkt auf ihre Stirn gemalt wird. :Version 2 :Miért ritka a válás Indiában? – Warum sind Scheidungen in Indien selten? :Azért, mert az esküvőn a férj pisztolyt kap, a feleségnek meg (= és a feleségnek ) piros pöttyöt rajzolnak a homlokára. – Weil der Mann zur Hochzeit eine Pistole bekommt und der Frau ein roter Punkt auf die Stirn gezeichnet wird. :Version 3 :Mi az oka annak, hogy Indiában kevés a válás? – Was ist der Grund dafür, dass es in Indien wenige Scheidungen gibt? :Mert a házasságkötéskor a férfinak fegyvert adnak, a nőnek pedig piros pont kerül a homlokára. – Weil man bei der Hochzeit dem Mann eine Waffe gibt und der Frau ein roter Punkt auf die Stirn kommt. :------------------------ :Version 1 :Egy nyolcvanéves férfi panaszkodik az orvosnál: szex után ilyen zajokat hallok a fülemben. Mi ez? – Ein 80-jähriger klagt beim Arzt: Nach dem Sex höre ich solche Geräusche im Ohr. Was ist das? :Az a taps. – Das ist der Beifall. :Version 2 :Egy nyolcvanéves az orvoshoz fordul: együttlét után furcsa hangokat hallok a fülemben. Mi lehet ez? – Ein Achtzigjähriger geht zum Arzt: Nach dem Sex höre ich seltsame Geräusche im Ohr. Was kann das sein? :Az bizony taps. – Das ist eben der Applaus. :Version 3 :Egy nyolcvanéves férfi azt mondja az orvosnak: szex után zaj van a fülemben. Mi az? – Ein 80-jähriger Mann sagt zum Arzt: Nach dem Sex ist Lärm in meinem Ohr. Was ist das? :Tapsolnak. – Da wird applaudiert. :------------------------ :Egy hetven éves milliomos házasodott egy huszonkét évessel. - Ein 70-jähriger Millionär hat eine 22-jährige geheiratet. :Egy ismerős kérdezi őt, hogy kaptad őt meg? - Ein Bekannter fragt ihn, wie der sie bekommen hat. :„Hazudtam egy kicsit az életkoromról és azután kész volt házasodni velem.“ - „Ich habe bei meinem Alter etwas gelogen und dann war sie bereit mich zu heiraten.“ :„Mennyít mondtál, hogy negyvenöt vagy?“ - „Wie? Du hast gesagt, dass du 45 bist?“ :„Nem, én azt mondtam hogy kilencvenöt vagyok.“ - „Nein, ich habe gesagt, dass ich 95 bin.“ :------------------------ :Version 1 :Hamupipőke: A cipő jó rám. Mikor házasodunk össze? – Aschenputtel: Der Schuh passt mir. Wann heiraten wir? :A herceg: Ne olyan sietősen. Ez még csak az elődöntő volt. Most még melltartókat fogunk mérni. – Prinz: Nicht so eilig. Das war erst das Halbfinale. Jetzt werden wir noch BHs messen. :Version 2 :Hamupipőke: Passzol a cipő. Akkor mikor lesz az esküvő? – Aschenputtel: Der Schuh passt. Wann ist dann die Hochzeit? :A herceg így felel: Lassabban. Ez csak a félidő volt. Most jön még a melltartómérés. – Der Prinz antwortet: Langsamer. Das war erst die Halbzeit. Jetzt kommt noch das BH-Messen. :Version 3 :Hamupipőke: Jó a cipő, enyém. Mikor veszel feleségül? – Aschenputtel: Der Schuh passt, das ist meiner. Wann heiratest du mich? :A herceg: Csak nyugalom. Ez még nem a döntő. Előbb még melltartókat mérünk. – Prinz: Nur ruhig. Das war noch nicht das Finale. Zuerst messen wir noch BHs. :------------------------ :Version 1 :Felhívja a férjét: „Szia, drágám, mit csinálsz éppen?” – Sie ruft ihren Mann an: „Hallo Liebling, was machst du gerade?“ :Férfi: „Az ágyban fekszem, épp elaludni készülök. És te mit csinálsz?” – Er: „Ich liege im Bett, bin gerade beim Einschlafen. Und was machst du?“ :Feleség: „Mögötted ülök a bárban, és nézem, ahogy te hazug ide-oda forgolódsz, és nem tudsz elaludni.” – Sie: „Ich sitze in der Bar hinter dir und schaue dir zu, wie du Lügner dich hin und her wälzt und nicht einschlafen kannst.“ :Version 2 :A feleség felhívja a férjét: „Szia szívem, mit csinálsz most?” – Sie ruft ihren Mann an: „Hallo Schatz, was machst du gerade?“ :A férj: „Az ágyban vagyok, mindjárt elalszom. Te mit csinálsz?” – Er: „Ich liege im Bett und schlafe gleich ein. Und du?“ :A feleség: „A bárban ülök mögötted, és nézem, ahogy forgolódsz, te hazudozó, mert nem jön álom a szemedre.” – Sie: „Ich sitze in der Bar hinter dir und sehe zu, wie du dich wälzt, du Lügner, weil du nicht zu Hause einschlafen kannst.“ :Version 3 :Telefonál a férjének: „Szia, mit csinálsz éppen?” – Sie ruft ihren Mann an: „Hallo, was machst du gerade?“ :Ő azt mondja: „Az ágyban fekszem, már majdnem alszom. És te?” – Er sagt: „Ich liege im Bett, fast schlafe ich schon. Und du?“ :Ő válaszol: „Mögötted ülök a bárban, és figyelem, ahogy ide-oda hánykolódsz, te hazug, mert képtelen vagy elaludni.” – Sie antwortet: „Ich sitze in der Bar hinter dir und beobachte, wie du dich hin und her wälzt, du Lügner, weil du nicht einschlafen kannst.“ :------------------------ :Version 1 :„Apa, adj ötven eurót, és megmondom, ki alszik éjszaka anyával egy ágyban, amikor nem vagy itthon.” – „Papa, gib mir 50 Euro und ich sag dir, wer nachts bei Mama im Bett schläft, wenn du nicht da bist.“ :„Itt van ötszáz euró. Ki?” – „Hier hast du 500 Euro. Wer?“ :„Én.” – „Ich.“ :Version 2 :„Apa, adsz ötven eurót, ha elárulom, ki alszik anyával éjjel, amikor nem vagy itt?” – „Papa, gibst du mir 50 Euro, wenn ich dir sage, wer nachts bei Mama schläft, wenn du nicht da bist?“ :„Tessék, ötszáz euró. Ki az?” – „Hier, 500 Euro. Wer ist es?“ :„Én.” – „Ich.“ :Version 3 :„Apa, adj ötven eurót, és elmondom, ki alszik anyu mellett éjszaka, ha távol vagy.” – „Papa, gib mir fünfzig Euro, und ich sage dir, wer nachts neben Mama schläft, wenn du weg bist.“ :„Rendben, itt az ötszáz. Ki?” – „In Ordnung, hier sind 500. Wer?“ :„Én.” – „Ich.“ :------------------------ :Version 1 :„Hány éves?” – „Wie alt sind Sie?“ :„Harminc.” – „30.“ :„De hát ezt már négy éve is mondta.” – „Aber das haben Sie doch schon seit vier Jahren gesagt.“ :„Nem vagyok olyan ember, aki ma ezt mondja, holnap meg mást.” – „Ich bin halt nicht jemand, der heute das eine sagt und morgen etwas anderes.“ :Version 2 :„Mennyi idős?” – „Wie alt sind Sie?“ :„Harminc éves.” – „Dreißig.“ :„Ezt négy évvel ezelőtt is így mondta.” – „Das haben Sie aber schon vor vier Jahren so gesagt.“ :„Következetes vagyok, nem változtatom a szavaimat.” – „Ich bin konsequent, ich ändere meine Worte nicht.“ :Version 3 :„Hány éves most?” – „Wie alt sind Sie jetzt?“ :„Harminc.” – „30.“ :„Ugyanezt válaszolta négy éve (= négy évvel ezelőtt) is.” – „Das haben Sie vor vier Jahren auch schon geantwortet.“ :„Nem szoktam ma mást mondani, mint tegnap.” – „Ich sage heute nicht etwas anderes als morgen.“ (szoktam - Ich pflege heute nichts anderes zu sagen als gestern. - Ich sage heute gewöhnlich nichts anderes als gestern.) :------------------------ :Version 1 :„Mama, mi ez?” – „Mama, was ist das?“ :„Fekete ribizli.” – „Das sind schwarze Johannisbeeren.“ :„És miért pirosak?” – „Und warum sind sie rot?“ :„Mert még zöldek.” – „Weil sie noch grün sind.“ :Version 2 :„Anya, mik ezek?” – „Mama, was ist das?“ :„Fekete ribizlik.” – „Das sind schwarze Johannisbeeren.“ :„Akkor miért vörösek?” – „Warum sind sie dann rot?“ :„Azért, mert még éretlenek.” – „Weil sie noch unreif sind.“ :Version 3 :„Mama, mi van itt?” – „Mama, was ist das?“ :„Ez fekete ribizli.” – „Das ist schwarze Johannisbeere.“ :„De hát piros!” – „Aber sie ist doch rot!“ :„Igen, mert még zöld.” – „Ja, weil sie noch grün ist.“ :------------------------ :Version 1 :„Amikor feleségül vettelek, vaknak és süketnek kellett lennem.” – „Als ich dich geheiratet habe, muss ich blind und taub gewesen sein.“ (kellett lennem - konjugierter Infinitiv) :„Látod, milyen betegségekből gyógyítottalak ki?” – „Siehst du, von welchen Krankheiten ich dich geheilt habe?“ :Version 2 :„Amikor összeházasodtunk, biztosan nem láttam és nem hallottam rendesen.” – „Als ich dich geheiratet habe, habe ich sicherlich nicht ordentlich gesehen und gehört.“ :„Ugye látod, mennyi szenvedéstől gyógyítottalak meg?” – „Na siehst du, von wie viel Leiden ich dich geheilt habe?“ :Version 3 :„Esküvőkor vak és süket lehettem.” – „Während der Hochzeit war ich vielleicht blind und taub.“ („Bei der Hochzeit muss ich blind und taub gewesen sein.“ - lehettem = ich könnte / ich mag / ich muss wohl gewesen sein) :„Most már érted, milyen betegségektől szabadítottalak meg?” – „Jetzt hast du verstanden, von welchen Krankheiten ich dich befreit habe?“ :(„Most már érted, milyen betegségektől mentettelek meg?” – „Jetzt hast du verstanden, von welchen Krankheiten ich dich gerettet habe?“ :------------------------ :(der folgende Witz funktioniert nur auf Ungarisch:) :Ki volt a huszadik század legjobb villányszerelője? - :Nicolae Ceaușescu :A boltba bevezette a voltot. - In die Läden hat er das „es war einmal“ [Waren] eingeführt. („volt“ klingt wie „Volt“ - Stromspannung) :Az utcákra feszültséget (bevezette). - Auf den Straßen hat er Spannung (eingeführt). :És a pincékbe az ellenállást (bevezette). - Und in den Kellern hat er Widerstand (eingeführt). :------------------------ :Version 1 :Nő: „Úgy nézel ki, mint a harmadik férjem.” – Sie: „Du siehst aus wie mein dritter Ehemann.“ :Férfi: „Hány férjed volt eddig?” – Er: „Wie viele Ehemänner hattest du bisher?“ :Nő: „Kettő.” – Sie: „Zwei.“ :Version 2 :A nő: „Pont úgy nézel ki, mint a harmadik férjem.” – Sie: „Du siehst genau so aus wie mein dritter Ehemann.“ :A férfi: „És hány férjed volt már?” – Er: „Wie viele Ehemänner hattest du schon?“ :A nő: „Kettő.” – Sie: „Zwei.“ :Version 3 :A nő mondja: „Megszólalásig hasonlítasz a harmadik férjemre.” – Sie: „Du siehst aus wie mein dritter Ehemann.“ :(„Du ähnelst meinem dritten Ehemann bis zur Sprachäußerung.“ ; „Du siehst meinem dritten Mann zum Verwechseln ähnlich.“) (megszólalásig - bis du anfängst zu sprechen - aber deine Stimme ist anders) (megszólalásig hasonlít - zum Verwechseln ähnlich sein) :A férfi kérdez: „Akkor hány férjed volt eddig?” – Er: „Wie viele Ehemänner hattest du denn schon?“ :A nő válaszol: „Kettő.” – Sie: „Zwei.“ :------------------------ :Version 1 :A nő azt mondja a férjének: „Elhagylak.” – Eine Frau sagt zu ihrem Mann: „Ich verlasse dich.“ :A férfi pánikban: „Megyek veled.” – Er in Panik: „Ich komme mit.“ :Version 2 :A nő így szól a férjéhez: „Elmegyek tőled.” – Die Frau sagt zu ihrem Ehemann: „Ich gehe von dir weg.“ :A férfi kétségbeesetten válaszol: „Akkor én is megyek.” – Der mann entwortet verzweifelt: „Dann komme ich auch (mit).“ :Version 3 :A feleség kijelenti: „Elhagylak.” – Die Frau verkündet: „Ich verlasse dich.“ :A férj ijedten reagál: „Veled tartok.” – Der Mann reagiert ängstlich „Ich gehe mit dir.“ :------------------------ :Version 1 :„Miért van összetörve az edényetek?” – „Warum ist euer Geschirr zerschlagen?“ :„Összevesztünk.” – „Wir haben uns gestritten.“ :„És miért van tönkremenve a kanapétok?” – „Und warum ist euer Sofa kaputt?“ :„Újra kibékültünk.” – „Wir haben uns wieder versöhnt.“ (kibékül - aussöhnen) :Version 2 :„Mi történt az edényekkel, miért törtek össze?” – „Was ist mit dem Geschirr passiert, warum ist es zerbrochen?“ :„Veszekedtünk.” – „Wir haben uns gestritten.“ (veszekedik - sich streiten) :„És a kanapé miért ment tönkre?” – „Und warum ist euer Sofa kaputt?“ :„Mert kibékültünk.” – „Weil wir uns wieder versöhnt haben.“ :Version 3 :„Miért csupa darabos az edény?” – „Warum ist das Geschirr ganz in Stücke?“ :„Összevesztünk egymással.” – „Wir haben miteinander gestritten.“ :„Akkor a kanapé miért hever romokban?” – „Und warum liegt das Sofa in Trümmern?“ :„Mert újra jóban lettünk.” – „Weil wir uns wieder gut verstehen.“ :------------------------ :Version 1 :Hasznos tanács nőknek: a legfontosabb, amikor elhagyod és elmész, hogy ne fordulj vissza. – Ein nützlicher Ratschlag für Frauen: Das Wichtigste ist, wenn du ihn verlässt und gehst, dass du dich nicht umdrehst. :Mert ha visszafordulsz, előjönnek az emlékek. – Denn wenn du dich umdrehst, kommen die Erinnerungen hoch. :Emlékezni kezdesz, és megbánod. – Du beginnst dich zu erinnern und es tut dir leid. :Megbánod, és visszamész. – Es tut dir leid und du gehst zurück. :Visszamész, és minden elölről kezdődik. – Du gehst zurück und alles fängt von vorne an. :Version 2 :Egy jó tanács nőknek: amikor elmész tőle, ne nézz hátra! – Ein guter Ratschlag für Frauen: Wenn du von ihm weggehst, schau nicht zurück! :Ha hátranézel, feltörnek az emlékek. – Denn wenn du nach hinten schaust, brechen die Erinnerungen auf. :Az emlékek megbánást hoznak. – Die Erinnerungen bringen Kummer. :A megbánás visszavisz. – Die Reue bringt dich zurück. :És akkor minden kezdődik elölről. – Und dann fängt alles von vorne an. :Version 3 :Tanács nőknek: ha elmész, ne fordulj meg! – Ein Rat für Frauen: Wenn du fortgehst, dreh dich nicht um! :A megfordulás emlékeket hoz. – Das Umdrehen bringt Erinnerungen. :Az emlékek fájnak, és megbánod. – Die Erinnerungen schmerzen, und du wirst es bereuen. :A megbánás visszafordít. – Die Reue kehrt sich um. (Die Reue bringt dich zum umkehren.) :A visszatérés pedig újrakezdést jelent. – Die Rückkehr bedeutet einen Neuanfang. (Du gehst zurück und alles beginnt von vorn.) :------------------------ :Version 1 :A nő reggel a tükör előtt: „Sürgősen le kell fogynom.” – Sie früh vor dem Spiegel: „Ich muss dringend abnehmen.” :Ő este a hűtő előtt: „Szeressen úgy, ahogy vagyok.” – Sie abends vor dem Kühlschrank: „Er soll mich so lieben, wie ich bin.” :Version 2 :Reggel a tükörnél: „Nagyon gyorsan fogynom kell.” – Sie morgens vor dem Spiegel: „Ich muss dringend abnehmen.” :Este a hűtőszekrénynél: „Majd szeret úgy, ahogy vagyok.” – Sie abends vor dem Kühlschrank: „Dann wird er mich so lieben, wie ich bin.” :Version 3 :A nő reggel a tükörben nézve: „Ideje lenne lefogyni.” – Eine Frau früh in den Spiegel schauend: „Es wäre Zeit abzunehmen.” :Ő este a hűtőnél: „Így is szeretnie kell.” – Sie abends vor dem Kühlschrank: „Er soll mich auch so lieben.” :------------------------ :Version 1 :Az internet lehetőségei: – Die Möglichkeiten des Internets: :A férfi: „Szia, Sabine! Milyen volt a mozi? Hogy van Maria? Megtaláltad a macskádat? A fiad még mindig beteg? Kár, hogy szakítottál Holgerrel, pedig alapjában véve rendes volt.” – Er: „Hallo Sabine! Wie war es im Kino? Wie geht es Maria? Hast du deine Katze wiedergefunden? Ist dein Sohn noch krank? Schade, dass du dich von Holger getrennt hast, er war im Grunde genommen in Ordnung.” :A nő: „Te egyáltalán ki vagy?” – Sie: „Wer bist du eigentlich?” :A férfi: „Nem ismersz. Elolvastam az státuszodat.” – Er: „Du kennst mich nicht. Ich habe deinen Status gelesen.” :Version 2 :Az internet adta [atta] (= által adott) lehetőségek: – Die durch das Internet gegebenen Möglichkeiten: :A férfi: „Szia Sabine! Jó volt a film? Mi van Mariával? Előkerült a macskád? A fiad még beteg? Kár Holgerért, igazából jó srác (= fickó) volt.” – Er: Hallo Sabine! Wie war es im Kino? Wie geht es Maria? Hast du deine Katze wiedergefunden? Ist dein Sohn noch krank? Schade wegen Holger, er war wirklich ein guter Kerl. :A nő: „Te ki vagy?” – Sie: Wer bist du? :A férfi: „Nem ismersz, csak olvastam, amit az internetre kiírtál. (= kiposztoltál)” – Er: Du kennst mich nicht. Ich habe nur gelesen, was du im Internet geschrieben hast. :Version 3 :Az internet világa: – Die Welt des Internets: :A fiú: „Szia Sabine! Jó volt a mozi? Maria jól van? Meglett a macska? A fiad már jobban van? Sajnálom Holgert, nem volt rossz ember.” – Er: Hallo Sabine! Wie war es im Kino? Wie geht es Maria? Hast du deine Katze wiedergefunden? Ist dein Sohn noch krank? Schade um Holger, er war kein schlechter Mensch. :A lány: „Egyébként te ki vagy?” – Sie: Wer bist du eigentlich? :A fiú: „Nem ismersz, csak a státuszodat olvastam.” – Er: Du kennst mich nicht. Ich habe nur deinen Status gelesen. :------------------------ :Version 1 :Japán órásmesterek egy új faliórát fejlesztettek ki. – Japanische Uhrmacher haben eine neue Wanduhr entwickelt. :Valahányszor (= ahányszor) valaki káromkodik a szobában, az óra egy perccel előrébb állítja [állíttya] magát. – Immer wenn jemand im Raum flucht, stellt sie sich eine Minute vor. :A kipróbáláshoz különböző országok bárjaiban akasztották fel. – Um die Uhr auszuprobieren, haben sie sie in verschiedenen Ländern in Bars aufgehängt. :A japán bárban huszonnégy óra után az óra két perccel járt előrébb. – In der japanischen Bar ging die Uhr nach 24 Stunden um 2 Minuten vor. :Az angol bárban huszonnégy óra után öt perccel járt előrébb. – In der englischen Bar ging sie nach 24 Stunden 5 Minuten vor. :Az orosz bárban huszonnégy óra múlva az óra eltűnt. – In der russischen Bar war die Uhr nach 24 Stunden weg. :A japánok megkérdezték a csapost: „Tegnap itt nem volt egy óra?” – Die Japaner fragten den Barkeeper: „War hier gestern nicht eine Uhr?“ :„Óra? Azt hittük, ventilátor. Télen minek ventilátor, ezért leszereltük.” – „Uhr? Wir dachten, es ist ein Ventilator. Wofür ein Ventilator im Winter, deshalb haben wir ihn abgemacht.“ :Version 2 :Japán órások feltaláltak egy különleges faliórát. – Japanische Uhrmacher haben eine besondere Wanduhr erfunden. :Minden káromkodásnál egy perccel előrébb megy. – Bei jedem Fluchen geht sie eine Minute vor. :Tesztelésre bárokban szerelték fel különböző országokban. – Zum Testen haben sie sie in Bars verschiedener Länder aufgehängt. :Japánban egy nap alatt 2 percet sietett. – In Japan ging sie nach einem Tag 2 Minuten vor. :Angliában 24 óra alatt 5 percet sietett. – In England ging sie nach 24 Stunden 5 Minuten vor. :Oroszországban másnapra eltűnt. – In Russland war sie am nächsten Tag verschwunden. :„Hová lett az óra?” – kérdezték. – „Wo ist die Uhr geblieben?“ fragten sie. :„Az egy óra volt? Ventilátornak néztük, tél van, leszedtük.” – „Das war eine Uhr? Wir hielten sie für einen Ventilator, es ist Winter, wir haben sie abgehängt.“ :Version 3 :Egy új faliórát készítettek japán órások. – Japanischen Uhrmacher haben eine neue Wanduhr gebaut. :Káromkodásra mindig egy percet előrelép. – Bei Flüchen springt sie jeweils eine Minute vor. :Bárokban próbálták ki több országban. – Sie wurde in Bars mehrerer Länder getestet. :Japán bár: +2 perc 24 óra alatt. – Japanische Bar: +2 Minuten nach 24 Stunden. :Angol bár: +5 perc 24 óra alatt. – Englische Bar: +5 Minuten nach 24 Stunden. :Orosz bár: az óra eltűnt. – Russische Bar: Die Uhr war weg. :„Tegnap volt itt egy óra.” – „Gestern hing hier doch eine Uhr.“ :„Az óra volt? Ventilátornak hittük, tél van, levettük.” – „Das war eine Uhr? Wir dachten, es ist ein Ventilator, im Winter braucht man keinen, also haben wir ihn abgehängt.“ :------------------------ :Version 1 :„Elke néni, itt hagyhatom egy időre a játékaimat nálad?” – „Tante Elke, kann ich meine Spielsachen für eine Weile bei dir lassen?“ :„Mi történt, Marikám?” – „Was ist denn passiert, Mariechen?“ :„A gólya hozott nekem egy kistestvért. És még nem tudom, hogy megbízhatok-e benne.” – „Der Storch hat mir einen Bruder gebracht. Und ich weiß noch nicht, ob ich ihm trauen kann.“ :Version 2 :„Elke néni, megőriznéd egy kicsit a játékaimat?” – „Tante Elke, kannst du meine Spielsachen eine Zeit lang aufbewahren?“ :„Mi baj van, Marika?” – „Was ist los, Mariechen?“ :„A gólya hozott egy öcsit. De még nem tudom, szabad-e benne megbízni.” – „Der Storch hat mir einen (jüngeren) Bruder gebracht. Aber ich weiß noch nicht, ob man ihm trauen kann.“ (öcs; öcsi; öcsike) :Version 3 :„Elke néni, letehetem nálad a játékaimat egy időre?” – „Tante Elke, darf ich meine Spielsachen eine Weile bei dir lassen?“ :„Mi történt veled, Marie?” – „Was ist denn passiert, Mariechen?“ :„A gólya hozott egy testvért, és még nem vagyok biztos benne, hogy bízhatok-e benne.” – „Der Storch hat mir ein Geschwisterchen gebracht, und ich bin mir noch nicht sicher, ob ich ihm trauen kann.“ :------------------------ :Version 1 :„Már elmondtad [elmontad] neki, mit érzel iránta?” – „Hast du ihr schon gesagt, was du für sie empfindest?“ (ő iránta - ihr/ihm gegenüber) (irány - Richtung) :„Nem, van barátja.” – „Nein, sie hat einen Freund.“ :„Akkor várj [ˈvaːrjᵉ] [ˈvaːrç] [ˈvaːrᶜ̧] még egy kicsit – amíg gyerekei is lesznek.” – „Na, dann warte noch etwas – bis sie auch noch Kinder hat.“ :Version 2 :„Szóltál már neki az érzéseidről?” – „Hast du ihr schon gesagt, was du für sie fühlst?“ :„Még nem, van párja.” – „Nein, sie hat einen Freund.“ :„Sebaj, várj tovább – míg gyerekei is nem lesznek.” (= míg gyerekei is lesznek) – „Kein Problem, warte weiterhin – bis sie auch Kinder hat.“ :Version 3 :„Elmondtad már neki, mit érzel?” – „Hast du ihr schon gesagt, was du für sie empfindest?“ :„Nem, mert van barátja.” – „Nein, sie hat einen Freund.“ :„Akkor türelem – várd meg, amíg gyerekei is lesznek.” – „Na dann hab Geduld – bis sie auch noch Kinder hat.“ :------------------------ :Version 1 :Egy férfi télen kimegy lékhorgászni. – Ein Mann geht im Winter zum Eisangeln. :Elkezd egy lyukat vágni a jégbe. – Er beginnt ein Loch in das Eis zu hacken. :Hirtelen egy hangot hall: „Itt nincsenek halak!” – Plötzlich hört er eine Stimme: „Hier gibt es keine Fische!“ :Odébb (= arrébb) megy (= tovább megy) egy kicsit, és újra vágni kezdi a jeget. – Also geht der Mann ein Stück weiter und beginnt wieder, das Eis aufzuhacken. :Megint megszólal a hang: „Itt nincsenek halak!” – Und wieder hört er die Stimme: „Hier gibt es keine Fische!“ :A férfi nem érti, de továbbmegy, és újra vág. – Der Mann begreift es nicht, aber er geht noch ein Stück weiter und hackt wieder im Eis. :És ismét a hang: „Itt nincsenek halak!” – Und wieder die Stimme: „Hier gibt es keine Fische!“ :Erre a férfi mérgesen megkérdezi: „Te meg ki vagy?” – Da fragt der Mann verärgert: „Wer bist du überhaupt?“ :A hang válaszol: „Én vagyok a jégpálya gondnoka [gonnoka].” – Und die Stimme antwortet: „Ich bin der Platzwart der Eisbahn.“ :Version 2 :Egy férfi télen kimegy horgászni a jégre. – Ein Mann geht im Winter zum Eisangeln. :Lyukat kezd vésni a jégbe. – Er beginnt, ein Loch ins Eis zu hacken. :Ekkor egy hang szól: „Itt nincs hal!” – Plötzlich hört er eine Stimme: „Hier gibt es keine Fische!“ :Arrébb megy, és újra próbálkozik. – Er geht ein Stück weiter und fängt erneut an. :A hang megint megszólal: „Itt sincs hal!” – Wieder hört er: „Hier gibt es keine Fische!“ :A férfi értetlenül továbbmegy, és megint vágni kezd. – Verständnislos geht der Mann weiter und hackt wieder. :Ismét ugyanaz a hang: „Itt sincs hal!” – Und wieder dieselbe Stimme: „Hier gibt es keine Fische!“ :A férfi dühösen kérdezi: „Ki beszél?” – Der Mann fragt verärgert: „Wer bist du?“ :A válasz: „A jégpálya gondnoka vagyok.” – Die Antwort: „Ich bin der Platzwart der Eisbahn.“ :Version 3 :Télen egy férfi léket akar vágni a jégen horgászáshoz. – Im Winter will ein Mann ein Loch zum Eisangeln hacken. :Alighogy belekezd, egy hang figyelmezteti: „Itt nincsenek halak!” – Kaum beginnt er, da warnt ihn eine Stimme: „Hier gibt es keine Fische!“ :A férfi odébb áll, és újra vágni kezd. – Der Mann geht weiter und hackt erneut. :A hang ismétli: „Itt nincsenek halak!” – Die Stimme wiederholt: „Hier gibt es keine Fische!“ :A férfi még továbbmegy, és harmadszor is próbálkozik. – Der Mann geht noch weiter und versucht es ein drittes Mal. :Megint megszólal a hang. – Wieder meldet sich die Stimme. :„Ki vagy te egyáltalán?” – kérdezi mérgesen. – „Wer bist du überhaupt?“ fragt er verärgert. :„A jégpálya pályamestere vagyok.” – „Ich bin der Platzwart der Eisbahn.“ :------------------------ :Version 1 :Ráálltam a mérlegre. – Ich habe mich auf die Waage gestellt. :A hashajtó tea persze már hatott. – Der Abführtee hat natürlich schon gewirkt. :De a modellalkatig még sokat kell szarnom és szarnom. – Aber bis zur Model-Figur muss ich noch scheißen und scheißen. :Version 2 :Felálltam a mérlegre. – Ich habe mich auf die Waage gestellt. :A hashajtó tea már megtette a hatását. – Der Abführtee hat schon seine Wirkung gezeigt. :De a modellalkathoz még bőven kell szarnom. – Aber bis zur Model-Figur muss ich noch reichlich scheißen. :Version 3 :Megmértem magam a mérlegen. – Ich habe mich auf der Waage gewogen. :A hashajtó tea már dolgozik. – Der Abführtee wirkt schon. :Csak hát a modellfigura még messze van, még sokat kell szarnom. – Aber zur Model-Figur ist es noch ein weiter Weg, ich muss noch viel scheißen. :------------------------ :Egy gazdag pasi bemegy a bárba, leül egy asztalhoz. - Ein reicher Kerl geht in eine Bar und setzt sich an einen Tisch. :A szomszéd asztalnál egy szőke bombázó ül egyedül. - Am Nachbartisch sitzt eine sexy Blondine allein. :A férfi rendel egy üveg italt a nőnek. - Der Mann bestellt der Frau eine Flasche Getränk. (Der Mann bestellt der Frau eine Flasche zu trinken. Der Mann bestellt der Frau ein Getränk.) :Nemsokára a nő visszaküldi az italt a címkéjén egy levéllel: Ahhoz, hogy ezt [eszt] az italt elfogadjam, rendelkezned kell egy Mercedes-szel, egy millió dollárral a bankban és húsz centinek a gatyádban. - Nicht lange und die Frau schickt das Getränk mit einem Brief auf dem Etikett zurück: Damit ich dieses Getränk annehme, musst du einen Mercedes besitzen, eine Million Dollar auf der Bank haben und zwanzig Zentimeter in deiner Hose. ::(wenn ich das entgegennehmen soll - ungar. Imperativkonstuktion) :A férfi elolvassa, majd mellékel saját levelét: Van két Mercim, kétmillió dollárom a bankban, de a kedvedért nem fogok tíz centit levágni. - Der Mann liest es, legt dann seinen eigenen Brief bei: Ich habe zwei Mercedes, zwei Millionen Dollar auf der Bank, aber deinetwegen werde ich keine zehn Zentimeter abschneiden. :------------------------ :Az apa lefekteti a fiát. - Az apa lefekteti a fiát. :A fiú: „Apa játszunk fekete-fehér igen-nemet?“ - Der Sohn: „Papa, spielen wir Schwarz-Weiß Ja-Nein?“ (Bei diesem Ratespiel sind diese 4 Tabu-Wörter verboten: schwarz, weiß, ja, nein. Sowohl in der Frage als auch in der Antwort. In jeder Spielrunde sind nur genau diese 4 Tabu-Wörter verboten.) :Az apa: „Ilyen későn?“ - Der Vater: „So spät?“ :A fiú: „Igen.“ - Der Sohn: „Ja.“ :Az apa: „Vesztettél! Gyerünk aludni!“ - Der Vater: „Du hast (schon) verloren! Schlaf jetzt! (Los, gehen wir schlafen!)“ :------------------------ :Nagyapa: Képzeld (= képzeld el), elmúlt a reumám. - Großvater: Stell dir vor, meine Rheuma ist verschwunden. :Nagymama: A fene egye meg! (= Egye meg a fene.) Akkor honnan fogjuk tudni, hogy időváltozás lesz? - Großmutter: Verdammt noch mal! (So ein Mist!) Woher werden wir dann wissen, dass es eine Wetterveränderung geben wird? :------------------------ :Jósnál lévő vendég – Kundin beim Wahrsager. (Beim Wahrsager sich befindende/seiende Kundin.) :Jós: A tenyeréből látszik, hogy önt a jövő héten virágokkal és dicsérő szavakkal árasztják el. - Weissager: Aus Ihrer Handfläche ist zu erkennen, dass man Sie nächste Woche mit Blumen und lobenden Worten überschütten wird. :Ügyfél: Kundin Hát, ez aztán nagyszerű. - Kundin: Nun, das ist ja großartig. :Jós: Á, ez csak természetes egy temetésen. - Weissager: Ach, das ist bei einer Beerdigung ganz natürlich. :------------------------ :A feleség egy ismerős arcot vesz észre az étteremben. Odaszól a férjének: Nézd csak, ott az a részeges alak az előző férjem volt. - Die Frau erkennt im Restaurant ein bekanntes Gesicht. Sie sagt zu ihrem Mann: Schau mal, dieser Betrunkene da war mein Ex-Mann. :Mióta hét éve leváltam tőle, egyfolytában csak iszik, állandóan részeg. - Seit ich mich vor sieben Jahren von ihm getrennt habe, trinkt er nur noch und ist ständig betrunken. :Ez tényleg furca. Ennyi ideig senki nem szokott ünnepelni. - Das ist wirklich seltsam. So lange feiert normalerweise niemand. :------------------------ :Vedd tudomásul, hogy engem annak idején egy orvos is elvett volna. - Nimm zur Kenntnis, dass mich damals (seinerzeit) auch (sogar) ein Arzt geheiratet hätte. :Persze, ha anyád időben jelentkezik abortuszra. - Natürlich, wenn deine Mutter sich rechtzeitig für eine Abtreibung angemeldet hätte. :Dieser ungarische Witz funktioniert nur auf Ungarisch, weil “elvesz” (elvett volna) hier zwei Bedeutungen hat: :1.) „heiraten“ (elvesz = heiraten): :„Nimm zur Kenntnis: Damals hätte mich sogar ein Arzt geheiratet.“ :Der zweite Satz bringt dann aber eine Wendung, indem durch weiteren Kontext (“Abort”) eine andere Bedeutung auftaucht.: :2.) „wegnehmen / entfernen“ (elvesz = wegnehmen; gedanklich: Schwangerschaft ‘wegnehmen’): :„Natürlich – wenn deine Mutter rechtzeitig zum Schwangerschaftsabbruch gekommen wäre.“ (dann hätte dich ein Arzt abgetrieben). :ungarisches Wortspiel - elvesz - wegnehmen :elvesz házasodik - heiraten :elvesz - abtreiben (einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen; Abort) :elhajt - abtreiben :abortuszt végez - einen Abort durchführen (machen; tun; beenden; erledigen) :Diese ungarische Doppeldeutigkeit könnte man annähernd auch so übersetzen: :„Nur damit du’s weißt: Damals hätte mich sogar ein Arzt ‘genommen’.“ :„Schon – wenn deine Mutter rechtzeitig zur ‘Abtreibung’ aufgetaucht wäre.“ :------------------------ :Egy postás csónakkal szállítja a postát egy kis szigetre, ahol csak egy néni lakik. - Ein Postbote bringt die Post mit dem Boot auf eine kleine Insel, auf der nur eine alte Dame lebt. :Postás: „Hallj-e [hajja e], igazán rémes (= szörnyű). Hogy havonta többször is csónakba kell szállnom (csónakba szállni = csónakba ül) csak azért, hogy magának kézbesítsek [kézbesíccsek].“ - Postbote: „Hören Sie mal, das ist wirklich schrecklich. Mehrmals im Monat muss ich ins Boot steigen, nur um Ihnen die Post zuzustellen.“ :Néni: „Ha tovább szemtelenkedik előfizetek egy napilapra.“ - Alte Dame: „Wenn Sie weiter so unverschämt sind, abonniere ich eine Tageszeitung.“ :------------------------ :Egy horgász ül a tóparton és horgászik. - Ein Angler sitzt am Seeufer und angelt. :Egy kiránduló odamegy hozzá, és kérdezi. - Ein Wanderer kommt vorbei und fragt: :Van ebben a tóban egyáltalán hal? - Gibt es in diesem See überhaupt Fische (Fisch)? :Nem tudom, én '''még csak''' két éve járok ide horgászni. - Ich weiß es nicht, ich komme '''erst''' seit zwei Jahren hierher zum Angeln. :------------------------ :Tegnap három balszerencse '''is''' ért. - Gestern trafen mich '''gleich''' drei Unglücke. :Először - a barátnőm szakított velem. - Zuerst - hat meine Freundin mit mir Schluss gemacht. :Másodszor - elütötte egy busz. - Zweitens - wurde sie von einem Bus überfahren. :Harmadszor - elvették a buszvezetői engedélyemet. - Drittens - haben sie mir den Busführerschein entzogen. :------------------------ :Két tanár beszélget. - Zwei Lehrer unterhalten sich. :Miért félnek az első B-ben a kis Armandótól? - Warum hat man in der Klasse) 1-B Angst vor dem kleinen Armando? (Armando ist eine spanische, italienische und portugiesische Form des Vornamens Hermann.) :Na, miért? - Na, warum? :Mert az apukája a nyolcadik B-be jár. - Weil sein Vater in die 8-B geht. :------------------------ :Az irodában az egyik kopasz dolgozó megunja, hogy mindenki a kopasz fején élcelődik. – Im Büro hat einer der glatzköpfigen Mitarbeiter genug davon, dass alle sich über seinen kahlen Kopf lustig machen. :Egyik nap, amikor az egyik kolléga megsimogatja a fejét, így szól. – Eines Tages, als ein Kollege ihm über den Kopf streicht, sagt er. :Pont olyan érzés, mintha a feleségem fenekét simogatnám. – Es fühlt sich genau so an, als würde ich den Hintern meiner Frau streicheln. :Cselekvésre szánja el magát. - Er entschließt sich zu handeln. :Ő is végig simít a saját fején, és azt mondja. - Auch er streicht sich über den eigenen Kopf und sagt. (végig - bis zum Ende; über den ganzen Kopf streichen) :Most, hogy mondod tényleg olyan, mint a feleséged feneke. - Jetzt, wo du es sagst, es ist tatsächlich wie der Hintern deiner Frau. :------------------------ :Egy házastársi vita. - Ein Ehestreit. :A feleség: Elegem van az egészből, megcsalsz fűvel-fával. Most már abban sem vagyok biztos, hogy te vagy a gyerekeink apja. - Die Ehefrau: Ich habe von dem Ganzen genug, du betrügst mich mit Hinz und Kunz (mit allem, was nicht bei drei auf den Bäumen ist). Jetzt bin ich mir nicht einmal mehr sicher, ob du der Vater unserer Kinder bist. :------------------------ :Az orvosnál. - Beim Arzt. :Orvos: Na, Józsi bácsi, bevált a gyógyszer, amit a memóriazavarára adtam? - Arzt: Nun, Opa Josef, hat das Medikament gewirkt, das ich (Ihnen) gegen Ihre Gedächtnisstörung gegeben habe? :Paciens: Milyen gyógyszer? - Welches Medikament? :------------------------ :Két férfi beszélget. - Zwei Männer unterhalten sich. :Képzeld, múlt éjjel egy betörő járt (= volt) nálunk! - Stell dir vor, letzte Nacht war ein Einbrecher bei uns! (képzeled - du stellst dir vor; képzeld = Imperativ) :És elvitt valamit? - Und hat er etwas mitgenommen? :Nem, de ott hagyta két fogát, eltört az állkapocscsontja és két bordája. - Nein, aber er hat zwei Zähne dagelassen, er hat sich seinen Kieferknochen und zwei Rippen gebrochen. :Hogy-hogy? - Wie das? (Wieso?) :A feleségem azt hitte, hogy én jöttem haza a kocsmából. - Meine Frau dachte, dass ich aus der Kneipe nach Hause gekommen bin. :Két férfi beszélget. - Zwei Männer unterhalten sich. :Képzeld, múlt éjjel egy betörő járt (= volt) nálunk! - Stell dir vor, letzte Nacht war ein Einbrecher bei uns! (képzeled - du stellst dir vor; képzeld = Imperativ) :És elvitt valamit? - Und hat er etwas mitgenommen? :Nem, de ott hagyta két fogát, eltört az állkapocscsontja és két bordája. - Nein, aber er hat zwei Zähne dagelassen, er hat sich seinen Kieferknochen und zwei Rippen gebrochen. :Hogy-hogy? - Wie das? (Wieso?) :A feleségem azt hitte, hogy én jöttem haza a kocsmából. - Meine Frau dachte, dass ich aus der Kneipe nach Hause gekommen bin. :------------------------ :Három hülye haver fogadást köt, ki bírja tovább egy hangyabolyon ülve. - Drei dumme Kumpel schließen eine Wette ab, wer es länger aushält, auf einem Ameisenhaufen zu sitzen. :Az első fél percig bírja. - Der Erste hält es eine halbe Minute aus. :A második öt percig, a harmadik viszont már egy órája ücsörög a kis halmon. - Der Zweite fünf Minuten, der Dritte jedoch sitzt schon seit einer Stunde auf dem kleinen Hügel rum. :Ezt meg hogy bírod? - csodálkoznak a többiek. - Wie hältst du das denn aus? – wundern sich die anderen. :Ahogy ráültem a bolyra, fingottam egyet. - Als ich mich auf den Haufen gesetzt habe, habe ich einen fahren lassen. :------------------------ :A bíróságon. - Im Gericht. :Bíró: Bizonyíték hiányában felmentem a bankrablás vádja alól. - Richter: Mangels Beweisen spreche ich Sie vom Vorwurf des Bankraubs frei. :Vádlott: Szuper! Ez akkor azt jelenti, hogy megtarthatom a pénzt? - Angeklagter: Super! Heißt das dann, dass ich das Geld behalten darf? :------------------------ :A kapitány a hajón bejelentést tesz a hangosbemondón (= a hangszórón) mindenkihez (= mindenkinek). - Der Kapitän macht auf dem Schiff eine lautsprecherdurchsage an alle. :Hölgyeim és uraim, van egy jó és egy rossz hírem. - Meine Damen und Herren, es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. :A jó az, hogy a jövőben 11 Oscar díjat fogunk nyerni. - Die gute (Nachricht) ist, dass wir in der Zukunft 11 Oskar-Preise gewinnen werden. :(A háttérben egy poszter van a Titanicról. - Im Hintergrund ein Bild von der Titanic.) :------------------------ :Újságíró készít riportot az elmegyógyintézetben. :Azt kérdi a főorvostól. :Hogyan állapítják meg egy páciensről, hogy már elhagyhatja [elhatyhattya] a kórházat? – Wie stellt man bei einem Patienten fest, dass er das Krankenhaus bereits verlassen darf? (Wie entscheidet man bei einem Kranken, dass er das Krankenhaus schon verlassen kann?) („Man entscheidet von dem Patienten her.“) (-ról/-ről bedeutet konzeptuell: „von einer Oberfläche / von einer Person / von einem Thema her“) :Vannak olyan feladataink, amiket helyesen végrehajtva bebizonyíthatják [bebizonyíthattyák] elmeállapotukat. - Wir haben solche Aufgaben, (durch) deren richtige Ausführung man ihren Geisteszustand beweisen kann. ( Es gibt Aufgaben unsererseits, die sie, wenn sie sie korrekt ausführen, ihren Geisteszustand beweisen können.) :Tudna egy ilyen példát mondani? - Könnten Sie mir solch ein Beispiel sagen? :Persze (= termézetesen). - Natürlich. :Vegyük például eszt. - Nehmen wir zum Beispiel das. :Van egy kád, teli vízzel. - Es gibt eine Wanne, voll mit Wasser. :Van a fűrdőszobában három tárgy. - Im Badezimmer sind drei Dinge. :Egy kis kanál, egy pohár és egy vödör. - Ein kleiner Löffel, ein Glas und ein Eimer. :Melyikkel tüntetné el a vizet a kádból? - Wie würde man das Wasser aus der Badewanne loswerden? (Womit würde man das Wasser aus der Badewanne wegmachen? - Womit würde man das Wasser aus der Badewanne verschwinden lassen?) :Ó, hát ez egyszerű! - Oh, das ist doch einfach! :Minden normális ember a vödröt választaná! - Jeder normale Mensch würde den Eimer wählen! :Nem, minden normális ember kihúzná a dugót a kádból. – Nein, jeder normale Mensch würde den Stöpsel aus der Badewanne ziehen. :------------------------ :Egy rendőr megállít egy sofőrt. - Ein Polizist hält einen Autofahrer an. :Felírom gyorshajtásért. - Ich schreibe Sie wegen (zu) schnellem Fahren auf. :Még mindig jobb, mintha én írnám fel magát. - Das ist immer besser, als wenn ich Sie aufschreiben würde. :Miért? Ki csoda maga? - Warum? Wer sind Sie denn? :A Sírköves. - (Der) Grabmal-Steinmetz. :------------------------ :Mi az abszolút lehetetlen? – Was ist absolut unmöglich? :Na micsoda? – Na, was denn? :Hímvesszőből kosarat fonni. – Aus einem Glied einen Korb zu flechten. :És mi van, ha mégis sikerül? – Und was ist, wenn es doch gelingt? :Lesz egy fasza kosarad. – Dann hast du einen verdammt guten Korb. :(Ungarisch doppeldeutig: 1. a fasz - das Glied; 2. fasza! - super! - abgeleitet von “a fasz”) :tökös - super ; (tök - Kürbis) :király – wörtlich „königlich“, im Slang: großartig :zsír – wörtlich „Fett“, Slang: cool :brutális – „brutal gut“ :haláli (jó)! - super! :durva jó – „krass gut“ (je nach Kontext positiv oder negativ) :marha jó - „krass gut“ :menő – cool, angesagt :vagány – lässig, selbstbewusst :baromi jó – „sau gut“ :rohadt jó – „verdammt gut“ :------------------------ :Az anyós nem bízik a vejeiben, ezért úgy gondolja, próbára teszi őket. – Die Schwiegermutter vertraut ihren Schwiegersöhnen nicht und beschließt daher, sie auf die Probe zu stellen. :Először megy a legnagyobbhoz, beleveti magát a kútba. – Zuerst geht sie zum ältesten (größten) und wirft sich in den Brunnen. :A veje gondolkodás nélkül kimenti. – Der Schwiegersohn rettet sie ohne nachzudenken. :Másnap reggel a férfi ablaka alatt ott áll egy vadonatúj Golf, rajta egy kis cédulával: sok szeretettel, anyósod. – Am nächsten Morgen steht unter dem Fenster des Mannes ein nagelneuer VW Golf , mit einem Zettel daran: Mit viel Liebe, deine Schwiegermutter. :Most megy az anyós a második vejéhez, beleveti magát a kútba. – Danach geht die Schwiegermutter zum zweiten Schwiegersohn und wirft sich wieder in den Brunnen. :A férfi kimenti, de előtte azért tétovázik kicsit. – Der Mann rettet sie, zögert jedoch vorher ein wenig. :Másnap reggel a férfi ablaka alatt ott áll egy használt Dacia, rajta a cédula: szeretettel, anyósod. – Am nächsten Morgen steht unter seinem Fenster ein gebrauchter Dacia, mit dem Zettel: In Liebe, deine Schwiegermutter. :Aztán megy az anyós a harmadik és egyben legkisebb vejéhez. – Dann geht die Schwiegermutter zum dritten und jüngsten (kleinsten) Schwiegersohn. :Beleveti magát a kútba, de a veje nem menti meg, ezért belefullad. – Sie springt in den Brunnen, doch der Schwiegersohn rettet sie nicht, deshalb ertrinkt sie. :Másnap reggel a férfi ablaka előtt ott áll egy vadonatúj Porsche, rajta a címzés: köszönettel, szerető apósod. – Am nächsten Morgen steht vor seinem Fenster ein nagelneuer Porsche, adressiert mit: Mit Dank, dein dich liebender Schwiegervater. :------------------------ :Egy idős ember egyedül élt a farmján. – Ein alter Mann lebte allein auf seiner Farm. :Fel akarta ásni a paradicsomos kertjét, hogy elültesse (Imperativ weil: célhatározó) a paradicsomokat, de ez túl nehéz munkának bizonyult számára. – Er wollte seinen Tomatengarten umgraben, um die Tomaten zu pflanzen, doch das erwies sich für ihn als zu schwere Arbeit. :(bizonyul számára - sich für ihn erweisen als …; sich als … herausstellen für ihn; für ihn … sein / werden) :Az egyetlen fia, Lajos, aki segíteni szokott neki, börtönben ült. – Sein einziger Sohn, Lajos, der ihm sonst zu helfen pflegte, saß im Gefängnis. :Az öreg leült, és megírta neki a problémáját: – Der Alte setzte sich hin und schrieb ihm sein Problem: :„Kedves Lajos! Sajnos elég rosszul érzem magam, mert úgy néz ki, nem tudom felásni a paradicsomos kertemet ebben az évben. Már öregszem, és túl nehéz munka ez számomra.” – „Lieber Lajos! Leider fühle ich mich ziemlich schlecht, denn es sieht so aus, dass ich meinen Tomatengarten dieses Jahr nicht umgraben kann. Ich werde schon alt, und es ist eine zu schwere Arbeit für mich.“ :Pár nappal később levelet kapott a fiától. – Ein paar Tage später erhielt er einen Brief von seinem Sohn. :„Kedves apa, nehogy felásd a kertet. Oda rejtettem a hullákat. Lajos.” – „Lieber Vater, grabe auf keinen Fall (= bloß nicht) den Garten um. Dort habe ich die Leichen versteckt. Lajos.“ :Másnap reggel egy csapat FBI ügynök jelent meg a helyszínen, és feltúrták az egész kertet. – Am nächsten Morgen erschien ein Team von FBI-Agenten am Ort des Geschehens (= Tatort) und wühlte den gesamten Garten um. :(túr - graben; wühlen) :Mivel nem találtak semmit, bocsánatot kértek az öregtől, és elmentek. – Da sie nichts fanden, entschuldigten sie sich beim Alten und gingen. :Az öreg még aznap kapott egy újabb levelet a fiától. – Noch am selben Tag erhielt der Alte einen weiteren Brief von seinem Sohn. :„Kedves apa, a jelenlegi (= mostani) helyzetben ennyit tudtam segíteni. Most már elültetheted a paradicsomokat.” – „Lieber Vater, unter den derzeitigen (= aktuellen; gegenwärtigen) Umständen konnte ich nur so viel helfen. Jetzt kannst du die Tomaten pflanzen.“ :------------------------ :A hirdetésre telefonálok. Ön hirdetett meg egy sífelszerelést és egy after-sífelszerelést? – Ich rufe wegen der Anzeige an. Haben Sie eine Skiausrüstung und eine After-Ski-Ausrüstung inseriert? :Jó napot, igen, én hirdettem meg. – Guten Tag, ja, ich habe sie inseriert. :Megmondaná, kérem, hogy mi is az az after-sífelszerelés? – Würden Sie mir bitte sagen, was genau eine After-Ski-Ausrüstung ist? :Két darab mankó. - Zwei Krücken. :------------------------ :A parkban egy férfi azt mondja egy nőnek, aki a padon ül: „Szeretlek!” – Im Park sagt ein Mann zu einer Frau, die auf der Parkbank sitzt: „Ich liebe dich!“ :A nő: „És mi a helyzet a feleségeddel?” – Die Frau: „Und was ist mit deiner Frau?“ :A férfi: „A feleségem? A feleségem nem szeret téged.” – Der Mann: „Meine Frau? Meine Frau liebt dich nicht.“ :------------------------ :Egy régi NDK-vicc: - Ein alter DDR-Witz: :Miért jön most ilyen sok munkás hátizsákkal a munkából. - Warum kommen jetzt so viele Arbeiter mit Rucksack von der Arbeit. :Mert Walter Ulbricht a beszédében a partgyűlésen azt mondta, hogy a cégeinkből sokkal többet ki lehet hozni. - Weil Walter Ulbricht auf seiner Rede auf dem Parteitag gesagt hat: Aus unseren Betrieben kann man noch viel mehr rausholen. :------------------------ :Version 1 :A nő: „Honnan vannak ezek a karmolások a hátadon?” – Sie: Woher sind diese Kratzer auf deinem Rücken? :A férfi: „Olyan fáradt voltam, hogy már nem tudtam járni. Egy sas hozott ide.” – Er: Ich war so müde und konnte nicht mehr laufen. Ein Adler hat mich hergebracht. :Version 2 :A nő: „Mitől vannak ezek a karcolások a hátadon?” – Sie: Woher sind diese Kratzer auf deinem Rücken? :A férfi: „Teljesen kimerültem, nem bírtam menni tovább. Egy sas hozott haza.” – Er: Ich war so müde und konnte nicht mehr laufen. Ein Adler hat mich hergebracht. :Version 3 :A nő kérdezi: „Miért ilyen karcos a hátad?” – Sie: Woher sind diese Kratzer auf deinem Rücken? :A férfi válaszol: „Annyira elfáradtam, hogy nem tudtam továbbmenni. Egy sas hozott el.” – Er: Ich war so müde und konnte nicht mehr laufen. Ein Adler hat mich hergebracht. :------------------------ :Version 1 :A nagymamám mindig azt mondta: a kéznek a legjobb gyakorlat a pénzszámolás. – Meine Oma hat immer gesagt: Die beste Übung für die Hand ist Geldzählen. :Elmúlnak tőle az ízületi fájdalmak, normalizálódik a vérnyomás, eltűnik a fej- és fogfájás. – Davon gehen die Schmerzen in den Gelenken weg, der Blutdruck normalisiert sich, die Kopf- und Zahnschmerzen verschwinden. :Jobb lesz a látásom, az étvágyam, a ruhatáram, a külsőm és a lakásom is. – Das Sehen wird besser, auch der Appetit, meine Garderobe, das Aussehen und die Wohnung. :Version 2 :A nagyi szerint a kéz legjobb tornája a pénz számolása. – Meine Oma sagte: Die beste Übung für die Hand ist das Zählen von Geld. :Rögtön rendbe jönnek az ízületek, a vérnyomás, eltűnnek a fej- és fogfájások. – Sofort verschwinden (kommen in Ordnung) Gelenkschmerzen (die Gelenke), der Blutdruck wird normal, Kopf- und Zahnschmerzen gehen weg. :És hirtelen jobb a szemem, az étvágyam, a ruháim, a kinézetem és a lakásom. – Und plötzlich werden Sehen, Appetit, Garderobe, Aussehen und Wohnung besser. :Version 3 :A nagymamám esküdött rá: nincs jobb kézgyakorlat a pénzszámolásnál. – Meine Oma schwor darauf: Es gibt keine bessere Handübung als Geldzählen. :Megszűnnek az ízületi panaszok, helyreáll a vérnyomás, eltűnik a fej- és fogfájás. – Dadurch verschwinden Gelenkbeschwerden, der Blutdruck normalisiert sich, Kopf- und Zahnschmerzen gehen weg. :Sőt javul a látás, az étvágy, a ruhatár, a megjelenés és még a lakás is. – Sogar Sehen, Appetit, Garderobe, Aussehen und sogar die Wohnung werden besser. :------------------------ :Version 1 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Elutazzak-e egy konferenciára Nyugatra, még akkor is, ha a költségeket magamnak kell állnom?” (konjugierter Infinitiv) – „Soll ich zu einer Tagung in den Westen fahren, obwohl (= selbst dann) ich die Kosten dafür selbst tragen muss?“ :„Elvileg igen. Visszaútra jegyet úgysem kell vennie.” (konjug. Infinitiv) – „Im Prinzip ja. Sie müssen ja keine Rückfahrkarte kaufen.“ ::még akkor is - obwohl; selbst dann ::költség (Singular!) - Ausgaben, Kosten ::állni a költségeket - die Kosten tragen ::úgysem - sowieso nicht; ohnehin nicht; ja doch nicht ::úgysem - es wird ohnehin nicht passieren; es hat sowieso keinen Sinn; unabhängig davon nicht ::sem - nicht ::egyáltalán nem - überhaupt nicht; gar nicht ::vesz/venni - nehmen, kaufen) ::unbestimmte Konjugation: veszek, veszel, vesz, veszünk, vesztek, vesznek ::bestimmte Konjugation: veszem, veszed, veszi, (FALSCH: veszjük) vesszük; veszitek, veszik ::konjugierter Infinitiv: vennem, venned vennie, vennünk, vennitek, venniük :Version 2 :„Érdemes-e Nyugatra mennem egy tanácskozásra, ha mindent saját zsebből kell fizetnem?” – „Lohnt es sich zu einer Tagung in den Westen fahren, wennl ich alles aus der eigenen Tasche bezahlen muss?“ :„Alapjában véve igen, hiszen a hazautazáshoz nincs szükség jegyre.” – „Im Prinzip ja, denn für die Heimreise ist eine Fahrkarte nicht notwendig.“ ::megéri - es lohnt sich ::érdemes - sich lohnen, wert sein, rentabel ::érték - der Wert ::érdemes menni - es lohnt sich zu fahren ::érdemes mennem - es lohnt sich für mich zu fahren ::kell fizetni - man muss bezahlen ::kell fizetnem - ich muss bezahlen :megy/menni: - gehen, fahren ::unbestimmte Konjugation: megyek, mész, megy, megyünk, mentek, mennek ::bestimmte Konjugation: (gibt es NICHT; denn “megy” ist nur “fahren” im Sinne von “mitfahren” - nicht “lenken”) ::konjugierter Infinitiv: mennem, menned, mennie, mennünk, mennetek, menniük ::fizet - bezahlen ::unbestimmte Konjugation: fizetek, fizetsz [fizecc], fizet, tizetünk, fizettek (NICHT: fizetek), fizetnek ::bestimmte Konjugation: fizetem, fizeted, fizeti, fizetjük [fizettyük], fizetitek,fizetik ::konjugierter Infinitiv: fizetnem, fizetned, fizetnie, fizetnünk, fizetnetek,fizetniük ::szükség van vmire - für (auf) etwas notwendig sein ::szükség van vkire - für (auf) jemanden notwendig sein :------------------------ :Version 1 :Egy férfi a feleségével van a strandon, és más bikinis nőket néz. – Ein Mann ist mit seiner Frau am Strand und schaut anderen Frauen im Bikini nach. :A feleség: „Viselkedj [viselkeggy] rendesen! Hiszen velem vagy itt.” – Sie: „Benimm dich! Du bist schließlich mit mir hier.“ :(hiszen - doch, schließlich, immerhin, du bist ja, denn - Modalpartikel) :A férfi: „Na és? Ha diétázom, attól még elolvashatom az étlapot az étteremben.” – Er: „Na und? Wenn ich eine Diät mache, kann ich doch trotzdem die Speisekarte im Restaurant lesen.“ :Version 2 :Egy férj a strandon bámulja a bikinis nőket, miközben a felesége mellette van. – Ein (Ehe)Mann starrt am Strand anderen Frauen im Bikini an, während seine Frau neben ihm ist. :A feleség rászól: „Fogd vissza magad, együtt vagyunk.” – Die Ehefrau sagt zu ihm: „Halte dich zurück, wir sind zusammen.“ :A férj válaszol: „Ha fogyókúrázom, attól még nézegethetem az étlapot.” – Er: „Wenn ich eine Abmagerungskur mache, kann ich trotzdem die Speisekarte lesen (begucken, angucken).“ :Version 3 :Egy férfi a tengerparton más nőket figyel bikiniben. – Ein Mann beobachtet am Meeresstrand anderen Frauen im Bikin. :A felesége azt mondja: „Ne csináld! Velem vagy.” – Seine Frau sagt: „Mach das nicht! Du bist mit mir hier.“ :A férfi így felel: „A diéta nem tiltja az étlap olvasását.” – Der Mann antwortet: „Eine (die) Diät verbietet nicht, das Lesen der Speisekarte.“ :------------------------ :Version 1 :Az emésztésem javítására sört iszom. – Um meine Verdauung zu verbessern trinke ich Bier. :Ha nincs étvágyam, fehérbort, alacsony vérnyomásra vörösbort, magas vérnyomásra konyakot, anginára vodkát. – Wenn ich keinen Appetit habe trinke ich Weißwein, bei niedrigem Blutdruck Rotwein, bei hohem Blutdruck Konjak, bei Angina Wodka. :„És mikor iszol vizet?” – „Und wann trinkst du Wasser?“ :„Ilyen betegségem még nem volt.” – „So eine Krankheit hatte ich noch nicht.“ :Version 2 :Sört iszom, hogy jobb legyen az emésztésem. Étvágytalanságra fehérbor, alacsony vérnyomásra vörösbor, magasra konyak, torokfájásra vodka. – Um die Verdauung zu verbessern trinke ich Bier. Bei Appetitlosigkeit Weißwein, bei niedrigem Blutdruck Rotwein, bei hohem Blutdruck Cognac, bei Halsschmerzen Wodka. :„Vizet mikor iszol?” – „Wann trinkst du Wasser?“ :„Olyan bajom még nem volt.” – „So eine Krankheit hatte ich noch nicht.“ :Version 3 :Az emésztésre sör, étvágyra fehérbor, alacsony vérnyomásra vörösbor, magasra konyak, anginára vodka. – Für die Verdauung Bier, für den Appetit Weißwein, bei niedrigem Blutdruck Rotwein, bei hohem Blutdruck Konjak, bei Angina Wodka. :„És a víz?” – „Und Wasser?“ :„Azt a betegséget még nem kaptam el.” – „Diese Krankheit hatte ich noch nicht.“ :------------------------ :Version 1 :Bátorság az, amikor hajnali háromkor totál részegen hazajössz, a feleséged seprűvel vár, és megkérdezed: „Takarítasz, vagy még elrepülsz?” – Mut ist, wenn man morgens um drei Uhr total besoffen nach Hause kommt, die Frau mit einem Besen auf dich wartet und du fragst: Bist du am Putzen oder fliegst du noch weg? :Version 2 :Az igazi bátorság az, ha hajnali háromkor hullarészegen hazaérsz, az asszony seprűvel áll előtted, te pedig megkérdezed: „Most takarítasz, vagy indul a felszállás?” – Mut ist, wenn man um drei Uhr morgens stockbesoffen nach Hause kommt, die Frau mit dem Besen vor dir steht und du fragst: Putzt du oder fliegst du gleich los? :(hulla - die Leiche) :Version 3 :Bátor ember az, aki hajnali háromkor részegen hazabotorkál, a felesége seprűvel várja, és ő nyugodtan megkérdi: „Seprés van, vagy még repülés?” – Mut ist es, wenn man um drei Uhr morgens betrunken nach Hause kommt, die Frau mit dem Besen wartet und man fragt: Bist du am Putzen oder fliegst du noch weg? (Ist jetzt Putzen/Kehren oder noch Fliegen?) :(botorkál - torkeln, stolpern) :------------------------ :Version 1 :Egy macsó a másikhoz: „Mit fogadtál meg az új évre?” – Ein Macho zum anderen: „Was hast du dir für das neue Jahr vorgenommen?“ :A másik erre: „Heikét, Bettinát, Monikát, Kerstint és Gabi­t.” – Darauf der Zweite: „Heike, Bettina, Monika, Kerstin und Gabi!“ :Version 2 :Az egyik macsó megkérdezi: „Mi az újévi fogadalmad?” – Ein Macho fragt den anderen: „Was ist dein Neujahrsvorsatz?“ :A válasz: „Heike, Bettina, Monika, Kerstin és Gabi.” – Die Antwort: „Heike, Bettina, Monika, Kerstin und Gabi.“ :Version 3 :Egy macsó odaszól a másiknak: „Mit terveztél az új évre?” – Ein Macho zum anderen: „Was hast du fürs neue Jahr geplant (vorgenommen)?“ :A másik így felel: „Heike, Bettina, Monika, Kerstin meg Gabi.” – Der andere antwortet: „Heike, Bettina, Monika, Kerstin und Gabi.“ :------------------------ :Version 1 :Rádiós bemondó: „Óraösszehasonlítás! … Az enyém szebb.” – Radiosprecher: Uhrenvergleich! … Meine ist schöner. :Version 2 :Rádióbemondó: „Órát ellenőrzünk! … Az én órám szebb.” – Radiosprecher: Wir überprüfen die Uhr/die Uhrzeit! … Meine ist schöner. :Version 3 :A rádióban: „Órák összevetése! … Az enyém a szebb.” – Radiosprecher: Uhrenvergleich! … Meine ist die Schönere. ::(összevethető - vergleichbar) :------------------------ :Version 1 :Egy férfit beszállítanak az elmegyógyintézetbe (a pszichiátriara). – Ein Mann wird in die Irrenanstalt (die Psychologie) eingeliefert. :Az első éjszakán minden újat gumiszobába zárnak. – Alle Neuen werden in der ersten Nacht in eine Gummizelle gesteckt. :Randaliroznak, ezért az ápolók kinyitják az ajtót. – Sie randalieren, also öffnen die Aufseher die Gummizelle. :Az idióták újra meg újra a falnak ugranak. – Die Idioten springen immer wieder gegen die Wand. :Csak egy férfi ül nyugodtan a sarokban. – Nur ein Mann sitzt ruhig in der Ecke. :Megkérdezik, mi a helyzet. – Sie fragen ihn, was los ist. :Ő így válaszol: „Húztam egy krétavonalat a falra, és azt mondtam, aki átugorja, kap tőlem 100 eurót.” – Er antwortet: „Ich habe einen Kreidestrich an die Wand gemalt und gesagt, wer drüberspringt, bekommt 100 Euro von mir.“ :Version 2 :Egy férfit elmegyógyintézetbe visznek. – Ein Mann wird in eine Irrenanstalt gebracht. :Az újoncokat az első éjjel gumiszobába teszik. – Die Neuen kommen in der ersten Nacht in eine Gummizelle. :Zajonganak, az őrök benyitnak. – Sie randalieren, die Aufseher öffnen. :Mindenki a falnak ugrál. – Alle springen gegen die Wand. :Egy ember békésen ül a sarokban. – Einer Mann sitzt friedlich in der Ecke. :Megkérdezik, miért. – Man fragt ihn warum. :„Krétával húztam egy vonalat, és mondtam: aki átugorja, kap száz eurót.” – „Ich zog eine Linie mit Kreidel und sagte: Wer drüberspringt, bekommt hundert Euro.“ :Version 3 :Egy férfi bekerül a diliházba. – Ein Mann kommt in die Irrenanstalt. :Az első éjszakán gumiszobába zárják az újakat. – In der ersten Nacht werden die Neuen in die Gummizelle eingeschlossen. :Balhé van, kinyitják az ajtót. – Es gibt Krawall, die Tür wird geöffnet. :Mindenki a falnak ugrik, kivéve egyet. – Alle springen gegen die Wand, außer einem. :Ő csendben ül. – Er sitzt ruhig da. :Megkérdezik, miért. – Man fragt ihn weshalb. :„Krétavonalat rajzoltam, és azt mondtam: száz euró annak, aki átugorja.” – „Ich habe eine Kreidelinie gezeichnet und gesagt: Hundert Euro für den, der drüberspringt.“ :------------------------ :Version 1 :Két idióta meg akar szökni az elmegyógyintézetből. – Zwei Idioten wollen aus der Irrenanstalt fliehen. :Az egyik azt mondja: „Felvilágítok a zseblámpával a fal tetejéig, te pedig felmászol a fénycsóván.” – Der erste sagt: „Ich leuchte mit der Taschenlampe bis zur Mauer hoch, und du kletterst den Lichtstrahl hinauf.“ :A másik válaszol: „Nem csinálom, nem vagyok hülye. Félúton lekapcsolod a lámpát, én meg lezuhanok.” – Der zweite Idiot antwortet: „Nein, das mache ich nicht, ich bin doch nicht blöd. Auf halbem Weg schaltest du die Lampe aus und ich falle runter.“ :Version 2 :Két bolond szökést tervez az elmegyógyintézetből. – Zwei Idioten planen die Flucht aus der Irrenanstalt. :Az első: „A zseblámpával felvilágítok a falra, te felmászol a fénysugáron.” – Der erste: „Ich leuchte mit meiner Taschenlampe zur Mauer (hoch), du kletterst auf dem Lichtstrahl hoch.“ :A második: „Ugyan már! (= De hogy is!) Félúton lekapcsolod, és leesek.” – Der zweite: „Ach komm! (= Spinnst du? = Auf keinen Fall!) Halb oben schaltest du aus, und ich falle runter.“ :Version 3 :Két idióta meg akar lépni a diliházból. – Zwei Idioten wollen aus der Irrenanstalt abhauen (türmen). :Az egyik így áll elő: „Felvilágítok a falra, és azon a fényen felmászol.” – Einer von ihnen sagt Folgendes: „Ich leuchte zur Mauer hoch, und du kletterst auf diesem Licht hoch.“ :A másik rávágja: „Nem, mert amikor félig fenn vagyok, lekapcsolod, és lezuhanok.” – Der andere wirft ein (wiederspricht; kontert): „Nein, denn wenn ich bis zur Hälfte (= halb) oben bin, schaltest du es aus, und ich stürze ab.“ :------------------------ :Version 1 :Két őrült két kerékpárral megszökik az elmegyógyintézetből. – Zwei Irre fliehen aus der Irrenanstalt mit zwei Fahrrädern. :Éjszaka a kerékpárjukkal takaróznak be. – Nachts decken sie sich mit ihrem Fahrrad zu. :Másnap reggel az egyik azt mondja: „Nagyon fáztam ezen az éjszakán.” – Am nächsten Morgen sagt der eine: „Ich habe sehr gefroren in dieser Nacht.“ :A másik válaszol: „Nem csoda, a te első kerekedből hiányzik egy küllő.” – Der andere antwortet: „Kein Wunder, von deinem Vorderrad fehlt (ja) auch eine Speiche.“ :Version 2 :Két bolond biciklivel megszökik a diliházból. – Zwei Irre fliehen mit Fahrrädern aus der Irrenanstalt. :Éjjel a bringáikkal takaróznak. – Nachts benutzen sie ihre Fahrräder als Decke. :Reggel az egyik panaszkodik: „Iszonyúan fáztam.” – Am Morgen klagt der eine: „Ich habe schrecklich gefroren.“ :A társa: „Hát persze, az első kerekedből hiányzik egy küllő.” – Sein Kamerad: „Klar (= Nun, selbstverständlich = na ja) , an deinem Vorderrad fehlt eine Speiche.“ :Version 3 :Két elmebeteg két kerékpárral szökik meg. – Zwei Geisteskranke fliehen mit zwei Fahrrädern. :Az éjszakát a biciklikkel betakarózva töltik. – Die Nacht verbringen sie, zugedeckt mit ihren Fahrrädern. :Másnap az egyik mondja: „Nagyon hideg volt az éjjel.” – Am nächsten Tag sagt der eine: „Es war sehr kalt in der Nacht.“ :A válasz: „Nem csoda, hiányzik egy küllő az első kerekedből.” – Die Antwort: „Kein Wunder, an deinem Vorderrad fehlt eine Speiche.“ :------------------------ :Version 1 :Egy férfi egy megállóban áll. – Ein Mann steht an der Haltestelle. :Kockás inget visel, tele számokkal. – Er trägt ein Hemd mit lauter Karos und Nummern. :Egy másik férfi megkérdezi, miért vannak számok az ingen. – Ein anderer Mann fragt ihn, warum er die ganzen Nummern auf dem Hemd hat. :A férfi válaszol: „Ha viszket a hátam, csak szólnom kell a feleségemnek: ‚Emma, vakard meg a 21-esnél, most meg a 72-esnél.‘” – Der Mann antwortet: „Wenn es mich am Rücken juckt, brauche ich meiner Frau nur zu sagen: ‚Emma, kratz mich mal auf der 21 und jetzt auf der 72.‘“ :Version 2 :Egy férfi várakozik a buszmegállóban. – Ein Mann wartet an der Haltestelle. ::(Egy férfi várja a buszt a buszmegállóban. – Ein Mann wartet an der Haltestelle auf den Bus.) :Számozott kockás inget hord. – Er hat ein kariertes Hemd mit Nummern an. :Egy járókelő rákérdez a számokra. – Ein Passant (= Fußgänger) fragt nach den Nummern. :A válasz: „Ha viszket a hátam, megmondom a feleségemnek, hol vakarja: 21, aztán 72.” – Die Antwort: „Wenn mein Rücken juckt, sage ich meiner Frau einfach, wo sie kratzen soll: 21, dann 72.“ :Version 3 :Egy férfi áll a megállóban egy számozott kockás ingben. – Ein Mann steht an der Haltestelle mit einem karierten, nummerierten Hemd. :Valaki megkérdezi, mire jók a számok. – Jemand fragt, wozu die Nummern gut sind. :„Így könnyű,” mondja, „csak szólok Emmának: 21-es, most 72-es.” – „So ist es einfach“, sagt er, „ich sage nur zu Emma: 21 und jetzt 72.“ :------------------------ :Version 1 :Egy férfi megy a sivatagban. – Ein Mann geht durch die Wüste. :Szembetalálkozik egy másik férfival, aki egy nehéz fagerendát cipel. – Da kommt ihm ein anderer Mann entgegen (begegnet ihm ein ...), der einen schweren Holzbalken schleppt. :„Miért viszed ezt a gerendát?” – „Warum trägst du diesen Balken?“ :„Ha jön egy oroszlán, eldobom a gerendát, és akkor gyorsabban el tudok futni.” – „Wenn ein Löwe kommt, werfe ich den Balken weg und dann kann ich schneller wegrennen.“ :Version 2 :Egy ember átvág a sivatagon. – Ein Mann durchquert die Wüste. :Egy másik jön vele szembe, vállán egy súlyos gerendával. – Ein anderer kommt ihm entgegen, auf der Schulter mit einem schweren Balken. :„Miért cipelsz magaddal egy ilyen gerendát?” – „Warum schleppst du so einen Balken mit dir?“ :„Oroszlán esetén eldobom, és előnybe kerülök futáskor.” – „Falls ein Löwe (auftaucht), werfe ich (ihn) weg und bin beim Laufen schneller.“ (= Ich verschaffe mir beim Laufen einen Vorteil. = Ich gerate beim Laufen in Vorteil.) :Version 3 :Egy férfi bandukol a sivatagban. – Ein Mann schlendert durch die Wüste. :Egy másik férfival találkozik, aki egy nagy fagerendát hurcol. – Er trifft (sich mit) einen Mann, der einen großen Holzbalken schleppt. :„Ez meg minek?” – „Wozu ist das denn?“ :„Vész esetén eldobom, és gyorsabban menekülök.” – „Im Notfall werfe ich (ihn) weg und kann schneller fliehen.“ :------------------------ :Version 1 :Az ördög fogva tartja Sztálint a pokolban. – Der Teufel hält Stalin in der Hölle gefangen. :Sztálin alkudozik az ördöggel, míg az (= az ördög) beleegyezik, hogy elengedi, ha Sztálin olyan feladatot ad, amit az ördög nem tud megoldani. – Stalin feilscht (= handelt) mit dem Teufel, bis dieser (der Teufel) :zustimmt (= einwilligt), ihn freizulassen, wenn Stalin ihm eine Aufgabe stellen kann, die der Teufel nicht lösen kann. :Sztálin azt mondja: „Eresztettem egyet (= Fingottam egyet). Fuss utána, és fesd zöldre!” – Stalin sagt: „Ich habe einen fahren lassen. Renn hinterher und streich ihn grün an!“ :Version 2 :Az ördög foglyul ejti Sztálint a pokolban. (= Az ördög elfogja Sztálint a pokolban.) – Der Teufel nimmt Stalin in der Hölle gefangen. :Hosszú tárgyalás után az ördög vállalja, hogy elengedi, ha kap egy megoldhatatlan feladatot. – Nach Verhandlungen ist der Teufel bereit (= verpflichtet sich), ihn freizulassen, wenn er eine unlösbare Aufgabe bekommt. :Sztálin így szól: „Szellentettem. Kapj el, és fesd zöldre!” – Stalin sagt: „Ich habe einen fahren lassen. Fangt ihn und streicht ihn grün an!“ :Version 3 :Sztálin a pokolban az ördög fogságába kerül. – Stalin gerät in der Hölle in die Gefangenschaft des Teufels. :Az ördög csak akkor engedi el, ha olyan feladatot kap, amit nem lehet megoldani. – Der Teufel lässt ihn nur frei, wenn er eine Aufgabe bekommt, die er nicht lösen kann. :Sztálin: „Kieresztettem egyet. Rohanj utána, és fesd zöldre!” – Stalin: „Ich habe einen fahren lassen. Lauf hinterher und streich ihn grün an!“ :------------------------ :Version 1 :„Mit szeret jobban, a bort vagy a nőket?” – „Was mögen Sie lieber, Wein oder Frauen?“ :„Ez az évjárattól függ.” – „Das hängt vom Jahrgang ab.“ :Version 2 :„Mit részesít előnyben: a bort vagy a nőket?” – „Was bevorzugen Sie: Wein oder Frauen?“ :„Az attól függ, milyen az évjárat.” – „Das hängt davon ab, wie der Jahrgang ist (= was für ein).“ :előnyben részesít - bevorzugen :hátrányban részesít - benachteiligen :Version 3 :„Ön inkább a bort kedveli, vagy inkább a nőket?” – „Mögen Sie eher Wein oder lieber Frauen?“ :„Ez teljes mértékben az évjárat kérdése.” – „Das ist völlig eine Frage des Jahrgangs.“ :teljesen mértékben - voll und ganz (wörtlich: in vollem Maße) :------------------------ :Version 1 :Nincs twitterem és nincs instagramom. – Ich habe kein Twitter und kein Instagram. :Egyszerűen az utcán sétálok, és ismeretlen embereknek mesélem, mit eszem és mit iszom, meg hogy mi van velem otthon és a munkahelyen. – Ich gehe einfach auf der Straße und erzähle fremden Leuten, was ich esse und trinke und wie es mir zu Hause und bei der Arbeit geht. :Már három követőm is van: egy orvos és két rendőr, követnek engem az utcán. akik utánam jönnek. – Ich habe sogar schon drei Follower: einen Arzt und zwei Polizisten, die mir auf der Straße folgen. :követő- der Follower :Version 2 :Nincs twitterfiókom, és instagramot [inschtagramot] sem használok. – Ich habe keinen Twitter-Account und benutze auch kein Instagram. :Csak úgy sétálgatok az utcán, és vadidegeneknek elmondom, mit ettem, mit ittam, és hogy mi újság otthon meg a munkában. – Ich spaziere einfach so auf der Straße und erzähle wildfremden Leuten, was ich gegessen und getrunken habe und was es zu Hause und auf Arbeit (= inder Arbeit) für Neuigkeiten gibt. :Három követőm már biztos van: egy orvos és két rendőr, akik folyamatosan követnek. – Drei Follower habe ich schon sicher: einen Arzt und zwei Polizisten, die mir ständig folgen. :Version 3 :Nincs jelenlétem sem a twitteren, sem az instagramon. – Ich bin weder auf Twitter noch auf Instagram vertreten (= anwesend). :Helyette az utcán járkálva (= sétálva) ismeretlenekkel osztom meg, mit fogyasztok, és hogyan alakul az életem otthon és a munkahelyemen. – Stattdessen teile ich auf der Straße mit gehenden Unbekannten, was ich konsumiere und wie sich mein Leben zu Hause und am Arbeitsplatz gestaltet. :Ennek eredményeként már három követőm akad: egy orvos és két rendőr, akik mindig a nyomomban vannak. – Als Ergebnis habe ich bereits drei Follower: einen Arzt und zwei Polizisten, die mir immer auf den Fersen sind (= auf meiner Spur sind). :jelenlét - Anwesenheit, Präsenz :akad 3 követőm = van 3 követőm - ich habe 3 Follower :------------------------ :Version 1 :A pénz megrontja a jellemet? – Verdirbt Geld den Charakter? :Nem, a pénz nem rontja meg a jellemet, csak megmutatja, milyen jelleme van az embernek. – Nein, Geld verdirbt nicht den Charakter, sondern zeigt nur, welchen Charakter ein Mensch hat. :Version 2 :A pénz elrontja az ember jellemét? – Verdirbt Geld den Charakter des Menschen? :Nem, a pénz nem teszi tönkre a jellemet, csupán felfedi, milyen is az adott ember valójában. – Nein, Geld ruiniert (= kaputt machen) den Charakter nicht, sondern legt lediglich (= nur) offen (= aufdecken), wie ein Mensch ist. (wörtlich: was für einer denn der gegebene/jeweilige Mensch wirklich ist) :Version 3 :Valóban megrontja a pénz a jellemet? – Verdirbt Geld wirklich den Charakter? :Nem, a pénz nem változtatja meg a jellemet, hanem láthatóvá teszi, milyen személyiség rejtőzik az ember mögött. – Nein, Geld verändert den Charakter nicht, sondern macht sichtbar, welche Persönlichkeit sich hinter dem Menschen versteckt. ::milyen bújik meg - was sich versteckt :------------------------ :Version 1 :Hogy hívják azt a nőt, aki mindig tudja, hol van a férje? – Wie nennt man eine Frau, die immer weiß, wo ihr Mann ist? :Özvegynek hívják. – Man nennt sie eine Witwe. :Version 2 :Mi a neve annak a nőnek, aki pontosan tudja, merre jár a férje? – Wie heißt eine Frau, die genau weiß, wohin ihr Mann gegangen ist? :Úgy hívják, hogy özvegy. – Sie heißt Witwe. (Man nennt sie so: Witwe.) :Version 3 :Hogyan nevezik azt a nőt, aki soha nem bizonytalan afelől, hol van a férje? – Wie nennt man eine Frau, die niemals darüber unsicher ist, wo ihr Mann sich befindet? :Az ilyen nőt özvegynek nevezik. – Eine solche Frau nennt man eine Witwe. :bizonytalan vmi felől - sich über etwas unsicher sein :bizonytalan vmiről - sich bei (von) etwas unsicher sein :bizonytalan vmiben - sich in (bei) etwas unsicher sein :bizonyos vmiben - sich in (bei) etwas sicher sein :------------------------ :Version 1 :Egy férfi egy bárban egymás után rendeli az italokat. – In einer Bar bestellt ein Mann ein Glas nach dem anderen. ::(egy férfi a másik után - ein Mann nach dem anderen) ::(egy férfi egymás után - ein Mann nach dem anderen) :A csapos végül nem bírja tovább kíváncsiságból, és megkérdezi: megkérdezhetem, mi rossz történt Önnel? – Der Barkeeper hält es vor Neugier nicht mehr aus und fragt: Darf ich fragen, was Ihnen Schlimmes passiert ist? :Összevesztem a feleségemmel, és azt mondta, hogy egy hónapig nem beszél velem. – Ich habe mich mit meiner Frau gestritten, und sie hat mir angekündigt, einen Monat lang nicht mit mir zu sprechen. ::El tudom képzelni, milyen lehet ez (= milyen ez). – Ich kann mir vorstellen, wie das sein kann (= wie das ist). ::Igen, és ma van az utolsó nap. – Ja, und heute ist der letzte Tag. :Version 2 :Egy férfi egy bárban poharat pohár után rendel. – Ein Mann bestellt in einer Bar ein Glas nach dem anderen. :A csapos kíváncsisága végül győz, és megkérdezi: szabad tudnom, mi történt Önnel? – Die Neugier des Barkeepers siegt schließlich, und er fragt: Darf ich wissen, was Ihnen passiert ist? :Összevesztem a feleségemmel, és közölte, hogy egy hónapig nem szól hozzám. – Ich habe mich mit meiner Frau gestritten, und sie erklärte, einen Monat lang nicht mit mir zu reden. :Értem, ez biztos nem könnyű. – Ich verstehe, das ist sicher nicht leicht. :Igen, és pont ma jár le az egy hónap. – Ja, und genau heute läuft der Monat ab. :Version 3 :Egy férfi a bárpultnál sorra rendeli az italokat. – Ein Mann bestellt am Bartresen ein Getränk nach dem anderen. :A csapos végül rákérdez: elárulná, miért iszik ennyit? – Der Barkeeper fragt schließlich nach: Würden Sie mir verraten (= offenbaren; sagen), warum Sie so viel trinken? :Összekaptunk a feleségemmel, és megígérte, hogy egy hónapig nem beszél velem. – Wir haben uns mit meiner Frau gestritten (= verkracht), und sie hat versprochen, einen Monat lang nicht mit mir zu reden. :Elhiszem, hogy ez megterhelő. – Ich glaube Ihnen, dass das belastend ist. :Igen, és sajnos ma van az utolsó nap. – Ja, und leider ist heute der letzte Tag. :------------------------ :Version 1 :Figyelem, autósok! Fontos figyelmeztetés. Az M7-es (hetes) autópályán, Soltau térségében egy szellemautós halad szembe a forgalommal. Kérjük, mindkét irányban vezessenek óvatosan, és ne előzzenek. – Achtung Autofahrer! Eine wichtige Warnmeldung. Auf der A7 bei Soltau kommt Ihnen ein Geisterfahrer entgegen (ein Geisterauto fährt ihnen entgegen mit dem Verkehr). Bitte fahren Sie in beiden Richtungen vorsichtig und überholen Sie nicht. :Micsoda? Hogy egy? Több száz van! Az összeset el kellene távolítani az útról. – Was? Von wegen einer. Es sind Hunderte. Die müsste man alle aus dem Verkehr ziehen (entfernen). :Version 2 :Figyelem, figyelem! Közlekedési riasztás. Az A7-esen, Soltau közelében szembejövő járműre figyelmeztetnek. Fokozott óvatosság szükséges, előzés tilos. – Achtung! Verkehrswarnung. Auf der A7 nahe Soltau wird vor einem entgegenkommenden Fahrzeug gewarnt. Bitte besondere Vorsicht, Überholen verboten. :Egy szellemautós? Ugyan már, tele van velük az út. Mindet ki kellene szűrni. – Ein Geisterfahrer? Aber bitte (= Bah! Ach! Oh!), die Straße ist voll davon (mit ihnen). Die müsste man alle aussortieren. ::figyelmeztet - warnen; wird gewarnt; aufmerksam machen (-tat/-tet) :Version 3 :Közlekedési közlemény: az A7-es autópályán, Soltau magasságában szembe haladó jármű veszély van. Kérjük, mindkét irányban lassítsanak és tartózkodjanak az előzéstől. – Verkehrsdurchsage (Mitteilung, Meldung: Auf der A7, in Höhe von Soltau besteht Gefahr durch ein entgegenkommendes Fahrzeug. Wir bitten in beiden Richtungen langsam fahren (zu verlangsamen) und nicht überholen (und halten sie sich vom Überholen zurück). :Egyetlen egy? Nevetséges. Százával jönnek szembe, mindet le kellene állítani. – Ein einziger? Lächerlich. Es kommen Hunderte entgegen, die müsste man alle stoppen. :------------------------ :Version 1 :A pszichológus [pszihológus ] azt mondta, hogy írjak egy levelet annak az embernek, aki feldühít, és aztán égessen el. – Der Psychologe hat mir gesagt, dass ich einen Brief an den Menschen schreiben soll, der mich wütend macht, und dass ich ihn dann verbrennen soll. :De mit csináljak a levéllel? – Aber was soll ich mit dem Brief machen? ::pszichológia [pszihológia] - Psychologie ::pszichopata [pszihopata] - Psychopath ::technika [teknika] - Technik ::mechanika [mehanika] - Mechanik :Version 2 :A pszichológus azt tanácsolta, hogy írjak levelet annak, aki felidegesít, majd égessem el. – Der Psychologe hat mir geraten, einen Brief an denjenigen zu schreiben, die mich wütend macht, und ihn danach zu verbrennen. :És a levéllel mi legyen? – Und was soll mit dem Brief werden? (was soll mit dem Brief sein?) (Und was machen wir mit dem Brief?) :Version 3 :A pszichológus szerint levelet kellene írnom annak, aki dühössé tesz, és utána elégetni. – Dem Psychologen zufolge,solle ich einen Brief an denjenigen schreiben, der mich wütend macht, und ihn anschließend verbrennen. :Rendben, de a levéllel mit kezdjek? – Einverstanden, aber was soll ich mit dem Brief anfangen? :------------------------ :Version 1 :A nő: Választanod kell: én vagy a sör. – Die Frau: Du musst dich entscheiden: Ich oder Bier. :A férfi: Mennyi sör? – Der Mann: Wie viel Bier? :Version 2 :A nő: Döntened kell, vagy én, vagy a sör. – Die Frau: Du musst dich entscheiden, oder ich, oder das Bier. (entweder ich oder das Bier) :A férfi: Mekkora mennyiségű sör? – Der Mann: Wie viel Bier? (wie viel; welche Menge; wie große Menge) ::Anmerkung/Korrektur: Hier ist “mekkora” falsch, denn “mekkora” fragt nicht primär nach Menge, sondern nach Ausmaß, Größe, Umfang, Dimension. ::mekkora - wie groß? / von welcher Größe? ::Mekkora a ház? - Wie groß ist das Haus? ::Mekkora a távolság? - Wie groß ist die Entfernung? ::Mekkora a késés? - Wie groß ist die Verspätung? :Version 3 :A nő: Ideje választani (én) köztem és a sör között. – Die Frau: Es ist Zeit zu entscheiden, zwischen mir und dem Bier. :A férfi: Pontosan mennyi sör? – Der Mann: Wie viel Bier genau? :------------------------ :Version 1 :Bemutatás - (einander vorgestellt werden; sich vorstellen); Vorstellung :bemutatták egymásnak = sie wurden einander vorgestellt :Nem sokkal az esküvő után, egy fogadáson a férj: „Hadd mutassam be, ő a feleségem.” – Kurz nach der Hochzeit, bei einem Empfang: „Darf ich vorstellen, das ist meine Frau. (sie ist meine Frau)“ :Az aranylakodalmon, egy fogadáson a férj: „El tudja képzelni, ő a feleségem.” – Zur Goldenen Hochzeit, bei einem Empfang: „Können Sie sich das vorstellen, das ist meine Frau.“ :A gyémántlakodalmon, egy fogadáson a férj: „Álljon csak ide elé, ő a feleségem.” – Zur Diamantenen Hochzeit, bei einem Empfang: „Stellen sie sich davor (dorthin; dorthin und davor), das ist meine Frau.“ ::hagy - lassen ::Erlaubnis (engedély): ::hadd menjek = lass mich gehen ::hadd mondjam el = lass mich es sagen ::hadd csináljam meg = lass mich das machen ::hadd csinálja meg = lass ihn/sie es machen ::Imperativ: - bestimmte Konjugation (határozott): ::hagyd békén = lass ihn/sie in Ruhe ::hagyd abba = hör auf ::hagyd itt = lass es hier ::Imperativ: - unbestimmte Konjugation (határozatlan) ::hagyj engem! = lass mich in Ruhe :Version 2 :Bemutatkozás :Röviddel az esküvő után, egy rendezvényen a férj: „Szeretném bemutatni, ő a feleségem.” – Kurz nach der Hochzeit, auf einem Empfang: „Ich möchte vorstellen, das ist meine Frau.“ :Az aranylakodalomkor, egy fogadáson a férj: „El tudja ezt képzelni? Ő a feleségem.” – Zur Goldenen Hochzeit, bei einem Empfang: „Können Sie sich das vorstellen? Das ist meine Frau.“ :A gyémántlakodalom alkalmával, egy fogadáson a férj: „Legyen szíves ide előre állni, ő a feleségem.” – Gelegentlich der Diamantenen Hochzeit, bei einem Empfang: „Stellen Sie sich bitte mal davor, das ist meine Frau.“ :------------------------ :Version 1 :A nagymama két héten át iskolát játszott az unokájával. – Die Oma hat mit ihrem Enkel zwei Wochen lang (über zwei Wochen hindurch) Schule gespielt. :Csak ezután jött rá, hogy az unokája helyett ő csinálta meg a házi feladatokat. – Erst dann hat sie herausgefunden (ist sie darauf gekommen), dass sie anstelle ihres Enkels die Schulaufgaben gemacht hat. :Version 2 :A nagymama két héten keresztül tanult az unokájával, mintha iskolában lennének. – Die Oma hat zwei Wochen lang mit ihrem Enkel Schule gespielt, als ob sie in der Schule wären. :Csak később derült ki számára, hogy valójában ő oldotta meg az unoka feladatait. – Erst später stellte sich (für sie) raus (es wurde ihr später klar), dass sie in Wahrheit die Aufgaben des Enkel gelöst hat. :Version 3 :A nagymama két teljes héten át „iskolát játszott” az unokájával. – Die Oma hat zwei volle Wochen lang mit ihrem Enkel Schule gespielt. :Végül ráébredt, hogy az unokája helyett ő végezte el a házi feladatokat. – Am Ende merkte sie, dass sie die Schulaufgaben anstelle ihres Enkels erledigt hat. ::ébred - erwachen ::ráébred - erkenne ::végez - tun, machen ::elvégez - erledigen, durchführen :------------------------ :Version 1 :A nő: Beadom a válópert. – Die Frau: Ich reiche die Scheidung ein. :A férfi: Teljes mértékben egyetértek, mindkét szarvammal. – Der Mann: Ich bin vollkommen dafür, mit meinen beiden Hörnern. ::teljes mértékben - vollständig; voll und ganz; vollkommen :Version 2 :A nő: Elindítom a válást. – Die Frau: Ich reiche die Scheidung ein. :A férfi: Maximálisan támogatom, mindkét szarvammal. – Der Mann: Ich unterstütze das maximal, mit meinen beiden Hörnern. ::elindítom = ich bringe in Gang; ich starte :Version 3 :A nő: Válni akarok. – Die Frau: Ich will mich scheiden lassen. :A férfi: Teljes szívből támogatom, a két szarvammal együtt. – Der Mann: Ich unterstütze (das) mit vollem Herzen, zusammen mit meinen beiden Hörnern. :------------------------ :Version 1 :„Egy afrikait megkérdeznek:” – „Ein Afrikaner wird gefragt:” :„Hogyan szüretelitek le a kókuszdiókat a pálmafákról?” – „Wie erntet ihr die Kokosnüsse von den Palmen?” :„Nem szüreteljük. Ha erősen fúj a szél, maguktól leesnek.” – „Wir ernten sie nicht. Wenn der Wind stark bläst, fallen sie von allein herunter.” :„És ha nincs szél?” – „Und wenn es keinen Wind gibt?” :„Akkor rossz a termés.” – „Dann haben wir eine Missernte.” :Version 2 :„Megkérdeznek egy afrikai férfit:” – „Man fragt einen Afrikaner:” :„Miként szeditek le a kókuszdiót a pálmákról?” – „Wie sammelt ihr die Kokosnüsse von den Palmen?” :„Nem szedjük le őket. Erős szél esetén maguktól lehullanak.” – „Wir pflücken sie nicht. Bei starkem Wind fallen sie von selbst herunter.” :„És mi van akkor, ha nem fúj a szél?” – „Und was ist, wenn kein Wind weht?” :„Akkor kudarc a betakarítás.” – „Dann ist die Ernte schlecht.” ::kudarc - das Scheitern, Misserfolg, Niederlage :Version 3 :„Egy afrikaitól érdeklődnek:” – „Man erkundigt sich bei einem Afrikaner:“ :„Hogyan jutnak le a kókuszdiók a pálmafákról?” – „Wie bekommt ihr die Kokosnüsse von den Palmen?” :„Nem mi szedjük le. Amikor erős a szél, egyszerűen leesnek.” – „Nich WIR pflücken sie. Wenn der Wind stark ist, fallen sie einfach herunter.” :„És ha éppen nincs szél?” – „Und wenn gerade kein Wind da ist?” :„Akkor nincs termés.” – „Dann gibt es keine Ernte.” :------------------------ :Version 1 :„Megcsörren a telefon. Az apa – három lánya van – felveszi a kagylót.” – „Das Telefon klingelt pötzlich. Der Vater – er hat drei Töchter – hebt den Hörer ab.“ :„A vonal másik végén valaki azt mondja: Szia, te vagy az, aranyhalam?” – „Am anderen Ende der Leitung sagt jemand: Hallo, bist du es, mein Goldfisch?“ :„Az apa így válaszol: Nem, itt az akvárium tulajdonosa beszél.” – „Darauf der Vater: Nein, hier ist der Besitzer des Aquariums.“ :Version 2 :„Csörög a telefon, az apa, akinek három lánya van, felveszi.” – „Das Telefon klingelt, der Vater, der drei Töchter hat, nimmt ab.“ :„Egy hang a vonal túlsó végén: Szia, aranyhalam, te vagy az?” – „Eine Stimme am anderen Ende der Leitung: Hallo, bist du es, mein Goldfisch?“ :„Az apa felel: Nem, az akvárium gazdája van a vonalban.” – „Der Vater antwortet: Nein, hier ist der Besitzer des Aquariums.“ :Version 3 :„Telefoncsörgés, az apa – három lány apja – jelentkezik.” – „Das Telefon klingelt, der Vater – Vater von drei Töchtern – meldet sich.“ :„A hívó fél megszólal: Szia, aranyhalam, te vagy?” – „Der Anrufer sagt: Hallo, mein Goldfisch, bist du das?“ :„Az apa szárazon válaszol: Nem, az akvárium tulajdonosát hívta.” – „Der Vater entgegnet trocken: Nein, Sie haben den Besitzer des Aquariums angerufen.“ :------------------------ :Version 1 :„Ki ordít ennyire a szomszéd lakásban?” – „Wer schreit denn da so in der Nachbarwohnung?“ :„Gabi az.” – „Das ist Gabi.“ :„Éppen gyereket szül?” – „Bringt sie gerade ein Kind zur Welt?“ :„Nem, éppen most esik teherbe.” – „Nein, sie wird gerade schwanger.“ :Version 2 :„Mi ez a hatalmas kiabálás a szomszédból?” – „Was ist das für ein riesiges Geschrei aus der Nachbarwohnung?“ :„Gabi.” – „Das ist Gabi.“ :„Megindult a szülés?” – „Bringt sie gerade ein Kind zur Welt?“ :„Nem, az majd később lesz, most esik teherbe.” – „Nein, das wird dann später sein, jetzt wird sie (gerade) schwanger.“ :Version 3 :„Ki csap ekkora zajt a szomszéd lakásban?” – „Wer macht denn solchen Lärm in der Nachbarwohnung?“ :„Ez Gabi.” – „Das ist Gabi.“ :„Már megszületik a baba?” – „Bringt sie gerade (schon) ein Kind zur Welt?“ :„Nem, épp most válik várandóssá.” – „Nein, sie wird gerade schwanger.“ :------------------------ :Version 1 :„Sabine, miért vagy egész idő alatt ilyen mérges?” – „Sabine, warum bist du die ganze Zeit so verärgert (giftig)?“ :„Mert Petra vagyok.” – „Weil ich Petra bin.“ :Version 2 :„Sabine, miért vagy folyamatosan (= folytonosan) ilyen dühös?” – „Sabine, warum bist du die ganze Zeit (ständig, dauernd) so wütend?“ :„Azért, mert én Petra vagyok.” – „Weil ich Petra bin.“ :Version 3 :„Sabine, mi bajod van, miért vagy ennyire ingerült?” – „Sabine, warum bist du so gereizt?“ (Sabine, was ist dein Problem, warum bist du so gereizt?) :„Egyszerű (Nagyon egyszerű): Petra vagyok.” – „(Ganz) einfach: Ich bin Petra.“ ::inger - Reiz ::ingerel - reizen ::ingerült - gereizt ::izgató - aufreizend ::izgat - erregen, reizen :------------------------ :Version 1 :„Jaj, te dohányzol, Petra? Mióta!” – „Oh, du rauchst ja, Petra! Seit wann denn das?” :„Amióta a férjem hazajött a szolgálati útról, és csikkeket talált a hamutartóban.” – „Seit mein Mann von der Dienstreise kam und Zigarettenkippen im Aschenbecher gefunden hat.” :Version 2 :„Petra, te cigarettázol? Mikor szoktál rá?” – „Petra, du rauchst? Wann hast du dir das angewöhnt?” :„Azóta, hogy a férjem visszatért az üzleti útról, és talált néhány csikket a hamutartóban.” – „Seitdem mein Mann von der Dienstreise zurückkam und Kippen im Aschenbecher entdeckt hat.” ::rászokik vmire- sich etwas angewöhnen :Version 3 :„Dohányzol, Petra? Mióta csinálod ezt?” – „Rauchst du, Petra? Seit wann machst du das?” :„Attól a naptól kezdve, hogy a férjem megérkezett a kiküldetésről, és cigarettacsikkeket talált a hamutartóban.” – „Seit dem Tag (beginnend), an dem mein Mann von der Dienstreise heimkam und Zigarettenkippen im Aschenbecher fand.” ::küld - schicken ::kiküldetés - Entsendung; Auftrag ::kiküldetési út - Geschäftsreise ::üzleti út - Geschäftsreise :------------------------ :Version 1 :„Nagyon aggódom a férjem miatt” – mondja egy nő a szomszédasszonynak. – „Ich mache mir große Sorgen um meinen Mann“ (meines Mannes wegen), sagt eine Frau zur Nachbarin (Nachbarsfrau). :„Elment a folyóhoz, hogy belefojtsa [belefojcsa] a macskát.” – „Er ist zum Fluss gegangen, um die Katze zu ertränken.“ :„És akkor mi van?” – „Na und?“ (Und was ist dann?) :„A macska már egy órája (= már egy órával ezelőtt = már egy óra óta) egyedül hazajött.” – „Die Katze ist schon vor einer Stunde alleine zurückgekommen.“ ::szomszédasszony - Nachbarin ::szomszéd úr - Nachbar (Mann) ::szomszéd férfi - Nachbar (Mann) ::szomszéd fiú - der Nachbarsjunge ::szomszéd lány - das Nachbarsmädchen :Version 2 :„Komolyan aggódom a férjemért” – panaszkodik egy asszony a szomszédjának. [szomszéggyának] – „Ich mache mir ernsthafte Sorgen um meinen Mann (ich sorge mich ernstlich um/für meinen Mann)“, klagt eine Frau ihrer Nachbarin (ihrem Nachbarn). :„Azt mondta, a folyóhoz megy, hogy megfojtsa [megfojcsa] a macskát.” – „Er sagte, er geht zum Fluss, um die Katze zu ertränken.“ :„Na és?” – „Na und?“ :„A macska már régen hazatalált, teljesen egyedül.” – „Die Katze hat längst nach Hause gefunden, ganz (völlig) allein.“ ::vkiért aggódik - sich um jemanden sorgen ::vmiért aggódik - sich um etwas sorgen ::vki miatt aggódik - sich wegen jemandem sorgen ::vmi miatt aggódik - sich wegen etwas sorgen ::fojt - würgen, ersticken, ertränken ::fojtószelep - Drosselventil ::beléfojtja a szót - sich verkneifen etwas zu sagen; (erwürgen das Wort) ::elfojtja [elfojtya] az izgatottságát [izgatottcságát] - seine Aufregung unterdrücken :Version 3 :„Félek, valami baj történt a férjemmel” – mondja a nő a szomszédasszonynak. – „Ich habe Angst um meinen Mann (dass meinem Mann irgendein Unglück/Leid geschehen ist)“, sagt die Frau zur Nachbarin. :„A folyóhoz indult, hogy végezzen a macskával.” – „Er ist zum Fluss gegangen, um die Katze zu ertränken.“ ::végezzen (felszólító mód - Imperativ, E/3) - mert: célhatározó a mellékmondatban (weil: Zielbestimmung im Nebensatz; finale Bestimmung; Finalsatz) ::célhatározó - finale Bestimmung / Zweckangabe / Zielangabe ::célhatározói mellékmondat - Finalsatz :„Miért, mi a gond?” – „Und, was ist dabei? (Warum, was ist das Problem?)“ :„A macska már több mint egy órája itthon van.” – „Die Katze ist schon seit über einer Stunde (mehr als eine Stunde) wieder zu Hause.“ ::vég - Ende ::vége - sein Ende ::végez - beenden, erledigen, verrichten; töten :------------------------ :Version 1 :„Egy riporter ellátogat egy idősotthonba, és időseket kérdez.” – „Ein Reporter kommt in ein Seniorenheim und interviewt ältere Menschen.“ :„Beszélget egy idős úrral, és azt mondja: Írja le a napi programját.” – „Er unterhält sich mit einem älteren Mann und sagt: Beschreiben Sie mal Ihren Tagesablauf.“ :„Az idős válaszol: Tudja, fiatalember, reggel fél nyolckor vizelnem (= pisilnem) kell.” – „Der Alte sagt: Ach, wissen Sie, junger Mann, morgens um halb acht muss ich Wasser lassen.“ :„És utána?” – „Ja, und dann?“ :„Nyolc körül van a székelés.” – „So um acht habe ich Stuhlgang.“ :„És utána?” – „Ja, und dann?“ :„Kilenc körül kelek fel.” – „So gegen neun stehe ich auf.“ ::víz - Wasser ::vizel - Wasser lassen; urinieren :Version 2 :„Egy újságíró egy idősek otthonába érkezik, hogy interjút készítsen. [készíccsen]” (Finalsatz verlangt Imperativ) – „Ein Reporter besucht (kommt an) ein Seniorenheim und macht (um zu machen) Interviews.“ :„Egy idős férfit kérdez: Mesélne a napirendjéről?” – „Er fragt einen alten Mann: Könnten Sie etwas über Ihren Tagesablauf erzählen.“ :„Az öreg így felel: Reggel fél nyolckor pisilnem kell.” – „Der Alte antwortet: Morgens um halb acht muss ich Wasser lassen.“ :„És aztán mi történik?” – „Und dann?“ :„Nyolc óra körül jön a nagy dolog.” – „Gegen acht habe ich Stuhlgang (kommt die große Sache).“ :„És utána?” – „Und dann?“ :„Kilenc tájban kelek ki az ágyból.” – „Gegen neun (in der Gegend von 9; ca.) stehe ich auf.“ :Version 3 :„Egy riporter időseket faggat egy idősotthonban.” – „Ein Reporter interviewt (löchert; hartnäckig befragen) ältere Menschen in einem Seniorenheim.“ :„Egy idős úrhoz fordul: Milyen egy átlagos napja?” – „Er wendet sich an einen alten Mann: Wie sieht Ihr durchschnittlicher Tag aus (Wie ist)?“ :„Az idős ember mondja: Fél nyolckor vizelnem kell.” – „Der Mann sagt: Um halb acht muss ich Wasser lassen.“ :„És utána?” – „Und dann?“ :„Nyolc körül van a széklet.” – „Um acht habe ich Stuhlgang.“ :„És mi következik?” – „Und was kommt (folgt) dann?“ :„Kilenc körül végre felkelek.” – „Gegen neun stehe ich schließlich (endlich) auf.“ ::faggat - (streng/störend/bohrend) fragen; nachbohren ::lyukat kérdez a hasába - Löcher in den Bauch fragen ::kifaggatás = faggatás - Kreuzverhör (das Ausfragen) ::fagáz - Holzgas (fa-gáz) :------------------------ :NDK-viccek – DDR-Witze :Version 1 :Az NDK Szocialista Egységpártja (SED) Politikai Bizottságában [Bizoccságában] a tagok beszereztek egy teknősbékát. – Im Politbüro der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) haben sich die Politbüromitglieder eine Schildkröte zugelegt (sich besorgen). :Miért? – Warum? :Azt hallották, hogy a teknősbékák kétszáz évig élnek. Ezt most ellenőrizni akarják. – Sie haben gehört, dass Schildkröten 200 Jahre alt werden. Das wollen sie jetzt überprüfen. :Version 2 :Egy NDK-vicc – Ein DDR-Witz :Az SED Politbürojának tagjai vettek maguknak egy teknősbékát. – Die Mitglieder des SED-Politbüros haben sich eine Schildkröte gekauft. :Az ok? – Der Grund? :Állítólag a teknősbékák akár kétszáz évig is élnek, ezt szeretnék kipróbálni. – „Angeblich leben Schildkröten sogar bis zu zweihundert Jahre, das möchten sie ausprobieren (testen).“ :Version 3 :Politikai vicc az NDK-ból – Politischer Witz aus der DDR :Az SED Politbürojában egy teknősbéka lett a házi kedvenc. – Im SED-Politbüro wurde eine Schildkröte zum Haustier. :Miért éppen teknősbéka? – Warum ausgerechnet (gerade) eine Schildkröte? :Mert úgy tudják, hogy 200 évig él, és ezt most saját szemükkel akarják látni. – Weil man weiß, dass sie 200 Jahre leben, und das wollen sie nun mit eigenen Augen sehen. :------------------------ :Version 1 :Egy amerikai, egy orosz és egy NDK-polgár sétál Kelet-Berlin utcáin. – Ein Amerikaner, ein Russe und ein DDR-Bürger gehen (spazieren) durch die Straßen von Ost-Berlin. :Hirtelen meglátnak egy sort egy üzlet előtt. – Plötzlich sehen sie vor einem Geschäft eine Schlange. :Az amerikai megkérdezi: Mi ez? – Der Amerikaner fragt: Was ist das? :Az NDK-polgár válaszol: Ez egy sor, húsért állnak. – Der DDR-Bürger sagt: Das ist eine Schlange, die nach Fleisch ansteht. :Az amerikai kérdez: Mi az a sor? – Der Amerikaner fragt: Was ist eine Schlange? :Az orosz kérdez: Mi az a hús? – Der Russe fragt: Was ist Fleisch? :Version 2 :Egy amerikai, egy orosz és egy keletnémet együtt sétálnak Berlinben. – Ein Amerikaner, ein Russe und ein DDR-Bürger spazieren gemeinsam durch Berlin. :Egy bolt előtt hosszú sorra lesznek figyelmesek. – Vor einem einem werden sie auf eine lange Schlange aufmerksam. :Az amerikai érdeklődik: Mit jelent ez? – Der Amerikaner erkundigt sich: Was bedeutet das? :A keletnémet feleli (azt): Ez egy sor, húst lehet kapni. – Der DDR-Bürger antwortet: Das ist eine Schlange, man steht für Fleisch an (man kann Fleisch bekommen). :Az amerikai visszakérdez: Mi az a sor? – Der Amerikaner fragt zurück: Was ist eine Schlange? :Az orosz pedig csodálkozik: Mi az a hús? – Der Russe wundert sich: Was ist Fleisch? :Version 3 :Egy amerikai, egy orosz és egy NDK-s férfi járják Kelet-Berlin utcáit. – Ein Amerikaner, ein Russe und ein DDR-Bürger laufen durch Ost-Berlin. :Egy üzlet előtt tömeg gyűlt össze. – Vor einem Geschäft hat sich eine Menge (Leute) versammelt. :Az amerikai kérdi (= kérdezi): Ez micsoda? – Der Amerikaner fragt: Was ist das? :Az NDK-polgár magyarázza: Egy sor, húsra várnak. – Der DDR-Bürger erklärt: Eine Schlange, man wartet auf Fleisch. :Az amerikai értetlenkedik: És mi az a sor? – Der Amerikaner ist verwundert (verständnislos): Was ist eine Schlange? :Az orosz még tovább kérdez: És mi az a hús? – Der Russe fragt weiter: Was ist Fleisch? ::szarv - Geweih, Horn ::szarvas - Hirsch (der mit dem Geweih) (-as/-os/-es/-s - machen aus einem Substantiv ein Adjektiv) ::NDK - DDR ::NDK + s machen NDK zu einem Adjektiv - “DDR-” ::NDK-s ::értetlen - verstädnislos ::értetlenkedik - verstädnislos sein; verwundert sein :------------------------ :Páciens: Doktor úr, a mellemben van egy csomó. - Herr Doktor, in meiner Brust ist ein Knoten. :Orvos: Ugyan ki csinál ilyet? - Arzt: Wer macht denn so was? ::De hát ki csinál ilyet? - Wer macht denn so was? ::Ugyan ki az, aki ilyet csinál? - Wer ist denn so jemand, der so etwas macht? ::Ki a franc csinál ilyet? - Wer zum Teufel macht denn so was? ::Mégis ki csinál ilyet? - Wer um alles in der Welt macht so was? (noch schärfer und erkennbar fassungsloser; wütend) :------------------------ :Version 1 :A Föld gömbölyű [gömböjű], és ha elég sokáig menekülsz valami elől, egyszer csak szembejössz vele. – Die Erde ist rund (kugelförmig), und wenn du genügend lange vor etwas davonläufst, läufst du ihm (nur) irgendwann (einmal) entgegen. ::gömb alakú = gömbölyű - kugelförmig ::gömb - Kugel (geometrischer Körper) ::golyó - Kugel, Kügelchen, Ball, Geschoss, Pellet; (das konkrete Ding) ::két gömb eperfagyi - zwei Kugeln Erdbeereis ::tekegolyó - Kegelball (Bowlingkugel) ::golyóstoll = Kugelschreiber ::pisztolygolyó = Pistolenkugel, Geschoss ::golyóscsapágy = Kugellager (csap - der Zapfen; ágy - das Bett) :Version 2 :A Föld kerek, ezért ha elég hosszan futsz valami elől, végül találkozol vele. – Die Erde ist rund, und wenn du lange genug vor etwas davonläuft, triffst du es (mit ihm) letztendlich. :Version 3 :Mivel a Föld gömb alakú, ha elég ideig elszaladsz valami elől, előbb-utóbb újra szembetalálkozol vele. – Weil die Erde kugelförmig ist, (und) wenn du lange genug (ausreichend Zeit) vor etwas wegläufst, begegnest du ihm früher oder später irgendwann wieder (aufs Neue). :------------------------ :Version 1 :„Szemet szemért, fogat fogért” – mondta a szűz az első szex után, és betörte a férfi orrát. – „Auge um Auge, Zahn um Zahn“, sagte die Jungfrau nach ihrem ersten Sex und schlug ihm die Nase blutig (schlug die Nase des Mannes ein). ::betör - einbrechen, einschlagen, brechen :Version 2 :„Szemet szemért, fogat fogért” – jegyezte meg az addig szűz nő az első együttlét után, majd véresre ütötte a férfi orrát. – „Auge um Auge, Zahn um Zahn“, sagte die Jungfrau nach ihrem ersten Mal, dann schlug sie die Nase des Mannes (die Mannes-Nase) blutig. ::az addig szűz nő - die bisherige (bis jetzt-ige) Jungfrau) ::együttlét - Beisammensein ::együtt - zusammen, gemeinsam; miteinander, insgesamt ::az első alkalom után - nach dem ersten Mal ::alkalom - Gelegenheit :------------------------ :Version 1 :Egy fiatal nő meztelenül beszáll egy taxiba, a sofőr tetőtől talpig végigméri. – Eine junge Frau setzt sich nackt in ein Taxi, der Fahrer schaut sie von oben bis unten (von Kopf bis Fuß) an (mustern; messen, durchmessen). :A nő: „Soha nem látott még meztelen nőt?” – Die Frau: „Haben Sie noch nie eine nackte Frau gesehen?“ :A taxis: „De igen, csak azon gondolkodom, honnan fogja elővenni a pénzt a fuvar kifizetésére.” – Der Taxifahrer: „Doch, aber ich frage mich (ich denke nur daran), wo Sie das Geld rausziehen willst, um Ihre Fahrt zu bezahlen. (für die Bezahlung der Fahrt)“ ::talp - Fußsohle ::fuvar - Fahrt, Lieferung ::kifizetés - Auszahlung, Bezahlung ::elővesz (elővenni) - herausnehmen, zücken, hernehmen, rauskramen, (hervor-nehmen) :Version 2 :Egy fiatal nő ruhátlanul beül egy taxiba, a sofőr alaposan végignézi. – Eine junge Frau setzt sich nackt (ohne Bekleidung) in ein Taxi, der Fahrer mustert sie gründlich. :Az utas: „Tényleg még sosem látott meztelen nőt?” – Die Frau: „Haben Sie tatsächlich noch nie eine nackte Frau gesehen?“ :A sofőr: „Láttam már, csak nem tudom, honnan veszi elő a viteldíjat.” – Der Fahrer: „(Das) habe ich schon gesehen, aber ich weiß nicht, woher Sie das Fahrgeld nehmen (hervorholen).“ ::Transport - Transport ::vitet - bringen lassen ::kivitel = export - Ausfuhr, Export ::behozatal = import - Einfuhr, Import :Version 3 :Egy fiatal nő meztelenül ül be a taxiba, a taxis végigpásztázza (a nőt; öt). – Eine junge Frau setzt sich nackt ins Taxi, der Taxifahrer betrachtet sie von oben bis unten. :A nő: „Ennyire ritka látvány egy meztelen nő?” – Die Frau: „So ein seltener Anblick ist eine nackte Frau?“ :A taxis: „Nem, csak kíváncsi vagyok, hol tartja a pénzt a fizetéshez.” – Der Taxifahrer: „Nein, ich bin nur neugierig, wo Sie das Geld fürs Bezahlen aufbewahren.“ ::(végig)pásztáz - scannen, durchleuchten, abtasten :------------------------ :Version 1 :Egy férj karácsony előtt megkérdezi a feleségét: „Te, mit szeretnél karácsonyra?” – Ein Ehemann fragt seine Frau vor Weihnachten: „Du, was wünschst du dir denn zu Weihnachten?“ (was würdest du dir wünschen) :A feleség így felel: „A válást.” – Dann sagt sie: „Ich wünsche mir die Scheidung.“ :A férj válaszol: „Ennyit nem akartam költeni.” – Dann sagt er: „So viel (Geld )wollte ich nicht ausgeben.“ :Version 2 :Karácsony előtt a férj megkérdezi a feleségét: „Mondd, mit kérsz karácsonyra?” – Vor Weihnachten fragt der Mann seine Frau: „Sag, was wünschst du (dir) zu Weihnachten?“ :A nő azt mondja: „A válást szeretném.” – Sie sagt: „Ich hätte gerne (ich möchte) die Scheidung.“ :A férj sóhajt: „Nem számoltam ekkora kiadással. (= kiadásra)” – Der Mann seufzt (= stöhnt): „Ich rechnete nicht mit einer Ausgabe von dieser Größe.“ (Ich habe nicht mit einer so großen Ausgabe gerechnet.) ::sóhaj - der Seufzer ::sóhajt - saufzen; stöhnen ::ekkora - so groß ::ilyen nagy - so groß ::Mekkora? - Wie groß? ::Mekkora ez a szoba? - Wie groß ist dieses Zimmer? ::Ez a szoba akkora, mint a régi szobám szegeden. - Dieses Zimmer ist so groß wie mein altes Zimmer in Szeged. ::A mostani szoba ekkora, és a régi is ugyanekkora volt. - Das jetzige Zimmer ist so groß, und das alte war genauso groß. ::kiadás - Ausgabe ::pénzkiadás - Geldausgabe ::költség [kölcség] - Ausgabe; Kosen; Spesen; Aufwendung ::számol (vmivel/mire) - (mit etwas) rechnen :Version 3 :Egy férj ünnepek előtt érdeklődik: „Mit szeretnél karácsonyra?” – Ein Ehemann erkundig sich vor den Feiertagen: „Was möchtest du dir zu Weihnachten?“ :A feleség válasza: „A válást.” – Die Antwort der Frau (Der Frau ihre Antwort): „Die Scheidung.“ :A férj megjegyzi: „Erre nem szántam ennyi pénzt.” – Der Mann meint: „So viel Geld wollte ich dafür nicht ausgeben.“ (Dafür habe ich nicht so viel Geld vorgesehen.) ::megjegyez - bemerken; anmerken; notieren; sich merken ::szán - der Schlitten ::pénzt szán vmire - Geld für etwas vorsehen; Geld für etwas einplanen; Geld für etwas bereitstellen; bereit sein Geld für etwas auszugeben :------------------------ :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan.“ :„Szabad-e újra megenni a csernobili gombákat?” – „Darf man die Pilze aus Tschernobyl wieder essen?“ :„Elvileg igen, de a WC nem lehet rákötve a közcsatornára.” – „Im Prinzip ja, aber Sie dürfen Ihre Toilette nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen haben.“ ::elvileg - grundsätzlich; prinzipiell; im Prinzip ::elv - Grundsatz; Prinzip ::elvtárs - Genosse ::elvtársnő - Genossin - Genosse ::társ - Gefährte; Kamerad; Partner :------------------------ :Kérdés a Jereváni Rádióhoz: – Frage an Radio Jerewan: :„El lehetett volna kerülni a csernobili katasztrófát?” – „Hätte die Katastrophe von Tschernobyl vermieden werden können?“ :„Elvileg igen, ha a svédek nem fecsegtek volna el mindent.” – „Im Prinzip ja, wenn nur die Schweden nicht alles ausgeplaudert hätten.“ ::elkerül - vermeiden; ausweichen; entgehen; umgehen ::el lehetett volna kerülni - haätte man vermeiden können ::lehetett volna - hätte man können ::lehetne - man könnte ::fecseg - plappern; plaudern; schwafeln ::beszélget - reden; sich unterhalten ::dumcsizik - plaudern ::elfecseg - ausplappern; ausplaudern; verplaudern; ausschwatzen :------------------------ :Kérdés a Jereváni Rádióhoz: – Anfrage an Radio Jerewan: :„Igaz-e, hogy a kapitalizmus a szakadék szélén áll?” – „Stimmt es, dass der Kapitalismus am Abgrund steht?“ :„Elvileg igen, de mi már egy lépéssel előrébb vagyunk.” – „Im Prinzip ja, aber wir sind bereits einen Schritt weiter (nach vorne).“ ::szakad - zerreißen; platzen; stürzen ::szakadék - Schlucht ::a szakadék szélén áll - an der (auf der) Kante (Rand) der Schlucht = am Abgrund stehen ::előre - nach vorne :------------------------ :Version 1 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz: – Anfrage an Radio Jerewan: :„Létezik-e [Létezikʔe] sajtóellenőrzés a Szovjetunióban?” – „Gibt es in der Sowjetunion eine Pressezensur?“ :„Elméletileg nem. Ugyanakkor sajnálattal közöljük, hogy erre a kérdésre nem térhetünk ki bővebben.” – „Im Prinzip nein. Es ist uns aber leider nicht möglich, auf diese Frage näher einzugehen.“ (Theoretisch nein. Gleichzeitig geben wir mit Bedauern bekannt, dass wir auf diese Frage nicht ausführlicher eingehen können.) ::ugyanakkor - gleichzeitig, daneben ::egyidőben = egyidejű - gleichzeitig ::(“ugyan-” - gleich, identisch, entsprechend gleich) ::ugyanaz - dasselbe ::ugyanolyan - genauso, von derselben Art ::ugyanannyi - genauso viel ::ugyanott - am selben Ort ::ugyanakkor - zur selben Zeit ::közöl - mitteilen; veröffentlichen ::bő - weit ::1.) kitér vmire - auf etwas eingehen, etwas ansprechen, etwas behandeln ::Erre a kérdésre nem tudok kitérni. - Auf diese Frage kann ich nicht eingehen. ::Később még kitérek erre. - Später komme ich darauf noch zurück. ::2.) kitér vmi elől - vor etwas ausweichen, etwas vermeiden, etwas umgehen ::Kitért az autó elől. - Er wich dem Auto aus. ::Kitért a válaszadás elől. - Er wich der Antwort aus. - Er entzog sich einer Antwort. ::1.) kitér vmire - auf etwas eingehen, etwas ansprechen ::kitér a kérdésre - auf die Frage eingehen ::2.) kitér vmi elől - vor etwas ausweichen, etwas vermeiden ::kibővít egy témát - ein Thema ausweiten (erweitern) ::nem térhetünk ki bővebben - wir können darauf nicht näher eingehen - wir können das nicht ausführlicher behandeln - wir können uns dazu nicht eingehender äußern :Version 2 :„Van-e [van e] a Szovjetunióban cenzúra a sajtóban?” – „Gibt es in der Sowjetunion eine Pressezensur?“ :„Alapvetően nincs. Azonban erről a témáról nem áll módunkban többet mondani.” – „Grundsätzlich (grundlegend) nein. Allerdings ist esleider nicht möglich über dieses Thema weiter zu sprechen.“ ::nem áll módunkban - es steht uns nicht zur Verfügung; es ist uns nicht möglich; wir sind nicht in der Lage; formell: es liegt nicht in unserer Möglichkeit ::nem áll módunkban - (es steht nicht in unserer Möglichkeit; in unserer Art und Weise; es steht nicht in unserer Macht) :------------------------ :Version 1 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Igaz-e, hogy a bolhák és a poloskák is forradalmat csinálhatnának?” – „Stimmt es, dass auch Flöhe und Wanzen eine Revolution machen könnten?“ :„Elvileg igen, hiszen bennük is a munkásosztály [munkás-osztály] vére folyik…” – „Im Prinzip ja, denn auch in ihnen fließt das Blut der Arbeiterklasse…“ ::bolha - Floh ::poloska - Wanze; (auch: Abhörwanze) ::csinálhatnának vmit - etwas machen könnten ::ihatnának = sie könnten trinken ::ehetnének = sie könnten essen ::mehetnének = sie könnten gehen ::jöhetnének = sie könnten kommen ::aludhatnának = sie könnten schlafen ::tanulhatnának = sie könnten lernen ::beszélhetnének = sie könnten sprechen :Version 2 :„Valóban képesek lennének a bolhák és a poloskák forradalomra?” – „Stimmt es, dass auch Flöhe und Wanzen zu einer Revolution fähig wären?“ :„Alapvetően igen, mert az ő ereikben [ere-ik-ben] is a dolgozók vére kering…” – „Im Prinzip ja, denn auch in ihren Adern fließt das Blut der Arbeiter…“ :------------------------ :Version 1 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Igaz-e, hogy Ukrajnában a búza olyan magasra nő, mint a távíróoszlopok?” – „Stimmt es, dass in der Ukraine der Weizen so hoch wie Telegraphenmaste wächst?“ :„Elvileg igen. Csak nem olyan magas, hanem ilyen ritkán nő.” – „Im Prinzip ja. Aber nicht so hoch, sondern so weit auseinander.“ :Version 2 :„Valóban igaz, hogy Ukrajnában a búza a távíróoszlopok magasságát is eléri?” – „Stimmt es (ist es wirklich wahr), dass in der Ukraine der Weizen sogar die Höhe von Telegraphenmasten erreicht?“ :„Alapvetően igen, csak nem felfelé, hanem oldalirányban ekkora a távolság.” – „Im Prinzip ja, allerdings nicht in der Höhe, sondern im Abstand.“ ::is - auch; sogar ::irány - Richtung ::ekkora = ilyen nagy - so groß ::akkora = olyan nagy - so groß ::Mekkora? - Wie groß? ::ekkora = so groß hier; so groß wie das hier ::akkora = so groß dort; so groß wie das dort; so groß wie erwähnt ::akkora = so groß, so viel, so sehr – meist mit Bezug auf eine Größe, Menge oder Intensität. :: Akkora (= olyan nagy) házat építettek, hogy az egész falu róla beszél. - Sie haben ein so großes Haus gebaut, dass das ganze Dorf darüber spricht. ::Akkora (= olyan nagy) kutyája van, mint egy borjú. - Er hat einen Hund, der so groß ist wie ein Kalb. ::Akkora (= olyan nagy) zaj volt az utcán [uccán], hogy nem tudtam aludni. - Auf der Straße war so ein Lärm, dass ich nicht schlafen konnte. ::Akkora (= olyan nagy) eső esett, hogy az udvar teljesen víz alatt állt. - Es regnete so stark, dass der Hof vollständig unter Wasser stand. ::Akkora hibát követett el [követettel] , hogy már nem lehetett kijavítani. - Er machte einen so großen Fehler, dass man ihn nicht mehr korrigieren konnte. ::Nem gondoltam, hogy akkora (= olyan nagy) baj lesz belőle. - Ich hätte nicht gedacht, dass daraus ein so großes Problem wird. ::Akkora (= olyan nagy) örömmel fogadta a hírt, hogy majdnem sírni kezdett. - Sie nahm die Nachricht mit so großer Freude auf, dass sie fast zu weinen begann. ::Akkora (= olyan nagy) volt a tömeg, hogy alig lehetett mozdulni. - Die Menschenmenge war so groß, dass man sich kaum bewegen konnte. ::Ez nem akkora ügy, mint gondolod. - Das ist keine so große Sache, wie du denkst. ::Akkora különbség [külömség] van a két megoldás között, hogy nem lehet őket összehasonlítani. - Zwischen den beiden Lösungen besteht ein so großer Unterschied, dass man sie nicht vergleichen kann. ::Akkora sebességgel jött az autó, hogy senki sem tudott időben reagálni. - Das Auto kam mit so hoher Geschwindigkeit, dass niemand rechtzeitig reagieren konnte. ::Akkora terhet cipelt, hogy alig bírt menni. - Er trug eine so schwere Last, dass er kaum gehen konnte. ::Ekkora (= ilyen nagy) házat még soha nem láttam. - Ein so großes Haus habe ich noch nie gesehen. ::Ekkora kutyával nem könnyű utazni. - Mit einem so großen Hund ist es nicht leicht zu reisen. ::Ekkora zajban nem lehet dolgozni. - Bei (in) so einem Lärm kann man nicht arbeiten. ::Ekkora eső után minden út sáros lett. - Nach einem so starken Regen wurden alle Wege schlammig. ::Ekkora hibát nem szabad még egyszer elkövetni. - Einen so großen Fehler darf man nicht noch einmal machen. ::Nem hittem volna, hogy ekkora baj lesz belőle. - Ich hätte nicht gedacht, dass daraus ein so großes Problem wird. ::Ekkora öröm ritkán látszik valakinek az arcán. - So große Freude sieht man selten im Gesicht eines Menschen. ::Ekkora tömegben könnyű elveszíteni valakit. - In einer so großen Menschenmenge verliert man leicht jemanden. ::Ez nem ekkora ügy, nyugodtan meg lehet oldani. - Das ist keine so große Sache, man kann es ruhig lösen. ::Ekkora különbséget nem vártam a két eredmény között. - Einen so großen Unterschied zwischen den beiden Ergebnissen hatte ich nicht erwartet. ::Ekkora sebességgel lakott területen belül nem szabad vezetni. - Mit so hoher Geschwindigkeit darf man innerhalb geschlossener Ortschaften nicht fahren. ::Ekkora terhet egyedül nem tudsz elvinni. - Eine so schwere Last kannst du allein nicht wegtragen. :------------------------ :Version 1 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Lehet-e egy Moszkviccsal 120 km/órával (= kilométer per óra) bevenni egy szűk kanyart?” – „Kann man mit einem Moskwitsch mit 120 km/h durch eine enge Kurve fahren?“ :„Elvileg igen, de csak egyszer.” – „Im Prinzip ja, aber nur einmal.“ :Version 2 :„Megoldható-e [megoltható e], hogy egy Moszkvics 120-szal [szászhússzal] átszáguldjon [átszágulgyon] egy éles kanyaron?” – „Kann man (ob es lösbar ist) mit einem Moskwitsch mit 120 km/h durch eine enge Kurve fahren?“ :„Alapvetően igen, ám ez egyszeri élmény.” – „Im Prinzip ja, allerdings ist das ein einmaliges (einziges) Erlebnis.“ ::száz - 100 ::százhúsz - 120 ::száguld - rasen, flitzen, sausen ::átszáguld - “durchrasen” ::száguldás - Karacho, Raserei ::ám - aber :------------------------ :Version 1 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Igaz-e, hogy a Szovjetunió a mikrotechnológiában jobb, mint az Egyesült Államok?” – „Ist es wahr, dass die Sowjetunion bei der Mikrotechnologie besser als die USA ist?“ :„Elvileg igen. Mi gyártjuk a világ legnagyobb mikrochipjeit.” – „Im Prinzip ja. Wir fertigen die größten Mikrochips der Welt.“ ::technológia - [Aussprache “ch” wie im Deutschen] ::technika - [Aussprache “ch” wie im Deutschen] ::kocka - der Würfel (Aussprache NICHT wie deutsches “ck”; sondern es muss klingen wie “kotzen”) ::chip [csip] :Version 2 :„Valóban megelőzi a Szovjetunió az USA-t a mikrotechnika területén?” – „Ist es wahr, dass die Sowjetunion bei der Mikrotechnologie besser als die USA ist?“ :„Alapvetően igen, hiszen nálunk készülnek a földkerekség legméretesebb mikrocsipjei.” – „Im Prinzip ja, denn bei uns entstehen die größten (“stattlichsten”) Mikrochips der Welt.“ ::technika [teknika] ::USA [usa] - (klingt wie: Uscha; Uschi) ::USA-t [ausát] (Akkusativ-t an Abkürzungen nur mit Bindestrich schreiben) ::földkerekség = földes kerek - Globus; Erdenrund, Erdkreis ::földgömb = glóbusz - Globus ::gömb - Kugel (Geometrie) ::mér - messen, wiegen ::méret - Maß, Größe, Abmessung ::méretes - (Adjektiv: “maßig”) ::méretes = stattlich groß, ordentlich groß, von beachtlicher Größe ::méretes ház - ein stattlich großes Haus ::méretes kutya - ein ziemlich großer Hund ::méretes csomag - ein großes Paket ::méretes hiba - ein ordentlicher Fehler ::méretes adag - eine große Portion ::méretes has - ein stattlicher Bauch ::méretes fa - ein großer Baum ::méretes probléma - ein beachtliches Problem ::túlméretes nagyság - Übergröße :------------------------ :Version 1 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Igaz-e, hogy Ivan Ivanovics a lottón egy piros autót nyert?” – „Stimmt es, dass Iwan Iwanowitsch in der Lotterie ein rotes Auto gewonnen hat?“ :„Elvileg igen. – De nem Ivan Ivanovics volt, hanem Pjotr Petrovics. – És nem piros autó, hanem egy kék kerékpár. – És nem megnyerte, hanem ellopták tőle. – Minden más stimmel.” – :„Im Prinzip ja. – Aber es war nicht Iwan Iwanowitsch, sondern Pjotr Petrowitsch. – Und es war kein rotes Auto, sondern ein blaues Fahrrad. – Und er hat es nicht gewonnen, sondern es wurde ihm gestohlen. – Alles andere stimmt.“ :Version 2 :„Valóban igaz, hogy Ivan Ivanovics egy piros autót nyert a sorsoláson?” – „Stimmt es, dass Iwan Iwanowitsch bei der Lotterie ein rotes Auto gewonnen hat?“ :„Alapvetően igen. – Csakhogy nem ő volt, hanem Pjotr Petrovics. – Nem autóról volt szó, hanem egy kék bicikliről. – És nem nyeremény volt, hanem lopás. – A többi viszont pontos.” – :„Im Prinzip ja. – Allerdings war es nicht Iwan Iwanowitsch, sondern Pjotr Petrowitsch. – Es war kein Auto, sondern ein blaues Fahrrad. – Und es war kein Gewinn, sondern ein Diebstahl. – Alles andere ist korrekt.“ ::sorsolás - Verlosung, Ziehung (Gewinnspie), Lotto ::sorsol - losen, auslosen, ziehen ::kisorsol - verlosen, auslosen ::sors - Schicksal, Geschick, Verhängnis, Los ::sorscsapás - Schicksalsschlag, Unglück ::sorskérdés - Schicksalsfrage ::sorsforduló - Schicksalswende ::sorsszerű - schicksalhaft (Schicksal-gemäß) ::sorsjegy - Lottoschein ::sorsjegyszám - Losnummer ::sörsátor - Bierzelt ::nyer - gewinnen :------------------------ :Version 1 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Igaz-e, hogy Hruscsov elvtárs autóversenyt rendezett Kennedy ellen?” – „Stimmt es, daß Genosse Chruschtschow gegen Kennedy ein Autorennen gefahren hat?“ :„Elvileg igen. Hruscsov elvtárs tiszteletre méltó második helyen végzett, míg Kennedy csak az utolsó előtti lett.” – „Im Prinzip ja. Chruschtschow belegte einen ehrenvollen zweiten Platz, während Kennedy nur Vorletzter wurde.“ ::méltó - würdig, wohlverdient ::méltányol - würdigen, anerkennen ::tiszteletre méltó - respektabel, erhwürdig, ehrenwert, achtbar ::tisztelet - Respekt, Ehre, Verehrung, Hochachtung ::utolsó előtti - vorletzter ::rendez - veranstalten, organisieren ::rend - Ordnung ::végez - beenden, erledigen, verrichten, tun, machen ::vég - Ende ::míg = amíg - derweilen, indessen, während, bis, solange bis :Version 2 :„Valóban autóversenyzett-e Hruscsov Kennedyvel?” – „Stimmt es, dass Genosse Chruschtschow gegen (mit) Kennedy ein Autorennen gefahren hat?“ :„Alapvetően igen: Hruscsov a dicsőséges második lett, Kennedy pedig csupán az utolsó előtti.” – „Im Prinzip ja: Chruschtschow wurde (der) ruhmreicher Zweiter, Kennedy hingegen nur Vorletzter.“ ::csupán = csak - nur, lediglich :------------------------ :Version 1 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Igaz-e, hogy a szovjet csapatok beavatkozása a prágai tavasz idején a csehszlovák [cse-szlovák] kormány segítségkérésére [segíccségkérésére] történt?” – „Stimmt es, dass das Eingreifen der sowjetischen Truppen im Prager Frühling auf ein Hilfeersuchen der tschechoslowakischen Regierung hin geschah?“ :„Elvileg igen. Az 1938-ból származó segítségkérést 1968-ban sikerült kedvezően elbírálni.” – „Im Prinzip ja. Das Hilfeersuchen aus dem Jahr 1938 konnte 1968 positiv beantwortet werden.“ ::csapat - Mannschaft ::a szovjet csapatok - die sowjetischen Truppen ::beavatkozik - eingreifen, einschreiten, intervenieren ::beavatkozás - das Eingreifen, die Einmischung, die Intervention ::a prágai tavasz - der Prager Frühling (1968) ::származik - abstammen, entstammen, hervorgehen, entspringen, resultieren, herrühren, datieren ::siker - Erfolg, das gelingen ::sikerül - gelingen, klappen, hinbekommen ::kedvező - günstig, geneigt ::kedvez - begünstigen, günstig sein ::kedvezmény - Vergünstigung, Ermäßigung ::kedv - das Gefallen, Wohlgefallne, Lust, Vergnügen ::kedve van vmihez - Lust zu etwas haben ::bírál - beurteilen, kritisieren ::elbírál - beurteilen ::megbírál - beurteilen ::bíró ::bíróság - Gericht ::bír - besitzen, leiden, vertragen ::elbír - ertragen :Version 2 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Valóban a csehszlovák vezetés kérésére avatkoztak be a szovjet erők a prágai tavasz alatt?” – „Stimmt es, dass auf Wunsch der tschechoslowakischen Führung die sowjetischen Kräfte während desPrager Frühlings eingriffen?“ :„Alapvetően igen: az 1938-as kérelmet végül harminc évvel később, 1968-ban hagyták jóvá.” – „Im Prinzip ja: Das Gesuch aus dem Jahr 1938 wurde (= man = sie = T/3) schließlich 30 Jahre später, 1968, gebilligt.“ ::beavatkozik - eingreifen ::jóváhagy - zustimmen, genehmigen, billigen, gutheißen ::hagy - lassen ::jóvá (-vá/-vé = Transformativ - “zum Guten werden”) ::jóvátesz - wiedergutmachen (“zum Guten tun”) ::tesz - tun ::jóvátehetetlen - nicht wieder gut zu machen ::tehet - man kann tun (tesz-het) ::tehetetlen - hilflos, machtlos, unfähig (“man kann nicht tun”) :------------------------ :Version 1 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Igaz-e, hogy Amerikában vannak törpék?” – „Stimmt es, dass es in Amerika Zwerge gibt?“ :„Elvileg igen. De az oroszországiak nagyobbak.” – „Im Prinzip ja. Aber die in Russland (russländischen) sind größer.“ :Version 2 :„Valóban élnek törpék az Egyesült Államokban?” – „Stimmt es, dass es in Amerika Zwerge gibt?“ :„Alapvetően igen, csakhogy Oroszországban termetesebbek.” – „Im Prinzip ja, allerdings sind die in Russland größer.“ :------------------------ :„Miért válaszol a Radio Jereván olyan gyakran egy kérdésre egy ellenkérdéssel?” - "Warum beantwortet Radio Jeriwan eine Frage so oft mit einer Gegenfrage?" :A Radio Jereván így válaszol: - Radio Jeriwan antwortet: :„Miért ne?” - "Warum nicht?" :------------------------ :Version 1 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz [rádi-ó-hoz] – Frage an Radio Jerewan :„Igaz-e [igaz*_e], hogy a kapitalizmus a szakadék szélén áll?” – „Stimmt es, dass der Kapitalismus am Abgrund steht?“ (am Rande des Abgrundes stehen) :„Elvileg igen, de mi éppen azon dolgozunk, hogy megelőzzük.” (Imperativ, Final-Nebensatz) – „Im Prinzip ja, aber wir arbeiten gerade daran, ihn zu überholen.“ ::igaz-e - ob es stimmt ::szakad - bersten, platzen, reißen, zerreißen stürzen ::szakadék - Schlucht, Kluft, Abgrund, Riss ::völgy - Tal ::elv - das Prinzip :Version 2 :„Valóban a szakadék peremén van a kapitalizmus?” – „Stimmt es, dass der Kapitalismus am Abgrund steht?“ :„Alapjában véve igen, csakhogy mi már előtte járunk.” – „Grundsätzlich genommen ja, aber wir sind schon weiter als er.“ ::valóban - wirklich, tatsächlich, wahr ::való - richtig ::valóság - Wirklichkeit, Realität, Wahrheit ::igaz - wahr, gerecht, wahrhaft ::igazság - Wahrheit, Gerechtigkeit ::perem - Rand, Kante, Einfassung ::mi már előtte járunk - wir sind ihm schon voraus; wir sind schon weiter als er; wir sind ihm bereits einen Schritt voraus ::előtte járunk - wir gehen vor ihm :------------------------ Version 1 Kérdés a Jereváni Rádióhoz –Frage an Radio Jerewan „Teljesen tévednek-e az amerikai tudósok, akik azt állítják, hogy a jövő kiszámíthatatlan?” – „Irren sich die amerikanischen Wissenschaftler vollkomen, die behaupten, dass die Zukunft unberechenbar ist?“ „Elvileg az amerikai elvtárs tudósok teljesen tévednek, mert a jövő pontosan megfelel az ötéves tervnek. – „Im Prinzip irren sich die amerikanischen Genossen Wissenschaftler vollkommen daneben, denn die Zukunft entspricht exakt dem Fünfjahresplan. „A múlt viszont kiszámíthatatlan.” – „Aber die Vergangenheit ist unvorhersehbar.“ ::kiszámít - errechnen, ausrechnen ::kiszámíthatatlan - unberechenbar ::téved - sich irren, sich täuschen, sich versehen ::állít - behaupten, vorgeben ::áll - stehen ::állítás - Behauptung ::megfelel vminek - (etwas/wem) entsprechen, passen, genügen, antworten ::viszont = de = pedig - aber, hingegen :Version 2 :„Alaposan melléfognak-e azok az amerikai kutatók, akik szerint a jövőt nem lehet előre jelezni?” – „Haben diejenigen amerikanischen Wissenschaftler völlig falsch gelegen, denen zufolge man die Zukunft nicht vorhersagen kann?“ :„Alapvetően igen, hiszen (= mert) a jövő maradéktalanul az ötéves terv szerint alakul; csupán a múlt az, ami előre nem látható.” – „Grundsätzlich ja, denn die Zukunft verläuft (gestaltet sich; entwickelt sich) gemäß dem Fünfjahresplan; unvorhersehbar ist lediglich die Vergangenheit.“ (aber/bloß/ausschließlich die Vergangenheit ist das, was vorher nicht sichtbar ist) ::melléfog - danebengreifen; sich vergreifen; danebenraten; falsch liegen ::melléfogás - Fehlgriff, Missgriff ::jel - Signal ::jelez - bezeichnen, signalisieren ::jelentés - Bericht ::előre jelez - vorhersagen ::maradéktalanul - restlos ::alak - die Gestal, Figur; komischer Kerl ::alakul - Gestalt annehmen, sich gestalten ::fejlődik - sich entwickeln, sich gestalten ::csupán = csak - nur, lediglich :------------------------ :Version 1 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Be lehetne-e vezetni a szocializmust Svájcban is?” – „Könnte man auch in der Schweiz den Sozialismus einführen?“ :„Elvileg igen, de kár lenne ezért a szép országért.” – „Im Prinzip ja, aber es wär schade um das schöne Land.“ ::... ezért a szép országért - ... um dieses schöne Land ::... azért a távoli országért - ... um dieses ferne Land ::erről az országról beszélünk - wird sprechen über dieses Land ::ezért - deshalb :Version 2 :„Megvalósítható lenne-e a szocializmus Svájcban?” – „Könnte man auch in der Schweiz den Sozialismus einführen?“ („Könnte man in der Schweiz den Sozialismus realisieren?“ :„Alapjában véve igen, csakhogy (= de) nagy veszteség lenne az országnak.” – „Im Prinzip ja, aber es wäre ein großes Verlust für dieses Land.“ ::való - richtig, wirklich, wahr, geeignet; Wirklichkeit; Wahrheit ::(meg)valósít - realisieren, umsetzen, wahr machen ::megvalósítható - machbar, durchführbar ::valójában - eigentlich; (in seiner Wahrheit) ::vesz - nehmen ::véve - genommen ::alapjában véve - im Grunde genommen ::alap - Grund, Grundlage, Basis, Unterbau, Fundament ::(alapjában - in seiner Basis) ::alapjában (véve) - eigentlich ::lenni - sein ::van - es ist ::lenni fog - es kann sein (Futur) ::lenne - es wäre (Gegenwart); es würde sein (Futur) ::(Im Ungarischen gibt es keinen eigenen „Gegenwarts-Konditional“ vs. „Futur-Konditional“ wie im Deutschen. Der Konditional ist zeitlich nicht festgelegt. Die Zeit ergibt sich aus Kontext oder zusätzlichen Wörtern. ) ::csakhogy - aber; jedoch ::elveszt - verlieren ::veszteség - Verlust; Schaden, Einbuße ::vesztes - der Verlierer ::veszít - verlieren, unterliegen, verspielen :------------------------ :Version 1 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Meg kell-e szakítani a közlekedést zivatar idején?” – „Muss man bei Gewitter den (Straßen-)Verkehr unterbrechen?“ :„Elvileg nem. Már az is elegendő, ha az antennát behúzzák.” – „Im Prinzip nein. Es genügt bereits, wenn man die Antenne einzieht.“ ::szakít - unterbrechen, zerbrechen; reißen, zerfleischen, reißen, abreißen ::máris - bereits :Version 2 :„Szükséges-e vihar esetén leállítani a forgalmat?” (= Szükséges vihar esetén leállítani a forgalmat?)– „Ist es notwendig bei einem Gewitter den Verkehr stoppen (stilllegen)?“ :„Alapvetően nem, elég csupán az antennát leengedni.” – „Im Prinzip nein, es reicht, die Antenne einzuziehen.“ ::csupán = csak - lediglich, bloß, nur :------------------------ :Version 1 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Meg tudják mondani, hol ül a Jereván Rádió-viccek feltalálója?” – „Können Sie uns sagen, wo der Erfinder der Radio-Eriwan-Witze sitzt?“ :„Nem tudjuk, hol ül, de az biztos, hogy ül.” – „Wir wissen nicht, wo er sitzt, aber er sitzt bestimmt.“ ::feltalál - erfinden ::talál - finden ::találmány - Erfindung (OHNE: “fel-”) ::feltaláló - der Erfinder :Version 2 :„Elárulnák, hol található a Jereván Rádió-viccek szerzője?” – „Können Sie uns sagen (verraten), wo der Verfasser (Autor) der Radio-Eriwan-Witze zu finden ist?“ :„A helyét nem ismerjük, de az ülés ténye kétségtelen. [kéccségtelen]” – „Wir wissen nicht, wo er sitzt, aber dass er sitzt, steht fest. (die Tatsache des Sitzens ist unzweideutig)“ ::tény - Fakt, Tatsache ::kétség - Zweifel ::kétséges - zweifelhaft ::kétségbe von - in Zweifel ziehen; bezweifeln, anzweifeln ::von - ziehen ::kétségtelen - unzweifelhaft; zweifellos :------------------------ :Version 1 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Lehet-e bírálni a pártot?” – „Darf man die Partei kritisieren?“ :„Elvileg igen, de az ember jobban érzi magát a saját négy fala között.” – „Im Prinzip ja, aber der Mensch fühlt sich in den eigenen vier Wänden besser.“ ::bírál = kritizál - kritisieren, bemängeln ::bírálat = kritika - Kritik ::bíráló - der Kritiker ::bírálgat - bekritteln ::bíró - Richter ::bíróság - Gericht :Version 2 :„Szabad-e nyilvánosan kritizálni a pártot?” – „Darf man die Partei offen kritisieren?“ :„Alapvetően igen, viszont otthon sokkal kellemesebb az élet.” – „Im Prinzip ja, aber zu Hause ist das leben viel angenehmer.“ ::sokkal előtte - lange vorher ::sokkal - weitaus; viel (Kompatativ/Vergleich) ::sokkal jobb - viel besser ::sokkal jobban érzi magát - sich viel besser fühlen :------------------------ :Version 1 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Egyszerűen el lehet-e magyarázni a különbséget a demokrácia és a népi demokrácia között?” – „Kann man den Unterschied zwischen Demokratie und Volksdemokratie einfach erklären?“ :„Elvileg igen, olyan a különbség, mint a kabát és a kényszerzubbony között.” – „Im Prinzip ja, das ist so ein Unterschied, wie zwischen Mantel und Zwangsjacke.“ ::kény - Willkür; Eigenmächtigkeit ::kényszer - der Zwang ::kényszerít - zwingen ::zubbony - Waffenrock, Bluse, Kittel ::katonai zubbony - Militärjacke ::kényszerzubbony - Zwangsjacke ::önkényes - willkürlich ::önkéntelen (OHNE: “Y”) - unwillkürlich ::akaratlagos izomzat - willkürliche Muskulatur ::akaratlan izomzat - unwillkürliche Muskulatur. ::orvosi kabát = orvosi köpeny - Arztkittel :Version 2 :„Könnyen megmagyarázható-e, miben tér el a demokrácia a népi demokráciától?” – „Kann man den Unterschied zwischen Demokratie und Volksdemokratie einfach erklären?“ (Ist es einfach zu erklären, worin Demokratie und Volksdemokratie (voneinander) abweichen?) :„Alapvetően igen: nagyjából annyi a különbség, mint egy dzseki és egy kényszerzubbony között.” – „Im Prinzip ja; im Großen und Ganzen ist der Unterschied so wie zwischen einer Jacke und einer Zwangsjacke.“ ::eltér - abweichen (sich unterscheiden) ::miben tér el? = mi a különbség [külömség]? - worin besteht der Unterschied? ::nagyjából [naggyából] - im Großen und Ganzen :------------------------ :Version 1 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Lehet-e egy orosz autóval orosz utakon százhúsz kilométer per órával haladni?” – „Kann man mit einem russischen Auto auf russischen Straßen 120 km/h fahren?“ :„Elvileg igen. De csak egyszer.” – „Im Prinzip ja. Aber nur einmal.“ ::halad - fortschreiten, schaffen, vorankommen, weiterfahren, fortfahren, fahren :Version 2 :„Megoldható-e, hogy egy szovjet autó 120-szal menjen a hazai utakon?” – „Kann man mit einem russischen Auto auf russischen Straßen 120 km/h fahren?“ (Ist es machbar mit einem sowjetischen Auto mit 120 auf einheimischen Straßen zu fahren?) :„Alapjában véve igen, ám ez egyszeri alkalom.” – „Im Prinzip (grundsätzlich genommen) ja, allerdings nur ein einziges Mal. (aber das ist eine einmalige Sache/Gelegenheit/Anlass)“ ::120-szal [százhúsz-szal] ::megoldható - lösbar, machbar ::ház - Haus ::haza - Heimat ::hazai - heimatlich, einheimisch ::titkos - heimlich ::megy - fahren ::..., hogy ...menjen - zu fahren (Imperativ, weil Final-Nebensatz) ::ám = de = csakhogy - aber :------------------------ :Version 1 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Lehetséges-e Kanadában is a szocializmus?” – „Kann es in Kanada auch Sozialismus geben?“ :„Elvileg igen, de akkor ki szállítja majd nekünk a búzát?” – „Im Prinzip ja, aber wer liefert uns dann den Weizen?“ :Version 2 :„Bevezethető lenne-e a szocializmus Kanadában?” – „Kann man in Kanada auch Sozialismus einführen?“ :„Alapvetően igen, csakhogy (= de) akkor honnan kapnánk a gabonát?” – „Im Prinzip ja, aber woher würden wir dann Weizen bekommen?“ ::csakhogy = ám = de - aber ::kap - bekommen, erhalten, beziehen :------------------------ :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Elérheti-e a Trabant a kétszáz kilométer per órát? – „Kann ein Trabant 200 km/h erreichen?“ :„Elvileg igen, attól függ, milyen magasról esik le.” – „Im Prinzip ja, es hängt davon ab, aus welcher Höhe er runterfällt.“ :(„Alapjában véve igen, ha elég nagy magasságból zuhan.” – „Im Prinzip ja, wenn er aus einer ausreichend großen Höhe fällt.“) :------------------------ :Version 1 :Kérdés a Jereváni Rádióhoz – Frage an Radio Jerewan :„Igaz-e, hogy az Egyesült Államokban mindenkinek van autója?” – „Stimmt es, dass in den USA jeder ein Auto hat?“ :„Elvileg igen, viszont (= de) nálunk cserébe mindenkinek van parkolóhelye.” – „Im Prinzip ja, aber bei uns hat dafür jeder einen Parkplatz.“ ::viszont - dafür, hingegen ::viszont nálunk cserébe - bei uns hingegen im Gegenzug; bei uns dagegen als Ausgleich; bei uns wiederum dafür ::csere - Tausch, Austausch, Wechsel ::csere tárgya - Tauschobjekt ::kormánycsere - Regierungswechsel ::cserél - tauschen, austauschen ::mindenkinek van parkolóhelye - für jeden gibt es seinen Parkplatz :Version 2 :„Tényleg igaz, hogy Amerikában mindenkinek jut egy autó?” – „Stimmt es, dass in den USA jeder ein Auto hat?“ (… dass in Amerika jedem ein Auto zuteilwird? ) :„Alapvetően igen, de nálunk legalább parkolóhely mindenkinek akad.” – „Im Prinzip ja, aber bei bei uns hat jeder mindestens (minimum) einen Parkplatz.“ ::jut egy autó = kap egy autó - bekommt ein Auto ::jut - gelangen, hinkommen, kommen zu, zuteilwerden, übrig bleiben für ::jut - auf jemanden entfallen ::mindenkinek jut egy autó - auf jeden kommt ein Auto; für jeden ist ein Auto da ::juttat vkinek vmit (= ad vkinek) - jemandem etwas zukommen lassen ::akad (= van) - es gibt ::legalább = minimum - mindestens, minimum ::legfeljebb = maximum - höchstens, maximum ::legeslegfeljebb - allerhöchstens ::legeslegalább - allermindestens ::legeslegalul - zuallerunterst ::legeslegfelül - zualleroberst :------------------------ :Version 1 :Az apa: „Ha valaki megsért, akkor üsd meg egy lapáttal!” – Der Vater: „Wenn dich jemand beleidigt, dann schlag ihn mit einer Schaufel!“ :A lány: „De hát én lány vagyok.” – Die Tochter: „Aber ich bin doch ein Mädchen.“ :Az apa: „Akkor vedd a rózsaszín lapátot!” – Der Vater: „Dann nimm die rosa Schaufel!“ ::üt - schlagen ::üsd! [üzsd] - Schlag! (Imperativ) ::vesz - nehmen ::vedd! - nimm! :Version 2 :Az apa azt mondja: „Ha bárki sérteget, üsd meg lapáttal!” – Der Vater sagt: „Wenn irgendjemand dich beleidigt, schlag ihn mit einer Schaufel!“ :A lánya így válaszol: „De én lány vagyok.” – Seine Tochter antwortet so: „Aber ich bin ein Mädchen.“ :Az apa: „Akkor használd a rózsaszín lapátot!” – Der Vater: „Dann benutze die rosafarbene Schaufel!“ ::bárki - irgendjemand ::valaki - jemand ::használ - benutzen, verwenden ::használd! - benutze! :Version 3 :Az apa így szól: „Ha megsértenek, csapj [csapje] oda egy lapáttal!” – Der Vater spricht so: „Wenn sie dich beleidigen (wenn man dich beleidigt; wenn du beleidigt wirst), dann hau mit einer Schaufel drauf!“ :A lány tiltakozik: „De hiszen lány vagyok.” – Die Tochter widerspricht: „Aber ich bin ja ein Mädchen.“ :Az apa felel: „Akkor fogd a rózsaszín lapátot!” – Der Vater antwortet: „Dann nimm die rosa Schaufel!“ ::odacsap - zuschlagen ::tiltakozás - Protest, Widerspruch ::tiltakozik - protestieren, widersprechen, einwenden ::de hiszen = de = hiszen - aber ::fog - nehmen, greifen ::fogd! - nimm! :------------------------ :Version 1 :Miért van egy szőkének egy agysejttel [atysejtel] több, mint egy lónak? – Warum hat eine Blondine eine Gehirnzelle mehr als ein Pferd? :Azért, hogy lépcsőpucolás közben ne igyon a vödörből. – Deshalb, damit sie beim Treppenputzen nicht aus dem Eimer trinkt. (Imperativ - Final-Nebensatz: igyon - inni - iszik) ::sejt - die Zelle ::vmivel több van - jemand hat mehr ::vmivel több, mint - (mit) mehr als ::vmivel kevesebb van - jemand hat weniger ::pucolás közben - während des Putzens; beim Putzen :Version 2 :Miért rendelkezik egy szőke nő eggyel több agysejttel, mint egy ló? – Warum verfügt eine Blondine über eine Gehirnzelle mehr als ein Pferd? :Azért, hogy takarításkor ne szürcsöljön a vödörből. – Deshalb, damit sie beim Putzen nicht aus dem Eimer schlürft. (Imperativ - Final-Nebensatz) ::rendelkezik vmivel - über (mit) etwas verfügen ::rendelkezik több agysejttel - über mehr Hirnzellen verfügen ::vmivel több - mehr als ::több mint egy - mehr als eins ::eggyel több - eine mehr ::több mint kettő - mehr als zwei ::kettővel több - (mit) zwei mehr ::hárommal több - (mit) drei mehr ::több mint három - mehr als drei ::néggyel több - vier mehr ::több mint négy - mehr als vier ::öttel több - fünf mehr ::több mint öt - mehr als fünf ::hattal több - sechs mehr ::több mint hat - mehr als sechs ::szürcsöl - schlürfen, nippen :Version 3 :Miért van a szőkének egy plusz agysejtje a lóhoz képest? – Warum hat die Blondine im Vergleich zum Pferd eine zusätzliche Gehirnzelle? :Azért, hogy lépcsőt mosva ne igyon a vizes vödörből. – Deshalb, damit sie beim Treppenwaschen nicht aus dem Wassereimer trinkt. ::a lóhoz képest - im Vergleich zum Pferd ::tegnaphoz képest - im Vergleich zu gestern ::hozzád képest - im Vergleich zu dir ::(neki) van egy agysejtje - sie hat eine Hirnzelle ::(neki) van egy plusz agysejtje = van egy további agysejtje - sie hat eine zusätzliche Hirnzelle ::egy plusz agysejtje a lóhoz képest - sie hat eine Hirnzelle mehr, im Vergleich zum Pferd ::egy plusz agysejtje, mint a lónak - sie hat eine Hirnzelle mehr, als ein Pferde (als dem Pferd gehört) :: neki több van a lóhoz ::benzines kanna - Benzinkanister ::vizes - Wasserkanister, Wasserkanne ::vizes vödör - Wassereimer ::nedves - feucht ::vizes - nass ::száraz - trocken ::lépcsőt mosva - beim Treppenwaschen; (die Treppe waschend) :------------------------ :Version 1 :Miért van egy szőkének egy agysejttel több, mint egy tehénnek? – Warum hat eine Blondine eine Gehirnzelle mehr als eine Kuh? :Azért, hogy ne bőgjön, ha valaki a tőgyéhez nyúl. – Deshalb, damit sie nicht muht, wenn jemand an ihr Euter greift. (Imperativ - Final-Nebensatz vorangestellt) ::bőg - muhen ::A szarvas bőg. - Der Hirsch röhrt. ::A gyerek bőg. - Das Kind plärrt/brüllt. :.tőgy - Euter ::tejel - melken ::nyúl - greifen, berühren ::nyúl - Kaninchen, Hase ::házi nyúl - Hauskaninchen ::üregi nyúl - Wildkaninchen ::mezei nyúl - Feldhase :Version 2 :Miért rendelkezik egy szőke nő eggyel több agysejttel, mint egy tehén? – Warum verfügt eine Blondine über eine Gehirnzelle mehr als eine Kuh? :Azért, hogy ne kezdjen el bőgni, amikor megfogják a tőgyét. – Deshalb, damit sie nicht anfängt zu muhen, wenn man ihr Euter anfasst. ::elkezd - anfangen :Version 3 :Miért van a szőkének egy plusz agysejtje a tehénhez képest? – Warum hat die Blondine im Vergleich zur Kuh eine zusätzliche Gehirnzelle? :Azért, hogy ne adjon ki „mú” hangot, ha valaki hozzányúl a tőgyéhez. – Deshalb, damit sie keinen „Muh“-Laut von sich gibt, wenn jemand ihr Euter berührt. ::hozzányúl vmihez - berühren, anfassen ::megérint - berühren :------------------------ :Version 1 :Miért van egy szőkének egy agysejttel többje, mint egy lónak? – Warum hat eine Blondine eine Gehirnzelle mehr als ein Pferd? :Azért, hogy autómosás közben ne igyon a vödörből. – Deshalb, damit sie beim Autowaschen nicht aus dem Eimer trinkt. :Version 2 :Miért rendelkezik egy szőke nő eggyel több agysejttel, mint egy ló? – Warum verfügt eine Blondine über eine Gehirnzelle mehr als ein Pferd? :Azért, hogy kocsimosáskor ne kortyolgasson a vödörből. – Deshalb, damit sie beim Wagenwaschen nicht aus dem Eimer schlürft. :Version 3 :Miért van a szőkének egy plusz agysejtje [atysejtye] a lóhoz képest? – Warum hat die Blondine im Vergleich zum Pferd eine zusätzliche Gehirnzelle? :Azért, hogy ne igyon a vizes vödörből, amikor az autót tisztítja. [tisztíttya] – Deshalb, damit sie nicht aus dem Wassereimer trinkt, wenn sie das Auto reinigt. :------------------------ :Version 1 :Miért nincs a szőkének jégkockája a fagyasztóban? – Warum hat die Blondine keine Eiswürfel im Gefrierfach? :Azért, mert elfelejtette a receptet. – Deshalb, weil sie das Rezept vergessen hat. :Version 2 :Miért nem tart a szőke jégkockát a mélyhűtőben? – Warum bewahrt die Blondine keine Eiswürfel im Gefrierschrank auf? :Azért, mert nem emlékszik a készítés módjára. [móggyára] – Deshalb, weil sie sich an die Zubereitungsweise nicht erinnert. :Version 3 :Miért nincs jégkocka a szőke nő fagyasztójában? – Warum gibt es im Gefrierfach der Blondine keine Eiswürfel? :Azért, mert elfelejtette, hogyan kell elkészíteni. – Deshalb, weil sie vergessen hat, wie man sie herstellt. :------------------------ :Version 1 :Miért teremtette Isten a szőkéket? – Warum hat Gott die Blondinen erschaffen? :Azért, mert a juhok nem tudnak sört hozni. – Deshalb, weil Schafe kein Bier bringen können. :Version 2 :Miért hozta létre Isten a szőke nőket? – Warum hat Gott die blonden Frauen erschaffen? :Azért, mert a birkák nem képesek sört vinni. – Deshalb, weil Schafe nicht fähig sind, Bier zu bringen. ::megalkot - erschaffen ::létrehoz - erschaffen, hervorbringen ::lenni - sein, (haben) ::van - er/sie ist; es gibt ::die Existenz, das Dasein ::hoz - bringen; (holen) ::(létrehoz - zur Existenz bringen = erschaffen) :Version 3 :Miért alkotta meg Isten a szőkéket? – Warum hat Gott die Blondinen geschaffen? :Azért, mert a juhok nem tudnak sört szállítani. – Deshalb, weil Schafe kein Bier transportieren können. ::alkot - bilden, erschaffen, machen ::szállít - transportieren, liefern, verfrachten ::száll = repül - fliegen :------------------------ :Version 1 :Miért a BMW a szőkék kedvenc autója? – Warum ist der BMW das Lieblingsauto der Blondinen? :Azért, mert ezt ők is ki tudják betűzni. – Deshalb, weil sie das auch buchstabieren können. ::kibetűz - buchstabieren ::betű - Buchstabe ::betűz - alphabetisieren; buchstabieren :. betűrebdes - alphabetisch ::ábécé - Alphabet :Version 2 :Miért szeretik a szőkék leginkább a BMW-t? – Warum mögen Blondinen am meisten den BMW? :Azért, mert ezt még ők is ki tudják betűzni. – Deshalb, weil sogar sie das buchstabieren können. ::még ők is - sogar sie :Version 3 :Miért a BMW a szőke nők kedvence az autók közül? – Warum ist der BMW unter den Autos der Favorit der blonden Frauen? :Azért, mert képesek ezt a nevet betűről betűre kimondani. – Deshalb, weil sie diesen Namen Buchstabe für Buchstabe aussprechen können (fähig sind). :------------------------ :Version 1 :Miért van a szőkék fürdőkádja [fürdőkággya] körül szögesdrót? – Warum haben Blondinen Stacheldraht um die Badewanne? :Azért, hogy ne essenek kísértésbe, és ne ússzanak túl messzire. – Deshalb, damit sie nicht in Versuchung geraten und nicht zu weit hinausschwimmen. ::szög - der Nagel ::kísértés - die Versuchung ::kísértésbe hoz - in Versuchung führen ::kísértésbe esik - in Versuchung kommen (fallen) ::sértés - die Beleidigung ::sertés - das Schwein ::sérteget - beleidigen ::sérül - verletzen :Version 2 :Miért tesznek a szőkék szögesdrótot a fürdőkád köré? – Warum machen Blondinen Stacheldraht um die Badewanne herum? :Azért, hogy ne akarjanak túl messzire úszni. – Deshalb, damit sie nicht zu weit hinausschwimmen wollen. ::akarjanak - (Imperativ von; akar - wollen: Imperativ; Final-Nebensatz) :Version 3 :Miért van szögesdrót a szőke nő fürdőkádja [fürdőkággya] körül? – Warum ist um die Badewanne der Blondine Stacheldraht? :Azért, hogy ne jussanak kísértésbe, hogy túl messzire ússzanak. – Deshalb, damit sie nicht in Versuchung kommen, zu weit zu schwimmen. ::kísértés - die Versuchung ::jut - gelangen, hinkommen, geraten ::jussanak - (Imperativ on: jut) ::ússzanak - (Imperativ on: úszik) :------------------------ :Version 1 :Miért olyan lapos a szőkék hátsó fejrésze? – Warum ist der Hinterkopf der Blondinen so flach? :Azért, mert vízivás közben a vécéfedél a fejükre csapódik. – Deshalb, weil beim Wassertrinken der Klodeckel auf ihren Kopf schlägt. ::tarkó = nyakszirt - Nacken ::vízivás - Wassertrinken ::víz - Wasser ::inni - trinken ::ivás - das Trinken ::vízivás - das Wassertrinken (víz-ivás) ::ivóvíz - Trinkwasser ::vízi növény - Wasserpflanze ::sörivás - das Biertrinken (sör-ivás) ::borivás - das Weintrinken (bor-ivás) :Version 2 :Miért van a szőkéknek ilyen lapos hátsó fejük? – Warum haben Blondinen so einen flachen Hinterkopf? :Azért, mert amikor isznak, a vécé fedele rájuk esik. – Deshalb, weil wenn sie trinken, der Klodeckel auf sie fällt. :Version 3 :Miért lapos a szőke nők feje hátul? – Warum ist der Kopf der blonden Frauen hinten flach? :Azért, mert ivás közben a vécéfedél rájuk csapódik. – Deshalb, weil beim Trinken der Klodeckel auf sie zuschlägt. :------------------------ :Version 1 :Miért örül egy szőke nő, ha egy év után befejez egy kirakóst? – Warum freut sich eine Blondine, wenn sie nach einem Jahr ein Puzzle fertigstellt? :Azért, mert a dobozon az áll, hogy 2–4 év. [kettőtől négy évig] – Deshalb, weil auf der Packung steht, dass es 2–4 Jahre ist. ::kirakó = puzzle - das Puzzle :Version 2 :Miért örül a szőke, amikor egy kirakót egy év alatt befejez? – Warum freut sich die Blondine, wenn sie ein Puzzle in einem Jahr fertig macht? :Azért, mert a csomagoláson az van feltüntetve, hogy 2–4 év. [kettőtől négy évig] – Deshalb, weil auf der Verpackung angegeben ist, dass es 2–4 Jahre sind. ::feltűnik - auffallen, erscheinen, auftauchen ::feltűnik = odaírva - ist aufgedruckt ::van feltüntetve - ist aufgedruckt :Version 3 :Miért boldog egy szőke nő, ha egy év alatt kirak egy puzzle-t? – Warum ist eine Blondine glücklich, wenn sie ein Puzzle innerhalb eines Jahres zusammensetzt? :Azért, mert a doboz szerint 2–4 év [kettő négy év] kell hozzá. – Deshalb, weil laut der Packung 2–4 Jahre dazu nötig sind. ::kirak - auslegen, legen, hinauslegen ::rak - stellen, legen, setzen ::kirakat - das Schaufenster; die Auslage ::kirak egy puzzle-t - ein Puzzle lösen ::raktár - das Lager; Depot, Ablage ::puzzle-t [puzzlt] (mit Bindestrich, um das Original ausländische Wort nicht zu verstümmeln. NICHT: puzzlt; ABER auch NICHT: puzzlet) :------------------------ :Version 1 :Miért fagyaszt le egy szőke nő forró vizet? – Warum friert eine Blondine heißes Wasser ein? :Azért, mert a forró vizet mindig jól lehet használni. – Deshalb, weil man heißes Wasser immer gut gebrauchen kann. ::lefagyaszt - tiefkühlen, einfrieren; gefrieren lassen :Version 2 :Miért tesz egy szőke forró vizet a fagyasztóba? – Warum legt eine Blondine heißes Wasser in den Gefrierschrank? :Azért, mert a meleg víz mindig hasznos. – Deshalb, weil warmes Wasser immer nützlich ist. :Version 3 :Miért fagyaszt be egy szőke nő forró vizet? – Warum friert eine Blondine heißes Wasser ein? :Azért, mert a forró víz mindig jól jön. – Deshalb, weil heißes Wasser immer gut kommt. :------------------------ rst1wbdh6l360jj2fpeaj5dcvumqc2v Barfußwandern: Nordrhein-Westfalen 0 122571 1085391 1085324 2026-05-11T09:54:45Z ~2026-28363-13 116170 /* Rheinufer */ 1085391 wikitext text/x-wiki '''Zur Hauptseite [[Barfußwandern]]''' == Allgemeines == In Nordrhein-Westfalen finden sich sehr viele Gebiete, in denen das Barfußwandern - großen Teils auch für Ungeübte - möglich ist. == Regionen == === Naturpark Schwalm-Nette === Der Naturpark Schwalm-Nette bietet aufgrund seiner Größe von 435 qkm unzählige Wanderwege. Hier finden sich zahlreiche Seen. Moore und Bäche, urtypische Wälder und Heideflächen. Die Waldwege sind größtenteils naturbelassen und laden zum Barfußwandern ein; sicherheitshalber darf man schnell an- und ausziehbare Schuhe mitnehmen. Die Heideflächen bieten überwiegend angenehmen Sandboden. Es gibt mehrere zertifizierte Premium-Wanderwege. Ein Haupt-Merkmal in den Zertifizierungs-Kriterien ist die Bodenbeschaffenheit. Maximal 15% des Gesamtweges dürfen geschottert oder asphaltiert sein. [https://www.wa-wa-we.eu/de/wanderwege-details/galgenvenn.html Galgenvenn] Ein Premium-Wanderweg, der teilweise auch durch die Niederlande führt. An Wochenenden und Feiertagen meist sehr gut besucht. (Letzte Begehung: 2019) === Rheinufer === Natürlich denkt man speziell in Wassernähe sowieso daran, barfuß zu gehen und es gibt zahllose Stellen, an denen man gerne einen barfüßigen Abstecher ins Wasser unternehmen kann. Eine längere Strecke barfuß zu gehen, ist am Rhein aber nicht überall so angenehm, weil man viele Uferabschnitte findet, in denen Kieselsteine überwiegen. In den Zonser Rheinauen lässt sich aber ein Rundweg sehr gut barfuß zurücklegen. (Letzte Begehung: 2024) [https://440931.forumromanum.com/member/forum/forum.php?q=highlights_teil_zonser_rheinauen-hobby_barfuss&action=std_show&entryid=1136558119&mainid=1136558119&threadid=1202764043&USER=user_440931&onsearch=1 Barfuß durch die Zonser Rheinauen] === Eifel === === Wahner Heide === Die Wahner Heide ist ein Naturschutzgebiet und liegt zwischen den Städten Troisdorf, Köln und Rösrath. Mit einer Größe von ca. 50 Quadratkilometern und abwechslungsreichen Landschaftsräumen ist sie nicht nur ein beliebtes Naherholungsgebiet, sondern auch Rückzugsort für etwa 700 gefährdete Tier- sowie Pflanzenarten. Durch viele sandige Bereiche ist sie zum Barfußwandern hervorragend geeignet. Nördlich der Wahner Heide schließt sich das Naturschutzgebiet Königsforst an, in dem es u.a. eine Wassertretstelle und das - vor allem bei Kindern sehr beliebte - "Matschloch" gibt. === Haard === Die Haard ist ein ca. 55 km² großes, sandiges Waldgebiet im Naturpark Hohe Mark am Nordrand des Ruhrgebiets. Die hügeligen und sandigen Böden erleichtern das Barfußwandern. Es existiert sogar eine private Initiative namens "Barfuß durch die Haard" nebst Facebook-Gruppe gleichen Namens. == Barfußwandergruppen == (Hier können Gruppen, die im entsprechenden Land aktiv sind, ihre Programme darstellen und ihre Veranstaltungen ankündigen und dafür ggf. eine eigene Unterseite einrichten) == Offizielle Barfußwege == [https://naturpark-hohe-mark.de/ziel/gemeinde-schermbeck/ Ameisenpfad Schermbeck] [https://www.stift-tilbeck.de/erleben/ Barfußgang am Stift Havixbeck-Tilbeck im Münsterland] [https://barfusspark-lienen.de/ Barfußpark Lienen am Südrand des Teutoburger Waldes] [https://barfusspfad-moers-repelen.de/ Barfußpfad im Jungbornpark in Moers-Repelen am Niederrhein] [https://www.wildwald.de/tagesbesuch/uebersichtskarte/ Barfußpfad im Wildwald Vosswinkel im Hochsauerlandkreis] [https://www.langewiese.de/aktivurlaub/barfusspfad/ Barfußpfad Langewiese am Rothaarsteig] [https://www.verkehrsverein-neuss.de/engagement/#Barfusspfad Barfußpfad am Hochzeitshain in Neuss-Gnadenthal] [https://www.hamm.de/planen-bauen-wohnen/planen-und-entwickeln/lippepark/sport-freizeit-im-lippepark/barfusspfad-kissinger-hoehe Barfußpfad an der Kissinger Höhe in Hamm / Westfalen] [https://www.bad-wuennenberg.de/de/freizeit/aktivitaeten/barfusspfad.php Erlebnis-Barfußpfad in Bad Wünnenberg im Sauerland] [https://hilchenbach.de/index.php?La=1&object=tx,2632.243.1 Kneipp-Anlage mit Barfußpfad in Hilchenbach am Rothaarsteig] [https://www.kneippverein-elten.de/barfu%C3%9F-mehr/ Kneipp-Barfuß- und Naturerlebnis-Pfad in Emmerich-Elten am Niederrhein] 6dfc12gven0on7ixd7nl89dwea1cr04 Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Kurzgeschichten 4b 2 122593 1085340 1085337 2026-05-10T12:37:50Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 /* 73 - hashed */ 1085340 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 4 b - ungarisch deutsch == 71 == 1 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül. - Anders sitzt am Küchentisch. :2. A csésze előtte hideg. - Die Tasse vor ihm ist kalt. :3. Nem iszik. - Er trinkt nicht. :4. Csak ül ott. - Er sitzt nur da. :5. Odakint esik az eső. - Draußen regnet es. :6. Az eső oldalról jön. - Der Regen kommt von der Seite. :7. Az ablak régi és vékony. - Das Fenster ist alt und dünn. :8. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :9. A víz egy vödörbe hullik. - Das Wasser fällt in einen Eimer. :10. Plink. - Plink. :11. Plink. - Plink. :12. Plink. - Plink. :13. Anders hallgatja. - Anders hört zu. :14. Nem számolja a cseppeket. - Er zählt die Tropfen nicht. :15. Egyszerűen csak hallgatja. - Er hört einfach zu. :16. A ház régen templom volt. - Das Haus war früher eine Kirche. :17. Egy kis fatemplom a fjordnál. - Eine kleine Holzkirche am Fjord. :18. Anders két éve örökölte. - Anders hat sie vor zwei Jahren geerbt. :19. A tető nem jó. - Das Dach ist nicht gut. :20. Amikor esik, bejön a víz. - Wenn es regnet, kommt Wasser rein. :21. A vödör mindig ugyanazon a helyen áll. - Der Eimer steht immer an derselben Stelle. :22. A keresztelőkút most mosogató. - Das Taufbecken ist jetzt ein Spülbecken. :23. Anders ezt normálisnak találja. - Anders findet das normal. :24. Csónakmotorokat javít. - Er repariert Bootsmotoren. :25. A szomszédok elhozzák a csónakjaikat. - Die Nachbarn bringen ihre Boote. :26. Néha kávéval fizetnek. - Manchmal bezahlen sie mit Kaffee. :27. Néha nem mondanak semmit. - Manchmal sagen sie nichts. :28. Az is jó. - Das ist auch gut. :29. Az ajtó kinyílik. - Die Tür geht auf. :30. Lars bejön. - Lars kommt herein. :31. Nem kopog. - Er klopft nicht. :32. Ezt soha nem teszi. - Das macht er nie. :33. Lars 68 éves. - Lars ist 68 Jahre alt. :34. Ő az egyetlen szomszéd. - Er ist der einzige Nachbar. :35. Leül a régi padra. - Er setzt sich auf die alte Bank. :36. Egy csomag dohányt tesz az asztalra. - Er legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch. :37. Nem mondanak semmit. - Sie sagen nichts. :38. Az óra ketyeg. - Die Uhr tickt. :39. Az eső veri az ablakot. - Der Regen schlägt gegen das Fenster. :40. Egy idő után Lars megszólal. - Nach einer Weile spricht Lars. :41. „Björn kuttere megint működik.” - „Der Kutter von Björn läuft wieder.” :42. Anders bólint. - Anders nickt. :43. Ez elég. - Das ist genug. :44. Lars feláll. - Lars steht auf. :45. Az ajtóhoz megy. - Er geht zur Tür. :46. Az ajtó becsapódik. - Die Tür fällt zu. :47. A dohány még az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :48. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte. :49. Ma érkezett a komppal. - Sie ist heute mit der Fähre gekommen. :50. A kép Oslo kikötőjét mutatja. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. :51. A színek túl világosak októberhez. - Die Farben sind zu hell für den Oktober. :52. Anders megfordítja a lapot. - Anders dreht die Karte um. :53. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba.” - Er liest: „Komm nach Oslo.” :54. Ez minden. - Das ist alles. :55. Aláírás: Mette. - Unterschrieben: Mette. :56. Még egyszer elolvassa a mondatot. - Er liest den Satz noch einmal. :57. És még egyszer. - Und noch einmal. :58. Aztán visszateszi a lapot. - Dann legt er die Karte zurück. :59. Az elülső oldala lefelé néz. - Die Vorderseite zeigt nach unten. :60. Odakint elhalad a komp. - Draußen fährt die Fähre vorbei. :61. A motorzaj rövid ideig hallatszik. - Das Motorgeräusch ist kurz zu hören. :62. Aztán megint csend van. - Dann ist es wieder still. :63. Anders az ablaknál marad állva. - Anders bleibt am Fenster stehen. :64. A fjordra néz. - Er schaut auf den Fjord. :65. A víz szürke. - Das Wasser ist grau. :66. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :67. Minden szürke. - Alles ist grau. :68. Négy órakor besötétedik. - Um vier Uhr wird es dunkel. :69. Anders meggyújt egy gyertyát. - Anders zündet eine Kerze an. :70. A régi zongorára teszi. - Er stellt sie auf das alte Klavier. :71. Senki sem játszik a zongorán. - Niemand spielt das Klavier. :72. Leül elé. - Er setzt sich davor. :73. Nézi a lángot. - Er schaut die Flamme an. :74. Semmi konkrétra nem gondol. - Er denkt an nichts Bestimmtes. :75. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :76. A víz odakint a facölöpöknek csapódik. - Das Wasser schlägt gegen die Holzpfähle draußen. :77. A gyertya lassan leég. - Die Kerze brennt langsam herunter. :78. Anders ülve marad. - Anders bleibt sitzen. :79. Aztán havazni kezd. - Dann fängt es an zu schneien. :80. Halkan. - Leise. :81. Szinte átmenet nélkül. - Fast ohne Übergang. :82. Nem fog Oslóba menni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :83. Nem ma. - Nicht heute. :84. Nem holnap. - Nicht morgen. :85. Ezt egyszerűen tudja. - Er weiß das einfach. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kézzel tart egy csészét. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen. :2. A csésze már rég kihűlt, de ő mégsem iszik belőle. - Die Tasse ist längst kalt, aber er trinkt trotzdem nicht. :3. Odakint erősen esik az eső, és a szél szinte vízszintesen hajtja az esőt az ablaknak. - Draußen regnet es stark, und der Wind treibt den Regen fast waagrecht gegen das Fenster. :4. Október van, és ennél a fjordnál ez azt jelenti: szürke, nedves, csendes. - Es ist Oktober, und an diesem Fjord bedeutet das: grau, nass, still. :5. A fűtésből egy csepp hullik a padlón álló vödörbe. - Von der Heizung fällt ein Tropfen in den Eimer auf dem Boden. :6. Plink. - Plink. :7. Aztán még egy. - Dann noch einer. :8. Anders hallgatja, de nem számol vele. - Anders hört zu, aber er zählt nicht mit. :9. A ház korábban egy kis fatemplom volt a fjord szélén. - Das Haus war früher eine kleine Holzkirche am Rand des Fjords. :10. Két éve Anders örökölte, és azóta itt lakik. - Vor zwei Jahren hat Anders sie geerbt, und seitdem wohnt er hier. :11. A tető két helyen beázik, ezért mindig készenlétben állnak a vödrök. - Das Dach ist an zwei Stellen undicht, deshalb stehen immer Eimer bereit. :12. A régi keresztelőkútat most mosogatóként használja, mert praktikus. - Das alte Taufbecken benutzt er jetzt als Spülbecken, weil es praktisch ist. :13. Soha nem újította fel igazán a házat, de hozzászokott. - Er hat das Haus nie richtig renoviert, aber er hat sich daran gewöhnt. :14. Anders a környék kevés szomszédjának csónakmotorjait javítja. - Anders repariert die Bootsmotoren der wenigen Nachbarn in der Gegend. :15. Egyesek kávéval fizetnek neki, mások egy rövid bólintással, és ez elég neki. - Manche bezahlen ihn mit Kaffee, manche mit einem kurzen Nicken, und das reicht ihm. :16. Nincs sokra szüksége, és a munka okot ad neki arra, hogy reggel felkeljen. - Er braucht nicht viel, und die Arbeit gibt ihm einen Grund, morgens aufzustehen. :17. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand anklopft. :18. Lars bejön, ahogy minden második nap szokott. - Lars kommt herein, wie er es jeden zweiten Tag tut. :19. Hatvannyolc éves, és ő az egyetlen szomszéd, aki valóban közel lakik. - Er ist 68 Jahre alt und der einzige Nachbar, der wirklich nah wohnt. :20. Lars leül a kályha melletti fapadra, és egy csomag dohányt tesz az asztalra. - Lars setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen und legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch. :21. Nem mondanak semmit, és ez közöttük normális. - Sie sagen nichts, und das ist zwischen ihnen normal. :22. Az eső kopog az ablakon, a fűtés csöpög, az óra ketyeg. - Der Regen klopft gegen das Fenster, die Heizung tropft, die Uhr tickt. :23. Körülbelül tíz perc után Lars nyugodtan azt mondja: „Björn kuttere újra működik.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars ruhig: „Der Kutter von Björn läuft wieder.” :24. Anders egyszer bólint, és ez az egész válasz. - Anders nickt einmal, und das ist die ganze Antwort. :25. Lars feláll, az ajtóhoz megy, és halkan becsukja maga mögött. - Lars steht auf, geht zur Tür und schließt sie leise hinter sich. :26. A dohány még az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :27. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma érkezett a komppal. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute mit der Fähre gekommen ist. :28. A kép Oslo kikötőjét mutatja túl világos, túl barátságos színekkel. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo in zu hellen, zu freundlichen Farben. :29. Anders felveszi a lapot, és lassan megfordítja. - Anders nimmt die Karte und dreht sie langsam um. :30. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst.” :31. A kézírás Mettéé, és azonnal felismeri. - Die Handschrift ist von Mette, und er erkennt sie sofort. :32. Hat hónapja nem hallott róla semmit, és most ez. - Sechs Monate hat er nichts von ihr gehört, und jetzt das. :33. Kétszer elolvassa a szöveget, aztán harmadszor is, és visszateszi a lapot. - Er liest den Text zweimal, dann ein drittes Mal, und legt die Karte wieder hin. :34. Az elülső oldala lefelé néz, mert a színek túl rikítóak ehhez a naphoz. - Die Vorderseite zeigt nach unten, weil die Farben zu grell sind für diesen Tag. :35. Odakint a komp lassan elhalad az ablak előtt, és a motorzaj szétfoszlik a szélben. - Draußen fährt die Fähre langsam am Fenster vorbei, und das Motorgeräusch verweht im Wind. :36. Anders állva marad, és a szürke fjordot nézi. - Anders bleibt stehen und schaut auf den grauen Fjord. :37. A víz nyugodt, de hideg, és az ég alacsonyan függ. - Das Wasser ist ruhig, aber kalt, und der Himmel hängt tief. :38. Délután négy órakor már majdnem sötét van, mint itt októberben mindig. - Um vier Uhr nachmittags ist es schon fast dunkel, wie immer im Oktober hier. :39. Anders elővesz egy gyertyát a fiókból, és a régi zongorára állítja. - Anders holt eine Kerze aus der Schublade und stellt sie auf das alte Klavier. :40. Senki sem játszik ezen a zongorán, és talán már azelőtt is így volt, hogy ő ideköltözött. - Niemand spielt dieses Klavier, und vielleicht war das schon so, bevor er hier einzog. :41. Meggyújtja a gyertyát, leül az előtte álló székre, és a kis lángot nézi. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die kleine Flamme an. :42. Nem gondol Oslóra, és nem gondol Mettére. - Er denkt nicht an Oslo, und er denkt nicht an Mette. :43. Tulajdonképpen semmi konkrétra nem gondol, és ez helyesnek érződik. - Er denkt eigentlich an nichts Bestimmtes, und das fühlt sich richtig an. :44. A fűtés tovább csöpög, odakint a víz az öreg facölöpöknek csapódik. - Die Heizung tropft weiter, das Wasser draußen schlägt gegen die alten Holzpfähle. :45. A gyertya lassan leég, Anders pedig csak ül ott. - Die Kerze brennt langsam herunter, und Anders sitzt einfach da. :46. Aztán havazni kezd, halkan és előjel nélkül, szinte úgy, mint egy gondolat. - Dann beginnt es zu schneien, leise und ohne Ankündigung, fast wie ein Gedanke. :47. Nem fog Oslóba utazni, ezt most már biztosan tudja. - Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt sicher. :48. Nem azért, mert nem szabad neki, és nem azért, mert fél. - Nicht weil er nicht darf, und nicht weil er Angst hat. :49. Hanem azért, mert nem talál olyan okot, amely elég erős volna. - Sondern weil er keinen Grund findet, der stark genug wäre. :50. A hó a fjordra hull, és a fjord magába fogadja, anélkül hogy bármit mondana. - Der Schnee fällt auf den Fjord, und der Fjord nimmt ihn auf, ohne etwas zu sagen. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen. :2. A csésze már egy órája hideg, anélkül hogy ezt észrevette volna, vagy zavarná. - Die Tasse ist schon seit einer Stunde kalt, ohne dass er das bemerkt hätte oder es ihn stören würde. :3. Odakint a szél szinte vízszintesen veri az esőt a régi templomablaknak. - Draußen treibt der Wind den Regen fast waagrecht gegen das alte Kirchenfenster. :4. Az ablak fakerete az évek során annyira elvetemedett, hogy a bal oldalán enyhén fütyül rajta a szél. - Der Holzrahmen des Fensters hat sich im Laufe der Jahre so verzogen, dass es an der linken Seite leicht pfeift. :5. Október közepe van. - Es ist Mitte Oktober. :6. A fjord olyan ég alatt fekszik, amely már nem húz határt víz és levegő, tegnap és ma között. - Der Fjord liegt unter einem Himmel, der keine Grenze mehr zieht zwischen Wasser und Luft, zwischen gestern und heute. :7. A fűtőtestből egy csepp hullik a padlón álló bádogvödörbe. - Von der Heizung fällt ein Tropfen in den Blecheimer auf dem Boden. :8. Világos, tiszta plink ez, amely néhány másodpercenként megismétlődik, egyenletesen, mint egy szívverés, amelyre senki sem figyel. - Es ist ein helles, klares Plink, das sich alle paar Sekunden wiederholt, gleichmäßig wie ein Herzschlag, dem niemand zuhört. :9. Anders figyel. - Anders hört zu. :10. Nem számolja, de figyel. - Er zählt nicht, aber er hört zu. :11. Ez olyan különbség, amelyet ő maga sem tudna megmagyarázni. - Das ist ein Unterschied, den er selbst nicht erklären könnte. :12. A ház, amelyben él, valaha fatemplom volt. - Das Haus, in dem er lebt, war einmal eine Holzkirche. :13. A templom kicsi és sötét volt, egy olyan apró település legszélén, amelyet a legtöbb térkép fel sem tüntet. - Die Kirche war klein und dunkel, am äußersten Rand eines Weilers, den die meisten Karten gar nicht verzeichnen. :14. Két évvel ezelőtt örökölte egy nagybátyjától, akit alig ismert. - Er hat sie vor zwei Jahren geerbt, von einem Onkel, den er kaum kannte. :15. Mégis maradt, anélkül hogy valaha komolyan megkérdezte volna magától, miért. - Er ist trotzdem geblieben, ohne sich je ernsthaft gefragt zu haben, warum. :16. A tető legalább két helyen beázik, és a kályha csak rosszul húz, ha északnyugat felől jön a szél. - Das Dach ist an mindestens zwei Stellen undicht, und der Ofen zieht nur schlecht, wenn der Wind aus Nordwesten kommt. :17. A régi homokkő keresztelőmedence ma mosogatóként szolgál, mert ez az egyetlen edény a házban, amely elég nagy. - Das alte Taufbecken aus Sandstein dient heute als Spülbecken, weil es die einzige Schüssel im Haus ist, die groß genug ist. :18. Soha nem újított fel, nem igazán. - Er hat nie renoviert, nicht wirklich. :19. De felhagyott azzal, hogy hiányként érzékelje. - Aber er hat aufgehört, es als Mangel zu empfinden. :20. A megélhetését azzal keresi, hogy a kevés megmaradt szomszéd csónakmotorjait javítja. - Seinen Lebensunterhalt verdient er damit, die Bootsmotoren der wenigen verbliebenen Nachbarn zu reparieren. :21. Ezek az emberek maguk is alig beszélnek, és a fizetséget gyakran kávé, dohány vagy egy néma biccentés formájában adják, ami Andersnek jobban megfelel, mint azt valaha is beismerné. - Diese Menschen sprechen selbst kaum und leisten die Bezahlung oft in Form von Kaffee, Tabak oder einem stummen Nicken, was Anders mehr entgegenkommt, als er je zugeben würde. :22. Régebben csónaképítő volt, és Bergenben tanulta ki a mesterséget. - Er war früher Bootsbauer und hat das Handwerk in Bergen gelernt. :23. De ez régen volt, és az az ember, aki akkor volt, olyannak tűnik számára, mint valaki egy történetből, amelyet valahol olvasott. - Aber das ist lange her, und die Person, die er damals war, fühlt sich an wie jemand aus einer Geschichte, die er irgendwo gelesen hat. :24. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand anklopft. :25. Lars belép egy olyan férfi magától értetődő nyugalmával, aki tudja, hogy szívesen látják, anélkül hogy ezt valaha kimondták volna. - Lars tritt herein mit der selbstverständlichen Ruhe eines Mannes, der weiß, dass er willkommen ist, ohne dass es je ausgesprochen worden wäre. :26. Hatvannyolc éves, magas, keskeny testalkatú, olyan kezekkel, amelyek úgy néznek ki, mint a szerszámok. - Er ist 68, groß, schmal, mit Händen, die aussehen wie Werkzeug. :27. Leül a kályha melletti fapadra, egy csomag dohányt tesz az asztalra, és olyan természetesen hallgat, mintha a hallgatás a beszélgetés egyik formája volna. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch und schweigt so natürlich, als wäre Schweigen eine Form der Unterhaltung. :28. Az eső veri az ablakot, a fűtőtest csöpög. - Der Regen schlägt gegen das Fenster, die Heizung tropft. :29. A falon lévő óra enyhe utózengéssel ketyeg, amely minden második ütésnél kissé túl hangos. - Die Uhr an der Wand tickt mit einem leichten Nachklang, der bei jedem zweiten Schlag etwas zu laut ist. :30. Körülbelül tíz perc múlva Lars fel sem nézve azt mondja: „Björn kuttere újra jár.” - Nach ungefähr zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :31. Anders bólint, és ebben benne van minden, amit mondani kell. - Anders nickt, und darin liegt alles, was gesagt werden muss. :32. Lars feláll, az ajtóhoz megy, és halkan behúzza maga mögött. - Lars steht auf, geht zur Tür und zieht sie leise hinter sich zu. :33. A dohány az asztalon marad, mintha soha nem is arra szánták volna, hogy magával vigye. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch, als wäre er nie dazu gedacht gewesen, mitgenommen zu werden. :34. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist. :35. Egy számlával és egy prospektussal együtt érkezett, amelyet nem nyitott ki. - Sie kam zusammen mit einer Rechnung und einem Prospekt, den er nicht geöffnet hat. :36. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely túl barátságos októberhez. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das zu freundlich ist für den Oktober. :37. A színek úgy hatnak, mintha valaki túlságosan feltekerte volna a telítettséget, és Anders megfordítja a lapot, anélkül hogy tudná, miért vár. - Die Farben wirken, als hätte jemand die Sättigung zu weit aufgedreht, und Anders dreht die Karte um, ohne zu wissen, warum er wartet. :38. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :39. A kézírás Mettéé, ferde és kissé túl szoros. - Die Handschrift ist Mettes, schräg und etwas zu eng. :40. Mindig így ír, amikor olyasmit ír, amit tulajdonképpen nem akart megírni. - So schreibt sie immer, wenn sie etwas schreibt, das sie eigentlich nicht schreiben wollte. :41. Hat hónapon át egy szó sem, sem üzenet, sem jel. - Sechs Monate lang kein Wort, keine Nachricht, kein Zeichen. :42. Most ott áll ez az egyetlen mondat, amely több kérdést tesz fel, mint amennyit megválaszol. - Jetzt steht dort dieser eine Satz, der mehr Fragen stellt als er beantwortet. :43. Másodszor is elolvassa, aztán harmadszor. - Er liest ihn ein zweites Mal, dann ein drittes. :44. Nem azért teszi, mert valami mást vár, hanem mert szüksége van arra az időre, amelyet a mondat követel tőle. - Er tut es nicht, weil er etwas anderes erwartet, sondern weil er die Zeit braucht, die der Satz von ihm verlangt. :45. Aztán a lapot képes felével lefelé visszateszi a párkányra. - Dann legt er die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurück. :46. A kikötőkép színei olyan módon zavarják, amelyet nem tud megnevezni. - Die Farben des Hafenbilds stören ihn auf eine Weise, die er nicht benennen kann. :47. Odakint a komp lassan elhalad az ablak előtt, és a motorzaj röviden felduzzad, majd szétfoszlik a szélben. - Draußen zieht die Fähre langsam am Fenster vorbei, und das Motorgeräusch schwillt kurz an und verweht dann im Wind. :48. A fjord bezárul mögötte, mintha soha nem is járt volna ott. - Der Fjord schließt sich hinter ihr, als wäre sie nie da gewesen. :49. Anders az ablaknál áll, és a vizet nézi. - Anders steht am Fenster und schaut auf das Wasser. :50. A víz szürke és nyugodt, és éppen olyan közömbös, mint mindig. - Das Wasser ist grau und ruhig und so gleichgültig wie immer. :51. Délután négy órakor alkonyodni kezd. - Um vier Uhr nachmittags beginnt es zu dämmern. :52. Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból, ahol Lars dohánya is fekszik, még bontatlanul. - Anders holt eine Kerze aus der Küchenschublade, wo auch der Tabak von Lars liegt, noch ungeöffnet. :53. A gyertyát a régi zongorára állítja, amely az északi falnál áll. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier, das an der Nordwand steht. :54. A zongora egy vakolatrepedés alatt áll, amely az elmúlt tél folyamán szélesebb lett. - Das Klavier steht unter einem Riss im Putz, der im Laufe des letzten Winters breiter geworden ist. :55. Senki sem játszik ezen a zongorán, amennyire Anders tudja. - Niemand spielt dieses Klavier, soweit Anders weiß. :56. Soha senki nem is játszott rajta, és mégis úgy áll ott, mint valami, ami arra vár, hogy használják. - Es hat auch niemand je gespielt, und trotzdem steht es da wie etwas, das darauf wartet, gebraucht zu werden. :57. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl und schaut in die Flamme. :58. A láng ingadozik a házon átvándorló enyhe huzatban, alig észrevehetően. - Die Flamme schwankt in dem leichten Durchzug, der durch das Haus wandert, kaum merklich. :59. Nem Mettére gondol, és nem Oslóra gondol. - Er denkt nicht an Mette, und er denkt nicht an Oslo. :60. Arra sem gondol, mit akar itt tulajdonképpen, mert a kérdés túl nagy ehhez az estéhez, és talán minden másikhoz is. - Er denkt auch nicht daran, was er hier eigentlich will, weil die Frage zu groß ist für diesen Abend und vielleicht für jeden anderen auch. :61. A fűtőtest csöpög, és a víz egyenletes, tompa hanggal ütődik a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, und das Wasser schlägt mit einem gleichmäßigen, dumpfen Laut gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle. :62. A láng nyugodtan és sietség nélkül ég a sötétben. - Die Flamme brennt ruhig und ohne Eile in der Dunkelheit. :63. Aztán havazni kezd, olyan halkan és olyan fokozatosan, hogy Anders nem tudná megmondani, pontosan mikor kezdődött. - Dann fängt es an zu schneien, so leise und so allmählich, dass Anders nicht sagen könnte, wann genau es begonnen hat. :64. A hó a fjordra hull, a régi templom tetejére, és a képeslapra, amely az ablakpárkányon fekszik képes felével lefelé. - Der Schnee fällt auf den Fjord und auf das Dach der alten Kirche und auf die Postkarte, die auf dem Fenstersims liegt mit der Vorderseite nach unten. :65. Nem fog elutazni. - Er wird nicht fahren. :66. Ezt nem döntésként tudja, hanem tényként. - Er weiß das nicht als Entscheidung, sondern als Tatsache. :67. Úgy tudja, ahogy az ember tudja, hogy az október szürke, a fjord hideg, és a hallgatás néha az egyetlen őszinte válasz. - So weiß man, dass der Oktober grau ist und der Fjord kalt und das Schweigen manchmal die einzige ehrliche Antwort ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart, amely legalább egy órája hideg. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen, die seit mindestens einer Stunde kalt ist. :2. Ez nem zavarja, és arra sem gondol, hogy újratöltse, mert a csésze ebben a pillanatban kevésbé a kávé edénye, mint inkább ok arra, hogy a kezét valahol tartsa. - Das stört ihn nicht, und er denkt auch nicht daran, sie nachzufüllen, weil die Tasse in diesem Moment weniger ein Gefäß für Kaffee ist als ein Grund, die Hände irgendwo zu lassen. :3. Odakint a szél olyan laposan és keményen veri az esőt a régi templomablaknak, hogy az üveg mintha egyenletes nyomás alatt rezegne. - Draußen treibt der Wind den Regen so flach und hart gegen das alte Kirchenfenster, dass das Glas wie unter einem gleichmäßigen Druck vibriert. :4. Az elvetemedett fakeret, amely már jelenlétének első telén sem záródott rendesen, vékony, hideg légáramot enged be, amely megremegteti az ablakpárkányon álló gyertyacsonkokat. - Der verzogene Holzrahmen, der schon im ersten Winter seiner Anwesenheit nicht mehr richtig schloss, lässt einen dünnen, kalten Luftstrom ins Innere, der die Kerzenreste auf dem Fensterbrett zum Schwanken bringt. :5. Október közepe van, és a fjord felvette azt a különös súlyosságot, amelyet csak ősszel hordoz: a víz sötéten és mozdulatlanul fekszik, mint valami, ami gondolkodik. - Es ist Mitte Oktober, und der Fjord hat jene besondere Schwere angenommen, die er nur im Herbst trägt: das Wasser liegt dunkel und unbewegt wie etwas, das denkt. :6. Az ég olyan alacsonyan függ fölötte, hogy a kettő közötti határ elmosódik, mintha a táj úgy döntött volna, hogy feladja saját körvonalait. - Der Himmel hängt so tief darüber, dass die Grenze zwischen beiden verschwimmt, als hätte die Landschaft beschlossen, ihre eigenen Konturen aufzugeben. :7. A fűtőtestből szabályos időközönként leválik egy csepp, és a padlón álló bádogvödörbe hull. - Von der Heizung löst sich in regelmäßigen Abständen ein Tropfen und fällt in den Blecheimer auf dem Boden. :8. Világos, tiszta plink hang ez, amely úgy írja bele magát a szoba csendjébe, mint egy jegyzet, amelyet senki sem hagyott ott, mégis elolvasnak, és Anders figyel, nem azért, mert akarja, hanem mert a figyelés az egyetlen, amit most elvárnak tőle. - Es ist ein helles, klares Plink, das sich in die Stille des Raumes einschreibt wie eine Notiz, die niemand hinterlassen hat und die trotzdem gelesen wird, und Anders hört zu, nicht weil er will, sondern weil das Zuhören das Einzige ist, was gerade von ihm verlangt wird. :9. A ház, amelyben két éve él, fatemplom volt, valamikor a huszadik század elején épült egy gyülekezetnek, amely már rég nem létezik, a part egy olyan kis pontján, amelyet a legtöbb térkép nem tart említésre méltónak. - Das Haus, in dem er seit zwei Jahren lebt, war eine Holzkirche, gebaut irgendwann im frühen zwanzigsten Jahrhundert für eine Gemeinde, die längst nicht mehr existiert, an einem Fleckchen Küste, das die wenigsten Karten für erwähnenswert halten. :10. A templomot egy nagybátyjától örökölte, akit gyerekként kétszer látott, és akinek a halála kevésbé lepte meg, mint az a tény, hogy hagyott rá valamit. - Er hat die Kirche von einem Onkel geerbt, den er als Kind zweimal gesehen hatte und dessen Tod ihn weniger überraschte als die Tatsache, dass er ihm etwas hinterließ. :11. Maradt, anélkül hogy valaha is valódi döntést hozott volna. - Er ist geblieben, ohne jemals eine wirkliche Entscheidung getroffen zu haben. :12. Az ember néha nem azért marad egy helyen, mert az a megfelelő, hanem mert a távozás erőfeszítése nagyobbnak tűnik, mint a maradás fájdalma, míg egyszer csak megszűnik érezhetőnek lenni a kettő közötti különbség. - Man bleibt manchmal an einem Ort, nicht weil er der richtige ist, sondern weil der Aufwand des Gehens größer erscheint als der Schmerz des Bleibens, bis irgendwann der Unterschied zwischen beidem aufgehört hat, spürbar zu sein. :13. A tető két helyen beázik, a kályha rosszul húz, ha északnyugat felől jön a szél, és a nehéz homokkő keresztelőmedence, amelyet az elődök hátrahagytak, ma mosogatóként szolgál. - Das Dach ist an zwei Stellen undicht, der Ofen zieht schlecht, wenn der Wind aus Nordwesten kommt, und das schwere Taufbecken aus Sandstein, das die Vorgänger zurückgelassen haben, dient heute als Spülbecken. :14. Mosogatóként szolgál, mert ez az egyetlen tárgy a házban, amely elég nagy, és amely valahogy illik ahhoz az elképzeléshez, amely Andersben él az itteni életről: hogy a dolgok megváltoztathatják a rendeltetésüket anélkül, hogy elveszítenék a jellegüket. - Es dient als Spülbecken, weil es das einzige Objekt im Haus ist, das groß genug ist und das irgendwie zu der Idee passt, die Anders vom Leben hier hat: dass Dinge ihren Zweck wechseln dürfen, ohne ihren Charakter zu verlieren. :15. Csónakmotorokat javít annak a néhány megmaradt szomszédnak ezen a partszakaszon. - Er repariert Bootsmotoren für die wenigen verbliebenen Nachbarn an diesem Abschnitt der Küste. :16. Ezek az emberek maguk sem pazarolnak sok szót, és a fizetségük többnyire kávéból áll, olykor dohányból, néha semmi másból, csak egy rövid biccentésből, amely annyit tartalmaz, mint egy hosszú mondat, ha az ember megtanulta olvasni, és Anders megtanulta, vagy felhagyott azzal, hogy többet várjon, ami végső soron ugyanaz. - Diese Menschen machen selbst nicht viele Worte, und ihre Bezahlung besteht meistens aus Kaffee, gelegentlich aus Tabak, manchmal aus nichts außer einem kurzen Nicken, das so viel enthält wie ein langer Satz, wenn man gelernt hat, es zu lesen, und Anders hat es gelernt, oder er hat aufgehört, mehr zu erwarten, was auf dasselbe hinausläuft. :17. Régebben csónaképítő volt, és Bergenben tanulta ki a mesterséget egy mesternél, aki alig beszélt és keveset magyarázott. - Er war früher Bootsbauer und hat das Handwerk in Bergen gelernt unter einem Meister, der kaum sprach und wenig erklärte. :18. Annak a kezei munka közben olyan pontosak voltak, hogy Anders megértette: a tudásnak nincs szüksége szavakra, amíg a munka önmagáért beszél, és ebből a tartásból maradt benne valami, még azután is, hogy a többi már rég elmúlt. - Dessen Hände waren beim Arbeiten so präzise, dass Anders verstand: Können braucht keine Worte, solange die Arbeit für sich spricht, und etwas von dieser Haltung ist geblieben, auch nachdem das andere längst vergangen ist. :19. Az ajtó kinyílik, anélkül hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand klopft. :20. Lars belép annak az embernek a nyugodt magától értetődésével, aki tudja, hogy szívesen látják egy helyiségben, anélkül hogy ezt a szívesen látottságot valaha is kimondták volna, vagy ki kellene mondani, mert kettejük között ez azon kevés megállapodások egyike, amelyek éppen azért tartanak, mert senki sem fogalmazta meg őket. - Lars tritt herein mit der ruhigen Selbstverständlichkeit eines Menschen, der weiß, dass er in einem Raum willkommen ist, ohne dass dieses Willkommensein je ausgesprochen worden wäre oder ausgesprochen werden müsste, weil es zwischen ihnen eine der wenigen Abmachungen ist, die gerade deshalb halten, weil niemand sie formuliert hat. :21. Hatvannyolc éves, magasra nőtt és az évek során keskennyé vált, olyan kezekkel, amelyek úgy néznek ki, mintha ugyanabból az anyagból volnának, mint a csónakok, amelyeket egész életében épített és foltozott. - Er ist 68, hoch gewachsen und schmal geworden mit den Jahren, mit Händen, die so aussehen, als wären sie aus demselben Material wie die Boote, die er sein Leben lang gebaut und geflickt hat. :22. Leül a kályha melletti fapadra, egy csomag dohányt tesz az asztalra kettejük közé, és olyan módon hallgat, amely nem üres, hanem tele van két ember közös tudásával, akik megértették, hogy a hallgatás nem a kommunikáció hiánya, hanem annak legsűrűbb formája. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch zwischen ihnen und schweigt auf eine Weise, die nicht leer ist, sondern gefüllt mit der geteilten Kenntnis zweier Menschen, die verstanden haben, dass Schweigen keine Abwesenheit von Kommunikation ist, sondern ihre dichteste Form. :23. Az eső az ablaknak verődik, a fűtőtest egyenletes ritmusában csöpög. - Der Regen schlägt gegen das Fenster, die Heizung tropft in ihrem gleichmäßigen Rhythmus. :24. A falióra minden második ütésnél enyhe utózengéssel ketyeg, mintha volna a szívében egy kis szabálytalanság, amelyet senki sem űzött ki belőle. - Die Uhr an der Wand tickt mit einem leichten Nachklang bei jedem zweiten Schlag, als hätte sie eine kleine Unregelmäßigkeit im Herz, die ihr niemand ausgetrieben hat. :25. Körülbelül tíz perc múlva Lars fel sem nézve, annak az embernek a hangsúlytalanságával, aki információt közöl, nem véleményt, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken und mit der Tonlosigkeit eines Menschen, der eine Information übermittelt, nicht eine Meinung: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :26. Anders bólint, és ebben a bólintásban benne van a nyugta mindarra, amit kimondtak, és mindarra, ami kimondatlan maradhat. - Anders nickt, und in diesem Nicken liegt die Quittung für alles, was gesagt wurde und was ungesagt bleiben darf. :27. Lars feláll, az ajtóhoz megy, maga mögött behúzza annak az embernek az ismerős gondosságával, aki tudja, hogy a régi ajtóknak ápolásra van szükségük, és a dohány az asztalon marad, mint valami, amit szándékosan hagytak hátra, mert a dolgok birtoklása néha könnyebb, ha az ember máshol hagyja őket. - Lars steht auf, geht zur Tür, zieht sie mit der vertrauten Sorgfalt eines Menschen hinter sich, der weiß, dass alte Türen Pflege brauchen, und der Tabak bleibt auf dem Tisch wie etwas, das absichtlich zurückgelassen wurde, weil der Besitz von Dingen manchmal leichter ist, wenn man sie woanders lässt. :28. Az ablakpárkányon képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal, egy számlával és egy prospektussal együtt, amelyet Anders nem nyitott ki. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist, zusammen mit einer Rechnung und einem Prospekt, den Anders nicht geöffnet hat. :29. A prospektust azért nem nyitotta ki, mert nem vár prospektust, és mert azok a dolgok, amelyeket nem vár, rendszerint többe kerülnek neki, mint azok, amelyeket ismer. - Er hat den Prospekt nicht geöffnet, weil er keinen Prospekt erwartet und weil die Dinge, die er nicht erwartet, ihn in der Regel mehr kosten als die, die er kennt. :30. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan túltelített és barátságos fényben, mintha valaki eldöntötte volna, hogy a városoknak mindig jobban kell kinézniük, mint amennyit a valóság megenged. - Das Motiv zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das so übersättigt und freundlich ist, als hätte jemand entschieden, dass Städte immer besser aussehen müssen als die Wirklichkeit erlaubt. :31. Anders olyan férfi ujjaival fordítja meg a lapot, akinek van ideje, és mégsem pazarolja el. - Anders dreht die Karte um mit den Fingern eines Mannes, der Zeit hat und sie trotzdem nicht verschwendet. :32. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :33. A kézírás Mette írása, ferde és a szükségesnél szűkebb, ahogyan nála mindig, amikor olyasmit ír, amit valójában nem akart megírni, vagy amit meg kellett írnia, mert a hallgatás túl hangossá vált. - Die Handschrift ist Mettes, schräg und enger als nötig, wie es bei ihr immer ist, wenn sie etwas schreibt, das sie eigentlich nicht schreiben wollte oder das sie schreiben musste, weil das Schweigen zu laut geworden war. :34. Az a hat hónap, amely alatt egyetlen szó sem érkezett tőle, ebben az egy mondatban foglalódik össze, mint egy diagnózis, amely sem kezelést nem ír elő, sem gyógyulást nem ígér. - Die sechs Monate, in denen kein Wort von ihr gekommen ist, sind in diesem einen Satz zusammengefasst wie eine Diagnose, die weder Behandlung vorschreibt noch Heilung verspricht. :35. Másodszor is elolvassa a mondatot, aztán harmadszor is, nem azért, mert nem érti, hanem mert meg akarja adni a szövegnek azt a méltóságot, hogy valóban elolvassák, mielőtt válaszol rá. - Er liest den Satz ein zweites Mal, dann ein drittes, nicht aus Unverständnis, sondern weil er dem Text die Würde geben will, wirklich gelesen zu werden, bevor er antwortet. :36. A válasza az, hogy a lapot képpel lefelé visszateszi a párkányra, mert nem bírja elviselni a színeket, nem ma, ezen a szürke délutánon, amikor minden, ami túlságosan telített, hamisnak hat. - Seine Antwort ist, die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurückzulegen, weil er die Farben nicht ertragen kann, nicht heute, an diesem grauen Nachmittag, an dem alles, was zu gesättigt ist, falsch wirkt. :37. Odakint a délutáni komp lassan elhúz az ablak előtt, motorzaja rövid időre felduzzad, mint egy kérdés, majd elszáll a szélben, mint egy válasz, amelyet senki sem akart megtartani. - Draußen zieht die Nachmittagsfähre langsam am Fenster vorbei, ihr Motorgeräusch schwillt kurz an wie eine Frage und verweht dann im Wind wie eine Antwort, die niemand festhalten wollte. :38. A fjord zökkenőmentesen és közönyösen zárul össze mögötte, mintha az, hogy átszelik, csak egy volna sok egyenértékű állapota közül. - Der Fjord schließt sich hinter ihr, reibungslos und gleichgültig, als wäre Durchquertwerden nur einer seiner vielen gleichwertigen Zustände. :39. Anders az ablaknál áll, és a vizet nézi. - Anders steht am Fenster und schaut auf das Wasser. :40. A víz szürke és csendes, és olyan teljesen elég önmagának, hogy jelent valamit számára, anélkül hogy meg tudná mondani, pontosan mit. - Das Wasser ist grau und still und so vollständig sich selbst genug, dass es ihm etwas bedeutet, ohne dass er sagen könnte, was genau. :41. Négy órakor, amikor a sötétség nem leszáll, hanem a vízből emelkedik fel, és nehezebbé teszi a levegőt, Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból. - Um vier Uhr, wenn die Dunkelheit nicht fällt, sondern aus dem Wasser aufsteigt und die Luft schwerer macht, holt Anders eine Kerze aus der Küchenschublade. :42. Ott fekszik Lars dohánya, még a csomagolásban, érintetlenül, mint egy ajánlat, amely addig érvényes, amíg az ember el nem fogadja. - Dort liegt der Tabak von Lars, noch in der Verpackung, unberührt wie ein Angebot, das gilt, solange man es nicht annimmt. :43. A gyertyát az északi falnál álló régi zongorára teszi, a vakolat repedése alá, amely az elmúlt télen szélesebb lett. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier an der Nordwand, unter dem Riss im Putz, der im letzten Winter breiter geworden ist. :44. Anders egyszer végigkövette a repedést az ujjával, anélkül hogy tudta volna, miért, mintha egy térképen követne egy vonalat, amely sehová sem vezet, és éppen ezért érdekes. - Anders ist dem Riss einmal mit dem Finger nachgefahren, ohne zu wissen warum, als würde er einer Linie in einer Landkarte folgen, die nirgendwo hinführt und genau deshalb interessant ist. :45. Tudomása szerint senki sem játszik ezen a zongorán, és korábbi években sem játszott rajta senki. - Niemand spielt dieses Klavier, soweit er weiß, und auch in früheren Jahren hat es niemand gespielt. :46. Mégis ott áll a rendeltetésüket elvesztett dolgok csendes makacsságával, anélkül hogy elvesztette volna a jelenlétét, és Anders ezt nem gyásznak érzi, hanem valamiféle társaságnak. - Doch es steht da mit der stillen Insistenz von Dingen, die ihren Zweck verloren haben, ohne ihre Anwesenheit zu verlieren, und Anders empfindet das nicht als Trauer, sondern als eine Art Gesellschaft. :47. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, amelynek egyik lába egy összehajtott kartondarabon áll, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl, dessen eines Bein auf einem gefalteten Stück Pappe steht, und schaut in die Flamme. :48. A láng megremeg az alig érezhető huzatban, amely lélegzetvételként járja át a házat, egészen könnyedén, szinte észrevétlenül, majdnem úgy, mint egy gesztus. - Die Flamme schwankt in dem kaum spürbaren Durchzug, der das Haus wie ein Atemzug durchläuft, ganz leicht, fast unmerklich, fast wie eine Geste. :49. Nem gondol Mettére, és nem gondol arra a kérdésre sem, amelyet a nő feltett. - Er denkt nicht an Mette, und er denkt nicht an die Frage, die sie gestellt hat. :50. Némely kérdés nem azért marad nyitva, mert az ember nem ismeri a választ, hanem mert a válasznak nincs szüksége más helyre, csak annak az embernek a testére, aki hordozza, és Anders hordozza, anélkül hogy nevet adna neki. - Manche Fragen bleiben nicht deshalb offen, weil man die Antwort nicht kennt, sondern weil die Antwort keinen Ort braucht außer dem Körper des Menschen, der sie trägt, und Anders trägt sie, ohne sie zu benennen. :51. A fűtőtest csöpög, a víz szabályos, puha lökésekkel verődik a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser schlägt in regelmäßigen, weichen Stößen gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle. :52. A láng olyan türelemmel ég le, amely szégyenkezésre késztet, mert sokkal nyugodtabb, mint bármi, amit az emberek tesznek. - Die Flamme brennt herunter mit einer Geduld, die beschämt, weil sie so viel ruhiger ist als alles, was Menschen tun. :53. Aztán havazni kezd, olyan fokozatosan, hogy Anders csak egy idő után veszi észre, hogy a kinti sötétség más textúrát vett fel, puhábbat és kevésbé eltökéltet. - Dann beginnt es zu schneien, so allmählich, dass Anders erst nach einer Weile bemerkt, dass die Dunkelheit draußen eine andere Textur angenommen hat, weicher und weniger entschlossen. :54. A hó a fjord fekete vizére hull, és a régi templom tetejére, és az ablakpárkányra, ahol a képeslap képpel lefelé fekszik. - Der Schnee fällt auf das schwarze Wasser des Fjords und auf das Dach der alten Kirche und auf den Fenstersims, wo die Postkarte liegt mit der Vorderseite nach unten. :55. Nem fog elutazni, nem azért, mert ellene döntött volna, hanem mert a döntések feszültséget feltételeznek két lehetséges jövő között. - Er wird nicht fahren, nicht weil er sich dagegen entschieden hätte, sondern weil Entscheidungen eine Spannung voraussetzen zwischen zwei möglichen Zukünften. :56. Benne ez a feszültség nincs jelen, már régóta nincs, és ennek a feszültségnek a hiánya nem bénultság és nem közöny, hanem valami, amire még nem talált szót, valami, ami békének érződik, ha a béke azt jelenti, hogy az ember felhagyott azzal, hogy saját csendje ellen küzdjön. - In ihm ist diese Spannung nicht vorhanden, schon lange nicht mehr, und das Fehlen dieser Spannung ist nicht Lähmung und nicht Gleichgültigkeit, sondern etwas, für das er noch kein Wort gefunden hat, etwas, das sich anfühlt wie Frieden, wenn Frieden bedeutet, dass man aufgehört hat, gegen die eigene Stille anzukämpfen. :57. A hó hull, a fjord magába fogadja. - Der Schnee fällt, der Fjord nimmt ihn auf. :58. Az éjszaka olyan magától értetődően érkezik, mintha soha nem is állt volna szándékában máshol lenni. - Die Nacht kommt so selbstverständlich, als hätte sie nie vorgehabt, irgendwo anders zu sein. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart, amely legalább egy órája hideg, anélkül hogy ez zavarná, vagy akár csak késztetést érezne arra, hogy felálljon és újratöltse. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen, die seit mindestens einer Stunde kalt ist, ohne dass ihn das stören würde oder er auch nur den Impuls verspürte, aufzustehen und sie nachzufüllen. :2. A csésze ebben a pillanatban már nem a kávéivást szolgálja, hanem magát a kézben tartást, azt az érzést, hogy valami olyasmit fog körül, aminek formája van, aminek volt melege, és amit meg lehet tartani anélkül, hogy eltávozna. - Die Tasse dient in diesem Moment nicht mehr dem Kaffeetrinken, sondern dem Händehalten schlechthin, dem Gefühl, etwas zu umschließen, das Form hat und Wärme gehabt hat und das man festhalten kann, ohne dass es sich davonmacht. :3. Odakint a szél azzal a lapos, engesztelhetetlen erővel veri az esőt a régi templomablaknak, amely októberben sajátja ennek a partvidéknek, és amely nem tévesztendő össze az atlanti viharok drámai széllökéseivel, hanem inkább tartós nyomásra emlékeztet, meteorológiai állításra, amely nem tűr ellentmondást. - Draußen treibt der Wind den Regen mit jener flachen, unnachgiebigen Wucht gegen das alte Kirchenfenster, die dieser Küste im Oktober eigentümlich ist und die nicht mit dem dramatischen Böenwind der Atlantikstürme zu verwechseln ist, sondern eher einem Dauerdruck gleicht, einer meteorologischen Behauptung, die keinen Widerspruch duldet. :4. Az elvetemedett fakeret, amely már itteni jelenlétének első telén felhagyott azzal, hogy valóban záródjon, vékony hideg levegőszálat enged befelé, amely az ablakpárkányon álló gyertyacsonkokat enyhe, szakadatlan ingásba hozza, mintha valamire akarnának mutatni, ami csendes, és mégis mozog. - Der verzogene Holzrahmen, der schon im ersten Winter seiner Anwesenheit hier aufgehört hatte, wirklich zu schließen, lässt einen Faden kalter Luft ins Innere, der die Kerzenreste auf dem Fensterbrett in ein leichtes, unaufhörliches Schwanken versetzt, als wollten sie auf etwas hinweisen, das still ist und sich trotzdem bewegt. :5. Október közepe van, és a fjord felvette azt a sajátos nehézséget, amelyet csak ezekben a hetekben hord, amikor a fény már nem hull, hanem szivárog, amikor a víz sötéten és sűrűn fekszik, mint valami, ami gondolkodik. - Es ist Mitte Oktober, und der Fjord hat jene eigentümliche Schwere angenommen, die er nur in diesen Wochen trägt, wenn das Licht nicht mehr fällt, sondern sickert, wenn das Wasser dunkel liegt und dicht wie etwas, das denkt. :6. Az ég olyan alacsonyan függ, és annyira azonos színű az alatta lévő felszínnel, hogy a táj mintha feladná saját geometriáját, a víz és a levegő közötti határ feloldódik, és az embernek az az érzése támad, hogy odakint már nem irányok léteznek, hanem csak a szürkeség fokozatai. - Der Himmel hängt so tief und ist so gleichfarbig mit der Oberfläche darunter, dass die Landschaft ihre eigene Geometrie aufzugeben scheint, die Grenze zwischen Wasser und Luft sich auflöst und man das Gefühl bekommt, dass draußen nicht mehr Richtungen existieren, sondern nur noch Grade von Grau. :7. A fűtőtestről pontosan kimért időközönként leválik egy csepp, és a padlón álló bádogvödörbe hull: világos, pontos plink, amely úgy írja bele magát a szoba csendjébe, mint széljegyzet egy olyan szöveghez, amelyet senki sem fogalmazott meg, és amely addig ismétlődik, amíg már nem zaj, hanem szerkezet. - Von der Heizung löst sich in genau abgemessenen Abständen ein Tropfen und fällt in den Blecheimer auf dem Boden: ein helles, präzises Plink, das sich in die Stille des Raumes einschreibt wie eine Randnotiz zu einem Text, den niemand verfasst hat, und das sich wiederholt, bis es nicht mehr Geräusch ist, sondern Struktur. :8. Anders hallgatja, nem azért, mert akarja, vagy mert a csöpögés bármilyen módon megindítaná, hanem mert a hallgatózás az egyetlen, amit ez a pillanat követel tőle, és ő valamikor az elmúlt két évben felhagyott azzal, hogy több legyen annál, amit az adott pillanat követel tőle. - Anders hört zu, nicht weil er will oder weil das Tropfen ihn in irgendeiner Weise bewegte, sondern weil das Zuhören das Einzige ist, was dieser Augenblick von ihm verlangt, und er hat, irgendwann in den vergangenen zwei Jahren, aufgehört, mehr zu sein als das, was der jeweilige Augenblick von ihm verlangt. :9. A ház, amelyben él, egykor fatemplom volt, valamikor a huszadik század első évtizedeiben emelték egy gyülekezet számára, amelyből ma már semmi sem maradt, csak néhány időjárás verte sírkő a ház mögött, amelyeknek feliratait a zuzmó már félig visszahódította. - Das Haus, in dem er lebt, war eine Holzkirche, irgendwann in den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts errichtet für eine Gemeinde, von der heute nichts mehr übrig ist als ein paar verwitterte Grabsteine hinter dem Haus, deren Inschriften der Flechtenbefall schon halb zurückerobert hat. :10. Egy olyan partszakaszon áll, amely egyetlen térképen sem számít említésre méltónak, és amelynek létezése lényegében abban merül ki, hogy ott van: nedvesen, sziklásan, a széltől megdolgozva, a fjord felé fordulva olyan állhatatossággal, amelyet méltóságnak is lehetne tartani, ha az ember tulajdonítani akarna neki valamit. - Es steht an einem Fleckchen Küste, das in keiner Karte als erwähnenswert gilt und dessen Existenz sich im Wesentlichen darin erschöpft, da zu sein: nass, felsig, vom Wind bearbeitet, dem Fjord zugewandt mit einer Beständigkeit, die man für Würde halten könnte, wenn man ihr etwas unterstellen wollte. :11. A házat egy nagybátyjától örökölte, akit gyerekként kétszer látott, és akiről semmit sem tudott azon kívül, hogy hallgatott, dohányzott és a tengert nézte. - Er hat das Haus von einem Onkel geerbt, den er als Kind zweimal gesehen hatte und von dem er nichts wusste außer dass er schwieg und rauchte und die See anschaute. :12. Ezek a tulajdonságok Anders számára akkoriban a szegénység formáinak tűntek, ma pedig a megelégedettség formáinak tűnnek, ami néha arra készteti, hogy azt gondolja, az örökség többet tartalmazott kőnél és fánál. - Diese Eigenschaften waren Anders damals als Formen von Armut erschienen und erscheinen ihm heute als Formen von Genügsamkeit, was ihn manchmal denken lässt, dass das Erbe mehr enthielt als Steine und Holz. :13. Maradt, anélkül hogy valaha is született volna olyan döntés, amely megérdemelte volna ezt a nevet, úgy, ahogyan az ember néha ott marad egy helyen, nem azért, mert az a helyes, hanem mert az elmenés feltételezné a hová világosságát, amely nem áll be. - Er ist geblieben, ohne dass je eine Entscheidung getroffen worden wäre, die diesen Namen verdient hätte, so wie man manchmal an einem Ort bleibt, nicht weil er der richtige ist, sondern weil das Weggehen eine Klarheit über das Wohin voraussetzt, die sich nicht einstellt. :14. Egy idő után ennek a világosságnak a hiányát már nem hiányként érzékeli az ember, hanem olyan állapotként, amely többé nem különbözik attól, amit más emberek otthonnak neveznek, ha őszinték. - Irgendwann hört die Abwesenheit dieser Klarheit auf, als Mangel wahrgenommen zu werden, und wird zu einem Zustand, der sich nicht mehr von dem unterscheidet, was andere Menschen Zuhause nennen, wenn sie ehrlich sind. :15. A tető beázik, a kályha szeszélyes, a homokkő keresztelőmedence mosogatóként szolgál, és ezt a rendeltetésbeli eltolódást, amelyet sokan elhanyagoltságnak látnának, Anders az életnek megfelelő dologként érzékeli. - Das Dach ist undicht, der Ofen launisch, das Taufbecken aus Sandstein dient als Spülbecken, und diese Verschiebung des Zwecks, die manchen als Verwahrlosung erscheinen würde, empfindet Anders als etwas dem Leben Gemäßes. :16. A dolgok túlélhetnek azáltal, hogy újra meghatározhatóvá válnak, a vakolat repedése nem seb, hanem krónika, és egy ház, amely lélegzik, előnyben részesítendő egy halott házzal szemben, még akkor is, ha a lélegzés huzatot jelent. - Dinge dürfen überleben, indem sie sich neu definieren lassen, der Riss im Putz ist keine Wunde, sondern eine Chronik, und ein Haus, das atmet, ist einem toten Haus vorzuziehen, auch wenn das Atmen Zugluft bedeutet. :17. Csónakmotorokat javít annak a partszakasznak a kevés megmaradt szomszédja számára, olyan embereknek, akik hallgatagságukban és távolságtartásukban hasonlítanak rá, mintha a vidék csak ilyeneket vonzott volna magához, vagy csak ilyeneket hagyott volna hátra. - Er repariert Bootsmotoren für die wenigen verbliebenen Nachbarn an diesem Küstenabschnitt, Menschen, die ihm in ihrer Schweigsamkeit und ihrer Abstandswahrung ähneln, als hätte die Gegend nur solche angezogen oder übrig gelassen. :18. Fizetségük többnyire kávéból áll, olykor dohányból, néha semmi másból, csak egy olyan férfi rövid, száraz biccentéséből, aki kapott valamit, és ezt tudja, és az erről való tudást elegendőnek tartja, Anders pedig már felhagyott azzal, hogy megkülönböztesse, ő is így látja-e, vagy egyszerűen csak hozzászokott, ami az eredményt tekintve ugyanarra vezet. - Deren Bezahlung besteht meistens aus Kaffee, gelegentlich aus Tabak, manchmal aus nichts außer dem kurzen, trockenen Nicken eines Mannes, der etwas bekommen hat und das weiß und der das Wissen darum für ausreichend hält, und Anders hat aufgehört zu unterscheiden, ob er das genauso sieht oder ob er sich schlicht daran gewöhnt hat, was im Ergebnis auf dasselbe hinausläuft. :19. Csónaképítő volt, Bergenben tanulta egy mesternél, aki a munkát minden fölé helyezte, és a róla való beszédet elfelejtette, és ennek a hierarchiának valami része beleíródott Andersbe, mint egy nyelvtan, amelyet nem ő választott, de amely szerint gondolkodik. - Er war Bootsbauer, hat das in Bergen gelernt bei einem Meister, der die Arbeit über alles stellte und die Sprache darüber vergaß, und etwas von dieser Hierarchie hat sich in ihn eingeschrieben wie eine Grammatik, die er nicht gewählt hat, nach der er aber denkt. :20. A cselekvés megelőzi a beszédet, a kezek többet tudnak, mint a száj, és egy motor, amely jár, minden hozzáfűzött megjegyzést fölöslegessé tesz. - Das Machen geht dem Reden voraus, die Hände wissen mehr als der Mund, und ein Motor, der läuft, macht jeden Kommentar dazu überflüssig. :21. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna, és Lars belép egy olyan ember nyugodt, magától értetődő súlyosságával, akinek a világ nem meghívottságra és meg nem hívottságra oszlik, hanem helyekre, ahová az ember tartozik, és helyekre, ahová nem. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand klopft, und Lars tritt herein mit der ruhigen, selbstverständlichen Schwere eines Menschen, für den die Welt sich nicht in Geladensein und Nichtgeladensein aufteilt, sondern in Orte, an denen man hingehört, und Orte, an denen man es nicht tut. :22. Ez a hely itt az első kategóriába tartozik, mert van közöttük egy megállapodás, amelyet soha nem fogalmaztak meg, és éppen ezért tart: hogy az ember jön, amikor akar, megy, amikor akar, és hogy a közbeeső hallgatás nem a kommunikáció kudarca, hanem annak legtökéletesebb formája. - Dieser Ort hier gehört in die erste Kategorie, weil es zwischen ihnen eine Abmachung gibt, die nie formuliert wurde und gerade deshalb hält: dass man kommt, wenn man will, dass man geht, wenn man will, und dass das Schweigen dazwischen kein Versagen der Kommunikation ist, sondern ihre vollkommenste Form. :23. Hatvannyolc éves, és az évek során keskennyé és csontossá vált, mintha a szél évtizedek alatt a lényegre redukálta volna, olyan kezekkel, amelyek annyira repedezettek és pontosak, hogy önmagukért beszélnek egy életről, amely nem a beszédből állt. - Er ist 68 und mit den Jahren schmal und knochig geworden, als hätte der Wind ihn über die Jahrzehnte auf das Wesentliche reduziert, mit Händen, die so rissig und präzise sind, dass sie für sich selbst sprechen über ein Leben, das nicht im Reden bestanden hat. :24. Leül a kályha melletti fapadra, leteszi a dohánycsomagot az asztalra, és egy olyan ember teljességével hallgat, akinek soha eszébe sem jutott volna bocsánatot kérni a hallgatásért. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt das Päckchen Tabak auf den Tisch und schweigt mit der Vollständigkeit eines Menschen, dem es nie eingefallen wäre, das Schweigen zu entschuldigen. :25. Az eső egyenletes, sürgető ritmusában veri az ablakot, a fűtés csöpög, a falióra azzal a könnyű utózengéssel ketyeg minden második ütésnél, amelyet Anders soha nem javított meg, mert az apró szabálytalanság az egyetlen, ami az órát megkülönbözteti egy mechanizmustól. - Der Regen schlägt gegen das Fenster in seinem gleichmäßigen, drängenden Rhythmus, die Heizung tropft, die Uhr an der Wand tickt mit jenem leichten Nachklang bei jedem zweiten Schlag, den Anders nie repariert hat, weil die kleine Unregelmäßigkeit das Einzige ist, was die Uhr von einem Mechanismus unterscheidet. :26. Körülbelül tíz perc múlva Lars anélkül, hogy felnézne, egy olyan férfi hangján, akinek a nyelv eszköz, nem dísz, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken, mit der Stimme eines Mannes, für den Sprache ein Werkzeug ist und kein Ornament: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :27. Anders bólint, és ebben a bólintásban benne rejlik egymással való érintkezésük teljes gazdaságtana: hogy az információ megérkezett, hogy elismerést kapott, hogy nincs szükség további reakcióra, mert a tény önmagáért áll. - Anders nickt, und in diesem Nicken liegt die gesamte Ökonomie ihres Umgangs miteinander beschlossen: dass die Information angekommen ist, dass sie gewürdigt wird, dass keine weitere Reaktion nötig ist, weil die Tatsache für sich selbst steht. :28. Lars nem azért jött, hogy reakciókat arasson, hanem mert ez a hely mindkettőjük számára az egyetlen, ahol a csendet nem kell megmagyarázni. - Lars ist nicht gekommen, um Reaktionen zu ernten, sondern weil dieser Ort für beide der einzige ist, an dem die Stille nicht erklärt werden muss. :29. Lars feláll, az ajtóhoz megy egy olyan férfi hosszú, kissé ringó járásával, aki az életét hajókon töltötte, és maga mögött becsukja az ajtót azzal az ismerős óvatossággal, amellyel az ember régi fának tartozik. - Lars steht auf, geht zur Tür mit dem langen, leicht schaukelnden Gang eines Mannes, der sein Leben auf Booten verbracht hat, und zieht die Tür mit der vertrauten Behutsamkeit hinter sich zu, die man altem Holz schuldet. :30. A dohány az asztalon marad, mint egy kicsi, néma ajánlat, amelynek érvényessége nem attól függ, elfogadják-e. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch wie ein kleines, stummes Angebot, das seine Gültigkeit nicht davon abhängig macht, ob es angenommen wird. :31. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal, egy számla és egy prospektus között, amelyet Anders nem nyitott ki. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist, zwischen einer Rechnung und einem Prospekt, den Anders nicht geöffnet hat. :32. A kéretlen közlésekre való reagálás szokását már régen, különösebb esemény nélkül levetette, mint egy ruhadarabot, amely soha nem is igazán illett rá. - Er hat die Gewohnheit, auf ungebetene Mitteilungen einzugehen, vor langer Zeit und ohne besonderes Ereignis abgelegt wie ein Kleidungsstück, das einem nie wirklich gepasst hat. :33. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan konstruáltan barátságos és túltelített fényben, hogy hazugságnak hat a városok lényegéről, olyan ígéretnek, amelyet azzal a szándékkal tesznek, hogy ne váltsák be. - Das Motiv zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das so konstruiert freundlich und übersättigt ist, dass es wie eine Lüge über das Wesen von Städten wirkt, wie ein Versprechen, das mit der Absicht gemacht wird, nicht eingelöst zu werden. :34. Anders egy olyan férfi lassú ujjaival fordítja meg a lapot, akinek van ideje, és mégsem pazarolja, mert az idő számára nem fogyóban lévő készlet, hanem az a közeg, amelyben a dolgok egyszerűen vannak. - Anders dreht die Karte mit den langsamen Fingern eines Mannes um, der Zeit hat und sie trotzdem nicht verschwendet, weil Zeit für ihn kein Vorrat ist, der zur Neige geht, sondern das Medium, in dem die Dinge einfach sind. :35. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :36. A kézírás Mettéé: ferde, szűkebb a szükségesnél, azzal a könnyű nyomással, amelyet csak akkor fejt ki, amikor olyasmit ír, aminél a kéz gyorsabb akar lenni, mint az őt követő gondolat. - Die Handschrift ist Mettes: schräg, enger als nötig, mit dem leichten Druck, den sie nur dann ausübt, wenn sie etwas schreibt, bei dem die Hand schneller sein will als der Gedanke, der ihr folgt. :37. A hat hónap, amelyben egyetlen szó, egyetlen üzenet, egyetlen jel sem érkezett tőle, ebben az egy mondatban sűrűsödik össze, mint pára a hideg üvegen: olyan világossággá, amely egyszerre áthatolhatatlan, kezelési terv nélküli diagnózissá, olyan kérdéssé, amelyet annak tudatában tesznek fel, hogy a válasz már azelőtt megadatott, mielőtt megfogalmazták volna. - Die sechs Monate, in denen kein Wort, keine Nachricht, kein Zeichen von ihr gekommen ist, kondensieren in diesem einen Satz wie Feuchtigkeit an kaltem Glas: zu einer Klarheit, die gleichzeitig undurchdringlich ist, zu einer Diagnose ohne Behandlungsplan, zu einer Frage, die mit dem Wissen gestellt wird, dass die Antwort bereits gegeben wurde, bevor sie formuliert worden ist. :38. Kétszer olvassa el a mondatot, aztán harmadszor is, nem értetlenségből, hanem abból a tiszteletből, amellyel mindennek adózik, amit valóban komolyan gondolnak. - Er liest den Satz zweimal, dann ein drittes Mal, nicht aus Unverständnis, sondern aus dem Respekt, den er allem entgegenbringt, was wirklich gemeint ist. :39. Aztán a lapot képpel lefelé visszateszi a párkányra, mert nem tudja elviselni a kikötőkép színeit, nem ma, ezen a délutánon, amikor minden, ami túlságosan telített, olyan állításnak hat, amelyet nem akar aláírni. - Dann legt er die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurück, weil er die Farben des Hafenbilds nicht ertragen kann, nicht heute, an diesem Nachmittag, an dem alles, was zu gesättigt ist, wie eine Behauptung wirkt, die er nicht unterschreiben will. :40. Odakint a délutáni komp lassan elhalad az ablak előtt, motorzaja úgy duzzad fel, mint egy kérdés, amely rövid időre hangossá válik, aztán elfújja a szél, mint egy választ, amely úgy döntött, nem marad. - Draußen zieht die Nachmittagsfähre langsam am Fenster vorbei, ihr Motorgeräusch schwillt an wie eine Frage, die kurz laut wird, und verweht dann im Wind wie eine Antwort, die sich entschieden hat, nicht zu bleiben. :41. A fjord mögötte annak az egykedvűségével zárul össze, amit olyan sokszor szeltek már át, hogy felhagyott azzal, hogy az átszelést eseményként regisztrálja. - Der Fjord schließt sich hinter ihr mit der Gleichmütigkeit von etwas, das durchquert worden ist so oft, dass es aufgehört hat, das Durchquertwerden als Ereignis zu registrieren. :42. Négy órakor, amikor a sötétség nem lehull, hanem a vízből és a kőzetből emelkedik fel, és nehezebbé, sűrűbbé teszi a levegőt, mintha a fény nem hiányozna, hanem valami nagyobb súlyú dologgal helyettesítették volna, Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból. - Um vier Uhr, wenn die Dunkelheit nicht fällt, sondern aus dem Wasser und dem Gestein aufsteigt und die Luft schwerer und dichter macht, als wäre das Licht nicht abwesend, sondern ersetzt worden durch etwas mit mehr Gewicht, holt Anders eine Kerze aus der Küchenschublade. :43. A fiókban ott fekszik Lars dohánya is, még csomagolásban, mintha azok a dolgok, amelyek érintetlenek maradnak, a maguk módján teljesebbek volnának, mint azok, amelyeket használnak. - In der Schublade liegt auch der Tabak von Lars, noch in der Verpackung, so als wären Dinge, die unangetastet bleiben, auf ihre Weise vollständiger als solche, die benutzt werden. :44. A gyertyát az északi falnál álló régi zongorára teszi, amelynek fekete lakkozása a szélein pattogzik, és amely a vakolat repedése alatt áll, amely az elmúlt télen szélesebb lett. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier an der Nordwand, dessen schwarzer Lack an den Kanten blättert und das unter dem Riss im Putz steht, der im letzten Winter breiter geworden ist. :45. Anders egyszer végighúzta az ujját a repedésen, lassan és különösebb ok nélkül, úgy, ahogyan az ember néha követ egy vonalat, nem azért, mert az vezet valahová, hanem mert a követés mozdulata maga jelent valamit, amit nem lehet nyelvre lefordítani. - Anders ist dem Riss einmal mit dem Finger nachgefahren, langsam und ohne bestimmten Grund, so wie man manchmal eine Linie verfolgt, nicht weil sie irgendwohin führt, sondern weil die Bewegung des Nachfolgens selbst etwas bedeutet, das sich nicht in Sprache übersetzen lässt. :46. Tudomása szerint soha senki nem játszott ezen a zongorán, és mégis ott áll azzal a csendes, tárgyilagos makacssággal, amellyel az elhagyott hangszerek néha rendelkeznek. - Niemand hat je auf diesem Klavier gespielt, soweit er weiß, und doch steht es da mit jener stillen, sachlichen Insistenz, die verlassene Instrumente manchmal haben. :47. Nem szűnt meg hangszernek lenni csak azért, mert már nincs ott játékos, mintha a zene lehetősége tovább létezne mindaddig, amíg létezik a tárgy, amely magában hordozza, és Anders ezt nem gyásznak, nem szentimentalizmusnak érzi, hanem egyfajta jelenlétnek, amely megfelel neki, mert semmit sem követel tőle. - Es ist nicht aufgehört, Instrument zu sein, nur weil kein Spieler mehr da ist, als würde die Möglichkeit der Musik weiterexistieren, solange das Objekt existiert, das sie enthält, und Anders empfindet das nicht als Trauer, nicht als Sentimentalität, sondern als eine Art Anwesenheit, die ihm recht ist, weil sie nichts von ihm verlangt. :48. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, amelynek egyik lába egy összehajtott kartondarabon nyugszik, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl, dessen eines Bein auf einem gefalteten Stück Pappe ruht, und schaut in die Flamme. :49. A láng ingadozik az alig érezhető huzatban, amely egyenletes, lapos lélegzetvételként járja át a házat, olyan lassú ritmusban, hogy az ember nem biztos benne, mozgást lát-e, vagy csak saját szeme nyugtalanságát vetíti ki. - Die Flamme schwankt in dem kaum spürbaren Durchzug, der das Haus wie ein gleichmäßiger, flacher Atemzug durchläuft, in einem so langsamen Rhythmus, dass man nicht sicher ist, ob man eine Bewegung sieht oder nur die Unruhe des eigenen Auges projiziert. :50. Nem gondol Mettére, és nem gondol a kérdésre sem, amelyet a nő feltett, nem azért, mert a kérdés nem érte volna el, hanem mert bizonyos kérdések nem arra valók, hogy megválaszolják őket, hanem arra, hogy hordozzák őket. - Er denkt nicht an Mette und nicht an die Frage, die sie gestellt hat, nicht weil die Frage ihn nicht erreicht hätte, sondern weil manche Fragen nicht dazu da sind, beantwortet zu werden, sondern dazu, getragen zu werden. :51. Anders hordozza, anélkül hogy megnevezné, úgy, ahogyan az ember olyan súlyt hordoz, amelyet olyan régóta birtokol, hogy megszűnt súlyként érzékelődni, és elkezdett a saját testtartás részévé válni. - Anders trägt sie, ohne sie zu benennen, so wie man ein Gewicht trägt, das man so lange hat, dass es aufgehört hat, als Gewicht wahrgenommen zu werden, und angefangen hat, Teil der eigenen Statur zu sein. :52. A fűtés csöpög, a víz puha, tompa lökésekkel csapódik odakint a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser schlägt in weichen, dumpfen Stößen gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle draußen. :53. A gyertya olyan türelemmel és egyenes vonalúsággal ég le, amely megszégyeníti mindazt az emberit, ami körülötte habozik, kételkedik és marad, anélkül hogy tudná, miért. - Die Kerze brennt herunter mit einer Geduld und Gradlinigkeit, die alles Menschliche beschämt, das um sie herum zögert und zweifelt und bleibt, ohne zu wissen warum. :54. Aztán havazni kezd, olyan észrevétlenül és fokozatosan, hogy Anders nem tudná megmondani, pontosan mikor történt meg az átmenet, mintha az éjszaka úgy döntött volna, hogy megváltoztatja az állagát anélkül, hogy erre rámutatna. - Dann beginnt es zu schneien, so unmerklich und allmählich, dass Anders nicht sagen könnte, wann genau der Übergang stattgefunden hat, als hätte die Nacht beschlossen, ihre Konsistenz zu wechseln, ohne darauf hinzuweisen. :55. A hó hull a fjord fekete vizére, a régi templom mohával borított tetejére és az ablakpárkányra, ahol a képeslap képpel lefelé fekszik, és a fjord befogadja a havat, ahogyan mindent befogad: megjegyzés nélkül, változás nélkül, anélkül hogy szándékában állna emlékeztetni magára. - Der Schnee fällt auf das schwarze Wasser des Fjords und auf das moosbedeckte Dach der alten Kirche und auf den Fenstersims, wo die Postkarte liegt mit der Vorderseite nach unten, und der Fjord nimmt den Schnee auf wie er alles aufnimmt: ohne Kommentar, ohne Veränderung, ohne die Absicht, sich erinnern zu lassen. :56. Nem fog Oslóba utazni, és ez nem döntés, mert egy döntés feszültséget feltételez két olyan lehetőség között, amelyek mindketten valóságosak, és benne ez a feszültség nincs jelen, nem lemondás vagy kimerültség eredményeként. - Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist keine Entscheidung, weil eine Entscheidung eine Spannung voraussetzt zwischen zwei Möglichkeiten, die beide real sind, und in ihm ist diese Spannung nicht vorhanden, nicht als Ergebnis von Resignation oder Erschöpfung. :57. Valamikor az elmúlt két évben felhagyott azzal a hittel, hogy az élet máshol teljesebb volna, mint itt, teljesebb, mint ebben a házban, amely beázik és huzatos, ennél a fjordnál, amely szürke és nehéz, és olyan tökéletesen közömbös az ő jelenléte iránt, hogy ez a közömbösség az ő számára az őszinteség egyetlen még elviselhető formájának érződik. - Er hat irgendwann in den vergangenen zwei Jahren aufgehört zu glauben, dass das Leben anderswo vollständiger wäre als hier, vollständiger als in diesem Haus, das leckt und zieht, an diesem Fjord, der grau ist und schwer und so vollkommen gleichgültig gegenüber seiner Anwesenheit, dass diese Gleichgültigkeit sich anfühlt wie die einzige Form von Ehrlichkeit, die er noch erträgt. :58. Hull a hó, jön az éjszaka, ég a gyertya, és odakint a fjord olyan csendesen, sötéten és teljesen fekszik, mintha soha semmi mást nem tett volna, csak ott lett volna. - Der Schnee fällt, die Nacht kommt, die Kerze brennt, und draußen liegt der Fjord so still und dunkel und vollständig, als hätte er nie etwas anderes getan als da sein. :59. Létezni nem a legkevesebb, hanem a legvégső. - Dasein ist nicht das Mindeste, sondern das Äußerste. ------------------------- == 72 == 1 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Esik. - Es regnet. :2. Kari vezeti az autót. - Kari fährt das Auto. :3. Jon mellette ül. - Jon sitzt neben ihr. :4. Nem beszélnek. - Sie sprechen nicht. :5. Az ablaktörlő lassan mozog ide-oda. - Der Scheibenwischer bewegt sich langsam hin und her. :6. Nyikorog. - Er quietscht. :7. Az út üres. - Die Straße ist leer. :8. Jon egy kicsit kinyitja az ablakot. - Jon öffnet das Fenster ein bisschen. :9. Hideg levegő jön be. - Kalte Luft kommt herein. :10. Kari gyorsabbra állítja az ablaktörlőt. - Kari macht den Scheibenwischer schneller. :11. Már egy órája vezet. - Sie fährt seit einer Stunde. :12. Senki sem kapcsolja be a zenét. - Niemand macht die Musik an. :13. Jon kinéz az ablakon. - Jon schaut aus dem Fenster. :14. A fák nedvesek. - Die Bäume sind nass. :15. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :16. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :17. A fészeréhez mennek. - Sie fahren zu seinem Schuppen. :18. Rendezniük kell a holmijait. - Sie müssen seine Sachen sortieren. :19. Ez a terv. - Das ist der Plan. :20. Kari semmi különösre nem gondol. - Kari denkt nichts Besonderes. :21. Vagy talán túl sok mindenre gondol. - Oder vielleicht denkt sie zu viel. :22. Ezt ő maga sem tudja. - Sie weiß es selbst nicht. :23. A fészer a víznél áll. - Der Schuppen steht am Wasser. :24. Öreg és kicsi. - Er ist alt und klein. :25. A festék lepattogzott róla. - Die Farbe ist abgeblättert. :26. Jon kiszáll az autóból. - Jon steigt aus dem Auto. :27. Kari is. - Kari auch. :28. Az eső hideg. - Der Regen ist kalt. :29. Jon nekifeszül az ajtónak. - Jon drückt gegen die Tür. :30. Nem nyílik ki. - Sie geht nicht auf. :31. Kétszer belerúg. - Er tritt zweimal dagegen. :32. Most kinyílik. - Jetzt geht sie auf. :33. Régi fa szaga van. - Es riecht nach altem Holz. :34. És cigarettaszag. - Und nach Zigaretten. :35. Ez a szag. - Dieser Geruch. :36. Kari jól ismeri. - Kari kennt ihn gut. :37. Egy pillanatig mozdulatlanul áll. - Sie steht einen Moment still. :38. Jon bemegy. - Jon geht rein. :39. A falon egy mentőmellény lóg. - An der Wand hängt eine Schwimmweste. :40. Alatta gumicsizmák állnak. - Darunter stehen Gummistiefel. :41. Nagy gumicsizmák. - Große Gummistiefel. :42. Negyvenötös méret. - Nummer 45. :43. Az apjuknak nagy lába volt. - Ihr Vater hatte große Füße. :44. Egy polcon naptár fekszik. - Auf einem Regal liegt ein Kalender. :45. 2019-ből való. - Er ist von 2019. :46. Senki sem lapozta tovább. - Niemand hat ihn umgeblättert. :47. Kari leül egy üres ládára. - Kari setzt sich auf eine leere Kiste. :48. Az eső dobol a tetőn. - Der Regen trommelt auf das Dach. :49. Hangosan és egyenletesen. - Laut und gleichmäßig. :50. Jon körülnéz. - Jon sieht sich um. :51. A falon két szög van. - An der Wand hängen zwei Nägel. :52. Rajtuk egy horgászbot lóg. - Daran hängt eine Angel. :53. Jon leveszi. - Jon nimmt sie herunter. :54. Mindkét kezében tartja. - Er hält sie in beiden Händen. :55. A zsinór összegabalyodott. - Die Schnur ist verwickelt. :56. A horog rozsdás. - Der Haken ist rostig. :57. Jon nem mond semmit. - Jon sagt nichts. :58. Csak nézi a horgászbotot. - Er schaut die Angel nur an. :59. Kari feláll. - Kari steht auf. :60. Odamegy hozzá. - Sie geht zu ihm. :61. Röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. :62. Aztán visszaadja. - Dann gibt sie sie zurück. :63. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :64. Jon bólint. - Jon nickt. :65. Leteszi a horgászbotot a régi munkapadra. - Er legt die Angel auf die alte Werkbank. :66. Egyébként sem visznek magukkal semmit. - Sonst nehmen sie auch nichts mit. :67. A naptárt nem. - Den Kalender nicht. :68. A gumicsizmákat nem. - Die Gummistiefel nicht. :69. A félig teli benzineskannát nem. - Den halbvollen Benzinkanister nicht. :70. Mindent úgy hagynak, ahogy van. - Sie lassen alles so, wie es ist. :71. Kimennek. - Sie gehen raus. :72. Még mindig esik. - Es regnet immer noch. :73. Jon kezében egy kis lakat van. - Jon hat ein kleines Vorhängeschloss in der Hand. :74. Bezárja az ajtót. - Er schließt die Tür ab. :75. Ez az utolsó alkalom. - Das ist das letzte Mal. :76. Kari tartja a kulcsot. - Kari hält den Schlüssel. :77. A fjord felé néz. - Sie schaut zum Fjord. :78. Aztán eldobja. - Dann wirft sie ihn. :79. A kulcs átrepül a levegőn. - Der Schlüssel fliegt durch die Luft. :80. Beleeseik a vízbe. - Er fällt ins Wasser. :81. Halk csobbanás hallatszik. - Es macht ein leises Platschen. :82. Egy kis kör képződik. - Ein kleiner Kreis bildet sich. :83. Aztán újra minden csendes. - Dann ist alles wieder still. :84. Nem fordulnak meg. - Sie drehen sich nicht um. :85. Odamennek az autóhoz. - Sie gehen zum Auto. :86. Jon beül a volán mögé. - Jon setzt sich ans Steuer. :87. Beindítja a motort. - Er startet den Motor. :88. Az ablaktörlő újra elindul. - Der Scheibenwischer fängt wieder an. :89. Ugyanúgy nyikorog, mint korábban. - Er quietscht wie vorher. :90. Elindulnak. - Sie fahren. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső akkor kezd el esni, amikor elhagyják a várost. - Der Regen fängt an, als sie die Stadt verlassen. :2. Kari vezet, Jon mellette ül, és kinéz az ablakon. - Kari fährt, Jon sitzt daneben und schaut aus dem Fenster. :3. Nem beszélnek, de ez nem olyan csend, amely fáj. - Sie sprechen nicht, aber das ist keine Stille, die wehtut. :4. Az ablaktörlő ide-oda mozog, és minden harmadik alkalommal nyikorog. - Der Scheibenwischer bewegt sich hin und her und quietscht bei jedem dritten Mal. :5. Jon résnyire kinyitja az ablakot, mert friss levegőre van szüksége. - Jon öffnet das Fenster einen kleinen Spalt, weil er frische Luft braucht. :6. A hideg levegő beáramlik, Kari pedig gyors fokozatra kapcsolja az ablaktörlőt. - Die kalte Luft kommt herein und Kari schaltet den Wischer auf schnell. :7. Már egy órája vezet, és az út mindvégig üres. - Sie fährt schon seit einer Stunde und die Straße ist die ganze Zeit leer. :8. Az apjuk három hete halt meg, és ma ki kell üríteniük a fészerét. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben und heute müssen sie seinen Schuppen ausräumen. :9. Kari az utóbbi években az anyjukat ápolta, az apjukat pedig ritkán látogatta. - Kari hat in den letzten Jahren die Mutter gepflegt und den Vater selten besucht. :10. Jon tíz éve Bergenben él, és évente csak kétszer jön haza. - Jon lebt seit zehn Jahren in Bergen und kommt nur zweimal im Jahr nach Hause. :11. Ma van az utolsó alkalom. - Heute ist das letzte Mal. :12. A fészer közvetlenül a fjordnál áll, és úgy néz ki, mintha régóta senki sem használta volna. - Der Schuppen steht direkt am Fjord und sieht aus, als hätte ihn lange niemand benutzt. :13. Jon száll ki először, és kétszer belerúg a régi ajtóba, amíg az végre kinyílik. - Jon steigt zuerst aus und tritt zweimal gegen die alte Tür, bis sie endlich aufgeht. :14. Azonnal szag árad ki belőle – régi fa, nedves föld és cigaretta. - Sofort kommt ein Geruch heraus – altes Holz, feuchter Boden und Zigaretten. :15. Kari egy pillanatra megáll az ajtóban, mert ismeri ezt a szagot. - Kari bleibt einen Moment in der Tür stehen, weil sie diesen Geruch kennt. :16. Nem mond róla semmit, de röviden a száján át vesz levegőt. - Sie sagt nichts darüber, aber sie atmet kurz durch den Mund. :17. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amely régen narancssárga volt. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, die früher orange war. :18. Alatta két gumicsizma áll, 45-ös méretben, tele régi sárral. - Darunter stehen zwei Gummistiefel, Größe 45, voll mit altem Schmutz. :19. Egy kis polcon egy 2019-es naptár fekszik, március hónapnál nyitva. - Auf einem kleinen Regal liegt ein Kalender von 2019, offen auf dem Monat März. :20. Néhány mezőben szavak állnak, de Kari nem olvassa el őket. - In einigen Feldern stehen Wörter, aber Kari liest sie nicht. :21. Jon a fészer közepén áll, és meg sem mozdul. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und rührt sich nicht. :22. Az eső hangosan dobol a hullámbádogtetőn, és hangosabbá teszi a hallgatást. - Der Regen trommelt laut auf das Wellblechdach und macht das Schweigen lauter. :23. Kari leül egy üres faládára, és vár, anélkül hogy tudná, mire. - Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste und wartet, ohne zu wissen, worauf. :24. A hátsó falon két szög van, és ezeken a szögeken egy horgászbot lóg. - An der hinteren Wand hängen zwei Nägel, und an diesen Nägeln hängt eine Angelrute. :25. Jon leveszi, és maga elé tartja, mintha egy másik életből származó tárgy lenne. - Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich, als wäre es ein Gegenstand aus einem anderen Leben. :26. A zsinór összegabalyodott, a horog pedig barna a rozsdától. - Die Schnur ist verwickelt und der Haken ist braun vor Rost. :27. Lassan forgatja a horgászbotot a kezében, egy szót sem szól, és csak nézi. - Er dreht die Angel langsam in den Händen, sagt kein Wort und schaut sie nur an. :28. Kari feláll, odamegy hozzá, és röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Kari steht auf, geht zu ihm und nimmt die Angel kurz in die Hand. :29. Könnyebb, mint gondolta. - Sie ist leichter, als sie gedacht hat. :30. Visszaadja, és nyugodtan azt mondja: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Sie gibt sie zurück und sagt ruhig: „Den nehmen wir nicht mit." :31. Jon egyszer bólint, és leteszi a horgászbotot a régi munkapadra az ablak mellé. - Jon nickt einmal und legt die Angel auf die alte Werkbank neben dem Fenster. :32. Aztán röviden egymásra néznek, nem sokáig, de elég sokáig. - Dann schauen sie sich kurz an, nicht lange, aber lang genug. :33. Semmit sem visznek magukkal – sem a naptárt, sem a gumicsizmákat, sem a benzineskannát. - Sie nehmen nichts mit – nicht den Kalender, nicht die Gummistiefel, nicht den Benzinkanister. :34. Ez nem olyan döntés volt, amelyet együtt hoztak meg. - Das war keine Entscheidung, die sie zusammen getroffen haben. :35. Egyszerűen világos volt. - Es war einfach klar. :36. Együtt kimennek, és az esőben állnak, esernyő és kabát nélkül. - Sie gehen zusammen raus und stehen im Regen, ohne Schirm und ohne Jacke. :37. Jonnál van a kis lakat, és bezárja az ajtót. - Jon hat das kleine Vorhängeschloss dabei und schließt die Tür ab. :38. Kari a markában tartja a kulcsot, és a fjordra néz. - Kari hält den Schlüssel in der Faust und schaut auf den Fjord. :39. A víz szürke, és lassan mozog. - Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam. :40. Röviden lendületet vesz, és olyan messzire dobja a kulcsot, amennyire csak tudja. - Sie holt kurz aus und wirft den Schlüssel so weit sie kann. :41. A kulcs átrepül a nedves levegőn, beleesik a vízbe, és halk hangot ad. - Er fliegt durch die nasse Luft, fällt ins Wasser und macht ein leises Geräusch. :42. Egy kis kör képződik a felszínen, és azonnal újra eltűnik. - Ein kleiner Kreis bildet sich auf der Oberfläche und verschwindet sofort wieder. :43. Kari még egy pillanatig nézi, aztán megfordul. - Kari schaut noch einen Moment, dann dreht sie sich um. :44. Odamennek az autóhoz, anélkül hogy még egyszer visszanéznének. - Sie gehen zum Auto, ohne sich noch einmal umzusehen. :45. Jon beül a volán mögé, és szó nélkül beindítja a motort. - Jon setzt sich ans Steuer und startet den Motor ohne etwas zu sagen. :46. Az ablaktörlő nyikorogni kezd, pontosan úgy, mint az odaúton. - Der Scheibenwischer fängt an zu quietschen, genau wie auf der Hinfahrt. :47. Kari az ablaknak dönti a fejét, és becsukja a szemét. - Kari lehnt den Kopf gegen das Fenster und schließt die Augen. :48. Visszafelé mennek, és az eső nem áll el. - Sie fahren zurück, und der Regen hört nicht auf. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső röviddel a városhatár után kezdődik, először halkan veri a szélvédőt. - Der Regen beginnt kurz hinter der Stadtgrenze, erst leise gegen die Windschutzscheibe. :2. Aztán hangosabb lesz, míg az öreg Volvo tetejét úgy szólaltatja meg, mint egy dobot. - Dann wird er lauter, bis er das Dach des alten Volvo wie eine Trommel klingen lässt. :3. Kari vezet, mindkét keze a kormányon. - Kari fährt, beide Hände am Steuer. :4. Tekintete egyenesen az üres országútra szegeződik. - Ihr Blick geht geradeaus auf die leere Landstraße. :5. Jon az anyósülésen ül, könyökét az ajtónak támasztva. - Jon sitzt auf dem Beifahrersitz, den Ellenbogen auf die Tür gestützt. :6. Kifelé néz, mintha a vizes mezők és a szürke fák mondhatnának neki valamit, amit még nem tud. - Er schaut hinaus, als ob die nassen Felder und die grauen Bäume ihm etwas sagen könnten, was er noch nicht weiß. :7. Már majdnem egy órája nem szóltak egy szót sem, de egyiküknek sem hiányoznak a szavak. - Seit fast einer Stunde haben sie kein Wort gesprochen, aber keiner von beiden vermisst die Worte. :8. Az ablaktörlő minden harmadik fordulónál nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht bei jedem dritten Durchgang. :9. Egyenletes, tompa hang ez, amely úgy tapad meg a gondolatokban, mint egy dal, amelytől nem lehet szabadulni. - Es ist ein gleichmäßiges, stumpfes Geräusch, das sich in den Gedanken festsetzt wie ein Lied, das man nicht loswerden kann. :10. Jon résnyire kinyitja az oldalablakot, és beengedi a hideg levegőt. - Jon öffnet das Seitenfenster einen Spalt weit und lässt die kalte Luft hereinströmen. :11. Kari megjegyzés nélkül a leggyorsabb fokozatra fordítja az ablaktörlő kapcsolóját. - Kari dreht ohne Kommentar den Wischerschalter auf die schnellste Stufe. :12. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :13. Ez a mondat még idegenül hangzik a fejükben, mint valami, amit az ember olvasott, de még nem igazán értett meg. - Dieser Satz klingt in ihren Köpfen noch fremd, wie etwas, das man gelesen hat, aber noch nicht wirklich verstanden. :14. Ma semmit sem hoznak vissza. - Heute holen sie nichts zurück. :15. Csak azért jönnek, hogy lezárják. - Sie kommen nur, um abzuschließen. :16. A fészer egy keskeny murvás út végén áll, közvetlenül a fjord partján. - Der Schuppen liegt am Ende eines schmalen Schotterwegs direkt am Ufer des Fjords. :17. Félig rejtve áll három öreg nyírfa mögött, amelyeknek ágai ide-oda csapkodnak a szélben. - Er liegt halb versteckt hinter drei alten Birken, deren Äste im Wind hin und her schlagen. :18. Jon száll ki elsőként, és az ajtóhoz megy. - Jon steigt als erster aus und geht zur Tür. :19. Az ajtó már kívülről nézve is ferdén lóg a zsanérjain. - Die Tür hängt schon von außen schief in den Angeln. :20. Vállával nekifeszül, aztán kétszer erősen belerúg, míg a fa enged. - Er drückt mit der Schulter dagegen, dann tritt er zweimal kräftig dagegen, bis das Holz nachgibt. :21. Az ajtó kitárul, és kienged egy szagot, amely azonnal és figyelmeztetés nélkül ott van. - Die Tür schwenkt auf und gibt einen Geruch frei, der sofort und ohne Vorwarnung da ist. :22. Öreg, nedves fa, motorolaj szaga érződik, és mélyen alatta ott van az apa ismerős dohányszaga. - Es riecht nach altem, feuchtem Holz, Motorenöl, und tief darunter liegt der vertraute Tabakgeruch des Vaters. :23. Kari átlép a küszöbön, és megáll. - Kari tritt über die Schwelle und bleibt stehen. :24. Nem azért áll meg, mert szomorú, hanem mert a testnek néha kell egy pillanat, mielőtt továbbmegy. - Sie bleibt nicht stehen, weil sie traurig ist, sondern weil der Körper manchmal einen Moment braucht, bevor er weitermacht. :25. A falon egy kifakult mentőmellény lóg, hevederei lazák és az öregségtől porladók. - An der Wand hängt eine verblasste Schwimmweste, die Gurte lose und mürbe vor Alter. :26. Alatta két nagy gumicsizma áll, belsejükre rászáradt sár kérgesedett. - Darunter stehen zwei große Gummistiefel, deren Innenseiten mit getrocknetem Schlamm verkrustet sind. :27. Egy keskeny polcon egy 2019-es naptár fekszik, márciusnál kinyitva. - Auf einem schmalen Regal liegt ein Kalender des Jahres 2019, aufgeschlagen auf dem März. :28. Két kis mezőben bejegyzések állnak az apa ismerős, szoros kézírásával. - In zwei der kleinen Felder stehen Einträge in der vertrauten, engen Handschrift des Vaters. :29. Kari nem olvassa el őket. - Kari liest sie nicht. :30. Jon a helyiség közepén áll, kezét a nadrágzsebébe dugva. - Jon steht in der Mitte des Raumes, die Hände in den Hosentaschen. :31. Lassan körülnéz, mintha megpróbálna emlékezni valamire, amit valójában soha nem is tudott. - Er schaut langsam umher, als würde er versuchen, sich an etwas zu erinnern, das er nie wirklich gewusst hat. :32. Az eső egyenletesen dobol a hullámlemez tetőn, és olyan hanggal tölti meg a helyiséget, amely minden mást kisebbé tesz benne. - Der Regen trommelt gleichmäßig auf das Wellblechdach und füllt den Raum mit einem Geräusch, das alles andere darin kleiner macht. :33. A hátsó falon két rozsdás szög van. - An der hinteren Wand hängen zwei verrostete Nägel. :34. Ezekről a szögekről egy horgászbot lóg le, zsinórja többszörösen összegubancolódva, a végén a kis horog barnán és tompán a rozsdától. - Von diesen Nägeln hängt eine Angelrute herab, ihre Schnur mehrfach verwickelt, der kleine Haken am Ende braun und stumpf vor Rost. :35. Jon odalép, és két kézzel leemeli. - Jon tritt heran und nimmt sie mit beiden Händen herunter. :36. Lassan teszi, mintha törékeny volna. - Er tut es langsam, als wäre sie zerbrechlich. :37. Maga elé tartja, és nézi, a horgászbotot, amelyet valószínűleg már gyerekként is ismert. - Er hält sie vor sich und schaut sie an, die Angel, die er wahrscheinlich als Kind schon kannte. :38. Az arca semmit sem mutat, de a keze túl erősen tartja ahhoz képest, hogy közömbös volna. - Sein Gesicht zeigt nichts, aber seine Hände halten sie zu fest für jemanden, der gleichgültig ist. :39. Kari oldalról figyeli, és vár. - Kari beobachtet ihn von der Seite und wartet. :40. Nem tudja, mire is vár tulajdonképpen. - Sie weiß nicht, worauf sie eigentlich wartet. :41. Aztán odamegy hozzá, kiveszi a horgászbotot a kezéből, és egy pillanatig maga tartja. - Dann geht sie zu ihm, nimmt die Angel aus seinen Händen und hält sie einen Moment lang selbst. :42. Érzi a súlyát, amely szinte nincs is, és visszaadja neki. - Sie spürt das Gewicht, das fast keines ist, und gibt sie ihm zurück. :43. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :44. Nyugodtan mondja, kérdés nélkül a hangjában. - Sie sagt es ruhig und ohne Frage in der Stimme. :45. Jon bólint, és leteszi a horgászbotot a kis ablak alatti megviselt munkapadra. - Jon nickt und legt die Angel auf die verwitterte Werkbank unter dem kleinen Fenster. :46. Fél lépést hátralép, mintha ez olyan cselekedet volna, amely jelent valamit. - Er tritt einen halben Schritt zurück, als wäre das eine Handlung, die etwas bedeutet. :47. Semmit sem visznek magukkal ebből a fészerből. - Sie nehmen nichts mit aus diesem Schuppen. :48. Nem viszik el a naptárt, nem a gumicsizmákat, nem a sarokban álló, félig teli benzineskannát, amely semmi meghatározott dolog szagát nem árasztja. - Sie nehmen nicht den Kalender, nicht die Gummistiefel, nicht den halbvollen Benzinkanister mit, der in der Ecke steht und nach nichts Bestimmtem riecht. :49. Nincs olyan pillanat, amelyben ezt a döntést közösen meghoznák. - Es gibt keinen Moment, in dem sie diese Entscheidung gemeinsam treffen. :50. Mégis egyetértenek, anélkül hogy beszélnének róla. - Trotzdem sind sie sich einig, ohne darüber zu sprechen. :51. Kint, a fészer előtt az esőben állnak. - Draußen vor dem Schuppen stehen sie im Regen. :52. Az eső most ferdén esik, és átáztatja a kabátjukat. - Der Regen fällt jetzt schräg und durchnässt ihre Jacken. :53. Jon bezárja a lakatot, és még egyszer megforgatja, hogy biztos legyen benne. - Jon schließt das Vorhängeschloss zu und dreht noch einmal daran, um sicher zu gehen. :54. Aztán csak áll ott, mintha elfelejtette volna, mi következik. - Dann steht er einfach da, als hätte er vergessen, was als nächstes kommt. :55. Kari jobb kezében ott a kulcs. - Kari hat den Schlüssel in der rechten Hand. :56. Egy kicsi, könnyű fémdarab, amely most már semmit sem nyit ki, és semmi mást nem jelent, csak azt, amit ő tenni fog vele. - Er ist ein kleines, leichtes Stück Metall, das jetzt nichts mehr öffnet und nichts mehr bedeutet außer dem, was sie damit tun wird. :57. A fjordra néz. - Sie schaut auf den Fjord. :58. Az eső ezer kis körré változtatja a felszínét. - Der Regen verwandelt seine Oberfläche in tausend kleine Kreise. :59. Aztán lendületet vesz, és széles ívben a part fölé hajítja a kulcsot. - Dann holt sie aus und wirft den Schlüssel in einem weiten Bogen über das Ufer. :60. A kulcs átrepül a nedves levegőn, egyszer megfordul, és rövid, halk csobbanással éri a vizet. - Er fliegt durch die feuchte Luft, dreht sich einmal und trifft das Wasser mit einem kurzen, leisen Platsch. :61. A kialakuló kis kört azonnal elnyelik a többi körök. - Der kleine Kreis, der sich bildet, wird sofort von den anderen Kreisen verschluckt. :62. Kari még két-három másodpercig nézi azt a helyet, aztán megfordul és elindul. - Kari schaut noch zwei, drei Sekunden auf die Stelle, dann dreht sie sich um und geht. :63. Jon követi, anélkül hogy hátranézne. - Jon folgt ihr, ohne sich umzusehen. :64. Egyikük sem mond semmit az autóig vezető úton. - Keiner von beiden sagt etwas auf dem Weg zum Auto. :65. Ezúttal Jon ül a volánhoz. - Jon setzt sich diesmal ans Steuer. :66. Kari a hideg ablaküvegnek támasztja a fejét. - Kari lehnt den Kopf gegen die kalte Fensterscheibe. :67. A motor beindul. - Der Motor springt an. :68. Az ablaktörlő azonnal nyikorogni kezd, ugyanabban az ütemben, mint korábban. - Der Scheibenwischer beginnt sofort zu quietschen, derselbe Takt wie vorher. :69. Az előttük lévő út ugyanolyan üres, mint idefelé jövet. - Die Straße vor ihnen ist genauso leer wie auf der Hinfahrt. :70. Az eső nem áll el. - Der Regen hört nicht auf. :71. Mennek, és mögöttük ott marad a fészer az esőben, bezárva és elhagyatva. - Sie fahren, und hinter ihnen liegt der Schuppen im Regen, abgeschlossen und verlassen. :72. A horgászbot a munkapadon fekszik, a naptár a polcon, a gumicsizmák a földön – minden a helyén, és senki többé, aki eljönne. - Die Angel liegt auf der Werkbank, der Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden – alles an seinem Platz, niemand mehr, der kommt. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Az eső nem sokkal azután ered el, hogy maguk mögött hagyták a város utolsó házait, eleinte közönyös csepergésként a szélvédőn. - Der Regen setzt ein, kurz nachdem sie die letzten Häuser der Stadt hinter sich gelassen haben, zunächst ein gleichgültiges Tröpfeln gegen die Windschutzscheibe. :2. Perceken belül egyenletes dobolássá erősödik, amely minden beszélgetést fölöslegessé tesz, amelyet amúgy sem kezdett volna el senki. - Binnen Minuten steigert es sich zu einem gleichmäßigen Trommeln, das jedes Gespräch überflüssig macht, das ohnehin niemand begonnen hätte. :3. Kari úgy vezet, ahogy mindig vezet – mindkét kezével a kormányon. - Kari fährt, wie sie immer fährt – beide Hände am Steuer. :4. Tekintete az útra szegeződik, mintha az összpontosítás valamiféle védelem volna az ellen, amit nem lehet elhalasztani. - Ihr Blick ist auf die Straße gerichtet, als wäre Konzentration eine Form von Schutz vor dem, was man nicht aufschieben kann. :5. Jon kissé hátrébb tolta az ülését, és fejét enyhén oldalra fordította. - Jon hat seinen Sitz ein Stück nach hinten geschoben und den Kopf leicht zur Seite gewandt. :6. Tekintete a tájra irányul, amely az esőben elveszíti a színeit és szürkévé válik, egységessé és tágassá, mintha a világ úgy döntött volna, hogy ezen a napon semmit sem gondol hozzá. - Sein Blick ist auf die Landschaft gerichtet, die im Regen ihre Farben verliert und grau wird, einheitlich und weit, als hätte die Welt beschlossen, sich für diesen Tag nichts dabei zu denken. :7. Az ablaktörlő olyan ritmusban dolgozik, amely nem egészen egyezik az esővel. - Der Scheibenwischer arbeitet in einem Rhythmus, der nicht ganz mit dem Regen übereinstimmt. :8. Minden harmadik húzásnál a gumi rövid, magas nyikkanást ad ki, amely rövid idő után a tudat hátterébe húzódik, anélkül hogy eltűnne. - Bei jedem dritten Durchgang gibt das Gummi ein kurzes, hohes Quietschen von sich, das sich nach kurzer Zeit in den Hintergrund des Bewusstseins schiebt, ohne zu verschwinden. :9. Jon résnyire kinyitja az ablakot, nem szélesre, de éppen eléggé ahhoz, hogy a hideg, nedves levegő vékony áramlatot küldjön az autó belsejébe. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt, nicht weit, aber genug, dass die kalte, feuchte Luft einen dünnen Strom ins Wageninnere schickt. :10. Kari gyors fokozatra állítja az ablaktörlőt, anélkül hogy levenné tekintetét az útról, és anélkül hogy bármit mondana hozzá. - Kari stellt den Wischer auf schnell, ohne den Blick von der Straße zu nehmen und ohne etwas dazu zu sagen. :11. Az apjuk három héttel ezelőtt meghalt, és ennek a mondatnak még mindig megvan az a különös minősége, amely azoké a dolgoké, amelyek igazak, anélkül hogy igaznak érződnének. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, und dieser Satz hat noch immer jene seltsame Qualität von Dingen, die wahr sind, ohne sich wahr anzufühlen. :12. Valahol rajtuk kívül létezik, pontosan és megváltoztathatatlanul, és arra vár, hogy egyszer majd valóban elérjék. - Er existiert irgendwo außerhalb von ihnen, präzise und unveränderlich, und wartet darauf, dass sie ihn irgendwann wirklich erreichen. :13. Kari az utóbbi években az anyját ápolta, és ritkábban látogatta az apját, mint kellett volna. - Kari hat in den letzten Jahren die Mutter gepflegt und den Vater seltener besucht, als sie sollte. :14. Ez a tény úgy fekszik benne, mint egy kicsi, kemény kő, amelyet sem eldobni, sem figyelmen kívül hagyni nem lehet. - Diese Tatsache liegt in ihr wie ein kleiner, harter Stein, den man weder wegwerfen noch ignorieren kann. :15. Jon egy évtizede Bergenben él, évente kétszer jön, gyakrabban telefonál, mint ahányszor hazajön. - Jon ist seit einem Jahrzehnt in Bergen, kommt zweimal im Jahr, ruft öfter an als er kommt. :16. Ma jön ide utoljára – ezt már akkor megmondta magának, mielőtt felszállt volna a vonatra. - Heute ist das letzte Mal, dass er hierher fährt – das hat er sich selbst bereits gesagt, noch bevor er in den Zug gestiegen ist. :17. A kavicsos út, amely a fészerhez vezet, az esőtől felázott, és tele van pocsolyákkal, amelyek szélesebbek, mint nyáron volnának. - Der Schotterweg, der zum Schuppen führt, ist vom Regen aufgeweicht und voller Pfützen, die breiter sind, als sie es im Sommer wären. :18. Kari lassan vezet, hogy kímélje az autót. - Kari fährt langsam, um das Auto zu schonen. :19. A fészer egy kanyar mögött bukkan fel, félig elrejtve a nedves nyírfák mögött, a külső falak mállottak és foltosak, a hullámlemez tető sötét a nedvességtől és az időtől. - Der Schuppen taucht hinter einer Biegung auf, halb hinter den nassen Birken versteckt, die Außenwände verwittert und fleckig, das Wellblechdach dunkel vor Feuchtigkeit und Alter. :20. Úgy néz ki, ahogy mindig is kinézett – mintha az idő itt nem erő volna, hanem csupán állapot. - Er sieht aus, wie er immer ausgesehen hat – als wäre Zeit hier keine Kraft, sondern nur ein Zustand. :21. Jon kiszáll, mielőtt Kari leállította volna a motort, az ajtóhoz megy, és nekiveti a vállát. - Jon steigt aus, bevor Kari den Motor abgestellt hat, geht zur Tür und legt die Schulter dagegen. :22. Az ajtó nem enged azonnal; beleszorult a nedves keretbe, mint valami, amit nem akarnak kinyitni, és csak a második rúgás után tárul ki nyikorogva. - Die Tür gibt nicht sofort nach; sie klemmt im feuchten Rahmen wie etwas, das nicht aufgemacht werden möchte, und erst nach dem zweiten Tritt mit dem Fuß schwenkt sie knarrend auf. :23. A szag előjel és kímélet nélkül érkezik – nedves, öreg fa, motorolaj, dohány, annak a helynek az összetéveszthetetlen szaga, amelyet valaki sokáig használt, és amelyet most már elhasználtak. - Der Geruch kommt ohne Vorwarnung und ohne Rücksicht – feuchtes, altes Holz, Motorenöl, Tabak, jener unverwechselbare Geruch eines Ortes, den jemand lange benutzt hat und der nun benutzt wurde. :24. Kari az ajtónyílásban áll, és egy lélegzetvételnyi ideig megáll, nem érzelgősségből, hanem mert az agynak néha kell egy másodperc, hogy eldöntse, hogyan bánjon valamivel. - Kari steht in der Türöffnung und hält einen Atemzug lang inne, nicht aus Sentimentalität, sondern weil das Gehirn manchmal eine Sekunde braucht, um zu entscheiden, wie es mit etwas umgeht. :25. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amelynek narancsszínét kifakította a fény és az évek, a hevederek petyhüdtek és porhanyósak, mintha már csak megszokásból tartanák össze magukat. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, deren Orange das Licht und die Jahre ausgewaschen haben, die Gurte schlaff und mürbe, als würden sie nur noch aus Gewohnheit zusammenhalten. :26. Alatta két 45-ös méretű gumicsizma áll, száradt sár rétegével kibélelve, mintha valaki az utolsó kirándulás után egyszerűen odatette volna őket, és elfelejtette volna, hogy lesznek még más kirándulások is – amelyek aztán persze már nem voltak. - Darunter stehen zwei Gummistiefel der Größe 45, die mit einer Schicht getrockneten Schlamms ausgekleidet sind, als hätte jemand sie nach dem letzten Ausflug einfach hingestellt und vergessen, dass es noch andere Ausflüge geben würde – was es dann ja auch nicht mehr gab. :27. Egy keskeny polcon, amelyet egyetlen szög tart, és amely enyhén előre lejt, egy 2019-es falinaptár fekszik, március hónapnál kinyitva. - Auf einem schmalen Regal, das mit einem einzigen Nagel befestigt ist und leicht nach vorne neigt, liegt ein Wandkalender von 2019, aufgeschlagen auf dem Monat März. :28. Ott két bejegyzés áll apró, szögletes írással, amelyeket Kari úgy olvas el, hogy nem olvas, mielőtt továbbengedi a tekintetét. - Dort stehen zwei Einträge in kleiner, eckiger Schrift, die Kari liest, ohne zu lesen, bevor sie den Blick weiterwandern lässt. :29. Jon a fészer közepén áll, és lassan megfordul a saját tengelye körül, mintha leltárt készítene egy olyan tulajdonról, amelyhez soha nem figyelt oda igazán. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um die eigene Achse, als würde er Inventur machen von einem Besitz, dem er nie wirklich zugehört hat. :30. Az eső a tetőn olyan egyenletes és hangos, hogy teljesen kitölti a teret, és minden mást benne – a csendet, a gondolatokat, az apa hiányát – kisebbnek láttat. - Der Regen auf dem Dach ist so gleichmäßig und laut, dass er den Raum vollständig ausfüllt und alles andere darin – die Stille, die Gedanken, die Abwesenheit des Vaters – kleiner wirken lässt. :31. A horgászbot két régi szögön lóg a hátsó falon. - Die Angel hängt an zwei alten Nägeln an der hinteren Wand. :32. Szinte észrevétlenül lóg az árnyékok és a gyenge fény között, amely az egyetlen kis ablakon esik be, amely soha nem volt tiszta. - Sie hängt fast unauffällig zwischen Schatten und dem schwachen Licht, das durch das einzige kleine Fenster fällt, das nie sauber war. :33. Jon veszi észre először, odalép hozzá, és mindkét kezével leveszi a szögekről. - Jon sieht sie zuerst, tritt heran und nimmt sie mit beiden Händen von den Nägeln. :34. Lassan és megfontoltan teszi, úgy, ahogy az ember olyan dolgokhoz ér, amelyeknél nem biztos benne, mit váltanak ki. - Er tut es langsam und bedächtig, so wie man Dinge anfasst, bei denen man nicht sicher ist, was sie auslösen. :35. A zsinór többszörösen önmaga köré van tekerve, a végén lévő horog rozsdával fedett, a nyél jól fogható és elkopott azokon a helyeken, ahol egy kéz éveken át tartotta. - Die Schnur ist mehrfach um sich selbst gewickelt, der Haken am Ende mit Rost überzogen, der Griff griffig und abgewetzt an den Stellen, an denen eine Hand ihn über Jahre gehalten hat. :36. Ugyanaz a kéz, amelynek szaga még valahol ebben a térben függ, láthatatlanul és makacsul. - Es ist dieselbe Hand, deren Geruch noch irgendwo in diesem Raum hängt, unsichtbar und hartnäckig. :37. Jon maga elé tartja a horgászbotot, és nézi, elég hosszan ahhoz, hogy Kari felfigyeljen rá, aki addig a munkapad mellett állt, és semmi különöset nem tett. - Jon hält die Angel vor sich und schaut sie an, lange genug, dass Kari aufmerksam wird, die bis dahin neben der Werkbank gestanden und nichts besonderes getan hat. :38. Odamegy hozzá gondolkodás nélkül, kiveszi a horgászbotot a kezéből, egy pillanatig tartja, érzi a szinte súlytalan súlyt a tenyerében, majd visszaadja, mert semmi mást nem tud és nem is akar kezdeni vele. - Sie geht zu ihm, ohne nachzudenken, nimmt die Angel aus seinen Händen, hält sie einen Moment, spürt das fast gewichtslose Gewicht in den Handflächen und gibt sie zurück, weil sie nichts anderes mit ihr anfangen kann und will. :39. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :40. Nem úgy hangzik, mint egy döntés, hanem mint valaminek a kimondása, ami már régen eldőlt. - Es klingt nicht wie eine Entscheidung, sondern wie das Aussprechen von etwas, das bereits vor langer Zeit entschieden wurde. :41. Jon a horgászbotot a munkapadra teszi, és hátralép. - Jon legt die Angel auf die Werkbank und tritt zurück. :42. Egyikük sem néz rá még egyszer. - Keiner von beiden schaut sie noch einmal an. :43. Úgy hagyják el a fészert, ahogy találták – semmit nem vettek ki, semmit nem változtattak meg, a naptár a polcon, a gumicsizmák a padlón, a benzineskanna a sarokban. - Sie verlassen den Schuppen so, wie sie ihn vorgefunden haben – nichts entnommen, nichts verändert, der Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden, der Benzinkanister in der Ecke. :44. Minden azon a helyen van, ahová valaki tette, aki már nem jön vissza, és aki talán már akkor is tudta, hogy nem a visszatérés számít. - Alles ist an dem Platz, an den es gestellt wurde von jemandem, der nicht mehr zurückkommt und der vielleicht auch damals schon gewusst hat, dass es auf das Wiederkommen nicht ankommt. :45. Odakint, a fészer előtt ferdén és hidegen esik az eső, és ők ott állnak benne, esernyő nélkül, sietség nélkül. - Draußen vor dem Schuppen fällt der Regen schräg und kalt, und sie stehen darin, ohne Schirm, ohne Eile. :46. Mintha nem volna értelme védekezni valami ellen, ami úgyis mindenütt van, és ezen a napon úgyis mindenhova velük tart. - Es ist, als hätte es keinen Sinn, sich gegen etwas zu schützen, das ohnehin überall ist und ohnehin an diesem Tag überallhin mitkommt. :47. Jon becsukja a lakatot, egy rövid rántással ellenőrzi, aztán elengedi. - Jon schließt das Vorhängeschloss, prüft es mit einem kurzen Ruck und lässt es dann los. :48. Kari már a kezében tartja a kulcsot, egy kicsi, könnyű, teljesen értelmetlenné vált fémdarabot, amelyet egy pillanatig néz, mintha mérlegelné, van-e egyáltalán mit mérlegelni, mielőtt széles, majdnem hanyag ívben a part fölött a fjordba dobja. - Kari hat den Schlüssel bereits in der Hand, ein kleines, leichtes, vollkommen sinnlos gewordenes Stück Metall, das sie einen Moment lang anschaut, als würde sie erwägen, ob es etwas zu überlegen gibt, bevor sie ihn in einem weiten, fast lässigen Bogen über das Ufer in den Fjord wirft. :49. Kétszer megfordul a levegőben, és olyan hanggal találja el a vizet, amelyet alig lehet hallani. - Er dreht sich zweimal in der Luft und trifft das Wasser mit einem Laut, der kaum zu hören ist. :50. A kis kör, amely a felszínen kialakul, azonnal elnyelődik az eső köreiben, és eltűnik, mintha soha nem is alakult volna ki, ami bizonyos értelemben így is van. - Der kleine Kreis, der sich auf der Oberfläche bildet, wird sofort von den Kreisen des Regens aufgesogen und verschwindet, als hätte er sich nie gebildet, was er, in gewissem Sinne, auch nicht hat. :51. Kari megfordul, anélkül hogy megjelölné a helyet. - Kari dreht sich um, ohne die Stelle zu markieren. :52. Azt sem jegyzi meg, milyen messzire repült. - Sie merkt sich auch nicht, wie weit er geflogen ist. :53. Az autóhoz mennek, ezúttal Jon veszi át a kormányt, és közben nem mond semmit. - Sie gehen zum Auto, Jon übernimmt diesmal das Steuer und sagt dabei nichts. :54. Kari a halántékát az utasoldali ablak hideg üvegének támasztja, és félig lehunyja a szemét. - Kari lehnt die Schläfe gegen das kalte Glas der Beifahrerscheibe und schließt die Augen halb. :55. A motor beindul, az ablaktörlő újra munkához lát. - Der Motor springt an, der Scheibenwischer nimmt seine Arbeit wieder auf. :56. Ugyanaz a nyikkanás, ugyanaz a kissé eltolódott ritmus, mintha az odaút soha nem szakadt volna meg. - Es ist dasselbe Quietschen, derselbe leicht verschobene Rhythmus, als wäre die Hinfahrt nie unterbrochen worden. :57. Az út üres, az eső változatlan, és mögöttük a fészer lezárva és érintetlenül fekszik a nyírfák nedves félhomályában. - Die Straße ist leer, der Regen unverändert, und hinter ihnen liegt der Schuppen abgeschlossen und unberührt im nassen Halbdunkel der Birken. :58. A horgászbot a munkapadon fekszik, a naptár a polcon, nyitva egy hónapnál, amelyet senki sem fog többé átlapozni. - Die Angel liegt auf der Werkbank, der Kalender auf dem Regal, offen auf einem Monat, den niemand mehr umblättern wird. :59. Mennek tovább, és egyikük sem mondja ki, mi volt ez a nap. - Sie fahren, und keiner von beiden sagt, was dieser Tag gewesen ist. :60. Vannak dolgok, amelyeknek nincs szükségük szóra ahhoz, hogy megmaradjanak. - Manche Dinge brauchen kein Wort, um zu bleiben. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső még azelőtt ered el, hogy a várost valóban maguk mögött hagyták volna, eleinte puszta csepergésként a szélvédőn, amelyet az ember figyelmen kívül hagyhatna, ha akarna. - Der Regen setzt ein, noch bevor sie die Stadt wirklich hinter sich gelassen haben, zunächst als bloßes Tröpfeln gegen die Windschutzscheibe, das man ignorieren könnte, wenn man wollte. :2. Néhány percen belül azzá az egyenletes, súlyos dobolássá sűrűsödik, amely teljesen birtokba veszi a régi Volvo belső terét, és a beszélgetés minden formáját nem megakadályozza ugyan, de fölöslegessé teszi – ami ebben az esetben ugyanarra megy ki. - Binnen weniger Minuten verdichtet es sich zu jenem gleichmäßigen, schweren Trommeln, das den Innenraum des alten Volvo vollständig in Beschlag nimmt und jede Form von Gespräch nicht verhindert, aber überflüssig macht – was, in diesem Fall, auf dasselbe hinausläuft. :3. Kari úgy vezet, ahogy mindig vezet, amikor valami nincs rendben: két kézzel a kormányon, hátát kissé előredöntve. - Kari fährt, wie sie immer fährt, wenn etwas nicht stimmt: beide Hände am Steuer, der Rücken leicht nach vorne geneigt. :4. Tekintete olyan intenzitással szegeződik az útra, amely inkább menekülésnek látszik, mint összpontosításnak, bár a kettő közötti határ, ha az ember őszinte, amúgy is elmosódik. - Ihr Blick ist auf die Straße gerichtet mit einer Intensität, die mehr nach Flucht aussieht als nach Konzentration, obwohl die Grenze zwischen beidem, wenn man ehrlich ist, ohnehin fließend ist. :5. Jon hátratolta az ülését, és fejét a fejtámlának vetette, nem aludt, de nem is volt igazán ébren abban az értelemben, hogy jelen lett volna. - Jon hat seinen Sitz zurückgeschoben und den Kopf gegen die Kopfstütze gelegt, nicht schlafend, aber auch nicht wirklich wach im Sinne von anwesend. :6. Tekintete a kinti tájra irányul, amely úgy húz el mellettük, mint valami, amit az ember már ismer, és ezért már nem is lát igazán – nedves mezők, szürke nyírfák, az ég olyan alacsonyan és egyformán, mintha elhatározta volna, hogy ezen a napon nem tesz különösebb erőfeszítést. - Sein Blick ist auf die Landschaft gerichtet, die draußen vorbeizieht wie etwas, das man schon kennt und deshalb nicht mehr wirklich sieht – nasse Felder, graue Birken, der Himmel so niedrig und gleichförmig, als hätte er beschlossen, sich an diesem Tag keine besondere Mühe zu geben. :7. Az ablaktörlő olyan ritmusban dolgozik, amely minimálisan eltolódik az eső ritmusához képest, és ez azt a sajátos befejezetlenségérzetet kelti, amely valahol az észlelés és az ideg között telepszik meg, anélkül, hogy valaha is valódi zavarrá nőné ki magát. - Der Scheibenwischer arbeitet in einem Rhythmus, der minimal versetzt ist zum Rhythmus des Regens, und das erzeugt jenes eigentümliche Gefühl von Unvollständigkeit, das sich irgendwo zwischen Wahrnehmung und Nerv einquartiert, ohne sich jemals zu einer echten Störung auszuwachsen. :8. Minden harmadik törlésnél a gumi rövid, magas nyikorgó hangot ad ki, amelyet Kari már rég nem hall, Jon pedig egyfajta tompa közönnyel vesz tudomásul, mintha valaki más életének egyik részlete volna. - Bei jedem dritten Durchgang gibt das Gummi ein kurzes, hohes Quietschen von sich, das Kari längst nicht mehr hört und das Jon mit einer Art stumpfer Gleichgültigkeit registriert, als wäre es ein Detail aus dem Leben eines anderen. :9. Amikor résnyire leengedi az ablakot, és beengedi a hideg vidéki levegőt, Kari anélkül, hogy ránézne vagy bármit mondana, a leggyorsabb fokozatra állítja az ablaktörlő kapcsolóját. - Als er das Fenster einen Spalt öffnet und die kalte Landluft hereinkommen lässt, dreht Kari den Wischerschalter auf die schnellste Stufe, ohne ihn anzuschauen, ohne etwas zu sagen. :10. Ebben, mint sok apró cselekvésben olyan testvérek között, akik ismerik egymást anélkül, hogy igazán ismernék egymást, egy egész történet rejlik közösen lakott gyermekkori évekről és a felnőtté válás lassú, feltartóztathatatlan sodródásáról, amely mindenkit a maga irányába hajt. - Darin steckt, wie in vielen kleinen Handlungen zwischen Geschwistern, die sich kennen, ohne sich wirklich zu kennen, eine ganze Geschichte über gemeinsam bewohnte Kindheitsjahre und die langsame, unaufhaltsame Drift der Erwachsenenwerdung, die jeden in eine eigene Richtung treibt. :11. Apjuk három hete halt meg, és ennek a mondatnak még mindig megvan az a zavarba ejtő minősége, hogy egyszerre közvetlen és valószerűtlen, amilyen minden végleges tény, mielőtt az ember valóban kapcsolatba kerül vele. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, und dieser Satz hat noch immer jene verwirrende Qualität des Unmittelbaren und gleichzeitig Unwirklichen, die alle definitiven Tatsachen haben, bevor man wirklich mit ihnen in Berührung gekommen ist. :12. A mondat létezik, pontosan és lezártan, valahol kettejükön kívül, és vár annak türelmével, ami megengedheti magának, hogy várjon. - Der Satz existiert, präzise und abgeschlossen, irgendwo außerhalb von beiden, und wartet mit der Geduld von etwas, das es sich leisten kann zu warten. :13. Kari az elmúlt három évben elkísérte az anyját annak hosszú haldoklásán keresztül, és közben ritkábban látogatta az apját, mint szerette volna. - Kari hat in den letzten drei Jahren die Mutter durch deren langes Sterben begleitet und den Vater dabei seltener besucht, als sie wollte. :14. Ez a hiány nem bűntudatként él benne, hanem tompa, alig lokalizálható fájdalomként, amelyet nem lehet megnevezni, és talán éppen ezért nem is oldódik fel. - Diese Lücke liegt in ihr nicht als Schuldgefühl, sondern als ein stumpfer, kaum lokalisierbarer Schmerz, der sich nicht benennen lässt und sich vielleicht auch deshalb nicht auflöst. :15. Jon egy évtizede Bergenben él, évente kétszer jön haza egy hosszú hétvégére, és éveken át próbálta a távolságot rendszerességgel ellensúlyozni. - Jon ist seit einem Jahrzehnt in Bergen, kommt zweimal im Jahr für ein langes Wochenende und hat über Jahre hinweg versucht, die Distanz durch Regelmäßigkeit zu kompensieren. :16. Mélyen belül tudja, hogy ez nem működött, és talán nem is működhet, mert bizonyos dolgoknál nincs értelmes megfelelés gyakoriság és közelség között. - Er weiß tief in sich, dass das nicht funktioniert hat und vielleicht auch nicht funktionieren kann, weil es bei manchen Dingen keine sinnvolle Entsprechung zwischen Häufigkeit und Nähe gibt. :17. Ma van az utolsó alkalom, ezt már az idefelé tartó vonatúton megmondta magának. - Heute ist das letzte Mal, das hat er sich bereits auf der Bahnfahrt hierher gesagt. :18. Annak a csendes eltökéltségével mondta ezt magának, aki olyan döntést hoz, amelyet nem akar visszavonni, még mielőtt megadhatná magának erre az alkalmat. - Er hat es sich mit der stillen Bestimmtheit von jemandem gesagt, der eine Entscheidung trifft, die er nicht rückgängig machen will, bevor er sich die Gelegenheit dazu nehmen kann. :19. A kavicsos út a fészerhez az állandó esőtől felázott, a pocsolyák olyan szélesek és zavarosak, hogy Kari lépésben vezet. - Der Schotterweg zum Schuppen ist vom anhaltenden Regen aufgeweicht, die Pfützen so breit und trüb, dass Kari im Schritttempo fährt. :20. A Volvo minden egyenetlenségnél halkan nyög, mintha neki is volna véleménye minderről, amelyet azonban megtart magának. - Der Volvo stöhnt bei jeder Unebenheit leise, als hätte auch er eine Meinung zu alledem, die er allerdings für sich behält. :21. A fészer egy enyhe kanyar mögött bukkan fel, félig elrejtve három öreg nyírfa mögött, amelyeknek törzse feketén fénylik a nedvességtől, ágaik pedig úgy csapkodnak a szélben, mint valami, ami nem tud megnyugodni. - Der Schuppen taucht hinter einer sanften Biegung auf, halb verborgen hinter drei alten Birken, deren Stämme schwarz vor Nässe glänzen und deren Äste im Wind schlagen wie etwas, das sich nicht beruhigen kann. :22. A hullámlemez tető sötét és foltos, a fa homlokzat pedig az előrehaladott mállásnak abban az állapotában van, amelyet már nem pusztulásnak kell nevezni, hanem olyan dolgok természetes halmazállapotának, amelyek régóta senkit sem érdekelnek. - Das Wellblechdach ist dunkel und gefleckt, die Holzfassade in jenem Zustand fortgeschrittener Verwitterung, der nicht mehr als Verfall zu bezeichnen ist, sondern als der natürliche Aggregatzustand von Dingen, die seit Langem niemanden mehr interessieren. :23. Jon még azelőtt kiszáll, hogy a motort leállították volna, Kari pedig hallja, ahogy belerúg az ajtóba – egyszer, kétszer. - Jon steigt aus, noch bevor der Motor abgestellt ist, und Kari hört ihn gegen die Tür treten – einmal, zweimal. :24. Aztán az öreg fa nyikorgó, vonakodó kinyílása jelzi neki, hogy az ellenállást leküzdötték, ideiglenesen és erőszakkal, mint oly sok mindent ebben a családban. - Dann signalisiert ihr das knarrende, widerstrebende Aufgehen des alten Holzes, dass der Widerstand überwunden ist, vorläufig und mit Gewalt, wie so vieles in dieser Familie. :25. A belülről áradó szag nem metafora és nem emlék, mielőtt aztán mégis azzá válik: nedves, kemény fa, motorok régi olaja, amelyeken már régóta nem dolgozott senki. - Der Geruch, der aus dem Inneren kommt, ist keine Metapher und keine Erinnerung, bevor er es dann doch ist: feuchtes, hartes Holz, das alte Öl von Motoren, an denen schon lange niemand mehr gearbeitet hat. :26. Mélyen alatta, kitartóan és eltörölhetetlenül, mint kommentár minden máshoz, ott van az apa ismerős dohányszaga, amely beette magát a fa pórusaiba, és ott is marad majd, sokkal az utolsó látogatás után, sokkal az utolsó lélegzet után. - Tief darunter liegt, beharrlich und unverwischbar wie ein Kommentar zu allem anderen, der vertraute Tabakgeruch des Vaters, der sich in die Poren des Holzes gefressen hat und dort bleiben wird, lange nach dem letzten Besuch, lange nach dem letzten Atemzug. :27. Kari átlép a küszöbön, és megáll, nem sokáig, de egy olyan pillanatra, amely észreveteti magát. - Kari tritt über die Schwelle und hält inne, nicht lange, aber einen Moment, der sich bemerkbar macht. :28. A testnek néha szüksége van valamiféle zsilipre aközött, ami odakint van, és aközött, ami odabent vár. - Der Körper braucht manchmal eine Art Schleuse zwischen dem, was draußen ist, und dem, was drinnen wartet. :29. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amelynek narancsszínét több évtized fénye halvány, mentegetőző sárgává fakította, a hevederek ernyedtek és porhanyósak, mintha csak azért tartanának még össze, mert nincs senki, aki szétszedné őket. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, deren Orange das Licht mehrerer Jahrzehnte zu einem blassen, entschuldigenden Gelbton ausgebleicht hat, die Gurte schlaff und mürbe, als hielten sie nur noch zusammen, weil es niemanden gibt, der sie auseinandernehmen würde. :30. Alatta két 45-ös gumicsizma áll, kiszáradt sár rétegével bélelve, amely annak az utolsó útszakasznak a negatívját rajzolja ki, amelyet valaki bennük megtett, valahol, valamikor, egy világban, amely most már nem érhető el. - Darunter stehen zwei Gummistiefel der Größe 45, ausgekleidet mit einer Schicht getrockneten Schlamms, die das Negativ der letzten Wegstrecke abbildet, die jemand in ihnen zurückgelegt hat, irgendwo, irgendwann, in einer Welt, die jetzt nicht mehr erreichbar ist. :31. Egy polcon, amely kissé előredől, és évek óta vár egy javításra, amelyet már senki sem fog elvégezni, egy 2019-es falinaptár fekszik, márciusnál kinyitva. - Auf einem Regal, das leicht nach vorne geneigt ist und seit Jahren auf eine Reparatur wartet, die niemand mehr vornehmen wird, liegt ein Wandkalender von 2019, aufgeschlagen auf dem März. :32. Ott két bejegyzés áll az apa szűk, szögletes kézírásával, amelyet Kari úgy olvas, hogy nem olvassa, és amelyek röviden felvillannak benne, mint valami, amit felismert az ember, majd azonnal újra eltűnnek. - Dort stehen zwei Einträge in der engen, eckigen Handschrift des Vaters, die Kari liest, ohne sie zu lesen, die kurz in ihr aufleuchten wie etwas, das man erkannt hat, und sofort wieder verschwinden. :33. Jon a fészer közepén áll, és nem mozdul, csak lassan forgatja a fejét, mintha megpróbálna emlékezni valamire, amit soha nem tudott, vagy talán soha nem is akart tudni. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und bewegt sich nicht, dreht nur langsam den Kopf, als würde er versuchen, sich an etwas zu erinnern, das er nie gewusst hat oder vielleicht nie wissen wollte. :34. Az eső a hullámlemez tetőn olyan kitartó és egyenletes, hogy kevésbé érződik hangnak, mint inkább a világ olyan állapotának, amely elől nem lehet kitérni, és amely ellen értelmetlen volna harcolni. - Der Regen auf dem Wellblechdach ist so anhaltend und gleichmäßig, dass er sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie ein Zustand der Welt, dem man sich nicht entziehen kann und gegen den zu kämpfen sinnlos wäre. :35. A horgászbot a hátsó falon lóg két rozsdás szögen, szinte mellékesen, szinte úgy, mint valami, amit a helyiség berendezésekor elfelejtettek, és később már nem tettek el. - Die Angel hängt an zwei verrosteten Nägeln an der hinteren Wand, fast beiläufig, fast wie etwas, das man bei der Einrichtung des Raumes vergessen hat und später nicht mehr weggeräumt hat. :36. A hely, amelyet elfoglalt, már hozzá tartozott. - Der Ort, den sie eingenommen hatte, gehörte bereits ihr. :37. Jon meglátja, és felé indul annak lassú határozottságával, aki nem tudja, mit fog tenni, ha odaér. - Jon sieht sie und geht auf sie zu mit der langsamen Bestimmtheit von jemandem, der nicht weiß, was er tun wird, wenn er angekommen ist. :38. Mégis szükségesnek tartja, hogy odamenjen. - Er hält es dennoch für notwendig hinzugehen. :39. Két kézzel veszi le a szögekről, óvatosan és sietség nélkül. - Er nimmt sie mit beiden Händen von den Nägeln, behutsam und ohne Eile. :40. Maga elé tartja olyan távolságban, amely sem közeli, sem távoli, és amely a horgászbotot valamiféle lebegésbe helyezi aközött, ami, és aközött, amit ebben a pillanatban jelent, vagy jelenthetne. - Er hält sie vor sich in einem Abstand, der weder nah noch fern ist und der die Angel in eine Art Schwebe versetzt zwischen dem, was sie ist, und dem, was sie in diesem Moment bedeutet oder bedeuten könnte. :41. A zsinór többszörösen önmaga köré tekeredett, a horog barna a rozsdától, a markolat két helyen simára és kopottra dörzsölődött ott, ahol egy kéz sok éven át tartotta. - Die Schnur ist mehrfach um sich selbst gewickelt, der Haken braun vor Rost, der Griff an zwei Stellen blank und abgewetzt, dort, wo eine Hand ihn über viele Jahre gehalten hat. :42. Nem az ő keze volt, de olyan kéz, amelyet ismert, amelynek gesztusait ismerte, anélkül, hogy valaha is egészen megértette volna, mi rejlett e gesztusok mögött. - Es war nicht seine Hand, aber eine Hand, die er kannte, deren Gesten er kannte, ohne je ganz verstanden zu haben, was sich hinter diesen Gesten verbarg. :43. Kari oldalról figyeli őt, mozdulatlanul. - Kari beobachtet ihn von der Seite, ohne sich zu bewegen. :44. Ebben a figyelésben nincs együttérzés és nincs távolság, hanem valami a kettő között, aminek nincs neve, és talán éppen ezért ez a legőszintébb, amit ebben a helyiségben egymásért fel tudnak mutatni. - In dieser Beobachtung liegt kein Mitgefühl und keine Distanz, sondern etwas dazwischen, das keinen Namen hat und vielleicht deshalb das Ehrlichste ist, was sie in diesem Raum füreinander aufbringen können. :45. Végül odamegy hozzá, kérdezés nélkül kiveszi a kezéből a horgászbotot, és maga tartja egy darabig. - Sie geht schließlich zu ihm, nimmt ihm die Angel aus den Händen, ohne zu fragen, und hält sie selbst einen Moment lang. :46. Tenyerében érzi a szinte súlytalan súlyt, egy olyan tárgy súlyát, amelynek jelentése nehezebb, mint az anyaga, aztán visszaadja, mert semmi mást nem tud kezdeni vele, és nem is akar semmi mást. - Sie spürt das fast gewichtslose Gewicht in den Handflächen, das Gewicht eines Gegenstands, dessen Bedeutung schwerer ist als seine Substanz, und gibt sie dann zurück, weil sie nichts anderes damit anfangen kann und auch nichts anderes will. :47. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :48. Ez sem döntésnek, sem javaslatnak nem hangzik, hanem valami nyugodt kimondásának, ami már régen eldőlt, mielőtt beléptek volna a fészerbe, talán még mielőtt egyáltalán ideindultak volna. - Es klingt weder wie eine Entscheidung noch wie ein Vorschlag, sondern wie das ruhige Aussprechen von etwas, das längst feststand, bevor sie den Schuppen betreten haben, möglicherweise bevor sie überhaupt hergefahren sind. :49. Jon a kis ablak alatti mállott munkapadra teszi a horgászbotot, és egy lépést hátralép. - Jon legt die Angel auf die verwitterte Werkbank unter dem kleinen Fenster und tritt einen Schritt zurück. :50. Ezután egyikük sem néz rá még egyszer, ahogy az ember már nem néz rá olyan dolgokra, amelyekről olyan döntést hozott, amelyet nem akar megbánni. - Keiner von beiden sieht sie danach noch einmal an, so wie man Dinge nicht mehr ansieht, über die man eine Entscheidung getroffen hat, die man nicht bereuen will. :51. Úgy hagyják el a fészert, hogy semmit nem visznek magukkal és semmit nem változtatnak meg: a naptár a polcon, a gumicsizma a földön, a benzineskanna a sarokban, a mentőmellény a falon marad. - Sie verlassen den Schuppen ohne etwas mitzunehmen und ohne etwas zu verändern, den Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden, den Benzinkanister in der Ecke, die Schwimmweste an der Wand. :52. Minden azon a helyen áll, ahová valaki tette, aki e dolgok elhelyezésekor talán már sejtette, hogy nem fog visszatérni, és ezt a sejtést talán nem szomorúságként élte meg, hanem valamiféle csendes megegyezésként azzal, ami elkerülhetetlen. - Alles steht an dem Platz, an den es gestellt wurde von jemandem, der beim Stellen dieser Dinge vielleicht schon ahnte, dass er nicht zurückkommen würde, und der diese Ahnung vielleicht nicht als Traurigkeit empfunden hat, sondern als eine Art stiller Übereinkunft mit dem, was unvermeidlich ist. :53. Odakint, a fészer előtt az eső ferdén és gyengülés nélkül zuhog rájuk, ők pedig benne állnak, nem menedéket keresve, és nem is közönyösen vele szemben, hanem egyszerűen benne. - Draußen vor dem Schuppen fällt der Regen schräg und ohne Abschwächung auf sie herab, und sie stehen darin, weder suchend nach Schutz noch gleichgültig dagegen, sondern einfach darin. :54. Úgy állnak benne, ahogy az ember valamiben áll, ami nagyobb nála, és amit ezért békén hagy. - Sie stehen darin, wie man in etwas steht, das größer ist als man selbst und das man deshalb in Ruhe lässt. :55. Jon bezárja a lakatot, röviden megforgatja, hogy megbizonyosodjon róla, majd elengedi. - Jon schließt das Vorhängeschloss, dreht kurz daran, um sicherzugehen, und lässt es dann los. :56. Olyan véglegességgel engedi el, amely nincs megrendezve, és éppen ezért súlyosabb. - Er lässt es mit einer Endgültigkeit los, die nicht inszeniert ist und gerade deshalb schwerer wiegt. :57. Kari zárt öklében tartja a kulcsot, egy kis, elnehezült fémdarabot, amely ebben a pillanatban egy egész hely súlyát hordozza, ahová most már nem fognak belépni. - Kari hält den Schlüssel in der geschlossenen Faust, ein kleines, schwer gewordenes Stück Metall, das in diesem Moment das ganze Gewicht eines Ortes trägt, den sie nun nicht mehr betreten werden. :58. A fjordra néz, amelynek felszínét az eső szüntelenül újrarendeződő körök mintázatává változtatja, amelyek átfedik egymást, feloldódnak és újra keletkeznek, szünet nélkül, szándék nélkül. - Sie schaut auf den Fjord, dessen Oberfläche der Regen in ein ständig sich neuordnendes Muster aus Kreisen verwandelt, die sich überlappen und auflösen und neu entstehen, ohne Pause, ohne Absicht. :59. Aztán meglendíti a karját, és hosszú, szinte hanyag ívben a part fölött a vízbe hajítja a kulcsot. - Dann holt sie aus und wirft den Schlüssel in einem langen, fast lässigen Bogen über das Ufer. :60. A kulcs megfordul a nedves levegőben, olyan hanggal esik a vízbe, amely alig hallható, és mégis tisztán kiválik minden másból, a kialakuló kis kört pedig azonnal utolérik és feloldják az eső körei, mintha a víznek nem volna ideje külön bánásmódra, és semmi oka nem volna a kulcsot másként fogadni, mint bármi mást. - Er dreht sich in der feuchten Luft, fällt ins Wasser mit einem Laut, der kaum zu hören ist und sich dennoch klar abhebt von allem anderen, und der kleine Kreis, der sich bildet, wird sofort von den Regenkreisen eingeholt und aufgelöst, als hätte das Wasser keine Zeit für Sonderbehandlung und keinen Grund, den Schlüssel anders zu empfangen als alles andere. :61. Kari nem nézi meg, hol süllyedt el. - Kari schaut nicht nach, wo er versunken ist. :62. Megfordul, és elindul. - Sie dreht sich um und geht. :63. Jon követi, egyikük sem beszél az autóig vezető úton. - Jon folgt ihr, keiner von beiden spricht auf dem Weg zum Auto. :64. Az autó az esőben vár rájuk, mint valami, ami megtanult várni, mert nem volt más választása. - Das Auto wartet im Regen auf sie wie etwas, das gelernt hat zu warten, weil es keine andere Wahl hatte. :65. Ezúttal Jon veszi át a vezetést, és kérdezés nélkül beül a volán mögé. - Jon übernimmt diesmal das Steuer und setzt sich, ohne zu fragen, ans Steuer. :66. Kari ezt egy kicsi, szinte észrevehetetlen bólintással nyugtázza, amely többet mond egy köszönömnél. - Kari quittiert das mit einem kleinen, fast unmerklichen Nicken, das mehr sagt als ein Dankeschön. :67. Halántékát a hideg üvegnek támasztja, félig lehunyja a szemét, és a motor beindul. - Sie lehnt die Schläfe gegen die kalte Scheibe, schließt die Augen halb, und der Motor springt an. :68. Az ablaktörlő újra szolgálatba áll, ugyanaz a nyikorgás, ugyanaz a kissé eltolódott ütem, mintha nem lett volna megszakítás, vagy mintha lett volna, de semmit sem változtatott volna azon, ami előtte volt, és ami most továbbmegy – ami talán a legőszintébb, amit erről a napról és erről a két emberről mondani lehet. - Der Scheibenwischer nimmt seinen Dienst wieder auf, dasselbe Quietschen, derselbe leicht verschobene Takt, als wäre die Unterbrechung nicht gewesen oder als wäre sie gewesen und hätte nichts geändert an dem, was vorher war und was jetzt weitergeht – was vielleicht das Ehrlichste ist, was man über diesen Tag und über diese beiden Menschen sagen kann. :69. Az előttük fekvő út üres és nedves, és visszavezet egy olyan világba, amelyben ez a fészer már nem fordul elő, amelyben egy horgászbot fekszik egy munkapadon, és senki sem jön, hogy elvigye. - Die Straße vor ihnen ist leer und nass und führt zurück in eine Welt, in der dieser Schuppen nicht mehr vorkommt, in der eine Angel auf einer Werkbank liegt und niemand kommt, sie zu holen. :70. Ebben a világban egy naptár 2019 márciusánál marad kinyitva, amíg maga a papír fel nem oldódik. - In dieser Welt bleibt ein Kalender auf dem März 2019 aufgeschlagen, bis das Papier selbst sich auflöst. :71. Egyikük sem mondja ki, mi volt ez a nap, nem azért, mert hiányoznak a szavak. - Keiner von beiden sagt, was dieser Tag war, nicht weil die Worte fehlen. :72. Vannak dolgok, amelyeket az ember megsért, ha megnevezi őket, és ezt mindketten tudják, anélkül, hogy valaha beszéltek volna róla. - Es gibt Dinge, die man beschädigt, wenn man sie benennt, und beide wissen das, ohne jemals darüber gesprochen zu haben. :73. Mennek tovább, az eső nem áll el, és mögöttük a fészer eltűnik a kanyarban, a távolságban és életük maradékában. - Sie fahren, und der Regen hört nicht auf, und hinter ihnen verschwindet der Schuppen in der Kurve und in der Entfernung und im Rest ihres Lebens. :74. A fészer mégis megmarad az életükben, nem olyan emlékként, amelyet előhív az ember, hanem valami mélyebbként és állandóbbként: annak csendes, feloldhatatlan bizonyosságaként, hogy vannak helyek, amelyeket az ember nem hagy el, akkor sem, ha nem tér vissza. - Der Schuppen wird dennoch in ihrem Leben bleiben, nicht als Erinnerung, die man aufruft, sondern als etwas Tieferes und Beständigeres: als die stille, unauflösliche Gewissheit, dass es Orte gibt, die man nicht verlässt, auch wenn man nicht zurückkommt. ------------------------- == 73 == 1 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt. :2. Tíz éve Milánóban él. - Sie lebt seit zehn Jahren in Mailand. :3. Ott egy tisztítóban dolgozik. - Sie arbeitet dort in einer Reinigung. :4. Ma busszal utazik haza. - Heute fährt sie mit dem Bus nach Hause. :5. A falu Dél-Olaszországban, Basilicatában fekszik. - Das Dorf liegt in Süditalien, in der Basilicata. :6. Az anyja meghalt. - Ihre Mutter ist gestorben. :7. Az anya házát el kell adni. - Das Haus der Mutter muss verkauft werden. :8. Elena gyorsan el akarja intézni, aztán újra el akar menni. - Elena will das schnell erledigen und wieder fahren. :9. A busz megáll a piactéren. - Der Bus hält auf dem Marktplatz. :10. Elena leszáll. - Elena steigt aus. :11. A szeptemberi hőség azonnal megcsapja. - Die Septemberhitze trifft sie sofort. :12. A levegő érett paradicsom és por szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten und Staub. :13. Ezt a szagot még jól ismeri. - Sie kennt diesen Geruch noch gut. :14. Régen szerette. - Früher hat sie ihn geliebt. :15. Most félelmet kelt benne. - Jetzt macht er ihr Angst. :16. A sarkon túl van egy műhely. - Um die Ecke ist eine Werkstatt. :17. Ott dolgozik Carlo. - Dort arbeitet Carlo. :18. Carlo harmincnyolc éves. - Carlo ist achtunddreißig Jahre alt. :19. Szerelő. - Er ist Mechaniker. :20. Még mindig a faluban él. - Er lebt noch immer im Dorf. :21. Elena meghallja a nevetését. - Elena hört sein Lachen. :22. Megáll. - Sie bleibt stehen. :23. Gyorsan ver a szíve. - Ihr Herz schlägt schnell. :24. El akar menni, de nem tud. - Sie will weggehen, aber sie kann nicht. :25. Carlo egy régi autó alatt áll. - Carlo steht unter einem alten Auto. :26. A karja fekete az olajtól. - Seine Arme sind schwarz von Öl. :27. Nem látja őt. - Er sieht sie nicht. :28. Elena túl sokáig nézi. - Sie sieht ihn zu lange an. :29. Carlo volt az első férfija. - Carlo war ihr erster Mann. :30. Ez tizenhat évvel ezelőtt volt. - Das war vor sechzehn Jahren. :31. Nagyon szerették egymást. - Sie liebten sich sehr. :32. Aztán Elena teherbe esett. - Dann wurde Elena schwanger. :33. A fiukat Matteónak hívják. - Ihr Sohn heißt Matteo. :34. Carlo nem maradt mellette. - Carlo blieb nicht bei ihr. :35. Elena nem tudta magánál tartani Matteót. - Elena konnte Matteo nicht bei sich behalten. :36. Matteo ma Carlo anyjánál él. - Matteo lebt heute bei Carlos Mutter. :37. Őt Signora Graziának hívják. - Die heißt Signora Grazia. :38. Hetvenéves. - Sie ist siebzig Jahre alt. :39. Ő neveli Matteót. - Sie zieht Matteo auf. :40. Este Elena elmegy Carlo házához. - Am Abend geht Elena zu Carlos Haus. :41. Egy régi, virágmintás ruhát visel. - Sie trägt ein altes geblümtes Kleid. :42. Carlo ajtót nyit. - Carlo öffnet die Tür. :43. Ránéz. - Er schaut sie an. :44. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja halkan. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er leise. :45. Elena nem mond semmit. - Elena sagt nichts. :46. Arcul üti. - Sie schlägt ihn ins Gesicht. :47. Carlo nem érinti meg az arcát. - Carlo fasst sich nicht an die Wange. :48. Csak nézi őt. - Er schaut sie nur an. :49. A szeme sötét. - Seine Augen sind dunkel. :50. Nem mondja: sajnálom. - Er sagt nicht: Es tut mir leid. :51. Éjjel Carlo érte megy. - In der Nacht holt Carlo sie ab. :52. Együtt mennek a garázsba. - Sie gehen zusammen in die Garage. :53. Ott régi autóüléseken ülnek. - Dort sitzen sie auf alten Autositzen. :54. Carlo kinyit egy üveg vörösbort. - Carlo öffnet eine Flasche Rotwein. :55. Ad neki egy poharat. - Er gibt ihr ein Glas. :56. Lassan isznak. - Sie trinken langsam. :57. Carlo megfogja a kezét. - Carlo nimmt ihre Hand. :58. Az ujjai melegek és érdesek. - Seine Finger sind warm und rau. :59. Elena hagyja. - Elena lässt es zu. :60. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja halkan. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie leise. :61. Carlo így válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motorokat javítani.” - Carlo antwortet: „Ich zeige ihm, wie man Motoren repariert." :62. Elena visszahúzza a kezét. - Elena nimmt ihre Hand zurück. :63. Többé nem szól egy szót sem. - Sie sagt kein Wort mehr. :64. Másnap reggel Elena korán felkel. - Am nächsten Morgen steht Elena früh auf. :65. Még sötét van. - Es ist noch dunkel. :66. Bepakolja a táskáját. - Sie packt ihre Tasche. :67. Nem a buszhoz megy. - Sie geht nicht zum Bus. :68. Signora Grazia házához megy. - Sie geht zu Signora Grazias Haus. :69. A konyhaablakon át meglátja Matteót. - Durch das Küchenfenster sieht sie Matteo. :70. Az asztalnál ül. - Er sitzt am Tisch. :71. Kenyeret márt tejbe. - Er tunkt Brot in Milch. :72. A nagymama végigsimít a fején. - Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. :73. Matteo nevet. - Matteo lacht. :74. Elena kint áll a hidegben. - Elena steht draußen im Kalten. :75. Homlokát az üveghez nyomja. - Sie drückt die Stirn gegen das Glas. :76. Egy percig csak nézi. - Eine Minute lang schaut sie nur. :77. Aztán megfordul. - Dann dreht sie sich um. :78. Elmegy a pályaudvarra. - Sie geht zum Bahnhof. :79. A vonat a nap felé halad. - Der Zug fährt in die Sonne. :80. De a nap már nem melegíti Elenát. - Aber die Sonne wärmt Elena nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, és már egy évtizede Milánóban él. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt und lebt seit einem Jahrzehnt in Mailand. :2. Ott dolgozik egy kis tisztítóban, nem messze a pályaudvartól. - Sie arbeitet dort in einer kleinen Reinigung, nicht weit vom Bahnhof. :3. Ma busszal utazott a szülőfalujába, mert meghalt az anyja. - Heute ist sie mit dem Bus in ihr Heimatdorf gefahren, weil ihre Mutter gestorben ist. :4. Az anya háza most üresen áll, és Elenának el kell adnia. - Das Haus der Mutter steht jetzt leer, und Elena muss es verkaufen. :5. Csak néhány napig akar maradni, aztán a lehető leggyorsabban újra el akar menni. - Sie will nur ein paar Tage bleiben und dann so schnell wie möglich wieder fahren. :6. Amikor a busz megáll a piactéren, Elena utolsóként száll le. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält, steigt Elena als Letzte aus. :7. A szeptemberi hőség azonnal megcsapja, mintha a levegő nehéz, meleg takaró volna. - Die Septemberhitze trifft sie sofort, als wäre die Luft eine schwere, warme Decke. :8. Érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyének régi olaja szaglik. - Es riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem alten Öl von Carlos Werkstatt. :9. Elena még jól ismeri ezt a szagot, hiszen itt nőtt fel, ezeken az utcákon és tereken. - Elena kennt diesen Geruch noch gut, denn sie ist hier aufgewachsen, auf diesen Straßen und Plätzen. :10. Régen szerette ezt a szagot, ma összeszorítja tőle a gyomra. - Früher hat sie diesen Geruch geliebt, heute macht er ihr den Magen eng. :11. Mielőtt meglátná Carlót, meghallja a nevetését – hangosan és mélyen, ahogyan még az emlékeiben él. - Bevor sie Carlo sieht, hört sie sein Lachen – laut und tief, wie sie es noch aus der Erinnerung kennt. :12. A sarkon túl áll a műhelye előtt, és egy behorpadt motorháztető fölé hajol. - Er steht um die Ecke vor seiner Werkstatt und beugt sich über eine zerbeulte Motorhaube. :13. Az ingujja fel van tűrve, a karja fekete a kenőanyagtól, pontosan úgy, mint akkoriban. - Seine Ärmel sind hochgekrempelt und seine Arme schwarz von Schmiere, genau wie damals. :14. Elena megáll a járdán, és nem tud továbbmenni, pedig akar. - Elena bleibt auf dem Bürgersteig stehen und kann nicht weitergehen, obwohl sie es will. :15. Túl sokáig nézi őt, aztán Carlo megfordul. - Sie schaut ihn zu lange an, und dann dreht er sich um. :16. Carlo volt az első férfija, ez tizenhat éve volt, amikor még mindketten fiatalok voltak. - Carlo war ihr erster Mann, das war vor sechzehn Jahren, als sie beide noch jung waren. :17. Nagyon szerették egymást, de amikor Elena teherbe esett, Carlo nem maradt mellette. - Sie liebten sich sehr, aber als Elena schwanger wurde, blieb Carlo nicht bei ihr. :18. Elena nem tudta magánál tartani a fiát, Matteót, mert a fiú minden nap az árulásra emlékeztette volna. - Elena konnte ihren Sohn Matteo nicht bei sich behalten, weil sie ihn jeden Tag an den Verrat erinnert hätte. :19. Ezért Matteo ma Carlo anyjánál, Signora Graziánál él, aki hetvenéves, és mindent az ablakból figyel. - Deshalb lebt Matteo heute bei Carlos Mutter, Signora Grazia, die siebzig Jahre alt ist und alles vom Fenster aus beobachtet. :20. Este Elena felveszi régi virágos ruháját, és elmegy Carlo házához. - Am Abend zieht Elena ihr altes geblümtes Kleid an und geht zu Carlos Haus. :21. Nem tudja pontosan, miért teszi ezt, de a lába mégis felviszi a lépcsőn. - Sie weiß nicht genau, warum sie das tut, aber ihre Füße gehen trotzdem die Treppe hinauf. :22. Carlo kinyitja az ajtót, és hosszú pillanatig némán nézi őt. - Carlo öffnet die Tür und schaut sie einen langen Moment schweigend an. :23. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja végül halkan, mosoly nélkül. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er schließlich, mit leiser Stimme und ohne zu lächeln. :24. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :25. Carlo nem fogja meg az arcát, és azt sem mondja, hogy sajnálja. - Carlo fasst sich nicht an die Wange und sagt auch nicht, dass es ihm leidtut. :26. Csak nézi őt, sötét szemmel, megbánás nélkül, és ez majdnem rosszabb minden másnál. - Er schaut sie nur an, die Augen dunkel und ohne Reue, und das ist fast schlimmer als alles andere. :27. Nem sokkal éjfél után Carlo elhozza őt az anyja háza előtti lépcsőről. - Kurz nach Mitternacht holt Carlo sie von der Treppe vor dem Haus ihrer Mutter ab. :28. Együtt mennek be a régi garázsba, ahol két szakadt autóülés áll a betonpadlón. - Sie gehen zusammen in die alte Garage, wo zwei zerschlissene Autositze auf dem Betonboden stehen. :29. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük, és kérdezés nélkül tölt neki egy pohárral. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie und schenkt ihr ein Glas ein, ohne zu fragen. :30. Megfogja Elena kezét, az ujjai érdesek és melegek, és még mindig olajszagúak. - Er greift nach ihrer Hand, seine Finger sind rau und warm und riechen noch immer nach Öl. :31. Elena hagyja, pedig tudja, hogy nem kellene. - Elena lässt es zu, obwohl sie weiß, dass sie es nicht sollte. :32. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja halkan, anélkül hogy ránézne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie leise, ohne ihn anzusehen. :33. Carlo nagyot kortyol a borból, aztán nyugodtan válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit apám valaha adott nekem.” - Carlo nimmt einen langen Schluck Wein und antwortet dann ruhig: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :34. Elena erre nem mond semmit, de lassan visszahúzza a kezét. - Elena sagt darauf nichts, aber sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :35. Másnap reggel Elena még napkelte előtt felkel, és sötétben összepakolja a táskáját. - Am nächsten Morgen steht Elena noch vor Sonnenaufgang auf und packt ihre Tasche im Dunkeln. :36. Nem megy azonnal a pályaudvarra, hanem kerülőt tesz Signora Grazia házához. - Sie geht nicht sofort zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg zu Signora Grazias Haus. :37. A kivilágított konyhaablakon át látja Matteót, aki az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe. - Durch das erleuchtete Küchenfenster sieht sie Matteo, der am Tisch sitzt und Brot in Milch tunkt. :38. Tízéves, sötét haja van, és úgy néz ki, mint Carlo, ezt Elena távolról is látja. - Er ist zehn Jahre alt, hat dunkle Haare und sieht aus wie Carlo, das sieht sie auch aus der Entfernung. :39. Az öreg Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején. - Die alte Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf. :40. Elena a homlokát a hideg ablaküveghez nyomja, és egy teljes percig nézi őket. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Fensterglas und schaut eine ganze Minute lang zu. :41. Aztán megfordul, szó nélkül elmegy a pályaudvarra, és felszáll az első Milánóba tartó vonatra. - Dann dreht sie sich um, geht ohne Worte zum Bahnhof und steigt in den ersten Zug nach Mailand. :42. A vonat a felkelő nap felé halad, de a nap ezen a reggelen már nem melegíti Elenát. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne hinein, aber die Sonne wärmt Elena an diesem Morgen nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, és már egy évtizede egy tisztítóban dolgozik a milánói pályaudvar közelében. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt und arbeitet seit einem Jahrzehnt in einer Reinigung nahe dem Mailänder Bahnhof. :2. Ez idő alatt soha nem gondolt arra, hogy visszatérjen. - In dieser Zeit hat sie nie daran gedacht, zurückzukehren. :3. Amikor az anyja meghal, nem marad választása: a házat el kell adni. - Als ihre Mutter stirbt, bleibt ihr keine Wahl: Das Haus muss verkauft werden. :4. Ehhez valakinek oda kell utaznia, és ez a valaki ő. - Dafür muss jemand hinfahren, und dieser Jemand ist sie. :5. A buszút négy óráig tart, és Elena az idő nagy részében alszik. - Die Busfahrt dauert vier Stunden, und Elena schläft die meiste Zeit. :6. Vagy legalábbis úgy tesz, mintha aludna, hogy ne kelljen beszélnie a mellette ülő öregemberrel, aki fokhagymaszagú, és egy rádiót tart az ölében. - Oder sie tut zumindest so, als würde sie schlafen, um nicht mit dem alten Mann neben ihr reden zu müssen, der nach Knoblauch riecht und ein Radio auf dem Schoß hält. :7. Amikor a busz végül megáll a piactéren, ő száll le utolsóként. - Als der Bus schließlich auf dem Marktplatz hält, steigt sie als Letzte aus. :8. Egy pillanatra megáll a kövezeten, táskával a kezében, miközben a szeptemberi hőség nehézkesen rátelepszik a vállára. - Sie bleibt einen Moment auf dem Pflaster stehen, die Tasche in der Hand, während die Septemberhitze sich schwer auf ihre Schultern legt. :9. A levegő érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyéből áradó olaj szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem Öl aus Carlos Werkstatt. :10. A műhely még mindig ott van a sarkon túl, mintha tíz év alatt semmi sem változott volna rajta kívül. - Die Werkstatt liegt noch immer um die Ecke, als hätte sich in zehn Jahren nichts verändert außer ihr selbst. :11. Előbb hallja meg a nevetését, mint hogy meglátná őt. - Sie hört sein Lachen, bevor sie ihn sieht. :12. Ez az a széles, gondtalan nevetés, amelyet régen szeretett, és amely most sértésnek tűnik számára. - Es ist dieses breite, sorglose Lachen, das sie früher geliebt hatte und das ihr jetzt wie eine Beleidigung vorkommt. :13. Carlo egy behorpadt motorháztető fölé hajolva áll, feltűrt ingujjakkal, karja fekete a kenőanyagtól. - Carlo steht über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Ärmel hochgekrempelt, die Arme schwarz von Schmiere. :14. Úgy néz ki, mint mindig, mintha egyetlen álmatlan éjszakája sem lett volna mindezekben az években. - Er sieht so aus wie immer, als hätte er keine einzige schlaflose Nacht in all diesen Jahren gehabt. :15. Elena megáll a járdán. - Elena bleibt auf dem Bürgersteig stehen. :16. Aztán Carlo megfordul, és ránéz. - Dann dreht er sich um und sieht sie an. :17. Tizenhat évvel ezelőtt csókolóztak először, a templom mögött, a nyári ünnep után. - Vor sechzehn Jahren hatten sie sich zum ersten Mal geküsst, hinter der Kirche, nach dem Sommerfest. :18. Elena azt hitte, hogy az ilyesmi örökké tart. - Elena hatte geglaubt, dass so etwas ewig hält. :19. Amikor húszévesen teherbe esett, megértett valamit. - Als sie mit zwanzig Jahren schwanger wurde, verstand sie etwas. :20. Carlo az „örökké” alatt mást értett, mint ő. - Carlo verstand unter „ewig" etwas anderes als sie. :21. A fiuk, Matteo márciusban született, sötét hajjal és Carlo szemével. - Ihr Sohn Matteo kam im März zur Welt, mit dunklen Haaren und Carlos Augen. :22. Elena pontosan kétszer tartotta a karjában, mielőtt tudta volna, hogy nem bírná elviselni, ha mindennap ránézne, és közben az árulásra kellene gondolnia. - Elena hielt ihn genau zweimal im Arm, bevor sie wusste, dass sie es nicht ertragen würde, ihn jeden Tag anzusehen und dabei an den Verrat zu denken. :23. Azóta Matteo Signora Graziánál, Carlo anyjánál él. - Seitdem lebt Matteo bei Signora Grazia, Carlos Mutter. :24. Hetvenéves, soha nem panaszkodik, és mindent megfigyel, ami az ablaka előtti utcán történik. - Sie ist siebzig Jahre alt, klagt niemals und beobachtet alles, was auf der Straße vor ihrem Fenster passiert. :25. Este Elena felveszi a régi virágos ruhát, amelyet még régről ismer, és amely még mindig jó rá. - Am Abend zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie noch von früher kennt und das immer noch passt. :26. Még mindig jó rá, mert az utóbbi években keveset evett, és úgy megy fel Carlo lakásához a lépcsőn, hogy közben semmire sem gondol, vagy legalábbis ezt beszéli be magának. - Es passt immer noch, weil sie in den letzten Jahren wenig gegessen hat, und sie geht die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf, ohne sich dabei etwas zu denken, oder zumindest redet sie sich das ein. :27. Carlo egy foltos trikóban nyit ajtót. - Carlo öffnet die Tür in einem fleckigen Unterhemd. :28. Úgy néz rá, mintha valahogy tudta volna, hogy el fog jönni. - Er schaut sie so an, als hätte er irgendwie gewusst, dass sie kommen würde. :29. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja halkan. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er leise. :30. Ez nem hangzik sem bóknak, sem sértésnek, hanem olyan megállapításnak, amelyet már régóta magában hordoz. - Es klingt weder wie ein Kompliment noch wie eine Beleidigung, sondern wie eine Feststellung, die er schon lange mit sich herumträgt. :31. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :32. Elég erősen üti meg ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a lépcsőházban. - Sie schlägt fest genug, dass das Geräusch im Treppenhaus widerhallt. :33. Carlo meg sem mozdul, nem érinti meg az arcát, és nem mondja, hogy sajnálja. - Carlo rührt sich nicht, fasst sich nicht an die Wange und sagt nicht, dass es ihm leidtut. :34. Éppen ez dühíti fel Elenát jobban, mint maga az ütés. - Genau das macht Elena wütender als der Schlag selbst. :35. Nem sokkal éjfél után Carlo Elena anyjának háza előtt áll és vár. - Kurz nach Mitternacht steht Carlo vor dem Haus ihrer Mutter und wartet. :36. Nem csenget be, mintha biztos lenne benne, hogy Elena úgysem alszik. - Er klingelt nicht, als wäre er sicher, dass sie ohnehin nicht schläft. :37. Együtt mennek be a garázsba, ahol két régi autóülés áll a betonpadlón. - Sie gehen zusammen in die Garage, wo zwei alte Autositze auf dem Betonboden stehen. :38. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük, olcsó szupermarketes vörösbort, amelyért még csak bocsánatot sem kér. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie, billigen Rotwein aus dem Supermarkt, den er nicht einmal entschuldigt. :39. Amikor megfogja Elena kezét, az ujjai érdesek és melegek, és olajszagúak. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen nach Öl. :40. Elena hagyja megtörténni, mert fáradt, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert azt beszéli be magának, hogy ez semmit sem jelent. - Elena lässt es geschehen, weil sie müde ist und weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie sich einredet, dass es nichts bedeutet. :41. „Matteo soha nem kérdez utánam” – mondja végül, anélkül hogy ránézne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, ohne ihn anzusehen. :42. Olyan hangon mondja, amelynek közönyösnek kellene hangzania, de nem úgy hangzik. - Sie sagt es in einem Ton, der gleichgültig klingen soll und es nicht tut. :43. Carlo egy pillanatig hallgat. - Carlo schweigt einen Moment. :44. Aztán azt mondja: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több annál, mint amit az apám valaha adott nekem.” - Dann sagt er: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :45. Elena ezért gyűlöli őt, mert ez nem mentség, és mégis valahogyan igaz. - Elena hasst ihn dafür, weil es keine Entschuldigung ist und trotzdem irgendwie stimmt. :46. A kettő egyszerre a legrosszabb. - Beides gleichzeitig ist das Schlimmste. :47. Lassan visszahúzza a kezét. - Sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :48. Carlo elengedi. - Carlo lässt sie gehen. :49. Elena még napkelte előtt összepakolja a táskáját az idegen hálószoba félhomályában. - Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche im Halbdunkel des fremden Schlafzimmers. :50. Úgy hagyja el a házat, hogy nem főz kávét, és nem hagy hátra üzenetet. - Sie verlässt das Haus, ohne Kaffee zu kochen oder eine Notiz zu hinterlassen. :51. Nem közvetlenül az állomásra megy, hanem kerülőt tesz. - Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg. :52. Nem akarja bevallani magának ezt a kerülőt, és megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt. - Sie will sich diesen Umweg nicht eingestehen und bleibt vor Signora Grazias Küchenfenster stehen. :53. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch. :54. Egy olyan gyerek nyugodt összpontosításával teszi, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Er tut es mit der ruhigen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört. :55. Sötét haja van, Carlo szája, és olyan tartása, amely Elenát senki másra nem emlékezteti, csak saját magára. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Haltung, die Elena an niemanden erinnert außer an sich selbst. :56. Saját magára emlékezteti, arra az időre, amikor még nem tudta, mit tesz az emberrel az élet. - Sie erinnert sie an sich selbst, als sie noch nicht wusste, was das Leben mit einem macht. :57. Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf. :58. Nem néz fel, mintha biztos lenne benne, hogy valaki odakint áll és figyel. - Sie schaut nicht auf, als wäre sie sich sicher, dass jemand draußen steht und zuschaut. :59. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :60. Aztán megfordul, és elmegy, anélkül hogy még egyszer visszanézne. - Dann dreht sie sich um und geht, ohne sich noch einmal umzusehen. :61. A vonat a felkelő nap felé halad, és a táj elsuhan mellette. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne, und die Landschaft zieht vorbei. :62. Elena az utolsó cigarettát az ablakon kifelé szívja, és nem gondol semmire, vagy legalábbis megpróbálja, és tíz éve ez az egyetlen dolog, amiben igazán jó lett. - Elena raucht das letzte Fenster hinaus und denkt an nichts, oder sie versucht es zumindest, und das ist, seit zehn Jahren, das Einzige, worin sie wirklich gut geworden ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, túl sokat dohányzik, túl keveset eszik, és egy évtized alatt Milánóban egyszer sem gondolt arra, hogy a falu, ahonnan származik, még létezik. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt, raucht zu viel, isst zu wenig und hat in einem Jahrzehnt Mailand nicht einmal daran gedacht, dass das Dorf, aus dem sie stammt, noch existiert. :2. Aztán megszólalt a telefon, és egy hang azt mondta, hogy az anyja elment, mintha a halál indulás volna, nem pedig végleges elnémulás. - Dann klingelte das Telefon und eine Stimme sagte, ihre Mutter sei gegangen, so als wäre der Tod ein Aufbruch und nicht ein endgültiges Verstummen. :3. A házat el kell adni, ez az egyetlen oka annak, hogy útnak indul, és ezt mondogatja magának újra meg újra a négyórás buszúton Basilicata kopár augusztusi hőségén át. - Das Haus muss verkauft werden, das ist der einzige Grund, weshalb sie fährt, und das sagt sie sich auf der vierstündigen Busfahrt durch die kahle Augusthitze der Basilicata immer wieder vor. :4. Olyan ez, mint egy formula, amelynek józannak kellene tartania őt, miközben odakint a táj az ablak mellett ég, ő pedig bent ül a kemény ülésen, és úgy tesz, mintha aludna, hogy elkerülje a mellette ülő öregembert, aki fokhagymaszagú, és ennek ellenére húszpercenként magyaráz neki valamit. - Es ist wie eine Formel, die sie nüchtern halten soll, während die Landschaft außen am Fenster verbrennt und sie innen auf dem harten Sitz sitzt und so tut, als würde sie schlafen, um dem alten Mann neben ihr zu entgehen, der nach Knoblauch riecht und ihr trotzdem alle zwanzig Minuten etwas erklärt. :5. Amikor a busz megáll a piactéren, Elena utolsóként száll le, és egy pillanatig mozdulatlanul áll a kövezeten. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält, steigt Elena als Letzte aus und bleibt einen Moment unbeweglich auf dem Pflaster stehen. :6. Jobb kezében az utazótáskát tartja, baljával már a cigaretta után nyúl, miközben a szeptemberi hőség úgy telepszik rá, mint valami, amit személyesen neki szántak. - Sie hält die Reisetasche in der rechten Hand, greift mit der linken schon nach der Zigarette, während die Septemberhitze sich auf sie legt wie etwas, das sie persönlich gemeint hat. :7. A levegő érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyéből áradó olaj súlyos, elkerülhetetlen szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem schweren, unvermeidlichen Geruch des Öls aus Carlos Werkstatt. :8. Carlo műhelye még mindig ott van mindjárt a sarkon túl, mintha a falu tíz év alatt elhatározta volna, hogy várni fog rá. - Carlos Werkstatt liegt noch immer gleich um die Ecke, als hätte das Dorf in zehn Jahren beschlossen, auf sie zu warten. :9. Elena előbb hallja a nevetését, mint hogy meglátná őt – ezt a széles, önmagában biztos nevetést. - Sie hört sein Lachen, bevor sie ihn sieht – dieses breite, von sich selbst überzeugte Lachen. :10. Húszévesen életörömnek tartotta, ma pedig egy olyan férfi szemtelenségének tűnik számára, aki soha semmiért nem fizetett meg. - Mit zwanzig hatte sie es für Lebensfreude gehalten, und heute kommt es ihr wie die Unverschämtheit eines Mannes vor, der nie für irgendetwas bezahlt hat. :11. Carlo egy behorpadt motorháztető fölé hajolva áll, feltűrt ingujjal, alkarja fekete a kenőanyagtól. - Carlo steht über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Ärmel hochgekrempelt, die Unterarme schwarz von Schmiere. :12. Olyan érintetlennek látszik, olyan szégyenletesen változatlannak, hogy Elena egy pillanatra elfelejt tovább lélegezni. - Er sieht so unberührt aus, so beschämend unverändert, dass Elena für einen Moment vergisst, weiterzuatmen. :13. Amikor megfordul, és ránéz, az arcán nem jelenik meg meglepetés. - Als er sich umdreht und sie ansieht, legt sich keine Überraschung in sein Gesicht. :14. Csak egy hosszú, nyugodt pillantás az, amely egyszerre ismeri fel és sorolja be őt, és bizonyos értelemben ez a legrosszabb. - Es ist nur ein langer, ruhiger Blick, der sie gleichzeitig erkennt und einordnet, und das ist, in gewisser Weise, das Schlimmste. :15. Tizenhat évvel ezelőtt minden a templom mögött kezdődött, a nyári ünnep után, a meleg sötétségben, egy csókkal, amely akkor ígéretnek tűnt számára. - Vor sechzehn Jahren hatte alles hinter der Kirche begonnen, nach dem Sommerfest, in der warmen Dunkelheit, mit einem Kuss, der ihr damals wie ein Versprechen vorgekommen war. :16. Elena azóta tudja, hogy nem naiv volt, hanem egyszerűen tizenkilenc éves, és még nem ismerte azt a tényt, hogy az olyan férfiak, mint Carlo, úgy adnak ígéreteket, hogy közben nem gondolnak semmire. - Elena weiß inzwischen, dass sie nicht naiv war, sondern einfach neunzehn und noch nicht vertraut mit der Tatsache, dass Männer wie Carlo Versprechen geben, ohne sich dabei etwas zu denken. :17. Amikor húszévesen teherbe esett, ezt teljesen megértette. - Als sie mit zwanzig schwanger wurde, verstand sie das vollständig. :18. Túl későn és túl világosan értette meg, ahogyan a legtöbb fontos dolgot megérti az ember. - Sie verstand es zu spät und zu deutlich, wie man die meisten wichtigen Dinge versteht. :19. Matteo márciusban született, sötét hajjal és Carlo szemével, valamint olyan ártatlansággal, amelyet Elena elviselhetetlennek talált. - Matteo kam im März zur Welt, mit dunklen Haaren und Carlos Augen und einer Unschuld, die Elena unerträglich fand. :20. Ránézett, és nem egy gyereket látott, hanem saját vereségének egész történetét, egy síró testbe sűrítve. - Sie sah ihn an und sah nicht ein Kind, sondern die gesamte Geschichte ihrer eigenen Niederlage, komprimiert in einen schreienden Körper. :21. Kétszer tartotta a karjában, aztán odaadta Signora Graziának, Carlo anyjának. - Sie hielt ihn zweimal im Arm, dann gab sie ihn an Signora Grazia, Carlos Mutter. :22. Signora Grazia hetvenéves, soha nem panaszkodik, és mozdulatlan figyelemmel szemlél mindent, ami a háza előtti utcán történik, egy olyan nő figyelmével, aki már régen felhagyott azzal, hogy csodálkozzon az embereken. - Signora Grazia ist siebzig Jahre alt, klagt niemals und beobachtet alles, was auf der Straße vor ihrem Haus passiert, mit der unbeweglichen Aufmerksamkeit einer Frau, die längst aufgehört hat, sich über Menschen zu wundern. :23. Este Elena felveszi a régi virágos ruhát, amely még régről maradt meg neki, és amely még mindig jó rá. - Am Abend zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie noch von früher hat und das immer noch passt. :24. Még mindig jó rá, mert egy évtized Milánó karcsúbbá tette, nem szándékból, hanem felejtésből, és ő azzal a tudatos elhatározással megy fel Carlo lakásának lépcsőjén, hogy semmit sem akar, és azzal a be nem vallott tudással, hogy ez nem igaz. - Es passt noch, weil ein Jahrzehnt Mailand sie schmaler gemacht hat, nicht durch Absicht, sondern durch Vergessen, und sie steigt die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf mit dem bewussten Vorsatz, nichts zu wollen, und dem uneingestandenen Wissen, dass das nicht stimmt. :25. Carlo foltos atlétatrikóban nyit ajtót, egy olyan férfi arcával néz rá, aki nem vár magyarázatot, majd egy fél perccel túl hosszúra nyúló hallgatás után azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Carlo öffnet in einem fleckigen Unterhemd, schaut sie an mit dem Gesicht eines Mannes, der keine Erklärung erwartet, und sagt nach einem Schweigen, das eine halbe Minute zu lang dauert: „Du siehst aus wie deine Mutter." :26. Nem kedvesen mondja, nem kegyetlenül, hanem annak a tárgyilagos csendjével, aki kimond egy megfigyelést, amelyet túl régóta hordoz magában. - Er sagt es nicht freundlich, nicht grausam, sondern mit der sachlichen Stille von jemandem, der eine Beobachtung ausspricht, die er zu lange mit sich herumgetragen hat. :27. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :28. Elég erősen üt ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a lépcsőházban, és hogy a fölöttük lévő emeleten egy ajtó röviden megnyikorduljon, majd újra elnémuljon. - Sie schlägt fest genug, dass das Geräusch im Treppenhaus widerhallt und eine Tür im Stockwerk darüber kurz quietscht und dann wieder verstummt. :29. Carlo nem mozdul, nem érinti meg az arcát, és nem mondja, hogy sajnálja. - Carlo bewegt sich nicht, fasst sich nicht an die Wange und sagt nicht, dass es ihm leidtut. :30. Olyan szemekkel néz rá, amelyekben nincs megbánás és nincs harag sem, csak valami sötét, nyugodt dolog, ami rosszabb mindkettőnél együtt. - Er schaut sie mit Augen an, in denen keine Reue ist und auch keine Wut, nur etwas Dunkles, Ruhiges, das schlimmer ist als beides zusammen. :31. Nem sokkal éjfél után Carlo ott áll Elena anyjának háza előtt, anélkül hogy csengetett volna, anélkül hogy üzenetet küldött volna. - Kurz nach Mitternacht steht er vor dem Haus ihrer Mutter, ohne geklingelt zu haben, ohne eine Nachricht geschickt zu haben. :32. Egyszerűen csak ott áll, egy üveg vörösborral a hóna alatt, mintha biztos volna benne, hogy Elena úgysem alszik – ami igaz, de ezt nem fogja megmondani neki. - Er steht einfach da, mit einer Flasche Rotwein unter dem Arm, als wäre er sicher, dass sie ohnehin nicht schläft – was stimmt, aber das wird sie ihm nicht sagen. :33. Bemmennek a garázsba, és leülnek két régi autóülésre, amelyek a csupasz betonpadlón állnak, mint egy feladott lakás maradványai. - Sie gehen in die Garage und setzen sich auf zwei alte Autositze, die auf dem nackten Betonboden stehen wie Überreste einer aufgegebenen Wohnung. :34. Carlo kérdezés nélkül tölt, ami rendben van, mert ez az egyetlen dolog, amit ezen az estén helyesen csinál. - Carlo schenkt ein, ohne zu fragen, was in Ordnung ist, weil es das Einzige ist, das er an diesem Abend richtig macht. :35. Amikor a keze után nyúl, az ujjai érdesek és melegek, és még mindig annak az olajnak a szagát hordozzák, amelyet nem lehet teljesen lemosni. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen noch immer nach dem Öl, das sich nicht vollständig abwaschen lässt. :36. Elena hagyja megtörténni, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert tudja, hogy másnap reggel elutazik, és azoknak a dolgoknak, amelyeket az ember csak egyetlen éjszakára enged meg, nem kell következményekkel járniuk, ha elég elszánt. - Elena lässt es geschehen, weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie weiß, dass sie morgen früh fährt und Dinge, die man nur eine Nacht lang zulässt, keine Konsequenzen haben müssen, wenn man entschlossen genug ist. :37. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja végül. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich. :38. Olyan hangon mondja, amelynek megállapításnak kellene hangzania, de sebnek hangzik. - Sie sagt es in einem Ton, der nach Feststellung klingen soll und nach Wunde klingt. :39. Carlo állja a tekintetét, iszik egy hosszú kortyot, aztán kertelés nélkül válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit az apám valaha adott nekem.” - Carlo hält ihren Blick aus, trinkt einen langen Schluck und antwortet dann ohne Umschweife: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :40. Elena olyan pontossággal gyűlöli őt ezért, amely szinte csodálatot érdemel, mert ez nem mentség, nem megbánás, nem vallomás, és mégis igazságtalan, megbocsáthatatlan módon teljesen igaz. - Elena hasst ihn dafür mit einer Präzision, die fast Bewunderung verdient, weil es keine Entschuldigung ist, kein Bedauern, kein Geständnis, und trotzdem auf eine ungerechte, unverzeihliche Art vollkommen wahr. :41. Lassan visszahúzza a kezét. - Sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :42. Carlo hagyja, hogy visszahúzza. - Carlo lässt sie nehmen. :43. Elena még napkelte előtt elhagyja a házat a félhomályban. - Noch vor Sonnenaufgang verlässt Elena das Haus im Halbdunkel. :44. Kávé nélkül megy el, üzenet nélkül, anélkül hogy megbizonyosodna róla, hogy helyesen cselekszik. - Sie geht ohne Kaffee, ohne Notiz, ohne sich zu versichern, dass sie das Richtige tut. :45. Kerülőt tesz, amelyet önmagának sem vall be, és megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt. - Sie macht einen Umweg, den sie sich nicht eingesteht, und bleibt vor Signora Grazias Küchenfenster stehen. :46. Az ablakban meleg fény ég, mint évtizedek óta minden reggel. - In dem Fenster brennt warmes Licht wie jeden Morgen seit Jahrzehnten. :47. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret márt a tejbe, egy olyan gyerek teljes, gondtalan összpontosításával, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, mit der vollständigen, sorglosen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört. :48. Ez a legszebb és a legkegyetlenebb dolog, amit Elena valaha látott. - Das ist das Schönste und das Grausamste, was Elena je gesehen hat. :49. Sötét haja van, Carlo szája, és olyan testtartása az asztalnál, amely Elenát önmagára emlékezteti. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Haltung am Tisch, die Elena an sich selbst erinnert. :50. Arra az önmagára emlékezteti, aki abból az időből való, mielőtt még tudta volna, mire képes az élet. - Sie erinnert sie an eine Version ihrer selbst aus der Zeit, bevor sie wusste, wozu das Leben fähig ist. :51. Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején, anélkül hogy felnézne. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf, ohne aufzuschauen. :52. Az arca mintha azt mondaná, hogy tudja, ki áll odakint, és hogy rég megbocsátotta azt, amit Elena soha nem fog megbocsátani önmagának. - Ihr Gesicht scheint zu sagen, dass sie weiß, wer draußen steht, und dass sie längst vergeben hat, was Elena nie sich selbst vergeben wird. :53. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :54. Amikor elér hatvanig, megfordul és elmegy, anélkül hogy még egyszer hátranézne, mert tíz év után ez az egyetlen fegyelem, amely még megmaradt neki. - Als sie bei sechzig ankommt, dreht sie sich um und geht, ohne sich noch einmal umzusehen, weil das die einzige Disziplin ist, die ihr nach zehn Jahren noch geblieben ist. :55. A vonat a felkelő nap felé halad, Basilicata tája égve és közönyösen húz el az ablak mellett, Elena pedig elszívja a doboz utolsó cigarettáját. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne, die Landschaft der Basilicata zieht brennend und gleichgültig am Fenster vorbei, und Elena raucht die letzte Zigarette der Schachtel. :56. Könyökét az ablakpárkányra támasztja, tekintetét a semmire szegezi, és arra gondol, hogy a szerelem nem olyan seb, amely begyógyul, hanem olyan, amelyhez hozzászokik az ember. - Sie hat den Ellbogen auf dem Fensterbrett, den Blick auf nichts gerichtet, und denkt daran, dass die Liebe keine Wunde ist, die heilt, sondern eine, an die man sich gewöhnt. :57. Ez, ha őszinték vagyunk, majdnem rosszabb. - Das ist, wenn man ehrlich ist, fast schlimmer. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, húszéves kora óta dohányzik. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt, raucht seit dem zwanzigsten Lebensjahr. :2. Egy évtizedet élt Milánóban, annak a nőnek a konok következetességével, aki elhatározta, hogy a felejtés nem gyengeség, hanem túlélési stratégia. - Sie hat ein Jahrzehnt in Mailand gelebt, mit der verbissenen Konsequenz einer Frau, die sich entschieden hat, dass Vergessen keine Schwäche ist, sondern eine Überlebensstrategie. :3. Aztán egy kedd este megszólalt a telefon, és egy idegen hang, akiről kiderült, hogy az anyja szomszédasszonya, közölte vele, hogy az idős asszony elment. - Dann klingelte das Telefon an einem Dienstagabend, und eine fremde Stimme, die sich als Nachbarin ihrer Mutter herausstellte, teilte ihr mit, dass die alte Frau gegangen sei. :4. Mintha a halál indulás volna, utazás jobb vidékekre, és nem valakinek a végleges, megmásíthatatlan elnémulása, akinek soha nem mondták elégszer azt, amit el kellett volna mondani. - So als wäre der Tod ein Aufbruch, eine Reise in bessere Gefilde, und nicht das endgültige, unverhandelbare Verstummen von jemandem, dem man nie genug gesagt hatte, was man hätte sagen sollen. :5. A házat el kell adni, és ez az egyetlen oka annak, hogy Elenának négy órával később már buszjegy van a zsebében. - Das Haus muss verkauft werden, und das ist der einzige Grund, weshalb Elena vier Stunden später bereits ein Busticket in der Tasche hat. :6. Ez az a képlet, amellyel átvészeli a hosszú órákig tartó utat, Basilicata kopár, felperzselt táján át, amely úgy húzódik el az ablak előtt, mint egy élet díszlete. - Das ist die Formel, mit der sie sich durch die stundenlange Fahrt trägt, durch die kahle, verbrennte Landschaft der Basilicata, die am Fenster vorbeizieht wie die Kulisse eines Lebens. :7. Egy életé, amelyet valaha élt, és amelyről elhitette magával, hogy teljesen maga mögött hagyta. - Ein Leben, das sie einmal geführt hat und von dem sie sich einredete, es vollständig hinter sich gelassen zu haben. :8. A mellette ülő öregember, aki fokhagymaszagú, és úgy tart az ölében egy hordozható rádiót, mint valami kincset, húszpercenként megpróbál neki elmagyarázni valamit az utak állapotáról. - Der alte Mann neben ihr, der nach Knoblauch riecht und ein tragbares Radio wie einen Schatz auf dem Schoß hält, versucht alle zwanzig Minuten, ihr etwas über den Zustand der Straßen zu erklären. :9. Elena csukott szemmel ül, és úgy tesz, mintha aludna, ami az egyetlen társasági hazugság, amelyet lelkiismeret-furdalás nélkül megenged magának. - Elena sitzt mit geschlossenen Augen da und tut so, als würde sie schlafen, was die einzige soziale Lüge ist, die sie sich ohne Gewissensbisse gestattet. :10. Amikor a busz megáll a piactéren, és az ajtók az ismerős pneumatikus sóhajjal kinyílnak, Elena utolsóként száll le, és egy pillanatra mozdulatlanul áll meg a régi macskakövön. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält und die Türen mit dem vertrauten pneumatischen Seufzen aufgehen, steigt Elena als Letzte aus und bleibt einen Moment unbeweglich auf dem alten Kopfsteinpflaster stehen. :11. Jobb kezében az utazótáskát tartja, bal kezével már a cigarettásdoboz után nyúl, miközben a szeptemberi hőség úgy telepszik rá, mint egy emlék, amelyet elég sokáig elfojtott az ember. - Sie hält die Reisetasche in der rechten Hand, greift mit der linken bereits nach der Zigarettenschachtel, während die Septemberhitze sich auf sie legt wie eine Erinnerung, die man lange genug verdrängt hat. :12. A levegő érett paradicsom, burkolatlan mellékutcák pora és Carlo műhelyéből áradó nehéz, ásványos gépolajszag keveréke, a műhelyé, amely még mindig ott van mindjárt a sarkon túl. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach dem Staub ungepflasterter Seitengassen und nach dem schweren, mineralischen Geruch des Maschinenöls aus Carlos Werkstatt, die noch immer gleich um die Ecke liegt. :13. A műhely úgy áll ott, mintha a falu a maga csendes, makacs módján elhatározta volna, hogy megvárja őt, amíg elég erős lesz, és most, hogy visszatért, nyugodtan megállapítaná, hogy nem az. - Die Werkstatt liegt dort, als hätte das Dorf in seiner stillen, beharrlichen Weise beschlossen, auf sie zu warten, bis sie stark genug wäre, und nun, da sie zurückgekehrt ist, mit einer Gelassenheit festzustellen, dass sie es nicht ist. :14. Meghallja Carlo nevetését, mielőtt meglátná őt – azt a széles, önmagáról gondtalanul meggyőződött nevetést, amelyet húszévesen valamiféle életerőnek tartott, annak bizonyítékának, hogy valaki teljesen benne áll az életben. - Sie hört Carlos Lachen, bevor sie ihn sieht – dieses breite, von sich selbst unbekümmert überzeugte Lachen, das sie mit zwanzig Jahren für eine Art Vitalität gehalten hatte, für den Beweis, dass ein Mensch vollständig im Leben steht. :15. Ma, mindazok után, ez egy olyan férfi szemtelenségének tűnik neki, aki átment azon, amit tett, anélkül hogy hegeket növesztett volna. - Heute kommt es ihr, nach allem, wie die Unverschämtheit eines Mannes vor, der durch das, was er getan hat, hindurchgegangen ist, ohne Narben anzusetzen. :16. Carlo feltűrt ujjakkal hajol egy behorpadt motorháztető fölé, alkarja fekete attól a zsíros kenőanyagtól, amelyet soha nem lehet teljesen lemosni. - Carlo steht mit hochgekrempelten Ärmeln über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Unterarme schwarz von einer Schmiere, die sich nie vollständig abwaschen lässt. :17. Olyan ijesztően változatlannak látszik, olyan szégyenletesen sértetlennek, hogy Elenának egy pillanatra az az érzése támad, az elmúlt tíz év csak benne történt meg, és sehol máshol a világon. - Er sieht so erschreckend unverändert aus, so beschämend unbeschädigt, dass Elena einen Moment lang das Gefühl hat, die letzten zehn Jahre hätten nur in ihr stattgefunden und nirgendwo sonst auf der Welt. :18. Amikor megfordul és meglátja őt, nem jelenik meg meglepetés az arcán, sem megrendülés, sem zavar, még a megjátszott érintettség tisztességes udvariassága sem. - Als er sich umdreht und sie sieht, legt sich keine Überraschung in sein Gesicht, keine Erschütterung, keine Verlegenheit, nicht einmal die anständige Höflichkeit einer gespielten Betroffenheit. :19. Csak egy hosszú, nyugodt pillantás az egész, amely felismeri és besorolja őt, majd folytatja tovább, és ez, oly módon, amely ellen nincsenek szavai, mindennél rosszabb. - Es ist nur ein langer, ruhiger Blick, der sie erkennt und einordnet und weitermacht, und das ist, auf eine Weise, gegen die sie keine Worte hat, das Schlimmste von allem. :20. Tizenhat évvel ezelőtt minden a templom mögött kezdődött, a nyári ünnep után, egy júliusi este meleg sötétjében, egy csókkal, amelynek akkor az ígéret minőségét tulajdonította. - Vor sechzehn Jahren hatte alles hinter der Kirche begonnen, nach dem Sommerfest, in der warmen Dunkelheit eines Juliabends, mit einem Kuss, dem sie damals die Qualität eines Versprechens zugeschrieben hatte. :21. Elena azóta a tapasztalat hűvös bizonyosságával tudja, hogy nem volt naiv, amikor ezt hitte, hanem egyszerűen tizenkilenc éves volt, és még nem birtokolta azt a tudást, hogy a Carlo-féle férfiak nem azért törik meg az ígéreteiket, mert hazudnak, hanem mert abban a pillanatban, amikor adják őket, valóban hiszik, hogy be fogják tartani – ami, ha az ember belegondol, nem enyhítő, hanem súlyosbító körülmény. - Elena weiß inzwischen mit der kühlen Sicherheit der Erfahrung, dass sie nicht naiv war, als sie das glaubte, sondern schlicht neunzehn Jahre alt und noch nicht im Besitz des Wissens, dass Männer wie Carlo Versprechen nicht brechen, weil sie lügen, sondern weil sie in dem Moment, in dem sie sie geben, tatsächlich glauben, dass sie halten werden – was, wenn man darüber nachdenkt, keine mildernde, sondern eine erschwerende Tatsache ist. :22. Amikor húszévesen teherbe esett, ezt olyan pontossággal értette meg, amely nem engedett irgalmat. - Als sie mit zwanzig schwanger wurde, verstand sie das mit einer Präzision, die keine Gnade zuließ. :23. Amikor Matteo márciusban világra jött, sötét hajjal, Carlo elkerülhetetlen szemével és olyan ártatlansággal, amelyet Elena elviselhetetlennek talált, mert nem gyermeket látott benne, hanem saját vereségének összesűrített, sikító összefoglalását. - Als Matteo im März zur Welt kam, mit dunklen Haaren und Carlos unvermeidlichen Augen und einer Unschuld, die Elena unerträglich fand, weil sie in ihm nicht ein Kind sah, sondern die kondensierte, schreiende Zusammenfassung ihrer eigenen Niederlage. :24. Ekkor ismerte fel, hogy a szerelemnek és a fájdalomnak lehet ugyanaz a címe, és hogy a gyermeknek ezért nem szabad fizetnie. - Da erkannte sie, dass Liebe und Schmerz dieselbe Adresse haben können, und dass das Kind dafür nicht bezahlen durfte. :25. Matteót Signora Graziának adta, Carlo anyjának, aki akkor hatvanéves volt, és soha nem rezdült az arca, és soha nem mondott ki vádat. - Sie gab Matteo an Signora Grazia, Carlos Mutter, die damals sechzig war und niemals eine Miene verzog und niemals eine Anklage aussprach. :26. Elena máig nem tudja, hogy ez jóság-e vagy ítélet. - Elena weiß bis heute nicht, ob das Güte ist oder Urteil. :27. Az első nap estéjén Elena felveszi a régi virágos ruhát, amelyet tíz évvel ezelőtt elfelejtett magával vinni, és amely ma is ott lógott az anyja szekrényében, mintha pontosan erre az estére őrizték volna meg, pontosan erre a lehetetlen visszalépésre egy múltba, ahonnan az ember valójában nem tér vissza. - Am Abend des ersten Tages zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren vergessen hatte mitzunehmen und das heute noch im Schrank ihrer Mutter hing, als wäre es dort aufbewahrt worden für genau diesen Abend, für genau diesen unmöglichen Rückgang in eine Vergangenheit, aus der man eigentlich nicht zurückkehrt. :28. Felmegy a lépcsőn Carlo lakásához azzal a szilárd, tudatos elhatározással, hogy csupán egyetlen dolgot mond ki, amit tíz éven át nem mondtak ki, és azzal a be nem vallott, önmaga előtt is alig tudatos tudással, hogy ez az elhatározás már abban a pillanatban hamis volt, amikor felvette a ruhát. - Sie steigt die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf mit dem festen, bewussten Vorsatz, lediglich eine Sache zu sagen, die zehn Jahre lang nicht ausgesprochen wurde, und mit dem uneingestandenen, ihr selbst kaum bewussten Wissen, dass dieser Vorsatz schon in dem Moment falsch war, als sie das Kleid anzog. :29. Carlo foltos trikóban nyit ajtót, olyan pillantással néz rá, amely nem követel magyarázatot és nem mutat riadalmat, majd egy olyan hallgatás után, amelynek ölelésformája van, de nem ölelés, azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Carlo öffnet die Tür in einem fleckigen Unterhemd, schaut sie mit einem Blick an, der keine Erklärung einfordert und kein Erschrecken zeigt, und sagt nach einem Schweigen, das die Form einer Umarmung hat und keine ist: „Du siehst aus wie deine Mutter." :30. Barátság nélkül mondja, kegyetlenség nélkül, annak a férfinak a sajátos tárgyilagosságával, aki kimond egy megfigyelést, amelyet olyan régóta hordoz magában, hogy az elveszített minden érzelmi töltetet, és már csak igaz, és talán ez a legkíméletlenebb dolog, amit valaha mondott neki. - Er sagt es ohne Freundlichkeit, ohne Grausamkeit, mit der eigentümlichen Sachlichkeit eines Mannes, der eine Beobachtung ausspricht, die er so lange mit sich herumgetragen hat, dass sie jede emotionale Ladung verloren hat und nur noch wahr ist, und das ist vielleicht das Rücksichtsloseste, was er je zu ihr gesagt hat. :31. Elena nem szavakkal válaszol, hanem nyitott tenyérrel arcul üti, elég erősen ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a rosszul szigetelt lépcsőházban, és a fölöttük lévő emeleten egy ajtó röviden megnyikorduljon, majd újra elhallgasson. - Elena antwortet nicht mit Worten, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht, fest genug, dass das Geräusch im schlecht isolierten Treppenhaus widerhallt und im Stockwerk darüber eine Tür kurz quietscht und wieder verstummt. :32. Carlo nem mozdul, nem érinti meg kipirult arcát, nem mondja, hogy sajnálja, nem kér bocsánatot, és nem omlik össze. - Carlo bewegt sich nicht, fasst sich nicht an die gerötete Wange, sagt nicht, dass es ihm leidtut, entschuldigt sich nicht und bricht nicht zusammen. :33. Ehelyett olyan szemekkel néz rá, amelyekben nincs megbánás, de ellenségesség sincs, csak valami nyugodt, sötét, feloldhatatlan, ami mindkettőnél rosszabb, mert nem hagy neki lehetőséget arra, hogy harcoljon ellene. - Er schaut sie stattdessen mit Augen an, in denen keine Reue ist, aber auch keine Feindseligkeit, nur etwas Ruhiges, Dunkles, Unauflösbares, das schlimmer ist als beides, weil es ihr keine Möglichkeit lässt, dagegen anzukämpfen. :34. Nem sokkal éjfél után ott áll az anyja háza előtt, anélkül hogy csengetett volna, anélkül hogy üzenetet küldött volna, egy üveg olcsó vörösborral a hóna alatt, és annak az embernek az arcával, aki teljesen biztos benne, hogy Elena amúgy sem aludt. - Kurz nach Mitternacht steht er vor dem Haus ihrer Mutter, ohne geklingelt zu haben, ohne eine Nachricht geschickt zu haben, mit einer Flasche billigem Rotwein unter dem Arm und dem Gesicht eines Mannes, der sich absolut sicher ist, dass sie ohnehin nicht geschlafen hat. :35. Ez igaz, de Elena megtartja magának, mert ez az egyetlen dolog, amit ezen az estén megtart magának. - Das stimmt, aber Elena behält es für sich, weil es das Einzige ist, das sie an diesem Abend für sich behält. :36. A garázsban, két régi autóülésen, amelyek úgy állnak a csupasz betonpadlón, mint egy elhagyott lakás utolsó bútorai, Carlo kérdezés nélkül tölt. - In der Garage, auf zwei alten Autositzen, die auf dem nackten Betonboden stehen wie die letzten Möbel einer aufgegebenen Wohnung, schenkt Carlo ein, ohne zu fragen. :37. Ez rendben van, mert tudja, hogy Elena inni fog, és mert a kérdés nélküli töltés az egyetlen gesztus, amelyet ezen az éjszakán teljesen helyesen tesz. - Das ist in Ordnung, weil er weiß, dass sie trinken wird, und weil das Einschenken ohne Frage die einzige Geste ist, die er in dieser Nacht vollständig richtig macht. :38. Amikor megfogja a kezét, az ujjai érdesek és melegek, és olyan gépolajszaguk van, amelyet a világ egyetlen vize sem mos le teljesen. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen nach Maschinenöl, das kein Wasser der Welt vollständig fortwäscht. :39. Elena hagyja, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert azt mondja magának, hogy azoknak a dolgoknak, amelyek csak egyetlen éjszakáig tartanak, nem kell következményeiknek lenniük, ha az ember elég makacsul ragaszkodik hozzá, amiről tudja, hogy nem igaz, de ami ebben a pillanatban úgy működik, mint egy igazság, és ennek elégnek kell lennie. - Elena lässt es zu, weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie sich sagt, dass Dinge, die nur eine einzige Nacht dauern, keine Konsequenzen haben müssen, wenn man hartnäckig genug darauf besteht, was sie weiß, dass es nicht stimmt, aber was in diesem Moment funktioniert wie eine Wahrheit, und das muss reichen. :40. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja végül, anélkül hogy ránézne, olyan hangon, amelynek közönyösen kellene hangzania. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, ohne ihn anzusehen, in einem Ton, der nach Gleichgültigkeit klingen soll. :41. A hang sebnek hangzik, olyan sebnek, amely tízéves, és ezért nem kevésbé nyitott, csak megszokottabb. - Der Ton klingt nach Wunde, nach einer Wunde, die zehn Jahre alt ist und deshalb nicht weniger offen, sondern nur gewohnter. :42. Carlo állja a pillantását, iszik egy hosszú kortyot, hagy megszületni egy szünetet, amely nem bizonytalanság, hanem tisztelet vagy valami, ami hasonlít rá, aztán kertelés és bocsánatkérés nélkül válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit apám valaha adott nekem.” - Carlo hält ihren Blick aus, trinkt einen langen Schluck, lässt eine Pause entstehen, die keine Unsicherheit ist, sondern Respekt oder etwas, das ihm ähnlich sieht, und antwortet dann, ohne Umschweife und ohne Entschuldigung: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :43. Elena olyan élességgel gyűlöli őt ezért a mondatért, amely már-már csodálatot érdemel, mert nem igazolás, nem vallomás és nem bocsánatkérés. - Elena hasst ihn für diesen Satz mit einer Schärfe, die fast Bewunderung verdient, weil er keine Rechtfertigung ist und kein Geständnis und keine Bitte um Vergebung. :44. Egyszerűen egy másik igazság volt, mint az övé, és minden igazságtalansága mellett ez a legelviselhetetlenebb: hogy a maga módján, a maga korlátozott, megbocsáthatatlan, tökéletesen emberi módján igaza lehet. - Es war schlicht eine andere Wahrheit als ihre, und das ist, bei aller Ungerechtigkeit, das Unerträglichste: dass er recht haben könnte, auf seine Weise, in seiner begrenzten, unentschuldbaren, vollkommen menschlichen Weise. :45. Lassan kihúzza a kezét az övéből. - Sie nimmt langsam ihre Hand aus seiner. :46. Ő hagyja, hogy elvegye, tartás nélkül, kérdés nélkül, olyan mozdulat nélkül, amely arra kényszerítené, hogy megmagyarázzon valamit, amit önmagának sem tud megmagyarázni. - Er lässt sie nehmen, ohne zu halten, ohne zu fragen, ohne eine Geste, die sie zwingen würde, etwas zu erklären, was sie sich selbst nicht erklären kann. :47. Elena még napkelte előtt elhagyja a házat a szürke hajnalelőtti félhomályban, a táskája annak a nőnek a hatékonyságával összepakolva, aki már túl sokszor indult útnak ahhoz, hogy közben még érzéseket pazaroljon. - Noch vor Sonnenaufgang verlässt Elena das Haus im grauen Vordunkel, die Tasche gepackt mit der Effizienz einer Frau, die schon zu oft aufgebrochen ist, um dabei noch Gefühle zu verschwenden. :48. Nem megy azonnal az állomásra, hanem kerülőt tesz az alvó sikátorokon át, amit nem vall be magának. - Sie geht nicht sofort zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg durch die schlafenden Gassen, den sie sich nicht eingesteht. :49. Felszállni annak beismerése volna, hogy ez döntés, és nem gyengeség. - Einsteigen wäre ein Eingeständnis, dass es eine Entscheidung ist, und keine Schwäche. :50. Végül megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt, amelyben meleg fény ég, mint évtizedek óta minden reggel, megingathatatlanul és magától értetődően, mint minden, ami ebben a faluban túlél. - Sie bleibt schließlich vor Signora Grazias Küchenfenster stehen, in dem warmes Licht brennt wie jeden Morgen seit Jahrzehnten, unerschütterlich und selbstverständlich wie alles, was in diesem Dorf überdauert. :51. Matteo a konyhaasztalnál ül, és kenyeret márt tejbe, annak a gyermeknek a teljes, önmagába zárt koncentrációjával, aki pontosan tudja, hová tartozik, és eszébe sem jutna kételkedni benne. - Matteo sitzt am Küchentisch und tunkt Brot in Milch, mit der vollständigen, in sich geschlossenen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört und nicht auf die Idee käme, daran zu zweifeln. :52. Ez a legszebb dolog, amit Elena valaha látott, és a legkegyetlenebb, és a kettő ugyanaz a dolog, és neki nincs nyelve hozzá, sem olaszul, sem semmilyen más nyelven. - Das ist das Schönste, was Elena je gesehen hat, und das Grausamste, und beide Dinge sind dasselbe Ding, und sie hat keine Sprache dafür, weder auf Italienisch noch in irgendeiner anderen. :53. Sötét haja van, Carlo szája, és úgy tartja a vállát, hogy az Elenát önmagára emlékezteti. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Art, die Schultern zu halten, die Elena an sich selbst erinnert. :54. Elena egykori önmagának egy olyan változatára emlékezteti, abból az időből, mielőtt megértette volna, milyen sérülésekre képes az élet, és mielőtt megértette volna, hogy ő maga is e sérülések okai közé tartozik. - Sie erinnert Elena an eine Version ihrer selbst aus der Zeit, bevor sie verstand, zu welchen Beschädigungen das Leben fähig ist, und bevor sie verstand, dass man selbst zu den Ursachen dieser Beschädigungen gehört. :55. Signora Grazia mögötte áll, és olyan lassúsággal simít végig a fején, amely nem gyengédség, hanem valami régebbi és tartósabb a gyengédségnél. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm mit einer Langsamkeit über den Kopf, die keine Zärtlichkeit ist, sondern etwas Älteres und Beständigeres als Zärtlichkeit. :56. Nem néz fel, de az arcán olyan asszony kifejezése van, aki már rég megbocsátotta azt, amit Elena önmagának soha nem fog megbocsátani. - Sie schaut nicht auf, aber ihr Gesicht hat den Ausdruck einer Frau, die längst vergeben hat, was Elena sich selbst nie vergeben wird. :57. Ismeri ezt az aszimmetriát, és hallgat, mert a hallgatás néha az egyetlen, amit az ember egy másik nőnek fel tud ajánlani. - Sie kennt diese Asymmetrie und schweigt, weil Schweigen manchmal das Einzige ist, das man einer anderen Frau anbieten kann. :58. Elena a hideg üveghez nyomja a homlokát, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :59. Hatvannál megfordul, és elmegy, anélkül hogy hátranézne. - Bei sechzig dreht sie sich um und geht, ohne sich umzusehen. :60. Ez mindazok után az egyetlen fegyelem, amely megmaradt neki: nem visszanézni, vagy legalábbis nem hagyni, hogy közben lássák. - Das ist nach allem, die einzige Disziplin, die ihr geblieben ist: nicht zurückzuschauen, oder zumindest nicht dabei gesehen zu werden. :61. A Milánóba tartó vonat a felkelő nap felé halad, és Basilicata tája odakint égve húzódik el az ablak mellett, közönyösen és pompásan, amilyen mindig is volt és mindig is lesz, érintetlenül attól, hogy az emberek mit hagynak benne hátra, vagy mit nem. - Der Zug nach Mailand fährt in die aufgehende Sonne, und die Landschaft der Basilicata brennt außen am Fenster vorbei, gleichgültig und prächtig, wie sie es immer war und immer sein wird, unberührt davon, was Menschen in ihr zurücklassen oder nicht. :62. Elena elszívja a doboz utolsó cigarettáját, könyökét az ablakpárkányra támasztva, tekintetét a mozgó tájra szegezve, anélkül hogy látná. - Elena raucht die letzte Zigarette der Schachtel, den Ellbogen auf dem Fensterbrett, den Blick auf die fahrende Landschaft gerichtet, ohne sie zu sehen. :63. Nem gondol semmire, vagy legalábbis megpróbálja annak a nőnek az elszántságával, aki tudja, hogy a gondolkodás ebben a pillanatban nem volna segítség. - Sie denkt an nichts, oder versucht es mit der Entschlossenheit einer Frau, die weiß, dass Denken in diesem Moment keine Hilfe wäre. :64. Megtanulta, hogy a fájdalom ellentéte nem a boldogság, hanem ez a sajátos, száraz, működő zsibbadtság, amelyben az ember vonatokra száll, ablakok mellett dohányzik, és megy tovább. - Sie hat gelernt, dass das Gegenteil von Schmerz nicht Glück ist, sondern diese spezifische, trockene, funktionierende Taubheit, in der man Züge besteigt und Fenster raucht und weitermacht. ------------------------- == 74 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Antonio ist zweiundvierzig Jahre alt. Er betreibt eine kleine Trattoria in Neapel, direkt am Hafen. Das Restaurant hat nur drei Tische. Es gibt keine Speisekarte. Antonios Frau Lucia ist vor zwei Jahren gestorben. Sie hatte einen Herzinfarkt, mitten im Abendservice. Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand. Seither kocht Antonio nur noch die Gerichte, die Lucia geliebt hat. Er macht Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini und kalten Zitronenkuchen. Seit einem Monat arbeitet eine junge Frau in der Trattoria. Sie heißt Chiara und ist siebenundzwanzig Jahre alt. Sie kommt aus dem Norden und ist nach Neapel geflohen. An ihrem Ohr trägt sie einen kleinen Ohrring in Form einer Olive. Sie lispelt ein bisschen, wenn sie redet. An einem Dienstagabend steht Antonio in der Küche und schneidet Zwiebeln. Die Tränen laufen ihm über das Gesicht, aber er wischt sie nicht ab. Chiara steht an der Spüle und wäscht Muscheln. Sie schaut zu Antonio hinüber. Ihre Blicke treffen sich im alten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube. Antonio hält das Messer an. Er sagt: „Du schneidest die Petersilie zu grob." Chiara tritt einen Schritt näher. Sie legt ihre Hand über seine Hand am Messergriff. Ihre Hand ist warm und feucht und riecht nach Muschelwasser. Antonio zieht seine Hand nicht zurück. Sie stehen so eine lange Weile. Dann kommt der letzte Gast, und sie gehen auseinander. Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür. Sie teilen sich eine Zigarette und reden nicht. Vom anderen Ende der Straße hört man leise Musik. Es ist ein altes Lied von Lucio Battisti. Die Nacht ist warm und riecht nach Salz und Fisch. Chiara beugt sich vor und küsst Antonio. Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein. Antonio schließt die Augen. Er legt seine Hand in ihren Nacken, fest. Dann öffnet er die Augen und sieht ihr Dekolleté. Direkt unter dem linken Schlüsselbein ist ein kleines Muttermal. An genau dieser Stelle hatte Lucia auch eines. Antonio erstarrt. Er steht auf, ohne ein Wort zu sagen. Er geht zurück in die Küche und macht die Tür hinter sich zu. Chiara bleibt auf der Treppe sitzen. Am nächsten Tag kommt sie nicht zur Arbeit. Und auch am übernächsten Tag nicht. Antonio kocht allein, und die Muscheln bleiben halb übrig. Um Mitternacht geht er zu ihrer kleinen Wohnung über der Bäckerei. Die Tür steht ein Stück offen. Chiara sitzt auf dem Bett, die Beine angezogen, und raucht. Sie schaut ihn an, sagt aber nichts. Antonio setzt sich neben sie. Er nimmt ihre Hand und streicht mit dem Daumen über das Muttermal. „Es ist nicht ihres", sagt er leise. Chiara antwortet: „Aber es ist meins." Sie schlafen miteinander, nicht zärtlich und nicht wild. Sie liegen nebeneinander wie zwei Menschen in einem fremden Bett. Um fünf Uhr morgens steht Antonio auf. Er geht in die Küche der Trattoria und zündet den Herd an. Er schlägt drei Eier auf und macht Spiegeleier. Lucia hat Spiegeleier nie gemocht. Chiara kommt später und setzt sich auf seinen Schoß. Sie isst von seinem Teller, ohne zu fragen. Antonio lacht. Es ist das erste Mal seit zwei Jahren. Dann fragt Chiara: „Bleibst du?" Antonio schaut aus dem Fenster auf den grauen Hafen. Ein großes Frachtschiff legt langsam ab. Er sagt: „Ich bin schon geblieben, nur nicht hier." Chiara wischt sich den Mund mit der Hand ab. Sie steht auf und geht. Antonio bleibt am Tisch sitzen. Die Spiegeleier auf dem Teller werden kalt. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt und betreibt eine kleine Trattoria direkt am Hafen von Neapel. Das Restaurant hat nur drei Tische, und es gibt keine Speisekarte. Seit zwei Jahren ist seine Frau Lucia tot – sie hatte einen Herzinfarkt mitten im Abendservice. Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand, als sie starb. Seitdem kocht Antonio nur noch die Gerichte, die Lucia am liebsten gegessen hat. Er macht Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini und kalten Zitronenkuchen, jeden Abend, ohne Ausnahme. Seit einem Monat arbeitet eine junge Frau namens Chiara in der Trattoria. Sie ist siebenundzwanzig Jahre alt, kommt aus dem Norden und ist aus einem Grund nach Neapel geflohen, den sie nicht nennt. An ihrem linken Ohr trägt sie einen kleinen Ohrring in Form einer Olive, und sie lispelt leicht, wenn sie spricht. An einem Dienstagabend steht Antonio in der Küche und schneidet Zwiebeln. Die Tränen laufen ihm über das Gesicht, aber er wischt sie nicht ab, weil er es nicht mehr bemerkt. Chiara steht an der Spüle und wäscht Muscheln, und manchmal schaut sie zu ihm hinüber. Im alten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke für einen Moment. Antonio hält das Messer an und sagt: „Du schneidest die Petersilie zu grob." Chiara tritt einen Schritt näher und legt ihre Hand über seine Hand am Messergriff. Ihre Hand ist warm, feucht und riecht nach Muschelwasser, und Antonio zieht seine Hand nicht zurück. Sie stehen so eine Weile, bis ein Gast nach der Rechnung ruft und sie auseinandergehen. Nach Ladenschluss sitzen sie zusammen auf der Treppe vor der Hintertür und teilen sich eine Zigarette. Sie reden nicht, aber das Schweigen ist nicht unangenehm. Vom anderen Ende der Straße hört man ein altes Lied von Lucio Battisti, ganz leise durch ein offenes Fenster. Die Nacht ist warm und riecht nach Salz, Fisch und dem Motoröl der Fischerboote. Chiara beugt sich langsam vor und küsst Antonio, ohne zu fragen und ohne zu zögern. Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein, und Antonio schließt die Augen. Er legt seine Hand in ihren Nacken, die Finger fest, fast ein bisschen zu fest. Dann öffnet er die Augen und sieht es: direkt unter ihrem linken Schlüsselbein, ein kleines dunkles Muttermal. An genau dieser Stelle hatte Lucia auch eines, und Antonio erinnert sich daran in einer einzigen Sekunde. Er erstarrt, steht auf, sagt kein Wort und geht zurück in die Küche. Die Tür fällt hinter ihm ins Schloss, und Chiara bleibt allein auf der Treppe sitzen. Am nächsten Abend kommt sie nicht zur Arbeit, und auch am Abend danach nicht. Antonio kocht allein, die Muscheln bleiben halb übrig, und die drei Tische bleiben leer. Um Mitternacht verlässt er die Trattoria und geht zu ihrer kleinen Wohnung über der Bäckerei. Die Tür steht einen Spalt offen, und er hört keine Musik und kein Weinen, nur Stille. Chiara sitzt auf dem Bett, die Beine an den Bauch gezogen, und raucht. Sie schaut ihn an, als hätte sie gewusst, dass er kommt. Antonio setzt sich neben sie und nimmt ihre Hand, ohne zu erklären warum. Er streicht mit dem Daumen langsam über das Muttermal, einmal, zweimal. „Es ist nicht ihres", sagt er, und seine Stimme klingt seltsam fremd in dem kleinen Zimmer. Chiara antwortet ruhig: „Aber es ist meins." Sie schlafen miteinander, nicht zärtlich und nicht wild, sondern wie zwei Menschen, die ein fremdes Bett teilen, ohne zu fragen, wem es gehört. Um fünf Uhr morgens steht Antonio auf und geht allein zurück in die Küche der Trattoria. Er zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Pfanne – Spiegeleier, so wie Lucia sie nie gemocht hat. Der Geruch von Butter und heißem Fett füllt die leere Küche. Chiara kommt eine Stunde später, setzt sich wortlos auf seinen Schoß und isst von seinem Teller. Antonio lacht – ein kurzes, echtes Lachen, das ihn selbst überrascht. Es ist das erste Mal seit zwei Jahren, dass er so gelacht hat. Dann fragt Chiara leise: „Bleibst du?" Antonio schaut aus dem Fenster auf den grauen Morgenhafen, wo ein Frachtschiff langsam und ohne Eile ablegt. Er sagt: „Ich bin schon geblieben, nur nicht hier." Chiara antwortet nichts darauf. Sie wischt sich den Mund mit der Handfläche ab, steht auf und geht, ohne sich umzudrehen. Antonio bleibt am Tisch sitzen und schaut ihr nicht nach. Die Spiegeleier auf dem Teller werden kalt, und der Hafen draußen wird langsam heller. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt und betreibt seit fast einem Jahrzehnt eine kleine Trattoria am Hafen von Neapel. Sie hat drei Tische, keine Speisekarte und ein einziges Fenster mit Blick aufs Wasser. Vor zwei Jahren ist seine Frau Lucia gestorben, mitten im Abendservice, ohne Vorwarnung. Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der seinen Teller nicht mal bemerkt hatte. Seitdem schläft Antonio auf einer zusammengeklappten Decke hinter der Theke. Das Schlafzimmer oben ist zu laut – nicht wegen des Lärms von draußen, sondern wegen der Stille darin. Er kocht jeden Abend dasselbe: Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalten Zitronenkuchen. Es sind die drei Gerichte, die Lucia immer bestellt hat, wenn sie nicht selbst am Herd stand. Chiara ist seit einem Monat da, siebenundzwanzig Jahre alt, aus Turin geflohen vor etwas, das sie nicht benennt. Sie trägt einen Olivenohrrring und hat ein leichtes Lispeln, das man nur hört, wenn sie aufgeregt ist. Sie schaut Antonio beim Kochen zu, wie er die Knoblauchzehen presst, wie seine Finger über das Messer gleiten. Sie beobachtet, wie er nie auf die Uhr schaut, obwohl er immer genau weiß, wie spät es ist. An einem Dienstagabend, als der letzte Gast längst gegangen ist und die Küche nach Knoblauch und heißem Olivenöl riecht, schneidet Antonio Zwiebeln. Die Tränen laufen ihm übers Gesicht, ohne dass er es bemerkt oder sich darum kümmert. Chiara steht an der Spüle, wäscht Muscheln und schaut ihn an. Im Spiegel der alten, verrosteten Dunstabzugshaube sehen sie sich kurz in die Augen, einen Moment zu lang für einen Zufall. Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden: „Du schneidest die Petersilie zu grob." Sie tritt näher und legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm, feucht, salzig vom Muschelwasser. Er zieht die Hand nicht zurück. Sie steht so nah, dass er den Zitronengeruch in ihrem Haar riecht, der ihn an nichts erinnert und deshalb so ungewohnt ist. Sie stehen so, bis das Handy in Chiaras Schürzentasche vibriert. Dann gehen sie auseinander, als hätten sie gar nichts getan. Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür. Sie teilen sich eine Zigarette und schauen auf die leere Gasse, wo eine Katze zwischen zwei Mülleimern schläft. Vom Nachbarhaus hört man sehr leise ein altes Lied von Lucio Battisti. Es driftet durch ein offenes Fenster nach draußen wie Zigarettenrauch. Chiara beugt sich vor und küsst ihn, ohne zu fragen, ihr Mund nach Zitrone und Rotwein. Antonio schließt die Augen und legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fest, zu fest vielleicht. Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines, dunkles Muttermal direkt unter ihrem linken Schlüsselbein. Es sitzt an genau der Stelle, wo Lucia auch eines hatte, an genau der Stelle, die er in den letzten zwei Jahren in seinen Träumen berührt hat. Er erstarrt so vollständig, dass Chiara es sofort spürt. Dann steht er auf und geht, ohne eine Erklärung, ohne sich umzudrehen, die Küchentür hinter sich schließend wie eine Antwort. Die nächsten beiden Abende kommt Chiara nicht. Antonio kocht allein in einer Küche, die größer wirkt als sonst, die Muscheln halb aufgegessen, die Tische früher leer als üblich. Um Mitternacht des dritten Tages verlässt er die Trattoria. Er geht durch die engen, schwach beleuchteten Gassen zu dem alten Haus über der Bäckerei, wo Chiara im zweiten Stock wohnt. Die Tür steht einen Spalt offen, kein Licht. Nur der orangefarbene Punkt ihrer Zigarette ist in der Dunkelheit zu sehen. Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen. Sie schaut ihn an, als wäre sie nicht überrascht, als hätte sie gewusst, dass er irgendwann kommen würde, nur nicht, wann. Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand und dreht sie um. Er streicht mit dem Daumen über das Muttermal, langsam, so als würde er prüfen, ob es wirklich da ist. „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. Seine Stimme klingt, als würde er sich selbst davon überzeugen wollen. Chiara zieht ihre Hand nicht weg. Sie antwortet ruhig, fast gleichgültig: „Aber es ist meins." Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Trauer. Sie tun es wie zwei Menschen, die nach langer Zeit endlich aufgehört haben, so zu tun, als bräuchten sie nichts. Um kurz vor fünf steht Antonio auf, zieht sich an und geht zurück in die Trattoria. Dort zündet er den Herd an und schlägt drei Eier auf – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie mochte, das er nie für sie gemacht hat. Der Geruch von Butter und Fett füllt die stille Küche. Das erste Licht des Morgens kommt durchs Fenster, grau und zögernd wie ein Gast, der nicht weiß, ob er willkommen ist. Chiara kommt eine Stunde später, noch nicht ganz wach. Sie setzt sich auf seinen Schoß und isst von seinem Teller, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie es immer so gemacht. Antonio lacht – ein kurzes, echtes Lachen. Es überrascht ihn so sehr, dass er kurz aufhört zu atmen, weil er gemerkt hat, dass er es noch kann. Dann fragt Chiara, den Blick auf den Teller gerichtet: „Bleibst du?" Antonio schaut aus dem Fenster, wo ein Frachtschiff langsam und lautlos den Hafen verlässt, so gleichgültig und so endgültig, wie Dinge eben gehen, wenn man sie nicht festhält. Er sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier." Er meint damit etwas, das er selbst nicht ganz versteht, aber das wahr ist. Chiara wischt sich den Mund mit der flachen Hand ab, steht auf und nimmt ihre Jacke von der Stuhllehne. Dann geht sie, ohne zu schlagen und ohne zu weinen. Antonio bleibt sitzen, die Hände um den Kaffeebecher gelegt. Er schaut ihr nicht nach. Die Spiegeleier werden kalt. Der Hafen vor dem Fenster wird mit jedem Moment heller, als wüsste er nicht, dass hier gerade etwas zu Ende gegangen ist. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt, betreibt seit fast einem Jahrzehnt eine Trattoria am Hafen von Neapel mit drei Tischen und keiner Speisekarte. In diesem Jahrzehnt hat er gelernt, dass ein Mensch erstaunlich wenig braucht, solange er jeden Abend weiß, was er kochen wird. Vor zwei Jahren ist Lucia gestorben – seine Frau, seine Köchin, die Frau, die immer zu laut gelacht und immer zu scharf gewürzt hat. Sie ist an einem ganz gewöhnlichen Dienstagabend mitten im Service gestorben, die Hand noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der nichts gemerkt hatte. Seitdem schläft Antonio auf einer gefalteten Wolldecke hinter der Küchentheke. Er tut das nicht, weil oben kein Bett wäre, sondern weil das Schlafzimmer eine Art Stille hat, die lauter ist als jedes Geräusch. Jeden Abend kocht er dieselben drei Gerichte: Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalter Zitronenkuchen. Es ist Lucias Bestellung, immer, wenn sie sich einmal selbst bedienen durfte, eine Art stilles Ritual, das er nicht beendet, weil er nicht weiß, was danach käme. Chiara ist seit einem Monat da, siebenundzwanzig, aus Turin geflohen mit einem Olivenohrrring, einem leichten Lispeln, das man nur hört, wenn sie aufgeregt ist. Sie ist mit dem entschlossenen Schweigen einer Frau gekommen, die gelernt hat, dass Erklärungen mehr kosten als sie einbringen. Sie schaut Antonio beim Kochen zu mit einer Aufmerksamkeit, die über bloße Neugier hinausgeht – wie er die Knoblauchzehen presst, als wäre Kraft das Einzige, was er noch sicher dosieren kann. Sie beobachtet, wie seine Finger über das Messer gleiten mit einer Ruhe, die aussieht wie Gleichgültigkeit und vielleicht auch eine ist. An einem Dienstagabend, als die letzten Gäste gegangen sind und die Küche nach verbranntem Knoblauch und dem Salz der Muscheln riecht, schneidet Antonio Zwiebeln mit gesenktem Kopf. Die Tränen laufen ihm übers Gesicht, ohne dass er sie wischt, ohne dass er sie bemerkt, oder vielleicht bemerkt er sie und findet es schlicht nicht der Mühe wert, sie zu verbergen. Chiara steht an der Spüle, wäscht Muscheln und schaut ihn an. Im trüben, gefleckten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke auf eine Weise, die keiner von beiden geplant hat und die trotzdem so präzise ist wie ein gesetzter Punkt am Ende eines langen Satzes. Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden: „Du schneidest die Petersilie zu grob." Sie tritt näher, legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm und feucht und salzig vom Muschelwasser, und er zieht die Hand nicht zurück, weil sein Körper eine Entscheidung trifft, bevor sein Kopf auch nur angefangen hat, die Frage zu formulieren. Sie stehen so, bis das Handy in ihrer Schürzentasche vibriert. Die Küche verwandelt sie wieder in zwei getrennte Menschen zurück, die gerade Petersilie und Muscheln vorbereiten und sonst gar nichts. Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür, teilen sich eine Zigarette im Wechsel, als wäre das eine alte Gewohnheit. Sie schauen auf die dunkle Gasse, wo eine Katze reglos zwischen zwei Mülleimern sitzt wie etwas, das auf sein Stichwort wartet. Vom Nachbarhaus kommt durch ein angelehnt gebliebenes Fenster ein altes Lied von Lucio Battisti, ganz leise. Es ist so leise, dass man nicht sicher ist, ob man es hört oder sich erinnert. Chiara beugt sich vor und küsst ihn, ohne Ankündigung, ohne die Zögerlichkeit, die Unschlüssigkeit voraussetzt. Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein und nach der Entschiedenheit von jemandem, der genau weiß, was er will und bereit ist, dafür einen Preis zu zahlen. Antonio schließt die Augen, legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fest, fest genug, dass sie es spüren wird. Für einen Moment ist die Welt auf diesen einen Punkt reduziert, auf Wärme und Salz und das leise Lied von der anderen Straßenseite. Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines, dunkles Muttermal direkt unter ihrem linken Schlüsselbein. Es liegt an einer Stelle so spezifisch, so unverwechselbar, dass sein Gehirn die Information verarbeitet, bevor er verhindern kann, was sie in ihm auslöst. Er erstarrt mit einer Vollständigkeit, die keine Zwischenstufen kennt, steht auf und geht in die Küche zurück. Die Tür fällt ins Schloss, und er steht dort in der Stille und hört sein eigenes Blut rauschen wie ein Schiff, das einen Hafen verlässt. Die nächsten beiden Abende bleibt Chiaras Platz leer, und Antonio kocht allein in einer Küche, die plötzlich größer wirkt als alle Räume, die er kennt. Die Muscheln sind nur halb aufgegessen, die drei Tische früher leer als je zuvor, die Stille von einer anderen Qualität als sonst. In der dritten Nacht, kurz nach Mitternacht, zieht er die Tür der Trattoria hinter sich zu und geht durch die engen, schlecht beleuchteten Gassen, vorbei an geschlossenen Läden und dem Geruch nach abgestandenem Frittieröl. Er geht zu dem alten Haus über der Bäckerei, wo er noch nie gewesen ist und dessen Treppe nach nassem Holz und Brot riecht. Die Tür zu Chiaras Wohnung steht einen Spalt offen, kein Licht darin außer dem orangefarbenen Glühen ihrer Zigarette. Das Glühen bewegt sich in der Dunkelheit wie das Blinken eines Leuchtturms, der nicht für ihn gedacht ist und ihn trotzdem führt. Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen, und schaut ihn an mit einem Ausdruck, der weder überrascht noch erleichtert ist. Es ist der Ausdruck von jemandem, der eine Wette gewonnen hat, die er lieber verloren hätte. Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand, dreht die Innenseite ihres Handgelenks zur Decke und streicht dann mit dem Daumen über das Muttermal. Er tut es langsam und konzentriert, wie jemand, der prüft, ob eine Narbe verheilt ist oder noch offen. „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. Seine Stimme klingt wie die Stimme eines Mannes, der einen Satz ausspricht, um sich selbst davon zu überzeugen, dass er ihn glaubt. Chiara hält seiner Hand stand. Sie antwortet, ohne die Stimme zu heben: „Aber es ist meins." Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Mitleid und nicht aus Verzweiflung. Sie schlafen miteinander mit der stillen Pragmatik zweier Menschen, die beide wissen, dass sie gerade etwas tun, das sie nicht rückgängig machen können, und die sich entschieden haben, es trotzdem zu tun. Um kurz nach fünf steht Antonio auf, zieht sich im Dunkeln an und geht zurück in die Trattoria. Er zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Pfanne – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie mochte, das er nie für sie gemacht hat, das jetzt nach Anfang riecht, obwohl er nicht sicher ist, wovon. Das erste graue Morgenlicht kommt durchs Fenster und legt sich auf die Arbeitsfläche wie etwas, das nicht sicher ist, ob es willkommen ist. Antonio steht am Herd und schaut auf die Eier, die in der Butter stocken, und denkt an nichts Bestimmtes. Chiara kommt eine Stunde später, noch halb schläfrig, setzt sich ohne Ankündigung auf seinen Schoß und isst von seinem Teller, als wäre das eine jahrelange Gewohnheit und nicht das erste Mal. Antonio lacht, ein kurzes, echtes, von sich selbst überraschtes Lachen, das er nicht kommen gehört hat. Chiara schaut ihn an, als wäre dieses Lachen etwas, das sie sich gemerkt hat. Dann fragt sie, den Blick wieder auf den Teller gesenkt, mit einer Beiläufigkeit, die nicht beiläufig ist: „Bleibst du?" Antonio schaut aus dem Fenster auf den Hafen, wo ein Frachtschiff langsam und ohne Eile abfährt, gleichgültig wie alle großen Dinge, die sich nicht darum scheren, ob man ihnen zuschaut. Er sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier", und meint damit etwas, das vielleicht nicht einmal er selbst vollständig versteht, das aber in dem Moment die einzig mögliche Antwort auf eine Frage ist, die mehr verlangt, als er geben kann. Chiara wischt sich den Mund mit dem Handrücken ab, steht auf, nimmt ihre Jacke von der Stuhllehne und geht. Sie geht, ohne sich umzudrehen, ohne eine Tür zu schlagen, mit der Würde von jemandem, der eine Antwort erwartet hat und sie bekommen hat. Antonio bleibt am Tisch sitzen, die Hände um den Kaffeebecher gelegt, der schon kalt ist, und schaut ihr nicht nach. Er schaut nicht auf die Eier und schaut nicht auf den Hafen und schaut einfach nichts an, während das Licht draußen heller wird, als ginge die Welt ihren üblichen Geschäften nach, vollkommen unbeeindruckt davon, dass hier gerade jemand das zweite Mal in zwei Jahren allein geblieben ist. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt, und wer ihn nur flüchtig kennt, würde sagen, er betreibt eine Trattoria am Hafen von Neapel, drei Tische, keine Speisekarte, ein Fenster zum Wasser hin, das er nie putzt, weil der Schmutz darauf das Licht auf eine Weise bricht, die er schöner findet als Klarheit. Aber das wäre nur die äußere Schale einer Geschichte, deren Kern seit zwei Jahren darin besteht, dass ein Mann jeden Abend dieselben Gerichte kocht für Gäste, die sie nie bestellt haben, weil die einzige Person, für die er sie je gemacht hat, nicht mehr da ist, um sie zu essen. Lucia ist an einem Dienstag gestorben, mitten im Abendservice, ohne das Geräusch eines fallenden Körpers, ohne Drama, mit der Hand noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der nichts bemerkt hatte. Antonio kann sich bis heute nicht an das Gesicht dieses Gastes erinnern, obwohl er es versucht hat, weil er dachte, dass Schuld einen Anker braucht, und dieser Mann der einzige greifbare war. Seitdem schläft Antonio auf einer gefalteten Wolldecke hinter der Küchentheke, nicht aus Unvermögen, das Schlafzimmer zu betreten, sondern aus einer Art präzise gewählter Bestrafung, die er sich selbst auferlegt hat ohne je zu entscheiden, wofür genau. Er setzt diese Bestrafung fort, weil das Aufhören inzwischen eine Erklärung erfordern würde, die er niemandem schuldet und sich selbst am allerwenigsten. Die drei Gerichte – Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalter Zitronenkuchen – sind kein Ritual im sentimentalen Sinne. Sie sind eher ein strukturelles Prinzip, eine Art tägliche Behauptung, dass die Welt noch eine Ordnung hat, auch wenn ihre Begründung fortgefallen ist. Chiara ist vor einem Monat aufgetaucht, siebenundzwanzig Jahre alt, aus Turin geflohen mit dem kompakten Gepäck einer Frau, die gelernt hat, dass man weniger braucht, als man denkt, wenn man nur bereit ist, aufzuhören, für Dinge zu bezahlen, die einem nicht gehören. Sie trägt einen Ohrring mit einer kleinen Olive, lispelt kaum hörbar, wenn die Sätze länger werden, und hat in den ersten zwei Wochen so wenig über sich selbst gesprochen, dass Antonio begann, ihr Schweigen als eine Form von Höflichkeit zu interpretieren, was es vielleicht auch ist, oder vielleicht auch etwas anderes, das er noch nicht benennen wollte. Was sie tut, wenn sie ihm beim Kochen zuschaut, geht über Neugier hinaus und unter Zuneigung. Es ist die Aufmerksamkeit von jemandem, der etwas Bestimmtes sucht und noch nicht weiß, ob er es gefunden hat oder ob er nur hofft, es könnte das sein, wonach er sucht. An besagtem Dienstagabend, nachdem der letzte Gast gezahlt hat und die Küche in dem Zustand ist, den Antonio schön nennt und der allen anderen wie Unordnung vorkäme – Muschelschalen am Rand der Spüle, Olivenöl auf dem Herd, die Petersilie noch halb ungehackt –, schneidet er Zwiebeln mit gesenktem Kopf und lässt die Tränen laufen. Er tut es nicht, weil er trauert, oder nicht nur, sondern weil er irgendwann aufgehört hat, zwischen Zwiebeltränen und den anderen zu unterscheiden, und diese Unterschiedslosigkeit sich inzwischen wie eine Form von Ehrlichkeit anfühlt. Chiara steht an der Spüle, und im trüben, von Fettflecken gemaserten Spiegel der Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke mit der Präzision eines Zufalls, der zu gut inszeniert wirkt, um zufällig zu sein. Sie halten sich dort einen Moment, der lang genug ist, dass beide wissen, was er bedeutet, und kurz genug, dass keiner gezwungen ist, so zu tun, als hätte er es gewusst. Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden, die Stimme so beiläufig wie möglich: „Du schneidest die Petersilie zu grob." Sie tritt einen Schritt näher, legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm, feucht, salzig vom Muschelwasser, mit einer Selbstverständlichkeit, die keinerlei Erlaubnis eingeholt hat und keine brauchte, und er zieht die Hand nicht zurück, weil sein Körper in diesem Moment klüger ist als sein Verstand, oder wenigstens schneller, und die Frage der Klugheit auf später vertagt. Sie stehen so, bis das Handy in ihrer Schürzentasche vibriert. Die Wirklichkeit verwandelt sie in zwei Menschen zurück, die Petersilie hacken und Muscheln waschen und nichts weiter. Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür, teilen sich eine Zigarette in einem Rhythmus, der sich selbst erfunden hat, schweigen auf eine Art, die kein Unbehagen verrät. Sie hören auf Lucio Battisti, der durch ein Fenster von gegenüber ins Dunkel tritt, so leise, dass er ebenso eine Erinnerung sein könnte wie ein Lied, das gerade gespielt wird. Chiara küsst ihn, ohne den Moment anzukündigen, ohne die Zögerlichkeit, die Ambivalenz voraussetzt, ihr Mund nach Zitrone und Rotwein und der stillen Entschlossenheit einer Frau, die beschlossen hat, dass sie das Risiko eingeht. Antonio schließt die Augen und legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fast schmerzhaft fest, als könnte Festhalten das ersetzen, was Sprache nicht kann, und für den Bruchteil einer Minute ist die Welt auf diesen einen Punkt zusammengefaltet, auf Wärme, auf Salz, auf das ferne Lied, auf den Geruch des Hafens. Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines dunkles Muttermal unter ihrem linken Schlüsselbein, an einer Stelle so spezifisch, so unveränderlich vertraut, dass sein Gehirn die Assoziation vollzieht, bevor er sie verhindern kann. Mit dieser Assoziation kommt alles auf einmal zurück – nicht als Schmerz, sondern als etwas Kälteres, Präziseres, wie ein chirurgischer Schnitt in etwas, das man für verheilt gehalten hatte. Er erstarrt mit einer Vollständigkeit, die keine Übergänge kennt, steht auf und geht. Die Küchentür schließt sich hinter ihm mit dem Laut von etwas Endgültigem, und er steht in der leeren Küche und hört seinen eigenen Atem und fragt sich, ob es feige ist, was er gerade getan hat, und kommt zu keinem Ergebnis. Die nächsten zwei Abende ist Chiaras Platz leer, und Antonio kocht in einer Küche, die dieselben Maße hat wie immer und sich trotzdem anders anfühlt, weiter vielleicht, oder leerer. Es ist leerer in dem spezifischen Sinne, dass etwas fehlt, das noch vor kurzem noch nicht da war und dessen Abwesenheit deshalb schärfer registriert wird als die von Dingen, die länger fehlten. In der dritten Nacht, nach Mitternacht, schließt er die Trattoria ab und geht durch die engen Gassen, vorbei an dem Geruch nach altem Frittieröl und dem Katzengeräusch in einer Einfahrt, zu dem Haus über der Bäckerei, zu einer Tür, die einen Spalt offen steht. Die Tür steht offen, als hätte sie gewusst, dass er kommen würde, oder als hätte Chiara gewusst, dass er kommen würde, was auf dasselbe hinausläuft. Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen, die Zigarette zwischen den Fingern, und schaut ihn an mit dem Ausdruck von jemandem, der eine Wette gewonnen hat, die zu gewinnen er nicht wollte. Er wollte sie nicht gewinnen, weil der Preis nicht stimmt. Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand, dreht die Innenfläche nach oben und streicht mit dem Daumen über das Muttermal, langsam, mehrmals. Er tut es wie jemand, der überprüft, ob etwas wirklich da ist oder nur so aussieht wie das, was er zu sehen erwartet. „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. Seine Stimme klingt wie die Stimme eines Mannes, der versucht, sich selbst in Echtzeit davon zu überzeugen, dass er recht hat. Chiara zieht die Hand nicht zurück. Sie antwortet mit der Ruhe von jemandem, der diesen Satz schon kommen hat sehen: „Aber es ist meins." Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Trauer und nicht aus dem Irrtum, dass Körper heilen, was Sprache nicht schafft. Sie tun es mit der nüchternen Zustimmung zweier Erwachsener, die beide wissen, dass sie etwas tun, das Konsequenzen hat, und die sich entschieden haben, die Konsequenzen auf morgen zu verschieben. Um kurz nach fünf zieht Antonio sich an, geht zurück in die Trattoria, zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Butter – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie gemocht hat, das er nie für sie gemacht hat. Es riecht jetzt in der stillen Küche nach etwas, das er Anfang nennen würde, wenn er sich sicher wäre, ob das stimmt. Das Morgenlicht legt sich durch das schmutzige Fenster auf die Arbeitsfläche. Es ist gebrochen und diffus, auf die Weise, die er schöner findet als Klarheit. Chiara kommt eine Stunde später, setzt sich ohne Vorankündigung auf seinen Schoß und isst von seinem Teller mit der Selbstverständlichkeit einer Gewohnheit, die sie gerade erfindet. Antonio lacht – ein kurzes, echtes, von sich selbst überraschtes Lachen, das den Raum verändert auf eine Art, die er nicht hätte beschreiben können, das aber von ihr registriert wird mit dem Blick von jemandem, der aufpasst. Dann fragt sie, die Gabel noch in der Hand, den Blick auf den Teller gesenkt, mit einer Beiläufigkeit, die sorgfältig konstruiert ist: „Bleibst du?" Antonio schaut aus dem Fenster auf den Hafen, wo ein Frachtschiff lautlos und ohne Eile seinen Platz verlässt, mit der vollständigen Gleichgültigkeit großer Dinge gegenüber dem, was an ihren Rändern passiert, und sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier." Es ist ein Satz, der in dem Moment wahr ist und unvollständig und das Beste, was er anbieten kann, und er weiß, dass sie versteht, was er meint, und er weiß, dass Verstehen nicht dasselbe ist wie Einverstanden-Sein. Chiara wischt sich den Mund mit dem Handrücken ab, mit einer Geste, die nichts Dramatisches hat und gerade deshalb so endgültig wirkt, steht auf, nimmt ihre Jacke und geht. Sie schlägt keine Tür und dreht sich nicht um, mit der Würde von jemandem, der eine ehrliche Antwort erhalten hat und sie lieber nicht gehabt hätte. Antonio bleibt am Tisch sitzen, die Hände um den erkalteten Kaffeebecher, und schaut ihr nicht nach und schaut nicht auf die Eier und schaut nicht auf den Hafen und schaut einfach nichts an, während das Licht durch das schmutzige Fenster heller und diffuser wird. Er denkt daran, dass er jetzt zum zweiten Mal in zwei Jahren allein an diesem Tisch sitzt, und fragt sich, ob das ein Muster ist oder ein Zufall, und kommt, wie schon beim letzten Mal, zu keinem brauchbaren Ergebnis. == 75 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Dr. Stephen Harding wohnt in Oxford. Er ist 53 Jahre alt. Er ist Dozent am St. Anne's College. Er liebt alte Bücher. Sein Zimmer ist voll mit Büchern. Heute kommt ein Gast. Der Gast heißt Dr. James Calloway. James ist 31 Jahre alt. Er ist neu an der Universität. Er hat eine Stelle bekommen. Stephen hat auf diese Stelle gehofft. Er wollte sie für seinen Freund. Aber James hat sie bekommen. Es ist vier Uhr nachmittags. Stephen stellt das Teeservice auf den Tisch. Das Service ist aus Silber. Es ist sehr alt und sehr schön. James steht vor der Tür. Er klingelt eine Minute zu früh. Stephen wartet zwei Minuten. Dann öffnet er die Tür. Er sagt: „Ah, pünktlich. Das ist selten heute." James lächelt. Das Lächeln ist nicht ganz echt. Er geht in die Wohnung. Es riecht nach alten Büchern. Sie setzen sich in zwei große Sessel. Zwischen ihnen steht ein kleiner Tisch. Stephen gießt den Tee ein. Er gibt zuerst die Milch in die Tasse. Das ist die alte englische Art. Er fragt: „Ein Keks?" Er reicht die Dose. James nimmt zwei Kekse. Stephen sieht das. Er hebt eine Augenbraue. Er sagt: „Meine Mutter hat immer gesagt: Nur einfache Leute nehmen zwei." James beißt in den Keks. Er sagt: „Meine Mutter hat immer gesagt: Nur reiche Leute haben Angst zu nehmen." Es wird still im Zimmer. Ein Löffel klappert auf einer Tasse. Stephen trinkt seinen Tee. Er fragt: „Haben Sie sich schon eingelebt?" James nickt. Er sagt: „Die Bibliothek ist sehr gut. Aber die Bücher sind nicht gut sortiert." Stephens Hand bewegt sich kurz. Er sagt: „Mein alter Kollege hatte sein eigenes System. Er war ein Genie." Er betont das Wort „sein". James hört das. Er sagt: „Ein Genie braucht auch Ordnung. Manchmal." Sie trinken beide gleichzeitig. Draußen regnet es leicht. Sie reden über das Wetter. Sie reden über die neue Bibliothek. Jedes Wort hat zwei Bedeutungen. Aber sie sagen das nicht direkt. Nach einer Stunde steht James auf. Er streckt die Hand aus. Stephen nimmt die Hand. Er hält sie etwas zu lang. Er sagt: „Wir machen das wieder." James sagt: „Gerne. Nächstes Mal bei mir. Ich mache Kaffee. Den modernen." Er geht zur Tür. An der Tür dreht er sich um. Er sagt: „Die Kekse waren sehr gut. Hat Ihre Mutter das Rezept aus Indien?" Stephens Lächeln wird fest. Die Tür geht zu. James geht den Flur hinunter. Er atmet tief aus. Im Zimmer wischt Stephen die Krümel von seiner Jacke. Dann lächelt er kurz. Keiner hat gewonnen. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Dr. Stephen Harding lebt seit vielen Jahren in Oxford, in einer großen Wohnung voller alter Bücher. Er arbeitet am St. Anne's College und kennt jeden Winkel dieser Universität. An diesem Nachmittag erwartet er einen Gast, und er ist nicht glücklich darüber. Der Gast heißt Dr. James Calloway, er ist neu hier und hat eine Stelle bekommen. Diese Stelle war für Stephens Schützling gedacht, aber die Universität hat anders entschieden. Stephen hat das Teeservice schon früh vorbereitet, das silberne, das er nur für wichtige Besuche benutzt. Um vier Uhr klingelt es an der schweren Eichentür. Stephen schaut auf die Uhr, wartet genau zwei Minuten, dann geht er zur Tür. Er öffnet sie und sagt mit einem kleinen Lächeln: „Ah, pünktlich – das ist selten bei Ihrer Generation." James steht im Flur, er trägt neue Schuhe und lächelt etwas zu breit für diesen Moment. Er sagt „Guten Tag" und tritt ein, der Flur riecht nach Wachs und alten Zigaretten. Sie gehen ins Wohnzimmer und setzen sich in zwei tiefe Sessel gegenüber einem kleinen Tisch. Auf dem Tisch steht das silberne Tablett mit zwei Tassen, einer Kanne Tee und einer Dose Kekse von Fortnum & Mason. Stephen gießt den Tee ein, zuerst die Milch, dann den Tee, ganz langsam und ohne zu erklären warum. Er fragt: „Ein Keks, Dr. Calloway?" und hält ihm die Dose hin. James nimmt zwei Kekse, ohne nachzudenken, weil er Hunger hat und die Kekse gut aussehen. Stephen sieht es sofort und hebt eine Augenbraue, fast unmerklich, aber James bemerkt es. Stephen sagt ruhig: „Meine Mutter pflegte zu sagen, dass nur einfache Menschen zwei nehmen." James beißt in den Keks und antwortet ohne Pause: „Meine Mutter sagte immer, dass nur ängstliche Menschen nur einen nehmen." Es wird still, nur ein Löffel klappert leise auf einer Porzellanuntertasse. Sie trinken ihren Tee und schauen kurz aus dem Fenster, wo der Regen sanft gegen das Glas klopft. Stephen fragt nach einer Weile: „Und, haben Sie sich schon ein bisschen eingelebt hier?" James nickt und sagt, die Bibliothek sei wirklich beeindruckend, aber die Katalogisierung der Spezialsammlung sei etwas unübersichtlich. Stephens Finger bewegen sich kurz auf der Sessellehne, dann liegen sie wieder still. Er sagt langsam: „Mein verstorbener Kollege – der Mann, dessen Stuhl Sie jetzt innehaben – hatte dort sein ganz eigenes System." Die Betonung auf „dessen Stuhl" ist leise, aber deutlich. James hört sie und sagt freundlich: „Genie und Ordnung schließen sich ja nicht aus, manchmal gehen sie gut zusammen." Stephen lächelt, aber das Lächeln erreicht die Augen nicht. Sie reden weiter über harmlose Dinge: die Renovierung der Bibliothek, das schlechte Wetter, ein neues Restaurant in der Stadt. Aber hinter jedem Satz liegt etwas anderes, etwas Ungesagtes, das beide spüren und keiner ausspricht. James trinkt seinen Tee aus und stellt die Tasse sorgfältig auf die Untertasse zurück. Nach etwa einer Stunde steht er auf und streckt die Hand aus. Stephen steht auch auf, nimmt die Hand und hält sie einen Moment zu lang. Er sagt: „Wir sollten das bald wiederholen, es war ein angenehmer Nachmittag." James antwortet: „Sehr gerne, das nächste Mal bei mir – ich mache Kaffee, diese moderne Art, Sie wissen schon." Er geht zur Tür, bleibt dann kurz stehen und dreht sich noch einmal um. Er sagt mit einem leichten Lächeln: „Die Kekse waren übrigens ausgezeichnet – hat Ihre Mutter das Rezept vielleicht aus Indien mitgebracht?" Stephens Lächeln wird für eine Sekunde ganz fest, dann bleibt es einfach stehen. Die Tür fällt zu, nicht laut, aber endgültig. James geht den langen Flur hinunter und atmet einmal tief und langsam aus. Im Zimmer steht Stephen noch einen Moment, dann wischt er die Krümel sorgfältig von seinem Tweedjackett. Er geht zum Fenster und schaut auf die nasse Straße hinaus. Nach einer Weile lächelt er, kurz und kaum sichtbar, fast für sich selbst. Es war unentschieden, und das ist selten genug. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung von Dr. Stephen Harding lag im zweiten Stock eines alten Sandsteingebäudes. Die Universität Oxford trug dieses Gebäude seit Jahrhunderten wie einen müden, aber stolzen Veteranen mit sich. Bücher standen nicht nur in den Regalen, sondern auch auf dem Boden, auf Fensterbänken und auf dem schmalen Flurtisch. Es wirkte, als hätten sie sich im Laufe der Jahre selbstständig vermehrt und alle freien Flächen stillschweigend in Besitz genommen. Es war ein Dienstagnachmittag im Oktober, und der Himmel über Oxford war das übliche gleichgültige Grau. Stephen hatte seit dem Frühstück ein leises, unangenehmes Gefühl im Bauch, das er konsequent ignorierte. Um halb vier deckte Mrs. Pargetter das Teeservice auf dem niedrigen Tisch zwischen den beiden Ledersesseln. Sie stellte die Dose mit den Keksen von Fortnum & Mason dazu und verschwand dann wieder so lautlos, wie sie gekommen war. Stephen saß bereits in seinem Sessel. Er las aber nicht wirklich, sondern hörte auf die Schritte im Treppenhaus. Um drei Minuten vor vier klingelte es. Er legte das Buch auf die Armlehne, stand auf, zog die Jacke gerade und wartete, bis die Uhr auf dem Kaminsims genau vier Uhr anzeigte. Dann ging er zur Tür. Der Mann, der vor ihm stand, war jünger, als Stephen ihn sich vorgestellt hatte. Das galt nicht im Sinne des Alters, das Stephen natürlich kannte, sondern in der Art, wie James Calloway dastand, mit einem offenen Lächeln und Schuhen, die so neu waren, dass sie beim Gehen leise quietschten. „Herein", sagte Stephen ohne die übliche Begrüßungsformel. Das brachte James' Lächeln für den Bruchteil einer Sekunde ins Stocken. Sie setzten sich, und Stephen goss den Tee ein – zuerst die Milch, dann den Tee, eine Reihenfolge, über die unter englischen Akademikern seit Generationen ernsthaft gestritten wurde. Dann schob Stephen die Keksdose in James' Richtung. James nahm zwei, ohne nachzudenken. Er hatte seit dem Mittag nichts gegessen, und der Geruch des frischen Gebäcks war stärker als seine gesellschaftliche Vorsicht. Stephen hob eine Augenbraue. Es war eine fast theatralische Geste, die er im Laufe von dreißig Jahren akademischen Lebens perfektioniert hatte. „Meine Mutter bestand darauf", sagte er beiläufig, als spreche er über das Wetter, „dass man an einem fremden Tisch immer nur einen nimmt. Alles andere verrät mehr über den Menschen als jede Visitenkarte." James kaute, schluckte und antwortete ebenso entspannt: „Meine Mutter hat mich gelehrt, dass man an einem fremden Tisch ruhig zwei nehmen darf. Denn wer aus Angst vor dem Urteil anderer hungrig bleibt, verrät damit ebenfalls eine ganze Menge." Eine kleine Stille entstand, die keiner der beiden beeilte sich zu füllen. Das leise Klingen eines Teelöffels auf Porzellan klang in diesem Moment unverhältnismäßig laut. Stephen trank einen Schluck und stellte die Tasse mit der Präzision eines Mannes ab, dem Genauigkeit zur zweiten Natur geworden war. Dann fragte er mit echtem Interesse in der Stimme, das allerdings sehr sorgfältig konstruiert war: „Und wie finden Sie sich zurecht, jetzt, nach den ersten Wochen?" James berichtete, die Bibliothek sei außergewöhnlich gut bestückt, was er aufrichtig meinte. Dann fügte er hinzu, die Katalogisierung der Spezialsammlung im dritten Stock sei etwas schwer zu durchschauen, was er ebenfalls aufrichtig meinte, wenn auch aus einem anderen Grund. Stephens linke Hand, die locker auf der Sessellehne gelegen hatte, zog sich unmerklich zusammen. „Professor Aldridge", sagte er nach einem kurzen Moment, und der Name klang in seinem Mund wie ein sorgfältig poliertes Stück Porzellan. „Professor Aldridge hatte für seine Sammlung ein System entwickelt, das zunächst unzugänglich wirkt, aber bei näherer Beschäftigung eine innere Logik offenbart, die ich für genial halte." Er machte eine kleine Pause. „Er hinterließ übrigens diesen Sessel. Den, in dem Sie jetzt sitzen." James ließ den Blick kurz auf die Armlehnen fallen, als prüfe er, ob das Leder ihm irgendetwas zu sagen habe. Dann sagte er: „Komfortabler Sessel. Gutes System und Komfort schließen sich ja selten aus." Sie sprachen noch eine Weile über die geplante Renovierung der Unteren Bibliothek, über einen Gastvortrag im nächsten Semester und über die Frage, ob der neue Bürgermeister von Oxford die Fahrradwege wirklich ausbauen werde oder nur so tue, als plane er es. Diese Gespräche klangen so vollkommen harmlos, dass man das Gegenteil hätte annehmen müssen. Als James nach einer Stunde aufstand und die Hand ausstreckte, ergriff Stephen sie mit einem festen Griff, der eine Sekunde zu lang dauerte. Es war eine Geste, die James nicht kommentierte, weil er genau wusste, was sie bedeutete. „Wir machen das wieder", sagte Stephen. Es klang wie eine Einladung und wie eine Ankündigung gleichzeitig. „Sehr gerne", antwortete James, „das nächste Mal bei mir. Ich habe leider keine Fortnum-&-Mason-Dose, aber der Kaffee ist gut, versprochen." An der Tür zögerte er einen Moment, fast so, als habe er etwas vergessen. Dann drehte er sich halb um und sagte mit einer Freundlichkeit, die perfekt saß: „Ach, und die Kekse waren wirklich ausgezeichnet – ist das ein altes Familienrezept?" „Von meiner Mutter", sagte Stephen. „Aus Indien?", fragte James, schon fast auf der Treppe. Die Tür fiel zu, leise und bestimmt. Stephen stand noch einen Moment im Flur. Dann kehrte er ins Wohnzimmer zurück, blieb beim Fenster stehen und schaute auf die nasse Straße, auf der Studenten mit hochgezogenen Kapuzen an den alten Steinhäusern vorbeihasteten. Er wischte die Krümel vom Revers seines Tweedjacketts. Es war eine Geste, die er sich nicht hätte erklären können. Dann lächelte er – kurz, präzise, und fast ohne es zu wollen. Unentschieden, dachte er. Vorläufig. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung von Dr. Stephen Harding war weniger ein Ort des Wohnens als vielmehr ein dreidimensionales Archiv seiner intellektuellen Biografie. In diesem Archiv legten jeder Stapel, jede abgegriffene Buchrückenreihe und jedes auf Fensterbänken abgelegte Manuskript eine Art stummer Zeugenaussage über dreißig Jahre akademischen Lebens ab. October light, wie die Engländer das nannten – dieses sparsame, fast schon entschuldigende Herbstlicht, das durch die hohen Sprossenfenster fiel und die Staubpartikel in der Luft zu goldenen Fragmenten verwandelte, die sich kaum bewegten, als hätte die Zeit in diesem Zimmer beschlossen, sich ein wenig Zeit zu lassen. Stephen hatte das Teeservice bereits um halb vier aufdecken lassen und danach Mrs. Pargetter mit einem kurzen Nicken entlassen. Das tat er nicht, weil ihn ihr Anblick beim Tee störte, sondern weil er das Gespräch, das er erwartete, ohne Publikum führen wollte. Er kannte James Calloways Akte gut genug: erstklassiger Abschluss in Manchester, Promotion in Edinburgh über spätrepublikanische Rhetorik, drei Aufsätze in Fachzeitschriften, die er heimlich gelesen und widerwillig als solide bezeichnet hatte. Aber das Entscheidende an Calloway war nicht, was in den Akten stand, sondern was nicht darin stand, nämlich jene Herkunft aus einer Bergarbeiterfamilie in County Durham, die dem Mann zweifellos einen bestimmten Hunger mitgegeben hatte, und es war dieser Hunger, der Stephen mehr beunruhigte als jede Qualifikation. Es klingelte um drei Minuten vor vier. Stephen saß und ließ die Minuten vergehen wie jemand, der ein langwieriges Experiment mit wissenschaftlicher Gleichmut beobachtet. Er öffnete die Tür erst, als die Uhr auf dem Kaminsims ein trockenes, mechanisches Viertelstundensignal abgab. James Calloway stand im Treppenhaus in einem Tweedsakko, das gut saß, aber noch nicht gelebt hatte, mit Schuhen, die so neu waren, dass das Leder beim Gehen auf dem Parkettboden ein leises, verräterisches Knacken erzeugte. Er stand dort mit einem Lächeln, das entweder sehr echt oder sehr professionell war – Stephen hatte nach einem kurzen Blick noch keine abschließende Meinung. „Dr. Calloway", sagte er, trat zur Seite und überließ dem anderen die Entscheidung. Der andere musste entscheiden, ob diese Begrüßung herzlich oder kühl gemeint war. Sie setzten sich in die tiefen Ledersessel, zwischen denen das silberne Tablett stand mit der Kanne, den Tassen, der Milch und der Dose mit den Keksen. Stephen bestellte die Kekse seit Jahren bei Fortnum & Mason in der Piccadilly, nicht weil er sie für unersetzlich hielt, sondern weil die Dose selbst eine Art Aussage war, die keine weiteren Worte benötigte. Er goss ein – zuerst die Milch, dann den Tee, in dieser Reihenfolge, ohne Erklärung oder Entschuldigung. Er tat es, als handle es sich um eine Naturkonstante, die zu kommentieren so absurd wäre wie das Kommentieren der Schwerkraft. Als er die Keksdose in Calloways Richtung schob, nahm dieser zwei. Es war eine Bewegung, die so beiläufig war, dass sie offensichtlich nicht beiläufig gemeint sein konnte, oder vielleicht doch, was das Ganze noch interessanter machte. Stephen ließ einen Moment verstreichen, den er mit einem kleinen Schluck Tee füllte. Dann sagte er in dem Ton eines Mannes, der eine Beobachtung mitteilt und nicht ein Urteil fällt: „Es gibt eine Ansicht – ich glaube, meine Mutter hat sie in dieser Formulierung von ihrer Mutter geerbt –, dass an einem fremden Tisch nur die Menschen zwei nehmen, die es gewohnt sind, sich bedienen zu lassen, und nicht die, die es gelernt haben, sich zu beherrschen." James kaute, ließ sich mit der Antwort keine Zeit, aber auch keine Hast. Dann erwiderte er: „In meiner Familie galt die entgegengesetzte Lektion als elementar, nämlich dass an einem fremden Tisch nur die Menschen einen nehmen, die Angst haben, als bedürftig zu gelten – und dass diese Angst selbst das deutlichste Klassenzeichen ist, das man tragen kann." Die Stille, die daraufhin entstand, war keine unangenehme, aber sie hatte Substanz. Das Klingen des Teelöffels, den James auf der Untertasse ablegte, hatte in ihr eine merkwürdige Endgültigkeit. Sie sprachen über Oxford, über die Renovierungspläne für die Untergeschossebibliothek, über einen Kollegen, der im vergangenen Semester in den Ruhestand gegangen war, und über das unbeständige Oktoberwetter. In all diesen harmlosen Sätzen arbeiteten beide mit der Sorgfalt von Männern, die wissen, dass das eigentliche Gespräch nie direkt geführt wird, sondern immer durch die Wahl der Beispiele, der Adjektive und der Pausen. Als James erwähnte, die Katalogisierung der Spezialsammlung im dritten Stock sei schwer zugänglich, fast so, als sei das System mit Absicht für Außenstehende undurchschaubar gestaltet worden, bewegten sich Stephens Finger auf der Armlehne. Sie bewegten sich so kurz und so kontrolliert, dass es kaum als Reaktion zu erkennen war. „Professor Aldridge", sagte Stephen, und der Name enthielt in seiner Aussprache mehr Information als ein dreiseitiger Nachruf. „Professor Aldridge hatte die Überzeugung, dass ein Ordnungssystem nur dann wirklich gut ist, wenn es von jemandem mit der nötigen Vorbildung und Geduld verstanden werden kann – und dass es nicht die Aufgabe des Systems ist, jeden einzuladen." Er hob die Tasse. „Er saß übrigens in dem Sessel, in dem Sie gerade sitzen. Achtzehn Jahre lang." James ließ einen Blick auf die Armlehnen fallen, kurz genug, um nicht respektlos zu wirken. Dann sagte er: „Dann hoffe ich, dass das Leder noch etwas von seiner Argumentation gespeichert hat. Man lernt leichter, wenn man sitzt, wo andere gedacht haben." Was folgte, war gut eine Stunde weiteres Gespräch, das sich in Thema und Ton von der scheinbar harmlosen Oberfläche nie entfernte und darunter umso dichter webte. Wer es von außen beobachtet hätte, hätte zwei Männer gesehen, die höflich Tee trinken und über akademische Nebensächlichkeiten sprechen, und hätte nichts von dem Druck gespürt, der in jedem dritten Satz saß wie eine Klinge in einer Scheide aus Samt. Als James aufstand, streckte er die Hand aus. Stephen ergriff sie mit einem Griff, der eine Sekunde zu lang war – keine Feindseligkeit, nur eine Erinnerung daran, wer hier der ältere Mann war und wer das Territorium kannte. „Wir sollten das zur Gewohnheit machen", sagte Stephen. „Sehr gerne", antwortete James, „obwohl ich fürchte, ich werde beim nächsten Mal keinen Tee anbieten können, der sich mit Ihrem messen kann – nur Kaffee, leider, diese zweckorientierte nordische Art." An der Tür blieb er stehen, mit der Hand schon am Türknauf. Dann drehte er sich mit einem Lächeln um, das Stephen nicht ganz einordnen konnte: „Die Kekse, nebenbei bemerkt – wirklich außergewöhnlich. Ist das ein Rezept aus Ihrer Familie?" „Von meiner Mutter", sagte Stephen. „Aus Indien?", sagte James, schon auf der Treppe. Die Tür fiel zu mit einem leisen, präzisen Klicken, das in der Stille unverhältnismäßig deutlich war. Stephen stand noch einen Moment im Flur, dann ging er langsam zurück ins Wohnzimmer. Er blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James zwei Stockwerke tiefer auf die Straße trat, den Kragen hochschlug und ohne zurückzublicken in Richtung Bodleian verschwand, mit dem gleichmäßigen Schritt eines Mannes, der sich nichts anmerken lässt. Er wischte mit zwei Fingern einen kaum sichtbaren Krümel vom Revers seines Jacketts. Es war eine Geste, die er nicht bewusst steuerte, die aber vielleicht deshalb die ehrlichste des ganzen Nachmittags war. Dann lächelte er – nicht für jemanden, nicht aus einem bestimmten Grund. Oder vielleicht lächelte er aus dem einzigen Grund, dass das Gespräch so verlaufen war, wie ein gutes Gespräch verlaufen soll: ohne Sieger, ohne Niederlage, und mit genug offenen Enden, um beim nächsten Mal weiterzumachen. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung von Dr. Stephen Harding hatte im Laufe der Jahrzehnte jenen Zustand erreicht, der in akademischen Kreisen gelegentlich als „bewohntes Archiv" bezeichnet wird. Dieser Zustand unterscheidet sich von gewöhnlicher Unordnung weniger durch das Ausmaß als durch die innere Überzeugung, mit der jeder Stapel, jedes quer abgelegte Manuskript und jede auf Fensterbänken vergessene Fachzeitschrift behauptet, genau dort zu liegen, wo es hingehört – ein Anspruch, dem die Bücher durch ihre schiere Anzahl eine gewisse Autorität verliehen hatten. Es war einer jener Oktobernachmittage, an denen das Licht über Oxford so sparsam und zugleich so präzise fällt, dass es weniger wie natürliche Beleuchtung wirkt als wie eine dramaturgische Entscheidung. Stephen hatte seit dem Morgen das dumpfe, sich beharrlich ignorierende Unbehagen mit sich getragen, das entsteht, wenn man einen Menschen empfangen muss, dessen bloße Existenz in der eigenen Welt man lieber nicht zur Kenntnis nehmen würde. James Calloway war nicht das Problem – oder genauer gesagt, James Calloway war genau das Problem, aber nicht aus den Gründen, die sich hätten öffentlich benennen lassen. Seine Qualifikationen waren einwandfrei, sein Ruf in Edinburgh tadellos und seine drei Aufsätze über spätrepublikanische Rhetorik präzise genug argumentiert, dass Stephen sie widerwillig und heimlich zweimal gelesen hatte, ohne zu einem anderen Urteil zu gelangen als: solide, möglicherweise mehr. Was nicht in den Akten stand und was Stephen mit der Sicherheit eines Mannes wusste, der drei Jahrzehnte lang Examenskandidaten studiert hatte wie Entomologen seltene Käfer, war jene besondere Art von Ehrgeiz, die in Menschen entsteht, denen früh klargemacht wurde, dass die Räume, in denen sie jetzt saßen, nicht für sie vorgesehen waren. Es war ein Ehrgeiz, der sich von dem seiner Kollegen aus alten Familien fundamental unterschied, weil er nicht aus dem Selbstverständnis des Besitzens kam, sondern aus dem Entschluss des Nehmens. Mrs. Pargetter hatte das Teeservice um halb vier aufgedeckt – das silberne, nicht das schlichte Alltagsservice, eine Wahl, die nichts mit Gastfreundschaft zu tun hatte, sondern mit der Logik territorialer Markierungen. Dann hatte sie sich zurückgezogen, als habe sie gespürt, dass ihre Anwesenheit in dem, was folgen würde, die Funktion einer Zeugin gehabt hätte, die niemand bestellt hatte. Das Klingeln kam um drei Minuten vor vier, und Stephen, der in seinem Sessel saß und nicht las, obwohl ein Buch offen auf seinen Knien lag, ließ es klingen. Er wartete auf das Viertelsignal der Kaminuhr mit der geduldigen Unnachgiebigkeit eines Mannes, der weiß, dass der Rhythmus eines Nachmittags bereits in seinen ersten Sekunden gesetzt wird und dass Zeit das billigste und wirkungsvollste Machtinstrument ist, das ein Gastgeber besitzt. James Calloway im Türrahmen trug ein Tweedsakko, das gut geschnitten, aber noch nicht eingelaufen war – Kleidung, die erworben worden war, um zu gehören, und die das noch nicht ganz vergessen hatte. Seine Schuhe erzeugten beim Betreten des Parketbodens ein leises Knacken, das in der Stille des Flurs mit der Unfehlbarkeit einer Tonsignatur zu hören war. Sein Lächeln, das er an der Tür präsentierte, hatte jene anstrengende Offenheit, die Stephen bei jungen Akademikern aus dem Norden schon öfter beobachtet hatte. Es war kein gespieltes Lächeln, eher eine Art performte Unbefangenheit, ein Ich-habe-kein-Problem-mit-dieser-Situation, das natürlich das genaue Gegenteil bedeutete. „Dr. Calloway", sagte Stephen, trat einen Schritt zur Seite und ließ die Begrüßung im Raum stehen. Er gab ihr nicht die übliche Wärme mit, die ihr einen Aggregatzustand gegeben hätte. Das Wohnzimmer empfing sie mit dem Geruch alter Bücher, ein wenig Wachs und dem sehr fernen, sehr diskreten Nachklang des Tabaks. Stephen hatte vor fünf Jahren aufgehört, diesen Tabak zu rauchen, und seitdem lebte er in den Wänden weiter wie ein Gast, der die Verabschiedung übersehen hatte. Stephen goss ein – zuerst die Milch, dann den Tee, ohne Kommentar, in der Weise eines Mannes, der nicht erklärt, sondern demonstriert. Dann schob er die Keksdose, die Fortnum-&-Mason-Dose mit dem grünen Aufdruck und dem Westminster-Motiv, in Calloways Richtung mit einer Beiläufigkeit, die genau kalkuliert war. James nahm zwei, und Stephen wusste in dem Moment, dass der Mann entweder hungrig war. Oder James nahm aus genau dem Grund zwei, aus dem Stephen ihn selbst nur einen hätte nehmen lassen: um zu sehen, wer was daraus machte. „Es gibt eine Ansicht", sagte Stephen, und seine Stimme hatte dabei den gleichmäßigen, fast müden Tonfall des akademischen Vortrags, in dem das Eigentliche nie in der Aussage selbst liegt, sondern in dem, was die Aussage voraussetzt. „Diese Ansicht hat meine Mutter von einer Generation in die nächste weitergegeben, und sie besagt, dass die Wahl zwischen einem und zwei Keksen an einem fremden Tisch mehr über Erziehung verrät als jeder Lebenslauf – eine These, die ich weder bestätigen noch bestreiten möchte, aber für überlegenswert halte." James schluckte, ließ einen Moment entstehen und erwiderte dann in einem Ton, der so freundlich war, dass die Klinge darin erst beim zweiten Hinhören spürbar wurde. „In meinem Elternhaus galt eine ähnliche These, nur mit umgekehrtem Vorzeichen: dass die Zurückhaltung am fremden Tisch nicht Erziehung anzeigt, sondern Angst vor dem Geurteiltwerden, und dass diese Angst – nicht der Hunger – das eigentliche Klassenzeichen ist, das sich in solchen Momenten zeigt." Was daraufhin entstand, war keine Stille des Unbehagens, sondern jene besondere, fast kollegiale Stille, die entsteht, wenn zwei Menschen merken, dass der andere das Spiel kennt, das gespielt wird. Beide hatten beschlossen, es trotzdem zu spielen, was ihm eine vollkommen andere Qualität gab. Sie sprachen in der Folge über die Bibliothek, über die Renovierung des Untergeschosses und über einen emeritierten Kollegen, der im vergangenen Sommer seine Memoiren veröffentlicht hatte – ein Buch, das beide aus denselben Gründen und mit denselben stillen Vorbehalten gelesen hatten, über die zu sprechen hier nicht der Ort war. In all diesen scheinbar neutralen Sätzen war eine Technik am Werk, die Stephen als die eigentliche Hochsprache der akademischen Kommunikation verstand: die Kunst, ausschließlich über das zu sprechen, was man eigentlich nicht sagt, und dabei so präzise zu sein, dass der andere es genau versteht, ohne dass es je beweisbar würde. Als James erwähnte, die Katalogisierung von Aldridges Spezialsammlung scheine nach einem System organisiert zu sein, das für Eingeweihte Sinn ergeben mochte, für jeden anderen aber den Charakter einer bewussten Exklusion habe, bewegten sich Stephens Finger auf der Lehne des Sessels für die Dauer eines einzigen Atemzuges. Sie bewegten sich auf eine Weise, die nur ein sehr aufmerksamer Beobachter als das hätte deuten können, was es war. „Aldridge", sagte Stephen, und der Name war in seiner Aussprache weniger ein Name als eine Landschaft. „Aldridge hatte die Überzeugung, dass ein Ordnungssystem nicht für alle zugänglich sein muss, sondern für die richtigen – eine These, die ich für vertretbar halte, auch wenn ich weiß, dass sie heute in gewissen Kreisen als reaktionär gilt." Er hob die Tasse. „Er saß übrigens achtzehn Jahre lang in dem Sessel, in dem Sie gerade sitzen. Er hinterließ diesen Sessel, sein System und eine Meinung über seine Nachfolge, die er mir in einem Brief mitgeteilt hat, den ich aufbewahre." James ließ einen Blick auf die Armlehnen fallen, kurz, unbeeindruckt und gleichzeitig vollkommen präsent. Dann antwortete er: „Dann bin ich gespannt, ob das Leder seine Argumentation gespeichert hat – ich stelle immer wieder fest, dass die interessantesten Gedanken am häufigsten in Möbeln zurückgelassen werden, die man nicht ausgesucht hat." Was folgte, war gut eine Stunde eines Gesprächs, das seinem Inhalt nach über Hochschulpolitik, Gastvortragsprogramme und das Wetter sprach. Seiner Form nach war es ein sorgfältig geführtes Fechten, bei dem beide Parteien wussten, dass es keine Wunden geben würde, die man zeigen könnte, und dass das der Grund war, weshalb man eben deshalb besonders präzise zielte. Als James aufstand, streckte er die Hand aus, und Stephen ergriff sie mit einem Griff, der eine Sekunde zu lang war. Es war kein aggressiver Griff, eher die stille Behauptung eines Territories, wie ein Satz, der absichtlich ohne Schlusszeichen endet. „Wir sollten das zur Gewohnheit machen", sagte Stephen. Der Satz hatte je nach Betonung zwei vollkommen verschiedene Bedeutungen. „Sehr gerne", antwortete James, „obwohl ich Sie vorwarnen muss, dass bei mir weder das Teeservice noch die Keksdose mithalten können – nur Kaffee, der Mineralwasserkaffeekaffeevariante aus dem Norden, die ich mir trotz Oxford noch nicht habe austreiben lassen." Er stand an der Tür, die Hand am Knauf. Dann drehte er sich mit einem Lächeln um, das Stephen weder als freundlich noch als feindlich hätte kategorisieren können, was vielleicht seine eigentliche Qualität war: „Die Kekse, anbei bemerkt, waren wirklich außergewöhnlich. Ein altes Familienrezept?" „Von meiner Mutter", sagte Stephen. „Aus Indien?", sagte James – nicht fragend, eher feststellend, mit dem Tonfall eines Mannes, der eine Recherche abschließt. Die Tür fiel zu mit dem leisen, präzisen Klicken, das in der Stille der Wohnung eine Weile nachklang. Stephen blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James auf der Straße auftauchte, ohne Hast, ohne zurückzublicken. James wirkte wie jemand, der das Ergebnis eines Nachmittags bereits eingeordnet hat, bevor er die Tür hinter sich zuzog. Er wischte mit zwei Fingern eine kaum sichtbare Spur von Kekskrümeln vom Revers seines Jacketts. Es war eine Geste, die er nicht beabsichtigt hatte und über deren Bedeutung er nicht nachdachte, vielleicht gerade deshalb die aufschlussreichste Geste des ganzen Nachmittags. Dann lächelte er, kurz und fast ungern, wie ein Eingeständnis, das man sich selbst gegenüber macht, wenn niemand zuschaut. Der Mann war gut, besser vielleicht, als die Stelle es verlangt hätte, und das, was sich heute zwischen ihnen ereignet hatte, war weder Niederlage noch Sieg, sondern der Beginn von etwas, für das er noch keinen Namen hatte, aber das er mit der ruhigen Aufmerksamkeit eines Mannes beobachten würde, dem die langen Spiele die liebsten waren. == 76 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Mike verliert seinen Job. Er war Vertriebsleiter in einer großen Firma. Jetzt hat er kein Gehalt mehr. Sein Geld ist fast weg. Er weiß nicht, was er tun soll. Dann denkt er an seinen Vater. Sein Vater war Tischler. Er ist vor einem Jahr gestorben. Seine Werkstatt steht leer. Mike fährt hin und schaut sich die Werkstatt an. Es regnet. Die Tür ist verschlossen. Mike hat ein Brecheisen dabei. Er öffnet das Schloss damit. Die Tür quietscht laut. Drinnen ist es dunkel und staubig. Es gibt viele Spinnweben. Aber Mike sieht auch die alte Hobelbank seines Vaters. An der Wand hängt ein Schild. Darauf steht: „Hier entsteht was Neues." Mike lächelt ein bisschen. Seine Freundin Sarah kommt zu ihm. Sie ist Lehrerin. Sie hält einen Mietvertrag in der Hand. „Drei Monate ohne Miete", sagt sie. „Danach schaffst du das." Mike nickt. Er beginnt, die Werkstatt sauber zu machen. Sein Freund Tom hilft ihm. Tom ist Elektriker und immer lustig. Sie schleppen alten Müll raus. Tom repariert die Lampen. Mike repariert die Maschinen. Nach zwei Wochen bekommt Mike den ersten Auftrag. Ein Startup braucht zwanzig Couchtische. Das ist viel Arbeit, aber Mike ist froh. Er arbeitet jeden Tag sehr lange. Dann passiert ein Problem. Die Holzplatten sind verzogen. Viele Tische sind nicht gut. Mike ist sehr wütend. Er schlägt mit den Fäusten auf die Werkbank. Tom kommt mit zwei Tassen Kaffee. Er bringt auch einen Elektrohobel mit. „Wir reparieren das jetzt", sagt Tom. Sie arbeiten die ganze Nacht. Um drei Uhr morgens sind neunzehn Tische fertig. Sarah bringt ihnen Pizza. Sie hat auch eine Nachricht vom Kunden dabei. Der Kunde schreibt: „Lieferung nächste Woche ist okay." Mike atmet tief durch. Er schläft kurz auf der alten Couch in der Werkstatt. Am nächsten Morgen liefern sie die Tische aus. Der Kunde ist zufrieden. Mike bekommt sein Geld. Er kauft neues Holz und neue Werkzeuge. Im Dezember gibt es einen kleinen Weihnachtsmarkt in der Stadt. Mike stellt seine neuen Barhocker dort aus. Er hat sie selbst entworfen. Zuerst kommt niemand zu seinem Stand. Mike ist enttäuscht. Aber dann kommt ein älterer Herr. Der Mann schaut die Stühle lange an. Er sagt: „Die sind schön gemacht." Er braucht zwölf Stühle für ein Seniorenheim. Mike sagt: „Die ersten fünf gebe ich umsonst, wenn sie gut sind." Der Mann lacht und gibt ihm sofort Geld. Mike kann es kaum glauben. Er ruft Sarah an. „Es funktioniert", sagt er. Sarah freut sich sehr. Ein Jahr später ist die Werkstatt viel größer. Über der Tür hängt ein neues Schild aus Holz. Darauf steht: „Mikes Tischlerei." Heute lädt Mike einen großen Lkw. Ein Hotel hat viele Möbel bestellt. Sarah und Tom helfen beim Beladen. Die Sonne geht gerade auf. Mike wischt sich den Schweiß von der Stirn. „Das war erst Schritt eins", sagt er. Sarah lacht. „Dann weiter", sagt sie. Der Lkw fährt los. Die roten Rücklichter verschwinden langsam in der Morgendämmerung. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Mike hatte seinen Job als Vertriebsleiter verloren, und sein Konto war fast leer. Er saß am Küchentisch und starrte auf den Brief der Firma. Sarah legte ihre Hand auf seine Schulter und sagte nichts. Erst nach einer langen Pause stand Mike auf und holte seinen Mantel. Er wusste, was er tun wollte. Die Werkstatt seines Vaters stand seit einem Jahr leer. Der Vater war plötzlich gestorben, und niemand hatte sich um die Garage gekümmert. Mike fuhr mit dem Auto hin, obwohl es regnete und kalt war. Er stand vor der schweren Metalltür und hielt das Brecheisen fest in der Hand. Das Schloss war alt und rostig, aber nach ein paar Versuchen gab es nach. Die Tür quietschte laut, als Mike sie aufdrückte. Drinnen roch es nach Holz, Öl und altem Staub. Spinnweben hingen von der Decke, und die Fenster waren schmutzig. Trotzdem fühlte sich Mike seltsam ruhig in diesem Raum. An der Wand hing noch das alte Schild seines Vaters: „Hier entsteht was Neues." Mike las es zweimal und dachte lange darüber nach. Sarah kam eine Stunde später mit einem Mietvertrag in der Hand. Der Vermieter hatte ihr drei Monate Mietfreiheit angeboten. „Das ist deine Chance", sagte sie, „aber du musst sie wirklich nutzen." Mike unterschrieb den Vertrag noch am selben Abend. In den nächsten Tagen half Tom beim Aufräumen. Tom war Elektriker und Mikes bester Freund seit der Schulzeit. Er reparierte die alten Lampen und zog neue Kabel durch die Wände. Mike schleppte kaputte Maschinen nach draußen und reinigte jede Ecke der Werkstatt. Nach einer Woche sah der Raum schon ganz anders aus. Den ersten richtigen Auftrag bekam Mike über eine kleine Anzeige im Internet. Ein junges Startup brauchte zwanzig Couchtische für sein neues Büro. Mike war nervös, aber er sagte sofort zu. Er arbeitete jeden Tag früh bis spät und kaufte das Holz mit seinem letzten Geld. Doch kurz vor der Lieferung bemerkte er, dass mehrere Platten sich verzogen hatten. Er stand vor der Werkbank und ballte die Fäuste, ohne ein Wort zu sagen. Tom kam mit zwei Bechern Kaffee und einem Elektrohobel unter dem Arm. „Heulen später", sagte er, „jetzt schleifen wir." Sie arbeiteten die ganze Nacht durch, bis neunzehn Tische wirklich gut aussahen. Sarah brachte gegen Mitternacht Pizza und eine kurze Nachricht vom Kunden. Der Kunde schrieb, dass die Lieferung auch nächste Woche noch in Ordnung sei. Mike lehnte sich an die Wand und schloss kurz die Augen. Die Tische wurden pünktlich geliefert, und der Kunde zahlte ohne Probleme. Mit dem Geld kaufte Mike besseres Holz und ein neues Werkzeug. Er begann, eigene Möbel zu entwerfen, die er nirgendwo so gesehen hatte. Besonders die Barhocker, die er in einem Skizzenbuch gezeichnet hatte, gefielen ihm selbst sehr gut. Im Dezember gab es in der Innenstadt einen kleinen Weihnachtsmarkt. Mike mietete einen Stand und stellte seine Barhocker aus. Die ersten Stunden waren schwierig, weil kaum jemand stehen blieb. Mike trank seinen kalten Kaffee und wartete geduldig. Gegen Abend sprach ihn ein älterer Herr mit ruhiger Stimme an. Der Mann betrachtete jeden Hocker sorgfältig und fragte nach dem Preis. Dann sagte er, dass er zwölf Stühle für ein Seniorenheim brauche. Mike überlegte kurz und antwortete: „Die ersten fünf gebe ich umsonst, wenn sie wirklich halten." Der Mann lachte leise und legte sofort Geld auf den Tisch. Mike rief Sarah noch auf dem Weihnachtsmarkt an. „Es hat geklappt", sagte er, und seine Stimme klang anders als sonst. Ein Jahr später stand Mike vor seiner Werkstatt und betrachtete das neue Holzschild über der Tür. „Mikes Tischlerei" stand dort in klaren Buchstaben. Sarah und Tom halfen ihm, einen großen Lieferwagen mit Möbeln für eine Hotelkette zu beladen. Die Sonne ging gerade auf, und die Luft war frisch und kühl. Mike wischte sich den Schweiß von der Stirn und sah auf die fertig beladene Ladefläche. „Das war erst Schritt eins", sagte er. Sarah grinste und kletterte auf den Beifahrersitz. „Dann weiter", sagte sie. Der Wagen fuhr langsam die Straße hinunter, und die roten Rücklichter verschwanden in der hellen Morgendämmerung. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Als Mike den Kündigungsbrief seiner Firma in den Händen hielt, spürte er, wie sich etwas in ihm verschob. Es war nicht Panik, sondern eine seltsame, kühle Leere. Er hatte drei Jahre lang alles in diese Stelle gesteckt: Überstunden, Wochenenden, Kompromisse. Jetzt war es vorbei, mit einem einzigen Satz auf weißem Papier. Sarah saß ihm gegenüber am Küchentisch und beobachtete ihn, ohne zu fragen. Sie kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass er reden würde, wenn er bereit war. Nach einer langen Stille faltete Mike den Brief zusammen und steckte ihn in die Schublade. „Ich fahre zur Werkstatt meines Vaters", sagte er, und das war alles. Die Garage lag am Stadtrand, zwischen einem Reifenhändler und einem verlassenen Lagerhaus. Seit dem Tod seines Vaters hatte niemand sie mehr betreten. Mike parkte den Wagen im Regen, zog den Kragen hoch und betrachtete die verrosteten Vorhängeschlösser. Die Schlösser wirkten, als hätten sie nie jemanden draußen halten müssen, sondern nur die Zeit drinnen festhalten wollen. Er stemmte das Brecheisen an. Nach ein paar kräftigen Versuchen gab das Metall nach. Der erste Schritt in die Werkstatt fühlte sich merkwürdig vertraut an, obwohl er seit Jahren nicht mehr hier gewesen war. Der Geruch von Holzstaub und Maschinenöl hatte sich in die Wände gefressen wie etwas, das nicht vergehen will. An der hinteren Wand hing noch das handgeschriebene Schild seines Vaters, schief und verblasst, aber noch lesbar. Auf dem Schild stand: „Hier entsteht was Neues." Mike stand lange davor und dachte daran, wie oft sein Vater diesen Satz wohl selbst gebraucht hatte. Sein Vater hatte ihn wohl gebraucht, wenn etwas nicht klappte. Sarah kam am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag, den sie über einen Bekannten organisiert hatte. Der Mietvertrag bot drei Monate mietfrei, danach einen fairen Preis. „Der Vermieter weiß, dass du anfängst", sagte sie. „Er will nicht, dass du gleich zu Beginn versinkst." Mike unterschrieb, ohne lange zu zögern. Er wusste, dass er zögern würde, wenn er erst anfing nachzudenken. Tom erschien am Wochenende mit seinem Transporter, einem Werkzeugkoffer und der Energie eines Menschen. Es war die Energie eines Menschen, der für andere gerne anpackt. Er war Elektriker. Er kannte keine Arbeit, bei der man nicht irgendwie helfen konnte. Während Mike die kaputten Maschinen auseinandernahm und die Werkbank schmirgelte, zog Tom neue Leitungen. Tom brachte Licht in die dunklen Ecken der Garage. Nach drei Tagen sah die Werkstatt nicht mehr aus wie ein Ort, der aufgegeben worden war. Sie sah aus wie ein Ort, der gerade aufgewacht ist. Den ersten Auftrag fand Mike über eine kleine Anzeige, die er spätabends ins Internet gestellt hatte. Er hatte keine großen Erwartungen. Ein junges Technologieunternehmen suchte zwanzig Couchtische für sein neues Büro. Die Couchtische sollten schlicht, modern und schnell lieferbar sein. Mike rief sofort zurück, nannte einen Preis, der kaum Gewinn ließ, und sagte zu. Er kaufte das Holz mit dem letzten Geld auf seinem Konto und arbeitete von früh morgens bis tief in die Nacht. Er konnte sich keinen Fehler leisten. Doch genau dieser Fehler passierte trotzdem: kurz vor der Fertigstellung bemerkte er, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Wärme verzogen hatten. Die Platten ließen sich nicht mehr verwenden. Er stand vor dem Schaden und sagte nichts. Ihm fielen keine Worte ein, die der Situation gerecht geworden wären. Tom kam mit Kaffee, sah Mikes Gesicht, stellte die Becher ab und sagte: „Jetzt nicht denken – jetzt schleifen." Sie arbeiteten bis drei Uhr morgens und retteten neunzehn der zwanzig Tische. Den zwanzigsten legten sie zur Seite, ohne ein weiteres Wort darüber zu verlieren. Sarah brachte gegen Mitternacht Essen und eine kurze Nachricht des Kunden. Der Kunde hatte geschrieben, dass eine Woche Verzögerung kein Problem sei. Mike aß, ohne zu schmecken. Er schlief zwei Stunden auf dem alten Sofa, das noch aus der Zeit seines Vaters stammte. Die Lieferung verlief problemlos, der Kunde war zufrieden, und das Geld kam pünktlich auf dem Konto an. Mike bestellte sofort neues Material und begann parallel dazu, eigene Entwürfe zu zeichnen. Diese Entwürfe hatte er seit Wochen im Kopf: eine Barhockerserie, die einfach und solide aussehen sollte, ohne billig zu wirken. Er sägte, hobelte und schliff, bis jedes Stück so war, wie er es sich vorgestellt hatte. Im Dezember mietete er einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt und stellte sechs Barhocker aus. Er hatte nicht viel Hoffnung, aber das Gefühl, dass man Dinge manchmal einfach ausprobieren muss. Die ersten Stunden verliefen ernüchternd. Die Leute liefen vorbei, blickten kurz hin und gingen weiter. Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich jedes Stück gründlich ansah. Er stellte Fragen, die zeigten, dass er etwas davon verstand. Er leitete ein Seniorenheim am anderen Ende der Stadt. Er suchte stabile, handgemachte Stühle für den neuen Gemeinschaftsraum. „Zwölf Stück", sagte er. „Wenn der Preis stimmt." Mike dachte einen Moment nach und antwortete: „Die ersten fünf gebe ich umsonst ab, wenn sie nach drei Monaten noch so stehen wie heute." Der Mann sah ihn an, lachte kurz auf und legte eine Anzahlung auf den Tisch. Mike rief Sarah noch auf dem Marktplatz an, im Lärm der Weihnachtsmusik und des Gedränges. Er sagte nur: „Es läuft." Ein Jahr später stand vor der Werkstatt ein Lieferwagen, beladen mit Möbeln für eine mittelgroße Hotelkette. Mike hatte die Hotelkette über einen Kontakt des Seniorenheims gefunden. Über der Tür hing ein neues Schild aus massiver Eiche. Tom hatte es am Wochenende aufgehängt: „Mikes Tischlerei", in klaren, gebrannten Buchstaben. Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, als Mike die letzte Kiste festzurrte. Dann richtete er sich auf. Er wischte sich die Hände an der Arbeitshose ab. Einen Moment lang betrachtete er das Schild, den Wagen und die Straße davor. „Das war erst Schritt eins", sagte er halblaut. Er sagte es mehr zu sich selbst als zu den anderen. Sarah kletterte auf den Beifahrersitz und rief durch das offene Fenster: „Dann weiter." Tom startete den Motor. Der Wagen rollte langsam die Straße hinunter, bis die roten Rücklichter in der Helligkeit des frühen Morgens verschwanden. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog und die wenigen Sätze las, die drei Jahre Arbeit mit einem einzigen Absatz für beendet erklärten, bemerkte er, dass ihn nicht die Nachricht selbst traf. Ihn traf die vollständige Gleichgültigkeit, mit der das Papier formuliert worden war, als hätte er nie mehr als eine Nummer in einer Tabelle bedeutet. Sarah saß ihm gegenüber und beobachtete sein Gesicht mit der stillen Aufmerksamkeit eines Menschen, der weiß, dass jedes Wort in diesem Moment zu viel wäre. So blieben sie eine Weile in der Küche sitzen, während draußen der Regen gegen die Scheibe schlug und die Uhr an der Wand gleichmäßig weiterging. Mike legte den Brief auf den Tisch, ohne ihn zu falten, stand auf und sagte, er werde zur Werkstatt seines Vaters fahren. Das war kein Plan, sondern die einzige Richtung, die sich in diesem Moment richtig anfühlte. Die Garage am Stadtrand hatte seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr niemand mehr betreten, und als Mike im Regen vor den verrosteten Vorhängeschlössern stand, überkam ihn das eigenartige Gefühl, dass dieser Ort auf ihn gewartet hatte. Er hatte nicht mit Ungeduld gewartet, sondern mit der ruhigen Beharrlichkeit alter Dinge, die gelernt haben, dass Zeit keine Bedrohung ist. Er stemmte das Brecheisen unter den Bügel des ersten Schlosses. Nach mehreren kräftigen Versuchen gab das verrostete Metall mit einem dumpfen Knacken nach, das in der regennassen Stille lauter klang, als es sein durfte. Der erste Schritt durch die quietschende Tür führte ihn in einen Raum, der nach Holzstaub, altem Maschinenöl und etwas roch, das sich nur als die Zeit selbst beschreiben ließ. Es war jene schwere, angesammelte Stille von Orten, an denen lange gearbeitet worden war und die diese Arbeit in ihren Wänden aufgespeichert haben wie ein Körper eine alte Gewohnheit. Spinnweben hingen zwischen den Regalen, die Fensterscheiben waren grau vor Schmutz, und eine verbeulte Hobelbank stand noch genau dort, wo sie immer gestanden hatte. Die Hobelbank wirkte, als hätte sein Vater sie gestern zuletzt benutzt. An der hinteren Wand hing das handgeschriebene Schild, schief und vom Licht ausgeblichen, aber mit Buchstaben, die noch klar genug waren, um zu lesen: „Hier entsteht was Neues". Es war ein Satz, der Mike früher kindisch vorgekommen war und der ihm jetzt, in diesem Moment, wie eine Ansage klang. Sarah erschien am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag, den sie über einen Bekannten organisiert hatte, der den alten Vermieter kannte. Sie legte das Papier auf die Hobelbank mit der knappen Bemerkung, dass drei Monate Mietfreiheit keine Einladung zum Zögern seien, sondern eine Frist. Mike las den Vertrag einmal durch, nahm den Stift und unterschrieb. Er unterschrieb, bevor der Teil seines Gehirns, der Risiken auflistet, die Oberhand gewinnen konnte. Tom kam am Samstag mit seinem Transporter, einem vollgepackten Werkzeugkoffer und der unerschütterlichen Bereitschaft, anzupacken, ohne erst zu fragen warum. Das hatte Mike an ihm immer mehr geschätzt als alles andere. Während Tom die defekten Stromleitungen freielegte und neue Kabel durch die Decke zog, zerlegte Mike die alten Maschinen, prüfte, was sich reparieren ließ, und entschied mit der Kaltblütigkeit eines Menschen, der kein Geld für Sentimentalität übrig hat. Er entschied, was auf den Sperrmüll gehörte. Nach drei Tagen intensiver, schweigender Arbeit hatte die Werkstatt aufgehört, wie ein Ort auszusehen, der verlassen worden war. Stattdessen begann sie, wie ein Ort zu wirken, der gerade im Begriff ist, etwas zu werden. Der erste ernsthafte Auftrag kam über eine Kleinanzeige, die Mike spätabends ins Internet gestellt hatte, ohne daran zu glauben, dass sich innerhalb von vierundzwanzig Stunden jemand melden würde. Doch am nächsten Mittag rief eine junge Frau von einem Technologieunternehmen an, das zwanzig Couchtische für sein neues Büro brauchte, schlicht, modern und innerhalb von drei Wochen lieferbar. Mike nannte einen Preis, der ihm kaum Gewinn ließ, weil er wusste, dass er sich mit diesem Auftrag beweisen musste – nicht dem Kunden gegenüber, sondern sich selbst. Noch am selben Nachmittag kaufte er das Holz, obwohl sein Konto danach fast leer war und er sich keine zweite Bestellung hätte leisten können, wenn etwas schiefgegangen wäre. Es ging etwas schief: Wenige Tage vor der Fertigstellung stellte Mike fest, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Werkstattwärme verzogen hatten und nicht mehr zu verwenden waren. Dieser Moment – das stille Stehen vor dem Schaden, die Berechnung der Zeit und des fehlenden Geldes im Kopf – war der erste, in dem er wirklich daran zweifelte, ob er das durchhalten konnte. Tom kam mit zwei Bechern Kaffee, sah, was passiert war, stellte die Becher auf die Werkbank und sagte: „Heulen später, schleifen jetzt." Das war keine Aufmunterung, sondern ein Befehl, und genau das brauchte Mike in diesem Moment. Sie arbeiteten ohne Pause bis tief in die Nacht und retteten neunzehn der zwanzig Tische. Als Sarah gegen Mitternacht mit Essen kam und beiläufig erwähnte, dass der Kunde geschrieben habe, eine Woche Verzögerung sei völlig in Ordnung, ließ Mike sich auf das alte Sofa fallen und schloss die Augen, ohne ein Wort zu sagen. Die Lieferung verlief reibungslos, das Geld kam pünktlich, und Mike reinvestierte es sofort in besseres Material und ein neues Werkzeug. Er hatte verstanden, dass jeder Auftrag nicht nur Umsatz, sondern eine Gelegenheit war, die nächste Arbeit besser zu machen als die vorherige. Parallel dazu begann er, eine eigene Barhockerserie zu entwerfen, deren Skizzen er seit Wochen in einem Notizbuch gesammelt hatte. Es waren Linien und Maßangaben, die nachts entstanden waren, wenn er nicht schlafen konnte, und die er nun in der Werkstatt in Holz übersetzte, Stück für Stück, mit einer Sorgfalt, die er sich bei Auftragsarbeiten selten leisten konnte. Im Dezember mietete er einen kleinen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt, stellte sechs Barhocker aus und wartete. Die Stunden vergingen, und die meisten Leute streiften seinen Stand mit einem kurzen Blick und gingen weiter, als wären Holzmöbel zwischen Glühweinständen und Wollmützen eine zu ernste Sache. Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich Zeit nahm für jeden einzelnen Hocker, die Verbindungen prüfte, die Oberfläche befühlte und Fragen stellte, die zeigten, dass er wusste, wovon er sprach. Schließlich erklärte er, er leite ein Seniorenheim und suche stabile, würdevoll gemachte Stühle für einen neu eingerichteten Gemeinschaftsraum. Mike hörte zu, dachte einen Moment nach und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Berechnung, wenn sie nach drei Monaten noch genauso stehen wie heute." Es war ein Angebot, das keine Großzügigkeit war, sondern das ruhige Vertrauen eines Handwerkers in seine eigene Arbeit. Der Herr sah ihn einen Augenblick lang an und lachte leise auf, als hätte er lange niemanden mehr so reden hören. Dann legte er eine Anzahlung auf den Tisch. Ein Jahr später stand ein Lieferwagen vor der erweiterten Werkstatt, beladen mit einem Großauftrag für eine Hotelkette, die Mike über einen Kontakt des Seniorenheims gefunden hatte. Über der Tür hing ein neues Schild aus massiver Eiche, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte: „Mikes Tischlerei", in Buchstaben, die aussahen, als hätten sie immer dort gehangen. Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, als Mike die letzte Ladung festzurrte, sich aufrichtete und einen Moment lang stillhielt. Er hatte den Blick auf das Schild, den Wagen und die leere Straße davor gerichtet, als wollte er sich diesen Zustand einprägen, bevor er aufhörte, neu zu sein. „Das war erst Schritt eins", sagte er, halblaut, mit einer Stimme, die keine Erschöpfung mehr hörte. In dieser Stimme lag etwas, das sich nach Anfang anfühlte. Sarah rief durch das offene Fenster des Beifahrersitzes: „Dann weiter." Tom startete den Motor, der Wagen rollte langsam die Straße hinunter. Die roten Rücklichter lösten sich in der Helligkeit des frühen Morgens auf, als wäre der Tag groß genug, um alles zu schlucken, was noch kommen würde. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog und die wenigen, bürokratisch glatten Sätze las, die drei Jahre gelebter Arbeit mit der Präzision eines Buchhalters für beendet erklärten, traf ihn nicht die Nachricht selbst. Ihn traf die vollständige Abwesenheit jedes menschlichen Tons in diesen Zeilen, die sachliche Sauberkeit eines Schreibens, das so formuliert war, als hätte nie ein Mensch dahintergesteckt, der morgens früh aufgestanden war, der Deadlines durchgearbeitet und Kompromisse geschluckt hatte, die ihm jedes Mal ein kleines Stück von dem abverlangten, was er sich ursprünglich einmal vorgenommen hatte. Sarah saß ihm gegenüber, die Hände um ihre Kaffeetasse gelegt, und ließ ihn lesen, ohne ein Wort zu sagen, weil sie ihn gut genug kannte, um zu wissen, dass Sprache in diesem Moment nicht trösten, sondern nur stören würde. Er brauchte Zeit, nicht für die Nachricht selbst, die er längst geahnt hatte, sondern für den Übergang von dem, was gewesen war, zu dem, was jetzt, ob er wollte oder nicht, beginnen musste. Er legte das Papier auf den Tisch, betrachtete es einen Moment lang, als wäre es ein Gegenstand, der ihm nicht gehörte, und sagte dann, er werde zur Werkstatt seines Vaters fahren. Das war kein Satz, der eine Erklärung anbot oder eine Bitte um Zustimmung enthielt, sondern die knappe Benennung einer Richtung, die sich aus einem inneren Wissen heraus ergab, das älter war als jede rationale Überlegung. Die Garage am Stadtrand war seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr unberührt geblieben, und als Mike im Regen davor stand, die Hände in den Jackentaschen, den Blick auf die verrosteten Vorhängeschlösser gerichtet, überkam ihn das seltsame Gefühl, dass dieser Ort nicht einfach auf ihn gewartet hatte wie ein Zimmer auf seinen Bewohner. Er hatte gewissermaßen schon immer auf diesen Moment hingearbeitet, auf diese Sekunde, in der Mikes Leben außen leer genug sein würde, um für das, was hier drinnen schlief, endlich Platz zu bieten. Er stemmte das Brecheisen unter den Bügel des ersten Schlosses. Nach mehreren harten Versuchen gab das Metall nach mit jenem dumpfen, fast tierischen Knacken, das in der Stille des Regens lauter klang als beabsichtigt, als hätte der Ort selbst auf dieses Signal gewartet, um sich zu öffnen. Der erste Schritt durch die quietschende Metalltür führte ihn in eine Atmosphäre, die sich weniger wie das Innere einer Garage anfühlte als wie das Innere einer alten Erinnerung. Es war eine Atmosphäre aus Holzstaub, Maschinenöl und jenem schwer zu benennenden Grundton vergangener Arbeit, der sich in Wände und Böden einschreibt wie eine Schrift, die kein Auge liest, aber jeder Körper sofort versteht, der diesen Raum je gekannt hat. Die Hobelbank seines Vaters stand noch genau dort, wo sie immer gestanden hatte, die Oberfläche genarbt und verkratzt von Jahrzehnten handwerklicher Arbeit. Daneben hing das handgeschriebene Schild, schief, ausgeblichen, mit Buchstaben, die die Zeit zu einer Art Flüstern gedämpft hatte, ohne ihnen jedoch ihre Lesbarkeit zu nehmen: „Hier entsteht was Neues" – ein Satz, den Mike als Kind nie gemocht hatte, weil er ihm selbstgefällig vorkam, und der ihm jetzt, in dieser regennassen Stille, wie das konzentrierteste Programm erschien, das ein Mensch für sein Leben formulieren kann. Sarah erschien am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag unter dem Arm, den sie über einen gemeinsamen Bekannten organisiert hatte, der den Vermieter kannte. Sie legte das Papier mit der beiläufigen Bestimmtheit auf die Hobelbank, die ihr eigen war, wenn sie etwas für entschieden hielt: drei Monate mietfrei, danach ein fairer monatlicher Betrag, der klein genug war, um nicht zu erdrücken, aber groß genug, um keinen Raum für Träumerei zu lassen. Mike las den Vertrag mit der Akribie eines Menschen, der gelernt hat, dass die gefährlichen Sätze immer im Kleingedruckten stehen, fand nichts Bedenkliches, nahm den Stift und unterschrieb. Er unterschrieb, bevor der analytische Teil seines Gehirns, der Risiken wie Dominosteine aufzählt und dabei immer vergisst, nach dem letzten zu fragen, das Wort ergreifen konnte. Tom erschien am Samstag mit seinem Transporter, beladen mit Werkzeug, Kabeln und der unerschöpflichen, etwas ruppigen Hilfsbereitschaft eines Mannes, der Freundschaft als Verb versteht und nicht als Zustand. Tom fragte nie, ob er gebraucht wurde, weil er es einfach sah. Während Tom die alten Leitungen freielegte, neue zog und dabei unaufhörlich Kommentare über den Zustand der Elektroinstallation abgab, die er abwechselnd als kriminell und kreativ bezeichnete, zerlegte Mike die Maschinen mit der kühlen Systematik eines Chirurgen. Mike unterschied zwischen dem, was noch zu retten ist, und dem, was gehen muss, und kannte keine sentimentalen Ausnahmen und durfte auch keine kennen, wenn das Ergebnis funktionieren sollte. Nach drei Tagen hatte die Werkstatt aufgehört, ein Ort zu sein, der aufgegeben wirkte. Stattdessen begann sie, jene eigenartige Energie auszustrahlen, die Räume haben, in denen etwas Konkretes im Begriff ist zu entstehen – eine Spannung zwischen dem, was noch fehlt, und dem, was sich bereits ankündigt. Den ersten ernsthaften Auftrag brachte eine Kleinanzeige, die Mike spätabends und ohne große Erwartung ins Internet gestellt hatte. Schon am nächsten Mittag brachte sie eine junge Frau von einem Technologieunternehmen dazu anzurufen, die zwanzig Couchtische bestellte, schlicht und modern, innerhalb von drei Wochen lieferbar, und dabei in einem Ton sprach, der klarstellte, dass sie an Handwerk gewöhnt war, das hält, nicht an Möbeln, die gut aussehen, bis die erste Rechnung bezahlt ist. Mike nannte einen Preis, der ihm kaum Gewinn ließ, weil er wusste, dass dieser erste Auftrag keine kommerzielle Transaktion war, sondern eine Beweisprobe, die er in erster Linie vor sich selbst ablegen musste. Er kaufte noch am selben Nachmittag das Holz, obwohl er damit sein Konto auf einen Stand brachte, der keine zweite Chance mehr erlaubt hätte, und arbeitete die folgenden Tage mit einer Konzentration, die er in seinem alten Job nie hatte aufbringen können, weil dort das Scheitern abstrakt war und hier mit den Händen zu greifen. Das Scheitern ließ sich trotzdem nicht aussperren: Wenige Tage vor der Fertigstellung erkannte Mike, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Werkstattwärme irreparabel verzogen hatten. Dieser Moment des stillen Stehens vor dem Schaden, des inneren Berechnens von Zeit, Geld und Spielraum, von denen keiner mehr vorhanden war, war der erste, in dem er ernsthaft an sich zweifelte – nicht an seinen Fähigkeiten, sondern an dem blinden Glauben, mit dem er in diese Sache hineingelaufen war, als wäre Entschlossenheit allein eine ausreichende Versicherung gegen die Tücken des Materials. Tom trat durch die Tür, sah die Lage, stellte die beiden Kaffeebecher ab und sagte mit der mühelosen Trockenheit eines Menschen, für den Probleme vor allem Handlungsbedarf sind: „Heulen später, schleifen jetzt." Das war kein Versuch einer Aufmunterung, sondern ein Befehl, der genau deshalb funktionierte, weil er keinen Raum für Widerspruch und keinen für Selbstmitleid ließ. Sie arbeiteten bis weit nach Mitternacht und retteten neunzehn der zwanzig Tische mit einer Sorgfalt, die der Erschöpfung zum Trotz nicht nachließ. Als Sarah kurz vor ein Uhr mit Essen erschien und nebenbei erwähnte, dass der Kunde eine Woche Verzögerung ausdrücklich für unproblematisch erklärt habe, ließ Mike sich auf das alte Sofa fallen und schloss die Augen, ohne etwas zu sagen, weil er alles Wesentliche bereits gesagt hatte mit dem, was er in den letzten Stunden getan hatte. Die Lieferung verlief reibungslos, und mit dem eingehenden Geld kaufte Mike sofort besseres Material, weil er verstand, dass jeder abgeschlossene Auftrag nicht das Ende einer Anstrengung war, sondern das Fundament der nächsten. Er verstand auch, dass die Qualität der Mittel über kurz oder lang die Qualität der Arbeit widerspiegelt wie ein Spiegel, der nicht lügt. Parallel dazu übersetzte er eine Barhockerserie aus seinen nächtlichen Skizzen in Holz und Handwerk. Diese Entwürfe waren in schlaflosen Nächten entstanden, wenn die Werkstatt im Dunkeln lag und sein Kopf weiterarbeitete, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass der Körper längst Pause beantragt hatte. Im Dezember stand er mit sechs Barhockern auf einem kleinen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt und beobachtete stundenlang, wie die Leute seinen Stand mit dem gleichmäßig wandernden Blick streiften. Mit diesem Blick geht man an Dingen vorbei, die man nicht gesucht hat und daher auch nicht zu finden bereit ist. Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich Zeit nahm auf eine Art, die signalisierte, dass er wusste, was er tat. Er prüfte die Verbindungen, befühlte die Oberflächen und stellte Fragen, die kein Halbwissen verrieten, und erklärte schließlich, er leite ein Seniorenheim und suche Stühle, die nicht nur halten, sondern auch würdevoll genug seien, um in einem Raum zu stehen, in dem alte Menschen den größten Teil ihres Tages verbringen. Mike hörte zu, ließ eine kurze Stille entstehen und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Rechnung, wenn sie nach drei Monaten noch genauso stehen wie heute." Das Angebot war keine Geste der Großzügigkeit, sondern der ruhige Ausdruck eines Handwerkers, der in seine Arbeit nicht aus Überzeugung investiert, weil ihm nichts anderes übrig bleibt, sondern weil er begonnen hat zu verstehen, was sein Vater mit diesem verblichenen Schild gemeint hatte. Der Herr sah ihn einen Moment lang an und lachte dann leise, mit der Wärme eines Menschen, dem lange niemand mehr so begegnet war. Dann legte er eine Anzahlung auf den Tisch, ohne über den Preis zu verhandeln. Ein Jahr später stand Mike vor der erweiterten Werkstatt, deren Tür jetzt ein Schild aus massiver Eiche zierte, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte – „Mikes Tischlerei" in klaren, tiefen Buchstaben, die aussahen, als hätten sie nie gefehlt. Sarah und Tom luden währenddessen den letzten Auftrag für eine Hotelkette auf den Lieferwagen, einen Großauftrag, der über einen Kontakt des Seniorenheims entstanden war, wie so vieles, was wächst, nicht durch Planung, sondern durch die stille Logik von Qualität, die sich von Mund zu Mund bewegt, schneller als jede Anzeige es könnte. Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, das Morgenlicht fiel schräg auf die Ladefläche, auf das Holz, auf die Gesichter, und Mike hielt für einen Moment inne. Er hatte die Hände an der Abdeckplane und den Blick auf nichts Bestimmtes gerichtet, so als wollte er diesen Zustand in der Erinnerung verankern, bevor er aufhörte, der Anfang von etwas zu sein, und zu einem von vielen Morgen in einer Geschichte wurde, die weiterging. „Das war erst Schritt eins", sagte er, mit einer Stimme, in der keine Erschöpfung mehr zu hören war. In dieser Stimme lag jene bestimmte Ruhe, die Menschen haben, die gelernt haben, dass Anfangen keine einmalige Entscheidung ist, sondern eine Haltung, die man jeden Morgen neu einnimmt. Sarah rief durch das offene Fenster: „Dann weiter." Tom startete den Motor, der Wagen setzte sich in Bewegung, und die roten Rücklichter wanderten langsam die Straße hinunter. Das Licht des frühen Morgens schluckte sie wie alles andere, das bereit ist, irgendwohin zu gehören. == 77 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Iwan kommt im November an. Es regnet. Die Straße ist nass und dunkel. Das Haus steht am Rand der Stadt. Es ist aus Holz. Die Farbe ist grau und alt. Iwan steht vor der Tür. Er hat einen Schlüssel. Der Schlüssel passt nicht. Das Schloss ist neu. Iwan schaut auf das Haus. Ein Fenster ist offen. Er klettert hinein. Innen ist es kalt. Es riecht nach altem Rauch. Iwan stellt seinen Koffer ab. Er setzt sich auf einen Stuhl. Seine Mutter ist tot. Er muss das Haus räumen. Er ist müde. Am Abend klopft es an die Tür. Eine Frau steht draußen. Sie heißt Katja. Sie wohnt nebenan. Sie bringt ein Glas Konfitüre. Sie kommt herein. Sie sagt kein Hallo. Sie setzt sich auf die Bank am Ofen. Iwan macht Tee. Der Samowar summt leise. Katja schaut aus dem Fenster. Sie sagt: Mein Bruder ist weg. Iwan fragt: Wohin? Sie sagt: Nach Moskau. Vor zehn Jahren. Iwan schweigt. Katja trinkt ihren Tee. Sie geht ohne Abschied. Am nächsten Tag arbeitet Iwan. Er räumt alte Sachen weg. Er findet Fotos. Auf einem Foto lächelt seine Mutter. Er legt das Foto auf den Tisch. Abends kommt Katja wieder. Sie bringt Brot. Sie setzen sich zusammen. Sie reden wenig. Das ist in Ordnung. Draußen ist es kalt. Der Wind kommt durch die Wände. Iwan schläft auf dem alten Sofa. Nachts hört er ein Geräusch. Er geht nach draußen. Katja sitzt am alten Brunnen. Sie hält den Kopf in die Hände. Iwan setzt sich neben sie. Sie sagt: Ich warte nicht mehr. Sie sagt: Aber ich kann auch nicht aufhören. Iwan zündet zwei Zigaretten an. Er gibt ihr eine. Sie rauchen zusammen. Sie schauen nicht einander an. Sie schauen in den Himmel. Es ist sehr still. Am letzten Tag klebt Iwan Tapete. Die Tapete ist alt, von 1987. Katja kommt mit zwei Tassen Kaffee. Sie stellt die Tassen auf das Fensterbrett. Sie schauen sich an. Iwan wirft die Tapetenrolle in die Ecke. Er nimmt seine Tasche. Katja sagt nichts. Iwan geht zur Tür. Er dreht sich nicht um. Er geht zum Bahnhof. Der Zug fährt in den Nebel. Katja steht noch vor dem Haus. Sie hebt die Hand. Dann senkt sie sie wieder. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Iwan ist neunundzwanzig Jahre alt und hat keine Arbeit mehr. Er fährt im November zurück in die Kleinstadt, weil seine Mutter gestorben ist. Der Zug ist leer und das Fenster beschlagen. Als er ankommt, regnet es schon seit Stunden. Das Holzhaus steht am Ende der Straße, fast versteckt hinter alten Bäumen. Iwan sucht den Schlüssel in seiner Tasche. Er passt nicht, denn das Schloss ist irgendwann ausgetauscht worden. Iwan geht um das Haus herum und findet ein offenes Fenster an der Seite. Er klettert hindurch und landet in der alten Vorratskammer. Es riecht nach feuchtem Holz, kalter Asche und etwas, das er nicht benennen kann. Er stellt seinen Koffer in die Mitte des Zimmers und bleibt stehen. An den Wänden hängen Tapeten, die sich an den Ecken lösen. Das Dach hat ein Loch, und auf dem Boden steht ein alter Eimer. Iwan setzt sich auf einen Stuhl am Tisch und schaut lange in die Stille. Er weiß nicht, warum er überhaupt gekommen ist. Am zweiten Abend klopft es an die Tür. Vor der Tür steht eine Frau mit einem Glas Konfitüre in der Hand. Sie sagt ihren Namen: Katja Michailowna, Nachbarin seit fünfzehn Jahren. Sie kommt herein, ohne zu fragen, und setzt sich auf die Bank am Ofen. Iwan macht Tee, weil er nicht weiß, was er sonst tun soll. Der alte Samowar braucht eine Weile, bis er warm wird. Katja schaut aus dem Fenster, als ob sie auf etwas wartet. Dann sagt sie ruhig, dass ihr Bruder Dmitri vor zehn Jahren nach Moskau gefahren ist. Seitdem hat sie kein einziges Wort von ihm gehört. Iwan nickt, aber er sagt nichts. Die Uhr an der Wand tickt, und das Wasser beginnt zu summen. Katja trinkt ihren Tee und geht dann, ohne sich zu verabschieden. In den nächsten Tagen räumt Iwan langsam das Haus aus. Er findet Briefe, Fotos und eine alte Uhr, die nicht mehr geht. Auf einem Foto sitzt seine Mutter auf der Gartenbank und lächelt in die Sonne. Iwan legt das Foto auf das Fensterbrett, weil er es nicht wegwerfen kann. Katja kommt jeden Abend und bringt manchmal Brot, manchmal Suppe. Sie setzen sich zusammen und reden wenig, aber das stört keinen von beiden. Draußen wird es früh dunkel, und der Wind drückt kalt durch die alten Ritzen. In der dritten Nacht wacht Iwan auf, weil er ein Geräusch hört. Es klingt wie eine Ratte oder wie ein Herz, das zu laut schlägt. Er zieht seinen Mantel an und geht nach draußen. Katja sitzt am alten Brunnen im Garten, den Kopf in beide Hände gestützt. Iwan setzt sich neben sie, ohne zu fragen, was passiert ist. Eine Weile sagen sie gar nichts. Dann sagt Katja, dass sie nicht mehr wartet. Aber aufhören kann sie auch nicht, sagt sie leise. Iwan zieht zwei Zigaretten aus der Tasche und gibt ihr eine. Sie rauchen zusammen und schauen in den dunklen Himmel. Sie sehen sich dabei nicht an, aber das ist nicht unangenehm. Am Tag seiner Abreise nimmt Iwan eine alte Tapetenrolle aus dem Keller. Er fängt an, die zerrissene Tapete im Kinderzimmer neu zu kleben. Das Papier ist von 1987 und passt kaum noch zur Wand. Er weiß selbst, dass es keinen Sinn ergibt, aber er macht weiter. Katja erscheint mit zwei Tassen und stellt sie auf das Fensterbrett. Sie schauen sich an, ohne etwas zu sagen. Es gibt kein Lächeln und keinen Abschied. Iwan legt die Tapetenrolle in die Ecke und nimmt seine Tasche. Er geht durch die Tür und schließt sie hinter sich. Auf dem Weg zum Bahnhof dreht er sich nicht mehr um. Der Zug kommt pünktlich und fährt langsam in den Novembernebel. Katja steht noch eine Weile vor dem Haus. Sie hebt die Hand, als ob der Zug sie sehen könnte. Dann senkt sie die Hand wieder und geht hinein. Das Licht im Flur brennt noch eine Stunde, dann nicht mehr. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Der Zug hatte Verspätung, und als Iwan Petrowitsch endlich ankam, war der Bahnsteig längst leer. Es war Mitte November, und der Regen fiel schräg und gleichgültig auf das Pflaster. Er kannte die Straße noch gut, obwohl er seit fast sieben Jahren nicht mehr hier gewesen war. Das Holzhaus sah kleiner aus, als er es in Erinnerung hatte. Die Farbe blätterte ab, das Dach hing leicht durch, und einer der Fensterläden stand offen. Iwan blieb auf dem Gehweg stehen und schaute auf das Haus, als ob er eine Erlaubnis brauchte einzutreten. Der Schlüssel, den ihm der Notar geschickt hatte, passte nicht. Er versuchte es zweimal, dann ließ er es bleiben. Irgendwann hatte jemand das Schloss ausgetauscht, und niemand hatte daran gedacht, ihm Bescheid zu geben. Er fand ein Fenster zur Vorratskammer, das sich von außen öffnen ließ, und kletterte hindurch. Drinnen roch es nach kalter Asche, feuchter Wolle und einer Stille, die sich über Jahre angesammelt hatte. Iwan stellte seinen Koffer ab und ließ sich auf den alten Stuhl am Küchentisch sinken. Seine Mutter hatte an diesem Tisch jeden Morgen gesessen, solange er denken konnte. Er schaute auf die Tapete, die sich an mehreren Stellen von der Wand gelöst hatte. Auf dem Boden stand ein Eimer, der Regen auffing, der durch das undichte Dach tropfte. Er zählte die Tropfen, bis er aufhörte zu denken, und das dauerte nicht lange. Am zweiten Abend klopfte es, ohne dass er es erwartet hätte. Vor der Tür stand eine Frau, die er nicht kannte, mit einem Glas Konfitüre in der einen und einem Laib Brot in der anderen Hand. Sie sagte, sie heiße Katja Michailowna und wohne seit fünfzehn Jahren nebenan. Sie trat ein, ohne zu warten, setzte sich auf die Ofenbank und legte die Sachen auf den Tisch. Iwan machte Tee, weil ihm nichts Besseres einfiel. Katja sprach wenig, aber was sie sagte, blieb hängen. Ihr Bruder Dmitri sei vor zehn Jahren morgens mit dem ersten Zug nach Moskau gefahren, sagte sie, und seitdem habe sie nichts mehr von ihm gehört. Nicht einen Brief, nicht einen Anruf, nicht einmal eine Nachricht über Umwege. Sie sagte das ohne Bitterkeit, eher so, als würde sie eine Wettervorhersage vorlesen. Der Samowar summte, und Iwan schaute in seine Tasse. Er hätte etwas sagen können, aber alles, was ihm einfiel, klang falsch. Katja stand auf und ging, ohne sich zu verabschieden. In den nächsten Tagen arbeitete Iwan langsam und ohne Plan. Er räumte Schränke aus, stapelte Bücher, sortierte Briefe, die er nicht las. Einmal fand er eine Schachtel mit Fotos ganz hinten im Regal. Auf einem saß seine Mutter im Sommer auf der Gartenbank, die Augen leicht zugekniffen gegen die Sonne. Er stellte das Foto auf das Fensterbrett, weil er nicht entscheiden konnte, ob es bleiben oder gehen sollte. Katja kam jeden Abend und brachte mal Suppe, mal Brot, mal nichts außer sich selbst. Sie setzte sich, er kochte Tee, und sie redeten über Kleinigkeiten, die beide nichts kosteten. Es war keine Freundschaft, aber auch keine Einsamkeit mehr. In der dritten Nacht schreckte Iwan aus einem Schlaf hoch, den er nicht erinnern konnte. Es hatte ein Geräusch gegeben, irgendwo zwischen Traum und Wand, und er stand auf, bevor er richtig wach war. Er zog seinen Mantel über, ging durch den Flur und öffnete die Hintertür zum Garten. Katja saß am alten Brunnen, die Ellbogen auf die Knie gestützt und das Gesicht in beiden Händen vergraben. Iwan setzte sich neben sie auf den feuchten Stein, ohne ein Wort zu sagen. Die Stille im Garten war anders als die im Haus. Nach einer Weile sagte Katja, ohne aufzublicken, dass sie nicht mehr warte. Aber sie könne auch nicht einfach aufhören, denn Aufhören sei ja auch eine Entscheidung, und die habe sie nie getroffen. Iwan zog seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche und gab ihr eine. Sie rauchten, ohne sich anzusehen, und schauten stattdessen in den Himmel, der dunkel und wolkenlos und völlig unberührt war. Am Morgen seiner Abreise fand Iwan im Keller eine Rolle Tapete, die noch aus den achtziger Jahren stammte. Er trug sie ins Kinderzimmer und fing an, den zerrissenen Streifen über dem Bett neu zu kleben, obwohl er genau wusste, dass es keinen praktischen Sinn hatte. Das Muster passte nicht mehr zu dem, was noch an der Wand klebte, und das Papier war so trocken, dass es beim Falten brach. Katja erschien mit zwei Tassen, stellte sie wortlos auf die Fensterbank und lehnte sich an den Türrahmen. Sie sahen sich an, und keiner von beiden versuchte, daraus mehr zu machen, als es war. Iwan rollte das restliche Papier zusammen und warf die Rolle in die Ecke. Er nahm seine Tasche, zog die Jacke zu und ging ohne Umweg zur Tür. Auf der Straße war es kalt und still, und der Nebel lag so tief, dass man das Ende der Straße nicht sehen konnte. Am Bahnsteig drehte er sich nicht mehr um, obwohl er spürte, dass jemand schaute. Der Zug kam, und er stieg ein. Durch das Fenster sah er kurz das Haus, dann verschwand es im Grau. Katja stand noch eine Weile auf dem Gehweg, hob die Hand halb und ließ sie wieder sinken. Sie stand dort, bis der Zug nicht mehr zu hören war. Dann ging sie zurück, schloss die Tür hinter sich und wartete, ohne zu wissen worauf. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Der Zug hatte fast vierzig Minuten Verspätung, was Iwan Petrowitsch nicht überraschte, denn in dieser Gegend hatte er selten pünktlich gehalten, soweit er sich erinnern konnte. Es war der zwölfte November, und der Regen, der seit dem frühen Nachmittag fiel, hatte die Straßen in glänzende schwarze Spiegel verwandelt, die das Laternenlicht schluckten, ohne es zurückzuwerfen. Iwan blieb am Ausgang des Bahnhofs stehen, den Koffer neben sich, und schaute die Straße hinunter, als könnte er durch das Warten herausfinden, warum er überhaupt hierher zurückgekommen war. Das Haus seiner Mutter stand am Ende der zweiten Querstraße, halb verdeckt von einer alten Linde, deren Äste im November nichts mehr verbargen. Er brauchte zwölf Minuten zu Fuß, was er wusste, ohne darüber nachzudenken. Das Holzhaus sah nicht verfallen aus, eher so, als hätte es sich aus eigenem Entschluss zurückgezogen, als wäre die Verwitterung eine Haltung und kein Versäumnis. Der Schlüssel, den ihm der Notar in einem braunen Umschlag mit zwei Zeilen maschinenschriftlicher Erklärung geschickt hatte, passte nicht ins Schloss. Iwan versuchte es drei Mal mit zunehmendem Druck, dann steckte er den Schlüssel weg und trat einen Schritt zurück, als müsste er das Problem aus etwas mehr Distanz betrachten. Das Schloss war irgendwann ausgetauscht worden, ohne dass irgendjemand auf die Idee gekommen wäre, ihn davon in Kenntnis zu setzen. Er fand das Fenster der Vorratskammer auf der Westseite des Hauses, das sich nach innen drücken ließ, wenn man von unten gegen den Rahmen stemmte, was er noch aus seiner Kindheit wusste, obwohl er sich nicht erinnern konnte, wann er es gelernt hatte. Drinnen roch es nach der Summe von Jahren, nach kalter Asche, feuchtem Holz, verrauchtem Tee und einer Qualität von Stille, die man nur in Häusern findet, in denen lange niemand mehr laut gesprochen hat. Er ließ den Koffer stehen, zog die nasse Jacke aus und hing sie über den Stuhl, auf dem seine Mutter immer gesessen hatte, um Schuhe anzuziehen. Das Dach tropfte in gleichmäßigen Abständen in einen Zinkeimer auf dem Küchenboden, und Iwan setzte sich an den Tisch und hörte diesem Tropfen zu, bis es ihm vorkam, als wäre es das einzige Geräusch, das in diesem Haus noch eine Berechtigung hatte. Am zweiten Abend klopfte es kurz nach sieben, zweimal, dann Pause, dann noch einmal, was sich anfühlte wie eine Frage, die ihre eigene Antwort nicht sicher war. Die Frau, die draußen stand, war etwa in seinem Alter, trug einen schweren Wollmantel und hielt ein Glas Konfitüre und einen in Tuch eingeschlagenen Laib Brot vor sich, als wären es keine Geschenke, sondern Dokumente. Sie sagte, sie heiße Katja Michailowna, wohne seit fünfzehn Jahren im Haus nebenan und habe seine Mutter gut gekannt, ohne das näher auszuführen. Sie trat ein, bevor er sie einlud, hängte ihren Mantel selbst an den Haken und setzte sich auf die Ofenbank mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Anmaßung war, sondern einfach die Art jemandes, der genau weiß, wo er hingehört. Iwan kochte Tee, weil es das einzige war, was er dem Abend entgegensetzen konnte. Katja erzählte nach einer Weile, fast beiläufig, dass ihr Bruder Dmitri eines Morgens vor zehn Jahren mit dem Frühzug nach Moskau gefahren sei, mit einer kleinen Tasche und dem Versprechen, sich zu melden, sobald er angekommen sei. Seitdem hatte sie nichts mehr von ihm gehört, keinen Brief, kein Telegramm, keine Nachricht aus zweiter Hand, nicht einmal ein Gerücht. Sie sagte das in einem Ton, der weder Klage noch Gleichgültigkeit war, sondern etwas dazwischen, eine Art sachlicher Erschöpfung, die entsteht, wenn man eine Tatsache so oft gedacht hat, dass sie aufgehört hat, weh zu tun, ohne aufgehört zu haben, wahr zu sein. Der Samowar summte, das Dach tropfte, und Iwan schwieg, weil ihm alles, was er hätte sagen können, zu klein für diesen Satz gewirkt hätte. Katja trank ihren Tee aus, stand auf und ging, ohne ein Wort des Abschieds, als würde man mitten in einem Gespräch einfach das Zimmer wechseln. Iwan verbrachte die folgenden Tage damit, das Haus auszuräumen, aber ohne System und ohne das Gefühl, voranzukommen, denn für jede Schachtel, die er leerte, fand er zwei weitere, die er noch nicht geöffnet hatte. Er stieß auf Briefe, auf Fotos, auf Gegenstände, deren Zweck er nicht mehr rekonstruieren konnte, und auf anderen, deren Zweck er sehr wohl kannte, was schlimmer war. Ein Foto zeigte seine Mutter im Sommer, auf der Gartenbank, das Gesicht leicht von der Sonne abgewandt und mit einem Ausdruck, der ihm fremd war, weil er ihn zu Lebzeiten nie gesehen hatte. Er stellte das Foto auf das Fensterbrett und ließ es dort, weil er keine bessere Entscheidung treffen konnte und weil das Fensterbrett zumindest ein ehrlicher Ort war. Katja kam jeden Abend, manchmal mit Essen, manchmal ohne, und ihre Besuche hatten eine Regelmäßigkeit angenommen, über die keiner von beiden gesprochen hatte, die aber offenbar keiner Besprechung bedurfte. Sie redeten über das Dach, über die Nachbarschaft, über den Winter, der früh kommen würde, und manchmal auch über nichts, was sich trotzdem nicht wie Schweigen anfühlte. In der dritten Nacht wachte Iwan gegen halb vier auf, aus einem Schlaf, den er sofort vergessen hatte, und stand am Fenster, bevor er wusste, warum er aufgestanden war. Im Garten, am gemauerten Brunnen, der seit Jahren nicht mehr benutzt wurde, saß Katja auf dem Steinrand, die Ellbogen auf die Knie gestützt, das Gesicht in beiden Händen vergraben, so reglos, dass er einen Moment lang glaubte, sie schliefe sitzend. Er zog seinen Mantel über das Nachthemd, ging durch den Flur und trat in den Garten. Die Luft war klar und sehr kalt, und das Gras knirschte leicht unter seinen Schuhen. Iwan setzte sich neben sie auf den Brunnenrand, ohne zu fragen, was sie dort tat, und ohne so zu tun, als wäre es normal, weil beides falsch gewesen wäre. Nach einer langen Weile sagte Katja, ohne aufzublicken, dass sie nicht mehr warte. Aber das Aufhören sei auch keine Lösung, fügte sie hinzu, denn Aufhören setze eine Entscheidung voraus, und eine Entscheidung setze Klarheit voraus, und Klarheit sei genau das, was sie in zehn Jahren nicht gewonnen habe. Iwan zog seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche, zündete zwei an, gab ihr eine, und sie rauchten, ohne sich anzusehen, den Blick nach oben, wo der Himmel dunkel und wolkenlos und vollkommen unzugänglich war. Es war die ruhigste Stunde, die Iwan seit langer Zeit erlebt hatte. Am Morgen seiner Abreise, nachdem er den Koffer bereits gepackt und an die Tür gestellt hatte, fand Iwan im hinteren Keller eine angebrochene Rolle Tapete, das Muster ein blasses Blumengeflecht aus dem Jahr 1987, das Papier so trocken, dass es beim Biegen brach. Er trug sie dennoch ins Kinderzimmer und begann, den langen zerrissenen Streifen über dem alten Kinderbett neu zu kleben, obwohl das Muster nicht mehr stimmte und der Kleister, den er aus einem Rest in der Küche angerührt hatte, zu dünn war. Es war eine sinnlose Handlung, das wusste er, aber Sinn war in diesem Haus ohnehin immer eher eine Hoffnung als eine Eigenschaft gewesen. Katja erschien mit zwei Tassen Kaffee, stellte sie auf die Fensterbank und lehnte sich schweigend an den Türrahmen, so als käme sie nicht hinein, weil sie wüsste, dass Hineinkommen an diesem Morgen bedeutete, Abschied zu nehmen, und das war etwas, wofür sie beide keine Sprache hatten. Iwan ließ die Tapetenrolle fallen, trocknete die Hände an der Hose und nahm seinen Mantel vom Haken, ohne sich noch einmal umzusehen. Er sagte nichts, und Katja sagte nichts, und das war keine Kälte, sondern eine Form von Ehrlichkeit, die Wörter nicht erträgt. Auf der Straße war der Nebel so dicht, dass die Häuser jenseits der Kreuzung bereits verschwunden waren, als wäre die Welt hinter ihm abgeräumt worden. Er lief den bekannten Weg zum Bahnhof, ohne sich zu beeilen, und drehte sich an keiner Stelle um, obwohl er genau wusste, dass er es sich vorgenommen hatte. Der Zug stand bereits am Bahnsteig, und Iwan stieg ein und fand einen Fensterplatz auf der richtigen Seite, fast ohne darüber nachzudenken. Als der Zug anfuhr, sah er durch das beschlagene Glas kurz das Dach des Hauses über den Bäumen auftauchen und sofort wieder verschwinden. Katja stand noch auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun, eine Hand halb erhoben, und ließ sie in einer Geste sinken, die kein Abschied war und kein Gruß, sondern die schlichte Notiz, dass etwas gewesen war, das nun aufgehört hatte. Sie blieb noch eine Weile stehen, nachdem der Zug nicht mehr zu hören war. Dann drehte sie sich um, nicht schnell und nicht langsam, ging zurück ins Haus und schloss die Tür, ohne sie zu schließen, wie man das tut, wenn man weiß, dass man zurückkommt, aber nicht mehr weiß, wohin. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Das alte Haus Der Zug, der Iwan Petrowitsch an jenem Novemberabend in die Stadt seiner Kindheit zurückbrachte, hatte keine Verspätung. Das kam ihm seltsam vor, als wäre die Pünktlichkeit eine Taktlosigkeit, eine Verweigerung des kleinen Aufschubs, den er sich insgeheim gewünscht hatte. Er saß die letzten zwanzig Minuten der Fahrt aufrecht und ohne zu lesen. Sein Blick war auf die Scheibe gerichtet, auf der sich die Lichter der Vororte zu langen gelben Strichen zogen, die nichts bedeuteten und genau deshalb schwer zu ertragen waren. Seit dem Tod seiner Mutter, der ihn vor drei Wochen per Telegramm erreicht hatte, während er in einer Küche in einer fremden Stadt saß und auf Arbeit wartete, die nicht kam, hatte er das Gefühl gehabt, sich in einer Bewegung zu befinden. Diese Bewegung hatte er weder angehalten noch wirklich begonnen. Das Haus stand noch, was er sich nicht selbstverständlich vorgestellt hatte. Wenn man ihn gefragt hätte, hätte er allerdings nicht sagen können, was er stattdessen erwartet hatte. Die Linde, die im Sommer seiner Kindheit so hoch gewachsen war, dass man das Dach dahinter nicht mehr sehen konnte, hatte in den Novemberjahren etwas von ihrer Behauptungskraft verloren. Sie stand nun als transparentes Gerüst vor der Fassade, die in der Dunkelheit weniger grau wirkte als schlicht abwesend. Der Schlüssel, den der Notar ihm in einem Umschlag übersandt hatte, der nach seinem Inhalt nichts ankündigte, passte nicht, wie er nach dem zweiten Versuch feststellte. Während er im Regen vor der verschlossenen Tür stand und den Schlüssel betrachtete, als könnte eine längere Betrachtung die Situation verändern, wurde ihm klar, dass irgendjemand irgendwann beschlossen hatte, das Schloss auszutauschen, ohne dass dieser Beschluss in irgendeiner Form seinen Weg zu ihm gefunden hatte. Das Fenster der Vorratskammer auf der Seite des Hauses, das sich, wenn man von unten gegen den verwitterten Rahmen drückte, nach innen geben ließ, war noch immer dasselbe Fenster wie vor zwanzig Jahren. Iwan kletterte hindurch mit der distanzierten Vertrautheit dessen, der an einem Körper handelt, an dem er glaubte, längst keinen Anspruch mehr zu haben. Drinnen war es nicht so kalt, wie er gefürchtet hatte, aber die Kälte, die da war, war die schwierigere, weil sie nichts mit der Temperatur zu tun hatte. Sie saß in der Stille der abgehängten Lampe, in der Gleichmäßigkeit des Taus, das vom undichten Dachbalken in den Zinkeimer tropfte, in der ausrangierten Zuverlässigkeit eines Ortes, der aufgehört hatte zu warten, lange bevor irgendjemand aufgehört hatte, ihn zu verlassen. Iwan setzte sich an den Tisch, an dem seine Mutter dreißig Jahre lang gesessen hatte. Er blieb so lange sitzen, bis das Tropfen im Eimer aufgehört hatte, ihn zu stören. Die Frau, die am zweiten Abend klopfte, betrat das Haus mit dem ruhigen Nachdruck jemandes, der zwar nicht erwartet worden ist, aber dennoch weiß, dass er am richtigen Ort ist. Das irritierte Iwan, der ihr die Tür geöffnet hatte, nicht, sondern erleichterte ihn eher auf eine Art, die er sich nicht erklären wollte. Katja Michailowna, zweiunddreißig Jahre alt, Bibliothekarin, seit fünfzehn Jahren Nachbarin, stellte das Einmachglas und das in ein geblümtes Tuch gewickelte Brot auf den Tisch, als wären es selbstverständliche Gegenstände an einem selbstverständlichen Ort. Sie setzte sich auf die Ofenbank, wo sie den Mantel anhatte und so saß, als könnte sie jeden Moment wieder aufstehen, aber auch als hätte sie keine Absicht, das zu tun. Sie sprach nicht viel, und das, was sie sagte, war so formuliert, dass man merkte, dass sie es sich nicht zurechtgelegt hatte. Das führte paradoxerweise dazu, dass es präziser klang als alles Zurechtgelegte. Ihr Bruder Dmitri, sagte sie irgendwann, während sie aus dem Fenster schaute, auf dem sich der Regen in Schlieren sammelte, sei vor zehn Jahren im Oktober mit dem ersten Morgenzug nach Moskau gefahren. Er sei mit einer kleinen Reisetasche gefahren, die er sich von einem Nachbarn geliehen hatte, und mit dem Versprechen, zu schreiben, sobald er eine Adresse hätte, was eine Formulierung gewesen sei, die damals vollkommen plausibel geklungen habe. Sie sagte das in einem Tonfall, der keine Bitterkeit enthielt, weil Bitterkeit eine Form von Erwartung voraussetzt. Katja, so schien es Iwan, hatte die Erwartung nicht abgelegt, sondern einfach vergessen, wo sie sie hingelegt hatte, was am Ende auf dasselbe hinausläuft, aber sich anders anfühlt. Iwan hätte etwas sagen können, aber alles, was ihm einfiel, hätte entweder zu wenig oder zu viel gewogen. So schwieg er, und der Samowar summte, und das war genug. In den folgenden Tagen räumte Iwan das Haus aus, nicht mit dem Eifer des Erledigens, sondern mit der taktischen Langsamkeit jemandes, der eine Aufgabe tut, weil er keine Alternative hat. Er war aber nicht bereit, dieser Aufgabe zu erlauben, schneller zu gehen als er selbst. Er fand Dinge, die er kannte, und Dinge, die er noch nie gesehen hatte. Nicht immer war der Unterschied so bedeutsam, wie er sich erhofft hatte: Manchmal war ein fremdes Ding weniger schmerzhaft als ein vertrautes, weil das Vertraute einen Anspruch stellte, dem das Fremde sich entzog. Ein Foto zeigte seine Mutter in einem Sommer, den er nicht zuordnen konnte, mit einem Ausdruck, den er ihr zu Lebzeiten nie abgenommen hatte. Sie wirkte nicht glücklich im vollen Sinn des Wortes, aber in einem Frieden, der nicht erkämpft, sondern aufgefunden worden war, irgendwo auf einer Gartenbank in einem nicht mehr rekonstruierbaren Juli. Er stellte das Foto auf das Fensterbrett, weil der Fensterbrett der ehrlichste Ort in einem Haus ist. Es ist weder Aufbewahrung noch Entsorgung, sondern das Eingeständnis einer ungelösten Frage. Katja kam jeden Abend, und ihre Besuche hatten sich ohne Absprache in eine Form eingespielt, die keiner von beiden benannt hätte. Beide respektierten diese Form instinktiv, so wie man einen Steg respektiert, der aussieht, als könnte er das eigene Gewicht gerade noch tragen. Sie redeten über das Haus, über den Winter, über die Bibliothek, in der seit Jahren dieselben zwölf Benutzer dieselben Bücher ausliehen. Manchmal redeten sie auch über ihre Kindheiten, die sie in derselben Stadt verbracht hatten, ohne sich je begegnet zu sein, was sie beide für eine vollkommen normale Unmöglichkeit hielten. Iwan wachte in der dritten Nacht gegen vier Uhr auf, ohne zu wissen warum. Das kam bei ihm selten vor, da er sonst der Schlaf war, wie er einmal gelesen hatte, dass manche Menschen es sind: einfach und gründlich und ohne Zwischentöne. Das Geräusch, das ihn geweckt hatte, war entweder ein Tier oder das Haus selbst gewesen, das in der Kälte arbeitete. Er stand auf, ohne sich dagegen zu entscheiden, zog seinen Mantel über das Nachthemd und ging durch den dunklen Flur nach draußen. Katja saß am alten Brunnen im hinteren Garten, auf dem gemauerten Rand, über den im Sommer das Unkraut wuchs, das Gesicht in beiden Händen. Ihre Schultern waren weder hochgezogen noch hängend, sondern in einer Haltung, die irgendwo zwischen Erschöpfung und Konzentration lag, als vollführe sie eine Arbeit, für die man keine Hände braucht. Iwan setzte sich neben sie, ohne zu fragen, ohne zu trösten, ohne so zu tun, als sei irgendetwas erklärungsbedürftig. Das war das Richtigste, was er in dieser Stadt seit seiner Ankunft getan hatte. Der Garten war still, die Luft schneidend klar. Über ihnen stand ein Himmel, der so dunkel und leer war, dass er keine Metaphern erlaubte. Nach einer Zeit, die sich nicht in Minuten messen ließ, sagte Katja, dass das Warten aufgehört habe, und zwar nicht als Entscheid, sondern als Zustand. Sie habe diesen Zustand eines Tages vorgefunden wie einen Stuhl, der schon immer da gestanden hatte, bevor man ihn bemerkte. Aber das Aufhören des Wartens, fügte sie hinzu, sei kein Ankommen. Denn Ankommen setze voraus, dass man irgendwo abgefahren sei, und genau diese Gewissheit fehle ihr seit zehn Jahren. Iwan zündete zwei Zigaretten an einer Flamme an und gab ihr eine. Sie rauchten in dem gemeinsamen Schweigen, das kein Trost war und keine Lösung, aber eine Anwesenheit, und manchmal ist Anwesenheit die genaueste Form, in der man einem Menschen sagen kann, dass er nicht verschwunden ist. Am Morgen seiner Abreise, nachdem der Koffer bereits gepackt an der Tür stand und die Tassen auf dem Abtropfbrett lagen wie eine abgeschlossene Aussage, stieg Iwan in den Keller und kam mit einer Rolle Tapete wieder herauf. Er hatte sie hinter einem Regal gefunden: ein blasses, von der Zeit ins Beige verblichenes Blumengeflecht aus dem Jahr 1987, das Papier so spröde, dass es unter dem Daumendruck Risse bildete wie Eis, das die eigene Dicke noch nicht kennt. Er trug die Rolle ins Kinderzimmer und begann, ohne nachzudenken, ohne Handlungsplan und ohne die Absicht, das Ergebnis jemals zu beurteilen, den langen zerrissenen Streifen über dem alten Kinderbett zu ersetzen. Das tat er, obwohl das Muster nicht mehr zu dem passte, was rechts und links an der Wand klebte, und obwohl der verdünnte Kleister, den er aus einem Tütenrest angerührt hatte, zu wenig Haftung hatte, um das spröde Papier dauerhaft zu halten. Es war eine Handlung jenseits des Nutzens. Aber gerade das gab ihr eine Art Integrität, die nützliche Handlungen selten erreichen. Katja erschien mit zwei Tassen, die sie auf die Fensterbank stellte, ohne einzutreten. Sie wirkte, als wäre sie noch nicht sicher, ob dieser Morgen ein Morgen war, den man betreten oder von dem man Abstand halten sollte. Sie sahen sich an, und in diesem Blick war alles, was gesagt werden hätte können, in der Form abwesend, die am deutlichsten zeigt, dass man es nicht sagen wird. Es gab kein Lächeln, das verkleinerte, kein Wort, das vereinfachte, keinen Abschied, der tat, als wäre er ein Ende. Iwan ließ die Tapetenrolle fallen, nahm seinen Mantel und seine Tasche und ging durch die Tür in den Novembermorgen. Der Novembermorgen war so grau und so gleichmäßig, dass er keine Richtung vorgab, sondern nur Bewegung. Er lief den Weg zum Bahnhof, den er hätte blind gehen können, und drehte sich nicht um. Er tat es nicht aus Kälte und nicht aus Entschlossenheit, sondern weil er verstanden hatte, dass Umdrehen in diesem Fall nicht Erinnerung, sondern Zweifel gewesen wäre, und für Zweifel hatte er sich die ganze Strecke bewusst keine Zeit gelassen. Der Bahnsteig war fast leer, der Zug stand bereits bereit, und Iwan stieg ein und fand einen Platz am Fenster auf der richtigen Seite. Er wählte diesen Platz nicht, weil er geplant hatte, das Haus noch einmal zu sehen, sondern weil er wusste, dass er es sehen würde, egal auf welcher Seite er saß, und dass er diesem Wissen ruhig begegnen wollte. Als der Zug langsam anfuhr, tauchte das Dach zwischen den letzten Bäumen auf, einen Moment lang, nicht länger. Dann verschwand es sofort wieder im Nebel, der an diesem Morgen so dicht war, dass er aussah wie eine Entscheidung. Katja stand noch vor dem Gartenzaun, die Hand ein Stück weit gehoben, und ließ sie dann sinken mit einer Geste, die weder Abschied noch Gruß war. Es war die stille Notiz einer Tatsache: dass etwas gewesen ist, ganz bestimmt, auch wenn weder sie noch er hätten sagen können, was es genau war, und dass gerade dieses Unbenennbare der einzige Teil davon ist, der nicht verloren gehen kann, weil man etwas nicht verlieren kann, das man nie besessen hat, und deshalb am Ende auch nie wirklich verlässt. Sie blieb stehen, bis der Zug nicht mehr zu hören war, drehte sich dann um und ging zurück ins Haus. Sie ging nicht langsam und nicht schnell, sondern mit der Schrittlänge jemandes, der nicht weiß, was ihn drinnen erwartet, aber auch nicht erwartet, dass es etwas sein wird, das ihn überrascht, und der damit, nach allem, ganz gut leben kann. == 78 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Er sitzt in einem kleinen Zimmer. Das Zimmer hat keine Fenster. Die Wände sind grau. Eine Lampe an der Decke flackert. Er weiß nicht, wie lange er schon hier ist. Auf dem Tisch liegt ein Formular. Das Formular hat viele Felder. Er liest das erste Feld: „Name". Er schreibt seinen Namen. Dann kommt das zweite Feld: „Vorgang". Er weiß nicht, was er schreiben soll. Er lässt das Feld leer. An der Wand hängt eine Uhr. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Sie bewegt sich nicht. Er wartet. Die Tür geht auf. Eine Frau kommt herein. Sie trägt eine Brille und einen grauen Kittel. Sie sagt kein Hallo. Sie legt einen neuen Stapel Papier auf den Tisch. Er schaut auf den Stapel. Der Stapel ist sehr hoch. Die Frau sagt: „Das Deckblatt fehlt." Er fragt: „Welches Deckblatt?" Sie antwortet nicht. Sie geht wieder hinaus. Er nimmt das oberste Blatt. Es ist leer. Er schreibt oben: „Deckblatt". Dann wartet er wieder. Die Lampe flackert stärker. Er steht auf. Er geht zur Tür. Er drückt den Griff. Die Tür geht nicht auf. Er versucht es noch einmal. Die Tür bleibt zu. Er setzt sich wieder hin. Auf dem Tisch steht eine leere Tasse. Er weiß nicht, was früher drin war. Nach einer Weile kommt die Frau wieder. Sie nimmt die Tasse. Sie sagt: „Bitte warten Sie." Er fragt: „Wie lange?" Sie sagt: „Das ist der Vorgang." Dann ist sie weg. Er schaut auf das Formular. Er liest: „Antrag auf Feststellung der Antragsfähigkeit." Er versteht das nicht ganz. Er schreibt trotzdem weiter. Bei jedem Feld überlegt er lange. Die meisten Felder lässt er leer. Die Uhr zeigt immer noch zehn nach elf. Am nächsten Morgen ist das Formular weg. Ein neues liegt da. Es sieht genauso aus. Er seufzt. Er nimmt den Stift. Er fängt von vorne an. Die Frau kommt wieder. Sie legt noch ein Blatt dazu. Sie sagt: „Seite drei fehlt." Er schaut in seine Unterlagen. Es gibt keine Seite drei. Er fragt: „Wo bekomme ich Seite drei?" Sie sagt: „Das müssen Sie beantragen." Er nickt langsam. Er nimmt ein leeres Blatt. Er schreibt oben: „Antrag auf Seite drei." Er wartet. Das ist der Vorgang. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Er weiß nicht mehr, wann er das erste Mal in diesem Zimmer aufgewacht ist. Der Raum ist klein, und die Wände haben keine Farbe, die einen Namen verdient. An der Decke hängt eine Leuchtstoffröhre, die manchmal flackert und manchmal nicht. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er schon mehrmals gelesen hat. Er versteht die meisten Wörter, aber nicht, was sie zusammen bedeuten. Die Uhr an der Wand zeigt zehn nach elf, obwohl er sicher ist, dass Stunden vergangen sind. Er hat den Stift in der Hand, aber er weiß nicht, was er schreiben soll. Das erste Feld heißt „Antragsteller", und das ist einfach. Er schreibt seinen Namen, obwohl er nicht sicher ist, ob das reicht. Das zweite Feld heißt „Grund des Antrags", und das ist nicht einfach. Er überlegt lange, dann lässt er es leer. Die Tür geht auf, ohne dass jemand angeklopft hat. Die Sachbearbeiterin trägt einen grauen Kittel und eine Brille mit rundem Gestell. Sie schaut nicht ihn an, sondern den Stapel Papier auf dem Tisch. Sie sagt: „Sie haben das Deckblatt nicht ausgefüllt." Er antwortet, dass das Deckblatt kein Feld zum Ausfüllen hat. Sie sagt: „Das ist nicht korrekt", und legt ein neues Blatt auf den Tisch. Dann geht sie, ohne die Tür zu schließen, aber die Tür schließt sich von selbst. Er schaut auf das neue Blatt. Es ist leer, genau wie das alte. Er nimmt den Stift und schreibt oben in die Mitte: „Deckblatt". Dann wartet er, weil er nicht weiß, was sonst zu tun ist. Die Leuchtstoffröhre flackert dreimal schnell, dann ist es wieder ruhig. Nach einer Weile steht er auf und geht zur Tür. Er drückt den Griff nach unten, aber die Tür bewegt sich nicht. Er drückt fester, aber das Ergebnis ist dasselbe. Er geht zurück zum Tisch und setzt sich wieder hin. Die leere Tasse vor ihm hat keinen Henkel mehr, aber er erinnert sich nicht, wann das passiert ist. Er dreht den Stift zwischen den Fingern und denkt nach. Er denkt daran, dass er einen Antrag stellen muss, aber nicht weiß, wofür. Vielleicht ist der Antrag für etwas, das er schon hat. Vielleicht ist er für etwas, das er noch braucht. Er schreibt in das Feld „Grund des Antrags": „Unbekannt, aber notwendig." Das fühlt sich nicht falsch an. Die Sachbearbeiterin kommt wieder, nimmt die Tasse und stellt eine neue hin. Die neue Tasse ist auch leer. Er fragt: „Wann ist der Antrag fertig?" Sie sagt: „Wenn alle Felder ausgefüllt sind." Er fragt: „Und welche Felder fehlen noch?" Sie sagt: „Das steht auf Seite vier." Er blättert durch die Papiere, aber es gibt keine Seite vier. Er fragt: „Wo ist Seite vier?" Sie sagt: „Die müssen Sie beantragen", und geht. Er nimmt ein leeres Blatt und schreibt: „Antrag auf Aushändigung von Seite vier." Er legt das Blatt oben auf den Stapel. Die Uhr zeigt immer noch zehn nach elf. Er schaut sie lange an, weil er hofft, dass sie sich bewegt. Sie bewegt sich nicht. Am nächsten Morgen – oder was er dafür hält – ist der Stapel kleiner. Ein Teil der Formulare ist weg, aber er weiß nicht, welcher. Dafür liegt ein neues Formular oben, das er noch nicht gesehen hat. Es heißt: „Bestätigung des Antrags auf Feststellung der Antragsfähigkeit." Er liest es zweimal, weil er denkt, dass er etwas übersehen hat. Er hat nichts übersehen. Er füllt das erste Feld aus, dann das zweite, dann lässt er das dritte leer. Die Sachbearbeiterin kommt, schaut auf das Formular und sagt: „Feld drei ist Pflicht." Er fragt: „Was soll ich in Feld drei schreiben?" Sie sagt: „Das, was zutrifft." Er schreibt: „Alles oder nichts." Sie nimmt das Formular, liest es, legt es zurück und sagt: „Bitte warten Sie." Er fragt: „Wie lange?" Sie sagt nichts mehr und geht. Er lehnt sich zurück und schaut an die Decke. Die Leuchtstoffröhre flackert. Er wartet. Er weiß inzwischen, dass Warten nicht das Ende ist, sondern der Vorgang selbst. Er nimmt den Stift. Er fängt von vorne an. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Der Raum, in dem er sitzt, hat genau die richtige Größe, um nicht darüber nachzudenken, wie klein er ist. Die Wände sind weiß gestrichen, aber das Weiß ist so alt, dass es keinen Namen mehr verdient. Er ist seit mindestens zwei Tagen hier, soweit er das beurteilen kann. Die Uhr an der Wand zeigt zehn nach elf, und er hat aufgehört, sie zu fragen. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er schon auswendig kennt, ohne es zu verstehen. Er hat den Kugelschreiber in der Hand, der keine Kappe mehr hat, weil er sie verloren hat oder sie nie da war. Das erste Feld hat er ausgefüllt, weil es nach seinem Namen gefragt hat und er den noch wusste. Das zweite Feld fragt nach dem Zweck des Antrags, und diese Frage begleitet ihn seitdem wie ein leises Geräusch. Er hat überlegt, ob der Zweck vielleicht auf einem anderen Blatt steht, aber alle anderen Blätter schweigen ebenfalls. Die Tür geht auf, ohne dass er Schritte gehört hat, und die Sachbearbeiterin tritt ein. Sie trägt immer denselben grauen Kittel, und ihre Brille sitzt immer ein wenig schief. Sie legt einen neuen Stapel Papier neben den alten, ohne ihn anzuschauen. „Das Begleitschreiben fehlt", sagt sie, in einem Ton, der keine Antwort erwartet. Er fragt trotzdem: „Welches Begleitschreiben meinen Sie genau?" Sie antwortet: „Das, das dem Antrag vorangehen muss", und geht wieder hinaus. Er schaut auf die Tür, die sich lautlos schließt, und dann auf den neuen Stapel. Das oberste Blatt ist leer, aber am unteren Rand steht klein gedruckt: „Formular 7b – Anlage zum Begleitschreiben". Er dreht das Blatt um, weil er hofft, dass auf der Rückseite mehr steht. Auf der Rückseite steht: „Bitte wenden." Er legt das Blatt zurück, verschränkt die Arme und lehnt sich in den Stuhl. Die Leuchtstoffröhre flackert kurz, als ob sie etwas sagen wollte, dann ist sie wieder still. Er denkt darüber nach, dass er einen Antrag stellen muss, dessen Zweck er nicht kennt, für einen Vorgang, der keinen Anfang zu haben scheint. Das ist keine neue Erkenntnis, aber jedes Mal, wenn er sie denkt, sitzt sie ein wenig fester. Er steht auf, weil Sitzen keine Lösung ist, und geht zur Tür. Die Tür lässt sich nicht öffnen, was ihn nicht überrascht, aber trotzdem kurz irritiert. Er geht zurück, setzt sich, und nimmt den Stift mit der fehlenden Kappe wieder in die Hand. Er schreibt in das Feld „Zweck des Antrags": „Feststellung der Notwendigkeit des Antrags." Das ist zirkulär, aber es ist das Ehrlichste, was er schreiben kann. Nach einer Weile – er schätzt zwei Stunden, obwohl die Uhr das nicht bestätigt – kommt die Sachbearbeiterin zurück. Sie nimmt seine leere Tasse vom Tisch, stellt eine neue leere Tasse hin, und liest, was er geschrieben hat. Ihr Gesicht verändert sich nicht, aber sie zieht ein kleines Notizbuch aus der Kitteltasche und schreibt etwas hinein. „Haben Sie den Antrag auf Einsicht in die Vorgangsnummer bereits gestellt?", fragt sie. Er antwortet, dass er nicht wusste, dass es eine Vorgangsnummer gibt. „Es gibt immer eine Vorgangsnummer", sagt sie, und es klingt, als würde sie das nicht zum ersten Mal erklären. Sie legt ein weiteres Formular auf den Tisch, das genau wie alle anderen aussieht, außer dass oben „Vorläufig" gestempelt ist. Er fragt, was „vorläufig" in diesem Zusammenhang bedeutet. Sie sagt: „Es bedeutet, dass es noch nicht endgültig ist", und geht. Er schaut auf das Formular, dann auf den Stapel, dann auf die Uhr. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Er hat manchmal das Gefühl, dass die Uhr recht hat und alle anderen falsch liegen. Am nächsten Morgen – er nennt es Morgen, weil die Leuchtstoffröhre heller brennt als sonst – ist der Tisch neu geordnet. Die Formulare, die er ausgefüllt hat, sind weg, und an ihrer Stelle liegt ein Blatt mit dem Titel: „Rückmeldung zum Eingangsverfahren". Er liest das Blatt zweimal und stellt fest, dass es keine Rückmeldung enthält, sondern nur die Bitte um eine weitere Rückmeldung. Er nimmt den Stift und schreibt in die vorgesehene Zeile: „Die Rückmeldung liegt vor." Das stimmt nicht, aber er hat das Gefühl, dass Genauigkeit hier nicht das entscheidende Kriterium ist. Die Sachbearbeiterin kommt, liest den Satz, und nickt einmal kurz. „Sie machen Fortschritte", sagt sie, in einem Ton, der weder zustimmend noch ablehnend ist. Er fragt: „Wie viele Formulare fehlen noch?" Sie schlägt ihr Notizbuch auf, blättert kurz und sagt: „Das hängt davon ab, was Sie beantragen." Er erinnert sie daran, dass er nicht weiß, was er beantragen soll. Sie sagt: „Das steht im Ausgangsdokument." Er fragt, wo das Ausgangsdokument ist. Sie sagt: „Das hätten Sie mitbringen müssen", und schließt das Notizbuch. Dann steht sie noch einen Moment da, als ob sie etwas vergessen hätte, dreht sich aber um und geht. Er sitzt allein, die leere Tasse vor sich, den Stift in der Hand, den Stapel neben dem Ellbogen. Er denkt: Vielleicht ist das Ausgangsdokument schon da und er hat es nur nicht erkannt. Er geht alle Blätter durch, eins nach dem anderen, langsam und sorgfältig. Keines davon trägt den Titel „Ausgangsdokument", aber auf einem steht unten in kleiner Schrift: „Dieses Dokument gilt nicht als Ausgangsdokument." Er legt es beiseite und denkt, dass das ein Hinweis sein könnte. Er nimmt ein leeres Blatt, schreibt oben in großen Buchstaben „Ausgangsdokument" und lässt den Rest leer. Dann legt er es ganz unten in den Stapel, weil Ausgangsdokumente vermutlich am Anfang stehen. Die Leuchtstoffröhre flackert. Er wartet. Er hat aufgehört zu fragen, wann es endet, weil die Antwort immer dieselbe ist: wenn alles vollständig ist. Und vollständig ist es, wenn er alles eingereicht hat. Und eingereicht hat er alles, wenn er weiß, was er einreichen muss. Er nimmt den Stift. Er fängt von vorne an. Das ist der Vorgang. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Der Raum, den er seit unbestimmbarer Zeit bewohnt, hat die eigentümliche Qualität, dass er sich weder eng noch weit anfühlt, sondern einfach vorhanden ist. Die Leuchtstoffröhre an der Decke gibt ein Licht ab, das keine Schatten wirft, was bedeutet, dass auch die Zeit hier keine Konturen hat. Er weiß, dass er einen Antrag stellen muss, aber das Wissen darüber, wofür, hat sich irgendwann still aus dem Raum entfernt. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das in seiner Schlichtheit beunruhigend ist: zwölf Felder, von denen er drei ausgefüllt hat und neun nicht. Der Stift in seiner Hand hat keine Kappe, was ihn anfangs gestört hat, inzwischen aber als Merkmal dieses Ortes erscheint, so wie die stehende Uhr und die leere Tasse. Die Uhr zeigt zehn nach elf, und er hat sich damit abgefunden, dass sie nicht falsch geht, sondern schlicht anderer Meinung ist. Er liest das sechste Feld zum wiederholten Mal: „Angabe des Antragsgegenstandes unter Berücksichtigung der einschlägigen Vorgangsnummer." Die Vorgangsnummer kennt er nicht, hat sie nie gekannt, und niemand hat ihm erklärt, wie man sie in Erfahrung bringt. Die Tür öffnet sich ohne Vorwarnung, und die Sachbearbeiterin tritt ein mit dem präzisen Bewegungsablauf von jemandem, der diesen Raum so oft betreten hat, dass er aufgehört hat, ihn wahrzunehmen. Sie legt eine neue Mappe auf den Tisch, deren Registerkarten mit Buchstaben beschriftet sind, die keine erkennbare Reihenfolge haben. „Der Nachweis über die Voranmeldung des Antragsverfahrens fehlt noch", sagt sie, im Konjunktiv, als ob auch sie nicht ganz sicher sei, ob das stimmt. Er fragt, ob es möglich wäre, diesen Nachweis nachzureichen, obwohl er nicht weiß, was er nachreichen würde. Sie antwortet, dass ein Nachreichen grundsätzlich möglich sei, sofern der entsprechende Antrag auf Nachreichgenehmigung vorliege. Er fragt, wie dieser Antrag zu stellen sei, und spürt dabei, dass er diese Frage vielleicht schon einmal gestellt hat. Sie sagt, der Antrag auf Nachreichgenehmigung setze die Kenntnis der Vorgangsnummer voraus, dreht sich um und geht. Die Tür schließt sich so leise, dass er sich fragt, ob sie jemals wirklich offen gewesen ist. Er bleibt sitzen und betrachtet die Mappe, die sie hinterlassen hat, als wäre sie ein Beweisstück aus einem anderen Leben. Hinter dem Reiter „A" findet er ein dreiseitiges Dokument, das den Titel trägt: „Hinweise zur Interpretation von Hinweisen – vorläufige Fassung". Er liest es, weil er sich erhofft, dass irgendwo eine Anweisung versteckt ist, die ihm sagt, was er als Nächstes tun soll. Was er findet, ist der Satz: „Alle Hinweise in diesem Dokument sind als unverbindlich zu verstehen, sofern kein gegenteiliger Hinweis vorliegt." Er legt das Dokument zurück, lehnt sich in den Stuhl und schaut für eine Weile an die Decke, weil das weniger frustrierend ist als alles andere. Die Leuchtstoffröhre flackert in einem Rhythmus, der fast regelmäßig ist, und er fragt sich, ob darin eine Bedeutung steckt. Er entscheidet, dass dem nicht so ist, aber das Nachdenken darüber hat ihm immerhin einige Minuten verschafft. Schließlich nimmt er den Stift, schreibt auf ein leeres Blatt die Worte „Vorgangsnummer: wird nachgereicht" und legt es über das sechste Feld des Formulars. Das ist keine Lösung, aber es ist eine vorläufige Überbrückung, und vorläufig scheint hier das herrschende Prinzip zu sein. Am nächsten Morgen – wobei er „Morgen" nur deshalb denkt, weil er an irgendwelchen Zeitbegriffen festhalten will – hat sich der Tisch erneut verändert. Die Mappe ist weg, das Formular liegt jetzt in einer transparenten Schutzhülle, und daneben steht ein Becher mit einer Flüssigkeit, deren Temperatur sich nicht bestimmen lässt. Er trinkt einen Schluck, weil es das Vernünftigste ist, was man mit einem Becher tun kann. Obenauf liegt ein Zettel, der handschriftlich beschriftet ist: „Bitte prüfen Sie, ob alle Angaben dem aktuellen Stand entsprechen." Er liest das Formular durch, stellt fest, dass sich nichts geändert hat, und schreibt darunter: „Angaben entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt ihrer Eintragung." Die Sachbearbeiterin erscheint zur gewohnten Stunde, obwohl er keine Uhr hat, die ihm sagen könnte, wann die gewohnte Stunde ist. Sie liest seinen Zusatz, zieht die linke Augenbraue minimal hoch, was das ausdrucksstärkste Zeichen ist, das er je von ihr gesehen hat. „Der Stand der Eintragung müsste mit dem Stand der Vorgangsakte übereinstimmen", sagt sie. Er fragt, ob er Einsicht in die Vorgangsakte bekommen könne, um die Übereinstimmung zu prüfen. Sie sagt, Einsicht in die Vorgangsakte setze einen abgeschlossenen Antragsprozess voraus. Er hält inne, weil in diesem Satz eine Logik steckt, die er nicht widerlegen kann, die aber auch keinen Ausweg lässt. „Dann ist der Antragsprozess also noch nicht abgeschlossen", sagt er, und es klingt mehr nach Feststellung als nach Frage. Sie sagt: „Das ist korrekt", und nimmt den Becher vom Tisch, obwohl er noch nicht leer ist. Dann stellt sie einen neuen Becher hin, der ebenfalls nicht leer ist, und geht, als wäre das ein Abschluss. Er sitzt vor dem Formular in der Schutzhülle und überlegt, ob er es aus der Hülle nehmen soll, um weiterzuschreiben. Auf der Hülle klebt ein kleiner Aufkleber: „Nicht aus der Schutzhülle entnehmen." Er schreibt durch die transparente Folie hindurch, was die Schrift unleserlich macht, aber das scheint hier keine Ausnahme zu sein. Die Uhr zeigt zehn nach elf, die Leuchtstoffröhre flackert, und der Raum verhält sich so, wie Räume sich verhalten, wenn niemand vorhat, sie zu verlassen. Er denkt an das Ausgangsdokument, das er beim letzten Mal selbst angefertigt hat, und fragt sich, ob es vielleicht irgendwo archiviert wurde. Vielleicht ist das der Fortschritt, den die Sachbearbeiterin erwähnt hat: Dinge verschwinden, aber sie werden nicht vernichtet, sie werden nur unerreichbar. Er nimmt ein frisches Blatt und beginnt, alle Formulare aufzulisten, die er bisher ausgefüllt hat, in chronologischer Reihenfolge, soweit er sich erinnern kann. Die Liste wird länger als erwartet, und er bemerkt dabei, dass er manche Dokumente zweimal eingereicht haben muss, weil er sich an ihre Felder noch gut erinnert. Das ist entweder ein Fehler oder ein Teil des Vorgangs, und inzwischen ist er nicht mehr sicher, ob dieser Unterschied hier gemacht wird. Er schreibt oben auf die Liste: „Übersicht der bisher gestellten Anträge – zur Vorlage im Rahmen des Antragsverfahrens." Das klingt nach etwas, das gebraucht werden könnte, und das ist mehr, als er über die meisten Dinge hier sagen kann. Die Sachbearbeiterin, die er inzwischen an ihren Schritten erkennt, obwohl er sie nie klar gehört hat, öffnet die Tür. Sie schaut auf die Liste, schlägt ihr Notizbuch auf, liest etwas nach und sagt: „Eine solche Übersicht wäre als Anlage G einzureichen." Er fragt, ob er Anlage G haben könne. Sie sagt, Anlage G werde automatisch beigefügt, sofern der Grundantrag vollständig vorliege. Er fragt, was am Grundantrag noch fehle. Sie sagt: „Anlage G", und schließt das Notizbuch. Die Logik ist in sich geschlossen wie ein Zimmer ohne Tür, und er sitzt darin. Er legt den Stift hin, faltet die Hände auf dem Tisch und sitzt einfach da, für eine Weile, ohne zu schreiben, ohne zu fragen. Die Leuchtstoffröhre flackert. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Er nimmt den Stift. Das ist der Vorgang. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Es gibt Orte, die man nicht betritt, sondern in denen man sich wiederfindet, und dieser Raum ist einer davon. Die Wände tragen kein Bild, keine Markierung, keinen Riss, als hätte jemand sie eigens so gestaltet, dass sie nichts verraten. Die Leuchtstoffröhre gibt ein Licht ab, das nicht leuchtet, sondern bloß die Dunkelheit in eine hellere Art von Ungewissheit verwandelt. Er sitzt. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er inzwischen mit der müden Vertrautheit betrachtet, die man sonst nur für alte Wunden aufbringt. Zwölf Felder, von denen er die meisten ausgefüllt hat – nicht weil er die Antworten kannte, sondern weil Leerstellen hier offenbar als Ausdruck von Unwillen gelten. Der Stift liegt zwischen seinen Fingern wie ein Gegenstand, der seinen ursprünglichen Zweck vergessen hat und jetzt einfach da ist, weil er nirgendwo sonst hingehört. Die Uhr zeigt zehn nach elf, und er hat sich damit abgefunden, dass sie nicht defekt ist, sondern schlicht einer anderen Auffassung von Zeit folgt. Er liest Feld neun: „Beschreibung des Sachverhalts, der dem Antrag zugrunde liegt, unter Bezugnahme auf einschlägige Vorgänge und deren Nummern." Der Sachverhalt, der dem Antrag zugrunde liegt, ist, dass er hier ist und nicht weiß, warum, und dass beides seit dem ersten Moment unverändert gilt. Er schreibt: „Sachverhalt ergibt sich aus dem Vorgang selbst", und ist sich dabei bewusst, dass das keine Antwort ist, sondern die Antwortform, die dieser Ort hervorbringt. Die Tür öffnet sich. Die Sachbearbeiterin tritt ein mit der ruhigen Selbstverständlichkeit von jemandem, für den Türen nicht Hindernisse sind, sondern bloße Übergänge zwischen dem Hier und dem Dort. Sie legt einen neuen Stapel auf den Tisch, ohne ihn anzuschauen, als wäre er ein Möbelstück, das zufällig auch Formulare entgegennehmen kann. „Das Deckblatt", sagt sie, „entspricht nicht der gültigen Version des Deckblattes." Er fragt, welche Version gültig sei, und merkt dabei, dass seine Stimme eine Gelassenheit angenommen hat, die er sich nicht bewusst angeeignet hat. Sie antwortet, dass die gültige Version jene sei, die zum Zeitpunkt der Antragstellung gültig gewesen wäre, sofern die Antragstellung im vorgesehenen Zeitraum erfolgt sei. Er fragt, ob die Antragstellung im vorgesehenen Zeitraum erfolgt sei. Sie sagt: „Das prüft die Akte", und geht. Er bleibt sitzen und betrachtet das neue Deckblatt, das sich vom alten nicht zu unterscheiden scheint, außer dass in der unteren rechten Ecke eine Versionsnummer steht, die vorher nicht da war. Die Versionsnummer lautet 0. Er überlegt, ob das bedeutet, dass dieses Deckblatt noch gar nicht fertig ist, oder ob Null hier einfach der Anfang ist, von dem aus alle anderen Versionen gezählt werden. Er entscheidet sich für die zweite Deutung, weil sie weniger entmutigend ist, obwohl er keinen Grund hat zu glauben, dass sie zutrifft. Die Leuchtstoffröhre flackert einmal lang, dann zweimal kurz, und er fragt sich zum ersten Mal ernsthaft, ob das ein Code sein könnte. Er notiert die Abfolge auf einem leeren Blatt: lang, kurz, kurz – und darunter ein Fragezeichen, weil ein Fragezeichen zumindest ehrlicher ist als eine falsche Antwort. Was er in diesem Raum gelernt hat – wenn Lernen das richtige Wort ist für das, was geschieht, wenn man aufhört, sich zu wundern –, ist, dass jede Antwort einen neuen Antrag gebiert. Der Antrag auf Einsicht in die Vorgangsnummer setzt die Kenntnis der Vorgangsnummer voraus; der Antrag auf Auskunft über das Ausgangsdokument setzt das Ausgangsdokument voraus; der Antrag auf Nachreichgenehmigung setzt die Genehmigung der Nachreichgenehmigung voraus. Er hat aufgehört, das als Widerspruch zu empfinden, und betrachtet es stattdessen als Strukturprinzip, ähnlich wie die Tatsache, dass der Boden den Stuhl trägt, der ihn trägt. Am folgenden Morgen – er nennt es so, weil die Leuchtstoffröhre eine Helligkeit erreicht hat, die sich von der nächtlichen unterscheidet, obwohl er nicht sagen könnte, worin der Unterschied besteht – liegt auf dem Tisch ein Dokument, das er noch nie gesehen hat. Es trägt den Titel: „Zwischenbescheid über den vorläufigen Stand des Antragsverfahrens – nicht rechtsmittelfähig." Er liest es mit einer Sorgfalt, die er früher vielleicht für übertrieben gehalten hätte, inzwischen aber als das Mindeste betrachtet, was man einem Dokument schuldet. Der Zwischenbescheid teilt ihm mit, dass sein Antrag eingegangen sei, dass die Prüfung des Eingangs noch ausstehe, und dass über das Ergebnis der Prüfung des Eingangs zu gegebener Zeit ein weiterer Zwischenbescheid ergehen werde. Er liest den letzten Satz zweimal, weil er sichergehen will, dass er ihn richtig verstanden hat. Er hat ihn richtig verstanden. Er schreibt unter den Bescheid: „Zur Kenntnis genommen", und unterschreibt mit seinem Namen, weil das die einzige Handlung ist, die er in diesem Moment für sinnvoll hält. Die Sachbearbeiterin, die ihn inzwischen anschaut, wenn sie hereinkommt – nicht freundlich, aber mit einer Art Aufmerksamkeit, die er nicht einordnen kann –, nimmt den Bescheid, liest seinen Zusatz und sagt: „Eine Kenntnisnahme ist in diesem Verfahrensstadium nicht vorgesehen." Er fragt, was stattdessen vorgesehen sei. Sie sagt: „Eine Kenntnisnahme kann beantragt werden." Er nickt, nicht weil er zustimmt, sondern weil Nicken die effizienteste Form ist, ein Gespräch zu beenden, das keinen Anfang hatte. Er nimmt ein leeres Blatt: „Antrag auf Genehmigung der Kenntnisnahme des Zwischenbescheids über den vorläufigen Stand des Antragsverfahrens." Der Satz ist lang, aber er hat das Gefühl, dass Kürze hier als Unvollständigkeit ausgelegt würde. Die Sachbearbeiterin nimmt den Antrag, ohne ihn zu lesen, legt ihn in die Mappe, schließt die Mappe und stellt sie unter den Tisch. Er fragt: „Wann wird darüber entschieden?" Sie sagt: „Wenn der Vorgang vollständig ist." Er fragt: „Was fehlt noch?" Sie sagt: „Das ergibt sich aus dem Vorgang", und geht. Der Raum ist wieder still, mit der Stille von Orten, die nicht auf jemanden warten, sondern einfach sind. Er sitzt da und denkt, dass er vielleicht nie gewusst hat, was Warten bedeutet, bevor er hier war – nicht das Warten auf etwas, sondern das Warten als Zustand, der keinen Gegenstand mehr braucht. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Er nimmt den Stift. Er schreibt. Das ist der Vorgang. == 79 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Es ist halb sechs morgens. László steht an der Bushaltestelle. Die Haltestelle heißt „Fő tér". Es regnet leicht, ein feiner Nieselregen. László hat keine Kapuze. Seine Jacke ist dünn und schon alt. Er wartet jeden Morgen hier. Der Bus nach Csepel kommt immer zu spät. Heute ist kein anderer Tag. László schaut auf die leere Straße. Kein Bus ist zu sehen. Da kommt jemand die Straße entlang. Es ist Erzsébet, seine Nachbarin. Sie trägt eine Plastiktüte vom 24-Stunden-Laden. Erzsébet ist 56 Jahre alt und redet sehr viel. „Guten Morgen, László!", sagt sie laut. László nickt und sagt: „Morgen." Erzsébet stellt ihre Tüte auf den Boden. „Weißt du, was János gestern gemacht hat?" László weiß es noch nicht, aber er wird es gleich erfahren. „Er hat die Glühbirne aus der Fassung gedreht." „Er dachte, das Licht flackert." „Dann saß er drei Stunden im Dunkeln." „Ich habe ihn nicht gewarnt." László hört zu und nickt manchmal. Er denkt nicht viel dabei. Es ist besser so. Wenn er zuhört, denkt er nicht an sein eigenes Leben. Der Bus kommt immer noch nicht. Erzsébet erzählt weiter von János. János ist ihr Mann, 58 Jahre alt. Früher war er Schlosser, heute sitzt er meistens im Sessel. Er trinkt gern billigen Weißwein. Erzsébet mag das nicht, aber sie sagt es trotzdem nicht direkt. Endlich kommt der Bus. Er ist acht Minuten zu spät. László steigt ein und sucht einen Platz. Er findet einen Platz neben einem Fenster. Das Fenster schließt nicht richtig. Kalte Luft kommt herein. László schaut nach draußen. Sie fahren an einer alten Fabrik vorbei. Die Fabrik ist ausgebrannt und leer. Jedes Mal schaut László hin. Er weiß nicht warum. Hinter ihm sitzen zwei alte Männer. Sie streiten über den Papst. Einer sagt, der Papst wäre mit dem Fahrrad nach Budapest gekommen. Der andere sagt, das ist Unsinn. László hört halb zu und lacht innerlich. Er greift in seine Jackentasche. Eine kleine Flasche ist darin. Er trinkt einen kurzen Schluck. Niemand im Bus schaut hin. Um Mittag sitzt László in der Lagerhalle. Er sitzt auf einer Europalette und isst. Er hat eine Wurstsemmel dabei, sie ist trocken. Sein Kollege setzt sich neben ihn. „Mein Cousin hat im Lotto gewonnen", sagt der Kollege. „Nicht viel, aber immerhin." Der Cousin wohnt in Kecskemét, das ist weit weg. László hört zu und rechnet leise im Kopf. In zwanzig Jahren könnte er vielleicht einen neuen Anzug kaufen. Er lacht kurz, aber es klingt mehr wie ein Räuspern. Am Abend sitzt László vor dem Plattenbau. Er sitzt auf der Betontreppe und hat die Flasche neben sich. Es ist still auf der Straße. Irgendwo spielt jemand Akkordeon. Die Töne sind nicht ganz richtig, aber der Mann spielt mit Überzeugung. Dann kommt János die Treppe herunter. Er geht ein bisschen langsam, vielleicht hat er schon getrunken. Er setzt sich wortlos neben László. Beide schweigen eine Weile. János schaut auf die Straße. László schaut auch auf die Straße. Dann nimmt János die Flasche und trinkt einen Schluck. Er gibt sie zurück. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János. László nickt. Das ist kein Trost, aber es reicht für heute. Morgen früh steht er wieder an der Haltestelle. Der Bus wird wieder zu spät kommen. Und Erzsébet wird wieder etwas zu erzählen haben. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- László steht jeden Morgen um Viertel vor sechs an der Haltestelle, auch wenn der Bus fast nie pünktlich kommt. Die Haltestelle heißt „Fő tér" und liegt direkt vor dem grauen Plattenbau, in dem László seit acht Jahren wohnt. Es regnet heute, kein starker Regen, aber der feine Nieselregen, der die Kleidung langsam durchnässt. László hat keine Kapuze, weil er die Jacke mit Kapuze vor drei Wochen irgendwo vergessen hat. Er stellt den Kragen hoch und schaut die leere Straße entlang, wo der Bus irgendwann erscheinen wird. Dann hört er Schritte hinter sich, und er weiß schon, wer das ist, bevor er sich umdreht. Erzsébet kommt mit einer schweren Plastiktüte vom 24-Stunden-Laden, der um die Ecke liegt. Sie ist 56 Jahre alt, wohnt im Stockwerk über ihm, und sie beginnt immer sofort zu reden, ohne Pause. „Guten Morgen, László, du glaubst nicht, was János gestern Abend wieder gemacht hat!", sagt sie und stellt die Tüte auf den nassen Boden. László dreht sich zu ihr um und nickt, weil eine Antwort nicht nötig ist und auch nicht erwartet wird. János hat gestern die Glühbirne aus der Fassung gedreht, weil er glaubte, das Licht im Wohnzimmer flackert. Dann saß er drei Stunden im Dunkeln, weil er keine neue Glühbirne hatte und Erzsébet ihn nicht warnte. „Ich habe ihn einfach sitzen lassen", sagt Erzsébet, und in ihrer Stimme ist keine Reue, nur eine müde Zufriedenheit. László hört zu, nicht weil ihn die Geschichte wirklich interessiert, sondern weil es einfacher ist als Schweigen. Wenn er zuhört, muss er nicht über sein eigenes Leben nachdenken, und das ist manchmal das Wichtigste. Der Bus ist immer noch nicht zu sehen, und Erzsébet erzählt jetzt, dass János früher ein guter Schlosser war. „Er wusste, wie man Dinge repariert", sagt sie, „aber jetzt sitzt er nur noch im Sessel und trinkt seinen billigen Weißwein." László sagt „Hm" und schaut auf die Straße, und endlich erscheint der Bus in der Ferne, klein und langsam. Er ist neun Minuten zu spät, was für diese Linie noch ein gutes Ergebnis ist. Im Bus findet László einen Fensterplatz, aber das Fenster schließt nicht richtig, und kalte Luft strömt herein. Er zieht die Jacke enger und schaut nach draußen, während die Stadt an ihm vorbeizieht, grau und still am frühen Morgen. Dann kommen sie an der alten Fabrik vorbei, die vor Jahren abgebrannt ist und seitdem leer steht. László schaut jedes Mal auf die schwarzen Fensterhöhlen der Fabrik, obwohl er selbst nicht weiß, warum er das tut. Hinter ihm sitzen zwei ältere Männer, die über den Papst streiten, und ihre Stimmen sind laut genug, um alles andere zu übertönen. Einer behauptet, der Papst wäre mit dem Fahrrad nach Budapest gefahren, wenn er wirklich bescheiden wäre. Der andere sagt, das ist kompletter Unsinn, und außerdem sei Budapest kein Pflichtprogramm für den Papst. László greift langsam in seine Jackentasche und zieht eine kleine Flasche heraus, ohne sie jemandem zu zeigen. Er trinkt einen kurzen Schluck, steckt die Flasche zurück, und niemand im Bus dreht sich um. In der Lagerhalle isst László um zwölf Uhr auf einer Europalette, weil es keine richtige Pausenbank gibt. Seine Wurstsemmel ist trocken, aber er hat keinen Hunger, also ist es egal. Sein Kollege Tibor setzt sich neben ihn und erzählt, dass ein Cousin dritten Grades in Kecskemét im Lotto gewonnen hat. „Nicht viel", sagt Tibor, „aber mehr als wir in einem Monat verdienen." László hört zu und rechnet leise im Kopf, wie viele Jahre er arbeiten müsste, um sich einen neuen Anzug zu kaufen. Er kommt auf zwanzig Jahre und lacht kurz, aber das Lachen klingt mehr wie ein Räuspern, das man schnell vergisst. Am Abend sitzt László auf der Betontreppe vor dem Plattenbau, die Flasche steht neben ihm auf der Stufe. Die Straße ist ruhig, und irgendwo in einem der oberen Stockwerke spielt jemand Akkordeon. Die Töne sind nicht immer richtig, aber der Mann spielt mit so viel Überzeugung, dass es am Ende nicht stört. Dann kommt János die Treppe herunter, langsam und ein bisschen unsicher auf den Beinen. Er setzt sich wortlos neben László, schaut auf die Straße, und keiner von beiden sagt etwas. Nach einer Weile nimmt János einfach die Flasche, trinkt einen langen Schluck und stellt sie zurück. „Morgen ist auch ein Tag", sagt er, ohne László anzuschauen. László nickt und schaut weiter auf die Straße, auf der sich nichts bewegt. Das ist kein Trost, und beide wissen das, aber es reicht für diesen Abend. Morgen früh wird László wieder um Viertel vor sechs an der Haltestelle stehen. Der Bus wird zu spät kommen, Erzsébet wird etwas über János erzählen, und László wird zuhören. Und das wird sich gut genug anfühlen, um weiterzumachen. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, als die Stadt noch schläft und die Straßenlaternen ihr blasses Licht auf den nassen Asphalt werfen, steht László an der Haltestelle. Er kennt jeden Riss im Betonboden dieser Haltestelle, jeden abgeblätterten Aufkleber auf dem Fahrplankasten, der seit Monaten falsche Zeiten anzeigt. Der Nieselregen fällt so leise, dass man ihn kaum hört, aber nach zehn Minuten ist Lászlós Hemdkragen kalt und feucht. Er hat die Kapuze verloren, irgendwo, irgendwann, er erinnert sich nicht mehr daran und es interessiert ihn auch nicht besonders. Der Bus nach Csepel sollte um 5:52 Uhr kommen, und weil das nie passiert, hat László aufgehört, auf seine Uhr zu schauen. Stattdessen schaut er die Straße entlang, eine gewohnheitsmäßige Geste ohne echte Erwartung, wie ein Mensch, der weiß, dass die Post nicht kommt, aber trotzdem zum Briefkasten geht. Dann hört er das vertraute Geräusch von Plastiktüten und hastigen Schritten, und er weiß, ohne sich umzudrehen, dass Erzsébet da ist. Sie kommt jeden Morgen vom 24-Stunden-Laden um die Ecke, immer mit zu viel eingekauft, immer mit einer Geschichte, die sie kaum erwarten kann zu erzählen. „Du glaubst nicht, was dieser Mann gestern wieder angestellt hat", sagt sie, noch bevor sie richtig stehen geblieben ist, und stellt ihre schwere Tüte auf den Boden. László dreht sich zu ihr um und nickt mit einem Gesichtsausdruck, der Aufmerksamkeit andeutet, ohne wirklich etwas zu versprechen. János, so erfährt er, hat gestern Abend beschlossen, dass die Wohnzimmerlampe flackert, und deshalb einfach die Glühbirne aus der Fassung gedreht. Dann saß er drei Stunden im Dunkeln, weil keine Ersatzbirne im Haus war und weil er zu stolz war, Erzsébet darum zu bitten. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt sie, und in ihrer Stimme liegt eine Mischung aus Erschöpfung und der leisen Genugtuung einer Frau, die schon zu viel erklärt hat. László hört zu, nicht aus echtem Interesse, sondern weil das Zuhören eine Funktion hat: Es füllt die Zeit und verdrängt andere Gedanken. Solange Erzsébet redet, muss er nicht über das leere Kühlschrankregal nachdenken, nicht über den Brief, der seit einer Woche ungeöffnet auf dem Tisch liegt. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, klein und langsam, wie ein Tier, das keine Eile kennt, und ist elf Minuten zu spät. László steigt als Erster ein, findet seinen gewohnten Platz neben dem Fenster, das sich seit Monaten nicht richtig schließen lässt. Die kalte Luft, die durch den Spalt hereinkommt, stört ihn nicht mehr; er hat sich daran gewöhnt wie an vieles andere in seinem Leben. Draußen zieht die Stadt vorbei, die grauen Fassaden der Wohnblöcke, die geschlossenen Läden, eine Frau mit Hund, die beide so aussehen, als hätten sie eine schlechte Nacht hinter sich. Dann kommt die ausgebrannte Fabrik, ein schwarzes Skelett aus Stahl und geborstenen Fenstern, das seit Jahren auf einem Grundstück steht, das niemandem zu gehören scheint. László schaut jedes Mal auf dieses Gebäude, obwohl er nicht weiß, was er darin sucht, vielleicht nur den Beweis, dass manche Dinge einfach so bleiben, wie sie sind. Hinter ihm haben zwei alte Männer ein Gespräch begonnen, das schnell zu einem Streit geworden ist, ob der Papst jemals mit dem Fahrrad gereist wäre, wenn er wirklich ein bescheidener Mensch sein wollte. László greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht eine flache Flasche heraus und trinkt einen kleinen Schluck, ruhig und unauffällig, wie jemand, der das schon so oft getan hat, dass es keine Geste mehr ist, sondern ein Reflex. Die Flasche verschwindet wieder in der Tasche, der Bus hält, neue Fahrgäste steigen ein, und die Welt dreht sich weiter, ohne Kommentar. In der Lagerhalle gibt es keine Kantine, also sitzen die Männer in der Mittagspause auf Europaletten und essen, was sie mitgebracht haben. László hat eine Wurstsemmel, die morgens noch akzeptabel war und jetzt trocken und ein bisschen traurig wirkt, aber er isst sie trotzdem, langsam und ohne Eile. Tibor, sein Kollege, der neben ihm sitzt, erzählt von einem Lottogewinn, nicht seinem eigenen, sondern dem eines Cousins dritten Grades aus Kecskemét, den Tibor selbst kaum kennt. „Fünfzigtausend Forint", sagt Tibor mit dem Ton eines Mannes, der von einer fernen und fremden Welt berichtet. László nickt und rechnet im Kopf, wie viele Arbeitsjahre er bräuchte, um sich etwas zu leisten, das keine Notwendigkeit ist, sondern ein Wunsch. Er kommt auf eine Zahl, die er sofort vergisst, und lacht kurz auf, ein Lachen, das wie ein Räuspern klingt und das Tibor mit einem schiefen Blick quittiert. Der Nachmittag vergeht in der üblichen Abfolge aus Kisten, Gabelstaplern und dem leisen Summen der Neonlampen, die nie ganz gleichmäßig brennen. Als László gegen halb sieben nach Hause kommt, ist die Treppe vor dem Plattenbau leer, und er setzt sich einfach hin, weil er keine Lust hat, sofort in die Wohnung zu gehen. Die Flasche stellt er neben sich auf die Betonstufe, nicht um zu trinken, sondern weil es sich richtig anfühlt, sie dort zu haben. Irgendwo über ihm, vielleicht im dritten Stock, spielt jemand Akkordeon, die Töne kommen durchs offene Fenster herunter und fallen auf die Straße wie Blätter, die niemand aufhebt. Die Melodie ist nicht ganz korrekt, ein paar Töne daneben, aber der Spieler hört nicht auf, und das hat etwas Respektables. János kommt nach einer Weile aus dem Hauseingang, die Hände in den Taschen, das Gesicht mit dem Ausdruck eines Mannes, der einen Grund gesucht hat, nach draußen zu gehen, und keinen gefunden hat. Er setzt sich neben László, ohne zu fragen, ohne zu grüßen, und schaut auf die Straße, die jetzt dunkel und still ist. László schaut auch auf die Straße. Oben spielt das Akkordeon weiter, immer noch ein bisschen falsch, immer noch voller Überzeugung. Nach einer Weile nimmt János die Flasche, trinkt, gibt sie zurück, und das alles geschieht so selbstverständlich, als hätten sie das hundertmal so gemacht. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János schließlich, und es klingt weder wie eine Frage noch wie eine Aufmunterung, sondern wie eine Feststellung über etwas, das beide schon wissen. László nickt und sagt nichts, weil nichts gesagt werden muss. Das Akkordeon spielt, die Straßenlaterne flackert einmal kurz, und dann ist alles wieder ruhig. Es ist kein guter Abend und kein schlechter Abend, es ist einfach ein Abend. Und morgen früh um Viertel vor sechs wird László wieder an der Haltestelle stehen, der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird mit ihrer Tüte um die Ecke biegen. Er weiß das, und das Wissen stört ihn nicht, weil es in diesem Wissen auch etwas gibt, das sich wie Boden unter den Füßen anfühlt. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, wenn die Stadt noch in jenem merkwürdigen Halbschlaf liegt, der weder Nacht noch Morgen ist, steht László an der Haltestelle und wartet auf etwas, das nie pünktlich kommt. Der Fahrplankasten hinter ihm zeigt 5:52 Uhr an, eine Zeit, die seit Monaten reine Fiktion ist, aber niemand hat die Mühe auf sich genommen, den Aufkleber abzuziehen. Der Regen fällt so fein, dass er kaum sichtbar ist, aber er sammelt sich auf Schultern und Ärmeln und kühlt langsam durch den Stoff, mit der geduldigen Hartnäckigkeit von allem, was man zunächst unterschätzt. László hat keine Kapuze mehr, eine Kleinigkeit, die ihn irgendwann aufgehört hat zu stören, wie so vieles im Laufe der Jahre aufgehört hat, ihn zu stören. Er schaut die Straße entlang, nicht aus Erwartung, sondern aus Gewohnheit, mit dem leeren Blick eines Menschen, der gelernt hat, die Abwesenheit von Veränderung als einen Zustand zu akzeptieren. Die Haltestelle kennt er mit einer Vertrautheit, die über bloße Gewohnheit hinausgeht: den abgeblätterten Stadtplan, die eingeritzte Jahreszahl 1987 im Beton, den Geruch von feuchtem Zement, der jeden Morgen derselbe ist. Dann hört er Schritte, das Rascheln von Plastiktüten, und er weiß, wer das ist, noch bevor er sich umdreht, weil manche Menschen sich durch ihre Geräusche ankündigen wie Wetterlagen durch den Barometerstand. Erzsébet ist 56 Jahre alt, wohnt im Stockwerk über ihm, und sie trägt die Ereignisse der vergangenen Nacht bereits auf der Zunge, als sie die Haltestelle noch gar nicht erreicht hat. „Du kannst dir nicht vorstellen, was dieser Mann gestern noch fertiggebracht hat", sagt sie, stellt die Tüte auf den nassen Boden und schaut László mit dem Blick an, der keine Antwort erwartet, sondern ein Publikum. János, so erfährt László in den nächsten Minuten, hat entschieden, dass die Wohnzimmerlampe flackert, und diese Entscheidung auf seine Art gelöst: indem er einfach die Glühbirne herausdrehte und im Dunkeln sitzen blieb. Drei Stunden, sagt Erzsébet, drei Stunden im Dunkeln, weil keine Ersatzbirne im Haus war und weil es János' Stolz nicht erlaubt, eine Bitte auszusprechen, die er als Niederlage empfinden würde. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt sie, und in diesem Satz liegt eine jahrzehntelange Ehegeschichte zusammengefaltet wie eine Landkarte, die man nicht mehr entfalten möchte. László hört zu, nickt an den richtigen Stellen, und weiß, dass das Zuhören eine Form von Freundlichkeit ist, die nichts kostet und Erzsébet offensichtlich etwas bedeutet. Dass ihn die Geschichte von János wenig bewegt, ist kein Mangel an Mitgefühl, sondern das Ergebnis eines stillen Übereinkommens, das zwischen Nachbarn in Plattenbauten häufig entsteht: Man teilt die Wartezone, aber nicht das Leben. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, breitet sich langsam durch den Nieselregen aus wie ein dunkelgelbes Gerücht, und ist dreizehn Minuten zu spät. László findet seinen Platz am Fenster, das sich nicht schließt, und er hat sich mit diesem Spalt so abgefunden wie mit einer Wetterlage, die man nicht beeinflussen kann und die man deshalb nicht länger als Zumutung betrachtet. Die Stadt zieht draußen vorbei, die bekannte Abfolge aus Wohnblöcken, Tankstellen, geschlossenen Kiosken, ein Stadtbild, das sich im Laufe der Jahre so wenig verändert hat, dass es wirkt wie eine Kulisse, die man einmal gebaut hat und seitdem stehen lässt. Dann kommt die ausgebrannte Fabrik, und László schaut hin, wie er es jeden Morgen tut, mit einer Aufmerksamkeit, die er selbst nicht erklären könnte, als enthielte das Gebäude eine Frage, auf die er noch keine Antwort gefunden hat. Die schwarzen Fensterhöhlen der Fabrik starren zurück, gleichgültig und beständig, und dann sind sie schon vorbei, überholt von der Bewegung des Busses, der sich um keine Betrachtung schert. Hinter László streiten zwei alte Männer mit der verbissenen Energie von jemandem, der in einem Argument die letzte Form von Selbstbestätigung gefunden hat, und der Gegenstand des Streits ist, ob der Papst mit dem Fahrrad nach Budapest gereist wäre, wenn seine Demut wirklich echt wäre. László greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht die flache Flasche heraus mit der beiläufigen Selbstverständlichkeit einer Geste, die längst aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und trinkt einen Schluck, während der Bus über eine holprige Stelle fährt. Niemand dreht sich um, und das ist genau das, was László an diesem Bus schätzt: die stumme Vereinbarung, einander in Ruhe zu lassen. Die Mittagspause verbringt er auf einer Europalette in der hinteren Ecke der Lagerhalle, wo das Neonlicht flackert und die Zugluft durch eine schlecht gedichtete Ladeluke zieht. Die Wurstsemmel, die er mitgebracht hat, ist morgens noch passabel gewesen, jetzt ist sie trocken und hat die Konsistenz von etwas, das seine beste Zeit eindeutig hinter sich hat, aber er isst sie trotzdem, weil Hunger keine ästhetischen Ansprüche stellt. Tibor, sein Kollege, setzt sich neben ihn mit dem Gesichtsausdruck eines Menschen, der eine Geschichte mit sich trägt, die er teilen möchte, ob man sie hören will oder nicht. Es geht um einen Lottogewinn, aber nicht Tibors eigenen, sondern den eines Cousins dritten Grades in Kecskemét, eine Verwandtschaft so weit entfernt, dass sie biologisch kaum noch messbar ist, aber finanziell offenbar dennoch bemerkenswert. László hört zu und kalkuliert dabei still im Kopf, wie viele Monate er arbeiten müsste, um sich etwas zu leisten, das kein Bedürfnis befriedigt, sondern einen Wunsch, und er stellt fest, dass er die Zahl nicht zu Ende denken will. Er lacht kurz auf, ein Laut, der irgendwo zwischen echtem Lachen und dem Geräusch liegt, das entsteht, wenn man sich räuspert, um einer Antwort zu entgehen. Der Nachmittag löst sich auf in Kisten, Lieferscheinen, dem gleichmäßigen Brummen der Deckenlampen, und László arbeitet mit der Präzision eines Menschen, der nicht nachdenken will und deshalb jeden Handgriff sehr genau ausführt. Als er gegen Abend die Betontreppe vor dem Plattenbau hinaufkommt, bleibt er auf der zweiten Stufe einfach stehen und setzt sich hin, ohne einen besonderen Grund dafür zu haben außer dem, dass die Wohnung ihn nicht ruft. Er stellt die Flasche neben sich auf die Stufe, nicht weil er trinken will, sondern weil es sich seltsam anfühlen würde, sie in der Tasche zu lassen, wenn er selbst draußen sitzt. Irgendwo über ihm, in einem der oberen Stockwerke, spielt jemand Akkordeon, und die Melodie fällt durch das offene Fenster auf die Straße, ein bisschen schief, ein paar Halbtöne daneben, aber mit einer Überzeugung gespielt, die jede Kritik überflüssig macht. László hört zu und denkt, dass es eine unterschätzte Qualität ist, etwas falsch zu tun und dabei vollständig überzeugt zu sein, weil diese Überzeugung das Falsche in etwas anderes verwandelt. Dann tritt János aus dem Hauseingang, mit dem Schritt eines Mannes, der keinen Grund hatte, nach draußen zu gehen, aber drinnen auch keinen Grund hatte zu bleiben. Er setzt sich neben László, ohne zu fragen, ohne zu grüßen, und schaut auf die Straße mit dem leeren, gleichmäßigen Blick von jemandem, dem die Straße schon seit Jahren keine Überraschungen mehr schuldet. Oben spielt das Akkordeon weiter, immer noch nicht ganz richtig, immer noch voller Überzeugung, und die Straßenlaterne wirft ihr gelbliches Licht auf den nassen Bürgersteig. Nach einer Weile, in der beide schweigen mit der Selbstverständlichkeit von Menschen, die kein Schweigen mehr erklären müssen, nimmt János die Flasche, trinkt und gibt sie zurück, eine Geste so unkompliziert und unhöflich und vertraut zugleich, dass László lächelt, ohne es zu merken. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János, und der Satz klingt weder nach Trost noch nach Ironie, sondern nach einer nüchternen Bestandsaufnahme, die beide schon kennen und die trotzdem etwas trägt. László nickt und schaut auf die Straße, auf der sich nichts bewegt außer dem Akkordeonklang, der durch die Luft zieht wie Rauch aus einem Schornstein, gleichgültig und trotzdem da. Es ist kein Abend, an dem etwas passiert ist, und es ist kein Abend, der in der Erinnerung bleiben wird, aber während er sitzt, fühlt László etwas, das er nicht benennen würde, weil Benennen es verändern würde. Morgen früh, um Viertel vor sechs, wird er wieder hier stehen, die Straße wird leer sein, der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird mit ihrer Tüte um die Ecke biegen und sofort anfangen zu reden. Er weiß das mit einer Gewissheit, die keine Hoffnung ist und keine Resignation, sondern einfach die ruhige Kenntnis des eigenen Lebens, die man irgendwann erwirbt, wenn man aufgehört hat, dagegen zu kämpfen. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, in jener eigenartigen Zwischenstunde, in der die Nacht sich nicht verabschiedet hat und der Morgen noch keine Ansprüche stellt, steht László an der Haltestelle und übt, was er jeden Tag aufs Neue übt: das Warten ohne Erwartung. Der Fahrplankasten hinter ihm trägt eine Uhrzeit, die seit Monaten niemanden mehr täuscht, aber auch niemanden stört, weil in dieser Gegend die Differenz zwischen dem, was angeschrieben steht, und dem, was tatsächlich geschieht, längst als Normalzustand verinnerlicht worden ist. Der Regen, der in dieser Nacht begonnen hat, ist kein Regen im eigentlichen Sinne, sondern jene feinkörnige Schwebe, die sich in den Haaren niederschlägt, im Kragen sammelt und auf die Haut legt wie ein Kommentar, den man nicht angefordert hat und nicht abweisen kann. László hat keine Kapuze, seit er eine Jacke mit Kapuze irgendwo zurückgelassen hat, wann genau und wo weiß er nicht mehr, weil Dinge, die man verliert, ohne es zu bemerken, auch in der Erinnerung keinen Abdruck hinterlassen. Er schaut die Straße entlang mit jenem Blick, der nicht mehr sucht, sondern registriert, der Blick eines Menschen, der die Wiederholung so vollständig akzeptiert hat, dass Abweichung ihn überraschen würde wie ein Fehler in einer Rechnung, die er nie aufgestellt hat. Die Haltestelle selbst ist ihm in einer Weise vertraut, die über das Visuelle hinausgeht: der Geruch von nassem Beton und abgestandenem Zigarettenrauch, das leise Quietschen des Fahrplankastenrahmens im Wind, die eingeritzte Jahreszahl 1987, die jemand einmal für wichtig gehalten haben muss. Dann hört er das Geräusch, das Erzsébet immer ankündigt, bevor sie sichtbar wird: das rhythmische Schlagen schwerer Plastiktüten gegen Oberschenkel, das Knirschen ihrer Schuhe auf dem nassen Pflaster, die atemlose Vorfreude einer Frau, die eine Geschichte mit sich trägt wie eine Last, die gleichzeitig Gewicht und Erleichterung ist. Sie ist 56 Jahre alt, wohnt unmittelbar über ihm, und hat in den acht Jahren, in denen László im Plattenbau lebt, eine Verlässlichkeit bewiesen, die er insgeheim bewundert, auch wenn er das niemals aussprechen würde, weil das Aussprechen die Sache komplizierter machen würde, als sie sein muss. „Du glaubst es nicht", sagt sie, noch bevor sie ganz zum Stehen gekommen ist, und stellt die Tüte auf den Boden mit der Geste eines Menschen, der Ballast abwirft, um beide Hände für das Erzählen frei zu haben. János hat gestern Abend die Wohnzimmerlampe für defekt erklärt, auf der Grundlage eines Flackerns, das möglicherweise existiert hat und möglicherweise nicht, und hat die Glühbirne herausgedreht mit der Entschlossenheit eines Mannes, der ein Problem löst, indem er es unsichtbar macht. Drei Stunden saß er im Dunkeln, nicht weil keine Lösung denkbar gewesen wäre, sondern weil die einzig denkbare Lösung eine Bitte erfordert hätte, und Bitten ist für János eine Form der Kapitulation, die er sein Leben lang vermieden hat und die er auch jetzt, mit 58 Jahren und einem Sessel als Hauptbeschäftigung, nicht einzuüben gedenkt. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt Erzsébet, und in diesem Satz steckt keine Grausamkeit, sondern die erschöpfte Würde einer Frau, die irgendwann aufgehört hat zu erklären, was sie erklärt hat, und begonnen hat, einfach zu beobachten. László hört zu mit einer Aufmerksamkeit, die ehrlicher ist, als sie aussieht, denn Erzsébet weiß, glaube er, dass er nicht wirklich zuhört, und er weiß, dass sie das weiß, und trotzdem reden sie jeden Morgen so miteinander, weil diese kleine Inszenierung gegenseitiger Anteilnahme beiden etwas gibt, das sie nicht benennen würden. Das Zuhören hat für László eine weitere Funktion, die er sich selbst gegenüber nicht eingesteht: Solange Erzsébet redet, muss er nicht in Stille versinken, und die Stille ist das, worin die Dinge auftauchen, über die er lieber nicht nachdenkt, der Brief auf dem Küchentisch, die Flasche, die sich zu schnell leert, das Gefühl, dass die Jahre vergehen wie Busfahrten auf einer Route, die irgendwo endet, aber nirgends ankommt. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, materialisiert sich langsam aus dem Grau des Morgens wie eine Behauptung, die man nicht widerlegen kann, aber auch nicht glauben muss, und er ist vierzehn Minuten zu spät, was für diese Linie beinahe als Pünktlichkeit durchgehen könnte. László steigt ein, findet seinen angestammten Platz am Fenster, das sich nicht schließt, und empfängt den vertrauten kalten Luftzug mit der Gleichmut eines Menschen, der gelernt hat, zwischen Unbequemlichkeiten zu unterscheiden, die sich lohnen zu bekämpfen, und solchen, die man einfach trägt. Draußen zieht das Stadtbild vorbei, das er so gut kennt, dass er es mit geschlossenen Augen beschreiben könnte: die Plattenbauten, deren Fassaden die Farbe von etwas haben, das einmal Beige gewesen sein soll, die Tankstelle mit dem dauerhaft blinkenden Preisschild, der Kiosk, dessen Besitzer László noch nie bei Tageslicht gesehen hat. Dann kommt die Fabrik, und László schaut hin, wie er es jeden Morgen tut, mit jener hartnäckigen Aufmerksamkeit, die er sich selbst nicht erklären kann, als hätte das Gebäude vor Jahren etwas mit ihm vereinbart und warte nun darauf, dass er seinen Teil der Abmachung erfüllt. Die ausgebrannten Fensterhöhlen schauen zurück mit der Gleichgültigkeit von etwas, das jenseits von Verfall und Erneuerung angelangt ist, jenseits von Absicht, jenseits von allem, was László in Worte fassen könnte, und dann ist die Fabrik vorbei und der Bus fährt weiter, und der Moment löst sich auf wie alle Momente. Hinter ihm führen zwei alte Männer ein Gespräch, das längst die Form eines Streits angenommen hat, über die Frage, ob der Papst, wäre er wirklich so bescheiden, wie er behauptet zu sein, nicht längst auf dem Fahrrad nach Budapest gereist wäre, und László hört mit dem halben Ohr zu und denkt, dass theologische Fragen in Linienbussen eine Beständigkeit haben, die kathedralen Diskussionen fehlt. Er greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht die flache Flasche heraus mit einer Beiläufigkeit, die keine Heimlichkeit mehr ist, sondern die Selbstverständlichkeit einer Handlung, die so oft wiederholt wurde, dass sie jeden Charakter verloren hat und nun einfach da ist wie Atmen, und trinkt einen Schluck, während der Bus über eine Bodenwelle fährt und kurz schwankt. Niemand dreht sich um, was László nicht als Gleichgültigkeit interpretiert, sondern als die stille Solidarität von Menschen, die alle ihre eigenen Flaschen in ihren eigenen Jackentaschen tragen, metaphorisch oder anders. Die Mittagspause verbringt er auf einer Europalette in der hinteren Ecke der Lagerhalle, wo das Neonlicht eine Frequenz hat, die auf Dauer auf das Sehvermögen wirkt wie ein unaufhörlich zu leiser Ton auf die Nerven, und isst eine Wurstsemmel, die am Morgen noch als Frühstück durchgegangen wäre und jetzt eher als archäologischer Fund zu klassifizieren ist. Tibor, sein Kollege, setzt sich neben ihn mit der unaufhaltsamen Energie eines Menschen, dem eine Geschichte auf der Zunge brennt, und berichtet von einem Lottogewinn, der geografisch und genealogisch so weit von Tibor selbst entfernt ist, dass die Relevanz dieser Nachricht fast philosophischer Natur ist. László hört zu und vollzieht dabei still im Kopf eine Kalkulation, die er nicht zu Ende führen will, weil das Ende dieser Rechnung eine Zahl wäre, die er kennt und die er dennoch lieber nicht anschaut, so wie man bestimmte Spiegel in Wohnungen meidet, weil man weiß, was sie zeigen. Er lacht kurz auf, ein Laut, der zu komprimiert ist, um wirkliches Lachen zu sein, und Tibor schaut ihn an mit jenem Blick, den Menschen verwenden, wenn sie spüren, dass sie etwas nicht verstanden haben, aber nicht fragen wollen, weil die Antwort sie vielleicht mehr angeht, als ihnen lieb wäre. Der Nachmittag verfließt in der Mechanik der Arbeit, die László nicht schätzt, aber auch nicht verachtet, weil Arbeit, die man verachtet, einen aufreibt, während Arbeit, der man gleichgültig gegenübersteht, einen einfach durchlässt wie Wasser einen Kanal, ohne Spuren zu hinterlassen. Als er am Abend die Betontreppe des Plattenbaus erreicht, bleibt er auf der zweiten Stufe stehen, setzt sich hin, ohne nachzudenken, und stellt die Flasche neben sich auf den Stein, nicht aus Bedürfnis, sondern aus einer Art stiller Geselligkeit mit sich selbst, die er sich in acht Jahren Plattenbauleben angeeignet hat. Irgendwo im Gebäude, er kann nicht sagen, in welchem Stockwerk, spielt jemand Akkordeon, und die Töne fallen durch das offene Fenster auf die Straße wie Worte aus einem Gespräch, das man nicht versteht, aber dessen Stimmung man trotzdem erfasst. Die Melodie ist nicht ganz sauber, ein paar Töne verfehlen ihr Ziel um einen Halbton, aber der Spieler hört nicht auf und macht keine Pausen zum Zweifeln, und László denkt, dass diese Art von Überzeugung, die keine Rücksicht auf Perfektion nimmt, vielleicht die einzige Überzeugung ist, die im Alltag wirklich hält. János tritt aus dem Hauseingang mit dem unmotivierten Schritt eines Mannes, dem der Abend weder drinnen noch draußen etwas schuldet und der sich deshalb für das Draußen entschieden hat, weil es dort wenigstens nicht flackert. Er setzt sich neben László, ohne Ankündigung, ohne Begrüßung, mit der selbstverständlichen Grenzüberschreitung von jemandem, dem Förmlichkeit zwischen Nachbarn schon seit Jahren überflüssig erscheint, und beide schauen auf die Straße, auf der der Abend sich ausbreitet wie ein Gedanke, über den man lieber nicht zu Ende nachdenkt. Das Schweigen zwischen ihnen ist nicht leer, es ist gefüllt mit allem, was weder gesagt werden muss noch gesagt werden sollte, mit der gemeinsamen Kenntnis dieser Treppe, dieses Gebäudes, dieser Straße, dieses Lebens, das keiner von beiden gewählt hat und das beide trotzdem führen mit einer Beharrlichkeit, die man für Resignation halten könnte, wenn man nicht genau hinsähe. Nach einer Weile, die keine bestimmte Länge hat, weil keiner von beiden auf die Uhr schaut, nimmt János die Flasche, trinkt, gibt sie zurück, und diese Geste ist so unkompliziert und so vollständig frei von Kommentar, dass sie das Reinste ist, was an diesem Abend geschieht. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János, und der Satz klingt in seinem Mund nicht nach Vertröstung und nicht nach Ironie, sondern nach dem, was er ist: eine schlichte Feststellung über die Struktur der Zeit, die beide kennen und die, ausgesprochen, dennoch etwas ändert, weil Sprache das tut, auch wenn sie nichts Neues sagt. László nickt, und das Akkordeon spielt weiter, immer noch nicht ganz richtig, und die Straßenlaterne taucht den nassen Bürgersteig in sein gelbliches Licht, und irgendwo in der Ferne fährt ein Bus, der pünktlich ist oder nicht, weil es jetzt keine Rolle mehr spielt. Es ist ein Abend wie dieser Abend, nicht mehr und nicht weniger, und während László auf der Betonstufe sitzt und dem falschen Akkordeon lauscht, spürt er etwas, das er sorgfältig unbenennt lässt, weil er weiß, dass manche Dinge aufhören zu existieren, sobald man ihnen einen Namen gibt. Morgen früh um Viertel vor sechs wird er wieder hier stehen, im Nieselregen, ohne Kapuze, und der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird um die Ecke biegen und anfangen zu reden. Er wird dann zuhören, und das alles wird genau so sein wie heute, und trotzdem wird es nicht dasselbe sein, weil man in denselben Fluss nicht zweimal steigt, auch wenn der Fluss das nicht weiß und es ihm gleichgültig wäre. == 80 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Márta steckt den Schlüssel ins Schloss. Die Tür geht auf. Im Flur ist es still. An der Garderobe hängen sieben Kleiderbügel. Sie sind alle leer. Gábor tritt hinter ihr ein. Er sagt nichts. Er bleibt stehen und schaut sich um. Das Telefon steht noch auf dem Sekretär. Es klingelt nicht. Márta atmet einmal tief durch. Sie kennt diese Wohnung seit dreißig Jahren. Aber heute fühlt sie sich fremd an. Gábor geht in die Küche. Márta folgt ihm. Sie öffnen die Schublade unter dem Herd. Die Schublade klemmt, wie immer. Gábor zieht fester. Endlich geht sie auf. Darin liegen drei Packungen Paprika. Das Verfallsdatum ist schon lange vorbei. Gábor nimmt ein Glas heraus. Auf dem Etikett steht in der Handschrift der Mutter: „Gurken 2011". Márta sagt: „Das ist noch gut." Gábor schaut sie an. Er fragt: „Bist du verrückt?" Márta zuckt mit den Schultern. Sie schweigen eine Weile. Dann öffnet Gábor das Glas. Sie essen die Gurken auf. Sie schmecken nach fast nichts. Aber sie essen trotzdem alles. Im Schlafzimmer ist das Bett schon weg. Auf dem Boden liegt ein Karton. Márta kniet sich hin und öffnet ihn. Darin sind alte Briefe. Sie sind in einem Band zusammengebunden. Márta nimmt einen heraus. Sie liest laut vor: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt: „Wer ist Béla?" Márta weiß es nicht. Niemand weiß es. Der Vater war nie dabei gewesen. Gábor zündet sich eine Zigarette an. Er raucht sie im Zimmer, obwohl das nicht erlaubt ist. Márta sagt nichts dazu. Am letzten Abend sind die Möbel alle weg. Die Wohnung ist leer. Auf dem Parkett liegen noch helle Flecken. Dort hingen früher die Bilder. Dreißig Jahre lang. Márta setzt sich auf den Boden. Gábor setzt sich neben sie. Sie trinken Tee aus zwei verschiedenen Tassen. Die Tassen passen nicht zusammen. Das war schon immer so. Gábor sagt: „Eigentlich war sie nie glücklich." Márta denkt kurz nach. Dann sagt sie: „Doch. Aber nicht hier." Gábor nickt langsam. Er sagt nichts mehr. Sie schließen die Tür ab. Sie gehen die Treppe hinunter. Im Hof blüht die Linde. Es riecht gut. Am Kiosk kaufen sie ein Bier. Sie teilen es sich. Keiner spricht mehr über die Mutter. Sie müssen es auch nicht. Sie gehen gemeinsam die Straße entlang. Das ist kein Abschied. Es ist ein Weitergehen. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Márta steckt den Schlüssel ins Schloss und drückt die Tür auf. Im Flur riecht es nach altem Teppich und nach etwas, das sie nicht benennen kann. An der Garderobe hängen sieben Kleiderbügel, aber keine einzige Jacke. Gábor kommt hinter ihr herein und stellt seine Tasche ab. Er schaut sich um, als ob er die Wohnung zum ersten Mal sieht. Das Telefon steht noch auf dem kleinen Sekretär neben der Tür. Es ist angeschlossen, aber es klingelt nicht. Márta legt ihre Hand kurz auf den Hörer und nimmt sie dann wieder weg. In der Küche klemmt die Schublade, wie sie immer geklemmt hat. Gábor zieht zweimal, dann gibt sie nach. Dahinter liegen drei Packungen Paprika, alle abgelaufen, und ganz hinten steht ein Glas mit Gurken. Auf dem Etikett steht in der Handschrift der Mutter das Wort „Gurken" und die Jahreszahl 2011. Márta sagt, das Glas sei sicher noch gut. Gábor fragt sie, ob sie das ernst meint. Sie zuckt mit den Schultern und sagt nichts weiter. Nach einer kurzen Pause öffnet Gábor das Glas, und sie essen die Gurken mit den Fingern. Die Gurken schmecken nach fast nichts, aber sie essen das ganze Glas leer. Das Bett im Schlafzimmer ist schon abgeholt worden, und der Raum wirkt dadurch viel größer. Unter dem Fenster steht ein alter Karton, den Márta noch nicht gesehen hat. Sie öffnet ihn und findet darin ein Bündel Briefe, die mit einem roten Band zusammengebunden sind. Sie nimmt den obersten Brief heraus und liest einen Satz laut vor: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla war. Márta weiß es nicht, und auch Gábor weiß es nicht. Der Vater ihrer Mutter hatte nie eine Rolle in ihrem Leben gespielt. Gábor zündet sich eine Zigarette an und raucht sie mitten im Zimmer. Márta sieht es, aber sie sagt nichts dazu. Am Abend sind alle Möbel weg, und die Wände haben helle Flecken, wo die Bilder früher hingen. Márta setzt sich auf das nackte Parkett, und Gábor setzt sich neben sie. Sie haben noch zwei Tassen gefunden, die nicht zusammenpassen, und machen dünnen Tee. Der Tee ist nicht heiß genug, aber das stört sie nicht. Gábor sagt nach einer Weile, dass ihre Mutter eigentlich nie wirklich glücklich gewesen sei. Márta denkt kurz darüber nach, bevor sie antwortet. Sie sagt, die Mutter sei schon glücklich gewesen, aber eben nicht hier. Gábor nickt, trinkt seinen Tee und schaut auf die leere Wand. Sie stehen auf, schalten das Licht aus und schließen die Wohnung ab. Die Treppe knarrt auf der dritten Stufe, wie sie es immer getan hat. Im Hof blüht die Linde, und der Duft ist stärker als erwartet. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier und teilen sie sich auf der Straße. Keiner von beiden sagt etwas über die Mutter, und das ist auch gut so. Sie gehen nebeneinander die Straße entlang, ohne zu wissen, wohin genau. Das hier ist kein Abschied von der Mutter. Es ist der Anfang vom Weitergehen. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss steckt, fällt ihr auf, dass noch das alte Etikett des Schlüsseldienstes daran hängt, mit einer Telefonnummer, die es längst nicht mehr gibt. Die Tür öffnet sich schwerer als früher, oder vielleicht bildet sie sich das nur ein. Im Flur hängt die Garderobe mit sieben leeren Kleiderbügeln, und Márta fragt sich kurz, warum ihre Mutter überhaupt sieben Kleiderbügel gebraucht hatte. Gábor kommt hinter ihr herein, stellt seine Reisetasche auf den Boden und schaut sich um, ohne etwas zu sagen. Er ist seit zehn Jahren nicht mehr hier gewesen, und Márta sieht ihm an, dass er die Wohnung kleiner in Erinnerung hatte. Das Telefon auf dem Sekretär ist noch angeschlossen, und für einen Moment erwartet Márta, dass es klingelt. Es klingelt nicht. In der Küche öffnen sie zuerst die Vorratsschublade unter dem Herd, weil man irgendwo anfangen muss. Die Schublade klemmt, wie sie seit zwanzig Jahren klemmt, und Gábor flucht leise, bevor er fester zieht. Hinter abgelaufenen Gewürzpackungen und einem angebrochenen Päckchen Zucker findet er ein Einmachglas, auf dessen Etikett die Mutter in ihrer kleinen, gleichmäßigen Handschrift „Gurken – August 2011" geschrieben hat. Márta sagt, das Glas könne noch gut sein, und Gábor fragt sie, ob sie im Ernst rede. Sie antwortet nicht direkt, nimmt das Glas aus seiner Hand und dreht den Deckel auf. Die Gurken riechen nach Essig und nach einer Küche, die es so nicht mehr gibt. Sie schmecken nach wenig, aber sie essen das Glas gemeinsam leer, stehend, ohne Teller, weil der Rest schon eingepackt ist. Das Schlafzimmer wirkt größer, seit das Bett abgeholt wurde, und die Stille dort ist eine andere als im Rest der Wohnung. Unter dem Fensterbrett entdeckt Márta einen Karton, den sie beim ersten Durchgang übersehen hat, und als sie ihn öffnet, findet sie ein Bündel Briefe, die mit einem roten Band zusammengebunden sind. Die Handschrift auf den Umschlägen gehört nicht ihrer Mutter. Márta zieht den obersten Brief heraus und liest einen einzigen Satz vor, weil mehr braucht es nicht: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta schüttelt den Kopf, weil sie keine Antwort hat. Ihr Vater war immer eine Randnotiz im Leben ihrer Mutter geblieben, jemand, über den man nicht sprach und den man auch nicht vermisste. Gábor zieht sein Feuerzeug heraus und zündet sich eine Zigarette an, mitten im Zimmer, obwohl sie beide wissen, dass man hier drinnen nicht rauchen darf. Márta sieht es und sagt nichts. Am letzten Abend, nachdem der Möbelwagen längst weg ist, sitzen sie auf dem nackten Parkett und trinken dünnen Tee aus zwei Tassen, die nie zusammengepasst haben und die deshalb wohl als einzige übrig geblieben sind. Die Wände sind voll von hellen Rechtecken, an den Stellen, wo dreißig Jahre lang Bilder gehangen haben. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei eigentlich nie wirklich glücklich gewesen, und er sagt es so, als hätte er diesen Satz lange mit sich getragen. Márta antwortet erst nach einer Weile, weil sie die Frage nicht so einfach findet, wie er sie stellt. Sie sagt, ihre Mutter sei glücklich gewesen, nur eben nicht in dieser Wohnung, nicht in dieser Stadt, und vielleicht auch nicht in diesem Leben, das aus lauter kleinen Kompromissen bestanden hatte. Gábor nickt und trinkt seinen Tee, und keiner von beiden sagt danach noch etwas. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür ab und gehen die Treppe hinunter, die auf der dritten Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat. Im Hof blüht die Linde, und der Geruch trifft Márta unvermittelt, weil er nach Sommer und nach Kindheit riecht und nach allem, was man nicht festhalten kann. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier, teilen sie sich auf der Straße und reden über nichts Besonderes. Irgendwann gehen sie los, nebeneinander, ohne einen festen Plan. Es gibt keinen richtigen Abschied, keinen Moment, an dem man sagen könnte, dass es jetzt vorbei ist. Man geht einfach weiter, und das ist alles, was es dazu zu sagen gibt. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss steckt und die Tür mit der ihr vertrauten Gegenbewegung aufdrückt, fällt ihr auf, dass sie diese Handgriffe seit drei Jahren jede Woche vollzogen hat, ohne je darüber nachzudenken, und dass sie es jetzt zum letzten Mal tut. Im Flur empfängt sie der Geruch, den sie nie beschreiben konnte und für den es wahrscheinlich kein Wort gibt: etwas zwischen altem Teppich, Lavendelsäckchen und der spezifischen Stille von Räumen, in denen sich lange Zeit dasselbe Leben abgespielt hat. An der Garderobe hängen sieben gleichförmige Plastikbügel, obwohl ihre Mutter, soweit Márta sich erinnern kann, nicht mehr als drei Jacken besessen hatte. Gábor tritt hinter ihr ein, stellt seine Tasche auf den Boden mit einer Behutsamkeit, die nicht zu ihm passt, und schaut sich um, als müsse er die Wohnung erst mit dem Bild in Einklang bringen, das er zehn Jahre lang in Berlin mit sich getragen hat. Das Telefon auf dem Sekretär ist noch angeschlossen, und Márta bemerkt, dass der Hörer exakt so liegt, wie ihre Mutter ihn immer hingelegt hatte: leicht schräg, mit dem Kabel nach links. Es klingelt nicht, und trotzdem wartet Márta einen Moment, bevor sie weitermacht. Die Küche hat die Eigenheit, dass die Schublade unter dem Herd sich nur mit einem bestimmten Ruck öffnen lässt, den man kennen muss, und Gábor, der ihn nicht kennt, zieht zweimal zu gerade, bevor Márta wortlos eingreift und die Schublade aufzieht. Dahinter türmen sich abgelaufene Gewürzpäckchen, eine angebrochene Packung Instantkaffee aus dem Jahr, in dem Márta ihren ersten festen Job angefangen hatte. Ganz hinten, hinter allem, steht ein Einmachglas, auf dessen handgeschriebenem Etikett in der kleinen, sorgfältigen Schrift ihrer Mutter zu lesen ist: „Gurken – August 2011". Márta sagt, es sei möglicherweise noch gut, und Gábor dreht sich zu ihr um und schaut sie so an, wie er sie anschaut, wenn er nicht streiten will, aber auch nicht zustimmen kann. Ohne weitere Diskussion nimmt sie ihm das Glas aus der Hand, dreht den Deckel auf – der Sog macht das vertraute Geräusch – und riecht kurz hinein, nicht weil sie es wissen muss, sondern weil sie Zeit braucht. Die Gurken schmecken nach gedämpftem Essig und nach einer Köchin, die nicht mehr kocht, und sie essen das ganze Glas stehend auf, ohne Teller, weil die Teller schon eingepackt sind und weil es so irgendwie richtiger wirkt. Das Schlafzimmer hat sich verändert, seit das Bett abgeholt wurde. Nicht nur der Raum ist größer geworden, sondern auch die Stille hat eine andere Qualität angenommen, als hätte das Bett die ganzen Jahre einen bestimmten Klang geschluckt, der jetzt nirgends mehr hingehört. Márta entdeckt den Karton unter dem Fensterbrett erst beim zweiten Durchgang, und als sie ihn öffnet, findet sie darin ein Bündel Briefe. Diese Briefe hatte jemand mit einem ausgeblichenen roten Band zusammengebunden hat, das sich beim Aufknoten als fragiler erweist, als es aussieht. Die Handschrift auf den Umschlägen ist nicht die ihrer Mutter, sondern eine fremde, leicht nach links geneigte, die Márta noch nie gesehen hat. Sie zieht den obersten Brief aus dem Umschlag und liest nicht mehr als einen Satz vor, weil dieser eine Satz ausreicht: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta legt den Brief zurück, weil es auf diese Frage keine Antwort gibt, die sich an einem Nachmittag wie diesem noch aufspüren ließe. Ihr Vater war immer eine Auslassung gewesen, eine Stelle im Familiennarrativ, über die man hinweglas, weil das Drumherum verständlich genug war. Vielleicht gehörte Béla zu denselben verschwiegenen Schichten der Biografie ihrer Mutter. Gábor zieht sein Feuerzeug heraus und raucht eine Zigarette mitten im Zimmer. Márta, die das sieht, entscheidet sich dagegen, etwas zu sagen, weil manche Verbote mit dem Menschen enden, der sie aufgestellt hat. Am Abend, nachdem der letzte Möbeltransport abgefahren ist und die Wohnung nur noch aus Wänden, Licht und dem Geruch nach Vergangenheit besteht, setzen sie sich auf das nackte Parkett und trinken Tee aus zwei Tassen, die nie ein Paar gewesen waren und die deshalb wohl als einzige den Auswahlprozess überlebt hatten. Die Wände zeigen die Geschichte des Raumes in Negativform: helle Rechtecke dort, wo dreißig Jahre lang Bilder gehangen hatten, und man kann die einstige Ordnung der Einrichtung aus diesen Umrissen herauslesen wie eine Schrift, die aufgehört hat, etwas bedeuten zu wollen. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei im Grunde nie wirklich glücklich gewesen, und er sagt es nicht als Vorwurf, sondern mit der sachlichen Traurigkeit von jemandem, der eine Diagnose ausspricht, für die er selbst lange kein Wort hatte. Márta dreht die Tasse in den Händen, bevor sie antwortet, weil sie das, was sie denkt, nicht unüberlegt sagen will: dass Glück kein Zustand ist, in dem man jemanden vorfindet, sondern etwas, das in bestimmten Momenten auftaucht und dann wieder verschwindet, und dass ihre Mutter solche Momente gehabt hat, nur eben nicht hier, nicht in diesen Zimmern, nicht in dem Leben, das diese Wohnung umrissen hatte wie ein zu kleiner Rahmen um ein zu großes Bild. Gábor hört zu und nickt, und dann sagt keiner der beiden mehr etwas, und das ist keine Verlegenheit, sondern die ruhige Form von Einverständnis, zu der Geschwister manchmal erst nach dem Tod ihrer Eltern finden. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür mit einem Geräusch ab, das endgültiger klingt als die tausend Male zuvor, und gehen die Treppe hinunter, auf der die dritte Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat und wie sie es weiter tun wird, wenn hier längst jemand anderes wohnt. Im Hof blüht die Linde in einem Stadium, das man bei Tage wahrscheinlich nicht so unmittelbar wahrnehmen würde, und Márta bleibt einen Moment stehen, nicht um sich zu verabschieden, sondern weil der Geruch sie überrumpelt hat. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier, teilen sie sich auf dem Gehweg und reden über etwas Unerhebliches, dessen Inhalt keiner von beiden später noch wird benennen können. Dann gehen sie los, in eine Richtung, die keiner von beiden ausdrücklich gewählt hat, und Márta merkt, dass das Gefühl, das sie erwartet hatte – das schwere, endgültige, das einen zu Boden drückt – ausgeblieben ist und dass an seiner Stelle etwas steht, das sich nicht so unähnlich anfühlt wie Weitermachen. Es gibt keinen Moment, an dem der Abschied vollständig ist, keine Schwelle, nach deren Überschreiten man sagen könnte, dass es jetzt vorbei ist; man geht einfach irgendwann, und das Gehen selbst ist das Einzige, was man tun kann. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss führt und die Tür mit dem ihr seit Jahrzehnten vertrauten, leicht widerstrebenden Nachgeben aufdrückt, überkommt sie der absurde Gedanke, dass sie diese Bewegung in den letzten drei Jahren so oft vollzogen hat, dass ihre Muskeln sie kennen, auch wenn der Kopf gerade nicht dabei ist. Sie tut es nun trotzdem zum letzten Mal, mit einem Bewusstsein, das sich anfühlt wie ein zu hell eingestelltes Licht. Im Flur empfängt sie ein Geruch, dem sie noch nie einen Namen gegeben hat und dem sie jetzt, da er zum letzten Mal auf sie trifft, vergeblich nach Sprache sucht. Es ist etwas, das aus dem Übereinanderlegen von Jahrzehnten besteht, aus Lavendel und altem Stoff und der spezifischen Wärme von Räumen, in denen ein Mensch lange gelebt hat, ohne dass dieser Mensch noch da wäre. Die sieben Kleiderbügel an der Garderobe hängen in gleichförmigen Abständen, als hätte die Mutter sie absichtlich so geordnet hinterlassen. Márta weiß genau, dass ihre Mutter nie mehr als drei Jacken besessen hatte und die Bügel deshalb schon seit Jahren leer gewesen sein müssen, ohne dass irgendjemand sie entfernt hätte. Gábor tritt hinter ihr ein und stellt seine Tasche mit einer Behutsamkeit ab, die ihn verrät. Er, der seit zehn Jahren in Berlin lebt, als hätte er diese Stadt abgestreift wie ein zu enges Kleidungsstück, hat die Wohnung kleiner in Erinnerung gehabt, und die Wirklichkeit, die ihm jetzt entgegensteht, erfordert offenbar einen Moment der stillen Neukalibrierung. Das Telefon auf dem Sekretär liegt noch in seiner angestammten Schräglage, das Kabel nach links gedreht, der Hörer genau so, wie die Mutter ihn abgelegt hatte. Márta legt ihre Hand einen Augenblick darauf, weil sie nicht weiß, was sie sonst mit ihr anfangen soll. Es klingelt nicht. Und doch wartet sie. Die Schublade unter dem Herd hat seit zwanzig Jahren eine eigene Logik: Man muss sie leicht anheben, während man zieht, und wer das nicht weiß, zieht zweimal umsonst, so wie Gábor es jetzt tut. Dann greift Márta wortlos ein und zieht die Schublade mit dem richtigen Handgriff auf, als ob sie damit unwillkürlich unter Beweis stellte, was sie nie als Privileg empfunden hatte – dass sie die war, die geblieben ist und deshalb weiß, wie die Dinge hier funktionieren. Was die Schublade preisgibt, ist ein archäologischer Querschnitt durch die Vorratshaltung einer Frau, die nie wegwarf, was noch brauchbar sein könnte. Darin liegen abgelaufener Paprika in drei Varianten, eine angebrochene Packung Instantkaffee aus dem Jahr, in dem Márta ihre erste Stelle angetreten hatte, und ganz hinten, hinter allem, ein Einmachglas, dessen handgeschriebenes Etikett in der kleinen, präzisen Schrift der Mutter die Aufschrift trägt: „Gurken – August 2011". Márta sagt, es sei möglicherweise noch gut, nicht weil sie das wirklich glaubt. Sie sagt es, weil sie die Alternative – das Wegwerfen, das Entscheiden, dass die Arbeit ihrer Mutter nicht mehr zählt – in diesem Moment nicht erträgt. Gábor dreht sich zu ihr um mit dem Gesichtsausdruck, den er aufsetzt, wenn er nicht streiten will, aber auch nicht der Meinung ist, dass man einer solchen Position ernsthaft zustimmen könnte. Dann nimmt Márta das Glas, dreht den Deckel auf – der vertraute Sog, das kleine Geräusch des nachgebenden Vakuums –, riecht hinein und hält dem Glas länger als nötig die Nase hin, weil es Zeit kostet, das Richtige zu fühlen. Die Gurken schmecken nach Essig und nach etwas, das sich dem Schmecken entzieht. Sie essen das ganze Glas stehend leer, ohne Teller, mit den Fingern, und keiner sagt etwas über den Geschmack, weil es nicht um den Geschmack geht. Das Schlafzimmer hat sich durch das Fehlen des Bettes in einen Raum verwandelt, der sich selbst nicht mehr kennt. Die Proportionen stimmen nicht mehr, die Stille hat eine andere Beschaffenheit angenommen, und die Helligkeit, die durch das unverdeckte Fenster fällt, liegt auf einem Fußboden, der seit Jahrzehnten nicht im Licht gestanden hatte. Den Karton unter dem Fensterbrett hatte Márta beim ersten Durchgang übersehen. Als sie ihn jetzt öffnet, findet sie darin ein Bündel Briefe, deren ausgeblichenes rotes Band beim Aufknoten auseinanderfällt, als hätte es nur auf diesen einen letzten Anlass gewartet, um sich aufzulösen. Die Handschrift auf den Umschlägen ist eine fremde, leicht linksgeneigte, mit einem eigentümlichen Schwung bei den Großbuchstaben. Márta sucht in ihr vergeblich nach etwas Vertrautem, das ihr helfen könnte, einzuordnen, woher diese Briefe stammen und an welchem Punkt ihrer Mutter Leben sie hineingehört haben. Sie liest laut vor, nicht den ganzen Brief, sondern nur den ersten Satz. Der erste Satz enthält schon alles: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta legt den Brief zurück mit der Sorgfalt, mit der man Dinge behandelt, die man nicht versteht und deshalb nicht beschädigen will. Es gibt auf diese Frage keine Antwort, die sich an einem Nachmittag wie diesem noch herbeischaffen ließe und die nicht durch das bloße Suchen verfälscht würde. Ihr Vater war immer eine Stelle im Familiengefüge gewesen, über die man hinging wie über eine morsche Diele – nicht weil man sie nicht bemerkte, sondern weil man sich daran gewöhnt hatte, ihr auszuweichen. Vielleicht gehörte Béla zur selben Schicht des verschwiegenen Lebens, das ihre Mutter unter dem sichtbaren gelebt hatte. Gábor zündet sich eine Zigarette an und raucht sie mitten im Zimmer. Márta sieht es und entscheidet sich nicht dagegen einzuschreiten, weil sie spürt, dass manche Verbote mit dem Menschen enden, der sie formuliert hat, und dass es keine Pietät ist, sie über diesen Menschen hinaus aufrechtzuerhalten. Am Abend, nachdem der Möbelwagen längst abgefahren ist und die Wohnung nichts mehr enthält als Wände, Luft, Licht und den Geruch nach einem Leben, das noch nicht ganz verflüchtigt ist, setzen sie sich auf das nackte Parkett. Sie trinken Tee aus zwei Tassen, die nicht zusammengehören und die aus genau diesem Grund als einzige den Auswahlprozess überlebt haben – weil sie zu uneinheitlich waren, um in irgendjemandes Haushalt einen sinnvollen Platz einzunehmen, außer in diesem hier. Die Wände erzählen in Negativform die Geschichte dessen, was einmal hier hing. Helle Rechtecke unterschiedlicher Größe liegen an Stellen, wo dreißig Jahre lang Bilder dem Licht entzogen hatten, was darunter lag, und Márta liest in diesen Umrissen wie in einer Karte einer Wohnung, die nicht mehr existiert und trotzdem noch vollständig da ist. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei eigentlich nie wirklich glücklich gewesen. Er sagt es in dem Ton, in dem man eine Erkenntnis ausspricht, die man lange mit sich getragen hat, ohne ihr den richtigen Ort zu finden, und die man jetzt hier ablegt, weil dieser Raum der einzige ist, der sie aufnehmen kann. Márta dreht die Tasse zwischen den Händen und denkt nach, nicht weil die Antwort schwierig wäre, sondern weil die Frage ungenau ist und sie ihr nicht die falsche Antwort geben will. Glück, sagt sie schließlich, sei kein Zustand, in dem man jemanden vorfindet oder nicht vorfindet, sondern etwas, das in bestimmten Momenten auftaucht, ungebeten und flüchtig, und ihre Mutter habe solche Momente gehabt, nur eben nicht hier, nicht in diesen Zimmern, nicht in dem Leben, das diese Wohnung wie ein zu kleiner Rahmen um ein zu großes Bild umfasst hatte. Gábor hört zu und nickt, und danach sagen beide nichts mehr, nicht aus Verlegenheit. Sie sind an einem Punkt angelangt, an dem Geschwister manchmal erst nach dem Tod ihrer Eltern ankommen: der ruhigen, fast schwerelosen Form von Einverständnis, die keine Worte braucht und die vielleicht die einzige Art von Versöhnung ist, die das Leben wirklich anbietet. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür ab – das Geräusch des einschnappenden Schlosses klingt dieses Mal anders, endgültiger, obwohl es dasselbe Schloss ist und dieselbe Mechanik. Dann gehen sie die Treppe hinunter, auf der die dritte Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat und wie sie es weiterhin tun wird, wenn hier längst ein anderes Leben stattfindet und von dieser hier keine Spur mehr zu finden ist. Im Hof steht die Linde in voller Blüte, und der Geruch trifft Márta mit einer Unvermitteltheit, die sich nicht ankündigt. Er riecht nach Sommer und nach Kindheit und nach allem, was man nicht festhalten kann, weil es zur Bedingung seiner Wirkung gehört, dass es einem entgleitet. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier und teilen sie sich auf dem Gehweg. Das Gespräch, das sie dabei führen, handelt von nichts Besonderem – von irgendetwas, das keiner von beiden später benennen können wird, und das vielleicht gerade deshalb das Richtige ist. Dann gehen sie los, nebeneinander, in eine Richtung, die keiner von beiden ausdrücklich gewählt hat. Márta bemerkt, dass das Gefühl, auf das sie sich insgeheim vorbereitet hatte – das schwere, abschließende, das einen auf den Boden drückt und festhält –, nicht gekommen ist und dass an seiner Stelle etwas steht, das sich, wenn man ehrlich ist, nicht so sehr vom Weitermachen unterscheidet wie vom Anfangen. Es gibt keine Schwelle, nach deren Überschreiten man sagen könnte, dass der Abschied vollzogen ist. Man geht, und das Gehen ist nicht das Ende von etwas, sondern der einzige Aggregatzustand, in dem das Leben sich fortsetzt – leise, unspektakulär und ohne Anlass zur Klage. cl2o4veu8zez82feeozjvujh0wqza9c 1085341 1085340 2026-05-10T12:50:57Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 /* 74 - hashed */ 1085341 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 4 b - ungarisch deutsch == 71 == 1 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül. - Anders sitzt am Küchentisch. :2. A csésze előtte hideg. - Die Tasse vor ihm ist kalt. :3. Nem iszik. - Er trinkt nicht. :4. Csak ül ott. - Er sitzt nur da. :5. Odakint esik az eső. - Draußen regnet es. :6. Az eső oldalról jön. - Der Regen kommt von der Seite. :7. Az ablak régi és vékony. - Das Fenster ist alt und dünn. :8. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :9. A víz egy vödörbe hullik. - Das Wasser fällt in einen Eimer. :10. Plink. - Plink. :11. Plink. - Plink. :12. Plink. - Plink. :13. Anders hallgatja. - Anders hört zu. :14. Nem számolja a cseppeket. - Er zählt die Tropfen nicht. :15. Egyszerűen csak hallgatja. - Er hört einfach zu. :16. A ház régen templom volt. - Das Haus war früher eine Kirche. :17. Egy kis fatemplom a fjordnál. - Eine kleine Holzkirche am Fjord. :18. Anders két éve örökölte. - Anders hat sie vor zwei Jahren geerbt. :19. A tető nem jó. - Das Dach ist nicht gut. :20. Amikor esik, bejön a víz. - Wenn es regnet, kommt Wasser rein. :21. A vödör mindig ugyanazon a helyen áll. - Der Eimer steht immer an derselben Stelle. :22. A keresztelőkút most mosogató. - Das Taufbecken ist jetzt ein Spülbecken. :23. Anders ezt normálisnak találja. - Anders findet das normal. :24. Csónakmotorokat javít. - Er repariert Bootsmotoren. :25. A szomszédok elhozzák a csónakjaikat. - Die Nachbarn bringen ihre Boote. :26. Néha kávéval fizetnek. - Manchmal bezahlen sie mit Kaffee. :27. Néha nem mondanak semmit. - Manchmal sagen sie nichts. :28. Az is jó. - Das ist auch gut. :29. Az ajtó kinyílik. - Die Tür geht auf. :30. Lars bejön. - Lars kommt herein. :31. Nem kopog. - Er klopft nicht. :32. Ezt soha nem teszi. - Das macht er nie. :33. Lars 68 éves. - Lars ist 68 Jahre alt. :34. Ő az egyetlen szomszéd. - Er ist der einzige Nachbar. :35. Leül a régi padra. - Er setzt sich auf die alte Bank. :36. Egy csomag dohányt tesz az asztalra. - Er legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch. :37. Nem mondanak semmit. - Sie sagen nichts. :38. Az óra ketyeg. - Die Uhr tickt. :39. Az eső veri az ablakot. - Der Regen schlägt gegen das Fenster. :40. Egy idő után Lars megszólal. - Nach einer Weile spricht Lars. :41. „Björn kuttere megint működik.” - „Der Kutter von Björn läuft wieder.” :42. Anders bólint. - Anders nickt. :43. Ez elég. - Das ist genug. :44. Lars feláll. - Lars steht auf. :45. Az ajtóhoz megy. - Er geht zur Tür. :46. Az ajtó becsapódik. - Die Tür fällt zu. :47. A dohány még az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :48. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte. :49. Ma érkezett a komppal. - Sie ist heute mit der Fähre gekommen. :50. A kép Oslo kikötőjét mutatja. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. :51. A színek túl világosak októberhez. - Die Farben sind zu hell für den Oktober. :52. Anders megfordítja a lapot. - Anders dreht die Karte um. :53. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba.” - Er liest: „Komm nach Oslo.” :54. Ez minden. - Das ist alles. :55. Aláírás: Mette. - Unterschrieben: Mette. :56. Még egyszer elolvassa a mondatot. - Er liest den Satz noch einmal. :57. És még egyszer. - Und noch einmal. :58. Aztán visszateszi a lapot. - Dann legt er die Karte zurück. :59. Az elülső oldala lefelé néz. - Die Vorderseite zeigt nach unten. :60. Odakint elhalad a komp. - Draußen fährt die Fähre vorbei. :61. A motorzaj rövid ideig hallatszik. - Das Motorgeräusch ist kurz zu hören. :62. Aztán megint csend van. - Dann ist es wieder still. :63. Anders az ablaknál marad állva. - Anders bleibt am Fenster stehen. :64. A fjordra néz. - Er schaut auf den Fjord. :65. A víz szürke. - Das Wasser ist grau. :66. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :67. Minden szürke. - Alles ist grau. :68. Négy órakor besötétedik. - Um vier Uhr wird es dunkel. :69. Anders meggyújt egy gyertyát. - Anders zündet eine Kerze an. :70. A régi zongorára teszi. - Er stellt sie auf das alte Klavier. :71. Senki sem játszik a zongorán. - Niemand spielt das Klavier. :72. Leül elé. - Er setzt sich davor. :73. Nézi a lángot. - Er schaut die Flamme an. :74. Semmi konkrétra nem gondol. - Er denkt an nichts Bestimmtes. :75. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :76. A víz odakint a facölöpöknek csapódik. - Das Wasser schlägt gegen die Holzpfähle draußen. :77. A gyertya lassan leég. - Die Kerze brennt langsam herunter. :78. Anders ülve marad. - Anders bleibt sitzen. :79. Aztán havazni kezd. - Dann fängt es an zu schneien. :80. Halkan. - Leise. :81. Szinte átmenet nélkül. - Fast ohne Übergang. :82. Nem fog Oslóba menni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :83. Nem ma. - Nicht heute. :84. Nem holnap. - Nicht morgen. :85. Ezt egyszerűen tudja. - Er weiß das einfach. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kézzel tart egy csészét. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen. :2. A csésze már rég kihűlt, de ő mégsem iszik belőle. - Die Tasse ist längst kalt, aber er trinkt trotzdem nicht. :3. Odakint erősen esik az eső, és a szél szinte vízszintesen hajtja az esőt az ablaknak. - Draußen regnet es stark, und der Wind treibt den Regen fast waagrecht gegen das Fenster. :4. Október van, és ennél a fjordnál ez azt jelenti: szürke, nedves, csendes. - Es ist Oktober, und an diesem Fjord bedeutet das: grau, nass, still. :5. A fűtésből egy csepp hullik a padlón álló vödörbe. - Von der Heizung fällt ein Tropfen in den Eimer auf dem Boden. :6. Plink. - Plink. :7. Aztán még egy. - Dann noch einer. :8. Anders hallgatja, de nem számol vele. - Anders hört zu, aber er zählt nicht mit. :9. A ház korábban egy kis fatemplom volt a fjord szélén. - Das Haus war früher eine kleine Holzkirche am Rand des Fjords. :10. Két éve Anders örökölte, és azóta itt lakik. - Vor zwei Jahren hat Anders sie geerbt, und seitdem wohnt er hier. :11. A tető két helyen beázik, ezért mindig készenlétben állnak a vödrök. - Das Dach ist an zwei Stellen undicht, deshalb stehen immer Eimer bereit. :12. A régi keresztelőkútat most mosogatóként használja, mert praktikus. - Das alte Taufbecken benutzt er jetzt als Spülbecken, weil es praktisch ist. :13. Soha nem újította fel igazán a házat, de hozzászokott. - Er hat das Haus nie richtig renoviert, aber er hat sich daran gewöhnt. :14. Anders a környék kevés szomszédjának csónakmotorjait javítja. - Anders repariert die Bootsmotoren der wenigen Nachbarn in der Gegend. :15. Egyesek kávéval fizetnek neki, mások egy rövid bólintással, és ez elég neki. - Manche bezahlen ihn mit Kaffee, manche mit einem kurzen Nicken, und das reicht ihm. :16. Nincs sokra szüksége, és a munka okot ad neki arra, hogy reggel felkeljen. - Er braucht nicht viel, und die Arbeit gibt ihm einen Grund, morgens aufzustehen. :17. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand anklopft. :18. Lars bejön, ahogy minden második nap szokott. - Lars kommt herein, wie er es jeden zweiten Tag tut. :19. Hatvannyolc éves, és ő az egyetlen szomszéd, aki valóban közel lakik. - Er ist 68 Jahre alt und der einzige Nachbar, der wirklich nah wohnt. :20. Lars leül a kályha melletti fapadra, és egy csomag dohányt tesz az asztalra. - Lars setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen und legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch. :21. Nem mondanak semmit, és ez közöttük normális. - Sie sagen nichts, und das ist zwischen ihnen normal. :22. Az eső kopog az ablakon, a fűtés csöpög, az óra ketyeg. - Der Regen klopft gegen das Fenster, die Heizung tropft, die Uhr tickt. :23. Körülbelül tíz perc után Lars nyugodtan azt mondja: „Björn kuttere újra működik.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars ruhig: „Der Kutter von Björn läuft wieder.” :24. Anders egyszer bólint, és ez az egész válasz. - Anders nickt einmal, und das ist die ganze Antwort. :25. Lars feláll, az ajtóhoz megy, és halkan becsukja maga mögött. - Lars steht auf, geht zur Tür und schließt sie leise hinter sich. :26. A dohány még az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :27. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma érkezett a komppal. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute mit der Fähre gekommen ist. :28. A kép Oslo kikötőjét mutatja túl világos, túl barátságos színekkel. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo in zu hellen, zu freundlichen Farben. :29. Anders felveszi a lapot, és lassan megfordítja. - Anders nimmt die Karte und dreht sie langsam um. :30. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst.” :31. A kézírás Mettéé, és azonnal felismeri. - Die Handschrift ist von Mette, und er erkennt sie sofort. :32. Hat hónapja nem hallott róla semmit, és most ez. - Sechs Monate hat er nichts von ihr gehört, und jetzt das. :33. Kétszer elolvassa a szöveget, aztán harmadszor is, és visszateszi a lapot. - Er liest den Text zweimal, dann ein drittes Mal, und legt die Karte wieder hin. :34. Az elülső oldala lefelé néz, mert a színek túl rikítóak ehhez a naphoz. - Die Vorderseite zeigt nach unten, weil die Farben zu grell sind für diesen Tag. :35. Odakint a komp lassan elhalad az ablak előtt, és a motorzaj szétfoszlik a szélben. - Draußen fährt die Fähre langsam am Fenster vorbei, und das Motorgeräusch verweht im Wind. :36. Anders állva marad, és a szürke fjordot nézi. - Anders bleibt stehen und schaut auf den grauen Fjord. :37. A víz nyugodt, de hideg, és az ég alacsonyan függ. - Das Wasser ist ruhig, aber kalt, und der Himmel hängt tief. :38. Délután négy órakor már majdnem sötét van, mint itt októberben mindig. - Um vier Uhr nachmittags ist es schon fast dunkel, wie immer im Oktober hier. :39. Anders elővesz egy gyertyát a fiókból, és a régi zongorára állítja. - Anders holt eine Kerze aus der Schublade und stellt sie auf das alte Klavier. :40. Senki sem játszik ezen a zongorán, és talán már azelőtt is így volt, hogy ő ideköltözött. - Niemand spielt dieses Klavier, und vielleicht war das schon so, bevor er hier einzog. :41. Meggyújtja a gyertyát, leül az előtte álló székre, és a kis lángot nézi. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die kleine Flamme an. :42. Nem gondol Oslóra, és nem gondol Mettére. - Er denkt nicht an Oslo, und er denkt nicht an Mette. :43. Tulajdonképpen semmi konkrétra nem gondol, és ez helyesnek érződik. - Er denkt eigentlich an nichts Bestimmtes, und das fühlt sich richtig an. :44. A fűtés tovább csöpög, odakint a víz az öreg facölöpöknek csapódik. - Die Heizung tropft weiter, das Wasser draußen schlägt gegen die alten Holzpfähle. :45. A gyertya lassan leég, Anders pedig csak ül ott. - Die Kerze brennt langsam herunter, und Anders sitzt einfach da. :46. Aztán havazni kezd, halkan és előjel nélkül, szinte úgy, mint egy gondolat. - Dann beginnt es zu schneien, leise und ohne Ankündigung, fast wie ein Gedanke. :47. Nem fog Oslóba utazni, ezt most már biztosan tudja. - Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt sicher. :48. Nem azért, mert nem szabad neki, és nem azért, mert fél. - Nicht weil er nicht darf, und nicht weil er Angst hat. :49. Hanem azért, mert nem talál olyan okot, amely elég erős volna. - Sondern weil er keinen Grund findet, der stark genug wäre. :50. A hó a fjordra hull, és a fjord magába fogadja, anélkül hogy bármit mondana. - Der Schnee fällt auf den Fjord, und der Fjord nimmt ihn auf, ohne etwas zu sagen. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen. :2. A csésze már egy órája hideg, anélkül hogy ezt észrevette volna, vagy zavarná. - Die Tasse ist schon seit einer Stunde kalt, ohne dass er das bemerkt hätte oder es ihn stören würde. :3. Odakint a szél szinte vízszintesen veri az esőt a régi templomablaknak. - Draußen treibt der Wind den Regen fast waagrecht gegen das alte Kirchenfenster. :4. Az ablak fakerete az évek során annyira elvetemedett, hogy a bal oldalán enyhén fütyül rajta a szél. - Der Holzrahmen des Fensters hat sich im Laufe der Jahre so verzogen, dass es an der linken Seite leicht pfeift. :5. Október közepe van. - Es ist Mitte Oktober. :6. A fjord olyan ég alatt fekszik, amely már nem húz határt víz és levegő, tegnap és ma között. - Der Fjord liegt unter einem Himmel, der keine Grenze mehr zieht zwischen Wasser und Luft, zwischen gestern und heute. :7. A fűtőtestből egy csepp hullik a padlón álló bádogvödörbe. - Von der Heizung fällt ein Tropfen in den Blecheimer auf dem Boden. :8. Világos, tiszta plink ez, amely néhány másodpercenként megismétlődik, egyenletesen, mint egy szívverés, amelyre senki sem figyel. - Es ist ein helles, klares Plink, das sich alle paar Sekunden wiederholt, gleichmäßig wie ein Herzschlag, dem niemand zuhört. :9. Anders figyel. - Anders hört zu. :10. Nem számolja, de figyel. - Er zählt nicht, aber er hört zu. :11. Ez olyan különbség, amelyet ő maga sem tudna megmagyarázni. - Das ist ein Unterschied, den er selbst nicht erklären könnte. :12. A ház, amelyben él, valaha fatemplom volt. - Das Haus, in dem er lebt, war einmal eine Holzkirche. :13. A templom kicsi és sötét volt, egy olyan apró település legszélén, amelyet a legtöbb térkép fel sem tüntet. - Die Kirche war klein und dunkel, am äußersten Rand eines Weilers, den die meisten Karten gar nicht verzeichnen. :14. Két évvel ezelőtt örökölte egy nagybátyjától, akit alig ismert. - Er hat sie vor zwei Jahren geerbt, von einem Onkel, den er kaum kannte. :15. Mégis maradt, anélkül hogy valaha komolyan megkérdezte volna magától, miért. - Er ist trotzdem geblieben, ohne sich je ernsthaft gefragt zu haben, warum. :16. A tető legalább két helyen beázik, és a kályha csak rosszul húz, ha északnyugat felől jön a szél. - Das Dach ist an mindestens zwei Stellen undicht, und der Ofen zieht nur schlecht, wenn der Wind aus Nordwesten kommt. :17. A régi homokkő keresztelőmedence ma mosogatóként szolgál, mert ez az egyetlen edény a házban, amely elég nagy. - Das alte Taufbecken aus Sandstein dient heute als Spülbecken, weil es die einzige Schüssel im Haus ist, die groß genug ist. :18. Soha nem újított fel, nem igazán. - Er hat nie renoviert, nicht wirklich. :19. De felhagyott azzal, hogy hiányként érzékelje. - Aber er hat aufgehört, es als Mangel zu empfinden. :20. A megélhetését azzal keresi, hogy a kevés megmaradt szomszéd csónakmotorjait javítja. - Seinen Lebensunterhalt verdient er damit, die Bootsmotoren der wenigen verbliebenen Nachbarn zu reparieren. :21. Ezek az emberek maguk is alig beszélnek, és a fizetséget gyakran kávé, dohány vagy egy néma biccentés formájában adják, ami Andersnek jobban megfelel, mint azt valaha is beismerné. - Diese Menschen sprechen selbst kaum und leisten die Bezahlung oft in Form von Kaffee, Tabak oder einem stummen Nicken, was Anders mehr entgegenkommt, als er je zugeben würde. :22. Régebben csónaképítő volt, és Bergenben tanulta ki a mesterséget. - Er war früher Bootsbauer und hat das Handwerk in Bergen gelernt. :23. De ez régen volt, és az az ember, aki akkor volt, olyannak tűnik számára, mint valaki egy történetből, amelyet valahol olvasott. - Aber das ist lange her, und die Person, die er damals war, fühlt sich an wie jemand aus einer Geschichte, die er irgendwo gelesen hat. :24. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand anklopft. :25. Lars belép egy olyan férfi magától értetődő nyugalmával, aki tudja, hogy szívesen látják, anélkül hogy ezt valaha kimondták volna. - Lars tritt herein mit der selbstverständlichen Ruhe eines Mannes, der weiß, dass er willkommen ist, ohne dass es je ausgesprochen worden wäre. :26. Hatvannyolc éves, magas, keskeny testalkatú, olyan kezekkel, amelyek úgy néznek ki, mint a szerszámok. - Er ist 68, groß, schmal, mit Händen, die aussehen wie Werkzeug. :27. Leül a kályha melletti fapadra, egy csomag dohányt tesz az asztalra, és olyan természetesen hallgat, mintha a hallgatás a beszélgetés egyik formája volna. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch und schweigt so natürlich, als wäre Schweigen eine Form der Unterhaltung. :28. Az eső veri az ablakot, a fűtőtest csöpög. - Der Regen schlägt gegen das Fenster, die Heizung tropft. :29. A falon lévő óra enyhe utózengéssel ketyeg, amely minden második ütésnél kissé túl hangos. - Die Uhr an der Wand tickt mit einem leichten Nachklang, der bei jedem zweiten Schlag etwas zu laut ist. :30. Körülbelül tíz perc múlva Lars fel sem nézve azt mondja: „Björn kuttere újra jár.” - Nach ungefähr zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :31. Anders bólint, és ebben benne van minden, amit mondani kell. - Anders nickt, und darin liegt alles, was gesagt werden muss. :32. Lars feláll, az ajtóhoz megy, és halkan behúzza maga mögött. - Lars steht auf, geht zur Tür und zieht sie leise hinter sich zu. :33. A dohány az asztalon marad, mintha soha nem is arra szánták volna, hogy magával vigye. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch, als wäre er nie dazu gedacht gewesen, mitgenommen zu werden. :34. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist. :35. Egy számlával és egy prospektussal együtt érkezett, amelyet nem nyitott ki. - Sie kam zusammen mit einer Rechnung und einem Prospekt, den er nicht geöffnet hat. :36. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely túl barátságos októberhez. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das zu freundlich ist für den Oktober. :37. A színek úgy hatnak, mintha valaki túlságosan feltekerte volna a telítettséget, és Anders megfordítja a lapot, anélkül hogy tudná, miért vár. - Die Farben wirken, als hätte jemand die Sättigung zu weit aufgedreht, und Anders dreht die Karte um, ohne zu wissen, warum er wartet. :38. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :39. A kézírás Mettéé, ferde és kissé túl szoros. - Die Handschrift ist Mettes, schräg und etwas zu eng. :40. Mindig így ír, amikor olyasmit ír, amit tulajdonképpen nem akart megírni. - So schreibt sie immer, wenn sie etwas schreibt, das sie eigentlich nicht schreiben wollte. :41. Hat hónapon át egy szó sem, sem üzenet, sem jel. - Sechs Monate lang kein Wort, keine Nachricht, kein Zeichen. :42. Most ott áll ez az egyetlen mondat, amely több kérdést tesz fel, mint amennyit megválaszol. - Jetzt steht dort dieser eine Satz, der mehr Fragen stellt als er beantwortet. :43. Másodszor is elolvassa, aztán harmadszor. - Er liest ihn ein zweites Mal, dann ein drittes. :44. Nem azért teszi, mert valami mást vár, hanem mert szüksége van arra az időre, amelyet a mondat követel tőle. - Er tut es nicht, weil er etwas anderes erwartet, sondern weil er die Zeit braucht, die der Satz von ihm verlangt. :45. Aztán a lapot képes felével lefelé visszateszi a párkányra. - Dann legt er die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurück. :46. A kikötőkép színei olyan módon zavarják, amelyet nem tud megnevezni. - Die Farben des Hafenbilds stören ihn auf eine Weise, die er nicht benennen kann. :47. Odakint a komp lassan elhalad az ablak előtt, és a motorzaj röviden felduzzad, majd szétfoszlik a szélben. - Draußen zieht die Fähre langsam am Fenster vorbei, und das Motorgeräusch schwillt kurz an und verweht dann im Wind. :48. A fjord bezárul mögötte, mintha soha nem is járt volna ott. - Der Fjord schließt sich hinter ihr, als wäre sie nie da gewesen. :49. Anders az ablaknál áll, és a vizet nézi. - Anders steht am Fenster und schaut auf das Wasser. :50. A víz szürke és nyugodt, és éppen olyan közömbös, mint mindig. - Das Wasser ist grau und ruhig und so gleichgültig wie immer. :51. Délután négy órakor alkonyodni kezd. - Um vier Uhr nachmittags beginnt es zu dämmern. :52. Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból, ahol Lars dohánya is fekszik, még bontatlanul. - Anders holt eine Kerze aus der Küchenschublade, wo auch der Tabak von Lars liegt, noch ungeöffnet. :53. A gyertyát a régi zongorára állítja, amely az északi falnál áll. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier, das an der Nordwand steht. :54. A zongora egy vakolatrepedés alatt áll, amely az elmúlt tél folyamán szélesebb lett. - Das Klavier steht unter einem Riss im Putz, der im Laufe des letzten Winters breiter geworden ist. :55. Senki sem játszik ezen a zongorán, amennyire Anders tudja. - Niemand spielt dieses Klavier, soweit Anders weiß. :56. Soha senki nem is játszott rajta, és mégis úgy áll ott, mint valami, ami arra vár, hogy használják. - Es hat auch niemand je gespielt, und trotzdem steht es da wie etwas, das darauf wartet, gebraucht zu werden. :57. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl und schaut in die Flamme. :58. A láng ingadozik a házon átvándorló enyhe huzatban, alig észrevehetően. - Die Flamme schwankt in dem leichten Durchzug, der durch das Haus wandert, kaum merklich. :59. Nem Mettére gondol, és nem Oslóra gondol. - Er denkt nicht an Mette, und er denkt nicht an Oslo. :60. Arra sem gondol, mit akar itt tulajdonképpen, mert a kérdés túl nagy ehhez az estéhez, és talán minden másikhoz is. - Er denkt auch nicht daran, was er hier eigentlich will, weil die Frage zu groß ist für diesen Abend und vielleicht für jeden anderen auch. :61. A fűtőtest csöpög, és a víz egyenletes, tompa hanggal ütődik a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, und das Wasser schlägt mit einem gleichmäßigen, dumpfen Laut gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle. :62. A láng nyugodtan és sietség nélkül ég a sötétben. - Die Flamme brennt ruhig und ohne Eile in der Dunkelheit. :63. Aztán havazni kezd, olyan halkan és olyan fokozatosan, hogy Anders nem tudná megmondani, pontosan mikor kezdődött. - Dann fängt es an zu schneien, so leise und so allmählich, dass Anders nicht sagen könnte, wann genau es begonnen hat. :64. A hó a fjordra hull, a régi templom tetejére, és a képeslapra, amely az ablakpárkányon fekszik képes felével lefelé. - Der Schnee fällt auf den Fjord und auf das Dach der alten Kirche und auf die Postkarte, die auf dem Fenstersims liegt mit der Vorderseite nach unten. :65. Nem fog elutazni. - Er wird nicht fahren. :66. Ezt nem döntésként tudja, hanem tényként. - Er weiß das nicht als Entscheidung, sondern als Tatsache. :67. Úgy tudja, ahogy az ember tudja, hogy az október szürke, a fjord hideg, és a hallgatás néha az egyetlen őszinte válasz. - So weiß man, dass der Oktober grau ist und der Fjord kalt und das Schweigen manchmal die einzige ehrliche Antwort ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart, amely legalább egy órája hideg. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen, die seit mindestens einer Stunde kalt ist. :2. Ez nem zavarja, és arra sem gondol, hogy újratöltse, mert a csésze ebben a pillanatban kevésbé a kávé edénye, mint inkább ok arra, hogy a kezét valahol tartsa. - Das stört ihn nicht, und er denkt auch nicht daran, sie nachzufüllen, weil die Tasse in diesem Moment weniger ein Gefäß für Kaffee ist als ein Grund, die Hände irgendwo zu lassen. :3. Odakint a szél olyan laposan és keményen veri az esőt a régi templomablaknak, hogy az üveg mintha egyenletes nyomás alatt rezegne. - Draußen treibt der Wind den Regen so flach und hart gegen das alte Kirchenfenster, dass das Glas wie unter einem gleichmäßigen Druck vibriert. :4. Az elvetemedett fakeret, amely már jelenlétének első telén sem záródott rendesen, vékony, hideg légáramot enged be, amely megremegteti az ablakpárkányon álló gyertyacsonkokat. - Der verzogene Holzrahmen, der schon im ersten Winter seiner Anwesenheit nicht mehr richtig schloss, lässt einen dünnen, kalten Luftstrom ins Innere, der die Kerzenreste auf dem Fensterbrett zum Schwanken bringt. :5. Október közepe van, és a fjord felvette azt a különös súlyosságot, amelyet csak ősszel hordoz: a víz sötéten és mozdulatlanul fekszik, mint valami, ami gondolkodik. - Es ist Mitte Oktober, und der Fjord hat jene besondere Schwere angenommen, die er nur im Herbst trägt: das Wasser liegt dunkel und unbewegt wie etwas, das denkt. :6. Az ég olyan alacsonyan függ fölötte, hogy a kettő közötti határ elmosódik, mintha a táj úgy döntött volna, hogy feladja saját körvonalait. - Der Himmel hängt so tief darüber, dass die Grenze zwischen beiden verschwimmt, als hätte die Landschaft beschlossen, ihre eigenen Konturen aufzugeben. :7. A fűtőtestből szabályos időközönként leválik egy csepp, és a padlón álló bádogvödörbe hull. - Von der Heizung löst sich in regelmäßigen Abständen ein Tropfen und fällt in den Blecheimer auf dem Boden. :8. Világos, tiszta plink hang ez, amely úgy írja bele magát a szoba csendjébe, mint egy jegyzet, amelyet senki sem hagyott ott, mégis elolvasnak, és Anders figyel, nem azért, mert akarja, hanem mert a figyelés az egyetlen, amit most elvárnak tőle. - Es ist ein helles, klares Plink, das sich in die Stille des Raumes einschreibt wie eine Notiz, die niemand hinterlassen hat und die trotzdem gelesen wird, und Anders hört zu, nicht weil er will, sondern weil das Zuhören das Einzige ist, was gerade von ihm verlangt wird. :9. A ház, amelyben két éve él, fatemplom volt, valamikor a huszadik század elején épült egy gyülekezetnek, amely már rég nem létezik, a part egy olyan kis pontján, amelyet a legtöbb térkép nem tart említésre méltónak. - Das Haus, in dem er seit zwei Jahren lebt, war eine Holzkirche, gebaut irgendwann im frühen zwanzigsten Jahrhundert für eine Gemeinde, die längst nicht mehr existiert, an einem Fleckchen Küste, das die wenigsten Karten für erwähnenswert halten. :10. A templomot egy nagybátyjától örökölte, akit gyerekként kétszer látott, és akinek a halála kevésbé lepte meg, mint az a tény, hogy hagyott rá valamit. - Er hat die Kirche von einem Onkel geerbt, den er als Kind zweimal gesehen hatte und dessen Tod ihn weniger überraschte als die Tatsache, dass er ihm etwas hinterließ. :11. Maradt, anélkül hogy valaha is valódi döntést hozott volna. - Er ist geblieben, ohne jemals eine wirkliche Entscheidung getroffen zu haben. :12. Az ember néha nem azért marad egy helyen, mert az a megfelelő, hanem mert a távozás erőfeszítése nagyobbnak tűnik, mint a maradás fájdalma, míg egyszer csak megszűnik érezhetőnek lenni a kettő közötti különbség. - Man bleibt manchmal an einem Ort, nicht weil er der richtige ist, sondern weil der Aufwand des Gehens größer erscheint als der Schmerz des Bleibens, bis irgendwann der Unterschied zwischen beidem aufgehört hat, spürbar zu sein. :13. A tető két helyen beázik, a kályha rosszul húz, ha északnyugat felől jön a szél, és a nehéz homokkő keresztelőmedence, amelyet az elődök hátrahagytak, ma mosogatóként szolgál. - Das Dach ist an zwei Stellen undicht, der Ofen zieht schlecht, wenn der Wind aus Nordwesten kommt, und das schwere Taufbecken aus Sandstein, das die Vorgänger zurückgelassen haben, dient heute als Spülbecken. :14. Mosogatóként szolgál, mert ez az egyetlen tárgy a házban, amely elég nagy, és amely valahogy illik ahhoz az elképzeléshez, amely Andersben él az itteni életről: hogy a dolgok megváltoztathatják a rendeltetésüket anélkül, hogy elveszítenék a jellegüket. - Es dient als Spülbecken, weil es das einzige Objekt im Haus ist, das groß genug ist und das irgendwie zu der Idee passt, die Anders vom Leben hier hat: dass Dinge ihren Zweck wechseln dürfen, ohne ihren Charakter zu verlieren. :15. Csónakmotorokat javít annak a néhány megmaradt szomszédnak ezen a partszakaszon. - Er repariert Bootsmotoren für die wenigen verbliebenen Nachbarn an diesem Abschnitt der Küste. :16. Ezek az emberek maguk sem pazarolnak sok szót, és a fizetségük többnyire kávéból áll, olykor dohányból, néha semmi másból, csak egy rövid biccentésből, amely annyit tartalmaz, mint egy hosszú mondat, ha az ember megtanulta olvasni, és Anders megtanulta, vagy felhagyott azzal, hogy többet várjon, ami végső soron ugyanaz. - Diese Menschen machen selbst nicht viele Worte, und ihre Bezahlung besteht meistens aus Kaffee, gelegentlich aus Tabak, manchmal aus nichts außer einem kurzen Nicken, das so viel enthält wie ein langer Satz, wenn man gelernt hat, es zu lesen, und Anders hat es gelernt, oder er hat aufgehört, mehr zu erwarten, was auf dasselbe hinausläuft. :17. Régebben csónaképítő volt, és Bergenben tanulta ki a mesterséget egy mesternél, aki alig beszélt és keveset magyarázott. - Er war früher Bootsbauer und hat das Handwerk in Bergen gelernt unter einem Meister, der kaum sprach und wenig erklärte. :18. Annak a kezei munka közben olyan pontosak voltak, hogy Anders megértette: a tudásnak nincs szüksége szavakra, amíg a munka önmagáért beszél, és ebből a tartásból maradt benne valami, még azután is, hogy a többi már rég elmúlt. - Dessen Hände waren beim Arbeiten so präzise, dass Anders verstand: Können braucht keine Worte, solange die Arbeit für sich spricht, und etwas von dieser Haltung ist geblieben, auch nachdem das andere längst vergangen ist. :19. Az ajtó kinyílik, anélkül hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand klopft. :20. Lars belép annak az embernek a nyugodt magától értetődésével, aki tudja, hogy szívesen látják egy helyiségben, anélkül hogy ezt a szívesen látottságot valaha is kimondták volna, vagy ki kellene mondani, mert kettejük között ez azon kevés megállapodások egyike, amelyek éppen azért tartanak, mert senki sem fogalmazta meg őket. - Lars tritt herein mit der ruhigen Selbstverständlichkeit eines Menschen, der weiß, dass er in einem Raum willkommen ist, ohne dass dieses Willkommensein je ausgesprochen worden wäre oder ausgesprochen werden müsste, weil es zwischen ihnen eine der wenigen Abmachungen ist, die gerade deshalb halten, weil niemand sie formuliert hat. :21. Hatvannyolc éves, magasra nőtt és az évek során keskennyé vált, olyan kezekkel, amelyek úgy néznek ki, mintha ugyanabból az anyagból volnának, mint a csónakok, amelyeket egész életében épített és foltozott. - Er ist 68, hoch gewachsen und schmal geworden mit den Jahren, mit Händen, die so aussehen, als wären sie aus demselben Material wie die Boote, die er sein Leben lang gebaut und geflickt hat. :22. Leül a kályha melletti fapadra, egy csomag dohányt tesz az asztalra kettejük közé, és olyan módon hallgat, amely nem üres, hanem tele van két ember közös tudásával, akik megértették, hogy a hallgatás nem a kommunikáció hiánya, hanem annak legsűrűbb formája. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch zwischen ihnen und schweigt auf eine Weise, die nicht leer ist, sondern gefüllt mit der geteilten Kenntnis zweier Menschen, die verstanden haben, dass Schweigen keine Abwesenheit von Kommunikation ist, sondern ihre dichteste Form. :23. Az eső az ablaknak verődik, a fűtőtest egyenletes ritmusában csöpög. - Der Regen schlägt gegen das Fenster, die Heizung tropft in ihrem gleichmäßigen Rhythmus. :24. A falióra minden második ütésnél enyhe utózengéssel ketyeg, mintha volna a szívében egy kis szabálytalanság, amelyet senki sem űzött ki belőle. - Die Uhr an der Wand tickt mit einem leichten Nachklang bei jedem zweiten Schlag, als hätte sie eine kleine Unregelmäßigkeit im Herz, die ihr niemand ausgetrieben hat. :25. Körülbelül tíz perc múlva Lars fel sem nézve, annak az embernek a hangsúlytalanságával, aki információt közöl, nem véleményt, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken und mit der Tonlosigkeit eines Menschen, der eine Information übermittelt, nicht eine Meinung: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :26. Anders bólint, és ebben a bólintásban benne van a nyugta mindarra, amit kimondtak, és mindarra, ami kimondatlan maradhat. - Anders nickt, und in diesem Nicken liegt die Quittung für alles, was gesagt wurde und was ungesagt bleiben darf. :27. Lars feláll, az ajtóhoz megy, maga mögött behúzza annak az embernek az ismerős gondosságával, aki tudja, hogy a régi ajtóknak ápolásra van szükségük, és a dohány az asztalon marad, mint valami, amit szándékosan hagytak hátra, mert a dolgok birtoklása néha könnyebb, ha az ember máshol hagyja őket. - Lars steht auf, geht zur Tür, zieht sie mit der vertrauten Sorgfalt eines Menschen hinter sich, der weiß, dass alte Türen Pflege brauchen, und der Tabak bleibt auf dem Tisch wie etwas, das absichtlich zurückgelassen wurde, weil der Besitz von Dingen manchmal leichter ist, wenn man sie woanders lässt. :28. Az ablakpárkányon képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal, egy számlával és egy prospektussal együtt, amelyet Anders nem nyitott ki. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist, zusammen mit einer Rechnung und einem Prospekt, den Anders nicht geöffnet hat. :29. A prospektust azért nem nyitotta ki, mert nem vár prospektust, és mert azok a dolgok, amelyeket nem vár, rendszerint többe kerülnek neki, mint azok, amelyeket ismer. - Er hat den Prospekt nicht geöffnet, weil er keinen Prospekt erwartet und weil die Dinge, die er nicht erwartet, ihn in der Regel mehr kosten als die, die er kennt. :30. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan túltelített és barátságos fényben, mintha valaki eldöntötte volna, hogy a városoknak mindig jobban kell kinézniük, mint amennyit a valóság megenged. - Das Motiv zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das so übersättigt und freundlich ist, als hätte jemand entschieden, dass Städte immer besser aussehen müssen als die Wirklichkeit erlaubt. :31. Anders olyan férfi ujjaival fordítja meg a lapot, akinek van ideje, és mégsem pazarolja el. - Anders dreht die Karte um mit den Fingern eines Mannes, der Zeit hat und sie trotzdem nicht verschwendet. :32. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :33. A kézírás Mette írása, ferde és a szükségesnél szűkebb, ahogyan nála mindig, amikor olyasmit ír, amit valójában nem akart megírni, vagy amit meg kellett írnia, mert a hallgatás túl hangossá vált. - Die Handschrift ist Mettes, schräg und enger als nötig, wie es bei ihr immer ist, wenn sie etwas schreibt, das sie eigentlich nicht schreiben wollte oder das sie schreiben musste, weil das Schweigen zu laut geworden war. :34. Az a hat hónap, amely alatt egyetlen szó sem érkezett tőle, ebben az egy mondatban foglalódik össze, mint egy diagnózis, amely sem kezelést nem ír elő, sem gyógyulást nem ígér. - Die sechs Monate, in denen kein Wort von ihr gekommen ist, sind in diesem einen Satz zusammengefasst wie eine Diagnose, die weder Behandlung vorschreibt noch Heilung verspricht. :35. Másodszor is elolvassa a mondatot, aztán harmadszor is, nem azért, mert nem érti, hanem mert meg akarja adni a szövegnek azt a méltóságot, hogy valóban elolvassák, mielőtt válaszol rá. - Er liest den Satz ein zweites Mal, dann ein drittes, nicht aus Unverständnis, sondern weil er dem Text die Würde geben will, wirklich gelesen zu werden, bevor er antwortet. :36. A válasza az, hogy a lapot képpel lefelé visszateszi a párkányra, mert nem bírja elviselni a színeket, nem ma, ezen a szürke délutánon, amikor minden, ami túlságosan telített, hamisnak hat. - Seine Antwort ist, die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurückzulegen, weil er die Farben nicht ertragen kann, nicht heute, an diesem grauen Nachmittag, an dem alles, was zu gesättigt ist, falsch wirkt. :37. Odakint a délutáni komp lassan elhúz az ablak előtt, motorzaja rövid időre felduzzad, mint egy kérdés, majd elszáll a szélben, mint egy válasz, amelyet senki sem akart megtartani. - Draußen zieht die Nachmittagsfähre langsam am Fenster vorbei, ihr Motorgeräusch schwillt kurz an wie eine Frage und verweht dann im Wind wie eine Antwort, die niemand festhalten wollte. :38. A fjord zökkenőmentesen és közönyösen zárul össze mögötte, mintha az, hogy átszelik, csak egy volna sok egyenértékű állapota közül. - Der Fjord schließt sich hinter ihr, reibungslos und gleichgültig, als wäre Durchquertwerden nur einer seiner vielen gleichwertigen Zustände. :39. Anders az ablaknál áll, és a vizet nézi. - Anders steht am Fenster und schaut auf das Wasser. :40. A víz szürke és csendes, és olyan teljesen elég önmagának, hogy jelent valamit számára, anélkül hogy meg tudná mondani, pontosan mit. - Das Wasser ist grau und still und so vollständig sich selbst genug, dass es ihm etwas bedeutet, ohne dass er sagen könnte, was genau. :41. Négy órakor, amikor a sötétség nem leszáll, hanem a vízből emelkedik fel, és nehezebbé teszi a levegőt, Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból. - Um vier Uhr, wenn die Dunkelheit nicht fällt, sondern aus dem Wasser aufsteigt und die Luft schwerer macht, holt Anders eine Kerze aus der Küchenschublade. :42. Ott fekszik Lars dohánya, még a csomagolásban, érintetlenül, mint egy ajánlat, amely addig érvényes, amíg az ember el nem fogadja. - Dort liegt der Tabak von Lars, noch in der Verpackung, unberührt wie ein Angebot, das gilt, solange man es nicht annimmt. :43. A gyertyát az északi falnál álló régi zongorára teszi, a vakolat repedése alá, amely az elmúlt télen szélesebb lett. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier an der Nordwand, unter dem Riss im Putz, der im letzten Winter breiter geworden ist. :44. Anders egyszer végigkövette a repedést az ujjával, anélkül hogy tudta volna, miért, mintha egy térképen követne egy vonalat, amely sehová sem vezet, és éppen ezért érdekes. - Anders ist dem Riss einmal mit dem Finger nachgefahren, ohne zu wissen warum, als würde er einer Linie in einer Landkarte folgen, die nirgendwo hinführt und genau deshalb interessant ist. :45. Tudomása szerint senki sem játszik ezen a zongorán, és korábbi években sem játszott rajta senki. - Niemand spielt dieses Klavier, soweit er weiß, und auch in früheren Jahren hat es niemand gespielt. :46. Mégis ott áll a rendeltetésüket elvesztett dolgok csendes makacsságával, anélkül hogy elvesztette volna a jelenlétét, és Anders ezt nem gyásznak érzi, hanem valamiféle társaságnak. - Doch es steht da mit der stillen Insistenz von Dingen, die ihren Zweck verloren haben, ohne ihre Anwesenheit zu verlieren, und Anders empfindet das nicht als Trauer, sondern als eine Art Gesellschaft. :47. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, amelynek egyik lába egy összehajtott kartondarabon áll, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl, dessen eines Bein auf einem gefalteten Stück Pappe steht, und schaut in die Flamme. :48. A láng megremeg az alig érezhető huzatban, amely lélegzetvételként járja át a házat, egészen könnyedén, szinte észrevétlenül, majdnem úgy, mint egy gesztus. - Die Flamme schwankt in dem kaum spürbaren Durchzug, der das Haus wie ein Atemzug durchläuft, ganz leicht, fast unmerklich, fast wie eine Geste. :49. Nem gondol Mettére, és nem gondol arra a kérdésre sem, amelyet a nő feltett. - Er denkt nicht an Mette, und er denkt nicht an die Frage, die sie gestellt hat. :50. Némely kérdés nem azért marad nyitva, mert az ember nem ismeri a választ, hanem mert a válasznak nincs szüksége más helyre, csak annak az embernek a testére, aki hordozza, és Anders hordozza, anélkül hogy nevet adna neki. - Manche Fragen bleiben nicht deshalb offen, weil man die Antwort nicht kennt, sondern weil die Antwort keinen Ort braucht außer dem Körper des Menschen, der sie trägt, und Anders trägt sie, ohne sie zu benennen. :51. A fűtőtest csöpög, a víz szabályos, puha lökésekkel verődik a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser schlägt in regelmäßigen, weichen Stößen gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle. :52. A láng olyan türelemmel ég le, amely szégyenkezésre késztet, mert sokkal nyugodtabb, mint bármi, amit az emberek tesznek. - Die Flamme brennt herunter mit einer Geduld, die beschämt, weil sie so viel ruhiger ist als alles, was Menschen tun. :53. Aztán havazni kezd, olyan fokozatosan, hogy Anders csak egy idő után veszi észre, hogy a kinti sötétség más textúrát vett fel, puhábbat és kevésbé eltökéltet. - Dann beginnt es zu schneien, so allmählich, dass Anders erst nach einer Weile bemerkt, dass die Dunkelheit draußen eine andere Textur angenommen hat, weicher und weniger entschlossen. :54. A hó a fjord fekete vizére hull, és a régi templom tetejére, és az ablakpárkányra, ahol a képeslap képpel lefelé fekszik. - Der Schnee fällt auf das schwarze Wasser des Fjords und auf das Dach der alten Kirche und auf den Fenstersims, wo die Postkarte liegt mit der Vorderseite nach unten. :55. Nem fog elutazni, nem azért, mert ellene döntött volna, hanem mert a döntések feszültséget feltételeznek két lehetséges jövő között. - Er wird nicht fahren, nicht weil er sich dagegen entschieden hätte, sondern weil Entscheidungen eine Spannung voraussetzen zwischen zwei möglichen Zukünften. :56. Benne ez a feszültség nincs jelen, már régóta nincs, és ennek a feszültségnek a hiánya nem bénultság és nem közöny, hanem valami, amire még nem talált szót, valami, ami békének érződik, ha a béke azt jelenti, hogy az ember felhagyott azzal, hogy saját csendje ellen küzdjön. - In ihm ist diese Spannung nicht vorhanden, schon lange nicht mehr, und das Fehlen dieser Spannung ist nicht Lähmung und nicht Gleichgültigkeit, sondern etwas, für das er noch kein Wort gefunden hat, etwas, das sich anfühlt wie Frieden, wenn Frieden bedeutet, dass man aufgehört hat, gegen die eigene Stille anzukämpfen. :57. A hó hull, a fjord magába fogadja. - Der Schnee fällt, der Fjord nimmt ihn auf. :58. Az éjszaka olyan magától értetődően érkezik, mintha soha nem is állt volna szándékában máshol lenni. - Die Nacht kommt so selbstverständlich, als hätte sie nie vorgehabt, irgendwo anders zu sein. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart, amely legalább egy órája hideg, anélkül hogy ez zavarná, vagy akár csak késztetést érezne arra, hogy felálljon és újratöltse. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen, die seit mindestens einer Stunde kalt ist, ohne dass ihn das stören würde oder er auch nur den Impuls verspürte, aufzustehen und sie nachzufüllen. :2. A csésze ebben a pillanatban már nem a kávéivást szolgálja, hanem magát a kézben tartást, azt az érzést, hogy valami olyasmit fog körül, aminek formája van, aminek volt melege, és amit meg lehet tartani anélkül, hogy eltávozna. - Die Tasse dient in diesem Moment nicht mehr dem Kaffeetrinken, sondern dem Händehalten schlechthin, dem Gefühl, etwas zu umschließen, das Form hat und Wärme gehabt hat und das man festhalten kann, ohne dass es sich davonmacht. :3. Odakint a szél azzal a lapos, engesztelhetetlen erővel veri az esőt a régi templomablaknak, amely októberben sajátja ennek a partvidéknek, és amely nem tévesztendő össze az atlanti viharok drámai széllökéseivel, hanem inkább tartós nyomásra emlékeztet, meteorológiai állításra, amely nem tűr ellentmondást. - Draußen treibt der Wind den Regen mit jener flachen, unnachgiebigen Wucht gegen das alte Kirchenfenster, die dieser Küste im Oktober eigentümlich ist und die nicht mit dem dramatischen Böenwind der Atlantikstürme zu verwechseln ist, sondern eher einem Dauerdruck gleicht, einer meteorologischen Behauptung, die keinen Widerspruch duldet. :4. Az elvetemedett fakeret, amely már itteni jelenlétének első telén felhagyott azzal, hogy valóban záródjon, vékony hideg levegőszálat enged befelé, amely az ablakpárkányon álló gyertyacsonkokat enyhe, szakadatlan ingásba hozza, mintha valamire akarnának mutatni, ami csendes, és mégis mozog. - Der verzogene Holzrahmen, der schon im ersten Winter seiner Anwesenheit hier aufgehört hatte, wirklich zu schließen, lässt einen Faden kalter Luft ins Innere, der die Kerzenreste auf dem Fensterbrett in ein leichtes, unaufhörliches Schwanken versetzt, als wollten sie auf etwas hinweisen, das still ist und sich trotzdem bewegt. :5. Október közepe van, és a fjord felvette azt a sajátos nehézséget, amelyet csak ezekben a hetekben hord, amikor a fény már nem hull, hanem szivárog, amikor a víz sötéten és sűrűn fekszik, mint valami, ami gondolkodik. - Es ist Mitte Oktober, und der Fjord hat jene eigentümliche Schwere angenommen, die er nur in diesen Wochen trägt, wenn das Licht nicht mehr fällt, sondern sickert, wenn das Wasser dunkel liegt und dicht wie etwas, das denkt. :6. Az ég olyan alacsonyan függ, és annyira azonos színű az alatta lévő felszínnel, hogy a táj mintha feladná saját geometriáját, a víz és a levegő közötti határ feloldódik, és az embernek az az érzése támad, hogy odakint már nem irányok léteznek, hanem csak a szürkeség fokozatai. - Der Himmel hängt so tief und ist so gleichfarbig mit der Oberfläche darunter, dass die Landschaft ihre eigene Geometrie aufzugeben scheint, die Grenze zwischen Wasser und Luft sich auflöst und man das Gefühl bekommt, dass draußen nicht mehr Richtungen existieren, sondern nur noch Grade von Grau. :7. A fűtőtestről pontosan kimért időközönként leválik egy csepp, és a padlón álló bádogvödörbe hull: világos, pontos plink, amely úgy írja bele magát a szoba csendjébe, mint széljegyzet egy olyan szöveghez, amelyet senki sem fogalmazott meg, és amely addig ismétlődik, amíg már nem zaj, hanem szerkezet. - Von der Heizung löst sich in genau abgemessenen Abständen ein Tropfen und fällt in den Blecheimer auf dem Boden: ein helles, präzises Plink, das sich in die Stille des Raumes einschreibt wie eine Randnotiz zu einem Text, den niemand verfasst hat, und das sich wiederholt, bis es nicht mehr Geräusch ist, sondern Struktur. :8. Anders hallgatja, nem azért, mert akarja, vagy mert a csöpögés bármilyen módon megindítaná, hanem mert a hallgatózás az egyetlen, amit ez a pillanat követel tőle, és ő valamikor az elmúlt két évben felhagyott azzal, hogy több legyen annál, amit az adott pillanat követel tőle. - Anders hört zu, nicht weil er will oder weil das Tropfen ihn in irgendeiner Weise bewegte, sondern weil das Zuhören das Einzige ist, was dieser Augenblick von ihm verlangt, und er hat, irgendwann in den vergangenen zwei Jahren, aufgehört, mehr zu sein als das, was der jeweilige Augenblick von ihm verlangt. :9. A ház, amelyben él, egykor fatemplom volt, valamikor a huszadik század első évtizedeiben emelték egy gyülekezet számára, amelyből ma már semmi sem maradt, csak néhány időjárás verte sírkő a ház mögött, amelyeknek feliratait a zuzmó már félig visszahódította. - Das Haus, in dem er lebt, war eine Holzkirche, irgendwann in den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts errichtet für eine Gemeinde, von der heute nichts mehr übrig ist als ein paar verwitterte Grabsteine hinter dem Haus, deren Inschriften der Flechtenbefall schon halb zurückerobert hat. :10. Egy olyan partszakaszon áll, amely egyetlen térképen sem számít említésre méltónak, és amelynek létezése lényegében abban merül ki, hogy ott van: nedvesen, sziklásan, a széltől megdolgozva, a fjord felé fordulva olyan állhatatossággal, amelyet méltóságnak is lehetne tartani, ha az ember tulajdonítani akarna neki valamit. - Es steht an einem Fleckchen Küste, das in keiner Karte als erwähnenswert gilt und dessen Existenz sich im Wesentlichen darin erschöpft, da zu sein: nass, felsig, vom Wind bearbeitet, dem Fjord zugewandt mit einer Beständigkeit, die man für Würde halten könnte, wenn man ihr etwas unterstellen wollte. :11. A házat egy nagybátyjától örökölte, akit gyerekként kétszer látott, és akiről semmit sem tudott azon kívül, hogy hallgatott, dohányzott és a tengert nézte. - Er hat das Haus von einem Onkel geerbt, den er als Kind zweimal gesehen hatte und von dem er nichts wusste außer dass er schwieg und rauchte und die See anschaute. :12. Ezek a tulajdonságok Anders számára akkoriban a szegénység formáinak tűntek, ma pedig a megelégedettség formáinak tűnnek, ami néha arra készteti, hogy azt gondolja, az örökség többet tartalmazott kőnél és fánál. - Diese Eigenschaften waren Anders damals als Formen von Armut erschienen und erscheinen ihm heute als Formen von Genügsamkeit, was ihn manchmal denken lässt, dass das Erbe mehr enthielt als Steine und Holz. :13. Maradt, anélkül hogy valaha is született volna olyan döntés, amely megérdemelte volna ezt a nevet, úgy, ahogyan az ember néha ott marad egy helyen, nem azért, mert az a helyes, hanem mert az elmenés feltételezné a hová világosságát, amely nem áll be. - Er ist geblieben, ohne dass je eine Entscheidung getroffen worden wäre, die diesen Namen verdient hätte, so wie man manchmal an einem Ort bleibt, nicht weil er der richtige ist, sondern weil das Weggehen eine Klarheit über das Wohin voraussetzt, die sich nicht einstellt. :14. Egy idő után ennek a világosságnak a hiányát már nem hiányként érzékeli az ember, hanem olyan állapotként, amely többé nem különbözik attól, amit más emberek otthonnak neveznek, ha őszinték. - Irgendwann hört die Abwesenheit dieser Klarheit auf, als Mangel wahrgenommen zu werden, und wird zu einem Zustand, der sich nicht mehr von dem unterscheidet, was andere Menschen Zuhause nennen, wenn sie ehrlich sind. :15. A tető beázik, a kályha szeszélyes, a homokkő keresztelőmedence mosogatóként szolgál, és ezt a rendeltetésbeli eltolódást, amelyet sokan elhanyagoltságnak látnának, Anders az életnek megfelelő dologként érzékeli. - Das Dach ist undicht, der Ofen launisch, das Taufbecken aus Sandstein dient als Spülbecken, und diese Verschiebung des Zwecks, die manchen als Verwahrlosung erscheinen würde, empfindet Anders als etwas dem Leben Gemäßes. :16. A dolgok túlélhetnek azáltal, hogy újra meghatározhatóvá válnak, a vakolat repedése nem seb, hanem krónika, és egy ház, amely lélegzik, előnyben részesítendő egy halott házzal szemben, még akkor is, ha a lélegzés huzatot jelent. - Dinge dürfen überleben, indem sie sich neu definieren lassen, der Riss im Putz ist keine Wunde, sondern eine Chronik, und ein Haus, das atmet, ist einem toten Haus vorzuziehen, auch wenn das Atmen Zugluft bedeutet. :17. Csónakmotorokat javít annak a partszakasznak a kevés megmaradt szomszédja számára, olyan embereknek, akik hallgatagságukban és távolságtartásukban hasonlítanak rá, mintha a vidék csak ilyeneket vonzott volna magához, vagy csak ilyeneket hagyott volna hátra. - Er repariert Bootsmotoren für die wenigen verbliebenen Nachbarn an diesem Küstenabschnitt, Menschen, die ihm in ihrer Schweigsamkeit und ihrer Abstandswahrung ähneln, als hätte die Gegend nur solche angezogen oder übrig gelassen. :18. Fizetségük többnyire kávéból áll, olykor dohányból, néha semmi másból, csak egy olyan férfi rövid, száraz biccentéséből, aki kapott valamit, és ezt tudja, és az erről való tudást elegendőnek tartja, Anders pedig már felhagyott azzal, hogy megkülönböztesse, ő is így látja-e, vagy egyszerűen csak hozzászokott, ami az eredményt tekintve ugyanarra vezet. - Deren Bezahlung besteht meistens aus Kaffee, gelegentlich aus Tabak, manchmal aus nichts außer dem kurzen, trockenen Nicken eines Mannes, der etwas bekommen hat und das weiß und der das Wissen darum für ausreichend hält, und Anders hat aufgehört zu unterscheiden, ob er das genauso sieht oder ob er sich schlicht daran gewöhnt hat, was im Ergebnis auf dasselbe hinausläuft. :19. Csónaképítő volt, Bergenben tanulta egy mesternél, aki a munkát minden fölé helyezte, és a róla való beszédet elfelejtette, és ennek a hierarchiának valami része beleíródott Andersbe, mint egy nyelvtan, amelyet nem ő választott, de amely szerint gondolkodik. - Er war Bootsbauer, hat das in Bergen gelernt bei einem Meister, der die Arbeit über alles stellte und die Sprache darüber vergaß, und etwas von dieser Hierarchie hat sich in ihn eingeschrieben wie eine Grammatik, die er nicht gewählt hat, nach der er aber denkt. :20. A cselekvés megelőzi a beszédet, a kezek többet tudnak, mint a száj, és egy motor, amely jár, minden hozzáfűzött megjegyzést fölöslegessé tesz. - Das Machen geht dem Reden voraus, die Hände wissen mehr als der Mund, und ein Motor, der läuft, macht jeden Kommentar dazu überflüssig. :21. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna, és Lars belép egy olyan ember nyugodt, magától értetődő súlyosságával, akinek a világ nem meghívottságra és meg nem hívottságra oszlik, hanem helyekre, ahová az ember tartozik, és helyekre, ahová nem. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand klopft, und Lars tritt herein mit der ruhigen, selbstverständlichen Schwere eines Menschen, für den die Welt sich nicht in Geladensein und Nichtgeladensein aufteilt, sondern in Orte, an denen man hingehört, und Orte, an denen man es nicht tut. :22. Ez a hely itt az első kategóriába tartozik, mert van közöttük egy megállapodás, amelyet soha nem fogalmaztak meg, és éppen ezért tart: hogy az ember jön, amikor akar, megy, amikor akar, és hogy a közbeeső hallgatás nem a kommunikáció kudarca, hanem annak legtökéletesebb formája. - Dieser Ort hier gehört in die erste Kategorie, weil es zwischen ihnen eine Abmachung gibt, die nie formuliert wurde und gerade deshalb hält: dass man kommt, wenn man will, dass man geht, wenn man will, und dass das Schweigen dazwischen kein Versagen der Kommunikation ist, sondern ihre vollkommenste Form. :23. Hatvannyolc éves, és az évek során keskennyé és csontossá vált, mintha a szél évtizedek alatt a lényegre redukálta volna, olyan kezekkel, amelyek annyira repedezettek és pontosak, hogy önmagukért beszélnek egy életről, amely nem a beszédből állt. - Er ist 68 und mit den Jahren schmal und knochig geworden, als hätte der Wind ihn über die Jahrzehnte auf das Wesentliche reduziert, mit Händen, die so rissig und präzise sind, dass sie für sich selbst sprechen über ein Leben, das nicht im Reden bestanden hat. :24. Leül a kályha melletti fapadra, leteszi a dohánycsomagot az asztalra, és egy olyan ember teljességével hallgat, akinek soha eszébe sem jutott volna bocsánatot kérni a hallgatásért. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt das Päckchen Tabak auf den Tisch und schweigt mit der Vollständigkeit eines Menschen, dem es nie eingefallen wäre, das Schweigen zu entschuldigen. :25. Az eső egyenletes, sürgető ritmusában veri az ablakot, a fűtés csöpög, a falióra azzal a könnyű utózengéssel ketyeg minden második ütésnél, amelyet Anders soha nem javított meg, mert az apró szabálytalanság az egyetlen, ami az órát megkülönbözteti egy mechanizmustól. - Der Regen schlägt gegen das Fenster in seinem gleichmäßigen, drängenden Rhythmus, die Heizung tropft, die Uhr an der Wand tickt mit jenem leichten Nachklang bei jedem zweiten Schlag, den Anders nie repariert hat, weil die kleine Unregelmäßigkeit das Einzige ist, was die Uhr von einem Mechanismus unterscheidet. :26. Körülbelül tíz perc múlva Lars anélkül, hogy felnézne, egy olyan férfi hangján, akinek a nyelv eszköz, nem dísz, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken, mit der Stimme eines Mannes, für den Sprache ein Werkzeug ist und kein Ornament: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :27. Anders bólint, és ebben a bólintásban benne rejlik egymással való érintkezésük teljes gazdaságtana: hogy az információ megérkezett, hogy elismerést kapott, hogy nincs szükség további reakcióra, mert a tény önmagáért áll. - Anders nickt, und in diesem Nicken liegt die gesamte Ökonomie ihres Umgangs miteinander beschlossen: dass die Information angekommen ist, dass sie gewürdigt wird, dass keine weitere Reaktion nötig ist, weil die Tatsache für sich selbst steht. :28. Lars nem azért jött, hogy reakciókat arasson, hanem mert ez a hely mindkettőjük számára az egyetlen, ahol a csendet nem kell megmagyarázni. - Lars ist nicht gekommen, um Reaktionen zu ernten, sondern weil dieser Ort für beide der einzige ist, an dem die Stille nicht erklärt werden muss. :29. Lars feláll, az ajtóhoz megy egy olyan férfi hosszú, kissé ringó járásával, aki az életét hajókon töltötte, és maga mögött becsukja az ajtót azzal az ismerős óvatossággal, amellyel az ember régi fának tartozik. - Lars steht auf, geht zur Tür mit dem langen, leicht schaukelnden Gang eines Mannes, der sein Leben auf Booten verbracht hat, und zieht die Tür mit der vertrauten Behutsamkeit hinter sich zu, die man altem Holz schuldet. :30. A dohány az asztalon marad, mint egy kicsi, néma ajánlat, amelynek érvényessége nem attól függ, elfogadják-e. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch wie ein kleines, stummes Angebot, das seine Gültigkeit nicht davon abhängig macht, ob es angenommen wird. :31. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal, egy számla és egy prospektus között, amelyet Anders nem nyitott ki. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist, zwischen einer Rechnung und einem Prospekt, den Anders nicht geöffnet hat. :32. A kéretlen közlésekre való reagálás szokását már régen, különösebb esemény nélkül levetette, mint egy ruhadarabot, amely soha nem is igazán illett rá. - Er hat die Gewohnheit, auf ungebetene Mitteilungen einzugehen, vor langer Zeit und ohne besonderes Ereignis abgelegt wie ein Kleidungsstück, das einem nie wirklich gepasst hat. :33. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan konstruáltan barátságos és túltelített fényben, hogy hazugságnak hat a városok lényegéről, olyan ígéretnek, amelyet azzal a szándékkal tesznek, hogy ne váltsák be. - Das Motiv zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das so konstruiert freundlich und übersättigt ist, dass es wie eine Lüge über das Wesen von Städten wirkt, wie ein Versprechen, das mit der Absicht gemacht wird, nicht eingelöst zu werden. :34. Anders egy olyan férfi lassú ujjaival fordítja meg a lapot, akinek van ideje, és mégsem pazarolja, mert az idő számára nem fogyóban lévő készlet, hanem az a közeg, amelyben a dolgok egyszerűen vannak. - Anders dreht die Karte mit den langsamen Fingern eines Mannes um, der Zeit hat und sie trotzdem nicht verschwendet, weil Zeit für ihn kein Vorrat ist, der zur Neige geht, sondern das Medium, in dem die Dinge einfach sind. :35. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :36. A kézírás Mettéé: ferde, szűkebb a szükségesnél, azzal a könnyű nyomással, amelyet csak akkor fejt ki, amikor olyasmit ír, aminél a kéz gyorsabb akar lenni, mint az őt követő gondolat. - Die Handschrift ist Mettes: schräg, enger als nötig, mit dem leichten Druck, den sie nur dann ausübt, wenn sie etwas schreibt, bei dem die Hand schneller sein will als der Gedanke, der ihr folgt. :37. A hat hónap, amelyben egyetlen szó, egyetlen üzenet, egyetlen jel sem érkezett tőle, ebben az egy mondatban sűrűsödik össze, mint pára a hideg üvegen: olyan világossággá, amely egyszerre áthatolhatatlan, kezelési terv nélküli diagnózissá, olyan kérdéssé, amelyet annak tudatában tesznek fel, hogy a válasz már azelőtt megadatott, mielőtt megfogalmazták volna. - Die sechs Monate, in denen kein Wort, keine Nachricht, kein Zeichen von ihr gekommen ist, kondensieren in diesem einen Satz wie Feuchtigkeit an kaltem Glas: zu einer Klarheit, die gleichzeitig undurchdringlich ist, zu einer Diagnose ohne Behandlungsplan, zu einer Frage, die mit dem Wissen gestellt wird, dass die Antwort bereits gegeben wurde, bevor sie formuliert worden ist. :38. Kétszer olvassa el a mondatot, aztán harmadszor is, nem értetlenségből, hanem abból a tiszteletből, amellyel mindennek adózik, amit valóban komolyan gondolnak. - Er liest den Satz zweimal, dann ein drittes Mal, nicht aus Unverständnis, sondern aus dem Respekt, den er allem entgegenbringt, was wirklich gemeint ist. :39. Aztán a lapot képpel lefelé visszateszi a párkányra, mert nem tudja elviselni a kikötőkép színeit, nem ma, ezen a délutánon, amikor minden, ami túlságosan telített, olyan állításnak hat, amelyet nem akar aláírni. - Dann legt er die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurück, weil er die Farben des Hafenbilds nicht ertragen kann, nicht heute, an diesem Nachmittag, an dem alles, was zu gesättigt ist, wie eine Behauptung wirkt, die er nicht unterschreiben will. :40. Odakint a délutáni komp lassan elhalad az ablak előtt, motorzaja úgy duzzad fel, mint egy kérdés, amely rövid időre hangossá válik, aztán elfújja a szél, mint egy választ, amely úgy döntött, nem marad. - Draußen zieht die Nachmittagsfähre langsam am Fenster vorbei, ihr Motorgeräusch schwillt an wie eine Frage, die kurz laut wird, und verweht dann im Wind wie eine Antwort, die sich entschieden hat, nicht zu bleiben. :41. A fjord mögötte annak az egykedvűségével zárul össze, amit olyan sokszor szeltek már át, hogy felhagyott azzal, hogy az átszelést eseményként regisztrálja. - Der Fjord schließt sich hinter ihr mit der Gleichmütigkeit von etwas, das durchquert worden ist so oft, dass es aufgehört hat, das Durchquertwerden als Ereignis zu registrieren. :42. Négy órakor, amikor a sötétség nem lehull, hanem a vízből és a kőzetből emelkedik fel, és nehezebbé, sűrűbbé teszi a levegőt, mintha a fény nem hiányozna, hanem valami nagyobb súlyú dologgal helyettesítették volna, Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból. - Um vier Uhr, wenn die Dunkelheit nicht fällt, sondern aus dem Wasser und dem Gestein aufsteigt und die Luft schwerer und dichter macht, als wäre das Licht nicht abwesend, sondern ersetzt worden durch etwas mit mehr Gewicht, holt Anders eine Kerze aus der Küchenschublade. :43. A fiókban ott fekszik Lars dohánya is, még csomagolásban, mintha azok a dolgok, amelyek érintetlenek maradnak, a maguk módján teljesebbek volnának, mint azok, amelyeket használnak. - In der Schublade liegt auch der Tabak von Lars, noch in der Verpackung, so als wären Dinge, die unangetastet bleiben, auf ihre Weise vollständiger als solche, die benutzt werden. :44. A gyertyát az északi falnál álló régi zongorára teszi, amelynek fekete lakkozása a szélein pattogzik, és amely a vakolat repedése alatt áll, amely az elmúlt télen szélesebb lett. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier an der Nordwand, dessen schwarzer Lack an den Kanten blättert und das unter dem Riss im Putz steht, der im letzten Winter breiter geworden ist. :45. Anders egyszer végighúzta az ujját a repedésen, lassan és különösebb ok nélkül, úgy, ahogyan az ember néha követ egy vonalat, nem azért, mert az vezet valahová, hanem mert a követés mozdulata maga jelent valamit, amit nem lehet nyelvre lefordítani. - Anders ist dem Riss einmal mit dem Finger nachgefahren, langsam und ohne bestimmten Grund, so wie man manchmal eine Linie verfolgt, nicht weil sie irgendwohin führt, sondern weil die Bewegung des Nachfolgens selbst etwas bedeutet, das sich nicht in Sprache übersetzen lässt. :46. Tudomása szerint soha senki nem játszott ezen a zongorán, és mégis ott áll azzal a csendes, tárgyilagos makacssággal, amellyel az elhagyott hangszerek néha rendelkeznek. - Niemand hat je auf diesem Klavier gespielt, soweit er weiß, und doch steht es da mit jener stillen, sachlichen Insistenz, die verlassene Instrumente manchmal haben. :47. Nem szűnt meg hangszernek lenni csak azért, mert már nincs ott játékos, mintha a zene lehetősége tovább létezne mindaddig, amíg létezik a tárgy, amely magában hordozza, és Anders ezt nem gyásznak, nem szentimentalizmusnak érzi, hanem egyfajta jelenlétnek, amely megfelel neki, mert semmit sem követel tőle. - Es ist nicht aufgehört, Instrument zu sein, nur weil kein Spieler mehr da ist, als würde die Möglichkeit der Musik weiterexistieren, solange das Objekt existiert, das sie enthält, und Anders empfindet das nicht als Trauer, nicht als Sentimentalität, sondern als eine Art Anwesenheit, die ihm recht ist, weil sie nichts von ihm verlangt. :48. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, amelynek egyik lába egy összehajtott kartondarabon nyugszik, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl, dessen eines Bein auf einem gefalteten Stück Pappe ruht, und schaut in die Flamme. :49. A láng ingadozik az alig érezhető huzatban, amely egyenletes, lapos lélegzetvételként járja át a házat, olyan lassú ritmusban, hogy az ember nem biztos benne, mozgást lát-e, vagy csak saját szeme nyugtalanságát vetíti ki. - Die Flamme schwankt in dem kaum spürbaren Durchzug, der das Haus wie ein gleichmäßiger, flacher Atemzug durchläuft, in einem so langsamen Rhythmus, dass man nicht sicher ist, ob man eine Bewegung sieht oder nur die Unruhe des eigenen Auges projiziert. :50. Nem gondol Mettére, és nem gondol a kérdésre sem, amelyet a nő feltett, nem azért, mert a kérdés nem érte volna el, hanem mert bizonyos kérdések nem arra valók, hogy megválaszolják őket, hanem arra, hogy hordozzák őket. - Er denkt nicht an Mette und nicht an die Frage, die sie gestellt hat, nicht weil die Frage ihn nicht erreicht hätte, sondern weil manche Fragen nicht dazu da sind, beantwortet zu werden, sondern dazu, getragen zu werden. :51. Anders hordozza, anélkül hogy megnevezné, úgy, ahogyan az ember olyan súlyt hordoz, amelyet olyan régóta birtokol, hogy megszűnt súlyként érzékelődni, és elkezdett a saját testtartás részévé válni. - Anders trägt sie, ohne sie zu benennen, so wie man ein Gewicht trägt, das man so lange hat, dass es aufgehört hat, als Gewicht wahrgenommen zu werden, und angefangen hat, Teil der eigenen Statur zu sein. :52. A fűtés csöpög, a víz puha, tompa lökésekkel csapódik odakint a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser schlägt in weichen, dumpfen Stößen gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle draußen. :53. A gyertya olyan türelemmel és egyenes vonalúsággal ég le, amely megszégyeníti mindazt az emberit, ami körülötte habozik, kételkedik és marad, anélkül hogy tudná, miért. - Die Kerze brennt herunter mit einer Geduld und Gradlinigkeit, die alles Menschliche beschämt, das um sie herum zögert und zweifelt und bleibt, ohne zu wissen warum. :54. Aztán havazni kezd, olyan észrevétlenül és fokozatosan, hogy Anders nem tudná megmondani, pontosan mikor történt meg az átmenet, mintha az éjszaka úgy döntött volna, hogy megváltoztatja az állagát anélkül, hogy erre rámutatna. - Dann beginnt es zu schneien, so unmerklich und allmählich, dass Anders nicht sagen könnte, wann genau der Übergang stattgefunden hat, als hätte die Nacht beschlossen, ihre Konsistenz zu wechseln, ohne darauf hinzuweisen. :55. A hó hull a fjord fekete vizére, a régi templom mohával borított tetejére és az ablakpárkányra, ahol a képeslap képpel lefelé fekszik, és a fjord befogadja a havat, ahogyan mindent befogad: megjegyzés nélkül, változás nélkül, anélkül hogy szándékában állna emlékeztetni magára. - Der Schnee fällt auf das schwarze Wasser des Fjords und auf das moosbedeckte Dach der alten Kirche und auf den Fenstersims, wo die Postkarte liegt mit der Vorderseite nach unten, und der Fjord nimmt den Schnee auf wie er alles aufnimmt: ohne Kommentar, ohne Veränderung, ohne die Absicht, sich erinnern zu lassen. :56. Nem fog Oslóba utazni, és ez nem döntés, mert egy döntés feszültséget feltételez két olyan lehetőség között, amelyek mindketten valóságosak, és benne ez a feszültség nincs jelen, nem lemondás vagy kimerültség eredményeként. - Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist keine Entscheidung, weil eine Entscheidung eine Spannung voraussetzt zwischen zwei Möglichkeiten, die beide real sind, und in ihm ist diese Spannung nicht vorhanden, nicht als Ergebnis von Resignation oder Erschöpfung. :57. Valamikor az elmúlt két évben felhagyott azzal a hittel, hogy az élet máshol teljesebb volna, mint itt, teljesebb, mint ebben a házban, amely beázik és huzatos, ennél a fjordnál, amely szürke és nehéz, és olyan tökéletesen közömbös az ő jelenléte iránt, hogy ez a közömbösség az ő számára az őszinteség egyetlen még elviselhető formájának érződik. - Er hat irgendwann in den vergangenen zwei Jahren aufgehört zu glauben, dass das Leben anderswo vollständiger wäre als hier, vollständiger als in diesem Haus, das leckt und zieht, an diesem Fjord, der grau ist und schwer und so vollkommen gleichgültig gegenüber seiner Anwesenheit, dass diese Gleichgültigkeit sich anfühlt wie die einzige Form von Ehrlichkeit, die er noch erträgt. :58. Hull a hó, jön az éjszaka, ég a gyertya, és odakint a fjord olyan csendesen, sötéten és teljesen fekszik, mintha soha semmi mást nem tett volna, csak ott lett volna. - Der Schnee fällt, die Nacht kommt, die Kerze brennt, und draußen liegt der Fjord so still und dunkel und vollständig, als hätte er nie etwas anderes getan als da sein. :59. Létezni nem a legkevesebb, hanem a legvégső. - Dasein ist nicht das Mindeste, sondern das Äußerste. ------------------------- == 72 == 1 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Esik. - Es regnet. :2. Kari vezeti az autót. - Kari fährt das Auto. :3. Jon mellette ül. - Jon sitzt neben ihr. :4. Nem beszélnek. - Sie sprechen nicht. :5. Az ablaktörlő lassan mozog ide-oda. - Der Scheibenwischer bewegt sich langsam hin und her. :6. Nyikorog. - Er quietscht. :7. Az út üres. - Die Straße ist leer. :8. Jon egy kicsit kinyitja az ablakot. - Jon öffnet das Fenster ein bisschen. :9. Hideg levegő jön be. - Kalte Luft kommt herein. :10. Kari gyorsabbra állítja az ablaktörlőt. - Kari macht den Scheibenwischer schneller. :11. Már egy órája vezet. - Sie fährt seit einer Stunde. :12. Senki sem kapcsolja be a zenét. - Niemand macht die Musik an. :13. Jon kinéz az ablakon. - Jon schaut aus dem Fenster. :14. A fák nedvesek. - Die Bäume sind nass. :15. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :16. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :17. A fészeréhez mennek. - Sie fahren zu seinem Schuppen. :18. Rendezniük kell a holmijait. - Sie müssen seine Sachen sortieren. :19. Ez a terv. - Das ist der Plan. :20. Kari semmi különösre nem gondol. - Kari denkt nichts Besonderes. :21. Vagy talán túl sok mindenre gondol. - Oder vielleicht denkt sie zu viel. :22. Ezt ő maga sem tudja. - Sie weiß es selbst nicht. :23. A fészer a víznél áll. - Der Schuppen steht am Wasser. :24. Öreg és kicsi. - Er ist alt und klein. :25. A festék lepattogzott róla. - Die Farbe ist abgeblättert. :26. Jon kiszáll az autóból. - Jon steigt aus dem Auto. :27. Kari is. - Kari auch. :28. Az eső hideg. - Der Regen ist kalt. :29. Jon nekifeszül az ajtónak. - Jon drückt gegen die Tür. :30. Nem nyílik ki. - Sie geht nicht auf. :31. Kétszer belerúg. - Er tritt zweimal dagegen. :32. Most kinyílik. - Jetzt geht sie auf. :33. Régi fa szaga van. - Es riecht nach altem Holz. :34. És cigarettaszag. - Und nach Zigaretten. :35. Ez a szag. - Dieser Geruch. :36. Kari jól ismeri. - Kari kennt ihn gut. :37. Egy pillanatig mozdulatlanul áll. - Sie steht einen Moment still. :38. Jon bemegy. - Jon geht rein. :39. A falon egy mentőmellény lóg. - An der Wand hängt eine Schwimmweste. :40. Alatta gumicsizmák állnak. - Darunter stehen Gummistiefel. :41. Nagy gumicsizmák. - Große Gummistiefel. :42. Negyvenötös méret. - Nummer 45. :43. Az apjuknak nagy lába volt. - Ihr Vater hatte große Füße. :44. Egy polcon naptár fekszik. - Auf einem Regal liegt ein Kalender. :45. 2019-ből való. - Er ist von 2019. :46. Senki sem lapozta tovább. - Niemand hat ihn umgeblättert. :47. Kari leül egy üres ládára. - Kari setzt sich auf eine leere Kiste. :48. Az eső dobol a tetőn. - Der Regen trommelt auf das Dach. :49. Hangosan és egyenletesen. - Laut und gleichmäßig. :50. Jon körülnéz. - Jon sieht sich um. :51. A falon két szög van. - An der Wand hängen zwei Nägel. :52. Rajtuk egy horgászbot lóg. - Daran hängt eine Angel. :53. Jon leveszi. - Jon nimmt sie herunter. :54. Mindkét kezében tartja. - Er hält sie in beiden Händen. :55. A zsinór összegabalyodott. - Die Schnur ist verwickelt. :56. A horog rozsdás. - Der Haken ist rostig. :57. Jon nem mond semmit. - Jon sagt nichts. :58. Csak nézi a horgászbotot. - Er schaut die Angel nur an. :59. Kari feláll. - Kari steht auf. :60. Odamegy hozzá. - Sie geht zu ihm. :61. Röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. :62. Aztán visszaadja. - Dann gibt sie sie zurück. :63. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :64. Jon bólint. - Jon nickt. :65. Leteszi a horgászbotot a régi munkapadra. - Er legt die Angel auf die alte Werkbank. :66. Egyébként sem visznek magukkal semmit. - Sonst nehmen sie auch nichts mit. :67. A naptárt nem. - Den Kalender nicht. :68. A gumicsizmákat nem. - Die Gummistiefel nicht. :69. A félig teli benzineskannát nem. - Den halbvollen Benzinkanister nicht. :70. Mindent úgy hagynak, ahogy van. - Sie lassen alles so, wie es ist. :71. Kimennek. - Sie gehen raus. :72. Még mindig esik. - Es regnet immer noch. :73. Jon kezében egy kis lakat van. - Jon hat ein kleines Vorhängeschloss in der Hand. :74. Bezárja az ajtót. - Er schließt die Tür ab. :75. Ez az utolsó alkalom. - Das ist das letzte Mal. :76. Kari tartja a kulcsot. - Kari hält den Schlüssel. :77. A fjord felé néz. - Sie schaut zum Fjord. :78. Aztán eldobja. - Dann wirft sie ihn. :79. A kulcs átrepül a levegőn. - Der Schlüssel fliegt durch die Luft. :80. Beleeseik a vízbe. - Er fällt ins Wasser. :81. Halk csobbanás hallatszik. - Es macht ein leises Platschen. :82. Egy kis kör képződik. - Ein kleiner Kreis bildet sich. :83. Aztán újra minden csendes. - Dann ist alles wieder still. :84. Nem fordulnak meg. - Sie drehen sich nicht um. :85. Odamennek az autóhoz. - Sie gehen zum Auto. :86. Jon beül a volán mögé. - Jon setzt sich ans Steuer. :87. Beindítja a motort. - Er startet den Motor. :88. Az ablaktörlő újra elindul. - Der Scheibenwischer fängt wieder an. :89. Ugyanúgy nyikorog, mint korábban. - Er quietscht wie vorher. :90. Elindulnak. - Sie fahren. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső akkor kezd el esni, amikor elhagyják a várost. - Der Regen fängt an, als sie die Stadt verlassen. :2. Kari vezet, Jon mellette ül, és kinéz az ablakon. - Kari fährt, Jon sitzt daneben und schaut aus dem Fenster. :3. Nem beszélnek, de ez nem olyan csend, amely fáj. - Sie sprechen nicht, aber das ist keine Stille, die wehtut. :4. Az ablaktörlő ide-oda mozog, és minden harmadik alkalommal nyikorog. - Der Scheibenwischer bewegt sich hin und her und quietscht bei jedem dritten Mal. :5. Jon résnyire kinyitja az ablakot, mert friss levegőre van szüksége. - Jon öffnet das Fenster einen kleinen Spalt, weil er frische Luft braucht. :6. A hideg levegő beáramlik, Kari pedig gyors fokozatra kapcsolja az ablaktörlőt. - Die kalte Luft kommt herein und Kari schaltet den Wischer auf schnell. :7. Már egy órája vezet, és az út mindvégig üres. - Sie fährt schon seit einer Stunde und die Straße ist die ganze Zeit leer. :8. Az apjuk három hete halt meg, és ma ki kell üríteniük a fészerét. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben und heute müssen sie seinen Schuppen ausräumen. :9. Kari az utóbbi években az anyjukat ápolta, az apjukat pedig ritkán látogatta. - Kari hat in den letzten Jahren die Mutter gepflegt und den Vater selten besucht. :10. Jon tíz éve Bergenben él, és évente csak kétszer jön haza. - Jon lebt seit zehn Jahren in Bergen und kommt nur zweimal im Jahr nach Hause. :11. Ma van az utolsó alkalom. - Heute ist das letzte Mal. :12. A fészer közvetlenül a fjordnál áll, és úgy néz ki, mintha régóta senki sem használta volna. - Der Schuppen steht direkt am Fjord und sieht aus, als hätte ihn lange niemand benutzt. :13. Jon száll ki először, és kétszer belerúg a régi ajtóba, amíg az végre kinyílik. - Jon steigt zuerst aus und tritt zweimal gegen die alte Tür, bis sie endlich aufgeht. :14. Azonnal szag árad ki belőle – régi fa, nedves föld és cigaretta. - Sofort kommt ein Geruch heraus – altes Holz, feuchter Boden und Zigaretten. :15. Kari egy pillanatra megáll az ajtóban, mert ismeri ezt a szagot. - Kari bleibt einen Moment in der Tür stehen, weil sie diesen Geruch kennt. :16. Nem mond róla semmit, de röviden a száján át vesz levegőt. - Sie sagt nichts darüber, aber sie atmet kurz durch den Mund. :17. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amely régen narancssárga volt. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, die früher orange war. :18. Alatta két gumicsizma áll, 45-ös méretben, tele régi sárral. - Darunter stehen zwei Gummistiefel, Größe 45, voll mit altem Schmutz. :19. Egy kis polcon egy 2019-es naptár fekszik, március hónapnál nyitva. - Auf einem kleinen Regal liegt ein Kalender von 2019, offen auf dem Monat März. :20. Néhány mezőben szavak állnak, de Kari nem olvassa el őket. - In einigen Feldern stehen Wörter, aber Kari liest sie nicht. :21. Jon a fészer közepén áll, és meg sem mozdul. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und rührt sich nicht. :22. Az eső hangosan dobol a hullámbádogtetőn, és hangosabbá teszi a hallgatást. - Der Regen trommelt laut auf das Wellblechdach und macht das Schweigen lauter. :23. Kari leül egy üres faládára, és vár, anélkül hogy tudná, mire. - Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste und wartet, ohne zu wissen, worauf. :24. A hátsó falon két szög van, és ezeken a szögeken egy horgászbot lóg. - An der hinteren Wand hängen zwei Nägel, und an diesen Nägeln hängt eine Angelrute. :25. Jon leveszi, és maga elé tartja, mintha egy másik életből származó tárgy lenne. - Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich, als wäre es ein Gegenstand aus einem anderen Leben. :26. A zsinór összegabalyodott, a horog pedig barna a rozsdától. - Die Schnur ist verwickelt und der Haken ist braun vor Rost. :27. Lassan forgatja a horgászbotot a kezében, egy szót sem szól, és csak nézi. - Er dreht die Angel langsam in den Händen, sagt kein Wort und schaut sie nur an. :28. Kari feláll, odamegy hozzá, és röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Kari steht auf, geht zu ihm und nimmt die Angel kurz in die Hand. :29. Könnyebb, mint gondolta. - Sie ist leichter, als sie gedacht hat. :30. Visszaadja, és nyugodtan azt mondja: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Sie gibt sie zurück und sagt ruhig: „Den nehmen wir nicht mit." :31. Jon egyszer bólint, és leteszi a horgászbotot a régi munkapadra az ablak mellé. - Jon nickt einmal und legt die Angel auf die alte Werkbank neben dem Fenster. :32. Aztán röviden egymásra néznek, nem sokáig, de elég sokáig. - Dann schauen sie sich kurz an, nicht lange, aber lang genug. :33. Semmit sem visznek magukkal – sem a naptárt, sem a gumicsizmákat, sem a benzineskannát. - Sie nehmen nichts mit – nicht den Kalender, nicht die Gummistiefel, nicht den Benzinkanister. :34. Ez nem olyan döntés volt, amelyet együtt hoztak meg. - Das war keine Entscheidung, die sie zusammen getroffen haben. :35. Egyszerűen világos volt. - Es war einfach klar. :36. Együtt kimennek, és az esőben állnak, esernyő és kabát nélkül. - Sie gehen zusammen raus und stehen im Regen, ohne Schirm und ohne Jacke. :37. Jonnál van a kis lakat, és bezárja az ajtót. - Jon hat das kleine Vorhängeschloss dabei und schließt die Tür ab. :38. Kari a markában tartja a kulcsot, és a fjordra néz. - Kari hält den Schlüssel in der Faust und schaut auf den Fjord. :39. A víz szürke, és lassan mozog. - Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam. :40. Röviden lendületet vesz, és olyan messzire dobja a kulcsot, amennyire csak tudja. - Sie holt kurz aus und wirft den Schlüssel so weit sie kann. :41. A kulcs átrepül a nedves levegőn, beleesik a vízbe, és halk hangot ad. - Er fliegt durch die nasse Luft, fällt ins Wasser und macht ein leises Geräusch. :42. Egy kis kör képződik a felszínen, és azonnal újra eltűnik. - Ein kleiner Kreis bildet sich auf der Oberfläche und verschwindet sofort wieder. :43. Kari még egy pillanatig nézi, aztán megfordul. - Kari schaut noch einen Moment, dann dreht sie sich um. :44. Odamennek az autóhoz, anélkül hogy még egyszer visszanéznének. - Sie gehen zum Auto, ohne sich noch einmal umzusehen. :45. Jon beül a volán mögé, és szó nélkül beindítja a motort. - Jon setzt sich ans Steuer und startet den Motor ohne etwas zu sagen. :46. Az ablaktörlő nyikorogni kezd, pontosan úgy, mint az odaúton. - Der Scheibenwischer fängt an zu quietschen, genau wie auf der Hinfahrt. :47. Kari az ablaknak dönti a fejét, és becsukja a szemét. - Kari lehnt den Kopf gegen das Fenster und schließt die Augen. :48. Visszafelé mennek, és az eső nem áll el. - Sie fahren zurück, und der Regen hört nicht auf. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső röviddel a városhatár után kezdődik, először halkan veri a szélvédőt. - Der Regen beginnt kurz hinter der Stadtgrenze, erst leise gegen die Windschutzscheibe. :2. Aztán hangosabb lesz, míg az öreg Volvo tetejét úgy szólaltatja meg, mint egy dobot. - Dann wird er lauter, bis er das Dach des alten Volvo wie eine Trommel klingen lässt. :3. Kari vezet, mindkét keze a kormányon. - Kari fährt, beide Hände am Steuer. :4. Tekintete egyenesen az üres országútra szegeződik. - Ihr Blick geht geradeaus auf die leere Landstraße. :5. Jon az anyósülésen ül, könyökét az ajtónak támasztva. - Jon sitzt auf dem Beifahrersitz, den Ellenbogen auf die Tür gestützt. :6. Kifelé néz, mintha a vizes mezők és a szürke fák mondhatnának neki valamit, amit még nem tud. - Er schaut hinaus, als ob die nassen Felder und die grauen Bäume ihm etwas sagen könnten, was er noch nicht weiß. :7. Már majdnem egy órája nem szóltak egy szót sem, de egyiküknek sem hiányoznak a szavak. - Seit fast einer Stunde haben sie kein Wort gesprochen, aber keiner von beiden vermisst die Worte. :8. Az ablaktörlő minden harmadik fordulónál nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht bei jedem dritten Durchgang. :9. Egyenletes, tompa hang ez, amely úgy tapad meg a gondolatokban, mint egy dal, amelytől nem lehet szabadulni. - Es ist ein gleichmäßiges, stumpfes Geräusch, das sich in den Gedanken festsetzt wie ein Lied, das man nicht loswerden kann. :10. Jon résnyire kinyitja az oldalablakot, és beengedi a hideg levegőt. - Jon öffnet das Seitenfenster einen Spalt weit und lässt die kalte Luft hereinströmen. :11. Kari megjegyzés nélkül a leggyorsabb fokozatra fordítja az ablaktörlő kapcsolóját. - Kari dreht ohne Kommentar den Wischerschalter auf die schnellste Stufe. :12. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :13. Ez a mondat még idegenül hangzik a fejükben, mint valami, amit az ember olvasott, de még nem igazán értett meg. - Dieser Satz klingt in ihren Köpfen noch fremd, wie etwas, das man gelesen hat, aber noch nicht wirklich verstanden. :14. Ma semmit sem hoznak vissza. - Heute holen sie nichts zurück. :15. Csak azért jönnek, hogy lezárják. - Sie kommen nur, um abzuschließen. :16. A fészer egy keskeny murvás út végén áll, közvetlenül a fjord partján. - Der Schuppen liegt am Ende eines schmalen Schotterwegs direkt am Ufer des Fjords. :17. Félig rejtve áll három öreg nyírfa mögött, amelyeknek ágai ide-oda csapkodnak a szélben. - Er liegt halb versteckt hinter drei alten Birken, deren Äste im Wind hin und her schlagen. :18. Jon száll ki elsőként, és az ajtóhoz megy. - Jon steigt als erster aus und geht zur Tür. :19. Az ajtó már kívülről nézve is ferdén lóg a zsanérjain. - Die Tür hängt schon von außen schief in den Angeln. :20. Vállával nekifeszül, aztán kétszer erősen belerúg, míg a fa enged. - Er drückt mit der Schulter dagegen, dann tritt er zweimal kräftig dagegen, bis das Holz nachgibt. :21. Az ajtó kitárul, és kienged egy szagot, amely azonnal és figyelmeztetés nélkül ott van. - Die Tür schwenkt auf und gibt einen Geruch frei, der sofort und ohne Vorwarnung da ist. :22. Öreg, nedves fa, motorolaj szaga érződik, és mélyen alatta ott van az apa ismerős dohányszaga. - Es riecht nach altem, feuchtem Holz, Motorenöl, und tief darunter liegt der vertraute Tabakgeruch des Vaters. :23. Kari átlép a küszöbön, és megáll. - Kari tritt über die Schwelle und bleibt stehen. :24. Nem azért áll meg, mert szomorú, hanem mert a testnek néha kell egy pillanat, mielőtt továbbmegy. - Sie bleibt nicht stehen, weil sie traurig ist, sondern weil der Körper manchmal einen Moment braucht, bevor er weitermacht. :25. A falon egy kifakult mentőmellény lóg, hevederei lazák és az öregségtől porladók. - An der Wand hängt eine verblasste Schwimmweste, die Gurte lose und mürbe vor Alter. :26. Alatta két nagy gumicsizma áll, belsejükre rászáradt sár kérgesedett. - Darunter stehen zwei große Gummistiefel, deren Innenseiten mit getrocknetem Schlamm verkrustet sind. :27. Egy keskeny polcon egy 2019-es naptár fekszik, márciusnál kinyitva. - Auf einem schmalen Regal liegt ein Kalender des Jahres 2019, aufgeschlagen auf dem März. :28. Két kis mezőben bejegyzések állnak az apa ismerős, szoros kézírásával. - In zwei der kleinen Felder stehen Einträge in der vertrauten, engen Handschrift des Vaters. :29. Kari nem olvassa el őket. - Kari liest sie nicht. :30. Jon a helyiség közepén áll, kezét a nadrágzsebébe dugva. - Jon steht in der Mitte des Raumes, die Hände in den Hosentaschen. :31. Lassan körülnéz, mintha megpróbálna emlékezni valamire, amit valójában soha nem is tudott. - Er schaut langsam umher, als würde er versuchen, sich an etwas zu erinnern, das er nie wirklich gewusst hat. :32. Az eső egyenletesen dobol a hullámlemez tetőn, és olyan hanggal tölti meg a helyiséget, amely minden mást kisebbé tesz benne. - Der Regen trommelt gleichmäßig auf das Wellblechdach und füllt den Raum mit einem Geräusch, das alles andere darin kleiner macht. :33. A hátsó falon két rozsdás szög van. - An der hinteren Wand hängen zwei verrostete Nägel. :34. Ezekről a szögekről egy horgászbot lóg le, zsinórja többszörösen összegubancolódva, a végén a kis horog barnán és tompán a rozsdától. - Von diesen Nägeln hängt eine Angelrute herab, ihre Schnur mehrfach verwickelt, der kleine Haken am Ende braun und stumpf vor Rost. :35. Jon odalép, és két kézzel leemeli. - Jon tritt heran und nimmt sie mit beiden Händen herunter. :36. Lassan teszi, mintha törékeny volna. - Er tut es langsam, als wäre sie zerbrechlich. :37. Maga elé tartja, és nézi, a horgászbotot, amelyet valószínűleg már gyerekként is ismert. - Er hält sie vor sich und schaut sie an, die Angel, die er wahrscheinlich als Kind schon kannte. :38. Az arca semmit sem mutat, de a keze túl erősen tartja ahhoz képest, hogy közömbös volna. - Sein Gesicht zeigt nichts, aber seine Hände halten sie zu fest für jemanden, der gleichgültig ist. :39. Kari oldalról figyeli, és vár. - Kari beobachtet ihn von der Seite und wartet. :40. Nem tudja, mire is vár tulajdonképpen. - Sie weiß nicht, worauf sie eigentlich wartet. :41. Aztán odamegy hozzá, kiveszi a horgászbotot a kezéből, és egy pillanatig maga tartja. - Dann geht sie zu ihm, nimmt die Angel aus seinen Händen und hält sie einen Moment lang selbst. :42. Érzi a súlyát, amely szinte nincs is, és visszaadja neki. - Sie spürt das Gewicht, das fast keines ist, und gibt sie ihm zurück. :43. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :44. Nyugodtan mondja, kérdés nélkül a hangjában. - Sie sagt es ruhig und ohne Frage in der Stimme. :45. Jon bólint, és leteszi a horgászbotot a kis ablak alatti megviselt munkapadra. - Jon nickt und legt die Angel auf die verwitterte Werkbank unter dem kleinen Fenster. :46. Fél lépést hátralép, mintha ez olyan cselekedet volna, amely jelent valamit. - Er tritt einen halben Schritt zurück, als wäre das eine Handlung, die etwas bedeutet. :47. Semmit sem visznek magukkal ebből a fészerből. - Sie nehmen nichts mit aus diesem Schuppen. :48. Nem viszik el a naptárt, nem a gumicsizmákat, nem a sarokban álló, félig teli benzineskannát, amely semmi meghatározott dolog szagát nem árasztja. - Sie nehmen nicht den Kalender, nicht die Gummistiefel, nicht den halbvollen Benzinkanister mit, der in der Ecke steht und nach nichts Bestimmtem riecht. :49. Nincs olyan pillanat, amelyben ezt a döntést közösen meghoznák. - Es gibt keinen Moment, in dem sie diese Entscheidung gemeinsam treffen. :50. Mégis egyetértenek, anélkül hogy beszélnének róla. - Trotzdem sind sie sich einig, ohne darüber zu sprechen. :51. Kint, a fészer előtt az esőben állnak. - Draußen vor dem Schuppen stehen sie im Regen. :52. Az eső most ferdén esik, és átáztatja a kabátjukat. - Der Regen fällt jetzt schräg und durchnässt ihre Jacken. :53. Jon bezárja a lakatot, és még egyszer megforgatja, hogy biztos legyen benne. - Jon schließt das Vorhängeschloss zu und dreht noch einmal daran, um sicher zu gehen. :54. Aztán csak áll ott, mintha elfelejtette volna, mi következik. - Dann steht er einfach da, als hätte er vergessen, was als nächstes kommt. :55. Kari jobb kezében ott a kulcs. - Kari hat den Schlüssel in der rechten Hand. :56. Egy kicsi, könnyű fémdarab, amely most már semmit sem nyit ki, és semmi mást nem jelent, csak azt, amit ő tenni fog vele. - Er ist ein kleines, leichtes Stück Metall, das jetzt nichts mehr öffnet und nichts mehr bedeutet außer dem, was sie damit tun wird. :57. A fjordra néz. - Sie schaut auf den Fjord. :58. Az eső ezer kis körré változtatja a felszínét. - Der Regen verwandelt seine Oberfläche in tausend kleine Kreise. :59. Aztán lendületet vesz, és széles ívben a part fölé hajítja a kulcsot. - Dann holt sie aus und wirft den Schlüssel in einem weiten Bogen über das Ufer. :60. A kulcs átrepül a nedves levegőn, egyszer megfordul, és rövid, halk csobbanással éri a vizet. - Er fliegt durch die feuchte Luft, dreht sich einmal und trifft das Wasser mit einem kurzen, leisen Platsch. :61. A kialakuló kis kört azonnal elnyelik a többi körök. - Der kleine Kreis, der sich bildet, wird sofort von den anderen Kreisen verschluckt. :62. Kari még két-három másodpercig nézi azt a helyet, aztán megfordul és elindul. - Kari schaut noch zwei, drei Sekunden auf die Stelle, dann dreht sie sich um und geht. :63. Jon követi, anélkül hogy hátranézne. - Jon folgt ihr, ohne sich umzusehen. :64. Egyikük sem mond semmit az autóig vezető úton. - Keiner von beiden sagt etwas auf dem Weg zum Auto. :65. Ezúttal Jon ül a volánhoz. - Jon setzt sich diesmal ans Steuer. :66. Kari a hideg ablaküvegnek támasztja a fejét. - Kari lehnt den Kopf gegen die kalte Fensterscheibe. :67. A motor beindul. - Der Motor springt an. :68. Az ablaktörlő azonnal nyikorogni kezd, ugyanabban az ütemben, mint korábban. - Der Scheibenwischer beginnt sofort zu quietschen, derselbe Takt wie vorher. :69. Az előttük lévő út ugyanolyan üres, mint idefelé jövet. - Die Straße vor ihnen ist genauso leer wie auf der Hinfahrt. :70. Az eső nem áll el. - Der Regen hört nicht auf. :71. Mennek, és mögöttük ott marad a fészer az esőben, bezárva és elhagyatva. - Sie fahren, und hinter ihnen liegt der Schuppen im Regen, abgeschlossen und verlassen. :72. A horgászbot a munkapadon fekszik, a naptár a polcon, a gumicsizmák a földön – minden a helyén, és senki többé, aki eljönne. - Die Angel liegt auf der Werkbank, der Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden – alles an seinem Platz, niemand mehr, der kommt. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Az eső nem sokkal azután ered el, hogy maguk mögött hagyták a város utolsó házait, eleinte közönyös csepergésként a szélvédőn. - Der Regen setzt ein, kurz nachdem sie die letzten Häuser der Stadt hinter sich gelassen haben, zunächst ein gleichgültiges Tröpfeln gegen die Windschutzscheibe. :2. Perceken belül egyenletes dobolássá erősödik, amely minden beszélgetést fölöslegessé tesz, amelyet amúgy sem kezdett volna el senki. - Binnen Minuten steigert es sich zu einem gleichmäßigen Trommeln, das jedes Gespräch überflüssig macht, das ohnehin niemand begonnen hätte. :3. Kari úgy vezet, ahogy mindig vezet – mindkét kezével a kormányon. - Kari fährt, wie sie immer fährt – beide Hände am Steuer. :4. Tekintete az útra szegeződik, mintha az összpontosítás valamiféle védelem volna az ellen, amit nem lehet elhalasztani. - Ihr Blick ist auf die Straße gerichtet, als wäre Konzentration eine Form von Schutz vor dem, was man nicht aufschieben kann. :5. Jon kissé hátrébb tolta az ülését, és fejét enyhén oldalra fordította. - Jon hat seinen Sitz ein Stück nach hinten geschoben und den Kopf leicht zur Seite gewandt. :6. Tekintete a tájra irányul, amely az esőben elveszíti a színeit és szürkévé válik, egységessé és tágassá, mintha a világ úgy döntött volna, hogy ezen a napon semmit sem gondol hozzá. - Sein Blick ist auf die Landschaft gerichtet, die im Regen ihre Farben verliert und grau wird, einheitlich und weit, als hätte die Welt beschlossen, sich für diesen Tag nichts dabei zu denken. :7. Az ablaktörlő olyan ritmusban dolgozik, amely nem egészen egyezik az esővel. - Der Scheibenwischer arbeitet in einem Rhythmus, der nicht ganz mit dem Regen übereinstimmt. :8. Minden harmadik húzásnál a gumi rövid, magas nyikkanást ad ki, amely rövid idő után a tudat hátterébe húzódik, anélkül hogy eltűnne. - Bei jedem dritten Durchgang gibt das Gummi ein kurzes, hohes Quietschen von sich, das sich nach kurzer Zeit in den Hintergrund des Bewusstseins schiebt, ohne zu verschwinden. :9. Jon résnyire kinyitja az ablakot, nem szélesre, de éppen eléggé ahhoz, hogy a hideg, nedves levegő vékony áramlatot küldjön az autó belsejébe. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt, nicht weit, aber genug, dass die kalte, feuchte Luft einen dünnen Strom ins Wageninnere schickt. :10. Kari gyors fokozatra állítja az ablaktörlőt, anélkül hogy levenné tekintetét az útról, és anélkül hogy bármit mondana hozzá. - Kari stellt den Wischer auf schnell, ohne den Blick von der Straße zu nehmen und ohne etwas dazu zu sagen. :11. Az apjuk három héttel ezelőtt meghalt, és ennek a mondatnak még mindig megvan az a különös minősége, amely azoké a dolgoké, amelyek igazak, anélkül hogy igaznak érződnének. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, und dieser Satz hat noch immer jene seltsame Qualität von Dingen, die wahr sind, ohne sich wahr anzufühlen. :12. Valahol rajtuk kívül létezik, pontosan és megváltoztathatatlanul, és arra vár, hogy egyszer majd valóban elérjék. - Er existiert irgendwo außerhalb von ihnen, präzise und unveränderlich, und wartet darauf, dass sie ihn irgendwann wirklich erreichen. :13. Kari az utóbbi években az anyját ápolta, és ritkábban látogatta az apját, mint kellett volna. - Kari hat in den letzten Jahren die Mutter gepflegt und den Vater seltener besucht, als sie sollte. :14. Ez a tény úgy fekszik benne, mint egy kicsi, kemény kő, amelyet sem eldobni, sem figyelmen kívül hagyni nem lehet. - Diese Tatsache liegt in ihr wie ein kleiner, harter Stein, den man weder wegwerfen noch ignorieren kann. :15. Jon egy évtizede Bergenben él, évente kétszer jön, gyakrabban telefonál, mint ahányszor hazajön. - Jon ist seit einem Jahrzehnt in Bergen, kommt zweimal im Jahr, ruft öfter an als er kommt. :16. Ma jön ide utoljára – ezt már akkor megmondta magának, mielőtt felszállt volna a vonatra. - Heute ist das letzte Mal, dass er hierher fährt – das hat er sich selbst bereits gesagt, noch bevor er in den Zug gestiegen ist. :17. A kavicsos út, amely a fészerhez vezet, az esőtől felázott, és tele van pocsolyákkal, amelyek szélesebbek, mint nyáron volnának. - Der Schotterweg, der zum Schuppen führt, ist vom Regen aufgeweicht und voller Pfützen, die breiter sind, als sie es im Sommer wären. :18. Kari lassan vezet, hogy kímélje az autót. - Kari fährt langsam, um das Auto zu schonen. :19. A fészer egy kanyar mögött bukkan fel, félig elrejtve a nedves nyírfák mögött, a külső falak mállottak és foltosak, a hullámlemez tető sötét a nedvességtől és az időtől. - Der Schuppen taucht hinter einer Biegung auf, halb hinter den nassen Birken versteckt, die Außenwände verwittert und fleckig, das Wellblechdach dunkel vor Feuchtigkeit und Alter. :20. Úgy néz ki, ahogy mindig is kinézett – mintha az idő itt nem erő volna, hanem csupán állapot. - Er sieht aus, wie er immer ausgesehen hat – als wäre Zeit hier keine Kraft, sondern nur ein Zustand. :21. Jon kiszáll, mielőtt Kari leállította volna a motort, az ajtóhoz megy, és nekiveti a vállát. - Jon steigt aus, bevor Kari den Motor abgestellt hat, geht zur Tür und legt die Schulter dagegen. :22. Az ajtó nem enged azonnal; beleszorult a nedves keretbe, mint valami, amit nem akarnak kinyitni, és csak a második rúgás után tárul ki nyikorogva. - Die Tür gibt nicht sofort nach; sie klemmt im feuchten Rahmen wie etwas, das nicht aufgemacht werden möchte, und erst nach dem zweiten Tritt mit dem Fuß schwenkt sie knarrend auf. :23. A szag előjel és kímélet nélkül érkezik – nedves, öreg fa, motorolaj, dohány, annak a helynek az összetéveszthetetlen szaga, amelyet valaki sokáig használt, és amelyet most már elhasználtak. - Der Geruch kommt ohne Vorwarnung und ohne Rücksicht – feuchtes, altes Holz, Motorenöl, Tabak, jener unverwechselbare Geruch eines Ortes, den jemand lange benutzt hat und der nun benutzt wurde. :24. Kari az ajtónyílásban áll, és egy lélegzetvételnyi ideig megáll, nem érzelgősségből, hanem mert az agynak néha kell egy másodperc, hogy eldöntse, hogyan bánjon valamivel. - Kari steht in der Türöffnung und hält einen Atemzug lang inne, nicht aus Sentimentalität, sondern weil das Gehirn manchmal eine Sekunde braucht, um zu entscheiden, wie es mit etwas umgeht. :25. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amelynek narancsszínét kifakította a fény és az évek, a hevederek petyhüdtek és porhanyósak, mintha már csak megszokásból tartanák össze magukat. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, deren Orange das Licht und die Jahre ausgewaschen haben, die Gurte schlaff und mürbe, als würden sie nur noch aus Gewohnheit zusammenhalten. :26. Alatta két 45-ös méretű gumicsizma áll, száradt sár rétegével kibélelve, mintha valaki az utolsó kirándulás után egyszerűen odatette volna őket, és elfelejtette volna, hogy lesznek még más kirándulások is – amelyek aztán persze már nem voltak. - Darunter stehen zwei Gummistiefel der Größe 45, die mit einer Schicht getrockneten Schlamms ausgekleidet sind, als hätte jemand sie nach dem letzten Ausflug einfach hingestellt und vergessen, dass es noch andere Ausflüge geben würde – was es dann ja auch nicht mehr gab. :27. Egy keskeny polcon, amelyet egyetlen szög tart, és amely enyhén előre lejt, egy 2019-es falinaptár fekszik, március hónapnál kinyitva. - Auf einem schmalen Regal, das mit einem einzigen Nagel befestigt ist und leicht nach vorne neigt, liegt ein Wandkalender von 2019, aufgeschlagen auf dem Monat März. :28. Ott két bejegyzés áll apró, szögletes írással, amelyeket Kari úgy olvas el, hogy nem olvas, mielőtt továbbengedi a tekintetét. - Dort stehen zwei Einträge in kleiner, eckiger Schrift, die Kari liest, ohne zu lesen, bevor sie den Blick weiterwandern lässt. :29. Jon a fészer közepén áll, és lassan megfordul a saját tengelye körül, mintha leltárt készítene egy olyan tulajdonról, amelyhez soha nem figyelt oda igazán. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um die eigene Achse, als würde er Inventur machen von einem Besitz, dem er nie wirklich zugehört hat. :30. Az eső a tetőn olyan egyenletes és hangos, hogy teljesen kitölti a teret, és minden mást benne – a csendet, a gondolatokat, az apa hiányát – kisebbnek láttat. - Der Regen auf dem Dach ist so gleichmäßig und laut, dass er den Raum vollständig ausfüllt und alles andere darin – die Stille, die Gedanken, die Abwesenheit des Vaters – kleiner wirken lässt. :31. A horgászbot két régi szögön lóg a hátsó falon. - Die Angel hängt an zwei alten Nägeln an der hinteren Wand. :32. Szinte észrevétlenül lóg az árnyékok és a gyenge fény között, amely az egyetlen kis ablakon esik be, amely soha nem volt tiszta. - Sie hängt fast unauffällig zwischen Schatten und dem schwachen Licht, das durch das einzige kleine Fenster fällt, das nie sauber war. :33. Jon veszi észre először, odalép hozzá, és mindkét kezével leveszi a szögekről. - Jon sieht sie zuerst, tritt heran und nimmt sie mit beiden Händen von den Nägeln. :34. Lassan és megfontoltan teszi, úgy, ahogy az ember olyan dolgokhoz ér, amelyeknél nem biztos benne, mit váltanak ki. - Er tut es langsam und bedächtig, so wie man Dinge anfasst, bei denen man nicht sicher ist, was sie auslösen. :35. A zsinór többszörösen önmaga köré van tekerve, a végén lévő horog rozsdával fedett, a nyél jól fogható és elkopott azokon a helyeken, ahol egy kéz éveken át tartotta. - Die Schnur ist mehrfach um sich selbst gewickelt, der Haken am Ende mit Rost überzogen, der Griff griffig und abgewetzt an den Stellen, an denen eine Hand ihn über Jahre gehalten hat. :36. Ugyanaz a kéz, amelynek szaga még valahol ebben a térben függ, láthatatlanul és makacsul. - Es ist dieselbe Hand, deren Geruch noch irgendwo in diesem Raum hängt, unsichtbar und hartnäckig. :37. Jon maga elé tartja a horgászbotot, és nézi, elég hosszan ahhoz, hogy Kari felfigyeljen rá, aki addig a munkapad mellett állt, és semmi különöset nem tett. - Jon hält die Angel vor sich und schaut sie an, lange genug, dass Kari aufmerksam wird, die bis dahin neben der Werkbank gestanden und nichts besonderes getan hat. :38. Odamegy hozzá gondolkodás nélkül, kiveszi a horgászbotot a kezéből, egy pillanatig tartja, érzi a szinte súlytalan súlyt a tenyerében, majd visszaadja, mert semmi mást nem tud és nem is akar kezdeni vele. - Sie geht zu ihm, ohne nachzudenken, nimmt die Angel aus seinen Händen, hält sie einen Moment, spürt das fast gewichtslose Gewicht in den Handflächen und gibt sie zurück, weil sie nichts anderes mit ihr anfangen kann und will. :39. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :40. Nem úgy hangzik, mint egy döntés, hanem mint valaminek a kimondása, ami már régen eldőlt. - Es klingt nicht wie eine Entscheidung, sondern wie das Aussprechen von etwas, das bereits vor langer Zeit entschieden wurde. :41. Jon a horgászbotot a munkapadra teszi, és hátralép. - Jon legt die Angel auf die Werkbank und tritt zurück. :42. Egyikük sem néz rá még egyszer. - Keiner von beiden schaut sie noch einmal an. :43. Úgy hagyják el a fészert, ahogy találták – semmit nem vettek ki, semmit nem változtattak meg, a naptár a polcon, a gumicsizmák a padlón, a benzineskanna a sarokban. - Sie verlassen den Schuppen so, wie sie ihn vorgefunden haben – nichts entnommen, nichts verändert, der Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden, der Benzinkanister in der Ecke. :44. Minden azon a helyen van, ahová valaki tette, aki már nem jön vissza, és aki talán már akkor is tudta, hogy nem a visszatérés számít. - Alles ist an dem Platz, an den es gestellt wurde von jemandem, der nicht mehr zurückkommt und der vielleicht auch damals schon gewusst hat, dass es auf das Wiederkommen nicht ankommt. :45. Odakint, a fészer előtt ferdén és hidegen esik az eső, és ők ott állnak benne, esernyő nélkül, sietség nélkül. - Draußen vor dem Schuppen fällt der Regen schräg und kalt, und sie stehen darin, ohne Schirm, ohne Eile. :46. Mintha nem volna értelme védekezni valami ellen, ami úgyis mindenütt van, és ezen a napon úgyis mindenhova velük tart. - Es ist, als hätte es keinen Sinn, sich gegen etwas zu schützen, das ohnehin überall ist und ohnehin an diesem Tag überallhin mitkommt. :47. Jon becsukja a lakatot, egy rövid rántással ellenőrzi, aztán elengedi. - Jon schließt das Vorhängeschloss, prüft es mit einem kurzen Ruck und lässt es dann los. :48. Kari már a kezében tartja a kulcsot, egy kicsi, könnyű, teljesen értelmetlenné vált fémdarabot, amelyet egy pillanatig néz, mintha mérlegelné, van-e egyáltalán mit mérlegelni, mielőtt széles, majdnem hanyag ívben a part fölött a fjordba dobja. - Kari hat den Schlüssel bereits in der Hand, ein kleines, leichtes, vollkommen sinnlos gewordenes Stück Metall, das sie einen Moment lang anschaut, als würde sie erwägen, ob es etwas zu überlegen gibt, bevor sie ihn in einem weiten, fast lässigen Bogen über das Ufer in den Fjord wirft. :49. Kétszer megfordul a levegőben, és olyan hanggal találja el a vizet, amelyet alig lehet hallani. - Er dreht sich zweimal in der Luft und trifft das Wasser mit einem Laut, der kaum zu hören ist. :50. A kis kör, amely a felszínen kialakul, azonnal elnyelődik az eső köreiben, és eltűnik, mintha soha nem is alakult volna ki, ami bizonyos értelemben így is van. - Der kleine Kreis, der sich auf der Oberfläche bildet, wird sofort von den Kreisen des Regens aufgesogen und verschwindet, als hätte er sich nie gebildet, was er, in gewissem Sinne, auch nicht hat. :51. Kari megfordul, anélkül hogy megjelölné a helyet. - Kari dreht sich um, ohne die Stelle zu markieren. :52. Azt sem jegyzi meg, milyen messzire repült. - Sie merkt sich auch nicht, wie weit er geflogen ist. :53. Az autóhoz mennek, ezúttal Jon veszi át a kormányt, és közben nem mond semmit. - Sie gehen zum Auto, Jon übernimmt diesmal das Steuer und sagt dabei nichts. :54. Kari a halántékát az utasoldali ablak hideg üvegének támasztja, és félig lehunyja a szemét. - Kari lehnt die Schläfe gegen das kalte Glas der Beifahrerscheibe und schließt die Augen halb. :55. A motor beindul, az ablaktörlő újra munkához lát. - Der Motor springt an, der Scheibenwischer nimmt seine Arbeit wieder auf. :56. Ugyanaz a nyikkanás, ugyanaz a kissé eltolódott ritmus, mintha az odaút soha nem szakadt volna meg. - Es ist dasselbe Quietschen, derselbe leicht verschobene Rhythmus, als wäre die Hinfahrt nie unterbrochen worden. :57. Az út üres, az eső változatlan, és mögöttük a fészer lezárva és érintetlenül fekszik a nyírfák nedves félhomályában. - Die Straße ist leer, der Regen unverändert, und hinter ihnen liegt der Schuppen abgeschlossen und unberührt im nassen Halbdunkel der Birken. :58. A horgászbot a munkapadon fekszik, a naptár a polcon, nyitva egy hónapnál, amelyet senki sem fog többé átlapozni. - Die Angel liegt auf der Werkbank, der Kalender auf dem Regal, offen auf einem Monat, den niemand mehr umblättern wird. :59. Mennek tovább, és egyikük sem mondja ki, mi volt ez a nap. - Sie fahren, und keiner von beiden sagt, was dieser Tag gewesen ist. :60. Vannak dolgok, amelyeknek nincs szükségük szóra ahhoz, hogy megmaradjanak. - Manche Dinge brauchen kein Wort, um zu bleiben. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső még azelőtt ered el, hogy a várost valóban maguk mögött hagyták volna, eleinte puszta csepergésként a szélvédőn, amelyet az ember figyelmen kívül hagyhatna, ha akarna. - Der Regen setzt ein, noch bevor sie die Stadt wirklich hinter sich gelassen haben, zunächst als bloßes Tröpfeln gegen die Windschutzscheibe, das man ignorieren könnte, wenn man wollte. :2. Néhány percen belül azzá az egyenletes, súlyos dobolássá sűrűsödik, amely teljesen birtokba veszi a régi Volvo belső terét, és a beszélgetés minden formáját nem megakadályozza ugyan, de fölöslegessé teszi – ami ebben az esetben ugyanarra megy ki. - Binnen weniger Minuten verdichtet es sich zu jenem gleichmäßigen, schweren Trommeln, das den Innenraum des alten Volvo vollständig in Beschlag nimmt und jede Form von Gespräch nicht verhindert, aber überflüssig macht – was, in diesem Fall, auf dasselbe hinausläuft. :3. Kari úgy vezet, ahogy mindig vezet, amikor valami nincs rendben: két kézzel a kormányon, hátát kissé előredöntve. - Kari fährt, wie sie immer fährt, wenn etwas nicht stimmt: beide Hände am Steuer, der Rücken leicht nach vorne geneigt. :4. Tekintete olyan intenzitással szegeződik az útra, amely inkább menekülésnek látszik, mint összpontosításnak, bár a kettő közötti határ, ha az ember őszinte, amúgy is elmosódik. - Ihr Blick ist auf die Straße gerichtet mit einer Intensität, die mehr nach Flucht aussieht als nach Konzentration, obwohl die Grenze zwischen beidem, wenn man ehrlich ist, ohnehin fließend ist. :5. Jon hátratolta az ülését, és fejét a fejtámlának vetette, nem aludt, de nem is volt igazán ébren abban az értelemben, hogy jelen lett volna. - Jon hat seinen Sitz zurückgeschoben und den Kopf gegen die Kopfstütze gelegt, nicht schlafend, aber auch nicht wirklich wach im Sinne von anwesend. :6. Tekintete a kinti tájra irányul, amely úgy húz el mellettük, mint valami, amit az ember már ismer, és ezért már nem is lát igazán – nedves mezők, szürke nyírfák, az ég olyan alacsonyan és egyformán, mintha elhatározta volna, hogy ezen a napon nem tesz különösebb erőfeszítést. - Sein Blick ist auf die Landschaft gerichtet, die draußen vorbeizieht wie etwas, das man schon kennt und deshalb nicht mehr wirklich sieht – nasse Felder, graue Birken, der Himmel so niedrig und gleichförmig, als hätte er beschlossen, sich an diesem Tag keine besondere Mühe zu geben. :7. Az ablaktörlő olyan ritmusban dolgozik, amely minimálisan eltolódik az eső ritmusához képest, és ez azt a sajátos befejezetlenségérzetet kelti, amely valahol az észlelés és az ideg között telepszik meg, anélkül, hogy valaha is valódi zavarrá nőné ki magát. - Der Scheibenwischer arbeitet in einem Rhythmus, der minimal versetzt ist zum Rhythmus des Regens, und das erzeugt jenes eigentümliche Gefühl von Unvollständigkeit, das sich irgendwo zwischen Wahrnehmung und Nerv einquartiert, ohne sich jemals zu einer echten Störung auszuwachsen. :8. Minden harmadik törlésnél a gumi rövid, magas nyikorgó hangot ad ki, amelyet Kari már rég nem hall, Jon pedig egyfajta tompa közönnyel vesz tudomásul, mintha valaki más életének egyik részlete volna. - Bei jedem dritten Durchgang gibt das Gummi ein kurzes, hohes Quietschen von sich, das Kari längst nicht mehr hört und das Jon mit einer Art stumpfer Gleichgültigkeit registriert, als wäre es ein Detail aus dem Leben eines anderen. :9. Amikor résnyire leengedi az ablakot, és beengedi a hideg vidéki levegőt, Kari anélkül, hogy ránézne vagy bármit mondana, a leggyorsabb fokozatra állítja az ablaktörlő kapcsolóját. - Als er das Fenster einen Spalt öffnet und die kalte Landluft hereinkommen lässt, dreht Kari den Wischerschalter auf die schnellste Stufe, ohne ihn anzuschauen, ohne etwas zu sagen. :10. Ebben, mint sok apró cselekvésben olyan testvérek között, akik ismerik egymást anélkül, hogy igazán ismernék egymást, egy egész történet rejlik közösen lakott gyermekkori évekről és a felnőtté válás lassú, feltartóztathatatlan sodródásáról, amely mindenkit a maga irányába hajt. - Darin steckt, wie in vielen kleinen Handlungen zwischen Geschwistern, die sich kennen, ohne sich wirklich zu kennen, eine ganze Geschichte über gemeinsam bewohnte Kindheitsjahre und die langsame, unaufhaltsame Drift der Erwachsenenwerdung, die jeden in eine eigene Richtung treibt. :11. Apjuk három hete halt meg, és ennek a mondatnak még mindig megvan az a zavarba ejtő minősége, hogy egyszerre közvetlen és valószerűtlen, amilyen minden végleges tény, mielőtt az ember valóban kapcsolatba kerül vele. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, und dieser Satz hat noch immer jene verwirrende Qualität des Unmittelbaren und gleichzeitig Unwirklichen, die alle definitiven Tatsachen haben, bevor man wirklich mit ihnen in Berührung gekommen ist. :12. A mondat létezik, pontosan és lezártan, valahol kettejükön kívül, és vár annak türelmével, ami megengedheti magának, hogy várjon. - Der Satz existiert, präzise und abgeschlossen, irgendwo außerhalb von beiden, und wartet mit der Geduld von etwas, das es sich leisten kann zu warten. :13. Kari az elmúlt három évben elkísérte az anyját annak hosszú haldoklásán keresztül, és közben ritkábban látogatta az apját, mint szerette volna. - Kari hat in den letzten drei Jahren die Mutter durch deren langes Sterben begleitet und den Vater dabei seltener besucht, als sie wollte. :14. Ez a hiány nem bűntudatként él benne, hanem tompa, alig lokalizálható fájdalomként, amelyet nem lehet megnevezni, és talán éppen ezért nem is oldódik fel. - Diese Lücke liegt in ihr nicht als Schuldgefühl, sondern als ein stumpfer, kaum lokalisierbarer Schmerz, der sich nicht benennen lässt und sich vielleicht auch deshalb nicht auflöst. :15. Jon egy évtizede Bergenben él, évente kétszer jön haza egy hosszú hétvégére, és éveken át próbálta a távolságot rendszerességgel ellensúlyozni. - Jon ist seit einem Jahrzehnt in Bergen, kommt zweimal im Jahr für ein langes Wochenende und hat über Jahre hinweg versucht, die Distanz durch Regelmäßigkeit zu kompensieren. :16. Mélyen belül tudja, hogy ez nem működött, és talán nem is működhet, mert bizonyos dolgoknál nincs értelmes megfelelés gyakoriság és közelség között. - Er weiß tief in sich, dass das nicht funktioniert hat und vielleicht auch nicht funktionieren kann, weil es bei manchen Dingen keine sinnvolle Entsprechung zwischen Häufigkeit und Nähe gibt. :17. Ma van az utolsó alkalom, ezt már az idefelé tartó vonatúton megmondta magának. - Heute ist das letzte Mal, das hat er sich bereits auf der Bahnfahrt hierher gesagt. :18. Annak a csendes eltökéltségével mondta ezt magának, aki olyan döntést hoz, amelyet nem akar visszavonni, még mielőtt megadhatná magának erre az alkalmat. - Er hat es sich mit der stillen Bestimmtheit von jemandem gesagt, der eine Entscheidung trifft, die er nicht rückgängig machen will, bevor er sich die Gelegenheit dazu nehmen kann. :19. A kavicsos út a fészerhez az állandó esőtől felázott, a pocsolyák olyan szélesek és zavarosak, hogy Kari lépésben vezet. - Der Schotterweg zum Schuppen ist vom anhaltenden Regen aufgeweicht, die Pfützen so breit und trüb, dass Kari im Schritttempo fährt. :20. A Volvo minden egyenetlenségnél halkan nyög, mintha neki is volna véleménye minderről, amelyet azonban megtart magának. - Der Volvo stöhnt bei jeder Unebenheit leise, als hätte auch er eine Meinung zu alledem, die er allerdings für sich behält. :21. A fészer egy enyhe kanyar mögött bukkan fel, félig elrejtve három öreg nyírfa mögött, amelyeknek törzse feketén fénylik a nedvességtől, ágaik pedig úgy csapkodnak a szélben, mint valami, ami nem tud megnyugodni. - Der Schuppen taucht hinter einer sanften Biegung auf, halb verborgen hinter drei alten Birken, deren Stämme schwarz vor Nässe glänzen und deren Äste im Wind schlagen wie etwas, das sich nicht beruhigen kann. :22. A hullámlemez tető sötét és foltos, a fa homlokzat pedig az előrehaladott mállásnak abban az állapotában van, amelyet már nem pusztulásnak kell nevezni, hanem olyan dolgok természetes halmazállapotának, amelyek régóta senkit sem érdekelnek. - Das Wellblechdach ist dunkel und gefleckt, die Holzfassade in jenem Zustand fortgeschrittener Verwitterung, der nicht mehr als Verfall zu bezeichnen ist, sondern als der natürliche Aggregatzustand von Dingen, die seit Langem niemanden mehr interessieren. :23. Jon még azelőtt kiszáll, hogy a motort leállították volna, Kari pedig hallja, ahogy belerúg az ajtóba – egyszer, kétszer. - Jon steigt aus, noch bevor der Motor abgestellt ist, und Kari hört ihn gegen die Tür treten – einmal, zweimal. :24. Aztán az öreg fa nyikorgó, vonakodó kinyílása jelzi neki, hogy az ellenállást leküzdötték, ideiglenesen és erőszakkal, mint oly sok mindent ebben a családban. - Dann signalisiert ihr das knarrende, widerstrebende Aufgehen des alten Holzes, dass der Widerstand überwunden ist, vorläufig und mit Gewalt, wie so vieles in dieser Familie. :25. A belülről áradó szag nem metafora és nem emlék, mielőtt aztán mégis azzá válik: nedves, kemény fa, motorok régi olaja, amelyeken már régóta nem dolgozott senki. - Der Geruch, der aus dem Inneren kommt, ist keine Metapher und keine Erinnerung, bevor er es dann doch ist: feuchtes, hartes Holz, das alte Öl von Motoren, an denen schon lange niemand mehr gearbeitet hat. :26. Mélyen alatta, kitartóan és eltörölhetetlenül, mint kommentár minden máshoz, ott van az apa ismerős dohányszaga, amely beette magát a fa pórusaiba, és ott is marad majd, sokkal az utolsó látogatás után, sokkal az utolsó lélegzet után. - Tief darunter liegt, beharrlich und unverwischbar wie ein Kommentar zu allem anderen, der vertraute Tabakgeruch des Vaters, der sich in die Poren des Holzes gefressen hat und dort bleiben wird, lange nach dem letzten Besuch, lange nach dem letzten Atemzug. :27. Kari átlép a küszöbön, és megáll, nem sokáig, de egy olyan pillanatra, amely észreveteti magát. - Kari tritt über die Schwelle und hält inne, nicht lange, aber einen Moment, der sich bemerkbar macht. :28. A testnek néha szüksége van valamiféle zsilipre aközött, ami odakint van, és aközött, ami odabent vár. - Der Körper braucht manchmal eine Art Schleuse zwischen dem, was draußen ist, und dem, was drinnen wartet. :29. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amelynek narancsszínét több évtized fénye halvány, mentegetőző sárgává fakította, a hevederek ernyedtek és porhanyósak, mintha csak azért tartanának még össze, mert nincs senki, aki szétszedné őket. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, deren Orange das Licht mehrerer Jahrzehnte zu einem blassen, entschuldigenden Gelbton ausgebleicht hat, die Gurte schlaff und mürbe, als hielten sie nur noch zusammen, weil es niemanden gibt, der sie auseinandernehmen würde. :30. Alatta két 45-ös gumicsizma áll, kiszáradt sár rétegével bélelve, amely annak az utolsó útszakasznak a negatívját rajzolja ki, amelyet valaki bennük megtett, valahol, valamikor, egy világban, amely most már nem érhető el. - Darunter stehen zwei Gummistiefel der Größe 45, ausgekleidet mit einer Schicht getrockneten Schlamms, die das Negativ der letzten Wegstrecke abbildet, die jemand in ihnen zurückgelegt hat, irgendwo, irgendwann, in einer Welt, die jetzt nicht mehr erreichbar ist. :31. Egy polcon, amely kissé előredől, és évek óta vár egy javításra, amelyet már senki sem fog elvégezni, egy 2019-es falinaptár fekszik, márciusnál kinyitva. - Auf einem Regal, das leicht nach vorne geneigt ist und seit Jahren auf eine Reparatur wartet, die niemand mehr vornehmen wird, liegt ein Wandkalender von 2019, aufgeschlagen auf dem März. :32. Ott két bejegyzés áll az apa szűk, szögletes kézírásával, amelyet Kari úgy olvas, hogy nem olvassa, és amelyek röviden felvillannak benne, mint valami, amit felismert az ember, majd azonnal újra eltűnnek. - Dort stehen zwei Einträge in der engen, eckigen Handschrift des Vaters, die Kari liest, ohne sie zu lesen, die kurz in ihr aufleuchten wie etwas, das man erkannt hat, und sofort wieder verschwinden. :33. Jon a fészer közepén áll, és nem mozdul, csak lassan forgatja a fejét, mintha megpróbálna emlékezni valamire, amit soha nem tudott, vagy talán soha nem is akart tudni. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und bewegt sich nicht, dreht nur langsam den Kopf, als würde er versuchen, sich an etwas zu erinnern, das er nie gewusst hat oder vielleicht nie wissen wollte. :34. Az eső a hullámlemez tetőn olyan kitartó és egyenletes, hogy kevésbé érződik hangnak, mint inkább a világ olyan állapotának, amely elől nem lehet kitérni, és amely ellen értelmetlen volna harcolni. - Der Regen auf dem Wellblechdach ist so anhaltend und gleichmäßig, dass er sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie ein Zustand der Welt, dem man sich nicht entziehen kann und gegen den zu kämpfen sinnlos wäre. :35. A horgászbot a hátsó falon lóg két rozsdás szögen, szinte mellékesen, szinte úgy, mint valami, amit a helyiség berendezésekor elfelejtettek, és később már nem tettek el. - Die Angel hängt an zwei verrosteten Nägeln an der hinteren Wand, fast beiläufig, fast wie etwas, das man bei der Einrichtung des Raumes vergessen hat und später nicht mehr weggeräumt hat. :36. A hely, amelyet elfoglalt, már hozzá tartozott. - Der Ort, den sie eingenommen hatte, gehörte bereits ihr. :37. Jon meglátja, és felé indul annak lassú határozottságával, aki nem tudja, mit fog tenni, ha odaér. - Jon sieht sie und geht auf sie zu mit der langsamen Bestimmtheit von jemandem, der nicht weiß, was er tun wird, wenn er angekommen ist. :38. Mégis szükségesnek tartja, hogy odamenjen. - Er hält es dennoch für notwendig hinzugehen. :39. Két kézzel veszi le a szögekről, óvatosan és sietség nélkül. - Er nimmt sie mit beiden Händen von den Nägeln, behutsam und ohne Eile. :40. Maga elé tartja olyan távolságban, amely sem közeli, sem távoli, és amely a horgászbotot valamiféle lebegésbe helyezi aközött, ami, és aközött, amit ebben a pillanatban jelent, vagy jelenthetne. - Er hält sie vor sich in einem Abstand, der weder nah noch fern ist und der die Angel in eine Art Schwebe versetzt zwischen dem, was sie ist, und dem, was sie in diesem Moment bedeutet oder bedeuten könnte. :41. A zsinór többszörösen önmaga köré tekeredett, a horog barna a rozsdától, a markolat két helyen simára és kopottra dörzsölődött ott, ahol egy kéz sok éven át tartotta. - Die Schnur ist mehrfach um sich selbst gewickelt, der Haken braun vor Rost, der Griff an zwei Stellen blank und abgewetzt, dort, wo eine Hand ihn über viele Jahre gehalten hat. :42. Nem az ő keze volt, de olyan kéz, amelyet ismert, amelynek gesztusait ismerte, anélkül, hogy valaha is egészen megértette volna, mi rejlett e gesztusok mögött. - Es war nicht seine Hand, aber eine Hand, die er kannte, deren Gesten er kannte, ohne je ganz verstanden zu haben, was sich hinter diesen Gesten verbarg. :43. Kari oldalról figyeli őt, mozdulatlanul. - Kari beobachtet ihn von der Seite, ohne sich zu bewegen. :44. Ebben a figyelésben nincs együttérzés és nincs távolság, hanem valami a kettő között, aminek nincs neve, és talán éppen ezért ez a legőszintébb, amit ebben a helyiségben egymásért fel tudnak mutatni. - In dieser Beobachtung liegt kein Mitgefühl und keine Distanz, sondern etwas dazwischen, das keinen Namen hat und vielleicht deshalb das Ehrlichste ist, was sie in diesem Raum füreinander aufbringen können. :45. Végül odamegy hozzá, kérdezés nélkül kiveszi a kezéből a horgászbotot, és maga tartja egy darabig. - Sie geht schließlich zu ihm, nimmt ihm die Angel aus den Händen, ohne zu fragen, und hält sie selbst einen Moment lang. :46. Tenyerében érzi a szinte súlytalan súlyt, egy olyan tárgy súlyát, amelynek jelentése nehezebb, mint az anyaga, aztán visszaadja, mert semmi mást nem tud kezdeni vele, és nem is akar semmi mást. - Sie spürt das fast gewichtslose Gewicht in den Handflächen, das Gewicht eines Gegenstands, dessen Bedeutung schwerer ist als seine Substanz, und gibt sie dann zurück, weil sie nichts anderes damit anfangen kann und auch nichts anderes will. :47. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :48. Ez sem döntésnek, sem javaslatnak nem hangzik, hanem valami nyugodt kimondásának, ami már régen eldőlt, mielőtt beléptek volna a fészerbe, talán még mielőtt egyáltalán ideindultak volna. - Es klingt weder wie eine Entscheidung noch wie ein Vorschlag, sondern wie das ruhige Aussprechen von etwas, das längst feststand, bevor sie den Schuppen betreten haben, möglicherweise bevor sie überhaupt hergefahren sind. :49. Jon a kis ablak alatti mállott munkapadra teszi a horgászbotot, és egy lépést hátralép. - Jon legt die Angel auf die verwitterte Werkbank unter dem kleinen Fenster und tritt einen Schritt zurück. :50. Ezután egyikük sem néz rá még egyszer, ahogy az ember már nem néz rá olyan dolgokra, amelyekről olyan döntést hozott, amelyet nem akar megbánni. - Keiner von beiden sieht sie danach noch einmal an, so wie man Dinge nicht mehr ansieht, über die man eine Entscheidung getroffen hat, die man nicht bereuen will. :51. Úgy hagyják el a fészert, hogy semmit nem visznek magukkal és semmit nem változtatnak meg: a naptár a polcon, a gumicsizma a földön, a benzineskanna a sarokban, a mentőmellény a falon marad. - Sie verlassen den Schuppen ohne etwas mitzunehmen und ohne etwas zu verändern, den Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden, den Benzinkanister in der Ecke, die Schwimmweste an der Wand. :52. Minden azon a helyen áll, ahová valaki tette, aki e dolgok elhelyezésekor talán már sejtette, hogy nem fog visszatérni, és ezt a sejtést talán nem szomorúságként élte meg, hanem valamiféle csendes megegyezésként azzal, ami elkerülhetetlen. - Alles steht an dem Platz, an den es gestellt wurde von jemandem, der beim Stellen dieser Dinge vielleicht schon ahnte, dass er nicht zurückkommen würde, und der diese Ahnung vielleicht nicht als Traurigkeit empfunden hat, sondern als eine Art stiller Übereinkunft mit dem, was unvermeidlich ist. :53. Odakint, a fészer előtt az eső ferdén és gyengülés nélkül zuhog rájuk, ők pedig benne állnak, nem menedéket keresve, és nem is közönyösen vele szemben, hanem egyszerűen benne. - Draußen vor dem Schuppen fällt der Regen schräg und ohne Abschwächung auf sie herab, und sie stehen darin, weder suchend nach Schutz noch gleichgültig dagegen, sondern einfach darin. :54. Úgy állnak benne, ahogy az ember valamiben áll, ami nagyobb nála, és amit ezért békén hagy. - Sie stehen darin, wie man in etwas steht, das größer ist als man selbst und das man deshalb in Ruhe lässt. :55. Jon bezárja a lakatot, röviden megforgatja, hogy megbizonyosodjon róla, majd elengedi. - Jon schließt das Vorhängeschloss, dreht kurz daran, um sicherzugehen, und lässt es dann los. :56. Olyan véglegességgel engedi el, amely nincs megrendezve, és éppen ezért súlyosabb. - Er lässt es mit einer Endgültigkeit los, die nicht inszeniert ist und gerade deshalb schwerer wiegt. :57. Kari zárt öklében tartja a kulcsot, egy kis, elnehezült fémdarabot, amely ebben a pillanatban egy egész hely súlyát hordozza, ahová most már nem fognak belépni. - Kari hält den Schlüssel in der geschlossenen Faust, ein kleines, schwer gewordenes Stück Metall, das in diesem Moment das ganze Gewicht eines Ortes trägt, den sie nun nicht mehr betreten werden. :58. A fjordra néz, amelynek felszínét az eső szüntelenül újrarendeződő körök mintázatává változtatja, amelyek átfedik egymást, feloldódnak és újra keletkeznek, szünet nélkül, szándék nélkül. - Sie schaut auf den Fjord, dessen Oberfläche der Regen in ein ständig sich neuordnendes Muster aus Kreisen verwandelt, die sich überlappen und auflösen und neu entstehen, ohne Pause, ohne Absicht. :59. Aztán meglendíti a karját, és hosszú, szinte hanyag ívben a part fölött a vízbe hajítja a kulcsot. - Dann holt sie aus und wirft den Schlüssel in einem langen, fast lässigen Bogen über das Ufer. :60. A kulcs megfordul a nedves levegőben, olyan hanggal esik a vízbe, amely alig hallható, és mégis tisztán kiválik minden másból, a kialakuló kis kört pedig azonnal utolérik és feloldják az eső körei, mintha a víznek nem volna ideje külön bánásmódra, és semmi oka nem volna a kulcsot másként fogadni, mint bármi mást. - Er dreht sich in der feuchten Luft, fällt ins Wasser mit einem Laut, der kaum zu hören ist und sich dennoch klar abhebt von allem anderen, und der kleine Kreis, der sich bildet, wird sofort von den Regenkreisen eingeholt und aufgelöst, als hätte das Wasser keine Zeit für Sonderbehandlung und keinen Grund, den Schlüssel anders zu empfangen als alles andere. :61. Kari nem nézi meg, hol süllyedt el. - Kari schaut nicht nach, wo er versunken ist. :62. Megfordul, és elindul. - Sie dreht sich um und geht. :63. Jon követi, egyikük sem beszél az autóig vezető úton. - Jon folgt ihr, keiner von beiden spricht auf dem Weg zum Auto. :64. Az autó az esőben vár rájuk, mint valami, ami megtanult várni, mert nem volt más választása. - Das Auto wartet im Regen auf sie wie etwas, das gelernt hat zu warten, weil es keine andere Wahl hatte. :65. Ezúttal Jon veszi át a vezetést, és kérdezés nélkül beül a volán mögé. - Jon übernimmt diesmal das Steuer und setzt sich, ohne zu fragen, ans Steuer. :66. Kari ezt egy kicsi, szinte észrevehetetlen bólintással nyugtázza, amely többet mond egy köszönömnél. - Kari quittiert das mit einem kleinen, fast unmerklichen Nicken, das mehr sagt als ein Dankeschön. :67. Halántékát a hideg üvegnek támasztja, félig lehunyja a szemét, és a motor beindul. - Sie lehnt die Schläfe gegen die kalte Scheibe, schließt die Augen halb, und der Motor springt an. :68. Az ablaktörlő újra szolgálatba áll, ugyanaz a nyikorgás, ugyanaz a kissé eltolódott ütem, mintha nem lett volna megszakítás, vagy mintha lett volna, de semmit sem változtatott volna azon, ami előtte volt, és ami most továbbmegy – ami talán a legőszintébb, amit erről a napról és erről a két emberről mondani lehet. - Der Scheibenwischer nimmt seinen Dienst wieder auf, dasselbe Quietschen, derselbe leicht verschobene Takt, als wäre die Unterbrechung nicht gewesen oder als wäre sie gewesen und hätte nichts geändert an dem, was vorher war und was jetzt weitergeht – was vielleicht das Ehrlichste ist, was man über diesen Tag und über diese beiden Menschen sagen kann. :69. Az előttük fekvő út üres és nedves, és visszavezet egy olyan világba, amelyben ez a fészer már nem fordul elő, amelyben egy horgászbot fekszik egy munkapadon, és senki sem jön, hogy elvigye. - Die Straße vor ihnen ist leer und nass und führt zurück in eine Welt, in der dieser Schuppen nicht mehr vorkommt, in der eine Angel auf einer Werkbank liegt und niemand kommt, sie zu holen. :70. Ebben a világban egy naptár 2019 márciusánál marad kinyitva, amíg maga a papír fel nem oldódik. - In dieser Welt bleibt ein Kalender auf dem März 2019 aufgeschlagen, bis das Papier selbst sich auflöst. :71. Egyikük sem mondja ki, mi volt ez a nap, nem azért, mert hiányoznak a szavak. - Keiner von beiden sagt, was dieser Tag war, nicht weil die Worte fehlen. :72. Vannak dolgok, amelyeket az ember megsért, ha megnevezi őket, és ezt mindketten tudják, anélkül, hogy valaha beszéltek volna róla. - Es gibt Dinge, die man beschädigt, wenn man sie benennt, und beide wissen das, ohne jemals darüber gesprochen zu haben. :73. Mennek tovább, az eső nem áll el, és mögöttük a fészer eltűnik a kanyarban, a távolságban és életük maradékában. - Sie fahren, und der Regen hört nicht auf, und hinter ihnen verschwindet der Schuppen in der Kurve und in der Entfernung und im Rest ihres Lebens. :74. A fészer mégis megmarad az életükben, nem olyan emlékként, amelyet előhív az ember, hanem valami mélyebbként és állandóbbként: annak csendes, feloldhatatlan bizonyosságaként, hogy vannak helyek, amelyeket az ember nem hagy el, akkor sem, ha nem tér vissza. - Der Schuppen wird dennoch in ihrem Leben bleiben, nicht als Erinnerung, die man aufruft, sondern als etwas Tieferes und Beständigeres: als die stille, unauflösliche Gewissheit, dass es Orte gibt, die man nicht verlässt, auch wenn man nicht zurückkommt. ------------------------- == 73 == 1 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt. :2. Tíz éve Milánóban él. - Sie lebt seit zehn Jahren in Mailand. :3. Ott egy tisztítóban dolgozik. - Sie arbeitet dort in einer Reinigung. :4. Ma busszal utazik haza. - Heute fährt sie mit dem Bus nach Hause. :5. A falu Dél-Olaszországban, Basilicatában fekszik. - Das Dorf liegt in Süditalien, in der Basilicata. :6. Az anyja meghalt. - Ihre Mutter ist gestorben. :7. Az anya házát el kell adni. - Das Haus der Mutter muss verkauft werden. :8. Elena gyorsan el akarja intézni, aztán újra el akar menni. - Elena will das schnell erledigen und wieder fahren. :9. A busz megáll a piactéren. - Der Bus hält auf dem Marktplatz. :10. Elena leszáll. - Elena steigt aus. :11. A szeptemberi hőség azonnal megcsapja. - Die Septemberhitze trifft sie sofort. :12. A levegő érett paradicsom és por szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten und Staub. :13. Ezt a szagot még jól ismeri. - Sie kennt diesen Geruch noch gut. :14. Régen szerette. - Früher hat sie ihn geliebt. :15. Most félelmet kelt benne. - Jetzt macht er ihr Angst. :16. A sarkon túl van egy műhely. - Um die Ecke ist eine Werkstatt. :17. Ott dolgozik Carlo. - Dort arbeitet Carlo. :18. Carlo harmincnyolc éves. - Carlo ist achtunddreißig Jahre alt. :19. Szerelő. - Er ist Mechaniker. :20. Még mindig a faluban él. - Er lebt noch immer im Dorf. :21. Elena meghallja a nevetését. - Elena hört sein Lachen. :22. Megáll. - Sie bleibt stehen. :23. Gyorsan ver a szíve. - Ihr Herz schlägt schnell. :24. El akar menni, de nem tud. - Sie will weggehen, aber sie kann nicht. :25. Carlo egy régi autó alatt áll. - Carlo steht unter einem alten Auto. :26. A karja fekete az olajtól. - Seine Arme sind schwarz von Öl. :27. Nem látja őt. - Er sieht sie nicht. :28. Elena túl sokáig nézi. - Sie sieht ihn zu lange an. :29. Carlo volt az első férfija. - Carlo war ihr erster Mann. :30. Ez tizenhat évvel ezelőtt volt. - Das war vor sechzehn Jahren. :31. Nagyon szerették egymást. - Sie liebten sich sehr. :32. Aztán Elena teherbe esett. - Dann wurde Elena schwanger. :33. A fiukat Matteónak hívják. - Ihr Sohn heißt Matteo. :34. Carlo nem maradt mellette. - Carlo blieb nicht bei ihr. :35. Elena nem tudta magánál tartani Matteót. - Elena konnte Matteo nicht bei sich behalten. :36. Matteo ma Carlo anyjánál él. - Matteo lebt heute bei Carlos Mutter. :37. Őt Signora Graziának hívják. - Die heißt Signora Grazia. :38. Hetvenéves. - Sie ist siebzig Jahre alt. :39. Ő neveli Matteót. - Sie zieht Matteo auf. :40. Este Elena elmegy Carlo házához. - Am Abend geht Elena zu Carlos Haus. :41. Egy régi, virágmintás ruhát visel. - Sie trägt ein altes geblümtes Kleid. :42. Carlo ajtót nyit. - Carlo öffnet die Tür. :43. Ránéz. - Er schaut sie an. :44. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja halkan. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er leise. :45. Elena nem mond semmit. - Elena sagt nichts. :46. Arcul üti. - Sie schlägt ihn ins Gesicht. :47. Carlo nem érinti meg az arcát. - Carlo fasst sich nicht an die Wange. :48. Csak nézi őt. - Er schaut sie nur an. :49. A szeme sötét. - Seine Augen sind dunkel. :50. Nem mondja: sajnálom. - Er sagt nicht: Es tut mir leid. :51. Éjjel Carlo érte megy. - In der Nacht holt Carlo sie ab. :52. Együtt mennek a garázsba. - Sie gehen zusammen in die Garage. :53. Ott régi autóüléseken ülnek. - Dort sitzen sie auf alten Autositzen. :54. Carlo kinyit egy üveg vörösbort. - Carlo öffnet eine Flasche Rotwein. :55. Ad neki egy poharat. - Er gibt ihr ein Glas. :56. Lassan isznak. - Sie trinken langsam. :57. Carlo megfogja a kezét. - Carlo nimmt ihre Hand. :58. Az ujjai melegek és érdesek. - Seine Finger sind warm und rau. :59. Elena hagyja. - Elena lässt es zu. :60. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja halkan. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie leise. :61. Carlo így válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motorokat javítani.” - Carlo antwortet: „Ich zeige ihm, wie man Motoren repariert." :62. Elena visszahúzza a kezét. - Elena nimmt ihre Hand zurück. :63. Többé nem szól egy szót sem. - Sie sagt kein Wort mehr. :64. Másnap reggel Elena korán felkel. - Am nächsten Morgen steht Elena früh auf. :65. Még sötét van. - Es ist noch dunkel. :66. Bepakolja a táskáját. - Sie packt ihre Tasche. :67. Nem a buszhoz megy. - Sie geht nicht zum Bus. :68. Signora Grazia házához megy. - Sie geht zu Signora Grazias Haus. :69. A konyhaablakon át meglátja Matteót. - Durch das Küchenfenster sieht sie Matteo. :70. Az asztalnál ül. - Er sitzt am Tisch. :71. Kenyeret márt tejbe. - Er tunkt Brot in Milch. :72. A nagymama végigsimít a fején. - Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. :73. Matteo nevet. - Matteo lacht. :74. Elena kint áll a hidegben. - Elena steht draußen im Kalten. :75. Homlokát az üveghez nyomja. - Sie drückt die Stirn gegen das Glas. :76. Egy percig csak nézi. - Eine Minute lang schaut sie nur. :77. Aztán megfordul. - Dann dreht sie sich um. :78. Elmegy a pályaudvarra. - Sie geht zum Bahnhof. :79. A vonat a nap felé halad. - Der Zug fährt in die Sonne. :80. De a nap már nem melegíti Elenát. - Aber die Sonne wärmt Elena nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, és már egy évtizede Milánóban él. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt und lebt seit einem Jahrzehnt in Mailand. :2. Ott dolgozik egy kis tisztítóban, nem messze a pályaudvartól. - Sie arbeitet dort in einer kleinen Reinigung, nicht weit vom Bahnhof. :3. Ma busszal utazott a szülőfalujába, mert meghalt az anyja. - Heute ist sie mit dem Bus in ihr Heimatdorf gefahren, weil ihre Mutter gestorben ist. :4. Az anya háza most üresen áll, és Elenának el kell adnia. - Das Haus der Mutter steht jetzt leer, und Elena muss es verkaufen. :5. Csak néhány napig akar maradni, aztán a lehető leggyorsabban újra el akar menni. - Sie will nur ein paar Tage bleiben und dann so schnell wie möglich wieder fahren. :6. Amikor a busz megáll a piactéren, Elena utolsóként száll le. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält, steigt Elena als Letzte aus. :7. A szeptemberi hőség azonnal megcsapja, mintha a levegő nehéz, meleg takaró volna. - Die Septemberhitze trifft sie sofort, als wäre die Luft eine schwere, warme Decke. :8. Érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyének régi olaja szaglik. - Es riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem alten Öl von Carlos Werkstatt. :9. Elena még jól ismeri ezt a szagot, hiszen itt nőtt fel, ezeken az utcákon és tereken. - Elena kennt diesen Geruch noch gut, denn sie ist hier aufgewachsen, auf diesen Straßen und Plätzen. :10. Régen szerette ezt a szagot, ma összeszorítja tőle a gyomra. - Früher hat sie diesen Geruch geliebt, heute macht er ihr den Magen eng. :11. Mielőtt meglátná Carlót, meghallja a nevetését – hangosan és mélyen, ahogyan még az emlékeiben él. - Bevor sie Carlo sieht, hört sie sein Lachen – laut und tief, wie sie es noch aus der Erinnerung kennt. :12. A sarkon túl áll a műhelye előtt, és egy behorpadt motorháztető fölé hajol. - Er steht um die Ecke vor seiner Werkstatt und beugt sich über eine zerbeulte Motorhaube. :13. Az ingujja fel van tűrve, a karja fekete a kenőanyagtól, pontosan úgy, mint akkoriban. - Seine Ärmel sind hochgekrempelt und seine Arme schwarz von Schmiere, genau wie damals. :14. Elena megáll a járdán, és nem tud továbbmenni, pedig akar. - Elena bleibt auf dem Bürgersteig stehen und kann nicht weitergehen, obwohl sie es will. :15. Túl sokáig nézi őt, aztán Carlo megfordul. - Sie schaut ihn zu lange an, und dann dreht er sich um. :16. Carlo volt az első férfija, ez tizenhat éve volt, amikor még mindketten fiatalok voltak. - Carlo war ihr erster Mann, das war vor sechzehn Jahren, als sie beide noch jung waren. :17. Nagyon szerették egymást, de amikor Elena teherbe esett, Carlo nem maradt mellette. - Sie liebten sich sehr, aber als Elena schwanger wurde, blieb Carlo nicht bei ihr. :18. Elena nem tudta magánál tartani a fiát, Matteót, mert a fiú minden nap az árulásra emlékeztette volna. - Elena konnte ihren Sohn Matteo nicht bei sich behalten, weil sie ihn jeden Tag an den Verrat erinnert hätte. :19. Ezért Matteo ma Carlo anyjánál, Signora Graziánál él, aki hetvenéves, és mindent az ablakból figyel. - Deshalb lebt Matteo heute bei Carlos Mutter, Signora Grazia, die siebzig Jahre alt ist und alles vom Fenster aus beobachtet. :20. Este Elena felveszi régi virágos ruháját, és elmegy Carlo házához. - Am Abend zieht Elena ihr altes geblümtes Kleid an und geht zu Carlos Haus. :21. Nem tudja pontosan, miért teszi ezt, de a lába mégis felviszi a lépcsőn. - Sie weiß nicht genau, warum sie das tut, aber ihre Füße gehen trotzdem die Treppe hinauf. :22. Carlo kinyitja az ajtót, és hosszú pillanatig némán nézi őt. - Carlo öffnet die Tür und schaut sie einen langen Moment schweigend an. :23. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja végül halkan, mosoly nélkül. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er schließlich, mit leiser Stimme und ohne zu lächeln. :24. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :25. Carlo nem fogja meg az arcát, és azt sem mondja, hogy sajnálja. - Carlo fasst sich nicht an die Wange und sagt auch nicht, dass es ihm leidtut. :26. Csak nézi őt, sötét szemmel, megbánás nélkül, és ez majdnem rosszabb minden másnál. - Er schaut sie nur an, die Augen dunkel und ohne Reue, und das ist fast schlimmer als alles andere. :27. Nem sokkal éjfél után Carlo elhozza őt az anyja háza előtti lépcsőről. - Kurz nach Mitternacht holt Carlo sie von der Treppe vor dem Haus ihrer Mutter ab. :28. Együtt mennek be a régi garázsba, ahol két szakadt autóülés áll a betonpadlón. - Sie gehen zusammen in die alte Garage, wo zwei zerschlissene Autositze auf dem Betonboden stehen. :29. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük, és kérdezés nélkül tölt neki egy pohárral. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie und schenkt ihr ein Glas ein, ohne zu fragen. :30. Megfogja Elena kezét, az ujjai érdesek és melegek, és még mindig olajszagúak. - Er greift nach ihrer Hand, seine Finger sind rau und warm und riechen noch immer nach Öl. :31. Elena hagyja, pedig tudja, hogy nem kellene. - Elena lässt es zu, obwohl sie weiß, dass sie es nicht sollte. :32. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja halkan, anélkül hogy ránézne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie leise, ohne ihn anzusehen. :33. Carlo nagyot kortyol a borból, aztán nyugodtan válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit apám valaha adott nekem.” - Carlo nimmt einen langen Schluck Wein und antwortet dann ruhig: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :34. Elena erre nem mond semmit, de lassan visszahúzza a kezét. - Elena sagt darauf nichts, aber sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :35. Másnap reggel Elena még napkelte előtt felkel, és sötétben összepakolja a táskáját. - Am nächsten Morgen steht Elena noch vor Sonnenaufgang auf und packt ihre Tasche im Dunkeln. :36. Nem megy azonnal a pályaudvarra, hanem kerülőt tesz Signora Grazia házához. - Sie geht nicht sofort zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg zu Signora Grazias Haus. :37. A kivilágított konyhaablakon át látja Matteót, aki az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe. - Durch das erleuchtete Küchenfenster sieht sie Matteo, der am Tisch sitzt und Brot in Milch tunkt. :38. Tízéves, sötét haja van, és úgy néz ki, mint Carlo, ezt Elena távolról is látja. - Er ist zehn Jahre alt, hat dunkle Haare und sieht aus wie Carlo, das sieht sie auch aus der Entfernung. :39. Az öreg Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején. - Die alte Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf. :40. Elena a homlokát a hideg ablaküveghez nyomja, és egy teljes percig nézi őket. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Fensterglas und schaut eine ganze Minute lang zu. :41. Aztán megfordul, szó nélkül elmegy a pályaudvarra, és felszáll az első Milánóba tartó vonatra. - Dann dreht sie sich um, geht ohne Worte zum Bahnhof und steigt in den ersten Zug nach Mailand. :42. A vonat a felkelő nap felé halad, de a nap ezen a reggelen már nem melegíti Elenát. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne hinein, aber die Sonne wärmt Elena an diesem Morgen nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, és már egy évtizede egy tisztítóban dolgozik a milánói pályaudvar közelében. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt und arbeitet seit einem Jahrzehnt in einer Reinigung nahe dem Mailänder Bahnhof. :2. Ez idő alatt soha nem gondolt arra, hogy visszatérjen. - In dieser Zeit hat sie nie daran gedacht, zurückzukehren. :3. Amikor az anyja meghal, nem marad választása: a házat el kell adni. - Als ihre Mutter stirbt, bleibt ihr keine Wahl: Das Haus muss verkauft werden. :4. Ehhez valakinek oda kell utaznia, és ez a valaki ő. - Dafür muss jemand hinfahren, und dieser Jemand ist sie. :5. A buszút négy óráig tart, és Elena az idő nagy részében alszik. - Die Busfahrt dauert vier Stunden, und Elena schläft die meiste Zeit. :6. Vagy legalábbis úgy tesz, mintha aludna, hogy ne kelljen beszélnie a mellette ülő öregemberrel, aki fokhagymaszagú, és egy rádiót tart az ölében. - Oder sie tut zumindest so, als würde sie schlafen, um nicht mit dem alten Mann neben ihr reden zu müssen, der nach Knoblauch riecht und ein Radio auf dem Schoß hält. :7. Amikor a busz végül megáll a piactéren, ő száll le utolsóként. - Als der Bus schließlich auf dem Marktplatz hält, steigt sie als Letzte aus. :8. Egy pillanatra megáll a kövezeten, táskával a kezében, miközben a szeptemberi hőség nehézkesen rátelepszik a vállára. - Sie bleibt einen Moment auf dem Pflaster stehen, die Tasche in der Hand, während die Septemberhitze sich schwer auf ihre Schultern legt. :9. A levegő érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyéből áradó olaj szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem Öl aus Carlos Werkstatt. :10. A műhely még mindig ott van a sarkon túl, mintha tíz év alatt semmi sem változott volna rajta kívül. - Die Werkstatt liegt noch immer um die Ecke, als hätte sich in zehn Jahren nichts verändert außer ihr selbst. :11. Előbb hallja meg a nevetését, mint hogy meglátná őt. - Sie hört sein Lachen, bevor sie ihn sieht. :12. Ez az a széles, gondtalan nevetés, amelyet régen szeretett, és amely most sértésnek tűnik számára. - Es ist dieses breite, sorglose Lachen, das sie früher geliebt hatte und das ihr jetzt wie eine Beleidigung vorkommt. :13. Carlo egy behorpadt motorháztető fölé hajolva áll, feltűrt ingujjakkal, karja fekete a kenőanyagtól. - Carlo steht über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Ärmel hochgekrempelt, die Arme schwarz von Schmiere. :14. Úgy néz ki, mint mindig, mintha egyetlen álmatlan éjszakája sem lett volna mindezekben az években. - Er sieht so aus wie immer, als hätte er keine einzige schlaflose Nacht in all diesen Jahren gehabt. :15. Elena megáll a járdán. - Elena bleibt auf dem Bürgersteig stehen. :16. Aztán Carlo megfordul, és ránéz. - Dann dreht er sich um und sieht sie an. :17. Tizenhat évvel ezelőtt csókolóztak először, a templom mögött, a nyári ünnep után. - Vor sechzehn Jahren hatten sie sich zum ersten Mal geküsst, hinter der Kirche, nach dem Sommerfest. :18. Elena azt hitte, hogy az ilyesmi örökké tart. - Elena hatte geglaubt, dass so etwas ewig hält. :19. Amikor húszévesen teherbe esett, megértett valamit. - Als sie mit zwanzig Jahren schwanger wurde, verstand sie etwas. :20. Carlo az „örökké” alatt mást értett, mint ő. - Carlo verstand unter „ewig" etwas anderes als sie. :21. A fiuk, Matteo márciusban született, sötét hajjal és Carlo szemével. - Ihr Sohn Matteo kam im März zur Welt, mit dunklen Haaren und Carlos Augen. :22. Elena pontosan kétszer tartotta a karjában, mielőtt tudta volna, hogy nem bírná elviselni, ha mindennap ránézne, és közben az árulásra kellene gondolnia. - Elena hielt ihn genau zweimal im Arm, bevor sie wusste, dass sie es nicht ertragen würde, ihn jeden Tag anzusehen und dabei an den Verrat zu denken. :23. Azóta Matteo Signora Graziánál, Carlo anyjánál él. - Seitdem lebt Matteo bei Signora Grazia, Carlos Mutter. :24. Hetvenéves, soha nem panaszkodik, és mindent megfigyel, ami az ablaka előtti utcán történik. - Sie ist siebzig Jahre alt, klagt niemals und beobachtet alles, was auf der Straße vor ihrem Fenster passiert. :25. Este Elena felveszi a régi virágos ruhát, amelyet még régről ismer, és amely még mindig jó rá. - Am Abend zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie noch von früher kennt und das immer noch passt. :26. Még mindig jó rá, mert az utóbbi években keveset evett, és úgy megy fel Carlo lakásához a lépcsőn, hogy közben semmire sem gondol, vagy legalábbis ezt beszéli be magának. - Es passt immer noch, weil sie in den letzten Jahren wenig gegessen hat, und sie geht die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf, ohne sich dabei etwas zu denken, oder zumindest redet sie sich das ein. :27. Carlo egy foltos trikóban nyit ajtót. - Carlo öffnet die Tür in einem fleckigen Unterhemd. :28. Úgy néz rá, mintha valahogy tudta volna, hogy el fog jönni. - Er schaut sie so an, als hätte er irgendwie gewusst, dass sie kommen würde. :29. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja halkan. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er leise. :30. Ez nem hangzik sem bóknak, sem sértésnek, hanem olyan megállapításnak, amelyet már régóta magában hordoz. - Es klingt weder wie ein Kompliment noch wie eine Beleidigung, sondern wie eine Feststellung, die er schon lange mit sich herumträgt. :31. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :32. Elég erősen üti meg ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a lépcsőházban. - Sie schlägt fest genug, dass das Geräusch im Treppenhaus widerhallt. :33. Carlo meg sem mozdul, nem érinti meg az arcát, és nem mondja, hogy sajnálja. - Carlo rührt sich nicht, fasst sich nicht an die Wange und sagt nicht, dass es ihm leidtut. :34. Éppen ez dühíti fel Elenát jobban, mint maga az ütés. - Genau das macht Elena wütender als der Schlag selbst. :35. Nem sokkal éjfél után Carlo Elena anyjának háza előtt áll és vár. - Kurz nach Mitternacht steht Carlo vor dem Haus ihrer Mutter und wartet. :36. Nem csenget be, mintha biztos lenne benne, hogy Elena úgysem alszik. - Er klingelt nicht, als wäre er sicher, dass sie ohnehin nicht schläft. :37. Együtt mennek be a garázsba, ahol két régi autóülés áll a betonpadlón. - Sie gehen zusammen in die Garage, wo zwei alte Autositze auf dem Betonboden stehen. :38. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük, olcsó szupermarketes vörösbort, amelyért még csak bocsánatot sem kér. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie, billigen Rotwein aus dem Supermarkt, den er nicht einmal entschuldigt. :39. Amikor megfogja Elena kezét, az ujjai érdesek és melegek, és olajszagúak. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen nach Öl. :40. Elena hagyja megtörténni, mert fáradt, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert azt beszéli be magának, hogy ez semmit sem jelent. - Elena lässt es geschehen, weil sie müde ist und weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie sich einredet, dass es nichts bedeutet. :41. „Matteo soha nem kérdez utánam” – mondja végül, anélkül hogy ránézne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, ohne ihn anzusehen. :42. Olyan hangon mondja, amelynek közönyösnek kellene hangzania, de nem úgy hangzik. - Sie sagt es in einem Ton, der gleichgültig klingen soll und es nicht tut. :43. Carlo egy pillanatig hallgat. - Carlo schweigt einen Moment. :44. Aztán azt mondja: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több annál, mint amit az apám valaha adott nekem.” - Dann sagt er: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :45. Elena ezért gyűlöli őt, mert ez nem mentség, és mégis valahogyan igaz. - Elena hasst ihn dafür, weil es keine Entschuldigung ist und trotzdem irgendwie stimmt. :46. A kettő egyszerre a legrosszabb. - Beides gleichzeitig ist das Schlimmste. :47. Lassan visszahúzza a kezét. - Sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :48. Carlo elengedi. - Carlo lässt sie gehen. :49. Elena még napkelte előtt összepakolja a táskáját az idegen hálószoba félhomályában. - Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche im Halbdunkel des fremden Schlafzimmers. :50. Úgy hagyja el a házat, hogy nem főz kávét, és nem hagy hátra üzenetet. - Sie verlässt das Haus, ohne Kaffee zu kochen oder eine Notiz zu hinterlassen. :51. Nem közvetlenül az állomásra megy, hanem kerülőt tesz. - Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg. :52. Nem akarja bevallani magának ezt a kerülőt, és megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt. - Sie will sich diesen Umweg nicht eingestehen und bleibt vor Signora Grazias Küchenfenster stehen. :53. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch. :54. Egy olyan gyerek nyugodt összpontosításával teszi, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Er tut es mit der ruhigen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört. :55. Sötét haja van, Carlo szája, és olyan tartása, amely Elenát senki másra nem emlékezteti, csak saját magára. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Haltung, die Elena an niemanden erinnert außer an sich selbst. :56. Saját magára emlékezteti, arra az időre, amikor még nem tudta, mit tesz az emberrel az élet. - Sie erinnert sie an sich selbst, als sie noch nicht wusste, was das Leben mit einem macht. :57. Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf. :58. Nem néz fel, mintha biztos lenne benne, hogy valaki odakint áll és figyel. - Sie schaut nicht auf, als wäre sie sich sicher, dass jemand draußen steht und zuschaut. :59. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :60. Aztán megfordul, és elmegy, anélkül hogy még egyszer visszanézne. - Dann dreht sie sich um und geht, ohne sich noch einmal umzusehen. :61. A vonat a felkelő nap felé halad, és a táj elsuhan mellette. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne, und die Landschaft zieht vorbei. :62. Elena az utolsó cigarettát az ablakon kifelé szívja, és nem gondol semmire, vagy legalábbis megpróbálja, és tíz éve ez az egyetlen dolog, amiben igazán jó lett. - Elena raucht das letzte Fenster hinaus und denkt an nichts, oder sie versucht es zumindest, und das ist, seit zehn Jahren, das Einzige, worin sie wirklich gut geworden ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, túl sokat dohányzik, túl keveset eszik, és egy évtized alatt Milánóban egyszer sem gondolt arra, hogy a falu, ahonnan származik, még létezik. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt, raucht zu viel, isst zu wenig und hat in einem Jahrzehnt Mailand nicht einmal daran gedacht, dass das Dorf, aus dem sie stammt, noch existiert. :2. Aztán megszólalt a telefon, és egy hang azt mondta, hogy az anyja elment, mintha a halál indulás volna, nem pedig végleges elnémulás. - Dann klingelte das Telefon und eine Stimme sagte, ihre Mutter sei gegangen, so als wäre der Tod ein Aufbruch und nicht ein endgültiges Verstummen. :3. A házat el kell adni, ez az egyetlen oka annak, hogy útnak indul, és ezt mondogatja magának újra meg újra a négyórás buszúton Basilicata kopár augusztusi hőségén át. - Das Haus muss verkauft werden, das ist der einzige Grund, weshalb sie fährt, und das sagt sie sich auf der vierstündigen Busfahrt durch die kahle Augusthitze der Basilicata immer wieder vor. :4. Olyan ez, mint egy formula, amelynek józannak kellene tartania őt, miközben odakint a táj az ablak mellett ég, ő pedig bent ül a kemény ülésen, és úgy tesz, mintha aludna, hogy elkerülje a mellette ülő öregembert, aki fokhagymaszagú, és ennek ellenére húszpercenként magyaráz neki valamit. - Es ist wie eine Formel, die sie nüchtern halten soll, während die Landschaft außen am Fenster verbrennt und sie innen auf dem harten Sitz sitzt und so tut, als würde sie schlafen, um dem alten Mann neben ihr zu entgehen, der nach Knoblauch riecht und ihr trotzdem alle zwanzig Minuten etwas erklärt. :5. Amikor a busz megáll a piactéren, Elena utolsóként száll le, és egy pillanatig mozdulatlanul áll a kövezeten. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält, steigt Elena als Letzte aus und bleibt einen Moment unbeweglich auf dem Pflaster stehen. :6. Jobb kezében az utazótáskát tartja, baljával már a cigaretta után nyúl, miközben a szeptemberi hőség úgy telepszik rá, mint valami, amit személyesen neki szántak. - Sie hält die Reisetasche in der rechten Hand, greift mit der linken schon nach der Zigarette, während die Septemberhitze sich auf sie legt wie etwas, das sie persönlich gemeint hat. :7. A levegő érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyéből áradó olaj súlyos, elkerülhetetlen szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem schweren, unvermeidlichen Geruch des Öls aus Carlos Werkstatt. :8. Carlo műhelye még mindig ott van mindjárt a sarkon túl, mintha a falu tíz év alatt elhatározta volna, hogy várni fog rá. - Carlos Werkstatt liegt noch immer gleich um die Ecke, als hätte das Dorf in zehn Jahren beschlossen, auf sie zu warten. :9. Elena előbb hallja a nevetését, mint hogy meglátná őt – ezt a széles, önmagában biztos nevetést. - Sie hört sein Lachen, bevor sie ihn sieht – dieses breite, von sich selbst überzeugte Lachen. :10. Húszévesen életörömnek tartotta, ma pedig egy olyan férfi szemtelenségének tűnik számára, aki soha semmiért nem fizetett meg. - Mit zwanzig hatte sie es für Lebensfreude gehalten, und heute kommt es ihr wie die Unverschämtheit eines Mannes vor, der nie für irgendetwas bezahlt hat. :11. Carlo egy behorpadt motorháztető fölé hajolva áll, feltűrt ingujjal, alkarja fekete a kenőanyagtól. - Carlo steht über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Ärmel hochgekrempelt, die Unterarme schwarz von Schmiere. :12. Olyan érintetlennek látszik, olyan szégyenletesen változatlannak, hogy Elena egy pillanatra elfelejt tovább lélegezni. - Er sieht so unberührt aus, so beschämend unverändert, dass Elena für einen Moment vergisst, weiterzuatmen. :13. Amikor megfordul, és ránéz, az arcán nem jelenik meg meglepetés. - Als er sich umdreht und sie ansieht, legt sich keine Überraschung in sein Gesicht. :14. Csak egy hosszú, nyugodt pillantás az, amely egyszerre ismeri fel és sorolja be őt, és bizonyos értelemben ez a legrosszabb. - Es ist nur ein langer, ruhiger Blick, der sie gleichzeitig erkennt und einordnet, und das ist, in gewisser Weise, das Schlimmste. :15. Tizenhat évvel ezelőtt minden a templom mögött kezdődött, a nyári ünnep után, a meleg sötétségben, egy csókkal, amely akkor ígéretnek tűnt számára. - Vor sechzehn Jahren hatte alles hinter der Kirche begonnen, nach dem Sommerfest, in der warmen Dunkelheit, mit einem Kuss, der ihr damals wie ein Versprechen vorgekommen war. :16. Elena azóta tudja, hogy nem naiv volt, hanem egyszerűen tizenkilenc éves, és még nem ismerte azt a tényt, hogy az olyan férfiak, mint Carlo, úgy adnak ígéreteket, hogy közben nem gondolnak semmire. - Elena weiß inzwischen, dass sie nicht naiv war, sondern einfach neunzehn und noch nicht vertraut mit der Tatsache, dass Männer wie Carlo Versprechen geben, ohne sich dabei etwas zu denken. :17. Amikor húszévesen teherbe esett, ezt teljesen megértette. - Als sie mit zwanzig schwanger wurde, verstand sie das vollständig. :18. Túl későn és túl világosan értette meg, ahogyan a legtöbb fontos dolgot megérti az ember. - Sie verstand es zu spät und zu deutlich, wie man die meisten wichtigen Dinge versteht. :19. Matteo márciusban született, sötét hajjal és Carlo szemével, valamint olyan ártatlansággal, amelyet Elena elviselhetetlennek talált. - Matteo kam im März zur Welt, mit dunklen Haaren und Carlos Augen und einer Unschuld, die Elena unerträglich fand. :20. Ránézett, és nem egy gyereket látott, hanem saját vereségének egész történetét, egy síró testbe sűrítve. - Sie sah ihn an und sah nicht ein Kind, sondern die gesamte Geschichte ihrer eigenen Niederlage, komprimiert in einen schreienden Körper. :21. Kétszer tartotta a karjában, aztán odaadta Signora Graziának, Carlo anyjának. - Sie hielt ihn zweimal im Arm, dann gab sie ihn an Signora Grazia, Carlos Mutter. :22. Signora Grazia hetvenéves, soha nem panaszkodik, és mozdulatlan figyelemmel szemlél mindent, ami a háza előtti utcán történik, egy olyan nő figyelmével, aki már régen felhagyott azzal, hogy csodálkozzon az embereken. - Signora Grazia ist siebzig Jahre alt, klagt niemals und beobachtet alles, was auf der Straße vor ihrem Haus passiert, mit der unbeweglichen Aufmerksamkeit einer Frau, die längst aufgehört hat, sich über Menschen zu wundern. :23. Este Elena felveszi a régi virágos ruhát, amely még régről maradt meg neki, és amely még mindig jó rá. - Am Abend zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie noch von früher hat und das immer noch passt. :24. Még mindig jó rá, mert egy évtized Milánó karcsúbbá tette, nem szándékból, hanem felejtésből, és ő azzal a tudatos elhatározással megy fel Carlo lakásának lépcsőjén, hogy semmit sem akar, és azzal a be nem vallott tudással, hogy ez nem igaz. - Es passt noch, weil ein Jahrzehnt Mailand sie schmaler gemacht hat, nicht durch Absicht, sondern durch Vergessen, und sie steigt die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf mit dem bewussten Vorsatz, nichts zu wollen, und dem uneingestandenen Wissen, dass das nicht stimmt. :25. Carlo foltos atlétatrikóban nyit ajtót, egy olyan férfi arcával néz rá, aki nem vár magyarázatot, majd egy fél perccel túl hosszúra nyúló hallgatás után azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Carlo öffnet in einem fleckigen Unterhemd, schaut sie an mit dem Gesicht eines Mannes, der keine Erklärung erwartet, und sagt nach einem Schweigen, das eine halbe Minute zu lang dauert: „Du siehst aus wie deine Mutter." :26. Nem kedvesen mondja, nem kegyetlenül, hanem annak a tárgyilagos csendjével, aki kimond egy megfigyelést, amelyet túl régóta hordoz magában. - Er sagt es nicht freundlich, nicht grausam, sondern mit der sachlichen Stille von jemandem, der eine Beobachtung ausspricht, die er zu lange mit sich herumgetragen hat. :27. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :28. Elég erősen üt ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a lépcsőházban, és hogy a fölöttük lévő emeleten egy ajtó röviden megnyikorduljon, majd újra elnémuljon. - Sie schlägt fest genug, dass das Geräusch im Treppenhaus widerhallt und eine Tür im Stockwerk darüber kurz quietscht und dann wieder verstummt. :29. Carlo nem mozdul, nem érinti meg az arcát, és nem mondja, hogy sajnálja. - Carlo bewegt sich nicht, fasst sich nicht an die Wange und sagt nicht, dass es ihm leidtut. :30. Olyan szemekkel néz rá, amelyekben nincs megbánás és nincs harag sem, csak valami sötét, nyugodt dolog, ami rosszabb mindkettőnél együtt. - Er schaut sie mit Augen an, in denen keine Reue ist und auch keine Wut, nur etwas Dunkles, Ruhiges, das schlimmer ist als beides zusammen. :31. Nem sokkal éjfél után Carlo ott áll Elena anyjának háza előtt, anélkül hogy csengetett volna, anélkül hogy üzenetet küldött volna. - Kurz nach Mitternacht steht er vor dem Haus ihrer Mutter, ohne geklingelt zu haben, ohne eine Nachricht geschickt zu haben. :32. Egyszerűen csak ott áll, egy üveg vörösborral a hóna alatt, mintha biztos volna benne, hogy Elena úgysem alszik – ami igaz, de ezt nem fogja megmondani neki. - Er steht einfach da, mit einer Flasche Rotwein unter dem Arm, als wäre er sicher, dass sie ohnehin nicht schläft – was stimmt, aber das wird sie ihm nicht sagen. :33. Bemmennek a garázsba, és leülnek két régi autóülésre, amelyek a csupasz betonpadlón állnak, mint egy feladott lakás maradványai. - Sie gehen in die Garage und setzen sich auf zwei alte Autositze, die auf dem nackten Betonboden stehen wie Überreste einer aufgegebenen Wohnung. :34. Carlo kérdezés nélkül tölt, ami rendben van, mert ez az egyetlen dolog, amit ezen az estén helyesen csinál. - Carlo schenkt ein, ohne zu fragen, was in Ordnung ist, weil es das Einzige ist, das er an diesem Abend richtig macht. :35. Amikor a keze után nyúl, az ujjai érdesek és melegek, és még mindig annak az olajnak a szagát hordozzák, amelyet nem lehet teljesen lemosni. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen noch immer nach dem Öl, das sich nicht vollständig abwaschen lässt. :36. Elena hagyja megtörténni, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert tudja, hogy másnap reggel elutazik, és azoknak a dolgoknak, amelyeket az ember csak egyetlen éjszakára enged meg, nem kell következményekkel járniuk, ha elég elszánt. - Elena lässt es geschehen, weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie weiß, dass sie morgen früh fährt und Dinge, die man nur eine Nacht lang zulässt, keine Konsequenzen haben müssen, wenn man entschlossen genug ist. :37. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja végül. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich. :38. Olyan hangon mondja, amelynek megállapításnak kellene hangzania, de sebnek hangzik. - Sie sagt es in einem Ton, der nach Feststellung klingen soll und nach Wunde klingt. :39. Carlo állja a tekintetét, iszik egy hosszú kortyot, aztán kertelés nélkül válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit az apám valaha adott nekem.” - Carlo hält ihren Blick aus, trinkt einen langen Schluck und antwortet dann ohne Umschweife: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :40. Elena olyan pontossággal gyűlöli őt ezért, amely szinte csodálatot érdemel, mert ez nem mentség, nem megbánás, nem vallomás, és mégis igazságtalan, megbocsáthatatlan módon teljesen igaz. - Elena hasst ihn dafür mit einer Präzision, die fast Bewunderung verdient, weil es keine Entschuldigung ist, kein Bedauern, kein Geständnis, und trotzdem auf eine ungerechte, unverzeihliche Art vollkommen wahr. :41. Lassan visszahúzza a kezét. - Sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :42. Carlo hagyja, hogy visszahúzza. - Carlo lässt sie nehmen. :43. Elena még napkelte előtt elhagyja a házat a félhomályban. - Noch vor Sonnenaufgang verlässt Elena das Haus im Halbdunkel. :44. Kávé nélkül megy el, üzenet nélkül, anélkül hogy megbizonyosodna róla, hogy helyesen cselekszik. - Sie geht ohne Kaffee, ohne Notiz, ohne sich zu versichern, dass sie das Richtige tut. :45. Kerülőt tesz, amelyet önmagának sem vall be, és megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt. - Sie macht einen Umweg, den sie sich nicht eingesteht, und bleibt vor Signora Grazias Küchenfenster stehen. :46. Az ablakban meleg fény ég, mint évtizedek óta minden reggel. - In dem Fenster brennt warmes Licht wie jeden Morgen seit Jahrzehnten. :47. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret márt a tejbe, egy olyan gyerek teljes, gondtalan összpontosításával, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, mit der vollständigen, sorglosen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört. :48. Ez a legszebb és a legkegyetlenebb dolog, amit Elena valaha látott. - Das ist das Schönste und das Grausamste, was Elena je gesehen hat. :49. Sötét haja van, Carlo szája, és olyan testtartása az asztalnál, amely Elenát önmagára emlékezteti. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Haltung am Tisch, die Elena an sich selbst erinnert. :50. Arra az önmagára emlékezteti, aki abból az időből való, mielőtt még tudta volna, mire képes az élet. - Sie erinnert sie an eine Version ihrer selbst aus der Zeit, bevor sie wusste, wozu das Leben fähig ist. :51. Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején, anélkül hogy felnézne. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf, ohne aufzuschauen. :52. Az arca mintha azt mondaná, hogy tudja, ki áll odakint, és hogy rég megbocsátotta azt, amit Elena soha nem fog megbocsátani önmagának. - Ihr Gesicht scheint zu sagen, dass sie weiß, wer draußen steht, und dass sie längst vergeben hat, was Elena nie sich selbst vergeben wird. :53. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :54. Amikor elér hatvanig, megfordul és elmegy, anélkül hogy még egyszer hátranézne, mert tíz év után ez az egyetlen fegyelem, amely még megmaradt neki. - Als sie bei sechzig ankommt, dreht sie sich um und geht, ohne sich noch einmal umzusehen, weil das die einzige Disziplin ist, die ihr nach zehn Jahren noch geblieben ist. :55. A vonat a felkelő nap felé halad, Basilicata tája égve és közönyösen húz el az ablak mellett, Elena pedig elszívja a doboz utolsó cigarettáját. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne, die Landschaft der Basilicata zieht brennend und gleichgültig am Fenster vorbei, und Elena raucht die letzte Zigarette der Schachtel. :56. Könyökét az ablakpárkányra támasztja, tekintetét a semmire szegezi, és arra gondol, hogy a szerelem nem olyan seb, amely begyógyul, hanem olyan, amelyhez hozzászokik az ember. - Sie hat den Ellbogen auf dem Fensterbrett, den Blick auf nichts gerichtet, und denkt daran, dass die Liebe keine Wunde ist, die heilt, sondern eine, an die man sich gewöhnt. :57. Ez, ha őszinték vagyunk, majdnem rosszabb. - Das ist, wenn man ehrlich ist, fast schlimmer. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, húszéves kora óta dohányzik. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt, raucht seit dem zwanzigsten Lebensjahr. :2. Egy évtizedet élt Milánóban, annak a nőnek a konok következetességével, aki elhatározta, hogy a felejtés nem gyengeség, hanem túlélési stratégia. - Sie hat ein Jahrzehnt in Mailand gelebt, mit der verbissenen Konsequenz einer Frau, die sich entschieden hat, dass Vergessen keine Schwäche ist, sondern eine Überlebensstrategie. :3. Aztán egy kedd este megszólalt a telefon, és egy idegen hang, akiről kiderült, hogy az anyja szomszédasszonya, közölte vele, hogy az idős asszony elment. - Dann klingelte das Telefon an einem Dienstagabend, und eine fremde Stimme, die sich als Nachbarin ihrer Mutter herausstellte, teilte ihr mit, dass die alte Frau gegangen sei. :4. Mintha a halál indulás volna, utazás jobb vidékekre, és nem valakinek a végleges, megmásíthatatlan elnémulása, akinek soha nem mondták elégszer azt, amit el kellett volna mondani. - So als wäre der Tod ein Aufbruch, eine Reise in bessere Gefilde, und nicht das endgültige, unverhandelbare Verstummen von jemandem, dem man nie genug gesagt hatte, was man hätte sagen sollen. :5. A házat el kell adni, és ez az egyetlen oka annak, hogy Elenának négy órával később már buszjegy van a zsebében. - Das Haus muss verkauft werden, und das ist der einzige Grund, weshalb Elena vier Stunden später bereits ein Busticket in der Tasche hat. :6. Ez az a képlet, amellyel átvészeli a hosszú órákig tartó utat, Basilicata kopár, felperzselt táján át, amely úgy húzódik el az ablak előtt, mint egy élet díszlete. - Das ist die Formel, mit der sie sich durch die stundenlange Fahrt trägt, durch die kahle, verbrennte Landschaft der Basilicata, die am Fenster vorbeizieht wie die Kulisse eines Lebens. :7. Egy életé, amelyet valaha élt, és amelyről elhitette magával, hogy teljesen maga mögött hagyta. - Ein Leben, das sie einmal geführt hat und von dem sie sich einredete, es vollständig hinter sich gelassen zu haben. :8. A mellette ülő öregember, aki fokhagymaszagú, és úgy tart az ölében egy hordozható rádiót, mint valami kincset, húszpercenként megpróbál neki elmagyarázni valamit az utak állapotáról. - Der alte Mann neben ihr, der nach Knoblauch riecht und ein tragbares Radio wie einen Schatz auf dem Schoß hält, versucht alle zwanzig Minuten, ihr etwas über den Zustand der Straßen zu erklären. :9. Elena csukott szemmel ül, és úgy tesz, mintha aludna, ami az egyetlen társasági hazugság, amelyet lelkiismeret-furdalás nélkül megenged magának. - Elena sitzt mit geschlossenen Augen da und tut so, als würde sie schlafen, was die einzige soziale Lüge ist, die sie sich ohne Gewissensbisse gestattet. :10. Amikor a busz megáll a piactéren, és az ajtók az ismerős pneumatikus sóhajjal kinyílnak, Elena utolsóként száll le, és egy pillanatra mozdulatlanul áll meg a régi macskakövön. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält und die Türen mit dem vertrauten pneumatischen Seufzen aufgehen, steigt Elena als Letzte aus und bleibt einen Moment unbeweglich auf dem alten Kopfsteinpflaster stehen. :11. Jobb kezében az utazótáskát tartja, bal kezével már a cigarettásdoboz után nyúl, miközben a szeptemberi hőség úgy telepszik rá, mint egy emlék, amelyet elég sokáig elfojtott az ember. - Sie hält die Reisetasche in der rechten Hand, greift mit der linken bereits nach der Zigarettenschachtel, während die Septemberhitze sich auf sie legt wie eine Erinnerung, die man lange genug verdrängt hat. :12. A levegő érett paradicsom, burkolatlan mellékutcák pora és Carlo műhelyéből áradó nehéz, ásványos gépolajszag keveréke, a műhelyé, amely még mindig ott van mindjárt a sarkon túl. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach dem Staub ungepflasterter Seitengassen und nach dem schweren, mineralischen Geruch des Maschinenöls aus Carlos Werkstatt, die noch immer gleich um die Ecke liegt. :13. A műhely úgy áll ott, mintha a falu a maga csendes, makacs módján elhatározta volna, hogy megvárja őt, amíg elég erős lesz, és most, hogy visszatért, nyugodtan megállapítaná, hogy nem az. - Die Werkstatt liegt dort, als hätte das Dorf in seiner stillen, beharrlichen Weise beschlossen, auf sie zu warten, bis sie stark genug wäre, und nun, da sie zurückgekehrt ist, mit einer Gelassenheit festzustellen, dass sie es nicht ist. :14. Meghallja Carlo nevetését, mielőtt meglátná őt – azt a széles, önmagáról gondtalanul meggyőződött nevetést, amelyet húszévesen valamiféle életerőnek tartott, annak bizonyítékának, hogy valaki teljesen benne áll az életben. - Sie hört Carlos Lachen, bevor sie ihn sieht – dieses breite, von sich selbst unbekümmert überzeugte Lachen, das sie mit zwanzig Jahren für eine Art Vitalität gehalten hatte, für den Beweis, dass ein Mensch vollständig im Leben steht. :15. Ma, mindazok után, ez egy olyan férfi szemtelenségének tűnik neki, aki átment azon, amit tett, anélkül hogy hegeket növesztett volna. - Heute kommt es ihr, nach allem, wie die Unverschämtheit eines Mannes vor, der durch das, was er getan hat, hindurchgegangen ist, ohne Narben anzusetzen. :16. Carlo feltűrt ujjakkal hajol egy behorpadt motorháztető fölé, alkarja fekete attól a zsíros kenőanyagtól, amelyet soha nem lehet teljesen lemosni. - Carlo steht mit hochgekrempelten Ärmeln über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Unterarme schwarz von einer Schmiere, die sich nie vollständig abwaschen lässt. :17. Olyan ijesztően változatlannak látszik, olyan szégyenletesen sértetlennek, hogy Elenának egy pillanatra az az érzése támad, az elmúlt tíz év csak benne történt meg, és sehol máshol a világon. - Er sieht so erschreckend unverändert aus, so beschämend unbeschädigt, dass Elena einen Moment lang das Gefühl hat, die letzten zehn Jahre hätten nur in ihr stattgefunden und nirgendwo sonst auf der Welt. :18. Amikor megfordul és meglátja őt, nem jelenik meg meglepetés az arcán, sem megrendülés, sem zavar, még a megjátszott érintettség tisztességes udvariassága sem. - Als er sich umdreht und sie sieht, legt sich keine Überraschung in sein Gesicht, keine Erschütterung, keine Verlegenheit, nicht einmal die anständige Höflichkeit einer gespielten Betroffenheit. :19. Csak egy hosszú, nyugodt pillantás az egész, amely felismeri és besorolja őt, majd folytatja tovább, és ez, oly módon, amely ellen nincsenek szavai, mindennél rosszabb. - Es ist nur ein langer, ruhiger Blick, der sie erkennt und einordnet und weitermacht, und das ist, auf eine Weise, gegen die sie keine Worte hat, das Schlimmste von allem. :20. Tizenhat évvel ezelőtt minden a templom mögött kezdődött, a nyári ünnep után, egy júliusi este meleg sötétjében, egy csókkal, amelynek akkor az ígéret minőségét tulajdonította. - Vor sechzehn Jahren hatte alles hinter der Kirche begonnen, nach dem Sommerfest, in der warmen Dunkelheit eines Juliabends, mit einem Kuss, dem sie damals die Qualität eines Versprechens zugeschrieben hatte. :21. Elena azóta a tapasztalat hűvös bizonyosságával tudja, hogy nem volt naiv, amikor ezt hitte, hanem egyszerűen tizenkilenc éves volt, és még nem birtokolta azt a tudást, hogy a Carlo-féle férfiak nem azért törik meg az ígéreteiket, mert hazudnak, hanem mert abban a pillanatban, amikor adják őket, valóban hiszik, hogy be fogják tartani – ami, ha az ember belegondol, nem enyhítő, hanem súlyosbító körülmény. - Elena weiß inzwischen mit der kühlen Sicherheit der Erfahrung, dass sie nicht naiv war, als sie das glaubte, sondern schlicht neunzehn Jahre alt und noch nicht im Besitz des Wissens, dass Männer wie Carlo Versprechen nicht brechen, weil sie lügen, sondern weil sie in dem Moment, in dem sie sie geben, tatsächlich glauben, dass sie halten werden – was, wenn man darüber nachdenkt, keine mildernde, sondern eine erschwerende Tatsache ist. :22. Amikor húszévesen teherbe esett, ezt olyan pontossággal értette meg, amely nem engedett irgalmat. - Als sie mit zwanzig schwanger wurde, verstand sie das mit einer Präzision, die keine Gnade zuließ. :23. Amikor Matteo márciusban világra jött, sötét hajjal, Carlo elkerülhetetlen szemével és olyan ártatlansággal, amelyet Elena elviselhetetlennek talált, mert nem gyermeket látott benne, hanem saját vereségének összesűrített, sikító összefoglalását. - Als Matteo im März zur Welt kam, mit dunklen Haaren und Carlos unvermeidlichen Augen und einer Unschuld, die Elena unerträglich fand, weil sie in ihm nicht ein Kind sah, sondern die kondensierte, schreiende Zusammenfassung ihrer eigenen Niederlage. :24. Ekkor ismerte fel, hogy a szerelemnek és a fájdalomnak lehet ugyanaz a címe, és hogy a gyermeknek ezért nem szabad fizetnie. - Da erkannte sie, dass Liebe und Schmerz dieselbe Adresse haben können, und dass das Kind dafür nicht bezahlen durfte. :25. Matteót Signora Graziának adta, Carlo anyjának, aki akkor hatvanéves volt, és soha nem rezdült az arca, és soha nem mondott ki vádat. - Sie gab Matteo an Signora Grazia, Carlos Mutter, die damals sechzig war und niemals eine Miene verzog und niemals eine Anklage aussprach. :26. Elena máig nem tudja, hogy ez jóság-e vagy ítélet. - Elena weiß bis heute nicht, ob das Güte ist oder Urteil. :27. Az első nap estéjén Elena felveszi a régi virágos ruhát, amelyet tíz évvel ezelőtt elfelejtett magával vinni, és amely ma is ott lógott az anyja szekrényében, mintha pontosan erre az estére őrizték volna meg, pontosan erre a lehetetlen visszalépésre egy múltba, ahonnan az ember valójában nem tér vissza. - Am Abend des ersten Tages zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren vergessen hatte mitzunehmen und das heute noch im Schrank ihrer Mutter hing, als wäre es dort aufbewahrt worden für genau diesen Abend, für genau diesen unmöglichen Rückgang in eine Vergangenheit, aus der man eigentlich nicht zurückkehrt. :28. Felmegy a lépcsőn Carlo lakásához azzal a szilárd, tudatos elhatározással, hogy csupán egyetlen dolgot mond ki, amit tíz éven át nem mondtak ki, és azzal a be nem vallott, önmaga előtt is alig tudatos tudással, hogy ez az elhatározás már abban a pillanatban hamis volt, amikor felvette a ruhát. - Sie steigt die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf mit dem festen, bewussten Vorsatz, lediglich eine Sache zu sagen, die zehn Jahre lang nicht ausgesprochen wurde, und mit dem uneingestandenen, ihr selbst kaum bewussten Wissen, dass dieser Vorsatz schon in dem Moment falsch war, als sie das Kleid anzog. :29. Carlo foltos trikóban nyit ajtót, olyan pillantással néz rá, amely nem követel magyarázatot és nem mutat riadalmat, majd egy olyan hallgatás után, amelynek ölelésformája van, de nem ölelés, azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Carlo öffnet die Tür in einem fleckigen Unterhemd, schaut sie mit einem Blick an, der keine Erklärung einfordert und kein Erschrecken zeigt, und sagt nach einem Schweigen, das die Form einer Umarmung hat und keine ist: „Du siehst aus wie deine Mutter." :30. Barátság nélkül mondja, kegyetlenség nélkül, annak a férfinak a sajátos tárgyilagosságával, aki kimond egy megfigyelést, amelyet olyan régóta hordoz magában, hogy az elveszített minden érzelmi töltetet, és már csak igaz, és talán ez a legkíméletlenebb dolog, amit valaha mondott neki. - Er sagt es ohne Freundlichkeit, ohne Grausamkeit, mit der eigentümlichen Sachlichkeit eines Mannes, der eine Beobachtung ausspricht, die er so lange mit sich herumgetragen hat, dass sie jede emotionale Ladung verloren hat und nur noch wahr ist, und das ist vielleicht das Rücksichtsloseste, was er je zu ihr gesagt hat. :31. Elena nem szavakkal válaszol, hanem nyitott tenyérrel arcul üti, elég erősen ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a rosszul szigetelt lépcsőházban, és a fölöttük lévő emeleten egy ajtó röviden megnyikorduljon, majd újra elhallgasson. - Elena antwortet nicht mit Worten, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht, fest genug, dass das Geräusch im schlecht isolierten Treppenhaus widerhallt und im Stockwerk darüber eine Tür kurz quietscht und wieder verstummt. :32. Carlo nem mozdul, nem érinti meg kipirult arcát, nem mondja, hogy sajnálja, nem kér bocsánatot, és nem omlik össze. - Carlo bewegt sich nicht, fasst sich nicht an die gerötete Wange, sagt nicht, dass es ihm leidtut, entschuldigt sich nicht und bricht nicht zusammen. :33. Ehelyett olyan szemekkel néz rá, amelyekben nincs megbánás, de ellenségesség sincs, csak valami nyugodt, sötét, feloldhatatlan, ami mindkettőnél rosszabb, mert nem hagy neki lehetőséget arra, hogy harcoljon ellene. - Er schaut sie stattdessen mit Augen an, in denen keine Reue ist, aber auch keine Feindseligkeit, nur etwas Ruhiges, Dunkles, Unauflösbares, das schlimmer ist als beides, weil es ihr keine Möglichkeit lässt, dagegen anzukämpfen. :34. Nem sokkal éjfél után ott áll az anyja háza előtt, anélkül hogy csengetett volna, anélkül hogy üzenetet küldött volna, egy üveg olcsó vörösborral a hóna alatt, és annak az embernek az arcával, aki teljesen biztos benne, hogy Elena amúgy sem aludt. - Kurz nach Mitternacht steht er vor dem Haus ihrer Mutter, ohne geklingelt zu haben, ohne eine Nachricht geschickt zu haben, mit einer Flasche billigem Rotwein unter dem Arm und dem Gesicht eines Mannes, der sich absolut sicher ist, dass sie ohnehin nicht geschlafen hat. :35. Ez igaz, de Elena megtartja magának, mert ez az egyetlen dolog, amit ezen az estén megtart magának. - Das stimmt, aber Elena behält es für sich, weil es das Einzige ist, das sie an diesem Abend für sich behält. :36. A garázsban, két régi autóülésen, amelyek úgy állnak a csupasz betonpadlón, mint egy elhagyott lakás utolsó bútorai, Carlo kérdezés nélkül tölt. - In der Garage, auf zwei alten Autositzen, die auf dem nackten Betonboden stehen wie die letzten Möbel einer aufgegebenen Wohnung, schenkt Carlo ein, ohne zu fragen. :37. Ez rendben van, mert tudja, hogy Elena inni fog, és mert a kérdés nélküli töltés az egyetlen gesztus, amelyet ezen az éjszakán teljesen helyesen tesz. - Das ist in Ordnung, weil er weiß, dass sie trinken wird, und weil das Einschenken ohne Frage die einzige Geste ist, die er in dieser Nacht vollständig richtig macht. :38. Amikor megfogja a kezét, az ujjai érdesek és melegek, és olyan gépolajszaguk van, amelyet a világ egyetlen vize sem mos le teljesen. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen nach Maschinenöl, das kein Wasser der Welt vollständig fortwäscht. :39. Elena hagyja, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert azt mondja magának, hogy azoknak a dolgoknak, amelyek csak egyetlen éjszakáig tartanak, nem kell következményeiknek lenniük, ha az ember elég makacsul ragaszkodik hozzá, amiről tudja, hogy nem igaz, de ami ebben a pillanatban úgy működik, mint egy igazság, és ennek elégnek kell lennie. - Elena lässt es zu, weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie sich sagt, dass Dinge, die nur eine einzige Nacht dauern, keine Konsequenzen haben müssen, wenn man hartnäckig genug darauf besteht, was sie weiß, dass es nicht stimmt, aber was in diesem Moment funktioniert wie eine Wahrheit, und das muss reichen. :40. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja végül, anélkül hogy ránézne, olyan hangon, amelynek közönyösen kellene hangzania. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, ohne ihn anzusehen, in einem Ton, der nach Gleichgültigkeit klingen soll. :41. A hang sebnek hangzik, olyan sebnek, amely tízéves, és ezért nem kevésbé nyitott, csak megszokottabb. - Der Ton klingt nach Wunde, nach einer Wunde, die zehn Jahre alt ist und deshalb nicht weniger offen, sondern nur gewohnter. :42. Carlo állja a pillantását, iszik egy hosszú kortyot, hagy megszületni egy szünetet, amely nem bizonytalanság, hanem tisztelet vagy valami, ami hasonlít rá, aztán kertelés és bocsánatkérés nélkül válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit apám valaha adott nekem.” - Carlo hält ihren Blick aus, trinkt einen langen Schluck, lässt eine Pause entstehen, die keine Unsicherheit ist, sondern Respekt oder etwas, das ihm ähnlich sieht, und antwortet dann, ohne Umschweife und ohne Entschuldigung: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :43. Elena olyan élességgel gyűlöli őt ezért a mondatért, amely már-már csodálatot érdemel, mert nem igazolás, nem vallomás és nem bocsánatkérés. - Elena hasst ihn für diesen Satz mit einer Schärfe, die fast Bewunderung verdient, weil er keine Rechtfertigung ist und kein Geständnis und keine Bitte um Vergebung. :44. Egyszerűen egy másik igazság volt, mint az övé, és minden igazságtalansága mellett ez a legelviselhetetlenebb: hogy a maga módján, a maga korlátozott, megbocsáthatatlan, tökéletesen emberi módján igaza lehet. - Es war schlicht eine andere Wahrheit als ihre, und das ist, bei aller Ungerechtigkeit, das Unerträglichste: dass er recht haben könnte, auf seine Weise, in seiner begrenzten, unentschuldbaren, vollkommen menschlichen Weise. :45. Lassan kihúzza a kezét az övéből. - Sie nimmt langsam ihre Hand aus seiner. :46. Ő hagyja, hogy elvegye, tartás nélkül, kérdés nélkül, olyan mozdulat nélkül, amely arra kényszerítené, hogy megmagyarázzon valamit, amit önmagának sem tud megmagyarázni. - Er lässt sie nehmen, ohne zu halten, ohne zu fragen, ohne eine Geste, die sie zwingen würde, etwas zu erklären, was sie sich selbst nicht erklären kann. :47. Elena még napkelte előtt elhagyja a házat a szürke hajnalelőtti félhomályban, a táskája annak a nőnek a hatékonyságával összepakolva, aki már túl sokszor indult útnak ahhoz, hogy közben még érzéseket pazaroljon. - Noch vor Sonnenaufgang verlässt Elena das Haus im grauen Vordunkel, die Tasche gepackt mit der Effizienz einer Frau, die schon zu oft aufgebrochen ist, um dabei noch Gefühle zu verschwenden. :48. Nem megy azonnal az állomásra, hanem kerülőt tesz az alvó sikátorokon át, amit nem vall be magának. - Sie geht nicht sofort zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg durch die schlafenden Gassen, den sie sich nicht eingesteht. :49. Felszállni annak beismerése volna, hogy ez döntés, és nem gyengeség. - Einsteigen wäre ein Eingeständnis, dass es eine Entscheidung ist, und keine Schwäche. :50. Végül megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt, amelyben meleg fény ég, mint évtizedek óta minden reggel, megingathatatlanul és magától értetődően, mint minden, ami ebben a faluban túlél. - Sie bleibt schließlich vor Signora Grazias Küchenfenster stehen, in dem warmes Licht brennt wie jeden Morgen seit Jahrzehnten, unerschütterlich und selbstverständlich wie alles, was in diesem Dorf überdauert. :51. Matteo a konyhaasztalnál ül, és kenyeret márt tejbe, annak a gyermeknek a teljes, önmagába zárt koncentrációjával, aki pontosan tudja, hová tartozik, és eszébe sem jutna kételkedni benne. - Matteo sitzt am Küchentisch und tunkt Brot in Milch, mit der vollständigen, in sich geschlossenen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört und nicht auf die Idee käme, daran zu zweifeln. :52. Ez a legszebb dolog, amit Elena valaha látott, és a legkegyetlenebb, és a kettő ugyanaz a dolog, és neki nincs nyelve hozzá, sem olaszul, sem semmilyen más nyelven. - Das ist das Schönste, was Elena je gesehen hat, und das Grausamste, und beide Dinge sind dasselbe Ding, und sie hat keine Sprache dafür, weder auf Italienisch noch in irgendeiner anderen. :53. Sötét haja van, Carlo szája, és úgy tartja a vállát, hogy az Elenát önmagára emlékezteti. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Art, die Schultern zu halten, die Elena an sich selbst erinnert. :54. Elena egykori önmagának egy olyan változatára emlékezteti, abból az időből, mielőtt megértette volna, milyen sérülésekre képes az élet, és mielőtt megértette volna, hogy ő maga is e sérülések okai közé tartozik. - Sie erinnert Elena an eine Version ihrer selbst aus der Zeit, bevor sie verstand, zu welchen Beschädigungen das Leben fähig ist, und bevor sie verstand, dass man selbst zu den Ursachen dieser Beschädigungen gehört. :55. Signora Grazia mögötte áll, és olyan lassúsággal simít végig a fején, amely nem gyengédség, hanem valami régebbi és tartósabb a gyengédségnél. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm mit einer Langsamkeit über den Kopf, die keine Zärtlichkeit ist, sondern etwas Älteres und Beständigeres als Zärtlichkeit. :56. Nem néz fel, de az arcán olyan asszony kifejezése van, aki már rég megbocsátotta azt, amit Elena önmagának soha nem fog megbocsátani. - Sie schaut nicht auf, aber ihr Gesicht hat den Ausdruck einer Frau, die längst vergeben hat, was Elena sich selbst nie vergeben wird. :57. Ismeri ezt az aszimmetriát, és hallgat, mert a hallgatás néha az egyetlen, amit az ember egy másik nőnek fel tud ajánlani. - Sie kennt diese Asymmetrie und schweigt, weil Schweigen manchmal das Einzige ist, das man einer anderen Frau anbieten kann. :58. Elena a hideg üveghez nyomja a homlokát, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :59. Hatvannál megfordul, és elmegy, anélkül hogy hátranézne. - Bei sechzig dreht sie sich um und geht, ohne sich umzusehen. :60. Ez mindazok után az egyetlen fegyelem, amely megmaradt neki: nem visszanézni, vagy legalábbis nem hagyni, hogy közben lássák. - Das ist nach allem, die einzige Disziplin, die ihr geblieben ist: nicht zurückzuschauen, oder zumindest nicht dabei gesehen zu werden. :61. A Milánóba tartó vonat a felkelő nap felé halad, és Basilicata tája odakint égve húzódik el az ablak mellett, közönyösen és pompásan, amilyen mindig is volt és mindig is lesz, érintetlenül attól, hogy az emberek mit hagynak benne hátra, vagy mit nem. - Der Zug nach Mailand fährt in die aufgehende Sonne, und die Landschaft der Basilicata brennt außen am Fenster vorbei, gleichgültig und prächtig, wie sie es immer war und immer sein wird, unberührt davon, was Menschen in ihr zurücklassen oder nicht. :62. Elena elszívja a doboz utolsó cigarettáját, könyökét az ablakpárkányra támasztva, tekintetét a mozgó tájra szegezve, anélkül hogy látná. - Elena raucht die letzte Zigarette der Schachtel, den Ellbogen auf dem Fensterbrett, den Blick auf die fahrende Landschaft gerichtet, ohne sie zu sehen. :63. Nem gondol semmire, vagy legalábbis megpróbálja annak a nőnek az elszántságával, aki tudja, hogy a gondolkodás ebben a pillanatban nem volna segítség. - Sie denkt an nichts, oder versucht es mit der Entschlossenheit einer Frau, die weiß, dass Denken in diesem Moment keine Hilfe wäre. :64. Megtanulta, hogy a fájdalom ellentéte nem a boldogság, hanem ez a sajátos, száraz, működő zsibbadtság, amelyben az ember vonatokra száll, ablakok mellett dohányzik, és megy tovább. - Sie hat gelernt, dass das Gegenteil von Schmerz nicht Glück ist, sondern diese spezifische, trockene, funktionierende Taubheit, in der man Züge besteigt und Fenster raucht und weitermacht. ------------------------- == 74 - hashed == 1 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio negyvenkét éves. - Antonio ist zweiundvierzig Jahre alt. :2. Egy kis trattoriát vezet Nápolyban, közvetlenül a kikötőnél. - Er betreibt eine kleine Trattoria in Neapel, direkt am Hafen. :3. Az étteremben csak három asztal van. - Das Restaurant hat nur drei Tische. :4. Étlap nincs. - Es gibt keine Speisekarte. :5. Antonio felesége, Lucia két évvel ezelőtt meghalt. - Antonios Frau Lucia ist vor zwei Jahren gestorben. :6. Szívrohamot kapott, az esti kiszolgálás kellős közepén. - Sie hatte einen Herzinfarkt, mitten im Abendservice. :7. A keze még a tányér szélén feküdt. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand. :8. Azóta Antonio csak azokat az ételeket főzi, amelyeket Lucia szeretett. - Seither kocht Antonio nur noch die Gerichte, die Lucia geliebt hat. :9. Kagylós tésztát készít, sült cukkinit és hideg citromtortát. - Er macht Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini und kalten Zitronenkuchen. :10. Egy hónapja egy fiatal nő dolgozik a trattoriában. - Seit einem Monat arbeitet eine junge Frau in der Trattoria. :11. Chiarának hívják, és huszonhét éves. - Sie heißt Chiara und ist siebenundzwanzig Jahre alt. :12. Északról jött, és Nápolyba menekült. - Sie kommt aus dem Norden und ist nach Neapel geflohen. :13. A fülében egy kis, olajbogyó alakú fülbevalót visel. - An ihrem Ohr trägt sie einen kleinen Ohrring in Form einer Olive. :14. Egy kicsit selypít, amikor beszél. - Sie lispelt ein bisschen, wenn sie redet. :15. Egy kedd estén Antonio a konyhában áll, és hagymát vág. - An einem Dienstagabend steht Antonio in der Küche und schneidet Zwiebeln. :16. A könnyek végigfutnak az arcán, de nem törli le őket. - Die Tränen laufen ihm über das Gesicht, aber er wischt sie nicht ab. :17. Chiara a mosogatónál áll, és kagylókat mos. - Chiara steht an der Spüle und wäscht Muscheln. :18. Átnéz Antonióra. - Sie schaut zu Antonio hinüber. :19. A tekintetük találkozik a rozsdás páraelszívó régi tükrében. - Ihre Blicke treffen sich im alten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube. :20. Antonio megállítja a kést. - Antonio hält das Messer an. :21. Azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :22. Chiara egy lépéssel közelebb lép. - Chiara tritt einen Schritt näher. :23. Ráteszi a kezét az ő kezére a kés nyelén. - Sie legt ihre Hand über seine Hand am Messergriff. :24. A keze meleg és nedves, és kagylóvíz szaga van. - Ihre Hand ist warm und feucht und riecht nach Muschelwasser. :25. Antonio nem húzza vissza a kezét. - Antonio zieht seine Hand nicht zurück. :26. Így állnak egy hosszú ideig. - Sie stehen so eine lange Weile. :27. Aztán megérkezik az utolsó vendég, és szétválnak. - Dann kommt der letzte Gast, und sie gehen auseinander. :28. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür. :29. Megosztanak egy cigarettát, és nem beszélnek. - Sie teilen sich eine Zigarette und reden nicht. :30. Az utca másik végéről halk zene hallatszik. - Vom anderen Ende der Straße hört man leise Musik. :31. Egy régi dal Lucio Battistitól. - Es ist ein altes Lied von Lucio Battisti. :32. Az éjszaka meleg, és só- meg halszaga van. - Die Nacht ist warm und riecht nach Salz und Fisch. :33. Chiara előrehajol, és megcsókolja Antoniót. - Chiara beugt sich vor und küsst Antonio. :34. A szája citrom és vörösbor ízű. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein. :35. Antonio lehunyja a szemét. - Antonio schließt die Augen. :36. A kezét Chiara tarkójára teszi, erősen. - Er legt seine Hand in ihren Nacken, fest. :37. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja Chiara dekoltázsát. - Dann öffnet er die Augen und sieht ihr Dekolleté. :38. Közvetlenül a bal kulcscsontja alatt van egy kis anyajegy. - Direkt unter dem linken Schlüsselbein ist ein kleines Muttermal. :39. Pontosan ezen a helyen Luciának is volt egy. - An genau dieser Stelle hatte Lucia auch eines. :40. Antonio megdermed. - Antonio erstarrt. :41. Feláll, anélkül hogy egy szót is szólna. - Er steht auf, ohne ein Wort zu sagen. :42. Visszamegy a konyhába, és becsukja maga mögött az ajtót. - Er geht zurück in die Küche und macht die Tür hinter sich zu. :43. Chiara a lépcsőn marad ülve. - Chiara bleibt auf der Treppe sitzen. :44. Másnap nem jön dolgozni. - Am nächsten Tag kommt sie nicht zur Arbeit. :45. És az azt követő napon sem. - Und auch am übernächsten Tag nicht. :46. Antonio egyedül főz, és a kagylók fele megmarad. - Antonio kocht allein, und die Muscheln bleiben halb übrig. :47. Éjfélkor elmegy a pékség fölötti kis lakásához. - Um Mitternacht geht er zu ihrer kleinen Wohnung über der Bäckerei. :48. Az ajtó résnyire nyitva áll. - Die Tür steht ein Stück offen. :49. Chiara az ágyon ül, felhúzott lábakkal, és dohányzik. - Chiara sitzt auf dem Bett, die Beine angezogen, und raucht. :50. Ránéz, de nem mond semmit. - Sie schaut ihn an, sagt aber nichts. :51. Antonio leül mellé. - Antonio setzt sich neben sie. :52. Megfogja a kezét, és a hüvelykujjával végigsimít az anyajegyen. - Er nimmt ihre Hand und streicht mit dem Daumen über das Muttermal. :53. „Ez nem az övé” — mondja halkan. - „Es ist nicht ihres", sagt er leise. :54. Chiara így felel: „De az enyém.” - Chiara antwortet: „Aber es ist meins." :55. Lefekszenek egymással, nem gyengéden és nem vadul. - Sie schlafen miteinander, nicht zärtlich und nicht wild. :56. Egymás mellett fekszenek, mint két ember egy idegen ágyban. - Sie liegen nebeneinander wie zwei Menschen in einem fremden Bett. :57. Reggel öt órakor Antonio felkel. - Um fünf Uhr morgens steht Antonio auf. :58. Bemegy a trattoria konyhájába, és meggyújtja a tűzhelyet. - Er geht in die Küche der Trattoria und zündet den Herd an. :59. Feltör három tojást, és tükörtojást készít. - Er schlägt drei Eier auf und macht Spiegeleier. :60. Lucia soha nem szerette a tükörtojást. - Lucia hat Spiegeleier nie gemocht. :61. Chiara később megérkezik, és az ölébe ül. - Chiara kommt später und setzt sich auf seinen Schoß. :62. Eszik a tányérjáról, anélkül hogy megkérdezné. - Sie isst von seinem Teller, ohne zu fragen. :63. Antonio nevet. - Antonio lacht. :64. Két év óta először. - Es ist das erste Mal seit zwei Jahren. :65. Aztán Chiara megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara: „Bleibst du?" :66. Antonio kinéz az ablakon a szürke kikötőre. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den grauen Hafen. :67. Egy nagy teherhajó lassan kifut. - Ein großes Frachtschiff legt langsam ab. :68. Azt mondja: „Már maradtam, csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben, nur nicht hier." :69. Chiara a kezével megtörli a száját. - Chiara wischt sich den Mund mit der Hand ab. :70. Feláll és elmegy. - Sie steht auf und geht. :71. Antonio az asztalnál marad ülve. - Antonio bleibt am Tisch sitzen. :72. A tányéron a tükörtojások kihűlnek. - Die Spiegeleier auf dem Teller werden kalt. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Antonio Ferrante és Chiara - Antonio Ferrante und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és egy kis trattoriát vezet közvetlenül Nápoly kikötőjénél. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt und betreibt eine kleine Trattoria direkt am Hafen von Neapel. :2. Az étteremben csak három asztal van, és étlap nincs. - Das Restaurant hat nur drei Tische, und es gibt keine Speisekarte. :3. A felesége, Lucia két éve halott – szívrohamot kapott az esti kiszolgálás kellős közepén. - Seit zwei Jahren ist seine Frau Lucia tot – sie hatte einen Herzinfarkt mitten im Abendservice. :4. A keze még a tányér szélén feküdt, amikor meghalt. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand, als sie starb. :5. Azóta Antonio csak azokat az ételeket főzi, amelyeket Lucia a legszívesebben evett. - Seitdem kocht Antonio nur noch die Gerichte, die Lucia am liebsten gegessen hat. :6. Kagylós tésztát készít, sült cukkinit és hideg citromtortát, minden este, kivétel nélkül. - Er macht Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini und kalten Zitronenkuchen, jeden Abend, ohne Ausnahme. :7. Egy hónapja egy Chiara nevű fiatal nő dolgozik a trattoriában. - Seit einem Monat arbeitet eine junge Frau namens Chiara in der Trattoria. :8. Huszonhét éves, északról jött, és olyan okból menekült Nápolyba, amelyet nem nevez meg. - Sie ist siebenundzwanzig Jahre alt, kommt aus dem Norden und ist aus einem Grund nach Neapel geflohen, den sie nicht nennt. :9. A bal fülében egy kis, olajbogyó alakú fülbevalót visel, és enyhén selypít, amikor beszél. - An ihrem linken Ohr trägt sie einen kleinen Ohrring in Form einer Olive, und sie lispelt leicht, wenn sie spricht. :10. Egy kedd estén Antonio a konyhában áll, és hagymát vág. - An einem Dienstagabend steht Antonio in der Küche und schneidet Zwiebeln. :11. A könnyek végigfutnak az arcán, de nem törli le őket, mert már észre sem veszi. - Die Tränen laufen ihm über das Gesicht, aber er wischt sie nicht ab, weil er es nicht mehr bemerkt. :12. Chiara a mosogatónál áll, és kagylókat mos, és néha átnéz hozzá. - Chiara steht an der Spüle und wäscht Muscheln, und manchmal schaut sie zu ihm hinüber. :13. A rozsdás páraelszívó régi tükrében egy pillanatra találkozik a tekintetük. - Im alten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke für einen Moment. :14. Antonio megállítja a kést, és azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Antonio hält das Messer an und sagt: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :15. Chiara egy lépéssel közelebb lép, és ráteszi a kezét Antonio kezére a kés nyelén. - Chiara tritt einen Schritt näher und legt ihre Hand über seine Hand am Messergriff. :16. A keze meleg, nedves, és kagylóvíz szaga van, Antonio pedig nem húzza vissza a kezét. - Ihre Hand ist warm, feucht und riecht nach Muschelwasser, und Antonio zieht seine Hand nicht zurück. :17. Így állnak egy darabig, amíg egy vendég nem kiált a számla után, és ők szét nem válnak. - Sie stehen so eine Weile, bis ein Gast nach der Rechnung ruft und sie auseinandergehen. :18. Zárás után együtt ülnek a hátsó ajtó előtti lépcsőn, és megosztanak egy cigarettát. - Nach Ladenschluss sitzen sie zusammen auf der Treppe vor der Hintertür und teilen sich eine Zigarette. :19. Nem beszélnek, de a hallgatás nem kellemetlen. - Sie reden nicht, aber das Schweigen ist nicht unangenehm. :20. Az utca másik végéről egy régi Lucio Battisti-dal hallatszik, egészen halkan, egy nyitott ablakon át. - Vom anderen Ende der Straße hört man ein altes Lied von Lucio Battisti, ganz leise durch ein offenes Fenster. :21. Az éjszaka meleg, és só, hal meg a halászhajók motorolajának szaga van benne. - Die Nacht ist warm und riecht nach Salz, Fisch und dem Motoröl der Fischerboote. :22. Chiara lassan előrehajol, és megcsókolja Antoniót, kérdés nélkül és habozás nélkül. - Chiara beugt sich langsam vor und küsst Antonio, ohne zu fragen und ohne zu zögern. :23. A szája citrom és vörösbor ízű, Antonio pedig lehunyja a szemét. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein, und Antonio schließt die Augen. :24. A kezét Chiara tarkójára teszi, az ujjai szorosan tartják, majdnem egy kicsit túl szorosan. - Er legt seine Hand in ihren Nacken, die Finger fest, fast ein bisschen zu fest. :25. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: közvetlenül Chiara bal kulcscsontja alatt egy kis sötét anyajegyet. - Dann öffnet er die Augen und sieht es: direkt unter ihrem linken Schlüsselbein, ein kleines dunkles Muttermal. :26. Pontosan ezen a helyen Luciának is volt egy, és Antonio egyetlen másodperc alatt emlékszik vissza rá. - An genau dieser Stelle hatte Lucia auch eines, und Antonio erinnert sich daran in einer einzigen Sekunde. :27. Megdermed, feláll, egy szót sem szól, és visszamegy a konyhába. - Er erstarrt, steht auf, sagt kein Wort und geht zurück in die Küche. :28. Az ajtó becsapódik mögötte, Chiara pedig egyedül marad ülve a lépcsőn. - Die Tür fällt hinter ihm ins Schloss, und Chiara bleibt allein auf der Treppe sitzen. :29. Másnap este nem jön dolgozni, és az azt követő estén sem. - Am nächsten Abend kommt sie nicht zur Arbeit, und auch am Abend danach nicht. :30. Antonio egyedül főz, a kagylók fele megmarad, és a három asztal üres marad. - Antonio kocht allein, die Muscheln bleiben halb übrig, und die drei Tische bleiben leer. :31. Éjfélkor elhagyja a trattoriát, és elmegy Chiara kis lakásához a pékség fölött. - Um Mitternacht verlässt er die Trattoria und geht zu ihrer kleinen Wohnung über der Bäckerei. :32. Az ajtó résnyire nyitva áll, és nem hall sem zenét, sem sírást, csak csendet. - Die Tür steht einen Spalt offen, und er hört keine Musik und kein Weinen, nur Stille. :33. Chiara az ágyon ül, a lábait a hasához húzva, és dohányzik. - Chiara sitzt auf dem Bett, die Beine an den Bauch gezogen, und raucht. :34. Úgy néz rá, mintha tudta volna, hogy jönni fog. - Sie schaut ihn an, als hätte sie gewusst, dass er kommt. :35. Antonio leül mellé, és megfogja a kezét, anélkül hogy megmagyarázná, miért. - Antonio setzt sich neben sie und nimmt ihre Hand, ohne zu erklären warum. :36. A hüvelykujjával lassan végigsimít az anyajegyen, egyszer, kétszer. - Er streicht mit dem Daumen langsam über das Muttermal, einmal, zweimal. :37. „Ez nem az övé” – mondja, és a hangja furcsán idegenül cseng a kis szobában. - „Es ist nicht ihres", sagt er, und seine Stimme klingt seltsam fremd in dem kleinen Zimmer. :38. Chiara nyugodtan válaszol: „De az enyém.” - Chiara antwortet ruhig: „Aber es ist meins." :39. Lefekszenek egymással, nem gyengéden és nem vadul, hanem úgy, mint két ember, akik megosztanak egy idegen ágyat, anélkül hogy megkérdeznék, kié. - Sie schlafen miteinander, nicht zärtlich und nicht wild, sondern wie zwei Menschen, die ein fremdes Bett teilen, ohne zu fragen, wem es gehört. :40. Reggel öt órakor Antonio felkel, és egyedül visszamegy a trattoria konyhájába. - Um fünf Uhr morgens steht Antonio auf und geht allein zurück in die Küche der Trattoria. :41. Begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a serpenyőbe – tükörtojást, úgy, ahogy Lucia soha nem szerette. - Er zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Pfanne – Spiegeleier, so wie Lucia sie nie gemocht hat. :42. A vaj és a forró zsír szaga betölti az üres konyhát. - Der Geruch von Butter und heißem Fett füllt die leere Küche. :43. Chiara egy órával később érkezik, szó nélkül az ölébe ül, és eszik a tányérjáról. - Chiara kommt eine Stunde später, setzt sich wortlos auf seinen Schoß und isst von seinem Teller. :44. Antonio nevet – rövid, valódi nevetéssel, amely még őt magát is meglepi. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes Lachen, das ihn selbst überrascht. :45. Két év óta ez az első alkalom, hogy így nevetett. - Es ist das erste Mal seit zwei Jahren, dass er so gelacht hat. :46. Aztán Chiara halkan megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara leise: „Bleibst du?" :47. Antonio kinéz az ablakon a szürke reggeli kikötőre, ahol egy teherhajó lassan és sietség nélkül kifut. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den grauen Morgenhafen, wo ein Frachtschiff langsam und ohne Eile ablegt. :48. Azt mondja: „Már maradtam, csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben, nur nicht hier." :49. Chiara erre nem válaszol semmit. - Chiara antwortet nichts darauf. :50. Megtörli a száját a tenyerével, feláll, és elmegy, anélkül hogy visszafordulna. - Sie wischt sich den Mund mit der Handfläche ab, steht auf und geht, ohne sich umzudrehen. :51. Antonio az asztalnál marad ülve, és nem néz utána. - Antonio bleibt am Tisch sitzen und schaut ihr nicht nach. :52. A tányéron a tükörtojások kihűlnek, odakint pedig a kikötő lassan világosabb lesz. - Die Spiegeleier auf dem Teller werden kalt, und der Hafen draußen wird langsam heller. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és már majdnem egy évtizede vezet egy kis trattoriát Nápoly kikötőjénél. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt und betreibt seit fast einem Jahrzehnt eine kleine Trattoria am Hafen von Neapel. :2. Három asztala van, étlapja nincs, és egyetlen ablaka a vízre néz. - Sie hat drei Tische, keine Speisekarte und ein einziges Fenster mit Blick aufs Wasser. :3. Két évvel ezelőtt meghalt a felesége, Lucia, az esti felszolgálás kellős közepén, minden előjel nélkül. - Vor zwei Jahren ist seine Frau Lucia gestorben, mitten im Abendservice, ohne Vorwarnung. :4. A keze még egy vendég tányérjának peremén feküdt, aki a tányérját észre sem vette. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der seinen Teller nicht mal bemerkt hatte. :5. Azóta Antonio egy összehajtott takarón alszik a pult mögött. - Seitdem schläft Antonio auf einer zusammengeklappten Decke hinter der Theke. :6. A fenti hálószoba túl hangos – nem a kintről beszűrődő zaj miatt, hanem a benne lévő csend miatt. - Das Schlafzimmer oben ist zu laut – nicht wegen des Lärms von draußen, sondern wegen der Stille darin. :7. Minden este ugyanazt főzi: kagylós tésztát, sült cukkinit, hideg citromtortát. - Er kocht jeden Abend dasselbe: Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalten Zitronenkuchen. :8. Ez az a három étel, amelyet Lucia mindig rendelt, amikor nem ő állt a tűzhely mellett. - Es sind die drei Gerichte, die Lucia immer bestellt hat, wenn sie nicht selbst am Herd stand. :9. Chiara egy hónapja van ott, huszonhét éves, Torinóból menekült valami elől, amit nem nevez meg. - Chiara ist seit einem Monat da, siebenundzwanzig Jahre alt, aus Turin geflohen vor etwas, das sie nicht benennt. :10. Egy olívazöld fülbevalót visel, és enyhén selypít, amit csak akkor hallani, ha izgatott. - Sie trägt einen Olivenohrrring und hat ein leichtes Lispeln, das man nur hört, wenn sie aufgeregt ist. :11. Nézi Antoniót főzés közben, ahogy összenyomja a fokhagymagerezdeket, ahogy az ujjai végigsiklanak a késen. - Sie schaut Antonio beim Kochen zu, wie er die Knoblauchzehen presst, wie seine Finger über das Messer gleiten. :12. Figyeli, hogy soha nem néz az órára, bár mindig pontosan tudja, mennyi az idő. - Sie beobachtet, wie er nie auf die Uhr schaut, obwohl er immer genau weiß, wie spät es ist. :13. Egy kedd este, amikor az utolsó vendég már rég elment, és a konyha fokhagyma és forró olívaolaj illatát árasztja, Antonio hagymát vág. - An einem Dienstagabend, als der letzte Gast längst gegangen ist und die Küche nach Knoblauch und heißem Olivenöl riecht, schneidet Antonio Zwiebeln. :14. A könnyek végigfolynak az arcán, anélkül hogy észrevenné vagy törődne vele. - Die Tränen laufen ihm übers Gesicht, ohne dass er es bemerkt oder sich darum kümmert. :15. Chiara a mosogatónál áll, kagylókat mos, és őt nézi. - Chiara steht an der Spüle, wäscht Muscheln und schaut ihn an. :16. A régi, rozsdás páraelszívó tükrében röviden egymás szemébe néznek, egy pillanattal tovább, mint amennyi véletlen lehetne. - Im Spiegel der alten, verrosteten Dunstabzugshaube sehen sie sich kurz in die Augen, einen Moment zu lang für einen Zufall. :17. Anélkül, hogy abbahagyná a vágást, azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :18. A lány közelebb lép, és a kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen, sósan a kagylóvíztől. - Sie tritt näher und legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm, feucht, salzig vom Muschelwasser. :19. Ő nem húzza vissza a kezét. - Er zieht die Hand nicht zurück. :20. Olyan közel áll hozzá, hogy érzi a citromillatot a hajában, amely semmire sem emlékezteti, és éppen ezért olyan szokatlan. - Sie steht so nah, dass er den Zitronengeruch in ihrem Haar riecht, der ihn an nichts erinnert und deshalb so ungewohnt ist. :21. Így állnak, amíg Chiara kötényzsebében rezegni nem kezd a mobiltelefon. - Sie stehen so, bis das Handy in Chiaras Schürzentasche vibriert. :22. Aztán szétválnak, mintha semmit sem tettek volna. - Dann gehen sie auseinander, als hätten sie gar nichts getan. :23. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür. :24. Megosztoznak egy cigarettán, és az üres sikátort nézik, ahol egy macska alszik két szemetes között. - Sie teilen sich eine Zigarette und schauen auf die leere Gasse, wo eine Katze zwischen zwei Mülleimern schläft. :25. A szomszéd házból nagyon halkan egy régi Lucio Battisti-dal hallatszik. - Vom Nachbarhaus hört man sehr leise ein altes Lied von Lucio Battisti. :26. Egy nyitott ablakon át sodródik ki, mint a cigarettafüst. - Es driftet durch ein offenes Fenster nach draußen wie Zigarettenrauch. :27. Chiara előrehajol, és kérdés nélkül megcsókolja, a szája citrom és vörösbor ízű. - Chiara beugt sich vor und küsst ihn, ohne zu fragen, ihr Mund nach Zitrone und Rotwein. :28. Antonio lehunyja a szemét, és a kezét a tarkójára teszi, az ujjai erősen, talán túl erősen szorítanak. - Antonio schließt die Augen und legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fest, zu fest vielleicht. :29. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kicsi, sötét anyajegy közvetlenül a bal kulcscsontja alatt. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines, dunkles Muttermal direkt unter ihrem linken Schlüsselbein. :30. Pontosan azon a helyen van, ahol Luciának is volt egy, pontosan azon a helyen, amelyet az elmúlt két évben álmaiban megérintett. - Es sitzt an genau der Stelle, wo Lucia auch eines hatte, an genau der Stelle, die er in den letzten zwei Jahren in seinen Träumen berührt hat. :31. Olyan teljesen megdermed, hogy Chiara azonnal megérzi. - Er erstarrt so vollständig, dass Chiara es sofort spürt. :32. Aztán feláll és elmegy, magyarázat nélkül, vissza sem fordulva, maga mögött becsukva a konyhaajtót, mint egy választ. - Dann steht er auf und geht, ohne eine Erklärung, ohne sich umzudrehen, die Küchentür hinter sich schließend wie eine Antwort. :33. A következő két este Chiara nem jön. - Die nächsten beiden Abende kommt Chiara nicht. :34. Antonio egyedül főz egy konyhában, amely nagyobbnak tűnik, mint máskor, a kagylók félig elfogyva, az asztalok a szokásosnál korábban üresek. - Antonio kocht allein in einer Küche, die größer wirkt als sonst, die Muscheln halb aufgegessen, die Tische früher leer als üblich. :35. A harmadik nap éjfélkor elhagyja a trattoriát. - Um Mitternacht des dritten Tages verlässt er die Trattoria. :36. Végigmegy a szűk, gyengén megvilágított sikátorokon ahhoz a régi házhoz a pékség fölött, ahol Chiara a második emeleten lakik. - Er geht durch die engen, schwach beleuchteten Gassen zu dem alten Haus über der Bäckerei, wo Chiara im zweiten Stock wohnt. :37. Az ajtó résnyire nyitva áll, fény nincs. - Die Tür steht einen Spalt offen, kein Licht. :38. Csak a cigarettája narancsszínű pontja látszik a sötétben. - Nur der orangefarbene Punkt ihrer Zigarette ist in der Dunkelheit zu sehen. :39. Az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen. :40. Úgy néz rá, mintha nem lepődne meg, mintha tudta volna, hogy egyszer úgyis eljön, csak azt nem, mikor. - Sie schaut ihn an, als wäre sie nicht überrascht, als hätte sie gewusst, dass er irgendwann kommen würde, nur nicht, wann. :41. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, és megfordítja. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand und dreht sie um. :42. A hüvelykujjával lassan végigsimít az anyajegyen, mintha azt ellenőrizné, valóban ott van-e. - Er streicht mit dem Daumen über das Muttermal, langsam, so als würde er prüfen, ob es wirklich da ist. :43. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :44. A hangja úgy szól, mintha saját magát akarná erről meggyőzni. - Seine Stimme klingt, als würde er sich selbst davon überzeugen wollen. :45. Chiara nem húzza el a kezét. - Chiara zieht ihre Hand nicht weg. :46. Nyugodtan, szinte közönyösen válaszol: „De az enyém.” - Sie antwortet ruhig, fast gleichgültig: „Aber es ist meins." :47. Együtt alszanak, nem szenvedélyből és nem gyászból. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Trauer. :48. Úgy teszik, mint két ember, akik hosszú idő után végre abbahagyták, hogy úgy tegyenek, mintha semmire sem lenne szükségük. - Sie tun es wie zwei Menschen, die nach langer Zeit endlich aufgehört haben, so zu tun, als bräuchten sie nichts. :49. Nem sokkal öt előtt Antonio felkel, felöltözik, és visszamegy a trattoriába. - Um kurz vor fünf steht Antonio auf, zieht sich an und geht zurück in die Trattoria. :50. Ott begyújtja a tűzhelyet, és feltör három tojást – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, és amelyet soha nem készített neki. - Dort zündet er den Herd an und schlägt drei Eier auf – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie mochte, das er nie für sie gemacht hat. :51. A vaj és a zsír szaga betölti a csendes konyhát. - Der Geruch von Butter und Fett füllt die stille Küche. :52. A reggel első fénye beszűrődik az ablakon, szürkén és tétován, mint egy vendég, aki nem tudja, szívesen látják-e. - Das erste Licht des Morgens kommt durchs Fenster, grau und zögernd wie ein Gast, der nicht weiß, ob er willkommen ist. :53. Chiara egy órával később jön, még nem egészen ébren. - Chiara kommt eine Stunde später, noch nicht ganz wach. :54. Az ölébe ül, és a tányérjáról eszik, mintha ez magától értetődő volna, mintha mindig is így csinálta volna. - Sie setzt sich auf seinen Schoß und isst von seinem Teller, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie es immer so gemacht. :55. Antonio nevet – rövid, igazi nevetéssel. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes Lachen. :56. Ez annyira meglepi, hogy egy pillanatra abbahagyja a lélegzést, mert rájött, hogy még képes rá. - Es überrascht ihn so sehr, dass er kurz aufhört zu atmen, weil er gemerkt hat, dass er es noch kann. :57. Aztán Chiara a tányérra szegezett tekintettel megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara, den Blick auf den Teller gerichtet: „Bleibst du?" :58. Antonio kinéz az ablakon, ahol egy teherhajó lassan és hangtalanul elhagyja a kikötőt, olyan közönyösen és olyan véglegesen, ahogy a dolgok menni szoktak, ha az ember nem tartja őket erősen. - Antonio schaut aus dem Fenster, wo ein Frachtschiff langsam und lautlos den Hafen verlässt, so gleichgültig und so endgültig, wie Dinge eben gehen, wenn man sie nicht festhält. :59. Azt mondja: „Én már maradtam – csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier." :60. Ezzel olyasmit ért, amit ő maga sem ért egészen, de ami igaz. - Er meint damit etwas, das er selbst nicht ganz versteht, aber das wahr ist. :61. Chiara a tenyere élével megtörli a száját, feláll, és leveszi a kabátját a szék támlájáról. - Chiara wischt sich den Mund mit der flachen Hand ab, steht auf und nimmt ihre Jacke von der Stuhllehne. :62. Aztán elmegy, anélkül hogy csapkodna, és anélkül hogy sírna. - Dann geht sie, ohne zu schlagen und ohne zu weinen. :63. Antonio ülve marad, kezét a kávésbögre köré fonva. - Antonio bleibt sitzen, die Hände um den Kaffeebecher gelegt. :64. Nem néz utána. - Er schaut ihr nicht nach. :65. A tükörtojások kihűlnek. - Die Spiegeleier werden kalt. :66. Az ablak előtti kikötő minden pillanattal világosabb lesz, mintha nem tudná, hogy itt éppen valami véget ért. - Der Hafen vor dem Fenster wird mit jedem Moment heller, als wüsste er nicht, dass hier gerade etwas zu Ende gegangen ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és már majdnem egy évtizede vezet egy trattoriát Nápoly kikötőjében, három asztallal és étlap nélkül. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt, betreibt seit fast einem Jahrzehnt eine Trattoria am Hafen von Neapel mit drei Tischen und keiner Speisekarte. :2. Ebben az évtizedben megtanulta, hogy az embernek meglepően kevésre van szüksége, amíg minden este tudja, mit fog főzni. - In diesem Jahrzehnt hat er gelernt, dass ein Mensch erstaunlich wenig braucht, solange er jeden Abend weiß, was er kochen wird. :3. Két évvel ezelőtt meghalt Lucia – a felesége, a szakácsnője, az asszony, aki mindig túl hangosan nevetett, és mindig túl csípősen fűszerezett. - Vor zwei Jahren ist Lucia gestorben – seine Frau, seine Köchin, die Frau, die immer zu laut gelacht und immer zu scharf gewürzt hat. :4. Egy egészen közönséges kedd estén halt meg, a felszolgálás kellős közepén, kezét még egy vendég tányérjának szélén tartva, aki semmit sem vett észre. - Sie ist an einem ganz gewöhnlichen Dienstagabend mitten im Service gestorben, die Hand noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der nichts gemerkt hatte. :5. Azóta Antonio egy összehajtott gyapjútakarón alszik a konyhapult mögött. - Seitdem schläft Antonio auf einer gefalteten Wolldecke hinter der Küchentheke. :6. Nem azért teszi ezt, mert odafent ne volna ágy, hanem mert a hálószobában olyan csend van, amely hangosabb minden zajnál. - Er tut das nicht, weil oben kein Bett wäre, sondern weil das Schlafzimmer eine Art Stille hat, die lauter ist als jedes Geräusch. :7. Minden este ugyanazt a három ételt főzi: kagylós tésztát, sült cukkinit, hideg citromtortát. - Jeden Abend kocht er dieselben drei Gerichte: Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalter Zitronenkuchen. :8. Ez Lucia rendelése, mindig, amikor egyszer saját magát szolgálhatta ki; valamiféle néma rítus, amelyet ő nem fejez be, mert nem tudja, mi következne utána. - Es ist Lucias Bestellung, immer, wenn sie sich einmal selbst bedienen durfte, eine Art stilles Ritual, das er nicht beendet, weil er nicht weiß, was danach käme. :9. Chiara egy hónapja van ott, huszonhét éves, Torinóból menekült el egy olajbogyó alakú fülbevalóval és egy enyhe selypítéssel, amelyet csak akkor hallani, ha izgatott. - Chiara ist seit einem Monat da, siebenundzwanzig, aus Turin geflohen mit einem Olivenohrrring, einem leichten Lispeln, das man nur hört, wenn sie aufgeregt ist. :10. Olyan nő elszánt hallgatásával érkezett, aki megtanulta, hogy a magyarázatok többe kerülnek, mint amennyit hoznak. - Sie ist mit dem entschlossenen Schweigen einer Frau gekommen, die gelernt hat, dass Erklärungen mehr kosten als sie einbringen. :11. Olyan figyelemmel nézi Antoniót főzés közben, amely túlmutat a puszta kíváncsiságon – ahogy összenyomja a fokhagymagerezdeket, mintha az erő volna az egyetlen, amit még biztosan adagolni tud. - Sie schaut Antonio beim Kochen zu mit einer Aufmerksamkeit, die über bloße Neugier hinausgeht – wie er die Knoblauchzehen presst, als wäre Kraft das Einzige, was er noch sicher dosieren kann. :12. Figyeli, ahogy az ujjai végigsiklanak a késen, olyan nyugalommal, amely közönynek látszik, és talán az is. - Sie beobachtet, wie seine Finger über das Messer gleiten mit einer Ruhe, die aussieht wie Gleichgültigkeit und vielleicht auch eine ist. :13. Egy kedd estén, amikor az utolsó vendégek is elmentek, és a konyha égett fokhagyma és a kagylók sójának szagától terhes, Antonio lehajtott fejjel hagymát vág. - An einem Dienstagabend, als die letzten Gäste gegangen sind und die Küche nach verbranntem Knoblauch und dem Salz der Muscheln riecht, schneidet Antonio Zwiebeln mit gesenktem Kopf. :14. A könnyek végigfolynak az arcán anélkül, hogy letörölné őket, anélkül, hogy észrevenné őket, vagy talán észreveszi, és egyszerűen nem tartja érdemesnek elrejteni őket. - Die Tränen laufen ihm übers Gesicht, ohne dass er sie wischt, ohne dass er sie bemerkt, oder vielleicht bemerkt er sie und findet es schlicht nicht der Mühe wert, sie zu verbergen. :15. Chiara a mosogatónál áll, kagylókat mos, és őt nézi. - Chiara steht an der Spüle, wäscht Muscheln und schaut ihn an. :16. A rozsdás páraelszívó tompa, foltos tükrében úgy találkozik a tekintetük, ahogyan egyikük sem tervezte, és ami mégis olyan pontos, mint egy hosszú mondat végére kitett pont. - Im trüben, gefleckten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke auf eine Weise, die keiner von beiden geplant hat und die trotzdem so präzise ist wie ein gesetzter Punkt am Ende eines langen Satzes. :17. Azt mondja, anélkül, hogy abbahagyná a vágást: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :18. Közelebb lép, kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen és sósan a kagylóvíztől. - Sie tritt näher, legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm und feucht und salzig vom Muschelwasser. :19. Ő nem húzza vissza a kezét, mert a teste döntést hoz, mielőtt a feje egyáltalán elkezdte volna megfogalmazni a kérdést. - Er zieht die Hand nicht zurück, weil sein Körper eine Entscheidung trifft, bevor sein Kopf auch nur angefangen hat, die Frage zu formulieren. :20. Így állnak, amíg Chiara kötényzsebében rezegni nem kezd a mobiltelefon. - Sie stehen so, bis das Handy in ihrer Schürzentasche vibriert. :21. A konyha újra két külön emberré változtatja őket vissza, akik éppen petrezselymet és kagylót készítenek elő, és semmi mást. - Die Küche verwandelt sie wieder in zwei getrennte Menschen zurück, die gerade Petersilie und Muscheln vorbereiten und sonst gar nichts. :22. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek, felváltva osztoznak egy cigarettán, mintha régi szokás volna. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür, teilen sich eine Zigarette im Wechsel, als wäre das eine alte Gewohnheit. :23. A sötét sikátort nézik, ahol egy macska mozdulatlanul ül két szemetes között, mint valami, ami a végszavára vár. - Sie schauen auf die dunkle Gasse, wo eine Katze reglos zwischen zwei Mülleimern sitzt wie etwas, das auf sein Stichwort wartet. :24. A szomszéd házból, egy résnyire nyitva maradt ablakon át egy régi Lucio Battisti-dal szűrődik ki, egészen halkan. - Vom Nachbarhaus kommt durch ein angelehnt gebliebenes Fenster ein altes Lied von Lucio Battisti, ganz leise. :25. Olyan halk, hogy az ember nem biztos benne, hallja-e, vagy csak emlékszik rá. - Es ist so leise, dass man nicht sicher ist, ob man es hört oder sich erinnert. :26. Chiara előrehajol, és megcsókolja, előjel nélkül, a habozás nélkül, amely határozatlanságot feltételez. - Chiara beugt sich vor und küsst ihn, ohne Ankündigung, ohne die Zögerlichkeit, die Unschlüssigkeit voraussetzt. :27. A szája citrom és vörösbor ízű, és olyan valaki elszántságának íze van benne, aki pontosan tudja, mit akar, és kész megfizetni érte az árat. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein und nach der Entschiedenheit von jemandem, der genau weiß, was er will und bereit ist, dafür einen Preis zu zahlen. :28. Antonio lehunyja a szemét, kezét a nő tarkójára teszi, ujjai szorosan tartják, elég szorosan ahhoz, hogy Chiara érezze. - Antonio schließt die Augen, legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fest, fest genug, dass sie es spüren wird. :29. Egy pillanatra a világ erre az egy pontra szűkül, a melegre, a sóra és az utca túlsó oldaláról érkező halk dalra. - Für einen Moment ist die Welt auf diesen einen Punkt reduziert, auf Wärme und Salz und das leise Lied von der anderen Straßenseite. :30. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kicsi, sötét anyajegyet közvetlenül a bal kulcscsontja alatt. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines, dunkles Muttermal direkt unter ihrem linken Schlüsselbein. :31. Olyan sajátos, olyan összetéveszthetetlen helyen van, hogy az agya feldolgozza az információt, mielőtt megakadályozhatná, amit az kivált benne. - Es liegt an einer Stelle so spezifisch, so unverwechselbar, dass sein Gehirn die Information verarbeitet, bevor er verhindern kann, was sie in ihm auslöst. :32. Teljesen megdermed, átmenet nélküli teljességgel, feláll, és visszamegy a konyhába. - Er erstarrt mit einer Vollständigkeit, die keine Zwischenstufen kennt, steht auf und geht in die Küche zurück. :33. Az ajtó becsapódik, ő pedig ott áll a csendben, és hallja, ahogy a saját vére úgy zúg, mint egy hajó, amely elhagy egy kikötőt. - Die Tür fällt ins Schloss, und er steht dort in der Stille und hört sein eigenes Blut rauschen wie ein Schiff, das einen Hafen verlässt. :34. A következő két estén Chiara helye üres marad, Antonio pedig egyedül főz egy konyhában, amely hirtelen nagyobbnak tűnik minden helyiségnél, amelyet ismer. - Die nächsten beiden Abende bleibt Chiaras Platz leer, und Antonio kocht allein in einer Küche, die plötzlich größer wirkt als alle Räume, die er kennt. :35. A kagylókat csak félig eszik meg, a három asztal korábban ürül ki, mint valaha, és a csend más minőségű, mint máskor. - Die Muscheln sind nur halb aufgegessen, die drei Tische früher leer als je zuvor, die Stille von einer anderen Qualität als sonst. :36. A harmadik éjszakán, kevéssel éjfél után, maga mögött behúzza a trattoria ajtaját, és végigmegy a szűk, rosszul megvilágított sikátorokon. - In der dritten Nacht, kurz nach Mitternacht, zieht er die Tür der Trattoria hinter sich zu und geht durch die engen, schlecht beleuchteten Gassen. :37. Elmegy a bezárt üzletek és az állott sütőolaj szaga mellett. - Er geht vorbei an geschlossenen Läden und dem Geruch nach abgestandenem Frittieröl. :38. Ahhoz a régi házhoz megy a pékség fölött, ahol még soha nem járt, és amelynek lépcsőháza nedves fa és kenyér szagát árasztja. - Er geht zu dem alten Haus über der Bäckerei, wo er noch nie gewesen ist und dessen Treppe nach nassem Holz und Brot riecht. :39. Chiara lakásának ajtaja résnyire nyitva áll, bent nincs fény, csak a cigarettája narancsszínű izzása. - Die Tür zu Chiaras Wohnung steht einen Spalt offen, kein Licht darin außer dem orangefarbenen Glühen ihrer Zigarette. :40. Az izzás úgy mozog a sötétben, mint egy világítótorony villanása, amelyet nem neki szántak, és mégis vezeti őt. - Das Glühen bewegt sich in der Dunkelheit wie das Blinken eines Leuchtturms, der nicht für ihn gedacht ist und ihn trotzdem führt. :41. Chiara az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva, és olyan arckifejezéssel néz rá, amely se nem meglepett, se nem megkönnyebbült. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen, und schaut ihn an mit einem Ausdruck, der weder überrascht noch erleichtert ist. :42. Olyan ember arckifejezése ez, aki megnyert egy fogadást, amelyet szívesebben veszített volna el. - Es ist der Ausdruck von jemandem, der eine Wette gewonnen hat, die er lieber verloren hätte. :43. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, a csuklója belső oldalát a mennyezet felé fordítja, aztán hüvelykujjával végigsimít az anyajegyen. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand, dreht die Innenseite ihres Handgelenks zur Decke und streicht dann mit dem Daumen über das Muttermal. :44. Lassan és összpontosítva teszi, mint valaki, aki azt vizsgálja, begyógyult-e egy sebhely, vagy még nyitva van. - Er tut es langsam und konzentriert, wie jemand, der prüft, ob eine Narbe verheilt ist oder noch offen. :45. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :46. A hangja úgy hangzik, mint egy férfi hangja, aki azért mond ki egy mondatot, hogy saját magát meggyőzze arról, hogy hisz benne. - Seine Stimme klingt wie die Stimme eines Mannes, der einen Satz ausspricht, um sich selbst davon zu überzeugen, dass er ihn glaubt. :47. Chiara megtartja a kezét. - Chiara hält seiner Hand stand. :48. Anélkül válaszol, hogy felemelné a hangját: „De az enyém.” - Sie antwortet, ohne die Stimme zu heben: „Aber es ist meins." :49. Együtt alszanak, nem szenvedélyből, nem szánalomból és nem kétségbeesésből. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Mitleid und nicht aus Verzweiflung. :50. Olyan két ember csendes pragmatizmusával alszanak együtt, akik mindketten tudják, hogy éppen olyasmit tesznek, amit nem tudnak visszacsinálni, és akik úgy döntöttek, hogy mégis megteszik. - Sie schlafen miteinander mit der stillen Pragmatik zweier Menschen, die beide wissen, dass sie gerade etwas tun, das sie nicht rückgängig machen können, und die sich entschieden haben, es trotzdem zu tun. :51. Kevéssel öt után Antonio felkel, a sötétben felöltözik, és visszamegy a trattoriába. - Um kurz nach fünf steht Antonio auf, zieht sich im Dunkeln an und geht zurück in die Trattoria. :52. Begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a serpenyőbe – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, amelyet soha nem készített neki, és amelynek most kezdetillata van, bár nem biztos benne, minek a kezdete. - Er zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Pfanne – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie mochte, das er nie für sie gemacht hat, das jetzt nach Anfang riecht, obwohl er nicht sicher ist, wovon. :53. Az első szürke reggeli fény bejön az ablakon, és úgy terül el a munkafelületen, mint valami, ami nem biztos benne, hogy szívesen látják-e. - Das erste graue Morgenlicht kommt durchs Fenster und legt sich auf die Arbeitsfläche wie etwas, das nicht sicher ist, ob es willkommen ist. :54. Antonio a tűzhelynél áll, nézi a tojásokat, ahogy a vajban dermednek, és semmi meghatározottra nem gondol. - Antonio steht am Herd und schaut auf die Eier, die in der Butter stocken, und denkt an nichts Bestimmtes. :55. Chiara egy órával később érkezik, még félig álmosan, bejelentés nélkül az ölébe ül, és a tányérjáról eszik, mintha ez évek óta tartó szokás volna, nem pedig az első alkalom. - Chiara kommt eine Stunde später, noch halb schläfrig, setzt sich ohne Ankündigung auf seinen Schoß und isst von seinem Teller, als wäre das eine jahrelange Gewohnheit und nicht das erste Mal. :56. Antonio nevet, röviden, valóban, saját magán is meglepődve; olyan nevetés ez, amelynek érkezését nem hallotta előre. - Antonio lacht, ein kurzes, echtes, von sich selbst überraschtes Lachen, das er nicht kommen gehört hat. :57. Chiara úgy néz rá, mintha ez a nevetés valami volna, amit megjegyzett magának. - Chiara schaut ihn an, als wäre dieses Lachen etwas, das sie sich gemerkt hat. :58. Aztán megkérdezi, tekintetét újra a tányérra szegezve, olyan mellékességgel, amely nem mellékes: „Maradsz?” - Dann fragt sie, den Blick wieder auf den Teller gesenkt, mit einer Beiläufigkeit, die nicht beiläufig ist: „Bleibst du?" :59. Antonio kinéz az ablakon a kikötőre, ahol egy teherhajó lassan és sietség nélkül indul el, közönyösen, mint minden nagy dolog, amelyet nem érdekel, nézi-e valaki. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den Hafen, wo ein Frachtschiff langsam und ohne Eile abfährt, gleichgültig wie alle großen Dinge, die sich nicht darum scheren, ob man ihnen zuschaut. :60. Azt mondja: „Már maradtam – csak nem itt”, és ezzel olyasmit ért, amit talán még ő maga sem ért teljesen, ami azonban abban a pillanatban az egyetlen lehetséges válasz egy olyan kérdésre, amely többet követel, mint amennyit ő adni tud. - Er sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier", und meint damit etwas, das vielleicht nicht einmal er selbst vollständig versteht, das aber in dem Moment die einzig mögliche Antwort auf eine Frage ist, die mehr verlangt, als er geben kann. :61. Chiara a kézfejével megtörli a száját, feláll, leveszi a kabátját a szék támlájáról, és elmegy. - Chiara wischt sich den Mund mit dem Handrücken ab, steht auf, nimmt ihre Jacke von der Stuhllehne und geht. :62. Úgy megy el, hogy nem fordul vissza, nem csap be ajtót, annak méltóságával, aki választ várt, és meg is kapta. - Sie geht, ohne sich umzudrehen, ohne eine Tür zu schlagen, mit der Würde von jemandem, der eine Antwort erwartet hat und sie bekommen hat. :63. Antonio az asztalnál marad ülve, kezei a már hideg kávésbögrét fogják körül, és nem néz utána. - Antonio bleibt am Tisch sitzen, die Hände um den Kaffeebecher gelegt, der schon kalt ist, und schaut ihr nicht nach. :64. Nem néz a tojásokra, nem néz a kikötőre, és egyszerűen semmire sem néz, miközben odakint egyre világosabb lesz, mintha a világ a szokásos ügyeit intézné, teljesen érintetlenül attól, hogy itt valaki éppen másodszor maradt egyedül két év alatt. - Er schaut nicht auf die Eier und schaut nicht auf den Hafen und schaut einfach nichts an, während das Licht draußen heller wird, als ginge die Welt ihren üblichen Geschäften nach, vollkommen unbeeindruckt davon, dass hier gerade jemand das zweite Mal in zwei Jahren allein geblieben ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és aki csak futólag ismeri, azt mondaná, hogy trattoriát vezet Nápoly kikötőjében. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt, und wer ihn nur flüchtig kennt, würde sagen, er betreibt eine Trattoria am Hafen von Neapel. :2. Három asztal, nincs étlap, egy ablak a víz felé, amelyet soha nem tisztít meg, mert a rajta lévő kosz úgy töri meg a fényt, hogy azt szebbnek találja a tisztaságnál. - Drei Tische, keine Speisekarte, ein Fenster zum Wasser hin, das er nie putzt, weil der Schmutz darauf das Licht auf eine Weise bricht, die er schöner findet als Klarheit. :3. De ez csak a külső héja volna egy történetnek, amelynek magja két éve abban áll, hogy egy férfi minden este ugyanazokat az ételeket főzi olyan vendégeknek, akik soha nem rendelték meg őket, mert az egyetlen ember, akinek valaha készítette őket, már nincs ott, hogy megegye őket. - Aber das wäre nur die äußere Schale einer Geschichte, deren Kern seit zwei Jahren darin besteht, dass ein Mann jeden Abend dieselben Gerichte kocht für Gäste, die sie nie bestellt haben, weil die einzige Person, für die er sie je gemacht hat, nicht mehr da ist, um sie zu essen. :4. Lucia egy keddi napon halt meg, az esti kiszolgálás kellős közepén, leeső test zaja nélkül, dráma nélkül, a keze még egy vendég tányérjának peremén, aki semmit sem vett észre. - Lucia ist an einem Dienstag gestorben, mitten im Abendservice, ohne das Geräusch eines fallenden Körpers, ohne Drama, mit der Hand noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der nichts bemerkt hatte. :5. Antonio a mai napig nem tud visszaemlékezni ennek a vendégnek az arcára, bár megpróbálta, mert azt gondolta, hogy a bűntudatnak horgonyra van szüksége, és ez a férfi volt az egyetlen kézzelfogható. - Antonio kann sich bis heute nicht an das Gesicht dieses Gastes erinnern, obwohl er es versucht hat, weil er dachte, dass Schuld einen Anker braucht, und dieser Mann der einzige greifbare war. :6. Azóta Antonio egy összehajtott gyapjútakarón alszik a konyhapult mögött, nem azért, mert képtelen volna belépni a hálószobába, hanem valamiféle pontosan megválasztott büntetésből, amelyet saját magára rótt ki anélkül, hogy valaha eldöntötte volna, pontosan miért. - Seitdem schläft Antonio auf einer gefalteten Wolldecke hinter der Küchentheke, nicht aus Unvermögen, das Schlafzimmer zu betreten, sondern aus einer Art präzise gewählter Bestrafung, die er sich selbst auferlegt hat ohne je zu entscheiden, wofür genau. :7. Folytatja ezt a büntetést, mert az abbahagyás időközben magyarázatot követelne, amellyel senkinek sem tartozik, legkevésbé saját magának. - Er setzt diese Bestrafung fort, weil das Aufhören inzwischen eine Erklärung erfordern würde, die er niemandem schuldet und sich selbst am allerwenigsten. :8. A három étel – tészta kagylóval, sült cukkini, hideg citromtorta – nem rituálé szentimentális értelemben. - Die drei Gerichte – Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalter Zitronenkuchen – sind kein Ritual im sentimentalen Sinne. :9. Inkább szerkezeti elv, afféle napi állítás arról, hogy a világnak még mindig van rendje, még ha az indoka már el is tűnt. - Sie sind eher ein strukturelles Prinzip, eine Art tägliche Behauptung, dass die Welt noch eine Ordnung hat, auch wenn ihre Begründung fortgefallen ist. :10. Chiara egy hónapja tűnt fel, huszonhét éves, Torinóból menekült el egy olyan nő tömör csomagjával, aki megtanulta, hogy kevesebbre van szükség, mint hinnénk, ha az ember csak kész abbahagyni, hogy olyan dolgokért fizessen, amelyek nem tartoznak hozzá. - Chiara ist vor einem Monat aufgetaucht, siebenundzwanzig Jahre alt, aus Turin geflohen mit dem kompakten Gepäck einer Frau, die gelernt hat, dass man weniger braucht, als man denkt, wenn man nur bereit ist, aufzuhören, für Dinge zu bezahlen, die einem nicht gehören. :11. Egy apró olajbogyós fülbevalót visel, alig hallhatóan selypít, amikor a mondatok hosszabbak lesznek, és az első két hétben olyan keveset beszélt magáról, hogy Antonio a hallgatását az udvariasság egyik formájaként kezdte értelmezni, ami talán az is, vagy talán valami más, amit még nem akart megnevezni. - Sie trägt einen Ohrring mit einer kleinen Olive, lispelt kaum hörbar, wenn die Sätze länger werden, und hat in den ersten zwei Wochen so wenig über sich selbst gesprochen, dass Antonio begann, ihr Schweigen als eine Form von Höflichkeit zu interpretieren, was es vielleicht auch ist, oder vielleicht auch etwas anderes, das er noch nicht benennen wollte. :12. Amit akkor tesz, amikor főzés közben figyeli őt, túl van a kíváncsiságon és innen a vonzalmon. - Was sie tut, wenn sie ihm beim Kochen zuschaut, geht über Neugier hinaus und unter Zuneigung. :13. Olyan ember figyelme ez, aki valami meghatározottat keres, és még nem tudja, megtalálta-e, vagy csak reméli, hogy talán ez az, amit keres. - Es ist die Aufmerksamkeit von jemandem, der etwas Bestimmtes sucht und noch nicht weiß, ob er es gefunden hat oder ob er nur hofft, es könnte das sein, wonach er sucht. :14. Az említett kedd estén, miután az utolsó vendég fizetett, és a konyha abban az állapotban van, amelyet Antonio szépnek nevez, és amely mindenki másnak rendetlenségnek tűnne – kagylóhéjak a mosogató peremén, olívaolaj a tűzhelyen, a petrezselyem még félig aprítatlanul –, lehajtott fejjel hagymát vág, és hagyja folyni a könnyeit. - An besagtem Dienstagabend, nachdem der letzte Gast gezahlt hat und die Küche in dem Zustand ist, den Antonio schön nennt und der allen anderen wie Unordnung vorkäme – Muschelschalen am Rand der Spüle, Olivenöl auf dem Herd, die Petersilie noch halb ungehackt –, schneidet er Zwiebeln mit gesenktem Kopf und lässt die Tränen laufen. :15. Nem azért teszi, mert gyászol, vagy nem csak azért, hanem mert valamikor felhagyott azzal, hogy különbséget tegyen a hagymakönnyek és a többi között, és ez a különbségnélküliség időközben az őszinteség egyik formájának érződik. - Er tut es nicht, weil er trauert, oder nicht nur, sondern weil er irgendwann aufgehört hat, zwischen Zwiebeltränen und den anderen zu unterscheiden, und diese Unterschiedslosigkeit sich inzwischen wie eine Form von Ehrlichkeit anfühlt. :16. Chiara a mosogatónál áll, és a páraelszívó zsírcseppektől erezett, homályos tükrében tekintetük egy olyan véletlen pontosságával találkozik, amely túl jól megrendezettnek hat ahhoz, hogy véletlen legyen. - Chiara steht an der Spüle, und im trüben, von Fettflecken gemaserten Spiegel der Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke mit der Präzision eines Zufalls, der zu gut inszeniert wirkt, um zufällig zu sein. :17. Ott tartják egymást egy pillanatig, amely elég hosszú ahhoz, hogy mindketten tudják, mit jelent, és elég rövid ahhoz, hogy egyikük se legyen kénytelen úgy tenni, mintha tudta volna. - Sie halten sich dort einen Moment, der lang genug ist, dass beide wissen, was er bedeutet, und kurz genug, dass keiner gezwungen ist, so zu tun, als hätte er es gewusst. :18. Anélkül, hogy abbahagyná a vágást, a lehető legmellékesebb hangon azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden, die Stimme so beiläufig wie möglich: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :19. Chiara egy lépéssel közelebb lép, kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen, sósan a kagylóviztől, olyan magától értetődőséggel, amely semmiféle engedélyt nem kért, és nem is volt rá szüksége, ő pedig nem húzza vissza a kezét, mert a teste ebben a pillanatban okosabb az értelménél, vagy legalábbis gyorsabb, és az okosság kérdését későbbre halasztja. - Sie tritt einen Schritt näher, legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm, feucht, salzig vom Muschelwasser, mit einer Selbstverständlichkeit, die keinerlei Erlaubnis eingeholt hat und keine brauchte, und er zieht die Hand nicht zurück, weil sein Körper in diesem Moment klüger ist als sein Verstand, oder wenigstens schneller, und die Frage der Klugheit auf später vertagt. :20. Így állnak, amíg a mobiltelefon rezegni nem kezd a nő kötényzsebében. - Sie stehen so, bis das Handy in ihrer Schürzentasche vibriert. :21. A valóság visszaváltoztatja őket két emberré, akik petrezselymet aprítanak, kagylót mosnak, és semmi többé. - Die Wirklichkeit verwandelt sie in zwei Menschen zurück, die Petersilie hacken und Muscheln waschen und nichts weiter. :22. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek, megosztanak egy cigarettát egy olyan ritmusban, amely saját magát találta ki, és úgy hallgatnak, hogy az nem árul el kényelmetlenséget. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür, teilen sich eine Zigarette in einem Rhythmus, der sich selbst erfunden hat, schweigen auf eine Art, die kein Unbehagen verrät. :23. Lucio Battistit hallgatják, aki a szemközti ablakon át lép be a sötétbe, olyan halkan, hogy éppúgy lehetne emlék, mint egy dal, amelyet éppen lejátszanak. - Sie hören auf Lucio Battisti, der durch ein Fenster von gegenüber ins Dunkel tritt, so leise, dass er ebenso eine Erinnerung sein könnte wie ein Lied, das gerade gespielt wird. :24. Chiara megcsókolja őt anélkül, hogy bejelentené a pillanatot, anélkül a tétovaság nélkül, amely ambivalenciát feltételez, szája citrom és vörösbor ízű, és egy olyan nő csendes elszántságáé, aki eldöntötte, hogy vállalja a kockázatot. - Chiara küsst ihn, ohne den Moment anzukündigen, ohne die Zögerlichkeit, die Ambivalenz voraussetzt, ihr Mund nach Zitrone und Rotwein und der stillen Entschlossenheit einer Frau, die beschlossen hat, dass sie das Risiko eingeht. :25. Antonio lehunyja a szemét, és kezét a nő tarkójára teszi, ujjai szinte fájdalmasan szorosan tartják, mintha a kapaszkodás pótolhatná azt, amit a nyelv nem tud, és a perc töredékére a világ erre az egy pontra hajtódik össze, melegségre, sóra, a távoli dalra, a kikötő szagára. - Antonio schließt die Augen und legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fast schmerzhaft fest, als könnte Festhalten das ersetzen, was Sprache nicht kann, und für den Bruchteil einer Minute ist die Welt auf diesen einen Punkt zusammengefaltet, auf Wärme, auf Salz, auf das ferne Lied, auf den Geruch des Hafens. :26. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kis sötét anyajegyet a bal kulcscsontja alatt, olyan konkrét, olyan változhatatlanul ismerős helyen, hogy az agya végrehajtja a társítást, mielőtt megakadályozhatná. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines dunkles Muttermal unter ihrem linken Schlüsselbein, an einer Stelle so spezifisch, so unveränderlich vertraut, dass sein Gehirn die Assoziation vollzieht, bevor er sie verhindern kann. :27. Ezzel a társítással egyszerre tér vissza minden – nem fájdalomként, hanem valami hidegebbként, pontosabbként, mint egy sebészi vágás valamiben, amit gyógyultnak hitt az ember. - Mit dieser Assoziation kommt alles auf einmal zurück – nicht als Schmerz, sondern als etwas Kälteres, Präziseres, wie ein chirurgischer Schnitt in etwas, das man für verheilt gehalten hatte. :28. Átmenetek nélküli teljességgel dermed meg, feláll és elmegy. - Er erstarrt mit einer Vollständigkeit, die keine Übergänge kennt, steht auf und geht. :29. A konyhaajtó valami végleges hangjával csukódik be mögötte, ő pedig az üres konyhában áll, hallja saját lélegzetét, és azon tűnődik, gyáva dolog-e, amit az imént tett, és nem jut eredményre. - Die Küchentür schließt sich hinter ihm mit dem Laut von etwas Endgültigem, und er steht in der leeren Küche und hört seinen eigenen Atem und fragt sich, ob es feige ist, was er gerade getan hat, und kommt zu keinem Ergebnis. :30. A következő két este Chiara helye üres, Antonio pedig egy olyan konyhában főz tovább, amelynek méretei ugyanazok, mint mindig, és mégis másnak érződik, talán tágasabbnak, vagy üresebbnek. - Die nächsten zwei Abende ist Chiaras Platz leer, und Antonio kocht in einer Küche, die dieselben Maße hat wie immer und sich trotzdem anders anfühlt, weiter vielleicht, oder leerer. :31. Abban a sajátos értelemben üresebb, hogy hiányzik valami, ami nemrég még nem is volt ott, és amelynek hiányát ezért élesebben érzékeli, mint azokét a dolgokét, amelyek régebb óta hiányoztak. - Es ist leerer in dem spezifischen Sinne, dass etwas fehlt, das noch vor kurzem noch nicht da war und dessen Abwesenheit deshalb schärfer registriert wird als die von Dingen, die länger fehlten. :32. A harmadik éjszakán, éjfél után bezárja a trattoriát. - In der dritten Nacht, nach Mitternacht, schließt er die Trattoria ab. :33. Végigmegy a szűk sikátorokon, elhalad az öreg sütőolaj szaga és egy kapualjból jövő macskahang mellett, a pékség fölötti házhoz, egy ajtóhoz, amely résnyire nyitva áll. - Er geht durch die engen Gassen, vorbei an dem Geruch nach altem Frittieröl und dem Katzengeräusch in einer Einfahrt, zu dem Haus über der Bäckerei, zu einer Tür, die einen Spalt offen steht. :34. Az ajtó nyitva áll, mintha tudta volna, hogy jönni fog, vagy mintha Chiara tudta volna, hogy jönni fog, ami ugyanarra fut ki. - Die Tür steht offen, als hätte sie gewusst, dass er kommen würde, oder als hätte Chiara gewusst, dass er kommen würde, was auf dasselbe hinausläuft. :35. Chiara az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva, a cigaretta az ujjai között, és olyan ember arckifejezésével néz rá, aki megnyert egy fogadást, amelyet nem akart megnyerni. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen, die Zigarette zwischen den Fingern, und schaut ihn an mit dem Ausdruck von jemandem, der eine Wette gewonnen hat, die zu gewinnen er nicht wollte. :36. Nem akarta megnyerni, mert az ár nem stimmel. - Er wollte sie nicht gewinnen, weil der Preis nicht stimmt. :37. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, tenyérrel felfelé fordítja, és hüvelykujjával lassan, többször végigsimít az anyajegyen. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand, dreht die Innenfläche nach oben und streicht mit dem Daumen über das Muttermal, langsam, mehrmals. :38. Úgy teszi, mint aki ellenőrzi, hogy valami valóban ott van-e, vagy csak úgy néz ki, mint amit látni vár. - Er tut es wie jemand, der überprüft, ob etwas wirklich da ist oder nur so aussieht wie das, was er zu sehen erwartet. :39. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :40. A hangja úgy hangzik, mint egy férfi hangja, aki valós időben próbálja meggyőzni saját magát arról, hogy igaza van. - Seine Stimme klingt wie die Stimme eines Mannes, der versucht, sich selbst in Echtzeit davon zu überzeugen, dass er recht hat. :41. Chiara nem húzza vissza a kezét. - Chiara zieht die Hand nicht zurück. :42. Annak a nyugalmával felel, aki ezt a mondatot már előre látta jönni: „De ez az enyém.” - Sie antwortet mit der Ruhe von jemandem, der diesen Satz schon kommen hat sehen: „Aber es ist meins." :43. Együtt alszanak, nem szenvedélyből, nem gyászból, és nem abból a tévedésből, hogy a testek meggyógyítják azt, amire a nyelv nem képes. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Trauer und nicht aus dem Irrtum, dass Körper heilen, was Sprache nicht schafft. :44. Két felnőtt józan beleegyezésével teszik, akik mindketten tudják, hogy olyasmit tesznek, aminek következményei vannak, és akik úgy döntöttek, hogy a következményeket holnapra halasztják. - Sie tun es mit der nüchternen Zustimmung zweier Erwachsener, die beide wissen, dass sie etwas tun, das Konsequenzen hat, und die sich entschieden haben, die Konsequenzen auf morgen zu verschieben. :45. Nem sokkal öt után Antonio felöltözik, visszamegy a trattoriába, begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a vajba – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, és amelyet ő soha nem készített neki. - Um kurz nach fünf zieht Antonio sich an, geht zurück in die Trattoria, zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Butter – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie gemocht hat, das er nie für sie gemacht hat. :46. Most a csendes konyhában valaminek az illata terjeng, amit kezdetnek nevezne, ha biztos volna benne, hogy az. - Es riecht jetzt in der stillen Küche nach etwas, das er Anfang nennen würde, wenn er sich sicher wäre, ob das stimmt. :47. A reggeli fény a piszkos ablakon át ráfekszik a munkafelületre. - Das Morgenlicht legt sich durch das schmutzige Fenster auf die Arbeitsfläche. :48. Megtört és szórt, azon a módon, amelyet szebbnek talál a tisztaságnál. - Es ist gebrochen und diffus, auf die Weise, die er schöner findet als Klarheit. :49. Chiara egy órával később érkezik, minden előzetes bejelentés nélkül az ölébe ül, és az ő tányérjáról eszik annak a szokásnak a magától értetődőségével, amelyet éppen feltalál. - Chiara kommt eine Stunde später, setzt sich ohne Vorankündigung auf seinen Schoß und isst von seinem Teller mit der Selbstverständlichkeit einer Gewohnheit, die sie gerade erfindet. :50. Antonio nevet – egy rövid, valódi, saját magát is meglepő nevetéssel, amely úgy változtatja meg a teret, ahogy ő nem tudta volna leírni, de amit a nő olyan ember tekintetével regisztrál, aki figyel. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes, von sich selbst überraschtes Lachen, das den Raum verändert auf eine Art, die er nicht hätte beschreiben können, das aber von ihr registriert wird mit dem Blick von jemandem, der aufpasst. :51. Aztán megkérdezi, még mindig villával a kezében, tekintetét a tányérra szegezve, gondosan megszerkesztett mellékességgel: „Maradsz?” - Dann fragt sie, die Gabel noch in der Hand, den Blick auf den Teller gesenkt, mit einer Beiläufigkeit, die sorgfältig konstruiert ist: „Bleibst du?" :52. Antonio kinéz az ablakon a kikötőre, ahol egy teherhajó hangtalanul és sietség nélkül hagyja el a helyét, a nagy dolgok teljes közönyével aziránt, ami a peremükön történik, és azt mondja: „Már maradtam – csak nem itt.” - Antonio schaut aus dem Fenster auf den Hafen, wo ein Frachtschiff lautlos und ohne Eile seinen Platz verlässt, mit der vollständigen Gleichgültigkeit großer Dinge gegenüber dem, was an ihren Rändern passiert, und sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier." :53. Ez egy olyan mondat, amely abban a pillanatban igaz és hiányos, és a legjobb, amit fel tud ajánlani, és tudja, hogy a nő érti, mire gondol, és tudja, hogy az értés nem ugyanaz, mint az egyetértés. - Es ist ein Satz, der in dem Moment wahr ist und unvollständig und das Beste, was er anbieten kann, und er weiß, dass sie versteht, was er meint, und er weiß, dass Verstehen nicht dasselbe ist wie Einverstanden-Sein. :54. Chiara kézfejével megtörli a száját, egy olyan mozdulattal, amelyben nincs semmi drámai, és éppen ezért hat olyan véglegesnek, feláll, fogja a kabátját, és elmegy. - Chiara wischt sich den Mund mit dem Handrücken ab, mit einer Geste, die nichts Dramatisches hat und gerade deshalb so endgültig wirkt, steht auf, nimmt ihre Jacke und geht. :55. Nem csap be ajtót, és nem fordul vissza, annak a méltóságával, aki őszinte választ kapott, és jobban szerette volna, ha nem kapja meg. - Sie schlägt keine Tür und dreht sich nicht um, mit der Würde von jemandem, der eine ehrliche Antwort erhalten hat und sie lieber nicht gehabt hätte. :56. Antonio az asztalnál marad ülve, kezei a kihűlt kávésbögre körül, és nem néz utána, nem néz a tojásokra, nem néz a kikötőre, és egyszerűen semmire sem néz, miközben a piszkos ablakon át a fény egyre világosabb és szórtabb lesz. - Antonio bleibt am Tisch sitzen, die Hände um den erkalteten Kaffeebecher, und schaut ihr nicht nach und schaut nicht auf die Eier und schaut nicht auf den Hafen und schaut einfach nichts an, während das Licht durch das schmutzige Fenster heller und diffuser wird. :57. Arra gondol, hogy most két éven belül másodszor ül egyedül ennél az asztalnál, és azon tűnődik, vajon ez minta-e vagy véletlen, és ahogy már legutóbb is, most sem jut semmiféle használható eredményre. - Er denkt daran, dass er jetzt zum zweiten Mal in zwei Jahren allein an diesem Tisch sitzt, und fragt sich, ob das ein Muster ist oder ein Zufall, und kommt, wie schon beim letzten Mal, zu keinem brauchbaren Ergebnis. ------------------------- == 75 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Dr. Stephen Harding wohnt in Oxford. Er ist 53 Jahre alt. Er ist Dozent am St. Anne's College. Er liebt alte Bücher. Sein Zimmer ist voll mit Büchern. Heute kommt ein Gast. Der Gast heißt Dr. James Calloway. James ist 31 Jahre alt. Er ist neu an der Universität. Er hat eine Stelle bekommen. Stephen hat auf diese Stelle gehofft. Er wollte sie für seinen Freund. Aber James hat sie bekommen. Es ist vier Uhr nachmittags. Stephen stellt das Teeservice auf den Tisch. Das Service ist aus Silber. Es ist sehr alt und sehr schön. James steht vor der Tür. Er klingelt eine Minute zu früh. Stephen wartet zwei Minuten. Dann öffnet er die Tür. Er sagt: „Ah, pünktlich. Das ist selten heute." James lächelt. Das Lächeln ist nicht ganz echt. Er geht in die Wohnung. Es riecht nach alten Büchern. Sie setzen sich in zwei große Sessel. Zwischen ihnen steht ein kleiner Tisch. Stephen gießt den Tee ein. Er gibt zuerst die Milch in die Tasse. Das ist die alte englische Art. Er fragt: „Ein Keks?" Er reicht die Dose. James nimmt zwei Kekse. Stephen sieht das. Er hebt eine Augenbraue. Er sagt: „Meine Mutter hat immer gesagt: Nur einfache Leute nehmen zwei." James beißt in den Keks. Er sagt: „Meine Mutter hat immer gesagt: Nur reiche Leute haben Angst zu nehmen." Es wird still im Zimmer. Ein Löffel klappert auf einer Tasse. Stephen trinkt seinen Tee. Er fragt: „Haben Sie sich schon eingelebt?" James nickt. Er sagt: „Die Bibliothek ist sehr gut. Aber die Bücher sind nicht gut sortiert." Stephens Hand bewegt sich kurz. Er sagt: „Mein alter Kollege hatte sein eigenes System. Er war ein Genie." Er betont das Wort „sein". James hört das. Er sagt: „Ein Genie braucht auch Ordnung. Manchmal." Sie trinken beide gleichzeitig. Draußen regnet es leicht. Sie reden über das Wetter. Sie reden über die neue Bibliothek. Jedes Wort hat zwei Bedeutungen. Aber sie sagen das nicht direkt. Nach einer Stunde steht James auf. Er streckt die Hand aus. Stephen nimmt die Hand. Er hält sie etwas zu lang. Er sagt: „Wir machen das wieder." James sagt: „Gerne. Nächstes Mal bei mir. Ich mache Kaffee. Den modernen." Er geht zur Tür. An der Tür dreht er sich um. Er sagt: „Die Kekse waren sehr gut. Hat Ihre Mutter das Rezept aus Indien?" Stephens Lächeln wird fest. Die Tür geht zu. James geht den Flur hinunter. Er atmet tief aus. Im Zimmer wischt Stephen die Krümel von seiner Jacke. Dann lächelt er kurz. Keiner hat gewonnen. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Dr. Stephen Harding lebt seit vielen Jahren in Oxford, in einer großen Wohnung voller alter Bücher. Er arbeitet am St. Anne's College und kennt jeden Winkel dieser Universität. An diesem Nachmittag erwartet er einen Gast, und er ist nicht glücklich darüber. Der Gast heißt Dr. James Calloway, er ist neu hier und hat eine Stelle bekommen. Diese Stelle war für Stephens Schützling gedacht, aber die Universität hat anders entschieden. Stephen hat das Teeservice schon früh vorbereitet, das silberne, das er nur für wichtige Besuche benutzt. Um vier Uhr klingelt es an der schweren Eichentür. Stephen schaut auf die Uhr, wartet genau zwei Minuten, dann geht er zur Tür. Er öffnet sie und sagt mit einem kleinen Lächeln: „Ah, pünktlich – das ist selten bei Ihrer Generation." James steht im Flur, er trägt neue Schuhe und lächelt etwas zu breit für diesen Moment. Er sagt „Guten Tag" und tritt ein, der Flur riecht nach Wachs und alten Zigaretten. Sie gehen ins Wohnzimmer und setzen sich in zwei tiefe Sessel gegenüber einem kleinen Tisch. Auf dem Tisch steht das silberne Tablett mit zwei Tassen, einer Kanne Tee und einer Dose Kekse von Fortnum & Mason. Stephen gießt den Tee ein, zuerst die Milch, dann den Tee, ganz langsam und ohne zu erklären warum. Er fragt: „Ein Keks, Dr. Calloway?" und hält ihm die Dose hin. James nimmt zwei Kekse, ohne nachzudenken, weil er Hunger hat und die Kekse gut aussehen. Stephen sieht es sofort und hebt eine Augenbraue, fast unmerklich, aber James bemerkt es. Stephen sagt ruhig: „Meine Mutter pflegte zu sagen, dass nur einfache Menschen zwei nehmen." James beißt in den Keks und antwortet ohne Pause: „Meine Mutter sagte immer, dass nur ängstliche Menschen nur einen nehmen." Es wird still, nur ein Löffel klappert leise auf einer Porzellanuntertasse. Sie trinken ihren Tee und schauen kurz aus dem Fenster, wo der Regen sanft gegen das Glas klopft. Stephen fragt nach einer Weile: „Und, haben Sie sich schon ein bisschen eingelebt hier?" James nickt und sagt, die Bibliothek sei wirklich beeindruckend, aber die Katalogisierung der Spezialsammlung sei etwas unübersichtlich. Stephens Finger bewegen sich kurz auf der Sessellehne, dann liegen sie wieder still. Er sagt langsam: „Mein verstorbener Kollege – der Mann, dessen Stuhl Sie jetzt innehaben – hatte dort sein ganz eigenes System." Die Betonung auf „dessen Stuhl" ist leise, aber deutlich. James hört sie und sagt freundlich: „Genie und Ordnung schließen sich ja nicht aus, manchmal gehen sie gut zusammen." Stephen lächelt, aber das Lächeln erreicht die Augen nicht. Sie reden weiter über harmlose Dinge: die Renovierung der Bibliothek, das schlechte Wetter, ein neues Restaurant in der Stadt. Aber hinter jedem Satz liegt etwas anderes, etwas Ungesagtes, das beide spüren und keiner ausspricht. James trinkt seinen Tee aus und stellt die Tasse sorgfältig auf die Untertasse zurück. Nach etwa einer Stunde steht er auf und streckt die Hand aus. Stephen steht auch auf, nimmt die Hand und hält sie einen Moment zu lang. Er sagt: „Wir sollten das bald wiederholen, es war ein angenehmer Nachmittag." James antwortet: „Sehr gerne, das nächste Mal bei mir – ich mache Kaffee, diese moderne Art, Sie wissen schon." Er geht zur Tür, bleibt dann kurz stehen und dreht sich noch einmal um. Er sagt mit einem leichten Lächeln: „Die Kekse waren übrigens ausgezeichnet – hat Ihre Mutter das Rezept vielleicht aus Indien mitgebracht?" Stephens Lächeln wird für eine Sekunde ganz fest, dann bleibt es einfach stehen. Die Tür fällt zu, nicht laut, aber endgültig. James geht den langen Flur hinunter und atmet einmal tief und langsam aus. Im Zimmer steht Stephen noch einen Moment, dann wischt er die Krümel sorgfältig von seinem Tweedjackett. Er geht zum Fenster und schaut auf die nasse Straße hinaus. Nach einer Weile lächelt er, kurz und kaum sichtbar, fast für sich selbst. Es war unentschieden, und das ist selten genug. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung von Dr. Stephen Harding lag im zweiten Stock eines alten Sandsteingebäudes. Die Universität Oxford trug dieses Gebäude seit Jahrhunderten wie einen müden, aber stolzen Veteranen mit sich. Bücher standen nicht nur in den Regalen, sondern auch auf dem Boden, auf Fensterbänken und auf dem schmalen Flurtisch. Es wirkte, als hätten sie sich im Laufe der Jahre selbstständig vermehrt und alle freien Flächen stillschweigend in Besitz genommen. Es war ein Dienstagnachmittag im Oktober, und der Himmel über Oxford war das übliche gleichgültige Grau. Stephen hatte seit dem Frühstück ein leises, unangenehmes Gefühl im Bauch, das er konsequent ignorierte. Um halb vier deckte Mrs. Pargetter das Teeservice auf dem niedrigen Tisch zwischen den beiden Ledersesseln. Sie stellte die Dose mit den Keksen von Fortnum & Mason dazu und verschwand dann wieder so lautlos, wie sie gekommen war. Stephen saß bereits in seinem Sessel. Er las aber nicht wirklich, sondern hörte auf die Schritte im Treppenhaus. Um drei Minuten vor vier klingelte es. Er legte das Buch auf die Armlehne, stand auf, zog die Jacke gerade und wartete, bis die Uhr auf dem Kaminsims genau vier Uhr anzeigte. Dann ging er zur Tür. Der Mann, der vor ihm stand, war jünger, als Stephen ihn sich vorgestellt hatte. Das galt nicht im Sinne des Alters, das Stephen natürlich kannte, sondern in der Art, wie James Calloway dastand, mit einem offenen Lächeln und Schuhen, die so neu waren, dass sie beim Gehen leise quietschten. „Herein", sagte Stephen ohne die übliche Begrüßungsformel. Das brachte James' Lächeln für den Bruchteil einer Sekunde ins Stocken. Sie setzten sich, und Stephen goss den Tee ein – zuerst die Milch, dann den Tee, eine Reihenfolge, über die unter englischen Akademikern seit Generationen ernsthaft gestritten wurde. Dann schob Stephen die Keksdose in James' Richtung. James nahm zwei, ohne nachzudenken. Er hatte seit dem Mittag nichts gegessen, und der Geruch des frischen Gebäcks war stärker als seine gesellschaftliche Vorsicht. Stephen hob eine Augenbraue. Es war eine fast theatralische Geste, die er im Laufe von dreißig Jahren akademischen Lebens perfektioniert hatte. „Meine Mutter bestand darauf", sagte er beiläufig, als spreche er über das Wetter, „dass man an einem fremden Tisch immer nur einen nimmt. Alles andere verrät mehr über den Menschen als jede Visitenkarte." James kaute, schluckte und antwortete ebenso entspannt: „Meine Mutter hat mich gelehrt, dass man an einem fremden Tisch ruhig zwei nehmen darf. Denn wer aus Angst vor dem Urteil anderer hungrig bleibt, verrät damit ebenfalls eine ganze Menge." Eine kleine Stille entstand, die keiner der beiden beeilte sich zu füllen. Das leise Klingen eines Teelöffels auf Porzellan klang in diesem Moment unverhältnismäßig laut. Stephen trank einen Schluck und stellte die Tasse mit der Präzision eines Mannes ab, dem Genauigkeit zur zweiten Natur geworden war. Dann fragte er mit echtem Interesse in der Stimme, das allerdings sehr sorgfältig konstruiert war: „Und wie finden Sie sich zurecht, jetzt, nach den ersten Wochen?" James berichtete, die Bibliothek sei außergewöhnlich gut bestückt, was er aufrichtig meinte. Dann fügte er hinzu, die Katalogisierung der Spezialsammlung im dritten Stock sei etwas schwer zu durchschauen, was er ebenfalls aufrichtig meinte, wenn auch aus einem anderen Grund. Stephens linke Hand, die locker auf der Sessellehne gelegen hatte, zog sich unmerklich zusammen. „Professor Aldridge", sagte er nach einem kurzen Moment, und der Name klang in seinem Mund wie ein sorgfältig poliertes Stück Porzellan. „Professor Aldridge hatte für seine Sammlung ein System entwickelt, das zunächst unzugänglich wirkt, aber bei näherer Beschäftigung eine innere Logik offenbart, die ich für genial halte." Er machte eine kleine Pause. „Er hinterließ übrigens diesen Sessel. Den, in dem Sie jetzt sitzen." James ließ den Blick kurz auf die Armlehnen fallen, als prüfe er, ob das Leder ihm irgendetwas zu sagen habe. Dann sagte er: „Komfortabler Sessel. Gutes System und Komfort schließen sich ja selten aus." Sie sprachen noch eine Weile über die geplante Renovierung der Unteren Bibliothek, über einen Gastvortrag im nächsten Semester und über die Frage, ob der neue Bürgermeister von Oxford die Fahrradwege wirklich ausbauen werde oder nur so tue, als plane er es. Diese Gespräche klangen so vollkommen harmlos, dass man das Gegenteil hätte annehmen müssen. Als James nach einer Stunde aufstand und die Hand ausstreckte, ergriff Stephen sie mit einem festen Griff, der eine Sekunde zu lang dauerte. Es war eine Geste, die James nicht kommentierte, weil er genau wusste, was sie bedeutete. „Wir machen das wieder", sagte Stephen. Es klang wie eine Einladung und wie eine Ankündigung gleichzeitig. „Sehr gerne", antwortete James, „das nächste Mal bei mir. Ich habe leider keine Fortnum-&-Mason-Dose, aber der Kaffee ist gut, versprochen." An der Tür zögerte er einen Moment, fast so, als habe er etwas vergessen. Dann drehte er sich halb um und sagte mit einer Freundlichkeit, die perfekt saß: „Ach, und die Kekse waren wirklich ausgezeichnet – ist das ein altes Familienrezept?" „Von meiner Mutter", sagte Stephen. „Aus Indien?", fragte James, schon fast auf der Treppe. Die Tür fiel zu, leise und bestimmt. Stephen stand noch einen Moment im Flur. Dann kehrte er ins Wohnzimmer zurück, blieb beim Fenster stehen und schaute auf die nasse Straße, auf der Studenten mit hochgezogenen Kapuzen an den alten Steinhäusern vorbeihasteten. Er wischte die Krümel vom Revers seines Tweedjacketts. Es war eine Geste, die er sich nicht hätte erklären können. Dann lächelte er – kurz, präzise, und fast ohne es zu wollen. Unentschieden, dachte er. Vorläufig. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung von Dr. Stephen Harding war weniger ein Ort des Wohnens als vielmehr ein dreidimensionales Archiv seiner intellektuellen Biografie. In diesem Archiv legten jeder Stapel, jede abgegriffene Buchrückenreihe und jedes auf Fensterbänken abgelegte Manuskript eine Art stummer Zeugenaussage über dreißig Jahre akademischen Lebens ab. October light, wie die Engländer das nannten – dieses sparsame, fast schon entschuldigende Herbstlicht, das durch die hohen Sprossenfenster fiel und die Staubpartikel in der Luft zu goldenen Fragmenten verwandelte, die sich kaum bewegten, als hätte die Zeit in diesem Zimmer beschlossen, sich ein wenig Zeit zu lassen. Stephen hatte das Teeservice bereits um halb vier aufdecken lassen und danach Mrs. Pargetter mit einem kurzen Nicken entlassen. Das tat er nicht, weil ihn ihr Anblick beim Tee störte, sondern weil er das Gespräch, das er erwartete, ohne Publikum führen wollte. Er kannte James Calloways Akte gut genug: erstklassiger Abschluss in Manchester, Promotion in Edinburgh über spätrepublikanische Rhetorik, drei Aufsätze in Fachzeitschriften, die er heimlich gelesen und widerwillig als solide bezeichnet hatte. Aber das Entscheidende an Calloway war nicht, was in den Akten stand, sondern was nicht darin stand, nämlich jene Herkunft aus einer Bergarbeiterfamilie in County Durham, die dem Mann zweifellos einen bestimmten Hunger mitgegeben hatte, und es war dieser Hunger, der Stephen mehr beunruhigte als jede Qualifikation. Es klingelte um drei Minuten vor vier. Stephen saß und ließ die Minuten vergehen wie jemand, der ein langwieriges Experiment mit wissenschaftlicher Gleichmut beobachtet. Er öffnete die Tür erst, als die Uhr auf dem Kaminsims ein trockenes, mechanisches Viertelstundensignal abgab. James Calloway stand im Treppenhaus in einem Tweedsakko, das gut saß, aber noch nicht gelebt hatte, mit Schuhen, die so neu waren, dass das Leder beim Gehen auf dem Parkettboden ein leises, verräterisches Knacken erzeugte. Er stand dort mit einem Lächeln, das entweder sehr echt oder sehr professionell war – Stephen hatte nach einem kurzen Blick noch keine abschließende Meinung. „Dr. Calloway", sagte er, trat zur Seite und überließ dem anderen die Entscheidung. Der andere musste entscheiden, ob diese Begrüßung herzlich oder kühl gemeint war. Sie setzten sich in die tiefen Ledersessel, zwischen denen das silberne Tablett stand mit der Kanne, den Tassen, der Milch und der Dose mit den Keksen. Stephen bestellte die Kekse seit Jahren bei Fortnum & Mason in der Piccadilly, nicht weil er sie für unersetzlich hielt, sondern weil die Dose selbst eine Art Aussage war, die keine weiteren Worte benötigte. Er goss ein – zuerst die Milch, dann den Tee, in dieser Reihenfolge, ohne Erklärung oder Entschuldigung. Er tat es, als handle es sich um eine Naturkonstante, die zu kommentieren so absurd wäre wie das Kommentieren der Schwerkraft. Als er die Keksdose in Calloways Richtung schob, nahm dieser zwei. Es war eine Bewegung, die so beiläufig war, dass sie offensichtlich nicht beiläufig gemeint sein konnte, oder vielleicht doch, was das Ganze noch interessanter machte. Stephen ließ einen Moment verstreichen, den er mit einem kleinen Schluck Tee füllte. Dann sagte er in dem Ton eines Mannes, der eine Beobachtung mitteilt und nicht ein Urteil fällt: „Es gibt eine Ansicht – ich glaube, meine Mutter hat sie in dieser Formulierung von ihrer Mutter geerbt –, dass an einem fremden Tisch nur die Menschen zwei nehmen, die es gewohnt sind, sich bedienen zu lassen, und nicht die, die es gelernt haben, sich zu beherrschen." James kaute, ließ sich mit der Antwort keine Zeit, aber auch keine Hast. Dann erwiderte er: „In meiner Familie galt die entgegengesetzte Lektion als elementar, nämlich dass an einem fremden Tisch nur die Menschen einen nehmen, die Angst haben, als bedürftig zu gelten – und dass diese Angst selbst das deutlichste Klassenzeichen ist, das man tragen kann." Die Stille, die daraufhin entstand, war keine unangenehme, aber sie hatte Substanz. Das Klingen des Teelöffels, den James auf der Untertasse ablegte, hatte in ihr eine merkwürdige Endgültigkeit. Sie sprachen über Oxford, über die Renovierungspläne für die Untergeschossebibliothek, über einen Kollegen, der im vergangenen Semester in den Ruhestand gegangen war, und über das unbeständige Oktoberwetter. In all diesen harmlosen Sätzen arbeiteten beide mit der Sorgfalt von Männern, die wissen, dass das eigentliche Gespräch nie direkt geführt wird, sondern immer durch die Wahl der Beispiele, der Adjektive und der Pausen. Als James erwähnte, die Katalogisierung der Spezialsammlung im dritten Stock sei schwer zugänglich, fast so, als sei das System mit Absicht für Außenstehende undurchschaubar gestaltet worden, bewegten sich Stephens Finger auf der Armlehne. Sie bewegten sich so kurz und so kontrolliert, dass es kaum als Reaktion zu erkennen war. „Professor Aldridge", sagte Stephen, und der Name enthielt in seiner Aussprache mehr Information als ein dreiseitiger Nachruf. „Professor Aldridge hatte die Überzeugung, dass ein Ordnungssystem nur dann wirklich gut ist, wenn es von jemandem mit der nötigen Vorbildung und Geduld verstanden werden kann – und dass es nicht die Aufgabe des Systems ist, jeden einzuladen." Er hob die Tasse. „Er saß übrigens in dem Sessel, in dem Sie gerade sitzen. Achtzehn Jahre lang." James ließ einen Blick auf die Armlehnen fallen, kurz genug, um nicht respektlos zu wirken. Dann sagte er: „Dann hoffe ich, dass das Leder noch etwas von seiner Argumentation gespeichert hat. Man lernt leichter, wenn man sitzt, wo andere gedacht haben." Was folgte, war gut eine Stunde weiteres Gespräch, das sich in Thema und Ton von der scheinbar harmlosen Oberfläche nie entfernte und darunter umso dichter webte. Wer es von außen beobachtet hätte, hätte zwei Männer gesehen, die höflich Tee trinken und über akademische Nebensächlichkeiten sprechen, und hätte nichts von dem Druck gespürt, der in jedem dritten Satz saß wie eine Klinge in einer Scheide aus Samt. Als James aufstand, streckte er die Hand aus. Stephen ergriff sie mit einem Griff, der eine Sekunde zu lang war – keine Feindseligkeit, nur eine Erinnerung daran, wer hier der ältere Mann war und wer das Territorium kannte. „Wir sollten das zur Gewohnheit machen", sagte Stephen. „Sehr gerne", antwortete James, „obwohl ich fürchte, ich werde beim nächsten Mal keinen Tee anbieten können, der sich mit Ihrem messen kann – nur Kaffee, leider, diese zweckorientierte nordische Art." An der Tür blieb er stehen, mit der Hand schon am Türknauf. Dann drehte er sich mit einem Lächeln um, das Stephen nicht ganz einordnen konnte: „Die Kekse, nebenbei bemerkt – wirklich außergewöhnlich. Ist das ein Rezept aus Ihrer Familie?" „Von meiner Mutter", sagte Stephen. „Aus Indien?", sagte James, schon auf der Treppe. Die Tür fiel zu mit einem leisen, präzisen Klicken, das in der Stille unverhältnismäßig deutlich war. Stephen stand noch einen Moment im Flur, dann ging er langsam zurück ins Wohnzimmer. Er blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James zwei Stockwerke tiefer auf die Straße trat, den Kragen hochschlug und ohne zurückzublicken in Richtung Bodleian verschwand, mit dem gleichmäßigen Schritt eines Mannes, der sich nichts anmerken lässt. Er wischte mit zwei Fingern einen kaum sichtbaren Krümel vom Revers seines Jacketts. Es war eine Geste, die er nicht bewusst steuerte, die aber vielleicht deshalb die ehrlichste des ganzen Nachmittags war. Dann lächelte er – nicht für jemanden, nicht aus einem bestimmten Grund. Oder vielleicht lächelte er aus dem einzigen Grund, dass das Gespräch so verlaufen war, wie ein gutes Gespräch verlaufen soll: ohne Sieger, ohne Niederlage, und mit genug offenen Enden, um beim nächsten Mal weiterzumachen. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung von Dr. Stephen Harding hatte im Laufe der Jahrzehnte jenen Zustand erreicht, der in akademischen Kreisen gelegentlich als „bewohntes Archiv" bezeichnet wird. Dieser Zustand unterscheidet sich von gewöhnlicher Unordnung weniger durch das Ausmaß als durch die innere Überzeugung, mit der jeder Stapel, jedes quer abgelegte Manuskript und jede auf Fensterbänken vergessene Fachzeitschrift behauptet, genau dort zu liegen, wo es hingehört – ein Anspruch, dem die Bücher durch ihre schiere Anzahl eine gewisse Autorität verliehen hatten. Es war einer jener Oktobernachmittage, an denen das Licht über Oxford so sparsam und zugleich so präzise fällt, dass es weniger wie natürliche Beleuchtung wirkt als wie eine dramaturgische Entscheidung. Stephen hatte seit dem Morgen das dumpfe, sich beharrlich ignorierende Unbehagen mit sich getragen, das entsteht, wenn man einen Menschen empfangen muss, dessen bloße Existenz in der eigenen Welt man lieber nicht zur Kenntnis nehmen würde. James Calloway war nicht das Problem – oder genauer gesagt, James Calloway war genau das Problem, aber nicht aus den Gründen, die sich hätten öffentlich benennen lassen. Seine Qualifikationen waren einwandfrei, sein Ruf in Edinburgh tadellos und seine drei Aufsätze über spätrepublikanische Rhetorik präzise genug argumentiert, dass Stephen sie widerwillig und heimlich zweimal gelesen hatte, ohne zu einem anderen Urteil zu gelangen als: solide, möglicherweise mehr. Was nicht in den Akten stand und was Stephen mit der Sicherheit eines Mannes wusste, der drei Jahrzehnte lang Examenskandidaten studiert hatte wie Entomologen seltene Käfer, war jene besondere Art von Ehrgeiz, die in Menschen entsteht, denen früh klargemacht wurde, dass die Räume, in denen sie jetzt saßen, nicht für sie vorgesehen waren. Es war ein Ehrgeiz, der sich von dem seiner Kollegen aus alten Familien fundamental unterschied, weil er nicht aus dem Selbstverständnis des Besitzens kam, sondern aus dem Entschluss des Nehmens. Mrs. Pargetter hatte das Teeservice um halb vier aufgedeckt – das silberne, nicht das schlichte Alltagsservice, eine Wahl, die nichts mit Gastfreundschaft zu tun hatte, sondern mit der Logik territorialer Markierungen. Dann hatte sie sich zurückgezogen, als habe sie gespürt, dass ihre Anwesenheit in dem, was folgen würde, die Funktion einer Zeugin gehabt hätte, die niemand bestellt hatte. Das Klingeln kam um drei Minuten vor vier, und Stephen, der in seinem Sessel saß und nicht las, obwohl ein Buch offen auf seinen Knien lag, ließ es klingen. Er wartete auf das Viertelsignal der Kaminuhr mit der geduldigen Unnachgiebigkeit eines Mannes, der weiß, dass der Rhythmus eines Nachmittags bereits in seinen ersten Sekunden gesetzt wird und dass Zeit das billigste und wirkungsvollste Machtinstrument ist, das ein Gastgeber besitzt. James Calloway im Türrahmen trug ein Tweedsakko, das gut geschnitten, aber noch nicht eingelaufen war – Kleidung, die erworben worden war, um zu gehören, und die das noch nicht ganz vergessen hatte. Seine Schuhe erzeugten beim Betreten des Parketbodens ein leises Knacken, das in der Stille des Flurs mit der Unfehlbarkeit einer Tonsignatur zu hören war. Sein Lächeln, das er an der Tür präsentierte, hatte jene anstrengende Offenheit, die Stephen bei jungen Akademikern aus dem Norden schon öfter beobachtet hatte. Es war kein gespieltes Lächeln, eher eine Art performte Unbefangenheit, ein Ich-habe-kein-Problem-mit-dieser-Situation, das natürlich das genaue Gegenteil bedeutete. „Dr. Calloway", sagte Stephen, trat einen Schritt zur Seite und ließ die Begrüßung im Raum stehen. Er gab ihr nicht die übliche Wärme mit, die ihr einen Aggregatzustand gegeben hätte. Das Wohnzimmer empfing sie mit dem Geruch alter Bücher, ein wenig Wachs und dem sehr fernen, sehr diskreten Nachklang des Tabaks. Stephen hatte vor fünf Jahren aufgehört, diesen Tabak zu rauchen, und seitdem lebte er in den Wänden weiter wie ein Gast, der die Verabschiedung übersehen hatte. Stephen goss ein – zuerst die Milch, dann den Tee, ohne Kommentar, in der Weise eines Mannes, der nicht erklärt, sondern demonstriert. Dann schob er die Keksdose, die Fortnum-&-Mason-Dose mit dem grünen Aufdruck und dem Westminster-Motiv, in Calloways Richtung mit einer Beiläufigkeit, die genau kalkuliert war. James nahm zwei, und Stephen wusste in dem Moment, dass der Mann entweder hungrig war. Oder James nahm aus genau dem Grund zwei, aus dem Stephen ihn selbst nur einen hätte nehmen lassen: um zu sehen, wer was daraus machte. „Es gibt eine Ansicht", sagte Stephen, und seine Stimme hatte dabei den gleichmäßigen, fast müden Tonfall des akademischen Vortrags, in dem das Eigentliche nie in der Aussage selbst liegt, sondern in dem, was die Aussage voraussetzt. „Diese Ansicht hat meine Mutter von einer Generation in die nächste weitergegeben, und sie besagt, dass die Wahl zwischen einem und zwei Keksen an einem fremden Tisch mehr über Erziehung verrät als jeder Lebenslauf – eine These, die ich weder bestätigen noch bestreiten möchte, aber für überlegenswert halte." James schluckte, ließ einen Moment entstehen und erwiderte dann in einem Ton, der so freundlich war, dass die Klinge darin erst beim zweiten Hinhören spürbar wurde. „In meinem Elternhaus galt eine ähnliche These, nur mit umgekehrtem Vorzeichen: dass die Zurückhaltung am fremden Tisch nicht Erziehung anzeigt, sondern Angst vor dem Geurteiltwerden, und dass diese Angst – nicht der Hunger – das eigentliche Klassenzeichen ist, das sich in solchen Momenten zeigt." Was daraufhin entstand, war keine Stille des Unbehagens, sondern jene besondere, fast kollegiale Stille, die entsteht, wenn zwei Menschen merken, dass der andere das Spiel kennt, das gespielt wird. Beide hatten beschlossen, es trotzdem zu spielen, was ihm eine vollkommen andere Qualität gab. Sie sprachen in der Folge über die Bibliothek, über die Renovierung des Untergeschosses und über einen emeritierten Kollegen, der im vergangenen Sommer seine Memoiren veröffentlicht hatte – ein Buch, das beide aus denselben Gründen und mit denselben stillen Vorbehalten gelesen hatten, über die zu sprechen hier nicht der Ort war. In all diesen scheinbar neutralen Sätzen war eine Technik am Werk, die Stephen als die eigentliche Hochsprache der akademischen Kommunikation verstand: die Kunst, ausschließlich über das zu sprechen, was man eigentlich nicht sagt, und dabei so präzise zu sein, dass der andere es genau versteht, ohne dass es je beweisbar würde. Als James erwähnte, die Katalogisierung von Aldridges Spezialsammlung scheine nach einem System organisiert zu sein, das für Eingeweihte Sinn ergeben mochte, für jeden anderen aber den Charakter einer bewussten Exklusion habe, bewegten sich Stephens Finger auf der Lehne des Sessels für die Dauer eines einzigen Atemzuges. Sie bewegten sich auf eine Weise, die nur ein sehr aufmerksamer Beobachter als das hätte deuten können, was es war. „Aldridge", sagte Stephen, und der Name war in seiner Aussprache weniger ein Name als eine Landschaft. „Aldridge hatte die Überzeugung, dass ein Ordnungssystem nicht für alle zugänglich sein muss, sondern für die richtigen – eine These, die ich für vertretbar halte, auch wenn ich weiß, dass sie heute in gewissen Kreisen als reaktionär gilt." Er hob die Tasse. „Er saß übrigens achtzehn Jahre lang in dem Sessel, in dem Sie gerade sitzen. Er hinterließ diesen Sessel, sein System und eine Meinung über seine Nachfolge, die er mir in einem Brief mitgeteilt hat, den ich aufbewahre." James ließ einen Blick auf die Armlehnen fallen, kurz, unbeeindruckt und gleichzeitig vollkommen präsent. Dann antwortete er: „Dann bin ich gespannt, ob das Leder seine Argumentation gespeichert hat – ich stelle immer wieder fest, dass die interessantesten Gedanken am häufigsten in Möbeln zurückgelassen werden, die man nicht ausgesucht hat." Was folgte, war gut eine Stunde eines Gesprächs, das seinem Inhalt nach über Hochschulpolitik, Gastvortragsprogramme und das Wetter sprach. Seiner Form nach war es ein sorgfältig geführtes Fechten, bei dem beide Parteien wussten, dass es keine Wunden geben würde, die man zeigen könnte, und dass das der Grund war, weshalb man eben deshalb besonders präzise zielte. Als James aufstand, streckte er die Hand aus, und Stephen ergriff sie mit einem Griff, der eine Sekunde zu lang war. Es war kein aggressiver Griff, eher die stille Behauptung eines Territories, wie ein Satz, der absichtlich ohne Schlusszeichen endet. „Wir sollten das zur Gewohnheit machen", sagte Stephen. Der Satz hatte je nach Betonung zwei vollkommen verschiedene Bedeutungen. „Sehr gerne", antwortete James, „obwohl ich Sie vorwarnen muss, dass bei mir weder das Teeservice noch die Keksdose mithalten können – nur Kaffee, der Mineralwasserkaffeekaffeevariante aus dem Norden, die ich mir trotz Oxford noch nicht habe austreiben lassen." Er stand an der Tür, die Hand am Knauf. Dann drehte er sich mit einem Lächeln um, das Stephen weder als freundlich noch als feindlich hätte kategorisieren können, was vielleicht seine eigentliche Qualität war: „Die Kekse, anbei bemerkt, waren wirklich außergewöhnlich. Ein altes Familienrezept?" „Von meiner Mutter", sagte Stephen. „Aus Indien?", sagte James – nicht fragend, eher feststellend, mit dem Tonfall eines Mannes, der eine Recherche abschließt. Die Tür fiel zu mit dem leisen, präzisen Klicken, das in der Stille der Wohnung eine Weile nachklang. Stephen blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James auf der Straße auftauchte, ohne Hast, ohne zurückzublicken. James wirkte wie jemand, der das Ergebnis eines Nachmittags bereits eingeordnet hat, bevor er die Tür hinter sich zuzog. Er wischte mit zwei Fingern eine kaum sichtbare Spur von Kekskrümeln vom Revers seines Jacketts. Es war eine Geste, die er nicht beabsichtigt hatte und über deren Bedeutung er nicht nachdachte, vielleicht gerade deshalb die aufschlussreichste Geste des ganzen Nachmittags. Dann lächelte er, kurz und fast ungern, wie ein Eingeständnis, das man sich selbst gegenüber macht, wenn niemand zuschaut. Der Mann war gut, besser vielleicht, als die Stelle es verlangt hätte, und das, was sich heute zwischen ihnen ereignet hatte, war weder Niederlage noch Sieg, sondern der Beginn von etwas, für das er noch keinen Namen hatte, aber das er mit der ruhigen Aufmerksamkeit eines Mannes beobachten würde, dem die langen Spiele die liebsten waren. == 76 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Mike verliert seinen Job. Er war Vertriebsleiter in einer großen Firma. Jetzt hat er kein Gehalt mehr. Sein Geld ist fast weg. Er weiß nicht, was er tun soll. Dann denkt er an seinen Vater. Sein Vater war Tischler. Er ist vor einem Jahr gestorben. Seine Werkstatt steht leer. Mike fährt hin und schaut sich die Werkstatt an. Es regnet. Die Tür ist verschlossen. Mike hat ein Brecheisen dabei. Er öffnet das Schloss damit. Die Tür quietscht laut. Drinnen ist es dunkel und staubig. Es gibt viele Spinnweben. Aber Mike sieht auch die alte Hobelbank seines Vaters. An der Wand hängt ein Schild. Darauf steht: „Hier entsteht was Neues." Mike lächelt ein bisschen. Seine Freundin Sarah kommt zu ihm. Sie ist Lehrerin. Sie hält einen Mietvertrag in der Hand. „Drei Monate ohne Miete", sagt sie. „Danach schaffst du das." Mike nickt. Er beginnt, die Werkstatt sauber zu machen. Sein Freund Tom hilft ihm. Tom ist Elektriker und immer lustig. Sie schleppen alten Müll raus. Tom repariert die Lampen. Mike repariert die Maschinen. Nach zwei Wochen bekommt Mike den ersten Auftrag. Ein Startup braucht zwanzig Couchtische. Das ist viel Arbeit, aber Mike ist froh. Er arbeitet jeden Tag sehr lange. Dann passiert ein Problem. Die Holzplatten sind verzogen. Viele Tische sind nicht gut. Mike ist sehr wütend. Er schlägt mit den Fäusten auf die Werkbank. Tom kommt mit zwei Tassen Kaffee. Er bringt auch einen Elektrohobel mit. „Wir reparieren das jetzt", sagt Tom. Sie arbeiten die ganze Nacht. Um drei Uhr morgens sind neunzehn Tische fertig. Sarah bringt ihnen Pizza. Sie hat auch eine Nachricht vom Kunden dabei. Der Kunde schreibt: „Lieferung nächste Woche ist okay." Mike atmet tief durch. Er schläft kurz auf der alten Couch in der Werkstatt. Am nächsten Morgen liefern sie die Tische aus. Der Kunde ist zufrieden. Mike bekommt sein Geld. Er kauft neues Holz und neue Werkzeuge. Im Dezember gibt es einen kleinen Weihnachtsmarkt in der Stadt. Mike stellt seine neuen Barhocker dort aus. Er hat sie selbst entworfen. Zuerst kommt niemand zu seinem Stand. Mike ist enttäuscht. Aber dann kommt ein älterer Herr. Der Mann schaut die Stühle lange an. Er sagt: „Die sind schön gemacht." Er braucht zwölf Stühle für ein Seniorenheim. Mike sagt: „Die ersten fünf gebe ich umsonst, wenn sie gut sind." Der Mann lacht und gibt ihm sofort Geld. Mike kann es kaum glauben. Er ruft Sarah an. „Es funktioniert", sagt er. Sarah freut sich sehr. Ein Jahr später ist die Werkstatt viel größer. Über der Tür hängt ein neues Schild aus Holz. Darauf steht: „Mikes Tischlerei." Heute lädt Mike einen großen Lkw. Ein Hotel hat viele Möbel bestellt. Sarah und Tom helfen beim Beladen. Die Sonne geht gerade auf. Mike wischt sich den Schweiß von der Stirn. „Das war erst Schritt eins", sagt er. Sarah lacht. „Dann weiter", sagt sie. Der Lkw fährt los. Die roten Rücklichter verschwinden langsam in der Morgendämmerung. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Mike hatte seinen Job als Vertriebsleiter verloren, und sein Konto war fast leer. Er saß am Küchentisch und starrte auf den Brief der Firma. Sarah legte ihre Hand auf seine Schulter und sagte nichts. Erst nach einer langen Pause stand Mike auf und holte seinen Mantel. Er wusste, was er tun wollte. Die Werkstatt seines Vaters stand seit einem Jahr leer. Der Vater war plötzlich gestorben, und niemand hatte sich um die Garage gekümmert. Mike fuhr mit dem Auto hin, obwohl es regnete und kalt war. Er stand vor der schweren Metalltür und hielt das Brecheisen fest in der Hand. Das Schloss war alt und rostig, aber nach ein paar Versuchen gab es nach. Die Tür quietschte laut, als Mike sie aufdrückte. Drinnen roch es nach Holz, Öl und altem Staub. Spinnweben hingen von der Decke, und die Fenster waren schmutzig. Trotzdem fühlte sich Mike seltsam ruhig in diesem Raum. An der Wand hing noch das alte Schild seines Vaters: „Hier entsteht was Neues." Mike las es zweimal und dachte lange darüber nach. Sarah kam eine Stunde später mit einem Mietvertrag in der Hand. Der Vermieter hatte ihr drei Monate Mietfreiheit angeboten. „Das ist deine Chance", sagte sie, „aber du musst sie wirklich nutzen." Mike unterschrieb den Vertrag noch am selben Abend. In den nächsten Tagen half Tom beim Aufräumen. Tom war Elektriker und Mikes bester Freund seit der Schulzeit. Er reparierte die alten Lampen und zog neue Kabel durch die Wände. Mike schleppte kaputte Maschinen nach draußen und reinigte jede Ecke der Werkstatt. Nach einer Woche sah der Raum schon ganz anders aus. Den ersten richtigen Auftrag bekam Mike über eine kleine Anzeige im Internet. Ein junges Startup brauchte zwanzig Couchtische für sein neues Büro. Mike war nervös, aber er sagte sofort zu. Er arbeitete jeden Tag früh bis spät und kaufte das Holz mit seinem letzten Geld. Doch kurz vor der Lieferung bemerkte er, dass mehrere Platten sich verzogen hatten. Er stand vor der Werkbank und ballte die Fäuste, ohne ein Wort zu sagen. Tom kam mit zwei Bechern Kaffee und einem Elektrohobel unter dem Arm. „Heulen später", sagte er, „jetzt schleifen wir." Sie arbeiteten die ganze Nacht durch, bis neunzehn Tische wirklich gut aussahen. Sarah brachte gegen Mitternacht Pizza und eine kurze Nachricht vom Kunden. Der Kunde schrieb, dass die Lieferung auch nächste Woche noch in Ordnung sei. Mike lehnte sich an die Wand und schloss kurz die Augen. Die Tische wurden pünktlich geliefert, und der Kunde zahlte ohne Probleme. Mit dem Geld kaufte Mike besseres Holz und ein neues Werkzeug. Er begann, eigene Möbel zu entwerfen, die er nirgendwo so gesehen hatte. Besonders die Barhocker, die er in einem Skizzenbuch gezeichnet hatte, gefielen ihm selbst sehr gut. Im Dezember gab es in der Innenstadt einen kleinen Weihnachtsmarkt. Mike mietete einen Stand und stellte seine Barhocker aus. Die ersten Stunden waren schwierig, weil kaum jemand stehen blieb. Mike trank seinen kalten Kaffee und wartete geduldig. Gegen Abend sprach ihn ein älterer Herr mit ruhiger Stimme an. Der Mann betrachtete jeden Hocker sorgfältig und fragte nach dem Preis. Dann sagte er, dass er zwölf Stühle für ein Seniorenheim brauche. Mike überlegte kurz und antwortete: „Die ersten fünf gebe ich umsonst, wenn sie wirklich halten." Der Mann lachte leise und legte sofort Geld auf den Tisch. Mike rief Sarah noch auf dem Weihnachtsmarkt an. „Es hat geklappt", sagte er, und seine Stimme klang anders als sonst. Ein Jahr später stand Mike vor seiner Werkstatt und betrachtete das neue Holzschild über der Tür. „Mikes Tischlerei" stand dort in klaren Buchstaben. Sarah und Tom halfen ihm, einen großen Lieferwagen mit Möbeln für eine Hotelkette zu beladen. Die Sonne ging gerade auf, und die Luft war frisch und kühl. Mike wischte sich den Schweiß von der Stirn und sah auf die fertig beladene Ladefläche. „Das war erst Schritt eins", sagte er. Sarah grinste und kletterte auf den Beifahrersitz. „Dann weiter", sagte sie. Der Wagen fuhr langsam die Straße hinunter, und die roten Rücklichter verschwanden in der hellen Morgendämmerung. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Als Mike den Kündigungsbrief seiner Firma in den Händen hielt, spürte er, wie sich etwas in ihm verschob. Es war nicht Panik, sondern eine seltsame, kühle Leere. Er hatte drei Jahre lang alles in diese Stelle gesteckt: Überstunden, Wochenenden, Kompromisse. Jetzt war es vorbei, mit einem einzigen Satz auf weißem Papier. Sarah saß ihm gegenüber am Küchentisch und beobachtete ihn, ohne zu fragen. Sie kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass er reden würde, wenn er bereit war. Nach einer langen Stille faltete Mike den Brief zusammen und steckte ihn in die Schublade. „Ich fahre zur Werkstatt meines Vaters", sagte er, und das war alles. Die Garage lag am Stadtrand, zwischen einem Reifenhändler und einem verlassenen Lagerhaus. Seit dem Tod seines Vaters hatte niemand sie mehr betreten. Mike parkte den Wagen im Regen, zog den Kragen hoch und betrachtete die verrosteten Vorhängeschlösser. Die Schlösser wirkten, als hätten sie nie jemanden draußen halten müssen, sondern nur die Zeit drinnen festhalten wollen. Er stemmte das Brecheisen an. Nach ein paar kräftigen Versuchen gab das Metall nach. Der erste Schritt in die Werkstatt fühlte sich merkwürdig vertraut an, obwohl er seit Jahren nicht mehr hier gewesen war. Der Geruch von Holzstaub und Maschinenöl hatte sich in die Wände gefressen wie etwas, das nicht vergehen will. An der hinteren Wand hing noch das handgeschriebene Schild seines Vaters, schief und verblasst, aber noch lesbar. Auf dem Schild stand: „Hier entsteht was Neues." Mike stand lange davor und dachte daran, wie oft sein Vater diesen Satz wohl selbst gebraucht hatte. Sein Vater hatte ihn wohl gebraucht, wenn etwas nicht klappte. Sarah kam am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag, den sie über einen Bekannten organisiert hatte. Der Mietvertrag bot drei Monate mietfrei, danach einen fairen Preis. „Der Vermieter weiß, dass du anfängst", sagte sie. „Er will nicht, dass du gleich zu Beginn versinkst." Mike unterschrieb, ohne lange zu zögern. Er wusste, dass er zögern würde, wenn er erst anfing nachzudenken. Tom erschien am Wochenende mit seinem Transporter, einem Werkzeugkoffer und der Energie eines Menschen. Es war die Energie eines Menschen, der für andere gerne anpackt. Er war Elektriker. Er kannte keine Arbeit, bei der man nicht irgendwie helfen konnte. Während Mike die kaputten Maschinen auseinandernahm und die Werkbank schmirgelte, zog Tom neue Leitungen. Tom brachte Licht in die dunklen Ecken der Garage. Nach drei Tagen sah die Werkstatt nicht mehr aus wie ein Ort, der aufgegeben worden war. Sie sah aus wie ein Ort, der gerade aufgewacht ist. Den ersten Auftrag fand Mike über eine kleine Anzeige, die er spätabends ins Internet gestellt hatte. Er hatte keine großen Erwartungen. Ein junges Technologieunternehmen suchte zwanzig Couchtische für sein neues Büro. Die Couchtische sollten schlicht, modern und schnell lieferbar sein. Mike rief sofort zurück, nannte einen Preis, der kaum Gewinn ließ, und sagte zu. Er kaufte das Holz mit dem letzten Geld auf seinem Konto und arbeitete von früh morgens bis tief in die Nacht. Er konnte sich keinen Fehler leisten. Doch genau dieser Fehler passierte trotzdem: kurz vor der Fertigstellung bemerkte er, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Wärme verzogen hatten. Die Platten ließen sich nicht mehr verwenden. Er stand vor dem Schaden und sagte nichts. Ihm fielen keine Worte ein, die der Situation gerecht geworden wären. Tom kam mit Kaffee, sah Mikes Gesicht, stellte die Becher ab und sagte: „Jetzt nicht denken – jetzt schleifen." Sie arbeiteten bis drei Uhr morgens und retteten neunzehn der zwanzig Tische. Den zwanzigsten legten sie zur Seite, ohne ein weiteres Wort darüber zu verlieren. Sarah brachte gegen Mitternacht Essen und eine kurze Nachricht des Kunden. Der Kunde hatte geschrieben, dass eine Woche Verzögerung kein Problem sei. Mike aß, ohne zu schmecken. Er schlief zwei Stunden auf dem alten Sofa, das noch aus der Zeit seines Vaters stammte. Die Lieferung verlief problemlos, der Kunde war zufrieden, und das Geld kam pünktlich auf dem Konto an. Mike bestellte sofort neues Material und begann parallel dazu, eigene Entwürfe zu zeichnen. Diese Entwürfe hatte er seit Wochen im Kopf: eine Barhockerserie, die einfach und solide aussehen sollte, ohne billig zu wirken. Er sägte, hobelte und schliff, bis jedes Stück so war, wie er es sich vorgestellt hatte. Im Dezember mietete er einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt und stellte sechs Barhocker aus. Er hatte nicht viel Hoffnung, aber das Gefühl, dass man Dinge manchmal einfach ausprobieren muss. Die ersten Stunden verliefen ernüchternd. Die Leute liefen vorbei, blickten kurz hin und gingen weiter. Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich jedes Stück gründlich ansah. Er stellte Fragen, die zeigten, dass er etwas davon verstand. Er leitete ein Seniorenheim am anderen Ende der Stadt. Er suchte stabile, handgemachte Stühle für den neuen Gemeinschaftsraum. „Zwölf Stück", sagte er. „Wenn der Preis stimmt." Mike dachte einen Moment nach und antwortete: „Die ersten fünf gebe ich umsonst ab, wenn sie nach drei Monaten noch so stehen wie heute." Der Mann sah ihn an, lachte kurz auf und legte eine Anzahlung auf den Tisch. Mike rief Sarah noch auf dem Marktplatz an, im Lärm der Weihnachtsmusik und des Gedränges. Er sagte nur: „Es läuft." Ein Jahr später stand vor der Werkstatt ein Lieferwagen, beladen mit Möbeln für eine mittelgroße Hotelkette. Mike hatte die Hotelkette über einen Kontakt des Seniorenheims gefunden. Über der Tür hing ein neues Schild aus massiver Eiche. Tom hatte es am Wochenende aufgehängt: „Mikes Tischlerei", in klaren, gebrannten Buchstaben. Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, als Mike die letzte Kiste festzurrte. Dann richtete er sich auf. Er wischte sich die Hände an der Arbeitshose ab. Einen Moment lang betrachtete er das Schild, den Wagen und die Straße davor. „Das war erst Schritt eins", sagte er halblaut. Er sagte es mehr zu sich selbst als zu den anderen. Sarah kletterte auf den Beifahrersitz und rief durch das offene Fenster: „Dann weiter." Tom startete den Motor. Der Wagen rollte langsam die Straße hinunter, bis die roten Rücklichter in der Helligkeit des frühen Morgens verschwanden. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog und die wenigen Sätze las, die drei Jahre Arbeit mit einem einzigen Absatz für beendet erklärten, bemerkte er, dass ihn nicht die Nachricht selbst traf. Ihn traf die vollständige Gleichgültigkeit, mit der das Papier formuliert worden war, als hätte er nie mehr als eine Nummer in einer Tabelle bedeutet. Sarah saß ihm gegenüber und beobachtete sein Gesicht mit der stillen Aufmerksamkeit eines Menschen, der weiß, dass jedes Wort in diesem Moment zu viel wäre. So blieben sie eine Weile in der Küche sitzen, während draußen der Regen gegen die Scheibe schlug und die Uhr an der Wand gleichmäßig weiterging. Mike legte den Brief auf den Tisch, ohne ihn zu falten, stand auf und sagte, er werde zur Werkstatt seines Vaters fahren. Das war kein Plan, sondern die einzige Richtung, die sich in diesem Moment richtig anfühlte. Die Garage am Stadtrand hatte seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr niemand mehr betreten, und als Mike im Regen vor den verrosteten Vorhängeschlössern stand, überkam ihn das eigenartige Gefühl, dass dieser Ort auf ihn gewartet hatte. Er hatte nicht mit Ungeduld gewartet, sondern mit der ruhigen Beharrlichkeit alter Dinge, die gelernt haben, dass Zeit keine Bedrohung ist. Er stemmte das Brecheisen unter den Bügel des ersten Schlosses. Nach mehreren kräftigen Versuchen gab das verrostete Metall mit einem dumpfen Knacken nach, das in der regennassen Stille lauter klang, als es sein durfte. Der erste Schritt durch die quietschende Tür führte ihn in einen Raum, der nach Holzstaub, altem Maschinenöl und etwas roch, das sich nur als die Zeit selbst beschreiben ließ. Es war jene schwere, angesammelte Stille von Orten, an denen lange gearbeitet worden war und die diese Arbeit in ihren Wänden aufgespeichert haben wie ein Körper eine alte Gewohnheit. Spinnweben hingen zwischen den Regalen, die Fensterscheiben waren grau vor Schmutz, und eine verbeulte Hobelbank stand noch genau dort, wo sie immer gestanden hatte. Die Hobelbank wirkte, als hätte sein Vater sie gestern zuletzt benutzt. An der hinteren Wand hing das handgeschriebene Schild, schief und vom Licht ausgeblichen, aber mit Buchstaben, die noch klar genug waren, um zu lesen: „Hier entsteht was Neues". Es war ein Satz, der Mike früher kindisch vorgekommen war und der ihm jetzt, in diesem Moment, wie eine Ansage klang. Sarah erschien am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag, den sie über einen Bekannten organisiert hatte, der den alten Vermieter kannte. Sie legte das Papier auf die Hobelbank mit der knappen Bemerkung, dass drei Monate Mietfreiheit keine Einladung zum Zögern seien, sondern eine Frist. Mike las den Vertrag einmal durch, nahm den Stift und unterschrieb. Er unterschrieb, bevor der Teil seines Gehirns, der Risiken auflistet, die Oberhand gewinnen konnte. Tom kam am Samstag mit seinem Transporter, einem vollgepackten Werkzeugkoffer und der unerschütterlichen Bereitschaft, anzupacken, ohne erst zu fragen warum. Das hatte Mike an ihm immer mehr geschätzt als alles andere. Während Tom die defekten Stromleitungen freielegte und neue Kabel durch die Decke zog, zerlegte Mike die alten Maschinen, prüfte, was sich reparieren ließ, und entschied mit der Kaltblütigkeit eines Menschen, der kein Geld für Sentimentalität übrig hat. Er entschied, was auf den Sperrmüll gehörte. Nach drei Tagen intensiver, schweigender Arbeit hatte die Werkstatt aufgehört, wie ein Ort auszusehen, der verlassen worden war. Stattdessen begann sie, wie ein Ort zu wirken, der gerade im Begriff ist, etwas zu werden. Der erste ernsthafte Auftrag kam über eine Kleinanzeige, die Mike spätabends ins Internet gestellt hatte, ohne daran zu glauben, dass sich innerhalb von vierundzwanzig Stunden jemand melden würde. Doch am nächsten Mittag rief eine junge Frau von einem Technologieunternehmen an, das zwanzig Couchtische für sein neues Büro brauchte, schlicht, modern und innerhalb von drei Wochen lieferbar. Mike nannte einen Preis, der ihm kaum Gewinn ließ, weil er wusste, dass er sich mit diesem Auftrag beweisen musste – nicht dem Kunden gegenüber, sondern sich selbst. Noch am selben Nachmittag kaufte er das Holz, obwohl sein Konto danach fast leer war und er sich keine zweite Bestellung hätte leisten können, wenn etwas schiefgegangen wäre. Es ging etwas schief: Wenige Tage vor der Fertigstellung stellte Mike fest, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Werkstattwärme verzogen hatten und nicht mehr zu verwenden waren. Dieser Moment – das stille Stehen vor dem Schaden, die Berechnung der Zeit und des fehlenden Geldes im Kopf – war der erste, in dem er wirklich daran zweifelte, ob er das durchhalten konnte. Tom kam mit zwei Bechern Kaffee, sah, was passiert war, stellte die Becher auf die Werkbank und sagte: „Heulen später, schleifen jetzt." Das war keine Aufmunterung, sondern ein Befehl, und genau das brauchte Mike in diesem Moment. Sie arbeiteten ohne Pause bis tief in die Nacht und retteten neunzehn der zwanzig Tische. Als Sarah gegen Mitternacht mit Essen kam und beiläufig erwähnte, dass der Kunde geschrieben habe, eine Woche Verzögerung sei völlig in Ordnung, ließ Mike sich auf das alte Sofa fallen und schloss die Augen, ohne ein Wort zu sagen. Die Lieferung verlief reibungslos, das Geld kam pünktlich, und Mike reinvestierte es sofort in besseres Material und ein neues Werkzeug. Er hatte verstanden, dass jeder Auftrag nicht nur Umsatz, sondern eine Gelegenheit war, die nächste Arbeit besser zu machen als die vorherige. Parallel dazu begann er, eine eigene Barhockerserie zu entwerfen, deren Skizzen er seit Wochen in einem Notizbuch gesammelt hatte. Es waren Linien und Maßangaben, die nachts entstanden waren, wenn er nicht schlafen konnte, und die er nun in der Werkstatt in Holz übersetzte, Stück für Stück, mit einer Sorgfalt, die er sich bei Auftragsarbeiten selten leisten konnte. Im Dezember mietete er einen kleinen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt, stellte sechs Barhocker aus und wartete. Die Stunden vergingen, und die meisten Leute streiften seinen Stand mit einem kurzen Blick und gingen weiter, als wären Holzmöbel zwischen Glühweinständen und Wollmützen eine zu ernste Sache. Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich Zeit nahm für jeden einzelnen Hocker, die Verbindungen prüfte, die Oberfläche befühlte und Fragen stellte, die zeigten, dass er wusste, wovon er sprach. Schließlich erklärte er, er leite ein Seniorenheim und suche stabile, würdevoll gemachte Stühle für einen neu eingerichteten Gemeinschaftsraum. Mike hörte zu, dachte einen Moment nach und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Berechnung, wenn sie nach drei Monaten noch genauso stehen wie heute." Es war ein Angebot, das keine Großzügigkeit war, sondern das ruhige Vertrauen eines Handwerkers in seine eigene Arbeit. Der Herr sah ihn einen Augenblick lang an und lachte leise auf, als hätte er lange niemanden mehr so reden hören. Dann legte er eine Anzahlung auf den Tisch. Ein Jahr später stand ein Lieferwagen vor der erweiterten Werkstatt, beladen mit einem Großauftrag für eine Hotelkette, die Mike über einen Kontakt des Seniorenheims gefunden hatte. Über der Tür hing ein neues Schild aus massiver Eiche, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte: „Mikes Tischlerei", in Buchstaben, die aussahen, als hätten sie immer dort gehangen. Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, als Mike die letzte Ladung festzurrte, sich aufrichtete und einen Moment lang stillhielt. Er hatte den Blick auf das Schild, den Wagen und die leere Straße davor gerichtet, als wollte er sich diesen Zustand einprägen, bevor er aufhörte, neu zu sein. „Das war erst Schritt eins", sagte er, halblaut, mit einer Stimme, die keine Erschöpfung mehr hörte. In dieser Stimme lag etwas, das sich nach Anfang anfühlte. Sarah rief durch das offene Fenster des Beifahrersitzes: „Dann weiter." Tom startete den Motor, der Wagen rollte langsam die Straße hinunter. Die roten Rücklichter lösten sich in der Helligkeit des frühen Morgens auf, als wäre der Tag groß genug, um alles zu schlucken, was noch kommen würde. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog und die wenigen, bürokratisch glatten Sätze las, die drei Jahre gelebter Arbeit mit der Präzision eines Buchhalters für beendet erklärten, traf ihn nicht die Nachricht selbst. Ihn traf die vollständige Abwesenheit jedes menschlichen Tons in diesen Zeilen, die sachliche Sauberkeit eines Schreibens, das so formuliert war, als hätte nie ein Mensch dahintergesteckt, der morgens früh aufgestanden war, der Deadlines durchgearbeitet und Kompromisse geschluckt hatte, die ihm jedes Mal ein kleines Stück von dem abverlangten, was er sich ursprünglich einmal vorgenommen hatte. Sarah saß ihm gegenüber, die Hände um ihre Kaffeetasse gelegt, und ließ ihn lesen, ohne ein Wort zu sagen, weil sie ihn gut genug kannte, um zu wissen, dass Sprache in diesem Moment nicht trösten, sondern nur stören würde. Er brauchte Zeit, nicht für die Nachricht selbst, die er längst geahnt hatte, sondern für den Übergang von dem, was gewesen war, zu dem, was jetzt, ob er wollte oder nicht, beginnen musste. Er legte das Papier auf den Tisch, betrachtete es einen Moment lang, als wäre es ein Gegenstand, der ihm nicht gehörte, und sagte dann, er werde zur Werkstatt seines Vaters fahren. Das war kein Satz, der eine Erklärung anbot oder eine Bitte um Zustimmung enthielt, sondern die knappe Benennung einer Richtung, die sich aus einem inneren Wissen heraus ergab, das älter war als jede rationale Überlegung. Die Garage am Stadtrand war seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr unberührt geblieben, und als Mike im Regen davor stand, die Hände in den Jackentaschen, den Blick auf die verrosteten Vorhängeschlösser gerichtet, überkam ihn das seltsame Gefühl, dass dieser Ort nicht einfach auf ihn gewartet hatte wie ein Zimmer auf seinen Bewohner. Er hatte gewissermaßen schon immer auf diesen Moment hingearbeitet, auf diese Sekunde, in der Mikes Leben außen leer genug sein würde, um für das, was hier drinnen schlief, endlich Platz zu bieten. Er stemmte das Brecheisen unter den Bügel des ersten Schlosses. Nach mehreren harten Versuchen gab das Metall nach mit jenem dumpfen, fast tierischen Knacken, das in der Stille des Regens lauter klang als beabsichtigt, als hätte der Ort selbst auf dieses Signal gewartet, um sich zu öffnen. Der erste Schritt durch die quietschende Metalltür führte ihn in eine Atmosphäre, die sich weniger wie das Innere einer Garage anfühlte als wie das Innere einer alten Erinnerung. Es war eine Atmosphäre aus Holzstaub, Maschinenöl und jenem schwer zu benennenden Grundton vergangener Arbeit, der sich in Wände und Böden einschreibt wie eine Schrift, die kein Auge liest, aber jeder Körper sofort versteht, der diesen Raum je gekannt hat. Die Hobelbank seines Vaters stand noch genau dort, wo sie immer gestanden hatte, die Oberfläche genarbt und verkratzt von Jahrzehnten handwerklicher Arbeit. Daneben hing das handgeschriebene Schild, schief, ausgeblichen, mit Buchstaben, die die Zeit zu einer Art Flüstern gedämpft hatte, ohne ihnen jedoch ihre Lesbarkeit zu nehmen: „Hier entsteht was Neues" – ein Satz, den Mike als Kind nie gemocht hatte, weil er ihm selbstgefällig vorkam, und der ihm jetzt, in dieser regennassen Stille, wie das konzentrierteste Programm erschien, das ein Mensch für sein Leben formulieren kann. Sarah erschien am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag unter dem Arm, den sie über einen gemeinsamen Bekannten organisiert hatte, der den Vermieter kannte. Sie legte das Papier mit der beiläufigen Bestimmtheit auf die Hobelbank, die ihr eigen war, wenn sie etwas für entschieden hielt: drei Monate mietfrei, danach ein fairer monatlicher Betrag, der klein genug war, um nicht zu erdrücken, aber groß genug, um keinen Raum für Träumerei zu lassen. Mike las den Vertrag mit der Akribie eines Menschen, der gelernt hat, dass die gefährlichen Sätze immer im Kleingedruckten stehen, fand nichts Bedenkliches, nahm den Stift und unterschrieb. Er unterschrieb, bevor der analytische Teil seines Gehirns, der Risiken wie Dominosteine aufzählt und dabei immer vergisst, nach dem letzten zu fragen, das Wort ergreifen konnte. Tom erschien am Samstag mit seinem Transporter, beladen mit Werkzeug, Kabeln und der unerschöpflichen, etwas ruppigen Hilfsbereitschaft eines Mannes, der Freundschaft als Verb versteht und nicht als Zustand. Tom fragte nie, ob er gebraucht wurde, weil er es einfach sah. Während Tom die alten Leitungen freielegte, neue zog und dabei unaufhörlich Kommentare über den Zustand der Elektroinstallation abgab, die er abwechselnd als kriminell und kreativ bezeichnete, zerlegte Mike die Maschinen mit der kühlen Systematik eines Chirurgen. Mike unterschied zwischen dem, was noch zu retten ist, und dem, was gehen muss, und kannte keine sentimentalen Ausnahmen und durfte auch keine kennen, wenn das Ergebnis funktionieren sollte. Nach drei Tagen hatte die Werkstatt aufgehört, ein Ort zu sein, der aufgegeben wirkte. Stattdessen begann sie, jene eigenartige Energie auszustrahlen, die Räume haben, in denen etwas Konkretes im Begriff ist zu entstehen – eine Spannung zwischen dem, was noch fehlt, und dem, was sich bereits ankündigt. Den ersten ernsthaften Auftrag brachte eine Kleinanzeige, die Mike spätabends und ohne große Erwartung ins Internet gestellt hatte. Schon am nächsten Mittag brachte sie eine junge Frau von einem Technologieunternehmen dazu anzurufen, die zwanzig Couchtische bestellte, schlicht und modern, innerhalb von drei Wochen lieferbar, und dabei in einem Ton sprach, der klarstellte, dass sie an Handwerk gewöhnt war, das hält, nicht an Möbeln, die gut aussehen, bis die erste Rechnung bezahlt ist. Mike nannte einen Preis, der ihm kaum Gewinn ließ, weil er wusste, dass dieser erste Auftrag keine kommerzielle Transaktion war, sondern eine Beweisprobe, die er in erster Linie vor sich selbst ablegen musste. Er kaufte noch am selben Nachmittag das Holz, obwohl er damit sein Konto auf einen Stand brachte, der keine zweite Chance mehr erlaubt hätte, und arbeitete die folgenden Tage mit einer Konzentration, die er in seinem alten Job nie hatte aufbringen können, weil dort das Scheitern abstrakt war und hier mit den Händen zu greifen. Das Scheitern ließ sich trotzdem nicht aussperren: Wenige Tage vor der Fertigstellung erkannte Mike, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Werkstattwärme irreparabel verzogen hatten. Dieser Moment des stillen Stehens vor dem Schaden, des inneren Berechnens von Zeit, Geld und Spielraum, von denen keiner mehr vorhanden war, war der erste, in dem er ernsthaft an sich zweifelte – nicht an seinen Fähigkeiten, sondern an dem blinden Glauben, mit dem er in diese Sache hineingelaufen war, als wäre Entschlossenheit allein eine ausreichende Versicherung gegen die Tücken des Materials. Tom trat durch die Tür, sah die Lage, stellte die beiden Kaffeebecher ab und sagte mit der mühelosen Trockenheit eines Menschen, für den Probleme vor allem Handlungsbedarf sind: „Heulen später, schleifen jetzt." Das war kein Versuch einer Aufmunterung, sondern ein Befehl, der genau deshalb funktionierte, weil er keinen Raum für Widerspruch und keinen für Selbstmitleid ließ. Sie arbeiteten bis weit nach Mitternacht und retteten neunzehn der zwanzig Tische mit einer Sorgfalt, die der Erschöpfung zum Trotz nicht nachließ. Als Sarah kurz vor ein Uhr mit Essen erschien und nebenbei erwähnte, dass der Kunde eine Woche Verzögerung ausdrücklich für unproblematisch erklärt habe, ließ Mike sich auf das alte Sofa fallen und schloss die Augen, ohne etwas zu sagen, weil er alles Wesentliche bereits gesagt hatte mit dem, was er in den letzten Stunden getan hatte. Die Lieferung verlief reibungslos, und mit dem eingehenden Geld kaufte Mike sofort besseres Material, weil er verstand, dass jeder abgeschlossene Auftrag nicht das Ende einer Anstrengung war, sondern das Fundament der nächsten. Er verstand auch, dass die Qualität der Mittel über kurz oder lang die Qualität der Arbeit widerspiegelt wie ein Spiegel, der nicht lügt. Parallel dazu übersetzte er eine Barhockerserie aus seinen nächtlichen Skizzen in Holz und Handwerk. Diese Entwürfe waren in schlaflosen Nächten entstanden, wenn die Werkstatt im Dunkeln lag und sein Kopf weiterarbeitete, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass der Körper längst Pause beantragt hatte. Im Dezember stand er mit sechs Barhockern auf einem kleinen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt und beobachtete stundenlang, wie die Leute seinen Stand mit dem gleichmäßig wandernden Blick streiften. Mit diesem Blick geht man an Dingen vorbei, die man nicht gesucht hat und daher auch nicht zu finden bereit ist. Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich Zeit nahm auf eine Art, die signalisierte, dass er wusste, was er tat. Er prüfte die Verbindungen, befühlte die Oberflächen und stellte Fragen, die kein Halbwissen verrieten, und erklärte schließlich, er leite ein Seniorenheim und suche Stühle, die nicht nur halten, sondern auch würdevoll genug seien, um in einem Raum zu stehen, in dem alte Menschen den größten Teil ihres Tages verbringen. Mike hörte zu, ließ eine kurze Stille entstehen und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Rechnung, wenn sie nach drei Monaten noch genauso stehen wie heute." Das Angebot war keine Geste der Großzügigkeit, sondern der ruhige Ausdruck eines Handwerkers, der in seine Arbeit nicht aus Überzeugung investiert, weil ihm nichts anderes übrig bleibt, sondern weil er begonnen hat zu verstehen, was sein Vater mit diesem verblichenen Schild gemeint hatte. Der Herr sah ihn einen Moment lang an und lachte dann leise, mit der Wärme eines Menschen, dem lange niemand mehr so begegnet war. Dann legte er eine Anzahlung auf den Tisch, ohne über den Preis zu verhandeln. Ein Jahr später stand Mike vor der erweiterten Werkstatt, deren Tür jetzt ein Schild aus massiver Eiche zierte, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte – „Mikes Tischlerei" in klaren, tiefen Buchstaben, die aussahen, als hätten sie nie gefehlt. Sarah und Tom luden währenddessen den letzten Auftrag für eine Hotelkette auf den Lieferwagen, einen Großauftrag, der über einen Kontakt des Seniorenheims entstanden war, wie so vieles, was wächst, nicht durch Planung, sondern durch die stille Logik von Qualität, die sich von Mund zu Mund bewegt, schneller als jede Anzeige es könnte. Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, das Morgenlicht fiel schräg auf die Ladefläche, auf das Holz, auf die Gesichter, und Mike hielt für einen Moment inne. Er hatte die Hände an der Abdeckplane und den Blick auf nichts Bestimmtes gerichtet, so als wollte er diesen Zustand in der Erinnerung verankern, bevor er aufhörte, der Anfang von etwas zu sein, und zu einem von vielen Morgen in einer Geschichte wurde, die weiterging. „Das war erst Schritt eins", sagte er, mit einer Stimme, in der keine Erschöpfung mehr zu hören war. In dieser Stimme lag jene bestimmte Ruhe, die Menschen haben, die gelernt haben, dass Anfangen keine einmalige Entscheidung ist, sondern eine Haltung, die man jeden Morgen neu einnimmt. Sarah rief durch das offene Fenster: „Dann weiter." Tom startete den Motor, der Wagen setzte sich in Bewegung, und die roten Rücklichter wanderten langsam die Straße hinunter. Das Licht des frühen Morgens schluckte sie wie alles andere, das bereit ist, irgendwohin zu gehören. == 77 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Iwan kommt im November an. Es regnet. Die Straße ist nass und dunkel. Das Haus steht am Rand der Stadt. Es ist aus Holz. Die Farbe ist grau und alt. Iwan steht vor der Tür. Er hat einen Schlüssel. Der Schlüssel passt nicht. Das Schloss ist neu. Iwan schaut auf das Haus. Ein Fenster ist offen. Er klettert hinein. Innen ist es kalt. Es riecht nach altem Rauch. Iwan stellt seinen Koffer ab. Er setzt sich auf einen Stuhl. Seine Mutter ist tot. Er muss das Haus räumen. Er ist müde. Am Abend klopft es an die Tür. Eine Frau steht draußen. Sie heißt Katja. Sie wohnt nebenan. Sie bringt ein Glas Konfitüre. Sie kommt herein. Sie sagt kein Hallo. Sie setzt sich auf die Bank am Ofen. Iwan macht Tee. Der Samowar summt leise. Katja schaut aus dem Fenster. Sie sagt: Mein Bruder ist weg. Iwan fragt: Wohin? Sie sagt: Nach Moskau. Vor zehn Jahren. Iwan schweigt. Katja trinkt ihren Tee. Sie geht ohne Abschied. Am nächsten Tag arbeitet Iwan. Er räumt alte Sachen weg. Er findet Fotos. Auf einem Foto lächelt seine Mutter. Er legt das Foto auf den Tisch. Abends kommt Katja wieder. Sie bringt Brot. Sie setzen sich zusammen. Sie reden wenig. Das ist in Ordnung. Draußen ist es kalt. Der Wind kommt durch die Wände. Iwan schläft auf dem alten Sofa. Nachts hört er ein Geräusch. Er geht nach draußen. Katja sitzt am alten Brunnen. Sie hält den Kopf in die Hände. Iwan setzt sich neben sie. Sie sagt: Ich warte nicht mehr. Sie sagt: Aber ich kann auch nicht aufhören. Iwan zündet zwei Zigaretten an. Er gibt ihr eine. Sie rauchen zusammen. Sie schauen nicht einander an. Sie schauen in den Himmel. Es ist sehr still. Am letzten Tag klebt Iwan Tapete. Die Tapete ist alt, von 1987. Katja kommt mit zwei Tassen Kaffee. Sie stellt die Tassen auf das Fensterbrett. Sie schauen sich an. Iwan wirft die Tapetenrolle in die Ecke. Er nimmt seine Tasche. Katja sagt nichts. Iwan geht zur Tür. Er dreht sich nicht um. Er geht zum Bahnhof. Der Zug fährt in den Nebel. Katja steht noch vor dem Haus. Sie hebt die Hand. Dann senkt sie sie wieder. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Iwan ist neunundzwanzig Jahre alt und hat keine Arbeit mehr. Er fährt im November zurück in die Kleinstadt, weil seine Mutter gestorben ist. Der Zug ist leer und das Fenster beschlagen. Als er ankommt, regnet es schon seit Stunden. Das Holzhaus steht am Ende der Straße, fast versteckt hinter alten Bäumen. Iwan sucht den Schlüssel in seiner Tasche. Er passt nicht, denn das Schloss ist irgendwann ausgetauscht worden. Iwan geht um das Haus herum und findet ein offenes Fenster an der Seite. Er klettert hindurch und landet in der alten Vorratskammer. Es riecht nach feuchtem Holz, kalter Asche und etwas, das er nicht benennen kann. Er stellt seinen Koffer in die Mitte des Zimmers und bleibt stehen. An den Wänden hängen Tapeten, die sich an den Ecken lösen. Das Dach hat ein Loch, und auf dem Boden steht ein alter Eimer. Iwan setzt sich auf einen Stuhl am Tisch und schaut lange in die Stille. Er weiß nicht, warum er überhaupt gekommen ist. Am zweiten Abend klopft es an die Tür. Vor der Tür steht eine Frau mit einem Glas Konfitüre in der Hand. Sie sagt ihren Namen: Katja Michailowna, Nachbarin seit fünfzehn Jahren. Sie kommt herein, ohne zu fragen, und setzt sich auf die Bank am Ofen. Iwan macht Tee, weil er nicht weiß, was er sonst tun soll. Der alte Samowar braucht eine Weile, bis er warm wird. Katja schaut aus dem Fenster, als ob sie auf etwas wartet. Dann sagt sie ruhig, dass ihr Bruder Dmitri vor zehn Jahren nach Moskau gefahren ist. Seitdem hat sie kein einziges Wort von ihm gehört. Iwan nickt, aber er sagt nichts. Die Uhr an der Wand tickt, und das Wasser beginnt zu summen. Katja trinkt ihren Tee und geht dann, ohne sich zu verabschieden. In den nächsten Tagen räumt Iwan langsam das Haus aus. Er findet Briefe, Fotos und eine alte Uhr, die nicht mehr geht. Auf einem Foto sitzt seine Mutter auf der Gartenbank und lächelt in die Sonne. Iwan legt das Foto auf das Fensterbrett, weil er es nicht wegwerfen kann. Katja kommt jeden Abend und bringt manchmal Brot, manchmal Suppe. Sie setzen sich zusammen und reden wenig, aber das stört keinen von beiden. Draußen wird es früh dunkel, und der Wind drückt kalt durch die alten Ritzen. In der dritten Nacht wacht Iwan auf, weil er ein Geräusch hört. Es klingt wie eine Ratte oder wie ein Herz, das zu laut schlägt. Er zieht seinen Mantel an und geht nach draußen. Katja sitzt am alten Brunnen im Garten, den Kopf in beide Hände gestützt. Iwan setzt sich neben sie, ohne zu fragen, was passiert ist. Eine Weile sagen sie gar nichts. Dann sagt Katja, dass sie nicht mehr wartet. Aber aufhören kann sie auch nicht, sagt sie leise. Iwan zieht zwei Zigaretten aus der Tasche und gibt ihr eine. Sie rauchen zusammen und schauen in den dunklen Himmel. Sie sehen sich dabei nicht an, aber das ist nicht unangenehm. Am Tag seiner Abreise nimmt Iwan eine alte Tapetenrolle aus dem Keller. Er fängt an, die zerrissene Tapete im Kinderzimmer neu zu kleben. Das Papier ist von 1987 und passt kaum noch zur Wand. Er weiß selbst, dass es keinen Sinn ergibt, aber er macht weiter. Katja erscheint mit zwei Tassen und stellt sie auf das Fensterbrett. Sie schauen sich an, ohne etwas zu sagen. Es gibt kein Lächeln und keinen Abschied. Iwan legt die Tapetenrolle in die Ecke und nimmt seine Tasche. Er geht durch die Tür und schließt sie hinter sich. Auf dem Weg zum Bahnhof dreht er sich nicht mehr um. Der Zug kommt pünktlich und fährt langsam in den Novembernebel. Katja steht noch eine Weile vor dem Haus. Sie hebt die Hand, als ob der Zug sie sehen könnte. Dann senkt sie die Hand wieder und geht hinein. Das Licht im Flur brennt noch eine Stunde, dann nicht mehr. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Der Zug hatte Verspätung, und als Iwan Petrowitsch endlich ankam, war der Bahnsteig längst leer. Es war Mitte November, und der Regen fiel schräg und gleichgültig auf das Pflaster. Er kannte die Straße noch gut, obwohl er seit fast sieben Jahren nicht mehr hier gewesen war. Das Holzhaus sah kleiner aus, als er es in Erinnerung hatte. Die Farbe blätterte ab, das Dach hing leicht durch, und einer der Fensterläden stand offen. Iwan blieb auf dem Gehweg stehen und schaute auf das Haus, als ob er eine Erlaubnis brauchte einzutreten. Der Schlüssel, den ihm der Notar geschickt hatte, passte nicht. Er versuchte es zweimal, dann ließ er es bleiben. Irgendwann hatte jemand das Schloss ausgetauscht, und niemand hatte daran gedacht, ihm Bescheid zu geben. Er fand ein Fenster zur Vorratskammer, das sich von außen öffnen ließ, und kletterte hindurch. Drinnen roch es nach kalter Asche, feuchter Wolle und einer Stille, die sich über Jahre angesammelt hatte. Iwan stellte seinen Koffer ab und ließ sich auf den alten Stuhl am Küchentisch sinken. Seine Mutter hatte an diesem Tisch jeden Morgen gesessen, solange er denken konnte. Er schaute auf die Tapete, die sich an mehreren Stellen von der Wand gelöst hatte. Auf dem Boden stand ein Eimer, der Regen auffing, der durch das undichte Dach tropfte. Er zählte die Tropfen, bis er aufhörte zu denken, und das dauerte nicht lange. Am zweiten Abend klopfte es, ohne dass er es erwartet hätte. Vor der Tür stand eine Frau, die er nicht kannte, mit einem Glas Konfitüre in der einen und einem Laib Brot in der anderen Hand. Sie sagte, sie heiße Katja Michailowna und wohne seit fünfzehn Jahren nebenan. Sie trat ein, ohne zu warten, setzte sich auf die Ofenbank und legte die Sachen auf den Tisch. Iwan machte Tee, weil ihm nichts Besseres einfiel. Katja sprach wenig, aber was sie sagte, blieb hängen. Ihr Bruder Dmitri sei vor zehn Jahren morgens mit dem ersten Zug nach Moskau gefahren, sagte sie, und seitdem habe sie nichts mehr von ihm gehört. Nicht einen Brief, nicht einen Anruf, nicht einmal eine Nachricht über Umwege. Sie sagte das ohne Bitterkeit, eher so, als würde sie eine Wettervorhersage vorlesen. Der Samowar summte, und Iwan schaute in seine Tasse. Er hätte etwas sagen können, aber alles, was ihm einfiel, klang falsch. Katja stand auf und ging, ohne sich zu verabschieden. In den nächsten Tagen arbeitete Iwan langsam und ohne Plan. Er räumte Schränke aus, stapelte Bücher, sortierte Briefe, die er nicht las. Einmal fand er eine Schachtel mit Fotos ganz hinten im Regal. Auf einem saß seine Mutter im Sommer auf der Gartenbank, die Augen leicht zugekniffen gegen die Sonne. Er stellte das Foto auf das Fensterbrett, weil er nicht entscheiden konnte, ob es bleiben oder gehen sollte. Katja kam jeden Abend und brachte mal Suppe, mal Brot, mal nichts außer sich selbst. Sie setzte sich, er kochte Tee, und sie redeten über Kleinigkeiten, die beide nichts kosteten. Es war keine Freundschaft, aber auch keine Einsamkeit mehr. In der dritten Nacht schreckte Iwan aus einem Schlaf hoch, den er nicht erinnern konnte. Es hatte ein Geräusch gegeben, irgendwo zwischen Traum und Wand, und er stand auf, bevor er richtig wach war. Er zog seinen Mantel über, ging durch den Flur und öffnete die Hintertür zum Garten. Katja saß am alten Brunnen, die Ellbogen auf die Knie gestützt und das Gesicht in beiden Händen vergraben. Iwan setzte sich neben sie auf den feuchten Stein, ohne ein Wort zu sagen. Die Stille im Garten war anders als die im Haus. Nach einer Weile sagte Katja, ohne aufzublicken, dass sie nicht mehr warte. Aber sie könne auch nicht einfach aufhören, denn Aufhören sei ja auch eine Entscheidung, und die habe sie nie getroffen. Iwan zog seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche und gab ihr eine. Sie rauchten, ohne sich anzusehen, und schauten stattdessen in den Himmel, der dunkel und wolkenlos und völlig unberührt war. Am Morgen seiner Abreise fand Iwan im Keller eine Rolle Tapete, die noch aus den achtziger Jahren stammte. Er trug sie ins Kinderzimmer und fing an, den zerrissenen Streifen über dem Bett neu zu kleben, obwohl er genau wusste, dass es keinen praktischen Sinn hatte. Das Muster passte nicht mehr zu dem, was noch an der Wand klebte, und das Papier war so trocken, dass es beim Falten brach. Katja erschien mit zwei Tassen, stellte sie wortlos auf die Fensterbank und lehnte sich an den Türrahmen. Sie sahen sich an, und keiner von beiden versuchte, daraus mehr zu machen, als es war. Iwan rollte das restliche Papier zusammen und warf die Rolle in die Ecke. Er nahm seine Tasche, zog die Jacke zu und ging ohne Umweg zur Tür. Auf der Straße war es kalt und still, und der Nebel lag so tief, dass man das Ende der Straße nicht sehen konnte. Am Bahnsteig drehte er sich nicht mehr um, obwohl er spürte, dass jemand schaute. Der Zug kam, und er stieg ein. Durch das Fenster sah er kurz das Haus, dann verschwand es im Grau. Katja stand noch eine Weile auf dem Gehweg, hob die Hand halb und ließ sie wieder sinken. Sie stand dort, bis der Zug nicht mehr zu hören war. Dann ging sie zurück, schloss die Tür hinter sich und wartete, ohne zu wissen worauf. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Der Zug hatte fast vierzig Minuten Verspätung, was Iwan Petrowitsch nicht überraschte, denn in dieser Gegend hatte er selten pünktlich gehalten, soweit er sich erinnern konnte. Es war der zwölfte November, und der Regen, der seit dem frühen Nachmittag fiel, hatte die Straßen in glänzende schwarze Spiegel verwandelt, die das Laternenlicht schluckten, ohne es zurückzuwerfen. Iwan blieb am Ausgang des Bahnhofs stehen, den Koffer neben sich, und schaute die Straße hinunter, als könnte er durch das Warten herausfinden, warum er überhaupt hierher zurückgekommen war. Das Haus seiner Mutter stand am Ende der zweiten Querstraße, halb verdeckt von einer alten Linde, deren Äste im November nichts mehr verbargen. Er brauchte zwölf Minuten zu Fuß, was er wusste, ohne darüber nachzudenken. Das Holzhaus sah nicht verfallen aus, eher so, als hätte es sich aus eigenem Entschluss zurückgezogen, als wäre die Verwitterung eine Haltung und kein Versäumnis. Der Schlüssel, den ihm der Notar in einem braunen Umschlag mit zwei Zeilen maschinenschriftlicher Erklärung geschickt hatte, passte nicht ins Schloss. Iwan versuchte es drei Mal mit zunehmendem Druck, dann steckte er den Schlüssel weg und trat einen Schritt zurück, als müsste er das Problem aus etwas mehr Distanz betrachten. Das Schloss war irgendwann ausgetauscht worden, ohne dass irgendjemand auf die Idee gekommen wäre, ihn davon in Kenntnis zu setzen. Er fand das Fenster der Vorratskammer auf der Westseite des Hauses, das sich nach innen drücken ließ, wenn man von unten gegen den Rahmen stemmte, was er noch aus seiner Kindheit wusste, obwohl er sich nicht erinnern konnte, wann er es gelernt hatte. Drinnen roch es nach der Summe von Jahren, nach kalter Asche, feuchtem Holz, verrauchtem Tee und einer Qualität von Stille, die man nur in Häusern findet, in denen lange niemand mehr laut gesprochen hat. Er ließ den Koffer stehen, zog die nasse Jacke aus und hing sie über den Stuhl, auf dem seine Mutter immer gesessen hatte, um Schuhe anzuziehen. Das Dach tropfte in gleichmäßigen Abständen in einen Zinkeimer auf dem Küchenboden, und Iwan setzte sich an den Tisch und hörte diesem Tropfen zu, bis es ihm vorkam, als wäre es das einzige Geräusch, das in diesem Haus noch eine Berechtigung hatte. Am zweiten Abend klopfte es kurz nach sieben, zweimal, dann Pause, dann noch einmal, was sich anfühlte wie eine Frage, die ihre eigene Antwort nicht sicher war. Die Frau, die draußen stand, war etwa in seinem Alter, trug einen schweren Wollmantel und hielt ein Glas Konfitüre und einen in Tuch eingeschlagenen Laib Brot vor sich, als wären es keine Geschenke, sondern Dokumente. Sie sagte, sie heiße Katja Michailowna, wohne seit fünfzehn Jahren im Haus nebenan und habe seine Mutter gut gekannt, ohne das näher auszuführen. Sie trat ein, bevor er sie einlud, hängte ihren Mantel selbst an den Haken und setzte sich auf die Ofenbank mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Anmaßung war, sondern einfach die Art jemandes, der genau weiß, wo er hingehört. Iwan kochte Tee, weil es das einzige war, was er dem Abend entgegensetzen konnte. Katja erzählte nach einer Weile, fast beiläufig, dass ihr Bruder Dmitri eines Morgens vor zehn Jahren mit dem Frühzug nach Moskau gefahren sei, mit einer kleinen Tasche und dem Versprechen, sich zu melden, sobald er angekommen sei. Seitdem hatte sie nichts mehr von ihm gehört, keinen Brief, kein Telegramm, keine Nachricht aus zweiter Hand, nicht einmal ein Gerücht. Sie sagte das in einem Ton, der weder Klage noch Gleichgültigkeit war, sondern etwas dazwischen, eine Art sachlicher Erschöpfung, die entsteht, wenn man eine Tatsache so oft gedacht hat, dass sie aufgehört hat, weh zu tun, ohne aufgehört zu haben, wahr zu sein. Der Samowar summte, das Dach tropfte, und Iwan schwieg, weil ihm alles, was er hätte sagen können, zu klein für diesen Satz gewirkt hätte. Katja trank ihren Tee aus, stand auf und ging, ohne ein Wort des Abschieds, als würde man mitten in einem Gespräch einfach das Zimmer wechseln. Iwan verbrachte die folgenden Tage damit, das Haus auszuräumen, aber ohne System und ohne das Gefühl, voranzukommen, denn für jede Schachtel, die er leerte, fand er zwei weitere, die er noch nicht geöffnet hatte. Er stieß auf Briefe, auf Fotos, auf Gegenstände, deren Zweck er nicht mehr rekonstruieren konnte, und auf anderen, deren Zweck er sehr wohl kannte, was schlimmer war. Ein Foto zeigte seine Mutter im Sommer, auf der Gartenbank, das Gesicht leicht von der Sonne abgewandt und mit einem Ausdruck, der ihm fremd war, weil er ihn zu Lebzeiten nie gesehen hatte. Er stellte das Foto auf das Fensterbrett und ließ es dort, weil er keine bessere Entscheidung treffen konnte und weil das Fensterbrett zumindest ein ehrlicher Ort war. Katja kam jeden Abend, manchmal mit Essen, manchmal ohne, und ihre Besuche hatten eine Regelmäßigkeit angenommen, über die keiner von beiden gesprochen hatte, die aber offenbar keiner Besprechung bedurfte. Sie redeten über das Dach, über die Nachbarschaft, über den Winter, der früh kommen würde, und manchmal auch über nichts, was sich trotzdem nicht wie Schweigen anfühlte. In der dritten Nacht wachte Iwan gegen halb vier auf, aus einem Schlaf, den er sofort vergessen hatte, und stand am Fenster, bevor er wusste, warum er aufgestanden war. Im Garten, am gemauerten Brunnen, der seit Jahren nicht mehr benutzt wurde, saß Katja auf dem Steinrand, die Ellbogen auf die Knie gestützt, das Gesicht in beiden Händen vergraben, so reglos, dass er einen Moment lang glaubte, sie schliefe sitzend. Er zog seinen Mantel über das Nachthemd, ging durch den Flur und trat in den Garten. Die Luft war klar und sehr kalt, und das Gras knirschte leicht unter seinen Schuhen. Iwan setzte sich neben sie auf den Brunnenrand, ohne zu fragen, was sie dort tat, und ohne so zu tun, als wäre es normal, weil beides falsch gewesen wäre. Nach einer langen Weile sagte Katja, ohne aufzublicken, dass sie nicht mehr warte. Aber das Aufhören sei auch keine Lösung, fügte sie hinzu, denn Aufhören setze eine Entscheidung voraus, und eine Entscheidung setze Klarheit voraus, und Klarheit sei genau das, was sie in zehn Jahren nicht gewonnen habe. Iwan zog seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche, zündete zwei an, gab ihr eine, und sie rauchten, ohne sich anzusehen, den Blick nach oben, wo der Himmel dunkel und wolkenlos und vollkommen unzugänglich war. Es war die ruhigste Stunde, die Iwan seit langer Zeit erlebt hatte. Am Morgen seiner Abreise, nachdem er den Koffer bereits gepackt und an die Tür gestellt hatte, fand Iwan im hinteren Keller eine angebrochene Rolle Tapete, das Muster ein blasses Blumengeflecht aus dem Jahr 1987, das Papier so trocken, dass es beim Biegen brach. Er trug sie dennoch ins Kinderzimmer und begann, den langen zerrissenen Streifen über dem alten Kinderbett neu zu kleben, obwohl das Muster nicht mehr stimmte und der Kleister, den er aus einem Rest in der Küche angerührt hatte, zu dünn war. Es war eine sinnlose Handlung, das wusste er, aber Sinn war in diesem Haus ohnehin immer eher eine Hoffnung als eine Eigenschaft gewesen. Katja erschien mit zwei Tassen Kaffee, stellte sie auf die Fensterbank und lehnte sich schweigend an den Türrahmen, so als käme sie nicht hinein, weil sie wüsste, dass Hineinkommen an diesem Morgen bedeutete, Abschied zu nehmen, und das war etwas, wofür sie beide keine Sprache hatten. Iwan ließ die Tapetenrolle fallen, trocknete die Hände an der Hose und nahm seinen Mantel vom Haken, ohne sich noch einmal umzusehen. Er sagte nichts, und Katja sagte nichts, und das war keine Kälte, sondern eine Form von Ehrlichkeit, die Wörter nicht erträgt. Auf der Straße war der Nebel so dicht, dass die Häuser jenseits der Kreuzung bereits verschwunden waren, als wäre die Welt hinter ihm abgeräumt worden. Er lief den bekannten Weg zum Bahnhof, ohne sich zu beeilen, und drehte sich an keiner Stelle um, obwohl er genau wusste, dass er es sich vorgenommen hatte. Der Zug stand bereits am Bahnsteig, und Iwan stieg ein und fand einen Fensterplatz auf der richtigen Seite, fast ohne darüber nachzudenken. Als der Zug anfuhr, sah er durch das beschlagene Glas kurz das Dach des Hauses über den Bäumen auftauchen und sofort wieder verschwinden. Katja stand noch auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun, eine Hand halb erhoben, und ließ sie in einer Geste sinken, die kein Abschied war und kein Gruß, sondern die schlichte Notiz, dass etwas gewesen war, das nun aufgehört hatte. Sie blieb noch eine Weile stehen, nachdem der Zug nicht mehr zu hören war. Dann drehte sie sich um, nicht schnell und nicht langsam, ging zurück ins Haus und schloss die Tür, ohne sie zu schließen, wie man das tut, wenn man weiß, dass man zurückkommt, aber nicht mehr weiß, wohin. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Das alte Haus Der Zug, der Iwan Petrowitsch an jenem Novemberabend in die Stadt seiner Kindheit zurückbrachte, hatte keine Verspätung. Das kam ihm seltsam vor, als wäre die Pünktlichkeit eine Taktlosigkeit, eine Verweigerung des kleinen Aufschubs, den er sich insgeheim gewünscht hatte. Er saß die letzten zwanzig Minuten der Fahrt aufrecht und ohne zu lesen. Sein Blick war auf die Scheibe gerichtet, auf der sich die Lichter der Vororte zu langen gelben Strichen zogen, die nichts bedeuteten und genau deshalb schwer zu ertragen waren. Seit dem Tod seiner Mutter, der ihn vor drei Wochen per Telegramm erreicht hatte, während er in einer Küche in einer fremden Stadt saß und auf Arbeit wartete, die nicht kam, hatte er das Gefühl gehabt, sich in einer Bewegung zu befinden. Diese Bewegung hatte er weder angehalten noch wirklich begonnen. Das Haus stand noch, was er sich nicht selbstverständlich vorgestellt hatte. Wenn man ihn gefragt hätte, hätte er allerdings nicht sagen können, was er stattdessen erwartet hatte. Die Linde, die im Sommer seiner Kindheit so hoch gewachsen war, dass man das Dach dahinter nicht mehr sehen konnte, hatte in den Novemberjahren etwas von ihrer Behauptungskraft verloren. Sie stand nun als transparentes Gerüst vor der Fassade, die in der Dunkelheit weniger grau wirkte als schlicht abwesend. Der Schlüssel, den der Notar ihm in einem Umschlag übersandt hatte, der nach seinem Inhalt nichts ankündigte, passte nicht, wie er nach dem zweiten Versuch feststellte. Während er im Regen vor der verschlossenen Tür stand und den Schlüssel betrachtete, als könnte eine längere Betrachtung die Situation verändern, wurde ihm klar, dass irgendjemand irgendwann beschlossen hatte, das Schloss auszutauschen, ohne dass dieser Beschluss in irgendeiner Form seinen Weg zu ihm gefunden hatte. Das Fenster der Vorratskammer auf der Seite des Hauses, das sich, wenn man von unten gegen den verwitterten Rahmen drückte, nach innen geben ließ, war noch immer dasselbe Fenster wie vor zwanzig Jahren. Iwan kletterte hindurch mit der distanzierten Vertrautheit dessen, der an einem Körper handelt, an dem er glaubte, längst keinen Anspruch mehr zu haben. Drinnen war es nicht so kalt, wie er gefürchtet hatte, aber die Kälte, die da war, war die schwierigere, weil sie nichts mit der Temperatur zu tun hatte. Sie saß in der Stille der abgehängten Lampe, in der Gleichmäßigkeit des Taus, das vom undichten Dachbalken in den Zinkeimer tropfte, in der ausrangierten Zuverlässigkeit eines Ortes, der aufgehört hatte zu warten, lange bevor irgendjemand aufgehört hatte, ihn zu verlassen. Iwan setzte sich an den Tisch, an dem seine Mutter dreißig Jahre lang gesessen hatte. Er blieb so lange sitzen, bis das Tropfen im Eimer aufgehört hatte, ihn zu stören. Die Frau, die am zweiten Abend klopfte, betrat das Haus mit dem ruhigen Nachdruck jemandes, der zwar nicht erwartet worden ist, aber dennoch weiß, dass er am richtigen Ort ist. Das irritierte Iwan, der ihr die Tür geöffnet hatte, nicht, sondern erleichterte ihn eher auf eine Art, die er sich nicht erklären wollte. Katja Michailowna, zweiunddreißig Jahre alt, Bibliothekarin, seit fünfzehn Jahren Nachbarin, stellte das Einmachglas und das in ein geblümtes Tuch gewickelte Brot auf den Tisch, als wären es selbstverständliche Gegenstände an einem selbstverständlichen Ort. Sie setzte sich auf die Ofenbank, wo sie den Mantel anhatte und so saß, als könnte sie jeden Moment wieder aufstehen, aber auch als hätte sie keine Absicht, das zu tun. Sie sprach nicht viel, und das, was sie sagte, war so formuliert, dass man merkte, dass sie es sich nicht zurechtgelegt hatte. Das führte paradoxerweise dazu, dass es präziser klang als alles Zurechtgelegte. Ihr Bruder Dmitri, sagte sie irgendwann, während sie aus dem Fenster schaute, auf dem sich der Regen in Schlieren sammelte, sei vor zehn Jahren im Oktober mit dem ersten Morgenzug nach Moskau gefahren. Er sei mit einer kleinen Reisetasche gefahren, die er sich von einem Nachbarn geliehen hatte, und mit dem Versprechen, zu schreiben, sobald er eine Adresse hätte, was eine Formulierung gewesen sei, die damals vollkommen plausibel geklungen habe. Sie sagte das in einem Tonfall, der keine Bitterkeit enthielt, weil Bitterkeit eine Form von Erwartung voraussetzt. Katja, so schien es Iwan, hatte die Erwartung nicht abgelegt, sondern einfach vergessen, wo sie sie hingelegt hatte, was am Ende auf dasselbe hinausläuft, aber sich anders anfühlt. Iwan hätte etwas sagen können, aber alles, was ihm einfiel, hätte entweder zu wenig oder zu viel gewogen. So schwieg er, und der Samowar summte, und das war genug. In den folgenden Tagen räumte Iwan das Haus aus, nicht mit dem Eifer des Erledigens, sondern mit der taktischen Langsamkeit jemandes, der eine Aufgabe tut, weil er keine Alternative hat. Er war aber nicht bereit, dieser Aufgabe zu erlauben, schneller zu gehen als er selbst. Er fand Dinge, die er kannte, und Dinge, die er noch nie gesehen hatte. Nicht immer war der Unterschied so bedeutsam, wie er sich erhofft hatte: Manchmal war ein fremdes Ding weniger schmerzhaft als ein vertrautes, weil das Vertraute einen Anspruch stellte, dem das Fremde sich entzog. Ein Foto zeigte seine Mutter in einem Sommer, den er nicht zuordnen konnte, mit einem Ausdruck, den er ihr zu Lebzeiten nie abgenommen hatte. Sie wirkte nicht glücklich im vollen Sinn des Wortes, aber in einem Frieden, der nicht erkämpft, sondern aufgefunden worden war, irgendwo auf einer Gartenbank in einem nicht mehr rekonstruierbaren Juli. Er stellte das Foto auf das Fensterbrett, weil der Fensterbrett der ehrlichste Ort in einem Haus ist. Es ist weder Aufbewahrung noch Entsorgung, sondern das Eingeständnis einer ungelösten Frage. Katja kam jeden Abend, und ihre Besuche hatten sich ohne Absprache in eine Form eingespielt, die keiner von beiden benannt hätte. Beide respektierten diese Form instinktiv, so wie man einen Steg respektiert, der aussieht, als könnte er das eigene Gewicht gerade noch tragen. Sie redeten über das Haus, über den Winter, über die Bibliothek, in der seit Jahren dieselben zwölf Benutzer dieselben Bücher ausliehen. Manchmal redeten sie auch über ihre Kindheiten, die sie in derselben Stadt verbracht hatten, ohne sich je begegnet zu sein, was sie beide für eine vollkommen normale Unmöglichkeit hielten. Iwan wachte in der dritten Nacht gegen vier Uhr auf, ohne zu wissen warum. Das kam bei ihm selten vor, da er sonst der Schlaf war, wie er einmal gelesen hatte, dass manche Menschen es sind: einfach und gründlich und ohne Zwischentöne. Das Geräusch, das ihn geweckt hatte, war entweder ein Tier oder das Haus selbst gewesen, das in der Kälte arbeitete. Er stand auf, ohne sich dagegen zu entscheiden, zog seinen Mantel über das Nachthemd und ging durch den dunklen Flur nach draußen. Katja saß am alten Brunnen im hinteren Garten, auf dem gemauerten Rand, über den im Sommer das Unkraut wuchs, das Gesicht in beiden Händen. Ihre Schultern waren weder hochgezogen noch hängend, sondern in einer Haltung, die irgendwo zwischen Erschöpfung und Konzentration lag, als vollführe sie eine Arbeit, für die man keine Hände braucht. Iwan setzte sich neben sie, ohne zu fragen, ohne zu trösten, ohne so zu tun, als sei irgendetwas erklärungsbedürftig. Das war das Richtigste, was er in dieser Stadt seit seiner Ankunft getan hatte. Der Garten war still, die Luft schneidend klar. Über ihnen stand ein Himmel, der so dunkel und leer war, dass er keine Metaphern erlaubte. Nach einer Zeit, die sich nicht in Minuten messen ließ, sagte Katja, dass das Warten aufgehört habe, und zwar nicht als Entscheid, sondern als Zustand. Sie habe diesen Zustand eines Tages vorgefunden wie einen Stuhl, der schon immer da gestanden hatte, bevor man ihn bemerkte. Aber das Aufhören des Wartens, fügte sie hinzu, sei kein Ankommen. Denn Ankommen setze voraus, dass man irgendwo abgefahren sei, und genau diese Gewissheit fehle ihr seit zehn Jahren. Iwan zündete zwei Zigaretten an einer Flamme an und gab ihr eine. Sie rauchten in dem gemeinsamen Schweigen, das kein Trost war und keine Lösung, aber eine Anwesenheit, und manchmal ist Anwesenheit die genaueste Form, in der man einem Menschen sagen kann, dass er nicht verschwunden ist. Am Morgen seiner Abreise, nachdem der Koffer bereits gepackt an der Tür stand und die Tassen auf dem Abtropfbrett lagen wie eine abgeschlossene Aussage, stieg Iwan in den Keller und kam mit einer Rolle Tapete wieder herauf. Er hatte sie hinter einem Regal gefunden: ein blasses, von der Zeit ins Beige verblichenes Blumengeflecht aus dem Jahr 1987, das Papier so spröde, dass es unter dem Daumendruck Risse bildete wie Eis, das die eigene Dicke noch nicht kennt. Er trug die Rolle ins Kinderzimmer und begann, ohne nachzudenken, ohne Handlungsplan und ohne die Absicht, das Ergebnis jemals zu beurteilen, den langen zerrissenen Streifen über dem alten Kinderbett zu ersetzen. Das tat er, obwohl das Muster nicht mehr zu dem passte, was rechts und links an der Wand klebte, und obwohl der verdünnte Kleister, den er aus einem Tütenrest angerührt hatte, zu wenig Haftung hatte, um das spröde Papier dauerhaft zu halten. Es war eine Handlung jenseits des Nutzens. Aber gerade das gab ihr eine Art Integrität, die nützliche Handlungen selten erreichen. Katja erschien mit zwei Tassen, die sie auf die Fensterbank stellte, ohne einzutreten. Sie wirkte, als wäre sie noch nicht sicher, ob dieser Morgen ein Morgen war, den man betreten oder von dem man Abstand halten sollte. Sie sahen sich an, und in diesem Blick war alles, was gesagt werden hätte können, in der Form abwesend, die am deutlichsten zeigt, dass man es nicht sagen wird. Es gab kein Lächeln, das verkleinerte, kein Wort, das vereinfachte, keinen Abschied, der tat, als wäre er ein Ende. Iwan ließ die Tapetenrolle fallen, nahm seinen Mantel und seine Tasche und ging durch die Tür in den Novembermorgen. Der Novembermorgen war so grau und so gleichmäßig, dass er keine Richtung vorgab, sondern nur Bewegung. Er lief den Weg zum Bahnhof, den er hätte blind gehen können, und drehte sich nicht um. Er tat es nicht aus Kälte und nicht aus Entschlossenheit, sondern weil er verstanden hatte, dass Umdrehen in diesem Fall nicht Erinnerung, sondern Zweifel gewesen wäre, und für Zweifel hatte er sich die ganze Strecke bewusst keine Zeit gelassen. Der Bahnsteig war fast leer, der Zug stand bereits bereit, und Iwan stieg ein und fand einen Platz am Fenster auf der richtigen Seite. Er wählte diesen Platz nicht, weil er geplant hatte, das Haus noch einmal zu sehen, sondern weil er wusste, dass er es sehen würde, egal auf welcher Seite er saß, und dass er diesem Wissen ruhig begegnen wollte. Als der Zug langsam anfuhr, tauchte das Dach zwischen den letzten Bäumen auf, einen Moment lang, nicht länger. Dann verschwand es sofort wieder im Nebel, der an diesem Morgen so dicht war, dass er aussah wie eine Entscheidung. Katja stand noch vor dem Gartenzaun, die Hand ein Stück weit gehoben, und ließ sie dann sinken mit einer Geste, die weder Abschied noch Gruß war. Es war die stille Notiz einer Tatsache: dass etwas gewesen ist, ganz bestimmt, auch wenn weder sie noch er hätten sagen können, was es genau war, und dass gerade dieses Unbenennbare der einzige Teil davon ist, der nicht verloren gehen kann, weil man etwas nicht verlieren kann, das man nie besessen hat, und deshalb am Ende auch nie wirklich verlässt. Sie blieb stehen, bis der Zug nicht mehr zu hören war, drehte sich dann um und ging zurück ins Haus. Sie ging nicht langsam und nicht schnell, sondern mit der Schrittlänge jemandes, der nicht weiß, was ihn drinnen erwartet, aber auch nicht erwartet, dass es etwas sein wird, das ihn überrascht, und der damit, nach allem, ganz gut leben kann. == 78 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Er sitzt in einem kleinen Zimmer. Das Zimmer hat keine Fenster. Die Wände sind grau. Eine Lampe an der Decke flackert. Er weiß nicht, wie lange er schon hier ist. Auf dem Tisch liegt ein Formular. Das Formular hat viele Felder. Er liest das erste Feld: „Name". Er schreibt seinen Namen. Dann kommt das zweite Feld: „Vorgang". Er weiß nicht, was er schreiben soll. Er lässt das Feld leer. An der Wand hängt eine Uhr. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Sie bewegt sich nicht. Er wartet. Die Tür geht auf. Eine Frau kommt herein. Sie trägt eine Brille und einen grauen Kittel. Sie sagt kein Hallo. Sie legt einen neuen Stapel Papier auf den Tisch. Er schaut auf den Stapel. Der Stapel ist sehr hoch. Die Frau sagt: „Das Deckblatt fehlt." Er fragt: „Welches Deckblatt?" Sie antwortet nicht. Sie geht wieder hinaus. Er nimmt das oberste Blatt. Es ist leer. Er schreibt oben: „Deckblatt". Dann wartet er wieder. Die Lampe flackert stärker. Er steht auf. Er geht zur Tür. Er drückt den Griff. Die Tür geht nicht auf. Er versucht es noch einmal. Die Tür bleibt zu. Er setzt sich wieder hin. Auf dem Tisch steht eine leere Tasse. Er weiß nicht, was früher drin war. Nach einer Weile kommt die Frau wieder. Sie nimmt die Tasse. Sie sagt: „Bitte warten Sie." Er fragt: „Wie lange?" Sie sagt: „Das ist der Vorgang." Dann ist sie weg. Er schaut auf das Formular. Er liest: „Antrag auf Feststellung der Antragsfähigkeit." Er versteht das nicht ganz. Er schreibt trotzdem weiter. Bei jedem Feld überlegt er lange. Die meisten Felder lässt er leer. Die Uhr zeigt immer noch zehn nach elf. Am nächsten Morgen ist das Formular weg. Ein neues liegt da. Es sieht genauso aus. Er seufzt. Er nimmt den Stift. Er fängt von vorne an. Die Frau kommt wieder. Sie legt noch ein Blatt dazu. Sie sagt: „Seite drei fehlt." Er schaut in seine Unterlagen. Es gibt keine Seite drei. Er fragt: „Wo bekomme ich Seite drei?" Sie sagt: „Das müssen Sie beantragen." Er nickt langsam. Er nimmt ein leeres Blatt. Er schreibt oben: „Antrag auf Seite drei." Er wartet. Das ist der Vorgang. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Er weiß nicht mehr, wann er das erste Mal in diesem Zimmer aufgewacht ist. Der Raum ist klein, und die Wände haben keine Farbe, die einen Namen verdient. An der Decke hängt eine Leuchtstoffröhre, die manchmal flackert und manchmal nicht. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er schon mehrmals gelesen hat. Er versteht die meisten Wörter, aber nicht, was sie zusammen bedeuten. Die Uhr an der Wand zeigt zehn nach elf, obwohl er sicher ist, dass Stunden vergangen sind. Er hat den Stift in der Hand, aber er weiß nicht, was er schreiben soll. Das erste Feld heißt „Antragsteller", und das ist einfach. Er schreibt seinen Namen, obwohl er nicht sicher ist, ob das reicht. Das zweite Feld heißt „Grund des Antrags", und das ist nicht einfach. Er überlegt lange, dann lässt er es leer. Die Tür geht auf, ohne dass jemand angeklopft hat. Die Sachbearbeiterin trägt einen grauen Kittel und eine Brille mit rundem Gestell. Sie schaut nicht ihn an, sondern den Stapel Papier auf dem Tisch. Sie sagt: „Sie haben das Deckblatt nicht ausgefüllt." Er antwortet, dass das Deckblatt kein Feld zum Ausfüllen hat. Sie sagt: „Das ist nicht korrekt", und legt ein neues Blatt auf den Tisch. Dann geht sie, ohne die Tür zu schließen, aber die Tür schließt sich von selbst. Er schaut auf das neue Blatt. Es ist leer, genau wie das alte. Er nimmt den Stift und schreibt oben in die Mitte: „Deckblatt". Dann wartet er, weil er nicht weiß, was sonst zu tun ist. Die Leuchtstoffröhre flackert dreimal schnell, dann ist es wieder ruhig. Nach einer Weile steht er auf und geht zur Tür. Er drückt den Griff nach unten, aber die Tür bewegt sich nicht. Er drückt fester, aber das Ergebnis ist dasselbe. Er geht zurück zum Tisch und setzt sich wieder hin. Die leere Tasse vor ihm hat keinen Henkel mehr, aber er erinnert sich nicht, wann das passiert ist. Er dreht den Stift zwischen den Fingern und denkt nach. Er denkt daran, dass er einen Antrag stellen muss, aber nicht weiß, wofür. Vielleicht ist der Antrag für etwas, das er schon hat. Vielleicht ist er für etwas, das er noch braucht. Er schreibt in das Feld „Grund des Antrags": „Unbekannt, aber notwendig." Das fühlt sich nicht falsch an. Die Sachbearbeiterin kommt wieder, nimmt die Tasse und stellt eine neue hin. Die neue Tasse ist auch leer. Er fragt: „Wann ist der Antrag fertig?" Sie sagt: „Wenn alle Felder ausgefüllt sind." Er fragt: „Und welche Felder fehlen noch?" Sie sagt: „Das steht auf Seite vier." Er blättert durch die Papiere, aber es gibt keine Seite vier. Er fragt: „Wo ist Seite vier?" Sie sagt: „Die müssen Sie beantragen", und geht. Er nimmt ein leeres Blatt und schreibt: „Antrag auf Aushändigung von Seite vier." Er legt das Blatt oben auf den Stapel. Die Uhr zeigt immer noch zehn nach elf. Er schaut sie lange an, weil er hofft, dass sie sich bewegt. Sie bewegt sich nicht. Am nächsten Morgen – oder was er dafür hält – ist der Stapel kleiner. Ein Teil der Formulare ist weg, aber er weiß nicht, welcher. Dafür liegt ein neues Formular oben, das er noch nicht gesehen hat. Es heißt: „Bestätigung des Antrags auf Feststellung der Antragsfähigkeit." Er liest es zweimal, weil er denkt, dass er etwas übersehen hat. Er hat nichts übersehen. Er füllt das erste Feld aus, dann das zweite, dann lässt er das dritte leer. Die Sachbearbeiterin kommt, schaut auf das Formular und sagt: „Feld drei ist Pflicht." Er fragt: „Was soll ich in Feld drei schreiben?" Sie sagt: „Das, was zutrifft." Er schreibt: „Alles oder nichts." Sie nimmt das Formular, liest es, legt es zurück und sagt: „Bitte warten Sie." Er fragt: „Wie lange?" Sie sagt nichts mehr und geht. Er lehnt sich zurück und schaut an die Decke. Die Leuchtstoffröhre flackert. Er wartet. Er weiß inzwischen, dass Warten nicht das Ende ist, sondern der Vorgang selbst. Er nimmt den Stift. Er fängt von vorne an. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Der Raum, in dem er sitzt, hat genau die richtige Größe, um nicht darüber nachzudenken, wie klein er ist. Die Wände sind weiß gestrichen, aber das Weiß ist so alt, dass es keinen Namen mehr verdient. Er ist seit mindestens zwei Tagen hier, soweit er das beurteilen kann. Die Uhr an der Wand zeigt zehn nach elf, und er hat aufgehört, sie zu fragen. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er schon auswendig kennt, ohne es zu verstehen. Er hat den Kugelschreiber in der Hand, der keine Kappe mehr hat, weil er sie verloren hat oder sie nie da war. Das erste Feld hat er ausgefüllt, weil es nach seinem Namen gefragt hat und er den noch wusste. Das zweite Feld fragt nach dem Zweck des Antrags, und diese Frage begleitet ihn seitdem wie ein leises Geräusch. Er hat überlegt, ob der Zweck vielleicht auf einem anderen Blatt steht, aber alle anderen Blätter schweigen ebenfalls. Die Tür geht auf, ohne dass er Schritte gehört hat, und die Sachbearbeiterin tritt ein. Sie trägt immer denselben grauen Kittel, und ihre Brille sitzt immer ein wenig schief. Sie legt einen neuen Stapel Papier neben den alten, ohne ihn anzuschauen. „Das Begleitschreiben fehlt", sagt sie, in einem Ton, der keine Antwort erwartet. Er fragt trotzdem: „Welches Begleitschreiben meinen Sie genau?" Sie antwortet: „Das, das dem Antrag vorangehen muss", und geht wieder hinaus. Er schaut auf die Tür, die sich lautlos schließt, und dann auf den neuen Stapel. Das oberste Blatt ist leer, aber am unteren Rand steht klein gedruckt: „Formular 7b – Anlage zum Begleitschreiben". Er dreht das Blatt um, weil er hofft, dass auf der Rückseite mehr steht. Auf der Rückseite steht: „Bitte wenden." Er legt das Blatt zurück, verschränkt die Arme und lehnt sich in den Stuhl. Die Leuchtstoffröhre flackert kurz, als ob sie etwas sagen wollte, dann ist sie wieder still. Er denkt darüber nach, dass er einen Antrag stellen muss, dessen Zweck er nicht kennt, für einen Vorgang, der keinen Anfang zu haben scheint. Das ist keine neue Erkenntnis, aber jedes Mal, wenn er sie denkt, sitzt sie ein wenig fester. Er steht auf, weil Sitzen keine Lösung ist, und geht zur Tür. Die Tür lässt sich nicht öffnen, was ihn nicht überrascht, aber trotzdem kurz irritiert. Er geht zurück, setzt sich, und nimmt den Stift mit der fehlenden Kappe wieder in die Hand. Er schreibt in das Feld „Zweck des Antrags": „Feststellung der Notwendigkeit des Antrags." Das ist zirkulär, aber es ist das Ehrlichste, was er schreiben kann. Nach einer Weile – er schätzt zwei Stunden, obwohl die Uhr das nicht bestätigt – kommt die Sachbearbeiterin zurück. Sie nimmt seine leere Tasse vom Tisch, stellt eine neue leere Tasse hin, und liest, was er geschrieben hat. Ihr Gesicht verändert sich nicht, aber sie zieht ein kleines Notizbuch aus der Kitteltasche und schreibt etwas hinein. „Haben Sie den Antrag auf Einsicht in die Vorgangsnummer bereits gestellt?", fragt sie. Er antwortet, dass er nicht wusste, dass es eine Vorgangsnummer gibt. „Es gibt immer eine Vorgangsnummer", sagt sie, und es klingt, als würde sie das nicht zum ersten Mal erklären. Sie legt ein weiteres Formular auf den Tisch, das genau wie alle anderen aussieht, außer dass oben „Vorläufig" gestempelt ist. Er fragt, was „vorläufig" in diesem Zusammenhang bedeutet. Sie sagt: „Es bedeutet, dass es noch nicht endgültig ist", und geht. Er schaut auf das Formular, dann auf den Stapel, dann auf die Uhr. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Er hat manchmal das Gefühl, dass die Uhr recht hat und alle anderen falsch liegen. Am nächsten Morgen – er nennt es Morgen, weil die Leuchtstoffröhre heller brennt als sonst – ist der Tisch neu geordnet. Die Formulare, die er ausgefüllt hat, sind weg, und an ihrer Stelle liegt ein Blatt mit dem Titel: „Rückmeldung zum Eingangsverfahren". Er liest das Blatt zweimal und stellt fest, dass es keine Rückmeldung enthält, sondern nur die Bitte um eine weitere Rückmeldung. Er nimmt den Stift und schreibt in die vorgesehene Zeile: „Die Rückmeldung liegt vor." Das stimmt nicht, aber er hat das Gefühl, dass Genauigkeit hier nicht das entscheidende Kriterium ist. Die Sachbearbeiterin kommt, liest den Satz, und nickt einmal kurz. „Sie machen Fortschritte", sagt sie, in einem Ton, der weder zustimmend noch ablehnend ist. Er fragt: „Wie viele Formulare fehlen noch?" Sie schlägt ihr Notizbuch auf, blättert kurz und sagt: „Das hängt davon ab, was Sie beantragen." Er erinnert sie daran, dass er nicht weiß, was er beantragen soll. Sie sagt: „Das steht im Ausgangsdokument." Er fragt, wo das Ausgangsdokument ist. Sie sagt: „Das hätten Sie mitbringen müssen", und schließt das Notizbuch. Dann steht sie noch einen Moment da, als ob sie etwas vergessen hätte, dreht sich aber um und geht. Er sitzt allein, die leere Tasse vor sich, den Stift in der Hand, den Stapel neben dem Ellbogen. Er denkt: Vielleicht ist das Ausgangsdokument schon da und er hat es nur nicht erkannt. Er geht alle Blätter durch, eins nach dem anderen, langsam und sorgfältig. Keines davon trägt den Titel „Ausgangsdokument", aber auf einem steht unten in kleiner Schrift: „Dieses Dokument gilt nicht als Ausgangsdokument." Er legt es beiseite und denkt, dass das ein Hinweis sein könnte. Er nimmt ein leeres Blatt, schreibt oben in großen Buchstaben „Ausgangsdokument" und lässt den Rest leer. Dann legt er es ganz unten in den Stapel, weil Ausgangsdokumente vermutlich am Anfang stehen. Die Leuchtstoffröhre flackert. Er wartet. Er hat aufgehört zu fragen, wann es endet, weil die Antwort immer dieselbe ist: wenn alles vollständig ist. Und vollständig ist es, wenn er alles eingereicht hat. Und eingereicht hat er alles, wenn er weiß, was er einreichen muss. Er nimmt den Stift. Er fängt von vorne an. Das ist der Vorgang. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Der Raum, den er seit unbestimmbarer Zeit bewohnt, hat die eigentümliche Qualität, dass er sich weder eng noch weit anfühlt, sondern einfach vorhanden ist. Die Leuchtstoffröhre an der Decke gibt ein Licht ab, das keine Schatten wirft, was bedeutet, dass auch die Zeit hier keine Konturen hat. Er weiß, dass er einen Antrag stellen muss, aber das Wissen darüber, wofür, hat sich irgendwann still aus dem Raum entfernt. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das in seiner Schlichtheit beunruhigend ist: zwölf Felder, von denen er drei ausgefüllt hat und neun nicht. Der Stift in seiner Hand hat keine Kappe, was ihn anfangs gestört hat, inzwischen aber als Merkmal dieses Ortes erscheint, so wie die stehende Uhr und die leere Tasse. Die Uhr zeigt zehn nach elf, und er hat sich damit abgefunden, dass sie nicht falsch geht, sondern schlicht anderer Meinung ist. Er liest das sechste Feld zum wiederholten Mal: „Angabe des Antragsgegenstandes unter Berücksichtigung der einschlägigen Vorgangsnummer." Die Vorgangsnummer kennt er nicht, hat sie nie gekannt, und niemand hat ihm erklärt, wie man sie in Erfahrung bringt. Die Tür öffnet sich ohne Vorwarnung, und die Sachbearbeiterin tritt ein mit dem präzisen Bewegungsablauf von jemandem, der diesen Raum so oft betreten hat, dass er aufgehört hat, ihn wahrzunehmen. Sie legt eine neue Mappe auf den Tisch, deren Registerkarten mit Buchstaben beschriftet sind, die keine erkennbare Reihenfolge haben. „Der Nachweis über die Voranmeldung des Antragsverfahrens fehlt noch", sagt sie, im Konjunktiv, als ob auch sie nicht ganz sicher sei, ob das stimmt. Er fragt, ob es möglich wäre, diesen Nachweis nachzureichen, obwohl er nicht weiß, was er nachreichen würde. Sie antwortet, dass ein Nachreichen grundsätzlich möglich sei, sofern der entsprechende Antrag auf Nachreichgenehmigung vorliege. Er fragt, wie dieser Antrag zu stellen sei, und spürt dabei, dass er diese Frage vielleicht schon einmal gestellt hat. Sie sagt, der Antrag auf Nachreichgenehmigung setze die Kenntnis der Vorgangsnummer voraus, dreht sich um und geht. Die Tür schließt sich so leise, dass er sich fragt, ob sie jemals wirklich offen gewesen ist. Er bleibt sitzen und betrachtet die Mappe, die sie hinterlassen hat, als wäre sie ein Beweisstück aus einem anderen Leben. Hinter dem Reiter „A" findet er ein dreiseitiges Dokument, das den Titel trägt: „Hinweise zur Interpretation von Hinweisen – vorläufige Fassung". Er liest es, weil er sich erhofft, dass irgendwo eine Anweisung versteckt ist, die ihm sagt, was er als Nächstes tun soll. Was er findet, ist der Satz: „Alle Hinweise in diesem Dokument sind als unverbindlich zu verstehen, sofern kein gegenteiliger Hinweis vorliegt." Er legt das Dokument zurück, lehnt sich in den Stuhl und schaut für eine Weile an die Decke, weil das weniger frustrierend ist als alles andere. Die Leuchtstoffröhre flackert in einem Rhythmus, der fast regelmäßig ist, und er fragt sich, ob darin eine Bedeutung steckt. Er entscheidet, dass dem nicht so ist, aber das Nachdenken darüber hat ihm immerhin einige Minuten verschafft. Schließlich nimmt er den Stift, schreibt auf ein leeres Blatt die Worte „Vorgangsnummer: wird nachgereicht" und legt es über das sechste Feld des Formulars. Das ist keine Lösung, aber es ist eine vorläufige Überbrückung, und vorläufig scheint hier das herrschende Prinzip zu sein. Am nächsten Morgen – wobei er „Morgen" nur deshalb denkt, weil er an irgendwelchen Zeitbegriffen festhalten will – hat sich der Tisch erneut verändert. Die Mappe ist weg, das Formular liegt jetzt in einer transparenten Schutzhülle, und daneben steht ein Becher mit einer Flüssigkeit, deren Temperatur sich nicht bestimmen lässt. Er trinkt einen Schluck, weil es das Vernünftigste ist, was man mit einem Becher tun kann. Obenauf liegt ein Zettel, der handschriftlich beschriftet ist: „Bitte prüfen Sie, ob alle Angaben dem aktuellen Stand entsprechen." Er liest das Formular durch, stellt fest, dass sich nichts geändert hat, und schreibt darunter: „Angaben entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt ihrer Eintragung." Die Sachbearbeiterin erscheint zur gewohnten Stunde, obwohl er keine Uhr hat, die ihm sagen könnte, wann die gewohnte Stunde ist. Sie liest seinen Zusatz, zieht die linke Augenbraue minimal hoch, was das ausdrucksstärkste Zeichen ist, das er je von ihr gesehen hat. „Der Stand der Eintragung müsste mit dem Stand der Vorgangsakte übereinstimmen", sagt sie. Er fragt, ob er Einsicht in die Vorgangsakte bekommen könne, um die Übereinstimmung zu prüfen. Sie sagt, Einsicht in die Vorgangsakte setze einen abgeschlossenen Antragsprozess voraus. Er hält inne, weil in diesem Satz eine Logik steckt, die er nicht widerlegen kann, die aber auch keinen Ausweg lässt. „Dann ist der Antragsprozess also noch nicht abgeschlossen", sagt er, und es klingt mehr nach Feststellung als nach Frage. Sie sagt: „Das ist korrekt", und nimmt den Becher vom Tisch, obwohl er noch nicht leer ist. Dann stellt sie einen neuen Becher hin, der ebenfalls nicht leer ist, und geht, als wäre das ein Abschluss. Er sitzt vor dem Formular in der Schutzhülle und überlegt, ob er es aus der Hülle nehmen soll, um weiterzuschreiben. Auf der Hülle klebt ein kleiner Aufkleber: „Nicht aus der Schutzhülle entnehmen." Er schreibt durch die transparente Folie hindurch, was die Schrift unleserlich macht, aber das scheint hier keine Ausnahme zu sein. Die Uhr zeigt zehn nach elf, die Leuchtstoffröhre flackert, und der Raum verhält sich so, wie Räume sich verhalten, wenn niemand vorhat, sie zu verlassen. Er denkt an das Ausgangsdokument, das er beim letzten Mal selbst angefertigt hat, und fragt sich, ob es vielleicht irgendwo archiviert wurde. Vielleicht ist das der Fortschritt, den die Sachbearbeiterin erwähnt hat: Dinge verschwinden, aber sie werden nicht vernichtet, sie werden nur unerreichbar. Er nimmt ein frisches Blatt und beginnt, alle Formulare aufzulisten, die er bisher ausgefüllt hat, in chronologischer Reihenfolge, soweit er sich erinnern kann. Die Liste wird länger als erwartet, und er bemerkt dabei, dass er manche Dokumente zweimal eingereicht haben muss, weil er sich an ihre Felder noch gut erinnert. Das ist entweder ein Fehler oder ein Teil des Vorgangs, und inzwischen ist er nicht mehr sicher, ob dieser Unterschied hier gemacht wird. Er schreibt oben auf die Liste: „Übersicht der bisher gestellten Anträge – zur Vorlage im Rahmen des Antragsverfahrens." Das klingt nach etwas, das gebraucht werden könnte, und das ist mehr, als er über die meisten Dinge hier sagen kann. Die Sachbearbeiterin, die er inzwischen an ihren Schritten erkennt, obwohl er sie nie klar gehört hat, öffnet die Tür. Sie schaut auf die Liste, schlägt ihr Notizbuch auf, liest etwas nach und sagt: „Eine solche Übersicht wäre als Anlage G einzureichen." Er fragt, ob er Anlage G haben könne. Sie sagt, Anlage G werde automatisch beigefügt, sofern der Grundantrag vollständig vorliege. Er fragt, was am Grundantrag noch fehle. Sie sagt: „Anlage G", und schließt das Notizbuch. Die Logik ist in sich geschlossen wie ein Zimmer ohne Tür, und er sitzt darin. Er legt den Stift hin, faltet die Hände auf dem Tisch und sitzt einfach da, für eine Weile, ohne zu schreiben, ohne zu fragen. Die Leuchtstoffröhre flackert. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Er nimmt den Stift. Das ist der Vorgang. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Es gibt Orte, die man nicht betritt, sondern in denen man sich wiederfindet, und dieser Raum ist einer davon. Die Wände tragen kein Bild, keine Markierung, keinen Riss, als hätte jemand sie eigens so gestaltet, dass sie nichts verraten. Die Leuchtstoffröhre gibt ein Licht ab, das nicht leuchtet, sondern bloß die Dunkelheit in eine hellere Art von Ungewissheit verwandelt. Er sitzt. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er inzwischen mit der müden Vertrautheit betrachtet, die man sonst nur für alte Wunden aufbringt. Zwölf Felder, von denen er die meisten ausgefüllt hat – nicht weil er die Antworten kannte, sondern weil Leerstellen hier offenbar als Ausdruck von Unwillen gelten. Der Stift liegt zwischen seinen Fingern wie ein Gegenstand, der seinen ursprünglichen Zweck vergessen hat und jetzt einfach da ist, weil er nirgendwo sonst hingehört. Die Uhr zeigt zehn nach elf, und er hat sich damit abgefunden, dass sie nicht defekt ist, sondern schlicht einer anderen Auffassung von Zeit folgt. Er liest Feld neun: „Beschreibung des Sachverhalts, der dem Antrag zugrunde liegt, unter Bezugnahme auf einschlägige Vorgänge und deren Nummern." Der Sachverhalt, der dem Antrag zugrunde liegt, ist, dass er hier ist und nicht weiß, warum, und dass beides seit dem ersten Moment unverändert gilt. Er schreibt: „Sachverhalt ergibt sich aus dem Vorgang selbst", und ist sich dabei bewusst, dass das keine Antwort ist, sondern die Antwortform, die dieser Ort hervorbringt. Die Tür öffnet sich. Die Sachbearbeiterin tritt ein mit der ruhigen Selbstverständlichkeit von jemandem, für den Türen nicht Hindernisse sind, sondern bloße Übergänge zwischen dem Hier und dem Dort. Sie legt einen neuen Stapel auf den Tisch, ohne ihn anzuschauen, als wäre er ein Möbelstück, das zufällig auch Formulare entgegennehmen kann. „Das Deckblatt", sagt sie, „entspricht nicht der gültigen Version des Deckblattes." Er fragt, welche Version gültig sei, und merkt dabei, dass seine Stimme eine Gelassenheit angenommen hat, die er sich nicht bewusst angeeignet hat. Sie antwortet, dass die gültige Version jene sei, die zum Zeitpunkt der Antragstellung gültig gewesen wäre, sofern die Antragstellung im vorgesehenen Zeitraum erfolgt sei. Er fragt, ob die Antragstellung im vorgesehenen Zeitraum erfolgt sei. Sie sagt: „Das prüft die Akte", und geht. Er bleibt sitzen und betrachtet das neue Deckblatt, das sich vom alten nicht zu unterscheiden scheint, außer dass in der unteren rechten Ecke eine Versionsnummer steht, die vorher nicht da war. Die Versionsnummer lautet 0. Er überlegt, ob das bedeutet, dass dieses Deckblatt noch gar nicht fertig ist, oder ob Null hier einfach der Anfang ist, von dem aus alle anderen Versionen gezählt werden. Er entscheidet sich für die zweite Deutung, weil sie weniger entmutigend ist, obwohl er keinen Grund hat zu glauben, dass sie zutrifft. Die Leuchtstoffröhre flackert einmal lang, dann zweimal kurz, und er fragt sich zum ersten Mal ernsthaft, ob das ein Code sein könnte. Er notiert die Abfolge auf einem leeren Blatt: lang, kurz, kurz – und darunter ein Fragezeichen, weil ein Fragezeichen zumindest ehrlicher ist als eine falsche Antwort. Was er in diesem Raum gelernt hat – wenn Lernen das richtige Wort ist für das, was geschieht, wenn man aufhört, sich zu wundern –, ist, dass jede Antwort einen neuen Antrag gebiert. Der Antrag auf Einsicht in die Vorgangsnummer setzt die Kenntnis der Vorgangsnummer voraus; der Antrag auf Auskunft über das Ausgangsdokument setzt das Ausgangsdokument voraus; der Antrag auf Nachreichgenehmigung setzt die Genehmigung der Nachreichgenehmigung voraus. Er hat aufgehört, das als Widerspruch zu empfinden, und betrachtet es stattdessen als Strukturprinzip, ähnlich wie die Tatsache, dass der Boden den Stuhl trägt, der ihn trägt. Am folgenden Morgen – er nennt es so, weil die Leuchtstoffröhre eine Helligkeit erreicht hat, die sich von der nächtlichen unterscheidet, obwohl er nicht sagen könnte, worin der Unterschied besteht – liegt auf dem Tisch ein Dokument, das er noch nie gesehen hat. Es trägt den Titel: „Zwischenbescheid über den vorläufigen Stand des Antragsverfahrens – nicht rechtsmittelfähig." Er liest es mit einer Sorgfalt, die er früher vielleicht für übertrieben gehalten hätte, inzwischen aber als das Mindeste betrachtet, was man einem Dokument schuldet. Der Zwischenbescheid teilt ihm mit, dass sein Antrag eingegangen sei, dass die Prüfung des Eingangs noch ausstehe, und dass über das Ergebnis der Prüfung des Eingangs zu gegebener Zeit ein weiterer Zwischenbescheid ergehen werde. Er liest den letzten Satz zweimal, weil er sichergehen will, dass er ihn richtig verstanden hat. Er hat ihn richtig verstanden. Er schreibt unter den Bescheid: „Zur Kenntnis genommen", und unterschreibt mit seinem Namen, weil das die einzige Handlung ist, die er in diesem Moment für sinnvoll hält. Die Sachbearbeiterin, die ihn inzwischen anschaut, wenn sie hereinkommt – nicht freundlich, aber mit einer Art Aufmerksamkeit, die er nicht einordnen kann –, nimmt den Bescheid, liest seinen Zusatz und sagt: „Eine Kenntnisnahme ist in diesem Verfahrensstadium nicht vorgesehen." Er fragt, was stattdessen vorgesehen sei. Sie sagt: „Eine Kenntnisnahme kann beantragt werden." Er nickt, nicht weil er zustimmt, sondern weil Nicken die effizienteste Form ist, ein Gespräch zu beenden, das keinen Anfang hatte. Er nimmt ein leeres Blatt: „Antrag auf Genehmigung der Kenntnisnahme des Zwischenbescheids über den vorläufigen Stand des Antragsverfahrens." Der Satz ist lang, aber er hat das Gefühl, dass Kürze hier als Unvollständigkeit ausgelegt würde. Die Sachbearbeiterin nimmt den Antrag, ohne ihn zu lesen, legt ihn in die Mappe, schließt die Mappe und stellt sie unter den Tisch. Er fragt: „Wann wird darüber entschieden?" Sie sagt: „Wenn der Vorgang vollständig ist." Er fragt: „Was fehlt noch?" Sie sagt: „Das ergibt sich aus dem Vorgang", und geht. Der Raum ist wieder still, mit der Stille von Orten, die nicht auf jemanden warten, sondern einfach sind. Er sitzt da und denkt, dass er vielleicht nie gewusst hat, was Warten bedeutet, bevor er hier war – nicht das Warten auf etwas, sondern das Warten als Zustand, der keinen Gegenstand mehr braucht. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Er nimmt den Stift. Er schreibt. Das ist der Vorgang. == 79 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Es ist halb sechs morgens. László steht an der Bushaltestelle. Die Haltestelle heißt „Fő tér". Es regnet leicht, ein feiner Nieselregen. László hat keine Kapuze. Seine Jacke ist dünn und schon alt. Er wartet jeden Morgen hier. Der Bus nach Csepel kommt immer zu spät. Heute ist kein anderer Tag. László schaut auf die leere Straße. Kein Bus ist zu sehen. Da kommt jemand die Straße entlang. Es ist Erzsébet, seine Nachbarin. Sie trägt eine Plastiktüte vom 24-Stunden-Laden. Erzsébet ist 56 Jahre alt und redet sehr viel. „Guten Morgen, László!", sagt sie laut. László nickt und sagt: „Morgen." Erzsébet stellt ihre Tüte auf den Boden. „Weißt du, was János gestern gemacht hat?" László weiß es noch nicht, aber er wird es gleich erfahren. „Er hat die Glühbirne aus der Fassung gedreht." „Er dachte, das Licht flackert." „Dann saß er drei Stunden im Dunkeln." „Ich habe ihn nicht gewarnt." László hört zu und nickt manchmal. Er denkt nicht viel dabei. Es ist besser so. Wenn er zuhört, denkt er nicht an sein eigenes Leben. Der Bus kommt immer noch nicht. Erzsébet erzählt weiter von János. János ist ihr Mann, 58 Jahre alt. Früher war er Schlosser, heute sitzt er meistens im Sessel. Er trinkt gern billigen Weißwein. Erzsébet mag das nicht, aber sie sagt es trotzdem nicht direkt. Endlich kommt der Bus. Er ist acht Minuten zu spät. László steigt ein und sucht einen Platz. Er findet einen Platz neben einem Fenster. Das Fenster schließt nicht richtig. Kalte Luft kommt herein. László schaut nach draußen. Sie fahren an einer alten Fabrik vorbei. Die Fabrik ist ausgebrannt und leer. Jedes Mal schaut László hin. Er weiß nicht warum. Hinter ihm sitzen zwei alte Männer. Sie streiten über den Papst. Einer sagt, der Papst wäre mit dem Fahrrad nach Budapest gekommen. Der andere sagt, das ist Unsinn. László hört halb zu und lacht innerlich. Er greift in seine Jackentasche. Eine kleine Flasche ist darin. Er trinkt einen kurzen Schluck. Niemand im Bus schaut hin. Um Mittag sitzt László in der Lagerhalle. Er sitzt auf einer Europalette und isst. Er hat eine Wurstsemmel dabei, sie ist trocken. Sein Kollege setzt sich neben ihn. „Mein Cousin hat im Lotto gewonnen", sagt der Kollege. „Nicht viel, aber immerhin." Der Cousin wohnt in Kecskemét, das ist weit weg. László hört zu und rechnet leise im Kopf. In zwanzig Jahren könnte er vielleicht einen neuen Anzug kaufen. Er lacht kurz, aber es klingt mehr wie ein Räuspern. Am Abend sitzt László vor dem Plattenbau. Er sitzt auf der Betontreppe und hat die Flasche neben sich. Es ist still auf der Straße. Irgendwo spielt jemand Akkordeon. Die Töne sind nicht ganz richtig, aber der Mann spielt mit Überzeugung. Dann kommt János die Treppe herunter. Er geht ein bisschen langsam, vielleicht hat er schon getrunken. Er setzt sich wortlos neben László. Beide schweigen eine Weile. János schaut auf die Straße. László schaut auch auf die Straße. Dann nimmt János die Flasche und trinkt einen Schluck. Er gibt sie zurück. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János. László nickt. Das ist kein Trost, aber es reicht für heute. Morgen früh steht er wieder an der Haltestelle. Der Bus wird wieder zu spät kommen. Und Erzsébet wird wieder etwas zu erzählen haben. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- László steht jeden Morgen um Viertel vor sechs an der Haltestelle, auch wenn der Bus fast nie pünktlich kommt. Die Haltestelle heißt „Fő tér" und liegt direkt vor dem grauen Plattenbau, in dem László seit acht Jahren wohnt. Es regnet heute, kein starker Regen, aber der feine Nieselregen, der die Kleidung langsam durchnässt. László hat keine Kapuze, weil er die Jacke mit Kapuze vor drei Wochen irgendwo vergessen hat. Er stellt den Kragen hoch und schaut die leere Straße entlang, wo der Bus irgendwann erscheinen wird. Dann hört er Schritte hinter sich, und er weiß schon, wer das ist, bevor er sich umdreht. Erzsébet kommt mit einer schweren Plastiktüte vom 24-Stunden-Laden, der um die Ecke liegt. Sie ist 56 Jahre alt, wohnt im Stockwerk über ihm, und sie beginnt immer sofort zu reden, ohne Pause. „Guten Morgen, László, du glaubst nicht, was János gestern Abend wieder gemacht hat!", sagt sie und stellt die Tüte auf den nassen Boden. László dreht sich zu ihr um und nickt, weil eine Antwort nicht nötig ist und auch nicht erwartet wird. János hat gestern die Glühbirne aus der Fassung gedreht, weil er glaubte, das Licht im Wohnzimmer flackert. Dann saß er drei Stunden im Dunkeln, weil er keine neue Glühbirne hatte und Erzsébet ihn nicht warnte. „Ich habe ihn einfach sitzen lassen", sagt Erzsébet, und in ihrer Stimme ist keine Reue, nur eine müde Zufriedenheit. László hört zu, nicht weil ihn die Geschichte wirklich interessiert, sondern weil es einfacher ist als Schweigen. Wenn er zuhört, muss er nicht über sein eigenes Leben nachdenken, und das ist manchmal das Wichtigste. Der Bus ist immer noch nicht zu sehen, und Erzsébet erzählt jetzt, dass János früher ein guter Schlosser war. „Er wusste, wie man Dinge repariert", sagt sie, „aber jetzt sitzt er nur noch im Sessel und trinkt seinen billigen Weißwein." László sagt „Hm" und schaut auf die Straße, und endlich erscheint der Bus in der Ferne, klein und langsam. Er ist neun Minuten zu spät, was für diese Linie noch ein gutes Ergebnis ist. Im Bus findet László einen Fensterplatz, aber das Fenster schließt nicht richtig, und kalte Luft strömt herein. Er zieht die Jacke enger und schaut nach draußen, während die Stadt an ihm vorbeizieht, grau und still am frühen Morgen. Dann kommen sie an der alten Fabrik vorbei, die vor Jahren abgebrannt ist und seitdem leer steht. László schaut jedes Mal auf die schwarzen Fensterhöhlen der Fabrik, obwohl er selbst nicht weiß, warum er das tut. Hinter ihm sitzen zwei ältere Männer, die über den Papst streiten, und ihre Stimmen sind laut genug, um alles andere zu übertönen. Einer behauptet, der Papst wäre mit dem Fahrrad nach Budapest gefahren, wenn er wirklich bescheiden wäre. Der andere sagt, das ist kompletter Unsinn, und außerdem sei Budapest kein Pflichtprogramm für den Papst. László greift langsam in seine Jackentasche und zieht eine kleine Flasche heraus, ohne sie jemandem zu zeigen. Er trinkt einen kurzen Schluck, steckt die Flasche zurück, und niemand im Bus dreht sich um. In der Lagerhalle isst László um zwölf Uhr auf einer Europalette, weil es keine richtige Pausenbank gibt. Seine Wurstsemmel ist trocken, aber er hat keinen Hunger, also ist es egal. Sein Kollege Tibor setzt sich neben ihn und erzählt, dass ein Cousin dritten Grades in Kecskemét im Lotto gewonnen hat. „Nicht viel", sagt Tibor, „aber mehr als wir in einem Monat verdienen." László hört zu und rechnet leise im Kopf, wie viele Jahre er arbeiten müsste, um sich einen neuen Anzug zu kaufen. Er kommt auf zwanzig Jahre und lacht kurz, aber das Lachen klingt mehr wie ein Räuspern, das man schnell vergisst. Am Abend sitzt László auf der Betontreppe vor dem Plattenbau, die Flasche steht neben ihm auf der Stufe. Die Straße ist ruhig, und irgendwo in einem der oberen Stockwerke spielt jemand Akkordeon. Die Töne sind nicht immer richtig, aber der Mann spielt mit so viel Überzeugung, dass es am Ende nicht stört. Dann kommt János die Treppe herunter, langsam und ein bisschen unsicher auf den Beinen. Er setzt sich wortlos neben László, schaut auf die Straße, und keiner von beiden sagt etwas. Nach einer Weile nimmt János einfach die Flasche, trinkt einen langen Schluck und stellt sie zurück. „Morgen ist auch ein Tag", sagt er, ohne László anzuschauen. László nickt und schaut weiter auf die Straße, auf der sich nichts bewegt. Das ist kein Trost, und beide wissen das, aber es reicht für diesen Abend. Morgen früh wird László wieder um Viertel vor sechs an der Haltestelle stehen. Der Bus wird zu spät kommen, Erzsébet wird etwas über János erzählen, und László wird zuhören. Und das wird sich gut genug anfühlen, um weiterzumachen. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, als die Stadt noch schläft und die Straßenlaternen ihr blasses Licht auf den nassen Asphalt werfen, steht László an der Haltestelle. Er kennt jeden Riss im Betonboden dieser Haltestelle, jeden abgeblätterten Aufkleber auf dem Fahrplankasten, der seit Monaten falsche Zeiten anzeigt. Der Nieselregen fällt so leise, dass man ihn kaum hört, aber nach zehn Minuten ist Lászlós Hemdkragen kalt und feucht. Er hat die Kapuze verloren, irgendwo, irgendwann, er erinnert sich nicht mehr daran und es interessiert ihn auch nicht besonders. Der Bus nach Csepel sollte um 5:52 Uhr kommen, und weil das nie passiert, hat László aufgehört, auf seine Uhr zu schauen. Stattdessen schaut er die Straße entlang, eine gewohnheitsmäßige Geste ohne echte Erwartung, wie ein Mensch, der weiß, dass die Post nicht kommt, aber trotzdem zum Briefkasten geht. Dann hört er das vertraute Geräusch von Plastiktüten und hastigen Schritten, und er weiß, ohne sich umzudrehen, dass Erzsébet da ist. Sie kommt jeden Morgen vom 24-Stunden-Laden um die Ecke, immer mit zu viel eingekauft, immer mit einer Geschichte, die sie kaum erwarten kann zu erzählen. „Du glaubst nicht, was dieser Mann gestern wieder angestellt hat", sagt sie, noch bevor sie richtig stehen geblieben ist, und stellt ihre schwere Tüte auf den Boden. László dreht sich zu ihr um und nickt mit einem Gesichtsausdruck, der Aufmerksamkeit andeutet, ohne wirklich etwas zu versprechen. János, so erfährt er, hat gestern Abend beschlossen, dass die Wohnzimmerlampe flackert, und deshalb einfach die Glühbirne aus der Fassung gedreht. Dann saß er drei Stunden im Dunkeln, weil keine Ersatzbirne im Haus war und weil er zu stolz war, Erzsébet darum zu bitten. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt sie, und in ihrer Stimme liegt eine Mischung aus Erschöpfung und der leisen Genugtuung einer Frau, die schon zu viel erklärt hat. László hört zu, nicht aus echtem Interesse, sondern weil das Zuhören eine Funktion hat: Es füllt die Zeit und verdrängt andere Gedanken. Solange Erzsébet redet, muss er nicht über das leere Kühlschrankregal nachdenken, nicht über den Brief, der seit einer Woche ungeöffnet auf dem Tisch liegt. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, klein und langsam, wie ein Tier, das keine Eile kennt, und ist elf Minuten zu spät. László steigt als Erster ein, findet seinen gewohnten Platz neben dem Fenster, das sich seit Monaten nicht richtig schließen lässt. Die kalte Luft, die durch den Spalt hereinkommt, stört ihn nicht mehr; er hat sich daran gewöhnt wie an vieles andere in seinem Leben. Draußen zieht die Stadt vorbei, die grauen Fassaden der Wohnblöcke, die geschlossenen Läden, eine Frau mit Hund, die beide so aussehen, als hätten sie eine schlechte Nacht hinter sich. Dann kommt die ausgebrannte Fabrik, ein schwarzes Skelett aus Stahl und geborstenen Fenstern, das seit Jahren auf einem Grundstück steht, das niemandem zu gehören scheint. László schaut jedes Mal auf dieses Gebäude, obwohl er nicht weiß, was er darin sucht, vielleicht nur den Beweis, dass manche Dinge einfach so bleiben, wie sie sind. Hinter ihm haben zwei alte Männer ein Gespräch begonnen, das schnell zu einem Streit geworden ist, ob der Papst jemals mit dem Fahrrad gereist wäre, wenn er wirklich ein bescheidener Mensch sein wollte. László greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht eine flache Flasche heraus und trinkt einen kleinen Schluck, ruhig und unauffällig, wie jemand, der das schon so oft getan hat, dass es keine Geste mehr ist, sondern ein Reflex. Die Flasche verschwindet wieder in der Tasche, der Bus hält, neue Fahrgäste steigen ein, und die Welt dreht sich weiter, ohne Kommentar. In der Lagerhalle gibt es keine Kantine, also sitzen die Männer in der Mittagspause auf Europaletten und essen, was sie mitgebracht haben. László hat eine Wurstsemmel, die morgens noch akzeptabel war und jetzt trocken und ein bisschen traurig wirkt, aber er isst sie trotzdem, langsam und ohne Eile. Tibor, sein Kollege, der neben ihm sitzt, erzählt von einem Lottogewinn, nicht seinem eigenen, sondern dem eines Cousins dritten Grades aus Kecskemét, den Tibor selbst kaum kennt. „Fünfzigtausend Forint", sagt Tibor mit dem Ton eines Mannes, der von einer fernen und fremden Welt berichtet. László nickt und rechnet im Kopf, wie viele Arbeitsjahre er bräuchte, um sich etwas zu leisten, das keine Notwendigkeit ist, sondern ein Wunsch. Er kommt auf eine Zahl, die er sofort vergisst, und lacht kurz auf, ein Lachen, das wie ein Räuspern klingt und das Tibor mit einem schiefen Blick quittiert. Der Nachmittag vergeht in der üblichen Abfolge aus Kisten, Gabelstaplern und dem leisen Summen der Neonlampen, die nie ganz gleichmäßig brennen. Als László gegen halb sieben nach Hause kommt, ist die Treppe vor dem Plattenbau leer, und er setzt sich einfach hin, weil er keine Lust hat, sofort in die Wohnung zu gehen. Die Flasche stellt er neben sich auf die Betonstufe, nicht um zu trinken, sondern weil es sich richtig anfühlt, sie dort zu haben. Irgendwo über ihm, vielleicht im dritten Stock, spielt jemand Akkordeon, die Töne kommen durchs offene Fenster herunter und fallen auf die Straße wie Blätter, die niemand aufhebt. Die Melodie ist nicht ganz korrekt, ein paar Töne daneben, aber der Spieler hört nicht auf, und das hat etwas Respektables. János kommt nach einer Weile aus dem Hauseingang, die Hände in den Taschen, das Gesicht mit dem Ausdruck eines Mannes, der einen Grund gesucht hat, nach draußen zu gehen, und keinen gefunden hat. Er setzt sich neben László, ohne zu fragen, ohne zu grüßen, und schaut auf die Straße, die jetzt dunkel und still ist. László schaut auch auf die Straße. Oben spielt das Akkordeon weiter, immer noch ein bisschen falsch, immer noch voller Überzeugung. Nach einer Weile nimmt János die Flasche, trinkt, gibt sie zurück, und das alles geschieht so selbstverständlich, als hätten sie das hundertmal so gemacht. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János schließlich, und es klingt weder wie eine Frage noch wie eine Aufmunterung, sondern wie eine Feststellung über etwas, das beide schon wissen. László nickt und sagt nichts, weil nichts gesagt werden muss. Das Akkordeon spielt, die Straßenlaterne flackert einmal kurz, und dann ist alles wieder ruhig. Es ist kein guter Abend und kein schlechter Abend, es ist einfach ein Abend. Und morgen früh um Viertel vor sechs wird László wieder an der Haltestelle stehen, der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird mit ihrer Tüte um die Ecke biegen. Er weiß das, und das Wissen stört ihn nicht, weil es in diesem Wissen auch etwas gibt, das sich wie Boden unter den Füßen anfühlt. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, wenn die Stadt noch in jenem merkwürdigen Halbschlaf liegt, der weder Nacht noch Morgen ist, steht László an der Haltestelle und wartet auf etwas, das nie pünktlich kommt. Der Fahrplankasten hinter ihm zeigt 5:52 Uhr an, eine Zeit, die seit Monaten reine Fiktion ist, aber niemand hat die Mühe auf sich genommen, den Aufkleber abzuziehen. Der Regen fällt so fein, dass er kaum sichtbar ist, aber er sammelt sich auf Schultern und Ärmeln und kühlt langsam durch den Stoff, mit der geduldigen Hartnäckigkeit von allem, was man zunächst unterschätzt. László hat keine Kapuze mehr, eine Kleinigkeit, die ihn irgendwann aufgehört hat zu stören, wie so vieles im Laufe der Jahre aufgehört hat, ihn zu stören. Er schaut die Straße entlang, nicht aus Erwartung, sondern aus Gewohnheit, mit dem leeren Blick eines Menschen, der gelernt hat, die Abwesenheit von Veränderung als einen Zustand zu akzeptieren. Die Haltestelle kennt er mit einer Vertrautheit, die über bloße Gewohnheit hinausgeht: den abgeblätterten Stadtplan, die eingeritzte Jahreszahl 1987 im Beton, den Geruch von feuchtem Zement, der jeden Morgen derselbe ist. Dann hört er Schritte, das Rascheln von Plastiktüten, und er weiß, wer das ist, noch bevor er sich umdreht, weil manche Menschen sich durch ihre Geräusche ankündigen wie Wetterlagen durch den Barometerstand. Erzsébet ist 56 Jahre alt, wohnt im Stockwerk über ihm, und sie trägt die Ereignisse der vergangenen Nacht bereits auf der Zunge, als sie die Haltestelle noch gar nicht erreicht hat. „Du kannst dir nicht vorstellen, was dieser Mann gestern noch fertiggebracht hat", sagt sie, stellt die Tüte auf den nassen Boden und schaut László mit dem Blick an, der keine Antwort erwartet, sondern ein Publikum. János, so erfährt László in den nächsten Minuten, hat entschieden, dass die Wohnzimmerlampe flackert, und diese Entscheidung auf seine Art gelöst: indem er einfach die Glühbirne herausdrehte und im Dunkeln sitzen blieb. Drei Stunden, sagt Erzsébet, drei Stunden im Dunkeln, weil keine Ersatzbirne im Haus war und weil es János' Stolz nicht erlaubt, eine Bitte auszusprechen, die er als Niederlage empfinden würde. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt sie, und in diesem Satz liegt eine jahrzehntelange Ehegeschichte zusammengefaltet wie eine Landkarte, die man nicht mehr entfalten möchte. László hört zu, nickt an den richtigen Stellen, und weiß, dass das Zuhören eine Form von Freundlichkeit ist, die nichts kostet und Erzsébet offensichtlich etwas bedeutet. Dass ihn die Geschichte von János wenig bewegt, ist kein Mangel an Mitgefühl, sondern das Ergebnis eines stillen Übereinkommens, das zwischen Nachbarn in Plattenbauten häufig entsteht: Man teilt die Wartezone, aber nicht das Leben. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, breitet sich langsam durch den Nieselregen aus wie ein dunkelgelbes Gerücht, und ist dreizehn Minuten zu spät. László findet seinen Platz am Fenster, das sich nicht schließt, und er hat sich mit diesem Spalt so abgefunden wie mit einer Wetterlage, die man nicht beeinflussen kann und die man deshalb nicht länger als Zumutung betrachtet. Die Stadt zieht draußen vorbei, die bekannte Abfolge aus Wohnblöcken, Tankstellen, geschlossenen Kiosken, ein Stadtbild, das sich im Laufe der Jahre so wenig verändert hat, dass es wirkt wie eine Kulisse, die man einmal gebaut hat und seitdem stehen lässt. Dann kommt die ausgebrannte Fabrik, und László schaut hin, wie er es jeden Morgen tut, mit einer Aufmerksamkeit, die er selbst nicht erklären könnte, als enthielte das Gebäude eine Frage, auf die er noch keine Antwort gefunden hat. Die schwarzen Fensterhöhlen der Fabrik starren zurück, gleichgültig und beständig, und dann sind sie schon vorbei, überholt von der Bewegung des Busses, der sich um keine Betrachtung schert. Hinter László streiten zwei alte Männer mit der verbissenen Energie von jemandem, der in einem Argument die letzte Form von Selbstbestätigung gefunden hat, und der Gegenstand des Streits ist, ob der Papst mit dem Fahrrad nach Budapest gereist wäre, wenn seine Demut wirklich echt wäre. László greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht die flache Flasche heraus mit der beiläufigen Selbstverständlichkeit einer Geste, die längst aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und trinkt einen Schluck, während der Bus über eine holprige Stelle fährt. Niemand dreht sich um, und das ist genau das, was László an diesem Bus schätzt: die stumme Vereinbarung, einander in Ruhe zu lassen. Die Mittagspause verbringt er auf einer Europalette in der hinteren Ecke der Lagerhalle, wo das Neonlicht flackert und die Zugluft durch eine schlecht gedichtete Ladeluke zieht. Die Wurstsemmel, die er mitgebracht hat, ist morgens noch passabel gewesen, jetzt ist sie trocken und hat die Konsistenz von etwas, das seine beste Zeit eindeutig hinter sich hat, aber er isst sie trotzdem, weil Hunger keine ästhetischen Ansprüche stellt. Tibor, sein Kollege, setzt sich neben ihn mit dem Gesichtsausdruck eines Menschen, der eine Geschichte mit sich trägt, die er teilen möchte, ob man sie hören will oder nicht. Es geht um einen Lottogewinn, aber nicht Tibors eigenen, sondern den eines Cousins dritten Grades in Kecskemét, eine Verwandtschaft so weit entfernt, dass sie biologisch kaum noch messbar ist, aber finanziell offenbar dennoch bemerkenswert. László hört zu und kalkuliert dabei still im Kopf, wie viele Monate er arbeiten müsste, um sich etwas zu leisten, das kein Bedürfnis befriedigt, sondern einen Wunsch, und er stellt fest, dass er die Zahl nicht zu Ende denken will. Er lacht kurz auf, ein Laut, der irgendwo zwischen echtem Lachen und dem Geräusch liegt, das entsteht, wenn man sich räuspert, um einer Antwort zu entgehen. Der Nachmittag löst sich auf in Kisten, Lieferscheinen, dem gleichmäßigen Brummen der Deckenlampen, und László arbeitet mit der Präzision eines Menschen, der nicht nachdenken will und deshalb jeden Handgriff sehr genau ausführt. Als er gegen Abend die Betontreppe vor dem Plattenbau hinaufkommt, bleibt er auf der zweiten Stufe einfach stehen und setzt sich hin, ohne einen besonderen Grund dafür zu haben außer dem, dass die Wohnung ihn nicht ruft. Er stellt die Flasche neben sich auf die Stufe, nicht weil er trinken will, sondern weil es sich seltsam anfühlen würde, sie in der Tasche zu lassen, wenn er selbst draußen sitzt. Irgendwo über ihm, in einem der oberen Stockwerke, spielt jemand Akkordeon, und die Melodie fällt durch das offene Fenster auf die Straße, ein bisschen schief, ein paar Halbtöne daneben, aber mit einer Überzeugung gespielt, die jede Kritik überflüssig macht. László hört zu und denkt, dass es eine unterschätzte Qualität ist, etwas falsch zu tun und dabei vollständig überzeugt zu sein, weil diese Überzeugung das Falsche in etwas anderes verwandelt. Dann tritt János aus dem Hauseingang, mit dem Schritt eines Mannes, der keinen Grund hatte, nach draußen zu gehen, aber drinnen auch keinen Grund hatte zu bleiben. Er setzt sich neben László, ohne zu fragen, ohne zu grüßen, und schaut auf die Straße mit dem leeren, gleichmäßigen Blick von jemandem, dem die Straße schon seit Jahren keine Überraschungen mehr schuldet. Oben spielt das Akkordeon weiter, immer noch nicht ganz richtig, immer noch voller Überzeugung, und die Straßenlaterne wirft ihr gelbliches Licht auf den nassen Bürgersteig. Nach einer Weile, in der beide schweigen mit der Selbstverständlichkeit von Menschen, die kein Schweigen mehr erklären müssen, nimmt János die Flasche, trinkt und gibt sie zurück, eine Geste so unkompliziert und unhöflich und vertraut zugleich, dass László lächelt, ohne es zu merken. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János, und der Satz klingt weder nach Trost noch nach Ironie, sondern nach einer nüchternen Bestandsaufnahme, die beide schon kennen und die trotzdem etwas trägt. László nickt und schaut auf die Straße, auf der sich nichts bewegt außer dem Akkordeonklang, der durch die Luft zieht wie Rauch aus einem Schornstein, gleichgültig und trotzdem da. Es ist kein Abend, an dem etwas passiert ist, und es ist kein Abend, der in der Erinnerung bleiben wird, aber während er sitzt, fühlt László etwas, das er nicht benennen würde, weil Benennen es verändern würde. Morgen früh, um Viertel vor sechs, wird er wieder hier stehen, die Straße wird leer sein, der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird mit ihrer Tüte um die Ecke biegen und sofort anfangen zu reden. Er weiß das mit einer Gewissheit, die keine Hoffnung ist und keine Resignation, sondern einfach die ruhige Kenntnis des eigenen Lebens, die man irgendwann erwirbt, wenn man aufgehört hat, dagegen zu kämpfen. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, in jener eigenartigen Zwischenstunde, in der die Nacht sich nicht verabschiedet hat und der Morgen noch keine Ansprüche stellt, steht László an der Haltestelle und übt, was er jeden Tag aufs Neue übt: das Warten ohne Erwartung. Der Fahrplankasten hinter ihm trägt eine Uhrzeit, die seit Monaten niemanden mehr täuscht, aber auch niemanden stört, weil in dieser Gegend die Differenz zwischen dem, was angeschrieben steht, und dem, was tatsächlich geschieht, längst als Normalzustand verinnerlicht worden ist. Der Regen, der in dieser Nacht begonnen hat, ist kein Regen im eigentlichen Sinne, sondern jene feinkörnige Schwebe, die sich in den Haaren niederschlägt, im Kragen sammelt und auf die Haut legt wie ein Kommentar, den man nicht angefordert hat und nicht abweisen kann. László hat keine Kapuze, seit er eine Jacke mit Kapuze irgendwo zurückgelassen hat, wann genau und wo weiß er nicht mehr, weil Dinge, die man verliert, ohne es zu bemerken, auch in der Erinnerung keinen Abdruck hinterlassen. Er schaut die Straße entlang mit jenem Blick, der nicht mehr sucht, sondern registriert, der Blick eines Menschen, der die Wiederholung so vollständig akzeptiert hat, dass Abweichung ihn überraschen würde wie ein Fehler in einer Rechnung, die er nie aufgestellt hat. Die Haltestelle selbst ist ihm in einer Weise vertraut, die über das Visuelle hinausgeht: der Geruch von nassem Beton und abgestandenem Zigarettenrauch, das leise Quietschen des Fahrplankastenrahmens im Wind, die eingeritzte Jahreszahl 1987, die jemand einmal für wichtig gehalten haben muss. Dann hört er das Geräusch, das Erzsébet immer ankündigt, bevor sie sichtbar wird: das rhythmische Schlagen schwerer Plastiktüten gegen Oberschenkel, das Knirschen ihrer Schuhe auf dem nassen Pflaster, die atemlose Vorfreude einer Frau, die eine Geschichte mit sich trägt wie eine Last, die gleichzeitig Gewicht und Erleichterung ist. Sie ist 56 Jahre alt, wohnt unmittelbar über ihm, und hat in den acht Jahren, in denen László im Plattenbau lebt, eine Verlässlichkeit bewiesen, die er insgeheim bewundert, auch wenn er das niemals aussprechen würde, weil das Aussprechen die Sache komplizierter machen würde, als sie sein muss. „Du glaubst es nicht", sagt sie, noch bevor sie ganz zum Stehen gekommen ist, und stellt die Tüte auf den Boden mit der Geste eines Menschen, der Ballast abwirft, um beide Hände für das Erzählen frei zu haben. János hat gestern Abend die Wohnzimmerlampe für defekt erklärt, auf der Grundlage eines Flackerns, das möglicherweise existiert hat und möglicherweise nicht, und hat die Glühbirne herausgedreht mit der Entschlossenheit eines Mannes, der ein Problem löst, indem er es unsichtbar macht. Drei Stunden saß er im Dunkeln, nicht weil keine Lösung denkbar gewesen wäre, sondern weil die einzig denkbare Lösung eine Bitte erfordert hätte, und Bitten ist für János eine Form der Kapitulation, die er sein Leben lang vermieden hat und die er auch jetzt, mit 58 Jahren und einem Sessel als Hauptbeschäftigung, nicht einzuüben gedenkt. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt Erzsébet, und in diesem Satz steckt keine Grausamkeit, sondern die erschöpfte Würde einer Frau, die irgendwann aufgehört hat zu erklären, was sie erklärt hat, und begonnen hat, einfach zu beobachten. László hört zu mit einer Aufmerksamkeit, die ehrlicher ist, als sie aussieht, denn Erzsébet weiß, glaube er, dass er nicht wirklich zuhört, und er weiß, dass sie das weiß, und trotzdem reden sie jeden Morgen so miteinander, weil diese kleine Inszenierung gegenseitiger Anteilnahme beiden etwas gibt, das sie nicht benennen würden. Das Zuhören hat für László eine weitere Funktion, die er sich selbst gegenüber nicht eingesteht: Solange Erzsébet redet, muss er nicht in Stille versinken, und die Stille ist das, worin die Dinge auftauchen, über die er lieber nicht nachdenkt, der Brief auf dem Küchentisch, die Flasche, die sich zu schnell leert, das Gefühl, dass die Jahre vergehen wie Busfahrten auf einer Route, die irgendwo endet, aber nirgends ankommt. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, materialisiert sich langsam aus dem Grau des Morgens wie eine Behauptung, die man nicht widerlegen kann, aber auch nicht glauben muss, und er ist vierzehn Minuten zu spät, was für diese Linie beinahe als Pünktlichkeit durchgehen könnte. László steigt ein, findet seinen angestammten Platz am Fenster, das sich nicht schließt, und empfängt den vertrauten kalten Luftzug mit der Gleichmut eines Menschen, der gelernt hat, zwischen Unbequemlichkeiten zu unterscheiden, die sich lohnen zu bekämpfen, und solchen, die man einfach trägt. Draußen zieht das Stadtbild vorbei, das er so gut kennt, dass er es mit geschlossenen Augen beschreiben könnte: die Plattenbauten, deren Fassaden die Farbe von etwas haben, das einmal Beige gewesen sein soll, die Tankstelle mit dem dauerhaft blinkenden Preisschild, der Kiosk, dessen Besitzer László noch nie bei Tageslicht gesehen hat. Dann kommt die Fabrik, und László schaut hin, wie er es jeden Morgen tut, mit jener hartnäckigen Aufmerksamkeit, die er sich selbst nicht erklären kann, als hätte das Gebäude vor Jahren etwas mit ihm vereinbart und warte nun darauf, dass er seinen Teil der Abmachung erfüllt. Die ausgebrannten Fensterhöhlen schauen zurück mit der Gleichgültigkeit von etwas, das jenseits von Verfall und Erneuerung angelangt ist, jenseits von Absicht, jenseits von allem, was László in Worte fassen könnte, und dann ist die Fabrik vorbei und der Bus fährt weiter, und der Moment löst sich auf wie alle Momente. Hinter ihm führen zwei alte Männer ein Gespräch, das längst die Form eines Streits angenommen hat, über die Frage, ob der Papst, wäre er wirklich so bescheiden, wie er behauptet zu sein, nicht längst auf dem Fahrrad nach Budapest gereist wäre, und László hört mit dem halben Ohr zu und denkt, dass theologische Fragen in Linienbussen eine Beständigkeit haben, die kathedralen Diskussionen fehlt. Er greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht die flache Flasche heraus mit einer Beiläufigkeit, die keine Heimlichkeit mehr ist, sondern die Selbstverständlichkeit einer Handlung, die so oft wiederholt wurde, dass sie jeden Charakter verloren hat und nun einfach da ist wie Atmen, und trinkt einen Schluck, während der Bus über eine Bodenwelle fährt und kurz schwankt. Niemand dreht sich um, was László nicht als Gleichgültigkeit interpretiert, sondern als die stille Solidarität von Menschen, die alle ihre eigenen Flaschen in ihren eigenen Jackentaschen tragen, metaphorisch oder anders. Die Mittagspause verbringt er auf einer Europalette in der hinteren Ecke der Lagerhalle, wo das Neonlicht eine Frequenz hat, die auf Dauer auf das Sehvermögen wirkt wie ein unaufhörlich zu leiser Ton auf die Nerven, und isst eine Wurstsemmel, die am Morgen noch als Frühstück durchgegangen wäre und jetzt eher als archäologischer Fund zu klassifizieren ist. Tibor, sein Kollege, setzt sich neben ihn mit der unaufhaltsamen Energie eines Menschen, dem eine Geschichte auf der Zunge brennt, und berichtet von einem Lottogewinn, der geografisch und genealogisch so weit von Tibor selbst entfernt ist, dass die Relevanz dieser Nachricht fast philosophischer Natur ist. László hört zu und vollzieht dabei still im Kopf eine Kalkulation, die er nicht zu Ende führen will, weil das Ende dieser Rechnung eine Zahl wäre, die er kennt und die er dennoch lieber nicht anschaut, so wie man bestimmte Spiegel in Wohnungen meidet, weil man weiß, was sie zeigen. Er lacht kurz auf, ein Laut, der zu komprimiert ist, um wirkliches Lachen zu sein, und Tibor schaut ihn an mit jenem Blick, den Menschen verwenden, wenn sie spüren, dass sie etwas nicht verstanden haben, aber nicht fragen wollen, weil die Antwort sie vielleicht mehr angeht, als ihnen lieb wäre. Der Nachmittag verfließt in der Mechanik der Arbeit, die László nicht schätzt, aber auch nicht verachtet, weil Arbeit, die man verachtet, einen aufreibt, während Arbeit, der man gleichgültig gegenübersteht, einen einfach durchlässt wie Wasser einen Kanal, ohne Spuren zu hinterlassen. Als er am Abend die Betontreppe des Plattenbaus erreicht, bleibt er auf der zweiten Stufe stehen, setzt sich hin, ohne nachzudenken, und stellt die Flasche neben sich auf den Stein, nicht aus Bedürfnis, sondern aus einer Art stiller Geselligkeit mit sich selbst, die er sich in acht Jahren Plattenbauleben angeeignet hat. Irgendwo im Gebäude, er kann nicht sagen, in welchem Stockwerk, spielt jemand Akkordeon, und die Töne fallen durch das offene Fenster auf die Straße wie Worte aus einem Gespräch, das man nicht versteht, aber dessen Stimmung man trotzdem erfasst. Die Melodie ist nicht ganz sauber, ein paar Töne verfehlen ihr Ziel um einen Halbton, aber der Spieler hört nicht auf und macht keine Pausen zum Zweifeln, und László denkt, dass diese Art von Überzeugung, die keine Rücksicht auf Perfektion nimmt, vielleicht die einzige Überzeugung ist, die im Alltag wirklich hält. János tritt aus dem Hauseingang mit dem unmotivierten Schritt eines Mannes, dem der Abend weder drinnen noch draußen etwas schuldet und der sich deshalb für das Draußen entschieden hat, weil es dort wenigstens nicht flackert. Er setzt sich neben László, ohne Ankündigung, ohne Begrüßung, mit der selbstverständlichen Grenzüberschreitung von jemandem, dem Förmlichkeit zwischen Nachbarn schon seit Jahren überflüssig erscheint, und beide schauen auf die Straße, auf der der Abend sich ausbreitet wie ein Gedanke, über den man lieber nicht zu Ende nachdenkt. Das Schweigen zwischen ihnen ist nicht leer, es ist gefüllt mit allem, was weder gesagt werden muss noch gesagt werden sollte, mit der gemeinsamen Kenntnis dieser Treppe, dieses Gebäudes, dieser Straße, dieses Lebens, das keiner von beiden gewählt hat und das beide trotzdem führen mit einer Beharrlichkeit, die man für Resignation halten könnte, wenn man nicht genau hinsähe. Nach einer Weile, die keine bestimmte Länge hat, weil keiner von beiden auf die Uhr schaut, nimmt János die Flasche, trinkt, gibt sie zurück, und diese Geste ist so unkompliziert und so vollständig frei von Kommentar, dass sie das Reinste ist, was an diesem Abend geschieht. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János, und der Satz klingt in seinem Mund nicht nach Vertröstung und nicht nach Ironie, sondern nach dem, was er ist: eine schlichte Feststellung über die Struktur der Zeit, die beide kennen und die, ausgesprochen, dennoch etwas ändert, weil Sprache das tut, auch wenn sie nichts Neues sagt. László nickt, und das Akkordeon spielt weiter, immer noch nicht ganz richtig, und die Straßenlaterne taucht den nassen Bürgersteig in sein gelbliches Licht, und irgendwo in der Ferne fährt ein Bus, der pünktlich ist oder nicht, weil es jetzt keine Rolle mehr spielt. Es ist ein Abend wie dieser Abend, nicht mehr und nicht weniger, und während László auf der Betonstufe sitzt und dem falschen Akkordeon lauscht, spürt er etwas, das er sorgfältig unbenennt lässt, weil er weiß, dass manche Dinge aufhören zu existieren, sobald man ihnen einen Namen gibt. Morgen früh um Viertel vor sechs wird er wieder hier stehen, im Nieselregen, ohne Kapuze, und der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird um die Ecke biegen und anfangen zu reden. Er wird dann zuhören, und das alles wird genau so sein wie heute, und trotzdem wird es nicht dasselbe sein, weil man in denselben Fluss nicht zweimal steigt, auch wenn der Fluss das nicht weiß und es ihm gleichgültig wäre. == 80 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Márta steckt den Schlüssel ins Schloss. Die Tür geht auf. Im Flur ist es still. An der Garderobe hängen sieben Kleiderbügel. Sie sind alle leer. Gábor tritt hinter ihr ein. Er sagt nichts. Er bleibt stehen und schaut sich um. Das Telefon steht noch auf dem Sekretär. Es klingelt nicht. Márta atmet einmal tief durch. Sie kennt diese Wohnung seit dreißig Jahren. Aber heute fühlt sie sich fremd an. Gábor geht in die Küche. Márta folgt ihm. Sie öffnen die Schublade unter dem Herd. Die Schublade klemmt, wie immer. Gábor zieht fester. Endlich geht sie auf. Darin liegen drei Packungen Paprika. Das Verfallsdatum ist schon lange vorbei. Gábor nimmt ein Glas heraus. Auf dem Etikett steht in der Handschrift der Mutter: „Gurken 2011". Márta sagt: „Das ist noch gut." Gábor schaut sie an. Er fragt: „Bist du verrückt?" Márta zuckt mit den Schultern. Sie schweigen eine Weile. Dann öffnet Gábor das Glas. Sie essen die Gurken auf. Sie schmecken nach fast nichts. Aber sie essen trotzdem alles. Im Schlafzimmer ist das Bett schon weg. Auf dem Boden liegt ein Karton. Márta kniet sich hin und öffnet ihn. Darin sind alte Briefe. Sie sind in einem Band zusammengebunden. Márta nimmt einen heraus. Sie liest laut vor: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt: „Wer ist Béla?" Márta weiß es nicht. Niemand weiß es. Der Vater war nie dabei gewesen. Gábor zündet sich eine Zigarette an. Er raucht sie im Zimmer, obwohl das nicht erlaubt ist. Márta sagt nichts dazu. Am letzten Abend sind die Möbel alle weg. Die Wohnung ist leer. Auf dem Parkett liegen noch helle Flecken. Dort hingen früher die Bilder. Dreißig Jahre lang. Márta setzt sich auf den Boden. Gábor setzt sich neben sie. Sie trinken Tee aus zwei verschiedenen Tassen. Die Tassen passen nicht zusammen. Das war schon immer so. Gábor sagt: „Eigentlich war sie nie glücklich." Márta denkt kurz nach. Dann sagt sie: „Doch. Aber nicht hier." Gábor nickt langsam. Er sagt nichts mehr. Sie schließen die Tür ab. Sie gehen die Treppe hinunter. Im Hof blüht die Linde. Es riecht gut. Am Kiosk kaufen sie ein Bier. Sie teilen es sich. Keiner spricht mehr über die Mutter. Sie müssen es auch nicht. Sie gehen gemeinsam die Straße entlang. Das ist kein Abschied. Es ist ein Weitergehen. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Márta steckt den Schlüssel ins Schloss und drückt die Tür auf. Im Flur riecht es nach altem Teppich und nach etwas, das sie nicht benennen kann. An der Garderobe hängen sieben Kleiderbügel, aber keine einzige Jacke. Gábor kommt hinter ihr herein und stellt seine Tasche ab. Er schaut sich um, als ob er die Wohnung zum ersten Mal sieht. Das Telefon steht noch auf dem kleinen Sekretär neben der Tür. Es ist angeschlossen, aber es klingelt nicht. Márta legt ihre Hand kurz auf den Hörer und nimmt sie dann wieder weg. In der Küche klemmt die Schublade, wie sie immer geklemmt hat. Gábor zieht zweimal, dann gibt sie nach. Dahinter liegen drei Packungen Paprika, alle abgelaufen, und ganz hinten steht ein Glas mit Gurken. Auf dem Etikett steht in der Handschrift der Mutter das Wort „Gurken" und die Jahreszahl 2011. Márta sagt, das Glas sei sicher noch gut. Gábor fragt sie, ob sie das ernst meint. Sie zuckt mit den Schultern und sagt nichts weiter. Nach einer kurzen Pause öffnet Gábor das Glas, und sie essen die Gurken mit den Fingern. Die Gurken schmecken nach fast nichts, aber sie essen das ganze Glas leer. Das Bett im Schlafzimmer ist schon abgeholt worden, und der Raum wirkt dadurch viel größer. Unter dem Fenster steht ein alter Karton, den Márta noch nicht gesehen hat. Sie öffnet ihn und findet darin ein Bündel Briefe, die mit einem roten Band zusammengebunden sind. Sie nimmt den obersten Brief heraus und liest einen Satz laut vor: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla war. Márta weiß es nicht, und auch Gábor weiß es nicht. Der Vater ihrer Mutter hatte nie eine Rolle in ihrem Leben gespielt. Gábor zündet sich eine Zigarette an und raucht sie mitten im Zimmer. Márta sieht es, aber sie sagt nichts dazu. Am Abend sind alle Möbel weg, und die Wände haben helle Flecken, wo die Bilder früher hingen. Márta setzt sich auf das nackte Parkett, und Gábor setzt sich neben sie. Sie haben noch zwei Tassen gefunden, die nicht zusammenpassen, und machen dünnen Tee. Der Tee ist nicht heiß genug, aber das stört sie nicht. Gábor sagt nach einer Weile, dass ihre Mutter eigentlich nie wirklich glücklich gewesen sei. Márta denkt kurz darüber nach, bevor sie antwortet. Sie sagt, die Mutter sei schon glücklich gewesen, aber eben nicht hier. Gábor nickt, trinkt seinen Tee und schaut auf die leere Wand. Sie stehen auf, schalten das Licht aus und schließen die Wohnung ab. Die Treppe knarrt auf der dritten Stufe, wie sie es immer getan hat. Im Hof blüht die Linde, und der Duft ist stärker als erwartet. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier und teilen sie sich auf der Straße. Keiner von beiden sagt etwas über die Mutter, und das ist auch gut so. Sie gehen nebeneinander die Straße entlang, ohne zu wissen, wohin genau. Das hier ist kein Abschied von der Mutter. Es ist der Anfang vom Weitergehen. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss steckt, fällt ihr auf, dass noch das alte Etikett des Schlüsseldienstes daran hängt, mit einer Telefonnummer, die es längst nicht mehr gibt. Die Tür öffnet sich schwerer als früher, oder vielleicht bildet sie sich das nur ein. Im Flur hängt die Garderobe mit sieben leeren Kleiderbügeln, und Márta fragt sich kurz, warum ihre Mutter überhaupt sieben Kleiderbügel gebraucht hatte. Gábor kommt hinter ihr herein, stellt seine Reisetasche auf den Boden und schaut sich um, ohne etwas zu sagen. Er ist seit zehn Jahren nicht mehr hier gewesen, und Márta sieht ihm an, dass er die Wohnung kleiner in Erinnerung hatte. Das Telefon auf dem Sekretär ist noch angeschlossen, und für einen Moment erwartet Márta, dass es klingelt. Es klingelt nicht. In der Küche öffnen sie zuerst die Vorratsschublade unter dem Herd, weil man irgendwo anfangen muss. Die Schublade klemmt, wie sie seit zwanzig Jahren klemmt, und Gábor flucht leise, bevor er fester zieht. Hinter abgelaufenen Gewürzpackungen und einem angebrochenen Päckchen Zucker findet er ein Einmachglas, auf dessen Etikett die Mutter in ihrer kleinen, gleichmäßigen Handschrift „Gurken – August 2011" geschrieben hat. Márta sagt, das Glas könne noch gut sein, und Gábor fragt sie, ob sie im Ernst rede. Sie antwortet nicht direkt, nimmt das Glas aus seiner Hand und dreht den Deckel auf. Die Gurken riechen nach Essig und nach einer Küche, die es so nicht mehr gibt. Sie schmecken nach wenig, aber sie essen das Glas gemeinsam leer, stehend, ohne Teller, weil der Rest schon eingepackt ist. Das Schlafzimmer wirkt größer, seit das Bett abgeholt wurde, und die Stille dort ist eine andere als im Rest der Wohnung. Unter dem Fensterbrett entdeckt Márta einen Karton, den sie beim ersten Durchgang übersehen hat, und als sie ihn öffnet, findet sie ein Bündel Briefe, die mit einem roten Band zusammengebunden sind. Die Handschrift auf den Umschlägen gehört nicht ihrer Mutter. Márta zieht den obersten Brief heraus und liest einen einzigen Satz vor, weil mehr braucht es nicht: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta schüttelt den Kopf, weil sie keine Antwort hat. Ihr Vater war immer eine Randnotiz im Leben ihrer Mutter geblieben, jemand, über den man nicht sprach und den man auch nicht vermisste. Gábor zieht sein Feuerzeug heraus und zündet sich eine Zigarette an, mitten im Zimmer, obwohl sie beide wissen, dass man hier drinnen nicht rauchen darf. Márta sieht es und sagt nichts. Am letzten Abend, nachdem der Möbelwagen längst weg ist, sitzen sie auf dem nackten Parkett und trinken dünnen Tee aus zwei Tassen, die nie zusammengepasst haben und die deshalb wohl als einzige übrig geblieben sind. Die Wände sind voll von hellen Rechtecken, an den Stellen, wo dreißig Jahre lang Bilder gehangen haben. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei eigentlich nie wirklich glücklich gewesen, und er sagt es so, als hätte er diesen Satz lange mit sich getragen. Márta antwortet erst nach einer Weile, weil sie die Frage nicht so einfach findet, wie er sie stellt. Sie sagt, ihre Mutter sei glücklich gewesen, nur eben nicht in dieser Wohnung, nicht in dieser Stadt, und vielleicht auch nicht in diesem Leben, das aus lauter kleinen Kompromissen bestanden hatte. Gábor nickt und trinkt seinen Tee, und keiner von beiden sagt danach noch etwas. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür ab und gehen die Treppe hinunter, die auf der dritten Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat. Im Hof blüht die Linde, und der Geruch trifft Márta unvermittelt, weil er nach Sommer und nach Kindheit riecht und nach allem, was man nicht festhalten kann. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier, teilen sie sich auf der Straße und reden über nichts Besonderes. Irgendwann gehen sie los, nebeneinander, ohne einen festen Plan. Es gibt keinen richtigen Abschied, keinen Moment, an dem man sagen könnte, dass es jetzt vorbei ist. Man geht einfach weiter, und das ist alles, was es dazu zu sagen gibt. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss steckt und die Tür mit der ihr vertrauten Gegenbewegung aufdrückt, fällt ihr auf, dass sie diese Handgriffe seit drei Jahren jede Woche vollzogen hat, ohne je darüber nachzudenken, und dass sie es jetzt zum letzten Mal tut. Im Flur empfängt sie der Geruch, den sie nie beschreiben konnte und für den es wahrscheinlich kein Wort gibt: etwas zwischen altem Teppich, Lavendelsäckchen und der spezifischen Stille von Räumen, in denen sich lange Zeit dasselbe Leben abgespielt hat. An der Garderobe hängen sieben gleichförmige Plastikbügel, obwohl ihre Mutter, soweit Márta sich erinnern kann, nicht mehr als drei Jacken besessen hatte. Gábor tritt hinter ihr ein, stellt seine Tasche auf den Boden mit einer Behutsamkeit, die nicht zu ihm passt, und schaut sich um, als müsse er die Wohnung erst mit dem Bild in Einklang bringen, das er zehn Jahre lang in Berlin mit sich getragen hat. Das Telefon auf dem Sekretär ist noch angeschlossen, und Márta bemerkt, dass der Hörer exakt so liegt, wie ihre Mutter ihn immer hingelegt hatte: leicht schräg, mit dem Kabel nach links. Es klingelt nicht, und trotzdem wartet Márta einen Moment, bevor sie weitermacht. Die Küche hat die Eigenheit, dass die Schublade unter dem Herd sich nur mit einem bestimmten Ruck öffnen lässt, den man kennen muss, und Gábor, der ihn nicht kennt, zieht zweimal zu gerade, bevor Márta wortlos eingreift und die Schublade aufzieht. Dahinter türmen sich abgelaufene Gewürzpäckchen, eine angebrochene Packung Instantkaffee aus dem Jahr, in dem Márta ihren ersten festen Job angefangen hatte. Ganz hinten, hinter allem, steht ein Einmachglas, auf dessen handgeschriebenem Etikett in der kleinen, sorgfältigen Schrift ihrer Mutter zu lesen ist: „Gurken – August 2011". Márta sagt, es sei möglicherweise noch gut, und Gábor dreht sich zu ihr um und schaut sie so an, wie er sie anschaut, wenn er nicht streiten will, aber auch nicht zustimmen kann. Ohne weitere Diskussion nimmt sie ihm das Glas aus der Hand, dreht den Deckel auf – der Sog macht das vertraute Geräusch – und riecht kurz hinein, nicht weil sie es wissen muss, sondern weil sie Zeit braucht. Die Gurken schmecken nach gedämpftem Essig und nach einer Köchin, die nicht mehr kocht, und sie essen das ganze Glas stehend auf, ohne Teller, weil die Teller schon eingepackt sind und weil es so irgendwie richtiger wirkt. Das Schlafzimmer hat sich verändert, seit das Bett abgeholt wurde. Nicht nur der Raum ist größer geworden, sondern auch die Stille hat eine andere Qualität angenommen, als hätte das Bett die ganzen Jahre einen bestimmten Klang geschluckt, der jetzt nirgends mehr hingehört. Márta entdeckt den Karton unter dem Fensterbrett erst beim zweiten Durchgang, und als sie ihn öffnet, findet sie darin ein Bündel Briefe. Diese Briefe hatte jemand mit einem ausgeblichenen roten Band zusammengebunden hat, das sich beim Aufknoten als fragiler erweist, als es aussieht. Die Handschrift auf den Umschlägen ist nicht die ihrer Mutter, sondern eine fremde, leicht nach links geneigte, die Márta noch nie gesehen hat. Sie zieht den obersten Brief aus dem Umschlag und liest nicht mehr als einen Satz vor, weil dieser eine Satz ausreicht: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta legt den Brief zurück, weil es auf diese Frage keine Antwort gibt, die sich an einem Nachmittag wie diesem noch aufspüren ließe. Ihr Vater war immer eine Auslassung gewesen, eine Stelle im Familiennarrativ, über die man hinweglas, weil das Drumherum verständlich genug war. Vielleicht gehörte Béla zu denselben verschwiegenen Schichten der Biografie ihrer Mutter. Gábor zieht sein Feuerzeug heraus und raucht eine Zigarette mitten im Zimmer. Márta, die das sieht, entscheidet sich dagegen, etwas zu sagen, weil manche Verbote mit dem Menschen enden, der sie aufgestellt hat. Am Abend, nachdem der letzte Möbeltransport abgefahren ist und die Wohnung nur noch aus Wänden, Licht und dem Geruch nach Vergangenheit besteht, setzen sie sich auf das nackte Parkett und trinken Tee aus zwei Tassen, die nie ein Paar gewesen waren und die deshalb wohl als einzige den Auswahlprozess überlebt hatten. Die Wände zeigen die Geschichte des Raumes in Negativform: helle Rechtecke dort, wo dreißig Jahre lang Bilder gehangen hatten, und man kann die einstige Ordnung der Einrichtung aus diesen Umrissen herauslesen wie eine Schrift, die aufgehört hat, etwas bedeuten zu wollen. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei im Grunde nie wirklich glücklich gewesen, und er sagt es nicht als Vorwurf, sondern mit der sachlichen Traurigkeit von jemandem, der eine Diagnose ausspricht, für die er selbst lange kein Wort hatte. Márta dreht die Tasse in den Händen, bevor sie antwortet, weil sie das, was sie denkt, nicht unüberlegt sagen will: dass Glück kein Zustand ist, in dem man jemanden vorfindet, sondern etwas, das in bestimmten Momenten auftaucht und dann wieder verschwindet, und dass ihre Mutter solche Momente gehabt hat, nur eben nicht hier, nicht in diesen Zimmern, nicht in dem Leben, das diese Wohnung umrissen hatte wie ein zu kleiner Rahmen um ein zu großes Bild. Gábor hört zu und nickt, und dann sagt keiner der beiden mehr etwas, und das ist keine Verlegenheit, sondern die ruhige Form von Einverständnis, zu der Geschwister manchmal erst nach dem Tod ihrer Eltern finden. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür mit einem Geräusch ab, das endgültiger klingt als die tausend Male zuvor, und gehen die Treppe hinunter, auf der die dritte Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat und wie sie es weiter tun wird, wenn hier längst jemand anderes wohnt. Im Hof blüht die Linde in einem Stadium, das man bei Tage wahrscheinlich nicht so unmittelbar wahrnehmen würde, und Márta bleibt einen Moment stehen, nicht um sich zu verabschieden, sondern weil der Geruch sie überrumpelt hat. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier, teilen sie sich auf dem Gehweg und reden über etwas Unerhebliches, dessen Inhalt keiner von beiden später noch wird benennen können. Dann gehen sie los, in eine Richtung, die keiner von beiden ausdrücklich gewählt hat, und Márta merkt, dass das Gefühl, das sie erwartet hatte – das schwere, endgültige, das einen zu Boden drückt – ausgeblieben ist und dass an seiner Stelle etwas steht, das sich nicht so unähnlich anfühlt wie Weitermachen. Es gibt keinen Moment, an dem der Abschied vollständig ist, keine Schwelle, nach deren Überschreiten man sagen könnte, dass es jetzt vorbei ist; man geht einfach irgendwann, und das Gehen selbst ist das Einzige, was man tun kann. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss führt und die Tür mit dem ihr seit Jahrzehnten vertrauten, leicht widerstrebenden Nachgeben aufdrückt, überkommt sie der absurde Gedanke, dass sie diese Bewegung in den letzten drei Jahren so oft vollzogen hat, dass ihre Muskeln sie kennen, auch wenn der Kopf gerade nicht dabei ist. Sie tut es nun trotzdem zum letzten Mal, mit einem Bewusstsein, das sich anfühlt wie ein zu hell eingestelltes Licht. Im Flur empfängt sie ein Geruch, dem sie noch nie einen Namen gegeben hat und dem sie jetzt, da er zum letzten Mal auf sie trifft, vergeblich nach Sprache sucht. Es ist etwas, das aus dem Übereinanderlegen von Jahrzehnten besteht, aus Lavendel und altem Stoff und der spezifischen Wärme von Räumen, in denen ein Mensch lange gelebt hat, ohne dass dieser Mensch noch da wäre. Die sieben Kleiderbügel an der Garderobe hängen in gleichförmigen Abständen, als hätte die Mutter sie absichtlich so geordnet hinterlassen. Márta weiß genau, dass ihre Mutter nie mehr als drei Jacken besessen hatte und die Bügel deshalb schon seit Jahren leer gewesen sein müssen, ohne dass irgendjemand sie entfernt hätte. Gábor tritt hinter ihr ein und stellt seine Tasche mit einer Behutsamkeit ab, die ihn verrät. Er, der seit zehn Jahren in Berlin lebt, als hätte er diese Stadt abgestreift wie ein zu enges Kleidungsstück, hat die Wohnung kleiner in Erinnerung gehabt, und die Wirklichkeit, die ihm jetzt entgegensteht, erfordert offenbar einen Moment der stillen Neukalibrierung. Das Telefon auf dem Sekretär liegt noch in seiner angestammten Schräglage, das Kabel nach links gedreht, der Hörer genau so, wie die Mutter ihn abgelegt hatte. Márta legt ihre Hand einen Augenblick darauf, weil sie nicht weiß, was sie sonst mit ihr anfangen soll. Es klingelt nicht. Und doch wartet sie. Die Schublade unter dem Herd hat seit zwanzig Jahren eine eigene Logik: Man muss sie leicht anheben, während man zieht, und wer das nicht weiß, zieht zweimal umsonst, so wie Gábor es jetzt tut. Dann greift Márta wortlos ein und zieht die Schublade mit dem richtigen Handgriff auf, als ob sie damit unwillkürlich unter Beweis stellte, was sie nie als Privileg empfunden hatte – dass sie die war, die geblieben ist und deshalb weiß, wie die Dinge hier funktionieren. Was die Schublade preisgibt, ist ein archäologischer Querschnitt durch die Vorratshaltung einer Frau, die nie wegwarf, was noch brauchbar sein könnte. Darin liegen abgelaufener Paprika in drei Varianten, eine angebrochene Packung Instantkaffee aus dem Jahr, in dem Márta ihre erste Stelle angetreten hatte, und ganz hinten, hinter allem, ein Einmachglas, dessen handgeschriebenes Etikett in der kleinen, präzisen Schrift der Mutter die Aufschrift trägt: „Gurken – August 2011". Márta sagt, es sei möglicherweise noch gut, nicht weil sie das wirklich glaubt. Sie sagt es, weil sie die Alternative – das Wegwerfen, das Entscheiden, dass die Arbeit ihrer Mutter nicht mehr zählt – in diesem Moment nicht erträgt. Gábor dreht sich zu ihr um mit dem Gesichtsausdruck, den er aufsetzt, wenn er nicht streiten will, aber auch nicht der Meinung ist, dass man einer solchen Position ernsthaft zustimmen könnte. Dann nimmt Márta das Glas, dreht den Deckel auf – der vertraute Sog, das kleine Geräusch des nachgebenden Vakuums –, riecht hinein und hält dem Glas länger als nötig die Nase hin, weil es Zeit kostet, das Richtige zu fühlen. Die Gurken schmecken nach Essig und nach etwas, das sich dem Schmecken entzieht. Sie essen das ganze Glas stehend leer, ohne Teller, mit den Fingern, und keiner sagt etwas über den Geschmack, weil es nicht um den Geschmack geht. Das Schlafzimmer hat sich durch das Fehlen des Bettes in einen Raum verwandelt, der sich selbst nicht mehr kennt. Die Proportionen stimmen nicht mehr, die Stille hat eine andere Beschaffenheit angenommen, und die Helligkeit, die durch das unverdeckte Fenster fällt, liegt auf einem Fußboden, der seit Jahrzehnten nicht im Licht gestanden hatte. Den Karton unter dem Fensterbrett hatte Márta beim ersten Durchgang übersehen. Als sie ihn jetzt öffnet, findet sie darin ein Bündel Briefe, deren ausgeblichenes rotes Band beim Aufknoten auseinanderfällt, als hätte es nur auf diesen einen letzten Anlass gewartet, um sich aufzulösen. Die Handschrift auf den Umschlägen ist eine fremde, leicht linksgeneigte, mit einem eigentümlichen Schwung bei den Großbuchstaben. Márta sucht in ihr vergeblich nach etwas Vertrautem, das ihr helfen könnte, einzuordnen, woher diese Briefe stammen und an welchem Punkt ihrer Mutter Leben sie hineingehört haben. Sie liest laut vor, nicht den ganzen Brief, sondern nur den ersten Satz. Der erste Satz enthält schon alles: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta legt den Brief zurück mit der Sorgfalt, mit der man Dinge behandelt, die man nicht versteht und deshalb nicht beschädigen will. Es gibt auf diese Frage keine Antwort, die sich an einem Nachmittag wie diesem noch herbeischaffen ließe und die nicht durch das bloße Suchen verfälscht würde. Ihr Vater war immer eine Stelle im Familiengefüge gewesen, über die man hinging wie über eine morsche Diele – nicht weil man sie nicht bemerkte, sondern weil man sich daran gewöhnt hatte, ihr auszuweichen. Vielleicht gehörte Béla zur selben Schicht des verschwiegenen Lebens, das ihre Mutter unter dem sichtbaren gelebt hatte. Gábor zündet sich eine Zigarette an und raucht sie mitten im Zimmer. Márta sieht es und entscheidet sich nicht dagegen einzuschreiten, weil sie spürt, dass manche Verbote mit dem Menschen enden, der sie formuliert hat, und dass es keine Pietät ist, sie über diesen Menschen hinaus aufrechtzuerhalten. Am Abend, nachdem der Möbelwagen längst abgefahren ist und die Wohnung nichts mehr enthält als Wände, Luft, Licht und den Geruch nach einem Leben, das noch nicht ganz verflüchtigt ist, setzen sie sich auf das nackte Parkett. Sie trinken Tee aus zwei Tassen, die nicht zusammengehören und die aus genau diesem Grund als einzige den Auswahlprozess überlebt haben – weil sie zu uneinheitlich waren, um in irgendjemandes Haushalt einen sinnvollen Platz einzunehmen, außer in diesem hier. Die Wände erzählen in Negativform die Geschichte dessen, was einmal hier hing. Helle Rechtecke unterschiedlicher Größe liegen an Stellen, wo dreißig Jahre lang Bilder dem Licht entzogen hatten, was darunter lag, und Márta liest in diesen Umrissen wie in einer Karte einer Wohnung, die nicht mehr existiert und trotzdem noch vollständig da ist. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei eigentlich nie wirklich glücklich gewesen. Er sagt es in dem Ton, in dem man eine Erkenntnis ausspricht, die man lange mit sich getragen hat, ohne ihr den richtigen Ort zu finden, und die man jetzt hier ablegt, weil dieser Raum der einzige ist, der sie aufnehmen kann. Márta dreht die Tasse zwischen den Händen und denkt nach, nicht weil die Antwort schwierig wäre, sondern weil die Frage ungenau ist und sie ihr nicht die falsche Antwort geben will. Glück, sagt sie schließlich, sei kein Zustand, in dem man jemanden vorfindet oder nicht vorfindet, sondern etwas, das in bestimmten Momenten auftaucht, ungebeten und flüchtig, und ihre Mutter habe solche Momente gehabt, nur eben nicht hier, nicht in diesen Zimmern, nicht in dem Leben, das diese Wohnung wie ein zu kleiner Rahmen um ein zu großes Bild umfasst hatte. Gábor hört zu und nickt, und danach sagen beide nichts mehr, nicht aus Verlegenheit. Sie sind an einem Punkt angelangt, an dem Geschwister manchmal erst nach dem Tod ihrer Eltern ankommen: der ruhigen, fast schwerelosen Form von Einverständnis, die keine Worte braucht und die vielleicht die einzige Art von Versöhnung ist, die das Leben wirklich anbietet. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür ab – das Geräusch des einschnappenden Schlosses klingt dieses Mal anders, endgültiger, obwohl es dasselbe Schloss ist und dieselbe Mechanik. Dann gehen sie die Treppe hinunter, auf der die dritte Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat und wie sie es weiterhin tun wird, wenn hier längst ein anderes Leben stattfindet und von dieser hier keine Spur mehr zu finden ist. Im Hof steht die Linde in voller Blüte, und der Geruch trifft Márta mit einer Unvermitteltheit, die sich nicht ankündigt. Er riecht nach Sommer und nach Kindheit und nach allem, was man nicht festhalten kann, weil es zur Bedingung seiner Wirkung gehört, dass es einem entgleitet. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier und teilen sie sich auf dem Gehweg. Das Gespräch, das sie dabei führen, handelt von nichts Besonderem – von irgendetwas, das keiner von beiden später benennen können wird, und das vielleicht gerade deshalb das Richtige ist. Dann gehen sie los, nebeneinander, in eine Richtung, die keiner von beiden ausdrücklich gewählt hat. Márta bemerkt, dass das Gefühl, auf das sie sich insgeheim vorbereitet hatte – das schwere, abschließende, das einen auf den Boden drückt und festhält –, nicht gekommen ist und dass an seiner Stelle etwas steht, das sich, wenn man ehrlich ist, nicht so sehr vom Weitermachen unterscheidet wie vom Anfangen. Es gibt keine Schwelle, nach deren Überschreiten man sagen könnte, dass der Abschied vollzogen ist. Man geht, und das Gehen ist nicht das Ende von etwas, sondern der einzige Aggregatzustand, in dem das Leben sich fortsetzt – leise, unspektakulär und ohne Anlass zur Klage. 1j7n3v7e69bnd3zb20gs30qbq15h88z 1085342 1085341 2026-05-10T12:51:11Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 /* 74 - hashed */ 1085342 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 4 b - ungarisch deutsch == 71 == 1 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül. - Anders sitzt am Küchentisch. :2. A csésze előtte hideg. - Die Tasse vor ihm ist kalt. :3. Nem iszik. - Er trinkt nicht. :4. Csak ül ott. - Er sitzt nur da. :5. Odakint esik az eső. - Draußen regnet es. :6. Az eső oldalról jön. - Der Regen kommt von der Seite. :7. Az ablak régi és vékony. - Das Fenster ist alt und dünn. :8. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :9. A víz egy vödörbe hullik. - Das Wasser fällt in einen Eimer. :10. Plink. - Plink. :11. Plink. - Plink. :12. Plink. - Plink. :13. Anders hallgatja. - Anders hört zu. :14. Nem számolja a cseppeket. - Er zählt die Tropfen nicht. :15. Egyszerűen csak hallgatja. - Er hört einfach zu. :16. A ház régen templom volt. - Das Haus war früher eine Kirche. :17. Egy kis fatemplom a fjordnál. - Eine kleine Holzkirche am Fjord. :18. Anders két éve örökölte. - Anders hat sie vor zwei Jahren geerbt. :19. A tető nem jó. - Das Dach ist nicht gut. :20. Amikor esik, bejön a víz. - Wenn es regnet, kommt Wasser rein. :21. A vödör mindig ugyanazon a helyen áll. - Der Eimer steht immer an derselben Stelle. :22. A keresztelőkút most mosogató. - Das Taufbecken ist jetzt ein Spülbecken. :23. Anders ezt normálisnak találja. - Anders findet das normal. :24. Csónakmotorokat javít. - Er repariert Bootsmotoren. :25. A szomszédok elhozzák a csónakjaikat. - Die Nachbarn bringen ihre Boote. :26. Néha kávéval fizetnek. - Manchmal bezahlen sie mit Kaffee. :27. Néha nem mondanak semmit. - Manchmal sagen sie nichts. :28. Az is jó. - Das ist auch gut. :29. Az ajtó kinyílik. - Die Tür geht auf. :30. Lars bejön. - Lars kommt herein. :31. Nem kopog. - Er klopft nicht. :32. Ezt soha nem teszi. - Das macht er nie. :33. Lars 68 éves. - Lars ist 68 Jahre alt. :34. Ő az egyetlen szomszéd. - Er ist der einzige Nachbar. :35. Leül a régi padra. - Er setzt sich auf die alte Bank. :36. Egy csomag dohányt tesz az asztalra. - Er legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch. :37. Nem mondanak semmit. - Sie sagen nichts. :38. Az óra ketyeg. - Die Uhr tickt. :39. Az eső veri az ablakot. - Der Regen schlägt gegen das Fenster. :40. Egy idő után Lars megszólal. - Nach einer Weile spricht Lars. :41. „Björn kuttere megint működik.” - „Der Kutter von Björn läuft wieder.” :42. Anders bólint. - Anders nickt. :43. Ez elég. - Das ist genug. :44. Lars feláll. - Lars steht auf. :45. Az ajtóhoz megy. - Er geht zur Tür. :46. Az ajtó becsapódik. - Die Tür fällt zu. :47. A dohány még az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :48. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte. :49. Ma érkezett a komppal. - Sie ist heute mit der Fähre gekommen. :50. A kép Oslo kikötőjét mutatja. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. :51. A színek túl világosak októberhez. - Die Farben sind zu hell für den Oktober. :52. Anders megfordítja a lapot. - Anders dreht die Karte um. :53. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba.” - Er liest: „Komm nach Oslo.” :54. Ez minden. - Das ist alles. :55. Aláírás: Mette. - Unterschrieben: Mette. :56. Még egyszer elolvassa a mondatot. - Er liest den Satz noch einmal. :57. És még egyszer. - Und noch einmal. :58. Aztán visszateszi a lapot. - Dann legt er die Karte zurück. :59. Az elülső oldala lefelé néz. - Die Vorderseite zeigt nach unten. :60. Odakint elhalad a komp. - Draußen fährt die Fähre vorbei. :61. A motorzaj rövid ideig hallatszik. - Das Motorgeräusch ist kurz zu hören. :62. Aztán megint csend van. - Dann ist es wieder still. :63. Anders az ablaknál marad állva. - Anders bleibt am Fenster stehen. :64. A fjordra néz. - Er schaut auf den Fjord. :65. A víz szürke. - Das Wasser ist grau. :66. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :67. Minden szürke. - Alles ist grau. :68. Négy órakor besötétedik. - Um vier Uhr wird es dunkel. :69. Anders meggyújt egy gyertyát. - Anders zündet eine Kerze an. :70. A régi zongorára teszi. - Er stellt sie auf das alte Klavier. :71. Senki sem játszik a zongorán. - Niemand spielt das Klavier. :72. Leül elé. - Er setzt sich davor. :73. Nézi a lángot. - Er schaut die Flamme an. :74. Semmi konkrétra nem gondol. - Er denkt an nichts Bestimmtes. :75. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :76. A víz odakint a facölöpöknek csapódik. - Das Wasser schlägt gegen die Holzpfähle draußen. :77. A gyertya lassan leég. - Die Kerze brennt langsam herunter. :78. Anders ülve marad. - Anders bleibt sitzen. :79. Aztán havazni kezd. - Dann fängt es an zu schneien. :80. Halkan. - Leise. :81. Szinte átmenet nélkül. - Fast ohne Übergang. :82. Nem fog Oslóba menni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :83. Nem ma. - Nicht heute. :84. Nem holnap. - Nicht morgen. :85. Ezt egyszerűen tudja. - Er weiß das einfach. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kézzel tart egy csészét. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen. :2. A csésze már rég kihűlt, de ő mégsem iszik belőle. - Die Tasse ist längst kalt, aber er trinkt trotzdem nicht. :3. Odakint erősen esik az eső, és a szél szinte vízszintesen hajtja az esőt az ablaknak. - Draußen regnet es stark, und der Wind treibt den Regen fast waagrecht gegen das Fenster. :4. Október van, és ennél a fjordnál ez azt jelenti: szürke, nedves, csendes. - Es ist Oktober, und an diesem Fjord bedeutet das: grau, nass, still. :5. A fűtésből egy csepp hullik a padlón álló vödörbe. - Von der Heizung fällt ein Tropfen in den Eimer auf dem Boden. :6. Plink. - Plink. :7. Aztán még egy. - Dann noch einer. :8. Anders hallgatja, de nem számol vele. - Anders hört zu, aber er zählt nicht mit. :9. A ház korábban egy kis fatemplom volt a fjord szélén. - Das Haus war früher eine kleine Holzkirche am Rand des Fjords. :10. Két éve Anders örökölte, és azóta itt lakik. - Vor zwei Jahren hat Anders sie geerbt, und seitdem wohnt er hier. :11. A tető két helyen beázik, ezért mindig készenlétben állnak a vödrök. - Das Dach ist an zwei Stellen undicht, deshalb stehen immer Eimer bereit. :12. A régi keresztelőkútat most mosogatóként használja, mert praktikus. - Das alte Taufbecken benutzt er jetzt als Spülbecken, weil es praktisch ist. :13. Soha nem újította fel igazán a házat, de hozzászokott. - Er hat das Haus nie richtig renoviert, aber er hat sich daran gewöhnt. :14. Anders a környék kevés szomszédjának csónakmotorjait javítja. - Anders repariert die Bootsmotoren der wenigen Nachbarn in der Gegend. :15. Egyesek kávéval fizetnek neki, mások egy rövid bólintással, és ez elég neki. - Manche bezahlen ihn mit Kaffee, manche mit einem kurzen Nicken, und das reicht ihm. :16. Nincs sokra szüksége, és a munka okot ad neki arra, hogy reggel felkeljen. - Er braucht nicht viel, und die Arbeit gibt ihm einen Grund, morgens aufzustehen. :17. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand anklopft. :18. Lars bejön, ahogy minden második nap szokott. - Lars kommt herein, wie er es jeden zweiten Tag tut. :19. Hatvannyolc éves, és ő az egyetlen szomszéd, aki valóban közel lakik. - Er ist 68 Jahre alt und der einzige Nachbar, der wirklich nah wohnt. :20. Lars leül a kályha melletti fapadra, és egy csomag dohányt tesz az asztalra. - Lars setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen und legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch. :21. Nem mondanak semmit, és ez közöttük normális. - Sie sagen nichts, und das ist zwischen ihnen normal. :22. Az eső kopog az ablakon, a fűtés csöpög, az óra ketyeg. - Der Regen klopft gegen das Fenster, die Heizung tropft, die Uhr tickt. :23. Körülbelül tíz perc után Lars nyugodtan azt mondja: „Björn kuttere újra működik.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars ruhig: „Der Kutter von Björn läuft wieder.” :24. Anders egyszer bólint, és ez az egész válasz. - Anders nickt einmal, und das ist die ganze Antwort. :25. Lars feláll, az ajtóhoz megy, és halkan becsukja maga mögött. - Lars steht auf, geht zur Tür und schließt sie leise hinter sich. :26. A dohány még az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :27. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma érkezett a komppal. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute mit der Fähre gekommen ist. :28. A kép Oslo kikötőjét mutatja túl világos, túl barátságos színekkel. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo in zu hellen, zu freundlichen Farben. :29. Anders felveszi a lapot, és lassan megfordítja. - Anders nimmt die Karte und dreht sie langsam um. :30. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst.” :31. A kézírás Mettéé, és azonnal felismeri. - Die Handschrift ist von Mette, und er erkennt sie sofort. :32. Hat hónapja nem hallott róla semmit, és most ez. - Sechs Monate hat er nichts von ihr gehört, und jetzt das. :33. Kétszer elolvassa a szöveget, aztán harmadszor is, és visszateszi a lapot. - Er liest den Text zweimal, dann ein drittes Mal, und legt die Karte wieder hin. :34. Az elülső oldala lefelé néz, mert a színek túl rikítóak ehhez a naphoz. - Die Vorderseite zeigt nach unten, weil die Farben zu grell sind für diesen Tag. :35. Odakint a komp lassan elhalad az ablak előtt, és a motorzaj szétfoszlik a szélben. - Draußen fährt die Fähre langsam am Fenster vorbei, und das Motorgeräusch verweht im Wind. :36. Anders állva marad, és a szürke fjordot nézi. - Anders bleibt stehen und schaut auf den grauen Fjord. :37. A víz nyugodt, de hideg, és az ég alacsonyan függ. - Das Wasser ist ruhig, aber kalt, und der Himmel hängt tief. :38. Délután négy órakor már majdnem sötét van, mint itt októberben mindig. - Um vier Uhr nachmittags ist es schon fast dunkel, wie immer im Oktober hier. :39. Anders elővesz egy gyertyát a fiókból, és a régi zongorára állítja. - Anders holt eine Kerze aus der Schublade und stellt sie auf das alte Klavier. :40. Senki sem játszik ezen a zongorán, és talán már azelőtt is így volt, hogy ő ideköltözött. - Niemand spielt dieses Klavier, und vielleicht war das schon so, bevor er hier einzog. :41. Meggyújtja a gyertyát, leül az előtte álló székre, és a kis lángot nézi. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die kleine Flamme an. :42. Nem gondol Oslóra, és nem gondol Mettére. - Er denkt nicht an Oslo, und er denkt nicht an Mette. :43. Tulajdonképpen semmi konkrétra nem gondol, és ez helyesnek érződik. - Er denkt eigentlich an nichts Bestimmtes, und das fühlt sich richtig an. :44. A fűtés tovább csöpög, odakint a víz az öreg facölöpöknek csapódik. - Die Heizung tropft weiter, das Wasser draußen schlägt gegen die alten Holzpfähle. :45. A gyertya lassan leég, Anders pedig csak ül ott. - Die Kerze brennt langsam herunter, und Anders sitzt einfach da. :46. Aztán havazni kezd, halkan és előjel nélkül, szinte úgy, mint egy gondolat. - Dann beginnt es zu schneien, leise und ohne Ankündigung, fast wie ein Gedanke. :47. Nem fog Oslóba utazni, ezt most már biztosan tudja. - Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt sicher. :48. Nem azért, mert nem szabad neki, és nem azért, mert fél. - Nicht weil er nicht darf, und nicht weil er Angst hat. :49. Hanem azért, mert nem talál olyan okot, amely elég erős volna. - Sondern weil er keinen Grund findet, der stark genug wäre. :50. A hó a fjordra hull, és a fjord magába fogadja, anélkül hogy bármit mondana. - Der Schnee fällt auf den Fjord, und der Fjord nimmt ihn auf, ohne etwas zu sagen. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen. :2. A csésze már egy órája hideg, anélkül hogy ezt észrevette volna, vagy zavarná. - Die Tasse ist schon seit einer Stunde kalt, ohne dass er das bemerkt hätte oder es ihn stören würde. :3. Odakint a szél szinte vízszintesen veri az esőt a régi templomablaknak. - Draußen treibt der Wind den Regen fast waagrecht gegen das alte Kirchenfenster. :4. Az ablak fakerete az évek során annyira elvetemedett, hogy a bal oldalán enyhén fütyül rajta a szél. - Der Holzrahmen des Fensters hat sich im Laufe der Jahre so verzogen, dass es an der linken Seite leicht pfeift. :5. Október közepe van. - Es ist Mitte Oktober. :6. A fjord olyan ég alatt fekszik, amely már nem húz határt víz és levegő, tegnap és ma között. - Der Fjord liegt unter einem Himmel, der keine Grenze mehr zieht zwischen Wasser und Luft, zwischen gestern und heute. :7. A fűtőtestből egy csepp hullik a padlón álló bádogvödörbe. - Von der Heizung fällt ein Tropfen in den Blecheimer auf dem Boden. :8. Világos, tiszta plink ez, amely néhány másodpercenként megismétlődik, egyenletesen, mint egy szívverés, amelyre senki sem figyel. - Es ist ein helles, klares Plink, das sich alle paar Sekunden wiederholt, gleichmäßig wie ein Herzschlag, dem niemand zuhört. :9. Anders figyel. - Anders hört zu. :10. Nem számolja, de figyel. - Er zählt nicht, aber er hört zu. :11. Ez olyan különbség, amelyet ő maga sem tudna megmagyarázni. - Das ist ein Unterschied, den er selbst nicht erklären könnte. :12. A ház, amelyben él, valaha fatemplom volt. - Das Haus, in dem er lebt, war einmal eine Holzkirche. :13. A templom kicsi és sötét volt, egy olyan apró település legszélén, amelyet a legtöbb térkép fel sem tüntet. - Die Kirche war klein und dunkel, am äußersten Rand eines Weilers, den die meisten Karten gar nicht verzeichnen. :14. Két évvel ezelőtt örökölte egy nagybátyjától, akit alig ismert. - Er hat sie vor zwei Jahren geerbt, von einem Onkel, den er kaum kannte. :15. Mégis maradt, anélkül hogy valaha komolyan megkérdezte volna magától, miért. - Er ist trotzdem geblieben, ohne sich je ernsthaft gefragt zu haben, warum. :16. A tető legalább két helyen beázik, és a kályha csak rosszul húz, ha északnyugat felől jön a szél. - Das Dach ist an mindestens zwei Stellen undicht, und der Ofen zieht nur schlecht, wenn der Wind aus Nordwesten kommt. :17. A régi homokkő keresztelőmedence ma mosogatóként szolgál, mert ez az egyetlen edény a házban, amely elég nagy. - Das alte Taufbecken aus Sandstein dient heute als Spülbecken, weil es die einzige Schüssel im Haus ist, die groß genug ist. :18. Soha nem újított fel, nem igazán. - Er hat nie renoviert, nicht wirklich. :19. De felhagyott azzal, hogy hiányként érzékelje. - Aber er hat aufgehört, es als Mangel zu empfinden. :20. A megélhetését azzal keresi, hogy a kevés megmaradt szomszéd csónakmotorjait javítja. - Seinen Lebensunterhalt verdient er damit, die Bootsmotoren der wenigen verbliebenen Nachbarn zu reparieren. :21. Ezek az emberek maguk is alig beszélnek, és a fizetséget gyakran kávé, dohány vagy egy néma biccentés formájában adják, ami Andersnek jobban megfelel, mint azt valaha is beismerné. - Diese Menschen sprechen selbst kaum und leisten die Bezahlung oft in Form von Kaffee, Tabak oder einem stummen Nicken, was Anders mehr entgegenkommt, als er je zugeben würde. :22. Régebben csónaképítő volt, és Bergenben tanulta ki a mesterséget. - Er war früher Bootsbauer und hat das Handwerk in Bergen gelernt. :23. De ez régen volt, és az az ember, aki akkor volt, olyannak tűnik számára, mint valaki egy történetből, amelyet valahol olvasott. - Aber das ist lange her, und die Person, die er damals war, fühlt sich an wie jemand aus einer Geschichte, die er irgendwo gelesen hat. :24. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand anklopft. :25. Lars belép egy olyan férfi magától értetődő nyugalmával, aki tudja, hogy szívesen látják, anélkül hogy ezt valaha kimondták volna. - Lars tritt herein mit der selbstverständlichen Ruhe eines Mannes, der weiß, dass er willkommen ist, ohne dass es je ausgesprochen worden wäre. :26. Hatvannyolc éves, magas, keskeny testalkatú, olyan kezekkel, amelyek úgy néznek ki, mint a szerszámok. - Er ist 68, groß, schmal, mit Händen, die aussehen wie Werkzeug. :27. Leül a kályha melletti fapadra, egy csomag dohányt tesz az asztalra, és olyan természetesen hallgat, mintha a hallgatás a beszélgetés egyik formája volna. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch und schweigt so natürlich, als wäre Schweigen eine Form der Unterhaltung. :28. Az eső veri az ablakot, a fűtőtest csöpög. - Der Regen schlägt gegen das Fenster, die Heizung tropft. :29. A falon lévő óra enyhe utózengéssel ketyeg, amely minden második ütésnél kissé túl hangos. - Die Uhr an der Wand tickt mit einem leichten Nachklang, der bei jedem zweiten Schlag etwas zu laut ist. :30. Körülbelül tíz perc múlva Lars fel sem nézve azt mondja: „Björn kuttere újra jár.” - Nach ungefähr zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :31. Anders bólint, és ebben benne van minden, amit mondani kell. - Anders nickt, und darin liegt alles, was gesagt werden muss. :32. Lars feláll, az ajtóhoz megy, és halkan behúzza maga mögött. - Lars steht auf, geht zur Tür und zieht sie leise hinter sich zu. :33. A dohány az asztalon marad, mintha soha nem is arra szánták volna, hogy magával vigye. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch, als wäre er nie dazu gedacht gewesen, mitgenommen zu werden. :34. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist. :35. Egy számlával és egy prospektussal együtt érkezett, amelyet nem nyitott ki. - Sie kam zusammen mit einer Rechnung und einem Prospekt, den er nicht geöffnet hat. :36. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely túl barátságos októberhez. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das zu freundlich ist für den Oktober. :37. A színek úgy hatnak, mintha valaki túlságosan feltekerte volna a telítettséget, és Anders megfordítja a lapot, anélkül hogy tudná, miért vár. - Die Farben wirken, als hätte jemand die Sättigung zu weit aufgedreht, und Anders dreht die Karte um, ohne zu wissen, warum er wartet. :38. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :39. A kézírás Mettéé, ferde és kissé túl szoros. - Die Handschrift ist Mettes, schräg und etwas zu eng. :40. Mindig így ír, amikor olyasmit ír, amit tulajdonképpen nem akart megírni. - So schreibt sie immer, wenn sie etwas schreibt, das sie eigentlich nicht schreiben wollte. :41. Hat hónapon át egy szó sem, sem üzenet, sem jel. - Sechs Monate lang kein Wort, keine Nachricht, kein Zeichen. :42. Most ott áll ez az egyetlen mondat, amely több kérdést tesz fel, mint amennyit megválaszol. - Jetzt steht dort dieser eine Satz, der mehr Fragen stellt als er beantwortet. :43. Másodszor is elolvassa, aztán harmadszor. - Er liest ihn ein zweites Mal, dann ein drittes. :44. Nem azért teszi, mert valami mást vár, hanem mert szüksége van arra az időre, amelyet a mondat követel tőle. - Er tut es nicht, weil er etwas anderes erwartet, sondern weil er die Zeit braucht, die der Satz von ihm verlangt. :45. Aztán a lapot képes felével lefelé visszateszi a párkányra. - Dann legt er die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurück. :46. A kikötőkép színei olyan módon zavarják, amelyet nem tud megnevezni. - Die Farben des Hafenbilds stören ihn auf eine Weise, die er nicht benennen kann. :47. Odakint a komp lassan elhalad az ablak előtt, és a motorzaj röviden felduzzad, majd szétfoszlik a szélben. - Draußen zieht die Fähre langsam am Fenster vorbei, und das Motorgeräusch schwillt kurz an und verweht dann im Wind. :48. A fjord bezárul mögötte, mintha soha nem is járt volna ott. - Der Fjord schließt sich hinter ihr, als wäre sie nie da gewesen. :49. Anders az ablaknál áll, és a vizet nézi. - Anders steht am Fenster und schaut auf das Wasser. :50. A víz szürke és nyugodt, és éppen olyan közömbös, mint mindig. - Das Wasser ist grau und ruhig und so gleichgültig wie immer. :51. Délután négy órakor alkonyodni kezd. - Um vier Uhr nachmittags beginnt es zu dämmern. :52. Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból, ahol Lars dohánya is fekszik, még bontatlanul. - Anders holt eine Kerze aus der Küchenschublade, wo auch der Tabak von Lars liegt, noch ungeöffnet. :53. A gyertyát a régi zongorára állítja, amely az északi falnál áll. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier, das an der Nordwand steht. :54. A zongora egy vakolatrepedés alatt áll, amely az elmúlt tél folyamán szélesebb lett. - Das Klavier steht unter einem Riss im Putz, der im Laufe des letzten Winters breiter geworden ist. :55. Senki sem játszik ezen a zongorán, amennyire Anders tudja. - Niemand spielt dieses Klavier, soweit Anders weiß. :56. Soha senki nem is játszott rajta, és mégis úgy áll ott, mint valami, ami arra vár, hogy használják. - Es hat auch niemand je gespielt, und trotzdem steht es da wie etwas, das darauf wartet, gebraucht zu werden. :57. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl und schaut in die Flamme. :58. A láng ingadozik a házon átvándorló enyhe huzatban, alig észrevehetően. - Die Flamme schwankt in dem leichten Durchzug, der durch das Haus wandert, kaum merklich. :59. Nem Mettére gondol, és nem Oslóra gondol. - Er denkt nicht an Mette, und er denkt nicht an Oslo. :60. Arra sem gondol, mit akar itt tulajdonképpen, mert a kérdés túl nagy ehhez az estéhez, és talán minden másikhoz is. - Er denkt auch nicht daran, was er hier eigentlich will, weil die Frage zu groß ist für diesen Abend und vielleicht für jeden anderen auch. :61. A fűtőtest csöpög, és a víz egyenletes, tompa hanggal ütődik a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, und das Wasser schlägt mit einem gleichmäßigen, dumpfen Laut gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle. :62. A láng nyugodtan és sietség nélkül ég a sötétben. - Die Flamme brennt ruhig und ohne Eile in der Dunkelheit. :63. Aztán havazni kezd, olyan halkan és olyan fokozatosan, hogy Anders nem tudná megmondani, pontosan mikor kezdődött. - Dann fängt es an zu schneien, so leise und so allmählich, dass Anders nicht sagen könnte, wann genau es begonnen hat. :64. A hó a fjordra hull, a régi templom tetejére, és a képeslapra, amely az ablakpárkányon fekszik képes felével lefelé. - Der Schnee fällt auf den Fjord und auf das Dach der alten Kirche und auf die Postkarte, die auf dem Fenstersims liegt mit der Vorderseite nach unten. :65. Nem fog elutazni. - Er wird nicht fahren. :66. Ezt nem döntésként tudja, hanem tényként. - Er weiß das nicht als Entscheidung, sondern als Tatsache. :67. Úgy tudja, ahogy az ember tudja, hogy az október szürke, a fjord hideg, és a hallgatás néha az egyetlen őszinte válasz. - So weiß man, dass der Oktober grau ist und der Fjord kalt und das Schweigen manchmal die einzige ehrliche Antwort ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart, amely legalább egy órája hideg. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen, die seit mindestens einer Stunde kalt ist. :2. Ez nem zavarja, és arra sem gondol, hogy újratöltse, mert a csésze ebben a pillanatban kevésbé a kávé edénye, mint inkább ok arra, hogy a kezét valahol tartsa. - Das stört ihn nicht, und er denkt auch nicht daran, sie nachzufüllen, weil die Tasse in diesem Moment weniger ein Gefäß für Kaffee ist als ein Grund, die Hände irgendwo zu lassen. :3. Odakint a szél olyan laposan és keményen veri az esőt a régi templomablaknak, hogy az üveg mintha egyenletes nyomás alatt rezegne. - Draußen treibt der Wind den Regen so flach und hart gegen das alte Kirchenfenster, dass das Glas wie unter einem gleichmäßigen Druck vibriert. :4. Az elvetemedett fakeret, amely már jelenlétének első telén sem záródott rendesen, vékony, hideg légáramot enged be, amely megremegteti az ablakpárkányon álló gyertyacsonkokat. - Der verzogene Holzrahmen, der schon im ersten Winter seiner Anwesenheit nicht mehr richtig schloss, lässt einen dünnen, kalten Luftstrom ins Innere, der die Kerzenreste auf dem Fensterbrett zum Schwanken bringt. :5. Október közepe van, és a fjord felvette azt a különös súlyosságot, amelyet csak ősszel hordoz: a víz sötéten és mozdulatlanul fekszik, mint valami, ami gondolkodik. - Es ist Mitte Oktober, und der Fjord hat jene besondere Schwere angenommen, die er nur im Herbst trägt: das Wasser liegt dunkel und unbewegt wie etwas, das denkt. :6. Az ég olyan alacsonyan függ fölötte, hogy a kettő közötti határ elmosódik, mintha a táj úgy döntött volna, hogy feladja saját körvonalait. - Der Himmel hängt so tief darüber, dass die Grenze zwischen beiden verschwimmt, als hätte die Landschaft beschlossen, ihre eigenen Konturen aufzugeben. :7. A fűtőtestből szabályos időközönként leválik egy csepp, és a padlón álló bádogvödörbe hull. - Von der Heizung löst sich in regelmäßigen Abständen ein Tropfen und fällt in den Blecheimer auf dem Boden. :8. Világos, tiszta plink hang ez, amely úgy írja bele magát a szoba csendjébe, mint egy jegyzet, amelyet senki sem hagyott ott, mégis elolvasnak, és Anders figyel, nem azért, mert akarja, hanem mert a figyelés az egyetlen, amit most elvárnak tőle. - Es ist ein helles, klares Plink, das sich in die Stille des Raumes einschreibt wie eine Notiz, die niemand hinterlassen hat und die trotzdem gelesen wird, und Anders hört zu, nicht weil er will, sondern weil das Zuhören das Einzige ist, was gerade von ihm verlangt wird. :9. A ház, amelyben két éve él, fatemplom volt, valamikor a huszadik század elején épült egy gyülekezetnek, amely már rég nem létezik, a part egy olyan kis pontján, amelyet a legtöbb térkép nem tart említésre méltónak. - Das Haus, in dem er seit zwei Jahren lebt, war eine Holzkirche, gebaut irgendwann im frühen zwanzigsten Jahrhundert für eine Gemeinde, die längst nicht mehr existiert, an einem Fleckchen Küste, das die wenigsten Karten für erwähnenswert halten. :10. A templomot egy nagybátyjától örökölte, akit gyerekként kétszer látott, és akinek a halála kevésbé lepte meg, mint az a tény, hogy hagyott rá valamit. - Er hat die Kirche von einem Onkel geerbt, den er als Kind zweimal gesehen hatte und dessen Tod ihn weniger überraschte als die Tatsache, dass er ihm etwas hinterließ. :11. Maradt, anélkül hogy valaha is valódi döntést hozott volna. - Er ist geblieben, ohne jemals eine wirkliche Entscheidung getroffen zu haben. :12. Az ember néha nem azért marad egy helyen, mert az a megfelelő, hanem mert a távozás erőfeszítése nagyobbnak tűnik, mint a maradás fájdalma, míg egyszer csak megszűnik érezhetőnek lenni a kettő közötti különbség. - Man bleibt manchmal an einem Ort, nicht weil er der richtige ist, sondern weil der Aufwand des Gehens größer erscheint als der Schmerz des Bleibens, bis irgendwann der Unterschied zwischen beidem aufgehört hat, spürbar zu sein. :13. A tető két helyen beázik, a kályha rosszul húz, ha északnyugat felől jön a szél, és a nehéz homokkő keresztelőmedence, amelyet az elődök hátrahagytak, ma mosogatóként szolgál. - Das Dach ist an zwei Stellen undicht, der Ofen zieht schlecht, wenn der Wind aus Nordwesten kommt, und das schwere Taufbecken aus Sandstein, das die Vorgänger zurückgelassen haben, dient heute als Spülbecken. :14. Mosogatóként szolgál, mert ez az egyetlen tárgy a házban, amely elég nagy, és amely valahogy illik ahhoz az elképzeléshez, amely Andersben él az itteni életről: hogy a dolgok megváltoztathatják a rendeltetésüket anélkül, hogy elveszítenék a jellegüket. - Es dient als Spülbecken, weil es das einzige Objekt im Haus ist, das groß genug ist und das irgendwie zu der Idee passt, die Anders vom Leben hier hat: dass Dinge ihren Zweck wechseln dürfen, ohne ihren Charakter zu verlieren. :15. Csónakmotorokat javít annak a néhány megmaradt szomszédnak ezen a partszakaszon. - Er repariert Bootsmotoren für die wenigen verbliebenen Nachbarn an diesem Abschnitt der Küste. :16. Ezek az emberek maguk sem pazarolnak sok szót, és a fizetségük többnyire kávéból áll, olykor dohányból, néha semmi másból, csak egy rövid biccentésből, amely annyit tartalmaz, mint egy hosszú mondat, ha az ember megtanulta olvasni, és Anders megtanulta, vagy felhagyott azzal, hogy többet várjon, ami végső soron ugyanaz. - Diese Menschen machen selbst nicht viele Worte, und ihre Bezahlung besteht meistens aus Kaffee, gelegentlich aus Tabak, manchmal aus nichts außer einem kurzen Nicken, das so viel enthält wie ein langer Satz, wenn man gelernt hat, es zu lesen, und Anders hat es gelernt, oder er hat aufgehört, mehr zu erwarten, was auf dasselbe hinausläuft. :17. Régebben csónaképítő volt, és Bergenben tanulta ki a mesterséget egy mesternél, aki alig beszélt és keveset magyarázott. - Er war früher Bootsbauer und hat das Handwerk in Bergen gelernt unter einem Meister, der kaum sprach und wenig erklärte. :18. Annak a kezei munka közben olyan pontosak voltak, hogy Anders megértette: a tudásnak nincs szüksége szavakra, amíg a munka önmagáért beszél, és ebből a tartásból maradt benne valami, még azután is, hogy a többi már rég elmúlt. - Dessen Hände waren beim Arbeiten so präzise, dass Anders verstand: Können braucht keine Worte, solange die Arbeit für sich spricht, und etwas von dieser Haltung ist geblieben, auch nachdem das andere längst vergangen ist. :19. Az ajtó kinyílik, anélkül hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand klopft. :20. Lars belép annak az embernek a nyugodt magától értetődésével, aki tudja, hogy szívesen látják egy helyiségben, anélkül hogy ezt a szívesen látottságot valaha is kimondták volna, vagy ki kellene mondani, mert kettejük között ez azon kevés megállapodások egyike, amelyek éppen azért tartanak, mert senki sem fogalmazta meg őket. - Lars tritt herein mit der ruhigen Selbstverständlichkeit eines Menschen, der weiß, dass er in einem Raum willkommen ist, ohne dass dieses Willkommensein je ausgesprochen worden wäre oder ausgesprochen werden müsste, weil es zwischen ihnen eine der wenigen Abmachungen ist, die gerade deshalb halten, weil niemand sie formuliert hat. :21. Hatvannyolc éves, magasra nőtt és az évek során keskennyé vált, olyan kezekkel, amelyek úgy néznek ki, mintha ugyanabból az anyagból volnának, mint a csónakok, amelyeket egész életében épített és foltozott. - Er ist 68, hoch gewachsen und schmal geworden mit den Jahren, mit Händen, die so aussehen, als wären sie aus demselben Material wie die Boote, die er sein Leben lang gebaut und geflickt hat. :22. Leül a kályha melletti fapadra, egy csomag dohányt tesz az asztalra kettejük közé, és olyan módon hallgat, amely nem üres, hanem tele van két ember közös tudásával, akik megértették, hogy a hallgatás nem a kommunikáció hiánya, hanem annak legsűrűbb formája. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch zwischen ihnen und schweigt auf eine Weise, die nicht leer ist, sondern gefüllt mit der geteilten Kenntnis zweier Menschen, die verstanden haben, dass Schweigen keine Abwesenheit von Kommunikation ist, sondern ihre dichteste Form. :23. Az eső az ablaknak verődik, a fűtőtest egyenletes ritmusában csöpög. - Der Regen schlägt gegen das Fenster, die Heizung tropft in ihrem gleichmäßigen Rhythmus. :24. A falióra minden második ütésnél enyhe utózengéssel ketyeg, mintha volna a szívében egy kis szabálytalanság, amelyet senki sem űzött ki belőle. - Die Uhr an der Wand tickt mit einem leichten Nachklang bei jedem zweiten Schlag, als hätte sie eine kleine Unregelmäßigkeit im Herz, die ihr niemand ausgetrieben hat. :25. Körülbelül tíz perc múlva Lars fel sem nézve, annak az embernek a hangsúlytalanságával, aki információt közöl, nem véleményt, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken und mit der Tonlosigkeit eines Menschen, der eine Information übermittelt, nicht eine Meinung: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :26. Anders bólint, és ebben a bólintásban benne van a nyugta mindarra, amit kimondtak, és mindarra, ami kimondatlan maradhat. - Anders nickt, und in diesem Nicken liegt die Quittung für alles, was gesagt wurde und was ungesagt bleiben darf. :27. Lars feláll, az ajtóhoz megy, maga mögött behúzza annak az embernek az ismerős gondosságával, aki tudja, hogy a régi ajtóknak ápolásra van szükségük, és a dohány az asztalon marad, mint valami, amit szándékosan hagytak hátra, mert a dolgok birtoklása néha könnyebb, ha az ember máshol hagyja őket. - Lars steht auf, geht zur Tür, zieht sie mit der vertrauten Sorgfalt eines Menschen hinter sich, der weiß, dass alte Türen Pflege brauchen, und der Tabak bleibt auf dem Tisch wie etwas, das absichtlich zurückgelassen wurde, weil der Besitz von Dingen manchmal leichter ist, wenn man sie woanders lässt. :28. Az ablakpárkányon képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal, egy számlával és egy prospektussal együtt, amelyet Anders nem nyitott ki. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist, zusammen mit einer Rechnung und einem Prospekt, den Anders nicht geöffnet hat. :29. A prospektust azért nem nyitotta ki, mert nem vár prospektust, és mert azok a dolgok, amelyeket nem vár, rendszerint többe kerülnek neki, mint azok, amelyeket ismer. - Er hat den Prospekt nicht geöffnet, weil er keinen Prospekt erwartet und weil die Dinge, die er nicht erwartet, ihn in der Regel mehr kosten als die, die er kennt. :30. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan túltelített és barátságos fényben, mintha valaki eldöntötte volna, hogy a városoknak mindig jobban kell kinézniük, mint amennyit a valóság megenged. - Das Motiv zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das so übersättigt und freundlich ist, als hätte jemand entschieden, dass Städte immer besser aussehen müssen als die Wirklichkeit erlaubt. :31. Anders olyan férfi ujjaival fordítja meg a lapot, akinek van ideje, és mégsem pazarolja el. - Anders dreht die Karte um mit den Fingern eines Mannes, der Zeit hat und sie trotzdem nicht verschwendet. :32. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :33. A kézírás Mette írása, ferde és a szükségesnél szűkebb, ahogyan nála mindig, amikor olyasmit ír, amit valójában nem akart megírni, vagy amit meg kellett írnia, mert a hallgatás túl hangossá vált. - Die Handschrift ist Mettes, schräg und enger als nötig, wie es bei ihr immer ist, wenn sie etwas schreibt, das sie eigentlich nicht schreiben wollte oder das sie schreiben musste, weil das Schweigen zu laut geworden war. :34. Az a hat hónap, amely alatt egyetlen szó sem érkezett tőle, ebben az egy mondatban foglalódik össze, mint egy diagnózis, amely sem kezelést nem ír elő, sem gyógyulást nem ígér. - Die sechs Monate, in denen kein Wort von ihr gekommen ist, sind in diesem einen Satz zusammengefasst wie eine Diagnose, die weder Behandlung vorschreibt noch Heilung verspricht. :35. Másodszor is elolvassa a mondatot, aztán harmadszor is, nem azért, mert nem érti, hanem mert meg akarja adni a szövegnek azt a méltóságot, hogy valóban elolvassák, mielőtt válaszol rá. - Er liest den Satz ein zweites Mal, dann ein drittes, nicht aus Unverständnis, sondern weil er dem Text die Würde geben will, wirklich gelesen zu werden, bevor er antwortet. :36. A válasza az, hogy a lapot képpel lefelé visszateszi a párkányra, mert nem bírja elviselni a színeket, nem ma, ezen a szürke délutánon, amikor minden, ami túlságosan telített, hamisnak hat. - Seine Antwort ist, die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurückzulegen, weil er die Farben nicht ertragen kann, nicht heute, an diesem grauen Nachmittag, an dem alles, was zu gesättigt ist, falsch wirkt. :37. Odakint a délutáni komp lassan elhúz az ablak előtt, motorzaja rövid időre felduzzad, mint egy kérdés, majd elszáll a szélben, mint egy válasz, amelyet senki sem akart megtartani. - Draußen zieht die Nachmittagsfähre langsam am Fenster vorbei, ihr Motorgeräusch schwillt kurz an wie eine Frage und verweht dann im Wind wie eine Antwort, die niemand festhalten wollte. :38. A fjord zökkenőmentesen és közönyösen zárul össze mögötte, mintha az, hogy átszelik, csak egy volna sok egyenértékű állapota közül. - Der Fjord schließt sich hinter ihr, reibungslos und gleichgültig, als wäre Durchquertwerden nur einer seiner vielen gleichwertigen Zustände. :39. Anders az ablaknál áll, és a vizet nézi. - Anders steht am Fenster und schaut auf das Wasser. :40. A víz szürke és csendes, és olyan teljesen elég önmagának, hogy jelent valamit számára, anélkül hogy meg tudná mondani, pontosan mit. - Das Wasser ist grau und still und so vollständig sich selbst genug, dass es ihm etwas bedeutet, ohne dass er sagen könnte, was genau. :41. Négy órakor, amikor a sötétség nem leszáll, hanem a vízből emelkedik fel, és nehezebbé teszi a levegőt, Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból. - Um vier Uhr, wenn die Dunkelheit nicht fällt, sondern aus dem Wasser aufsteigt und die Luft schwerer macht, holt Anders eine Kerze aus der Küchenschublade. :42. Ott fekszik Lars dohánya, még a csomagolásban, érintetlenül, mint egy ajánlat, amely addig érvényes, amíg az ember el nem fogadja. - Dort liegt der Tabak von Lars, noch in der Verpackung, unberührt wie ein Angebot, das gilt, solange man es nicht annimmt. :43. A gyertyát az északi falnál álló régi zongorára teszi, a vakolat repedése alá, amely az elmúlt télen szélesebb lett. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier an der Nordwand, unter dem Riss im Putz, der im letzten Winter breiter geworden ist. :44. Anders egyszer végigkövette a repedést az ujjával, anélkül hogy tudta volna, miért, mintha egy térképen követne egy vonalat, amely sehová sem vezet, és éppen ezért érdekes. - Anders ist dem Riss einmal mit dem Finger nachgefahren, ohne zu wissen warum, als würde er einer Linie in einer Landkarte folgen, die nirgendwo hinführt und genau deshalb interessant ist. :45. Tudomása szerint senki sem játszik ezen a zongorán, és korábbi években sem játszott rajta senki. - Niemand spielt dieses Klavier, soweit er weiß, und auch in früheren Jahren hat es niemand gespielt. :46. Mégis ott áll a rendeltetésüket elvesztett dolgok csendes makacsságával, anélkül hogy elvesztette volna a jelenlétét, és Anders ezt nem gyásznak érzi, hanem valamiféle társaságnak. - Doch es steht da mit der stillen Insistenz von Dingen, die ihren Zweck verloren haben, ohne ihre Anwesenheit zu verlieren, und Anders empfindet das nicht als Trauer, sondern als eine Art Gesellschaft. :47. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, amelynek egyik lába egy összehajtott kartondarabon áll, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl, dessen eines Bein auf einem gefalteten Stück Pappe steht, und schaut in die Flamme. :48. A láng megremeg az alig érezhető huzatban, amely lélegzetvételként járja át a házat, egészen könnyedén, szinte észrevétlenül, majdnem úgy, mint egy gesztus. - Die Flamme schwankt in dem kaum spürbaren Durchzug, der das Haus wie ein Atemzug durchläuft, ganz leicht, fast unmerklich, fast wie eine Geste. :49. Nem gondol Mettére, és nem gondol arra a kérdésre sem, amelyet a nő feltett. - Er denkt nicht an Mette, und er denkt nicht an die Frage, die sie gestellt hat. :50. Némely kérdés nem azért marad nyitva, mert az ember nem ismeri a választ, hanem mert a válasznak nincs szüksége más helyre, csak annak az embernek a testére, aki hordozza, és Anders hordozza, anélkül hogy nevet adna neki. - Manche Fragen bleiben nicht deshalb offen, weil man die Antwort nicht kennt, sondern weil die Antwort keinen Ort braucht außer dem Körper des Menschen, der sie trägt, und Anders trägt sie, ohne sie zu benennen. :51. A fűtőtest csöpög, a víz szabályos, puha lökésekkel verődik a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser schlägt in regelmäßigen, weichen Stößen gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle. :52. A láng olyan türelemmel ég le, amely szégyenkezésre késztet, mert sokkal nyugodtabb, mint bármi, amit az emberek tesznek. - Die Flamme brennt herunter mit einer Geduld, die beschämt, weil sie so viel ruhiger ist als alles, was Menschen tun. :53. Aztán havazni kezd, olyan fokozatosan, hogy Anders csak egy idő után veszi észre, hogy a kinti sötétség más textúrát vett fel, puhábbat és kevésbé eltökéltet. - Dann beginnt es zu schneien, so allmählich, dass Anders erst nach einer Weile bemerkt, dass die Dunkelheit draußen eine andere Textur angenommen hat, weicher und weniger entschlossen. :54. A hó a fjord fekete vizére hull, és a régi templom tetejére, és az ablakpárkányra, ahol a képeslap képpel lefelé fekszik. - Der Schnee fällt auf das schwarze Wasser des Fjords und auf das Dach der alten Kirche und auf den Fenstersims, wo die Postkarte liegt mit der Vorderseite nach unten. :55. Nem fog elutazni, nem azért, mert ellene döntött volna, hanem mert a döntések feszültséget feltételeznek két lehetséges jövő között. - Er wird nicht fahren, nicht weil er sich dagegen entschieden hätte, sondern weil Entscheidungen eine Spannung voraussetzen zwischen zwei möglichen Zukünften. :56. Benne ez a feszültség nincs jelen, már régóta nincs, és ennek a feszültségnek a hiánya nem bénultság és nem közöny, hanem valami, amire még nem talált szót, valami, ami békének érződik, ha a béke azt jelenti, hogy az ember felhagyott azzal, hogy saját csendje ellen küzdjön. - In ihm ist diese Spannung nicht vorhanden, schon lange nicht mehr, und das Fehlen dieser Spannung ist nicht Lähmung und nicht Gleichgültigkeit, sondern etwas, für das er noch kein Wort gefunden hat, etwas, das sich anfühlt wie Frieden, wenn Frieden bedeutet, dass man aufgehört hat, gegen die eigene Stille anzukämpfen. :57. A hó hull, a fjord magába fogadja. - Der Schnee fällt, der Fjord nimmt ihn auf. :58. Az éjszaka olyan magától értetődően érkezik, mintha soha nem is állt volna szándékában máshol lenni. - Die Nacht kommt so selbstverständlich, als hätte sie nie vorgehabt, irgendwo anders zu sein. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart, amely legalább egy órája hideg, anélkül hogy ez zavarná, vagy akár csak késztetést érezne arra, hogy felálljon és újratöltse. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen, die seit mindestens einer Stunde kalt ist, ohne dass ihn das stören würde oder er auch nur den Impuls verspürte, aufzustehen und sie nachzufüllen. :2. A csésze ebben a pillanatban már nem a kávéivást szolgálja, hanem magát a kézben tartást, azt az érzést, hogy valami olyasmit fog körül, aminek formája van, aminek volt melege, és amit meg lehet tartani anélkül, hogy eltávozna. - Die Tasse dient in diesem Moment nicht mehr dem Kaffeetrinken, sondern dem Händehalten schlechthin, dem Gefühl, etwas zu umschließen, das Form hat und Wärme gehabt hat und das man festhalten kann, ohne dass es sich davonmacht. :3. Odakint a szél azzal a lapos, engesztelhetetlen erővel veri az esőt a régi templomablaknak, amely októberben sajátja ennek a partvidéknek, és amely nem tévesztendő össze az atlanti viharok drámai széllökéseivel, hanem inkább tartós nyomásra emlékeztet, meteorológiai állításra, amely nem tűr ellentmondást. - Draußen treibt der Wind den Regen mit jener flachen, unnachgiebigen Wucht gegen das alte Kirchenfenster, die dieser Küste im Oktober eigentümlich ist und die nicht mit dem dramatischen Böenwind der Atlantikstürme zu verwechseln ist, sondern eher einem Dauerdruck gleicht, einer meteorologischen Behauptung, die keinen Widerspruch duldet. :4. Az elvetemedett fakeret, amely már itteni jelenlétének első telén felhagyott azzal, hogy valóban záródjon, vékony hideg levegőszálat enged befelé, amely az ablakpárkányon álló gyertyacsonkokat enyhe, szakadatlan ingásba hozza, mintha valamire akarnának mutatni, ami csendes, és mégis mozog. - Der verzogene Holzrahmen, der schon im ersten Winter seiner Anwesenheit hier aufgehört hatte, wirklich zu schließen, lässt einen Faden kalter Luft ins Innere, der die Kerzenreste auf dem Fensterbrett in ein leichtes, unaufhörliches Schwanken versetzt, als wollten sie auf etwas hinweisen, das still ist und sich trotzdem bewegt. :5. Október közepe van, és a fjord felvette azt a sajátos nehézséget, amelyet csak ezekben a hetekben hord, amikor a fény már nem hull, hanem szivárog, amikor a víz sötéten és sűrűn fekszik, mint valami, ami gondolkodik. - Es ist Mitte Oktober, und der Fjord hat jene eigentümliche Schwere angenommen, die er nur in diesen Wochen trägt, wenn das Licht nicht mehr fällt, sondern sickert, wenn das Wasser dunkel liegt und dicht wie etwas, das denkt. :6. Az ég olyan alacsonyan függ, és annyira azonos színű az alatta lévő felszínnel, hogy a táj mintha feladná saját geometriáját, a víz és a levegő közötti határ feloldódik, és az embernek az az érzése támad, hogy odakint már nem irányok léteznek, hanem csak a szürkeség fokozatai. - Der Himmel hängt so tief und ist so gleichfarbig mit der Oberfläche darunter, dass die Landschaft ihre eigene Geometrie aufzugeben scheint, die Grenze zwischen Wasser und Luft sich auflöst und man das Gefühl bekommt, dass draußen nicht mehr Richtungen existieren, sondern nur noch Grade von Grau. :7. A fűtőtestről pontosan kimért időközönként leválik egy csepp, és a padlón álló bádogvödörbe hull: világos, pontos plink, amely úgy írja bele magát a szoba csendjébe, mint széljegyzet egy olyan szöveghez, amelyet senki sem fogalmazott meg, és amely addig ismétlődik, amíg már nem zaj, hanem szerkezet. - Von der Heizung löst sich in genau abgemessenen Abständen ein Tropfen und fällt in den Blecheimer auf dem Boden: ein helles, präzises Plink, das sich in die Stille des Raumes einschreibt wie eine Randnotiz zu einem Text, den niemand verfasst hat, und das sich wiederholt, bis es nicht mehr Geräusch ist, sondern Struktur. :8. Anders hallgatja, nem azért, mert akarja, vagy mert a csöpögés bármilyen módon megindítaná, hanem mert a hallgatózás az egyetlen, amit ez a pillanat követel tőle, és ő valamikor az elmúlt két évben felhagyott azzal, hogy több legyen annál, amit az adott pillanat követel tőle. - Anders hört zu, nicht weil er will oder weil das Tropfen ihn in irgendeiner Weise bewegte, sondern weil das Zuhören das Einzige ist, was dieser Augenblick von ihm verlangt, und er hat, irgendwann in den vergangenen zwei Jahren, aufgehört, mehr zu sein als das, was der jeweilige Augenblick von ihm verlangt. :9. A ház, amelyben él, egykor fatemplom volt, valamikor a huszadik század első évtizedeiben emelték egy gyülekezet számára, amelyből ma már semmi sem maradt, csak néhány időjárás verte sírkő a ház mögött, amelyeknek feliratait a zuzmó már félig visszahódította. - Das Haus, in dem er lebt, war eine Holzkirche, irgendwann in den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts errichtet für eine Gemeinde, von der heute nichts mehr übrig ist als ein paar verwitterte Grabsteine hinter dem Haus, deren Inschriften der Flechtenbefall schon halb zurückerobert hat. :10. Egy olyan partszakaszon áll, amely egyetlen térképen sem számít említésre méltónak, és amelynek létezése lényegében abban merül ki, hogy ott van: nedvesen, sziklásan, a széltől megdolgozva, a fjord felé fordulva olyan állhatatossággal, amelyet méltóságnak is lehetne tartani, ha az ember tulajdonítani akarna neki valamit. - Es steht an einem Fleckchen Küste, das in keiner Karte als erwähnenswert gilt und dessen Existenz sich im Wesentlichen darin erschöpft, da zu sein: nass, felsig, vom Wind bearbeitet, dem Fjord zugewandt mit einer Beständigkeit, die man für Würde halten könnte, wenn man ihr etwas unterstellen wollte. :11. A házat egy nagybátyjától örökölte, akit gyerekként kétszer látott, és akiről semmit sem tudott azon kívül, hogy hallgatott, dohányzott és a tengert nézte. - Er hat das Haus von einem Onkel geerbt, den er als Kind zweimal gesehen hatte und von dem er nichts wusste außer dass er schwieg und rauchte und die See anschaute. :12. Ezek a tulajdonságok Anders számára akkoriban a szegénység formáinak tűntek, ma pedig a megelégedettség formáinak tűnnek, ami néha arra készteti, hogy azt gondolja, az örökség többet tartalmazott kőnél és fánál. - Diese Eigenschaften waren Anders damals als Formen von Armut erschienen und erscheinen ihm heute als Formen von Genügsamkeit, was ihn manchmal denken lässt, dass das Erbe mehr enthielt als Steine und Holz. :13. Maradt, anélkül hogy valaha is született volna olyan döntés, amely megérdemelte volna ezt a nevet, úgy, ahogyan az ember néha ott marad egy helyen, nem azért, mert az a helyes, hanem mert az elmenés feltételezné a hová világosságát, amely nem áll be. - Er ist geblieben, ohne dass je eine Entscheidung getroffen worden wäre, die diesen Namen verdient hätte, so wie man manchmal an einem Ort bleibt, nicht weil er der richtige ist, sondern weil das Weggehen eine Klarheit über das Wohin voraussetzt, die sich nicht einstellt. :14. Egy idő után ennek a világosságnak a hiányát már nem hiányként érzékeli az ember, hanem olyan állapotként, amely többé nem különbözik attól, amit más emberek otthonnak neveznek, ha őszinték. - Irgendwann hört die Abwesenheit dieser Klarheit auf, als Mangel wahrgenommen zu werden, und wird zu einem Zustand, der sich nicht mehr von dem unterscheidet, was andere Menschen Zuhause nennen, wenn sie ehrlich sind. :15. A tető beázik, a kályha szeszélyes, a homokkő keresztelőmedence mosogatóként szolgál, és ezt a rendeltetésbeli eltolódást, amelyet sokan elhanyagoltságnak látnának, Anders az életnek megfelelő dologként érzékeli. - Das Dach ist undicht, der Ofen launisch, das Taufbecken aus Sandstein dient als Spülbecken, und diese Verschiebung des Zwecks, die manchen als Verwahrlosung erscheinen würde, empfindet Anders als etwas dem Leben Gemäßes. :16. A dolgok túlélhetnek azáltal, hogy újra meghatározhatóvá válnak, a vakolat repedése nem seb, hanem krónika, és egy ház, amely lélegzik, előnyben részesítendő egy halott házzal szemben, még akkor is, ha a lélegzés huzatot jelent. - Dinge dürfen überleben, indem sie sich neu definieren lassen, der Riss im Putz ist keine Wunde, sondern eine Chronik, und ein Haus, das atmet, ist einem toten Haus vorzuziehen, auch wenn das Atmen Zugluft bedeutet. :17. Csónakmotorokat javít annak a partszakasznak a kevés megmaradt szomszédja számára, olyan embereknek, akik hallgatagságukban és távolságtartásukban hasonlítanak rá, mintha a vidék csak ilyeneket vonzott volna magához, vagy csak ilyeneket hagyott volna hátra. - Er repariert Bootsmotoren für die wenigen verbliebenen Nachbarn an diesem Küstenabschnitt, Menschen, die ihm in ihrer Schweigsamkeit und ihrer Abstandswahrung ähneln, als hätte die Gegend nur solche angezogen oder übrig gelassen. :18. Fizetségük többnyire kávéból áll, olykor dohányból, néha semmi másból, csak egy olyan férfi rövid, száraz biccentéséből, aki kapott valamit, és ezt tudja, és az erről való tudást elegendőnek tartja, Anders pedig már felhagyott azzal, hogy megkülönböztesse, ő is így látja-e, vagy egyszerűen csak hozzászokott, ami az eredményt tekintve ugyanarra vezet. - Deren Bezahlung besteht meistens aus Kaffee, gelegentlich aus Tabak, manchmal aus nichts außer dem kurzen, trockenen Nicken eines Mannes, der etwas bekommen hat und das weiß und der das Wissen darum für ausreichend hält, und Anders hat aufgehört zu unterscheiden, ob er das genauso sieht oder ob er sich schlicht daran gewöhnt hat, was im Ergebnis auf dasselbe hinausläuft. :19. Csónaképítő volt, Bergenben tanulta egy mesternél, aki a munkát minden fölé helyezte, és a róla való beszédet elfelejtette, és ennek a hierarchiának valami része beleíródott Andersbe, mint egy nyelvtan, amelyet nem ő választott, de amely szerint gondolkodik. - Er war Bootsbauer, hat das in Bergen gelernt bei einem Meister, der die Arbeit über alles stellte und die Sprache darüber vergaß, und etwas von dieser Hierarchie hat sich in ihn eingeschrieben wie eine Grammatik, die er nicht gewählt hat, nach der er aber denkt. :20. A cselekvés megelőzi a beszédet, a kezek többet tudnak, mint a száj, és egy motor, amely jár, minden hozzáfűzött megjegyzést fölöslegessé tesz. - Das Machen geht dem Reden voraus, die Hände wissen mehr als der Mund, und ein Motor, der läuft, macht jeden Kommentar dazu überflüssig. :21. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna, és Lars belép egy olyan ember nyugodt, magától értetődő súlyosságával, akinek a világ nem meghívottságra és meg nem hívottságra oszlik, hanem helyekre, ahová az ember tartozik, és helyekre, ahová nem. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand klopft, und Lars tritt herein mit der ruhigen, selbstverständlichen Schwere eines Menschen, für den die Welt sich nicht in Geladensein und Nichtgeladensein aufteilt, sondern in Orte, an denen man hingehört, und Orte, an denen man es nicht tut. :22. Ez a hely itt az első kategóriába tartozik, mert van közöttük egy megállapodás, amelyet soha nem fogalmaztak meg, és éppen ezért tart: hogy az ember jön, amikor akar, megy, amikor akar, és hogy a közbeeső hallgatás nem a kommunikáció kudarca, hanem annak legtökéletesebb formája. - Dieser Ort hier gehört in die erste Kategorie, weil es zwischen ihnen eine Abmachung gibt, die nie formuliert wurde und gerade deshalb hält: dass man kommt, wenn man will, dass man geht, wenn man will, und dass das Schweigen dazwischen kein Versagen der Kommunikation ist, sondern ihre vollkommenste Form. :23. Hatvannyolc éves, és az évek során keskennyé és csontossá vált, mintha a szél évtizedek alatt a lényegre redukálta volna, olyan kezekkel, amelyek annyira repedezettek és pontosak, hogy önmagukért beszélnek egy életről, amely nem a beszédből állt. - Er ist 68 und mit den Jahren schmal und knochig geworden, als hätte der Wind ihn über die Jahrzehnte auf das Wesentliche reduziert, mit Händen, die so rissig und präzise sind, dass sie für sich selbst sprechen über ein Leben, das nicht im Reden bestanden hat. :24. Leül a kályha melletti fapadra, leteszi a dohánycsomagot az asztalra, és egy olyan ember teljességével hallgat, akinek soha eszébe sem jutott volna bocsánatot kérni a hallgatásért. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt das Päckchen Tabak auf den Tisch und schweigt mit der Vollständigkeit eines Menschen, dem es nie eingefallen wäre, das Schweigen zu entschuldigen. :25. Az eső egyenletes, sürgető ritmusában veri az ablakot, a fűtés csöpög, a falióra azzal a könnyű utózengéssel ketyeg minden második ütésnél, amelyet Anders soha nem javított meg, mert az apró szabálytalanság az egyetlen, ami az órát megkülönbözteti egy mechanizmustól. - Der Regen schlägt gegen das Fenster in seinem gleichmäßigen, drängenden Rhythmus, die Heizung tropft, die Uhr an der Wand tickt mit jenem leichten Nachklang bei jedem zweiten Schlag, den Anders nie repariert hat, weil die kleine Unregelmäßigkeit das Einzige ist, was die Uhr von einem Mechanismus unterscheidet. :26. Körülbelül tíz perc múlva Lars anélkül, hogy felnézne, egy olyan férfi hangján, akinek a nyelv eszköz, nem dísz, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken, mit der Stimme eines Mannes, für den Sprache ein Werkzeug ist und kein Ornament: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :27. Anders bólint, és ebben a bólintásban benne rejlik egymással való érintkezésük teljes gazdaságtana: hogy az információ megérkezett, hogy elismerést kapott, hogy nincs szükség további reakcióra, mert a tény önmagáért áll. - Anders nickt, und in diesem Nicken liegt die gesamte Ökonomie ihres Umgangs miteinander beschlossen: dass die Information angekommen ist, dass sie gewürdigt wird, dass keine weitere Reaktion nötig ist, weil die Tatsache für sich selbst steht. :28. Lars nem azért jött, hogy reakciókat arasson, hanem mert ez a hely mindkettőjük számára az egyetlen, ahol a csendet nem kell megmagyarázni. - Lars ist nicht gekommen, um Reaktionen zu ernten, sondern weil dieser Ort für beide der einzige ist, an dem die Stille nicht erklärt werden muss. :29. Lars feláll, az ajtóhoz megy egy olyan férfi hosszú, kissé ringó járásával, aki az életét hajókon töltötte, és maga mögött becsukja az ajtót azzal az ismerős óvatossággal, amellyel az ember régi fának tartozik. - Lars steht auf, geht zur Tür mit dem langen, leicht schaukelnden Gang eines Mannes, der sein Leben auf Booten verbracht hat, und zieht die Tür mit der vertrauten Behutsamkeit hinter sich zu, die man altem Holz schuldet. :30. A dohány az asztalon marad, mint egy kicsi, néma ajánlat, amelynek érvényessége nem attól függ, elfogadják-e. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch wie ein kleines, stummes Angebot, das seine Gültigkeit nicht davon abhängig macht, ob es angenommen wird. :31. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal, egy számla és egy prospektus között, amelyet Anders nem nyitott ki. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist, zwischen einer Rechnung und einem Prospekt, den Anders nicht geöffnet hat. :32. A kéretlen közlésekre való reagálás szokását már régen, különösebb esemény nélkül levetette, mint egy ruhadarabot, amely soha nem is igazán illett rá. - Er hat die Gewohnheit, auf ungebetene Mitteilungen einzugehen, vor langer Zeit und ohne besonderes Ereignis abgelegt wie ein Kleidungsstück, das einem nie wirklich gepasst hat. :33. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan konstruáltan barátságos és túltelített fényben, hogy hazugságnak hat a városok lényegéről, olyan ígéretnek, amelyet azzal a szándékkal tesznek, hogy ne váltsák be. - Das Motiv zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das so konstruiert freundlich und übersättigt ist, dass es wie eine Lüge über das Wesen von Städten wirkt, wie ein Versprechen, das mit der Absicht gemacht wird, nicht eingelöst zu werden. :34. Anders egy olyan férfi lassú ujjaival fordítja meg a lapot, akinek van ideje, és mégsem pazarolja, mert az idő számára nem fogyóban lévő készlet, hanem az a közeg, amelyben a dolgok egyszerűen vannak. - Anders dreht die Karte mit den langsamen Fingern eines Mannes um, der Zeit hat und sie trotzdem nicht verschwendet, weil Zeit für ihn kein Vorrat ist, der zur Neige geht, sondern das Medium, in dem die Dinge einfach sind. :35. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :36. A kézírás Mettéé: ferde, szűkebb a szükségesnél, azzal a könnyű nyomással, amelyet csak akkor fejt ki, amikor olyasmit ír, aminél a kéz gyorsabb akar lenni, mint az őt követő gondolat. - Die Handschrift ist Mettes: schräg, enger als nötig, mit dem leichten Druck, den sie nur dann ausübt, wenn sie etwas schreibt, bei dem die Hand schneller sein will als der Gedanke, der ihr folgt. :37. A hat hónap, amelyben egyetlen szó, egyetlen üzenet, egyetlen jel sem érkezett tőle, ebben az egy mondatban sűrűsödik össze, mint pára a hideg üvegen: olyan világossággá, amely egyszerre áthatolhatatlan, kezelési terv nélküli diagnózissá, olyan kérdéssé, amelyet annak tudatában tesznek fel, hogy a válasz már azelőtt megadatott, mielőtt megfogalmazták volna. - Die sechs Monate, in denen kein Wort, keine Nachricht, kein Zeichen von ihr gekommen ist, kondensieren in diesem einen Satz wie Feuchtigkeit an kaltem Glas: zu einer Klarheit, die gleichzeitig undurchdringlich ist, zu einer Diagnose ohne Behandlungsplan, zu einer Frage, die mit dem Wissen gestellt wird, dass die Antwort bereits gegeben wurde, bevor sie formuliert worden ist. :38. Kétszer olvassa el a mondatot, aztán harmadszor is, nem értetlenségből, hanem abból a tiszteletből, amellyel mindennek adózik, amit valóban komolyan gondolnak. - Er liest den Satz zweimal, dann ein drittes Mal, nicht aus Unverständnis, sondern aus dem Respekt, den er allem entgegenbringt, was wirklich gemeint ist. :39. Aztán a lapot képpel lefelé visszateszi a párkányra, mert nem tudja elviselni a kikötőkép színeit, nem ma, ezen a délutánon, amikor minden, ami túlságosan telített, olyan állításnak hat, amelyet nem akar aláírni. - Dann legt er die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurück, weil er die Farben des Hafenbilds nicht ertragen kann, nicht heute, an diesem Nachmittag, an dem alles, was zu gesättigt ist, wie eine Behauptung wirkt, die er nicht unterschreiben will. :40. Odakint a délutáni komp lassan elhalad az ablak előtt, motorzaja úgy duzzad fel, mint egy kérdés, amely rövid időre hangossá válik, aztán elfújja a szél, mint egy választ, amely úgy döntött, nem marad. - Draußen zieht die Nachmittagsfähre langsam am Fenster vorbei, ihr Motorgeräusch schwillt an wie eine Frage, die kurz laut wird, und verweht dann im Wind wie eine Antwort, die sich entschieden hat, nicht zu bleiben. :41. A fjord mögötte annak az egykedvűségével zárul össze, amit olyan sokszor szeltek már át, hogy felhagyott azzal, hogy az átszelést eseményként regisztrálja. - Der Fjord schließt sich hinter ihr mit der Gleichmütigkeit von etwas, das durchquert worden ist so oft, dass es aufgehört hat, das Durchquertwerden als Ereignis zu registrieren. :42. Négy órakor, amikor a sötétség nem lehull, hanem a vízből és a kőzetből emelkedik fel, és nehezebbé, sűrűbbé teszi a levegőt, mintha a fény nem hiányozna, hanem valami nagyobb súlyú dologgal helyettesítették volna, Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból. - Um vier Uhr, wenn die Dunkelheit nicht fällt, sondern aus dem Wasser und dem Gestein aufsteigt und die Luft schwerer und dichter macht, als wäre das Licht nicht abwesend, sondern ersetzt worden durch etwas mit mehr Gewicht, holt Anders eine Kerze aus der Küchenschublade. :43. A fiókban ott fekszik Lars dohánya is, még csomagolásban, mintha azok a dolgok, amelyek érintetlenek maradnak, a maguk módján teljesebbek volnának, mint azok, amelyeket használnak. - In der Schublade liegt auch der Tabak von Lars, noch in der Verpackung, so als wären Dinge, die unangetastet bleiben, auf ihre Weise vollständiger als solche, die benutzt werden. :44. A gyertyát az északi falnál álló régi zongorára teszi, amelynek fekete lakkozása a szélein pattogzik, és amely a vakolat repedése alatt áll, amely az elmúlt télen szélesebb lett. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier an der Nordwand, dessen schwarzer Lack an den Kanten blättert und das unter dem Riss im Putz steht, der im letzten Winter breiter geworden ist. :45. Anders egyszer végighúzta az ujját a repedésen, lassan és különösebb ok nélkül, úgy, ahogyan az ember néha követ egy vonalat, nem azért, mert az vezet valahová, hanem mert a követés mozdulata maga jelent valamit, amit nem lehet nyelvre lefordítani. - Anders ist dem Riss einmal mit dem Finger nachgefahren, langsam und ohne bestimmten Grund, so wie man manchmal eine Linie verfolgt, nicht weil sie irgendwohin führt, sondern weil die Bewegung des Nachfolgens selbst etwas bedeutet, das sich nicht in Sprache übersetzen lässt. :46. Tudomása szerint soha senki nem játszott ezen a zongorán, és mégis ott áll azzal a csendes, tárgyilagos makacssággal, amellyel az elhagyott hangszerek néha rendelkeznek. - Niemand hat je auf diesem Klavier gespielt, soweit er weiß, und doch steht es da mit jener stillen, sachlichen Insistenz, die verlassene Instrumente manchmal haben. :47. Nem szűnt meg hangszernek lenni csak azért, mert már nincs ott játékos, mintha a zene lehetősége tovább létezne mindaddig, amíg létezik a tárgy, amely magában hordozza, és Anders ezt nem gyásznak, nem szentimentalizmusnak érzi, hanem egyfajta jelenlétnek, amely megfelel neki, mert semmit sem követel tőle. - Es ist nicht aufgehört, Instrument zu sein, nur weil kein Spieler mehr da ist, als würde die Möglichkeit der Musik weiterexistieren, solange das Objekt existiert, das sie enthält, und Anders empfindet das nicht als Trauer, nicht als Sentimentalität, sondern als eine Art Anwesenheit, die ihm recht ist, weil sie nichts von ihm verlangt. :48. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, amelynek egyik lába egy összehajtott kartondarabon nyugszik, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl, dessen eines Bein auf einem gefalteten Stück Pappe ruht, und schaut in die Flamme. :49. A láng ingadozik az alig érezhető huzatban, amely egyenletes, lapos lélegzetvételként járja át a házat, olyan lassú ritmusban, hogy az ember nem biztos benne, mozgást lát-e, vagy csak saját szeme nyugtalanságát vetíti ki. - Die Flamme schwankt in dem kaum spürbaren Durchzug, der das Haus wie ein gleichmäßiger, flacher Atemzug durchläuft, in einem so langsamen Rhythmus, dass man nicht sicher ist, ob man eine Bewegung sieht oder nur die Unruhe des eigenen Auges projiziert. :50. Nem gondol Mettére, és nem gondol a kérdésre sem, amelyet a nő feltett, nem azért, mert a kérdés nem érte volna el, hanem mert bizonyos kérdések nem arra valók, hogy megválaszolják őket, hanem arra, hogy hordozzák őket. - Er denkt nicht an Mette und nicht an die Frage, die sie gestellt hat, nicht weil die Frage ihn nicht erreicht hätte, sondern weil manche Fragen nicht dazu da sind, beantwortet zu werden, sondern dazu, getragen zu werden. :51. Anders hordozza, anélkül hogy megnevezné, úgy, ahogyan az ember olyan súlyt hordoz, amelyet olyan régóta birtokol, hogy megszűnt súlyként érzékelődni, és elkezdett a saját testtartás részévé válni. - Anders trägt sie, ohne sie zu benennen, so wie man ein Gewicht trägt, das man so lange hat, dass es aufgehört hat, als Gewicht wahrgenommen zu werden, und angefangen hat, Teil der eigenen Statur zu sein. :52. A fűtés csöpög, a víz puha, tompa lökésekkel csapódik odakint a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser schlägt in weichen, dumpfen Stößen gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle draußen. :53. A gyertya olyan türelemmel és egyenes vonalúsággal ég le, amely megszégyeníti mindazt az emberit, ami körülötte habozik, kételkedik és marad, anélkül hogy tudná, miért. - Die Kerze brennt herunter mit einer Geduld und Gradlinigkeit, die alles Menschliche beschämt, das um sie herum zögert und zweifelt und bleibt, ohne zu wissen warum. :54. Aztán havazni kezd, olyan észrevétlenül és fokozatosan, hogy Anders nem tudná megmondani, pontosan mikor történt meg az átmenet, mintha az éjszaka úgy döntött volna, hogy megváltoztatja az állagát anélkül, hogy erre rámutatna. - Dann beginnt es zu schneien, so unmerklich und allmählich, dass Anders nicht sagen könnte, wann genau der Übergang stattgefunden hat, als hätte die Nacht beschlossen, ihre Konsistenz zu wechseln, ohne darauf hinzuweisen. :55. A hó hull a fjord fekete vizére, a régi templom mohával borított tetejére és az ablakpárkányra, ahol a képeslap képpel lefelé fekszik, és a fjord befogadja a havat, ahogyan mindent befogad: megjegyzés nélkül, változás nélkül, anélkül hogy szándékában állna emlékeztetni magára. - Der Schnee fällt auf das schwarze Wasser des Fjords und auf das moosbedeckte Dach der alten Kirche und auf den Fenstersims, wo die Postkarte liegt mit der Vorderseite nach unten, und der Fjord nimmt den Schnee auf wie er alles aufnimmt: ohne Kommentar, ohne Veränderung, ohne die Absicht, sich erinnern zu lassen. :56. Nem fog Oslóba utazni, és ez nem döntés, mert egy döntés feszültséget feltételez két olyan lehetőség között, amelyek mindketten valóságosak, és benne ez a feszültség nincs jelen, nem lemondás vagy kimerültség eredményeként. - Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist keine Entscheidung, weil eine Entscheidung eine Spannung voraussetzt zwischen zwei Möglichkeiten, die beide real sind, und in ihm ist diese Spannung nicht vorhanden, nicht als Ergebnis von Resignation oder Erschöpfung. :57. Valamikor az elmúlt két évben felhagyott azzal a hittel, hogy az élet máshol teljesebb volna, mint itt, teljesebb, mint ebben a házban, amely beázik és huzatos, ennél a fjordnál, amely szürke és nehéz, és olyan tökéletesen közömbös az ő jelenléte iránt, hogy ez a közömbösség az ő számára az őszinteség egyetlen még elviselhető formájának érződik. - Er hat irgendwann in den vergangenen zwei Jahren aufgehört zu glauben, dass das Leben anderswo vollständiger wäre als hier, vollständiger als in diesem Haus, das leckt und zieht, an diesem Fjord, der grau ist und schwer und so vollkommen gleichgültig gegenüber seiner Anwesenheit, dass diese Gleichgültigkeit sich anfühlt wie die einzige Form von Ehrlichkeit, die er noch erträgt. :58. Hull a hó, jön az éjszaka, ég a gyertya, és odakint a fjord olyan csendesen, sötéten és teljesen fekszik, mintha soha semmi mást nem tett volna, csak ott lett volna. - Der Schnee fällt, die Nacht kommt, die Kerze brennt, und draußen liegt der Fjord so still und dunkel und vollständig, als hätte er nie etwas anderes getan als da sein. :59. Létezni nem a legkevesebb, hanem a legvégső. - Dasein ist nicht das Mindeste, sondern das Äußerste. ------------------------- == 72 == 1 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Esik. - Es regnet. :2. Kari vezeti az autót. - Kari fährt das Auto. :3. Jon mellette ül. - Jon sitzt neben ihr. :4. Nem beszélnek. - Sie sprechen nicht. :5. Az ablaktörlő lassan mozog ide-oda. - Der Scheibenwischer bewegt sich langsam hin und her. :6. Nyikorog. - Er quietscht. :7. Az út üres. - Die Straße ist leer. :8. Jon egy kicsit kinyitja az ablakot. - Jon öffnet das Fenster ein bisschen. :9. Hideg levegő jön be. - Kalte Luft kommt herein. :10. Kari gyorsabbra állítja az ablaktörlőt. - Kari macht den Scheibenwischer schneller. :11. Már egy órája vezet. - Sie fährt seit einer Stunde. :12. Senki sem kapcsolja be a zenét. - Niemand macht die Musik an. :13. Jon kinéz az ablakon. - Jon schaut aus dem Fenster. :14. A fák nedvesek. - Die Bäume sind nass. :15. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :16. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :17. A fészeréhez mennek. - Sie fahren zu seinem Schuppen. :18. Rendezniük kell a holmijait. - Sie müssen seine Sachen sortieren. :19. Ez a terv. - Das ist der Plan. :20. Kari semmi különösre nem gondol. - Kari denkt nichts Besonderes. :21. Vagy talán túl sok mindenre gondol. - Oder vielleicht denkt sie zu viel. :22. Ezt ő maga sem tudja. - Sie weiß es selbst nicht. :23. A fészer a víznél áll. - Der Schuppen steht am Wasser. :24. Öreg és kicsi. - Er ist alt und klein. :25. A festék lepattogzott róla. - Die Farbe ist abgeblättert. :26. Jon kiszáll az autóból. - Jon steigt aus dem Auto. :27. Kari is. - Kari auch. :28. Az eső hideg. - Der Regen ist kalt. :29. Jon nekifeszül az ajtónak. - Jon drückt gegen die Tür. :30. Nem nyílik ki. - Sie geht nicht auf. :31. Kétszer belerúg. - Er tritt zweimal dagegen. :32. Most kinyílik. - Jetzt geht sie auf. :33. Régi fa szaga van. - Es riecht nach altem Holz. :34. És cigarettaszag. - Und nach Zigaretten. :35. Ez a szag. - Dieser Geruch. :36. Kari jól ismeri. - Kari kennt ihn gut. :37. Egy pillanatig mozdulatlanul áll. - Sie steht einen Moment still. :38. Jon bemegy. - Jon geht rein. :39. A falon egy mentőmellény lóg. - An der Wand hängt eine Schwimmweste. :40. Alatta gumicsizmák állnak. - Darunter stehen Gummistiefel. :41. Nagy gumicsizmák. - Große Gummistiefel. :42. Negyvenötös méret. - Nummer 45. :43. Az apjuknak nagy lába volt. - Ihr Vater hatte große Füße. :44. Egy polcon naptár fekszik. - Auf einem Regal liegt ein Kalender. :45. 2019-ből való. - Er ist von 2019. :46. Senki sem lapozta tovább. - Niemand hat ihn umgeblättert. :47. Kari leül egy üres ládára. - Kari setzt sich auf eine leere Kiste. :48. Az eső dobol a tetőn. - Der Regen trommelt auf das Dach. :49. Hangosan és egyenletesen. - Laut und gleichmäßig. :50. Jon körülnéz. - Jon sieht sich um. :51. A falon két szög van. - An der Wand hängen zwei Nägel. :52. Rajtuk egy horgászbot lóg. - Daran hängt eine Angel. :53. Jon leveszi. - Jon nimmt sie herunter. :54. Mindkét kezében tartja. - Er hält sie in beiden Händen. :55. A zsinór összegabalyodott. - Die Schnur ist verwickelt. :56. A horog rozsdás. - Der Haken ist rostig. :57. Jon nem mond semmit. - Jon sagt nichts. :58. Csak nézi a horgászbotot. - Er schaut die Angel nur an. :59. Kari feláll. - Kari steht auf. :60. Odamegy hozzá. - Sie geht zu ihm. :61. Röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. :62. Aztán visszaadja. - Dann gibt sie sie zurück. :63. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :64. Jon bólint. - Jon nickt. :65. Leteszi a horgászbotot a régi munkapadra. - Er legt die Angel auf die alte Werkbank. :66. Egyébként sem visznek magukkal semmit. - Sonst nehmen sie auch nichts mit. :67. A naptárt nem. - Den Kalender nicht. :68. A gumicsizmákat nem. - Die Gummistiefel nicht. :69. A félig teli benzineskannát nem. - Den halbvollen Benzinkanister nicht. :70. Mindent úgy hagynak, ahogy van. - Sie lassen alles so, wie es ist. :71. Kimennek. - Sie gehen raus. :72. Még mindig esik. - Es regnet immer noch. :73. Jon kezében egy kis lakat van. - Jon hat ein kleines Vorhängeschloss in der Hand. :74. Bezárja az ajtót. - Er schließt die Tür ab. :75. Ez az utolsó alkalom. - Das ist das letzte Mal. :76. Kari tartja a kulcsot. - Kari hält den Schlüssel. :77. A fjord felé néz. - Sie schaut zum Fjord. :78. Aztán eldobja. - Dann wirft sie ihn. :79. A kulcs átrepül a levegőn. - Der Schlüssel fliegt durch die Luft. :80. Beleeseik a vízbe. - Er fällt ins Wasser. :81. Halk csobbanás hallatszik. - Es macht ein leises Platschen. :82. Egy kis kör képződik. - Ein kleiner Kreis bildet sich. :83. Aztán újra minden csendes. - Dann ist alles wieder still. :84. Nem fordulnak meg. - Sie drehen sich nicht um. :85. Odamennek az autóhoz. - Sie gehen zum Auto. :86. Jon beül a volán mögé. - Jon setzt sich ans Steuer. :87. Beindítja a motort. - Er startet den Motor. :88. Az ablaktörlő újra elindul. - Der Scheibenwischer fängt wieder an. :89. Ugyanúgy nyikorog, mint korábban. - Er quietscht wie vorher. :90. Elindulnak. - Sie fahren. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső akkor kezd el esni, amikor elhagyják a várost. - Der Regen fängt an, als sie die Stadt verlassen. :2. Kari vezet, Jon mellette ül, és kinéz az ablakon. - Kari fährt, Jon sitzt daneben und schaut aus dem Fenster. :3. Nem beszélnek, de ez nem olyan csend, amely fáj. - Sie sprechen nicht, aber das ist keine Stille, die wehtut. :4. Az ablaktörlő ide-oda mozog, és minden harmadik alkalommal nyikorog. - Der Scheibenwischer bewegt sich hin und her und quietscht bei jedem dritten Mal. :5. Jon résnyire kinyitja az ablakot, mert friss levegőre van szüksége. - Jon öffnet das Fenster einen kleinen Spalt, weil er frische Luft braucht. :6. A hideg levegő beáramlik, Kari pedig gyors fokozatra kapcsolja az ablaktörlőt. - Die kalte Luft kommt herein und Kari schaltet den Wischer auf schnell. :7. Már egy órája vezet, és az út mindvégig üres. - Sie fährt schon seit einer Stunde und die Straße ist die ganze Zeit leer. :8. Az apjuk három hete halt meg, és ma ki kell üríteniük a fészerét. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben und heute müssen sie seinen Schuppen ausräumen. :9. Kari az utóbbi években az anyjukat ápolta, az apjukat pedig ritkán látogatta. - Kari hat in den letzten Jahren die Mutter gepflegt und den Vater selten besucht. :10. Jon tíz éve Bergenben él, és évente csak kétszer jön haza. - Jon lebt seit zehn Jahren in Bergen und kommt nur zweimal im Jahr nach Hause. :11. Ma van az utolsó alkalom. - Heute ist das letzte Mal. :12. A fészer közvetlenül a fjordnál áll, és úgy néz ki, mintha régóta senki sem használta volna. - Der Schuppen steht direkt am Fjord und sieht aus, als hätte ihn lange niemand benutzt. :13. Jon száll ki először, és kétszer belerúg a régi ajtóba, amíg az végre kinyílik. - Jon steigt zuerst aus und tritt zweimal gegen die alte Tür, bis sie endlich aufgeht. :14. Azonnal szag árad ki belőle – régi fa, nedves föld és cigaretta. - Sofort kommt ein Geruch heraus – altes Holz, feuchter Boden und Zigaretten. :15. Kari egy pillanatra megáll az ajtóban, mert ismeri ezt a szagot. - Kari bleibt einen Moment in der Tür stehen, weil sie diesen Geruch kennt. :16. Nem mond róla semmit, de röviden a száján át vesz levegőt. - Sie sagt nichts darüber, aber sie atmet kurz durch den Mund. :17. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amely régen narancssárga volt. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, die früher orange war. :18. Alatta két gumicsizma áll, 45-ös méretben, tele régi sárral. - Darunter stehen zwei Gummistiefel, Größe 45, voll mit altem Schmutz. :19. Egy kis polcon egy 2019-es naptár fekszik, március hónapnál nyitva. - Auf einem kleinen Regal liegt ein Kalender von 2019, offen auf dem Monat März. :20. Néhány mezőben szavak állnak, de Kari nem olvassa el őket. - In einigen Feldern stehen Wörter, aber Kari liest sie nicht. :21. Jon a fészer közepén áll, és meg sem mozdul. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und rührt sich nicht. :22. Az eső hangosan dobol a hullámbádogtetőn, és hangosabbá teszi a hallgatást. - Der Regen trommelt laut auf das Wellblechdach und macht das Schweigen lauter. :23. Kari leül egy üres faládára, és vár, anélkül hogy tudná, mire. - Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste und wartet, ohne zu wissen, worauf. :24. A hátsó falon két szög van, és ezeken a szögeken egy horgászbot lóg. - An der hinteren Wand hängen zwei Nägel, und an diesen Nägeln hängt eine Angelrute. :25. Jon leveszi, és maga elé tartja, mintha egy másik életből származó tárgy lenne. - Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich, als wäre es ein Gegenstand aus einem anderen Leben. :26. A zsinór összegabalyodott, a horog pedig barna a rozsdától. - Die Schnur ist verwickelt und der Haken ist braun vor Rost. :27. Lassan forgatja a horgászbotot a kezében, egy szót sem szól, és csak nézi. - Er dreht die Angel langsam in den Händen, sagt kein Wort und schaut sie nur an. :28. Kari feláll, odamegy hozzá, és röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Kari steht auf, geht zu ihm und nimmt die Angel kurz in die Hand. :29. Könnyebb, mint gondolta. - Sie ist leichter, als sie gedacht hat. :30. Visszaadja, és nyugodtan azt mondja: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Sie gibt sie zurück und sagt ruhig: „Den nehmen wir nicht mit." :31. Jon egyszer bólint, és leteszi a horgászbotot a régi munkapadra az ablak mellé. - Jon nickt einmal und legt die Angel auf die alte Werkbank neben dem Fenster. :32. Aztán röviden egymásra néznek, nem sokáig, de elég sokáig. - Dann schauen sie sich kurz an, nicht lange, aber lang genug. :33. Semmit sem visznek magukkal – sem a naptárt, sem a gumicsizmákat, sem a benzineskannát. - Sie nehmen nichts mit – nicht den Kalender, nicht die Gummistiefel, nicht den Benzinkanister. :34. Ez nem olyan döntés volt, amelyet együtt hoztak meg. - Das war keine Entscheidung, die sie zusammen getroffen haben. :35. Egyszerűen világos volt. - Es war einfach klar. :36. Együtt kimennek, és az esőben állnak, esernyő és kabát nélkül. - Sie gehen zusammen raus und stehen im Regen, ohne Schirm und ohne Jacke. :37. Jonnál van a kis lakat, és bezárja az ajtót. - Jon hat das kleine Vorhängeschloss dabei und schließt die Tür ab. :38. Kari a markában tartja a kulcsot, és a fjordra néz. - Kari hält den Schlüssel in der Faust und schaut auf den Fjord. :39. A víz szürke, és lassan mozog. - Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam. :40. Röviden lendületet vesz, és olyan messzire dobja a kulcsot, amennyire csak tudja. - Sie holt kurz aus und wirft den Schlüssel so weit sie kann. :41. A kulcs átrepül a nedves levegőn, beleesik a vízbe, és halk hangot ad. - Er fliegt durch die nasse Luft, fällt ins Wasser und macht ein leises Geräusch. :42. Egy kis kör képződik a felszínen, és azonnal újra eltűnik. - Ein kleiner Kreis bildet sich auf der Oberfläche und verschwindet sofort wieder. :43. Kari még egy pillanatig nézi, aztán megfordul. - Kari schaut noch einen Moment, dann dreht sie sich um. :44. Odamennek az autóhoz, anélkül hogy még egyszer visszanéznének. - Sie gehen zum Auto, ohne sich noch einmal umzusehen. :45. Jon beül a volán mögé, és szó nélkül beindítja a motort. - Jon setzt sich ans Steuer und startet den Motor ohne etwas zu sagen. :46. Az ablaktörlő nyikorogni kezd, pontosan úgy, mint az odaúton. - Der Scheibenwischer fängt an zu quietschen, genau wie auf der Hinfahrt. :47. Kari az ablaknak dönti a fejét, és becsukja a szemét. - Kari lehnt den Kopf gegen das Fenster und schließt die Augen. :48. Visszafelé mennek, és az eső nem áll el. - Sie fahren zurück, und der Regen hört nicht auf. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső röviddel a városhatár után kezdődik, először halkan veri a szélvédőt. - Der Regen beginnt kurz hinter der Stadtgrenze, erst leise gegen die Windschutzscheibe. :2. Aztán hangosabb lesz, míg az öreg Volvo tetejét úgy szólaltatja meg, mint egy dobot. - Dann wird er lauter, bis er das Dach des alten Volvo wie eine Trommel klingen lässt. :3. Kari vezet, mindkét keze a kormányon. - Kari fährt, beide Hände am Steuer. :4. Tekintete egyenesen az üres országútra szegeződik. - Ihr Blick geht geradeaus auf die leere Landstraße. :5. Jon az anyósülésen ül, könyökét az ajtónak támasztva. - Jon sitzt auf dem Beifahrersitz, den Ellenbogen auf die Tür gestützt. :6. Kifelé néz, mintha a vizes mezők és a szürke fák mondhatnának neki valamit, amit még nem tud. - Er schaut hinaus, als ob die nassen Felder und die grauen Bäume ihm etwas sagen könnten, was er noch nicht weiß. :7. Már majdnem egy órája nem szóltak egy szót sem, de egyiküknek sem hiányoznak a szavak. - Seit fast einer Stunde haben sie kein Wort gesprochen, aber keiner von beiden vermisst die Worte. :8. Az ablaktörlő minden harmadik fordulónál nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht bei jedem dritten Durchgang. :9. Egyenletes, tompa hang ez, amely úgy tapad meg a gondolatokban, mint egy dal, amelytől nem lehet szabadulni. - Es ist ein gleichmäßiges, stumpfes Geräusch, das sich in den Gedanken festsetzt wie ein Lied, das man nicht loswerden kann. :10. Jon résnyire kinyitja az oldalablakot, és beengedi a hideg levegőt. - Jon öffnet das Seitenfenster einen Spalt weit und lässt die kalte Luft hereinströmen. :11. Kari megjegyzés nélkül a leggyorsabb fokozatra fordítja az ablaktörlő kapcsolóját. - Kari dreht ohne Kommentar den Wischerschalter auf die schnellste Stufe. :12. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :13. Ez a mondat még idegenül hangzik a fejükben, mint valami, amit az ember olvasott, de még nem igazán értett meg. - Dieser Satz klingt in ihren Köpfen noch fremd, wie etwas, das man gelesen hat, aber noch nicht wirklich verstanden. :14. Ma semmit sem hoznak vissza. - Heute holen sie nichts zurück. :15. Csak azért jönnek, hogy lezárják. - Sie kommen nur, um abzuschließen. :16. A fészer egy keskeny murvás út végén áll, közvetlenül a fjord partján. - Der Schuppen liegt am Ende eines schmalen Schotterwegs direkt am Ufer des Fjords. :17. Félig rejtve áll három öreg nyírfa mögött, amelyeknek ágai ide-oda csapkodnak a szélben. - Er liegt halb versteckt hinter drei alten Birken, deren Äste im Wind hin und her schlagen. :18. Jon száll ki elsőként, és az ajtóhoz megy. - Jon steigt als erster aus und geht zur Tür. :19. Az ajtó már kívülről nézve is ferdén lóg a zsanérjain. - Die Tür hängt schon von außen schief in den Angeln. :20. Vállával nekifeszül, aztán kétszer erősen belerúg, míg a fa enged. - Er drückt mit der Schulter dagegen, dann tritt er zweimal kräftig dagegen, bis das Holz nachgibt. :21. Az ajtó kitárul, és kienged egy szagot, amely azonnal és figyelmeztetés nélkül ott van. - Die Tür schwenkt auf und gibt einen Geruch frei, der sofort und ohne Vorwarnung da ist. :22. Öreg, nedves fa, motorolaj szaga érződik, és mélyen alatta ott van az apa ismerős dohányszaga. - Es riecht nach altem, feuchtem Holz, Motorenöl, und tief darunter liegt der vertraute Tabakgeruch des Vaters. :23. Kari átlép a küszöbön, és megáll. - Kari tritt über die Schwelle und bleibt stehen. :24. Nem azért áll meg, mert szomorú, hanem mert a testnek néha kell egy pillanat, mielőtt továbbmegy. - Sie bleibt nicht stehen, weil sie traurig ist, sondern weil der Körper manchmal einen Moment braucht, bevor er weitermacht. :25. A falon egy kifakult mentőmellény lóg, hevederei lazák és az öregségtől porladók. - An der Wand hängt eine verblasste Schwimmweste, die Gurte lose und mürbe vor Alter. :26. Alatta két nagy gumicsizma áll, belsejükre rászáradt sár kérgesedett. - Darunter stehen zwei große Gummistiefel, deren Innenseiten mit getrocknetem Schlamm verkrustet sind. :27. Egy keskeny polcon egy 2019-es naptár fekszik, márciusnál kinyitva. - Auf einem schmalen Regal liegt ein Kalender des Jahres 2019, aufgeschlagen auf dem März. :28. Két kis mezőben bejegyzések állnak az apa ismerős, szoros kézírásával. - In zwei der kleinen Felder stehen Einträge in der vertrauten, engen Handschrift des Vaters. :29. Kari nem olvassa el őket. - Kari liest sie nicht. :30. Jon a helyiség közepén áll, kezét a nadrágzsebébe dugva. - Jon steht in der Mitte des Raumes, die Hände in den Hosentaschen. :31. Lassan körülnéz, mintha megpróbálna emlékezni valamire, amit valójában soha nem is tudott. - Er schaut langsam umher, als würde er versuchen, sich an etwas zu erinnern, das er nie wirklich gewusst hat. :32. Az eső egyenletesen dobol a hullámlemez tetőn, és olyan hanggal tölti meg a helyiséget, amely minden mást kisebbé tesz benne. - Der Regen trommelt gleichmäßig auf das Wellblechdach und füllt den Raum mit einem Geräusch, das alles andere darin kleiner macht. :33. A hátsó falon két rozsdás szög van. - An der hinteren Wand hängen zwei verrostete Nägel. :34. Ezekről a szögekről egy horgászbot lóg le, zsinórja többszörösen összegubancolódva, a végén a kis horog barnán és tompán a rozsdától. - Von diesen Nägeln hängt eine Angelrute herab, ihre Schnur mehrfach verwickelt, der kleine Haken am Ende braun und stumpf vor Rost. :35. Jon odalép, és két kézzel leemeli. - Jon tritt heran und nimmt sie mit beiden Händen herunter. :36. Lassan teszi, mintha törékeny volna. - Er tut es langsam, als wäre sie zerbrechlich. :37. Maga elé tartja, és nézi, a horgászbotot, amelyet valószínűleg már gyerekként is ismert. - Er hält sie vor sich und schaut sie an, die Angel, die er wahrscheinlich als Kind schon kannte. :38. Az arca semmit sem mutat, de a keze túl erősen tartja ahhoz képest, hogy közömbös volna. - Sein Gesicht zeigt nichts, aber seine Hände halten sie zu fest für jemanden, der gleichgültig ist. :39. Kari oldalról figyeli, és vár. - Kari beobachtet ihn von der Seite und wartet. :40. Nem tudja, mire is vár tulajdonképpen. - Sie weiß nicht, worauf sie eigentlich wartet. :41. Aztán odamegy hozzá, kiveszi a horgászbotot a kezéből, és egy pillanatig maga tartja. - Dann geht sie zu ihm, nimmt die Angel aus seinen Händen und hält sie einen Moment lang selbst. :42. Érzi a súlyát, amely szinte nincs is, és visszaadja neki. - Sie spürt das Gewicht, das fast keines ist, und gibt sie ihm zurück. :43. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :44. Nyugodtan mondja, kérdés nélkül a hangjában. - Sie sagt es ruhig und ohne Frage in der Stimme. :45. Jon bólint, és leteszi a horgászbotot a kis ablak alatti megviselt munkapadra. - Jon nickt und legt die Angel auf die verwitterte Werkbank unter dem kleinen Fenster. :46. Fél lépést hátralép, mintha ez olyan cselekedet volna, amely jelent valamit. - Er tritt einen halben Schritt zurück, als wäre das eine Handlung, die etwas bedeutet. :47. Semmit sem visznek magukkal ebből a fészerből. - Sie nehmen nichts mit aus diesem Schuppen. :48. Nem viszik el a naptárt, nem a gumicsizmákat, nem a sarokban álló, félig teli benzineskannát, amely semmi meghatározott dolog szagát nem árasztja. - Sie nehmen nicht den Kalender, nicht die Gummistiefel, nicht den halbvollen Benzinkanister mit, der in der Ecke steht und nach nichts Bestimmtem riecht. :49. Nincs olyan pillanat, amelyben ezt a döntést közösen meghoznák. - Es gibt keinen Moment, in dem sie diese Entscheidung gemeinsam treffen. :50. Mégis egyetértenek, anélkül hogy beszélnének róla. - Trotzdem sind sie sich einig, ohne darüber zu sprechen. :51. Kint, a fészer előtt az esőben állnak. - Draußen vor dem Schuppen stehen sie im Regen. :52. Az eső most ferdén esik, és átáztatja a kabátjukat. - Der Regen fällt jetzt schräg und durchnässt ihre Jacken. :53. Jon bezárja a lakatot, és még egyszer megforgatja, hogy biztos legyen benne. - Jon schließt das Vorhängeschloss zu und dreht noch einmal daran, um sicher zu gehen. :54. Aztán csak áll ott, mintha elfelejtette volna, mi következik. - Dann steht er einfach da, als hätte er vergessen, was als nächstes kommt. :55. Kari jobb kezében ott a kulcs. - Kari hat den Schlüssel in der rechten Hand. :56. Egy kicsi, könnyű fémdarab, amely most már semmit sem nyit ki, és semmi mást nem jelent, csak azt, amit ő tenni fog vele. - Er ist ein kleines, leichtes Stück Metall, das jetzt nichts mehr öffnet und nichts mehr bedeutet außer dem, was sie damit tun wird. :57. A fjordra néz. - Sie schaut auf den Fjord. :58. Az eső ezer kis körré változtatja a felszínét. - Der Regen verwandelt seine Oberfläche in tausend kleine Kreise. :59. Aztán lendületet vesz, és széles ívben a part fölé hajítja a kulcsot. - Dann holt sie aus und wirft den Schlüssel in einem weiten Bogen über das Ufer. :60. A kulcs átrepül a nedves levegőn, egyszer megfordul, és rövid, halk csobbanással éri a vizet. - Er fliegt durch die feuchte Luft, dreht sich einmal und trifft das Wasser mit einem kurzen, leisen Platsch. :61. A kialakuló kis kört azonnal elnyelik a többi körök. - Der kleine Kreis, der sich bildet, wird sofort von den anderen Kreisen verschluckt. :62. Kari még két-három másodpercig nézi azt a helyet, aztán megfordul és elindul. - Kari schaut noch zwei, drei Sekunden auf die Stelle, dann dreht sie sich um und geht. :63. Jon követi, anélkül hogy hátranézne. - Jon folgt ihr, ohne sich umzusehen. :64. Egyikük sem mond semmit az autóig vezető úton. - Keiner von beiden sagt etwas auf dem Weg zum Auto. :65. Ezúttal Jon ül a volánhoz. - Jon setzt sich diesmal ans Steuer. :66. Kari a hideg ablaküvegnek támasztja a fejét. - Kari lehnt den Kopf gegen die kalte Fensterscheibe. :67. A motor beindul. - Der Motor springt an. :68. Az ablaktörlő azonnal nyikorogni kezd, ugyanabban az ütemben, mint korábban. - Der Scheibenwischer beginnt sofort zu quietschen, derselbe Takt wie vorher. :69. Az előttük lévő út ugyanolyan üres, mint idefelé jövet. - Die Straße vor ihnen ist genauso leer wie auf der Hinfahrt. :70. Az eső nem áll el. - Der Regen hört nicht auf. :71. Mennek, és mögöttük ott marad a fészer az esőben, bezárva és elhagyatva. - Sie fahren, und hinter ihnen liegt der Schuppen im Regen, abgeschlossen und verlassen. :72. A horgászbot a munkapadon fekszik, a naptár a polcon, a gumicsizmák a földön – minden a helyén, és senki többé, aki eljönne. - Die Angel liegt auf der Werkbank, der Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden – alles an seinem Platz, niemand mehr, der kommt. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Az eső nem sokkal azután ered el, hogy maguk mögött hagyták a város utolsó házait, eleinte közönyös csepergésként a szélvédőn. - Der Regen setzt ein, kurz nachdem sie die letzten Häuser der Stadt hinter sich gelassen haben, zunächst ein gleichgültiges Tröpfeln gegen die Windschutzscheibe. :2. Perceken belül egyenletes dobolássá erősödik, amely minden beszélgetést fölöslegessé tesz, amelyet amúgy sem kezdett volna el senki. - Binnen Minuten steigert es sich zu einem gleichmäßigen Trommeln, das jedes Gespräch überflüssig macht, das ohnehin niemand begonnen hätte. :3. Kari úgy vezet, ahogy mindig vezet – mindkét kezével a kormányon. - Kari fährt, wie sie immer fährt – beide Hände am Steuer. :4. Tekintete az útra szegeződik, mintha az összpontosítás valamiféle védelem volna az ellen, amit nem lehet elhalasztani. - Ihr Blick ist auf die Straße gerichtet, als wäre Konzentration eine Form von Schutz vor dem, was man nicht aufschieben kann. :5. Jon kissé hátrébb tolta az ülését, és fejét enyhén oldalra fordította. - Jon hat seinen Sitz ein Stück nach hinten geschoben und den Kopf leicht zur Seite gewandt. :6. Tekintete a tájra irányul, amely az esőben elveszíti a színeit és szürkévé válik, egységessé és tágassá, mintha a világ úgy döntött volna, hogy ezen a napon semmit sem gondol hozzá. - Sein Blick ist auf die Landschaft gerichtet, die im Regen ihre Farben verliert und grau wird, einheitlich und weit, als hätte die Welt beschlossen, sich für diesen Tag nichts dabei zu denken. :7. Az ablaktörlő olyan ritmusban dolgozik, amely nem egészen egyezik az esővel. - Der Scheibenwischer arbeitet in einem Rhythmus, der nicht ganz mit dem Regen übereinstimmt. :8. Minden harmadik húzásnál a gumi rövid, magas nyikkanást ad ki, amely rövid idő után a tudat hátterébe húzódik, anélkül hogy eltűnne. - Bei jedem dritten Durchgang gibt das Gummi ein kurzes, hohes Quietschen von sich, das sich nach kurzer Zeit in den Hintergrund des Bewusstseins schiebt, ohne zu verschwinden. :9. Jon résnyire kinyitja az ablakot, nem szélesre, de éppen eléggé ahhoz, hogy a hideg, nedves levegő vékony áramlatot küldjön az autó belsejébe. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt, nicht weit, aber genug, dass die kalte, feuchte Luft einen dünnen Strom ins Wageninnere schickt. :10. Kari gyors fokozatra állítja az ablaktörlőt, anélkül hogy levenné tekintetét az útról, és anélkül hogy bármit mondana hozzá. - Kari stellt den Wischer auf schnell, ohne den Blick von der Straße zu nehmen und ohne etwas dazu zu sagen. :11. Az apjuk három héttel ezelőtt meghalt, és ennek a mondatnak még mindig megvan az a különös minősége, amely azoké a dolgoké, amelyek igazak, anélkül hogy igaznak érződnének. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, und dieser Satz hat noch immer jene seltsame Qualität von Dingen, die wahr sind, ohne sich wahr anzufühlen. :12. Valahol rajtuk kívül létezik, pontosan és megváltoztathatatlanul, és arra vár, hogy egyszer majd valóban elérjék. - Er existiert irgendwo außerhalb von ihnen, präzise und unveränderlich, und wartet darauf, dass sie ihn irgendwann wirklich erreichen. :13. Kari az utóbbi években az anyját ápolta, és ritkábban látogatta az apját, mint kellett volna. - Kari hat in den letzten Jahren die Mutter gepflegt und den Vater seltener besucht, als sie sollte. :14. Ez a tény úgy fekszik benne, mint egy kicsi, kemény kő, amelyet sem eldobni, sem figyelmen kívül hagyni nem lehet. - Diese Tatsache liegt in ihr wie ein kleiner, harter Stein, den man weder wegwerfen noch ignorieren kann. :15. Jon egy évtizede Bergenben él, évente kétszer jön, gyakrabban telefonál, mint ahányszor hazajön. - Jon ist seit einem Jahrzehnt in Bergen, kommt zweimal im Jahr, ruft öfter an als er kommt. :16. Ma jön ide utoljára – ezt már akkor megmondta magának, mielőtt felszállt volna a vonatra. - Heute ist das letzte Mal, dass er hierher fährt – das hat er sich selbst bereits gesagt, noch bevor er in den Zug gestiegen ist. :17. A kavicsos út, amely a fészerhez vezet, az esőtől felázott, és tele van pocsolyákkal, amelyek szélesebbek, mint nyáron volnának. - Der Schotterweg, der zum Schuppen führt, ist vom Regen aufgeweicht und voller Pfützen, die breiter sind, als sie es im Sommer wären. :18. Kari lassan vezet, hogy kímélje az autót. - Kari fährt langsam, um das Auto zu schonen. :19. A fészer egy kanyar mögött bukkan fel, félig elrejtve a nedves nyírfák mögött, a külső falak mállottak és foltosak, a hullámlemez tető sötét a nedvességtől és az időtől. - Der Schuppen taucht hinter einer Biegung auf, halb hinter den nassen Birken versteckt, die Außenwände verwittert und fleckig, das Wellblechdach dunkel vor Feuchtigkeit und Alter. :20. Úgy néz ki, ahogy mindig is kinézett – mintha az idő itt nem erő volna, hanem csupán állapot. - Er sieht aus, wie er immer ausgesehen hat – als wäre Zeit hier keine Kraft, sondern nur ein Zustand. :21. Jon kiszáll, mielőtt Kari leállította volna a motort, az ajtóhoz megy, és nekiveti a vállát. - Jon steigt aus, bevor Kari den Motor abgestellt hat, geht zur Tür und legt die Schulter dagegen. :22. Az ajtó nem enged azonnal; beleszorult a nedves keretbe, mint valami, amit nem akarnak kinyitni, és csak a második rúgás után tárul ki nyikorogva. - Die Tür gibt nicht sofort nach; sie klemmt im feuchten Rahmen wie etwas, das nicht aufgemacht werden möchte, und erst nach dem zweiten Tritt mit dem Fuß schwenkt sie knarrend auf. :23. A szag előjel és kímélet nélkül érkezik – nedves, öreg fa, motorolaj, dohány, annak a helynek az összetéveszthetetlen szaga, amelyet valaki sokáig használt, és amelyet most már elhasználtak. - Der Geruch kommt ohne Vorwarnung und ohne Rücksicht – feuchtes, altes Holz, Motorenöl, Tabak, jener unverwechselbare Geruch eines Ortes, den jemand lange benutzt hat und der nun benutzt wurde. :24. Kari az ajtónyílásban áll, és egy lélegzetvételnyi ideig megáll, nem érzelgősségből, hanem mert az agynak néha kell egy másodperc, hogy eldöntse, hogyan bánjon valamivel. - Kari steht in der Türöffnung und hält einen Atemzug lang inne, nicht aus Sentimentalität, sondern weil das Gehirn manchmal eine Sekunde braucht, um zu entscheiden, wie es mit etwas umgeht. :25. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amelynek narancsszínét kifakította a fény és az évek, a hevederek petyhüdtek és porhanyósak, mintha már csak megszokásból tartanák össze magukat. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, deren Orange das Licht und die Jahre ausgewaschen haben, die Gurte schlaff und mürbe, als würden sie nur noch aus Gewohnheit zusammenhalten. :26. Alatta két 45-ös méretű gumicsizma áll, száradt sár rétegével kibélelve, mintha valaki az utolsó kirándulás után egyszerűen odatette volna őket, és elfelejtette volna, hogy lesznek még más kirándulások is – amelyek aztán persze már nem voltak. - Darunter stehen zwei Gummistiefel der Größe 45, die mit einer Schicht getrockneten Schlamms ausgekleidet sind, als hätte jemand sie nach dem letzten Ausflug einfach hingestellt und vergessen, dass es noch andere Ausflüge geben würde – was es dann ja auch nicht mehr gab. :27. Egy keskeny polcon, amelyet egyetlen szög tart, és amely enyhén előre lejt, egy 2019-es falinaptár fekszik, március hónapnál kinyitva. - Auf einem schmalen Regal, das mit einem einzigen Nagel befestigt ist und leicht nach vorne neigt, liegt ein Wandkalender von 2019, aufgeschlagen auf dem Monat März. :28. Ott két bejegyzés áll apró, szögletes írással, amelyeket Kari úgy olvas el, hogy nem olvas, mielőtt továbbengedi a tekintetét. - Dort stehen zwei Einträge in kleiner, eckiger Schrift, die Kari liest, ohne zu lesen, bevor sie den Blick weiterwandern lässt. :29. Jon a fészer közepén áll, és lassan megfordul a saját tengelye körül, mintha leltárt készítene egy olyan tulajdonról, amelyhez soha nem figyelt oda igazán. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um die eigene Achse, als würde er Inventur machen von einem Besitz, dem er nie wirklich zugehört hat. :30. Az eső a tetőn olyan egyenletes és hangos, hogy teljesen kitölti a teret, és minden mást benne – a csendet, a gondolatokat, az apa hiányát – kisebbnek láttat. - Der Regen auf dem Dach ist so gleichmäßig und laut, dass er den Raum vollständig ausfüllt und alles andere darin – die Stille, die Gedanken, die Abwesenheit des Vaters – kleiner wirken lässt. :31. A horgászbot két régi szögön lóg a hátsó falon. - Die Angel hängt an zwei alten Nägeln an der hinteren Wand. :32. Szinte észrevétlenül lóg az árnyékok és a gyenge fény között, amely az egyetlen kis ablakon esik be, amely soha nem volt tiszta. - Sie hängt fast unauffällig zwischen Schatten und dem schwachen Licht, das durch das einzige kleine Fenster fällt, das nie sauber war. :33. Jon veszi észre először, odalép hozzá, és mindkét kezével leveszi a szögekről. - Jon sieht sie zuerst, tritt heran und nimmt sie mit beiden Händen von den Nägeln. :34. Lassan és megfontoltan teszi, úgy, ahogy az ember olyan dolgokhoz ér, amelyeknél nem biztos benne, mit váltanak ki. - Er tut es langsam und bedächtig, so wie man Dinge anfasst, bei denen man nicht sicher ist, was sie auslösen. :35. A zsinór többszörösen önmaga köré van tekerve, a végén lévő horog rozsdával fedett, a nyél jól fogható és elkopott azokon a helyeken, ahol egy kéz éveken át tartotta. - Die Schnur ist mehrfach um sich selbst gewickelt, der Haken am Ende mit Rost überzogen, der Griff griffig und abgewetzt an den Stellen, an denen eine Hand ihn über Jahre gehalten hat. :36. Ugyanaz a kéz, amelynek szaga még valahol ebben a térben függ, láthatatlanul és makacsul. - Es ist dieselbe Hand, deren Geruch noch irgendwo in diesem Raum hängt, unsichtbar und hartnäckig. :37. Jon maga elé tartja a horgászbotot, és nézi, elég hosszan ahhoz, hogy Kari felfigyeljen rá, aki addig a munkapad mellett állt, és semmi különöset nem tett. - Jon hält die Angel vor sich und schaut sie an, lange genug, dass Kari aufmerksam wird, die bis dahin neben der Werkbank gestanden und nichts besonderes getan hat. :38. Odamegy hozzá gondolkodás nélkül, kiveszi a horgászbotot a kezéből, egy pillanatig tartja, érzi a szinte súlytalan súlyt a tenyerében, majd visszaadja, mert semmi mást nem tud és nem is akar kezdeni vele. - Sie geht zu ihm, ohne nachzudenken, nimmt die Angel aus seinen Händen, hält sie einen Moment, spürt das fast gewichtslose Gewicht in den Handflächen und gibt sie zurück, weil sie nichts anderes mit ihr anfangen kann und will. :39. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :40. Nem úgy hangzik, mint egy döntés, hanem mint valaminek a kimondása, ami már régen eldőlt. - Es klingt nicht wie eine Entscheidung, sondern wie das Aussprechen von etwas, das bereits vor langer Zeit entschieden wurde. :41. Jon a horgászbotot a munkapadra teszi, és hátralép. - Jon legt die Angel auf die Werkbank und tritt zurück. :42. Egyikük sem néz rá még egyszer. - Keiner von beiden schaut sie noch einmal an. :43. Úgy hagyják el a fészert, ahogy találták – semmit nem vettek ki, semmit nem változtattak meg, a naptár a polcon, a gumicsizmák a padlón, a benzineskanna a sarokban. - Sie verlassen den Schuppen so, wie sie ihn vorgefunden haben – nichts entnommen, nichts verändert, der Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden, der Benzinkanister in der Ecke. :44. Minden azon a helyen van, ahová valaki tette, aki már nem jön vissza, és aki talán már akkor is tudta, hogy nem a visszatérés számít. - Alles ist an dem Platz, an den es gestellt wurde von jemandem, der nicht mehr zurückkommt und der vielleicht auch damals schon gewusst hat, dass es auf das Wiederkommen nicht ankommt. :45. Odakint, a fészer előtt ferdén és hidegen esik az eső, és ők ott állnak benne, esernyő nélkül, sietség nélkül. - Draußen vor dem Schuppen fällt der Regen schräg und kalt, und sie stehen darin, ohne Schirm, ohne Eile. :46. Mintha nem volna értelme védekezni valami ellen, ami úgyis mindenütt van, és ezen a napon úgyis mindenhova velük tart. - Es ist, als hätte es keinen Sinn, sich gegen etwas zu schützen, das ohnehin überall ist und ohnehin an diesem Tag überallhin mitkommt. :47. Jon becsukja a lakatot, egy rövid rántással ellenőrzi, aztán elengedi. - Jon schließt das Vorhängeschloss, prüft es mit einem kurzen Ruck und lässt es dann los. :48. Kari már a kezében tartja a kulcsot, egy kicsi, könnyű, teljesen értelmetlenné vált fémdarabot, amelyet egy pillanatig néz, mintha mérlegelné, van-e egyáltalán mit mérlegelni, mielőtt széles, majdnem hanyag ívben a part fölött a fjordba dobja. - Kari hat den Schlüssel bereits in der Hand, ein kleines, leichtes, vollkommen sinnlos gewordenes Stück Metall, das sie einen Moment lang anschaut, als würde sie erwägen, ob es etwas zu überlegen gibt, bevor sie ihn in einem weiten, fast lässigen Bogen über das Ufer in den Fjord wirft. :49. Kétszer megfordul a levegőben, és olyan hanggal találja el a vizet, amelyet alig lehet hallani. - Er dreht sich zweimal in der Luft und trifft das Wasser mit einem Laut, der kaum zu hören ist. :50. A kis kör, amely a felszínen kialakul, azonnal elnyelődik az eső köreiben, és eltűnik, mintha soha nem is alakult volna ki, ami bizonyos értelemben így is van. - Der kleine Kreis, der sich auf der Oberfläche bildet, wird sofort von den Kreisen des Regens aufgesogen und verschwindet, als hätte er sich nie gebildet, was er, in gewissem Sinne, auch nicht hat. :51. Kari megfordul, anélkül hogy megjelölné a helyet. - Kari dreht sich um, ohne die Stelle zu markieren. :52. Azt sem jegyzi meg, milyen messzire repült. - Sie merkt sich auch nicht, wie weit er geflogen ist. :53. Az autóhoz mennek, ezúttal Jon veszi át a kormányt, és közben nem mond semmit. - Sie gehen zum Auto, Jon übernimmt diesmal das Steuer und sagt dabei nichts. :54. Kari a halántékát az utasoldali ablak hideg üvegének támasztja, és félig lehunyja a szemét. - Kari lehnt die Schläfe gegen das kalte Glas der Beifahrerscheibe und schließt die Augen halb. :55. A motor beindul, az ablaktörlő újra munkához lát. - Der Motor springt an, der Scheibenwischer nimmt seine Arbeit wieder auf. :56. Ugyanaz a nyikkanás, ugyanaz a kissé eltolódott ritmus, mintha az odaút soha nem szakadt volna meg. - Es ist dasselbe Quietschen, derselbe leicht verschobene Rhythmus, als wäre die Hinfahrt nie unterbrochen worden. :57. Az út üres, az eső változatlan, és mögöttük a fészer lezárva és érintetlenül fekszik a nyírfák nedves félhomályában. - Die Straße ist leer, der Regen unverändert, und hinter ihnen liegt der Schuppen abgeschlossen und unberührt im nassen Halbdunkel der Birken. :58. A horgászbot a munkapadon fekszik, a naptár a polcon, nyitva egy hónapnál, amelyet senki sem fog többé átlapozni. - Die Angel liegt auf der Werkbank, der Kalender auf dem Regal, offen auf einem Monat, den niemand mehr umblättern wird. :59. Mennek tovább, és egyikük sem mondja ki, mi volt ez a nap. - Sie fahren, und keiner von beiden sagt, was dieser Tag gewesen ist. :60. Vannak dolgok, amelyeknek nincs szükségük szóra ahhoz, hogy megmaradjanak. - Manche Dinge brauchen kein Wort, um zu bleiben. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső még azelőtt ered el, hogy a várost valóban maguk mögött hagyták volna, eleinte puszta csepergésként a szélvédőn, amelyet az ember figyelmen kívül hagyhatna, ha akarna. - Der Regen setzt ein, noch bevor sie die Stadt wirklich hinter sich gelassen haben, zunächst als bloßes Tröpfeln gegen die Windschutzscheibe, das man ignorieren könnte, wenn man wollte. :2. Néhány percen belül azzá az egyenletes, súlyos dobolássá sűrűsödik, amely teljesen birtokba veszi a régi Volvo belső terét, és a beszélgetés minden formáját nem megakadályozza ugyan, de fölöslegessé teszi – ami ebben az esetben ugyanarra megy ki. - Binnen weniger Minuten verdichtet es sich zu jenem gleichmäßigen, schweren Trommeln, das den Innenraum des alten Volvo vollständig in Beschlag nimmt und jede Form von Gespräch nicht verhindert, aber überflüssig macht – was, in diesem Fall, auf dasselbe hinausläuft. :3. Kari úgy vezet, ahogy mindig vezet, amikor valami nincs rendben: két kézzel a kormányon, hátát kissé előredöntve. - Kari fährt, wie sie immer fährt, wenn etwas nicht stimmt: beide Hände am Steuer, der Rücken leicht nach vorne geneigt. :4. Tekintete olyan intenzitással szegeződik az útra, amely inkább menekülésnek látszik, mint összpontosításnak, bár a kettő közötti határ, ha az ember őszinte, amúgy is elmosódik. - Ihr Blick ist auf die Straße gerichtet mit einer Intensität, die mehr nach Flucht aussieht als nach Konzentration, obwohl die Grenze zwischen beidem, wenn man ehrlich ist, ohnehin fließend ist. :5. Jon hátratolta az ülését, és fejét a fejtámlának vetette, nem aludt, de nem is volt igazán ébren abban az értelemben, hogy jelen lett volna. - Jon hat seinen Sitz zurückgeschoben und den Kopf gegen die Kopfstütze gelegt, nicht schlafend, aber auch nicht wirklich wach im Sinne von anwesend. :6. Tekintete a kinti tájra irányul, amely úgy húz el mellettük, mint valami, amit az ember már ismer, és ezért már nem is lát igazán – nedves mezők, szürke nyírfák, az ég olyan alacsonyan és egyformán, mintha elhatározta volna, hogy ezen a napon nem tesz különösebb erőfeszítést. - Sein Blick ist auf die Landschaft gerichtet, die draußen vorbeizieht wie etwas, das man schon kennt und deshalb nicht mehr wirklich sieht – nasse Felder, graue Birken, der Himmel so niedrig und gleichförmig, als hätte er beschlossen, sich an diesem Tag keine besondere Mühe zu geben. :7. Az ablaktörlő olyan ritmusban dolgozik, amely minimálisan eltolódik az eső ritmusához képest, és ez azt a sajátos befejezetlenségérzetet kelti, amely valahol az észlelés és az ideg között telepszik meg, anélkül, hogy valaha is valódi zavarrá nőné ki magát. - Der Scheibenwischer arbeitet in einem Rhythmus, der minimal versetzt ist zum Rhythmus des Regens, und das erzeugt jenes eigentümliche Gefühl von Unvollständigkeit, das sich irgendwo zwischen Wahrnehmung und Nerv einquartiert, ohne sich jemals zu einer echten Störung auszuwachsen. :8. Minden harmadik törlésnél a gumi rövid, magas nyikorgó hangot ad ki, amelyet Kari már rég nem hall, Jon pedig egyfajta tompa közönnyel vesz tudomásul, mintha valaki más életének egyik részlete volna. - Bei jedem dritten Durchgang gibt das Gummi ein kurzes, hohes Quietschen von sich, das Kari längst nicht mehr hört und das Jon mit einer Art stumpfer Gleichgültigkeit registriert, als wäre es ein Detail aus dem Leben eines anderen. :9. Amikor résnyire leengedi az ablakot, és beengedi a hideg vidéki levegőt, Kari anélkül, hogy ránézne vagy bármit mondana, a leggyorsabb fokozatra állítja az ablaktörlő kapcsolóját. - Als er das Fenster einen Spalt öffnet und die kalte Landluft hereinkommen lässt, dreht Kari den Wischerschalter auf die schnellste Stufe, ohne ihn anzuschauen, ohne etwas zu sagen. :10. Ebben, mint sok apró cselekvésben olyan testvérek között, akik ismerik egymást anélkül, hogy igazán ismernék egymást, egy egész történet rejlik közösen lakott gyermekkori évekről és a felnőtté válás lassú, feltartóztathatatlan sodródásáról, amely mindenkit a maga irányába hajt. - Darin steckt, wie in vielen kleinen Handlungen zwischen Geschwistern, die sich kennen, ohne sich wirklich zu kennen, eine ganze Geschichte über gemeinsam bewohnte Kindheitsjahre und die langsame, unaufhaltsame Drift der Erwachsenenwerdung, die jeden in eine eigene Richtung treibt. :11. Apjuk három hete halt meg, és ennek a mondatnak még mindig megvan az a zavarba ejtő minősége, hogy egyszerre közvetlen és valószerűtlen, amilyen minden végleges tény, mielőtt az ember valóban kapcsolatba kerül vele. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, und dieser Satz hat noch immer jene verwirrende Qualität des Unmittelbaren und gleichzeitig Unwirklichen, die alle definitiven Tatsachen haben, bevor man wirklich mit ihnen in Berührung gekommen ist. :12. A mondat létezik, pontosan és lezártan, valahol kettejükön kívül, és vár annak türelmével, ami megengedheti magának, hogy várjon. - Der Satz existiert, präzise und abgeschlossen, irgendwo außerhalb von beiden, und wartet mit der Geduld von etwas, das es sich leisten kann zu warten. :13. Kari az elmúlt három évben elkísérte az anyját annak hosszú haldoklásán keresztül, és közben ritkábban látogatta az apját, mint szerette volna. - Kari hat in den letzten drei Jahren die Mutter durch deren langes Sterben begleitet und den Vater dabei seltener besucht, als sie wollte. :14. Ez a hiány nem bűntudatként él benne, hanem tompa, alig lokalizálható fájdalomként, amelyet nem lehet megnevezni, és talán éppen ezért nem is oldódik fel. - Diese Lücke liegt in ihr nicht als Schuldgefühl, sondern als ein stumpfer, kaum lokalisierbarer Schmerz, der sich nicht benennen lässt und sich vielleicht auch deshalb nicht auflöst. :15. Jon egy évtizede Bergenben él, évente kétszer jön haza egy hosszú hétvégére, és éveken át próbálta a távolságot rendszerességgel ellensúlyozni. - Jon ist seit einem Jahrzehnt in Bergen, kommt zweimal im Jahr für ein langes Wochenende und hat über Jahre hinweg versucht, die Distanz durch Regelmäßigkeit zu kompensieren. :16. Mélyen belül tudja, hogy ez nem működött, és talán nem is működhet, mert bizonyos dolgoknál nincs értelmes megfelelés gyakoriság és közelség között. - Er weiß tief in sich, dass das nicht funktioniert hat und vielleicht auch nicht funktionieren kann, weil es bei manchen Dingen keine sinnvolle Entsprechung zwischen Häufigkeit und Nähe gibt. :17. Ma van az utolsó alkalom, ezt már az idefelé tartó vonatúton megmondta magának. - Heute ist das letzte Mal, das hat er sich bereits auf der Bahnfahrt hierher gesagt. :18. Annak a csendes eltökéltségével mondta ezt magának, aki olyan döntést hoz, amelyet nem akar visszavonni, még mielőtt megadhatná magának erre az alkalmat. - Er hat es sich mit der stillen Bestimmtheit von jemandem gesagt, der eine Entscheidung trifft, die er nicht rückgängig machen will, bevor er sich die Gelegenheit dazu nehmen kann. :19. A kavicsos út a fészerhez az állandó esőtől felázott, a pocsolyák olyan szélesek és zavarosak, hogy Kari lépésben vezet. - Der Schotterweg zum Schuppen ist vom anhaltenden Regen aufgeweicht, die Pfützen so breit und trüb, dass Kari im Schritttempo fährt. :20. A Volvo minden egyenetlenségnél halkan nyög, mintha neki is volna véleménye minderről, amelyet azonban megtart magának. - Der Volvo stöhnt bei jeder Unebenheit leise, als hätte auch er eine Meinung zu alledem, die er allerdings für sich behält. :21. A fészer egy enyhe kanyar mögött bukkan fel, félig elrejtve három öreg nyírfa mögött, amelyeknek törzse feketén fénylik a nedvességtől, ágaik pedig úgy csapkodnak a szélben, mint valami, ami nem tud megnyugodni. - Der Schuppen taucht hinter einer sanften Biegung auf, halb verborgen hinter drei alten Birken, deren Stämme schwarz vor Nässe glänzen und deren Äste im Wind schlagen wie etwas, das sich nicht beruhigen kann. :22. A hullámlemez tető sötét és foltos, a fa homlokzat pedig az előrehaladott mállásnak abban az állapotában van, amelyet már nem pusztulásnak kell nevezni, hanem olyan dolgok természetes halmazállapotának, amelyek régóta senkit sem érdekelnek. - Das Wellblechdach ist dunkel und gefleckt, die Holzfassade in jenem Zustand fortgeschrittener Verwitterung, der nicht mehr als Verfall zu bezeichnen ist, sondern als der natürliche Aggregatzustand von Dingen, die seit Langem niemanden mehr interessieren. :23. Jon még azelőtt kiszáll, hogy a motort leállították volna, Kari pedig hallja, ahogy belerúg az ajtóba – egyszer, kétszer. - Jon steigt aus, noch bevor der Motor abgestellt ist, und Kari hört ihn gegen die Tür treten – einmal, zweimal. :24. Aztán az öreg fa nyikorgó, vonakodó kinyílása jelzi neki, hogy az ellenállást leküzdötték, ideiglenesen és erőszakkal, mint oly sok mindent ebben a családban. - Dann signalisiert ihr das knarrende, widerstrebende Aufgehen des alten Holzes, dass der Widerstand überwunden ist, vorläufig und mit Gewalt, wie so vieles in dieser Familie. :25. A belülről áradó szag nem metafora és nem emlék, mielőtt aztán mégis azzá válik: nedves, kemény fa, motorok régi olaja, amelyeken már régóta nem dolgozott senki. - Der Geruch, der aus dem Inneren kommt, ist keine Metapher und keine Erinnerung, bevor er es dann doch ist: feuchtes, hartes Holz, das alte Öl von Motoren, an denen schon lange niemand mehr gearbeitet hat. :26. Mélyen alatta, kitartóan és eltörölhetetlenül, mint kommentár minden máshoz, ott van az apa ismerős dohányszaga, amely beette magát a fa pórusaiba, és ott is marad majd, sokkal az utolsó látogatás után, sokkal az utolsó lélegzet után. - Tief darunter liegt, beharrlich und unverwischbar wie ein Kommentar zu allem anderen, der vertraute Tabakgeruch des Vaters, der sich in die Poren des Holzes gefressen hat und dort bleiben wird, lange nach dem letzten Besuch, lange nach dem letzten Atemzug. :27. Kari átlép a küszöbön, és megáll, nem sokáig, de egy olyan pillanatra, amely észreveteti magát. - Kari tritt über die Schwelle und hält inne, nicht lange, aber einen Moment, der sich bemerkbar macht. :28. A testnek néha szüksége van valamiféle zsilipre aközött, ami odakint van, és aközött, ami odabent vár. - Der Körper braucht manchmal eine Art Schleuse zwischen dem, was draußen ist, und dem, was drinnen wartet. :29. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amelynek narancsszínét több évtized fénye halvány, mentegetőző sárgává fakította, a hevederek ernyedtek és porhanyósak, mintha csak azért tartanának még össze, mert nincs senki, aki szétszedné őket. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, deren Orange das Licht mehrerer Jahrzehnte zu einem blassen, entschuldigenden Gelbton ausgebleicht hat, die Gurte schlaff und mürbe, als hielten sie nur noch zusammen, weil es niemanden gibt, der sie auseinandernehmen würde. :30. Alatta két 45-ös gumicsizma áll, kiszáradt sár rétegével bélelve, amely annak az utolsó útszakasznak a negatívját rajzolja ki, amelyet valaki bennük megtett, valahol, valamikor, egy világban, amely most már nem érhető el. - Darunter stehen zwei Gummistiefel der Größe 45, ausgekleidet mit einer Schicht getrockneten Schlamms, die das Negativ der letzten Wegstrecke abbildet, die jemand in ihnen zurückgelegt hat, irgendwo, irgendwann, in einer Welt, die jetzt nicht mehr erreichbar ist. :31. Egy polcon, amely kissé előredől, és évek óta vár egy javításra, amelyet már senki sem fog elvégezni, egy 2019-es falinaptár fekszik, márciusnál kinyitva. - Auf einem Regal, das leicht nach vorne geneigt ist und seit Jahren auf eine Reparatur wartet, die niemand mehr vornehmen wird, liegt ein Wandkalender von 2019, aufgeschlagen auf dem März. :32. Ott két bejegyzés áll az apa szűk, szögletes kézírásával, amelyet Kari úgy olvas, hogy nem olvassa, és amelyek röviden felvillannak benne, mint valami, amit felismert az ember, majd azonnal újra eltűnnek. - Dort stehen zwei Einträge in der engen, eckigen Handschrift des Vaters, die Kari liest, ohne sie zu lesen, die kurz in ihr aufleuchten wie etwas, das man erkannt hat, und sofort wieder verschwinden. :33. Jon a fészer közepén áll, és nem mozdul, csak lassan forgatja a fejét, mintha megpróbálna emlékezni valamire, amit soha nem tudott, vagy talán soha nem is akart tudni. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und bewegt sich nicht, dreht nur langsam den Kopf, als würde er versuchen, sich an etwas zu erinnern, das er nie gewusst hat oder vielleicht nie wissen wollte. :34. Az eső a hullámlemez tetőn olyan kitartó és egyenletes, hogy kevésbé érződik hangnak, mint inkább a világ olyan állapotának, amely elől nem lehet kitérni, és amely ellen értelmetlen volna harcolni. - Der Regen auf dem Wellblechdach ist so anhaltend und gleichmäßig, dass er sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie ein Zustand der Welt, dem man sich nicht entziehen kann und gegen den zu kämpfen sinnlos wäre. :35. A horgászbot a hátsó falon lóg két rozsdás szögen, szinte mellékesen, szinte úgy, mint valami, amit a helyiség berendezésekor elfelejtettek, és később már nem tettek el. - Die Angel hängt an zwei verrosteten Nägeln an der hinteren Wand, fast beiläufig, fast wie etwas, das man bei der Einrichtung des Raumes vergessen hat und später nicht mehr weggeräumt hat. :36. A hely, amelyet elfoglalt, már hozzá tartozott. - Der Ort, den sie eingenommen hatte, gehörte bereits ihr. :37. Jon meglátja, és felé indul annak lassú határozottságával, aki nem tudja, mit fog tenni, ha odaér. - Jon sieht sie und geht auf sie zu mit der langsamen Bestimmtheit von jemandem, der nicht weiß, was er tun wird, wenn er angekommen ist. :38. Mégis szükségesnek tartja, hogy odamenjen. - Er hält es dennoch für notwendig hinzugehen. :39. Két kézzel veszi le a szögekről, óvatosan és sietség nélkül. - Er nimmt sie mit beiden Händen von den Nägeln, behutsam und ohne Eile. :40. Maga elé tartja olyan távolságban, amely sem közeli, sem távoli, és amely a horgászbotot valamiféle lebegésbe helyezi aközött, ami, és aközött, amit ebben a pillanatban jelent, vagy jelenthetne. - Er hält sie vor sich in einem Abstand, der weder nah noch fern ist und der die Angel in eine Art Schwebe versetzt zwischen dem, was sie ist, und dem, was sie in diesem Moment bedeutet oder bedeuten könnte. :41. A zsinór többszörösen önmaga köré tekeredett, a horog barna a rozsdától, a markolat két helyen simára és kopottra dörzsölődött ott, ahol egy kéz sok éven át tartotta. - Die Schnur ist mehrfach um sich selbst gewickelt, der Haken braun vor Rost, der Griff an zwei Stellen blank und abgewetzt, dort, wo eine Hand ihn über viele Jahre gehalten hat. :42. Nem az ő keze volt, de olyan kéz, amelyet ismert, amelynek gesztusait ismerte, anélkül, hogy valaha is egészen megértette volna, mi rejlett e gesztusok mögött. - Es war nicht seine Hand, aber eine Hand, die er kannte, deren Gesten er kannte, ohne je ganz verstanden zu haben, was sich hinter diesen Gesten verbarg. :43. Kari oldalról figyeli őt, mozdulatlanul. - Kari beobachtet ihn von der Seite, ohne sich zu bewegen. :44. Ebben a figyelésben nincs együttérzés és nincs távolság, hanem valami a kettő között, aminek nincs neve, és talán éppen ezért ez a legőszintébb, amit ebben a helyiségben egymásért fel tudnak mutatni. - In dieser Beobachtung liegt kein Mitgefühl und keine Distanz, sondern etwas dazwischen, das keinen Namen hat und vielleicht deshalb das Ehrlichste ist, was sie in diesem Raum füreinander aufbringen können. :45. Végül odamegy hozzá, kérdezés nélkül kiveszi a kezéből a horgászbotot, és maga tartja egy darabig. - Sie geht schließlich zu ihm, nimmt ihm die Angel aus den Händen, ohne zu fragen, und hält sie selbst einen Moment lang. :46. Tenyerében érzi a szinte súlytalan súlyt, egy olyan tárgy súlyát, amelynek jelentése nehezebb, mint az anyaga, aztán visszaadja, mert semmi mást nem tud kezdeni vele, és nem is akar semmi mást. - Sie spürt das fast gewichtslose Gewicht in den Handflächen, das Gewicht eines Gegenstands, dessen Bedeutung schwerer ist als seine Substanz, und gibt sie dann zurück, weil sie nichts anderes damit anfangen kann und auch nichts anderes will. :47. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :48. Ez sem döntésnek, sem javaslatnak nem hangzik, hanem valami nyugodt kimondásának, ami már régen eldőlt, mielőtt beléptek volna a fészerbe, talán még mielőtt egyáltalán ideindultak volna. - Es klingt weder wie eine Entscheidung noch wie ein Vorschlag, sondern wie das ruhige Aussprechen von etwas, das längst feststand, bevor sie den Schuppen betreten haben, möglicherweise bevor sie überhaupt hergefahren sind. :49. Jon a kis ablak alatti mállott munkapadra teszi a horgászbotot, és egy lépést hátralép. - Jon legt die Angel auf die verwitterte Werkbank unter dem kleinen Fenster und tritt einen Schritt zurück. :50. Ezután egyikük sem néz rá még egyszer, ahogy az ember már nem néz rá olyan dolgokra, amelyekről olyan döntést hozott, amelyet nem akar megbánni. - Keiner von beiden sieht sie danach noch einmal an, so wie man Dinge nicht mehr ansieht, über die man eine Entscheidung getroffen hat, die man nicht bereuen will. :51. Úgy hagyják el a fészert, hogy semmit nem visznek magukkal és semmit nem változtatnak meg: a naptár a polcon, a gumicsizma a földön, a benzineskanna a sarokban, a mentőmellény a falon marad. - Sie verlassen den Schuppen ohne etwas mitzunehmen und ohne etwas zu verändern, den Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden, den Benzinkanister in der Ecke, die Schwimmweste an der Wand. :52. Minden azon a helyen áll, ahová valaki tette, aki e dolgok elhelyezésekor talán már sejtette, hogy nem fog visszatérni, és ezt a sejtést talán nem szomorúságként élte meg, hanem valamiféle csendes megegyezésként azzal, ami elkerülhetetlen. - Alles steht an dem Platz, an den es gestellt wurde von jemandem, der beim Stellen dieser Dinge vielleicht schon ahnte, dass er nicht zurückkommen würde, und der diese Ahnung vielleicht nicht als Traurigkeit empfunden hat, sondern als eine Art stiller Übereinkunft mit dem, was unvermeidlich ist. :53. Odakint, a fészer előtt az eső ferdén és gyengülés nélkül zuhog rájuk, ők pedig benne állnak, nem menedéket keresve, és nem is közönyösen vele szemben, hanem egyszerűen benne. - Draußen vor dem Schuppen fällt der Regen schräg und ohne Abschwächung auf sie herab, und sie stehen darin, weder suchend nach Schutz noch gleichgültig dagegen, sondern einfach darin. :54. Úgy állnak benne, ahogy az ember valamiben áll, ami nagyobb nála, és amit ezért békén hagy. - Sie stehen darin, wie man in etwas steht, das größer ist als man selbst und das man deshalb in Ruhe lässt. :55. Jon bezárja a lakatot, röviden megforgatja, hogy megbizonyosodjon róla, majd elengedi. - Jon schließt das Vorhängeschloss, dreht kurz daran, um sicherzugehen, und lässt es dann los. :56. Olyan véglegességgel engedi el, amely nincs megrendezve, és éppen ezért súlyosabb. - Er lässt es mit einer Endgültigkeit los, die nicht inszeniert ist und gerade deshalb schwerer wiegt. :57. Kari zárt öklében tartja a kulcsot, egy kis, elnehezült fémdarabot, amely ebben a pillanatban egy egész hely súlyát hordozza, ahová most már nem fognak belépni. - Kari hält den Schlüssel in der geschlossenen Faust, ein kleines, schwer gewordenes Stück Metall, das in diesem Moment das ganze Gewicht eines Ortes trägt, den sie nun nicht mehr betreten werden. :58. A fjordra néz, amelynek felszínét az eső szüntelenül újrarendeződő körök mintázatává változtatja, amelyek átfedik egymást, feloldódnak és újra keletkeznek, szünet nélkül, szándék nélkül. - Sie schaut auf den Fjord, dessen Oberfläche der Regen in ein ständig sich neuordnendes Muster aus Kreisen verwandelt, die sich überlappen und auflösen und neu entstehen, ohne Pause, ohne Absicht. :59. Aztán meglendíti a karját, és hosszú, szinte hanyag ívben a part fölött a vízbe hajítja a kulcsot. - Dann holt sie aus und wirft den Schlüssel in einem langen, fast lässigen Bogen über das Ufer. :60. A kulcs megfordul a nedves levegőben, olyan hanggal esik a vízbe, amely alig hallható, és mégis tisztán kiválik minden másból, a kialakuló kis kört pedig azonnal utolérik és feloldják az eső körei, mintha a víznek nem volna ideje külön bánásmódra, és semmi oka nem volna a kulcsot másként fogadni, mint bármi mást. - Er dreht sich in der feuchten Luft, fällt ins Wasser mit einem Laut, der kaum zu hören ist und sich dennoch klar abhebt von allem anderen, und der kleine Kreis, der sich bildet, wird sofort von den Regenkreisen eingeholt und aufgelöst, als hätte das Wasser keine Zeit für Sonderbehandlung und keinen Grund, den Schlüssel anders zu empfangen als alles andere. :61. Kari nem nézi meg, hol süllyedt el. - Kari schaut nicht nach, wo er versunken ist. :62. Megfordul, és elindul. - Sie dreht sich um und geht. :63. Jon követi, egyikük sem beszél az autóig vezető úton. - Jon folgt ihr, keiner von beiden spricht auf dem Weg zum Auto. :64. Az autó az esőben vár rájuk, mint valami, ami megtanult várni, mert nem volt más választása. - Das Auto wartet im Regen auf sie wie etwas, das gelernt hat zu warten, weil es keine andere Wahl hatte. :65. Ezúttal Jon veszi át a vezetést, és kérdezés nélkül beül a volán mögé. - Jon übernimmt diesmal das Steuer und setzt sich, ohne zu fragen, ans Steuer. :66. Kari ezt egy kicsi, szinte észrevehetetlen bólintással nyugtázza, amely többet mond egy köszönömnél. - Kari quittiert das mit einem kleinen, fast unmerklichen Nicken, das mehr sagt als ein Dankeschön. :67. Halántékát a hideg üvegnek támasztja, félig lehunyja a szemét, és a motor beindul. - Sie lehnt die Schläfe gegen die kalte Scheibe, schließt die Augen halb, und der Motor springt an. :68. Az ablaktörlő újra szolgálatba áll, ugyanaz a nyikorgás, ugyanaz a kissé eltolódott ütem, mintha nem lett volna megszakítás, vagy mintha lett volna, de semmit sem változtatott volna azon, ami előtte volt, és ami most továbbmegy – ami talán a legőszintébb, amit erről a napról és erről a két emberről mondani lehet. - Der Scheibenwischer nimmt seinen Dienst wieder auf, dasselbe Quietschen, derselbe leicht verschobene Takt, als wäre die Unterbrechung nicht gewesen oder als wäre sie gewesen und hätte nichts geändert an dem, was vorher war und was jetzt weitergeht – was vielleicht das Ehrlichste ist, was man über diesen Tag und über diese beiden Menschen sagen kann. :69. Az előttük fekvő út üres és nedves, és visszavezet egy olyan világba, amelyben ez a fészer már nem fordul elő, amelyben egy horgászbot fekszik egy munkapadon, és senki sem jön, hogy elvigye. - Die Straße vor ihnen ist leer und nass und führt zurück in eine Welt, in der dieser Schuppen nicht mehr vorkommt, in der eine Angel auf einer Werkbank liegt und niemand kommt, sie zu holen. :70. Ebben a világban egy naptár 2019 márciusánál marad kinyitva, amíg maga a papír fel nem oldódik. - In dieser Welt bleibt ein Kalender auf dem März 2019 aufgeschlagen, bis das Papier selbst sich auflöst. :71. Egyikük sem mondja ki, mi volt ez a nap, nem azért, mert hiányoznak a szavak. - Keiner von beiden sagt, was dieser Tag war, nicht weil die Worte fehlen. :72. Vannak dolgok, amelyeket az ember megsért, ha megnevezi őket, és ezt mindketten tudják, anélkül, hogy valaha beszéltek volna róla. - Es gibt Dinge, die man beschädigt, wenn man sie benennt, und beide wissen das, ohne jemals darüber gesprochen zu haben. :73. Mennek tovább, az eső nem áll el, és mögöttük a fészer eltűnik a kanyarban, a távolságban és életük maradékában. - Sie fahren, und der Regen hört nicht auf, und hinter ihnen verschwindet der Schuppen in der Kurve und in der Entfernung und im Rest ihres Lebens. :74. A fészer mégis megmarad az életükben, nem olyan emlékként, amelyet előhív az ember, hanem valami mélyebbként és állandóbbként: annak csendes, feloldhatatlan bizonyosságaként, hogy vannak helyek, amelyeket az ember nem hagy el, akkor sem, ha nem tér vissza. - Der Schuppen wird dennoch in ihrem Leben bleiben, nicht als Erinnerung, die man aufruft, sondern als etwas Tieferes und Beständigeres: als die stille, unauflösliche Gewissheit, dass es Orte gibt, die man nicht verlässt, auch wenn man nicht zurückkommt. ------------------------- == 73 == 1 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt. :2. Tíz éve Milánóban él. - Sie lebt seit zehn Jahren in Mailand. :3. Ott egy tisztítóban dolgozik. - Sie arbeitet dort in einer Reinigung. :4. Ma busszal utazik haza. - Heute fährt sie mit dem Bus nach Hause. :5. A falu Dél-Olaszországban, Basilicatában fekszik. - Das Dorf liegt in Süditalien, in der Basilicata. :6. Az anyja meghalt. - Ihre Mutter ist gestorben. :7. Az anya házát el kell adni. - Das Haus der Mutter muss verkauft werden. :8. Elena gyorsan el akarja intézni, aztán újra el akar menni. - Elena will das schnell erledigen und wieder fahren. :9. A busz megáll a piactéren. - Der Bus hält auf dem Marktplatz. :10. Elena leszáll. - Elena steigt aus. :11. A szeptemberi hőség azonnal megcsapja. - Die Septemberhitze trifft sie sofort. :12. A levegő érett paradicsom és por szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten und Staub. :13. Ezt a szagot még jól ismeri. - Sie kennt diesen Geruch noch gut. :14. Régen szerette. - Früher hat sie ihn geliebt. :15. Most félelmet kelt benne. - Jetzt macht er ihr Angst. :16. A sarkon túl van egy műhely. - Um die Ecke ist eine Werkstatt. :17. Ott dolgozik Carlo. - Dort arbeitet Carlo. :18. Carlo harmincnyolc éves. - Carlo ist achtunddreißig Jahre alt. :19. Szerelő. - Er ist Mechaniker. :20. Még mindig a faluban él. - Er lebt noch immer im Dorf. :21. Elena meghallja a nevetését. - Elena hört sein Lachen. :22. Megáll. - Sie bleibt stehen. :23. Gyorsan ver a szíve. - Ihr Herz schlägt schnell. :24. El akar menni, de nem tud. - Sie will weggehen, aber sie kann nicht. :25. Carlo egy régi autó alatt áll. - Carlo steht unter einem alten Auto. :26. A karja fekete az olajtól. - Seine Arme sind schwarz von Öl. :27. Nem látja őt. - Er sieht sie nicht. :28. Elena túl sokáig nézi. - Sie sieht ihn zu lange an. :29. Carlo volt az első férfija. - Carlo war ihr erster Mann. :30. Ez tizenhat évvel ezelőtt volt. - Das war vor sechzehn Jahren. :31. Nagyon szerették egymást. - Sie liebten sich sehr. :32. Aztán Elena teherbe esett. - Dann wurde Elena schwanger. :33. A fiukat Matteónak hívják. - Ihr Sohn heißt Matteo. :34. Carlo nem maradt mellette. - Carlo blieb nicht bei ihr. :35. Elena nem tudta magánál tartani Matteót. - Elena konnte Matteo nicht bei sich behalten. :36. Matteo ma Carlo anyjánál él. - Matteo lebt heute bei Carlos Mutter. :37. Őt Signora Graziának hívják. - Die heißt Signora Grazia. :38. Hetvenéves. - Sie ist siebzig Jahre alt. :39. Ő neveli Matteót. - Sie zieht Matteo auf. :40. Este Elena elmegy Carlo házához. - Am Abend geht Elena zu Carlos Haus. :41. Egy régi, virágmintás ruhát visel. - Sie trägt ein altes geblümtes Kleid. :42. Carlo ajtót nyit. - Carlo öffnet die Tür. :43. Ránéz. - Er schaut sie an. :44. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja halkan. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er leise. :45. Elena nem mond semmit. - Elena sagt nichts. :46. Arcul üti. - Sie schlägt ihn ins Gesicht. :47. Carlo nem érinti meg az arcát. - Carlo fasst sich nicht an die Wange. :48. Csak nézi őt. - Er schaut sie nur an. :49. A szeme sötét. - Seine Augen sind dunkel. :50. Nem mondja: sajnálom. - Er sagt nicht: Es tut mir leid. :51. Éjjel Carlo érte megy. - In der Nacht holt Carlo sie ab. :52. Együtt mennek a garázsba. - Sie gehen zusammen in die Garage. :53. Ott régi autóüléseken ülnek. - Dort sitzen sie auf alten Autositzen. :54. Carlo kinyit egy üveg vörösbort. - Carlo öffnet eine Flasche Rotwein. :55. Ad neki egy poharat. - Er gibt ihr ein Glas. :56. Lassan isznak. - Sie trinken langsam. :57. Carlo megfogja a kezét. - Carlo nimmt ihre Hand. :58. Az ujjai melegek és érdesek. - Seine Finger sind warm und rau. :59. Elena hagyja. - Elena lässt es zu. :60. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja halkan. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie leise. :61. Carlo így válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motorokat javítani.” - Carlo antwortet: „Ich zeige ihm, wie man Motoren repariert." :62. Elena visszahúzza a kezét. - Elena nimmt ihre Hand zurück. :63. Többé nem szól egy szót sem. - Sie sagt kein Wort mehr. :64. Másnap reggel Elena korán felkel. - Am nächsten Morgen steht Elena früh auf. :65. Még sötét van. - Es ist noch dunkel. :66. Bepakolja a táskáját. - Sie packt ihre Tasche. :67. Nem a buszhoz megy. - Sie geht nicht zum Bus. :68. Signora Grazia házához megy. - Sie geht zu Signora Grazias Haus. :69. A konyhaablakon át meglátja Matteót. - Durch das Küchenfenster sieht sie Matteo. :70. Az asztalnál ül. - Er sitzt am Tisch. :71. Kenyeret márt tejbe. - Er tunkt Brot in Milch. :72. A nagymama végigsimít a fején. - Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. :73. Matteo nevet. - Matteo lacht. :74. Elena kint áll a hidegben. - Elena steht draußen im Kalten. :75. Homlokát az üveghez nyomja. - Sie drückt die Stirn gegen das Glas. :76. Egy percig csak nézi. - Eine Minute lang schaut sie nur. :77. Aztán megfordul. - Dann dreht sie sich um. :78. Elmegy a pályaudvarra. - Sie geht zum Bahnhof. :79. A vonat a nap felé halad. - Der Zug fährt in die Sonne. :80. De a nap már nem melegíti Elenát. - Aber die Sonne wärmt Elena nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, és már egy évtizede Milánóban él. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt und lebt seit einem Jahrzehnt in Mailand. :2. Ott dolgozik egy kis tisztítóban, nem messze a pályaudvartól. - Sie arbeitet dort in einer kleinen Reinigung, nicht weit vom Bahnhof. :3. Ma busszal utazott a szülőfalujába, mert meghalt az anyja. - Heute ist sie mit dem Bus in ihr Heimatdorf gefahren, weil ihre Mutter gestorben ist. :4. Az anya háza most üresen áll, és Elenának el kell adnia. - Das Haus der Mutter steht jetzt leer, und Elena muss es verkaufen. :5. Csak néhány napig akar maradni, aztán a lehető leggyorsabban újra el akar menni. - Sie will nur ein paar Tage bleiben und dann so schnell wie möglich wieder fahren. :6. Amikor a busz megáll a piactéren, Elena utolsóként száll le. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält, steigt Elena als Letzte aus. :7. A szeptemberi hőség azonnal megcsapja, mintha a levegő nehéz, meleg takaró volna. - Die Septemberhitze trifft sie sofort, als wäre die Luft eine schwere, warme Decke. :8. Érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyének régi olaja szaglik. - Es riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem alten Öl von Carlos Werkstatt. :9. Elena még jól ismeri ezt a szagot, hiszen itt nőtt fel, ezeken az utcákon és tereken. - Elena kennt diesen Geruch noch gut, denn sie ist hier aufgewachsen, auf diesen Straßen und Plätzen. :10. Régen szerette ezt a szagot, ma összeszorítja tőle a gyomra. - Früher hat sie diesen Geruch geliebt, heute macht er ihr den Magen eng. :11. Mielőtt meglátná Carlót, meghallja a nevetését – hangosan és mélyen, ahogyan még az emlékeiben él. - Bevor sie Carlo sieht, hört sie sein Lachen – laut und tief, wie sie es noch aus der Erinnerung kennt. :12. A sarkon túl áll a műhelye előtt, és egy behorpadt motorháztető fölé hajol. - Er steht um die Ecke vor seiner Werkstatt und beugt sich über eine zerbeulte Motorhaube. :13. Az ingujja fel van tűrve, a karja fekete a kenőanyagtól, pontosan úgy, mint akkoriban. - Seine Ärmel sind hochgekrempelt und seine Arme schwarz von Schmiere, genau wie damals. :14. Elena megáll a járdán, és nem tud továbbmenni, pedig akar. - Elena bleibt auf dem Bürgersteig stehen und kann nicht weitergehen, obwohl sie es will. :15. Túl sokáig nézi őt, aztán Carlo megfordul. - Sie schaut ihn zu lange an, und dann dreht er sich um. :16. Carlo volt az első férfija, ez tizenhat éve volt, amikor még mindketten fiatalok voltak. - Carlo war ihr erster Mann, das war vor sechzehn Jahren, als sie beide noch jung waren. :17. Nagyon szerették egymást, de amikor Elena teherbe esett, Carlo nem maradt mellette. - Sie liebten sich sehr, aber als Elena schwanger wurde, blieb Carlo nicht bei ihr. :18. Elena nem tudta magánál tartani a fiát, Matteót, mert a fiú minden nap az árulásra emlékeztette volna. - Elena konnte ihren Sohn Matteo nicht bei sich behalten, weil sie ihn jeden Tag an den Verrat erinnert hätte. :19. Ezért Matteo ma Carlo anyjánál, Signora Graziánál él, aki hetvenéves, és mindent az ablakból figyel. - Deshalb lebt Matteo heute bei Carlos Mutter, Signora Grazia, die siebzig Jahre alt ist und alles vom Fenster aus beobachtet. :20. Este Elena felveszi régi virágos ruháját, és elmegy Carlo házához. - Am Abend zieht Elena ihr altes geblümtes Kleid an und geht zu Carlos Haus. :21. Nem tudja pontosan, miért teszi ezt, de a lába mégis felviszi a lépcsőn. - Sie weiß nicht genau, warum sie das tut, aber ihre Füße gehen trotzdem die Treppe hinauf. :22. Carlo kinyitja az ajtót, és hosszú pillanatig némán nézi őt. - Carlo öffnet die Tür und schaut sie einen langen Moment schweigend an. :23. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja végül halkan, mosoly nélkül. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er schließlich, mit leiser Stimme und ohne zu lächeln. :24. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :25. Carlo nem fogja meg az arcát, és azt sem mondja, hogy sajnálja. - Carlo fasst sich nicht an die Wange und sagt auch nicht, dass es ihm leidtut. :26. Csak nézi őt, sötét szemmel, megbánás nélkül, és ez majdnem rosszabb minden másnál. - Er schaut sie nur an, die Augen dunkel und ohne Reue, und das ist fast schlimmer als alles andere. :27. Nem sokkal éjfél után Carlo elhozza őt az anyja háza előtti lépcsőről. - Kurz nach Mitternacht holt Carlo sie von der Treppe vor dem Haus ihrer Mutter ab. :28. Együtt mennek be a régi garázsba, ahol két szakadt autóülés áll a betonpadlón. - Sie gehen zusammen in die alte Garage, wo zwei zerschlissene Autositze auf dem Betonboden stehen. :29. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük, és kérdezés nélkül tölt neki egy pohárral. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie und schenkt ihr ein Glas ein, ohne zu fragen. :30. Megfogja Elena kezét, az ujjai érdesek és melegek, és még mindig olajszagúak. - Er greift nach ihrer Hand, seine Finger sind rau und warm und riechen noch immer nach Öl. :31. Elena hagyja, pedig tudja, hogy nem kellene. - Elena lässt es zu, obwohl sie weiß, dass sie es nicht sollte. :32. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja halkan, anélkül hogy ránézne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie leise, ohne ihn anzusehen. :33. Carlo nagyot kortyol a borból, aztán nyugodtan válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit apám valaha adott nekem.” - Carlo nimmt einen langen Schluck Wein und antwortet dann ruhig: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :34. Elena erre nem mond semmit, de lassan visszahúzza a kezét. - Elena sagt darauf nichts, aber sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :35. Másnap reggel Elena még napkelte előtt felkel, és sötétben összepakolja a táskáját. - Am nächsten Morgen steht Elena noch vor Sonnenaufgang auf und packt ihre Tasche im Dunkeln. :36. Nem megy azonnal a pályaudvarra, hanem kerülőt tesz Signora Grazia házához. - Sie geht nicht sofort zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg zu Signora Grazias Haus. :37. A kivilágított konyhaablakon át látja Matteót, aki az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe. - Durch das erleuchtete Küchenfenster sieht sie Matteo, der am Tisch sitzt und Brot in Milch tunkt. :38. Tízéves, sötét haja van, és úgy néz ki, mint Carlo, ezt Elena távolról is látja. - Er ist zehn Jahre alt, hat dunkle Haare und sieht aus wie Carlo, das sieht sie auch aus der Entfernung. :39. Az öreg Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején. - Die alte Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf. :40. Elena a homlokát a hideg ablaküveghez nyomja, és egy teljes percig nézi őket. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Fensterglas und schaut eine ganze Minute lang zu. :41. Aztán megfordul, szó nélkül elmegy a pályaudvarra, és felszáll az első Milánóba tartó vonatra. - Dann dreht sie sich um, geht ohne Worte zum Bahnhof und steigt in den ersten Zug nach Mailand. :42. A vonat a felkelő nap felé halad, de a nap ezen a reggelen már nem melegíti Elenát. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne hinein, aber die Sonne wärmt Elena an diesem Morgen nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, és már egy évtizede egy tisztítóban dolgozik a milánói pályaudvar közelében. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt und arbeitet seit einem Jahrzehnt in einer Reinigung nahe dem Mailänder Bahnhof. :2. Ez idő alatt soha nem gondolt arra, hogy visszatérjen. - In dieser Zeit hat sie nie daran gedacht, zurückzukehren. :3. Amikor az anyja meghal, nem marad választása: a házat el kell adni. - Als ihre Mutter stirbt, bleibt ihr keine Wahl: Das Haus muss verkauft werden. :4. Ehhez valakinek oda kell utaznia, és ez a valaki ő. - Dafür muss jemand hinfahren, und dieser Jemand ist sie. :5. A buszút négy óráig tart, és Elena az idő nagy részében alszik. - Die Busfahrt dauert vier Stunden, und Elena schläft die meiste Zeit. :6. Vagy legalábbis úgy tesz, mintha aludna, hogy ne kelljen beszélnie a mellette ülő öregemberrel, aki fokhagymaszagú, és egy rádiót tart az ölében. - Oder sie tut zumindest so, als würde sie schlafen, um nicht mit dem alten Mann neben ihr reden zu müssen, der nach Knoblauch riecht und ein Radio auf dem Schoß hält. :7. Amikor a busz végül megáll a piactéren, ő száll le utolsóként. - Als der Bus schließlich auf dem Marktplatz hält, steigt sie als Letzte aus. :8. Egy pillanatra megáll a kövezeten, táskával a kezében, miközben a szeptemberi hőség nehézkesen rátelepszik a vállára. - Sie bleibt einen Moment auf dem Pflaster stehen, die Tasche in der Hand, während die Septemberhitze sich schwer auf ihre Schultern legt. :9. A levegő érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyéből áradó olaj szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem Öl aus Carlos Werkstatt. :10. A műhely még mindig ott van a sarkon túl, mintha tíz év alatt semmi sem változott volna rajta kívül. - Die Werkstatt liegt noch immer um die Ecke, als hätte sich in zehn Jahren nichts verändert außer ihr selbst. :11. Előbb hallja meg a nevetését, mint hogy meglátná őt. - Sie hört sein Lachen, bevor sie ihn sieht. :12. Ez az a széles, gondtalan nevetés, amelyet régen szeretett, és amely most sértésnek tűnik számára. - Es ist dieses breite, sorglose Lachen, das sie früher geliebt hatte und das ihr jetzt wie eine Beleidigung vorkommt. :13. Carlo egy behorpadt motorháztető fölé hajolva áll, feltűrt ingujjakkal, karja fekete a kenőanyagtól. - Carlo steht über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Ärmel hochgekrempelt, die Arme schwarz von Schmiere. :14. Úgy néz ki, mint mindig, mintha egyetlen álmatlan éjszakája sem lett volna mindezekben az években. - Er sieht so aus wie immer, als hätte er keine einzige schlaflose Nacht in all diesen Jahren gehabt. :15. Elena megáll a járdán. - Elena bleibt auf dem Bürgersteig stehen. :16. Aztán Carlo megfordul, és ránéz. - Dann dreht er sich um und sieht sie an. :17. Tizenhat évvel ezelőtt csókolóztak először, a templom mögött, a nyári ünnep után. - Vor sechzehn Jahren hatten sie sich zum ersten Mal geküsst, hinter der Kirche, nach dem Sommerfest. :18. Elena azt hitte, hogy az ilyesmi örökké tart. - Elena hatte geglaubt, dass so etwas ewig hält. :19. Amikor húszévesen teherbe esett, megértett valamit. - Als sie mit zwanzig Jahren schwanger wurde, verstand sie etwas. :20. Carlo az „örökké” alatt mást értett, mint ő. - Carlo verstand unter „ewig" etwas anderes als sie. :21. A fiuk, Matteo márciusban született, sötét hajjal és Carlo szemével. - Ihr Sohn Matteo kam im März zur Welt, mit dunklen Haaren und Carlos Augen. :22. Elena pontosan kétszer tartotta a karjában, mielőtt tudta volna, hogy nem bírná elviselni, ha mindennap ránézne, és közben az árulásra kellene gondolnia. - Elena hielt ihn genau zweimal im Arm, bevor sie wusste, dass sie es nicht ertragen würde, ihn jeden Tag anzusehen und dabei an den Verrat zu denken. :23. Azóta Matteo Signora Graziánál, Carlo anyjánál él. - Seitdem lebt Matteo bei Signora Grazia, Carlos Mutter. :24. Hetvenéves, soha nem panaszkodik, és mindent megfigyel, ami az ablaka előtti utcán történik. - Sie ist siebzig Jahre alt, klagt niemals und beobachtet alles, was auf der Straße vor ihrem Fenster passiert. :25. Este Elena felveszi a régi virágos ruhát, amelyet még régről ismer, és amely még mindig jó rá. - Am Abend zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie noch von früher kennt und das immer noch passt. :26. Még mindig jó rá, mert az utóbbi években keveset evett, és úgy megy fel Carlo lakásához a lépcsőn, hogy közben semmire sem gondol, vagy legalábbis ezt beszéli be magának. - Es passt immer noch, weil sie in den letzten Jahren wenig gegessen hat, und sie geht die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf, ohne sich dabei etwas zu denken, oder zumindest redet sie sich das ein. :27. Carlo egy foltos trikóban nyit ajtót. - Carlo öffnet die Tür in einem fleckigen Unterhemd. :28. Úgy néz rá, mintha valahogy tudta volna, hogy el fog jönni. - Er schaut sie so an, als hätte er irgendwie gewusst, dass sie kommen würde. :29. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja halkan. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er leise. :30. Ez nem hangzik sem bóknak, sem sértésnek, hanem olyan megállapításnak, amelyet már régóta magában hordoz. - Es klingt weder wie ein Kompliment noch wie eine Beleidigung, sondern wie eine Feststellung, die er schon lange mit sich herumträgt. :31. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :32. Elég erősen üti meg ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a lépcsőházban. - Sie schlägt fest genug, dass das Geräusch im Treppenhaus widerhallt. :33. Carlo meg sem mozdul, nem érinti meg az arcát, és nem mondja, hogy sajnálja. - Carlo rührt sich nicht, fasst sich nicht an die Wange und sagt nicht, dass es ihm leidtut. :34. Éppen ez dühíti fel Elenát jobban, mint maga az ütés. - Genau das macht Elena wütender als der Schlag selbst. :35. Nem sokkal éjfél után Carlo Elena anyjának háza előtt áll és vár. - Kurz nach Mitternacht steht Carlo vor dem Haus ihrer Mutter und wartet. :36. Nem csenget be, mintha biztos lenne benne, hogy Elena úgysem alszik. - Er klingelt nicht, als wäre er sicher, dass sie ohnehin nicht schläft. :37. Együtt mennek be a garázsba, ahol két régi autóülés áll a betonpadlón. - Sie gehen zusammen in die Garage, wo zwei alte Autositze auf dem Betonboden stehen. :38. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük, olcsó szupermarketes vörösbort, amelyért még csak bocsánatot sem kér. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie, billigen Rotwein aus dem Supermarkt, den er nicht einmal entschuldigt. :39. Amikor megfogja Elena kezét, az ujjai érdesek és melegek, és olajszagúak. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen nach Öl. :40. Elena hagyja megtörténni, mert fáradt, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert azt beszéli be magának, hogy ez semmit sem jelent. - Elena lässt es geschehen, weil sie müde ist und weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie sich einredet, dass es nichts bedeutet. :41. „Matteo soha nem kérdez utánam” – mondja végül, anélkül hogy ránézne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, ohne ihn anzusehen. :42. Olyan hangon mondja, amelynek közönyösnek kellene hangzania, de nem úgy hangzik. - Sie sagt es in einem Ton, der gleichgültig klingen soll und es nicht tut. :43. Carlo egy pillanatig hallgat. - Carlo schweigt einen Moment. :44. Aztán azt mondja: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több annál, mint amit az apám valaha adott nekem.” - Dann sagt er: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :45. Elena ezért gyűlöli őt, mert ez nem mentség, és mégis valahogyan igaz. - Elena hasst ihn dafür, weil es keine Entschuldigung ist und trotzdem irgendwie stimmt. :46. A kettő egyszerre a legrosszabb. - Beides gleichzeitig ist das Schlimmste. :47. Lassan visszahúzza a kezét. - Sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :48. Carlo elengedi. - Carlo lässt sie gehen. :49. Elena még napkelte előtt összepakolja a táskáját az idegen hálószoba félhomályában. - Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche im Halbdunkel des fremden Schlafzimmers. :50. Úgy hagyja el a házat, hogy nem főz kávét, és nem hagy hátra üzenetet. - Sie verlässt das Haus, ohne Kaffee zu kochen oder eine Notiz zu hinterlassen. :51. Nem közvetlenül az állomásra megy, hanem kerülőt tesz. - Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg. :52. Nem akarja bevallani magának ezt a kerülőt, és megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt. - Sie will sich diesen Umweg nicht eingestehen und bleibt vor Signora Grazias Küchenfenster stehen. :53. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch. :54. Egy olyan gyerek nyugodt összpontosításával teszi, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Er tut es mit der ruhigen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört. :55. Sötét haja van, Carlo szája, és olyan tartása, amely Elenát senki másra nem emlékezteti, csak saját magára. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Haltung, die Elena an niemanden erinnert außer an sich selbst. :56. Saját magára emlékezteti, arra az időre, amikor még nem tudta, mit tesz az emberrel az élet. - Sie erinnert sie an sich selbst, als sie noch nicht wusste, was das Leben mit einem macht. :57. Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf. :58. Nem néz fel, mintha biztos lenne benne, hogy valaki odakint áll és figyel. - Sie schaut nicht auf, als wäre sie sich sicher, dass jemand draußen steht und zuschaut. :59. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :60. Aztán megfordul, és elmegy, anélkül hogy még egyszer visszanézne. - Dann dreht sie sich um und geht, ohne sich noch einmal umzusehen. :61. A vonat a felkelő nap felé halad, és a táj elsuhan mellette. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne, und die Landschaft zieht vorbei. :62. Elena az utolsó cigarettát az ablakon kifelé szívja, és nem gondol semmire, vagy legalábbis megpróbálja, és tíz éve ez az egyetlen dolog, amiben igazán jó lett. - Elena raucht das letzte Fenster hinaus und denkt an nichts, oder sie versucht es zumindest, und das ist, seit zehn Jahren, das Einzige, worin sie wirklich gut geworden ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, túl sokat dohányzik, túl keveset eszik, és egy évtized alatt Milánóban egyszer sem gondolt arra, hogy a falu, ahonnan származik, még létezik. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt, raucht zu viel, isst zu wenig und hat in einem Jahrzehnt Mailand nicht einmal daran gedacht, dass das Dorf, aus dem sie stammt, noch existiert. :2. Aztán megszólalt a telefon, és egy hang azt mondta, hogy az anyja elment, mintha a halál indulás volna, nem pedig végleges elnémulás. - Dann klingelte das Telefon und eine Stimme sagte, ihre Mutter sei gegangen, so als wäre der Tod ein Aufbruch und nicht ein endgültiges Verstummen. :3. A házat el kell adni, ez az egyetlen oka annak, hogy útnak indul, és ezt mondogatja magának újra meg újra a négyórás buszúton Basilicata kopár augusztusi hőségén át. - Das Haus muss verkauft werden, das ist der einzige Grund, weshalb sie fährt, und das sagt sie sich auf der vierstündigen Busfahrt durch die kahle Augusthitze der Basilicata immer wieder vor. :4. Olyan ez, mint egy formula, amelynek józannak kellene tartania őt, miközben odakint a táj az ablak mellett ég, ő pedig bent ül a kemény ülésen, és úgy tesz, mintha aludna, hogy elkerülje a mellette ülő öregembert, aki fokhagymaszagú, és ennek ellenére húszpercenként magyaráz neki valamit. - Es ist wie eine Formel, die sie nüchtern halten soll, während die Landschaft außen am Fenster verbrennt und sie innen auf dem harten Sitz sitzt und so tut, als würde sie schlafen, um dem alten Mann neben ihr zu entgehen, der nach Knoblauch riecht und ihr trotzdem alle zwanzig Minuten etwas erklärt. :5. Amikor a busz megáll a piactéren, Elena utolsóként száll le, és egy pillanatig mozdulatlanul áll a kövezeten. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält, steigt Elena als Letzte aus und bleibt einen Moment unbeweglich auf dem Pflaster stehen. :6. Jobb kezében az utazótáskát tartja, baljával már a cigaretta után nyúl, miközben a szeptemberi hőség úgy telepszik rá, mint valami, amit személyesen neki szántak. - Sie hält die Reisetasche in der rechten Hand, greift mit der linken schon nach der Zigarette, während die Septemberhitze sich auf sie legt wie etwas, das sie persönlich gemeint hat. :7. A levegő érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyéből áradó olaj súlyos, elkerülhetetlen szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem schweren, unvermeidlichen Geruch des Öls aus Carlos Werkstatt. :8. Carlo műhelye még mindig ott van mindjárt a sarkon túl, mintha a falu tíz év alatt elhatározta volna, hogy várni fog rá. - Carlos Werkstatt liegt noch immer gleich um die Ecke, als hätte das Dorf in zehn Jahren beschlossen, auf sie zu warten. :9. Elena előbb hallja a nevetését, mint hogy meglátná őt – ezt a széles, önmagában biztos nevetést. - Sie hört sein Lachen, bevor sie ihn sieht – dieses breite, von sich selbst überzeugte Lachen. :10. Húszévesen életörömnek tartotta, ma pedig egy olyan férfi szemtelenségének tűnik számára, aki soha semmiért nem fizetett meg. - Mit zwanzig hatte sie es für Lebensfreude gehalten, und heute kommt es ihr wie die Unverschämtheit eines Mannes vor, der nie für irgendetwas bezahlt hat. :11. Carlo egy behorpadt motorháztető fölé hajolva áll, feltűrt ingujjal, alkarja fekete a kenőanyagtól. - Carlo steht über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Ärmel hochgekrempelt, die Unterarme schwarz von Schmiere. :12. Olyan érintetlennek látszik, olyan szégyenletesen változatlannak, hogy Elena egy pillanatra elfelejt tovább lélegezni. - Er sieht so unberührt aus, so beschämend unverändert, dass Elena für einen Moment vergisst, weiterzuatmen. :13. Amikor megfordul, és ránéz, az arcán nem jelenik meg meglepetés. - Als er sich umdreht und sie ansieht, legt sich keine Überraschung in sein Gesicht. :14. Csak egy hosszú, nyugodt pillantás az, amely egyszerre ismeri fel és sorolja be őt, és bizonyos értelemben ez a legrosszabb. - Es ist nur ein langer, ruhiger Blick, der sie gleichzeitig erkennt und einordnet, und das ist, in gewisser Weise, das Schlimmste. :15. Tizenhat évvel ezelőtt minden a templom mögött kezdődött, a nyári ünnep után, a meleg sötétségben, egy csókkal, amely akkor ígéretnek tűnt számára. - Vor sechzehn Jahren hatte alles hinter der Kirche begonnen, nach dem Sommerfest, in der warmen Dunkelheit, mit einem Kuss, der ihr damals wie ein Versprechen vorgekommen war. :16. Elena azóta tudja, hogy nem naiv volt, hanem egyszerűen tizenkilenc éves, és még nem ismerte azt a tényt, hogy az olyan férfiak, mint Carlo, úgy adnak ígéreteket, hogy közben nem gondolnak semmire. - Elena weiß inzwischen, dass sie nicht naiv war, sondern einfach neunzehn und noch nicht vertraut mit der Tatsache, dass Männer wie Carlo Versprechen geben, ohne sich dabei etwas zu denken. :17. Amikor húszévesen teherbe esett, ezt teljesen megértette. - Als sie mit zwanzig schwanger wurde, verstand sie das vollständig. :18. Túl későn és túl világosan értette meg, ahogyan a legtöbb fontos dolgot megérti az ember. - Sie verstand es zu spät und zu deutlich, wie man die meisten wichtigen Dinge versteht. :19. Matteo márciusban született, sötét hajjal és Carlo szemével, valamint olyan ártatlansággal, amelyet Elena elviselhetetlennek talált. - Matteo kam im März zur Welt, mit dunklen Haaren und Carlos Augen und einer Unschuld, die Elena unerträglich fand. :20. Ránézett, és nem egy gyereket látott, hanem saját vereségének egész történetét, egy síró testbe sűrítve. - Sie sah ihn an und sah nicht ein Kind, sondern die gesamte Geschichte ihrer eigenen Niederlage, komprimiert in einen schreienden Körper. :21. Kétszer tartotta a karjában, aztán odaadta Signora Graziának, Carlo anyjának. - Sie hielt ihn zweimal im Arm, dann gab sie ihn an Signora Grazia, Carlos Mutter. :22. Signora Grazia hetvenéves, soha nem panaszkodik, és mozdulatlan figyelemmel szemlél mindent, ami a háza előtti utcán történik, egy olyan nő figyelmével, aki már régen felhagyott azzal, hogy csodálkozzon az embereken. - Signora Grazia ist siebzig Jahre alt, klagt niemals und beobachtet alles, was auf der Straße vor ihrem Haus passiert, mit der unbeweglichen Aufmerksamkeit einer Frau, die längst aufgehört hat, sich über Menschen zu wundern. :23. Este Elena felveszi a régi virágos ruhát, amely még régről maradt meg neki, és amely még mindig jó rá. - Am Abend zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie noch von früher hat und das immer noch passt. :24. Még mindig jó rá, mert egy évtized Milánó karcsúbbá tette, nem szándékból, hanem felejtésből, és ő azzal a tudatos elhatározással megy fel Carlo lakásának lépcsőjén, hogy semmit sem akar, és azzal a be nem vallott tudással, hogy ez nem igaz. - Es passt noch, weil ein Jahrzehnt Mailand sie schmaler gemacht hat, nicht durch Absicht, sondern durch Vergessen, und sie steigt die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf mit dem bewussten Vorsatz, nichts zu wollen, und dem uneingestandenen Wissen, dass das nicht stimmt. :25. Carlo foltos atlétatrikóban nyit ajtót, egy olyan férfi arcával néz rá, aki nem vár magyarázatot, majd egy fél perccel túl hosszúra nyúló hallgatás után azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Carlo öffnet in einem fleckigen Unterhemd, schaut sie an mit dem Gesicht eines Mannes, der keine Erklärung erwartet, und sagt nach einem Schweigen, das eine halbe Minute zu lang dauert: „Du siehst aus wie deine Mutter." :26. Nem kedvesen mondja, nem kegyetlenül, hanem annak a tárgyilagos csendjével, aki kimond egy megfigyelést, amelyet túl régóta hordoz magában. - Er sagt es nicht freundlich, nicht grausam, sondern mit der sachlichen Stille von jemandem, der eine Beobachtung ausspricht, die er zu lange mit sich herumgetragen hat. :27. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :28. Elég erősen üt ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a lépcsőházban, és hogy a fölöttük lévő emeleten egy ajtó röviden megnyikorduljon, majd újra elnémuljon. - Sie schlägt fest genug, dass das Geräusch im Treppenhaus widerhallt und eine Tür im Stockwerk darüber kurz quietscht und dann wieder verstummt. :29. Carlo nem mozdul, nem érinti meg az arcát, és nem mondja, hogy sajnálja. - Carlo bewegt sich nicht, fasst sich nicht an die Wange und sagt nicht, dass es ihm leidtut. :30. Olyan szemekkel néz rá, amelyekben nincs megbánás és nincs harag sem, csak valami sötét, nyugodt dolog, ami rosszabb mindkettőnél együtt. - Er schaut sie mit Augen an, in denen keine Reue ist und auch keine Wut, nur etwas Dunkles, Ruhiges, das schlimmer ist als beides zusammen. :31. Nem sokkal éjfél után Carlo ott áll Elena anyjának háza előtt, anélkül hogy csengetett volna, anélkül hogy üzenetet küldött volna. - Kurz nach Mitternacht steht er vor dem Haus ihrer Mutter, ohne geklingelt zu haben, ohne eine Nachricht geschickt zu haben. :32. Egyszerűen csak ott áll, egy üveg vörösborral a hóna alatt, mintha biztos volna benne, hogy Elena úgysem alszik – ami igaz, de ezt nem fogja megmondani neki. - Er steht einfach da, mit einer Flasche Rotwein unter dem Arm, als wäre er sicher, dass sie ohnehin nicht schläft – was stimmt, aber das wird sie ihm nicht sagen. :33. Bemmennek a garázsba, és leülnek két régi autóülésre, amelyek a csupasz betonpadlón állnak, mint egy feladott lakás maradványai. - Sie gehen in die Garage und setzen sich auf zwei alte Autositze, die auf dem nackten Betonboden stehen wie Überreste einer aufgegebenen Wohnung. :34. Carlo kérdezés nélkül tölt, ami rendben van, mert ez az egyetlen dolog, amit ezen az estén helyesen csinál. - Carlo schenkt ein, ohne zu fragen, was in Ordnung ist, weil es das Einzige ist, das er an diesem Abend richtig macht. :35. Amikor a keze után nyúl, az ujjai érdesek és melegek, és még mindig annak az olajnak a szagát hordozzák, amelyet nem lehet teljesen lemosni. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen noch immer nach dem Öl, das sich nicht vollständig abwaschen lässt. :36. Elena hagyja megtörténni, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert tudja, hogy másnap reggel elutazik, és azoknak a dolgoknak, amelyeket az ember csak egyetlen éjszakára enged meg, nem kell következményekkel járniuk, ha elég elszánt. - Elena lässt es geschehen, weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie weiß, dass sie morgen früh fährt und Dinge, die man nur eine Nacht lang zulässt, keine Konsequenzen haben müssen, wenn man entschlossen genug ist. :37. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja végül. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich. :38. Olyan hangon mondja, amelynek megállapításnak kellene hangzania, de sebnek hangzik. - Sie sagt es in einem Ton, der nach Feststellung klingen soll und nach Wunde klingt. :39. Carlo állja a tekintetét, iszik egy hosszú kortyot, aztán kertelés nélkül válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit az apám valaha adott nekem.” - Carlo hält ihren Blick aus, trinkt einen langen Schluck und antwortet dann ohne Umschweife: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :40. Elena olyan pontossággal gyűlöli őt ezért, amely szinte csodálatot érdemel, mert ez nem mentség, nem megbánás, nem vallomás, és mégis igazságtalan, megbocsáthatatlan módon teljesen igaz. - Elena hasst ihn dafür mit einer Präzision, die fast Bewunderung verdient, weil es keine Entschuldigung ist, kein Bedauern, kein Geständnis, und trotzdem auf eine ungerechte, unverzeihliche Art vollkommen wahr. :41. Lassan visszahúzza a kezét. - Sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :42. Carlo hagyja, hogy visszahúzza. - Carlo lässt sie nehmen. :43. Elena még napkelte előtt elhagyja a házat a félhomályban. - Noch vor Sonnenaufgang verlässt Elena das Haus im Halbdunkel. :44. Kávé nélkül megy el, üzenet nélkül, anélkül hogy megbizonyosodna róla, hogy helyesen cselekszik. - Sie geht ohne Kaffee, ohne Notiz, ohne sich zu versichern, dass sie das Richtige tut. :45. Kerülőt tesz, amelyet önmagának sem vall be, és megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt. - Sie macht einen Umweg, den sie sich nicht eingesteht, und bleibt vor Signora Grazias Küchenfenster stehen. :46. Az ablakban meleg fény ég, mint évtizedek óta minden reggel. - In dem Fenster brennt warmes Licht wie jeden Morgen seit Jahrzehnten. :47. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret márt a tejbe, egy olyan gyerek teljes, gondtalan összpontosításával, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, mit der vollständigen, sorglosen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört. :48. Ez a legszebb és a legkegyetlenebb dolog, amit Elena valaha látott. - Das ist das Schönste und das Grausamste, was Elena je gesehen hat. :49. Sötét haja van, Carlo szája, és olyan testtartása az asztalnál, amely Elenát önmagára emlékezteti. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Haltung am Tisch, die Elena an sich selbst erinnert. :50. Arra az önmagára emlékezteti, aki abból az időből való, mielőtt még tudta volna, mire képes az élet. - Sie erinnert sie an eine Version ihrer selbst aus der Zeit, bevor sie wusste, wozu das Leben fähig ist. :51. Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején, anélkül hogy felnézne. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf, ohne aufzuschauen. :52. Az arca mintha azt mondaná, hogy tudja, ki áll odakint, és hogy rég megbocsátotta azt, amit Elena soha nem fog megbocsátani önmagának. - Ihr Gesicht scheint zu sagen, dass sie weiß, wer draußen steht, und dass sie längst vergeben hat, was Elena nie sich selbst vergeben wird. :53. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :54. Amikor elér hatvanig, megfordul és elmegy, anélkül hogy még egyszer hátranézne, mert tíz év után ez az egyetlen fegyelem, amely még megmaradt neki. - Als sie bei sechzig ankommt, dreht sie sich um und geht, ohne sich noch einmal umzusehen, weil das die einzige Disziplin ist, die ihr nach zehn Jahren noch geblieben ist. :55. A vonat a felkelő nap felé halad, Basilicata tája égve és közönyösen húz el az ablak mellett, Elena pedig elszívja a doboz utolsó cigarettáját. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne, die Landschaft der Basilicata zieht brennend und gleichgültig am Fenster vorbei, und Elena raucht die letzte Zigarette der Schachtel. :56. Könyökét az ablakpárkányra támasztja, tekintetét a semmire szegezi, és arra gondol, hogy a szerelem nem olyan seb, amely begyógyul, hanem olyan, amelyhez hozzászokik az ember. - Sie hat den Ellbogen auf dem Fensterbrett, den Blick auf nichts gerichtet, und denkt daran, dass die Liebe keine Wunde ist, die heilt, sondern eine, an die man sich gewöhnt. :57. Ez, ha őszinték vagyunk, majdnem rosszabb. - Das ist, wenn man ehrlich ist, fast schlimmer. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, húszéves kora óta dohányzik. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt, raucht seit dem zwanzigsten Lebensjahr. :2. Egy évtizedet élt Milánóban, annak a nőnek a konok következetességével, aki elhatározta, hogy a felejtés nem gyengeség, hanem túlélési stratégia. - Sie hat ein Jahrzehnt in Mailand gelebt, mit der verbissenen Konsequenz einer Frau, die sich entschieden hat, dass Vergessen keine Schwäche ist, sondern eine Überlebensstrategie. :3. Aztán egy kedd este megszólalt a telefon, és egy idegen hang, akiről kiderült, hogy az anyja szomszédasszonya, közölte vele, hogy az idős asszony elment. - Dann klingelte das Telefon an einem Dienstagabend, und eine fremde Stimme, die sich als Nachbarin ihrer Mutter herausstellte, teilte ihr mit, dass die alte Frau gegangen sei. :4. Mintha a halál indulás volna, utazás jobb vidékekre, és nem valakinek a végleges, megmásíthatatlan elnémulása, akinek soha nem mondták elégszer azt, amit el kellett volna mondani. - So als wäre der Tod ein Aufbruch, eine Reise in bessere Gefilde, und nicht das endgültige, unverhandelbare Verstummen von jemandem, dem man nie genug gesagt hatte, was man hätte sagen sollen. :5. A házat el kell adni, és ez az egyetlen oka annak, hogy Elenának négy órával később már buszjegy van a zsebében. - Das Haus muss verkauft werden, und das ist der einzige Grund, weshalb Elena vier Stunden später bereits ein Busticket in der Tasche hat. :6. Ez az a képlet, amellyel átvészeli a hosszú órákig tartó utat, Basilicata kopár, felperzselt táján át, amely úgy húzódik el az ablak előtt, mint egy élet díszlete. - Das ist die Formel, mit der sie sich durch die stundenlange Fahrt trägt, durch die kahle, verbrennte Landschaft der Basilicata, die am Fenster vorbeizieht wie die Kulisse eines Lebens. :7. Egy életé, amelyet valaha élt, és amelyről elhitette magával, hogy teljesen maga mögött hagyta. - Ein Leben, das sie einmal geführt hat und von dem sie sich einredete, es vollständig hinter sich gelassen zu haben. :8. A mellette ülő öregember, aki fokhagymaszagú, és úgy tart az ölében egy hordozható rádiót, mint valami kincset, húszpercenként megpróbál neki elmagyarázni valamit az utak állapotáról. - Der alte Mann neben ihr, der nach Knoblauch riecht und ein tragbares Radio wie einen Schatz auf dem Schoß hält, versucht alle zwanzig Minuten, ihr etwas über den Zustand der Straßen zu erklären. :9. Elena csukott szemmel ül, és úgy tesz, mintha aludna, ami az egyetlen társasági hazugság, amelyet lelkiismeret-furdalás nélkül megenged magának. - Elena sitzt mit geschlossenen Augen da und tut so, als würde sie schlafen, was die einzige soziale Lüge ist, die sie sich ohne Gewissensbisse gestattet. :10. Amikor a busz megáll a piactéren, és az ajtók az ismerős pneumatikus sóhajjal kinyílnak, Elena utolsóként száll le, és egy pillanatra mozdulatlanul áll meg a régi macskakövön. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält und die Türen mit dem vertrauten pneumatischen Seufzen aufgehen, steigt Elena als Letzte aus und bleibt einen Moment unbeweglich auf dem alten Kopfsteinpflaster stehen. :11. Jobb kezében az utazótáskát tartja, bal kezével már a cigarettásdoboz után nyúl, miközben a szeptemberi hőség úgy telepszik rá, mint egy emlék, amelyet elég sokáig elfojtott az ember. - Sie hält die Reisetasche in der rechten Hand, greift mit der linken bereits nach der Zigarettenschachtel, während die Septemberhitze sich auf sie legt wie eine Erinnerung, die man lange genug verdrängt hat. :12. A levegő érett paradicsom, burkolatlan mellékutcák pora és Carlo műhelyéből áradó nehéz, ásványos gépolajszag keveréke, a műhelyé, amely még mindig ott van mindjárt a sarkon túl. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach dem Staub ungepflasterter Seitengassen und nach dem schweren, mineralischen Geruch des Maschinenöls aus Carlos Werkstatt, die noch immer gleich um die Ecke liegt. :13. A műhely úgy áll ott, mintha a falu a maga csendes, makacs módján elhatározta volna, hogy megvárja őt, amíg elég erős lesz, és most, hogy visszatért, nyugodtan megállapítaná, hogy nem az. - Die Werkstatt liegt dort, als hätte das Dorf in seiner stillen, beharrlichen Weise beschlossen, auf sie zu warten, bis sie stark genug wäre, und nun, da sie zurückgekehrt ist, mit einer Gelassenheit festzustellen, dass sie es nicht ist. :14. Meghallja Carlo nevetését, mielőtt meglátná őt – azt a széles, önmagáról gondtalanul meggyőződött nevetést, amelyet húszévesen valamiféle életerőnek tartott, annak bizonyítékának, hogy valaki teljesen benne áll az életben. - Sie hört Carlos Lachen, bevor sie ihn sieht – dieses breite, von sich selbst unbekümmert überzeugte Lachen, das sie mit zwanzig Jahren für eine Art Vitalität gehalten hatte, für den Beweis, dass ein Mensch vollständig im Leben steht. :15. Ma, mindazok után, ez egy olyan férfi szemtelenségének tűnik neki, aki átment azon, amit tett, anélkül hogy hegeket növesztett volna. - Heute kommt es ihr, nach allem, wie die Unverschämtheit eines Mannes vor, der durch das, was er getan hat, hindurchgegangen ist, ohne Narben anzusetzen. :16. Carlo feltűrt ujjakkal hajol egy behorpadt motorháztető fölé, alkarja fekete attól a zsíros kenőanyagtól, amelyet soha nem lehet teljesen lemosni. - Carlo steht mit hochgekrempelten Ärmeln über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Unterarme schwarz von einer Schmiere, die sich nie vollständig abwaschen lässt. :17. Olyan ijesztően változatlannak látszik, olyan szégyenletesen sértetlennek, hogy Elenának egy pillanatra az az érzése támad, az elmúlt tíz év csak benne történt meg, és sehol máshol a világon. - Er sieht so erschreckend unverändert aus, so beschämend unbeschädigt, dass Elena einen Moment lang das Gefühl hat, die letzten zehn Jahre hätten nur in ihr stattgefunden und nirgendwo sonst auf der Welt. :18. Amikor megfordul és meglátja őt, nem jelenik meg meglepetés az arcán, sem megrendülés, sem zavar, még a megjátszott érintettség tisztességes udvariassága sem. - Als er sich umdreht und sie sieht, legt sich keine Überraschung in sein Gesicht, keine Erschütterung, keine Verlegenheit, nicht einmal die anständige Höflichkeit einer gespielten Betroffenheit. :19. Csak egy hosszú, nyugodt pillantás az egész, amely felismeri és besorolja őt, majd folytatja tovább, és ez, oly módon, amely ellen nincsenek szavai, mindennél rosszabb. - Es ist nur ein langer, ruhiger Blick, der sie erkennt und einordnet und weitermacht, und das ist, auf eine Weise, gegen die sie keine Worte hat, das Schlimmste von allem. :20. Tizenhat évvel ezelőtt minden a templom mögött kezdődött, a nyári ünnep után, egy júliusi este meleg sötétjében, egy csókkal, amelynek akkor az ígéret minőségét tulajdonította. - Vor sechzehn Jahren hatte alles hinter der Kirche begonnen, nach dem Sommerfest, in der warmen Dunkelheit eines Juliabends, mit einem Kuss, dem sie damals die Qualität eines Versprechens zugeschrieben hatte. :21. Elena azóta a tapasztalat hűvös bizonyosságával tudja, hogy nem volt naiv, amikor ezt hitte, hanem egyszerűen tizenkilenc éves volt, és még nem birtokolta azt a tudást, hogy a Carlo-féle férfiak nem azért törik meg az ígéreteiket, mert hazudnak, hanem mert abban a pillanatban, amikor adják őket, valóban hiszik, hogy be fogják tartani – ami, ha az ember belegondol, nem enyhítő, hanem súlyosbító körülmény. - Elena weiß inzwischen mit der kühlen Sicherheit der Erfahrung, dass sie nicht naiv war, als sie das glaubte, sondern schlicht neunzehn Jahre alt und noch nicht im Besitz des Wissens, dass Männer wie Carlo Versprechen nicht brechen, weil sie lügen, sondern weil sie in dem Moment, in dem sie sie geben, tatsächlich glauben, dass sie halten werden – was, wenn man darüber nachdenkt, keine mildernde, sondern eine erschwerende Tatsache ist. :22. Amikor húszévesen teherbe esett, ezt olyan pontossággal értette meg, amely nem engedett irgalmat. - Als sie mit zwanzig schwanger wurde, verstand sie das mit einer Präzision, die keine Gnade zuließ. :23. Amikor Matteo márciusban világra jött, sötét hajjal, Carlo elkerülhetetlen szemével és olyan ártatlansággal, amelyet Elena elviselhetetlennek talált, mert nem gyermeket látott benne, hanem saját vereségének összesűrített, sikító összefoglalását. - Als Matteo im März zur Welt kam, mit dunklen Haaren und Carlos unvermeidlichen Augen und einer Unschuld, die Elena unerträglich fand, weil sie in ihm nicht ein Kind sah, sondern die kondensierte, schreiende Zusammenfassung ihrer eigenen Niederlage. :24. Ekkor ismerte fel, hogy a szerelemnek és a fájdalomnak lehet ugyanaz a címe, és hogy a gyermeknek ezért nem szabad fizetnie. - Da erkannte sie, dass Liebe und Schmerz dieselbe Adresse haben können, und dass das Kind dafür nicht bezahlen durfte. :25. Matteót Signora Graziának adta, Carlo anyjának, aki akkor hatvanéves volt, és soha nem rezdült az arca, és soha nem mondott ki vádat. - Sie gab Matteo an Signora Grazia, Carlos Mutter, die damals sechzig war und niemals eine Miene verzog und niemals eine Anklage aussprach. :26. Elena máig nem tudja, hogy ez jóság-e vagy ítélet. - Elena weiß bis heute nicht, ob das Güte ist oder Urteil. :27. Az első nap estéjén Elena felveszi a régi virágos ruhát, amelyet tíz évvel ezelőtt elfelejtett magával vinni, és amely ma is ott lógott az anyja szekrényében, mintha pontosan erre az estére őrizték volna meg, pontosan erre a lehetetlen visszalépésre egy múltba, ahonnan az ember valójában nem tér vissza. - Am Abend des ersten Tages zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren vergessen hatte mitzunehmen und das heute noch im Schrank ihrer Mutter hing, als wäre es dort aufbewahrt worden für genau diesen Abend, für genau diesen unmöglichen Rückgang in eine Vergangenheit, aus der man eigentlich nicht zurückkehrt. :28. Felmegy a lépcsőn Carlo lakásához azzal a szilárd, tudatos elhatározással, hogy csupán egyetlen dolgot mond ki, amit tíz éven át nem mondtak ki, és azzal a be nem vallott, önmaga előtt is alig tudatos tudással, hogy ez az elhatározás már abban a pillanatban hamis volt, amikor felvette a ruhát. - Sie steigt die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf mit dem festen, bewussten Vorsatz, lediglich eine Sache zu sagen, die zehn Jahre lang nicht ausgesprochen wurde, und mit dem uneingestandenen, ihr selbst kaum bewussten Wissen, dass dieser Vorsatz schon in dem Moment falsch war, als sie das Kleid anzog. :29. Carlo foltos trikóban nyit ajtót, olyan pillantással néz rá, amely nem követel magyarázatot és nem mutat riadalmat, majd egy olyan hallgatás után, amelynek ölelésformája van, de nem ölelés, azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Carlo öffnet die Tür in einem fleckigen Unterhemd, schaut sie mit einem Blick an, der keine Erklärung einfordert und kein Erschrecken zeigt, und sagt nach einem Schweigen, das die Form einer Umarmung hat und keine ist: „Du siehst aus wie deine Mutter." :30. Barátság nélkül mondja, kegyetlenség nélkül, annak a férfinak a sajátos tárgyilagosságával, aki kimond egy megfigyelést, amelyet olyan régóta hordoz magában, hogy az elveszített minden érzelmi töltetet, és már csak igaz, és talán ez a legkíméletlenebb dolog, amit valaha mondott neki. - Er sagt es ohne Freundlichkeit, ohne Grausamkeit, mit der eigentümlichen Sachlichkeit eines Mannes, der eine Beobachtung ausspricht, die er so lange mit sich herumgetragen hat, dass sie jede emotionale Ladung verloren hat und nur noch wahr ist, und das ist vielleicht das Rücksichtsloseste, was er je zu ihr gesagt hat. :31. Elena nem szavakkal válaszol, hanem nyitott tenyérrel arcul üti, elég erősen ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a rosszul szigetelt lépcsőházban, és a fölöttük lévő emeleten egy ajtó röviden megnyikorduljon, majd újra elhallgasson. - Elena antwortet nicht mit Worten, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht, fest genug, dass das Geräusch im schlecht isolierten Treppenhaus widerhallt und im Stockwerk darüber eine Tür kurz quietscht und wieder verstummt. :32. Carlo nem mozdul, nem érinti meg kipirult arcát, nem mondja, hogy sajnálja, nem kér bocsánatot, és nem omlik össze. - Carlo bewegt sich nicht, fasst sich nicht an die gerötete Wange, sagt nicht, dass es ihm leidtut, entschuldigt sich nicht und bricht nicht zusammen. :33. Ehelyett olyan szemekkel néz rá, amelyekben nincs megbánás, de ellenségesség sincs, csak valami nyugodt, sötét, feloldhatatlan, ami mindkettőnél rosszabb, mert nem hagy neki lehetőséget arra, hogy harcoljon ellene. - Er schaut sie stattdessen mit Augen an, in denen keine Reue ist, aber auch keine Feindseligkeit, nur etwas Ruhiges, Dunkles, Unauflösbares, das schlimmer ist als beides, weil es ihr keine Möglichkeit lässt, dagegen anzukämpfen. :34. Nem sokkal éjfél után ott áll az anyja háza előtt, anélkül hogy csengetett volna, anélkül hogy üzenetet küldött volna, egy üveg olcsó vörösborral a hóna alatt, és annak az embernek az arcával, aki teljesen biztos benne, hogy Elena amúgy sem aludt. - Kurz nach Mitternacht steht er vor dem Haus ihrer Mutter, ohne geklingelt zu haben, ohne eine Nachricht geschickt zu haben, mit einer Flasche billigem Rotwein unter dem Arm und dem Gesicht eines Mannes, der sich absolut sicher ist, dass sie ohnehin nicht geschlafen hat. :35. Ez igaz, de Elena megtartja magának, mert ez az egyetlen dolog, amit ezen az estén megtart magának. - Das stimmt, aber Elena behält es für sich, weil es das Einzige ist, das sie an diesem Abend für sich behält. :36. A garázsban, két régi autóülésen, amelyek úgy állnak a csupasz betonpadlón, mint egy elhagyott lakás utolsó bútorai, Carlo kérdezés nélkül tölt. - In der Garage, auf zwei alten Autositzen, die auf dem nackten Betonboden stehen wie die letzten Möbel einer aufgegebenen Wohnung, schenkt Carlo ein, ohne zu fragen. :37. Ez rendben van, mert tudja, hogy Elena inni fog, és mert a kérdés nélküli töltés az egyetlen gesztus, amelyet ezen az éjszakán teljesen helyesen tesz. - Das ist in Ordnung, weil er weiß, dass sie trinken wird, und weil das Einschenken ohne Frage die einzige Geste ist, die er in dieser Nacht vollständig richtig macht. :38. Amikor megfogja a kezét, az ujjai érdesek és melegek, és olyan gépolajszaguk van, amelyet a világ egyetlen vize sem mos le teljesen. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen nach Maschinenöl, das kein Wasser der Welt vollständig fortwäscht. :39. Elena hagyja, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert azt mondja magának, hogy azoknak a dolgoknak, amelyek csak egyetlen éjszakáig tartanak, nem kell következményeiknek lenniük, ha az ember elég makacsul ragaszkodik hozzá, amiről tudja, hogy nem igaz, de ami ebben a pillanatban úgy működik, mint egy igazság, és ennek elégnek kell lennie. - Elena lässt es zu, weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie sich sagt, dass Dinge, die nur eine einzige Nacht dauern, keine Konsequenzen haben müssen, wenn man hartnäckig genug darauf besteht, was sie weiß, dass es nicht stimmt, aber was in diesem Moment funktioniert wie eine Wahrheit, und das muss reichen. :40. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja végül, anélkül hogy ránézne, olyan hangon, amelynek közönyösen kellene hangzania. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, ohne ihn anzusehen, in einem Ton, der nach Gleichgültigkeit klingen soll. :41. A hang sebnek hangzik, olyan sebnek, amely tízéves, és ezért nem kevésbé nyitott, csak megszokottabb. - Der Ton klingt nach Wunde, nach einer Wunde, die zehn Jahre alt ist und deshalb nicht weniger offen, sondern nur gewohnter. :42. Carlo állja a pillantását, iszik egy hosszú kortyot, hagy megszületni egy szünetet, amely nem bizonytalanság, hanem tisztelet vagy valami, ami hasonlít rá, aztán kertelés és bocsánatkérés nélkül válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit apám valaha adott nekem.” - Carlo hält ihren Blick aus, trinkt einen langen Schluck, lässt eine Pause entstehen, die keine Unsicherheit ist, sondern Respekt oder etwas, das ihm ähnlich sieht, und antwortet dann, ohne Umschweife und ohne Entschuldigung: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :43. Elena olyan élességgel gyűlöli őt ezért a mondatért, amely már-már csodálatot érdemel, mert nem igazolás, nem vallomás és nem bocsánatkérés. - Elena hasst ihn für diesen Satz mit einer Schärfe, die fast Bewunderung verdient, weil er keine Rechtfertigung ist und kein Geständnis und keine Bitte um Vergebung. :44. Egyszerűen egy másik igazság volt, mint az övé, és minden igazságtalansága mellett ez a legelviselhetetlenebb: hogy a maga módján, a maga korlátozott, megbocsáthatatlan, tökéletesen emberi módján igaza lehet. - Es war schlicht eine andere Wahrheit als ihre, und das ist, bei aller Ungerechtigkeit, das Unerträglichste: dass er recht haben könnte, auf seine Weise, in seiner begrenzten, unentschuldbaren, vollkommen menschlichen Weise. :45. Lassan kihúzza a kezét az övéből. - Sie nimmt langsam ihre Hand aus seiner. :46. Ő hagyja, hogy elvegye, tartás nélkül, kérdés nélkül, olyan mozdulat nélkül, amely arra kényszerítené, hogy megmagyarázzon valamit, amit önmagának sem tud megmagyarázni. - Er lässt sie nehmen, ohne zu halten, ohne zu fragen, ohne eine Geste, die sie zwingen würde, etwas zu erklären, was sie sich selbst nicht erklären kann. :47. Elena még napkelte előtt elhagyja a házat a szürke hajnalelőtti félhomályban, a táskája annak a nőnek a hatékonyságával összepakolva, aki már túl sokszor indult útnak ahhoz, hogy közben még érzéseket pazaroljon. - Noch vor Sonnenaufgang verlässt Elena das Haus im grauen Vordunkel, die Tasche gepackt mit der Effizienz einer Frau, die schon zu oft aufgebrochen ist, um dabei noch Gefühle zu verschwenden. :48. Nem megy azonnal az állomásra, hanem kerülőt tesz az alvó sikátorokon át, amit nem vall be magának. - Sie geht nicht sofort zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg durch die schlafenden Gassen, den sie sich nicht eingesteht. :49. Felszállni annak beismerése volna, hogy ez döntés, és nem gyengeség. - Einsteigen wäre ein Eingeständnis, dass es eine Entscheidung ist, und keine Schwäche. :50. Végül megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt, amelyben meleg fény ég, mint évtizedek óta minden reggel, megingathatatlanul és magától értetődően, mint minden, ami ebben a faluban túlél. - Sie bleibt schließlich vor Signora Grazias Küchenfenster stehen, in dem warmes Licht brennt wie jeden Morgen seit Jahrzehnten, unerschütterlich und selbstverständlich wie alles, was in diesem Dorf überdauert. :51. Matteo a konyhaasztalnál ül, és kenyeret márt tejbe, annak a gyermeknek a teljes, önmagába zárt koncentrációjával, aki pontosan tudja, hová tartozik, és eszébe sem jutna kételkedni benne. - Matteo sitzt am Küchentisch und tunkt Brot in Milch, mit der vollständigen, in sich geschlossenen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört und nicht auf die Idee käme, daran zu zweifeln. :52. Ez a legszebb dolog, amit Elena valaha látott, és a legkegyetlenebb, és a kettő ugyanaz a dolog, és neki nincs nyelve hozzá, sem olaszul, sem semmilyen más nyelven. - Das ist das Schönste, was Elena je gesehen hat, und das Grausamste, und beide Dinge sind dasselbe Ding, und sie hat keine Sprache dafür, weder auf Italienisch noch in irgendeiner anderen. :53. Sötét haja van, Carlo szája, és úgy tartja a vállát, hogy az Elenát önmagára emlékezteti. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Art, die Schultern zu halten, die Elena an sich selbst erinnert. :54. Elena egykori önmagának egy olyan változatára emlékezteti, abból az időből, mielőtt megértette volna, milyen sérülésekre képes az élet, és mielőtt megértette volna, hogy ő maga is e sérülések okai közé tartozik. - Sie erinnert Elena an eine Version ihrer selbst aus der Zeit, bevor sie verstand, zu welchen Beschädigungen das Leben fähig ist, und bevor sie verstand, dass man selbst zu den Ursachen dieser Beschädigungen gehört. :55. Signora Grazia mögötte áll, és olyan lassúsággal simít végig a fején, amely nem gyengédség, hanem valami régebbi és tartósabb a gyengédségnél. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm mit einer Langsamkeit über den Kopf, die keine Zärtlichkeit ist, sondern etwas Älteres und Beständigeres als Zärtlichkeit. :56. Nem néz fel, de az arcán olyan asszony kifejezése van, aki már rég megbocsátotta azt, amit Elena önmagának soha nem fog megbocsátani. - Sie schaut nicht auf, aber ihr Gesicht hat den Ausdruck einer Frau, die längst vergeben hat, was Elena sich selbst nie vergeben wird. :57. Ismeri ezt az aszimmetriát, és hallgat, mert a hallgatás néha az egyetlen, amit az ember egy másik nőnek fel tud ajánlani. - Sie kennt diese Asymmetrie und schweigt, weil Schweigen manchmal das Einzige ist, das man einer anderen Frau anbieten kann. :58. Elena a hideg üveghez nyomja a homlokát, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :59. Hatvannál megfordul, és elmegy, anélkül hogy hátranézne. - Bei sechzig dreht sie sich um und geht, ohne sich umzusehen. :60. Ez mindazok után az egyetlen fegyelem, amely megmaradt neki: nem visszanézni, vagy legalábbis nem hagyni, hogy közben lássák. - Das ist nach allem, die einzige Disziplin, die ihr geblieben ist: nicht zurückzuschauen, oder zumindest nicht dabei gesehen zu werden. :61. A Milánóba tartó vonat a felkelő nap felé halad, és Basilicata tája odakint égve húzódik el az ablak mellett, közönyösen és pompásan, amilyen mindig is volt és mindig is lesz, érintetlenül attól, hogy az emberek mit hagynak benne hátra, vagy mit nem. - Der Zug nach Mailand fährt in die aufgehende Sonne, und die Landschaft der Basilicata brennt außen am Fenster vorbei, gleichgültig und prächtig, wie sie es immer war und immer sein wird, unberührt davon, was Menschen in ihr zurücklassen oder nicht. :62. Elena elszívja a doboz utolsó cigarettáját, könyökét az ablakpárkányra támasztva, tekintetét a mozgó tájra szegezve, anélkül hogy látná. - Elena raucht die letzte Zigarette der Schachtel, den Ellbogen auf dem Fensterbrett, den Blick auf die fahrende Landschaft gerichtet, ohne sie zu sehen. :63. Nem gondol semmire, vagy legalábbis megpróbálja annak a nőnek az elszántságával, aki tudja, hogy a gondolkodás ebben a pillanatban nem volna segítség. - Sie denkt an nichts, oder versucht es mit der Entschlossenheit einer Frau, die weiß, dass Denken in diesem Moment keine Hilfe wäre. :64. Megtanulta, hogy a fájdalom ellentéte nem a boldogság, hanem ez a sajátos, száraz, működő zsibbadtság, amelyben az ember vonatokra száll, ablakok mellett dohányzik, és megy tovább. - Sie hat gelernt, dass das Gegenteil von Schmerz nicht Glück ist, sondern diese spezifische, trockene, funktionierende Taubheit, in der man Züge besteigt und Fenster raucht und weitermacht. ------------------------- == 74 == 1 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio negyvenkét éves. - Antonio ist zweiundvierzig Jahre alt. :2. Egy kis trattoriát vezet Nápolyban, közvetlenül a kikötőnél. - Er betreibt eine kleine Trattoria in Neapel, direkt am Hafen. :3. Az étteremben csak három asztal van. - Das Restaurant hat nur drei Tische. :4. Étlap nincs. - Es gibt keine Speisekarte. :5. Antonio felesége, Lucia két évvel ezelőtt meghalt. - Antonios Frau Lucia ist vor zwei Jahren gestorben. :6. Szívrohamot kapott, az esti kiszolgálás kellős közepén. - Sie hatte einen Herzinfarkt, mitten im Abendservice. :7. A keze még a tányér szélén feküdt. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand. :8. Azóta Antonio csak azokat az ételeket főzi, amelyeket Lucia szeretett. - Seither kocht Antonio nur noch die Gerichte, die Lucia geliebt hat. :9. Kagylós tésztát készít, sült cukkinit és hideg citromtortát. - Er macht Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini und kalten Zitronenkuchen. :10. Egy hónapja egy fiatal nő dolgozik a trattoriában. - Seit einem Monat arbeitet eine junge Frau in der Trattoria. :11. Chiarának hívják, és huszonhét éves. - Sie heißt Chiara und ist siebenundzwanzig Jahre alt. :12. Északról jött, és Nápolyba menekült. - Sie kommt aus dem Norden und ist nach Neapel geflohen. :13. A fülében egy kis, olajbogyó alakú fülbevalót visel. - An ihrem Ohr trägt sie einen kleinen Ohrring in Form einer Olive. :14. Egy kicsit selypít, amikor beszél. - Sie lispelt ein bisschen, wenn sie redet. :15. Egy kedd estén Antonio a konyhában áll, és hagymát vág. - An einem Dienstagabend steht Antonio in der Küche und schneidet Zwiebeln. :16. A könnyek végigfutnak az arcán, de nem törli le őket. - Die Tränen laufen ihm über das Gesicht, aber er wischt sie nicht ab. :17. Chiara a mosogatónál áll, és kagylókat mos. - Chiara steht an der Spüle und wäscht Muscheln. :18. Átnéz Antonióra. - Sie schaut zu Antonio hinüber. :19. A tekintetük találkozik a rozsdás páraelszívó régi tükrében. - Ihre Blicke treffen sich im alten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube. :20. Antonio megállítja a kést. - Antonio hält das Messer an. :21. Azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :22. Chiara egy lépéssel közelebb lép. - Chiara tritt einen Schritt näher. :23. Ráteszi a kezét az ő kezére a kés nyelén. - Sie legt ihre Hand über seine Hand am Messergriff. :24. A keze meleg és nedves, és kagylóvíz szaga van. - Ihre Hand ist warm und feucht und riecht nach Muschelwasser. :25. Antonio nem húzza vissza a kezét. - Antonio zieht seine Hand nicht zurück. :26. Így állnak egy hosszú ideig. - Sie stehen so eine lange Weile. :27. Aztán megérkezik az utolsó vendég, és szétválnak. - Dann kommt der letzte Gast, und sie gehen auseinander. :28. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür. :29. Megosztanak egy cigarettát, és nem beszélnek. - Sie teilen sich eine Zigarette und reden nicht. :30. Az utca másik végéről halk zene hallatszik. - Vom anderen Ende der Straße hört man leise Musik. :31. Egy régi dal Lucio Battistitól. - Es ist ein altes Lied von Lucio Battisti. :32. Az éjszaka meleg, és só- meg halszaga van. - Die Nacht ist warm und riecht nach Salz und Fisch. :33. Chiara előrehajol, és megcsókolja Antoniót. - Chiara beugt sich vor und küsst Antonio. :34. A szája citrom és vörösbor ízű. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein. :35. Antonio lehunyja a szemét. - Antonio schließt die Augen. :36. A kezét Chiara tarkójára teszi, erősen. - Er legt seine Hand in ihren Nacken, fest. :37. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja Chiara dekoltázsát. - Dann öffnet er die Augen und sieht ihr Dekolleté. :38. Közvetlenül a bal kulcscsontja alatt van egy kis anyajegy. - Direkt unter dem linken Schlüsselbein ist ein kleines Muttermal. :39. Pontosan ezen a helyen Luciának is volt egy. - An genau dieser Stelle hatte Lucia auch eines. :40. Antonio megdermed. - Antonio erstarrt. :41. Feláll, anélkül hogy egy szót is szólna. - Er steht auf, ohne ein Wort zu sagen. :42. Visszamegy a konyhába, és becsukja maga mögött az ajtót. - Er geht zurück in die Küche und macht die Tür hinter sich zu. :43. Chiara a lépcsőn marad ülve. - Chiara bleibt auf der Treppe sitzen. :44. Másnap nem jön dolgozni. - Am nächsten Tag kommt sie nicht zur Arbeit. :45. És az azt követő napon sem. - Und auch am übernächsten Tag nicht. :46. Antonio egyedül főz, és a kagylók fele megmarad. - Antonio kocht allein, und die Muscheln bleiben halb übrig. :47. Éjfélkor elmegy a pékség fölötti kis lakásához. - Um Mitternacht geht er zu ihrer kleinen Wohnung über der Bäckerei. :48. Az ajtó résnyire nyitva áll. - Die Tür steht ein Stück offen. :49. Chiara az ágyon ül, felhúzott lábakkal, és dohányzik. - Chiara sitzt auf dem Bett, die Beine angezogen, und raucht. :50. Ránéz, de nem mond semmit. - Sie schaut ihn an, sagt aber nichts. :51. Antonio leül mellé. - Antonio setzt sich neben sie. :52. Megfogja a kezét, és a hüvelykujjával végigsimít az anyajegyen. - Er nimmt ihre Hand und streicht mit dem Daumen über das Muttermal. :53. „Ez nem az övé” — mondja halkan. - „Es ist nicht ihres", sagt er leise. :54. Chiara így felel: „De az enyém.” - Chiara antwortet: „Aber es ist meins." :55. Lefekszenek egymással, nem gyengéden és nem vadul. - Sie schlafen miteinander, nicht zärtlich und nicht wild. :56. Egymás mellett fekszenek, mint két ember egy idegen ágyban. - Sie liegen nebeneinander wie zwei Menschen in einem fremden Bett. :57. Reggel öt órakor Antonio felkel. - Um fünf Uhr morgens steht Antonio auf. :58. Bemegy a trattoria konyhájába, és meggyújtja a tűzhelyet. - Er geht in die Küche der Trattoria und zündet den Herd an. :59. Feltör három tojást, és tükörtojást készít. - Er schlägt drei Eier auf und macht Spiegeleier. :60. Lucia soha nem szerette a tükörtojást. - Lucia hat Spiegeleier nie gemocht. :61. Chiara később megérkezik, és az ölébe ül. - Chiara kommt später und setzt sich auf seinen Schoß. :62. Eszik a tányérjáról, anélkül hogy megkérdezné. - Sie isst von seinem Teller, ohne zu fragen. :63. Antonio nevet. - Antonio lacht. :64. Két év óta először. - Es ist das erste Mal seit zwei Jahren. :65. Aztán Chiara megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara: „Bleibst du?" :66. Antonio kinéz az ablakon a szürke kikötőre. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den grauen Hafen. :67. Egy nagy teherhajó lassan kifut. - Ein großes Frachtschiff legt langsam ab. :68. Azt mondja: „Már maradtam, csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben, nur nicht hier." :69. Chiara a kezével megtörli a száját. - Chiara wischt sich den Mund mit der Hand ab. :70. Feláll és elmegy. - Sie steht auf und geht. :71. Antonio az asztalnál marad ülve. - Antonio bleibt am Tisch sitzen. :72. A tányéron a tükörtojások kihűlnek. - Die Spiegeleier auf dem Teller werden kalt. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Antonio Ferrante és Chiara - Antonio Ferrante und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és egy kis trattoriát vezet közvetlenül Nápoly kikötőjénél. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt und betreibt eine kleine Trattoria direkt am Hafen von Neapel. :2. Az étteremben csak három asztal van, és étlap nincs. - Das Restaurant hat nur drei Tische, und es gibt keine Speisekarte. :3. A felesége, Lucia két éve halott – szívrohamot kapott az esti kiszolgálás kellős közepén. - Seit zwei Jahren ist seine Frau Lucia tot – sie hatte einen Herzinfarkt mitten im Abendservice. :4. A keze még a tányér szélén feküdt, amikor meghalt. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand, als sie starb. :5. Azóta Antonio csak azokat az ételeket főzi, amelyeket Lucia a legszívesebben evett. - Seitdem kocht Antonio nur noch die Gerichte, die Lucia am liebsten gegessen hat. :6. Kagylós tésztát készít, sült cukkinit és hideg citromtortát, minden este, kivétel nélkül. - Er macht Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini und kalten Zitronenkuchen, jeden Abend, ohne Ausnahme. :7. Egy hónapja egy Chiara nevű fiatal nő dolgozik a trattoriában. - Seit einem Monat arbeitet eine junge Frau namens Chiara in der Trattoria. :8. Huszonhét éves, északról jött, és olyan okból menekült Nápolyba, amelyet nem nevez meg. - Sie ist siebenundzwanzig Jahre alt, kommt aus dem Norden und ist aus einem Grund nach Neapel geflohen, den sie nicht nennt. :9. A bal fülében egy kis, olajbogyó alakú fülbevalót visel, és enyhén selypít, amikor beszél. - An ihrem linken Ohr trägt sie einen kleinen Ohrring in Form einer Olive, und sie lispelt leicht, wenn sie spricht. :10. Egy kedd estén Antonio a konyhában áll, és hagymát vág. - An einem Dienstagabend steht Antonio in der Küche und schneidet Zwiebeln. :11. A könnyek végigfutnak az arcán, de nem törli le őket, mert már észre sem veszi. - Die Tränen laufen ihm über das Gesicht, aber er wischt sie nicht ab, weil er es nicht mehr bemerkt. :12. Chiara a mosogatónál áll, és kagylókat mos, és néha átnéz hozzá. - Chiara steht an der Spüle und wäscht Muscheln, und manchmal schaut sie zu ihm hinüber. :13. A rozsdás páraelszívó régi tükrében egy pillanatra találkozik a tekintetük. - Im alten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke für einen Moment. :14. Antonio megállítja a kést, és azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Antonio hält das Messer an und sagt: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :15. Chiara egy lépéssel közelebb lép, és ráteszi a kezét Antonio kezére a kés nyelén. - Chiara tritt einen Schritt näher und legt ihre Hand über seine Hand am Messergriff. :16. A keze meleg, nedves, és kagylóvíz szaga van, Antonio pedig nem húzza vissza a kezét. - Ihre Hand ist warm, feucht und riecht nach Muschelwasser, und Antonio zieht seine Hand nicht zurück. :17. Így állnak egy darabig, amíg egy vendég nem kiált a számla után, és ők szét nem válnak. - Sie stehen so eine Weile, bis ein Gast nach der Rechnung ruft und sie auseinandergehen. :18. Zárás után együtt ülnek a hátsó ajtó előtti lépcsőn, és megosztanak egy cigarettát. - Nach Ladenschluss sitzen sie zusammen auf der Treppe vor der Hintertür und teilen sich eine Zigarette. :19. Nem beszélnek, de a hallgatás nem kellemetlen. - Sie reden nicht, aber das Schweigen ist nicht unangenehm. :20. Az utca másik végéről egy régi Lucio Battisti-dal hallatszik, egészen halkan, egy nyitott ablakon át. - Vom anderen Ende der Straße hört man ein altes Lied von Lucio Battisti, ganz leise durch ein offenes Fenster. :21. Az éjszaka meleg, és só, hal meg a halászhajók motorolajának szaga van benne. - Die Nacht ist warm und riecht nach Salz, Fisch und dem Motoröl der Fischerboote. :22. Chiara lassan előrehajol, és megcsókolja Antoniót, kérdés nélkül és habozás nélkül. - Chiara beugt sich langsam vor und küsst Antonio, ohne zu fragen und ohne zu zögern. :23. A szája citrom és vörösbor ízű, Antonio pedig lehunyja a szemét. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein, und Antonio schließt die Augen. :24. A kezét Chiara tarkójára teszi, az ujjai szorosan tartják, majdnem egy kicsit túl szorosan. - Er legt seine Hand in ihren Nacken, die Finger fest, fast ein bisschen zu fest. :25. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: közvetlenül Chiara bal kulcscsontja alatt egy kis sötét anyajegyet. - Dann öffnet er die Augen und sieht es: direkt unter ihrem linken Schlüsselbein, ein kleines dunkles Muttermal. :26. Pontosan ezen a helyen Luciának is volt egy, és Antonio egyetlen másodperc alatt emlékszik vissza rá. - An genau dieser Stelle hatte Lucia auch eines, und Antonio erinnert sich daran in einer einzigen Sekunde. :27. Megdermed, feláll, egy szót sem szól, és visszamegy a konyhába. - Er erstarrt, steht auf, sagt kein Wort und geht zurück in die Küche. :28. Az ajtó becsapódik mögötte, Chiara pedig egyedül marad ülve a lépcsőn. - Die Tür fällt hinter ihm ins Schloss, und Chiara bleibt allein auf der Treppe sitzen. :29. Másnap este nem jön dolgozni, és az azt követő estén sem. - Am nächsten Abend kommt sie nicht zur Arbeit, und auch am Abend danach nicht. :30. Antonio egyedül főz, a kagylók fele megmarad, és a három asztal üres marad. - Antonio kocht allein, die Muscheln bleiben halb übrig, und die drei Tische bleiben leer. :31. Éjfélkor elhagyja a trattoriát, és elmegy Chiara kis lakásához a pékség fölött. - Um Mitternacht verlässt er die Trattoria und geht zu ihrer kleinen Wohnung über der Bäckerei. :32. Az ajtó résnyire nyitva áll, és nem hall sem zenét, sem sírást, csak csendet. - Die Tür steht einen Spalt offen, und er hört keine Musik und kein Weinen, nur Stille. :33. Chiara az ágyon ül, a lábait a hasához húzva, és dohányzik. - Chiara sitzt auf dem Bett, die Beine an den Bauch gezogen, und raucht. :34. Úgy néz rá, mintha tudta volna, hogy jönni fog. - Sie schaut ihn an, als hätte sie gewusst, dass er kommt. :35. Antonio leül mellé, és megfogja a kezét, anélkül hogy megmagyarázná, miért. - Antonio setzt sich neben sie und nimmt ihre Hand, ohne zu erklären warum. :36. A hüvelykujjával lassan végigsimít az anyajegyen, egyszer, kétszer. - Er streicht mit dem Daumen langsam über das Muttermal, einmal, zweimal. :37. „Ez nem az övé” – mondja, és a hangja furcsán idegenül cseng a kis szobában. - „Es ist nicht ihres", sagt er, und seine Stimme klingt seltsam fremd in dem kleinen Zimmer. :38. Chiara nyugodtan válaszol: „De az enyém.” - Chiara antwortet ruhig: „Aber es ist meins." :39. Lefekszenek egymással, nem gyengéden és nem vadul, hanem úgy, mint két ember, akik megosztanak egy idegen ágyat, anélkül hogy megkérdeznék, kié. - Sie schlafen miteinander, nicht zärtlich und nicht wild, sondern wie zwei Menschen, die ein fremdes Bett teilen, ohne zu fragen, wem es gehört. :40. Reggel öt órakor Antonio felkel, és egyedül visszamegy a trattoria konyhájába. - Um fünf Uhr morgens steht Antonio auf und geht allein zurück in die Küche der Trattoria. :41. Begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a serpenyőbe – tükörtojást, úgy, ahogy Lucia soha nem szerette. - Er zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Pfanne – Spiegeleier, so wie Lucia sie nie gemocht hat. :42. A vaj és a forró zsír szaga betölti az üres konyhát. - Der Geruch von Butter und heißem Fett füllt die leere Küche. :43. Chiara egy órával később érkezik, szó nélkül az ölébe ül, és eszik a tányérjáról. - Chiara kommt eine Stunde später, setzt sich wortlos auf seinen Schoß und isst von seinem Teller. :44. Antonio nevet – rövid, valódi nevetéssel, amely még őt magát is meglepi. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes Lachen, das ihn selbst überrascht. :45. Két év óta ez az első alkalom, hogy így nevetett. - Es ist das erste Mal seit zwei Jahren, dass er so gelacht hat. :46. Aztán Chiara halkan megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara leise: „Bleibst du?" :47. Antonio kinéz az ablakon a szürke reggeli kikötőre, ahol egy teherhajó lassan és sietség nélkül kifut. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den grauen Morgenhafen, wo ein Frachtschiff langsam und ohne Eile ablegt. :48. Azt mondja: „Már maradtam, csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben, nur nicht hier." :49. Chiara erre nem válaszol semmit. - Chiara antwortet nichts darauf. :50. Megtörli a száját a tenyerével, feláll, és elmegy, anélkül hogy visszafordulna. - Sie wischt sich den Mund mit der Handfläche ab, steht auf und geht, ohne sich umzudrehen. :51. Antonio az asztalnál marad ülve, és nem néz utána. - Antonio bleibt am Tisch sitzen und schaut ihr nicht nach. :52. A tányéron a tükörtojások kihűlnek, odakint pedig a kikötő lassan világosabb lesz. - Die Spiegeleier auf dem Teller werden kalt, und der Hafen draußen wird langsam heller. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és már majdnem egy évtizede vezet egy kis trattoriát Nápoly kikötőjénél. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt und betreibt seit fast einem Jahrzehnt eine kleine Trattoria am Hafen von Neapel. :2. Három asztala van, étlapja nincs, és egyetlen ablaka a vízre néz. - Sie hat drei Tische, keine Speisekarte und ein einziges Fenster mit Blick aufs Wasser. :3. Két évvel ezelőtt meghalt a felesége, Lucia, az esti felszolgálás kellős közepén, minden előjel nélkül. - Vor zwei Jahren ist seine Frau Lucia gestorben, mitten im Abendservice, ohne Vorwarnung. :4. A keze még egy vendég tányérjának peremén feküdt, aki a tányérját észre sem vette. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der seinen Teller nicht mal bemerkt hatte. :5. Azóta Antonio egy összehajtott takarón alszik a pult mögött. - Seitdem schläft Antonio auf einer zusammengeklappten Decke hinter der Theke. :6. A fenti hálószoba túl hangos – nem a kintről beszűrődő zaj miatt, hanem a benne lévő csend miatt. - Das Schlafzimmer oben ist zu laut – nicht wegen des Lärms von draußen, sondern wegen der Stille darin. :7. Minden este ugyanazt főzi: kagylós tésztát, sült cukkinit, hideg citromtortát. - Er kocht jeden Abend dasselbe: Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalten Zitronenkuchen. :8. Ez az a három étel, amelyet Lucia mindig rendelt, amikor nem ő állt a tűzhely mellett. - Es sind die drei Gerichte, die Lucia immer bestellt hat, wenn sie nicht selbst am Herd stand. :9. Chiara egy hónapja van ott, huszonhét éves, Torinóból menekült valami elől, amit nem nevez meg. - Chiara ist seit einem Monat da, siebenundzwanzig Jahre alt, aus Turin geflohen vor etwas, das sie nicht benennt. :10. Egy olívazöld fülbevalót visel, és enyhén selypít, amit csak akkor hallani, ha izgatott. - Sie trägt einen Olivenohrrring und hat ein leichtes Lispeln, das man nur hört, wenn sie aufgeregt ist. :11. Nézi Antoniót főzés közben, ahogy összenyomja a fokhagymagerezdeket, ahogy az ujjai végigsiklanak a késen. - Sie schaut Antonio beim Kochen zu, wie er die Knoblauchzehen presst, wie seine Finger über das Messer gleiten. :12. Figyeli, hogy soha nem néz az órára, bár mindig pontosan tudja, mennyi az idő. - Sie beobachtet, wie er nie auf die Uhr schaut, obwohl er immer genau weiß, wie spät es ist. :13. Egy kedd este, amikor az utolsó vendég már rég elment, és a konyha fokhagyma és forró olívaolaj illatát árasztja, Antonio hagymát vág. - An einem Dienstagabend, als der letzte Gast längst gegangen ist und die Küche nach Knoblauch und heißem Olivenöl riecht, schneidet Antonio Zwiebeln. :14. A könnyek végigfolynak az arcán, anélkül hogy észrevenné vagy törődne vele. - Die Tränen laufen ihm übers Gesicht, ohne dass er es bemerkt oder sich darum kümmert. :15. Chiara a mosogatónál áll, kagylókat mos, és őt nézi. - Chiara steht an der Spüle, wäscht Muscheln und schaut ihn an. :16. A régi, rozsdás páraelszívó tükrében röviden egymás szemébe néznek, egy pillanattal tovább, mint amennyi véletlen lehetne. - Im Spiegel der alten, verrosteten Dunstabzugshaube sehen sie sich kurz in die Augen, einen Moment zu lang für einen Zufall. :17. Anélkül, hogy abbahagyná a vágást, azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :18. A lány közelebb lép, és a kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen, sósan a kagylóvíztől. - Sie tritt näher und legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm, feucht, salzig vom Muschelwasser. :19. Ő nem húzza vissza a kezét. - Er zieht die Hand nicht zurück. :20. Olyan közel áll hozzá, hogy érzi a citromillatot a hajában, amely semmire sem emlékezteti, és éppen ezért olyan szokatlan. - Sie steht so nah, dass er den Zitronengeruch in ihrem Haar riecht, der ihn an nichts erinnert und deshalb so ungewohnt ist. :21. Így állnak, amíg Chiara kötényzsebében rezegni nem kezd a mobiltelefon. - Sie stehen so, bis das Handy in Chiaras Schürzentasche vibriert. :22. Aztán szétválnak, mintha semmit sem tettek volna. - Dann gehen sie auseinander, als hätten sie gar nichts getan. :23. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür. :24. Megosztoznak egy cigarettán, és az üres sikátort nézik, ahol egy macska alszik két szemetes között. - Sie teilen sich eine Zigarette und schauen auf die leere Gasse, wo eine Katze zwischen zwei Mülleimern schläft. :25. A szomszéd házból nagyon halkan egy régi Lucio Battisti-dal hallatszik. - Vom Nachbarhaus hört man sehr leise ein altes Lied von Lucio Battisti. :26. Egy nyitott ablakon át sodródik ki, mint a cigarettafüst. - Es driftet durch ein offenes Fenster nach draußen wie Zigarettenrauch. :27. Chiara előrehajol, és kérdés nélkül megcsókolja, a szája citrom és vörösbor ízű. - Chiara beugt sich vor und küsst ihn, ohne zu fragen, ihr Mund nach Zitrone und Rotwein. :28. Antonio lehunyja a szemét, és a kezét a tarkójára teszi, az ujjai erősen, talán túl erősen szorítanak. - Antonio schließt die Augen und legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fest, zu fest vielleicht. :29. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kicsi, sötét anyajegy közvetlenül a bal kulcscsontja alatt. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines, dunkles Muttermal direkt unter ihrem linken Schlüsselbein. :30. Pontosan azon a helyen van, ahol Luciának is volt egy, pontosan azon a helyen, amelyet az elmúlt két évben álmaiban megérintett. - Es sitzt an genau der Stelle, wo Lucia auch eines hatte, an genau der Stelle, die er in den letzten zwei Jahren in seinen Träumen berührt hat. :31. Olyan teljesen megdermed, hogy Chiara azonnal megérzi. - Er erstarrt so vollständig, dass Chiara es sofort spürt. :32. Aztán feláll és elmegy, magyarázat nélkül, vissza sem fordulva, maga mögött becsukva a konyhaajtót, mint egy választ. - Dann steht er auf und geht, ohne eine Erklärung, ohne sich umzudrehen, die Küchentür hinter sich schließend wie eine Antwort. :33. A következő két este Chiara nem jön. - Die nächsten beiden Abende kommt Chiara nicht. :34. Antonio egyedül főz egy konyhában, amely nagyobbnak tűnik, mint máskor, a kagylók félig elfogyva, az asztalok a szokásosnál korábban üresek. - Antonio kocht allein in einer Küche, die größer wirkt als sonst, die Muscheln halb aufgegessen, die Tische früher leer als üblich. :35. A harmadik nap éjfélkor elhagyja a trattoriát. - Um Mitternacht des dritten Tages verlässt er die Trattoria. :36. Végigmegy a szűk, gyengén megvilágított sikátorokon ahhoz a régi házhoz a pékség fölött, ahol Chiara a második emeleten lakik. - Er geht durch die engen, schwach beleuchteten Gassen zu dem alten Haus über der Bäckerei, wo Chiara im zweiten Stock wohnt. :37. Az ajtó résnyire nyitva áll, fény nincs. - Die Tür steht einen Spalt offen, kein Licht. :38. Csak a cigarettája narancsszínű pontja látszik a sötétben. - Nur der orangefarbene Punkt ihrer Zigarette ist in der Dunkelheit zu sehen. :39. Az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen. :40. Úgy néz rá, mintha nem lepődne meg, mintha tudta volna, hogy egyszer úgyis eljön, csak azt nem, mikor. - Sie schaut ihn an, als wäre sie nicht überrascht, als hätte sie gewusst, dass er irgendwann kommen würde, nur nicht, wann. :41. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, és megfordítja. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand und dreht sie um. :42. A hüvelykujjával lassan végigsimít az anyajegyen, mintha azt ellenőrizné, valóban ott van-e. - Er streicht mit dem Daumen über das Muttermal, langsam, so als würde er prüfen, ob es wirklich da ist. :43. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :44. A hangja úgy szól, mintha saját magát akarná erről meggyőzni. - Seine Stimme klingt, als würde er sich selbst davon überzeugen wollen. :45. Chiara nem húzza el a kezét. - Chiara zieht ihre Hand nicht weg. :46. Nyugodtan, szinte közönyösen válaszol: „De az enyém.” - Sie antwortet ruhig, fast gleichgültig: „Aber es ist meins." :47. Együtt alszanak, nem szenvedélyből és nem gyászból. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Trauer. :48. Úgy teszik, mint két ember, akik hosszú idő után végre abbahagyták, hogy úgy tegyenek, mintha semmire sem lenne szükségük. - Sie tun es wie zwei Menschen, die nach langer Zeit endlich aufgehört haben, so zu tun, als bräuchten sie nichts. :49. Nem sokkal öt előtt Antonio felkel, felöltözik, és visszamegy a trattoriába. - Um kurz vor fünf steht Antonio auf, zieht sich an und geht zurück in die Trattoria. :50. Ott begyújtja a tűzhelyet, és feltör három tojást – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, és amelyet soha nem készített neki. - Dort zündet er den Herd an und schlägt drei Eier auf – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie mochte, das er nie für sie gemacht hat. :51. A vaj és a zsír szaga betölti a csendes konyhát. - Der Geruch von Butter und Fett füllt die stille Küche. :52. A reggel első fénye beszűrődik az ablakon, szürkén és tétován, mint egy vendég, aki nem tudja, szívesen látják-e. - Das erste Licht des Morgens kommt durchs Fenster, grau und zögernd wie ein Gast, der nicht weiß, ob er willkommen ist. :53. Chiara egy órával később jön, még nem egészen ébren. - Chiara kommt eine Stunde später, noch nicht ganz wach. :54. Az ölébe ül, és a tányérjáról eszik, mintha ez magától értetődő volna, mintha mindig is így csinálta volna. - Sie setzt sich auf seinen Schoß und isst von seinem Teller, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie es immer so gemacht. :55. Antonio nevet – rövid, igazi nevetéssel. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes Lachen. :56. Ez annyira meglepi, hogy egy pillanatra abbahagyja a lélegzést, mert rájött, hogy még képes rá. - Es überrascht ihn so sehr, dass er kurz aufhört zu atmen, weil er gemerkt hat, dass er es noch kann. :57. Aztán Chiara a tányérra szegezett tekintettel megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara, den Blick auf den Teller gerichtet: „Bleibst du?" :58. Antonio kinéz az ablakon, ahol egy teherhajó lassan és hangtalanul elhagyja a kikötőt, olyan közönyösen és olyan véglegesen, ahogy a dolgok menni szoktak, ha az ember nem tartja őket erősen. - Antonio schaut aus dem Fenster, wo ein Frachtschiff langsam und lautlos den Hafen verlässt, so gleichgültig und so endgültig, wie Dinge eben gehen, wenn man sie nicht festhält. :59. Azt mondja: „Én már maradtam – csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier." :60. Ezzel olyasmit ért, amit ő maga sem ért egészen, de ami igaz. - Er meint damit etwas, das er selbst nicht ganz versteht, aber das wahr ist. :61. Chiara a tenyere élével megtörli a száját, feláll, és leveszi a kabátját a szék támlájáról. - Chiara wischt sich den Mund mit der flachen Hand ab, steht auf und nimmt ihre Jacke von der Stuhllehne. :62. Aztán elmegy, anélkül hogy csapkodna, és anélkül hogy sírna. - Dann geht sie, ohne zu schlagen und ohne zu weinen. :63. Antonio ülve marad, kezét a kávésbögre köré fonva. - Antonio bleibt sitzen, die Hände um den Kaffeebecher gelegt. :64. Nem néz utána. - Er schaut ihr nicht nach. :65. A tükörtojások kihűlnek. - Die Spiegeleier werden kalt. :66. Az ablak előtti kikötő minden pillanattal világosabb lesz, mintha nem tudná, hogy itt éppen valami véget ért. - Der Hafen vor dem Fenster wird mit jedem Moment heller, als wüsste er nicht, dass hier gerade etwas zu Ende gegangen ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és már majdnem egy évtizede vezet egy trattoriát Nápoly kikötőjében, három asztallal és étlap nélkül. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt, betreibt seit fast einem Jahrzehnt eine Trattoria am Hafen von Neapel mit drei Tischen und keiner Speisekarte. :2. Ebben az évtizedben megtanulta, hogy az embernek meglepően kevésre van szüksége, amíg minden este tudja, mit fog főzni. - In diesem Jahrzehnt hat er gelernt, dass ein Mensch erstaunlich wenig braucht, solange er jeden Abend weiß, was er kochen wird. :3. Két évvel ezelőtt meghalt Lucia – a felesége, a szakácsnője, az asszony, aki mindig túl hangosan nevetett, és mindig túl csípősen fűszerezett. - Vor zwei Jahren ist Lucia gestorben – seine Frau, seine Köchin, die Frau, die immer zu laut gelacht und immer zu scharf gewürzt hat. :4. Egy egészen közönséges kedd estén halt meg, a felszolgálás kellős közepén, kezét még egy vendég tányérjának szélén tartva, aki semmit sem vett észre. - Sie ist an einem ganz gewöhnlichen Dienstagabend mitten im Service gestorben, die Hand noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der nichts gemerkt hatte. :5. Azóta Antonio egy összehajtott gyapjútakarón alszik a konyhapult mögött. - Seitdem schläft Antonio auf einer gefalteten Wolldecke hinter der Küchentheke. :6. Nem azért teszi ezt, mert odafent ne volna ágy, hanem mert a hálószobában olyan csend van, amely hangosabb minden zajnál. - Er tut das nicht, weil oben kein Bett wäre, sondern weil das Schlafzimmer eine Art Stille hat, die lauter ist als jedes Geräusch. :7. Minden este ugyanazt a három ételt főzi: kagylós tésztát, sült cukkinit, hideg citromtortát. - Jeden Abend kocht er dieselben drei Gerichte: Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalter Zitronenkuchen. :8. Ez Lucia rendelése, mindig, amikor egyszer saját magát szolgálhatta ki; valamiféle néma rítus, amelyet ő nem fejez be, mert nem tudja, mi következne utána. - Es ist Lucias Bestellung, immer, wenn sie sich einmal selbst bedienen durfte, eine Art stilles Ritual, das er nicht beendet, weil er nicht weiß, was danach käme. :9. Chiara egy hónapja van ott, huszonhét éves, Torinóból menekült el egy olajbogyó alakú fülbevalóval és egy enyhe selypítéssel, amelyet csak akkor hallani, ha izgatott. - Chiara ist seit einem Monat da, siebenundzwanzig, aus Turin geflohen mit einem Olivenohrrring, einem leichten Lispeln, das man nur hört, wenn sie aufgeregt ist. :10. Olyan nő elszánt hallgatásával érkezett, aki megtanulta, hogy a magyarázatok többe kerülnek, mint amennyit hoznak. - Sie ist mit dem entschlossenen Schweigen einer Frau gekommen, die gelernt hat, dass Erklärungen mehr kosten als sie einbringen. :11. Olyan figyelemmel nézi Antoniót főzés közben, amely túlmutat a puszta kíváncsiságon – ahogy összenyomja a fokhagymagerezdeket, mintha az erő volna az egyetlen, amit még biztosan adagolni tud. - Sie schaut Antonio beim Kochen zu mit einer Aufmerksamkeit, die über bloße Neugier hinausgeht – wie er die Knoblauchzehen presst, als wäre Kraft das Einzige, was er noch sicher dosieren kann. :12. Figyeli, ahogy az ujjai végigsiklanak a késen, olyan nyugalommal, amely közönynek látszik, és talán az is. - Sie beobachtet, wie seine Finger über das Messer gleiten mit einer Ruhe, die aussieht wie Gleichgültigkeit und vielleicht auch eine ist. :13. Egy kedd estén, amikor az utolsó vendégek is elmentek, és a konyha égett fokhagyma és a kagylók sójának szagától terhes, Antonio lehajtott fejjel hagymát vág. - An einem Dienstagabend, als die letzten Gäste gegangen sind und die Küche nach verbranntem Knoblauch und dem Salz der Muscheln riecht, schneidet Antonio Zwiebeln mit gesenktem Kopf. :14. A könnyek végigfolynak az arcán anélkül, hogy letörölné őket, anélkül, hogy észrevenné őket, vagy talán észreveszi, és egyszerűen nem tartja érdemesnek elrejteni őket. - Die Tränen laufen ihm übers Gesicht, ohne dass er sie wischt, ohne dass er sie bemerkt, oder vielleicht bemerkt er sie und findet es schlicht nicht der Mühe wert, sie zu verbergen. :15. Chiara a mosogatónál áll, kagylókat mos, és őt nézi. - Chiara steht an der Spüle, wäscht Muscheln und schaut ihn an. :16. A rozsdás páraelszívó tompa, foltos tükrében úgy találkozik a tekintetük, ahogyan egyikük sem tervezte, és ami mégis olyan pontos, mint egy hosszú mondat végére kitett pont. - Im trüben, gefleckten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke auf eine Weise, die keiner von beiden geplant hat und die trotzdem so präzise ist wie ein gesetzter Punkt am Ende eines langen Satzes. :17. Azt mondja, anélkül, hogy abbahagyná a vágást: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :18. Közelebb lép, kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen és sósan a kagylóvíztől. - Sie tritt näher, legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm und feucht und salzig vom Muschelwasser. :19. Ő nem húzza vissza a kezét, mert a teste döntést hoz, mielőtt a feje egyáltalán elkezdte volna megfogalmazni a kérdést. - Er zieht die Hand nicht zurück, weil sein Körper eine Entscheidung trifft, bevor sein Kopf auch nur angefangen hat, die Frage zu formulieren. :20. Így állnak, amíg Chiara kötényzsebében rezegni nem kezd a mobiltelefon. - Sie stehen so, bis das Handy in ihrer Schürzentasche vibriert. :21. A konyha újra két külön emberré változtatja őket vissza, akik éppen petrezselymet és kagylót készítenek elő, és semmi mást. - Die Küche verwandelt sie wieder in zwei getrennte Menschen zurück, die gerade Petersilie und Muscheln vorbereiten und sonst gar nichts. :22. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek, felváltva osztoznak egy cigarettán, mintha régi szokás volna. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür, teilen sich eine Zigarette im Wechsel, als wäre das eine alte Gewohnheit. :23. A sötét sikátort nézik, ahol egy macska mozdulatlanul ül két szemetes között, mint valami, ami a végszavára vár. - Sie schauen auf die dunkle Gasse, wo eine Katze reglos zwischen zwei Mülleimern sitzt wie etwas, das auf sein Stichwort wartet. :24. A szomszéd házból, egy résnyire nyitva maradt ablakon át egy régi Lucio Battisti-dal szűrődik ki, egészen halkan. - Vom Nachbarhaus kommt durch ein angelehnt gebliebenes Fenster ein altes Lied von Lucio Battisti, ganz leise. :25. Olyan halk, hogy az ember nem biztos benne, hallja-e, vagy csak emlékszik rá. - Es ist so leise, dass man nicht sicher ist, ob man es hört oder sich erinnert. :26. Chiara előrehajol, és megcsókolja, előjel nélkül, a habozás nélkül, amely határozatlanságot feltételez. - Chiara beugt sich vor und küsst ihn, ohne Ankündigung, ohne die Zögerlichkeit, die Unschlüssigkeit voraussetzt. :27. A szája citrom és vörösbor ízű, és olyan valaki elszántságának íze van benne, aki pontosan tudja, mit akar, és kész megfizetni érte az árat. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein und nach der Entschiedenheit von jemandem, der genau weiß, was er will und bereit ist, dafür einen Preis zu zahlen. :28. Antonio lehunyja a szemét, kezét a nő tarkójára teszi, ujjai szorosan tartják, elég szorosan ahhoz, hogy Chiara érezze. - Antonio schließt die Augen, legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fest, fest genug, dass sie es spüren wird. :29. Egy pillanatra a világ erre az egy pontra szűkül, a melegre, a sóra és az utca túlsó oldaláról érkező halk dalra. - Für einen Moment ist die Welt auf diesen einen Punkt reduziert, auf Wärme und Salz und das leise Lied von der anderen Straßenseite. :30. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kicsi, sötét anyajegyet közvetlenül a bal kulcscsontja alatt. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines, dunkles Muttermal direkt unter ihrem linken Schlüsselbein. :31. Olyan sajátos, olyan összetéveszthetetlen helyen van, hogy az agya feldolgozza az információt, mielőtt megakadályozhatná, amit az kivált benne. - Es liegt an einer Stelle so spezifisch, so unverwechselbar, dass sein Gehirn die Information verarbeitet, bevor er verhindern kann, was sie in ihm auslöst. :32. Teljesen megdermed, átmenet nélküli teljességgel, feláll, és visszamegy a konyhába. - Er erstarrt mit einer Vollständigkeit, die keine Zwischenstufen kennt, steht auf und geht in die Küche zurück. :33. Az ajtó becsapódik, ő pedig ott áll a csendben, és hallja, ahogy a saját vére úgy zúg, mint egy hajó, amely elhagy egy kikötőt. - Die Tür fällt ins Schloss, und er steht dort in der Stille und hört sein eigenes Blut rauschen wie ein Schiff, das einen Hafen verlässt. :34. A következő két estén Chiara helye üres marad, Antonio pedig egyedül főz egy konyhában, amely hirtelen nagyobbnak tűnik minden helyiségnél, amelyet ismer. - Die nächsten beiden Abende bleibt Chiaras Platz leer, und Antonio kocht allein in einer Küche, die plötzlich größer wirkt als alle Räume, die er kennt. :35. A kagylókat csak félig eszik meg, a három asztal korábban ürül ki, mint valaha, és a csend más minőségű, mint máskor. - Die Muscheln sind nur halb aufgegessen, die drei Tische früher leer als je zuvor, die Stille von einer anderen Qualität als sonst. :36. A harmadik éjszakán, kevéssel éjfél után, maga mögött behúzza a trattoria ajtaját, és végigmegy a szűk, rosszul megvilágított sikátorokon. - In der dritten Nacht, kurz nach Mitternacht, zieht er die Tür der Trattoria hinter sich zu und geht durch die engen, schlecht beleuchteten Gassen. :37. Elmegy a bezárt üzletek és az állott sütőolaj szaga mellett. - Er geht vorbei an geschlossenen Läden und dem Geruch nach abgestandenem Frittieröl. :38. Ahhoz a régi házhoz megy a pékség fölött, ahol még soha nem járt, és amelynek lépcsőháza nedves fa és kenyér szagát árasztja. - Er geht zu dem alten Haus über der Bäckerei, wo er noch nie gewesen ist und dessen Treppe nach nassem Holz und Brot riecht. :39. Chiara lakásának ajtaja résnyire nyitva áll, bent nincs fény, csak a cigarettája narancsszínű izzása. - Die Tür zu Chiaras Wohnung steht einen Spalt offen, kein Licht darin außer dem orangefarbenen Glühen ihrer Zigarette. :40. Az izzás úgy mozog a sötétben, mint egy világítótorony villanása, amelyet nem neki szántak, és mégis vezeti őt. - Das Glühen bewegt sich in der Dunkelheit wie das Blinken eines Leuchtturms, der nicht für ihn gedacht ist und ihn trotzdem führt. :41. Chiara az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva, és olyan arckifejezéssel néz rá, amely se nem meglepett, se nem megkönnyebbült. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen, und schaut ihn an mit einem Ausdruck, der weder überrascht noch erleichtert ist. :42. Olyan ember arckifejezése ez, aki megnyert egy fogadást, amelyet szívesebben veszített volna el. - Es ist der Ausdruck von jemandem, der eine Wette gewonnen hat, die er lieber verloren hätte. :43. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, a csuklója belső oldalát a mennyezet felé fordítja, aztán hüvelykujjával végigsimít az anyajegyen. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand, dreht die Innenseite ihres Handgelenks zur Decke und streicht dann mit dem Daumen über das Muttermal. :44. Lassan és összpontosítva teszi, mint valaki, aki azt vizsgálja, begyógyult-e egy sebhely, vagy még nyitva van. - Er tut es langsam und konzentriert, wie jemand, der prüft, ob eine Narbe verheilt ist oder noch offen. :45. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :46. A hangja úgy hangzik, mint egy férfi hangja, aki azért mond ki egy mondatot, hogy saját magát meggyőzze arról, hogy hisz benne. - Seine Stimme klingt wie die Stimme eines Mannes, der einen Satz ausspricht, um sich selbst davon zu überzeugen, dass er ihn glaubt. :47. Chiara megtartja a kezét. - Chiara hält seiner Hand stand. :48. Anélkül válaszol, hogy felemelné a hangját: „De az enyém.” - Sie antwortet, ohne die Stimme zu heben: „Aber es ist meins." :49. Együtt alszanak, nem szenvedélyből, nem szánalomból és nem kétségbeesésből. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Mitleid und nicht aus Verzweiflung. :50. Olyan két ember csendes pragmatizmusával alszanak együtt, akik mindketten tudják, hogy éppen olyasmit tesznek, amit nem tudnak visszacsinálni, és akik úgy döntöttek, hogy mégis megteszik. - Sie schlafen miteinander mit der stillen Pragmatik zweier Menschen, die beide wissen, dass sie gerade etwas tun, das sie nicht rückgängig machen können, und die sich entschieden haben, es trotzdem zu tun. :51. Kevéssel öt után Antonio felkel, a sötétben felöltözik, és visszamegy a trattoriába. - Um kurz nach fünf steht Antonio auf, zieht sich im Dunkeln an und geht zurück in die Trattoria. :52. Begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a serpenyőbe – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, amelyet soha nem készített neki, és amelynek most kezdetillata van, bár nem biztos benne, minek a kezdete. - Er zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Pfanne – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie mochte, das er nie für sie gemacht hat, das jetzt nach Anfang riecht, obwohl er nicht sicher ist, wovon. :53. Az első szürke reggeli fény bejön az ablakon, és úgy terül el a munkafelületen, mint valami, ami nem biztos benne, hogy szívesen látják-e. - Das erste graue Morgenlicht kommt durchs Fenster und legt sich auf die Arbeitsfläche wie etwas, das nicht sicher ist, ob es willkommen ist. :54. Antonio a tűzhelynél áll, nézi a tojásokat, ahogy a vajban dermednek, és semmi meghatározottra nem gondol. - Antonio steht am Herd und schaut auf die Eier, die in der Butter stocken, und denkt an nichts Bestimmtes. :55. Chiara egy órával később érkezik, még félig álmosan, bejelentés nélkül az ölébe ül, és a tányérjáról eszik, mintha ez évek óta tartó szokás volna, nem pedig az első alkalom. - Chiara kommt eine Stunde später, noch halb schläfrig, setzt sich ohne Ankündigung auf seinen Schoß und isst von seinem Teller, als wäre das eine jahrelange Gewohnheit und nicht das erste Mal. :56. Antonio nevet, röviden, valóban, saját magán is meglepődve; olyan nevetés ez, amelynek érkezését nem hallotta előre. - Antonio lacht, ein kurzes, echtes, von sich selbst überraschtes Lachen, das er nicht kommen gehört hat. :57. Chiara úgy néz rá, mintha ez a nevetés valami volna, amit megjegyzett magának. - Chiara schaut ihn an, als wäre dieses Lachen etwas, das sie sich gemerkt hat. :58. Aztán megkérdezi, tekintetét újra a tányérra szegezve, olyan mellékességgel, amely nem mellékes: „Maradsz?” - Dann fragt sie, den Blick wieder auf den Teller gesenkt, mit einer Beiläufigkeit, die nicht beiläufig ist: „Bleibst du?" :59. Antonio kinéz az ablakon a kikötőre, ahol egy teherhajó lassan és sietség nélkül indul el, közönyösen, mint minden nagy dolog, amelyet nem érdekel, nézi-e valaki. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den Hafen, wo ein Frachtschiff langsam und ohne Eile abfährt, gleichgültig wie alle großen Dinge, die sich nicht darum scheren, ob man ihnen zuschaut. :60. Azt mondja: „Már maradtam – csak nem itt”, és ezzel olyasmit ért, amit talán még ő maga sem ért teljesen, ami azonban abban a pillanatban az egyetlen lehetséges válasz egy olyan kérdésre, amely többet követel, mint amennyit ő adni tud. - Er sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier", und meint damit etwas, das vielleicht nicht einmal er selbst vollständig versteht, das aber in dem Moment die einzig mögliche Antwort auf eine Frage ist, die mehr verlangt, als er geben kann. :61. Chiara a kézfejével megtörli a száját, feláll, leveszi a kabátját a szék támlájáról, és elmegy. - Chiara wischt sich den Mund mit dem Handrücken ab, steht auf, nimmt ihre Jacke von der Stuhllehne und geht. :62. Úgy megy el, hogy nem fordul vissza, nem csap be ajtót, annak méltóságával, aki választ várt, és meg is kapta. - Sie geht, ohne sich umzudrehen, ohne eine Tür zu schlagen, mit der Würde von jemandem, der eine Antwort erwartet hat und sie bekommen hat. :63. Antonio az asztalnál marad ülve, kezei a már hideg kávésbögrét fogják körül, és nem néz utána. - Antonio bleibt am Tisch sitzen, die Hände um den Kaffeebecher gelegt, der schon kalt ist, und schaut ihr nicht nach. :64. Nem néz a tojásokra, nem néz a kikötőre, és egyszerűen semmire sem néz, miközben odakint egyre világosabb lesz, mintha a világ a szokásos ügyeit intézné, teljesen érintetlenül attól, hogy itt valaki éppen másodszor maradt egyedül két év alatt. - Er schaut nicht auf die Eier und schaut nicht auf den Hafen und schaut einfach nichts an, während das Licht draußen heller wird, als ginge die Welt ihren üblichen Geschäften nach, vollkommen unbeeindruckt davon, dass hier gerade jemand das zweite Mal in zwei Jahren allein geblieben ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és aki csak futólag ismeri, azt mondaná, hogy trattoriát vezet Nápoly kikötőjében. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt, und wer ihn nur flüchtig kennt, würde sagen, er betreibt eine Trattoria am Hafen von Neapel. :2. Három asztal, nincs étlap, egy ablak a víz felé, amelyet soha nem tisztít meg, mert a rajta lévő kosz úgy töri meg a fényt, hogy azt szebbnek találja a tisztaságnál. - Drei Tische, keine Speisekarte, ein Fenster zum Wasser hin, das er nie putzt, weil der Schmutz darauf das Licht auf eine Weise bricht, die er schöner findet als Klarheit. :3. De ez csak a külső héja volna egy történetnek, amelynek magja két éve abban áll, hogy egy férfi minden este ugyanazokat az ételeket főzi olyan vendégeknek, akik soha nem rendelték meg őket, mert az egyetlen ember, akinek valaha készítette őket, már nincs ott, hogy megegye őket. - Aber das wäre nur die äußere Schale einer Geschichte, deren Kern seit zwei Jahren darin besteht, dass ein Mann jeden Abend dieselben Gerichte kocht für Gäste, die sie nie bestellt haben, weil die einzige Person, für die er sie je gemacht hat, nicht mehr da ist, um sie zu essen. :4. Lucia egy keddi napon halt meg, az esti kiszolgálás kellős közepén, leeső test zaja nélkül, dráma nélkül, a keze még egy vendég tányérjának peremén, aki semmit sem vett észre. - Lucia ist an einem Dienstag gestorben, mitten im Abendservice, ohne das Geräusch eines fallenden Körpers, ohne Drama, mit der Hand noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der nichts bemerkt hatte. :5. Antonio a mai napig nem tud visszaemlékezni ennek a vendégnek az arcára, bár megpróbálta, mert azt gondolta, hogy a bűntudatnak horgonyra van szüksége, és ez a férfi volt az egyetlen kézzelfogható. - Antonio kann sich bis heute nicht an das Gesicht dieses Gastes erinnern, obwohl er es versucht hat, weil er dachte, dass Schuld einen Anker braucht, und dieser Mann der einzige greifbare war. :6. Azóta Antonio egy összehajtott gyapjútakarón alszik a konyhapult mögött, nem azért, mert képtelen volna belépni a hálószobába, hanem valamiféle pontosan megválasztott büntetésből, amelyet saját magára rótt ki anélkül, hogy valaha eldöntötte volna, pontosan miért. - Seitdem schläft Antonio auf einer gefalteten Wolldecke hinter der Küchentheke, nicht aus Unvermögen, das Schlafzimmer zu betreten, sondern aus einer Art präzise gewählter Bestrafung, die er sich selbst auferlegt hat ohne je zu entscheiden, wofür genau. :7. Folytatja ezt a büntetést, mert az abbahagyás időközben magyarázatot követelne, amellyel senkinek sem tartozik, legkevésbé saját magának. - Er setzt diese Bestrafung fort, weil das Aufhören inzwischen eine Erklärung erfordern würde, die er niemandem schuldet und sich selbst am allerwenigsten. :8. A három étel – tészta kagylóval, sült cukkini, hideg citromtorta – nem rituálé szentimentális értelemben. - Die drei Gerichte – Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalter Zitronenkuchen – sind kein Ritual im sentimentalen Sinne. :9. Inkább szerkezeti elv, afféle napi állítás arról, hogy a világnak még mindig van rendje, még ha az indoka már el is tűnt. - Sie sind eher ein strukturelles Prinzip, eine Art tägliche Behauptung, dass die Welt noch eine Ordnung hat, auch wenn ihre Begründung fortgefallen ist. :10. Chiara egy hónapja tűnt fel, huszonhét éves, Torinóból menekült el egy olyan nő tömör csomagjával, aki megtanulta, hogy kevesebbre van szükség, mint hinnénk, ha az ember csak kész abbahagyni, hogy olyan dolgokért fizessen, amelyek nem tartoznak hozzá. - Chiara ist vor einem Monat aufgetaucht, siebenundzwanzig Jahre alt, aus Turin geflohen mit dem kompakten Gepäck einer Frau, die gelernt hat, dass man weniger braucht, als man denkt, wenn man nur bereit ist, aufzuhören, für Dinge zu bezahlen, die einem nicht gehören. :11. Egy apró olajbogyós fülbevalót visel, alig hallhatóan selypít, amikor a mondatok hosszabbak lesznek, és az első két hétben olyan keveset beszélt magáról, hogy Antonio a hallgatását az udvariasság egyik formájaként kezdte értelmezni, ami talán az is, vagy talán valami más, amit még nem akart megnevezni. - Sie trägt einen Ohrring mit einer kleinen Olive, lispelt kaum hörbar, wenn die Sätze länger werden, und hat in den ersten zwei Wochen so wenig über sich selbst gesprochen, dass Antonio begann, ihr Schweigen als eine Form von Höflichkeit zu interpretieren, was es vielleicht auch ist, oder vielleicht auch etwas anderes, das er noch nicht benennen wollte. :12. Amit akkor tesz, amikor főzés közben figyeli őt, túl van a kíváncsiságon és innen a vonzalmon. - Was sie tut, wenn sie ihm beim Kochen zuschaut, geht über Neugier hinaus und unter Zuneigung. :13. Olyan ember figyelme ez, aki valami meghatározottat keres, és még nem tudja, megtalálta-e, vagy csak reméli, hogy talán ez az, amit keres. - Es ist die Aufmerksamkeit von jemandem, der etwas Bestimmtes sucht und noch nicht weiß, ob er es gefunden hat oder ob er nur hofft, es könnte das sein, wonach er sucht. :14. Az említett kedd estén, miután az utolsó vendég fizetett, és a konyha abban az állapotban van, amelyet Antonio szépnek nevez, és amely mindenki másnak rendetlenségnek tűnne – kagylóhéjak a mosogató peremén, olívaolaj a tűzhelyen, a petrezselyem még félig aprítatlanul –, lehajtott fejjel hagymát vág, és hagyja folyni a könnyeit. - An besagtem Dienstagabend, nachdem der letzte Gast gezahlt hat und die Küche in dem Zustand ist, den Antonio schön nennt und der allen anderen wie Unordnung vorkäme – Muschelschalen am Rand der Spüle, Olivenöl auf dem Herd, die Petersilie noch halb ungehackt –, schneidet er Zwiebeln mit gesenktem Kopf und lässt die Tränen laufen. :15. Nem azért teszi, mert gyászol, vagy nem csak azért, hanem mert valamikor felhagyott azzal, hogy különbséget tegyen a hagymakönnyek és a többi között, és ez a különbségnélküliség időközben az őszinteség egyik formájának érződik. - Er tut es nicht, weil er trauert, oder nicht nur, sondern weil er irgendwann aufgehört hat, zwischen Zwiebeltränen und den anderen zu unterscheiden, und diese Unterschiedslosigkeit sich inzwischen wie eine Form von Ehrlichkeit anfühlt. :16. Chiara a mosogatónál áll, és a páraelszívó zsírcseppektől erezett, homályos tükrében tekintetük egy olyan véletlen pontosságával találkozik, amely túl jól megrendezettnek hat ahhoz, hogy véletlen legyen. - Chiara steht an der Spüle, und im trüben, von Fettflecken gemaserten Spiegel der Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke mit der Präzision eines Zufalls, der zu gut inszeniert wirkt, um zufällig zu sein. :17. Ott tartják egymást egy pillanatig, amely elég hosszú ahhoz, hogy mindketten tudják, mit jelent, és elég rövid ahhoz, hogy egyikük se legyen kénytelen úgy tenni, mintha tudta volna. - Sie halten sich dort einen Moment, der lang genug ist, dass beide wissen, was er bedeutet, und kurz genug, dass keiner gezwungen ist, so zu tun, als hätte er es gewusst. :18. Anélkül, hogy abbahagyná a vágást, a lehető legmellékesebb hangon azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden, die Stimme so beiläufig wie möglich: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :19. Chiara egy lépéssel közelebb lép, kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen, sósan a kagylóviztől, olyan magától értetődőséggel, amely semmiféle engedélyt nem kért, és nem is volt rá szüksége, ő pedig nem húzza vissza a kezét, mert a teste ebben a pillanatban okosabb az értelménél, vagy legalábbis gyorsabb, és az okosság kérdését későbbre halasztja. - Sie tritt einen Schritt näher, legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm, feucht, salzig vom Muschelwasser, mit einer Selbstverständlichkeit, die keinerlei Erlaubnis eingeholt hat und keine brauchte, und er zieht die Hand nicht zurück, weil sein Körper in diesem Moment klüger ist als sein Verstand, oder wenigstens schneller, und die Frage der Klugheit auf später vertagt. :20. Így állnak, amíg a mobiltelefon rezegni nem kezd a nő kötényzsebében. - Sie stehen so, bis das Handy in ihrer Schürzentasche vibriert. :21. A valóság visszaváltoztatja őket két emberré, akik petrezselymet aprítanak, kagylót mosnak, és semmi többé. - Die Wirklichkeit verwandelt sie in zwei Menschen zurück, die Petersilie hacken und Muscheln waschen und nichts weiter. :22. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek, megosztanak egy cigarettát egy olyan ritmusban, amely saját magát találta ki, és úgy hallgatnak, hogy az nem árul el kényelmetlenséget. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür, teilen sich eine Zigarette in einem Rhythmus, der sich selbst erfunden hat, schweigen auf eine Art, die kein Unbehagen verrät. :23. Lucio Battistit hallgatják, aki a szemközti ablakon át lép be a sötétbe, olyan halkan, hogy éppúgy lehetne emlék, mint egy dal, amelyet éppen lejátszanak. - Sie hören auf Lucio Battisti, der durch ein Fenster von gegenüber ins Dunkel tritt, so leise, dass er ebenso eine Erinnerung sein könnte wie ein Lied, das gerade gespielt wird. :24. Chiara megcsókolja őt anélkül, hogy bejelentené a pillanatot, anélkül a tétovaság nélkül, amely ambivalenciát feltételez, szája citrom és vörösbor ízű, és egy olyan nő csendes elszántságáé, aki eldöntötte, hogy vállalja a kockázatot. - Chiara küsst ihn, ohne den Moment anzukündigen, ohne die Zögerlichkeit, die Ambivalenz voraussetzt, ihr Mund nach Zitrone und Rotwein und der stillen Entschlossenheit einer Frau, die beschlossen hat, dass sie das Risiko eingeht. :25. Antonio lehunyja a szemét, és kezét a nő tarkójára teszi, ujjai szinte fájdalmasan szorosan tartják, mintha a kapaszkodás pótolhatná azt, amit a nyelv nem tud, és a perc töredékére a világ erre az egy pontra hajtódik össze, melegségre, sóra, a távoli dalra, a kikötő szagára. - Antonio schließt die Augen und legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fast schmerzhaft fest, als könnte Festhalten das ersetzen, was Sprache nicht kann, und für den Bruchteil einer Minute ist die Welt auf diesen einen Punkt zusammengefaltet, auf Wärme, auf Salz, auf das ferne Lied, auf den Geruch des Hafens. :26. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kis sötét anyajegyet a bal kulcscsontja alatt, olyan konkrét, olyan változhatatlanul ismerős helyen, hogy az agya végrehajtja a társítást, mielőtt megakadályozhatná. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines dunkles Muttermal unter ihrem linken Schlüsselbein, an einer Stelle so spezifisch, so unveränderlich vertraut, dass sein Gehirn die Assoziation vollzieht, bevor er sie verhindern kann. :27. Ezzel a társítással egyszerre tér vissza minden – nem fájdalomként, hanem valami hidegebbként, pontosabbként, mint egy sebészi vágás valamiben, amit gyógyultnak hitt az ember. - Mit dieser Assoziation kommt alles auf einmal zurück – nicht als Schmerz, sondern als etwas Kälteres, Präziseres, wie ein chirurgischer Schnitt in etwas, das man für verheilt gehalten hatte. :28. Átmenetek nélküli teljességgel dermed meg, feláll és elmegy. - Er erstarrt mit einer Vollständigkeit, die keine Übergänge kennt, steht auf und geht. :29. A konyhaajtó valami végleges hangjával csukódik be mögötte, ő pedig az üres konyhában áll, hallja saját lélegzetét, és azon tűnődik, gyáva dolog-e, amit az imént tett, és nem jut eredményre. - Die Küchentür schließt sich hinter ihm mit dem Laut von etwas Endgültigem, und er steht in der leeren Küche und hört seinen eigenen Atem und fragt sich, ob es feige ist, was er gerade getan hat, und kommt zu keinem Ergebnis. :30. A következő két este Chiara helye üres, Antonio pedig egy olyan konyhában főz tovább, amelynek méretei ugyanazok, mint mindig, és mégis másnak érződik, talán tágasabbnak, vagy üresebbnek. - Die nächsten zwei Abende ist Chiaras Platz leer, und Antonio kocht in einer Küche, die dieselben Maße hat wie immer und sich trotzdem anders anfühlt, weiter vielleicht, oder leerer. :31. Abban a sajátos értelemben üresebb, hogy hiányzik valami, ami nemrég még nem is volt ott, és amelynek hiányát ezért élesebben érzékeli, mint azokét a dolgokét, amelyek régebb óta hiányoztak. - Es ist leerer in dem spezifischen Sinne, dass etwas fehlt, das noch vor kurzem noch nicht da war und dessen Abwesenheit deshalb schärfer registriert wird als die von Dingen, die länger fehlten. :32. A harmadik éjszakán, éjfél után bezárja a trattoriát. - In der dritten Nacht, nach Mitternacht, schließt er die Trattoria ab. :33. Végigmegy a szűk sikátorokon, elhalad az öreg sütőolaj szaga és egy kapualjból jövő macskahang mellett, a pékség fölötti házhoz, egy ajtóhoz, amely résnyire nyitva áll. - Er geht durch die engen Gassen, vorbei an dem Geruch nach altem Frittieröl und dem Katzengeräusch in einer Einfahrt, zu dem Haus über der Bäckerei, zu einer Tür, die einen Spalt offen steht. :34. Az ajtó nyitva áll, mintha tudta volna, hogy jönni fog, vagy mintha Chiara tudta volna, hogy jönni fog, ami ugyanarra fut ki. - Die Tür steht offen, als hätte sie gewusst, dass er kommen würde, oder als hätte Chiara gewusst, dass er kommen würde, was auf dasselbe hinausläuft. :35. Chiara az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva, a cigaretta az ujjai között, és olyan ember arckifejezésével néz rá, aki megnyert egy fogadást, amelyet nem akart megnyerni. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen, die Zigarette zwischen den Fingern, und schaut ihn an mit dem Ausdruck von jemandem, der eine Wette gewonnen hat, die zu gewinnen er nicht wollte. :36. Nem akarta megnyerni, mert az ár nem stimmel. - Er wollte sie nicht gewinnen, weil der Preis nicht stimmt. :37. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, tenyérrel felfelé fordítja, és hüvelykujjával lassan, többször végigsimít az anyajegyen. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand, dreht die Innenfläche nach oben und streicht mit dem Daumen über das Muttermal, langsam, mehrmals. :38. Úgy teszi, mint aki ellenőrzi, hogy valami valóban ott van-e, vagy csak úgy néz ki, mint amit látni vár. - Er tut es wie jemand, der überprüft, ob etwas wirklich da ist oder nur so aussieht wie das, was er zu sehen erwartet. :39. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :40. A hangja úgy hangzik, mint egy férfi hangja, aki valós időben próbálja meggyőzni saját magát arról, hogy igaza van. - Seine Stimme klingt wie die Stimme eines Mannes, der versucht, sich selbst in Echtzeit davon zu überzeugen, dass er recht hat. :41. Chiara nem húzza vissza a kezét. - Chiara zieht die Hand nicht zurück. :42. Annak a nyugalmával felel, aki ezt a mondatot már előre látta jönni: „De ez az enyém.” - Sie antwortet mit der Ruhe von jemandem, der diesen Satz schon kommen hat sehen: „Aber es ist meins." :43. Együtt alszanak, nem szenvedélyből, nem gyászból, és nem abból a tévedésből, hogy a testek meggyógyítják azt, amire a nyelv nem képes. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Trauer und nicht aus dem Irrtum, dass Körper heilen, was Sprache nicht schafft. :44. Két felnőtt józan beleegyezésével teszik, akik mindketten tudják, hogy olyasmit tesznek, aminek következményei vannak, és akik úgy döntöttek, hogy a következményeket holnapra halasztják. - Sie tun es mit der nüchternen Zustimmung zweier Erwachsener, die beide wissen, dass sie etwas tun, das Konsequenzen hat, und die sich entschieden haben, die Konsequenzen auf morgen zu verschieben. :45. Nem sokkal öt után Antonio felöltözik, visszamegy a trattoriába, begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a vajba – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, és amelyet ő soha nem készített neki. - Um kurz nach fünf zieht Antonio sich an, geht zurück in die Trattoria, zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Butter – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie gemocht hat, das er nie für sie gemacht hat. :46. Most a csendes konyhában valaminek az illata terjeng, amit kezdetnek nevezne, ha biztos volna benne, hogy az. - Es riecht jetzt in der stillen Küche nach etwas, das er Anfang nennen würde, wenn er sich sicher wäre, ob das stimmt. :47. A reggeli fény a piszkos ablakon át ráfekszik a munkafelületre. - Das Morgenlicht legt sich durch das schmutzige Fenster auf die Arbeitsfläche. :48. Megtört és szórt, azon a módon, amelyet szebbnek talál a tisztaságnál. - Es ist gebrochen und diffus, auf die Weise, die er schöner findet als Klarheit. :49. Chiara egy órával később érkezik, minden előzetes bejelentés nélkül az ölébe ül, és az ő tányérjáról eszik annak a szokásnak a magától értetődőségével, amelyet éppen feltalál. - Chiara kommt eine Stunde später, setzt sich ohne Vorankündigung auf seinen Schoß und isst von seinem Teller mit der Selbstverständlichkeit einer Gewohnheit, die sie gerade erfindet. :50. Antonio nevet – egy rövid, valódi, saját magát is meglepő nevetéssel, amely úgy változtatja meg a teret, ahogy ő nem tudta volna leírni, de amit a nő olyan ember tekintetével regisztrál, aki figyel. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes, von sich selbst überraschtes Lachen, das den Raum verändert auf eine Art, die er nicht hätte beschreiben können, das aber von ihr registriert wird mit dem Blick von jemandem, der aufpasst. :51. Aztán megkérdezi, még mindig villával a kezében, tekintetét a tányérra szegezve, gondosan megszerkesztett mellékességgel: „Maradsz?” - Dann fragt sie, die Gabel noch in der Hand, den Blick auf den Teller gesenkt, mit einer Beiläufigkeit, die sorgfältig konstruiert ist: „Bleibst du?" :52. Antonio kinéz az ablakon a kikötőre, ahol egy teherhajó hangtalanul és sietség nélkül hagyja el a helyét, a nagy dolgok teljes közönyével aziránt, ami a peremükön történik, és azt mondja: „Már maradtam – csak nem itt.” - Antonio schaut aus dem Fenster auf den Hafen, wo ein Frachtschiff lautlos und ohne Eile seinen Platz verlässt, mit der vollständigen Gleichgültigkeit großer Dinge gegenüber dem, was an ihren Rändern passiert, und sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier." :53. Ez egy olyan mondat, amely abban a pillanatban igaz és hiányos, és a legjobb, amit fel tud ajánlani, és tudja, hogy a nő érti, mire gondol, és tudja, hogy az értés nem ugyanaz, mint az egyetértés. - Es ist ein Satz, der in dem Moment wahr ist und unvollständig und das Beste, was er anbieten kann, und er weiß, dass sie versteht, was er meint, und er weiß, dass Verstehen nicht dasselbe ist wie Einverstanden-Sein. :54. Chiara kézfejével megtörli a száját, egy olyan mozdulattal, amelyben nincs semmi drámai, és éppen ezért hat olyan véglegesnek, feláll, fogja a kabátját, és elmegy. - Chiara wischt sich den Mund mit dem Handrücken ab, mit einer Geste, die nichts Dramatisches hat und gerade deshalb so endgültig wirkt, steht auf, nimmt ihre Jacke und geht. :55. Nem csap be ajtót, és nem fordul vissza, annak a méltóságával, aki őszinte választ kapott, és jobban szerette volna, ha nem kapja meg. - Sie schlägt keine Tür und dreht sich nicht um, mit der Würde von jemandem, der eine ehrliche Antwort erhalten hat und sie lieber nicht gehabt hätte. :56. Antonio az asztalnál marad ülve, kezei a kihűlt kávésbögre körül, és nem néz utána, nem néz a tojásokra, nem néz a kikötőre, és egyszerűen semmire sem néz, miközben a piszkos ablakon át a fény egyre világosabb és szórtabb lesz. - Antonio bleibt am Tisch sitzen, die Hände um den erkalteten Kaffeebecher, und schaut ihr nicht nach und schaut nicht auf die Eier und schaut nicht auf den Hafen und schaut einfach nichts an, während das Licht durch das schmutzige Fenster heller und diffuser wird. :57. Arra gondol, hogy most két éven belül másodszor ül egyedül ennél az asztalnál, és azon tűnődik, vajon ez minta-e vagy véletlen, és ahogy már legutóbb is, most sem jut semmiféle használható eredményre. - Er denkt daran, dass er jetzt zum zweiten Mal in zwei Jahren allein an diesem Tisch sitzt, und fragt sich, ob das ein Muster ist oder ein Zufall, und kommt, wie schon beim letzten Mal, zu keinem brauchbaren Ergebnis. ------------------------- == 75 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Dr. Stephen Harding wohnt in Oxford. Er ist 53 Jahre alt. Er ist Dozent am St. Anne's College. Er liebt alte Bücher. Sein Zimmer ist voll mit Büchern. Heute kommt ein Gast. Der Gast heißt Dr. James Calloway. James ist 31 Jahre alt. Er ist neu an der Universität. Er hat eine Stelle bekommen. Stephen hat auf diese Stelle gehofft. Er wollte sie für seinen Freund. Aber James hat sie bekommen. Es ist vier Uhr nachmittags. Stephen stellt das Teeservice auf den Tisch. Das Service ist aus Silber. Es ist sehr alt und sehr schön. James steht vor der Tür. Er klingelt eine Minute zu früh. Stephen wartet zwei Minuten. Dann öffnet er die Tür. Er sagt: „Ah, pünktlich. Das ist selten heute." James lächelt. Das Lächeln ist nicht ganz echt. Er geht in die Wohnung. Es riecht nach alten Büchern. Sie setzen sich in zwei große Sessel. Zwischen ihnen steht ein kleiner Tisch. Stephen gießt den Tee ein. Er gibt zuerst die Milch in die Tasse. Das ist die alte englische Art. Er fragt: „Ein Keks?" Er reicht die Dose. James nimmt zwei Kekse. Stephen sieht das. Er hebt eine Augenbraue. Er sagt: „Meine Mutter hat immer gesagt: Nur einfache Leute nehmen zwei." James beißt in den Keks. Er sagt: „Meine Mutter hat immer gesagt: Nur reiche Leute haben Angst zu nehmen." Es wird still im Zimmer. Ein Löffel klappert auf einer Tasse. Stephen trinkt seinen Tee. Er fragt: „Haben Sie sich schon eingelebt?" James nickt. Er sagt: „Die Bibliothek ist sehr gut. Aber die Bücher sind nicht gut sortiert." Stephens Hand bewegt sich kurz. Er sagt: „Mein alter Kollege hatte sein eigenes System. Er war ein Genie." Er betont das Wort „sein". James hört das. Er sagt: „Ein Genie braucht auch Ordnung. Manchmal." Sie trinken beide gleichzeitig. Draußen regnet es leicht. Sie reden über das Wetter. Sie reden über die neue Bibliothek. Jedes Wort hat zwei Bedeutungen. Aber sie sagen das nicht direkt. Nach einer Stunde steht James auf. Er streckt die Hand aus. Stephen nimmt die Hand. Er hält sie etwas zu lang. Er sagt: „Wir machen das wieder." James sagt: „Gerne. Nächstes Mal bei mir. Ich mache Kaffee. Den modernen." Er geht zur Tür. An der Tür dreht er sich um. Er sagt: „Die Kekse waren sehr gut. Hat Ihre Mutter das Rezept aus Indien?" Stephens Lächeln wird fest. Die Tür geht zu. James geht den Flur hinunter. Er atmet tief aus. Im Zimmer wischt Stephen die Krümel von seiner Jacke. Dann lächelt er kurz. Keiner hat gewonnen. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Dr. Stephen Harding lebt seit vielen Jahren in Oxford, in einer großen Wohnung voller alter Bücher. Er arbeitet am St. Anne's College und kennt jeden Winkel dieser Universität. An diesem Nachmittag erwartet er einen Gast, und er ist nicht glücklich darüber. Der Gast heißt Dr. James Calloway, er ist neu hier und hat eine Stelle bekommen. Diese Stelle war für Stephens Schützling gedacht, aber die Universität hat anders entschieden. Stephen hat das Teeservice schon früh vorbereitet, das silberne, das er nur für wichtige Besuche benutzt. Um vier Uhr klingelt es an der schweren Eichentür. Stephen schaut auf die Uhr, wartet genau zwei Minuten, dann geht er zur Tür. Er öffnet sie und sagt mit einem kleinen Lächeln: „Ah, pünktlich – das ist selten bei Ihrer Generation." James steht im Flur, er trägt neue Schuhe und lächelt etwas zu breit für diesen Moment. Er sagt „Guten Tag" und tritt ein, der Flur riecht nach Wachs und alten Zigaretten. Sie gehen ins Wohnzimmer und setzen sich in zwei tiefe Sessel gegenüber einem kleinen Tisch. Auf dem Tisch steht das silberne Tablett mit zwei Tassen, einer Kanne Tee und einer Dose Kekse von Fortnum & Mason. Stephen gießt den Tee ein, zuerst die Milch, dann den Tee, ganz langsam und ohne zu erklären warum. Er fragt: „Ein Keks, Dr. Calloway?" und hält ihm die Dose hin. James nimmt zwei Kekse, ohne nachzudenken, weil er Hunger hat und die Kekse gut aussehen. Stephen sieht es sofort und hebt eine Augenbraue, fast unmerklich, aber James bemerkt es. Stephen sagt ruhig: „Meine Mutter pflegte zu sagen, dass nur einfache Menschen zwei nehmen." James beißt in den Keks und antwortet ohne Pause: „Meine Mutter sagte immer, dass nur ängstliche Menschen nur einen nehmen." Es wird still, nur ein Löffel klappert leise auf einer Porzellanuntertasse. Sie trinken ihren Tee und schauen kurz aus dem Fenster, wo der Regen sanft gegen das Glas klopft. Stephen fragt nach einer Weile: „Und, haben Sie sich schon ein bisschen eingelebt hier?" James nickt und sagt, die Bibliothek sei wirklich beeindruckend, aber die Katalogisierung der Spezialsammlung sei etwas unübersichtlich. Stephens Finger bewegen sich kurz auf der Sessellehne, dann liegen sie wieder still. Er sagt langsam: „Mein verstorbener Kollege – der Mann, dessen Stuhl Sie jetzt innehaben – hatte dort sein ganz eigenes System." Die Betonung auf „dessen Stuhl" ist leise, aber deutlich. James hört sie und sagt freundlich: „Genie und Ordnung schließen sich ja nicht aus, manchmal gehen sie gut zusammen." Stephen lächelt, aber das Lächeln erreicht die Augen nicht. Sie reden weiter über harmlose Dinge: die Renovierung der Bibliothek, das schlechte Wetter, ein neues Restaurant in der Stadt. Aber hinter jedem Satz liegt etwas anderes, etwas Ungesagtes, das beide spüren und keiner ausspricht. James trinkt seinen Tee aus und stellt die Tasse sorgfältig auf die Untertasse zurück. Nach etwa einer Stunde steht er auf und streckt die Hand aus. Stephen steht auch auf, nimmt die Hand und hält sie einen Moment zu lang. Er sagt: „Wir sollten das bald wiederholen, es war ein angenehmer Nachmittag." James antwortet: „Sehr gerne, das nächste Mal bei mir – ich mache Kaffee, diese moderne Art, Sie wissen schon." Er geht zur Tür, bleibt dann kurz stehen und dreht sich noch einmal um. Er sagt mit einem leichten Lächeln: „Die Kekse waren übrigens ausgezeichnet – hat Ihre Mutter das Rezept vielleicht aus Indien mitgebracht?" Stephens Lächeln wird für eine Sekunde ganz fest, dann bleibt es einfach stehen. Die Tür fällt zu, nicht laut, aber endgültig. James geht den langen Flur hinunter und atmet einmal tief und langsam aus. Im Zimmer steht Stephen noch einen Moment, dann wischt er die Krümel sorgfältig von seinem Tweedjackett. Er geht zum Fenster und schaut auf die nasse Straße hinaus. Nach einer Weile lächelt er, kurz und kaum sichtbar, fast für sich selbst. Es war unentschieden, und das ist selten genug. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung von Dr. Stephen Harding lag im zweiten Stock eines alten Sandsteingebäudes. Die Universität Oxford trug dieses Gebäude seit Jahrhunderten wie einen müden, aber stolzen Veteranen mit sich. Bücher standen nicht nur in den Regalen, sondern auch auf dem Boden, auf Fensterbänken und auf dem schmalen Flurtisch. Es wirkte, als hätten sie sich im Laufe der Jahre selbstständig vermehrt und alle freien Flächen stillschweigend in Besitz genommen. Es war ein Dienstagnachmittag im Oktober, und der Himmel über Oxford war das übliche gleichgültige Grau. Stephen hatte seit dem Frühstück ein leises, unangenehmes Gefühl im Bauch, das er konsequent ignorierte. Um halb vier deckte Mrs. Pargetter das Teeservice auf dem niedrigen Tisch zwischen den beiden Ledersesseln. Sie stellte die Dose mit den Keksen von Fortnum & Mason dazu und verschwand dann wieder so lautlos, wie sie gekommen war. Stephen saß bereits in seinem Sessel. Er las aber nicht wirklich, sondern hörte auf die Schritte im Treppenhaus. Um drei Minuten vor vier klingelte es. Er legte das Buch auf die Armlehne, stand auf, zog die Jacke gerade und wartete, bis die Uhr auf dem Kaminsims genau vier Uhr anzeigte. Dann ging er zur Tür. Der Mann, der vor ihm stand, war jünger, als Stephen ihn sich vorgestellt hatte. Das galt nicht im Sinne des Alters, das Stephen natürlich kannte, sondern in der Art, wie James Calloway dastand, mit einem offenen Lächeln und Schuhen, die so neu waren, dass sie beim Gehen leise quietschten. „Herein", sagte Stephen ohne die übliche Begrüßungsformel. Das brachte James' Lächeln für den Bruchteil einer Sekunde ins Stocken. Sie setzten sich, und Stephen goss den Tee ein – zuerst die Milch, dann den Tee, eine Reihenfolge, über die unter englischen Akademikern seit Generationen ernsthaft gestritten wurde. Dann schob Stephen die Keksdose in James' Richtung. James nahm zwei, ohne nachzudenken. Er hatte seit dem Mittag nichts gegessen, und der Geruch des frischen Gebäcks war stärker als seine gesellschaftliche Vorsicht. Stephen hob eine Augenbraue. Es war eine fast theatralische Geste, die er im Laufe von dreißig Jahren akademischen Lebens perfektioniert hatte. „Meine Mutter bestand darauf", sagte er beiläufig, als spreche er über das Wetter, „dass man an einem fremden Tisch immer nur einen nimmt. Alles andere verrät mehr über den Menschen als jede Visitenkarte." James kaute, schluckte und antwortete ebenso entspannt: „Meine Mutter hat mich gelehrt, dass man an einem fremden Tisch ruhig zwei nehmen darf. Denn wer aus Angst vor dem Urteil anderer hungrig bleibt, verrät damit ebenfalls eine ganze Menge." Eine kleine Stille entstand, die keiner der beiden beeilte sich zu füllen. Das leise Klingen eines Teelöffels auf Porzellan klang in diesem Moment unverhältnismäßig laut. Stephen trank einen Schluck und stellte die Tasse mit der Präzision eines Mannes ab, dem Genauigkeit zur zweiten Natur geworden war. Dann fragte er mit echtem Interesse in der Stimme, das allerdings sehr sorgfältig konstruiert war: „Und wie finden Sie sich zurecht, jetzt, nach den ersten Wochen?" James berichtete, die Bibliothek sei außergewöhnlich gut bestückt, was er aufrichtig meinte. Dann fügte er hinzu, die Katalogisierung der Spezialsammlung im dritten Stock sei etwas schwer zu durchschauen, was er ebenfalls aufrichtig meinte, wenn auch aus einem anderen Grund. Stephens linke Hand, die locker auf der Sessellehne gelegen hatte, zog sich unmerklich zusammen. „Professor Aldridge", sagte er nach einem kurzen Moment, und der Name klang in seinem Mund wie ein sorgfältig poliertes Stück Porzellan. „Professor Aldridge hatte für seine Sammlung ein System entwickelt, das zunächst unzugänglich wirkt, aber bei näherer Beschäftigung eine innere Logik offenbart, die ich für genial halte." Er machte eine kleine Pause. „Er hinterließ übrigens diesen Sessel. Den, in dem Sie jetzt sitzen." James ließ den Blick kurz auf die Armlehnen fallen, als prüfe er, ob das Leder ihm irgendetwas zu sagen habe. Dann sagte er: „Komfortabler Sessel. Gutes System und Komfort schließen sich ja selten aus." Sie sprachen noch eine Weile über die geplante Renovierung der Unteren Bibliothek, über einen Gastvortrag im nächsten Semester und über die Frage, ob der neue Bürgermeister von Oxford die Fahrradwege wirklich ausbauen werde oder nur so tue, als plane er es. Diese Gespräche klangen so vollkommen harmlos, dass man das Gegenteil hätte annehmen müssen. Als James nach einer Stunde aufstand und die Hand ausstreckte, ergriff Stephen sie mit einem festen Griff, der eine Sekunde zu lang dauerte. Es war eine Geste, die James nicht kommentierte, weil er genau wusste, was sie bedeutete. „Wir machen das wieder", sagte Stephen. Es klang wie eine Einladung und wie eine Ankündigung gleichzeitig. „Sehr gerne", antwortete James, „das nächste Mal bei mir. Ich habe leider keine Fortnum-&-Mason-Dose, aber der Kaffee ist gut, versprochen." An der Tür zögerte er einen Moment, fast so, als habe er etwas vergessen. Dann drehte er sich halb um und sagte mit einer Freundlichkeit, die perfekt saß: „Ach, und die Kekse waren wirklich ausgezeichnet – ist das ein altes Familienrezept?" „Von meiner Mutter", sagte Stephen. „Aus Indien?", fragte James, schon fast auf der Treppe. Die Tür fiel zu, leise und bestimmt. Stephen stand noch einen Moment im Flur. Dann kehrte er ins Wohnzimmer zurück, blieb beim Fenster stehen und schaute auf die nasse Straße, auf der Studenten mit hochgezogenen Kapuzen an den alten Steinhäusern vorbeihasteten. Er wischte die Krümel vom Revers seines Tweedjacketts. Es war eine Geste, die er sich nicht hätte erklären können. Dann lächelte er – kurz, präzise, und fast ohne es zu wollen. Unentschieden, dachte er. Vorläufig. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung von Dr. Stephen Harding war weniger ein Ort des Wohnens als vielmehr ein dreidimensionales Archiv seiner intellektuellen Biografie. In diesem Archiv legten jeder Stapel, jede abgegriffene Buchrückenreihe und jedes auf Fensterbänken abgelegte Manuskript eine Art stummer Zeugenaussage über dreißig Jahre akademischen Lebens ab. October light, wie die Engländer das nannten – dieses sparsame, fast schon entschuldigende Herbstlicht, das durch die hohen Sprossenfenster fiel und die Staubpartikel in der Luft zu goldenen Fragmenten verwandelte, die sich kaum bewegten, als hätte die Zeit in diesem Zimmer beschlossen, sich ein wenig Zeit zu lassen. Stephen hatte das Teeservice bereits um halb vier aufdecken lassen und danach Mrs. Pargetter mit einem kurzen Nicken entlassen. Das tat er nicht, weil ihn ihr Anblick beim Tee störte, sondern weil er das Gespräch, das er erwartete, ohne Publikum führen wollte. Er kannte James Calloways Akte gut genug: erstklassiger Abschluss in Manchester, Promotion in Edinburgh über spätrepublikanische Rhetorik, drei Aufsätze in Fachzeitschriften, die er heimlich gelesen und widerwillig als solide bezeichnet hatte. Aber das Entscheidende an Calloway war nicht, was in den Akten stand, sondern was nicht darin stand, nämlich jene Herkunft aus einer Bergarbeiterfamilie in County Durham, die dem Mann zweifellos einen bestimmten Hunger mitgegeben hatte, und es war dieser Hunger, der Stephen mehr beunruhigte als jede Qualifikation. Es klingelte um drei Minuten vor vier. Stephen saß und ließ die Minuten vergehen wie jemand, der ein langwieriges Experiment mit wissenschaftlicher Gleichmut beobachtet. Er öffnete die Tür erst, als die Uhr auf dem Kaminsims ein trockenes, mechanisches Viertelstundensignal abgab. James Calloway stand im Treppenhaus in einem Tweedsakko, das gut saß, aber noch nicht gelebt hatte, mit Schuhen, die so neu waren, dass das Leder beim Gehen auf dem Parkettboden ein leises, verräterisches Knacken erzeugte. Er stand dort mit einem Lächeln, das entweder sehr echt oder sehr professionell war – Stephen hatte nach einem kurzen Blick noch keine abschließende Meinung. „Dr. Calloway", sagte er, trat zur Seite und überließ dem anderen die Entscheidung. Der andere musste entscheiden, ob diese Begrüßung herzlich oder kühl gemeint war. Sie setzten sich in die tiefen Ledersessel, zwischen denen das silberne Tablett stand mit der Kanne, den Tassen, der Milch und der Dose mit den Keksen. Stephen bestellte die Kekse seit Jahren bei Fortnum & Mason in der Piccadilly, nicht weil er sie für unersetzlich hielt, sondern weil die Dose selbst eine Art Aussage war, die keine weiteren Worte benötigte. Er goss ein – zuerst die Milch, dann den Tee, in dieser Reihenfolge, ohne Erklärung oder Entschuldigung. Er tat es, als handle es sich um eine Naturkonstante, die zu kommentieren so absurd wäre wie das Kommentieren der Schwerkraft. Als er die Keksdose in Calloways Richtung schob, nahm dieser zwei. Es war eine Bewegung, die so beiläufig war, dass sie offensichtlich nicht beiläufig gemeint sein konnte, oder vielleicht doch, was das Ganze noch interessanter machte. Stephen ließ einen Moment verstreichen, den er mit einem kleinen Schluck Tee füllte. Dann sagte er in dem Ton eines Mannes, der eine Beobachtung mitteilt und nicht ein Urteil fällt: „Es gibt eine Ansicht – ich glaube, meine Mutter hat sie in dieser Formulierung von ihrer Mutter geerbt –, dass an einem fremden Tisch nur die Menschen zwei nehmen, die es gewohnt sind, sich bedienen zu lassen, und nicht die, die es gelernt haben, sich zu beherrschen." James kaute, ließ sich mit der Antwort keine Zeit, aber auch keine Hast. Dann erwiderte er: „In meiner Familie galt die entgegengesetzte Lektion als elementar, nämlich dass an einem fremden Tisch nur die Menschen einen nehmen, die Angst haben, als bedürftig zu gelten – und dass diese Angst selbst das deutlichste Klassenzeichen ist, das man tragen kann." Die Stille, die daraufhin entstand, war keine unangenehme, aber sie hatte Substanz. Das Klingen des Teelöffels, den James auf der Untertasse ablegte, hatte in ihr eine merkwürdige Endgültigkeit. Sie sprachen über Oxford, über die Renovierungspläne für die Untergeschossebibliothek, über einen Kollegen, der im vergangenen Semester in den Ruhestand gegangen war, und über das unbeständige Oktoberwetter. In all diesen harmlosen Sätzen arbeiteten beide mit der Sorgfalt von Männern, die wissen, dass das eigentliche Gespräch nie direkt geführt wird, sondern immer durch die Wahl der Beispiele, der Adjektive und der Pausen. Als James erwähnte, die Katalogisierung der Spezialsammlung im dritten Stock sei schwer zugänglich, fast so, als sei das System mit Absicht für Außenstehende undurchschaubar gestaltet worden, bewegten sich Stephens Finger auf der Armlehne. Sie bewegten sich so kurz und so kontrolliert, dass es kaum als Reaktion zu erkennen war. „Professor Aldridge", sagte Stephen, und der Name enthielt in seiner Aussprache mehr Information als ein dreiseitiger Nachruf. „Professor Aldridge hatte die Überzeugung, dass ein Ordnungssystem nur dann wirklich gut ist, wenn es von jemandem mit der nötigen Vorbildung und Geduld verstanden werden kann – und dass es nicht die Aufgabe des Systems ist, jeden einzuladen." Er hob die Tasse. „Er saß übrigens in dem Sessel, in dem Sie gerade sitzen. Achtzehn Jahre lang." James ließ einen Blick auf die Armlehnen fallen, kurz genug, um nicht respektlos zu wirken. Dann sagte er: „Dann hoffe ich, dass das Leder noch etwas von seiner Argumentation gespeichert hat. Man lernt leichter, wenn man sitzt, wo andere gedacht haben." Was folgte, war gut eine Stunde weiteres Gespräch, das sich in Thema und Ton von der scheinbar harmlosen Oberfläche nie entfernte und darunter umso dichter webte. Wer es von außen beobachtet hätte, hätte zwei Männer gesehen, die höflich Tee trinken und über akademische Nebensächlichkeiten sprechen, und hätte nichts von dem Druck gespürt, der in jedem dritten Satz saß wie eine Klinge in einer Scheide aus Samt. Als James aufstand, streckte er die Hand aus. Stephen ergriff sie mit einem Griff, der eine Sekunde zu lang war – keine Feindseligkeit, nur eine Erinnerung daran, wer hier der ältere Mann war und wer das Territorium kannte. „Wir sollten das zur Gewohnheit machen", sagte Stephen. „Sehr gerne", antwortete James, „obwohl ich fürchte, ich werde beim nächsten Mal keinen Tee anbieten können, der sich mit Ihrem messen kann – nur Kaffee, leider, diese zweckorientierte nordische Art." An der Tür blieb er stehen, mit der Hand schon am Türknauf. Dann drehte er sich mit einem Lächeln um, das Stephen nicht ganz einordnen konnte: „Die Kekse, nebenbei bemerkt – wirklich außergewöhnlich. Ist das ein Rezept aus Ihrer Familie?" „Von meiner Mutter", sagte Stephen. „Aus Indien?", sagte James, schon auf der Treppe. Die Tür fiel zu mit einem leisen, präzisen Klicken, das in der Stille unverhältnismäßig deutlich war. Stephen stand noch einen Moment im Flur, dann ging er langsam zurück ins Wohnzimmer. Er blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James zwei Stockwerke tiefer auf die Straße trat, den Kragen hochschlug und ohne zurückzublicken in Richtung Bodleian verschwand, mit dem gleichmäßigen Schritt eines Mannes, der sich nichts anmerken lässt. Er wischte mit zwei Fingern einen kaum sichtbaren Krümel vom Revers seines Jacketts. Es war eine Geste, die er nicht bewusst steuerte, die aber vielleicht deshalb die ehrlichste des ganzen Nachmittags war. Dann lächelte er – nicht für jemanden, nicht aus einem bestimmten Grund. Oder vielleicht lächelte er aus dem einzigen Grund, dass das Gespräch so verlaufen war, wie ein gutes Gespräch verlaufen soll: ohne Sieger, ohne Niederlage, und mit genug offenen Enden, um beim nächsten Mal weiterzumachen. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung von Dr. Stephen Harding hatte im Laufe der Jahrzehnte jenen Zustand erreicht, der in akademischen Kreisen gelegentlich als „bewohntes Archiv" bezeichnet wird. Dieser Zustand unterscheidet sich von gewöhnlicher Unordnung weniger durch das Ausmaß als durch die innere Überzeugung, mit der jeder Stapel, jedes quer abgelegte Manuskript und jede auf Fensterbänken vergessene Fachzeitschrift behauptet, genau dort zu liegen, wo es hingehört – ein Anspruch, dem die Bücher durch ihre schiere Anzahl eine gewisse Autorität verliehen hatten. Es war einer jener Oktobernachmittage, an denen das Licht über Oxford so sparsam und zugleich so präzise fällt, dass es weniger wie natürliche Beleuchtung wirkt als wie eine dramaturgische Entscheidung. Stephen hatte seit dem Morgen das dumpfe, sich beharrlich ignorierende Unbehagen mit sich getragen, das entsteht, wenn man einen Menschen empfangen muss, dessen bloße Existenz in der eigenen Welt man lieber nicht zur Kenntnis nehmen würde. James Calloway war nicht das Problem – oder genauer gesagt, James Calloway war genau das Problem, aber nicht aus den Gründen, die sich hätten öffentlich benennen lassen. Seine Qualifikationen waren einwandfrei, sein Ruf in Edinburgh tadellos und seine drei Aufsätze über spätrepublikanische Rhetorik präzise genug argumentiert, dass Stephen sie widerwillig und heimlich zweimal gelesen hatte, ohne zu einem anderen Urteil zu gelangen als: solide, möglicherweise mehr. Was nicht in den Akten stand und was Stephen mit der Sicherheit eines Mannes wusste, der drei Jahrzehnte lang Examenskandidaten studiert hatte wie Entomologen seltene Käfer, war jene besondere Art von Ehrgeiz, die in Menschen entsteht, denen früh klargemacht wurde, dass die Räume, in denen sie jetzt saßen, nicht für sie vorgesehen waren. Es war ein Ehrgeiz, der sich von dem seiner Kollegen aus alten Familien fundamental unterschied, weil er nicht aus dem Selbstverständnis des Besitzens kam, sondern aus dem Entschluss des Nehmens. Mrs. Pargetter hatte das Teeservice um halb vier aufgedeckt – das silberne, nicht das schlichte Alltagsservice, eine Wahl, die nichts mit Gastfreundschaft zu tun hatte, sondern mit der Logik territorialer Markierungen. Dann hatte sie sich zurückgezogen, als habe sie gespürt, dass ihre Anwesenheit in dem, was folgen würde, die Funktion einer Zeugin gehabt hätte, die niemand bestellt hatte. Das Klingeln kam um drei Minuten vor vier, und Stephen, der in seinem Sessel saß und nicht las, obwohl ein Buch offen auf seinen Knien lag, ließ es klingen. Er wartete auf das Viertelsignal der Kaminuhr mit der geduldigen Unnachgiebigkeit eines Mannes, der weiß, dass der Rhythmus eines Nachmittags bereits in seinen ersten Sekunden gesetzt wird und dass Zeit das billigste und wirkungsvollste Machtinstrument ist, das ein Gastgeber besitzt. James Calloway im Türrahmen trug ein Tweedsakko, das gut geschnitten, aber noch nicht eingelaufen war – Kleidung, die erworben worden war, um zu gehören, und die das noch nicht ganz vergessen hatte. Seine Schuhe erzeugten beim Betreten des Parketbodens ein leises Knacken, das in der Stille des Flurs mit der Unfehlbarkeit einer Tonsignatur zu hören war. Sein Lächeln, das er an der Tür präsentierte, hatte jene anstrengende Offenheit, die Stephen bei jungen Akademikern aus dem Norden schon öfter beobachtet hatte. Es war kein gespieltes Lächeln, eher eine Art performte Unbefangenheit, ein Ich-habe-kein-Problem-mit-dieser-Situation, das natürlich das genaue Gegenteil bedeutete. „Dr. Calloway", sagte Stephen, trat einen Schritt zur Seite und ließ die Begrüßung im Raum stehen. Er gab ihr nicht die übliche Wärme mit, die ihr einen Aggregatzustand gegeben hätte. Das Wohnzimmer empfing sie mit dem Geruch alter Bücher, ein wenig Wachs und dem sehr fernen, sehr diskreten Nachklang des Tabaks. Stephen hatte vor fünf Jahren aufgehört, diesen Tabak zu rauchen, und seitdem lebte er in den Wänden weiter wie ein Gast, der die Verabschiedung übersehen hatte. Stephen goss ein – zuerst die Milch, dann den Tee, ohne Kommentar, in der Weise eines Mannes, der nicht erklärt, sondern demonstriert. Dann schob er die Keksdose, die Fortnum-&-Mason-Dose mit dem grünen Aufdruck und dem Westminster-Motiv, in Calloways Richtung mit einer Beiläufigkeit, die genau kalkuliert war. James nahm zwei, und Stephen wusste in dem Moment, dass der Mann entweder hungrig war. Oder James nahm aus genau dem Grund zwei, aus dem Stephen ihn selbst nur einen hätte nehmen lassen: um zu sehen, wer was daraus machte. „Es gibt eine Ansicht", sagte Stephen, und seine Stimme hatte dabei den gleichmäßigen, fast müden Tonfall des akademischen Vortrags, in dem das Eigentliche nie in der Aussage selbst liegt, sondern in dem, was die Aussage voraussetzt. „Diese Ansicht hat meine Mutter von einer Generation in die nächste weitergegeben, und sie besagt, dass die Wahl zwischen einem und zwei Keksen an einem fremden Tisch mehr über Erziehung verrät als jeder Lebenslauf – eine These, die ich weder bestätigen noch bestreiten möchte, aber für überlegenswert halte." James schluckte, ließ einen Moment entstehen und erwiderte dann in einem Ton, der so freundlich war, dass die Klinge darin erst beim zweiten Hinhören spürbar wurde. „In meinem Elternhaus galt eine ähnliche These, nur mit umgekehrtem Vorzeichen: dass die Zurückhaltung am fremden Tisch nicht Erziehung anzeigt, sondern Angst vor dem Geurteiltwerden, und dass diese Angst – nicht der Hunger – das eigentliche Klassenzeichen ist, das sich in solchen Momenten zeigt." Was daraufhin entstand, war keine Stille des Unbehagens, sondern jene besondere, fast kollegiale Stille, die entsteht, wenn zwei Menschen merken, dass der andere das Spiel kennt, das gespielt wird. Beide hatten beschlossen, es trotzdem zu spielen, was ihm eine vollkommen andere Qualität gab. Sie sprachen in der Folge über die Bibliothek, über die Renovierung des Untergeschosses und über einen emeritierten Kollegen, der im vergangenen Sommer seine Memoiren veröffentlicht hatte – ein Buch, das beide aus denselben Gründen und mit denselben stillen Vorbehalten gelesen hatten, über die zu sprechen hier nicht der Ort war. In all diesen scheinbar neutralen Sätzen war eine Technik am Werk, die Stephen als die eigentliche Hochsprache der akademischen Kommunikation verstand: die Kunst, ausschließlich über das zu sprechen, was man eigentlich nicht sagt, und dabei so präzise zu sein, dass der andere es genau versteht, ohne dass es je beweisbar würde. Als James erwähnte, die Katalogisierung von Aldridges Spezialsammlung scheine nach einem System organisiert zu sein, das für Eingeweihte Sinn ergeben mochte, für jeden anderen aber den Charakter einer bewussten Exklusion habe, bewegten sich Stephens Finger auf der Lehne des Sessels für die Dauer eines einzigen Atemzuges. Sie bewegten sich auf eine Weise, die nur ein sehr aufmerksamer Beobachter als das hätte deuten können, was es war. „Aldridge", sagte Stephen, und der Name war in seiner Aussprache weniger ein Name als eine Landschaft. „Aldridge hatte die Überzeugung, dass ein Ordnungssystem nicht für alle zugänglich sein muss, sondern für die richtigen – eine These, die ich für vertretbar halte, auch wenn ich weiß, dass sie heute in gewissen Kreisen als reaktionär gilt." Er hob die Tasse. „Er saß übrigens achtzehn Jahre lang in dem Sessel, in dem Sie gerade sitzen. Er hinterließ diesen Sessel, sein System und eine Meinung über seine Nachfolge, die er mir in einem Brief mitgeteilt hat, den ich aufbewahre." James ließ einen Blick auf die Armlehnen fallen, kurz, unbeeindruckt und gleichzeitig vollkommen präsent. Dann antwortete er: „Dann bin ich gespannt, ob das Leder seine Argumentation gespeichert hat – ich stelle immer wieder fest, dass die interessantesten Gedanken am häufigsten in Möbeln zurückgelassen werden, die man nicht ausgesucht hat." Was folgte, war gut eine Stunde eines Gesprächs, das seinem Inhalt nach über Hochschulpolitik, Gastvortragsprogramme und das Wetter sprach. Seiner Form nach war es ein sorgfältig geführtes Fechten, bei dem beide Parteien wussten, dass es keine Wunden geben würde, die man zeigen könnte, und dass das der Grund war, weshalb man eben deshalb besonders präzise zielte. Als James aufstand, streckte er die Hand aus, und Stephen ergriff sie mit einem Griff, der eine Sekunde zu lang war. Es war kein aggressiver Griff, eher die stille Behauptung eines Territories, wie ein Satz, der absichtlich ohne Schlusszeichen endet. „Wir sollten das zur Gewohnheit machen", sagte Stephen. Der Satz hatte je nach Betonung zwei vollkommen verschiedene Bedeutungen. „Sehr gerne", antwortete James, „obwohl ich Sie vorwarnen muss, dass bei mir weder das Teeservice noch die Keksdose mithalten können – nur Kaffee, der Mineralwasserkaffeekaffeevariante aus dem Norden, die ich mir trotz Oxford noch nicht habe austreiben lassen." Er stand an der Tür, die Hand am Knauf. Dann drehte er sich mit einem Lächeln um, das Stephen weder als freundlich noch als feindlich hätte kategorisieren können, was vielleicht seine eigentliche Qualität war: „Die Kekse, anbei bemerkt, waren wirklich außergewöhnlich. Ein altes Familienrezept?" „Von meiner Mutter", sagte Stephen. „Aus Indien?", sagte James – nicht fragend, eher feststellend, mit dem Tonfall eines Mannes, der eine Recherche abschließt. Die Tür fiel zu mit dem leisen, präzisen Klicken, das in der Stille der Wohnung eine Weile nachklang. Stephen blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James auf der Straße auftauchte, ohne Hast, ohne zurückzublicken. James wirkte wie jemand, der das Ergebnis eines Nachmittags bereits eingeordnet hat, bevor er die Tür hinter sich zuzog. Er wischte mit zwei Fingern eine kaum sichtbare Spur von Kekskrümeln vom Revers seines Jacketts. Es war eine Geste, die er nicht beabsichtigt hatte und über deren Bedeutung er nicht nachdachte, vielleicht gerade deshalb die aufschlussreichste Geste des ganzen Nachmittags. Dann lächelte er, kurz und fast ungern, wie ein Eingeständnis, das man sich selbst gegenüber macht, wenn niemand zuschaut. Der Mann war gut, besser vielleicht, als die Stelle es verlangt hätte, und das, was sich heute zwischen ihnen ereignet hatte, war weder Niederlage noch Sieg, sondern der Beginn von etwas, für das er noch keinen Namen hatte, aber das er mit der ruhigen Aufmerksamkeit eines Mannes beobachten würde, dem die langen Spiele die liebsten waren. == 76 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Mike verliert seinen Job. Er war Vertriebsleiter in einer großen Firma. Jetzt hat er kein Gehalt mehr. Sein Geld ist fast weg. Er weiß nicht, was er tun soll. Dann denkt er an seinen Vater. Sein Vater war Tischler. Er ist vor einem Jahr gestorben. Seine Werkstatt steht leer. Mike fährt hin und schaut sich die Werkstatt an. Es regnet. Die Tür ist verschlossen. Mike hat ein Brecheisen dabei. Er öffnet das Schloss damit. Die Tür quietscht laut. Drinnen ist es dunkel und staubig. Es gibt viele Spinnweben. Aber Mike sieht auch die alte Hobelbank seines Vaters. An der Wand hängt ein Schild. Darauf steht: „Hier entsteht was Neues." Mike lächelt ein bisschen. Seine Freundin Sarah kommt zu ihm. Sie ist Lehrerin. Sie hält einen Mietvertrag in der Hand. „Drei Monate ohne Miete", sagt sie. „Danach schaffst du das." Mike nickt. Er beginnt, die Werkstatt sauber zu machen. Sein Freund Tom hilft ihm. Tom ist Elektriker und immer lustig. Sie schleppen alten Müll raus. Tom repariert die Lampen. Mike repariert die Maschinen. Nach zwei Wochen bekommt Mike den ersten Auftrag. Ein Startup braucht zwanzig Couchtische. Das ist viel Arbeit, aber Mike ist froh. Er arbeitet jeden Tag sehr lange. Dann passiert ein Problem. Die Holzplatten sind verzogen. Viele Tische sind nicht gut. Mike ist sehr wütend. Er schlägt mit den Fäusten auf die Werkbank. Tom kommt mit zwei Tassen Kaffee. Er bringt auch einen Elektrohobel mit. „Wir reparieren das jetzt", sagt Tom. Sie arbeiten die ganze Nacht. Um drei Uhr morgens sind neunzehn Tische fertig. Sarah bringt ihnen Pizza. Sie hat auch eine Nachricht vom Kunden dabei. Der Kunde schreibt: „Lieferung nächste Woche ist okay." Mike atmet tief durch. Er schläft kurz auf der alten Couch in der Werkstatt. Am nächsten Morgen liefern sie die Tische aus. Der Kunde ist zufrieden. Mike bekommt sein Geld. Er kauft neues Holz und neue Werkzeuge. Im Dezember gibt es einen kleinen Weihnachtsmarkt in der Stadt. Mike stellt seine neuen Barhocker dort aus. Er hat sie selbst entworfen. Zuerst kommt niemand zu seinem Stand. Mike ist enttäuscht. Aber dann kommt ein älterer Herr. Der Mann schaut die Stühle lange an. Er sagt: „Die sind schön gemacht." Er braucht zwölf Stühle für ein Seniorenheim. Mike sagt: „Die ersten fünf gebe ich umsonst, wenn sie gut sind." Der Mann lacht und gibt ihm sofort Geld. Mike kann es kaum glauben. Er ruft Sarah an. „Es funktioniert", sagt er. Sarah freut sich sehr. Ein Jahr später ist die Werkstatt viel größer. Über der Tür hängt ein neues Schild aus Holz. Darauf steht: „Mikes Tischlerei." Heute lädt Mike einen großen Lkw. Ein Hotel hat viele Möbel bestellt. Sarah und Tom helfen beim Beladen. Die Sonne geht gerade auf. Mike wischt sich den Schweiß von der Stirn. „Das war erst Schritt eins", sagt er. Sarah lacht. „Dann weiter", sagt sie. Der Lkw fährt los. Die roten Rücklichter verschwinden langsam in der Morgendämmerung. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Mike hatte seinen Job als Vertriebsleiter verloren, und sein Konto war fast leer. Er saß am Küchentisch und starrte auf den Brief der Firma. Sarah legte ihre Hand auf seine Schulter und sagte nichts. Erst nach einer langen Pause stand Mike auf und holte seinen Mantel. Er wusste, was er tun wollte. Die Werkstatt seines Vaters stand seit einem Jahr leer. Der Vater war plötzlich gestorben, und niemand hatte sich um die Garage gekümmert. Mike fuhr mit dem Auto hin, obwohl es regnete und kalt war. Er stand vor der schweren Metalltür und hielt das Brecheisen fest in der Hand. Das Schloss war alt und rostig, aber nach ein paar Versuchen gab es nach. Die Tür quietschte laut, als Mike sie aufdrückte. Drinnen roch es nach Holz, Öl und altem Staub. Spinnweben hingen von der Decke, und die Fenster waren schmutzig. Trotzdem fühlte sich Mike seltsam ruhig in diesem Raum. An der Wand hing noch das alte Schild seines Vaters: „Hier entsteht was Neues." Mike las es zweimal und dachte lange darüber nach. Sarah kam eine Stunde später mit einem Mietvertrag in der Hand. Der Vermieter hatte ihr drei Monate Mietfreiheit angeboten. „Das ist deine Chance", sagte sie, „aber du musst sie wirklich nutzen." Mike unterschrieb den Vertrag noch am selben Abend. In den nächsten Tagen half Tom beim Aufräumen. Tom war Elektriker und Mikes bester Freund seit der Schulzeit. Er reparierte die alten Lampen und zog neue Kabel durch die Wände. Mike schleppte kaputte Maschinen nach draußen und reinigte jede Ecke der Werkstatt. Nach einer Woche sah der Raum schon ganz anders aus. Den ersten richtigen Auftrag bekam Mike über eine kleine Anzeige im Internet. Ein junges Startup brauchte zwanzig Couchtische für sein neues Büro. Mike war nervös, aber er sagte sofort zu. Er arbeitete jeden Tag früh bis spät und kaufte das Holz mit seinem letzten Geld. Doch kurz vor der Lieferung bemerkte er, dass mehrere Platten sich verzogen hatten. Er stand vor der Werkbank und ballte die Fäuste, ohne ein Wort zu sagen. Tom kam mit zwei Bechern Kaffee und einem Elektrohobel unter dem Arm. „Heulen später", sagte er, „jetzt schleifen wir." Sie arbeiteten die ganze Nacht durch, bis neunzehn Tische wirklich gut aussahen. Sarah brachte gegen Mitternacht Pizza und eine kurze Nachricht vom Kunden. Der Kunde schrieb, dass die Lieferung auch nächste Woche noch in Ordnung sei. Mike lehnte sich an die Wand und schloss kurz die Augen. Die Tische wurden pünktlich geliefert, und der Kunde zahlte ohne Probleme. Mit dem Geld kaufte Mike besseres Holz und ein neues Werkzeug. Er begann, eigene Möbel zu entwerfen, die er nirgendwo so gesehen hatte. Besonders die Barhocker, die er in einem Skizzenbuch gezeichnet hatte, gefielen ihm selbst sehr gut. Im Dezember gab es in der Innenstadt einen kleinen Weihnachtsmarkt. Mike mietete einen Stand und stellte seine Barhocker aus. Die ersten Stunden waren schwierig, weil kaum jemand stehen blieb. Mike trank seinen kalten Kaffee und wartete geduldig. Gegen Abend sprach ihn ein älterer Herr mit ruhiger Stimme an. Der Mann betrachtete jeden Hocker sorgfältig und fragte nach dem Preis. Dann sagte er, dass er zwölf Stühle für ein Seniorenheim brauche. Mike überlegte kurz und antwortete: „Die ersten fünf gebe ich umsonst, wenn sie wirklich halten." Der Mann lachte leise und legte sofort Geld auf den Tisch. Mike rief Sarah noch auf dem Weihnachtsmarkt an. „Es hat geklappt", sagte er, und seine Stimme klang anders als sonst. Ein Jahr später stand Mike vor seiner Werkstatt und betrachtete das neue Holzschild über der Tür. „Mikes Tischlerei" stand dort in klaren Buchstaben. Sarah und Tom halfen ihm, einen großen Lieferwagen mit Möbeln für eine Hotelkette zu beladen. Die Sonne ging gerade auf, und die Luft war frisch und kühl. Mike wischte sich den Schweiß von der Stirn und sah auf die fertig beladene Ladefläche. „Das war erst Schritt eins", sagte er. Sarah grinste und kletterte auf den Beifahrersitz. „Dann weiter", sagte sie. Der Wagen fuhr langsam die Straße hinunter, und die roten Rücklichter verschwanden in der hellen Morgendämmerung. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Als Mike den Kündigungsbrief seiner Firma in den Händen hielt, spürte er, wie sich etwas in ihm verschob. Es war nicht Panik, sondern eine seltsame, kühle Leere. Er hatte drei Jahre lang alles in diese Stelle gesteckt: Überstunden, Wochenenden, Kompromisse. Jetzt war es vorbei, mit einem einzigen Satz auf weißem Papier. Sarah saß ihm gegenüber am Küchentisch und beobachtete ihn, ohne zu fragen. Sie kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass er reden würde, wenn er bereit war. Nach einer langen Stille faltete Mike den Brief zusammen und steckte ihn in die Schublade. „Ich fahre zur Werkstatt meines Vaters", sagte er, und das war alles. Die Garage lag am Stadtrand, zwischen einem Reifenhändler und einem verlassenen Lagerhaus. Seit dem Tod seines Vaters hatte niemand sie mehr betreten. Mike parkte den Wagen im Regen, zog den Kragen hoch und betrachtete die verrosteten Vorhängeschlösser. Die Schlösser wirkten, als hätten sie nie jemanden draußen halten müssen, sondern nur die Zeit drinnen festhalten wollen. Er stemmte das Brecheisen an. Nach ein paar kräftigen Versuchen gab das Metall nach. Der erste Schritt in die Werkstatt fühlte sich merkwürdig vertraut an, obwohl er seit Jahren nicht mehr hier gewesen war. Der Geruch von Holzstaub und Maschinenöl hatte sich in die Wände gefressen wie etwas, das nicht vergehen will. An der hinteren Wand hing noch das handgeschriebene Schild seines Vaters, schief und verblasst, aber noch lesbar. Auf dem Schild stand: „Hier entsteht was Neues." Mike stand lange davor und dachte daran, wie oft sein Vater diesen Satz wohl selbst gebraucht hatte. Sein Vater hatte ihn wohl gebraucht, wenn etwas nicht klappte. Sarah kam am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag, den sie über einen Bekannten organisiert hatte. Der Mietvertrag bot drei Monate mietfrei, danach einen fairen Preis. „Der Vermieter weiß, dass du anfängst", sagte sie. „Er will nicht, dass du gleich zu Beginn versinkst." Mike unterschrieb, ohne lange zu zögern. Er wusste, dass er zögern würde, wenn er erst anfing nachzudenken. Tom erschien am Wochenende mit seinem Transporter, einem Werkzeugkoffer und der Energie eines Menschen. Es war die Energie eines Menschen, der für andere gerne anpackt. Er war Elektriker. Er kannte keine Arbeit, bei der man nicht irgendwie helfen konnte. Während Mike die kaputten Maschinen auseinandernahm und die Werkbank schmirgelte, zog Tom neue Leitungen. Tom brachte Licht in die dunklen Ecken der Garage. Nach drei Tagen sah die Werkstatt nicht mehr aus wie ein Ort, der aufgegeben worden war. Sie sah aus wie ein Ort, der gerade aufgewacht ist. Den ersten Auftrag fand Mike über eine kleine Anzeige, die er spätabends ins Internet gestellt hatte. Er hatte keine großen Erwartungen. Ein junges Technologieunternehmen suchte zwanzig Couchtische für sein neues Büro. Die Couchtische sollten schlicht, modern und schnell lieferbar sein. Mike rief sofort zurück, nannte einen Preis, der kaum Gewinn ließ, und sagte zu. Er kaufte das Holz mit dem letzten Geld auf seinem Konto und arbeitete von früh morgens bis tief in die Nacht. Er konnte sich keinen Fehler leisten. Doch genau dieser Fehler passierte trotzdem: kurz vor der Fertigstellung bemerkte er, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Wärme verzogen hatten. Die Platten ließen sich nicht mehr verwenden. Er stand vor dem Schaden und sagte nichts. Ihm fielen keine Worte ein, die der Situation gerecht geworden wären. Tom kam mit Kaffee, sah Mikes Gesicht, stellte die Becher ab und sagte: „Jetzt nicht denken – jetzt schleifen." Sie arbeiteten bis drei Uhr morgens und retteten neunzehn der zwanzig Tische. Den zwanzigsten legten sie zur Seite, ohne ein weiteres Wort darüber zu verlieren. Sarah brachte gegen Mitternacht Essen und eine kurze Nachricht des Kunden. Der Kunde hatte geschrieben, dass eine Woche Verzögerung kein Problem sei. Mike aß, ohne zu schmecken. Er schlief zwei Stunden auf dem alten Sofa, das noch aus der Zeit seines Vaters stammte. Die Lieferung verlief problemlos, der Kunde war zufrieden, und das Geld kam pünktlich auf dem Konto an. Mike bestellte sofort neues Material und begann parallel dazu, eigene Entwürfe zu zeichnen. Diese Entwürfe hatte er seit Wochen im Kopf: eine Barhockerserie, die einfach und solide aussehen sollte, ohne billig zu wirken. Er sägte, hobelte und schliff, bis jedes Stück so war, wie er es sich vorgestellt hatte. Im Dezember mietete er einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt und stellte sechs Barhocker aus. Er hatte nicht viel Hoffnung, aber das Gefühl, dass man Dinge manchmal einfach ausprobieren muss. Die ersten Stunden verliefen ernüchternd. Die Leute liefen vorbei, blickten kurz hin und gingen weiter. Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich jedes Stück gründlich ansah. Er stellte Fragen, die zeigten, dass er etwas davon verstand. Er leitete ein Seniorenheim am anderen Ende der Stadt. Er suchte stabile, handgemachte Stühle für den neuen Gemeinschaftsraum. „Zwölf Stück", sagte er. „Wenn der Preis stimmt." Mike dachte einen Moment nach und antwortete: „Die ersten fünf gebe ich umsonst ab, wenn sie nach drei Monaten noch so stehen wie heute." Der Mann sah ihn an, lachte kurz auf und legte eine Anzahlung auf den Tisch. Mike rief Sarah noch auf dem Marktplatz an, im Lärm der Weihnachtsmusik und des Gedränges. Er sagte nur: „Es läuft." Ein Jahr später stand vor der Werkstatt ein Lieferwagen, beladen mit Möbeln für eine mittelgroße Hotelkette. Mike hatte die Hotelkette über einen Kontakt des Seniorenheims gefunden. Über der Tür hing ein neues Schild aus massiver Eiche. Tom hatte es am Wochenende aufgehängt: „Mikes Tischlerei", in klaren, gebrannten Buchstaben. Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, als Mike die letzte Kiste festzurrte. Dann richtete er sich auf. Er wischte sich die Hände an der Arbeitshose ab. Einen Moment lang betrachtete er das Schild, den Wagen und die Straße davor. „Das war erst Schritt eins", sagte er halblaut. Er sagte es mehr zu sich selbst als zu den anderen. Sarah kletterte auf den Beifahrersitz und rief durch das offene Fenster: „Dann weiter." Tom startete den Motor. Der Wagen rollte langsam die Straße hinunter, bis die roten Rücklichter in der Helligkeit des frühen Morgens verschwanden. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog und die wenigen Sätze las, die drei Jahre Arbeit mit einem einzigen Absatz für beendet erklärten, bemerkte er, dass ihn nicht die Nachricht selbst traf. Ihn traf die vollständige Gleichgültigkeit, mit der das Papier formuliert worden war, als hätte er nie mehr als eine Nummer in einer Tabelle bedeutet. Sarah saß ihm gegenüber und beobachtete sein Gesicht mit der stillen Aufmerksamkeit eines Menschen, der weiß, dass jedes Wort in diesem Moment zu viel wäre. So blieben sie eine Weile in der Küche sitzen, während draußen der Regen gegen die Scheibe schlug und die Uhr an der Wand gleichmäßig weiterging. Mike legte den Brief auf den Tisch, ohne ihn zu falten, stand auf und sagte, er werde zur Werkstatt seines Vaters fahren. Das war kein Plan, sondern die einzige Richtung, die sich in diesem Moment richtig anfühlte. Die Garage am Stadtrand hatte seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr niemand mehr betreten, und als Mike im Regen vor den verrosteten Vorhängeschlössern stand, überkam ihn das eigenartige Gefühl, dass dieser Ort auf ihn gewartet hatte. Er hatte nicht mit Ungeduld gewartet, sondern mit der ruhigen Beharrlichkeit alter Dinge, die gelernt haben, dass Zeit keine Bedrohung ist. Er stemmte das Brecheisen unter den Bügel des ersten Schlosses. Nach mehreren kräftigen Versuchen gab das verrostete Metall mit einem dumpfen Knacken nach, das in der regennassen Stille lauter klang, als es sein durfte. Der erste Schritt durch die quietschende Tür führte ihn in einen Raum, der nach Holzstaub, altem Maschinenöl und etwas roch, das sich nur als die Zeit selbst beschreiben ließ. Es war jene schwere, angesammelte Stille von Orten, an denen lange gearbeitet worden war und die diese Arbeit in ihren Wänden aufgespeichert haben wie ein Körper eine alte Gewohnheit. Spinnweben hingen zwischen den Regalen, die Fensterscheiben waren grau vor Schmutz, und eine verbeulte Hobelbank stand noch genau dort, wo sie immer gestanden hatte. Die Hobelbank wirkte, als hätte sein Vater sie gestern zuletzt benutzt. An der hinteren Wand hing das handgeschriebene Schild, schief und vom Licht ausgeblichen, aber mit Buchstaben, die noch klar genug waren, um zu lesen: „Hier entsteht was Neues". Es war ein Satz, der Mike früher kindisch vorgekommen war und der ihm jetzt, in diesem Moment, wie eine Ansage klang. Sarah erschien am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag, den sie über einen Bekannten organisiert hatte, der den alten Vermieter kannte. Sie legte das Papier auf die Hobelbank mit der knappen Bemerkung, dass drei Monate Mietfreiheit keine Einladung zum Zögern seien, sondern eine Frist. Mike las den Vertrag einmal durch, nahm den Stift und unterschrieb. Er unterschrieb, bevor der Teil seines Gehirns, der Risiken auflistet, die Oberhand gewinnen konnte. Tom kam am Samstag mit seinem Transporter, einem vollgepackten Werkzeugkoffer und der unerschütterlichen Bereitschaft, anzupacken, ohne erst zu fragen warum. Das hatte Mike an ihm immer mehr geschätzt als alles andere. Während Tom die defekten Stromleitungen freielegte und neue Kabel durch die Decke zog, zerlegte Mike die alten Maschinen, prüfte, was sich reparieren ließ, und entschied mit der Kaltblütigkeit eines Menschen, der kein Geld für Sentimentalität übrig hat. Er entschied, was auf den Sperrmüll gehörte. Nach drei Tagen intensiver, schweigender Arbeit hatte die Werkstatt aufgehört, wie ein Ort auszusehen, der verlassen worden war. Stattdessen begann sie, wie ein Ort zu wirken, der gerade im Begriff ist, etwas zu werden. Der erste ernsthafte Auftrag kam über eine Kleinanzeige, die Mike spätabends ins Internet gestellt hatte, ohne daran zu glauben, dass sich innerhalb von vierundzwanzig Stunden jemand melden würde. Doch am nächsten Mittag rief eine junge Frau von einem Technologieunternehmen an, das zwanzig Couchtische für sein neues Büro brauchte, schlicht, modern und innerhalb von drei Wochen lieferbar. Mike nannte einen Preis, der ihm kaum Gewinn ließ, weil er wusste, dass er sich mit diesem Auftrag beweisen musste – nicht dem Kunden gegenüber, sondern sich selbst. Noch am selben Nachmittag kaufte er das Holz, obwohl sein Konto danach fast leer war und er sich keine zweite Bestellung hätte leisten können, wenn etwas schiefgegangen wäre. Es ging etwas schief: Wenige Tage vor der Fertigstellung stellte Mike fest, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Werkstattwärme verzogen hatten und nicht mehr zu verwenden waren. Dieser Moment – das stille Stehen vor dem Schaden, die Berechnung der Zeit und des fehlenden Geldes im Kopf – war der erste, in dem er wirklich daran zweifelte, ob er das durchhalten konnte. Tom kam mit zwei Bechern Kaffee, sah, was passiert war, stellte die Becher auf die Werkbank und sagte: „Heulen später, schleifen jetzt." Das war keine Aufmunterung, sondern ein Befehl, und genau das brauchte Mike in diesem Moment. Sie arbeiteten ohne Pause bis tief in die Nacht und retteten neunzehn der zwanzig Tische. Als Sarah gegen Mitternacht mit Essen kam und beiläufig erwähnte, dass der Kunde geschrieben habe, eine Woche Verzögerung sei völlig in Ordnung, ließ Mike sich auf das alte Sofa fallen und schloss die Augen, ohne ein Wort zu sagen. Die Lieferung verlief reibungslos, das Geld kam pünktlich, und Mike reinvestierte es sofort in besseres Material und ein neues Werkzeug. Er hatte verstanden, dass jeder Auftrag nicht nur Umsatz, sondern eine Gelegenheit war, die nächste Arbeit besser zu machen als die vorherige. Parallel dazu begann er, eine eigene Barhockerserie zu entwerfen, deren Skizzen er seit Wochen in einem Notizbuch gesammelt hatte. Es waren Linien und Maßangaben, die nachts entstanden waren, wenn er nicht schlafen konnte, und die er nun in der Werkstatt in Holz übersetzte, Stück für Stück, mit einer Sorgfalt, die er sich bei Auftragsarbeiten selten leisten konnte. Im Dezember mietete er einen kleinen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt, stellte sechs Barhocker aus und wartete. Die Stunden vergingen, und die meisten Leute streiften seinen Stand mit einem kurzen Blick und gingen weiter, als wären Holzmöbel zwischen Glühweinständen und Wollmützen eine zu ernste Sache. Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich Zeit nahm für jeden einzelnen Hocker, die Verbindungen prüfte, die Oberfläche befühlte und Fragen stellte, die zeigten, dass er wusste, wovon er sprach. Schließlich erklärte er, er leite ein Seniorenheim und suche stabile, würdevoll gemachte Stühle für einen neu eingerichteten Gemeinschaftsraum. Mike hörte zu, dachte einen Moment nach und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Berechnung, wenn sie nach drei Monaten noch genauso stehen wie heute." Es war ein Angebot, das keine Großzügigkeit war, sondern das ruhige Vertrauen eines Handwerkers in seine eigene Arbeit. Der Herr sah ihn einen Augenblick lang an und lachte leise auf, als hätte er lange niemanden mehr so reden hören. Dann legte er eine Anzahlung auf den Tisch. Ein Jahr später stand ein Lieferwagen vor der erweiterten Werkstatt, beladen mit einem Großauftrag für eine Hotelkette, die Mike über einen Kontakt des Seniorenheims gefunden hatte. Über der Tür hing ein neues Schild aus massiver Eiche, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte: „Mikes Tischlerei", in Buchstaben, die aussahen, als hätten sie immer dort gehangen. Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, als Mike die letzte Ladung festzurrte, sich aufrichtete und einen Moment lang stillhielt. Er hatte den Blick auf das Schild, den Wagen und die leere Straße davor gerichtet, als wollte er sich diesen Zustand einprägen, bevor er aufhörte, neu zu sein. „Das war erst Schritt eins", sagte er, halblaut, mit einer Stimme, die keine Erschöpfung mehr hörte. In dieser Stimme lag etwas, das sich nach Anfang anfühlte. Sarah rief durch das offene Fenster des Beifahrersitzes: „Dann weiter." Tom startete den Motor, der Wagen rollte langsam die Straße hinunter. Die roten Rücklichter lösten sich in der Helligkeit des frühen Morgens auf, als wäre der Tag groß genug, um alles zu schlucken, was noch kommen würde. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog und die wenigen, bürokratisch glatten Sätze las, die drei Jahre gelebter Arbeit mit der Präzision eines Buchhalters für beendet erklärten, traf ihn nicht die Nachricht selbst. Ihn traf die vollständige Abwesenheit jedes menschlichen Tons in diesen Zeilen, die sachliche Sauberkeit eines Schreibens, das so formuliert war, als hätte nie ein Mensch dahintergesteckt, der morgens früh aufgestanden war, der Deadlines durchgearbeitet und Kompromisse geschluckt hatte, die ihm jedes Mal ein kleines Stück von dem abverlangten, was er sich ursprünglich einmal vorgenommen hatte. Sarah saß ihm gegenüber, die Hände um ihre Kaffeetasse gelegt, und ließ ihn lesen, ohne ein Wort zu sagen, weil sie ihn gut genug kannte, um zu wissen, dass Sprache in diesem Moment nicht trösten, sondern nur stören würde. Er brauchte Zeit, nicht für die Nachricht selbst, die er längst geahnt hatte, sondern für den Übergang von dem, was gewesen war, zu dem, was jetzt, ob er wollte oder nicht, beginnen musste. Er legte das Papier auf den Tisch, betrachtete es einen Moment lang, als wäre es ein Gegenstand, der ihm nicht gehörte, und sagte dann, er werde zur Werkstatt seines Vaters fahren. Das war kein Satz, der eine Erklärung anbot oder eine Bitte um Zustimmung enthielt, sondern die knappe Benennung einer Richtung, die sich aus einem inneren Wissen heraus ergab, das älter war als jede rationale Überlegung. Die Garage am Stadtrand war seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr unberührt geblieben, und als Mike im Regen davor stand, die Hände in den Jackentaschen, den Blick auf die verrosteten Vorhängeschlösser gerichtet, überkam ihn das seltsame Gefühl, dass dieser Ort nicht einfach auf ihn gewartet hatte wie ein Zimmer auf seinen Bewohner. Er hatte gewissermaßen schon immer auf diesen Moment hingearbeitet, auf diese Sekunde, in der Mikes Leben außen leer genug sein würde, um für das, was hier drinnen schlief, endlich Platz zu bieten. Er stemmte das Brecheisen unter den Bügel des ersten Schlosses. Nach mehreren harten Versuchen gab das Metall nach mit jenem dumpfen, fast tierischen Knacken, das in der Stille des Regens lauter klang als beabsichtigt, als hätte der Ort selbst auf dieses Signal gewartet, um sich zu öffnen. Der erste Schritt durch die quietschende Metalltür führte ihn in eine Atmosphäre, die sich weniger wie das Innere einer Garage anfühlte als wie das Innere einer alten Erinnerung. Es war eine Atmosphäre aus Holzstaub, Maschinenöl und jenem schwer zu benennenden Grundton vergangener Arbeit, der sich in Wände und Böden einschreibt wie eine Schrift, die kein Auge liest, aber jeder Körper sofort versteht, der diesen Raum je gekannt hat. Die Hobelbank seines Vaters stand noch genau dort, wo sie immer gestanden hatte, die Oberfläche genarbt und verkratzt von Jahrzehnten handwerklicher Arbeit. Daneben hing das handgeschriebene Schild, schief, ausgeblichen, mit Buchstaben, die die Zeit zu einer Art Flüstern gedämpft hatte, ohne ihnen jedoch ihre Lesbarkeit zu nehmen: „Hier entsteht was Neues" – ein Satz, den Mike als Kind nie gemocht hatte, weil er ihm selbstgefällig vorkam, und der ihm jetzt, in dieser regennassen Stille, wie das konzentrierteste Programm erschien, das ein Mensch für sein Leben formulieren kann. Sarah erschien am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag unter dem Arm, den sie über einen gemeinsamen Bekannten organisiert hatte, der den Vermieter kannte. Sie legte das Papier mit der beiläufigen Bestimmtheit auf die Hobelbank, die ihr eigen war, wenn sie etwas für entschieden hielt: drei Monate mietfrei, danach ein fairer monatlicher Betrag, der klein genug war, um nicht zu erdrücken, aber groß genug, um keinen Raum für Träumerei zu lassen. Mike las den Vertrag mit der Akribie eines Menschen, der gelernt hat, dass die gefährlichen Sätze immer im Kleingedruckten stehen, fand nichts Bedenkliches, nahm den Stift und unterschrieb. Er unterschrieb, bevor der analytische Teil seines Gehirns, der Risiken wie Dominosteine aufzählt und dabei immer vergisst, nach dem letzten zu fragen, das Wort ergreifen konnte. Tom erschien am Samstag mit seinem Transporter, beladen mit Werkzeug, Kabeln und der unerschöpflichen, etwas ruppigen Hilfsbereitschaft eines Mannes, der Freundschaft als Verb versteht und nicht als Zustand. Tom fragte nie, ob er gebraucht wurde, weil er es einfach sah. Während Tom die alten Leitungen freielegte, neue zog und dabei unaufhörlich Kommentare über den Zustand der Elektroinstallation abgab, die er abwechselnd als kriminell und kreativ bezeichnete, zerlegte Mike die Maschinen mit der kühlen Systematik eines Chirurgen. Mike unterschied zwischen dem, was noch zu retten ist, und dem, was gehen muss, und kannte keine sentimentalen Ausnahmen und durfte auch keine kennen, wenn das Ergebnis funktionieren sollte. Nach drei Tagen hatte die Werkstatt aufgehört, ein Ort zu sein, der aufgegeben wirkte. Stattdessen begann sie, jene eigenartige Energie auszustrahlen, die Räume haben, in denen etwas Konkretes im Begriff ist zu entstehen – eine Spannung zwischen dem, was noch fehlt, und dem, was sich bereits ankündigt. Den ersten ernsthaften Auftrag brachte eine Kleinanzeige, die Mike spätabends und ohne große Erwartung ins Internet gestellt hatte. Schon am nächsten Mittag brachte sie eine junge Frau von einem Technologieunternehmen dazu anzurufen, die zwanzig Couchtische bestellte, schlicht und modern, innerhalb von drei Wochen lieferbar, und dabei in einem Ton sprach, der klarstellte, dass sie an Handwerk gewöhnt war, das hält, nicht an Möbeln, die gut aussehen, bis die erste Rechnung bezahlt ist. Mike nannte einen Preis, der ihm kaum Gewinn ließ, weil er wusste, dass dieser erste Auftrag keine kommerzielle Transaktion war, sondern eine Beweisprobe, die er in erster Linie vor sich selbst ablegen musste. Er kaufte noch am selben Nachmittag das Holz, obwohl er damit sein Konto auf einen Stand brachte, der keine zweite Chance mehr erlaubt hätte, und arbeitete die folgenden Tage mit einer Konzentration, die er in seinem alten Job nie hatte aufbringen können, weil dort das Scheitern abstrakt war und hier mit den Händen zu greifen. Das Scheitern ließ sich trotzdem nicht aussperren: Wenige Tage vor der Fertigstellung erkannte Mike, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Werkstattwärme irreparabel verzogen hatten. Dieser Moment des stillen Stehens vor dem Schaden, des inneren Berechnens von Zeit, Geld und Spielraum, von denen keiner mehr vorhanden war, war der erste, in dem er ernsthaft an sich zweifelte – nicht an seinen Fähigkeiten, sondern an dem blinden Glauben, mit dem er in diese Sache hineingelaufen war, als wäre Entschlossenheit allein eine ausreichende Versicherung gegen die Tücken des Materials. Tom trat durch die Tür, sah die Lage, stellte die beiden Kaffeebecher ab und sagte mit der mühelosen Trockenheit eines Menschen, für den Probleme vor allem Handlungsbedarf sind: „Heulen später, schleifen jetzt." Das war kein Versuch einer Aufmunterung, sondern ein Befehl, der genau deshalb funktionierte, weil er keinen Raum für Widerspruch und keinen für Selbstmitleid ließ. Sie arbeiteten bis weit nach Mitternacht und retteten neunzehn der zwanzig Tische mit einer Sorgfalt, die der Erschöpfung zum Trotz nicht nachließ. Als Sarah kurz vor ein Uhr mit Essen erschien und nebenbei erwähnte, dass der Kunde eine Woche Verzögerung ausdrücklich für unproblematisch erklärt habe, ließ Mike sich auf das alte Sofa fallen und schloss die Augen, ohne etwas zu sagen, weil er alles Wesentliche bereits gesagt hatte mit dem, was er in den letzten Stunden getan hatte. Die Lieferung verlief reibungslos, und mit dem eingehenden Geld kaufte Mike sofort besseres Material, weil er verstand, dass jeder abgeschlossene Auftrag nicht das Ende einer Anstrengung war, sondern das Fundament der nächsten. Er verstand auch, dass die Qualität der Mittel über kurz oder lang die Qualität der Arbeit widerspiegelt wie ein Spiegel, der nicht lügt. Parallel dazu übersetzte er eine Barhockerserie aus seinen nächtlichen Skizzen in Holz und Handwerk. Diese Entwürfe waren in schlaflosen Nächten entstanden, wenn die Werkstatt im Dunkeln lag und sein Kopf weiterarbeitete, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass der Körper längst Pause beantragt hatte. Im Dezember stand er mit sechs Barhockern auf einem kleinen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt und beobachtete stundenlang, wie die Leute seinen Stand mit dem gleichmäßig wandernden Blick streiften. Mit diesem Blick geht man an Dingen vorbei, die man nicht gesucht hat und daher auch nicht zu finden bereit ist. Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich Zeit nahm auf eine Art, die signalisierte, dass er wusste, was er tat. Er prüfte die Verbindungen, befühlte die Oberflächen und stellte Fragen, die kein Halbwissen verrieten, und erklärte schließlich, er leite ein Seniorenheim und suche Stühle, die nicht nur halten, sondern auch würdevoll genug seien, um in einem Raum zu stehen, in dem alte Menschen den größten Teil ihres Tages verbringen. Mike hörte zu, ließ eine kurze Stille entstehen und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Rechnung, wenn sie nach drei Monaten noch genauso stehen wie heute." Das Angebot war keine Geste der Großzügigkeit, sondern der ruhige Ausdruck eines Handwerkers, der in seine Arbeit nicht aus Überzeugung investiert, weil ihm nichts anderes übrig bleibt, sondern weil er begonnen hat zu verstehen, was sein Vater mit diesem verblichenen Schild gemeint hatte. Der Herr sah ihn einen Moment lang an und lachte dann leise, mit der Wärme eines Menschen, dem lange niemand mehr so begegnet war. Dann legte er eine Anzahlung auf den Tisch, ohne über den Preis zu verhandeln. Ein Jahr später stand Mike vor der erweiterten Werkstatt, deren Tür jetzt ein Schild aus massiver Eiche zierte, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte – „Mikes Tischlerei" in klaren, tiefen Buchstaben, die aussahen, als hätten sie nie gefehlt. Sarah und Tom luden währenddessen den letzten Auftrag für eine Hotelkette auf den Lieferwagen, einen Großauftrag, der über einen Kontakt des Seniorenheims entstanden war, wie so vieles, was wächst, nicht durch Planung, sondern durch die stille Logik von Qualität, die sich von Mund zu Mund bewegt, schneller als jede Anzeige es könnte. Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, das Morgenlicht fiel schräg auf die Ladefläche, auf das Holz, auf die Gesichter, und Mike hielt für einen Moment inne. Er hatte die Hände an der Abdeckplane und den Blick auf nichts Bestimmtes gerichtet, so als wollte er diesen Zustand in der Erinnerung verankern, bevor er aufhörte, der Anfang von etwas zu sein, und zu einem von vielen Morgen in einer Geschichte wurde, die weiterging. „Das war erst Schritt eins", sagte er, mit einer Stimme, in der keine Erschöpfung mehr zu hören war. In dieser Stimme lag jene bestimmte Ruhe, die Menschen haben, die gelernt haben, dass Anfangen keine einmalige Entscheidung ist, sondern eine Haltung, die man jeden Morgen neu einnimmt. Sarah rief durch das offene Fenster: „Dann weiter." Tom startete den Motor, der Wagen setzte sich in Bewegung, und die roten Rücklichter wanderten langsam die Straße hinunter. Das Licht des frühen Morgens schluckte sie wie alles andere, das bereit ist, irgendwohin zu gehören. == 77 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Iwan kommt im November an. Es regnet. Die Straße ist nass und dunkel. Das Haus steht am Rand der Stadt. Es ist aus Holz. Die Farbe ist grau und alt. Iwan steht vor der Tür. Er hat einen Schlüssel. Der Schlüssel passt nicht. Das Schloss ist neu. Iwan schaut auf das Haus. Ein Fenster ist offen. Er klettert hinein. Innen ist es kalt. Es riecht nach altem Rauch. Iwan stellt seinen Koffer ab. Er setzt sich auf einen Stuhl. Seine Mutter ist tot. Er muss das Haus räumen. Er ist müde. Am Abend klopft es an die Tür. Eine Frau steht draußen. Sie heißt Katja. Sie wohnt nebenan. Sie bringt ein Glas Konfitüre. Sie kommt herein. Sie sagt kein Hallo. Sie setzt sich auf die Bank am Ofen. Iwan macht Tee. Der Samowar summt leise. Katja schaut aus dem Fenster. Sie sagt: Mein Bruder ist weg. Iwan fragt: Wohin? Sie sagt: Nach Moskau. Vor zehn Jahren. Iwan schweigt. Katja trinkt ihren Tee. Sie geht ohne Abschied. Am nächsten Tag arbeitet Iwan. Er räumt alte Sachen weg. Er findet Fotos. Auf einem Foto lächelt seine Mutter. Er legt das Foto auf den Tisch. Abends kommt Katja wieder. Sie bringt Brot. Sie setzen sich zusammen. Sie reden wenig. Das ist in Ordnung. Draußen ist es kalt. Der Wind kommt durch die Wände. Iwan schläft auf dem alten Sofa. Nachts hört er ein Geräusch. Er geht nach draußen. Katja sitzt am alten Brunnen. Sie hält den Kopf in die Hände. Iwan setzt sich neben sie. Sie sagt: Ich warte nicht mehr. Sie sagt: Aber ich kann auch nicht aufhören. Iwan zündet zwei Zigaretten an. Er gibt ihr eine. Sie rauchen zusammen. Sie schauen nicht einander an. Sie schauen in den Himmel. Es ist sehr still. Am letzten Tag klebt Iwan Tapete. Die Tapete ist alt, von 1987. Katja kommt mit zwei Tassen Kaffee. Sie stellt die Tassen auf das Fensterbrett. Sie schauen sich an. Iwan wirft die Tapetenrolle in die Ecke. Er nimmt seine Tasche. Katja sagt nichts. Iwan geht zur Tür. Er dreht sich nicht um. Er geht zum Bahnhof. Der Zug fährt in den Nebel. Katja steht noch vor dem Haus. Sie hebt die Hand. Dann senkt sie sie wieder. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Iwan ist neunundzwanzig Jahre alt und hat keine Arbeit mehr. Er fährt im November zurück in die Kleinstadt, weil seine Mutter gestorben ist. Der Zug ist leer und das Fenster beschlagen. Als er ankommt, regnet es schon seit Stunden. Das Holzhaus steht am Ende der Straße, fast versteckt hinter alten Bäumen. Iwan sucht den Schlüssel in seiner Tasche. Er passt nicht, denn das Schloss ist irgendwann ausgetauscht worden. Iwan geht um das Haus herum und findet ein offenes Fenster an der Seite. Er klettert hindurch und landet in der alten Vorratskammer. Es riecht nach feuchtem Holz, kalter Asche und etwas, das er nicht benennen kann. Er stellt seinen Koffer in die Mitte des Zimmers und bleibt stehen. An den Wänden hängen Tapeten, die sich an den Ecken lösen. Das Dach hat ein Loch, und auf dem Boden steht ein alter Eimer. Iwan setzt sich auf einen Stuhl am Tisch und schaut lange in die Stille. Er weiß nicht, warum er überhaupt gekommen ist. Am zweiten Abend klopft es an die Tür. Vor der Tür steht eine Frau mit einem Glas Konfitüre in der Hand. Sie sagt ihren Namen: Katja Michailowna, Nachbarin seit fünfzehn Jahren. Sie kommt herein, ohne zu fragen, und setzt sich auf die Bank am Ofen. Iwan macht Tee, weil er nicht weiß, was er sonst tun soll. Der alte Samowar braucht eine Weile, bis er warm wird. Katja schaut aus dem Fenster, als ob sie auf etwas wartet. Dann sagt sie ruhig, dass ihr Bruder Dmitri vor zehn Jahren nach Moskau gefahren ist. Seitdem hat sie kein einziges Wort von ihm gehört. Iwan nickt, aber er sagt nichts. Die Uhr an der Wand tickt, und das Wasser beginnt zu summen. Katja trinkt ihren Tee und geht dann, ohne sich zu verabschieden. In den nächsten Tagen räumt Iwan langsam das Haus aus. Er findet Briefe, Fotos und eine alte Uhr, die nicht mehr geht. Auf einem Foto sitzt seine Mutter auf der Gartenbank und lächelt in die Sonne. Iwan legt das Foto auf das Fensterbrett, weil er es nicht wegwerfen kann. Katja kommt jeden Abend und bringt manchmal Brot, manchmal Suppe. Sie setzen sich zusammen und reden wenig, aber das stört keinen von beiden. Draußen wird es früh dunkel, und der Wind drückt kalt durch die alten Ritzen. In der dritten Nacht wacht Iwan auf, weil er ein Geräusch hört. Es klingt wie eine Ratte oder wie ein Herz, das zu laut schlägt. Er zieht seinen Mantel an und geht nach draußen. Katja sitzt am alten Brunnen im Garten, den Kopf in beide Hände gestützt. Iwan setzt sich neben sie, ohne zu fragen, was passiert ist. Eine Weile sagen sie gar nichts. Dann sagt Katja, dass sie nicht mehr wartet. Aber aufhören kann sie auch nicht, sagt sie leise. Iwan zieht zwei Zigaretten aus der Tasche und gibt ihr eine. Sie rauchen zusammen und schauen in den dunklen Himmel. Sie sehen sich dabei nicht an, aber das ist nicht unangenehm. Am Tag seiner Abreise nimmt Iwan eine alte Tapetenrolle aus dem Keller. Er fängt an, die zerrissene Tapete im Kinderzimmer neu zu kleben. Das Papier ist von 1987 und passt kaum noch zur Wand. Er weiß selbst, dass es keinen Sinn ergibt, aber er macht weiter. Katja erscheint mit zwei Tassen und stellt sie auf das Fensterbrett. Sie schauen sich an, ohne etwas zu sagen. Es gibt kein Lächeln und keinen Abschied. Iwan legt die Tapetenrolle in die Ecke und nimmt seine Tasche. Er geht durch die Tür und schließt sie hinter sich. Auf dem Weg zum Bahnhof dreht er sich nicht mehr um. Der Zug kommt pünktlich und fährt langsam in den Novembernebel. Katja steht noch eine Weile vor dem Haus. Sie hebt die Hand, als ob der Zug sie sehen könnte. Dann senkt sie die Hand wieder und geht hinein. Das Licht im Flur brennt noch eine Stunde, dann nicht mehr. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Der Zug hatte Verspätung, und als Iwan Petrowitsch endlich ankam, war der Bahnsteig längst leer. Es war Mitte November, und der Regen fiel schräg und gleichgültig auf das Pflaster. Er kannte die Straße noch gut, obwohl er seit fast sieben Jahren nicht mehr hier gewesen war. Das Holzhaus sah kleiner aus, als er es in Erinnerung hatte. Die Farbe blätterte ab, das Dach hing leicht durch, und einer der Fensterläden stand offen. Iwan blieb auf dem Gehweg stehen und schaute auf das Haus, als ob er eine Erlaubnis brauchte einzutreten. Der Schlüssel, den ihm der Notar geschickt hatte, passte nicht. Er versuchte es zweimal, dann ließ er es bleiben. Irgendwann hatte jemand das Schloss ausgetauscht, und niemand hatte daran gedacht, ihm Bescheid zu geben. Er fand ein Fenster zur Vorratskammer, das sich von außen öffnen ließ, und kletterte hindurch. Drinnen roch es nach kalter Asche, feuchter Wolle und einer Stille, die sich über Jahre angesammelt hatte. Iwan stellte seinen Koffer ab und ließ sich auf den alten Stuhl am Küchentisch sinken. Seine Mutter hatte an diesem Tisch jeden Morgen gesessen, solange er denken konnte. Er schaute auf die Tapete, die sich an mehreren Stellen von der Wand gelöst hatte. Auf dem Boden stand ein Eimer, der Regen auffing, der durch das undichte Dach tropfte. Er zählte die Tropfen, bis er aufhörte zu denken, und das dauerte nicht lange. Am zweiten Abend klopfte es, ohne dass er es erwartet hätte. Vor der Tür stand eine Frau, die er nicht kannte, mit einem Glas Konfitüre in der einen und einem Laib Brot in der anderen Hand. Sie sagte, sie heiße Katja Michailowna und wohne seit fünfzehn Jahren nebenan. Sie trat ein, ohne zu warten, setzte sich auf die Ofenbank und legte die Sachen auf den Tisch. Iwan machte Tee, weil ihm nichts Besseres einfiel. Katja sprach wenig, aber was sie sagte, blieb hängen. Ihr Bruder Dmitri sei vor zehn Jahren morgens mit dem ersten Zug nach Moskau gefahren, sagte sie, und seitdem habe sie nichts mehr von ihm gehört. Nicht einen Brief, nicht einen Anruf, nicht einmal eine Nachricht über Umwege. Sie sagte das ohne Bitterkeit, eher so, als würde sie eine Wettervorhersage vorlesen. Der Samowar summte, und Iwan schaute in seine Tasse. Er hätte etwas sagen können, aber alles, was ihm einfiel, klang falsch. Katja stand auf und ging, ohne sich zu verabschieden. In den nächsten Tagen arbeitete Iwan langsam und ohne Plan. Er räumte Schränke aus, stapelte Bücher, sortierte Briefe, die er nicht las. Einmal fand er eine Schachtel mit Fotos ganz hinten im Regal. Auf einem saß seine Mutter im Sommer auf der Gartenbank, die Augen leicht zugekniffen gegen die Sonne. Er stellte das Foto auf das Fensterbrett, weil er nicht entscheiden konnte, ob es bleiben oder gehen sollte. Katja kam jeden Abend und brachte mal Suppe, mal Brot, mal nichts außer sich selbst. Sie setzte sich, er kochte Tee, und sie redeten über Kleinigkeiten, die beide nichts kosteten. Es war keine Freundschaft, aber auch keine Einsamkeit mehr. In der dritten Nacht schreckte Iwan aus einem Schlaf hoch, den er nicht erinnern konnte. Es hatte ein Geräusch gegeben, irgendwo zwischen Traum und Wand, und er stand auf, bevor er richtig wach war. Er zog seinen Mantel über, ging durch den Flur und öffnete die Hintertür zum Garten. Katja saß am alten Brunnen, die Ellbogen auf die Knie gestützt und das Gesicht in beiden Händen vergraben. Iwan setzte sich neben sie auf den feuchten Stein, ohne ein Wort zu sagen. Die Stille im Garten war anders als die im Haus. Nach einer Weile sagte Katja, ohne aufzublicken, dass sie nicht mehr warte. Aber sie könne auch nicht einfach aufhören, denn Aufhören sei ja auch eine Entscheidung, und die habe sie nie getroffen. Iwan zog seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche und gab ihr eine. Sie rauchten, ohne sich anzusehen, und schauten stattdessen in den Himmel, der dunkel und wolkenlos und völlig unberührt war. Am Morgen seiner Abreise fand Iwan im Keller eine Rolle Tapete, die noch aus den achtziger Jahren stammte. Er trug sie ins Kinderzimmer und fing an, den zerrissenen Streifen über dem Bett neu zu kleben, obwohl er genau wusste, dass es keinen praktischen Sinn hatte. Das Muster passte nicht mehr zu dem, was noch an der Wand klebte, und das Papier war so trocken, dass es beim Falten brach. Katja erschien mit zwei Tassen, stellte sie wortlos auf die Fensterbank und lehnte sich an den Türrahmen. Sie sahen sich an, und keiner von beiden versuchte, daraus mehr zu machen, als es war. Iwan rollte das restliche Papier zusammen und warf die Rolle in die Ecke. Er nahm seine Tasche, zog die Jacke zu und ging ohne Umweg zur Tür. Auf der Straße war es kalt und still, und der Nebel lag so tief, dass man das Ende der Straße nicht sehen konnte. Am Bahnsteig drehte er sich nicht mehr um, obwohl er spürte, dass jemand schaute. Der Zug kam, und er stieg ein. Durch das Fenster sah er kurz das Haus, dann verschwand es im Grau. Katja stand noch eine Weile auf dem Gehweg, hob die Hand halb und ließ sie wieder sinken. Sie stand dort, bis der Zug nicht mehr zu hören war. Dann ging sie zurück, schloss die Tür hinter sich und wartete, ohne zu wissen worauf. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Der Zug hatte fast vierzig Minuten Verspätung, was Iwan Petrowitsch nicht überraschte, denn in dieser Gegend hatte er selten pünktlich gehalten, soweit er sich erinnern konnte. Es war der zwölfte November, und der Regen, der seit dem frühen Nachmittag fiel, hatte die Straßen in glänzende schwarze Spiegel verwandelt, die das Laternenlicht schluckten, ohne es zurückzuwerfen. Iwan blieb am Ausgang des Bahnhofs stehen, den Koffer neben sich, und schaute die Straße hinunter, als könnte er durch das Warten herausfinden, warum er überhaupt hierher zurückgekommen war. Das Haus seiner Mutter stand am Ende der zweiten Querstraße, halb verdeckt von einer alten Linde, deren Äste im November nichts mehr verbargen. Er brauchte zwölf Minuten zu Fuß, was er wusste, ohne darüber nachzudenken. Das Holzhaus sah nicht verfallen aus, eher so, als hätte es sich aus eigenem Entschluss zurückgezogen, als wäre die Verwitterung eine Haltung und kein Versäumnis. Der Schlüssel, den ihm der Notar in einem braunen Umschlag mit zwei Zeilen maschinenschriftlicher Erklärung geschickt hatte, passte nicht ins Schloss. Iwan versuchte es drei Mal mit zunehmendem Druck, dann steckte er den Schlüssel weg und trat einen Schritt zurück, als müsste er das Problem aus etwas mehr Distanz betrachten. Das Schloss war irgendwann ausgetauscht worden, ohne dass irgendjemand auf die Idee gekommen wäre, ihn davon in Kenntnis zu setzen. Er fand das Fenster der Vorratskammer auf der Westseite des Hauses, das sich nach innen drücken ließ, wenn man von unten gegen den Rahmen stemmte, was er noch aus seiner Kindheit wusste, obwohl er sich nicht erinnern konnte, wann er es gelernt hatte. Drinnen roch es nach der Summe von Jahren, nach kalter Asche, feuchtem Holz, verrauchtem Tee und einer Qualität von Stille, die man nur in Häusern findet, in denen lange niemand mehr laut gesprochen hat. Er ließ den Koffer stehen, zog die nasse Jacke aus und hing sie über den Stuhl, auf dem seine Mutter immer gesessen hatte, um Schuhe anzuziehen. Das Dach tropfte in gleichmäßigen Abständen in einen Zinkeimer auf dem Küchenboden, und Iwan setzte sich an den Tisch und hörte diesem Tropfen zu, bis es ihm vorkam, als wäre es das einzige Geräusch, das in diesem Haus noch eine Berechtigung hatte. Am zweiten Abend klopfte es kurz nach sieben, zweimal, dann Pause, dann noch einmal, was sich anfühlte wie eine Frage, die ihre eigene Antwort nicht sicher war. Die Frau, die draußen stand, war etwa in seinem Alter, trug einen schweren Wollmantel und hielt ein Glas Konfitüre und einen in Tuch eingeschlagenen Laib Brot vor sich, als wären es keine Geschenke, sondern Dokumente. Sie sagte, sie heiße Katja Michailowna, wohne seit fünfzehn Jahren im Haus nebenan und habe seine Mutter gut gekannt, ohne das näher auszuführen. Sie trat ein, bevor er sie einlud, hängte ihren Mantel selbst an den Haken und setzte sich auf die Ofenbank mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Anmaßung war, sondern einfach die Art jemandes, der genau weiß, wo er hingehört. Iwan kochte Tee, weil es das einzige war, was er dem Abend entgegensetzen konnte. Katja erzählte nach einer Weile, fast beiläufig, dass ihr Bruder Dmitri eines Morgens vor zehn Jahren mit dem Frühzug nach Moskau gefahren sei, mit einer kleinen Tasche und dem Versprechen, sich zu melden, sobald er angekommen sei. Seitdem hatte sie nichts mehr von ihm gehört, keinen Brief, kein Telegramm, keine Nachricht aus zweiter Hand, nicht einmal ein Gerücht. Sie sagte das in einem Ton, der weder Klage noch Gleichgültigkeit war, sondern etwas dazwischen, eine Art sachlicher Erschöpfung, die entsteht, wenn man eine Tatsache so oft gedacht hat, dass sie aufgehört hat, weh zu tun, ohne aufgehört zu haben, wahr zu sein. Der Samowar summte, das Dach tropfte, und Iwan schwieg, weil ihm alles, was er hätte sagen können, zu klein für diesen Satz gewirkt hätte. Katja trank ihren Tee aus, stand auf und ging, ohne ein Wort des Abschieds, als würde man mitten in einem Gespräch einfach das Zimmer wechseln. Iwan verbrachte die folgenden Tage damit, das Haus auszuräumen, aber ohne System und ohne das Gefühl, voranzukommen, denn für jede Schachtel, die er leerte, fand er zwei weitere, die er noch nicht geöffnet hatte. Er stieß auf Briefe, auf Fotos, auf Gegenstände, deren Zweck er nicht mehr rekonstruieren konnte, und auf anderen, deren Zweck er sehr wohl kannte, was schlimmer war. Ein Foto zeigte seine Mutter im Sommer, auf der Gartenbank, das Gesicht leicht von der Sonne abgewandt und mit einem Ausdruck, der ihm fremd war, weil er ihn zu Lebzeiten nie gesehen hatte. Er stellte das Foto auf das Fensterbrett und ließ es dort, weil er keine bessere Entscheidung treffen konnte und weil das Fensterbrett zumindest ein ehrlicher Ort war. Katja kam jeden Abend, manchmal mit Essen, manchmal ohne, und ihre Besuche hatten eine Regelmäßigkeit angenommen, über die keiner von beiden gesprochen hatte, die aber offenbar keiner Besprechung bedurfte. Sie redeten über das Dach, über die Nachbarschaft, über den Winter, der früh kommen würde, und manchmal auch über nichts, was sich trotzdem nicht wie Schweigen anfühlte. In der dritten Nacht wachte Iwan gegen halb vier auf, aus einem Schlaf, den er sofort vergessen hatte, und stand am Fenster, bevor er wusste, warum er aufgestanden war. Im Garten, am gemauerten Brunnen, der seit Jahren nicht mehr benutzt wurde, saß Katja auf dem Steinrand, die Ellbogen auf die Knie gestützt, das Gesicht in beiden Händen vergraben, so reglos, dass er einen Moment lang glaubte, sie schliefe sitzend. Er zog seinen Mantel über das Nachthemd, ging durch den Flur und trat in den Garten. Die Luft war klar und sehr kalt, und das Gras knirschte leicht unter seinen Schuhen. Iwan setzte sich neben sie auf den Brunnenrand, ohne zu fragen, was sie dort tat, und ohne so zu tun, als wäre es normal, weil beides falsch gewesen wäre. Nach einer langen Weile sagte Katja, ohne aufzublicken, dass sie nicht mehr warte. Aber das Aufhören sei auch keine Lösung, fügte sie hinzu, denn Aufhören setze eine Entscheidung voraus, und eine Entscheidung setze Klarheit voraus, und Klarheit sei genau das, was sie in zehn Jahren nicht gewonnen habe. Iwan zog seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche, zündete zwei an, gab ihr eine, und sie rauchten, ohne sich anzusehen, den Blick nach oben, wo der Himmel dunkel und wolkenlos und vollkommen unzugänglich war. Es war die ruhigste Stunde, die Iwan seit langer Zeit erlebt hatte. Am Morgen seiner Abreise, nachdem er den Koffer bereits gepackt und an die Tür gestellt hatte, fand Iwan im hinteren Keller eine angebrochene Rolle Tapete, das Muster ein blasses Blumengeflecht aus dem Jahr 1987, das Papier so trocken, dass es beim Biegen brach. Er trug sie dennoch ins Kinderzimmer und begann, den langen zerrissenen Streifen über dem alten Kinderbett neu zu kleben, obwohl das Muster nicht mehr stimmte und der Kleister, den er aus einem Rest in der Küche angerührt hatte, zu dünn war. Es war eine sinnlose Handlung, das wusste er, aber Sinn war in diesem Haus ohnehin immer eher eine Hoffnung als eine Eigenschaft gewesen. Katja erschien mit zwei Tassen Kaffee, stellte sie auf die Fensterbank und lehnte sich schweigend an den Türrahmen, so als käme sie nicht hinein, weil sie wüsste, dass Hineinkommen an diesem Morgen bedeutete, Abschied zu nehmen, und das war etwas, wofür sie beide keine Sprache hatten. Iwan ließ die Tapetenrolle fallen, trocknete die Hände an der Hose und nahm seinen Mantel vom Haken, ohne sich noch einmal umzusehen. Er sagte nichts, und Katja sagte nichts, und das war keine Kälte, sondern eine Form von Ehrlichkeit, die Wörter nicht erträgt. Auf der Straße war der Nebel so dicht, dass die Häuser jenseits der Kreuzung bereits verschwunden waren, als wäre die Welt hinter ihm abgeräumt worden. Er lief den bekannten Weg zum Bahnhof, ohne sich zu beeilen, und drehte sich an keiner Stelle um, obwohl er genau wusste, dass er es sich vorgenommen hatte. Der Zug stand bereits am Bahnsteig, und Iwan stieg ein und fand einen Fensterplatz auf der richtigen Seite, fast ohne darüber nachzudenken. Als der Zug anfuhr, sah er durch das beschlagene Glas kurz das Dach des Hauses über den Bäumen auftauchen und sofort wieder verschwinden. Katja stand noch auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun, eine Hand halb erhoben, und ließ sie in einer Geste sinken, die kein Abschied war und kein Gruß, sondern die schlichte Notiz, dass etwas gewesen war, das nun aufgehört hatte. Sie blieb noch eine Weile stehen, nachdem der Zug nicht mehr zu hören war. Dann drehte sie sich um, nicht schnell und nicht langsam, ging zurück ins Haus und schloss die Tür, ohne sie zu schließen, wie man das tut, wenn man weiß, dass man zurückkommt, aber nicht mehr weiß, wohin. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Das alte Haus Der Zug, der Iwan Petrowitsch an jenem Novemberabend in die Stadt seiner Kindheit zurückbrachte, hatte keine Verspätung. Das kam ihm seltsam vor, als wäre die Pünktlichkeit eine Taktlosigkeit, eine Verweigerung des kleinen Aufschubs, den er sich insgeheim gewünscht hatte. Er saß die letzten zwanzig Minuten der Fahrt aufrecht und ohne zu lesen. Sein Blick war auf die Scheibe gerichtet, auf der sich die Lichter der Vororte zu langen gelben Strichen zogen, die nichts bedeuteten und genau deshalb schwer zu ertragen waren. Seit dem Tod seiner Mutter, der ihn vor drei Wochen per Telegramm erreicht hatte, während er in einer Küche in einer fremden Stadt saß und auf Arbeit wartete, die nicht kam, hatte er das Gefühl gehabt, sich in einer Bewegung zu befinden. Diese Bewegung hatte er weder angehalten noch wirklich begonnen. Das Haus stand noch, was er sich nicht selbstverständlich vorgestellt hatte. Wenn man ihn gefragt hätte, hätte er allerdings nicht sagen können, was er stattdessen erwartet hatte. Die Linde, die im Sommer seiner Kindheit so hoch gewachsen war, dass man das Dach dahinter nicht mehr sehen konnte, hatte in den Novemberjahren etwas von ihrer Behauptungskraft verloren. Sie stand nun als transparentes Gerüst vor der Fassade, die in der Dunkelheit weniger grau wirkte als schlicht abwesend. Der Schlüssel, den der Notar ihm in einem Umschlag übersandt hatte, der nach seinem Inhalt nichts ankündigte, passte nicht, wie er nach dem zweiten Versuch feststellte. Während er im Regen vor der verschlossenen Tür stand und den Schlüssel betrachtete, als könnte eine längere Betrachtung die Situation verändern, wurde ihm klar, dass irgendjemand irgendwann beschlossen hatte, das Schloss auszutauschen, ohne dass dieser Beschluss in irgendeiner Form seinen Weg zu ihm gefunden hatte. Das Fenster der Vorratskammer auf der Seite des Hauses, das sich, wenn man von unten gegen den verwitterten Rahmen drückte, nach innen geben ließ, war noch immer dasselbe Fenster wie vor zwanzig Jahren. Iwan kletterte hindurch mit der distanzierten Vertrautheit dessen, der an einem Körper handelt, an dem er glaubte, längst keinen Anspruch mehr zu haben. Drinnen war es nicht so kalt, wie er gefürchtet hatte, aber die Kälte, die da war, war die schwierigere, weil sie nichts mit der Temperatur zu tun hatte. Sie saß in der Stille der abgehängten Lampe, in der Gleichmäßigkeit des Taus, das vom undichten Dachbalken in den Zinkeimer tropfte, in der ausrangierten Zuverlässigkeit eines Ortes, der aufgehört hatte zu warten, lange bevor irgendjemand aufgehört hatte, ihn zu verlassen. Iwan setzte sich an den Tisch, an dem seine Mutter dreißig Jahre lang gesessen hatte. Er blieb so lange sitzen, bis das Tropfen im Eimer aufgehört hatte, ihn zu stören. Die Frau, die am zweiten Abend klopfte, betrat das Haus mit dem ruhigen Nachdruck jemandes, der zwar nicht erwartet worden ist, aber dennoch weiß, dass er am richtigen Ort ist. Das irritierte Iwan, der ihr die Tür geöffnet hatte, nicht, sondern erleichterte ihn eher auf eine Art, die er sich nicht erklären wollte. Katja Michailowna, zweiunddreißig Jahre alt, Bibliothekarin, seit fünfzehn Jahren Nachbarin, stellte das Einmachglas und das in ein geblümtes Tuch gewickelte Brot auf den Tisch, als wären es selbstverständliche Gegenstände an einem selbstverständlichen Ort. Sie setzte sich auf die Ofenbank, wo sie den Mantel anhatte und so saß, als könnte sie jeden Moment wieder aufstehen, aber auch als hätte sie keine Absicht, das zu tun. Sie sprach nicht viel, und das, was sie sagte, war so formuliert, dass man merkte, dass sie es sich nicht zurechtgelegt hatte. Das führte paradoxerweise dazu, dass es präziser klang als alles Zurechtgelegte. Ihr Bruder Dmitri, sagte sie irgendwann, während sie aus dem Fenster schaute, auf dem sich der Regen in Schlieren sammelte, sei vor zehn Jahren im Oktober mit dem ersten Morgenzug nach Moskau gefahren. Er sei mit einer kleinen Reisetasche gefahren, die er sich von einem Nachbarn geliehen hatte, und mit dem Versprechen, zu schreiben, sobald er eine Adresse hätte, was eine Formulierung gewesen sei, die damals vollkommen plausibel geklungen habe. Sie sagte das in einem Tonfall, der keine Bitterkeit enthielt, weil Bitterkeit eine Form von Erwartung voraussetzt. Katja, so schien es Iwan, hatte die Erwartung nicht abgelegt, sondern einfach vergessen, wo sie sie hingelegt hatte, was am Ende auf dasselbe hinausläuft, aber sich anders anfühlt. Iwan hätte etwas sagen können, aber alles, was ihm einfiel, hätte entweder zu wenig oder zu viel gewogen. So schwieg er, und der Samowar summte, und das war genug. In den folgenden Tagen räumte Iwan das Haus aus, nicht mit dem Eifer des Erledigens, sondern mit der taktischen Langsamkeit jemandes, der eine Aufgabe tut, weil er keine Alternative hat. Er war aber nicht bereit, dieser Aufgabe zu erlauben, schneller zu gehen als er selbst. Er fand Dinge, die er kannte, und Dinge, die er noch nie gesehen hatte. Nicht immer war der Unterschied so bedeutsam, wie er sich erhofft hatte: Manchmal war ein fremdes Ding weniger schmerzhaft als ein vertrautes, weil das Vertraute einen Anspruch stellte, dem das Fremde sich entzog. Ein Foto zeigte seine Mutter in einem Sommer, den er nicht zuordnen konnte, mit einem Ausdruck, den er ihr zu Lebzeiten nie abgenommen hatte. Sie wirkte nicht glücklich im vollen Sinn des Wortes, aber in einem Frieden, der nicht erkämpft, sondern aufgefunden worden war, irgendwo auf einer Gartenbank in einem nicht mehr rekonstruierbaren Juli. Er stellte das Foto auf das Fensterbrett, weil der Fensterbrett der ehrlichste Ort in einem Haus ist. Es ist weder Aufbewahrung noch Entsorgung, sondern das Eingeständnis einer ungelösten Frage. Katja kam jeden Abend, und ihre Besuche hatten sich ohne Absprache in eine Form eingespielt, die keiner von beiden benannt hätte. Beide respektierten diese Form instinktiv, so wie man einen Steg respektiert, der aussieht, als könnte er das eigene Gewicht gerade noch tragen. Sie redeten über das Haus, über den Winter, über die Bibliothek, in der seit Jahren dieselben zwölf Benutzer dieselben Bücher ausliehen. Manchmal redeten sie auch über ihre Kindheiten, die sie in derselben Stadt verbracht hatten, ohne sich je begegnet zu sein, was sie beide für eine vollkommen normale Unmöglichkeit hielten. Iwan wachte in der dritten Nacht gegen vier Uhr auf, ohne zu wissen warum. Das kam bei ihm selten vor, da er sonst der Schlaf war, wie er einmal gelesen hatte, dass manche Menschen es sind: einfach und gründlich und ohne Zwischentöne. Das Geräusch, das ihn geweckt hatte, war entweder ein Tier oder das Haus selbst gewesen, das in der Kälte arbeitete. Er stand auf, ohne sich dagegen zu entscheiden, zog seinen Mantel über das Nachthemd und ging durch den dunklen Flur nach draußen. Katja saß am alten Brunnen im hinteren Garten, auf dem gemauerten Rand, über den im Sommer das Unkraut wuchs, das Gesicht in beiden Händen. Ihre Schultern waren weder hochgezogen noch hängend, sondern in einer Haltung, die irgendwo zwischen Erschöpfung und Konzentration lag, als vollführe sie eine Arbeit, für die man keine Hände braucht. Iwan setzte sich neben sie, ohne zu fragen, ohne zu trösten, ohne so zu tun, als sei irgendetwas erklärungsbedürftig. Das war das Richtigste, was er in dieser Stadt seit seiner Ankunft getan hatte. Der Garten war still, die Luft schneidend klar. Über ihnen stand ein Himmel, der so dunkel und leer war, dass er keine Metaphern erlaubte. Nach einer Zeit, die sich nicht in Minuten messen ließ, sagte Katja, dass das Warten aufgehört habe, und zwar nicht als Entscheid, sondern als Zustand. Sie habe diesen Zustand eines Tages vorgefunden wie einen Stuhl, der schon immer da gestanden hatte, bevor man ihn bemerkte. Aber das Aufhören des Wartens, fügte sie hinzu, sei kein Ankommen. Denn Ankommen setze voraus, dass man irgendwo abgefahren sei, und genau diese Gewissheit fehle ihr seit zehn Jahren. Iwan zündete zwei Zigaretten an einer Flamme an und gab ihr eine. Sie rauchten in dem gemeinsamen Schweigen, das kein Trost war und keine Lösung, aber eine Anwesenheit, und manchmal ist Anwesenheit die genaueste Form, in der man einem Menschen sagen kann, dass er nicht verschwunden ist. Am Morgen seiner Abreise, nachdem der Koffer bereits gepackt an der Tür stand und die Tassen auf dem Abtropfbrett lagen wie eine abgeschlossene Aussage, stieg Iwan in den Keller und kam mit einer Rolle Tapete wieder herauf. Er hatte sie hinter einem Regal gefunden: ein blasses, von der Zeit ins Beige verblichenes Blumengeflecht aus dem Jahr 1987, das Papier so spröde, dass es unter dem Daumendruck Risse bildete wie Eis, das die eigene Dicke noch nicht kennt. Er trug die Rolle ins Kinderzimmer und begann, ohne nachzudenken, ohne Handlungsplan und ohne die Absicht, das Ergebnis jemals zu beurteilen, den langen zerrissenen Streifen über dem alten Kinderbett zu ersetzen. Das tat er, obwohl das Muster nicht mehr zu dem passte, was rechts und links an der Wand klebte, und obwohl der verdünnte Kleister, den er aus einem Tütenrest angerührt hatte, zu wenig Haftung hatte, um das spröde Papier dauerhaft zu halten. Es war eine Handlung jenseits des Nutzens. Aber gerade das gab ihr eine Art Integrität, die nützliche Handlungen selten erreichen. Katja erschien mit zwei Tassen, die sie auf die Fensterbank stellte, ohne einzutreten. Sie wirkte, als wäre sie noch nicht sicher, ob dieser Morgen ein Morgen war, den man betreten oder von dem man Abstand halten sollte. Sie sahen sich an, und in diesem Blick war alles, was gesagt werden hätte können, in der Form abwesend, die am deutlichsten zeigt, dass man es nicht sagen wird. Es gab kein Lächeln, das verkleinerte, kein Wort, das vereinfachte, keinen Abschied, der tat, als wäre er ein Ende. Iwan ließ die Tapetenrolle fallen, nahm seinen Mantel und seine Tasche und ging durch die Tür in den Novembermorgen. Der Novembermorgen war so grau und so gleichmäßig, dass er keine Richtung vorgab, sondern nur Bewegung. Er lief den Weg zum Bahnhof, den er hätte blind gehen können, und drehte sich nicht um. Er tat es nicht aus Kälte und nicht aus Entschlossenheit, sondern weil er verstanden hatte, dass Umdrehen in diesem Fall nicht Erinnerung, sondern Zweifel gewesen wäre, und für Zweifel hatte er sich die ganze Strecke bewusst keine Zeit gelassen. Der Bahnsteig war fast leer, der Zug stand bereits bereit, und Iwan stieg ein und fand einen Platz am Fenster auf der richtigen Seite. Er wählte diesen Platz nicht, weil er geplant hatte, das Haus noch einmal zu sehen, sondern weil er wusste, dass er es sehen würde, egal auf welcher Seite er saß, und dass er diesem Wissen ruhig begegnen wollte. Als der Zug langsam anfuhr, tauchte das Dach zwischen den letzten Bäumen auf, einen Moment lang, nicht länger. Dann verschwand es sofort wieder im Nebel, der an diesem Morgen so dicht war, dass er aussah wie eine Entscheidung. Katja stand noch vor dem Gartenzaun, die Hand ein Stück weit gehoben, und ließ sie dann sinken mit einer Geste, die weder Abschied noch Gruß war. Es war die stille Notiz einer Tatsache: dass etwas gewesen ist, ganz bestimmt, auch wenn weder sie noch er hätten sagen können, was es genau war, und dass gerade dieses Unbenennbare der einzige Teil davon ist, der nicht verloren gehen kann, weil man etwas nicht verlieren kann, das man nie besessen hat, und deshalb am Ende auch nie wirklich verlässt. Sie blieb stehen, bis der Zug nicht mehr zu hören war, drehte sich dann um und ging zurück ins Haus. Sie ging nicht langsam und nicht schnell, sondern mit der Schrittlänge jemandes, der nicht weiß, was ihn drinnen erwartet, aber auch nicht erwartet, dass es etwas sein wird, das ihn überrascht, und der damit, nach allem, ganz gut leben kann. == 78 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Er sitzt in einem kleinen Zimmer. Das Zimmer hat keine Fenster. Die Wände sind grau. Eine Lampe an der Decke flackert. Er weiß nicht, wie lange er schon hier ist. Auf dem Tisch liegt ein Formular. Das Formular hat viele Felder. Er liest das erste Feld: „Name". Er schreibt seinen Namen. Dann kommt das zweite Feld: „Vorgang". Er weiß nicht, was er schreiben soll. Er lässt das Feld leer. An der Wand hängt eine Uhr. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Sie bewegt sich nicht. Er wartet. Die Tür geht auf. Eine Frau kommt herein. Sie trägt eine Brille und einen grauen Kittel. Sie sagt kein Hallo. Sie legt einen neuen Stapel Papier auf den Tisch. Er schaut auf den Stapel. Der Stapel ist sehr hoch. Die Frau sagt: „Das Deckblatt fehlt." Er fragt: „Welches Deckblatt?" Sie antwortet nicht. Sie geht wieder hinaus. Er nimmt das oberste Blatt. Es ist leer. Er schreibt oben: „Deckblatt". Dann wartet er wieder. Die Lampe flackert stärker. Er steht auf. Er geht zur Tür. Er drückt den Griff. Die Tür geht nicht auf. Er versucht es noch einmal. Die Tür bleibt zu. Er setzt sich wieder hin. Auf dem Tisch steht eine leere Tasse. Er weiß nicht, was früher drin war. Nach einer Weile kommt die Frau wieder. Sie nimmt die Tasse. Sie sagt: „Bitte warten Sie." Er fragt: „Wie lange?" Sie sagt: „Das ist der Vorgang." Dann ist sie weg. Er schaut auf das Formular. Er liest: „Antrag auf Feststellung der Antragsfähigkeit." Er versteht das nicht ganz. Er schreibt trotzdem weiter. Bei jedem Feld überlegt er lange. Die meisten Felder lässt er leer. Die Uhr zeigt immer noch zehn nach elf. Am nächsten Morgen ist das Formular weg. Ein neues liegt da. Es sieht genauso aus. Er seufzt. Er nimmt den Stift. Er fängt von vorne an. Die Frau kommt wieder. Sie legt noch ein Blatt dazu. Sie sagt: „Seite drei fehlt." Er schaut in seine Unterlagen. Es gibt keine Seite drei. Er fragt: „Wo bekomme ich Seite drei?" Sie sagt: „Das müssen Sie beantragen." Er nickt langsam. Er nimmt ein leeres Blatt. Er schreibt oben: „Antrag auf Seite drei." Er wartet. Das ist der Vorgang. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Er weiß nicht mehr, wann er das erste Mal in diesem Zimmer aufgewacht ist. Der Raum ist klein, und die Wände haben keine Farbe, die einen Namen verdient. An der Decke hängt eine Leuchtstoffröhre, die manchmal flackert und manchmal nicht. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er schon mehrmals gelesen hat. Er versteht die meisten Wörter, aber nicht, was sie zusammen bedeuten. Die Uhr an der Wand zeigt zehn nach elf, obwohl er sicher ist, dass Stunden vergangen sind. Er hat den Stift in der Hand, aber er weiß nicht, was er schreiben soll. Das erste Feld heißt „Antragsteller", und das ist einfach. Er schreibt seinen Namen, obwohl er nicht sicher ist, ob das reicht. Das zweite Feld heißt „Grund des Antrags", und das ist nicht einfach. Er überlegt lange, dann lässt er es leer. Die Tür geht auf, ohne dass jemand angeklopft hat. Die Sachbearbeiterin trägt einen grauen Kittel und eine Brille mit rundem Gestell. Sie schaut nicht ihn an, sondern den Stapel Papier auf dem Tisch. Sie sagt: „Sie haben das Deckblatt nicht ausgefüllt." Er antwortet, dass das Deckblatt kein Feld zum Ausfüllen hat. Sie sagt: „Das ist nicht korrekt", und legt ein neues Blatt auf den Tisch. Dann geht sie, ohne die Tür zu schließen, aber die Tür schließt sich von selbst. Er schaut auf das neue Blatt. Es ist leer, genau wie das alte. Er nimmt den Stift und schreibt oben in die Mitte: „Deckblatt". Dann wartet er, weil er nicht weiß, was sonst zu tun ist. Die Leuchtstoffröhre flackert dreimal schnell, dann ist es wieder ruhig. Nach einer Weile steht er auf und geht zur Tür. Er drückt den Griff nach unten, aber die Tür bewegt sich nicht. Er drückt fester, aber das Ergebnis ist dasselbe. Er geht zurück zum Tisch und setzt sich wieder hin. Die leere Tasse vor ihm hat keinen Henkel mehr, aber er erinnert sich nicht, wann das passiert ist. Er dreht den Stift zwischen den Fingern und denkt nach. Er denkt daran, dass er einen Antrag stellen muss, aber nicht weiß, wofür. Vielleicht ist der Antrag für etwas, das er schon hat. Vielleicht ist er für etwas, das er noch braucht. Er schreibt in das Feld „Grund des Antrags": „Unbekannt, aber notwendig." Das fühlt sich nicht falsch an. Die Sachbearbeiterin kommt wieder, nimmt die Tasse und stellt eine neue hin. Die neue Tasse ist auch leer. Er fragt: „Wann ist der Antrag fertig?" Sie sagt: „Wenn alle Felder ausgefüllt sind." Er fragt: „Und welche Felder fehlen noch?" Sie sagt: „Das steht auf Seite vier." Er blättert durch die Papiere, aber es gibt keine Seite vier. Er fragt: „Wo ist Seite vier?" Sie sagt: „Die müssen Sie beantragen", und geht. Er nimmt ein leeres Blatt und schreibt: „Antrag auf Aushändigung von Seite vier." Er legt das Blatt oben auf den Stapel. Die Uhr zeigt immer noch zehn nach elf. Er schaut sie lange an, weil er hofft, dass sie sich bewegt. Sie bewegt sich nicht. Am nächsten Morgen – oder was er dafür hält – ist der Stapel kleiner. Ein Teil der Formulare ist weg, aber er weiß nicht, welcher. Dafür liegt ein neues Formular oben, das er noch nicht gesehen hat. Es heißt: „Bestätigung des Antrags auf Feststellung der Antragsfähigkeit." Er liest es zweimal, weil er denkt, dass er etwas übersehen hat. Er hat nichts übersehen. Er füllt das erste Feld aus, dann das zweite, dann lässt er das dritte leer. Die Sachbearbeiterin kommt, schaut auf das Formular und sagt: „Feld drei ist Pflicht." Er fragt: „Was soll ich in Feld drei schreiben?" Sie sagt: „Das, was zutrifft." Er schreibt: „Alles oder nichts." Sie nimmt das Formular, liest es, legt es zurück und sagt: „Bitte warten Sie." Er fragt: „Wie lange?" Sie sagt nichts mehr und geht. Er lehnt sich zurück und schaut an die Decke. Die Leuchtstoffröhre flackert. Er wartet. Er weiß inzwischen, dass Warten nicht das Ende ist, sondern der Vorgang selbst. Er nimmt den Stift. Er fängt von vorne an. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Der Raum, in dem er sitzt, hat genau die richtige Größe, um nicht darüber nachzudenken, wie klein er ist. Die Wände sind weiß gestrichen, aber das Weiß ist so alt, dass es keinen Namen mehr verdient. Er ist seit mindestens zwei Tagen hier, soweit er das beurteilen kann. Die Uhr an der Wand zeigt zehn nach elf, und er hat aufgehört, sie zu fragen. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er schon auswendig kennt, ohne es zu verstehen. Er hat den Kugelschreiber in der Hand, der keine Kappe mehr hat, weil er sie verloren hat oder sie nie da war. Das erste Feld hat er ausgefüllt, weil es nach seinem Namen gefragt hat und er den noch wusste. Das zweite Feld fragt nach dem Zweck des Antrags, und diese Frage begleitet ihn seitdem wie ein leises Geräusch. Er hat überlegt, ob der Zweck vielleicht auf einem anderen Blatt steht, aber alle anderen Blätter schweigen ebenfalls. Die Tür geht auf, ohne dass er Schritte gehört hat, und die Sachbearbeiterin tritt ein. Sie trägt immer denselben grauen Kittel, und ihre Brille sitzt immer ein wenig schief. Sie legt einen neuen Stapel Papier neben den alten, ohne ihn anzuschauen. „Das Begleitschreiben fehlt", sagt sie, in einem Ton, der keine Antwort erwartet. Er fragt trotzdem: „Welches Begleitschreiben meinen Sie genau?" Sie antwortet: „Das, das dem Antrag vorangehen muss", und geht wieder hinaus. Er schaut auf die Tür, die sich lautlos schließt, und dann auf den neuen Stapel. Das oberste Blatt ist leer, aber am unteren Rand steht klein gedruckt: „Formular 7b – Anlage zum Begleitschreiben". Er dreht das Blatt um, weil er hofft, dass auf der Rückseite mehr steht. Auf der Rückseite steht: „Bitte wenden." Er legt das Blatt zurück, verschränkt die Arme und lehnt sich in den Stuhl. Die Leuchtstoffröhre flackert kurz, als ob sie etwas sagen wollte, dann ist sie wieder still. Er denkt darüber nach, dass er einen Antrag stellen muss, dessen Zweck er nicht kennt, für einen Vorgang, der keinen Anfang zu haben scheint. Das ist keine neue Erkenntnis, aber jedes Mal, wenn er sie denkt, sitzt sie ein wenig fester. Er steht auf, weil Sitzen keine Lösung ist, und geht zur Tür. Die Tür lässt sich nicht öffnen, was ihn nicht überrascht, aber trotzdem kurz irritiert. Er geht zurück, setzt sich, und nimmt den Stift mit der fehlenden Kappe wieder in die Hand. Er schreibt in das Feld „Zweck des Antrags": „Feststellung der Notwendigkeit des Antrags." Das ist zirkulär, aber es ist das Ehrlichste, was er schreiben kann. Nach einer Weile – er schätzt zwei Stunden, obwohl die Uhr das nicht bestätigt – kommt die Sachbearbeiterin zurück. Sie nimmt seine leere Tasse vom Tisch, stellt eine neue leere Tasse hin, und liest, was er geschrieben hat. Ihr Gesicht verändert sich nicht, aber sie zieht ein kleines Notizbuch aus der Kitteltasche und schreibt etwas hinein. „Haben Sie den Antrag auf Einsicht in die Vorgangsnummer bereits gestellt?", fragt sie. Er antwortet, dass er nicht wusste, dass es eine Vorgangsnummer gibt. „Es gibt immer eine Vorgangsnummer", sagt sie, und es klingt, als würde sie das nicht zum ersten Mal erklären. Sie legt ein weiteres Formular auf den Tisch, das genau wie alle anderen aussieht, außer dass oben „Vorläufig" gestempelt ist. Er fragt, was „vorläufig" in diesem Zusammenhang bedeutet. Sie sagt: „Es bedeutet, dass es noch nicht endgültig ist", und geht. Er schaut auf das Formular, dann auf den Stapel, dann auf die Uhr. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Er hat manchmal das Gefühl, dass die Uhr recht hat und alle anderen falsch liegen. Am nächsten Morgen – er nennt es Morgen, weil die Leuchtstoffröhre heller brennt als sonst – ist der Tisch neu geordnet. Die Formulare, die er ausgefüllt hat, sind weg, und an ihrer Stelle liegt ein Blatt mit dem Titel: „Rückmeldung zum Eingangsverfahren". Er liest das Blatt zweimal und stellt fest, dass es keine Rückmeldung enthält, sondern nur die Bitte um eine weitere Rückmeldung. Er nimmt den Stift und schreibt in die vorgesehene Zeile: „Die Rückmeldung liegt vor." Das stimmt nicht, aber er hat das Gefühl, dass Genauigkeit hier nicht das entscheidende Kriterium ist. Die Sachbearbeiterin kommt, liest den Satz, und nickt einmal kurz. „Sie machen Fortschritte", sagt sie, in einem Ton, der weder zustimmend noch ablehnend ist. Er fragt: „Wie viele Formulare fehlen noch?" Sie schlägt ihr Notizbuch auf, blättert kurz und sagt: „Das hängt davon ab, was Sie beantragen." Er erinnert sie daran, dass er nicht weiß, was er beantragen soll. Sie sagt: „Das steht im Ausgangsdokument." Er fragt, wo das Ausgangsdokument ist. Sie sagt: „Das hätten Sie mitbringen müssen", und schließt das Notizbuch. Dann steht sie noch einen Moment da, als ob sie etwas vergessen hätte, dreht sich aber um und geht. Er sitzt allein, die leere Tasse vor sich, den Stift in der Hand, den Stapel neben dem Ellbogen. Er denkt: Vielleicht ist das Ausgangsdokument schon da und er hat es nur nicht erkannt. Er geht alle Blätter durch, eins nach dem anderen, langsam und sorgfältig. Keines davon trägt den Titel „Ausgangsdokument", aber auf einem steht unten in kleiner Schrift: „Dieses Dokument gilt nicht als Ausgangsdokument." Er legt es beiseite und denkt, dass das ein Hinweis sein könnte. Er nimmt ein leeres Blatt, schreibt oben in großen Buchstaben „Ausgangsdokument" und lässt den Rest leer. Dann legt er es ganz unten in den Stapel, weil Ausgangsdokumente vermutlich am Anfang stehen. Die Leuchtstoffröhre flackert. Er wartet. Er hat aufgehört zu fragen, wann es endet, weil die Antwort immer dieselbe ist: wenn alles vollständig ist. Und vollständig ist es, wenn er alles eingereicht hat. Und eingereicht hat er alles, wenn er weiß, was er einreichen muss. Er nimmt den Stift. Er fängt von vorne an. Das ist der Vorgang. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Der Raum, den er seit unbestimmbarer Zeit bewohnt, hat die eigentümliche Qualität, dass er sich weder eng noch weit anfühlt, sondern einfach vorhanden ist. Die Leuchtstoffröhre an der Decke gibt ein Licht ab, das keine Schatten wirft, was bedeutet, dass auch die Zeit hier keine Konturen hat. Er weiß, dass er einen Antrag stellen muss, aber das Wissen darüber, wofür, hat sich irgendwann still aus dem Raum entfernt. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das in seiner Schlichtheit beunruhigend ist: zwölf Felder, von denen er drei ausgefüllt hat und neun nicht. Der Stift in seiner Hand hat keine Kappe, was ihn anfangs gestört hat, inzwischen aber als Merkmal dieses Ortes erscheint, so wie die stehende Uhr und die leere Tasse. Die Uhr zeigt zehn nach elf, und er hat sich damit abgefunden, dass sie nicht falsch geht, sondern schlicht anderer Meinung ist. Er liest das sechste Feld zum wiederholten Mal: „Angabe des Antragsgegenstandes unter Berücksichtigung der einschlägigen Vorgangsnummer." Die Vorgangsnummer kennt er nicht, hat sie nie gekannt, und niemand hat ihm erklärt, wie man sie in Erfahrung bringt. Die Tür öffnet sich ohne Vorwarnung, und die Sachbearbeiterin tritt ein mit dem präzisen Bewegungsablauf von jemandem, der diesen Raum so oft betreten hat, dass er aufgehört hat, ihn wahrzunehmen. Sie legt eine neue Mappe auf den Tisch, deren Registerkarten mit Buchstaben beschriftet sind, die keine erkennbare Reihenfolge haben. „Der Nachweis über die Voranmeldung des Antragsverfahrens fehlt noch", sagt sie, im Konjunktiv, als ob auch sie nicht ganz sicher sei, ob das stimmt. Er fragt, ob es möglich wäre, diesen Nachweis nachzureichen, obwohl er nicht weiß, was er nachreichen würde. Sie antwortet, dass ein Nachreichen grundsätzlich möglich sei, sofern der entsprechende Antrag auf Nachreichgenehmigung vorliege. Er fragt, wie dieser Antrag zu stellen sei, und spürt dabei, dass er diese Frage vielleicht schon einmal gestellt hat. Sie sagt, der Antrag auf Nachreichgenehmigung setze die Kenntnis der Vorgangsnummer voraus, dreht sich um und geht. Die Tür schließt sich so leise, dass er sich fragt, ob sie jemals wirklich offen gewesen ist. Er bleibt sitzen und betrachtet die Mappe, die sie hinterlassen hat, als wäre sie ein Beweisstück aus einem anderen Leben. Hinter dem Reiter „A" findet er ein dreiseitiges Dokument, das den Titel trägt: „Hinweise zur Interpretation von Hinweisen – vorläufige Fassung". Er liest es, weil er sich erhofft, dass irgendwo eine Anweisung versteckt ist, die ihm sagt, was er als Nächstes tun soll. Was er findet, ist der Satz: „Alle Hinweise in diesem Dokument sind als unverbindlich zu verstehen, sofern kein gegenteiliger Hinweis vorliegt." Er legt das Dokument zurück, lehnt sich in den Stuhl und schaut für eine Weile an die Decke, weil das weniger frustrierend ist als alles andere. Die Leuchtstoffröhre flackert in einem Rhythmus, der fast regelmäßig ist, und er fragt sich, ob darin eine Bedeutung steckt. Er entscheidet, dass dem nicht so ist, aber das Nachdenken darüber hat ihm immerhin einige Minuten verschafft. Schließlich nimmt er den Stift, schreibt auf ein leeres Blatt die Worte „Vorgangsnummer: wird nachgereicht" und legt es über das sechste Feld des Formulars. Das ist keine Lösung, aber es ist eine vorläufige Überbrückung, und vorläufig scheint hier das herrschende Prinzip zu sein. Am nächsten Morgen – wobei er „Morgen" nur deshalb denkt, weil er an irgendwelchen Zeitbegriffen festhalten will – hat sich der Tisch erneut verändert. Die Mappe ist weg, das Formular liegt jetzt in einer transparenten Schutzhülle, und daneben steht ein Becher mit einer Flüssigkeit, deren Temperatur sich nicht bestimmen lässt. Er trinkt einen Schluck, weil es das Vernünftigste ist, was man mit einem Becher tun kann. Obenauf liegt ein Zettel, der handschriftlich beschriftet ist: „Bitte prüfen Sie, ob alle Angaben dem aktuellen Stand entsprechen." Er liest das Formular durch, stellt fest, dass sich nichts geändert hat, und schreibt darunter: „Angaben entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt ihrer Eintragung." Die Sachbearbeiterin erscheint zur gewohnten Stunde, obwohl er keine Uhr hat, die ihm sagen könnte, wann die gewohnte Stunde ist. Sie liest seinen Zusatz, zieht die linke Augenbraue minimal hoch, was das ausdrucksstärkste Zeichen ist, das er je von ihr gesehen hat. „Der Stand der Eintragung müsste mit dem Stand der Vorgangsakte übereinstimmen", sagt sie. Er fragt, ob er Einsicht in die Vorgangsakte bekommen könne, um die Übereinstimmung zu prüfen. Sie sagt, Einsicht in die Vorgangsakte setze einen abgeschlossenen Antragsprozess voraus. Er hält inne, weil in diesem Satz eine Logik steckt, die er nicht widerlegen kann, die aber auch keinen Ausweg lässt. „Dann ist der Antragsprozess also noch nicht abgeschlossen", sagt er, und es klingt mehr nach Feststellung als nach Frage. Sie sagt: „Das ist korrekt", und nimmt den Becher vom Tisch, obwohl er noch nicht leer ist. Dann stellt sie einen neuen Becher hin, der ebenfalls nicht leer ist, und geht, als wäre das ein Abschluss. Er sitzt vor dem Formular in der Schutzhülle und überlegt, ob er es aus der Hülle nehmen soll, um weiterzuschreiben. Auf der Hülle klebt ein kleiner Aufkleber: „Nicht aus der Schutzhülle entnehmen." Er schreibt durch die transparente Folie hindurch, was die Schrift unleserlich macht, aber das scheint hier keine Ausnahme zu sein. Die Uhr zeigt zehn nach elf, die Leuchtstoffröhre flackert, und der Raum verhält sich so, wie Räume sich verhalten, wenn niemand vorhat, sie zu verlassen. Er denkt an das Ausgangsdokument, das er beim letzten Mal selbst angefertigt hat, und fragt sich, ob es vielleicht irgendwo archiviert wurde. Vielleicht ist das der Fortschritt, den die Sachbearbeiterin erwähnt hat: Dinge verschwinden, aber sie werden nicht vernichtet, sie werden nur unerreichbar. Er nimmt ein frisches Blatt und beginnt, alle Formulare aufzulisten, die er bisher ausgefüllt hat, in chronologischer Reihenfolge, soweit er sich erinnern kann. Die Liste wird länger als erwartet, und er bemerkt dabei, dass er manche Dokumente zweimal eingereicht haben muss, weil er sich an ihre Felder noch gut erinnert. Das ist entweder ein Fehler oder ein Teil des Vorgangs, und inzwischen ist er nicht mehr sicher, ob dieser Unterschied hier gemacht wird. Er schreibt oben auf die Liste: „Übersicht der bisher gestellten Anträge – zur Vorlage im Rahmen des Antragsverfahrens." Das klingt nach etwas, das gebraucht werden könnte, und das ist mehr, als er über die meisten Dinge hier sagen kann. Die Sachbearbeiterin, die er inzwischen an ihren Schritten erkennt, obwohl er sie nie klar gehört hat, öffnet die Tür. Sie schaut auf die Liste, schlägt ihr Notizbuch auf, liest etwas nach und sagt: „Eine solche Übersicht wäre als Anlage G einzureichen." Er fragt, ob er Anlage G haben könne. Sie sagt, Anlage G werde automatisch beigefügt, sofern der Grundantrag vollständig vorliege. Er fragt, was am Grundantrag noch fehle. Sie sagt: „Anlage G", und schließt das Notizbuch. Die Logik ist in sich geschlossen wie ein Zimmer ohne Tür, und er sitzt darin. Er legt den Stift hin, faltet die Hände auf dem Tisch und sitzt einfach da, für eine Weile, ohne zu schreiben, ohne zu fragen. Die Leuchtstoffröhre flackert. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Er nimmt den Stift. Das ist der Vorgang. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Es gibt Orte, die man nicht betritt, sondern in denen man sich wiederfindet, und dieser Raum ist einer davon. Die Wände tragen kein Bild, keine Markierung, keinen Riss, als hätte jemand sie eigens so gestaltet, dass sie nichts verraten. Die Leuchtstoffröhre gibt ein Licht ab, das nicht leuchtet, sondern bloß die Dunkelheit in eine hellere Art von Ungewissheit verwandelt. Er sitzt. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er inzwischen mit der müden Vertrautheit betrachtet, die man sonst nur für alte Wunden aufbringt. Zwölf Felder, von denen er die meisten ausgefüllt hat – nicht weil er die Antworten kannte, sondern weil Leerstellen hier offenbar als Ausdruck von Unwillen gelten. Der Stift liegt zwischen seinen Fingern wie ein Gegenstand, der seinen ursprünglichen Zweck vergessen hat und jetzt einfach da ist, weil er nirgendwo sonst hingehört. Die Uhr zeigt zehn nach elf, und er hat sich damit abgefunden, dass sie nicht defekt ist, sondern schlicht einer anderen Auffassung von Zeit folgt. Er liest Feld neun: „Beschreibung des Sachverhalts, der dem Antrag zugrunde liegt, unter Bezugnahme auf einschlägige Vorgänge und deren Nummern." Der Sachverhalt, der dem Antrag zugrunde liegt, ist, dass er hier ist und nicht weiß, warum, und dass beides seit dem ersten Moment unverändert gilt. Er schreibt: „Sachverhalt ergibt sich aus dem Vorgang selbst", und ist sich dabei bewusst, dass das keine Antwort ist, sondern die Antwortform, die dieser Ort hervorbringt. Die Tür öffnet sich. Die Sachbearbeiterin tritt ein mit der ruhigen Selbstverständlichkeit von jemandem, für den Türen nicht Hindernisse sind, sondern bloße Übergänge zwischen dem Hier und dem Dort. Sie legt einen neuen Stapel auf den Tisch, ohne ihn anzuschauen, als wäre er ein Möbelstück, das zufällig auch Formulare entgegennehmen kann. „Das Deckblatt", sagt sie, „entspricht nicht der gültigen Version des Deckblattes." Er fragt, welche Version gültig sei, und merkt dabei, dass seine Stimme eine Gelassenheit angenommen hat, die er sich nicht bewusst angeeignet hat. Sie antwortet, dass die gültige Version jene sei, die zum Zeitpunkt der Antragstellung gültig gewesen wäre, sofern die Antragstellung im vorgesehenen Zeitraum erfolgt sei. Er fragt, ob die Antragstellung im vorgesehenen Zeitraum erfolgt sei. Sie sagt: „Das prüft die Akte", und geht. Er bleibt sitzen und betrachtet das neue Deckblatt, das sich vom alten nicht zu unterscheiden scheint, außer dass in der unteren rechten Ecke eine Versionsnummer steht, die vorher nicht da war. Die Versionsnummer lautet 0. Er überlegt, ob das bedeutet, dass dieses Deckblatt noch gar nicht fertig ist, oder ob Null hier einfach der Anfang ist, von dem aus alle anderen Versionen gezählt werden. Er entscheidet sich für die zweite Deutung, weil sie weniger entmutigend ist, obwohl er keinen Grund hat zu glauben, dass sie zutrifft. Die Leuchtstoffröhre flackert einmal lang, dann zweimal kurz, und er fragt sich zum ersten Mal ernsthaft, ob das ein Code sein könnte. Er notiert die Abfolge auf einem leeren Blatt: lang, kurz, kurz – und darunter ein Fragezeichen, weil ein Fragezeichen zumindest ehrlicher ist als eine falsche Antwort. Was er in diesem Raum gelernt hat – wenn Lernen das richtige Wort ist für das, was geschieht, wenn man aufhört, sich zu wundern –, ist, dass jede Antwort einen neuen Antrag gebiert. Der Antrag auf Einsicht in die Vorgangsnummer setzt die Kenntnis der Vorgangsnummer voraus; der Antrag auf Auskunft über das Ausgangsdokument setzt das Ausgangsdokument voraus; der Antrag auf Nachreichgenehmigung setzt die Genehmigung der Nachreichgenehmigung voraus. Er hat aufgehört, das als Widerspruch zu empfinden, und betrachtet es stattdessen als Strukturprinzip, ähnlich wie die Tatsache, dass der Boden den Stuhl trägt, der ihn trägt. Am folgenden Morgen – er nennt es so, weil die Leuchtstoffröhre eine Helligkeit erreicht hat, die sich von der nächtlichen unterscheidet, obwohl er nicht sagen könnte, worin der Unterschied besteht – liegt auf dem Tisch ein Dokument, das er noch nie gesehen hat. Es trägt den Titel: „Zwischenbescheid über den vorläufigen Stand des Antragsverfahrens – nicht rechtsmittelfähig." Er liest es mit einer Sorgfalt, die er früher vielleicht für übertrieben gehalten hätte, inzwischen aber als das Mindeste betrachtet, was man einem Dokument schuldet. Der Zwischenbescheid teilt ihm mit, dass sein Antrag eingegangen sei, dass die Prüfung des Eingangs noch ausstehe, und dass über das Ergebnis der Prüfung des Eingangs zu gegebener Zeit ein weiterer Zwischenbescheid ergehen werde. Er liest den letzten Satz zweimal, weil er sichergehen will, dass er ihn richtig verstanden hat. Er hat ihn richtig verstanden. Er schreibt unter den Bescheid: „Zur Kenntnis genommen", und unterschreibt mit seinem Namen, weil das die einzige Handlung ist, die er in diesem Moment für sinnvoll hält. Die Sachbearbeiterin, die ihn inzwischen anschaut, wenn sie hereinkommt – nicht freundlich, aber mit einer Art Aufmerksamkeit, die er nicht einordnen kann –, nimmt den Bescheid, liest seinen Zusatz und sagt: „Eine Kenntnisnahme ist in diesem Verfahrensstadium nicht vorgesehen." Er fragt, was stattdessen vorgesehen sei. Sie sagt: „Eine Kenntnisnahme kann beantragt werden." Er nickt, nicht weil er zustimmt, sondern weil Nicken die effizienteste Form ist, ein Gespräch zu beenden, das keinen Anfang hatte. Er nimmt ein leeres Blatt: „Antrag auf Genehmigung der Kenntnisnahme des Zwischenbescheids über den vorläufigen Stand des Antragsverfahrens." Der Satz ist lang, aber er hat das Gefühl, dass Kürze hier als Unvollständigkeit ausgelegt würde. Die Sachbearbeiterin nimmt den Antrag, ohne ihn zu lesen, legt ihn in die Mappe, schließt die Mappe und stellt sie unter den Tisch. Er fragt: „Wann wird darüber entschieden?" Sie sagt: „Wenn der Vorgang vollständig ist." Er fragt: „Was fehlt noch?" Sie sagt: „Das ergibt sich aus dem Vorgang", und geht. Der Raum ist wieder still, mit der Stille von Orten, die nicht auf jemanden warten, sondern einfach sind. Er sitzt da und denkt, dass er vielleicht nie gewusst hat, was Warten bedeutet, bevor er hier war – nicht das Warten auf etwas, sondern das Warten als Zustand, der keinen Gegenstand mehr braucht. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Er nimmt den Stift. Er schreibt. Das ist der Vorgang. == 79 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Es ist halb sechs morgens. László steht an der Bushaltestelle. Die Haltestelle heißt „Fő tér". Es regnet leicht, ein feiner Nieselregen. László hat keine Kapuze. Seine Jacke ist dünn und schon alt. Er wartet jeden Morgen hier. Der Bus nach Csepel kommt immer zu spät. Heute ist kein anderer Tag. László schaut auf die leere Straße. Kein Bus ist zu sehen. Da kommt jemand die Straße entlang. Es ist Erzsébet, seine Nachbarin. Sie trägt eine Plastiktüte vom 24-Stunden-Laden. Erzsébet ist 56 Jahre alt und redet sehr viel. „Guten Morgen, László!", sagt sie laut. László nickt und sagt: „Morgen." Erzsébet stellt ihre Tüte auf den Boden. „Weißt du, was János gestern gemacht hat?" László weiß es noch nicht, aber er wird es gleich erfahren. „Er hat die Glühbirne aus der Fassung gedreht." „Er dachte, das Licht flackert." „Dann saß er drei Stunden im Dunkeln." „Ich habe ihn nicht gewarnt." László hört zu und nickt manchmal. Er denkt nicht viel dabei. Es ist besser so. Wenn er zuhört, denkt er nicht an sein eigenes Leben. Der Bus kommt immer noch nicht. Erzsébet erzählt weiter von János. János ist ihr Mann, 58 Jahre alt. Früher war er Schlosser, heute sitzt er meistens im Sessel. Er trinkt gern billigen Weißwein. Erzsébet mag das nicht, aber sie sagt es trotzdem nicht direkt. Endlich kommt der Bus. Er ist acht Minuten zu spät. László steigt ein und sucht einen Platz. Er findet einen Platz neben einem Fenster. Das Fenster schließt nicht richtig. Kalte Luft kommt herein. László schaut nach draußen. Sie fahren an einer alten Fabrik vorbei. Die Fabrik ist ausgebrannt und leer. Jedes Mal schaut László hin. Er weiß nicht warum. Hinter ihm sitzen zwei alte Männer. Sie streiten über den Papst. Einer sagt, der Papst wäre mit dem Fahrrad nach Budapest gekommen. Der andere sagt, das ist Unsinn. László hört halb zu und lacht innerlich. Er greift in seine Jackentasche. Eine kleine Flasche ist darin. Er trinkt einen kurzen Schluck. Niemand im Bus schaut hin. Um Mittag sitzt László in der Lagerhalle. Er sitzt auf einer Europalette und isst. Er hat eine Wurstsemmel dabei, sie ist trocken. Sein Kollege setzt sich neben ihn. „Mein Cousin hat im Lotto gewonnen", sagt der Kollege. „Nicht viel, aber immerhin." Der Cousin wohnt in Kecskemét, das ist weit weg. László hört zu und rechnet leise im Kopf. In zwanzig Jahren könnte er vielleicht einen neuen Anzug kaufen. Er lacht kurz, aber es klingt mehr wie ein Räuspern. Am Abend sitzt László vor dem Plattenbau. Er sitzt auf der Betontreppe und hat die Flasche neben sich. Es ist still auf der Straße. Irgendwo spielt jemand Akkordeon. Die Töne sind nicht ganz richtig, aber der Mann spielt mit Überzeugung. Dann kommt János die Treppe herunter. Er geht ein bisschen langsam, vielleicht hat er schon getrunken. Er setzt sich wortlos neben László. Beide schweigen eine Weile. János schaut auf die Straße. László schaut auch auf die Straße. Dann nimmt János die Flasche und trinkt einen Schluck. Er gibt sie zurück. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János. László nickt. Das ist kein Trost, aber es reicht für heute. Morgen früh steht er wieder an der Haltestelle. Der Bus wird wieder zu spät kommen. Und Erzsébet wird wieder etwas zu erzählen haben. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- László steht jeden Morgen um Viertel vor sechs an der Haltestelle, auch wenn der Bus fast nie pünktlich kommt. Die Haltestelle heißt „Fő tér" und liegt direkt vor dem grauen Plattenbau, in dem László seit acht Jahren wohnt. Es regnet heute, kein starker Regen, aber der feine Nieselregen, der die Kleidung langsam durchnässt. László hat keine Kapuze, weil er die Jacke mit Kapuze vor drei Wochen irgendwo vergessen hat. Er stellt den Kragen hoch und schaut die leere Straße entlang, wo der Bus irgendwann erscheinen wird. Dann hört er Schritte hinter sich, und er weiß schon, wer das ist, bevor er sich umdreht. Erzsébet kommt mit einer schweren Plastiktüte vom 24-Stunden-Laden, der um die Ecke liegt. Sie ist 56 Jahre alt, wohnt im Stockwerk über ihm, und sie beginnt immer sofort zu reden, ohne Pause. „Guten Morgen, László, du glaubst nicht, was János gestern Abend wieder gemacht hat!", sagt sie und stellt die Tüte auf den nassen Boden. László dreht sich zu ihr um und nickt, weil eine Antwort nicht nötig ist und auch nicht erwartet wird. János hat gestern die Glühbirne aus der Fassung gedreht, weil er glaubte, das Licht im Wohnzimmer flackert. Dann saß er drei Stunden im Dunkeln, weil er keine neue Glühbirne hatte und Erzsébet ihn nicht warnte. „Ich habe ihn einfach sitzen lassen", sagt Erzsébet, und in ihrer Stimme ist keine Reue, nur eine müde Zufriedenheit. László hört zu, nicht weil ihn die Geschichte wirklich interessiert, sondern weil es einfacher ist als Schweigen. Wenn er zuhört, muss er nicht über sein eigenes Leben nachdenken, und das ist manchmal das Wichtigste. Der Bus ist immer noch nicht zu sehen, und Erzsébet erzählt jetzt, dass János früher ein guter Schlosser war. „Er wusste, wie man Dinge repariert", sagt sie, „aber jetzt sitzt er nur noch im Sessel und trinkt seinen billigen Weißwein." László sagt „Hm" und schaut auf die Straße, und endlich erscheint der Bus in der Ferne, klein und langsam. Er ist neun Minuten zu spät, was für diese Linie noch ein gutes Ergebnis ist. Im Bus findet László einen Fensterplatz, aber das Fenster schließt nicht richtig, und kalte Luft strömt herein. Er zieht die Jacke enger und schaut nach draußen, während die Stadt an ihm vorbeizieht, grau und still am frühen Morgen. Dann kommen sie an der alten Fabrik vorbei, die vor Jahren abgebrannt ist und seitdem leer steht. László schaut jedes Mal auf die schwarzen Fensterhöhlen der Fabrik, obwohl er selbst nicht weiß, warum er das tut. Hinter ihm sitzen zwei ältere Männer, die über den Papst streiten, und ihre Stimmen sind laut genug, um alles andere zu übertönen. Einer behauptet, der Papst wäre mit dem Fahrrad nach Budapest gefahren, wenn er wirklich bescheiden wäre. Der andere sagt, das ist kompletter Unsinn, und außerdem sei Budapest kein Pflichtprogramm für den Papst. László greift langsam in seine Jackentasche und zieht eine kleine Flasche heraus, ohne sie jemandem zu zeigen. Er trinkt einen kurzen Schluck, steckt die Flasche zurück, und niemand im Bus dreht sich um. In der Lagerhalle isst László um zwölf Uhr auf einer Europalette, weil es keine richtige Pausenbank gibt. Seine Wurstsemmel ist trocken, aber er hat keinen Hunger, also ist es egal. Sein Kollege Tibor setzt sich neben ihn und erzählt, dass ein Cousin dritten Grades in Kecskemét im Lotto gewonnen hat. „Nicht viel", sagt Tibor, „aber mehr als wir in einem Monat verdienen." László hört zu und rechnet leise im Kopf, wie viele Jahre er arbeiten müsste, um sich einen neuen Anzug zu kaufen. Er kommt auf zwanzig Jahre und lacht kurz, aber das Lachen klingt mehr wie ein Räuspern, das man schnell vergisst. Am Abend sitzt László auf der Betontreppe vor dem Plattenbau, die Flasche steht neben ihm auf der Stufe. Die Straße ist ruhig, und irgendwo in einem der oberen Stockwerke spielt jemand Akkordeon. Die Töne sind nicht immer richtig, aber der Mann spielt mit so viel Überzeugung, dass es am Ende nicht stört. Dann kommt János die Treppe herunter, langsam und ein bisschen unsicher auf den Beinen. Er setzt sich wortlos neben László, schaut auf die Straße, und keiner von beiden sagt etwas. Nach einer Weile nimmt János einfach die Flasche, trinkt einen langen Schluck und stellt sie zurück. „Morgen ist auch ein Tag", sagt er, ohne László anzuschauen. László nickt und schaut weiter auf die Straße, auf der sich nichts bewegt. Das ist kein Trost, und beide wissen das, aber es reicht für diesen Abend. Morgen früh wird László wieder um Viertel vor sechs an der Haltestelle stehen. Der Bus wird zu spät kommen, Erzsébet wird etwas über János erzählen, und László wird zuhören. Und das wird sich gut genug anfühlen, um weiterzumachen. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, als die Stadt noch schläft und die Straßenlaternen ihr blasses Licht auf den nassen Asphalt werfen, steht László an der Haltestelle. Er kennt jeden Riss im Betonboden dieser Haltestelle, jeden abgeblätterten Aufkleber auf dem Fahrplankasten, der seit Monaten falsche Zeiten anzeigt. Der Nieselregen fällt so leise, dass man ihn kaum hört, aber nach zehn Minuten ist Lászlós Hemdkragen kalt und feucht. Er hat die Kapuze verloren, irgendwo, irgendwann, er erinnert sich nicht mehr daran und es interessiert ihn auch nicht besonders. Der Bus nach Csepel sollte um 5:52 Uhr kommen, und weil das nie passiert, hat László aufgehört, auf seine Uhr zu schauen. Stattdessen schaut er die Straße entlang, eine gewohnheitsmäßige Geste ohne echte Erwartung, wie ein Mensch, der weiß, dass die Post nicht kommt, aber trotzdem zum Briefkasten geht. Dann hört er das vertraute Geräusch von Plastiktüten und hastigen Schritten, und er weiß, ohne sich umzudrehen, dass Erzsébet da ist. Sie kommt jeden Morgen vom 24-Stunden-Laden um die Ecke, immer mit zu viel eingekauft, immer mit einer Geschichte, die sie kaum erwarten kann zu erzählen. „Du glaubst nicht, was dieser Mann gestern wieder angestellt hat", sagt sie, noch bevor sie richtig stehen geblieben ist, und stellt ihre schwere Tüte auf den Boden. László dreht sich zu ihr um und nickt mit einem Gesichtsausdruck, der Aufmerksamkeit andeutet, ohne wirklich etwas zu versprechen. János, so erfährt er, hat gestern Abend beschlossen, dass die Wohnzimmerlampe flackert, und deshalb einfach die Glühbirne aus der Fassung gedreht. Dann saß er drei Stunden im Dunkeln, weil keine Ersatzbirne im Haus war und weil er zu stolz war, Erzsébet darum zu bitten. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt sie, und in ihrer Stimme liegt eine Mischung aus Erschöpfung und der leisen Genugtuung einer Frau, die schon zu viel erklärt hat. László hört zu, nicht aus echtem Interesse, sondern weil das Zuhören eine Funktion hat: Es füllt die Zeit und verdrängt andere Gedanken. Solange Erzsébet redet, muss er nicht über das leere Kühlschrankregal nachdenken, nicht über den Brief, der seit einer Woche ungeöffnet auf dem Tisch liegt. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, klein und langsam, wie ein Tier, das keine Eile kennt, und ist elf Minuten zu spät. László steigt als Erster ein, findet seinen gewohnten Platz neben dem Fenster, das sich seit Monaten nicht richtig schließen lässt. Die kalte Luft, die durch den Spalt hereinkommt, stört ihn nicht mehr; er hat sich daran gewöhnt wie an vieles andere in seinem Leben. Draußen zieht die Stadt vorbei, die grauen Fassaden der Wohnblöcke, die geschlossenen Läden, eine Frau mit Hund, die beide so aussehen, als hätten sie eine schlechte Nacht hinter sich. Dann kommt die ausgebrannte Fabrik, ein schwarzes Skelett aus Stahl und geborstenen Fenstern, das seit Jahren auf einem Grundstück steht, das niemandem zu gehören scheint. László schaut jedes Mal auf dieses Gebäude, obwohl er nicht weiß, was er darin sucht, vielleicht nur den Beweis, dass manche Dinge einfach so bleiben, wie sie sind. Hinter ihm haben zwei alte Männer ein Gespräch begonnen, das schnell zu einem Streit geworden ist, ob der Papst jemals mit dem Fahrrad gereist wäre, wenn er wirklich ein bescheidener Mensch sein wollte. László greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht eine flache Flasche heraus und trinkt einen kleinen Schluck, ruhig und unauffällig, wie jemand, der das schon so oft getan hat, dass es keine Geste mehr ist, sondern ein Reflex. Die Flasche verschwindet wieder in der Tasche, der Bus hält, neue Fahrgäste steigen ein, und die Welt dreht sich weiter, ohne Kommentar. In der Lagerhalle gibt es keine Kantine, also sitzen die Männer in der Mittagspause auf Europaletten und essen, was sie mitgebracht haben. László hat eine Wurstsemmel, die morgens noch akzeptabel war und jetzt trocken und ein bisschen traurig wirkt, aber er isst sie trotzdem, langsam und ohne Eile. Tibor, sein Kollege, der neben ihm sitzt, erzählt von einem Lottogewinn, nicht seinem eigenen, sondern dem eines Cousins dritten Grades aus Kecskemét, den Tibor selbst kaum kennt. „Fünfzigtausend Forint", sagt Tibor mit dem Ton eines Mannes, der von einer fernen und fremden Welt berichtet. László nickt und rechnet im Kopf, wie viele Arbeitsjahre er bräuchte, um sich etwas zu leisten, das keine Notwendigkeit ist, sondern ein Wunsch. Er kommt auf eine Zahl, die er sofort vergisst, und lacht kurz auf, ein Lachen, das wie ein Räuspern klingt und das Tibor mit einem schiefen Blick quittiert. Der Nachmittag vergeht in der üblichen Abfolge aus Kisten, Gabelstaplern und dem leisen Summen der Neonlampen, die nie ganz gleichmäßig brennen. Als László gegen halb sieben nach Hause kommt, ist die Treppe vor dem Plattenbau leer, und er setzt sich einfach hin, weil er keine Lust hat, sofort in die Wohnung zu gehen. Die Flasche stellt er neben sich auf die Betonstufe, nicht um zu trinken, sondern weil es sich richtig anfühlt, sie dort zu haben. Irgendwo über ihm, vielleicht im dritten Stock, spielt jemand Akkordeon, die Töne kommen durchs offene Fenster herunter und fallen auf die Straße wie Blätter, die niemand aufhebt. Die Melodie ist nicht ganz korrekt, ein paar Töne daneben, aber der Spieler hört nicht auf, und das hat etwas Respektables. János kommt nach einer Weile aus dem Hauseingang, die Hände in den Taschen, das Gesicht mit dem Ausdruck eines Mannes, der einen Grund gesucht hat, nach draußen zu gehen, und keinen gefunden hat. Er setzt sich neben László, ohne zu fragen, ohne zu grüßen, und schaut auf die Straße, die jetzt dunkel und still ist. László schaut auch auf die Straße. Oben spielt das Akkordeon weiter, immer noch ein bisschen falsch, immer noch voller Überzeugung. Nach einer Weile nimmt János die Flasche, trinkt, gibt sie zurück, und das alles geschieht so selbstverständlich, als hätten sie das hundertmal so gemacht. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János schließlich, und es klingt weder wie eine Frage noch wie eine Aufmunterung, sondern wie eine Feststellung über etwas, das beide schon wissen. László nickt und sagt nichts, weil nichts gesagt werden muss. Das Akkordeon spielt, die Straßenlaterne flackert einmal kurz, und dann ist alles wieder ruhig. Es ist kein guter Abend und kein schlechter Abend, es ist einfach ein Abend. Und morgen früh um Viertel vor sechs wird László wieder an der Haltestelle stehen, der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird mit ihrer Tüte um die Ecke biegen. Er weiß das, und das Wissen stört ihn nicht, weil es in diesem Wissen auch etwas gibt, das sich wie Boden unter den Füßen anfühlt. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, wenn die Stadt noch in jenem merkwürdigen Halbschlaf liegt, der weder Nacht noch Morgen ist, steht László an der Haltestelle und wartet auf etwas, das nie pünktlich kommt. Der Fahrplankasten hinter ihm zeigt 5:52 Uhr an, eine Zeit, die seit Monaten reine Fiktion ist, aber niemand hat die Mühe auf sich genommen, den Aufkleber abzuziehen. Der Regen fällt so fein, dass er kaum sichtbar ist, aber er sammelt sich auf Schultern und Ärmeln und kühlt langsam durch den Stoff, mit der geduldigen Hartnäckigkeit von allem, was man zunächst unterschätzt. László hat keine Kapuze mehr, eine Kleinigkeit, die ihn irgendwann aufgehört hat zu stören, wie so vieles im Laufe der Jahre aufgehört hat, ihn zu stören. Er schaut die Straße entlang, nicht aus Erwartung, sondern aus Gewohnheit, mit dem leeren Blick eines Menschen, der gelernt hat, die Abwesenheit von Veränderung als einen Zustand zu akzeptieren. Die Haltestelle kennt er mit einer Vertrautheit, die über bloße Gewohnheit hinausgeht: den abgeblätterten Stadtplan, die eingeritzte Jahreszahl 1987 im Beton, den Geruch von feuchtem Zement, der jeden Morgen derselbe ist. Dann hört er Schritte, das Rascheln von Plastiktüten, und er weiß, wer das ist, noch bevor er sich umdreht, weil manche Menschen sich durch ihre Geräusche ankündigen wie Wetterlagen durch den Barometerstand. Erzsébet ist 56 Jahre alt, wohnt im Stockwerk über ihm, und sie trägt die Ereignisse der vergangenen Nacht bereits auf der Zunge, als sie die Haltestelle noch gar nicht erreicht hat. „Du kannst dir nicht vorstellen, was dieser Mann gestern noch fertiggebracht hat", sagt sie, stellt die Tüte auf den nassen Boden und schaut László mit dem Blick an, der keine Antwort erwartet, sondern ein Publikum. János, so erfährt László in den nächsten Minuten, hat entschieden, dass die Wohnzimmerlampe flackert, und diese Entscheidung auf seine Art gelöst: indem er einfach die Glühbirne herausdrehte und im Dunkeln sitzen blieb. Drei Stunden, sagt Erzsébet, drei Stunden im Dunkeln, weil keine Ersatzbirne im Haus war und weil es János' Stolz nicht erlaubt, eine Bitte auszusprechen, die er als Niederlage empfinden würde. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt sie, und in diesem Satz liegt eine jahrzehntelange Ehegeschichte zusammengefaltet wie eine Landkarte, die man nicht mehr entfalten möchte. László hört zu, nickt an den richtigen Stellen, und weiß, dass das Zuhören eine Form von Freundlichkeit ist, die nichts kostet und Erzsébet offensichtlich etwas bedeutet. Dass ihn die Geschichte von János wenig bewegt, ist kein Mangel an Mitgefühl, sondern das Ergebnis eines stillen Übereinkommens, das zwischen Nachbarn in Plattenbauten häufig entsteht: Man teilt die Wartezone, aber nicht das Leben. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, breitet sich langsam durch den Nieselregen aus wie ein dunkelgelbes Gerücht, und ist dreizehn Minuten zu spät. László findet seinen Platz am Fenster, das sich nicht schließt, und er hat sich mit diesem Spalt so abgefunden wie mit einer Wetterlage, die man nicht beeinflussen kann und die man deshalb nicht länger als Zumutung betrachtet. Die Stadt zieht draußen vorbei, die bekannte Abfolge aus Wohnblöcken, Tankstellen, geschlossenen Kiosken, ein Stadtbild, das sich im Laufe der Jahre so wenig verändert hat, dass es wirkt wie eine Kulisse, die man einmal gebaut hat und seitdem stehen lässt. Dann kommt die ausgebrannte Fabrik, und László schaut hin, wie er es jeden Morgen tut, mit einer Aufmerksamkeit, die er selbst nicht erklären könnte, als enthielte das Gebäude eine Frage, auf die er noch keine Antwort gefunden hat. Die schwarzen Fensterhöhlen der Fabrik starren zurück, gleichgültig und beständig, und dann sind sie schon vorbei, überholt von der Bewegung des Busses, der sich um keine Betrachtung schert. Hinter László streiten zwei alte Männer mit der verbissenen Energie von jemandem, der in einem Argument die letzte Form von Selbstbestätigung gefunden hat, und der Gegenstand des Streits ist, ob der Papst mit dem Fahrrad nach Budapest gereist wäre, wenn seine Demut wirklich echt wäre. László greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht die flache Flasche heraus mit der beiläufigen Selbstverständlichkeit einer Geste, die längst aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und trinkt einen Schluck, während der Bus über eine holprige Stelle fährt. Niemand dreht sich um, und das ist genau das, was László an diesem Bus schätzt: die stumme Vereinbarung, einander in Ruhe zu lassen. Die Mittagspause verbringt er auf einer Europalette in der hinteren Ecke der Lagerhalle, wo das Neonlicht flackert und die Zugluft durch eine schlecht gedichtete Ladeluke zieht. Die Wurstsemmel, die er mitgebracht hat, ist morgens noch passabel gewesen, jetzt ist sie trocken und hat die Konsistenz von etwas, das seine beste Zeit eindeutig hinter sich hat, aber er isst sie trotzdem, weil Hunger keine ästhetischen Ansprüche stellt. Tibor, sein Kollege, setzt sich neben ihn mit dem Gesichtsausdruck eines Menschen, der eine Geschichte mit sich trägt, die er teilen möchte, ob man sie hören will oder nicht. Es geht um einen Lottogewinn, aber nicht Tibors eigenen, sondern den eines Cousins dritten Grades in Kecskemét, eine Verwandtschaft so weit entfernt, dass sie biologisch kaum noch messbar ist, aber finanziell offenbar dennoch bemerkenswert. László hört zu und kalkuliert dabei still im Kopf, wie viele Monate er arbeiten müsste, um sich etwas zu leisten, das kein Bedürfnis befriedigt, sondern einen Wunsch, und er stellt fest, dass er die Zahl nicht zu Ende denken will. Er lacht kurz auf, ein Laut, der irgendwo zwischen echtem Lachen und dem Geräusch liegt, das entsteht, wenn man sich räuspert, um einer Antwort zu entgehen. Der Nachmittag löst sich auf in Kisten, Lieferscheinen, dem gleichmäßigen Brummen der Deckenlampen, und László arbeitet mit der Präzision eines Menschen, der nicht nachdenken will und deshalb jeden Handgriff sehr genau ausführt. Als er gegen Abend die Betontreppe vor dem Plattenbau hinaufkommt, bleibt er auf der zweiten Stufe einfach stehen und setzt sich hin, ohne einen besonderen Grund dafür zu haben außer dem, dass die Wohnung ihn nicht ruft. Er stellt die Flasche neben sich auf die Stufe, nicht weil er trinken will, sondern weil es sich seltsam anfühlen würde, sie in der Tasche zu lassen, wenn er selbst draußen sitzt. Irgendwo über ihm, in einem der oberen Stockwerke, spielt jemand Akkordeon, und die Melodie fällt durch das offene Fenster auf die Straße, ein bisschen schief, ein paar Halbtöne daneben, aber mit einer Überzeugung gespielt, die jede Kritik überflüssig macht. László hört zu und denkt, dass es eine unterschätzte Qualität ist, etwas falsch zu tun und dabei vollständig überzeugt zu sein, weil diese Überzeugung das Falsche in etwas anderes verwandelt. Dann tritt János aus dem Hauseingang, mit dem Schritt eines Mannes, der keinen Grund hatte, nach draußen zu gehen, aber drinnen auch keinen Grund hatte zu bleiben. Er setzt sich neben László, ohne zu fragen, ohne zu grüßen, und schaut auf die Straße mit dem leeren, gleichmäßigen Blick von jemandem, dem die Straße schon seit Jahren keine Überraschungen mehr schuldet. Oben spielt das Akkordeon weiter, immer noch nicht ganz richtig, immer noch voller Überzeugung, und die Straßenlaterne wirft ihr gelbliches Licht auf den nassen Bürgersteig. Nach einer Weile, in der beide schweigen mit der Selbstverständlichkeit von Menschen, die kein Schweigen mehr erklären müssen, nimmt János die Flasche, trinkt und gibt sie zurück, eine Geste so unkompliziert und unhöflich und vertraut zugleich, dass László lächelt, ohne es zu merken. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János, und der Satz klingt weder nach Trost noch nach Ironie, sondern nach einer nüchternen Bestandsaufnahme, die beide schon kennen und die trotzdem etwas trägt. László nickt und schaut auf die Straße, auf der sich nichts bewegt außer dem Akkordeonklang, der durch die Luft zieht wie Rauch aus einem Schornstein, gleichgültig und trotzdem da. Es ist kein Abend, an dem etwas passiert ist, und es ist kein Abend, der in der Erinnerung bleiben wird, aber während er sitzt, fühlt László etwas, das er nicht benennen würde, weil Benennen es verändern würde. Morgen früh, um Viertel vor sechs, wird er wieder hier stehen, die Straße wird leer sein, der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird mit ihrer Tüte um die Ecke biegen und sofort anfangen zu reden. Er weiß das mit einer Gewissheit, die keine Hoffnung ist und keine Resignation, sondern einfach die ruhige Kenntnis des eigenen Lebens, die man irgendwann erwirbt, wenn man aufgehört hat, dagegen zu kämpfen. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, in jener eigenartigen Zwischenstunde, in der die Nacht sich nicht verabschiedet hat und der Morgen noch keine Ansprüche stellt, steht László an der Haltestelle und übt, was er jeden Tag aufs Neue übt: das Warten ohne Erwartung. Der Fahrplankasten hinter ihm trägt eine Uhrzeit, die seit Monaten niemanden mehr täuscht, aber auch niemanden stört, weil in dieser Gegend die Differenz zwischen dem, was angeschrieben steht, und dem, was tatsächlich geschieht, längst als Normalzustand verinnerlicht worden ist. Der Regen, der in dieser Nacht begonnen hat, ist kein Regen im eigentlichen Sinne, sondern jene feinkörnige Schwebe, die sich in den Haaren niederschlägt, im Kragen sammelt und auf die Haut legt wie ein Kommentar, den man nicht angefordert hat und nicht abweisen kann. László hat keine Kapuze, seit er eine Jacke mit Kapuze irgendwo zurückgelassen hat, wann genau und wo weiß er nicht mehr, weil Dinge, die man verliert, ohne es zu bemerken, auch in der Erinnerung keinen Abdruck hinterlassen. Er schaut die Straße entlang mit jenem Blick, der nicht mehr sucht, sondern registriert, der Blick eines Menschen, der die Wiederholung so vollständig akzeptiert hat, dass Abweichung ihn überraschen würde wie ein Fehler in einer Rechnung, die er nie aufgestellt hat. Die Haltestelle selbst ist ihm in einer Weise vertraut, die über das Visuelle hinausgeht: der Geruch von nassem Beton und abgestandenem Zigarettenrauch, das leise Quietschen des Fahrplankastenrahmens im Wind, die eingeritzte Jahreszahl 1987, die jemand einmal für wichtig gehalten haben muss. Dann hört er das Geräusch, das Erzsébet immer ankündigt, bevor sie sichtbar wird: das rhythmische Schlagen schwerer Plastiktüten gegen Oberschenkel, das Knirschen ihrer Schuhe auf dem nassen Pflaster, die atemlose Vorfreude einer Frau, die eine Geschichte mit sich trägt wie eine Last, die gleichzeitig Gewicht und Erleichterung ist. Sie ist 56 Jahre alt, wohnt unmittelbar über ihm, und hat in den acht Jahren, in denen László im Plattenbau lebt, eine Verlässlichkeit bewiesen, die er insgeheim bewundert, auch wenn er das niemals aussprechen würde, weil das Aussprechen die Sache komplizierter machen würde, als sie sein muss. „Du glaubst es nicht", sagt sie, noch bevor sie ganz zum Stehen gekommen ist, und stellt die Tüte auf den Boden mit der Geste eines Menschen, der Ballast abwirft, um beide Hände für das Erzählen frei zu haben. János hat gestern Abend die Wohnzimmerlampe für defekt erklärt, auf der Grundlage eines Flackerns, das möglicherweise existiert hat und möglicherweise nicht, und hat die Glühbirne herausgedreht mit der Entschlossenheit eines Mannes, der ein Problem löst, indem er es unsichtbar macht. Drei Stunden saß er im Dunkeln, nicht weil keine Lösung denkbar gewesen wäre, sondern weil die einzig denkbare Lösung eine Bitte erfordert hätte, und Bitten ist für János eine Form der Kapitulation, die er sein Leben lang vermieden hat und die er auch jetzt, mit 58 Jahren und einem Sessel als Hauptbeschäftigung, nicht einzuüben gedenkt. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt Erzsébet, und in diesem Satz steckt keine Grausamkeit, sondern die erschöpfte Würde einer Frau, die irgendwann aufgehört hat zu erklären, was sie erklärt hat, und begonnen hat, einfach zu beobachten. László hört zu mit einer Aufmerksamkeit, die ehrlicher ist, als sie aussieht, denn Erzsébet weiß, glaube er, dass er nicht wirklich zuhört, und er weiß, dass sie das weiß, und trotzdem reden sie jeden Morgen so miteinander, weil diese kleine Inszenierung gegenseitiger Anteilnahme beiden etwas gibt, das sie nicht benennen würden. Das Zuhören hat für László eine weitere Funktion, die er sich selbst gegenüber nicht eingesteht: Solange Erzsébet redet, muss er nicht in Stille versinken, und die Stille ist das, worin die Dinge auftauchen, über die er lieber nicht nachdenkt, der Brief auf dem Küchentisch, die Flasche, die sich zu schnell leert, das Gefühl, dass die Jahre vergehen wie Busfahrten auf einer Route, die irgendwo endet, aber nirgends ankommt. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, materialisiert sich langsam aus dem Grau des Morgens wie eine Behauptung, die man nicht widerlegen kann, aber auch nicht glauben muss, und er ist vierzehn Minuten zu spät, was für diese Linie beinahe als Pünktlichkeit durchgehen könnte. László steigt ein, findet seinen angestammten Platz am Fenster, das sich nicht schließt, und empfängt den vertrauten kalten Luftzug mit der Gleichmut eines Menschen, der gelernt hat, zwischen Unbequemlichkeiten zu unterscheiden, die sich lohnen zu bekämpfen, und solchen, die man einfach trägt. Draußen zieht das Stadtbild vorbei, das er so gut kennt, dass er es mit geschlossenen Augen beschreiben könnte: die Plattenbauten, deren Fassaden die Farbe von etwas haben, das einmal Beige gewesen sein soll, die Tankstelle mit dem dauerhaft blinkenden Preisschild, der Kiosk, dessen Besitzer László noch nie bei Tageslicht gesehen hat. Dann kommt die Fabrik, und László schaut hin, wie er es jeden Morgen tut, mit jener hartnäckigen Aufmerksamkeit, die er sich selbst nicht erklären kann, als hätte das Gebäude vor Jahren etwas mit ihm vereinbart und warte nun darauf, dass er seinen Teil der Abmachung erfüllt. Die ausgebrannten Fensterhöhlen schauen zurück mit der Gleichgültigkeit von etwas, das jenseits von Verfall und Erneuerung angelangt ist, jenseits von Absicht, jenseits von allem, was László in Worte fassen könnte, und dann ist die Fabrik vorbei und der Bus fährt weiter, und der Moment löst sich auf wie alle Momente. Hinter ihm führen zwei alte Männer ein Gespräch, das längst die Form eines Streits angenommen hat, über die Frage, ob der Papst, wäre er wirklich so bescheiden, wie er behauptet zu sein, nicht längst auf dem Fahrrad nach Budapest gereist wäre, und László hört mit dem halben Ohr zu und denkt, dass theologische Fragen in Linienbussen eine Beständigkeit haben, die kathedralen Diskussionen fehlt. Er greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht die flache Flasche heraus mit einer Beiläufigkeit, die keine Heimlichkeit mehr ist, sondern die Selbstverständlichkeit einer Handlung, die so oft wiederholt wurde, dass sie jeden Charakter verloren hat und nun einfach da ist wie Atmen, und trinkt einen Schluck, während der Bus über eine Bodenwelle fährt und kurz schwankt. Niemand dreht sich um, was László nicht als Gleichgültigkeit interpretiert, sondern als die stille Solidarität von Menschen, die alle ihre eigenen Flaschen in ihren eigenen Jackentaschen tragen, metaphorisch oder anders. Die Mittagspause verbringt er auf einer Europalette in der hinteren Ecke der Lagerhalle, wo das Neonlicht eine Frequenz hat, die auf Dauer auf das Sehvermögen wirkt wie ein unaufhörlich zu leiser Ton auf die Nerven, und isst eine Wurstsemmel, die am Morgen noch als Frühstück durchgegangen wäre und jetzt eher als archäologischer Fund zu klassifizieren ist. Tibor, sein Kollege, setzt sich neben ihn mit der unaufhaltsamen Energie eines Menschen, dem eine Geschichte auf der Zunge brennt, und berichtet von einem Lottogewinn, der geografisch und genealogisch so weit von Tibor selbst entfernt ist, dass die Relevanz dieser Nachricht fast philosophischer Natur ist. László hört zu und vollzieht dabei still im Kopf eine Kalkulation, die er nicht zu Ende führen will, weil das Ende dieser Rechnung eine Zahl wäre, die er kennt und die er dennoch lieber nicht anschaut, so wie man bestimmte Spiegel in Wohnungen meidet, weil man weiß, was sie zeigen. Er lacht kurz auf, ein Laut, der zu komprimiert ist, um wirkliches Lachen zu sein, und Tibor schaut ihn an mit jenem Blick, den Menschen verwenden, wenn sie spüren, dass sie etwas nicht verstanden haben, aber nicht fragen wollen, weil die Antwort sie vielleicht mehr angeht, als ihnen lieb wäre. Der Nachmittag verfließt in der Mechanik der Arbeit, die László nicht schätzt, aber auch nicht verachtet, weil Arbeit, die man verachtet, einen aufreibt, während Arbeit, der man gleichgültig gegenübersteht, einen einfach durchlässt wie Wasser einen Kanal, ohne Spuren zu hinterlassen. Als er am Abend die Betontreppe des Plattenbaus erreicht, bleibt er auf der zweiten Stufe stehen, setzt sich hin, ohne nachzudenken, und stellt die Flasche neben sich auf den Stein, nicht aus Bedürfnis, sondern aus einer Art stiller Geselligkeit mit sich selbst, die er sich in acht Jahren Plattenbauleben angeeignet hat. Irgendwo im Gebäude, er kann nicht sagen, in welchem Stockwerk, spielt jemand Akkordeon, und die Töne fallen durch das offene Fenster auf die Straße wie Worte aus einem Gespräch, das man nicht versteht, aber dessen Stimmung man trotzdem erfasst. Die Melodie ist nicht ganz sauber, ein paar Töne verfehlen ihr Ziel um einen Halbton, aber der Spieler hört nicht auf und macht keine Pausen zum Zweifeln, und László denkt, dass diese Art von Überzeugung, die keine Rücksicht auf Perfektion nimmt, vielleicht die einzige Überzeugung ist, die im Alltag wirklich hält. János tritt aus dem Hauseingang mit dem unmotivierten Schritt eines Mannes, dem der Abend weder drinnen noch draußen etwas schuldet und der sich deshalb für das Draußen entschieden hat, weil es dort wenigstens nicht flackert. Er setzt sich neben László, ohne Ankündigung, ohne Begrüßung, mit der selbstverständlichen Grenzüberschreitung von jemandem, dem Förmlichkeit zwischen Nachbarn schon seit Jahren überflüssig erscheint, und beide schauen auf die Straße, auf der der Abend sich ausbreitet wie ein Gedanke, über den man lieber nicht zu Ende nachdenkt. Das Schweigen zwischen ihnen ist nicht leer, es ist gefüllt mit allem, was weder gesagt werden muss noch gesagt werden sollte, mit der gemeinsamen Kenntnis dieser Treppe, dieses Gebäudes, dieser Straße, dieses Lebens, das keiner von beiden gewählt hat und das beide trotzdem führen mit einer Beharrlichkeit, die man für Resignation halten könnte, wenn man nicht genau hinsähe. Nach einer Weile, die keine bestimmte Länge hat, weil keiner von beiden auf die Uhr schaut, nimmt János die Flasche, trinkt, gibt sie zurück, und diese Geste ist so unkompliziert und so vollständig frei von Kommentar, dass sie das Reinste ist, was an diesem Abend geschieht. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János, und der Satz klingt in seinem Mund nicht nach Vertröstung und nicht nach Ironie, sondern nach dem, was er ist: eine schlichte Feststellung über die Struktur der Zeit, die beide kennen und die, ausgesprochen, dennoch etwas ändert, weil Sprache das tut, auch wenn sie nichts Neues sagt. László nickt, und das Akkordeon spielt weiter, immer noch nicht ganz richtig, und die Straßenlaterne taucht den nassen Bürgersteig in sein gelbliches Licht, und irgendwo in der Ferne fährt ein Bus, der pünktlich ist oder nicht, weil es jetzt keine Rolle mehr spielt. Es ist ein Abend wie dieser Abend, nicht mehr und nicht weniger, und während László auf der Betonstufe sitzt und dem falschen Akkordeon lauscht, spürt er etwas, das er sorgfältig unbenennt lässt, weil er weiß, dass manche Dinge aufhören zu existieren, sobald man ihnen einen Namen gibt. Morgen früh um Viertel vor sechs wird er wieder hier stehen, im Nieselregen, ohne Kapuze, und der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird um die Ecke biegen und anfangen zu reden. Er wird dann zuhören, und das alles wird genau so sein wie heute, und trotzdem wird es nicht dasselbe sein, weil man in denselben Fluss nicht zweimal steigt, auch wenn der Fluss das nicht weiß und es ihm gleichgültig wäre. == 80 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Márta steckt den Schlüssel ins Schloss. Die Tür geht auf. Im Flur ist es still. An der Garderobe hängen sieben Kleiderbügel. Sie sind alle leer. Gábor tritt hinter ihr ein. Er sagt nichts. Er bleibt stehen und schaut sich um. Das Telefon steht noch auf dem Sekretär. Es klingelt nicht. Márta atmet einmal tief durch. Sie kennt diese Wohnung seit dreißig Jahren. Aber heute fühlt sie sich fremd an. Gábor geht in die Küche. Márta folgt ihm. Sie öffnen die Schublade unter dem Herd. Die Schublade klemmt, wie immer. Gábor zieht fester. Endlich geht sie auf. Darin liegen drei Packungen Paprika. Das Verfallsdatum ist schon lange vorbei. Gábor nimmt ein Glas heraus. Auf dem Etikett steht in der Handschrift der Mutter: „Gurken 2011". Márta sagt: „Das ist noch gut." Gábor schaut sie an. Er fragt: „Bist du verrückt?" Márta zuckt mit den Schultern. Sie schweigen eine Weile. Dann öffnet Gábor das Glas. Sie essen die Gurken auf. Sie schmecken nach fast nichts. Aber sie essen trotzdem alles. Im Schlafzimmer ist das Bett schon weg. Auf dem Boden liegt ein Karton. Márta kniet sich hin und öffnet ihn. Darin sind alte Briefe. Sie sind in einem Band zusammengebunden. Márta nimmt einen heraus. Sie liest laut vor: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt: „Wer ist Béla?" Márta weiß es nicht. Niemand weiß es. Der Vater war nie dabei gewesen. Gábor zündet sich eine Zigarette an. Er raucht sie im Zimmer, obwohl das nicht erlaubt ist. Márta sagt nichts dazu. Am letzten Abend sind die Möbel alle weg. Die Wohnung ist leer. Auf dem Parkett liegen noch helle Flecken. Dort hingen früher die Bilder. Dreißig Jahre lang. Márta setzt sich auf den Boden. Gábor setzt sich neben sie. Sie trinken Tee aus zwei verschiedenen Tassen. Die Tassen passen nicht zusammen. Das war schon immer so. Gábor sagt: „Eigentlich war sie nie glücklich." Márta denkt kurz nach. Dann sagt sie: „Doch. Aber nicht hier." Gábor nickt langsam. Er sagt nichts mehr. Sie schließen die Tür ab. Sie gehen die Treppe hinunter. Im Hof blüht die Linde. Es riecht gut. Am Kiosk kaufen sie ein Bier. Sie teilen es sich. Keiner spricht mehr über die Mutter. Sie müssen es auch nicht. Sie gehen gemeinsam die Straße entlang. Das ist kein Abschied. Es ist ein Weitergehen. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Márta steckt den Schlüssel ins Schloss und drückt die Tür auf. Im Flur riecht es nach altem Teppich und nach etwas, das sie nicht benennen kann. An der Garderobe hängen sieben Kleiderbügel, aber keine einzige Jacke. Gábor kommt hinter ihr herein und stellt seine Tasche ab. Er schaut sich um, als ob er die Wohnung zum ersten Mal sieht. Das Telefon steht noch auf dem kleinen Sekretär neben der Tür. Es ist angeschlossen, aber es klingelt nicht. Márta legt ihre Hand kurz auf den Hörer und nimmt sie dann wieder weg. In der Küche klemmt die Schublade, wie sie immer geklemmt hat. Gábor zieht zweimal, dann gibt sie nach. Dahinter liegen drei Packungen Paprika, alle abgelaufen, und ganz hinten steht ein Glas mit Gurken. Auf dem Etikett steht in der Handschrift der Mutter das Wort „Gurken" und die Jahreszahl 2011. Márta sagt, das Glas sei sicher noch gut. Gábor fragt sie, ob sie das ernst meint. Sie zuckt mit den Schultern und sagt nichts weiter. Nach einer kurzen Pause öffnet Gábor das Glas, und sie essen die Gurken mit den Fingern. Die Gurken schmecken nach fast nichts, aber sie essen das ganze Glas leer. Das Bett im Schlafzimmer ist schon abgeholt worden, und der Raum wirkt dadurch viel größer. Unter dem Fenster steht ein alter Karton, den Márta noch nicht gesehen hat. Sie öffnet ihn und findet darin ein Bündel Briefe, die mit einem roten Band zusammengebunden sind. Sie nimmt den obersten Brief heraus und liest einen Satz laut vor: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla war. Márta weiß es nicht, und auch Gábor weiß es nicht. Der Vater ihrer Mutter hatte nie eine Rolle in ihrem Leben gespielt. Gábor zündet sich eine Zigarette an und raucht sie mitten im Zimmer. Márta sieht es, aber sie sagt nichts dazu. Am Abend sind alle Möbel weg, und die Wände haben helle Flecken, wo die Bilder früher hingen. Márta setzt sich auf das nackte Parkett, und Gábor setzt sich neben sie. Sie haben noch zwei Tassen gefunden, die nicht zusammenpassen, und machen dünnen Tee. Der Tee ist nicht heiß genug, aber das stört sie nicht. Gábor sagt nach einer Weile, dass ihre Mutter eigentlich nie wirklich glücklich gewesen sei. Márta denkt kurz darüber nach, bevor sie antwortet. Sie sagt, die Mutter sei schon glücklich gewesen, aber eben nicht hier. Gábor nickt, trinkt seinen Tee und schaut auf die leere Wand. Sie stehen auf, schalten das Licht aus und schließen die Wohnung ab. Die Treppe knarrt auf der dritten Stufe, wie sie es immer getan hat. Im Hof blüht die Linde, und der Duft ist stärker als erwartet. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier und teilen sie sich auf der Straße. Keiner von beiden sagt etwas über die Mutter, und das ist auch gut so. Sie gehen nebeneinander die Straße entlang, ohne zu wissen, wohin genau. Das hier ist kein Abschied von der Mutter. Es ist der Anfang vom Weitergehen. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss steckt, fällt ihr auf, dass noch das alte Etikett des Schlüsseldienstes daran hängt, mit einer Telefonnummer, die es längst nicht mehr gibt. Die Tür öffnet sich schwerer als früher, oder vielleicht bildet sie sich das nur ein. Im Flur hängt die Garderobe mit sieben leeren Kleiderbügeln, und Márta fragt sich kurz, warum ihre Mutter überhaupt sieben Kleiderbügel gebraucht hatte. Gábor kommt hinter ihr herein, stellt seine Reisetasche auf den Boden und schaut sich um, ohne etwas zu sagen. Er ist seit zehn Jahren nicht mehr hier gewesen, und Márta sieht ihm an, dass er die Wohnung kleiner in Erinnerung hatte. Das Telefon auf dem Sekretär ist noch angeschlossen, und für einen Moment erwartet Márta, dass es klingelt. Es klingelt nicht. In der Küche öffnen sie zuerst die Vorratsschublade unter dem Herd, weil man irgendwo anfangen muss. Die Schublade klemmt, wie sie seit zwanzig Jahren klemmt, und Gábor flucht leise, bevor er fester zieht. Hinter abgelaufenen Gewürzpackungen und einem angebrochenen Päckchen Zucker findet er ein Einmachglas, auf dessen Etikett die Mutter in ihrer kleinen, gleichmäßigen Handschrift „Gurken – August 2011" geschrieben hat. Márta sagt, das Glas könne noch gut sein, und Gábor fragt sie, ob sie im Ernst rede. Sie antwortet nicht direkt, nimmt das Glas aus seiner Hand und dreht den Deckel auf. Die Gurken riechen nach Essig und nach einer Küche, die es so nicht mehr gibt. Sie schmecken nach wenig, aber sie essen das Glas gemeinsam leer, stehend, ohne Teller, weil der Rest schon eingepackt ist. Das Schlafzimmer wirkt größer, seit das Bett abgeholt wurde, und die Stille dort ist eine andere als im Rest der Wohnung. Unter dem Fensterbrett entdeckt Márta einen Karton, den sie beim ersten Durchgang übersehen hat, und als sie ihn öffnet, findet sie ein Bündel Briefe, die mit einem roten Band zusammengebunden sind. Die Handschrift auf den Umschlägen gehört nicht ihrer Mutter. Márta zieht den obersten Brief heraus und liest einen einzigen Satz vor, weil mehr braucht es nicht: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta schüttelt den Kopf, weil sie keine Antwort hat. Ihr Vater war immer eine Randnotiz im Leben ihrer Mutter geblieben, jemand, über den man nicht sprach und den man auch nicht vermisste. Gábor zieht sein Feuerzeug heraus und zündet sich eine Zigarette an, mitten im Zimmer, obwohl sie beide wissen, dass man hier drinnen nicht rauchen darf. Márta sieht es und sagt nichts. Am letzten Abend, nachdem der Möbelwagen längst weg ist, sitzen sie auf dem nackten Parkett und trinken dünnen Tee aus zwei Tassen, die nie zusammengepasst haben und die deshalb wohl als einzige übrig geblieben sind. Die Wände sind voll von hellen Rechtecken, an den Stellen, wo dreißig Jahre lang Bilder gehangen haben. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei eigentlich nie wirklich glücklich gewesen, und er sagt es so, als hätte er diesen Satz lange mit sich getragen. Márta antwortet erst nach einer Weile, weil sie die Frage nicht so einfach findet, wie er sie stellt. Sie sagt, ihre Mutter sei glücklich gewesen, nur eben nicht in dieser Wohnung, nicht in dieser Stadt, und vielleicht auch nicht in diesem Leben, das aus lauter kleinen Kompromissen bestanden hatte. Gábor nickt und trinkt seinen Tee, und keiner von beiden sagt danach noch etwas. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür ab und gehen die Treppe hinunter, die auf der dritten Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat. Im Hof blüht die Linde, und der Geruch trifft Márta unvermittelt, weil er nach Sommer und nach Kindheit riecht und nach allem, was man nicht festhalten kann. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier, teilen sie sich auf der Straße und reden über nichts Besonderes. Irgendwann gehen sie los, nebeneinander, ohne einen festen Plan. Es gibt keinen richtigen Abschied, keinen Moment, an dem man sagen könnte, dass es jetzt vorbei ist. Man geht einfach weiter, und das ist alles, was es dazu zu sagen gibt. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss steckt und die Tür mit der ihr vertrauten Gegenbewegung aufdrückt, fällt ihr auf, dass sie diese Handgriffe seit drei Jahren jede Woche vollzogen hat, ohne je darüber nachzudenken, und dass sie es jetzt zum letzten Mal tut. Im Flur empfängt sie der Geruch, den sie nie beschreiben konnte und für den es wahrscheinlich kein Wort gibt: etwas zwischen altem Teppich, Lavendelsäckchen und der spezifischen Stille von Räumen, in denen sich lange Zeit dasselbe Leben abgespielt hat. An der Garderobe hängen sieben gleichförmige Plastikbügel, obwohl ihre Mutter, soweit Márta sich erinnern kann, nicht mehr als drei Jacken besessen hatte. Gábor tritt hinter ihr ein, stellt seine Tasche auf den Boden mit einer Behutsamkeit, die nicht zu ihm passt, und schaut sich um, als müsse er die Wohnung erst mit dem Bild in Einklang bringen, das er zehn Jahre lang in Berlin mit sich getragen hat. Das Telefon auf dem Sekretär ist noch angeschlossen, und Márta bemerkt, dass der Hörer exakt so liegt, wie ihre Mutter ihn immer hingelegt hatte: leicht schräg, mit dem Kabel nach links. Es klingelt nicht, und trotzdem wartet Márta einen Moment, bevor sie weitermacht. Die Küche hat die Eigenheit, dass die Schublade unter dem Herd sich nur mit einem bestimmten Ruck öffnen lässt, den man kennen muss, und Gábor, der ihn nicht kennt, zieht zweimal zu gerade, bevor Márta wortlos eingreift und die Schublade aufzieht. Dahinter türmen sich abgelaufene Gewürzpäckchen, eine angebrochene Packung Instantkaffee aus dem Jahr, in dem Márta ihren ersten festen Job angefangen hatte. Ganz hinten, hinter allem, steht ein Einmachglas, auf dessen handgeschriebenem Etikett in der kleinen, sorgfältigen Schrift ihrer Mutter zu lesen ist: „Gurken – August 2011". Márta sagt, es sei möglicherweise noch gut, und Gábor dreht sich zu ihr um und schaut sie so an, wie er sie anschaut, wenn er nicht streiten will, aber auch nicht zustimmen kann. Ohne weitere Diskussion nimmt sie ihm das Glas aus der Hand, dreht den Deckel auf – der Sog macht das vertraute Geräusch – und riecht kurz hinein, nicht weil sie es wissen muss, sondern weil sie Zeit braucht. Die Gurken schmecken nach gedämpftem Essig und nach einer Köchin, die nicht mehr kocht, und sie essen das ganze Glas stehend auf, ohne Teller, weil die Teller schon eingepackt sind und weil es so irgendwie richtiger wirkt. Das Schlafzimmer hat sich verändert, seit das Bett abgeholt wurde. Nicht nur der Raum ist größer geworden, sondern auch die Stille hat eine andere Qualität angenommen, als hätte das Bett die ganzen Jahre einen bestimmten Klang geschluckt, der jetzt nirgends mehr hingehört. Márta entdeckt den Karton unter dem Fensterbrett erst beim zweiten Durchgang, und als sie ihn öffnet, findet sie darin ein Bündel Briefe. Diese Briefe hatte jemand mit einem ausgeblichenen roten Band zusammengebunden hat, das sich beim Aufknoten als fragiler erweist, als es aussieht. Die Handschrift auf den Umschlägen ist nicht die ihrer Mutter, sondern eine fremde, leicht nach links geneigte, die Márta noch nie gesehen hat. Sie zieht den obersten Brief aus dem Umschlag und liest nicht mehr als einen Satz vor, weil dieser eine Satz ausreicht: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta legt den Brief zurück, weil es auf diese Frage keine Antwort gibt, die sich an einem Nachmittag wie diesem noch aufspüren ließe. Ihr Vater war immer eine Auslassung gewesen, eine Stelle im Familiennarrativ, über die man hinweglas, weil das Drumherum verständlich genug war. Vielleicht gehörte Béla zu denselben verschwiegenen Schichten der Biografie ihrer Mutter. Gábor zieht sein Feuerzeug heraus und raucht eine Zigarette mitten im Zimmer. Márta, die das sieht, entscheidet sich dagegen, etwas zu sagen, weil manche Verbote mit dem Menschen enden, der sie aufgestellt hat. Am Abend, nachdem der letzte Möbeltransport abgefahren ist und die Wohnung nur noch aus Wänden, Licht und dem Geruch nach Vergangenheit besteht, setzen sie sich auf das nackte Parkett und trinken Tee aus zwei Tassen, die nie ein Paar gewesen waren und die deshalb wohl als einzige den Auswahlprozess überlebt hatten. Die Wände zeigen die Geschichte des Raumes in Negativform: helle Rechtecke dort, wo dreißig Jahre lang Bilder gehangen hatten, und man kann die einstige Ordnung der Einrichtung aus diesen Umrissen herauslesen wie eine Schrift, die aufgehört hat, etwas bedeuten zu wollen. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei im Grunde nie wirklich glücklich gewesen, und er sagt es nicht als Vorwurf, sondern mit der sachlichen Traurigkeit von jemandem, der eine Diagnose ausspricht, für die er selbst lange kein Wort hatte. Márta dreht die Tasse in den Händen, bevor sie antwortet, weil sie das, was sie denkt, nicht unüberlegt sagen will: dass Glück kein Zustand ist, in dem man jemanden vorfindet, sondern etwas, das in bestimmten Momenten auftaucht und dann wieder verschwindet, und dass ihre Mutter solche Momente gehabt hat, nur eben nicht hier, nicht in diesen Zimmern, nicht in dem Leben, das diese Wohnung umrissen hatte wie ein zu kleiner Rahmen um ein zu großes Bild. Gábor hört zu und nickt, und dann sagt keiner der beiden mehr etwas, und das ist keine Verlegenheit, sondern die ruhige Form von Einverständnis, zu der Geschwister manchmal erst nach dem Tod ihrer Eltern finden. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür mit einem Geräusch ab, das endgültiger klingt als die tausend Male zuvor, und gehen die Treppe hinunter, auf der die dritte Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat und wie sie es weiter tun wird, wenn hier längst jemand anderes wohnt. Im Hof blüht die Linde in einem Stadium, das man bei Tage wahrscheinlich nicht so unmittelbar wahrnehmen würde, und Márta bleibt einen Moment stehen, nicht um sich zu verabschieden, sondern weil der Geruch sie überrumpelt hat. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier, teilen sie sich auf dem Gehweg und reden über etwas Unerhebliches, dessen Inhalt keiner von beiden später noch wird benennen können. Dann gehen sie los, in eine Richtung, die keiner von beiden ausdrücklich gewählt hat, und Márta merkt, dass das Gefühl, das sie erwartet hatte – das schwere, endgültige, das einen zu Boden drückt – ausgeblieben ist und dass an seiner Stelle etwas steht, das sich nicht so unähnlich anfühlt wie Weitermachen. Es gibt keinen Moment, an dem der Abschied vollständig ist, keine Schwelle, nach deren Überschreiten man sagen könnte, dass es jetzt vorbei ist; man geht einfach irgendwann, und das Gehen selbst ist das Einzige, was man tun kann. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss führt und die Tür mit dem ihr seit Jahrzehnten vertrauten, leicht widerstrebenden Nachgeben aufdrückt, überkommt sie der absurde Gedanke, dass sie diese Bewegung in den letzten drei Jahren so oft vollzogen hat, dass ihre Muskeln sie kennen, auch wenn der Kopf gerade nicht dabei ist. Sie tut es nun trotzdem zum letzten Mal, mit einem Bewusstsein, das sich anfühlt wie ein zu hell eingestelltes Licht. Im Flur empfängt sie ein Geruch, dem sie noch nie einen Namen gegeben hat und dem sie jetzt, da er zum letzten Mal auf sie trifft, vergeblich nach Sprache sucht. Es ist etwas, das aus dem Übereinanderlegen von Jahrzehnten besteht, aus Lavendel und altem Stoff und der spezifischen Wärme von Räumen, in denen ein Mensch lange gelebt hat, ohne dass dieser Mensch noch da wäre. Die sieben Kleiderbügel an der Garderobe hängen in gleichförmigen Abständen, als hätte die Mutter sie absichtlich so geordnet hinterlassen. Márta weiß genau, dass ihre Mutter nie mehr als drei Jacken besessen hatte und die Bügel deshalb schon seit Jahren leer gewesen sein müssen, ohne dass irgendjemand sie entfernt hätte. Gábor tritt hinter ihr ein und stellt seine Tasche mit einer Behutsamkeit ab, die ihn verrät. Er, der seit zehn Jahren in Berlin lebt, als hätte er diese Stadt abgestreift wie ein zu enges Kleidungsstück, hat die Wohnung kleiner in Erinnerung gehabt, und die Wirklichkeit, die ihm jetzt entgegensteht, erfordert offenbar einen Moment der stillen Neukalibrierung. Das Telefon auf dem Sekretär liegt noch in seiner angestammten Schräglage, das Kabel nach links gedreht, der Hörer genau so, wie die Mutter ihn abgelegt hatte. Márta legt ihre Hand einen Augenblick darauf, weil sie nicht weiß, was sie sonst mit ihr anfangen soll. Es klingelt nicht. Und doch wartet sie. Die Schublade unter dem Herd hat seit zwanzig Jahren eine eigene Logik: Man muss sie leicht anheben, während man zieht, und wer das nicht weiß, zieht zweimal umsonst, so wie Gábor es jetzt tut. Dann greift Márta wortlos ein und zieht die Schublade mit dem richtigen Handgriff auf, als ob sie damit unwillkürlich unter Beweis stellte, was sie nie als Privileg empfunden hatte – dass sie die war, die geblieben ist und deshalb weiß, wie die Dinge hier funktionieren. Was die Schublade preisgibt, ist ein archäologischer Querschnitt durch die Vorratshaltung einer Frau, die nie wegwarf, was noch brauchbar sein könnte. Darin liegen abgelaufener Paprika in drei Varianten, eine angebrochene Packung Instantkaffee aus dem Jahr, in dem Márta ihre erste Stelle angetreten hatte, und ganz hinten, hinter allem, ein Einmachglas, dessen handgeschriebenes Etikett in der kleinen, präzisen Schrift der Mutter die Aufschrift trägt: „Gurken – August 2011". Márta sagt, es sei möglicherweise noch gut, nicht weil sie das wirklich glaubt. Sie sagt es, weil sie die Alternative – das Wegwerfen, das Entscheiden, dass die Arbeit ihrer Mutter nicht mehr zählt – in diesem Moment nicht erträgt. Gábor dreht sich zu ihr um mit dem Gesichtsausdruck, den er aufsetzt, wenn er nicht streiten will, aber auch nicht der Meinung ist, dass man einer solchen Position ernsthaft zustimmen könnte. Dann nimmt Márta das Glas, dreht den Deckel auf – der vertraute Sog, das kleine Geräusch des nachgebenden Vakuums –, riecht hinein und hält dem Glas länger als nötig die Nase hin, weil es Zeit kostet, das Richtige zu fühlen. Die Gurken schmecken nach Essig und nach etwas, das sich dem Schmecken entzieht. Sie essen das ganze Glas stehend leer, ohne Teller, mit den Fingern, und keiner sagt etwas über den Geschmack, weil es nicht um den Geschmack geht. Das Schlafzimmer hat sich durch das Fehlen des Bettes in einen Raum verwandelt, der sich selbst nicht mehr kennt. Die Proportionen stimmen nicht mehr, die Stille hat eine andere Beschaffenheit angenommen, und die Helligkeit, die durch das unverdeckte Fenster fällt, liegt auf einem Fußboden, der seit Jahrzehnten nicht im Licht gestanden hatte. Den Karton unter dem Fensterbrett hatte Márta beim ersten Durchgang übersehen. Als sie ihn jetzt öffnet, findet sie darin ein Bündel Briefe, deren ausgeblichenes rotes Band beim Aufknoten auseinanderfällt, als hätte es nur auf diesen einen letzten Anlass gewartet, um sich aufzulösen. Die Handschrift auf den Umschlägen ist eine fremde, leicht linksgeneigte, mit einem eigentümlichen Schwung bei den Großbuchstaben. Márta sucht in ihr vergeblich nach etwas Vertrautem, das ihr helfen könnte, einzuordnen, woher diese Briefe stammen und an welchem Punkt ihrer Mutter Leben sie hineingehört haben. Sie liest laut vor, nicht den ganzen Brief, sondern nur den ersten Satz. Der erste Satz enthält schon alles: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta legt den Brief zurück mit der Sorgfalt, mit der man Dinge behandelt, die man nicht versteht und deshalb nicht beschädigen will. Es gibt auf diese Frage keine Antwort, die sich an einem Nachmittag wie diesem noch herbeischaffen ließe und die nicht durch das bloße Suchen verfälscht würde. Ihr Vater war immer eine Stelle im Familiengefüge gewesen, über die man hinging wie über eine morsche Diele – nicht weil man sie nicht bemerkte, sondern weil man sich daran gewöhnt hatte, ihr auszuweichen. Vielleicht gehörte Béla zur selben Schicht des verschwiegenen Lebens, das ihre Mutter unter dem sichtbaren gelebt hatte. Gábor zündet sich eine Zigarette an und raucht sie mitten im Zimmer. Márta sieht es und entscheidet sich nicht dagegen einzuschreiten, weil sie spürt, dass manche Verbote mit dem Menschen enden, der sie formuliert hat, und dass es keine Pietät ist, sie über diesen Menschen hinaus aufrechtzuerhalten. Am Abend, nachdem der Möbelwagen längst abgefahren ist und die Wohnung nichts mehr enthält als Wände, Luft, Licht und den Geruch nach einem Leben, das noch nicht ganz verflüchtigt ist, setzen sie sich auf das nackte Parkett. Sie trinken Tee aus zwei Tassen, die nicht zusammengehören und die aus genau diesem Grund als einzige den Auswahlprozess überlebt haben – weil sie zu uneinheitlich waren, um in irgendjemandes Haushalt einen sinnvollen Platz einzunehmen, außer in diesem hier. Die Wände erzählen in Negativform die Geschichte dessen, was einmal hier hing. Helle Rechtecke unterschiedlicher Größe liegen an Stellen, wo dreißig Jahre lang Bilder dem Licht entzogen hatten, was darunter lag, und Márta liest in diesen Umrissen wie in einer Karte einer Wohnung, die nicht mehr existiert und trotzdem noch vollständig da ist. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei eigentlich nie wirklich glücklich gewesen. Er sagt es in dem Ton, in dem man eine Erkenntnis ausspricht, die man lange mit sich getragen hat, ohne ihr den richtigen Ort zu finden, und die man jetzt hier ablegt, weil dieser Raum der einzige ist, der sie aufnehmen kann. Márta dreht die Tasse zwischen den Händen und denkt nach, nicht weil die Antwort schwierig wäre, sondern weil die Frage ungenau ist und sie ihr nicht die falsche Antwort geben will. Glück, sagt sie schließlich, sei kein Zustand, in dem man jemanden vorfindet oder nicht vorfindet, sondern etwas, das in bestimmten Momenten auftaucht, ungebeten und flüchtig, und ihre Mutter habe solche Momente gehabt, nur eben nicht hier, nicht in diesen Zimmern, nicht in dem Leben, das diese Wohnung wie ein zu kleiner Rahmen um ein zu großes Bild umfasst hatte. Gábor hört zu und nickt, und danach sagen beide nichts mehr, nicht aus Verlegenheit. Sie sind an einem Punkt angelangt, an dem Geschwister manchmal erst nach dem Tod ihrer Eltern ankommen: der ruhigen, fast schwerelosen Form von Einverständnis, die keine Worte braucht und die vielleicht die einzige Art von Versöhnung ist, die das Leben wirklich anbietet. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür ab – das Geräusch des einschnappenden Schlosses klingt dieses Mal anders, endgültiger, obwohl es dasselbe Schloss ist und dieselbe Mechanik. Dann gehen sie die Treppe hinunter, auf der die dritte Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat und wie sie es weiterhin tun wird, wenn hier längst ein anderes Leben stattfindet und von dieser hier keine Spur mehr zu finden ist. Im Hof steht die Linde in voller Blüte, und der Geruch trifft Márta mit einer Unvermitteltheit, die sich nicht ankündigt. Er riecht nach Sommer und nach Kindheit und nach allem, was man nicht festhalten kann, weil es zur Bedingung seiner Wirkung gehört, dass es einem entgleitet. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier und teilen sie sich auf dem Gehweg. Das Gespräch, das sie dabei führen, handelt von nichts Besonderem – von irgendetwas, das keiner von beiden später benennen können wird, und das vielleicht gerade deshalb das Richtige ist. Dann gehen sie los, nebeneinander, in eine Richtung, die keiner von beiden ausdrücklich gewählt hat. Márta bemerkt, dass das Gefühl, auf das sie sich insgeheim vorbereitet hatte – das schwere, abschließende, das einen auf den Boden drückt und festhält –, nicht gekommen ist und dass an seiner Stelle etwas steht, das sich, wenn man ehrlich ist, nicht so sehr vom Weitermachen unterscheidet wie vom Anfangen. Es gibt keine Schwelle, nach deren Überschreiten man sagen könnte, dass der Abschied vollzogen ist. Man geht, und das Gehen ist nicht das Ende von etwas, sondern der einzige Aggregatzustand, in dem das Leben sich fortsetzt – leise, unspektakulär und ohne Anlass zur Klage. oavq8wzeuvc5qcxim9pwwl0v5tpqiyv 1085343 1085342 2026-05-10T13:24:31Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 /* 75 - hashed */ 1085343 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 4 b - ungarisch deutsch == 71 == 1 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül. - Anders sitzt am Küchentisch. :2. A csésze előtte hideg. - Die Tasse vor ihm ist kalt. :3. Nem iszik. - Er trinkt nicht. :4. Csak ül ott. - Er sitzt nur da. :5. Odakint esik az eső. - Draußen regnet es. :6. Az eső oldalról jön. - Der Regen kommt von der Seite. :7. Az ablak régi és vékony. - Das Fenster ist alt und dünn. :8. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :9. A víz egy vödörbe hullik. - Das Wasser fällt in einen Eimer. :10. Plink. - Plink. :11. Plink. - Plink. :12. Plink. - Plink. :13. Anders hallgatja. - Anders hört zu. :14. Nem számolja a cseppeket. - Er zählt die Tropfen nicht. :15. Egyszerűen csak hallgatja. - Er hört einfach zu. :16. A ház régen templom volt. - Das Haus war früher eine Kirche. :17. Egy kis fatemplom a fjordnál. - Eine kleine Holzkirche am Fjord. :18. Anders két éve örökölte. - Anders hat sie vor zwei Jahren geerbt. :19. A tető nem jó. - Das Dach ist nicht gut. :20. Amikor esik, bejön a víz. - Wenn es regnet, kommt Wasser rein. :21. A vödör mindig ugyanazon a helyen áll. - Der Eimer steht immer an derselben Stelle. :22. A keresztelőkút most mosogató. - Das Taufbecken ist jetzt ein Spülbecken. :23. Anders ezt normálisnak találja. - Anders findet das normal. :24. Csónakmotorokat javít. - Er repariert Bootsmotoren. :25. A szomszédok elhozzák a csónakjaikat. - Die Nachbarn bringen ihre Boote. :26. Néha kávéval fizetnek. - Manchmal bezahlen sie mit Kaffee. :27. Néha nem mondanak semmit. - Manchmal sagen sie nichts. :28. Az is jó. - Das ist auch gut. :29. Az ajtó kinyílik. - Die Tür geht auf. :30. Lars bejön. - Lars kommt herein. :31. Nem kopog. - Er klopft nicht. :32. Ezt soha nem teszi. - Das macht er nie. :33. Lars 68 éves. - Lars ist 68 Jahre alt. :34. Ő az egyetlen szomszéd. - Er ist der einzige Nachbar. :35. Leül a régi padra. - Er setzt sich auf die alte Bank. :36. Egy csomag dohányt tesz az asztalra. - Er legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch. :37. Nem mondanak semmit. - Sie sagen nichts. :38. Az óra ketyeg. - Die Uhr tickt. :39. Az eső veri az ablakot. - Der Regen schlägt gegen das Fenster. :40. Egy idő után Lars megszólal. - Nach einer Weile spricht Lars. :41. „Björn kuttere megint működik.” - „Der Kutter von Björn läuft wieder.” :42. Anders bólint. - Anders nickt. :43. Ez elég. - Das ist genug. :44. Lars feláll. - Lars steht auf. :45. Az ajtóhoz megy. - Er geht zur Tür. :46. Az ajtó becsapódik. - Die Tür fällt zu. :47. A dohány még az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :48. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte. :49. Ma érkezett a komppal. - Sie ist heute mit der Fähre gekommen. :50. A kép Oslo kikötőjét mutatja. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. :51. A színek túl világosak októberhez. - Die Farben sind zu hell für den Oktober. :52. Anders megfordítja a lapot. - Anders dreht die Karte um. :53. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba.” - Er liest: „Komm nach Oslo.” :54. Ez minden. - Das ist alles. :55. Aláírás: Mette. - Unterschrieben: Mette. :56. Még egyszer elolvassa a mondatot. - Er liest den Satz noch einmal. :57. És még egyszer. - Und noch einmal. :58. Aztán visszateszi a lapot. - Dann legt er die Karte zurück. :59. Az elülső oldala lefelé néz. - Die Vorderseite zeigt nach unten. :60. Odakint elhalad a komp. - Draußen fährt die Fähre vorbei. :61. A motorzaj rövid ideig hallatszik. - Das Motorgeräusch ist kurz zu hören. :62. Aztán megint csend van. - Dann ist es wieder still. :63. Anders az ablaknál marad állva. - Anders bleibt am Fenster stehen. :64. A fjordra néz. - Er schaut auf den Fjord. :65. A víz szürke. - Das Wasser ist grau. :66. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :67. Minden szürke. - Alles ist grau. :68. Négy órakor besötétedik. - Um vier Uhr wird es dunkel. :69. Anders meggyújt egy gyertyát. - Anders zündet eine Kerze an. :70. A régi zongorára teszi. - Er stellt sie auf das alte Klavier. :71. Senki sem játszik a zongorán. - Niemand spielt das Klavier. :72. Leül elé. - Er setzt sich davor. :73. Nézi a lángot. - Er schaut die Flamme an. :74. Semmi konkrétra nem gondol. - Er denkt an nichts Bestimmtes. :75. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :76. A víz odakint a facölöpöknek csapódik. - Das Wasser schlägt gegen die Holzpfähle draußen. :77. A gyertya lassan leég. - Die Kerze brennt langsam herunter. :78. Anders ülve marad. - Anders bleibt sitzen. :79. Aztán havazni kezd. - Dann fängt es an zu schneien. :80. Halkan. - Leise. :81. Szinte átmenet nélkül. - Fast ohne Übergang. :82. Nem fog Oslóba menni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :83. Nem ma. - Nicht heute. :84. Nem holnap. - Nicht morgen. :85. Ezt egyszerűen tudja. - Er weiß das einfach. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kézzel tart egy csészét. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen. :2. A csésze már rég kihűlt, de ő mégsem iszik belőle. - Die Tasse ist längst kalt, aber er trinkt trotzdem nicht. :3. Odakint erősen esik az eső, és a szél szinte vízszintesen hajtja az esőt az ablaknak. - Draußen regnet es stark, und der Wind treibt den Regen fast waagrecht gegen das Fenster. :4. Október van, és ennél a fjordnál ez azt jelenti: szürke, nedves, csendes. - Es ist Oktober, und an diesem Fjord bedeutet das: grau, nass, still. :5. A fűtésből egy csepp hullik a padlón álló vödörbe. - Von der Heizung fällt ein Tropfen in den Eimer auf dem Boden. :6. Plink. - Plink. :7. Aztán még egy. - Dann noch einer. :8. Anders hallgatja, de nem számol vele. - Anders hört zu, aber er zählt nicht mit. :9. A ház korábban egy kis fatemplom volt a fjord szélén. - Das Haus war früher eine kleine Holzkirche am Rand des Fjords. :10. Két éve Anders örökölte, és azóta itt lakik. - Vor zwei Jahren hat Anders sie geerbt, und seitdem wohnt er hier. :11. A tető két helyen beázik, ezért mindig készenlétben állnak a vödrök. - Das Dach ist an zwei Stellen undicht, deshalb stehen immer Eimer bereit. :12. A régi keresztelőkútat most mosogatóként használja, mert praktikus. - Das alte Taufbecken benutzt er jetzt als Spülbecken, weil es praktisch ist. :13. Soha nem újította fel igazán a házat, de hozzászokott. - Er hat das Haus nie richtig renoviert, aber er hat sich daran gewöhnt. :14. Anders a környék kevés szomszédjának csónakmotorjait javítja. - Anders repariert die Bootsmotoren der wenigen Nachbarn in der Gegend. :15. Egyesek kávéval fizetnek neki, mások egy rövid bólintással, és ez elég neki. - Manche bezahlen ihn mit Kaffee, manche mit einem kurzen Nicken, und das reicht ihm. :16. Nincs sokra szüksége, és a munka okot ad neki arra, hogy reggel felkeljen. - Er braucht nicht viel, und die Arbeit gibt ihm einen Grund, morgens aufzustehen. :17. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand anklopft. :18. Lars bejön, ahogy minden második nap szokott. - Lars kommt herein, wie er es jeden zweiten Tag tut. :19. Hatvannyolc éves, és ő az egyetlen szomszéd, aki valóban közel lakik. - Er ist 68 Jahre alt und der einzige Nachbar, der wirklich nah wohnt. :20. Lars leül a kályha melletti fapadra, és egy csomag dohányt tesz az asztalra. - Lars setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen und legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch. :21. Nem mondanak semmit, és ez közöttük normális. - Sie sagen nichts, und das ist zwischen ihnen normal. :22. Az eső kopog az ablakon, a fűtés csöpög, az óra ketyeg. - Der Regen klopft gegen das Fenster, die Heizung tropft, die Uhr tickt. :23. Körülbelül tíz perc után Lars nyugodtan azt mondja: „Björn kuttere újra működik.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars ruhig: „Der Kutter von Björn läuft wieder.” :24. Anders egyszer bólint, és ez az egész válasz. - Anders nickt einmal, und das ist die ganze Antwort. :25. Lars feláll, az ajtóhoz megy, és halkan becsukja maga mögött. - Lars steht auf, geht zur Tür und schließt sie leise hinter sich. :26. A dohány még az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :27. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma érkezett a komppal. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute mit der Fähre gekommen ist. :28. A kép Oslo kikötőjét mutatja túl világos, túl barátságos színekkel. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo in zu hellen, zu freundlichen Farben. :29. Anders felveszi a lapot, és lassan megfordítja. - Anders nimmt die Karte und dreht sie langsam um. :30. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst.” :31. A kézírás Mettéé, és azonnal felismeri. - Die Handschrift ist von Mette, und er erkennt sie sofort. :32. Hat hónapja nem hallott róla semmit, és most ez. - Sechs Monate hat er nichts von ihr gehört, und jetzt das. :33. Kétszer elolvassa a szöveget, aztán harmadszor is, és visszateszi a lapot. - Er liest den Text zweimal, dann ein drittes Mal, und legt die Karte wieder hin. :34. Az elülső oldala lefelé néz, mert a színek túl rikítóak ehhez a naphoz. - Die Vorderseite zeigt nach unten, weil die Farben zu grell sind für diesen Tag. :35. Odakint a komp lassan elhalad az ablak előtt, és a motorzaj szétfoszlik a szélben. - Draußen fährt die Fähre langsam am Fenster vorbei, und das Motorgeräusch verweht im Wind. :36. Anders állva marad, és a szürke fjordot nézi. - Anders bleibt stehen und schaut auf den grauen Fjord. :37. A víz nyugodt, de hideg, és az ég alacsonyan függ. - Das Wasser ist ruhig, aber kalt, und der Himmel hängt tief. :38. Délután négy órakor már majdnem sötét van, mint itt októberben mindig. - Um vier Uhr nachmittags ist es schon fast dunkel, wie immer im Oktober hier. :39. Anders elővesz egy gyertyát a fiókból, és a régi zongorára állítja. - Anders holt eine Kerze aus der Schublade und stellt sie auf das alte Klavier. :40. Senki sem játszik ezen a zongorán, és talán már azelőtt is így volt, hogy ő ideköltözött. - Niemand spielt dieses Klavier, und vielleicht war das schon so, bevor er hier einzog. :41. Meggyújtja a gyertyát, leül az előtte álló székre, és a kis lángot nézi. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die kleine Flamme an. :42. Nem gondol Oslóra, és nem gondol Mettére. - Er denkt nicht an Oslo, und er denkt nicht an Mette. :43. Tulajdonképpen semmi konkrétra nem gondol, és ez helyesnek érződik. - Er denkt eigentlich an nichts Bestimmtes, und das fühlt sich richtig an. :44. A fűtés tovább csöpög, odakint a víz az öreg facölöpöknek csapódik. - Die Heizung tropft weiter, das Wasser draußen schlägt gegen die alten Holzpfähle. :45. A gyertya lassan leég, Anders pedig csak ül ott. - Die Kerze brennt langsam herunter, und Anders sitzt einfach da. :46. Aztán havazni kezd, halkan és előjel nélkül, szinte úgy, mint egy gondolat. - Dann beginnt es zu schneien, leise und ohne Ankündigung, fast wie ein Gedanke. :47. Nem fog Oslóba utazni, ezt most már biztosan tudja. - Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt sicher. :48. Nem azért, mert nem szabad neki, és nem azért, mert fél. - Nicht weil er nicht darf, und nicht weil er Angst hat. :49. Hanem azért, mert nem talál olyan okot, amely elég erős volna. - Sondern weil er keinen Grund findet, der stark genug wäre. :50. A hó a fjordra hull, és a fjord magába fogadja, anélkül hogy bármit mondana. - Der Schnee fällt auf den Fjord, und der Fjord nimmt ihn auf, ohne etwas zu sagen. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen. :2. A csésze már egy órája hideg, anélkül hogy ezt észrevette volna, vagy zavarná. - Die Tasse ist schon seit einer Stunde kalt, ohne dass er das bemerkt hätte oder es ihn stören würde. :3. Odakint a szél szinte vízszintesen veri az esőt a régi templomablaknak. - Draußen treibt der Wind den Regen fast waagrecht gegen das alte Kirchenfenster. :4. Az ablak fakerete az évek során annyira elvetemedett, hogy a bal oldalán enyhén fütyül rajta a szél. - Der Holzrahmen des Fensters hat sich im Laufe der Jahre so verzogen, dass es an der linken Seite leicht pfeift. :5. Október közepe van. - Es ist Mitte Oktober. :6. A fjord olyan ég alatt fekszik, amely már nem húz határt víz és levegő, tegnap és ma között. - Der Fjord liegt unter einem Himmel, der keine Grenze mehr zieht zwischen Wasser und Luft, zwischen gestern und heute. :7. A fűtőtestből egy csepp hullik a padlón álló bádogvödörbe. - Von der Heizung fällt ein Tropfen in den Blecheimer auf dem Boden. :8. Világos, tiszta plink ez, amely néhány másodpercenként megismétlődik, egyenletesen, mint egy szívverés, amelyre senki sem figyel. - Es ist ein helles, klares Plink, das sich alle paar Sekunden wiederholt, gleichmäßig wie ein Herzschlag, dem niemand zuhört. :9. Anders figyel. - Anders hört zu. :10. Nem számolja, de figyel. - Er zählt nicht, aber er hört zu. :11. Ez olyan különbség, amelyet ő maga sem tudna megmagyarázni. - Das ist ein Unterschied, den er selbst nicht erklären könnte. :12. A ház, amelyben él, valaha fatemplom volt. - Das Haus, in dem er lebt, war einmal eine Holzkirche. :13. A templom kicsi és sötét volt, egy olyan apró település legszélén, amelyet a legtöbb térkép fel sem tüntet. - Die Kirche war klein und dunkel, am äußersten Rand eines Weilers, den die meisten Karten gar nicht verzeichnen. :14. Két évvel ezelőtt örökölte egy nagybátyjától, akit alig ismert. - Er hat sie vor zwei Jahren geerbt, von einem Onkel, den er kaum kannte. :15. Mégis maradt, anélkül hogy valaha komolyan megkérdezte volna magától, miért. - Er ist trotzdem geblieben, ohne sich je ernsthaft gefragt zu haben, warum. :16. A tető legalább két helyen beázik, és a kályha csak rosszul húz, ha északnyugat felől jön a szél. - Das Dach ist an mindestens zwei Stellen undicht, und der Ofen zieht nur schlecht, wenn der Wind aus Nordwesten kommt. :17. A régi homokkő keresztelőmedence ma mosogatóként szolgál, mert ez az egyetlen edény a házban, amely elég nagy. - Das alte Taufbecken aus Sandstein dient heute als Spülbecken, weil es die einzige Schüssel im Haus ist, die groß genug ist. :18. Soha nem újított fel, nem igazán. - Er hat nie renoviert, nicht wirklich. :19. De felhagyott azzal, hogy hiányként érzékelje. - Aber er hat aufgehört, es als Mangel zu empfinden. :20. A megélhetését azzal keresi, hogy a kevés megmaradt szomszéd csónakmotorjait javítja. - Seinen Lebensunterhalt verdient er damit, die Bootsmotoren der wenigen verbliebenen Nachbarn zu reparieren. :21. Ezek az emberek maguk is alig beszélnek, és a fizetséget gyakran kávé, dohány vagy egy néma biccentés formájában adják, ami Andersnek jobban megfelel, mint azt valaha is beismerné. - Diese Menschen sprechen selbst kaum und leisten die Bezahlung oft in Form von Kaffee, Tabak oder einem stummen Nicken, was Anders mehr entgegenkommt, als er je zugeben würde. :22. Régebben csónaképítő volt, és Bergenben tanulta ki a mesterséget. - Er war früher Bootsbauer und hat das Handwerk in Bergen gelernt. :23. De ez régen volt, és az az ember, aki akkor volt, olyannak tűnik számára, mint valaki egy történetből, amelyet valahol olvasott. - Aber das ist lange her, und die Person, die er damals war, fühlt sich an wie jemand aus einer Geschichte, die er irgendwo gelesen hat. :24. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand anklopft. :25. Lars belép egy olyan férfi magától értetődő nyugalmával, aki tudja, hogy szívesen látják, anélkül hogy ezt valaha kimondták volna. - Lars tritt herein mit der selbstverständlichen Ruhe eines Mannes, der weiß, dass er willkommen ist, ohne dass es je ausgesprochen worden wäre. :26. Hatvannyolc éves, magas, keskeny testalkatú, olyan kezekkel, amelyek úgy néznek ki, mint a szerszámok. - Er ist 68, groß, schmal, mit Händen, die aussehen wie Werkzeug. :27. Leül a kályha melletti fapadra, egy csomag dohányt tesz az asztalra, és olyan természetesen hallgat, mintha a hallgatás a beszélgetés egyik formája volna. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch und schweigt so natürlich, als wäre Schweigen eine Form der Unterhaltung. :28. Az eső veri az ablakot, a fűtőtest csöpög. - Der Regen schlägt gegen das Fenster, die Heizung tropft. :29. A falon lévő óra enyhe utózengéssel ketyeg, amely minden második ütésnél kissé túl hangos. - Die Uhr an der Wand tickt mit einem leichten Nachklang, der bei jedem zweiten Schlag etwas zu laut ist. :30. Körülbelül tíz perc múlva Lars fel sem nézve azt mondja: „Björn kuttere újra jár.” - Nach ungefähr zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :31. Anders bólint, és ebben benne van minden, amit mondani kell. - Anders nickt, und darin liegt alles, was gesagt werden muss. :32. Lars feláll, az ajtóhoz megy, és halkan behúzza maga mögött. - Lars steht auf, geht zur Tür und zieht sie leise hinter sich zu. :33. A dohány az asztalon marad, mintha soha nem is arra szánták volna, hogy magával vigye. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch, als wäre er nie dazu gedacht gewesen, mitgenommen zu werden. :34. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist. :35. Egy számlával és egy prospektussal együtt érkezett, amelyet nem nyitott ki. - Sie kam zusammen mit einer Rechnung und einem Prospekt, den er nicht geöffnet hat. :36. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely túl barátságos októberhez. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das zu freundlich ist für den Oktober. :37. A színek úgy hatnak, mintha valaki túlságosan feltekerte volna a telítettséget, és Anders megfordítja a lapot, anélkül hogy tudná, miért vár. - Die Farben wirken, als hätte jemand die Sättigung zu weit aufgedreht, und Anders dreht die Karte um, ohne zu wissen, warum er wartet. :38. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :39. A kézírás Mettéé, ferde és kissé túl szoros. - Die Handschrift ist Mettes, schräg und etwas zu eng. :40. Mindig így ír, amikor olyasmit ír, amit tulajdonképpen nem akart megírni. - So schreibt sie immer, wenn sie etwas schreibt, das sie eigentlich nicht schreiben wollte. :41. Hat hónapon át egy szó sem, sem üzenet, sem jel. - Sechs Monate lang kein Wort, keine Nachricht, kein Zeichen. :42. Most ott áll ez az egyetlen mondat, amely több kérdést tesz fel, mint amennyit megválaszol. - Jetzt steht dort dieser eine Satz, der mehr Fragen stellt als er beantwortet. :43. Másodszor is elolvassa, aztán harmadszor. - Er liest ihn ein zweites Mal, dann ein drittes. :44. Nem azért teszi, mert valami mást vár, hanem mert szüksége van arra az időre, amelyet a mondat követel tőle. - Er tut es nicht, weil er etwas anderes erwartet, sondern weil er die Zeit braucht, die der Satz von ihm verlangt. :45. Aztán a lapot képes felével lefelé visszateszi a párkányra. - Dann legt er die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurück. :46. A kikötőkép színei olyan módon zavarják, amelyet nem tud megnevezni. - Die Farben des Hafenbilds stören ihn auf eine Weise, die er nicht benennen kann. :47. Odakint a komp lassan elhalad az ablak előtt, és a motorzaj röviden felduzzad, majd szétfoszlik a szélben. - Draußen zieht die Fähre langsam am Fenster vorbei, und das Motorgeräusch schwillt kurz an und verweht dann im Wind. :48. A fjord bezárul mögötte, mintha soha nem is járt volna ott. - Der Fjord schließt sich hinter ihr, als wäre sie nie da gewesen. :49. Anders az ablaknál áll, és a vizet nézi. - Anders steht am Fenster und schaut auf das Wasser. :50. A víz szürke és nyugodt, és éppen olyan közömbös, mint mindig. - Das Wasser ist grau und ruhig und so gleichgültig wie immer. :51. Délután négy órakor alkonyodni kezd. - Um vier Uhr nachmittags beginnt es zu dämmern. :52. Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból, ahol Lars dohánya is fekszik, még bontatlanul. - Anders holt eine Kerze aus der Küchenschublade, wo auch der Tabak von Lars liegt, noch ungeöffnet. :53. A gyertyát a régi zongorára állítja, amely az északi falnál áll. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier, das an der Nordwand steht. :54. A zongora egy vakolatrepedés alatt áll, amely az elmúlt tél folyamán szélesebb lett. - Das Klavier steht unter einem Riss im Putz, der im Laufe des letzten Winters breiter geworden ist. :55. Senki sem játszik ezen a zongorán, amennyire Anders tudja. - Niemand spielt dieses Klavier, soweit Anders weiß. :56. Soha senki nem is játszott rajta, és mégis úgy áll ott, mint valami, ami arra vár, hogy használják. - Es hat auch niemand je gespielt, und trotzdem steht es da wie etwas, das darauf wartet, gebraucht zu werden. :57. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl und schaut in die Flamme. :58. A láng ingadozik a házon átvándorló enyhe huzatban, alig észrevehetően. - Die Flamme schwankt in dem leichten Durchzug, der durch das Haus wandert, kaum merklich. :59. Nem Mettére gondol, és nem Oslóra gondol. - Er denkt nicht an Mette, und er denkt nicht an Oslo. :60. Arra sem gondol, mit akar itt tulajdonképpen, mert a kérdés túl nagy ehhez az estéhez, és talán minden másikhoz is. - Er denkt auch nicht daran, was er hier eigentlich will, weil die Frage zu groß ist für diesen Abend und vielleicht für jeden anderen auch. :61. A fűtőtest csöpög, és a víz egyenletes, tompa hanggal ütődik a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, und das Wasser schlägt mit einem gleichmäßigen, dumpfen Laut gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle. :62. A láng nyugodtan és sietség nélkül ég a sötétben. - Die Flamme brennt ruhig und ohne Eile in der Dunkelheit. :63. Aztán havazni kezd, olyan halkan és olyan fokozatosan, hogy Anders nem tudná megmondani, pontosan mikor kezdődött. - Dann fängt es an zu schneien, so leise und so allmählich, dass Anders nicht sagen könnte, wann genau es begonnen hat. :64. A hó a fjordra hull, a régi templom tetejére, és a képeslapra, amely az ablakpárkányon fekszik képes felével lefelé. - Der Schnee fällt auf den Fjord und auf das Dach der alten Kirche und auf die Postkarte, die auf dem Fenstersims liegt mit der Vorderseite nach unten. :65. Nem fog elutazni. - Er wird nicht fahren. :66. Ezt nem döntésként tudja, hanem tényként. - Er weiß das nicht als Entscheidung, sondern als Tatsache. :67. Úgy tudja, ahogy az ember tudja, hogy az október szürke, a fjord hideg, és a hallgatás néha az egyetlen őszinte válasz. - So weiß man, dass der Oktober grau ist und der Fjord kalt und das Schweigen manchmal die einzige ehrliche Antwort ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart, amely legalább egy órája hideg. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen, die seit mindestens einer Stunde kalt ist. :2. Ez nem zavarja, és arra sem gondol, hogy újratöltse, mert a csésze ebben a pillanatban kevésbé a kávé edénye, mint inkább ok arra, hogy a kezét valahol tartsa. - Das stört ihn nicht, und er denkt auch nicht daran, sie nachzufüllen, weil die Tasse in diesem Moment weniger ein Gefäß für Kaffee ist als ein Grund, die Hände irgendwo zu lassen. :3. Odakint a szél olyan laposan és keményen veri az esőt a régi templomablaknak, hogy az üveg mintha egyenletes nyomás alatt rezegne. - Draußen treibt der Wind den Regen so flach und hart gegen das alte Kirchenfenster, dass das Glas wie unter einem gleichmäßigen Druck vibriert. :4. Az elvetemedett fakeret, amely már jelenlétének első telén sem záródott rendesen, vékony, hideg légáramot enged be, amely megremegteti az ablakpárkányon álló gyertyacsonkokat. - Der verzogene Holzrahmen, der schon im ersten Winter seiner Anwesenheit nicht mehr richtig schloss, lässt einen dünnen, kalten Luftstrom ins Innere, der die Kerzenreste auf dem Fensterbrett zum Schwanken bringt. :5. Október közepe van, és a fjord felvette azt a különös súlyosságot, amelyet csak ősszel hordoz: a víz sötéten és mozdulatlanul fekszik, mint valami, ami gondolkodik. - Es ist Mitte Oktober, und der Fjord hat jene besondere Schwere angenommen, die er nur im Herbst trägt: das Wasser liegt dunkel und unbewegt wie etwas, das denkt. :6. Az ég olyan alacsonyan függ fölötte, hogy a kettő közötti határ elmosódik, mintha a táj úgy döntött volna, hogy feladja saját körvonalait. - Der Himmel hängt so tief darüber, dass die Grenze zwischen beiden verschwimmt, als hätte die Landschaft beschlossen, ihre eigenen Konturen aufzugeben. :7. A fűtőtestből szabályos időközönként leválik egy csepp, és a padlón álló bádogvödörbe hull. - Von der Heizung löst sich in regelmäßigen Abständen ein Tropfen und fällt in den Blecheimer auf dem Boden. :8. Világos, tiszta plink hang ez, amely úgy írja bele magát a szoba csendjébe, mint egy jegyzet, amelyet senki sem hagyott ott, mégis elolvasnak, és Anders figyel, nem azért, mert akarja, hanem mert a figyelés az egyetlen, amit most elvárnak tőle. - Es ist ein helles, klares Plink, das sich in die Stille des Raumes einschreibt wie eine Notiz, die niemand hinterlassen hat und die trotzdem gelesen wird, und Anders hört zu, nicht weil er will, sondern weil das Zuhören das Einzige ist, was gerade von ihm verlangt wird. :9. A ház, amelyben két éve él, fatemplom volt, valamikor a huszadik század elején épült egy gyülekezetnek, amely már rég nem létezik, a part egy olyan kis pontján, amelyet a legtöbb térkép nem tart említésre méltónak. - Das Haus, in dem er seit zwei Jahren lebt, war eine Holzkirche, gebaut irgendwann im frühen zwanzigsten Jahrhundert für eine Gemeinde, die längst nicht mehr existiert, an einem Fleckchen Küste, das die wenigsten Karten für erwähnenswert halten. :10. A templomot egy nagybátyjától örökölte, akit gyerekként kétszer látott, és akinek a halála kevésbé lepte meg, mint az a tény, hogy hagyott rá valamit. - Er hat die Kirche von einem Onkel geerbt, den er als Kind zweimal gesehen hatte und dessen Tod ihn weniger überraschte als die Tatsache, dass er ihm etwas hinterließ. :11. Maradt, anélkül hogy valaha is valódi döntést hozott volna. - Er ist geblieben, ohne jemals eine wirkliche Entscheidung getroffen zu haben. :12. Az ember néha nem azért marad egy helyen, mert az a megfelelő, hanem mert a távozás erőfeszítése nagyobbnak tűnik, mint a maradás fájdalma, míg egyszer csak megszűnik érezhetőnek lenni a kettő közötti különbség. - Man bleibt manchmal an einem Ort, nicht weil er der richtige ist, sondern weil der Aufwand des Gehens größer erscheint als der Schmerz des Bleibens, bis irgendwann der Unterschied zwischen beidem aufgehört hat, spürbar zu sein. :13. A tető két helyen beázik, a kályha rosszul húz, ha északnyugat felől jön a szél, és a nehéz homokkő keresztelőmedence, amelyet az elődök hátrahagytak, ma mosogatóként szolgál. - Das Dach ist an zwei Stellen undicht, der Ofen zieht schlecht, wenn der Wind aus Nordwesten kommt, und das schwere Taufbecken aus Sandstein, das die Vorgänger zurückgelassen haben, dient heute als Spülbecken. :14. Mosogatóként szolgál, mert ez az egyetlen tárgy a házban, amely elég nagy, és amely valahogy illik ahhoz az elképzeléshez, amely Andersben él az itteni életről: hogy a dolgok megváltoztathatják a rendeltetésüket anélkül, hogy elveszítenék a jellegüket. - Es dient als Spülbecken, weil es das einzige Objekt im Haus ist, das groß genug ist und das irgendwie zu der Idee passt, die Anders vom Leben hier hat: dass Dinge ihren Zweck wechseln dürfen, ohne ihren Charakter zu verlieren. :15. Csónakmotorokat javít annak a néhány megmaradt szomszédnak ezen a partszakaszon. - Er repariert Bootsmotoren für die wenigen verbliebenen Nachbarn an diesem Abschnitt der Küste. :16. Ezek az emberek maguk sem pazarolnak sok szót, és a fizetségük többnyire kávéból áll, olykor dohányból, néha semmi másból, csak egy rövid biccentésből, amely annyit tartalmaz, mint egy hosszú mondat, ha az ember megtanulta olvasni, és Anders megtanulta, vagy felhagyott azzal, hogy többet várjon, ami végső soron ugyanaz. - Diese Menschen machen selbst nicht viele Worte, und ihre Bezahlung besteht meistens aus Kaffee, gelegentlich aus Tabak, manchmal aus nichts außer einem kurzen Nicken, das so viel enthält wie ein langer Satz, wenn man gelernt hat, es zu lesen, und Anders hat es gelernt, oder er hat aufgehört, mehr zu erwarten, was auf dasselbe hinausläuft. :17. Régebben csónaképítő volt, és Bergenben tanulta ki a mesterséget egy mesternél, aki alig beszélt és keveset magyarázott. - Er war früher Bootsbauer und hat das Handwerk in Bergen gelernt unter einem Meister, der kaum sprach und wenig erklärte. :18. Annak a kezei munka közben olyan pontosak voltak, hogy Anders megértette: a tudásnak nincs szüksége szavakra, amíg a munka önmagáért beszél, és ebből a tartásból maradt benne valami, még azután is, hogy a többi már rég elmúlt. - Dessen Hände waren beim Arbeiten so präzise, dass Anders verstand: Können braucht keine Worte, solange die Arbeit für sich spricht, und etwas von dieser Haltung ist geblieben, auch nachdem das andere längst vergangen ist. :19. Az ajtó kinyílik, anélkül hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand klopft. :20. Lars belép annak az embernek a nyugodt magától értetődésével, aki tudja, hogy szívesen látják egy helyiségben, anélkül hogy ezt a szívesen látottságot valaha is kimondták volna, vagy ki kellene mondani, mert kettejük között ez azon kevés megállapodások egyike, amelyek éppen azért tartanak, mert senki sem fogalmazta meg őket. - Lars tritt herein mit der ruhigen Selbstverständlichkeit eines Menschen, der weiß, dass er in einem Raum willkommen ist, ohne dass dieses Willkommensein je ausgesprochen worden wäre oder ausgesprochen werden müsste, weil es zwischen ihnen eine der wenigen Abmachungen ist, die gerade deshalb halten, weil niemand sie formuliert hat. :21. Hatvannyolc éves, magasra nőtt és az évek során keskennyé vált, olyan kezekkel, amelyek úgy néznek ki, mintha ugyanabból az anyagból volnának, mint a csónakok, amelyeket egész életében épített és foltozott. - Er ist 68, hoch gewachsen und schmal geworden mit den Jahren, mit Händen, die so aussehen, als wären sie aus demselben Material wie die Boote, die er sein Leben lang gebaut und geflickt hat. :22. Leül a kályha melletti fapadra, egy csomag dohányt tesz az asztalra kettejük közé, és olyan módon hallgat, amely nem üres, hanem tele van két ember közös tudásával, akik megértették, hogy a hallgatás nem a kommunikáció hiánya, hanem annak legsűrűbb formája. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch zwischen ihnen und schweigt auf eine Weise, die nicht leer ist, sondern gefüllt mit der geteilten Kenntnis zweier Menschen, die verstanden haben, dass Schweigen keine Abwesenheit von Kommunikation ist, sondern ihre dichteste Form. :23. Az eső az ablaknak verődik, a fűtőtest egyenletes ritmusában csöpög. - Der Regen schlägt gegen das Fenster, die Heizung tropft in ihrem gleichmäßigen Rhythmus. :24. A falióra minden második ütésnél enyhe utózengéssel ketyeg, mintha volna a szívében egy kis szabálytalanság, amelyet senki sem űzött ki belőle. - Die Uhr an der Wand tickt mit einem leichten Nachklang bei jedem zweiten Schlag, als hätte sie eine kleine Unregelmäßigkeit im Herz, die ihr niemand ausgetrieben hat. :25. Körülbelül tíz perc múlva Lars fel sem nézve, annak az embernek a hangsúlytalanságával, aki információt közöl, nem véleményt, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken und mit der Tonlosigkeit eines Menschen, der eine Information übermittelt, nicht eine Meinung: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :26. Anders bólint, és ebben a bólintásban benne van a nyugta mindarra, amit kimondtak, és mindarra, ami kimondatlan maradhat. - Anders nickt, und in diesem Nicken liegt die Quittung für alles, was gesagt wurde und was ungesagt bleiben darf. :27. Lars feláll, az ajtóhoz megy, maga mögött behúzza annak az embernek az ismerős gondosságával, aki tudja, hogy a régi ajtóknak ápolásra van szükségük, és a dohány az asztalon marad, mint valami, amit szándékosan hagytak hátra, mert a dolgok birtoklása néha könnyebb, ha az ember máshol hagyja őket. - Lars steht auf, geht zur Tür, zieht sie mit der vertrauten Sorgfalt eines Menschen hinter sich, der weiß, dass alte Türen Pflege brauchen, und der Tabak bleibt auf dem Tisch wie etwas, das absichtlich zurückgelassen wurde, weil der Besitz von Dingen manchmal leichter ist, wenn man sie woanders lässt. :28. Az ablakpárkányon képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal, egy számlával és egy prospektussal együtt, amelyet Anders nem nyitott ki. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist, zusammen mit einer Rechnung und einem Prospekt, den Anders nicht geöffnet hat. :29. A prospektust azért nem nyitotta ki, mert nem vár prospektust, és mert azok a dolgok, amelyeket nem vár, rendszerint többe kerülnek neki, mint azok, amelyeket ismer. - Er hat den Prospekt nicht geöffnet, weil er keinen Prospekt erwartet und weil die Dinge, die er nicht erwartet, ihn in der Regel mehr kosten als die, die er kennt. :30. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan túltelített és barátságos fényben, mintha valaki eldöntötte volna, hogy a városoknak mindig jobban kell kinézniük, mint amennyit a valóság megenged. - Das Motiv zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das so übersättigt und freundlich ist, als hätte jemand entschieden, dass Städte immer besser aussehen müssen als die Wirklichkeit erlaubt. :31. Anders olyan férfi ujjaival fordítja meg a lapot, akinek van ideje, és mégsem pazarolja el. - Anders dreht die Karte um mit den Fingern eines Mannes, der Zeit hat und sie trotzdem nicht verschwendet. :32. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :33. A kézírás Mette írása, ferde és a szükségesnél szűkebb, ahogyan nála mindig, amikor olyasmit ír, amit valójában nem akart megírni, vagy amit meg kellett írnia, mert a hallgatás túl hangossá vált. - Die Handschrift ist Mettes, schräg und enger als nötig, wie es bei ihr immer ist, wenn sie etwas schreibt, das sie eigentlich nicht schreiben wollte oder das sie schreiben musste, weil das Schweigen zu laut geworden war. :34. Az a hat hónap, amely alatt egyetlen szó sem érkezett tőle, ebben az egy mondatban foglalódik össze, mint egy diagnózis, amely sem kezelést nem ír elő, sem gyógyulást nem ígér. - Die sechs Monate, in denen kein Wort von ihr gekommen ist, sind in diesem einen Satz zusammengefasst wie eine Diagnose, die weder Behandlung vorschreibt noch Heilung verspricht. :35. Másodszor is elolvassa a mondatot, aztán harmadszor is, nem azért, mert nem érti, hanem mert meg akarja adni a szövegnek azt a méltóságot, hogy valóban elolvassák, mielőtt válaszol rá. - Er liest den Satz ein zweites Mal, dann ein drittes, nicht aus Unverständnis, sondern weil er dem Text die Würde geben will, wirklich gelesen zu werden, bevor er antwortet. :36. A válasza az, hogy a lapot képpel lefelé visszateszi a párkányra, mert nem bírja elviselni a színeket, nem ma, ezen a szürke délutánon, amikor minden, ami túlságosan telített, hamisnak hat. - Seine Antwort ist, die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurückzulegen, weil er die Farben nicht ertragen kann, nicht heute, an diesem grauen Nachmittag, an dem alles, was zu gesättigt ist, falsch wirkt. :37. Odakint a délutáni komp lassan elhúz az ablak előtt, motorzaja rövid időre felduzzad, mint egy kérdés, majd elszáll a szélben, mint egy válasz, amelyet senki sem akart megtartani. - Draußen zieht die Nachmittagsfähre langsam am Fenster vorbei, ihr Motorgeräusch schwillt kurz an wie eine Frage und verweht dann im Wind wie eine Antwort, die niemand festhalten wollte. :38. A fjord zökkenőmentesen és közönyösen zárul össze mögötte, mintha az, hogy átszelik, csak egy volna sok egyenértékű állapota közül. - Der Fjord schließt sich hinter ihr, reibungslos und gleichgültig, als wäre Durchquertwerden nur einer seiner vielen gleichwertigen Zustände. :39. Anders az ablaknál áll, és a vizet nézi. - Anders steht am Fenster und schaut auf das Wasser. :40. A víz szürke és csendes, és olyan teljesen elég önmagának, hogy jelent valamit számára, anélkül hogy meg tudná mondani, pontosan mit. - Das Wasser ist grau und still und so vollständig sich selbst genug, dass es ihm etwas bedeutet, ohne dass er sagen könnte, was genau. :41. Négy órakor, amikor a sötétség nem leszáll, hanem a vízből emelkedik fel, és nehezebbé teszi a levegőt, Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból. - Um vier Uhr, wenn die Dunkelheit nicht fällt, sondern aus dem Wasser aufsteigt und die Luft schwerer macht, holt Anders eine Kerze aus der Küchenschublade. :42. Ott fekszik Lars dohánya, még a csomagolásban, érintetlenül, mint egy ajánlat, amely addig érvényes, amíg az ember el nem fogadja. - Dort liegt der Tabak von Lars, noch in der Verpackung, unberührt wie ein Angebot, das gilt, solange man es nicht annimmt. :43. A gyertyát az északi falnál álló régi zongorára teszi, a vakolat repedése alá, amely az elmúlt télen szélesebb lett. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier an der Nordwand, unter dem Riss im Putz, der im letzten Winter breiter geworden ist. :44. Anders egyszer végigkövette a repedést az ujjával, anélkül hogy tudta volna, miért, mintha egy térképen követne egy vonalat, amely sehová sem vezet, és éppen ezért érdekes. - Anders ist dem Riss einmal mit dem Finger nachgefahren, ohne zu wissen warum, als würde er einer Linie in einer Landkarte folgen, die nirgendwo hinführt und genau deshalb interessant ist. :45. Tudomása szerint senki sem játszik ezen a zongorán, és korábbi években sem játszott rajta senki. - Niemand spielt dieses Klavier, soweit er weiß, und auch in früheren Jahren hat es niemand gespielt. :46. Mégis ott áll a rendeltetésüket elvesztett dolgok csendes makacsságával, anélkül hogy elvesztette volna a jelenlétét, és Anders ezt nem gyásznak érzi, hanem valamiféle társaságnak. - Doch es steht da mit der stillen Insistenz von Dingen, die ihren Zweck verloren haben, ohne ihre Anwesenheit zu verlieren, und Anders empfindet das nicht als Trauer, sondern als eine Art Gesellschaft. :47. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, amelynek egyik lába egy összehajtott kartondarabon áll, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl, dessen eines Bein auf einem gefalteten Stück Pappe steht, und schaut in die Flamme. :48. A láng megremeg az alig érezhető huzatban, amely lélegzetvételként járja át a házat, egészen könnyedén, szinte észrevétlenül, majdnem úgy, mint egy gesztus. - Die Flamme schwankt in dem kaum spürbaren Durchzug, der das Haus wie ein Atemzug durchläuft, ganz leicht, fast unmerklich, fast wie eine Geste. :49. Nem gondol Mettére, és nem gondol arra a kérdésre sem, amelyet a nő feltett. - Er denkt nicht an Mette, und er denkt nicht an die Frage, die sie gestellt hat. :50. Némely kérdés nem azért marad nyitva, mert az ember nem ismeri a választ, hanem mert a válasznak nincs szüksége más helyre, csak annak az embernek a testére, aki hordozza, és Anders hordozza, anélkül hogy nevet adna neki. - Manche Fragen bleiben nicht deshalb offen, weil man die Antwort nicht kennt, sondern weil die Antwort keinen Ort braucht außer dem Körper des Menschen, der sie trägt, und Anders trägt sie, ohne sie zu benennen. :51. A fűtőtest csöpög, a víz szabályos, puha lökésekkel verődik a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser schlägt in regelmäßigen, weichen Stößen gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle. :52. A láng olyan türelemmel ég le, amely szégyenkezésre késztet, mert sokkal nyugodtabb, mint bármi, amit az emberek tesznek. - Die Flamme brennt herunter mit einer Geduld, die beschämt, weil sie so viel ruhiger ist als alles, was Menschen tun. :53. Aztán havazni kezd, olyan fokozatosan, hogy Anders csak egy idő után veszi észre, hogy a kinti sötétség más textúrát vett fel, puhábbat és kevésbé eltökéltet. - Dann beginnt es zu schneien, so allmählich, dass Anders erst nach einer Weile bemerkt, dass die Dunkelheit draußen eine andere Textur angenommen hat, weicher und weniger entschlossen. :54. A hó a fjord fekete vizére hull, és a régi templom tetejére, és az ablakpárkányra, ahol a képeslap képpel lefelé fekszik. - Der Schnee fällt auf das schwarze Wasser des Fjords und auf das Dach der alten Kirche und auf den Fenstersims, wo die Postkarte liegt mit der Vorderseite nach unten. :55. Nem fog elutazni, nem azért, mert ellene döntött volna, hanem mert a döntések feszültséget feltételeznek két lehetséges jövő között. - Er wird nicht fahren, nicht weil er sich dagegen entschieden hätte, sondern weil Entscheidungen eine Spannung voraussetzen zwischen zwei möglichen Zukünften. :56. Benne ez a feszültség nincs jelen, már régóta nincs, és ennek a feszültségnek a hiánya nem bénultság és nem közöny, hanem valami, amire még nem talált szót, valami, ami békének érződik, ha a béke azt jelenti, hogy az ember felhagyott azzal, hogy saját csendje ellen küzdjön. - In ihm ist diese Spannung nicht vorhanden, schon lange nicht mehr, und das Fehlen dieser Spannung ist nicht Lähmung und nicht Gleichgültigkeit, sondern etwas, für das er noch kein Wort gefunden hat, etwas, das sich anfühlt wie Frieden, wenn Frieden bedeutet, dass man aufgehört hat, gegen die eigene Stille anzukämpfen. :57. A hó hull, a fjord magába fogadja. - Der Schnee fällt, der Fjord nimmt ihn auf. :58. Az éjszaka olyan magától értetődően érkezik, mintha soha nem is állt volna szándékában máshol lenni. - Die Nacht kommt so selbstverständlich, als hätte sie nie vorgehabt, irgendwo anders zu sein. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart, amely legalább egy órája hideg, anélkül hogy ez zavarná, vagy akár csak késztetést érezne arra, hogy felálljon és újratöltse. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen, die seit mindestens einer Stunde kalt ist, ohne dass ihn das stören würde oder er auch nur den Impuls verspürte, aufzustehen und sie nachzufüllen. :2. A csésze ebben a pillanatban már nem a kávéivást szolgálja, hanem magát a kézben tartást, azt az érzést, hogy valami olyasmit fog körül, aminek formája van, aminek volt melege, és amit meg lehet tartani anélkül, hogy eltávozna. - Die Tasse dient in diesem Moment nicht mehr dem Kaffeetrinken, sondern dem Händehalten schlechthin, dem Gefühl, etwas zu umschließen, das Form hat und Wärme gehabt hat und das man festhalten kann, ohne dass es sich davonmacht. :3. Odakint a szél azzal a lapos, engesztelhetetlen erővel veri az esőt a régi templomablaknak, amely októberben sajátja ennek a partvidéknek, és amely nem tévesztendő össze az atlanti viharok drámai széllökéseivel, hanem inkább tartós nyomásra emlékeztet, meteorológiai állításra, amely nem tűr ellentmondást. - Draußen treibt der Wind den Regen mit jener flachen, unnachgiebigen Wucht gegen das alte Kirchenfenster, die dieser Küste im Oktober eigentümlich ist und die nicht mit dem dramatischen Böenwind der Atlantikstürme zu verwechseln ist, sondern eher einem Dauerdruck gleicht, einer meteorologischen Behauptung, die keinen Widerspruch duldet. :4. Az elvetemedett fakeret, amely már itteni jelenlétének első telén felhagyott azzal, hogy valóban záródjon, vékony hideg levegőszálat enged befelé, amely az ablakpárkányon álló gyertyacsonkokat enyhe, szakadatlan ingásba hozza, mintha valamire akarnának mutatni, ami csendes, és mégis mozog. - Der verzogene Holzrahmen, der schon im ersten Winter seiner Anwesenheit hier aufgehört hatte, wirklich zu schließen, lässt einen Faden kalter Luft ins Innere, der die Kerzenreste auf dem Fensterbrett in ein leichtes, unaufhörliches Schwanken versetzt, als wollten sie auf etwas hinweisen, das still ist und sich trotzdem bewegt. :5. Október közepe van, és a fjord felvette azt a sajátos nehézséget, amelyet csak ezekben a hetekben hord, amikor a fény már nem hull, hanem szivárog, amikor a víz sötéten és sűrűn fekszik, mint valami, ami gondolkodik. - Es ist Mitte Oktober, und der Fjord hat jene eigentümliche Schwere angenommen, die er nur in diesen Wochen trägt, wenn das Licht nicht mehr fällt, sondern sickert, wenn das Wasser dunkel liegt und dicht wie etwas, das denkt. :6. Az ég olyan alacsonyan függ, és annyira azonos színű az alatta lévő felszínnel, hogy a táj mintha feladná saját geometriáját, a víz és a levegő közötti határ feloldódik, és az embernek az az érzése támad, hogy odakint már nem irányok léteznek, hanem csak a szürkeség fokozatai. - Der Himmel hängt so tief und ist so gleichfarbig mit der Oberfläche darunter, dass die Landschaft ihre eigene Geometrie aufzugeben scheint, die Grenze zwischen Wasser und Luft sich auflöst und man das Gefühl bekommt, dass draußen nicht mehr Richtungen existieren, sondern nur noch Grade von Grau. :7. A fűtőtestről pontosan kimért időközönként leválik egy csepp, és a padlón álló bádogvödörbe hull: világos, pontos plink, amely úgy írja bele magát a szoba csendjébe, mint széljegyzet egy olyan szöveghez, amelyet senki sem fogalmazott meg, és amely addig ismétlődik, amíg már nem zaj, hanem szerkezet. - Von der Heizung löst sich in genau abgemessenen Abständen ein Tropfen und fällt in den Blecheimer auf dem Boden: ein helles, präzises Plink, das sich in die Stille des Raumes einschreibt wie eine Randnotiz zu einem Text, den niemand verfasst hat, und das sich wiederholt, bis es nicht mehr Geräusch ist, sondern Struktur. :8. Anders hallgatja, nem azért, mert akarja, vagy mert a csöpögés bármilyen módon megindítaná, hanem mert a hallgatózás az egyetlen, amit ez a pillanat követel tőle, és ő valamikor az elmúlt két évben felhagyott azzal, hogy több legyen annál, amit az adott pillanat követel tőle. - Anders hört zu, nicht weil er will oder weil das Tropfen ihn in irgendeiner Weise bewegte, sondern weil das Zuhören das Einzige ist, was dieser Augenblick von ihm verlangt, und er hat, irgendwann in den vergangenen zwei Jahren, aufgehört, mehr zu sein als das, was der jeweilige Augenblick von ihm verlangt. :9. A ház, amelyben él, egykor fatemplom volt, valamikor a huszadik század első évtizedeiben emelték egy gyülekezet számára, amelyből ma már semmi sem maradt, csak néhány időjárás verte sírkő a ház mögött, amelyeknek feliratait a zuzmó már félig visszahódította. - Das Haus, in dem er lebt, war eine Holzkirche, irgendwann in den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts errichtet für eine Gemeinde, von der heute nichts mehr übrig ist als ein paar verwitterte Grabsteine hinter dem Haus, deren Inschriften der Flechtenbefall schon halb zurückerobert hat. :10. Egy olyan partszakaszon áll, amely egyetlen térképen sem számít említésre méltónak, és amelynek létezése lényegében abban merül ki, hogy ott van: nedvesen, sziklásan, a széltől megdolgozva, a fjord felé fordulva olyan állhatatossággal, amelyet méltóságnak is lehetne tartani, ha az ember tulajdonítani akarna neki valamit. - Es steht an einem Fleckchen Küste, das in keiner Karte als erwähnenswert gilt und dessen Existenz sich im Wesentlichen darin erschöpft, da zu sein: nass, felsig, vom Wind bearbeitet, dem Fjord zugewandt mit einer Beständigkeit, die man für Würde halten könnte, wenn man ihr etwas unterstellen wollte. :11. A házat egy nagybátyjától örökölte, akit gyerekként kétszer látott, és akiről semmit sem tudott azon kívül, hogy hallgatott, dohányzott és a tengert nézte. - Er hat das Haus von einem Onkel geerbt, den er als Kind zweimal gesehen hatte und von dem er nichts wusste außer dass er schwieg und rauchte und die See anschaute. :12. Ezek a tulajdonságok Anders számára akkoriban a szegénység formáinak tűntek, ma pedig a megelégedettség formáinak tűnnek, ami néha arra készteti, hogy azt gondolja, az örökség többet tartalmazott kőnél és fánál. - Diese Eigenschaften waren Anders damals als Formen von Armut erschienen und erscheinen ihm heute als Formen von Genügsamkeit, was ihn manchmal denken lässt, dass das Erbe mehr enthielt als Steine und Holz. :13. Maradt, anélkül hogy valaha is született volna olyan döntés, amely megérdemelte volna ezt a nevet, úgy, ahogyan az ember néha ott marad egy helyen, nem azért, mert az a helyes, hanem mert az elmenés feltételezné a hová világosságát, amely nem áll be. - Er ist geblieben, ohne dass je eine Entscheidung getroffen worden wäre, die diesen Namen verdient hätte, so wie man manchmal an einem Ort bleibt, nicht weil er der richtige ist, sondern weil das Weggehen eine Klarheit über das Wohin voraussetzt, die sich nicht einstellt. :14. Egy idő után ennek a világosságnak a hiányát már nem hiányként érzékeli az ember, hanem olyan állapotként, amely többé nem különbözik attól, amit más emberek otthonnak neveznek, ha őszinték. - Irgendwann hört die Abwesenheit dieser Klarheit auf, als Mangel wahrgenommen zu werden, und wird zu einem Zustand, der sich nicht mehr von dem unterscheidet, was andere Menschen Zuhause nennen, wenn sie ehrlich sind. :15. A tető beázik, a kályha szeszélyes, a homokkő keresztelőmedence mosogatóként szolgál, és ezt a rendeltetésbeli eltolódást, amelyet sokan elhanyagoltságnak látnának, Anders az életnek megfelelő dologként érzékeli. - Das Dach ist undicht, der Ofen launisch, das Taufbecken aus Sandstein dient als Spülbecken, und diese Verschiebung des Zwecks, die manchen als Verwahrlosung erscheinen würde, empfindet Anders als etwas dem Leben Gemäßes. :16. A dolgok túlélhetnek azáltal, hogy újra meghatározhatóvá válnak, a vakolat repedése nem seb, hanem krónika, és egy ház, amely lélegzik, előnyben részesítendő egy halott házzal szemben, még akkor is, ha a lélegzés huzatot jelent. - Dinge dürfen überleben, indem sie sich neu definieren lassen, der Riss im Putz ist keine Wunde, sondern eine Chronik, und ein Haus, das atmet, ist einem toten Haus vorzuziehen, auch wenn das Atmen Zugluft bedeutet. :17. Csónakmotorokat javít annak a partszakasznak a kevés megmaradt szomszédja számára, olyan embereknek, akik hallgatagságukban és távolságtartásukban hasonlítanak rá, mintha a vidék csak ilyeneket vonzott volna magához, vagy csak ilyeneket hagyott volna hátra. - Er repariert Bootsmotoren für die wenigen verbliebenen Nachbarn an diesem Küstenabschnitt, Menschen, die ihm in ihrer Schweigsamkeit und ihrer Abstandswahrung ähneln, als hätte die Gegend nur solche angezogen oder übrig gelassen. :18. Fizetségük többnyire kávéból áll, olykor dohányból, néha semmi másból, csak egy olyan férfi rövid, száraz biccentéséből, aki kapott valamit, és ezt tudja, és az erről való tudást elegendőnek tartja, Anders pedig már felhagyott azzal, hogy megkülönböztesse, ő is így látja-e, vagy egyszerűen csak hozzászokott, ami az eredményt tekintve ugyanarra vezet. - Deren Bezahlung besteht meistens aus Kaffee, gelegentlich aus Tabak, manchmal aus nichts außer dem kurzen, trockenen Nicken eines Mannes, der etwas bekommen hat und das weiß und der das Wissen darum für ausreichend hält, und Anders hat aufgehört zu unterscheiden, ob er das genauso sieht oder ob er sich schlicht daran gewöhnt hat, was im Ergebnis auf dasselbe hinausläuft. :19. Csónaképítő volt, Bergenben tanulta egy mesternél, aki a munkát minden fölé helyezte, és a róla való beszédet elfelejtette, és ennek a hierarchiának valami része beleíródott Andersbe, mint egy nyelvtan, amelyet nem ő választott, de amely szerint gondolkodik. - Er war Bootsbauer, hat das in Bergen gelernt bei einem Meister, der die Arbeit über alles stellte und die Sprache darüber vergaß, und etwas von dieser Hierarchie hat sich in ihn eingeschrieben wie eine Grammatik, die er nicht gewählt hat, nach der er aber denkt. :20. A cselekvés megelőzi a beszédet, a kezek többet tudnak, mint a száj, és egy motor, amely jár, minden hozzáfűzött megjegyzést fölöslegessé tesz. - Das Machen geht dem Reden voraus, die Hände wissen mehr als der Mund, und ein Motor, der läuft, macht jeden Kommentar dazu überflüssig. :21. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna, és Lars belép egy olyan ember nyugodt, magától értetődő súlyosságával, akinek a világ nem meghívottságra és meg nem hívottságra oszlik, hanem helyekre, ahová az ember tartozik, és helyekre, ahová nem. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand klopft, und Lars tritt herein mit der ruhigen, selbstverständlichen Schwere eines Menschen, für den die Welt sich nicht in Geladensein und Nichtgeladensein aufteilt, sondern in Orte, an denen man hingehört, und Orte, an denen man es nicht tut. :22. Ez a hely itt az első kategóriába tartozik, mert van közöttük egy megállapodás, amelyet soha nem fogalmaztak meg, és éppen ezért tart: hogy az ember jön, amikor akar, megy, amikor akar, és hogy a közbeeső hallgatás nem a kommunikáció kudarca, hanem annak legtökéletesebb formája. - Dieser Ort hier gehört in die erste Kategorie, weil es zwischen ihnen eine Abmachung gibt, die nie formuliert wurde und gerade deshalb hält: dass man kommt, wenn man will, dass man geht, wenn man will, und dass das Schweigen dazwischen kein Versagen der Kommunikation ist, sondern ihre vollkommenste Form. :23. Hatvannyolc éves, és az évek során keskennyé és csontossá vált, mintha a szél évtizedek alatt a lényegre redukálta volna, olyan kezekkel, amelyek annyira repedezettek és pontosak, hogy önmagukért beszélnek egy életről, amely nem a beszédből állt. - Er ist 68 und mit den Jahren schmal und knochig geworden, als hätte der Wind ihn über die Jahrzehnte auf das Wesentliche reduziert, mit Händen, die so rissig und präzise sind, dass sie für sich selbst sprechen über ein Leben, das nicht im Reden bestanden hat. :24. Leül a kályha melletti fapadra, leteszi a dohánycsomagot az asztalra, és egy olyan ember teljességével hallgat, akinek soha eszébe sem jutott volna bocsánatot kérni a hallgatásért. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt das Päckchen Tabak auf den Tisch und schweigt mit der Vollständigkeit eines Menschen, dem es nie eingefallen wäre, das Schweigen zu entschuldigen. :25. Az eső egyenletes, sürgető ritmusában veri az ablakot, a fűtés csöpög, a falióra azzal a könnyű utózengéssel ketyeg minden második ütésnél, amelyet Anders soha nem javított meg, mert az apró szabálytalanság az egyetlen, ami az órát megkülönbözteti egy mechanizmustól. - Der Regen schlägt gegen das Fenster in seinem gleichmäßigen, drängenden Rhythmus, die Heizung tropft, die Uhr an der Wand tickt mit jenem leichten Nachklang bei jedem zweiten Schlag, den Anders nie repariert hat, weil die kleine Unregelmäßigkeit das Einzige ist, was die Uhr von einem Mechanismus unterscheidet. :26. Körülbelül tíz perc múlva Lars anélkül, hogy felnézne, egy olyan férfi hangján, akinek a nyelv eszköz, nem dísz, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken, mit der Stimme eines Mannes, für den Sprache ein Werkzeug ist und kein Ornament: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :27. Anders bólint, és ebben a bólintásban benne rejlik egymással való érintkezésük teljes gazdaságtana: hogy az információ megérkezett, hogy elismerést kapott, hogy nincs szükség további reakcióra, mert a tény önmagáért áll. - Anders nickt, und in diesem Nicken liegt die gesamte Ökonomie ihres Umgangs miteinander beschlossen: dass die Information angekommen ist, dass sie gewürdigt wird, dass keine weitere Reaktion nötig ist, weil die Tatsache für sich selbst steht. :28. Lars nem azért jött, hogy reakciókat arasson, hanem mert ez a hely mindkettőjük számára az egyetlen, ahol a csendet nem kell megmagyarázni. - Lars ist nicht gekommen, um Reaktionen zu ernten, sondern weil dieser Ort für beide der einzige ist, an dem die Stille nicht erklärt werden muss. :29. Lars feláll, az ajtóhoz megy egy olyan férfi hosszú, kissé ringó járásával, aki az életét hajókon töltötte, és maga mögött becsukja az ajtót azzal az ismerős óvatossággal, amellyel az ember régi fának tartozik. - Lars steht auf, geht zur Tür mit dem langen, leicht schaukelnden Gang eines Mannes, der sein Leben auf Booten verbracht hat, und zieht die Tür mit der vertrauten Behutsamkeit hinter sich zu, die man altem Holz schuldet. :30. A dohány az asztalon marad, mint egy kicsi, néma ajánlat, amelynek érvényessége nem attól függ, elfogadják-e. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch wie ein kleines, stummes Angebot, das seine Gültigkeit nicht davon abhängig macht, ob es angenommen wird. :31. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal, egy számla és egy prospektus között, amelyet Anders nem nyitott ki. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist, zwischen einer Rechnung und einem Prospekt, den Anders nicht geöffnet hat. :32. A kéretlen közlésekre való reagálás szokását már régen, különösebb esemény nélkül levetette, mint egy ruhadarabot, amely soha nem is igazán illett rá. - Er hat die Gewohnheit, auf ungebetene Mitteilungen einzugehen, vor langer Zeit und ohne besonderes Ereignis abgelegt wie ein Kleidungsstück, das einem nie wirklich gepasst hat. :33. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan konstruáltan barátságos és túltelített fényben, hogy hazugságnak hat a városok lényegéről, olyan ígéretnek, amelyet azzal a szándékkal tesznek, hogy ne váltsák be. - Das Motiv zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das so konstruiert freundlich und übersättigt ist, dass es wie eine Lüge über das Wesen von Städten wirkt, wie ein Versprechen, das mit der Absicht gemacht wird, nicht eingelöst zu werden. :34. Anders egy olyan férfi lassú ujjaival fordítja meg a lapot, akinek van ideje, és mégsem pazarolja, mert az idő számára nem fogyóban lévő készlet, hanem az a közeg, amelyben a dolgok egyszerűen vannak. - Anders dreht die Karte mit den langsamen Fingern eines Mannes um, der Zeit hat und sie trotzdem nicht verschwendet, weil Zeit für ihn kein Vorrat ist, der zur Neige geht, sondern das Medium, in dem die Dinge einfach sind. :35. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :36. A kézírás Mettéé: ferde, szűkebb a szükségesnél, azzal a könnyű nyomással, amelyet csak akkor fejt ki, amikor olyasmit ír, aminél a kéz gyorsabb akar lenni, mint az őt követő gondolat. - Die Handschrift ist Mettes: schräg, enger als nötig, mit dem leichten Druck, den sie nur dann ausübt, wenn sie etwas schreibt, bei dem die Hand schneller sein will als der Gedanke, der ihr folgt. :37. A hat hónap, amelyben egyetlen szó, egyetlen üzenet, egyetlen jel sem érkezett tőle, ebben az egy mondatban sűrűsödik össze, mint pára a hideg üvegen: olyan világossággá, amely egyszerre áthatolhatatlan, kezelési terv nélküli diagnózissá, olyan kérdéssé, amelyet annak tudatában tesznek fel, hogy a válasz már azelőtt megadatott, mielőtt megfogalmazták volna. - Die sechs Monate, in denen kein Wort, keine Nachricht, kein Zeichen von ihr gekommen ist, kondensieren in diesem einen Satz wie Feuchtigkeit an kaltem Glas: zu einer Klarheit, die gleichzeitig undurchdringlich ist, zu einer Diagnose ohne Behandlungsplan, zu einer Frage, die mit dem Wissen gestellt wird, dass die Antwort bereits gegeben wurde, bevor sie formuliert worden ist. :38. Kétszer olvassa el a mondatot, aztán harmadszor is, nem értetlenségből, hanem abból a tiszteletből, amellyel mindennek adózik, amit valóban komolyan gondolnak. - Er liest den Satz zweimal, dann ein drittes Mal, nicht aus Unverständnis, sondern aus dem Respekt, den er allem entgegenbringt, was wirklich gemeint ist. :39. Aztán a lapot képpel lefelé visszateszi a párkányra, mert nem tudja elviselni a kikötőkép színeit, nem ma, ezen a délutánon, amikor minden, ami túlságosan telített, olyan állításnak hat, amelyet nem akar aláírni. - Dann legt er die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurück, weil er die Farben des Hafenbilds nicht ertragen kann, nicht heute, an diesem Nachmittag, an dem alles, was zu gesättigt ist, wie eine Behauptung wirkt, die er nicht unterschreiben will. :40. Odakint a délutáni komp lassan elhalad az ablak előtt, motorzaja úgy duzzad fel, mint egy kérdés, amely rövid időre hangossá válik, aztán elfújja a szél, mint egy választ, amely úgy döntött, nem marad. - Draußen zieht die Nachmittagsfähre langsam am Fenster vorbei, ihr Motorgeräusch schwillt an wie eine Frage, die kurz laut wird, und verweht dann im Wind wie eine Antwort, die sich entschieden hat, nicht zu bleiben. :41. A fjord mögötte annak az egykedvűségével zárul össze, amit olyan sokszor szeltek már át, hogy felhagyott azzal, hogy az átszelést eseményként regisztrálja. - Der Fjord schließt sich hinter ihr mit der Gleichmütigkeit von etwas, das durchquert worden ist so oft, dass es aufgehört hat, das Durchquertwerden als Ereignis zu registrieren. :42. Négy órakor, amikor a sötétség nem lehull, hanem a vízből és a kőzetből emelkedik fel, és nehezebbé, sűrűbbé teszi a levegőt, mintha a fény nem hiányozna, hanem valami nagyobb súlyú dologgal helyettesítették volna, Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból. - Um vier Uhr, wenn die Dunkelheit nicht fällt, sondern aus dem Wasser und dem Gestein aufsteigt und die Luft schwerer und dichter macht, als wäre das Licht nicht abwesend, sondern ersetzt worden durch etwas mit mehr Gewicht, holt Anders eine Kerze aus der Küchenschublade. :43. A fiókban ott fekszik Lars dohánya is, még csomagolásban, mintha azok a dolgok, amelyek érintetlenek maradnak, a maguk módján teljesebbek volnának, mint azok, amelyeket használnak. - In der Schublade liegt auch der Tabak von Lars, noch in der Verpackung, so als wären Dinge, die unangetastet bleiben, auf ihre Weise vollständiger als solche, die benutzt werden. :44. A gyertyát az északi falnál álló régi zongorára teszi, amelynek fekete lakkozása a szélein pattogzik, és amely a vakolat repedése alatt áll, amely az elmúlt télen szélesebb lett. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier an der Nordwand, dessen schwarzer Lack an den Kanten blättert und das unter dem Riss im Putz steht, der im letzten Winter breiter geworden ist. :45. Anders egyszer végighúzta az ujját a repedésen, lassan és különösebb ok nélkül, úgy, ahogyan az ember néha követ egy vonalat, nem azért, mert az vezet valahová, hanem mert a követés mozdulata maga jelent valamit, amit nem lehet nyelvre lefordítani. - Anders ist dem Riss einmal mit dem Finger nachgefahren, langsam und ohne bestimmten Grund, so wie man manchmal eine Linie verfolgt, nicht weil sie irgendwohin führt, sondern weil die Bewegung des Nachfolgens selbst etwas bedeutet, das sich nicht in Sprache übersetzen lässt. :46. Tudomása szerint soha senki nem játszott ezen a zongorán, és mégis ott áll azzal a csendes, tárgyilagos makacssággal, amellyel az elhagyott hangszerek néha rendelkeznek. - Niemand hat je auf diesem Klavier gespielt, soweit er weiß, und doch steht es da mit jener stillen, sachlichen Insistenz, die verlassene Instrumente manchmal haben. :47. Nem szűnt meg hangszernek lenni csak azért, mert már nincs ott játékos, mintha a zene lehetősége tovább létezne mindaddig, amíg létezik a tárgy, amely magában hordozza, és Anders ezt nem gyásznak, nem szentimentalizmusnak érzi, hanem egyfajta jelenlétnek, amely megfelel neki, mert semmit sem követel tőle. - Es ist nicht aufgehört, Instrument zu sein, nur weil kein Spieler mehr da ist, als würde die Möglichkeit der Musik weiterexistieren, solange das Objekt existiert, das sie enthält, und Anders empfindet das nicht als Trauer, nicht als Sentimentalität, sondern als eine Art Anwesenheit, die ihm recht ist, weil sie nichts von ihm verlangt. :48. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, amelynek egyik lába egy összehajtott kartondarabon nyugszik, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl, dessen eines Bein auf einem gefalteten Stück Pappe ruht, und schaut in die Flamme. :49. A láng ingadozik az alig érezhető huzatban, amely egyenletes, lapos lélegzetvételként járja át a házat, olyan lassú ritmusban, hogy az ember nem biztos benne, mozgást lát-e, vagy csak saját szeme nyugtalanságát vetíti ki. - Die Flamme schwankt in dem kaum spürbaren Durchzug, der das Haus wie ein gleichmäßiger, flacher Atemzug durchläuft, in einem so langsamen Rhythmus, dass man nicht sicher ist, ob man eine Bewegung sieht oder nur die Unruhe des eigenen Auges projiziert. :50. Nem gondol Mettére, és nem gondol a kérdésre sem, amelyet a nő feltett, nem azért, mert a kérdés nem érte volna el, hanem mert bizonyos kérdések nem arra valók, hogy megválaszolják őket, hanem arra, hogy hordozzák őket. - Er denkt nicht an Mette und nicht an die Frage, die sie gestellt hat, nicht weil die Frage ihn nicht erreicht hätte, sondern weil manche Fragen nicht dazu da sind, beantwortet zu werden, sondern dazu, getragen zu werden. :51. Anders hordozza, anélkül hogy megnevezné, úgy, ahogyan az ember olyan súlyt hordoz, amelyet olyan régóta birtokol, hogy megszűnt súlyként érzékelődni, és elkezdett a saját testtartás részévé válni. - Anders trägt sie, ohne sie zu benennen, so wie man ein Gewicht trägt, das man so lange hat, dass es aufgehört hat, als Gewicht wahrgenommen zu werden, und angefangen hat, Teil der eigenen Statur zu sein. :52. A fűtés csöpög, a víz puha, tompa lökésekkel csapódik odakint a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser schlägt in weichen, dumpfen Stößen gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle draußen. :53. A gyertya olyan türelemmel és egyenes vonalúsággal ég le, amely megszégyeníti mindazt az emberit, ami körülötte habozik, kételkedik és marad, anélkül hogy tudná, miért. - Die Kerze brennt herunter mit einer Geduld und Gradlinigkeit, die alles Menschliche beschämt, das um sie herum zögert und zweifelt und bleibt, ohne zu wissen warum. :54. Aztán havazni kezd, olyan észrevétlenül és fokozatosan, hogy Anders nem tudná megmondani, pontosan mikor történt meg az átmenet, mintha az éjszaka úgy döntött volna, hogy megváltoztatja az állagát anélkül, hogy erre rámutatna. - Dann beginnt es zu schneien, so unmerklich und allmählich, dass Anders nicht sagen könnte, wann genau der Übergang stattgefunden hat, als hätte die Nacht beschlossen, ihre Konsistenz zu wechseln, ohne darauf hinzuweisen. :55. A hó hull a fjord fekete vizére, a régi templom mohával borított tetejére és az ablakpárkányra, ahol a képeslap képpel lefelé fekszik, és a fjord befogadja a havat, ahogyan mindent befogad: megjegyzés nélkül, változás nélkül, anélkül hogy szándékában állna emlékeztetni magára. - Der Schnee fällt auf das schwarze Wasser des Fjords und auf das moosbedeckte Dach der alten Kirche und auf den Fenstersims, wo die Postkarte liegt mit der Vorderseite nach unten, und der Fjord nimmt den Schnee auf wie er alles aufnimmt: ohne Kommentar, ohne Veränderung, ohne die Absicht, sich erinnern zu lassen. :56. Nem fog Oslóba utazni, és ez nem döntés, mert egy döntés feszültséget feltételez két olyan lehetőség között, amelyek mindketten valóságosak, és benne ez a feszültség nincs jelen, nem lemondás vagy kimerültség eredményeként. - Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist keine Entscheidung, weil eine Entscheidung eine Spannung voraussetzt zwischen zwei Möglichkeiten, die beide real sind, und in ihm ist diese Spannung nicht vorhanden, nicht als Ergebnis von Resignation oder Erschöpfung. :57. Valamikor az elmúlt két évben felhagyott azzal a hittel, hogy az élet máshol teljesebb volna, mint itt, teljesebb, mint ebben a házban, amely beázik és huzatos, ennél a fjordnál, amely szürke és nehéz, és olyan tökéletesen közömbös az ő jelenléte iránt, hogy ez a közömbösség az ő számára az őszinteség egyetlen még elviselhető formájának érződik. - Er hat irgendwann in den vergangenen zwei Jahren aufgehört zu glauben, dass das Leben anderswo vollständiger wäre als hier, vollständiger als in diesem Haus, das leckt und zieht, an diesem Fjord, der grau ist und schwer und so vollkommen gleichgültig gegenüber seiner Anwesenheit, dass diese Gleichgültigkeit sich anfühlt wie die einzige Form von Ehrlichkeit, die er noch erträgt. :58. Hull a hó, jön az éjszaka, ég a gyertya, és odakint a fjord olyan csendesen, sötéten és teljesen fekszik, mintha soha semmi mást nem tett volna, csak ott lett volna. - Der Schnee fällt, die Nacht kommt, die Kerze brennt, und draußen liegt der Fjord so still und dunkel und vollständig, als hätte er nie etwas anderes getan als da sein. :59. Létezni nem a legkevesebb, hanem a legvégső. - Dasein ist nicht das Mindeste, sondern das Äußerste. ------------------------- == 72 == 1 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Esik. - Es regnet. :2. Kari vezeti az autót. - Kari fährt das Auto. :3. Jon mellette ül. - Jon sitzt neben ihr. :4. Nem beszélnek. - Sie sprechen nicht. :5. Az ablaktörlő lassan mozog ide-oda. - Der Scheibenwischer bewegt sich langsam hin und her. :6. Nyikorog. - Er quietscht. :7. Az út üres. - Die Straße ist leer. :8. Jon egy kicsit kinyitja az ablakot. - Jon öffnet das Fenster ein bisschen. :9. Hideg levegő jön be. - Kalte Luft kommt herein. :10. Kari gyorsabbra állítja az ablaktörlőt. - Kari macht den Scheibenwischer schneller. :11. Már egy órája vezet. - Sie fährt seit einer Stunde. :12. Senki sem kapcsolja be a zenét. - Niemand macht die Musik an. :13. Jon kinéz az ablakon. - Jon schaut aus dem Fenster. :14. A fák nedvesek. - Die Bäume sind nass. :15. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :16. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :17. A fészeréhez mennek. - Sie fahren zu seinem Schuppen. :18. Rendezniük kell a holmijait. - Sie müssen seine Sachen sortieren. :19. Ez a terv. - Das ist der Plan. :20. Kari semmi különösre nem gondol. - Kari denkt nichts Besonderes. :21. Vagy talán túl sok mindenre gondol. - Oder vielleicht denkt sie zu viel. :22. Ezt ő maga sem tudja. - Sie weiß es selbst nicht. :23. A fészer a víznél áll. - Der Schuppen steht am Wasser. :24. Öreg és kicsi. - Er ist alt und klein. :25. A festék lepattogzott róla. - Die Farbe ist abgeblättert. :26. Jon kiszáll az autóból. - Jon steigt aus dem Auto. :27. Kari is. - Kari auch. :28. Az eső hideg. - Der Regen ist kalt. :29. Jon nekifeszül az ajtónak. - Jon drückt gegen die Tür. :30. Nem nyílik ki. - Sie geht nicht auf. :31. Kétszer belerúg. - Er tritt zweimal dagegen. :32. Most kinyílik. - Jetzt geht sie auf. :33. Régi fa szaga van. - Es riecht nach altem Holz. :34. És cigarettaszag. - Und nach Zigaretten. :35. Ez a szag. - Dieser Geruch. :36. Kari jól ismeri. - Kari kennt ihn gut. :37. Egy pillanatig mozdulatlanul áll. - Sie steht einen Moment still. :38. Jon bemegy. - Jon geht rein. :39. A falon egy mentőmellény lóg. - An der Wand hängt eine Schwimmweste. :40. Alatta gumicsizmák állnak. - Darunter stehen Gummistiefel. :41. Nagy gumicsizmák. - Große Gummistiefel. :42. Negyvenötös méret. - Nummer 45. :43. Az apjuknak nagy lába volt. - Ihr Vater hatte große Füße. :44. Egy polcon naptár fekszik. - Auf einem Regal liegt ein Kalender. :45. 2019-ből való. - Er ist von 2019. :46. Senki sem lapozta tovább. - Niemand hat ihn umgeblättert. :47. Kari leül egy üres ládára. - Kari setzt sich auf eine leere Kiste. :48. Az eső dobol a tetőn. - Der Regen trommelt auf das Dach. :49. Hangosan és egyenletesen. - Laut und gleichmäßig. :50. Jon körülnéz. - Jon sieht sich um. :51. A falon két szög van. - An der Wand hängen zwei Nägel. :52. Rajtuk egy horgászbot lóg. - Daran hängt eine Angel. :53. Jon leveszi. - Jon nimmt sie herunter. :54. Mindkét kezében tartja. - Er hält sie in beiden Händen. :55. A zsinór összegabalyodott. - Die Schnur ist verwickelt. :56. A horog rozsdás. - Der Haken ist rostig. :57. Jon nem mond semmit. - Jon sagt nichts. :58. Csak nézi a horgászbotot. - Er schaut die Angel nur an. :59. Kari feláll. - Kari steht auf. :60. Odamegy hozzá. - Sie geht zu ihm. :61. Röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. :62. Aztán visszaadja. - Dann gibt sie sie zurück. :63. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :64. Jon bólint. - Jon nickt. :65. Leteszi a horgászbotot a régi munkapadra. - Er legt die Angel auf die alte Werkbank. :66. Egyébként sem visznek magukkal semmit. - Sonst nehmen sie auch nichts mit. :67. A naptárt nem. - Den Kalender nicht. :68. A gumicsizmákat nem. - Die Gummistiefel nicht. :69. A félig teli benzineskannát nem. - Den halbvollen Benzinkanister nicht. :70. Mindent úgy hagynak, ahogy van. - Sie lassen alles so, wie es ist. :71. Kimennek. - Sie gehen raus. :72. Még mindig esik. - Es regnet immer noch. :73. Jon kezében egy kis lakat van. - Jon hat ein kleines Vorhängeschloss in der Hand. :74. Bezárja az ajtót. - Er schließt die Tür ab. :75. Ez az utolsó alkalom. - Das ist das letzte Mal. :76. Kari tartja a kulcsot. - Kari hält den Schlüssel. :77. A fjord felé néz. - Sie schaut zum Fjord. :78. Aztán eldobja. - Dann wirft sie ihn. :79. A kulcs átrepül a levegőn. - Der Schlüssel fliegt durch die Luft. :80. Beleeseik a vízbe. - Er fällt ins Wasser. :81. Halk csobbanás hallatszik. - Es macht ein leises Platschen. :82. Egy kis kör képződik. - Ein kleiner Kreis bildet sich. :83. Aztán újra minden csendes. - Dann ist alles wieder still. :84. Nem fordulnak meg. - Sie drehen sich nicht um. :85. Odamennek az autóhoz. - Sie gehen zum Auto. :86. Jon beül a volán mögé. - Jon setzt sich ans Steuer. :87. Beindítja a motort. - Er startet den Motor. :88. Az ablaktörlő újra elindul. - Der Scheibenwischer fängt wieder an. :89. Ugyanúgy nyikorog, mint korábban. - Er quietscht wie vorher. :90. Elindulnak. - Sie fahren. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső akkor kezd el esni, amikor elhagyják a várost. - Der Regen fängt an, als sie die Stadt verlassen. :2. Kari vezet, Jon mellette ül, és kinéz az ablakon. - Kari fährt, Jon sitzt daneben und schaut aus dem Fenster. :3. Nem beszélnek, de ez nem olyan csend, amely fáj. - Sie sprechen nicht, aber das ist keine Stille, die wehtut. :4. Az ablaktörlő ide-oda mozog, és minden harmadik alkalommal nyikorog. - Der Scheibenwischer bewegt sich hin und her und quietscht bei jedem dritten Mal. :5. Jon résnyire kinyitja az ablakot, mert friss levegőre van szüksége. - Jon öffnet das Fenster einen kleinen Spalt, weil er frische Luft braucht. :6. A hideg levegő beáramlik, Kari pedig gyors fokozatra kapcsolja az ablaktörlőt. - Die kalte Luft kommt herein und Kari schaltet den Wischer auf schnell. :7. Már egy órája vezet, és az út mindvégig üres. - Sie fährt schon seit einer Stunde und die Straße ist die ganze Zeit leer. :8. Az apjuk három hete halt meg, és ma ki kell üríteniük a fészerét. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben und heute müssen sie seinen Schuppen ausräumen. :9. Kari az utóbbi években az anyjukat ápolta, az apjukat pedig ritkán látogatta. - Kari hat in den letzten Jahren die Mutter gepflegt und den Vater selten besucht. :10. Jon tíz éve Bergenben él, és évente csak kétszer jön haza. - Jon lebt seit zehn Jahren in Bergen und kommt nur zweimal im Jahr nach Hause. :11. Ma van az utolsó alkalom. - Heute ist das letzte Mal. :12. A fészer közvetlenül a fjordnál áll, és úgy néz ki, mintha régóta senki sem használta volna. - Der Schuppen steht direkt am Fjord und sieht aus, als hätte ihn lange niemand benutzt. :13. Jon száll ki először, és kétszer belerúg a régi ajtóba, amíg az végre kinyílik. - Jon steigt zuerst aus und tritt zweimal gegen die alte Tür, bis sie endlich aufgeht. :14. Azonnal szag árad ki belőle – régi fa, nedves föld és cigaretta. - Sofort kommt ein Geruch heraus – altes Holz, feuchter Boden und Zigaretten. :15. Kari egy pillanatra megáll az ajtóban, mert ismeri ezt a szagot. - Kari bleibt einen Moment in der Tür stehen, weil sie diesen Geruch kennt. :16. Nem mond róla semmit, de röviden a száján át vesz levegőt. - Sie sagt nichts darüber, aber sie atmet kurz durch den Mund. :17. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amely régen narancssárga volt. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, die früher orange war. :18. Alatta két gumicsizma áll, 45-ös méretben, tele régi sárral. - Darunter stehen zwei Gummistiefel, Größe 45, voll mit altem Schmutz. :19. Egy kis polcon egy 2019-es naptár fekszik, március hónapnál nyitva. - Auf einem kleinen Regal liegt ein Kalender von 2019, offen auf dem Monat März. :20. Néhány mezőben szavak állnak, de Kari nem olvassa el őket. - In einigen Feldern stehen Wörter, aber Kari liest sie nicht. :21. Jon a fészer közepén áll, és meg sem mozdul. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und rührt sich nicht. :22. Az eső hangosan dobol a hullámbádogtetőn, és hangosabbá teszi a hallgatást. - Der Regen trommelt laut auf das Wellblechdach und macht das Schweigen lauter. :23. Kari leül egy üres faládára, és vár, anélkül hogy tudná, mire. - Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste und wartet, ohne zu wissen, worauf. :24. A hátsó falon két szög van, és ezeken a szögeken egy horgászbot lóg. - An der hinteren Wand hängen zwei Nägel, und an diesen Nägeln hängt eine Angelrute. :25. Jon leveszi, és maga elé tartja, mintha egy másik életből származó tárgy lenne. - Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich, als wäre es ein Gegenstand aus einem anderen Leben. :26. A zsinór összegabalyodott, a horog pedig barna a rozsdától. - Die Schnur ist verwickelt und der Haken ist braun vor Rost. :27. Lassan forgatja a horgászbotot a kezében, egy szót sem szól, és csak nézi. - Er dreht die Angel langsam in den Händen, sagt kein Wort und schaut sie nur an. :28. Kari feláll, odamegy hozzá, és röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Kari steht auf, geht zu ihm und nimmt die Angel kurz in die Hand. :29. Könnyebb, mint gondolta. - Sie ist leichter, als sie gedacht hat. :30. Visszaadja, és nyugodtan azt mondja: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Sie gibt sie zurück und sagt ruhig: „Den nehmen wir nicht mit." :31. Jon egyszer bólint, és leteszi a horgászbotot a régi munkapadra az ablak mellé. - Jon nickt einmal und legt die Angel auf die alte Werkbank neben dem Fenster. :32. Aztán röviden egymásra néznek, nem sokáig, de elég sokáig. - Dann schauen sie sich kurz an, nicht lange, aber lang genug. :33. Semmit sem visznek magukkal – sem a naptárt, sem a gumicsizmákat, sem a benzineskannát. - Sie nehmen nichts mit – nicht den Kalender, nicht die Gummistiefel, nicht den Benzinkanister. :34. Ez nem olyan döntés volt, amelyet együtt hoztak meg. - Das war keine Entscheidung, die sie zusammen getroffen haben. :35. Egyszerűen világos volt. - Es war einfach klar. :36. Együtt kimennek, és az esőben állnak, esernyő és kabát nélkül. - Sie gehen zusammen raus und stehen im Regen, ohne Schirm und ohne Jacke. :37. Jonnál van a kis lakat, és bezárja az ajtót. - Jon hat das kleine Vorhängeschloss dabei und schließt die Tür ab. :38. Kari a markában tartja a kulcsot, és a fjordra néz. - Kari hält den Schlüssel in der Faust und schaut auf den Fjord. :39. A víz szürke, és lassan mozog. - Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam. :40. Röviden lendületet vesz, és olyan messzire dobja a kulcsot, amennyire csak tudja. - Sie holt kurz aus und wirft den Schlüssel so weit sie kann. :41. A kulcs átrepül a nedves levegőn, beleesik a vízbe, és halk hangot ad. - Er fliegt durch die nasse Luft, fällt ins Wasser und macht ein leises Geräusch. :42. Egy kis kör képződik a felszínen, és azonnal újra eltűnik. - Ein kleiner Kreis bildet sich auf der Oberfläche und verschwindet sofort wieder. :43. Kari még egy pillanatig nézi, aztán megfordul. - Kari schaut noch einen Moment, dann dreht sie sich um. :44. Odamennek az autóhoz, anélkül hogy még egyszer visszanéznének. - Sie gehen zum Auto, ohne sich noch einmal umzusehen. :45. Jon beül a volán mögé, és szó nélkül beindítja a motort. - Jon setzt sich ans Steuer und startet den Motor ohne etwas zu sagen. :46. Az ablaktörlő nyikorogni kezd, pontosan úgy, mint az odaúton. - Der Scheibenwischer fängt an zu quietschen, genau wie auf der Hinfahrt. :47. Kari az ablaknak dönti a fejét, és becsukja a szemét. - Kari lehnt den Kopf gegen das Fenster und schließt die Augen. :48. Visszafelé mennek, és az eső nem áll el. - Sie fahren zurück, und der Regen hört nicht auf. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső röviddel a városhatár után kezdődik, először halkan veri a szélvédőt. - Der Regen beginnt kurz hinter der Stadtgrenze, erst leise gegen die Windschutzscheibe. :2. Aztán hangosabb lesz, míg az öreg Volvo tetejét úgy szólaltatja meg, mint egy dobot. - Dann wird er lauter, bis er das Dach des alten Volvo wie eine Trommel klingen lässt. :3. Kari vezet, mindkét keze a kormányon. - Kari fährt, beide Hände am Steuer. :4. Tekintete egyenesen az üres országútra szegeződik. - Ihr Blick geht geradeaus auf die leere Landstraße. :5. Jon az anyósülésen ül, könyökét az ajtónak támasztva. - Jon sitzt auf dem Beifahrersitz, den Ellenbogen auf die Tür gestützt. :6. Kifelé néz, mintha a vizes mezők és a szürke fák mondhatnának neki valamit, amit még nem tud. - Er schaut hinaus, als ob die nassen Felder und die grauen Bäume ihm etwas sagen könnten, was er noch nicht weiß. :7. Már majdnem egy órája nem szóltak egy szót sem, de egyiküknek sem hiányoznak a szavak. - Seit fast einer Stunde haben sie kein Wort gesprochen, aber keiner von beiden vermisst die Worte. :8. Az ablaktörlő minden harmadik fordulónál nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht bei jedem dritten Durchgang. :9. Egyenletes, tompa hang ez, amely úgy tapad meg a gondolatokban, mint egy dal, amelytől nem lehet szabadulni. - Es ist ein gleichmäßiges, stumpfes Geräusch, das sich in den Gedanken festsetzt wie ein Lied, das man nicht loswerden kann. :10. Jon résnyire kinyitja az oldalablakot, és beengedi a hideg levegőt. - Jon öffnet das Seitenfenster einen Spalt weit und lässt die kalte Luft hereinströmen. :11. Kari megjegyzés nélkül a leggyorsabb fokozatra fordítja az ablaktörlő kapcsolóját. - Kari dreht ohne Kommentar den Wischerschalter auf die schnellste Stufe. :12. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :13. Ez a mondat még idegenül hangzik a fejükben, mint valami, amit az ember olvasott, de még nem igazán értett meg. - Dieser Satz klingt in ihren Köpfen noch fremd, wie etwas, das man gelesen hat, aber noch nicht wirklich verstanden. :14. Ma semmit sem hoznak vissza. - Heute holen sie nichts zurück. :15. Csak azért jönnek, hogy lezárják. - Sie kommen nur, um abzuschließen. :16. A fészer egy keskeny murvás út végén áll, közvetlenül a fjord partján. - Der Schuppen liegt am Ende eines schmalen Schotterwegs direkt am Ufer des Fjords. :17. Félig rejtve áll három öreg nyírfa mögött, amelyeknek ágai ide-oda csapkodnak a szélben. - Er liegt halb versteckt hinter drei alten Birken, deren Äste im Wind hin und her schlagen. :18. Jon száll ki elsőként, és az ajtóhoz megy. - Jon steigt als erster aus und geht zur Tür. :19. Az ajtó már kívülről nézve is ferdén lóg a zsanérjain. - Die Tür hängt schon von außen schief in den Angeln. :20. Vállával nekifeszül, aztán kétszer erősen belerúg, míg a fa enged. - Er drückt mit der Schulter dagegen, dann tritt er zweimal kräftig dagegen, bis das Holz nachgibt. :21. Az ajtó kitárul, és kienged egy szagot, amely azonnal és figyelmeztetés nélkül ott van. - Die Tür schwenkt auf und gibt einen Geruch frei, der sofort und ohne Vorwarnung da ist. :22. Öreg, nedves fa, motorolaj szaga érződik, és mélyen alatta ott van az apa ismerős dohányszaga. - Es riecht nach altem, feuchtem Holz, Motorenöl, und tief darunter liegt der vertraute Tabakgeruch des Vaters. :23. Kari átlép a küszöbön, és megáll. - Kari tritt über die Schwelle und bleibt stehen. :24. Nem azért áll meg, mert szomorú, hanem mert a testnek néha kell egy pillanat, mielőtt továbbmegy. - Sie bleibt nicht stehen, weil sie traurig ist, sondern weil der Körper manchmal einen Moment braucht, bevor er weitermacht. :25. A falon egy kifakult mentőmellény lóg, hevederei lazák és az öregségtől porladók. - An der Wand hängt eine verblasste Schwimmweste, die Gurte lose und mürbe vor Alter. :26. Alatta két nagy gumicsizma áll, belsejükre rászáradt sár kérgesedett. - Darunter stehen zwei große Gummistiefel, deren Innenseiten mit getrocknetem Schlamm verkrustet sind. :27. Egy keskeny polcon egy 2019-es naptár fekszik, márciusnál kinyitva. - Auf einem schmalen Regal liegt ein Kalender des Jahres 2019, aufgeschlagen auf dem März. :28. Két kis mezőben bejegyzések állnak az apa ismerős, szoros kézírásával. - In zwei der kleinen Felder stehen Einträge in der vertrauten, engen Handschrift des Vaters. :29. Kari nem olvassa el őket. - Kari liest sie nicht. :30. Jon a helyiség közepén áll, kezét a nadrágzsebébe dugva. - Jon steht in der Mitte des Raumes, die Hände in den Hosentaschen. :31. Lassan körülnéz, mintha megpróbálna emlékezni valamire, amit valójában soha nem is tudott. - Er schaut langsam umher, als würde er versuchen, sich an etwas zu erinnern, das er nie wirklich gewusst hat. :32. Az eső egyenletesen dobol a hullámlemez tetőn, és olyan hanggal tölti meg a helyiséget, amely minden mást kisebbé tesz benne. - Der Regen trommelt gleichmäßig auf das Wellblechdach und füllt den Raum mit einem Geräusch, das alles andere darin kleiner macht. :33. A hátsó falon két rozsdás szög van. - An der hinteren Wand hängen zwei verrostete Nägel. :34. Ezekről a szögekről egy horgászbot lóg le, zsinórja többszörösen összegubancolódva, a végén a kis horog barnán és tompán a rozsdától. - Von diesen Nägeln hängt eine Angelrute herab, ihre Schnur mehrfach verwickelt, der kleine Haken am Ende braun und stumpf vor Rost. :35. Jon odalép, és két kézzel leemeli. - Jon tritt heran und nimmt sie mit beiden Händen herunter. :36. Lassan teszi, mintha törékeny volna. - Er tut es langsam, als wäre sie zerbrechlich. :37. Maga elé tartja, és nézi, a horgászbotot, amelyet valószínűleg már gyerekként is ismert. - Er hält sie vor sich und schaut sie an, die Angel, die er wahrscheinlich als Kind schon kannte. :38. Az arca semmit sem mutat, de a keze túl erősen tartja ahhoz képest, hogy közömbös volna. - Sein Gesicht zeigt nichts, aber seine Hände halten sie zu fest für jemanden, der gleichgültig ist. :39. Kari oldalról figyeli, és vár. - Kari beobachtet ihn von der Seite und wartet. :40. Nem tudja, mire is vár tulajdonképpen. - Sie weiß nicht, worauf sie eigentlich wartet. :41. Aztán odamegy hozzá, kiveszi a horgászbotot a kezéből, és egy pillanatig maga tartja. - Dann geht sie zu ihm, nimmt die Angel aus seinen Händen und hält sie einen Moment lang selbst. :42. Érzi a súlyát, amely szinte nincs is, és visszaadja neki. - Sie spürt das Gewicht, das fast keines ist, und gibt sie ihm zurück. :43. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :44. Nyugodtan mondja, kérdés nélkül a hangjában. - Sie sagt es ruhig und ohne Frage in der Stimme. :45. Jon bólint, és leteszi a horgászbotot a kis ablak alatti megviselt munkapadra. - Jon nickt und legt die Angel auf die verwitterte Werkbank unter dem kleinen Fenster. :46. Fél lépést hátralép, mintha ez olyan cselekedet volna, amely jelent valamit. - Er tritt einen halben Schritt zurück, als wäre das eine Handlung, die etwas bedeutet. :47. Semmit sem visznek magukkal ebből a fészerből. - Sie nehmen nichts mit aus diesem Schuppen. :48. Nem viszik el a naptárt, nem a gumicsizmákat, nem a sarokban álló, félig teli benzineskannát, amely semmi meghatározott dolog szagát nem árasztja. - Sie nehmen nicht den Kalender, nicht die Gummistiefel, nicht den halbvollen Benzinkanister mit, der in der Ecke steht und nach nichts Bestimmtem riecht. :49. Nincs olyan pillanat, amelyben ezt a döntést közösen meghoznák. - Es gibt keinen Moment, in dem sie diese Entscheidung gemeinsam treffen. :50. Mégis egyetértenek, anélkül hogy beszélnének róla. - Trotzdem sind sie sich einig, ohne darüber zu sprechen. :51. Kint, a fészer előtt az esőben állnak. - Draußen vor dem Schuppen stehen sie im Regen. :52. Az eső most ferdén esik, és átáztatja a kabátjukat. - Der Regen fällt jetzt schräg und durchnässt ihre Jacken. :53. Jon bezárja a lakatot, és még egyszer megforgatja, hogy biztos legyen benne. - Jon schließt das Vorhängeschloss zu und dreht noch einmal daran, um sicher zu gehen. :54. Aztán csak áll ott, mintha elfelejtette volna, mi következik. - Dann steht er einfach da, als hätte er vergessen, was als nächstes kommt. :55. Kari jobb kezében ott a kulcs. - Kari hat den Schlüssel in der rechten Hand. :56. Egy kicsi, könnyű fémdarab, amely most már semmit sem nyit ki, és semmi mást nem jelent, csak azt, amit ő tenni fog vele. - Er ist ein kleines, leichtes Stück Metall, das jetzt nichts mehr öffnet und nichts mehr bedeutet außer dem, was sie damit tun wird. :57. A fjordra néz. - Sie schaut auf den Fjord. :58. Az eső ezer kis körré változtatja a felszínét. - Der Regen verwandelt seine Oberfläche in tausend kleine Kreise. :59. Aztán lendületet vesz, és széles ívben a part fölé hajítja a kulcsot. - Dann holt sie aus und wirft den Schlüssel in einem weiten Bogen über das Ufer. :60. A kulcs átrepül a nedves levegőn, egyszer megfordul, és rövid, halk csobbanással éri a vizet. - Er fliegt durch die feuchte Luft, dreht sich einmal und trifft das Wasser mit einem kurzen, leisen Platsch. :61. A kialakuló kis kört azonnal elnyelik a többi körök. - Der kleine Kreis, der sich bildet, wird sofort von den anderen Kreisen verschluckt. :62. Kari még két-három másodpercig nézi azt a helyet, aztán megfordul és elindul. - Kari schaut noch zwei, drei Sekunden auf die Stelle, dann dreht sie sich um und geht. :63. Jon követi, anélkül hogy hátranézne. - Jon folgt ihr, ohne sich umzusehen. :64. Egyikük sem mond semmit az autóig vezető úton. - Keiner von beiden sagt etwas auf dem Weg zum Auto. :65. Ezúttal Jon ül a volánhoz. - Jon setzt sich diesmal ans Steuer. :66. Kari a hideg ablaküvegnek támasztja a fejét. - Kari lehnt den Kopf gegen die kalte Fensterscheibe. :67. A motor beindul. - Der Motor springt an. :68. Az ablaktörlő azonnal nyikorogni kezd, ugyanabban az ütemben, mint korábban. - Der Scheibenwischer beginnt sofort zu quietschen, derselbe Takt wie vorher. :69. Az előttük lévő út ugyanolyan üres, mint idefelé jövet. - Die Straße vor ihnen ist genauso leer wie auf der Hinfahrt. :70. Az eső nem áll el. - Der Regen hört nicht auf. :71. Mennek, és mögöttük ott marad a fészer az esőben, bezárva és elhagyatva. - Sie fahren, und hinter ihnen liegt der Schuppen im Regen, abgeschlossen und verlassen. :72. A horgászbot a munkapadon fekszik, a naptár a polcon, a gumicsizmák a földön – minden a helyén, és senki többé, aki eljönne. - Die Angel liegt auf der Werkbank, der Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden – alles an seinem Platz, niemand mehr, der kommt. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Az eső nem sokkal azután ered el, hogy maguk mögött hagyták a város utolsó házait, eleinte közönyös csepergésként a szélvédőn. - Der Regen setzt ein, kurz nachdem sie die letzten Häuser der Stadt hinter sich gelassen haben, zunächst ein gleichgültiges Tröpfeln gegen die Windschutzscheibe. :2. Perceken belül egyenletes dobolássá erősödik, amely minden beszélgetést fölöslegessé tesz, amelyet amúgy sem kezdett volna el senki. - Binnen Minuten steigert es sich zu einem gleichmäßigen Trommeln, das jedes Gespräch überflüssig macht, das ohnehin niemand begonnen hätte. :3. Kari úgy vezet, ahogy mindig vezet – mindkét kezével a kormányon. - Kari fährt, wie sie immer fährt – beide Hände am Steuer. :4. Tekintete az útra szegeződik, mintha az összpontosítás valamiféle védelem volna az ellen, amit nem lehet elhalasztani. - Ihr Blick ist auf die Straße gerichtet, als wäre Konzentration eine Form von Schutz vor dem, was man nicht aufschieben kann. :5. Jon kissé hátrébb tolta az ülését, és fejét enyhén oldalra fordította. - Jon hat seinen Sitz ein Stück nach hinten geschoben und den Kopf leicht zur Seite gewandt. :6. Tekintete a tájra irányul, amely az esőben elveszíti a színeit és szürkévé válik, egységessé és tágassá, mintha a világ úgy döntött volna, hogy ezen a napon semmit sem gondol hozzá. - Sein Blick ist auf die Landschaft gerichtet, die im Regen ihre Farben verliert und grau wird, einheitlich und weit, als hätte die Welt beschlossen, sich für diesen Tag nichts dabei zu denken. :7. Az ablaktörlő olyan ritmusban dolgozik, amely nem egészen egyezik az esővel. - Der Scheibenwischer arbeitet in einem Rhythmus, der nicht ganz mit dem Regen übereinstimmt. :8. Minden harmadik húzásnál a gumi rövid, magas nyikkanást ad ki, amely rövid idő után a tudat hátterébe húzódik, anélkül hogy eltűnne. - Bei jedem dritten Durchgang gibt das Gummi ein kurzes, hohes Quietschen von sich, das sich nach kurzer Zeit in den Hintergrund des Bewusstseins schiebt, ohne zu verschwinden. :9. Jon résnyire kinyitja az ablakot, nem szélesre, de éppen eléggé ahhoz, hogy a hideg, nedves levegő vékony áramlatot küldjön az autó belsejébe. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt, nicht weit, aber genug, dass die kalte, feuchte Luft einen dünnen Strom ins Wageninnere schickt. :10. Kari gyors fokozatra állítja az ablaktörlőt, anélkül hogy levenné tekintetét az útról, és anélkül hogy bármit mondana hozzá. - Kari stellt den Wischer auf schnell, ohne den Blick von der Straße zu nehmen und ohne etwas dazu zu sagen. :11. Az apjuk három héttel ezelőtt meghalt, és ennek a mondatnak még mindig megvan az a különös minősége, amely azoké a dolgoké, amelyek igazak, anélkül hogy igaznak érződnének. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, und dieser Satz hat noch immer jene seltsame Qualität von Dingen, die wahr sind, ohne sich wahr anzufühlen. :12. Valahol rajtuk kívül létezik, pontosan és megváltoztathatatlanul, és arra vár, hogy egyszer majd valóban elérjék. - Er existiert irgendwo außerhalb von ihnen, präzise und unveränderlich, und wartet darauf, dass sie ihn irgendwann wirklich erreichen. :13. Kari az utóbbi években az anyját ápolta, és ritkábban látogatta az apját, mint kellett volna. - Kari hat in den letzten Jahren die Mutter gepflegt und den Vater seltener besucht, als sie sollte. :14. Ez a tény úgy fekszik benne, mint egy kicsi, kemény kő, amelyet sem eldobni, sem figyelmen kívül hagyni nem lehet. - Diese Tatsache liegt in ihr wie ein kleiner, harter Stein, den man weder wegwerfen noch ignorieren kann. :15. Jon egy évtizede Bergenben él, évente kétszer jön, gyakrabban telefonál, mint ahányszor hazajön. - Jon ist seit einem Jahrzehnt in Bergen, kommt zweimal im Jahr, ruft öfter an als er kommt. :16. Ma jön ide utoljára – ezt már akkor megmondta magának, mielőtt felszállt volna a vonatra. - Heute ist das letzte Mal, dass er hierher fährt – das hat er sich selbst bereits gesagt, noch bevor er in den Zug gestiegen ist. :17. A kavicsos út, amely a fészerhez vezet, az esőtől felázott, és tele van pocsolyákkal, amelyek szélesebbek, mint nyáron volnának. - Der Schotterweg, der zum Schuppen führt, ist vom Regen aufgeweicht und voller Pfützen, die breiter sind, als sie es im Sommer wären. :18. Kari lassan vezet, hogy kímélje az autót. - Kari fährt langsam, um das Auto zu schonen. :19. A fészer egy kanyar mögött bukkan fel, félig elrejtve a nedves nyírfák mögött, a külső falak mállottak és foltosak, a hullámlemez tető sötét a nedvességtől és az időtől. - Der Schuppen taucht hinter einer Biegung auf, halb hinter den nassen Birken versteckt, die Außenwände verwittert und fleckig, das Wellblechdach dunkel vor Feuchtigkeit und Alter. :20. Úgy néz ki, ahogy mindig is kinézett – mintha az idő itt nem erő volna, hanem csupán állapot. - Er sieht aus, wie er immer ausgesehen hat – als wäre Zeit hier keine Kraft, sondern nur ein Zustand. :21. Jon kiszáll, mielőtt Kari leállította volna a motort, az ajtóhoz megy, és nekiveti a vállát. - Jon steigt aus, bevor Kari den Motor abgestellt hat, geht zur Tür und legt die Schulter dagegen. :22. Az ajtó nem enged azonnal; beleszorult a nedves keretbe, mint valami, amit nem akarnak kinyitni, és csak a második rúgás után tárul ki nyikorogva. - Die Tür gibt nicht sofort nach; sie klemmt im feuchten Rahmen wie etwas, das nicht aufgemacht werden möchte, und erst nach dem zweiten Tritt mit dem Fuß schwenkt sie knarrend auf. :23. A szag előjel és kímélet nélkül érkezik – nedves, öreg fa, motorolaj, dohány, annak a helynek az összetéveszthetetlen szaga, amelyet valaki sokáig használt, és amelyet most már elhasználtak. - Der Geruch kommt ohne Vorwarnung und ohne Rücksicht – feuchtes, altes Holz, Motorenöl, Tabak, jener unverwechselbare Geruch eines Ortes, den jemand lange benutzt hat und der nun benutzt wurde. :24. Kari az ajtónyílásban áll, és egy lélegzetvételnyi ideig megáll, nem érzelgősségből, hanem mert az agynak néha kell egy másodperc, hogy eldöntse, hogyan bánjon valamivel. - Kari steht in der Türöffnung und hält einen Atemzug lang inne, nicht aus Sentimentalität, sondern weil das Gehirn manchmal eine Sekunde braucht, um zu entscheiden, wie es mit etwas umgeht. :25. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amelynek narancsszínét kifakította a fény és az évek, a hevederek petyhüdtek és porhanyósak, mintha már csak megszokásból tartanák össze magukat. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, deren Orange das Licht und die Jahre ausgewaschen haben, die Gurte schlaff und mürbe, als würden sie nur noch aus Gewohnheit zusammenhalten. :26. Alatta két 45-ös méretű gumicsizma áll, száradt sár rétegével kibélelve, mintha valaki az utolsó kirándulás után egyszerűen odatette volna őket, és elfelejtette volna, hogy lesznek még más kirándulások is – amelyek aztán persze már nem voltak. - Darunter stehen zwei Gummistiefel der Größe 45, die mit einer Schicht getrockneten Schlamms ausgekleidet sind, als hätte jemand sie nach dem letzten Ausflug einfach hingestellt und vergessen, dass es noch andere Ausflüge geben würde – was es dann ja auch nicht mehr gab. :27. Egy keskeny polcon, amelyet egyetlen szög tart, és amely enyhén előre lejt, egy 2019-es falinaptár fekszik, március hónapnál kinyitva. - Auf einem schmalen Regal, das mit einem einzigen Nagel befestigt ist und leicht nach vorne neigt, liegt ein Wandkalender von 2019, aufgeschlagen auf dem Monat März. :28. Ott két bejegyzés áll apró, szögletes írással, amelyeket Kari úgy olvas el, hogy nem olvas, mielőtt továbbengedi a tekintetét. - Dort stehen zwei Einträge in kleiner, eckiger Schrift, die Kari liest, ohne zu lesen, bevor sie den Blick weiterwandern lässt. :29. Jon a fészer közepén áll, és lassan megfordul a saját tengelye körül, mintha leltárt készítene egy olyan tulajdonról, amelyhez soha nem figyelt oda igazán. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um die eigene Achse, als würde er Inventur machen von einem Besitz, dem er nie wirklich zugehört hat. :30. Az eső a tetőn olyan egyenletes és hangos, hogy teljesen kitölti a teret, és minden mást benne – a csendet, a gondolatokat, az apa hiányát – kisebbnek láttat. - Der Regen auf dem Dach ist so gleichmäßig und laut, dass er den Raum vollständig ausfüllt und alles andere darin – die Stille, die Gedanken, die Abwesenheit des Vaters – kleiner wirken lässt. :31. A horgászbot két régi szögön lóg a hátsó falon. - Die Angel hängt an zwei alten Nägeln an der hinteren Wand. :32. Szinte észrevétlenül lóg az árnyékok és a gyenge fény között, amely az egyetlen kis ablakon esik be, amely soha nem volt tiszta. - Sie hängt fast unauffällig zwischen Schatten und dem schwachen Licht, das durch das einzige kleine Fenster fällt, das nie sauber war. :33. Jon veszi észre először, odalép hozzá, és mindkét kezével leveszi a szögekről. - Jon sieht sie zuerst, tritt heran und nimmt sie mit beiden Händen von den Nägeln. :34. Lassan és megfontoltan teszi, úgy, ahogy az ember olyan dolgokhoz ér, amelyeknél nem biztos benne, mit váltanak ki. - Er tut es langsam und bedächtig, so wie man Dinge anfasst, bei denen man nicht sicher ist, was sie auslösen. :35. A zsinór többszörösen önmaga köré van tekerve, a végén lévő horog rozsdával fedett, a nyél jól fogható és elkopott azokon a helyeken, ahol egy kéz éveken át tartotta. - Die Schnur ist mehrfach um sich selbst gewickelt, der Haken am Ende mit Rost überzogen, der Griff griffig und abgewetzt an den Stellen, an denen eine Hand ihn über Jahre gehalten hat. :36. Ugyanaz a kéz, amelynek szaga még valahol ebben a térben függ, láthatatlanul és makacsul. - Es ist dieselbe Hand, deren Geruch noch irgendwo in diesem Raum hängt, unsichtbar und hartnäckig. :37. Jon maga elé tartja a horgászbotot, és nézi, elég hosszan ahhoz, hogy Kari felfigyeljen rá, aki addig a munkapad mellett állt, és semmi különöset nem tett. - Jon hält die Angel vor sich und schaut sie an, lange genug, dass Kari aufmerksam wird, die bis dahin neben der Werkbank gestanden und nichts besonderes getan hat. :38. Odamegy hozzá gondolkodás nélkül, kiveszi a horgászbotot a kezéből, egy pillanatig tartja, érzi a szinte súlytalan súlyt a tenyerében, majd visszaadja, mert semmi mást nem tud és nem is akar kezdeni vele. - Sie geht zu ihm, ohne nachzudenken, nimmt die Angel aus seinen Händen, hält sie einen Moment, spürt das fast gewichtslose Gewicht in den Handflächen und gibt sie zurück, weil sie nichts anderes mit ihr anfangen kann und will. :39. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :40. Nem úgy hangzik, mint egy döntés, hanem mint valaminek a kimondása, ami már régen eldőlt. - Es klingt nicht wie eine Entscheidung, sondern wie das Aussprechen von etwas, das bereits vor langer Zeit entschieden wurde. :41. Jon a horgászbotot a munkapadra teszi, és hátralép. - Jon legt die Angel auf die Werkbank und tritt zurück. :42. Egyikük sem néz rá még egyszer. - Keiner von beiden schaut sie noch einmal an. :43. Úgy hagyják el a fészert, ahogy találták – semmit nem vettek ki, semmit nem változtattak meg, a naptár a polcon, a gumicsizmák a padlón, a benzineskanna a sarokban. - Sie verlassen den Schuppen so, wie sie ihn vorgefunden haben – nichts entnommen, nichts verändert, der Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden, der Benzinkanister in der Ecke. :44. Minden azon a helyen van, ahová valaki tette, aki már nem jön vissza, és aki talán már akkor is tudta, hogy nem a visszatérés számít. - Alles ist an dem Platz, an den es gestellt wurde von jemandem, der nicht mehr zurückkommt und der vielleicht auch damals schon gewusst hat, dass es auf das Wiederkommen nicht ankommt. :45. Odakint, a fészer előtt ferdén és hidegen esik az eső, és ők ott állnak benne, esernyő nélkül, sietség nélkül. - Draußen vor dem Schuppen fällt der Regen schräg und kalt, und sie stehen darin, ohne Schirm, ohne Eile. :46. Mintha nem volna értelme védekezni valami ellen, ami úgyis mindenütt van, és ezen a napon úgyis mindenhova velük tart. - Es ist, als hätte es keinen Sinn, sich gegen etwas zu schützen, das ohnehin überall ist und ohnehin an diesem Tag überallhin mitkommt. :47. Jon becsukja a lakatot, egy rövid rántással ellenőrzi, aztán elengedi. - Jon schließt das Vorhängeschloss, prüft es mit einem kurzen Ruck und lässt es dann los. :48. Kari már a kezében tartja a kulcsot, egy kicsi, könnyű, teljesen értelmetlenné vált fémdarabot, amelyet egy pillanatig néz, mintha mérlegelné, van-e egyáltalán mit mérlegelni, mielőtt széles, majdnem hanyag ívben a part fölött a fjordba dobja. - Kari hat den Schlüssel bereits in der Hand, ein kleines, leichtes, vollkommen sinnlos gewordenes Stück Metall, das sie einen Moment lang anschaut, als würde sie erwägen, ob es etwas zu überlegen gibt, bevor sie ihn in einem weiten, fast lässigen Bogen über das Ufer in den Fjord wirft. :49. Kétszer megfordul a levegőben, és olyan hanggal találja el a vizet, amelyet alig lehet hallani. - Er dreht sich zweimal in der Luft und trifft das Wasser mit einem Laut, der kaum zu hören ist. :50. A kis kör, amely a felszínen kialakul, azonnal elnyelődik az eső köreiben, és eltűnik, mintha soha nem is alakult volna ki, ami bizonyos értelemben így is van. - Der kleine Kreis, der sich auf der Oberfläche bildet, wird sofort von den Kreisen des Regens aufgesogen und verschwindet, als hätte er sich nie gebildet, was er, in gewissem Sinne, auch nicht hat. :51. Kari megfordul, anélkül hogy megjelölné a helyet. - Kari dreht sich um, ohne die Stelle zu markieren. :52. Azt sem jegyzi meg, milyen messzire repült. - Sie merkt sich auch nicht, wie weit er geflogen ist. :53. Az autóhoz mennek, ezúttal Jon veszi át a kormányt, és közben nem mond semmit. - Sie gehen zum Auto, Jon übernimmt diesmal das Steuer und sagt dabei nichts. :54. Kari a halántékát az utasoldali ablak hideg üvegének támasztja, és félig lehunyja a szemét. - Kari lehnt die Schläfe gegen das kalte Glas der Beifahrerscheibe und schließt die Augen halb. :55. A motor beindul, az ablaktörlő újra munkához lát. - Der Motor springt an, der Scheibenwischer nimmt seine Arbeit wieder auf. :56. Ugyanaz a nyikkanás, ugyanaz a kissé eltolódott ritmus, mintha az odaút soha nem szakadt volna meg. - Es ist dasselbe Quietschen, derselbe leicht verschobene Rhythmus, als wäre die Hinfahrt nie unterbrochen worden. :57. Az út üres, az eső változatlan, és mögöttük a fészer lezárva és érintetlenül fekszik a nyírfák nedves félhomályában. - Die Straße ist leer, der Regen unverändert, und hinter ihnen liegt der Schuppen abgeschlossen und unberührt im nassen Halbdunkel der Birken. :58. A horgászbot a munkapadon fekszik, a naptár a polcon, nyitva egy hónapnál, amelyet senki sem fog többé átlapozni. - Die Angel liegt auf der Werkbank, der Kalender auf dem Regal, offen auf einem Monat, den niemand mehr umblättern wird. :59. Mennek tovább, és egyikük sem mondja ki, mi volt ez a nap. - Sie fahren, und keiner von beiden sagt, was dieser Tag gewesen ist. :60. Vannak dolgok, amelyeknek nincs szükségük szóra ahhoz, hogy megmaradjanak. - Manche Dinge brauchen kein Wort, um zu bleiben. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső még azelőtt ered el, hogy a várost valóban maguk mögött hagyták volna, eleinte puszta csepergésként a szélvédőn, amelyet az ember figyelmen kívül hagyhatna, ha akarna. - Der Regen setzt ein, noch bevor sie die Stadt wirklich hinter sich gelassen haben, zunächst als bloßes Tröpfeln gegen die Windschutzscheibe, das man ignorieren könnte, wenn man wollte. :2. Néhány percen belül azzá az egyenletes, súlyos dobolássá sűrűsödik, amely teljesen birtokba veszi a régi Volvo belső terét, és a beszélgetés minden formáját nem megakadályozza ugyan, de fölöslegessé teszi – ami ebben az esetben ugyanarra megy ki. - Binnen weniger Minuten verdichtet es sich zu jenem gleichmäßigen, schweren Trommeln, das den Innenraum des alten Volvo vollständig in Beschlag nimmt und jede Form von Gespräch nicht verhindert, aber überflüssig macht – was, in diesem Fall, auf dasselbe hinausläuft. :3. Kari úgy vezet, ahogy mindig vezet, amikor valami nincs rendben: két kézzel a kormányon, hátát kissé előredöntve. - Kari fährt, wie sie immer fährt, wenn etwas nicht stimmt: beide Hände am Steuer, der Rücken leicht nach vorne geneigt. :4. Tekintete olyan intenzitással szegeződik az útra, amely inkább menekülésnek látszik, mint összpontosításnak, bár a kettő közötti határ, ha az ember őszinte, amúgy is elmosódik. - Ihr Blick ist auf die Straße gerichtet mit einer Intensität, die mehr nach Flucht aussieht als nach Konzentration, obwohl die Grenze zwischen beidem, wenn man ehrlich ist, ohnehin fließend ist. :5. Jon hátratolta az ülését, és fejét a fejtámlának vetette, nem aludt, de nem is volt igazán ébren abban az értelemben, hogy jelen lett volna. - Jon hat seinen Sitz zurückgeschoben und den Kopf gegen die Kopfstütze gelegt, nicht schlafend, aber auch nicht wirklich wach im Sinne von anwesend. :6. Tekintete a kinti tájra irányul, amely úgy húz el mellettük, mint valami, amit az ember már ismer, és ezért már nem is lát igazán – nedves mezők, szürke nyírfák, az ég olyan alacsonyan és egyformán, mintha elhatározta volna, hogy ezen a napon nem tesz különösebb erőfeszítést. - Sein Blick ist auf die Landschaft gerichtet, die draußen vorbeizieht wie etwas, das man schon kennt und deshalb nicht mehr wirklich sieht – nasse Felder, graue Birken, der Himmel so niedrig und gleichförmig, als hätte er beschlossen, sich an diesem Tag keine besondere Mühe zu geben. :7. Az ablaktörlő olyan ritmusban dolgozik, amely minimálisan eltolódik az eső ritmusához képest, és ez azt a sajátos befejezetlenségérzetet kelti, amely valahol az észlelés és az ideg között telepszik meg, anélkül, hogy valaha is valódi zavarrá nőné ki magát. - Der Scheibenwischer arbeitet in einem Rhythmus, der minimal versetzt ist zum Rhythmus des Regens, und das erzeugt jenes eigentümliche Gefühl von Unvollständigkeit, das sich irgendwo zwischen Wahrnehmung und Nerv einquartiert, ohne sich jemals zu einer echten Störung auszuwachsen. :8. Minden harmadik törlésnél a gumi rövid, magas nyikorgó hangot ad ki, amelyet Kari már rég nem hall, Jon pedig egyfajta tompa közönnyel vesz tudomásul, mintha valaki más életének egyik részlete volna. - Bei jedem dritten Durchgang gibt das Gummi ein kurzes, hohes Quietschen von sich, das Kari längst nicht mehr hört und das Jon mit einer Art stumpfer Gleichgültigkeit registriert, als wäre es ein Detail aus dem Leben eines anderen. :9. Amikor résnyire leengedi az ablakot, és beengedi a hideg vidéki levegőt, Kari anélkül, hogy ránézne vagy bármit mondana, a leggyorsabb fokozatra állítja az ablaktörlő kapcsolóját. - Als er das Fenster einen Spalt öffnet und die kalte Landluft hereinkommen lässt, dreht Kari den Wischerschalter auf die schnellste Stufe, ohne ihn anzuschauen, ohne etwas zu sagen. :10. Ebben, mint sok apró cselekvésben olyan testvérek között, akik ismerik egymást anélkül, hogy igazán ismernék egymást, egy egész történet rejlik közösen lakott gyermekkori évekről és a felnőtté válás lassú, feltartóztathatatlan sodródásáról, amely mindenkit a maga irányába hajt. - Darin steckt, wie in vielen kleinen Handlungen zwischen Geschwistern, die sich kennen, ohne sich wirklich zu kennen, eine ganze Geschichte über gemeinsam bewohnte Kindheitsjahre und die langsame, unaufhaltsame Drift der Erwachsenenwerdung, die jeden in eine eigene Richtung treibt. :11. Apjuk három hete halt meg, és ennek a mondatnak még mindig megvan az a zavarba ejtő minősége, hogy egyszerre közvetlen és valószerűtlen, amilyen minden végleges tény, mielőtt az ember valóban kapcsolatba kerül vele. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, und dieser Satz hat noch immer jene verwirrende Qualität des Unmittelbaren und gleichzeitig Unwirklichen, die alle definitiven Tatsachen haben, bevor man wirklich mit ihnen in Berührung gekommen ist. :12. A mondat létezik, pontosan és lezártan, valahol kettejükön kívül, és vár annak türelmével, ami megengedheti magának, hogy várjon. - Der Satz existiert, präzise und abgeschlossen, irgendwo außerhalb von beiden, und wartet mit der Geduld von etwas, das es sich leisten kann zu warten. :13. Kari az elmúlt három évben elkísérte az anyját annak hosszú haldoklásán keresztül, és közben ritkábban látogatta az apját, mint szerette volna. - Kari hat in den letzten drei Jahren die Mutter durch deren langes Sterben begleitet und den Vater dabei seltener besucht, als sie wollte. :14. Ez a hiány nem bűntudatként él benne, hanem tompa, alig lokalizálható fájdalomként, amelyet nem lehet megnevezni, és talán éppen ezért nem is oldódik fel. - Diese Lücke liegt in ihr nicht als Schuldgefühl, sondern als ein stumpfer, kaum lokalisierbarer Schmerz, der sich nicht benennen lässt und sich vielleicht auch deshalb nicht auflöst. :15. Jon egy évtizede Bergenben él, évente kétszer jön haza egy hosszú hétvégére, és éveken át próbálta a távolságot rendszerességgel ellensúlyozni. - Jon ist seit einem Jahrzehnt in Bergen, kommt zweimal im Jahr für ein langes Wochenende und hat über Jahre hinweg versucht, die Distanz durch Regelmäßigkeit zu kompensieren. :16. Mélyen belül tudja, hogy ez nem működött, és talán nem is működhet, mert bizonyos dolgoknál nincs értelmes megfelelés gyakoriság és közelség között. - Er weiß tief in sich, dass das nicht funktioniert hat und vielleicht auch nicht funktionieren kann, weil es bei manchen Dingen keine sinnvolle Entsprechung zwischen Häufigkeit und Nähe gibt. :17. Ma van az utolsó alkalom, ezt már az idefelé tartó vonatúton megmondta magának. - Heute ist das letzte Mal, das hat er sich bereits auf der Bahnfahrt hierher gesagt. :18. Annak a csendes eltökéltségével mondta ezt magának, aki olyan döntést hoz, amelyet nem akar visszavonni, még mielőtt megadhatná magának erre az alkalmat. - Er hat es sich mit der stillen Bestimmtheit von jemandem gesagt, der eine Entscheidung trifft, die er nicht rückgängig machen will, bevor er sich die Gelegenheit dazu nehmen kann. :19. A kavicsos út a fészerhez az állandó esőtől felázott, a pocsolyák olyan szélesek és zavarosak, hogy Kari lépésben vezet. - Der Schotterweg zum Schuppen ist vom anhaltenden Regen aufgeweicht, die Pfützen so breit und trüb, dass Kari im Schritttempo fährt. :20. A Volvo minden egyenetlenségnél halkan nyög, mintha neki is volna véleménye minderről, amelyet azonban megtart magának. - Der Volvo stöhnt bei jeder Unebenheit leise, als hätte auch er eine Meinung zu alledem, die er allerdings für sich behält. :21. A fészer egy enyhe kanyar mögött bukkan fel, félig elrejtve három öreg nyírfa mögött, amelyeknek törzse feketén fénylik a nedvességtől, ágaik pedig úgy csapkodnak a szélben, mint valami, ami nem tud megnyugodni. - Der Schuppen taucht hinter einer sanften Biegung auf, halb verborgen hinter drei alten Birken, deren Stämme schwarz vor Nässe glänzen und deren Äste im Wind schlagen wie etwas, das sich nicht beruhigen kann. :22. A hullámlemez tető sötét és foltos, a fa homlokzat pedig az előrehaladott mállásnak abban az állapotában van, amelyet már nem pusztulásnak kell nevezni, hanem olyan dolgok természetes halmazállapotának, amelyek régóta senkit sem érdekelnek. - Das Wellblechdach ist dunkel und gefleckt, die Holzfassade in jenem Zustand fortgeschrittener Verwitterung, der nicht mehr als Verfall zu bezeichnen ist, sondern als der natürliche Aggregatzustand von Dingen, die seit Langem niemanden mehr interessieren. :23. Jon még azelőtt kiszáll, hogy a motort leállították volna, Kari pedig hallja, ahogy belerúg az ajtóba – egyszer, kétszer. - Jon steigt aus, noch bevor der Motor abgestellt ist, und Kari hört ihn gegen die Tür treten – einmal, zweimal. :24. Aztán az öreg fa nyikorgó, vonakodó kinyílása jelzi neki, hogy az ellenállást leküzdötték, ideiglenesen és erőszakkal, mint oly sok mindent ebben a családban. - Dann signalisiert ihr das knarrende, widerstrebende Aufgehen des alten Holzes, dass der Widerstand überwunden ist, vorläufig und mit Gewalt, wie so vieles in dieser Familie. :25. A belülről áradó szag nem metafora és nem emlék, mielőtt aztán mégis azzá válik: nedves, kemény fa, motorok régi olaja, amelyeken már régóta nem dolgozott senki. - Der Geruch, der aus dem Inneren kommt, ist keine Metapher und keine Erinnerung, bevor er es dann doch ist: feuchtes, hartes Holz, das alte Öl von Motoren, an denen schon lange niemand mehr gearbeitet hat. :26. Mélyen alatta, kitartóan és eltörölhetetlenül, mint kommentár minden máshoz, ott van az apa ismerős dohányszaga, amely beette magát a fa pórusaiba, és ott is marad majd, sokkal az utolsó látogatás után, sokkal az utolsó lélegzet után. - Tief darunter liegt, beharrlich und unverwischbar wie ein Kommentar zu allem anderen, der vertraute Tabakgeruch des Vaters, der sich in die Poren des Holzes gefressen hat und dort bleiben wird, lange nach dem letzten Besuch, lange nach dem letzten Atemzug. :27. Kari átlép a küszöbön, és megáll, nem sokáig, de egy olyan pillanatra, amely észreveteti magát. - Kari tritt über die Schwelle und hält inne, nicht lange, aber einen Moment, der sich bemerkbar macht. :28. A testnek néha szüksége van valamiféle zsilipre aközött, ami odakint van, és aközött, ami odabent vár. - Der Körper braucht manchmal eine Art Schleuse zwischen dem, was draußen ist, und dem, was drinnen wartet. :29. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amelynek narancsszínét több évtized fénye halvány, mentegetőző sárgává fakította, a hevederek ernyedtek és porhanyósak, mintha csak azért tartanának még össze, mert nincs senki, aki szétszedné őket. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, deren Orange das Licht mehrerer Jahrzehnte zu einem blassen, entschuldigenden Gelbton ausgebleicht hat, die Gurte schlaff und mürbe, als hielten sie nur noch zusammen, weil es niemanden gibt, der sie auseinandernehmen würde. :30. Alatta két 45-ös gumicsizma áll, kiszáradt sár rétegével bélelve, amely annak az utolsó útszakasznak a negatívját rajzolja ki, amelyet valaki bennük megtett, valahol, valamikor, egy világban, amely most már nem érhető el. - Darunter stehen zwei Gummistiefel der Größe 45, ausgekleidet mit einer Schicht getrockneten Schlamms, die das Negativ der letzten Wegstrecke abbildet, die jemand in ihnen zurückgelegt hat, irgendwo, irgendwann, in einer Welt, die jetzt nicht mehr erreichbar ist. :31. Egy polcon, amely kissé előredől, és évek óta vár egy javításra, amelyet már senki sem fog elvégezni, egy 2019-es falinaptár fekszik, márciusnál kinyitva. - Auf einem Regal, das leicht nach vorne geneigt ist und seit Jahren auf eine Reparatur wartet, die niemand mehr vornehmen wird, liegt ein Wandkalender von 2019, aufgeschlagen auf dem März. :32. Ott két bejegyzés áll az apa szűk, szögletes kézírásával, amelyet Kari úgy olvas, hogy nem olvassa, és amelyek röviden felvillannak benne, mint valami, amit felismert az ember, majd azonnal újra eltűnnek. - Dort stehen zwei Einträge in der engen, eckigen Handschrift des Vaters, die Kari liest, ohne sie zu lesen, die kurz in ihr aufleuchten wie etwas, das man erkannt hat, und sofort wieder verschwinden. :33. Jon a fészer közepén áll, és nem mozdul, csak lassan forgatja a fejét, mintha megpróbálna emlékezni valamire, amit soha nem tudott, vagy talán soha nem is akart tudni. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und bewegt sich nicht, dreht nur langsam den Kopf, als würde er versuchen, sich an etwas zu erinnern, das er nie gewusst hat oder vielleicht nie wissen wollte. :34. Az eső a hullámlemez tetőn olyan kitartó és egyenletes, hogy kevésbé érződik hangnak, mint inkább a világ olyan állapotának, amely elől nem lehet kitérni, és amely ellen értelmetlen volna harcolni. - Der Regen auf dem Wellblechdach ist so anhaltend und gleichmäßig, dass er sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie ein Zustand der Welt, dem man sich nicht entziehen kann und gegen den zu kämpfen sinnlos wäre. :35. A horgászbot a hátsó falon lóg két rozsdás szögen, szinte mellékesen, szinte úgy, mint valami, amit a helyiség berendezésekor elfelejtettek, és később már nem tettek el. - Die Angel hängt an zwei verrosteten Nägeln an der hinteren Wand, fast beiläufig, fast wie etwas, das man bei der Einrichtung des Raumes vergessen hat und später nicht mehr weggeräumt hat. :36. A hely, amelyet elfoglalt, már hozzá tartozott. - Der Ort, den sie eingenommen hatte, gehörte bereits ihr. :37. Jon meglátja, és felé indul annak lassú határozottságával, aki nem tudja, mit fog tenni, ha odaér. - Jon sieht sie und geht auf sie zu mit der langsamen Bestimmtheit von jemandem, der nicht weiß, was er tun wird, wenn er angekommen ist. :38. Mégis szükségesnek tartja, hogy odamenjen. - Er hält es dennoch für notwendig hinzugehen. :39. Két kézzel veszi le a szögekről, óvatosan és sietség nélkül. - Er nimmt sie mit beiden Händen von den Nägeln, behutsam und ohne Eile. :40. Maga elé tartja olyan távolságban, amely sem közeli, sem távoli, és amely a horgászbotot valamiféle lebegésbe helyezi aközött, ami, és aközött, amit ebben a pillanatban jelent, vagy jelenthetne. - Er hält sie vor sich in einem Abstand, der weder nah noch fern ist und der die Angel in eine Art Schwebe versetzt zwischen dem, was sie ist, und dem, was sie in diesem Moment bedeutet oder bedeuten könnte. :41. A zsinór többszörösen önmaga köré tekeredett, a horog barna a rozsdától, a markolat két helyen simára és kopottra dörzsölődött ott, ahol egy kéz sok éven át tartotta. - Die Schnur ist mehrfach um sich selbst gewickelt, der Haken braun vor Rost, der Griff an zwei Stellen blank und abgewetzt, dort, wo eine Hand ihn über viele Jahre gehalten hat. :42. Nem az ő keze volt, de olyan kéz, amelyet ismert, amelynek gesztusait ismerte, anélkül, hogy valaha is egészen megértette volna, mi rejlett e gesztusok mögött. - Es war nicht seine Hand, aber eine Hand, die er kannte, deren Gesten er kannte, ohne je ganz verstanden zu haben, was sich hinter diesen Gesten verbarg. :43. Kari oldalról figyeli őt, mozdulatlanul. - Kari beobachtet ihn von der Seite, ohne sich zu bewegen. :44. Ebben a figyelésben nincs együttérzés és nincs távolság, hanem valami a kettő között, aminek nincs neve, és talán éppen ezért ez a legőszintébb, amit ebben a helyiségben egymásért fel tudnak mutatni. - In dieser Beobachtung liegt kein Mitgefühl und keine Distanz, sondern etwas dazwischen, das keinen Namen hat und vielleicht deshalb das Ehrlichste ist, was sie in diesem Raum füreinander aufbringen können. :45. Végül odamegy hozzá, kérdezés nélkül kiveszi a kezéből a horgászbotot, és maga tartja egy darabig. - Sie geht schließlich zu ihm, nimmt ihm die Angel aus den Händen, ohne zu fragen, und hält sie selbst einen Moment lang. :46. Tenyerében érzi a szinte súlytalan súlyt, egy olyan tárgy súlyát, amelynek jelentése nehezebb, mint az anyaga, aztán visszaadja, mert semmi mást nem tud kezdeni vele, és nem is akar semmi mást. - Sie spürt das fast gewichtslose Gewicht in den Handflächen, das Gewicht eines Gegenstands, dessen Bedeutung schwerer ist als seine Substanz, und gibt sie dann zurück, weil sie nichts anderes damit anfangen kann und auch nichts anderes will. :47. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :48. Ez sem döntésnek, sem javaslatnak nem hangzik, hanem valami nyugodt kimondásának, ami már régen eldőlt, mielőtt beléptek volna a fészerbe, talán még mielőtt egyáltalán ideindultak volna. - Es klingt weder wie eine Entscheidung noch wie ein Vorschlag, sondern wie das ruhige Aussprechen von etwas, das längst feststand, bevor sie den Schuppen betreten haben, möglicherweise bevor sie überhaupt hergefahren sind. :49. Jon a kis ablak alatti mállott munkapadra teszi a horgászbotot, és egy lépést hátralép. - Jon legt die Angel auf die verwitterte Werkbank unter dem kleinen Fenster und tritt einen Schritt zurück. :50. Ezután egyikük sem néz rá még egyszer, ahogy az ember már nem néz rá olyan dolgokra, amelyekről olyan döntést hozott, amelyet nem akar megbánni. - Keiner von beiden sieht sie danach noch einmal an, so wie man Dinge nicht mehr ansieht, über die man eine Entscheidung getroffen hat, die man nicht bereuen will. :51. Úgy hagyják el a fészert, hogy semmit nem visznek magukkal és semmit nem változtatnak meg: a naptár a polcon, a gumicsizma a földön, a benzineskanna a sarokban, a mentőmellény a falon marad. - Sie verlassen den Schuppen ohne etwas mitzunehmen und ohne etwas zu verändern, den Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden, den Benzinkanister in der Ecke, die Schwimmweste an der Wand. :52. Minden azon a helyen áll, ahová valaki tette, aki e dolgok elhelyezésekor talán már sejtette, hogy nem fog visszatérni, és ezt a sejtést talán nem szomorúságként élte meg, hanem valamiféle csendes megegyezésként azzal, ami elkerülhetetlen. - Alles steht an dem Platz, an den es gestellt wurde von jemandem, der beim Stellen dieser Dinge vielleicht schon ahnte, dass er nicht zurückkommen würde, und der diese Ahnung vielleicht nicht als Traurigkeit empfunden hat, sondern als eine Art stiller Übereinkunft mit dem, was unvermeidlich ist. :53. Odakint, a fészer előtt az eső ferdén és gyengülés nélkül zuhog rájuk, ők pedig benne állnak, nem menedéket keresve, és nem is közönyösen vele szemben, hanem egyszerűen benne. - Draußen vor dem Schuppen fällt der Regen schräg und ohne Abschwächung auf sie herab, und sie stehen darin, weder suchend nach Schutz noch gleichgültig dagegen, sondern einfach darin. :54. Úgy állnak benne, ahogy az ember valamiben áll, ami nagyobb nála, és amit ezért békén hagy. - Sie stehen darin, wie man in etwas steht, das größer ist als man selbst und das man deshalb in Ruhe lässt. :55. Jon bezárja a lakatot, röviden megforgatja, hogy megbizonyosodjon róla, majd elengedi. - Jon schließt das Vorhängeschloss, dreht kurz daran, um sicherzugehen, und lässt es dann los. :56. Olyan véglegességgel engedi el, amely nincs megrendezve, és éppen ezért súlyosabb. - Er lässt es mit einer Endgültigkeit los, die nicht inszeniert ist und gerade deshalb schwerer wiegt. :57. Kari zárt öklében tartja a kulcsot, egy kis, elnehezült fémdarabot, amely ebben a pillanatban egy egész hely súlyát hordozza, ahová most már nem fognak belépni. - Kari hält den Schlüssel in der geschlossenen Faust, ein kleines, schwer gewordenes Stück Metall, das in diesem Moment das ganze Gewicht eines Ortes trägt, den sie nun nicht mehr betreten werden. :58. A fjordra néz, amelynek felszínét az eső szüntelenül újrarendeződő körök mintázatává változtatja, amelyek átfedik egymást, feloldódnak és újra keletkeznek, szünet nélkül, szándék nélkül. - Sie schaut auf den Fjord, dessen Oberfläche der Regen in ein ständig sich neuordnendes Muster aus Kreisen verwandelt, die sich überlappen und auflösen und neu entstehen, ohne Pause, ohne Absicht. :59. Aztán meglendíti a karját, és hosszú, szinte hanyag ívben a part fölött a vízbe hajítja a kulcsot. - Dann holt sie aus und wirft den Schlüssel in einem langen, fast lässigen Bogen über das Ufer. :60. A kulcs megfordul a nedves levegőben, olyan hanggal esik a vízbe, amely alig hallható, és mégis tisztán kiválik minden másból, a kialakuló kis kört pedig azonnal utolérik és feloldják az eső körei, mintha a víznek nem volna ideje külön bánásmódra, és semmi oka nem volna a kulcsot másként fogadni, mint bármi mást. - Er dreht sich in der feuchten Luft, fällt ins Wasser mit einem Laut, der kaum zu hören ist und sich dennoch klar abhebt von allem anderen, und der kleine Kreis, der sich bildet, wird sofort von den Regenkreisen eingeholt und aufgelöst, als hätte das Wasser keine Zeit für Sonderbehandlung und keinen Grund, den Schlüssel anders zu empfangen als alles andere. :61. Kari nem nézi meg, hol süllyedt el. - Kari schaut nicht nach, wo er versunken ist. :62. Megfordul, és elindul. - Sie dreht sich um und geht. :63. Jon követi, egyikük sem beszél az autóig vezető úton. - Jon folgt ihr, keiner von beiden spricht auf dem Weg zum Auto. :64. Az autó az esőben vár rájuk, mint valami, ami megtanult várni, mert nem volt más választása. - Das Auto wartet im Regen auf sie wie etwas, das gelernt hat zu warten, weil es keine andere Wahl hatte. :65. Ezúttal Jon veszi át a vezetést, és kérdezés nélkül beül a volán mögé. - Jon übernimmt diesmal das Steuer und setzt sich, ohne zu fragen, ans Steuer. :66. Kari ezt egy kicsi, szinte észrevehetetlen bólintással nyugtázza, amely többet mond egy köszönömnél. - Kari quittiert das mit einem kleinen, fast unmerklichen Nicken, das mehr sagt als ein Dankeschön. :67. Halántékát a hideg üvegnek támasztja, félig lehunyja a szemét, és a motor beindul. - Sie lehnt die Schläfe gegen die kalte Scheibe, schließt die Augen halb, und der Motor springt an. :68. Az ablaktörlő újra szolgálatba áll, ugyanaz a nyikorgás, ugyanaz a kissé eltolódott ütem, mintha nem lett volna megszakítás, vagy mintha lett volna, de semmit sem változtatott volna azon, ami előtte volt, és ami most továbbmegy – ami talán a legőszintébb, amit erről a napról és erről a két emberről mondani lehet. - Der Scheibenwischer nimmt seinen Dienst wieder auf, dasselbe Quietschen, derselbe leicht verschobene Takt, als wäre die Unterbrechung nicht gewesen oder als wäre sie gewesen und hätte nichts geändert an dem, was vorher war und was jetzt weitergeht – was vielleicht das Ehrlichste ist, was man über diesen Tag und über diese beiden Menschen sagen kann. :69. Az előttük fekvő út üres és nedves, és visszavezet egy olyan világba, amelyben ez a fészer már nem fordul elő, amelyben egy horgászbot fekszik egy munkapadon, és senki sem jön, hogy elvigye. - Die Straße vor ihnen ist leer und nass und führt zurück in eine Welt, in der dieser Schuppen nicht mehr vorkommt, in der eine Angel auf einer Werkbank liegt und niemand kommt, sie zu holen. :70. Ebben a világban egy naptár 2019 márciusánál marad kinyitva, amíg maga a papír fel nem oldódik. - In dieser Welt bleibt ein Kalender auf dem März 2019 aufgeschlagen, bis das Papier selbst sich auflöst. :71. Egyikük sem mondja ki, mi volt ez a nap, nem azért, mert hiányoznak a szavak. - Keiner von beiden sagt, was dieser Tag war, nicht weil die Worte fehlen. :72. Vannak dolgok, amelyeket az ember megsért, ha megnevezi őket, és ezt mindketten tudják, anélkül, hogy valaha beszéltek volna róla. - Es gibt Dinge, die man beschädigt, wenn man sie benennt, und beide wissen das, ohne jemals darüber gesprochen zu haben. :73. Mennek tovább, az eső nem áll el, és mögöttük a fészer eltűnik a kanyarban, a távolságban és életük maradékában. - Sie fahren, und der Regen hört nicht auf, und hinter ihnen verschwindet der Schuppen in der Kurve und in der Entfernung und im Rest ihres Lebens. :74. A fészer mégis megmarad az életükben, nem olyan emlékként, amelyet előhív az ember, hanem valami mélyebbként és állandóbbként: annak csendes, feloldhatatlan bizonyosságaként, hogy vannak helyek, amelyeket az ember nem hagy el, akkor sem, ha nem tér vissza. - Der Schuppen wird dennoch in ihrem Leben bleiben, nicht als Erinnerung, die man aufruft, sondern als etwas Tieferes und Beständigeres: als die stille, unauflösliche Gewissheit, dass es Orte gibt, die man nicht verlässt, auch wenn man nicht zurückkommt. ------------------------- == 73 == 1 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt. :2. Tíz éve Milánóban él. - Sie lebt seit zehn Jahren in Mailand. :3. Ott egy tisztítóban dolgozik. - Sie arbeitet dort in einer Reinigung. :4. Ma busszal utazik haza. - Heute fährt sie mit dem Bus nach Hause. :5. A falu Dél-Olaszországban, Basilicatában fekszik. - Das Dorf liegt in Süditalien, in der Basilicata. :6. Az anyja meghalt. - Ihre Mutter ist gestorben. :7. Az anya házát el kell adni. - Das Haus der Mutter muss verkauft werden. :8. Elena gyorsan el akarja intézni, aztán újra el akar menni. - Elena will das schnell erledigen und wieder fahren. :9. A busz megáll a piactéren. - Der Bus hält auf dem Marktplatz. :10. Elena leszáll. - Elena steigt aus. :11. A szeptemberi hőség azonnal megcsapja. - Die Septemberhitze trifft sie sofort. :12. A levegő érett paradicsom és por szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten und Staub. :13. Ezt a szagot még jól ismeri. - Sie kennt diesen Geruch noch gut. :14. Régen szerette. - Früher hat sie ihn geliebt. :15. Most félelmet kelt benne. - Jetzt macht er ihr Angst. :16. A sarkon túl van egy műhely. - Um die Ecke ist eine Werkstatt. :17. Ott dolgozik Carlo. - Dort arbeitet Carlo. :18. Carlo harmincnyolc éves. - Carlo ist achtunddreißig Jahre alt. :19. Szerelő. - Er ist Mechaniker. :20. Még mindig a faluban él. - Er lebt noch immer im Dorf. :21. Elena meghallja a nevetését. - Elena hört sein Lachen. :22. Megáll. - Sie bleibt stehen. :23. Gyorsan ver a szíve. - Ihr Herz schlägt schnell. :24. El akar menni, de nem tud. - Sie will weggehen, aber sie kann nicht. :25. Carlo egy régi autó alatt áll. - Carlo steht unter einem alten Auto. :26. A karja fekete az olajtól. - Seine Arme sind schwarz von Öl. :27. Nem látja őt. - Er sieht sie nicht. :28. Elena túl sokáig nézi. - Sie sieht ihn zu lange an. :29. Carlo volt az első férfija. - Carlo war ihr erster Mann. :30. Ez tizenhat évvel ezelőtt volt. - Das war vor sechzehn Jahren. :31. Nagyon szerették egymást. - Sie liebten sich sehr. :32. Aztán Elena teherbe esett. - Dann wurde Elena schwanger. :33. A fiukat Matteónak hívják. - Ihr Sohn heißt Matteo. :34. Carlo nem maradt mellette. - Carlo blieb nicht bei ihr. :35. Elena nem tudta magánál tartani Matteót. - Elena konnte Matteo nicht bei sich behalten. :36. Matteo ma Carlo anyjánál él. - Matteo lebt heute bei Carlos Mutter. :37. Őt Signora Graziának hívják. - Die heißt Signora Grazia. :38. Hetvenéves. - Sie ist siebzig Jahre alt. :39. Ő neveli Matteót. - Sie zieht Matteo auf. :40. Este Elena elmegy Carlo házához. - Am Abend geht Elena zu Carlos Haus. :41. Egy régi, virágmintás ruhát visel. - Sie trägt ein altes geblümtes Kleid. :42. Carlo ajtót nyit. - Carlo öffnet die Tür. :43. Ránéz. - Er schaut sie an. :44. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja halkan. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er leise. :45. Elena nem mond semmit. - Elena sagt nichts. :46. Arcul üti. - Sie schlägt ihn ins Gesicht. :47. Carlo nem érinti meg az arcát. - Carlo fasst sich nicht an die Wange. :48. Csak nézi őt. - Er schaut sie nur an. :49. A szeme sötét. - Seine Augen sind dunkel. :50. Nem mondja: sajnálom. - Er sagt nicht: Es tut mir leid. :51. Éjjel Carlo érte megy. - In der Nacht holt Carlo sie ab. :52. Együtt mennek a garázsba. - Sie gehen zusammen in die Garage. :53. Ott régi autóüléseken ülnek. - Dort sitzen sie auf alten Autositzen. :54. Carlo kinyit egy üveg vörösbort. - Carlo öffnet eine Flasche Rotwein. :55. Ad neki egy poharat. - Er gibt ihr ein Glas. :56. Lassan isznak. - Sie trinken langsam. :57. Carlo megfogja a kezét. - Carlo nimmt ihre Hand. :58. Az ujjai melegek és érdesek. - Seine Finger sind warm und rau. :59. Elena hagyja. - Elena lässt es zu. :60. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja halkan. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie leise. :61. Carlo így válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motorokat javítani.” - Carlo antwortet: „Ich zeige ihm, wie man Motoren repariert." :62. Elena visszahúzza a kezét. - Elena nimmt ihre Hand zurück. :63. Többé nem szól egy szót sem. - Sie sagt kein Wort mehr. :64. Másnap reggel Elena korán felkel. - Am nächsten Morgen steht Elena früh auf. :65. Még sötét van. - Es ist noch dunkel. :66. Bepakolja a táskáját. - Sie packt ihre Tasche. :67. Nem a buszhoz megy. - Sie geht nicht zum Bus. :68. Signora Grazia házához megy. - Sie geht zu Signora Grazias Haus. :69. A konyhaablakon át meglátja Matteót. - Durch das Küchenfenster sieht sie Matteo. :70. Az asztalnál ül. - Er sitzt am Tisch. :71. Kenyeret márt tejbe. - Er tunkt Brot in Milch. :72. A nagymama végigsimít a fején. - Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. :73. Matteo nevet. - Matteo lacht. :74. Elena kint áll a hidegben. - Elena steht draußen im Kalten. :75. Homlokát az üveghez nyomja. - Sie drückt die Stirn gegen das Glas. :76. Egy percig csak nézi. - Eine Minute lang schaut sie nur. :77. Aztán megfordul. - Dann dreht sie sich um. :78. Elmegy a pályaudvarra. - Sie geht zum Bahnhof. :79. A vonat a nap felé halad. - Der Zug fährt in die Sonne. :80. De a nap már nem melegíti Elenát. - Aber die Sonne wärmt Elena nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, és már egy évtizede Milánóban él. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt und lebt seit einem Jahrzehnt in Mailand. :2. Ott dolgozik egy kis tisztítóban, nem messze a pályaudvartól. - Sie arbeitet dort in einer kleinen Reinigung, nicht weit vom Bahnhof. :3. Ma busszal utazott a szülőfalujába, mert meghalt az anyja. - Heute ist sie mit dem Bus in ihr Heimatdorf gefahren, weil ihre Mutter gestorben ist. :4. Az anya háza most üresen áll, és Elenának el kell adnia. - Das Haus der Mutter steht jetzt leer, und Elena muss es verkaufen. :5. Csak néhány napig akar maradni, aztán a lehető leggyorsabban újra el akar menni. - Sie will nur ein paar Tage bleiben und dann so schnell wie möglich wieder fahren. :6. Amikor a busz megáll a piactéren, Elena utolsóként száll le. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält, steigt Elena als Letzte aus. :7. A szeptemberi hőség azonnal megcsapja, mintha a levegő nehéz, meleg takaró volna. - Die Septemberhitze trifft sie sofort, als wäre die Luft eine schwere, warme Decke. :8. Érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyének régi olaja szaglik. - Es riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem alten Öl von Carlos Werkstatt. :9. Elena még jól ismeri ezt a szagot, hiszen itt nőtt fel, ezeken az utcákon és tereken. - Elena kennt diesen Geruch noch gut, denn sie ist hier aufgewachsen, auf diesen Straßen und Plätzen. :10. Régen szerette ezt a szagot, ma összeszorítja tőle a gyomra. - Früher hat sie diesen Geruch geliebt, heute macht er ihr den Magen eng. :11. Mielőtt meglátná Carlót, meghallja a nevetését – hangosan és mélyen, ahogyan még az emlékeiben él. - Bevor sie Carlo sieht, hört sie sein Lachen – laut und tief, wie sie es noch aus der Erinnerung kennt. :12. A sarkon túl áll a műhelye előtt, és egy behorpadt motorháztető fölé hajol. - Er steht um die Ecke vor seiner Werkstatt und beugt sich über eine zerbeulte Motorhaube. :13. Az ingujja fel van tűrve, a karja fekete a kenőanyagtól, pontosan úgy, mint akkoriban. - Seine Ärmel sind hochgekrempelt und seine Arme schwarz von Schmiere, genau wie damals. :14. Elena megáll a járdán, és nem tud továbbmenni, pedig akar. - Elena bleibt auf dem Bürgersteig stehen und kann nicht weitergehen, obwohl sie es will. :15. Túl sokáig nézi őt, aztán Carlo megfordul. - Sie schaut ihn zu lange an, und dann dreht er sich um. :16. Carlo volt az első férfija, ez tizenhat éve volt, amikor még mindketten fiatalok voltak. - Carlo war ihr erster Mann, das war vor sechzehn Jahren, als sie beide noch jung waren. :17. Nagyon szerették egymást, de amikor Elena teherbe esett, Carlo nem maradt mellette. - Sie liebten sich sehr, aber als Elena schwanger wurde, blieb Carlo nicht bei ihr. :18. Elena nem tudta magánál tartani a fiát, Matteót, mert a fiú minden nap az árulásra emlékeztette volna. - Elena konnte ihren Sohn Matteo nicht bei sich behalten, weil sie ihn jeden Tag an den Verrat erinnert hätte. :19. Ezért Matteo ma Carlo anyjánál, Signora Graziánál él, aki hetvenéves, és mindent az ablakból figyel. - Deshalb lebt Matteo heute bei Carlos Mutter, Signora Grazia, die siebzig Jahre alt ist und alles vom Fenster aus beobachtet. :20. Este Elena felveszi régi virágos ruháját, és elmegy Carlo házához. - Am Abend zieht Elena ihr altes geblümtes Kleid an und geht zu Carlos Haus. :21. Nem tudja pontosan, miért teszi ezt, de a lába mégis felviszi a lépcsőn. - Sie weiß nicht genau, warum sie das tut, aber ihre Füße gehen trotzdem die Treppe hinauf. :22. Carlo kinyitja az ajtót, és hosszú pillanatig némán nézi őt. - Carlo öffnet die Tür und schaut sie einen langen Moment schweigend an. :23. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja végül halkan, mosoly nélkül. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er schließlich, mit leiser Stimme und ohne zu lächeln. :24. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :25. Carlo nem fogja meg az arcát, és azt sem mondja, hogy sajnálja. - Carlo fasst sich nicht an die Wange und sagt auch nicht, dass es ihm leidtut. :26. Csak nézi őt, sötét szemmel, megbánás nélkül, és ez majdnem rosszabb minden másnál. - Er schaut sie nur an, die Augen dunkel und ohne Reue, und das ist fast schlimmer als alles andere. :27. Nem sokkal éjfél után Carlo elhozza őt az anyja háza előtti lépcsőről. - Kurz nach Mitternacht holt Carlo sie von der Treppe vor dem Haus ihrer Mutter ab. :28. Együtt mennek be a régi garázsba, ahol két szakadt autóülés áll a betonpadlón. - Sie gehen zusammen in die alte Garage, wo zwei zerschlissene Autositze auf dem Betonboden stehen. :29. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük, és kérdezés nélkül tölt neki egy pohárral. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie und schenkt ihr ein Glas ein, ohne zu fragen. :30. Megfogja Elena kezét, az ujjai érdesek és melegek, és még mindig olajszagúak. - Er greift nach ihrer Hand, seine Finger sind rau und warm und riechen noch immer nach Öl. :31. Elena hagyja, pedig tudja, hogy nem kellene. - Elena lässt es zu, obwohl sie weiß, dass sie es nicht sollte. :32. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja halkan, anélkül hogy ránézne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie leise, ohne ihn anzusehen. :33. Carlo nagyot kortyol a borból, aztán nyugodtan válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit apám valaha adott nekem.” - Carlo nimmt einen langen Schluck Wein und antwortet dann ruhig: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :34. Elena erre nem mond semmit, de lassan visszahúzza a kezét. - Elena sagt darauf nichts, aber sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :35. Másnap reggel Elena még napkelte előtt felkel, és sötétben összepakolja a táskáját. - Am nächsten Morgen steht Elena noch vor Sonnenaufgang auf und packt ihre Tasche im Dunkeln. :36. Nem megy azonnal a pályaudvarra, hanem kerülőt tesz Signora Grazia házához. - Sie geht nicht sofort zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg zu Signora Grazias Haus. :37. A kivilágított konyhaablakon át látja Matteót, aki az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe. - Durch das erleuchtete Küchenfenster sieht sie Matteo, der am Tisch sitzt und Brot in Milch tunkt. :38. Tízéves, sötét haja van, és úgy néz ki, mint Carlo, ezt Elena távolról is látja. - Er ist zehn Jahre alt, hat dunkle Haare und sieht aus wie Carlo, das sieht sie auch aus der Entfernung. :39. Az öreg Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején. - Die alte Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf. :40. Elena a homlokát a hideg ablaküveghez nyomja, és egy teljes percig nézi őket. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Fensterglas und schaut eine ganze Minute lang zu. :41. Aztán megfordul, szó nélkül elmegy a pályaudvarra, és felszáll az első Milánóba tartó vonatra. - Dann dreht sie sich um, geht ohne Worte zum Bahnhof und steigt in den ersten Zug nach Mailand. :42. A vonat a felkelő nap felé halad, de a nap ezen a reggelen már nem melegíti Elenát. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne hinein, aber die Sonne wärmt Elena an diesem Morgen nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, és már egy évtizede egy tisztítóban dolgozik a milánói pályaudvar közelében. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt und arbeitet seit einem Jahrzehnt in einer Reinigung nahe dem Mailänder Bahnhof. :2. Ez idő alatt soha nem gondolt arra, hogy visszatérjen. - In dieser Zeit hat sie nie daran gedacht, zurückzukehren. :3. Amikor az anyja meghal, nem marad választása: a házat el kell adni. - Als ihre Mutter stirbt, bleibt ihr keine Wahl: Das Haus muss verkauft werden. :4. Ehhez valakinek oda kell utaznia, és ez a valaki ő. - Dafür muss jemand hinfahren, und dieser Jemand ist sie. :5. A buszút négy óráig tart, és Elena az idő nagy részében alszik. - Die Busfahrt dauert vier Stunden, und Elena schläft die meiste Zeit. :6. Vagy legalábbis úgy tesz, mintha aludna, hogy ne kelljen beszélnie a mellette ülő öregemberrel, aki fokhagymaszagú, és egy rádiót tart az ölében. - Oder sie tut zumindest so, als würde sie schlafen, um nicht mit dem alten Mann neben ihr reden zu müssen, der nach Knoblauch riecht und ein Radio auf dem Schoß hält. :7. Amikor a busz végül megáll a piactéren, ő száll le utolsóként. - Als der Bus schließlich auf dem Marktplatz hält, steigt sie als Letzte aus. :8. Egy pillanatra megáll a kövezeten, táskával a kezében, miközben a szeptemberi hőség nehézkesen rátelepszik a vállára. - Sie bleibt einen Moment auf dem Pflaster stehen, die Tasche in der Hand, während die Septemberhitze sich schwer auf ihre Schultern legt. :9. A levegő érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyéből áradó olaj szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem Öl aus Carlos Werkstatt. :10. A műhely még mindig ott van a sarkon túl, mintha tíz év alatt semmi sem változott volna rajta kívül. - Die Werkstatt liegt noch immer um die Ecke, als hätte sich in zehn Jahren nichts verändert außer ihr selbst. :11. Előbb hallja meg a nevetését, mint hogy meglátná őt. - Sie hört sein Lachen, bevor sie ihn sieht. :12. Ez az a széles, gondtalan nevetés, amelyet régen szeretett, és amely most sértésnek tűnik számára. - Es ist dieses breite, sorglose Lachen, das sie früher geliebt hatte und das ihr jetzt wie eine Beleidigung vorkommt. :13. Carlo egy behorpadt motorháztető fölé hajolva áll, feltűrt ingujjakkal, karja fekete a kenőanyagtól. - Carlo steht über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Ärmel hochgekrempelt, die Arme schwarz von Schmiere. :14. Úgy néz ki, mint mindig, mintha egyetlen álmatlan éjszakája sem lett volna mindezekben az években. - Er sieht so aus wie immer, als hätte er keine einzige schlaflose Nacht in all diesen Jahren gehabt. :15. Elena megáll a járdán. - Elena bleibt auf dem Bürgersteig stehen. :16. Aztán Carlo megfordul, és ránéz. - Dann dreht er sich um und sieht sie an. :17. Tizenhat évvel ezelőtt csókolóztak először, a templom mögött, a nyári ünnep után. - Vor sechzehn Jahren hatten sie sich zum ersten Mal geküsst, hinter der Kirche, nach dem Sommerfest. :18. Elena azt hitte, hogy az ilyesmi örökké tart. - Elena hatte geglaubt, dass so etwas ewig hält. :19. Amikor húszévesen teherbe esett, megértett valamit. - Als sie mit zwanzig Jahren schwanger wurde, verstand sie etwas. :20. Carlo az „örökké” alatt mást értett, mint ő. - Carlo verstand unter „ewig" etwas anderes als sie. :21. A fiuk, Matteo márciusban született, sötét hajjal és Carlo szemével. - Ihr Sohn Matteo kam im März zur Welt, mit dunklen Haaren und Carlos Augen. :22. Elena pontosan kétszer tartotta a karjában, mielőtt tudta volna, hogy nem bírná elviselni, ha mindennap ránézne, és közben az árulásra kellene gondolnia. - Elena hielt ihn genau zweimal im Arm, bevor sie wusste, dass sie es nicht ertragen würde, ihn jeden Tag anzusehen und dabei an den Verrat zu denken. :23. Azóta Matteo Signora Graziánál, Carlo anyjánál él. - Seitdem lebt Matteo bei Signora Grazia, Carlos Mutter. :24. Hetvenéves, soha nem panaszkodik, és mindent megfigyel, ami az ablaka előtti utcán történik. - Sie ist siebzig Jahre alt, klagt niemals und beobachtet alles, was auf der Straße vor ihrem Fenster passiert. :25. Este Elena felveszi a régi virágos ruhát, amelyet még régről ismer, és amely még mindig jó rá. - Am Abend zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie noch von früher kennt und das immer noch passt. :26. Még mindig jó rá, mert az utóbbi években keveset evett, és úgy megy fel Carlo lakásához a lépcsőn, hogy közben semmire sem gondol, vagy legalábbis ezt beszéli be magának. - Es passt immer noch, weil sie in den letzten Jahren wenig gegessen hat, und sie geht die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf, ohne sich dabei etwas zu denken, oder zumindest redet sie sich das ein. :27. Carlo egy foltos trikóban nyit ajtót. - Carlo öffnet die Tür in einem fleckigen Unterhemd. :28. Úgy néz rá, mintha valahogy tudta volna, hogy el fog jönni. - Er schaut sie so an, als hätte er irgendwie gewusst, dass sie kommen würde. :29. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja halkan. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er leise. :30. Ez nem hangzik sem bóknak, sem sértésnek, hanem olyan megállapításnak, amelyet már régóta magában hordoz. - Es klingt weder wie ein Kompliment noch wie eine Beleidigung, sondern wie eine Feststellung, die er schon lange mit sich herumträgt. :31. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :32. Elég erősen üti meg ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a lépcsőházban. - Sie schlägt fest genug, dass das Geräusch im Treppenhaus widerhallt. :33. Carlo meg sem mozdul, nem érinti meg az arcát, és nem mondja, hogy sajnálja. - Carlo rührt sich nicht, fasst sich nicht an die Wange und sagt nicht, dass es ihm leidtut. :34. Éppen ez dühíti fel Elenát jobban, mint maga az ütés. - Genau das macht Elena wütender als der Schlag selbst. :35. Nem sokkal éjfél után Carlo Elena anyjának háza előtt áll és vár. - Kurz nach Mitternacht steht Carlo vor dem Haus ihrer Mutter und wartet. :36. Nem csenget be, mintha biztos lenne benne, hogy Elena úgysem alszik. - Er klingelt nicht, als wäre er sicher, dass sie ohnehin nicht schläft. :37. Együtt mennek be a garázsba, ahol két régi autóülés áll a betonpadlón. - Sie gehen zusammen in die Garage, wo zwei alte Autositze auf dem Betonboden stehen. :38. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük, olcsó szupermarketes vörösbort, amelyért még csak bocsánatot sem kér. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie, billigen Rotwein aus dem Supermarkt, den er nicht einmal entschuldigt. :39. Amikor megfogja Elena kezét, az ujjai érdesek és melegek, és olajszagúak. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen nach Öl. :40. Elena hagyja megtörténni, mert fáradt, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert azt beszéli be magának, hogy ez semmit sem jelent. - Elena lässt es geschehen, weil sie müde ist und weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie sich einredet, dass es nichts bedeutet. :41. „Matteo soha nem kérdez utánam” – mondja végül, anélkül hogy ránézne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, ohne ihn anzusehen. :42. Olyan hangon mondja, amelynek közönyösnek kellene hangzania, de nem úgy hangzik. - Sie sagt es in einem Ton, der gleichgültig klingen soll und es nicht tut. :43. Carlo egy pillanatig hallgat. - Carlo schweigt einen Moment. :44. Aztán azt mondja: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több annál, mint amit az apám valaha adott nekem.” - Dann sagt er: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :45. Elena ezért gyűlöli őt, mert ez nem mentség, és mégis valahogyan igaz. - Elena hasst ihn dafür, weil es keine Entschuldigung ist und trotzdem irgendwie stimmt. :46. A kettő egyszerre a legrosszabb. - Beides gleichzeitig ist das Schlimmste. :47. Lassan visszahúzza a kezét. - Sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :48. Carlo elengedi. - Carlo lässt sie gehen. :49. Elena még napkelte előtt összepakolja a táskáját az idegen hálószoba félhomályában. - Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche im Halbdunkel des fremden Schlafzimmers. :50. Úgy hagyja el a házat, hogy nem főz kávét, és nem hagy hátra üzenetet. - Sie verlässt das Haus, ohne Kaffee zu kochen oder eine Notiz zu hinterlassen. :51. Nem közvetlenül az állomásra megy, hanem kerülőt tesz. - Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg. :52. Nem akarja bevallani magának ezt a kerülőt, és megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt. - Sie will sich diesen Umweg nicht eingestehen und bleibt vor Signora Grazias Küchenfenster stehen. :53. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch. :54. Egy olyan gyerek nyugodt összpontosításával teszi, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Er tut es mit der ruhigen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört. :55. Sötét haja van, Carlo szája, és olyan tartása, amely Elenát senki másra nem emlékezteti, csak saját magára. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Haltung, die Elena an niemanden erinnert außer an sich selbst. :56. Saját magára emlékezteti, arra az időre, amikor még nem tudta, mit tesz az emberrel az élet. - Sie erinnert sie an sich selbst, als sie noch nicht wusste, was das Leben mit einem macht. :57. Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf. :58. Nem néz fel, mintha biztos lenne benne, hogy valaki odakint áll és figyel. - Sie schaut nicht auf, als wäre sie sich sicher, dass jemand draußen steht und zuschaut. :59. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :60. Aztán megfordul, és elmegy, anélkül hogy még egyszer visszanézne. - Dann dreht sie sich um und geht, ohne sich noch einmal umzusehen. :61. A vonat a felkelő nap felé halad, és a táj elsuhan mellette. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne, und die Landschaft zieht vorbei. :62. Elena az utolsó cigarettát az ablakon kifelé szívja, és nem gondol semmire, vagy legalábbis megpróbálja, és tíz éve ez az egyetlen dolog, amiben igazán jó lett. - Elena raucht das letzte Fenster hinaus und denkt an nichts, oder sie versucht es zumindest, und das ist, seit zehn Jahren, das Einzige, worin sie wirklich gut geworden ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, túl sokat dohányzik, túl keveset eszik, és egy évtized alatt Milánóban egyszer sem gondolt arra, hogy a falu, ahonnan származik, még létezik. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt, raucht zu viel, isst zu wenig und hat in einem Jahrzehnt Mailand nicht einmal daran gedacht, dass das Dorf, aus dem sie stammt, noch existiert. :2. Aztán megszólalt a telefon, és egy hang azt mondta, hogy az anyja elment, mintha a halál indulás volna, nem pedig végleges elnémulás. - Dann klingelte das Telefon und eine Stimme sagte, ihre Mutter sei gegangen, so als wäre der Tod ein Aufbruch und nicht ein endgültiges Verstummen. :3. A házat el kell adni, ez az egyetlen oka annak, hogy útnak indul, és ezt mondogatja magának újra meg újra a négyórás buszúton Basilicata kopár augusztusi hőségén át. - Das Haus muss verkauft werden, das ist der einzige Grund, weshalb sie fährt, und das sagt sie sich auf der vierstündigen Busfahrt durch die kahle Augusthitze der Basilicata immer wieder vor. :4. Olyan ez, mint egy formula, amelynek józannak kellene tartania őt, miközben odakint a táj az ablak mellett ég, ő pedig bent ül a kemény ülésen, és úgy tesz, mintha aludna, hogy elkerülje a mellette ülő öregembert, aki fokhagymaszagú, és ennek ellenére húszpercenként magyaráz neki valamit. - Es ist wie eine Formel, die sie nüchtern halten soll, während die Landschaft außen am Fenster verbrennt und sie innen auf dem harten Sitz sitzt und so tut, als würde sie schlafen, um dem alten Mann neben ihr zu entgehen, der nach Knoblauch riecht und ihr trotzdem alle zwanzig Minuten etwas erklärt. :5. Amikor a busz megáll a piactéren, Elena utolsóként száll le, és egy pillanatig mozdulatlanul áll a kövezeten. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält, steigt Elena als Letzte aus und bleibt einen Moment unbeweglich auf dem Pflaster stehen. :6. Jobb kezében az utazótáskát tartja, baljával már a cigaretta után nyúl, miközben a szeptemberi hőség úgy telepszik rá, mint valami, amit személyesen neki szántak. - Sie hält die Reisetasche in der rechten Hand, greift mit der linken schon nach der Zigarette, während die Septemberhitze sich auf sie legt wie etwas, das sie persönlich gemeint hat. :7. A levegő érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyéből áradó olaj súlyos, elkerülhetetlen szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem schweren, unvermeidlichen Geruch des Öls aus Carlos Werkstatt. :8. Carlo műhelye még mindig ott van mindjárt a sarkon túl, mintha a falu tíz év alatt elhatározta volna, hogy várni fog rá. - Carlos Werkstatt liegt noch immer gleich um die Ecke, als hätte das Dorf in zehn Jahren beschlossen, auf sie zu warten. :9. Elena előbb hallja a nevetését, mint hogy meglátná őt – ezt a széles, önmagában biztos nevetést. - Sie hört sein Lachen, bevor sie ihn sieht – dieses breite, von sich selbst überzeugte Lachen. :10. Húszévesen életörömnek tartotta, ma pedig egy olyan férfi szemtelenségének tűnik számára, aki soha semmiért nem fizetett meg. - Mit zwanzig hatte sie es für Lebensfreude gehalten, und heute kommt es ihr wie die Unverschämtheit eines Mannes vor, der nie für irgendetwas bezahlt hat. :11. Carlo egy behorpadt motorháztető fölé hajolva áll, feltűrt ingujjal, alkarja fekete a kenőanyagtól. - Carlo steht über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Ärmel hochgekrempelt, die Unterarme schwarz von Schmiere. :12. Olyan érintetlennek látszik, olyan szégyenletesen változatlannak, hogy Elena egy pillanatra elfelejt tovább lélegezni. - Er sieht so unberührt aus, so beschämend unverändert, dass Elena für einen Moment vergisst, weiterzuatmen. :13. Amikor megfordul, és ránéz, az arcán nem jelenik meg meglepetés. - Als er sich umdreht und sie ansieht, legt sich keine Überraschung in sein Gesicht. :14. Csak egy hosszú, nyugodt pillantás az, amely egyszerre ismeri fel és sorolja be őt, és bizonyos értelemben ez a legrosszabb. - Es ist nur ein langer, ruhiger Blick, der sie gleichzeitig erkennt und einordnet, und das ist, in gewisser Weise, das Schlimmste. :15. Tizenhat évvel ezelőtt minden a templom mögött kezdődött, a nyári ünnep után, a meleg sötétségben, egy csókkal, amely akkor ígéretnek tűnt számára. - Vor sechzehn Jahren hatte alles hinter der Kirche begonnen, nach dem Sommerfest, in der warmen Dunkelheit, mit einem Kuss, der ihr damals wie ein Versprechen vorgekommen war. :16. Elena azóta tudja, hogy nem naiv volt, hanem egyszerűen tizenkilenc éves, és még nem ismerte azt a tényt, hogy az olyan férfiak, mint Carlo, úgy adnak ígéreteket, hogy közben nem gondolnak semmire. - Elena weiß inzwischen, dass sie nicht naiv war, sondern einfach neunzehn und noch nicht vertraut mit der Tatsache, dass Männer wie Carlo Versprechen geben, ohne sich dabei etwas zu denken. :17. Amikor húszévesen teherbe esett, ezt teljesen megértette. - Als sie mit zwanzig schwanger wurde, verstand sie das vollständig. :18. Túl későn és túl világosan értette meg, ahogyan a legtöbb fontos dolgot megérti az ember. - Sie verstand es zu spät und zu deutlich, wie man die meisten wichtigen Dinge versteht. :19. Matteo márciusban született, sötét hajjal és Carlo szemével, valamint olyan ártatlansággal, amelyet Elena elviselhetetlennek talált. - Matteo kam im März zur Welt, mit dunklen Haaren und Carlos Augen und einer Unschuld, die Elena unerträglich fand. :20. Ránézett, és nem egy gyereket látott, hanem saját vereségének egész történetét, egy síró testbe sűrítve. - Sie sah ihn an und sah nicht ein Kind, sondern die gesamte Geschichte ihrer eigenen Niederlage, komprimiert in einen schreienden Körper. :21. Kétszer tartotta a karjában, aztán odaadta Signora Graziának, Carlo anyjának. - Sie hielt ihn zweimal im Arm, dann gab sie ihn an Signora Grazia, Carlos Mutter. :22. Signora Grazia hetvenéves, soha nem panaszkodik, és mozdulatlan figyelemmel szemlél mindent, ami a háza előtti utcán történik, egy olyan nő figyelmével, aki már régen felhagyott azzal, hogy csodálkozzon az embereken. - Signora Grazia ist siebzig Jahre alt, klagt niemals und beobachtet alles, was auf der Straße vor ihrem Haus passiert, mit der unbeweglichen Aufmerksamkeit einer Frau, die längst aufgehört hat, sich über Menschen zu wundern. :23. Este Elena felveszi a régi virágos ruhát, amely még régről maradt meg neki, és amely még mindig jó rá. - Am Abend zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie noch von früher hat und das immer noch passt. :24. Még mindig jó rá, mert egy évtized Milánó karcsúbbá tette, nem szándékból, hanem felejtésből, és ő azzal a tudatos elhatározással megy fel Carlo lakásának lépcsőjén, hogy semmit sem akar, és azzal a be nem vallott tudással, hogy ez nem igaz. - Es passt noch, weil ein Jahrzehnt Mailand sie schmaler gemacht hat, nicht durch Absicht, sondern durch Vergessen, und sie steigt die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf mit dem bewussten Vorsatz, nichts zu wollen, und dem uneingestandenen Wissen, dass das nicht stimmt. :25. Carlo foltos atlétatrikóban nyit ajtót, egy olyan férfi arcával néz rá, aki nem vár magyarázatot, majd egy fél perccel túl hosszúra nyúló hallgatás után azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Carlo öffnet in einem fleckigen Unterhemd, schaut sie an mit dem Gesicht eines Mannes, der keine Erklärung erwartet, und sagt nach einem Schweigen, das eine halbe Minute zu lang dauert: „Du siehst aus wie deine Mutter." :26. Nem kedvesen mondja, nem kegyetlenül, hanem annak a tárgyilagos csendjével, aki kimond egy megfigyelést, amelyet túl régóta hordoz magában. - Er sagt es nicht freundlich, nicht grausam, sondern mit der sachlichen Stille von jemandem, der eine Beobachtung ausspricht, die er zu lange mit sich herumgetragen hat. :27. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :28. Elég erősen üt ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a lépcsőházban, és hogy a fölöttük lévő emeleten egy ajtó röviden megnyikorduljon, majd újra elnémuljon. - Sie schlägt fest genug, dass das Geräusch im Treppenhaus widerhallt und eine Tür im Stockwerk darüber kurz quietscht und dann wieder verstummt. :29. Carlo nem mozdul, nem érinti meg az arcát, és nem mondja, hogy sajnálja. - Carlo bewegt sich nicht, fasst sich nicht an die Wange und sagt nicht, dass es ihm leidtut. :30. Olyan szemekkel néz rá, amelyekben nincs megbánás és nincs harag sem, csak valami sötét, nyugodt dolog, ami rosszabb mindkettőnél együtt. - Er schaut sie mit Augen an, in denen keine Reue ist und auch keine Wut, nur etwas Dunkles, Ruhiges, das schlimmer ist als beides zusammen. :31. Nem sokkal éjfél után Carlo ott áll Elena anyjának háza előtt, anélkül hogy csengetett volna, anélkül hogy üzenetet küldött volna. - Kurz nach Mitternacht steht er vor dem Haus ihrer Mutter, ohne geklingelt zu haben, ohne eine Nachricht geschickt zu haben. :32. Egyszerűen csak ott áll, egy üveg vörösborral a hóna alatt, mintha biztos volna benne, hogy Elena úgysem alszik – ami igaz, de ezt nem fogja megmondani neki. - Er steht einfach da, mit einer Flasche Rotwein unter dem Arm, als wäre er sicher, dass sie ohnehin nicht schläft – was stimmt, aber das wird sie ihm nicht sagen. :33. Bemmennek a garázsba, és leülnek két régi autóülésre, amelyek a csupasz betonpadlón állnak, mint egy feladott lakás maradványai. - Sie gehen in die Garage und setzen sich auf zwei alte Autositze, die auf dem nackten Betonboden stehen wie Überreste einer aufgegebenen Wohnung. :34. Carlo kérdezés nélkül tölt, ami rendben van, mert ez az egyetlen dolog, amit ezen az estén helyesen csinál. - Carlo schenkt ein, ohne zu fragen, was in Ordnung ist, weil es das Einzige ist, das er an diesem Abend richtig macht. :35. Amikor a keze után nyúl, az ujjai érdesek és melegek, és még mindig annak az olajnak a szagát hordozzák, amelyet nem lehet teljesen lemosni. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen noch immer nach dem Öl, das sich nicht vollständig abwaschen lässt. :36. Elena hagyja megtörténni, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert tudja, hogy másnap reggel elutazik, és azoknak a dolgoknak, amelyeket az ember csak egyetlen éjszakára enged meg, nem kell következményekkel járniuk, ha elég elszánt. - Elena lässt es geschehen, weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie weiß, dass sie morgen früh fährt und Dinge, die man nur eine Nacht lang zulässt, keine Konsequenzen haben müssen, wenn man entschlossen genug ist. :37. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja végül. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich. :38. Olyan hangon mondja, amelynek megállapításnak kellene hangzania, de sebnek hangzik. - Sie sagt es in einem Ton, der nach Feststellung klingen soll und nach Wunde klingt. :39. Carlo állja a tekintetét, iszik egy hosszú kortyot, aztán kertelés nélkül válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit az apám valaha adott nekem.” - Carlo hält ihren Blick aus, trinkt einen langen Schluck und antwortet dann ohne Umschweife: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :40. Elena olyan pontossággal gyűlöli őt ezért, amely szinte csodálatot érdemel, mert ez nem mentség, nem megbánás, nem vallomás, és mégis igazságtalan, megbocsáthatatlan módon teljesen igaz. - Elena hasst ihn dafür mit einer Präzision, die fast Bewunderung verdient, weil es keine Entschuldigung ist, kein Bedauern, kein Geständnis, und trotzdem auf eine ungerechte, unverzeihliche Art vollkommen wahr. :41. Lassan visszahúzza a kezét. - Sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :42. Carlo hagyja, hogy visszahúzza. - Carlo lässt sie nehmen. :43. Elena még napkelte előtt elhagyja a házat a félhomályban. - Noch vor Sonnenaufgang verlässt Elena das Haus im Halbdunkel. :44. Kávé nélkül megy el, üzenet nélkül, anélkül hogy megbizonyosodna róla, hogy helyesen cselekszik. - Sie geht ohne Kaffee, ohne Notiz, ohne sich zu versichern, dass sie das Richtige tut. :45. Kerülőt tesz, amelyet önmagának sem vall be, és megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt. - Sie macht einen Umweg, den sie sich nicht eingesteht, und bleibt vor Signora Grazias Küchenfenster stehen. :46. Az ablakban meleg fény ég, mint évtizedek óta minden reggel. - In dem Fenster brennt warmes Licht wie jeden Morgen seit Jahrzehnten. :47. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret márt a tejbe, egy olyan gyerek teljes, gondtalan összpontosításával, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, mit der vollständigen, sorglosen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört. :48. Ez a legszebb és a legkegyetlenebb dolog, amit Elena valaha látott. - Das ist das Schönste und das Grausamste, was Elena je gesehen hat. :49. Sötét haja van, Carlo szája, és olyan testtartása az asztalnál, amely Elenát önmagára emlékezteti. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Haltung am Tisch, die Elena an sich selbst erinnert. :50. Arra az önmagára emlékezteti, aki abból az időből való, mielőtt még tudta volna, mire képes az élet. - Sie erinnert sie an eine Version ihrer selbst aus der Zeit, bevor sie wusste, wozu das Leben fähig ist. :51. Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején, anélkül hogy felnézne. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf, ohne aufzuschauen. :52. Az arca mintha azt mondaná, hogy tudja, ki áll odakint, és hogy rég megbocsátotta azt, amit Elena soha nem fog megbocsátani önmagának. - Ihr Gesicht scheint zu sagen, dass sie weiß, wer draußen steht, und dass sie längst vergeben hat, was Elena nie sich selbst vergeben wird. :53. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :54. Amikor elér hatvanig, megfordul és elmegy, anélkül hogy még egyszer hátranézne, mert tíz év után ez az egyetlen fegyelem, amely még megmaradt neki. - Als sie bei sechzig ankommt, dreht sie sich um und geht, ohne sich noch einmal umzusehen, weil das die einzige Disziplin ist, die ihr nach zehn Jahren noch geblieben ist. :55. A vonat a felkelő nap felé halad, Basilicata tája égve és közönyösen húz el az ablak mellett, Elena pedig elszívja a doboz utolsó cigarettáját. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne, die Landschaft der Basilicata zieht brennend und gleichgültig am Fenster vorbei, und Elena raucht die letzte Zigarette der Schachtel. :56. Könyökét az ablakpárkányra támasztja, tekintetét a semmire szegezi, és arra gondol, hogy a szerelem nem olyan seb, amely begyógyul, hanem olyan, amelyhez hozzászokik az ember. - Sie hat den Ellbogen auf dem Fensterbrett, den Blick auf nichts gerichtet, und denkt daran, dass die Liebe keine Wunde ist, die heilt, sondern eine, an die man sich gewöhnt. :57. Ez, ha őszinték vagyunk, majdnem rosszabb. - Das ist, wenn man ehrlich ist, fast schlimmer. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, húszéves kora óta dohányzik. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt, raucht seit dem zwanzigsten Lebensjahr. :2. Egy évtizedet élt Milánóban, annak a nőnek a konok következetességével, aki elhatározta, hogy a felejtés nem gyengeség, hanem túlélési stratégia. - Sie hat ein Jahrzehnt in Mailand gelebt, mit der verbissenen Konsequenz einer Frau, die sich entschieden hat, dass Vergessen keine Schwäche ist, sondern eine Überlebensstrategie. :3. Aztán egy kedd este megszólalt a telefon, és egy idegen hang, akiről kiderült, hogy az anyja szomszédasszonya, közölte vele, hogy az idős asszony elment. - Dann klingelte das Telefon an einem Dienstagabend, und eine fremde Stimme, die sich als Nachbarin ihrer Mutter herausstellte, teilte ihr mit, dass die alte Frau gegangen sei. :4. Mintha a halál indulás volna, utazás jobb vidékekre, és nem valakinek a végleges, megmásíthatatlan elnémulása, akinek soha nem mondták elégszer azt, amit el kellett volna mondani. - So als wäre der Tod ein Aufbruch, eine Reise in bessere Gefilde, und nicht das endgültige, unverhandelbare Verstummen von jemandem, dem man nie genug gesagt hatte, was man hätte sagen sollen. :5. A házat el kell adni, és ez az egyetlen oka annak, hogy Elenának négy órával később már buszjegy van a zsebében. - Das Haus muss verkauft werden, und das ist der einzige Grund, weshalb Elena vier Stunden später bereits ein Busticket in der Tasche hat. :6. Ez az a képlet, amellyel átvészeli a hosszú órákig tartó utat, Basilicata kopár, felperzselt táján át, amely úgy húzódik el az ablak előtt, mint egy élet díszlete. - Das ist die Formel, mit der sie sich durch die stundenlange Fahrt trägt, durch die kahle, verbrennte Landschaft der Basilicata, die am Fenster vorbeizieht wie die Kulisse eines Lebens. :7. Egy életé, amelyet valaha élt, és amelyről elhitette magával, hogy teljesen maga mögött hagyta. - Ein Leben, das sie einmal geführt hat und von dem sie sich einredete, es vollständig hinter sich gelassen zu haben. :8. A mellette ülő öregember, aki fokhagymaszagú, és úgy tart az ölében egy hordozható rádiót, mint valami kincset, húszpercenként megpróbál neki elmagyarázni valamit az utak állapotáról. - Der alte Mann neben ihr, der nach Knoblauch riecht und ein tragbares Radio wie einen Schatz auf dem Schoß hält, versucht alle zwanzig Minuten, ihr etwas über den Zustand der Straßen zu erklären. :9. Elena csukott szemmel ül, és úgy tesz, mintha aludna, ami az egyetlen társasági hazugság, amelyet lelkiismeret-furdalás nélkül megenged magának. - Elena sitzt mit geschlossenen Augen da und tut so, als würde sie schlafen, was die einzige soziale Lüge ist, die sie sich ohne Gewissensbisse gestattet. :10. Amikor a busz megáll a piactéren, és az ajtók az ismerős pneumatikus sóhajjal kinyílnak, Elena utolsóként száll le, és egy pillanatra mozdulatlanul áll meg a régi macskakövön. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält und die Türen mit dem vertrauten pneumatischen Seufzen aufgehen, steigt Elena als Letzte aus und bleibt einen Moment unbeweglich auf dem alten Kopfsteinpflaster stehen. :11. Jobb kezében az utazótáskát tartja, bal kezével már a cigarettásdoboz után nyúl, miközben a szeptemberi hőség úgy telepszik rá, mint egy emlék, amelyet elég sokáig elfojtott az ember. - Sie hält die Reisetasche in der rechten Hand, greift mit der linken bereits nach der Zigarettenschachtel, während die Septemberhitze sich auf sie legt wie eine Erinnerung, die man lange genug verdrängt hat. :12. A levegő érett paradicsom, burkolatlan mellékutcák pora és Carlo műhelyéből áradó nehéz, ásványos gépolajszag keveréke, a műhelyé, amely még mindig ott van mindjárt a sarkon túl. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach dem Staub ungepflasterter Seitengassen und nach dem schweren, mineralischen Geruch des Maschinenöls aus Carlos Werkstatt, die noch immer gleich um die Ecke liegt. :13. A műhely úgy áll ott, mintha a falu a maga csendes, makacs módján elhatározta volna, hogy megvárja őt, amíg elég erős lesz, és most, hogy visszatért, nyugodtan megállapítaná, hogy nem az. - Die Werkstatt liegt dort, als hätte das Dorf in seiner stillen, beharrlichen Weise beschlossen, auf sie zu warten, bis sie stark genug wäre, und nun, da sie zurückgekehrt ist, mit einer Gelassenheit festzustellen, dass sie es nicht ist. :14. Meghallja Carlo nevetését, mielőtt meglátná őt – azt a széles, önmagáról gondtalanul meggyőződött nevetést, amelyet húszévesen valamiféle életerőnek tartott, annak bizonyítékának, hogy valaki teljesen benne áll az életben. - Sie hört Carlos Lachen, bevor sie ihn sieht – dieses breite, von sich selbst unbekümmert überzeugte Lachen, das sie mit zwanzig Jahren für eine Art Vitalität gehalten hatte, für den Beweis, dass ein Mensch vollständig im Leben steht. :15. Ma, mindazok után, ez egy olyan férfi szemtelenségének tűnik neki, aki átment azon, amit tett, anélkül hogy hegeket növesztett volna. - Heute kommt es ihr, nach allem, wie die Unverschämtheit eines Mannes vor, der durch das, was er getan hat, hindurchgegangen ist, ohne Narben anzusetzen. :16. Carlo feltűrt ujjakkal hajol egy behorpadt motorháztető fölé, alkarja fekete attól a zsíros kenőanyagtól, amelyet soha nem lehet teljesen lemosni. - Carlo steht mit hochgekrempelten Ärmeln über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Unterarme schwarz von einer Schmiere, die sich nie vollständig abwaschen lässt. :17. Olyan ijesztően változatlannak látszik, olyan szégyenletesen sértetlennek, hogy Elenának egy pillanatra az az érzése támad, az elmúlt tíz év csak benne történt meg, és sehol máshol a világon. - Er sieht so erschreckend unverändert aus, so beschämend unbeschädigt, dass Elena einen Moment lang das Gefühl hat, die letzten zehn Jahre hätten nur in ihr stattgefunden und nirgendwo sonst auf der Welt. :18. Amikor megfordul és meglátja őt, nem jelenik meg meglepetés az arcán, sem megrendülés, sem zavar, még a megjátszott érintettség tisztességes udvariassága sem. - Als er sich umdreht und sie sieht, legt sich keine Überraschung in sein Gesicht, keine Erschütterung, keine Verlegenheit, nicht einmal die anständige Höflichkeit einer gespielten Betroffenheit. :19. Csak egy hosszú, nyugodt pillantás az egész, amely felismeri és besorolja őt, majd folytatja tovább, és ez, oly módon, amely ellen nincsenek szavai, mindennél rosszabb. - Es ist nur ein langer, ruhiger Blick, der sie erkennt und einordnet und weitermacht, und das ist, auf eine Weise, gegen die sie keine Worte hat, das Schlimmste von allem. :20. Tizenhat évvel ezelőtt minden a templom mögött kezdődött, a nyári ünnep után, egy júliusi este meleg sötétjében, egy csókkal, amelynek akkor az ígéret minőségét tulajdonította. - Vor sechzehn Jahren hatte alles hinter der Kirche begonnen, nach dem Sommerfest, in der warmen Dunkelheit eines Juliabends, mit einem Kuss, dem sie damals die Qualität eines Versprechens zugeschrieben hatte. :21. Elena azóta a tapasztalat hűvös bizonyosságával tudja, hogy nem volt naiv, amikor ezt hitte, hanem egyszerűen tizenkilenc éves volt, és még nem birtokolta azt a tudást, hogy a Carlo-féle férfiak nem azért törik meg az ígéreteiket, mert hazudnak, hanem mert abban a pillanatban, amikor adják őket, valóban hiszik, hogy be fogják tartani – ami, ha az ember belegondol, nem enyhítő, hanem súlyosbító körülmény. - Elena weiß inzwischen mit der kühlen Sicherheit der Erfahrung, dass sie nicht naiv war, als sie das glaubte, sondern schlicht neunzehn Jahre alt und noch nicht im Besitz des Wissens, dass Männer wie Carlo Versprechen nicht brechen, weil sie lügen, sondern weil sie in dem Moment, in dem sie sie geben, tatsächlich glauben, dass sie halten werden – was, wenn man darüber nachdenkt, keine mildernde, sondern eine erschwerende Tatsache ist. :22. Amikor húszévesen teherbe esett, ezt olyan pontossággal értette meg, amely nem engedett irgalmat. - Als sie mit zwanzig schwanger wurde, verstand sie das mit einer Präzision, die keine Gnade zuließ. :23. Amikor Matteo márciusban világra jött, sötét hajjal, Carlo elkerülhetetlen szemével és olyan ártatlansággal, amelyet Elena elviselhetetlennek talált, mert nem gyermeket látott benne, hanem saját vereségének összesűrített, sikító összefoglalását. - Als Matteo im März zur Welt kam, mit dunklen Haaren und Carlos unvermeidlichen Augen und einer Unschuld, die Elena unerträglich fand, weil sie in ihm nicht ein Kind sah, sondern die kondensierte, schreiende Zusammenfassung ihrer eigenen Niederlage. :24. Ekkor ismerte fel, hogy a szerelemnek és a fájdalomnak lehet ugyanaz a címe, és hogy a gyermeknek ezért nem szabad fizetnie. - Da erkannte sie, dass Liebe und Schmerz dieselbe Adresse haben können, und dass das Kind dafür nicht bezahlen durfte. :25. Matteót Signora Graziának adta, Carlo anyjának, aki akkor hatvanéves volt, és soha nem rezdült az arca, és soha nem mondott ki vádat. - Sie gab Matteo an Signora Grazia, Carlos Mutter, die damals sechzig war und niemals eine Miene verzog und niemals eine Anklage aussprach. :26. Elena máig nem tudja, hogy ez jóság-e vagy ítélet. - Elena weiß bis heute nicht, ob das Güte ist oder Urteil. :27. Az első nap estéjén Elena felveszi a régi virágos ruhát, amelyet tíz évvel ezelőtt elfelejtett magával vinni, és amely ma is ott lógott az anyja szekrényében, mintha pontosan erre az estére őrizték volna meg, pontosan erre a lehetetlen visszalépésre egy múltba, ahonnan az ember valójában nem tér vissza. - Am Abend des ersten Tages zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren vergessen hatte mitzunehmen und das heute noch im Schrank ihrer Mutter hing, als wäre es dort aufbewahrt worden für genau diesen Abend, für genau diesen unmöglichen Rückgang in eine Vergangenheit, aus der man eigentlich nicht zurückkehrt. :28. Felmegy a lépcsőn Carlo lakásához azzal a szilárd, tudatos elhatározással, hogy csupán egyetlen dolgot mond ki, amit tíz éven át nem mondtak ki, és azzal a be nem vallott, önmaga előtt is alig tudatos tudással, hogy ez az elhatározás már abban a pillanatban hamis volt, amikor felvette a ruhát. - Sie steigt die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf mit dem festen, bewussten Vorsatz, lediglich eine Sache zu sagen, die zehn Jahre lang nicht ausgesprochen wurde, und mit dem uneingestandenen, ihr selbst kaum bewussten Wissen, dass dieser Vorsatz schon in dem Moment falsch war, als sie das Kleid anzog. :29. Carlo foltos trikóban nyit ajtót, olyan pillantással néz rá, amely nem követel magyarázatot és nem mutat riadalmat, majd egy olyan hallgatás után, amelynek ölelésformája van, de nem ölelés, azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Carlo öffnet die Tür in einem fleckigen Unterhemd, schaut sie mit einem Blick an, der keine Erklärung einfordert und kein Erschrecken zeigt, und sagt nach einem Schweigen, das die Form einer Umarmung hat und keine ist: „Du siehst aus wie deine Mutter." :30. Barátság nélkül mondja, kegyetlenség nélkül, annak a férfinak a sajátos tárgyilagosságával, aki kimond egy megfigyelést, amelyet olyan régóta hordoz magában, hogy az elveszített minden érzelmi töltetet, és már csak igaz, és talán ez a legkíméletlenebb dolog, amit valaha mondott neki. - Er sagt es ohne Freundlichkeit, ohne Grausamkeit, mit der eigentümlichen Sachlichkeit eines Mannes, der eine Beobachtung ausspricht, die er so lange mit sich herumgetragen hat, dass sie jede emotionale Ladung verloren hat und nur noch wahr ist, und das ist vielleicht das Rücksichtsloseste, was er je zu ihr gesagt hat. :31. Elena nem szavakkal válaszol, hanem nyitott tenyérrel arcul üti, elég erősen ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a rosszul szigetelt lépcsőházban, és a fölöttük lévő emeleten egy ajtó röviden megnyikorduljon, majd újra elhallgasson. - Elena antwortet nicht mit Worten, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht, fest genug, dass das Geräusch im schlecht isolierten Treppenhaus widerhallt und im Stockwerk darüber eine Tür kurz quietscht und wieder verstummt. :32. Carlo nem mozdul, nem érinti meg kipirult arcát, nem mondja, hogy sajnálja, nem kér bocsánatot, és nem omlik össze. - Carlo bewegt sich nicht, fasst sich nicht an die gerötete Wange, sagt nicht, dass es ihm leidtut, entschuldigt sich nicht und bricht nicht zusammen. :33. Ehelyett olyan szemekkel néz rá, amelyekben nincs megbánás, de ellenségesség sincs, csak valami nyugodt, sötét, feloldhatatlan, ami mindkettőnél rosszabb, mert nem hagy neki lehetőséget arra, hogy harcoljon ellene. - Er schaut sie stattdessen mit Augen an, in denen keine Reue ist, aber auch keine Feindseligkeit, nur etwas Ruhiges, Dunkles, Unauflösbares, das schlimmer ist als beides, weil es ihr keine Möglichkeit lässt, dagegen anzukämpfen. :34. Nem sokkal éjfél után ott áll az anyja háza előtt, anélkül hogy csengetett volna, anélkül hogy üzenetet küldött volna, egy üveg olcsó vörösborral a hóna alatt, és annak az embernek az arcával, aki teljesen biztos benne, hogy Elena amúgy sem aludt. - Kurz nach Mitternacht steht er vor dem Haus ihrer Mutter, ohne geklingelt zu haben, ohne eine Nachricht geschickt zu haben, mit einer Flasche billigem Rotwein unter dem Arm und dem Gesicht eines Mannes, der sich absolut sicher ist, dass sie ohnehin nicht geschlafen hat. :35. Ez igaz, de Elena megtartja magának, mert ez az egyetlen dolog, amit ezen az estén megtart magának. - Das stimmt, aber Elena behält es für sich, weil es das Einzige ist, das sie an diesem Abend für sich behält. :36. A garázsban, két régi autóülésen, amelyek úgy állnak a csupasz betonpadlón, mint egy elhagyott lakás utolsó bútorai, Carlo kérdezés nélkül tölt. - In der Garage, auf zwei alten Autositzen, die auf dem nackten Betonboden stehen wie die letzten Möbel einer aufgegebenen Wohnung, schenkt Carlo ein, ohne zu fragen. :37. Ez rendben van, mert tudja, hogy Elena inni fog, és mert a kérdés nélküli töltés az egyetlen gesztus, amelyet ezen az éjszakán teljesen helyesen tesz. - Das ist in Ordnung, weil er weiß, dass sie trinken wird, und weil das Einschenken ohne Frage die einzige Geste ist, die er in dieser Nacht vollständig richtig macht. :38. Amikor megfogja a kezét, az ujjai érdesek és melegek, és olyan gépolajszaguk van, amelyet a világ egyetlen vize sem mos le teljesen. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen nach Maschinenöl, das kein Wasser der Welt vollständig fortwäscht. :39. Elena hagyja, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert azt mondja magának, hogy azoknak a dolgoknak, amelyek csak egyetlen éjszakáig tartanak, nem kell következményeiknek lenniük, ha az ember elég makacsul ragaszkodik hozzá, amiről tudja, hogy nem igaz, de ami ebben a pillanatban úgy működik, mint egy igazság, és ennek elégnek kell lennie. - Elena lässt es zu, weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie sich sagt, dass Dinge, die nur eine einzige Nacht dauern, keine Konsequenzen haben müssen, wenn man hartnäckig genug darauf besteht, was sie weiß, dass es nicht stimmt, aber was in diesem Moment funktioniert wie eine Wahrheit, und das muss reichen. :40. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja végül, anélkül hogy ránézne, olyan hangon, amelynek közönyösen kellene hangzania. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, ohne ihn anzusehen, in einem Ton, der nach Gleichgültigkeit klingen soll. :41. A hang sebnek hangzik, olyan sebnek, amely tízéves, és ezért nem kevésbé nyitott, csak megszokottabb. - Der Ton klingt nach Wunde, nach einer Wunde, die zehn Jahre alt ist und deshalb nicht weniger offen, sondern nur gewohnter. :42. Carlo állja a pillantását, iszik egy hosszú kortyot, hagy megszületni egy szünetet, amely nem bizonytalanság, hanem tisztelet vagy valami, ami hasonlít rá, aztán kertelés és bocsánatkérés nélkül válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit apám valaha adott nekem.” - Carlo hält ihren Blick aus, trinkt einen langen Schluck, lässt eine Pause entstehen, die keine Unsicherheit ist, sondern Respekt oder etwas, das ihm ähnlich sieht, und antwortet dann, ohne Umschweife und ohne Entschuldigung: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :43. Elena olyan élességgel gyűlöli őt ezért a mondatért, amely már-már csodálatot érdemel, mert nem igazolás, nem vallomás és nem bocsánatkérés. - Elena hasst ihn für diesen Satz mit einer Schärfe, die fast Bewunderung verdient, weil er keine Rechtfertigung ist und kein Geständnis und keine Bitte um Vergebung. :44. Egyszerűen egy másik igazság volt, mint az övé, és minden igazságtalansága mellett ez a legelviselhetetlenebb: hogy a maga módján, a maga korlátozott, megbocsáthatatlan, tökéletesen emberi módján igaza lehet. - Es war schlicht eine andere Wahrheit als ihre, und das ist, bei aller Ungerechtigkeit, das Unerträglichste: dass er recht haben könnte, auf seine Weise, in seiner begrenzten, unentschuldbaren, vollkommen menschlichen Weise. :45. Lassan kihúzza a kezét az övéből. - Sie nimmt langsam ihre Hand aus seiner. :46. Ő hagyja, hogy elvegye, tartás nélkül, kérdés nélkül, olyan mozdulat nélkül, amely arra kényszerítené, hogy megmagyarázzon valamit, amit önmagának sem tud megmagyarázni. - Er lässt sie nehmen, ohne zu halten, ohne zu fragen, ohne eine Geste, die sie zwingen würde, etwas zu erklären, was sie sich selbst nicht erklären kann. :47. Elena még napkelte előtt elhagyja a házat a szürke hajnalelőtti félhomályban, a táskája annak a nőnek a hatékonyságával összepakolva, aki már túl sokszor indult útnak ahhoz, hogy közben még érzéseket pazaroljon. - Noch vor Sonnenaufgang verlässt Elena das Haus im grauen Vordunkel, die Tasche gepackt mit der Effizienz einer Frau, die schon zu oft aufgebrochen ist, um dabei noch Gefühle zu verschwenden. :48. Nem megy azonnal az állomásra, hanem kerülőt tesz az alvó sikátorokon át, amit nem vall be magának. - Sie geht nicht sofort zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg durch die schlafenden Gassen, den sie sich nicht eingesteht. :49. Felszállni annak beismerése volna, hogy ez döntés, és nem gyengeség. - Einsteigen wäre ein Eingeständnis, dass es eine Entscheidung ist, und keine Schwäche. :50. Végül megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt, amelyben meleg fény ég, mint évtizedek óta minden reggel, megingathatatlanul és magától értetődően, mint minden, ami ebben a faluban túlél. - Sie bleibt schließlich vor Signora Grazias Küchenfenster stehen, in dem warmes Licht brennt wie jeden Morgen seit Jahrzehnten, unerschütterlich und selbstverständlich wie alles, was in diesem Dorf überdauert. :51. Matteo a konyhaasztalnál ül, és kenyeret márt tejbe, annak a gyermeknek a teljes, önmagába zárt koncentrációjával, aki pontosan tudja, hová tartozik, és eszébe sem jutna kételkedni benne. - Matteo sitzt am Küchentisch und tunkt Brot in Milch, mit der vollständigen, in sich geschlossenen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört und nicht auf die Idee käme, daran zu zweifeln. :52. Ez a legszebb dolog, amit Elena valaha látott, és a legkegyetlenebb, és a kettő ugyanaz a dolog, és neki nincs nyelve hozzá, sem olaszul, sem semmilyen más nyelven. - Das ist das Schönste, was Elena je gesehen hat, und das Grausamste, und beide Dinge sind dasselbe Ding, und sie hat keine Sprache dafür, weder auf Italienisch noch in irgendeiner anderen. :53. Sötét haja van, Carlo szája, és úgy tartja a vállát, hogy az Elenát önmagára emlékezteti. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Art, die Schultern zu halten, die Elena an sich selbst erinnert. :54. Elena egykori önmagának egy olyan változatára emlékezteti, abból az időből, mielőtt megértette volna, milyen sérülésekre képes az élet, és mielőtt megértette volna, hogy ő maga is e sérülések okai közé tartozik. - Sie erinnert Elena an eine Version ihrer selbst aus der Zeit, bevor sie verstand, zu welchen Beschädigungen das Leben fähig ist, und bevor sie verstand, dass man selbst zu den Ursachen dieser Beschädigungen gehört. :55. Signora Grazia mögötte áll, és olyan lassúsággal simít végig a fején, amely nem gyengédség, hanem valami régebbi és tartósabb a gyengédségnél. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm mit einer Langsamkeit über den Kopf, die keine Zärtlichkeit ist, sondern etwas Älteres und Beständigeres als Zärtlichkeit. :56. Nem néz fel, de az arcán olyan asszony kifejezése van, aki már rég megbocsátotta azt, amit Elena önmagának soha nem fog megbocsátani. - Sie schaut nicht auf, aber ihr Gesicht hat den Ausdruck einer Frau, die längst vergeben hat, was Elena sich selbst nie vergeben wird. :57. Ismeri ezt az aszimmetriát, és hallgat, mert a hallgatás néha az egyetlen, amit az ember egy másik nőnek fel tud ajánlani. - Sie kennt diese Asymmetrie und schweigt, weil Schweigen manchmal das Einzige ist, das man einer anderen Frau anbieten kann. :58. Elena a hideg üveghez nyomja a homlokát, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :59. Hatvannál megfordul, és elmegy, anélkül hogy hátranézne. - Bei sechzig dreht sie sich um und geht, ohne sich umzusehen. :60. Ez mindazok után az egyetlen fegyelem, amely megmaradt neki: nem visszanézni, vagy legalábbis nem hagyni, hogy közben lássák. - Das ist nach allem, die einzige Disziplin, die ihr geblieben ist: nicht zurückzuschauen, oder zumindest nicht dabei gesehen zu werden. :61. A Milánóba tartó vonat a felkelő nap felé halad, és Basilicata tája odakint égve húzódik el az ablak mellett, közönyösen és pompásan, amilyen mindig is volt és mindig is lesz, érintetlenül attól, hogy az emberek mit hagynak benne hátra, vagy mit nem. - Der Zug nach Mailand fährt in die aufgehende Sonne, und die Landschaft der Basilicata brennt außen am Fenster vorbei, gleichgültig und prächtig, wie sie es immer war und immer sein wird, unberührt davon, was Menschen in ihr zurücklassen oder nicht. :62. Elena elszívja a doboz utolsó cigarettáját, könyökét az ablakpárkányra támasztva, tekintetét a mozgó tájra szegezve, anélkül hogy látná. - Elena raucht die letzte Zigarette der Schachtel, den Ellbogen auf dem Fensterbrett, den Blick auf die fahrende Landschaft gerichtet, ohne sie zu sehen. :63. Nem gondol semmire, vagy legalábbis megpróbálja annak a nőnek az elszántságával, aki tudja, hogy a gondolkodás ebben a pillanatban nem volna segítség. - Sie denkt an nichts, oder versucht es mit der Entschlossenheit einer Frau, die weiß, dass Denken in diesem Moment keine Hilfe wäre. :64. Megtanulta, hogy a fájdalom ellentéte nem a boldogság, hanem ez a sajátos, száraz, működő zsibbadtság, amelyben az ember vonatokra száll, ablakok mellett dohányzik, és megy tovább. - Sie hat gelernt, dass das Gegenteil von Schmerz nicht Glück ist, sondern diese spezifische, trockene, funktionierende Taubheit, in der man Züge besteigt und Fenster raucht und weitermacht. ------------------------- == 74 == 1 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio negyvenkét éves. - Antonio ist zweiundvierzig Jahre alt. :2. Egy kis trattoriát vezet Nápolyban, közvetlenül a kikötőnél. - Er betreibt eine kleine Trattoria in Neapel, direkt am Hafen. :3. Az étteremben csak három asztal van. - Das Restaurant hat nur drei Tische. :4. Étlap nincs. - Es gibt keine Speisekarte. :5. Antonio felesége, Lucia két évvel ezelőtt meghalt. - Antonios Frau Lucia ist vor zwei Jahren gestorben. :6. Szívrohamot kapott, az esti kiszolgálás kellős közepén. - Sie hatte einen Herzinfarkt, mitten im Abendservice. :7. A keze még a tányér szélén feküdt. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand. :8. Azóta Antonio csak azokat az ételeket főzi, amelyeket Lucia szeretett. - Seither kocht Antonio nur noch die Gerichte, die Lucia geliebt hat. :9. Kagylós tésztát készít, sült cukkinit és hideg citromtortát. - Er macht Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini und kalten Zitronenkuchen. :10. Egy hónapja egy fiatal nő dolgozik a trattoriában. - Seit einem Monat arbeitet eine junge Frau in der Trattoria. :11. Chiarának hívják, és huszonhét éves. - Sie heißt Chiara und ist siebenundzwanzig Jahre alt. :12. Északról jött, és Nápolyba menekült. - Sie kommt aus dem Norden und ist nach Neapel geflohen. :13. A fülében egy kis, olajbogyó alakú fülbevalót visel. - An ihrem Ohr trägt sie einen kleinen Ohrring in Form einer Olive. :14. Egy kicsit selypít, amikor beszél. - Sie lispelt ein bisschen, wenn sie redet. :15. Egy kedd estén Antonio a konyhában áll, és hagymát vág. - An einem Dienstagabend steht Antonio in der Küche und schneidet Zwiebeln. :16. A könnyek végigfutnak az arcán, de nem törli le őket. - Die Tränen laufen ihm über das Gesicht, aber er wischt sie nicht ab. :17. Chiara a mosogatónál áll, és kagylókat mos. - Chiara steht an der Spüle und wäscht Muscheln. :18. Átnéz Antonióra. - Sie schaut zu Antonio hinüber. :19. A tekintetük találkozik a rozsdás páraelszívó régi tükrében. - Ihre Blicke treffen sich im alten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube. :20. Antonio megállítja a kést. - Antonio hält das Messer an. :21. Azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :22. Chiara egy lépéssel közelebb lép. - Chiara tritt einen Schritt näher. :23. Ráteszi a kezét az ő kezére a kés nyelén. - Sie legt ihre Hand über seine Hand am Messergriff. :24. A keze meleg és nedves, és kagylóvíz szaga van. - Ihre Hand ist warm und feucht und riecht nach Muschelwasser. :25. Antonio nem húzza vissza a kezét. - Antonio zieht seine Hand nicht zurück. :26. Így állnak egy hosszú ideig. - Sie stehen so eine lange Weile. :27. Aztán megérkezik az utolsó vendég, és szétválnak. - Dann kommt der letzte Gast, und sie gehen auseinander. :28. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür. :29. Megosztanak egy cigarettát, és nem beszélnek. - Sie teilen sich eine Zigarette und reden nicht. :30. Az utca másik végéről halk zene hallatszik. - Vom anderen Ende der Straße hört man leise Musik. :31. Egy régi dal Lucio Battistitól. - Es ist ein altes Lied von Lucio Battisti. :32. Az éjszaka meleg, és só- meg halszaga van. - Die Nacht ist warm und riecht nach Salz und Fisch. :33. Chiara előrehajol, és megcsókolja Antoniót. - Chiara beugt sich vor und küsst Antonio. :34. A szája citrom és vörösbor ízű. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein. :35. Antonio lehunyja a szemét. - Antonio schließt die Augen. :36. A kezét Chiara tarkójára teszi, erősen. - Er legt seine Hand in ihren Nacken, fest. :37. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja Chiara dekoltázsát. - Dann öffnet er die Augen und sieht ihr Dekolleté. :38. Közvetlenül a bal kulcscsontja alatt van egy kis anyajegy. - Direkt unter dem linken Schlüsselbein ist ein kleines Muttermal. :39. Pontosan ezen a helyen Luciának is volt egy. - An genau dieser Stelle hatte Lucia auch eines. :40. Antonio megdermed. - Antonio erstarrt. :41. Feláll, anélkül hogy egy szót is szólna. - Er steht auf, ohne ein Wort zu sagen. :42. Visszamegy a konyhába, és becsukja maga mögött az ajtót. - Er geht zurück in die Küche und macht die Tür hinter sich zu. :43. Chiara a lépcsőn marad ülve. - Chiara bleibt auf der Treppe sitzen. :44. Másnap nem jön dolgozni. - Am nächsten Tag kommt sie nicht zur Arbeit. :45. És az azt követő napon sem. - Und auch am übernächsten Tag nicht. :46. Antonio egyedül főz, és a kagylók fele megmarad. - Antonio kocht allein, und die Muscheln bleiben halb übrig. :47. Éjfélkor elmegy a pékség fölötti kis lakásához. - Um Mitternacht geht er zu ihrer kleinen Wohnung über der Bäckerei. :48. Az ajtó résnyire nyitva áll. - Die Tür steht ein Stück offen. :49. Chiara az ágyon ül, felhúzott lábakkal, és dohányzik. - Chiara sitzt auf dem Bett, die Beine angezogen, und raucht. :50. Ránéz, de nem mond semmit. - Sie schaut ihn an, sagt aber nichts. :51. Antonio leül mellé. - Antonio setzt sich neben sie. :52. Megfogja a kezét, és a hüvelykujjával végigsimít az anyajegyen. - Er nimmt ihre Hand und streicht mit dem Daumen über das Muttermal. :53. „Ez nem az övé” — mondja halkan. - „Es ist nicht ihres", sagt er leise. :54. Chiara így felel: „De az enyém.” - Chiara antwortet: „Aber es ist meins." :55. Lefekszenek egymással, nem gyengéden és nem vadul. - Sie schlafen miteinander, nicht zärtlich und nicht wild. :56. Egymás mellett fekszenek, mint két ember egy idegen ágyban. - Sie liegen nebeneinander wie zwei Menschen in einem fremden Bett. :57. Reggel öt órakor Antonio felkel. - Um fünf Uhr morgens steht Antonio auf. :58. Bemegy a trattoria konyhájába, és meggyújtja a tűzhelyet. - Er geht in die Küche der Trattoria und zündet den Herd an. :59. Feltör három tojást, és tükörtojást készít. - Er schlägt drei Eier auf und macht Spiegeleier. :60. Lucia soha nem szerette a tükörtojást. - Lucia hat Spiegeleier nie gemocht. :61. Chiara később megérkezik, és az ölébe ül. - Chiara kommt später und setzt sich auf seinen Schoß. :62. Eszik a tányérjáról, anélkül hogy megkérdezné. - Sie isst von seinem Teller, ohne zu fragen. :63. Antonio nevet. - Antonio lacht. :64. Két év óta először. - Es ist das erste Mal seit zwei Jahren. :65. Aztán Chiara megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara: „Bleibst du?" :66. Antonio kinéz az ablakon a szürke kikötőre. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den grauen Hafen. :67. Egy nagy teherhajó lassan kifut. - Ein großes Frachtschiff legt langsam ab. :68. Azt mondja: „Már maradtam, csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben, nur nicht hier." :69. Chiara a kezével megtörli a száját. - Chiara wischt sich den Mund mit der Hand ab. :70. Feláll és elmegy. - Sie steht auf und geht. :71. Antonio az asztalnál marad ülve. - Antonio bleibt am Tisch sitzen. :72. A tányéron a tükörtojások kihűlnek. - Die Spiegeleier auf dem Teller werden kalt. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Antonio Ferrante és Chiara - Antonio Ferrante und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és egy kis trattoriát vezet közvetlenül Nápoly kikötőjénél. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt und betreibt eine kleine Trattoria direkt am Hafen von Neapel. :2. Az étteremben csak három asztal van, és étlap nincs. - Das Restaurant hat nur drei Tische, und es gibt keine Speisekarte. :3. A felesége, Lucia két éve halott – szívrohamot kapott az esti kiszolgálás kellős közepén. - Seit zwei Jahren ist seine Frau Lucia tot – sie hatte einen Herzinfarkt mitten im Abendservice. :4. A keze még a tányér szélén feküdt, amikor meghalt. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand, als sie starb. :5. Azóta Antonio csak azokat az ételeket főzi, amelyeket Lucia a legszívesebben evett. - Seitdem kocht Antonio nur noch die Gerichte, die Lucia am liebsten gegessen hat. :6. Kagylós tésztát készít, sült cukkinit és hideg citromtortát, minden este, kivétel nélkül. - Er macht Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini und kalten Zitronenkuchen, jeden Abend, ohne Ausnahme. :7. Egy hónapja egy Chiara nevű fiatal nő dolgozik a trattoriában. - Seit einem Monat arbeitet eine junge Frau namens Chiara in der Trattoria. :8. Huszonhét éves, északról jött, és olyan okból menekült Nápolyba, amelyet nem nevez meg. - Sie ist siebenundzwanzig Jahre alt, kommt aus dem Norden und ist aus einem Grund nach Neapel geflohen, den sie nicht nennt. :9. A bal fülében egy kis, olajbogyó alakú fülbevalót visel, és enyhén selypít, amikor beszél. - An ihrem linken Ohr trägt sie einen kleinen Ohrring in Form einer Olive, und sie lispelt leicht, wenn sie spricht. :10. Egy kedd estén Antonio a konyhában áll, és hagymát vág. - An einem Dienstagabend steht Antonio in der Küche und schneidet Zwiebeln. :11. A könnyek végigfutnak az arcán, de nem törli le őket, mert már észre sem veszi. - Die Tränen laufen ihm über das Gesicht, aber er wischt sie nicht ab, weil er es nicht mehr bemerkt. :12. Chiara a mosogatónál áll, és kagylókat mos, és néha átnéz hozzá. - Chiara steht an der Spüle und wäscht Muscheln, und manchmal schaut sie zu ihm hinüber. :13. A rozsdás páraelszívó régi tükrében egy pillanatra találkozik a tekintetük. - Im alten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke für einen Moment. :14. Antonio megállítja a kést, és azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Antonio hält das Messer an und sagt: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :15. Chiara egy lépéssel közelebb lép, és ráteszi a kezét Antonio kezére a kés nyelén. - Chiara tritt einen Schritt näher und legt ihre Hand über seine Hand am Messergriff. :16. A keze meleg, nedves, és kagylóvíz szaga van, Antonio pedig nem húzza vissza a kezét. - Ihre Hand ist warm, feucht und riecht nach Muschelwasser, und Antonio zieht seine Hand nicht zurück. :17. Így állnak egy darabig, amíg egy vendég nem kiált a számla után, és ők szét nem válnak. - Sie stehen so eine Weile, bis ein Gast nach der Rechnung ruft und sie auseinandergehen. :18. Zárás után együtt ülnek a hátsó ajtó előtti lépcsőn, és megosztanak egy cigarettát. - Nach Ladenschluss sitzen sie zusammen auf der Treppe vor der Hintertür und teilen sich eine Zigarette. :19. Nem beszélnek, de a hallgatás nem kellemetlen. - Sie reden nicht, aber das Schweigen ist nicht unangenehm. :20. Az utca másik végéről egy régi Lucio Battisti-dal hallatszik, egészen halkan, egy nyitott ablakon át. - Vom anderen Ende der Straße hört man ein altes Lied von Lucio Battisti, ganz leise durch ein offenes Fenster. :21. Az éjszaka meleg, és só, hal meg a halászhajók motorolajának szaga van benne. - Die Nacht ist warm und riecht nach Salz, Fisch und dem Motoröl der Fischerboote. :22. Chiara lassan előrehajol, és megcsókolja Antoniót, kérdés nélkül és habozás nélkül. - Chiara beugt sich langsam vor und küsst Antonio, ohne zu fragen und ohne zu zögern. :23. A szája citrom és vörösbor ízű, Antonio pedig lehunyja a szemét. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein, und Antonio schließt die Augen. :24. A kezét Chiara tarkójára teszi, az ujjai szorosan tartják, majdnem egy kicsit túl szorosan. - Er legt seine Hand in ihren Nacken, die Finger fest, fast ein bisschen zu fest. :25. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: közvetlenül Chiara bal kulcscsontja alatt egy kis sötét anyajegyet. - Dann öffnet er die Augen und sieht es: direkt unter ihrem linken Schlüsselbein, ein kleines dunkles Muttermal. :26. Pontosan ezen a helyen Luciának is volt egy, és Antonio egyetlen másodperc alatt emlékszik vissza rá. - An genau dieser Stelle hatte Lucia auch eines, und Antonio erinnert sich daran in einer einzigen Sekunde. :27. Megdermed, feláll, egy szót sem szól, és visszamegy a konyhába. - Er erstarrt, steht auf, sagt kein Wort und geht zurück in die Küche. :28. Az ajtó becsapódik mögötte, Chiara pedig egyedül marad ülve a lépcsőn. - Die Tür fällt hinter ihm ins Schloss, und Chiara bleibt allein auf der Treppe sitzen. :29. Másnap este nem jön dolgozni, és az azt követő estén sem. - Am nächsten Abend kommt sie nicht zur Arbeit, und auch am Abend danach nicht. :30. Antonio egyedül főz, a kagylók fele megmarad, és a három asztal üres marad. - Antonio kocht allein, die Muscheln bleiben halb übrig, und die drei Tische bleiben leer. :31. Éjfélkor elhagyja a trattoriát, és elmegy Chiara kis lakásához a pékség fölött. - Um Mitternacht verlässt er die Trattoria und geht zu ihrer kleinen Wohnung über der Bäckerei. :32. Az ajtó résnyire nyitva áll, és nem hall sem zenét, sem sírást, csak csendet. - Die Tür steht einen Spalt offen, und er hört keine Musik und kein Weinen, nur Stille. :33. Chiara az ágyon ül, a lábait a hasához húzva, és dohányzik. - Chiara sitzt auf dem Bett, die Beine an den Bauch gezogen, und raucht. :34. Úgy néz rá, mintha tudta volna, hogy jönni fog. - Sie schaut ihn an, als hätte sie gewusst, dass er kommt. :35. Antonio leül mellé, és megfogja a kezét, anélkül hogy megmagyarázná, miért. - Antonio setzt sich neben sie und nimmt ihre Hand, ohne zu erklären warum. :36. A hüvelykujjával lassan végigsimít az anyajegyen, egyszer, kétszer. - Er streicht mit dem Daumen langsam über das Muttermal, einmal, zweimal. :37. „Ez nem az övé” – mondja, és a hangja furcsán idegenül cseng a kis szobában. - „Es ist nicht ihres", sagt er, und seine Stimme klingt seltsam fremd in dem kleinen Zimmer. :38. Chiara nyugodtan válaszol: „De az enyém.” - Chiara antwortet ruhig: „Aber es ist meins." :39. Lefekszenek egymással, nem gyengéden és nem vadul, hanem úgy, mint két ember, akik megosztanak egy idegen ágyat, anélkül hogy megkérdeznék, kié. - Sie schlafen miteinander, nicht zärtlich und nicht wild, sondern wie zwei Menschen, die ein fremdes Bett teilen, ohne zu fragen, wem es gehört. :40. Reggel öt órakor Antonio felkel, és egyedül visszamegy a trattoria konyhájába. - Um fünf Uhr morgens steht Antonio auf und geht allein zurück in die Küche der Trattoria. :41. Begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a serpenyőbe – tükörtojást, úgy, ahogy Lucia soha nem szerette. - Er zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Pfanne – Spiegeleier, so wie Lucia sie nie gemocht hat. :42. A vaj és a forró zsír szaga betölti az üres konyhát. - Der Geruch von Butter und heißem Fett füllt die leere Küche. :43. Chiara egy órával később érkezik, szó nélkül az ölébe ül, és eszik a tányérjáról. - Chiara kommt eine Stunde später, setzt sich wortlos auf seinen Schoß und isst von seinem Teller. :44. Antonio nevet – rövid, valódi nevetéssel, amely még őt magát is meglepi. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes Lachen, das ihn selbst überrascht. :45. Két év óta ez az első alkalom, hogy így nevetett. - Es ist das erste Mal seit zwei Jahren, dass er so gelacht hat. :46. Aztán Chiara halkan megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara leise: „Bleibst du?" :47. Antonio kinéz az ablakon a szürke reggeli kikötőre, ahol egy teherhajó lassan és sietség nélkül kifut. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den grauen Morgenhafen, wo ein Frachtschiff langsam und ohne Eile ablegt. :48. Azt mondja: „Már maradtam, csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben, nur nicht hier." :49. Chiara erre nem válaszol semmit. - Chiara antwortet nichts darauf. :50. Megtörli a száját a tenyerével, feláll, és elmegy, anélkül hogy visszafordulna. - Sie wischt sich den Mund mit der Handfläche ab, steht auf und geht, ohne sich umzudrehen. :51. Antonio az asztalnál marad ülve, és nem néz utána. - Antonio bleibt am Tisch sitzen und schaut ihr nicht nach. :52. A tányéron a tükörtojások kihűlnek, odakint pedig a kikötő lassan világosabb lesz. - Die Spiegeleier auf dem Teller werden kalt, und der Hafen draußen wird langsam heller. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és már majdnem egy évtizede vezet egy kis trattoriát Nápoly kikötőjénél. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt und betreibt seit fast einem Jahrzehnt eine kleine Trattoria am Hafen von Neapel. :2. Három asztala van, étlapja nincs, és egyetlen ablaka a vízre néz. - Sie hat drei Tische, keine Speisekarte und ein einziges Fenster mit Blick aufs Wasser. :3. Két évvel ezelőtt meghalt a felesége, Lucia, az esti felszolgálás kellős közepén, minden előjel nélkül. - Vor zwei Jahren ist seine Frau Lucia gestorben, mitten im Abendservice, ohne Vorwarnung. :4. A keze még egy vendég tányérjának peremén feküdt, aki a tányérját észre sem vette. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der seinen Teller nicht mal bemerkt hatte. :5. Azóta Antonio egy összehajtott takarón alszik a pult mögött. - Seitdem schläft Antonio auf einer zusammengeklappten Decke hinter der Theke. :6. A fenti hálószoba túl hangos – nem a kintről beszűrődő zaj miatt, hanem a benne lévő csend miatt. - Das Schlafzimmer oben ist zu laut – nicht wegen des Lärms von draußen, sondern wegen der Stille darin. :7. Minden este ugyanazt főzi: kagylós tésztát, sült cukkinit, hideg citromtortát. - Er kocht jeden Abend dasselbe: Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalten Zitronenkuchen. :8. Ez az a három étel, amelyet Lucia mindig rendelt, amikor nem ő állt a tűzhely mellett. - Es sind die drei Gerichte, die Lucia immer bestellt hat, wenn sie nicht selbst am Herd stand. :9. Chiara egy hónapja van ott, huszonhét éves, Torinóból menekült valami elől, amit nem nevez meg. - Chiara ist seit einem Monat da, siebenundzwanzig Jahre alt, aus Turin geflohen vor etwas, das sie nicht benennt. :10. Egy olívazöld fülbevalót visel, és enyhén selypít, amit csak akkor hallani, ha izgatott. - Sie trägt einen Olivenohrrring und hat ein leichtes Lispeln, das man nur hört, wenn sie aufgeregt ist. :11. Nézi Antoniót főzés közben, ahogy összenyomja a fokhagymagerezdeket, ahogy az ujjai végigsiklanak a késen. - Sie schaut Antonio beim Kochen zu, wie er die Knoblauchzehen presst, wie seine Finger über das Messer gleiten. :12. Figyeli, hogy soha nem néz az órára, bár mindig pontosan tudja, mennyi az idő. - Sie beobachtet, wie er nie auf die Uhr schaut, obwohl er immer genau weiß, wie spät es ist. :13. Egy kedd este, amikor az utolsó vendég már rég elment, és a konyha fokhagyma és forró olívaolaj illatát árasztja, Antonio hagymát vág. - An einem Dienstagabend, als der letzte Gast längst gegangen ist und die Küche nach Knoblauch und heißem Olivenöl riecht, schneidet Antonio Zwiebeln. :14. A könnyek végigfolynak az arcán, anélkül hogy észrevenné vagy törődne vele. - Die Tränen laufen ihm übers Gesicht, ohne dass er es bemerkt oder sich darum kümmert. :15. Chiara a mosogatónál áll, kagylókat mos, és őt nézi. - Chiara steht an der Spüle, wäscht Muscheln und schaut ihn an. :16. A régi, rozsdás páraelszívó tükrében röviden egymás szemébe néznek, egy pillanattal tovább, mint amennyi véletlen lehetne. - Im Spiegel der alten, verrosteten Dunstabzugshaube sehen sie sich kurz in die Augen, einen Moment zu lang für einen Zufall. :17. Anélkül, hogy abbahagyná a vágást, azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :18. A lány közelebb lép, és a kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen, sósan a kagylóvíztől. - Sie tritt näher und legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm, feucht, salzig vom Muschelwasser. :19. Ő nem húzza vissza a kezét. - Er zieht die Hand nicht zurück. :20. Olyan közel áll hozzá, hogy érzi a citromillatot a hajában, amely semmire sem emlékezteti, és éppen ezért olyan szokatlan. - Sie steht so nah, dass er den Zitronengeruch in ihrem Haar riecht, der ihn an nichts erinnert und deshalb so ungewohnt ist. :21. Így állnak, amíg Chiara kötényzsebében rezegni nem kezd a mobiltelefon. - Sie stehen so, bis das Handy in Chiaras Schürzentasche vibriert. :22. Aztán szétválnak, mintha semmit sem tettek volna. - Dann gehen sie auseinander, als hätten sie gar nichts getan. :23. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür. :24. Megosztoznak egy cigarettán, és az üres sikátort nézik, ahol egy macska alszik két szemetes között. - Sie teilen sich eine Zigarette und schauen auf die leere Gasse, wo eine Katze zwischen zwei Mülleimern schläft. :25. A szomszéd házból nagyon halkan egy régi Lucio Battisti-dal hallatszik. - Vom Nachbarhaus hört man sehr leise ein altes Lied von Lucio Battisti. :26. Egy nyitott ablakon át sodródik ki, mint a cigarettafüst. - Es driftet durch ein offenes Fenster nach draußen wie Zigarettenrauch. :27. Chiara előrehajol, és kérdés nélkül megcsókolja, a szája citrom és vörösbor ízű. - Chiara beugt sich vor und küsst ihn, ohne zu fragen, ihr Mund nach Zitrone und Rotwein. :28. Antonio lehunyja a szemét, és a kezét a tarkójára teszi, az ujjai erősen, talán túl erősen szorítanak. - Antonio schließt die Augen und legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fest, zu fest vielleicht. :29. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kicsi, sötét anyajegy közvetlenül a bal kulcscsontja alatt. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines, dunkles Muttermal direkt unter ihrem linken Schlüsselbein. :30. Pontosan azon a helyen van, ahol Luciának is volt egy, pontosan azon a helyen, amelyet az elmúlt két évben álmaiban megérintett. - Es sitzt an genau der Stelle, wo Lucia auch eines hatte, an genau der Stelle, die er in den letzten zwei Jahren in seinen Träumen berührt hat. :31. Olyan teljesen megdermed, hogy Chiara azonnal megérzi. - Er erstarrt so vollständig, dass Chiara es sofort spürt. :32. Aztán feláll és elmegy, magyarázat nélkül, vissza sem fordulva, maga mögött becsukva a konyhaajtót, mint egy választ. - Dann steht er auf und geht, ohne eine Erklärung, ohne sich umzudrehen, die Küchentür hinter sich schließend wie eine Antwort. :33. A következő két este Chiara nem jön. - Die nächsten beiden Abende kommt Chiara nicht. :34. Antonio egyedül főz egy konyhában, amely nagyobbnak tűnik, mint máskor, a kagylók félig elfogyva, az asztalok a szokásosnál korábban üresek. - Antonio kocht allein in einer Küche, die größer wirkt als sonst, die Muscheln halb aufgegessen, die Tische früher leer als üblich. :35. A harmadik nap éjfélkor elhagyja a trattoriát. - Um Mitternacht des dritten Tages verlässt er die Trattoria. :36. Végigmegy a szűk, gyengén megvilágított sikátorokon ahhoz a régi házhoz a pékség fölött, ahol Chiara a második emeleten lakik. - Er geht durch die engen, schwach beleuchteten Gassen zu dem alten Haus über der Bäckerei, wo Chiara im zweiten Stock wohnt. :37. Az ajtó résnyire nyitva áll, fény nincs. - Die Tür steht einen Spalt offen, kein Licht. :38. Csak a cigarettája narancsszínű pontja látszik a sötétben. - Nur der orangefarbene Punkt ihrer Zigarette ist in der Dunkelheit zu sehen. :39. Az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen. :40. Úgy néz rá, mintha nem lepődne meg, mintha tudta volna, hogy egyszer úgyis eljön, csak azt nem, mikor. - Sie schaut ihn an, als wäre sie nicht überrascht, als hätte sie gewusst, dass er irgendwann kommen würde, nur nicht, wann. :41. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, és megfordítja. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand und dreht sie um. :42. A hüvelykujjával lassan végigsimít az anyajegyen, mintha azt ellenőrizné, valóban ott van-e. - Er streicht mit dem Daumen über das Muttermal, langsam, so als würde er prüfen, ob es wirklich da ist. :43. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :44. A hangja úgy szól, mintha saját magát akarná erről meggyőzni. - Seine Stimme klingt, als würde er sich selbst davon überzeugen wollen. :45. Chiara nem húzza el a kezét. - Chiara zieht ihre Hand nicht weg. :46. Nyugodtan, szinte közönyösen válaszol: „De az enyém.” - Sie antwortet ruhig, fast gleichgültig: „Aber es ist meins." :47. Együtt alszanak, nem szenvedélyből és nem gyászból. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Trauer. :48. Úgy teszik, mint két ember, akik hosszú idő után végre abbahagyták, hogy úgy tegyenek, mintha semmire sem lenne szükségük. - Sie tun es wie zwei Menschen, die nach langer Zeit endlich aufgehört haben, so zu tun, als bräuchten sie nichts. :49. Nem sokkal öt előtt Antonio felkel, felöltözik, és visszamegy a trattoriába. - Um kurz vor fünf steht Antonio auf, zieht sich an und geht zurück in die Trattoria. :50. Ott begyújtja a tűzhelyet, és feltör három tojást – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, és amelyet soha nem készített neki. - Dort zündet er den Herd an und schlägt drei Eier auf – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie mochte, das er nie für sie gemacht hat. :51. A vaj és a zsír szaga betölti a csendes konyhát. - Der Geruch von Butter und Fett füllt die stille Küche. :52. A reggel első fénye beszűrődik az ablakon, szürkén és tétován, mint egy vendég, aki nem tudja, szívesen látják-e. - Das erste Licht des Morgens kommt durchs Fenster, grau und zögernd wie ein Gast, der nicht weiß, ob er willkommen ist. :53. Chiara egy órával később jön, még nem egészen ébren. - Chiara kommt eine Stunde später, noch nicht ganz wach. :54. Az ölébe ül, és a tányérjáról eszik, mintha ez magától értetődő volna, mintha mindig is így csinálta volna. - Sie setzt sich auf seinen Schoß und isst von seinem Teller, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie es immer so gemacht. :55. Antonio nevet – rövid, igazi nevetéssel. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes Lachen. :56. Ez annyira meglepi, hogy egy pillanatra abbahagyja a lélegzést, mert rájött, hogy még képes rá. - Es überrascht ihn so sehr, dass er kurz aufhört zu atmen, weil er gemerkt hat, dass er es noch kann. :57. Aztán Chiara a tányérra szegezett tekintettel megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara, den Blick auf den Teller gerichtet: „Bleibst du?" :58. Antonio kinéz az ablakon, ahol egy teherhajó lassan és hangtalanul elhagyja a kikötőt, olyan közönyösen és olyan véglegesen, ahogy a dolgok menni szoktak, ha az ember nem tartja őket erősen. - Antonio schaut aus dem Fenster, wo ein Frachtschiff langsam und lautlos den Hafen verlässt, so gleichgültig und so endgültig, wie Dinge eben gehen, wenn man sie nicht festhält. :59. Azt mondja: „Én már maradtam – csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier." :60. Ezzel olyasmit ért, amit ő maga sem ért egészen, de ami igaz. - Er meint damit etwas, das er selbst nicht ganz versteht, aber das wahr ist. :61. Chiara a tenyere élével megtörli a száját, feláll, és leveszi a kabátját a szék támlájáról. - Chiara wischt sich den Mund mit der flachen Hand ab, steht auf und nimmt ihre Jacke von der Stuhllehne. :62. Aztán elmegy, anélkül hogy csapkodna, és anélkül hogy sírna. - Dann geht sie, ohne zu schlagen und ohne zu weinen. :63. Antonio ülve marad, kezét a kávésbögre köré fonva. - Antonio bleibt sitzen, die Hände um den Kaffeebecher gelegt. :64. Nem néz utána. - Er schaut ihr nicht nach. :65. A tükörtojások kihűlnek. - Die Spiegeleier werden kalt. :66. Az ablak előtti kikötő minden pillanattal világosabb lesz, mintha nem tudná, hogy itt éppen valami véget ért. - Der Hafen vor dem Fenster wird mit jedem Moment heller, als wüsste er nicht, dass hier gerade etwas zu Ende gegangen ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és már majdnem egy évtizede vezet egy trattoriát Nápoly kikötőjében, három asztallal és étlap nélkül. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt, betreibt seit fast einem Jahrzehnt eine Trattoria am Hafen von Neapel mit drei Tischen und keiner Speisekarte. :2. Ebben az évtizedben megtanulta, hogy az embernek meglepően kevésre van szüksége, amíg minden este tudja, mit fog főzni. - In diesem Jahrzehnt hat er gelernt, dass ein Mensch erstaunlich wenig braucht, solange er jeden Abend weiß, was er kochen wird. :3. Két évvel ezelőtt meghalt Lucia – a felesége, a szakácsnője, az asszony, aki mindig túl hangosan nevetett, és mindig túl csípősen fűszerezett. - Vor zwei Jahren ist Lucia gestorben – seine Frau, seine Köchin, die Frau, die immer zu laut gelacht und immer zu scharf gewürzt hat. :4. Egy egészen közönséges kedd estén halt meg, a felszolgálás kellős közepén, kezét még egy vendég tányérjának szélén tartva, aki semmit sem vett észre. - Sie ist an einem ganz gewöhnlichen Dienstagabend mitten im Service gestorben, die Hand noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der nichts gemerkt hatte. :5. Azóta Antonio egy összehajtott gyapjútakarón alszik a konyhapult mögött. - Seitdem schläft Antonio auf einer gefalteten Wolldecke hinter der Küchentheke. :6. Nem azért teszi ezt, mert odafent ne volna ágy, hanem mert a hálószobában olyan csend van, amely hangosabb minden zajnál. - Er tut das nicht, weil oben kein Bett wäre, sondern weil das Schlafzimmer eine Art Stille hat, die lauter ist als jedes Geräusch. :7. Minden este ugyanazt a három ételt főzi: kagylós tésztát, sült cukkinit, hideg citromtortát. - Jeden Abend kocht er dieselben drei Gerichte: Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalter Zitronenkuchen. :8. Ez Lucia rendelése, mindig, amikor egyszer saját magát szolgálhatta ki; valamiféle néma rítus, amelyet ő nem fejez be, mert nem tudja, mi következne utána. - Es ist Lucias Bestellung, immer, wenn sie sich einmal selbst bedienen durfte, eine Art stilles Ritual, das er nicht beendet, weil er nicht weiß, was danach käme. :9. Chiara egy hónapja van ott, huszonhét éves, Torinóból menekült el egy olajbogyó alakú fülbevalóval és egy enyhe selypítéssel, amelyet csak akkor hallani, ha izgatott. - Chiara ist seit einem Monat da, siebenundzwanzig, aus Turin geflohen mit einem Olivenohrrring, einem leichten Lispeln, das man nur hört, wenn sie aufgeregt ist. :10. Olyan nő elszánt hallgatásával érkezett, aki megtanulta, hogy a magyarázatok többe kerülnek, mint amennyit hoznak. - Sie ist mit dem entschlossenen Schweigen einer Frau gekommen, die gelernt hat, dass Erklärungen mehr kosten als sie einbringen. :11. Olyan figyelemmel nézi Antoniót főzés közben, amely túlmutat a puszta kíváncsiságon – ahogy összenyomja a fokhagymagerezdeket, mintha az erő volna az egyetlen, amit még biztosan adagolni tud. - Sie schaut Antonio beim Kochen zu mit einer Aufmerksamkeit, die über bloße Neugier hinausgeht – wie er die Knoblauchzehen presst, als wäre Kraft das Einzige, was er noch sicher dosieren kann. :12. Figyeli, ahogy az ujjai végigsiklanak a késen, olyan nyugalommal, amely közönynek látszik, és talán az is. - Sie beobachtet, wie seine Finger über das Messer gleiten mit einer Ruhe, die aussieht wie Gleichgültigkeit und vielleicht auch eine ist. :13. Egy kedd estén, amikor az utolsó vendégek is elmentek, és a konyha égett fokhagyma és a kagylók sójának szagától terhes, Antonio lehajtott fejjel hagymát vág. - An einem Dienstagabend, als die letzten Gäste gegangen sind und die Küche nach verbranntem Knoblauch und dem Salz der Muscheln riecht, schneidet Antonio Zwiebeln mit gesenktem Kopf. :14. A könnyek végigfolynak az arcán anélkül, hogy letörölné őket, anélkül, hogy észrevenné őket, vagy talán észreveszi, és egyszerűen nem tartja érdemesnek elrejteni őket. - Die Tränen laufen ihm übers Gesicht, ohne dass er sie wischt, ohne dass er sie bemerkt, oder vielleicht bemerkt er sie und findet es schlicht nicht der Mühe wert, sie zu verbergen. :15. Chiara a mosogatónál áll, kagylókat mos, és őt nézi. - Chiara steht an der Spüle, wäscht Muscheln und schaut ihn an. :16. A rozsdás páraelszívó tompa, foltos tükrében úgy találkozik a tekintetük, ahogyan egyikük sem tervezte, és ami mégis olyan pontos, mint egy hosszú mondat végére kitett pont. - Im trüben, gefleckten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke auf eine Weise, die keiner von beiden geplant hat und die trotzdem so präzise ist wie ein gesetzter Punkt am Ende eines langen Satzes. :17. Azt mondja, anélkül, hogy abbahagyná a vágást: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :18. Közelebb lép, kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen és sósan a kagylóvíztől. - Sie tritt näher, legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm und feucht und salzig vom Muschelwasser. :19. Ő nem húzza vissza a kezét, mert a teste döntést hoz, mielőtt a feje egyáltalán elkezdte volna megfogalmazni a kérdést. - Er zieht die Hand nicht zurück, weil sein Körper eine Entscheidung trifft, bevor sein Kopf auch nur angefangen hat, die Frage zu formulieren. :20. Így állnak, amíg Chiara kötényzsebében rezegni nem kezd a mobiltelefon. - Sie stehen so, bis das Handy in ihrer Schürzentasche vibriert. :21. A konyha újra két külön emberré változtatja őket vissza, akik éppen petrezselymet és kagylót készítenek elő, és semmi mást. - Die Küche verwandelt sie wieder in zwei getrennte Menschen zurück, die gerade Petersilie und Muscheln vorbereiten und sonst gar nichts. :22. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek, felváltva osztoznak egy cigarettán, mintha régi szokás volna. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür, teilen sich eine Zigarette im Wechsel, als wäre das eine alte Gewohnheit. :23. A sötét sikátort nézik, ahol egy macska mozdulatlanul ül két szemetes között, mint valami, ami a végszavára vár. - Sie schauen auf die dunkle Gasse, wo eine Katze reglos zwischen zwei Mülleimern sitzt wie etwas, das auf sein Stichwort wartet. :24. A szomszéd házból, egy résnyire nyitva maradt ablakon át egy régi Lucio Battisti-dal szűrődik ki, egészen halkan. - Vom Nachbarhaus kommt durch ein angelehnt gebliebenes Fenster ein altes Lied von Lucio Battisti, ganz leise. :25. Olyan halk, hogy az ember nem biztos benne, hallja-e, vagy csak emlékszik rá. - Es ist so leise, dass man nicht sicher ist, ob man es hört oder sich erinnert. :26. Chiara előrehajol, és megcsókolja, előjel nélkül, a habozás nélkül, amely határozatlanságot feltételez. - Chiara beugt sich vor und küsst ihn, ohne Ankündigung, ohne die Zögerlichkeit, die Unschlüssigkeit voraussetzt. :27. A szája citrom és vörösbor ízű, és olyan valaki elszántságának íze van benne, aki pontosan tudja, mit akar, és kész megfizetni érte az árat. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein und nach der Entschiedenheit von jemandem, der genau weiß, was er will und bereit ist, dafür einen Preis zu zahlen. :28. Antonio lehunyja a szemét, kezét a nő tarkójára teszi, ujjai szorosan tartják, elég szorosan ahhoz, hogy Chiara érezze. - Antonio schließt die Augen, legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fest, fest genug, dass sie es spüren wird. :29. Egy pillanatra a világ erre az egy pontra szűkül, a melegre, a sóra és az utca túlsó oldaláról érkező halk dalra. - Für einen Moment ist die Welt auf diesen einen Punkt reduziert, auf Wärme und Salz und das leise Lied von der anderen Straßenseite. :30. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kicsi, sötét anyajegyet közvetlenül a bal kulcscsontja alatt. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines, dunkles Muttermal direkt unter ihrem linken Schlüsselbein. :31. Olyan sajátos, olyan összetéveszthetetlen helyen van, hogy az agya feldolgozza az információt, mielőtt megakadályozhatná, amit az kivált benne. - Es liegt an einer Stelle so spezifisch, so unverwechselbar, dass sein Gehirn die Information verarbeitet, bevor er verhindern kann, was sie in ihm auslöst. :32. Teljesen megdermed, átmenet nélküli teljességgel, feláll, és visszamegy a konyhába. - Er erstarrt mit einer Vollständigkeit, die keine Zwischenstufen kennt, steht auf und geht in die Küche zurück. :33. Az ajtó becsapódik, ő pedig ott áll a csendben, és hallja, ahogy a saját vére úgy zúg, mint egy hajó, amely elhagy egy kikötőt. - Die Tür fällt ins Schloss, und er steht dort in der Stille und hört sein eigenes Blut rauschen wie ein Schiff, das einen Hafen verlässt. :34. A következő két estén Chiara helye üres marad, Antonio pedig egyedül főz egy konyhában, amely hirtelen nagyobbnak tűnik minden helyiségnél, amelyet ismer. - Die nächsten beiden Abende bleibt Chiaras Platz leer, und Antonio kocht allein in einer Küche, die plötzlich größer wirkt als alle Räume, die er kennt. :35. A kagylókat csak félig eszik meg, a három asztal korábban ürül ki, mint valaha, és a csend más minőségű, mint máskor. - Die Muscheln sind nur halb aufgegessen, die drei Tische früher leer als je zuvor, die Stille von einer anderen Qualität als sonst. :36. A harmadik éjszakán, kevéssel éjfél után, maga mögött behúzza a trattoria ajtaját, és végigmegy a szűk, rosszul megvilágított sikátorokon. - In der dritten Nacht, kurz nach Mitternacht, zieht er die Tür der Trattoria hinter sich zu und geht durch die engen, schlecht beleuchteten Gassen. :37. Elmegy a bezárt üzletek és az állott sütőolaj szaga mellett. - Er geht vorbei an geschlossenen Läden und dem Geruch nach abgestandenem Frittieröl. :38. Ahhoz a régi házhoz megy a pékség fölött, ahol még soha nem járt, és amelynek lépcsőháza nedves fa és kenyér szagát árasztja. - Er geht zu dem alten Haus über der Bäckerei, wo er noch nie gewesen ist und dessen Treppe nach nassem Holz und Brot riecht. :39. Chiara lakásának ajtaja résnyire nyitva áll, bent nincs fény, csak a cigarettája narancsszínű izzása. - Die Tür zu Chiaras Wohnung steht einen Spalt offen, kein Licht darin außer dem orangefarbenen Glühen ihrer Zigarette. :40. Az izzás úgy mozog a sötétben, mint egy világítótorony villanása, amelyet nem neki szántak, és mégis vezeti őt. - Das Glühen bewegt sich in der Dunkelheit wie das Blinken eines Leuchtturms, der nicht für ihn gedacht ist und ihn trotzdem führt. :41. Chiara az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva, és olyan arckifejezéssel néz rá, amely se nem meglepett, se nem megkönnyebbült. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen, und schaut ihn an mit einem Ausdruck, der weder überrascht noch erleichtert ist. :42. Olyan ember arckifejezése ez, aki megnyert egy fogadást, amelyet szívesebben veszített volna el. - Es ist der Ausdruck von jemandem, der eine Wette gewonnen hat, die er lieber verloren hätte. :43. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, a csuklója belső oldalát a mennyezet felé fordítja, aztán hüvelykujjával végigsimít az anyajegyen. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand, dreht die Innenseite ihres Handgelenks zur Decke und streicht dann mit dem Daumen über das Muttermal. :44. Lassan és összpontosítva teszi, mint valaki, aki azt vizsgálja, begyógyult-e egy sebhely, vagy még nyitva van. - Er tut es langsam und konzentriert, wie jemand, der prüft, ob eine Narbe verheilt ist oder noch offen. :45. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :46. A hangja úgy hangzik, mint egy férfi hangja, aki azért mond ki egy mondatot, hogy saját magát meggyőzze arról, hogy hisz benne. - Seine Stimme klingt wie die Stimme eines Mannes, der einen Satz ausspricht, um sich selbst davon zu überzeugen, dass er ihn glaubt. :47. Chiara megtartja a kezét. - Chiara hält seiner Hand stand. :48. Anélkül válaszol, hogy felemelné a hangját: „De az enyém.” - Sie antwortet, ohne die Stimme zu heben: „Aber es ist meins." :49. Együtt alszanak, nem szenvedélyből, nem szánalomból és nem kétségbeesésből. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Mitleid und nicht aus Verzweiflung. :50. Olyan két ember csendes pragmatizmusával alszanak együtt, akik mindketten tudják, hogy éppen olyasmit tesznek, amit nem tudnak visszacsinálni, és akik úgy döntöttek, hogy mégis megteszik. - Sie schlafen miteinander mit der stillen Pragmatik zweier Menschen, die beide wissen, dass sie gerade etwas tun, das sie nicht rückgängig machen können, und die sich entschieden haben, es trotzdem zu tun. :51. Kevéssel öt után Antonio felkel, a sötétben felöltözik, és visszamegy a trattoriába. - Um kurz nach fünf steht Antonio auf, zieht sich im Dunkeln an und geht zurück in die Trattoria. :52. Begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a serpenyőbe – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, amelyet soha nem készített neki, és amelynek most kezdetillata van, bár nem biztos benne, minek a kezdete. - Er zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Pfanne – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie mochte, das er nie für sie gemacht hat, das jetzt nach Anfang riecht, obwohl er nicht sicher ist, wovon. :53. Az első szürke reggeli fény bejön az ablakon, és úgy terül el a munkafelületen, mint valami, ami nem biztos benne, hogy szívesen látják-e. - Das erste graue Morgenlicht kommt durchs Fenster und legt sich auf die Arbeitsfläche wie etwas, das nicht sicher ist, ob es willkommen ist. :54. Antonio a tűzhelynél áll, nézi a tojásokat, ahogy a vajban dermednek, és semmi meghatározottra nem gondol. - Antonio steht am Herd und schaut auf die Eier, die in der Butter stocken, und denkt an nichts Bestimmtes. :55. Chiara egy órával később érkezik, még félig álmosan, bejelentés nélkül az ölébe ül, és a tányérjáról eszik, mintha ez évek óta tartó szokás volna, nem pedig az első alkalom. - Chiara kommt eine Stunde später, noch halb schläfrig, setzt sich ohne Ankündigung auf seinen Schoß und isst von seinem Teller, als wäre das eine jahrelange Gewohnheit und nicht das erste Mal. :56. Antonio nevet, röviden, valóban, saját magán is meglepődve; olyan nevetés ez, amelynek érkezését nem hallotta előre. - Antonio lacht, ein kurzes, echtes, von sich selbst überraschtes Lachen, das er nicht kommen gehört hat. :57. Chiara úgy néz rá, mintha ez a nevetés valami volna, amit megjegyzett magának. - Chiara schaut ihn an, als wäre dieses Lachen etwas, das sie sich gemerkt hat. :58. Aztán megkérdezi, tekintetét újra a tányérra szegezve, olyan mellékességgel, amely nem mellékes: „Maradsz?” - Dann fragt sie, den Blick wieder auf den Teller gesenkt, mit einer Beiläufigkeit, die nicht beiläufig ist: „Bleibst du?" :59. Antonio kinéz az ablakon a kikötőre, ahol egy teherhajó lassan és sietség nélkül indul el, közönyösen, mint minden nagy dolog, amelyet nem érdekel, nézi-e valaki. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den Hafen, wo ein Frachtschiff langsam und ohne Eile abfährt, gleichgültig wie alle großen Dinge, die sich nicht darum scheren, ob man ihnen zuschaut. :60. Azt mondja: „Már maradtam – csak nem itt”, és ezzel olyasmit ért, amit talán még ő maga sem ért teljesen, ami azonban abban a pillanatban az egyetlen lehetséges válasz egy olyan kérdésre, amely többet követel, mint amennyit ő adni tud. - Er sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier", und meint damit etwas, das vielleicht nicht einmal er selbst vollständig versteht, das aber in dem Moment die einzig mögliche Antwort auf eine Frage ist, die mehr verlangt, als er geben kann. :61. Chiara a kézfejével megtörli a száját, feláll, leveszi a kabátját a szék támlájáról, és elmegy. - Chiara wischt sich den Mund mit dem Handrücken ab, steht auf, nimmt ihre Jacke von der Stuhllehne und geht. :62. Úgy megy el, hogy nem fordul vissza, nem csap be ajtót, annak méltóságával, aki választ várt, és meg is kapta. - Sie geht, ohne sich umzudrehen, ohne eine Tür zu schlagen, mit der Würde von jemandem, der eine Antwort erwartet hat und sie bekommen hat. :63. Antonio az asztalnál marad ülve, kezei a már hideg kávésbögrét fogják körül, és nem néz utána. - Antonio bleibt am Tisch sitzen, die Hände um den Kaffeebecher gelegt, der schon kalt ist, und schaut ihr nicht nach. :64. Nem néz a tojásokra, nem néz a kikötőre, és egyszerűen semmire sem néz, miközben odakint egyre világosabb lesz, mintha a világ a szokásos ügyeit intézné, teljesen érintetlenül attól, hogy itt valaki éppen másodszor maradt egyedül két év alatt. - Er schaut nicht auf die Eier und schaut nicht auf den Hafen und schaut einfach nichts an, während das Licht draußen heller wird, als ginge die Welt ihren üblichen Geschäften nach, vollkommen unbeeindruckt davon, dass hier gerade jemand das zweite Mal in zwei Jahren allein geblieben ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és aki csak futólag ismeri, azt mondaná, hogy trattoriát vezet Nápoly kikötőjében. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt, und wer ihn nur flüchtig kennt, würde sagen, er betreibt eine Trattoria am Hafen von Neapel. :2. Három asztal, nincs étlap, egy ablak a víz felé, amelyet soha nem tisztít meg, mert a rajta lévő kosz úgy töri meg a fényt, hogy azt szebbnek találja a tisztaságnál. - Drei Tische, keine Speisekarte, ein Fenster zum Wasser hin, das er nie putzt, weil der Schmutz darauf das Licht auf eine Weise bricht, die er schöner findet als Klarheit. :3. De ez csak a külső héja volna egy történetnek, amelynek magja két éve abban áll, hogy egy férfi minden este ugyanazokat az ételeket főzi olyan vendégeknek, akik soha nem rendelték meg őket, mert az egyetlen ember, akinek valaha készítette őket, már nincs ott, hogy megegye őket. - Aber das wäre nur die äußere Schale einer Geschichte, deren Kern seit zwei Jahren darin besteht, dass ein Mann jeden Abend dieselben Gerichte kocht für Gäste, die sie nie bestellt haben, weil die einzige Person, für die er sie je gemacht hat, nicht mehr da ist, um sie zu essen. :4. Lucia egy keddi napon halt meg, az esti kiszolgálás kellős közepén, leeső test zaja nélkül, dráma nélkül, a keze még egy vendég tányérjának peremén, aki semmit sem vett észre. - Lucia ist an einem Dienstag gestorben, mitten im Abendservice, ohne das Geräusch eines fallenden Körpers, ohne Drama, mit der Hand noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der nichts bemerkt hatte. :5. Antonio a mai napig nem tud visszaemlékezni ennek a vendégnek az arcára, bár megpróbálta, mert azt gondolta, hogy a bűntudatnak horgonyra van szüksége, és ez a férfi volt az egyetlen kézzelfogható. - Antonio kann sich bis heute nicht an das Gesicht dieses Gastes erinnern, obwohl er es versucht hat, weil er dachte, dass Schuld einen Anker braucht, und dieser Mann der einzige greifbare war. :6. Azóta Antonio egy összehajtott gyapjútakarón alszik a konyhapult mögött, nem azért, mert képtelen volna belépni a hálószobába, hanem valamiféle pontosan megválasztott büntetésből, amelyet saját magára rótt ki anélkül, hogy valaha eldöntötte volna, pontosan miért. - Seitdem schläft Antonio auf einer gefalteten Wolldecke hinter der Küchentheke, nicht aus Unvermögen, das Schlafzimmer zu betreten, sondern aus einer Art präzise gewählter Bestrafung, die er sich selbst auferlegt hat ohne je zu entscheiden, wofür genau. :7. Folytatja ezt a büntetést, mert az abbahagyás időközben magyarázatot követelne, amellyel senkinek sem tartozik, legkevésbé saját magának. - Er setzt diese Bestrafung fort, weil das Aufhören inzwischen eine Erklärung erfordern würde, die er niemandem schuldet und sich selbst am allerwenigsten. :8. A három étel – tészta kagylóval, sült cukkini, hideg citromtorta – nem rituálé szentimentális értelemben. - Die drei Gerichte – Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalter Zitronenkuchen – sind kein Ritual im sentimentalen Sinne. :9. Inkább szerkezeti elv, afféle napi állítás arról, hogy a világnak még mindig van rendje, még ha az indoka már el is tűnt. - Sie sind eher ein strukturelles Prinzip, eine Art tägliche Behauptung, dass die Welt noch eine Ordnung hat, auch wenn ihre Begründung fortgefallen ist. :10. Chiara egy hónapja tűnt fel, huszonhét éves, Torinóból menekült el egy olyan nő tömör csomagjával, aki megtanulta, hogy kevesebbre van szükség, mint hinnénk, ha az ember csak kész abbahagyni, hogy olyan dolgokért fizessen, amelyek nem tartoznak hozzá. - Chiara ist vor einem Monat aufgetaucht, siebenundzwanzig Jahre alt, aus Turin geflohen mit dem kompakten Gepäck einer Frau, die gelernt hat, dass man weniger braucht, als man denkt, wenn man nur bereit ist, aufzuhören, für Dinge zu bezahlen, die einem nicht gehören. :11. Egy apró olajbogyós fülbevalót visel, alig hallhatóan selypít, amikor a mondatok hosszabbak lesznek, és az első két hétben olyan keveset beszélt magáról, hogy Antonio a hallgatását az udvariasság egyik formájaként kezdte értelmezni, ami talán az is, vagy talán valami más, amit még nem akart megnevezni. - Sie trägt einen Ohrring mit einer kleinen Olive, lispelt kaum hörbar, wenn die Sätze länger werden, und hat in den ersten zwei Wochen so wenig über sich selbst gesprochen, dass Antonio begann, ihr Schweigen als eine Form von Höflichkeit zu interpretieren, was es vielleicht auch ist, oder vielleicht auch etwas anderes, das er noch nicht benennen wollte. :12. Amit akkor tesz, amikor főzés közben figyeli őt, túl van a kíváncsiságon és innen a vonzalmon. - Was sie tut, wenn sie ihm beim Kochen zuschaut, geht über Neugier hinaus und unter Zuneigung. :13. Olyan ember figyelme ez, aki valami meghatározottat keres, és még nem tudja, megtalálta-e, vagy csak reméli, hogy talán ez az, amit keres. - Es ist die Aufmerksamkeit von jemandem, der etwas Bestimmtes sucht und noch nicht weiß, ob er es gefunden hat oder ob er nur hofft, es könnte das sein, wonach er sucht. :14. Az említett kedd estén, miután az utolsó vendég fizetett, és a konyha abban az állapotban van, amelyet Antonio szépnek nevez, és amely mindenki másnak rendetlenségnek tűnne – kagylóhéjak a mosogató peremén, olívaolaj a tűzhelyen, a petrezselyem még félig aprítatlanul –, lehajtott fejjel hagymát vág, és hagyja folyni a könnyeit. - An besagtem Dienstagabend, nachdem der letzte Gast gezahlt hat und die Küche in dem Zustand ist, den Antonio schön nennt und der allen anderen wie Unordnung vorkäme – Muschelschalen am Rand der Spüle, Olivenöl auf dem Herd, die Petersilie noch halb ungehackt –, schneidet er Zwiebeln mit gesenktem Kopf und lässt die Tränen laufen. :15. Nem azért teszi, mert gyászol, vagy nem csak azért, hanem mert valamikor felhagyott azzal, hogy különbséget tegyen a hagymakönnyek és a többi között, és ez a különbségnélküliség időközben az őszinteség egyik formájának érződik. - Er tut es nicht, weil er trauert, oder nicht nur, sondern weil er irgendwann aufgehört hat, zwischen Zwiebeltränen und den anderen zu unterscheiden, und diese Unterschiedslosigkeit sich inzwischen wie eine Form von Ehrlichkeit anfühlt. :16. Chiara a mosogatónál áll, és a páraelszívó zsírcseppektől erezett, homályos tükrében tekintetük egy olyan véletlen pontosságával találkozik, amely túl jól megrendezettnek hat ahhoz, hogy véletlen legyen. - Chiara steht an der Spüle, und im trüben, von Fettflecken gemaserten Spiegel der Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke mit der Präzision eines Zufalls, der zu gut inszeniert wirkt, um zufällig zu sein. :17. Ott tartják egymást egy pillanatig, amely elég hosszú ahhoz, hogy mindketten tudják, mit jelent, és elég rövid ahhoz, hogy egyikük se legyen kénytelen úgy tenni, mintha tudta volna. - Sie halten sich dort einen Moment, der lang genug ist, dass beide wissen, was er bedeutet, und kurz genug, dass keiner gezwungen ist, so zu tun, als hätte er es gewusst. :18. Anélkül, hogy abbahagyná a vágást, a lehető legmellékesebb hangon azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden, die Stimme so beiläufig wie möglich: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :19. Chiara egy lépéssel közelebb lép, kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen, sósan a kagylóviztől, olyan magától értetődőséggel, amely semmiféle engedélyt nem kért, és nem is volt rá szüksége, ő pedig nem húzza vissza a kezét, mert a teste ebben a pillanatban okosabb az értelménél, vagy legalábbis gyorsabb, és az okosság kérdését későbbre halasztja. - Sie tritt einen Schritt näher, legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm, feucht, salzig vom Muschelwasser, mit einer Selbstverständlichkeit, die keinerlei Erlaubnis eingeholt hat und keine brauchte, und er zieht die Hand nicht zurück, weil sein Körper in diesem Moment klüger ist als sein Verstand, oder wenigstens schneller, und die Frage der Klugheit auf später vertagt. :20. Így állnak, amíg a mobiltelefon rezegni nem kezd a nő kötényzsebében. - Sie stehen so, bis das Handy in ihrer Schürzentasche vibriert. :21. A valóság visszaváltoztatja őket két emberré, akik petrezselymet aprítanak, kagylót mosnak, és semmi többé. - Die Wirklichkeit verwandelt sie in zwei Menschen zurück, die Petersilie hacken und Muscheln waschen und nichts weiter. :22. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek, megosztanak egy cigarettát egy olyan ritmusban, amely saját magát találta ki, és úgy hallgatnak, hogy az nem árul el kényelmetlenséget. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür, teilen sich eine Zigarette in einem Rhythmus, der sich selbst erfunden hat, schweigen auf eine Art, die kein Unbehagen verrät. :23. Lucio Battistit hallgatják, aki a szemközti ablakon át lép be a sötétbe, olyan halkan, hogy éppúgy lehetne emlék, mint egy dal, amelyet éppen lejátszanak. - Sie hören auf Lucio Battisti, der durch ein Fenster von gegenüber ins Dunkel tritt, so leise, dass er ebenso eine Erinnerung sein könnte wie ein Lied, das gerade gespielt wird. :24. Chiara megcsókolja őt anélkül, hogy bejelentené a pillanatot, anélkül a tétovaság nélkül, amely ambivalenciát feltételez, szája citrom és vörösbor ízű, és egy olyan nő csendes elszántságáé, aki eldöntötte, hogy vállalja a kockázatot. - Chiara küsst ihn, ohne den Moment anzukündigen, ohne die Zögerlichkeit, die Ambivalenz voraussetzt, ihr Mund nach Zitrone und Rotwein und der stillen Entschlossenheit einer Frau, die beschlossen hat, dass sie das Risiko eingeht. :25. Antonio lehunyja a szemét, és kezét a nő tarkójára teszi, ujjai szinte fájdalmasan szorosan tartják, mintha a kapaszkodás pótolhatná azt, amit a nyelv nem tud, és a perc töredékére a világ erre az egy pontra hajtódik össze, melegségre, sóra, a távoli dalra, a kikötő szagára. - Antonio schließt die Augen und legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fast schmerzhaft fest, als könnte Festhalten das ersetzen, was Sprache nicht kann, und für den Bruchteil einer Minute ist die Welt auf diesen einen Punkt zusammengefaltet, auf Wärme, auf Salz, auf das ferne Lied, auf den Geruch des Hafens. :26. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kis sötét anyajegyet a bal kulcscsontja alatt, olyan konkrét, olyan változhatatlanul ismerős helyen, hogy az agya végrehajtja a társítást, mielőtt megakadályozhatná. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines dunkles Muttermal unter ihrem linken Schlüsselbein, an einer Stelle so spezifisch, so unveränderlich vertraut, dass sein Gehirn die Assoziation vollzieht, bevor er sie verhindern kann. :27. Ezzel a társítással egyszerre tér vissza minden – nem fájdalomként, hanem valami hidegebbként, pontosabbként, mint egy sebészi vágás valamiben, amit gyógyultnak hitt az ember. - Mit dieser Assoziation kommt alles auf einmal zurück – nicht als Schmerz, sondern als etwas Kälteres, Präziseres, wie ein chirurgischer Schnitt in etwas, das man für verheilt gehalten hatte. :28. Átmenetek nélküli teljességgel dermed meg, feláll és elmegy. - Er erstarrt mit einer Vollständigkeit, die keine Übergänge kennt, steht auf und geht. :29. A konyhaajtó valami végleges hangjával csukódik be mögötte, ő pedig az üres konyhában áll, hallja saját lélegzetét, és azon tűnődik, gyáva dolog-e, amit az imént tett, és nem jut eredményre. - Die Küchentür schließt sich hinter ihm mit dem Laut von etwas Endgültigem, und er steht in der leeren Küche und hört seinen eigenen Atem und fragt sich, ob es feige ist, was er gerade getan hat, und kommt zu keinem Ergebnis. :30. A következő két este Chiara helye üres, Antonio pedig egy olyan konyhában főz tovább, amelynek méretei ugyanazok, mint mindig, és mégis másnak érződik, talán tágasabbnak, vagy üresebbnek. - Die nächsten zwei Abende ist Chiaras Platz leer, und Antonio kocht in einer Küche, die dieselben Maße hat wie immer und sich trotzdem anders anfühlt, weiter vielleicht, oder leerer. :31. Abban a sajátos értelemben üresebb, hogy hiányzik valami, ami nemrég még nem is volt ott, és amelynek hiányát ezért élesebben érzékeli, mint azokét a dolgokét, amelyek régebb óta hiányoztak. - Es ist leerer in dem spezifischen Sinne, dass etwas fehlt, das noch vor kurzem noch nicht da war und dessen Abwesenheit deshalb schärfer registriert wird als die von Dingen, die länger fehlten. :32. A harmadik éjszakán, éjfél után bezárja a trattoriát. - In der dritten Nacht, nach Mitternacht, schließt er die Trattoria ab. :33. Végigmegy a szűk sikátorokon, elhalad az öreg sütőolaj szaga és egy kapualjból jövő macskahang mellett, a pékség fölötti házhoz, egy ajtóhoz, amely résnyire nyitva áll. - Er geht durch die engen Gassen, vorbei an dem Geruch nach altem Frittieröl und dem Katzengeräusch in einer Einfahrt, zu dem Haus über der Bäckerei, zu einer Tür, die einen Spalt offen steht. :34. Az ajtó nyitva áll, mintha tudta volna, hogy jönni fog, vagy mintha Chiara tudta volna, hogy jönni fog, ami ugyanarra fut ki. - Die Tür steht offen, als hätte sie gewusst, dass er kommen würde, oder als hätte Chiara gewusst, dass er kommen würde, was auf dasselbe hinausläuft. :35. Chiara az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva, a cigaretta az ujjai között, és olyan ember arckifejezésével néz rá, aki megnyert egy fogadást, amelyet nem akart megnyerni. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen, die Zigarette zwischen den Fingern, und schaut ihn an mit dem Ausdruck von jemandem, der eine Wette gewonnen hat, die zu gewinnen er nicht wollte. :36. Nem akarta megnyerni, mert az ár nem stimmel. - Er wollte sie nicht gewinnen, weil der Preis nicht stimmt. :37. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, tenyérrel felfelé fordítja, és hüvelykujjával lassan, többször végigsimít az anyajegyen. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand, dreht die Innenfläche nach oben und streicht mit dem Daumen über das Muttermal, langsam, mehrmals. :38. Úgy teszi, mint aki ellenőrzi, hogy valami valóban ott van-e, vagy csak úgy néz ki, mint amit látni vár. - Er tut es wie jemand, der überprüft, ob etwas wirklich da ist oder nur so aussieht wie das, was er zu sehen erwartet. :39. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :40. A hangja úgy hangzik, mint egy férfi hangja, aki valós időben próbálja meggyőzni saját magát arról, hogy igaza van. - Seine Stimme klingt wie die Stimme eines Mannes, der versucht, sich selbst in Echtzeit davon zu überzeugen, dass er recht hat. :41. Chiara nem húzza vissza a kezét. - Chiara zieht die Hand nicht zurück. :42. Annak a nyugalmával felel, aki ezt a mondatot már előre látta jönni: „De ez az enyém.” - Sie antwortet mit der Ruhe von jemandem, der diesen Satz schon kommen hat sehen: „Aber es ist meins." :43. Együtt alszanak, nem szenvedélyből, nem gyászból, és nem abból a tévedésből, hogy a testek meggyógyítják azt, amire a nyelv nem képes. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Trauer und nicht aus dem Irrtum, dass Körper heilen, was Sprache nicht schafft. :44. Két felnőtt józan beleegyezésével teszik, akik mindketten tudják, hogy olyasmit tesznek, aminek következményei vannak, és akik úgy döntöttek, hogy a következményeket holnapra halasztják. - Sie tun es mit der nüchternen Zustimmung zweier Erwachsener, die beide wissen, dass sie etwas tun, das Konsequenzen hat, und die sich entschieden haben, die Konsequenzen auf morgen zu verschieben. :45. Nem sokkal öt után Antonio felöltözik, visszamegy a trattoriába, begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a vajba – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, és amelyet ő soha nem készített neki. - Um kurz nach fünf zieht Antonio sich an, geht zurück in die Trattoria, zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Butter – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie gemocht hat, das er nie für sie gemacht hat. :46. Most a csendes konyhában valaminek az illata terjeng, amit kezdetnek nevezne, ha biztos volna benne, hogy az. - Es riecht jetzt in der stillen Küche nach etwas, das er Anfang nennen würde, wenn er sich sicher wäre, ob das stimmt. :47. A reggeli fény a piszkos ablakon át ráfekszik a munkafelületre. - Das Morgenlicht legt sich durch das schmutzige Fenster auf die Arbeitsfläche. :48. Megtört és szórt, azon a módon, amelyet szebbnek talál a tisztaságnál. - Es ist gebrochen und diffus, auf die Weise, die er schöner findet als Klarheit. :49. Chiara egy órával később érkezik, minden előzetes bejelentés nélkül az ölébe ül, és az ő tányérjáról eszik annak a szokásnak a magától értetődőségével, amelyet éppen feltalál. - Chiara kommt eine Stunde später, setzt sich ohne Vorankündigung auf seinen Schoß und isst von seinem Teller mit der Selbstverständlichkeit einer Gewohnheit, die sie gerade erfindet. :50. Antonio nevet – egy rövid, valódi, saját magát is meglepő nevetéssel, amely úgy változtatja meg a teret, ahogy ő nem tudta volna leírni, de amit a nő olyan ember tekintetével regisztrál, aki figyel. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes, von sich selbst überraschtes Lachen, das den Raum verändert auf eine Art, die er nicht hätte beschreiben können, das aber von ihr registriert wird mit dem Blick von jemandem, der aufpasst. :51. Aztán megkérdezi, még mindig villával a kezében, tekintetét a tányérra szegezve, gondosan megszerkesztett mellékességgel: „Maradsz?” - Dann fragt sie, die Gabel noch in der Hand, den Blick auf den Teller gesenkt, mit einer Beiläufigkeit, die sorgfältig konstruiert ist: „Bleibst du?" :52. Antonio kinéz az ablakon a kikötőre, ahol egy teherhajó hangtalanul és sietség nélkül hagyja el a helyét, a nagy dolgok teljes közönyével aziránt, ami a peremükön történik, és azt mondja: „Már maradtam – csak nem itt.” - Antonio schaut aus dem Fenster auf den Hafen, wo ein Frachtschiff lautlos und ohne Eile seinen Platz verlässt, mit der vollständigen Gleichgültigkeit großer Dinge gegenüber dem, was an ihren Rändern passiert, und sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier." :53. Ez egy olyan mondat, amely abban a pillanatban igaz és hiányos, és a legjobb, amit fel tud ajánlani, és tudja, hogy a nő érti, mire gondol, és tudja, hogy az értés nem ugyanaz, mint az egyetértés. - Es ist ein Satz, der in dem Moment wahr ist und unvollständig und das Beste, was er anbieten kann, und er weiß, dass sie versteht, was er meint, und er weiß, dass Verstehen nicht dasselbe ist wie Einverstanden-Sein. :54. Chiara kézfejével megtörli a száját, egy olyan mozdulattal, amelyben nincs semmi drámai, és éppen ezért hat olyan véglegesnek, feláll, fogja a kabátját, és elmegy. - Chiara wischt sich den Mund mit dem Handrücken ab, mit einer Geste, die nichts Dramatisches hat und gerade deshalb so endgültig wirkt, steht auf, nimmt ihre Jacke und geht. :55. Nem csap be ajtót, és nem fordul vissza, annak a méltóságával, aki őszinte választ kapott, és jobban szerette volna, ha nem kapja meg. - Sie schlägt keine Tür und dreht sich nicht um, mit der Würde von jemandem, der eine ehrliche Antwort erhalten hat und sie lieber nicht gehabt hätte. :56. Antonio az asztalnál marad ülve, kezei a kihűlt kávésbögre körül, és nem néz utána, nem néz a tojásokra, nem néz a kikötőre, és egyszerűen semmire sem néz, miközben a piszkos ablakon át a fény egyre világosabb és szórtabb lesz. - Antonio bleibt am Tisch sitzen, die Hände um den erkalteten Kaffeebecher, und schaut ihr nicht nach und schaut nicht auf die Eier und schaut nicht auf den Hafen und schaut einfach nichts an, während das Licht durch das schmutzige Fenster heller und diffuser wird. :57. Arra gondol, hogy most két éven belül másodszor ül egyedül ennél az asztalnál, és azon tűnődik, vajon ez minta-e vagy véletlen, és ahogy már legutóbb is, most sem jut semmiféle használható eredményre. - Er denkt daran, dass er jetzt zum zweiten Mal in zwei Jahren allein an diesem Tisch sitzt, und fragt sich, ob das ein Muster ist oder ein Zufall, und kommt, wie schon beim letzten Mal, zu keinem brauchbaren Ergebnis. ------------------------- == 75 == 1 ------------------------- :Stephen Harding doktor - Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding Oxfordban lakik. - Dr. Stephen Harding wohnt in Oxford. :2. Ötvenhárom éves. - Er ist 53 Jahre alt. :3. A St. Anne's College oktatója. - Er ist Dozent am St. Anne's College. :4. Szereti a régi könyveket. - Er liebt alte Bücher. :5. A szobája tele van könyvekkel. - Sein Zimmer ist voll mit Büchern. :6. Ma vendég érkezik. - Heute kommt ein Gast. :7. A vendéget Dr. James Callowaynek hívják. - Der Gast heißt Dr. James Calloway. :8. James harmincegy éves. - James ist 31 Jahre alt. :9. Új az egyetemen. - Er ist neu an der Universität. :10. Kapott egy állást. - Er hat eine Stelle bekommen. :11. Stephen ebben az állásban reménykedett. - Stephen hat auf diese Stelle gehofft. :12. A barátjának akarta. - Er wollte sie für seinen Freund. :13. De James kapta meg. - Aber James hat sie bekommen. :14. Délután négy óra van. - Es ist vier Uhr nachmittags. :15. Stephen az asztalra teszi a teáskészletet. - Stephen stellt das Teeservice auf den Tisch. :16. A készlet ezüstből van. - Das Service ist aus Silber. :17. Nagyon régi és nagyon szép. - Es ist sehr alt und sehr schön. :18. James az ajtó előtt áll. - James steht vor der Tür. :19. Egy perccel korábban csenget. - Er klingelt eine Minute zu früh. :20. Stephen két percet vár. - Stephen wartet zwei Minuten. :21. Aztán kinyitja az ajtót. - Dann öffnet er die Tür. :22. Azt mondja: „Á, pontos. Ez manapság ritka.” - Er sagt: „Ah, pünktlich. Das ist selten heute." :23. James mosolyog. - James lächelt. :24. A mosoly nem egészen valódi. - Das Lächeln ist nicht ganz echt. :25. Bemegy a lakásba. - Er geht in die Wohnung. :26. Régi könyvek illata van. - Es riecht nach alten Büchern. :27. Két nagy karosszékbe ülnek le. - Sie setzen sich in zwei große Sessel. :28. Közöttük egy kis asztal áll. - Zwischen ihnen steht ein kleiner Tisch. :29. Stephen kitölti a teát. - Stephen gießt den Tee ein. :30. Először a tejet önti a csészébe. - Er gibt zuerst die Milch in die Tasse. :31. Ez a régi angol módi. - Das ist die alte englische Art. :32. Megkérdezi: „Egy kekszet?” - Er fragt: „Ein Keks?" :33. Odanyújtja a dobozt. - Er reicht die Dose. :34. James két kekszet vesz. - James nimmt zwei Kekse. :35. Stephen ezt látja. - Stephen sieht das. :36. Felvonja az egyik szemöldökét. - Er hebt eine Augenbraue. :37. Azt mondja: „Anyám mindig azt mondta: csak az egyszerű emberek vesznek kettőt.” - Er sagt: „Meine Mutter hat immer gesagt: Nur einfache Leute nehmen zwei." :38. James beleharap a kekszbe. - James beißt in den Keks. :39. Azt mondja: „Anyám mindig azt mondta: csak a gazdag emberek félnek venni.” - Er sagt: „Meine Mutter hat immer gesagt: Nur reiche Leute haben Angst zu nehmen." :40. Csend lesz a szobában. - Es wird still im Zimmer. :41. Egy kanál megcsörren egy csészén. - Ein Löffel klappert auf einer Tasse. :42. Stephen issza a teáját. - Stephen trinkt seinen Tee. :43. Megkérdezi: „Már sikerült berendezkednie?” - Er fragt: „Haben Sie sich schon eingelebt?" :44. James bólint. - James nickt. :45. Azt mondja: „A könyvtár nagyon jó. De a könyvek nincsenek jól rendezve.” - Er sagt: „Die Bibliothek ist sehr gut. Aber die Bücher sind nicht gut sortiert." :46. Stephen keze röviden megmozdul. - Stephens Hand bewegt sich kurz. :47. Azt mondja: „Régi kollégámnak megvolt a maga rendszere. Zseni volt.” - Er sagt: „Mein alter Kollege hatte sein eigenes System. Er war ein Genie." :48. Kihangsúlyozza a „maga” szót. - Er betont das Wort „sein". :49. James ezt meghallja. - James hört das. :50. Azt mondja: „Egy zseninek is szüksége van rendre. Néha.” - Er sagt: „Ein Genie braucht auch Ordnung. Manchmal." :51. Mindketten egyszerre isznak. - Sie trinken beide gleichzeitig. :52. Kint enyhén esik az eső. - Draußen regnet es leicht. :53. Az időjárásról beszélnek. - Sie reden über das Wetter. :54. Az új könyvtárról beszélnek. - Sie reden über die neue Bibliothek. :55. Minden szónak két jelentése van. - Jedes Wort hat zwei Bedeutungen. :56. De ezt nem mondják ki közvetlenül. - Aber sie sagen das nicht direkt. :57. Egy óra múlva James feláll. - Nach einer Stunde steht James auf. :58. Kinyújtja a kezét. - Er streckt die Hand aus. :59. Stephen elfogja a kezet. - Stephen nimmt die Hand. :60. Kissé túl hosszan tartja. - Er hält sie etwas zu lang. :61. Azt mondja: „Ezt megismételjük.” - Er sagt: „Wir machen das wieder." :62. James azt mondja: „Örömmel. Legközelebb nálam. Kávét főzök. Modernet.” - James sagt: „Gerne. Nächstes Mal bei mir. Ich mache Kaffee. Den modernen." :63. Az ajtóhoz megy. - Er geht zur Tür. :64. Az ajtónál megfordul. - An der Tür dreht er sich um. :65. Azt mondja: „A kekszek nagyon jók voltak. Az édesanyja Indiából hozta a receptet?” - Er sagt: „Die Kekse waren sehr gut. Hat Ihre Mutter das Rezept aus Indien?" :66. Stephen mosolya merevvé válik. - Stephens Lächeln wird fest. :67. Az ajtó becsukódik. - Die Tür geht zu. :68. James végigmegy a folyosón. - James geht den Flur hinunter. :69. Mélyen kifújja a levegőt. - Er atmet tief aus. :70. A szobában Stephen lesöpri a morzsákat a zakójáról. - Im Zimmer wischt Stephen die Krümel von seiner Jacke. :71. Aztán röviden elmosolyodik. - Dann lächelt er kurz. :72. Senki sem nyert. - Keiner hat gewonnen. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Stephen Harding doktor - Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding már sok éve Oxfordban él, egy nagy lakásban, amely tele van régi könyvekkel. - Dr. Stephen Harding lebt seit vielen Jahren in Oxford, in einer großen Wohnung voller alter Bücher. :2. A St. Anne's College-ban dolgozik, és ismeri az egyetem minden zugát. - Er arbeitet am St. Anne's College und kennt jeden Winkel dieser Universität. :3. Ezen a délutánon vendéget vár, és ennek nem örül. - An diesem Nachmittag erwartet er einen Gast, und er ist nicht glücklich darüber. :4. A vendéget Dr. James Callowaynek hívják, új itt, és kapott egy állást. - Der Gast heißt Dr. James Calloway, er ist neu hier und hat eine Stelle bekommen. :5. Ezt az állást Stephen pártfogoltjának szánták, de az egyetem másként döntött. - Diese Stelle war für Stephens Schützling gedacht, aber die Universität hat anders entschieden. :6. Stephen már korán előkészítette a teáskészletet, az ezüstöt, amelyet csak fontos látogatásokhoz használ. - Stephen hat das Teeservice schon früh vorbereitet, das silberne, das er nur für wichtige Besuche benutzt. :7. Négy órakor megszólal a csengő a nehéz tölgyfaajtónál. - Um vier Uhr klingelt es an der schweren Eichentür. :8. Stephen ránéz az órára, pontosan két percet vár, aztán az ajtóhoz megy. - Stephen schaut auf die Uhr, wartet genau zwei Minuten, dann geht er zur Tür. :9. Kinyitja, és kis mosollyal azt mondja: „Á, pontos – ez ritka az ön nemzedékénél.” - Er öffnet sie und sagt mit einem kleinen Lächeln: „Ah, pünktlich – das ist selten bei Ihrer Generation." :10. James a folyosón áll, új cipőt visel, és kissé túl szélesen mosolyog ehhez a pillanathoz. - James steht im Flur, er trägt neue Schuhe und lächelt etwas zu breit für diesen Moment. :11. Azt mondja: „Jó napot”, és belép; a folyosón viasz és régi cigaretták szaga érződik. - Er sagt „Guten Tag" und tritt ein, der Flur riecht nach Wachs und alten Zigaretten. :12. Bemmennek a nappaliba, és leülnek két mély karosszékbe, egy kis asztallal szemben. - Sie gehen ins Wohnzimmer und setzen sich in zwei tiefe Sessel gegenüber einem kleinen Tisch. :13. Az asztalon ott áll az ezüsttálca két csészével, egy teáskannával és egy doboz Fortnum & Mason keksszel. - Auf dem Tisch steht das silberne Tablett mit zwei Tassen, einer Kanne Tee und einer Dose Kekse von Fortnum & Mason. :14. Stephen kitölti a teát, először a tejet, aztán a teát, egészen lassan, és anélkül, hogy megmagyarázná, miért. - Stephen gießt den Tee ein, zuerst die Milch, dann den Tee, ganz langsam und ohne zu erklären warum. :15. Megkérdezi: „Egy kekszet, Dr. Calloway?”, és odatartja neki a dobozt. - Er fragt: „Ein Keks, Dr. Calloway?" und hält ihm die Dose hin. :16. James két kekszet vesz, gondolkodás nélkül, mert éhes, és a kekszek jól néznek ki. - James nimmt zwei Kekse, ohne nachzudenken, weil er Hunger hat und die Kekse gut aussehen. :17. Stephen ezt azonnal látja, és felvonja az egyik szemöldökét, alig észrevehetően, de James észreveszi. - Stephen sieht es sofort und hebt eine Augenbraue, fast unmerklich, aber James bemerkt es. :18. Stephen nyugodtan azt mondja: „Anyám azt szokta mondani, hogy csak egyszerű emberek vesznek kettőt.” - Stephen sagt ruhig: „Meine Mutter pflegte zu sagen, dass nur einfache Menschen zwei nehmen." :19. James beleharap a kekszbe, és szünet nélkül válaszol: „Anyám mindig azt mondta, hogy csak félős emberek vesznek csak egyet.” - James beißt in den Keks und antwortet ohne Pause: „Meine Mutter sagte immer, dass nur ängstliche Menschen nur einen nehmen." :20. Csend lesz, csak egy kanál csörren halkan egy porcelán csészealjon. - Es wird still, nur ein Löffel klappert leise auf einer Porzellanuntertasse. :21. Isszák a teájukat, és röviden kinéznek az ablakon, ahol az eső lágyan kopog az üvegen. - Sie trinken ihren Tee und schauen kurz aus dem Fenster, wo der Regen sanft gegen das Glas klopft. :22. Stephen egy idő után megkérdezi: „Nos, sikerült már egy kicsit berendezkednie itt?” - Stephen fragt nach einer Weile: „Und, haben Sie sich schon ein bisschen eingelebt hier?" :23. James bólint, és azt mondja, a könyvtár valóban lenyűgöző, de a külön gyűjtemény katalogizálása kissé áttekinthetetlen. - James nickt und sagt, die Bibliothek sei wirklich beeindruckend, aber die Katalogisierung der Spezialsammlung sei etwas unübersichtlich. :24. Stephen ujjai röviden megmozdulnak a karosszék karfáján, aztán újra mozdulatlanul fekszenek. - Stephens Finger bewegen sich kurz auf der Sessellehne, dann liegen sie wieder still. :25. Lassan azt mondja: „Elhunyt kollégám – az a férfi, akinek a székét most ön tölti be – ott a maga egészen saját rendszerét használta.” - Er sagt langsam: „Mein verstorbener Kollege – der Mann, dessen Stuhl Sie jetzt innehaben – hatte dort sein ganz eigenes System." :26. Az „akinek a székét” hangsúlya halk, de világos. - Die Betonung auf „dessen Stuhl" ist leise, aber deutlich. :27. James meghallja, és barátságosan azt mondja: „A zsenialitás és a rend nem zárják ki egymást, néha jól együtt járnak.” - James hört sie und sagt freundlich: „Genie und Ordnung schließen sich ja nicht aus, manchmal gehen sie gut zusammen." :28. Stephen mosolyog, de a mosoly nem ér el a szeméig. - Stephen lächelt, aber das Lächeln erreicht die Augen nicht. :29. Tovább beszélgetnek ártalmatlan dolgokról: a könyvtár felújításáról, a rossz időről, egy új étteremről a városban. - Sie reden weiter über harmlose Dinge: die Renovierung der Bibliothek, das schlechte Wetter, ein neues Restaurant in der Stadt. :30. De minden mondat mögött valami más húzódik, valami kimondatlan, amit mindketten éreznek, és egyikük sem mond ki. - Aber hinter jedem Satz liegt etwas anderes, etwas Ungesagtes, das beide spüren und keiner ausspricht. :31. James kiissza a teáját, és gondosan visszateszi a csészét a csészealjra. - James trinkt seinen Tee aus und stellt die Tasse sorgfältig auf die Untertasse zurück. :32. Körülbelül egy óra múlva feláll, és kinyújtja a kezét. - Nach etwa einer Stunde steht er auf und streckt die Hand aus. :33. Stephen is feláll, megfogja a kezét, és egy pillanattal túl sokáig tartja. - Stephen steht auch auf, nimmt die Hand und hält sie einen Moment zu lang. :34. Azt mondja: „Ezt hamarosan meg kellene ismételnünk, kellemes délután volt.” - Er sagt: „Wir sollten das bald wiederholen, es war ein angenehmer Nachmittag." :35. James válaszol: „Nagyon szívesen, legközelebb nálam – kávét főzök, azt a modern fajtát, tudja.” - James antwortet: „Sehr gerne, das nächste Mal bei mir – ich mache Kaffee, diese moderne Art, Sie wissen schon." :36. Az ajtóhoz megy, aztán röviden megáll, és még egyszer megfordul. - Er geht zur Tür, bleibt dann kurz stehen und dreht sich noch einmal um. :37. Könnyű mosollyal azt mondja: „A kekszek egyébként kitűnőek voltak – az édesanyja talán Indiából hozta magával a receptet?” - Er sagt mit einem leichten Lächeln: „Die Kekse waren übrigens ausgezeichnet – hat Ihre Mutter das Rezept vielleicht aus Indien mitgebracht?" :38. Stephen mosolya egy másodpercre egészen merevvé válik, aztán egyszerűen ott marad. - Stephens Lächeln wird für eine Sekunde ganz fest, dann bleibt es einfach stehen. :39. Az ajtó becsapódik, nem hangosan, de végérvényesen. - Die Tür fällt zu, nicht laut, aber endgültig. :40. James végigmegy a hosszú folyosón, és egyszer mélyen, lassan kifújja a levegőt. - James geht den langen Flur hinunter und atmet einmal tief und langsam aus. :41. A szobában Stephen még egy pillanatig áll, aztán gondosan lesöpri a morzsákat tweedzakójáról. - Im Zimmer steht Stephen noch einen Moment, dann wischt er die Krümel sorgfältig von seinem Tweedjackett. :42. Az ablakhoz megy, és kinéz a nedves utcára. - Er geht zum Fenster und schaut auf die nasse Straße hinaus. :43. Egy idő után elmosolyodik, röviden és alig láthatóan, szinte csak saját magának. - Nach einer Weile lächelt er, kurz und kaum sichtbar, fast für sich selbst. :44. Döntetlen volt, és már ez is elég ritka. - Es war unentschieden, und das ist selten genug. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding. :1. Dr. Stephen Harding lakása egy régi homokkő épület második emeletén volt. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding lag im zweiten Stock eines alten Sandsteingebäudes. :2. Az Oxfordi Egyetem évszázadok óta úgy hordozta magával ezt az épületet, mint egy fáradt, de büszke veteránt. - Die Universität Oxford trug dieses Gebäude seit Jahrhunderten wie einen müden, aber stolzen Veteranen mit sich. :3. Könyvek nemcsak a polcokon álltak, hanem a földön, az ablakpárkányokon és a keskeny előszobai asztalon is. - Bücher standen nicht nur in den Regalen, sondern auch auf dem Boden, auf Fensterbänken und auf dem schmalen Flurtisch. :4. Úgy hatott, mintha az évek során önállóan szaporodtak volna el, és minden szabad felületet hallgatólagosan birtokba vettek volna. - Es wirkte, als hätten sie sich im Laufe der Jahre selbstständig vermehrt und alle freien Flächen stillschweigend in Besitz genommen. :5. Októberi kedd délután volt, és az ég Oxford fölött a szokásos közönyös szürkeséget viselte. - Es war ein Dienstagnachmittag im Oktober, und der Himmel über Oxford war das übliche gleichgültige Grau. :6. Stephen reggeli óta halk, kellemetlen érzést érzett a gyomrában, amelyet következetesen figyelmen kívül hagyott. - Stephen hatte seit dem Frühstück ein leises, unangenehmes Gefühl im Bauch, das er konsequent ignorierte. :7. Fél négykor Mrs. Pargetter megterítette a teaszervizt a két bőrfotel közötti alacsony asztalon. - Um halb vier deckte Mrs. Pargetter das Teeservice auf dem niedrigen Tisch zwischen den beiden Ledersesseln. :8. Mellé tette a Fortnum & Mason kekszesdobozát, aztán ugyanolyan hangtalanul tűnt el, ahogyan érkezett. - Sie stellte die Dose mit den Keksen von Fortnum & Mason dazu und verschwand dann wieder so lautlos, wie sie gekommen war. :9. Stephen már a foteljában ült. - Stephen saß bereits in seinem Sessel. :10. De valójában nem olvasott, hanem a lépcsőházban hallatszó léptekre figyelt. - Er las aber nicht wirklich, sondern hörte auf die Schritte im Treppenhaus. :11. Három perccel négy előtt csengettek. - Um drei Minuten vor vier klingelte es. :12. Letette a könyvet a karfára, felállt, megigazította a zakóját, és megvárta, amíg a kandallópárkányon álló óra pontosan négyet mutat. - Er legte das Buch auf die Armlehne, stand auf, zog die Jacke gerade und wartete, bis die Uhr auf dem Kaminsims genau vier Uhr anzeigte. :13. Aztán az ajtóhoz ment. - Dann ging er zur Tür. :14. A férfi, aki előtte állt, fiatalabb volt, mint ahogyan Stephen elképzelte. - Der Mann, der vor ihm stand, war jünger, als Stephen ihn sich vorgestellt hatte. :15. Ez nem az életkor értelmében volt igaz, amelyet Stephen természetesen ismert, hanem abban, ahogyan James Calloway ott állt, nyílt mosollyal és olyan új cipőben, hogy járás közben halkan nyikorgott. - Das galt nicht im Sinne des Alters, das Stephen natürlich kannte, sondern in der Art, wie James Calloway dastand, mit einem offenen Lächeln und Schuhen, die so neu waren, dass sie beim Gehen leise quietschten. :16. „Jöjjön be”, mondta Stephen a szokásos üdvözlő formula nélkül. - „Herein", sagte Stephen ohne die übliche Begrüßungsformel. :17. Ez James mosolyát a másodperc töredékére megakasztotta. - Das brachte James' Lächeln für den Bruchteil einer Sekunde ins Stocken. :18. Leültek, és Stephen kitöltötte a teát – először a tejet, aztán a teát, olyan sorrendben, amelyről angol akadémikusok nemzedékek óta komolyan vitatkoztak. - Sie setzten sich, und Stephen goss den Tee ein – zuerst die Milch, dann den Tee, eine Reihenfolge, über die unter englischen Akademikern seit Generationen ernsthaft gestritten wurde. :19. Aztán Stephen James felé tolta a kekszesdobozt. - Dann schob Stephen die Keksdose in James' Richtung. :20. James gondolkodás nélkül kettőt vett. - James nahm zwei, ohne nachzudenken. :21. Dél óta nem evett semmit, és a friss sütemény illata erősebb volt, mint a társasági óvatossága. - Er hatte seit dem Mittag nichts gegessen, und der Geruch des frischen Gebäcks war stärker als seine gesellschaftliche Vorsicht. :22. Stephen felvonta az egyik szemöldökét. - Stephen hob eine Augenbraue. :23. Szinte teátrális mozdulat volt, amelyet harminc év akadémiai élet során tökéletesített. - Es war eine fast theatralische Geste, die er im Laufe von dreißig Jahren akademischen Lebens perfektioniert hatte. :24. „Anyám ragaszkodott hozzá”, mondta mellékesen, mintha az időjárásról beszélne, „hogy idegen asztalnál az ember mindig csak egyet vegyen. - „Meine Mutter bestand darauf", sagte er beiläufig, als spreche er über das Wetter, „dass man an einem fremden Tisch immer nur einen nimmt. :25. Minden más többet árul el az emberről, mint bármely névjegykártya.” - Alles andere verrät mehr über den Menschen als jede Visitenkarte." :26. James rágott, nyelt, majd ugyanolyan nyugodtan válaszolt: „Az én anyám arra tanított, hogy idegen asztalnál nyugodtan el szabad venni kettőt. - James kaute, schluckte und antwortete ebenso entspannt: „Meine Mutter hat mich gelehrt, dass man an einem fremden Tisch ruhig zwei nehmen darf. :27. Mert aki mások ítéletétől való félelmében éhes marad, azzal szintén igen sok mindent elárul.” - Denn wer aus Angst vor dem Urteil anderer hungrig bleibt, verrät damit ebenfalls eine ganze Menge." :28. Kis csend keletkezett, amelyet egyikük sem sietett megtölteni. - Eine kleine Stille entstand, die keiner der beiden beeilte sich zu füllen. :29. Egy teáskanál halk csörrenése a porcelánon ebben a pillanatban aránytalanul hangosnak tűnt. - Das leise Klingen eines Teelöffels auf Porzellan klang in diesem Moment unverhältnismäßig laut. :30. Stephen ivott egy kortyot, és olyan férfi pontosságával tette le a csészét, akinek a precizitás második természetévé vált. - Stephen trank einen Schluck und stellte die Tasse mit der Präzision eines Mannes ab, dem Genauigkeit zur zweiten Natur geworden war. :31. Aztán valódi érdeklődéssel a hangjában, amely azonban nagyon gondosan volt megkonstruálva, megkérdezte: „És hogyan igazodik el most, az első hetek után?” - Dann fragte er mit echtem Interesse in der Stimme, das allerdings sehr sorgfältig konstruiert war: „Und wie finden Sie sich zurecht, jetzt, nach den ersten Wochen?" :32. James elmondta, hogy a könyvtár kivételesen jól felszerelt, amit őszintén így is gondolt. - James berichtete, die Bibliothek sei außergewöhnlich gut bestückt, was er aufrichtig meinte. :33. Aztán hozzátette, hogy a harmadik emeleti különleges gyűjtemény katalogizálása kissé nehezen átlátható, amit szintén őszintén gondolt, bár más okból. - Dann fügte er hinzu, die Katalogisierung der Spezialsammlung im dritten Stock sei etwas schwer zu durchschauen, was er ebenfalls aufrichtig meinte, wenn auch aus einem anderen Grund. :34. Stephen bal keze, amely lazán feküdt a fotel karfáján, alig észrevehetően összerándult. - Stephens linke Hand, die locker auf der Sessellehne gelegen hatte, zog sich unmerklich zusammen. :35. „Aldridge professzor”, mondta egy rövid pillanat után, és a név úgy hangzott a szájában, mint egy gondosan kifényesített porcelándarab. - „Professor Aldridge", sagte er nach einem kurzen Moment, und der Name klang in seinem Mund wie ein sorgfältig poliertes Stück Porzellan. :36. „Aldridge professzor a gyűjteményéhez olyan rendszert dolgozott ki, amely eleinte megközelíthetetlennek hat, de közelebbi foglalkozás során olyan belső logikát tár fel, amelyet zseniálisnak tartok.” - „Professor Aldridge hatte für seine Sammlung ein System entwickelt, das zunächst unzugänglich wirkt, aber bei näherer Beschäftigung eine innere Logik offenbart, die ich für genial halte." :37. Kis szünetet tartott. - Er machte eine kleine Pause. :38. „Egyébként ő hagyta hátra ezt a fotelt. Azt, amelyben most ül.” - „Er hinterließ übrigens diesen Sessel. Den, in dem Sie jetzt sitzen." :39. James röviden lepillantott a karfákra, mintha azt vizsgálná, vajon a bőr mond-e neki bármit. - James ließ den Blick kurz auf die Armlehnen fallen, als prüfe er, ob das Leder ihm irgendetwas zu sagen habe. :40. Aztán azt mondta: „Kényelmes fotel. A jó rendszer és a kényelem ritkán zárják ki egymást.” - Dann sagte er: „Komfortabler Sessel. Gutes System und Komfort schließen sich ja selten aus." :41. Beszélgettek még egy ideig az Alsó Könyvtár tervezett felújításáról, a következő szemeszter egyik vendégelőadásáról, és arról a kérdésről, hogy Oxford új polgármestere valóban ki fogja-e bővíteni a kerékpárutakat, vagy csak úgy tesz, mintha ezt tervezné. - Sie sprachen noch eine Weile über die geplante Renovierung der Unteren Bibliothek, über einen Gastvortrag im nächsten Semester und über die Frage, ob der neue Bürgermeister von Oxford die Fahrradwege wirklich ausbauen werde oder nur so tue, als plane er es. :42. Ezek a beszélgetések olyan tökéletesen ártalmatlannak hangzottak, hogy az embernek az ellenkezőjét kellett volna feltételeznie. - Diese Gespräche klangen so vollkommen harmlos, dass man das Gegenteil hätte annehmen müssen. :43. Amikor James egy óra múlva felállt és kinyújtotta a kezét, Stephen határozott szorítással fogta meg, amely egy másodperccel túl sokáig tartott. - Als James nach einer Stunde aufstand und die Hand ausstreckte, ergriff Stephen sie mit einem festen Griff, der eine Sekunde zu lang dauerte. :44. Olyan gesztus volt ez, amelyet James nem kommentált, mert pontosan tudta, mit jelent. - Es war eine Geste, die James nicht kommentierte, weil er genau wusste, was sie bedeutete. :45. „Ezt megismételjük”, mondta Stephen. - „Wir machen das wieder", sagte Stephen. :46. Egyszerre hangzott meghívásnak és bejelentésnek. - Es klang wie eine Einladung und wie eine Ankündigung gleichzeitig. :47. „Nagyon szívesen”, felelte James, „legközelebb nálam. - „Sehr gerne", antwortete James, „das nächste Mal bei mir. :48. Sajnos nincs Fortnum-&-Mason-dobozom, de a kávé jó, ígérem.” - Ich habe leider keine Fortnum-&-Mason-Dose, aber der Kaffee ist gut, versprochen." :49. Az ajtónál egy pillanatra megtorpant, majdnem úgy, mintha elfelejtett volna valamit. - An der Tür zögerte er einen Moment, fast so, als habe er etwas vergessen. :50. Aztán félig megfordult, és olyan barátságossággal, amely tökéletesen ült, azt mondta: „Ó, és a kekszek valóban kiválóak voltak – ez valami régi családi recept?” - Dann drehte er sich halb um und sagte mit einer Freundlichkeit, die perfekt saß: „Ach, und die Kekse waren wirklich ausgezeichnet – ist das ein altes Familienrezept?" :51. „Anyámtól való”, mondta Stephen. - „Von meiner Mutter", sagte Stephen. :52. „Indiából?”, kérdezte James, már majdnem a lépcsőn. - „Aus Indien?", fragte James, schon fast auf der Treppe. :53. Az ajtó becsukódott, halkan és határozottan. - Die Tür fiel zu, leise und bestimmt. :54. Stephen még egy pillanatig az előszobában állt. - Stephen stand noch einen Moment im Flur. :55. Aztán visszatért a nappaliba, megállt az ablaknál, és kinézett a nedves utcára, ahol felhúzott kapucnis diákok siettek el a régi kőházak mellett. - Dann kehrte er ins Wohnzimmer zurück, blieb beim Fenster stehen und schaute auf die nasse Straße, auf der Studenten mit hochgezogenen Kapuzen an den alten Steinhäusern vorbeihasteten. :56. Lesöpörte a morzsákat tweedzakója hajtókájáról. - Er wischte die Krümel vom Revers seines Tweedjacketts. :57. Olyan mozdulat volt, amelyet maga sem tudott volna megmagyarázni. - Es war eine Geste, die er sich nicht hätte erklären können. :58. Aztán elmosolyodott – röviden, pontosan, és szinte akarata ellenére. - Dann lächelte er – kurz, präzise, und fast ohne es zu wollen. :59. Döntetlen, gondolta. - Unentschieden, dachte er. :60. Egyelőre. - Vorläufig. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding lakása kevésbé volt lakóhely, mint inkább intellektuális életrajzának háromdimenziós archívuma. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding war weniger ein Ort des Wohnens als vielmehr ein dreidimensionales Archiv seiner intellektuellen Biografie. :2. Ebben az archívumban minden halom, minden megkopott könyvgerincsor és minden ablakpárkányra letett kézirat valamiféle néma tanúvallomást tett harminc év akadémiai életéről. - In diesem Archiv legten jeder Stapel, jede abgegriffene Buchrückenreihe und jedes auf Fensterbänken abgelegte Manuskript eine Art stummer Zeugenaussage über dreißig Jahre akademischen Lebens ab. :3. October light, ahogy az angolok nevezték – ez a takarékos, már-már mentegetőző őszi fény, amely a magas osztott ablakokon át hullott be, és a levegő porszemcséit arany töredékekké változtatta, amelyek alig mozdultak, mintha az idő ebben a szobában úgy döntött volna, hogy hagy magának egy kis időt. - October light, wie die Engländer das nannten – dieses sparsame, fast schon entschuldigende Herbstlicht, das durch die hohen Sprossenfenster fiel und die Staubpartikel in der Luft zu goldenen Fragmenten verwandelte, die sich kaum bewegten, als hätte die Zeit in diesem Zimmer beschlossen, sich ein wenig Zeit zu lassen. :4. Stephen már fél négykor megteríttette a teaszervizt, azután pedig egy rövid biccentéssel elbocsátotta Mrs. Pargettert. - Stephen hatte das Teeservice bereits um halb vier aufdecken lassen und danach Mrs. Pargetter mit einem kurzen Nicken entlassen. :5. Nem azért tette ezt, mert zavarta volna őt az asszony látványa tea közben, hanem mert azt a beszélgetést, amelyre számított, közönség nélkül akarta lefolytatni. - Das tat er nicht, weil ihn ihr Anblick beim Tee störte, sondern weil er das Gespräch, das er erwartete, ohne Publikum führen wollte. :6. Elég jól ismerte James Calloway aktáját: kiváló diploma Manchesterben, doktori értekezés Edinburgh-ban a késő köztársaságkori retorikáról, három tanulmány szakfolyóiratokban, amelyeket titokban elolvasott, és vonakodva szilárd munkának nevezett. - Er kannte James Calloways Akte gut genug: erstklassiger Abschluss in Manchester, Promotion in Edinburgh über spätrepublikanische Rhetorik, drei Aufsätze in Fachzeitschriften, die er heimlich gelesen und widerwillig als solide bezeichnet hatte. :7. De Callowayban nem az volt a döntő, ami az aktákban állt, hanem az, ami nem állt bennük, nevezetesen az a származás egy bányászcsaládból County Durhamben, amely kétségtelenül adott a férfinak egy bizonyos éhséget, és ez az éhség nyugtalanította Stephent jobban, mint bármely képesítés. - Aber das Entscheidende an Calloway war nicht, was in den Akten stand, sondern was nicht darin stand, nämlich jene Herkunft aus einer Bergarbeiterfamilie in County Durham, die dem Mann zweifellos einen bestimmten Hunger mitgegeben hatte, und es war dieser Hunger, der Stephen mehr beunruhigte als jede Qualifikation. :8. Három perccel négy előtt csengettek. - Es klingelte um drei Minuten vor vier. :9. Stephen ült, és hagyta múlni a perceket, mint valaki, aki tudományos egykedvűséggel figyel egy hosszan tartó kísérletet. - Stephen saß und ließ die Minuten vergehen wie jemand, der ein langwieriges Experiment mit wissenschaftlicher Gleichmut beobachtet. :10. Csak akkor nyitott ajtót, amikor a kandallópárkányon álló óra száraz, mechanikus negyedórás jelzést adott. - Er öffnete die Tür erst, als die Uhr auf dem Kaminsims ein trockenes, mechanisches Viertelstundensignal abgab. :11. James Calloway a lépcsőházban állt egy tweedzakóban, amely jól állt rajta, de még nem élt, olyan cipőben, amely annyira új volt, hogy a bőr járás közben a parkettán halk, árulkodó roppanást hallatott. - James Calloway stand im Treppenhaus in einem Tweedsakko, das gut saß, aber noch nicht gelebt hatte, mit Schuhen, die so neu waren, dass das Leder beim Gehen auf dem Parkettboden ein leises, verräterisches Knacken erzeugte. :12. Ott állt egy mosollyal, amely vagy nagyon őszinte volt, vagy nagyon professzionális – Stephen egy rövid pillantás után még nem alkotott végleges véleményt. - Er stand dort mit einem Lächeln, das entweder sehr echt oder sehr professionell war – Stephen hatte nach einem kurzen Blick noch keine abschließende Meinung. :13. „Dr. Calloway” – mondta, oldalra lépett, és a másikra hagyta a döntést. - „Dr. Calloway", sagte er, trat zur Seite und überließ dem anderen die Entscheidung. :14. A másiknak kellett eldöntenie, hogy ez az üdvözlés szívélyesnek vagy hűvösnek volt-e szánva. - Der andere musste entscheiden, ob diese Begrüßung herzlich oder kühl gemeint war. :15. Leültek a mély bőrfotelekbe, amelyek között ott állt az ezüsttálca a kannával, a csészékkel, a tejjel és a kekszesdobozzal. - Sie setzten sich in die tiefen Ledersessel, zwischen denen das silberne Tablett stand mit der Kanne, den Tassen, der Milch und der Dose mit den Keksen. :16. Stephen évek óta a Piccadillyn lévő Fortnum & Masonnél rendelte a kekszet, nem azért, mert pótolhatatlannak tartotta, hanem mert maga a doboz is egyfajta kijelentés volt, amelyhez nem kellettek további szavak. - Stephen bestellte die Kekse seit Jahren bei Fortnum & Mason in der Piccadilly, nicht weil er sie für unersetzlich hielt, sondern weil die Dose selbst eine Art Aussage war, die keine weiteren Worte benötigte. :17. Öntött – először a tejet, aztán a teát, ebben a sorrendben, magyarázat vagy mentegetőzés nélkül. - Er goss ein – zuerst die Milch, dann den Tee, in dieser Reihenfolge, ohne Erklärung oder Entschuldigung. :18. Úgy tette, mintha természeti állandóról volna szó, amelyet kommentálni éppoly abszurd lenne, mint kommentálni a gravitációt. - Er tat es, als handle es sich um eine Naturkonstante, die zu kommentieren so absurd wäre wie das Kommentieren der Schwerkraft. :19. Amikor a kekszesdobozt Calloway felé tolta, az kettőt vett. - Als er die Keksdose in Calloways Richtung schob, nahm dieser zwei. :20. Ez olyan mellékes mozdulat volt, hogy nyilvánvalóan nem lehetett mellékesnek szánva, vagy talán mégis, ami az egészet még érdekesebbé tette. - Es war eine Bewegung, die so beiläufig war, dass sie offensichtlich nicht beiläufig gemeint sein konnte, oder vielleicht doch, was das Ganze noch interessanter machte. :21. Stephen hagyott eltelni egy pillanatot, amelyet egy kis korty teával töltött ki. - Stephen ließ einen Moment verstreichen, den er mit einem kleinen Schluck Tee füllte. :22. Aztán annak az embernek a hangján mondta, aki megfigyelést közöl, és nem ítéletet mond: „Van egy nézet – azt hiszem, anyám ebben a megfogalmazásban az ő anyjától örökölte –, hogy idegen asztalnál csak azok az emberek vesznek kettőt, akik hozzászoktak ahhoz, hogy kiszolgálják őket, és nem azok, akik megtanulták fékezni magukat.” - Dann sagte er in dem Ton eines Mannes, der eine Beobachtung mitteilt und nicht ein Urteil fällt: „Es gibt eine Ansicht – ich glaube, meine Mutter hat sie in dieser Formulierung von ihrer Mutter geerbt –, dass an einem fremden Tisch nur die Menschen zwei nehmen, die es gewohnt sind, sich bedienen zu lassen, und nicht die, die es gelernt haben, sich zu beherrschen." :23. James rágott, a válasszal nem hagyott magának időt, de nem is sietett. - James kaute, ließ sich mit der Antwort keine Zeit, aber auch keine Hast. :24. Aztán így felelt: „Az én családomban az ellenkező lecke számított alapvetőnek, nevezetesen az, hogy idegen asztalnál csak azok az emberek vesznek egyet, akik félnek attól, hogy rászorulónak tartsák őket – és hogy maga ez a félelem a legvilágosabb osztályjel, amelyet az ember viselhet.” - Dann erwiderte er: „In meiner Familie galt die entgegengesetzte Lektion als elementar, nämlich dass an einem fremden Tisch nur die Menschen einen nehmen, die Angst haben, als bedürftig zu gelten – und dass diese Angst selbst das deutlichste Klassenzeichen ist, das man tragen kann." :25. A csend, amely ezután keletkezett, nem volt kellemetlen, de volt benne anyag. - Die Stille, die daraufhin entstand, war keine unangenehme, aber sie hatte Substanz. :26. A teáskanál csörrenése, amelyet James az alátétre tett, ebben a csendben különös véglegességgel bírt. - Das Klingen des Teelöffels, den James auf der Untertasse ablegte, hatte in ihr eine merkwürdige Endgültigkeit. :27. Oxfordról beszéltek, a könyvtár alagsori felújítási terveiről, egy kollégáról, aki az előző szemeszterben ment nyugdíjba, és a változékony októberi időjárásról. - Sie sprachen über Oxford, über die Renovierungspläne für die Bibliothek im Untergeschosse, über einen Kollegen, der im vergangenen Semester in den Ruhestand gegangen war, und über das unbeständige Oktoberwetter. :28. Mindezekben az ártalmatlan mondatokban mindketten olyan férfiak gondosságával dolgoztak, akik tudják, hogy a tulajdonképpeni beszélgetést soha nem közvetlenül folytatják, hanem mindig a példák, a melléknevek és a szünetek megválasztásán keresztül. - In all diesen harmlosen Sätzen arbeiteten beide mit der Sorgfalt von Männern, die wissen, dass das eigentliche Gespräch nie direkt geführt wird, sondern immer durch die Wahl der Beispiele, der Adjektive und der Pausen. :29. Amikor James megemlítette, hogy a harmadik emeleti különgyűjtemény katalogizálása nehezen hozzáférhető, szinte mintha a rendszert szándékosan tették volna áttekinthetetlenné a kívülállók számára, Stephen ujjai megmozdultak a karfán. - Als James erwähnte, die Katalogisierung der Spezialsammlung im dritten Stock sei schwer zugänglich, fast so, als sei das System mit Absicht für Außenstehende undurchschaubar gestaltet worden, bewegten sich Stephens Finger auf der Armlehne. :30. Olyan röviden és olyan kontrolláltan mozdultak meg, hogy alig lehetett reakciónak felismerni. - Sie bewegten sich so kurz und so kontrolliert, dass es kaum als Reaktion zu erkennen war. :31. „Aldridge professzor” – mondta Stephen, és a név kiejtése több információt tartalmazott, mint egy háromoldalas nekrológ. - „Professor Aldridge", sagte Stephen, und der Name enthielt in seiner Aussprache mehr Information als ein dreiseitiger Nachruf. :32. „Aldridge professzor meg volt győződve arról, hogy egy rendrendszer csak akkor igazán jó, ha valaki a szükséges előképzettséggel és türelemmel meg tudja érteni – és hogy nem a rendszer feladata mindenkit meghívni.” - „Professor Aldridge hatte die Überzeugung, dass ein Ordnungssystem nur dann wirklich gut ist, wenn es von jemandem mit der nötigen Vorbildung und Geduld verstanden werden kann – und dass es nicht die Aufgabe des Systems ist, jeden einzuladen." :33. Felemelte a csészét. - Er hob die Tasse. :34. „Egyébként ő abban a fotelben ült, amelyben ön most ül. Tizennyolc éven át.” - „Er saß übrigens in dem Sessel, in dem Sie gerade sitzen. Achtzehn Jahre lang." :35. James egy pillantást vetett a karfákra, elég röviden ahhoz, hogy ne tűnjön tiszteletlennek. - James ließ einen Blick auf die Armlehnen fallen, kurz genug, um nicht respektlos zu wirken. :36. Aztán ezt mondta: „Akkor remélem, hogy a bőr még eltárolt valamit az érveléséből. Könnyebb tanulni, ha az ember ott ül, ahol mások gondolkodtak.” - Dann sagte er: „Dann hoffe ich, dass das Leder noch etwas von seiner Argumentation gespeichert hat. Man lernt leichter, wenn man sitzt, wo andere gedacht haben." :37. Ami ezután következett, jó egyórányi további beszélgetés volt, amely témájában és hangjában soha nem távolodott el a látszólag ártalmatlan felszíntől, alatta azonban annál sűrűbben szövődött. - Was folgte, war gut eine Stunde weiteres Gespräch, das sich in Thema und Ton von der scheinbar harmlosen Oberfläche nie entfernte und darunter umso dichter webte. :38. Aki kívülről figyelte volna, két férfit látott volna, akik udvariasan teát isznak, és akadémiai mellékességekről beszélnek. - Wer es von außen beobachtet hätte, hätte zwei Männer gesehen, die höflich Tee trinken und über akademische Nebensächlichkeiten sprechen. :39. Egy megfigyelő semmit sem érzett volna abból a nyomásból, amely minden harmadik mondatban ott ült, mint penge egy bársonyból készült hüvelyben. - Ein Beobachter hätte nichts von dem Druck gespürt, der in jedem dritten Satz saß wie eine Klinge in einer Scheide aus Samt. :40. Amikor James felállt, kinyújtotta a kezét. - Als James aufstand, streckte er die Hand aus. :41. Stephen megragadta egy olyan kézfogással, amely egy másodperccel túl hosszú volt – nem ellenségesség, csupán emlékeztetés arra, ki itt az idősebb férfi, és ki ismeri a terepet. - Stephen ergriff sie mit einem Griff, der eine Sekunde zu lang war – keine Feindseligkeit, nur eine Erinnerung daran, wer hier der ältere Mann war und wer das Territorium kannte. :42. „Ezt szokássá kellene tennünk” – mondta Stephen. - „Wir sollten das zur Gewohnheit machen", sagte Stephen. :43. „Nagyon szívesen” – válaszolta James –, „bár attól tartok, legközelebb nem tudok majd olyan teát kínálni, amely felveheti a versenyt az önével – csak kávét, sajnos, ezt a célirányos északi fajtát.” - „Sehr gerne", antwortete James, „obwohl ich fürchte, ich werde beim nächsten Mal keinen Tee anbieten können, der sich mit Ihrem messen kann – nur Kaffee, leider, diese zweckorientierte nordische Art." :44. Az ajtónál megállt, kezével már a kilincsen. - An der Tür blieb er stehen, mit der Hand schon am Türknauf. :45. Aztán egy mosollyal fordult vissza, amelyet Stephen nem tudott egészen besorolni: „A kekszek, mellékesen megjegyezve – valóban kivételesek. Ez családi recept?” - Dann drehte er sich mit einem Lächeln um, das Stephen nicht ganz einordnen konnte: „Die Kekse, nebenbei bemerkt – wirklich außergewöhnlich. Ist das ein Rezept aus Ihrer Familie?" :46. „Anyámtól” – mondta Stephen. - „Von meiner Mutter", sagte Stephen. :47. „Indiából?” – mondta James, már a lépcsőn. - „Aus Indien?", sagte James, schon auf der Treppe. :48. Az ajtó halk, pontos kattanással csukódott be, amely a csendben aránytalanul élesen hatott. - Die Tür fiel zu mit einem leisen, präzisen Klicken, das in der Stille unverhältnismäßig deutlich war. :49. Stephen még egy pillanatig az előszobában állt, aztán lassan visszament a nappaliba. - Stephen stand noch einen Moment im Flur, dann ging er langsam zurück ins Wohnzimmer. :50. Megállt az ablaknál, és figyelte, ahogy James két emelettel lejjebb kilép az utcára, felhajtja a gallérját, és hátranézés nélkül eltűnik a Bodleian irányába, annak az embernek az egyenletes lépteivel, aki semmit sem enged meglátszani magán. - Er blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James zwei Stockwerke tiefer auf die Straße trat, den Kragen hochschlug und ohne zurückzublicken in Richtung Bodleian verschwand, mit dem gleichmäßigen Schritt eines Mannes, der sich nichts anmerken lässt. :51. Két ujjával lesöpört egy alig látható morzsát zakójának hajtókájáról. - Er wischte mit zwei Fingern einen kaum sichtbaren Krümel vom Revers seines Jacketts. :52. Ez olyan mozdulat volt, amelyet nem tudatosan irányított, de talán éppen ezért ez volt az egész délután legőszintébb gesztusa. - Es war eine Geste, die er nicht bewusst steuerte, die aber vielleicht deshalb die ehrlichste des ganzen Nachmittags war. :53. Aztán elmosolyodott – nem valakinek, nem valamilyen meghatározott okból. - Dann lächelte er – nicht für jemanden, nicht aus einem bestimmten Grund. :54. Vagy talán abból az egyetlen okból mosolygott, hogy a beszélgetés úgy zajlott le, ahogy egy jó beszélgetésnek le kell zajlania: győztes nélkül, vereség nélkül, és elég nyitott véggel ahhoz, hogy legközelebb folytatni lehessen. - Oder vielleicht lächelte er aus dem einzigen Grund, dass das Gespräch so verlaufen war, wie ein gutes Gespräch verlaufen soll: ohne Sieger, ohne Niederlage, und mit genug offenen Enden, um beim nächsten Mal weiterzumachen. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding lakása az évtizedek során különös állapotot ért el. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding hatte im Laufe der Jahrzehnte einen besonderen Zustand erreicht. :2. Akadémiai körökben az ilyesmit olykor „lakott archívumnak” nevezték. - In akademischen Kreisen nannte man so etwas gelegentlich ein „bewohntes Archiv“. :3. Ez nem közönséges rendetlenség volt. - Es war keine gewöhnliche Unordnung. :4. Minden halom, minden keresztben fekvő kézirat és minden, az ablakpárkányokon felejtett szakfolyóirat pontosan ott látszott heverni, ahová tartozott. - Jeder Stapel, jedes quer liegende Manuskript und jede vergessene Fachzeitschrift auf den Fensterbänken schien genau dort zu liegen, wo es hingehörte. :5. Ez a meggyőződés sugárzott minden tárgyból. - Diese Überzeugung strahlte aus jedem Gegenstand. :6. Tiszta októberi délután volt Oxfordban. - Es war ein klarer Oktobernachmittag in Oxford. :7. A fény takarékosan és pontosan hullott be az ablakokon. - Das Licht fiel sparsam und präzise durch die Fenster. :8. Szinte úgy hatott, mint egy tudatos dramaturgiai döntés. - Es wirkte fast wie eine bewusste dramaturgische Entscheidung. :9. Stephen reggel óta tompa rossz érzést hordozott magában. - Stephen trug seit dem Morgen ein dumpfes Unbehagen in sich. :10. Olyan embert kellett fogadnia, akinek már a puszta létezését is szívesebben figyelmen kívül hagyta volna. - Er sollte einen Menschen empfangen, dessen bloße Existenz er lieber ignoriert hätte. :11. James Calloway nem maga volt a probléma. - James Calloway war nicht das Problem. :12. Vagy pontosabban: pontosan ő volt a probléma. - Oder besser gesagt: Er war genau das Problem. :13. A valódi okokat azonban nem volt szabad nyíltan megnevezni. - Doch die wahren Gründe durften nicht offen benannt werden. :14. A képesítései kifogástalanok voltak. - Seine Qualifikationen waren einwandfrei. :15. Edinburgh-i híre makulátlan volt. - Sein Ruf in Edinburgh war tadellos. :16. A késő köztársaságkori retorikáról írt tanulmányai pontosak és jól érveltek voltak. - Seine Aufsätze zur spätrepublikanischen Rhetorik waren präzise und gut argumentiert. :17. Stephen kelletlenül kétszer is elolvasta őket. - Stephen hatte sie widerwillig zweimal gelesen. :18. Be kellett ismernie: a munkák szilárdak voltak. - Er musste zugeben: Die Arbeiten waren solide. :19. Talán még többek is annál. - Vielleicht sogar mehr als das. :20. Amit azonban az iratok nem tartalmaztak, azt Stephen azonnal felismerte. - Was jedoch nicht in den Akten stand, erkannte Stephen sofort. :21. Három évtizednyi tapasztalat vizsgázókkal éles megfigyelővé tette. - Drei Jahrzehnte Erfahrung mit Examenskandidaten hatten ihn zu einem scharfen Beobachter gemacht. :22. Jamesben különös fajta becsvágy volt. - James besaß eine besondere Art von Ehrgeiz. :23. Ez a becsvágy olyan emberekben keletkezik, akikkel korán megértetik, hogy az ilyen termek valójában nem nekik vannak szánva. - Dieser Ehrgeiz entstand bei Menschen, denen früh klar gemacht wurde, dass solche Räume eigentlich nicht für sie bestimmt waren. :24. Ez a megszerzés becsvágya volt, nem a magától értetődő birtoklásé. - Es war ein Ehrgeiz des Nehmens, nicht des selbstverständlichen Besitzens. :25. Alapvetően különbözött régi családokból származó kollégái becsvágyától. - Er unterschied sich grundlegend vom Ehrgeiz seiner Kollegen aus alten Familien. :26. Mrs. Pargetter fél négykor megterítette az ezüst teáskészletet. - Mrs. Pargetter hatte das silberne Teeservice um halb vier aufgedeckt. :27. Nem az egyszerű, mindennapi készletet választotta. - Sie wählte nicht das schlichte Alltagsservice. :28. Ez a döntés a terület megjelölését szolgálta, nem a vendégszeretetet. - Diese Entscheidung diente der territorialen Markierung, nicht der Gastfreundschaft. :29. Ezután visszavonult. - Danach zog sie sich zurück. :30. Érezte, hogy jelenléte a következő beszélgetésnél nem kívánatos. - Sie spürte, dass ihre Anwesenheit bei dem folgenden Gespräch unerwünscht war. :31. A csengetés három perccel négy előtt hangzott fel. - Das Klingeln ertönte drei Minuten vor vier. :32. Stephen a karosszékében ült. - Stephen saß in seinem Sessel. :33. Egy könyv nyitva feküdt a térdén, de nem olvasott. - Ein Buch lag offen auf seinen Knien, doch er las nicht. :34. Hagyta csengeni. - Er ließ es klingeln. :35. Megvárta a kandallóóra negyedet jelző ütését. - Er wartete auf das Viertelsignal der Kaminuhr. :36. Ezzel a türelemmel ő határozta meg a délután ritmusát. - Mit dieser Geduld setzte er den Rhythmus des Nachmittags. :37. Az idő volt a házigazda legolcsóbb és leghatásosabb hatalmi eszköze. - Zeit war das billigste und wirkungsvollste Machtinstrument eines Gastgebers. :38. James Calloway megjelent az ajtókeretben. - James Calloway erschien im Türrahmen. :39. Jól szabott tweedzakót viselt, amely még nem simult igazán rá. - Er trug ein gut geschnittenes Tweedsakko, das noch nicht richtig eingelaufen war. :40. A ruházat elárulta, hogy azért vásárolták, hogy az ember odatartozzon benne. - Die Kleidung verriet, dass sie gekauft worden war, um dazuzugehören. :41. A cipője halkan roppant a parkettán. - Seine Schuhe knackten leise auf dem Parkett. :42. A folyosó csendjében ez a hang világos hangjegynek tűnt. - In der Stille des Flurs klang dieses Geräusch wie eine deutliche Tonsignatur. :43. Mosolya az ajtóban fárasztó nyíltságot mutatott. - Sein Lächeln an der Tür zeigte eine anstrengende Offenheit. :44. Stephen ismerte a fiatal északi akadémikusoknál ezt az előadott fesztelenséget. - Stephen kannte diese Art von performter Unbefangenheit bei jungen Akademikern aus dem Norden. :45. Nem hamis mosoly volt. - Es war kein falsches Lächeln. :46. Kísérlet volt arra, hogy nyugalmat mutasson – és éppen ezzel bizonyította az ellenkezőjét. - Es war der Versuch, Gelassenheit zu zeigen – und bewies dadurch genau das Gegenteil. :47. „Dr. Calloway” – mondta Stephen. - „Dr. Calloway“, sagte Stephen. :48. Egy lépést oldalra lépett. - Er trat einen Schritt zur Seite. :49. Az üdvözlés hűvös maradt, és nélkülözte a szokásos melegséget. - Die Begrüßung blieb kühl und ohne die übliche Wärme. :50. A nappali régi könyvek ismerős szagával, némi viasszal és a dohány távoli utózengésével fogadta őket. - Das Wohnzimmer empfing sie mit dem vertrauten Geruch alter Bücher, etwas Wachs und einem fernen Nachklang von Tabak. :51. Stephen öt éve hagyta abba a dohányzást. - Stephen hatte vor fünf Jahren aufgehört zu rauchen. :52. A szag mégis tovább élt a falakban. - Der Geruch lebte dennoch weiter in den Wänden. :53. Stephen kitöltötte a teát. - Stephen goss den Tee ein. :54. Előbb a tejet, aztán a teát. - Zuerst die Milch, dann den Tee. :55. Mindezt kommentár nélkül tette. - Er tat es ohne Kommentar. :56. Ez demonstráció volt, nem magyarázat. - Es war eine Demonstration, keine Erklärung. :57. Aztán James felé tolta az elegáns Fortnum-&-Mason kekszesdobozt. - Dann schob er die elegante Fortnum-&-Mason-Keksdose zu James hinüber. :58. A gesztus mellékesnek hatott, de pontosan ki volt számítva. - Die Geste wirkte beiläufig, war aber genau kalkuliert. :59. James két kekszet vett. - James nahm zwei Kekse. :60. Stephen azonnal észrevette. - Stephen bemerkte es sofort. :61. A férfi vagy valóban éhes volt. - Der Mann war entweder wirklich hungrig. :62. Vagy azt akarta tesztelni, Stephen hogyan reagál rá. - Oder er wollte testen, wie Stephen darauf reagieren würde. :63. „Van egy nézet” – kezdte Stephen. - „Es gibt eine Ansicht“, begann Stephen. :64. Hangja egyenletesen és szinte fáradtan csengett, mint egy akadémiai előadáson. - Seine Stimme klang gleichmäßig und fast müde, wie bei einem akademischen Vortrag. :65. „Anyám adta tovább. - „Meine Mutter hat sie weitergegeben. :66. Eszerint az, hogy valaki egy idegen asztalnál egy vagy két keksz között választ, többet árul el a neveltetéséről, mint bármely önéletrajz. - Sie besagt, dass die Wahl zwischen einem und zwei Keksen an einem fremden Tisch mehr über die Erziehung verrät als jeder Lebenslauf. :67. Nem kívánom ezt a tételt sem megerősíteni, sem cáfolni. - Ich möchte diese These weder bestätigen noch bestreiten. :68. De megfontolásra érdemesnek tartom.” - Aber ich halte sie für überlegenswert.“ :69. James nyelt egyet. - James schluckte. :70. Hagyott eltelni egy rövid pillanatot. - Er ließ einen kurzen Moment vergehen. :71. Aztán barátságosan válaszolt. - Dann antwortete er freundlich. :72. Szavai élét csak második hallásra lehetett érezni. - Die Schärfe in seinen Worten spürte man erst beim zweiten Hinhören. :73. „Az én szülői házamban volt egy hasonló tétel, csak éppen fordított előjellel. - „In meinem Elternhaus gab es eine ähnliche These, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. :74. Ott azt mondták, hogy a visszafogottság egy idegen asztalnál nem neveltetést mutat, hanem félelmet az ítélettől. - Dort hieß es, dass Zurückhaltung am fremden Tisch keine Erziehung zeigt, sondern Angst vor dem Urteil. :75. És ez a félelem – nem az éhség – az igazi osztályjel.” - Und diese Angst – nicht der Hunger – sei das wahre Klassenzeichen.“ :76. Nem támadt kínos csend. - Es entstand keine peinliche Stille. :77. Ehelyett különös, szinte kollegiális nyugalom terült szét közöttük. - Stattdessen breitete sich eine besondere, fast kollegiale Ruhe aus. :78. Mindketten felismerték, hogy a másik ismeri a játékot. - Beide erkannten, dass der andere das Spiel kannte. :79. És mindketten mégis úgy döntöttek, hogy továbbjátsszák. - Und beide beschlossen trotzdem, es weiterzuspielen. :80. A könyvtárról beszéltek, az alagsor felújításáról és egy emeritus kollégáról, aki nemrég megjelentette emlékiratait. - Sie sprachen über die Bibliothek, über die Renovierung des Untergeschosses und über einen emeritierten Kollegen, der kürzlich seine Memoiren veröffentlicht hatte. :81. Mindketten ugyanazokból az okokból olvasták a könyvet. - Beide hatten das Buch aus denselben Gründen gelesen. :82. Ugyanazokkal a hallgatag fenntartásokkal. - Mit denselben stillen Vorbehalten. :83. Erről természetesen nem beszéltek nyíltan. - Darüber sprachen sie natürlich nicht offen. :84. Mindezekben a látszólag semleges mondatokban uralták az akadémiai világ valódi emelkedett nyelvét. - In all diesen scheinbar neutralen Sätzen beherrschten sie die wahre Hochsprache der akademischen Welt. :85. Csak arról beszéltek, amit valójában nem mondtak ki. - Sie sprachen nur über das, was sie eigentlich nicht sagten. :86. És olyan pontosan tették, hogy a másik pontosan értette, anélkül hogy ez valaha bizonyítható lett volna. - Und sie taten es so präzise, dass der andere es genau verstand, ohne dass es je beweisbar wurde. :87. Amikor James megemlítette Aldridge különleges gyűjteményének katalogizálását, és tudatosan exkluzívnak nevezte, Stephen ujjai röviden megmozdultak a karosszék karfáján. - Als James die Katalogisierung von Aldridges Spezialsammlung erwähnte und sie als bewusst exklusiv beschrieb, bewegten sich Stephens Finger kurz auf der Sessellehne. :88. Csak egy nagyon figyelmes megfigyelő értelmezte volna helyesen ezt az apró rezdülést. - Nur ein sehr aufmerksamer Beobachter hätte diese winzige Regung richtig gedeutet. :89. „Aldridge” – mondta Stephen. - „Aldridge“, sagte Stephen. :90. A név a szájában egész tájként hangzott. - Der Name klang in seinem Mund wie eine ganze Landschaft. :91. „Aldridge hitt abban, hogy egy rendezési rendszernek nem kell mindenki számára hozzáférhetőnek lennie. - „Aldridge glaubte, dass ein Ordnungssystem nicht für alle zugänglich sein muss. :92. Csak a megfelelő személyek számára. - Nur für die richtigen Personen. :93. Ezt a tételt védhetőnek tartom, még ha ma bizonyos körökben reakciósnak számít is.” - Ich halte diese These für vertretbar, auch wenn sie heute in manchen Kreisen als reaktionär gilt.“ :94. Felemelte a csészét. - Er hob die Tasse. :95. „Egyébként tizennyolc évig ült abban a karosszékben, amelyben most ön ül. - „Er saß übrigens achtzehn Jahre in dem Sessel, in dem Sie jetzt sitzen. :96. Nemcsak a karosszéket és a rendszerét hagyta rám, hanem egy levelet is az utódlásról alkotott véleményével. - Er hinterließ mir nicht nur den Sessel und sein System, sondern auch einen Brief mit seiner Meinung zur Nachfolge. :97. Őrzöm ezt a levelet.” - Ich bewahre diesen Brief auf.“ :98. James rövid pillantást vetett a karfákra. - James warf einen kurzen Blick auf die Armlehnen. :99. Nem tűnt megilletődöttnek, de teljesen jelen volt. - Unbeeindruckt, aber vollkommen präsent. :100. „Akkor kíváncsian várom, vajon a bőr megőrizte-e az érveit. - „Dann bin ich gespannt, ob das Leder seine Argumente gespeichert hat. :101. A legérdekesebb gondolatok gyakran olyan bútorokban maradnak hátra, amelyeket az ember nem maga választott.” - Die interessantesten Gedanken bleiben oft in Möbeln zurück, die man nicht selbst ausgesucht hat.“ :102. A beszélgetés jó egy órán át tartott. - Das Gespräch dauerte gut eine Stunde. :103. Felszínesen egyetemi politikáról, vendégelőadásokról és az időjárásról volt szó. - Oberflächlich ging es um Hochschulpolitik, Gastvorträge und das Wetter. :104. Valójában gondosan vívott párbaj volt. - In Wahrheit war es ein sorgfältiges Fechten. :105. Mindketten tudták, hogy nem keletkeznek majd látható sebek. - Beide wussten, dass keine sichtbaren Wunden entstehen würden. :106. Éppen ezért céloztak különösen pontosan. - Gerade deshalb zielten sie besonders präzise. :107. Amikor James felállt, kinyújtotta a kezét. - Als James aufstand, streckte er die Hand aus. :108. Stephen megfogta. - Stephen ergriff sie. :109. A kézfogás egy másodperccel túl sokáig tartott. - Der Händedruck dauerte eine Sekunde zu lang. :110. A terület csendes kijelentése volt. - Es war eine stille Behauptung von Territorium. :111. „Szokássá kellene tennünk ezt” – mondta Stephen. - „Wir sollten das zur Gewohnheit machen“, sagte Stephen. :112. A mondat a hangsúlytól függően két teljesen különböző dolgot jelenthetett. - Der Satz konnte je nach Betonung zwei völlig verschiedene Dinge bedeuten. :113. „Nagyon szívesen” – felelte James. - „Sehr gerne“, antwortete James. :114. „Előre kell azonban figyelmeztetnem. - „Ich muss Sie allerdings vorwarnen. :115. Nálam sem ilyen teáskészlet, sem ilyen kekszek nincsenek. - Bei mir gibt es weder dieses Teeservice noch diese Kekse. :116. Csak kávé – az északi robusztus változat, amelyről Oxford ellenére sem hagytam magam leszoktatni.” - Nur Kaffee – die robuste Variante aus dem Norden, die ich mir trotz Oxford nicht habe austreiben lassen.“ :117. Az ajtónál még egyszer megfordult. - An der Tür drehte er sich noch einmal um. :118. Mosolya sem barátságos, sem ellenséges nem volt. - Sein Lächeln war weder freundlich noch feindlich. :119. Pontosan ez adta a minőségét. - Genau das machte seine Qualität aus. :120. „A kekszek egyébként valóban kivételesek voltak. - „Die Kekse waren übrigens wirklich außergewöhnlich. :121. Régi családi recept?” - Ein altes Familienrezept?“ :122. „Anyámtól” – mondta Stephen. - „Von meiner Mutter“, sagte Stephen. :123. „Indiából?” – kérdezte James. - „Aus Indien?“, fragte James. :124. Nem kérdésnek hangzott, hanem megállapításnak. - Es klang nicht wie eine Frage, sondern wie eine Feststellung. :125. Mintha egy kutatást zárna le. - Als würde er eine Recherche abschließen. :126. Az ajtó halk, pontos kattanással hullott a zárba. - Die Tür fiel mit einem leisen, präzisen Klicken ins Schloss. :127. A hang még egy ideig visszhangzott. - Der Klang hallte noch eine Weile nach. :128. Stephen az ablaknál maradt állva, és figyelte, ahogy James kilép az utcára. - Stephen blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James auf die Straße trat. :129. Sietség nélkül. - Ohne Hast. :130. Anélkül, hogy visszanézne. - Ohne zurückzublicken. :131. James olyannak hatott, mint aki a délután eredményét már elrendezte magában. - James wirkte wie jemand, der das Ergebnis des Nachmittags bereits eingeordnet hatte. :132. Két kekszmorzsát söpört le a hajtókájáról. - Er wischte zwei Kekskrümel von seinem Revers. :133. Öntudatlan mozdulat volt. - Es war eine unbewusste Geste. :134. Éppen ezért árult el a legtöbbet. - Gerade deshalb verriet sie am meisten. :135. Aztán röviden és szinte kelletlenül elmosolyodott. - Dann lächelte er kurz und fast widerwillig. :136. Beismerés volt, amelyet csak ő maga látott. - Ein Eingeständnis, das nur er selbst sah. :137. A férfi jó volt. - Der Mann war gut. :138. Talán jobb, mint amennyit az állás megkívánt. - Besser vielleicht, als die Stelle verlangte. :139. A délután nem volt sem győzelem, sem vereség. - Der Nachmittag war weder Sieg noch Niederlage gewesen. :140. Valami újnak a kezdete volt. - Er war der Beginn von etwas Neuem. :141. Stephennek erre még nem volt neve. - Stephen hatte noch keinen Namen dafür. :142. De olyan férfi nyugodt figyelmével fogja megfigyelni, aki a hosszú játszmákat szereti a legjobban. - Aber er würde es mit der ruhigen Aufmerksamkeit eines Mannes beobachten, dem die langen Spiele am liebsten waren. ------------------------- ------------------------- 6 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding lakása az évtizedek során elérte azt az állapotot, amelyet akadémiai körökben időnként „lakott archívumnak” neveznek. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding hatte im Laufe der Jahrzehnte jenen Zustand erreicht, der in akademischen Kreisen gelegentlich als „bewohntes Archiv" bezeichnet wird. :2. Ez az állapot nem annyira mértékében különbözik a közönséges rendetlenségtől, hanem abban a belső meggyőződésben, amellyel minden halom, minden keresztben letett kézirat és minden ablakpárkányon felejtett szakfolyóirat azt állítja magáról, hogy pontosan ott fekszik, ahová tartozik. - Dieser Zustand unterscheidet sich von gewöhnlicher Unordnung weniger durch das Ausmaß als durch die innere Überzeugung, mit der jeder Stapel, jedes quer abgelegte Manuskript und jede auf Fensterbänken vergessene Fachzeitschrift behauptet, genau dort zu liegen, wo es hingehört. :3. Azok közé az októberi délutánok közé tartozott, amikor Oxford fölött a fény olyan takarékosan és ugyanakkor olyan pontosan hullik, hogy kevésbé tűnik természetes megvilágításnak, mint inkább dramaturgiai döntésnek. - Es war einer jener Oktobernachmittage, an denen das Licht über Oxford so sparsam und zugleich so präzise fällt, dass es weniger wie natürliche Beleuchtung wirkt als wie eine dramaturgische Entscheidung. :4. Stephen reggel óta magával hordozta azt a tompa, makacsul figyelmen kívül hagyott rossz érzést, amely akkor keletkezik, amikor az embernek olyan valakit kell fogadnia, akinek puszta létezését a saját világában legszívesebben tudomásul sem venné. - Stephen hatte seit dem Morgen das dumpfe, sich beharrlich ignorierende Unbehagen mit sich getragen, das entsteht, wenn man einen Menschen empfangen muss, dessen bloße Existenz in der eigenen Welt man lieber nicht zur Kenntnis nehmen würde. :5. James Calloway nem a probléma volt – vagy pontosabban: James Calloway pontosan maga volt a probléma, de nem azokból az okokból, amelyeket nyilvánosan meg lehetett volna nevezni. - James Calloway war nicht das Problem – oder genauer gesagt, James Calloway war genau das Problem, aber nicht aus den Gründen, die sich hätten öffentlich benennen lassen. :6. A képesítései kifogástalanok voltak, edinburghi híre makulátlan, és a késő köztársaságkori retorikáról írt három tanulmánya elég pontosan volt megérvelve ahhoz, hogy Stephen kelletlenül és titokban kétszer is elolvassa őket, anélkül hogy más ítéletre jutott volna, mint erre: szilárd, talán több is annál. - Seine Qualifikationen waren einwandfrei, sein Ruf in Edinburgh tadellos und seine drei Aufsätze über spätrepublikanische Rhetorik präzise genug argumentiert, dass Stephen sie widerwillig und heimlich zweimal gelesen hatte, ohne zu einem anderen Urteil zu gelangen als: solide, möglicherweise mehr. :7. Ami nem állt az aktákban, és amit Stephen annak az embernek a biztonságával tudott, aki három évtizeden át úgy tanulmányozta a vizsgajelölteket, ahogy az entomológusok a ritka bogarakat, az az a különös fajta becsvágy volt, amely olyan emberekben keletkezik, akikkel korán világosan közölték, hogy azok a termek, amelyekben most ülnek, nem nekik voltak szánva. - Was nicht in den Akten stand und was Stephen mit der Sicherheit eines Mannes wusste, der drei Jahrzehnte lang Examenskandidaten studiert hatte wie Entomologen seltene Käfer, war jene besondere Art von Ehrgeiz, die in Menschen entsteht, denen früh klargemacht wurde, dass die Räume, in denen sie jetzt saßen, nicht für sie vorgesehen waren. :8. Ez olyan becsvágy volt, amely alapvetően különbözött régi családokból származó kollégái becsvágyától, mert nem a birtoklás magától értetődőségéből fakadt, hanem az elvétel elhatározásából. - Es war ein Ehrgeiz, der sich von dem seiner Kollegen aus alten Familien fundamental unterschied, weil er nicht aus dem Selbstverständnis des Besitzens kam, sondern aus dem Entschluss des Nehmens. :9. Mrs. Pargetter fél négykor terítette fel a teaszervizt – az ezüstöt, nem az egyszerű hétköznapit, olyan választást, amelynek semmi köze nem volt a vendégszeretethez, hanem a területi jelölések logikájához. - Mrs. Pargetter hatte das Teeservice um halb vier aufgedeckt – das silberne, nicht das schlichte Alltagsservice, eine Wahl, die nichts mit Gastfreundschaft zu tun hatte, sondern mit der Logik territorialer Markierungen. :10. Aztán visszavonult, mintha megérezte volna, hogy jelenléte abban, ami következik, egy olyan tanú szerepét kapta volna, akit senki sem rendelt oda. - Dann hatte sie sich zurückgezogen, als habe sie gespürt, dass ihre Anwesenheit in dem, was folgen würde, die Funktion einer Zeugin gehabt hätte, die niemand bestellt hatte. :11. A csengetés négy előtt három perccel érkezett, és Stephen, aki a karosszékében ült és nem olvasott, noha egy könyv nyitva feküdt a térdén, hagyta, hogy szóljon. - Das Klingeln kam um drei Minuten vor vier, und Stephen, der in seinem Sessel saß und nicht las, obwohl ein Buch offen auf seinen Knien lag, ließ es klingen. :12. Megvárta a kandallóóra negyedórás jelzését annak az embernek a türelmes hajthatatlanságával, aki tudja, hogy egy délután ritmusa már az első másodperceiben eldől, és hogy az idő a legolcsóbb és leghatásosabb hatalmi eszköz, amellyel egy házigazda rendelkezik. - Er wartete auf das Viertelsignal der Kaminuhr mit der geduldigen Unnachgiebigkeit eines Mannes, der weiß, dass der Rhythmus eines Nachmittags bereits in seinen ersten Sekunden gesetzt wird und dass Zeit das billigste und wirkungsvollste Machtinstrument ist, das ein Gastgeber besitzt. :13. James Calloway az ajtókeretben olyan tweedzakót viselt, amely jó szabású volt, de még nem volt bejáratva – olyan ruhát, amelyet azért szereztek be, hogy az ember odatartozzon, és amely ezt még nem egészen felejtette el. - James Calloway im Türrahmen trug ein Tweedsakko, das gut geschnitten, aber noch nicht eingelaufen war – Kleidung, die erworben worden war, um zu gehören, und die das noch nicht ganz vergessen hatte. :14. Cipője a parkettára lépve halk reccsenést keltett, amely a folyosó csendjében egy hangjegy aláírásának tévedhetetlenségével volt hallható. - Seine Schuhe erzeugten beim Betreten des Parketbodens ein leises Knacken, das in der Stille des Flurs mit der Unfehlbarkeit einer Tonsignatur zu hören war. :15. Mosolya, amelyet az ajtóban bemutatott, azzal a fárasztó nyíltsággal bírt, amelyet Stephen fiatal északi akadémikusoknál már többször megfigyelt. - Sein Lächeln, das er an der Tür präsentierte, hatte jene anstrengende Offenheit, die Stephen bei jungen Akademikern aus dem Norden schon öfter beobachtet hatte. :16. Nem megjátszott mosoly volt, inkább egyfajta előadott elfogulatlanság, egy nekem-nincs-problémám-ezzel-a-helyzettel, ami természetesen éppen az ellenkezőjét jelentette. - Es war kein gespieltes Lächeln, eher eine Art performte Unbefangenheit, ein Ich-habe-kein-Problem-mit-dieser-Situation, das natürlich das genaue Gegenteil bedeutete. :17. „Dr. Calloway” – mondta Stephen, egy lépést oldalra lépett, és a köszöntést ott hagyta a térben. - „Dr. Calloway", sagte Stephen, trat einen Schritt zur Seite und ließ die Begrüßung im Raum stehen. :18. Nem adta hozzá azt a szokásos meleget, amely valamilyen halmazállapotot kölcsönzött volna neki. - Er gab ihr nicht die übliche Wärme mit, die ihr einen Aggregatzustand gegeben hätte. :19. A nappali régi könyvek szagával, némi viasszal és a dohány nagyon távoli, nagyon diszkrét utózengésével fogadta őket. - Das Wohnzimmer empfing sie mit dem Geruch alter Bücher, ein wenig Wachs und dem sehr fernen, sehr diskreten Nachklang des Tabaks. :20. Stephen öt éve abbahagyta ennek a dohánynak a szívását, és azóta az tovább élt a falakban, mint egy vendég, aki elszalasztotta a búcsúzást. - Stephen hatte vor fünf Jahren aufgehört, diesen Tabak zu rauchen, und seitdem lebte er in den Wänden weiter wie ein Gast, der die Verabschiedung übersehen hatte. :21. Stephen töltött – először a tejet, aztán a teát, kommentár nélkül, olyan ember módjára, aki nem magyaráz, hanem demonstrál. - Stephen goss ein – zuerst die Milch, dann den Tee, ohne Kommentar, in der Weise eines Mannes, der nicht erklärt, sondern demonstriert. :22. Aztán a kekszesdobozt, a zöld feliratos, Westminster-motívumos Fortnum-&-Mason-dobozt, Calloway irányába tolta olyan mellékességgel, amely pontosan ki volt számítva. - Dann schob er die Keksdose, die Fortnum-&-Mason-Dose mit dem grünen Aufdruck und dem Westminster-Motiv, in Calloways Richtung mit einer Beiläufigkeit, die genau kalkuliert war. :23. James kettőt vett, és Stephen abban a pillanatban tudta, hogy a férfi vagy éhes volt. - James nahm zwei, und Stephen wusste in dem Moment, dass der Mann entweder hungrig war. :24. Vagy James pontosan abból az okból vett kettőt, amelyből Stephen vele magával csak egyet vétetett volna: hogy lássa, ki mit kezd ezzel. - Oder James nahm aus genau dem Grund zwei, aus dem Stephen ihn selbst nur einen hätte nehmen lassen: um zu sehen, wer was daraus machte. :25. „Létezik egy nézet” – mondta Stephen, és hangja közben az akadémiai előadás egyenletes, szinte fáradt tónusát vette fel, amelyben a lényeg soha nem magában az állításban rejlik, hanem abban, amit az állítás előfeltételez. - „Es gibt eine Ansicht", sagte Stephen, und seine Stimme hatte dabei den gleichmäßigen, fast müden Tonfall des akademischen Vortrags, in dem das Eigentliche nie in der Aussage selbst liegt, sondern in dem, was die Aussage voraussetzt. :26. „Ezt a nézetet anyám egyik nemzedékről a másikra adta tovább, és úgy szól, hogy az egy és két keksz közötti választás egy idegen asztalnál többet árul el a neveltetésről, mint bármely önéletrajz – egy tétel, amelyet sem megerősíteni, sem cáfolni nem szeretnék, de megfontolandónak tartok.” - „Diese Ansicht hat meine Mutter von einer Generation in die nächste weitergegeben, und sie besagt, dass die Wahl zwischen einem und zwei Keksen an einem fremden Tisch mehr über Erziehung verrät als jeder Lebenslauf – eine These, die ich weder bestätigen noch bestreiten möchte, aber für überlegenswert halte." :27. James nyelt, létrejönni hagyott egy pillanatot, majd olyan hangon válaszolt, amely annyira barátságos volt, hogy a benne lévő penge csak második hallásra vált érezhetővé. - James schluckte, ließ einen Moment entstehen und erwiderte dann in einem Ton, der so freundlich war, dass die Klinge darin erst beim zweiten Hinhören spürbar wurde. :28. „Az én szülői házamban egy hasonló tétel élt, csak fordított előjellel: hogy a visszafogottság egy idegen asztalnál nem neveltetést jelez, hanem félelmet attól, hogy megítélnek, és hogy ez a félelem – nem az éhség – az igazi osztályjel, amely ilyen pillanatokban megmutatkozik.” - „In meinem Elternhaus galt eine ähnliche These, nur mit umgekehrtem Vorzeichen: dass die Zurückhaltung am fremden Tisch nicht Erziehung anzeigt, sondern Angst vor dem Geurteiltwerden, und dass diese Angst – nicht der Hunger – das eigentliche Klassenzeichen ist, das sich in solchen Momenten zeigt." :29. Ami ezután keletkezett, nem a feszengés csendje volt, hanem az a különös, szinte kollegiális csend, amely akkor keletkezik, amikor két ember észreveszi, hogy a másik ismeri a játékot, amelyet játszanak. - Was daraufhin entstand, war keine Stille des Unbehagens, sondern jene besondere, fast kollegiale Stille, die entsteht, wenn zwei Menschen merken, dass der andere das Spiel kennt, das gespielt wird. :30. Mindketten úgy döntöttek, hogy ennek ellenére játsszák, és ez egészen más minőséget adott neki. - Beide hatten beschlossen, es trotzdem zu spielen, was ihm eine vollkommen andere Qualität gab. :31. A következőkben a könyvtárról, az alagsor felújításáról és egy emeritus kollégáról beszéltek, aki az előző nyáron megjelentette az emlékiratait – egy könyvről, amelyet mindketten ugyanazokból az okokból és ugyanazokkal a csendes fenntartásokkal olvastak, amelyekről itt nem volt helyénvaló beszélni. - Sie sprachen in der Folge über die Bibliothek, über die Renovierung des Untergeschosses und über einen emeritierten Kollegen, der im vergangenen Sommer seine Memoiren veröffentlicht hatte – ein Buch, das beide aus denselben Gründen und mit denselben stillen Vorbehalten gelesen hatten, über die zu sprechen hier nicht der Ort war. :32. Mindezekben a látszólag semleges mondatokban olyan technika működött, amelyet Stephen az akadémiai kommunikáció tulajdonképpeni emelkedett nyelvének tartott: annak művészete, hogy kizárólag arról beszéljünk, amit valójában nem mondunk ki, és közben olyan pontosak legyünk, hogy a másik pontosan értse, anélkül hogy valaha bizonyíthatóvá válna. - In all diesen scheinbar neutralen Sätzen war eine Technik am Werk, die Stephen als die eigentliche Hochsprache der akademischen Kommunikation verstand: die Kunst, ausschließlich über das zu sprechen, was man eigentlich nicht sagt, und dabei so präzise zu sein, dass der andere es genau versteht, ohne dass es je beweisbar würde. :33. Amikor James megemlítette, hogy Aldridge különleges gyűjteményének katalogizálása olyan rendszer szerint látszik megszervezve lenni, amely a beavatottak számára talán értelmes lehetett, mindenki más számára azonban tudatos kizárás jellegét hordozta, Stephen ujjai egyetlen lélegzetvétel idejére megmozdultak a karosszék karfáján. - Als James erwähnte, die Katalogisierung von Aldridges Spezialsammlung scheine nach einem System organisiert zu sein, das für Eingeweihte Sinn ergeben mochte, für jeden anderen aber den Charakter einer bewussten Exklusion habe, bewegten sich Stephens Finger auf der Lehne des Sessels für die Dauer eines einzigen Atemzuges. :34. Úgy mozdultak meg, ahogyan csak egy nagyon figyelmes megfigyelő értelmezhette volna annak, ami volt. - Sie bewegten sich auf eine Weise, die nur ein sehr aufmerksamer Beobachter als das hätte deuten können, was es war. :35. „Aldridge” – mondta Stephen, és a név az ő kiejtésében kevésbé volt név, mint inkább táj. - „Aldridge", sagte Stephen, und der Name war in seiner Aussprache weniger ein Name als eine Landschaft. :36. „Aldridge meg volt győződve arról, hogy egy rendrendszernek nem kell mindenki számára hozzáférhetőnek lennie, hanem csak a megfelelőek számára – olyan tétel ez, amelyet védhetőnek tartok, még ha tudom is, hogy bizonyos körökben ma reakciósnak számít.” - „Aldridge hatte die Überzeugung, dass ein Ordnungssystem nicht für alle zugänglich sein muss, sondern für die richtigen – eine These, die ich für vertretbar halte, auch wenn ich weiß, dass sie heute in gewissen Kreisen als reaktionär gilt." :37. Felemelte a csészét. - Er hob die Tasse. :38. „Mellesleg tizennyolc évig ült abban a karosszékben, amelyben Ön most ül. Hátrahagyta ezt a karosszéket, a rendszerét és egy véleményt az utódlásáról, amelyet egy levélben közölt velem, és amelyet megőrzök.” - „Er saß übrigens achtzehn Jahre lang in dem Sessel, in dem Sie gerade sitzen. Er hinterließ diesen Sessel, sein System und eine Meinung über seine Nachfolge, die er mir in einem Brief mitgeteilt hat, den ich aufbewahre." :39. James pillantása az armfákra esett, röviden, érintetlenül és ugyanakkor teljesen jelen lévőn. - James ließ einen Blick auf die Armlehnen fallen, kurz, unbeeindruckt und gleichzeitig vollkommen präsent. :40. Aztán így válaszolt: „Akkor kíváncsian várom, vajon a bőr eltárolta-e az érvelését – újra meg újra azt tapasztalom, hogy a legérdekesebb gondolatokat leggyakrabban olyan bútorokban hagyják hátra, amelyeket az ember nem maga választott.” - Dann antwortete er: „Dann bin ich gespannt, ob das Leder seine Argumentation gespeichert hat – ich stelle immer wieder fest, dass die interessantesten Gedanken am häufigsten in Möbeln zurückgelassen werden, die man nicht ausgesucht hat." :41. Ami ezután következett, jó egyórányi beszélgetés volt, amely tartalma szerint egyetemi politikáról, vendégelőadás-programokról és az időjárásról szólt. - Was folgte, war gut eine Stunde eines Gesprächs, das seinem Inhalt nach über Hochschulpolitik, Gastvortragsprogramme und das Wetter sprach. :42. Formája szerint gondosan vezetett vívás volt, amelyben mindkét fél tudta, hogy nem lesznek sebek, amelyeket meg lehetne mutatni, és hogy éppen ez az oka annak, amiért különösen pontosan céloztak. - Seiner Form nach war es ein sorgfältig geführtes Fechten, bei dem beide Parteien wussten, dass es keine Wunden geben würde, die man zeigen könnte, und dass das der Grund war, weshalb man eben deshalb besonders präzise zielte. :43. Amikor James felállt, kinyújtotta a kezét, és Stephen olyan fogással ragadta meg, amely egy másodperccel túl hosszú volt. - Als James aufstand, streckte er die Hand aus, und Stephen ergriff sie mit einem Griff, der eine Sekunde zu lang war. :44. Nem agresszív fogás volt, inkább egy territórium csendes állítása, mint egy mondat, amely szándékosan zárójel nélkül végződik. - Es war kein aggressiver Griff, eher die stille Behauptung eines Territories, wie ein Satz, der absichtlich ohne Schlusszeichen endet. :45. „Szokássá kellene tennünk ezt” – mondta Stephen. - „Wir sollten das zur Gewohnheit machen", sagte Stephen. :46. A mondatnak a hangsúlytól függően két teljesen különböző jelentése volt. - Der Satz hatte je nach Betonung zwei vollkommen verschiedene Bedeutungen. :47. „Nagyon szívesen” – válaszolta James –, „bár előre figyelmeztetnem kell, hogy nálam sem a teaszerviz, sem a kekszesdoboz nem tudja tartani a szintet – csak kávé, az északi ásványvizes-kávékávé-változat, amelyről Oxford ellenére sem sikerült még leszoktatnom magam.” - „Sehr gerne", antwortete James, „obwohl ich Sie vorwarnen muss, dass bei mir weder das Teeservice noch die Keksdose mithalten können – nur Kaffee, der Mineralwasserkaffeekaffeevariante aus dem Norden, die ich mir trotz Oxford noch nicht habe austreiben lassen." :48. Az ajtónál állt, keze a kilincsen. - Er stand an der Tür, die Hand am Knauf. :49. Aztán olyan mosollyal fordult meg, amelyet Stephen sem barátságosnak, sem ellenségesnek nem tudott volna besorolni, ami talán éppen a valódi minősége volt: „A kekszek egyébként valóban kivételesek voltak. Régi családi recept?” - Dann drehte er sich mit einem Lächeln um, das Stephen weder als freundlich noch als feindlich hätte kategorisieren können, was vielleicht seine eigentliche Qualität war: „Die Kekse, anbei bemerkt, waren wirklich außergewöhnlich. Ein altes Familienrezept?" :50. „Anyámtól” – mondta Stephen. - „Von meiner Mutter", sagte Stephen. :51. „Indiából?” – mondta James; nem kérdezve, inkább megállapítva, olyan ember hanghordozásával, aki lezár egy kutatást. - „Aus Indien?", sagte James – nicht fragend, eher feststellend, mit dem Tonfall eines Mannes, der eine Recherche abschließt. :52. Az ajtó azzal a halk, pontos kattanással csukódott be, amely a lakás csendjében még egy ideig tovább visszhangzott. - Die Tür fiel zu mit dem leisen, präzisen Klicken, das in der Stille der Wohnung eine Weile nachklang. :53. Stephen az ablaknál maradt állva, és figyelte, ahogy James megjelenik az utcán, sietség nélkül, anélkül hogy visszanézne. - Stephen blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James auf der Straße auftauchte, ohne Hast, ohne zurückzublicken. :54. James olyannak hatott, mint valaki, aki egy délután eredményét már besorolta, mielőtt maga mögött behúzta volna az ajtót. - James wirkte wie jemand, der das Ergebnis eines Nachmittags bereits eingeordnet hat, bevor er die Tür hinter sich zuzog. :55. Két ujjával lesöpört zakója hajtókájáról egy alig látható kekszmorzsanyomot. - Er wischte mit zwei Fingern eine kaum sichtbare Spur von Kekskrümeln vom Revers seines Jacketts. :56. Olyan gesztus volt, amelyet nem szándékosan tett, és amelynek jelentésén nem gondolkodott el; talán éppen ezért volt az egész délután legárulkodóbb gesztusa. - Es war eine Geste, die er nicht beabsichtigt hatte und über deren Bedeutung er nicht nachdachte, vielleicht gerade deshalb die aufschlussreichste Geste des ganzen Nachmittags. :57. Aztán elmosolyodott, röviden és szinte kelletlenül, mint egy beismerés, amelyet az ember önmaga előtt tesz, amikor senki sem figyel. - Dann lächelte er, kurz und fast ungern, wie ein Eingeständnis, das man sich selbst gegenüber macht, wenn niemand zuschaut. :58. A férfi jó volt, talán jobb, mint amennyit az állás megkövetelt volna, és ami ma közöttük történt, az sem vereség, sem győzelem nem volt, hanem valaminek a kezdete, amire még nem volt neve, de amit annak az embernek a nyugodt figyelmével fog majd megfigyelni, akinek a hosszú játszmák a legkedvesebbek. - Der Mann war gut, besser vielleicht, als die Stelle es verlangt hätte, und das, was sich heute zwischen ihnen ereignet hatte, war weder Niederlage noch Sieg, sondern der Beginn von etwas, für das er noch keinen Namen hatte, aber das er mit der ruhigen Aufmerksamkeit eines Mannes beobachten würde, dem die langen Spiele die liebsten waren. ------------------------- == 76 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Mike verliert seinen Job. Er war Vertriebsleiter in einer großen Firma. Jetzt hat er kein Gehalt mehr. Sein Geld ist fast weg. Er weiß nicht, was er tun soll. Dann denkt er an seinen Vater. Sein Vater war Tischler. Er ist vor einem Jahr gestorben. Seine Werkstatt steht leer. Mike fährt hin und schaut sich die Werkstatt an. Es regnet. Die Tür ist verschlossen. Mike hat ein Brecheisen dabei. Er öffnet das Schloss damit. Die Tür quietscht laut. Drinnen ist es dunkel und staubig. Es gibt viele Spinnweben. Aber Mike sieht auch die alte Hobelbank seines Vaters. An der Wand hängt ein Schild. Darauf steht: „Hier entsteht was Neues." Mike lächelt ein bisschen. Seine Freundin Sarah kommt zu ihm. Sie ist Lehrerin. Sie hält einen Mietvertrag in der Hand. „Drei Monate ohne Miete", sagt sie. „Danach schaffst du das." Mike nickt. Er beginnt, die Werkstatt sauber zu machen. Sein Freund Tom hilft ihm. Tom ist Elektriker und immer lustig. Sie schleppen alten Müll raus. Tom repariert die Lampen. Mike repariert die Maschinen. Nach zwei Wochen bekommt Mike den ersten Auftrag. Ein Startup braucht zwanzig Couchtische. Das ist viel Arbeit, aber Mike ist froh. Er arbeitet jeden Tag sehr lange. Dann passiert ein Problem. Die Holzplatten sind verzogen. Viele Tische sind nicht gut. Mike ist sehr wütend. Er schlägt mit den Fäusten auf die Werkbank. Tom kommt mit zwei Tassen Kaffee. Er bringt auch einen Elektrohobel mit. „Wir reparieren das jetzt", sagt Tom. Sie arbeiten die ganze Nacht. Um drei Uhr morgens sind neunzehn Tische fertig. Sarah bringt ihnen Pizza. Sie hat auch eine Nachricht vom Kunden dabei. Der Kunde schreibt: „Lieferung nächste Woche ist okay." Mike atmet tief durch. Er schläft kurz auf der alten Couch in der Werkstatt. Am nächsten Morgen liefern sie die Tische aus. Der Kunde ist zufrieden. Mike bekommt sein Geld. Er kauft neues Holz und neue Werkzeuge. Im Dezember gibt es einen kleinen Weihnachtsmarkt in der Stadt. Mike stellt seine neuen Barhocker dort aus. Er hat sie selbst entworfen. Zuerst kommt niemand zu seinem Stand. Mike ist enttäuscht. Aber dann kommt ein älterer Herr. Der Mann schaut die Stühle lange an. Er sagt: „Die sind schön gemacht." Er braucht zwölf Stühle für ein Seniorenheim. Mike sagt: „Die ersten fünf gebe ich umsonst, wenn sie gut sind." Der Mann lacht und gibt ihm sofort Geld. Mike kann es kaum glauben. Er ruft Sarah an. „Es funktioniert", sagt er. Sarah freut sich sehr. Ein Jahr später ist die Werkstatt viel größer. Über der Tür hängt ein neues Schild aus Holz. Darauf steht: „Mikes Tischlerei." Heute lädt Mike einen großen Lkw. Ein Hotel hat viele Möbel bestellt. Sarah und Tom helfen beim Beladen. Die Sonne geht gerade auf. Mike wischt sich den Schweiß von der Stirn. „Das war erst Schritt eins", sagt er. Sarah lacht. „Dann weiter", sagt sie. Der Lkw fährt los. Die roten Rücklichter verschwinden langsam in der Morgendämmerung. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Mike hatte seinen Job als Vertriebsleiter verloren, und sein Konto war fast leer. Er saß am Küchentisch und starrte auf den Brief der Firma. Sarah legte ihre Hand auf seine Schulter und sagte nichts. Erst nach einer langen Pause stand Mike auf und holte seinen Mantel. Er wusste, was er tun wollte. Die Werkstatt seines Vaters stand seit einem Jahr leer. Der Vater war plötzlich gestorben, und niemand hatte sich um die Garage gekümmert. Mike fuhr mit dem Auto hin, obwohl es regnete und kalt war. Er stand vor der schweren Metalltür und hielt das Brecheisen fest in der Hand. Das Schloss war alt und rostig, aber nach ein paar Versuchen gab es nach. Die Tür quietschte laut, als Mike sie aufdrückte. Drinnen roch es nach Holz, Öl und altem Staub. Spinnweben hingen von der Decke, und die Fenster waren schmutzig. Trotzdem fühlte sich Mike seltsam ruhig in diesem Raum. An der Wand hing noch das alte Schild seines Vaters: „Hier entsteht was Neues." Mike las es zweimal und dachte lange darüber nach. Sarah kam eine Stunde später mit einem Mietvertrag in der Hand. Der Vermieter hatte ihr drei Monate Mietfreiheit angeboten. „Das ist deine Chance", sagte sie, „aber du musst sie wirklich nutzen." Mike unterschrieb den Vertrag noch am selben Abend. In den nächsten Tagen half Tom beim Aufräumen. Tom war Elektriker und Mikes bester Freund seit der Schulzeit. Er reparierte die alten Lampen und zog neue Kabel durch die Wände. Mike schleppte kaputte Maschinen nach draußen und reinigte jede Ecke der Werkstatt. Nach einer Woche sah der Raum schon ganz anders aus. Den ersten richtigen Auftrag bekam Mike über eine kleine Anzeige im Internet. Ein junges Startup brauchte zwanzig Couchtische für sein neues Büro. Mike war nervös, aber er sagte sofort zu. Er arbeitete jeden Tag früh bis spät und kaufte das Holz mit seinem letzten Geld. Doch kurz vor der Lieferung bemerkte er, dass mehrere Platten sich verzogen hatten. Er stand vor der Werkbank und ballte die Fäuste, ohne ein Wort zu sagen. Tom kam mit zwei Bechern Kaffee und einem Elektrohobel unter dem Arm. „Heulen später", sagte er, „jetzt schleifen wir." Sie arbeiteten die ganze Nacht durch, bis neunzehn Tische wirklich gut aussahen. Sarah brachte gegen Mitternacht Pizza und eine kurze Nachricht vom Kunden. Der Kunde schrieb, dass die Lieferung auch nächste Woche noch in Ordnung sei. Mike lehnte sich an die Wand und schloss kurz die Augen. Die Tische wurden pünktlich geliefert, und der Kunde zahlte ohne Probleme. Mit dem Geld kaufte Mike besseres Holz und ein neues Werkzeug. Er begann, eigene Möbel zu entwerfen, die er nirgendwo so gesehen hatte. Besonders die Barhocker, die er in einem Skizzenbuch gezeichnet hatte, gefielen ihm selbst sehr gut. Im Dezember gab es in der Innenstadt einen kleinen Weihnachtsmarkt. Mike mietete einen Stand und stellte seine Barhocker aus. Die ersten Stunden waren schwierig, weil kaum jemand stehen blieb. Mike trank seinen kalten Kaffee und wartete geduldig. Gegen Abend sprach ihn ein älterer Herr mit ruhiger Stimme an. Der Mann betrachtete jeden Hocker sorgfältig und fragte nach dem Preis. Dann sagte er, dass er zwölf Stühle für ein Seniorenheim brauche. Mike überlegte kurz und antwortete: „Die ersten fünf gebe ich umsonst, wenn sie wirklich halten." Der Mann lachte leise und legte sofort Geld auf den Tisch. Mike rief Sarah noch auf dem Weihnachtsmarkt an. „Es hat geklappt", sagte er, und seine Stimme klang anders als sonst. Ein Jahr später stand Mike vor seiner Werkstatt und betrachtete das neue Holzschild über der Tür. „Mikes Tischlerei" stand dort in klaren Buchstaben. Sarah und Tom halfen ihm, einen großen Lieferwagen mit Möbeln für eine Hotelkette zu beladen. Die Sonne ging gerade auf, und die Luft war frisch und kühl. Mike wischte sich den Schweiß von der Stirn und sah auf die fertig beladene Ladefläche. „Das war erst Schritt eins", sagte er. Sarah grinste und kletterte auf den Beifahrersitz. „Dann weiter", sagte sie. Der Wagen fuhr langsam die Straße hinunter, und die roten Rücklichter verschwanden in der hellen Morgendämmerung. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Als Mike den Kündigungsbrief seiner Firma in den Händen hielt, spürte er, wie sich etwas in ihm verschob. Es war nicht Panik, sondern eine seltsame, kühle Leere. Er hatte drei Jahre lang alles in diese Stelle gesteckt: Überstunden, Wochenenden, Kompromisse. Jetzt war es vorbei, mit einem einzigen Satz auf weißem Papier. Sarah saß ihm gegenüber am Küchentisch und beobachtete ihn, ohne zu fragen. Sie kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass er reden würde, wenn er bereit war. Nach einer langen Stille faltete Mike den Brief zusammen und steckte ihn in die Schublade. „Ich fahre zur Werkstatt meines Vaters", sagte er, und das war alles. Die Garage lag am Stadtrand, zwischen einem Reifenhändler und einem verlassenen Lagerhaus. Seit dem Tod seines Vaters hatte niemand sie mehr betreten. Mike parkte den Wagen im Regen, zog den Kragen hoch und betrachtete die verrosteten Vorhängeschlösser. Die Schlösser wirkten, als hätten sie nie jemanden draußen halten müssen, sondern nur die Zeit drinnen festhalten wollen. Er stemmte das Brecheisen an. Nach ein paar kräftigen Versuchen gab das Metall nach. Der erste Schritt in die Werkstatt fühlte sich merkwürdig vertraut an, obwohl er seit Jahren nicht mehr hier gewesen war. Der Geruch von Holzstaub und Maschinenöl hatte sich in die Wände gefressen wie etwas, das nicht vergehen will. An der hinteren Wand hing noch das handgeschriebene Schild seines Vaters, schief und verblasst, aber noch lesbar. Auf dem Schild stand: „Hier entsteht was Neues." Mike stand lange davor und dachte daran, wie oft sein Vater diesen Satz wohl selbst gebraucht hatte. Sein Vater hatte ihn wohl gebraucht, wenn etwas nicht klappte. Sarah kam am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag, den sie über einen Bekannten organisiert hatte. Der Mietvertrag bot drei Monate mietfrei, danach einen fairen Preis. „Der Vermieter weiß, dass du anfängst", sagte sie. „Er will nicht, dass du gleich zu Beginn versinkst." Mike unterschrieb, ohne lange zu zögern. Er wusste, dass er zögern würde, wenn er erst anfing nachzudenken. Tom erschien am Wochenende mit seinem Transporter, einem Werkzeugkoffer und der Energie eines Menschen. Es war die Energie eines Menschen, der für andere gerne anpackt. Er war Elektriker. Er kannte keine Arbeit, bei der man nicht irgendwie helfen konnte. Während Mike die kaputten Maschinen auseinandernahm und die Werkbank schmirgelte, zog Tom neue Leitungen. Tom brachte Licht in die dunklen Ecken der Garage. Nach drei Tagen sah die Werkstatt nicht mehr aus wie ein Ort, der aufgegeben worden war. Sie sah aus wie ein Ort, der gerade aufgewacht ist. Den ersten Auftrag fand Mike über eine kleine Anzeige, die er spätabends ins Internet gestellt hatte. Er hatte keine großen Erwartungen. Ein junges Technologieunternehmen suchte zwanzig Couchtische für sein neues Büro. Die Couchtische sollten schlicht, modern und schnell lieferbar sein. Mike rief sofort zurück, nannte einen Preis, der kaum Gewinn ließ, und sagte zu. Er kaufte das Holz mit dem letzten Geld auf seinem Konto und arbeitete von früh morgens bis tief in die Nacht. Er konnte sich keinen Fehler leisten. Doch genau dieser Fehler passierte trotzdem: kurz vor der Fertigstellung bemerkte er, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Wärme verzogen hatten. Die Platten ließen sich nicht mehr verwenden. Er stand vor dem Schaden und sagte nichts. Ihm fielen keine Worte ein, die der Situation gerecht geworden wären. Tom kam mit Kaffee, sah Mikes Gesicht, stellte die Becher ab und sagte: „Jetzt nicht denken – jetzt schleifen." Sie arbeiteten bis drei Uhr morgens und retteten neunzehn der zwanzig Tische. Den zwanzigsten legten sie zur Seite, ohne ein weiteres Wort darüber zu verlieren. Sarah brachte gegen Mitternacht Essen und eine kurze Nachricht des Kunden. Der Kunde hatte geschrieben, dass eine Woche Verzögerung kein Problem sei. Mike aß, ohne zu schmecken. Er schlief zwei Stunden auf dem alten Sofa, das noch aus der Zeit seines Vaters stammte. Die Lieferung verlief problemlos, der Kunde war zufrieden, und das Geld kam pünktlich auf dem Konto an. Mike bestellte sofort neues Material und begann parallel dazu, eigene Entwürfe zu zeichnen. Diese Entwürfe hatte er seit Wochen im Kopf: eine Barhockerserie, die einfach und solide aussehen sollte, ohne billig zu wirken. Er sägte, hobelte und schliff, bis jedes Stück so war, wie er es sich vorgestellt hatte. Im Dezember mietete er einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt und stellte sechs Barhocker aus. Er hatte nicht viel Hoffnung, aber das Gefühl, dass man Dinge manchmal einfach ausprobieren muss. Die ersten Stunden verliefen ernüchternd. Die Leute liefen vorbei, blickten kurz hin und gingen weiter. Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich jedes Stück gründlich ansah. Er stellte Fragen, die zeigten, dass er etwas davon verstand. Er leitete ein Seniorenheim am anderen Ende der Stadt. Er suchte stabile, handgemachte Stühle für den neuen Gemeinschaftsraum. „Zwölf Stück", sagte er. „Wenn der Preis stimmt." Mike dachte einen Moment nach und antwortete: „Die ersten fünf gebe ich umsonst ab, wenn sie nach drei Monaten noch so stehen wie heute." Der Mann sah ihn an, lachte kurz auf und legte eine Anzahlung auf den Tisch. Mike rief Sarah noch auf dem Marktplatz an, im Lärm der Weihnachtsmusik und des Gedränges. Er sagte nur: „Es läuft." Ein Jahr später stand vor der Werkstatt ein Lieferwagen, beladen mit Möbeln für eine mittelgroße Hotelkette. Mike hatte die Hotelkette über einen Kontakt des Seniorenheims gefunden. Über der Tür hing ein neues Schild aus massiver Eiche. Tom hatte es am Wochenende aufgehängt: „Mikes Tischlerei", in klaren, gebrannten Buchstaben. Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, als Mike die letzte Kiste festzurrte. Dann richtete er sich auf. Er wischte sich die Hände an der Arbeitshose ab. Einen Moment lang betrachtete er das Schild, den Wagen und die Straße davor. „Das war erst Schritt eins", sagte er halblaut. Er sagte es mehr zu sich selbst als zu den anderen. Sarah kletterte auf den Beifahrersitz und rief durch das offene Fenster: „Dann weiter." Tom startete den Motor. Der Wagen rollte langsam die Straße hinunter, bis die roten Rücklichter in der Helligkeit des frühen Morgens verschwanden. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog und die wenigen Sätze las, die drei Jahre Arbeit mit einem einzigen Absatz für beendet erklärten, bemerkte er, dass ihn nicht die Nachricht selbst traf. Ihn traf die vollständige Gleichgültigkeit, mit der das Papier formuliert worden war, als hätte er nie mehr als eine Nummer in einer Tabelle bedeutet. Sarah saß ihm gegenüber und beobachtete sein Gesicht mit der stillen Aufmerksamkeit eines Menschen, der weiß, dass jedes Wort in diesem Moment zu viel wäre. So blieben sie eine Weile in der Küche sitzen, während draußen der Regen gegen die Scheibe schlug und die Uhr an der Wand gleichmäßig weiterging. Mike legte den Brief auf den Tisch, ohne ihn zu falten, stand auf und sagte, er werde zur Werkstatt seines Vaters fahren. Das war kein Plan, sondern die einzige Richtung, die sich in diesem Moment richtig anfühlte. Die Garage am Stadtrand hatte seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr niemand mehr betreten, und als Mike im Regen vor den verrosteten Vorhängeschlössern stand, überkam ihn das eigenartige Gefühl, dass dieser Ort auf ihn gewartet hatte. Er hatte nicht mit Ungeduld gewartet, sondern mit der ruhigen Beharrlichkeit alter Dinge, die gelernt haben, dass Zeit keine Bedrohung ist. Er stemmte das Brecheisen unter den Bügel des ersten Schlosses. Nach mehreren kräftigen Versuchen gab das verrostete Metall mit einem dumpfen Knacken nach, das in der regennassen Stille lauter klang, als es sein durfte. Der erste Schritt durch die quietschende Tür führte ihn in einen Raum, der nach Holzstaub, altem Maschinenöl und etwas roch, das sich nur als die Zeit selbst beschreiben ließ. Es war jene schwere, angesammelte Stille von Orten, an denen lange gearbeitet worden war und die diese Arbeit in ihren Wänden aufgespeichert haben wie ein Körper eine alte Gewohnheit. Spinnweben hingen zwischen den Regalen, die Fensterscheiben waren grau vor Schmutz, und eine verbeulte Hobelbank stand noch genau dort, wo sie immer gestanden hatte. Die Hobelbank wirkte, als hätte sein Vater sie gestern zuletzt benutzt. An der hinteren Wand hing das handgeschriebene Schild, schief und vom Licht ausgeblichen, aber mit Buchstaben, die noch klar genug waren, um zu lesen: „Hier entsteht was Neues". Es war ein Satz, der Mike früher kindisch vorgekommen war und der ihm jetzt, in diesem Moment, wie eine Ansage klang. Sarah erschien am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag, den sie über einen Bekannten organisiert hatte, der den alten Vermieter kannte. Sie legte das Papier auf die Hobelbank mit der knappen Bemerkung, dass drei Monate Mietfreiheit keine Einladung zum Zögern seien, sondern eine Frist. Mike las den Vertrag einmal durch, nahm den Stift und unterschrieb. Er unterschrieb, bevor der Teil seines Gehirns, der Risiken auflistet, die Oberhand gewinnen konnte. Tom kam am Samstag mit seinem Transporter, einem vollgepackten Werkzeugkoffer und der unerschütterlichen Bereitschaft, anzupacken, ohne erst zu fragen warum. Das hatte Mike an ihm immer mehr geschätzt als alles andere. Während Tom die defekten Stromleitungen freielegte und neue Kabel durch die Decke zog, zerlegte Mike die alten Maschinen, prüfte, was sich reparieren ließ, und entschied mit der Kaltblütigkeit eines Menschen, der kein Geld für Sentimentalität übrig hat. Er entschied, was auf den Sperrmüll gehörte. Nach drei Tagen intensiver, schweigender Arbeit hatte die Werkstatt aufgehört, wie ein Ort auszusehen, der verlassen worden war. Stattdessen begann sie, wie ein Ort zu wirken, der gerade im Begriff ist, etwas zu werden. Der erste ernsthafte Auftrag kam über eine Kleinanzeige, die Mike spätabends ins Internet gestellt hatte, ohne daran zu glauben, dass sich innerhalb von vierundzwanzig Stunden jemand melden würde. Doch am nächsten Mittag rief eine junge Frau von einem Technologieunternehmen an, das zwanzig Couchtische für sein neues Büro brauchte, schlicht, modern und innerhalb von drei Wochen lieferbar. Mike nannte einen Preis, der ihm kaum Gewinn ließ, weil er wusste, dass er sich mit diesem Auftrag beweisen musste – nicht dem Kunden gegenüber, sondern sich selbst. Noch am selben Nachmittag kaufte er das Holz, obwohl sein Konto danach fast leer war und er sich keine zweite Bestellung hätte leisten können, wenn etwas schiefgegangen wäre. Es ging etwas schief: Wenige Tage vor der Fertigstellung stellte Mike fest, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Werkstattwärme verzogen hatten und nicht mehr zu verwenden waren. Dieser Moment – das stille Stehen vor dem Schaden, die Berechnung der Zeit und des fehlenden Geldes im Kopf – war der erste, in dem er wirklich daran zweifelte, ob er das durchhalten konnte. Tom kam mit zwei Bechern Kaffee, sah, was passiert war, stellte die Becher auf die Werkbank und sagte: „Heulen später, schleifen jetzt." Das war keine Aufmunterung, sondern ein Befehl, und genau das brauchte Mike in diesem Moment. Sie arbeiteten ohne Pause bis tief in die Nacht und retteten neunzehn der zwanzig Tische. Als Sarah gegen Mitternacht mit Essen kam und beiläufig erwähnte, dass der Kunde geschrieben habe, eine Woche Verzögerung sei völlig in Ordnung, ließ Mike sich auf das alte Sofa fallen und schloss die Augen, ohne ein Wort zu sagen. Die Lieferung verlief reibungslos, das Geld kam pünktlich, und Mike reinvestierte es sofort in besseres Material und ein neues Werkzeug. Er hatte verstanden, dass jeder Auftrag nicht nur Umsatz, sondern eine Gelegenheit war, die nächste Arbeit besser zu machen als die vorherige. Parallel dazu begann er, eine eigene Barhockerserie zu entwerfen, deren Skizzen er seit Wochen in einem Notizbuch gesammelt hatte. Es waren Linien und Maßangaben, die nachts entstanden waren, wenn er nicht schlafen konnte, und die er nun in der Werkstatt in Holz übersetzte, Stück für Stück, mit einer Sorgfalt, die er sich bei Auftragsarbeiten selten leisten konnte. Im Dezember mietete er einen kleinen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt, stellte sechs Barhocker aus und wartete. Die Stunden vergingen, und die meisten Leute streiften seinen Stand mit einem kurzen Blick und gingen weiter, als wären Holzmöbel zwischen Glühweinständen und Wollmützen eine zu ernste Sache. Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich Zeit nahm für jeden einzelnen Hocker, die Verbindungen prüfte, die Oberfläche befühlte und Fragen stellte, die zeigten, dass er wusste, wovon er sprach. Schließlich erklärte er, er leite ein Seniorenheim und suche stabile, würdevoll gemachte Stühle für einen neu eingerichteten Gemeinschaftsraum. Mike hörte zu, dachte einen Moment nach und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Berechnung, wenn sie nach drei Monaten noch genauso stehen wie heute." Es war ein Angebot, das keine Großzügigkeit war, sondern das ruhige Vertrauen eines Handwerkers in seine eigene Arbeit. Der Herr sah ihn einen Augenblick lang an und lachte leise auf, als hätte er lange niemanden mehr so reden hören. Dann legte er eine Anzahlung auf den Tisch. Ein Jahr später stand ein Lieferwagen vor der erweiterten Werkstatt, beladen mit einem Großauftrag für eine Hotelkette, die Mike über einen Kontakt des Seniorenheims gefunden hatte. Über der Tür hing ein neues Schild aus massiver Eiche, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte: „Mikes Tischlerei", in Buchstaben, die aussahen, als hätten sie immer dort gehangen. Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, als Mike die letzte Ladung festzurrte, sich aufrichtete und einen Moment lang stillhielt. Er hatte den Blick auf das Schild, den Wagen und die leere Straße davor gerichtet, als wollte er sich diesen Zustand einprägen, bevor er aufhörte, neu zu sein. „Das war erst Schritt eins", sagte er, halblaut, mit einer Stimme, die keine Erschöpfung mehr hörte. In dieser Stimme lag etwas, das sich nach Anfang anfühlte. Sarah rief durch das offene Fenster des Beifahrersitzes: „Dann weiter." Tom startete den Motor, der Wagen rollte langsam die Straße hinunter. Die roten Rücklichter lösten sich in der Helligkeit des frühen Morgens auf, als wäre der Tag groß genug, um alles zu schlucken, was noch kommen würde. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog und die wenigen, bürokratisch glatten Sätze las, die drei Jahre gelebter Arbeit mit der Präzision eines Buchhalters für beendet erklärten, traf ihn nicht die Nachricht selbst. Ihn traf die vollständige Abwesenheit jedes menschlichen Tons in diesen Zeilen, die sachliche Sauberkeit eines Schreibens, das so formuliert war, als hätte nie ein Mensch dahintergesteckt, der morgens früh aufgestanden war, der Deadlines durchgearbeitet und Kompromisse geschluckt hatte, die ihm jedes Mal ein kleines Stück von dem abverlangten, was er sich ursprünglich einmal vorgenommen hatte. Sarah saß ihm gegenüber, die Hände um ihre Kaffeetasse gelegt, und ließ ihn lesen, ohne ein Wort zu sagen, weil sie ihn gut genug kannte, um zu wissen, dass Sprache in diesem Moment nicht trösten, sondern nur stören würde. Er brauchte Zeit, nicht für die Nachricht selbst, die er längst geahnt hatte, sondern für den Übergang von dem, was gewesen war, zu dem, was jetzt, ob er wollte oder nicht, beginnen musste. Er legte das Papier auf den Tisch, betrachtete es einen Moment lang, als wäre es ein Gegenstand, der ihm nicht gehörte, und sagte dann, er werde zur Werkstatt seines Vaters fahren. Das war kein Satz, der eine Erklärung anbot oder eine Bitte um Zustimmung enthielt, sondern die knappe Benennung einer Richtung, die sich aus einem inneren Wissen heraus ergab, das älter war als jede rationale Überlegung. Die Garage am Stadtrand war seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr unberührt geblieben, und als Mike im Regen davor stand, die Hände in den Jackentaschen, den Blick auf die verrosteten Vorhängeschlösser gerichtet, überkam ihn das seltsame Gefühl, dass dieser Ort nicht einfach auf ihn gewartet hatte wie ein Zimmer auf seinen Bewohner. Er hatte gewissermaßen schon immer auf diesen Moment hingearbeitet, auf diese Sekunde, in der Mikes Leben außen leer genug sein würde, um für das, was hier drinnen schlief, endlich Platz zu bieten. Er stemmte das Brecheisen unter den Bügel des ersten Schlosses. Nach mehreren harten Versuchen gab das Metall nach mit jenem dumpfen, fast tierischen Knacken, das in der Stille des Regens lauter klang als beabsichtigt, als hätte der Ort selbst auf dieses Signal gewartet, um sich zu öffnen. Der erste Schritt durch die quietschende Metalltür führte ihn in eine Atmosphäre, die sich weniger wie das Innere einer Garage anfühlte als wie das Innere einer alten Erinnerung. Es war eine Atmosphäre aus Holzstaub, Maschinenöl und jenem schwer zu benennenden Grundton vergangener Arbeit, der sich in Wände und Böden einschreibt wie eine Schrift, die kein Auge liest, aber jeder Körper sofort versteht, der diesen Raum je gekannt hat. Die Hobelbank seines Vaters stand noch genau dort, wo sie immer gestanden hatte, die Oberfläche genarbt und verkratzt von Jahrzehnten handwerklicher Arbeit. Daneben hing das handgeschriebene Schild, schief, ausgeblichen, mit Buchstaben, die die Zeit zu einer Art Flüstern gedämpft hatte, ohne ihnen jedoch ihre Lesbarkeit zu nehmen: „Hier entsteht was Neues" – ein Satz, den Mike als Kind nie gemocht hatte, weil er ihm selbstgefällig vorkam, und der ihm jetzt, in dieser regennassen Stille, wie das konzentrierteste Programm erschien, das ein Mensch für sein Leben formulieren kann. Sarah erschien am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag unter dem Arm, den sie über einen gemeinsamen Bekannten organisiert hatte, der den Vermieter kannte. Sie legte das Papier mit der beiläufigen Bestimmtheit auf die Hobelbank, die ihr eigen war, wenn sie etwas für entschieden hielt: drei Monate mietfrei, danach ein fairer monatlicher Betrag, der klein genug war, um nicht zu erdrücken, aber groß genug, um keinen Raum für Träumerei zu lassen. Mike las den Vertrag mit der Akribie eines Menschen, der gelernt hat, dass die gefährlichen Sätze immer im Kleingedruckten stehen, fand nichts Bedenkliches, nahm den Stift und unterschrieb. Er unterschrieb, bevor der analytische Teil seines Gehirns, der Risiken wie Dominosteine aufzählt und dabei immer vergisst, nach dem letzten zu fragen, das Wort ergreifen konnte. Tom erschien am Samstag mit seinem Transporter, beladen mit Werkzeug, Kabeln und der unerschöpflichen, etwas ruppigen Hilfsbereitschaft eines Mannes, der Freundschaft als Verb versteht und nicht als Zustand. Tom fragte nie, ob er gebraucht wurde, weil er es einfach sah. Während Tom die alten Leitungen freielegte, neue zog und dabei unaufhörlich Kommentare über den Zustand der Elektroinstallation abgab, die er abwechselnd als kriminell und kreativ bezeichnete, zerlegte Mike die Maschinen mit der kühlen Systematik eines Chirurgen. Mike unterschied zwischen dem, was noch zu retten ist, und dem, was gehen muss, und kannte keine sentimentalen Ausnahmen und durfte auch keine kennen, wenn das Ergebnis funktionieren sollte. Nach drei Tagen hatte die Werkstatt aufgehört, ein Ort zu sein, der aufgegeben wirkte. Stattdessen begann sie, jene eigenartige Energie auszustrahlen, die Räume haben, in denen etwas Konkretes im Begriff ist zu entstehen – eine Spannung zwischen dem, was noch fehlt, und dem, was sich bereits ankündigt. Den ersten ernsthaften Auftrag brachte eine Kleinanzeige, die Mike spätabends und ohne große Erwartung ins Internet gestellt hatte. Schon am nächsten Mittag brachte sie eine junge Frau von einem Technologieunternehmen dazu anzurufen, die zwanzig Couchtische bestellte, schlicht und modern, innerhalb von drei Wochen lieferbar, und dabei in einem Ton sprach, der klarstellte, dass sie an Handwerk gewöhnt war, das hält, nicht an Möbeln, die gut aussehen, bis die erste Rechnung bezahlt ist. Mike nannte einen Preis, der ihm kaum Gewinn ließ, weil er wusste, dass dieser erste Auftrag keine kommerzielle Transaktion war, sondern eine Beweisprobe, die er in erster Linie vor sich selbst ablegen musste. Er kaufte noch am selben Nachmittag das Holz, obwohl er damit sein Konto auf einen Stand brachte, der keine zweite Chance mehr erlaubt hätte, und arbeitete die folgenden Tage mit einer Konzentration, die er in seinem alten Job nie hatte aufbringen können, weil dort das Scheitern abstrakt war und hier mit den Händen zu greifen. Das Scheitern ließ sich trotzdem nicht aussperren: Wenige Tage vor der Fertigstellung erkannte Mike, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Werkstattwärme irreparabel verzogen hatten. Dieser Moment des stillen Stehens vor dem Schaden, des inneren Berechnens von Zeit, Geld und Spielraum, von denen keiner mehr vorhanden war, war der erste, in dem er ernsthaft an sich zweifelte – nicht an seinen Fähigkeiten, sondern an dem blinden Glauben, mit dem er in diese Sache hineingelaufen war, als wäre Entschlossenheit allein eine ausreichende Versicherung gegen die Tücken des Materials. Tom trat durch die Tür, sah die Lage, stellte die beiden Kaffeebecher ab und sagte mit der mühelosen Trockenheit eines Menschen, für den Probleme vor allem Handlungsbedarf sind: „Heulen später, schleifen jetzt." Das war kein Versuch einer Aufmunterung, sondern ein Befehl, der genau deshalb funktionierte, weil er keinen Raum für Widerspruch und keinen für Selbstmitleid ließ. Sie arbeiteten bis weit nach Mitternacht und retteten neunzehn der zwanzig Tische mit einer Sorgfalt, die der Erschöpfung zum Trotz nicht nachließ. Als Sarah kurz vor ein Uhr mit Essen erschien und nebenbei erwähnte, dass der Kunde eine Woche Verzögerung ausdrücklich für unproblematisch erklärt habe, ließ Mike sich auf das alte Sofa fallen und schloss die Augen, ohne etwas zu sagen, weil er alles Wesentliche bereits gesagt hatte mit dem, was er in den letzten Stunden getan hatte. Die Lieferung verlief reibungslos, und mit dem eingehenden Geld kaufte Mike sofort besseres Material, weil er verstand, dass jeder abgeschlossene Auftrag nicht das Ende einer Anstrengung war, sondern das Fundament der nächsten. Er verstand auch, dass die Qualität der Mittel über kurz oder lang die Qualität der Arbeit widerspiegelt wie ein Spiegel, der nicht lügt. Parallel dazu übersetzte er eine Barhockerserie aus seinen nächtlichen Skizzen in Holz und Handwerk. Diese Entwürfe waren in schlaflosen Nächten entstanden, wenn die Werkstatt im Dunkeln lag und sein Kopf weiterarbeitete, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass der Körper längst Pause beantragt hatte. Im Dezember stand er mit sechs Barhockern auf einem kleinen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt und beobachtete stundenlang, wie die Leute seinen Stand mit dem gleichmäßig wandernden Blick streiften. Mit diesem Blick geht man an Dingen vorbei, die man nicht gesucht hat und daher auch nicht zu finden bereit ist. Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich Zeit nahm auf eine Art, die signalisierte, dass er wusste, was er tat. Er prüfte die Verbindungen, befühlte die Oberflächen und stellte Fragen, die kein Halbwissen verrieten, und erklärte schließlich, er leite ein Seniorenheim und suche Stühle, die nicht nur halten, sondern auch würdevoll genug seien, um in einem Raum zu stehen, in dem alte Menschen den größten Teil ihres Tages verbringen. Mike hörte zu, ließ eine kurze Stille entstehen und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Rechnung, wenn sie nach drei Monaten noch genauso stehen wie heute." Das Angebot war keine Geste der Großzügigkeit, sondern der ruhige Ausdruck eines Handwerkers, der in seine Arbeit nicht aus Überzeugung investiert, weil ihm nichts anderes übrig bleibt, sondern weil er begonnen hat zu verstehen, was sein Vater mit diesem verblichenen Schild gemeint hatte. Der Herr sah ihn einen Moment lang an und lachte dann leise, mit der Wärme eines Menschen, dem lange niemand mehr so begegnet war. Dann legte er eine Anzahlung auf den Tisch, ohne über den Preis zu verhandeln. Ein Jahr später stand Mike vor der erweiterten Werkstatt, deren Tür jetzt ein Schild aus massiver Eiche zierte, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte – „Mikes Tischlerei" in klaren, tiefen Buchstaben, die aussahen, als hätten sie nie gefehlt. Sarah und Tom luden währenddessen den letzten Auftrag für eine Hotelkette auf den Lieferwagen, einen Großauftrag, der über einen Kontakt des Seniorenheims entstanden war, wie so vieles, was wächst, nicht durch Planung, sondern durch die stille Logik von Qualität, die sich von Mund zu Mund bewegt, schneller als jede Anzeige es könnte. Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, das Morgenlicht fiel schräg auf die Ladefläche, auf das Holz, auf die Gesichter, und Mike hielt für einen Moment inne. Er hatte die Hände an der Abdeckplane und den Blick auf nichts Bestimmtes gerichtet, so als wollte er diesen Zustand in der Erinnerung verankern, bevor er aufhörte, der Anfang von etwas zu sein, und zu einem von vielen Morgen in einer Geschichte wurde, die weiterging. „Das war erst Schritt eins", sagte er, mit einer Stimme, in der keine Erschöpfung mehr zu hören war. In dieser Stimme lag jene bestimmte Ruhe, die Menschen haben, die gelernt haben, dass Anfangen keine einmalige Entscheidung ist, sondern eine Haltung, die man jeden Morgen neu einnimmt. Sarah rief durch das offene Fenster: „Dann weiter." Tom startete den Motor, der Wagen setzte sich in Bewegung, und die roten Rücklichter wanderten langsam die Straße hinunter. Das Licht des frühen Morgens schluckte sie wie alles andere, das bereit ist, irgendwohin zu gehören. == 77 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Iwan kommt im November an. Es regnet. Die Straße ist nass und dunkel. Das Haus steht am Rand der Stadt. Es ist aus Holz. Die Farbe ist grau und alt. Iwan steht vor der Tür. Er hat einen Schlüssel. Der Schlüssel passt nicht. Das Schloss ist neu. Iwan schaut auf das Haus. Ein Fenster ist offen. Er klettert hinein. Innen ist es kalt. Es riecht nach altem Rauch. Iwan stellt seinen Koffer ab. Er setzt sich auf einen Stuhl. Seine Mutter ist tot. Er muss das Haus räumen. Er ist müde. Am Abend klopft es an die Tür. Eine Frau steht draußen. Sie heißt Katja. Sie wohnt nebenan. Sie bringt ein Glas Konfitüre. Sie kommt herein. Sie sagt kein Hallo. Sie setzt sich auf die Bank am Ofen. Iwan macht Tee. Der Samowar summt leise. Katja schaut aus dem Fenster. Sie sagt: Mein Bruder ist weg. Iwan fragt: Wohin? Sie sagt: Nach Moskau. Vor zehn Jahren. Iwan schweigt. Katja trinkt ihren Tee. Sie geht ohne Abschied. Am nächsten Tag arbeitet Iwan. Er räumt alte Sachen weg. Er findet Fotos. Auf einem Foto lächelt seine Mutter. Er legt das Foto auf den Tisch. Abends kommt Katja wieder. Sie bringt Brot. Sie setzen sich zusammen. Sie reden wenig. Das ist in Ordnung. Draußen ist es kalt. Der Wind kommt durch die Wände. Iwan schläft auf dem alten Sofa. Nachts hört er ein Geräusch. Er geht nach draußen. Katja sitzt am alten Brunnen. Sie hält den Kopf in die Hände. Iwan setzt sich neben sie. Sie sagt: Ich warte nicht mehr. Sie sagt: Aber ich kann auch nicht aufhören. Iwan zündet zwei Zigaretten an. Er gibt ihr eine. Sie rauchen zusammen. Sie schauen nicht einander an. Sie schauen in den Himmel. Es ist sehr still. Am letzten Tag klebt Iwan Tapete. Die Tapete ist alt, von 1987. Katja kommt mit zwei Tassen Kaffee. Sie stellt die Tassen auf das Fensterbrett. Sie schauen sich an. Iwan wirft die Tapetenrolle in die Ecke. Er nimmt seine Tasche. Katja sagt nichts. Iwan geht zur Tür. Er dreht sich nicht um. Er geht zum Bahnhof. Der Zug fährt in den Nebel. Katja steht noch vor dem Haus. Sie hebt die Hand. Dann senkt sie sie wieder. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Iwan ist neunundzwanzig Jahre alt und hat keine Arbeit mehr. Er fährt im November zurück in die Kleinstadt, weil seine Mutter gestorben ist. Der Zug ist leer und das Fenster beschlagen. Als er ankommt, regnet es schon seit Stunden. Das Holzhaus steht am Ende der Straße, fast versteckt hinter alten Bäumen. Iwan sucht den Schlüssel in seiner Tasche. Er passt nicht, denn das Schloss ist irgendwann ausgetauscht worden. Iwan geht um das Haus herum und findet ein offenes Fenster an der Seite. Er klettert hindurch und landet in der alten Vorratskammer. Es riecht nach feuchtem Holz, kalter Asche und etwas, das er nicht benennen kann. Er stellt seinen Koffer in die Mitte des Zimmers und bleibt stehen. An den Wänden hängen Tapeten, die sich an den Ecken lösen. Das Dach hat ein Loch, und auf dem Boden steht ein alter Eimer. Iwan setzt sich auf einen Stuhl am Tisch und schaut lange in die Stille. Er weiß nicht, warum er überhaupt gekommen ist. Am zweiten Abend klopft es an die Tür. Vor der Tür steht eine Frau mit einem Glas Konfitüre in der Hand. Sie sagt ihren Namen: Katja Michailowna, Nachbarin seit fünfzehn Jahren. Sie kommt herein, ohne zu fragen, und setzt sich auf die Bank am Ofen. Iwan macht Tee, weil er nicht weiß, was er sonst tun soll. Der alte Samowar braucht eine Weile, bis er warm wird. Katja schaut aus dem Fenster, als ob sie auf etwas wartet. Dann sagt sie ruhig, dass ihr Bruder Dmitri vor zehn Jahren nach Moskau gefahren ist. Seitdem hat sie kein einziges Wort von ihm gehört. Iwan nickt, aber er sagt nichts. Die Uhr an der Wand tickt, und das Wasser beginnt zu summen. Katja trinkt ihren Tee und geht dann, ohne sich zu verabschieden. In den nächsten Tagen räumt Iwan langsam das Haus aus. Er findet Briefe, Fotos und eine alte Uhr, die nicht mehr geht. Auf einem Foto sitzt seine Mutter auf der Gartenbank und lächelt in die Sonne. Iwan legt das Foto auf das Fensterbrett, weil er es nicht wegwerfen kann. Katja kommt jeden Abend und bringt manchmal Brot, manchmal Suppe. Sie setzen sich zusammen und reden wenig, aber das stört keinen von beiden. Draußen wird es früh dunkel, und der Wind drückt kalt durch die alten Ritzen. In der dritten Nacht wacht Iwan auf, weil er ein Geräusch hört. Es klingt wie eine Ratte oder wie ein Herz, das zu laut schlägt. Er zieht seinen Mantel an und geht nach draußen. Katja sitzt am alten Brunnen im Garten, den Kopf in beide Hände gestützt. Iwan setzt sich neben sie, ohne zu fragen, was passiert ist. Eine Weile sagen sie gar nichts. Dann sagt Katja, dass sie nicht mehr wartet. Aber aufhören kann sie auch nicht, sagt sie leise. Iwan zieht zwei Zigaretten aus der Tasche und gibt ihr eine. Sie rauchen zusammen und schauen in den dunklen Himmel. Sie sehen sich dabei nicht an, aber das ist nicht unangenehm. Am Tag seiner Abreise nimmt Iwan eine alte Tapetenrolle aus dem Keller. Er fängt an, die zerrissene Tapete im Kinderzimmer neu zu kleben. Das Papier ist von 1987 und passt kaum noch zur Wand. Er weiß selbst, dass es keinen Sinn ergibt, aber er macht weiter. Katja erscheint mit zwei Tassen und stellt sie auf das Fensterbrett. Sie schauen sich an, ohne etwas zu sagen. Es gibt kein Lächeln und keinen Abschied. Iwan legt die Tapetenrolle in die Ecke und nimmt seine Tasche. Er geht durch die Tür und schließt sie hinter sich. Auf dem Weg zum Bahnhof dreht er sich nicht mehr um. Der Zug kommt pünktlich und fährt langsam in den Novembernebel. Katja steht noch eine Weile vor dem Haus. Sie hebt die Hand, als ob der Zug sie sehen könnte. Dann senkt sie die Hand wieder und geht hinein. Das Licht im Flur brennt noch eine Stunde, dann nicht mehr. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Der Zug hatte Verspätung, und als Iwan Petrowitsch endlich ankam, war der Bahnsteig längst leer. Es war Mitte November, und der Regen fiel schräg und gleichgültig auf das Pflaster. Er kannte die Straße noch gut, obwohl er seit fast sieben Jahren nicht mehr hier gewesen war. Das Holzhaus sah kleiner aus, als er es in Erinnerung hatte. Die Farbe blätterte ab, das Dach hing leicht durch, und einer der Fensterläden stand offen. Iwan blieb auf dem Gehweg stehen und schaute auf das Haus, als ob er eine Erlaubnis brauchte einzutreten. Der Schlüssel, den ihm der Notar geschickt hatte, passte nicht. Er versuchte es zweimal, dann ließ er es bleiben. Irgendwann hatte jemand das Schloss ausgetauscht, und niemand hatte daran gedacht, ihm Bescheid zu geben. Er fand ein Fenster zur Vorratskammer, das sich von außen öffnen ließ, und kletterte hindurch. Drinnen roch es nach kalter Asche, feuchter Wolle und einer Stille, die sich über Jahre angesammelt hatte. Iwan stellte seinen Koffer ab und ließ sich auf den alten Stuhl am Küchentisch sinken. Seine Mutter hatte an diesem Tisch jeden Morgen gesessen, solange er denken konnte. Er schaute auf die Tapete, die sich an mehreren Stellen von der Wand gelöst hatte. Auf dem Boden stand ein Eimer, der Regen auffing, der durch das undichte Dach tropfte. Er zählte die Tropfen, bis er aufhörte zu denken, und das dauerte nicht lange. Am zweiten Abend klopfte es, ohne dass er es erwartet hätte. Vor der Tür stand eine Frau, die er nicht kannte, mit einem Glas Konfitüre in der einen und einem Laib Brot in der anderen Hand. Sie sagte, sie heiße Katja Michailowna und wohne seit fünfzehn Jahren nebenan. Sie trat ein, ohne zu warten, setzte sich auf die Ofenbank und legte die Sachen auf den Tisch. Iwan machte Tee, weil ihm nichts Besseres einfiel. Katja sprach wenig, aber was sie sagte, blieb hängen. Ihr Bruder Dmitri sei vor zehn Jahren morgens mit dem ersten Zug nach Moskau gefahren, sagte sie, und seitdem habe sie nichts mehr von ihm gehört. Nicht einen Brief, nicht einen Anruf, nicht einmal eine Nachricht über Umwege. Sie sagte das ohne Bitterkeit, eher so, als würde sie eine Wettervorhersage vorlesen. Der Samowar summte, und Iwan schaute in seine Tasse. Er hätte etwas sagen können, aber alles, was ihm einfiel, klang falsch. Katja stand auf und ging, ohne sich zu verabschieden. In den nächsten Tagen arbeitete Iwan langsam und ohne Plan. Er räumte Schränke aus, stapelte Bücher, sortierte Briefe, die er nicht las. Einmal fand er eine Schachtel mit Fotos ganz hinten im Regal. Auf einem saß seine Mutter im Sommer auf der Gartenbank, die Augen leicht zugekniffen gegen die Sonne. Er stellte das Foto auf das Fensterbrett, weil er nicht entscheiden konnte, ob es bleiben oder gehen sollte. Katja kam jeden Abend und brachte mal Suppe, mal Brot, mal nichts außer sich selbst. Sie setzte sich, er kochte Tee, und sie redeten über Kleinigkeiten, die beide nichts kosteten. Es war keine Freundschaft, aber auch keine Einsamkeit mehr. In der dritten Nacht schreckte Iwan aus einem Schlaf hoch, den er nicht erinnern konnte. Es hatte ein Geräusch gegeben, irgendwo zwischen Traum und Wand, und er stand auf, bevor er richtig wach war. Er zog seinen Mantel über, ging durch den Flur und öffnete die Hintertür zum Garten. Katja saß am alten Brunnen, die Ellbogen auf die Knie gestützt und das Gesicht in beiden Händen vergraben. Iwan setzte sich neben sie auf den feuchten Stein, ohne ein Wort zu sagen. Die Stille im Garten war anders als die im Haus. Nach einer Weile sagte Katja, ohne aufzublicken, dass sie nicht mehr warte. Aber sie könne auch nicht einfach aufhören, denn Aufhören sei ja auch eine Entscheidung, und die habe sie nie getroffen. Iwan zog seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche und gab ihr eine. Sie rauchten, ohne sich anzusehen, und schauten stattdessen in den Himmel, der dunkel und wolkenlos und völlig unberührt war. Am Morgen seiner Abreise fand Iwan im Keller eine Rolle Tapete, die noch aus den achtziger Jahren stammte. Er trug sie ins Kinderzimmer und fing an, den zerrissenen Streifen über dem Bett neu zu kleben, obwohl er genau wusste, dass es keinen praktischen Sinn hatte. Das Muster passte nicht mehr zu dem, was noch an der Wand klebte, und das Papier war so trocken, dass es beim Falten brach. Katja erschien mit zwei Tassen, stellte sie wortlos auf die Fensterbank und lehnte sich an den Türrahmen. Sie sahen sich an, und keiner von beiden versuchte, daraus mehr zu machen, als es war. Iwan rollte das restliche Papier zusammen und warf die Rolle in die Ecke. Er nahm seine Tasche, zog die Jacke zu und ging ohne Umweg zur Tür. Auf der Straße war es kalt und still, und der Nebel lag so tief, dass man das Ende der Straße nicht sehen konnte. Am Bahnsteig drehte er sich nicht mehr um, obwohl er spürte, dass jemand schaute. Der Zug kam, und er stieg ein. Durch das Fenster sah er kurz das Haus, dann verschwand es im Grau. Katja stand noch eine Weile auf dem Gehweg, hob die Hand halb und ließ sie wieder sinken. Sie stand dort, bis der Zug nicht mehr zu hören war. Dann ging sie zurück, schloss die Tür hinter sich und wartete, ohne zu wissen worauf. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Der Zug hatte fast vierzig Minuten Verspätung, was Iwan Petrowitsch nicht überraschte, denn in dieser Gegend hatte er selten pünktlich gehalten, soweit er sich erinnern konnte. Es war der zwölfte November, und der Regen, der seit dem frühen Nachmittag fiel, hatte die Straßen in glänzende schwarze Spiegel verwandelt, die das Laternenlicht schluckten, ohne es zurückzuwerfen. Iwan blieb am Ausgang des Bahnhofs stehen, den Koffer neben sich, und schaute die Straße hinunter, als könnte er durch das Warten herausfinden, warum er überhaupt hierher zurückgekommen war. Das Haus seiner Mutter stand am Ende der zweiten Querstraße, halb verdeckt von einer alten Linde, deren Äste im November nichts mehr verbargen. Er brauchte zwölf Minuten zu Fuß, was er wusste, ohne darüber nachzudenken. Das Holzhaus sah nicht verfallen aus, eher so, als hätte es sich aus eigenem Entschluss zurückgezogen, als wäre die Verwitterung eine Haltung und kein Versäumnis. Der Schlüssel, den ihm der Notar in einem braunen Umschlag mit zwei Zeilen maschinenschriftlicher Erklärung geschickt hatte, passte nicht ins Schloss. Iwan versuchte es drei Mal mit zunehmendem Druck, dann steckte er den Schlüssel weg und trat einen Schritt zurück, als müsste er das Problem aus etwas mehr Distanz betrachten. Das Schloss war irgendwann ausgetauscht worden, ohne dass irgendjemand auf die Idee gekommen wäre, ihn davon in Kenntnis zu setzen. Er fand das Fenster der Vorratskammer auf der Westseite des Hauses, das sich nach innen drücken ließ, wenn man von unten gegen den Rahmen stemmte, was er noch aus seiner Kindheit wusste, obwohl er sich nicht erinnern konnte, wann er es gelernt hatte. Drinnen roch es nach der Summe von Jahren, nach kalter Asche, feuchtem Holz, verrauchtem Tee und einer Qualität von Stille, die man nur in Häusern findet, in denen lange niemand mehr laut gesprochen hat. Er ließ den Koffer stehen, zog die nasse Jacke aus und hing sie über den Stuhl, auf dem seine Mutter immer gesessen hatte, um Schuhe anzuziehen. Das Dach tropfte in gleichmäßigen Abständen in einen Zinkeimer auf dem Küchenboden, und Iwan setzte sich an den Tisch und hörte diesem Tropfen zu, bis es ihm vorkam, als wäre es das einzige Geräusch, das in diesem Haus noch eine Berechtigung hatte. Am zweiten Abend klopfte es kurz nach sieben, zweimal, dann Pause, dann noch einmal, was sich anfühlte wie eine Frage, die ihre eigene Antwort nicht sicher war. Die Frau, die draußen stand, war etwa in seinem Alter, trug einen schweren Wollmantel und hielt ein Glas Konfitüre und einen in Tuch eingeschlagenen Laib Brot vor sich, als wären es keine Geschenke, sondern Dokumente. Sie sagte, sie heiße Katja Michailowna, wohne seit fünfzehn Jahren im Haus nebenan und habe seine Mutter gut gekannt, ohne das näher auszuführen. Sie trat ein, bevor er sie einlud, hängte ihren Mantel selbst an den Haken und setzte sich auf die Ofenbank mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Anmaßung war, sondern einfach die Art jemandes, der genau weiß, wo er hingehört. Iwan kochte Tee, weil es das einzige war, was er dem Abend entgegensetzen konnte. Katja erzählte nach einer Weile, fast beiläufig, dass ihr Bruder Dmitri eines Morgens vor zehn Jahren mit dem Frühzug nach Moskau gefahren sei, mit einer kleinen Tasche und dem Versprechen, sich zu melden, sobald er angekommen sei. Seitdem hatte sie nichts mehr von ihm gehört, keinen Brief, kein Telegramm, keine Nachricht aus zweiter Hand, nicht einmal ein Gerücht. Sie sagte das in einem Ton, der weder Klage noch Gleichgültigkeit war, sondern etwas dazwischen, eine Art sachlicher Erschöpfung, die entsteht, wenn man eine Tatsache so oft gedacht hat, dass sie aufgehört hat, weh zu tun, ohne aufgehört zu haben, wahr zu sein. Der Samowar summte, das Dach tropfte, und Iwan schwieg, weil ihm alles, was er hätte sagen können, zu klein für diesen Satz gewirkt hätte. Katja trank ihren Tee aus, stand auf und ging, ohne ein Wort des Abschieds, als würde man mitten in einem Gespräch einfach das Zimmer wechseln. Iwan verbrachte die folgenden Tage damit, das Haus auszuräumen, aber ohne System und ohne das Gefühl, voranzukommen, denn für jede Schachtel, die er leerte, fand er zwei weitere, die er noch nicht geöffnet hatte. Er stieß auf Briefe, auf Fotos, auf Gegenstände, deren Zweck er nicht mehr rekonstruieren konnte, und auf anderen, deren Zweck er sehr wohl kannte, was schlimmer war. Ein Foto zeigte seine Mutter im Sommer, auf der Gartenbank, das Gesicht leicht von der Sonne abgewandt und mit einem Ausdruck, der ihm fremd war, weil er ihn zu Lebzeiten nie gesehen hatte. Er stellte das Foto auf das Fensterbrett und ließ es dort, weil er keine bessere Entscheidung treffen konnte und weil das Fensterbrett zumindest ein ehrlicher Ort war. Katja kam jeden Abend, manchmal mit Essen, manchmal ohne, und ihre Besuche hatten eine Regelmäßigkeit angenommen, über die keiner von beiden gesprochen hatte, die aber offenbar keiner Besprechung bedurfte. Sie redeten über das Dach, über die Nachbarschaft, über den Winter, der früh kommen würde, und manchmal auch über nichts, was sich trotzdem nicht wie Schweigen anfühlte. In der dritten Nacht wachte Iwan gegen halb vier auf, aus einem Schlaf, den er sofort vergessen hatte, und stand am Fenster, bevor er wusste, warum er aufgestanden war. Im Garten, am gemauerten Brunnen, der seit Jahren nicht mehr benutzt wurde, saß Katja auf dem Steinrand, die Ellbogen auf die Knie gestützt, das Gesicht in beiden Händen vergraben, so reglos, dass er einen Moment lang glaubte, sie schliefe sitzend. Er zog seinen Mantel über das Nachthemd, ging durch den Flur und trat in den Garten. Die Luft war klar und sehr kalt, und das Gras knirschte leicht unter seinen Schuhen. Iwan setzte sich neben sie auf den Brunnenrand, ohne zu fragen, was sie dort tat, und ohne so zu tun, als wäre es normal, weil beides falsch gewesen wäre. Nach einer langen Weile sagte Katja, ohne aufzublicken, dass sie nicht mehr warte. Aber das Aufhören sei auch keine Lösung, fügte sie hinzu, denn Aufhören setze eine Entscheidung voraus, und eine Entscheidung setze Klarheit voraus, und Klarheit sei genau das, was sie in zehn Jahren nicht gewonnen habe. Iwan zog seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche, zündete zwei an, gab ihr eine, und sie rauchten, ohne sich anzusehen, den Blick nach oben, wo der Himmel dunkel und wolkenlos und vollkommen unzugänglich war. Es war die ruhigste Stunde, die Iwan seit langer Zeit erlebt hatte. Am Morgen seiner Abreise, nachdem er den Koffer bereits gepackt und an die Tür gestellt hatte, fand Iwan im hinteren Keller eine angebrochene Rolle Tapete, das Muster ein blasses Blumengeflecht aus dem Jahr 1987, das Papier so trocken, dass es beim Biegen brach. Er trug sie dennoch ins Kinderzimmer und begann, den langen zerrissenen Streifen über dem alten Kinderbett neu zu kleben, obwohl das Muster nicht mehr stimmte und der Kleister, den er aus einem Rest in der Küche angerührt hatte, zu dünn war. Es war eine sinnlose Handlung, das wusste er, aber Sinn war in diesem Haus ohnehin immer eher eine Hoffnung als eine Eigenschaft gewesen. Katja erschien mit zwei Tassen Kaffee, stellte sie auf die Fensterbank und lehnte sich schweigend an den Türrahmen, so als käme sie nicht hinein, weil sie wüsste, dass Hineinkommen an diesem Morgen bedeutete, Abschied zu nehmen, und das war etwas, wofür sie beide keine Sprache hatten. Iwan ließ die Tapetenrolle fallen, trocknete die Hände an der Hose und nahm seinen Mantel vom Haken, ohne sich noch einmal umzusehen. Er sagte nichts, und Katja sagte nichts, und das war keine Kälte, sondern eine Form von Ehrlichkeit, die Wörter nicht erträgt. Auf der Straße war der Nebel so dicht, dass die Häuser jenseits der Kreuzung bereits verschwunden waren, als wäre die Welt hinter ihm abgeräumt worden. Er lief den bekannten Weg zum Bahnhof, ohne sich zu beeilen, und drehte sich an keiner Stelle um, obwohl er genau wusste, dass er es sich vorgenommen hatte. Der Zug stand bereits am Bahnsteig, und Iwan stieg ein und fand einen Fensterplatz auf der richtigen Seite, fast ohne darüber nachzudenken. Als der Zug anfuhr, sah er durch das beschlagene Glas kurz das Dach des Hauses über den Bäumen auftauchen und sofort wieder verschwinden. Katja stand noch auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun, eine Hand halb erhoben, und ließ sie in einer Geste sinken, die kein Abschied war und kein Gruß, sondern die schlichte Notiz, dass etwas gewesen war, das nun aufgehört hatte. Sie blieb noch eine Weile stehen, nachdem der Zug nicht mehr zu hören war. Dann drehte sie sich um, nicht schnell und nicht langsam, ging zurück ins Haus und schloss die Tür, ohne sie zu schließen, wie man das tut, wenn man weiß, dass man zurückkommt, aber nicht mehr weiß, wohin. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Das alte Haus Der Zug, der Iwan Petrowitsch an jenem Novemberabend in die Stadt seiner Kindheit zurückbrachte, hatte keine Verspätung. Das kam ihm seltsam vor, als wäre die Pünktlichkeit eine Taktlosigkeit, eine Verweigerung des kleinen Aufschubs, den er sich insgeheim gewünscht hatte. Er saß die letzten zwanzig Minuten der Fahrt aufrecht und ohne zu lesen. Sein Blick war auf die Scheibe gerichtet, auf der sich die Lichter der Vororte zu langen gelben Strichen zogen, die nichts bedeuteten und genau deshalb schwer zu ertragen waren. Seit dem Tod seiner Mutter, der ihn vor drei Wochen per Telegramm erreicht hatte, während er in einer Küche in einer fremden Stadt saß und auf Arbeit wartete, die nicht kam, hatte er das Gefühl gehabt, sich in einer Bewegung zu befinden. Diese Bewegung hatte er weder angehalten noch wirklich begonnen. Das Haus stand noch, was er sich nicht selbstverständlich vorgestellt hatte. Wenn man ihn gefragt hätte, hätte er allerdings nicht sagen können, was er stattdessen erwartet hatte. Die Linde, die im Sommer seiner Kindheit so hoch gewachsen war, dass man das Dach dahinter nicht mehr sehen konnte, hatte in den Novemberjahren etwas von ihrer Behauptungskraft verloren. Sie stand nun als transparentes Gerüst vor der Fassade, die in der Dunkelheit weniger grau wirkte als schlicht abwesend. Der Schlüssel, den der Notar ihm in einem Umschlag übersandt hatte, der nach seinem Inhalt nichts ankündigte, passte nicht, wie er nach dem zweiten Versuch feststellte. Während er im Regen vor der verschlossenen Tür stand und den Schlüssel betrachtete, als könnte eine längere Betrachtung die Situation verändern, wurde ihm klar, dass irgendjemand irgendwann beschlossen hatte, das Schloss auszutauschen, ohne dass dieser Beschluss in irgendeiner Form seinen Weg zu ihm gefunden hatte. Das Fenster der Vorratskammer auf der Seite des Hauses, das sich, wenn man von unten gegen den verwitterten Rahmen drückte, nach innen geben ließ, war noch immer dasselbe Fenster wie vor zwanzig Jahren. Iwan kletterte hindurch mit der distanzierten Vertrautheit dessen, der an einem Körper handelt, an dem er glaubte, längst keinen Anspruch mehr zu haben. Drinnen war es nicht so kalt, wie er gefürchtet hatte, aber die Kälte, die da war, war die schwierigere, weil sie nichts mit der Temperatur zu tun hatte. Sie saß in der Stille der abgehängten Lampe, in der Gleichmäßigkeit des Taus, das vom undichten Dachbalken in den Zinkeimer tropfte, in der ausrangierten Zuverlässigkeit eines Ortes, der aufgehört hatte zu warten, lange bevor irgendjemand aufgehört hatte, ihn zu verlassen. Iwan setzte sich an den Tisch, an dem seine Mutter dreißig Jahre lang gesessen hatte. Er blieb so lange sitzen, bis das Tropfen im Eimer aufgehört hatte, ihn zu stören. Die Frau, die am zweiten Abend klopfte, betrat das Haus mit dem ruhigen Nachdruck jemandes, der zwar nicht erwartet worden ist, aber dennoch weiß, dass er am richtigen Ort ist. Das irritierte Iwan, der ihr die Tür geöffnet hatte, nicht, sondern erleichterte ihn eher auf eine Art, die er sich nicht erklären wollte. Katja Michailowna, zweiunddreißig Jahre alt, Bibliothekarin, seit fünfzehn Jahren Nachbarin, stellte das Einmachglas und das in ein geblümtes Tuch gewickelte Brot auf den Tisch, als wären es selbstverständliche Gegenstände an einem selbstverständlichen Ort. Sie setzte sich auf die Ofenbank, wo sie den Mantel anhatte und so saß, als könnte sie jeden Moment wieder aufstehen, aber auch als hätte sie keine Absicht, das zu tun. Sie sprach nicht viel, und das, was sie sagte, war so formuliert, dass man merkte, dass sie es sich nicht zurechtgelegt hatte. Das führte paradoxerweise dazu, dass es präziser klang als alles Zurechtgelegte. Ihr Bruder Dmitri, sagte sie irgendwann, während sie aus dem Fenster schaute, auf dem sich der Regen in Schlieren sammelte, sei vor zehn Jahren im Oktober mit dem ersten Morgenzug nach Moskau gefahren. Er sei mit einer kleinen Reisetasche gefahren, die er sich von einem Nachbarn geliehen hatte, und mit dem Versprechen, zu schreiben, sobald er eine Adresse hätte, was eine Formulierung gewesen sei, die damals vollkommen plausibel geklungen habe. Sie sagte das in einem Tonfall, der keine Bitterkeit enthielt, weil Bitterkeit eine Form von Erwartung voraussetzt. Katja, so schien es Iwan, hatte die Erwartung nicht abgelegt, sondern einfach vergessen, wo sie sie hingelegt hatte, was am Ende auf dasselbe hinausläuft, aber sich anders anfühlt. Iwan hätte etwas sagen können, aber alles, was ihm einfiel, hätte entweder zu wenig oder zu viel gewogen. So schwieg er, und der Samowar summte, und das war genug. In den folgenden Tagen räumte Iwan das Haus aus, nicht mit dem Eifer des Erledigens, sondern mit der taktischen Langsamkeit jemandes, der eine Aufgabe tut, weil er keine Alternative hat. Er war aber nicht bereit, dieser Aufgabe zu erlauben, schneller zu gehen als er selbst. Er fand Dinge, die er kannte, und Dinge, die er noch nie gesehen hatte. Nicht immer war der Unterschied so bedeutsam, wie er sich erhofft hatte: Manchmal war ein fremdes Ding weniger schmerzhaft als ein vertrautes, weil das Vertraute einen Anspruch stellte, dem das Fremde sich entzog. Ein Foto zeigte seine Mutter in einem Sommer, den er nicht zuordnen konnte, mit einem Ausdruck, den er ihr zu Lebzeiten nie abgenommen hatte. Sie wirkte nicht glücklich im vollen Sinn des Wortes, aber in einem Frieden, der nicht erkämpft, sondern aufgefunden worden war, irgendwo auf einer Gartenbank in einem nicht mehr rekonstruierbaren Juli. Er stellte das Foto auf das Fensterbrett, weil der Fensterbrett der ehrlichste Ort in einem Haus ist. Es ist weder Aufbewahrung noch Entsorgung, sondern das Eingeständnis einer ungelösten Frage. Katja kam jeden Abend, und ihre Besuche hatten sich ohne Absprache in eine Form eingespielt, die keiner von beiden benannt hätte. Beide respektierten diese Form instinktiv, so wie man einen Steg respektiert, der aussieht, als könnte er das eigene Gewicht gerade noch tragen. Sie redeten über das Haus, über den Winter, über die Bibliothek, in der seit Jahren dieselben zwölf Benutzer dieselben Bücher ausliehen. Manchmal redeten sie auch über ihre Kindheiten, die sie in derselben Stadt verbracht hatten, ohne sich je begegnet zu sein, was sie beide für eine vollkommen normale Unmöglichkeit hielten. Iwan wachte in der dritten Nacht gegen vier Uhr auf, ohne zu wissen warum. Das kam bei ihm selten vor, da er sonst der Schlaf war, wie er einmal gelesen hatte, dass manche Menschen es sind: einfach und gründlich und ohne Zwischentöne. Das Geräusch, das ihn geweckt hatte, war entweder ein Tier oder das Haus selbst gewesen, das in der Kälte arbeitete. Er stand auf, ohne sich dagegen zu entscheiden, zog seinen Mantel über das Nachthemd und ging durch den dunklen Flur nach draußen. Katja saß am alten Brunnen im hinteren Garten, auf dem gemauerten Rand, über den im Sommer das Unkraut wuchs, das Gesicht in beiden Händen. Ihre Schultern waren weder hochgezogen noch hängend, sondern in einer Haltung, die irgendwo zwischen Erschöpfung und Konzentration lag, als vollführe sie eine Arbeit, für die man keine Hände braucht. Iwan setzte sich neben sie, ohne zu fragen, ohne zu trösten, ohne so zu tun, als sei irgendetwas erklärungsbedürftig. Das war das Richtigste, was er in dieser Stadt seit seiner Ankunft getan hatte. Der Garten war still, die Luft schneidend klar. Über ihnen stand ein Himmel, der so dunkel und leer war, dass er keine Metaphern erlaubte. Nach einer Zeit, die sich nicht in Minuten messen ließ, sagte Katja, dass das Warten aufgehört habe, und zwar nicht als Entscheid, sondern als Zustand. Sie habe diesen Zustand eines Tages vorgefunden wie einen Stuhl, der schon immer da gestanden hatte, bevor man ihn bemerkte. Aber das Aufhören des Wartens, fügte sie hinzu, sei kein Ankommen. Denn Ankommen setze voraus, dass man irgendwo abgefahren sei, und genau diese Gewissheit fehle ihr seit zehn Jahren. Iwan zündete zwei Zigaretten an einer Flamme an und gab ihr eine. Sie rauchten in dem gemeinsamen Schweigen, das kein Trost war und keine Lösung, aber eine Anwesenheit, und manchmal ist Anwesenheit die genaueste Form, in der man einem Menschen sagen kann, dass er nicht verschwunden ist. Am Morgen seiner Abreise, nachdem der Koffer bereits gepackt an der Tür stand und die Tassen auf dem Abtropfbrett lagen wie eine abgeschlossene Aussage, stieg Iwan in den Keller und kam mit einer Rolle Tapete wieder herauf. Er hatte sie hinter einem Regal gefunden: ein blasses, von der Zeit ins Beige verblichenes Blumengeflecht aus dem Jahr 1987, das Papier so spröde, dass es unter dem Daumendruck Risse bildete wie Eis, das die eigene Dicke noch nicht kennt. Er trug die Rolle ins Kinderzimmer und begann, ohne nachzudenken, ohne Handlungsplan und ohne die Absicht, das Ergebnis jemals zu beurteilen, den langen zerrissenen Streifen über dem alten Kinderbett zu ersetzen. Das tat er, obwohl das Muster nicht mehr zu dem passte, was rechts und links an der Wand klebte, und obwohl der verdünnte Kleister, den er aus einem Tütenrest angerührt hatte, zu wenig Haftung hatte, um das spröde Papier dauerhaft zu halten. Es war eine Handlung jenseits des Nutzens. Aber gerade das gab ihr eine Art Integrität, die nützliche Handlungen selten erreichen. Katja erschien mit zwei Tassen, die sie auf die Fensterbank stellte, ohne einzutreten. Sie wirkte, als wäre sie noch nicht sicher, ob dieser Morgen ein Morgen war, den man betreten oder von dem man Abstand halten sollte. Sie sahen sich an, und in diesem Blick war alles, was gesagt werden hätte können, in der Form abwesend, die am deutlichsten zeigt, dass man es nicht sagen wird. Es gab kein Lächeln, das verkleinerte, kein Wort, das vereinfachte, keinen Abschied, der tat, als wäre er ein Ende. Iwan ließ die Tapetenrolle fallen, nahm seinen Mantel und seine Tasche und ging durch die Tür in den Novembermorgen. Der Novembermorgen war so grau und so gleichmäßig, dass er keine Richtung vorgab, sondern nur Bewegung. Er lief den Weg zum Bahnhof, den er hätte blind gehen können, und drehte sich nicht um. Er tat es nicht aus Kälte und nicht aus Entschlossenheit, sondern weil er verstanden hatte, dass Umdrehen in diesem Fall nicht Erinnerung, sondern Zweifel gewesen wäre, und für Zweifel hatte er sich die ganze Strecke bewusst keine Zeit gelassen. Der Bahnsteig war fast leer, der Zug stand bereits bereit, und Iwan stieg ein und fand einen Platz am Fenster auf der richtigen Seite. Er wählte diesen Platz nicht, weil er geplant hatte, das Haus noch einmal zu sehen, sondern weil er wusste, dass er es sehen würde, egal auf welcher Seite er saß, und dass er diesem Wissen ruhig begegnen wollte. Als der Zug langsam anfuhr, tauchte das Dach zwischen den letzten Bäumen auf, einen Moment lang, nicht länger. Dann verschwand es sofort wieder im Nebel, der an diesem Morgen so dicht war, dass er aussah wie eine Entscheidung. Katja stand noch vor dem Gartenzaun, die Hand ein Stück weit gehoben, und ließ sie dann sinken mit einer Geste, die weder Abschied noch Gruß war. Es war die stille Notiz einer Tatsache: dass etwas gewesen ist, ganz bestimmt, auch wenn weder sie noch er hätten sagen können, was es genau war, und dass gerade dieses Unbenennbare der einzige Teil davon ist, der nicht verloren gehen kann, weil man etwas nicht verlieren kann, das man nie besessen hat, und deshalb am Ende auch nie wirklich verlässt. Sie blieb stehen, bis der Zug nicht mehr zu hören war, drehte sich dann um und ging zurück ins Haus. Sie ging nicht langsam und nicht schnell, sondern mit der Schrittlänge jemandes, der nicht weiß, was ihn drinnen erwartet, aber auch nicht erwartet, dass es etwas sein wird, das ihn überrascht, und der damit, nach allem, ganz gut leben kann. == 78 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Er sitzt in einem kleinen Zimmer. Das Zimmer hat keine Fenster. Die Wände sind grau. Eine Lampe an der Decke flackert. Er weiß nicht, wie lange er schon hier ist. Auf dem Tisch liegt ein Formular. Das Formular hat viele Felder. Er liest das erste Feld: „Name". Er schreibt seinen Namen. Dann kommt das zweite Feld: „Vorgang". Er weiß nicht, was er schreiben soll. Er lässt das Feld leer. An der Wand hängt eine Uhr. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Sie bewegt sich nicht. Er wartet. Die Tür geht auf. Eine Frau kommt herein. Sie trägt eine Brille und einen grauen Kittel. Sie sagt kein Hallo. Sie legt einen neuen Stapel Papier auf den Tisch. Er schaut auf den Stapel. Der Stapel ist sehr hoch. Die Frau sagt: „Das Deckblatt fehlt." Er fragt: „Welches Deckblatt?" Sie antwortet nicht. Sie geht wieder hinaus. Er nimmt das oberste Blatt. Es ist leer. Er schreibt oben: „Deckblatt". Dann wartet er wieder. Die Lampe flackert stärker. Er steht auf. Er geht zur Tür. Er drückt den Griff. Die Tür geht nicht auf. Er versucht es noch einmal. Die Tür bleibt zu. Er setzt sich wieder hin. Auf dem Tisch steht eine leere Tasse. Er weiß nicht, was früher drin war. Nach einer Weile kommt die Frau wieder. Sie nimmt die Tasse. Sie sagt: „Bitte warten Sie." Er fragt: „Wie lange?" Sie sagt: „Das ist der Vorgang." Dann ist sie weg. Er schaut auf das Formular. Er liest: „Antrag auf Feststellung der Antragsfähigkeit." Er versteht das nicht ganz. Er schreibt trotzdem weiter. Bei jedem Feld überlegt er lange. Die meisten Felder lässt er leer. Die Uhr zeigt immer noch zehn nach elf. Am nächsten Morgen ist das Formular weg. Ein neues liegt da. Es sieht genauso aus. Er seufzt. Er nimmt den Stift. Er fängt von vorne an. Die Frau kommt wieder. Sie legt noch ein Blatt dazu. Sie sagt: „Seite drei fehlt." Er schaut in seine Unterlagen. Es gibt keine Seite drei. Er fragt: „Wo bekomme ich Seite drei?" Sie sagt: „Das müssen Sie beantragen." Er nickt langsam. Er nimmt ein leeres Blatt. Er schreibt oben: „Antrag auf Seite drei." Er wartet. Das ist der Vorgang. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Er weiß nicht mehr, wann er das erste Mal in diesem Zimmer aufgewacht ist. Der Raum ist klein, und die Wände haben keine Farbe, die einen Namen verdient. An der Decke hängt eine Leuchtstoffröhre, die manchmal flackert und manchmal nicht. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er schon mehrmals gelesen hat. Er versteht die meisten Wörter, aber nicht, was sie zusammen bedeuten. Die Uhr an der Wand zeigt zehn nach elf, obwohl er sicher ist, dass Stunden vergangen sind. Er hat den Stift in der Hand, aber er weiß nicht, was er schreiben soll. Das erste Feld heißt „Antragsteller", und das ist einfach. Er schreibt seinen Namen, obwohl er nicht sicher ist, ob das reicht. Das zweite Feld heißt „Grund des Antrags", und das ist nicht einfach. Er überlegt lange, dann lässt er es leer. Die Tür geht auf, ohne dass jemand angeklopft hat. Die Sachbearbeiterin trägt einen grauen Kittel und eine Brille mit rundem Gestell. Sie schaut nicht ihn an, sondern den Stapel Papier auf dem Tisch. Sie sagt: „Sie haben das Deckblatt nicht ausgefüllt." Er antwortet, dass das Deckblatt kein Feld zum Ausfüllen hat. Sie sagt: „Das ist nicht korrekt", und legt ein neues Blatt auf den Tisch. Dann geht sie, ohne die Tür zu schließen, aber die Tür schließt sich von selbst. Er schaut auf das neue Blatt. Es ist leer, genau wie das alte. Er nimmt den Stift und schreibt oben in die Mitte: „Deckblatt". Dann wartet er, weil er nicht weiß, was sonst zu tun ist. Die Leuchtstoffröhre flackert dreimal schnell, dann ist es wieder ruhig. Nach einer Weile steht er auf und geht zur Tür. Er drückt den Griff nach unten, aber die Tür bewegt sich nicht. Er drückt fester, aber das Ergebnis ist dasselbe. Er geht zurück zum Tisch und setzt sich wieder hin. Die leere Tasse vor ihm hat keinen Henkel mehr, aber er erinnert sich nicht, wann das passiert ist. Er dreht den Stift zwischen den Fingern und denkt nach. Er denkt daran, dass er einen Antrag stellen muss, aber nicht weiß, wofür. Vielleicht ist der Antrag für etwas, das er schon hat. Vielleicht ist er für etwas, das er noch braucht. Er schreibt in das Feld „Grund des Antrags": „Unbekannt, aber notwendig." Das fühlt sich nicht falsch an. Die Sachbearbeiterin kommt wieder, nimmt die Tasse und stellt eine neue hin. Die neue Tasse ist auch leer. Er fragt: „Wann ist der Antrag fertig?" Sie sagt: „Wenn alle Felder ausgefüllt sind." Er fragt: „Und welche Felder fehlen noch?" Sie sagt: „Das steht auf Seite vier." Er blättert durch die Papiere, aber es gibt keine Seite vier. Er fragt: „Wo ist Seite vier?" Sie sagt: „Die müssen Sie beantragen", und geht. Er nimmt ein leeres Blatt und schreibt: „Antrag auf Aushändigung von Seite vier." Er legt das Blatt oben auf den Stapel. Die Uhr zeigt immer noch zehn nach elf. Er schaut sie lange an, weil er hofft, dass sie sich bewegt. Sie bewegt sich nicht. Am nächsten Morgen – oder was er dafür hält – ist der Stapel kleiner. Ein Teil der Formulare ist weg, aber er weiß nicht, welcher. Dafür liegt ein neues Formular oben, das er noch nicht gesehen hat. Es heißt: „Bestätigung des Antrags auf Feststellung der Antragsfähigkeit." Er liest es zweimal, weil er denkt, dass er etwas übersehen hat. Er hat nichts übersehen. Er füllt das erste Feld aus, dann das zweite, dann lässt er das dritte leer. Die Sachbearbeiterin kommt, schaut auf das Formular und sagt: „Feld drei ist Pflicht." Er fragt: „Was soll ich in Feld drei schreiben?" Sie sagt: „Das, was zutrifft." Er schreibt: „Alles oder nichts." Sie nimmt das Formular, liest es, legt es zurück und sagt: „Bitte warten Sie." Er fragt: „Wie lange?" Sie sagt nichts mehr und geht. Er lehnt sich zurück und schaut an die Decke. Die Leuchtstoffröhre flackert. Er wartet. Er weiß inzwischen, dass Warten nicht das Ende ist, sondern der Vorgang selbst. Er nimmt den Stift. Er fängt von vorne an. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Der Raum, in dem er sitzt, hat genau die richtige Größe, um nicht darüber nachzudenken, wie klein er ist. Die Wände sind weiß gestrichen, aber das Weiß ist so alt, dass es keinen Namen mehr verdient. Er ist seit mindestens zwei Tagen hier, soweit er das beurteilen kann. Die Uhr an der Wand zeigt zehn nach elf, und er hat aufgehört, sie zu fragen. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er schon auswendig kennt, ohne es zu verstehen. Er hat den Kugelschreiber in der Hand, der keine Kappe mehr hat, weil er sie verloren hat oder sie nie da war. Das erste Feld hat er ausgefüllt, weil es nach seinem Namen gefragt hat und er den noch wusste. Das zweite Feld fragt nach dem Zweck des Antrags, und diese Frage begleitet ihn seitdem wie ein leises Geräusch. Er hat überlegt, ob der Zweck vielleicht auf einem anderen Blatt steht, aber alle anderen Blätter schweigen ebenfalls. Die Tür geht auf, ohne dass er Schritte gehört hat, und die Sachbearbeiterin tritt ein. Sie trägt immer denselben grauen Kittel, und ihre Brille sitzt immer ein wenig schief. Sie legt einen neuen Stapel Papier neben den alten, ohne ihn anzuschauen. „Das Begleitschreiben fehlt", sagt sie, in einem Ton, der keine Antwort erwartet. Er fragt trotzdem: „Welches Begleitschreiben meinen Sie genau?" Sie antwortet: „Das, das dem Antrag vorangehen muss", und geht wieder hinaus. Er schaut auf die Tür, die sich lautlos schließt, und dann auf den neuen Stapel. Das oberste Blatt ist leer, aber am unteren Rand steht klein gedruckt: „Formular 7b – Anlage zum Begleitschreiben". Er dreht das Blatt um, weil er hofft, dass auf der Rückseite mehr steht. Auf der Rückseite steht: „Bitte wenden." Er legt das Blatt zurück, verschränkt die Arme und lehnt sich in den Stuhl. Die Leuchtstoffröhre flackert kurz, als ob sie etwas sagen wollte, dann ist sie wieder still. Er denkt darüber nach, dass er einen Antrag stellen muss, dessen Zweck er nicht kennt, für einen Vorgang, der keinen Anfang zu haben scheint. Das ist keine neue Erkenntnis, aber jedes Mal, wenn er sie denkt, sitzt sie ein wenig fester. Er steht auf, weil Sitzen keine Lösung ist, und geht zur Tür. Die Tür lässt sich nicht öffnen, was ihn nicht überrascht, aber trotzdem kurz irritiert. Er geht zurück, setzt sich, und nimmt den Stift mit der fehlenden Kappe wieder in die Hand. Er schreibt in das Feld „Zweck des Antrags": „Feststellung der Notwendigkeit des Antrags." Das ist zirkulär, aber es ist das Ehrlichste, was er schreiben kann. Nach einer Weile – er schätzt zwei Stunden, obwohl die Uhr das nicht bestätigt – kommt die Sachbearbeiterin zurück. Sie nimmt seine leere Tasse vom Tisch, stellt eine neue leere Tasse hin, und liest, was er geschrieben hat. Ihr Gesicht verändert sich nicht, aber sie zieht ein kleines Notizbuch aus der Kitteltasche und schreibt etwas hinein. „Haben Sie den Antrag auf Einsicht in die Vorgangsnummer bereits gestellt?", fragt sie. Er antwortet, dass er nicht wusste, dass es eine Vorgangsnummer gibt. „Es gibt immer eine Vorgangsnummer", sagt sie, und es klingt, als würde sie das nicht zum ersten Mal erklären. Sie legt ein weiteres Formular auf den Tisch, das genau wie alle anderen aussieht, außer dass oben „Vorläufig" gestempelt ist. Er fragt, was „vorläufig" in diesem Zusammenhang bedeutet. Sie sagt: „Es bedeutet, dass es noch nicht endgültig ist", und geht. Er schaut auf das Formular, dann auf den Stapel, dann auf die Uhr. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Er hat manchmal das Gefühl, dass die Uhr recht hat und alle anderen falsch liegen. Am nächsten Morgen – er nennt es Morgen, weil die Leuchtstoffröhre heller brennt als sonst – ist der Tisch neu geordnet. Die Formulare, die er ausgefüllt hat, sind weg, und an ihrer Stelle liegt ein Blatt mit dem Titel: „Rückmeldung zum Eingangsverfahren". Er liest das Blatt zweimal und stellt fest, dass es keine Rückmeldung enthält, sondern nur die Bitte um eine weitere Rückmeldung. Er nimmt den Stift und schreibt in die vorgesehene Zeile: „Die Rückmeldung liegt vor." Das stimmt nicht, aber er hat das Gefühl, dass Genauigkeit hier nicht das entscheidende Kriterium ist. Die Sachbearbeiterin kommt, liest den Satz, und nickt einmal kurz. „Sie machen Fortschritte", sagt sie, in einem Ton, der weder zustimmend noch ablehnend ist. Er fragt: „Wie viele Formulare fehlen noch?" Sie schlägt ihr Notizbuch auf, blättert kurz und sagt: „Das hängt davon ab, was Sie beantragen." Er erinnert sie daran, dass er nicht weiß, was er beantragen soll. Sie sagt: „Das steht im Ausgangsdokument." Er fragt, wo das Ausgangsdokument ist. Sie sagt: „Das hätten Sie mitbringen müssen", und schließt das Notizbuch. Dann steht sie noch einen Moment da, als ob sie etwas vergessen hätte, dreht sich aber um und geht. Er sitzt allein, die leere Tasse vor sich, den Stift in der Hand, den Stapel neben dem Ellbogen. Er denkt: Vielleicht ist das Ausgangsdokument schon da und er hat es nur nicht erkannt. Er geht alle Blätter durch, eins nach dem anderen, langsam und sorgfältig. Keines davon trägt den Titel „Ausgangsdokument", aber auf einem steht unten in kleiner Schrift: „Dieses Dokument gilt nicht als Ausgangsdokument." Er legt es beiseite und denkt, dass das ein Hinweis sein könnte. Er nimmt ein leeres Blatt, schreibt oben in großen Buchstaben „Ausgangsdokument" und lässt den Rest leer. Dann legt er es ganz unten in den Stapel, weil Ausgangsdokumente vermutlich am Anfang stehen. Die Leuchtstoffröhre flackert. Er wartet. Er hat aufgehört zu fragen, wann es endet, weil die Antwort immer dieselbe ist: wenn alles vollständig ist. Und vollständig ist es, wenn er alles eingereicht hat. Und eingereicht hat er alles, wenn er weiß, was er einreichen muss. Er nimmt den Stift. Er fängt von vorne an. Das ist der Vorgang. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Der Raum, den er seit unbestimmbarer Zeit bewohnt, hat die eigentümliche Qualität, dass er sich weder eng noch weit anfühlt, sondern einfach vorhanden ist. Die Leuchtstoffröhre an der Decke gibt ein Licht ab, das keine Schatten wirft, was bedeutet, dass auch die Zeit hier keine Konturen hat. Er weiß, dass er einen Antrag stellen muss, aber das Wissen darüber, wofür, hat sich irgendwann still aus dem Raum entfernt. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das in seiner Schlichtheit beunruhigend ist: zwölf Felder, von denen er drei ausgefüllt hat und neun nicht. Der Stift in seiner Hand hat keine Kappe, was ihn anfangs gestört hat, inzwischen aber als Merkmal dieses Ortes erscheint, so wie die stehende Uhr und die leere Tasse. Die Uhr zeigt zehn nach elf, und er hat sich damit abgefunden, dass sie nicht falsch geht, sondern schlicht anderer Meinung ist. Er liest das sechste Feld zum wiederholten Mal: „Angabe des Antragsgegenstandes unter Berücksichtigung der einschlägigen Vorgangsnummer." Die Vorgangsnummer kennt er nicht, hat sie nie gekannt, und niemand hat ihm erklärt, wie man sie in Erfahrung bringt. Die Tür öffnet sich ohne Vorwarnung, und die Sachbearbeiterin tritt ein mit dem präzisen Bewegungsablauf von jemandem, der diesen Raum so oft betreten hat, dass er aufgehört hat, ihn wahrzunehmen. Sie legt eine neue Mappe auf den Tisch, deren Registerkarten mit Buchstaben beschriftet sind, die keine erkennbare Reihenfolge haben. „Der Nachweis über die Voranmeldung des Antragsverfahrens fehlt noch", sagt sie, im Konjunktiv, als ob auch sie nicht ganz sicher sei, ob das stimmt. Er fragt, ob es möglich wäre, diesen Nachweis nachzureichen, obwohl er nicht weiß, was er nachreichen würde. Sie antwortet, dass ein Nachreichen grundsätzlich möglich sei, sofern der entsprechende Antrag auf Nachreichgenehmigung vorliege. Er fragt, wie dieser Antrag zu stellen sei, und spürt dabei, dass er diese Frage vielleicht schon einmal gestellt hat. Sie sagt, der Antrag auf Nachreichgenehmigung setze die Kenntnis der Vorgangsnummer voraus, dreht sich um und geht. Die Tür schließt sich so leise, dass er sich fragt, ob sie jemals wirklich offen gewesen ist. Er bleibt sitzen und betrachtet die Mappe, die sie hinterlassen hat, als wäre sie ein Beweisstück aus einem anderen Leben. Hinter dem Reiter „A" findet er ein dreiseitiges Dokument, das den Titel trägt: „Hinweise zur Interpretation von Hinweisen – vorläufige Fassung". Er liest es, weil er sich erhofft, dass irgendwo eine Anweisung versteckt ist, die ihm sagt, was er als Nächstes tun soll. Was er findet, ist der Satz: „Alle Hinweise in diesem Dokument sind als unverbindlich zu verstehen, sofern kein gegenteiliger Hinweis vorliegt." Er legt das Dokument zurück, lehnt sich in den Stuhl und schaut für eine Weile an die Decke, weil das weniger frustrierend ist als alles andere. Die Leuchtstoffröhre flackert in einem Rhythmus, der fast regelmäßig ist, und er fragt sich, ob darin eine Bedeutung steckt. Er entscheidet, dass dem nicht so ist, aber das Nachdenken darüber hat ihm immerhin einige Minuten verschafft. Schließlich nimmt er den Stift, schreibt auf ein leeres Blatt die Worte „Vorgangsnummer: wird nachgereicht" und legt es über das sechste Feld des Formulars. Das ist keine Lösung, aber es ist eine vorläufige Überbrückung, und vorläufig scheint hier das herrschende Prinzip zu sein. Am nächsten Morgen – wobei er „Morgen" nur deshalb denkt, weil er an irgendwelchen Zeitbegriffen festhalten will – hat sich der Tisch erneut verändert. Die Mappe ist weg, das Formular liegt jetzt in einer transparenten Schutzhülle, und daneben steht ein Becher mit einer Flüssigkeit, deren Temperatur sich nicht bestimmen lässt. Er trinkt einen Schluck, weil es das Vernünftigste ist, was man mit einem Becher tun kann. Obenauf liegt ein Zettel, der handschriftlich beschriftet ist: „Bitte prüfen Sie, ob alle Angaben dem aktuellen Stand entsprechen." Er liest das Formular durch, stellt fest, dass sich nichts geändert hat, und schreibt darunter: „Angaben entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt ihrer Eintragung." Die Sachbearbeiterin erscheint zur gewohnten Stunde, obwohl er keine Uhr hat, die ihm sagen könnte, wann die gewohnte Stunde ist. Sie liest seinen Zusatz, zieht die linke Augenbraue minimal hoch, was das ausdrucksstärkste Zeichen ist, das er je von ihr gesehen hat. „Der Stand der Eintragung müsste mit dem Stand der Vorgangsakte übereinstimmen", sagt sie. Er fragt, ob er Einsicht in die Vorgangsakte bekommen könne, um die Übereinstimmung zu prüfen. Sie sagt, Einsicht in die Vorgangsakte setze einen abgeschlossenen Antragsprozess voraus. Er hält inne, weil in diesem Satz eine Logik steckt, die er nicht widerlegen kann, die aber auch keinen Ausweg lässt. „Dann ist der Antragsprozess also noch nicht abgeschlossen", sagt er, und es klingt mehr nach Feststellung als nach Frage. Sie sagt: „Das ist korrekt", und nimmt den Becher vom Tisch, obwohl er noch nicht leer ist. Dann stellt sie einen neuen Becher hin, der ebenfalls nicht leer ist, und geht, als wäre das ein Abschluss. Er sitzt vor dem Formular in der Schutzhülle und überlegt, ob er es aus der Hülle nehmen soll, um weiterzuschreiben. Auf der Hülle klebt ein kleiner Aufkleber: „Nicht aus der Schutzhülle entnehmen." Er schreibt durch die transparente Folie hindurch, was die Schrift unleserlich macht, aber das scheint hier keine Ausnahme zu sein. Die Uhr zeigt zehn nach elf, die Leuchtstoffröhre flackert, und der Raum verhält sich so, wie Räume sich verhalten, wenn niemand vorhat, sie zu verlassen. Er denkt an das Ausgangsdokument, das er beim letzten Mal selbst angefertigt hat, und fragt sich, ob es vielleicht irgendwo archiviert wurde. Vielleicht ist das der Fortschritt, den die Sachbearbeiterin erwähnt hat: Dinge verschwinden, aber sie werden nicht vernichtet, sie werden nur unerreichbar. Er nimmt ein frisches Blatt und beginnt, alle Formulare aufzulisten, die er bisher ausgefüllt hat, in chronologischer Reihenfolge, soweit er sich erinnern kann. Die Liste wird länger als erwartet, und er bemerkt dabei, dass er manche Dokumente zweimal eingereicht haben muss, weil er sich an ihre Felder noch gut erinnert. Das ist entweder ein Fehler oder ein Teil des Vorgangs, und inzwischen ist er nicht mehr sicher, ob dieser Unterschied hier gemacht wird. Er schreibt oben auf die Liste: „Übersicht der bisher gestellten Anträge – zur Vorlage im Rahmen des Antragsverfahrens." Das klingt nach etwas, das gebraucht werden könnte, und das ist mehr, als er über die meisten Dinge hier sagen kann. Die Sachbearbeiterin, die er inzwischen an ihren Schritten erkennt, obwohl er sie nie klar gehört hat, öffnet die Tür. Sie schaut auf die Liste, schlägt ihr Notizbuch auf, liest etwas nach und sagt: „Eine solche Übersicht wäre als Anlage G einzureichen." Er fragt, ob er Anlage G haben könne. Sie sagt, Anlage G werde automatisch beigefügt, sofern der Grundantrag vollständig vorliege. Er fragt, was am Grundantrag noch fehle. Sie sagt: „Anlage G", und schließt das Notizbuch. Die Logik ist in sich geschlossen wie ein Zimmer ohne Tür, und er sitzt darin. Er legt den Stift hin, faltet die Hände auf dem Tisch und sitzt einfach da, für eine Weile, ohne zu schreiben, ohne zu fragen. Die Leuchtstoffröhre flackert. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Er nimmt den Stift. Das ist der Vorgang. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Es gibt Orte, die man nicht betritt, sondern in denen man sich wiederfindet, und dieser Raum ist einer davon. Die Wände tragen kein Bild, keine Markierung, keinen Riss, als hätte jemand sie eigens so gestaltet, dass sie nichts verraten. Die Leuchtstoffröhre gibt ein Licht ab, das nicht leuchtet, sondern bloß die Dunkelheit in eine hellere Art von Ungewissheit verwandelt. Er sitzt. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er inzwischen mit der müden Vertrautheit betrachtet, die man sonst nur für alte Wunden aufbringt. Zwölf Felder, von denen er die meisten ausgefüllt hat – nicht weil er die Antworten kannte, sondern weil Leerstellen hier offenbar als Ausdruck von Unwillen gelten. Der Stift liegt zwischen seinen Fingern wie ein Gegenstand, der seinen ursprünglichen Zweck vergessen hat und jetzt einfach da ist, weil er nirgendwo sonst hingehört. Die Uhr zeigt zehn nach elf, und er hat sich damit abgefunden, dass sie nicht defekt ist, sondern schlicht einer anderen Auffassung von Zeit folgt. Er liest Feld neun: „Beschreibung des Sachverhalts, der dem Antrag zugrunde liegt, unter Bezugnahme auf einschlägige Vorgänge und deren Nummern." Der Sachverhalt, der dem Antrag zugrunde liegt, ist, dass er hier ist und nicht weiß, warum, und dass beides seit dem ersten Moment unverändert gilt. Er schreibt: „Sachverhalt ergibt sich aus dem Vorgang selbst", und ist sich dabei bewusst, dass das keine Antwort ist, sondern die Antwortform, die dieser Ort hervorbringt. Die Tür öffnet sich. Die Sachbearbeiterin tritt ein mit der ruhigen Selbstverständlichkeit von jemandem, für den Türen nicht Hindernisse sind, sondern bloße Übergänge zwischen dem Hier und dem Dort. Sie legt einen neuen Stapel auf den Tisch, ohne ihn anzuschauen, als wäre er ein Möbelstück, das zufällig auch Formulare entgegennehmen kann. „Das Deckblatt", sagt sie, „entspricht nicht der gültigen Version des Deckblattes." Er fragt, welche Version gültig sei, und merkt dabei, dass seine Stimme eine Gelassenheit angenommen hat, die er sich nicht bewusst angeeignet hat. Sie antwortet, dass die gültige Version jene sei, die zum Zeitpunkt der Antragstellung gültig gewesen wäre, sofern die Antragstellung im vorgesehenen Zeitraum erfolgt sei. Er fragt, ob die Antragstellung im vorgesehenen Zeitraum erfolgt sei. Sie sagt: „Das prüft die Akte", und geht. Er bleibt sitzen und betrachtet das neue Deckblatt, das sich vom alten nicht zu unterscheiden scheint, außer dass in der unteren rechten Ecke eine Versionsnummer steht, die vorher nicht da war. Die Versionsnummer lautet 0. Er überlegt, ob das bedeutet, dass dieses Deckblatt noch gar nicht fertig ist, oder ob Null hier einfach der Anfang ist, von dem aus alle anderen Versionen gezählt werden. Er entscheidet sich für die zweite Deutung, weil sie weniger entmutigend ist, obwohl er keinen Grund hat zu glauben, dass sie zutrifft. Die Leuchtstoffröhre flackert einmal lang, dann zweimal kurz, und er fragt sich zum ersten Mal ernsthaft, ob das ein Code sein könnte. Er notiert die Abfolge auf einem leeren Blatt: lang, kurz, kurz – und darunter ein Fragezeichen, weil ein Fragezeichen zumindest ehrlicher ist als eine falsche Antwort. Was er in diesem Raum gelernt hat – wenn Lernen das richtige Wort ist für das, was geschieht, wenn man aufhört, sich zu wundern –, ist, dass jede Antwort einen neuen Antrag gebiert. Der Antrag auf Einsicht in die Vorgangsnummer setzt die Kenntnis der Vorgangsnummer voraus; der Antrag auf Auskunft über das Ausgangsdokument setzt das Ausgangsdokument voraus; der Antrag auf Nachreichgenehmigung setzt die Genehmigung der Nachreichgenehmigung voraus. Er hat aufgehört, das als Widerspruch zu empfinden, und betrachtet es stattdessen als Strukturprinzip, ähnlich wie die Tatsache, dass der Boden den Stuhl trägt, der ihn trägt. Am folgenden Morgen – er nennt es so, weil die Leuchtstoffröhre eine Helligkeit erreicht hat, die sich von der nächtlichen unterscheidet, obwohl er nicht sagen könnte, worin der Unterschied besteht – liegt auf dem Tisch ein Dokument, das er noch nie gesehen hat. Es trägt den Titel: „Zwischenbescheid über den vorläufigen Stand des Antragsverfahrens – nicht rechtsmittelfähig." Er liest es mit einer Sorgfalt, die er früher vielleicht für übertrieben gehalten hätte, inzwischen aber als das Mindeste betrachtet, was man einem Dokument schuldet. Der Zwischenbescheid teilt ihm mit, dass sein Antrag eingegangen sei, dass die Prüfung des Eingangs noch ausstehe, und dass über das Ergebnis der Prüfung des Eingangs zu gegebener Zeit ein weiterer Zwischenbescheid ergehen werde. Er liest den letzten Satz zweimal, weil er sichergehen will, dass er ihn richtig verstanden hat. Er hat ihn richtig verstanden. Er schreibt unter den Bescheid: „Zur Kenntnis genommen", und unterschreibt mit seinem Namen, weil das die einzige Handlung ist, die er in diesem Moment für sinnvoll hält. Die Sachbearbeiterin, die ihn inzwischen anschaut, wenn sie hereinkommt – nicht freundlich, aber mit einer Art Aufmerksamkeit, die er nicht einordnen kann –, nimmt den Bescheid, liest seinen Zusatz und sagt: „Eine Kenntnisnahme ist in diesem Verfahrensstadium nicht vorgesehen." Er fragt, was stattdessen vorgesehen sei. Sie sagt: „Eine Kenntnisnahme kann beantragt werden." Er nickt, nicht weil er zustimmt, sondern weil Nicken die effizienteste Form ist, ein Gespräch zu beenden, das keinen Anfang hatte. Er nimmt ein leeres Blatt: „Antrag auf Genehmigung der Kenntnisnahme des Zwischenbescheids über den vorläufigen Stand des Antragsverfahrens." Der Satz ist lang, aber er hat das Gefühl, dass Kürze hier als Unvollständigkeit ausgelegt würde. Die Sachbearbeiterin nimmt den Antrag, ohne ihn zu lesen, legt ihn in die Mappe, schließt die Mappe und stellt sie unter den Tisch. Er fragt: „Wann wird darüber entschieden?" Sie sagt: „Wenn der Vorgang vollständig ist." Er fragt: „Was fehlt noch?" Sie sagt: „Das ergibt sich aus dem Vorgang", und geht. Der Raum ist wieder still, mit der Stille von Orten, die nicht auf jemanden warten, sondern einfach sind. Er sitzt da und denkt, dass er vielleicht nie gewusst hat, was Warten bedeutet, bevor er hier war – nicht das Warten auf etwas, sondern das Warten als Zustand, der keinen Gegenstand mehr braucht. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Er nimmt den Stift. Er schreibt. Das ist der Vorgang. == 79 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Es ist halb sechs morgens. László steht an der Bushaltestelle. Die Haltestelle heißt „Fő tér". Es regnet leicht, ein feiner Nieselregen. László hat keine Kapuze. Seine Jacke ist dünn und schon alt. Er wartet jeden Morgen hier. Der Bus nach Csepel kommt immer zu spät. Heute ist kein anderer Tag. László schaut auf die leere Straße. Kein Bus ist zu sehen. Da kommt jemand die Straße entlang. Es ist Erzsébet, seine Nachbarin. Sie trägt eine Plastiktüte vom 24-Stunden-Laden. Erzsébet ist 56 Jahre alt und redet sehr viel. „Guten Morgen, László!", sagt sie laut. László nickt und sagt: „Morgen." Erzsébet stellt ihre Tüte auf den Boden. „Weißt du, was János gestern gemacht hat?" László weiß es noch nicht, aber er wird es gleich erfahren. „Er hat die Glühbirne aus der Fassung gedreht." „Er dachte, das Licht flackert." „Dann saß er drei Stunden im Dunkeln." „Ich habe ihn nicht gewarnt." László hört zu und nickt manchmal. Er denkt nicht viel dabei. Es ist besser so. Wenn er zuhört, denkt er nicht an sein eigenes Leben. Der Bus kommt immer noch nicht. Erzsébet erzählt weiter von János. János ist ihr Mann, 58 Jahre alt. Früher war er Schlosser, heute sitzt er meistens im Sessel. Er trinkt gern billigen Weißwein. Erzsébet mag das nicht, aber sie sagt es trotzdem nicht direkt. Endlich kommt der Bus. Er ist acht Minuten zu spät. László steigt ein und sucht einen Platz. Er findet einen Platz neben einem Fenster. Das Fenster schließt nicht richtig. Kalte Luft kommt herein. László schaut nach draußen. Sie fahren an einer alten Fabrik vorbei. Die Fabrik ist ausgebrannt und leer. Jedes Mal schaut László hin. Er weiß nicht warum. Hinter ihm sitzen zwei alte Männer. Sie streiten über den Papst. Einer sagt, der Papst wäre mit dem Fahrrad nach Budapest gekommen. Der andere sagt, das ist Unsinn. László hört halb zu und lacht innerlich. Er greift in seine Jackentasche. Eine kleine Flasche ist darin. Er trinkt einen kurzen Schluck. Niemand im Bus schaut hin. Um Mittag sitzt László in der Lagerhalle. Er sitzt auf einer Europalette und isst. Er hat eine Wurstsemmel dabei, sie ist trocken. Sein Kollege setzt sich neben ihn. „Mein Cousin hat im Lotto gewonnen", sagt der Kollege. „Nicht viel, aber immerhin." Der Cousin wohnt in Kecskemét, das ist weit weg. László hört zu und rechnet leise im Kopf. In zwanzig Jahren könnte er vielleicht einen neuen Anzug kaufen. Er lacht kurz, aber es klingt mehr wie ein Räuspern. Am Abend sitzt László vor dem Plattenbau. Er sitzt auf der Betontreppe und hat die Flasche neben sich. Es ist still auf der Straße. Irgendwo spielt jemand Akkordeon. Die Töne sind nicht ganz richtig, aber der Mann spielt mit Überzeugung. Dann kommt János die Treppe herunter. Er geht ein bisschen langsam, vielleicht hat er schon getrunken. Er setzt sich wortlos neben László. Beide schweigen eine Weile. János schaut auf die Straße. László schaut auch auf die Straße. Dann nimmt János die Flasche und trinkt einen Schluck. Er gibt sie zurück. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János. László nickt. Das ist kein Trost, aber es reicht für heute. Morgen früh steht er wieder an der Haltestelle. Der Bus wird wieder zu spät kommen. Und Erzsébet wird wieder etwas zu erzählen haben. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- László steht jeden Morgen um Viertel vor sechs an der Haltestelle, auch wenn der Bus fast nie pünktlich kommt. Die Haltestelle heißt „Fő tér" und liegt direkt vor dem grauen Plattenbau, in dem László seit acht Jahren wohnt. Es regnet heute, kein starker Regen, aber der feine Nieselregen, der die Kleidung langsam durchnässt. László hat keine Kapuze, weil er die Jacke mit Kapuze vor drei Wochen irgendwo vergessen hat. Er stellt den Kragen hoch und schaut die leere Straße entlang, wo der Bus irgendwann erscheinen wird. Dann hört er Schritte hinter sich, und er weiß schon, wer das ist, bevor er sich umdreht. Erzsébet kommt mit einer schweren Plastiktüte vom 24-Stunden-Laden, der um die Ecke liegt. Sie ist 56 Jahre alt, wohnt im Stockwerk über ihm, und sie beginnt immer sofort zu reden, ohne Pause. „Guten Morgen, László, du glaubst nicht, was János gestern Abend wieder gemacht hat!", sagt sie und stellt die Tüte auf den nassen Boden. László dreht sich zu ihr um und nickt, weil eine Antwort nicht nötig ist und auch nicht erwartet wird. János hat gestern die Glühbirne aus der Fassung gedreht, weil er glaubte, das Licht im Wohnzimmer flackert. Dann saß er drei Stunden im Dunkeln, weil er keine neue Glühbirne hatte und Erzsébet ihn nicht warnte. „Ich habe ihn einfach sitzen lassen", sagt Erzsébet, und in ihrer Stimme ist keine Reue, nur eine müde Zufriedenheit. László hört zu, nicht weil ihn die Geschichte wirklich interessiert, sondern weil es einfacher ist als Schweigen. Wenn er zuhört, muss er nicht über sein eigenes Leben nachdenken, und das ist manchmal das Wichtigste. Der Bus ist immer noch nicht zu sehen, und Erzsébet erzählt jetzt, dass János früher ein guter Schlosser war. „Er wusste, wie man Dinge repariert", sagt sie, „aber jetzt sitzt er nur noch im Sessel und trinkt seinen billigen Weißwein." László sagt „Hm" und schaut auf die Straße, und endlich erscheint der Bus in der Ferne, klein und langsam. Er ist neun Minuten zu spät, was für diese Linie noch ein gutes Ergebnis ist. Im Bus findet László einen Fensterplatz, aber das Fenster schließt nicht richtig, und kalte Luft strömt herein. Er zieht die Jacke enger und schaut nach draußen, während die Stadt an ihm vorbeizieht, grau und still am frühen Morgen. Dann kommen sie an der alten Fabrik vorbei, die vor Jahren abgebrannt ist und seitdem leer steht. László schaut jedes Mal auf die schwarzen Fensterhöhlen der Fabrik, obwohl er selbst nicht weiß, warum er das tut. Hinter ihm sitzen zwei ältere Männer, die über den Papst streiten, und ihre Stimmen sind laut genug, um alles andere zu übertönen. Einer behauptet, der Papst wäre mit dem Fahrrad nach Budapest gefahren, wenn er wirklich bescheiden wäre. Der andere sagt, das ist kompletter Unsinn, und außerdem sei Budapest kein Pflichtprogramm für den Papst. László greift langsam in seine Jackentasche und zieht eine kleine Flasche heraus, ohne sie jemandem zu zeigen. Er trinkt einen kurzen Schluck, steckt die Flasche zurück, und niemand im Bus dreht sich um. In der Lagerhalle isst László um zwölf Uhr auf einer Europalette, weil es keine richtige Pausenbank gibt. Seine Wurstsemmel ist trocken, aber er hat keinen Hunger, also ist es egal. Sein Kollege Tibor setzt sich neben ihn und erzählt, dass ein Cousin dritten Grades in Kecskemét im Lotto gewonnen hat. „Nicht viel", sagt Tibor, „aber mehr als wir in einem Monat verdienen." László hört zu und rechnet leise im Kopf, wie viele Jahre er arbeiten müsste, um sich einen neuen Anzug zu kaufen. Er kommt auf zwanzig Jahre und lacht kurz, aber das Lachen klingt mehr wie ein Räuspern, das man schnell vergisst. Am Abend sitzt László auf der Betontreppe vor dem Plattenbau, die Flasche steht neben ihm auf der Stufe. Die Straße ist ruhig, und irgendwo in einem der oberen Stockwerke spielt jemand Akkordeon. Die Töne sind nicht immer richtig, aber der Mann spielt mit so viel Überzeugung, dass es am Ende nicht stört. Dann kommt János die Treppe herunter, langsam und ein bisschen unsicher auf den Beinen. Er setzt sich wortlos neben László, schaut auf die Straße, und keiner von beiden sagt etwas. Nach einer Weile nimmt János einfach die Flasche, trinkt einen langen Schluck und stellt sie zurück. „Morgen ist auch ein Tag", sagt er, ohne László anzuschauen. László nickt und schaut weiter auf die Straße, auf der sich nichts bewegt. Das ist kein Trost, und beide wissen das, aber es reicht für diesen Abend. Morgen früh wird László wieder um Viertel vor sechs an der Haltestelle stehen. Der Bus wird zu spät kommen, Erzsébet wird etwas über János erzählen, und László wird zuhören. Und das wird sich gut genug anfühlen, um weiterzumachen. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, als die Stadt noch schläft und die Straßenlaternen ihr blasses Licht auf den nassen Asphalt werfen, steht László an der Haltestelle. Er kennt jeden Riss im Betonboden dieser Haltestelle, jeden abgeblätterten Aufkleber auf dem Fahrplankasten, der seit Monaten falsche Zeiten anzeigt. Der Nieselregen fällt so leise, dass man ihn kaum hört, aber nach zehn Minuten ist Lászlós Hemdkragen kalt und feucht. Er hat die Kapuze verloren, irgendwo, irgendwann, er erinnert sich nicht mehr daran und es interessiert ihn auch nicht besonders. Der Bus nach Csepel sollte um 5:52 Uhr kommen, und weil das nie passiert, hat László aufgehört, auf seine Uhr zu schauen. Stattdessen schaut er die Straße entlang, eine gewohnheitsmäßige Geste ohne echte Erwartung, wie ein Mensch, der weiß, dass die Post nicht kommt, aber trotzdem zum Briefkasten geht. Dann hört er das vertraute Geräusch von Plastiktüten und hastigen Schritten, und er weiß, ohne sich umzudrehen, dass Erzsébet da ist. Sie kommt jeden Morgen vom 24-Stunden-Laden um die Ecke, immer mit zu viel eingekauft, immer mit einer Geschichte, die sie kaum erwarten kann zu erzählen. „Du glaubst nicht, was dieser Mann gestern wieder angestellt hat", sagt sie, noch bevor sie richtig stehen geblieben ist, und stellt ihre schwere Tüte auf den Boden. László dreht sich zu ihr um und nickt mit einem Gesichtsausdruck, der Aufmerksamkeit andeutet, ohne wirklich etwas zu versprechen. János, so erfährt er, hat gestern Abend beschlossen, dass die Wohnzimmerlampe flackert, und deshalb einfach die Glühbirne aus der Fassung gedreht. Dann saß er drei Stunden im Dunkeln, weil keine Ersatzbirne im Haus war und weil er zu stolz war, Erzsébet darum zu bitten. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt sie, und in ihrer Stimme liegt eine Mischung aus Erschöpfung und der leisen Genugtuung einer Frau, die schon zu viel erklärt hat. László hört zu, nicht aus echtem Interesse, sondern weil das Zuhören eine Funktion hat: Es füllt die Zeit und verdrängt andere Gedanken. Solange Erzsébet redet, muss er nicht über das leere Kühlschrankregal nachdenken, nicht über den Brief, der seit einer Woche ungeöffnet auf dem Tisch liegt. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, klein und langsam, wie ein Tier, das keine Eile kennt, und ist elf Minuten zu spät. László steigt als Erster ein, findet seinen gewohnten Platz neben dem Fenster, das sich seit Monaten nicht richtig schließen lässt. Die kalte Luft, die durch den Spalt hereinkommt, stört ihn nicht mehr; er hat sich daran gewöhnt wie an vieles andere in seinem Leben. Draußen zieht die Stadt vorbei, die grauen Fassaden der Wohnblöcke, die geschlossenen Läden, eine Frau mit Hund, die beide so aussehen, als hätten sie eine schlechte Nacht hinter sich. Dann kommt die ausgebrannte Fabrik, ein schwarzes Skelett aus Stahl und geborstenen Fenstern, das seit Jahren auf einem Grundstück steht, das niemandem zu gehören scheint. László schaut jedes Mal auf dieses Gebäude, obwohl er nicht weiß, was er darin sucht, vielleicht nur den Beweis, dass manche Dinge einfach so bleiben, wie sie sind. Hinter ihm haben zwei alte Männer ein Gespräch begonnen, das schnell zu einem Streit geworden ist, ob der Papst jemals mit dem Fahrrad gereist wäre, wenn er wirklich ein bescheidener Mensch sein wollte. László greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht eine flache Flasche heraus und trinkt einen kleinen Schluck, ruhig und unauffällig, wie jemand, der das schon so oft getan hat, dass es keine Geste mehr ist, sondern ein Reflex. Die Flasche verschwindet wieder in der Tasche, der Bus hält, neue Fahrgäste steigen ein, und die Welt dreht sich weiter, ohne Kommentar. In der Lagerhalle gibt es keine Kantine, also sitzen die Männer in der Mittagspause auf Europaletten und essen, was sie mitgebracht haben. László hat eine Wurstsemmel, die morgens noch akzeptabel war und jetzt trocken und ein bisschen traurig wirkt, aber er isst sie trotzdem, langsam und ohne Eile. Tibor, sein Kollege, der neben ihm sitzt, erzählt von einem Lottogewinn, nicht seinem eigenen, sondern dem eines Cousins dritten Grades aus Kecskemét, den Tibor selbst kaum kennt. „Fünfzigtausend Forint", sagt Tibor mit dem Ton eines Mannes, der von einer fernen und fremden Welt berichtet. László nickt und rechnet im Kopf, wie viele Arbeitsjahre er bräuchte, um sich etwas zu leisten, das keine Notwendigkeit ist, sondern ein Wunsch. Er kommt auf eine Zahl, die er sofort vergisst, und lacht kurz auf, ein Lachen, das wie ein Räuspern klingt und das Tibor mit einem schiefen Blick quittiert. Der Nachmittag vergeht in der üblichen Abfolge aus Kisten, Gabelstaplern und dem leisen Summen der Neonlampen, die nie ganz gleichmäßig brennen. Als László gegen halb sieben nach Hause kommt, ist die Treppe vor dem Plattenbau leer, und er setzt sich einfach hin, weil er keine Lust hat, sofort in die Wohnung zu gehen. Die Flasche stellt er neben sich auf die Betonstufe, nicht um zu trinken, sondern weil es sich richtig anfühlt, sie dort zu haben. Irgendwo über ihm, vielleicht im dritten Stock, spielt jemand Akkordeon, die Töne kommen durchs offene Fenster herunter und fallen auf die Straße wie Blätter, die niemand aufhebt. Die Melodie ist nicht ganz korrekt, ein paar Töne daneben, aber der Spieler hört nicht auf, und das hat etwas Respektables. János kommt nach einer Weile aus dem Hauseingang, die Hände in den Taschen, das Gesicht mit dem Ausdruck eines Mannes, der einen Grund gesucht hat, nach draußen zu gehen, und keinen gefunden hat. Er setzt sich neben László, ohne zu fragen, ohne zu grüßen, und schaut auf die Straße, die jetzt dunkel und still ist. László schaut auch auf die Straße. Oben spielt das Akkordeon weiter, immer noch ein bisschen falsch, immer noch voller Überzeugung. Nach einer Weile nimmt János die Flasche, trinkt, gibt sie zurück, und das alles geschieht so selbstverständlich, als hätten sie das hundertmal so gemacht. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János schließlich, und es klingt weder wie eine Frage noch wie eine Aufmunterung, sondern wie eine Feststellung über etwas, das beide schon wissen. László nickt und sagt nichts, weil nichts gesagt werden muss. Das Akkordeon spielt, die Straßenlaterne flackert einmal kurz, und dann ist alles wieder ruhig. Es ist kein guter Abend und kein schlechter Abend, es ist einfach ein Abend. Und morgen früh um Viertel vor sechs wird László wieder an der Haltestelle stehen, der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird mit ihrer Tüte um die Ecke biegen. Er weiß das, und das Wissen stört ihn nicht, weil es in diesem Wissen auch etwas gibt, das sich wie Boden unter den Füßen anfühlt. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, wenn die Stadt noch in jenem merkwürdigen Halbschlaf liegt, der weder Nacht noch Morgen ist, steht László an der Haltestelle und wartet auf etwas, das nie pünktlich kommt. Der Fahrplankasten hinter ihm zeigt 5:52 Uhr an, eine Zeit, die seit Monaten reine Fiktion ist, aber niemand hat die Mühe auf sich genommen, den Aufkleber abzuziehen. Der Regen fällt so fein, dass er kaum sichtbar ist, aber er sammelt sich auf Schultern und Ärmeln und kühlt langsam durch den Stoff, mit der geduldigen Hartnäckigkeit von allem, was man zunächst unterschätzt. László hat keine Kapuze mehr, eine Kleinigkeit, die ihn irgendwann aufgehört hat zu stören, wie so vieles im Laufe der Jahre aufgehört hat, ihn zu stören. Er schaut die Straße entlang, nicht aus Erwartung, sondern aus Gewohnheit, mit dem leeren Blick eines Menschen, der gelernt hat, die Abwesenheit von Veränderung als einen Zustand zu akzeptieren. Die Haltestelle kennt er mit einer Vertrautheit, die über bloße Gewohnheit hinausgeht: den abgeblätterten Stadtplan, die eingeritzte Jahreszahl 1987 im Beton, den Geruch von feuchtem Zement, der jeden Morgen derselbe ist. Dann hört er Schritte, das Rascheln von Plastiktüten, und er weiß, wer das ist, noch bevor er sich umdreht, weil manche Menschen sich durch ihre Geräusche ankündigen wie Wetterlagen durch den Barometerstand. Erzsébet ist 56 Jahre alt, wohnt im Stockwerk über ihm, und sie trägt die Ereignisse der vergangenen Nacht bereits auf der Zunge, als sie die Haltestelle noch gar nicht erreicht hat. „Du kannst dir nicht vorstellen, was dieser Mann gestern noch fertiggebracht hat", sagt sie, stellt die Tüte auf den nassen Boden und schaut László mit dem Blick an, der keine Antwort erwartet, sondern ein Publikum. János, so erfährt László in den nächsten Minuten, hat entschieden, dass die Wohnzimmerlampe flackert, und diese Entscheidung auf seine Art gelöst: indem er einfach die Glühbirne herausdrehte und im Dunkeln sitzen blieb. Drei Stunden, sagt Erzsébet, drei Stunden im Dunkeln, weil keine Ersatzbirne im Haus war und weil es János' Stolz nicht erlaubt, eine Bitte auszusprechen, die er als Niederlage empfinden würde. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt sie, und in diesem Satz liegt eine jahrzehntelange Ehegeschichte zusammengefaltet wie eine Landkarte, die man nicht mehr entfalten möchte. László hört zu, nickt an den richtigen Stellen, und weiß, dass das Zuhören eine Form von Freundlichkeit ist, die nichts kostet und Erzsébet offensichtlich etwas bedeutet. Dass ihn die Geschichte von János wenig bewegt, ist kein Mangel an Mitgefühl, sondern das Ergebnis eines stillen Übereinkommens, das zwischen Nachbarn in Plattenbauten häufig entsteht: Man teilt die Wartezone, aber nicht das Leben. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, breitet sich langsam durch den Nieselregen aus wie ein dunkelgelbes Gerücht, und ist dreizehn Minuten zu spät. László findet seinen Platz am Fenster, das sich nicht schließt, und er hat sich mit diesem Spalt so abgefunden wie mit einer Wetterlage, die man nicht beeinflussen kann und die man deshalb nicht länger als Zumutung betrachtet. Die Stadt zieht draußen vorbei, die bekannte Abfolge aus Wohnblöcken, Tankstellen, geschlossenen Kiosken, ein Stadtbild, das sich im Laufe der Jahre so wenig verändert hat, dass es wirkt wie eine Kulisse, die man einmal gebaut hat und seitdem stehen lässt. Dann kommt die ausgebrannte Fabrik, und László schaut hin, wie er es jeden Morgen tut, mit einer Aufmerksamkeit, die er selbst nicht erklären könnte, als enthielte das Gebäude eine Frage, auf die er noch keine Antwort gefunden hat. Die schwarzen Fensterhöhlen der Fabrik starren zurück, gleichgültig und beständig, und dann sind sie schon vorbei, überholt von der Bewegung des Busses, der sich um keine Betrachtung schert. Hinter László streiten zwei alte Männer mit der verbissenen Energie von jemandem, der in einem Argument die letzte Form von Selbstbestätigung gefunden hat, und der Gegenstand des Streits ist, ob der Papst mit dem Fahrrad nach Budapest gereist wäre, wenn seine Demut wirklich echt wäre. László greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht die flache Flasche heraus mit der beiläufigen Selbstverständlichkeit einer Geste, die längst aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und trinkt einen Schluck, während der Bus über eine holprige Stelle fährt. Niemand dreht sich um, und das ist genau das, was László an diesem Bus schätzt: die stumme Vereinbarung, einander in Ruhe zu lassen. Die Mittagspause verbringt er auf einer Europalette in der hinteren Ecke der Lagerhalle, wo das Neonlicht flackert und die Zugluft durch eine schlecht gedichtete Ladeluke zieht. Die Wurstsemmel, die er mitgebracht hat, ist morgens noch passabel gewesen, jetzt ist sie trocken und hat die Konsistenz von etwas, das seine beste Zeit eindeutig hinter sich hat, aber er isst sie trotzdem, weil Hunger keine ästhetischen Ansprüche stellt. Tibor, sein Kollege, setzt sich neben ihn mit dem Gesichtsausdruck eines Menschen, der eine Geschichte mit sich trägt, die er teilen möchte, ob man sie hören will oder nicht. Es geht um einen Lottogewinn, aber nicht Tibors eigenen, sondern den eines Cousins dritten Grades in Kecskemét, eine Verwandtschaft so weit entfernt, dass sie biologisch kaum noch messbar ist, aber finanziell offenbar dennoch bemerkenswert. László hört zu und kalkuliert dabei still im Kopf, wie viele Monate er arbeiten müsste, um sich etwas zu leisten, das kein Bedürfnis befriedigt, sondern einen Wunsch, und er stellt fest, dass er die Zahl nicht zu Ende denken will. Er lacht kurz auf, ein Laut, der irgendwo zwischen echtem Lachen und dem Geräusch liegt, das entsteht, wenn man sich räuspert, um einer Antwort zu entgehen. Der Nachmittag löst sich auf in Kisten, Lieferscheinen, dem gleichmäßigen Brummen der Deckenlampen, und László arbeitet mit der Präzision eines Menschen, der nicht nachdenken will und deshalb jeden Handgriff sehr genau ausführt. Als er gegen Abend die Betontreppe vor dem Plattenbau hinaufkommt, bleibt er auf der zweiten Stufe einfach stehen und setzt sich hin, ohne einen besonderen Grund dafür zu haben außer dem, dass die Wohnung ihn nicht ruft. Er stellt die Flasche neben sich auf die Stufe, nicht weil er trinken will, sondern weil es sich seltsam anfühlen würde, sie in der Tasche zu lassen, wenn er selbst draußen sitzt. Irgendwo über ihm, in einem der oberen Stockwerke, spielt jemand Akkordeon, und die Melodie fällt durch das offene Fenster auf die Straße, ein bisschen schief, ein paar Halbtöne daneben, aber mit einer Überzeugung gespielt, die jede Kritik überflüssig macht. László hört zu und denkt, dass es eine unterschätzte Qualität ist, etwas falsch zu tun und dabei vollständig überzeugt zu sein, weil diese Überzeugung das Falsche in etwas anderes verwandelt. Dann tritt János aus dem Hauseingang, mit dem Schritt eines Mannes, der keinen Grund hatte, nach draußen zu gehen, aber drinnen auch keinen Grund hatte zu bleiben. Er setzt sich neben László, ohne zu fragen, ohne zu grüßen, und schaut auf die Straße mit dem leeren, gleichmäßigen Blick von jemandem, dem die Straße schon seit Jahren keine Überraschungen mehr schuldet. Oben spielt das Akkordeon weiter, immer noch nicht ganz richtig, immer noch voller Überzeugung, und die Straßenlaterne wirft ihr gelbliches Licht auf den nassen Bürgersteig. Nach einer Weile, in der beide schweigen mit der Selbstverständlichkeit von Menschen, die kein Schweigen mehr erklären müssen, nimmt János die Flasche, trinkt und gibt sie zurück, eine Geste so unkompliziert und unhöflich und vertraut zugleich, dass László lächelt, ohne es zu merken. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János, und der Satz klingt weder nach Trost noch nach Ironie, sondern nach einer nüchternen Bestandsaufnahme, die beide schon kennen und die trotzdem etwas trägt. László nickt und schaut auf die Straße, auf der sich nichts bewegt außer dem Akkordeonklang, der durch die Luft zieht wie Rauch aus einem Schornstein, gleichgültig und trotzdem da. Es ist kein Abend, an dem etwas passiert ist, und es ist kein Abend, der in der Erinnerung bleiben wird, aber während er sitzt, fühlt László etwas, das er nicht benennen würde, weil Benennen es verändern würde. Morgen früh, um Viertel vor sechs, wird er wieder hier stehen, die Straße wird leer sein, der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird mit ihrer Tüte um die Ecke biegen und sofort anfangen zu reden. Er weiß das mit einer Gewissheit, die keine Hoffnung ist und keine Resignation, sondern einfach die ruhige Kenntnis des eigenen Lebens, die man irgendwann erwirbt, wenn man aufgehört hat, dagegen zu kämpfen. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, in jener eigenartigen Zwischenstunde, in der die Nacht sich nicht verabschiedet hat und der Morgen noch keine Ansprüche stellt, steht László an der Haltestelle und übt, was er jeden Tag aufs Neue übt: das Warten ohne Erwartung. Der Fahrplankasten hinter ihm trägt eine Uhrzeit, die seit Monaten niemanden mehr täuscht, aber auch niemanden stört, weil in dieser Gegend die Differenz zwischen dem, was angeschrieben steht, und dem, was tatsächlich geschieht, längst als Normalzustand verinnerlicht worden ist. Der Regen, der in dieser Nacht begonnen hat, ist kein Regen im eigentlichen Sinne, sondern jene feinkörnige Schwebe, die sich in den Haaren niederschlägt, im Kragen sammelt und auf die Haut legt wie ein Kommentar, den man nicht angefordert hat und nicht abweisen kann. László hat keine Kapuze, seit er eine Jacke mit Kapuze irgendwo zurückgelassen hat, wann genau und wo weiß er nicht mehr, weil Dinge, die man verliert, ohne es zu bemerken, auch in der Erinnerung keinen Abdruck hinterlassen. Er schaut die Straße entlang mit jenem Blick, der nicht mehr sucht, sondern registriert, der Blick eines Menschen, der die Wiederholung so vollständig akzeptiert hat, dass Abweichung ihn überraschen würde wie ein Fehler in einer Rechnung, die er nie aufgestellt hat. Die Haltestelle selbst ist ihm in einer Weise vertraut, die über das Visuelle hinausgeht: der Geruch von nassem Beton und abgestandenem Zigarettenrauch, das leise Quietschen des Fahrplankastenrahmens im Wind, die eingeritzte Jahreszahl 1987, die jemand einmal für wichtig gehalten haben muss. Dann hört er das Geräusch, das Erzsébet immer ankündigt, bevor sie sichtbar wird: das rhythmische Schlagen schwerer Plastiktüten gegen Oberschenkel, das Knirschen ihrer Schuhe auf dem nassen Pflaster, die atemlose Vorfreude einer Frau, die eine Geschichte mit sich trägt wie eine Last, die gleichzeitig Gewicht und Erleichterung ist. Sie ist 56 Jahre alt, wohnt unmittelbar über ihm, und hat in den acht Jahren, in denen László im Plattenbau lebt, eine Verlässlichkeit bewiesen, die er insgeheim bewundert, auch wenn er das niemals aussprechen würde, weil das Aussprechen die Sache komplizierter machen würde, als sie sein muss. „Du glaubst es nicht", sagt sie, noch bevor sie ganz zum Stehen gekommen ist, und stellt die Tüte auf den Boden mit der Geste eines Menschen, der Ballast abwirft, um beide Hände für das Erzählen frei zu haben. János hat gestern Abend die Wohnzimmerlampe für defekt erklärt, auf der Grundlage eines Flackerns, das möglicherweise existiert hat und möglicherweise nicht, und hat die Glühbirne herausgedreht mit der Entschlossenheit eines Mannes, der ein Problem löst, indem er es unsichtbar macht. Drei Stunden saß er im Dunkeln, nicht weil keine Lösung denkbar gewesen wäre, sondern weil die einzig denkbare Lösung eine Bitte erfordert hätte, und Bitten ist für János eine Form der Kapitulation, die er sein Leben lang vermieden hat und die er auch jetzt, mit 58 Jahren und einem Sessel als Hauptbeschäftigung, nicht einzuüben gedenkt. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt Erzsébet, und in diesem Satz steckt keine Grausamkeit, sondern die erschöpfte Würde einer Frau, die irgendwann aufgehört hat zu erklären, was sie erklärt hat, und begonnen hat, einfach zu beobachten. László hört zu mit einer Aufmerksamkeit, die ehrlicher ist, als sie aussieht, denn Erzsébet weiß, glaube er, dass er nicht wirklich zuhört, und er weiß, dass sie das weiß, und trotzdem reden sie jeden Morgen so miteinander, weil diese kleine Inszenierung gegenseitiger Anteilnahme beiden etwas gibt, das sie nicht benennen würden. Das Zuhören hat für László eine weitere Funktion, die er sich selbst gegenüber nicht eingesteht: Solange Erzsébet redet, muss er nicht in Stille versinken, und die Stille ist das, worin die Dinge auftauchen, über die er lieber nicht nachdenkt, der Brief auf dem Küchentisch, die Flasche, die sich zu schnell leert, das Gefühl, dass die Jahre vergehen wie Busfahrten auf einer Route, die irgendwo endet, aber nirgends ankommt. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, materialisiert sich langsam aus dem Grau des Morgens wie eine Behauptung, die man nicht widerlegen kann, aber auch nicht glauben muss, und er ist vierzehn Minuten zu spät, was für diese Linie beinahe als Pünktlichkeit durchgehen könnte. László steigt ein, findet seinen angestammten Platz am Fenster, das sich nicht schließt, und empfängt den vertrauten kalten Luftzug mit der Gleichmut eines Menschen, der gelernt hat, zwischen Unbequemlichkeiten zu unterscheiden, die sich lohnen zu bekämpfen, und solchen, die man einfach trägt. Draußen zieht das Stadtbild vorbei, das er so gut kennt, dass er es mit geschlossenen Augen beschreiben könnte: die Plattenbauten, deren Fassaden die Farbe von etwas haben, das einmal Beige gewesen sein soll, die Tankstelle mit dem dauerhaft blinkenden Preisschild, der Kiosk, dessen Besitzer László noch nie bei Tageslicht gesehen hat. Dann kommt die Fabrik, und László schaut hin, wie er es jeden Morgen tut, mit jener hartnäckigen Aufmerksamkeit, die er sich selbst nicht erklären kann, als hätte das Gebäude vor Jahren etwas mit ihm vereinbart und warte nun darauf, dass er seinen Teil der Abmachung erfüllt. Die ausgebrannten Fensterhöhlen schauen zurück mit der Gleichgültigkeit von etwas, das jenseits von Verfall und Erneuerung angelangt ist, jenseits von Absicht, jenseits von allem, was László in Worte fassen könnte, und dann ist die Fabrik vorbei und der Bus fährt weiter, und der Moment löst sich auf wie alle Momente. Hinter ihm führen zwei alte Männer ein Gespräch, das längst die Form eines Streits angenommen hat, über die Frage, ob der Papst, wäre er wirklich so bescheiden, wie er behauptet zu sein, nicht längst auf dem Fahrrad nach Budapest gereist wäre, und László hört mit dem halben Ohr zu und denkt, dass theologische Fragen in Linienbussen eine Beständigkeit haben, die kathedralen Diskussionen fehlt. Er greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht die flache Flasche heraus mit einer Beiläufigkeit, die keine Heimlichkeit mehr ist, sondern die Selbstverständlichkeit einer Handlung, die so oft wiederholt wurde, dass sie jeden Charakter verloren hat und nun einfach da ist wie Atmen, und trinkt einen Schluck, während der Bus über eine Bodenwelle fährt und kurz schwankt. Niemand dreht sich um, was László nicht als Gleichgültigkeit interpretiert, sondern als die stille Solidarität von Menschen, die alle ihre eigenen Flaschen in ihren eigenen Jackentaschen tragen, metaphorisch oder anders. Die Mittagspause verbringt er auf einer Europalette in der hinteren Ecke der Lagerhalle, wo das Neonlicht eine Frequenz hat, die auf Dauer auf das Sehvermögen wirkt wie ein unaufhörlich zu leiser Ton auf die Nerven, und isst eine Wurstsemmel, die am Morgen noch als Frühstück durchgegangen wäre und jetzt eher als archäologischer Fund zu klassifizieren ist. Tibor, sein Kollege, setzt sich neben ihn mit der unaufhaltsamen Energie eines Menschen, dem eine Geschichte auf der Zunge brennt, und berichtet von einem Lottogewinn, der geografisch und genealogisch so weit von Tibor selbst entfernt ist, dass die Relevanz dieser Nachricht fast philosophischer Natur ist. László hört zu und vollzieht dabei still im Kopf eine Kalkulation, die er nicht zu Ende führen will, weil das Ende dieser Rechnung eine Zahl wäre, die er kennt und die er dennoch lieber nicht anschaut, so wie man bestimmte Spiegel in Wohnungen meidet, weil man weiß, was sie zeigen. Er lacht kurz auf, ein Laut, der zu komprimiert ist, um wirkliches Lachen zu sein, und Tibor schaut ihn an mit jenem Blick, den Menschen verwenden, wenn sie spüren, dass sie etwas nicht verstanden haben, aber nicht fragen wollen, weil die Antwort sie vielleicht mehr angeht, als ihnen lieb wäre. Der Nachmittag verfließt in der Mechanik der Arbeit, die László nicht schätzt, aber auch nicht verachtet, weil Arbeit, die man verachtet, einen aufreibt, während Arbeit, der man gleichgültig gegenübersteht, einen einfach durchlässt wie Wasser einen Kanal, ohne Spuren zu hinterlassen. Als er am Abend die Betontreppe des Plattenbaus erreicht, bleibt er auf der zweiten Stufe stehen, setzt sich hin, ohne nachzudenken, und stellt die Flasche neben sich auf den Stein, nicht aus Bedürfnis, sondern aus einer Art stiller Geselligkeit mit sich selbst, die er sich in acht Jahren Plattenbauleben angeeignet hat. Irgendwo im Gebäude, er kann nicht sagen, in welchem Stockwerk, spielt jemand Akkordeon, und die Töne fallen durch das offene Fenster auf die Straße wie Worte aus einem Gespräch, das man nicht versteht, aber dessen Stimmung man trotzdem erfasst. Die Melodie ist nicht ganz sauber, ein paar Töne verfehlen ihr Ziel um einen Halbton, aber der Spieler hört nicht auf und macht keine Pausen zum Zweifeln, und László denkt, dass diese Art von Überzeugung, die keine Rücksicht auf Perfektion nimmt, vielleicht die einzige Überzeugung ist, die im Alltag wirklich hält. János tritt aus dem Hauseingang mit dem unmotivierten Schritt eines Mannes, dem der Abend weder drinnen noch draußen etwas schuldet und der sich deshalb für das Draußen entschieden hat, weil es dort wenigstens nicht flackert. Er setzt sich neben László, ohne Ankündigung, ohne Begrüßung, mit der selbstverständlichen Grenzüberschreitung von jemandem, dem Förmlichkeit zwischen Nachbarn schon seit Jahren überflüssig erscheint, und beide schauen auf die Straße, auf der der Abend sich ausbreitet wie ein Gedanke, über den man lieber nicht zu Ende nachdenkt. Das Schweigen zwischen ihnen ist nicht leer, es ist gefüllt mit allem, was weder gesagt werden muss noch gesagt werden sollte, mit der gemeinsamen Kenntnis dieser Treppe, dieses Gebäudes, dieser Straße, dieses Lebens, das keiner von beiden gewählt hat und das beide trotzdem führen mit einer Beharrlichkeit, die man für Resignation halten könnte, wenn man nicht genau hinsähe. Nach einer Weile, die keine bestimmte Länge hat, weil keiner von beiden auf die Uhr schaut, nimmt János die Flasche, trinkt, gibt sie zurück, und diese Geste ist so unkompliziert und so vollständig frei von Kommentar, dass sie das Reinste ist, was an diesem Abend geschieht. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János, und der Satz klingt in seinem Mund nicht nach Vertröstung und nicht nach Ironie, sondern nach dem, was er ist: eine schlichte Feststellung über die Struktur der Zeit, die beide kennen und die, ausgesprochen, dennoch etwas ändert, weil Sprache das tut, auch wenn sie nichts Neues sagt. László nickt, und das Akkordeon spielt weiter, immer noch nicht ganz richtig, und die Straßenlaterne taucht den nassen Bürgersteig in sein gelbliches Licht, und irgendwo in der Ferne fährt ein Bus, der pünktlich ist oder nicht, weil es jetzt keine Rolle mehr spielt. Es ist ein Abend wie dieser Abend, nicht mehr und nicht weniger, und während László auf der Betonstufe sitzt und dem falschen Akkordeon lauscht, spürt er etwas, das er sorgfältig unbenennt lässt, weil er weiß, dass manche Dinge aufhören zu existieren, sobald man ihnen einen Namen gibt. Morgen früh um Viertel vor sechs wird er wieder hier stehen, im Nieselregen, ohne Kapuze, und der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird um die Ecke biegen und anfangen zu reden. Er wird dann zuhören, und das alles wird genau so sein wie heute, und trotzdem wird es nicht dasselbe sein, weil man in denselben Fluss nicht zweimal steigt, auch wenn der Fluss das nicht weiß und es ihm gleichgültig wäre. == 80 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Márta steckt den Schlüssel ins Schloss. Die Tür geht auf. Im Flur ist es still. An der Garderobe hängen sieben Kleiderbügel. Sie sind alle leer. Gábor tritt hinter ihr ein. Er sagt nichts. Er bleibt stehen und schaut sich um. Das Telefon steht noch auf dem Sekretär. Es klingelt nicht. Márta atmet einmal tief durch. Sie kennt diese Wohnung seit dreißig Jahren. Aber heute fühlt sie sich fremd an. Gábor geht in die Küche. Márta folgt ihm. Sie öffnen die Schublade unter dem Herd. Die Schublade klemmt, wie immer. Gábor zieht fester. Endlich geht sie auf. Darin liegen drei Packungen Paprika. Das Verfallsdatum ist schon lange vorbei. Gábor nimmt ein Glas heraus. Auf dem Etikett steht in der Handschrift der Mutter: „Gurken 2011". Márta sagt: „Das ist noch gut." Gábor schaut sie an. Er fragt: „Bist du verrückt?" Márta zuckt mit den Schultern. Sie schweigen eine Weile. Dann öffnet Gábor das Glas. Sie essen die Gurken auf. Sie schmecken nach fast nichts. Aber sie essen trotzdem alles. Im Schlafzimmer ist das Bett schon weg. Auf dem Boden liegt ein Karton. Márta kniet sich hin und öffnet ihn. Darin sind alte Briefe. Sie sind in einem Band zusammengebunden. Márta nimmt einen heraus. Sie liest laut vor: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt: „Wer ist Béla?" Márta weiß es nicht. Niemand weiß es. Der Vater war nie dabei gewesen. Gábor zündet sich eine Zigarette an. Er raucht sie im Zimmer, obwohl das nicht erlaubt ist. Márta sagt nichts dazu. Am letzten Abend sind die Möbel alle weg. Die Wohnung ist leer. Auf dem Parkett liegen noch helle Flecken. Dort hingen früher die Bilder. Dreißig Jahre lang. Márta setzt sich auf den Boden. Gábor setzt sich neben sie. Sie trinken Tee aus zwei verschiedenen Tassen. Die Tassen passen nicht zusammen. Das war schon immer so. Gábor sagt: „Eigentlich war sie nie glücklich." Márta denkt kurz nach. Dann sagt sie: „Doch. Aber nicht hier." Gábor nickt langsam. Er sagt nichts mehr. Sie schließen die Tür ab. Sie gehen die Treppe hinunter. Im Hof blüht die Linde. Es riecht gut. Am Kiosk kaufen sie ein Bier. Sie teilen es sich. Keiner spricht mehr über die Mutter. Sie müssen es auch nicht. Sie gehen gemeinsam die Straße entlang. Das ist kein Abschied. Es ist ein Weitergehen. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Márta steckt den Schlüssel ins Schloss und drückt die Tür auf. Im Flur riecht es nach altem Teppich und nach etwas, das sie nicht benennen kann. An der Garderobe hängen sieben Kleiderbügel, aber keine einzige Jacke. Gábor kommt hinter ihr herein und stellt seine Tasche ab. Er schaut sich um, als ob er die Wohnung zum ersten Mal sieht. Das Telefon steht noch auf dem kleinen Sekretär neben der Tür. Es ist angeschlossen, aber es klingelt nicht. Márta legt ihre Hand kurz auf den Hörer und nimmt sie dann wieder weg. In der Küche klemmt die Schublade, wie sie immer geklemmt hat. Gábor zieht zweimal, dann gibt sie nach. Dahinter liegen drei Packungen Paprika, alle abgelaufen, und ganz hinten steht ein Glas mit Gurken. Auf dem Etikett steht in der Handschrift der Mutter das Wort „Gurken" und die Jahreszahl 2011. Márta sagt, das Glas sei sicher noch gut. Gábor fragt sie, ob sie das ernst meint. Sie zuckt mit den Schultern und sagt nichts weiter. Nach einer kurzen Pause öffnet Gábor das Glas, und sie essen die Gurken mit den Fingern. Die Gurken schmecken nach fast nichts, aber sie essen das ganze Glas leer. Das Bett im Schlafzimmer ist schon abgeholt worden, und der Raum wirkt dadurch viel größer. Unter dem Fenster steht ein alter Karton, den Márta noch nicht gesehen hat. Sie öffnet ihn und findet darin ein Bündel Briefe, die mit einem roten Band zusammengebunden sind. Sie nimmt den obersten Brief heraus und liest einen Satz laut vor: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla war. Márta weiß es nicht, und auch Gábor weiß es nicht. Der Vater ihrer Mutter hatte nie eine Rolle in ihrem Leben gespielt. Gábor zündet sich eine Zigarette an und raucht sie mitten im Zimmer. Márta sieht es, aber sie sagt nichts dazu. Am Abend sind alle Möbel weg, und die Wände haben helle Flecken, wo die Bilder früher hingen. Márta setzt sich auf das nackte Parkett, und Gábor setzt sich neben sie. Sie haben noch zwei Tassen gefunden, die nicht zusammenpassen, und machen dünnen Tee. Der Tee ist nicht heiß genug, aber das stört sie nicht. Gábor sagt nach einer Weile, dass ihre Mutter eigentlich nie wirklich glücklich gewesen sei. Márta denkt kurz darüber nach, bevor sie antwortet. Sie sagt, die Mutter sei schon glücklich gewesen, aber eben nicht hier. Gábor nickt, trinkt seinen Tee und schaut auf die leere Wand. Sie stehen auf, schalten das Licht aus und schließen die Wohnung ab. Die Treppe knarrt auf der dritten Stufe, wie sie es immer getan hat. Im Hof blüht die Linde, und der Duft ist stärker als erwartet. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier und teilen sie sich auf der Straße. Keiner von beiden sagt etwas über die Mutter, und das ist auch gut so. Sie gehen nebeneinander die Straße entlang, ohne zu wissen, wohin genau. Das hier ist kein Abschied von der Mutter. Es ist der Anfang vom Weitergehen. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss steckt, fällt ihr auf, dass noch das alte Etikett des Schlüsseldienstes daran hängt, mit einer Telefonnummer, die es längst nicht mehr gibt. Die Tür öffnet sich schwerer als früher, oder vielleicht bildet sie sich das nur ein. Im Flur hängt die Garderobe mit sieben leeren Kleiderbügeln, und Márta fragt sich kurz, warum ihre Mutter überhaupt sieben Kleiderbügel gebraucht hatte. Gábor kommt hinter ihr herein, stellt seine Reisetasche auf den Boden und schaut sich um, ohne etwas zu sagen. Er ist seit zehn Jahren nicht mehr hier gewesen, und Márta sieht ihm an, dass er die Wohnung kleiner in Erinnerung hatte. Das Telefon auf dem Sekretär ist noch angeschlossen, und für einen Moment erwartet Márta, dass es klingelt. Es klingelt nicht. In der Küche öffnen sie zuerst die Vorratsschublade unter dem Herd, weil man irgendwo anfangen muss. Die Schublade klemmt, wie sie seit zwanzig Jahren klemmt, und Gábor flucht leise, bevor er fester zieht. Hinter abgelaufenen Gewürzpackungen und einem angebrochenen Päckchen Zucker findet er ein Einmachglas, auf dessen Etikett die Mutter in ihrer kleinen, gleichmäßigen Handschrift „Gurken – August 2011" geschrieben hat. Márta sagt, das Glas könne noch gut sein, und Gábor fragt sie, ob sie im Ernst rede. Sie antwortet nicht direkt, nimmt das Glas aus seiner Hand und dreht den Deckel auf. Die Gurken riechen nach Essig und nach einer Küche, die es so nicht mehr gibt. Sie schmecken nach wenig, aber sie essen das Glas gemeinsam leer, stehend, ohne Teller, weil der Rest schon eingepackt ist. Das Schlafzimmer wirkt größer, seit das Bett abgeholt wurde, und die Stille dort ist eine andere als im Rest der Wohnung. Unter dem Fensterbrett entdeckt Márta einen Karton, den sie beim ersten Durchgang übersehen hat, und als sie ihn öffnet, findet sie ein Bündel Briefe, die mit einem roten Band zusammengebunden sind. Die Handschrift auf den Umschlägen gehört nicht ihrer Mutter. Márta zieht den obersten Brief heraus und liest einen einzigen Satz vor, weil mehr braucht es nicht: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta schüttelt den Kopf, weil sie keine Antwort hat. Ihr Vater war immer eine Randnotiz im Leben ihrer Mutter geblieben, jemand, über den man nicht sprach und den man auch nicht vermisste. Gábor zieht sein Feuerzeug heraus und zündet sich eine Zigarette an, mitten im Zimmer, obwohl sie beide wissen, dass man hier drinnen nicht rauchen darf. Márta sieht es und sagt nichts. Am letzten Abend, nachdem der Möbelwagen längst weg ist, sitzen sie auf dem nackten Parkett und trinken dünnen Tee aus zwei Tassen, die nie zusammengepasst haben und die deshalb wohl als einzige übrig geblieben sind. Die Wände sind voll von hellen Rechtecken, an den Stellen, wo dreißig Jahre lang Bilder gehangen haben. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei eigentlich nie wirklich glücklich gewesen, und er sagt es so, als hätte er diesen Satz lange mit sich getragen. Márta antwortet erst nach einer Weile, weil sie die Frage nicht so einfach findet, wie er sie stellt. Sie sagt, ihre Mutter sei glücklich gewesen, nur eben nicht in dieser Wohnung, nicht in dieser Stadt, und vielleicht auch nicht in diesem Leben, das aus lauter kleinen Kompromissen bestanden hatte. Gábor nickt und trinkt seinen Tee, und keiner von beiden sagt danach noch etwas. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür ab und gehen die Treppe hinunter, die auf der dritten Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat. Im Hof blüht die Linde, und der Geruch trifft Márta unvermittelt, weil er nach Sommer und nach Kindheit riecht und nach allem, was man nicht festhalten kann. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier, teilen sie sich auf der Straße und reden über nichts Besonderes. Irgendwann gehen sie los, nebeneinander, ohne einen festen Plan. Es gibt keinen richtigen Abschied, keinen Moment, an dem man sagen könnte, dass es jetzt vorbei ist. Man geht einfach weiter, und das ist alles, was es dazu zu sagen gibt. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss steckt und die Tür mit der ihr vertrauten Gegenbewegung aufdrückt, fällt ihr auf, dass sie diese Handgriffe seit drei Jahren jede Woche vollzogen hat, ohne je darüber nachzudenken, und dass sie es jetzt zum letzten Mal tut. Im Flur empfängt sie der Geruch, den sie nie beschreiben konnte und für den es wahrscheinlich kein Wort gibt: etwas zwischen altem Teppich, Lavendelsäckchen und der spezifischen Stille von Räumen, in denen sich lange Zeit dasselbe Leben abgespielt hat. An der Garderobe hängen sieben gleichförmige Plastikbügel, obwohl ihre Mutter, soweit Márta sich erinnern kann, nicht mehr als drei Jacken besessen hatte. Gábor tritt hinter ihr ein, stellt seine Tasche auf den Boden mit einer Behutsamkeit, die nicht zu ihm passt, und schaut sich um, als müsse er die Wohnung erst mit dem Bild in Einklang bringen, das er zehn Jahre lang in Berlin mit sich getragen hat. Das Telefon auf dem Sekretär ist noch angeschlossen, und Márta bemerkt, dass der Hörer exakt so liegt, wie ihre Mutter ihn immer hingelegt hatte: leicht schräg, mit dem Kabel nach links. Es klingelt nicht, und trotzdem wartet Márta einen Moment, bevor sie weitermacht. Die Küche hat die Eigenheit, dass die Schublade unter dem Herd sich nur mit einem bestimmten Ruck öffnen lässt, den man kennen muss, und Gábor, der ihn nicht kennt, zieht zweimal zu gerade, bevor Márta wortlos eingreift und die Schublade aufzieht. Dahinter türmen sich abgelaufene Gewürzpäckchen, eine angebrochene Packung Instantkaffee aus dem Jahr, in dem Márta ihren ersten festen Job angefangen hatte. Ganz hinten, hinter allem, steht ein Einmachglas, auf dessen handgeschriebenem Etikett in der kleinen, sorgfältigen Schrift ihrer Mutter zu lesen ist: „Gurken – August 2011". Márta sagt, es sei möglicherweise noch gut, und Gábor dreht sich zu ihr um und schaut sie so an, wie er sie anschaut, wenn er nicht streiten will, aber auch nicht zustimmen kann. Ohne weitere Diskussion nimmt sie ihm das Glas aus der Hand, dreht den Deckel auf – der Sog macht das vertraute Geräusch – und riecht kurz hinein, nicht weil sie es wissen muss, sondern weil sie Zeit braucht. Die Gurken schmecken nach gedämpftem Essig und nach einer Köchin, die nicht mehr kocht, und sie essen das ganze Glas stehend auf, ohne Teller, weil die Teller schon eingepackt sind und weil es so irgendwie richtiger wirkt. Das Schlafzimmer hat sich verändert, seit das Bett abgeholt wurde. Nicht nur der Raum ist größer geworden, sondern auch die Stille hat eine andere Qualität angenommen, als hätte das Bett die ganzen Jahre einen bestimmten Klang geschluckt, der jetzt nirgends mehr hingehört. Márta entdeckt den Karton unter dem Fensterbrett erst beim zweiten Durchgang, und als sie ihn öffnet, findet sie darin ein Bündel Briefe. Diese Briefe hatte jemand mit einem ausgeblichenen roten Band zusammengebunden hat, das sich beim Aufknoten als fragiler erweist, als es aussieht. Die Handschrift auf den Umschlägen ist nicht die ihrer Mutter, sondern eine fremde, leicht nach links geneigte, die Márta noch nie gesehen hat. Sie zieht den obersten Brief aus dem Umschlag und liest nicht mehr als einen Satz vor, weil dieser eine Satz ausreicht: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta legt den Brief zurück, weil es auf diese Frage keine Antwort gibt, die sich an einem Nachmittag wie diesem noch aufspüren ließe. Ihr Vater war immer eine Auslassung gewesen, eine Stelle im Familiennarrativ, über die man hinweglas, weil das Drumherum verständlich genug war. Vielleicht gehörte Béla zu denselben verschwiegenen Schichten der Biografie ihrer Mutter. Gábor zieht sein Feuerzeug heraus und raucht eine Zigarette mitten im Zimmer. Márta, die das sieht, entscheidet sich dagegen, etwas zu sagen, weil manche Verbote mit dem Menschen enden, der sie aufgestellt hat. Am Abend, nachdem der letzte Möbeltransport abgefahren ist und die Wohnung nur noch aus Wänden, Licht und dem Geruch nach Vergangenheit besteht, setzen sie sich auf das nackte Parkett und trinken Tee aus zwei Tassen, die nie ein Paar gewesen waren und die deshalb wohl als einzige den Auswahlprozess überlebt hatten. Die Wände zeigen die Geschichte des Raumes in Negativform: helle Rechtecke dort, wo dreißig Jahre lang Bilder gehangen hatten, und man kann die einstige Ordnung der Einrichtung aus diesen Umrissen herauslesen wie eine Schrift, die aufgehört hat, etwas bedeuten zu wollen. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei im Grunde nie wirklich glücklich gewesen, und er sagt es nicht als Vorwurf, sondern mit der sachlichen Traurigkeit von jemandem, der eine Diagnose ausspricht, für die er selbst lange kein Wort hatte. Márta dreht die Tasse in den Händen, bevor sie antwortet, weil sie das, was sie denkt, nicht unüberlegt sagen will: dass Glück kein Zustand ist, in dem man jemanden vorfindet, sondern etwas, das in bestimmten Momenten auftaucht und dann wieder verschwindet, und dass ihre Mutter solche Momente gehabt hat, nur eben nicht hier, nicht in diesen Zimmern, nicht in dem Leben, das diese Wohnung umrissen hatte wie ein zu kleiner Rahmen um ein zu großes Bild. Gábor hört zu und nickt, und dann sagt keiner der beiden mehr etwas, und das ist keine Verlegenheit, sondern die ruhige Form von Einverständnis, zu der Geschwister manchmal erst nach dem Tod ihrer Eltern finden. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür mit einem Geräusch ab, das endgültiger klingt als die tausend Male zuvor, und gehen die Treppe hinunter, auf der die dritte Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat und wie sie es weiter tun wird, wenn hier längst jemand anderes wohnt. Im Hof blüht die Linde in einem Stadium, das man bei Tage wahrscheinlich nicht so unmittelbar wahrnehmen würde, und Márta bleibt einen Moment stehen, nicht um sich zu verabschieden, sondern weil der Geruch sie überrumpelt hat. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier, teilen sie sich auf dem Gehweg und reden über etwas Unerhebliches, dessen Inhalt keiner von beiden später noch wird benennen können. Dann gehen sie los, in eine Richtung, die keiner von beiden ausdrücklich gewählt hat, und Márta merkt, dass das Gefühl, das sie erwartet hatte – das schwere, endgültige, das einen zu Boden drückt – ausgeblieben ist und dass an seiner Stelle etwas steht, das sich nicht so unähnlich anfühlt wie Weitermachen. Es gibt keinen Moment, an dem der Abschied vollständig ist, keine Schwelle, nach deren Überschreiten man sagen könnte, dass es jetzt vorbei ist; man geht einfach irgendwann, und das Gehen selbst ist das Einzige, was man tun kann. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss führt und die Tür mit dem ihr seit Jahrzehnten vertrauten, leicht widerstrebenden Nachgeben aufdrückt, überkommt sie der absurde Gedanke, dass sie diese Bewegung in den letzten drei Jahren so oft vollzogen hat, dass ihre Muskeln sie kennen, auch wenn der Kopf gerade nicht dabei ist. Sie tut es nun trotzdem zum letzten Mal, mit einem Bewusstsein, das sich anfühlt wie ein zu hell eingestelltes Licht. Im Flur empfängt sie ein Geruch, dem sie noch nie einen Namen gegeben hat und dem sie jetzt, da er zum letzten Mal auf sie trifft, vergeblich nach Sprache sucht. Es ist etwas, das aus dem Übereinanderlegen von Jahrzehnten besteht, aus Lavendel und altem Stoff und der spezifischen Wärme von Räumen, in denen ein Mensch lange gelebt hat, ohne dass dieser Mensch noch da wäre. Die sieben Kleiderbügel an der Garderobe hängen in gleichförmigen Abständen, als hätte die Mutter sie absichtlich so geordnet hinterlassen. Márta weiß genau, dass ihre Mutter nie mehr als drei Jacken besessen hatte und die Bügel deshalb schon seit Jahren leer gewesen sein müssen, ohne dass irgendjemand sie entfernt hätte. Gábor tritt hinter ihr ein und stellt seine Tasche mit einer Behutsamkeit ab, die ihn verrät. Er, der seit zehn Jahren in Berlin lebt, als hätte er diese Stadt abgestreift wie ein zu enges Kleidungsstück, hat die Wohnung kleiner in Erinnerung gehabt, und die Wirklichkeit, die ihm jetzt entgegensteht, erfordert offenbar einen Moment der stillen Neukalibrierung. Das Telefon auf dem Sekretär liegt noch in seiner angestammten Schräglage, das Kabel nach links gedreht, der Hörer genau so, wie die Mutter ihn abgelegt hatte. Márta legt ihre Hand einen Augenblick darauf, weil sie nicht weiß, was sie sonst mit ihr anfangen soll. Es klingelt nicht. Und doch wartet sie. Die Schublade unter dem Herd hat seit zwanzig Jahren eine eigene Logik: Man muss sie leicht anheben, während man zieht, und wer das nicht weiß, zieht zweimal umsonst, so wie Gábor es jetzt tut. Dann greift Márta wortlos ein und zieht die Schublade mit dem richtigen Handgriff auf, als ob sie damit unwillkürlich unter Beweis stellte, was sie nie als Privileg empfunden hatte – dass sie die war, die geblieben ist und deshalb weiß, wie die Dinge hier funktionieren. Was die Schublade preisgibt, ist ein archäologischer Querschnitt durch die Vorratshaltung einer Frau, die nie wegwarf, was noch brauchbar sein könnte. Darin liegen abgelaufener Paprika in drei Varianten, eine angebrochene Packung Instantkaffee aus dem Jahr, in dem Márta ihre erste Stelle angetreten hatte, und ganz hinten, hinter allem, ein Einmachglas, dessen handgeschriebenes Etikett in der kleinen, präzisen Schrift der Mutter die Aufschrift trägt: „Gurken – August 2011". Márta sagt, es sei möglicherweise noch gut, nicht weil sie das wirklich glaubt. Sie sagt es, weil sie die Alternative – das Wegwerfen, das Entscheiden, dass die Arbeit ihrer Mutter nicht mehr zählt – in diesem Moment nicht erträgt. Gábor dreht sich zu ihr um mit dem Gesichtsausdruck, den er aufsetzt, wenn er nicht streiten will, aber auch nicht der Meinung ist, dass man einer solchen Position ernsthaft zustimmen könnte. Dann nimmt Márta das Glas, dreht den Deckel auf – der vertraute Sog, das kleine Geräusch des nachgebenden Vakuums –, riecht hinein und hält dem Glas länger als nötig die Nase hin, weil es Zeit kostet, das Richtige zu fühlen. Die Gurken schmecken nach Essig und nach etwas, das sich dem Schmecken entzieht. Sie essen das ganze Glas stehend leer, ohne Teller, mit den Fingern, und keiner sagt etwas über den Geschmack, weil es nicht um den Geschmack geht. Das Schlafzimmer hat sich durch das Fehlen des Bettes in einen Raum verwandelt, der sich selbst nicht mehr kennt. Die Proportionen stimmen nicht mehr, die Stille hat eine andere Beschaffenheit angenommen, und die Helligkeit, die durch das unverdeckte Fenster fällt, liegt auf einem Fußboden, der seit Jahrzehnten nicht im Licht gestanden hatte. Den Karton unter dem Fensterbrett hatte Márta beim ersten Durchgang übersehen. Als sie ihn jetzt öffnet, findet sie darin ein Bündel Briefe, deren ausgeblichenes rotes Band beim Aufknoten auseinanderfällt, als hätte es nur auf diesen einen letzten Anlass gewartet, um sich aufzulösen. Die Handschrift auf den Umschlägen ist eine fremde, leicht linksgeneigte, mit einem eigentümlichen Schwung bei den Großbuchstaben. Márta sucht in ihr vergeblich nach etwas Vertrautem, das ihr helfen könnte, einzuordnen, woher diese Briefe stammen und an welchem Punkt ihrer Mutter Leben sie hineingehört haben. Sie liest laut vor, nicht den ganzen Brief, sondern nur den ersten Satz. Der erste Satz enthält schon alles: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta legt den Brief zurück mit der Sorgfalt, mit der man Dinge behandelt, die man nicht versteht und deshalb nicht beschädigen will. Es gibt auf diese Frage keine Antwort, die sich an einem Nachmittag wie diesem noch herbeischaffen ließe und die nicht durch das bloße Suchen verfälscht würde. Ihr Vater war immer eine Stelle im Familiengefüge gewesen, über die man hinging wie über eine morsche Diele – nicht weil man sie nicht bemerkte, sondern weil man sich daran gewöhnt hatte, ihr auszuweichen. Vielleicht gehörte Béla zur selben Schicht des verschwiegenen Lebens, das ihre Mutter unter dem sichtbaren gelebt hatte. Gábor zündet sich eine Zigarette an und raucht sie mitten im Zimmer. Márta sieht es und entscheidet sich nicht dagegen einzuschreiten, weil sie spürt, dass manche Verbote mit dem Menschen enden, der sie formuliert hat, und dass es keine Pietät ist, sie über diesen Menschen hinaus aufrechtzuerhalten. Am Abend, nachdem der Möbelwagen längst abgefahren ist und die Wohnung nichts mehr enthält als Wände, Luft, Licht und den Geruch nach einem Leben, das noch nicht ganz verflüchtigt ist, setzen sie sich auf das nackte Parkett. Sie trinken Tee aus zwei Tassen, die nicht zusammengehören und die aus genau diesem Grund als einzige den Auswahlprozess überlebt haben – weil sie zu uneinheitlich waren, um in irgendjemandes Haushalt einen sinnvollen Platz einzunehmen, außer in diesem hier. Die Wände erzählen in Negativform die Geschichte dessen, was einmal hier hing. Helle Rechtecke unterschiedlicher Größe liegen an Stellen, wo dreißig Jahre lang Bilder dem Licht entzogen hatten, was darunter lag, und Márta liest in diesen Umrissen wie in einer Karte einer Wohnung, die nicht mehr existiert und trotzdem noch vollständig da ist. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei eigentlich nie wirklich glücklich gewesen. Er sagt es in dem Ton, in dem man eine Erkenntnis ausspricht, die man lange mit sich getragen hat, ohne ihr den richtigen Ort zu finden, und die man jetzt hier ablegt, weil dieser Raum der einzige ist, der sie aufnehmen kann. Márta dreht die Tasse zwischen den Händen und denkt nach, nicht weil die Antwort schwierig wäre, sondern weil die Frage ungenau ist und sie ihr nicht die falsche Antwort geben will. Glück, sagt sie schließlich, sei kein Zustand, in dem man jemanden vorfindet oder nicht vorfindet, sondern etwas, das in bestimmten Momenten auftaucht, ungebeten und flüchtig, und ihre Mutter habe solche Momente gehabt, nur eben nicht hier, nicht in diesen Zimmern, nicht in dem Leben, das diese Wohnung wie ein zu kleiner Rahmen um ein zu großes Bild umfasst hatte. Gábor hört zu und nickt, und danach sagen beide nichts mehr, nicht aus Verlegenheit. Sie sind an einem Punkt angelangt, an dem Geschwister manchmal erst nach dem Tod ihrer Eltern ankommen: der ruhigen, fast schwerelosen Form von Einverständnis, die keine Worte braucht und die vielleicht die einzige Art von Versöhnung ist, die das Leben wirklich anbietet. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür ab – das Geräusch des einschnappenden Schlosses klingt dieses Mal anders, endgültiger, obwohl es dasselbe Schloss ist und dieselbe Mechanik. Dann gehen sie die Treppe hinunter, auf der die dritte Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat und wie sie es weiterhin tun wird, wenn hier längst ein anderes Leben stattfindet und von dieser hier keine Spur mehr zu finden ist. Im Hof steht die Linde in voller Blüte, und der Geruch trifft Márta mit einer Unvermitteltheit, die sich nicht ankündigt. Er riecht nach Sommer und nach Kindheit und nach allem, was man nicht festhalten kann, weil es zur Bedingung seiner Wirkung gehört, dass es einem entgleitet. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier und teilen sie sich auf dem Gehweg. Das Gespräch, das sie dabei führen, handelt von nichts Besonderem – von irgendetwas, das keiner von beiden später benennen können wird, und das vielleicht gerade deshalb das Richtige ist. Dann gehen sie los, nebeneinander, in eine Richtung, die keiner von beiden ausdrücklich gewählt hat. Márta bemerkt, dass das Gefühl, auf das sie sich insgeheim vorbereitet hatte – das schwere, abschließende, das einen auf den Boden drückt und festhält –, nicht gekommen ist und dass an seiner Stelle etwas steht, das sich, wenn man ehrlich ist, nicht so sehr vom Weitermachen unterscheidet wie vom Anfangen. Es gibt keine Schwelle, nach deren Überschreiten man sagen könnte, dass der Abschied vollzogen ist. Man geht, und das Gehen ist nicht das Ende von etwas, sondern der einzige Aggregatzustand, in dem das Leben sich fortsetzt – leise, unspektakulär und ohne Anlass zur Klage. mprz3jb3qoxd1ptelhno18d017g5fzi 1085344 1085343 2026-05-10T13:41:19Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 /* 76 - hashed */ 1085344 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 4 b - ungarisch deutsch == 71 == 1 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül. - Anders sitzt am Küchentisch. :2. A csésze előtte hideg. - Die Tasse vor ihm ist kalt. :3. Nem iszik. - Er trinkt nicht. :4. Csak ül ott. - Er sitzt nur da. :5. Odakint esik az eső. - Draußen regnet es. :6. Az eső oldalról jön. - Der Regen kommt von der Seite. :7. Az ablak régi és vékony. - Das Fenster ist alt und dünn. :8. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :9. A víz egy vödörbe hullik. - Das Wasser fällt in einen Eimer. :10. Plink. - Plink. :11. Plink. - Plink. :12. Plink. - Plink. :13. Anders hallgatja. - Anders hört zu. :14. Nem számolja a cseppeket. - Er zählt die Tropfen nicht. :15. Egyszerűen csak hallgatja. - Er hört einfach zu. :16. A ház régen templom volt. - Das Haus war früher eine Kirche. :17. Egy kis fatemplom a fjordnál. - Eine kleine Holzkirche am Fjord. :18. Anders két éve örökölte. - Anders hat sie vor zwei Jahren geerbt. :19. A tető nem jó. - Das Dach ist nicht gut. :20. Amikor esik, bejön a víz. - Wenn es regnet, kommt Wasser rein. :21. A vödör mindig ugyanazon a helyen áll. - Der Eimer steht immer an derselben Stelle. :22. A keresztelőkút most mosogató. - Das Taufbecken ist jetzt ein Spülbecken. :23. Anders ezt normálisnak találja. - Anders findet das normal. :24. Csónakmotorokat javít. - Er repariert Bootsmotoren. :25. A szomszédok elhozzák a csónakjaikat. - Die Nachbarn bringen ihre Boote. :26. Néha kávéval fizetnek. - Manchmal bezahlen sie mit Kaffee. :27. Néha nem mondanak semmit. - Manchmal sagen sie nichts. :28. Az is jó. - Das ist auch gut. :29. Az ajtó kinyílik. - Die Tür geht auf. :30. Lars bejön. - Lars kommt herein. :31. Nem kopog. - Er klopft nicht. :32. Ezt soha nem teszi. - Das macht er nie. :33. Lars 68 éves. - Lars ist 68 Jahre alt. :34. Ő az egyetlen szomszéd. - Er ist der einzige Nachbar. :35. Leül a régi padra. - Er setzt sich auf die alte Bank. :36. Egy csomag dohányt tesz az asztalra. - Er legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch. :37. Nem mondanak semmit. - Sie sagen nichts. :38. Az óra ketyeg. - Die Uhr tickt. :39. Az eső veri az ablakot. - Der Regen schlägt gegen das Fenster. :40. Egy idő után Lars megszólal. - Nach einer Weile spricht Lars. :41. „Björn kuttere megint működik.” - „Der Kutter von Björn läuft wieder.” :42. Anders bólint. - Anders nickt. :43. Ez elég. - Das ist genug. :44. Lars feláll. - Lars steht auf. :45. Az ajtóhoz megy. - Er geht zur Tür. :46. Az ajtó becsapódik. - Die Tür fällt zu. :47. A dohány még az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :48. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte. :49. Ma érkezett a komppal. - Sie ist heute mit der Fähre gekommen. :50. A kép Oslo kikötőjét mutatja. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. :51. A színek túl világosak októberhez. - Die Farben sind zu hell für den Oktober. :52. Anders megfordítja a lapot. - Anders dreht die Karte um. :53. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba.” - Er liest: „Komm nach Oslo.” :54. Ez minden. - Das ist alles. :55. Aláírás: Mette. - Unterschrieben: Mette. :56. Még egyszer elolvassa a mondatot. - Er liest den Satz noch einmal. :57. És még egyszer. - Und noch einmal. :58. Aztán visszateszi a lapot. - Dann legt er die Karte zurück. :59. Az elülső oldala lefelé néz. - Die Vorderseite zeigt nach unten. :60. Odakint elhalad a komp. - Draußen fährt die Fähre vorbei. :61. A motorzaj rövid ideig hallatszik. - Das Motorgeräusch ist kurz zu hören. :62. Aztán megint csend van. - Dann ist es wieder still. :63. Anders az ablaknál marad állva. - Anders bleibt am Fenster stehen. :64. A fjordra néz. - Er schaut auf den Fjord. :65. A víz szürke. - Das Wasser ist grau. :66. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :67. Minden szürke. - Alles ist grau. :68. Négy órakor besötétedik. - Um vier Uhr wird es dunkel. :69. Anders meggyújt egy gyertyát. - Anders zündet eine Kerze an. :70. A régi zongorára teszi. - Er stellt sie auf das alte Klavier. :71. Senki sem játszik a zongorán. - Niemand spielt das Klavier. :72. Leül elé. - Er setzt sich davor. :73. Nézi a lángot. - Er schaut die Flamme an. :74. Semmi konkrétra nem gondol. - Er denkt an nichts Bestimmtes. :75. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :76. A víz odakint a facölöpöknek csapódik. - Das Wasser schlägt gegen die Holzpfähle draußen. :77. A gyertya lassan leég. - Die Kerze brennt langsam herunter. :78. Anders ülve marad. - Anders bleibt sitzen. :79. Aztán havazni kezd. - Dann fängt es an zu schneien. :80. Halkan. - Leise. :81. Szinte átmenet nélkül. - Fast ohne Übergang. :82. Nem fog Oslóba menni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :83. Nem ma. - Nicht heute. :84. Nem holnap. - Nicht morgen. :85. Ezt egyszerűen tudja. - Er weiß das einfach. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kézzel tart egy csészét. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen. :2. A csésze már rég kihűlt, de ő mégsem iszik belőle. - Die Tasse ist längst kalt, aber er trinkt trotzdem nicht. :3. Odakint erősen esik az eső, és a szél szinte vízszintesen hajtja az esőt az ablaknak. - Draußen regnet es stark, und der Wind treibt den Regen fast waagrecht gegen das Fenster. :4. Október van, és ennél a fjordnál ez azt jelenti: szürke, nedves, csendes. - Es ist Oktober, und an diesem Fjord bedeutet das: grau, nass, still. :5. A fűtésből egy csepp hullik a padlón álló vödörbe. - Von der Heizung fällt ein Tropfen in den Eimer auf dem Boden. :6. Plink. - Plink. :7. Aztán még egy. - Dann noch einer. :8. Anders hallgatja, de nem számol vele. - Anders hört zu, aber er zählt nicht mit. :9. A ház korábban egy kis fatemplom volt a fjord szélén. - Das Haus war früher eine kleine Holzkirche am Rand des Fjords. :10. Két éve Anders örökölte, és azóta itt lakik. - Vor zwei Jahren hat Anders sie geerbt, und seitdem wohnt er hier. :11. A tető két helyen beázik, ezért mindig készenlétben állnak a vödrök. - Das Dach ist an zwei Stellen undicht, deshalb stehen immer Eimer bereit. :12. A régi keresztelőkútat most mosogatóként használja, mert praktikus. - Das alte Taufbecken benutzt er jetzt als Spülbecken, weil es praktisch ist. :13. Soha nem újította fel igazán a házat, de hozzászokott. - Er hat das Haus nie richtig renoviert, aber er hat sich daran gewöhnt. :14. Anders a környék kevés szomszédjának csónakmotorjait javítja. - Anders repariert die Bootsmotoren der wenigen Nachbarn in der Gegend. :15. Egyesek kávéval fizetnek neki, mások egy rövid bólintással, és ez elég neki. - Manche bezahlen ihn mit Kaffee, manche mit einem kurzen Nicken, und das reicht ihm. :16. Nincs sokra szüksége, és a munka okot ad neki arra, hogy reggel felkeljen. - Er braucht nicht viel, und die Arbeit gibt ihm einen Grund, morgens aufzustehen. :17. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand anklopft. :18. Lars bejön, ahogy minden második nap szokott. - Lars kommt herein, wie er es jeden zweiten Tag tut. :19. Hatvannyolc éves, és ő az egyetlen szomszéd, aki valóban közel lakik. - Er ist 68 Jahre alt und der einzige Nachbar, der wirklich nah wohnt. :20. Lars leül a kályha melletti fapadra, és egy csomag dohányt tesz az asztalra. - Lars setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen und legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch. :21. Nem mondanak semmit, és ez közöttük normális. - Sie sagen nichts, und das ist zwischen ihnen normal. :22. Az eső kopog az ablakon, a fűtés csöpög, az óra ketyeg. - Der Regen klopft gegen das Fenster, die Heizung tropft, die Uhr tickt. :23. Körülbelül tíz perc után Lars nyugodtan azt mondja: „Björn kuttere újra működik.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars ruhig: „Der Kutter von Björn läuft wieder.” :24. Anders egyszer bólint, és ez az egész válasz. - Anders nickt einmal, und das ist die ganze Antwort. :25. Lars feláll, az ajtóhoz megy, és halkan becsukja maga mögött. - Lars steht auf, geht zur Tür und schließt sie leise hinter sich. :26. A dohány még az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :27. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma érkezett a komppal. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute mit der Fähre gekommen ist. :28. A kép Oslo kikötőjét mutatja túl világos, túl barátságos színekkel. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo in zu hellen, zu freundlichen Farben. :29. Anders felveszi a lapot, és lassan megfordítja. - Anders nimmt die Karte und dreht sie langsam um. :30. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst.” :31. A kézírás Mettéé, és azonnal felismeri. - Die Handschrift ist von Mette, und er erkennt sie sofort. :32. Hat hónapja nem hallott róla semmit, és most ez. - Sechs Monate hat er nichts von ihr gehört, und jetzt das. :33. Kétszer elolvassa a szöveget, aztán harmadszor is, és visszateszi a lapot. - Er liest den Text zweimal, dann ein drittes Mal, und legt die Karte wieder hin. :34. Az elülső oldala lefelé néz, mert a színek túl rikítóak ehhez a naphoz. - Die Vorderseite zeigt nach unten, weil die Farben zu grell sind für diesen Tag. :35. Odakint a komp lassan elhalad az ablak előtt, és a motorzaj szétfoszlik a szélben. - Draußen fährt die Fähre langsam am Fenster vorbei, und das Motorgeräusch verweht im Wind. :36. Anders állva marad, és a szürke fjordot nézi. - Anders bleibt stehen und schaut auf den grauen Fjord. :37. A víz nyugodt, de hideg, és az ég alacsonyan függ. - Das Wasser ist ruhig, aber kalt, und der Himmel hängt tief. :38. Délután négy órakor már majdnem sötét van, mint itt októberben mindig. - Um vier Uhr nachmittags ist es schon fast dunkel, wie immer im Oktober hier. :39. Anders elővesz egy gyertyát a fiókból, és a régi zongorára állítja. - Anders holt eine Kerze aus der Schublade und stellt sie auf das alte Klavier. :40. Senki sem játszik ezen a zongorán, és talán már azelőtt is így volt, hogy ő ideköltözött. - Niemand spielt dieses Klavier, und vielleicht war das schon so, bevor er hier einzog. :41. Meggyújtja a gyertyát, leül az előtte álló székre, és a kis lángot nézi. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die kleine Flamme an. :42. Nem gondol Oslóra, és nem gondol Mettére. - Er denkt nicht an Oslo, und er denkt nicht an Mette. :43. Tulajdonképpen semmi konkrétra nem gondol, és ez helyesnek érződik. - Er denkt eigentlich an nichts Bestimmtes, und das fühlt sich richtig an. :44. A fűtés tovább csöpög, odakint a víz az öreg facölöpöknek csapódik. - Die Heizung tropft weiter, das Wasser draußen schlägt gegen die alten Holzpfähle. :45. A gyertya lassan leég, Anders pedig csak ül ott. - Die Kerze brennt langsam herunter, und Anders sitzt einfach da. :46. Aztán havazni kezd, halkan és előjel nélkül, szinte úgy, mint egy gondolat. - Dann beginnt es zu schneien, leise und ohne Ankündigung, fast wie ein Gedanke. :47. Nem fog Oslóba utazni, ezt most már biztosan tudja. - Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt sicher. :48. Nem azért, mert nem szabad neki, és nem azért, mert fél. - Nicht weil er nicht darf, und nicht weil er Angst hat. :49. Hanem azért, mert nem talál olyan okot, amely elég erős volna. - Sondern weil er keinen Grund findet, der stark genug wäre. :50. A hó a fjordra hull, és a fjord magába fogadja, anélkül hogy bármit mondana. - Der Schnee fällt auf den Fjord, und der Fjord nimmt ihn auf, ohne etwas zu sagen. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen. :2. A csésze már egy órája hideg, anélkül hogy ezt észrevette volna, vagy zavarná. - Die Tasse ist schon seit einer Stunde kalt, ohne dass er das bemerkt hätte oder es ihn stören würde. :3. Odakint a szél szinte vízszintesen veri az esőt a régi templomablaknak. - Draußen treibt der Wind den Regen fast waagrecht gegen das alte Kirchenfenster. :4. Az ablak fakerete az évek során annyira elvetemedett, hogy a bal oldalán enyhén fütyül rajta a szél. - Der Holzrahmen des Fensters hat sich im Laufe der Jahre so verzogen, dass es an der linken Seite leicht pfeift. :5. Október közepe van. - Es ist Mitte Oktober. :6. A fjord olyan ég alatt fekszik, amely már nem húz határt víz és levegő, tegnap és ma között. - Der Fjord liegt unter einem Himmel, der keine Grenze mehr zieht zwischen Wasser und Luft, zwischen gestern und heute. :7. A fűtőtestből egy csepp hullik a padlón álló bádogvödörbe. - Von der Heizung fällt ein Tropfen in den Blecheimer auf dem Boden. :8. Világos, tiszta plink ez, amely néhány másodpercenként megismétlődik, egyenletesen, mint egy szívverés, amelyre senki sem figyel. - Es ist ein helles, klares Plink, das sich alle paar Sekunden wiederholt, gleichmäßig wie ein Herzschlag, dem niemand zuhört. :9. Anders figyel. - Anders hört zu. :10. Nem számolja, de figyel. - Er zählt nicht, aber er hört zu. :11. Ez olyan különbség, amelyet ő maga sem tudna megmagyarázni. - Das ist ein Unterschied, den er selbst nicht erklären könnte. :12. A ház, amelyben él, valaha fatemplom volt. - Das Haus, in dem er lebt, war einmal eine Holzkirche. :13. A templom kicsi és sötét volt, egy olyan apró település legszélén, amelyet a legtöbb térkép fel sem tüntet. - Die Kirche war klein und dunkel, am äußersten Rand eines Weilers, den die meisten Karten gar nicht verzeichnen. :14. Két évvel ezelőtt örökölte egy nagybátyjától, akit alig ismert. - Er hat sie vor zwei Jahren geerbt, von einem Onkel, den er kaum kannte. :15. Mégis maradt, anélkül hogy valaha komolyan megkérdezte volna magától, miért. - Er ist trotzdem geblieben, ohne sich je ernsthaft gefragt zu haben, warum. :16. A tető legalább két helyen beázik, és a kályha csak rosszul húz, ha északnyugat felől jön a szél. - Das Dach ist an mindestens zwei Stellen undicht, und der Ofen zieht nur schlecht, wenn der Wind aus Nordwesten kommt. :17. A régi homokkő keresztelőmedence ma mosogatóként szolgál, mert ez az egyetlen edény a házban, amely elég nagy. - Das alte Taufbecken aus Sandstein dient heute als Spülbecken, weil es die einzige Schüssel im Haus ist, die groß genug ist. :18. Soha nem újított fel, nem igazán. - Er hat nie renoviert, nicht wirklich. :19. De felhagyott azzal, hogy hiányként érzékelje. - Aber er hat aufgehört, es als Mangel zu empfinden. :20. A megélhetését azzal keresi, hogy a kevés megmaradt szomszéd csónakmotorjait javítja. - Seinen Lebensunterhalt verdient er damit, die Bootsmotoren der wenigen verbliebenen Nachbarn zu reparieren. :21. Ezek az emberek maguk is alig beszélnek, és a fizetséget gyakran kávé, dohány vagy egy néma biccentés formájában adják, ami Andersnek jobban megfelel, mint azt valaha is beismerné. - Diese Menschen sprechen selbst kaum und leisten die Bezahlung oft in Form von Kaffee, Tabak oder einem stummen Nicken, was Anders mehr entgegenkommt, als er je zugeben würde. :22. Régebben csónaképítő volt, és Bergenben tanulta ki a mesterséget. - Er war früher Bootsbauer und hat das Handwerk in Bergen gelernt. :23. De ez régen volt, és az az ember, aki akkor volt, olyannak tűnik számára, mint valaki egy történetből, amelyet valahol olvasott. - Aber das ist lange her, und die Person, die er damals war, fühlt sich an wie jemand aus einer Geschichte, die er irgendwo gelesen hat. :24. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand anklopft. :25. Lars belép egy olyan férfi magától értetődő nyugalmával, aki tudja, hogy szívesen látják, anélkül hogy ezt valaha kimondták volna. - Lars tritt herein mit der selbstverständlichen Ruhe eines Mannes, der weiß, dass er willkommen ist, ohne dass es je ausgesprochen worden wäre. :26. Hatvannyolc éves, magas, keskeny testalkatú, olyan kezekkel, amelyek úgy néznek ki, mint a szerszámok. - Er ist 68, groß, schmal, mit Händen, die aussehen wie Werkzeug. :27. Leül a kályha melletti fapadra, egy csomag dohányt tesz az asztalra, és olyan természetesen hallgat, mintha a hallgatás a beszélgetés egyik formája volna. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch und schweigt so natürlich, als wäre Schweigen eine Form der Unterhaltung. :28. Az eső veri az ablakot, a fűtőtest csöpög. - Der Regen schlägt gegen das Fenster, die Heizung tropft. :29. A falon lévő óra enyhe utózengéssel ketyeg, amely minden második ütésnél kissé túl hangos. - Die Uhr an der Wand tickt mit einem leichten Nachklang, der bei jedem zweiten Schlag etwas zu laut ist. :30. Körülbelül tíz perc múlva Lars fel sem nézve azt mondja: „Björn kuttere újra jár.” - Nach ungefähr zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :31. Anders bólint, és ebben benne van minden, amit mondani kell. - Anders nickt, und darin liegt alles, was gesagt werden muss. :32. Lars feláll, az ajtóhoz megy, és halkan behúzza maga mögött. - Lars steht auf, geht zur Tür und zieht sie leise hinter sich zu. :33. A dohány az asztalon marad, mintha soha nem is arra szánták volna, hogy magával vigye. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch, als wäre er nie dazu gedacht gewesen, mitgenommen zu werden. :34. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist. :35. Egy számlával és egy prospektussal együtt érkezett, amelyet nem nyitott ki. - Sie kam zusammen mit einer Rechnung und einem Prospekt, den er nicht geöffnet hat. :36. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely túl barátságos októberhez. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das zu freundlich ist für den Oktober. :37. A színek úgy hatnak, mintha valaki túlságosan feltekerte volna a telítettséget, és Anders megfordítja a lapot, anélkül hogy tudná, miért vár. - Die Farben wirken, als hätte jemand die Sättigung zu weit aufgedreht, und Anders dreht die Karte um, ohne zu wissen, warum er wartet. :38. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :39. A kézírás Mettéé, ferde és kissé túl szoros. - Die Handschrift ist Mettes, schräg und etwas zu eng. :40. Mindig így ír, amikor olyasmit ír, amit tulajdonképpen nem akart megírni. - So schreibt sie immer, wenn sie etwas schreibt, das sie eigentlich nicht schreiben wollte. :41. Hat hónapon át egy szó sem, sem üzenet, sem jel. - Sechs Monate lang kein Wort, keine Nachricht, kein Zeichen. :42. Most ott áll ez az egyetlen mondat, amely több kérdést tesz fel, mint amennyit megválaszol. - Jetzt steht dort dieser eine Satz, der mehr Fragen stellt als er beantwortet. :43. Másodszor is elolvassa, aztán harmadszor. - Er liest ihn ein zweites Mal, dann ein drittes. :44. Nem azért teszi, mert valami mást vár, hanem mert szüksége van arra az időre, amelyet a mondat követel tőle. - Er tut es nicht, weil er etwas anderes erwartet, sondern weil er die Zeit braucht, die der Satz von ihm verlangt. :45. Aztán a lapot képes felével lefelé visszateszi a párkányra. - Dann legt er die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurück. :46. A kikötőkép színei olyan módon zavarják, amelyet nem tud megnevezni. - Die Farben des Hafenbilds stören ihn auf eine Weise, die er nicht benennen kann. :47. Odakint a komp lassan elhalad az ablak előtt, és a motorzaj röviden felduzzad, majd szétfoszlik a szélben. - Draußen zieht die Fähre langsam am Fenster vorbei, und das Motorgeräusch schwillt kurz an und verweht dann im Wind. :48. A fjord bezárul mögötte, mintha soha nem is járt volna ott. - Der Fjord schließt sich hinter ihr, als wäre sie nie da gewesen. :49. Anders az ablaknál áll, és a vizet nézi. - Anders steht am Fenster und schaut auf das Wasser. :50. A víz szürke és nyugodt, és éppen olyan közömbös, mint mindig. - Das Wasser ist grau und ruhig und so gleichgültig wie immer. :51. Délután négy órakor alkonyodni kezd. - Um vier Uhr nachmittags beginnt es zu dämmern. :52. Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból, ahol Lars dohánya is fekszik, még bontatlanul. - Anders holt eine Kerze aus der Küchenschublade, wo auch der Tabak von Lars liegt, noch ungeöffnet. :53. A gyertyát a régi zongorára állítja, amely az északi falnál áll. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier, das an der Nordwand steht. :54. A zongora egy vakolatrepedés alatt áll, amely az elmúlt tél folyamán szélesebb lett. - Das Klavier steht unter einem Riss im Putz, der im Laufe des letzten Winters breiter geworden ist. :55. Senki sem játszik ezen a zongorán, amennyire Anders tudja. - Niemand spielt dieses Klavier, soweit Anders weiß. :56. Soha senki nem is játszott rajta, és mégis úgy áll ott, mint valami, ami arra vár, hogy használják. - Es hat auch niemand je gespielt, und trotzdem steht es da wie etwas, das darauf wartet, gebraucht zu werden. :57. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl und schaut in die Flamme. :58. A láng ingadozik a házon átvándorló enyhe huzatban, alig észrevehetően. - Die Flamme schwankt in dem leichten Durchzug, der durch das Haus wandert, kaum merklich. :59. Nem Mettére gondol, és nem Oslóra gondol. - Er denkt nicht an Mette, und er denkt nicht an Oslo. :60. Arra sem gondol, mit akar itt tulajdonképpen, mert a kérdés túl nagy ehhez az estéhez, és talán minden másikhoz is. - Er denkt auch nicht daran, was er hier eigentlich will, weil die Frage zu groß ist für diesen Abend und vielleicht für jeden anderen auch. :61. A fűtőtest csöpög, és a víz egyenletes, tompa hanggal ütődik a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, und das Wasser schlägt mit einem gleichmäßigen, dumpfen Laut gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle. :62. A láng nyugodtan és sietség nélkül ég a sötétben. - Die Flamme brennt ruhig und ohne Eile in der Dunkelheit. :63. Aztán havazni kezd, olyan halkan és olyan fokozatosan, hogy Anders nem tudná megmondani, pontosan mikor kezdődött. - Dann fängt es an zu schneien, so leise und so allmählich, dass Anders nicht sagen könnte, wann genau es begonnen hat. :64. A hó a fjordra hull, a régi templom tetejére, és a képeslapra, amely az ablakpárkányon fekszik képes felével lefelé. - Der Schnee fällt auf den Fjord und auf das Dach der alten Kirche und auf die Postkarte, die auf dem Fenstersims liegt mit der Vorderseite nach unten. :65. Nem fog elutazni. - Er wird nicht fahren. :66. Ezt nem döntésként tudja, hanem tényként. - Er weiß das nicht als Entscheidung, sondern als Tatsache. :67. Úgy tudja, ahogy az ember tudja, hogy az október szürke, a fjord hideg, és a hallgatás néha az egyetlen őszinte válasz. - So weiß man, dass der Oktober grau ist und der Fjord kalt und das Schweigen manchmal die einzige ehrliche Antwort ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart, amely legalább egy órája hideg. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen, die seit mindestens einer Stunde kalt ist. :2. Ez nem zavarja, és arra sem gondol, hogy újratöltse, mert a csésze ebben a pillanatban kevésbé a kávé edénye, mint inkább ok arra, hogy a kezét valahol tartsa. - Das stört ihn nicht, und er denkt auch nicht daran, sie nachzufüllen, weil die Tasse in diesem Moment weniger ein Gefäß für Kaffee ist als ein Grund, die Hände irgendwo zu lassen. :3. Odakint a szél olyan laposan és keményen veri az esőt a régi templomablaknak, hogy az üveg mintha egyenletes nyomás alatt rezegne. - Draußen treibt der Wind den Regen so flach und hart gegen das alte Kirchenfenster, dass das Glas wie unter einem gleichmäßigen Druck vibriert. :4. Az elvetemedett fakeret, amely már jelenlétének első telén sem záródott rendesen, vékony, hideg légáramot enged be, amely megremegteti az ablakpárkányon álló gyertyacsonkokat. - Der verzogene Holzrahmen, der schon im ersten Winter seiner Anwesenheit nicht mehr richtig schloss, lässt einen dünnen, kalten Luftstrom ins Innere, der die Kerzenreste auf dem Fensterbrett zum Schwanken bringt. :5. Október közepe van, és a fjord felvette azt a különös súlyosságot, amelyet csak ősszel hordoz: a víz sötéten és mozdulatlanul fekszik, mint valami, ami gondolkodik. - Es ist Mitte Oktober, und der Fjord hat jene besondere Schwere angenommen, die er nur im Herbst trägt: das Wasser liegt dunkel und unbewegt wie etwas, das denkt. :6. Az ég olyan alacsonyan függ fölötte, hogy a kettő közötti határ elmosódik, mintha a táj úgy döntött volna, hogy feladja saját körvonalait. - Der Himmel hängt so tief darüber, dass die Grenze zwischen beiden verschwimmt, als hätte die Landschaft beschlossen, ihre eigenen Konturen aufzugeben. :7. A fűtőtestből szabályos időközönként leválik egy csepp, és a padlón álló bádogvödörbe hull. - Von der Heizung löst sich in regelmäßigen Abständen ein Tropfen und fällt in den Blecheimer auf dem Boden. :8. Világos, tiszta plink hang ez, amely úgy írja bele magát a szoba csendjébe, mint egy jegyzet, amelyet senki sem hagyott ott, mégis elolvasnak, és Anders figyel, nem azért, mert akarja, hanem mert a figyelés az egyetlen, amit most elvárnak tőle. - Es ist ein helles, klares Plink, das sich in die Stille des Raumes einschreibt wie eine Notiz, die niemand hinterlassen hat und die trotzdem gelesen wird, und Anders hört zu, nicht weil er will, sondern weil das Zuhören das Einzige ist, was gerade von ihm verlangt wird. :9. A ház, amelyben két éve él, fatemplom volt, valamikor a huszadik század elején épült egy gyülekezetnek, amely már rég nem létezik, a part egy olyan kis pontján, amelyet a legtöbb térkép nem tart említésre méltónak. - Das Haus, in dem er seit zwei Jahren lebt, war eine Holzkirche, gebaut irgendwann im frühen zwanzigsten Jahrhundert für eine Gemeinde, die längst nicht mehr existiert, an einem Fleckchen Küste, das die wenigsten Karten für erwähnenswert halten. :10. A templomot egy nagybátyjától örökölte, akit gyerekként kétszer látott, és akinek a halála kevésbé lepte meg, mint az a tény, hogy hagyott rá valamit. - Er hat die Kirche von einem Onkel geerbt, den er als Kind zweimal gesehen hatte und dessen Tod ihn weniger überraschte als die Tatsache, dass er ihm etwas hinterließ. :11. Maradt, anélkül hogy valaha is valódi döntést hozott volna. - Er ist geblieben, ohne jemals eine wirkliche Entscheidung getroffen zu haben. :12. Az ember néha nem azért marad egy helyen, mert az a megfelelő, hanem mert a távozás erőfeszítése nagyobbnak tűnik, mint a maradás fájdalma, míg egyszer csak megszűnik érezhetőnek lenni a kettő közötti különbség. - Man bleibt manchmal an einem Ort, nicht weil er der richtige ist, sondern weil der Aufwand des Gehens größer erscheint als der Schmerz des Bleibens, bis irgendwann der Unterschied zwischen beidem aufgehört hat, spürbar zu sein. :13. A tető két helyen beázik, a kályha rosszul húz, ha északnyugat felől jön a szél, és a nehéz homokkő keresztelőmedence, amelyet az elődök hátrahagytak, ma mosogatóként szolgál. - Das Dach ist an zwei Stellen undicht, der Ofen zieht schlecht, wenn der Wind aus Nordwesten kommt, und das schwere Taufbecken aus Sandstein, das die Vorgänger zurückgelassen haben, dient heute als Spülbecken. :14. Mosogatóként szolgál, mert ez az egyetlen tárgy a házban, amely elég nagy, és amely valahogy illik ahhoz az elképzeléshez, amely Andersben él az itteni életről: hogy a dolgok megváltoztathatják a rendeltetésüket anélkül, hogy elveszítenék a jellegüket. - Es dient als Spülbecken, weil es das einzige Objekt im Haus ist, das groß genug ist und das irgendwie zu der Idee passt, die Anders vom Leben hier hat: dass Dinge ihren Zweck wechseln dürfen, ohne ihren Charakter zu verlieren. :15. Csónakmotorokat javít annak a néhány megmaradt szomszédnak ezen a partszakaszon. - Er repariert Bootsmotoren für die wenigen verbliebenen Nachbarn an diesem Abschnitt der Küste. :16. Ezek az emberek maguk sem pazarolnak sok szót, és a fizetségük többnyire kávéból áll, olykor dohányból, néha semmi másból, csak egy rövid biccentésből, amely annyit tartalmaz, mint egy hosszú mondat, ha az ember megtanulta olvasni, és Anders megtanulta, vagy felhagyott azzal, hogy többet várjon, ami végső soron ugyanaz. - Diese Menschen machen selbst nicht viele Worte, und ihre Bezahlung besteht meistens aus Kaffee, gelegentlich aus Tabak, manchmal aus nichts außer einem kurzen Nicken, das so viel enthält wie ein langer Satz, wenn man gelernt hat, es zu lesen, und Anders hat es gelernt, oder er hat aufgehört, mehr zu erwarten, was auf dasselbe hinausläuft. :17. Régebben csónaképítő volt, és Bergenben tanulta ki a mesterséget egy mesternél, aki alig beszélt és keveset magyarázott. - Er war früher Bootsbauer und hat das Handwerk in Bergen gelernt unter einem Meister, der kaum sprach und wenig erklärte. :18. Annak a kezei munka közben olyan pontosak voltak, hogy Anders megértette: a tudásnak nincs szüksége szavakra, amíg a munka önmagáért beszél, és ebből a tartásból maradt benne valami, még azután is, hogy a többi már rég elmúlt. - Dessen Hände waren beim Arbeiten so präzise, dass Anders verstand: Können braucht keine Worte, solange die Arbeit für sich spricht, und etwas von dieser Haltung ist geblieben, auch nachdem das andere längst vergangen ist. :19. Az ajtó kinyílik, anélkül hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand klopft. :20. Lars belép annak az embernek a nyugodt magától értetődésével, aki tudja, hogy szívesen látják egy helyiségben, anélkül hogy ezt a szívesen látottságot valaha is kimondták volna, vagy ki kellene mondani, mert kettejük között ez azon kevés megállapodások egyike, amelyek éppen azért tartanak, mert senki sem fogalmazta meg őket. - Lars tritt herein mit der ruhigen Selbstverständlichkeit eines Menschen, der weiß, dass er in einem Raum willkommen ist, ohne dass dieses Willkommensein je ausgesprochen worden wäre oder ausgesprochen werden müsste, weil es zwischen ihnen eine der wenigen Abmachungen ist, die gerade deshalb halten, weil niemand sie formuliert hat. :21. Hatvannyolc éves, magasra nőtt és az évek során keskennyé vált, olyan kezekkel, amelyek úgy néznek ki, mintha ugyanabból az anyagból volnának, mint a csónakok, amelyeket egész életében épített és foltozott. - Er ist 68, hoch gewachsen und schmal geworden mit den Jahren, mit Händen, die so aussehen, als wären sie aus demselben Material wie die Boote, die er sein Leben lang gebaut und geflickt hat. :22. Leül a kályha melletti fapadra, egy csomag dohányt tesz az asztalra kettejük közé, és olyan módon hallgat, amely nem üres, hanem tele van két ember közös tudásával, akik megértették, hogy a hallgatás nem a kommunikáció hiánya, hanem annak legsűrűbb formája. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch zwischen ihnen und schweigt auf eine Weise, die nicht leer ist, sondern gefüllt mit der geteilten Kenntnis zweier Menschen, die verstanden haben, dass Schweigen keine Abwesenheit von Kommunikation ist, sondern ihre dichteste Form. :23. Az eső az ablaknak verődik, a fűtőtest egyenletes ritmusában csöpög. - Der Regen schlägt gegen das Fenster, die Heizung tropft in ihrem gleichmäßigen Rhythmus. :24. A falióra minden második ütésnél enyhe utózengéssel ketyeg, mintha volna a szívében egy kis szabálytalanság, amelyet senki sem űzött ki belőle. - Die Uhr an der Wand tickt mit einem leichten Nachklang bei jedem zweiten Schlag, als hätte sie eine kleine Unregelmäßigkeit im Herz, die ihr niemand ausgetrieben hat. :25. Körülbelül tíz perc múlva Lars fel sem nézve, annak az embernek a hangsúlytalanságával, aki információt közöl, nem véleményt, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken und mit der Tonlosigkeit eines Menschen, der eine Information übermittelt, nicht eine Meinung: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :26. Anders bólint, és ebben a bólintásban benne van a nyugta mindarra, amit kimondtak, és mindarra, ami kimondatlan maradhat. - Anders nickt, und in diesem Nicken liegt die Quittung für alles, was gesagt wurde und was ungesagt bleiben darf. :27. Lars feláll, az ajtóhoz megy, maga mögött behúzza annak az embernek az ismerős gondosságával, aki tudja, hogy a régi ajtóknak ápolásra van szükségük, és a dohány az asztalon marad, mint valami, amit szándékosan hagytak hátra, mert a dolgok birtoklása néha könnyebb, ha az ember máshol hagyja őket. - Lars steht auf, geht zur Tür, zieht sie mit der vertrauten Sorgfalt eines Menschen hinter sich, der weiß, dass alte Türen Pflege brauchen, und der Tabak bleibt auf dem Tisch wie etwas, das absichtlich zurückgelassen wurde, weil der Besitz von Dingen manchmal leichter ist, wenn man sie woanders lässt. :28. Az ablakpárkányon képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal, egy számlával és egy prospektussal együtt, amelyet Anders nem nyitott ki. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist, zusammen mit einer Rechnung und einem Prospekt, den Anders nicht geöffnet hat. :29. A prospektust azért nem nyitotta ki, mert nem vár prospektust, és mert azok a dolgok, amelyeket nem vár, rendszerint többe kerülnek neki, mint azok, amelyeket ismer. - Er hat den Prospekt nicht geöffnet, weil er keinen Prospekt erwartet und weil die Dinge, die er nicht erwartet, ihn in der Regel mehr kosten als die, die er kennt. :30. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan túltelített és barátságos fényben, mintha valaki eldöntötte volna, hogy a városoknak mindig jobban kell kinézniük, mint amennyit a valóság megenged. - Das Motiv zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das so übersättigt und freundlich ist, als hätte jemand entschieden, dass Städte immer besser aussehen müssen als die Wirklichkeit erlaubt. :31. Anders olyan férfi ujjaival fordítja meg a lapot, akinek van ideje, és mégsem pazarolja el. - Anders dreht die Karte um mit den Fingern eines Mannes, der Zeit hat und sie trotzdem nicht verschwendet. :32. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :33. A kézírás Mette írása, ferde és a szükségesnél szűkebb, ahogyan nála mindig, amikor olyasmit ír, amit valójában nem akart megírni, vagy amit meg kellett írnia, mert a hallgatás túl hangossá vált. - Die Handschrift ist Mettes, schräg und enger als nötig, wie es bei ihr immer ist, wenn sie etwas schreibt, das sie eigentlich nicht schreiben wollte oder das sie schreiben musste, weil das Schweigen zu laut geworden war. :34. Az a hat hónap, amely alatt egyetlen szó sem érkezett tőle, ebben az egy mondatban foglalódik össze, mint egy diagnózis, amely sem kezelést nem ír elő, sem gyógyulást nem ígér. - Die sechs Monate, in denen kein Wort von ihr gekommen ist, sind in diesem einen Satz zusammengefasst wie eine Diagnose, die weder Behandlung vorschreibt noch Heilung verspricht. :35. Másodszor is elolvassa a mondatot, aztán harmadszor is, nem azért, mert nem érti, hanem mert meg akarja adni a szövegnek azt a méltóságot, hogy valóban elolvassák, mielőtt válaszol rá. - Er liest den Satz ein zweites Mal, dann ein drittes, nicht aus Unverständnis, sondern weil er dem Text die Würde geben will, wirklich gelesen zu werden, bevor er antwortet. :36. A válasza az, hogy a lapot képpel lefelé visszateszi a párkányra, mert nem bírja elviselni a színeket, nem ma, ezen a szürke délutánon, amikor minden, ami túlságosan telített, hamisnak hat. - Seine Antwort ist, die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurückzulegen, weil er die Farben nicht ertragen kann, nicht heute, an diesem grauen Nachmittag, an dem alles, was zu gesättigt ist, falsch wirkt. :37. Odakint a délutáni komp lassan elhúz az ablak előtt, motorzaja rövid időre felduzzad, mint egy kérdés, majd elszáll a szélben, mint egy válasz, amelyet senki sem akart megtartani. - Draußen zieht die Nachmittagsfähre langsam am Fenster vorbei, ihr Motorgeräusch schwillt kurz an wie eine Frage und verweht dann im Wind wie eine Antwort, die niemand festhalten wollte. :38. A fjord zökkenőmentesen és közönyösen zárul össze mögötte, mintha az, hogy átszelik, csak egy volna sok egyenértékű állapota közül. - Der Fjord schließt sich hinter ihr, reibungslos und gleichgültig, als wäre Durchquertwerden nur einer seiner vielen gleichwertigen Zustände. :39. Anders az ablaknál áll, és a vizet nézi. - Anders steht am Fenster und schaut auf das Wasser. :40. A víz szürke és csendes, és olyan teljesen elég önmagának, hogy jelent valamit számára, anélkül hogy meg tudná mondani, pontosan mit. - Das Wasser ist grau und still und so vollständig sich selbst genug, dass es ihm etwas bedeutet, ohne dass er sagen könnte, was genau. :41. Négy órakor, amikor a sötétség nem leszáll, hanem a vízből emelkedik fel, és nehezebbé teszi a levegőt, Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból. - Um vier Uhr, wenn die Dunkelheit nicht fällt, sondern aus dem Wasser aufsteigt und die Luft schwerer macht, holt Anders eine Kerze aus der Küchenschublade. :42. Ott fekszik Lars dohánya, még a csomagolásban, érintetlenül, mint egy ajánlat, amely addig érvényes, amíg az ember el nem fogadja. - Dort liegt der Tabak von Lars, noch in der Verpackung, unberührt wie ein Angebot, das gilt, solange man es nicht annimmt. :43. A gyertyát az északi falnál álló régi zongorára teszi, a vakolat repedése alá, amely az elmúlt télen szélesebb lett. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier an der Nordwand, unter dem Riss im Putz, der im letzten Winter breiter geworden ist. :44. Anders egyszer végigkövette a repedést az ujjával, anélkül hogy tudta volna, miért, mintha egy térképen követne egy vonalat, amely sehová sem vezet, és éppen ezért érdekes. - Anders ist dem Riss einmal mit dem Finger nachgefahren, ohne zu wissen warum, als würde er einer Linie in einer Landkarte folgen, die nirgendwo hinführt und genau deshalb interessant ist. :45. Tudomása szerint senki sem játszik ezen a zongorán, és korábbi években sem játszott rajta senki. - Niemand spielt dieses Klavier, soweit er weiß, und auch in früheren Jahren hat es niemand gespielt. :46. Mégis ott áll a rendeltetésüket elvesztett dolgok csendes makacsságával, anélkül hogy elvesztette volna a jelenlétét, és Anders ezt nem gyásznak érzi, hanem valamiféle társaságnak. - Doch es steht da mit der stillen Insistenz von Dingen, die ihren Zweck verloren haben, ohne ihre Anwesenheit zu verlieren, und Anders empfindet das nicht als Trauer, sondern als eine Art Gesellschaft. :47. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, amelynek egyik lába egy összehajtott kartondarabon áll, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl, dessen eines Bein auf einem gefalteten Stück Pappe steht, und schaut in die Flamme. :48. A láng megremeg az alig érezhető huzatban, amely lélegzetvételként járja át a házat, egészen könnyedén, szinte észrevétlenül, majdnem úgy, mint egy gesztus. - Die Flamme schwankt in dem kaum spürbaren Durchzug, der das Haus wie ein Atemzug durchläuft, ganz leicht, fast unmerklich, fast wie eine Geste. :49. Nem gondol Mettére, és nem gondol arra a kérdésre sem, amelyet a nő feltett. - Er denkt nicht an Mette, und er denkt nicht an die Frage, die sie gestellt hat. :50. Némely kérdés nem azért marad nyitva, mert az ember nem ismeri a választ, hanem mert a válasznak nincs szüksége más helyre, csak annak az embernek a testére, aki hordozza, és Anders hordozza, anélkül hogy nevet adna neki. - Manche Fragen bleiben nicht deshalb offen, weil man die Antwort nicht kennt, sondern weil die Antwort keinen Ort braucht außer dem Körper des Menschen, der sie trägt, und Anders trägt sie, ohne sie zu benennen. :51. A fűtőtest csöpög, a víz szabályos, puha lökésekkel verődik a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser schlägt in regelmäßigen, weichen Stößen gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle. :52. A láng olyan türelemmel ég le, amely szégyenkezésre késztet, mert sokkal nyugodtabb, mint bármi, amit az emberek tesznek. - Die Flamme brennt herunter mit einer Geduld, die beschämt, weil sie so viel ruhiger ist als alles, was Menschen tun. :53. Aztán havazni kezd, olyan fokozatosan, hogy Anders csak egy idő után veszi észre, hogy a kinti sötétség más textúrát vett fel, puhábbat és kevésbé eltökéltet. - Dann beginnt es zu schneien, so allmählich, dass Anders erst nach einer Weile bemerkt, dass die Dunkelheit draußen eine andere Textur angenommen hat, weicher und weniger entschlossen. :54. A hó a fjord fekete vizére hull, és a régi templom tetejére, és az ablakpárkányra, ahol a képeslap képpel lefelé fekszik. - Der Schnee fällt auf das schwarze Wasser des Fjords und auf das Dach der alten Kirche und auf den Fenstersims, wo die Postkarte liegt mit der Vorderseite nach unten. :55. Nem fog elutazni, nem azért, mert ellene döntött volna, hanem mert a döntések feszültséget feltételeznek két lehetséges jövő között. - Er wird nicht fahren, nicht weil er sich dagegen entschieden hätte, sondern weil Entscheidungen eine Spannung voraussetzen zwischen zwei möglichen Zukünften. :56. Benne ez a feszültség nincs jelen, már régóta nincs, és ennek a feszültségnek a hiánya nem bénultság és nem közöny, hanem valami, amire még nem talált szót, valami, ami békének érződik, ha a béke azt jelenti, hogy az ember felhagyott azzal, hogy saját csendje ellen küzdjön. - In ihm ist diese Spannung nicht vorhanden, schon lange nicht mehr, und das Fehlen dieser Spannung ist nicht Lähmung und nicht Gleichgültigkeit, sondern etwas, für das er noch kein Wort gefunden hat, etwas, das sich anfühlt wie Frieden, wenn Frieden bedeutet, dass man aufgehört hat, gegen die eigene Stille anzukämpfen. :57. A hó hull, a fjord magába fogadja. - Der Schnee fällt, der Fjord nimmt ihn auf. :58. Az éjszaka olyan magától értetődően érkezik, mintha soha nem is állt volna szándékában máshol lenni. - Die Nacht kommt so selbstverständlich, als hätte sie nie vorgehabt, irgendwo anders zu sein. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart, amely legalább egy órája hideg, anélkül hogy ez zavarná, vagy akár csak késztetést érezne arra, hogy felálljon és újratöltse. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen, die seit mindestens einer Stunde kalt ist, ohne dass ihn das stören würde oder er auch nur den Impuls verspürte, aufzustehen und sie nachzufüllen. :2. A csésze ebben a pillanatban már nem a kávéivást szolgálja, hanem magát a kézben tartást, azt az érzést, hogy valami olyasmit fog körül, aminek formája van, aminek volt melege, és amit meg lehet tartani anélkül, hogy eltávozna. - Die Tasse dient in diesem Moment nicht mehr dem Kaffeetrinken, sondern dem Händehalten schlechthin, dem Gefühl, etwas zu umschließen, das Form hat und Wärme gehabt hat und das man festhalten kann, ohne dass es sich davonmacht. :3. Odakint a szél azzal a lapos, engesztelhetetlen erővel veri az esőt a régi templomablaknak, amely októberben sajátja ennek a partvidéknek, és amely nem tévesztendő össze az atlanti viharok drámai széllökéseivel, hanem inkább tartós nyomásra emlékeztet, meteorológiai állításra, amely nem tűr ellentmondást. - Draußen treibt der Wind den Regen mit jener flachen, unnachgiebigen Wucht gegen das alte Kirchenfenster, die dieser Küste im Oktober eigentümlich ist und die nicht mit dem dramatischen Böenwind der Atlantikstürme zu verwechseln ist, sondern eher einem Dauerdruck gleicht, einer meteorologischen Behauptung, die keinen Widerspruch duldet. :4. Az elvetemedett fakeret, amely már itteni jelenlétének első telén felhagyott azzal, hogy valóban záródjon, vékony hideg levegőszálat enged befelé, amely az ablakpárkányon álló gyertyacsonkokat enyhe, szakadatlan ingásba hozza, mintha valamire akarnának mutatni, ami csendes, és mégis mozog. - Der verzogene Holzrahmen, der schon im ersten Winter seiner Anwesenheit hier aufgehört hatte, wirklich zu schließen, lässt einen Faden kalter Luft ins Innere, der die Kerzenreste auf dem Fensterbrett in ein leichtes, unaufhörliches Schwanken versetzt, als wollten sie auf etwas hinweisen, das still ist und sich trotzdem bewegt. :5. Október közepe van, és a fjord felvette azt a sajátos nehézséget, amelyet csak ezekben a hetekben hord, amikor a fény már nem hull, hanem szivárog, amikor a víz sötéten és sűrűn fekszik, mint valami, ami gondolkodik. - Es ist Mitte Oktober, und der Fjord hat jene eigentümliche Schwere angenommen, die er nur in diesen Wochen trägt, wenn das Licht nicht mehr fällt, sondern sickert, wenn das Wasser dunkel liegt und dicht wie etwas, das denkt. :6. Az ég olyan alacsonyan függ, és annyira azonos színű az alatta lévő felszínnel, hogy a táj mintha feladná saját geometriáját, a víz és a levegő közötti határ feloldódik, és az embernek az az érzése támad, hogy odakint már nem irányok léteznek, hanem csak a szürkeség fokozatai. - Der Himmel hängt so tief und ist so gleichfarbig mit der Oberfläche darunter, dass die Landschaft ihre eigene Geometrie aufzugeben scheint, die Grenze zwischen Wasser und Luft sich auflöst und man das Gefühl bekommt, dass draußen nicht mehr Richtungen existieren, sondern nur noch Grade von Grau. :7. A fűtőtestről pontosan kimért időközönként leválik egy csepp, és a padlón álló bádogvödörbe hull: világos, pontos plink, amely úgy írja bele magát a szoba csendjébe, mint széljegyzet egy olyan szöveghez, amelyet senki sem fogalmazott meg, és amely addig ismétlődik, amíg már nem zaj, hanem szerkezet. - Von der Heizung löst sich in genau abgemessenen Abständen ein Tropfen und fällt in den Blecheimer auf dem Boden: ein helles, präzises Plink, das sich in die Stille des Raumes einschreibt wie eine Randnotiz zu einem Text, den niemand verfasst hat, und das sich wiederholt, bis es nicht mehr Geräusch ist, sondern Struktur. :8. Anders hallgatja, nem azért, mert akarja, vagy mert a csöpögés bármilyen módon megindítaná, hanem mert a hallgatózás az egyetlen, amit ez a pillanat követel tőle, és ő valamikor az elmúlt két évben felhagyott azzal, hogy több legyen annál, amit az adott pillanat követel tőle. - Anders hört zu, nicht weil er will oder weil das Tropfen ihn in irgendeiner Weise bewegte, sondern weil das Zuhören das Einzige ist, was dieser Augenblick von ihm verlangt, und er hat, irgendwann in den vergangenen zwei Jahren, aufgehört, mehr zu sein als das, was der jeweilige Augenblick von ihm verlangt. :9. A ház, amelyben él, egykor fatemplom volt, valamikor a huszadik század első évtizedeiben emelték egy gyülekezet számára, amelyből ma már semmi sem maradt, csak néhány időjárás verte sírkő a ház mögött, amelyeknek feliratait a zuzmó már félig visszahódította. - Das Haus, in dem er lebt, war eine Holzkirche, irgendwann in den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts errichtet für eine Gemeinde, von der heute nichts mehr übrig ist als ein paar verwitterte Grabsteine hinter dem Haus, deren Inschriften der Flechtenbefall schon halb zurückerobert hat. :10. Egy olyan partszakaszon áll, amely egyetlen térképen sem számít említésre méltónak, és amelynek létezése lényegében abban merül ki, hogy ott van: nedvesen, sziklásan, a széltől megdolgozva, a fjord felé fordulva olyan állhatatossággal, amelyet méltóságnak is lehetne tartani, ha az ember tulajdonítani akarna neki valamit. - Es steht an einem Fleckchen Küste, das in keiner Karte als erwähnenswert gilt und dessen Existenz sich im Wesentlichen darin erschöpft, da zu sein: nass, felsig, vom Wind bearbeitet, dem Fjord zugewandt mit einer Beständigkeit, die man für Würde halten könnte, wenn man ihr etwas unterstellen wollte. :11. A házat egy nagybátyjától örökölte, akit gyerekként kétszer látott, és akiről semmit sem tudott azon kívül, hogy hallgatott, dohányzott és a tengert nézte. - Er hat das Haus von einem Onkel geerbt, den er als Kind zweimal gesehen hatte und von dem er nichts wusste außer dass er schwieg und rauchte und die See anschaute. :12. Ezek a tulajdonságok Anders számára akkoriban a szegénység formáinak tűntek, ma pedig a megelégedettség formáinak tűnnek, ami néha arra készteti, hogy azt gondolja, az örökség többet tartalmazott kőnél és fánál. - Diese Eigenschaften waren Anders damals als Formen von Armut erschienen und erscheinen ihm heute als Formen von Genügsamkeit, was ihn manchmal denken lässt, dass das Erbe mehr enthielt als Steine und Holz. :13. Maradt, anélkül hogy valaha is született volna olyan döntés, amely megérdemelte volna ezt a nevet, úgy, ahogyan az ember néha ott marad egy helyen, nem azért, mert az a helyes, hanem mert az elmenés feltételezné a hová világosságát, amely nem áll be. - Er ist geblieben, ohne dass je eine Entscheidung getroffen worden wäre, die diesen Namen verdient hätte, so wie man manchmal an einem Ort bleibt, nicht weil er der richtige ist, sondern weil das Weggehen eine Klarheit über das Wohin voraussetzt, die sich nicht einstellt. :14. Egy idő után ennek a világosságnak a hiányát már nem hiányként érzékeli az ember, hanem olyan állapotként, amely többé nem különbözik attól, amit más emberek otthonnak neveznek, ha őszinték. - Irgendwann hört die Abwesenheit dieser Klarheit auf, als Mangel wahrgenommen zu werden, und wird zu einem Zustand, der sich nicht mehr von dem unterscheidet, was andere Menschen Zuhause nennen, wenn sie ehrlich sind. :15. A tető beázik, a kályha szeszélyes, a homokkő keresztelőmedence mosogatóként szolgál, és ezt a rendeltetésbeli eltolódást, amelyet sokan elhanyagoltságnak látnának, Anders az életnek megfelelő dologként érzékeli. - Das Dach ist undicht, der Ofen launisch, das Taufbecken aus Sandstein dient als Spülbecken, und diese Verschiebung des Zwecks, die manchen als Verwahrlosung erscheinen würde, empfindet Anders als etwas dem Leben Gemäßes. :16. A dolgok túlélhetnek azáltal, hogy újra meghatározhatóvá válnak, a vakolat repedése nem seb, hanem krónika, és egy ház, amely lélegzik, előnyben részesítendő egy halott házzal szemben, még akkor is, ha a lélegzés huzatot jelent. - Dinge dürfen überleben, indem sie sich neu definieren lassen, der Riss im Putz ist keine Wunde, sondern eine Chronik, und ein Haus, das atmet, ist einem toten Haus vorzuziehen, auch wenn das Atmen Zugluft bedeutet. :17. Csónakmotorokat javít annak a partszakasznak a kevés megmaradt szomszédja számára, olyan embereknek, akik hallgatagságukban és távolságtartásukban hasonlítanak rá, mintha a vidék csak ilyeneket vonzott volna magához, vagy csak ilyeneket hagyott volna hátra. - Er repariert Bootsmotoren für die wenigen verbliebenen Nachbarn an diesem Küstenabschnitt, Menschen, die ihm in ihrer Schweigsamkeit und ihrer Abstandswahrung ähneln, als hätte die Gegend nur solche angezogen oder übrig gelassen. :18. Fizetségük többnyire kávéból áll, olykor dohányból, néha semmi másból, csak egy olyan férfi rövid, száraz biccentéséből, aki kapott valamit, és ezt tudja, és az erről való tudást elegendőnek tartja, Anders pedig már felhagyott azzal, hogy megkülönböztesse, ő is így látja-e, vagy egyszerűen csak hozzászokott, ami az eredményt tekintve ugyanarra vezet. - Deren Bezahlung besteht meistens aus Kaffee, gelegentlich aus Tabak, manchmal aus nichts außer dem kurzen, trockenen Nicken eines Mannes, der etwas bekommen hat und das weiß und der das Wissen darum für ausreichend hält, und Anders hat aufgehört zu unterscheiden, ob er das genauso sieht oder ob er sich schlicht daran gewöhnt hat, was im Ergebnis auf dasselbe hinausläuft. :19. Csónaképítő volt, Bergenben tanulta egy mesternél, aki a munkát minden fölé helyezte, és a róla való beszédet elfelejtette, és ennek a hierarchiának valami része beleíródott Andersbe, mint egy nyelvtan, amelyet nem ő választott, de amely szerint gondolkodik. - Er war Bootsbauer, hat das in Bergen gelernt bei einem Meister, der die Arbeit über alles stellte und die Sprache darüber vergaß, und etwas von dieser Hierarchie hat sich in ihn eingeschrieben wie eine Grammatik, die er nicht gewählt hat, nach der er aber denkt. :20. A cselekvés megelőzi a beszédet, a kezek többet tudnak, mint a száj, és egy motor, amely jár, minden hozzáfűzött megjegyzést fölöslegessé tesz. - Das Machen geht dem Reden voraus, die Hände wissen mehr als der Mund, und ein Motor, der läuft, macht jeden Kommentar dazu überflüssig. :21. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna, és Lars belép egy olyan ember nyugodt, magától értetődő súlyosságával, akinek a világ nem meghívottságra és meg nem hívottságra oszlik, hanem helyekre, ahová az ember tartozik, és helyekre, ahová nem. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand klopft, und Lars tritt herein mit der ruhigen, selbstverständlichen Schwere eines Menschen, für den die Welt sich nicht in Geladensein und Nichtgeladensein aufteilt, sondern in Orte, an denen man hingehört, und Orte, an denen man es nicht tut. :22. Ez a hely itt az első kategóriába tartozik, mert van közöttük egy megállapodás, amelyet soha nem fogalmaztak meg, és éppen ezért tart: hogy az ember jön, amikor akar, megy, amikor akar, és hogy a közbeeső hallgatás nem a kommunikáció kudarca, hanem annak legtökéletesebb formája. - Dieser Ort hier gehört in die erste Kategorie, weil es zwischen ihnen eine Abmachung gibt, die nie formuliert wurde und gerade deshalb hält: dass man kommt, wenn man will, dass man geht, wenn man will, und dass das Schweigen dazwischen kein Versagen der Kommunikation ist, sondern ihre vollkommenste Form. :23. Hatvannyolc éves, és az évek során keskennyé és csontossá vált, mintha a szél évtizedek alatt a lényegre redukálta volna, olyan kezekkel, amelyek annyira repedezettek és pontosak, hogy önmagukért beszélnek egy életről, amely nem a beszédből állt. - Er ist 68 und mit den Jahren schmal und knochig geworden, als hätte der Wind ihn über die Jahrzehnte auf das Wesentliche reduziert, mit Händen, die so rissig und präzise sind, dass sie für sich selbst sprechen über ein Leben, das nicht im Reden bestanden hat. :24. Leül a kályha melletti fapadra, leteszi a dohánycsomagot az asztalra, és egy olyan ember teljességével hallgat, akinek soha eszébe sem jutott volna bocsánatot kérni a hallgatásért. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt das Päckchen Tabak auf den Tisch und schweigt mit der Vollständigkeit eines Menschen, dem es nie eingefallen wäre, das Schweigen zu entschuldigen. :25. Az eső egyenletes, sürgető ritmusában veri az ablakot, a fűtés csöpög, a falióra azzal a könnyű utózengéssel ketyeg minden második ütésnél, amelyet Anders soha nem javított meg, mert az apró szabálytalanság az egyetlen, ami az órát megkülönbözteti egy mechanizmustól. - Der Regen schlägt gegen das Fenster in seinem gleichmäßigen, drängenden Rhythmus, die Heizung tropft, die Uhr an der Wand tickt mit jenem leichten Nachklang bei jedem zweiten Schlag, den Anders nie repariert hat, weil die kleine Unregelmäßigkeit das Einzige ist, was die Uhr von einem Mechanismus unterscheidet. :26. Körülbelül tíz perc múlva Lars anélkül, hogy felnézne, egy olyan férfi hangján, akinek a nyelv eszköz, nem dísz, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken, mit der Stimme eines Mannes, für den Sprache ein Werkzeug ist und kein Ornament: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :27. Anders bólint, és ebben a bólintásban benne rejlik egymással való érintkezésük teljes gazdaságtana: hogy az információ megérkezett, hogy elismerést kapott, hogy nincs szükség további reakcióra, mert a tény önmagáért áll. - Anders nickt, und in diesem Nicken liegt die gesamte Ökonomie ihres Umgangs miteinander beschlossen: dass die Information angekommen ist, dass sie gewürdigt wird, dass keine weitere Reaktion nötig ist, weil die Tatsache für sich selbst steht. :28. Lars nem azért jött, hogy reakciókat arasson, hanem mert ez a hely mindkettőjük számára az egyetlen, ahol a csendet nem kell megmagyarázni. - Lars ist nicht gekommen, um Reaktionen zu ernten, sondern weil dieser Ort für beide der einzige ist, an dem die Stille nicht erklärt werden muss. :29. Lars feláll, az ajtóhoz megy egy olyan férfi hosszú, kissé ringó járásával, aki az életét hajókon töltötte, és maga mögött becsukja az ajtót azzal az ismerős óvatossággal, amellyel az ember régi fának tartozik. - Lars steht auf, geht zur Tür mit dem langen, leicht schaukelnden Gang eines Mannes, der sein Leben auf Booten verbracht hat, und zieht die Tür mit der vertrauten Behutsamkeit hinter sich zu, die man altem Holz schuldet. :30. A dohány az asztalon marad, mint egy kicsi, néma ajánlat, amelynek érvényessége nem attól függ, elfogadják-e. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch wie ein kleines, stummes Angebot, das seine Gültigkeit nicht davon abhängig macht, ob es angenommen wird. :31. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal, egy számla és egy prospektus között, amelyet Anders nem nyitott ki. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist, zwischen einer Rechnung und einem Prospekt, den Anders nicht geöffnet hat. :32. A kéretlen közlésekre való reagálás szokását már régen, különösebb esemény nélkül levetette, mint egy ruhadarabot, amely soha nem is igazán illett rá. - Er hat die Gewohnheit, auf ungebetene Mitteilungen einzugehen, vor langer Zeit und ohne besonderes Ereignis abgelegt wie ein Kleidungsstück, das einem nie wirklich gepasst hat. :33. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan konstruáltan barátságos és túltelített fényben, hogy hazugságnak hat a városok lényegéről, olyan ígéretnek, amelyet azzal a szándékkal tesznek, hogy ne váltsák be. - Das Motiv zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das so konstruiert freundlich und übersättigt ist, dass es wie eine Lüge über das Wesen von Städten wirkt, wie ein Versprechen, das mit der Absicht gemacht wird, nicht eingelöst zu werden. :34. Anders egy olyan férfi lassú ujjaival fordítja meg a lapot, akinek van ideje, és mégsem pazarolja, mert az idő számára nem fogyóban lévő készlet, hanem az a közeg, amelyben a dolgok egyszerűen vannak. - Anders dreht die Karte mit den langsamen Fingern eines Mannes um, der Zeit hat und sie trotzdem nicht verschwendet, weil Zeit für ihn kein Vorrat ist, der zur Neige geht, sondern das Medium, in dem die Dinge einfach sind. :35. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :36. A kézírás Mettéé: ferde, szűkebb a szükségesnél, azzal a könnyű nyomással, amelyet csak akkor fejt ki, amikor olyasmit ír, aminél a kéz gyorsabb akar lenni, mint az őt követő gondolat. - Die Handschrift ist Mettes: schräg, enger als nötig, mit dem leichten Druck, den sie nur dann ausübt, wenn sie etwas schreibt, bei dem die Hand schneller sein will als der Gedanke, der ihr folgt. :37. A hat hónap, amelyben egyetlen szó, egyetlen üzenet, egyetlen jel sem érkezett tőle, ebben az egy mondatban sűrűsödik össze, mint pára a hideg üvegen: olyan világossággá, amely egyszerre áthatolhatatlan, kezelési terv nélküli diagnózissá, olyan kérdéssé, amelyet annak tudatában tesznek fel, hogy a válasz már azelőtt megadatott, mielőtt megfogalmazták volna. - Die sechs Monate, in denen kein Wort, keine Nachricht, kein Zeichen von ihr gekommen ist, kondensieren in diesem einen Satz wie Feuchtigkeit an kaltem Glas: zu einer Klarheit, die gleichzeitig undurchdringlich ist, zu einer Diagnose ohne Behandlungsplan, zu einer Frage, die mit dem Wissen gestellt wird, dass die Antwort bereits gegeben wurde, bevor sie formuliert worden ist. :38. Kétszer olvassa el a mondatot, aztán harmadszor is, nem értetlenségből, hanem abból a tiszteletből, amellyel mindennek adózik, amit valóban komolyan gondolnak. - Er liest den Satz zweimal, dann ein drittes Mal, nicht aus Unverständnis, sondern aus dem Respekt, den er allem entgegenbringt, was wirklich gemeint ist. :39. Aztán a lapot képpel lefelé visszateszi a párkányra, mert nem tudja elviselni a kikötőkép színeit, nem ma, ezen a délutánon, amikor minden, ami túlságosan telített, olyan állításnak hat, amelyet nem akar aláírni. - Dann legt er die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurück, weil er die Farben des Hafenbilds nicht ertragen kann, nicht heute, an diesem Nachmittag, an dem alles, was zu gesättigt ist, wie eine Behauptung wirkt, die er nicht unterschreiben will. :40. Odakint a délutáni komp lassan elhalad az ablak előtt, motorzaja úgy duzzad fel, mint egy kérdés, amely rövid időre hangossá válik, aztán elfújja a szél, mint egy választ, amely úgy döntött, nem marad. - Draußen zieht die Nachmittagsfähre langsam am Fenster vorbei, ihr Motorgeräusch schwillt an wie eine Frage, die kurz laut wird, und verweht dann im Wind wie eine Antwort, die sich entschieden hat, nicht zu bleiben. :41. A fjord mögötte annak az egykedvűségével zárul össze, amit olyan sokszor szeltek már át, hogy felhagyott azzal, hogy az átszelést eseményként regisztrálja. - Der Fjord schließt sich hinter ihr mit der Gleichmütigkeit von etwas, das durchquert worden ist so oft, dass es aufgehört hat, das Durchquertwerden als Ereignis zu registrieren. :42. Négy órakor, amikor a sötétség nem lehull, hanem a vízből és a kőzetből emelkedik fel, és nehezebbé, sűrűbbé teszi a levegőt, mintha a fény nem hiányozna, hanem valami nagyobb súlyú dologgal helyettesítették volna, Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból. - Um vier Uhr, wenn die Dunkelheit nicht fällt, sondern aus dem Wasser und dem Gestein aufsteigt und die Luft schwerer und dichter macht, als wäre das Licht nicht abwesend, sondern ersetzt worden durch etwas mit mehr Gewicht, holt Anders eine Kerze aus der Küchenschublade. :43. A fiókban ott fekszik Lars dohánya is, még csomagolásban, mintha azok a dolgok, amelyek érintetlenek maradnak, a maguk módján teljesebbek volnának, mint azok, amelyeket használnak. - In der Schublade liegt auch der Tabak von Lars, noch in der Verpackung, so als wären Dinge, die unangetastet bleiben, auf ihre Weise vollständiger als solche, die benutzt werden. :44. A gyertyát az északi falnál álló régi zongorára teszi, amelynek fekete lakkozása a szélein pattogzik, és amely a vakolat repedése alatt áll, amely az elmúlt télen szélesebb lett. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier an der Nordwand, dessen schwarzer Lack an den Kanten blättert und das unter dem Riss im Putz steht, der im letzten Winter breiter geworden ist. :45. Anders egyszer végighúzta az ujját a repedésen, lassan és különösebb ok nélkül, úgy, ahogyan az ember néha követ egy vonalat, nem azért, mert az vezet valahová, hanem mert a követés mozdulata maga jelent valamit, amit nem lehet nyelvre lefordítani. - Anders ist dem Riss einmal mit dem Finger nachgefahren, langsam und ohne bestimmten Grund, so wie man manchmal eine Linie verfolgt, nicht weil sie irgendwohin führt, sondern weil die Bewegung des Nachfolgens selbst etwas bedeutet, das sich nicht in Sprache übersetzen lässt. :46. Tudomása szerint soha senki nem játszott ezen a zongorán, és mégis ott áll azzal a csendes, tárgyilagos makacssággal, amellyel az elhagyott hangszerek néha rendelkeznek. - Niemand hat je auf diesem Klavier gespielt, soweit er weiß, und doch steht es da mit jener stillen, sachlichen Insistenz, die verlassene Instrumente manchmal haben. :47. Nem szűnt meg hangszernek lenni csak azért, mert már nincs ott játékos, mintha a zene lehetősége tovább létezne mindaddig, amíg létezik a tárgy, amely magában hordozza, és Anders ezt nem gyásznak, nem szentimentalizmusnak érzi, hanem egyfajta jelenlétnek, amely megfelel neki, mert semmit sem követel tőle. - Es ist nicht aufgehört, Instrument zu sein, nur weil kein Spieler mehr da ist, als würde die Möglichkeit der Musik weiterexistieren, solange das Objekt existiert, das sie enthält, und Anders empfindet das nicht als Trauer, nicht als Sentimentalität, sondern als eine Art Anwesenheit, die ihm recht ist, weil sie nichts von ihm verlangt. :48. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, amelynek egyik lába egy összehajtott kartondarabon nyugszik, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl, dessen eines Bein auf einem gefalteten Stück Pappe ruht, und schaut in die Flamme. :49. A láng ingadozik az alig érezhető huzatban, amely egyenletes, lapos lélegzetvételként járja át a házat, olyan lassú ritmusban, hogy az ember nem biztos benne, mozgást lát-e, vagy csak saját szeme nyugtalanságát vetíti ki. - Die Flamme schwankt in dem kaum spürbaren Durchzug, der das Haus wie ein gleichmäßiger, flacher Atemzug durchläuft, in einem so langsamen Rhythmus, dass man nicht sicher ist, ob man eine Bewegung sieht oder nur die Unruhe des eigenen Auges projiziert. :50. Nem gondol Mettére, és nem gondol a kérdésre sem, amelyet a nő feltett, nem azért, mert a kérdés nem érte volna el, hanem mert bizonyos kérdések nem arra valók, hogy megválaszolják őket, hanem arra, hogy hordozzák őket. - Er denkt nicht an Mette und nicht an die Frage, die sie gestellt hat, nicht weil die Frage ihn nicht erreicht hätte, sondern weil manche Fragen nicht dazu da sind, beantwortet zu werden, sondern dazu, getragen zu werden. :51. Anders hordozza, anélkül hogy megnevezné, úgy, ahogyan az ember olyan súlyt hordoz, amelyet olyan régóta birtokol, hogy megszűnt súlyként érzékelődni, és elkezdett a saját testtartás részévé válni. - Anders trägt sie, ohne sie zu benennen, so wie man ein Gewicht trägt, das man so lange hat, dass es aufgehört hat, als Gewicht wahrgenommen zu werden, und angefangen hat, Teil der eigenen Statur zu sein. :52. A fűtés csöpög, a víz puha, tompa lökésekkel csapódik odakint a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser schlägt in weichen, dumpfen Stößen gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle draußen. :53. A gyertya olyan türelemmel és egyenes vonalúsággal ég le, amely megszégyeníti mindazt az emberit, ami körülötte habozik, kételkedik és marad, anélkül hogy tudná, miért. - Die Kerze brennt herunter mit einer Geduld und Gradlinigkeit, die alles Menschliche beschämt, das um sie herum zögert und zweifelt und bleibt, ohne zu wissen warum. :54. Aztán havazni kezd, olyan észrevétlenül és fokozatosan, hogy Anders nem tudná megmondani, pontosan mikor történt meg az átmenet, mintha az éjszaka úgy döntött volna, hogy megváltoztatja az állagát anélkül, hogy erre rámutatna. - Dann beginnt es zu schneien, so unmerklich und allmählich, dass Anders nicht sagen könnte, wann genau der Übergang stattgefunden hat, als hätte die Nacht beschlossen, ihre Konsistenz zu wechseln, ohne darauf hinzuweisen. :55. A hó hull a fjord fekete vizére, a régi templom mohával borított tetejére és az ablakpárkányra, ahol a képeslap képpel lefelé fekszik, és a fjord befogadja a havat, ahogyan mindent befogad: megjegyzés nélkül, változás nélkül, anélkül hogy szándékában állna emlékeztetni magára. - Der Schnee fällt auf das schwarze Wasser des Fjords und auf das moosbedeckte Dach der alten Kirche und auf den Fenstersims, wo die Postkarte liegt mit der Vorderseite nach unten, und der Fjord nimmt den Schnee auf wie er alles aufnimmt: ohne Kommentar, ohne Veränderung, ohne die Absicht, sich erinnern zu lassen. :56. Nem fog Oslóba utazni, és ez nem döntés, mert egy döntés feszültséget feltételez két olyan lehetőség között, amelyek mindketten valóságosak, és benne ez a feszültség nincs jelen, nem lemondás vagy kimerültség eredményeként. - Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist keine Entscheidung, weil eine Entscheidung eine Spannung voraussetzt zwischen zwei Möglichkeiten, die beide real sind, und in ihm ist diese Spannung nicht vorhanden, nicht als Ergebnis von Resignation oder Erschöpfung. :57. Valamikor az elmúlt két évben felhagyott azzal a hittel, hogy az élet máshol teljesebb volna, mint itt, teljesebb, mint ebben a házban, amely beázik és huzatos, ennél a fjordnál, amely szürke és nehéz, és olyan tökéletesen közömbös az ő jelenléte iránt, hogy ez a közömbösség az ő számára az őszinteség egyetlen még elviselhető formájának érződik. - Er hat irgendwann in den vergangenen zwei Jahren aufgehört zu glauben, dass das Leben anderswo vollständiger wäre als hier, vollständiger als in diesem Haus, das leckt und zieht, an diesem Fjord, der grau ist und schwer und so vollkommen gleichgültig gegenüber seiner Anwesenheit, dass diese Gleichgültigkeit sich anfühlt wie die einzige Form von Ehrlichkeit, die er noch erträgt. :58. Hull a hó, jön az éjszaka, ég a gyertya, és odakint a fjord olyan csendesen, sötéten és teljesen fekszik, mintha soha semmi mást nem tett volna, csak ott lett volna. - Der Schnee fällt, die Nacht kommt, die Kerze brennt, und draußen liegt der Fjord so still und dunkel und vollständig, als hätte er nie etwas anderes getan als da sein. :59. Létezni nem a legkevesebb, hanem a legvégső. - Dasein ist nicht das Mindeste, sondern das Äußerste. ------------------------- == 72 == 1 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Esik. - Es regnet. :2. Kari vezeti az autót. - Kari fährt das Auto. :3. Jon mellette ül. - Jon sitzt neben ihr. :4. Nem beszélnek. - Sie sprechen nicht. :5. Az ablaktörlő lassan mozog ide-oda. - Der Scheibenwischer bewegt sich langsam hin und her. :6. Nyikorog. - Er quietscht. :7. Az út üres. - Die Straße ist leer. :8. Jon egy kicsit kinyitja az ablakot. - Jon öffnet das Fenster ein bisschen. :9. Hideg levegő jön be. - Kalte Luft kommt herein. :10. Kari gyorsabbra állítja az ablaktörlőt. - Kari macht den Scheibenwischer schneller. :11. Már egy órája vezet. - Sie fährt seit einer Stunde. :12. Senki sem kapcsolja be a zenét. - Niemand macht die Musik an. :13. Jon kinéz az ablakon. - Jon schaut aus dem Fenster. :14. A fák nedvesek. - Die Bäume sind nass. :15. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :16. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :17. A fészeréhez mennek. - Sie fahren zu seinem Schuppen. :18. Rendezniük kell a holmijait. - Sie müssen seine Sachen sortieren. :19. Ez a terv. - Das ist der Plan. :20. Kari semmi különösre nem gondol. - Kari denkt nichts Besonderes. :21. Vagy talán túl sok mindenre gondol. - Oder vielleicht denkt sie zu viel. :22. Ezt ő maga sem tudja. - Sie weiß es selbst nicht. :23. A fészer a víznél áll. - Der Schuppen steht am Wasser. :24. Öreg és kicsi. - Er ist alt und klein. :25. A festék lepattogzott róla. - Die Farbe ist abgeblättert. :26. Jon kiszáll az autóból. - Jon steigt aus dem Auto. :27. Kari is. - Kari auch. :28. Az eső hideg. - Der Regen ist kalt. :29. Jon nekifeszül az ajtónak. - Jon drückt gegen die Tür. :30. Nem nyílik ki. - Sie geht nicht auf. :31. Kétszer belerúg. - Er tritt zweimal dagegen. :32. Most kinyílik. - Jetzt geht sie auf. :33. Régi fa szaga van. - Es riecht nach altem Holz. :34. És cigarettaszag. - Und nach Zigaretten. :35. Ez a szag. - Dieser Geruch. :36. Kari jól ismeri. - Kari kennt ihn gut. :37. Egy pillanatig mozdulatlanul áll. - Sie steht einen Moment still. :38. Jon bemegy. - Jon geht rein. :39. A falon egy mentőmellény lóg. - An der Wand hängt eine Schwimmweste. :40. Alatta gumicsizmák állnak. - Darunter stehen Gummistiefel. :41. Nagy gumicsizmák. - Große Gummistiefel. :42. Negyvenötös méret. - Nummer 45. :43. Az apjuknak nagy lába volt. - Ihr Vater hatte große Füße. :44. Egy polcon naptár fekszik. - Auf einem Regal liegt ein Kalender. :45. 2019-ből való. - Er ist von 2019. :46. Senki sem lapozta tovább. - Niemand hat ihn umgeblättert. :47. Kari leül egy üres ládára. - Kari setzt sich auf eine leere Kiste. :48. Az eső dobol a tetőn. - Der Regen trommelt auf das Dach. :49. Hangosan és egyenletesen. - Laut und gleichmäßig. :50. Jon körülnéz. - Jon sieht sich um. :51. A falon két szög van. - An der Wand hängen zwei Nägel. :52. Rajtuk egy horgászbot lóg. - Daran hängt eine Angel. :53. Jon leveszi. - Jon nimmt sie herunter. :54. Mindkét kezében tartja. - Er hält sie in beiden Händen. :55. A zsinór összegabalyodott. - Die Schnur ist verwickelt. :56. A horog rozsdás. - Der Haken ist rostig. :57. Jon nem mond semmit. - Jon sagt nichts. :58. Csak nézi a horgászbotot. - Er schaut die Angel nur an. :59. Kari feláll. - Kari steht auf. :60. Odamegy hozzá. - Sie geht zu ihm. :61. Röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. :62. Aztán visszaadja. - Dann gibt sie sie zurück. :63. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :64. Jon bólint. - Jon nickt. :65. Leteszi a horgászbotot a régi munkapadra. - Er legt die Angel auf die alte Werkbank. :66. Egyébként sem visznek magukkal semmit. - Sonst nehmen sie auch nichts mit. :67. A naptárt nem. - Den Kalender nicht. :68. A gumicsizmákat nem. - Die Gummistiefel nicht. :69. A félig teli benzineskannát nem. - Den halbvollen Benzinkanister nicht. :70. Mindent úgy hagynak, ahogy van. - Sie lassen alles so, wie es ist. :71. Kimennek. - Sie gehen raus. :72. Még mindig esik. - Es regnet immer noch. :73. Jon kezében egy kis lakat van. - Jon hat ein kleines Vorhängeschloss in der Hand. :74. Bezárja az ajtót. - Er schließt die Tür ab. :75. Ez az utolsó alkalom. - Das ist das letzte Mal. :76. Kari tartja a kulcsot. - Kari hält den Schlüssel. :77. A fjord felé néz. - Sie schaut zum Fjord. :78. Aztán eldobja. - Dann wirft sie ihn. :79. A kulcs átrepül a levegőn. - Der Schlüssel fliegt durch die Luft. :80. Beleeseik a vízbe. - Er fällt ins Wasser. :81. Halk csobbanás hallatszik. - Es macht ein leises Platschen. :82. Egy kis kör képződik. - Ein kleiner Kreis bildet sich. :83. Aztán újra minden csendes. - Dann ist alles wieder still. :84. Nem fordulnak meg. - Sie drehen sich nicht um. :85. Odamennek az autóhoz. - Sie gehen zum Auto. :86. Jon beül a volán mögé. - Jon setzt sich ans Steuer. :87. Beindítja a motort. - Er startet den Motor. :88. Az ablaktörlő újra elindul. - Der Scheibenwischer fängt wieder an. :89. Ugyanúgy nyikorog, mint korábban. - Er quietscht wie vorher. :90. Elindulnak. - Sie fahren. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső akkor kezd el esni, amikor elhagyják a várost. - Der Regen fängt an, als sie die Stadt verlassen. :2. Kari vezet, Jon mellette ül, és kinéz az ablakon. - Kari fährt, Jon sitzt daneben und schaut aus dem Fenster. :3. Nem beszélnek, de ez nem olyan csend, amely fáj. - Sie sprechen nicht, aber das ist keine Stille, die wehtut. :4. Az ablaktörlő ide-oda mozog, és minden harmadik alkalommal nyikorog. - Der Scheibenwischer bewegt sich hin und her und quietscht bei jedem dritten Mal. :5. Jon résnyire kinyitja az ablakot, mert friss levegőre van szüksége. - Jon öffnet das Fenster einen kleinen Spalt, weil er frische Luft braucht. :6. A hideg levegő beáramlik, Kari pedig gyors fokozatra kapcsolja az ablaktörlőt. - Die kalte Luft kommt herein und Kari schaltet den Wischer auf schnell. :7. Már egy órája vezet, és az út mindvégig üres. - Sie fährt schon seit einer Stunde und die Straße ist die ganze Zeit leer. :8. Az apjuk három hete halt meg, és ma ki kell üríteniük a fészerét. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben und heute müssen sie seinen Schuppen ausräumen. :9. Kari az utóbbi években az anyjukat ápolta, az apjukat pedig ritkán látogatta. - Kari hat in den letzten Jahren die Mutter gepflegt und den Vater selten besucht. :10. Jon tíz éve Bergenben él, és évente csak kétszer jön haza. - Jon lebt seit zehn Jahren in Bergen und kommt nur zweimal im Jahr nach Hause. :11. Ma van az utolsó alkalom. - Heute ist das letzte Mal. :12. A fészer közvetlenül a fjordnál áll, és úgy néz ki, mintha régóta senki sem használta volna. - Der Schuppen steht direkt am Fjord und sieht aus, als hätte ihn lange niemand benutzt. :13. Jon száll ki először, és kétszer belerúg a régi ajtóba, amíg az végre kinyílik. - Jon steigt zuerst aus und tritt zweimal gegen die alte Tür, bis sie endlich aufgeht. :14. Azonnal szag árad ki belőle – régi fa, nedves föld és cigaretta. - Sofort kommt ein Geruch heraus – altes Holz, feuchter Boden und Zigaretten. :15. Kari egy pillanatra megáll az ajtóban, mert ismeri ezt a szagot. - Kari bleibt einen Moment in der Tür stehen, weil sie diesen Geruch kennt. :16. Nem mond róla semmit, de röviden a száján át vesz levegőt. - Sie sagt nichts darüber, aber sie atmet kurz durch den Mund. :17. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amely régen narancssárga volt. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, die früher orange war. :18. Alatta két gumicsizma áll, 45-ös méretben, tele régi sárral. - Darunter stehen zwei Gummistiefel, Größe 45, voll mit altem Schmutz. :19. Egy kis polcon egy 2019-es naptár fekszik, március hónapnál nyitva. - Auf einem kleinen Regal liegt ein Kalender von 2019, offen auf dem Monat März. :20. Néhány mezőben szavak állnak, de Kari nem olvassa el őket. - In einigen Feldern stehen Wörter, aber Kari liest sie nicht. :21. Jon a fészer közepén áll, és meg sem mozdul. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und rührt sich nicht. :22. Az eső hangosan dobol a hullámbádogtetőn, és hangosabbá teszi a hallgatást. - Der Regen trommelt laut auf das Wellblechdach und macht das Schweigen lauter. :23. Kari leül egy üres faládára, és vár, anélkül hogy tudná, mire. - Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste und wartet, ohne zu wissen, worauf. :24. A hátsó falon két szög van, és ezeken a szögeken egy horgászbot lóg. - An der hinteren Wand hängen zwei Nägel, und an diesen Nägeln hängt eine Angelrute. :25. Jon leveszi, és maga elé tartja, mintha egy másik életből származó tárgy lenne. - Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich, als wäre es ein Gegenstand aus einem anderen Leben. :26. A zsinór összegabalyodott, a horog pedig barna a rozsdától. - Die Schnur ist verwickelt und der Haken ist braun vor Rost. :27. Lassan forgatja a horgászbotot a kezében, egy szót sem szól, és csak nézi. - Er dreht die Angel langsam in den Händen, sagt kein Wort und schaut sie nur an. :28. Kari feláll, odamegy hozzá, és röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Kari steht auf, geht zu ihm und nimmt die Angel kurz in die Hand. :29. Könnyebb, mint gondolta. - Sie ist leichter, als sie gedacht hat. :30. Visszaadja, és nyugodtan azt mondja: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Sie gibt sie zurück und sagt ruhig: „Den nehmen wir nicht mit." :31. Jon egyszer bólint, és leteszi a horgászbotot a régi munkapadra az ablak mellé. - Jon nickt einmal und legt die Angel auf die alte Werkbank neben dem Fenster. :32. Aztán röviden egymásra néznek, nem sokáig, de elég sokáig. - Dann schauen sie sich kurz an, nicht lange, aber lang genug. :33. Semmit sem visznek magukkal – sem a naptárt, sem a gumicsizmákat, sem a benzineskannát. - Sie nehmen nichts mit – nicht den Kalender, nicht die Gummistiefel, nicht den Benzinkanister. :34. Ez nem olyan döntés volt, amelyet együtt hoztak meg. - Das war keine Entscheidung, die sie zusammen getroffen haben. :35. Egyszerűen világos volt. - Es war einfach klar. :36. Együtt kimennek, és az esőben állnak, esernyő és kabát nélkül. - Sie gehen zusammen raus und stehen im Regen, ohne Schirm und ohne Jacke. :37. Jonnál van a kis lakat, és bezárja az ajtót. - Jon hat das kleine Vorhängeschloss dabei und schließt die Tür ab. :38. Kari a markában tartja a kulcsot, és a fjordra néz. - Kari hält den Schlüssel in der Faust und schaut auf den Fjord. :39. A víz szürke, és lassan mozog. - Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam. :40. Röviden lendületet vesz, és olyan messzire dobja a kulcsot, amennyire csak tudja. - Sie holt kurz aus und wirft den Schlüssel so weit sie kann. :41. A kulcs átrepül a nedves levegőn, beleesik a vízbe, és halk hangot ad. - Er fliegt durch die nasse Luft, fällt ins Wasser und macht ein leises Geräusch. :42. Egy kis kör képződik a felszínen, és azonnal újra eltűnik. - Ein kleiner Kreis bildet sich auf der Oberfläche und verschwindet sofort wieder. :43. Kari még egy pillanatig nézi, aztán megfordul. - Kari schaut noch einen Moment, dann dreht sie sich um. :44. Odamennek az autóhoz, anélkül hogy még egyszer visszanéznének. - Sie gehen zum Auto, ohne sich noch einmal umzusehen. :45. Jon beül a volán mögé, és szó nélkül beindítja a motort. - Jon setzt sich ans Steuer und startet den Motor ohne etwas zu sagen. :46. Az ablaktörlő nyikorogni kezd, pontosan úgy, mint az odaúton. - Der Scheibenwischer fängt an zu quietschen, genau wie auf der Hinfahrt. :47. Kari az ablaknak dönti a fejét, és becsukja a szemét. - Kari lehnt den Kopf gegen das Fenster und schließt die Augen. :48. Visszafelé mennek, és az eső nem áll el. - Sie fahren zurück, und der Regen hört nicht auf. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső röviddel a városhatár után kezdődik, először halkan veri a szélvédőt. - Der Regen beginnt kurz hinter der Stadtgrenze, erst leise gegen die Windschutzscheibe. :2. Aztán hangosabb lesz, míg az öreg Volvo tetejét úgy szólaltatja meg, mint egy dobot. - Dann wird er lauter, bis er das Dach des alten Volvo wie eine Trommel klingen lässt. :3. Kari vezet, mindkét keze a kormányon. - Kari fährt, beide Hände am Steuer. :4. Tekintete egyenesen az üres országútra szegeződik. - Ihr Blick geht geradeaus auf die leere Landstraße. :5. Jon az anyósülésen ül, könyökét az ajtónak támasztva. - Jon sitzt auf dem Beifahrersitz, den Ellenbogen auf die Tür gestützt. :6. Kifelé néz, mintha a vizes mezők és a szürke fák mondhatnának neki valamit, amit még nem tud. - Er schaut hinaus, als ob die nassen Felder und die grauen Bäume ihm etwas sagen könnten, was er noch nicht weiß. :7. Már majdnem egy órája nem szóltak egy szót sem, de egyiküknek sem hiányoznak a szavak. - Seit fast einer Stunde haben sie kein Wort gesprochen, aber keiner von beiden vermisst die Worte. :8. Az ablaktörlő minden harmadik fordulónál nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht bei jedem dritten Durchgang. :9. Egyenletes, tompa hang ez, amely úgy tapad meg a gondolatokban, mint egy dal, amelytől nem lehet szabadulni. - Es ist ein gleichmäßiges, stumpfes Geräusch, das sich in den Gedanken festsetzt wie ein Lied, das man nicht loswerden kann. :10. Jon résnyire kinyitja az oldalablakot, és beengedi a hideg levegőt. - Jon öffnet das Seitenfenster einen Spalt weit und lässt die kalte Luft hereinströmen. :11. Kari megjegyzés nélkül a leggyorsabb fokozatra fordítja az ablaktörlő kapcsolóját. - Kari dreht ohne Kommentar den Wischerschalter auf die schnellste Stufe. :12. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :13. Ez a mondat még idegenül hangzik a fejükben, mint valami, amit az ember olvasott, de még nem igazán értett meg. - Dieser Satz klingt in ihren Köpfen noch fremd, wie etwas, das man gelesen hat, aber noch nicht wirklich verstanden. :14. Ma semmit sem hoznak vissza. - Heute holen sie nichts zurück. :15. Csak azért jönnek, hogy lezárják. - Sie kommen nur, um abzuschließen. :16. A fészer egy keskeny murvás út végén áll, közvetlenül a fjord partján. - Der Schuppen liegt am Ende eines schmalen Schotterwegs direkt am Ufer des Fjords. :17. Félig rejtve áll három öreg nyírfa mögött, amelyeknek ágai ide-oda csapkodnak a szélben. - Er liegt halb versteckt hinter drei alten Birken, deren Äste im Wind hin und her schlagen. :18. Jon száll ki elsőként, és az ajtóhoz megy. - Jon steigt als erster aus und geht zur Tür. :19. Az ajtó már kívülről nézve is ferdén lóg a zsanérjain. - Die Tür hängt schon von außen schief in den Angeln. :20. Vállával nekifeszül, aztán kétszer erősen belerúg, míg a fa enged. - Er drückt mit der Schulter dagegen, dann tritt er zweimal kräftig dagegen, bis das Holz nachgibt. :21. Az ajtó kitárul, és kienged egy szagot, amely azonnal és figyelmeztetés nélkül ott van. - Die Tür schwenkt auf und gibt einen Geruch frei, der sofort und ohne Vorwarnung da ist. :22. Öreg, nedves fa, motorolaj szaga érződik, és mélyen alatta ott van az apa ismerős dohányszaga. - Es riecht nach altem, feuchtem Holz, Motorenöl, und tief darunter liegt der vertraute Tabakgeruch des Vaters. :23. Kari átlép a küszöbön, és megáll. - Kari tritt über die Schwelle und bleibt stehen. :24. Nem azért áll meg, mert szomorú, hanem mert a testnek néha kell egy pillanat, mielőtt továbbmegy. - Sie bleibt nicht stehen, weil sie traurig ist, sondern weil der Körper manchmal einen Moment braucht, bevor er weitermacht. :25. A falon egy kifakult mentőmellény lóg, hevederei lazák és az öregségtől porladók. - An der Wand hängt eine verblasste Schwimmweste, die Gurte lose und mürbe vor Alter. :26. Alatta két nagy gumicsizma áll, belsejükre rászáradt sár kérgesedett. - Darunter stehen zwei große Gummistiefel, deren Innenseiten mit getrocknetem Schlamm verkrustet sind. :27. Egy keskeny polcon egy 2019-es naptár fekszik, márciusnál kinyitva. - Auf einem schmalen Regal liegt ein Kalender des Jahres 2019, aufgeschlagen auf dem März. :28. Két kis mezőben bejegyzések állnak az apa ismerős, szoros kézírásával. - In zwei der kleinen Felder stehen Einträge in der vertrauten, engen Handschrift des Vaters. :29. Kari nem olvassa el őket. - Kari liest sie nicht. :30. Jon a helyiség közepén áll, kezét a nadrágzsebébe dugva. - Jon steht in der Mitte des Raumes, die Hände in den Hosentaschen. :31. Lassan körülnéz, mintha megpróbálna emlékezni valamire, amit valójában soha nem is tudott. - Er schaut langsam umher, als würde er versuchen, sich an etwas zu erinnern, das er nie wirklich gewusst hat. :32. Az eső egyenletesen dobol a hullámlemez tetőn, és olyan hanggal tölti meg a helyiséget, amely minden mást kisebbé tesz benne. - Der Regen trommelt gleichmäßig auf das Wellblechdach und füllt den Raum mit einem Geräusch, das alles andere darin kleiner macht. :33. A hátsó falon két rozsdás szög van. - An der hinteren Wand hängen zwei verrostete Nägel. :34. Ezekről a szögekről egy horgászbot lóg le, zsinórja többszörösen összegubancolódva, a végén a kis horog barnán és tompán a rozsdától. - Von diesen Nägeln hängt eine Angelrute herab, ihre Schnur mehrfach verwickelt, der kleine Haken am Ende braun und stumpf vor Rost. :35. Jon odalép, és két kézzel leemeli. - Jon tritt heran und nimmt sie mit beiden Händen herunter. :36. Lassan teszi, mintha törékeny volna. - Er tut es langsam, als wäre sie zerbrechlich. :37. Maga elé tartja, és nézi, a horgászbotot, amelyet valószínűleg már gyerekként is ismert. - Er hält sie vor sich und schaut sie an, die Angel, die er wahrscheinlich als Kind schon kannte. :38. Az arca semmit sem mutat, de a keze túl erősen tartja ahhoz képest, hogy közömbös volna. - Sein Gesicht zeigt nichts, aber seine Hände halten sie zu fest für jemanden, der gleichgültig ist. :39. Kari oldalról figyeli, és vár. - Kari beobachtet ihn von der Seite und wartet. :40. Nem tudja, mire is vár tulajdonképpen. - Sie weiß nicht, worauf sie eigentlich wartet. :41. Aztán odamegy hozzá, kiveszi a horgászbotot a kezéből, és egy pillanatig maga tartja. - Dann geht sie zu ihm, nimmt die Angel aus seinen Händen und hält sie einen Moment lang selbst. :42. Érzi a súlyát, amely szinte nincs is, és visszaadja neki. - Sie spürt das Gewicht, das fast keines ist, und gibt sie ihm zurück. :43. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :44. Nyugodtan mondja, kérdés nélkül a hangjában. - Sie sagt es ruhig und ohne Frage in der Stimme. :45. Jon bólint, és leteszi a horgászbotot a kis ablak alatti megviselt munkapadra. - Jon nickt und legt die Angel auf die verwitterte Werkbank unter dem kleinen Fenster. :46. Fél lépést hátralép, mintha ez olyan cselekedet volna, amely jelent valamit. - Er tritt einen halben Schritt zurück, als wäre das eine Handlung, die etwas bedeutet. :47. Semmit sem visznek magukkal ebből a fészerből. - Sie nehmen nichts mit aus diesem Schuppen. :48. Nem viszik el a naptárt, nem a gumicsizmákat, nem a sarokban álló, félig teli benzineskannát, amely semmi meghatározott dolog szagát nem árasztja. - Sie nehmen nicht den Kalender, nicht die Gummistiefel, nicht den halbvollen Benzinkanister mit, der in der Ecke steht und nach nichts Bestimmtem riecht. :49. Nincs olyan pillanat, amelyben ezt a döntést közösen meghoznák. - Es gibt keinen Moment, in dem sie diese Entscheidung gemeinsam treffen. :50. Mégis egyetértenek, anélkül hogy beszélnének róla. - Trotzdem sind sie sich einig, ohne darüber zu sprechen. :51. Kint, a fészer előtt az esőben állnak. - Draußen vor dem Schuppen stehen sie im Regen. :52. Az eső most ferdén esik, és átáztatja a kabátjukat. - Der Regen fällt jetzt schräg und durchnässt ihre Jacken. :53. Jon bezárja a lakatot, és még egyszer megforgatja, hogy biztos legyen benne. - Jon schließt das Vorhängeschloss zu und dreht noch einmal daran, um sicher zu gehen. :54. Aztán csak áll ott, mintha elfelejtette volna, mi következik. - Dann steht er einfach da, als hätte er vergessen, was als nächstes kommt. :55. Kari jobb kezében ott a kulcs. - Kari hat den Schlüssel in der rechten Hand. :56. Egy kicsi, könnyű fémdarab, amely most már semmit sem nyit ki, és semmi mást nem jelent, csak azt, amit ő tenni fog vele. - Er ist ein kleines, leichtes Stück Metall, das jetzt nichts mehr öffnet und nichts mehr bedeutet außer dem, was sie damit tun wird. :57. A fjordra néz. - Sie schaut auf den Fjord. :58. Az eső ezer kis körré változtatja a felszínét. - Der Regen verwandelt seine Oberfläche in tausend kleine Kreise. :59. Aztán lendületet vesz, és széles ívben a part fölé hajítja a kulcsot. - Dann holt sie aus und wirft den Schlüssel in einem weiten Bogen über das Ufer. :60. A kulcs átrepül a nedves levegőn, egyszer megfordul, és rövid, halk csobbanással éri a vizet. - Er fliegt durch die feuchte Luft, dreht sich einmal und trifft das Wasser mit einem kurzen, leisen Platsch. :61. A kialakuló kis kört azonnal elnyelik a többi körök. - Der kleine Kreis, der sich bildet, wird sofort von den anderen Kreisen verschluckt. :62. Kari még két-három másodpercig nézi azt a helyet, aztán megfordul és elindul. - Kari schaut noch zwei, drei Sekunden auf die Stelle, dann dreht sie sich um und geht. :63. Jon követi, anélkül hogy hátranézne. - Jon folgt ihr, ohne sich umzusehen. :64. Egyikük sem mond semmit az autóig vezető úton. - Keiner von beiden sagt etwas auf dem Weg zum Auto. :65. Ezúttal Jon ül a volánhoz. - Jon setzt sich diesmal ans Steuer. :66. Kari a hideg ablaküvegnek támasztja a fejét. - Kari lehnt den Kopf gegen die kalte Fensterscheibe. :67. A motor beindul. - Der Motor springt an. :68. Az ablaktörlő azonnal nyikorogni kezd, ugyanabban az ütemben, mint korábban. - Der Scheibenwischer beginnt sofort zu quietschen, derselbe Takt wie vorher. :69. Az előttük lévő út ugyanolyan üres, mint idefelé jövet. - Die Straße vor ihnen ist genauso leer wie auf der Hinfahrt. :70. Az eső nem áll el. - Der Regen hört nicht auf. :71. Mennek, és mögöttük ott marad a fészer az esőben, bezárva és elhagyatva. - Sie fahren, und hinter ihnen liegt der Schuppen im Regen, abgeschlossen und verlassen. :72. A horgászbot a munkapadon fekszik, a naptár a polcon, a gumicsizmák a földön – minden a helyén, és senki többé, aki eljönne. - Die Angel liegt auf der Werkbank, der Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden – alles an seinem Platz, niemand mehr, der kommt. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Az eső nem sokkal azután ered el, hogy maguk mögött hagyták a város utolsó házait, eleinte közönyös csepergésként a szélvédőn. - Der Regen setzt ein, kurz nachdem sie die letzten Häuser der Stadt hinter sich gelassen haben, zunächst ein gleichgültiges Tröpfeln gegen die Windschutzscheibe. :2. Perceken belül egyenletes dobolássá erősödik, amely minden beszélgetést fölöslegessé tesz, amelyet amúgy sem kezdett volna el senki. - Binnen Minuten steigert es sich zu einem gleichmäßigen Trommeln, das jedes Gespräch überflüssig macht, das ohnehin niemand begonnen hätte. :3. Kari úgy vezet, ahogy mindig vezet – mindkét kezével a kormányon. - Kari fährt, wie sie immer fährt – beide Hände am Steuer. :4. Tekintete az útra szegeződik, mintha az összpontosítás valamiféle védelem volna az ellen, amit nem lehet elhalasztani. - Ihr Blick ist auf die Straße gerichtet, als wäre Konzentration eine Form von Schutz vor dem, was man nicht aufschieben kann. :5. Jon kissé hátrébb tolta az ülését, és fejét enyhén oldalra fordította. - Jon hat seinen Sitz ein Stück nach hinten geschoben und den Kopf leicht zur Seite gewandt. :6. Tekintete a tájra irányul, amely az esőben elveszíti a színeit és szürkévé válik, egységessé és tágassá, mintha a világ úgy döntött volna, hogy ezen a napon semmit sem gondol hozzá. - Sein Blick ist auf die Landschaft gerichtet, die im Regen ihre Farben verliert und grau wird, einheitlich und weit, als hätte die Welt beschlossen, sich für diesen Tag nichts dabei zu denken. :7. Az ablaktörlő olyan ritmusban dolgozik, amely nem egészen egyezik az esővel. - Der Scheibenwischer arbeitet in einem Rhythmus, der nicht ganz mit dem Regen übereinstimmt. :8. Minden harmadik húzásnál a gumi rövid, magas nyikkanást ad ki, amely rövid idő után a tudat hátterébe húzódik, anélkül hogy eltűnne. - Bei jedem dritten Durchgang gibt das Gummi ein kurzes, hohes Quietschen von sich, das sich nach kurzer Zeit in den Hintergrund des Bewusstseins schiebt, ohne zu verschwinden. :9. Jon résnyire kinyitja az ablakot, nem szélesre, de éppen eléggé ahhoz, hogy a hideg, nedves levegő vékony áramlatot küldjön az autó belsejébe. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt, nicht weit, aber genug, dass die kalte, feuchte Luft einen dünnen Strom ins Wageninnere schickt. :10. Kari gyors fokozatra állítja az ablaktörlőt, anélkül hogy levenné tekintetét az útról, és anélkül hogy bármit mondana hozzá. - Kari stellt den Wischer auf schnell, ohne den Blick von der Straße zu nehmen und ohne etwas dazu zu sagen. :11. Az apjuk három héttel ezelőtt meghalt, és ennek a mondatnak még mindig megvan az a különös minősége, amely azoké a dolgoké, amelyek igazak, anélkül hogy igaznak érződnének. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, und dieser Satz hat noch immer jene seltsame Qualität von Dingen, die wahr sind, ohne sich wahr anzufühlen. :12. Valahol rajtuk kívül létezik, pontosan és megváltoztathatatlanul, és arra vár, hogy egyszer majd valóban elérjék. - Er existiert irgendwo außerhalb von ihnen, präzise und unveränderlich, und wartet darauf, dass sie ihn irgendwann wirklich erreichen. :13. Kari az utóbbi években az anyját ápolta, és ritkábban látogatta az apját, mint kellett volna. - Kari hat in den letzten Jahren die Mutter gepflegt und den Vater seltener besucht, als sie sollte. :14. Ez a tény úgy fekszik benne, mint egy kicsi, kemény kő, amelyet sem eldobni, sem figyelmen kívül hagyni nem lehet. - Diese Tatsache liegt in ihr wie ein kleiner, harter Stein, den man weder wegwerfen noch ignorieren kann. :15. Jon egy évtizede Bergenben él, évente kétszer jön, gyakrabban telefonál, mint ahányszor hazajön. - Jon ist seit einem Jahrzehnt in Bergen, kommt zweimal im Jahr, ruft öfter an als er kommt. :16. Ma jön ide utoljára – ezt már akkor megmondta magának, mielőtt felszállt volna a vonatra. - Heute ist das letzte Mal, dass er hierher fährt – das hat er sich selbst bereits gesagt, noch bevor er in den Zug gestiegen ist. :17. A kavicsos út, amely a fészerhez vezet, az esőtől felázott, és tele van pocsolyákkal, amelyek szélesebbek, mint nyáron volnának. - Der Schotterweg, der zum Schuppen führt, ist vom Regen aufgeweicht und voller Pfützen, die breiter sind, als sie es im Sommer wären. :18. Kari lassan vezet, hogy kímélje az autót. - Kari fährt langsam, um das Auto zu schonen. :19. A fészer egy kanyar mögött bukkan fel, félig elrejtve a nedves nyírfák mögött, a külső falak mállottak és foltosak, a hullámlemez tető sötét a nedvességtől és az időtől. - Der Schuppen taucht hinter einer Biegung auf, halb hinter den nassen Birken versteckt, die Außenwände verwittert und fleckig, das Wellblechdach dunkel vor Feuchtigkeit und Alter. :20. Úgy néz ki, ahogy mindig is kinézett – mintha az idő itt nem erő volna, hanem csupán állapot. - Er sieht aus, wie er immer ausgesehen hat – als wäre Zeit hier keine Kraft, sondern nur ein Zustand. :21. Jon kiszáll, mielőtt Kari leállította volna a motort, az ajtóhoz megy, és nekiveti a vállát. - Jon steigt aus, bevor Kari den Motor abgestellt hat, geht zur Tür und legt die Schulter dagegen. :22. Az ajtó nem enged azonnal; beleszorult a nedves keretbe, mint valami, amit nem akarnak kinyitni, és csak a második rúgás után tárul ki nyikorogva. - Die Tür gibt nicht sofort nach; sie klemmt im feuchten Rahmen wie etwas, das nicht aufgemacht werden möchte, und erst nach dem zweiten Tritt mit dem Fuß schwenkt sie knarrend auf. :23. A szag előjel és kímélet nélkül érkezik – nedves, öreg fa, motorolaj, dohány, annak a helynek az összetéveszthetetlen szaga, amelyet valaki sokáig használt, és amelyet most már elhasználtak. - Der Geruch kommt ohne Vorwarnung und ohne Rücksicht – feuchtes, altes Holz, Motorenöl, Tabak, jener unverwechselbare Geruch eines Ortes, den jemand lange benutzt hat und der nun benutzt wurde. :24. Kari az ajtónyílásban áll, és egy lélegzetvételnyi ideig megáll, nem érzelgősségből, hanem mert az agynak néha kell egy másodperc, hogy eldöntse, hogyan bánjon valamivel. - Kari steht in der Türöffnung und hält einen Atemzug lang inne, nicht aus Sentimentalität, sondern weil das Gehirn manchmal eine Sekunde braucht, um zu entscheiden, wie es mit etwas umgeht. :25. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amelynek narancsszínét kifakította a fény és az évek, a hevederek petyhüdtek és porhanyósak, mintha már csak megszokásból tartanák össze magukat. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, deren Orange das Licht und die Jahre ausgewaschen haben, die Gurte schlaff und mürbe, als würden sie nur noch aus Gewohnheit zusammenhalten. :26. Alatta két 45-ös méretű gumicsizma áll, száradt sár rétegével kibélelve, mintha valaki az utolsó kirándulás után egyszerűen odatette volna őket, és elfelejtette volna, hogy lesznek még más kirándulások is – amelyek aztán persze már nem voltak. - Darunter stehen zwei Gummistiefel der Größe 45, die mit einer Schicht getrockneten Schlamms ausgekleidet sind, als hätte jemand sie nach dem letzten Ausflug einfach hingestellt und vergessen, dass es noch andere Ausflüge geben würde – was es dann ja auch nicht mehr gab. :27. Egy keskeny polcon, amelyet egyetlen szög tart, és amely enyhén előre lejt, egy 2019-es falinaptár fekszik, március hónapnál kinyitva. - Auf einem schmalen Regal, das mit einem einzigen Nagel befestigt ist und leicht nach vorne neigt, liegt ein Wandkalender von 2019, aufgeschlagen auf dem Monat März. :28. Ott két bejegyzés áll apró, szögletes írással, amelyeket Kari úgy olvas el, hogy nem olvas, mielőtt továbbengedi a tekintetét. - Dort stehen zwei Einträge in kleiner, eckiger Schrift, die Kari liest, ohne zu lesen, bevor sie den Blick weiterwandern lässt. :29. Jon a fészer közepén áll, és lassan megfordul a saját tengelye körül, mintha leltárt készítene egy olyan tulajdonról, amelyhez soha nem figyelt oda igazán. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um die eigene Achse, als würde er Inventur machen von einem Besitz, dem er nie wirklich zugehört hat. :30. Az eső a tetőn olyan egyenletes és hangos, hogy teljesen kitölti a teret, és minden mást benne – a csendet, a gondolatokat, az apa hiányát – kisebbnek láttat. - Der Regen auf dem Dach ist so gleichmäßig und laut, dass er den Raum vollständig ausfüllt und alles andere darin – die Stille, die Gedanken, die Abwesenheit des Vaters – kleiner wirken lässt. :31. A horgászbot két régi szögön lóg a hátsó falon. - Die Angel hängt an zwei alten Nägeln an der hinteren Wand. :32. Szinte észrevétlenül lóg az árnyékok és a gyenge fény között, amely az egyetlen kis ablakon esik be, amely soha nem volt tiszta. - Sie hängt fast unauffällig zwischen Schatten und dem schwachen Licht, das durch das einzige kleine Fenster fällt, das nie sauber war. :33. Jon veszi észre először, odalép hozzá, és mindkét kezével leveszi a szögekről. - Jon sieht sie zuerst, tritt heran und nimmt sie mit beiden Händen von den Nägeln. :34. Lassan és megfontoltan teszi, úgy, ahogy az ember olyan dolgokhoz ér, amelyeknél nem biztos benne, mit váltanak ki. - Er tut es langsam und bedächtig, so wie man Dinge anfasst, bei denen man nicht sicher ist, was sie auslösen. :35. A zsinór többszörösen önmaga köré van tekerve, a végén lévő horog rozsdával fedett, a nyél jól fogható és elkopott azokon a helyeken, ahol egy kéz éveken át tartotta. - Die Schnur ist mehrfach um sich selbst gewickelt, der Haken am Ende mit Rost überzogen, der Griff griffig und abgewetzt an den Stellen, an denen eine Hand ihn über Jahre gehalten hat. :36. Ugyanaz a kéz, amelynek szaga még valahol ebben a térben függ, láthatatlanul és makacsul. - Es ist dieselbe Hand, deren Geruch noch irgendwo in diesem Raum hängt, unsichtbar und hartnäckig. :37. Jon maga elé tartja a horgászbotot, és nézi, elég hosszan ahhoz, hogy Kari felfigyeljen rá, aki addig a munkapad mellett állt, és semmi különöset nem tett. - Jon hält die Angel vor sich und schaut sie an, lange genug, dass Kari aufmerksam wird, die bis dahin neben der Werkbank gestanden und nichts besonderes getan hat. :38. Odamegy hozzá gondolkodás nélkül, kiveszi a horgászbotot a kezéből, egy pillanatig tartja, érzi a szinte súlytalan súlyt a tenyerében, majd visszaadja, mert semmi mást nem tud és nem is akar kezdeni vele. - Sie geht zu ihm, ohne nachzudenken, nimmt die Angel aus seinen Händen, hält sie einen Moment, spürt das fast gewichtslose Gewicht in den Handflächen und gibt sie zurück, weil sie nichts anderes mit ihr anfangen kann und will. :39. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :40. Nem úgy hangzik, mint egy döntés, hanem mint valaminek a kimondása, ami már régen eldőlt. - Es klingt nicht wie eine Entscheidung, sondern wie das Aussprechen von etwas, das bereits vor langer Zeit entschieden wurde. :41. Jon a horgászbotot a munkapadra teszi, és hátralép. - Jon legt die Angel auf die Werkbank und tritt zurück. :42. Egyikük sem néz rá még egyszer. - Keiner von beiden schaut sie noch einmal an. :43. Úgy hagyják el a fészert, ahogy találták – semmit nem vettek ki, semmit nem változtattak meg, a naptár a polcon, a gumicsizmák a padlón, a benzineskanna a sarokban. - Sie verlassen den Schuppen so, wie sie ihn vorgefunden haben – nichts entnommen, nichts verändert, der Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden, der Benzinkanister in der Ecke. :44. Minden azon a helyen van, ahová valaki tette, aki már nem jön vissza, és aki talán már akkor is tudta, hogy nem a visszatérés számít. - Alles ist an dem Platz, an den es gestellt wurde von jemandem, der nicht mehr zurückkommt und der vielleicht auch damals schon gewusst hat, dass es auf das Wiederkommen nicht ankommt. :45. Odakint, a fészer előtt ferdén és hidegen esik az eső, és ők ott állnak benne, esernyő nélkül, sietség nélkül. - Draußen vor dem Schuppen fällt der Regen schräg und kalt, und sie stehen darin, ohne Schirm, ohne Eile. :46. Mintha nem volna értelme védekezni valami ellen, ami úgyis mindenütt van, és ezen a napon úgyis mindenhova velük tart. - Es ist, als hätte es keinen Sinn, sich gegen etwas zu schützen, das ohnehin überall ist und ohnehin an diesem Tag überallhin mitkommt. :47. Jon becsukja a lakatot, egy rövid rántással ellenőrzi, aztán elengedi. - Jon schließt das Vorhängeschloss, prüft es mit einem kurzen Ruck und lässt es dann los. :48. Kari már a kezében tartja a kulcsot, egy kicsi, könnyű, teljesen értelmetlenné vált fémdarabot, amelyet egy pillanatig néz, mintha mérlegelné, van-e egyáltalán mit mérlegelni, mielőtt széles, majdnem hanyag ívben a part fölött a fjordba dobja. - Kari hat den Schlüssel bereits in der Hand, ein kleines, leichtes, vollkommen sinnlos gewordenes Stück Metall, das sie einen Moment lang anschaut, als würde sie erwägen, ob es etwas zu überlegen gibt, bevor sie ihn in einem weiten, fast lässigen Bogen über das Ufer in den Fjord wirft. :49. Kétszer megfordul a levegőben, és olyan hanggal találja el a vizet, amelyet alig lehet hallani. - Er dreht sich zweimal in der Luft und trifft das Wasser mit einem Laut, der kaum zu hören ist. :50. A kis kör, amely a felszínen kialakul, azonnal elnyelődik az eső köreiben, és eltűnik, mintha soha nem is alakult volna ki, ami bizonyos értelemben így is van. - Der kleine Kreis, der sich auf der Oberfläche bildet, wird sofort von den Kreisen des Regens aufgesogen und verschwindet, als hätte er sich nie gebildet, was er, in gewissem Sinne, auch nicht hat. :51. Kari megfordul, anélkül hogy megjelölné a helyet. - Kari dreht sich um, ohne die Stelle zu markieren. :52. Azt sem jegyzi meg, milyen messzire repült. - Sie merkt sich auch nicht, wie weit er geflogen ist. :53. Az autóhoz mennek, ezúttal Jon veszi át a kormányt, és közben nem mond semmit. - Sie gehen zum Auto, Jon übernimmt diesmal das Steuer und sagt dabei nichts. :54. Kari a halántékát az utasoldali ablak hideg üvegének támasztja, és félig lehunyja a szemét. - Kari lehnt die Schläfe gegen das kalte Glas der Beifahrerscheibe und schließt die Augen halb. :55. A motor beindul, az ablaktörlő újra munkához lát. - Der Motor springt an, der Scheibenwischer nimmt seine Arbeit wieder auf. :56. Ugyanaz a nyikkanás, ugyanaz a kissé eltolódott ritmus, mintha az odaút soha nem szakadt volna meg. - Es ist dasselbe Quietschen, derselbe leicht verschobene Rhythmus, als wäre die Hinfahrt nie unterbrochen worden. :57. Az út üres, az eső változatlan, és mögöttük a fészer lezárva és érintetlenül fekszik a nyírfák nedves félhomályában. - Die Straße ist leer, der Regen unverändert, und hinter ihnen liegt der Schuppen abgeschlossen und unberührt im nassen Halbdunkel der Birken. :58. A horgászbot a munkapadon fekszik, a naptár a polcon, nyitva egy hónapnál, amelyet senki sem fog többé átlapozni. - Die Angel liegt auf der Werkbank, der Kalender auf dem Regal, offen auf einem Monat, den niemand mehr umblättern wird. :59. Mennek tovább, és egyikük sem mondja ki, mi volt ez a nap. - Sie fahren, und keiner von beiden sagt, was dieser Tag gewesen ist. :60. Vannak dolgok, amelyeknek nincs szükségük szóra ahhoz, hogy megmaradjanak. - Manche Dinge brauchen kein Wort, um zu bleiben. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső még azelőtt ered el, hogy a várost valóban maguk mögött hagyták volna, eleinte puszta csepergésként a szélvédőn, amelyet az ember figyelmen kívül hagyhatna, ha akarna. - Der Regen setzt ein, noch bevor sie die Stadt wirklich hinter sich gelassen haben, zunächst als bloßes Tröpfeln gegen die Windschutzscheibe, das man ignorieren könnte, wenn man wollte. :2. Néhány percen belül azzá az egyenletes, súlyos dobolássá sűrűsödik, amely teljesen birtokba veszi a régi Volvo belső terét, és a beszélgetés minden formáját nem megakadályozza ugyan, de fölöslegessé teszi – ami ebben az esetben ugyanarra megy ki. - Binnen weniger Minuten verdichtet es sich zu jenem gleichmäßigen, schweren Trommeln, das den Innenraum des alten Volvo vollständig in Beschlag nimmt und jede Form von Gespräch nicht verhindert, aber überflüssig macht – was, in diesem Fall, auf dasselbe hinausläuft. :3. Kari úgy vezet, ahogy mindig vezet, amikor valami nincs rendben: két kézzel a kormányon, hátát kissé előredöntve. - Kari fährt, wie sie immer fährt, wenn etwas nicht stimmt: beide Hände am Steuer, der Rücken leicht nach vorne geneigt. :4. Tekintete olyan intenzitással szegeződik az útra, amely inkább menekülésnek látszik, mint összpontosításnak, bár a kettő közötti határ, ha az ember őszinte, amúgy is elmosódik. - Ihr Blick ist auf die Straße gerichtet mit einer Intensität, die mehr nach Flucht aussieht als nach Konzentration, obwohl die Grenze zwischen beidem, wenn man ehrlich ist, ohnehin fließend ist. :5. Jon hátratolta az ülését, és fejét a fejtámlának vetette, nem aludt, de nem is volt igazán ébren abban az értelemben, hogy jelen lett volna. - Jon hat seinen Sitz zurückgeschoben und den Kopf gegen die Kopfstütze gelegt, nicht schlafend, aber auch nicht wirklich wach im Sinne von anwesend. :6. Tekintete a kinti tájra irányul, amely úgy húz el mellettük, mint valami, amit az ember már ismer, és ezért már nem is lát igazán – nedves mezők, szürke nyírfák, az ég olyan alacsonyan és egyformán, mintha elhatározta volna, hogy ezen a napon nem tesz különösebb erőfeszítést. - Sein Blick ist auf die Landschaft gerichtet, die draußen vorbeizieht wie etwas, das man schon kennt und deshalb nicht mehr wirklich sieht – nasse Felder, graue Birken, der Himmel so niedrig und gleichförmig, als hätte er beschlossen, sich an diesem Tag keine besondere Mühe zu geben. :7. Az ablaktörlő olyan ritmusban dolgozik, amely minimálisan eltolódik az eső ritmusához képest, és ez azt a sajátos befejezetlenségérzetet kelti, amely valahol az észlelés és az ideg között telepszik meg, anélkül, hogy valaha is valódi zavarrá nőné ki magát. - Der Scheibenwischer arbeitet in einem Rhythmus, der minimal versetzt ist zum Rhythmus des Regens, und das erzeugt jenes eigentümliche Gefühl von Unvollständigkeit, das sich irgendwo zwischen Wahrnehmung und Nerv einquartiert, ohne sich jemals zu einer echten Störung auszuwachsen. :8. Minden harmadik törlésnél a gumi rövid, magas nyikorgó hangot ad ki, amelyet Kari már rég nem hall, Jon pedig egyfajta tompa közönnyel vesz tudomásul, mintha valaki más életének egyik részlete volna. - Bei jedem dritten Durchgang gibt das Gummi ein kurzes, hohes Quietschen von sich, das Kari längst nicht mehr hört und das Jon mit einer Art stumpfer Gleichgültigkeit registriert, als wäre es ein Detail aus dem Leben eines anderen. :9. Amikor résnyire leengedi az ablakot, és beengedi a hideg vidéki levegőt, Kari anélkül, hogy ránézne vagy bármit mondana, a leggyorsabb fokozatra állítja az ablaktörlő kapcsolóját. - Als er das Fenster einen Spalt öffnet und die kalte Landluft hereinkommen lässt, dreht Kari den Wischerschalter auf die schnellste Stufe, ohne ihn anzuschauen, ohne etwas zu sagen. :10. Ebben, mint sok apró cselekvésben olyan testvérek között, akik ismerik egymást anélkül, hogy igazán ismernék egymást, egy egész történet rejlik közösen lakott gyermekkori évekről és a felnőtté válás lassú, feltartóztathatatlan sodródásáról, amely mindenkit a maga irányába hajt. - Darin steckt, wie in vielen kleinen Handlungen zwischen Geschwistern, die sich kennen, ohne sich wirklich zu kennen, eine ganze Geschichte über gemeinsam bewohnte Kindheitsjahre und die langsame, unaufhaltsame Drift der Erwachsenenwerdung, die jeden in eine eigene Richtung treibt. :11. Apjuk három hete halt meg, és ennek a mondatnak még mindig megvan az a zavarba ejtő minősége, hogy egyszerre közvetlen és valószerűtlen, amilyen minden végleges tény, mielőtt az ember valóban kapcsolatba kerül vele. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, und dieser Satz hat noch immer jene verwirrende Qualität des Unmittelbaren und gleichzeitig Unwirklichen, die alle definitiven Tatsachen haben, bevor man wirklich mit ihnen in Berührung gekommen ist. :12. A mondat létezik, pontosan és lezártan, valahol kettejükön kívül, és vár annak türelmével, ami megengedheti magának, hogy várjon. - Der Satz existiert, präzise und abgeschlossen, irgendwo außerhalb von beiden, und wartet mit der Geduld von etwas, das es sich leisten kann zu warten. :13. Kari az elmúlt három évben elkísérte az anyját annak hosszú haldoklásán keresztül, és közben ritkábban látogatta az apját, mint szerette volna. - Kari hat in den letzten drei Jahren die Mutter durch deren langes Sterben begleitet und den Vater dabei seltener besucht, als sie wollte. :14. Ez a hiány nem bűntudatként él benne, hanem tompa, alig lokalizálható fájdalomként, amelyet nem lehet megnevezni, és talán éppen ezért nem is oldódik fel. - Diese Lücke liegt in ihr nicht als Schuldgefühl, sondern als ein stumpfer, kaum lokalisierbarer Schmerz, der sich nicht benennen lässt und sich vielleicht auch deshalb nicht auflöst. :15. Jon egy évtizede Bergenben él, évente kétszer jön haza egy hosszú hétvégére, és éveken át próbálta a távolságot rendszerességgel ellensúlyozni. - Jon ist seit einem Jahrzehnt in Bergen, kommt zweimal im Jahr für ein langes Wochenende und hat über Jahre hinweg versucht, die Distanz durch Regelmäßigkeit zu kompensieren. :16. Mélyen belül tudja, hogy ez nem működött, és talán nem is működhet, mert bizonyos dolgoknál nincs értelmes megfelelés gyakoriság és közelség között. - Er weiß tief in sich, dass das nicht funktioniert hat und vielleicht auch nicht funktionieren kann, weil es bei manchen Dingen keine sinnvolle Entsprechung zwischen Häufigkeit und Nähe gibt. :17. Ma van az utolsó alkalom, ezt már az idefelé tartó vonatúton megmondta magának. - Heute ist das letzte Mal, das hat er sich bereits auf der Bahnfahrt hierher gesagt. :18. Annak a csendes eltökéltségével mondta ezt magának, aki olyan döntést hoz, amelyet nem akar visszavonni, még mielőtt megadhatná magának erre az alkalmat. - Er hat es sich mit der stillen Bestimmtheit von jemandem gesagt, der eine Entscheidung trifft, die er nicht rückgängig machen will, bevor er sich die Gelegenheit dazu nehmen kann. :19. A kavicsos út a fészerhez az állandó esőtől felázott, a pocsolyák olyan szélesek és zavarosak, hogy Kari lépésben vezet. - Der Schotterweg zum Schuppen ist vom anhaltenden Regen aufgeweicht, die Pfützen so breit und trüb, dass Kari im Schritttempo fährt. :20. A Volvo minden egyenetlenségnél halkan nyög, mintha neki is volna véleménye minderről, amelyet azonban megtart magának. - Der Volvo stöhnt bei jeder Unebenheit leise, als hätte auch er eine Meinung zu alledem, die er allerdings für sich behält. :21. A fészer egy enyhe kanyar mögött bukkan fel, félig elrejtve három öreg nyírfa mögött, amelyeknek törzse feketén fénylik a nedvességtől, ágaik pedig úgy csapkodnak a szélben, mint valami, ami nem tud megnyugodni. - Der Schuppen taucht hinter einer sanften Biegung auf, halb verborgen hinter drei alten Birken, deren Stämme schwarz vor Nässe glänzen und deren Äste im Wind schlagen wie etwas, das sich nicht beruhigen kann. :22. A hullámlemez tető sötét és foltos, a fa homlokzat pedig az előrehaladott mállásnak abban az állapotában van, amelyet már nem pusztulásnak kell nevezni, hanem olyan dolgok természetes halmazállapotának, amelyek régóta senkit sem érdekelnek. - Das Wellblechdach ist dunkel und gefleckt, die Holzfassade in jenem Zustand fortgeschrittener Verwitterung, der nicht mehr als Verfall zu bezeichnen ist, sondern als der natürliche Aggregatzustand von Dingen, die seit Langem niemanden mehr interessieren. :23. Jon még azelőtt kiszáll, hogy a motort leállították volna, Kari pedig hallja, ahogy belerúg az ajtóba – egyszer, kétszer. - Jon steigt aus, noch bevor der Motor abgestellt ist, und Kari hört ihn gegen die Tür treten – einmal, zweimal. :24. Aztán az öreg fa nyikorgó, vonakodó kinyílása jelzi neki, hogy az ellenállást leküzdötték, ideiglenesen és erőszakkal, mint oly sok mindent ebben a családban. - Dann signalisiert ihr das knarrende, widerstrebende Aufgehen des alten Holzes, dass der Widerstand überwunden ist, vorläufig und mit Gewalt, wie so vieles in dieser Familie. :25. A belülről áradó szag nem metafora és nem emlék, mielőtt aztán mégis azzá válik: nedves, kemény fa, motorok régi olaja, amelyeken már régóta nem dolgozott senki. - Der Geruch, der aus dem Inneren kommt, ist keine Metapher und keine Erinnerung, bevor er es dann doch ist: feuchtes, hartes Holz, das alte Öl von Motoren, an denen schon lange niemand mehr gearbeitet hat. :26. Mélyen alatta, kitartóan és eltörölhetetlenül, mint kommentár minden máshoz, ott van az apa ismerős dohányszaga, amely beette magát a fa pórusaiba, és ott is marad majd, sokkal az utolsó látogatás után, sokkal az utolsó lélegzet után. - Tief darunter liegt, beharrlich und unverwischbar wie ein Kommentar zu allem anderen, der vertraute Tabakgeruch des Vaters, der sich in die Poren des Holzes gefressen hat und dort bleiben wird, lange nach dem letzten Besuch, lange nach dem letzten Atemzug. :27. Kari átlép a küszöbön, és megáll, nem sokáig, de egy olyan pillanatra, amely észreveteti magát. - Kari tritt über die Schwelle und hält inne, nicht lange, aber einen Moment, der sich bemerkbar macht. :28. A testnek néha szüksége van valamiféle zsilipre aközött, ami odakint van, és aközött, ami odabent vár. - Der Körper braucht manchmal eine Art Schleuse zwischen dem, was draußen ist, und dem, was drinnen wartet. :29. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amelynek narancsszínét több évtized fénye halvány, mentegetőző sárgává fakította, a hevederek ernyedtek és porhanyósak, mintha csak azért tartanának még össze, mert nincs senki, aki szétszedné őket. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, deren Orange das Licht mehrerer Jahrzehnte zu einem blassen, entschuldigenden Gelbton ausgebleicht hat, die Gurte schlaff und mürbe, als hielten sie nur noch zusammen, weil es niemanden gibt, der sie auseinandernehmen würde. :30. Alatta két 45-ös gumicsizma áll, kiszáradt sár rétegével bélelve, amely annak az utolsó útszakasznak a negatívját rajzolja ki, amelyet valaki bennük megtett, valahol, valamikor, egy világban, amely most már nem érhető el. - Darunter stehen zwei Gummistiefel der Größe 45, ausgekleidet mit einer Schicht getrockneten Schlamms, die das Negativ der letzten Wegstrecke abbildet, die jemand in ihnen zurückgelegt hat, irgendwo, irgendwann, in einer Welt, die jetzt nicht mehr erreichbar ist. :31. Egy polcon, amely kissé előredől, és évek óta vár egy javításra, amelyet már senki sem fog elvégezni, egy 2019-es falinaptár fekszik, márciusnál kinyitva. - Auf einem Regal, das leicht nach vorne geneigt ist und seit Jahren auf eine Reparatur wartet, die niemand mehr vornehmen wird, liegt ein Wandkalender von 2019, aufgeschlagen auf dem März. :32. Ott két bejegyzés áll az apa szűk, szögletes kézírásával, amelyet Kari úgy olvas, hogy nem olvassa, és amelyek röviden felvillannak benne, mint valami, amit felismert az ember, majd azonnal újra eltűnnek. - Dort stehen zwei Einträge in der engen, eckigen Handschrift des Vaters, die Kari liest, ohne sie zu lesen, die kurz in ihr aufleuchten wie etwas, das man erkannt hat, und sofort wieder verschwinden. :33. Jon a fészer közepén áll, és nem mozdul, csak lassan forgatja a fejét, mintha megpróbálna emlékezni valamire, amit soha nem tudott, vagy talán soha nem is akart tudni. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und bewegt sich nicht, dreht nur langsam den Kopf, als würde er versuchen, sich an etwas zu erinnern, das er nie gewusst hat oder vielleicht nie wissen wollte. :34. Az eső a hullámlemez tetőn olyan kitartó és egyenletes, hogy kevésbé érződik hangnak, mint inkább a világ olyan állapotának, amely elől nem lehet kitérni, és amely ellen értelmetlen volna harcolni. - Der Regen auf dem Wellblechdach ist so anhaltend und gleichmäßig, dass er sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie ein Zustand der Welt, dem man sich nicht entziehen kann und gegen den zu kämpfen sinnlos wäre. :35. A horgászbot a hátsó falon lóg két rozsdás szögen, szinte mellékesen, szinte úgy, mint valami, amit a helyiség berendezésekor elfelejtettek, és később már nem tettek el. - Die Angel hängt an zwei verrosteten Nägeln an der hinteren Wand, fast beiläufig, fast wie etwas, das man bei der Einrichtung des Raumes vergessen hat und später nicht mehr weggeräumt hat. :36. A hely, amelyet elfoglalt, már hozzá tartozott. - Der Ort, den sie eingenommen hatte, gehörte bereits ihr. :37. Jon meglátja, és felé indul annak lassú határozottságával, aki nem tudja, mit fog tenni, ha odaér. - Jon sieht sie und geht auf sie zu mit der langsamen Bestimmtheit von jemandem, der nicht weiß, was er tun wird, wenn er angekommen ist. :38. Mégis szükségesnek tartja, hogy odamenjen. - Er hält es dennoch für notwendig hinzugehen. :39. Két kézzel veszi le a szögekről, óvatosan és sietség nélkül. - Er nimmt sie mit beiden Händen von den Nägeln, behutsam und ohne Eile. :40. Maga elé tartja olyan távolságban, amely sem közeli, sem távoli, és amely a horgászbotot valamiféle lebegésbe helyezi aközött, ami, és aközött, amit ebben a pillanatban jelent, vagy jelenthetne. - Er hält sie vor sich in einem Abstand, der weder nah noch fern ist und der die Angel in eine Art Schwebe versetzt zwischen dem, was sie ist, und dem, was sie in diesem Moment bedeutet oder bedeuten könnte. :41. A zsinór többszörösen önmaga köré tekeredett, a horog barna a rozsdától, a markolat két helyen simára és kopottra dörzsölődött ott, ahol egy kéz sok éven át tartotta. - Die Schnur ist mehrfach um sich selbst gewickelt, der Haken braun vor Rost, der Griff an zwei Stellen blank und abgewetzt, dort, wo eine Hand ihn über viele Jahre gehalten hat. :42. Nem az ő keze volt, de olyan kéz, amelyet ismert, amelynek gesztusait ismerte, anélkül, hogy valaha is egészen megértette volna, mi rejlett e gesztusok mögött. - Es war nicht seine Hand, aber eine Hand, die er kannte, deren Gesten er kannte, ohne je ganz verstanden zu haben, was sich hinter diesen Gesten verbarg. :43. Kari oldalról figyeli őt, mozdulatlanul. - Kari beobachtet ihn von der Seite, ohne sich zu bewegen. :44. Ebben a figyelésben nincs együttérzés és nincs távolság, hanem valami a kettő között, aminek nincs neve, és talán éppen ezért ez a legőszintébb, amit ebben a helyiségben egymásért fel tudnak mutatni. - In dieser Beobachtung liegt kein Mitgefühl und keine Distanz, sondern etwas dazwischen, das keinen Namen hat und vielleicht deshalb das Ehrlichste ist, was sie in diesem Raum füreinander aufbringen können. :45. Végül odamegy hozzá, kérdezés nélkül kiveszi a kezéből a horgászbotot, és maga tartja egy darabig. - Sie geht schließlich zu ihm, nimmt ihm die Angel aus den Händen, ohne zu fragen, und hält sie selbst einen Moment lang. :46. Tenyerében érzi a szinte súlytalan súlyt, egy olyan tárgy súlyát, amelynek jelentése nehezebb, mint az anyaga, aztán visszaadja, mert semmi mást nem tud kezdeni vele, és nem is akar semmi mást. - Sie spürt das fast gewichtslose Gewicht in den Handflächen, das Gewicht eines Gegenstands, dessen Bedeutung schwerer ist als seine Substanz, und gibt sie dann zurück, weil sie nichts anderes damit anfangen kann und auch nichts anderes will. :47. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :48. Ez sem döntésnek, sem javaslatnak nem hangzik, hanem valami nyugodt kimondásának, ami már régen eldőlt, mielőtt beléptek volna a fészerbe, talán még mielőtt egyáltalán ideindultak volna. - Es klingt weder wie eine Entscheidung noch wie ein Vorschlag, sondern wie das ruhige Aussprechen von etwas, das längst feststand, bevor sie den Schuppen betreten haben, möglicherweise bevor sie überhaupt hergefahren sind. :49. Jon a kis ablak alatti mállott munkapadra teszi a horgászbotot, és egy lépést hátralép. - Jon legt die Angel auf die verwitterte Werkbank unter dem kleinen Fenster und tritt einen Schritt zurück. :50. Ezután egyikük sem néz rá még egyszer, ahogy az ember már nem néz rá olyan dolgokra, amelyekről olyan döntést hozott, amelyet nem akar megbánni. - Keiner von beiden sieht sie danach noch einmal an, so wie man Dinge nicht mehr ansieht, über die man eine Entscheidung getroffen hat, die man nicht bereuen will. :51. Úgy hagyják el a fészert, hogy semmit nem visznek magukkal és semmit nem változtatnak meg: a naptár a polcon, a gumicsizma a földön, a benzineskanna a sarokban, a mentőmellény a falon marad. - Sie verlassen den Schuppen ohne etwas mitzunehmen und ohne etwas zu verändern, den Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden, den Benzinkanister in der Ecke, die Schwimmweste an der Wand. :52. Minden azon a helyen áll, ahová valaki tette, aki e dolgok elhelyezésekor talán már sejtette, hogy nem fog visszatérni, és ezt a sejtést talán nem szomorúságként élte meg, hanem valamiféle csendes megegyezésként azzal, ami elkerülhetetlen. - Alles steht an dem Platz, an den es gestellt wurde von jemandem, der beim Stellen dieser Dinge vielleicht schon ahnte, dass er nicht zurückkommen würde, und der diese Ahnung vielleicht nicht als Traurigkeit empfunden hat, sondern als eine Art stiller Übereinkunft mit dem, was unvermeidlich ist. :53. Odakint, a fészer előtt az eső ferdén és gyengülés nélkül zuhog rájuk, ők pedig benne állnak, nem menedéket keresve, és nem is közönyösen vele szemben, hanem egyszerűen benne. - Draußen vor dem Schuppen fällt der Regen schräg und ohne Abschwächung auf sie herab, und sie stehen darin, weder suchend nach Schutz noch gleichgültig dagegen, sondern einfach darin. :54. Úgy állnak benne, ahogy az ember valamiben áll, ami nagyobb nála, és amit ezért békén hagy. - Sie stehen darin, wie man in etwas steht, das größer ist als man selbst und das man deshalb in Ruhe lässt. :55. Jon bezárja a lakatot, röviden megforgatja, hogy megbizonyosodjon róla, majd elengedi. - Jon schließt das Vorhängeschloss, dreht kurz daran, um sicherzugehen, und lässt es dann los. :56. Olyan véglegességgel engedi el, amely nincs megrendezve, és éppen ezért súlyosabb. - Er lässt es mit einer Endgültigkeit los, die nicht inszeniert ist und gerade deshalb schwerer wiegt. :57. Kari zárt öklében tartja a kulcsot, egy kis, elnehezült fémdarabot, amely ebben a pillanatban egy egész hely súlyát hordozza, ahová most már nem fognak belépni. - Kari hält den Schlüssel in der geschlossenen Faust, ein kleines, schwer gewordenes Stück Metall, das in diesem Moment das ganze Gewicht eines Ortes trägt, den sie nun nicht mehr betreten werden. :58. A fjordra néz, amelynek felszínét az eső szüntelenül újrarendeződő körök mintázatává változtatja, amelyek átfedik egymást, feloldódnak és újra keletkeznek, szünet nélkül, szándék nélkül. - Sie schaut auf den Fjord, dessen Oberfläche der Regen in ein ständig sich neuordnendes Muster aus Kreisen verwandelt, die sich überlappen und auflösen und neu entstehen, ohne Pause, ohne Absicht. :59. Aztán meglendíti a karját, és hosszú, szinte hanyag ívben a part fölött a vízbe hajítja a kulcsot. - Dann holt sie aus und wirft den Schlüssel in einem langen, fast lässigen Bogen über das Ufer. :60. A kulcs megfordul a nedves levegőben, olyan hanggal esik a vízbe, amely alig hallható, és mégis tisztán kiválik minden másból, a kialakuló kis kört pedig azonnal utolérik és feloldják az eső körei, mintha a víznek nem volna ideje külön bánásmódra, és semmi oka nem volna a kulcsot másként fogadni, mint bármi mást. - Er dreht sich in der feuchten Luft, fällt ins Wasser mit einem Laut, der kaum zu hören ist und sich dennoch klar abhebt von allem anderen, und der kleine Kreis, der sich bildet, wird sofort von den Regenkreisen eingeholt und aufgelöst, als hätte das Wasser keine Zeit für Sonderbehandlung und keinen Grund, den Schlüssel anders zu empfangen als alles andere. :61. Kari nem nézi meg, hol süllyedt el. - Kari schaut nicht nach, wo er versunken ist. :62. Megfordul, és elindul. - Sie dreht sich um und geht. :63. Jon követi, egyikük sem beszél az autóig vezető úton. - Jon folgt ihr, keiner von beiden spricht auf dem Weg zum Auto. :64. Az autó az esőben vár rájuk, mint valami, ami megtanult várni, mert nem volt más választása. - Das Auto wartet im Regen auf sie wie etwas, das gelernt hat zu warten, weil es keine andere Wahl hatte. :65. Ezúttal Jon veszi át a vezetést, és kérdezés nélkül beül a volán mögé. - Jon übernimmt diesmal das Steuer und setzt sich, ohne zu fragen, ans Steuer. :66. Kari ezt egy kicsi, szinte észrevehetetlen bólintással nyugtázza, amely többet mond egy köszönömnél. - Kari quittiert das mit einem kleinen, fast unmerklichen Nicken, das mehr sagt als ein Dankeschön. :67. Halántékát a hideg üvegnek támasztja, félig lehunyja a szemét, és a motor beindul. - Sie lehnt die Schläfe gegen die kalte Scheibe, schließt die Augen halb, und der Motor springt an. :68. Az ablaktörlő újra szolgálatba áll, ugyanaz a nyikorgás, ugyanaz a kissé eltolódott ütem, mintha nem lett volna megszakítás, vagy mintha lett volna, de semmit sem változtatott volna azon, ami előtte volt, és ami most továbbmegy – ami talán a legőszintébb, amit erről a napról és erről a két emberről mondani lehet. - Der Scheibenwischer nimmt seinen Dienst wieder auf, dasselbe Quietschen, derselbe leicht verschobene Takt, als wäre die Unterbrechung nicht gewesen oder als wäre sie gewesen und hätte nichts geändert an dem, was vorher war und was jetzt weitergeht – was vielleicht das Ehrlichste ist, was man über diesen Tag und über diese beiden Menschen sagen kann. :69. Az előttük fekvő út üres és nedves, és visszavezet egy olyan világba, amelyben ez a fészer már nem fordul elő, amelyben egy horgászbot fekszik egy munkapadon, és senki sem jön, hogy elvigye. - Die Straße vor ihnen ist leer und nass und führt zurück in eine Welt, in der dieser Schuppen nicht mehr vorkommt, in der eine Angel auf einer Werkbank liegt und niemand kommt, sie zu holen. :70. Ebben a világban egy naptár 2019 márciusánál marad kinyitva, amíg maga a papír fel nem oldódik. - In dieser Welt bleibt ein Kalender auf dem März 2019 aufgeschlagen, bis das Papier selbst sich auflöst. :71. Egyikük sem mondja ki, mi volt ez a nap, nem azért, mert hiányoznak a szavak. - Keiner von beiden sagt, was dieser Tag war, nicht weil die Worte fehlen. :72. Vannak dolgok, amelyeket az ember megsért, ha megnevezi őket, és ezt mindketten tudják, anélkül, hogy valaha beszéltek volna róla. - Es gibt Dinge, die man beschädigt, wenn man sie benennt, und beide wissen das, ohne jemals darüber gesprochen zu haben. :73. Mennek tovább, az eső nem áll el, és mögöttük a fészer eltűnik a kanyarban, a távolságban és életük maradékában. - Sie fahren, und der Regen hört nicht auf, und hinter ihnen verschwindet der Schuppen in der Kurve und in der Entfernung und im Rest ihres Lebens. :74. A fészer mégis megmarad az életükben, nem olyan emlékként, amelyet előhív az ember, hanem valami mélyebbként és állandóbbként: annak csendes, feloldhatatlan bizonyosságaként, hogy vannak helyek, amelyeket az ember nem hagy el, akkor sem, ha nem tér vissza. - Der Schuppen wird dennoch in ihrem Leben bleiben, nicht als Erinnerung, die man aufruft, sondern als etwas Tieferes und Beständigeres: als die stille, unauflösliche Gewissheit, dass es Orte gibt, die man nicht verlässt, auch wenn man nicht zurückkommt. ------------------------- == 73 == 1 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt. :2. Tíz éve Milánóban él. - Sie lebt seit zehn Jahren in Mailand. :3. Ott egy tisztítóban dolgozik. - Sie arbeitet dort in einer Reinigung. :4. Ma busszal utazik haza. - Heute fährt sie mit dem Bus nach Hause. :5. A falu Dél-Olaszországban, Basilicatában fekszik. - Das Dorf liegt in Süditalien, in der Basilicata. :6. Az anyja meghalt. - Ihre Mutter ist gestorben. :7. Az anya házát el kell adni. - Das Haus der Mutter muss verkauft werden. :8. Elena gyorsan el akarja intézni, aztán újra el akar menni. - Elena will das schnell erledigen und wieder fahren. :9. A busz megáll a piactéren. - Der Bus hält auf dem Marktplatz. :10. Elena leszáll. - Elena steigt aus. :11. A szeptemberi hőség azonnal megcsapja. - Die Septemberhitze trifft sie sofort. :12. A levegő érett paradicsom és por szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten und Staub. :13. Ezt a szagot még jól ismeri. - Sie kennt diesen Geruch noch gut. :14. Régen szerette. - Früher hat sie ihn geliebt. :15. Most félelmet kelt benne. - Jetzt macht er ihr Angst. :16. A sarkon túl van egy műhely. - Um die Ecke ist eine Werkstatt. :17. Ott dolgozik Carlo. - Dort arbeitet Carlo. :18. Carlo harmincnyolc éves. - Carlo ist achtunddreißig Jahre alt. :19. Szerelő. - Er ist Mechaniker. :20. Még mindig a faluban él. - Er lebt noch immer im Dorf. :21. Elena meghallja a nevetését. - Elena hört sein Lachen. :22. Megáll. - Sie bleibt stehen. :23. Gyorsan ver a szíve. - Ihr Herz schlägt schnell. :24. El akar menni, de nem tud. - Sie will weggehen, aber sie kann nicht. :25. Carlo egy régi autó alatt áll. - Carlo steht unter einem alten Auto. :26. A karja fekete az olajtól. - Seine Arme sind schwarz von Öl. :27. Nem látja őt. - Er sieht sie nicht. :28. Elena túl sokáig nézi. - Sie sieht ihn zu lange an. :29. Carlo volt az első férfija. - Carlo war ihr erster Mann. :30. Ez tizenhat évvel ezelőtt volt. - Das war vor sechzehn Jahren. :31. Nagyon szerették egymást. - Sie liebten sich sehr. :32. Aztán Elena teherbe esett. - Dann wurde Elena schwanger. :33. A fiukat Matteónak hívják. - Ihr Sohn heißt Matteo. :34. Carlo nem maradt mellette. - Carlo blieb nicht bei ihr. :35. Elena nem tudta magánál tartani Matteót. - Elena konnte Matteo nicht bei sich behalten. :36. Matteo ma Carlo anyjánál él. - Matteo lebt heute bei Carlos Mutter. :37. Őt Signora Graziának hívják. - Die heißt Signora Grazia. :38. Hetvenéves. - Sie ist siebzig Jahre alt. :39. Ő neveli Matteót. - Sie zieht Matteo auf. :40. Este Elena elmegy Carlo házához. - Am Abend geht Elena zu Carlos Haus. :41. Egy régi, virágmintás ruhát visel. - Sie trägt ein altes geblümtes Kleid. :42. Carlo ajtót nyit. - Carlo öffnet die Tür. :43. Ránéz. - Er schaut sie an. :44. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja halkan. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er leise. :45. Elena nem mond semmit. - Elena sagt nichts. :46. Arcul üti. - Sie schlägt ihn ins Gesicht. :47. Carlo nem érinti meg az arcát. - Carlo fasst sich nicht an die Wange. :48. Csak nézi őt. - Er schaut sie nur an. :49. A szeme sötét. - Seine Augen sind dunkel. :50. Nem mondja: sajnálom. - Er sagt nicht: Es tut mir leid. :51. Éjjel Carlo érte megy. - In der Nacht holt Carlo sie ab. :52. Együtt mennek a garázsba. - Sie gehen zusammen in die Garage. :53. Ott régi autóüléseken ülnek. - Dort sitzen sie auf alten Autositzen. :54. Carlo kinyit egy üveg vörösbort. - Carlo öffnet eine Flasche Rotwein. :55. Ad neki egy poharat. - Er gibt ihr ein Glas. :56. Lassan isznak. - Sie trinken langsam. :57. Carlo megfogja a kezét. - Carlo nimmt ihre Hand. :58. Az ujjai melegek és érdesek. - Seine Finger sind warm und rau. :59. Elena hagyja. - Elena lässt es zu. :60. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja halkan. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie leise. :61. Carlo így válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motorokat javítani.” - Carlo antwortet: „Ich zeige ihm, wie man Motoren repariert." :62. Elena visszahúzza a kezét. - Elena nimmt ihre Hand zurück. :63. Többé nem szól egy szót sem. - Sie sagt kein Wort mehr. :64. Másnap reggel Elena korán felkel. - Am nächsten Morgen steht Elena früh auf. :65. Még sötét van. - Es ist noch dunkel. :66. Bepakolja a táskáját. - Sie packt ihre Tasche. :67. Nem a buszhoz megy. - Sie geht nicht zum Bus. :68. Signora Grazia házához megy. - Sie geht zu Signora Grazias Haus. :69. A konyhaablakon át meglátja Matteót. - Durch das Küchenfenster sieht sie Matteo. :70. Az asztalnál ül. - Er sitzt am Tisch. :71. Kenyeret márt tejbe. - Er tunkt Brot in Milch. :72. A nagymama végigsimít a fején. - Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. :73. Matteo nevet. - Matteo lacht. :74. Elena kint áll a hidegben. - Elena steht draußen im Kalten. :75. Homlokát az üveghez nyomja. - Sie drückt die Stirn gegen das Glas. :76. Egy percig csak nézi. - Eine Minute lang schaut sie nur. :77. Aztán megfordul. - Dann dreht sie sich um. :78. Elmegy a pályaudvarra. - Sie geht zum Bahnhof. :79. A vonat a nap felé halad. - Der Zug fährt in die Sonne. :80. De a nap már nem melegíti Elenát. - Aber die Sonne wärmt Elena nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, és már egy évtizede Milánóban él. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt und lebt seit einem Jahrzehnt in Mailand. :2. Ott dolgozik egy kis tisztítóban, nem messze a pályaudvartól. - Sie arbeitet dort in einer kleinen Reinigung, nicht weit vom Bahnhof. :3. Ma busszal utazott a szülőfalujába, mert meghalt az anyja. - Heute ist sie mit dem Bus in ihr Heimatdorf gefahren, weil ihre Mutter gestorben ist. :4. Az anya háza most üresen áll, és Elenának el kell adnia. - Das Haus der Mutter steht jetzt leer, und Elena muss es verkaufen. :5. Csak néhány napig akar maradni, aztán a lehető leggyorsabban újra el akar menni. - Sie will nur ein paar Tage bleiben und dann so schnell wie möglich wieder fahren. :6. Amikor a busz megáll a piactéren, Elena utolsóként száll le. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält, steigt Elena als Letzte aus. :7. A szeptemberi hőség azonnal megcsapja, mintha a levegő nehéz, meleg takaró volna. - Die Septemberhitze trifft sie sofort, als wäre die Luft eine schwere, warme Decke. :8. Érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyének régi olaja szaglik. - Es riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem alten Öl von Carlos Werkstatt. :9. Elena még jól ismeri ezt a szagot, hiszen itt nőtt fel, ezeken az utcákon és tereken. - Elena kennt diesen Geruch noch gut, denn sie ist hier aufgewachsen, auf diesen Straßen und Plätzen. :10. Régen szerette ezt a szagot, ma összeszorítja tőle a gyomra. - Früher hat sie diesen Geruch geliebt, heute macht er ihr den Magen eng. :11. Mielőtt meglátná Carlót, meghallja a nevetését – hangosan és mélyen, ahogyan még az emlékeiben él. - Bevor sie Carlo sieht, hört sie sein Lachen – laut und tief, wie sie es noch aus der Erinnerung kennt. :12. A sarkon túl áll a műhelye előtt, és egy behorpadt motorháztető fölé hajol. - Er steht um die Ecke vor seiner Werkstatt und beugt sich über eine zerbeulte Motorhaube. :13. Az ingujja fel van tűrve, a karja fekete a kenőanyagtól, pontosan úgy, mint akkoriban. - Seine Ärmel sind hochgekrempelt und seine Arme schwarz von Schmiere, genau wie damals. :14. Elena megáll a járdán, és nem tud továbbmenni, pedig akar. - Elena bleibt auf dem Bürgersteig stehen und kann nicht weitergehen, obwohl sie es will. :15. Túl sokáig nézi őt, aztán Carlo megfordul. - Sie schaut ihn zu lange an, und dann dreht er sich um. :16. Carlo volt az első férfija, ez tizenhat éve volt, amikor még mindketten fiatalok voltak. - Carlo war ihr erster Mann, das war vor sechzehn Jahren, als sie beide noch jung waren. :17. Nagyon szerették egymást, de amikor Elena teherbe esett, Carlo nem maradt mellette. - Sie liebten sich sehr, aber als Elena schwanger wurde, blieb Carlo nicht bei ihr. :18. Elena nem tudta magánál tartani a fiát, Matteót, mert a fiú minden nap az árulásra emlékeztette volna. - Elena konnte ihren Sohn Matteo nicht bei sich behalten, weil sie ihn jeden Tag an den Verrat erinnert hätte. :19. Ezért Matteo ma Carlo anyjánál, Signora Graziánál él, aki hetvenéves, és mindent az ablakból figyel. - Deshalb lebt Matteo heute bei Carlos Mutter, Signora Grazia, die siebzig Jahre alt ist und alles vom Fenster aus beobachtet. :20. Este Elena felveszi régi virágos ruháját, és elmegy Carlo házához. - Am Abend zieht Elena ihr altes geblümtes Kleid an und geht zu Carlos Haus. :21. Nem tudja pontosan, miért teszi ezt, de a lába mégis felviszi a lépcsőn. - Sie weiß nicht genau, warum sie das tut, aber ihre Füße gehen trotzdem die Treppe hinauf. :22. Carlo kinyitja az ajtót, és hosszú pillanatig némán nézi őt. - Carlo öffnet die Tür und schaut sie einen langen Moment schweigend an. :23. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja végül halkan, mosoly nélkül. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er schließlich, mit leiser Stimme und ohne zu lächeln. :24. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :25. Carlo nem fogja meg az arcát, és azt sem mondja, hogy sajnálja. - Carlo fasst sich nicht an die Wange und sagt auch nicht, dass es ihm leidtut. :26. Csak nézi őt, sötét szemmel, megbánás nélkül, és ez majdnem rosszabb minden másnál. - Er schaut sie nur an, die Augen dunkel und ohne Reue, und das ist fast schlimmer als alles andere. :27. Nem sokkal éjfél után Carlo elhozza őt az anyja háza előtti lépcsőről. - Kurz nach Mitternacht holt Carlo sie von der Treppe vor dem Haus ihrer Mutter ab. :28. Együtt mennek be a régi garázsba, ahol két szakadt autóülés áll a betonpadlón. - Sie gehen zusammen in die alte Garage, wo zwei zerschlissene Autositze auf dem Betonboden stehen. :29. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük, és kérdezés nélkül tölt neki egy pohárral. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie und schenkt ihr ein Glas ein, ohne zu fragen. :30. Megfogja Elena kezét, az ujjai érdesek és melegek, és még mindig olajszagúak. - Er greift nach ihrer Hand, seine Finger sind rau und warm und riechen noch immer nach Öl. :31. Elena hagyja, pedig tudja, hogy nem kellene. - Elena lässt es zu, obwohl sie weiß, dass sie es nicht sollte. :32. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja halkan, anélkül hogy ránézne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie leise, ohne ihn anzusehen. :33. Carlo nagyot kortyol a borból, aztán nyugodtan válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit apám valaha adott nekem.” - Carlo nimmt einen langen Schluck Wein und antwortet dann ruhig: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :34. Elena erre nem mond semmit, de lassan visszahúzza a kezét. - Elena sagt darauf nichts, aber sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :35. Másnap reggel Elena még napkelte előtt felkel, és sötétben összepakolja a táskáját. - Am nächsten Morgen steht Elena noch vor Sonnenaufgang auf und packt ihre Tasche im Dunkeln. :36. Nem megy azonnal a pályaudvarra, hanem kerülőt tesz Signora Grazia házához. - Sie geht nicht sofort zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg zu Signora Grazias Haus. :37. A kivilágított konyhaablakon át látja Matteót, aki az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe. - Durch das erleuchtete Küchenfenster sieht sie Matteo, der am Tisch sitzt und Brot in Milch tunkt. :38. Tízéves, sötét haja van, és úgy néz ki, mint Carlo, ezt Elena távolról is látja. - Er ist zehn Jahre alt, hat dunkle Haare und sieht aus wie Carlo, das sieht sie auch aus der Entfernung. :39. Az öreg Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején. - Die alte Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf. :40. Elena a homlokát a hideg ablaküveghez nyomja, és egy teljes percig nézi őket. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Fensterglas und schaut eine ganze Minute lang zu. :41. Aztán megfordul, szó nélkül elmegy a pályaudvarra, és felszáll az első Milánóba tartó vonatra. - Dann dreht sie sich um, geht ohne Worte zum Bahnhof und steigt in den ersten Zug nach Mailand. :42. A vonat a felkelő nap felé halad, de a nap ezen a reggelen már nem melegíti Elenát. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne hinein, aber die Sonne wärmt Elena an diesem Morgen nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, és már egy évtizede egy tisztítóban dolgozik a milánói pályaudvar közelében. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt und arbeitet seit einem Jahrzehnt in einer Reinigung nahe dem Mailänder Bahnhof. :2. Ez idő alatt soha nem gondolt arra, hogy visszatérjen. - In dieser Zeit hat sie nie daran gedacht, zurückzukehren. :3. Amikor az anyja meghal, nem marad választása: a házat el kell adni. - Als ihre Mutter stirbt, bleibt ihr keine Wahl: Das Haus muss verkauft werden. :4. Ehhez valakinek oda kell utaznia, és ez a valaki ő. - Dafür muss jemand hinfahren, und dieser Jemand ist sie. :5. A buszút négy óráig tart, és Elena az idő nagy részében alszik. - Die Busfahrt dauert vier Stunden, und Elena schläft die meiste Zeit. :6. Vagy legalábbis úgy tesz, mintha aludna, hogy ne kelljen beszélnie a mellette ülő öregemberrel, aki fokhagymaszagú, és egy rádiót tart az ölében. - Oder sie tut zumindest so, als würde sie schlafen, um nicht mit dem alten Mann neben ihr reden zu müssen, der nach Knoblauch riecht und ein Radio auf dem Schoß hält. :7. Amikor a busz végül megáll a piactéren, ő száll le utolsóként. - Als der Bus schließlich auf dem Marktplatz hält, steigt sie als Letzte aus. :8. Egy pillanatra megáll a kövezeten, táskával a kezében, miközben a szeptemberi hőség nehézkesen rátelepszik a vállára. - Sie bleibt einen Moment auf dem Pflaster stehen, die Tasche in der Hand, während die Septemberhitze sich schwer auf ihre Schultern legt. :9. A levegő érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyéből áradó olaj szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem Öl aus Carlos Werkstatt. :10. A műhely még mindig ott van a sarkon túl, mintha tíz év alatt semmi sem változott volna rajta kívül. - Die Werkstatt liegt noch immer um die Ecke, als hätte sich in zehn Jahren nichts verändert außer ihr selbst. :11. Előbb hallja meg a nevetését, mint hogy meglátná őt. - Sie hört sein Lachen, bevor sie ihn sieht. :12. Ez az a széles, gondtalan nevetés, amelyet régen szeretett, és amely most sértésnek tűnik számára. - Es ist dieses breite, sorglose Lachen, das sie früher geliebt hatte und das ihr jetzt wie eine Beleidigung vorkommt. :13. Carlo egy behorpadt motorháztető fölé hajolva áll, feltűrt ingujjakkal, karja fekete a kenőanyagtól. - Carlo steht über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Ärmel hochgekrempelt, die Arme schwarz von Schmiere. :14. Úgy néz ki, mint mindig, mintha egyetlen álmatlan éjszakája sem lett volna mindezekben az években. - Er sieht so aus wie immer, als hätte er keine einzige schlaflose Nacht in all diesen Jahren gehabt. :15. Elena megáll a járdán. - Elena bleibt auf dem Bürgersteig stehen. :16. Aztán Carlo megfordul, és ránéz. - Dann dreht er sich um und sieht sie an. :17. Tizenhat évvel ezelőtt csókolóztak először, a templom mögött, a nyári ünnep után. - Vor sechzehn Jahren hatten sie sich zum ersten Mal geküsst, hinter der Kirche, nach dem Sommerfest. :18. Elena azt hitte, hogy az ilyesmi örökké tart. - Elena hatte geglaubt, dass so etwas ewig hält. :19. Amikor húszévesen teherbe esett, megértett valamit. - Als sie mit zwanzig Jahren schwanger wurde, verstand sie etwas. :20. Carlo az „örökké” alatt mást értett, mint ő. - Carlo verstand unter „ewig" etwas anderes als sie. :21. A fiuk, Matteo márciusban született, sötét hajjal és Carlo szemével. - Ihr Sohn Matteo kam im März zur Welt, mit dunklen Haaren und Carlos Augen. :22. Elena pontosan kétszer tartotta a karjában, mielőtt tudta volna, hogy nem bírná elviselni, ha mindennap ránézne, és közben az árulásra kellene gondolnia. - Elena hielt ihn genau zweimal im Arm, bevor sie wusste, dass sie es nicht ertragen würde, ihn jeden Tag anzusehen und dabei an den Verrat zu denken. :23. Azóta Matteo Signora Graziánál, Carlo anyjánál él. - Seitdem lebt Matteo bei Signora Grazia, Carlos Mutter. :24. Hetvenéves, soha nem panaszkodik, és mindent megfigyel, ami az ablaka előtti utcán történik. - Sie ist siebzig Jahre alt, klagt niemals und beobachtet alles, was auf der Straße vor ihrem Fenster passiert. :25. Este Elena felveszi a régi virágos ruhát, amelyet még régről ismer, és amely még mindig jó rá. - Am Abend zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie noch von früher kennt und das immer noch passt. :26. Még mindig jó rá, mert az utóbbi években keveset evett, és úgy megy fel Carlo lakásához a lépcsőn, hogy közben semmire sem gondol, vagy legalábbis ezt beszéli be magának. - Es passt immer noch, weil sie in den letzten Jahren wenig gegessen hat, und sie geht die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf, ohne sich dabei etwas zu denken, oder zumindest redet sie sich das ein. :27. Carlo egy foltos trikóban nyit ajtót. - Carlo öffnet die Tür in einem fleckigen Unterhemd. :28. Úgy néz rá, mintha valahogy tudta volna, hogy el fog jönni. - Er schaut sie so an, als hätte er irgendwie gewusst, dass sie kommen würde. :29. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja halkan. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er leise. :30. Ez nem hangzik sem bóknak, sem sértésnek, hanem olyan megállapításnak, amelyet már régóta magában hordoz. - Es klingt weder wie ein Kompliment noch wie eine Beleidigung, sondern wie eine Feststellung, die er schon lange mit sich herumträgt. :31. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :32. Elég erősen üti meg ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a lépcsőházban. - Sie schlägt fest genug, dass das Geräusch im Treppenhaus widerhallt. :33. Carlo meg sem mozdul, nem érinti meg az arcát, és nem mondja, hogy sajnálja. - Carlo rührt sich nicht, fasst sich nicht an die Wange und sagt nicht, dass es ihm leidtut. :34. Éppen ez dühíti fel Elenát jobban, mint maga az ütés. - Genau das macht Elena wütender als der Schlag selbst. :35. Nem sokkal éjfél után Carlo Elena anyjának háza előtt áll és vár. - Kurz nach Mitternacht steht Carlo vor dem Haus ihrer Mutter und wartet. :36. Nem csenget be, mintha biztos lenne benne, hogy Elena úgysem alszik. - Er klingelt nicht, als wäre er sicher, dass sie ohnehin nicht schläft. :37. Együtt mennek be a garázsba, ahol két régi autóülés áll a betonpadlón. - Sie gehen zusammen in die Garage, wo zwei alte Autositze auf dem Betonboden stehen. :38. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük, olcsó szupermarketes vörösbort, amelyért még csak bocsánatot sem kér. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie, billigen Rotwein aus dem Supermarkt, den er nicht einmal entschuldigt. :39. Amikor megfogja Elena kezét, az ujjai érdesek és melegek, és olajszagúak. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen nach Öl. :40. Elena hagyja megtörténni, mert fáradt, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert azt beszéli be magának, hogy ez semmit sem jelent. - Elena lässt es geschehen, weil sie müde ist und weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie sich einredet, dass es nichts bedeutet. :41. „Matteo soha nem kérdez utánam” – mondja végül, anélkül hogy ránézne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, ohne ihn anzusehen. :42. Olyan hangon mondja, amelynek közönyösnek kellene hangzania, de nem úgy hangzik. - Sie sagt es in einem Ton, der gleichgültig klingen soll und es nicht tut. :43. Carlo egy pillanatig hallgat. - Carlo schweigt einen Moment. :44. Aztán azt mondja: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több annál, mint amit az apám valaha adott nekem.” - Dann sagt er: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :45. Elena ezért gyűlöli őt, mert ez nem mentség, és mégis valahogyan igaz. - Elena hasst ihn dafür, weil es keine Entschuldigung ist und trotzdem irgendwie stimmt. :46. A kettő egyszerre a legrosszabb. - Beides gleichzeitig ist das Schlimmste. :47. Lassan visszahúzza a kezét. - Sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :48. Carlo elengedi. - Carlo lässt sie gehen. :49. Elena még napkelte előtt összepakolja a táskáját az idegen hálószoba félhomályában. - Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche im Halbdunkel des fremden Schlafzimmers. :50. Úgy hagyja el a házat, hogy nem főz kávét, és nem hagy hátra üzenetet. - Sie verlässt das Haus, ohne Kaffee zu kochen oder eine Notiz zu hinterlassen. :51. Nem közvetlenül az állomásra megy, hanem kerülőt tesz. - Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg. :52. Nem akarja bevallani magának ezt a kerülőt, és megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt. - Sie will sich diesen Umweg nicht eingestehen und bleibt vor Signora Grazias Küchenfenster stehen. :53. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch. :54. Egy olyan gyerek nyugodt összpontosításával teszi, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Er tut es mit der ruhigen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört. :55. Sötét haja van, Carlo szája, és olyan tartása, amely Elenát senki másra nem emlékezteti, csak saját magára. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Haltung, die Elena an niemanden erinnert außer an sich selbst. :56. Saját magára emlékezteti, arra az időre, amikor még nem tudta, mit tesz az emberrel az élet. - Sie erinnert sie an sich selbst, als sie noch nicht wusste, was das Leben mit einem macht. :57. Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf. :58. Nem néz fel, mintha biztos lenne benne, hogy valaki odakint áll és figyel. - Sie schaut nicht auf, als wäre sie sich sicher, dass jemand draußen steht und zuschaut. :59. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :60. Aztán megfordul, és elmegy, anélkül hogy még egyszer visszanézne. - Dann dreht sie sich um und geht, ohne sich noch einmal umzusehen. :61. A vonat a felkelő nap felé halad, és a táj elsuhan mellette. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne, und die Landschaft zieht vorbei. :62. Elena az utolsó cigarettát az ablakon kifelé szívja, és nem gondol semmire, vagy legalábbis megpróbálja, és tíz éve ez az egyetlen dolog, amiben igazán jó lett. - Elena raucht das letzte Fenster hinaus und denkt an nichts, oder sie versucht es zumindest, und das ist, seit zehn Jahren, das Einzige, worin sie wirklich gut geworden ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, túl sokat dohányzik, túl keveset eszik, és egy évtized alatt Milánóban egyszer sem gondolt arra, hogy a falu, ahonnan származik, még létezik. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt, raucht zu viel, isst zu wenig und hat in einem Jahrzehnt Mailand nicht einmal daran gedacht, dass das Dorf, aus dem sie stammt, noch existiert. :2. Aztán megszólalt a telefon, és egy hang azt mondta, hogy az anyja elment, mintha a halál indulás volna, nem pedig végleges elnémulás. - Dann klingelte das Telefon und eine Stimme sagte, ihre Mutter sei gegangen, so als wäre der Tod ein Aufbruch und nicht ein endgültiges Verstummen. :3. A házat el kell adni, ez az egyetlen oka annak, hogy útnak indul, és ezt mondogatja magának újra meg újra a négyórás buszúton Basilicata kopár augusztusi hőségén át. - Das Haus muss verkauft werden, das ist der einzige Grund, weshalb sie fährt, und das sagt sie sich auf der vierstündigen Busfahrt durch die kahle Augusthitze der Basilicata immer wieder vor. :4. Olyan ez, mint egy formula, amelynek józannak kellene tartania őt, miközben odakint a táj az ablak mellett ég, ő pedig bent ül a kemény ülésen, és úgy tesz, mintha aludna, hogy elkerülje a mellette ülő öregembert, aki fokhagymaszagú, és ennek ellenére húszpercenként magyaráz neki valamit. - Es ist wie eine Formel, die sie nüchtern halten soll, während die Landschaft außen am Fenster verbrennt und sie innen auf dem harten Sitz sitzt und so tut, als würde sie schlafen, um dem alten Mann neben ihr zu entgehen, der nach Knoblauch riecht und ihr trotzdem alle zwanzig Minuten etwas erklärt. :5. Amikor a busz megáll a piactéren, Elena utolsóként száll le, és egy pillanatig mozdulatlanul áll a kövezeten. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält, steigt Elena als Letzte aus und bleibt einen Moment unbeweglich auf dem Pflaster stehen. :6. Jobb kezében az utazótáskát tartja, baljával már a cigaretta után nyúl, miközben a szeptemberi hőség úgy telepszik rá, mint valami, amit személyesen neki szántak. - Sie hält die Reisetasche in der rechten Hand, greift mit der linken schon nach der Zigarette, während die Septemberhitze sich auf sie legt wie etwas, das sie persönlich gemeint hat. :7. A levegő érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyéből áradó olaj súlyos, elkerülhetetlen szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem schweren, unvermeidlichen Geruch des Öls aus Carlos Werkstatt. :8. Carlo műhelye még mindig ott van mindjárt a sarkon túl, mintha a falu tíz év alatt elhatározta volna, hogy várni fog rá. - Carlos Werkstatt liegt noch immer gleich um die Ecke, als hätte das Dorf in zehn Jahren beschlossen, auf sie zu warten. :9. Elena előbb hallja a nevetését, mint hogy meglátná őt – ezt a széles, önmagában biztos nevetést. - Sie hört sein Lachen, bevor sie ihn sieht – dieses breite, von sich selbst überzeugte Lachen. :10. Húszévesen életörömnek tartotta, ma pedig egy olyan férfi szemtelenségének tűnik számára, aki soha semmiért nem fizetett meg. - Mit zwanzig hatte sie es für Lebensfreude gehalten, und heute kommt es ihr wie die Unverschämtheit eines Mannes vor, der nie für irgendetwas bezahlt hat. :11. Carlo egy behorpadt motorháztető fölé hajolva áll, feltűrt ingujjal, alkarja fekete a kenőanyagtól. - Carlo steht über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Ärmel hochgekrempelt, die Unterarme schwarz von Schmiere. :12. Olyan érintetlennek látszik, olyan szégyenletesen változatlannak, hogy Elena egy pillanatra elfelejt tovább lélegezni. - Er sieht so unberührt aus, so beschämend unverändert, dass Elena für einen Moment vergisst, weiterzuatmen. :13. Amikor megfordul, és ránéz, az arcán nem jelenik meg meglepetés. - Als er sich umdreht und sie ansieht, legt sich keine Überraschung in sein Gesicht. :14. Csak egy hosszú, nyugodt pillantás az, amely egyszerre ismeri fel és sorolja be őt, és bizonyos értelemben ez a legrosszabb. - Es ist nur ein langer, ruhiger Blick, der sie gleichzeitig erkennt und einordnet, und das ist, in gewisser Weise, das Schlimmste. :15. Tizenhat évvel ezelőtt minden a templom mögött kezdődött, a nyári ünnep után, a meleg sötétségben, egy csókkal, amely akkor ígéretnek tűnt számára. - Vor sechzehn Jahren hatte alles hinter der Kirche begonnen, nach dem Sommerfest, in der warmen Dunkelheit, mit einem Kuss, der ihr damals wie ein Versprechen vorgekommen war. :16. Elena azóta tudja, hogy nem naiv volt, hanem egyszerűen tizenkilenc éves, és még nem ismerte azt a tényt, hogy az olyan férfiak, mint Carlo, úgy adnak ígéreteket, hogy közben nem gondolnak semmire. - Elena weiß inzwischen, dass sie nicht naiv war, sondern einfach neunzehn und noch nicht vertraut mit der Tatsache, dass Männer wie Carlo Versprechen geben, ohne sich dabei etwas zu denken. :17. Amikor húszévesen teherbe esett, ezt teljesen megértette. - Als sie mit zwanzig schwanger wurde, verstand sie das vollständig. :18. Túl későn és túl világosan értette meg, ahogyan a legtöbb fontos dolgot megérti az ember. - Sie verstand es zu spät und zu deutlich, wie man die meisten wichtigen Dinge versteht. :19. Matteo márciusban született, sötét hajjal és Carlo szemével, valamint olyan ártatlansággal, amelyet Elena elviselhetetlennek talált. - Matteo kam im März zur Welt, mit dunklen Haaren und Carlos Augen und einer Unschuld, die Elena unerträglich fand. :20. Ránézett, és nem egy gyereket látott, hanem saját vereségének egész történetét, egy síró testbe sűrítve. - Sie sah ihn an und sah nicht ein Kind, sondern die gesamte Geschichte ihrer eigenen Niederlage, komprimiert in einen schreienden Körper. :21. Kétszer tartotta a karjában, aztán odaadta Signora Graziának, Carlo anyjának. - Sie hielt ihn zweimal im Arm, dann gab sie ihn an Signora Grazia, Carlos Mutter. :22. Signora Grazia hetvenéves, soha nem panaszkodik, és mozdulatlan figyelemmel szemlél mindent, ami a háza előtti utcán történik, egy olyan nő figyelmével, aki már régen felhagyott azzal, hogy csodálkozzon az embereken. - Signora Grazia ist siebzig Jahre alt, klagt niemals und beobachtet alles, was auf der Straße vor ihrem Haus passiert, mit der unbeweglichen Aufmerksamkeit einer Frau, die längst aufgehört hat, sich über Menschen zu wundern. :23. Este Elena felveszi a régi virágos ruhát, amely még régről maradt meg neki, és amely még mindig jó rá. - Am Abend zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie noch von früher hat und das immer noch passt. :24. Még mindig jó rá, mert egy évtized Milánó karcsúbbá tette, nem szándékból, hanem felejtésből, és ő azzal a tudatos elhatározással megy fel Carlo lakásának lépcsőjén, hogy semmit sem akar, és azzal a be nem vallott tudással, hogy ez nem igaz. - Es passt noch, weil ein Jahrzehnt Mailand sie schmaler gemacht hat, nicht durch Absicht, sondern durch Vergessen, und sie steigt die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf mit dem bewussten Vorsatz, nichts zu wollen, und dem uneingestandenen Wissen, dass das nicht stimmt. :25. Carlo foltos atlétatrikóban nyit ajtót, egy olyan férfi arcával néz rá, aki nem vár magyarázatot, majd egy fél perccel túl hosszúra nyúló hallgatás után azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Carlo öffnet in einem fleckigen Unterhemd, schaut sie an mit dem Gesicht eines Mannes, der keine Erklärung erwartet, und sagt nach einem Schweigen, das eine halbe Minute zu lang dauert: „Du siehst aus wie deine Mutter." :26. Nem kedvesen mondja, nem kegyetlenül, hanem annak a tárgyilagos csendjével, aki kimond egy megfigyelést, amelyet túl régóta hordoz magában. - Er sagt es nicht freundlich, nicht grausam, sondern mit der sachlichen Stille von jemandem, der eine Beobachtung ausspricht, die er zu lange mit sich herumgetragen hat. :27. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :28. Elég erősen üt ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a lépcsőházban, és hogy a fölöttük lévő emeleten egy ajtó röviden megnyikorduljon, majd újra elnémuljon. - Sie schlägt fest genug, dass das Geräusch im Treppenhaus widerhallt und eine Tür im Stockwerk darüber kurz quietscht und dann wieder verstummt. :29. Carlo nem mozdul, nem érinti meg az arcát, és nem mondja, hogy sajnálja. - Carlo bewegt sich nicht, fasst sich nicht an die Wange und sagt nicht, dass es ihm leidtut. :30. Olyan szemekkel néz rá, amelyekben nincs megbánás és nincs harag sem, csak valami sötét, nyugodt dolog, ami rosszabb mindkettőnél együtt. - Er schaut sie mit Augen an, in denen keine Reue ist und auch keine Wut, nur etwas Dunkles, Ruhiges, das schlimmer ist als beides zusammen. :31. Nem sokkal éjfél után Carlo ott áll Elena anyjának háza előtt, anélkül hogy csengetett volna, anélkül hogy üzenetet küldött volna. - Kurz nach Mitternacht steht er vor dem Haus ihrer Mutter, ohne geklingelt zu haben, ohne eine Nachricht geschickt zu haben. :32. Egyszerűen csak ott áll, egy üveg vörösborral a hóna alatt, mintha biztos volna benne, hogy Elena úgysem alszik – ami igaz, de ezt nem fogja megmondani neki. - Er steht einfach da, mit einer Flasche Rotwein unter dem Arm, als wäre er sicher, dass sie ohnehin nicht schläft – was stimmt, aber das wird sie ihm nicht sagen. :33. Bemmennek a garázsba, és leülnek két régi autóülésre, amelyek a csupasz betonpadlón állnak, mint egy feladott lakás maradványai. - Sie gehen in die Garage und setzen sich auf zwei alte Autositze, die auf dem nackten Betonboden stehen wie Überreste einer aufgegebenen Wohnung. :34. Carlo kérdezés nélkül tölt, ami rendben van, mert ez az egyetlen dolog, amit ezen az estén helyesen csinál. - Carlo schenkt ein, ohne zu fragen, was in Ordnung ist, weil es das Einzige ist, das er an diesem Abend richtig macht. :35. Amikor a keze után nyúl, az ujjai érdesek és melegek, és még mindig annak az olajnak a szagát hordozzák, amelyet nem lehet teljesen lemosni. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen noch immer nach dem Öl, das sich nicht vollständig abwaschen lässt. :36. Elena hagyja megtörténni, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert tudja, hogy másnap reggel elutazik, és azoknak a dolgoknak, amelyeket az ember csak egyetlen éjszakára enged meg, nem kell következményekkel járniuk, ha elég elszánt. - Elena lässt es geschehen, weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie weiß, dass sie morgen früh fährt und Dinge, die man nur eine Nacht lang zulässt, keine Konsequenzen haben müssen, wenn man entschlossen genug ist. :37. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja végül. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich. :38. Olyan hangon mondja, amelynek megállapításnak kellene hangzania, de sebnek hangzik. - Sie sagt es in einem Ton, der nach Feststellung klingen soll und nach Wunde klingt. :39. Carlo állja a tekintetét, iszik egy hosszú kortyot, aztán kertelés nélkül válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit az apám valaha adott nekem.” - Carlo hält ihren Blick aus, trinkt einen langen Schluck und antwortet dann ohne Umschweife: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :40. Elena olyan pontossággal gyűlöli őt ezért, amely szinte csodálatot érdemel, mert ez nem mentség, nem megbánás, nem vallomás, és mégis igazságtalan, megbocsáthatatlan módon teljesen igaz. - Elena hasst ihn dafür mit einer Präzision, die fast Bewunderung verdient, weil es keine Entschuldigung ist, kein Bedauern, kein Geständnis, und trotzdem auf eine ungerechte, unverzeihliche Art vollkommen wahr. :41. Lassan visszahúzza a kezét. - Sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :42. Carlo hagyja, hogy visszahúzza. - Carlo lässt sie nehmen. :43. Elena még napkelte előtt elhagyja a házat a félhomályban. - Noch vor Sonnenaufgang verlässt Elena das Haus im Halbdunkel. :44. Kávé nélkül megy el, üzenet nélkül, anélkül hogy megbizonyosodna róla, hogy helyesen cselekszik. - Sie geht ohne Kaffee, ohne Notiz, ohne sich zu versichern, dass sie das Richtige tut. :45. Kerülőt tesz, amelyet önmagának sem vall be, és megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt. - Sie macht einen Umweg, den sie sich nicht eingesteht, und bleibt vor Signora Grazias Küchenfenster stehen. :46. Az ablakban meleg fény ég, mint évtizedek óta minden reggel. - In dem Fenster brennt warmes Licht wie jeden Morgen seit Jahrzehnten. :47. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret márt a tejbe, egy olyan gyerek teljes, gondtalan összpontosításával, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, mit der vollständigen, sorglosen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört. :48. Ez a legszebb és a legkegyetlenebb dolog, amit Elena valaha látott. - Das ist das Schönste und das Grausamste, was Elena je gesehen hat. :49. Sötét haja van, Carlo szája, és olyan testtartása az asztalnál, amely Elenát önmagára emlékezteti. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Haltung am Tisch, die Elena an sich selbst erinnert. :50. Arra az önmagára emlékezteti, aki abból az időből való, mielőtt még tudta volna, mire képes az élet. - Sie erinnert sie an eine Version ihrer selbst aus der Zeit, bevor sie wusste, wozu das Leben fähig ist. :51. Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején, anélkül hogy felnézne. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf, ohne aufzuschauen. :52. Az arca mintha azt mondaná, hogy tudja, ki áll odakint, és hogy rég megbocsátotta azt, amit Elena soha nem fog megbocsátani önmagának. - Ihr Gesicht scheint zu sagen, dass sie weiß, wer draußen steht, und dass sie längst vergeben hat, was Elena nie sich selbst vergeben wird. :53. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :54. Amikor elér hatvanig, megfordul és elmegy, anélkül hogy még egyszer hátranézne, mert tíz év után ez az egyetlen fegyelem, amely még megmaradt neki. - Als sie bei sechzig ankommt, dreht sie sich um und geht, ohne sich noch einmal umzusehen, weil das die einzige Disziplin ist, die ihr nach zehn Jahren noch geblieben ist. :55. A vonat a felkelő nap felé halad, Basilicata tája égve és közönyösen húz el az ablak mellett, Elena pedig elszívja a doboz utolsó cigarettáját. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne, die Landschaft der Basilicata zieht brennend und gleichgültig am Fenster vorbei, und Elena raucht die letzte Zigarette der Schachtel. :56. Könyökét az ablakpárkányra támasztja, tekintetét a semmire szegezi, és arra gondol, hogy a szerelem nem olyan seb, amely begyógyul, hanem olyan, amelyhez hozzászokik az ember. - Sie hat den Ellbogen auf dem Fensterbrett, den Blick auf nichts gerichtet, und denkt daran, dass die Liebe keine Wunde ist, die heilt, sondern eine, an die man sich gewöhnt. :57. Ez, ha őszinték vagyunk, majdnem rosszabb. - Das ist, wenn man ehrlich ist, fast schlimmer. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, húszéves kora óta dohányzik. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt, raucht seit dem zwanzigsten Lebensjahr. :2. Egy évtizedet élt Milánóban, annak a nőnek a konok következetességével, aki elhatározta, hogy a felejtés nem gyengeség, hanem túlélési stratégia. - Sie hat ein Jahrzehnt in Mailand gelebt, mit der verbissenen Konsequenz einer Frau, die sich entschieden hat, dass Vergessen keine Schwäche ist, sondern eine Überlebensstrategie. :3. Aztán egy kedd este megszólalt a telefon, és egy idegen hang, akiről kiderült, hogy az anyja szomszédasszonya, közölte vele, hogy az idős asszony elment. - Dann klingelte das Telefon an einem Dienstagabend, und eine fremde Stimme, die sich als Nachbarin ihrer Mutter herausstellte, teilte ihr mit, dass die alte Frau gegangen sei. :4. Mintha a halál indulás volna, utazás jobb vidékekre, és nem valakinek a végleges, megmásíthatatlan elnémulása, akinek soha nem mondták elégszer azt, amit el kellett volna mondani. - So als wäre der Tod ein Aufbruch, eine Reise in bessere Gefilde, und nicht das endgültige, unverhandelbare Verstummen von jemandem, dem man nie genug gesagt hatte, was man hätte sagen sollen. :5. A házat el kell adni, és ez az egyetlen oka annak, hogy Elenának négy órával később már buszjegy van a zsebében. - Das Haus muss verkauft werden, und das ist der einzige Grund, weshalb Elena vier Stunden später bereits ein Busticket in der Tasche hat. :6. Ez az a képlet, amellyel átvészeli a hosszú órákig tartó utat, Basilicata kopár, felperzselt táján át, amely úgy húzódik el az ablak előtt, mint egy élet díszlete. - Das ist die Formel, mit der sie sich durch die stundenlange Fahrt trägt, durch die kahle, verbrennte Landschaft der Basilicata, die am Fenster vorbeizieht wie die Kulisse eines Lebens. :7. Egy életé, amelyet valaha élt, és amelyről elhitette magával, hogy teljesen maga mögött hagyta. - Ein Leben, das sie einmal geführt hat und von dem sie sich einredete, es vollständig hinter sich gelassen zu haben. :8. A mellette ülő öregember, aki fokhagymaszagú, és úgy tart az ölében egy hordozható rádiót, mint valami kincset, húszpercenként megpróbál neki elmagyarázni valamit az utak állapotáról. - Der alte Mann neben ihr, der nach Knoblauch riecht und ein tragbares Radio wie einen Schatz auf dem Schoß hält, versucht alle zwanzig Minuten, ihr etwas über den Zustand der Straßen zu erklären. :9. Elena csukott szemmel ül, és úgy tesz, mintha aludna, ami az egyetlen társasági hazugság, amelyet lelkiismeret-furdalás nélkül megenged magának. - Elena sitzt mit geschlossenen Augen da und tut so, als würde sie schlafen, was die einzige soziale Lüge ist, die sie sich ohne Gewissensbisse gestattet. :10. Amikor a busz megáll a piactéren, és az ajtók az ismerős pneumatikus sóhajjal kinyílnak, Elena utolsóként száll le, és egy pillanatra mozdulatlanul áll meg a régi macskakövön. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält und die Türen mit dem vertrauten pneumatischen Seufzen aufgehen, steigt Elena als Letzte aus und bleibt einen Moment unbeweglich auf dem alten Kopfsteinpflaster stehen. :11. Jobb kezében az utazótáskát tartja, bal kezével már a cigarettásdoboz után nyúl, miközben a szeptemberi hőség úgy telepszik rá, mint egy emlék, amelyet elég sokáig elfojtott az ember. - Sie hält die Reisetasche in der rechten Hand, greift mit der linken bereits nach der Zigarettenschachtel, während die Septemberhitze sich auf sie legt wie eine Erinnerung, die man lange genug verdrängt hat. :12. A levegő érett paradicsom, burkolatlan mellékutcák pora és Carlo műhelyéből áradó nehéz, ásványos gépolajszag keveréke, a műhelyé, amely még mindig ott van mindjárt a sarkon túl. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach dem Staub ungepflasterter Seitengassen und nach dem schweren, mineralischen Geruch des Maschinenöls aus Carlos Werkstatt, die noch immer gleich um die Ecke liegt. :13. A műhely úgy áll ott, mintha a falu a maga csendes, makacs módján elhatározta volna, hogy megvárja őt, amíg elég erős lesz, és most, hogy visszatért, nyugodtan megállapítaná, hogy nem az. - Die Werkstatt liegt dort, als hätte das Dorf in seiner stillen, beharrlichen Weise beschlossen, auf sie zu warten, bis sie stark genug wäre, und nun, da sie zurückgekehrt ist, mit einer Gelassenheit festzustellen, dass sie es nicht ist. :14. Meghallja Carlo nevetését, mielőtt meglátná őt – azt a széles, önmagáról gondtalanul meggyőződött nevetést, amelyet húszévesen valamiféle életerőnek tartott, annak bizonyítékának, hogy valaki teljesen benne áll az életben. - Sie hört Carlos Lachen, bevor sie ihn sieht – dieses breite, von sich selbst unbekümmert überzeugte Lachen, das sie mit zwanzig Jahren für eine Art Vitalität gehalten hatte, für den Beweis, dass ein Mensch vollständig im Leben steht. :15. Ma, mindazok után, ez egy olyan férfi szemtelenségének tűnik neki, aki átment azon, amit tett, anélkül hogy hegeket növesztett volna. - Heute kommt es ihr, nach allem, wie die Unverschämtheit eines Mannes vor, der durch das, was er getan hat, hindurchgegangen ist, ohne Narben anzusetzen. :16. Carlo feltűrt ujjakkal hajol egy behorpadt motorháztető fölé, alkarja fekete attól a zsíros kenőanyagtól, amelyet soha nem lehet teljesen lemosni. - Carlo steht mit hochgekrempelten Ärmeln über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Unterarme schwarz von einer Schmiere, die sich nie vollständig abwaschen lässt. :17. Olyan ijesztően változatlannak látszik, olyan szégyenletesen sértetlennek, hogy Elenának egy pillanatra az az érzése támad, az elmúlt tíz év csak benne történt meg, és sehol máshol a világon. - Er sieht so erschreckend unverändert aus, so beschämend unbeschädigt, dass Elena einen Moment lang das Gefühl hat, die letzten zehn Jahre hätten nur in ihr stattgefunden und nirgendwo sonst auf der Welt. :18. Amikor megfordul és meglátja őt, nem jelenik meg meglepetés az arcán, sem megrendülés, sem zavar, még a megjátszott érintettség tisztességes udvariassága sem. - Als er sich umdreht und sie sieht, legt sich keine Überraschung in sein Gesicht, keine Erschütterung, keine Verlegenheit, nicht einmal die anständige Höflichkeit einer gespielten Betroffenheit. :19. Csak egy hosszú, nyugodt pillantás az egész, amely felismeri és besorolja őt, majd folytatja tovább, és ez, oly módon, amely ellen nincsenek szavai, mindennél rosszabb. - Es ist nur ein langer, ruhiger Blick, der sie erkennt und einordnet und weitermacht, und das ist, auf eine Weise, gegen die sie keine Worte hat, das Schlimmste von allem. :20. Tizenhat évvel ezelőtt minden a templom mögött kezdődött, a nyári ünnep után, egy júliusi este meleg sötétjében, egy csókkal, amelynek akkor az ígéret minőségét tulajdonította. - Vor sechzehn Jahren hatte alles hinter der Kirche begonnen, nach dem Sommerfest, in der warmen Dunkelheit eines Juliabends, mit einem Kuss, dem sie damals die Qualität eines Versprechens zugeschrieben hatte. :21. Elena azóta a tapasztalat hűvös bizonyosságával tudja, hogy nem volt naiv, amikor ezt hitte, hanem egyszerűen tizenkilenc éves volt, és még nem birtokolta azt a tudást, hogy a Carlo-féle férfiak nem azért törik meg az ígéreteiket, mert hazudnak, hanem mert abban a pillanatban, amikor adják őket, valóban hiszik, hogy be fogják tartani – ami, ha az ember belegondol, nem enyhítő, hanem súlyosbító körülmény. - Elena weiß inzwischen mit der kühlen Sicherheit der Erfahrung, dass sie nicht naiv war, als sie das glaubte, sondern schlicht neunzehn Jahre alt und noch nicht im Besitz des Wissens, dass Männer wie Carlo Versprechen nicht brechen, weil sie lügen, sondern weil sie in dem Moment, in dem sie sie geben, tatsächlich glauben, dass sie halten werden – was, wenn man darüber nachdenkt, keine mildernde, sondern eine erschwerende Tatsache ist. :22. Amikor húszévesen teherbe esett, ezt olyan pontossággal értette meg, amely nem engedett irgalmat. - Als sie mit zwanzig schwanger wurde, verstand sie das mit einer Präzision, die keine Gnade zuließ. :23. Amikor Matteo márciusban világra jött, sötét hajjal, Carlo elkerülhetetlen szemével és olyan ártatlansággal, amelyet Elena elviselhetetlennek talált, mert nem gyermeket látott benne, hanem saját vereségének összesűrített, sikító összefoglalását. - Als Matteo im März zur Welt kam, mit dunklen Haaren und Carlos unvermeidlichen Augen und einer Unschuld, die Elena unerträglich fand, weil sie in ihm nicht ein Kind sah, sondern die kondensierte, schreiende Zusammenfassung ihrer eigenen Niederlage. :24. Ekkor ismerte fel, hogy a szerelemnek és a fájdalomnak lehet ugyanaz a címe, és hogy a gyermeknek ezért nem szabad fizetnie. - Da erkannte sie, dass Liebe und Schmerz dieselbe Adresse haben können, und dass das Kind dafür nicht bezahlen durfte. :25. Matteót Signora Graziának adta, Carlo anyjának, aki akkor hatvanéves volt, és soha nem rezdült az arca, és soha nem mondott ki vádat. - Sie gab Matteo an Signora Grazia, Carlos Mutter, die damals sechzig war und niemals eine Miene verzog und niemals eine Anklage aussprach. :26. Elena máig nem tudja, hogy ez jóság-e vagy ítélet. - Elena weiß bis heute nicht, ob das Güte ist oder Urteil. :27. Az első nap estéjén Elena felveszi a régi virágos ruhát, amelyet tíz évvel ezelőtt elfelejtett magával vinni, és amely ma is ott lógott az anyja szekrényében, mintha pontosan erre az estére őrizték volna meg, pontosan erre a lehetetlen visszalépésre egy múltba, ahonnan az ember valójában nem tér vissza. - Am Abend des ersten Tages zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren vergessen hatte mitzunehmen und das heute noch im Schrank ihrer Mutter hing, als wäre es dort aufbewahrt worden für genau diesen Abend, für genau diesen unmöglichen Rückgang in eine Vergangenheit, aus der man eigentlich nicht zurückkehrt. :28. Felmegy a lépcsőn Carlo lakásához azzal a szilárd, tudatos elhatározással, hogy csupán egyetlen dolgot mond ki, amit tíz éven át nem mondtak ki, és azzal a be nem vallott, önmaga előtt is alig tudatos tudással, hogy ez az elhatározás már abban a pillanatban hamis volt, amikor felvette a ruhát. - Sie steigt die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf mit dem festen, bewussten Vorsatz, lediglich eine Sache zu sagen, die zehn Jahre lang nicht ausgesprochen wurde, und mit dem uneingestandenen, ihr selbst kaum bewussten Wissen, dass dieser Vorsatz schon in dem Moment falsch war, als sie das Kleid anzog. :29. Carlo foltos trikóban nyit ajtót, olyan pillantással néz rá, amely nem követel magyarázatot és nem mutat riadalmat, majd egy olyan hallgatás után, amelynek ölelésformája van, de nem ölelés, azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Carlo öffnet die Tür in einem fleckigen Unterhemd, schaut sie mit einem Blick an, der keine Erklärung einfordert und kein Erschrecken zeigt, und sagt nach einem Schweigen, das die Form einer Umarmung hat und keine ist: „Du siehst aus wie deine Mutter." :30. Barátság nélkül mondja, kegyetlenség nélkül, annak a férfinak a sajátos tárgyilagosságával, aki kimond egy megfigyelést, amelyet olyan régóta hordoz magában, hogy az elveszített minden érzelmi töltetet, és már csak igaz, és talán ez a legkíméletlenebb dolog, amit valaha mondott neki. - Er sagt es ohne Freundlichkeit, ohne Grausamkeit, mit der eigentümlichen Sachlichkeit eines Mannes, der eine Beobachtung ausspricht, die er so lange mit sich herumgetragen hat, dass sie jede emotionale Ladung verloren hat und nur noch wahr ist, und das ist vielleicht das Rücksichtsloseste, was er je zu ihr gesagt hat. :31. Elena nem szavakkal válaszol, hanem nyitott tenyérrel arcul üti, elég erősen ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a rosszul szigetelt lépcsőházban, és a fölöttük lévő emeleten egy ajtó röviden megnyikorduljon, majd újra elhallgasson. - Elena antwortet nicht mit Worten, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht, fest genug, dass das Geräusch im schlecht isolierten Treppenhaus widerhallt und im Stockwerk darüber eine Tür kurz quietscht und wieder verstummt. :32. Carlo nem mozdul, nem érinti meg kipirult arcát, nem mondja, hogy sajnálja, nem kér bocsánatot, és nem omlik össze. - Carlo bewegt sich nicht, fasst sich nicht an die gerötete Wange, sagt nicht, dass es ihm leidtut, entschuldigt sich nicht und bricht nicht zusammen. :33. Ehelyett olyan szemekkel néz rá, amelyekben nincs megbánás, de ellenségesség sincs, csak valami nyugodt, sötét, feloldhatatlan, ami mindkettőnél rosszabb, mert nem hagy neki lehetőséget arra, hogy harcoljon ellene. - Er schaut sie stattdessen mit Augen an, in denen keine Reue ist, aber auch keine Feindseligkeit, nur etwas Ruhiges, Dunkles, Unauflösbares, das schlimmer ist als beides, weil es ihr keine Möglichkeit lässt, dagegen anzukämpfen. :34. Nem sokkal éjfél után ott áll az anyja háza előtt, anélkül hogy csengetett volna, anélkül hogy üzenetet küldött volna, egy üveg olcsó vörösborral a hóna alatt, és annak az embernek az arcával, aki teljesen biztos benne, hogy Elena amúgy sem aludt. - Kurz nach Mitternacht steht er vor dem Haus ihrer Mutter, ohne geklingelt zu haben, ohne eine Nachricht geschickt zu haben, mit einer Flasche billigem Rotwein unter dem Arm und dem Gesicht eines Mannes, der sich absolut sicher ist, dass sie ohnehin nicht geschlafen hat. :35. Ez igaz, de Elena megtartja magának, mert ez az egyetlen dolog, amit ezen az estén megtart magának. - Das stimmt, aber Elena behält es für sich, weil es das Einzige ist, das sie an diesem Abend für sich behält. :36. A garázsban, két régi autóülésen, amelyek úgy állnak a csupasz betonpadlón, mint egy elhagyott lakás utolsó bútorai, Carlo kérdezés nélkül tölt. - In der Garage, auf zwei alten Autositzen, die auf dem nackten Betonboden stehen wie die letzten Möbel einer aufgegebenen Wohnung, schenkt Carlo ein, ohne zu fragen. :37. Ez rendben van, mert tudja, hogy Elena inni fog, és mert a kérdés nélküli töltés az egyetlen gesztus, amelyet ezen az éjszakán teljesen helyesen tesz. - Das ist in Ordnung, weil er weiß, dass sie trinken wird, und weil das Einschenken ohne Frage die einzige Geste ist, die er in dieser Nacht vollständig richtig macht. :38. Amikor megfogja a kezét, az ujjai érdesek és melegek, és olyan gépolajszaguk van, amelyet a világ egyetlen vize sem mos le teljesen. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen nach Maschinenöl, das kein Wasser der Welt vollständig fortwäscht. :39. Elena hagyja, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert azt mondja magának, hogy azoknak a dolgoknak, amelyek csak egyetlen éjszakáig tartanak, nem kell következményeiknek lenniük, ha az ember elég makacsul ragaszkodik hozzá, amiről tudja, hogy nem igaz, de ami ebben a pillanatban úgy működik, mint egy igazság, és ennek elégnek kell lennie. - Elena lässt es zu, weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie sich sagt, dass Dinge, die nur eine einzige Nacht dauern, keine Konsequenzen haben müssen, wenn man hartnäckig genug darauf besteht, was sie weiß, dass es nicht stimmt, aber was in diesem Moment funktioniert wie eine Wahrheit, und das muss reichen. :40. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja végül, anélkül hogy ránézne, olyan hangon, amelynek közönyösen kellene hangzania. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, ohne ihn anzusehen, in einem Ton, der nach Gleichgültigkeit klingen soll. :41. A hang sebnek hangzik, olyan sebnek, amely tízéves, és ezért nem kevésbé nyitott, csak megszokottabb. - Der Ton klingt nach Wunde, nach einer Wunde, die zehn Jahre alt ist und deshalb nicht weniger offen, sondern nur gewohnter. :42. Carlo állja a pillantását, iszik egy hosszú kortyot, hagy megszületni egy szünetet, amely nem bizonytalanság, hanem tisztelet vagy valami, ami hasonlít rá, aztán kertelés és bocsánatkérés nélkül válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit apám valaha adott nekem.” - Carlo hält ihren Blick aus, trinkt einen langen Schluck, lässt eine Pause entstehen, die keine Unsicherheit ist, sondern Respekt oder etwas, das ihm ähnlich sieht, und antwortet dann, ohne Umschweife und ohne Entschuldigung: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :43. Elena olyan élességgel gyűlöli őt ezért a mondatért, amely már-már csodálatot érdemel, mert nem igazolás, nem vallomás és nem bocsánatkérés. - Elena hasst ihn für diesen Satz mit einer Schärfe, die fast Bewunderung verdient, weil er keine Rechtfertigung ist und kein Geständnis und keine Bitte um Vergebung. :44. Egyszerűen egy másik igazság volt, mint az övé, és minden igazságtalansága mellett ez a legelviselhetetlenebb: hogy a maga módján, a maga korlátozott, megbocsáthatatlan, tökéletesen emberi módján igaza lehet. - Es war schlicht eine andere Wahrheit als ihre, und das ist, bei aller Ungerechtigkeit, das Unerträglichste: dass er recht haben könnte, auf seine Weise, in seiner begrenzten, unentschuldbaren, vollkommen menschlichen Weise. :45. Lassan kihúzza a kezét az övéből. - Sie nimmt langsam ihre Hand aus seiner. :46. Ő hagyja, hogy elvegye, tartás nélkül, kérdés nélkül, olyan mozdulat nélkül, amely arra kényszerítené, hogy megmagyarázzon valamit, amit önmagának sem tud megmagyarázni. - Er lässt sie nehmen, ohne zu halten, ohne zu fragen, ohne eine Geste, die sie zwingen würde, etwas zu erklären, was sie sich selbst nicht erklären kann. :47. Elena még napkelte előtt elhagyja a házat a szürke hajnalelőtti félhomályban, a táskája annak a nőnek a hatékonyságával összepakolva, aki már túl sokszor indult útnak ahhoz, hogy közben még érzéseket pazaroljon. - Noch vor Sonnenaufgang verlässt Elena das Haus im grauen Vordunkel, die Tasche gepackt mit der Effizienz einer Frau, die schon zu oft aufgebrochen ist, um dabei noch Gefühle zu verschwenden. :48. Nem megy azonnal az állomásra, hanem kerülőt tesz az alvó sikátorokon át, amit nem vall be magának. - Sie geht nicht sofort zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg durch die schlafenden Gassen, den sie sich nicht eingesteht. :49. Felszállni annak beismerése volna, hogy ez döntés, és nem gyengeség. - Einsteigen wäre ein Eingeständnis, dass es eine Entscheidung ist, und keine Schwäche. :50. Végül megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt, amelyben meleg fény ég, mint évtizedek óta minden reggel, megingathatatlanul és magától értetődően, mint minden, ami ebben a faluban túlél. - Sie bleibt schließlich vor Signora Grazias Küchenfenster stehen, in dem warmes Licht brennt wie jeden Morgen seit Jahrzehnten, unerschütterlich und selbstverständlich wie alles, was in diesem Dorf überdauert. :51. Matteo a konyhaasztalnál ül, és kenyeret márt tejbe, annak a gyermeknek a teljes, önmagába zárt koncentrációjával, aki pontosan tudja, hová tartozik, és eszébe sem jutna kételkedni benne. - Matteo sitzt am Küchentisch und tunkt Brot in Milch, mit der vollständigen, in sich geschlossenen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört und nicht auf die Idee käme, daran zu zweifeln. :52. Ez a legszebb dolog, amit Elena valaha látott, és a legkegyetlenebb, és a kettő ugyanaz a dolog, és neki nincs nyelve hozzá, sem olaszul, sem semmilyen más nyelven. - Das ist das Schönste, was Elena je gesehen hat, und das Grausamste, und beide Dinge sind dasselbe Ding, und sie hat keine Sprache dafür, weder auf Italienisch noch in irgendeiner anderen. :53. Sötét haja van, Carlo szája, és úgy tartja a vállát, hogy az Elenát önmagára emlékezteti. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Art, die Schultern zu halten, die Elena an sich selbst erinnert. :54. Elena egykori önmagának egy olyan változatára emlékezteti, abból az időből, mielőtt megértette volna, milyen sérülésekre képes az élet, és mielőtt megértette volna, hogy ő maga is e sérülések okai közé tartozik. - Sie erinnert Elena an eine Version ihrer selbst aus der Zeit, bevor sie verstand, zu welchen Beschädigungen das Leben fähig ist, und bevor sie verstand, dass man selbst zu den Ursachen dieser Beschädigungen gehört. :55. Signora Grazia mögötte áll, és olyan lassúsággal simít végig a fején, amely nem gyengédség, hanem valami régebbi és tartósabb a gyengédségnél. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm mit einer Langsamkeit über den Kopf, die keine Zärtlichkeit ist, sondern etwas Älteres und Beständigeres als Zärtlichkeit. :56. Nem néz fel, de az arcán olyan asszony kifejezése van, aki már rég megbocsátotta azt, amit Elena önmagának soha nem fog megbocsátani. - Sie schaut nicht auf, aber ihr Gesicht hat den Ausdruck einer Frau, die längst vergeben hat, was Elena sich selbst nie vergeben wird. :57. Ismeri ezt az aszimmetriát, és hallgat, mert a hallgatás néha az egyetlen, amit az ember egy másik nőnek fel tud ajánlani. - Sie kennt diese Asymmetrie und schweigt, weil Schweigen manchmal das Einzige ist, das man einer anderen Frau anbieten kann. :58. Elena a hideg üveghez nyomja a homlokát, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :59. Hatvannál megfordul, és elmegy, anélkül hogy hátranézne. - Bei sechzig dreht sie sich um und geht, ohne sich umzusehen. :60. Ez mindazok után az egyetlen fegyelem, amely megmaradt neki: nem visszanézni, vagy legalábbis nem hagyni, hogy közben lássák. - Das ist nach allem, die einzige Disziplin, die ihr geblieben ist: nicht zurückzuschauen, oder zumindest nicht dabei gesehen zu werden. :61. A Milánóba tartó vonat a felkelő nap felé halad, és Basilicata tája odakint égve húzódik el az ablak mellett, közönyösen és pompásan, amilyen mindig is volt és mindig is lesz, érintetlenül attól, hogy az emberek mit hagynak benne hátra, vagy mit nem. - Der Zug nach Mailand fährt in die aufgehende Sonne, und die Landschaft der Basilicata brennt außen am Fenster vorbei, gleichgültig und prächtig, wie sie es immer war und immer sein wird, unberührt davon, was Menschen in ihr zurücklassen oder nicht. :62. Elena elszívja a doboz utolsó cigarettáját, könyökét az ablakpárkányra támasztva, tekintetét a mozgó tájra szegezve, anélkül hogy látná. - Elena raucht die letzte Zigarette der Schachtel, den Ellbogen auf dem Fensterbrett, den Blick auf die fahrende Landschaft gerichtet, ohne sie zu sehen. :63. Nem gondol semmire, vagy legalábbis megpróbálja annak a nőnek az elszántságával, aki tudja, hogy a gondolkodás ebben a pillanatban nem volna segítség. - Sie denkt an nichts, oder versucht es mit der Entschlossenheit einer Frau, die weiß, dass Denken in diesem Moment keine Hilfe wäre. :64. Megtanulta, hogy a fájdalom ellentéte nem a boldogság, hanem ez a sajátos, száraz, működő zsibbadtság, amelyben az ember vonatokra száll, ablakok mellett dohányzik, és megy tovább. - Sie hat gelernt, dass das Gegenteil von Schmerz nicht Glück ist, sondern diese spezifische, trockene, funktionierende Taubheit, in der man Züge besteigt und Fenster raucht und weitermacht. ------------------------- == 74 == 1 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio negyvenkét éves. - Antonio ist zweiundvierzig Jahre alt. :2. Egy kis trattoriát vezet Nápolyban, közvetlenül a kikötőnél. - Er betreibt eine kleine Trattoria in Neapel, direkt am Hafen. :3. Az étteremben csak három asztal van. - Das Restaurant hat nur drei Tische. :4. Étlap nincs. - Es gibt keine Speisekarte. :5. Antonio felesége, Lucia két évvel ezelőtt meghalt. - Antonios Frau Lucia ist vor zwei Jahren gestorben. :6. Szívrohamot kapott, az esti kiszolgálás kellős közepén. - Sie hatte einen Herzinfarkt, mitten im Abendservice. :7. A keze még a tányér szélén feküdt. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand. :8. Azóta Antonio csak azokat az ételeket főzi, amelyeket Lucia szeretett. - Seither kocht Antonio nur noch die Gerichte, die Lucia geliebt hat. :9. Kagylós tésztát készít, sült cukkinit és hideg citromtortát. - Er macht Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini und kalten Zitronenkuchen. :10. Egy hónapja egy fiatal nő dolgozik a trattoriában. - Seit einem Monat arbeitet eine junge Frau in der Trattoria. :11. Chiarának hívják, és huszonhét éves. - Sie heißt Chiara und ist siebenundzwanzig Jahre alt. :12. Északról jött, és Nápolyba menekült. - Sie kommt aus dem Norden und ist nach Neapel geflohen. :13. A fülében egy kis, olajbogyó alakú fülbevalót visel. - An ihrem Ohr trägt sie einen kleinen Ohrring in Form einer Olive. :14. Egy kicsit selypít, amikor beszél. - Sie lispelt ein bisschen, wenn sie redet. :15. Egy kedd estén Antonio a konyhában áll, és hagymát vág. - An einem Dienstagabend steht Antonio in der Küche und schneidet Zwiebeln. :16. A könnyek végigfutnak az arcán, de nem törli le őket. - Die Tränen laufen ihm über das Gesicht, aber er wischt sie nicht ab. :17. Chiara a mosogatónál áll, és kagylókat mos. - Chiara steht an der Spüle und wäscht Muscheln. :18. Átnéz Antonióra. - Sie schaut zu Antonio hinüber. :19. A tekintetük találkozik a rozsdás páraelszívó régi tükrében. - Ihre Blicke treffen sich im alten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube. :20. Antonio megállítja a kést. - Antonio hält das Messer an. :21. Azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :22. Chiara egy lépéssel közelebb lép. - Chiara tritt einen Schritt näher. :23. Ráteszi a kezét az ő kezére a kés nyelén. - Sie legt ihre Hand über seine Hand am Messergriff. :24. A keze meleg és nedves, és kagylóvíz szaga van. - Ihre Hand ist warm und feucht und riecht nach Muschelwasser. :25. Antonio nem húzza vissza a kezét. - Antonio zieht seine Hand nicht zurück. :26. Így állnak egy hosszú ideig. - Sie stehen so eine lange Weile. :27. Aztán megérkezik az utolsó vendég, és szétválnak. - Dann kommt der letzte Gast, und sie gehen auseinander. :28. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür. :29. Megosztanak egy cigarettát, és nem beszélnek. - Sie teilen sich eine Zigarette und reden nicht. :30. Az utca másik végéről halk zene hallatszik. - Vom anderen Ende der Straße hört man leise Musik. :31. Egy régi dal Lucio Battistitól. - Es ist ein altes Lied von Lucio Battisti. :32. Az éjszaka meleg, és só- meg halszaga van. - Die Nacht ist warm und riecht nach Salz und Fisch. :33. Chiara előrehajol, és megcsókolja Antoniót. - Chiara beugt sich vor und küsst Antonio. :34. A szája citrom és vörösbor ízű. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein. :35. Antonio lehunyja a szemét. - Antonio schließt die Augen. :36. A kezét Chiara tarkójára teszi, erősen. - Er legt seine Hand in ihren Nacken, fest. :37. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja Chiara dekoltázsát. - Dann öffnet er die Augen und sieht ihr Dekolleté. :38. Közvetlenül a bal kulcscsontja alatt van egy kis anyajegy. - Direkt unter dem linken Schlüsselbein ist ein kleines Muttermal. :39. Pontosan ezen a helyen Luciának is volt egy. - An genau dieser Stelle hatte Lucia auch eines. :40. Antonio megdermed. - Antonio erstarrt. :41. Feláll, anélkül hogy egy szót is szólna. - Er steht auf, ohne ein Wort zu sagen. :42. Visszamegy a konyhába, és becsukja maga mögött az ajtót. - Er geht zurück in die Küche und macht die Tür hinter sich zu. :43. Chiara a lépcsőn marad ülve. - Chiara bleibt auf der Treppe sitzen. :44. Másnap nem jön dolgozni. - Am nächsten Tag kommt sie nicht zur Arbeit. :45. És az azt követő napon sem. - Und auch am übernächsten Tag nicht. :46. Antonio egyedül főz, és a kagylók fele megmarad. - Antonio kocht allein, und die Muscheln bleiben halb übrig. :47. Éjfélkor elmegy a pékség fölötti kis lakásához. - Um Mitternacht geht er zu ihrer kleinen Wohnung über der Bäckerei. :48. Az ajtó résnyire nyitva áll. - Die Tür steht ein Stück offen. :49. Chiara az ágyon ül, felhúzott lábakkal, és dohányzik. - Chiara sitzt auf dem Bett, die Beine angezogen, und raucht. :50. Ránéz, de nem mond semmit. - Sie schaut ihn an, sagt aber nichts. :51. Antonio leül mellé. - Antonio setzt sich neben sie. :52. Megfogja a kezét, és a hüvelykujjával végigsimít az anyajegyen. - Er nimmt ihre Hand und streicht mit dem Daumen über das Muttermal. :53. „Ez nem az övé” — mondja halkan. - „Es ist nicht ihres", sagt er leise. :54. Chiara így felel: „De az enyém.” - Chiara antwortet: „Aber es ist meins." :55. Lefekszenek egymással, nem gyengéden és nem vadul. - Sie schlafen miteinander, nicht zärtlich und nicht wild. :56. Egymás mellett fekszenek, mint két ember egy idegen ágyban. - Sie liegen nebeneinander wie zwei Menschen in einem fremden Bett. :57. Reggel öt órakor Antonio felkel. - Um fünf Uhr morgens steht Antonio auf. :58. Bemegy a trattoria konyhájába, és meggyújtja a tűzhelyet. - Er geht in die Küche der Trattoria und zündet den Herd an. :59. Feltör három tojást, és tükörtojást készít. - Er schlägt drei Eier auf und macht Spiegeleier. :60. Lucia soha nem szerette a tükörtojást. - Lucia hat Spiegeleier nie gemocht. :61. Chiara később megérkezik, és az ölébe ül. - Chiara kommt später und setzt sich auf seinen Schoß. :62. Eszik a tányérjáról, anélkül hogy megkérdezné. - Sie isst von seinem Teller, ohne zu fragen. :63. Antonio nevet. - Antonio lacht. :64. Két év óta először. - Es ist das erste Mal seit zwei Jahren. :65. Aztán Chiara megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara: „Bleibst du?" :66. Antonio kinéz az ablakon a szürke kikötőre. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den grauen Hafen. :67. Egy nagy teherhajó lassan kifut. - Ein großes Frachtschiff legt langsam ab. :68. Azt mondja: „Már maradtam, csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben, nur nicht hier." :69. Chiara a kezével megtörli a száját. - Chiara wischt sich den Mund mit der Hand ab. :70. Feláll és elmegy. - Sie steht auf und geht. :71. Antonio az asztalnál marad ülve. - Antonio bleibt am Tisch sitzen. :72. A tányéron a tükörtojások kihűlnek. - Die Spiegeleier auf dem Teller werden kalt. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Antonio Ferrante és Chiara - Antonio Ferrante und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és egy kis trattoriát vezet közvetlenül Nápoly kikötőjénél. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt und betreibt eine kleine Trattoria direkt am Hafen von Neapel. :2. Az étteremben csak három asztal van, és étlap nincs. - Das Restaurant hat nur drei Tische, und es gibt keine Speisekarte. :3. A felesége, Lucia két éve halott – szívrohamot kapott az esti kiszolgálás kellős közepén. - Seit zwei Jahren ist seine Frau Lucia tot – sie hatte einen Herzinfarkt mitten im Abendservice. :4. A keze még a tányér szélén feküdt, amikor meghalt. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand, als sie starb. :5. Azóta Antonio csak azokat az ételeket főzi, amelyeket Lucia a legszívesebben evett. - Seitdem kocht Antonio nur noch die Gerichte, die Lucia am liebsten gegessen hat. :6. Kagylós tésztát készít, sült cukkinit és hideg citromtortát, minden este, kivétel nélkül. - Er macht Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini und kalten Zitronenkuchen, jeden Abend, ohne Ausnahme. :7. Egy hónapja egy Chiara nevű fiatal nő dolgozik a trattoriában. - Seit einem Monat arbeitet eine junge Frau namens Chiara in der Trattoria. :8. Huszonhét éves, északról jött, és olyan okból menekült Nápolyba, amelyet nem nevez meg. - Sie ist siebenundzwanzig Jahre alt, kommt aus dem Norden und ist aus einem Grund nach Neapel geflohen, den sie nicht nennt. :9. A bal fülében egy kis, olajbogyó alakú fülbevalót visel, és enyhén selypít, amikor beszél. - An ihrem linken Ohr trägt sie einen kleinen Ohrring in Form einer Olive, und sie lispelt leicht, wenn sie spricht. :10. Egy kedd estén Antonio a konyhában áll, és hagymát vág. - An einem Dienstagabend steht Antonio in der Küche und schneidet Zwiebeln. :11. A könnyek végigfutnak az arcán, de nem törli le őket, mert már észre sem veszi. - Die Tränen laufen ihm über das Gesicht, aber er wischt sie nicht ab, weil er es nicht mehr bemerkt. :12. Chiara a mosogatónál áll, és kagylókat mos, és néha átnéz hozzá. - Chiara steht an der Spüle und wäscht Muscheln, und manchmal schaut sie zu ihm hinüber. :13. A rozsdás páraelszívó régi tükrében egy pillanatra találkozik a tekintetük. - Im alten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke für einen Moment. :14. Antonio megállítja a kést, és azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Antonio hält das Messer an und sagt: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :15. Chiara egy lépéssel közelebb lép, és ráteszi a kezét Antonio kezére a kés nyelén. - Chiara tritt einen Schritt näher und legt ihre Hand über seine Hand am Messergriff. :16. A keze meleg, nedves, és kagylóvíz szaga van, Antonio pedig nem húzza vissza a kezét. - Ihre Hand ist warm, feucht und riecht nach Muschelwasser, und Antonio zieht seine Hand nicht zurück. :17. Így állnak egy darabig, amíg egy vendég nem kiált a számla után, és ők szét nem válnak. - Sie stehen so eine Weile, bis ein Gast nach der Rechnung ruft und sie auseinandergehen. :18. Zárás után együtt ülnek a hátsó ajtó előtti lépcsőn, és megosztanak egy cigarettát. - Nach Ladenschluss sitzen sie zusammen auf der Treppe vor der Hintertür und teilen sich eine Zigarette. :19. Nem beszélnek, de a hallgatás nem kellemetlen. - Sie reden nicht, aber das Schweigen ist nicht unangenehm. :20. Az utca másik végéről egy régi Lucio Battisti-dal hallatszik, egészen halkan, egy nyitott ablakon át. - Vom anderen Ende der Straße hört man ein altes Lied von Lucio Battisti, ganz leise durch ein offenes Fenster. :21. Az éjszaka meleg, és só, hal meg a halászhajók motorolajának szaga van benne. - Die Nacht ist warm und riecht nach Salz, Fisch und dem Motoröl der Fischerboote. :22. Chiara lassan előrehajol, és megcsókolja Antoniót, kérdés nélkül és habozás nélkül. - Chiara beugt sich langsam vor und küsst Antonio, ohne zu fragen und ohne zu zögern. :23. A szája citrom és vörösbor ízű, Antonio pedig lehunyja a szemét. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein, und Antonio schließt die Augen. :24. A kezét Chiara tarkójára teszi, az ujjai szorosan tartják, majdnem egy kicsit túl szorosan. - Er legt seine Hand in ihren Nacken, die Finger fest, fast ein bisschen zu fest. :25. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: közvetlenül Chiara bal kulcscsontja alatt egy kis sötét anyajegyet. - Dann öffnet er die Augen und sieht es: direkt unter ihrem linken Schlüsselbein, ein kleines dunkles Muttermal. :26. Pontosan ezen a helyen Luciának is volt egy, és Antonio egyetlen másodperc alatt emlékszik vissza rá. - An genau dieser Stelle hatte Lucia auch eines, und Antonio erinnert sich daran in einer einzigen Sekunde. :27. Megdermed, feláll, egy szót sem szól, és visszamegy a konyhába. - Er erstarrt, steht auf, sagt kein Wort und geht zurück in die Küche. :28. Az ajtó becsapódik mögötte, Chiara pedig egyedül marad ülve a lépcsőn. - Die Tür fällt hinter ihm ins Schloss, und Chiara bleibt allein auf der Treppe sitzen. :29. Másnap este nem jön dolgozni, és az azt követő estén sem. - Am nächsten Abend kommt sie nicht zur Arbeit, und auch am Abend danach nicht. :30. Antonio egyedül főz, a kagylók fele megmarad, és a három asztal üres marad. - Antonio kocht allein, die Muscheln bleiben halb übrig, und die drei Tische bleiben leer. :31. Éjfélkor elhagyja a trattoriát, és elmegy Chiara kis lakásához a pékség fölött. - Um Mitternacht verlässt er die Trattoria und geht zu ihrer kleinen Wohnung über der Bäckerei. :32. Az ajtó résnyire nyitva áll, és nem hall sem zenét, sem sírást, csak csendet. - Die Tür steht einen Spalt offen, und er hört keine Musik und kein Weinen, nur Stille. :33. Chiara az ágyon ül, a lábait a hasához húzva, és dohányzik. - Chiara sitzt auf dem Bett, die Beine an den Bauch gezogen, und raucht. :34. Úgy néz rá, mintha tudta volna, hogy jönni fog. - Sie schaut ihn an, als hätte sie gewusst, dass er kommt. :35. Antonio leül mellé, és megfogja a kezét, anélkül hogy megmagyarázná, miért. - Antonio setzt sich neben sie und nimmt ihre Hand, ohne zu erklären warum. :36. A hüvelykujjával lassan végigsimít az anyajegyen, egyszer, kétszer. - Er streicht mit dem Daumen langsam über das Muttermal, einmal, zweimal. :37. „Ez nem az övé” – mondja, és a hangja furcsán idegenül cseng a kis szobában. - „Es ist nicht ihres", sagt er, und seine Stimme klingt seltsam fremd in dem kleinen Zimmer. :38. Chiara nyugodtan válaszol: „De az enyém.” - Chiara antwortet ruhig: „Aber es ist meins." :39. Lefekszenek egymással, nem gyengéden és nem vadul, hanem úgy, mint két ember, akik megosztanak egy idegen ágyat, anélkül hogy megkérdeznék, kié. - Sie schlafen miteinander, nicht zärtlich und nicht wild, sondern wie zwei Menschen, die ein fremdes Bett teilen, ohne zu fragen, wem es gehört. :40. Reggel öt órakor Antonio felkel, és egyedül visszamegy a trattoria konyhájába. - Um fünf Uhr morgens steht Antonio auf und geht allein zurück in die Küche der Trattoria. :41. Begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a serpenyőbe – tükörtojást, úgy, ahogy Lucia soha nem szerette. - Er zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Pfanne – Spiegeleier, so wie Lucia sie nie gemocht hat. :42. A vaj és a forró zsír szaga betölti az üres konyhát. - Der Geruch von Butter und heißem Fett füllt die leere Küche. :43. Chiara egy órával később érkezik, szó nélkül az ölébe ül, és eszik a tányérjáról. - Chiara kommt eine Stunde später, setzt sich wortlos auf seinen Schoß und isst von seinem Teller. :44. Antonio nevet – rövid, valódi nevetéssel, amely még őt magát is meglepi. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes Lachen, das ihn selbst überrascht. :45. Két év óta ez az első alkalom, hogy így nevetett. - Es ist das erste Mal seit zwei Jahren, dass er so gelacht hat. :46. Aztán Chiara halkan megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara leise: „Bleibst du?" :47. Antonio kinéz az ablakon a szürke reggeli kikötőre, ahol egy teherhajó lassan és sietség nélkül kifut. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den grauen Morgenhafen, wo ein Frachtschiff langsam und ohne Eile ablegt. :48. Azt mondja: „Már maradtam, csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben, nur nicht hier." :49. Chiara erre nem válaszol semmit. - Chiara antwortet nichts darauf. :50. Megtörli a száját a tenyerével, feláll, és elmegy, anélkül hogy visszafordulna. - Sie wischt sich den Mund mit der Handfläche ab, steht auf und geht, ohne sich umzudrehen. :51. Antonio az asztalnál marad ülve, és nem néz utána. - Antonio bleibt am Tisch sitzen und schaut ihr nicht nach. :52. A tányéron a tükörtojások kihűlnek, odakint pedig a kikötő lassan világosabb lesz. - Die Spiegeleier auf dem Teller werden kalt, und der Hafen draußen wird langsam heller. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és már majdnem egy évtizede vezet egy kis trattoriát Nápoly kikötőjénél. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt und betreibt seit fast einem Jahrzehnt eine kleine Trattoria am Hafen von Neapel. :2. Három asztala van, étlapja nincs, és egyetlen ablaka a vízre néz. - Sie hat drei Tische, keine Speisekarte und ein einziges Fenster mit Blick aufs Wasser. :3. Két évvel ezelőtt meghalt a felesége, Lucia, az esti felszolgálás kellős közepén, minden előjel nélkül. - Vor zwei Jahren ist seine Frau Lucia gestorben, mitten im Abendservice, ohne Vorwarnung. :4. A keze még egy vendég tányérjának peremén feküdt, aki a tányérját észre sem vette. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der seinen Teller nicht mal bemerkt hatte. :5. Azóta Antonio egy összehajtott takarón alszik a pult mögött. - Seitdem schläft Antonio auf einer zusammengeklappten Decke hinter der Theke. :6. A fenti hálószoba túl hangos – nem a kintről beszűrődő zaj miatt, hanem a benne lévő csend miatt. - Das Schlafzimmer oben ist zu laut – nicht wegen des Lärms von draußen, sondern wegen der Stille darin. :7. Minden este ugyanazt főzi: kagylós tésztát, sült cukkinit, hideg citromtortát. - Er kocht jeden Abend dasselbe: Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalten Zitronenkuchen. :8. Ez az a három étel, amelyet Lucia mindig rendelt, amikor nem ő állt a tűzhely mellett. - Es sind die drei Gerichte, die Lucia immer bestellt hat, wenn sie nicht selbst am Herd stand. :9. Chiara egy hónapja van ott, huszonhét éves, Torinóból menekült valami elől, amit nem nevez meg. - Chiara ist seit einem Monat da, siebenundzwanzig Jahre alt, aus Turin geflohen vor etwas, das sie nicht benennt. :10. Egy olívazöld fülbevalót visel, és enyhén selypít, amit csak akkor hallani, ha izgatott. - Sie trägt einen Olivenohrrring und hat ein leichtes Lispeln, das man nur hört, wenn sie aufgeregt ist. :11. Nézi Antoniót főzés közben, ahogy összenyomja a fokhagymagerezdeket, ahogy az ujjai végigsiklanak a késen. - Sie schaut Antonio beim Kochen zu, wie er die Knoblauchzehen presst, wie seine Finger über das Messer gleiten. :12. Figyeli, hogy soha nem néz az órára, bár mindig pontosan tudja, mennyi az idő. - Sie beobachtet, wie er nie auf die Uhr schaut, obwohl er immer genau weiß, wie spät es ist. :13. Egy kedd este, amikor az utolsó vendég már rég elment, és a konyha fokhagyma és forró olívaolaj illatát árasztja, Antonio hagymát vág. - An einem Dienstagabend, als der letzte Gast längst gegangen ist und die Küche nach Knoblauch und heißem Olivenöl riecht, schneidet Antonio Zwiebeln. :14. A könnyek végigfolynak az arcán, anélkül hogy észrevenné vagy törődne vele. - Die Tränen laufen ihm übers Gesicht, ohne dass er es bemerkt oder sich darum kümmert. :15. Chiara a mosogatónál áll, kagylókat mos, és őt nézi. - Chiara steht an der Spüle, wäscht Muscheln und schaut ihn an. :16. A régi, rozsdás páraelszívó tükrében röviden egymás szemébe néznek, egy pillanattal tovább, mint amennyi véletlen lehetne. - Im Spiegel der alten, verrosteten Dunstabzugshaube sehen sie sich kurz in die Augen, einen Moment zu lang für einen Zufall. :17. Anélkül, hogy abbahagyná a vágást, azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :18. A lány közelebb lép, és a kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen, sósan a kagylóvíztől. - Sie tritt näher und legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm, feucht, salzig vom Muschelwasser. :19. Ő nem húzza vissza a kezét. - Er zieht die Hand nicht zurück. :20. Olyan közel áll hozzá, hogy érzi a citromillatot a hajában, amely semmire sem emlékezteti, és éppen ezért olyan szokatlan. - Sie steht so nah, dass er den Zitronengeruch in ihrem Haar riecht, der ihn an nichts erinnert und deshalb so ungewohnt ist. :21. Így állnak, amíg Chiara kötényzsebében rezegni nem kezd a mobiltelefon. - Sie stehen so, bis das Handy in Chiaras Schürzentasche vibriert. :22. Aztán szétválnak, mintha semmit sem tettek volna. - Dann gehen sie auseinander, als hätten sie gar nichts getan. :23. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür. :24. Megosztoznak egy cigarettán, és az üres sikátort nézik, ahol egy macska alszik két szemetes között. - Sie teilen sich eine Zigarette und schauen auf die leere Gasse, wo eine Katze zwischen zwei Mülleimern schläft. :25. A szomszéd házból nagyon halkan egy régi Lucio Battisti-dal hallatszik. - Vom Nachbarhaus hört man sehr leise ein altes Lied von Lucio Battisti. :26. Egy nyitott ablakon át sodródik ki, mint a cigarettafüst. - Es driftet durch ein offenes Fenster nach draußen wie Zigarettenrauch. :27. Chiara előrehajol, és kérdés nélkül megcsókolja, a szája citrom és vörösbor ízű. - Chiara beugt sich vor und küsst ihn, ohne zu fragen, ihr Mund nach Zitrone und Rotwein. :28. Antonio lehunyja a szemét, és a kezét a tarkójára teszi, az ujjai erősen, talán túl erősen szorítanak. - Antonio schließt die Augen und legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fest, zu fest vielleicht. :29. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kicsi, sötét anyajegy közvetlenül a bal kulcscsontja alatt. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines, dunkles Muttermal direkt unter ihrem linken Schlüsselbein. :30. Pontosan azon a helyen van, ahol Luciának is volt egy, pontosan azon a helyen, amelyet az elmúlt két évben álmaiban megérintett. - Es sitzt an genau der Stelle, wo Lucia auch eines hatte, an genau der Stelle, die er in den letzten zwei Jahren in seinen Träumen berührt hat. :31. Olyan teljesen megdermed, hogy Chiara azonnal megérzi. - Er erstarrt so vollständig, dass Chiara es sofort spürt. :32. Aztán feláll és elmegy, magyarázat nélkül, vissza sem fordulva, maga mögött becsukva a konyhaajtót, mint egy választ. - Dann steht er auf und geht, ohne eine Erklärung, ohne sich umzudrehen, die Küchentür hinter sich schließend wie eine Antwort. :33. A következő két este Chiara nem jön. - Die nächsten beiden Abende kommt Chiara nicht. :34. Antonio egyedül főz egy konyhában, amely nagyobbnak tűnik, mint máskor, a kagylók félig elfogyva, az asztalok a szokásosnál korábban üresek. - Antonio kocht allein in einer Küche, die größer wirkt als sonst, die Muscheln halb aufgegessen, die Tische früher leer als üblich. :35. A harmadik nap éjfélkor elhagyja a trattoriát. - Um Mitternacht des dritten Tages verlässt er die Trattoria. :36. Végigmegy a szűk, gyengén megvilágított sikátorokon ahhoz a régi házhoz a pékség fölött, ahol Chiara a második emeleten lakik. - Er geht durch die engen, schwach beleuchteten Gassen zu dem alten Haus über der Bäckerei, wo Chiara im zweiten Stock wohnt. :37. Az ajtó résnyire nyitva áll, fény nincs. - Die Tür steht einen Spalt offen, kein Licht. :38. Csak a cigarettája narancsszínű pontja látszik a sötétben. - Nur der orangefarbene Punkt ihrer Zigarette ist in der Dunkelheit zu sehen. :39. Az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen. :40. Úgy néz rá, mintha nem lepődne meg, mintha tudta volna, hogy egyszer úgyis eljön, csak azt nem, mikor. - Sie schaut ihn an, als wäre sie nicht überrascht, als hätte sie gewusst, dass er irgendwann kommen würde, nur nicht, wann. :41. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, és megfordítja. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand und dreht sie um. :42. A hüvelykujjával lassan végigsimít az anyajegyen, mintha azt ellenőrizné, valóban ott van-e. - Er streicht mit dem Daumen über das Muttermal, langsam, so als würde er prüfen, ob es wirklich da ist. :43. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :44. A hangja úgy szól, mintha saját magát akarná erről meggyőzni. - Seine Stimme klingt, als würde er sich selbst davon überzeugen wollen. :45. Chiara nem húzza el a kezét. - Chiara zieht ihre Hand nicht weg. :46. Nyugodtan, szinte közönyösen válaszol: „De az enyém.” - Sie antwortet ruhig, fast gleichgültig: „Aber es ist meins." :47. Együtt alszanak, nem szenvedélyből és nem gyászból. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Trauer. :48. Úgy teszik, mint két ember, akik hosszú idő után végre abbahagyták, hogy úgy tegyenek, mintha semmire sem lenne szükségük. - Sie tun es wie zwei Menschen, die nach langer Zeit endlich aufgehört haben, so zu tun, als bräuchten sie nichts. :49. Nem sokkal öt előtt Antonio felkel, felöltözik, és visszamegy a trattoriába. - Um kurz vor fünf steht Antonio auf, zieht sich an und geht zurück in die Trattoria. :50. Ott begyújtja a tűzhelyet, és feltör három tojást – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, és amelyet soha nem készített neki. - Dort zündet er den Herd an und schlägt drei Eier auf – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie mochte, das er nie für sie gemacht hat. :51. A vaj és a zsír szaga betölti a csendes konyhát. - Der Geruch von Butter und Fett füllt die stille Küche. :52. A reggel első fénye beszűrődik az ablakon, szürkén és tétován, mint egy vendég, aki nem tudja, szívesen látják-e. - Das erste Licht des Morgens kommt durchs Fenster, grau und zögernd wie ein Gast, der nicht weiß, ob er willkommen ist. :53. Chiara egy órával később jön, még nem egészen ébren. - Chiara kommt eine Stunde später, noch nicht ganz wach. :54. Az ölébe ül, és a tányérjáról eszik, mintha ez magától értetődő volna, mintha mindig is így csinálta volna. - Sie setzt sich auf seinen Schoß und isst von seinem Teller, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie es immer so gemacht. :55. Antonio nevet – rövid, igazi nevetéssel. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes Lachen. :56. Ez annyira meglepi, hogy egy pillanatra abbahagyja a lélegzést, mert rájött, hogy még képes rá. - Es überrascht ihn so sehr, dass er kurz aufhört zu atmen, weil er gemerkt hat, dass er es noch kann. :57. Aztán Chiara a tányérra szegezett tekintettel megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara, den Blick auf den Teller gerichtet: „Bleibst du?" :58. Antonio kinéz az ablakon, ahol egy teherhajó lassan és hangtalanul elhagyja a kikötőt, olyan közönyösen és olyan véglegesen, ahogy a dolgok menni szoktak, ha az ember nem tartja őket erősen. - Antonio schaut aus dem Fenster, wo ein Frachtschiff langsam und lautlos den Hafen verlässt, so gleichgültig und so endgültig, wie Dinge eben gehen, wenn man sie nicht festhält. :59. Azt mondja: „Én már maradtam – csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier." :60. Ezzel olyasmit ért, amit ő maga sem ért egészen, de ami igaz. - Er meint damit etwas, das er selbst nicht ganz versteht, aber das wahr ist. :61. Chiara a tenyere élével megtörli a száját, feláll, és leveszi a kabátját a szék támlájáról. - Chiara wischt sich den Mund mit der flachen Hand ab, steht auf und nimmt ihre Jacke von der Stuhllehne. :62. Aztán elmegy, anélkül hogy csapkodna, és anélkül hogy sírna. - Dann geht sie, ohne zu schlagen und ohne zu weinen. :63. Antonio ülve marad, kezét a kávésbögre köré fonva. - Antonio bleibt sitzen, die Hände um den Kaffeebecher gelegt. :64. Nem néz utána. - Er schaut ihr nicht nach. :65. A tükörtojások kihűlnek. - Die Spiegeleier werden kalt. :66. Az ablak előtti kikötő minden pillanattal világosabb lesz, mintha nem tudná, hogy itt éppen valami véget ért. - Der Hafen vor dem Fenster wird mit jedem Moment heller, als wüsste er nicht, dass hier gerade etwas zu Ende gegangen ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és már majdnem egy évtizede vezet egy trattoriát Nápoly kikötőjében, három asztallal és étlap nélkül. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt, betreibt seit fast einem Jahrzehnt eine Trattoria am Hafen von Neapel mit drei Tischen und keiner Speisekarte. :2. Ebben az évtizedben megtanulta, hogy az embernek meglepően kevésre van szüksége, amíg minden este tudja, mit fog főzni. - In diesem Jahrzehnt hat er gelernt, dass ein Mensch erstaunlich wenig braucht, solange er jeden Abend weiß, was er kochen wird. :3. Két évvel ezelőtt meghalt Lucia – a felesége, a szakácsnője, az asszony, aki mindig túl hangosan nevetett, és mindig túl csípősen fűszerezett. - Vor zwei Jahren ist Lucia gestorben – seine Frau, seine Köchin, die Frau, die immer zu laut gelacht und immer zu scharf gewürzt hat. :4. Egy egészen közönséges kedd estén halt meg, a felszolgálás kellős közepén, kezét még egy vendég tányérjának szélén tartva, aki semmit sem vett észre. - Sie ist an einem ganz gewöhnlichen Dienstagabend mitten im Service gestorben, die Hand noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der nichts gemerkt hatte. :5. Azóta Antonio egy összehajtott gyapjútakarón alszik a konyhapult mögött. - Seitdem schläft Antonio auf einer gefalteten Wolldecke hinter der Küchentheke. :6. Nem azért teszi ezt, mert odafent ne volna ágy, hanem mert a hálószobában olyan csend van, amely hangosabb minden zajnál. - Er tut das nicht, weil oben kein Bett wäre, sondern weil das Schlafzimmer eine Art Stille hat, die lauter ist als jedes Geräusch. :7. Minden este ugyanazt a három ételt főzi: kagylós tésztát, sült cukkinit, hideg citromtortát. - Jeden Abend kocht er dieselben drei Gerichte: Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalter Zitronenkuchen. :8. Ez Lucia rendelése, mindig, amikor egyszer saját magát szolgálhatta ki; valamiféle néma rítus, amelyet ő nem fejez be, mert nem tudja, mi következne utána. - Es ist Lucias Bestellung, immer, wenn sie sich einmal selbst bedienen durfte, eine Art stilles Ritual, das er nicht beendet, weil er nicht weiß, was danach käme. :9. Chiara egy hónapja van ott, huszonhét éves, Torinóból menekült el egy olajbogyó alakú fülbevalóval és egy enyhe selypítéssel, amelyet csak akkor hallani, ha izgatott. - Chiara ist seit einem Monat da, siebenundzwanzig, aus Turin geflohen mit einem Olivenohrrring, einem leichten Lispeln, das man nur hört, wenn sie aufgeregt ist. :10. Olyan nő elszánt hallgatásával érkezett, aki megtanulta, hogy a magyarázatok többe kerülnek, mint amennyit hoznak. - Sie ist mit dem entschlossenen Schweigen einer Frau gekommen, die gelernt hat, dass Erklärungen mehr kosten als sie einbringen. :11. Olyan figyelemmel nézi Antoniót főzés közben, amely túlmutat a puszta kíváncsiságon – ahogy összenyomja a fokhagymagerezdeket, mintha az erő volna az egyetlen, amit még biztosan adagolni tud. - Sie schaut Antonio beim Kochen zu mit einer Aufmerksamkeit, die über bloße Neugier hinausgeht – wie er die Knoblauchzehen presst, als wäre Kraft das Einzige, was er noch sicher dosieren kann. :12. Figyeli, ahogy az ujjai végigsiklanak a késen, olyan nyugalommal, amely közönynek látszik, és talán az is. - Sie beobachtet, wie seine Finger über das Messer gleiten mit einer Ruhe, die aussieht wie Gleichgültigkeit und vielleicht auch eine ist. :13. Egy kedd estén, amikor az utolsó vendégek is elmentek, és a konyha égett fokhagyma és a kagylók sójának szagától terhes, Antonio lehajtott fejjel hagymát vág. - An einem Dienstagabend, als die letzten Gäste gegangen sind und die Küche nach verbranntem Knoblauch und dem Salz der Muscheln riecht, schneidet Antonio Zwiebeln mit gesenktem Kopf. :14. A könnyek végigfolynak az arcán anélkül, hogy letörölné őket, anélkül, hogy észrevenné őket, vagy talán észreveszi, és egyszerűen nem tartja érdemesnek elrejteni őket. - Die Tränen laufen ihm übers Gesicht, ohne dass er sie wischt, ohne dass er sie bemerkt, oder vielleicht bemerkt er sie und findet es schlicht nicht der Mühe wert, sie zu verbergen. :15. Chiara a mosogatónál áll, kagylókat mos, és őt nézi. - Chiara steht an der Spüle, wäscht Muscheln und schaut ihn an. :16. A rozsdás páraelszívó tompa, foltos tükrében úgy találkozik a tekintetük, ahogyan egyikük sem tervezte, és ami mégis olyan pontos, mint egy hosszú mondat végére kitett pont. - Im trüben, gefleckten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke auf eine Weise, die keiner von beiden geplant hat und die trotzdem so präzise ist wie ein gesetzter Punkt am Ende eines langen Satzes. :17. Azt mondja, anélkül, hogy abbahagyná a vágást: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :18. Közelebb lép, kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen és sósan a kagylóvíztől. - Sie tritt näher, legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm und feucht und salzig vom Muschelwasser. :19. Ő nem húzza vissza a kezét, mert a teste döntést hoz, mielőtt a feje egyáltalán elkezdte volna megfogalmazni a kérdést. - Er zieht die Hand nicht zurück, weil sein Körper eine Entscheidung trifft, bevor sein Kopf auch nur angefangen hat, die Frage zu formulieren. :20. Így állnak, amíg Chiara kötényzsebében rezegni nem kezd a mobiltelefon. - Sie stehen so, bis das Handy in ihrer Schürzentasche vibriert. :21. A konyha újra két külön emberré változtatja őket vissza, akik éppen petrezselymet és kagylót készítenek elő, és semmi mást. - Die Küche verwandelt sie wieder in zwei getrennte Menschen zurück, die gerade Petersilie und Muscheln vorbereiten und sonst gar nichts. :22. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek, felváltva osztoznak egy cigarettán, mintha régi szokás volna. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür, teilen sich eine Zigarette im Wechsel, als wäre das eine alte Gewohnheit. :23. A sötét sikátort nézik, ahol egy macska mozdulatlanul ül két szemetes között, mint valami, ami a végszavára vár. - Sie schauen auf die dunkle Gasse, wo eine Katze reglos zwischen zwei Mülleimern sitzt wie etwas, das auf sein Stichwort wartet. :24. A szomszéd házból, egy résnyire nyitva maradt ablakon át egy régi Lucio Battisti-dal szűrődik ki, egészen halkan. - Vom Nachbarhaus kommt durch ein angelehnt gebliebenes Fenster ein altes Lied von Lucio Battisti, ganz leise. :25. Olyan halk, hogy az ember nem biztos benne, hallja-e, vagy csak emlékszik rá. - Es ist so leise, dass man nicht sicher ist, ob man es hört oder sich erinnert. :26. Chiara előrehajol, és megcsókolja, előjel nélkül, a habozás nélkül, amely határozatlanságot feltételez. - Chiara beugt sich vor und küsst ihn, ohne Ankündigung, ohne die Zögerlichkeit, die Unschlüssigkeit voraussetzt. :27. A szája citrom és vörösbor ízű, és olyan valaki elszántságának íze van benne, aki pontosan tudja, mit akar, és kész megfizetni érte az árat. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein und nach der Entschiedenheit von jemandem, der genau weiß, was er will und bereit ist, dafür einen Preis zu zahlen. :28. Antonio lehunyja a szemét, kezét a nő tarkójára teszi, ujjai szorosan tartják, elég szorosan ahhoz, hogy Chiara érezze. - Antonio schließt die Augen, legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fest, fest genug, dass sie es spüren wird. :29. Egy pillanatra a világ erre az egy pontra szűkül, a melegre, a sóra és az utca túlsó oldaláról érkező halk dalra. - Für einen Moment ist die Welt auf diesen einen Punkt reduziert, auf Wärme und Salz und das leise Lied von der anderen Straßenseite. :30. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kicsi, sötét anyajegyet közvetlenül a bal kulcscsontja alatt. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines, dunkles Muttermal direkt unter ihrem linken Schlüsselbein. :31. Olyan sajátos, olyan összetéveszthetetlen helyen van, hogy az agya feldolgozza az információt, mielőtt megakadályozhatná, amit az kivált benne. - Es liegt an einer Stelle so spezifisch, so unverwechselbar, dass sein Gehirn die Information verarbeitet, bevor er verhindern kann, was sie in ihm auslöst. :32. Teljesen megdermed, átmenet nélküli teljességgel, feláll, és visszamegy a konyhába. - Er erstarrt mit einer Vollständigkeit, die keine Zwischenstufen kennt, steht auf und geht in die Küche zurück. :33. Az ajtó becsapódik, ő pedig ott áll a csendben, és hallja, ahogy a saját vére úgy zúg, mint egy hajó, amely elhagy egy kikötőt. - Die Tür fällt ins Schloss, und er steht dort in der Stille und hört sein eigenes Blut rauschen wie ein Schiff, das einen Hafen verlässt. :34. A következő két estén Chiara helye üres marad, Antonio pedig egyedül főz egy konyhában, amely hirtelen nagyobbnak tűnik minden helyiségnél, amelyet ismer. - Die nächsten beiden Abende bleibt Chiaras Platz leer, und Antonio kocht allein in einer Küche, die plötzlich größer wirkt als alle Räume, die er kennt. :35. A kagylókat csak félig eszik meg, a három asztal korábban ürül ki, mint valaha, és a csend más minőségű, mint máskor. - Die Muscheln sind nur halb aufgegessen, die drei Tische früher leer als je zuvor, die Stille von einer anderen Qualität als sonst. :36. A harmadik éjszakán, kevéssel éjfél után, maga mögött behúzza a trattoria ajtaját, és végigmegy a szűk, rosszul megvilágított sikátorokon. - In der dritten Nacht, kurz nach Mitternacht, zieht er die Tür der Trattoria hinter sich zu und geht durch die engen, schlecht beleuchteten Gassen. :37. Elmegy a bezárt üzletek és az állott sütőolaj szaga mellett. - Er geht vorbei an geschlossenen Läden und dem Geruch nach abgestandenem Frittieröl. :38. Ahhoz a régi házhoz megy a pékség fölött, ahol még soha nem járt, és amelynek lépcsőháza nedves fa és kenyér szagát árasztja. - Er geht zu dem alten Haus über der Bäckerei, wo er noch nie gewesen ist und dessen Treppe nach nassem Holz und Brot riecht. :39. Chiara lakásának ajtaja résnyire nyitva áll, bent nincs fény, csak a cigarettája narancsszínű izzása. - Die Tür zu Chiaras Wohnung steht einen Spalt offen, kein Licht darin außer dem orangefarbenen Glühen ihrer Zigarette. :40. Az izzás úgy mozog a sötétben, mint egy világítótorony villanása, amelyet nem neki szántak, és mégis vezeti őt. - Das Glühen bewegt sich in der Dunkelheit wie das Blinken eines Leuchtturms, der nicht für ihn gedacht ist und ihn trotzdem führt. :41. Chiara az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva, és olyan arckifejezéssel néz rá, amely se nem meglepett, se nem megkönnyebbült. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen, und schaut ihn an mit einem Ausdruck, der weder überrascht noch erleichtert ist. :42. Olyan ember arckifejezése ez, aki megnyert egy fogadást, amelyet szívesebben veszített volna el. - Es ist der Ausdruck von jemandem, der eine Wette gewonnen hat, die er lieber verloren hätte. :43. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, a csuklója belső oldalát a mennyezet felé fordítja, aztán hüvelykujjával végigsimít az anyajegyen. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand, dreht die Innenseite ihres Handgelenks zur Decke und streicht dann mit dem Daumen über das Muttermal. :44. Lassan és összpontosítva teszi, mint valaki, aki azt vizsgálja, begyógyult-e egy sebhely, vagy még nyitva van. - Er tut es langsam und konzentriert, wie jemand, der prüft, ob eine Narbe verheilt ist oder noch offen. :45. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :46. A hangja úgy hangzik, mint egy férfi hangja, aki azért mond ki egy mondatot, hogy saját magát meggyőzze arról, hogy hisz benne. - Seine Stimme klingt wie die Stimme eines Mannes, der einen Satz ausspricht, um sich selbst davon zu überzeugen, dass er ihn glaubt. :47. Chiara megtartja a kezét. - Chiara hält seiner Hand stand. :48. Anélkül válaszol, hogy felemelné a hangját: „De az enyém.” - Sie antwortet, ohne die Stimme zu heben: „Aber es ist meins." :49. Együtt alszanak, nem szenvedélyből, nem szánalomból és nem kétségbeesésből. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Mitleid und nicht aus Verzweiflung. :50. Olyan két ember csendes pragmatizmusával alszanak együtt, akik mindketten tudják, hogy éppen olyasmit tesznek, amit nem tudnak visszacsinálni, és akik úgy döntöttek, hogy mégis megteszik. - Sie schlafen miteinander mit der stillen Pragmatik zweier Menschen, die beide wissen, dass sie gerade etwas tun, das sie nicht rückgängig machen können, und die sich entschieden haben, es trotzdem zu tun. :51. Kevéssel öt után Antonio felkel, a sötétben felöltözik, és visszamegy a trattoriába. - Um kurz nach fünf steht Antonio auf, zieht sich im Dunkeln an und geht zurück in die Trattoria. :52. Begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a serpenyőbe – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, amelyet soha nem készített neki, és amelynek most kezdetillata van, bár nem biztos benne, minek a kezdete. - Er zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Pfanne – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie mochte, das er nie für sie gemacht hat, das jetzt nach Anfang riecht, obwohl er nicht sicher ist, wovon. :53. Az első szürke reggeli fény bejön az ablakon, és úgy terül el a munkafelületen, mint valami, ami nem biztos benne, hogy szívesen látják-e. - Das erste graue Morgenlicht kommt durchs Fenster und legt sich auf die Arbeitsfläche wie etwas, das nicht sicher ist, ob es willkommen ist. :54. Antonio a tűzhelynél áll, nézi a tojásokat, ahogy a vajban dermednek, és semmi meghatározottra nem gondol. - Antonio steht am Herd und schaut auf die Eier, die in der Butter stocken, und denkt an nichts Bestimmtes. :55. Chiara egy órával később érkezik, még félig álmosan, bejelentés nélkül az ölébe ül, és a tányérjáról eszik, mintha ez évek óta tartó szokás volna, nem pedig az első alkalom. - Chiara kommt eine Stunde später, noch halb schläfrig, setzt sich ohne Ankündigung auf seinen Schoß und isst von seinem Teller, als wäre das eine jahrelange Gewohnheit und nicht das erste Mal. :56. Antonio nevet, röviden, valóban, saját magán is meglepődve; olyan nevetés ez, amelynek érkezését nem hallotta előre. - Antonio lacht, ein kurzes, echtes, von sich selbst überraschtes Lachen, das er nicht kommen gehört hat. :57. Chiara úgy néz rá, mintha ez a nevetés valami volna, amit megjegyzett magának. - Chiara schaut ihn an, als wäre dieses Lachen etwas, das sie sich gemerkt hat. :58. Aztán megkérdezi, tekintetét újra a tányérra szegezve, olyan mellékességgel, amely nem mellékes: „Maradsz?” - Dann fragt sie, den Blick wieder auf den Teller gesenkt, mit einer Beiläufigkeit, die nicht beiläufig ist: „Bleibst du?" :59. Antonio kinéz az ablakon a kikötőre, ahol egy teherhajó lassan és sietség nélkül indul el, közönyösen, mint minden nagy dolog, amelyet nem érdekel, nézi-e valaki. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den Hafen, wo ein Frachtschiff langsam und ohne Eile abfährt, gleichgültig wie alle großen Dinge, die sich nicht darum scheren, ob man ihnen zuschaut. :60. Azt mondja: „Már maradtam – csak nem itt”, és ezzel olyasmit ért, amit talán még ő maga sem ért teljesen, ami azonban abban a pillanatban az egyetlen lehetséges válasz egy olyan kérdésre, amely többet követel, mint amennyit ő adni tud. - Er sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier", und meint damit etwas, das vielleicht nicht einmal er selbst vollständig versteht, das aber in dem Moment die einzig mögliche Antwort auf eine Frage ist, die mehr verlangt, als er geben kann. :61. Chiara a kézfejével megtörli a száját, feláll, leveszi a kabátját a szék támlájáról, és elmegy. - Chiara wischt sich den Mund mit dem Handrücken ab, steht auf, nimmt ihre Jacke von der Stuhllehne und geht. :62. Úgy megy el, hogy nem fordul vissza, nem csap be ajtót, annak méltóságával, aki választ várt, és meg is kapta. - Sie geht, ohne sich umzudrehen, ohne eine Tür zu schlagen, mit der Würde von jemandem, der eine Antwort erwartet hat und sie bekommen hat. :63. Antonio az asztalnál marad ülve, kezei a már hideg kávésbögrét fogják körül, és nem néz utána. - Antonio bleibt am Tisch sitzen, die Hände um den Kaffeebecher gelegt, der schon kalt ist, und schaut ihr nicht nach. :64. Nem néz a tojásokra, nem néz a kikötőre, és egyszerűen semmire sem néz, miközben odakint egyre világosabb lesz, mintha a világ a szokásos ügyeit intézné, teljesen érintetlenül attól, hogy itt valaki éppen másodszor maradt egyedül két év alatt. - Er schaut nicht auf die Eier und schaut nicht auf den Hafen und schaut einfach nichts an, während das Licht draußen heller wird, als ginge die Welt ihren üblichen Geschäften nach, vollkommen unbeeindruckt davon, dass hier gerade jemand das zweite Mal in zwei Jahren allein geblieben ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és aki csak futólag ismeri, azt mondaná, hogy trattoriát vezet Nápoly kikötőjében. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt, und wer ihn nur flüchtig kennt, würde sagen, er betreibt eine Trattoria am Hafen von Neapel. :2. Három asztal, nincs étlap, egy ablak a víz felé, amelyet soha nem tisztít meg, mert a rajta lévő kosz úgy töri meg a fényt, hogy azt szebbnek találja a tisztaságnál. - Drei Tische, keine Speisekarte, ein Fenster zum Wasser hin, das er nie putzt, weil der Schmutz darauf das Licht auf eine Weise bricht, die er schöner findet als Klarheit. :3. De ez csak a külső héja volna egy történetnek, amelynek magja két éve abban áll, hogy egy férfi minden este ugyanazokat az ételeket főzi olyan vendégeknek, akik soha nem rendelték meg őket, mert az egyetlen ember, akinek valaha készítette őket, már nincs ott, hogy megegye őket. - Aber das wäre nur die äußere Schale einer Geschichte, deren Kern seit zwei Jahren darin besteht, dass ein Mann jeden Abend dieselben Gerichte kocht für Gäste, die sie nie bestellt haben, weil die einzige Person, für die er sie je gemacht hat, nicht mehr da ist, um sie zu essen. :4. Lucia egy keddi napon halt meg, az esti kiszolgálás kellős közepén, leeső test zaja nélkül, dráma nélkül, a keze még egy vendég tányérjának peremén, aki semmit sem vett észre. - Lucia ist an einem Dienstag gestorben, mitten im Abendservice, ohne das Geräusch eines fallenden Körpers, ohne Drama, mit der Hand noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der nichts bemerkt hatte. :5. Antonio a mai napig nem tud visszaemlékezni ennek a vendégnek az arcára, bár megpróbálta, mert azt gondolta, hogy a bűntudatnak horgonyra van szüksége, és ez a férfi volt az egyetlen kézzelfogható. - Antonio kann sich bis heute nicht an das Gesicht dieses Gastes erinnern, obwohl er es versucht hat, weil er dachte, dass Schuld einen Anker braucht, und dieser Mann der einzige greifbare war. :6. Azóta Antonio egy összehajtott gyapjútakarón alszik a konyhapult mögött, nem azért, mert képtelen volna belépni a hálószobába, hanem valamiféle pontosan megválasztott büntetésből, amelyet saját magára rótt ki anélkül, hogy valaha eldöntötte volna, pontosan miért. - Seitdem schläft Antonio auf einer gefalteten Wolldecke hinter der Küchentheke, nicht aus Unvermögen, das Schlafzimmer zu betreten, sondern aus einer Art präzise gewählter Bestrafung, die er sich selbst auferlegt hat ohne je zu entscheiden, wofür genau. :7. Folytatja ezt a büntetést, mert az abbahagyás időközben magyarázatot követelne, amellyel senkinek sem tartozik, legkevésbé saját magának. - Er setzt diese Bestrafung fort, weil das Aufhören inzwischen eine Erklärung erfordern würde, die er niemandem schuldet und sich selbst am allerwenigsten. :8. A három étel – tészta kagylóval, sült cukkini, hideg citromtorta – nem rituálé szentimentális értelemben. - Die drei Gerichte – Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalter Zitronenkuchen – sind kein Ritual im sentimentalen Sinne. :9. Inkább szerkezeti elv, afféle napi állítás arról, hogy a világnak még mindig van rendje, még ha az indoka már el is tűnt. - Sie sind eher ein strukturelles Prinzip, eine Art tägliche Behauptung, dass die Welt noch eine Ordnung hat, auch wenn ihre Begründung fortgefallen ist. :10. Chiara egy hónapja tűnt fel, huszonhét éves, Torinóból menekült el egy olyan nő tömör csomagjával, aki megtanulta, hogy kevesebbre van szükség, mint hinnénk, ha az ember csak kész abbahagyni, hogy olyan dolgokért fizessen, amelyek nem tartoznak hozzá. - Chiara ist vor einem Monat aufgetaucht, siebenundzwanzig Jahre alt, aus Turin geflohen mit dem kompakten Gepäck einer Frau, die gelernt hat, dass man weniger braucht, als man denkt, wenn man nur bereit ist, aufzuhören, für Dinge zu bezahlen, die einem nicht gehören. :11. Egy apró olajbogyós fülbevalót visel, alig hallhatóan selypít, amikor a mondatok hosszabbak lesznek, és az első két hétben olyan keveset beszélt magáról, hogy Antonio a hallgatását az udvariasság egyik formájaként kezdte értelmezni, ami talán az is, vagy talán valami más, amit még nem akart megnevezni. - Sie trägt einen Ohrring mit einer kleinen Olive, lispelt kaum hörbar, wenn die Sätze länger werden, und hat in den ersten zwei Wochen so wenig über sich selbst gesprochen, dass Antonio begann, ihr Schweigen als eine Form von Höflichkeit zu interpretieren, was es vielleicht auch ist, oder vielleicht auch etwas anderes, das er noch nicht benennen wollte. :12. Amit akkor tesz, amikor főzés közben figyeli őt, túl van a kíváncsiságon és innen a vonzalmon. - Was sie tut, wenn sie ihm beim Kochen zuschaut, geht über Neugier hinaus und unter Zuneigung. :13. Olyan ember figyelme ez, aki valami meghatározottat keres, és még nem tudja, megtalálta-e, vagy csak reméli, hogy talán ez az, amit keres. - Es ist die Aufmerksamkeit von jemandem, der etwas Bestimmtes sucht und noch nicht weiß, ob er es gefunden hat oder ob er nur hofft, es könnte das sein, wonach er sucht. :14. Az említett kedd estén, miután az utolsó vendég fizetett, és a konyha abban az állapotban van, amelyet Antonio szépnek nevez, és amely mindenki másnak rendetlenségnek tűnne – kagylóhéjak a mosogató peremén, olívaolaj a tűzhelyen, a petrezselyem még félig aprítatlanul –, lehajtott fejjel hagymát vág, és hagyja folyni a könnyeit. - An besagtem Dienstagabend, nachdem der letzte Gast gezahlt hat und die Küche in dem Zustand ist, den Antonio schön nennt und der allen anderen wie Unordnung vorkäme – Muschelschalen am Rand der Spüle, Olivenöl auf dem Herd, die Petersilie noch halb ungehackt –, schneidet er Zwiebeln mit gesenktem Kopf und lässt die Tränen laufen. :15. Nem azért teszi, mert gyászol, vagy nem csak azért, hanem mert valamikor felhagyott azzal, hogy különbséget tegyen a hagymakönnyek és a többi között, és ez a különbségnélküliség időközben az őszinteség egyik formájának érződik. - Er tut es nicht, weil er trauert, oder nicht nur, sondern weil er irgendwann aufgehört hat, zwischen Zwiebeltränen und den anderen zu unterscheiden, und diese Unterschiedslosigkeit sich inzwischen wie eine Form von Ehrlichkeit anfühlt. :16. Chiara a mosogatónál áll, és a páraelszívó zsírcseppektől erezett, homályos tükrében tekintetük egy olyan véletlen pontosságával találkozik, amely túl jól megrendezettnek hat ahhoz, hogy véletlen legyen. - Chiara steht an der Spüle, und im trüben, von Fettflecken gemaserten Spiegel der Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke mit der Präzision eines Zufalls, der zu gut inszeniert wirkt, um zufällig zu sein. :17. Ott tartják egymást egy pillanatig, amely elég hosszú ahhoz, hogy mindketten tudják, mit jelent, és elég rövid ahhoz, hogy egyikük se legyen kénytelen úgy tenni, mintha tudta volna. - Sie halten sich dort einen Moment, der lang genug ist, dass beide wissen, was er bedeutet, und kurz genug, dass keiner gezwungen ist, so zu tun, als hätte er es gewusst. :18. Anélkül, hogy abbahagyná a vágást, a lehető legmellékesebb hangon azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden, die Stimme so beiläufig wie möglich: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :19. Chiara egy lépéssel közelebb lép, kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen, sósan a kagylóviztől, olyan magától értetődőséggel, amely semmiféle engedélyt nem kért, és nem is volt rá szüksége, ő pedig nem húzza vissza a kezét, mert a teste ebben a pillanatban okosabb az értelménél, vagy legalábbis gyorsabb, és az okosság kérdését későbbre halasztja. - Sie tritt einen Schritt näher, legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm, feucht, salzig vom Muschelwasser, mit einer Selbstverständlichkeit, die keinerlei Erlaubnis eingeholt hat und keine brauchte, und er zieht die Hand nicht zurück, weil sein Körper in diesem Moment klüger ist als sein Verstand, oder wenigstens schneller, und die Frage der Klugheit auf später vertagt. :20. Így állnak, amíg a mobiltelefon rezegni nem kezd a nő kötényzsebében. - Sie stehen so, bis das Handy in ihrer Schürzentasche vibriert. :21. A valóság visszaváltoztatja őket két emberré, akik petrezselymet aprítanak, kagylót mosnak, és semmi többé. - Die Wirklichkeit verwandelt sie in zwei Menschen zurück, die Petersilie hacken und Muscheln waschen und nichts weiter. :22. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek, megosztanak egy cigarettát egy olyan ritmusban, amely saját magát találta ki, és úgy hallgatnak, hogy az nem árul el kényelmetlenséget. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür, teilen sich eine Zigarette in einem Rhythmus, der sich selbst erfunden hat, schweigen auf eine Art, die kein Unbehagen verrät. :23. Lucio Battistit hallgatják, aki a szemközti ablakon át lép be a sötétbe, olyan halkan, hogy éppúgy lehetne emlék, mint egy dal, amelyet éppen lejátszanak. - Sie hören auf Lucio Battisti, der durch ein Fenster von gegenüber ins Dunkel tritt, so leise, dass er ebenso eine Erinnerung sein könnte wie ein Lied, das gerade gespielt wird. :24. Chiara megcsókolja őt anélkül, hogy bejelentené a pillanatot, anélkül a tétovaság nélkül, amely ambivalenciát feltételez, szája citrom és vörösbor ízű, és egy olyan nő csendes elszántságáé, aki eldöntötte, hogy vállalja a kockázatot. - Chiara küsst ihn, ohne den Moment anzukündigen, ohne die Zögerlichkeit, die Ambivalenz voraussetzt, ihr Mund nach Zitrone und Rotwein und der stillen Entschlossenheit einer Frau, die beschlossen hat, dass sie das Risiko eingeht. :25. Antonio lehunyja a szemét, és kezét a nő tarkójára teszi, ujjai szinte fájdalmasan szorosan tartják, mintha a kapaszkodás pótolhatná azt, amit a nyelv nem tud, és a perc töredékére a világ erre az egy pontra hajtódik össze, melegségre, sóra, a távoli dalra, a kikötő szagára. - Antonio schließt die Augen und legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fast schmerzhaft fest, als könnte Festhalten das ersetzen, was Sprache nicht kann, und für den Bruchteil einer Minute ist die Welt auf diesen einen Punkt zusammengefaltet, auf Wärme, auf Salz, auf das ferne Lied, auf den Geruch des Hafens. :26. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kis sötét anyajegyet a bal kulcscsontja alatt, olyan konkrét, olyan változhatatlanul ismerős helyen, hogy az agya végrehajtja a társítást, mielőtt megakadályozhatná. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines dunkles Muttermal unter ihrem linken Schlüsselbein, an einer Stelle so spezifisch, so unveränderlich vertraut, dass sein Gehirn die Assoziation vollzieht, bevor er sie verhindern kann. :27. Ezzel a társítással egyszerre tér vissza minden – nem fájdalomként, hanem valami hidegebbként, pontosabbként, mint egy sebészi vágás valamiben, amit gyógyultnak hitt az ember. - Mit dieser Assoziation kommt alles auf einmal zurück – nicht als Schmerz, sondern als etwas Kälteres, Präziseres, wie ein chirurgischer Schnitt in etwas, das man für verheilt gehalten hatte. :28. Átmenetek nélküli teljességgel dermed meg, feláll és elmegy. - Er erstarrt mit einer Vollständigkeit, die keine Übergänge kennt, steht auf und geht. :29. A konyhaajtó valami végleges hangjával csukódik be mögötte, ő pedig az üres konyhában áll, hallja saját lélegzetét, és azon tűnődik, gyáva dolog-e, amit az imént tett, és nem jut eredményre. - Die Küchentür schließt sich hinter ihm mit dem Laut von etwas Endgültigem, und er steht in der leeren Küche und hört seinen eigenen Atem und fragt sich, ob es feige ist, was er gerade getan hat, und kommt zu keinem Ergebnis. :30. A következő két este Chiara helye üres, Antonio pedig egy olyan konyhában főz tovább, amelynek méretei ugyanazok, mint mindig, és mégis másnak érződik, talán tágasabbnak, vagy üresebbnek. - Die nächsten zwei Abende ist Chiaras Platz leer, und Antonio kocht in einer Küche, die dieselben Maße hat wie immer und sich trotzdem anders anfühlt, weiter vielleicht, oder leerer. :31. Abban a sajátos értelemben üresebb, hogy hiányzik valami, ami nemrég még nem is volt ott, és amelynek hiányát ezért élesebben érzékeli, mint azokét a dolgokét, amelyek régebb óta hiányoztak. - Es ist leerer in dem spezifischen Sinne, dass etwas fehlt, das noch vor kurzem noch nicht da war und dessen Abwesenheit deshalb schärfer registriert wird als die von Dingen, die länger fehlten. :32. A harmadik éjszakán, éjfél után bezárja a trattoriát. - In der dritten Nacht, nach Mitternacht, schließt er die Trattoria ab. :33. Végigmegy a szűk sikátorokon, elhalad az öreg sütőolaj szaga és egy kapualjból jövő macskahang mellett, a pékség fölötti házhoz, egy ajtóhoz, amely résnyire nyitva áll. - Er geht durch die engen Gassen, vorbei an dem Geruch nach altem Frittieröl und dem Katzengeräusch in einer Einfahrt, zu dem Haus über der Bäckerei, zu einer Tür, die einen Spalt offen steht. :34. Az ajtó nyitva áll, mintha tudta volna, hogy jönni fog, vagy mintha Chiara tudta volna, hogy jönni fog, ami ugyanarra fut ki. - Die Tür steht offen, als hätte sie gewusst, dass er kommen würde, oder als hätte Chiara gewusst, dass er kommen würde, was auf dasselbe hinausläuft. :35. Chiara az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva, a cigaretta az ujjai között, és olyan ember arckifejezésével néz rá, aki megnyert egy fogadást, amelyet nem akart megnyerni. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen, die Zigarette zwischen den Fingern, und schaut ihn an mit dem Ausdruck von jemandem, der eine Wette gewonnen hat, die zu gewinnen er nicht wollte. :36. Nem akarta megnyerni, mert az ár nem stimmel. - Er wollte sie nicht gewinnen, weil der Preis nicht stimmt. :37. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, tenyérrel felfelé fordítja, és hüvelykujjával lassan, többször végigsimít az anyajegyen. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand, dreht die Innenfläche nach oben und streicht mit dem Daumen über das Muttermal, langsam, mehrmals. :38. Úgy teszi, mint aki ellenőrzi, hogy valami valóban ott van-e, vagy csak úgy néz ki, mint amit látni vár. - Er tut es wie jemand, der überprüft, ob etwas wirklich da ist oder nur so aussieht wie das, was er zu sehen erwartet. :39. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :40. A hangja úgy hangzik, mint egy férfi hangja, aki valós időben próbálja meggyőzni saját magát arról, hogy igaza van. - Seine Stimme klingt wie die Stimme eines Mannes, der versucht, sich selbst in Echtzeit davon zu überzeugen, dass er recht hat. :41. Chiara nem húzza vissza a kezét. - Chiara zieht die Hand nicht zurück. :42. Annak a nyugalmával felel, aki ezt a mondatot már előre látta jönni: „De ez az enyém.” - Sie antwortet mit der Ruhe von jemandem, der diesen Satz schon kommen hat sehen: „Aber es ist meins." :43. Együtt alszanak, nem szenvedélyből, nem gyászból, és nem abból a tévedésből, hogy a testek meggyógyítják azt, amire a nyelv nem képes. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Trauer und nicht aus dem Irrtum, dass Körper heilen, was Sprache nicht schafft. :44. Két felnőtt józan beleegyezésével teszik, akik mindketten tudják, hogy olyasmit tesznek, aminek következményei vannak, és akik úgy döntöttek, hogy a következményeket holnapra halasztják. - Sie tun es mit der nüchternen Zustimmung zweier Erwachsener, die beide wissen, dass sie etwas tun, das Konsequenzen hat, und die sich entschieden haben, die Konsequenzen auf morgen zu verschieben. :45. Nem sokkal öt után Antonio felöltözik, visszamegy a trattoriába, begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a vajba – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, és amelyet ő soha nem készített neki. - Um kurz nach fünf zieht Antonio sich an, geht zurück in die Trattoria, zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Butter – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie gemocht hat, das er nie für sie gemacht hat. :46. Most a csendes konyhában valaminek az illata terjeng, amit kezdetnek nevezne, ha biztos volna benne, hogy az. - Es riecht jetzt in der stillen Küche nach etwas, das er Anfang nennen würde, wenn er sich sicher wäre, ob das stimmt. :47. A reggeli fény a piszkos ablakon át ráfekszik a munkafelületre. - Das Morgenlicht legt sich durch das schmutzige Fenster auf die Arbeitsfläche. :48. Megtört és szórt, azon a módon, amelyet szebbnek talál a tisztaságnál. - Es ist gebrochen und diffus, auf die Weise, die er schöner findet als Klarheit. :49. Chiara egy órával később érkezik, minden előzetes bejelentés nélkül az ölébe ül, és az ő tányérjáról eszik annak a szokásnak a magától értetődőségével, amelyet éppen feltalál. - Chiara kommt eine Stunde später, setzt sich ohne Vorankündigung auf seinen Schoß und isst von seinem Teller mit der Selbstverständlichkeit einer Gewohnheit, die sie gerade erfindet. :50. Antonio nevet – egy rövid, valódi, saját magát is meglepő nevetéssel, amely úgy változtatja meg a teret, ahogy ő nem tudta volna leírni, de amit a nő olyan ember tekintetével regisztrál, aki figyel. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes, von sich selbst überraschtes Lachen, das den Raum verändert auf eine Art, die er nicht hätte beschreiben können, das aber von ihr registriert wird mit dem Blick von jemandem, der aufpasst. :51. Aztán megkérdezi, még mindig villával a kezében, tekintetét a tányérra szegezve, gondosan megszerkesztett mellékességgel: „Maradsz?” - Dann fragt sie, die Gabel noch in der Hand, den Blick auf den Teller gesenkt, mit einer Beiläufigkeit, die sorgfältig konstruiert ist: „Bleibst du?" :52. Antonio kinéz az ablakon a kikötőre, ahol egy teherhajó hangtalanul és sietség nélkül hagyja el a helyét, a nagy dolgok teljes közönyével aziránt, ami a peremükön történik, és azt mondja: „Már maradtam – csak nem itt.” - Antonio schaut aus dem Fenster auf den Hafen, wo ein Frachtschiff lautlos und ohne Eile seinen Platz verlässt, mit der vollständigen Gleichgültigkeit großer Dinge gegenüber dem, was an ihren Rändern passiert, und sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier." :53. Ez egy olyan mondat, amely abban a pillanatban igaz és hiányos, és a legjobb, amit fel tud ajánlani, és tudja, hogy a nő érti, mire gondol, és tudja, hogy az értés nem ugyanaz, mint az egyetértés. - Es ist ein Satz, der in dem Moment wahr ist und unvollständig und das Beste, was er anbieten kann, und er weiß, dass sie versteht, was er meint, und er weiß, dass Verstehen nicht dasselbe ist wie Einverstanden-Sein. :54. Chiara kézfejével megtörli a száját, egy olyan mozdulattal, amelyben nincs semmi drámai, és éppen ezért hat olyan véglegesnek, feláll, fogja a kabátját, és elmegy. - Chiara wischt sich den Mund mit dem Handrücken ab, mit einer Geste, die nichts Dramatisches hat und gerade deshalb so endgültig wirkt, steht auf, nimmt ihre Jacke und geht. :55. Nem csap be ajtót, és nem fordul vissza, annak a méltóságával, aki őszinte választ kapott, és jobban szerette volna, ha nem kapja meg. - Sie schlägt keine Tür und dreht sich nicht um, mit der Würde von jemandem, der eine ehrliche Antwort erhalten hat und sie lieber nicht gehabt hätte. :56. Antonio az asztalnál marad ülve, kezei a kihűlt kávésbögre körül, és nem néz utána, nem néz a tojásokra, nem néz a kikötőre, és egyszerűen semmire sem néz, miközben a piszkos ablakon át a fény egyre világosabb és szórtabb lesz. - Antonio bleibt am Tisch sitzen, die Hände um den erkalteten Kaffeebecher, und schaut ihr nicht nach und schaut nicht auf die Eier und schaut nicht auf den Hafen und schaut einfach nichts an, während das Licht durch das schmutzige Fenster heller und diffuser wird. :57. Arra gondol, hogy most két éven belül másodszor ül egyedül ennél az asztalnál, és azon tűnődik, vajon ez minta-e vagy véletlen, és ahogy már legutóbb is, most sem jut semmiféle használható eredményre. - Er denkt daran, dass er jetzt zum zweiten Mal in zwei Jahren allein an diesem Tisch sitzt, und fragt sich, ob das ein Muster ist oder ein Zufall, und kommt, wie schon beim letzten Mal, zu keinem brauchbaren Ergebnis. ------------------------- == 75 == 1 ------------------------- :Stephen Harding doktor - Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding Oxfordban lakik. - Dr. Stephen Harding wohnt in Oxford. :2. Ötvenhárom éves. - Er ist 53 Jahre alt. :3. A St. Anne's College oktatója. - Er ist Dozent am St. Anne's College. :4. Szereti a régi könyveket. - Er liebt alte Bücher. :5. A szobája tele van könyvekkel. - Sein Zimmer ist voll mit Büchern. :6. Ma vendég érkezik. - Heute kommt ein Gast. :7. A vendéget Dr. James Callowaynek hívják. - Der Gast heißt Dr. James Calloway. :8. James harmincegy éves. - James ist 31 Jahre alt. :9. Új az egyetemen. - Er ist neu an der Universität. :10. Kapott egy állást. - Er hat eine Stelle bekommen. :11. Stephen ebben az állásban reménykedett. - Stephen hat auf diese Stelle gehofft. :12. A barátjának akarta. - Er wollte sie für seinen Freund. :13. De James kapta meg. - Aber James hat sie bekommen. :14. Délután négy óra van. - Es ist vier Uhr nachmittags. :15. Stephen az asztalra teszi a teáskészletet. - Stephen stellt das Teeservice auf den Tisch. :16. A készlet ezüstből van. - Das Service ist aus Silber. :17. Nagyon régi és nagyon szép. - Es ist sehr alt und sehr schön. :18. James az ajtó előtt áll. - James steht vor der Tür. :19. Egy perccel korábban csenget. - Er klingelt eine Minute zu früh. :20. Stephen két percet vár. - Stephen wartet zwei Minuten. :21. Aztán kinyitja az ajtót. - Dann öffnet er die Tür. :22. Azt mondja: „Á, pontos. Ez manapság ritka.” - Er sagt: „Ah, pünktlich. Das ist selten heute." :23. James mosolyog. - James lächelt. :24. A mosoly nem egészen valódi. - Das Lächeln ist nicht ganz echt. :25. Bemegy a lakásba. - Er geht in die Wohnung. :26. Régi könyvek illata van. - Es riecht nach alten Büchern. :27. Két nagy karosszékbe ülnek le. - Sie setzen sich in zwei große Sessel. :28. Közöttük egy kis asztal áll. - Zwischen ihnen steht ein kleiner Tisch. :29. Stephen kitölti a teát. - Stephen gießt den Tee ein. :30. Először a tejet önti a csészébe. - Er gibt zuerst die Milch in die Tasse. :31. Ez a régi angol módi. - Das ist die alte englische Art. :32. Megkérdezi: „Egy kekszet?” - Er fragt: „Ein Keks?" :33. Odanyújtja a dobozt. - Er reicht die Dose. :34. James két kekszet vesz. - James nimmt zwei Kekse. :35. Stephen ezt látja. - Stephen sieht das. :36. Felvonja az egyik szemöldökét. - Er hebt eine Augenbraue. :37. Azt mondja: „Anyám mindig azt mondta: csak az egyszerű emberek vesznek kettőt.” - Er sagt: „Meine Mutter hat immer gesagt: Nur einfache Leute nehmen zwei." :38. James beleharap a kekszbe. - James beißt in den Keks. :39. Azt mondja: „Anyám mindig azt mondta: csak a gazdag emberek félnek venni.” - Er sagt: „Meine Mutter hat immer gesagt: Nur reiche Leute haben Angst zu nehmen." :40. Csend lesz a szobában. - Es wird still im Zimmer. :41. Egy kanál megcsörren egy csészén. - Ein Löffel klappert auf einer Tasse. :42. Stephen issza a teáját. - Stephen trinkt seinen Tee. :43. Megkérdezi: „Már sikerült berendezkednie?” - Er fragt: „Haben Sie sich schon eingelebt?" :44. James bólint. - James nickt. :45. Azt mondja: „A könyvtár nagyon jó. De a könyvek nincsenek jól rendezve.” - Er sagt: „Die Bibliothek ist sehr gut. Aber die Bücher sind nicht gut sortiert." :46. Stephen keze röviden megmozdul. - Stephens Hand bewegt sich kurz. :47. Azt mondja: „Régi kollégámnak megvolt a maga rendszere. Zseni volt.” - Er sagt: „Mein alter Kollege hatte sein eigenes System. Er war ein Genie." :48. Kihangsúlyozza a „maga” szót. - Er betont das Wort „sein". :49. James ezt meghallja. - James hört das. :50. Azt mondja: „Egy zseninek is szüksége van rendre. Néha.” - Er sagt: „Ein Genie braucht auch Ordnung. Manchmal." :51. Mindketten egyszerre isznak. - Sie trinken beide gleichzeitig. :52. Kint enyhén esik az eső. - Draußen regnet es leicht. :53. Az időjárásról beszélnek. - Sie reden über das Wetter. :54. Az új könyvtárról beszélnek. - Sie reden über die neue Bibliothek. :55. Minden szónak két jelentése van. - Jedes Wort hat zwei Bedeutungen. :56. De ezt nem mondják ki közvetlenül. - Aber sie sagen das nicht direkt. :57. Egy óra múlva James feláll. - Nach einer Stunde steht James auf. :58. Kinyújtja a kezét. - Er streckt die Hand aus. :59. Stephen elfogja a kezet. - Stephen nimmt die Hand. :60. Kissé túl hosszan tartja. - Er hält sie etwas zu lang. :61. Azt mondja: „Ezt megismételjük.” - Er sagt: „Wir machen das wieder." :62. James azt mondja: „Örömmel. Legközelebb nálam. Kávét főzök. Modernet.” - James sagt: „Gerne. Nächstes Mal bei mir. Ich mache Kaffee. Den modernen." :63. Az ajtóhoz megy. - Er geht zur Tür. :64. Az ajtónál megfordul. - An der Tür dreht er sich um. :65. Azt mondja: „A kekszek nagyon jók voltak. Az édesanyja Indiából hozta a receptet?” - Er sagt: „Die Kekse waren sehr gut. Hat Ihre Mutter das Rezept aus Indien?" :66. Stephen mosolya merevvé válik. - Stephens Lächeln wird fest. :67. Az ajtó becsukódik. - Die Tür geht zu. :68. James végigmegy a folyosón. - James geht den Flur hinunter. :69. Mélyen kifújja a levegőt. - Er atmet tief aus. :70. A szobában Stephen lesöpri a morzsákat a zakójáról. - Im Zimmer wischt Stephen die Krümel von seiner Jacke. :71. Aztán röviden elmosolyodik. - Dann lächelt er kurz. :72. Senki sem nyert. - Keiner hat gewonnen. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Stephen Harding doktor - Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding már sok éve Oxfordban él, egy nagy lakásban, amely tele van régi könyvekkel. - Dr. Stephen Harding lebt seit vielen Jahren in Oxford, in einer großen Wohnung voller alter Bücher. :2. A St. Anne's College-ban dolgozik, és ismeri az egyetem minden zugát. - Er arbeitet am St. Anne's College und kennt jeden Winkel dieser Universität. :3. Ezen a délutánon vendéget vár, és ennek nem örül. - An diesem Nachmittag erwartet er einen Gast, und er ist nicht glücklich darüber. :4. A vendéget Dr. James Callowaynek hívják, új itt, és kapott egy állást. - Der Gast heißt Dr. James Calloway, er ist neu hier und hat eine Stelle bekommen. :5. Ezt az állást Stephen pártfogoltjának szánták, de az egyetem másként döntött. - Diese Stelle war für Stephens Schützling gedacht, aber die Universität hat anders entschieden. :6. Stephen már korán előkészítette a teáskészletet, az ezüstöt, amelyet csak fontos látogatásokhoz használ. - Stephen hat das Teeservice schon früh vorbereitet, das silberne, das er nur für wichtige Besuche benutzt. :7. Négy órakor megszólal a csengő a nehéz tölgyfaajtónál. - Um vier Uhr klingelt es an der schweren Eichentür. :8. Stephen ránéz az órára, pontosan két percet vár, aztán az ajtóhoz megy. - Stephen schaut auf die Uhr, wartet genau zwei Minuten, dann geht er zur Tür. :9. Kinyitja, és kis mosollyal azt mondja: „Á, pontos – ez ritka az ön nemzedékénél.” - Er öffnet sie und sagt mit einem kleinen Lächeln: „Ah, pünktlich – das ist selten bei Ihrer Generation." :10. James a folyosón áll, új cipőt visel, és kissé túl szélesen mosolyog ehhez a pillanathoz. - James steht im Flur, er trägt neue Schuhe und lächelt etwas zu breit für diesen Moment. :11. Azt mondja: „Jó napot”, és belép; a folyosón viasz és régi cigaretták szaga érződik. - Er sagt „Guten Tag" und tritt ein, der Flur riecht nach Wachs und alten Zigaretten. :12. Bemmennek a nappaliba, és leülnek két mély karosszékbe, egy kis asztallal szemben. - Sie gehen ins Wohnzimmer und setzen sich in zwei tiefe Sessel gegenüber einem kleinen Tisch. :13. Az asztalon ott áll az ezüsttálca két csészével, egy teáskannával és egy doboz Fortnum & Mason keksszel. - Auf dem Tisch steht das silberne Tablett mit zwei Tassen, einer Kanne Tee und einer Dose Kekse von Fortnum & Mason. :14. Stephen kitölti a teát, először a tejet, aztán a teát, egészen lassan, és anélkül, hogy megmagyarázná, miért. - Stephen gießt den Tee ein, zuerst die Milch, dann den Tee, ganz langsam und ohne zu erklären warum. :15. Megkérdezi: „Egy kekszet, Dr. Calloway?”, és odatartja neki a dobozt. - Er fragt: „Ein Keks, Dr. Calloway?" und hält ihm die Dose hin. :16. James két kekszet vesz, gondolkodás nélkül, mert éhes, és a kekszek jól néznek ki. - James nimmt zwei Kekse, ohne nachzudenken, weil er Hunger hat und die Kekse gut aussehen. :17. Stephen ezt azonnal látja, és felvonja az egyik szemöldökét, alig észrevehetően, de James észreveszi. - Stephen sieht es sofort und hebt eine Augenbraue, fast unmerklich, aber James bemerkt es. :18. Stephen nyugodtan azt mondja: „Anyám azt szokta mondani, hogy csak egyszerű emberek vesznek kettőt.” - Stephen sagt ruhig: „Meine Mutter pflegte zu sagen, dass nur einfache Menschen zwei nehmen." :19. James beleharap a kekszbe, és szünet nélkül válaszol: „Anyám mindig azt mondta, hogy csak félős emberek vesznek csak egyet.” - James beißt in den Keks und antwortet ohne Pause: „Meine Mutter sagte immer, dass nur ängstliche Menschen nur einen nehmen." :20. Csend lesz, csak egy kanál csörren halkan egy porcelán csészealjon. - Es wird still, nur ein Löffel klappert leise auf einer Porzellanuntertasse. :21. Isszák a teájukat, és röviden kinéznek az ablakon, ahol az eső lágyan kopog az üvegen. - Sie trinken ihren Tee und schauen kurz aus dem Fenster, wo der Regen sanft gegen das Glas klopft. :22. Stephen egy idő után megkérdezi: „Nos, sikerült már egy kicsit berendezkednie itt?” - Stephen fragt nach einer Weile: „Und, haben Sie sich schon ein bisschen eingelebt hier?" :23. James bólint, és azt mondja, a könyvtár valóban lenyűgöző, de a külön gyűjtemény katalogizálása kissé áttekinthetetlen. - James nickt und sagt, die Bibliothek sei wirklich beeindruckend, aber die Katalogisierung der Spezialsammlung sei etwas unübersichtlich. :24. Stephen ujjai röviden megmozdulnak a karosszék karfáján, aztán újra mozdulatlanul fekszenek. - Stephens Finger bewegen sich kurz auf der Sessellehne, dann liegen sie wieder still. :25. Lassan azt mondja: „Elhunyt kollégám – az a férfi, akinek a székét most ön tölti be – ott a maga egészen saját rendszerét használta.” - Er sagt langsam: „Mein verstorbener Kollege – der Mann, dessen Stuhl Sie jetzt innehaben – hatte dort sein ganz eigenes System." :26. Az „akinek a székét” hangsúlya halk, de világos. - Die Betonung auf „dessen Stuhl" ist leise, aber deutlich. :27. James meghallja, és barátságosan azt mondja: „A zsenialitás és a rend nem zárják ki egymást, néha jól együtt járnak.” - James hört sie und sagt freundlich: „Genie und Ordnung schließen sich ja nicht aus, manchmal gehen sie gut zusammen." :28. Stephen mosolyog, de a mosoly nem ér el a szeméig. - Stephen lächelt, aber das Lächeln erreicht die Augen nicht. :29. Tovább beszélgetnek ártalmatlan dolgokról: a könyvtár felújításáról, a rossz időről, egy új étteremről a városban. - Sie reden weiter über harmlose Dinge: die Renovierung der Bibliothek, das schlechte Wetter, ein neues Restaurant in der Stadt. :30. De minden mondat mögött valami más húzódik, valami kimondatlan, amit mindketten éreznek, és egyikük sem mond ki. - Aber hinter jedem Satz liegt etwas anderes, etwas Ungesagtes, das beide spüren und keiner ausspricht. :31. James kiissza a teáját, és gondosan visszateszi a csészét a csészealjra. - James trinkt seinen Tee aus und stellt die Tasse sorgfältig auf die Untertasse zurück. :32. Körülbelül egy óra múlva feláll, és kinyújtja a kezét. - Nach etwa einer Stunde steht er auf und streckt die Hand aus. :33. Stephen is feláll, megfogja a kezét, és egy pillanattal túl sokáig tartja. - Stephen steht auch auf, nimmt die Hand und hält sie einen Moment zu lang. :34. Azt mondja: „Ezt hamarosan meg kellene ismételnünk, kellemes délután volt.” - Er sagt: „Wir sollten das bald wiederholen, es war ein angenehmer Nachmittag." :35. James válaszol: „Nagyon szívesen, legközelebb nálam – kávét főzök, azt a modern fajtát, tudja.” - James antwortet: „Sehr gerne, das nächste Mal bei mir – ich mache Kaffee, diese moderne Art, Sie wissen schon." :36. Az ajtóhoz megy, aztán röviden megáll, és még egyszer megfordul. - Er geht zur Tür, bleibt dann kurz stehen und dreht sich noch einmal um. :37. Könnyű mosollyal azt mondja: „A kekszek egyébként kitűnőek voltak – az édesanyja talán Indiából hozta magával a receptet?” - Er sagt mit einem leichten Lächeln: „Die Kekse waren übrigens ausgezeichnet – hat Ihre Mutter das Rezept vielleicht aus Indien mitgebracht?" :38. Stephen mosolya egy másodpercre egészen merevvé válik, aztán egyszerűen ott marad. - Stephens Lächeln wird für eine Sekunde ganz fest, dann bleibt es einfach stehen. :39. Az ajtó becsapódik, nem hangosan, de végérvényesen. - Die Tür fällt zu, nicht laut, aber endgültig. :40. James végigmegy a hosszú folyosón, és egyszer mélyen, lassan kifújja a levegőt. - James geht den langen Flur hinunter und atmet einmal tief und langsam aus. :41. A szobában Stephen még egy pillanatig áll, aztán gondosan lesöpri a morzsákat tweedzakójáról. - Im Zimmer steht Stephen noch einen Moment, dann wischt er die Krümel sorgfältig von seinem Tweedjackett. :42. Az ablakhoz megy, és kinéz a nedves utcára. - Er geht zum Fenster und schaut auf die nasse Straße hinaus. :43. Egy idő után elmosolyodik, röviden és alig láthatóan, szinte csak saját magának. - Nach einer Weile lächelt er, kurz und kaum sichtbar, fast für sich selbst. :44. Döntetlen volt, és már ez is elég ritka. - Es war unentschieden, und das ist selten genug. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding. :1. Dr. Stephen Harding lakása egy régi homokkő épület második emeletén volt. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding lag im zweiten Stock eines alten Sandsteingebäudes. :2. Az Oxfordi Egyetem évszázadok óta úgy hordozta magával ezt az épületet, mint egy fáradt, de büszke veteránt. - Die Universität Oxford trug dieses Gebäude seit Jahrhunderten wie einen müden, aber stolzen Veteranen mit sich. :3. Könyvek nemcsak a polcokon álltak, hanem a földön, az ablakpárkányokon és a keskeny előszobai asztalon is. - Bücher standen nicht nur in den Regalen, sondern auch auf dem Boden, auf Fensterbänken und auf dem schmalen Flurtisch. :4. Úgy hatott, mintha az évek során önállóan szaporodtak volna el, és minden szabad felületet hallgatólagosan birtokba vettek volna. - Es wirkte, als hätten sie sich im Laufe der Jahre selbstständig vermehrt und alle freien Flächen stillschweigend in Besitz genommen. :5. Októberi kedd délután volt, és az ég Oxford fölött a szokásos közönyös szürkeséget viselte. - Es war ein Dienstagnachmittag im Oktober, und der Himmel über Oxford war das übliche gleichgültige Grau. :6. Stephen reggeli óta halk, kellemetlen érzést érzett a gyomrában, amelyet következetesen figyelmen kívül hagyott. - Stephen hatte seit dem Frühstück ein leises, unangenehmes Gefühl im Bauch, das er konsequent ignorierte. :7. Fél négykor Mrs. Pargetter megterítette a teaszervizt a két bőrfotel közötti alacsony asztalon. - Um halb vier deckte Mrs. Pargetter das Teeservice auf dem niedrigen Tisch zwischen den beiden Ledersesseln. :8. Mellé tette a Fortnum & Mason kekszesdobozát, aztán ugyanolyan hangtalanul tűnt el, ahogyan érkezett. - Sie stellte die Dose mit den Keksen von Fortnum & Mason dazu und verschwand dann wieder so lautlos, wie sie gekommen war. :9. Stephen már a foteljában ült. - Stephen saß bereits in seinem Sessel. :10. De valójában nem olvasott, hanem a lépcsőházban hallatszó léptekre figyelt. - Er las aber nicht wirklich, sondern hörte auf die Schritte im Treppenhaus. :11. Három perccel négy előtt csengettek. - Um drei Minuten vor vier klingelte es. :12. Letette a könyvet a karfára, felállt, megigazította a zakóját, és megvárta, amíg a kandallópárkányon álló óra pontosan négyet mutat. - Er legte das Buch auf die Armlehne, stand auf, zog die Jacke gerade und wartete, bis die Uhr auf dem Kaminsims genau vier Uhr anzeigte. :13. Aztán az ajtóhoz ment. - Dann ging er zur Tür. :14. A férfi, aki előtte állt, fiatalabb volt, mint ahogyan Stephen elképzelte. - Der Mann, der vor ihm stand, war jünger, als Stephen ihn sich vorgestellt hatte. :15. Ez nem az életkor értelmében volt igaz, amelyet Stephen természetesen ismert, hanem abban, ahogyan James Calloway ott állt, nyílt mosollyal és olyan új cipőben, hogy járás közben halkan nyikorgott. - Das galt nicht im Sinne des Alters, das Stephen natürlich kannte, sondern in der Art, wie James Calloway dastand, mit einem offenen Lächeln und Schuhen, die so neu waren, dass sie beim Gehen leise quietschten. :16. „Jöjjön be”, mondta Stephen a szokásos üdvözlő formula nélkül. - „Herein", sagte Stephen ohne die übliche Begrüßungsformel. :17. Ez James mosolyát a másodperc töredékére megakasztotta. - Das brachte James' Lächeln für den Bruchteil einer Sekunde ins Stocken. :18. Leültek, és Stephen kitöltötte a teát – először a tejet, aztán a teát, olyan sorrendben, amelyről angol akadémikusok nemzedékek óta komolyan vitatkoztak. - Sie setzten sich, und Stephen goss den Tee ein – zuerst die Milch, dann den Tee, eine Reihenfolge, über die unter englischen Akademikern seit Generationen ernsthaft gestritten wurde. :19. Aztán Stephen James felé tolta a kekszesdobozt. - Dann schob Stephen die Keksdose in James' Richtung. :20. James gondolkodás nélkül kettőt vett. - James nahm zwei, ohne nachzudenken. :21. Dél óta nem evett semmit, és a friss sütemény illata erősebb volt, mint a társasági óvatossága. - Er hatte seit dem Mittag nichts gegessen, und der Geruch des frischen Gebäcks war stärker als seine gesellschaftliche Vorsicht. :22. Stephen felvonta az egyik szemöldökét. - Stephen hob eine Augenbraue. :23. Szinte teátrális mozdulat volt, amelyet harminc év akadémiai élet során tökéletesített. - Es war eine fast theatralische Geste, die er im Laufe von dreißig Jahren akademischen Lebens perfektioniert hatte. :24. „Anyám ragaszkodott hozzá”, mondta mellékesen, mintha az időjárásról beszélne, „hogy idegen asztalnál az ember mindig csak egyet vegyen. - „Meine Mutter bestand darauf", sagte er beiläufig, als spreche er über das Wetter, „dass man an einem fremden Tisch immer nur einen nimmt. :25. Minden más többet árul el az emberről, mint bármely névjegykártya.” - Alles andere verrät mehr über den Menschen als jede Visitenkarte." :26. James rágott, nyelt, majd ugyanolyan nyugodtan válaszolt: „Az én anyám arra tanított, hogy idegen asztalnál nyugodtan el szabad venni kettőt. - James kaute, schluckte und antwortete ebenso entspannt: „Meine Mutter hat mich gelehrt, dass man an einem fremden Tisch ruhig zwei nehmen darf. :27. Mert aki mások ítéletétől való félelmében éhes marad, azzal szintén igen sok mindent elárul.” - Denn wer aus Angst vor dem Urteil anderer hungrig bleibt, verrät damit ebenfalls eine ganze Menge." :28. Kis csend keletkezett, amelyet egyikük sem sietett megtölteni. - Eine kleine Stille entstand, die keiner der beiden beeilte sich zu füllen. :29. Egy teáskanál halk csörrenése a porcelánon ebben a pillanatban aránytalanul hangosnak tűnt. - Das leise Klingen eines Teelöffels auf Porzellan klang in diesem Moment unverhältnismäßig laut. :30. Stephen ivott egy kortyot, és olyan férfi pontosságával tette le a csészét, akinek a precizitás második természetévé vált. - Stephen trank einen Schluck und stellte die Tasse mit der Präzision eines Mannes ab, dem Genauigkeit zur zweiten Natur geworden war. :31. Aztán valódi érdeklődéssel a hangjában, amely azonban nagyon gondosan volt megkonstruálva, megkérdezte: „És hogyan igazodik el most, az első hetek után?” - Dann fragte er mit echtem Interesse in der Stimme, das allerdings sehr sorgfältig konstruiert war: „Und wie finden Sie sich zurecht, jetzt, nach den ersten Wochen?" :32. James elmondta, hogy a könyvtár kivételesen jól felszerelt, amit őszintén így is gondolt. - James berichtete, die Bibliothek sei außergewöhnlich gut bestückt, was er aufrichtig meinte. :33. Aztán hozzátette, hogy a harmadik emeleti különleges gyűjtemény katalogizálása kissé nehezen átlátható, amit szintén őszintén gondolt, bár más okból. - Dann fügte er hinzu, die Katalogisierung der Spezialsammlung im dritten Stock sei etwas schwer zu durchschauen, was er ebenfalls aufrichtig meinte, wenn auch aus einem anderen Grund. :34. Stephen bal keze, amely lazán feküdt a fotel karfáján, alig észrevehetően összerándult. - Stephens linke Hand, die locker auf der Sessellehne gelegen hatte, zog sich unmerklich zusammen. :35. „Aldridge professzor”, mondta egy rövid pillanat után, és a név úgy hangzott a szájában, mint egy gondosan kifényesített porcelándarab. - „Professor Aldridge", sagte er nach einem kurzen Moment, und der Name klang in seinem Mund wie ein sorgfältig poliertes Stück Porzellan. :36. „Aldridge professzor a gyűjteményéhez olyan rendszert dolgozott ki, amely eleinte megközelíthetetlennek hat, de közelebbi foglalkozás során olyan belső logikát tár fel, amelyet zseniálisnak tartok.” - „Professor Aldridge hatte für seine Sammlung ein System entwickelt, das zunächst unzugänglich wirkt, aber bei näherer Beschäftigung eine innere Logik offenbart, die ich für genial halte." :37. Kis szünetet tartott. - Er machte eine kleine Pause. :38. „Egyébként ő hagyta hátra ezt a fotelt. Azt, amelyben most ül.” - „Er hinterließ übrigens diesen Sessel. Den, in dem Sie jetzt sitzen." :39. James röviden lepillantott a karfákra, mintha azt vizsgálná, vajon a bőr mond-e neki bármit. - James ließ den Blick kurz auf die Armlehnen fallen, als prüfe er, ob das Leder ihm irgendetwas zu sagen habe. :40. Aztán azt mondta: „Kényelmes fotel. A jó rendszer és a kényelem ritkán zárják ki egymást.” - Dann sagte er: „Komfortabler Sessel. Gutes System und Komfort schließen sich ja selten aus." :41. Beszélgettek még egy ideig az Alsó Könyvtár tervezett felújításáról, a következő szemeszter egyik vendégelőadásáról, és arról a kérdésről, hogy Oxford új polgármestere valóban ki fogja-e bővíteni a kerékpárutakat, vagy csak úgy tesz, mintha ezt tervezné. - Sie sprachen noch eine Weile über die geplante Renovierung der Unteren Bibliothek, über einen Gastvortrag im nächsten Semester und über die Frage, ob der neue Bürgermeister von Oxford die Fahrradwege wirklich ausbauen werde oder nur so tue, als plane er es. :42. Ezek a beszélgetések olyan tökéletesen ártalmatlannak hangzottak, hogy az embernek az ellenkezőjét kellett volna feltételeznie. - Diese Gespräche klangen so vollkommen harmlos, dass man das Gegenteil hätte annehmen müssen. :43. Amikor James egy óra múlva felállt és kinyújtotta a kezét, Stephen határozott szorítással fogta meg, amely egy másodperccel túl sokáig tartott. - Als James nach einer Stunde aufstand und die Hand ausstreckte, ergriff Stephen sie mit einem festen Griff, der eine Sekunde zu lang dauerte. :44. Olyan gesztus volt ez, amelyet James nem kommentált, mert pontosan tudta, mit jelent. - Es war eine Geste, die James nicht kommentierte, weil er genau wusste, was sie bedeutete. :45. „Ezt megismételjük”, mondta Stephen. - „Wir machen das wieder", sagte Stephen. :46. Egyszerre hangzott meghívásnak és bejelentésnek. - Es klang wie eine Einladung und wie eine Ankündigung gleichzeitig. :47. „Nagyon szívesen”, felelte James, „legközelebb nálam. - „Sehr gerne", antwortete James, „das nächste Mal bei mir. :48. Sajnos nincs Fortnum-&-Mason-dobozom, de a kávé jó, ígérem.” - Ich habe leider keine Fortnum-&-Mason-Dose, aber der Kaffee ist gut, versprochen." :49. Az ajtónál egy pillanatra megtorpant, majdnem úgy, mintha elfelejtett volna valamit. - An der Tür zögerte er einen Moment, fast so, als habe er etwas vergessen. :50. Aztán félig megfordult, és olyan barátságossággal, amely tökéletesen ült, azt mondta: „Ó, és a kekszek valóban kiválóak voltak – ez valami régi családi recept?” - Dann drehte er sich halb um und sagte mit einer Freundlichkeit, die perfekt saß: „Ach, und die Kekse waren wirklich ausgezeichnet – ist das ein altes Familienrezept?" :51. „Anyámtól való”, mondta Stephen. - „Von meiner Mutter", sagte Stephen. :52. „Indiából?”, kérdezte James, már majdnem a lépcsőn. - „Aus Indien?", fragte James, schon fast auf der Treppe. :53. Az ajtó becsukódott, halkan és határozottan. - Die Tür fiel zu, leise und bestimmt. :54. Stephen még egy pillanatig az előszobában állt. - Stephen stand noch einen Moment im Flur. :55. Aztán visszatért a nappaliba, megállt az ablaknál, és kinézett a nedves utcára, ahol felhúzott kapucnis diákok siettek el a régi kőházak mellett. - Dann kehrte er ins Wohnzimmer zurück, blieb beim Fenster stehen und schaute auf die nasse Straße, auf der Studenten mit hochgezogenen Kapuzen an den alten Steinhäusern vorbeihasteten. :56. Lesöpörte a morzsákat tweedzakója hajtókájáról. - Er wischte die Krümel vom Revers seines Tweedjacketts. :57. Olyan mozdulat volt, amelyet maga sem tudott volna megmagyarázni. - Es war eine Geste, die er sich nicht hätte erklären können. :58. Aztán elmosolyodott – röviden, pontosan, és szinte akarata ellenére. - Dann lächelte er – kurz, präzise, und fast ohne es zu wollen. :59. Döntetlen, gondolta. - Unentschieden, dachte er. :60. Egyelőre. - Vorläufig. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding lakása kevésbé volt lakóhely, mint inkább intellektuális életrajzának háromdimenziós archívuma. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding war weniger ein Ort des Wohnens als vielmehr ein dreidimensionales Archiv seiner intellektuellen Biografie. :2. Ebben az archívumban minden halom, minden megkopott könyvgerincsor és minden ablakpárkányra letett kézirat valamiféle néma tanúvallomást tett harminc év akadémiai életéről. - In diesem Archiv legten jeder Stapel, jede abgegriffene Buchrückenreihe und jedes auf Fensterbänken abgelegte Manuskript eine Art stummer Zeugenaussage über dreißig Jahre akademischen Lebens ab. :3. October light, ahogy az angolok nevezték – ez a takarékos, már-már mentegetőző őszi fény, amely a magas osztott ablakokon át hullott be, és a levegő porszemcséit arany töredékekké változtatta, amelyek alig mozdultak, mintha az idő ebben a szobában úgy döntött volna, hogy hagy magának egy kis időt. - October light, wie die Engländer das nannten – dieses sparsame, fast schon entschuldigende Herbstlicht, das durch die hohen Sprossenfenster fiel und die Staubpartikel in der Luft zu goldenen Fragmenten verwandelte, die sich kaum bewegten, als hätte die Zeit in diesem Zimmer beschlossen, sich ein wenig Zeit zu lassen. :4. Stephen már fél négykor megteríttette a teaszervizt, azután pedig egy rövid biccentéssel elbocsátotta Mrs. Pargettert. - Stephen hatte das Teeservice bereits um halb vier aufdecken lassen und danach Mrs. Pargetter mit einem kurzen Nicken entlassen. :5. Nem azért tette ezt, mert zavarta volna őt az asszony látványa tea közben, hanem mert azt a beszélgetést, amelyre számított, közönség nélkül akarta lefolytatni. - Das tat er nicht, weil ihn ihr Anblick beim Tee störte, sondern weil er das Gespräch, das er erwartete, ohne Publikum führen wollte. :6. Elég jól ismerte James Calloway aktáját: kiváló diploma Manchesterben, doktori értekezés Edinburgh-ban a késő köztársaságkori retorikáról, három tanulmány szakfolyóiratokban, amelyeket titokban elolvasott, és vonakodva szilárd munkának nevezett. - Er kannte James Calloways Akte gut genug: erstklassiger Abschluss in Manchester, Promotion in Edinburgh über spätrepublikanische Rhetorik, drei Aufsätze in Fachzeitschriften, die er heimlich gelesen und widerwillig als solide bezeichnet hatte. :7. De Callowayban nem az volt a döntő, ami az aktákban állt, hanem az, ami nem állt bennük, nevezetesen az a származás egy bányászcsaládból County Durhamben, amely kétségtelenül adott a férfinak egy bizonyos éhséget, és ez az éhség nyugtalanította Stephent jobban, mint bármely képesítés. - Aber das Entscheidende an Calloway war nicht, was in den Akten stand, sondern was nicht darin stand, nämlich jene Herkunft aus einer Bergarbeiterfamilie in County Durham, die dem Mann zweifellos einen bestimmten Hunger mitgegeben hatte, und es war dieser Hunger, der Stephen mehr beunruhigte als jede Qualifikation. :8. Három perccel négy előtt csengettek. - Es klingelte um drei Minuten vor vier. :9. Stephen ült, és hagyta múlni a perceket, mint valaki, aki tudományos egykedvűséggel figyel egy hosszan tartó kísérletet. - Stephen saß und ließ die Minuten vergehen wie jemand, der ein langwieriges Experiment mit wissenschaftlicher Gleichmut beobachtet. :10. Csak akkor nyitott ajtót, amikor a kandallópárkányon álló óra száraz, mechanikus negyedórás jelzést adott. - Er öffnete die Tür erst, als die Uhr auf dem Kaminsims ein trockenes, mechanisches Viertelstundensignal abgab. :11. James Calloway a lépcsőházban állt egy tweedzakóban, amely jól állt rajta, de még nem élt, olyan cipőben, amely annyira új volt, hogy a bőr járás közben a parkettán halk, árulkodó roppanást hallatott. - James Calloway stand im Treppenhaus in einem Tweedsakko, das gut saß, aber noch nicht gelebt hatte, mit Schuhen, die so neu waren, dass das Leder beim Gehen auf dem Parkettboden ein leises, verräterisches Knacken erzeugte. :12. Ott állt egy mosollyal, amely vagy nagyon őszinte volt, vagy nagyon professzionális – Stephen egy rövid pillantás után még nem alkotott végleges véleményt. - Er stand dort mit einem Lächeln, das entweder sehr echt oder sehr professionell war – Stephen hatte nach einem kurzen Blick noch keine abschließende Meinung. :13. „Dr. Calloway” – mondta, oldalra lépett, és a másikra hagyta a döntést. - „Dr. Calloway", sagte er, trat zur Seite und überließ dem anderen die Entscheidung. :14. A másiknak kellett eldöntenie, hogy ez az üdvözlés szívélyesnek vagy hűvösnek volt-e szánva. - Der andere musste entscheiden, ob diese Begrüßung herzlich oder kühl gemeint war. :15. Leültek a mély bőrfotelekbe, amelyek között ott állt az ezüsttálca a kannával, a csészékkel, a tejjel és a kekszesdobozzal. - Sie setzten sich in die tiefen Ledersessel, zwischen denen das silberne Tablett stand mit der Kanne, den Tassen, der Milch und der Dose mit den Keksen. :16. Stephen évek óta a Piccadillyn lévő Fortnum & Masonnél rendelte a kekszet, nem azért, mert pótolhatatlannak tartotta, hanem mert maga a doboz is egyfajta kijelentés volt, amelyhez nem kellettek további szavak. - Stephen bestellte die Kekse seit Jahren bei Fortnum & Mason in der Piccadilly, nicht weil er sie für unersetzlich hielt, sondern weil die Dose selbst eine Art Aussage war, die keine weiteren Worte benötigte. :17. Öntött – először a tejet, aztán a teát, ebben a sorrendben, magyarázat vagy mentegetőzés nélkül. - Er goss ein – zuerst die Milch, dann den Tee, in dieser Reihenfolge, ohne Erklärung oder Entschuldigung. :18. Úgy tette, mintha természeti állandóról volna szó, amelyet kommentálni éppoly abszurd lenne, mint kommentálni a gravitációt. - Er tat es, als handle es sich um eine Naturkonstante, die zu kommentieren so absurd wäre wie das Kommentieren der Schwerkraft. :19. Amikor a kekszesdobozt Calloway felé tolta, az kettőt vett. - Als er die Keksdose in Calloways Richtung schob, nahm dieser zwei. :20. Ez olyan mellékes mozdulat volt, hogy nyilvánvalóan nem lehetett mellékesnek szánva, vagy talán mégis, ami az egészet még érdekesebbé tette. - Es war eine Bewegung, die so beiläufig war, dass sie offensichtlich nicht beiläufig gemeint sein konnte, oder vielleicht doch, was das Ganze noch interessanter machte. :21. Stephen hagyott eltelni egy pillanatot, amelyet egy kis korty teával töltött ki. - Stephen ließ einen Moment verstreichen, den er mit einem kleinen Schluck Tee füllte. :22. Aztán annak az embernek a hangján mondta, aki megfigyelést közöl, és nem ítéletet mond: „Van egy nézet – azt hiszem, anyám ebben a megfogalmazásban az ő anyjától örökölte –, hogy idegen asztalnál csak azok az emberek vesznek kettőt, akik hozzászoktak ahhoz, hogy kiszolgálják őket, és nem azok, akik megtanulták fékezni magukat.” - Dann sagte er in dem Ton eines Mannes, der eine Beobachtung mitteilt und nicht ein Urteil fällt: „Es gibt eine Ansicht – ich glaube, meine Mutter hat sie in dieser Formulierung von ihrer Mutter geerbt –, dass an einem fremden Tisch nur die Menschen zwei nehmen, die es gewohnt sind, sich bedienen zu lassen, und nicht die, die es gelernt haben, sich zu beherrschen." :23. James rágott, a válasszal nem hagyott magának időt, de nem is sietett. - James kaute, ließ sich mit der Antwort keine Zeit, aber auch keine Hast. :24. Aztán így felelt: „Az én családomban az ellenkező lecke számított alapvetőnek, nevezetesen az, hogy idegen asztalnál csak azok az emberek vesznek egyet, akik félnek attól, hogy rászorulónak tartsák őket – és hogy maga ez a félelem a legvilágosabb osztályjel, amelyet az ember viselhet.” - Dann erwiderte er: „In meiner Familie galt die entgegengesetzte Lektion als elementar, nämlich dass an einem fremden Tisch nur die Menschen einen nehmen, die Angst haben, als bedürftig zu gelten – und dass diese Angst selbst das deutlichste Klassenzeichen ist, das man tragen kann." :25. A csend, amely ezután keletkezett, nem volt kellemetlen, de volt benne anyag. - Die Stille, die daraufhin entstand, war keine unangenehme, aber sie hatte Substanz. :26. A teáskanál csörrenése, amelyet James az alátétre tett, ebben a csendben különös véglegességgel bírt. - Das Klingen des Teelöffels, den James auf der Untertasse ablegte, hatte in ihr eine merkwürdige Endgültigkeit. :27. Oxfordról beszéltek, a könyvtár alagsori felújítási terveiről, egy kollégáról, aki az előző szemeszterben ment nyugdíjba, és a változékony októberi időjárásról. - Sie sprachen über Oxford, über die Renovierungspläne für die Bibliothek im Untergeschosse, über einen Kollegen, der im vergangenen Semester in den Ruhestand gegangen war, und über das unbeständige Oktoberwetter. :28. Mindezekben az ártalmatlan mondatokban mindketten olyan férfiak gondosságával dolgoztak, akik tudják, hogy a tulajdonképpeni beszélgetést soha nem közvetlenül folytatják, hanem mindig a példák, a melléknevek és a szünetek megválasztásán keresztül. - In all diesen harmlosen Sätzen arbeiteten beide mit der Sorgfalt von Männern, die wissen, dass das eigentliche Gespräch nie direkt geführt wird, sondern immer durch die Wahl der Beispiele, der Adjektive und der Pausen. :29. Amikor James megemlítette, hogy a harmadik emeleti különgyűjtemény katalogizálása nehezen hozzáférhető, szinte mintha a rendszert szándékosan tették volna áttekinthetetlenné a kívülállók számára, Stephen ujjai megmozdultak a karfán. - Als James erwähnte, die Katalogisierung der Spezialsammlung im dritten Stock sei schwer zugänglich, fast so, als sei das System mit Absicht für Außenstehende undurchschaubar gestaltet worden, bewegten sich Stephens Finger auf der Armlehne. :30. Olyan röviden és olyan kontrolláltan mozdultak meg, hogy alig lehetett reakciónak felismerni. - Sie bewegten sich so kurz und so kontrolliert, dass es kaum als Reaktion zu erkennen war. :31. „Aldridge professzor” – mondta Stephen, és a név kiejtése több információt tartalmazott, mint egy háromoldalas nekrológ. - „Professor Aldridge", sagte Stephen, und der Name enthielt in seiner Aussprache mehr Information als ein dreiseitiger Nachruf. :32. „Aldridge professzor meg volt győződve arról, hogy egy rendrendszer csak akkor igazán jó, ha valaki a szükséges előképzettséggel és türelemmel meg tudja érteni – és hogy nem a rendszer feladata mindenkit meghívni.” - „Professor Aldridge hatte die Überzeugung, dass ein Ordnungssystem nur dann wirklich gut ist, wenn es von jemandem mit der nötigen Vorbildung und Geduld verstanden werden kann – und dass es nicht die Aufgabe des Systems ist, jeden einzuladen." :33. Felemelte a csészét. - Er hob die Tasse. :34. „Egyébként ő abban a fotelben ült, amelyben ön most ül. Tizennyolc éven át.” - „Er saß übrigens in dem Sessel, in dem Sie gerade sitzen. Achtzehn Jahre lang." :35. James egy pillantást vetett a karfákra, elég röviden ahhoz, hogy ne tűnjön tiszteletlennek. - James ließ einen Blick auf die Armlehnen fallen, kurz genug, um nicht respektlos zu wirken. :36. Aztán ezt mondta: „Akkor remélem, hogy a bőr még eltárolt valamit az érveléséből. Könnyebb tanulni, ha az ember ott ül, ahol mások gondolkodtak.” - Dann sagte er: „Dann hoffe ich, dass das Leder noch etwas von seiner Argumentation gespeichert hat. Man lernt leichter, wenn man sitzt, wo andere gedacht haben." :37. Ami ezután következett, jó egyórányi további beszélgetés volt, amely témájában és hangjában soha nem távolodott el a látszólag ártalmatlan felszíntől, alatta azonban annál sűrűbben szövődött. - Was folgte, war gut eine Stunde weiteres Gespräch, das sich in Thema und Ton von der scheinbar harmlosen Oberfläche nie entfernte und darunter umso dichter webte. :38. Aki kívülről figyelte volna, két férfit látott volna, akik udvariasan teát isznak, és akadémiai mellékességekről beszélnek. - Wer es von außen beobachtet hätte, hätte zwei Männer gesehen, die höflich Tee trinken und über akademische Nebensächlichkeiten sprechen. :39. Egy megfigyelő semmit sem érzett volna abból a nyomásból, amely minden harmadik mondatban ott ült, mint penge egy bársonyból készült hüvelyben. - Ein Beobachter hätte nichts von dem Druck gespürt, der in jedem dritten Satz saß wie eine Klinge in einer Scheide aus Samt. :40. Amikor James felállt, kinyújtotta a kezét. - Als James aufstand, streckte er die Hand aus. :41. Stephen megragadta egy olyan kézfogással, amely egy másodperccel túl hosszú volt – nem ellenségesség, csupán emlékeztetés arra, ki itt az idősebb férfi, és ki ismeri a terepet. - Stephen ergriff sie mit einem Griff, der eine Sekunde zu lang war – keine Feindseligkeit, nur eine Erinnerung daran, wer hier der ältere Mann war und wer das Territorium kannte. :42. „Ezt szokássá kellene tennünk” – mondta Stephen. - „Wir sollten das zur Gewohnheit machen", sagte Stephen. :43. „Nagyon szívesen” – válaszolta James –, „bár attól tartok, legközelebb nem tudok majd olyan teát kínálni, amely felveheti a versenyt az önével – csak kávét, sajnos, ezt a célirányos északi fajtát.” - „Sehr gerne", antwortete James, „obwohl ich fürchte, ich werde beim nächsten Mal keinen Tee anbieten können, der sich mit Ihrem messen kann – nur Kaffee, leider, diese zweckorientierte nordische Art." :44. Az ajtónál megállt, kezével már a kilincsen. - An der Tür blieb er stehen, mit der Hand schon am Türknauf. :45. Aztán egy mosollyal fordult vissza, amelyet Stephen nem tudott egészen besorolni: „A kekszek, mellékesen megjegyezve – valóban kivételesek. Ez családi recept?” - Dann drehte er sich mit einem Lächeln um, das Stephen nicht ganz einordnen konnte: „Die Kekse, nebenbei bemerkt – wirklich außergewöhnlich. Ist das ein Rezept aus Ihrer Familie?" :46. „Anyámtól” – mondta Stephen. - „Von meiner Mutter", sagte Stephen. :47. „Indiából?” – mondta James, már a lépcsőn. - „Aus Indien?", sagte James, schon auf der Treppe. :48. Az ajtó halk, pontos kattanással csukódott be, amely a csendben aránytalanul élesen hatott. - Die Tür fiel zu mit einem leisen, präzisen Klicken, das in der Stille unverhältnismäßig deutlich war. :49. Stephen még egy pillanatig az előszobában állt, aztán lassan visszament a nappaliba. - Stephen stand noch einen Moment im Flur, dann ging er langsam zurück ins Wohnzimmer. :50. Megállt az ablaknál, és figyelte, ahogy James két emelettel lejjebb kilép az utcára, felhajtja a gallérját, és hátranézés nélkül eltűnik a Bodleian irányába, annak az embernek az egyenletes lépteivel, aki semmit sem enged meglátszani magán. - Er blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James zwei Stockwerke tiefer auf die Straße trat, den Kragen hochschlug und ohne zurückzublicken in Richtung Bodleian verschwand, mit dem gleichmäßigen Schritt eines Mannes, der sich nichts anmerken lässt. :51. Két ujjával lesöpört egy alig látható morzsát zakójának hajtókájáról. - Er wischte mit zwei Fingern einen kaum sichtbaren Krümel vom Revers seines Jacketts. :52. Ez olyan mozdulat volt, amelyet nem tudatosan irányított, de talán éppen ezért ez volt az egész délután legőszintébb gesztusa. - Es war eine Geste, die er nicht bewusst steuerte, die aber vielleicht deshalb die ehrlichste des ganzen Nachmittags war. :53. Aztán elmosolyodott – nem valakinek, nem valamilyen meghatározott okból. - Dann lächelte er – nicht für jemanden, nicht aus einem bestimmten Grund. :54. Vagy talán abból az egyetlen okból mosolygott, hogy a beszélgetés úgy zajlott le, ahogy egy jó beszélgetésnek le kell zajlania: győztes nélkül, vereség nélkül, és elég nyitott véggel ahhoz, hogy legközelebb folytatni lehessen. - Oder vielleicht lächelte er aus dem einzigen Grund, dass das Gespräch so verlaufen war, wie ein gutes Gespräch verlaufen soll: ohne Sieger, ohne Niederlage, und mit genug offenen Enden, um beim nächsten Mal weiterzumachen. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding lakása az évtizedek során különös állapotot ért el. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding hatte im Laufe der Jahrzehnte einen besonderen Zustand erreicht. :2. Akadémiai körökben az ilyesmit olykor „lakott archívumnak” nevezték. - In akademischen Kreisen nannte man so etwas gelegentlich ein „bewohntes Archiv“. :3. Ez nem közönséges rendetlenség volt. - Es war keine gewöhnliche Unordnung. :4. Minden halom, minden keresztben fekvő kézirat és minden, az ablakpárkányokon felejtett szakfolyóirat pontosan ott látszott heverni, ahová tartozott. - Jeder Stapel, jedes quer liegende Manuskript und jede vergessene Fachzeitschrift auf den Fensterbänken schien genau dort zu liegen, wo es hingehörte. :5. Ez a meggyőződés sugárzott minden tárgyból. - Diese Überzeugung strahlte aus jedem Gegenstand. :6. Tiszta októberi délután volt Oxfordban. - Es war ein klarer Oktobernachmittag in Oxford. :7. A fény takarékosan és pontosan hullott be az ablakokon. - Das Licht fiel sparsam und präzise durch die Fenster. :8. Szinte úgy hatott, mint egy tudatos dramaturgiai döntés. - Es wirkte fast wie eine bewusste dramaturgische Entscheidung. :9. Stephen reggel óta tompa rossz érzést hordozott magában. - Stephen trug seit dem Morgen ein dumpfes Unbehagen in sich. :10. Olyan embert kellett fogadnia, akinek már a puszta létezését is szívesebben figyelmen kívül hagyta volna. - Er sollte einen Menschen empfangen, dessen bloße Existenz er lieber ignoriert hätte. :11. James Calloway nem maga volt a probléma. - James Calloway war nicht das Problem. :12. Vagy pontosabban: pontosan ő volt a probléma. - Oder besser gesagt: Er war genau das Problem. :13. A valódi okokat azonban nem volt szabad nyíltan megnevezni. - Doch die wahren Gründe durften nicht offen benannt werden. :14. A képesítései kifogástalanok voltak. - Seine Qualifikationen waren einwandfrei. :15. Edinburgh-i híre makulátlan volt. - Sein Ruf in Edinburgh war tadellos. :16. A késő köztársaságkori retorikáról írt tanulmányai pontosak és jól érveltek voltak. - Seine Aufsätze zur spätrepublikanischen Rhetorik waren präzise und gut argumentiert. :17. Stephen kelletlenül kétszer is elolvasta őket. - Stephen hatte sie widerwillig zweimal gelesen. :18. Be kellett ismernie: a munkák szilárdak voltak. - Er musste zugeben: Die Arbeiten waren solide. :19. Talán még többek is annál. - Vielleicht sogar mehr als das. :20. Amit azonban az iratok nem tartalmaztak, azt Stephen azonnal felismerte. - Was jedoch nicht in den Akten stand, erkannte Stephen sofort. :21. Három évtizednyi tapasztalat vizsgázókkal éles megfigyelővé tette. - Drei Jahrzehnte Erfahrung mit Examenskandidaten hatten ihn zu einem scharfen Beobachter gemacht. :22. Jamesben különös fajta becsvágy volt. - James besaß eine besondere Art von Ehrgeiz. :23. Ez a becsvágy olyan emberekben keletkezik, akikkel korán megértetik, hogy az ilyen termek valójában nem nekik vannak szánva. - Dieser Ehrgeiz entstand bei Menschen, denen früh klar gemacht wurde, dass solche Räume eigentlich nicht für sie bestimmt waren. :24. Ez a megszerzés becsvágya volt, nem a magától értetődő birtoklásé. - Es war ein Ehrgeiz des Nehmens, nicht des selbstverständlichen Besitzens. :25. Alapvetően különbözött régi családokból származó kollégái becsvágyától. - Er unterschied sich grundlegend vom Ehrgeiz seiner Kollegen aus alten Familien. :26. Mrs. Pargetter fél négykor megterítette az ezüst teáskészletet. - Mrs. Pargetter hatte das silberne Teeservice um halb vier aufgedeckt. :27. Nem az egyszerű, mindennapi készletet választotta. - Sie wählte nicht das schlichte Alltagsservice. :28. Ez a döntés a terület megjelölését szolgálta, nem a vendégszeretetet. - Diese Entscheidung diente der territorialen Markierung, nicht der Gastfreundschaft. :29. Ezután visszavonult. - Danach zog sie sich zurück. :30. Érezte, hogy jelenléte a következő beszélgetésnél nem kívánatos. - Sie spürte, dass ihre Anwesenheit bei dem folgenden Gespräch unerwünscht war. :31. A csengetés három perccel négy előtt hangzott fel. - Das Klingeln ertönte drei Minuten vor vier. :32. Stephen a karosszékében ült. - Stephen saß in seinem Sessel. :33. Egy könyv nyitva feküdt a térdén, de nem olvasott. - Ein Buch lag offen auf seinen Knien, doch er las nicht. :34. Hagyta csengeni. - Er ließ es klingeln. :35. Megvárta a kandallóóra negyedet jelző ütését. - Er wartete auf das Viertelsignal der Kaminuhr. :36. Ezzel a türelemmel ő határozta meg a délután ritmusát. - Mit dieser Geduld setzte er den Rhythmus des Nachmittags. :37. Az idő volt a házigazda legolcsóbb és leghatásosabb hatalmi eszköze. - Zeit war das billigste und wirkungsvollste Machtinstrument eines Gastgebers. :38. James Calloway megjelent az ajtókeretben. - James Calloway erschien im Türrahmen. :39. Jól szabott tweedzakót viselt, amely még nem simult igazán rá. - Er trug ein gut geschnittenes Tweedsakko, das noch nicht richtig eingelaufen war. :40. A ruházat elárulta, hogy azért vásárolták, hogy az ember odatartozzon benne. - Die Kleidung verriet, dass sie gekauft worden war, um dazuzugehören. :41. A cipője halkan roppant a parkettán. - Seine Schuhe knackten leise auf dem Parkett. :42. A folyosó csendjében ez a hang világos hangjegynek tűnt. - In der Stille des Flurs klang dieses Geräusch wie eine deutliche Tonsignatur. :43. Mosolya az ajtóban fárasztó nyíltságot mutatott. - Sein Lächeln an der Tür zeigte eine anstrengende Offenheit. :44. Stephen ismerte a fiatal északi akadémikusoknál ezt az előadott fesztelenséget. - Stephen kannte diese Art von performter Unbefangenheit bei jungen Akademikern aus dem Norden. :45. Nem hamis mosoly volt. - Es war kein falsches Lächeln. :46. Kísérlet volt arra, hogy nyugalmat mutasson – és éppen ezzel bizonyította az ellenkezőjét. - Es war der Versuch, Gelassenheit zu zeigen – und bewies dadurch genau das Gegenteil. :47. „Dr. Calloway” – mondta Stephen. - „Dr. Calloway“, sagte Stephen. :48. Egy lépést oldalra lépett. - Er trat einen Schritt zur Seite. :49. Az üdvözlés hűvös maradt, és nélkülözte a szokásos melegséget. - Die Begrüßung blieb kühl und ohne die übliche Wärme. :50. A nappali régi könyvek ismerős szagával, némi viasszal és a dohány távoli utózengésével fogadta őket. - Das Wohnzimmer empfing sie mit dem vertrauten Geruch alter Bücher, etwas Wachs und einem fernen Nachklang von Tabak. :51. Stephen öt éve hagyta abba a dohányzást. - Stephen hatte vor fünf Jahren aufgehört zu rauchen. :52. A szag mégis tovább élt a falakban. - Der Geruch lebte dennoch weiter in den Wänden. :53. Stephen kitöltötte a teát. - Stephen goss den Tee ein. :54. Előbb a tejet, aztán a teát. - Zuerst die Milch, dann den Tee. :55. Mindezt kommentár nélkül tette. - Er tat es ohne Kommentar. :56. Ez demonstráció volt, nem magyarázat. - Es war eine Demonstration, keine Erklärung. :57. Aztán James felé tolta az elegáns Fortnum-&-Mason kekszesdobozt. - Dann schob er die elegante Fortnum-&-Mason-Keksdose zu James hinüber. :58. A gesztus mellékesnek hatott, de pontosan ki volt számítva. - Die Geste wirkte beiläufig, war aber genau kalkuliert. :59. James két kekszet vett. - James nahm zwei Kekse. :60. Stephen azonnal észrevette. - Stephen bemerkte es sofort. :61. A férfi vagy valóban éhes volt. - Der Mann war entweder wirklich hungrig. :62. Vagy azt akarta tesztelni, Stephen hogyan reagál rá. - Oder er wollte testen, wie Stephen darauf reagieren würde. :63. „Van egy nézet” – kezdte Stephen. - „Es gibt eine Ansicht“, begann Stephen. :64. Hangja egyenletesen és szinte fáradtan csengett, mint egy akadémiai előadáson. - Seine Stimme klang gleichmäßig und fast müde, wie bei einem akademischen Vortrag. :65. „Anyám adta tovább. - „Meine Mutter hat sie weitergegeben. :66. Eszerint az, hogy valaki egy idegen asztalnál egy vagy két keksz között választ, többet árul el a neveltetéséről, mint bármely önéletrajz. - Sie besagt, dass die Wahl zwischen einem und zwei Keksen an einem fremden Tisch mehr über die Erziehung verrät als jeder Lebenslauf. :67. Nem kívánom ezt a tételt sem megerősíteni, sem cáfolni. - Ich möchte diese These weder bestätigen noch bestreiten. :68. De megfontolásra érdemesnek tartom.” - Aber ich halte sie für überlegenswert.“ :69. James nyelt egyet. - James schluckte. :70. Hagyott eltelni egy rövid pillanatot. - Er ließ einen kurzen Moment vergehen. :71. Aztán barátságosan válaszolt. - Dann antwortete er freundlich. :72. Szavai élét csak második hallásra lehetett érezni. - Die Schärfe in seinen Worten spürte man erst beim zweiten Hinhören. :73. „Az én szülői házamban volt egy hasonló tétel, csak éppen fordított előjellel. - „In meinem Elternhaus gab es eine ähnliche These, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. :74. Ott azt mondták, hogy a visszafogottság egy idegen asztalnál nem neveltetést mutat, hanem félelmet az ítélettől. - Dort hieß es, dass Zurückhaltung am fremden Tisch keine Erziehung zeigt, sondern Angst vor dem Urteil. :75. És ez a félelem – nem az éhség – az igazi osztályjel.” - Und diese Angst – nicht der Hunger – sei das wahre Klassenzeichen.“ :76. Nem támadt kínos csend. - Es entstand keine peinliche Stille. :77. Ehelyett különös, szinte kollegiális nyugalom terült szét közöttük. - Stattdessen breitete sich eine besondere, fast kollegiale Ruhe aus. :78. Mindketten felismerték, hogy a másik ismeri a játékot. - Beide erkannten, dass der andere das Spiel kannte. :79. És mindketten mégis úgy döntöttek, hogy továbbjátsszák. - Und beide beschlossen trotzdem, es weiterzuspielen. :80. A könyvtárról beszéltek, az alagsor felújításáról és egy emeritus kollégáról, aki nemrég megjelentette emlékiratait. - Sie sprachen über die Bibliothek, über die Renovierung des Untergeschosses und über einen emeritierten Kollegen, der kürzlich seine Memoiren veröffentlicht hatte. :81. Mindketten ugyanazokból az okokból olvasták a könyvet. - Beide hatten das Buch aus denselben Gründen gelesen. :82. Ugyanazokkal a hallgatag fenntartásokkal. - Mit denselben stillen Vorbehalten. :83. Erről természetesen nem beszéltek nyíltan. - Darüber sprachen sie natürlich nicht offen. :84. Mindezekben a látszólag semleges mondatokban uralták az akadémiai világ valódi emelkedett nyelvét. - In all diesen scheinbar neutralen Sätzen beherrschten sie die wahre Hochsprache der akademischen Welt. :85. Csak arról beszéltek, amit valójában nem mondtak ki. - Sie sprachen nur über das, was sie eigentlich nicht sagten. :86. És olyan pontosan tették, hogy a másik pontosan értette, anélkül hogy ez valaha bizonyítható lett volna. - Und sie taten es so präzise, dass der andere es genau verstand, ohne dass es je beweisbar wurde. :87. Amikor James megemlítette Aldridge különleges gyűjteményének katalogizálását, és tudatosan exkluzívnak nevezte, Stephen ujjai röviden megmozdultak a karosszék karfáján. - Als James die Katalogisierung von Aldridges Spezialsammlung erwähnte und sie als bewusst exklusiv beschrieb, bewegten sich Stephens Finger kurz auf der Sessellehne. :88. Csak egy nagyon figyelmes megfigyelő értelmezte volna helyesen ezt az apró rezdülést. - Nur ein sehr aufmerksamer Beobachter hätte diese winzige Regung richtig gedeutet. :89. „Aldridge” – mondta Stephen. - „Aldridge“, sagte Stephen. :90. A név a szájában egész tájként hangzott. - Der Name klang in seinem Mund wie eine ganze Landschaft. :91. „Aldridge hitt abban, hogy egy rendezési rendszernek nem kell mindenki számára hozzáférhetőnek lennie. - „Aldridge glaubte, dass ein Ordnungssystem nicht für alle zugänglich sein muss. :92. Csak a megfelelő személyek számára. - Nur für die richtigen Personen. :93. Ezt a tételt védhetőnek tartom, még ha ma bizonyos körökben reakciósnak számít is.” - Ich halte diese These für vertretbar, auch wenn sie heute in manchen Kreisen als reaktionär gilt.“ :94. Felemelte a csészét. - Er hob die Tasse. :95. „Egyébként tizennyolc évig ült abban a karosszékben, amelyben most ön ül. - „Er saß übrigens achtzehn Jahre in dem Sessel, in dem Sie jetzt sitzen. :96. Nemcsak a karosszéket és a rendszerét hagyta rám, hanem egy levelet is az utódlásról alkotott véleményével. - Er hinterließ mir nicht nur den Sessel und sein System, sondern auch einen Brief mit seiner Meinung zur Nachfolge. :97. Őrzöm ezt a levelet.” - Ich bewahre diesen Brief auf.“ :98. James rövid pillantást vetett a karfákra. - James warf einen kurzen Blick auf die Armlehnen. :99. Nem tűnt megilletődöttnek, de teljesen jelen volt. - Unbeeindruckt, aber vollkommen präsent. :100. „Akkor kíváncsian várom, vajon a bőr megőrizte-e az érveit. - „Dann bin ich gespannt, ob das Leder seine Argumente gespeichert hat. :101. A legérdekesebb gondolatok gyakran olyan bútorokban maradnak hátra, amelyeket az ember nem maga választott.” - Die interessantesten Gedanken bleiben oft in Möbeln zurück, die man nicht selbst ausgesucht hat.“ :102. A beszélgetés jó egy órán át tartott. - Das Gespräch dauerte gut eine Stunde. :103. Felszínesen egyetemi politikáról, vendégelőadásokról és az időjárásról volt szó. - Oberflächlich ging es um Hochschulpolitik, Gastvorträge und das Wetter. :104. Valójában gondosan vívott párbaj volt. - In Wahrheit war es ein sorgfältiges Fechten. :105. Mindketten tudták, hogy nem keletkeznek majd látható sebek. - Beide wussten, dass keine sichtbaren Wunden entstehen würden. :106. Éppen ezért céloztak különösen pontosan. - Gerade deshalb zielten sie besonders präzise. :107. Amikor James felállt, kinyújtotta a kezét. - Als James aufstand, streckte er die Hand aus. :108. Stephen megfogta. - Stephen ergriff sie. :109. A kézfogás egy másodperccel túl sokáig tartott. - Der Händedruck dauerte eine Sekunde zu lang. :110. A terület csendes kijelentése volt. - Es war eine stille Behauptung von Territorium. :111. „Szokássá kellene tennünk ezt” – mondta Stephen. - „Wir sollten das zur Gewohnheit machen“, sagte Stephen. :112. A mondat a hangsúlytól függően két teljesen különböző dolgot jelenthetett. - Der Satz konnte je nach Betonung zwei völlig verschiedene Dinge bedeuten. :113. „Nagyon szívesen” – felelte James. - „Sehr gerne“, antwortete James. :114. „Előre kell azonban figyelmeztetnem. - „Ich muss Sie allerdings vorwarnen. :115. Nálam sem ilyen teáskészlet, sem ilyen kekszek nincsenek. - Bei mir gibt es weder dieses Teeservice noch diese Kekse. :116. Csak kávé – az északi robusztus változat, amelyről Oxford ellenére sem hagytam magam leszoktatni.” - Nur Kaffee – die robuste Variante aus dem Norden, die ich mir trotz Oxford nicht habe austreiben lassen.“ :117. Az ajtónál még egyszer megfordult. - An der Tür drehte er sich noch einmal um. :118. Mosolya sem barátságos, sem ellenséges nem volt. - Sein Lächeln war weder freundlich noch feindlich. :119. Pontosan ez adta a minőségét. - Genau das machte seine Qualität aus. :120. „A kekszek egyébként valóban kivételesek voltak. - „Die Kekse waren übrigens wirklich außergewöhnlich. :121. Régi családi recept?” - Ein altes Familienrezept?“ :122. „Anyámtól” – mondta Stephen. - „Von meiner Mutter“, sagte Stephen. :123. „Indiából?” – kérdezte James. - „Aus Indien?“, fragte James. :124. Nem kérdésnek hangzott, hanem megállapításnak. - Es klang nicht wie eine Frage, sondern wie eine Feststellung. :125. Mintha egy kutatást zárna le. - Als würde er eine Recherche abschließen. :126. Az ajtó halk, pontos kattanással hullott a zárba. - Die Tür fiel mit einem leisen, präzisen Klicken ins Schloss. :127. A hang még egy ideig visszhangzott. - Der Klang hallte noch eine Weile nach. :128. Stephen az ablaknál maradt állva, és figyelte, ahogy James kilép az utcára. - Stephen blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James auf die Straße trat. :129. Sietség nélkül. - Ohne Hast. :130. Anélkül, hogy visszanézne. - Ohne zurückzublicken. :131. James olyannak hatott, mint aki a délután eredményét már elrendezte magában. - James wirkte wie jemand, der das Ergebnis des Nachmittags bereits eingeordnet hatte. :132. Két kekszmorzsát söpört le a hajtókájáról. - Er wischte zwei Kekskrümel von seinem Revers. :133. Öntudatlan mozdulat volt. - Es war eine unbewusste Geste. :134. Éppen ezért árult el a legtöbbet. - Gerade deshalb verriet sie am meisten. :135. Aztán röviden és szinte kelletlenül elmosolyodott. - Dann lächelte er kurz und fast widerwillig. :136. Beismerés volt, amelyet csak ő maga látott. - Ein Eingeständnis, das nur er selbst sah. :137. A férfi jó volt. - Der Mann war gut. :138. Talán jobb, mint amennyit az állás megkívánt. - Besser vielleicht, als die Stelle verlangte. :139. A délután nem volt sem győzelem, sem vereség. - Der Nachmittag war weder Sieg noch Niederlage gewesen. :140. Valami újnak a kezdete volt. - Er war der Beginn von etwas Neuem. :141. Stephennek erre még nem volt neve. - Stephen hatte noch keinen Namen dafür. :142. De olyan férfi nyugodt figyelmével fogja megfigyelni, aki a hosszú játszmákat szereti a legjobban. - Aber er würde es mit der ruhigen Aufmerksamkeit eines Mannes beobachten, dem die langen Spiele am liebsten waren. ------------------------- ------------------------- 6 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding lakása az évtizedek során elérte azt az állapotot, amelyet akadémiai körökben időnként „lakott archívumnak” neveznek. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding hatte im Laufe der Jahrzehnte jenen Zustand erreicht, der in akademischen Kreisen gelegentlich als „bewohntes Archiv" bezeichnet wird. :2. Ez az állapot nem annyira mértékében különbözik a közönséges rendetlenségtől, hanem abban a belső meggyőződésben, amellyel minden halom, minden keresztben letett kézirat és minden ablakpárkányon felejtett szakfolyóirat azt állítja magáról, hogy pontosan ott fekszik, ahová tartozik. - Dieser Zustand unterscheidet sich von gewöhnlicher Unordnung weniger durch das Ausmaß als durch die innere Überzeugung, mit der jeder Stapel, jedes quer abgelegte Manuskript und jede auf Fensterbänken vergessene Fachzeitschrift behauptet, genau dort zu liegen, wo es hingehört. :3. Azok közé az októberi délutánok közé tartozott, amikor Oxford fölött a fény olyan takarékosan és ugyanakkor olyan pontosan hullik, hogy kevésbé tűnik természetes megvilágításnak, mint inkább dramaturgiai döntésnek. - Es war einer jener Oktobernachmittage, an denen das Licht über Oxford so sparsam und zugleich so präzise fällt, dass es weniger wie natürliche Beleuchtung wirkt als wie eine dramaturgische Entscheidung. :4. Stephen reggel óta magával hordozta azt a tompa, makacsul figyelmen kívül hagyott rossz érzést, amely akkor keletkezik, amikor az embernek olyan valakit kell fogadnia, akinek puszta létezését a saját világában legszívesebben tudomásul sem venné. - Stephen hatte seit dem Morgen das dumpfe, sich beharrlich ignorierende Unbehagen mit sich getragen, das entsteht, wenn man einen Menschen empfangen muss, dessen bloße Existenz in der eigenen Welt man lieber nicht zur Kenntnis nehmen würde. :5. James Calloway nem a probléma volt – vagy pontosabban: James Calloway pontosan maga volt a probléma, de nem azokból az okokból, amelyeket nyilvánosan meg lehetett volna nevezni. - James Calloway war nicht das Problem – oder genauer gesagt, James Calloway war genau das Problem, aber nicht aus den Gründen, die sich hätten öffentlich benennen lassen. :6. A képesítései kifogástalanok voltak, edinburghi híre makulátlan, és a késő köztársaságkori retorikáról írt három tanulmánya elég pontosan volt megérvelve ahhoz, hogy Stephen kelletlenül és titokban kétszer is elolvassa őket, anélkül hogy más ítéletre jutott volna, mint erre: szilárd, talán több is annál. - Seine Qualifikationen waren einwandfrei, sein Ruf in Edinburgh tadellos und seine drei Aufsätze über spätrepublikanische Rhetorik präzise genug argumentiert, dass Stephen sie widerwillig und heimlich zweimal gelesen hatte, ohne zu einem anderen Urteil zu gelangen als: solide, möglicherweise mehr. :7. Ami nem állt az aktákban, és amit Stephen annak az embernek a biztonságával tudott, aki három évtizeden át úgy tanulmányozta a vizsgajelölteket, ahogy az entomológusok a ritka bogarakat, az az a különös fajta becsvágy volt, amely olyan emberekben keletkezik, akikkel korán világosan közölték, hogy azok a termek, amelyekben most ülnek, nem nekik voltak szánva. - Was nicht in den Akten stand und was Stephen mit der Sicherheit eines Mannes wusste, der drei Jahrzehnte lang Examenskandidaten studiert hatte wie Entomologen seltene Käfer, war jene besondere Art von Ehrgeiz, die in Menschen entsteht, denen früh klargemacht wurde, dass die Räume, in denen sie jetzt saßen, nicht für sie vorgesehen waren. :8. Ez olyan becsvágy volt, amely alapvetően különbözött régi családokból származó kollégái becsvágyától, mert nem a birtoklás magától értetődőségéből fakadt, hanem az elvétel elhatározásából. - Es war ein Ehrgeiz, der sich von dem seiner Kollegen aus alten Familien fundamental unterschied, weil er nicht aus dem Selbstverständnis des Besitzens kam, sondern aus dem Entschluss des Nehmens. :9. Mrs. Pargetter fél négykor terítette fel a teaszervizt – az ezüstöt, nem az egyszerű hétköznapit, olyan választást, amelynek semmi köze nem volt a vendégszeretethez, hanem a területi jelölések logikájához. - Mrs. Pargetter hatte das Teeservice um halb vier aufgedeckt – das silberne, nicht das schlichte Alltagsservice, eine Wahl, die nichts mit Gastfreundschaft zu tun hatte, sondern mit der Logik territorialer Markierungen. :10. Aztán visszavonult, mintha megérezte volna, hogy jelenléte abban, ami következik, egy olyan tanú szerepét kapta volna, akit senki sem rendelt oda. - Dann hatte sie sich zurückgezogen, als habe sie gespürt, dass ihre Anwesenheit in dem, was folgen würde, die Funktion einer Zeugin gehabt hätte, die niemand bestellt hatte. :11. A csengetés négy előtt három perccel érkezett, és Stephen, aki a karosszékében ült és nem olvasott, noha egy könyv nyitva feküdt a térdén, hagyta, hogy szóljon. - Das Klingeln kam um drei Minuten vor vier, und Stephen, der in seinem Sessel saß und nicht las, obwohl ein Buch offen auf seinen Knien lag, ließ es klingen. :12. Megvárta a kandallóóra negyedórás jelzését annak az embernek a türelmes hajthatatlanságával, aki tudja, hogy egy délután ritmusa már az első másodperceiben eldől, és hogy az idő a legolcsóbb és leghatásosabb hatalmi eszköz, amellyel egy házigazda rendelkezik. - Er wartete auf das Viertelsignal der Kaminuhr mit der geduldigen Unnachgiebigkeit eines Mannes, der weiß, dass der Rhythmus eines Nachmittags bereits in seinen ersten Sekunden gesetzt wird und dass Zeit das billigste und wirkungsvollste Machtinstrument ist, das ein Gastgeber besitzt. :13. James Calloway az ajtókeretben olyan tweedzakót viselt, amely jó szabású volt, de még nem volt bejáratva – olyan ruhát, amelyet azért szereztek be, hogy az ember odatartozzon, és amely ezt még nem egészen felejtette el. - James Calloway im Türrahmen trug ein Tweedsakko, das gut geschnitten, aber noch nicht eingelaufen war – Kleidung, die erworben worden war, um zu gehören, und die das noch nicht ganz vergessen hatte. :14. Cipője a parkettára lépve halk reccsenést keltett, amely a folyosó csendjében egy hangjegy aláírásának tévedhetetlenségével volt hallható. - Seine Schuhe erzeugten beim Betreten des Parketbodens ein leises Knacken, das in der Stille des Flurs mit der Unfehlbarkeit einer Tonsignatur zu hören war. :15. Mosolya, amelyet az ajtóban bemutatott, azzal a fárasztó nyíltsággal bírt, amelyet Stephen fiatal északi akadémikusoknál már többször megfigyelt. - Sein Lächeln, das er an der Tür präsentierte, hatte jene anstrengende Offenheit, die Stephen bei jungen Akademikern aus dem Norden schon öfter beobachtet hatte. :16. Nem megjátszott mosoly volt, inkább egyfajta előadott elfogulatlanság, egy nekem-nincs-problémám-ezzel-a-helyzettel, ami természetesen éppen az ellenkezőjét jelentette. - Es war kein gespieltes Lächeln, eher eine Art performte Unbefangenheit, ein Ich-habe-kein-Problem-mit-dieser-Situation, das natürlich das genaue Gegenteil bedeutete. :17. „Dr. Calloway” – mondta Stephen, egy lépést oldalra lépett, és a köszöntést ott hagyta a térben. - „Dr. Calloway", sagte Stephen, trat einen Schritt zur Seite und ließ die Begrüßung im Raum stehen. :18. Nem adta hozzá azt a szokásos meleget, amely valamilyen halmazállapotot kölcsönzött volna neki. - Er gab ihr nicht die übliche Wärme mit, die ihr einen Aggregatzustand gegeben hätte. :19. A nappali régi könyvek szagával, némi viasszal és a dohány nagyon távoli, nagyon diszkrét utózengésével fogadta őket. - Das Wohnzimmer empfing sie mit dem Geruch alter Bücher, ein wenig Wachs und dem sehr fernen, sehr diskreten Nachklang des Tabaks. :20. Stephen öt éve abbahagyta ennek a dohánynak a szívását, és azóta az tovább élt a falakban, mint egy vendég, aki elszalasztotta a búcsúzást. - Stephen hatte vor fünf Jahren aufgehört, diesen Tabak zu rauchen, und seitdem lebte er in den Wänden weiter wie ein Gast, der die Verabschiedung übersehen hatte. :21. Stephen töltött – először a tejet, aztán a teát, kommentár nélkül, olyan ember módjára, aki nem magyaráz, hanem demonstrál. - Stephen goss ein – zuerst die Milch, dann den Tee, ohne Kommentar, in der Weise eines Mannes, der nicht erklärt, sondern demonstriert. :22. Aztán a kekszesdobozt, a zöld feliratos, Westminster-motívumos Fortnum-&-Mason-dobozt, Calloway irányába tolta olyan mellékességgel, amely pontosan ki volt számítva. - Dann schob er die Keksdose, die Fortnum-&-Mason-Dose mit dem grünen Aufdruck und dem Westminster-Motiv, in Calloways Richtung mit einer Beiläufigkeit, die genau kalkuliert war. :23. James kettőt vett, és Stephen abban a pillanatban tudta, hogy a férfi vagy éhes volt. - James nahm zwei, und Stephen wusste in dem Moment, dass der Mann entweder hungrig war. :24. Vagy James pontosan abból az okból vett kettőt, amelyből Stephen vele magával csak egyet vétetett volna: hogy lássa, ki mit kezd ezzel. - Oder James nahm aus genau dem Grund zwei, aus dem Stephen ihn selbst nur einen hätte nehmen lassen: um zu sehen, wer was daraus machte. :25. „Létezik egy nézet” – mondta Stephen, és hangja közben az akadémiai előadás egyenletes, szinte fáradt tónusát vette fel, amelyben a lényeg soha nem magában az állításban rejlik, hanem abban, amit az állítás előfeltételez. - „Es gibt eine Ansicht", sagte Stephen, und seine Stimme hatte dabei den gleichmäßigen, fast müden Tonfall des akademischen Vortrags, in dem das Eigentliche nie in der Aussage selbst liegt, sondern in dem, was die Aussage voraussetzt. :26. „Ezt a nézetet anyám egyik nemzedékről a másikra adta tovább, és úgy szól, hogy az egy és két keksz közötti választás egy idegen asztalnál többet árul el a neveltetésről, mint bármely önéletrajz – egy tétel, amelyet sem megerősíteni, sem cáfolni nem szeretnék, de megfontolandónak tartok.” - „Diese Ansicht hat meine Mutter von einer Generation in die nächste weitergegeben, und sie besagt, dass die Wahl zwischen einem und zwei Keksen an einem fremden Tisch mehr über Erziehung verrät als jeder Lebenslauf – eine These, die ich weder bestätigen noch bestreiten möchte, aber für überlegenswert halte." :27. James nyelt, létrejönni hagyott egy pillanatot, majd olyan hangon válaszolt, amely annyira barátságos volt, hogy a benne lévő penge csak második hallásra vált érezhetővé. - James schluckte, ließ einen Moment entstehen und erwiderte dann in einem Ton, der so freundlich war, dass die Klinge darin erst beim zweiten Hinhören spürbar wurde. :28. „Az én szülői házamban egy hasonló tétel élt, csak fordított előjellel: hogy a visszafogottság egy idegen asztalnál nem neveltetést jelez, hanem félelmet attól, hogy megítélnek, és hogy ez a félelem – nem az éhség – az igazi osztályjel, amely ilyen pillanatokban megmutatkozik.” - „In meinem Elternhaus galt eine ähnliche These, nur mit umgekehrtem Vorzeichen: dass die Zurückhaltung am fremden Tisch nicht Erziehung anzeigt, sondern Angst vor dem Geurteiltwerden, und dass diese Angst – nicht der Hunger – das eigentliche Klassenzeichen ist, das sich in solchen Momenten zeigt." :29. Ami ezután keletkezett, nem a feszengés csendje volt, hanem az a különös, szinte kollegiális csend, amely akkor keletkezik, amikor két ember észreveszi, hogy a másik ismeri a játékot, amelyet játszanak. - Was daraufhin entstand, war keine Stille des Unbehagens, sondern jene besondere, fast kollegiale Stille, die entsteht, wenn zwei Menschen merken, dass der andere das Spiel kennt, das gespielt wird. :30. Mindketten úgy döntöttek, hogy ennek ellenére játsszák, és ez egészen más minőséget adott neki. - Beide hatten beschlossen, es trotzdem zu spielen, was ihm eine vollkommen andere Qualität gab. :31. A következőkben a könyvtárról, az alagsor felújításáról és egy emeritus kollégáról beszéltek, aki az előző nyáron megjelentette az emlékiratait – egy könyvről, amelyet mindketten ugyanazokból az okokból és ugyanazokkal a csendes fenntartásokkal olvastak, amelyekről itt nem volt helyénvaló beszélni. - Sie sprachen in der Folge über die Bibliothek, über die Renovierung des Untergeschosses und über einen emeritierten Kollegen, der im vergangenen Sommer seine Memoiren veröffentlicht hatte – ein Buch, das beide aus denselben Gründen und mit denselben stillen Vorbehalten gelesen hatten, über die zu sprechen hier nicht der Ort war. :32. Mindezekben a látszólag semleges mondatokban olyan technika működött, amelyet Stephen az akadémiai kommunikáció tulajdonképpeni emelkedett nyelvének tartott: annak művészete, hogy kizárólag arról beszéljünk, amit valójában nem mondunk ki, és közben olyan pontosak legyünk, hogy a másik pontosan értse, anélkül hogy valaha bizonyíthatóvá válna. - In all diesen scheinbar neutralen Sätzen war eine Technik am Werk, die Stephen als die eigentliche Hochsprache der akademischen Kommunikation verstand: die Kunst, ausschließlich über das zu sprechen, was man eigentlich nicht sagt, und dabei so präzise zu sein, dass der andere es genau versteht, ohne dass es je beweisbar würde. :33. Amikor James megemlítette, hogy Aldridge különleges gyűjteményének katalogizálása olyan rendszer szerint látszik megszervezve lenni, amely a beavatottak számára talán értelmes lehetett, mindenki más számára azonban tudatos kizárás jellegét hordozta, Stephen ujjai egyetlen lélegzetvétel idejére megmozdultak a karosszék karfáján. - Als James erwähnte, die Katalogisierung von Aldridges Spezialsammlung scheine nach einem System organisiert zu sein, das für Eingeweihte Sinn ergeben mochte, für jeden anderen aber den Charakter einer bewussten Exklusion habe, bewegten sich Stephens Finger auf der Lehne des Sessels für die Dauer eines einzigen Atemzuges. :34. Úgy mozdultak meg, ahogyan csak egy nagyon figyelmes megfigyelő értelmezhette volna annak, ami volt. - Sie bewegten sich auf eine Weise, die nur ein sehr aufmerksamer Beobachter als das hätte deuten können, was es war. :35. „Aldridge” – mondta Stephen, és a név az ő kiejtésében kevésbé volt név, mint inkább táj. - „Aldridge", sagte Stephen, und der Name war in seiner Aussprache weniger ein Name als eine Landschaft. :36. „Aldridge meg volt győződve arról, hogy egy rendrendszernek nem kell mindenki számára hozzáférhetőnek lennie, hanem csak a megfelelőek számára – olyan tétel ez, amelyet védhetőnek tartok, még ha tudom is, hogy bizonyos körökben ma reakciósnak számít.” - „Aldridge hatte die Überzeugung, dass ein Ordnungssystem nicht für alle zugänglich sein muss, sondern für die richtigen – eine These, die ich für vertretbar halte, auch wenn ich weiß, dass sie heute in gewissen Kreisen als reaktionär gilt." :37. Felemelte a csészét. - Er hob die Tasse. :38. „Mellesleg tizennyolc évig ült abban a karosszékben, amelyben Ön most ül. Hátrahagyta ezt a karosszéket, a rendszerét és egy véleményt az utódlásáról, amelyet egy levélben közölt velem, és amelyet megőrzök.” - „Er saß übrigens achtzehn Jahre lang in dem Sessel, in dem Sie gerade sitzen. Er hinterließ diesen Sessel, sein System und eine Meinung über seine Nachfolge, die er mir in einem Brief mitgeteilt hat, den ich aufbewahre." :39. James pillantása az armfákra esett, röviden, érintetlenül és ugyanakkor teljesen jelen lévőn. - James ließ einen Blick auf die Armlehnen fallen, kurz, unbeeindruckt und gleichzeitig vollkommen präsent. :40. Aztán így válaszolt: „Akkor kíváncsian várom, vajon a bőr eltárolta-e az érvelését – újra meg újra azt tapasztalom, hogy a legérdekesebb gondolatokat leggyakrabban olyan bútorokban hagyják hátra, amelyeket az ember nem maga választott.” - Dann antwortete er: „Dann bin ich gespannt, ob das Leder seine Argumentation gespeichert hat – ich stelle immer wieder fest, dass die interessantesten Gedanken am häufigsten in Möbeln zurückgelassen werden, die man nicht ausgesucht hat." :41. Ami ezután következett, jó egyórányi beszélgetés volt, amely tartalma szerint egyetemi politikáról, vendégelőadás-programokról és az időjárásról szólt. - Was folgte, war gut eine Stunde eines Gesprächs, das seinem Inhalt nach über Hochschulpolitik, Gastvortragsprogramme und das Wetter sprach. :42. Formája szerint gondosan vezetett vívás volt, amelyben mindkét fél tudta, hogy nem lesznek sebek, amelyeket meg lehetne mutatni, és hogy éppen ez az oka annak, amiért különösen pontosan céloztak. - Seiner Form nach war es ein sorgfältig geführtes Fechten, bei dem beide Parteien wussten, dass es keine Wunden geben würde, die man zeigen könnte, und dass das der Grund war, weshalb man eben deshalb besonders präzise zielte. :43. Amikor James felállt, kinyújtotta a kezét, és Stephen olyan fogással ragadta meg, amely egy másodperccel túl hosszú volt. - Als James aufstand, streckte er die Hand aus, und Stephen ergriff sie mit einem Griff, der eine Sekunde zu lang war. :44. Nem agresszív fogás volt, inkább egy territórium csendes állítása, mint egy mondat, amely szándékosan zárójel nélkül végződik. - Es war kein aggressiver Griff, eher die stille Behauptung eines Territories, wie ein Satz, der absichtlich ohne Schlusszeichen endet. :45. „Szokássá kellene tennünk ezt” – mondta Stephen. - „Wir sollten das zur Gewohnheit machen", sagte Stephen. :46. A mondatnak a hangsúlytól függően két teljesen különböző jelentése volt. - Der Satz hatte je nach Betonung zwei vollkommen verschiedene Bedeutungen. :47. „Nagyon szívesen” – válaszolta James –, „bár előre figyelmeztetnem kell, hogy nálam sem a teaszerviz, sem a kekszesdoboz nem tudja tartani a szintet – csak kávé, az északi ásványvizes-kávékávé-változat, amelyről Oxford ellenére sem sikerült még leszoktatnom magam.” - „Sehr gerne", antwortete James, „obwohl ich Sie vorwarnen muss, dass bei mir weder das Teeservice noch die Keksdose mithalten können – nur Kaffee, der Mineralwasserkaffeekaffeevariante aus dem Norden, die ich mir trotz Oxford noch nicht habe austreiben lassen." :48. Az ajtónál állt, keze a kilincsen. - Er stand an der Tür, die Hand am Knauf. :49. Aztán olyan mosollyal fordult meg, amelyet Stephen sem barátságosnak, sem ellenségesnek nem tudott volna besorolni, ami talán éppen a valódi minősége volt: „A kekszek egyébként valóban kivételesek voltak. Régi családi recept?” - Dann drehte er sich mit einem Lächeln um, das Stephen weder als freundlich noch als feindlich hätte kategorisieren können, was vielleicht seine eigentliche Qualität war: „Die Kekse, anbei bemerkt, waren wirklich außergewöhnlich. Ein altes Familienrezept?" :50. „Anyámtól” – mondta Stephen. - „Von meiner Mutter", sagte Stephen. :51. „Indiából?” – mondta James; nem kérdezve, inkább megállapítva, olyan ember hanghordozásával, aki lezár egy kutatást. - „Aus Indien?", sagte James – nicht fragend, eher feststellend, mit dem Tonfall eines Mannes, der eine Recherche abschließt. :52. Az ajtó azzal a halk, pontos kattanással csukódott be, amely a lakás csendjében még egy ideig tovább visszhangzott. - Die Tür fiel zu mit dem leisen, präzisen Klicken, das in der Stille der Wohnung eine Weile nachklang. :53. Stephen az ablaknál maradt állva, és figyelte, ahogy James megjelenik az utcán, sietség nélkül, anélkül hogy visszanézne. - Stephen blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James auf der Straße auftauchte, ohne Hast, ohne zurückzublicken. :54. James olyannak hatott, mint valaki, aki egy délután eredményét már besorolta, mielőtt maga mögött behúzta volna az ajtót. - James wirkte wie jemand, der das Ergebnis eines Nachmittags bereits eingeordnet hat, bevor er die Tür hinter sich zuzog. :55. Két ujjával lesöpört zakója hajtókájáról egy alig látható kekszmorzsanyomot. - Er wischte mit zwei Fingern eine kaum sichtbare Spur von Kekskrümeln vom Revers seines Jacketts. :56. Olyan gesztus volt, amelyet nem szándékosan tett, és amelynek jelentésén nem gondolkodott el; talán éppen ezért volt az egész délután legárulkodóbb gesztusa. - Es war eine Geste, die er nicht beabsichtigt hatte und über deren Bedeutung er nicht nachdachte, vielleicht gerade deshalb die aufschlussreichste Geste des ganzen Nachmittags. :57. Aztán elmosolyodott, röviden és szinte kelletlenül, mint egy beismerés, amelyet az ember önmaga előtt tesz, amikor senki sem figyel. - Dann lächelte er, kurz und fast ungern, wie ein Eingeständnis, das man sich selbst gegenüber macht, wenn niemand zuschaut. :58. A férfi jó volt, talán jobb, mint amennyit az állás megkövetelt volna, és ami ma közöttük történt, az sem vereség, sem győzelem nem volt, hanem valaminek a kezdete, amire még nem volt neve, de amit annak az embernek a nyugodt figyelmével fog majd megfigyelni, akinek a hosszú játszmák a legkedvesebbek. - Der Mann war gut, besser vielleicht, als die Stelle es verlangt hätte, und das, was sich heute zwischen ihnen ereignet hatte, war weder Niederlage noch Sieg, sondern der Beginn von etwas, für das er noch keinen Namen hatte, aber das er mit der ruhigen Aufmerksamkeit eines Mannes beobachten würde, dem die langen Spiele die liebsten waren. ------------------------- == 76 == 1 ------------------------- :Mike műhelye - Mikes Werkstatt :1. Mike elveszíti az állását. - Mike verliert seinen Job. :2. Egy nagy cégnél volt értékesítési vezető. - Er war Vertriebsleiter in einer großen Firma. :3. Most már nincs fizetése. - Jetzt hat er kein Gehalt mehr. :4. A pénze majdnem elfogyott. - Sein Geld ist fast weg. :5. Nem tudja, mit tegyen. - Er weiß nicht, was er tun soll. :6. Aztán az apjára gondol. - Dann denkt er an seinen Vater. :7. Az apja asztalos volt. - Sein Vater war Tischler. :8. Egy évvel ezelőtt halt meg. - Er ist vor einem Jahr gestorben. :9. A műhelye üresen áll. - Seine Werkstatt steht leer. :10. Mike odautazik, és megnézi magának a műhelyt. - Mike fährt hin und schaut sich die Werkstatt an. :11. Esik az eső. - Es regnet. :12. Az ajtó zárva van. - Die Tür ist verschlossen. :13. Mike-nál van egy feszítővas. - Mike hat ein Brecheisen dabei. :14. Azzal nyitja ki a zárat. - Er öffnet das Schloss damit. :15. Az ajtó hangosan nyikorog. - Die Tür quietscht laut. :16. Bent sötét van és por. - Drinnen ist es dunkel und staubig. :17. Sok pókháló van mindenütt. - Es gibt viele Spinnweben. :18. De Mike meglátja az apja régi gyalupadját is. - Aber Mike sieht auch die alte Hobelbank seines Vaters. :19. A falon egy tábla lóg. - An der Wand hängt ein Schild. :20. Ez áll rajta: „Itt valami új születik.” - Darauf steht: „Hier entsteht was Neues.“ :21. Mike egy kicsit elmosolyodik. - Mike lächelt ein bisschen. :22. A barátnője, Sarah, odajön hozzá. - Seine Freundin Sarah kommt zu ihm. :23. Sarah tanárnő. - Sie ist Lehrerin. :24. Egy bérleti szerződést tart a kezében. - Sie hält einen Mietvertrag in der Hand. :25. „Három hónap bérleti díj nélkül” - mondja. - „Drei Monate ohne Miete", sagt sie. :26. „Utána meg fogod oldani.” - „Danach schaffst du das.“ :27. Mike bólint. - Mike nickt. :28. Elkezdi kitakarítani a műhelyt. - Er beginnt, die Werkstatt sauber zu machen. :29. A barátja, Tom, segít neki. - Sein Freund Tom hilft ihm. :30. Tom villanyszerelő, és mindig vidám. - Tom ist Elektriker und immer lustig. :31. Kihordják a régi szemetet. - Sie schleppen alten Müll raus. :32. Tom megjavítja a lámpákat. - Tom repariert die Lampen. :33. Mike megjavítja a gépeket. - Mike repariert die Maschinen. :34. Két hét múlva Mike megkapja az első megbízását. - Nach zwei Wochen bekommt Mike den ersten Auftrag. :35. Egy startupnak húsz dohányzóasztalra van szüksége. - Ein Startup braucht zwanzig Couchtische. :36. Ez sok munka, de Mike örül. - Das ist viel Arbeit, aber Mike ist froh. :37. Minden nap nagyon sokáig dolgozik. - Er arbeitet jeden Tag sehr lange. :38. Aztán probléma történik. - Dann passiert ein Problem. :39. A falapok elvetemedtek. - Die Holzplatten sind verzogen. :40. Sok asztal nem jó. - Viele Tische sind nicht gut. :41. Mike nagyon dühös. - Mike ist sehr wütend. :42. Öklével rácsap a munkapadra. - Er schlägt mit den Fäusten auf die Werkbank. :43. Tom két csésze kávéval érkezik. - Tom kommt mit zwei Tassen Kaffee. :44. Egy elektromos gyalut is hoz magával. - Er bringt auch einen Elektrohobel mit. :45. „Most ezt megjavítjuk” - mondja Tom. - „Wir reparieren das jetzt", sagt Tom. :46. Egész éjszaka dolgoznak. - Sie arbeiten die ganze Nacht. :47. Hajnali háromkor tizenkilenc asztal elkészült. - Um drei Uhr morgens sind neunzehn Tische fertig. :48. Sarah pizzát hoz nekik. - Sarah bringt ihnen Pizza. :49. Egy üzenetet is hoz az ügyféltől. - Sie hat auch eine Nachricht vom Kunden dabei. :50. Az ügyfél ezt írja: „A jövő heti szállítás rendben van.” - Der Kunde schreibt: „Lieferung nächste Woche ist okay.“ :51. Mike mély levegőt vesz. - Mike atmet tief durch. :52. Rövid időre elalszik a műhely régi kanapéján. - Er schläft kurz auf der alten Couch in der Werkstatt. :53. Másnap reggel kiszállítják az asztalokat. - Am nächsten Morgen liefern sie die Tische aus. :54. Az ügyfél elégedett. - Der Kunde ist zufrieden. :55. Mike megkapja a pénzét. - Mike bekommt sein Geld. :56. Új fát és új szerszámokat vesz. - Er kauft neues Holz und neue Werkzeuge. :57. Decemberben van egy kis karácsonyi vásár a városban. - Im Dezember gibt es einen kleinen Weihnachtsmarkt in der Stadt. :58. Mike ott kiállítja az új bárszékeit. - Mike stellt seine neuen Barhocker dort aus. :59. Saját maga tervezte őket. - Er hat sie selbst entworfen. :60. Először senki sem megy oda a standjához. - Zuerst kommt niemand zu seinem Stand. :61. Mike csalódott. - Mike ist enttäuscht. :62. De aztán odajön egy idősebb úr. - Aber dann kommt ein älterer Herr. :63. A férfi sokáig nézi a székeket. - Der Mann schaut die Stühle lange an. :64. Azt mondja: „Ezek szépen vannak elkészítve.” - Er sagt: „Die sind schön gemacht.“ :65. Tizenkét székre van szüksége egy idősek otthona számára. - Er braucht zwölf Stühle für ein Seniorenheim. :66. Mike azt mondja: „Az első ötöt ingyen adom, ha jók.” - Mike sagt: „Die ersten fünf gebe ich umsonst, wenn sie gut sind.“ :67. A férfi nevet, és azonnal pénzt ad neki. - Der Mann lacht und gibt ihm sofort Geld. :68. Mike alig tudja elhinni. - Mike kann es kaum glauben. :69. Felhívja Sarah-t. - Er ruft Sarah an. :70. „Működik” - mondja. - „Es funktioniert", sagt er. :71. Sarah nagyon örül. - Sarah freut sich sehr. :72. Egy évvel később a műhely sokkal nagyobb. - Ein Jahr später ist die Werkstatt viel größer. :73. Az ajtó fölött egy új fatábla lóg. - Über der Tür hängt ein neues Schild aus Holz. :74. Ez áll rajta: „Mike asztalosműhelye.” - Darauf steht: „Mikes Tischlerei.“ :75. Ma Mike egy nagy teherautót rakodik meg. - Heute lädt Mike einen großen Lkw. :76. Egy szálloda sok bútort rendelt. - Ein Hotel hat viele Möbel bestellt. :77. Sarah és Tom segítenek a rakodásnál. - Sarah und Tom helfen beim Beladen. :78. Éppen felkel a nap. - Die Sonne geht gerade auf. :79. Mike letörli a verejtéket a homlokáról. - Mike wischt sich den Schweiß von der Stirn. :80. „Ez még csak az első lépés volt” - mondja. - „Das war erst Schritt eins", sagt er. :81. Sarah nevet. - Sarah lacht. :82. „Akkor tovább” - mondja. - „Dann weiter", sagt sie. :83. A teherautó elindul. - Der Lkw fährt los. :84. A piros hátsó lámpák lassan eltűnnek a hajnali derengésben. - Die roten Rücklichter verschwinden langsam in der Morgendämmerung. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Mike asztalosműhelye - Mikes Tischlerei :1. Mike elveszítette az állását értékesítési vezetőként, és a számlája majdnem üres volt. - Mike hatte seinen Job als Vertriebsleiter verloren, und sein Konto war fast leer. :2. A konyhaasztalnál ült, és a cég levelét bámulta. - Er saß am Küchentisch und starrte auf den Brief der Firma. :3. Sarah a vállára tette a kezét, és nem szólt semmit. - Sarah legte ihre Hand auf seine Schulter und sagte nichts. :4. Mike csak egy hosszú szünet után állt fel, és hozta el a kabátját. - Erst nach einer langen Pause stand Mike auf und holte seinen Mantel. :5. Tudta, mit akar tenni. - Er wusste, was er tun wollte. :6. Az apja műhelye egy éve üresen állt. - Die Werkstatt seines Vaters stand seit einem Jahr leer. :7. Az apja hirtelen halt meg, és senki sem törődött a garázzsal. - Der Vater war plötzlich gestorben, und niemand hatte sich um die Garage gekümmert. :8. Mike autóval ment oda, bár esett az eső, és hideg volt. - Mike fuhr mit dem Auto hin, obwohl es regnete und kalt war. :9. A nehéz fémajtó előtt állt, és szorosan tartotta kezében a feszítővasat. - Er stand vor der schweren Metalltür und hielt das Brecheisen fest in der Hand. :10. A zár régi volt és rozsdás, de néhány próbálkozás után engedett. - Das Schloss war alt und rostig, aber nach ein paar Versuchen gab es nach. :11. Az ajtó hangosan nyikorgott, amikor Mike benyomta. - Die Tür quietschte laut, als Mike sie aufdrückte. :12. Bent fa, olaj és régi por szaga volt. - Drinnen roch es nach Holz, Öl und altem Staub. :13. Pókhálók lógtak a mennyezetről, és az ablakok piszkosak voltak. - Spinnweben hingen von der Decke, und die Fenster waren schmutzig. :14. Mike mégis furcsán nyugodtnak érezte magát ebben a helyiségben. - Trotzdem fühlte sich Mike seltsam ruhig in diesem Raum. :15. A falon még mindig ott lógott apja régi táblája: „Itt valami új születik.” - An der Wand hing noch das alte Schild seines Vaters: „Hier entsteht was Neues.“ :16. Mike kétszer is elolvasta, és sokáig gondolkodott rajta. - Mike las es zweimal und dachte lange darüber nach. :17. Sarah egy órával később érkezett, bérleti szerződéssel a kezében. - Sarah kam eine Stunde später mit einem Mietvertrag in der Hand. :18. A bérbeadó három hónap bérleti díj mentességet ajánlott neki. - Der Vermieter hatte ihr drei Monate Mietfreiheit angeboten. :19. „Ez a te esélyed” - mondta -, „de valóban élned kell vele.” - „Das ist deine Chance", sagte sie, „aber du musst sie wirklich nutzen." :20. Mike még aznap este aláírta a szerződést. - Mike unterschrieb den Vertrag noch am selben Abend. :21. A következő napokban Tom segített a rendrakásban. - In den nächsten Tagen half Tom beim Aufräumen. :22. Tom villanyszerelő volt, és Mike legjobb barátja az iskoláskor óta. - Tom war Elektriker und Mikes bester Freund seit der Schulzeit. :23. Megjavította a régi lámpákat, és új kábeleket húzott a falakon keresztül. - Er reparierte die alten Lampen und zog neue Kabel durch die Wände. :24. Mike kihordta a törött gépeket, és a műhely minden sarkát megtisztította. - Mike schleppte kaputte Maschinen nach draußen und reinigte jede Ecke der Werkstatt. :25. Egy hét után a helyiség már egészen másképp nézett ki. - Nach einer Woche sah der Raum schon ganz anders aus. :26. Az első igazi megbízást Mike egy kis internetes hirdetésen keresztül kapta. - Den ersten richtigen Auftrag bekam Mike über eine kleine Anzeige im Internet. :27. Egy fiatal startupnak húsz dohányzóasztalra volt szüksége az új irodájába. - Ein junges Startup brauchte zwanzig Couchtische für sein neues Büro. :28. Mike ideges volt, de azonnal igent mondott. - Mike war nervös, aber er sagte sofort zu. :29. Minden nap kora reggeltől késő estig dolgozott, és az utolsó pénzéből vette meg a fát. - Er arbeitete jeden Tag früh bis spät und kaufte das Holz mit seinem letzten Geld. :30. Nem sokkal a szállítás előtt azonban észrevette, hogy több lap elvetemedett. - Doch kurz vor der Lieferung bemerkte er, dass mehrere Platten sich verzogen hatten. :31. A munkapad előtt állt, és ökölbe szorította a kezét, anélkül hogy egy szót szólt volna. - Er stand vor der Werkbank und ballte die Fäuste, ohne ein Wort zu sagen. :32. Tom két pohár kávéval és egy elektromos gyaluval a hóna alatt érkezett. - Tom kam mit zwei Bechern Kaffee und einem Elektrohobel unter dem Arm. :33. „Sírás később” - mondta -, „most csiszolunk.” - „Heulen später", sagte er, „jetzt schleifen wir." :34. Egész éjszaka végigdolgozták, amíg tizenkilenc asztal valóban jól nem nézett ki. - Sie arbeiteten die ganze Nacht durch, bis neunzehn Tische wirklich gut aussahen. :35. Sarah éjfél körül pizzát hozott, és egy rövid üzenetet az ügyféltől. - Sarah brachte gegen Mitternacht Pizza und eine kurze Nachricht vom Kunden. :36. Az ügyfél azt írta, hogy a szállítás a következő héten is rendben van. - Der Kunde schrieb, dass die Lieferung auch nächste Woche noch in Ordnung sei. :37. Mike nekitámaszkodott a falnak, és rövid időre lehunyta a szemét. - Mike lehnte sich an die Wand und schloss kurz die Augen. :38. Az asztalokat pontosan kiszállították, és az ügyfél gond nélkül fizetett. - Die Tische wurden pünktlich geliefert, und der Kunde zahlte ohne Probleme. :39. A pénzből Mike jobb fát és egy új szerszámot vett. - Mit dem Geld kaufte Mike besseres Holz und ein neues Werkzeug. :40. Elkezdett saját bútorokat tervezni, amilyeneket sehol sem látott így. - Er begann, eigene Möbel zu entwerfen, die er nirgendwo so gesehen hatte. :41. Különösen a bárszékek tetszettek neki nagyon, amelyeket egy vázlatfüzetbe rajzolt. - Besonders die Barhocker, die er in einem Skizzenbuch gezeichnet hatte, gefielen ihm selbst sehr gut. :42. Decemberben a belvárosban volt egy kis karácsonyi vásár. - Im Dezember gab es in der Innenstadt einen kleinen Weihnachtsmarkt. :43. Mike bérelt egy standot, és kiállította a bárszékeit. - Mike mietete einen Stand und stellte seine Barhocker aus. :44. Az első órák nehezek voltak, mert alig állt meg valaki. - Die ersten Stunden waren schwierig, weil kaum jemand stehen blieb. :45. Mike a hideg kávéját itta, és türelmesen várt. - Mike trank seinen kalten Kaffee und wartete geduldig. :46. Estefelé egy idősebb úr szólította meg nyugodt hangon. - Gegen Abend sprach ihn ein älterer Herr mit ruhiger Stimme an. :47. A férfi gondosan megnézett minden széket, és megkérdezte az árát. - Der Mann betrachtete jeden Hocker sorgfältig und fragte nach dem Preis. :48. Aztán azt mondta, hogy tizenkét székre van szüksége egy idősek otthona számára. - Dann sagte er, dass er zwölf Stühle für ein Seniorenheim brauche. :49. Mike röviden elgondolkodott, és így válaszolt: „Az első ötöt ingyen adom, ha valóban bírják.” - Mike überlegte kurz und antwortete: „Die ersten fünf gebe ich umsonst, wenn sie wirklich halten." :50. A férfi halkan nevetett, és azonnal pénzt tett az asztalra. - Der Mann lachte leise und legte sofort Geld auf den Tisch. :51. Mike még a karácsonyi vásáron felhívta Sarah-t. - Mike rief Sarah noch auf dem Weihnachtsmarkt an. :52. „Sikerült” - mondta, és a hangja másképp csengett, mint máskor. - „Es hat geklappt", sagte er, und seine Stimme klang anders als sonst. :53. Egy évvel később Mike a műhelye előtt állt, és az ajtó fölötti új fatáblát nézte. - Ein Jahr später stand Mike vor seiner Werkstatt und betrachtete das neue Holzschild über der Tür. :54. „Mike asztalosműhelye” állt rajta tiszta betűkkel. - „Mikes Tischlerei" stand dort in klaren Buchstaben. :55. Sarah és Tom segítettek neki megtölteni egy nagy szállítóautót egy szállodalánc számára készült bútorokkal. - Sarah und Tom halfen ihm, einen großen Lieferwagen mit Möbeln für eine Hotelkette zu beladen. :56. Éppen felkelt a nap, és a levegő friss és hűvös volt. - Die Sonne ging gerade auf, und die Luft war frisch und kühl. :57. Mike letörölte a verejtéket a homlokáról, és a készre megrakott rakfelületre nézett. - Mike wischte sich den Schweiß von der Stirn und sah auf die fertig beladene Ladefläche. :58. „Ez még csak az első lépés volt” - mondta. - „Das war erst Schritt eins", sagte er. :59. Sarah vigyorgott, és felmászott az anyósülésre. - Sarah grinste und kletterte auf den Beifahrersitz. :60. „Akkor tovább” - mondta. - „Dann weiter", sagte sie. :61. A kocsi lassan elindult az utcán lefelé, és a piros hátsó lámpák eltűntek a világos hajnali derengésben. - Der Wagen fuhr langsam die Straße hinunter, und die roten Rücklichter verschwanden in der hellen Morgendämmerung. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Mike műhelye - Mikes Werkstatt :1. Amikor Mike a kezében tartotta a cége felmondólevelét, érezte, hogy valami elmozdul benne. - Als Mike den Kündigungsbrief seiner Firma in den Händen hielt, spürte er, wie sich etwas in ihm verschob. :2. Ez nem pánik volt, hanem különös, hűvös üresség. - Es war nicht Panik, sondern eine seltsame, kühle Leere. :3. Három éven át mindent beletett ebbe az állásba: túlórákat, hétvégéket, kompromisszumokat. - Er hatte drei Jahre lang alles in diese Stelle gesteckt: Überstunden, Wochenenden, Kompromisse. :4. Most vége volt, egyetlen mondattal egy fehér papírlapon. - Jetzt war es vorbei, mit einem einzigen Satz auf weißem Papier. :5. Sarah vele szemben ült a konyhaasztalnál, és figyelte őt, anélkül hogy kérdezett volna. - Sarah saß ihm gegenüber am Küchentisch und beobachtete ihn, ohne zu fragen. :6. Elég jól ismerte ahhoz, hogy tudja: beszélni fog, amikor készen áll rá. - Sie kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass er reden würde, wenn er bereit war. :7. Hosszú csend után Mike összehajtotta a levelet, és betette a fiókba. - Nach einer langen Stille faltete Mike den Brief zusammen und steckte ihn in die Schublade. :8. „Elmegyek apám műhelyébe” – mondta, és ez volt minden. - „Ich fahre zur Werkstatt meines Vaters", sagte er, und das war alles. :9. A garázs a város szélén állt, egy gumikereskedés és egy elhagyott raktárépület között. - Die Garage lag am Stadtrand, zwischen einem Reifenhändler und einem verlassenen Lagerhaus. :10. Apja halála óta senki sem lépett be oda. - Seit dem Tod seines Vaters hatte niemand sie mehr betreten. :11. Mike az esőben parkolta le az autót, felhajtotta a gallérját, és szemügyre vette a rozsdás lakatokat. - Mike parkte den Wagen im Regen, zog den Kragen hoch und betrachtete die verrosteten Vorhängeschlösser. :12. A lakatok úgy hatottak, mintha soha nem kellett volna senkit kívül tartaniuk, hanem csak az időt akarták volna odabent fogva tartani. - Die Schlösser wirkten, als hätten sie nie jemanden draußen halten müssen, sondern nur die Zeit drinnen festhalten wollen. :13. Nekifeszítette a feszítővasat. - Er stemmte das Brecheisen an. :14. Néhány erőteljes próbálkozás után a fém engedett. - Nach ein paar kräftigen Versuchen gab das Metall nach. :15. Az első lépés a műhelybe furcsán ismerősnek érződött, bár évek óta nem járt itt. - Der erste Schritt in die Werkstatt fühlte sich merkwürdig vertraut an, obwohl er seit Jahren nicht mehr hier gewesen war. :16. A fapor és a gépolaj szaga úgy ette be magát a falakba, mint valami, ami nem akar elmúlni. - Der Geruch von Holzstaub und Maschinenöl hatte sich in die Wände gefressen wie etwas, das nicht vergehen will. :17. A hátsó falon még mindig ott lógott apja kézzel írt táblája, ferdén és kifakulva, de még olvashatóan. - An der hinteren Wand hing noch das handgeschriebene Schild seines Vaters, schief und verblasst, aber noch lesbar. :18. A táblán ez állt: „Itt valami új születik.” - Auf dem Schild stand: „Hier entsteht was Neues." :19. Mike sokáig állt előtte, és arra gondolt, vajon hányszor használhatta apja maga is ezt a mondatot. - Mike stand lange davor und dachte daran, wie oft sein Vater diesen Satz wohl selbst gebraucht hatte. :20. Apjának alighanem akkor volt szüksége rá, amikor valami nem sikerült. - Sein Vater hatte ihn wohl gebraucht, wenn etwas nicht klappte. :21. Sarah másnap reggel egy bérleti szerződéssel érkezett, amelyet egy ismerősén keresztül intézett el. - Sarah kam am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag, den sie über einen Bekannten organisiert hatte. :22. A bérleti szerződés három hónap bérletidíj-mentességet kínált, utána pedig tisztességes árat. - Der Mietvertrag bot drei Monate mietfrei, danach einen fairen Preis. :23. „A bérbeadó tudja, hogy most kezdesz” – mondta. - „Der Vermieter weiß, dass du anfängst", sagte sie. :24. „Nem akarja, hogy már az elején elsüllyedj.” - „Er will nicht, dass du gleich zu Beginn versinkst." :25. Mike aláírta, anélkül hogy sokáig habozott volna. - Mike unterschrieb, ohne lange zu zögern. :26. Tudta, hogy habozni fog, ha egyszer elkezd gondolkodni. - Er wusste, dass er zögern würde, wenn er erst anfing nachzudenken. :27. Tom a hétvégén jelent meg a furgonjával, egy szerszámosládával és egy ember energiájával. - Tom erschien am Wochenende mit seinem Transporter, einem Werkzeugkoffer und der Energie eines Menschen. :28. Annak az embernek az energiája volt ez, aki másokért szívesen nekigyürkőzik a munkának. - Es war die Energie eines Menschen, der für andere gerne anpackt. :29. Villanyszerelő volt. - Er war Elektriker. :30. Nem ismert olyan munkát, amelynél valahogyan ne lehetett volna segíteni. - Er kannte keine Arbeit, bei der man nicht irgendwie helfen konnte. :31. Miközben Mike szétszedte a törött gépeket és csiszolta a munkapadot, Tom új vezetékeket húzott be. - Während Mike die kaputten Maschinen auseinandernahm und die Werkbank schmirgelte, zog Tom neue Leitungen. :32. Tom fényt vitt a garázs sötét sarkaiba. - Tom brachte Licht in die dunklen Ecken der Garage. :33. Három nap után a műhely már nem úgy nézett ki, mint egy hely, amelyet feladtak. - Nach drei Tagen sah die Werkstatt nicht mehr aus wie ein Ort, der aufgegeben worden war. :34. Úgy nézett ki, mint egy hely, amely éppen felébredt. - Sie sah aus wie ein Ort, der gerade aufgewacht ist. :35. Az első megbízást Mike egy kis hirdetésen keresztül találta, amelyet késő este tett fel az internetre. - Den ersten Auftrag fand Mike über eine kleine Anzeige, die er spätabends ins Internet gestellt hatte. :36. Nem voltak nagy elvárásai. - Er hatte keine großen Erwartungen. :37. Egy fiatal technológiai vállalat húsz dohányzóasztalt keresett az új irodájába. - Ein junges Technologieunternehmen suchte zwanzig Couchtische für sein neues Büro. :38. A dohányzóasztaloknak egyszerűnek, modernnek és gyorsan szállíthatónak kellett lenniük. - Die Couchtische sollten schlicht, modern und schnell lieferbar sein. :39. Mike azonnal visszahívta őket, olyan árat mondott, amely alig hagyott nyereséget, és igent mondott. - Mike rief sofort zurück, nannte einen Preis, der kaum Gewinn ließ, und sagte zu. :40. A számláján lévő utolsó pénzből megvette a fát, és kora reggeltől mély éjszakáig dolgozott. - Er kaufte das Holz mit dem letzten Geld auf seinem Konto und arbeitete von früh morgens bis tief in die Nacht. :41. Nem engedhetett meg magának hibát. - Er konnte sich keinen Fehler leisten. :42. De pontosan ez a hiba mégis megtörtént: nem sokkal a befejezés előtt észrevette, hogy több furnérozott lap a hő hatására elvetemedett. - Doch genau dieser Fehler passierte trotzdem: kurz vor der Fertigstellung bemerkte er, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Wärme verzogen hatten. :43. A lapokat már nem lehetett felhasználni. - Die Platten ließen sich nicht mehr verwenden. :44. Ott állt a kár előtt, és nem szólt semmit. - Er stand vor dem Schaden und sagte nichts. :45. Nem jutottak eszébe szavak, amelyek méltók lettek volna a helyzethez. - Ihm fielen keine Worte ein, die der Situation gerecht geworden wären. :46. Tom kávéval érkezett, meglátta Mike arcát, letette a poharakat, és azt mondta: „Most nem gondolkodni kell – most csiszolni.” - Tom kam mit Kaffee, sah Mikes Gesicht, stellte die Becher ab und sagte: „Jetzt nicht denken – jetzt schleifen." :47. Hajnali háromig dolgoztak, és megmentettek tizenkilencet a húsz asztalból. - Sie arbeiteten bis drei Uhr morgens und retteten neunzehn der zwanzig Tische. :48. A huszadikat félretették, anélkül hogy még egy szót vesztegettek volna rá. - Den zwanzigsten legten sie zur Seite, ohne ein weiteres Wort darüber zu verlieren. :49. Sarah éjfél körül ételt hozott, és az ügyfél rövid üzenetét. - Sarah brachte gegen Mitternacht Essen und eine kurze Nachricht des Kunden. :50. Az ügyfél azt írta, hogy egy hét késés nem jelent problémát. - Der Kunde hatte geschrieben, dass eine Woche Verzögerung kein Problem sei. :51. Mike evett, anélkül hogy ízeket érzett volna. - Mike aß, ohne zu schmecken. :52. Két órát aludt a régi kanapén, amely még apja idejéből származott. - Er schlief zwei Stunden auf dem alten Sofa, das noch aus der Zeit seines Vaters stammte. :53. A szállítás gond nélkül zajlott, az ügyfél elégedett volt, és a pénz időben megérkezett a számlára. - Die Lieferung verlief problemlos, der Kunde war zufrieden, und das Geld kam pünktlich auf dem Konto an. :54. Mike azonnal új anyagot rendelt, és ezzel párhuzamosan saját terveket kezdett rajzolni. - Mike bestellte sofort neues Material und begann parallel dazu, eigene Entwürfe zu zeichnen. :55. Ezek a tervek hetek óta a fejében voltak: egy bárszék-sorozat, amelynek egyszerűnek és masszívnak kellett látszania, anélkül hogy olcsónak hatna. - Diese Entwürfe hatte er seit Wochen im Kopf: eine Barhockerserie, die einfach und solide aussehen sollte, ohne billig zu wirken. :56. Fűrészelt, gyalult és csiszolt, amíg minden darab olyan nem lett, amilyennek elképzelte. - Er sägte, hobelte und schliff, bis jedes Stück so war, wie er es sich vorgestellt hatte. :57. Decemberben bérelt egy standot a belvárosi karácsonyi vásáron, és hat bárszéket állított ki. - Im Dezember mietete er einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt und stellte sechs Barhocker aus. :58. Nem sok reménye volt, de azt érezte, hogy az embernek néha egyszerűen ki kell próbálnia dolgokat. - Er hatte nicht viel Hoffnung, aber das Gefühl, dass man Dinge manchmal einfach ausprobieren muss. :59. Az első órák kijózanítóan teltek. - Die ersten Stunden verliefen ernüchternd. :60. Az emberek elmentek mellette, röviden odapillantottak, majd továbbmentek. - Die Leute liefen vorbei, blickten kurz hin und gingen weiter. :61. Estefelé megállt egy idősebb úr, aki minden darabot alaposan szemügyre vett. - Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich jedes Stück gründlich ansah. :62. Olyan kérdéseket tett fel, amelyekből látszott, hogy ért hozzá. - Er stellte Fragen, die zeigten, dass er etwas davon verstand. :63. Egy idősotthont vezetett a város másik végén. - Er leitete ein Seniorenheim am anderen Ende der Stadt. :64. Stabil, kézzel készített székeket keresett az új közösségi helyiségbe. - Er suchte stabile, handgemachte Stühle für den neuen Gemeinschaftsraum. :65. „Tizenkét darab” – mondta. - „Zwölf Stück", sagte er. :66. „Ha az ár megfelel.” - „Wenn der Preis stimmt." :67. Mike gondolkodott egy pillanatig, majd így válaszolt: „Az első ötöt ingyen adom, ha három hónap múlva még ugyanúgy állnak, mint ma.” - Mike dachte einen Moment nach und antwortete: „Die ersten fünf gebe ich umsonst ab, wenn sie nach drei Monaten noch so stehen wie heute." :68. A férfi ránézett, röviden felnevetett, és előleget tett az asztalra. - Der Mann sah ihn an, lachte kurz auf und legte eine Anzahlung auf den Tisch. :69. Mike még ott, a piactéren felhívta Sarah-t, a karácsonyi zene és a tömeg zajában. - Mike rief Sarah noch auf dem Marktplatz an, im Lärm der Weihnachtsmusik und des Gedränges. :70. Csak ennyit mondott: „Beindult.” - Er sagte nur: „Es läuft." :71. Egy évvel később a műhely előtt egy szállítóautó állt, megrakva bútorokkal egy közepes méretű szállodalánc számára. - Ein Jahr später stand vor der Werkstatt ein Lieferwagen, beladen mit Möbeln für eine mittelgroße Hotelkette. :72. Mike a szállodaláncot az idősotthon egyik kapcsolata révén találta meg. - Mike hatte die Hotelkette über einen Kontakt des Seniorenheims gefunden. :73. Az ajtó fölött masszív tölgyfából készült új tábla függött. - Über der Tür hing ein neues Schild aus massiver Eiche. :74. Tom akasztotta fel a hétvégén: „Mike asztalosműhelye”, tiszta, égetett betűkkel. - Tom hatte es am Wochenende aufgehängt: „Mikes Tischlerei", in klaren, gebrannten Buchstaben. :75. A nap éppen a tetők fölé tolta magát, amikor Mike rögzítette az utolsó ládát. - Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, als Mike die letzte Kiste festzurrte. :76. Aztán felegyenesedett. - Dann richtete er sich auf. :77. A munkanadrágjába törölte a kezét. - Er wischte sich die Hände an der Arbeitshose ab. :78. Egy pillanatig nézte a táblát, az autót és az előttük húzódó utcát. - Einen Moment lang betrachtete er das Schild, den Wagen und die Straße davor. :79. „Ez még csak az első lépés volt” – mondta félhangosan. - „Das war erst Schritt eins", sagte er halblaut. :80. Inkább magának mondta, mint a többieknek. - Er sagte es mehr zu sich selbst als zu den anderen. :81. Sarah felmászott az anyósülésre, és a nyitott ablakon át odakiáltott: „Akkor tovább.” - Sarah kletterte auf den Beifahrersitz und rief durch das offene Fenster: „Dann weiter." :82. Tom beindította a motort. - Tom startete den Motor. :83. Az autó lassan legurult az utcán, míg a piros hátsó lámpák eltűntek a kora reggel világosságában. - Der Wagen rollte langsam die Straße hinunter, bis die roten Rücklichter in der Helligkeit des frühen Morgens verschwanden. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog und die wenigen Sätze las, die drei Jahre Arbeit mit einem einzigen Absatz für beendet erklärten, bemerkte er, dass ihn nicht die Nachricht selbst traf. Ihn traf die vollständige Gleichgültigkeit, mit der das Papier formuliert worden war, als hätte er nie mehr als eine Nummer in einer Tabelle bedeutet. Sarah saß ihm gegenüber und beobachtete sein Gesicht mit der stillen Aufmerksamkeit eines Menschen, der weiß, dass jedes Wort in diesem Moment zu viel wäre. So blieben sie eine Weile in der Küche sitzen, während draußen der Regen gegen die Scheibe schlug und die Uhr an der Wand gleichmäßig weiterging. Mike legte den Brief auf den Tisch, ohne ihn zu falten, stand auf und sagte, er werde zur Werkstatt seines Vaters fahren. Das war kein Plan, sondern die einzige Richtung, die sich in diesem Moment richtig anfühlte. Die Garage am Stadtrand hatte seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr niemand mehr betreten, und als Mike im Regen vor den verrosteten Vorhängeschlössern stand, überkam ihn das eigenartige Gefühl, dass dieser Ort auf ihn gewartet hatte. Er hatte nicht mit Ungeduld gewartet, sondern mit der ruhigen Beharrlichkeit alter Dinge, die gelernt haben, dass Zeit keine Bedrohung ist. Er stemmte das Brecheisen unter den Bügel des ersten Schlosses. Nach mehreren kräftigen Versuchen gab das verrostete Metall mit einem dumpfen Knacken nach, das in der regennassen Stille lauter klang, als es sein durfte. Der erste Schritt durch die quietschende Tür führte ihn in einen Raum, der nach Holzstaub, altem Maschinenöl und etwas roch, das sich nur als die Zeit selbst beschreiben ließ. Es war jene schwere, angesammelte Stille von Orten, an denen lange gearbeitet worden war und die diese Arbeit in ihren Wänden aufgespeichert haben wie ein Körper eine alte Gewohnheit. Spinnweben hingen zwischen den Regalen, die Fensterscheiben waren grau vor Schmutz, und eine verbeulte Hobelbank stand noch genau dort, wo sie immer gestanden hatte. Die Hobelbank wirkte, als hätte sein Vater sie gestern zuletzt benutzt. An der hinteren Wand hing das handgeschriebene Schild, schief und vom Licht ausgeblichen, aber mit Buchstaben, die noch klar genug waren, um zu lesen: „Hier entsteht was Neues". Es war ein Satz, der Mike früher kindisch vorgekommen war und der ihm jetzt, in diesem Moment, wie eine Ansage klang. Sarah erschien am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag, den sie über einen Bekannten organisiert hatte, der den alten Vermieter kannte. Sie legte das Papier auf die Hobelbank mit der knappen Bemerkung, dass drei Monate Mietfreiheit keine Einladung zum Zögern seien, sondern eine Frist. Mike las den Vertrag einmal durch, nahm den Stift und unterschrieb. Er unterschrieb, bevor der Teil seines Gehirns, der Risiken auflistet, die Oberhand gewinnen konnte. Tom kam am Samstag mit seinem Transporter, einem vollgepackten Werkzeugkoffer und der unerschütterlichen Bereitschaft, anzupacken, ohne erst zu fragen warum. Das hatte Mike an ihm immer mehr geschätzt als alles andere. Während Tom die defekten Stromleitungen freielegte und neue Kabel durch die Decke zog, zerlegte Mike die alten Maschinen, prüfte, was sich reparieren ließ, und entschied mit der Kaltblütigkeit eines Menschen, der kein Geld für Sentimentalität übrig hat. Er entschied, was auf den Sperrmüll gehörte. Nach drei Tagen intensiver, schweigender Arbeit hatte die Werkstatt aufgehört, wie ein Ort auszusehen, der verlassen worden war. Stattdessen begann sie, wie ein Ort zu wirken, der gerade im Begriff ist, etwas zu werden. Der erste ernsthafte Auftrag kam über eine Kleinanzeige, die Mike spätabends ins Internet gestellt hatte, ohne daran zu glauben, dass sich innerhalb von vierundzwanzig Stunden jemand melden würde. Doch am nächsten Mittag rief eine junge Frau von einem Technologieunternehmen an, das zwanzig Couchtische für sein neues Büro brauchte, schlicht, modern und innerhalb von drei Wochen lieferbar. Mike nannte einen Preis, der ihm kaum Gewinn ließ, weil er wusste, dass er sich mit diesem Auftrag beweisen musste – nicht dem Kunden gegenüber, sondern sich selbst. Noch am selben Nachmittag kaufte er das Holz, obwohl sein Konto danach fast leer war und er sich keine zweite Bestellung hätte leisten können, wenn etwas schiefgegangen wäre. Es ging etwas schief: Wenige Tage vor der Fertigstellung stellte Mike fest, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Werkstattwärme verzogen hatten und nicht mehr zu verwenden waren. Dieser Moment – das stille Stehen vor dem Schaden, die Berechnung der Zeit und des fehlenden Geldes im Kopf – war der erste, in dem er wirklich daran zweifelte, ob er das durchhalten konnte. Tom kam mit zwei Bechern Kaffee, sah, was passiert war, stellte die Becher auf die Werkbank und sagte: „Heulen später, schleifen jetzt." Das war keine Aufmunterung, sondern ein Befehl, und genau das brauchte Mike in diesem Moment. Sie arbeiteten ohne Pause bis tief in die Nacht und retteten neunzehn der zwanzig Tische. Als Sarah gegen Mitternacht mit Essen kam und beiläufig erwähnte, dass der Kunde geschrieben habe, eine Woche Verzögerung sei völlig in Ordnung, ließ Mike sich auf das alte Sofa fallen und schloss die Augen, ohne ein Wort zu sagen. Die Lieferung verlief reibungslos, das Geld kam pünktlich, und Mike reinvestierte es sofort in besseres Material und ein neues Werkzeug. Er hatte verstanden, dass jeder Auftrag nicht nur Umsatz, sondern eine Gelegenheit war, die nächste Arbeit besser zu machen als die vorherige. Parallel dazu begann er, eine eigene Barhockerserie zu entwerfen, deren Skizzen er seit Wochen in einem Notizbuch gesammelt hatte. Es waren Linien und Maßangaben, die nachts entstanden waren, wenn er nicht schlafen konnte, und die er nun in der Werkstatt in Holz übersetzte, Stück für Stück, mit einer Sorgfalt, die er sich bei Auftragsarbeiten selten leisten konnte. Im Dezember mietete er einen kleinen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt, stellte sechs Barhocker aus und wartete. Die Stunden vergingen, und die meisten Leute streiften seinen Stand mit einem kurzen Blick und gingen weiter, als wären Holzmöbel zwischen Glühweinständen und Wollmützen eine zu ernste Sache. Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich Zeit nahm für jeden einzelnen Hocker, die Verbindungen prüfte, die Oberfläche befühlte und Fragen stellte, die zeigten, dass er wusste, wovon er sprach. Schließlich erklärte er, er leite ein Seniorenheim und suche stabile, würdevoll gemachte Stühle für einen neu eingerichteten Gemeinschaftsraum. Mike hörte zu, dachte einen Moment nach und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Berechnung, wenn sie nach drei Monaten noch genauso stehen wie heute." Es war ein Angebot, das keine Großzügigkeit war, sondern das ruhige Vertrauen eines Handwerkers in seine eigene Arbeit. Der Herr sah ihn einen Augenblick lang an und lachte leise auf, als hätte er lange niemanden mehr so reden hören. Dann legte er eine Anzahlung auf den Tisch. Ein Jahr später stand ein Lieferwagen vor der erweiterten Werkstatt, beladen mit einem Großauftrag für eine Hotelkette, die Mike über einen Kontakt des Seniorenheims gefunden hatte. Über der Tür hing ein neues Schild aus massiver Eiche, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte: „Mikes Tischlerei", in Buchstaben, die aussahen, als hätten sie immer dort gehangen. Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, als Mike die letzte Ladung festzurrte, sich aufrichtete und einen Moment lang stillhielt. Er hatte den Blick auf das Schild, den Wagen und die leere Straße davor gerichtet, als wollte er sich diesen Zustand einprägen, bevor er aufhörte, neu zu sein. „Das war erst Schritt eins", sagte er, halblaut, mit einer Stimme, die keine Erschöpfung mehr hörte. In dieser Stimme lag etwas, das sich nach Anfang anfühlte. Sarah rief durch das offene Fenster des Beifahrersitzes: „Dann weiter." Tom startete den Motor, der Wagen rollte langsam die Straße hinunter. Die roten Rücklichter lösten sich in der Helligkeit des frühen Morgens auf, als wäre der Tag groß genug, um alles zu schlucken, was noch kommen würde. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Mike és a műhely - Mike und die Werkstatt :1. Amikor Mike kihúzta a felmondólevelet a borítékból, nem maga a hír találta el. - Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog, traf ihn nicht die Nachricht selbst. :2. A sorok hideg, bürokratikus tisztasága találta el, amelyek életének három évét néhány mondattal lezártnak nyilvánították – emberi hang nélkül, a sok korai reggel és azoknak a kompromisszumoknak az elismerése nélkül, amelyek őt lépésről lépésre megváltoztatták. - Ihn traf die kalte, bürokratische Sauberkeit der Zeilen, die drei Jahre seines Lebens mit wenigen Sätzen für beendet erklärten – ohne einen menschlichen Ton, ohne Anerkennung der vielen frühen Morgen und der Kompromisse, die ihn Stück für Stück verändert hatten. :3. Sarah vele szemben ült, kezét a kávéscsészéje köré kulcsolva. - Sarah saß ihm gegenüber, die Hände um ihre Kaffeetasse gelegt. :4. Hallgatott. - Sie schwieg. :5. Tudta, hogy a szavak most csak zavarnának. - Sie wusste, dass Worte jetzt nur stören würden. :6. Időre volt szüksége. - Er brauchte Zeit. :7. Nem a rossz hír miatt, amelyet már régóta sejtett, hanem az átmenethez abba, aminek most következnie kellett. - Nicht für die schlechte Nachricht, die er längst geahnt hatte, sondern für den Übergang in das, was nun kommen musste. :8. Végül tömören azt mondta: „Elmegyek apám műhelyébe.” - Schließlich sagte er knapp: „Ich fahre zur Werkstatt meines Vaters.“ :9. A város szélén álló garázs apja egy évvel korábbi halála óta érintetlenül maradt. - Die Garage am Stadtrand war seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr unberührt geblieben. :10. Mike az esőben állt előtte, kezét a dzsekije zsebébe dugva, és érezte, hogy ez a hely nem egyszerűen csak várt. - Im Regen stand Mike davor, die Hände in den Jackentaschen, und spürte, dass dieser Ort nicht einfach gewartet hatte. :11. Pontosan erre a pillanatra várt – arra az időpontra, amikor Mike élete elég üres lett ahhoz, hogy újra helyet teremtsen valami újnak. - Er hatte auf genau diesen Moment gewartet – auf den Augenblick, in dem Mikes Leben leer genug war, um wieder Platz für etwas Neues zu schaffen. :12. A feszítővassal feltörte az első zárat. - Mit dem Brecheisen stemmte er das erste Schloss auf. :13. A fém tompa reccsenéssel engedett. - Das Metall gab mit einem dumpfen Knacken nach. :14. Amikor kinyitotta a nyikorgó ajtót, belépett egy faforgácsból, gépolajból és csendes, elmúlt munkából álló világba. - Als er die quietschende Tür öffnete, trat er ein in eine Welt aus Holzstaub, Maschinenöl und stiller, vergangener Arbeit. :15. Apja gyalupadja még mindig pontosan ugyanott állt. - Die Hobelbank seines Vaters stand noch genau dort. :16. Mellette ott függött a régi tábla a kifakult betűkkel: „Itt valami új születik.” - Daneben hing das alte Schild mit den verblichenen Buchstaben: „Hier entsteht was Neues.“ :17. Másnap reggel Sarah hozott egy bérleti szerződést. - Am nächsten Morgen brachte Sarah einen Mietvertrag. :18. Három hónap bérleti díj nélkül, utána tisztességes összeg. - Drei Monate mietfrei, danach ein fairer Betrag. :19. Mike gondosan elolvasta, aláírta, és elfojtotta a fejében megszólaló figyelmeztető hangot, amely kockázatokról suttogott. - Mike las ihn sorgfältig, unterschrieb und verdrängte die warnende Stimme in seinem Kopf, die von Risiken flüsterte. :20. Tom szombaton érkezett a furgonjával. - Tom kam am Samstag mit seinem Transporter. :21. Nem kérdezte meg, szükség van-e rá – egyszerűen látta. - Er fragte nicht, ob er gebraucht wurde – er sah es einfach. :22. Miközben új vezetékeket húzott be, és a „bűnözői” elektromosság miatt káromkodott, Mike sebészi pontossággal szedte szét a régi gépeket. - Während er neue Leitungen zog und über die „kriminelle“ Elektrik fluchte, zerlegte Mike die alten Maschinen mit chirurgischer Präzision. :23. Három nap után a műhely már nem tűnt elhagyatottnak. - Nach drei Tagen fühlte sich die Werkstatt nicht mehr verlassen an. :24. Feszült várakozástól lüktetett. - Sie pulsierte vor gespannter Erwartung. :25. Az első megrendelés egy egyszerű apróhirdetésen keresztül érkezett. - Der erste Auftrag kam durch eine schlichte Kleinanzeige. :26. Egy fiatal nő egy technológiai vállalattól húsz dohányzóasztalt rendelt – egyszerűt, modernt és mindenekelőtt tartósat. - Eine junge Frau aus einem Technologieunternehmen bestellte zwanzig Couchtische – schlicht, modern und vor allem haltbar. :27. Mike szűken kalkulált, fát vásárolt, és olyan összpontosítással dolgozott, amelyet régi állásában soha nem ismert. - Mike kalkulierte knapp, kaufte Holz und arbeitete mit einer Konzentration, die er in seinem alten Job nie gekannt hatte. :28. Nem sokkal a befejezés előtt több lap is elvetemedett a melegtől. - Kurz vor der Fertigstellung verzogen sich mehrere Platten durch die Wärme. :29. Mike némán állt a kár előtt. - Mike stand stumm vor dem Schaden. :30. Az idő és a pénz majdnem elfogyott. - Zeit und Geld waren fast aufgebraucht. :31. Ekkor Tom belépett, letette a kávéspoharakat, és szárazon azt mondta: „Sírás később. Csiszolás most.” - Da kam Tom herein, stellte die Kaffeebecher ab und sagte trocken: „Heulen später. Schleifen jetzt.“ :32. Jóval éjfél utánig dolgoztak. - Sie arbeiteten bis weit nach Mitternacht. :33. Tizenkilenc asztalt meg tudtak menteni. - Neunzehn Tische konnten sie retten. :34. Amikor Sarah étellel érkezett, és mesélt a vevő engedékenységéről, Mike kimerülten rogyott le a kanapéra. - Als Sarah mit Essen kam und von der Kulanz der Kundin erzählte, ließ Mike sich erschöpft aufs Sofa fallen. :35. Nem mondott semmit. - Er sagte nichts. :36. Nem is volt rá szükség. - Es war auch nicht nötig. :37. A beérkező pénzből jobb anyagot vásárolt. - Mit dem eingehenden Geld kaufte er besseres Material. :38. Megértette: minden megrendelés nem a végét jelentette valaminek, hanem a következő alapját. - Er hatte verstanden: Jeder Auftrag war nicht das Ende, sondern das Fundament des nächsten. :39. Ezzel párhuzamosan hosszú éjszakákon át egy elegáns bárszéksorozatot épített. - Parallel dazu baute er in langen Nächten eine Serie eleganter Barhocker. :40. Decemberben hat székkel állt a karácsonyi vásáron. - Im Dezember stand er mit sechs Hockern auf dem Weihnachtsmarkt. :41. A legtöbb ember elment mellette. - Die meisten Leute gingen vorbei. :42. Este azonban megállt egy idősebb úr. - Doch am Abend blieb ein älterer Herr stehen. :43. Megvizsgált minden illesztést, okos kérdéseket tett fel, és végül elmesélte, hogy egy idősek otthonát vezeti. - Er prüfte jede Verbindung, stellte kluge Fragen und erzählte schließlich, dass er ein Seniorenheim leite. :44. Mike figyelt, hagyott egy rövid csendet kialakulni, majd azt mondta: „Az első ötöt számla nélkül szállítom. Ha három hónap múlva még állnak, tovább beszélünk.” - Mike hörte zu, ließ eine kurze Stille entstehen und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Rechnung. Wenn sie nach drei Monaten noch stehen, reden wir weiter.“ :45. Az úr halkan nevetett, és előleget fizetett. - Der Herr lachte leise und zahlte eine Anzahlung. :46. Egy évvel később Mike a kibővített műhelye előtt állt. - Ein Jahr später stand Mike vor seiner erweiterten Werkstatt. :47. Az ajtón egy masszív tölgyfatábla díszelgett, amelyet Tom saját kezűleg égetett bele: „Mike asztalosműhelye”. - An der Tür prangte ein massives Eichen-Schild, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte: „Mikes Tischlerei“. :48. Sarah és Tom éppen egy nagy megrendelést rakodtak fel egy szállodai lánc számára a furgonra – egy megrendelést, amely az idősek otthonán keresztül érkezett. - Sarah und Tom luden gerade einen großen Auftrag für eine Hotelkette auf den Lieferwagen – ein Auftrag, der über das Seniorenheim gekommen war. :49. A minőség híre terjedt, halkan és megbízhatóan. - Qualität sprach sich herum, leise und zuverlässig. :50. A reggeli nap ferdén esett a fára. - Die Morgensonne fiel schräg auf das Holz. :51. Mike egy pillanatra megállt, kezét a ponyván tartva. - Mike hielt einen Moment inne, die Hände an der Plane. :52. „Ez még csak az első lépés volt” – mondta nyugodtan. - „Das war erst Schritt eins“, sagte er ruhig. :53. A hangjában már nem volt kimerültség, csak annak az embernek a mély bizonyossága, aki megértette: elkezdeni nem egyszeri döntés. - In seiner Stimme lag keine Erschöpfung mehr, nur die tiefe Gewissheit eines Menschen, der verstanden hatte: Anfangen ist keine einmalige Entscheidung. :54. Ez egy hozzáállás, amelyet az ember minden reggel újra választ. - Es ist eine Haltung, die man jeden Morgen neu wählt. :55. Sarah az ablakon keresztül odakiáltott: „Akkor tovább.” - Sarah rief durch das Fenster: „Dann weiter.“ :56. Tom beindította a motort. - Tom startete den Motor. :57. A kocsi mozgásba lendült, és a vörös hátsó lámpák lassan eltűntek a reggeli fényben. - Der Wagen setzte sich in Bewegung, und die roten Rücklichter verschwanden langsam im Morgenlicht. ------------------------- ------------------------- 6 ------------------------ :Mike és a műhely - Mike und die Werkstatt :1. Amikor Mike kihúzta a felmondólevelet a borítékból, és elolvasta azt a néhány, bürokratikusan simára csiszolt mondatot, amely három év megélt munkáját egy könyvelő pontosságával nyilvánította befejezettnek, nem maga a hír találta el. - Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog und die wenigen, bürokratisch glatten Sätze las, die drei Jahre gelebter Arbeit mit der Präzision eines Buchhalters für beendet erklärten, traf ihn nicht die Nachricht selbst. :2. Az találta el, hogy ezekből a sorokból teljesen hiányzott minden emberi hang, egy olyan írás tárgyilagos tisztasága, amelyet úgy fogalmaztak meg, mintha soha nem állt volna mögötte ember, aki reggel korán felkelt, határidőket dolgozott végig, és kompromisszumokat nyelt le, amelyek minden alkalommal elvettek tőle egy kis darabot abból, amit eredetileg egyszer maga elé tűzött. - Ihn traf die vollständige Abwesenheit jedes menschlichen Tons in diesen Zeilen, die sachliche Sauberkeit eines Schreibens, das so formuliert war, als hätte nie ein Mensch dahintergesteckt, der morgens früh aufgestanden war, der Deadlines durchgearbeitet und Kompromisse geschluckt hatte, die ihm jedes Mal ein kleines Stück von dem abverlangten, was er sich ursprünglich einmal vorgenommen hatte. :3. Sarah vele szemben ült, kezeit a kávéscsészéje köré fonva, és hagyta, hogy olvasson, anélkül hogy egy szót szólt volna, mert elég jól ismerte ahhoz, hogy tudja: a nyelv ebben a pillanatban nem vigasztalna, hanem csak zavarna. - Sarah saß ihm gegenüber, die Hände um ihre Kaffeetasse gelegt, und ließ ihn lesen, ohne ein Wort zu sagen, weil sie ihn gut genug kannte, um zu wissen, dass Sprache in diesem Moment nicht trösten, sondern nur stören würde. :4. Időre volt szüksége, nem magához a hírhez, amelyet már régóta sejtett, hanem az átmenethez aközött, ami volt, és aközött, aminek most, akár akarta, akár nem, el kellett kezdődnie. - Er brauchte Zeit, nicht für die Nachricht selbst, die er längst geahnt hatte, sondern für den Übergang von dem, was gewesen war, zu dem, was jetzt, ob er wollte oder nicht, beginnen musste. :5. Letette a papírt az asztalra, egy pillanatig úgy nézte, mintha olyan tárgy volna, amely nem tartozik hozzá, majd azt mondta, elmegy az apja műhelyéhez. - Er legte das Papier auf den Tisch, betrachtete es einen Moment lang, als wäre es ein Gegenstand, der ihm nicht gehörte, und sagte dann, er werde zur Werkstatt seines Vaters fahren. :6. Ez nem olyan mondat volt, amely magyarázatot kínált vagy beleegyezésért könyörgött, hanem egy irány tömör megnevezése, amely egy olyan belső tudásból fakadt, amely idősebb volt minden racionális megfontolásnál. - Das war kein Satz, der eine Erklärung anbot oder eine Bitte um Zustimmung enthielt, sondern die knappe Benennung einer Richtung, die sich aus einem inneren Wissen heraus ergab, das älter war als jede rationale Überlegung. :7. A város szélén álló garázs apja egy évvel korábbi halála óta érintetlenül maradt, és amikor Mike az esőben ott állt előtte, kezeit a dzsekije zsebébe dugva, tekintetét a rozsdás lakatokra szegezve, különös érzés fogta el: ez a hely nem egyszerűen úgy várt rá, mint egy szoba a lakójára. - Die Garage am Stadtrand war seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr unberührt geblieben, und als Mike im Regen davor stand, die Hände in den Jackentaschen, den Blick auf die verrosteten Vorhängeschlösser gerichtet, überkam ihn das seltsame Gefühl, dass dieser Ort nicht einfach auf ihn gewartet hatte wie ein Zimmer auf seinen Bewohner. :8. Bizonyos értelemben mindig is erre a pillanatra dolgozott, erre a másodpercre, amelyben Mike élete kívül elég üressé válik ahhoz, hogy végre helyet adjon annak, ami idebent aludt. - Er hatte gewissermaßen schon immer auf diesen Moment hingearbeitet, auf diese Sekunde, in der Mikes Leben außen leer genug sein würde, um für das, was hier drinnen schlief, endlich Platz zu bieten. :9. Befeszítette a feszítővasat az első lakat kengyele alá. - Er stemmte das Brecheisen unter den Bügel des ersten Schlosses. :10. Több kemény próbálkozás után a fém engedett azzal a tompa, szinte állati reccsenéssel, amely az eső csendjében hangosabban szólt a kelleténél, mintha maga a hely várt volna erre a jelre, hogy megnyíljon. - Nach mehreren harten Versuchen gab das Metall nach mit jenem dumpfen, fast tierischen Knacken, das in der Stille des Regens lauter klang als beabsichtigt, als hätte der Ort selbst auf dieses Signal gewartet, um sich zu öffnen. :11. Az első lépés a nyikorgó fémajtón át olyan atmoszférába vezette, amely kevésbé érződött egy garázs belsejének, mint egy régi emlék belsejének. - Der erste Schritt durch die quietschende Metalltür führte ihn in eine Atmosphäre, die sich weniger wie das Innere einer Garage anfühlte als wie das Innere einer alten Erinnerung. :12. Fa porából, gépolajból és a régi munka nehezen megnevezhető alaphangjából álló atmoszféra volt ez, amely úgy íródik bele falakba és padlókba, mint egy írás, amelyet egyetlen szem sem olvas, de minden test azonnal megért, amely valaha is ismerte ezt a helyiséget. - Es war eine Atmosphäre aus Holzstaub, Maschinenöl und jenem schwer zu benennenden Grundton vergangener Arbeit, der sich in Wände und Böden einschreibt wie eine Schrift, die kein Auge liest, aber jeder Körper sofort versteht, der diesen Raum je gekannt hat. :13. Apja gyalupadja még mindig pontosan ott állt, ahol mindig is állt, felülete évtizedek kézműves munkájától erezett és karcos volt. - Die Hobelbank seines Vaters stand noch genau dort, wo sie immer gestanden hatte, die Oberfläche genarbt und verkratzt von Jahrzehnten handwerklicher Arbeit. :14. Mellette lógott a kézzel írt tábla, ferdén, kifakulva, betűivel, amelyeket az idő valamiféle suttogássá tompított, anélkül azonban, hogy elvette volna olvashatóságukat: „Itt valami új születik” – egy mondat, amelyet Mike gyerekként soha nem szeretett, mert önelégültnek tűnt neki, és amely most, ebben az esőáztatta csendben úgy hatott rá, mint a legtömörebb program, amelyet egy ember az életére megfogalmazhat. - Daneben hing das handgeschriebene Schild, schief, ausgeblichen, mit Buchstaben, die die Zeit zu einer Art Flüstern gedämpft hatte, ohne ihnen jedoch ihre Lesbarkeit zu nehmen: „Hier entsteht was Neues" – ein Satz, den Mike als Kind nie gemocht hatte, weil er ihm selbstgefällig vorkam, und der ihm jetzt, in dieser regennassen Stille, wie das konzentrierteste Programm erschien, das ein Mensch für sein Leben formulieren kann. :15. Sarah másnap reggel egy bérleti szerződéssel a hóna alatt jelent meg, amelyet egy közös ismerősön keresztül szerzett, aki ismerte a bérbeadót. - Sarah erschien am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag unter dem Arm, den sie über einen gemeinsamen Bekannten organisiert hatte, der den Vermieter kannte. :16. A papírt azzal a mellékes határozottsággal tette a gyalupadra, amely sajátja volt, amikor valamit eldöntöttnek tartott: három hónap bérleti díj nélkül, utána egy tisztességes havi összeg, elég kicsi ahhoz, hogy ne nyomja agyon, de elég nagy ahhoz, hogy ne hagyjon teret ábrándozásnak. - Sie legte das Papier mit der beiläufigen Bestimmtheit auf die Hobelbank, die ihr eigen war, wenn sie etwas für entschieden hielt: drei Monate mietfrei, danach ein fairer monatlicher Betrag, der klein genug war, um nicht zu erdrücken, aber groß genug, um keinen Raum für Träumerei zu lassen. :17. Mike olyan ember akríbiájával olvasta el a szerződést, aki megtanulta, hogy a veszélyes mondatok mindig az apró betűs részben állnak, nem talált semmi aggályosat, fogta a tollat, és aláírta. - Mike las den Vertrag mit der Akribie eines Menschen, der gelernt hat, dass die gefährlichen Sätze immer im Kleingedruckten stehen, fand nichts Bedenkliches, nahm den Stift und unterschrieb. :18. Azelőtt írta alá, hogy agyának analitikus része, amely dominókövekként sorolja a kockázatokat, és közben mindig elfelejt rákérdezni az utolsóra, szót kérhetett volna. - Er unterschrieb, bevor der analytische Teil seines Gehirns, der Risiken wie Dominosteine aufzählt und dabei immer vergisst, nach dem letzten zu fragen, das Wort ergreifen konnte. :19. Tom szombaton jelent meg a furgonjával, szerszámokkal, kábelekkel és egy olyan férfi kimeríthetetlen, kissé nyers segítőkészségével megrakodva, aki a barátságot igének érti, nem állapotnak. - Tom erschien am Samstag mit seinem Transporter, beladen mit Werkzeug, Kabeln und der unerschöpflichen, etwas ruppigen Hilfsbereitschaft eines Mannes, der Freundschaft als Verb versteht und nicht als Zustand. :20. Tom soha nem kérdezte, szükség van-e rá, mert egyszerűen látta. - Tom fragte nie, ob er gebraucht wurde, weil er es einfach sah. :21. Miközben Tom feltárta a régi vezetékeket, újakat húzott, és közben szünet nélkül kommentárokat fűzött az elektromos szerelés állapotához, amelyet felváltva nevezett bűnösnek és kreatívnak, Mike egy sebész hűvös rendszerességével szedte szét a gépeket. - Während Tom die alten Leitungen freielegte, neue zog und dabei unaufhörlich Kommentare über den Zustand der Elektroinstallation abgab, die er abwechselnd als kriminell und kreativ bezeichnete, zerlegte Mike die Maschinen mit der kühlen Systematik eines Chirurgen. :22. Mike különbséget tett aközött, amit még meg lehet menteni, és aközött, aminek mennie kell, és nem ismert szentimentális kivételeket, és nem is ismerhetett, ha az eredménynek működnie kellett. - Mike unterschied zwischen dem, was noch zu retten ist, und dem, was gehen muss, und kannte keine sentimentalen Ausnahmen und durfte auch keine kennen, wenn das Ergebnis funktionieren sollte. :23. Három nap múlva a műhely megszűnt olyan helynek lenni, amely elhagyatottnak hatott. - Nach drei Tagen hatte die Werkstatt aufgehört, ein Ort zu sein, der aufgegeben wirkte. :24. Ehelyett elkezdte azt a sajátos energiát sugározni, amely azoknak a tereknek van, amelyekben valami konkrét éppen megszületni készül – feszültséget aközött, ami még hiányzik, és aközött, ami már bejelenti magát. - Stattdessen begann sie, jene eigenartige Energie auszustrahlen, die Räume haben, in denen etwas Konkretes im Begriff ist zu entstehen – eine Spannung zwischen dem, was noch fehlt, und dem, was sich bereits ankündigt. :25. Az első komoly megbízást egy apróhirdetés hozta, amelyet Mike késő este és különösebb várakozás nélkül tett fel az internetre. - Den ersten ernsthaften Auftrag brachte eine Kleinanzeige, die Mike spätabends und ohne große Erwartung ins Internet gestellt hatte. :26. Már másnap délben arra késztetett egy fiatal nőt egy technológiai vállalattól, hogy felhívja őt, és húsz dohányzóasztalt rendeljen, egyszerűeket és moderneket, három héten belüli szállítással, miközben olyan hangon beszélt, amely világossá tette, hogy tartós kézműves munkához szokott, nem olyan bútorokhoz, amelyek csak addig néznek ki jól, amíg az első számlát ki nem fizetik. - Schon am nächsten Mittag brachte sie eine junge Frau von einem Technologieunternehmen dazu anzurufen, die zwanzig Couchtische bestellte, schlicht und modern, innerhalb von drei Wochen lieferbar, und dabei in einem Ton sprach, der klarstellte, dass sie an Handwerk gewöhnt war, das hält, nicht an Möbeln, die gut aussehen, bis die erste Rechnung bezahlt ist. :27. Mike olyan árat mondott, amely alig hagyott neki nyereséget, mert tudta, hogy ez az első megbízás nem kereskedelmi tranzakció volt, hanem bizonyítási próba, amelyet elsősorban önmaga előtt kellett letennie. - Mike nannte einen Preis, der ihm kaum Gewinn ließ, weil er wusste, dass dieser erste Auftrag keine kommerzielle Transaktion war, sondern eine Beweisprobe, die er in erster Linie vor sich selbst ablegen musste. :28. Még ugyanazon a délutánon megvette a fát, bár ezzel olyan szintre vitte a számláját, amely már nem engedett volna meg egy második esélyt, és a következő napokban olyan koncentrációval dolgozott, amelyre régi állásában soha nem lett volna képes, mert ott a kudarc elvont volt, itt pedig kézzel fogható. - Er kaufte noch am selben Nachmittag das Holz, obwohl er damit sein Konto auf einen Stand brachte, der keine zweite Chance mehr erlaubt hätte, und arbeitete die folgenden Tage mit einer Konzentration, die er in seinem alten Job nie hatte aufbringen können, weil dort das Scheitern abstrakt war und hier mit den Händen zu greifen. :29. A kudarcot ennek ellenére nem lehetett kizárni: néhány nappal a befejezés előtt Mike felismerte, hogy több furnérozott lap a műhely melegében helyrehozhatatlanul elvetemedett. - Das Scheitern ließ sich trotzdem nicht aussperren: Wenige Tage vor der Fertigstellung erkannte Mike, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Werkstattwärme irreparabel verzogen hatten. :30. Ez a pillanat, amikor némán állt a kár előtt, belül időt, pénzt és mozgásteret számolva, amelyekből már egyik sem volt jelen, volt az első, amikor komolyan kételkedni kezdett magában – nem a képességeiben, hanem abban a vak hitben, amellyel belevágott ebbe az egészbe, mintha az elszántság önmagában elegendő biztosítás volna az anyag alattomosságai ellen. - Dieser Moment des stillen Stehens vor dem Schaden, des inneren Berechnens von Zeit, Geld und Spielraum, von denen keiner mehr vorhanden war, war der erste, in dem er ernsthaft an sich zweifelte – nicht an seinen Fähigkeiten, sondern an dem blinden Glauben, mit dem er in diese Sache hineingelaufen war, als wäre Entschlossenheit allein eine ausreichende Versicherung gegen die Tücken des Materials. :31. Tom belépett az ajtón, látta a helyzetet, letette a két kávéspoharat, és egy olyan ember erőlködés nélküli szárazságával, akinek a problémák elsősorban cselekvési szükségletet jelentenek, ezt mondta: „Sírás később, csiszolás most.” - Tom trat durch die Tür, sah die Lage, stellte die beiden Kaffeebecher ab und sagte mit der mühelosen Trockenheit eines Menschen, für den Probleme vor allem Handlungsbedarf sind: „Heulen später, schleifen jetzt." :32. Ez nem bátorítási kísérlet volt, hanem parancs, amely éppen azért működött, mert nem hagyott teret sem ellentmondásnak, sem önsajnálatnak. - Das war kein Versuch einer Aufmunterung, sondern ein Befehl, der genau deshalb funktionierte, weil er keinen Raum für Widerspruch und keinen für Selbstmitleid ließ. :33. Jóval éjfél utánig dolgoztak, és a húsz asztalból tizenkilencet megmentettek olyan gondossággal, amely a kimerültség ellenére sem engedett. - Sie arbeiteten bis weit nach Mitternacht und retteten neunzehn der zwanzig Tische mit einer Sorgfalt, die der Erschöpfung zum Trotz nicht nachließ. :34. Amikor Sarah nem sokkal egy óra előtt étellel jelent meg, és mellékesen megemlítette, hogy az ügyfél egy hét késést kifejezetten problémamentesnek nyilvánított, Mike lerogyott a régi kanapéra, és lehunyta a szemét, anélkül hogy bármit mondott volna, mert mindent, ami lényeges volt, már elmondott azzal, amit az elmúlt órákban tett. - Als Sarah kurz vor ein Uhr mit Essen erschien und nebenbei erwähnte, dass der Kunde eine Woche Verzögerung ausdrücklich für unproblematisch erklärt habe, ließ Mike sich auf das alte Sofa fallen und schloss die Augen, ohne etwas zu sagen, weil er alles Wesentliche bereits gesagt hatte mit dem, was er in den letzten Stunden getan hatte. :35. A szállítás zökkenőmentesen zajlott, és a beérkező pénzből Mike azonnal jobb anyagot vásárolt, mert megértette, hogy minden lezárt megbízás nem egy erőfeszítés vége, hanem a következő alapja. - Die Lieferung verlief reibungslos, und mit dem eingehenden Geld kaufte Mike sofort besseres Material, weil er verstand, dass jeder abgeschlossene Auftrag nicht das Ende einer Anstrengung war, sondern das Fundament der nächsten. :36. Azt is megértette, hogy az eszközök minősége előbb-utóbb úgy tükrözi vissza a munka minőségét, mint egy tükör, amely nem hazudik. - Er verstand auch, dass die Qualität der Mittel über kurz oder lang die Qualität der Arbeit widerspiegelt wie ein Spiegel, der nicht lügt. :37. Ezzel párhuzamosan éjszakai vázlataiból egy bárszéksorozatot fordított át fába és kézműves munkába. - Parallel dazu übersetzte er eine Barhockerserie aus seinen nächtlichen Skizzen in Holz und Handwerk. :38. Ezek a tervek álmatlan éjszakákon születtek, amikor a műhely sötétben feküdt, és a feje tovább dolgozott, tekintet nélkül arra, hogy a test már rég szünetet kért. - Diese Entwürfe waren in schlaflosen Nächten entstanden, wenn die Werkstatt im Dunkeln lag und sein Kopf weiterarbeitete, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass der Körper längst Pause beantragt hatte. :39. Decemberben hat bárszékkel állt egy kis karácsonyi vásáron a belvárosban, és órákon át figyelte, ahogy az emberek egyenletesen vándorló tekintettel súrolják a standját. - Im Dezember stand er mit sechs Barhockern auf einem kleinen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt und beobachtete stundenlang, wie die Leute seinen Stand mit dem gleichmäßig wandernden Blick streiften. :40. Ezzel a tekintettel megy el az ember olyan dolgok mellett, amelyeket nem keresett, és ezért megtalálni sem kész. - Mit diesem Blick geht man an Dingen vorbei, die man nicht gesucht hat und daher auch nicht zu finden bereit ist. :41. Estefelé megállt egy idősebb úr, aki olyan módon szánt időt a nézelődésre, amely jelezte, hogy tudja, mit csinál. - Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich Zeit nahm auf eine Art, die signalisierte, dass er wusste, was er tat. :42. Megvizsgálta a kötéseket, végigtapintotta a felületeket, és olyan kérdéseket tett fel, amelyek nem árultak el félműveltséget, végül pedig elmagyarázta, hogy egy idősek otthonát vezeti, és olyan székeket keres, amelyek nemcsak tartanak, hanem elég méltóságteljesek is ahhoz, hogy olyan helyiségben álljanak, ahol idős emberek napjuk legnagyobb részét töltik. - Er prüfte die Verbindungen, befühlte die Oberflächen und stellte Fragen, die kein Halbwissen verrieten, und erklärte schließlich, er leite ein Seniorenheim und suche Stühle, die nicht nur halten, sondern auch würdevoll genug seien, um in einem Raum zu stehen, in dem alte Menschen den größten Teil ihres Tages verbringen. :43. Mike hallgatta, rövid csendet engedett kialakulni, majd ezt mondta: „Az első ötöt számla nélkül szállítom, ha három hónap múlva még ugyanúgy állnak, mint ma.” - Mike hörte zu, ließ eine kurze Stille entstehen und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Rechnung, wenn sie nach drei Monaten noch genauso stehen wie heute." :44. Az ajánlat nem a nagylelkűség gesztusa volt, hanem egy olyan kézműves nyugodt kifejezése, aki nem meggyőződésből fektet a munkájába, mert nem maradt más választása, hanem mert kezdte megérteni, mit értett az apja azon a kifakult táblán. - Das Angebot war keine Geste der Großzügigkeit, sondern der ruhige Ausdruck eines Handwerkers, der in seine Arbeit nicht aus Überzeugung investiert, weil ihm nichts anderes übrig bleibt, sondern weil er begonnen hat zu verstehen, was sein Vater mit diesem verblichenen Schild gemeint hatte. :45. Az úr egy pillanatig nézte őt, majd halkan nevetett, olyan ember melegségével, akivel már rég nem találkozott így senki. - Der Herr sah ihn einen Moment lang an und lachte dann leise, mit der Wärme eines Menschen, dem lange niemand mehr so begegnet war. :46. Aztán előleget tett az asztalra, anélkül hogy alkudott volna az árról. - Dann legte er eine Anzahlung auf den Tisch, ohne über den Preis zu verhandeln. :47. Egy évvel később Mike a kibővített műhely előtt állt, amelynek ajtaját most masszív tölgyfából készült tábla díszítette, amelyet Tom saját kezűleg égetett be – „Mike asztalosműhelye” tiszta, mély betűkkel, amelyek úgy néztek ki, mintha soha nem is hiányoztak volna. - Ein Jahr später stand Mike vor der erweiterten Werkstatt, deren Tür jetzt ein Schild aus massiver Eiche zierte, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte – „Mikes Tischlerei" in klaren, tiefen Buchstaben, die aussahen, als hätten sie nie gefehlt. :48. Sarah és Tom közben egy szállodalánc utolsó megrendelését pakolták fel a furgonra, egy nagy megbízást, amely az idősek otthonának egyik kapcsolata révén jött létre, mint oly sok minden, ami növekszik, nem tervezés útján, hanem a minőség csendes logikája által, amely szájról szájra jár, gyorsabban, mint bármelyik hirdetés képes volna. - Sarah und Tom luden währenddessen den letzten Auftrag für eine Hotelkette auf den Lieferwagen, einen Großauftrag, der über einen Kontakt des Seniorenheims entstanden war, wie so vieles, was wächst, nicht durch Planung, sondern durch die stille Logik von Qualität, die sich von Mund zu Mund bewegt, schneller als jede Anzeige es könnte. :49. A nap éppen a tetők fölé tolta magát, a reggeli fény ferdén esett a rakfelületre, a fára, az arcokra, és Mike egy pillanatra megállt. - Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, das Morgenlicht fiel schräg auf die Ladefläche, auf das Holz, auf die Gesichter, und Mike hielt für einen Moment inne. :50. Keze a takaróponyván volt, tekintete semmi meghatározottra nem irányult, mintha ezt az állapotot az emlékezetébe akarta volna rögzíteni, mielőtt megszűnik valaminek a kezdete lenni, és egy továbbhaladó történet sok reggelének egyikévé válik. - Er hatte die Hände an der Abdeckplane und den Blick auf nichts Bestimmtes gerichtet, so als wollte er diesen Zustand in der Erinnerung verankern, bevor er aufhörte, der Anfang von etwas zu sein, und zu einem von vielen Morgen in einer Geschichte wurde, die weiterging. :51. „Ez még csak az első lépés volt” – mondta, olyan hangon, amelyben már nem lehetett fáradtságot hallani. - „Das war erst Schritt eins", sagte er, mit einer Stimme, in der keine Erschöpfung mehr zu hören war. :52. Ebben a hangban ott volt az a határozott nyugalom, amely azoknak az embereknek a sajátja, akik megtanulták, hogy az elkezdés nem egyszeri döntés, hanem tartás, amelyet az ember minden reggel újra felvesz. - In dieser Stimme lag jene bestimmte Ruhe, die Menschen haben, die gelernt haben, dass Anfangen keine einmalige Entscheidung ist, sondern eine Haltung, die man jeden Morgen neu einnimmt. :53. Sarah átkiáltott a nyitott ablakon: „Akkor tovább.” - Sarah rief durch das offene Fenster: „Dann weiter." :54. Tom beindította a motort, a kocsi mozgásba lendült, és a piros hátsó lámpák lassan levándoroltak az utcán. - Tom startete den Motor, der Wagen setzte sich in Bewegung, und die roten Rücklichter wanderten langsam die Straße hinunter. :55. A kora reggel fénye elnyelte őket, mint minden mást, ami kész arra, hogy valahová tartozzon. - Das Licht des frühen Morgens schluckte sie wie alles andere, das bereit ist, irgendwohin zu gehören. ------------------------ == 77 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Iwan kommt im November an. Es regnet. Die Straße ist nass und dunkel. Das Haus steht am Rand der Stadt. Es ist aus Holz. Die Farbe ist grau und alt. Iwan steht vor der Tür. Er hat einen Schlüssel. Der Schlüssel passt nicht. Das Schloss ist neu. Iwan schaut auf das Haus. Ein Fenster ist offen. Er klettert hinein. Innen ist es kalt. Es riecht nach altem Rauch. Iwan stellt seinen Koffer ab. Er setzt sich auf einen Stuhl. Seine Mutter ist tot. Er muss das Haus räumen. Er ist müde. Am Abend klopft es an die Tür. Eine Frau steht draußen. Sie heißt Katja. Sie wohnt nebenan. Sie bringt ein Glas Konfitüre. Sie kommt herein. Sie sagt kein Hallo. Sie setzt sich auf die Bank am Ofen. Iwan macht Tee. Der Samowar summt leise. Katja schaut aus dem Fenster. Sie sagt: Mein Bruder ist weg. Iwan fragt: Wohin? Sie sagt: Nach Moskau. Vor zehn Jahren. Iwan schweigt. Katja trinkt ihren Tee. Sie geht ohne Abschied. Am nächsten Tag arbeitet Iwan. Er räumt alte Sachen weg. Er findet Fotos. Auf einem Foto lächelt seine Mutter. Er legt das Foto auf den Tisch. Abends kommt Katja wieder. Sie bringt Brot. Sie setzen sich zusammen. Sie reden wenig. Das ist in Ordnung. Draußen ist es kalt. Der Wind kommt durch die Wände. Iwan schläft auf dem alten Sofa. Nachts hört er ein Geräusch. Er geht nach draußen. Katja sitzt am alten Brunnen. Sie hält den Kopf in die Hände. Iwan setzt sich neben sie. Sie sagt: Ich warte nicht mehr. Sie sagt: Aber ich kann auch nicht aufhören. Iwan zündet zwei Zigaretten an. Er gibt ihr eine. Sie rauchen zusammen. Sie schauen nicht einander an. Sie schauen in den Himmel. Es ist sehr still. Am letzten Tag klebt Iwan Tapete. Die Tapete ist alt, von 1987. Katja kommt mit zwei Tassen Kaffee. Sie stellt die Tassen auf das Fensterbrett. Sie schauen sich an. Iwan wirft die Tapetenrolle in die Ecke. Er nimmt seine Tasche. Katja sagt nichts. Iwan geht zur Tür. Er dreht sich nicht um. Er geht zum Bahnhof. Der Zug fährt in den Nebel. Katja steht noch vor dem Haus. Sie hebt die Hand. Dann senkt sie sie wieder. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Iwan ist neunundzwanzig Jahre alt und hat keine Arbeit mehr. Er fährt im November zurück in die Kleinstadt, weil seine Mutter gestorben ist. Der Zug ist leer und das Fenster beschlagen. Als er ankommt, regnet es schon seit Stunden. Das Holzhaus steht am Ende der Straße, fast versteckt hinter alten Bäumen. Iwan sucht den Schlüssel in seiner Tasche. Er passt nicht, denn das Schloss ist irgendwann ausgetauscht worden. Iwan geht um das Haus herum und findet ein offenes Fenster an der Seite. Er klettert hindurch und landet in der alten Vorratskammer. Es riecht nach feuchtem Holz, kalter Asche und etwas, das er nicht benennen kann. Er stellt seinen Koffer in die Mitte des Zimmers und bleibt stehen. An den Wänden hängen Tapeten, die sich an den Ecken lösen. Das Dach hat ein Loch, und auf dem Boden steht ein alter Eimer. Iwan setzt sich auf einen Stuhl am Tisch und schaut lange in die Stille. Er weiß nicht, warum er überhaupt gekommen ist. Am zweiten Abend klopft es an die Tür. Vor der Tür steht eine Frau mit einem Glas Konfitüre in der Hand. Sie sagt ihren Namen: Katja Michailowna, Nachbarin seit fünfzehn Jahren. Sie kommt herein, ohne zu fragen, und setzt sich auf die Bank am Ofen. Iwan macht Tee, weil er nicht weiß, was er sonst tun soll. Der alte Samowar braucht eine Weile, bis er warm wird. Katja schaut aus dem Fenster, als ob sie auf etwas wartet. Dann sagt sie ruhig, dass ihr Bruder Dmitri vor zehn Jahren nach Moskau gefahren ist. Seitdem hat sie kein einziges Wort von ihm gehört. Iwan nickt, aber er sagt nichts. Die Uhr an der Wand tickt, und das Wasser beginnt zu summen. Katja trinkt ihren Tee und geht dann, ohne sich zu verabschieden. In den nächsten Tagen räumt Iwan langsam das Haus aus. Er findet Briefe, Fotos und eine alte Uhr, die nicht mehr geht. Auf einem Foto sitzt seine Mutter auf der Gartenbank und lächelt in die Sonne. Iwan legt das Foto auf das Fensterbrett, weil er es nicht wegwerfen kann. Katja kommt jeden Abend und bringt manchmal Brot, manchmal Suppe. Sie setzen sich zusammen und reden wenig, aber das stört keinen von beiden. Draußen wird es früh dunkel, und der Wind drückt kalt durch die alten Ritzen. In der dritten Nacht wacht Iwan auf, weil er ein Geräusch hört. Es klingt wie eine Ratte oder wie ein Herz, das zu laut schlägt. Er zieht seinen Mantel an und geht nach draußen. Katja sitzt am alten Brunnen im Garten, den Kopf in beide Hände gestützt. Iwan setzt sich neben sie, ohne zu fragen, was passiert ist. Eine Weile sagen sie gar nichts. Dann sagt Katja, dass sie nicht mehr wartet. Aber aufhören kann sie auch nicht, sagt sie leise. Iwan zieht zwei Zigaretten aus der Tasche und gibt ihr eine. Sie rauchen zusammen und schauen in den dunklen Himmel. Sie sehen sich dabei nicht an, aber das ist nicht unangenehm. Am Tag seiner Abreise nimmt Iwan eine alte Tapetenrolle aus dem Keller. Er fängt an, die zerrissene Tapete im Kinderzimmer neu zu kleben. Das Papier ist von 1987 und passt kaum noch zur Wand. Er weiß selbst, dass es keinen Sinn ergibt, aber er macht weiter. Katja erscheint mit zwei Tassen und stellt sie auf das Fensterbrett. Sie schauen sich an, ohne etwas zu sagen. Es gibt kein Lächeln und keinen Abschied. Iwan legt die Tapetenrolle in die Ecke und nimmt seine Tasche. Er geht durch die Tür und schließt sie hinter sich. Auf dem Weg zum Bahnhof dreht er sich nicht mehr um. Der Zug kommt pünktlich und fährt langsam in den Novembernebel. Katja steht noch eine Weile vor dem Haus. Sie hebt die Hand, als ob der Zug sie sehen könnte. Dann senkt sie die Hand wieder und geht hinein. Das Licht im Flur brennt noch eine Stunde, dann nicht mehr. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Der Zug hatte Verspätung, und als Iwan Petrowitsch endlich ankam, war der Bahnsteig längst leer. Es war Mitte November, und der Regen fiel schräg und gleichgültig auf das Pflaster. Er kannte die Straße noch gut, obwohl er seit fast sieben Jahren nicht mehr hier gewesen war. Das Holzhaus sah kleiner aus, als er es in Erinnerung hatte. Die Farbe blätterte ab, das Dach hing leicht durch, und einer der Fensterläden stand offen. Iwan blieb auf dem Gehweg stehen und schaute auf das Haus, als ob er eine Erlaubnis brauchte einzutreten. Der Schlüssel, den ihm der Notar geschickt hatte, passte nicht. Er versuchte es zweimal, dann ließ er es bleiben. Irgendwann hatte jemand das Schloss ausgetauscht, und niemand hatte daran gedacht, ihm Bescheid zu geben. Er fand ein Fenster zur Vorratskammer, das sich von außen öffnen ließ, und kletterte hindurch. Drinnen roch es nach kalter Asche, feuchter Wolle und einer Stille, die sich über Jahre angesammelt hatte. Iwan stellte seinen Koffer ab und ließ sich auf den alten Stuhl am Küchentisch sinken. Seine Mutter hatte an diesem Tisch jeden Morgen gesessen, solange er denken konnte. Er schaute auf die Tapete, die sich an mehreren Stellen von der Wand gelöst hatte. Auf dem Boden stand ein Eimer, der Regen auffing, der durch das undichte Dach tropfte. Er zählte die Tropfen, bis er aufhörte zu denken, und das dauerte nicht lange. Am zweiten Abend klopfte es, ohne dass er es erwartet hätte. Vor der Tür stand eine Frau, die er nicht kannte, mit einem Glas Konfitüre in der einen und einem Laib Brot in der anderen Hand. Sie sagte, sie heiße Katja Michailowna und wohne seit fünfzehn Jahren nebenan. Sie trat ein, ohne zu warten, setzte sich auf die Ofenbank und legte die Sachen auf den Tisch. Iwan machte Tee, weil ihm nichts Besseres einfiel. Katja sprach wenig, aber was sie sagte, blieb hängen. Ihr Bruder Dmitri sei vor zehn Jahren morgens mit dem ersten Zug nach Moskau gefahren, sagte sie, und seitdem habe sie nichts mehr von ihm gehört. Nicht einen Brief, nicht einen Anruf, nicht einmal eine Nachricht über Umwege. Sie sagte das ohne Bitterkeit, eher so, als würde sie eine Wettervorhersage vorlesen. Der Samowar summte, und Iwan schaute in seine Tasse. Er hätte etwas sagen können, aber alles, was ihm einfiel, klang falsch. Katja stand auf und ging, ohne sich zu verabschieden. In den nächsten Tagen arbeitete Iwan langsam und ohne Plan. Er räumte Schränke aus, stapelte Bücher, sortierte Briefe, die er nicht las. Einmal fand er eine Schachtel mit Fotos ganz hinten im Regal. Auf einem saß seine Mutter im Sommer auf der Gartenbank, die Augen leicht zugekniffen gegen die Sonne. Er stellte das Foto auf das Fensterbrett, weil er nicht entscheiden konnte, ob es bleiben oder gehen sollte. Katja kam jeden Abend und brachte mal Suppe, mal Brot, mal nichts außer sich selbst. Sie setzte sich, er kochte Tee, und sie redeten über Kleinigkeiten, die beide nichts kosteten. Es war keine Freundschaft, aber auch keine Einsamkeit mehr. In der dritten Nacht schreckte Iwan aus einem Schlaf hoch, den er nicht erinnern konnte. Es hatte ein Geräusch gegeben, irgendwo zwischen Traum und Wand, und er stand auf, bevor er richtig wach war. Er zog seinen Mantel über, ging durch den Flur und öffnete die Hintertür zum Garten. Katja saß am alten Brunnen, die Ellbogen auf die Knie gestützt und das Gesicht in beiden Händen vergraben. Iwan setzte sich neben sie auf den feuchten Stein, ohne ein Wort zu sagen. Die Stille im Garten war anders als die im Haus. Nach einer Weile sagte Katja, ohne aufzublicken, dass sie nicht mehr warte. Aber sie könne auch nicht einfach aufhören, denn Aufhören sei ja auch eine Entscheidung, und die habe sie nie getroffen. Iwan zog seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche und gab ihr eine. Sie rauchten, ohne sich anzusehen, und schauten stattdessen in den Himmel, der dunkel und wolkenlos und völlig unberührt war. Am Morgen seiner Abreise fand Iwan im Keller eine Rolle Tapete, die noch aus den achtziger Jahren stammte. Er trug sie ins Kinderzimmer und fing an, den zerrissenen Streifen über dem Bett neu zu kleben, obwohl er genau wusste, dass es keinen praktischen Sinn hatte. Das Muster passte nicht mehr zu dem, was noch an der Wand klebte, und das Papier war so trocken, dass es beim Falten brach. Katja erschien mit zwei Tassen, stellte sie wortlos auf die Fensterbank und lehnte sich an den Türrahmen. Sie sahen sich an, und keiner von beiden versuchte, daraus mehr zu machen, als es war. Iwan rollte das restliche Papier zusammen und warf die Rolle in die Ecke. Er nahm seine Tasche, zog die Jacke zu und ging ohne Umweg zur Tür. Auf der Straße war es kalt und still, und der Nebel lag so tief, dass man das Ende der Straße nicht sehen konnte. Am Bahnsteig drehte er sich nicht mehr um, obwohl er spürte, dass jemand schaute. Der Zug kam, und er stieg ein. Durch das Fenster sah er kurz das Haus, dann verschwand es im Grau. Katja stand noch eine Weile auf dem Gehweg, hob die Hand halb und ließ sie wieder sinken. Sie stand dort, bis der Zug nicht mehr zu hören war. Dann ging sie zurück, schloss die Tür hinter sich und wartete, ohne zu wissen worauf. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Der Zug hatte fast vierzig Minuten Verspätung, was Iwan Petrowitsch nicht überraschte, denn in dieser Gegend hatte er selten pünktlich gehalten, soweit er sich erinnern konnte. Es war der zwölfte November, und der Regen, der seit dem frühen Nachmittag fiel, hatte die Straßen in glänzende schwarze Spiegel verwandelt, die das Laternenlicht schluckten, ohne es zurückzuwerfen. Iwan blieb am Ausgang des Bahnhofs stehen, den Koffer neben sich, und schaute die Straße hinunter, als könnte er durch das Warten herausfinden, warum er überhaupt hierher zurückgekommen war. Das Haus seiner Mutter stand am Ende der zweiten Querstraße, halb verdeckt von einer alten Linde, deren Äste im November nichts mehr verbargen. Er brauchte zwölf Minuten zu Fuß, was er wusste, ohne darüber nachzudenken. Das Holzhaus sah nicht verfallen aus, eher so, als hätte es sich aus eigenem Entschluss zurückgezogen, als wäre die Verwitterung eine Haltung und kein Versäumnis. Der Schlüssel, den ihm der Notar in einem braunen Umschlag mit zwei Zeilen maschinenschriftlicher Erklärung geschickt hatte, passte nicht ins Schloss. Iwan versuchte es drei Mal mit zunehmendem Druck, dann steckte er den Schlüssel weg und trat einen Schritt zurück, als müsste er das Problem aus etwas mehr Distanz betrachten. Das Schloss war irgendwann ausgetauscht worden, ohne dass irgendjemand auf die Idee gekommen wäre, ihn davon in Kenntnis zu setzen. Er fand das Fenster der Vorratskammer auf der Westseite des Hauses, das sich nach innen drücken ließ, wenn man von unten gegen den Rahmen stemmte, was er noch aus seiner Kindheit wusste, obwohl er sich nicht erinnern konnte, wann er es gelernt hatte. Drinnen roch es nach der Summe von Jahren, nach kalter Asche, feuchtem Holz, verrauchtem Tee und einer Qualität von Stille, die man nur in Häusern findet, in denen lange niemand mehr laut gesprochen hat. Er ließ den Koffer stehen, zog die nasse Jacke aus und hing sie über den Stuhl, auf dem seine Mutter immer gesessen hatte, um Schuhe anzuziehen. Das Dach tropfte in gleichmäßigen Abständen in einen Zinkeimer auf dem Küchenboden, und Iwan setzte sich an den Tisch und hörte diesem Tropfen zu, bis es ihm vorkam, als wäre es das einzige Geräusch, das in diesem Haus noch eine Berechtigung hatte. Am zweiten Abend klopfte es kurz nach sieben, zweimal, dann Pause, dann noch einmal, was sich anfühlte wie eine Frage, die ihre eigene Antwort nicht sicher war. Die Frau, die draußen stand, war etwa in seinem Alter, trug einen schweren Wollmantel und hielt ein Glas Konfitüre und einen in Tuch eingeschlagenen Laib Brot vor sich, als wären es keine Geschenke, sondern Dokumente. Sie sagte, sie heiße Katja Michailowna, wohne seit fünfzehn Jahren im Haus nebenan und habe seine Mutter gut gekannt, ohne das näher auszuführen. Sie trat ein, bevor er sie einlud, hängte ihren Mantel selbst an den Haken und setzte sich auf die Ofenbank mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Anmaßung war, sondern einfach die Art jemandes, der genau weiß, wo er hingehört. Iwan kochte Tee, weil es das einzige war, was er dem Abend entgegensetzen konnte. Katja erzählte nach einer Weile, fast beiläufig, dass ihr Bruder Dmitri eines Morgens vor zehn Jahren mit dem Frühzug nach Moskau gefahren sei, mit einer kleinen Tasche und dem Versprechen, sich zu melden, sobald er angekommen sei. Seitdem hatte sie nichts mehr von ihm gehört, keinen Brief, kein Telegramm, keine Nachricht aus zweiter Hand, nicht einmal ein Gerücht. Sie sagte das in einem Ton, der weder Klage noch Gleichgültigkeit war, sondern etwas dazwischen, eine Art sachlicher Erschöpfung, die entsteht, wenn man eine Tatsache so oft gedacht hat, dass sie aufgehört hat, weh zu tun, ohne aufgehört zu haben, wahr zu sein. Der Samowar summte, das Dach tropfte, und Iwan schwieg, weil ihm alles, was er hätte sagen können, zu klein für diesen Satz gewirkt hätte. Katja trank ihren Tee aus, stand auf und ging, ohne ein Wort des Abschieds, als würde man mitten in einem Gespräch einfach das Zimmer wechseln. Iwan verbrachte die folgenden Tage damit, das Haus auszuräumen, aber ohne System und ohne das Gefühl, voranzukommen, denn für jede Schachtel, die er leerte, fand er zwei weitere, die er noch nicht geöffnet hatte. Er stieß auf Briefe, auf Fotos, auf Gegenstände, deren Zweck er nicht mehr rekonstruieren konnte, und auf anderen, deren Zweck er sehr wohl kannte, was schlimmer war. Ein Foto zeigte seine Mutter im Sommer, auf der Gartenbank, das Gesicht leicht von der Sonne abgewandt und mit einem Ausdruck, der ihm fremd war, weil er ihn zu Lebzeiten nie gesehen hatte. Er stellte das Foto auf das Fensterbrett und ließ es dort, weil er keine bessere Entscheidung treffen konnte und weil das Fensterbrett zumindest ein ehrlicher Ort war. Katja kam jeden Abend, manchmal mit Essen, manchmal ohne, und ihre Besuche hatten eine Regelmäßigkeit angenommen, über die keiner von beiden gesprochen hatte, die aber offenbar keiner Besprechung bedurfte. Sie redeten über das Dach, über die Nachbarschaft, über den Winter, der früh kommen würde, und manchmal auch über nichts, was sich trotzdem nicht wie Schweigen anfühlte. In der dritten Nacht wachte Iwan gegen halb vier auf, aus einem Schlaf, den er sofort vergessen hatte, und stand am Fenster, bevor er wusste, warum er aufgestanden war. Im Garten, am gemauerten Brunnen, der seit Jahren nicht mehr benutzt wurde, saß Katja auf dem Steinrand, die Ellbogen auf die Knie gestützt, das Gesicht in beiden Händen vergraben, so reglos, dass er einen Moment lang glaubte, sie schliefe sitzend. Er zog seinen Mantel über das Nachthemd, ging durch den Flur und trat in den Garten. Die Luft war klar und sehr kalt, und das Gras knirschte leicht unter seinen Schuhen. Iwan setzte sich neben sie auf den Brunnenrand, ohne zu fragen, was sie dort tat, und ohne so zu tun, als wäre es normal, weil beides falsch gewesen wäre. Nach einer langen Weile sagte Katja, ohne aufzublicken, dass sie nicht mehr warte. Aber das Aufhören sei auch keine Lösung, fügte sie hinzu, denn Aufhören setze eine Entscheidung voraus, und eine Entscheidung setze Klarheit voraus, und Klarheit sei genau das, was sie in zehn Jahren nicht gewonnen habe. Iwan zog seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche, zündete zwei an, gab ihr eine, und sie rauchten, ohne sich anzusehen, den Blick nach oben, wo der Himmel dunkel und wolkenlos und vollkommen unzugänglich war. Es war die ruhigste Stunde, die Iwan seit langer Zeit erlebt hatte. Am Morgen seiner Abreise, nachdem er den Koffer bereits gepackt und an die Tür gestellt hatte, fand Iwan im hinteren Keller eine angebrochene Rolle Tapete, das Muster ein blasses Blumengeflecht aus dem Jahr 1987, das Papier so trocken, dass es beim Biegen brach. Er trug sie dennoch ins Kinderzimmer und begann, den langen zerrissenen Streifen über dem alten Kinderbett neu zu kleben, obwohl das Muster nicht mehr stimmte und der Kleister, den er aus einem Rest in der Küche angerührt hatte, zu dünn war. Es war eine sinnlose Handlung, das wusste er, aber Sinn war in diesem Haus ohnehin immer eher eine Hoffnung als eine Eigenschaft gewesen. Katja erschien mit zwei Tassen Kaffee, stellte sie auf die Fensterbank und lehnte sich schweigend an den Türrahmen, so als käme sie nicht hinein, weil sie wüsste, dass Hineinkommen an diesem Morgen bedeutete, Abschied zu nehmen, und das war etwas, wofür sie beide keine Sprache hatten. Iwan ließ die Tapetenrolle fallen, trocknete die Hände an der Hose und nahm seinen Mantel vom Haken, ohne sich noch einmal umzusehen. Er sagte nichts, und Katja sagte nichts, und das war keine Kälte, sondern eine Form von Ehrlichkeit, die Wörter nicht erträgt. Auf der Straße war der Nebel so dicht, dass die Häuser jenseits der Kreuzung bereits verschwunden waren, als wäre die Welt hinter ihm abgeräumt worden. Er lief den bekannten Weg zum Bahnhof, ohne sich zu beeilen, und drehte sich an keiner Stelle um, obwohl er genau wusste, dass er es sich vorgenommen hatte. Der Zug stand bereits am Bahnsteig, und Iwan stieg ein und fand einen Fensterplatz auf der richtigen Seite, fast ohne darüber nachzudenken. Als der Zug anfuhr, sah er durch das beschlagene Glas kurz das Dach des Hauses über den Bäumen auftauchen und sofort wieder verschwinden. Katja stand noch auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun, eine Hand halb erhoben, und ließ sie in einer Geste sinken, die kein Abschied war und kein Gruß, sondern die schlichte Notiz, dass etwas gewesen war, das nun aufgehört hatte. Sie blieb noch eine Weile stehen, nachdem der Zug nicht mehr zu hören war. Dann drehte sie sich um, nicht schnell und nicht langsam, ging zurück ins Haus und schloss die Tür, ohne sie zu schließen, wie man das tut, wenn man weiß, dass man zurückkommt, aber nicht mehr weiß, wohin. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Das alte Haus Das alte Haus Der Zug, der Iwan Petrowitsch an jenem Novemberabend in die Stadt seiner Kindheit zurückbrachte, hatte keine Verspätung. Das kam ihm seltsam vor, als wäre die Pünktlichkeit eine Taktlosigkeit, eine Verweigerung des kleinen Aufschubs, den er sich insgeheim gewünscht hatte. Er saß die letzten zwanzig Minuten der Fahrt aufrecht und ohne zu lesen. Sein Blick war auf die Scheibe gerichtet, auf der sich die Lichter der Vororte zu langen gelben Strichen zogen, die nichts bedeuteten und genau deshalb schwer zu ertragen waren. Seit dem Tod seiner Mutter, der ihn vor drei Wochen per Telegramm erreicht hatte, während er in einer Küche in einer fremden Stadt saß und auf Arbeit wartete, die nicht kam, hatte er das Gefühl gehabt, sich in einer Bewegung zu befinden. Diese Bewegung hatte er weder angehalten noch wirklich begonnen. Das Haus stand noch, was er sich nicht selbstverständlich vorgestellt hatte. Wenn man ihn gefragt hätte, hätte er allerdings nicht sagen können, was er stattdessen erwartet hatte. Die Linde, die im Sommer seiner Kindheit so hoch gewachsen war, dass man das Dach dahinter nicht mehr sehen konnte, hatte in den Novemberjahren etwas von ihrer Behauptungskraft verloren. Sie stand nun als transparentes Gerüst vor der Fassade, die in der Dunkelheit weniger grau wirkte als schlicht abwesend. Der Schlüssel, den der Notar ihm in einem Umschlag übersandt hatte, der nach seinem Inhalt nichts ankündigte, passte nicht, wie er nach dem zweiten Versuch feststellte. Während er im Regen vor der verschlossenen Tür stand und den Schlüssel betrachtete, als könnte eine längere Betrachtung die Situation verändern, wurde ihm klar, dass irgendjemand irgendwann beschlossen hatte, das Schloss auszutauschen, ohne dass dieser Beschluss in irgendeiner Form seinen Weg zu ihm gefunden hatte. Das Fenster der Vorratskammer auf der Seite des Hauses, das sich, wenn man von unten gegen den verwitterten Rahmen drückte, nach innen geben ließ, war noch immer dasselbe Fenster wie vor zwanzig Jahren. Iwan kletterte hindurch mit der distanzierten Vertrautheit dessen, der an einem Körper handelt, an dem er glaubte, längst keinen Anspruch mehr zu haben. Drinnen war es nicht so kalt, wie er gefürchtet hatte, aber die Kälte, die da war, war die schwierigere, weil sie nichts mit der Temperatur zu tun hatte. Sie saß in der Stille der abgehängten Lampe, in der Gleichmäßigkeit des Taus, das vom undichten Dachbalken in den Zinkeimer tropfte, in der ausrangierten Zuverlässigkeit eines Ortes, der aufgehört hatte zu warten, lange bevor irgendjemand aufgehört hatte, ihn zu verlassen. Iwan setzte sich an den Tisch, an dem seine Mutter dreißig Jahre lang gesessen hatte. Er blieb so lange sitzen, bis das Tropfen im Eimer aufgehört hatte, ihn zu stören. Die Frau, die am zweiten Abend klopfte, betrat das Haus mit dem ruhigen Nachdruck jemandes, der zwar nicht erwartet worden ist, aber dennoch weiß, dass er am richtigen Ort ist. Das irritierte Iwan, der ihr die Tür geöffnet hatte, nicht, sondern erleichterte ihn eher auf eine Art, die er sich nicht erklären wollte. Katja Michailowna, zweiunddreißig Jahre alt, Bibliothekarin, seit fünfzehn Jahren Nachbarin, stellte das Einmachglas und das in ein geblümtes Tuch gewickelte Brot auf den Tisch, als wären es selbstverständliche Gegenstände an einem selbstverständlichen Ort. Sie setzte sich auf die Ofenbank, wo sie den Mantel anhatte und so saß, als könnte sie jeden Moment wieder aufstehen, aber auch als hätte sie keine Absicht, das zu tun. Sie sprach nicht viel, und das, was sie sagte, war so formuliert, dass man merkte, dass sie es sich nicht zurechtgelegt hatte. Das führte paradoxerweise dazu, dass es präziser klang als alles Zurechtgelegte. Ihr Bruder Dmitri, sagte sie irgendwann, während sie aus dem Fenster schaute, auf dem sich der Regen in Schlieren sammelte, sei vor zehn Jahren im Oktober mit dem ersten Morgenzug nach Moskau gefahren. Er sei mit einer kleinen Reisetasche gefahren, die er sich von einem Nachbarn geliehen hatte, und mit dem Versprechen, zu schreiben, sobald er eine Adresse hätte, was eine Formulierung gewesen sei, die damals vollkommen plausibel geklungen habe. Sie sagte das in einem Tonfall, der keine Bitterkeit enthielt, weil Bitterkeit eine Form von Erwartung voraussetzt. Katja, so schien es Iwan, hatte die Erwartung nicht abgelegt, sondern einfach vergessen, wo sie sie hingelegt hatte, was am Ende auf dasselbe hinausläuft, aber sich anders anfühlt. Iwan hätte etwas sagen können, aber alles, was ihm einfiel, hätte entweder zu wenig oder zu viel gewogen. So schwieg er, und der Samowar summte, und das war genug. In den folgenden Tagen räumte Iwan das Haus aus, nicht mit dem Eifer des Erledigens, sondern mit der taktischen Langsamkeit jemandes, der eine Aufgabe tut, weil er keine Alternative hat. Er war aber nicht bereit, dieser Aufgabe zu erlauben, schneller zu gehen als er selbst. Er fand Dinge, die er kannte, und Dinge, die er noch nie gesehen hatte. Nicht immer war der Unterschied so bedeutsam, wie er sich erhofft hatte: Manchmal war ein fremdes Ding weniger schmerzhaft als ein vertrautes, weil das Vertraute einen Anspruch stellte, dem das Fremde sich entzog. Ein Foto zeigte seine Mutter in einem Sommer, den er nicht zuordnen konnte, mit einem Ausdruck, den er ihr zu Lebzeiten nie abgenommen hatte. Sie wirkte nicht glücklich im vollen Sinn des Wortes, aber in einem Frieden, der nicht erkämpft, sondern aufgefunden worden war, irgendwo auf einer Gartenbank in einem nicht mehr rekonstruierbaren Juli. Er stellte das Foto auf das Fensterbrett, weil der Fensterbrett der ehrlichste Ort in einem Haus ist. Es ist weder Aufbewahrung noch Entsorgung, sondern das Eingeständnis einer ungelösten Frage. Katja kam jeden Abend, und ihre Besuche hatten sich ohne Absprache in eine Form eingespielt, die keiner von beiden benannt hätte. Beide respektierten diese Form instinktiv, so wie man einen Steg respektiert, der aussieht, als könnte er das eigene Gewicht gerade noch tragen. Sie redeten über das Haus, über den Winter, über die Bibliothek, in der seit Jahren dieselben zwölf Benutzer dieselben Bücher ausliehen. Manchmal redeten sie auch über ihre Kindheiten, die sie in derselben Stadt verbracht hatten, ohne sich je begegnet zu sein, was sie beide für eine vollkommen normale Unmöglichkeit hielten. Iwan wachte in der dritten Nacht gegen vier Uhr auf, ohne zu wissen warum. Das kam bei ihm selten vor, da er sonst der Schlaf war, wie er einmal gelesen hatte, dass manche Menschen es sind: einfach und gründlich und ohne Zwischentöne. Das Geräusch, das ihn geweckt hatte, war entweder ein Tier oder das Haus selbst gewesen, das in der Kälte arbeitete. Er stand auf, ohne sich dagegen zu entscheiden, zog seinen Mantel über das Nachthemd und ging durch den dunklen Flur nach draußen. Katja saß am alten Brunnen im hinteren Garten, auf dem gemauerten Rand, über den im Sommer das Unkraut wuchs, das Gesicht in beiden Händen. Ihre Schultern waren weder hochgezogen noch hängend, sondern in einer Haltung, die irgendwo zwischen Erschöpfung und Konzentration lag, als vollführe sie eine Arbeit, für die man keine Hände braucht. Iwan setzte sich neben sie, ohne zu fragen, ohne zu trösten, ohne so zu tun, als sei irgendetwas erklärungsbedürftig. Das war das Richtigste, was er in dieser Stadt seit seiner Ankunft getan hatte. Der Garten war still, die Luft schneidend klar. Über ihnen stand ein Himmel, der so dunkel und leer war, dass er keine Metaphern erlaubte. Nach einer Zeit, die sich nicht in Minuten messen ließ, sagte Katja, dass das Warten aufgehört habe, und zwar nicht als Entscheid, sondern als Zustand. Sie habe diesen Zustand eines Tages vorgefunden wie einen Stuhl, der schon immer da gestanden hatte, bevor man ihn bemerkte. Aber das Aufhören des Wartens, fügte sie hinzu, sei kein Ankommen. Denn Ankommen setze voraus, dass man irgendwo abgefahren sei, und genau diese Gewissheit fehle ihr seit zehn Jahren. Iwan zündete zwei Zigaretten an einer Flamme an und gab ihr eine. Sie rauchten in dem gemeinsamen Schweigen, das kein Trost war und keine Lösung, aber eine Anwesenheit, und manchmal ist Anwesenheit die genaueste Form, in der man einem Menschen sagen kann, dass er nicht verschwunden ist. Am Morgen seiner Abreise, nachdem der Koffer bereits gepackt an der Tür stand und die Tassen auf dem Abtropfbrett lagen wie eine abgeschlossene Aussage, stieg Iwan in den Keller und kam mit einer Rolle Tapete wieder herauf. Er hatte sie hinter einem Regal gefunden: ein blasses, von der Zeit ins Beige verblichenes Blumengeflecht aus dem Jahr 1987, das Papier so spröde, dass es unter dem Daumendruck Risse bildete wie Eis, das die eigene Dicke noch nicht kennt. Er trug die Rolle ins Kinderzimmer und begann, ohne nachzudenken, ohne Handlungsplan und ohne die Absicht, das Ergebnis jemals zu beurteilen, den langen zerrissenen Streifen über dem alten Kinderbett zu ersetzen. Das tat er, obwohl das Muster nicht mehr zu dem passte, was rechts und links an der Wand klebte, und obwohl der verdünnte Kleister, den er aus einem Tütenrest angerührt hatte, zu wenig Haftung hatte, um das spröde Papier dauerhaft zu halten. Es war eine Handlung jenseits des Nutzens. Aber gerade das gab ihr eine Art Integrität, die nützliche Handlungen selten erreichen. Katja erschien mit zwei Tassen, die sie auf die Fensterbank stellte, ohne einzutreten. Sie wirkte, als wäre sie noch nicht sicher, ob dieser Morgen ein Morgen war, den man betreten oder von dem man Abstand halten sollte. Sie sahen sich an, und in diesem Blick war alles, was gesagt werden hätte können, in der Form abwesend, die am deutlichsten zeigt, dass man es nicht sagen wird. Es gab kein Lächeln, das verkleinerte, kein Wort, das vereinfachte, keinen Abschied, der tat, als wäre er ein Ende. Iwan ließ die Tapetenrolle fallen, nahm seinen Mantel und seine Tasche und ging durch die Tür in den Novembermorgen. Der Novembermorgen war so grau und so gleichmäßig, dass er keine Richtung vorgab, sondern nur Bewegung. Er lief den Weg zum Bahnhof, den er hätte blind gehen können, und drehte sich nicht um. Er tat es nicht aus Kälte und nicht aus Entschlossenheit, sondern weil er verstanden hatte, dass Umdrehen in diesem Fall nicht Erinnerung, sondern Zweifel gewesen wäre, und für Zweifel hatte er sich die ganze Strecke bewusst keine Zeit gelassen. Der Bahnsteig war fast leer, der Zug stand bereits bereit, und Iwan stieg ein und fand einen Platz am Fenster auf der richtigen Seite. Er wählte diesen Platz nicht, weil er geplant hatte, das Haus noch einmal zu sehen, sondern weil er wusste, dass er es sehen würde, egal auf welcher Seite er saß, und dass er diesem Wissen ruhig begegnen wollte. Als der Zug langsam anfuhr, tauchte das Dach zwischen den letzten Bäumen auf, einen Moment lang, nicht länger. Dann verschwand es sofort wieder im Nebel, der an diesem Morgen so dicht war, dass er aussah wie eine Entscheidung. Katja stand noch vor dem Gartenzaun, die Hand ein Stück weit gehoben, und ließ sie dann sinken mit einer Geste, die weder Abschied noch Gruß war. Es war die stille Notiz einer Tatsache: dass etwas gewesen ist, ganz bestimmt, auch wenn weder sie noch er hätten sagen können, was es genau war, und dass gerade dieses Unbenennbare der einzige Teil davon ist, der nicht verloren gehen kann, weil man etwas nicht verlieren kann, das man nie besessen hat, und deshalb am Ende auch nie wirklich verlässt. Sie blieb stehen, bis der Zug nicht mehr zu hören war, drehte sich dann um und ging zurück ins Haus. Sie ging nicht langsam und nicht schnell, sondern mit der Schrittlänge jemandes, der nicht weiß, was ihn drinnen erwartet, aber auch nicht erwartet, dass es etwas sein wird, das ihn überrascht, und der damit, nach allem, ganz gut leben kann. == 78 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Er sitzt in einem kleinen Zimmer. Das Zimmer hat keine Fenster. Die Wände sind grau. Eine Lampe an der Decke flackert. Er weiß nicht, wie lange er schon hier ist. Auf dem Tisch liegt ein Formular. Das Formular hat viele Felder. Er liest das erste Feld: „Name". Er schreibt seinen Namen. Dann kommt das zweite Feld: „Vorgang". Er weiß nicht, was er schreiben soll. Er lässt das Feld leer. An der Wand hängt eine Uhr. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Sie bewegt sich nicht. Er wartet. Die Tür geht auf. Eine Frau kommt herein. Sie trägt eine Brille und einen grauen Kittel. Sie sagt kein Hallo. Sie legt einen neuen Stapel Papier auf den Tisch. Er schaut auf den Stapel. Der Stapel ist sehr hoch. Die Frau sagt: „Das Deckblatt fehlt." Er fragt: „Welches Deckblatt?" Sie antwortet nicht. Sie geht wieder hinaus. Er nimmt das oberste Blatt. Es ist leer. Er schreibt oben: „Deckblatt". Dann wartet er wieder. Die Lampe flackert stärker. Er steht auf. Er geht zur Tür. Er drückt den Griff. Die Tür geht nicht auf. Er versucht es noch einmal. Die Tür bleibt zu. Er setzt sich wieder hin. Auf dem Tisch steht eine leere Tasse. Er weiß nicht, was früher drin war. Nach einer Weile kommt die Frau wieder. Sie nimmt die Tasse. Sie sagt: „Bitte warten Sie." Er fragt: „Wie lange?" Sie sagt: „Das ist der Vorgang." Dann ist sie weg. Er schaut auf das Formular. Er liest: „Antrag auf Feststellung der Antragsfähigkeit." Er versteht das nicht ganz. Er schreibt trotzdem weiter. Bei jedem Feld überlegt er lange. Die meisten Felder lässt er leer. Die Uhr zeigt immer noch zehn nach elf. Am nächsten Morgen ist das Formular weg. Ein neues liegt da. Es sieht genauso aus. Er seufzt. Er nimmt den Stift. Er fängt von vorne an. Die Frau kommt wieder. Sie legt noch ein Blatt dazu. Sie sagt: „Seite drei fehlt." Er schaut in seine Unterlagen. Es gibt keine Seite drei. Er fragt: „Wo bekomme ich Seite drei?" Sie sagt: „Das müssen Sie beantragen." Er nickt langsam. Er nimmt ein leeres Blatt. Er schreibt oben: „Antrag auf Seite drei." Er wartet. Das ist der Vorgang. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Er weiß nicht mehr, wann er das erste Mal in diesem Zimmer aufgewacht ist. Der Raum ist klein, und die Wände haben keine Farbe, die einen Namen verdient. An der Decke hängt eine Leuchtstoffröhre, die manchmal flackert und manchmal nicht. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er schon mehrmals gelesen hat. Er versteht die meisten Wörter, aber nicht, was sie zusammen bedeuten. Die Uhr an der Wand zeigt zehn nach elf, obwohl er sicher ist, dass Stunden vergangen sind. Er hat den Stift in der Hand, aber er weiß nicht, was er schreiben soll. Das erste Feld heißt „Antragsteller", und das ist einfach. Er schreibt seinen Namen, obwohl er nicht sicher ist, ob das reicht. Das zweite Feld heißt „Grund des Antrags", und das ist nicht einfach. Er überlegt lange, dann lässt er es leer. Die Tür geht auf, ohne dass jemand angeklopft hat. Die Sachbearbeiterin trägt einen grauen Kittel und eine Brille mit rundem Gestell. Sie schaut nicht ihn an, sondern den Stapel Papier auf dem Tisch. Sie sagt: „Sie haben das Deckblatt nicht ausgefüllt." Er antwortet, dass das Deckblatt kein Feld zum Ausfüllen hat. Sie sagt: „Das ist nicht korrekt", und legt ein neues Blatt auf den Tisch. Dann geht sie, ohne die Tür zu schließen, aber die Tür schließt sich von selbst. Er schaut auf das neue Blatt. Es ist leer, genau wie das alte. Er nimmt den Stift und schreibt oben in die Mitte: „Deckblatt". Dann wartet er, weil er nicht weiß, was sonst zu tun ist. Die Leuchtstoffröhre flackert dreimal schnell, dann ist es wieder ruhig. Nach einer Weile steht er auf und geht zur Tür. Er drückt den Griff nach unten, aber die Tür bewegt sich nicht. Er drückt fester, aber das Ergebnis ist dasselbe. Er geht zurück zum Tisch und setzt sich wieder hin. Die leere Tasse vor ihm hat keinen Henkel mehr, aber er erinnert sich nicht, wann das passiert ist. Er dreht den Stift zwischen den Fingern und denkt nach. Er denkt daran, dass er einen Antrag stellen muss, aber nicht weiß, wofür. Vielleicht ist der Antrag für etwas, das er schon hat. Vielleicht ist er für etwas, das er noch braucht. Er schreibt in das Feld „Grund des Antrags": „Unbekannt, aber notwendig." Das fühlt sich nicht falsch an. Die Sachbearbeiterin kommt wieder, nimmt die Tasse und stellt eine neue hin. Die neue Tasse ist auch leer. Er fragt: „Wann ist der Antrag fertig?" Sie sagt: „Wenn alle Felder ausgefüllt sind." Er fragt: „Und welche Felder fehlen noch?" Sie sagt: „Das steht auf Seite vier." Er blättert durch die Papiere, aber es gibt keine Seite vier. Er fragt: „Wo ist Seite vier?" Sie sagt: „Die müssen Sie beantragen", und geht. Er nimmt ein leeres Blatt und schreibt: „Antrag auf Aushändigung von Seite vier." Er legt das Blatt oben auf den Stapel. Die Uhr zeigt immer noch zehn nach elf. Er schaut sie lange an, weil er hofft, dass sie sich bewegt. Sie bewegt sich nicht. Am nächsten Morgen – oder was er dafür hält – ist der Stapel kleiner. Ein Teil der Formulare ist weg, aber er weiß nicht, welcher. Dafür liegt ein neues Formular oben, das er noch nicht gesehen hat. Es heißt: „Bestätigung des Antrags auf Feststellung der Antragsfähigkeit." Er liest es zweimal, weil er denkt, dass er etwas übersehen hat. Er hat nichts übersehen. Er füllt das erste Feld aus, dann das zweite, dann lässt er das dritte leer. Die Sachbearbeiterin kommt, schaut auf das Formular und sagt: „Feld drei ist Pflicht." Er fragt: „Was soll ich in Feld drei schreiben?" Sie sagt: „Das, was zutrifft." Er schreibt: „Alles oder nichts." Sie nimmt das Formular, liest es, legt es zurück und sagt: „Bitte warten Sie." Er fragt: „Wie lange?" Sie sagt nichts mehr und geht. Er lehnt sich zurück und schaut an die Decke. Die Leuchtstoffröhre flackert. Er wartet. Er weiß inzwischen, dass Warten nicht das Ende ist, sondern der Vorgang selbst. Er nimmt den Stift. Er fängt von vorne an. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Der Raum, in dem er sitzt, hat genau die richtige Größe, um nicht darüber nachzudenken, wie klein er ist. Die Wände sind weiß gestrichen, aber das Weiß ist so alt, dass es keinen Namen mehr verdient. Er ist seit mindestens zwei Tagen hier, soweit er das beurteilen kann. Die Uhr an der Wand zeigt zehn nach elf, und er hat aufgehört, sie zu fragen. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er schon auswendig kennt, ohne es zu verstehen. Er hat den Kugelschreiber in der Hand, der keine Kappe mehr hat, weil er sie verloren hat oder sie nie da war. Das erste Feld hat er ausgefüllt, weil es nach seinem Namen gefragt hat und er den noch wusste. Das zweite Feld fragt nach dem Zweck des Antrags, und diese Frage begleitet ihn seitdem wie ein leises Geräusch. Er hat überlegt, ob der Zweck vielleicht auf einem anderen Blatt steht, aber alle anderen Blätter schweigen ebenfalls. Die Tür geht auf, ohne dass er Schritte gehört hat, und die Sachbearbeiterin tritt ein. Sie trägt immer denselben grauen Kittel, und ihre Brille sitzt immer ein wenig schief. Sie legt einen neuen Stapel Papier neben den alten, ohne ihn anzuschauen. „Das Begleitschreiben fehlt", sagt sie, in einem Ton, der keine Antwort erwartet. Er fragt trotzdem: „Welches Begleitschreiben meinen Sie genau?" Sie antwortet: „Das, das dem Antrag vorangehen muss", und geht wieder hinaus. Er schaut auf die Tür, die sich lautlos schließt, und dann auf den neuen Stapel. Das oberste Blatt ist leer, aber am unteren Rand steht klein gedruckt: „Formular 7b – Anlage zum Begleitschreiben". Er dreht das Blatt um, weil er hofft, dass auf der Rückseite mehr steht. Auf der Rückseite steht: „Bitte wenden." Er legt das Blatt zurück, verschränkt die Arme und lehnt sich in den Stuhl. Die Leuchtstoffröhre flackert kurz, als ob sie etwas sagen wollte, dann ist sie wieder still. Er denkt darüber nach, dass er einen Antrag stellen muss, dessen Zweck er nicht kennt, für einen Vorgang, der keinen Anfang zu haben scheint. Das ist keine neue Erkenntnis, aber jedes Mal, wenn er sie denkt, sitzt sie ein wenig fester. Er steht auf, weil Sitzen keine Lösung ist, und geht zur Tür. Die Tür lässt sich nicht öffnen, was ihn nicht überrascht, aber trotzdem kurz irritiert. Er geht zurück, setzt sich, und nimmt den Stift mit der fehlenden Kappe wieder in die Hand. Er schreibt in das Feld „Zweck des Antrags": „Feststellung der Notwendigkeit des Antrags." Das ist zirkulär, aber es ist das Ehrlichste, was er schreiben kann. Nach einer Weile – er schätzt zwei Stunden, obwohl die Uhr das nicht bestätigt – kommt die Sachbearbeiterin zurück. Sie nimmt seine leere Tasse vom Tisch, stellt eine neue leere Tasse hin, und liest, was er geschrieben hat. Ihr Gesicht verändert sich nicht, aber sie zieht ein kleines Notizbuch aus der Kitteltasche und schreibt etwas hinein. „Haben Sie den Antrag auf Einsicht in die Vorgangsnummer bereits gestellt?", fragt sie. Er antwortet, dass er nicht wusste, dass es eine Vorgangsnummer gibt. „Es gibt immer eine Vorgangsnummer", sagt sie, und es klingt, als würde sie das nicht zum ersten Mal erklären. Sie legt ein weiteres Formular auf den Tisch, das genau wie alle anderen aussieht, außer dass oben „Vorläufig" gestempelt ist. Er fragt, was „vorläufig" in diesem Zusammenhang bedeutet. Sie sagt: „Es bedeutet, dass es noch nicht endgültig ist", und geht. Er schaut auf das Formular, dann auf den Stapel, dann auf die Uhr. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Er hat manchmal das Gefühl, dass die Uhr recht hat und alle anderen falsch liegen. Am nächsten Morgen – er nennt es Morgen, weil die Leuchtstoffröhre heller brennt als sonst – ist der Tisch neu geordnet. Die Formulare, die er ausgefüllt hat, sind weg, und an ihrer Stelle liegt ein Blatt mit dem Titel: „Rückmeldung zum Eingangsverfahren". Er liest das Blatt zweimal und stellt fest, dass es keine Rückmeldung enthält, sondern nur die Bitte um eine weitere Rückmeldung. Er nimmt den Stift und schreibt in die vorgesehene Zeile: „Die Rückmeldung liegt vor." Das stimmt nicht, aber er hat das Gefühl, dass Genauigkeit hier nicht das entscheidende Kriterium ist. Die Sachbearbeiterin kommt, liest den Satz, und nickt einmal kurz. „Sie machen Fortschritte", sagt sie, in einem Ton, der weder zustimmend noch ablehnend ist. Er fragt: „Wie viele Formulare fehlen noch?" Sie schlägt ihr Notizbuch auf, blättert kurz und sagt: „Das hängt davon ab, was Sie beantragen." Er erinnert sie daran, dass er nicht weiß, was er beantragen soll. Sie sagt: „Das steht im Ausgangsdokument." Er fragt, wo das Ausgangsdokument ist. Sie sagt: „Das hätten Sie mitbringen müssen", und schließt das Notizbuch. Dann steht sie noch einen Moment da, als ob sie etwas vergessen hätte, dreht sich aber um und geht. Er sitzt allein, die leere Tasse vor sich, den Stift in der Hand, den Stapel neben dem Ellbogen. Er denkt: Vielleicht ist das Ausgangsdokument schon da und er hat es nur nicht erkannt. Er geht alle Blätter durch, eins nach dem anderen, langsam und sorgfältig. Keines davon trägt den Titel „Ausgangsdokument", aber auf einem steht unten in kleiner Schrift: „Dieses Dokument gilt nicht als Ausgangsdokument." Er legt es beiseite und denkt, dass das ein Hinweis sein könnte. Er nimmt ein leeres Blatt, schreibt oben in großen Buchstaben „Ausgangsdokument" und lässt den Rest leer. Dann legt er es ganz unten in den Stapel, weil Ausgangsdokumente vermutlich am Anfang stehen. Die Leuchtstoffröhre flackert. Er wartet. Er hat aufgehört zu fragen, wann es endet, weil die Antwort immer dieselbe ist: wenn alles vollständig ist. Und vollständig ist es, wenn er alles eingereicht hat. Und eingereicht hat er alles, wenn er weiß, was er einreichen muss. Er nimmt den Stift. Er fängt von vorne an. Das ist der Vorgang. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Der Raum, den er seit unbestimmbarer Zeit bewohnt, hat die eigentümliche Qualität, dass er sich weder eng noch weit anfühlt, sondern einfach vorhanden ist. Die Leuchtstoffröhre an der Decke gibt ein Licht ab, das keine Schatten wirft, was bedeutet, dass auch die Zeit hier keine Konturen hat. Er weiß, dass er einen Antrag stellen muss, aber das Wissen darüber, wofür, hat sich irgendwann still aus dem Raum entfernt. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das in seiner Schlichtheit beunruhigend ist: zwölf Felder, von denen er drei ausgefüllt hat und neun nicht. Der Stift in seiner Hand hat keine Kappe, was ihn anfangs gestört hat, inzwischen aber als Merkmal dieses Ortes erscheint, so wie die stehende Uhr und die leere Tasse. Die Uhr zeigt zehn nach elf, und er hat sich damit abgefunden, dass sie nicht falsch geht, sondern schlicht anderer Meinung ist. Er liest das sechste Feld zum wiederholten Mal: „Angabe des Antragsgegenstandes unter Berücksichtigung der einschlägigen Vorgangsnummer." Die Vorgangsnummer kennt er nicht, hat sie nie gekannt, und niemand hat ihm erklärt, wie man sie in Erfahrung bringt. Die Tür öffnet sich ohne Vorwarnung, und die Sachbearbeiterin tritt ein mit dem präzisen Bewegungsablauf von jemandem, der diesen Raum so oft betreten hat, dass er aufgehört hat, ihn wahrzunehmen. Sie legt eine neue Mappe auf den Tisch, deren Registerkarten mit Buchstaben beschriftet sind, die keine erkennbare Reihenfolge haben. „Der Nachweis über die Voranmeldung des Antragsverfahrens fehlt noch", sagt sie, im Konjunktiv, als ob auch sie nicht ganz sicher sei, ob das stimmt. Er fragt, ob es möglich wäre, diesen Nachweis nachzureichen, obwohl er nicht weiß, was er nachreichen würde. Sie antwortet, dass ein Nachreichen grundsätzlich möglich sei, sofern der entsprechende Antrag auf Nachreichgenehmigung vorliege. Er fragt, wie dieser Antrag zu stellen sei, und spürt dabei, dass er diese Frage vielleicht schon einmal gestellt hat. Sie sagt, der Antrag auf Nachreichgenehmigung setze die Kenntnis der Vorgangsnummer voraus, dreht sich um und geht. Die Tür schließt sich so leise, dass er sich fragt, ob sie jemals wirklich offen gewesen ist. Er bleibt sitzen und betrachtet die Mappe, die sie hinterlassen hat, als wäre sie ein Beweisstück aus einem anderen Leben. Hinter dem Reiter „A" findet er ein dreiseitiges Dokument, das den Titel trägt: „Hinweise zur Interpretation von Hinweisen – vorläufige Fassung". Er liest es, weil er sich erhofft, dass irgendwo eine Anweisung versteckt ist, die ihm sagt, was er als Nächstes tun soll. Was er findet, ist der Satz: „Alle Hinweise in diesem Dokument sind als unverbindlich zu verstehen, sofern kein gegenteiliger Hinweis vorliegt." Er legt das Dokument zurück, lehnt sich in den Stuhl und schaut für eine Weile an die Decke, weil das weniger frustrierend ist als alles andere. Die Leuchtstoffröhre flackert in einem Rhythmus, der fast regelmäßig ist, und er fragt sich, ob darin eine Bedeutung steckt. Er entscheidet, dass dem nicht so ist, aber das Nachdenken darüber hat ihm immerhin einige Minuten verschafft. Schließlich nimmt er den Stift, schreibt auf ein leeres Blatt die Worte „Vorgangsnummer: wird nachgereicht" und legt es über das sechste Feld des Formulars. Das ist keine Lösung, aber es ist eine vorläufige Überbrückung, und vorläufig scheint hier das herrschende Prinzip zu sein. Am nächsten Morgen – wobei er „Morgen" nur deshalb denkt, weil er an irgendwelchen Zeitbegriffen festhalten will – hat sich der Tisch erneut verändert. Die Mappe ist weg, das Formular liegt jetzt in einer transparenten Schutzhülle, und daneben steht ein Becher mit einer Flüssigkeit, deren Temperatur sich nicht bestimmen lässt. Er trinkt einen Schluck, weil es das Vernünftigste ist, was man mit einem Becher tun kann. Obenauf liegt ein Zettel, der handschriftlich beschriftet ist: „Bitte prüfen Sie, ob alle Angaben dem aktuellen Stand entsprechen." Er liest das Formular durch, stellt fest, dass sich nichts geändert hat, und schreibt darunter: „Angaben entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt ihrer Eintragung." Die Sachbearbeiterin erscheint zur gewohnten Stunde, obwohl er keine Uhr hat, die ihm sagen könnte, wann die gewohnte Stunde ist. Sie liest seinen Zusatz, zieht die linke Augenbraue minimal hoch, was das ausdrucksstärkste Zeichen ist, das er je von ihr gesehen hat. „Der Stand der Eintragung müsste mit dem Stand der Vorgangsakte übereinstimmen", sagt sie. Er fragt, ob er Einsicht in die Vorgangsakte bekommen könne, um die Übereinstimmung zu prüfen. Sie sagt, Einsicht in die Vorgangsakte setze einen abgeschlossenen Antragsprozess voraus. Er hält inne, weil in diesem Satz eine Logik steckt, die er nicht widerlegen kann, die aber auch keinen Ausweg lässt. „Dann ist der Antragsprozess also noch nicht abgeschlossen", sagt er, und es klingt mehr nach Feststellung als nach Frage. Sie sagt: „Das ist korrekt", und nimmt den Becher vom Tisch, obwohl er noch nicht leer ist. Dann stellt sie einen neuen Becher hin, der ebenfalls nicht leer ist, und geht, als wäre das ein Abschluss. Er sitzt vor dem Formular in der Schutzhülle und überlegt, ob er es aus der Hülle nehmen soll, um weiterzuschreiben. Auf der Hülle klebt ein kleiner Aufkleber: „Nicht aus der Schutzhülle entnehmen." Er schreibt durch die transparente Folie hindurch, was die Schrift unleserlich macht, aber das scheint hier keine Ausnahme zu sein. Die Uhr zeigt zehn nach elf, die Leuchtstoffröhre flackert, und der Raum verhält sich so, wie Räume sich verhalten, wenn niemand vorhat, sie zu verlassen. Er denkt an das Ausgangsdokument, das er beim letzten Mal selbst angefertigt hat, und fragt sich, ob es vielleicht irgendwo archiviert wurde. Vielleicht ist das der Fortschritt, den die Sachbearbeiterin erwähnt hat: Dinge verschwinden, aber sie werden nicht vernichtet, sie werden nur unerreichbar. Er nimmt ein frisches Blatt und beginnt, alle Formulare aufzulisten, die er bisher ausgefüllt hat, in chronologischer Reihenfolge, soweit er sich erinnern kann. Die Liste wird länger als erwartet, und er bemerkt dabei, dass er manche Dokumente zweimal eingereicht haben muss, weil er sich an ihre Felder noch gut erinnert. Das ist entweder ein Fehler oder ein Teil des Vorgangs, und inzwischen ist er nicht mehr sicher, ob dieser Unterschied hier gemacht wird. Er schreibt oben auf die Liste: „Übersicht der bisher gestellten Anträge – zur Vorlage im Rahmen des Antragsverfahrens." Das klingt nach etwas, das gebraucht werden könnte, und das ist mehr, als er über die meisten Dinge hier sagen kann. Die Sachbearbeiterin, die er inzwischen an ihren Schritten erkennt, obwohl er sie nie klar gehört hat, öffnet die Tür. Sie schaut auf die Liste, schlägt ihr Notizbuch auf, liest etwas nach und sagt: „Eine solche Übersicht wäre als Anlage G einzureichen." Er fragt, ob er Anlage G haben könne. Sie sagt, Anlage G werde automatisch beigefügt, sofern der Grundantrag vollständig vorliege. Er fragt, was am Grundantrag noch fehle. Sie sagt: „Anlage G", und schließt das Notizbuch. Die Logik ist in sich geschlossen wie ein Zimmer ohne Tür, und er sitzt darin. Er legt den Stift hin, faltet die Hände auf dem Tisch und sitzt einfach da, für eine Weile, ohne zu schreiben, ohne zu fragen. Die Leuchtstoffröhre flackert. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Er nimmt den Stift. Das ist der Vorgang. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Es gibt Orte, die man nicht betritt, sondern in denen man sich wiederfindet, und dieser Raum ist einer davon. Die Wände tragen kein Bild, keine Markierung, keinen Riss, als hätte jemand sie eigens so gestaltet, dass sie nichts verraten. Die Leuchtstoffröhre gibt ein Licht ab, das nicht leuchtet, sondern bloß die Dunkelheit in eine hellere Art von Ungewissheit verwandelt. Er sitzt. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er inzwischen mit der müden Vertrautheit betrachtet, die man sonst nur für alte Wunden aufbringt. Zwölf Felder, von denen er die meisten ausgefüllt hat – nicht weil er die Antworten kannte, sondern weil Leerstellen hier offenbar als Ausdruck von Unwillen gelten. Der Stift liegt zwischen seinen Fingern wie ein Gegenstand, der seinen ursprünglichen Zweck vergessen hat und jetzt einfach da ist, weil er nirgendwo sonst hingehört. Die Uhr zeigt zehn nach elf, und er hat sich damit abgefunden, dass sie nicht defekt ist, sondern schlicht einer anderen Auffassung von Zeit folgt. Er liest Feld neun: „Beschreibung des Sachverhalts, der dem Antrag zugrunde liegt, unter Bezugnahme auf einschlägige Vorgänge und deren Nummern." Der Sachverhalt, der dem Antrag zugrunde liegt, ist, dass er hier ist und nicht weiß, warum, und dass beides seit dem ersten Moment unverändert gilt. Er schreibt: „Sachverhalt ergibt sich aus dem Vorgang selbst", und ist sich dabei bewusst, dass das keine Antwort ist, sondern die Antwortform, die dieser Ort hervorbringt. Die Tür öffnet sich. Die Sachbearbeiterin tritt ein mit der ruhigen Selbstverständlichkeit von jemandem, für den Türen nicht Hindernisse sind, sondern bloße Übergänge zwischen dem Hier und dem Dort. Sie legt einen neuen Stapel auf den Tisch, ohne ihn anzuschauen, als wäre er ein Möbelstück, das zufällig auch Formulare entgegennehmen kann. „Das Deckblatt", sagt sie, „entspricht nicht der gültigen Version des Deckblattes." Er fragt, welche Version gültig sei, und merkt dabei, dass seine Stimme eine Gelassenheit angenommen hat, die er sich nicht bewusst angeeignet hat. Sie antwortet, dass die gültige Version jene sei, die zum Zeitpunkt der Antragstellung gültig gewesen wäre, sofern die Antragstellung im vorgesehenen Zeitraum erfolgt sei. Er fragt, ob die Antragstellung im vorgesehenen Zeitraum erfolgt sei. Sie sagt: „Das prüft die Akte", und geht. Er bleibt sitzen und betrachtet das neue Deckblatt, das sich vom alten nicht zu unterscheiden scheint, außer dass in der unteren rechten Ecke eine Versionsnummer steht, die vorher nicht da war. Die Versionsnummer lautet 0. Er überlegt, ob das bedeutet, dass dieses Deckblatt noch gar nicht fertig ist, oder ob Null hier einfach der Anfang ist, von dem aus alle anderen Versionen gezählt werden. Er entscheidet sich für die zweite Deutung, weil sie weniger entmutigend ist, obwohl er keinen Grund hat zu glauben, dass sie zutrifft. Die Leuchtstoffröhre flackert einmal lang, dann zweimal kurz, und er fragt sich zum ersten Mal ernsthaft, ob das ein Code sein könnte. Er notiert die Abfolge auf einem leeren Blatt: lang, kurz, kurz – und darunter ein Fragezeichen, weil ein Fragezeichen zumindest ehrlicher ist als eine falsche Antwort. Was er in diesem Raum gelernt hat – wenn Lernen das richtige Wort ist für das, was geschieht, wenn man aufhört, sich zu wundern –, ist, dass jede Antwort einen neuen Antrag gebiert. Der Antrag auf Einsicht in die Vorgangsnummer setzt die Kenntnis der Vorgangsnummer voraus; der Antrag auf Auskunft über das Ausgangsdokument setzt das Ausgangsdokument voraus; der Antrag auf Nachreichgenehmigung setzt die Genehmigung der Nachreichgenehmigung voraus. Er hat aufgehört, das als Widerspruch zu empfinden, und betrachtet es stattdessen als Strukturprinzip, ähnlich wie die Tatsache, dass der Boden den Stuhl trägt, der ihn trägt. Am folgenden Morgen – er nennt es so, weil die Leuchtstoffröhre eine Helligkeit erreicht hat, die sich von der nächtlichen unterscheidet, obwohl er nicht sagen könnte, worin der Unterschied besteht – liegt auf dem Tisch ein Dokument, das er noch nie gesehen hat. Es trägt den Titel: „Zwischenbescheid über den vorläufigen Stand des Antragsverfahrens – nicht rechtsmittelfähig." Er liest es mit einer Sorgfalt, die er früher vielleicht für übertrieben gehalten hätte, inzwischen aber als das Mindeste betrachtet, was man einem Dokument schuldet. Der Zwischenbescheid teilt ihm mit, dass sein Antrag eingegangen sei, dass die Prüfung des Eingangs noch ausstehe, und dass über das Ergebnis der Prüfung des Eingangs zu gegebener Zeit ein weiterer Zwischenbescheid ergehen werde. Er liest den letzten Satz zweimal, weil er sichergehen will, dass er ihn richtig verstanden hat. Er hat ihn richtig verstanden. Er schreibt unter den Bescheid: „Zur Kenntnis genommen", und unterschreibt mit seinem Namen, weil das die einzige Handlung ist, die er in diesem Moment für sinnvoll hält. Die Sachbearbeiterin, die ihn inzwischen anschaut, wenn sie hereinkommt – nicht freundlich, aber mit einer Art Aufmerksamkeit, die er nicht einordnen kann –, nimmt den Bescheid, liest seinen Zusatz und sagt: „Eine Kenntnisnahme ist in diesem Verfahrensstadium nicht vorgesehen." Er fragt, was stattdessen vorgesehen sei. Sie sagt: „Eine Kenntnisnahme kann beantragt werden." Er nickt, nicht weil er zustimmt, sondern weil Nicken die effizienteste Form ist, ein Gespräch zu beenden, das keinen Anfang hatte. Er nimmt ein leeres Blatt: „Antrag auf Genehmigung der Kenntnisnahme des Zwischenbescheids über den vorläufigen Stand des Antragsverfahrens." Der Satz ist lang, aber er hat das Gefühl, dass Kürze hier als Unvollständigkeit ausgelegt würde. Die Sachbearbeiterin nimmt den Antrag, ohne ihn zu lesen, legt ihn in die Mappe, schließt die Mappe und stellt sie unter den Tisch. Er fragt: „Wann wird darüber entschieden?" Sie sagt: „Wenn der Vorgang vollständig ist." Er fragt: „Was fehlt noch?" Sie sagt: „Das ergibt sich aus dem Vorgang", und geht. Der Raum ist wieder still, mit der Stille von Orten, die nicht auf jemanden warten, sondern einfach sind. Er sitzt da und denkt, dass er vielleicht nie gewusst hat, was Warten bedeutet, bevor er hier war – nicht das Warten auf etwas, sondern das Warten als Zustand, der keinen Gegenstand mehr braucht. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Er nimmt den Stift. Er schreibt. Das ist der Vorgang. == 79 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Es ist halb sechs morgens. László steht an der Bushaltestelle. Die Haltestelle heißt „Fő tér". Es regnet leicht, ein feiner Nieselregen. László hat keine Kapuze. Seine Jacke ist dünn und schon alt. Er wartet jeden Morgen hier. Der Bus nach Csepel kommt immer zu spät. Heute ist kein anderer Tag. László schaut auf die leere Straße. Kein Bus ist zu sehen. Da kommt jemand die Straße entlang. Es ist Erzsébet, seine Nachbarin. Sie trägt eine Plastiktüte vom 24-Stunden-Laden. Erzsébet ist 56 Jahre alt und redet sehr viel. „Guten Morgen, László!", sagt sie laut. László nickt und sagt: „Morgen." Erzsébet stellt ihre Tüte auf den Boden. „Weißt du, was János gestern gemacht hat?" László weiß es noch nicht, aber er wird es gleich erfahren. „Er hat die Glühbirne aus der Fassung gedreht." „Er dachte, das Licht flackert." „Dann saß er drei Stunden im Dunkeln." „Ich habe ihn nicht gewarnt." László hört zu und nickt manchmal. Er denkt nicht viel dabei. Es ist besser so. Wenn er zuhört, denkt er nicht an sein eigenes Leben. Der Bus kommt immer noch nicht. Erzsébet erzählt weiter von János. János ist ihr Mann, 58 Jahre alt. Früher war er Schlosser, heute sitzt er meistens im Sessel. Er trinkt gern billigen Weißwein. Erzsébet mag das nicht, aber sie sagt es trotzdem nicht direkt. Endlich kommt der Bus. Er ist acht Minuten zu spät. László steigt ein und sucht einen Platz. Er findet einen Platz neben einem Fenster. Das Fenster schließt nicht richtig. Kalte Luft kommt herein. László schaut nach draußen. Sie fahren an einer alten Fabrik vorbei. Die Fabrik ist ausgebrannt und leer. Jedes Mal schaut László hin. Er weiß nicht warum. Hinter ihm sitzen zwei alte Männer. Sie streiten über den Papst. Einer sagt, der Papst wäre mit dem Fahrrad nach Budapest gekommen. Der andere sagt, das ist Unsinn. László hört halb zu und lacht innerlich. Er greift in seine Jackentasche. Eine kleine Flasche ist darin. Er trinkt einen kurzen Schluck. Niemand im Bus schaut hin. Um Mittag sitzt László in der Lagerhalle. Er sitzt auf einer Europalette und isst. Er hat eine Wurstsemmel dabei, sie ist trocken. Sein Kollege setzt sich neben ihn. „Mein Cousin hat im Lotto gewonnen", sagt der Kollege. „Nicht viel, aber immerhin." Der Cousin wohnt in Kecskemét, das ist weit weg. László hört zu und rechnet leise im Kopf. In zwanzig Jahren könnte er vielleicht einen neuen Anzug kaufen. Er lacht kurz, aber es klingt mehr wie ein Räuspern. Am Abend sitzt László vor dem Plattenbau. Er sitzt auf der Betontreppe und hat die Flasche neben sich. Es ist still auf der Straße. Irgendwo spielt jemand Akkordeon. Die Töne sind nicht ganz richtig, aber der Mann spielt mit Überzeugung. Dann kommt János die Treppe herunter. Er geht ein bisschen langsam, vielleicht hat er schon getrunken. Er setzt sich wortlos neben László. Beide schweigen eine Weile. János schaut auf die Straße. László schaut auch auf die Straße. Dann nimmt János die Flasche und trinkt einen Schluck. Er gibt sie zurück. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János. László nickt. Das ist kein Trost, aber es reicht für heute. Morgen früh steht er wieder an der Haltestelle. Der Bus wird wieder zu spät kommen. Und Erzsébet wird wieder etwas zu erzählen haben. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- László steht jeden Morgen um Viertel vor sechs an der Haltestelle, auch wenn der Bus fast nie pünktlich kommt. Die Haltestelle heißt „Fő tér" und liegt direkt vor dem grauen Plattenbau, in dem László seit acht Jahren wohnt. Es regnet heute, kein starker Regen, aber der feine Nieselregen, der die Kleidung langsam durchnässt. László hat keine Kapuze, weil er die Jacke mit Kapuze vor drei Wochen irgendwo vergessen hat. Er stellt den Kragen hoch und schaut die leere Straße entlang, wo der Bus irgendwann erscheinen wird. Dann hört er Schritte hinter sich, und er weiß schon, wer das ist, bevor er sich umdreht. Erzsébet kommt mit einer schweren Plastiktüte vom 24-Stunden-Laden, der um die Ecke liegt. Sie ist 56 Jahre alt, wohnt im Stockwerk über ihm, und sie beginnt immer sofort zu reden, ohne Pause. „Guten Morgen, László, du glaubst nicht, was János gestern Abend wieder gemacht hat!", sagt sie und stellt die Tüte auf den nassen Boden. László dreht sich zu ihr um und nickt, weil eine Antwort nicht nötig ist und auch nicht erwartet wird. János hat gestern die Glühbirne aus der Fassung gedreht, weil er glaubte, das Licht im Wohnzimmer flackert. Dann saß er drei Stunden im Dunkeln, weil er keine neue Glühbirne hatte und Erzsébet ihn nicht warnte. „Ich habe ihn einfach sitzen lassen", sagt Erzsébet, und in ihrer Stimme ist keine Reue, nur eine müde Zufriedenheit. László hört zu, nicht weil ihn die Geschichte wirklich interessiert, sondern weil es einfacher ist als Schweigen. Wenn er zuhört, muss er nicht über sein eigenes Leben nachdenken, und das ist manchmal das Wichtigste. Der Bus ist immer noch nicht zu sehen, und Erzsébet erzählt jetzt, dass János früher ein guter Schlosser war. „Er wusste, wie man Dinge repariert", sagt sie, „aber jetzt sitzt er nur noch im Sessel und trinkt seinen billigen Weißwein." László sagt „Hm" und schaut auf die Straße, und endlich erscheint der Bus in der Ferne, klein und langsam. Er ist neun Minuten zu spät, was für diese Linie noch ein gutes Ergebnis ist. Im Bus findet László einen Fensterplatz, aber das Fenster schließt nicht richtig, und kalte Luft strömt herein. Er zieht die Jacke enger und schaut nach draußen, während die Stadt an ihm vorbeizieht, grau und still am frühen Morgen. Dann kommen sie an der alten Fabrik vorbei, die vor Jahren abgebrannt ist und seitdem leer steht. László schaut jedes Mal auf die schwarzen Fensterhöhlen der Fabrik, obwohl er selbst nicht weiß, warum er das tut. Hinter ihm sitzen zwei ältere Männer, die über den Papst streiten, und ihre Stimmen sind laut genug, um alles andere zu übertönen. Einer behauptet, der Papst wäre mit dem Fahrrad nach Budapest gefahren, wenn er wirklich bescheiden wäre. Der andere sagt, das ist kompletter Unsinn, und außerdem sei Budapest kein Pflichtprogramm für den Papst. László greift langsam in seine Jackentasche und zieht eine kleine Flasche heraus, ohne sie jemandem zu zeigen. Er trinkt einen kurzen Schluck, steckt die Flasche zurück, und niemand im Bus dreht sich um. In der Lagerhalle isst László um zwölf Uhr auf einer Europalette, weil es keine richtige Pausenbank gibt. Seine Wurstsemmel ist trocken, aber er hat keinen Hunger, also ist es egal. Sein Kollege Tibor setzt sich neben ihn und erzählt, dass ein Cousin dritten Grades in Kecskemét im Lotto gewonnen hat. „Nicht viel", sagt Tibor, „aber mehr als wir in einem Monat verdienen." László hört zu und rechnet leise im Kopf, wie viele Jahre er arbeiten müsste, um sich einen neuen Anzug zu kaufen. Er kommt auf zwanzig Jahre und lacht kurz, aber das Lachen klingt mehr wie ein Räuspern, das man schnell vergisst. Am Abend sitzt László auf der Betontreppe vor dem Plattenbau, die Flasche steht neben ihm auf der Stufe. Die Straße ist ruhig, und irgendwo in einem der oberen Stockwerke spielt jemand Akkordeon. Die Töne sind nicht immer richtig, aber der Mann spielt mit so viel Überzeugung, dass es am Ende nicht stört. Dann kommt János die Treppe herunter, langsam und ein bisschen unsicher auf den Beinen. Er setzt sich wortlos neben László, schaut auf die Straße, und keiner von beiden sagt etwas. Nach einer Weile nimmt János einfach die Flasche, trinkt einen langen Schluck und stellt sie zurück. „Morgen ist auch ein Tag", sagt er, ohne László anzuschauen. László nickt und schaut weiter auf die Straße, auf der sich nichts bewegt. Das ist kein Trost, und beide wissen das, aber es reicht für diesen Abend. Morgen früh wird László wieder um Viertel vor sechs an der Haltestelle stehen. Der Bus wird zu spät kommen, Erzsébet wird etwas über János erzählen, und László wird zuhören. Und das wird sich gut genug anfühlen, um weiterzumachen. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, als die Stadt noch schläft und die Straßenlaternen ihr blasses Licht auf den nassen Asphalt werfen, steht László an der Haltestelle. Er kennt jeden Riss im Betonboden dieser Haltestelle, jeden abgeblätterten Aufkleber auf dem Fahrplankasten, der seit Monaten falsche Zeiten anzeigt. Der Nieselregen fällt so leise, dass man ihn kaum hört, aber nach zehn Minuten ist Lászlós Hemdkragen kalt und feucht. Er hat die Kapuze verloren, irgendwo, irgendwann, er erinnert sich nicht mehr daran und es interessiert ihn auch nicht besonders. Der Bus nach Csepel sollte um 5:52 Uhr kommen, und weil das nie passiert, hat László aufgehört, auf seine Uhr zu schauen. Stattdessen schaut er die Straße entlang, eine gewohnheitsmäßige Geste ohne echte Erwartung, wie ein Mensch, der weiß, dass die Post nicht kommt, aber trotzdem zum Briefkasten geht. Dann hört er das vertraute Geräusch von Plastiktüten und hastigen Schritten, und er weiß, ohne sich umzudrehen, dass Erzsébet da ist. Sie kommt jeden Morgen vom 24-Stunden-Laden um die Ecke, immer mit zu viel eingekauft, immer mit einer Geschichte, die sie kaum erwarten kann zu erzählen. „Du glaubst nicht, was dieser Mann gestern wieder angestellt hat", sagt sie, noch bevor sie richtig stehen geblieben ist, und stellt ihre schwere Tüte auf den Boden. László dreht sich zu ihr um und nickt mit einem Gesichtsausdruck, der Aufmerksamkeit andeutet, ohne wirklich etwas zu versprechen. János, so erfährt er, hat gestern Abend beschlossen, dass die Wohnzimmerlampe flackert, und deshalb einfach die Glühbirne aus der Fassung gedreht. Dann saß er drei Stunden im Dunkeln, weil keine Ersatzbirne im Haus war und weil er zu stolz war, Erzsébet darum zu bitten. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt sie, und in ihrer Stimme liegt eine Mischung aus Erschöpfung und der leisen Genugtuung einer Frau, die schon zu viel erklärt hat. László hört zu, nicht aus echtem Interesse, sondern weil das Zuhören eine Funktion hat: Es füllt die Zeit und verdrängt andere Gedanken. Solange Erzsébet redet, muss er nicht über das leere Kühlschrankregal nachdenken, nicht über den Brief, der seit einer Woche ungeöffnet auf dem Tisch liegt. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, klein und langsam, wie ein Tier, das keine Eile kennt, und ist elf Minuten zu spät. László steigt als Erster ein, findet seinen gewohnten Platz neben dem Fenster, das sich seit Monaten nicht richtig schließen lässt. Die kalte Luft, die durch den Spalt hereinkommt, stört ihn nicht mehr; er hat sich daran gewöhnt wie an vieles andere in seinem Leben. Draußen zieht die Stadt vorbei, die grauen Fassaden der Wohnblöcke, die geschlossenen Läden, eine Frau mit Hund, die beide so aussehen, als hätten sie eine schlechte Nacht hinter sich. Dann kommt die ausgebrannte Fabrik, ein schwarzes Skelett aus Stahl und geborstenen Fenstern, das seit Jahren auf einem Grundstück steht, das niemandem zu gehören scheint. László schaut jedes Mal auf dieses Gebäude, obwohl er nicht weiß, was er darin sucht, vielleicht nur den Beweis, dass manche Dinge einfach so bleiben, wie sie sind. Hinter ihm haben zwei alte Männer ein Gespräch begonnen, das schnell zu einem Streit geworden ist, ob der Papst jemals mit dem Fahrrad gereist wäre, wenn er wirklich ein bescheidener Mensch sein wollte. László greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht eine flache Flasche heraus und trinkt einen kleinen Schluck, ruhig und unauffällig, wie jemand, der das schon so oft getan hat, dass es keine Geste mehr ist, sondern ein Reflex. Die Flasche verschwindet wieder in der Tasche, der Bus hält, neue Fahrgäste steigen ein, und die Welt dreht sich weiter, ohne Kommentar. In der Lagerhalle gibt es keine Kantine, also sitzen die Männer in der Mittagspause auf Europaletten und essen, was sie mitgebracht haben. László hat eine Wurstsemmel, die morgens noch akzeptabel war und jetzt trocken und ein bisschen traurig wirkt, aber er isst sie trotzdem, langsam und ohne Eile. Tibor, sein Kollege, der neben ihm sitzt, erzählt von einem Lottogewinn, nicht seinem eigenen, sondern dem eines Cousins dritten Grades aus Kecskemét, den Tibor selbst kaum kennt. „Fünfzigtausend Forint", sagt Tibor mit dem Ton eines Mannes, der von einer fernen und fremden Welt berichtet. László nickt und rechnet im Kopf, wie viele Arbeitsjahre er bräuchte, um sich etwas zu leisten, das keine Notwendigkeit ist, sondern ein Wunsch. Er kommt auf eine Zahl, die er sofort vergisst, und lacht kurz auf, ein Lachen, das wie ein Räuspern klingt und das Tibor mit einem schiefen Blick quittiert. Der Nachmittag vergeht in der üblichen Abfolge aus Kisten, Gabelstaplern und dem leisen Summen der Neonlampen, die nie ganz gleichmäßig brennen. Als László gegen halb sieben nach Hause kommt, ist die Treppe vor dem Plattenbau leer, und er setzt sich einfach hin, weil er keine Lust hat, sofort in die Wohnung zu gehen. Die Flasche stellt er neben sich auf die Betonstufe, nicht um zu trinken, sondern weil es sich richtig anfühlt, sie dort zu haben. Irgendwo über ihm, vielleicht im dritten Stock, spielt jemand Akkordeon, die Töne kommen durchs offene Fenster herunter und fallen auf die Straße wie Blätter, die niemand aufhebt. Die Melodie ist nicht ganz korrekt, ein paar Töne daneben, aber der Spieler hört nicht auf, und das hat etwas Respektables. János kommt nach einer Weile aus dem Hauseingang, die Hände in den Taschen, das Gesicht mit dem Ausdruck eines Mannes, der einen Grund gesucht hat, nach draußen zu gehen, und keinen gefunden hat. Er setzt sich neben László, ohne zu fragen, ohne zu grüßen, und schaut auf die Straße, die jetzt dunkel und still ist. László schaut auch auf die Straße. Oben spielt das Akkordeon weiter, immer noch ein bisschen falsch, immer noch voller Überzeugung. Nach einer Weile nimmt János die Flasche, trinkt, gibt sie zurück, und das alles geschieht so selbstverständlich, als hätten sie das hundertmal so gemacht. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János schließlich, und es klingt weder wie eine Frage noch wie eine Aufmunterung, sondern wie eine Feststellung über etwas, das beide schon wissen. László nickt und sagt nichts, weil nichts gesagt werden muss. Das Akkordeon spielt, die Straßenlaterne flackert einmal kurz, und dann ist alles wieder ruhig. Es ist kein guter Abend und kein schlechter Abend, es ist einfach ein Abend. Und morgen früh um Viertel vor sechs wird László wieder an der Haltestelle stehen, der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird mit ihrer Tüte um die Ecke biegen. Er weiß das, und das Wissen stört ihn nicht, weil es in diesem Wissen auch etwas gibt, das sich wie Boden unter den Füßen anfühlt. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, wenn die Stadt noch in jenem merkwürdigen Halbschlaf liegt, der weder Nacht noch Morgen ist, steht László an der Haltestelle und wartet auf etwas, das nie pünktlich kommt. Der Fahrplankasten hinter ihm zeigt 5:52 Uhr an, eine Zeit, die seit Monaten reine Fiktion ist, aber niemand hat die Mühe auf sich genommen, den Aufkleber abzuziehen. Der Regen fällt so fein, dass er kaum sichtbar ist, aber er sammelt sich auf Schultern und Ärmeln und kühlt langsam durch den Stoff, mit der geduldigen Hartnäckigkeit von allem, was man zunächst unterschätzt. László hat keine Kapuze mehr, eine Kleinigkeit, die ihn irgendwann aufgehört hat zu stören, wie so vieles im Laufe der Jahre aufgehört hat, ihn zu stören. Er schaut die Straße entlang, nicht aus Erwartung, sondern aus Gewohnheit, mit dem leeren Blick eines Menschen, der gelernt hat, die Abwesenheit von Veränderung als einen Zustand zu akzeptieren. Die Haltestelle kennt er mit einer Vertrautheit, die über bloße Gewohnheit hinausgeht: den abgeblätterten Stadtplan, die eingeritzte Jahreszahl 1987 im Beton, den Geruch von feuchtem Zement, der jeden Morgen derselbe ist. Dann hört er Schritte, das Rascheln von Plastiktüten, und er weiß, wer das ist, noch bevor er sich umdreht, weil manche Menschen sich durch ihre Geräusche ankündigen wie Wetterlagen durch den Barometerstand. Erzsébet ist 56 Jahre alt, wohnt im Stockwerk über ihm, und sie trägt die Ereignisse der vergangenen Nacht bereits auf der Zunge, als sie die Haltestelle noch gar nicht erreicht hat. „Du kannst dir nicht vorstellen, was dieser Mann gestern noch fertiggebracht hat", sagt sie, stellt die Tüte auf den nassen Boden und schaut László mit dem Blick an, der keine Antwort erwartet, sondern ein Publikum. János, so erfährt László in den nächsten Minuten, hat entschieden, dass die Wohnzimmerlampe flackert, und diese Entscheidung auf seine Art gelöst: indem er einfach die Glühbirne herausdrehte und im Dunkeln sitzen blieb. Drei Stunden, sagt Erzsébet, drei Stunden im Dunkeln, weil keine Ersatzbirne im Haus war und weil es János' Stolz nicht erlaubt, eine Bitte auszusprechen, die er als Niederlage empfinden würde. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt sie, und in diesem Satz liegt eine jahrzehntelange Ehegeschichte zusammengefaltet wie eine Landkarte, die man nicht mehr entfalten möchte. László hört zu, nickt an den richtigen Stellen, und weiß, dass das Zuhören eine Form von Freundlichkeit ist, die nichts kostet und Erzsébet offensichtlich etwas bedeutet. Dass ihn die Geschichte von János wenig bewegt, ist kein Mangel an Mitgefühl, sondern das Ergebnis eines stillen Übereinkommens, das zwischen Nachbarn in Plattenbauten häufig entsteht: Man teilt die Wartezone, aber nicht das Leben. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, breitet sich langsam durch den Nieselregen aus wie ein dunkelgelbes Gerücht, und ist dreizehn Minuten zu spät. László findet seinen Platz am Fenster, das sich nicht schließt, und er hat sich mit diesem Spalt so abgefunden wie mit einer Wetterlage, die man nicht beeinflussen kann und die man deshalb nicht länger als Zumutung betrachtet. Die Stadt zieht draußen vorbei, die bekannte Abfolge aus Wohnblöcken, Tankstellen, geschlossenen Kiosken, ein Stadtbild, das sich im Laufe der Jahre so wenig verändert hat, dass es wirkt wie eine Kulisse, die man einmal gebaut hat und seitdem stehen lässt. Dann kommt die ausgebrannte Fabrik, und László schaut hin, wie er es jeden Morgen tut, mit einer Aufmerksamkeit, die er selbst nicht erklären könnte, als enthielte das Gebäude eine Frage, auf die er noch keine Antwort gefunden hat. Die schwarzen Fensterhöhlen der Fabrik starren zurück, gleichgültig und beständig, und dann sind sie schon vorbei, überholt von der Bewegung des Busses, der sich um keine Betrachtung schert. Hinter László streiten zwei alte Männer mit der verbissenen Energie von jemandem, der in einem Argument die letzte Form von Selbstbestätigung gefunden hat, und der Gegenstand des Streits ist, ob der Papst mit dem Fahrrad nach Budapest gereist wäre, wenn seine Demut wirklich echt wäre. László greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht die flache Flasche heraus mit der beiläufigen Selbstverständlichkeit einer Geste, die längst aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und trinkt einen Schluck, während der Bus über eine holprige Stelle fährt. Niemand dreht sich um, und das ist genau das, was László an diesem Bus schätzt: die stumme Vereinbarung, einander in Ruhe zu lassen. Die Mittagspause verbringt er auf einer Europalette in der hinteren Ecke der Lagerhalle, wo das Neonlicht flackert und die Zugluft durch eine schlecht gedichtete Ladeluke zieht. Die Wurstsemmel, die er mitgebracht hat, ist morgens noch passabel gewesen, jetzt ist sie trocken und hat die Konsistenz von etwas, das seine beste Zeit eindeutig hinter sich hat, aber er isst sie trotzdem, weil Hunger keine ästhetischen Ansprüche stellt. Tibor, sein Kollege, setzt sich neben ihn mit dem Gesichtsausdruck eines Menschen, der eine Geschichte mit sich trägt, die er teilen möchte, ob man sie hören will oder nicht. Es geht um einen Lottogewinn, aber nicht Tibors eigenen, sondern den eines Cousins dritten Grades in Kecskemét, eine Verwandtschaft so weit entfernt, dass sie biologisch kaum noch messbar ist, aber finanziell offenbar dennoch bemerkenswert. László hört zu und kalkuliert dabei still im Kopf, wie viele Monate er arbeiten müsste, um sich etwas zu leisten, das kein Bedürfnis befriedigt, sondern einen Wunsch, und er stellt fest, dass er die Zahl nicht zu Ende denken will. Er lacht kurz auf, ein Laut, der irgendwo zwischen echtem Lachen und dem Geräusch liegt, das entsteht, wenn man sich räuspert, um einer Antwort zu entgehen. Der Nachmittag löst sich auf in Kisten, Lieferscheinen, dem gleichmäßigen Brummen der Deckenlampen, und László arbeitet mit der Präzision eines Menschen, der nicht nachdenken will und deshalb jeden Handgriff sehr genau ausführt. Als er gegen Abend die Betontreppe vor dem Plattenbau hinaufkommt, bleibt er auf der zweiten Stufe einfach stehen und setzt sich hin, ohne einen besonderen Grund dafür zu haben außer dem, dass die Wohnung ihn nicht ruft. Er stellt die Flasche neben sich auf die Stufe, nicht weil er trinken will, sondern weil es sich seltsam anfühlen würde, sie in der Tasche zu lassen, wenn er selbst draußen sitzt. Irgendwo über ihm, in einem der oberen Stockwerke, spielt jemand Akkordeon, und die Melodie fällt durch das offene Fenster auf die Straße, ein bisschen schief, ein paar Halbtöne daneben, aber mit einer Überzeugung gespielt, die jede Kritik überflüssig macht. László hört zu und denkt, dass es eine unterschätzte Qualität ist, etwas falsch zu tun und dabei vollständig überzeugt zu sein, weil diese Überzeugung das Falsche in etwas anderes verwandelt. Dann tritt János aus dem Hauseingang, mit dem Schritt eines Mannes, der keinen Grund hatte, nach draußen zu gehen, aber drinnen auch keinen Grund hatte zu bleiben. Er setzt sich neben László, ohne zu fragen, ohne zu grüßen, und schaut auf die Straße mit dem leeren, gleichmäßigen Blick von jemandem, dem die Straße schon seit Jahren keine Überraschungen mehr schuldet. Oben spielt das Akkordeon weiter, immer noch nicht ganz richtig, immer noch voller Überzeugung, und die Straßenlaterne wirft ihr gelbliches Licht auf den nassen Bürgersteig. Nach einer Weile, in der beide schweigen mit der Selbstverständlichkeit von Menschen, die kein Schweigen mehr erklären müssen, nimmt János die Flasche, trinkt und gibt sie zurück, eine Geste so unkompliziert und unhöflich und vertraut zugleich, dass László lächelt, ohne es zu merken. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János, und der Satz klingt weder nach Trost noch nach Ironie, sondern nach einer nüchternen Bestandsaufnahme, die beide schon kennen und die trotzdem etwas trägt. László nickt und schaut auf die Straße, auf der sich nichts bewegt außer dem Akkordeonklang, der durch die Luft zieht wie Rauch aus einem Schornstein, gleichgültig und trotzdem da. Es ist kein Abend, an dem etwas passiert ist, und es ist kein Abend, der in der Erinnerung bleiben wird, aber während er sitzt, fühlt László etwas, das er nicht benennen würde, weil Benennen es verändern würde. Morgen früh, um Viertel vor sechs, wird er wieder hier stehen, die Straße wird leer sein, der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird mit ihrer Tüte um die Ecke biegen und sofort anfangen zu reden. Er weiß das mit einer Gewissheit, die keine Hoffnung ist und keine Resignation, sondern einfach die ruhige Kenntnis des eigenen Lebens, die man irgendwann erwirbt, wenn man aufgehört hat, dagegen zu kämpfen. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, in jener eigenartigen Zwischenstunde, in der die Nacht sich nicht verabschiedet hat und der Morgen noch keine Ansprüche stellt, steht László an der Haltestelle und übt, was er jeden Tag aufs Neue übt: das Warten ohne Erwartung. Der Fahrplankasten hinter ihm trägt eine Uhrzeit, die seit Monaten niemanden mehr täuscht, aber auch niemanden stört, weil in dieser Gegend die Differenz zwischen dem, was angeschrieben steht, und dem, was tatsächlich geschieht, längst als Normalzustand verinnerlicht worden ist. Der Regen, der in dieser Nacht begonnen hat, ist kein Regen im eigentlichen Sinne, sondern jene feinkörnige Schwebe, die sich in den Haaren niederschlägt, im Kragen sammelt und auf die Haut legt wie ein Kommentar, den man nicht angefordert hat und nicht abweisen kann. László hat keine Kapuze, seit er eine Jacke mit Kapuze irgendwo zurückgelassen hat, wann genau und wo weiß er nicht mehr, weil Dinge, die man verliert, ohne es zu bemerken, auch in der Erinnerung keinen Abdruck hinterlassen. Er schaut die Straße entlang mit jenem Blick, der nicht mehr sucht, sondern registriert, der Blick eines Menschen, der die Wiederholung so vollständig akzeptiert hat, dass Abweichung ihn überraschen würde wie ein Fehler in einer Rechnung, die er nie aufgestellt hat. Die Haltestelle selbst ist ihm in einer Weise vertraut, die über das Visuelle hinausgeht: der Geruch von nassem Beton und abgestandenem Zigarettenrauch, das leise Quietschen des Fahrplankastenrahmens im Wind, die eingeritzte Jahreszahl 1987, die jemand einmal für wichtig gehalten haben muss. Dann hört er das Geräusch, das Erzsébet immer ankündigt, bevor sie sichtbar wird: das rhythmische Schlagen schwerer Plastiktüten gegen Oberschenkel, das Knirschen ihrer Schuhe auf dem nassen Pflaster, die atemlose Vorfreude einer Frau, die eine Geschichte mit sich trägt wie eine Last, die gleichzeitig Gewicht und Erleichterung ist. Sie ist 56 Jahre alt, wohnt unmittelbar über ihm, und hat in den acht Jahren, in denen László im Plattenbau lebt, eine Verlässlichkeit bewiesen, die er insgeheim bewundert, auch wenn er das niemals aussprechen würde, weil das Aussprechen die Sache komplizierter machen würde, als sie sein muss. „Du glaubst es nicht", sagt sie, noch bevor sie ganz zum Stehen gekommen ist, und stellt die Tüte auf den Boden mit der Geste eines Menschen, der Ballast abwirft, um beide Hände für das Erzählen frei zu haben. János hat gestern Abend die Wohnzimmerlampe für defekt erklärt, auf der Grundlage eines Flackerns, das möglicherweise existiert hat und möglicherweise nicht, und hat die Glühbirne herausgedreht mit der Entschlossenheit eines Mannes, der ein Problem löst, indem er es unsichtbar macht. Drei Stunden saß er im Dunkeln, nicht weil keine Lösung denkbar gewesen wäre, sondern weil die einzig denkbare Lösung eine Bitte erfordert hätte, und Bitten ist für János eine Form der Kapitulation, die er sein Leben lang vermieden hat und die er auch jetzt, mit 58 Jahren und einem Sessel als Hauptbeschäftigung, nicht einzuüben gedenkt. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt Erzsébet, und in diesem Satz steckt keine Grausamkeit, sondern die erschöpfte Würde einer Frau, die irgendwann aufgehört hat zu erklären, was sie erklärt hat, und begonnen hat, einfach zu beobachten. László hört zu mit einer Aufmerksamkeit, die ehrlicher ist, als sie aussieht, denn Erzsébet weiß, glaube er, dass er nicht wirklich zuhört, und er weiß, dass sie das weiß, und trotzdem reden sie jeden Morgen so miteinander, weil diese kleine Inszenierung gegenseitiger Anteilnahme beiden etwas gibt, das sie nicht benennen würden. Das Zuhören hat für László eine weitere Funktion, die er sich selbst gegenüber nicht eingesteht: Solange Erzsébet redet, muss er nicht in Stille versinken, und die Stille ist das, worin die Dinge auftauchen, über die er lieber nicht nachdenkt, der Brief auf dem Küchentisch, die Flasche, die sich zu schnell leert, das Gefühl, dass die Jahre vergehen wie Busfahrten auf einer Route, die irgendwo endet, aber nirgends ankommt. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, materialisiert sich langsam aus dem Grau des Morgens wie eine Behauptung, die man nicht widerlegen kann, aber auch nicht glauben muss, und er ist vierzehn Minuten zu spät, was für diese Linie beinahe als Pünktlichkeit durchgehen könnte. László steigt ein, findet seinen angestammten Platz am Fenster, das sich nicht schließt, und empfängt den vertrauten kalten Luftzug mit der Gleichmut eines Menschen, der gelernt hat, zwischen Unbequemlichkeiten zu unterscheiden, die sich lohnen zu bekämpfen, und solchen, die man einfach trägt. Draußen zieht das Stadtbild vorbei, das er so gut kennt, dass er es mit geschlossenen Augen beschreiben könnte: die Plattenbauten, deren Fassaden die Farbe von etwas haben, das einmal Beige gewesen sein soll, die Tankstelle mit dem dauerhaft blinkenden Preisschild, der Kiosk, dessen Besitzer László noch nie bei Tageslicht gesehen hat. Dann kommt die Fabrik, und László schaut hin, wie er es jeden Morgen tut, mit jener hartnäckigen Aufmerksamkeit, die er sich selbst nicht erklären kann, als hätte das Gebäude vor Jahren etwas mit ihm vereinbart und warte nun darauf, dass er seinen Teil der Abmachung erfüllt. Die ausgebrannten Fensterhöhlen schauen zurück mit der Gleichgültigkeit von etwas, das jenseits von Verfall und Erneuerung angelangt ist, jenseits von Absicht, jenseits von allem, was László in Worte fassen könnte, und dann ist die Fabrik vorbei und der Bus fährt weiter, und der Moment löst sich auf wie alle Momente. Hinter ihm führen zwei alte Männer ein Gespräch, das längst die Form eines Streits angenommen hat, über die Frage, ob der Papst, wäre er wirklich so bescheiden, wie er behauptet zu sein, nicht längst auf dem Fahrrad nach Budapest gereist wäre, und László hört mit dem halben Ohr zu und denkt, dass theologische Fragen in Linienbussen eine Beständigkeit haben, die kathedralen Diskussionen fehlt. Er greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht die flache Flasche heraus mit einer Beiläufigkeit, die keine Heimlichkeit mehr ist, sondern die Selbstverständlichkeit einer Handlung, die so oft wiederholt wurde, dass sie jeden Charakter verloren hat und nun einfach da ist wie Atmen, und trinkt einen Schluck, während der Bus über eine Bodenwelle fährt und kurz schwankt. Niemand dreht sich um, was László nicht als Gleichgültigkeit interpretiert, sondern als die stille Solidarität von Menschen, die alle ihre eigenen Flaschen in ihren eigenen Jackentaschen tragen, metaphorisch oder anders. Die Mittagspause verbringt er auf einer Europalette in der hinteren Ecke der Lagerhalle, wo das Neonlicht eine Frequenz hat, die auf Dauer auf das Sehvermögen wirkt wie ein unaufhörlich zu leiser Ton auf die Nerven, und isst eine Wurstsemmel, die am Morgen noch als Frühstück durchgegangen wäre und jetzt eher als archäologischer Fund zu klassifizieren ist. Tibor, sein Kollege, setzt sich neben ihn mit der unaufhaltsamen Energie eines Menschen, dem eine Geschichte auf der Zunge brennt, und berichtet von einem Lottogewinn, der geografisch und genealogisch so weit von Tibor selbst entfernt ist, dass die Relevanz dieser Nachricht fast philosophischer Natur ist. László hört zu und vollzieht dabei still im Kopf eine Kalkulation, die er nicht zu Ende führen will, weil das Ende dieser Rechnung eine Zahl wäre, die er kennt und die er dennoch lieber nicht anschaut, so wie man bestimmte Spiegel in Wohnungen meidet, weil man weiß, was sie zeigen. Er lacht kurz auf, ein Laut, der zu komprimiert ist, um wirkliches Lachen zu sein, und Tibor schaut ihn an mit jenem Blick, den Menschen verwenden, wenn sie spüren, dass sie etwas nicht verstanden haben, aber nicht fragen wollen, weil die Antwort sie vielleicht mehr angeht, als ihnen lieb wäre. Der Nachmittag verfließt in der Mechanik der Arbeit, die László nicht schätzt, aber auch nicht verachtet, weil Arbeit, die man verachtet, einen aufreibt, während Arbeit, der man gleichgültig gegenübersteht, einen einfach durchlässt wie Wasser einen Kanal, ohne Spuren zu hinterlassen. Als er am Abend die Betontreppe des Plattenbaus erreicht, bleibt er auf der zweiten Stufe stehen, setzt sich hin, ohne nachzudenken, und stellt die Flasche neben sich auf den Stein, nicht aus Bedürfnis, sondern aus einer Art stiller Geselligkeit mit sich selbst, die er sich in acht Jahren Plattenbauleben angeeignet hat. Irgendwo im Gebäude, er kann nicht sagen, in welchem Stockwerk, spielt jemand Akkordeon, und die Töne fallen durch das offene Fenster auf die Straße wie Worte aus einem Gespräch, das man nicht versteht, aber dessen Stimmung man trotzdem erfasst. Die Melodie ist nicht ganz sauber, ein paar Töne verfehlen ihr Ziel um einen Halbton, aber der Spieler hört nicht auf und macht keine Pausen zum Zweifeln, und László denkt, dass diese Art von Überzeugung, die keine Rücksicht auf Perfektion nimmt, vielleicht die einzige Überzeugung ist, die im Alltag wirklich hält. János tritt aus dem Hauseingang mit dem unmotivierten Schritt eines Mannes, dem der Abend weder drinnen noch draußen etwas schuldet und der sich deshalb für das Draußen entschieden hat, weil es dort wenigstens nicht flackert. Er setzt sich neben László, ohne Ankündigung, ohne Begrüßung, mit der selbstverständlichen Grenzüberschreitung von jemandem, dem Förmlichkeit zwischen Nachbarn schon seit Jahren überflüssig erscheint, und beide schauen auf die Straße, auf der der Abend sich ausbreitet wie ein Gedanke, über den man lieber nicht zu Ende nachdenkt. Das Schweigen zwischen ihnen ist nicht leer, es ist gefüllt mit allem, was weder gesagt werden muss noch gesagt werden sollte, mit der gemeinsamen Kenntnis dieser Treppe, dieses Gebäudes, dieser Straße, dieses Lebens, das keiner von beiden gewählt hat und das beide trotzdem führen mit einer Beharrlichkeit, die man für Resignation halten könnte, wenn man nicht genau hinsähe. Nach einer Weile, die keine bestimmte Länge hat, weil keiner von beiden auf die Uhr schaut, nimmt János die Flasche, trinkt, gibt sie zurück, und diese Geste ist so unkompliziert und so vollständig frei von Kommentar, dass sie das Reinste ist, was an diesem Abend geschieht. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János, und der Satz klingt in seinem Mund nicht nach Vertröstung und nicht nach Ironie, sondern nach dem, was er ist: eine schlichte Feststellung über die Struktur der Zeit, die beide kennen und die, ausgesprochen, dennoch etwas ändert, weil Sprache das tut, auch wenn sie nichts Neues sagt. László nickt, und das Akkordeon spielt weiter, immer noch nicht ganz richtig, und die Straßenlaterne taucht den nassen Bürgersteig in sein gelbliches Licht, und irgendwo in der Ferne fährt ein Bus, der pünktlich ist oder nicht, weil es jetzt keine Rolle mehr spielt. Es ist ein Abend wie dieser Abend, nicht mehr und nicht weniger, und während László auf der Betonstufe sitzt und dem falschen Akkordeon lauscht, spürt er etwas, das er sorgfältig unbenennt lässt, weil er weiß, dass manche Dinge aufhören zu existieren, sobald man ihnen einen Namen gibt. Morgen früh um Viertel vor sechs wird er wieder hier stehen, im Nieselregen, ohne Kapuze, und der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird um die Ecke biegen und anfangen zu reden. Er wird dann zuhören, und das alles wird genau so sein wie heute, und trotzdem wird es nicht dasselbe sein, weil man in denselben Fluss nicht zweimal steigt, auch wenn der Fluss das nicht weiß und es ihm gleichgültig wäre. == 80 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Márta steckt den Schlüssel ins Schloss. Die Tür geht auf. Im Flur ist es still. An der Garderobe hängen sieben Kleiderbügel. Sie sind alle leer. Gábor tritt hinter ihr ein. Er sagt nichts. Er bleibt stehen und schaut sich um. Das Telefon steht noch auf dem Sekretär. Es klingelt nicht. Márta atmet einmal tief durch. Sie kennt diese Wohnung seit dreißig Jahren. Aber heute fühlt sie sich fremd an. Gábor geht in die Küche. Márta folgt ihm. Sie öffnen die Schublade unter dem Herd. Die Schublade klemmt, wie immer. Gábor zieht fester. Endlich geht sie auf. Darin liegen drei Packungen Paprika. Das Verfallsdatum ist schon lange vorbei. Gábor nimmt ein Glas heraus. Auf dem Etikett steht in der Handschrift der Mutter: „Gurken 2011". Márta sagt: „Das ist noch gut." Gábor schaut sie an. Er fragt: „Bist du verrückt?" Márta zuckt mit den Schultern. Sie schweigen eine Weile. Dann öffnet Gábor das Glas. Sie essen die Gurken auf. Sie schmecken nach fast nichts. Aber sie essen trotzdem alles. Im Schlafzimmer ist das Bett schon weg. Auf dem Boden liegt ein Karton. Márta kniet sich hin und öffnet ihn. Darin sind alte Briefe. Sie sind in einem Band zusammengebunden. Márta nimmt einen heraus. Sie liest laut vor: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt: „Wer ist Béla?" Márta weiß es nicht. Niemand weiß es. Der Vater war nie dabei gewesen. Gábor zündet sich eine Zigarette an. Er raucht sie im Zimmer, obwohl das nicht erlaubt ist. Márta sagt nichts dazu. Am letzten Abend sind die Möbel alle weg. Die Wohnung ist leer. Auf dem Parkett liegen noch helle Flecken. Dort hingen früher die Bilder. Dreißig Jahre lang. Márta setzt sich auf den Boden. Gábor setzt sich neben sie. Sie trinken Tee aus zwei verschiedenen Tassen. Die Tassen passen nicht zusammen. Das war schon immer so. Gábor sagt: „Eigentlich war sie nie glücklich." Márta denkt kurz nach. Dann sagt sie: „Doch. Aber nicht hier." Gábor nickt langsam. Er sagt nichts mehr. Sie schließen die Tür ab. Sie gehen die Treppe hinunter. Im Hof blüht die Linde. Es riecht gut. Am Kiosk kaufen sie ein Bier. Sie teilen es sich. Keiner spricht mehr über die Mutter. Sie müssen es auch nicht. Sie gehen gemeinsam die Straße entlang. Das ist kein Abschied. Es ist ein Weitergehen. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Márta steckt den Schlüssel ins Schloss und drückt die Tür auf. Im Flur riecht es nach altem Teppich und nach etwas, das sie nicht benennen kann. An der Garderobe hängen sieben Kleiderbügel, aber keine einzige Jacke. Gábor kommt hinter ihr herein und stellt seine Tasche ab. Er schaut sich um, als ob er die Wohnung zum ersten Mal sieht. Das Telefon steht noch auf dem kleinen Sekretär neben der Tür. Es ist angeschlossen, aber es klingelt nicht. Márta legt ihre Hand kurz auf den Hörer und nimmt sie dann wieder weg. In der Küche klemmt die Schublade, wie sie immer geklemmt hat. Gábor zieht zweimal, dann gibt sie nach. Dahinter liegen drei Packungen Paprika, alle abgelaufen, und ganz hinten steht ein Glas mit Gurken. Auf dem Etikett steht in der Handschrift der Mutter das Wort „Gurken" und die Jahreszahl 2011. Márta sagt, das Glas sei sicher noch gut. Gábor fragt sie, ob sie das ernst meint. Sie zuckt mit den Schultern und sagt nichts weiter. Nach einer kurzen Pause öffnet Gábor das Glas, und sie essen die Gurken mit den Fingern. Die Gurken schmecken nach fast nichts, aber sie essen das ganze Glas leer. Das Bett im Schlafzimmer ist schon abgeholt worden, und der Raum wirkt dadurch viel größer. Unter dem Fenster steht ein alter Karton, den Márta noch nicht gesehen hat. Sie öffnet ihn und findet darin ein Bündel Briefe, die mit einem roten Band zusammengebunden sind. Sie nimmt den obersten Brief heraus und liest einen Satz laut vor: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla war. Márta weiß es nicht, und auch Gábor weiß es nicht. Der Vater ihrer Mutter hatte nie eine Rolle in ihrem Leben gespielt. Gábor zündet sich eine Zigarette an und raucht sie mitten im Zimmer. Márta sieht es, aber sie sagt nichts dazu. Am Abend sind alle Möbel weg, und die Wände haben helle Flecken, wo die Bilder früher hingen. Márta setzt sich auf das nackte Parkett, und Gábor setzt sich neben sie. Sie haben noch zwei Tassen gefunden, die nicht zusammenpassen, und machen dünnen Tee. Der Tee ist nicht heiß genug, aber das stört sie nicht. Gábor sagt nach einer Weile, dass ihre Mutter eigentlich nie wirklich glücklich gewesen sei. Márta denkt kurz darüber nach, bevor sie antwortet. Sie sagt, die Mutter sei schon glücklich gewesen, aber eben nicht hier. Gábor nickt, trinkt seinen Tee und schaut auf die leere Wand. Sie stehen auf, schalten das Licht aus und schließen die Wohnung ab. Die Treppe knarrt auf der dritten Stufe, wie sie es immer getan hat. Im Hof blüht die Linde, und der Duft ist stärker als erwartet. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier und teilen sie sich auf der Straße. Keiner von beiden sagt etwas über die Mutter, und das ist auch gut so. Sie gehen nebeneinander die Straße entlang, ohne zu wissen, wohin genau. Das hier ist kein Abschied von der Mutter. Es ist der Anfang vom Weitergehen. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss steckt, fällt ihr auf, dass noch das alte Etikett des Schlüsseldienstes daran hängt, mit einer Telefonnummer, die es längst nicht mehr gibt. Die Tür öffnet sich schwerer als früher, oder vielleicht bildet sie sich das nur ein. Im Flur hängt die Garderobe mit sieben leeren Kleiderbügeln, und Márta fragt sich kurz, warum ihre Mutter überhaupt sieben Kleiderbügel gebraucht hatte. Gábor kommt hinter ihr herein, stellt seine Reisetasche auf den Boden und schaut sich um, ohne etwas zu sagen. Er ist seit zehn Jahren nicht mehr hier gewesen, und Márta sieht ihm an, dass er die Wohnung kleiner in Erinnerung hatte. Das Telefon auf dem Sekretär ist noch angeschlossen, und für einen Moment erwartet Márta, dass es klingelt. Es klingelt nicht. In der Küche öffnen sie zuerst die Vorratsschublade unter dem Herd, weil man irgendwo anfangen muss. Die Schublade klemmt, wie sie seit zwanzig Jahren klemmt, und Gábor flucht leise, bevor er fester zieht. Hinter abgelaufenen Gewürzpackungen und einem angebrochenen Päckchen Zucker findet er ein Einmachglas, auf dessen Etikett die Mutter in ihrer kleinen, gleichmäßigen Handschrift „Gurken – August 2011" geschrieben hat. Márta sagt, das Glas könne noch gut sein, und Gábor fragt sie, ob sie im Ernst rede. Sie antwortet nicht direkt, nimmt das Glas aus seiner Hand und dreht den Deckel auf. Die Gurken riechen nach Essig und nach einer Küche, die es so nicht mehr gibt. Sie schmecken nach wenig, aber sie essen das Glas gemeinsam leer, stehend, ohne Teller, weil der Rest schon eingepackt ist. Das Schlafzimmer wirkt größer, seit das Bett abgeholt wurde, und die Stille dort ist eine andere als im Rest der Wohnung. Unter dem Fensterbrett entdeckt Márta einen Karton, den sie beim ersten Durchgang übersehen hat, und als sie ihn öffnet, findet sie ein Bündel Briefe, die mit einem roten Band zusammengebunden sind. Die Handschrift auf den Umschlägen gehört nicht ihrer Mutter. Márta zieht den obersten Brief heraus und liest einen einzigen Satz vor, weil mehr braucht es nicht: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta schüttelt den Kopf, weil sie keine Antwort hat. Ihr Vater war immer eine Randnotiz im Leben ihrer Mutter geblieben, jemand, über den man nicht sprach und den man auch nicht vermisste. Gábor zieht sein Feuerzeug heraus und zündet sich eine Zigarette an, mitten im Zimmer, obwohl sie beide wissen, dass man hier drinnen nicht rauchen darf. Márta sieht es und sagt nichts. Am letzten Abend, nachdem der Möbelwagen längst weg ist, sitzen sie auf dem nackten Parkett und trinken dünnen Tee aus zwei Tassen, die nie zusammengepasst haben und die deshalb wohl als einzige übrig geblieben sind. Die Wände sind voll von hellen Rechtecken, an den Stellen, wo dreißig Jahre lang Bilder gehangen haben. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei eigentlich nie wirklich glücklich gewesen, und er sagt es so, als hätte er diesen Satz lange mit sich getragen. Márta antwortet erst nach einer Weile, weil sie die Frage nicht so einfach findet, wie er sie stellt. Sie sagt, ihre Mutter sei glücklich gewesen, nur eben nicht in dieser Wohnung, nicht in dieser Stadt, und vielleicht auch nicht in diesem Leben, das aus lauter kleinen Kompromissen bestanden hatte. Gábor nickt und trinkt seinen Tee, und keiner von beiden sagt danach noch etwas. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür ab und gehen die Treppe hinunter, die auf der dritten Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat. Im Hof blüht die Linde, und der Geruch trifft Márta unvermittelt, weil er nach Sommer und nach Kindheit riecht und nach allem, was man nicht festhalten kann. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier, teilen sie sich auf der Straße und reden über nichts Besonderes. Irgendwann gehen sie los, nebeneinander, ohne einen festen Plan. Es gibt keinen richtigen Abschied, keinen Moment, an dem man sagen könnte, dass es jetzt vorbei ist. Man geht einfach weiter, und das ist alles, was es dazu zu sagen gibt. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss steckt und die Tür mit der ihr vertrauten Gegenbewegung aufdrückt, fällt ihr auf, dass sie diese Handgriffe seit drei Jahren jede Woche vollzogen hat, ohne je darüber nachzudenken, und dass sie es jetzt zum letzten Mal tut. Im Flur empfängt sie der Geruch, den sie nie beschreiben konnte und für den es wahrscheinlich kein Wort gibt: etwas zwischen altem Teppich, Lavendelsäckchen und der spezifischen Stille von Räumen, in denen sich lange Zeit dasselbe Leben abgespielt hat. An der Garderobe hängen sieben gleichförmige Plastikbügel, obwohl ihre Mutter, soweit Márta sich erinnern kann, nicht mehr als drei Jacken besessen hatte. Gábor tritt hinter ihr ein, stellt seine Tasche auf den Boden mit einer Behutsamkeit, die nicht zu ihm passt, und schaut sich um, als müsse er die Wohnung erst mit dem Bild in Einklang bringen, das er zehn Jahre lang in Berlin mit sich getragen hat. Das Telefon auf dem Sekretär ist noch angeschlossen, und Márta bemerkt, dass der Hörer exakt so liegt, wie ihre Mutter ihn immer hingelegt hatte: leicht schräg, mit dem Kabel nach links. Es klingelt nicht, und trotzdem wartet Márta einen Moment, bevor sie weitermacht. Die Küche hat die Eigenheit, dass die Schublade unter dem Herd sich nur mit einem bestimmten Ruck öffnen lässt, den man kennen muss, und Gábor, der ihn nicht kennt, zieht zweimal zu gerade, bevor Márta wortlos eingreift und die Schublade aufzieht. Dahinter türmen sich abgelaufene Gewürzpäckchen, eine angebrochene Packung Instantkaffee aus dem Jahr, in dem Márta ihren ersten festen Job angefangen hatte. Ganz hinten, hinter allem, steht ein Einmachglas, auf dessen handgeschriebenem Etikett in der kleinen, sorgfältigen Schrift ihrer Mutter zu lesen ist: „Gurken – August 2011". Márta sagt, es sei möglicherweise noch gut, und Gábor dreht sich zu ihr um und schaut sie so an, wie er sie anschaut, wenn er nicht streiten will, aber auch nicht zustimmen kann. Ohne weitere Diskussion nimmt sie ihm das Glas aus der Hand, dreht den Deckel auf – der Sog macht das vertraute Geräusch – und riecht kurz hinein, nicht weil sie es wissen muss, sondern weil sie Zeit braucht. Die Gurken schmecken nach gedämpftem Essig und nach einer Köchin, die nicht mehr kocht, und sie essen das ganze Glas stehend auf, ohne Teller, weil die Teller schon eingepackt sind und weil es so irgendwie richtiger wirkt. Das Schlafzimmer hat sich verändert, seit das Bett abgeholt wurde. Nicht nur der Raum ist größer geworden, sondern auch die Stille hat eine andere Qualität angenommen, als hätte das Bett die ganzen Jahre einen bestimmten Klang geschluckt, der jetzt nirgends mehr hingehört. Márta entdeckt den Karton unter dem Fensterbrett erst beim zweiten Durchgang, und als sie ihn öffnet, findet sie darin ein Bündel Briefe. Diese Briefe hatte jemand mit einem ausgeblichenen roten Band zusammengebunden hat, das sich beim Aufknoten als fragiler erweist, als es aussieht. Die Handschrift auf den Umschlägen ist nicht die ihrer Mutter, sondern eine fremde, leicht nach links geneigte, die Márta noch nie gesehen hat. Sie zieht den obersten Brief aus dem Umschlag und liest nicht mehr als einen Satz vor, weil dieser eine Satz ausreicht: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta legt den Brief zurück, weil es auf diese Frage keine Antwort gibt, die sich an einem Nachmittag wie diesem noch aufspüren ließe. Ihr Vater war immer eine Auslassung gewesen, eine Stelle im Familiennarrativ, über die man hinweglas, weil das Drumherum verständlich genug war. Vielleicht gehörte Béla zu denselben verschwiegenen Schichten der Biografie ihrer Mutter. Gábor zieht sein Feuerzeug heraus und raucht eine Zigarette mitten im Zimmer. Márta, die das sieht, entscheidet sich dagegen, etwas zu sagen, weil manche Verbote mit dem Menschen enden, der sie aufgestellt hat. Am Abend, nachdem der letzte Möbeltransport abgefahren ist und die Wohnung nur noch aus Wänden, Licht und dem Geruch nach Vergangenheit besteht, setzen sie sich auf das nackte Parkett und trinken Tee aus zwei Tassen, die nie ein Paar gewesen waren und die deshalb wohl als einzige den Auswahlprozess überlebt hatten. Die Wände zeigen die Geschichte des Raumes in Negativform: helle Rechtecke dort, wo dreißig Jahre lang Bilder gehangen hatten, und man kann die einstige Ordnung der Einrichtung aus diesen Umrissen herauslesen wie eine Schrift, die aufgehört hat, etwas bedeuten zu wollen. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei im Grunde nie wirklich glücklich gewesen, und er sagt es nicht als Vorwurf, sondern mit der sachlichen Traurigkeit von jemandem, der eine Diagnose ausspricht, für die er selbst lange kein Wort hatte. Márta dreht die Tasse in den Händen, bevor sie antwortet, weil sie das, was sie denkt, nicht unüberlegt sagen will: dass Glück kein Zustand ist, in dem man jemanden vorfindet, sondern etwas, das in bestimmten Momenten auftaucht und dann wieder verschwindet, und dass ihre Mutter solche Momente gehabt hat, nur eben nicht hier, nicht in diesen Zimmern, nicht in dem Leben, das diese Wohnung umrissen hatte wie ein zu kleiner Rahmen um ein zu großes Bild. Gábor hört zu und nickt, und dann sagt keiner der beiden mehr etwas, und das ist keine Verlegenheit, sondern die ruhige Form von Einverständnis, zu der Geschwister manchmal erst nach dem Tod ihrer Eltern finden. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür mit einem Geräusch ab, das endgültiger klingt als die tausend Male zuvor, und gehen die Treppe hinunter, auf der die dritte Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat und wie sie es weiter tun wird, wenn hier längst jemand anderes wohnt. Im Hof blüht die Linde in einem Stadium, das man bei Tage wahrscheinlich nicht so unmittelbar wahrnehmen würde, und Márta bleibt einen Moment stehen, nicht um sich zu verabschieden, sondern weil der Geruch sie überrumpelt hat. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier, teilen sie sich auf dem Gehweg und reden über etwas Unerhebliches, dessen Inhalt keiner von beiden später noch wird benennen können. Dann gehen sie los, in eine Richtung, die keiner von beiden ausdrücklich gewählt hat, und Márta merkt, dass das Gefühl, das sie erwartet hatte – das schwere, endgültige, das einen zu Boden drückt – ausgeblieben ist und dass an seiner Stelle etwas steht, das sich nicht so unähnlich anfühlt wie Weitermachen. Es gibt keinen Moment, an dem der Abschied vollständig ist, keine Schwelle, nach deren Überschreiten man sagen könnte, dass es jetzt vorbei ist; man geht einfach irgendwann, und das Gehen selbst ist das Einzige, was man tun kann. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss führt und die Tür mit dem ihr seit Jahrzehnten vertrauten, leicht widerstrebenden Nachgeben aufdrückt, überkommt sie der absurde Gedanke, dass sie diese Bewegung in den letzten drei Jahren so oft vollzogen hat, dass ihre Muskeln sie kennen, auch wenn der Kopf gerade nicht dabei ist. Sie tut es nun trotzdem zum letzten Mal, mit einem Bewusstsein, das sich anfühlt wie ein zu hell eingestelltes Licht. Im Flur empfängt sie ein Geruch, dem sie noch nie einen Namen gegeben hat und dem sie jetzt, da er zum letzten Mal auf sie trifft, vergeblich nach Sprache sucht. Es ist etwas, das aus dem Übereinanderlegen von Jahrzehnten besteht, aus Lavendel und altem Stoff und der spezifischen Wärme von Räumen, in denen ein Mensch lange gelebt hat, ohne dass dieser Mensch noch da wäre. Die sieben Kleiderbügel an der Garderobe hängen in gleichförmigen Abständen, als hätte die Mutter sie absichtlich so geordnet hinterlassen. Márta weiß genau, dass ihre Mutter nie mehr als drei Jacken besessen hatte und die Bügel deshalb schon seit Jahren leer gewesen sein müssen, ohne dass irgendjemand sie entfernt hätte. Gábor tritt hinter ihr ein und stellt seine Tasche mit einer Behutsamkeit ab, die ihn verrät. Er, der seit zehn Jahren in Berlin lebt, als hätte er diese Stadt abgestreift wie ein zu enges Kleidungsstück, hat die Wohnung kleiner in Erinnerung gehabt, und die Wirklichkeit, die ihm jetzt entgegensteht, erfordert offenbar einen Moment der stillen Neukalibrierung. Das Telefon auf dem Sekretär liegt noch in seiner angestammten Schräglage, das Kabel nach links gedreht, der Hörer genau so, wie die Mutter ihn abgelegt hatte. Márta legt ihre Hand einen Augenblick darauf, weil sie nicht weiß, was sie sonst mit ihr anfangen soll. Es klingelt nicht. Und doch wartet sie. Die Schublade unter dem Herd hat seit zwanzig Jahren eine eigene Logik: Man muss sie leicht anheben, während man zieht, und wer das nicht weiß, zieht zweimal umsonst, so wie Gábor es jetzt tut. Dann greift Márta wortlos ein und zieht die Schublade mit dem richtigen Handgriff auf, als ob sie damit unwillkürlich unter Beweis stellte, was sie nie als Privileg empfunden hatte – dass sie die war, die geblieben ist und deshalb weiß, wie die Dinge hier funktionieren. Was die Schublade preisgibt, ist ein archäologischer Querschnitt durch die Vorratshaltung einer Frau, die nie wegwarf, was noch brauchbar sein könnte. Darin liegen abgelaufener Paprika in drei Varianten, eine angebrochene Packung Instantkaffee aus dem Jahr, in dem Márta ihre erste Stelle angetreten hatte, und ganz hinten, hinter allem, ein Einmachglas, dessen handgeschriebenes Etikett in der kleinen, präzisen Schrift der Mutter die Aufschrift trägt: „Gurken – August 2011". Márta sagt, es sei möglicherweise noch gut, nicht weil sie das wirklich glaubt. Sie sagt es, weil sie die Alternative – das Wegwerfen, das Entscheiden, dass die Arbeit ihrer Mutter nicht mehr zählt – in diesem Moment nicht erträgt. Gábor dreht sich zu ihr um mit dem Gesichtsausdruck, den er aufsetzt, wenn er nicht streiten will, aber auch nicht der Meinung ist, dass man einer solchen Position ernsthaft zustimmen könnte. Dann nimmt Márta das Glas, dreht den Deckel auf – der vertraute Sog, das kleine Geräusch des nachgebenden Vakuums –, riecht hinein und hält dem Glas länger als nötig die Nase hin, weil es Zeit kostet, das Richtige zu fühlen. Die Gurken schmecken nach Essig und nach etwas, das sich dem Schmecken entzieht. Sie essen das ganze Glas stehend leer, ohne Teller, mit den Fingern, und keiner sagt etwas über den Geschmack, weil es nicht um den Geschmack geht. Das Schlafzimmer hat sich durch das Fehlen des Bettes in einen Raum verwandelt, der sich selbst nicht mehr kennt. Die Proportionen stimmen nicht mehr, die Stille hat eine andere Beschaffenheit angenommen, und die Helligkeit, die durch das unverdeckte Fenster fällt, liegt auf einem Fußboden, der seit Jahrzehnten nicht im Licht gestanden hatte. Den Karton unter dem Fensterbrett hatte Márta beim ersten Durchgang übersehen. Als sie ihn jetzt öffnet, findet sie darin ein Bündel Briefe, deren ausgeblichenes rotes Band beim Aufknoten auseinanderfällt, als hätte es nur auf diesen einen letzten Anlass gewartet, um sich aufzulösen. Die Handschrift auf den Umschlägen ist eine fremde, leicht linksgeneigte, mit einem eigentümlichen Schwung bei den Großbuchstaben. Márta sucht in ihr vergeblich nach etwas Vertrautem, das ihr helfen könnte, einzuordnen, woher diese Briefe stammen und an welchem Punkt ihrer Mutter Leben sie hineingehört haben. Sie liest laut vor, nicht den ganzen Brief, sondern nur den ersten Satz. Der erste Satz enthält schon alles: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta legt den Brief zurück mit der Sorgfalt, mit der man Dinge behandelt, die man nicht versteht und deshalb nicht beschädigen will. Es gibt auf diese Frage keine Antwort, die sich an einem Nachmittag wie diesem noch herbeischaffen ließe und die nicht durch das bloße Suchen verfälscht würde. Ihr Vater war immer eine Stelle im Familiengefüge gewesen, über die man hinging wie über eine morsche Diele – nicht weil man sie nicht bemerkte, sondern weil man sich daran gewöhnt hatte, ihr auszuweichen. Vielleicht gehörte Béla zur selben Schicht des verschwiegenen Lebens, das ihre Mutter unter dem sichtbaren gelebt hatte. Gábor zündet sich eine Zigarette an und raucht sie mitten im Zimmer. Márta sieht es und entscheidet sich nicht dagegen einzuschreiten, weil sie spürt, dass manche Verbote mit dem Menschen enden, der sie formuliert hat, und dass es keine Pietät ist, sie über diesen Menschen hinaus aufrechtzuerhalten. Am Abend, nachdem der Möbelwagen längst abgefahren ist und die Wohnung nichts mehr enthält als Wände, Luft, Licht und den Geruch nach einem Leben, das noch nicht ganz verflüchtigt ist, setzen sie sich auf das nackte Parkett. Sie trinken Tee aus zwei Tassen, die nicht zusammengehören und die aus genau diesem Grund als einzige den Auswahlprozess überlebt haben – weil sie zu uneinheitlich waren, um in irgendjemandes Haushalt einen sinnvollen Platz einzunehmen, außer in diesem hier. Die Wände erzählen in Negativform die Geschichte dessen, was einmal hier hing. Helle Rechtecke unterschiedlicher Größe liegen an Stellen, wo dreißig Jahre lang Bilder dem Licht entzogen hatten, was darunter lag, und Márta liest in diesen Umrissen wie in einer Karte einer Wohnung, die nicht mehr existiert und trotzdem noch vollständig da ist. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei eigentlich nie wirklich glücklich gewesen. Er sagt es in dem Ton, in dem man eine Erkenntnis ausspricht, die man lange mit sich getragen hat, ohne ihr den richtigen Ort zu finden, und die man jetzt hier ablegt, weil dieser Raum der einzige ist, der sie aufnehmen kann. Márta dreht die Tasse zwischen den Händen und denkt nach, nicht weil die Antwort schwierig wäre, sondern weil die Frage ungenau ist und sie ihr nicht die falsche Antwort geben will. Glück, sagt sie schließlich, sei kein Zustand, in dem man jemanden vorfindet oder nicht vorfindet, sondern etwas, das in bestimmten Momenten auftaucht, ungebeten und flüchtig, und ihre Mutter habe solche Momente gehabt, nur eben nicht hier, nicht in diesen Zimmern, nicht in dem Leben, das diese Wohnung wie ein zu kleiner Rahmen um ein zu großes Bild umfasst hatte. Gábor hört zu und nickt, und danach sagen beide nichts mehr, nicht aus Verlegenheit. Sie sind an einem Punkt angelangt, an dem Geschwister manchmal erst nach dem Tod ihrer Eltern ankommen: der ruhigen, fast schwerelosen Form von Einverständnis, die keine Worte braucht und die vielleicht die einzige Art von Versöhnung ist, die das Leben wirklich anbietet. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür ab – das Geräusch des einschnappenden Schlosses klingt dieses Mal anders, endgültiger, obwohl es dasselbe Schloss ist und dieselbe Mechanik. Dann gehen sie die Treppe hinunter, auf der die dritte Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat und wie sie es weiterhin tun wird, wenn hier längst ein anderes Leben stattfindet und von dieser hier keine Spur mehr zu finden ist. Im Hof steht die Linde in voller Blüte, und der Geruch trifft Márta mit einer Unvermitteltheit, die sich nicht ankündigt. Er riecht nach Sommer und nach Kindheit und nach allem, was man nicht festhalten kann, weil es zur Bedingung seiner Wirkung gehört, dass es einem entgleitet. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier und teilen sie sich auf dem Gehweg. Das Gespräch, das sie dabei führen, handelt von nichts Besonderem – von irgendetwas, das keiner von beiden später benennen können wird, und das vielleicht gerade deshalb das Richtige ist. Dann gehen sie los, nebeneinander, in eine Richtung, die keiner von beiden ausdrücklich gewählt hat. Márta bemerkt, dass das Gefühl, auf das sie sich insgeheim vorbereitet hatte – das schwere, abschließende, das einen auf den Boden drückt und festhält –, nicht gekommen ist und dass an seiner Stelle etwas steht, das sich, wenn man ehrlich ist, nicht so sehr vom Weitermachen unterscheidet wie vom Anfangen. Es gibt keine Schwelle, nach deren Überschreiten man sagen könnte, dass der Abschied vollzogen ist. Man geht, und das Gehen ist nicht das Ende von etwas, sondern der einzige Aggregatzustand, in dem das Leben sich fortsetzt – leise, unspektakulär und ohne Anlass zur Klage. l41wqw0hrv17q12lko4di40egf7ma8q 1085346 1085344 2026-05-10T14:01:20Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 /* 77 - hashed */ 1085346 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 4 b - ungarisch deutsch == 71 == 1 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül. - Anders sitzt am Küchentisch. :2. A csésze előtte hideg. - Die Tasse vor ihm ist kalt. :3. Nem iszik. - Er trinkt nicht. :4. Csak ül ott. - Er sitzt nur da. :5. Odakint esik az eső. - Draußen regnet es. :6. Az eső oldalról jön. - Der Regen kommt von der Seite. :7. Az ablak régi és vékony. - Das Fenster ist alt und dünn. :8. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :9. A víz egy vödörbe hullik. - Das Wasser fällt in einen Eimer. :10. Plink. - Plink. :11. Plink. - Plink. :12. Plink. - Plink. :13. Anders hallgatja. - Anders hört zu. :14. Nem számolja a cseppeket. - Er zählt die Tropfen nicht. :15. Egyszerűen csak hallgatja. - Er hört einfach zu. :16. A ház régen templom volt. - Das Haus war früher eine Kirche. :17. Egy kis fatemplom a fjordnál. - Eine kleine Holzkirche am Fjord. :18. Anders két éve örökölte. - Anders hat sie vor zwei Jahren geerbt. :19. A tető nem jó. - Das Dach ist nicht gut. :20. Amikor esik, bejön a víz. - Wenn es regnet, kommt Wasser rein. :21. A vödör mindig ugyanazon a helyen áll. - Der Eimer steht immer an derselben Stelle. :22. A keresztelőkút most mosogató. - Das Taufbecken ist jetzt ein Spülbecken. :23. Anders ezt normálisnak találja. - Anders findet das normal. :24. Csónakmotorokat javít. - Er repariert Bootsmotoren. :25. A szomszédok elhozzák a csónakjaikat. - Die Nachbarn bringen ihre Boote. :26. Néha kávéval fizetnek. - Manchmal bezahlen sie mit Kaffee. :27. Néha nem mondanak semmit. - Manchmal sagen sie nichts. :28. Az is jó. - Das ist auch gut. :29. Az ajtó kinyílik. - Die Tür geht auf. :30. Lars bejön. - Lars kommt herein. :31. Nem kopog. - Er klopft nicht. :32. Ezt soha nem teszi. - Das macht er nie. :33. Lars 68 éves. - Lars ist 68 Jahre alt. :34. Ő az egyetlen szomszéd. - Er ist der einzige Nachbar. :35. Leül a régi padra. - Er setzt sich auf die alte Bank. :36. Egy csomag dohányt tesz az asztalra. - Er legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch. :37. Nem mondanak semmit. - Sie sagen nichts. :38. Az óra ketyeg. - Die Uhr tickt. :39. Az eső veri az ablakot. - Der Regen schlägt gegen das Fenster. :40. Egy idő után Lars megszólal. - Nach einer Weile spricht Lars. :41. „Björn kuttere megint működik.” - „Der Kutter von Björn läuft wieder.” :42. Anders bólint. - Anders nickt. :43. Ez elég. - Das ist genug. :44. Lars feláll. - Lars steht auf. :45. Az ajtóhoz megy. - Er geht zur Tür. :46. Az ajtó becsapódik. - Die Tür fällt zu. :47. A dohány még az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :48. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte. :49. Ma érkezett a komppal. - Sie ist heute mit der Fähre gekommen. :50. A kép Oslo kikötőjét mutatja. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. :51. A színek túl világosak októberhez. - Die Farben sind zu hell für den Oktober. :52. Anders megfordítja a lapot. - Anders dreht die Karte um. :53. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba.” - Er liest: „Komm nach Oslo.” :54. Ez minden. - Das ist alles. :55. Aláírás: Mette. - Unterschrieben: Mette. :56. Még egyszer elolvassa a mondatot. - Er liest den Satz noch einmal. :57. És még egyszer. - Und noch einmal. :58. Aztán visszateszi a lapot. - Dann legt er die Karte zurück. :59. Az elülső oldala lefelé néz. - Die Vorderseite zeigt nach unten. :60. Odakint elhalad a komp. - Draußen fährt die Fähre vorbei. :61. A motorzaj rövid ideig hallatszik. - Das Motorgeräusch ist kurz zu hören. :62. Aztán megint csend van. - Dann ist es wieder still. :63. Anders az ablaknál marad állva. - Anders bleibt am Fenster stehen. :64. A fjordra néz. - Er schaut auf den Fjord. :65. A víz szürke. - Das Wasser ist grau. :66. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :67. Minden szürke. - Alles ist grau. :68. Négy órakor besötétedik. - Um vier Uhr wird es dunkel. :69. Anders meggyújt egy gyertyát. - Anders zündet eine Kerze an. :70. A régi zongorára teszi. - Er stellt sie auf das alte Klavier. :71. Senki sem játszik a zongorán. - Niemand spielt das Klavier. :72. Leül elé. - Er setzt sich davor. :73. Nézi a lángot. - Er schaut die Flamme an. :74. Semmi konkrétra nem gondol. - Er denkt an nichts Bestimmtes. :75. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :76. A víz odakint a facölöpöknek csapódik. - Das Wasser schlägt gegen die Holzpfähle draußen. :77. A gyertya lassan leég. - Die Kerze brennt langsam herunter. :78. Anders ülve marad. - Anders bleibt sitzen. :79. Aztán havazni kezd. - Dann fängt es an zu schneien. :80. Halkan. - Leise. :81. Szinte átmenet nélkül. - Fast ohne Übergang. :82. Nem fog Oslóba menni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :83. Nem ma. - Nicht heute. :84. Nem holnap. - Nicht morgen. :85. Ezt egyszerűen tudja. - Er weiß das einfach. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kézzel tart egy csészét. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen. :2. A csésze már rég kihűlt, de ő mégsem iszik belőle. - Die Tasse ist längst kalt, aber er trinkt trotzdem nicht. :3. Odakint erősen esik az eső, és a szél szinte vízszintesen hajtja az esőt az ablaknak. - Draußen regnet es stark, und der Wind treibt den Regen fast waagrecht gegen das Fenster. :4. Október van, és ennél a fjordnál ez azt jelenti: szürke, nedves, csendes. - Es ist Oktober, und an diesem Fjord bedeutet das: grau, nass, still. :5. A fűtésből egy csepp hullik a padlón álló vödörbe. - Von der Heizung fällt ein Tropfen in den Eimer auf dem Boden. :6. Plink. - Plink. :7. Aztán még egy. - Dann noch einer. :8. Anders hallgatja, de nem számol vele. - Anders hört zu, aber er zählt nicht mit. :9. A ház korábban egy kis fatemplom volt a fjord szélén. - Das Haus war früher eine kleine Holzkirche am Rand des Fjords. :10. Két éve Anders örökölte, és azóta itt lakik. - Vor zwei Jahren hat Anders sie geerbt, und seitdem wohnt er hier. :11. A tető két helyen beázik, ezért mindig készenlétben állnak a vödrök. - Das Dach ist an zwei Stellen undicht, deshalb stehen immer Eimer bereit. :12. A régi keresztelőkútat most mosogatóként használja, mert praktikus. - Das alte Taufbecken benutzt er jetzt als Spülbecken, weil es praktisch ist. :13. Soha nem újította fel igazán a házat, de hozzászokott. - Er hat das Haus nie richtig renoviert, aber er hat sich daran gewöhnt. :14. Anders a környék kevés szomszédjának csónakmotorjait javítja. - Anders repariert die Bootsmotoren der wenigen Nachbarn in der Gegend. :15. Egyesek kávéval fizetnek neki, mások egy rövid bólintással, és ez elég neki. - Manche bezahlen ihn mit Kaffee, manche mit einem kurzen Nicken, und das reicht ihm. :16. Nincs sokra szüksége, és a munka okot ad neki arra, hogy reggel felkeljen. - Er braucht nicht viel, und die Arbeit gibt ihm einen Grund, morgens aufzustehen. :17. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand anklopft. :18. Lars bejön, ahogy minden második nap szokott. - Lars kommt herein, wie er es jeden zweiten Tag tut. :19. Hatvannyolc éves, és ő az egyetlen szomszéd, aki valóban közel lakik. - Er ist 68 Jahre alt und der einzige Nachbar, der wirklich nah wohnt. :20. Lars leül a kályha melletti fapadra, és egy csomag dohányt tesz az asztalra. - Lars setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen und legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch. :21. Nem mondanak semmit, és ez közöttük normális. - Sie sagen nichts, und das ist zwischen ihnen normal. :22. Az eső kopog az ablakon, a fűtés csöpög, az óra ketyeg. - Der Regen klopft gegen das Fenster, die Heizung tropft, die Uhr tickt. :23. Körülbelül tíz perc után Lars nyugodtan azt mondja: „Björn kuttere újra működik.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars ruhig: „Der Kutter von Björn läuft wieder.” :24. Anders egyszer bólint, és ez az egész válasz. - Anders nickt einmal, und das ist die ganze Antwort. :25. Lars feláll, az ajtóhoz megy, és halkan becsukja maga mögött. - Lars steht auf, geht zur Tür und schließt sie leise hinter sich. :26. A dohány még az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :27. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma érkezett a komppal. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute mit der Fähre gekommen ist. :28. A kép Oslo kikötőjét mutatja túl világos, túl barátságos színekkel. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo in zu hellen, zu freundlichen Farben. :29. Anders felveszi a lapot, és lassan megfordítja. - Anders nimmt die Karte und dreht sie langsam um. :30. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst.” :31. A kézírás Mettéé, és azonnal felismeri. - Die Handschrift ist von Mette, und er erkennt sie sofort. :32. Hat hónapja nem hallott róla semmit, és most ez. - Sechs Monate hat er nichts von ihr gehört, und jetzt das. :33. Kétszer elolvassa a szöveget, aztán harmadszor is, és visszateszi a lapot. - Er liest den Text zweimal, dann ein drittes Mal, und legt die Karte wieder hin. :34. Az elülső oldala lefelé néz, mert a színek túl rikítóak ehhez a naphoz. - Die Vorderseite zeigt nach unten, weil die Farben zu grell sind für diesen Tag. :35. Odakint a komp lassan elhalad az ablak előtt, és a motorzaj szétfoszlik a szélben. - Draußen fährt die Fähre langsam am Fenster vorbei, und das Motorgeräusch verweht im Wind. :36. Anders állva marad, és a szürke fjordot nézi. - Anders bleibt stehen und schaut auf den grauen Fjord. :37. A víz nyugodt, de hideg, és az ég alacsonyan függ. - Das Wasser ist ruhig, aber kalt, und der Himmel hängt tief. :38. Délután négy órakor már majdnem sötét van, mint itt októberben mindig. - Um vier Uhr nachmittags ist es schon fast dunkel, wie immer im Oktober hier. :39. Anders elővesz egy gyertyát a fiókból, és a régi zongorára állítja. - Anders holt eine Kerze aus der Schublade und stellt sie auf das alte Klavier. :40. Senki sem játszik ezen a zongorán, és talán már azelőtt is így volt, hogy ő ideköltözött. - Niemand spielt dieses Klavier, und vielleicht war das schon so, bevor er hier einzog. :41. Meggyújtja a gyertyát, leül az előtte álló székre, és a kis lángot nézi. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die kleine Flamme an. :42. Nem gondol Oslóra, és nem gondol Mettére. - Er denkt nicht an Oslo, und er denkt nicht an Mette. :43. Tulajdonképpen semmi konkrétra nem gondol, és ez helyesnek érződik. - Er denkt eigentlich an nichts Bestimmtes, und das fühlt sich richtig an. :44. A fűtés tovább csöpög, odakint a víz az öreg facölöpöknek csapódik. - Die Heizung tropft weiter, das Wasser draußen schlägt gegen die alten Holzpfähle. :45. A gyertya lassan leég, Anders pedig csak ül ott. - Die Kerze brennt langsam herunter, und Anders sitzt einfach da. :46. Aztán havazni kezd, halkan és előjel nélkül, szinte úgy, mint egy gondolat. - Dann beginnt es zu schneien, leise und ohne Ankündigung, fast wie ein Gedanke. :47. Nem fog Oslóba utazni, ezt most már biztosan tudja. - Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt sicher. :48. Nem azért, mert nem szabad neki, és nem azért, mert fél. - Nicht weil er nicht darf, und nicht weil er Angst hat. :49. Hanem azért, mert nem talál olyan okot, amely elég erős volna. - Sondern weil er keinen Grund findet, der stark genug wäre. :50. A hó a fjordra hull, és a fjord magába fogadja, anélkül hogy bármit mondana. - Der Schnee fällt auf den Fjord, und der Fjord nimmt ihn auf, ohne etwas zu sagen. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen. :2. A csésze már egy órája hideg, anélkül hogy ezt észrevette volna, vagy zavarná. - Die Tasse ist schon seit einer Stunde kalt, ohne dass er das bemerkt hätte oder es ihn stören würde. :3. Odakint a szél szinte vízszintesen veri az esőt a régi templomablaknak. - Draußen treibt der Wind den Regen fast waagrecht gegen das alte Kirchenfenster. :4. Az ablak fakerete az évek során annyira elvetemedett, hogy a bal oldalán enyhén fütyül rajta a szél. - Der Holzrahmen des Fensters hat sich im Laufe der Jahre so verzogen, dass es an der linken Seite leicht pfeift. :5. Október közepe van. - Es ist Mitte Oktober. :6. A fjord olyan ég alatt fekszik, amely már nem húz határt víz és levegő, tegnap és ma között. - Der Fjord liegt unter einem Himmel, der keine Grenze mehr zieht zwischen Wasser und Luft, zwischen gestern und heute. :7. A fűtőtestből egy csepp hullik a padlón álló bádogvödörbe. - Von der Heizung fällt ein Tropfen in den Blecheimer auf dem Boden. :8. Világos, tiszta plink ez, amely néhány másodpercenként megismétlődik, egyenletesen, mint egy szívverés, amelyre senki sem figyel. - Es ist ein helles, klares Plink, das sich alle paar Sekunden wiederholt, gleichmäßig wie ein Herzschlag, dem niemand zuhört. :9. Anders figyel. - Anders hört zu. :10. Nem számolja, de figyel. - Er zählt nicht, aber er hört zu. :11. Ez olyan különbség, amelyet ő maga sem tudna megmagyarázni. - Das ist ein Unterschied, den er selbst nicht erklären könnte. :12. A ház, amelyben él, valaha fatemplom volt. - Das Haus, in dem er lebt, war einmal eine Holzkirche. :13. A templom kicsi és sötét volt, egy olyan apró település legszélén, amelyet a legtöbb térkép fel sem tüntet. - Die Kirche war klein und dunkel, am äußersten Rand eines Weilers, den die meisten Karten gar nicht verzeichnen. :14. Két évvel ezelőtt örökölte egy nagybátyjától, akit alig ismert. - Er hat sie vor zwei Jahren geerbt, von einem Onkel, den er kaum kannte. :15. Mégis maradt, anélkül hogy valaha komolyan megkérdezte volna magától, miért. - Er ist trotzdem geblieben, ohne sich je ernsthaft gefragt zu haben, warum. :16. A tető legalább két helyen beázik, és a kályha csak rosszul húz, ha északnyugat felől jön a szél. - Das Dach ist an mindestens zwei Stellen undicht, und der Ofen zieht nur schlecht, wenn der Wind aus Nordwesten kommt. :17. A régi homokkő keresztelőmedence ma mosogatóként szolgál, mert ez az egyetlen edény a házban, amely elég nagy. - Das alte Taufbecken aus Sandstein dient heute als Spülbecken, weil es die einzige Schüssel im Haus ist, die groß genug ist. :18. Soha nem újított fel, nem igazán. - Er hat nie renoviert, nicht wirklich. :19. De felhagyott azzal, hogy hiányként érzékelje. - Aber er hat aufgehört, es als Mangel zu empfinden. :20. A megélhetését azzal keresi, hogy a kevés megmaradt szomszéd csónakmotorjait javítja. - Seinen Lebensunterhalt verdient er damit, die Bootsmotoren der wenigen verbliebenen Nachbarn zu reparieren. :21. Ezek az emberek maguk is alig beszélnek, és a fizetséget gyakran kávé, dohány vagy egy néma biccentés formájában adják, ami Andersnek jobban megfelel, mint azt valaha is beismerné. - Diese Menschen sprechen selbst kaum und leisten die Bezahlung oft in Form von Kaffee, Tabak oder einem stummen Nicken, was Anders mehr entgegenkommt, als er je zugeben würde. :22. Régebben csónaképítő volt, és Bergenben tanulta ki a mesterséget. - Er war früher Bootsbauer und hat das Handwerk in Bergen gelernt. :23. De ez régen volt, és az az ember, aki akkor volt, olyannak tűnik számára, mint valaki egy történetből, amelyet valahol olvasott. - Aber das ist lange her, und die Person, die er damals war, fühlt sich an wie jemand aus einer Geschichte, die er irgendwo gelesen hat. :24. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand anklopft. :25. Lars belép egy olyan férfi magától értetődő nyugalmával, aki tudja, hogy szívesen látják, anélkül hogy ezt valaha kimondták volna. - Lars tritt herein mit der selbstverständlichen Ruhe eines Mannes, der weiß, dass er willkommen ist, ohne dass es je ausgesprochen worden wäre. :26. Hatvannyolc éves, magas, keskeny testalkatú, olyan kezekkel, amelyek úgy néznek ki, mint a szerszámok. - Er ist 68, groß, schmal, mit Händen, die aussehen wie Werkzeug. :27. Leül a kályha melletti fapadra, egy csomag dohányt tesz az asztalra, és olyan természetesen hallgat, mintha a hallgatás a beszélgetés egyik formája volna. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch und schweigt so natürlich, als wäre Schweigen eine Form der Unterhaltung. :28. Az eső veri az ablakot, a fűtőtest csöpög. - Der Regen schlägt gegen das Fenster, die Heizung tropft. :29. A falon lévő óra enyhe utózengéssel ketyeg, amely minden második ütésnél kissé túl hangos. - Die Uhr an der Wand tickt mit einem leichten Nachklang, der bei jedem zweiten Schlag etwas zu laut ist. :30. Körülbelül tíz perc múlva Lars fel sem nézve azt mondja: „Björn kuttere újra jár.” - Nach ungefähr zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :31. Anders bólint, és ebben benne van minden, amit mondani kell. - Anders nickt, und darin liegt alles, was gesagt werden muss. :32. Lars feláll, az ajtóhoz megy, és halkan behúzza maga mögött. - Lars steht auf, geht zur Tür und zieht sie leise hinter sich zu. :33. A dohány az asztalon marad, mintha soha nem is arra szánták volna, hogy magával vigye. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch, als wäre er nie dazu gedacht gewesen, mitgenommen zu werden. :34. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist. :35. Egy számlával és egy prospektussal együtt érkezett, amelyet nem nyitott ki. - Sie kam zusammen mit einer Rechnung und einem Prospekt, den er nicht geöffnet hat. :36. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely túl barátságos októberhez. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das zu freundlich ist für den Oktober. :37. A színek úgy hatnak, mintha valaki túlságosan feltekerte volna a telítettséget, és Anders megfordítja a lapot, anélkül hogy tudná, miért vár. - Die Farben wirken, als hätte jemand die Sättigung zu weit aufgedreht, und Anders dreht die Karte um, ohne zu wissen, warum er wartet. :38. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :39. A kézírás Mettéé, ferde és kissé túl szoros. - Die Handschrift ist Mettes, schräg und etwas zu eng. :40. Mindig így ír, amikor olyasmit ír, amit tulajdonképpen nem akart megírni. - So schreibt sie immer, wenn sie etwas schreibt, das sie eigentlich nicht schreiben wollte. :41. Hat hónapon át egy szó sem, sem üzenet, sem jel. - Sechs Monate lang kein Wort, keine Nachricht, kein Zeichen. :42. Most ott áll ez az egyetlen mondat, amely több kérdést tesz fel, mint amennyit megválaszol. - Jetzt steht dort dieser eine Satz, der mehr Fragen stellt als er beantwortet. :43. Másodszor is elolvassa, aztán harmadszor. - Er liest ihn ein zweites Mal, dann ein drittes. :44. Nem azért teszi, mert valami mást vár, hanem mert szüksége van arra az időre, amelyet a mondat követel tőle. - Er tut es nicht, weil er etwas anderes erwartet, sondern weil er die Zeit braucht, die der Satz von ihm verlangt. :45. Aztán a lapot képes felével lefelé visszateszi a párkányra. - Dann legt er die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurück. :46. A kikötőkép színei olyan módon zavarják, amelyet nem tud megnevezni. - Die Farben des Hafenbilds stören ihn auf eine Weise, die er nicht benennen kann. :47. Odakint a komp lassan elhalad az ablak előtt, és a motorzaj röviden felduzzad, majd szétfoszlik a szélben. - Draußen zieht die Fähre langsam am Fenster vorbei, und das Motorgeräusch schwillt kurz an und verweht dann im Wind. :48. A fjord bezárul mögötte, mintha soha nem is járt volna ott. - Der Fjord schließt sich hinter ihr, als wäre sie nie da gewesen. :49. Anders az ablaknál áll, és a vizet nézi. - Anders steht am Fenster und schaut auf das Wasser. :50. A víz szürke és nyugodt, és éppen olyan közömbös, mint mindig. - Das Wasser ist grau und ruhig und so gleichgültig wie immer. :51. Délután négy órakor alkonyodni kezd. - Um vier Uhr nachmittags beginnt es zu dämmern. :52. Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból, ahol Lars dohánya is fekszik, még bontatlanul. - Anders holt eine Kerze aus der Küchenschublade, wo auch der Tabak von Lars liegt, noch ungeöffnet. :53. A gyertyát a régi zongorára állítja, amely az északi falnál áll. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier, das an der Nordwand steht. :54. A zongora egy vakolatrepedés alatt áll, amely az elmúlt tél folyamán szélesebb lett. - Das Klavier steht unter einem Riss im Putz, der im Laufe des letzten Winters breiter geworden ist. :55. Senki sem játszik ezen a zongorán, amennyire Anders tudja. - Niemand spielt dieses Klavier, soweit Anders weiß. :56. Soha senki nem is játszott rajta, és mégis úgy áll ott, mint valami, ami arra vár, hogy használják. - Es hat auch niemand je gespielt, und trotzdem steht es da wie etwas, das darauf wartet, gebraucht zu werden. :57. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl und schaut in die Flamme. :58. A láng ingadozik a házon átvándorló enyhe huzatban, alig észrevehetően. - Die Flamme schwankt in dem leichten Durchzug, der durch das Haus wandert, kaum merklich. :59. Nem Mettére gondol, és nem Oslóra gondol. - Er denkt nicht an Mette, und er denkt nicht an Oslo. :60. Arra sem gondol, mit akar itt tulajdonképpen, mert a kérdés túl nagy ehhez az estéhez, és talán minden másikhoz is. - Er denkt auch nicht daran, was er hier eigentlich will, weil die Frage zu groß ist für diesen Abend und vielleicht für jeden anderen auch. :61. A fűtőtest csöpög, és a víz egyenletes, tompa hanggal ütődik a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, und das Wasser schlägt mit einem gleichmäßigen, dumpfen Laut gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle. :62. A láng nyugodtan és sietség nélkül ég a sötétben. - Die Flamme brennt ruhig und ohne Eile in der Dunkelheit. :63. Aztán havazni kezd, olyan halkan és olyan fokozatosan, hogy Anders nem tudná megmondani, pontosan mikor kezdődött. - Dann fängt es an zu schneien, so leise und so allmählich, dass Anders nicht sagen könnte, wann genau es begonnen hat. :64. A hó a fjordra hull, a régi templom tetejére, és a képeslapra, amely az ablakpárkányon fekszik képes felével lefelé. - Der Schnee fällt auf den Fjord und auf das Dach der alten Kirche und auf die Postkarte, die auf dem Fenstersims liegt mit der Vorderseite nach unten. :65. Nem fog elutazni. - Er wird nicht fahren. :66. Ezt nem döntésként tudja, hanem tényként. - Er weiß das nicht als Entscheidung, sondern als Tatsache. :67. Úgy tudja, ahogy az ember tudja, hogy az október szürke, a fjord hideg, és a hallgatás néha az egyetlen őszinte válasz. - So weiß man, dass der Oktober grau ist und der Fjord kalt und das Schweigen manchmal die einzige ehrliche Antwort ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart, amely legalább egy órája hideg. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen, die seit mindestens einer Stunde kalt ist. :2. Ez nem zavarja, és arra sem gondol, hogy újratöltse, mert a csésze ebben a pillanatban kevésbé a kávé edénye, mint inkább ok arra, hogy a kezét valahol tartsa. - Das stört ihn nicht, und er denkt auch nicht daran, sie nachzufüllen, weil die Tasse in diesem Moment weniger ein Gefäß für Kaffee ist als ein Grund, die Hände irgendwo zu lassen. :3. Odakint a szél olyan laposan és keményen veri az esőt a régi templomablaknak, hogy az üveg mintha egyenletes nyomás alatt rezegne. - Draußen treibt der Wind den Regen so flach und hart gegen das alte Kirchenfenster, dass das Glas wie unter einem gleichmäßigen Druck vibriert. :4. Az elvetemedett fakeret, amely már jelenlétének első telén sem záródott rendesen, vékony, hideg légáramot enged be, amely megremegteti az ablakpárkányon álló gyertyacsonkokat. - Der verzogene Holzrahmen, der schon im ersten Winter seiner Anwesenheit nicht mehr richtig schloss, lässt einen dünnen, kalten Luftstrom ins Innere, der die Kerzenreste auf dem Fensterbrett zum Schwanken bringt. :5. Október közepe van, és a fjord felvette azt a különös súlyosságot, amelyet csak ősszel hordoz: a víz sötéten és mozdulatlanul fekszik, mint valami, ami gondolkodik. - Es ist Mitte Oktober, und der Fjord hat jene besondere Schwere angenommen, die er nur im Herbst trägt: das Wasser liegt dunkel und unbewegt wie etwas, das denkt. :6. Az ég olyan alacsonyan függ fölötte, hogy a kettő közötti határ elmosódik, mintha a táj úgy döntött volna, hogy feladja saját körvonalait. - Der Himmel hängt so tief darüber, dass die Grenze zwischen beiden verschwimmt, als hätte die Landschaft beschlossen, ihre eigenen Konturen aufzugeben. :7. A fűtőtestből szabályos időközönként leválik egy csepp, és a padlón álló bádogvödörbe hull. - Von der Heizung löst sich in regelmäßigen Abständen ein Tropfen und fällt in den Blecheimer auf dem Boden. :8. Világos, tiszta plink hang ez, amely úgy írja bele magát a szoba csendjébe, mint egy jegyzet, amelyet senki sem hagyott ott, mégis elolvasnak, és Anders figyel, nem azért, mert akarja, hanem mert a figyelés az egyetlen, amit most elvárnak tőle. - Es ist ein helles, klares Plink, das sich in die Stille des Raumes einschreibt wie eine Notiz, die niemand hinterlassen hat und die trotzdem gelesen wird, und Anders hört zu, nicht weil er will, sondern weil das Zuhören das Einzige ist, was gerade von ihm verlangt wird. :9. A ház, amelyben két éve él, fatemplom volt, valamikor a huszadik század elején épült egy gyülekezetnek, amely már rég nem létezik, a part egy olyan kis pontján, amelyet a legtöbb térkép nem tart említésre méltónak. - Das Haus, in dem er seit zwei Jahren lebt, war eine Holzkirche, gebaut irgendwann im frühen zwanzigsten Jahrhundert für eine Gemeinde, die längst nicht mehr existiert, an einem Fleckchen Küste, das die wenigsten Karten für erwähnenswert halten. :10. A templomot egy nagybátyjától örökölte, akit gyerekként kétszer látott, és akinek a halála kevésbé lepte meg, mint az a tény, hogy hagyott rá valamit. - Er hat die Kirche von einem Onkel geerbt, den er als Kind zweimal gesehen hatte und dessen Tod ihn weniger überraschte als die Tatsache, dass er ihm etwas hinterließ. :11. Maradt, anélkül hogy valaha is valódi döntést hozott volna. - Er ist geblieben, ohne jemals eine wirkliche Entscheidung getroffen zu haben. :12. Az ember néha nem azért marad egy helyen, mert az a megfelelő, hanem mert a távozás erőfeszítése nagyobbnak tűnik, mint a maradás fájdalma, míg egyszer csak megszűnik érezhetőnek lenni a kettő közötti különbség. - Man bleibt manchmal an einem Ort, nicht weil er der richtige ist, sondern weil der Aufwand des Gehens größer erscheint als der Schmerz des Bleibens, bis irgendwann der Unterschied zwischen beidem aufgehört hat, spürbar zu sein. :13. A tető két helyen beázik, a kályha rosszul húz, ha északnyugat felől jön a szél, és a nehéz homokkő keresztelőmedence, amelyet az elődök hátrahagytak, ma mosogatóként szolgál. - Das Dach ist an zwei Stellen undicht, der Ofen zieht schlecht, wenn der Wind aus Nordwesten kommt, und das schwere Taufbecken aus Sandstein, das die Vorgänger zurückgelassen haben, dient heute als Spülbecken. :14. Mosogatóként szolgál, mert ez az egyetlen tárgy a házban, amely elég nagy, és amely valahogy illik ahhoz az elképzeléshez, amely Andersben él az itteni életről: hogy a dolgok megváltoztathatják a rendeltetésüket anélkül, hogy elveszítenék a jellegüket. - Es dient als Spülbecken, weil es das einzige Objekt im Haus ist, das groß genug ist und das irgendwie zu der Idee passt, die Anders vom Leben hier hat: dass Dinge ihren Zweck wechseln dürfen, ohne ihren Charakter zu verlieren. :15. Csónakmotorokat javít annak a néhány megmaradt szomszédnak ezen a partszakaszon. - Er repariert Bootsmotoren für die wenigen verbliebenen Nachbarn an diesem Abschnitt der Küste. :16. Ezek az emberek maguk sem pazarolnak sok szót, és a fizetségük többnyire kávéból áll, olykor dohányból, néha semmi másból, csak egy rövid biccentésből, amely annyit tartalmaz, mint egy hosszú mondat, ha az ember megtanulta olvasni, és Anders megtanulta, vagy felhagyott azzal, hogy többet várjon, ami végső soron ugyanaz. - Diese Menschen machen selbst nicht viele Worte, und ihre Bezahlung besteht meistens aus Kaffee, gelegentlich aus Tabak, manchmal aus nichts außer einem kurzen Nicken, das so viel enthält wie ein langer Satz, wenn man gelernt hat, es zu lesen, und Anders hat es gelernt, oder er hat aufgehört, mehr zu erwarten, was auf dasselbe hinausläuft. :17. Régebben csónaképítő volt, és Bergenben tanulta ki a mesterséget egy mesternél, aki alig beszélt és keveset magyarázott. - Er war früher Bootsbauer und hat das Handwerk in Bergen gelernt unter einem Meister, der kaum sprach und wenig erklärte. :18. Annak a kezei munka közben olyan pontosak voltak, hogy Anders megértette: a tudásnak nincs szüksége szavakra, amíg a munka önmagáért beszél, és ebből a tartásból maradt benne valami, még azután is, hogy a többi már rég elmúlt. - Dessen Hände waren beim Arbeiten so präzise, dass Anders verstand: Können braucht keine Worte, solange die Arbeit für sich spricht, und etwas von dieser Haltung ist geblieben, auch nachdem das andere längst vergangen ist. :19. Az ajtó kinyílik, anélkül hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand klopft. :20. Lars belép annak az embernek a nyugodt magától értetődésével, aki tudja, hogy szívesen látják egy helyiségben, anélkül hogy ezt a szívesen látottságot valaha is kimondták volna, vagy ki kellene mondani, mert kettejük között ez azon kevés megállapodások egyike, amelyek éppen azért tartanak, mert senki sem fogalmazta meg őket. - Lars tritt herein mit der ruhigen Selbstverständlichkeit eines Menschen, der weiß, dass er in einem Raum willkommen ist, ohne dass dieses Willkommensein je ausgesprochen worden wäre oder ausgesprochen werden müsste, weil es zwischen ihnen eine der wenigen Abmachungen ist, die gerade deshalb halten, weil niemand sie formuliert hat. :21. Hatvannyolc éves, magasra nőtt és az évek során keskennyé vált, olyan kezekkel, amelyek úgy néznek ki, mintha ugyanabból az anyagból volnának, mint a csónakok, amelyeket egész életében épített és foltozott. - Er ist 68, hoch gewachsen und schmal geworden mit den Jahren, mit Händen, die so aussehen, als wären sie aus demselben Material wie die Boote, die er sein Leben lang gebaut und geflickt hat. :22. Leül a kályha melletti fapadra, egy csomag dohányt tesz az asztalra kettejük közé, és olyan módon hallgat, amely nem üres, hanem tele van két ember közös tudásával, akik megértették, hogy a hallgatás nem a kommunikáció hiánya, hanem annak legsűrűbb formája. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch zwischen ihnen und schweigt auf eine Weise, die nicht leer ist, sondern gefüllt mit der geteilten Kenntnis zweier Menschen, die verstanden haben, dass Schweigen keine Abwesenheit von Kommunikation ist, sondern ihre dichteste Form. :23. Az eső az ablaknak verődik, a fűtőtest egyenletes ritmusában csöpög. - Der Regen schlägt gegen das Fenster, die Heizung tropft in ihrem gleichmäßigen Rhythmus. :24. A falióra minden második ütésnél enyhe utózengéssel ketyeg, mintha volna a szívében egy kis szabálytalanság, amelyet senki sem űzött ki belőle. - Die Uhr an der Wand tickt mit einem leichten Nachklang bei jedem zweiten Schlag, als hätte sie eine kleine Unregelmäßigkeit im Herz, die ihr niemand ausgetrieben hat. :25. Körülbelül tíz perc múlva Lars fel sem nézve, annak az embernek a hangsúlytalanságával, aki információt közöl, nem véleményt, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken und mit der Tonlosigkeit eines Menschen, der eine Information übermittelt, nicht eine Meinung: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :26. Anders bólint, és ebben a bólintásban benne van a nyugta mindarra, amit kimondtak, és mindarra, ami kimondatlan maradhat. - Anders nickt, und in diesem Nicken liegt die Quittung für alles, was gesagt wurde und was ungesagt bleiben darf. :27. Lars feláll, az ajtóhoz megy, maga mögött behúzza annak az embernek az ismerős gondosságával, aki tudja, hogy a régi ajtóknak ápolásra van szükségük, és a dohány az asztalon marad, mint valami, amit szándékosan hagytak hátra, mert a dolgok birtoklása néha könnyebb, ha az ember máshol hagyja őket. - Lars steht auf, geht zur Tür, zieht sie mit der vertrauten Sorgfalt eines Menschen hinter sich, der weiß, dass alte Türen Pflege brauchen, und der Tabak bleibt auf dem Tisch wie etwas, das absichtlich zurückgelassen wurde, weil der Besitz von Dingen manchmal leichter ist, wenn man sie woanders lässt. :28. Az ablakpárkányon képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal, egy számlával és egy prospektussal együtt, amelyet Anders nem nyitott ki. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist, zusammen mit einer Rechnung und einem Prospekt, den Anders nicht geöffnet hat. :29. A prospektust azért nem nyitotta ki, mert nem vár prospektust, és mert azok a dolgok, amelyeket nem vár, rendszerint többe kerülnek neki, mint azok, amelyeket ismer. - Er hat den Prospekt nicht geöffnet, weil er keinen Prospekt erwartet und weil die Dinge, die er nicht erwartet, ihn in der Regel mehr kosten als die, die er kennt. :30. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan túltelített és barátságos fényben, mintha valaki eldöntötte volna, hogy a városoknak mindig jobban kell kinézniük, mint amennyit a valóság megenged. - Das Motiv zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das so übersättigt und freundlich ist, als hätte jemand entschieden, dass Städte immer besser aussehen müssen als die Wirklichkeit erlaubt. :31. Anders olyan férfi ujjaival fordítja meg a lapot, akinek van ideje, és mégsem pazarolja el. - Anders dreht die Karte um mit den Fingern eines Mannes, der Zeit hat und sie trotzdem nicht verschwendet. :32. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :33. A kézírás Mette írása, ferde és a szükségesnél szűkebb, ahogyan nála mindig, amikor olyasmit ír, amit valójában nem akart megírni, vagy amit meg kellett írnia, mert a hallgatás túl hangossá vált. - Die Handschrift ist Mettes, schräg und enger als nötig, wie es bei ihr immer ist, wenn sie etwas schreibt, das sie eigentlich nicht schreiben wollte oder das sie schreiben musste, weil das Schweigen zu laut geworden war. :34. Az a hat hónap, amely alatt egyetlen szó sem érkezett tőle, ebben az egy mondatban foglalódik össze, mint egy diagnózis, amely sem kezelést nem ír elő, sem gyógyulást nem ígér. - Die sechs Monate, in denen kein Wort von ihr gekommen ist, sind in diesem einen Satz zusammengefasst wie eine Diagnose, die weder Behandlung vorschreibt noch Heilung verspricht. :35. Másodszor is elolvassa a mondatot, aztán harmadszor is, nem azért, mert nem érti, hanem mert meg akarja adni a szövegnek azt a méltóságot, hogy valóban elolvassák, mielőtt válaszol rá. - Er liest den Satz ein zweites Mal, dann ein drittes, nicht aus Unverständnis, sondern weil er dem Text die Würde geben will, wirklich gelesen zu werden, bevor er antwortet. :36. A válasza az, hogy a lapot képpel lefelé visszateszi a párkányra, mert nem bírja elviselni a színeket, nem ma, ezen a szürke délutánon, amikor minden, ami túlságosan telített, hamisnak hat. - Seine Antwort ist, die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurückzulegen, weil er die Farben nicht ertragen kann, nicht heute, an diesem grauen Nachmittag, an dem alles, was zu gesättigt ist, falsch wirkt. :37. Odakint a délutáni komp lassan elhúz az ablak előtt, motorzaja rövid időre felduzzad, mint egy kérdés, majd elszáll a szélben, mint egy válasz, amelyet senki sem akart megtartani. - Draußen zieht die Nachmittagsfähre langsam am Fenster vorbei, ihr Motorgeräusch schwillt kurz an wie eine Frage und verweht dann im Wind wie eine Antwort, die niemand festhalten wollte. :38. A fjord zökkenőmentesen és közönyösen zárul össze mögötte, mintha az, hogy átszelik, csak egy volna sok egyenértékű állapota közül. - Der Fjord schließt sich hinter ihr, reibungslos und gleichgültig, als wäre Durchquertwerden nur einer seiner vielen gleichwertigen Zustände. :39. Anders az ablaknál áll, és a vizet nézi. - Anders steht am Fenster und schaut auf das Wasser. :40. A víz szürke és csendes, és olyan teljesen elég önmagának, hogy jelent valamit számára, anélkül hogy meg tudná mondani, pontosan mit. - Das Wasser ist grau und still und so vollständig sich selbst genug, dass es ihm etwas bedeutet, ohne dass er sagen könnte, was genau. :41. Négy órakor, amikor a sötétség nem leszáll, hanem a vízből emelkedik fel, és nehezebbé teszi a levegőt, Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból. - Um vier Uhr, wenn die Dunkelheit nicht fällt, sondern aus dem Wasser aufsteigt und die Luft schwerer macht, holt Anders eine Kerze aus der Küchenschublade. :42. Ott fekszik Lars dohánya, még a csomagolásban, érintetlenül, mint egy ajánlat, amely addig érvényes, amíg az ember el nem fogadja. - Dort liegt der Tabak von Lars, noch in der Verpackung, unberührt wie ein Angebot, das gilt, solange man es nicht annimmt. :43. A gyertyát az északi falnál álló régi zongorára teszi, a vakolat repedése alá, amely az elmúlt télen szélesebb lett. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier an der Nordwand, unter dem Riss im Putz, der im letzten Winter breiter geworden ist. :44. Anders egyszer végigkövette a repedést az ujjával, anélkül hogy tudta volna, miért, mintha egy térképen követne egy vonalat, amely sehová sem vezet, és éppen ezért érdekes. - Anders ist dem Riss einmal mit dem Finger nachgefahren, ohne zu wissen warum, als würde er einer Linie in einer Landkarte folgen, die nirgendwo hinführt und genau deshalb interessant ist. :45. Tudomása szerint senki sem játszik ezen a zongorán, és korábbi években sem játszott rajta senki. - Niemand spielt dieses Klavier, soweit er weiß, und auch in früheren Jahren hat es niemand gespielt. :46. Mégis ott áll a rendeltetésüket elvesztett dolgok csendes makacsságával, anélkül hogy elvesztette volna a jelenlétét, és Anders ezt nem gyásznak érzi, hanem valamiféle társaságnak. - Doch es steht da mit der stillen Insistenz von Dingen, die ihren Zweck verloren haben, ohne ihre Anwesenheit zu verlieren, und Anders empfindet das nicht als Trauer, sondern als eine Art Gesellschaft. :47. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, amelynek egyik lába egy összehajtott kartondarabon áll, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl, dessen eines Bein auf einem gefalteten Stück Pappe steht, und schaut in die Flamme. :48. A láng megremeg az alig érezhető huzatban, amely lélegzetvételként járja át a házat, egészen könnyedén, szinte észrevétlenül, majdnem úgy, mint egy gesztus. - Die Flamme schwankt in dem kaum spürbaren Durchzug, der das Haus wie ein Atemzug durchläuft, ganz leicht, fast unmerklich, fast wie eine Geste. :49. Nem gondol Mettére, és nem gondol arra a kérdésre sem, amelyet a nő feltett. - Er denkt nicht an Mette, und er denkt nicht an die Frage, die sie gestellt hat. :50. Némely kérdés nem azért marad nyitva, mert az ember nem ismeri a választ, hanem mert a válasznak nincs szüksége más helyre, csak annak az embernek a testére, aki hordozza, és Anders hordozza, anélkül hogy nevet adna neki. - Manche Fragen bleiben nicht deshalb offen, weil man die Antwort nicht kennt, sondern weil die Antwort keinen Ort braucht außer dem Körper des Menschen, der sie trägt, und Anders trägt sie, ohne sie zu benennen. :51. A fűtőtest csöpög, a víz szabályos, puha lökésekkel verődik a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser schlägt in regelmäßigen, weichen Stößen gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle. :52. A láng olyan türelemmel ég le, amely szégyenkezésre késztet, mert sokkal nyugodtabb, mint bármi, amit az emberek tesznek. - Die Flamme brennt herunter mit einer Geduld, die beschämt, weil sie so viel ruhiger ist als alles, was Menschen tun. :53. Aztán havazni kezd, olyan fokozatosan, hogy Anders csak egy idő után veszi észre, hogy a kinti sötétség más textúrát vett fel, puhábbat és kevésbé eltökéltet. - Dann beginnt es zu schneien, so allmählich, dass Anders erst nach einer Weile bemerkt, dass die Dunkelheit draußen eine andere Textur angenommen hat, weicher und weniger entschlossen. :54. A hó a fjord fekete vizére hull, és a régi templom tetejére, és az ablakpárkányra, ahol a képeslap képpel lefelé fekszik. - Der Schnee fällt auf das schwarze Wasser des Fjords und auf das Dach der alten Kirche und auf den Fenstersims, wo die Postkarte liegt mit der Vorderseite nach unten. :55. Nem fog elutazni, nem azért, mert ellene döntött volna, hanem mert a döntések feszültséget feltételeznek két lehetséges jövő között. - Er wird nicht fahren, nicht weil er sich dagegen entschieden hätte, sondern weil Entscheidungen eine Spannung voraussetzen zwischen zwei möglichen Zukünften. :56. Benne ez a feszültség nincs jelen, már régóta nincs, és ennek a feszültségnek a hiánya nem bénultság és nem közöny, hanem valami, amire még nem talált szót, valami, ami békének érződik, ha a béke azt jelenti, hogy az ember felhagyott azzal, hogy saját csendje ellen küzdjön. - In ihm ist diese Spannung nicht vorhanden, schon lange nicht mehr, und das Fehlen dieser Spannung ist nicht Lähmung und nicht Gleichgültigkeit, sondern etwas, für das er noch kein Wort gefunden hat, etwas, das sich anfühlt wie Frieden, wenn Frieden bedeutet, dass man aufgehört hat, gegen die eigene Stille anzukämpfen. :57. A hó hull, a fjord magába fogadja. - Der Schnee fällt, der Fjord nimmt ihn auf. :58. Az éjszaka olyan magától értetődően érkezik, mintha soha nem is állt volna szándékában máshol lenni. - Die Nacht kommt so selbstverständlich, als hätte sie nie vorgehabt, irgendwo anders zu sein. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart, amely legalább egy órája hideg, anélkül hogy ez zavarná, vagy akár csak késztetést érezne arra, hogy felálljon és újratöltse. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen, die seit mindestens einer Stunde kalt ist, ohne dass ihn das stören würde oder er auch nur den Impuls verspürte, aufzustehen und sie nachzufüllen. :2. A csésze ebben a pillanatban már nem a kávéivást szolgálja, hanem magát a kézben tartást, azt az érzést, hogy valami olyasmit fog körül, aminek formája van, aminek volt melege, és amit meg lehet tartani anélkül, hogy eltávozna. - Die Tasse dient in diesem Moment nicht mehr dem Kaffeetrinken, sondern dem Händehalten schlechthin, dem Gefühl, etwas zu umschließen, das Form hat und Wärme gehabt hat und das man festhalten kann, ohne dass es sich davonmacht. :3. Odakint a szél azzal a lapos, engesztelhetetlen erővel veri az esőt a régi templomablaknak, amely októberben sajátja ennek a partvidéknek, és amely nem tévesztendő össze az atlanti viharok drámai széllökéseivel, hanem inkább tartós nyomásra emlékeztet, meteorológiai állításra, amely nem tűr ellentmondást. - Draußen treibt der Wind den Regen mit jener flachen, unnachgiebigen Wucht gegen das alte Kirchenfenster, die dieser Küste im Oktober eigentümlich ist und die nicht mit dem dramatischen Böenwind der Atlantikstürme zu verwechseln ist, sondern eher einem Dauerdruck gleicht, einer meteorologischen Behauptung, die keinen Widerspruch duldet. :4. Az elvetemedett fakeret, amely már itteni jelenlétének első telén felhagyott azzal, hogy valóban záródjon, vékony hideg levegőszálat enged befelé, amely az ablakpárkányon álló gyertyacsonkokat enyhe, szakadatlan ingásba hozza, mintha valamire akarnának mutatni, ami csendes, és mégis mozog. - Der verzogene Holzrahmen, der schon im ersten Winter seiner Anwesenheit hier aufgehört hatte, wirklich zu schließen, lässt einen Faden kalter Luft ins Innere, der die Kerzenreste auf dem Fensterbrett in ein leichtes, unaufhörliches Schwanken versetzt, als wollten sie auf etwas hinweisen, das still ist und sich trotzdem bewegt. :5. Október közepe van, és a fjord felvette azt a sajátos nehézséget, amelyet csak ezekben a hetekben hord, amikor a fény már nem hull, hanem szivárog, amikor a víz sötéten és sűrűn fekszik, mint valami, ami gondolkodik. - Es ist Mitte Oktober, und der Fjord hat jene eigentümliche Schwere angenommen, die er nur in diesen Wochen trägt, wenn das Licht nicht mehr fällt, sondern sickert, wenn das Wasser dunkel liegt und dicht wie etwas, das denkt. :6. Az ég olyan alacsonyan függ, és annyira azonos színű az alatta lévő felszínnel, hogy a táj mintha feladná saját geometriáját, a víz és a levegő közötti határ feloldódik, és az embernek az az érzése támad, hogy odakint már nem irányok léteznek, hanem csak a szürkeség fokozatai. - Der Himmel hängt so tief und ist so gleichfarbig mit der Oberfläche darunter, dass die Landschaft ihre eigene Geometrie aufzugeben scheint, die Grenze zwischen Wasser und Luft sich auflöst und man das Gefühl bekommt, dass draußen nicht mehr Richtungen existieren, sondern nur noch Grade von Grau. :7. A fűtőtestről pontosan kimért időközönként leválik egy csepp, és a padlón álló bádogvödörbe hull: világos, pontos plink, amely úgy írja bele magát a szoba csendjébe, mint széljegyzet egy olyan szöveghez, amelyet senki sem fogalmazott meg, és amely addig ismétlődik, amíg már nem zaj, hanem szerkezet. - Von der Heizung löst sich in genau abgemessenen Abständen ein Tropfen und fällt in den Blecheimer auf dem Boden: ein helles, präzises Plink, das sich in die Stille des Raumes einschreibt wie eine Randnotiz zu einem Text, den niemand verfasst hat, und das sich wiederholt, bis es nicht mehr Geräusch ist, sondern Struktur. :8. Anders hallgatja, nem azért, mert akarja, vagy mert a csöpögés bármilyen módon megindítaná, hanem mert a hallgatózás az egyetlen, amit ez a pillanat követel tőle, és ő valamikor az elmúlt két évben felhagyott azzal, hogy több legyen annál, amit az adott pillanat követel tőle. - Anders hört zu, nicht weil er will oder weil das Tropfen ihn in irgendeiner Weise bewegte, sondern weil das Zuhören das Einzige ist, was dieser Augenblick von ihm verlangt, und er hat, irgendwann in den vergangenen zwei Jahren, aufgehört, mehr zu sein als das, was der jeweilige Augenblick von ihm verlangt. :9. A ház, amelyben él, egykor fatemplom volt, valamikor a huszadik század első évtizedeiben emelték egy gyülekezet számára, amelyből ma már semmi sem maradt, csak néhány időjárás verte sírkő a ház mögött, amelyeknek feliratait a zuzmó már félig visszahódította. - Das Haus, in dem er lebt, war eine Holzkirche, irgendwann in den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts errichtet für eine Gemeinde, von der heute nichts mehr übrig ist als ein paar verwitterte Grabsteine hinter dem Haus, deren Inschriften der Flechtenbefall schon halb zurückerobert hat. :10. Egy olyan partszakaszon áll, amely egyetlen térképen sem számít említésre méltónak, és amelynek létezése lényegében abban merül ki, hogy ott van: nedvesen, sziklásan, a széltől megdolgozva, a fjord felé fordulva olyan állhatatossággal, amelyet méltóságnak is lehetne tartani, ha az ember tulajdonítani akarna neki valamit. - Es steht an einem Fleckchen Küste, das in keiner Karte als erwähnenswert gilt und dessen Existenz sich im Wesentlichen darin erschöpft, da zu sein: nass, felsig, vom Wind bearbeitet, dem Fjord zugewandt mit einer Beständigkeit, die man für Würde halten könnte, wenn man ihr etwas unterstellen wollte. :11. A házat egy nagybátyjától örökölte, akit gyerekként kétszer látott, és akiről semmit sem tudott azon kívül, hogy hallgatott, dohányzott és a tengert nézte. - Er hat das Haus von einem Onkel geerbt, den er als Kind zweimal gesehen hatte und von dem er nichts wusste außer dass er schwieg und rauchte und die See anschaute. :12. Ezek a tulajdonságok Anders számára akkoriban a szegénység formáinak tűntek, ma pedig a megelégedettség formáinak tűnnek, ami néha arra készteti, hogy azt gondolja, az örökség többet tartalmazott kőnél és fánál. - Diese Eigenschaften waren Anders damals als Formen von Armut erschienen und erscheinen ihm heute als Formen von Genügsamkeit, was ihn manchmal denken lässt, dass das Erbe mehr enthielt als Steine und Holz. :13. Maradt, anélkül hogy valaha is született volna olyan döntés, amely megérdemelte volna ezt a nevet, úgy, ahogyan az ember néha ott marad egy helyen, nem azért, mert az a helyes, hanem mert az elmenés feltételezné a hová világosságát, amely nem áll be. - Er ist geblieben, ohne dass je eine Entscheidung getroffen worden wäre, die diesen Namen verdient hätte, so wie man manchmal an einem Ort bleibt, nicht weil er der richtige ist, sondern weil das Weggehen eine Klarheit über das Wohin voraussetzt, die sich nicht einstellt. :14. Egy idő után ennek a világosságnak a hiányát már nem hiányként érzékeli az ember, hanem olyan állapotként, amely többé nem különbözik attól, amit más emberek otthonnak neveznek, ha őszinték. - Irgendwann hört die Abwesenheit dieser Klarheit auf, als Mangel wahrgenommen zu werden, und wird zu einem Zustand, der sich nicht mehr von dem unterscheidet, was andere Menschen Zuhause nennen, wenn sie ehrlich sind. :15. A tető beázik, a kályha szeszélyes, a homokkő keresztelőmedence mosogatóként szolgál, és ezt a rendeltetésbeli eltolódást, amelyet sokan elhanyagoltságnak látnának, Anders az életnek megfelelő dologként érzékeli. - Das Dach ist undicht, der Ofen launisch, das Taufbecken aus Sandstein dient als Spülbecken, und diese Verschiebung des Zwecks, die manchen als Verwahrlosung erscheinen würde, empfindet Anders als etwas dem Leben Gemäßes. :16. A dolgok túlélhetnek azáltal, hogy újra meghatározhatóvá válnak, a vakolat repedése nem seb, hanem krónika, és egy ház, amely lélegzik, előnyben részesítendő egy halott házzal szemben, még akkor is, ha a lélegzés huzatot jelent. - Dinge dürfen überleben, indem sie sich neu definieren lassen, der Riss im Putz ist keine Wunde, sondern eine Chronik, und ein Haus, das atmet, ist einem toten Haus vorzuziehen, auch wenn das Atmen Zugluft bedeutet. :17. Csónakmotorokat javít annak a partszakasznak a kevés megmaradt szomszédja számára, olyan embereknek, akik hallgatagságukban és távolságtartásukban hasonlítanak rá, mintha a vidék csak ilyeneket vonzott volna magához, vagy csak ilyeneket hagyott volna hátra. - Er repariert Bootsmotoren für die wenigen verbliebenen Nachbarn an diesem Küstenabschnitt, Menschen, die ihm in ihrer Schweigsamkeit und ihrer Abstandswahrung ähneln, als hätte die Gegend nur solche angezogen oder übrig gelassen. :18. Fizetségük többnyire kávéból áll, olykor dohányból, néha semmi másból, csak egy olyan férfi rövid, száraz biccentéséből, aki kapott valamit, és ezt tudja, és az erről való tudást elegendőnek tartja, Anders pedig már felhagyott azzal, hogy megkülönböztesse, ő is így látja-e, vagy egyszerűen csak hozzászokott, ami az eredményt tekintve ugyanarra vezet. - Deren Bezahlung besteht meistens aus Kaffee, gelegentlich aus Tabak, manchmal aus nichts außer dem kurzen, trockenen Nicken eines Mannes, der etwas bekommen hat und das weiß und der das Wissen darum für ausreichend hält, und Anders hat aufgehört zu unterscheiden, ob er das genauso sieht oder ob er sich schlicht daran gewöhnt hat, was im Ergebnis auf dasselbe hinausläuft. :19. Csónaképítő volt, Bergenben tanulta egy mesternél, aki a munkát minden fölé helyezte, és a róla való beszédet elfelejtette, és ennek a hierarchiának valami része beleíródott Andersbe, mint egy nyelvtan, amelyet nem ő választott, de amely szerint gondolkodik. - Er war Bootsbauer, hat das in Bergen gelernt bei einem Meister, der die Arbeit über alles stellte und die Sprache darüber vergaß, und etwas von dieser Hierarchie hat sich in ihn eingeschrieben wie eine Grammatik, die er nicht gewählt hat, nach der er aber denkt. :20. A cselekvés megelőzi a beszédet, a kezek többet tudnak, mint a száj, és egy motor, amely jár, minden hozzáfűzött megjegyzést fölöslegessé tesz. - Das Machen geht dem Reden voraus, die Hände wissen mehr als der Mund, und ein Motor, der läuft, macht jeden Kommentar dazu überflüssig. :21. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna, és Lars belép egy olyan ember nyugodt, magától értetődő súlyosságával, akinek a világ nem meghívottságra és meg nem hívottságra oszlik, hanem helyekre, ahová az ember tartozik, és helyekre, ahová nem. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand klopft, und Lars tritt herein mit der ruhigen, selbstverständlichen Schwere eines Menschen, für den die Welt sich nicht in Geladensein und Nichtgeladensein aufteilt, sondern in Orte, an denen man hingehört, und Orte, an denen man es nicht tut. :22. Ez a hely itt az első kategóriába tartozik, mert van közöttük egy megállapodás, amelyet soha nem fogalmaztak meg, és éppen ezért tart: hogy az ember jön, amikor akar, megy, amikor akar, és hogy a közbeeső hallgatás nem a kommunikáció kudarca, hanem annak legtökéletesebb formája. - Dieser Ort hier gehört in die erste Kategorie, weil es zwischen ihnen eine Abmachung gibt, die nie formuliert wurde und gerade deshalb hält: dass man kommt, wenn man will, dass man geht, wenn man will, und dass das Schweigen dazwischen kein Versagen der Kommunikation ist, sondern ihre vollkommenste Form. :23. Hatvannyolc éves, és az évek során keskennyé és csontossá vált, mintha a szél évtizedek alatt a lényegre redukálta volna, olyan kezekkel, amelyek annyira repedezettek és pontosak, hogy önmagukért beszélnek egy életről, amely nem a beszédből állt. - Er ist 68 und mit den Jahren schmal und knochig geworden, als hätte der Wind ihn über die Jahrzehnte auf das Wesentliche reduziert, mit Händen, die so rissig und präzise sind, dass sie für sich selbst sprechen über ein Leben, das nicht im Reden bestanden hat. :24. Leül a kályha melletti fapadra, leteszi a dohánycsomagot az asztalra, és egy olyan ember teljességével hallgat, akinek soha eszébe sem jutott volna bocsánatot kérni a hallgatásért. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt das Päckchen Tabak auf den Tisch und schweigt mit der Vollständigkeit eines Menschen, dem es nie eingefallen wäre, das Schweigen zu entschuldigen. :25. Az eső egyenletes, sürgető ritmusában veri az ablakot, a fűtés csöpög, a falióra azzal a könnyű utózengéssel ketyeg minden második ütésnél, amelyet Anders soha nem javított meg, mert az apró szabálytalanság az egyetlen, ami az órát megkülönbözteti egy mechanizmustól. - Der Regen schlägt gegen das Fenster in seinem gleichmäßigen, drängenden Rhythmus, die Heizung tropft, die Uhr an der Wand tickt mit jenem leichten Nachklang bei jedem zweiten Schlag, den Anders nie repariert hat, weil die kleine Unregelmäßigkeit das Einzige ist, was die Uhr von einem Mechanismus unterscheidet. :26. Körülbelül tíz perc múlva Lars anélkül, hogy felnézne, egy olyan férfi hangján, akinek a nyelv eszköz, nem dísz, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken, mit der Stimme eines Mannes, für den Sprache ein Werkzeug ist und kein Ornament: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :27. Anders bólint, és ebben a bólintásban benne rejlik egymással való érintkezésük teljes gazdaságtana: hogy az információ megérkezett, hogy elismerést kapott, hogy nincs szükség további reakcióra, mert a tény önmagáért áll. - Anders nickt, und in diesem Nicken liegt die gesamte Ökonomie ihres Umgangs miteinander beschlossen: dass die Information angekommen ist, dass sie gewürdigt wird, dass keine weitere Reaktion nötig ist, weil die Tatsache für sich selbst steht. :28. Lars nem azért jött, hogy reakciókat arasson, hanem mert ez a hely mindkettőjük számára az egyetlen, ahol a csendet nem kell megmagyarázni. - Lars ist nicht gekommen, um Reaktionen zu ernten, sondern weil dieser Ort für beide der einzige ist, an dem die Stille nicht erklärt werden muss. :29. Lars feláll, az ajtóhoz megy egy olyan férfi hosszú, kissé ringó járásával, aki az életét hajókon töltötte, és maga mögött becsukja az ajtót azzal az ismerős óvatossággal, amellyel az ember régi fának tartozik. - Lars steht auf, geht zur Tür mit dem langen, leicht schaukelnden Gang eines Mannes, der sein Leben auf Booten verbracht hat, und zieht die Tür mit der vertrauten Behutsamkeit hinter sich zu, die man altem Holz schuldet. :30. A dohány az asztalon marad, mint egy kicsi, néma ajánlat, amelynek érvényessége nem attól függ, elfogadják-e. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch wie ein kleines, stummes Angebot, das seine Gültigkeit nicht davon abhängig macht, ob es angenommen wird. :31. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal, egy számla és egy prospektus között, amelyet Anders nem nyitott ki. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist, zwischen einer Rechnung und einem Prospekt, den Anders nicht geöffnet hat. :32. A kéretlen közlésekre való reagálás szokását már régen, különösebb esemény nélkül levetette, mint egy ruhadarabot, amely soha nem is igazán illett rá. - Er hat die Gewohnheit, auf ungebetene Mitteilungen einzugehen, vor langer Zeit und ohne besonderes Ereignis abgelegt wie ein Kleidungsstück, das einem nie wirklich gepasst hat. :33. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan konstruáltan barátságos és túltelített fényben, hogy hazugságnak hat a városok lényegéről, olyan ígéretnek, amelyet azzal a szándékkal tesznek, hogy ne váltsák be. - Das Motiv zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das so konstruiert freundlich und übersättigt ist, dass es wie eine Lüge über das Wesen von Städten wirkt, wie ein Versprechen, das mit der Absicht gemacht wird, nicht eingelöst zu werden. :34. Anders egy olyan férfi lassú ujjaival fordítja meg a lapot, akinek van ideje, és mégsem pazarolja, mert az idő számára nem fogyóban lévő készlet, hanem az a közeg, amelyben a dolgok egyszerűen vannak. - Anders dreht die Karte mit den langsamen Fingern eines Mannes um, der Zeit hat und sie trotzdem nicht verschwendet, weil Zeit für ihn kein Vorrat ist, der zur Neige geht, sondern das Medium, in dem die Dinge einfach sind. :35. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :36. A kézírás Mettéé: ferde, szűkebb a szükségesnél, azzal a könnyű nyomással, amelyet csak akkor fejt ki, amikor olyasmit ír, aminél a kéz gyorsabb akar lenni, mint az őt követő gondolat. - Die Handschrift ist Mettes: schräg, enger als nötig, mit dem leichten Druck, den sie nur dann ausübt, wenn sie etwas schreibt, bei dem die Hand schneller sein will als der Gedanke, der ihr folgt. :37. A hat hónap, amelyben egyetlen szó, egyetlen üzenet, egyetlen jel sem érkezett tőle, ebben az egy mondatban sűrűsödik össze, mint pára a hideg üvegen: olyan világossággá, amely egyszerre áthatolhatatlan, kezelési terv nélküli diagnózissá, olyan kérdéssé, amelyet annak tudatában tesznek fel, hogy a válasz már azelőtt megadatott, mielőtt megfogalmazták volna. - Die sechs Monate, in denen kein Wort, keine Nachricht, kein Zeichen von ihr gekommen ist, kondensieren in diesem einen Satz wie Feuchtigkeit an kaltem Glas: zu einer Klarheit, die gleichzeitig undurchdringlich ist, zu einer Diagnose ohne Behandlungsplan, zu einer Frage, die mit dem Wissen gestellt wird, dass die Antwort bereits gegeben wurde, bevor sie formuliert worden ist. :38. Kétszer olvassa el a mondatot, aztán harmadszor is, nem értetlenségből, hanem abból a tiszteletből, amellyel mindennek adózik, amit valóban komolyan gondolnak. - Er liest den Satz zweimal, dann ein drittes Mal, nicht aus Unverständnis, sondern aus dem Respekt, den er allem entgegenbringt, was wirklich gemeint ist. :39. Aztán a lapot képpel lefelé visszateszi a párkányra, mert nem tudja elviselni a kikötőkép színeit, nem ma, ezen a délutánon, amikor minden, ami túlságosan telített, olyan állításnak hat, amelyet nem akar aláírni. - Dann legt er die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurück, weil er die Farben des Hafenbilds nicht ertragen kann, nicht heute, an diesem Nachmittag, an dem alles, was zu gesättigt ist, wie eine Behauptung wirkt, die er nicht unterschreiben will. :40. Odakint a délutáni komp lassan elhalad az ablak előtt, motorzaja úgy duzzad fel, mint egy kérdés, amely rövid időre hangossá válik, aztán elfújja a szél, mint egy választ, amely úgy döntött, nem marad. - Draußen zieht die Nachmittagsfähre langsam am Fenster vorbei, ihr Motorgeräusch schwillt an wie eine Frage, die kurz laut wird, und verweht dann im Wind wie eine Antwort, die sich entschieden hat, nicht zu bleiben. :41. A fjord mögötte annak az egykedvűségével zárul össze, amit olyan sokszor szeltek már át, hogy felhagyott azzal, hogy az átszelést eseményként regisztrálja. - Der Fjord schließt sich hinter ihr mit der Gleichmütigkeit von etwas, das durchquert worden ist so oft, dass es aufgehört hat, das Durchquertwerden als Ereignis zu registrieren. :42. Négy órakor, amikor a sötétség nem lehull, hanem a vízből és a kőzetből emelkedik fel, és nehezebbé, sűrűbbé teszi a levegőt, mintha a fény nem hiányozna, hanem valami nagyobb súlyú dologgal helyettesítették volna, Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból. - Um vier Uhr, wenn die Dunkelheit nicht fällt, sondern aus dem Wasser und dem Gestein aufsteigt und die Luft schwerer und dichter macht, als wäre das Licht nicht abwesend, sondern ersetzt worden durch etwas mit mehr Gewicht, holt Anders eine Kerze aus der Küchenschublade. :43. A fiókban ott fekszik Lars dohánya is, még csomagolásban, mintha azok a dolgok, amelyek érintetlenek maradnak, a maguk módján teljesebbek volnának, mint azok, amelyeket használnak. - In der Schublade liegt auch der Tabak von Lars, noch in der Verpackung, so als wären Dinge, die unangetastet bleiben, auf ihre Weise vollständiger als solche, die benutzt werden. :44. A gyertyát az északi falnál álló régi zongorára teszi, amelynek fekete lakkozása a szélein pattogzik, és amely a vakolat repedése alatt áll, amely az elmúlt télen szélesebb lett. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier an der Nordwand, dessen schwarzer Lack an den Kanten blättert und das unter dem Riss im Putz steht, der im letzten Winter breiter geworden ist. :45. Anders egyszer végighúzta az ujját a repedésen, lassan és különösebb ok nélkül, úgy, ahogyan az ember néha követ egy vonalat, nem azért, mert az vezet valahová, hanem mert a követés mozdulata maga jelent valamit, amit nem lehet nyelvre lefordítani. - Anders ist dem Riss einmal mit dem Finger nachgefahren, langsam und ohne bestimmten Grund, so wie man manchmal eine Linie verfolgt, nicht weil sie irgendwohin führt, sondern weil die Bewegung des Nachfolgens selbst etwas bedeutet, das sich nicht in Sprache übersetzen lässt. :46. Tudomása szerint soha senki nem játszott ezen a zongorán, és mégis ott áll azzal a csendes, tárgyilagos makacssággal, amellyel az elhagyott hangszerek néha rendelkeznek. - Niemand hat je auf diesem Klavier gespielt, soweit er weiß, und doch steht es da mit jener stillen, sachlichen Insistenz, die verlassene Instrumente manchmal haben. :47. Nem szűnt meg hangszernek lenni csak azért, mert már nincs ott játékos, mintha a zene lehetősége tovább létezne mindaddig, amíg létezik a tárgy, amely magában hordozza, és Anders ezt nem gyásznak, nem szentimentalizmusnak érzi, hanem egyfajta jelenlétnek, amely megfelel neki, mert semmit sem követel tőle. - Es ist nicht aufgehört, Instrument zu sein, nur weil kein Spieler mehr da ist, als würde die Möglichkeit der Musik weiterexistieren, solange das Objekt existiert, das sie enthält, und Anders empfindet das nicht als Trauer, nicht als Sentimentalität, sondern als eine Art Anwesenheit, die ihm recht ist, weil sie nichts von ihm verlangt. :48. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, amelynek egyik lába egy összehajtott kartondarabon nyugszik, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl, dessen eines Bein auf einem gefalteten Stück Pappe ruht, und schaut in die Flamme. :49. A láng ingadozik az alig érezhető huzatban, amely egyenletes, lapos lélegzetvételként járja át a házat, olyan lassú ritmusban, hogy az ember nem biztos benne, mozgást lát-e, vagy csak saját szeme nyugtalanságát vetíti ki. - Die Flamme schwankt in dem kaum spürbaren Durchzug, der das Haus wie ein gleichmäßiger, flacher Atemzug durchläuft, in einem so langsamen Rhythmus, dass man nicht sicher ist, ob man eine Bewegung sieht oder nur die Unruhe des eigenen Auges projiziert. :50. Nem gondol Mettére, és nem gondol a kérdésre sem, amelyet a nő feltett, nem azért, mert a kérdés nem érte volna el, hanem mert bizonyos kérdések nem arra valók, hogy megválaszolják őket, hanem arra, hogy hordozzák őket. - Er denkt nicht an Mette und nicht an die Frage, die sie gestellt hat, nicht weil die Frage ihn nicht erreicht hätte, sondern weil manche Fragen nicht dazu da sind, beantwortet zu werden, sondern dazu, getragen zu werden. :51. Anders hordozza, anélkül hogy megnevezné, úgy, ahogyan az ember olyan súlyt hordoz, amelyet olyan régóta birtokol, hogy megszűnt súlyként érzékelődni, és elkezdett a saját testtartás részévé válni. - Anders trägt sie, ohne sie zu benennen, so wie man ein Gewicht trägt, das man so lange hat, dass es aufgehört hat, als Gewicht wahrgenommen zu werden, und angefangen hat, Teil der eigenen Statur zu sein. :52. A fűtés csöpög, a víz puha, tompa lökésekkel csapódik odakint a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser schlägt in weichen, dumpfen Stößen gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle draußen. :53. A gyertya olyan türelemmel és egyenes vonalúsággal ég le, amely megszégyeníti mindazt az emberit, ami körülötte habozik, kételkedik és marad, anélkül hogy tudná, miért. - Die Kerze brennt herunter mit einer Geduld und Gradlinigkeit, die alles Menschliche beschämt, das um sie herum zögert und zweifelt und bleibt, ohne zu wissen warum. :54. Aztán havazni kezd, olyan észrevétlenül és fokozatosan, hogy Anders nem tudná megmondani, pontosan mikor történt meg az átmenet, mintha az éjszaka úgy döntött volna, hogy megváltoztatja az állagát anélkül, hogy erre rámutatna. - Dann beginnt es zu schneien, so unmerklich und allmählich, dass Anders nicht sagen könnte, wann genau der Übergang stattgefunden hat, als hätte die Nacht beschlossen, ihre Konsistenz zu wechseln, ohne darauf hinzuweisen. :55. A hó hull a fjord fekete vizére, a régi templom mohával borított tetejére és az ablakpárkányra, ahol a képeslap képpel lefelé fekszik, és a fjord befogadja a havat, ahogyan mindent befogad: megjegyzés nélkül, változás nélkül, anélkül hogy szándékában állna emlékeztetni magára. - Der Schnee fällt auf das schwarze Wasser des Fjords und auf das moosbedeckte Dach der alten Kirche und auf den Fenstersims, wo die Postkarte liegt mit der Vorderseite nach unten, und der Fjord nimmt den Schnee auf wie er alles aufnimmt: ohne Kommentar, ohne Veränderung, ohne die Absicht, sich erinnern zu lassen. :56. Nem fog Oslóba utazni, és ez nem döntés, mert egy döntés feszültséget feltételez két olyan lehetőség között, amelyek mindketten valóságosak, és benne ez a feszültség nincs jelen, nem lemondás vagy kimerültség eredményeként. - Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist keine Entscheidung, weil eine Entscheidung eine Spannung voraussetzt zwischen zwei Möglichkeiten, die beide real sind, und in ihm ist diese Spannung nicht vorhanden, nicht als Ergebnis von Resignation oder Erschöpfung. :57. Valamikor az elmúlt két évben felhagyott azzal a hittel, hogy az élet máshol teljesebb volna, mint itt, teljesebb, mint ebben a házban, amely beázik és huzatos, ennél a fjordnál, amely szürke és nehéz, és olyan tökéletesen közömbös az ő jelenléte iránt, hogy ez a közömbösség az ő számára az őszinteség egyetlen még elviselhető formájának érződik. - Er hat irgendwann in den vergangenen zwei Jahren aufgehört zu glauben, dass das Leben anderswo vollständiger wäre als hier, vollständiger als in diesem Haus, das leckt und zieht, an diesem Fjord, der grau ist und schwer und so vollkommen gleichgültig gegenüber seiner Anwesenheit, dass diese Gleichgültigkeit sich anfühlt wie die einzige Form von Ehrlichkeit, die er noch erträgt. :58. Hull a hó, jön az éjszaka, ég a gyertya, és odakint a fjord olyan csendesen, sötéten és teljesen fekszik, mintha soha semmi mást nem tett volna, csak ott lett volna. - Der Schnee fällt, die Nacht kommt, die Kerze brennt, und draußen liegt der Fjord so still und dunkel und vollständig, als hätte er nie etwas anderes getan als da sein. :59. Létezni nem a legkevesebb, hanem a legvégső. - Dasein ist nicht das Mindeste, sondern das Äußerste. ------------------------- == 72 == 1 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Esik. - Es regnet. :2. Kari vezeti az autót. - Kari fährt das Auto. :3. Jon mellette ül. - Jon sitzt neben ihr. :4. Nem beszélnek. - Sie sprechen nicht. :5. Az ablaktörlő lassan mozog ide-oda. - Der Scheibenwischer bewegt sich langsam hin und her. :6. Nyikorog. - Er quietscht. :7. Az út üres. - Die Straße ist leer. :8. Jon egy kicsit kinyitja az ablakot. - Jon öffnet das Fenster ein bisschen. :9. Hideg levegő jön be. - Kalte Luft kommt herein. :10. Kari gyorsabbra állítja az ablaktörlőt. - Kari macht den Scheibenwischer schneller. :11. Már egy órája vezet. - Sie fährt seit einer Stunde. :12. Senki sem kapcsolja be a zenét. - Niemand macht die Musik an. :13. Jon kinéz az ablakon. - Jon schaut aus dem Fenster. :14. A fák nedvesek. - Die Bäume sind nass. :15. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :16. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :17. A fészeréhez mennek. - Sie fahren zu seinem Schuppen. :18. Rendezniük kell a holmijait. - Sie müssen seine Sachen sortieren. :19. Ez a terv. - Das ist der Plan. :20. Kari semmi különösre nem gondol. - Kari denkt nichts Besonderes. :21. Vagy talán túl sok mindenre gondol. - Oder vielleicht denkt sie zu viel. :22. Ezt ő maga sem tudja. - Sie weiß es selbst nicht. :23. A fészer a víznél áll. - Der Schuppen steht am Wasser. :24. Öreg és kicsi. - Er ist alt und klein. :25. A festék lepattogzott róla. - Die Farbe ist abgeblättert. :26. Jon kiszáll az autóból. - Jon steigt aus dem Auto. :27. Kari is. - Kari auch. :28. Az eső hideg. - Der Regen ist kalt. :29. Jon nekifeszül az ajtónak. - Jon drückt gegen die Tür. :30. Nem nyílik ki. - Sie geht nicht auf. :31. Kétszer belerúg. - Er tritt zweimal dagegen. :32. Most kinyílik. - Jetzt geht sie auf. :33. Régi fa szaga van. - Es riecht nach altem Holz. :34. És cigarettaszag. - Und nach Zigaretten. :35. Ez a szag. - Dieser Geruch. :36. Kari jól ismeri. - Kari kennt ihn gut. :37. Egy pillanatig mozdulatlanul áll. - Sie steht einen Moment still. :38. Jon bemegy. - Jon geht rein. :39. A falon egy mentőmellény lóg. - An der Wand hängt eine Schwimmweste. :40. Alatta gumicsizmák állnak. - Darunter stehen Gummistiefel. :41. Nagy gumicsizmák. - Große Gummistiefel. :42. Negyvenötös méret. - Nummer 45. :43. Az apjuknak nagy lába volt. - Ihr Vater hatte große Füße. :44. Egy polcon naptár fekszik. - Auf einem Regal liegt ein Kalender. :45. 2019-ből való. - Er ist von 2019. :46. Senki sem lapozta tovább. - Niemand hat ihn umgeblättert. :47. Kari leül egy üres ládára. - Kari setzt sich auf eine leere Kiste. :48. Az eső dobol a tetőn. - Der Regen trommelt auf das Dach. :49. Hangosan és egyenletesen. - Laut und gleichmäßig. :50. Jon körülnéz. - Jon sieht sich um. :51. A falon két szög van. - An der Wand hängen zwei Nägel. :52. Rajtuk egy horgászbot lóg. - Daran hängt eine Angel. :53. Jon leveszi. - Jon nimmt sie herunter. :54. Mindkét kezében tartja. - Er hält sie in beiden Händen. :55. A zsinór összegabalyodott. - Die Schnur ist verwickelt. :56. A horog rozsdás. - Der Haken ist rostig. :57. Jon nem mond semmit. - Jon sagt nichts. :58. Csak nézi a horgászbotot. - Er schaut die Angel nur an. :59. Kari feláll. - Kari steht auf. :60. Odamegy hozzá. - Sie geht zu ihm. :61. Röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. :62. Aztán visszaadja. - Dann gibt sie sie zurück. :63. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :64. Jon bólint. - Jon nickt. :65. Leteszi a horgászbotot a régi munkapadra. - Er legt die Angel auf die alte Werkbank. :66. Egyébként sem visznek magukkal semmit. - Sonst nehmen sie auch nichts mit. :67. A naptárt nem. - Den Kalender nicht. :68. A gumicsizmákat nem. - Die Gummistiefel nicht. :69. A félig teli benzineskannát nem. - Den halbvollen Benzinkanister nicht. :70. Mindent úgy hagynak, ahogy van. - Sie lassen alles so, wie es ist. :71. Kimennek. - Sie gehen raus. :72. Még mindig esik. - Es regnet immer noch. :73. Jon kezében egy kis lakat van. - Jon hat ein kleines Vorhängeschloss in der Hand. :74. Bezárja az ajtót. - Er schließt die Tür ab. :75. Ez az utolsó alkalom. - Das ist das letzte Mal. :76. Kari tartja a kulcsot. - Kari hält den Schlüssel. :77. A fjord felé néz. - Sie schaut zum Fjord. :78. Aztán eldobja. - Dann wirft sie ihn. :79. A kulcs átrepül a levegőn. - Der Schlüssel fliegt durch die Luft. :80. Beleeseik a vízbe. - Er fällt ins Wasser. :81. Halk csobbanás hallatszik. - Es macht ein leises Platschen. :82. Egy kis kör képződik. - Ein kleiner Kreis bildet sich. :83. Aztán újra minden csendes. - Dann ist alles wieder still. :84. Nem fordulnak meg. - Sie drehen sich nicht um. :85. Odamennek az autóhoz. - Sie gehen zum Auto. :86. Jon beül a volán mögé. - Jon setzt sich ans Steuer. :87. Beindítja a motort. - Er startet den Motor. :88. Az ablaktörlő újra elindul. - Der Scheibenwischer fängt wieder an. :89. Ugyanúgy nyikorog, mint korábban. - Er quietscht wie vorher. :90. Elindulnak. - Sie fahren. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső akkor kezd el esni, amikor elhagyják a várost. - Der Regen fängt an, als sie die Stadt verlassen. :2. Kari vezet, Jon mellette ül, és kinéz az ablakon. - Kari fährt, Jon sitzt daneben und schaut aus dem Fenster. :3. Nem beszélnek, de ez nem olyan csend, amely fáj. - Sie sprechen nicht, aber das ist keine Stille, die wehtut. :4. Az ablaktörlő ide-oda mozog, és minden harmadik alkalommal nyikorog. - Der Scheibenwischer bewegt sich hin und her und quietscht bei jedem dritten Mal. :5. Jon résnyire kinyitja az ablakot, mert friss levegőre van szüksége. - Jon öffnet das Fenster einen kleinen Spalt, weil er frische Luft braucht. :6. A hideg levegő beáramlik, Kari pedig gyors fokozatra kapcsolja az ablaktörlőt. - Die kalte Luft kommt herein und Kari schaltet den Wischer auf schnell. :7. Már egy órája vezet, és az út mindvégig üres. - Sie fährt schon seit einer Stunde und die Straße ist die ganze Zeit leer. :8. Az apjuk három hete halt meg, és ma ki kell üríteniük a fészerét. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben und heute müssen sie seinen Schuppen ausräumen. :9. Kari az utóbbi években az anyjukat ápolta, az apjukat pedig ritkán látogatta. - Kari hat in den letzten Jahren die Mutter gepflegt und den Vater selten besucht. :10. Jon tíz éve Bergenben él, és évente csak kétszer jön haza. - Jon lebt seit zehn Jahren in Bergen und kommt nur zweimal im Jahr nach Hause. :11. Ma van az utolsó alkalom. - Heute ist das letzte Mal. :12. A fészer közvetlenül a fjordnál áll, és úgy néz ki, mintha régóta senki sem használta volna. - Der Schuppen steht direkt am Fjord und sieht aus, als hätte ihn lange niemand benutzt. :13. Jon száll ki először, és kétszer belerúg a régi ajtóba, amíg az végre kinyílik. - Jon steigt zuerst aus und tritt zweimal gegen die alte Tür, bis sie endlich aufgeht. :14. Azonnal szag árad ki belőle – régi fa, nedves föld és cigaretta. - Sofort kommt ein Geruch heraus – altes Holz, feuchter Boden und Zigaretten. :15. Kari egy pillanatra megáll az ajtóban, mert ismeri ezt a szagot. - Kari bleibt einen Moment in der Tür stehen, weil sie diesen Geruch kennt. :16. Nem mond róla semmit, de röviden a száján át vesz levegőt. - Sie sagt nichts darüber, aber sie atmet kurz durch den Mund. :17. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amely régen narancssárga volt. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, die früher orange war. :18. Alatta két gumicsizma áll, 45-ös méretben, tele régi sárral. - Darunter stehen zwei Gummistiefel, Größe 45, voll mit altem Schmutz. :19. Egy kis polcon egy 2019-es naptár fekszik, március hónapnál nyitva. - Auf einem kleinen Regal liegt ein Kalender von 2019, offen auf dem Monat März. :20. Néhány mezőben szavak állnak, de Kari nem olvassa el őket. - In einigen Feldern stehen Wörter, aber Kari liest sie nicht. :21. Jon a fészer közepén áll, és meg sem mozdul. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und rührt sich nicht. :22. Az eső hangosan dobol a hullámbádogtetőn, és hangosabbá teszi a hallgatást. - Der Regen trommelt laut auf das Wellblechdach und macht das Schweigen lauter. :23. Kari leül egy üres faládára, és vár, anélkül hogy tudná, mire. - Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste und wartet, ohne zu wissen, worauf. :24. A hátsó falon két szög van, és ezeken a szögeken egy horgászbot lóg. - An der hinteren Wand hängen zwei Nägel, und an diesen Nägeln hängt eine Angelrute. :25. Jon leveszi, és maga elé tartja, mintha egy másik életből származó tárgy lenne. - Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich, als wäre es ein Gegenstand aus einem anderen Leben. :26. A zsinór összegabalyodott, a horog pedig barna a rozsdától. - Die Schnur ist verwickelt und der Haken ist braun vor Rost. :27. Lassan forgatja a horgászbotot a kezében, egy szót sem szól, és csak nézi. - Er dreht die Angel langsam in den Händen, sagt kein Wort und schaut sie nur an. :28. Kari feláll, odamegy hozzá, és röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Kari steht auf, geht zu ihm und nimmt die Angel kurz in die Hand. :29. Könnyebb, mint gondolta. - Sie ist leichter, als sie gedacht hat. :30. Visszaadja, és nyugodtan azt mondja: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Sie gibt sie zurück und sagt ruhig: „Den nehmen wir nicht mit." :31. Jon egyszer bólint, és leteszi a horgászbotot a régi munkapadra az ablak mellé. - Jon nickt einmal und legt die Angel auf die alte Werkbank neben dem Fenster. :32. Aztán röviden egymásra néznek, nem sokáig, de elég sokáig. - Dann schauen sie sich kurz an, nicht lange, aber lang genug. :33. Semmit sem visznek magukkal – sem a naptárt, sem a gumicsizmákat, sem a benzineskannát. - Sie nehmen nichts mit – nicht den Kalender, nicht die Gummistiefel, nicht den Benzinkanister. :34. Ez nem olyan döntés volt, amelyet együtt hoztak meg. - Das war keine Entscheidung, die sie zusammen getroffen haben. :35. Egyszerűen világos volt. - Es war einfach klar. :36. Együtt kimennek, és az esőben állnak, esernyő és kabát nélkül. - Sie gehen zusammen raus und stehen im Regen, ohne Schirm und ohne Jacke. :37. Jonnál van a kis lakat, és bezárja az ajtót. - Jon hat das kleine Vorhängeschloss dabei und schließt die Tür ab. :38. Kari a markában tartja a kulcsot, és a fjordra néz. - Kari hält den Schlüssel in der Faust und schaut auf den Fjord. :39. A víz szürke, és lassan mozog. - Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam. :40. Röviden lendületet vesz, és olyan messzire dobja a kulcsot, amennyire csak tudja. - Sie holt kurz aus und wirft den Schlüssel so weit sie kann. :41. A kulcs átrepül a nedves levegőn, beleesik a vízbe, és halk hangot ad. - Er fliegt durch die nasse Luft, fällt ins Wasser und macht ein leises Geräusch. :42. Egy kis kör képződik a felszínen, és azonnal újra eltűnik. - Ein kleiner Kreis bildet sich auf der Oberfläche und verschwindet sofort wieder. :43. Kari még egy pillanatig nézi, aztán megfordul. - Kari schaut noch einen Moment, dann dreht sie sich um. :44. Odamennek az autóhoz, anélkül hogy még egyszer visszanéznének. - Sie gehen zum Auto, ohne sich noch einmal umzusehen. :45. Jon beül a volán mögé, és szó nélkül beindítja a motort. - Jon setzt sich ans Steuer und startet den Motor ohne etwas zu sagen. :46. Az ablaktörlő nyikorogni kezd, pontosan úgy, mint az odaúton. - Der Scheibenwischer fängt an zu quietschen, genau wie auf der Hinfahrt. :47. Kari az ablaknak dönti a fejét, és becsukja a szemét. - Kari lehnt den Kopf gegen das Fenster und schließt die Augen. :48. Visszafelé mennek, és az eső nem áll el. - Sie fahren zurück, und der Regen hört nicht auf. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső röviddel a városhatár után kezdődik, először halkan veri a szélvédőt. - Der Regen beginnt kurz hinter der Stadtgrenze, erst leise gegen die Windschutzscheibe. :2. Aztán hangosabb lesz, míg az öreg Volvo tetejét úgy szólaltatja meg, mint egy dobot. - Dann wird er lauter, bis er das Dach des alten Volvo wie eine Trommel klingen lässt. :3. Kari vezet, mindkét keze a kormányon. - Kari fährt, beide Hände am Steuer. :4. Tekintete egyenesen az üres országútra szegeződik. - Ihr Blick geht geradeaus auf die leere Landstraße. :5. Jon az anyósülésen ül, könyökét az ajtónak támasztva. - Jon sitzt auf dem Beifahrersitz, den Ellenbogen auf die Tür gestützt. :6. Kifelé néz, mintha a vizes mezők és a szürke fák mondhatnának neki valamit, amit még nem tud. - Er schaut hinaus, als ob die nassen Felder und die grauen Bäume ihm etwas sagen könnten, was er noch nicht weiß. :7. Már majdnem egy órája nem szóltak egy szót sem, de egyiküknek sem hiányoznak a szavak. - Seit fast einer Stunde haben sie kein Wort gesprochen, aber keiner von beiden vermisst die Worte. :8. Az ablaktörlő minden harmadik fordulónál nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht bei jedem dritten Durchgang. :9. Egyenletes, tompa hang ez, amely úgy tapad meg a gondolatokban, mint egy dal, amelytől nem lehet szabadulni. - Es ist ein gleichmäßiges, stumpfes Geräusch, das sich in den Gedanken festsetzt wie ein Lied, das man nicht loswerden kann. :10. Jon résnyire kinyitja az oldalablakot, és beengedi a hideg levegőt. - Jon öffnet das Seitenfenster einen Spalt weit und lässt die kalte Luft hereinströmen. :11. Kari megjegyzés nélkül a leggyorsabb fokozatra fordítja az ablaktörlő kapcsolóját. - Kari dreht ohne Kommentar den Wischerschalter auf die schnellste Stufe. :12. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :13. Ez a mondat még idegenül hangzik a fejükben, mint valami, amit az ember olvasott, de még nem igazán értett meg. - Dieser Satz klingt in ihren Köpfen noch fremd, wie etwas, das man gelesen hat, aber noch nicht wirklich verstanden. :14. Ma semmit sem hoznak vissza. - Heute holen sie nichts zurück. :15. Csak azért jönnek, hogy lezárják. - Sie kommen nur, um abzuschließen. :16. A fészer egy keskeny murvás út végén áll, közvetlenül a fjord partján. - Der Schuppen liegt am Ende eines schmalen Schotterwegs direkt am Ufer des Fjords. :17. Félig rejtve áll három öreg nyírfa mögött, amelyeknek ágai ide-oda csapkodnak a szélben. - Er liegt halb versteckt hinter drei alten Birken, deren Äste im Wind hin und her schlagen. :18. Jon száll ki elsőként, és az ajtóhoz megy. - Jon steigt als erster aus und geht zur Tür. :19. Az ajtó már kívülről nézve is ferdén lóg a zsanérjain. - Die Tür hängt schon von außen schief in den Angeln. :20. Vállával nekifeszül, aztán kétszer erősen belerúg, míg a fa enged. - Er drückt mit der Schulter dagegen, dann tritt er zweimal kräftig dagegen, bis das Holz nachgibt. :21. Az ajtó kitárul, és kienged egy szagot, amely azonnal és figyelmeztetés nélkül ott van. - Die Tür schwenkt auf und gibt einen Geruch frei, der sofort und ohne Vorwarnung da ist. :22. Öreg, nedves fa, motorolaj szaga érződik, és mélyen alatta ott van az apa ismerős dohányszaga. - Es riecht nach altem, feuchtem Holz, Motorenöl, und tief darunter liegt der vertraute Tabakgeruch des Vaters. :23. Kari átlép a küszöbön, és megáll. - Kari tritt über die Schwelle und bleibt stehen. :24. Nem azért áll meg, mert szomorú, hanem mert a testnek néha kell egy pillanat, mielőtt továbbmegy. - Sie bleibt nicht stehen, weil sie traurig ist, sondern weil der Körper manchmal einen Moment braucht, bevor er weitermacht. :25. A falon egy kifakult mentőmellény lóg, hevederei lazák és az öregségtől porladók. - An der Wand hängt eine verblasste Schwimmweste, die Gurte lose und mürbe vor Alter. :26. Alatta két nagy gumicsizma áll, belsejükre rászáradt sár kérgesedett. - Darunter stehen zwei große Gummistiefel, deren Innenseiten mit getrocknetem Schlamm verkrustet sind. :27. Egy keskeny polcon egy 2019-es naptár fekszik, márciusnál kinyitva. - Auf einem schmalen Regal liegt ein Kalender des Jahres 2019, aufgeschlagen auf dem März. :28. Két kis mezőben bejegyzések állnak az apa ismerős, szoros kézírásával. - In zwei der kleinen Felder stehen Einträge in der vertrauten, engen Handschrift des Vaters. :29. Kari nem olvassa el őket. - Kari liest sie nicht. :30. Jon a helyiség közepén áll, kezét a nadrágzsebébe dugva. - Jon steht in der Mitte des Raumes, die Hände in den Hosentaschen. :31. Lassan körülnéz, mintha megpróbálna emlékezni valamire, amit valójában soha nem is tudott. - Er schaut langsam umher, als würde er versuchen, sich an etwas zu erinnern, das er nie wirklich gewusst hat. :32. Az eső egyenletesen dobol a hullámlemez tetőn, és olyan hanggal tölti meg a helyiséget, amely minden mást kisebbé tesz benne. - Der Regen trommelt gleichmäßig auf das Wellblechdach und füllt den Raum mit einem Geräusch, das alles andere darin kleiner macht. :33. A hátsó falon két rozsdás szög van. - An der hinteren Wand hängen zwei verrostete Nägel. :34. Ezekről a szögekről egy horgászbot lóg le, zsinórja többszörösen összegubancolódva, a végén a kis horog barnán és tompán a rozsdától. - Von diesen Nägeln hängt eine Angelrute herab, ihre Schnur mehrfach verwickelt, der kleine Haken am Ende braun und stumpf vor Rost. :35. Jon odalép, és két kézzel leemeli. - Jon tritt heran und nimmt sie mit beiden Händen herunter. :36. Lassan teszi, mintha törékeny volna. - Er tut es langsam, als wäre sie zerbrechlich. :37. Maga elé tartja, és nézi, a horgászbotot, amelyet valószínűleg már gyerekként is ismert. - Er hält sie vor sich und schaut sie an, die Angel, die er wahrscheinlich als Kind schon kannte. :38. Az arca semmit sem mutat, de a keze túl erősen tartja ahhoz képest, hogy közömbös volna. - Sein Gesicht zeigt nichts, aber seine Hände halten sie zu fest für jemanden, der gleichgültig ist. :39. Kari oldalról figyeli, és vár. - Kari beobachtet ihn von der Seite und wartet. :40. Nem tudja, mire is vár tulajdonképpen. - Sie weiß nicht, worauf sie eigentlich wartet. :41. Aztán odamegy hozzá, kiveszi a horgászbotot a kezéből, és egy pillanatig maga tartja. - Dann geht sie zu ihm, nimmt die Angel aus seinen Händen und hält sie einen Moment lang selbst. :42. Érzi a súlyát, amely szinte nincs is, és visszaadja neki. - Sie spürt das Gewicht, das fast keines ist, und gibt sie ihm zurück. :43. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :44. Nyugodtan mondja, kérdés nélkül a hangjában. - Sie sagt es ruhig und ohne Frage in der Stimme. :45. Jon bólint, és leteszi a horgászbotot a kis ablak alatti megviselt munkapadra. - Jon nickt und legt die Angel auf die verwitterte Werkbank unter dem kleinen Fenster. :46. Fél lépést hátralép, mintha ez olyan cselekedet volna, amely jelent valamit. - Er tritt einen halben Schritt zurück, als wäre das eine Handlung, die etwas bedeutet. :47. Semmit sem visznek magukkal ebből a fészerből. - Sie nehmen nichts mit aus diesem Schuppen. :48. Nem viszik el a naptárt, nem a gumicsizmákat, nem a sarokban álló, félig teli benzineskannát, amely semmi meghatározott dolog szagát nem árasztja. - Sie nehmen nicht den Kalender, nicht die Gummistiefel, nicht den halbvollen Benzinkanister mit, der in der Ecke steht und nach nichts Bestimmtem riecht. :49. Nincs olyan pillanat, amelyben ezt a döntést közösen meghoznák. - Es gibt keinen Moment, in dem sie diese Entscheidung gemeinsam treffen. :50. Mégis egyetértenek, anélkül hogy beszélnének róla. - Trotzdem sind sie sich einig, ohne darüber zu sprechen. :51. Kint, a fészer előtt az esőben állnak. - Draußen vor dem Schuppen stehen sie im Regen. :52. Az eső most ferdén esik, és átáztatja a kabátjukat. - Der Regen fällt jetzt schräg und durchnässt ihre Jacken. :53. Jon bezárja a lakatot, és még egyszer megforgatja, hogy biztos legyen benne. - Jon schließt das Vorhängeschloss zu und dreht noch einmal daran, um sicher zu gehen. :54. Aztán csak áll ott, mintha elfelejtette volna, mi következik. - Dann steht er einfach da, als hätte er vergessen, was als nächstes kommt. :55. Kari jobb kezében ott a kulcs. - Kari hat den Schlüssel in der rechten Hand. :56. Egy kicsi, könnyű fémdarab, amely most már semmit sem nyit ki, és semmi mást nem jelent, csak azt, amit ő tenni fog vele. - Er ist ein kleines, leichtes Stück Metall, das jetzt nichts mehr öffnet und nichts mehr bedeutet außer dem, was sie damit tun wird. :57. A fjordra néz. - Sie schaut auf den Fjord. :58. Az eső ezer kis körré változtatja a felszínét. - Der Regen verwandelt seine Oberfläche in tausend kleine Kreise. :59. Aztán lendületet vesz, és széles ívben a part fölé hajítja a kulcsot. - Dann holt sie aus und wirft den Schlüssel in einem weiten Bogen über das Ufer. :60. A kulcs átrepül a nedves levegőn, egyszer megfordul, és rövid, halk csobbanással éri a vizet. - Er fliegt durch die feuchte Luft, dreht sich einmal und trifft das Wasser mit einem kurzen, leisen Platsch. :61. A kialakuló kis kört azonnal elnyelik a többi körök. - Der kleine Kreis, der sich bildet, wird sofort von den anderen Kreisen verschluckt. :62. Kari még két-három másodpercig nézi azt a helyet, aztán megfordul és elindul. - Kari schaut noch zwei, drei Sekunden auf die Stelle, dann dreht sie sich um und geht. :63. Jon követi, anélkül hogy hátranézne. - Jon folgt ihr, ohne sich umzusehen. :64. Egyikük sem mond semmit az autóig vezető úton. - Keiner von beiden sagt etwas auf dem Weg zum Auto. :65. Ezúttal Jon ül a volánhoz. - Jon setzt sich diesmal ans Steuer. :66. Kari a hideg ablaküvegnek támasztja a fejét. - Kari lehnt den Kopf gegen die kalte Fensterscheibe. :67. A motor beindul. - Der Motor springt an. :68. Az ablaktörlő azonnal nyikorogni kezd, ugyanabban az ütemben, mint korábban. - Der Scheibenwischer beginnt sofort zu quietschen, derselbe Takt wie vorher. :69. Az előttük lévő út ugyanolyan üres, mint idefelé jövet. - Die Straße vor ihnen ist genauso leer wie auf der Hinfahrt. :70. Az eső nem áll el. - Der Regen hört nicht auf. :71. Mennek, és mögöttük ott marad a fészer az esőben, bezárva és elhagyatva. - Sie fahren, und hinter ihnen liegt der Schuppen im Regen, abgeschlossen und verlassen. :72. A horgászbot a munkapadon fekszik, a naptár a polcon, a gumicsizmák a földön – minden a helyén, és senki többé, aki eljönne. - Die Angel liegt auf der Werkbank, der Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden – alles an seinem Platz, niemand mehr, der kommt. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Az eső nem sokkal azután ered el, hogy maguk mögött hagyták a város utolsó házait, eleinte közönyös csepergésként a szélvédőn. - Der Regen setzt ein, kurz nachdem sie die letzten Häuser der Stadt hinter sich gelassen haben, zunächst ein gleichgültiges Tröpfeln gegen die Windschutzscheibe. :2. Perceken belül egyenletes dobolássá erősödik, amely minden beszélgetést fölöslegessé tesz, amelyet amúgy sem kezdett volna el senki. - Binnen Minuten steigert es sich zu einem gleichmäßigen Trommeln, das jedes Gespräch überflüssig macht, das ohnehin niemand begonnen hätte. :3. Kari úgy vezet, ahogy mindig vezet – mindkét kezével a kormányon. - Kari fährt, wie sie immer fährt – beide Hände am Steuer. :4. Tekintete az útra szegeződik, mintha az összpontosítás valamiféle védelem volna az ellen, amit nem lehet elhalasztani. - Ihr Blick ist auf die Straße gerichtet, als wäre Konzentration eine Form von Schutz vor dem, was man nicht aufschieben kann. :5. Jon kissé hátrébb tolta az ülését, és fejét enyhén oldalra fordította. - Jon hat seinen Sitz ein Stück nach hinten geschoben und den Kopf leicht zur Seite gewandt. :6. Tekintete a tájra irányul, amely az esőben elveszíti a színeit és szürkévé válik, egységessé és tágassá, mintha a világ úgy döntött volna, hogy ezen a napon semmit sem gondol hozzá. - Sein Blick ist auf die Landschaft gerichtet, die im Regen ihre Farben verliert und grau wird, einheitlich und weit, als hätte die Welt beschlossen, sich für diesen Tag nichts dabei zu denken. :7. Az ablaktörlő olyan ritmusban dolgozik, amely nem egészen egyezik az esővel. - Der Scheibenwischer arbeitet in einem Rhythmus, der nicht ganz mit dem Regen übereinstimmt. :8. Minden harmadik húzásnál a gumi rövid, magas nyikkanást ad ki, amely rövid idő után a tudat hátterébe húzódik, anélkül hogy eltűnne. - Bei jedem dritten Durchgang gibt das Gummi ein kurzes, hohes Quietschen von sich, das sich nach kurzer Zeit in den Hintergrund des Bewusstseins schiebt, ohne zu verschwinden. :9. Jon résnyire kinyitja az ablakot, nem szélesre, de éppen eléggé ahhoz, hogy a hideg, nedves levegő vékony áramlatot küldjön az autó belsejébe. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt, nicht weit, aber genug, dass die kalte, feuchte Luft einen dünnen Strom ins Wageninnere schickt. :10. Kari gyors fokozatra állítja az ablaktörlőt, anélkül hogy levenné tekintetét az útról, és anélkül hogy bármit mondana hozzá. - Kari stellt den Wischer auf schnell, ohne den Blick von der Straße zu nehmen und ohne etwas dazu zu sagen. :11. Az apjuk három héttel ezelőtt meghalt, és ennek a mondatnak még mindig megvan az a különös minősége, amely azoké a dolgoké, amelyek igazak, anélkül hogy igaznak érződnének. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, und dieser Satz hat noch immer jene seltsame Qualität von Dingen, die wahr sind, ohne sich wahr anzufühlen. :12. Valahol rajtuk kívül létezik, pontosan és megváltoztathatatlanul, és arra vár, hogy egyszer majd valóban elérjék. - Er existiert irgendwo außerhalb von ihnen, präzise und unveränderlich, und wartet darauf, dass sie ihn irgendwann wirklich erreichen. :13. Kari az utóbbi években az anyját ápolta, és ritkábban látogatta az apját, mint kellett volna. - Kari hat in den letzten Jahren die Mutter gepflegt und den Vater seltener besucht, als sie sollte. :14. Ez a tény úgy fekszik benne, mint egy kicsi, kemény kő, amelyet sem eldobni, sem figyelmen kívül hagyni nem lehet. - Diese Tatsache liegt in ihr wie ein kleiner, harter Stein, den man weder wegwerfen noch ignorieren kann. :15. Jon egy évtizede Bergenben él, évente kétszer jön, gyakrabban telefonál, mint ahányszor hazajön. - Jon ist seit einem Jahrzehnt in Bergen, kommt zweimal im Jahr, ruft öfter an als er kommt. :16. Ma jön ide utoljára – ezt már akkor megmondta magának, mielőtt felszállt volna a vonatra. - Heute ist das letzte Mal, dass er hierher fährt – das hat er sich selbst bereits gesagt, noch bevor er in den Zug gestiegen ist. :17. A kavicsos út, amely a fészerhez vezet, az esőtől felázott, és tele van pocsolyákkal, amelyek szélesebbek, mint nyáron volnának. - Der Schotterweg, der zum Schuppen führt, ist vom Regen aufgeweicht und voller Pfützen, die breiter sind, als sie es im Sommer wären. :18. Kari lassan vezet, hogy kímélje az autót. - Kari fährt langsam, um das Auto zu schonen. :19. A fészer egy kanyar mögött bukkan fel, félig elrejtve a nedves nyírfák mögött, a külső falak mállottak és foltosak, a hullámlemez tető sötét a nedvességtől és az időtől. - Der Schuppen taucht hinter einer Biegung auf, halb hinter den nassen Birken versteckt, die Außenwände verwittert und fleckig, das Wellblechdach dunkel vor Feuchtigkeit und Alter. :20. Úgy néz ki, ahogy mindig is kinézett – mintha az idő itt nem erő volna, hanem csupán állapot. - Er sieht aus, wie er immer ausgesehen hat – als wäre Zeit hier keine Kraft, sondern nur ein Zustand. :21. Jon kiszáll, mielőtt Kari leállította volna a motort, az ajtóhoz megy, és nekiveti a vállát. - Jon steigt aus, bevor Kari den Motor abgestellt hat, geht zur Tür und legt die Schulter dagegen. :22. Az ajtó nem enged azonnal; beleszorult a nedves keretbe, mint valami, amit nem akarnak kinyitni, és csak a második rúgás után tárul ki nyikorogva. - Die Tür gibt nicht sofort nach; sie klemmt im feuchten Rahmen wie etwas, das nicht aufgemacht werden möchte, und erst nach dem zweiten Tritt mit dem Fuß schwenkt sie knarrend auf. :23. A szag előjel és kímélet nélkül érkezik – nedves, öreg fa, motorolaj, dohány, annak a helynek az összetéveszthetetlen szaga, amelyet valaki sokáig használt, és amelyet most már elhasználtak. - Der Geruch kommt ohne Vorwarnung und ohne Rücksicht – feuchtes, altes Holz, Motorenöl, Tabak, jener unverwechselbare Geruch eines Ortes, den jemand lange benutzt hat und der nun benutzt wurde. :24. Kari az ajtónyílásban áll, és egy lélegzetvételnyi ideig megáll, nem érzelgősségből, hanem mert az agynak néha kell egy másodperc, hogy eldöntse, hogyan bánjon valamivel. - Kari steht in der Türöffnung und hält einen Atemzug lang inne, nicht aus Sentimentalität, sondern weil das Gehirn manchmal eine Sekunde braucht, um zu entscheiden, wie es mit etwas umgeht. :25. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amelynek narancsszínét kifakította a fény és az évek, a hevederek petyhüdtek és porhanyósak, mintha már csak megszokásból tartanák össze magukat. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, deren Orange das Licht und die Jahre ausgewaschen haben, die Gurte schlaff und mürbe, als würden sie nur noch aus Gewohnheit zusammenhalten. :26. Alatta két 45-ös méretű gumicsizma áll, száradt sár rétegével kibélelve, mintha valaki az utolsó kirándulás után egyszerűen odatette volna őket, és elfelejtette volna, hogy lesznek még más kirándulások is – amelyek aztán persze már nem voltak. - Darunter stehen zwei Gummistiefel der Größe 45, die mit einer Schicht getrockneten Schlamms ausgekleidet sind, als hätte jemand sie nach dem letzten Ausflug einfach hingestellt und vergessen, dass es noch andere Ausflüge geben würde – was es dann ja auch nicht mehr gab. :27. Egy keskeny polcon, amelyet egyetlen szög tart, és amely enyhén előre lejt, egy 2019-es falinaptár fekszik, március hónapnál kinyitva. - Auf einem schmalen Regal, das mit einem einzigen Nagel befestigt ist und leicht nach vorne neigt, liegt ein Wandkalender von 2019, aufgeschlagen auf dem Monat März. :28. Ott két bejegyzés áll apró, szögletes írással, amelyeket Kari úgy olvas el, hogy nem olvas, mielőtt továbbengedi a tekintetét. - Dort stehen zwei Einträge in kleiner, eckiger Schrift, die Kari liest, ohne zu lesen, bevor sie den Blick weiterwandern lässt. :29. Jon a fészer közepén áll, és lassan megfordul a saját tengelye körül, mintha leltárt készítene egy olyan tulajdonról, amelyhez soha nem figyelt oda igazán. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um die eigene Achse, als würde er Inventur machen von einem Besitz, dem er nie wirklich zugehört hat. :30. Az eső a tetőn olyan egyenletes és hangos, hogy teljesen kitölti a teret, és minden mást benne – a csendet, a gondolatokat, az apa hiányát – kisebbnek láttat. - Der Regen auf dem Dach ist so gleichmäßig und laut, dass er den Raum vollständig ausfüllt und alles andere darin – die Stille, die Gedanken, die Abwesenheit des Vaters – kleiner wirken lässt. :31. A horgászbot két régi szögön lóg a hátsó falon. - Die Angel hängt an zwei alten Nägeln an der hinteren Wand. :32. Szinte észrevétlenül lóg az árnyékok és a gyenge fény között, amely az egyetlen kis ablakon esik be, amely soha nem volt tiszta. - Sie hängt fast unauffällig zwischen Schatten und dem schwachen Licht, das durch das einzige kleine Fenster fällt, das nie sauber war. :33. Jon veszi észre először, odalép hozzá, és mindkét kezével leveszi a szögekről. - Jon sieht sie zuerst, tritt heran und nimmt sie mit beiden Händen von den Nägeln. :34. Lassan és megfontoltan teszi, úgy, ahogy az ember olyan dolgokhoz ér, amelyeknél nem biztos benne, mit váltanak ki. - Er tut es langsam und bedächtig, so wie man Dinge anfasst, bei denen man nicht sicher ist, was sie auslösen. :35. A zsinór többszörösen önmaga köré van tekerve, a végén lévő horog rozsdával fedett, a nyél jól fogható és elkopott azokon a helyeken, ahol egy kéz éveken át tartotta. - Die Schnur ist mehrfach um sich selbst gewickelt, der Haken am Ende mit Rost überzogen, der Griff griffig und abgewetzt an den Stellen, an denen eine Hand ihn über Jahre gehalten hat. :36. Ugyanaz a kéz, amelynek szaga még valahol ebben a térben függ, láthatatlanul és makacsul. - Es ist dieselbe Hand, deren Geruch noch irgendwo in diesem Raum hängt, unsichtbar und hartnäckig. :37. Jon maga elé tartja a horgászbotot, és nézi, elég hosszan ahhoz, hogy Kari felfigyeljen rá, aki addig a munkapad mellett állt, és semmi különöset nem tett. - Jon hält die Angel vor sich und schaut sie an, lange genug, dass Kari aufmerksam wird, die bis dahin neben der Werkbank gestanden und nichts besonderes getan hat. :38. Odamegy hozzá gondolkodás nélkül, kiveszi a horgászbotot a kezéből, egy pillanatig tartja, érzi a szinte súlytalan súlyt a tenyerében, majd visszaadja, mert semmi mást nem tud és nem is akar kezdeni vele. - Sie geht zu ihm, ohne nachzudenken, nimmt die Angel aus seinen Händen, hält sie einen Moment, spürt das fast gewichtslose Gewicht in den Handflächen und gibt sie zurück, weil sie nichts anderes mit ihr anfangen kann und will. :39. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :40. Nem úgy hangzik, mint egy döntés, hanem mint valaminek a kimondása, ami már régen eldőlt. - Es klingt nicht wie eine Entscheidung, sondern wie das Aussprechen von etwas, das bereits vor langer Zeit entschieden wurde. :41. Jon a horgászbotot a munkapadra teszi, és hátralép. - Jon legt die Angel auf die Werkbank und tritt zurück. :42. Egyikük sem néz rá még egyszer. - Keiner von beiden schaut sie noch einmal an. :43. Úgy hagyják el a fészert, ahogy találták – semmit nem vettek ki, semmit nem változtattak meg, a naptár a polcon, a gumicsizmák a padlón, a benzineskanna a sarokban. - Sie verlassen den Schuppen so, wie sie ihn vorgefunden haben – nichts entnommen, nichts verändert, der Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden, der Benzinkanister in der Ecke. :44. Minden azon a helyen van, ahová valaki tette, aki már nem jön vissza, és aki talán már akkor is tudta, hogy nem a visszatérés számít. - Alles ist an dem Platz, an den es gestellt wurde von jemandem, der nicht mehr zurückkommt und der vielleicht auch damals schon gewusst hat, dass es auf das Wiederkommen nicht ankommt. :45. Odakint, a fészer előtt ferdén és hidegen esik az eső, és ők ott állnak benne, esernyő nélkül, sietség nélkül. - Draußen vor dem Schuppen fällt der Regen schräg und kalt, und sie stehen darin, ohne Schirm, ohne Eile. :46. Mintha nem volna értelme védekezni valami ellen, ami úgyis mindenütt van, és ezen a napon úgyis mindenhova velük tart. - Es ist, als hätte es keinen Sinn, sich gegen etwas zu schützen, das ohnehin überall ist und ohnehin an diesem Tag überallhin mitkommt. :47. Jon becsukja a lakatot, egy rövid rántással ellenőrzi, aztán elengedi. - Jon schließt das Vorhängeschloss, prüft es mit einem kurzen Ruck und lässt es dann los. :48. Kari már a kezében tartja a kulcsot, egy kicsi, könnyű, teljesen értelmetlenné vált fémdarabot, amelyet egy pillanatig néz, mintha mérlegelné, van-e egyáltalán mit mérlegelni, mielőtt széles, majdnem hanyag ívben a part fölött a fjordba dobja. - Kari hat den Schlüssel bereits in der Hand, ein kleines, leichtes, vollkommen sinnlos gewordenes Stück Metall, das sie einen Moment lang anschaut, als würde sie erwägen, ob es etwas zu überlegen gibt, bevor sie ihn in einem weiten, fast lässigen Bogen über das Ufer in den Fjord wirft. :49. Kétszer megfordul a levegőben, és olyan hanggal találja el a vizet, amelyet alig lehet hallani. - Er dreht sich zweimal in der Luft und trifft das Wasser mit einem Laut, der kaum zu hören ist. :50. A kis kör, amely a felszínen kialakul, azonnal elnyelődik az eső köreiben, és eltűnik, mintha soha nem is alakult volna ki, ami bizonyos értelemben így is van. - Der kleine Kreis, der sich auf der Oberfläche bildet, wird sofort von den Kreisen des Regens aufgesogen und verschwindet, als hätte er sich nie gebildet, was er, in gewissem Sinne, auch nicht hat. :51. Kari megfordul, anélkül hogy megjelölné a helyet. - Kari dreht sich um, ohne die Stelle zu markieren. :52. Azt sem jegyzi meg, milyen messzire repült. - Sie merkt sich auch nicht, wie weit er geflogen ist. :53. Az autóhoz mennek, ezúttal Jon veszi át a kormányt, és közben nem mond semmit. - Sie gehen zum Auto, Jon übernimmt diesmal das Steuer und sagt dabei nichts. :54. Kari a halántékát az utasoldali ablak hideg üvegének támasztja, és félig lehunyja a szemét. - Kari lehnt die Schläfe gegen das kalte Glas der Beifahrerscheibe und schließt die Augen halb. :55. A motor beindul, az ablaktörlő újra munkához lát. - Der Motor springt an, der Scheibenwischer nimmt seine Arbeit wieder auf. :56. Ugyanaz a nyikkanás, ugyanaz a kissé eltolódott ritmus, mintha az odaút soha nem szakadt volna meg. - Es ist dasselbe Quietschen, derselbe leicht verschobene Rhythmus, als wäre die Hinfahrt nie unterbrochen worden. :57. Az út üres, az eső változatlan, és mögöttük a fészer lezárva és érintetlenül fekszik a nyírfák nedves félhomályában. - Die Straße ist leer, der Regen unverändert, und hinter ihnen liegt der Schuppen abgeschlossen und unberührt im nassen Halbdunkel der Birken. :58. A horgászbot a munkapadon fekszik, a naptár a polcon, nyitva egy hónapnál, amelyet senki sem fog többé átlapozni. - Die Angel liegt auf der Werkbank, der Kalender auf dem Regal, offen auf einem Monat, den niemand mehr umblättern wird. :59. Mennek tovább, és egyikük sem mondja ki, mi volt ez a nap. - Sie fahren, und keiner von beiden sagt, was dieser Tag gewesen ist. :60. Vannak dolgok, amelyeknek nincs szükségük szóra ahhoz, hogy megmaradjanak. - Manche Dinge brauchen kein Wort, um zu bleiben. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső még azelőtt ered el, hogy a várost valóban maguk mögött hagyták volna, eleinte puszta csepergésként a szélvédőn, amelyet az ember figyelmen kívül hagyhatna, ha akarna. - Der Regen setzt ein, noch bevor sie die Stadt wirklich hinter sich gelassen haben, zunächst als bloßes Tröpfeln gegen die Windschutzscheibe, das man ignorieren könnte, wenn man wollte. :2. Néhány percen belül azzá az egyenletes, súlyos dobolássá sűrűsödik, amely teljesen birtokba veszi a régi Volvo belső terét, és a beszélgetés minden formáját nem megakadályozza ugyan, de fölöslegessé teszi – ami ebben az esetben ugyanarra megy ki. - Binnen weniger Minuten verdichtet es sich zu jenem gleichmäßigen, schweren Trommeln, das den Innenraum des alten Volvo vollständig in Beschlag nimmt und jede Form von Gespräch nicht verhindert, aber überflüssig macht – was, in diesem Fall, auf dasselbe hinausläuft. :3. Kari úgy vezet, ahogy mindig vezet, amikor valami nincs rendben: két kézzel a kormányon, hátát kissé előredöntve. - Kari fährt, wie sie immer fährt, wenn etwas nicht stimmt: beide Hände am Steuer, der Rücken leicht nach vorne geneigt. :4. Tekintete olyan intenzitással szegeződik az útra, amely inkább menekülésnek látszik, mint összpontosításnak, bár a kettő közötti határ, ha az ember őszinte, amúgy is elmosódik. - Ihr Blick ist auf die Straße gerichtet mit einer Intensität, die mehr nach Flucht aussieht als nach Konzentration, obwohl die Grenze zwischen beidem, wenn man ehrlich ist, ohnehin fließend ist. :5. Jon hátratolta az ülését, és fejét a fejtámlának vetette, nem aludt, de nem is volt igazán ébren abban az értelemben, hogy jelen lett volna. - Jon hat seinen Sitz zurückgeschoben und den Kopf gegen die Kopfstütze gelegt, nicht schlafend, aber auch nicht wirklich wach im Sinne von anwesend. :6. Tekintete a kinti tájra irányul, amely úgy húz el mellettük, mint valami, amit az ember már ismer, és ezért már nem is lát igazán – nedves mezők, szürke nyírfák, az ég olyan alacsonyan és egyformán, mintha elhatározta volna, hogy ezen a napon nem tesz különösebb erőfeszítést. - Sein Blick ist auf die Landschaft gerichtet, die draußen vorbeizieht wie etwas, das man schon kennt und deshalb nicht mehr wirklich sieht – nasse Felder, graue Birken, der Himmel so niedrig und gleichförmig, als hätte er beschlossen, sich an diesem Tag keine besondere Mühe zu geben. :7. Az ablaktörlő olyan ritmusban dolgozik, amely minimálisan eltolódik az eső ritmusához képest, és ez azt a sajátos befejezetlenségérzetet kelti, amely valahol az észlelés és az ideg között telepszik meg, anélkül, hogy valaha is valódi zavarrá nőné ki magát. - Der Scheibenwischer arbeitet in einem Rhythmus, der minimal versetzt ist zum Rhythmus des Regens, und das erzeugt jenes eigentümliche Gefühl von Unvollständigkeit, das sich irgendwo zwischen Wahrnehmung und Nerv einquartiert, ohne sich jemals zu einer echten Störung auszuwachsen. :8. Minden harmadik törlésnél a gumi rövid, magas nyikorgó hangot ad ki, amelyet Kari már rég nem hall, Jon pedig egyfajta tompa közönnyel vesz tudomásul, mintha valaki más életének egyik részlete volna. - Bei jedem dritten Durchgang gibt das Gummi ein kurzes, hohes Quietschen von sich, das Kari längst nicht mehr hört und das Jon mit einer Art stumpfer Gleichgültigkeit registriert, als wäre es ein Detail aus dem Leben eines anderen. :9. Amikor résnyire leengedi az ablakot, és beengedi a hideg vidéki levegőt, Kari anélkül, hogy ránézne vagy bármit mondana, a leggyorsabb fokozatra állítja az ablaktörlő kapcsolóját. - Als er das Fenster einen Spalt öffnet und die kalte Landluft hereinkommen lässt, dreht Kari den Wischerschalter auf die schnellste Stufe, ohne ihn anzuschauen, ohne etwas zu sagen. :10. Ebben, mint sok apró cselekvésben olyan testvérek között, akik ismerik egymást anélkül, hogy igazán ismernék egymást, egy egész történet rejlik közösen lakott gyermekkori évekről és a felnőtté válás lassú, feltartóztathatatlan sodródásáról, amely mindenkit a maga irányába hajt. - Darin steckt, wie in vielen kleinen Handlungen zwischen Geschwistern, die sich kennen, ohne sich wirklich zu kennen, eine ganze Geschichte über gemeinsam bewohnte Kindheitsjahre und die langsame, unaufhaltsame Drift der Erwachsenenwerdung, die jeden in eine eigene Richtung treibt. :11. Apjuk három hete halt meg, és ennek a mondatnak még mindig megvan az a zavarba ejtő minősége, hogy egyszerre közvetlen és valószerűtlen, amilyen minden végleges tény, mielőtt az ember valóban kapcsolatba kerül vele. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, und dieser Satz hat noch immer jene verwirrende Qualität des Unmittelbaren und gleichzeitig Unwirklichen, die alle definitiven Tatsachen haben, bevor man wirklich mit ihnen in Berührung gekommen ist. :12. A mondat létezik, pontosan és lezártan, valahol kettejükön kívül, és vár annak türelmével, ami megengedheti magának, hogy várjon. - Der Satz existiert, präzise und abgeschlossen, irgendwo außerhalb von beiden, und wartet mit der Geduld von etwas, das es sich leisten kann zu warten. :13. Kari az elmúlt három évben elkísérte az anyját annak hosszú haldoklásán keresztül, és közben ritkábban látogatta az apját, mint szerette volna. - Kari hat in den letzten drei Jahren die Mutter durch deren langes Sterben begleitet und den Vater dabei seltener besucht, als sie wollte. :14. Ez a hiány nem bűntudatként él benne, hanem tompa, alig lokalizálható fájdalomként, amelyet nem lehet megnevezni, és talán éppen ezért nem is oldódik fel. - Diese Lücke liegt in ihr nicht als Schuldgefühl, sondern als ein stumpfer, kaum lokalisierbarer Schmerz, der sich nicht benennen lässt und sich vielleicht auch deshalb nicht auflöst. :15. Jon egy évtizede Bergenben él, évente kétszer jön haza egy hosszú hétvégére, és éveken át próbálta a távolságot rendszerességgel ellensúlyozni. - Jon ist seit einem Jahrzehnt in Bergen, kommt zweimal im Jahr für ein langes Wochenende und hat über Jahre hinweg versucht, die Distanz durch Regelmäßigkeit zu kompensieren. :16. Mélyen belül tudja, hogy ez nem működött, és talán nem is működhet, mert bizonyos dolgoknál nincs értelmes megfelelés gyakoriság és közelség között. - Er weiß tief in sich, dass das nicht funktioniert hat und vielleicht auch nicht funktionieren kann, weil es bei manchen Dingen keine sinnvolle Entsprechung zwischen Häufigkeit und Nähe gibt. :17. Ma van az utolsó alkalom, ezt már az idefelé tartó vonatúton megmondta magának. - Heute ist das letzte Mal, das hat er sich bereits auf der Bahnfahrt hierher gesagt. :18. Annak a csendes eltökéltségével mondta ezt magának, aki olyan döntést hoz, amelyet nem akar visszavonni, még mielőtt megadhatná magának erre az alkalmat. - Er hat es sich mit der stillen Bestimmtheit von jemandem gesagt, der eine Entscheidung trifft, die er nicht rückgängig machen will, bevor er sich die Gelegenheit dazu nehmen kann. :19. A kavicsos út a fészerhez az állandó esőtől felázott, a pocsolyák olyan szélesek és zavarosak, hogy Kari lépésben vezet. - Der Schotterweg zum Schuppen ist vom anhaltenden Regen aufgeweicht, die Pfützen so breit und trüb, dass Kari im Schritttempo fährt. :20. A Volvo minden egyenetlenségnél halkan nyög, mintha neki is volna véleménye minderről, amelyet azonban megtart magának. - Der Volvo stöhnt bei jeder Unebenheit leise, als hätte auch er eine Meinung zu alledem, die er allerdings für sich behält. :21. A fészer egy enyhe kanyar mögött bukkan fel, félig elrejtve három öreg nyírfa mögött, amelyeknek törzse feketén fénylik a nedvességtől, ágaik pedig úgy csapkodnak a szélben, mint valami, ami nem tud megnyugodni. - Der Schuppen taucht hinter einer sanften Biegung auf, halb verborgen hinter drei alten Birken, deren Stämme schwarz vor Nässe glänzen und deren Äste im Wind schlagen wie etwas, das sich nicht beruhigen kann. :22. A hullámlemez tető sötét és foltos, a fa homlokzat pedig az előrehaladott mállásnak abban az állapotában van, amelyet már nem pusztulásnak kell nevezni, hanem olyan dolgok természetes halmazállapotának, amelyek régóta senkit sem érdekelnek. - Das Wellblechdach ist dunkel und gefleckt, die Holzfassade in jenem Zustand fortgeschrittener Verwitterung, der nicht mehr als Verfall zu bezeichnen ist, sondern als der natürliche Aggregatzustand von Dingen, die seit Langem niemanden mehr interessieren. :23. Jon még azelőtt kiszáll, hogy a motort leállították volna, Kari pedig hallja, ahogy belerúg az ajtóba – egyszer, kétszer. - Jon steigt aus, noch bevor der Motor abgestellt ist, und Kari hört ihn gegen die Tür treten – einmal, zweimal. :24. Aztán az öreg fa nyikorgó, vonakodó kinyílása jelzi neki, hogy az ellenállást leküzdötték, ideiglenesen és erőszakkal, mint oly sok mindent ebben a családban. - Dann signalisiert ihr das knarrende, widerstrebende Aufgehen des alten Holzes, dass der Widerstand überwunden ist, vorläufig und mit Gewalt, wie so vieles in dieser Familie. :25. A belülről áradó szag nem metafora és nem emlék, mielőtt aztán mégis azzá válik: nedves, kemény fa, motorok régi olaja, amelyeken már régóta nem dolgozott senki. - Der Geruch, der aus dem Inneren kommt, ist keine Metapher und keine Erinnerung, bevor er es dann doch ist: feuchtes, hartes Holz, das alte Öl von Motoren, an denen schon lange niemand mehr gearbeitet hat. :26. Mélyen alatta, kitartóan és eltörölhetetlenül, mint kommentár minden máshoz, ott van az apa ismerős dohányszaga, amely beette magát a fa pórusaiba, és ott is marad majd, sokkal az utolsó látogatás után, sokkal az utolsó lélegzet után. - Tief darunter liegt, beharrlich und unverwischbar wie ein Kommentar zu allem anderen, der vertraute Tabakgeruch des Vaters, der sich in die Poren des Holzes gefressen hat und dort bleiben wird, lange nach dem letzten Besuch, lange nach dem letzten Atemzug. :27. Kari átlép a küszöbön, és megáll, nem sokáig, de egy olyan pillanatra, amely észreveteti magát. - Kari tritt über die Schwelle und hält inne, nicht lange, aber einen Moment, der sich bemerkbar macht. :28. A testnek néha szüksége van valamiféle zsilipre aközött, ami odakint van, és aközött, ami odabent vár. - Der Körper braucht manchmal eine Art Schleuse zwischen dem, was draußen ist, und dem, was drinnen wartet. :29. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amelynek narancsszínét több évtized fénye halvány, mentegetőző sárgává fakította, a hevederek ernyedtek és porhanyósak, mintha csak azért tartanának még össze, mert nincs senki, aki szétszedné őket. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, deren Orange das Licht mehrerer Jahrzehnte zu einem blassen, entschuldigenden Gelbton ausgebleicht hat, die Gurte schlaff und mürbe, als hielten sie nur noch zusammen, weil es niemanden gibt, der sie auseinandernehmen würde. :30. Alatta két 45-ös gumicsizma áll, kiszáradt sár rétegével bélelve, amely annak az utolsó útszakasznak a negatívját rajzolja ki, amelyet valaki bennük megtett, valahol, valamikor, egy világban, amely most már nem érhető el. - Darunter stehen zwei Gummistiefel der Größe 45, ausgekleidet mit einer Schicht getrockneten Schlamms, die das Negativ der letzten Wegstrecke abbildet, die jemand in ihnen zurückgelegt hat, irgendwo, irgendwann, in einer Welt, die jetzt nicht mehr erreichbar ist. :31. Egy polcon, amely kissé előredől, és évek óta vár egy javításra, amelyet már senki sem fog elvégezni, egy 2019-es falinaptár fekszik, márciusnál kinyitva. - Auf einem Regal, das leicht nach vorne geneigt ist und seit Jahren auf eine Reparatur wartet, die niemand mehr vornehmen wird, liegt ein Wandkalender von 2019, aufgeschlagen auf dem März. :32. Ott két bejegyzés áll az apa szűk, szögletes kézírásával, amelyet Kari úgy olvas, hogy nem olvassa, és amelyek röviden felvillannak benne, mint valami, amit felismert az ember, majd azonnal újra eltűnnek. - Dort stehen zwei Einträge in der engen, eckigen Handschrift des Vaters, die Kari liest, ohne sie zu lesen, die kurz in ihr aufleuchten wie etwas, das man erkannt hat, und sofort wieder verschwinden. :33. Jon a fészer közepén áll, és nem mozdul, csak lassan forgatja a fejét, mintha megpróbálna emlékezni valamire, amit soha nem tudott, vagy talán soha nem is akart tudni. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und bewegt sich nicht, dreht nur langsam den Kopf, als würde er versuchen, sich an etwas zu erinnern, das er nie gewusst hat oder vielleicht nie wissen wollte. :34. Az eső a hullámlemez tetőn olyan kitartó és egyenletes, hogy kevésbé érződik hangnak, mint inkább a világ olyan állapotának, amely elől nem lehet kitérni, és amely ellen értelmetlen volna harcolni. - Der Regen auf dem Wellblechdach ist so anhaltend und gleichmäßig, dass er sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie ein Zustand der Welt, dem man sich nicht entziehen kann und gegen den zu kämpfen sinnlos wäre. :35. A horgászbot a hátsó falon lóg két rozsdás szögen, szinte mellékesen, szinte úgy, mint valami, amit a helyiség berendezésekor elfelejtettek, és később már nem tettek el. - Die Angel hängt an zwei verrosteten Nägeln an der hinteren Wand, fast beiläufig, fast wie etwas, das man bei der Einrichtung des Raumes vergessen hat und später nicht mehr weggeräumt hat. :36. A hely, amelyet elfoglalt, már hozzá tartozott. - Der Ort, den sie eingenommen hatte, gehörte bereits ihr. :37. Jon meglátja, és felé indul annak lassú határozottságával, aki nem tudja, mit fog tenni, ha odaér. - Jon sieht sie und geht auf sie zu mit der langsamen Bestimmtheit von jemandem, der nicht weiß, was er tun wird, wenn er angekommen ist. :38. Mégis szükségesnek tartja, hogy odamenjen. - Er hält es dennoch für notwendig hinzugehen. :39. Két kézzel veszi le a szögekről, óvatosan és sietség nélkül. - Er nimmt sie mit beiden Händen von den Nägeln, behutsam und ohne Eile. :40. Maga elé tartja olyan távolságban, amely sem közeli, sem távoli, és amely a horgászbotot valamiféle lebegésbe helyezi aközött, ami, és aközött, amit ebben a pillanatban jelent, vagy jelenthetne. - Er hält sie vor sich in einem Abstand, der weder nah noch fern ist und der die Angel in eine Art Schwebe versetzt zwischen dem, was sie ist, und dem, was sie in diesem Moment bedeutet oder bedeuten könnte. :41. A zsinór többszörösen önmaga köré tekeredett, a horog barna a rozsdától, a markolat két helyen simára és kopottra dörzsölődött ott, ahol egy kéz sok éven át tartotta. - Die Schnur ist mehrfach um sich selbst gewickelt, der Haken braun vor Rost, der Griff an zwei Stellen blank und abgewetzt, dort, wo eine Hand ihn über viele Jahre gehalten hat. :42. Nem az ő keze volt, de olyan kéz, amelyet ismert, amelynek gesztusait ismerte, anélkül, hogy valaha is egészen megértette volna, mi rejlett e gesztusok mögött. - Es war nicht seine Hand, aber eine Hand, die er kannte, deren Gesten er kannte, ohne je ganz verstanden zu haben, was sich hinter diesen Gesten verbarg. :43. Kari oldalról figyeli őt, mozdulatlanul. - Kari beobachtet ihn von der Seite, ohne sich zu bewegen. :44. Ebben a figyelésben nincs együttérzés és nincs távolság, hanem valami a kettő között, aminek nincs neve, és talán éppen ezért ez a legőszintébb, amit ebben a helyiségben egymásért fel tudnak mutatni. - In dieser Beobachtung liegt kein Mitgefühl und keine Distanz, sondern etwas dazwischen, das keinen Namen hat und vielleicht deshalb das Ehrlichste ist, was sie in diesem Raum füreinander aufbringen können. :45. Végül odamegy hozzá, kérdezés nélkül kiveszi a kezéből a horgászbotot, és maga tartja egy darabig. - Sie geht schließlich zu ihm, nimmt ihm die Angel aus den Händen, ohne zu fragen, und hält sie selbst einen Moment lang. :46. Tenyerében érzi a szinte súlytalan súlyt, egy olyan tárgy súlyát, amelynek jelentése nehezebb, mint az anyaga, aztán visszaadja, mert semmi mást nem tud kezdeni vele, és nem is akar semmi mást. - Sie spürt das fast gewichtslose Gewicht in den Handflächen, das Gewicht eines Gegenstands, dessen Bedeutung schwerer ist als seine Substanz, und gibt sie dann zurück, weil sie nichts anderes damit anfangen kann und auch nichts anderes will. :47. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :48. Ez sem döntésnek, sem javaslatnak nem hangzik, hanem valami nyugodt kimondásának, ami már régen eldőlt, mielőtt beléptek volna a fészerbe, talán még mielőtt egyáltalán ideindultak volna. - Es klingt weder wie eine Entscheidung noch wie ein Vorschlag, sondern wie das ruhige Aussprechen von etwas, das längst feststand, bevor sie den Schuppen betreten haben, möglicherweise bevor sie überhaupt hergefahren sind. :49. Jon a kis ablak alatti mállott munkapadra teszi a horgászbotot, és egy lépést hátralép. - Jon legt die Angel auf die verwitterte Werkbank unter dem kleinen Fenster und tritt einen Schritt zurück. :50. Ezután egyikük sem néz rá még egyszer, ahogy az ember már nem néz rá olyan dolgokra, amelyekről olyan döntést hozott, amelyet nem akar megbánni. - Keiner von beiden sieht sie danach noch einmal an, so wie man Dinge nicht mehr ansieht, über die man eine Entscheidung getroffen hat, die man nicht bereuen will. :51. Úgy hagyják el a fészert, hogy semmit nem visznek magukkal és semmit nem változtatnak meg: a naptár a polcon, a gumicsizma a földön, a benzineskanna a sarokban, a mentőmellény a falon marad. - Sie verlassen den Schuppen ohne etwas mitzunehmen und ohne etwas zu verändern, den Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden, den Benzinkanister in der Ecke, die Schwimmweste an der Wand. :52. Minden azon a helyen áll, ahová valaki tette, aki e dolgok elhelyezésekor talán már sejtette, hogy nem fog visszatérni, és ezt a sejtést talán nem szomorúságként élte meg, hanem valamiféle csendes megegyezésként azzal, ami elkerülhetetlen. - Alles steht an dem Platz, an den es gestellt wurde von jemandem, der beim Stellen dieser Dinge vielleicht schon ahnte, dass er nicht zurückkommen würde, und der diese Ahnung vielleicht nicht als Traurigkeit empfunden hat, sondern als eine Art stiller Übereinkunft mit dem, was unvermeidlich ist. :53. Odakint, a fészer előtt az eső ferdén és gyengülés nélkül zuhog rájuk, ők pedig benne állnak, nem menedéket keresve, és nem is közönyösen vele szemben, hanem egyszerűen benne. - Draußen vor dem Schuppen fällt der Regen schräg und ohne Abschwächung auf sie herab, und sie stehen darin, weder suchend nach Schutz noch gleichgültig dagegen, sondern einfach darin. :54. Úgy állnak benne, ahogy az ember valamiben áll, ami nagyobb nála, és amit ezért békén hagy. - Sie stehen darin, wie man in etwas steht, das größer ist als man selbst und das man deshalb in Ruhe lässt. :55. Jon bezárja a lakatot, röviden megforgatja, hogy megbizonyosodjon róla, majd elengedi. - Jon schließt das Vorhängeschloss, dreht kurz daran, um sicherzugehen, und lässt es dann los. :56. Olyan véglegességgel engedi el, amely nincs megrendezve, és éppen ezért súlyosabb. - Er lässt es mit einer Endgültigkeit los, die nicht inszeniert ist und gerade deshalb schwerer wiegt. :57. Kari zárt öklében tartja a kulcsot, egy kis, elnehezült fémdarabot, amely ebben a pillanatban egy egész hely súlyát hordozza, ahová most már nem fognak belépni. - Kari hält den Schlüssel in der geschlossenen Faust, ein kleines, schwer gewordenes Stück Metall, das in diesem Moment das ganze Gewicht eines Ortes trägt, den sie nun nicht mehr betreten werden. :58. A fjordra néz, amelynek felszínét az eső szüntelenül újrarendeződő körök mintázatává változtatja, amelyek átfedik egymást, feloldódnak és újra keletkeznek, szünet nélkül, szándék nélkül. - Sie schaut auf den Fjord, dessen Oberfläche der Regen in ein ständig sich neuordnendes Muster aus Kreisen verwandelt, die sich überlappen und auflösen und neu entstehen, ohne Pause, ohne Absicht. :59. Aztán meglendíti a karját, és hosszú, szinte hanyag ívben a part fölött a vízbe hajítja a kulcsot. - Dann holt sie aus und wirft den Schlüssel in einem langen, fast lässigen Bogen über das Ufer. :60. A kulcs megfordul a nedves levegőben, olyan hanggal esik a vízbe, amely alig hallható, és mégis tisztán kiválik minden másból, a kialakuló kis kört pedig azonnal utolérik és feloldják az eső körei, mintha a víznek nem volna ideje külön bánásmódra, és semmi oka nem volna a kulcsot másként fogadni, mint bármi mást. - Er dreht sich in der feuchten Luft, fällt ins Wasser mit einem Laut, der kaum zu hören ist und sich dennoch klar abhebt von allem anderen, und der kleine Kreis, der sich bildet, wird sofort von den Regenkreisen eingeholt und aufgelöst, als hätte das Wasser keine Zeit für Sonderbehandlung und keinen Grund, den Schlüssel anders zu empfangen als alles andere. :61. Kari nem nézi meg, hol süllyedt el. - Kari schaut nicht nach, wo er versunken ist. :62. Megfordul, és elindul. - Sie dreht sich um und geht. :63. Jon követi, egyikük sem beszél az autóig vezető úton. - Jon folgt ihr, keiner von beiden spricht auf dem Weg zum Auto. :64. Az autó az esőben vár rájuk, mint valami, ami megtanult várni, mert nem volt más választása. - Das Auto wartet im Regen auf sie wie etwas, das gelernt hat zu warten, weil es keine andere Wahl hatte. :65. Ezúttal Jon veszi át a vezetést, és kérdezés nélkül beül a volán mögé. - Jon übernimmt diesmal das Steuer und setzt sich, ohne zu fragen, ans Steuer. :66. Kari ezt egy kicsi, szinte észrevehetetlen bólintással nyugtázza, amely többet mond egy köszönömnél. - Kari quittiert das mit einem kleinen, fast unmerklichen Nicken, das mehr sagt als ein Dankeschön. :67. Halántékát a hideg üvegnek támasztja, félig lehunyja a szemét, és a motor beindul. - Sie lehnt die Schläfe gegen die kalte Scheibe, schließt die Augen halb, und der Motor springt an. :68. Az ablaktörlő újra szolgálatba áll, ugyanaz a nyikorgás, ugyanaz a kissé eltolódott ütem, mintha nem lett volna megszakítás, vagy mintha lett volna, de semmit sem változtatott volna azon, ami előtte volt, és ami most továbbmegy – ami talán a legőszintébb, amit erről a napról és erről a két emberről mondani lehet. - Der Scheibenwischer nimmt seinen Dienst wieder auf, dasselbe Quietschen, derselbe leicht verschobene Takt, als wäre die Unterbrechung nicht gewesen oder als wäre sie gewesen und hätte nichts geändert an dem, was vorher war und was jetzt weitergeht – was vielleicht das Ehrlichste ist, was man über diesen Tag und über diese beiden Menschen sagen kann. :69. Az előttük fekvő út üres és nedves, és visszavezet egy olyan világba, amelyben ez a fészer már nem fordul elő, amelyben egy horgászbot fekszik egy munkapadon, és senki sem jön, hogy elvigye. - Die Straße vor ihnen ist leer und nass und führt zurück in eine Welt, in der dieser Schuppen nicht mehr vorkommt, in der eine Angel auf einer Werkbank liegt und niemand kommt, sie zu holen. :70. Ebben a világban egy naptár 2019 márciusánál marad kinyitva, amíg maga a papír fel nem oldódik. - In dieser Welt bleibt ein Kalender auf dem März 2019 aufgeschlagen, bis das Papier selbst sich auflöst. :71. Egyikük sem mondja ki, mi volt ez a nap, nem azért, mert hiányoznak a szavak. - Keiner von beiden sagt, was dieser Tag war, nicht weil die Worte fehlen. :72. Vannak dolgok, amelyeket az ember megsért, ha megnevezi őket, és ezt mindketten tudják, anélkül, hogy valaha beszéltek volna róla. - Es gibt Dinge, die man beschädigt, wenn man sie benennt, und beide wissen das, ohne jemals darüber gesprochen zu haben. :73. Mennek tovább, az eső nem áll el, és mögöttük a fészer eltűnik a kanyarban, a távolságban és életük maradékában. - Sie fahren, und der Regen hört nicht auf, und hinter ihnen verschwindet der Schuppen in der Kurve und in der Entfernung und im Rest ihres Lebens. :74. A fészer mégis megmarad az életükben, nem olyan emlékként, amelyet előhív az ember, hanem valami mélyebbként és állandóbbként: annak csendes, feloldhatatlan bizonyosságaként, hogy vannak helyek, amelyeket az ember nem hagy el, akkor sem, ha nem tér vissza. - Der Schuppen wird dennoch in ihrem Leben bleiben, nicht als Erinnerung, die man aufruft, sondern als etwas Tieferes und Beständigeres: als die stille, unauflösliche Gewissheit, dass es Orte gibt, die man nicht verlässt, auch wenn man nicht zurückkommt. ------------------------- == 73 == 1 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt. :2. Tíz éve Milánóban él. - Sie lebt seit zehn Jahren in Mailand. :3. Ott egy tisztítóban dolgozik. - Sie arbeitet dort in einer Reinigung. :4. Ma busszal utazik haza. - Heute fährt sie mit dem Bus nach Hause. :5. A falu Dél-Olaszországban, Basilicatában fekszik. - Das Dorf liegt in Süditalien, in der Basilicata. :6. Az anyja meghalt. - Ihre Mutter ist gestorben. :7. Az anya házát el kell adni. - Das Haus der Mutter muss verkauft werden. :8. Elena gyorsan el akarja intézni, aztán újra el akar menni. - Elena will das schnell erledigen und wieder fahren. :9. A busz megáll a piactéren. - Der Bus hält auf dem Marktplatz. :10. Elena leszáll. - Elena steigt aus. :11. A szeptemberi hőség azonnal megcsapja. - Die Septemberhitze trifft sie sofort. :12. A levegő érett paradicsom és por szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten und Staub. :13. Ezt a szagot még jól ismeri. - Sie kennt diesen Geruch noch gut. :14. Régen szerette. - Früher hat sie ihn geliebt. :15. Most félelmet kelt benne. - Jetzt macht er ihr Angst. :16. A sarkon túl van egy műhely. - Um die Ecke ist eine Werkstatt. :17. Ott dolgozik Carlo. - Dort arbeitet Carlo. :18. Carlo harmincnyolc éves. - Carlo ist achtunddreißig Jahre alt. :19. Szerelő. - Er ist Mechaniker. :20. Még mindig a faluban él. - Er lebt noch immer im Dorf. :21. Elena meghallja a nevetését. - Elena hört sein Lachen. :22. Megáll. - Sie bleibt stehen. :23. Gyorsan ver a szíve. - Ihr Herz schlägt schnell. :24. El akar menni, de nem tud. - Sie will weggehen, aber sie kann nicht. :25. Carlo egy régi autó alatt áll. - Carlo steht unter einem alten Auto. :26. A karja fekete az olajtól. - Seine Arme sind schwarz von Öl. :27. Nem látja őt. - Er sieht sie nicht. :28. Elena túl sokáig nézi. - Sie sieht ihn zu lange an. :29. Carlo volt az első férfija. - Carlo war ihr erster Mann. :30. Ez tizenhat évvel ezelőtt volt. - Das war vor sechzehn Jahren. :31. Nagyon szerették egymást. - Sie liebten sich sehr. :32. Aztán Elena teherbe esett. - Dann wurde Elena schwanger. :33. A fiukat Matteónak hívják. - Ihr Sohn heißt Matteo. :34. Carlo nem maradt mellette. - Carlo blieb nicht bei ihr. :35. Elena nem tudta magánál tartani Matteót. - Elena konnte Matteo nicht bei sich behalten. :36. Matteo ma Carlo anyjánál él. - Matteo lebt heute bei Carlos Mutter. :37. Őt Signora Graziának hívják. - Die heißt Signora Grazia. :38. Hetvenéves. - Sie ist siebzig Jahre alt. :39. Ő neveli Matteót. - Sie zieht Matteo auf. :40. Este Elena elmegy Carlo házához. - Am Abend geht Elena zu Carlos Haus. :41. Egy régi, virágmintás ruhát visel. - Sie trägt ein altes geblümtes Kleid. :42. Carlo ajtót nyit. - Carlo öffnet die Tür. :43. Ránéz. - Er schaut sie an. :44. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja halkan. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er leise. :45. Elena nem mond semmit. - Elena sagt nichts. :46. Arcul üti. - Sie schlägt ihn ins Gesicht. :47. Carlo nem érinti meg az arcát. - Carlo fasst sich nicht an die Wange. :48. Csak nézi őt. - Er schaut sie nur an. :49. A szeme sötét. - Seine Augen sind dunkel. :50. Nem mondja: sajnálom. - Er sagt nicht: Es tut mir leid. :51. Éjjel Carlo érte megy. - In der Nacht holt Carlo sie ab. :52. Együtt mennek a garázsba. - Sie gehen zusammen in die Garage. :53. Ott régi autóüléseken ülnek. - Dort sitzen sie auf alten Autositzen. :54. Carlo kinyit egy üveg vörösbort. - Carlo öffnet eine Flasche Rotwein. :55. Ad neki egy poharat. - Er gibt ihr ein Glas. :56. Lassan isznak. - Sie trinken langsam. :57. Carlo megfogja a kezét. - Carlo nimmt ihre Hand. :58. Az ujjai melegek és érdesek. - Seine Finger sind warm und rau. :59. Elena hagyja. - Elena lässt es zu. :60. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja halkan. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie leise. :61. Carlo így válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motorokat javítani.” - Carlo antwortet: „Ich zeige ihm, wie man Motoren repariert." :62. Elena visszahúzza a kezét. - Elena nimmt ihre Hand zurück. :63. Többé nem szól egy szót sem. - Sie sagt kein Wort mehr. :64. Másnap reggel Elena korán felkel. - Am nächsten Morgen steht Elena früh auf. :65. Még sötét van. - Es ist noch dunkel. :66. Bepakolja a táskáját. - Sie packt ihre Tasche. :67. Nem a buszhoz megy. - Sie geht nicht zum Bus. :68. Signora Grazia házához megy. - Sie geht zu Signora Grazias Haus. :69. A konyhaablakon át meglátja Matteót. - Durch das Küchenfenster sieht sie Matteo. :70. Az asztalnál ül. - Er sitzt am Tisch. :71. Kenyeret márt tejbe. - Er tunkt Brot in Milch. :72. A nagymama végigsimít a fején. - Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. :73. Matteo nevet. - Matteo lacht. :74. Elena kint áll a hidegben. - Elena steht draußen im Kalten. :75. Homlokát az üveghez nyomja. - Sie drückt die Stirn gegen das Glas. :76. Egy percig csak nézi. - Eine Minute lang schaut sie nur. :77. Aztán megfordul. - Dann dreht sie sich um. :78. Elmegy a pályaudvarra. - Sie geht zum Bahnhof. :79. A vonat a nap felé halad. - Der Zug fährt in die Sonne. :80. De a nap már nem melegíti Elenát. - Aber die Sonne wärmt Elena nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, és már egy évtizede Milánóban él. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt und lebt seit einem Jahrzehnt in Mailand. :2. Ott dolgozik egy kis tisztítóban, nem messze a pályaudvartól. - Sie arbeitet dort in einer kleinen Reinigung, nicht weit vom Bahnhof. :3. Ma busszal utazott a szülőfalujába, mert meghalt az anyja. - Heute ist sie mit dem Bus in ihr Heimatdorf gefahren, weil ihre Mutter gestorben ist. :4. Az anya háza most üresen áll, és Elenának el kell adnia. - Das Haus der Mutter steht jetzt leer, und Elena muss es verkaufen. :5. Csak néhány napig akar maradni, aztán a lehető leggyorsabban újra el akar menni. - Sie will nur ein paar Tage bleiben und dann so schnell wie möglich wieder fahren. :6. Amikor a busz megáll a piactéren, Elena utolsóként száll le. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält, steigt Elena als Letzte aus. :7. A szeptemberi hőség azonnal megcsapja, mintha a levegő nehéz, meleg takaró volna. - Die Septemberhitze trifft sie sofort, als wäre die Luft eine schwere, warme Decke. :8. Érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyének régi olaja szaglik. - Es riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem alten Öl von Carlos Werkstatt. :9. Elena még jól ismeri ezt a szagot, hiszen itt nőtt fel, ezeken az utcákon és tereken. - Elena kennt diesen Geruch noch gut, denn sie ist hier aufgewachsen, auf diesen Straßen und Plätzen. :10. Régen szerette ezt a szagot, ma összeszorítja tőle a gyomra. - Früher hat sie diesen Geruch geliebt, heute macht er ihr den Magen eng. :11. Mielőtt meglátná Carlót, meghallja a nevetését – hangosan és mélyen, ahogyan még az emlékeiben él. - Bevor sie Carlo sieht, hört sie sein Lachen – laut und tief, wie sie es noch aus der Erinnerung kennt. :12. A sarkon túl áll a műhelye előtt, és egy behorpadt motorháztető fölé hajol. - Er steht um die Ecke vor seiner Werkstatt und beugt sich über eine zerbeulte Motorhaube. :13. Az ingujja fel van tűrve, a karja fekete a kenőanyagtól, pontosan úgy, mint akkoriban. - Seine Ärmel sind hochgekrempelt und seine Arme schwarz von Schmiere, genau wie damals. :14. Elena megáll a járdán, és nem tud továbbmenni, pedig akar. - Elena bleibt auf dem Bürgersteig stehen und kann nicht weitergehen, obwohl sie es will. :15. Túl sokáig nézi őt, aztán Carlo megfordul. - Sie schaut ihn zu lange an, und dann dreht er sich um. :16. Carlo volt az első férfija, ez tizenhat éve volt, amikor még mindketten fiatalok voltak. - Carlo war ihr erster Mann, das war vor sechzehn Jahren, als sie beide noch jung waren. :17. Nagyon szerették egymást, de amikor Elena teherbe esett, Carlo nem maradt mellette. - Sie liebten sich sehr, aber als Elena schwanger wurde, blieb Carlo nicht bei ihr. :18. Elena nem tudta magánál tartani a fiát, Matteót, mert a fiú minden nap az árulásra emlékeztette volna. - Elena konnte ihren Sohn Matteo nicht bei sich behalten, weil sie ihn jeden Tag an den Verrat erinnert hätte. :19. Ezért Matteo ma Carlo anyjánál, Signora Graziánál él, aki hetvenéves, és mindent az ablakból figyel. - Deshalb lebt Matteo heute bei Carlos Mutter, Signora Grazia, die siebzig Jahre alt ist und alles vom Fenster aus beobachtet. :20. Este Elena felveszi régi virágos ruháját, és elmegy Carlo házához. - Am Abend zieht Elena ihr altes geblümtes Kleid an und geht zu Carlos Haus. :21. Nem tudja pontosan, miért teszi ezt, de a lába mégis felviszi a lépcsőn. - Sie weiß nicht genau, warum sie das tut, aber ihre Füße gehen trotzdem die Treppe hinauf. :22. Carlo kinyitja az ajtót, és hosszú pillanatig némán nézi őt. - Carlo öffnet die Tür und schaut sie einen langen Moment schweigend an. :23. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja végül halkan, mosoly nélkül. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er schließlich, mit leiser Stimme und ohne zu lächeln. :24. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :25. Carlo nem fogja meg az arcát, és azt sem mondja, hogy sajnálja. - Carlo fasst sich nicht an die Wange und sagt auch nicht, dass es ihm leidtut. :26. Csak nézi őt, sötét szemmel, megbánás nélkül, és ez majdnem rosszabb minden másnál. - Er schaut sie nur an, die Augen dunkel und ohne Reue, und das ist fast schlimmer als alles andere. :27. Nem sokkal éjfél után Carlo elhozza őt az anyja háza előtti lépcsőről. - Kurz nach Mitternacht holt Carlo sie von der Treppe vor dem Haus ihrer Mutter ab. :28. Együtt mennek be a régi garázsba, ahol két szakadt autóülés áll a betonpadlón. - Sie gehen zusammen in die alte Garage, wo zwei zerschlissene Autositze auf dem Betonboden stehen. :29. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük, és kérdezés nélkül tölt neki egy pohárral. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie und schenkt ihr ein Glas ein, ohne zu fragen. :30. Megfogja Elena kezét, az ujjai érdesek és melegek, és még mindig olajszagúak. - Er greift nach ihrer Hand, seine Finger sind rau und warm und riechen noch immer nach Öl. :31. Elena hagyja, pedig tudja, hogy nem kellene. - Elena lässt es zu, obwohl sie weiß, dass sie es nicht sollte. :32. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja halkan, anélkül hogy ránézne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie leise, ohne ihn anzusehen. :33. Carlo nagyot kortyol a borból, aztán nyugodtan válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit apám valaha adott nekem.” - Carlo nimmt einen langen Schluck Wein und antwortet dann ruhig: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :34. Elena erre nem mond semmit, de lassan visszahúzza a kezét. - Elena sagt darauf nichts, aber sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :35. Másnap reggel Elena még napkelte előtt felkel, és sötétben összepakolja a táskáját. - Am nächsten Morgen steht Elena noch vor Sonnenaufgang auf und packt ihre Tasche im Dunkeln. :36. Nem megy azonnal a pályaudvarra, hanem kerülőt tesz Signora Grazia házához. - Sie geht nicht sofort zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg zu Signora Grazias Haus. :37. A kivilágított konyhaablakon át látja Matteót, aki az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe. - Durch das erleuchtete Küchenfenster sieht sie Matteo, der am Tisch sitzt und Brot in Milch tunkt. :38. Tízéves, sötét haja van, és úgy néz ki, mint Carlo, ezt Elena távolról is látja. - Er ist zehn Jahre alt, hat dunkle Haare und sieht aus wie Carlo, das sieht sie auch aus der Entfernung. :39. Az öreg Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején. - Die alte Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf. :40. Elena a homlokát a hideg ablaküveghez nyomja, és egy teljes percig nézi őket. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Fensterglas und schaut eine ganze Minute lang zu. :41. Aztán megfordul, szó nélkül elmegy a pályaudvarra, és felszáll az első Milánóba tartó vonatra. - Dann dreht sie sich um, geht ohne Worte zum Bahnhof und steigt in den ersten Zug nach Mailand. :42. A vonat a felkelő nap felé halad, de a nap ezen a reggelen már nem melegíti Elenát. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne hinein, aber die Sonne wärmt Elena an diesem Morgen nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, és már egy évtizede egy tisztítóban dolgozik a milánói pályaudvar közelében. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt und arbeitet seit einem Jahrzehnt in einer Reinigung nahe dem Mailänder Bahnhof. :2. Ez idő alatt soha nem gondolt arra, hogy visszatérjen. - In dieser Zeit hat sie nie daran gedacht, zurückzukehren. :3. Amikor az anyja meghal, nem marad választása: a házat el kell adni. - Als ihre Mutter stirbt, bleibt ihr keine Wahl: Das Haus muss verkauft werden. :4. Ehhez valakinek oda kell utaznia, és ez a valaki ő. - Dafür muss jemand hinfahren, und dieser Jemand ist sie. :5. A buszút négy óráig tart, és Elena az idő nagy részében alszik. - Die Busfahrt dauert vier Stunden, und Elena schläft die meiste Zeit. :6. Vagy legalábbis úgy tesz, mintha aludna, hogy ne kelljen beszélnie a mellette ülő öregemberrel, aki fokhagymaszagú, és egy rádiót tart az ölében. - Oder sie tut zumindest so, als würde sie schlafen, um nicht mit dem alten Mann neben ihr reden zu müssen, der nach Knoblauch riecht und ein Radio auf dem Schoß hält. :7. Amikor a busz végül megáll a piactéren, ő száll le utolsóként. - Als der Bus schließlich auf dem Marktplatz hält, steigt sie als Letzte aus. :8. Egy pillanatra megáll a kövezeten, táskával a kezében, miközben a szeptemberi hőség nehézkesen rátelepszik a vállára. - Sie bleibt einen Moment auf dem Pflaster stehen, die Tasche in der Hand, während die Septemberhitze sich schwer auf ihre Schultern legt. :9. A levegő érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyéből áradó olaj szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem Öl aus Carlos Werkstatt. :10. A műhely még mindig ott van a sarkon túl, mintha tíz év alatt semmi sem változott volna rajta kívül. - Die Werkstatt liegt noch immer um die Ecke, als hätte sich in zehn Jahren nichts verändert außer ihr selbst. :11. Előbb hallja meg a nevetését, mint hogy meglátná őt. - Sie hört sein Lachen, bevor sie ihn sieht. :12. Ez az a széles, gondtalan nevetés, amelyet régen szeretett, és amely most sértésnek tűnik számára. - Es ist dieses breite, sorglose Lachen, das sie früher geliebt hatte und das ihr jetzt wie eine Beleidigung vorkommt. :13. Carlo egy behorpadt motorháztető fölé hajolva áll, feltűrt ingujjakkal, karja fekete a kenőanyagtól. - Carlo steht über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Ärmel hochgekrempelt, die Arme schwarz von Schmiere. :14. Úgy néz ki, mint mindig, mintha egyetlen álmatlan éjszakája sem lett volna mindezekben az években. - Er sieht so aus wie immer, als hätte er keine einzige schlaflose Nacht in all diesen Jahren gehabt. :15. Elena megáll a járdán. - Elena bleibt auf dem Bürgersteig stehen. :16. Aztán Carlo megfordul, és ránéz. - Dann dreht er sich um und sieht sie an. :17. Tizenhat évvel ezelőtt csókolóztak először, a templom mögött, a nyári ünnep után. - Vor sechzehn Jahren hatten sie sich zum ersten Mal geküsst, hinter der Kirche, nach dem Sommerfest. :18. Elena azt hitte, hogy az ilyesmi örökké tart. - Elena hatte geglaubt, dass so etwas ewig hält. :19. Amikor húszévesen teherbe esett, megértett valamit. - Als sie mit zwanzig Jahren schwanger wurde, verstand sie etwas. :20. Carlo az „örökké” alatt mást értett, mint ő. - Carlo verstand unter „ewig" etwas anderes als sie. :21. A fiuk, Matteo márciusban született, sötét hajjal és Carlo szemével. - Ihr Sohn Matteo kam im März zur Welt, mit dunklen Haaren und Carlos Augen. :22. Elena pontosan kétszer tartotta a karjában, mielőtt tudta volna, hogy nem bírná elviselni, ha mindennap ránézne, és közben az árulásra kellene gondolnia. - Elena hielt ihn genau zweimal im Arm, bevor sie wusste, dass sie es nicht ertragen würde, ihn jeden Tag anzusehen und dabei an den Verrat zu denken. :23. Azóta Matteo Signora Graziánál, Carlo anyjánál él. - Seitdem lebt Matteo bei Signora Grazia, Carlos Mutter. :24. Hetvenéves, soha nem panaszkodik, és mindent megfigyel, ami az ablaka előtti utcán történik. - Sie ist siebzig Jahre alt, klagt niemals und beobachtet alles, was auf der Straße vor ihrem Fenster passiert. :25. Este Elena felveszi a régi virágos ruhát, amelyet még régről ismer, és amely még mindig jó rá. - Am Abend zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie noch von früher kennt und das immer noch passt. :26. Még mindig jó rá, mert az utóbbi években keveset evett, és úgy megy fel Carlo lakásához a lépcsőn, hogy közben semmire sem gondol, vagy legalábbis ezt beszéli be magának. - Es passt immer noch, weil sie in den letzten Jahren wenig gegessen hat, und sie geht die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf, ohne sich dabei etwas zu denken, oder zumindest redet sie sich das ein. :27. Carlo egy foltos trikóban nyit ajtót. - Carlo öffnet die Tür in einem fleckigen Unterhemd. :28. Úgy néz rá, mintha valahogy tudta volna, hogy el fog jönni. - Er schaut sie so an, als hätte er irgendwie gewusst, dass sie kommen würde. :29. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja halkan. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er leise. :30. Ez nem hangzik sem bóknak, sem sértésnek, hanem olyan megállapításnak, amelyet már régóta magában hordoz. - Es klingt weder wie ein Kompliment noch wie eine Beleidigung, sondern wie eine Feststellung, die er schon lange mit sich herumträgt. :31. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :32. Elég erősen üti meg ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a lépcsőházban. - Sie schlägt fest genug, dass das Geräusch im Treppenhaus widerhallt. :33. Carlo meg sem mozdul, nem érinti meg az arcát, és nem mondja, hogy sajnálja. - Carlo rührt sich nicht, fasst sich nicht an die Wange und sagt nicht, dass es ihm leidtut. :34. Éppen ez dühíti fel Elenát jobban, mint maga az ütés. - Genau das macht Elena wütender als der Schlag selbst. :35. Nem sokkal éjfél után Carlo Elena anyjának háza előtt áll és vár. - Kurz nach Mitternacht steht Carlo vor dem Haus ihrer Mutter und wartet. :36. Nem csenget be, mintha biztos lenne benne, hogy Elena úgysem alszik. - Er klingelt nicht, als wäre er sicher, dass sie ohnehin nicht schläft. :37. Együtt mennek be a garázsba, ahol két régi autóülés áll a betonpadlón. - Sie gehen zusammen in die Garage, wo zwei alte Autositze auf dem Betonboden stehen. :38. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük, olcsó szupermarketes vörösbort, amelyért még csak bocsánatot sem kér. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie, billigen Rotwein aus dem Supermarkt, den er nicht einmal entschuldigt. :39. Amikor megfogja Elena kezét, az ujjai érdesek és melegek, és olajszagúak. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen nach Öl. :40. Elena hagyja megtörténni, mert fáradt, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert azt beszéli be magának, hogy ez semmit sem jelent. - Elena lässt es geschehen, weil sie müde ist und weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie sich einredet, dass es nichts bedeutet. :41. „Matteo soha nem kérdez utánam” – mondja végül, anélkül hogy ránézne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, ohne ihn anzusehen. :42. Olyan hangon mondja, amelynek közönyösnek kellene hangzania, de nem úgy hangzik. - Sie sagt es in einem Ton, der gleichgültig klingen soll und es nicht tut. :43. Carlo egy pillanatig hallgat. - Carlo schweigt einen Moment. :44. Aztán azt mondja: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több annál, mint amit az apám valaha adott nekem.” - Dann sagt er: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :45. Elena ezért gyűlöli őt, mert ez nem mentség, és mégis valahogyan igaz. - Elena hasst ihn dafür, weil es keine Entschuldigung ist und trotzdem irgendwie stimmt. :46. A kettő egyszerre a legrosszabb. - Beides gleichzeitig ist das Schlimmste. :47. Lassan visszahúzza a kezét. - Sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :48. Carlo elengedi. - Carlo lässt sie gehen. :49. Elena még napkelte előtt összepakolja a táskáját az idegen hálószoba félhomályában. - Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche im Halbdunkel des fremden Schlafzimmers. :50. Úgy hagyja el a házat, hogy nem főz kávét, és nem hagy hátra üzenetet. - Sie verlässt das Haus, ohne Kaffee zu kochen oder eine Notiz zu hinterlassen. :51. Nem közvetlenül az állomásra megy, hanem kerülőt tesz. - Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg. :52. Nem akarja bevallani magának ezt a kerülőt, és megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt. - Sie will sich diesen Umweg nicht eingestehen und bleibt vor Signora Grazias Küchenfenster stehen. :53. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch. :54. Egy olyan gyerek nyugodt összpontosításával teszi, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Er tut es mit der ruhigen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört. :55. Sötét haja van, Carlo szája, és olyan tartása, amely Elenát senki másra nem emlékezteti, csak saját magára. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Haltung, die Elena an niemanden erinnert außer an sich selbst. :56. Saját magára emlékezteti, arra az időre, amikor még nem tudta, mit tesz az emberrel az élet. - Sie erinnert sie an sich selbst, als sie noch nicht wusste, was das Leben mit einem macht. :57. Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf. :58. Nem néz fel, mintha biztos lenne benne, hogy valaki odakint áll és figyel. - Sie schaut nicht auf, als wäre sie sich sicher, dass jemand draußen steht und zuschaut. :59. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :60. Aztán megfordul, és elmegy, anélkül hogy még egyszer visszanézne. - Dann dreht sie sich um und geht, ohne sich noch einmal umzusehen. :61. A vonat a felkelő nap felé halad, és a táj elsuhan mellette. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne, und die Landschaft zieht vorbei. :62. Elena az utolsó cigarettát az ablakon kifelé szívja, és nem gondol semmire, vagy legalábbis megpróbálja, és tíz éve ez az egyetlen dolog, amiben igazán jó lett. - Elena raucht das letzte Fenster hinaus und denkt an nichts, oder sie versucht es zumindest, und das ist, seit zehn Jahren, das Einzige, worin sie wirklich gut geworden ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, túl sokat dohányzik, túl keveset eszik, és egy évtized alatt Milánóban egyszer sem gondolt arra, hogy a falu, ahonnan származik, még létezik. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt, raucht zu viel, isst zu wenig und hat in einem Jahrzehnt Mailand nicht einmal daran gedacht, dass das Dorf, aus dem sie stammt, noch existiert. :2. Aztán megszólalt a telefon, és egy hang azt mondta, hogy az anyja elment, mintha a halál indulás volna, nem pedig végleges elnémulás. - Dann klingelte das Telefon und eine Stimme sagte, ihre Mutter sei gegangen, so als wäre der Tod ein Aufbruch und nicht ein endgültiges Verstummen. :3. A házat el kell adni, ez az egyetlen oka annak, hogy útnak indul, és ezt mondogatja magának újra meg újra a négyórás buszúton Basilicata kopár augusztusi hőségén át. - Das Haus muss verkauft werden, das ist der einzige Grund, weshalb sie fährt, und das sagt sie sich auf der vierstündigen Busfahrt durch die kahle Augusthitze der Basilicata immer wieder vor. :4. Olyan ez, mint egy formula, amelynek józannak kellene tartania őt, miközben odakint a táj az ablak mellett ég, ő pedig bent ül a kemény ülésen, és úgy tesz, mintha aludna, hogy elkerülje a mellette ülő öregembert, aki fokhagymaszagú, és ennek ellenére húszpercenként magyaráz neki valamit. - Es ist wie eine Formel, die sie nüchtern halten soll, während die Landschaft außen am Fenster verbrennt und sie innen auf dem harten Sitz sitzt und so tut, als würde sie schlafen, um dem alten Mann neben ihr zu entgehen, der nach Knoblauch riecht und ihr trotzdem alle zwanzig Minuten etwas erklärt. :5. Amikor a busz megáll a piactéren, Elena utolsóként száll le, és egy pillanatig mozdulatlanul áll a kövezeten. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält, steigt Elena als Letzte aus und bleibt einen Moment unbeweglich auf dem Pflaster stehen. :6. Jobb kezében az utazótáskát tartja, baljával már a cigaretta után nyúl, miközben a szeptemberi hőség úgy telepszik rá, mint valami, amit személyesen neki szántak. - Sie hält die Reisetasche in der rechten Hand, greift mit der linken schon nach der Zigarette, während die Septemberhitze sich auf sie legt wie etwas, das sie persönlich gemeint hat. :7. A levegő érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyéből áradó olaj súlyos, elkerülhetetlen szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem schweren, unvermeidlichen Geruch des Öls aus Carlos Werkstatt. :8. Carlo műhelye még mindig ott van mindjárt a sarkon túl, mintha a falu tíz év alatt elhatározta volna, hogy várni fog rá. - Carlos Werkstatt liegt noch immer gleich um die Ecke, als hätte das Dorf in zehn Jahren beschlossen, auf sie zu warten. :9. Elena előbb hallja a nevetését, mint hogy meglátná őt – ezt a széles, önmagában biztos nevetést. - Sie hört sein Lachen, bevor sie ihn sieht – dieses breite, von sich selbst überzeugte Lachen. :10. Húszévesen életörömnek tartotta, ma pedig egy olyan férfi szemtelenségének tűnik számára, aki soha semmiért nem fizetett meg. - Mit zwanzig hatte sie es für Lebensfreude gehalten, und heute kommt es ihr wie die Unverschämtheit eines Mannes vor, der nie für irgendetwas bezahlt hat. :11. Carlo egy behorpadt motorháztető fölé hajolva áll, feltűrt ingujjal, alkarja fekete a kenőanyagtól. - Carlo steht über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Ärmel hochgekrempelt, die Unterarme schwarz von Schmiere. :12. Olyan érintetlennek látszik, olyan szégyenletesen változatlannak, hogy Elena egy pillanatra elfelejt tovább lélegezni. - Er sieht so unberührt aus, so beschämend unverändert, dass Elena für einen Moment vergisst, weiterzuatmen. :13. Amikor megfordul, és ránéz, az arcán nem jelenik meg meglepetés. - Als er sich umdreht und sie ansieht, legt sich keine Überraschung in sein Gesicht. :14. Csak egy hosszú, nyugodt pillantás az, amely egyszerre ismeri fel és sorolja be őt, és bizonyos értelemben ez a legrosszabb. - Es ist nur ein langer, ruhiger Blick, der sie gleichzeitig erkennt und einordnet, und das ist, in gewisser Weise, das Schlimmste. :15. Tizenhat évvel ezelőtt minden a templom mögött kezdődött, a nyári ünnep után, a meleg sötétségben, egy csókkal, amely akkor ígéretnek tűnt számára. - Vor sechzehn Jahren hatte alles hinter der Kirche begonnen, nach dem Sommerfest, in der warmen Dunkelheit, mit einem Kuss, der ihr damals wie ein Versprechen vorgekommen war. :16. Elena azóta tudja, hogy nem naiv volt, hanem egyszerűen tizenkilenc éves, és még nem ismerte azt a tényt, hogy az olyan férfiak, mint Carlo, úgy adnak ígéreteket, hogy közben nem gondolnak semmire. - Elena weiß inzwischen, dass sie nicht naiv war, sondern einfach neunzehn und noch nicht vertraut mit der Tatsache, dass Männer wie Carlo Versprechen geben, ohne sich dabei etwas zu denken. :17. Amikor húszévesen teherbe esett, ezt teljesen megértette. - Als sie mit zwanzig schwanger wurde, verstand sie das vollständig. :18. Túl későn és túl világosan értette meg, ahogyan a legtöbb fontos dolgot megérti az ember. - Sie verstand es zu spät und zu deutlich, wie man die meisten wichtigen Dinge versteht. :19. Matteo márciusban született, sötét hajjal és Carlo szemével, valamint olyan ártatlansággal, amelyet Elena elviselhetetlennek talált. - Matteo kam im März zur Welt, mit dunklen Haaren und Carlos Augen und einer Unschuld, die Elena unerträglich fand. :20. Ránézett, és nem egy gyereket látott, hanem saját vereségének egész történetét, egy síró testbe sűrítve. - Sie sah ihn an und sah nicht ein Kind, sondern die gesamte Geschichte ihrer eigenen Niederlage, komprimiert in einen schreienden Körper. :21. Kétszer tartotta a karjában, aztán odaadta Signora Graziának, Carlo anyjának. - Sie hielt ihn zweimal im Arm, dann gab sie ihn an Signora Grazia, Carlos Mutter. :22. Signora Grazia hetvenéves, soha nem panaszkodik, és mozdulatlan figyelemmel szemlél mindent, ami a háza előtti utcán történik, egy olyan nő figyelmével, aki már régen felhagyott azzal, hogy csodálkozzon az embereken. - Signora Grazia ist siebzig Jahre alt, klagt niemals und beobachtet alles, was auf der Straße vor ihrem Haus passiert, mit der unbeweglichen Aufmerksamkeit einer Frau, die längst aufgehört hat, sich über Menschen zu wundern. :23. Este Elena felveszi a régi virágos ruhát, amely még régről maradt meg neki, és amely még mindig jó rá. - Am Abend zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie noch von früher hat und das immer noch passt. :24. Még mindig jó rá, mert egy évtized Milánó karcsúbbá tette, nem szándékból, hanem felejtésből, és ő azzal a tudatos elhatározással megy fel Carlo lakásának lépcsőjén, hogy semmit sem akar, és azzal a be nem vallott tudással, hogy ez nem igaz. - Es passt noch, weil ein Jahrzehnt Mailand sie schmaler gemacht hat, nicht durch Absicht, sondern durch Vergessen, und sie steigt die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf mit dem bewussten Vorsatz, nichts zu wollen, und dem uneingestandenen Wissen, dass das nicht stimmt. :25. Carlo foltos atlétatrikóban nyit ajtót, egy olyan férfi arcával néz rá, aki nem vár magyarázatot, majd egy fél perccel túl hosszúra nyúló hallgatás után azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Carlo öffnet in einem fleckigen Unterhemd, schaut sie an mit dem Gesicht eines Mannes, der keine Erklärung erwartet, und sagt nach einem Schweigen, das eine halbe Minute zu lang dauert: „Du siehst aus wie deine Mutter." :26. Nem kedvesen mondja, nem kegyetlenül, hanem annak a tárgyilagos csendjével, aki kimond egy megfigyelést, amelyet túl régóta hordoz magában. - Er sagt es nicht freundlich, nicht grausam, sondern mit der sachlichen Stille von jemandem, der eine Beobachtung ausspricht, die er zu lange mit sich herumgetragen hat. :27. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :28. Elég erősen üt ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a lépcsőházban, és hogy a fölöttük lévő emeleten egy ajtó röviden megnyikorduljon, majd újra elnémuljon. - Sie schlägt fest genug, dass das Geräusch im Treppenhaus widerhallt und eine Tür im Stockwerk darüber kurz quietscht und dann wieder verstummt. :29. Carlo nem mozdul, nem érinti meg az arcát, és nem mondja, hogy sajnálja. - Carlo bewegt sich nicht, fasst sich nicht an die Wange und sagt nicht, dass es ihm leidtut. :30. Olyan szemekkel néz rá, amelyekben nincs megbánás és nincs harag sem, csak valami sötét, nyugodt dolog, ami rosszabb mindkettőnél együtt. - Er schaut sie mit Augen an, in denen keine Reue ist und auch keine Wut, nur etwas Dunkles, Ruhiges, das schlimmer ist als beides zusammen. :31. Nem sokkal éjfél után Carlo ott áll Elena anyjának háza előtt, anélkül hogy csengetett volna, anélkül hogy üzenetet küldött volna. - Kurz nach Mitternacht steht er vor dem Haus ihrer Mutter, ohne geklingelt zu haben, ohne eine Nachricht geschickt zu haben. :32. Egyszerűen csak ott áll, egy üveg vörösborral a hóna alatt, mintha biztos volna benne, hogy Elena úgysem alszik – ami igaz, de ezt nem fogja megmondani neki. - Er steht einfach da, mit einer Flasche Rotwein unter dem Arm, als wäre er sicher, dass sie ohnehin nicht schläft – was stimmt, aber das wird sie ihm nicht sagen. :33. Bemmennek a garázsba, és leülnek két régi autóülésre, amelyek a csupasz betonpadlón állnak, mint egy feladott lakás maradványai. - Sie gehen in die Garage und setzen sich auf zwei alte Autositze, die auf dem nackten Betonboden stehen wie Überreste einer aufgegebenen Wohnung. :34. Carlo kérdezés nélkül tölt, ami rendben van, mert ez az egyetlen dolog, amit ezen az estén helyesen csinál. - Carlo schenkt ein, ohne zu fragen, was in Ordnung ist, weil es das Einzige ist, das er an diesem Abend richtig macht. :35. Amikor a keze után nyúl, az ujjai érdesek és melegek, és még mindig annak az olajnak a szagát hordozzák, amelyet nem lehet teljesen lemosni. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen noch immer nach dem Öl, das sich nicht vollständig abwaschen lässt. :36. Elena hagyja megtörténni, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert tudja, hogy másnap reggel elutazik, és azoknak a dolgoknak, amelyeket az ember csak egyetlen éjszakára enged meg, nem kell következményekkel járniuk, ha elég elszánt. - Elena lässt es geschehen, weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie weiß, dass sie morgen früh fährt und Dinge, die man nur eine Nacht lang zulässt, keine Konsequenzen haben müssen, wenn man entschlossen genug ist. :37. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja végül. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich. :38. Olyan hangon mondja, amelynek megállapításnak kellene hangzania, de sebnek hangzik. - Sie sagt es in einem Ton, der nach Feststellung klingen soll und nach Wunde klingt. :39. Carlo állja a tekintetét, iszik egy hosszú kortyot, aztán kertelés nélkül válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit az apám valaha adott nekem.” - Carlo hält ihren Blick aus, trinkt einen langen Schluck und antwortet dann ohne Umschweife: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :40. Elena olyan pontossággal gyűlöli őt ezért, amely szinte csodálatot érdemel, mert ez nem mentség, nem megbánás, nem vallomás, és mégis igazságtalan, megbocsáthatatlan módon teljesen igaz. - Elena hasst ihn dafür mit einer Präzision, die fast Bewunderung verdient, weil es keine Entschuldigung ist, kein Bedauern, kein Geständnis, und trotzdem auf eine ungerechte, unverzeihliche Art vollkommen wahr. :41. Lassan visszahúzza a kezét. - Sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :42. Carlo hagyja, hogy visszahúzza. - Carlo lässt sie nehmen. :43. Elena még napkelte előtt elhagyja a házat a félhomályban. - Noch vor Sonnenaufgang verlässt Elena das Haus im Halbdunkel. :44. Kávé nélkül megy el, üzenet nélkül, anélkül hogy megbizonyosodna róla, hogy helyesen cselekszik. - Sie geht ohne Kaffee, ohne Notiz, ohne sich zu versichern, dass sie das Richtige tut. :45. Kerülőt tesz, amelyet önmagának sem vall be, és megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt. - Sie macht einen Umweg, den sie sich nicht eingesteht, und bleibt vor Signora Grazias Küchenfenster stehen. :46. Az ablakban meleg fény ég, mint évtizedek óta minden reggel. - In dem Fenster brennt warmes Licht wie jeden Morgen seit Jahrzehnten. :47. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret márt a tejbe, egy olyan gyerek teljes, gondtalan összpontosításával, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, mit der vollständigen, sorglosen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört. :48. Ez a legszebb és a legkegyetlenebb dolog, amit Elena valaha látott. - Das ist das Schönste und das Grausamste, was Elena je gesehen hat. :49. Sötét haja van, Carlo szája, és olyan testtartása az asztalnál, amely Elenát önmagára emlékezteti. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Haltung am Tisch, die Elena an sich selbst erinnert. :50. Arra az önmagára emlékezteti, aki abból az időből való, mielőtt még tudta volna, mire képes az élet. - Sie erinnert sie an eine Version ihrer selbst aus der Zeit, bevor sie wusste, wozu das Leben fähig ist. :51. Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején, anélkül hogy felnézne. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf, ohne aufzuschauen. :52. Az arca mintha azt mondaná, hogy tudja, ki áll odakint, és hogy rég megbocsátotta azt, amit Elena soha nem fog megbocsátani önmagának. - Ihr Gesicht scheint zu sagen, dass sie weiß, wer draußen steht, und dass sie längst vergeben hat, was Elena nie sich selbst vergeben wird. :53. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :54. Amikor elér hatvanig, megfordul és elmegy, anélkül hogy még egyszer hátranézne, mert tíz év után ez az egyetlen fegyelem, amely még megmaradt neki. - Als sie bei sechzig ankommt, dreht sie sich um und geht, ohne sich noch einmal umzusehen, weil das die einzige Disziplin ist, die ihr nach zehn Jahren noch geblieben ist. :55. A vonat a felkelő nap felé halad, Basilicata tája égve és közönyösen húz el az ablak mellett, Elena pedig elszívja a doboz utolsó cigarettáját. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne, die Landschaft der Basilicata zieht brennend und gleichgültig am Fenster vorbei, und Elena raucht die letzte Zigarette der Schachtel. :56. Könyökét az ablakpárkányra támasztja, tekintetét a semmire szegezi, és arra gondol, hogy a szerelem nem olyan seb, amely begyógyul, hanem olyan, amelyhez hozzászokik az ember. - Sie hat den Ellbogen auf dem Fensterbrett, den Blick auf nichts gerichtet, und denkt daran, dass die Liebe keine Wunde ist, die heilt, sondern eine, an die man sich gewöhnt. :57. Ez, ha őszinték vagyunk, majdnem rosszabb. - Das ist, wenn man ehrlich ist, fast schlimmer. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, húszéves kora óta dohányzik. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt, raucht seit dem zwanzigsten Lebensjahr. :2. Egy évtizedet élt Milánóban, annak a nőnek a konok következetességével, aki elhatározta, hogy a felejtés nem gyengeség, hanem túlélési stratégia. - Sie hat ein Jahrzehnt in Mailand gelebt, mit der verbissenen Konsequenz einer Frau, die sich entschieden hat, dass Vergessen keine Schwäche ist, sondern eine Überlebensstrategie. :3. Aztán egy kedd este megszólalt a telefon, és egy idegen hang, akiről kiderült, hogy az anyja szomszédasszonya, közölte vele, hogy az idős asszony elment. - Dann klingelte das Telefon an einem Dienstagabend, und eine fremde Stimme, die sich als Nachbarin ihrer Mutter herausstellte, teilte ihr mit, dass die alte Frau gegangen sei. :4. Mintha a halál indulás volna, utazás jobb vidékekre, és nem valakinek a végleges, megmásíthatatlan elnémulása, akinek soha nem mondták elégszer azt, amit el kellett volna mondani. - So als wäre der Tod ein Aufbruch, eine Reise in bessere Gefilde, und nicht das endgültige, unverhandelbare Verstummen von jemandem, dem man nie genug gesagt hatte, was man hätte sagen sollen. :5. A házat el kell adni, és ez az egyetlen oka annak, hogy Elenának négy órával később már buszjegy van a zsebében. - Das Haus muss verkauft werden, und das ist der einzige Grund, weshalb Elena vier Stunden später bereits ein Busticket in der Tasche hat. :6. Ez az a képlet, amellyel átvészeli a hosszú órákig tartó utat, Basilicata kopár, felperzselt táján át, amely úgy húzódik el az ablak előtt, mint egy élet díszlete. - Das ist die Formel, mit der sie sich durch die stundenlange Fahrt trägt, durch die kahle, verbrennte Landschaft der Basilicata, die am Fenster vorbeizieht wie die Kulisse eines Lebens. :7. Egy életé, amelyet valaha élt, és amelyről elhitette magával, hogy teljesen maga mögött hagyta. - Ein Leben, das sie einmal geführt hat und von dem sie sich einredete, es vollständig hinter sich gelassen zu haben. :8. A mellette ülő öregember, aki fokhagymaszagú, és úgy tart az ölében egy hordozható rádiót, mint valami kincset, húszpercenként megpróbál neki elmagyarázni valamit az utak állapotáról. - Der alte Mann neben ihr, der nach Knoblauch riecht und ein tragbares Radio wie einen Schatz auf dem Schoß hält, versucht alle zwanzig Minuten, ihr etwas über den Zustand der Straßen zu erklären. :9. Elena csukott szemmel ül, és úgy tesz, mintha aludna, ami az egyetlen társasági hazugság, amelyet lelkiismeret-furdalás nélkül megenged magának. - Elena sitzt mit geschlossenen Augen da und tut so, als würde sie schlafen, was die einzige soziale Lüge ist, die sie sich ohne Gewissensbisse gestattet. :10. Amikor a busz megáll a piactéren, és az ajtók az ismerős pneumatikus sóhajjal kinyílnak, Elena utolsóként száll le, és egy pillanatra mozdulatlanul áll meg a régi macskakövön. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält und die Türen mit dem vertrauten pneumatischen Seufzen aufgehen, steigt Elena als Letzte aus und bleibt einen Moment unbeweglich auf dem alten Kopfsteinpflaster stehen. :11. Jobb kezében az utazótáskát tartja, bal kezével már a cigarettásdoboz után nyúl, miközben a szeptemberi hőség úgy telepszik rá, mint egy emlék, amelyet elég sokáig elfojtott az ember. - Sie hält die Reisetasche in der rechten Hand, greift mit der linken bereits nach der Zigarettenschachtel, während die Septemberhitze sich auf sie legt wie eine Erinnerung, die man lange genug verdrängt hat. :12. A levegő érett paradicsom, burkolatlan mellékutcák pora és Carlo műhelyéből áradó nehéz, ásványos gépolajszag keveréke, a műhelyé, amely még mindig ott van mindjárt a sarkon túl. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach dem Staub ungepflasterter Seitengassen und nach dem schweren, mineralischen Geruch des Maschinenöls aus Carlos Werkstatt, die noch immer gleich um die Ecke liegt. :13. A műhely úgy áll ott, mintha a falu a maga csendes, makacs módján elhatározta volna, hogy megvárja őt, amíg elég erős lesz, és most, hogy visszatért, nyugodtan megállapítaná, hogy nem az. - Die Werkstatt liegt dort, als hätte das Dorf in seiner stillen, beharrlichen Weise beschlossen, auf sie zu warten, bis sie stark genug wäre, und nun, da sie zurückgekehrt ist, mit einer Gelassenheit festzustellen, dass sie es nicht ist. :14. Meghallja Carlo nevetését, mielőtt meglátná őt – azt a széles, önmagáról gondtalanul meggyőződött nevetést, amelyet húszévesen valamiféle életerőnek tartott, annak bizonyítékának, hogy valaki teljesen benne áll az életben. - Sie hört Carlos Lachen, bevor sie ihn sieht – dieses breite, von sich selbst unbekümmert überzeugte Lachen, das sie mit zwanzig Jahren für eine Art Vitalität gehalten hatte, für den Beweis, dass ein Mensch vollständig im Leben steht. :15. Ma, mindazok után, ez egy olyan férfi szemtelenségének tűnik neki, aki átment azon, amit tett, anélkül hogy hegeket növesztett volna. - Heute kommt es ihr, nach allem, wie die Unverschämtheit eines Mannes vor, der durch das, was er getan hat, hindurchgegangen ist, ohne Narben anzusetzen. :16. Carlo feltűrt ujjakkal hajol egy behorpadt motorháztető fölé, alkarja fekete attól a zsíros kenőanyagtól, amelyet soha nem lehet teljesen lemosni. - Carlo steht mit hochgekrempelten Ärmeln über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Unterarme schwarz von einer Schmiere, die sich nie vollständig abwaschen lässt. :17. Olyan ijesztően változatlannak látszik, olyan szégyenletesen sértetlennek, hogy Elenának egy pillanatra az az érzése támad, az elmúlt tíz év csak benne történt meg, és sehol máshol a világon. - Er sieht so erschreckend unverändert aus, so beschämend unbeschädigt, dass Elena einen Moment lang das Gefühl hat, die letzten zehn Jahre hätten nur in ihr stattgefunden und nirgendwo sonst auf der Welt. :18. Amikor megfordul és meglátja őt, nem jelenik meg meglepetés az arcán, sem megrendülés, sem zavar, még a megjátszott érintettség tisztességes udvariassága sem. - Als er sich umdreht und sie sieht, legt sich keine Überraschung in sein Gesicht, keine Erschütterung, keine Verlegenheit, nicht einmal die anständige Höflichkeit einer gespielten Betroffenheit. :19. Csak egy hosszú, nyugodt pillantás az egész, amely felismeri és besorolja őt, majd folytatja tovább, és ez, oly módon, amely ellen nincsenek szavai, mindennél rosszabb. - Es ist nur ein langer, ruhiger Blick, der sie erkennt und einordnet und weitermacht, und das ist, auf eine Weise, gegen die sie keine Worte hat, das Schlimmste von allem. :20. Tizenhat évvel ezelőtt minden a templom mögött kezdődött, a nyári ünnep után, egy júliusi este meleg sötétjében, egy csókkal, amelynek akkor az ígéret minőségét tulajdonította. - Vor sechzehn Jahren hatte alles hinter der Kirche begonnen, nach dem Sommerfest, in der warmen Dunkelheit eines Juliabends, mit einem Kuss, dem sie damals die Qualität eines Versprechens zugeschrieben hatte. :21. Elena azóta a tapasztalat hűvös bizonyosságával tudja, hogy nem volt naiv, amikor ezt hitte, hanem egyszerűen tizenkilenc éves volt, és még nem birtokolta azt a tudást, hogy a Carlo-féle férfiak nem azért törik meg az ígéreteiket, mert hazudnak, hanem mert abban a pillanatban, amikor adják őket, valóban hiszik, hogy be fogják tartani – ami, ha az ember belegondol, nem enyhítő, hanem súlyosbító körülmény. - Elena weiß inzwischen mit der kühlen Sicherheit der Erfahrung, dass sie nicht naiv war, als sie das glaubte, sondern schlicht neunzehn Jahre alt und noch nicht im Besitz des Wissens, dass Männer wie Carlo Versprechen nicht brechen, weil sie lügen, sondern weil sie in dem Moment, in dem sie sie geben, tatsächlich glauben, dass sie halten werden – was, wenn man darüber nachdenkt, keine mildernde, sondern eine erschwerende Tatsache ist. :22. Amikor húszévesen teherbe esett, ezt olyan pontossággal értette meg, amely nem engedett irgalmat. - Als sie mit zwanzig schwanger wurde, verstand sie das mit einer Präzision, die keine Gnade zuließ. :23. Amikor Matteo márciusban világra jött, sötét hajjal, Carlo elkerülhetetlen szemével és olyan ártatlansággal, amelyet Elena elviselhetetlennek talált, mert nem gyermeket látott benne, hanem saját vereségének összesűrített, sikító összefoglalását. - Als Matteo im März zur Welt kam, mit dunklen Haaren und Carlos unvermeidlichen Augen und einer Unschuld, die Elena unerträglich fand, weil sie in ihm nicht ein Kind sah, sondern die kondensierte, schreiende Zusammenfassung ihrer eigenen Niederlage. :24. Ekkor ismerte fel, hogy a szerelemnek és a fájdalomnak lehet ugyanaz a címe, és hogy a gyermeknek ezért nem szabad fizetnie. - Da erkannte sie, dass Liebe und Schmerz dieselbe Adresse haben können, und dass das Kind dafür nicht bezahlen durfte. :25. Matteót Signora Graziának adta, Carlo anyjának, aki akkor hatvanéves volt, és soha nem rezdült az arca, és soha nem mondott ki vádat. - Sie gab Matteo an Signora Grazia, Carlos Mutter, die damals sechzig war und niemals eine Miene verzog und niemals eine Anklage aussprach. :26. Elena máig nem tudja, hogy ez jóság-e vagy ítélet. - Elena weiß bis heute nicht, ob das Güte ist oder Urteil. :27. Az első nap estéjén Elena felveszi a régi virágos ruhát, amelyet tíz évvel ezelőtt elfelejtett magával vinni, és amely ma is ott lógott az anyja szekrényében, mintha pontosan erre az estére őrizték volna meg, pontosan erre a lehetetlen visszalépésre egy múltba, ahonnan az ember valójában nem tér vissza. - Am Abend des ersten Tages zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren vergessen hatte mitzunehmen und das heute noch im Schrank ihrer Mutter hing, als wäre es dort aufbewahrt worden für genau diesen Abend, für genau diesen unmöglichen Rückgang in eine Vergangenheit, aus der man eigentlich nicht zurückkehrt. :28. Felmegy a lépcsőn Carlo lakásához azzal a szilárd, tudatos elhatározással, hogy csupán egyetlen dolgot mond ki, amit tíz éven át nem mondtak ki, és azzal a be nem vallott, önmaga előtt is alig tudatos tudással, hogy ez az elhatározás már abban a pillanatban hamis volt, amikor felvette a ruhát. - Sie steigt die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf mit dem festen, bewussten Vorsatz, lediglich eine Sache zu sagen, die zehn Jahre lang nicht ausgesprochen wurde, und mit dem uneingestandenen, ihr selbst kaum bewussten Wissen, dass dieser Vorsatz schon in dem Moment falsch war, als sie das Kleid anzog. :29. Carlo foltos trikóban nyit ajtót, olyan pillantással néz rá, amely nem követel magyarázatot és nem mutat riadalmat, majd egy olyan hallgatás után, amelynek ölelésformája van, de nem ölelés, azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Carlo öffnet die Tür in einem fleckigen Unterhemd, schaut sie mit einem Blick an, der keine Erklärung einfordert und kein Erschrecken zeigt, und sagt nach einem Schweigen, das die Form einer Umarmung hat und keine ist: „Du siehst aus wie deine Mutter." :30. Barátság nélkül mondja, kegyetlenség nélkül, annak a férfinak a sajátos tárgyilagosságával, aki kimond egy megfigyelést, amelyet olyan régóta hordoz magában, hogy az elveszített minden érzelmi töltetet, és már csak igaz, és talán ez a legkíméletlenebb dolog, amit valaha mondott neki. - Er sagt es ohne Freundlichkeit, ohne Grausamkeit, mit der eigentümlichen Sachlichkeit eines Mannes, der eine Beobachtung ausspricht, die er so lange mit sich herumgetragen hat, dass sie jede emotionale Ladung verloren hat und nur noch wahr ist, und das ist vielleicht das Rücksichtsloseste, was er je zu ihr gesagt hat. :31. Elena nem szavakkal válaszol, hanem nyitott tenyérrel arcul üti, elég erősen ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a rosszul szigetelt lépcsőházban, és a fölöttük lévő emeleten egy ajtó röviden megnyikorduljon, majd újra elhallgasson. - Elena antwortet nicht mit Worten, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht, fest genug, dass das Geräusch im schlecht isolierten Treppenhaus widerhallt und im Stockwerk darüber eine Tür kurz quietscht und wieder verstummt. :32. Carlo nem mozdul, nem érinti meg kipirult arcát, nem mondja, hogy sajnálja, nem kér bocsánatot, és nem omlik össze. - Carlo bewegt sich nicht, fasst sich nicht an die gerötete Wange, sagt nicht, dass es ihm leidtut, entschuldigt sich nicht und bricht nicht zusammen. :33. Ehelyett olyan szemekkel néz rá, amelyekben nincs megbánás, de ellenségesség sincs, csak valami nyugodt, sötét, feloldhatatlan, ami mindkettőnél rosszabb, mert nem hagy neki lehetőséget arra, hogy harcoljon ellene. - Er schaut sie stattdessen mit Augen an, in denen keine Reue ist, aber auch keine Feindseligkeit, nur etwas Ruhiges, Dunkles, Unauflösbares, das schlimmer ist als beides, weil es ihr keine Möglichkeit lässt, dagegen anzukämpfen. :34. Nem sokkal éjfél után ott áll az anyja háza előtt, anélkül hogy csengetett volna, anélkül hogy üzenetet küldött volna, egy üveg olcsó vörösborral a hóna alatt, és annak az embernek az arcával, aki teljesen biztos benne, hogy Elena amúgy sem aludt. - Kurz nach Mitternacht steht er vor dem Haus ihrer Mutter, ohne geklingelt zu haben, ohne eine Nachricht geschickt zu haben, mit einer Flasche billigem Rotwein unter dem Arm und dem Gesicht eines Mannes, der sich absolut sicher ist, dass sie ohnehin nicht geschlafen hat. :35. Ez igaz, de Elena megtartja magának, mert ez az egyetlen dolog, amit ezen az estén megtart magának. - Das stimmt, aber Elena behält es für sich, weil es das Einzige ist, das sie an diesem Abend für sich behält. :36. A garázsban, két régi autóülésen, amelyek úgy állnak a csupasz betonpadlón, mint egy elhagyott lakás utolsó bútorai, Carlo kérdezés nélkül tölt. - In der Garage, auf zwei alten Autositzen, die auf dem nackten Betonboden stehen wie die letzten Möbel einer aufgegebenen Wohnung, schenkt Carlo ein, ohne zu fragen. :37. Ez rendben van, mert tudja, hogy Elena inni fog, és mert a kérdés nélküli töltés az egyetlen gesztus, amelyet ezen az éjszakán teljesen helyesen tesz. - Das ist in Ordnung, weil er weiß, dass sie trinken wird, und weil das Einschenken ohne Frage die einzige Geste ist, die er in dieser Nacht vollständig richtig macht. :38. Amikor megfogja a kezét, az ujjai érdesek és melegek, és olyan gépolajszaguk van, amelyet a világ egyetlen vize sem mos le teljesen. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen nach Maschinenöl, das kein Wasser der Welt vollständig fortwäscht. :39. Elena hagyja, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert azt mondja magának, hogy azoknak a dolgoknak, amelyek csak egyetlen éjszakáig tartanak, nem kell következményeiknek lenniük, ha az ember elég makacsul ragaszkodik hozzá, amiről tudja, hogy nem igaz, de ami ebben a pillanatban úgy működik, mint egy igazság, és ennek elégnek kell lennie. - Elena lässt es zu, weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie sich sagt, dass Dinge, die nur eine einzige Nacht dauern, keine Konsequenzen haben müssen, wenn man hartnäckig genug darauf besteht, was sie weiß, dass es nicht stimmt, aber was in diesem Moment funktioniert wie eine Wahrheit, und das muss reichen. :40. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja végül, anélkül hogy ránézne, olyan hangon, amelynek közönyösen kellene hangzania. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, ohne ihn anzusehen, in einem Ton, der nach Gleichgültigkeit klingen soll. :41. A hang sebnek hangzik, olyan sebnek, amely tízéves, és ezért nem kevésbé nyitott, csak megszokottabb. - Der Ton klingt nach Wunde, nach einer Wunde, die zehn Jahre alt ist und deshalb nicht weniger offen, sondern nur gewohnter. :42. Carlo állja a pillantását, iszik egy hosszú kortyot, hagy megszületni egy szünetet, amely nem bizonytalanság, hanem tisztelet vagy valami, ami hasonlít rá, aztán kertelés és bocsánatkérés nélkül válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit apám valaha adott nekem.” - Carlo hält ihren Blick aus, trinkt einen langen Schluck, lässt eine Pause entstehen, die keine Unsicherheit ist, sondern Respekt oder etwas, das ihm ähnlich sieht, und antwortet dann, ohne Umschweife und ohne Entschuldigung: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :43. Elena olyan élességgel gyűlöli őt ezért a mondatért, amely már-már csodálatot érdemel, mert nem igazolás, nem vallomás és nem bocsánatkérés. - Elena hasst ihn für diesen Satz mit einer Schärfe, die fast Bewunderung verdient, weil er keine Rechtfertigung ist und kein Geständnis und keine Bitte um Vergebung. :44. Egyszerűen egy másik igazság volt, mint az övé, és minden igazságtalansága mellett ez a legelviselhetetlenebb: hogy a maga módján, a maga korlátozott, megbocsáthatatlan, tökéletesen emberi módján igaza lehet. - Es war schlicht eine andere Wahrheit als ihre, und das ist, bei aller Ungerechtigkeit, das Unerträglichste: dass er recht haben könnte, auf seine Weise, in seiner begrenzten, unentschuldbaren, vollkommen menschlichen Weise. :45. Lassan kihúzza a kezét az övéből. - Sie nimmt langsam ihre Hand aus seiner. :46. Ő hagyja, hogy elvegye, tartás nélkül, kérdés nélkül, olyan mozdulat nélkül, amely arra kényszerítené, hogy megmagyarázzon valamit, amit önmagának sem tud megmagyarázni. - Er lässt sie nehmen, ohne zu halten, ohne zu fragen, ohne eine Geste, die sie zwingen würde, etwas zu erklären, was sie sich selbst nicht erklären kann. :47. Elena még napkelte előtt elhagyja a házat a szürke hajnalelőtti félhomályban, a táskája annak a nőnek a hatékonyságával összepakolva, aki már túl sokszor indult útnak ahhoz, hogy közben még érzéseket pazaroljon. - Noch vor Sonnenaufgang verlässt Elena das Haus im grauen Vordunkel, die Tasche gepackt mit der Effizienz einer Frau, die schon zu oft aufgebrochen ist, um dabei noch Gefühle zu verschwenden. :48. Nem megy azonnal az állomásra, hanem kerülőt tesz az alvó sikátorokon át, amit nem vall be magának. - Sie geht nicht sofort zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg durch die schlafenden Gassen, den sie sich nicht eingesteht. :49. Felszállni annak beismerése volna, hogy ez döntés, és nem gyengeség. - Einsteigen wäre ein Eingeständnis, dass es eine Entscheidung ist, und keine Schwäche. :50. Végül megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt, amelyben meleg fény ég, mint évtizedek óta minden reggel, megingathatatlanul és magától értetődően, mint minden, ami ebben a faluban túlél. - Sie bleibt schließlich vor Signora Grazias Küchenfenster stehen, in dem warmes Licht brennt wie jeden Morgen seit Jahrzehnten, unerschütterlich und selbstverständlich wie alles, was in diesem Dorf überdauert. :51. Matteo a konyhaasztalnál ül, és kenyeret márt tejbe, annak a gyermeknek a teljes, önmagába zárt koncentrációjával, aki pontosan tudja, hová tartozik, és eszébe sem jutna kételkedni benne. - Matteo sitzt am Küchentisch und tunkt Brot in Milch, mit der vollständigen, in sich geschlossenen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört und nicht auf die Idee käme, daran zu zweifeln. :52. Ez a legszebb dolog, amit Elena valaha látott, és a legkegyetlenebb, és a kettő ugyanaz a dolog, és neki nincs nyelve hozzá, sem olaszul, sem semmilyen más nyelven. - Das ist das Schönste, was Elena je gesehen hat, und das Grausamste, und beide Dinge sind dasselbe Ding, und sie hat keine Sprache dafür, weder auf Italienisch noch in irgendeiner anderen. :53. Sötét haja van, Carlo szája, és úgy tartja a vállát, hogy az Elenát önmagára emlékezteti. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Art, die Schultern zu halten, die Elena an sich selbst erinnert. :54. Elena egykori önmagának egy olyan változatára emlékezteti, abból az időből, mielőtt megértette volna, milyen sérülésekre képes az élet, és mielőtt megértette volna, hogy ő maga is e sérülések okai közé tartozik. - Sie erinnert Elena an eine Version ihrer selbst aus der Zeit, bevor sie verstand, zu welchen Beschädigungen das Leben fähig ist, und bevor sie verstand, dass man selbst zu den Ursachen dieser Beschädigungen gehört. :55. Signora Grazia mögötte áll, és olyan lassúsággal simít végig a fején, amely nem gyengédség, hanem valami régebbi és tartósabb a gyengédségnél. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm mit einer Langsamkeit über den Kopf, die keine Zärtlichkeit ist, sondern etwas Älteres und Beständigeres als Zärtlichkeit. :56. Nem néz fel, de az arcán olyan asszony kifejezése van, aki már rég megbocsátotta azt, amit Elena önmagának soha nem fog megbocsátani. - Sie schaut nicht auf, aber ihr Gesicht hat den Ausdruck einer Frau, die längst vergeben hat, was Elena sich selbst nie vergeben wird. :57. Ismeri ezt az aszimmetriát, és hallgat, mert a hallgatás néha az egyetlen, amit az ember egy másik nőnek fel tud ajánlani. - Sie kennt diese Asymmetrie und schweigt, weil Schweigen manchmal das Einzige ist, das man einer anderen Frau anbieten kann. :58. Elena a hideg üveghez nyomja a homlokát, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :59. Hatvannál megfordul, és elmegy, anélkül hogy hátranézne. - Bei sechzig dreht sie sich um und geht, ohne sich umzusehen. :60. Ez mindazok után az egyetlen fegyelem, amely megmaradt neki: nem visszanézni, vagy legalábbis nem hagyni, hogy közben lássák. - Das ist nach allem, die einzige Disziplin, die ihr geblieben ist: nicht zurückzuschauen, oder zumindest nicht dabei gesehen zu werden. :61. A Milánóba tartó vonat a felkelő nap felé halad, és Basilicata tája odakint égve húzódik el az ablak mellett, közönyösen és pompásan, amilyen mindig is volt és mindig is lesz, érintetlenül attól, hogy az emberek mit hagynak benne hátra, vagy mit nem. - Der Zug nach Mailand fährt in die aufgehende Sonne, und die Landschaft der Basilicata brennt außen am Fenster vorbei, gleichgültig und prächtig, wie sie es immer war und immer sein wird, unberührt davon, was Menschen in ihr zurücklassen oder nicht. :62. Elena elszívja a doboz utolsó cigarettáját, könyökét az ablakpárkányra támasztva, tekintetét a mozgó tájra szegezve, anélkül hogy látná. - Elena raucht die letzte Zigarette der Schachtel, den Ellbogen auf dem Fensterbrett, den Blick auf die fahrende Landschaft gerichtet, ohne sie zu sehen. :63. Nem gondol semmire, vagy legalábbis megpróbálja annak a nőnek az elszántságával, aki tudja, hogy a gondolkodás ebben a pillanatban nem volna segítség. - Sie denkt an nichts, oder versucht es mit der Entschlossenheit einer Frau, die weiß, dass Denken in diesem Moment keine Hilfe wäre. :64. Megtanulta, hogy a fájdalom ellentéte nem a boldogság, hanem ez a sajátos, száraz, működő zsibbadtság, amelyben az ember vonatokra száll, ablakok mellett dohányzik, és megy tovább. - Sie hat gelernt, dass das Gegenteil von Schmerz nicht Glück ist, sondern diese spezifische, trockene, funktionierende Taubheit, in der man Züge besteigt und Fenster raucht und weitermacht. ------------------------- == 74 == 1 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio negyvenkét éves. - Antonio ist zweiundvierzig Jahre alt. :2. Egy kis trattoriát vezet Nápolyban, közvetlenül a kikötőnél. - Er betreibt eine kleine Trattoria in Neapel, direkt am Hafen. :3. Az étteremben csak három asztal van. - Das Restaurant hat nur drei Tische. :4. Étlap nincs. - Es gibt keine Speisekarte. :5. Antonio felesége, Lucia két évvel ezelőtt meghalt. - Antonios Frau Lucia ist vor zwei Jahren gestorben. :6. Szívrohamot kapott, az esti kiszolgálás kellős közepén. - Sie hatte einen Herzinfarkt, mitten im Abendservice. :7. A keze még a tányér szélén feküdt. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand. :8. Azóta Antonio csak azokat az ételeket főzi, amelyeket Lucia szeretett. - Seither kocht Antonio nur noch die Gerichte, die Lucia geliebt hat. :9. Kagylós tésztát készít, sült cukkinit és hideg citromtortát. - Er macht Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini und kalten Zitronenkuchen. :10. Egy hónapja egy fiatal nő dolgozik a trattoriában. - Seit einem Monat arbeitet eine junge Frau in der Trattoria. :11. Chiarának hívják, és huszonhét éves. - Sie heißt Chiara und ist siebenundzwanzig Jahre alt. :12. Északról jött, és Nápolyba menekült. - Sie kommt aus dem Norden und ist nach Neapel geflohen. :13. A fülében egy kis, olajbogyó alakú fülbevalót visel. - An ihrem Ohr trägt sie einen kleinen Ohrring in Form einer Olive. :14. Egy kicsit selypít, amikor beszél. - Sie lispelt ein bisschen, wenn sie redet. :15. Egy kedd estén Antonio a konyhában áll, és hagymát vág. - An einem Dienstagabend steht Antonio in der Küche und schneidet Zwiebeln. :16. A könnyek végigfutnak az arcán, de nem törli le őket. - Die Tränen laufen ihm über das Gesicht, aber er wischt sie nicht ab. :17. Chiara a mosogatónál áll, és kagylókat mos. - Chiara steht an der Spüle und wäscht Muscheln. :18. Átnéz Antonióra. - Sie schaut zu Antonio hinüber. :19. A tekintetük találkozik a rozsdás páraelszívó régi tükrében. - Ihre Blicke treffen sich im alten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube. :20. Antonio megállítja a kést. - Antonio hält das Messer an. :21. Azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :22. Chiara egy lépéssel közelebb lép. - Chiara tritt einen Schritt näher. :23. Ráteszi a kezét az ő kezére a kés nyelén. - Sie legt ihre Hand über seine Hand am Messergriff. :24. A keze meleg és nedves, és kagylóvíz szaga van. - Ihre Hand ist warm und feucht und riecht nach Muschelwasser. :25. Antonio nem húzza vissza a kezét. - Antonio zieht seine Hand nicht zurück. :26. Így állnak egy hosszú ideig. - Sie stehen so eine lange Weile. :27. Aztán megérkezik az utolsó vendég, és szétválnak. - Dann kommt der letzte Gast, und sie gehen auseinander. :28. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür. :29. Megosztanak egy cigarettát, és nem beszélnek. - Sie teilen sich eine Zigarette und reden nicht. :30. Az utca másik végéről halk zene hallatszik. - Vom anderen Ende der Straße hört man leise Musik. :31. Egy régi dal Lucio Battistitól. - Es ist ein altes Lied von Lucio Battisti. :32. Az éjszaka meleg, és só- meg halszaga van. - Die Nacht ist warm und riecht nach Salz und Fisch. :33. Chiara előrehajol, és megcsókolja Antoniót. - Chiara beugt sich vor und küsst Antonio. :34. A szája citrom és vörösbor ízű. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein. :35. Antonio lehunyja a szemét. - Antonio schließt die Augen. :36. A kezét Chiara tarkójára teszi, erősen. - Er legt seine Hand in ihren Nacken, fest. :37. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja Chiara dekoltázsát. - Dann öffnet er die Augen und sieht ihr Dekolleté. :38. Közvetlenül a bal kulcscsontja alatt van egy kis anyajegy. - Direkt unter dem linken Schlüsselbein ist ein kleines Muttermal. :39. Pontosan ezen a helyen Luciának is volt egy. - An genau dieser Stelle hatte Lucia auch eines. :40. Antonio megdermed. - Antonio erstarrt. :41. Feláll, anélkül hogy egy szót is szólna. - Er steht auf, ohne ein Wort zu sagen. :42. Visszamegy a konyhába, és becsukja maga mögött az ajtót. - Er geht zurück in die Küche und macht die Tür hinter sich zu. :43. Chiara a lépcsőn marad ülve. - Chiara bleibt auf der Treppe sitzen. :44. Másnap nem jön dolgozni. - Am nächsten Tag kommt sie nicht zur Arbeit. :45. És az azt követő napon sem. - Und auch am übernächsten Tag nicht. :46. Antonio egyedül főz, és a kagylók fele megmarad. - Antonio kocht allein, und die Muscheln bleiben halb übrig. :47. Éjfélkor elmegy a pékség fölötti kis lakásához. - Um Mitternacht geht er zu ihrer kleinen Wohnung über der Bäckerei. :48. Az ajtó résnyire nyitva áll. - Die Tür steht ein Stück offen. :49. Chiara az ágyon ül, felhúzott lábakkal, és dohányzik. - Chiara sitzt auf dem Bett, die Beine angezogen, und raucht. :50. Ránéz, de nem mond semmit. - Sie schaut ihn an, sagt aber nichts. :51. Antonio leül mellé. - Antonio setzt sich neben sie. :52. Megfogja a kezét, és a hüvelykujjával végigsimít az anyajegyen. - Er nimmt ihre Hand und streicht mit dem Daumen über das Muttermal. :53. „Ez nem az övé” — mondja halkan. - „Es ist nicht ihres", sagt er leise. :54. Chiara így felel: „De az enyém.” - Chiara antwortet: „Aber es ist meins." :55. Lefekszenek egymással, nem gyengéden és nem vadul. - Sie schlafen miteinander, nicht zärtlich und nicht wild. :56. Egymás mellett fekszenek, mint két ember egy idegen ágyban. - Sie liegen nebeneinander wie zwei Menschen in einem fremden Bett. :57. Reggel öt órakor Antonio felkel. - Um fünf Uhr morgens steht Antonio auf. :58. Bemegy a trattoria konyhájába, és meggyújtja a tűzhelyet. - Er geht in die Küche der Trattoria und zündet den Herd an. :59. Feltör három tojást, és tükörtojást készít. - Er schlägt drei Eier auf und macht Spiegeleier. :60. Lucia soha nem szerette a tükörtojást. - Lucia hat Spiegeleier nie gemocht. :61. Chiara később megérkezik, és az ölébe ül. - Chiara kommt später und setzt sich auf seinen Schoß. :62. Eszik a tányérjáról, anélkül hogy megkérdezné. - Sie isst von seinem Teller, ohne zu fragen. :63. Antonio nevet. - Antonio lacht. :64. Két év óta először. - Es ist das erste Mal seit zwei Jahren. :65. Aztán Chiara megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara: „Bleibst du?" :66. Antonio kinéz az ablakon a szürke kikötőre. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den grauen Hafen. :67. Egy nagy teherhajó lassan kifut. - Ein großes Frachtschiff legt langsam ab. :68. Azt mondja: „Már maradtam, csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben, nur nicht hier." :69. Chiara a kezével megtörli a száját. - Chiara wischt sich den Mund mit der Hand ab. :70. Feláll és elmegy. - Sie steht auf und geht. :71. Antonio az asztalnál marad ülve. - Antonio bleibt am Tisch sitzen. :72. A tányéron a tükörtojások kihűlnek. - Die Spiegeleier auf dem Teller werden kalt. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Antonio Ferrante és Chiara - Antonio Ferrante und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és egy kis trattoriát vezet közvetlenül Nápoly kikötőjénél. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt und betreibt eine kleine Trattoria direkt am Hafen von Neapel. :2. Az étteremben csak három asztal van, és étlap nincs. - Das Restaurant hat nur drei Tische, und es gibt keine Speisekarte. :3. A felesége, Lucia két éve halott – szívrohamot kapott az esti kiszolgálás kellős közepén. - Seit zwei Jahren ist seine Frau Lucia tot – sie hatte einen Herzinfarkt mitten im Abendservice. :4. A keze még a tányér szélén feküdt, amikor meghalt. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand, als sie starb. :5. Azóta Antonio csak azokat az ételeket főzi, amelyeket Lucia a legszívesebben evett. - Seitdem kocht Antonio nur noch die Gerichte, die Lucia am liebsten gegessen hat. :6. Kagylós tésztát készít, sült cukkinit és hideg citromtortát, minden este, kivétel nélkül. - Er macht Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini und kalten Zitronenkuchen, jeden Abend, ohne Ausnahme. :7. Egy hónapja egy Chiara nevű fiatal nő dolgozik a trattoriában. - Seit einem Monat arbeitet eine junge Frau namens Chiara in der Trattoria. :8. Huszonhét éves, északról jött, és olyan okból menekült Nápolyba, amelyet nem nevez meg. - Sie ist siebenundzwanzig Jahre alt, kommt aus dem Norden und ist aus einem Grund nach Neapel geflohen, den sie nicht nennt. :9. A bal fülében egy kis, olajbogyó alakú fülbevalót visel, és enyhén selypít, amikor beszél. - An ihrem linken Ohr trägt sie einen kleinen Ohrring in Form einer Olive, und sie lispelt leicht, wenn sie spricht. :10. Egy kedd estén Antonio a konyhában áll, és hagymát vág. - An einem Dienstagabend steht Antonio in der Küche und schneidet Zwiebeln. :11. A könnyek végigfutnak az arcán, de nem törli le őket, mert már észre sem veszi. - Die Tränen laufen ihm über das Gesicht, aber er wischt sie nicht ab, weil er es nicht mehr bemerkt. :12. Chiara a mosogatónál áll, és kagylókat mos, és néha átnéz hozzá. - Chiara steht an der Spüle und wäscht Muscheln, und manchmal schaut sie zu ihm hinüber. :13. A rozsdás páraelszívó régi tükrében egy pillanatra találkozik a tekintetük. - Im alten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke für einen Moment. :14. Antonio megállítja a kést, és azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Antonio hält das Messer an und sagt: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :15. Chiara egy lépéssel közelebb lép, és ráteszi a kezét Antonio kezére a kés nyelén. - Chiara tritt einen Schritt näher und legt ihre Hand über seine Hand am Messergriff. :16. A keze meleg, nedves, és kagylóvíz szaga van, Antonio pedig nem húzza vissza a kezét. - Ihre Hand ist warm, feucht und riecht nach Muschelwasser, und Antonio zieht seine Hand nicht zurück. :17. Így állnak egy darabig, amíg egy vendég nem kiált a számla után, és ők szét nem válnak. - Sie stehen so eine Weile, bis ein Gast nach der Rechnung ruft und sie auseinandergehen. :18. Zárás után együtt ülnek a hátsó ajtó előtti lépcsőn, és megosztanak egy cigarettát. - Nach Ladenschluss sitzen sie zusammen auf der Treppe vor der Hintertür und teilen sich eine Zigarette. :19. Nem beszélnek, de a hallgatás nem kellemetlen. - Sie reden nicht, aber das Schweigen ist nicht unangenehm. :20. Az utca másik végéről egy régi Lucio Battisti-dal hallatszik, egészen halkan, egy nyitott ablakon át. - Vom anderen Ende der Straße hört man ein altes Lied von Lucio Battisti, ganz leise durch ein offenes Fenster. :21. Az éjszaka meleg, és só, hal meg a halászhajók motorolajának szaga van benne. - Die Nacht ist warm und riecht nach Salz, Fisch und dem Motoröl der Fischerboote. :22. Chiara lassan előrehajol, és megcsókolja Antoniót, kérdés nélkül és habozás nélkül. - Chiara beugt sich langsam vor und küsst Antonio, ohne zu fragen und ohne zu zögern. :23. A szája citrom és vörösbor ízű, Antonio pedig lehunyja a szemét. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein, und Antonio schließt die Augen. :24. A kezét Chiara tarkójára teszi, az ujjai szorosan tartják, majdnem egy kicsit túl szorosan. - Er legt seine Hand in ihren Nacken, die Finger fest, fast ein bisschen zu fest. :25. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: közvetlenül Chiara bal kulcscsontja alatt egy kis sötét anyajegyet. - Dann öffnet er die Augen und sieht es: direkt unter ihrem linken Schlüsselbein, ein kleines dunkles Muttermal. :26. Pontosan ezen a helyen Luciának is volt egy, és Antonio egyetlen másodperc alatt emlékszik vissza rá. - An genau dieser Stelle hatte Lucia auch eines, und Antonio erinnert sich daran in einer einzigen Sekunde. :27. Megdermed, feláll, egy szót sem szól, és visszamegy a konyhába. - Er erstarrt, steht auf, sagt kein Wort und geht zurück in die Küche. :28. Az ajtó becsapódik mögötte, Chiara pedig egyedül marad ülve a lépcsőn. - Die Tür fällt hinter ihm ins Schloss, und Chiara bleibt allein auf der Treppe sitzen. :29. Másnap este nem jön dolgozni, és az azt követő estén sem. - Am nächsten Abend kommt sie nicht zur Arbeit, und auch am Abend danach nicht. :30. Antonio egyedül főz, a kagylók fele megmarad, és a három asztal üres marad. - Antonio kocht allein, die Muscheln bleiben halb übrig, und die drei Tische bleiben leer. :31. Éjfélkor elhagyja a trattoriát, és elmegy Chiara kis lakásához a pékség fölött. - Um Mitternacht verlässt er die Trattoria und geht zu ihrer kleinen Wohnung über der Bäckerei. :32. Az ajtó résnyire nyitva áll, és nem hall sem zenét, sem sírást, csak csendet. - Die Tür steht einen Spalt offen, und er hört keine Musik und kein Weinen, nur Stille. :33. Chiara az ágyon ül, a lábait a hasához húzva, és dohányzik. - Chiara sitzt auf dem Bett, die Beine an den Bauch gezogen, und raucht. :34. Úgy néz rá, mintha tudta volna, hogy jönni fog. - Sie schaut ihn an, als hätte sie gewusst, dass er kommt. :35. Antonio leül mellé, és megfogja a kezét, anélkül hogy megmagyarázná, miért. - Antonio setzt sich neben sie und nimmt ihre Hand, ohne zu erklären warum. :36. A hüvelykujjával lassan végigsimít az anyajegyen, egyszer, kétszer. - Er streicht mit dem Daumen langsam über das Muttermal, einmal, zweimal. :37. „Ez nem az övé” – mondja, és a hangja furcsán idegenül cseng a kis szobában. - „Es ist nicht ihres", sagt er, und seine Stimme klingt seltsam fremd in dem kleinen Zimmer. :38. Chiara nyugodtan válaszol: „De az enyém.” - Chiara antwortet ruhig: „Aber es ist meins." :39. Lefekszenek egymással, nem gyengéden és nem vadul, hanem úgy, mint két ember, akik megosztanak egy idegen ágyat, anélkül hogy megkérdeznék, kié. - Sie schlafen miteinander, nicht zärtlich und nicht wild, sondern wie zwei Menschen, die ein fremdes Bett teilen, ohne zu fragen, wem es gehört. :40. Reggel öt órakor Antonio felkel, és egyedül visszamegy a trattoria konyhájába. - Um fünf Uhr morgens steht Antonio auf und geht allein zurück in die Küche der Trattoria. :41. Begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a serpenyőbe – tükörtojást, úgy, ahogy Lucia soha nem szerette. - Er zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Pfanne – Spiegeleier, so wie Lucia sie nie gemocht hat. :42. A vaj és a forró zsír szaga betölti az üres konyhát. - Der Geruch von Butter und heißem Fett füllt die leere Küche. :43. Chiara egy órával később érkezik, szó nélkül az ölébe ül, és eszik a tányérjáról. - Chiara kommt eine Stunde später, setzt sich wortlos auf seinen Schoß und isst von seinem Teller. :44. Antonio nevet – rövid, valódi nevetéssel, amely még őt magát is meglepi. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes Lachen, das ihn selbst überrascht. :45. Két év óta ez az első alkalom, hogy így nevetett. - Es ist das erste Mal seit zwei Jahren, dass er so gelacht hat. :46. Aztán Chiara halkan megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara leise: „Bleibst du?" :47. Antonio kinéz az ablakon a szürke reggeli kikötőre, ahol egy teherhajó lassan és sietség nélkül kifut. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den grauen Morgenhafen, wo ein Frachtschiff langsam und ohne Eile ablegt. :48. Azt mondja: „Már maradtam, csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben, nur nicht hier." :49. Chiara erre nem válaszol semmit. - Chiara antwortet nichts darauf. :50. Megtörli a száját a tenyerével, feláll, és elmegy, anélkül hogy visszafordulna. - Sie wischt sich den Mund mit der Handfläche ab, steht auf und geht, ohne sich umzudrehen. :51. Antonio az asztalnál marad ülve, és nem néz utána. - Antonio bleibt am Tisch sitzen und schaut ihr nicht nach. :52. A tányéron a tükörtojások kihűlnek, odakint pedig a kikötő lassan világosabb lesz. - Die Spiegeleier auf dem Teller werden kalt, und der Hafen draußen wird langsam heller. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és már majdnem egy évtizede vezet egy kis trattoriát Nápoly kikötőjénél. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt und betreibt seit fast einem Jahrzehnt eine kleine Trattoria am Hafen von Neapel. :2. Három asztala van, étlapja nincs, és egyetlen ablaka a vízre néz. - Sie hat drei Tische, keine Speisekarte und ein einziges Fenster mit Blick aufs Wasser. :3. Két évvel ezelőtt meghalt a felesége, Lucia, az esti felszolgálás kellős közepén, minden előjel nélkül. - Vor zwei Jahren ist seine Frau Lucia gestorben, mitten im Abendservice, ohne Vorwarnung. :4. A keze még egy vendég tányérjának peremén feküdt, aki a tányérját észre sem vette. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der seinen Teller nicht mal bemerkt hatte. :5. Azóta Antonio egy összehajtott takarón alszik a pult mögött. - Seitdem schläft Antonio auf einer zusammengeklappten Decke hinter der Theke. :6. A fenti hálószoba túl hangos – nem a kintről beszűrődő zaj miatt, hanem a benne lévő csend miatt. - Das Schlafzimmer oben ist zu laut – nicht wegen des Lärms von draußen, sondern wegen der Stille darin. :7. Minden este ugyanazt főzi: kagylós tésztát, sült cukkinit, hideg citromtortát. - Er kocht jeden Abend dasselbe: Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalten Zitronenkuchen. :8. Ez az a három étel, amelyet Lucia mindig rendelt, amikor nem ő állt a tűzhely mellett. - Es sind die drei Gerichte, die Lucia immer bestellt hat, wenn sie nicht selbst am Herd stand. :9. Chiara egy hónapja van ott, huszonhét éves, Torinóból menekült valami elől, amit nem nevez meg. - Chiara ist seit einem Monat da, siebenundzwanzig Jahre alt, aus Turin geflohen vor etwas, das sie nicht benennt. :10. Egy olívazöld fülbevalót visel, és enyhén selypít, amit csak akkor hallani, ha izgatott. - Sie trägt einen Olivenohrrring und hat ein leichtes Lispeln, das man nur hört, wenn sie aufgeregt ist. :11. Nézi Antoniót főzés közben, ahogy összenyomja a fokhagymagerezdeket, ahogy az ujjai végigsiklanak a késen. - Sie schaut Antonio beim Kochen zu, wie er die Knoblauchzehen presst, wie seine Finger über das Messer gleiten. :12. Figyeli, hogy soha nem néz az órára, bár mindig pontosan tudja, mennyi az idő. - Sie beobachtet, wie er nie auf die Uhr schaut, obwohl er immer genau weiß, wie spät es ist. :13. Egy kedd este, amikor az utolsó vendég már rég elment, és a konyha fokhagyma és forró olívaolaj illatát árasztja, Antonio hagymát vág. - An einem Dienstagabend, als der letzte Gast längst gegangen ist und die Küche nach Knoblauch und heißem Olivenöl riecht, schneidet Antonio Zwiebeln. :14. A könnyek végigfolynak az arcán, anélkül hogy észrevenné vagy törődne vele. - Die Tränen laufen ihm übers Gesicht, ohne dass er es bemerkt oder sich darum kümmert. :15. Chiara a mosogatónál áll, kagylókat mos, és őt nézi. - Chiara steht an der Spüle, wäscht Muscheln und schaut ihn an. :16. A régi, rozsdás páraelszívó tükrében röviden egymás szemébe néznek, egy pillanattal tovább, mint amennyi véletlen lehetne. - Im Spiegel der alten, verrosteten Dunstabzugshaube sehen sie sich kurz in die Augen, einen Moment zu lang für einen Zufall. :17. Anélkül, hogy abbahagyná a vágást, azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :18. A lány közelebb lép, és a kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen, sósan a kagylóvíztől. - Sie tritt näher und legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm, feucht, salzig vom Muschelwasser. :19. Ő nem húzza vissza a kezét. - Er zieht die Hand nicht zurück. :20. Olyan közel áll hozzá, hogy érzi a citromillatot a hajában, amely semmire sem emlékezteti, és éppen ezért olyan szokatlan. - Sie steht so nah, dass er den Zitronengeruch in ihrem Haar riecht, der ihn an nichts erinnert und deshalb so ungewohnt ist. :21. Így állnak, amíg Chiara kötényzsebében rezegni nem kezd a mobiltelefon. - Sie stehen so, bis das Handy in Chiaras Schürzentasche vibriert. :22. Aztán szétválnak, mintha semmit sem tettek volna. - Dann gehen sie auseinander, als hätten sie gar nichts getan. :23. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür. :24. Megosztoznak egy cigarettán, és az üres sikátort nézik, ahol egy macska alszik két szemetes között. - Sie teilen sich eine Zigarette und schauen auf die leere Gasse, wo eine Katze zwischen zwei Mülleimern schläft. :25. A szomszéd házból nagyon halkan egy régi Lucio Battisti-dal hallatszik. - Vom Nachbarhaus hört man sehr leise ein altes Lied von Lucio Battisti. :26. Egy nyitott ablakon át sodródik ki, mint a cigarettafüst. - Es driftet durch ein offenes Fenster nach draußen wie Zigarettenrauch. :27. Chiara előrehajol, és kérdés nélkül megcsókolja, a szája citrom és vörösbor ízű. - Chiara beugt sich vor und küsst ihn, ohne zu fragen, ihr Mund nach Zitrone und Rotwein. :28. Antonio lehunyja a szemét, és a kezét a tarkójára teszi, az ujjai erősen, talán túl erősen szorítanak. - Antonio schließt die Augen und legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fest, zu fest vielleicht. :29. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kicsi, sötét anyajegy közvetlenül a bal kulcscsontja alatt. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines, dunkles Muttermal direkt unter ihrem linken Schlüsselbein. :30. Pontosan azon a helyen van, ahol Luciának is volt egy, pontosan azon a helyen, amelyet az elmúlt két évben álmaiban megérintett. - Es sitzt an genau der Stelle, wo Lucia auch eines hatte, an genau der Stelle, die er in den letzten zwei Jahren in seinen Träumen berührt hat. :31. Olyan teljesen megdermed, hogy Chiara azonnal megérzi. - Er erstarrt so vollständig, dass Chiara es sofort spürt. :32. Aztán feláll és elmegy, magyarázat nélkül, vissza sem fordulva, maga mögött becsukva a konyhaajtót, mint egy választ. - Dann steht er auf und geht, ohne eine Erklärung, ohne sich umzudrehen, die Küchentür hinter sich schließend wie eine Antwort. :33. A következő két este Chiara nem jön. - Die nächsten beiden Abende kommt Chiara nicht. :34. Antonio egyedül főz egy konyhában, amely nagyobbnak tűnik, mint máskor, a kagylók félig elfogyva, az asztalok a szokásosnál korábban üresek. - Antonio kocht allein in einer Küche, die größer wirkt als sonst, die Muscheln halb aufgegessen, die Tische früher leer als üblich. :35. A harmadik nap éjfélkor elhagyja a trattoriát. - Um Mitternacht des dritten Tages verlässt er die Trattoria. :36. Végigmegy a szűk, gyengén megvilágított sikátorokon ahhoz a régi házhoz a pékség fölött, ahol Chiara a második emeleten lakik. - Er geht durch die engen, schwach beleuchteten Gassen zu dem alten Haus über der Bäckerei, wo Chiara im zweiten Stock wohnt. :37. Az ajtó résnyire nyitva áll, fény nincs. - Die Tür steht einen Spalt offen, kein Licht. :38. Csak a cigarettája narancsszínű pontja látszik a sötétben. - Nur der orangefarbene Punkt ihrer Zigarette ist in der Dunkelheit zu sehen. :39. Az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen. :40. Úgy néz rá, mintha nem lepődne meg, mintha tudta volna, hogy egyszer úgyis eljön, csak azt nem, mikor. - Sie schaut ihn an, als wäre sie nicht überrascht, als hätte sie gewusst, dass er irgendwann kommen würde, nur nicht, wann. :41. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, és megfordítja. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand und dreht sie um. :42. A hüvelykujjával lassan végigsimít az anyajegyen, mintha azt ellenőrizné, valóban ott van-e. - Er streicht mit dem Daumen über das Muttermal, langsam, so als würde er prüfen, ob es wirklich da ist. :43. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :44. A hangja úgy szól, mintha saját magát akarná erről meggyőzni. - Seine Stimme klingt, als würde er sich selbst davon überzeugen wollen. :45. Chiara nem húzza el a kezét. - Chiara zieht ihre Hand nicht weg. :46. Nyugodtan, szinte közönyösen válaszol: „De az enyém.” - Sie antwortet ruhig, fast gleichgültig: „Aber es ist meins." :47. Együtt alszanak, nem szenvedélyből és nem gyászból. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Trauer. :48. Úgy teszik, mint két ember, akik hosszú idő után végre abbahagyták, hogy úgy tegyenek, mintha semmire sem lenne szükségük. - Sie tun es wie zwei Menschen, die nach langer Zeit endlich aufgehört haben, so zu tun, als bräuchten sie nichts. :49. Nem sokkal öt előtt Antonio felkel, felöltözik, és visszamegy a trattoriába. - Um kurz vor fünf steht Antonio auf, zieht sich an und geht zurück in die Trattoria. :50. Ott begyújtja a tűzhelyet, és feltör három tojást – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, és amelyet soha nem készített neki. - Dort zündet er den Herd an und schlägt drei Eier auf – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie mochte, das er nie für sie gemacht hat. :51. A vaj és a zsír szaga betölti a csendes konyhát. - Der Geruch von Butter und Fett füllt die stille Küche. :52. A reggel első fénye beszűrődik az ablakon, szürkén és tétován, mint egy vendég, aki nem tudja, szívesen látják-e. - Das erste Licht des Morgens kommt durchs Fenster, grau und zögernd wie ein Gast, der nicht weiß, ob er willkommen ist. :53. Chiara egy órával később jön, még nem egészen ébren. - Chiara kommt eine Stunde später, noch nicht ganz wach. :54. Az ölébe ül, és a tányérjáról eszik, mintha ez magától értetődő volna, mintha mindig is így csinálta volna. - Sie setzt sich auf seinen Schoß und isst von seinem Teller, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie es immer so gemacht. :55. Antonio nevet – rövid, igazi nevetéssel. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes Lachen. :56. Ez annyira meglepi, hogy egy pillanatra abbahagyja a lélegzést, mert rájött, hogy még képes rá. - Es überrascht ihn so sehr, dass er kurz aufhört zu atmen, weil er gemerkt hat, dass er es noch kann. :57. Aztán Chiara a tányérra szegezett tekintettel megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara, den Blick auf den Teller gerichtet: „Bleibst du?" :58. Antonio kinéz az ablakon, ahol egy teherhajó lassan és hangtalanul elhagyja a kikötőt, olyan közönyösen és olyan véglegesen, ahogy a dolgok menni szoktak, ha az ember nem tartja őket erősen. - Antonio schaut aus dem Fenster, wo ein Frachtschiff langsam und lautlos den Hafen verlässt, so gleichgültig und so endgültig, wie Dinge eben gehen, wenn man sie nicht festhält. :59. Azt mondja: „Én már maradtam – csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier." :60. Ezzel olyasmit ért, amit ő maga sem ért egészen, de ami igaz. - Er meint damit etwas, das er selbst nicht ganz versteht, aber das wahr ist. :61. Chiara a tenyere élével megtörli a száját, feláll, és leveszi a kabátját a szék támlájáról. - Chiara wischt sich den Mund mit der flachen Hand ab, steht auf und nimmt ihre Jacke von der Stuhllehne. :62. Aztán elmegy, anélkül hogy csapkodna, és anélkül hogy sírna. - Dann geht sie, ohne zu schlagen und ohne zu weinen. :63. Antonio ülve marad, kezét a kávésbögre köré fonva. - Antonio bleibt sitzen, die Hände um den Kaffeebecher gelegt. :64. Nem néz utána. - Er schaut ihr nicht nach. :65. A tükörtojások kihűlnek. - Die Spiegeleier werden kalt. :66. Az ablak előtti kikötő minden pillanattal világosabb lesz, mintha nem tudná, hogy itt éppen valami véget ért. - Der Hafen vor dem Fenster wird mit jedem Moment heller, als wüsste er nicht, dass hier gerade etwas zu Ende gegangen ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és már majdnem egy évtizede vezet egy trattoriát Nápoly kikötőjében, három asztallal és étlap nélkül. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt, betreibt seit fast einem Jahrzehnt eine Trattoria am Hafen von Neapel mit drei Tischen und keiner Speisekarte. :2. Ebben az évtizedben megtanulta, hogy az embernek meglepően kevésre van szüksége, amíg minden este tudja, mit fog főzni. - In diesem Jahrzehnt hat er gelernt, dass ein Mensch erstaunlich wenig braucht, solange er jeden Abend weiß, was er kochen wird. :3. Két évvel ezelőtt meghalt Lucia – a felesége, a szakácsnője, az asszony, aki mindig túl hangosan nevetett, és mindig túl csípősen fűszerezett. - Vor zwei Jahren ist Lucia gestorben – seine Frau, seine Köchin, die Frau, die immer zu laut gelacht und immer zu scharf gewürzt hat. :4. Egy egészen közönséges kedd estén halt meg, a felszolgálás kellős közepén, kezét még egy vendég tányérjának szélén tartva, aki semmit sem vett észre. - Sie ist an einem ganz gewöhnlichen Dienstagabend mitten im Service gestorben, die Hand noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der nichts gemerkt hatte. :5. Azóta Antonio egy összehajtott gyapjútakarón alszik a konyhapult mögött. - Seitdem schläft Antonio auf einer gefalteten Wolldecke hinter der Küchentheke. :6. Nem azért teszi ezt, mert odafent ne volna ágy, hanem mert a hálószobában olyan csend van, amely hangosabb minden zajnál. - Er tut das nicht, weil oben kein Bett wäre, sondern weil das Schlafzimmer eine Art Stille hat, die lauter ist als jedes Geräusch. :7. Minden este ugyanazt a három ételt főzi: kagylós tésztát, sült cukkinit, hideg citromtortát. - Jeden Abend kocht er dieselben drei Gerichte: Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalter Zitronenkuchen. :8. Ez Lucia rendelése, mindig, amikor egyszer saját magát szolgálhatta ki; valamiféle néma rítus, amelyet ő nem fejez be, mert nem tudja, mi következne utána. - Es ist Lucias Bestellung, immer, wenn sie sich einmal selbst bedienen durfte, eine Art stilles Ritual, das er nicht beendet, weil er nicht weiß, was danach käme. :9. Chiara egy hónapja van ott, huszonhét éves, Torinóból menekült el egy olajbogyó alakú fülbevalóval és egy enyhe selypítéssel, amelyet csak akkor hallani, ha izgatott. - Chiara ist seit einem Monat da, siebenundzwanzig, aus Turin geflohen mit einem Olivenohrrring, einem leichten Lispeln, das man nur hört, wenn sie aufgeregt ist. :10. Olyan nő elszánt hallgatásával érkezett, aki megtanulta, hogy a magyarázatok többe kerülnek, mint amennyit hoznak. - Sie ist mit dem entschlossenen Schweigen einer Frau gekommen, die gelernt hat, dass Erklärungen mehr kosten als sie einbringen. :11. Olyan figyelemmel nézi Antoniót főzés közben, amely túlmutat a puszta kíváncsiságon – ahogy összenyomja a fokhagymagerezdeket, mintha az erő volna az egyetlen, amit még biztosan adagolni tud. - Sie schaut Antonio beim Kochen zu mit einer Aufmerksamkeit, die über bloße Neugier hinausgeht – wie er die Knoblauchzehen presst, als wäre Kraft das Einzige, was er noch sicher dosieren kann. :12. Figyeli, ahogy az ujjai végigsiklanak a késen, olyan nyugalommal, amely közönynek látszik, és talán az is. - Sie beobachtet, wie seine Finger über das Messer gleiten mit einer Ruhe, die aussieht wie Gleichgültigkeit und vielleicht auch eine ist. :13. Egy kedd estén, amikor az utolsó vendégek is elmentek, és a konyha égett fokhagyma és a kagylók sójának szagától terhes, Antonio lehajtott fejjel hagymát vág. - An einem Dienstagabend, als die letzten Gäste gegangen sind und die Küche nach verbranntem Knoblauch und dem Salz der Muscheln riecht, schneidet Antonio Zwiebeln mit gesenktem Kopf. :14. A könnyek végigfolynak az arcán anélkül, hogy letörölné őket, anélkül, hogy észrevenné őket, vagy talán észreveszi, és egyszerűen nem tartja érdemesnek elrejteni őket. - Die Tränen laufen ihm übers Gesicht, ohne dass er sie wischt, ohne dass er sie bemerkt, oder vielleicht bemerkt er sie und findet es schlicht nicht der Mühe wert, sie zu verbergen. :15. Chiara a mosogatónál áll, kagylókat mos, és őt nézi. - Chiara steht an der Spüle, wäscht Muscheln und schaut ihn an. :16. A rozsdás páraelszívó tompa, foltos tükrében úgy találkozik a tekintetük, ahogyan egyikük sem tervezte, és ami mégis olyan pontos, mint egy hosszú mondat végére kitett pont. - Im trüben, gefleckten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke auf eine Weise, die keiner von beiden geplant hat und die trotzdem so präzise ist wie ein gesetzter Punkt am Ende eines langen Satzes. :17. Azt mondja, anélkül, hogy abbahagyná a vágást: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :18. Közelebb lép, kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen és sósan a kagylóvíztől. - Sie tritt näher, legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm und feucht und salzig vom Muschelwasser. :19. Ő nem húzza vissza a kezét, mert a teste döntést hoz, mielőtt a feje egyáltalán elkezdte volna megfogalmazni a kérdést. - Er zieht die Hand nicht zurück, weil sein Körper eine Entscheidung trifft, bevor sein Kopf auch nur angefangen hat, die Frage zu formulieren. :20. Így állnak, amíg Chiara kötényzsebében rezegni nem kezd a mobiltelefon. - Sie stehen so, bis das Handy in ihrer Schürzentasche vibriert. :21. A konyha újra két külön emberré változtatja őket vissza, akik éppen petrezselymet és kagylót készítenek elő, és semmi mást. - Die Küche verwandelt sie wieder in zwei getrennte Menschen zurück, die gerade Petersilie und Muscheln vorbereiten und sonst gar nichts. :22. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek, felváltva osztoznak egy cigarettán, mintha régi szokás volna. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür, teilen sich eine Zigarette im Wechsel, als wäre das eine alte Gewohnheit. :23. A sötét sikátort nézik, ahol egy macska mozdulatlanul ül két szemetes között, mint valami, ami a végszavára vár. - Sie schauen auf die dunkle Gasse, wo eine Katze reglos zwischen zwei Mülleimern sitzt wie etwas, das auf sein Stichwort wartet. :24. A szomszéd házból, egy résnyire nyitva maradt ablakon át egy régi Lucio Battisti-dal szűrődik ki, egészen halkan. - Vom Nachbarhaus kommt durch ein angelehnt gebliebenes Fenster ein altes Lied von Lucio Battisti, ganz leise. :25. Olyan halk, hogy az ember nem biztos benne, hallja-e, vagy csak emlékszik rá. - Es ist so leise, dass man nicht sicher ist, ob man es hört oder sich erinnert. :26. Chiara előrehajol, és megcsókolja, előjel nélkül, a habozás nélkül, amely határozatlanságot feltételez. - Chiara beugt sich vor und küsst ihn, ohne Ankündigung, ohne die Zögerlichkeit, die Unschlüssigkeit voraussetzt. :27. A szája citrom és vörösbor ízű, és olyan valaki elszántságának íze van benne, aki pontosan tudja, mit akar, és kész megfizetni érte az árat. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein und nach der Entschiedenheit von jemandem, der genau weiß, was er will und bereit ist, dafür einen Preis zu zahlen. :28. Antonio lehunyja a szemét, kezét a nő tarkójára teszi, ujjai szorosan tartják, elég szorosan ahhoz, hogy Chiara érezze. - Antonio schließt die Augen, legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fest, fest genug, dass sie es spüren wird. :29. Egy pillanatra a világ erre az egy pontra szűkül, a melegre, a sóra és az utca túlsó oldaláról érkező halk dalra. - Für einen Moment ist die Welt auf diesen einen Punkt reduziert, auf Wärme und Salz und das leise Lied von der anderen Straßenseite. :30. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kicsi, sötét anyajegyet közvetlenül a bal kulcscsontja alatt. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines, dunkles Muttermal direkt unter ihrem linken Schlüsselbein. :31. Olyan sajátos, olyan összetéveszthetetlen helyen van, hogy az agya feldolgozza az információt, mielőtt megakadályozhatná, amit az kivált benne. - Es liegt an einer Stelle so spezifisch, so unverwechselbar, dass sein Gehirn die Information verarbeitet, bevor er verhindern kann, was sie in ihm auslöst. :32. Teljesen megdermed, átmenet nélküli teljességgel, feláll, és visszamegy a konyhába. - Er erstarrt mit einer Vollständigkeit, die keine Zwischenstufen kennt, steht auf und geht in die Küche zurück. :33. Az ajtó becsapódik, ő pedig ott áll a csendben, és hallja, ahogy a saját vére úgy zúg, mint egy hajó, amely elhagy egy kikötőt. - Die Tür fällt ins Schloss, und er steht dort in der Stille und hört sein eigenes Blut rauschen wie ein Schiff, das einen Hafen verlässt. :34. A következő két estén Chiara helye üres marad, Antonio pedig egyedül főz egy konyhában, amely hirtelen nagyobbnak tűnik minden helyiségnél, amelyet ismer. - Die nächsten beiden Abende bleibt Chiaras Platz leer, und Antonio kocht allein in einer Küche, die plötzlich größer wirkt als alle Räume, die er kennt. :35. A kagylókat csak félig eszik meg, a három asztal korábban ürül ki, mint valaha, és a csend más minőségű, mint máskor. - Die Muscheln sind nur halb aufgegessen, die drei Tische früher leer als je zuvor, die Stille von einer anderen Qualität als sonst. :36. A harmadik éjszakán, kevéssel éjfél után, maga mögött behúzza a trattoria ajtaját, és végigmegy a szűk, rosszul megvilágított sikátorokon. - In der dritten Nacht, kurz nach Mitternacht, zieht er die Tür der Trattoria hinter sich zu und geht durch die engen, schlecht beleuchteten Gassen. :37. Elmegy a bezárt üzletek és az állott sütőolaj szaga mellett. - Er geht vorbei an geschlossenen Läden und dem Geruch nach abgestandenem Frittieröl. :38. Ahhoz a régi házhoz megy a pékség fölött, ahol még soha nem járt, és amelynek lépcsőháza nedves fa és kenyér szagát árasztja. - Er geht zu dem alten Haus über der Bäckerei, wo er noch nie gewesen ist und dessen Treppe nach nassem Holz und Brot riecht. :39. Chiara lakásának ajtaja résnyire nyitva áll, bent nincs fény, csak a cigarettája narancsszínű izzása. - Die Tür zu Chiaras Wohnung steht einen Spalt offen, kein Licht darin außer dem orangefarbenen Glühen ihrer Zigarette. :40. Az izzás úgy mozog a sötétben, mint egy világítótorony villanása, amelyet nem neki szántak, és mégis vezeti őt. - Das Glühen bewegt sich in der Dunkelheit wie das Blinken eines Leuchtturms, der nicht für ihn gedacht ist und ihn trotzdem führt. :41. Chiara az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva, és olyan arckifejezéssel néz rá, amely se nem meglepett, se nem megkönnyebbült. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen, und schaut ihn an mit einem Ausdruck, der weder überrascht noch erleichtert ist. :42. Olyan ember arckifejezése ez, aki megnyert egy fogadást, amelyet szívesebben veszített volna el. - Es ist der Ausdruck von jemandem, der eine Wette gewonnen hat, die er lieber verloren hätte. :43. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, a csuklója belső oldalát a mennyezet felé fordítja, aztán hüvelykujjával végigsimít az anyajegyen. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand, dreht die Innenseite ihres Handgelenks zur Decke und streicht dann mit dem Daumen über das Muttermal. :44. Lassan és összpontosítva teszi, mint valaki, aki azt vizsgálja, begyógyult-e egy sebhely, vagy még nyitva van. - Er tut es langsam und konzentriert, wie jemand, der prüft, ob eine Narbe verheilt ist oder noch offen. :45. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :46. A hangja úgy hangzik, mint egy férfi hangja, aki azért mond ki egy mondatot, hogy saját magát meggyőzze arról, hogy hisz benne. - Seine Stimme klingt wie die Stimme eines Mannes, der einen Satz ausspricht, um sich selbst davon zu überzeugen, dass er ihn glaubt. :47. Chiara megtartja a kezét. - Chiara hält seiner Hand stand. :48. Anélkül válaszol, hogy felemelné a hangját: „De az enyém.” - Sie antwortet, ohne die Stimme zu heben: „Aber es ist meins." :49. Együtt alszanak, nem szenvedélyből, nem szánalomból és nem kétségbeesésből. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Mitleid und nicht aus Verzweiflung. :50. Olyan két ember csendes pragmatizmusával alszanak együtt, akik mindketten tudják, hogy éppen olyasmit tesznek, amit nem tudnak visszacsinálni, és akik úgy döntöttek, hogy mégis megteszik. - Sie schlafen miteinander mit der stillen Pragmatik zweier Menschen, die beide wissen, dass sie gerade etwas tun, das sie nicht rückgängig machen können, und die sich entschieden haben, es trotzdem zu tun. :51. Kevéssel öt után Antonio felkel, a sötétben felöltözik, és visszamegy a trattoriába. - Um kurz nach fünf steht Antonio auf, zieht sich im Dunkeln an und geht zurück in die Trattoria. :52. Begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a serpenyőbe – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, amelyet soha nem készített neki, és amelynek most kezdetillata van, bár nem biztos benne, minek a kezdete. - Er zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Pfanne – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie mochte, das er nie für sie gemacht hat, das jetzt nach Anfang riecht, obwohl er nicht sicher ist, wovon. :53. Az első szürke reggeli fény bejön az ablakon, és úgy terül el a munkafelületen, mint valami, ami nem biztos benne, hogy szívesen látják-e. - Das erste graue Morgenlicht kommt durchs Fenster und legt sich auf die Arbeitsfläche wie etwas, das nicht sicher ist, ob es willkommen ist. :54. Antonio a tűzhelynél áll, nézi a tojásokat, ahogy a vajban dermednek, és semmi meghatározottra nem gondol. - Antonio steht am Herd und schaut auf die Eier, die in der Butter stocken, und denkt an nichts Bestimmtes. :55. Chiara egy órával később érkezik, még félig álmosan, bejelentés nélkül az ölébe ül, és a tányérjáról eszik, mintha ez évek óta tartó szokás volna, nem pedig az első alkalom. - Chiara kommt eine Stunde später, noch halb schläfrig, setzt sich ohne Ankündigung auf seinen Schoß und isst von seinem Teller, als wäre das eine jahrelange Gewohnheit und nicht das erste Mal. :56. Antonio nevet, röviden, valóban, saját magán is meglepődve; olyan nevetés ez, amelynek érkezését nem hallotta előre. - Antonio lacht, ein kurzes, echtes, von sich selbst überraschtes Lachen, das er nicht kommen gehört hat. :57. Chiara úgy néz rá, mintha ez a nevetés valami volna, amit megjegyzett magának. - Chiara schaut ihn an, als wäre dieses Lachen etwas, das sie sich gemerkt hat. :58. Aztán megkérdezi, tekintetét újra a tányérra szegezve, olyan mellékességgel, amely nem mellékes: „Maradsz?” - Dann fragt sie, den Blick wieder auf den Teller gesenkt, mit einer Beiläufigkeit, die nicht beiläufig ist: „Bleibst du?" :59. Antonio kinéz az ablakon a kikötőre, ahol egy teherhajó lassan és sietség nélkül indul el, közönyösen, mint minden nagy dolog, amelyet nem érdekel, nézi-e valaki. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den Hafen, wo ein Frachtschiff langsam und ohne Eile abfährt, gleichgültig wie alle großen Dinge, die sich nicht darum scheren, ob man ihnen zuschaut. :60. Azt mondja: „Már maradtam – csak nem itt”, és ezzel olyasmit ért, amit talán még ő maga sem ért teljesen, ami azonban abban a pillanatban az egyetlen lehetséges válasz egy olyan kérdésre, amely többet követel, mint amennyit ő adni tud. - Er sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier", und meint damit etwas, das vielleicht nicht einmal er selbst vollständig versteht, das aber in dem Moment die einzig mögliche Antwort auf eine Frage ist, die mehr verlangt, als er geben kann. :61. Chiara a kézfejével megtörli a száját, feláll, leveszi a kabátját a szék támlájáról, és elmegy. - Chiara wischt sich den Mund mit dem Handrücken ab, steht auf, nimmt ihre Jacke von der Stuhllehne und geht. :62. Úgy megy el, hogy nem fordul vissza, nem csap be ajtót, annak méltóságával, aki választ várt, és meg is kapta. - Sie geht, ohne sich umzudrehen, ohne eine Tür zu schlagen, mit der Würde von jemandem, der eine Antwort erwartet hat und sie bekommen hat. :63. Antonio az asztalnál marad ülve, kezei a már hideg kávésbögrét fogják körül, és nem néz utána. - Antonio bleibt am Tisch sitzen, die Hände um den Kaffeebecher gelegt, der schon kalt ist, und schaut ihr nicht nach. :64. Nem néz a tojásokra, nem néz a kikötőre, és egyszerűen semmire sem néz, miközben odakint egyre világosabb lesz, mintha a világ a szokásos ügyeit intézné, teljesen érintetlenül attól, hogy itt valaki éppen másodszor maradt egyedül két év alatt. - Er schaut nicht auf die Eier und schaut nicht auf den Hafen und schaut einfach nichts an, während das Licht draußen heller wird, als ginge die Welt ihren üblichen Geschäften nach, vollkommen unbeeindruckt davon, dass hier gerade jemand das zweite Mal in zwei Jahren allein geblieben ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és aki csak futólag ismeri, azt mondaná, hogy trattoriát vezet Nápoly kikötőjében. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt, und wer ihn nur flüchtig kennt, würde sagen, er betreibt eine Trattoria am Hafen von Neapel. :2. Három asztal, nincs étlap, egy ablak a víz felé, amelyet soha nem tisztít meg, mert a rajta lévő kosz úgy töri meg a fényt, hogy azt szebbnek találja a tisztaságnál. - Drei Tische, keine Speisekarte, ein Fenster zum Wasser hin, das er nie putzt, weil der Schmutz darauf das Licht auf eine Weise bricht, die er schöner findet als Klarheit. :3. De ez csak a külső héja volna egy történetnek, amelynek magja két éve abban áll, hogy egy férfi minden este ugyanazokat az ételeket főzi olyan vendégeknek, akik soha nem rendelték meg őket, mert az egyetlen ember, akinek valaha készítette őket, már nincs ott, hogy megegye őket. - Aber das wäre nur die äußere Schale einer Geschichte, deren Kern seit zwei Jahren darin besteht, dass ein Mann jeden Abend dieselben Gerichte kocht für Gäste, die sie nie bestellt haben, weil die einzige Person, für die er sie je gemacht hat, nicht mehr da ist, um sie zu essen. :4. Lucia egy keddi napon halt meg, az esti kiszolgálás kellős közepén, leeső test zaja nélkül, dráma nélkül, a keze még egy vendég tányérjának peremén, aki semmit sem vett észre. - Lucia ist an einem Dienstag gestorben, mitten im Abendservice, ohne das Geräusch eines fallenden Körpers, ohne Drama, mit der Hand noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der nichts bemerkt hatte. :5. Antonio a mai napig nem tud visszaemlékezni ennek a vendégnek az arcára, bár megpróbálta, mert azt gondolta, hogy a bűntudatnak horgonyra van szüksége, és ez a férfi volt az egyetlen kézzelfogható. - Antonio kann sich bis heute nicht an das Gesicht dieses Gastes erinnern, obwohl er es versucht hat, weil er dachte, dass Schuld einen Anker braucht, und dieser Mann der einzige greifbare war. :6. Azóta Antonio egy összehajtott gyapjútakarón alszik a konyhapult mögött, nem azért, mert képtelen volna belépni a hálószobába, hanem valamiféle pontosan megválasztott büntetésből, amelyet saját magára rótt ki anélkül, hogy valaha eldöntötte volna, pontosan miért. - Seitdem schläft Antonio auf einer gefalteten Wolldecke hinter der Küchentheke, nicht aus Unvermögen, das Schlafzimmer zu betreten, sondern aus einer Art präzise gewählter Bestrafung, die er sich selbst auferlegt hat ohne je zu entscheiden, wofür genau. :7. Folytatja ezt a büntetést, mert az abbahagyás időközben magyarázatot követelne, amellyel senkinek sem tartozik, legkevésbé saját magának. - Er setzt diese Bestrafung fort, weil das Aufhören inzwischen eine Erklärung erfordern würde, die er niemandem schuldet und sich selbst am allerwenigsten. :8. A három étel – tészta kagylóval, sült cukkini, hideg citromtorta – nem rituálé szentimentális értelemben. - Die drei Gerichte – Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalter Zitronenkuchen – sind kein Ritual im sentimentalen Sinne. :9. Inkább szerkezeti elv, afféle napi állítás arról, hogy a világnak még mindig van rendje, még ha az indoka már el is tűnt. - Sie sind eher ein strukturelles Prinzip, eine Art tägliche Behauptung, dass die Welt noch eine Ordnung hat, auch wenn ihre Begründung fortgefallen ist. :10. Chiara egy hónapja tűnt fel, huszonhét éves, Torinóból menekült el egy olyan nő tömör csomagjával, aki megtanulta, hogy kevesebbre van szükség, mint hinnénk, ha az ember csak kész abbahagyni, hogy olyan dolgokért fizessen, amelyek nem tartoznak hozzá. - Chiara ist vor einem Monat aufgetaucht, siebenundzwanzig Jahre alt, aus Turin geflohen mit dem kompakten Gepäck einer Frau, die gelernt hat, dass man weniger braucht, als man denkt, wenn man nur bereit ist, aufzuhören, für Dinge zu bezahlen, die einem nicht gehören. :11. Egy apró olajbogyós fülbevalót visel, alig hallhatóan selypít, amikor a mondatok hosszabbak lesznek, és az első két hétben olyan keveset beszélt magáról, hogy Antonio a hallgatását az udvariasság egyik formájaként kezdte értelmezni, ami talán az is, vagy talán valami más, amit még nem akart megnevezni. - Sie trägt einen Ohrring mit einer kleinen Olive, lispelt kaum hörbar, wenn die Sätze länger werden, und hat in den ersten zwei Wochen so wenig über sich selbst gesprochen, dass Antonio begann, ihr Schweigen als eine Form von Höflichkeit zu interpretieren, was es vielleicht auch ist, oder vielleicht auch etwas anderes, das er noch nicht benennen wollte. :12. Amit akkor tesz, amikor főzés közben figyeli őt, túl van a kíváncsiságon és innen a vonzalmon. - Was sie tut, wenn sie ihm beim Kochen zuschaut, geht über Neugier hinaus und unter Zuneigung. :13. Olyan ember figyelme ez, aki valami meghatározottat keres, és még nem tudja, megtalálta-e, vagy csak reméli, hogy talán ez az, amit keres. - Es ist die Aufmerksamkeit von jemandem, der etwas Bestimmtes sucht und noch nicht weiß, ob er es gefunden hat oder ob er nur hofft, es könnte das sein, wonach er sucht. :14. Az említett kedd estén, miután az utolsó vendég fizetett, és a konyha abban az állapotban van, amelyet Antonio szépnek nevez, és amely mindenki másnak rendetlenségnek tűnne – kagylóhéjak a mosogató peremén, olívaolaj a tűzhelyen, a petrezselyem még félig aprítatlanul –, lehajtott fejjel hagymát vág, és hagyja folyni a könnyeit. - An besagtem Dienstagabend, nachdem der letzte Gast gezahlt hat und die Küche in dem Zustand ist, den Antonio schön nennt und der allen anderen wie Unordnung vorkäme – Muschelschalen am Rand der Spüle, Olivenöl auf dem Herd, die Petersilie noch halb ungehackt –, schneidet er Zwiebeln mit gesenktem Kopf und lässt die Tränen laufen. :15. Nem azért teszi, mert gyászol, vagy nem csak azért, hanem mert valamikor felhagyott azzal, hogy különbséget tegyen a hagymakönnyek és a többi között, és ez a különbségnélküliség időközben az őszinteség egyik formájának érződik. - Er tut es nicht, weil er trauert, oder nicht nur, sondern weil er irgendwann aufgehört hat, zwischen Zwiebeltränen und den anderen zu unterscheiden, und diese Unterschiedslosigkeit sich inzwischen wie eine Form von Ehrlichkeit anfühlt. :16. Chiara a mosogatónál áll, és a páraelszívó zsírcseppektől erezett, homályos tükrében tekintetük egy olyan véletlen pontosságával találkozik, amely túl jól megrendezettnek hat ahhoz, hogy véletlen legyen. - Chiara steht an der Spüle, und im trüben, von Fettflecken gemaserten Spiegel der Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke mit der Präzision eines Zufalls, der zu gut inszeniert wirkt, um zufällig zu sein. :17. Ott tartják egymást egy pillanatig, amely elég hosszú ahhoz, hogy mindketten tudják, mit jelent, és elég rövid ahhoz, hogy egyikük se legyen kénytelen úgy tenni, mintha tudta volna. - Sie halten sich dort einen Moment, der lang genug ist, dass beide wissen, was er bedeutet, und kurz genug, dass keiner gezwungen ist, so zu tun, als hätte er es gewusst. :18. Anélkül, hogy abbahagyná a vágást, a lehető legmellékesebb hangon azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden, die Stimme so beiläufig wie möglich: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :19. Chiara egy lépéssel közelebb lép, kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen, sósan a kagylóviztől, olyan magától értetődőséggel, amely semmiféle engedélyt nem kért, és nem is volt rá szüksége, ő pedig nem húzza vissza a kezét, mert a teste ebben a pillanatban okosabb az értelménél, vagy legalábbis gyorsabb, és az okosság kérdését későbbre halasztja. - Sie tritt einen Schritt näher, legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm, feucht, salzig vom Muschelwasser, mit einer Selbstverständlichkeit, die keinerlei Erlaubnis eingeholt hat und keine brauchte, und er zieht die Hand nicht zurück, weil sein Körper in diesem Moment klüger ist als sein Verstand, oder wenigstens schneller, und die Frage der Klugheit auf später vertagt. :20. Így állnak, amíg a mobiltelefon rezegni nem kezd a nő kötényzsebében. - Sie stehen so, bis das Handy in ihrer Schürzentasche vibriert. :21. A valóság visszaváltoztatja őket két emberré, akik petrezselymet aprítanak, kagylót mosnak, és semmi többé. - Die Wirklichkeit verwandelt sie in zwei Menschen zurück, die Petersilie hacken und Muscheln waschen und nichts weiter. :22. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek, megosztanak egy cigarettát egy olyan ritmusban, amely saját magát találta ki, és úgy hallgatnak, hogy az nem árul el kényelmetlenséget. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür, teilen sich eine Zigarette in einem Rhythmus, der sich selbst erfunden hat, schweigen auf eine Art, die kein Unbehagen verrät. :23. Lucio Battistit hallgatják, aki a szemközti ablakon át lép be a sötétbe, olyan halkan, hogy éppúgy lehetne emlék, mint egy dal, amelyet éppen lejátszanak. - Sie hören auf Lucio Battisti, der durch ein Fenster von gegenüber ins Dunkel tritt, so leise, dass er ebenso eine Erinnerung sein könnte wie ein Lied, das gerade gespielt wird. :24. Chiara megcsókolja őt anélkül, hogy bejelentené a pillanatot, anélkül a tétovaság nélkül, amely ambivalenciát feltételez, szája citrom és vörösbor ízű, és egy olyan nő csendes elszántságáé, aki eldöntötte, hogy vállalja a kockázatot. - Chiara küsst ihn, ohne den Moment anzukündigen, ohne die Zögerlichkeit, die Ambivalenz voraussetzt, ihr Mund nach Zitrone und Rotwein und der stillen Entschlossenheit einer Frau, die beschlossen hat, dass sie das Risiko eingeht. :25. Antonio lehunyja a szemét, és kezét a nő tarkójára teszi, ujjai szinte fájdalmasan szorosan tartják, mintha a kapaszkodás pótolhatná azt, amit a nyelv nem tud, és a perc töredékére a világ erre az egy pontra hajtódik össze, melegségre, sóra, a távoli dalra, a kikötő szagára. - Antonio schließt die Augen und legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fast schmerzhaft fest, als könnte Festhalten das ersetzen, was Sprache nicht kann, und für den Bruchteil einer Minute ist die Welt auf diesen einen Punkt zusammengefaltet, auf Wärme, auf Salz, auf das ferne Lied, auf den Geruch des Hafens. :26. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kis sötét anyajegyet a bal kulcscsontja alatt, olyan konkrét, olyan változhatatlanul ismerős helyen, hogy az agya végrehajtja a társítást, mielőtt megakadályozhatná. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines dunkles Muttermal unter ihrem linken Schlüsselbein, an einer Stelle so spezifisch, so unveränderlich vertraut, dass sein Gehirn die Assoziation vollzieht, bevor er sie verhindern kann. :27. Ezzel a társítással egyszerre tér vissza minden – nem fájdalomként, hanem valami hidegebbként, pontosabbként, mint egy sebészi vágás valamiben, amit gyógyultnak hitt az ember. - Mit dieser Assoziation kommt alles auf einmal zurück – nicht als Schmerz, sondern als etwas Kälteres, Präziseres, wie ein chirurgischer Schnitt in etwas, das man für verheilt gehalten hatte. :28. Átmenetek nélküli teljességgel dermed meg, feláll és elmegy. - Er erstarrt mit einer Vollständigkeit, die keine Übergänge kennt, steht auf und geht. :29. A konyhaajtó valami végleges hangjával csukódik be mögötte, ő pedig az üres konyhában áll, hallja saját lélegzetét, és azon tűnődik, gyáva dolog-e, amit az imént tett, és nem jut eredményre. - Die Küchentür schließt sich hinter ihm mit dem Laut von etwas Endgültigem, und er steht in der leeren Küche und hört seinen eigenen Atem und fragt sich, ob es feige ist, was er gerade getan hat, und kommt zu keinem Ergebnis. :30. A következő két este Chiara helye üres, Antonio pedig egy olyan konyhában főz tovább, amelynek méretei ugyanazok, mint mindig, és mégis másnak érződik, talán tágasabbnak, vagy üresebbnek. - Die nächsten zwei Abende ist Chiaras Platz leer, und Antonio kocht in einer Küche, die dieselben Maße hat wie immer und sich trotzdem anders anfühlt, weiter vielleicht, oder leerer. :31. Abban a sajátos értelemben üresebb, hogy hiányzik valami, ami nemrég még nem is volt ott, és amelynek hiányát ezért élesebben érzékeli, mint azokét a dolgokét, amelyek régebb óta hiányoztak. - Es ist leerer in dem spezifischen Sinne, dass etwas fehlt, das noch vor kurzem noch nicht da war und dessen Abwesenheit deshalb schärfer registriert wird als die von Dingen, die länger fehlten. :32. A harmadik éjszakán, éjfél után bezárja a trattoriát. - In der dritten Nacht, nach Mitternacht, schließt er die Trattoria ab. :33. Végigmegy a szűk sikátorokon, elhalad az öreg sütőolaj szaga és egy kapualjból jövő macskahang mellett, a pékség fölötti házhoz, egy ajtóhoz, amely résnyire nyitva áll. - Er geht durch die engen Gassen, vorbei an dem Geruch nach altem Frittieröl und dem Katzengeräusch in einer Einfahrt, zu dem Haus über der Bäckerei, zu einer Tür, die einen Spalt offen steht. :34. Az ajtó nyitva áll, mintha tudta volna, hogy jönni fog, vagy mintha Chiara tudta volna, hogy jönni fog, ami ugyanarra fut ki. - Die Tür steht offen, als hätte sie gewusst, dass er kommen würde, oder als hätte Chiara gewusst, dass er kommen würde, was auf dasselbe hinausläuft. :35. Chiara az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva, a cigaretta az ujjai között, és olyan ember arckifejezésével néz rá, aki megnyert egy fogadást, amelyet nem akart megnyerni. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen, die Zigarette zwischen den Fingern, und schaut ihn an mit dem Ausdruck von jemandem, der eine Wette gewonnen hat, die zu gewinnen er nicht wollte. :36. Nem akarta megnyerni, mert az ár nem stimmel. - Er wollte sie nicht gewinnen, weil der Preis nicht stimmt. :37. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, tenyérrel felfelé fordítja, és hüvelykujjával lassan, többször végigsimít az anyajegyen. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand, dreht die Innenfläche nach oben und streicht mit dem Daumen über das Muttermal, langsam, mehrmals. :38. Úgy teszi, mint aki ellenőrzi, hogy valami valóban ott van-e, vagy csak úgy néz ki, mint amit látni vár. - Er tut es wie jemand, der überprüft, ob etwas wirklich da ist oder nur so aussieht wie das, was er zu sehen erwartet. :39. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :40. A hangja úgy hangzik, mint egy férfi hangja, aki valós időben próbálja meggyőzni saját magát arról, hogy igaza van. - Seine Stimme klingt wie die Stimme eines Mannes, der versucht, sich selbst in Echtzeit davon zu überzeugen, dass er recht hat. :41. Chiara nem húzza vissza a kezét. - Chiara zieht die Hand nicht zurück. :42. Annak a nyugalmával felel, aki ezt a mondatot már előre látta jönni: „De ez az enyém.” - Sie antwortet mit der Ruhe von jemandem, der diesen Satz schon kommen hat sehen: „Aber es ist meins." :43. Együtt alszanak, nem szenvedélyből, nem gyászból, és nem abból a tévedésből, hogy a testek meggyógyítják azt, amire a nyelv nem képes. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Trauer und nicht aus dem Irrtum, dass Körper heilen, was Sprache nicht schafft. :44. Két felnőtt józan beleegyezésével teszik, akik mindketten tudják, hogy olyasmit tesznek, aminek következményei vannak, és akik úgy döntöttek, hogy a következményeket holnapra halasztják. - Sie tun es mit der nüchternen Zustimmung zweier Erwachsener, die beide wissen, dass sie etwas tun, das Konsequenzen hat, und die sich entschieden haben, die Konsequenzen auf morgen zu verschieben. :45. Nem sokkal öt után Antonio felöltözik, visszamegy a trattoriába, begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a vajba – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, és amelyet ő soha nem készített neki. - Um kurz nach fünf zieht Antonio sich an, geht zurück in die Trattoria, zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Butter – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie gemocht hat, das er nie für sie gemacht hat. :46. Most a csendes konyhában valaminek az illata terjeng, amit kezdetnek nevezne, ha biztos volna benne, hogy az. - Es riecht jetzt in der stillen Küche nach etwas, das er Anfang nennen würde, wenn er sich sicher wäre, ob das stimmt. :47. A reggeli fény a piszkos ablakon át ráfekszik a munkafelületre. - Das Morgenlicht legt sich durch das schmutzige Fenster auf die Arbeitsfläche. :48. Megtört és szórt, azon a módon, amelyet szebbnek talál a tisztaságnál. - Es ist gebrochen und diffus, auf die Weise, die er schöner findet als Klarheit. :49. Chiara egy órával később érkezik, minden előzetes bejelentés nélkül az ölébe ül, és az ő tányérjáról eszik annak a szokásnak a magától értetődőségével, amelyet éppen feltalál. - Chiara kommt eine Stunde später, setzt sich ohne Vorankündigung auf seinen Schoß und isst von seinem Teller mit der Selbstverständlichkeit einer Gewohnheit, die sie gerade erfindet. :50. Antonio nevet – egy rövid, valódi, saját magát is meglepő nevetéssel, amely úgy változtatja meg a teret, ahogy ő nem tudta volna leírni, de amit a nő olyan ember tekintetével regisztrál, aki figyel. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes, von sich selbst überraschtes Lachen, das den Raum verändert auf eine Art, die er nicht hätte beschreiben können, das aber von ihr registriert wird mit dem Blick von jemandem, der aufpasst. :51. Aztán megkérdezi, még mindig villával a kezében, tekintetét a tányérra szegezve, gondosan megszerkesztett mellékességgel: „Maradsz?” - Dann fragt sie, die Gabel noch in der Hand, den Blick auf den Teller gesenkt, mit einer Beiläufigkeit, die sorgfältig konstruiert ist: „Bleibst du?" :52. Antonio kinéz az ablakon a kikötőre, ahol egy teherhajó hangtalanul és sietség nélkül hagyja el a helyét, a nagy dolgok teljes közönyével aziránt, ami a peremükön történik, és azt mondja: „Már maradtam – csak nem itt.” - Antonio schaut aus dem Fenster auf den Hafen, wo ein Frachtschiff lautlos und ohne Eile seinen Platz verlässt, mit der vollständigen Gleichgültigkeit großer Dinge gegenüber dem, was an ihren Rändern passiert, und sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier." :53. Ez egy olyan mondat, amely abban a pillanatban igaz és hiányos, és a legjobb, amit fel tud ajánlani, és tudja, hogy a nő érti, mire gondol, és tudja, hogy az értés nem ugyanaz, mint az egyetértés. - Es ist ein Satz, der in dem Moment wahr ist und unvollständig und das Beste, was er anbieten kann, und er weiß, dass sie versteht, was er meint, und er weiß, dass Verstehen nicht dasselbe ist wie Einverstanden-Sein. :54. Chiara kézfejével megtörli a száját, egy olyan mozdulattal, amelyben nincs semmi drámai, és éppen ezért hat olyan véglegesnek, feláll, fogja a kabátját, és elmegy. - Chiara wischt sich den Mund mit dem Handrücken ab, mit einer Geste, die nichts Dramatisches hat und gerade deshalb so endgültig wirkt, steht auf, nimmt ihre Jacke und geht. :55. Nem csap be ajtót, és nem fordul vissza, annak a méltóságával, aki őszinte választ kapott, és jobban szerette volna, ha nem kapja meg. - Sie schlägt keine Tür und dreht sich nicht um, mit der Würde von jemandem, der eine ehrliche Antwort erhalten hat und sie lieber nicht gehabt hätte. :56. Antonio az asztalnál marad ülve, kezei a kihűlt kávésbögre körül, és nem néz utána, nem néz a tojásokra, nem néz a kikötőre, és egyszerűen semmire sem néz, miközben a piszkos ablakon át a fény egyre világosabb és szórtabb lesz. - Antonio bleibt am Tisch sitzen, die Hände um den erkalteten Kaffeebecher, und schaut ihr nicht nach und schaut nicht auf die Eier und schaut nicht auf den Hafen und schaut einfach nichts an, während das Licht durch das schmutzige Fenster heller und diffuser wird. :57. Arra gondol, hogy most két éven belül másodszor ül egyedül ennél az asztalnál, és azon tűnődik, vajon ez minta-e vagy véletlen, és ahogy már legutóbb is, most sem jut semmiféle használható eredményre. - Er denkt daran, dass er jetzt zum zweiten Mal in zwei Jahren allein an diesem Tisch sitzt, und fragt sich, ob das ein Muster ist oder ein Zufall, und kommt, wie schon beim letzten Mal, zu keinem brauchbaren Ergebnis. ------------------------- == 75 == 1 ------------------------- :Stephen Harding doktor - Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding Oxfordban lakik. - Dr. Stephen Harding wohnt in Oxford. :2. Ötvenhárom éves. - Er ist 53 Jahre alt. :3. A St. Anne's College oktatója. - Er ist Dozent am St. Anne's College. :4. Szereti a régi könyveket. - Er liebt alte Bücher. :5. A szobája tele van könyvekkel. - Sein Zimmer ist voll mit Büchern. :6. Ma vendég érkezik. - Heute kommt ein Gast. :7. A vendéget Dr. James Callowaynek hívják. - Der Gast heißt Dr. James Calloway. :8. James harmincegy éves. - James ist 31 Jahre alt. :9. Új az egyetemen. - Er ist neu an der Universität. :10. Kapott egy állást. - Er hat eine Stelle bekommen. :11. Stephen ebben az állásban reménykedett. - Stephen hat auf diese Stelle gehofft. :12. A barátjának akarta. - Er wollte sie für seinen Freund. :13. De James kapta meg. - Aber James hat sie bekommen. :14. Délután négy óra van. - Es ist vier Uhr nachmittags. :15. Stephen az asztalra teszi a teáskészletet. - Stephen stellt das Teeservice auf den Tisch. :16. A készlet ezüstből van. - Das Service ist aus Silber. :17. Nagyon régi és nagyon szép. - Es ist sehr alt und sehr schön. :18. James az ajtó előtt áll. - James steht vor der Tür. :19. Egy perccel korábban csenget. - Er klingelt eine Minute zu früh. :20. Stephen két percet vár. - Stephen wartet zwei Minuten. :21. Aztán kinyitja az ajtót. - Dann öffnet er die Tür. :22. Azt mondja: „Á, pontos. Ez manapság ritka.” - Er sagt: „Ah, pünktlich. Das ist selten heute." :23. James mosolyog. - James lächelt. :24. A mosoly nem egészen valódi. - Das Lächeln ist nicht ganz echt. :25. Bemegy a lakásba. - Er geht in die Wohnung. :26. Régi könyvek illata van. - Es riecht nach alten Büchern. :27. Két nagy karosszékbe ülnek le. - Sie setzen sich in zwei große Sessel. :28. Közöttük egy kis asztal áll. - Zwischen ihnen steht ein kleiner Tisch. :29. Stephen kitölti a teát. - Stephen gießt den Tee ein. :30. Először a tejet önti a csészébe. - Er gibt zuerst die Milch in die Tasse. :31. Ez a régi angol módi. - Das ist die alte englische Art. :32. Megkérdezi: „Egy kekszet?” - Er fragt: „Ein Keks?" :33. Odanyújtja a dobozt. - Er reicht die Dose. :34. James két kekszet vesz. - James nimmt zwei Kekse. :35. Stephen ezt látja. - Stephen sieht das. :36. Felvonja az egyik szemöldökét. - Er hebt eine Augenbraue. :37. Azt mondja: „Anyám mindig azt mondta: csak az egyszerű emberek vesznek kettőt.” - Er sagt: „Meine Mutter hat immer gesagt: Nur einfache Leute nehmen zwei." :38. James beleharap a kekszbe. - James beißt in den Keks. :39. Azt mondja: „Anyám mindig azt mondta: csak a gazdag emberek félnek venni.” - Er sagt: „Meine Mutter hat immer gesagt: Nur reiche Leute haben Angst zu nehmen." :40. Csend lesz a szobában. - Es wird still im Zimmer. :41. Egy kanál megcsörren egy csészén. - Ein Löffel klappert auf einer Tasse. :42. Stephen issza a teáját. - Stephen trinkt seinen Tee. :43. Megkérdezi: „Már sikerült berendezkednie?” - Er fragt: „Haben Sie sich schon eingelebt?" :44. James bólint. - James nickt. :45. Azt mondja: „A könyvtár nagyon jó. De a könyvek nincsenek jól rendezve.” - Er sagt: „Die Bibliothek ist sehr gut. Aber die Bücher sind nicht gut sortiert." :46. Stephen keze röviden megmozdul. - Stephens Hand bewegt sich kurz. :47. Azt mondja: „Régi kollégámnak megvolt a maga rendszere. Zseni volt.” - Er sagt: „Mein alter Kollege hatte sein eigenes System. Er war ein Genie." :48. Kihangsúlyozza a „maga” szót. - Er betont das Wort „sein". :49. James ezt meghallja. - James hört das. :50. Azt mondja: „Egy zseninek is szüksége van rendre. Néha.” - Er sagt: „Ein Genie braucht auch Ordnung. Manchmal." :51. Mindketten egyszerre isznak. - Sie trinken beide gleichzeitig. :52. Kint enyhén esik az eső. - Draußen regnet es leicht. :53. Az időjárásról beszélnek. - Sie reden über das Wetter. :54. Az új könyvtárról beszélnek. - Sie reden über die neue Bibliothek. :55. Minden szónak két jelentése van. - Jedes Wort hat zwei Bedeutungen. :56. De ezt nem mondják ki közvetlenül. - Aber sie sagen das nicht direkt. :57. Egy óra múlva James feláll. - Nach einer Stunde steht James auf. :58. Kinyújtja a kezét. - Er streckt die Hand aus. :59. Stephen elfogja a kezet. - Stephen nimmt die Hand. :60. Kissé túl hosszan tartja. - Er hält sie etwas zu lang. :61. Azt mondja: „Ezt megismételjük.” - Er sagt: „Wir machen das wieder." :62. James azt mondja: „Örömmel. Legközelebb nálam. Kávét főzök. Modernet.” - James sagt: „Gerne. Nächstes Mal bei mir. Ich mache Kaffee. Den modernen." :63. Az ajtóhoz megy. - Er geht zur Tür. :64. Az ajtónál megfordul. - An der Tür dreht er sich um. :65. Azt mondja: „A kekszek nagyon jók voltak. Az édesanyja Indiából hozta a receptet?” - Er sagt: „Die Kekse waren sehr gut. Hat Ihre Mutter das Rezept aus Indien?" :66. Stephen mosolya merevvé válik. - Stephens Lächeln wird fest. :67. Az ajtó becsukódik. - Die Tür geht zu. :68. James végigmegy a folyosón. - James geht den Flur hinunter. :69. Mélyen kifújja a levegőt. - Er atmet tief aus. :70. A szobában Stephen lesöpri a morzsákat a zakójáról. - Im Zimmer wischt Stephen die Krümel von seiner Jacke. :71. Aztán röviden elmosolyodik. - Dann lächelt er kurz. :72. Senki sem nyert. - Keiner hat gewonnen. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Stephen Harding doktor - Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding már sok éve Oxfordban él, egy nagy lakásban, amely tele van régi könyvekkel. - Dr. Stephen Harding lebt seit vielen Jahren in Oxford, in einer großen Wohnung voller alter Bücher. :2. A St. Anne's College-ban dolgozik, és ismeri az egyetem minden zugát. - Er arbeitet am St. Anne's College und kennt jeden Winkel dieser Universität. :3. Ezen a délutánon vendéget vár, és ennek nem örül. - An diesem Nachmittag erwartet er einen Gast, und er ist nicht glücklich darüber. :4. A vendéget Dr. James Callowaynek hívják, új itt, és kapott egy állást. - Der Gast heißt Dr. James Calloway, er ist neu hier und hat eine Stelle bekommen. :5. Ezt az állást Stephen pártfogoltjának szánták, de az egyetem másként döntött. - Diese Stelle war für Stephens Schützling gedacht, aber die Universität hat anders entschieden. :6. Stephen már korán előkészítette a teáskészletet, az ezüstöt, amelyet csak fontos látogatásokhoz használ. - Stephen hat das Teeservice schon früh vorbereitet, das silberne, das er nur für wichtige Besuche benutzt. :7. Négy órakor megszólal a csengő a nehéz tölgyfaajtónál. - Um vier Uhr klingelt es an der schweren Eichentür. :8. Stephen ránéz az órára, pontosan két percet vár, aztán az ajtóhoz megy. - Stephen schaut auf die Uhr, wartet genau zwei Minuten, dann geht er zur Tür. :9. Kinyitja, és kis mosollyal azt mondja: „Á, pontos – ez ritka az ön nemzedékénél.” - Er öffnet sie und sagt mit einem kleinen Lächeln: „Ah, pünktlich – das ist selten bei Ihrer Generation." :10. James a folyosón áll, új cipőt visel, és kissé túl szélesen mosolyog ehhez a pillanathoz. - James steht im Flur, er trägt neue Schuhe und lächelt etwas zu breit für diesen Moment. :11. Azt mondja: „Jó napot”, és belép; a folyosón viasz és régi cigaretták szaga érződik. - Er sagt „Guten Tag" und tritt ein, der Flur riecht nach Wachs und alten Zigaretten. :12. Bemmennek a nappaliba, és leülnek két mély karosszékbe, egy kis asztallal szemben. - Sie gehen ins Wohnzimmer und setzen sich in zwei tiefe Sessel gegenüber einem kleinen Tisch. :13. Az asztalon ott áll az ezüsttálca két csészével, egy teáskannával és egy doboz Fortnum & Mason keksszel. - Auf dem Tisch steht das silberne Tablett mit zwei Tassen, einer Kanne Tee und einer Dose Kekse von Fortnum & Mason. :14. Stephen kitölti a teát, először a tejet, aztán a teát, egészen lassan, és anélkül, hogy megmagyarázná, miért. - Stephen gießt den Tee ein, zuerst die Milch, dann den Tee, ganz langsam und ohne zu erklären warum. :15. Megkérdezi: „Egy kekszet, Dr. Calloway?”, és odatartja neki a dobozt. - Er fragt: „Ein Keks, Dr. Calloway?" und hält ihm die Dose hin. :16. James két kekszet vesz, gondolkodás nélkül, mert éhes, és a kekszek jól néznek ki. - James nimmt zwei Kekse, ohne nachzudenken, weil er Hunger hat und die Kekse gut aussehen. :17. Stephen ezt azonnal látja, és felvonja az egyik szemöldökét, alig észrevehetően, de James észreveszi. - Stephen sieht es sofort und hebt eine Augenbraue, fast unmerklich, aber James bemerkt es. :18. Stephen nyugodtan azt mondja: „Anyám azt szokta mondani, hogy csak egyszerű emberek vesznek kettőt.” - Stephen sagt ruhig: „Meine Mutter pflegte zu sagen, dass nur einfache Menschen zwei nehmen." :19. James beleharap a kekszbe, és szünet nélkül válaszol: „Anyám mindig azt mondta, hogy csak félős emberek vesznek csak egyet.” - James beißt in den Keks und antwortet ohne Pause: „Meine Mutter sagte immer, dass nur ängstliche Menschen nur einen nehmen." :20. Csend lesz, csak egy kanál csörren halkan egy porcelán csészealjon. - Es wird still, nur ein Löffel klappert leise auf einer Porzellanuntertasse. :21. Isszák a teájukat, és röviden kinéznek az ablakon, ahol az eső lágyan kopog az üvegen. - Sie trinken ihren Tee und schauen kurz aus dem Fenster, wo der Regen sanft gegen das Glas klopft. :22. Stephen egy idő után megkérdezi: „Nos, sikerült már egy kicsit berendezkednie itt?” - Stephen fragt nach einer Weile: „Und, haben Sie sich schon ein bisschen eingelebt hier?" :23. James bólint, és azt mondja, a könyvtár valóban lenyűgöző, de a külön gyűjtemény katalogizálása kissé áttekinthetetlen. - James nickt und sagt, die Bibliothek sei wirklich beeindruckend, aber die Katalogisierung der Spezialsammlung sei etwas unübersichtlich. :24. Stephen ujjai röviden megmozdulnak a karosszék karfáján, aztán újra mozdulatlanul fekszenek. - Stephens Finger bewegen sich kurz auf der Sessellehne, dann liegen sie wieder still. :25. Lassan azt mondja: „Elhunyt kollégám – az a férfi, akinek a székét most ön tölti be – ott a maga egészen saját rendszerét használta.” - Er sagt langsam: „Mein verstorbener Kollege – der Mann, dessen Stuhl Sie jetzt innehaben – hatte dort sein ganz eigenes System." :26. Az „akinek a székét” hangsúlya halk, de világos. - Die Betonung auf „dessen Stuhl" ist leise, aber deutlich. :27. James meghallja, és barátságosan azt mondja: „A zsenialitás és a rend nem zárják ki egymást, néha jól együtt járnak.” - James hört sie und sagt freundlich: „Genie und Ordnung schließen sich ja nicht aus, manchmal gehen sie gut zusammen." :28. Stephen mosolyog, de a mosoly nem ér el a szeméig. - Stephen lächelt, aber das Lächeln erreicht die Augen nicht. :29. Tovább beszélgetnek ártalmatlan dolgokról: a könyvtár felújításáról, a rossz időről, egy új étteremről a városban. - Sie reden weiter über harmlose Dinge: die Renovierung der Bibliothek, das schlechte Wetter, ein neues Restaurant in der Stadt. :30. De minden mondat mögött valami más húzódik, valami kimondatlan, amit mindketten éreznek, és egyikük sem mond ki. - Aber hinter jedem Satz liegt etwas anderes, etwas Ungesagtes, das beide spüren und keiner ausspricht. :31. James kiissza a teáját, és gondosan visszateszi a csészét a csészealjra. - James trinkt seinen Tee aus und stellt die Tasse sorgfältig auf die Untertasse zurück. :32. Körülbelül egy óra múlva feláll, és kinyújtja a kezét. - Nach etwa einer Stunde steht er auf und streckt die Hand aus. :33. Stephen is feláll, megfogja a kezét, és egy pillanattal túl sokáig tartja. - Stephen steht auch auf, nimmt die Hand und hält sie einen Moment zu lang. :34. Azt mondja: „Ezt hamarosan meg kellene ismételnünk, kellemes délután volt.” - Er sagt: „Wir sollten das bald wiederholen, es war ein angenehmer Nachmittag." :35. James válaszol: „Nagyon szívesen, legközelebb nálam – kávét főzök, azt a modern fajtát, tudja.” - James antwortet: „Sehr gerne, das nächste Mal bei mir – ich mache Kaffee, diese moderne Art, Sie wissen schon." :36. Az ajtóhoz megy, aztán röviden megáll, és még egyszer megfordul. - Er geht zur Tür, bleibt dann kurz stehen und dreht sich noch einmal um. :37. Könnyű mosollyal azt mondja: „A kekszek egyébként kitűnőek voltak – az édesanyja talán Indiából hozta magával a receptet?” - Er sagt mit einem leichten Lächeln: „Die Kekse waren übrigens ausgezeichnet – hat Ihre Mutter das Rezept vielleicht aus Indien mitgebracht?" :38. Stephen mosolya egy másodpercre egészen merevvé válik, aztán egyszerűen ott marad. - Stephens Lächeln wird für eine Sekunde ganz fest, dann bleibt es einfach stehen. :39. Az ajtó becsapódik, nem hangosan, de végérvényesen. - Die Tür fällt zu, nicht laut, aber endgültig. :40. James végigmegy a hosszú folyosón, és egyszer mélyen, lassan kifújja a levegőt. - James geht den langen Flur hinunter und atmet einmal tief und langsam aus. :41. A szobában Stephen még egy pillanatig áll, aztán gondosan lesöpri a morzsákat tweedzakójáról. - Im Zimmer steht Stephen noch einen Moment, dann wischt er die Krümel sorgfältig von seinem Tweedjackett. :42. Az ablakhoz megy, és kinéz a nedves utcára. - Er geht zum Fenster und schaut auf die nasse Straße hinaus. :43. Egy idő után elmosolyodik, röviden és alig láthatóan, szinte csak saját magának. - Nach einer Weile lächelt er, kurz und kaum sichtbar, fast für sich selbst. :44. Döntetlen volt, és már ez is elég ritka. - Es war unentschieden, und das ist selten genug. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding. :1. Dr. Stephen Harding lakása egy régi homokkő épület második emeletén volt. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding lag im zweiten Stock eines alten Sandsteingebäudes. :2. Az Oxfordi Egyetem évszázadok óta úgy hordozta magával ezt az épületet, mint egy fáradt, de büszke veteránt. - Die Universität Oxford trug dieses Gebäude seit Jahrhunderten wie einen müden, aber stolzen Veteranen mit sich. :3. Könyvek nemcsak a polcokon álltak, hanem a földön, az ablakpárkányokon és a keskeny előszobai asztalon is. - Bücher standen nicht nur in den Regalen, sondern auch auf dem Boden, auf Fensterbänken und auf dem schmalen Flurtisch. :4. Úgy hatott, mintha az évek során önállóan szaporodtak volna el, és minden szabad felületet hallgatólagosan birtokba vettek volna. - Es wirkte, als hätten sie sich im Laufe der Jahre selbstständig vermehrt und alle freien Flächen stillschweigend in Besitz genommen. :5. Októberi kedd délután volt, és az ég Oxford fölött a szokásos közönyös szürkeséget viselte. - Es war ein Dienstagnachmittag im Oktober, und der Himmel über Oxford war das übliche gleichgültige Grau. :6. Stephen reggeli óta halk, kellemetlen érzést érzett a gyomrában, amelyet következetesen figyelmen kívül hagyott. - Stephen hatte seit dem Frühstück ein leises, unangenehmes Gefühl im Bauch, das er konsequent ignorierte. :7. Fél négykor Mrs. Pargetter megterítette a teaszervizt a két bőrfotel közötti alacsony asztalon. - Um halb vier deckte Mrs. Pargetter das Teeservice auf dem niedrigen Tisch zwischen den beiden Ledersesseln. :8. Mellé tette a Fortnum & Mason kekszesdobozát, aztán ugyanolyan hangtalanul tűnt el, ahogyan érkezett. - Sie stellte die Dose mit den Keksen von Fortnum & Mason dazu und verschwand dann wieder so lautlos, wie sie gekommen war. :9. Stephen már a foteljában ült. - Stephen saß bereits in seinem Sessel. :10. De valójában nem olvasott, hanem a lépcsőházban hallatszó léptekre figyelt. - Er las aber nicht wirklich, sondern hörte auf die Schritte im Treppenhaus. :11. Három perccel négy előtt csengettek. - Um drei Minuten vor vier klingelte es. :12. Letette a könyvet a karfára, felállt, megigazította a zakóját, és megvárta, amíg a kandallópárkányon álló óra pontosan négyet mutat. - Er legte das Buch auf die Armlehne, stand auf, zog die Jacke gerade und wartete, bis die Uhr auf dem Kaminsims genau vier Uhr anzeigte. :13. Aztán az ajtóhoz ment. - Dann ging er zur Tür. :14. A férfi, aki előtte állt, fiatalabb volt, mint ahogyan Stephen elképzelte. - Der Mann, der vor ihm stand, war jünger, als Stephen ihn sich vorgestellt hatte. :15. Ez nem az életkor értelmében volt igaz, amelyet Stephen természetesen ismert, hanem abban, ahogyan James Calloway ott állt, nyílt mosollyal és olyan új cipőben, hogy járás közben halkan nyikorgott. - Das galt nicht im Sinne des Alters, das Stephen natürlich kannte, sondern in der Art, wie James Calloway dastand, mit einem offenen Lächeln und Schuhen, die so neu waren, dass sie beim Gehen leise quietschten. :16. „Jöjjön be”, mondta Stephen a szokásos üdvözlő formula nélkül. - „Herein", sagte Stephen ohne die übliche Begrüßungsformel. :17. Ez James mosolyát a másodperc töredékére megakasztotta. - Das brachte James' Lächeln für den Bruchteil einer Sekunde ins Stocken. :18. Leültek, és Stephen kitöltötte a teát – először a tejet, aztán a teát, olyan sorrendben, amelyről angol akadémikusok nemzedékek óta komolyan vitatkoztak. - Sie setzten sich, und Stephen goss den Tee ein – zuerst die Milch, dann den Tee, eine Reihenfolge, über die unter englischen Akademikern seit Generationen ernsthaft gestritten wurde. :19. Aztán Stephen James felé tolta a kekszesdobozt. - Dann schob Stephen die Keksdose in James' Richtung. :20. James gondolkodás nélkül kettőt vett. - James nahm zwei, ohne nachzudenken. :21. Dél óta nem evett semmit, és a friss sütemény illata erősebb volt, mint a társasági óvatossága. - Er hatte seit dem Mittag nichts gegessen, und der Geruch des frischen Gebäcks war stärker als seine gesellschaftliche Vorsicht. :22. Stephen felvonta az egyik szemöldökét. - Stephen hob eine Augenbraue. :23. Szinte teátrális mozdulat volt, amelyet harminc év akadémiai élet során tökéletesített. - Es war eine fast theatralische Geste, die er im Laufe von dreißig Jahren akademischen Lebens perfektioniert hatte. :24. „Anyám ragaszkodott hozzá”, mondta mellékesen, mintha az időjárásról beszélne, „hogy idegen asztalnál az ember mindig csak egyet vegyen. - „Meine Mutter bestand darauf", sagte er beiläufig, als spreche er über das Wetter, „dass man an einem fremden Tisch immer nur einen nimmt. :25. Minden más többet árul el az emberről, mint bármely névjegykártya.” - Alles andere verrät mehr über den Menschen als jede Visitenkarte." :26. James rágott, nyelt, majd ugyanolyan nyugodtan válaszolt: „Az én anyám arra tanított, hogy idegen asztalnál nyugodtan el szabad venni kettőt. - James kaute, schluckte und antwortete ebenso entspannt: „Meine Mutter hat mich gelehrt, dass man an einem fremden Tisch ruhig zwei nehmen darf. :27. Mert aki mások ítéletétől való félelmében éhes marad, azzal szintén igen sok mindent elárul.” - Denn wer aus Angst vor dem Urteil anderer hungrig bleibt, verrät damit ebenfalls eine ganze Menge." :28. Kis csend keletkezett, amelyet egyikük sem sietett megtölteni. - Eine kleine Stille entstand, die keiner der beiden beeilte sich zu füllen. :29. Egy teáskanál halk csörrenése a porcelánon ebben a pillanatban aránytalanul hangosnak tűnt. - Das leise Klingen eines Teelöffels auf Porzellan klang in diesem Moment unverhältnismäßig laut. :30. Stephen ivott egy kortyot, és olyan férfi pontosságával tette le a csészét, akinek a precizitás második természetévé vált. - Stephen trank einen Schluck und stellte die Tasse mit der Präzision eines Mannes ab, dem Genauigkeit zur zweiten Natur geworden war. :31. Aztán valódi érdeklődéssel a hangjában, amely azonban nagyon gondosan volt megkonstruálva, megkérdezte: „És hogyan igazodik el most, az első hetek után?” - Dann fragte er mit echtem Interesse in der Stimme, das allerdings sehr sorgfältig konstruiert war: „Und wie finden Sie sich zurecht, jetzt, nach den ersten Wochen?" :32. James elmondta, hogy a könyvtár kivételesen jól felszerelt, amit őszintén így is gondolt. - James berichtete, die Bibliothek sei außergewöhnlich gut bestückt, was er aufrichtig meinte. :33. Aztán hozzátette, hogy a harmadik emeleti különleges gyűjtemény katalogizálása kissé nehezen átlátható, amit szintén őszintén gondolt, bár más okból. - Dann fügte er hinzu, die Katalogisierung der Spezialsammlung im dritten Stock sei etwas schwer zu durchschauen, was er ebenfalls aufrichtig meinte, wenn auch aus einem anderen Grund. :34. Stephen bal keze, amely lazán feküdt a fotel karfáján, alig észrevehetően összerándult. - Stephens linke Hand, die locker auf der Sessellehne gelegen hatte, zog sich unmerklich zusammen. :35. „Aldridge professzor”, mondta egy rövid pillanat után, és a név úgy hangzott a szájában, mint egy gondosan kifényesített porcelándarab. - „Professor Aldridge", sagte er nach einem kurzen Moment, und der Name klang in seinem Mund wie ein sorgfältig poliertes Stück Porzellan. :36. „Aldridge professzor a gyűjteményéhez olyan rendszert dolgozott ki, amely eleinte megközelíthetetlennek hat, de közelebbi foglalkozás során olyan belső logikát tár fel, amelyet zseniálisnak tartok.” - „Professor Aldridge hatte für seine Sammlung ein System entwickelt, das zunächst unzugänglich wirkt, aber bei näherer Beschäftigung eine innere Logik offenbart, die ich für genial halte." :37. Kis szünetet tartott. - Er machte eine kleine Pause. :38. „Egyébként ő hagyta hátra ezt a fotelt. Azt, amelyben most ül.” - „Er hinterließ übrigens diesen Sessel. Den, in dem Sie jetzt sitzen." :39. James röviden lepillantott a karfákra, mintha azt vizsgálná, vajon a bőr mond-e neki bármit. - James ließ den Blick kurz auf die Armlehnen fallen, als prüfe er, ob das Leder ihm irgendetwas zu sagen habe. :40. Aztán azt mondta: „Kényelmes fotel. A jó rendszer és a kényelem ritkán zárják ki egymást.” - Dann sagte er: „Komfortabler Sessel. Gutes System und Komfort schließen sich ja selten aus." :41. Beszélgettek még egy ideig az Alsó Könyvtár tervezett felújításáról, a következő szemeszter egyik vendégelőadásáról, és arról a kérdésről, hogy Oxford új polgármestere valóban ki fogja-e bővíteni a kerékpárutakat, vagy csak úgy tesz, mintha ezt tervezné. - Sie sprachen noch eine Weile über die geplante Renovierung der Unteren Bibliothek, über einen Gastvortrag im nächsten Semester und über die Frage, ob der neue Bürgermeister von Oxford die Fahrradwege wirklich ausbauen werde oder nur so tue, als plane er es. :42. Ezek a beszélgetések olyan tökéletesen ártalmatlannak hangzottak, hogy az embernek az ellenkezőjét kellett volna feltételeznie. - Diese Gespräche klangen so vollkommen harmlos, dass man das Gegenteil hätte annehmen müssen. :43. Amikor James egy óra múlva felállt és kinyújtotta a kezét, Stephen határozott szorítással fogta meg, amely egy másodperccel túl sokáig tartott. - Als James nach einer Stunde aufstand und die Hand ausstreckte, ergriff Stephen sie mit einem festen Griff, der eine Sekunde zu lang dauerte. :44. Olyan gesztus volt ez, amelyet James nem kommentált, mert pontosan tudta, mit jelent. - Es war eine Geste, die James nicht kommentierte, weil er genau wusste, was sie bedeutete. :45. „Ezt megismételjük”, mondta Stephen. - „Wir machen das wieder", sagte Stephen. :46. Egyszerre hangzott meghívásnak és bejelentésnek. - Es klang wie eine Einladung und wie eine Ankündigung gleichzeitig. :47. „Nagyon szívesen”, felelte James, „legközelebb nálam. - „Sehr gerne", antwortete James, „das nächste Mal bei mir. :48. Sajnos nincs Fortnum-&-Mason-dobozom, de a kávé jó, ígérem.” - Ich habe leider keine Fortnum-&-Mason-Dose, aber der Kaffee ist gut, versprochen." :49. Az ajtónál egy pillanatra megtorpant, majdnem úgy, mintha elfelejtett volna valamit. - An der Tür zögerte er einen Moment, fast so, als habe er etwas vergessen. :50. Aztán félig megfordult, és olyan barátságossággal, amely tökéletesen ült, azt mondta: „Ó, és a kekszek valóban kiválóak voltak – ez valami régi családi recept?” - Dann drehte er sich halb um und sagte mit einer Freundlichkeit, die perfekt saß: „Ach, und die Kekse waren wirklich ausgezeichnet – ist das ein altes Familienrezept?" :51. „Anyámtól való”, mondta Stephen. - „Von meiner Mutter", sagte Stephen. :52. „Indiából?”, kérdezte James, már majdnem a lépcsőn. - „Aus Indien?", fragte James, schon fast auf der Treppe. :53. Az ajtó becsukódott, halkan és határozottan. - Die Tür fiel zu, leise und bestimmt. :54. Stephen még egy pillanatig az előszobában állt. - Stephen stand noch einen Moment im Flur. :55. Aztán visszatért a nappaliba, megállt az ablaknál, és kinézett a nedves utcára, ahol felhúzott kapucnis diákok siettek el a régi kőházak mellett. - Dann kehrte er ins Wohnzimmer zurück, blieb beim Fenster stehen und schaute auf die nasse Straße, auf der Studenten mit hochgezogenen Kapuzen an den alten Steinhäusern vorbeihasteten. :56. Lesöpörte a morzsákat tweedzakója hajtókájáról. - Er wischte die Krümel vom Revers seines Tweedjacketts. :57. Olyan mozdulat volt, amelyet maga sem tudott volna megmagyarázni. - Es war eine Geste, die er sich nicht hätte erklären können. :58. Aztán elmosolyodott – röviden, pontosan, és szinte akarata ellenére. - Dann lächelte er – kurz, präzise, und fast ohne es zu wollen. :59. Döntetlen, gondolta. - Unentschieden, dachte er. :60. Egyelőre. - Vorläufig. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding lakása kevésbé volt lakóhely, mint inkább intellektuális életrajzának háromdimenziós archívuma. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding war weniger ein Ort des Wohnens als vielmehr ein dreidimensionales Archiv seiner intellektuellen Biografie. :2. Ebben az archívumban minden halom, minden megkopott könyvgerincsor és minden ablakpárkányra letett kézirat valamiféle néma tanúvallomást tett harminc év akadémiai életéről. - In diesem Archiv legten jeder Stapel, jede abgegriffene Buchrückenreihe und jedes auf Fensterbänken abgelegte Manuskript eine Art stummer Zeugenaussage über dreißig Jahre akademischen Lebens ab. :3. October light, ahogy az angolok nevezték – ez a takarékos, már-már mentegetőző őszi fény, amely a magas osztott ablakokon át hullott be, és a levegő porszemcséit arany töredékekké változtatta, amelyek alig mozdultak, mintha az idő ebben a szobában úgy döntött volna, hogy hagy magának egy kis időt. - October light, wie die Engländer das nannten – dieses sparsame, fast schon entschuldigende Herbstlicht, das durch die hohen Sprossenfenster fiel und die Staubpartikel in der Luft zu goldenen Fragmenten verwandelte, die sich kaum bewegten, als hätte die Zeit in diesem Zimmer beschlossen, sich ein wenig Zeit zu lassen. :4. Stephen már fél négykor megteríttette a teaszervizt, azután pedig egy rövid biccentéssel elbocsátotta Mrs. Pargettert. - Stephen hatte das Teeservice bereits um halb vier aufdecken lassen und danach Mrs. Pargetter mit einem kurzen Nicken entlassen. :5. Nem azért tette ezt, mert zavarta volna őt az asszony látványa tea közben, hanem mert azt a beszélgetést, amelyre számított, közönség nélkül akarta lefolytatni. - Das tat er nicht, weil ihn ihr Anblick beim Tee störte, sondern weil er das Gespräch, das er erwartete, ohne Publikum führen wollte. :6. Elég jól ismerte James Calloway aktáját: kiváló diploma Manchesterben, doktori értekezés Edinburgh-ban a késő köztársaságkori retorikáról, három tanulmány szakfolyóiratokban, amelyeket titokban elolvasott, és vonakodva szilárd munkának nevezett. - Er kannte James Calloways Akte gut genug: erstklassiger Abschluss in Manchester, Promotion in Edinburgh über spätrepublikanische Rhetorik, drei Aufsätze in Fachzeitschriften, die er heimlich gelesen und widerwillig als solide bezeichnet hatte. :7. De Callowayban nem az volt a döntő, ami az aktákban állt, hanem az, ami nem állt bennük, nevezetesen az a származás egy bányászcsaládból County Durhamben, amely kétségtelenül adott a férfinak egy bizonyos éhséget, és ez az éhség nyugtalanította Stephent jobban, mint bármely képesítés. - Aber das Entscheidende an Calloway war nicht, was in den Akten stand, sondern was nicht darin stand, nämlich jene Herkunft aus einer Bergarbeiterfamilie in County Durham, die dem Mann zweifellos einen bestimmten Hunger mitgegeben hatte, und es war dieser Hunger, der Stephen mehr beunruhigte als jede Qualifikation. :8. Három perccel négy előtt csengettek. - Es klingelte um drei Minuten vor vier. :9. Stephen ült, és hagyta múlni a perceket, mint valaki, aki tudományos egykedvűséggel figyel egy hosszan tartó kísérletet. - Stephen saß und ließ die Minuten vergehen wie jemand, der ein langwieriges Experiment mit wissenschaftlicher Gleichmut beobachtet. :10. Csak akkor nyitott ajtót, amikor a kandallópárkányon álló óra száraz, mechanikus negyedórás jelzést adott. - Er öffnete die Tür erst, als die Uhr auf dem Kaminsims ein trockenes, mechanisches Viertelstundensignal abgab. :11. James Calloway a lépcsőházban állt egy tweedzakóban, amely jól állt rajta, de még nem élt, olyan cipőben, amely annyira új volt, hogy a bőr járás közben a parkettán halk, árulkodó roppanást hallatott. - James Calloway stand im Treppenhaus in einem Tweedsakko, das gut saß, aber noch nicht gelebt hatte, mit Schuhen, die so neu waren, dass das Leder beim Gehen auf dem Parkettboden ein leises, verräterisches Knacken erzeugte. :12. Ott állt egy mosollyal, amely vagy nagyon őszinte volt, vagy nagyon professzionális – Stephen egy rövid pillantás után még nem alkotott végleges véleményt. - Er stand dort mit einem Lächeln, das entweder sehr echt oder sehr professionell war – Stephen hatte nach einem kurzen Blick noch keine abschließende Meinung. :13. „Dr. Calloway” – mondta, oldalra lépett, és a másikra hagyta a döntést. - „Dr. Calloway", sagte er, trat zur Seite und überließ dem anderen die Entscheidung. :14. A másiknak kellett eldöntenie, hogy ez az üdvözlés szívélyesnek vagy hűvösnek volt-e szánva. - Der andere musste entscheiden, ob diese Begrüßung herzlich oder kühl gemeint war. :15. Leültek a mély bőrfotelekbe, amelyek között ott állt az ezüsttálca a kannával, a csészékkel, a tejjel és a kekszesdobozzal. - Sie setzten sich in die tiefen Ledersessel, zwischen denen das silberne Tablett stand mit der Kanne, den Tassen, der Milch und der Dose mit den Keksen. :16. Stephen évek óta a Piccadillyn lévő Fortnum & Masonnél rendelte a kekszet, nem azért, mert pótolhatatlannak tartotta, hanem mert maga a doboz is egyfajta kijelentés volt, amelyhez nem kellettek további szavak. - Stephen bestellte die Kekse seit Jahren bei Fortnum & Mason in der Piccadilly, nicht weil er sie für unersetzlich hielt, sondern weil die Dose selbst eine Art Aussage war, die keine weiteren Worte benötigte. :17. Öntött – először a tejet, aztán a teát, ebben a sorrendben, magyarázat vagy mentegetőzés nélkül. - Er goss ein – zuerst die Milch, dann den Tee, in dieser Reihenfolge, ohne Erklärung oder Entschuldigung. :18. Úgy tette, mintha természeti állandóról volna szó, amelyet kommentálni éppoly abszurd lenne, mint kommentálni a gravitációt. - Er tat es, als handle es sich um eine Naturkonstante, die zu kommentieren so absurd wäre wie das Kommentieren der Schwerkraft. :19. Amikor a kekszesdobozt Calloway felé tolta, az kettőt vett. - Als er die Keksdose in Calloways Richtung schob, nahm dieser zwei. :20. Ez olyan mellékes mozdulat volt, hogy nyilvánvalóan nem lehetett mellékesnek szánva, vagy talán mégis, ami az egészet még érdekesebbé tette. - Es war eine Bewegung, die so beiläufig war, dass sie offensichtlich nicht beiläufig gemeint sein konnte, oder vielleicht doch, was das Ganze noch interessanter machte. :21. Stephen hagyott eltelni egy pillanatot, amelyet egy kis korty teával töltött ki. - Stephen ließ einen Moment verstreichen, den er mit einem kleinen Schluck Tee füllte. :22. Aztán annak az embernek a hangján mondta, aki megfigyelést közöl, és nem ítéletet mond: „Van egy nézet – azt hiszem, anyám ebben a megfogalmazásban az ő anyjától örökölte –, hogy idegen asztalnál csak azok az emberek vesznek kettőt, akik hozzászoktak ahhoz, hogy kiszolgálják őket, és nem azok, akik megtanulták fékezni magukat.” - Dann sagte er in dem Ton eines Mannes, der eine Beobachtung mitteilt und nicht ein Urteil fällt: „Es gibt eine Ansicht – ich glaube, meine Mutter hat sie in dieser Formulierung von ihrer Mutter geerbt –, dass an einem fremden Tisch nur die Menschen zwei nehmen, die es gewohnt sind, sich bedienen zu lassen, und nicht die, die es gelernt haben, sich zu beherrschen." :23. James rágott, a válasszal nem hagyott magának időt, de nem is sietett. - James kaute, ließ sich mit der Antwort keine Zeit, aber auch keine Hast. :24. Aztán így felelt: „Az én családomban az ellenkező lecke számított alapvetőnek, nevezetesen az, hogy idegen asztalnál csak azok az emberek vesznek egyet, akik félnek attól, hogy rászorulónak tartsák őket – és hogy maga ez a félelem a legvilágosabb osztályjel, amelyet az ember viselhet.” - Dann erwiderte er: „In meiner Familie galt die entgegengesetzte Lektion als elementar, nämlich dass an einem fremden Tisch nur die Menschen einen nehmen, die Angst haben, als bedürftig zu gelten – und dass diese Angst selbst das deutlichste Klassenzeichen ist, das man tragen kann." :25. A csend, amely ezután keletkezett, nem volt kellemetlen, de volt benne anyag. - Die Stille, die daraufhin entstand, war keine unangenehme, aber sie hatte Substanz. :26. A teáskanál csörrenése, amelyet James az alátétre tett, ebben a csendben különös véglegességgel bírt. - Das Klingen des Teelöffels, den James auf der Untertasse ablegte, hatte in ihr eine merkwürdige Endgültigkeit. :27. Oxfordról beszéltek, a könyvtár alagsori felújítási terveiről, egy kollégáról, aki az előző szemeszterben ment nyugdíjba, és a változékony októberi időjárásról. - Sie sprachen über Oxford, über die Renovierungspläne für die Bibliothek im Untergeschosse, über einen Kollegen, der im vergangenen Semester in den Ruhestand gegangen war, und über das unbeständige Oktoberwetter. :28. Mindezekben az ártalmatlan mondatokban mindketten olyan férfiak gondosságával dolgoztak, akik tudják, hogy a tulajdonképpeni beszélgetést soha nem közvetlenül folytatják, hanem mindig a példák, a melléknevek és a szünetek megválasztásán keresztül. - In all diesen harmlosen Sätzen arbeiteten beide mit der Sorgfalt von Männern, die wissen, dass das eigentliche Gespräch nie direkt geführt wird, sondern immer durch die Wahl der Beispiele, der Adjektive und der Pausen. :29. Amikor James megemlítette, hogy a harmadik emeleti különgyűjtemény katalogizálása nehezen hozzáférhető, szinte mintha a rendszert szándékosan tették volna áttekinthetetlenné a kívülállók számára, Stephen ujjai megmozdultak a karfán. - Als James erwähnte, die Katalogisierung der Spezialsammlung im dritten Stock sei schwer zugänglich, fast so, als sei das System mit Absicht für Außenstehende undurchschaubar gestaltet worden, bewegten sich Stephens Finger auf der Armlehne. :30. Olyan röviden és olyan kontrolláltan mozdultak meg, hogy alig lehetett reakciónak felismerni. - Sie bewegten sich so kurz und so kontrolliert, dass es kaum als Reaktion zu erkennen war. :31. „Aldridge professzor” – mondta Stephen, és a név kiejtése több információt tartalmazott, mint egy háromoldalas nekrológ. - „Professor Aldridge", sagte Stephen, und der Name enthielt in seiner Aussprache mehr Information als ein dreiseitiger Nachruf. :32. „Aldridge professzor meg volt győződve arról, hogy egy rendrendszer csak akkor igazán jó, ha valaki a szükséges előképzettséggel és türelemmel meg tudja érteni – és hogy nem a rendszer feladata mindenkit meghívni.” - „Professor Aldridge hatte die Überzeugung, dass ein Ordnungssystem nur dann wirklich gut ist, wenn es von jemandem mit der nötigen Vorbildung und Geduld verstanden werden kann – und dass es nicht die Aufgabe des Systems ist, jeden einzuladen." :33. Felemelte a csészét. - Er hob die Tasse. :34. „Egyébként ő abban a fotelben ült, amelyben ön most ül. Tizennyolc éven át.” - „Er saß übrigens in dem Sessel, in dem Sie gerade sitzen. Achtzehn Jahre lang." :35. James egy pillantást vetett a karfákra, elég röviden ahhoz, hogy ne tűnjön tiszteletlennek. - James ließ einen Blick auf die Armlehnen fallen, kurz genug, um nicht respektlos zu wirken. :36. Aztán ezt mondta: „Akkor remélem, hogy a bőr még eltárolt valamit az érveléséből. Könnyebb tanulni, ha az ember ott ül, ahol mások gondolkodtak.” - Dann sagte er: „Dann hoffe ich, dass das Leder noch etwas von seiner Argumentation gespeichert hat. Man lernt leichter, wenn man sitzt, wo andere gedacht haben." :37. Ami ezután következett, jó egyórányi további beszélgetés volt, amely témájában és hangjában soha nem távolodott el a látszólag ártalmatlan felszíntől, alatta azonban annál sűrűbben szövődött. - Was folgte, war gut eine Stunde weiteres Gespräch, das sich in Thema und Ton von der scheinbar harmlosen Oberfläche nie entfernte und darunter umso dichter webte. :38. Aki kívülről figyelte volna, két férfit látott volna, akik udvariasan teát isznak, és akadémiai mellékességekről beszélnek. - Wer es von außen beobachtet hätte, hätte zwei Männer gesehen, die höflich Tee trinken und über akademische Nebensächlichkeiten sprechen. :39. Egy megfigyelő semmit sem érzett volna abból a nyomásból, amely minden harmadik mondatban ott ült, mint penge egy bársonyból készült hüvelyben. - Ein Beobachter hätte nichts von dem Druck gespürt, der in jedem dritten Satz saß wie eine Klinge in einer Scheide aus Samt. :40. Amikor James felállt, kinyújtotta a kezét. - Als James aufstand, streckte er die Hand aus. :41. Stephen megragadta egy olyan kézfogással, amely egy másodperccel túl hosszú volt – nem ellenségesség, csupán emlékeztetés arra, ki itt az idősebb férfi, és ki ismeri a terepet. - Stephen ergriff sie mit einem Griff, der eine Sekunde zu lang war – keine Feindseligkeit, nur eine Erinnerung daran, wer hier der ältere Mann war und wer das Territorium kannte. :42. „Ezt szokássá kellene tennünk” – mondta Stephen. - „Wir sollten das zur Gewohnheit machen", sagte Stephen. :43. „Nagyon szívesen” – válaszolta James –, „bár attól tartok, legközelebb nem tudok majd olyan teát kínálni, amely felveheti a versenyt az önével – csak kávét, sajnos, ezt a célirányos északi fajtát.” - „Sehr gerne", antwortete James, „obwohl ich fürchte, ich werde beim nächsten Mal keinen Tee anbieten können, der sich mit Ihrem messen kann – nur Kaffee, leider, diese zweckorientierte nordische Art." :44. Az ajtónál megállt, kezével már a kilincsen. - An der Tür blieb er stehen, mit der Hand schon am Türknauf. :45. Aztán egy mosollyal fordult vissza, amelyet Stephen nem tudott egészen besorolni: „A kekszek, mellékesen megjegyezve – valóban kivételesek. Ez családi recept?” - Dann drehte er sich mit einem Lächeln um, das Stephen nicht ganz einordnen konnte: „Die Kekse, nebenbei bemerkt – wirklich außergewöhnlich. Ist das ein Rezept aus Ihrer Familie?" :46. „Anyámtól” – mondta Stephen. - „Von meiner Mutter", sagte Stephen. :47. „Indiából?” – mondta James, már a lépcsőn. - „Aus Indien?", sagte James, schon auf der Treppe. :48. Az ajtó halk, pontos kattanással csukódott be, amely a csendben aránytalanul élesen hatott. - Die Tür fiel zu mit einem leisen, präzisen Klicken, das in der Stille unverhältnismäßig deutlich war. :49. Stephen még egy pillanatig az előszobában állt, aztán lassan visszament a nappaliba. - Stephen stand noch einen Moment im Flur, dann ging er langsam zurück ins Wohnzimmer. :50. Megállt az ablaknál, és figyelte, ahogy James két emelettel lejjebb kilép az utcára, felhajtja a gallérját, és hátranézés nélkül eltűnik a Bodleian irányába, annak az embernek az egyenletes lépteivel, aki semmit sem enged meglátszani magán. - Er blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James zwei Stockwerke tiefer auf die Straße trat, den Kragen hochschlug und ohne zurückzublicken in Richtung Bodleian verschwand, mit dem gleichmäßigen Schritt eines Mannes, der sich nichts anmerken lässt. :51. Két ujjával lesöpört egy alig látható morzsát zakójának hajtókájáról. - Er wischte mit zwei Fingern einen kaum sichtbaren Krümel vom Revers seines Jacketts. :52. Ez olyan mozdulat volt, amelyet nem tudatosan irányított, de talán éppen ezért ez volt az egész délután legőszintébb gesztusa. - Es war eine Geste, die er nicht bewusst steuerte, die aber vielleicht deshalb die ehrlichste des ganzen Nachmittags war. :53. Aztán elmosolyodott – nem valakinek, nem valamilyen meghatározott okból. - Dann lächelte er – nicht für jemanden, nicht aus einem bestimmten Grund. :54. Vagy talán abból az egyetlen okból mosolygott, hogy a beszélgetés úgy zajlott le, ahogy egy jó beszélgetésnek le kell zajlania: győztes nélkül, vereség nélkül, és elég nyitott véggel ahhoz, hogy legközelebb folytatni lehessen. - Oder vielleicht lächelte er aus dem einzigen Grund, dass das Gespräch so verlaufen war, wie ein gutes Gespräch verlaufen soll: ohne Sieger, ohne Niederlage, und mit genug offenen Enden, um beim nächsten Mal weiterzumachen. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding lakása az évtizedek során különös állapotot ért el. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding hatte im Laufe der Jahrzehnte einen besonderen Zustand erreicht. :2. Akadémiai körökben az ilyesmit olykor „lakott archívumnak” nevezték. - In akademischen Kreisen nannte man so etwas gelegentlich ein „bewohntes Archiv“. :3. Ez nem közönséges rendetlenség volt. - Es war keine gewöhnliche Unordnung. :4. Minden halom, minden keresztben fekvő kézirat és minden, az ablakpárkányokon felejtett szakfolyóirat pontosan ott látszott heverni, ahová tartozott. - Jeder Stapel, jedes quer liegende Manuskript und jede vergessene Fachzeitschrift auf den Fensterbänken schien genau dort zu liegen, wo es hingehörte. :5. Ez a meggyőződés sugárzott minden tárgyból. - Diese Überzeugung strahlte aus jedem Gegenstand. :6. Tiszta októberi délután volt Oxfordban. - Es war ein klarer Oktobernachmittag in Oxford. :7. A fény takarékosan és pontosan hullott be az ablakokon. - Das Licht fiel sparsam und präzise durch die Fenster. :8. Szinte úgy hatott, mint egy tudatos dramaturgiai döntés. - Es wirkte fast wie eine bewusste dramaturgische Entscheidung. :9. Stephen reggel óta tompa rossz érzést hordozott magában. - Stephen trug seit dem Morgen ein dumpfes Unbehagen in sich. :10. Olyan embert kellett fogadnia, akinek már a puszta létezését is szívesebben figyelmen kívül hagyta volna. - Er sollte einen Menschen empfangen, dessen bloße Existenz er lieber ignoriert hätte. :11. James Calloway nem maga volt a probléma. - James Calloway war nicht das Problem. :12. Vagy pontosabban: pontosan ő volt a probléma. - Oder besser gesagt: Er war genau das Problem. :13. A valódi okokat azonban nem volt szabad nyíltan megnevezni. - Doch die wahren Gründe durften nicht offen benannt werden. :14. A képesítései kifogástalanok voltak. - Seine Qualifikationen waren einwandfrei. :15. Edinburgh-i híre makulátlan volt. - Sein Ruf in Edinburgh war tadellos. :16. A késő köztársaságkori retorikáról írt tanulmányai pontosak és jól érveltek voltak. - Seine Aufsätze zur spätrepublikanischen Rhetorik waren präzise und gut argumentiert. :17. Stephen kelletlenül kétszer is elolvasta őket. - Stephen hatte sie widerwillig zweimal gelesen. :18. Be kellett ismernie: a munkák szilárdak voltak. - Er musste zugeben: Die Arbeiten waren solide. :19. Talán még többek is annál. - Vielleicht sogar mehr als das. :20. Amit azonban az iratok nem tartalmaztak, azt Stephen azonnal felismerte. - Was jedoch nicht in den Akten stand, erkannte Stephen sofort. :21. Három évtizednyi tapasztalat vizsgázókkal éles megfigyelővé tette. - Drei Jahrzehnte Erfahrung mit Examenskandidaten hatten ihn zu einem scharfen Beobachter gemacht. :22. Jamesben különös fajta becsvágy volt. - James besaß eine besondere Art von Ehrgeiz. :23. Ez a becsvágy olyan emberekben keletkezik, akikkel korán megértetik, hogy az ilyen termek valójában nem nekik vannak szánva. - Dieser Ehrgeiz entstand bei Menschen, denen früh klar gemacht wurde, dass solche Räume eigentlich nicht für sie bestimmt waren. :24. Ez a megszerzés becsvágya volt, nem a magától értetődő birtoklásé. - Es war ein Ehrgeiz des Nehmens, nicht des selbstverständlichen Besitzens. :25. Alapvetően különbözött régi családokból származó kollégái becsvágyától. - Er unterschied sich grundlegend vom Ehrgeiz seiner Kollegen aus alten Familien. :26. Mrs. Pargetter fél négykor megterítette az ezüst teáskészletet. - Mrs. Pargetter hatte das silberne Teeservice um halb vier aufgedeckt. :27. Nem az egyszerű, mindennapi készletet választotta. - Sie wählte nicht das schlichte Alltagsservice. :28. Ez a döntés a terület megjelölését szolgálta, nem a vendégszeretetet. - Diese Entscheidung diente der territorialen Markierung, nicht der Gastfreundschaft. :29. Ezután visszavonult. - Danach zog sie sich zurück. :30. Érezte, hogy jelenléte a következő beszélgetésnél nem kívánatos. - Sie spürte, dass ihre Anwesenheit bei dem folgenden Gespräch unerwünscht war. :31. A csengetés három perccel négy előtt hangzott fel. - Das Klingeln ertönte drei Minuten vor vier. :32. Stephen a karosszékében ült. - Stephen saß in seinem Sessel. :33. Egy könyv nyitva feküdt a térdén, de nem olvasott. - Ein Buch lag offen auf seinen Knien, doch er las nicht. :34. Hagyta csengeni. - Er ließ es klingeln. :35. Megvárta a kandallóóra negyedet jelző ütését. - Er wartete auf das Viertelsignal der Kaminuhr. :36. Ezzel a türelemmel ő határozta meg a délután ritmusát. - Mit dieser Geduld setzte er den Rhythmus des Nachmittags. :37. Az idő volt a házigazda legolcsóbb és leghatásosabb hatalmi eszköze. - Zeit war das billigste und wirkungsvollste Machtinstrument eines Gastgebers. :38. James Calloway megjelent az ajtókeretben. - James Calloway erschien im Türrahmen. :39. Jól szabott tweedzakót viselt, amely még nem simult igazán rá. - Er trug ein gut geschnittenes Tweedsakko, das noch nicht richtig eingelaufen war. :40. A ruházat elárulta, hogy azért vásárolták, hogy az ember odatartozzon benne. - Die Kleidung verriet, dass sie gekauft worden war, um dazuzugehören. :41. A cipője halkan roppant a parkettán. - Seine Schuhe knackten leise auf dem Parkett. :42. A folyosó csendjében ez a hang világos hangjegynek tűnt. - In der Stille des Flurs klang dieses Geräusch wie eine deutliche Tonsignatur. :43. Mosolya az ajtóban fárasztó nyíltságot mutatott. - Sein Lächeln an der Tür zeigte eine anstrengende Offenheit. :44. Stephen ismerte a fiatal északi akadémikusoknál ezt az előadott fesztelenséget. - Stephen kannte diese Art von performter Unbefangenheit bei jungen Akademikern aus dem Norden. :45. Nem hamis mosoly volt. - Es war kein falsches Lächeln. :46. Kísérlet volt arra, hogy nyugalmat mutasson – és éppen ezzel bizonyította az ellenkezőjét. - Es war der Versuch, Gelassenheit zu zeigen – und bewies dadurch genau das Gegenteil. :47. „Dr. Calloway” – mondta Stephen. - „Dr. Calloway“, sagte Stephen. :48. Egy lépést oldalra lépett. - Er trat einen Schritt zur Seite. :49. Az üdvözlés hűvös maradt, és nélkülözte a szokásos melegséget. - Die Begrüßung blieb kühl und ohne die übliche Wärme. :50. A nappali régi könyvek ismerős szagával, némi viasszal és a dohány távoli utózengésével fogadta őket. - Das Wohnzimmer empfing sie mit dem vertrauten Geruch alter Bücher, etwas Wachs und einem fernen Nachklang von Tabak. :51. Stephen öt éve hagyta abba a dohányzást. - Stephen hatte vor fünf Jahren aufgehört zu rauchen. :52. A szag mégis tovább élt a falakban. - Der Geruch lebte dennoch weiter in den Wänden. :53. Stephen kitöltötte a teát. - Stephen goss den Tee ein. :54. Előbb a tejet, aztán a teát. - Zuerst die Milch, dann den Tee. :55. Mindezt kommentár nélkül tette. - Er tat es ohne Kommentar. :56. Ez demonstráció volt, nem magyarázat. - Es war eine Demonstration, keine Erklärung. :57. Aztán James felé tolta az elegáns Fortnum-&-Mason kekszesdobozt. - Dann schob er die elegante Fortnum-&-Mason-Keksdose zu James hinüber. :58. A gesztus mellékesnek hatott, de pontosan ki volt számítva. - Die Geste wirkte beiläufig, war aber genau kalkuliert. :59. James két kekszet vett. - James nahm zwei Kekse. :60. Stephen azonnal észrevette. - Stephen bemerkte es sofort. :61. A férfi vagy valóban éhes volt. - Der Mann war entweder wirklich hungrig. :62. Vagy azt akarta tesztelni, Stephen hogyan reagál rá. - Oder er wollte testen, wie Stephen darauf reagieren würde. :63. „Van egy nézet” – kezdte Stephen. - „Es gibt eine Ansicht“, begann Stephen. :64. Hangja egyenletesen és szinte fáradtan csengett, mint egy akadémiai előadáson. - Seine Stimme klang gleichmäßig und fast müde, wie bei einem akademischen Vortrag. :65. „Anyám adta tovább. - „Meine Mutter hat sie weitergegeben. :66. Eszerint az, hogy valaki egy idegen asztalnál egy vagy két keksz között választ, többet árul el a neveltetéséről, mint bármely önéletrajz. - Sie besagt, dass die Wahl zwischen einem und zwei Keksen an einem fremden Tisch mehr über die Erziehung verrät als jeder Lebenslauf. :67. Nem kívánom ezt a tételt sem megerősíteni, sem cáfolni. - Ich möchte diese These weder bestätigen noch bestreiten. :68. De megfontolásra érdemesnek tartom.” - Aber ich halte sie für überlegenswert.“ :69. James nyelt egyet. - James schluckte. :70. Hagyott eltelni egy rövid pillanatot. - Er ließ einen kurzen Moment vergehen. :71. Aztán barátságosan válaszolt. - Dann antwortete er freundlich. :72. Szavai élét csak második hallásra lehetett érezni. - Die Schärfe in seinen Worten spürte man erst beim zweiten Hinhören. :73. „Az én szülői házamban volt egy hasonló tétel, csak éppen fordított előjellel. - „In meinem Elternhaus gab es eine ähnliche These, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. :74. Ott azt mondták, hogy a visszafogottság egy idegen asztalnál nem neveltetést mutat, hanem félelmet az ítélettől. - Dort hieß es, dass Zurückhaltung am fremden Tisch keine Erziehung zeigt, sondern Angst vor dem Urteil. :75. És ez a félelem – nem az éhség – az igazi osztályjel.” - Und diese Angst – nicht der Hunger – sei das wahre Klassenzeichen.“ :76. Nem támadt kínos csend. - Es entstand keine peinliche Stille. :77. Ehelyett különös, szinte kollegiális nyugalom terült szét közöttük. - Stattdessen breitete sich eine besondere, fast kollegiale Ruhe aus. :78. Mindketten felismerték, hogy a másik ismeri a játékot. - Beide erkannten, dass der andere das Spiel kannte. :79. És mindketten mégis úgy döntöttek, hogy továbbjátsszák. - Und beide beschlossen trotzdem, es weiterzuspielen. :80. A könyvtárról beszéltek, az alagsor felújításáról és egy emeritus kollégáról, aki nemrég megjelentette emlékiratait. - Sie sprachen über die Bibliothek, über die Renovierung des Untergeschosses und über einen emeritierten Kollegen, der kürzlich seine Memoiren veröffentlicht hatte. :81. Mindketten ugyanazokból az okokból olvasták a könyvet. - Beide hatten das Buch aus denselben Gründen gelesen. :82. Ugyanazokkal a hallgatag fenntartásokkal. - Mit denselben stillen Vorbehalten. :83. Erről természetesen nem beszéltek nyíltan. - Darüber sprachen sie natürlich nicht offen. :84. Mindezekben a látszólag semleges mondatokban uralták az akadémiai világ valódi emelkedett nyelvét. - In all diesen scheinbar neutralen Sätzen beherrschten sie die wahre Hochsprache der akademischen Welt. :85. Csak arról beszéltek, amit valójában nem mondtak ki. - Sie sprachen nur über das, was sie eigentlich nicht sagten. :86. És olyan pontosan tették, hogy a másik pontosan értette, anélkül hogy ez valaha bizonyítható lett volna. - Und sie taten es so präzise, dass der andere es genau verstand, ohne dass es je beweisbar wurde. :87. Amikor James megemlítette Aldridge különleges gyűjteményének katalogizálását, és tudatosan exkluzívnak nevezte, Stephen ujjai röviden megmozdultak a karosszék karfáján. - Als James die Katalogisierung von Aldridges Spezialsammlung erwähnte und sie als bewusst exklusiv beschrieb, bewegten sich Stephens Finger kurz auf der Sessellehne. :88. Csak egy nagyon figyelmes megfigyelő értelmezte volna helyesen ezt az apró rezdülést. - Nur ein sehr aufmerksamer Beobachter hätte diese winzige Regung richtig gedeutet. :89. „Aldridge” – mondta Stephen. - „Aldridge“, sagte Stephen. :90. A név a szájában egész tájként hangzott. - Der Name klang in seinem Mund wie eine ganze Landschaft. :91. „Aldridge hitt abban, hogy egy rendezési rendszernek nem kell mindenki számára hozzáférhetőnek lennie. - „Aldridge glaubte, dass ein Ordnungssystem nicht für alle zugänglich sein muss. :92. Csak a megfelelő személyek számára. - Nur für die richtigen Personen. :93. Ezt a tételt védhetőnek tartom, még ha ma bizonyos körökben reakciósnak számít is.” - Ich halte diese These für vertretbar, auch wenn sie heute in manchen Kreisen als reaktionär gilt.“ :94. Felemelte a csészét. - Er hob die Tasse. :95. „Egyébként tizennyolc évig ült abban a karosszékben, amelyben most ön ül. - „Er saß übrigens achtzehn Jahre in dem Sessel, in dem Sie jetzt sitzen. :96. Nemcsak a karosszéket és a rendszerét hagyta rám, hanem egy levelet is az utódlásról alkotott véleményével. - Er hinterließ mir nicht nur den Sessel und sein System, sondern auch einen Brief mit seiner Meinung zur Nachfolge. :97. Őrzöm ezt a levelet.” - Ich bewahre diesen Brief auf.“ :98. James rövid pillantást vetett a karfákra. - James warf einen kurzen Blick auf die Armlehnen. :99. Nem tűnt megilletődöttnek, de teljesen jelen volt. - Unbeeindruckt, aber vollkommen präsent. :100. „Akkor kíváncsian várom, vajon a bőr megőrizte-e az érveit. - „Dann bin ich gespannt, ob das Leder seine Argumente gespeichert hat. :101. A legérdekesebb gondolatok gyakran olyan bútorokban maradnak hátra, amelyeket az ember nem maga választott.” - Die interessantesten Gedanken bleiben oft in Möbeln zurück, die man nicht selbst ausgesucht hat.“ :102. A beszélgetés jó egy órán át tartott. - Das Gespräch dauerte gut eine Stunde. :103. Felszínesen egyetemi politikáról, vendégelőadásokról és az időjárásról volt szó. - Oberflächlich ging es um Hochschulpolitik, Gastvorträge und das Wetter. :104. Valójában gondosan vívott párbaj volt. - In Wahrheit war es ein sorgfältiges Fechten. :105. Mindketten tudták, hogy nem keletkeznek majd látható sebek. - Beide wussten, dass keine sichtbaren Wunden entstehen würden. :106. Éppen ezért céloztak különösen pontosan. - Gerade deshalb zielten sie besonders präzise. :107. Amikor James felállt, kinyújtotta a kezét. - Als James aufstand, streckte er die Hand aus. :108. Stephen megfogta. - Stephen ergriff sie. :109. A kézfogás egy másodperccel túl sokáig tartott. - Der Händedruck dauerte eine Sekunde zu lang. :110. A terület csendes kijelentése volt. - Es war eine stille Behauptung von Territorium. :111. „Szokássá kellene tennünk ezt” – mondta Stephen. - „Wir sollten das zur Gewohnheit machen“, sagte Stephen. :112. A mondat a hangsúlytól függően két teljesen különböző dolgot jelenthetett. - Der Satz konnte je nach Betonung zwei völlig verschiedene Dinge bedeuten. :113. „Nagyon szívesen” – felelte James. - „Sehr gerne“, antwortete James. :114. „Előre kell azonban figyelmeztetnem. - „Ich muss Sie allerdings vorwarnen. :115. Nálam sem ilyen teáskészlet, sem ilyen kekszek nincsenek. - Bei mir gibt es weder dieses Teeservice noch diese Kekse. :116. Csak kávé – az északi robusztus változat, amelyről Oxford ellenére sem hagytam magam leszoktatni.” - Nur Kaffee – die robuste Variante aus dem Norden, die ich mir trotz Oxford nicht habe austreiben lassen.“ :117. Az ajtónál még egyszer megfordult. - An der Tür drehte er sich noch einmal um. :118. Mosolya sem barátságos, sem ellenséges nem volt. - Sein Lächeln war weder freundlich noch feindlich. :119. Pontosan ez adta a minőségét. - Genau das machte seine Qualität aus. :120. „A kekszek egyébként valóban kivételesek voltak. - „Die Kekse waren übrigens wirklich außergewöhnlich. :121. Régi családi recept?” - Ein altes Familienrezept?“ :122. „Anyámtól” – mondta Stephen. - „Von meiner Mutter“, sagte Stephen. :123. „Indiából?” – kérdezte James. - „Aus Indien?“, fragte James. :124. Nem kérdésnek hangzott, hanem megállapításnak. - Es klang nicht wie eine Frage, sondern wie eine Feststellung. :125. Mintha egy kutatást zárna le. - Als würde er eine Recherche abschließen. :126. Az ajtó halk, pontos kattanással hullott a zárba. - Die Tür fiel mit einem leisen, präzisen Klicken ins Schloss. :127. A hang még egy ideig visszhangzott. - Der Klang hallte noch eine Weile nach. :128. Stephen az ablaknál maradt állva, és figyelte, ahogy James kilép az utcára. - Stephen blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James auf die Straße trat. :129. Sietség nélkül. - Ohne Hast. :130. Anélkül, hogy visszanézne. - Ohne zurückzublicken. :131. James olyannak hatott, mint aki a délután eredményét már elrendezte magában. - James wirkte wie jemand, der das Ergebnis des Nachmittags bereits eingeordnet hatte. :132. Két kekszmorzsát söpört le a hajtókájáról. - Er wischte zwei Kekskrümel von seinem Revers. :133. Öntudatlan mozdulat volt. - Es war eine unbewusste Geste. :134. Éppen ezért árult el a legtöbbet. - Gerade deshalb verriet sie am meisten. :135. Aztán röviden és szinte kelletlenül elmosolyodott. - Dann lächelte er kurz und fast widerwillig. :136. Beismerés volt, amelyet csak ő maga látott. - Ein Eingeständnis, das nur er selbst sah. :137. A férfi jó volt. - Der Mann war gut. :138. Talán jobb, mint amennyit az állás megkívánt. - Besser vielleicht, als die Stelle verlangte. :139. A délután nem volt sem győzelem, sem vereség. - Der Nachmittag war weder Sieg noch Niederlage gewesen. :140. Valami újnak a kezdete volt. - Er war der Beginn von etwas Neuem. :141. Stephennek erre még nem volt neve. - Stephen hatte noch keinen Namen dafür. :142. De olyan férfi nyugodt figyelmével fogja megfigyelni, aki a hosszú játszmákat szereti a legjobban. - Aber er würde es mit der ruhigen Aufmerksamkeit eines Mannes beobachten, dem die langen Spiele am liebsten waren. ------------------------- ------------------------- 6 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding lakása az évtizedek során elérte azt az állapotot, amelyet akadémiai körökben időnként „lakott archívumnak” neveznek. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding hatte im Laufe der Jahrzehnte jenen Zustand erreicht, der in akademischen Kreisen gelegentlich als „bewohntes Archiv" bezeichnet wird. :2. Ez az állapot nem annyira mértékében különbözik a közönséges rendetlenségtől, hanem abban a belső meggyőződésben, amellyel minden halom, minden keresztben letett kézirat és minden ablakpárkányon felejtett szakfolyóirat azt állítja magáról, hogy pontosan ott fekszik, ahová tartozik. - Dieser Zustand unterscheidet sich von gewöhnlicher Unordnung weniger durch das Ausmaß als durch die innere Überzeugung, mit der jeder Stapel, jedes quer abgelegte Manuskript und jede auf Fensterbänken vergessene Fachzeitschrift behauptet, genau dort zu liegen, wo es hingehört. :3. Azok közé az októberi délutánok közé tartozott, amikor Oxford fölött a fény olyan takarékosan és ugyanakkor olyan pontosan hullik, hogy kevésbé tűnik természetes megvilágításnak, mint inkább dramaturgiai döntésnek. - Es war einer jener Oktobernachmittage, an denen das Licht über Oxford so sparsam und zugleich so präzise fällt, dass es weniger wie natürliche Beleuchtung wirkt als wie eine dramaturgische Entscheidung. :4. Stephen reggel óta magával hordozta azt a tompa, makacsul figyelmen kívül hagyott rossz érzést, amely akkor keletkezik, amikor az embernek olyan valakit kell fogadnia, akinek puszta létezését a saját világában legszívesebben tudomásul sem venné. - Stephen hatte seit dem Morgen das dumpfe, sich beharrlich ignorierende Unbehagen mit sich getragen, das entsteht, wenn man einen Menschen empfangen muss, dessen bloße Existenz in der eigenen Welt man lieber nicht zur Kenntnis nehmen würde. :5. James Calloway nem a probléma volt – vagy pontosabban: James Calloway pontosan maga volt a probléma, de nem azokból az okokból, amelyeket nyilvánosan meg lehetett volna nevezni. - James Calloway war nicht das Problem – oder genauer gesagt, James Calloway war genau das Problem, aber nicht aus den Gründen, die sich hätten öffentlich benennen lassen. :6. A képesítései kifogástalanok voltak, edinburghi híre makulátlan, és a késő köztársaságkori retorikáról írt három tanulmánya elég pontosan volt megérvelve ahhoz, hogy Stephen kelletlenül és titokban kétszer is elolvassa őket, anélkül hogy más ítéletre jutott volna, mint erre: szilárd, talán több is annál. - Seine Qualifikationen waren einwandfrei, sein Ruf in Edinburgh tadellos und seine drei Aufsätze über spätrepublikanische Rhetorik präzise genug argumentiert, dass Stephen sie widerwillig und heimlich zweimal gelesen hatte, ohne zu einem anderen Urteil zu gelangen als: solide, möglicherweise mehr. :7. Ami nem állt az aktákban, és amit Stephen annak az embernek a biztonságával tudott, aki három évtizeden át úgy tanulmányozta a vizsgajelölteket, ahogy az entomológusok a ritka bogarakat, az az a különös fajta becsvágy volt, amely olyan emberekben keletkezik, akikkel korán világosan közölték, hogy azok a termek, amelyekben most ülnek, nem nekik voltak szánva. - Was nicht in den Akten stand und was Stephen mit der Sicherheit eines Mannes wusste, der drei Jahrzehnte lang Examenskandidaten studiert hatte wie Entomologen seltene Käfer, war jene besondere Art von Ehrgeiz, die in Menschen entsteht, denen früh klargemacht wurde, dass die Räume, in denen sie jetzt saßen, nicht für sie vorgesehen waren. :8. Ez olyan becsvágy volt, amely alapvetően különbözött régi családokból származó kollégái becsvágyától, mert nem a birtoklás magától értetődőségéből fakadt, hanem az elvétel elhatározásából. - Es war ein Ehrgeiz, der sich von dem seiner Kollegen aus alten Familien fundamental unterschied, weil er nicht aus dem Selbstverständnis des Besitzens kam, sondern aus dem Entschluss des Nehmens. :9. Mrs. Pargetter fél négykor terítette fel a teaszervizt – az ezüstöt, nem az egyszerű hétköznapit, olyan választást, amelynek semmi köze nem volt a vendégszeretethez, hanem a területi jelölések logikájához. - Mrs. Pargetter hatte das Teeservice um halb vier aufgedeckt – das silberne, nicht das schlichte Alltagsservice, eine Wahl, die nichts mit Gastfreundschaft zu tun hatte, sondern mit der Logik territorialer Markierungen. :10. Aztán visszavonult, mintha megérezte volna, hogy jelenléte abban, ami következik, egy olyan tanú szerepét kapta volna, akit senki sem rendelt oda. - Dann hatte sie sich zurückgezogen, als habe sie gespürt, dass ihre Anwesenheit in dem, was folgen würde, die Funktion einer Zeugin gehabt hätte, die niemand bestellt hatte. :11. A csengetés négy előtt három perccel érkezett, és Stephen, aki a karosszékében ült és nem olvasott, noha egy könyv nyitva feküdt a térdén, hagyta, hogy szóljon. - Das Klingeln kam um drei Minuten vor vier, und Stephen, der in seinem Sessel saß und nicht las, obwohl ein Buch offen auf seinen Knien lag, ließ es klingen. :12. Megvárta a kandallóóra negyedórás jelzését annak az embernek a türelmes hajthatatlanságával, aki tudja, hogy egy délután ritmusa már az első másodperceiben eldől, és hogy az idő a legolcsóbb és leghatásosabb hatalmi eszköz, amellyel egy házigazda rendelkezik. - Er wartete auf das Viertelsignal der Kaminuhr mit der geduldigen Unnachgiebigkeit eines Mannes, der weiß, dass der Rhythmus eines Nachmittags bereits in seinen ersten Sekunden gesetzt wird und dass Zeit das billigste und wirkungsvollste Machtinstrument ist, das ein Gastgeber besitzt. :13. James Calloway az ajtókeretben olyan tweedzakót viselt, amely jó szabású volt, de még nem volt bejáratva – olyan ruhát, amelyet azért szereztek be, hogy az ember odatartozzon, és amely ezt még nem egészen felejtette el. - James Calloway im Türrahmen trug ein Tweedsakko, das gut geschnitten, aber noch nicht eingelaufen war – Kleidung, die erworben worden war, um zu gehören, und die das noch nicht ganz vergessen hatte. :14. Cipője a parkettára lépve halk reccsenést keltett, amely a folyosó csendjében egy hangjegy aláírásának tévedhetetlenségével volt hallható. - Seine Schuhe erzeugten beim Betreten des Parketbodens ein leises Knacken, das in der Stille des Flurs mit der Unfehlbarkeit einer Tonsignatur zu hören war. :15. Mosolya, amelyet az ajtóban bemutatott, azzal a fárasztó nyíltsággal bírt, amelyet Stephen fiatal északi akadémikusoknál már többször megfigyelt. - Sein Lächeln, das er an der Tür präsentierte, hatte jene anstrengende Offenheit, die Stephen bei jungen Akademikern aus dem Norden schon öfter beobachtet hatte. :16. Nem megjátszott mosoly volt, inkább egyfajta előadott elfogulatlanság, egy nekem-nincs-problémám-ezzel-a-helyzettel, ami természetesen éppen az ellenkezőjét jelentette. - Es war kein gespieltes Lächeln, eher eine Art performte Unbefangenheit, ein Ich-habe-kein-Problem-mit-dieser-Situation, das natürlich das genaue Gegenteil bedeutete. :17. „Dr. Calloway” – mondta Stephen, egy lépést oldalra lépett, és a köszöntést ott hagyta a térben. - „Dr. Calloway", sagte Stephen, trat einen Schritt zur Seite und ließ die Begrüßung im Raum stehen. :18. Nem adta hozzá azt a szokásos meleget, amely valamilyen halmazállapotot kölcsönzött volna neki. - Er gab ihr nicht die übliche Wärme mit, die ihr einen Aggregatzustand gegeben hätte. :19. A nappali régi könyvek szagával, némi viasszal és a dohány nagyon távoli, nagyon diszkrét utózengésével fogadta őket. - Das Wohnzimmer empfing sie mit dem Geruch alter Bücher, ein wenig Wachs und dem sehr fernen, sehr diskreten Nachklang des Tabaks. :20. Stephen öt éve abbahagyta ennek a dohánynak a szívását, és azóta az tovább élt a falakban, mint egy vendég, aki elszalasztotta a búcsúzást. - Stephen hatte vor fünf Jahren aufgehört, diesen Tabak zu rauchen, und seitdem lebte er in den Wänden weiter wie ein Gast, der die Verabschiedung übersehen hatte. :21. Stephen töltött – először a tejet, aztán a teát, kommentár nélkül, olyan ember módjára, aki nem magyaráz, hanem demonstrál. - Stephen goss ein – zuerst die Milch, dann den Tee, ohne Kommentar, in der Weise eines Mannes, der nicht erklärt, sondern demonstriert. :22. Aztán a kekszesdobozt, a zöld feliratos, Westminster-motívumos Fortnum-&-Mason-dobozt, Calloway irányába tolta olyan mellékességgel, amely pontosan ki volt számítva. - Dann schob er die Keksdose, die Fortnum-&-Mason-Dose mit dem grünen Aufdruck und dem Westminster-Motiv, in Calloways Richtung mit einer Beiläufigkeit, die genau kalkuliert war. :23. James kettőt vett, és Stephen abban a pillanatban tudta, hogy a férfi vagy éhes volt. - James nahm zwei, und Stephen wusste in dem Moment, dass der Mann entweder hungrig war. :24. Vagy James pontosan abból az okból vett kettőt, amelyből Stephen vele magával csak egyet vétetett volna: hogy lássa, ki mit kezd ezzel. - Oder James nahm aus genau dem Grund zwei, aus dem Stephen ihn selbst nur einen hätte nehmen lassen: um zu sehen, wer was daraus machte. :25. „Létezik egy nézet” – mondta Stephen, és hangja közben az akadémiai előadás egyenletes, szinte fáradt tónusát vette fel, amelyben a lényeg soha nem magában az állításban rejlik, hanem abban, amit az állítás előfeltételez. - „Es gibt eine Ansicht", sagte Stephen, und seine Stimme hatte dabei den gleichmäßigen, fast müden Tonfall des akademischen Vortrags, in dem das Eigentliche nie in der Aussage selbst liegt, sondern in dem, was die Aussage voraussetzt. :26. „Ezt a nézetet anyám egyik nemzedékről a másikra adta tovább, és úgy szól, hogy az egy és két keksz közötti választás egy idegen asztalnál többet árul el a neveltetésről, mint bármely önéletrajz – egy tétel, amelyet sem megerősíteni, sem cáfolni nem szeretnék, de megfontolandónak tartok.” - „Diese Ansicht hat meine Mutter von einer Generation in die nächste weitergegeben, und sie besagt, dass die Wahl zwischen einem und zwei Keksen an einem fremden Tisch mehr über Erziehung verrät als jeder Lebenslauf – eine These, die ich weder bestätigen noch bestreiten möchte, aber für überlegenswert halte." :27. James nyelt, létrejönni hagyott egy pillanatot, majd olyan hangon válaszolt, amely annyira barátságos volt, hogy a benne lévő penge csak második hallásra vált érezhetővé. - James schluckte, ließ einen Moment entstehen und erwiderte dann in einem Ton, der so freundlich war, dass die Klinge darin erst beim zweiten Hinhören spürbar wurde. :28. „Az én szülői házamban egy hasonló tétel élt, csak fordított előjellel: hogy a visszafogottság egy idegen asztalnál nem neveltetést jelez, hanem félelmet attól, hogy megítélnek, és hogy ez a félelem – nem az éhség – az igazi osztályjel, amely ilyen pillanatokban megmutatkozik.” - „In meinem Elternhaus galt eine ähnliche These, nur mit umgekehrtem Vorzeichen: dass die Zurückhaltung am fremden Tisch nicht Erziehung anzeigt, sondern Angst vor dem Geurteiltwerden, und dass diese Angst – nicht der Hunger – das eigentliche Klassenzeichen ist, das sich in solchen Momenten zeigt." :29. Ami ezután keletkezett, nem a feszengés csendje volt, hanem az a különös, szinte kollegiális csend, amely akkor keletkezik, amikor két ember észreveszi, hogy a másik ismeri a játékot, amelyet játszanak. - Was daraufhin entstand, war keine Stille des Unbehagens, sondern jene besondere, fast kollegiale Stille, die entsteht, wenn zwei Menschen merken, dass der andere das Spiel kennt, das gespielt wird. :30. Mindketten úgy döntöttek, hogy ennek ellenére játsszák, és ez egészen más minőséget adott neki. - Beide hatten beschlossen, es trotzdem zu spielen, was ihm eine vollkommen andere Qualität gab. :31. A következőkben a könyvtárról, az alagsor felújításáról és egy emeritus kollégáról beszéltek, aki az előző nyáron megjelentette az emlékiratait – egy könyvről, amelyet mindketten ugyanazokból az okokból és ugyanazokkal a csendes fenntartásokkal olvastak, amelyekről itt nem volt helyénvaló beszélni. - Sie sprachen in der Folge über die Bibliothek, über die Renovierung des Untergeschosses und über einen emeritierten Kollegen, der im vergangenen Sommer seine Memoiren veröffentlicht hatte – ein Buch, das beide aus denselben Gründen und mit denselben stillen Vorbehalten gelesen hatten, über die zu sprechen hier nicht der Ort war. :32. Mindezekben a látszólag semleges mondatokban olyan technika működött, amelyet Stephen az akadémiai kommunikáció tulajdonképpeni emelkedett nyelvének tartott: annak művészete, hogy kizárólag arról beszéljünk, amit valójában nem mondunk ki, és közben olyan pontosak legyünk, hogy a másik pontosan értse, anélkül hogy valaha bizonyíthatóvá válna. - In all diesen scheinbar neutralen Sätzen war eine Technik am Werk, die Stephen als die eigentliche Hochsprache der akademischen Kommunikation verstand: die Kunst, ausschließlich über das zu sprechen, was man eigentlich nicht sagt, und dabei so präzise zu sein, dass der andere es genau versteht, ohne dass es je beweisbar würde. :33. Amikor James megemlítette, hogy Aldridge különleges gyűjteményének katalogizálása olyan rendszer szerint látszik megszervezve lenni, amely a beavatottak számára talán értelmes lehetett, mindenki más számára azonban tudatos kizárás jellegét hordozta, Stephen ujjai egyetlen lélegzetvétel idejére megmozdultak a karosszék karfáján. - Als James erwähnte, die Katalogisierung von Aldridges Spezialsammlung scheine nach einem System organisiert zu sein, das für Eingeweihte Sinn ergeben mochte, für jeden anderen aber den Charakter einer bewussten Exklusion habe, bewegten sich Stephens Finger auf der Lehne des Sessels für die Dauer eines einzigen Atemzuges. :34. Úgy mozdultak meg, ahogyan csak egy nagyon figyelmes megfigyelő értelmezhette volna annak, ami volt. - Sie bewegten sich auf eine Weise, die nur ein sehr aufmerksamer Beobachter als das hätte deuten können, was es war. :35. „Aldridge” – mondta Stephen, és a név az ő kiejtésében kevésbé volt név, mint inkább táj. - „Aldridge", sagte Stephen, und der Name war in seiner Aussprache weniger ein Name als eine Landschaft. :36. „Aldridge meg volt győződve arról, hogy egy rendrendszernek nem kell mindenki számára hozzáférhetőnek lennie, hanem csak a megfelelőek számára – olyan tétel ez, amelyet védhetőnek tartok, még ha tudom is, hogy bizonyos körökben ma reakciósnak számít.” - „Aldridge hatte die Überzeugung, dass ein Ordnungssystem nicht für alle zugänglich sein muss, sondern für die richtigen – eine These, die ich für vertretbar halte, auch wenn ich weiß, dass sie heute in gewissen Kreisen als reaktionär gilt." :37. Felemelte a csészét. - Er hob die Tasse. :38. „Mellesleg tizennyolc évig ült abban a karosszékben, amelyben Ön most ül. Hátrahagyta ezt a karosszéket, a rendszerét és egy véleményt az utódlásáról, amelyet egy levélben közölt velem, és amelyet megőrzök.” - „Er saß übrigens achtzehn Jahre lang in dem Sessel, in dem Sie gerade sitzen. Er hinterließ diesen Sessel, sein System und eine Meinung über seine Nachfolge, die er mir in einem Brief mitgeteilt hat, den ich aufbewahre." :39. James pillantása az armfákra esett, röviden, érintetlenül és ugyanakkor teljesen jelen lévőn. - James ließ einen Blick auf die Armlehnen fallen, kurz, unbeeindruckt und gleichzeitig vollkommen präsent. :40. Aztán így válaszolt: „Akkor kíváncsian várom, vajon a bőr eltárolta-e az érvelését – újra meg újra azt tapasztalom, hogy a legérdekesebb gondolatokat leggyakrabban olyan bútorokban hagyják hátra, amelyeket az ember nem maga választott.” - Dann antwortete er: „Dann bin ich gespannt, ob das Leder seine Argumentation gespeichert hat – ich stelle immer wieder fest, dass die interessantesten Gedanken am häufigsten in Möbeln zurückgelassen werden, die man nicht ausgesucht hat." :41. Ami ezután következett, jó egyórányi beszélgetés volt, amely tartalma szerint egyetemi politikáról, vendégelőadás-programokról és az időjárásról szólt. - Was folgte, war gut eine Stunde eines Gesprächs, das seinem Inhalt nach über Hochschulpolitik, Gastvortragsprogramme und das Wetter sprach. :42. Formája szerint gondosan vezetett vívás volt, amelyben mindkét fél tudta, hogy nem lesznek sebek, amelyeket meg lehetne mutatni, és hogy éppen ez az oka annak, amiért különösen pontosan céloztak. - Seiner Form nach war es ein sorgfältig geführtes Fechten, bei dem beide Parteien wussten, dass es keine Wunden geben würde, die man zeigen könnte, und dass das der Grund war, weshalb man eben deshalb besonders präzise zielte. :43. Amikor James felállt, kinyújtotta a kezét, és Stephen olyan fogással ragadta meg, amely egy másodperccel túl hosszú volt. - Als James aufstand, streckte er die Hand aus, und Stephen ergriff sie mit einem Griff, der eine Sekunde zu lang war. :44. Nem agresszív fogás volt, inkább egy territórium csendes állítása, mint egy mondat, amely szándékosan zárójel nélkül végződik. - Es war kein aggressiver Griff, eher die stille Behauptung eines Territories, wie ein Satz, der absichtlich ohne Schlusszeichen endet. :45. „Szokássá kellene tennünk ezt” – mondta Stephen. - „Wir sollten das zur Gewohnheit machen", sagte Stephen. :46. A mondatnak a hangsúlytól függően két teljesen különböző jelentése volt. - Der Satz hatte je nach Betonung zwei vollkommen verschiedene Bedeutungen. :47. „Nagyon szívesen” – válaszolta James –, „bár előre figyelmeztetnem kell, hogy nálam sem a teaszerviz, sem a kekszesdoboz nem tudja tartani a szintet – csak kávé, az északi ásványvizes-kávékávé-változat, amelyről Oxford ellenére sem sikerült még leszoktatnom magam.” - „Sehr gerne", antwortete James, „obwohl ich Sie vorwarnen muss, dass bei mir weder das Teeservice noch die Keksdose mithalten können – nur Kaffee, der Mineralwasserkaffeekaffeevariante aus dem Norden, die ich mir trotz Oxford noch nicht habe austreiben lassen." :48. Az ajtónál állt, keze a kilincsen. - Er stand an der Tür, die Hand am Knauf. :49. Aztán olyan mosollyal fordult meg, amelyet Stephen sem barátságosnak, sem ellenségesnek nem tudott volna besorolni, ami talán éppen a valódi minősége volt: „A kekszek egyébként valóban kivételesek voltak. Régi családi recept?” - Dann drehte er sich mit einem Lächeln um, das Stephen weder als freundlich noch als feindlich hätte kategorisieren können, was vielleicht seine eigentliche Qualität war: „Die Kekse, anbei bemerkt, waren wirklich außergewöhnlich. Ein altes Familienrezept?" :50. „Anyámtól” – mondta Stephen. - „Von meiner Mutter", sagte Stephen. :51. „Indiából?” – mondta James; nem kérdezve, inkább megállapítva, olyan ember hanghordozásával, aki lezár egy kutatást. - „Aus Indien?", sagte James – nicht fragend, eher feststellend, mit dem Tonfall eines Mannes, der eine Recherche abschließt. :52. Az ajtó azzal a halk, pontos kattanással csukódott be, amely a lakás csendjében még egy ideig tovább visszhangzott. - Die Tür fiel zu mit dem leisen, präzisen Klicken, das in der Stille der Wohnung eine Weile nachklang. :53. Stephen az ablaknál maradt állva, és figyelte, ahogy James megjelenik az utcán, sietség nélkül, anélkül hogy visszanézne. - Stephen blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James auf der Straße auftauchte, ohne Hast, ohne zurückzublicken. :54. James olyannak hatott, mint valaki, aki egy délután eredményét már besorolta, mielőtt maga mögött behúzta volna az ajtót. - James wirkte wie jemand, der das Ergebnis eines Nachmittags bereits eingeordnet hat, bevor er die Tür hinter sich zuzog. :55. Két ujjával lesöpört zakója hajtókájáról egy alig látható kekszmorzsanyomot. - Er wischte mit zwei Fingern eine kaum sichtbare Spur von Kekskrümeln vom Revers seines Jacketts. :56. Olyan gesztus volt, amelyet nem szándékosan tett, és amelynek jelentésén nem gondolkodott el; talán éppen ezért volt az egész délután legárulkodóbb gesztusa. - Es war eine Geste, die er nicht beabsichtigt hatte und über deren Bedeutung er nicht nachdachte, vielleicht gerade deshalb die aufschlussreichste Geste des ganzen Nachmittags. :57. Aztán elmosolyodott, röviden és szinte kelletlenül, mint egy beismerés, amelyet az ember önmaga előtt tesz, amikor senki sem figyel. - Dann lächelte er, kurz und fast ungern, wie ein Eingeständnis, das man sich selbst gegenüber macht, wenn niemand zuschaut. :58. A férfi jó volt, talán jobb, mint amennyit az állás megkövetelt volna, és ami ma közöttük történt, az sem vereség, sem győzelem nem volt, hanem valaminek a kezdete, amire még nem volt neve, de amit annak az embernek a nyugodt figyelmével fog majd megfigyelni, akinek a hosszú játszmák a legkedvesebbek. - Der Mann war gut, besser vielleicht, als die Stelle es verlangt hätte, und das, was sich heute zwischen ihnen ereignet hatte, war weder Niederlage noch Sieg, sondern der Beginn von etwas, für das er noch keinen Namen hatte, aber das er mit der ruhigen Aufmerksamkeit eines Mannes beobachten würde, dem die langen Spiele die liebsten waren. ------------------------- == 76 == 1 ------------------------- :Mike műhelye - Mikes Werkstatt :1. Mike elveszíti az állását. - Mike verliert seinen Job. :2. Egy nagy cégnél volt értékesítési vezető. - Er war Vertriebsleiter in einer großen Firma. :3. Most már nincs fizetése. - Jetzt hat er kein Gehalt mehr. :4. A pénze majdnem elfogyott. - Sein Geld ist fast weg. :5. Nem tudja, mit tegyen. - Er weiß nicht, was er tun soll. :6. Aztán az apjára gondol. - Dann denkt er an seinen Vater. :7. Az apja asztalos volt. - Sein Vater war Tischler. :8. Egy évvel ezelőtt halt meg. - Er ist vor einem Jahr gestorben. :9. A műhelye üresen áll. - Seine Werkstatt steht leer. :10. Mike odautazik, és megnézi magának a műhelyt. - Mike fährt hin und schaut sich die Werkstatt an. :11. Esik az eső. - Es regnet. :12. Az ajtó zárva van. - Die Tür ist verschlossen. :13. Mike-nál van egy feszítővas. - Mike hat ein Brecheisen dabei. :14. Azzal nyitja ki a zárat. - Er öffnet das Schloss damit. :15. Az ajtó hangosan nyikorog. - Die Tür quietscht laut. :16. Bent sötét van és por. - Drinnen ist es dunkel und staubig. :17. Sok pókháló van mindenütt. - Es gibt viele Spinnweben. :18. De Mike meglátja az apja régi gyalupadját is. - Aber Mike sieht auch die alte Hobelbank seines Vaters. :19. A falon egy tábla lóg. - An der Wand hängt ein Schild. :20. Ez áll rajta: „Itt valami új születik.” - Darauf steht: „Hier entsteht was Neues.“ :21. Mike egy kicsit elmosolyodik. - Mike lächelt ein bisschen. :22. A barátnője, Sarah, odajön hozzá. - Seine Freundin Sarah kommt zu ihm. :23. Sarah tanárnő. - Sie ist Lehrerin. :24. Egy bérleti szerződést tart a kezében. - Sie hält einen Mietvertrag in der Hand. :25. „Három hónap bérleti díj nélkül” - mondja. - „Drei Monate ohne Miete", sagt sie. :26. „Utána meg fogod oldani.” - „Danach schaffst du das.“ :27. Mike bólint. - Mike nickt. :28. Elkezdi kitakarítani a műhelyt. - Er beginnt, die Werkstatt sauber zu machen. :29. A barátja, Tom, segít neki. - Sein Freund Tom hilft ihm. :30. Tom villanyszerelő, és mindig vidám. - Tom ist Elektriker und immer lustig. :31. Kihordják a régi szemetet. - Sie schleppen alten Müll raus. :32. Tom megjavítja a lámpákat. - Tom repariert die Lampen. :33. Mike megjavítja a gépeket. - Mike repariert die Maschinen. :34. Két hét múlva Mike megkapja az első megbízását. - Nach zwei Wochen bekommt Mike den ersten Auftrag. :35. Egy startupnak húsz dohányzóasztalra van szüksége. - Ein Startup braucht zwanzig Couchtische. :36. Ez sok munka, de Mike örül. - Das ist viel Arbeit, aber Mike ist froh. :37. Minden nap nagyon sokáig dolgozik. - Er arbeitet jeden Tag sehr lange. :38. Aztán probléma történik. - Dann passiert ein Problem. :39. A falapok elvetemedtek. - Die Holzplatten sind verzogen. :40. Sok asztal nem jó. - Viele Tische sind nicht gut. :41. Mike nagyon dühös. - Mike ist sehr wütend. :42. Öklével rácsap a munkapadra. - Er schlägt mit den Fäusten auf die Werkbank. :43. Tom két csésze kávéval érkezik. - Tom kommt mit zwei Tassen Kaffee. :44. Egy elektromos gyalut is hoz magával. - Er bringt auch einen Elektrohobel mit. :45. „Most ezt megjavítjuk” - mondja Tom. - „Wir reparieren das jetzt", sagt Tom. :46. Egész éjszaka dolgoznak. - Sie arbeiten die ganze Nacht. :47. Hajnali háromkor tizenkilenc asztal elkészült. - Um drei Uhr morgens sind neunzehn Tische fertig. :48. Sarah pizzát hoz nekik. - Sarah bringt ihnen Pizza. :49. Egy üzenetet is hoz az ügyféltől. - Sie hat auch eine Nachricht vom Kunden dabei. :50. Az ügyfél ezt írja: „A jövő heti szállítás rendben van.” - Der Kunde schreibt: „Lieferung nächste Woche ist okay.“ :51. Mike mély levegőt vesz. - Mike atmet tief durch. :52. Rövid időre elalszik a műhely régi kanapéján. - Er schläft kurz auf der alten Couch in der Werkstatt. :53. Másnap reggel kiszállítják az asztalokat. - Am nächsten Morgen liefern sie die Tische aus. :54. Az ügyfél elégedett. - Der Kunde ist zufrieden. :55. Mike megkapja a pénzét. - Mike bekommt sein Geld. :56. Új fát és új szerszámokat vesz. - Er kauft neues Holz und neue Werkzeuge. :57. Decemberben van egy kis karácsonyi vásár a városban. - Im Dezember gibt es einen kleinen Weihnachtsmarkt in der Stadt. :58. Mike ott kiállítja az új bárszékeit. - Mike stellt seine neuen Barhocker dort aus. :59. Saját maga tervezte őket. - Er hat sie selbst entworfen. :60. Először senki sem megy oda a standjához. - Zuerst kommt niemand zu seinem Stand. :61. Mike csalódott. - Mike ist enttäuscht. :62. De aztán odajön egy idősebb úr. - Aber dann kommt ein älterer Herr. :63. A férfi sokáig nézi a székeket. - Der Mann schaut die Stühle lange an. :64. Azt mondja: „Ezek szépen vannak elkészítve.” - Er sagt: „Die sind schön gemacht.“ :65. Tizenkét székre van szüksége egy idősek otthona számára. - Er braucht zwölf Stühle für ein Seniorenheim. :66. Mike azt mondja: „Az első ötöt ingyen adom, ha jók.” - Mike sagt: „Die ersten fünf gebe ich umsonst, wenn sie gut sind.“ :67. A férfi nevet, és azonnal pénzt ad neki. - Der Mann lacht und gibt ihm sofort Geld. :68. Mike alig tudja elhinni. - Mike kann es kaum glauben. :69. Felhívja Sarah-t. - Er ruft Sarah an. :70. „Működik” - mondja. - „Es funktioniert", sagt er. :71. Sarah nagyon örül. - Sarah freut sich sehr. :72. Egy évvel később a műhely sokkal nagyobb. - Ein Jahr später ist die Werkstatt viel größer. :73. Az ajtó fölött egy új fatábla lóg. - Über der Tür hängt ein neues Schild aus Holz. :74. Ez áll rajta: „Mike asztalosműhelye.” - Darauf steht: „Mikes Tischlerei.“ :75. Ma Mike egy nagy teherautót rakodik meg. - Heute lädt Mike einen großen Lkw. :76. Egy szálloda sok bútort rendelt. - Ein Hotel hat viele Möbel bestellt. :77. Sarah és Tom segítenek a rakodásnál. - Sarah und Tom helfen beim Beladen. :78. Éppen felkel a nap. - Die Sonne geht gerade auf. :79. Mike letörli a verejtéket a homlokáról. - Mike wischt sich den Schweiß von der Stirn. :80. „Ez még csak az első lépés volt” - mondja. - „Das war erst Schritt eins", sagt er. :81. Sarah nevet. - Sarah lacht. :82. „Akkor tovább” - mondja. - „Dann weiter", sagt sie. :83. A teherautó elindul. - Der Lkw fährt los. :84. A piros hátsó lámpák lassan eltűnnek a hajnali derengésben. - Die roten Rücklichter verschwinden langsam in der Morgendämmerung. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Mike asztalosműhelye - Mikes Tischlerei :1. Mike elveszítette az állását értékesítési vezetőként, és a számlája majdnem üres volt. - Mike hatte seinen Job als Vertriebsleiter verloren, und sein Konto war fast leer. :2. A konyhaasztalnál ült, és a cég levelét bámulta. - Er saß am Küchentisch und starrte auf den Brief der Firma. :3. Sarah a vállára tette a kezét, és nem szólt semmit. - Sarah legte ihre Hand auf seine Schulter und sagte nichts. :4. Mike csak egy hosszú szünet után állt fel, és hozta el a kabátját. - Erst nach einer langen Pause stand Mike auf und holte seinen Mantel. :5. Tudta, mit akar tenni. - Er wusste, was er tun wollte. :6. Az apja műhelye egy éve üresen állt. - Die Werkstatt seines Vaters stand seit einem Jahr leer. :7. Az apja hirtelen halt meg, és senki sem törődött a garázzsal. - Der Vater war plötzlich gestorben, und niemand hatte sich um die Garage gekümmert. :8. Mike autóval ment oda, bár esett az eső, és hideg volt. - Mike fuhr mit dem Auto hin, obwohl es regnete und kalt war. :9. A nehéz fémajtó előtt állt, és szorosan tartotta kezében a feszítővasat. - Er stand vor der schweren Metalltür und hielt das Brecheisen fest in der Hand. :10. A zár régi volt és rozsdás, de néhány próbálkozás után engedett. - Das Schloss war alt und rostig, aber nach ein paar Versuchen gab es nach. :11. Az ajtó hangosan nyikorgott, amikor Mike benyomta. - Die Tür quietschte laut, als Mike sie aufdrückte. :12. Bent fa, olaj és régi por szaga volt. - Drinnen roch es nach Holz, Öl und altem Staub. :13. Pókhálók lógtak a mennyezetről, és az ablakok piszkosak voltak. - Spinnweben hingen von der Decke, und die Fenster waren schmutzig. :14. Mike mégis furcsán nyugodtnak érezte magát ebben a helyiségben. - Trotzdem fühlte sich Mike seltsam ruhig in diesem Raum. :15. A falon még mindig ott lógott apja régi táblája: „Itt valami új születik.” - An der Wand hing noch das alte Schild seines Vaters: „Hier entsteht was Neues.“ :16. Mike kétszer is elolvasta, és sokáig gondolkodott rajta. - Mike las es zweimal und dachte lange darüber nach. :17. Sarah egy órával később érkezett, bérleti szerződéssel a kezében. - Sarah kam eine Stunde später mit einem Mietvertrag in der Hand. :18. A bérbeadó három hónap bérleti díj mentességet ajánlott neki. - Der Vermieter hatte ihr drei Monate Mietfreiheit angeboten. :19. „Ez a te esélyed” - mondta -, „de valóban élned kell vele.” - „Das ist deine Chance", sagte sie, „aber du musst sie wirklich nutzen." :20. Mike még aznap este aláírta a szerződést. - Mike unterschrieb den Vertrag noch am selben Abend. :21. A következő napokban Tom segített a rendrakásban. - In den nächsten Tagen half Tom beim Aufräumen. :22. Tom villanyszerelő volt, és Mike legjobb barátja az iskoláskor óta. - Tom war Elektriker und Mikes bester Freund seit der Schulzeit. :23. Megjavította a régi lámpákat, és új kábeleket húzott a falakon keresztül. - Er reparierte die alten Lampen und zog neue Kabel durch die Wände. :24. Mike kihordta a törött gépeket, és a műhely minden sarkát megtisztította. - Mike schleppte kaputte Maschinen nach draußen und reinigte jede Ecke der Werkstatt. :25. Egy hét után a helyiség már egészen másképp nézett ki. - Nach einer Woche sah der Raum schon ganz anders aus. :26. Az első igazi megbízást Mike egy kis internetes hirdetésen keresztül kapta. - Den ersten richtigen Auftrag bekam Mike über eine kleine Anzeige im Internet. :27. Egy fiatal startupnak húsz dohányzóasztalra volt szüksége az új irodájába. - Ein junges Startup brauchte zwanzig Couchtische für sein neues Büro. :28. Mike ideges volt, de azonnal igent mondott. - Mike war nervös, aber er sagte sofort zu. :29. Minden nap kora reggeltől késő estig dolgozott, és az utolsó pénzéből vette meg a fát. - Er arbeitete jeden Tag früh bis spät und kaufte das Holz mit seinem letzten Geld. :30. Nem sokkal a szállítás előtt azonban észrevette, hogy több lap elvetemedett. - Doch kurz vor der Lieferung bemerkte er, dass mehrere Platten sich verzogen hatten. :31. A munkapad előtt állt, és ökölbe szorította a kezét, anélkül hogy egy szót szólt volna. - Er stand vor der Werkbank und ballte die Fäuste, ohne ein Wort zu sagen. :32. Tom két pohár kávéval és egy elektromos gyaluval a hóna alatt érkezett. - Tom kam mit zwei Bechern Kaffee und einem Elektrohobel unter dem Arm. :33. „Sírás később” - mondta -, „most csiszolunk.” - „Heulen später", sagte er, „jetzt schleifen wir." :34. Egész éjszaka végigdolgozták, amíg tizenkilenc asztal valóban jól nem nézett ki. - Sie arbeiteten die ganze Nacht durch, bis neunzehn Tische wirklich gut aussahen. :35. Sarah éjfél körül pizzát hozott, és egy rövid üzenetet az ügyféltől. - Sarah brachte gegen Mitternacht Pizza und eine kurze Nachricht vom Kunden. :36. Az ügyfél azt írta, hogy a szállítás a következő héten is rendben van. - Der Kunde schrieb, dass die Lieferung auch nächste Woche noch in Ordnung sei. :37. Mike nekitámaszkodott a falnak, és rövid időre lehunyta a szemét. - Mike lehnte sich an die Wand und schloss kurz die Augen. :38. Az asztalokat pontosan kiszállították, és az ügyfél gond nélkül fizetett. - Die Tische wurden pünktlich geliefert, und der Kunde zahlte ohne Probleme. :39. A pénzből Mike jobb fát és egy új szerszámot vett. - Mit dem Geld kaufte Mike besseres Holz und ein neues Werkzeug. :40. Elkezdett saját bútorokat tervezni, amilyeneket sehol sem látott így. - Er begann, eigene Möbel zu entwerfen, die er nirgendwo so gesehen hatte. :41. Különösen a bárszékek tetszettek neki nagyon, amelyeket egy vázlatfüzetbe rajzolt. - Besonders die Barhocker, die er in einem Skizzenbuch gezeichnet hatte, gefielen ihm selbst sehr gut. :42. Decemberben a belvárosban volt egy kis karácsonyi vásár. - Im Dezember gab es in der Innenstadt einen kleinen Weihnachtsmarkt. :43. Mike bérelt egy standot, és kiállította a bárszékeit. - Mike mietete einen Stand und stellte seine Barhocker aus. :44. Az első órák nehezek voltak, mert alig állt meg valaki. - Die ersten Stunden waren schwierig, weil kaum jemand stehen blieb. :45. Mike a hideg kávéját itta, és türelmesen várt. - Mike trank seinen kalten Kaffee und wartete geduldig. :46. Estefelé egy idősebb úr szólította meg nyugodt hangon. - Gegen Abend sprach ihn ein älterer Herr mit ruhiger Stimme an. :47. A férfi gondosan megnézett minden széket, és megkérdezte az árát. - Der Mann betrachtete jeden Hocker sorgfältig und fragte nach dem Preis. :48. Aztán azt mondta, hogy tizenkét székre van szüksége egy idősek otthona számára. - Dann sagte er, dass er zwölf Stühle für ein Seniorenheim brauche. :49. Mike röviden elgondolkodott, és így válaszolt: „Az első ötöt ingyen adom, ha valóban bírják.” - Mike überlegte kurz und antwortete: „Die ersten fünf gebe ich umsonst, wenn sie wirklich halten." :50. A férfi halkan nevetett, és azonnal pénzt tett az asztalra. - Der Mann lachte leise und legte sofort Geld auf den Tisch. :51. Mike még a karácsonyi vásáron felhívta Sarah-t. - Mike rief Sarah noch auf dem Weihnachtsmarkt an. :52. „Sikerült” - mondta, és a hangja másképp csengett, mint máskor. - „Es hat geklappt", sagte er, und seine Stimme klang anders als sonst. :53. Egy évvel később Mike a műhelye előtt állt, és az ajtó fölötti új fatáblát nézte. - Ein Jahr später stand Mike vor seiner Werkstatt und betrachtete das neue Holzschild über der Tür. :54. „Mike asztalosműhelye” állt rajta tiszta betűkkel. - „Mikes Tischlerei" stand dort in klaren Buchstaben. :55. Sarah és Tom segítettek neki megtölteni egy nagy szállítóautót egy szállodalánc számára készült bútorokkal. - Sarah und Tom halfen ihm, einen großen Lieferwagen mit Möbeln für eine Hotelkette zu beladen. :56. Éppen felkelt a nap, és a levegő friss és hűvös volt. - Die Sonne ging gerade auf, und die Luft war frisch und kühl. :57. Mike letörölte a verejtéket a homlokáról, és a készre megrakott rakfelületre nézett. - Mike wischte sich den Schweiß von der Stirn und sah auf die fertig beladene Ladefläche. :58. „Ez még csak az első lépés volt” - mondta. - „Das war erst Schritt eins", sagte er. :59. Sarah vigyorgott, és felmászott az anyósülésre. - Sarah grinste und kletterte auf den Beifahrersitz. :60. „Akkor tovább” - mondta. - „Dann weiter", sagte sie. :61. A kocsi lassan elindult az utcán lefelé, és a piros hátsó lámpák eltűntek a világos hajnali derengésben. - Der Wagen fuhr langsam die Straße hinunter, und die roten Rücklichter verschwanden in der hellen Morgendämmerung. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Mike műhelye - Mikes Werkstatt :1. Amikor Mike a kezében tartotta a cége felmondólevelét, érezte, hogy valami elmozdul benne. - Als Mike den Kündigungsbrief seiner Firma in den Händen hielt, spürte er, wie sich etwas in ihm verschob. :2. Ez nem pánik volt, hanem különös, hűvös üresség. - Es war nicht Panik, sondern eine seltsame, kühle Leere. :3. Három éven át mindent beletett ebbe az állásba: túlórákat, hétvégéket, kompromisszumokat. - Er hatte drei Jahre lang alles in diese Stelle gesteckt: Überstunden, Wochenenden, Kompromisse. :4. Most vége volt, egyetlen mondattal egy fehér papírlapon. - Jetzt war es vorbei, mit einem einzigen Satz auf weißem Papier. :5. Sarah vele szemben ült a konyhaasztalnál, és figyelte őt, anélkül hogy kérdezett volna. - Sarah saß ihm gegenüber am Küchentisch und beobachtete ihn, ohne zu fragen. :6. Elég jól ismerte ahhoz, hogy tudja: beszélni fog, amikor készen áll rá. - Sie kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass er reden würde, wenn er bereit war. :7. Hosszú csend után Mike összehajtotta a levelet, és betette a fiókba. - Nach einer langen Stille faltete Mike den Brief zusammen und steckte ihn in die Schublade. :8. „Elmegyek apám műhelyébe” – mondta, és ez volt minden. - „Ich fahre zur Werkstatt meines Vaters", sagte er, und das war alles. :9. A garázs a város szélén állt, egy gumikereskedés és egy elhagyott raktárépület között. - Die Garage lag am Stadtrand, zwischen einem Reifenhändler und einem verlassenen Lagerhaus. :10. Apja halála óta senki sem lépett be oda. - Seit dem Tod seines Vaters hatte niemand sie mehr betreten. :11. Mike az esőben parkolta le az autót, felhajtotta a gallérját, és szemügyre vette a rozsdás lakatokat. - Mike parkte den Wagen im Regen, zog den Kragen hoch und betrachtete die verrosteten Vorhängeschlösser. :12. A lakatok úgy hatottak, mintha soha nem kellett volna senkit kívül tartaniuk, hanem csak az időt akarták volna odabent fogva tartani. - Die Schlösser wirkten, als hätten sie nie jemanden draußen halten müssen, sondern nur die Zeit drinnen festhalten wollen. :13. Nekifeszítette a feszítővasat. - Er stemmte das Brecheisen an. :14. Néhány erőteljes próbálkozás után a fém engedett. - Nach ein paar kräftigen Versuchen gab das Metall nach. :15. Az első lépés a műhelybe furcsán ismerősnek érződött, bár évek óta nem járt itt. - Der erste Schritt in die Werkstatt fühlte sich merkwürdig vertraut an, obwohl er seit Jahren nicht mehr hier gewesen war. :16. A fapor és a gépolaj szaga úgy ette be magát a falakba, mint valami, ami nem akar elmúlni. - Der Geruch von Holzstaub und Maschinenöl hatte sich in die Wände gefressen wie etwas, das nicht vergehen will. :17. A hátsó falon még mindig ott lógott apja kézzel írt táblája, ferdén és kifakulva, de még olvashatóan. - An der hinteren Wand hing noch das handgeschriebene Schild seines Vaters, schief und verblasst, aber noch lesbar. :18. A táblán ez állt: „Itt valami új születik.” - Auf dem Schild stand: „Hier entsteht was Neues." :19. Mike sokáig állt előtte, és arra gondolt, vajon hányszor használhatta apja maga is ezt a mondatot. - Mike stand lange davor und dachte daran, wie oft sein Vater diesen Satz wohl selbst gebraucht hatte. :20. Apjának alighanem akkor volt szüksége rá, amikor valami nem sikerült. - Sein Vater hatte ihn wohl gebraucht, wenn etwas nicht klappte. :21. Sarah másnap reggel egy bérleti szerződéssel érkezett, amelyet egy ismerősén keresztül intézett el. - Sarah kam am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag, den sie über einen Bekannten organisiert hatte. :22. A bérleti szerződés három hónap bérletidíj-mentességet kínált, utána pedig tisztességes árat. - Der Mietvertrag bot drei Monate mietfrei, danach einen fairen Preis. :23. „A bérbeadó tudja, hogy most kezdesz” – mondta. - „Der Vermieter weiß, dass du anfängst", sagte sie. :24. „Nem akarja, hogy már az elején elsüllyedj.” - „Er will nicht, dass du gleich zu Beginn versinkst." :25. Mike aláírta, anélkül hogy sokáig habozott volna. - Mike unterschrieb, ohne lange zu zögern. :26. Tudta, hogy habozni fog, ha egyszer elkezd gondolkodni. - Er wusste, dass er zögern würde, wenn er erst anfing nachzudenken. :27. Tom a hétvégén jelent meg a furgonjával, egy szerszámosládával és egy ember energiájával. - Tom erschien am Wochenende mit seinem Transporter, einem Werkzeugkoffer und der Energie eines Menschen. :28. Annak az embernek az energiája volt ez, aki másokért szívesen nekigyürkőzik a munkának. - Es war die Energie eines Menschen, der für andere gerne anpackt. :29. Villanyszerelő volt. - Er war Elektriker. :30. Nem ismert olyan munkát, amelynél valahogyan ne lehetett volna segíteni. - Er kannte keine Arbeit, bei der man nicht irgendwie helfen konnte. :31. Miközben Mike szétszedte a törött gépeket és csiszolta a munkapadot, Tom új vezetékeket húzott be. - Während Mike die kaputten Maschinen auseinandernahm und die Werkbank schmirgelte, zog Tom neue Leitungen. :32. Tom fényt vitt a garázs sötét sarkaiba. - Tom brachte Licht in die dunklen Ecken der Garage. :33. Három nap után a műhely már nem úgy nézett ki, mint egy hely, amelyet feladtak. - Nach drei Tagen sah die Werkstatt nicht mehr aus wie ein Ort, der aufgegeben worden war. :34. Úgy nézett ki, mint egy hely, amely éppen felébredt. - Sie sah aus wie ein Ort, der gerade aufgewacht ist. :35. Az első megbízást Mike egy kis hirdetésen keresztül találta, amelyet késő este tett fel az internetre. - Den ersten Auftrag fand Mike über eine kleine Anzeige, die er spätabends ins Internet gestellt hatte. :36. Nem voltak nagy elvárásai. - Er hatte keine großen Erwartungen. :37. Egy fiatal technológiai vállalat húsz dohányzóasztalt keresett az új irodájába. - Ein junges Technologieunternehmen suchte zwanzig Couchtische für sein neues Büro. :38. A dohányzóasztaloknak egyszerűnek, modernnek és gyorsan szállíthatónak kellett lenniük. - Die Couchtische sollten schlicht, modern und schnell lieferbar sein. :39. Mike azonnal visszahívta őket, olyan árat mondott, amely alig hagyott nyereséget, és igent mondott. - Mike rief sofort zurück, nannte einen Preis, der kaum Gewinn ließ, und sagte zu. :40. A számláján lévő utolsó pénzből megvette a fát, és kora reggeltől mély éjszakáig dolgozott. - Er kaufte das Holz mit dem letzten Geld auf seinem Konto und arbeitete von früh morgens bis tief in die Nacht. :41. Nem engedhetett meg magának hibát. - Er konnte sich keinen Fehler leisten. :42. De pontosan ez a hiba mégis megtörtént: nem sokkal a befejezés előtt észrevette, hogy több furnérozott lap a hő hatására elvetemedett. - Doch genau dieser Fehler passierte trotzdem: kurz vor der Fertigstellung bemerkte er, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Wärme verzogen hatten. :43. A lapokat már nem lehetett felhasználni. - Die Platten ließen sich nicht mehr verwenden. :44. Ott állt a kár előtt, és nem szólt semmit. - Er stand vor dem Schaden und sagte nichts. :45. Nem jutottak eszébe szavak, amelyek méltók lettek volna a helyzethez. - Ihm fielen keine Worte ein, die der Situation gerecht geworden wären. :46. Tom kávéval érkezett, meglátta Mike arcát, letette a poharakat, és azt mondta: „Most nem gondolkodni kell – most csiszolni.” - Tom kam mit Kaffee, sah Mikes Gesicht, stellte die Becher ab und sagte: „Jetzt nicht denken – jetzt schleifen." :47. Hajnali háromig dolgoztak, és megmentettek tizenkilencet a húsz asztalból. - Sie arbeiteten bis drei Uhr morgens und retteten neunzehn der zwanzig Tische. :48. A huszadikat félretették, anélkül hogy még egy szót vesztegettek volna rá. - Den zwanzigsten legten sie zur Seite, ohne ein weiteres Wort darüber zu verlieren. :49. Sarah éjfél körül ételt hozott, és az ügyfél rövid üzenetét. - Sarah brachte gegen Mitternacht Essen und eine kurze Nachricht des Kunden. :50. Az ügyfél azt írta, hogy egy hét késés nem jelent problémát. - Der Kunde hatte geschrieben, dass eine Woche Verzögerung kein Problem sei. :51. Mike evett, anélkül hogy ízeket érzett volna. - Mike aß, ohne zu schmecken. :52. Két órát aludt a régi kanapén, amely még apja idejéből származott. - Er schlief zwei Stunden auf dem alten Sofa, das noch aus der Zeit seines Vaters stammte. :53. A szállítás gond nélkül zajlott, az ügyfél elégedett volt, és a pénz időben megérkezett a számlára. - Die Lieferung verlief problemlos, der Kunde war zufrieden, und das Geld kam pünktlich auf dem Konto an. :54. Mike azonnal új anyagot rendelt, és ezzel párhuzamosan saját terveket kezdett rajzolni. - Mike bestellte sofort neues Material und begann parallel dazu, eigene Entwürfe zu zeichnen. :55. Ezek a tervek hetek óta a fejében voltak: egy bárszék-sorozat, amelynek egyszerűnek és masszívnak kellett látszania, anélkül hogy olcsónak hatna. - Diese Entwürfe hatte er seit Wochen im Kopf: eine Barhockerserie, die einfach und solide aussehen sollte, ohne billig zu wirken. :56. Fűrészelt, gyalult és csiszolt, amíg minden darab olyan nem lett, amilyennek elképzelte. - Er sägte, hobelte und schliff, bis jedes Stück so war, wie er es sich vorgestellt hatte. :57. Decemberben bérelt egy standot a belvárosi karácsonyi vásáron, és hat bárszéket állított ki. - Im Dezember mietete er einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt und stellte sechs Barhocker aus. :58. Nem sok reménye volt, de azt érezte, hogy az embernek néha egyszerűen ki kell próbálnia dolgokat. - Er hatte nicht viel Hoffnung, aber das Gefühl, dass man Dinge manchmal einfach ausprobieren muss. :59. Az első órák kijózanítóan teltek. - Die ersten Stunden verliefen ernüchternd. :60. Az emberek elmentek mellette, röviden odapillantottak, majd továbbmentek. - Die Leute liefen vorbei, blickten kurz hin und gingen weiter. :61. Estefelé megállt egy idősebb úr, aki minden darabot alaposan szemügyre vett. - Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich jedes Stück gründlich ansah. :62. Olyan kérdéseket tett fel, amelyekből látszott, hogy ért hozzá. - Er stellte Fragen, die zeigten, dass er etwas davon verstand. :63. Egy idősotthont vezetett a város másik végén. - Er leitete ein Seniorenheim am anderen Ende der Stadt. :64. Stabil, kézzel készített székeket keresett az új közösségi helyiségbe. - Er suchte stabile, handgemachte Stühle für den neuen Gemeinschaftsraum. :65. „Tizenkét darab” – mondta. - „Zwölf Stück", sagte er. :66. „Ha az ár megfelel.” - „Wenn der Preis stimmt." :67. Mike gondolkodott egy pillanatig, majd így válaszolt: „Az első ötöt ingyen adom, ha három hónap múlva még ugyanúgy állnak, mint ma.” - Mike dachte einen Moment nach und antwortete: „Die ersten fünf gebe ich umsonst ab, wenn sie nach drei Monaten noch so stehen wie heute." :68. A férfi ránézett, röviden felnevetett, és előleget tett az asztalra. - Der Mann sah ihn an, lachte kurz auf und legte eine Anzahlung auf den Tisch. :69. Mike még ott, a piactéren felhívta Sarah-t, a karácsonyi zene és a tömeg zajában. - Mike rief Sarah noch auf dem Marktplatz an, im Lärm der Weihnachtsmusik und des Gedränges. :70. Csak ennyit mondott: „Beindult.” - Er sagte nur: „Es läuft." :71. Egy évvel később a műhely előtt egy szállítóautó állt, megrakva bútorokkal egy közepes méretű szállodalánc számára. - Ein Jahr später stand vor der Werkstatt ein Lieferwagen, beladen mit Möbeln für eine mittelgroße Hotelkette. :72. Mike a szállodaláncot az idősotthon egyik kapcsolata révén találta meg. - Mike hatte die Hotelkette über einen Kontakt des Seniorenheims gefunden. :73. Az ajtó fölött masszív tölgyfából készült új tábla függött. - Über der Tür hing ein neues Schild aus massiver Eiche. :74. Tom akasztotta fel a hétvégén: „Mike asztalosműhelye”, tiszta, égetett betűkkel. - Tom hatte es am Wochenende aufgehängt: „Mikes Tischlerei", in klaren, gebrannten Buchstaben. :75. A nap éppen a tetők fölé tolta magát, amikor Mike rögzítette az utolsó ládát. - Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, als Mike die letzte Kiste festzurrte. :76. Aztán felegyenesedett. - Dann richtete er sich auf. :77. A munkanadrágjába törölte a kezét. - Er wischte sich die Hände an der Arbeitshose ab. :78. Egy pillanatig nézte a táblát, az autót és az előttük húzódó utcát. - Einen Moment lang betrachtete er das Schild, den Wagen und die Straße davor. :79. „Ez még csak az első lépés volt” – mondta félhangosan. - „Das war erst Schritt eins", sagte er halblaut. :80. Inkább magának mondta, mint a többieknek. - Er sagte es mehr zu sich selbst als zu den anderen. :81. Sarah felmászott az anyósülésre, és a nyitott ablakon át odakiáltott: „Akkor tovább.” - Sarah kletterte auf den Beifahrersitz und rief durch das offene Fenster: „Dann weiter." :82. Tom beindította a motort. - Tom startete den Motor. :83. Az autó lassan legurult az utcán, míg a piros hátsó lámpák eltűntek a kora reggel világosságában. - Der Wagen rollte langsam die Straße hinunter, bis die roten Rücklichter in der Helligkeit des frühen Morgens verschwanden. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog und die wenigen Sätze las, die drei Jahre Arbeit mit einem einzigen Absatz für beendet erklärten, bemerkte er, dass ihn nicht die Nachricht selbst traf. Ihn traf die vollständige Gleichgültigkeit, mit der das Papier formuliert worden war, als hätte er nie mehr als eine Nummer in einer Tabelle bedeutet. Sarah saß ihm gegenüber und beobachtete sein Gesicht mit der stillen Aufmerksamkeit eines Menschen, der weiß, dass jedes Wort in diesem Moment zu viel wäre. So blieben sie eine Weile in der Küche sitzen, während draußen der Regen gegen die Scheibe schlug und die Uhr an der Wand gleichmäßig weiterging. Mike legte den Brief auf den Tisch, ohne ihn zu falten, stand auf und sagte, er werde zur Werkstatt seines Vaters fahren. Das war kein Plan, sondern die einzige Richtung, die sich in diesem Moment richtig anfühlte. Die Garage am Stadtrand hatte seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr niemand mehr betreten, und als Mike im Regen vor den verrosteten Vorhängeschlössern stand, überkam ihn das eigenartige Gefühl, dass dieser Ort auf ihn gewartet hatte. Er hatte nicht mit Ungeduld gewartet, sondern mit der ruhigen Beharrlichkeit alter Dinge, die gelernt haben, dass Zeit keine Bedrohung ist. Er stemmte das Brecheisen unter den Bügel des ersten Schlosses. Nach mehreren kräftigen Versuchen gab das verrostete Metall mit einem dumpfen Knacken nach, das in der regennassen Stille lauter klang, als es sein durfte. Der erste Schritt durch die quietschende Tür führte ihn in einen Raum, der nach Holzstaub, altem Maschinenöl und etwas roch, das sich nur als die Zeit selbst beschreiben ließ. Es war jene schwere, angesammelte Stille von Orten, an denen lange gearbeitet worden war und die diese Arbeit in ihren Wänden aufgespeichert haben wie ein Körper eine alte Gewohnheit. Spinnweben hingen zwischen den Regalen, die Fensterscheiben waren grau vor Schmutz, und eine verbeulte Hobelbank stand noch genau dort, wo sie immer gestanden hatte. Die Hobelbank wirkte, als hätte sein Vater sie gestern zuletzt benutzt. An der hinteren Wand hing das handgeschriebene Schild, schief und vom Licht ausgeblichen, aber mit Buchstaben, die noch klar genug waren, um zu lesen: „Hier entsteht was Neues". Es war ein Satz, der Mike früher kindisch vorgekommen war und der ihm jetzt, in diesem Moment, wie eine Ansage klang. Sarah erschien am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag, den sie über einen Bekannten organisiert hatte, der den alten Vermieter kannte. Sie legte das Papier auf die Hobelbank mit der knappen Bemerkung, dass drei Monate Mietfreiheit keine Einladung zum Zögern seien, sondern eine Frist. Mike las den Vertrag einmal durch, nahm den Stift und unterschrieb. Er unterschrieb, bevor der Teil seines Gehirns, der Risiken auflistet, die Oberhand gewinnen konnte. Tom kam am Samstag mit seinem Transporter, einem vollgepackten Werkzeugkoffer und der unerschütterlichen Bereitschaft, anzupacken, ohne erst zu fragen warum. Das hatte Mike an ihm immer mehr geschätzt als alles andere. Während Tom die defekten Stromleitungen freielegte und neue Kabel durch die Decke zog, zerlegte Mike die alten Maschinen, prüfte, was sich reparieren ließ, und entschied mit der Kaltblütigkeit eines Menschen, der kein Geld für Sentimentalität übrig hat. Er entschied, was auf den Sperrmüll gehörte. Nach drei Tagen intensiver, schweigender Arbeit hatte die Werkstatt aufgehört, wie ein Ort auszusehen, der verlassen worden war. Stattdessen begann sie, wie ein Ort zu wirken, der gerade im Begriff ist, etwas zu werden. Der erste ernsthafte Auftrag kam über eine Kleinanzeige, die Mike spätabends ins Internet gestellt hatte, ohne daran zu glauben, dass sich innerhalb von vierundzwanzig Stunden jemand melden würde. Doch am nächsten Mittag rief eine junge Frau von einem Technologieunternehmen an, das zwanzig Couchtische für sein neues Büro brauchte, schlicht, modern und innerhalb von drei Wochen lieferbar. Mike nannte einen Preis, der ihm kaum Gewinn ließ, weil er wusste, dass er sich mit diesem Auftrag beweisen musste – nicht dem Kunden gegenüber, sondern sich selbst. Noch am selben Nachmittag kaufte er das Holz, obwohl sein Konto danach fast leer war und er sich keine zweite Bestellung hätte leisten können, wenn etwas schiefgegangen wäre. Es ging etwas schief: Wenige Tage vor der Fertigstellung stellte Mike fest, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Werkstattwärme verzogen hatten und nicht mehr zu verwenden waren. Dieser Moment – das stille Stehen vor dem Schaden, die Berechnung der Zeit und des fehlenden Geldes im Kopf – war der erste, in dem er wirklich daran zweifelte, ob er das durchhalten konnte. Tom kam mit zwei Bechern Kaffee, sah, was passiert war, stellte die Becher auf die Werkbank und sagte: „Heulen später, schleifen jetzt." Das war keine Aufmunterung, sondern ein Befehl, und genau das brauchte Mike in diesem Moment. Sie arbeiteten ohne Pause bis tief in die Nacht und retteten neunzehn der zwanzig Tische. Als Sarah gegen Mitternacht mit Essen kam und beiläufig erwähnte, dass der Kunde geschrieben habe, eine Woche Verzögerung sei völlig in Ordnung, ließ Mike sich auf das alte Sofa fallen und schloss die Augen, ohne ein Wort zu sagen. Die Lieferung verlief reibungslos, das Geld kam pünktlich, und Mike reinvestierte es sofort in besseres Material und ein neues Werkzeug. Er hatte verstanden, dass jeder Auftrag nicht nur Umsatz, sondern eine Gelegenheit war, die nächste Arbeit besser zu machen als die vorherige. Parallel dazu begann er, eine eigene Barhockerserie zu entwerfen, deren Skizzen er seit Wochen in einem Notizbuch gesammelt hatte. Es waren Linien und Maßangaben, die nachts entstanden waren, wenn er nicht schlafen konnte, und die er nun in der Werkstatt in Holz übersetzte, Stück für Stück, mit einer Sorgfalt, die er sich bei Auftragsarbeiten selten leisten konnte. Im Dezember mietete er einen kleinen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt, stellte sechs Barhocker aus und wartete. Die Stunden vergingen, und die meisten Leute streiften seinen Stand mit einem kurzen Blick und gingen weiter, als wären Holzmöbel zwischen Glühweinständen und Wollmützen eine zu ernste Sache. Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich Zeit nahm für jeden einzelnen Hocker, die Verbindungen prüfte, die Oberfläche befühlte und Fragen stellte, die zeigten, dass er wusste, wovon er sprach. Schließlich erklärte er, er leite ein Seniorenheim und suche stabile, würdevoll gemachte Stühle für einen neu eingerichteten Gemeinschaftsraum. Mike hörte zu, dachte einen Moment nach und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Berechnung, wenn sie nach drei Monaten noch genauso stehen wie heute." Es war ein Angebot, das keine Großzügigkeit war, sondern das ruhige Vertrauen eines Handwerkers in seine eigene Arbeit. Der Herr sah ihn einen Augenblick lang an und lachte leise auf, als hätte er lange niemanden mehr so reden hören. Dann legte er eine Anzahlung auf den Tisch. Ein Jahr später stand ein Lieferwagen vor der erweiterten Werkstatt, beladen mit einem Großauftrag für eine Hotelkette, die Mike über einen Kontakt des Seniorenheims gefunden hatte. Über der Tür hing ein neues Schild aus massiver Eiche, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte: „Mikes Tischlerei", in Buchstaben, die aussahen, als hätten sie immer dort gehangen. Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, als Mike die letzte Ladung festzurrte, sich aufrichtete und einen Moment lang stillhielt. Er hatte den Blick auf das Schild, den Wagen und die leere Straße davor gerichtet, als wollte er sich diesen Zustand einprägen, bevor er aufhörte, neu zu sein. „Das war erst Schritt eins", sagte er, halblaut, mit einer Stimme, die keine Erschöpfung mehr hörte. In dieser Stimme lag etwas, das sich nach Anfang anfühlte. Sarah rief durch das offene Fenster des Beifahrersitzes: „Dann weiter." Tom startete den Motor, der Wagen rollte langsam die Straße hinunter. Die roten Rücklichter lösten sich in der Helligkeit des frühen Morgens auf, als wäre der Tag groß genug, um alles zu schlucken, was noch kommen würde. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Mike és a műhely - Mike und die Werkstatt :1. Amikor Mike kihúzta a felmondólevelet a borítékból, nem maga a hír találta el. - Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog, traf ihn nicht die Nachricht selbst. :2. A sorok hideg, bürokratikus tisztasága találta el, amelyek életének három évét néhány mondattal lezártnak nyilvánították – emberi hang nélkül, a sok korai reggel és azoknak a kompromisszumoknak az elismerése nélkül, amelyek őt lépésről lépésre megváltoztatták. - Ihn traf die kalte, bürokratische Sauberkeit der Zeilen, die drei Jahre seines Lebens mit wenigen Sätzen für beendet erklärten – ohne einen menschlichen Ton, ohne Anerkennung der vielen frühen Morgen und der Kompromisse, die ihn Stück für Stück verändert hatten. :3. Sarah vele szemben ült, kezét a kávéscsészéje köré kulcsolva. - Sarah saß ihm gegenüber, die Hände um ihre Kaffeetasse gelegt. :4. Hallgatott. - Sie schwieg. :5. Tudta, hogy a szavak most csak zavarnának. - Sie wusste, dass Worte jetzt nur stören würden. :6. Időre volt szüksége. - Er brauchte Zeit. :7. Nem a rossz hír miatt, amelyet már régóta sejtett, hanem az átmenethez abba, aminek most következnie kellett. - Nicht für die schlechte Nachricht, die er längst geahnt hatte, sondern für den Übergang in das, was nun kommen musste. :8. Végül tömören azt mondta: „Elmegyek apám műhelyébe.” - Schließlich sagte er knapp: „Ich fahre zur Werkstatt meines Vaters.“ :9. A város szélén álló garázs apja egy évvel korábbi halála óta érintetlenül maradt. - Die Garage am Stadtrand war seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr unberührt geblieben. :10. Mike az esőben állt előtte, kezét a dzsekije zsebébe dugva, és érezte, hogy ez a hely nem egyszerűen csak várt. - Im Regen stand Mike davor, die Hände in den Jackentaschen, und spürte, dass dieser Ort nicht einfach gewartet hatte. :11. Pontosan erre a pillanatra várt – arra az időpontra, amikor Mike élete elég üres lett ahhoz, hogy újra helyet teremtsen valami újnak. - Er hatte auf genau diesen Moment gewartet – auf den Augenblick, in dem Mikes Leben leer genug war, um wieder Platz für etwas Neues zu schaffen. :12. A feszítővassal feltörte az első zárat. - Mit dem Brecheisen stemmte er das erste Schloss auf. :13. A fém tompa reccsenéssel engedett. - Das Metall gab mit einem dumpfen Knacken nach. :14. Amikor kinyitotta a nyikorgó ajtót, belépett egy faforgácsból, gépolajból és csendes, elmúlt munkából álló világba. - Als er die quietschende Tür öffnete, trat er ein in eine Welt aus Holzstaub, Maschinenöl und stiller, vergangener Arbeit. :15. Apja gyalupadja még mindig pontosan ugyanott állt. - Die Hobelbank seines Vaters stand noch genau dort. :16. Mellette ott függött a régi tábla a kifakult betűkkel: „Itt valami új születik.” - Daneben hing das alte Schild mit den verblichenen Buchstaben: „Hier entsteht was Neues.“ :17. Másnap reggel Sarah hozott egy bérleti szerződést. - Am nächsten Morgen brachte Sarah einen Mietvertrag. :18. Három hónap bérleti díj nélkül, utána tisztességes összeg. - Drei Monate mietfrei, danach ein fairer Betrag. :19. Mike gondosan elolvasta, aláírta, és elfojtotta a fejében megszólaló figyelmeztető hangot, amely kockázatokról suttogott. - Mike las ihn sorgfältig, unterschrieb und verdrängte die warnende Stimme in seinem Kopf, die von Risiken flüsterte. :20. Tom szombaton érkezett a furgonjával. - Tom kam am Samstag mit seinem Transporter. :21. Nem kérdezte meg, szükség van-e rá – egyszerűen látta. - Er fragte nicht, ob er gebraucht wurde – er sah es einfach. :22. Miközben új vezetékeket húzott be, és a „bűnözői” elektromosság miatt káromkodott, Mike sebészi pontossággal szedte szét a régi gépeket. - Während er neue Leitungen zog und über die „kriminelle“ Elektrik fluchte, zerlegte Mike die alten Maschinen mit chirurgischer Präzision. :23. Három nap után a műhely már nem tűnt elhagyatottnak. - Nach drei Tagen fühlte sich die Werkstatt nicht mehr verlassen an. :24. Feszült várakozástól lüktetett. - Sie pulsierte vor gespannter Erwartung. :25. Az első megrendelés egy egyszerű apróhirdetésen keresztül érkezett. - Der erste Auftrag kam durch eine schlichte Kleinanzeige. :26. Egy fiatal nő egy technológiai vállalattól húsz dohányzóasztalt rendelt – egyszerűt, modernt és mindenekelőtt tartósat. - Eine junge Frau aus einem Technologieunternehmen bestellte zwanzig Couchtische – schlicht, modern und vor allem haltbar. :27. Mike szűken kalkulált, fát vásárolt, és olyan összpontosítással dolgozott, amelyet régi állásában soha nem ismert. - Mike kalkulierte knapp, kaufte Holz und arbeitete mit einer Konzentration, die er in seinem alten Job nie gekannt hatte. :28. Nem sokkal a befejezés előtt több lap is elvetemedett a melegtől. - Kurz vor der Fertigstellung verzogen sich mehrere Platten durch die Wärme. :29. Mike némán állt a kár előtt. - Mike stand stumm vor dem Schaden. :30. Az idő és a pénz majdnem elfogyott. - Zeit und Geld waren fast aufgebraucht. :31. Ekkor Tom belépett, letette a kávéspoharakat, és szárazon azt mondta: „Sírás később. Csiszolás most.” - Da kam Tom herein, stellte die Kaffeebecher ab und sagte trocken: „Heulen später. Schleifen jetzt.“ :32. Jóval éjfél utánig dolgoztak. - Sie arbeiteten bis weit nach Mitternacht. :33. Tizenkilenc asztalt meg tudtak menteni. - Neunzehn Tische konnten sie retten. :34. Amikor Sarah étellel érkezett, és mesélt a vevő engedékenységéről, Mike kimerülten rogyott le a kanapéra. - Als Sarah mit Essen kam und von der Kulanz der Kundin erzählte, ließ Mike sich erschöpft aufs Sofa fallen. :35. Nem mondott semmit. - Er sagte nichts. :36. Nem is volt rá szükség. - Es war auch nicht nötig. :37. A beérkező pénzből jobb anyagot vásárolt. - Mit dem eingehenden Geld kaufte er besseres Material. :38. Megértette: minden megrendelés nem a végét jelentette valaminek, hanem a következő alapját. - Er hatte verstanden: Jeder Auftrag war nicht das Ende, sondern das Fundament des nächsten. :39. Ezzel párhuzamosan hosszú éjszakákon át egy elegáns bárszéksorozatot épített. - Parallel dazu baute er in langen Nächten eine Serie eleganter Barhocker. :40. Decemberben hat székkel állt a karácsonyi vásáron. - Im Dezember stand er mit sechs Hockern auf dem Weihnachtsmarkt. :41. A legtöbb ember elment mellette. - Die meisten Leute gingen vorbei. :42. Este azonban megállt egy idősebb úr. - Doch am Abend blieb ein älterer Herr stehen. :43. Megvizsgált minden illesztést, okos kérdéseket tett fel, és végül elmesélte, hogy egy idősek otthonát vezeti. - Er prüfte jede Verbindung, stellte kluge Fragen und erzählte schließlich, dass er ein Seniorenheim leite. :44. Mike figyelt, hagyott egy rövid csendet kialakulni, majd azt mondta: „Az első ötöt számla nélkül szállítom. Ha három hónap múlva még állnak, tovább beszélünk.” - Mike hörte zu, ließ eine kurze Stille entstehen und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Rechnung. Wenn sie nach drei Monaten noch stehen, reden wir weiter.“ :45. Az úr halkan nevetett, és előleget fizetett. - Der Herr lachte leise und zahlte eine Anzahlung. :46. Egy évvel később Mike a kibővített műhelye előtt állt. - Ein Jahr später stand Mike vor seiner erweiterten Werkstatt. :47. Az ajtón egy masszív tölgyfatábla díszelgett, amelyet Tom saját kezűleg égetett bele: „Mike asztalosműhelye”. - An der Tür prangte ein massives Eichen-Schild, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte: „Mikes Tischlerei“. :48. Sarah és Tom éppen egy nagy megrendelést rakodtak fel egy szállodai lánc számára a furgonra – egy megrendelést, amely az idősek otthonán keresztül érkezett. - Sarah und Tom luden gerade einen großen Auftrag für eine Hotelkette auf den Lieferwagen – ein Auftrag, der über das Seniorenheim gekommen war. :49. A minőség híre terjedt, halkan és megbízhatóan. - Qualität sprach sich herum, leise und zuverlässig. :50. A reggeli nap ferdén esett a fára. - Die Morgensonne fiel schräg auf das Holz. :51. Mike egy pillanatra megállt, kezét a ponyván tartva. - Mike hielt einen Moment inne, die Hände an der Plane. :52. „Ez még csak az első lépés volt” – mondta nyugodtan. - „Das war erst Schritt eins“, sagte er ruhig. :53. A hangjában már nem volt kimerültség, csak annak az embernek a mély bizonyossága, aki megértette: elkezdeni nem egyszeri döntés. - In seiner Stimme lag keine Erschöpfung mehr, nur die tiefe Gewissheit eines Menschen, der verstanden hatte: Anfangen ist keine einmalige Entscheidung. :54. Ez egy hozzáállás, amelyet az ember minden reggel újra választ. - Es ist eine Haltung, die man jeden Morgen neu wählt. :55. Sarah az ablakon keresztül odakiáltott: „Akkor tovább.” - Sarah rief durch das Fenster: „Dann weiter.“ :56. Tom beindította a motort. - Tom startete den Motor. :57. A kocsi mozgásba lendült, és a vörös hátsó lámpák lassan eltűntek a reggeli fényben. - Der Wagen setzte sich in Bewegung, und die roten Rücklichter verschwanden langsam im Morgenlicht. ------------------------- ------------------------- 6 ------------------------ :Mike és a műhely - Mike und die Werkstatt :1. Amikor Mike kihúzta a felmondólevelet a borítékból, és elolvasta azt a néhány, bürokratikusan simára csiszolt mondatot, amely három év megélt munkáját egy könyvelő pontosságával nyilvánította befejezettnek, nem maga a hír találta el. - Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog und die wenigen, bürokratisch glatten Sätze las, die drei Jahre gelebter Arbeit mit der Präzision eines Buchhalters für beendet erklärten, traf ihn nicht die Nachricht selbst. :2. Az találta el, hogy ezekből a sorokból teljesen hiányzott minden emberi hang, egy olyan írás tárgyilagos tisztasága, amelyet úgy fogalmaztak meg, mintha soha nem állt volna mögötte ember, aki reggel korán felkelt, határidőket dolgozott végig, és kompromisszumokat nyelt le, amelyek minden alkalommal elvettek tőle egy kis darabot abból, amit eredetileg egyszer maga elé tűzött. - Ihn traf die vollständige Abwesenheit jedes menschlichen Tons in diesen Zeilen, die sachliche Sauberkeit eines Schreibens, das so formuliert war, als hätte nie ein Mensch dahintergesteckt, der morgens früh aufgestanden war, der Deadlines durchgearbeitet und Kompromisse geschluckt hatte, die ihm jedes Mal ein kleines Stück von dem abverlangten, was er sich ursprünglich einmal vorgenommen hatte. :3. Sarah vele szemben ült, kezeit a kávéscsészéje köré fonva, és hagyta, hogy olvasson, anélkül hogy egy szót szólt volna, mert elég jól ismerte ahhoz, hogy tudja: a nyelv ebben a pillanatban nem vigasztalna, hanem csak zavarna. - Sarah saß ihm gegenüber, die Hände um ihre Kaffeetasse gelegt, und ließ ihn lesen, ohne ein Wort zu sagen, weil sie ihn gut genug kannte, um zu wissen, dass Sprache in diesem Moment nicht trösten, sondern nur stören würde. :4. Időre volt szüksége, nem magához a hírhez, amelyet már régóta sejtett, hanem az átmenethez aközött, ami volt, és aközött, aminek most, akár akarta, akár nem, el kellett kezdődnie. - Er brauchte Zeit, nicht für die Nachricht selbst, die er längst geahnt hatte, sondern für den Übergang von dem, was gewesen war, zu dem, was jetzt, ob er wollte oder nicht, beginnen musste. :5. Letette a papírt az asztalra, egy pillanatig úgy nézte, mintha olyan tárgy volna, amely nem tartozik hozzá, majd azt mondta, elmegy az apja műhelyéhez. - Er legte das Papier auf den Tisch, betrachtete es einen Moment lang, als wäre es ein Gegenstand, der ihm nicht gehörte, und sagte dann, er werde zur Werkstatt seines Vaters fahren. :6. Ez nem olyan mondat volt, amely magyarázatot kínált vagy beleegyezésért könyörgött, hanem egy irány tömör megnevezése, amely egy olyan belső tudásból fakadt, amely idősebb volt minden racionális megfontolásnál. - Das war kein Satz, der eine Erklärung anbot oder eine Bitte um Zustimmung enthielt, sondern die knappe Benennung einer Richtung, die sich aus einem inneren Wissen heraus ergab, das älter war als jede rationale Überlegung. :7. A város szélén álló garázs apja egy évvel korábbi halála óta érintetlenül maradt, és amikor Mike az esőben ott állt előtte, kezeit a dzsekije zsebébe dugva, tekintetét a rozsdás lakatokra szegezve, különös érzés fogta el: ez a hely nem egyszerűen úgy várt rá, mint egy szoba a lakójára. - Die Garage am Stadtrand war seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr unberührt geblieben, und als Mike im Regen davor stand, die Hände in den Jackentaschen, den Blick auf die verrosteten Vorhängeschlösser gerichtet, überkam ihn das seltsame Gefühl, dass dieser Ort nicht einfach auf ihn gewartet hatte wie ein Zimmer auf seinen Bewohner. :8. Bizonyos értelemben mindig is erre a pillanatra dolgozott, erre a másodpercre, amelyben Mike élete kívül elég üressé válik ahhoz, hogy végre helyet adjon annak, ami idebent aludt. - Er hatte gewissermaßen schon immer auf diesen Moment hingearbeitet, auf diese Sekunde, in der Mikes Leben außen leer genug sein würde, um für das, was hier drinnen schlief, endlich Platz zu bieten. :9. Befeszítette a feszítővasat az első lakat kengyele alá. - Er stemmte das Brecheisen unter den Bügel des ersten Schlosses. :10. Több kemény próbálkozás után a fém engedett azzal a tompa, szinte állati reccsenéssel, amely az eső csendjében hangosabban szólt a kelleténél, mintha maga a hely várt volna erre a jelre, hogy megnyíljon. - Nach mehreren harten Versuchen gab das Metall nach mit jenem dumpfen, fast tierischen Knacken, das in der Stille des Regens lauter klang als beabsichtigt, als hätte der Ort selbst auf dieses Signal gewartet, um sich zu öffnen. :11. Az első lépés a nyikorgó fémajtón át olyan atmoszférába vezette, amely kevésbé érződött egy garázs belsejének, mint egy régi emlék belsejének. - Der erste Schritt durch die quietschende Metalltür führte ihn in eine Atmosphäre, die sich weniger wie das Innere einer Garage anfühlte als wie das Innere einer alten Erinnerung. :12. Fa porából, gépolajból és a régi munka nehezen megnevezhető alaphangjából álló atmoszféra volt ez, amely úgy íródik bele falakba és padlókba, mint egy írás, amelyet egyetlen szem sem olvas, de minden test azonnal megért, amely valaha is ismerte ezt a helyiséget. - Es war eine Atmosphäre aus Holzstaub, Maschinenöl und jenem schwer zu benennenden Grundton vergangener Arbeit, der sich in Wände und Böden einschreibt wie eine Schrift, die kein Auge liest, aber jeder Körper sofort versteht, der diesen Raum je gekannt hat. :13. Apja gyalupadja még mindig pontosan ott állt, ahol mindig is állt, felülete évtizedek kézműves munkájától erezett és karcos volt. - Die Hobelbank seines Vaters stand noch genau dort, wo sie immer gestanden hatte, die Oberfläche genarbt und verkratzt von Jahrzehnten handwerklicher Arbeit. :14. Mellette lógott a kézzel írt tábla, ferdén, kifakulva, betűivel, amelyeket az idő valamiféle suttogássá tompított, anélkül azonban, hogy elvette volna olvashatóságukat: „Itt valami új születik” – egy mondat, amelyet Mike gyerekként soha nem szeretett, mert önelégültnek tűnt neki, és amely most, ebben az esőáztatta csendben úgy hatott rá, mint a legtömörebb program, amelyet egy ember az életére megfogalmazhat. - Daneben hing das handgeschriebene Schild, schief, ausgeblichen, mit Buchstaben, die die Zeit zu einer Art Flüstern gedämpft hatte, ohne ihnen jedoch ihre Lesbarkeit zu nehmen: „Hier entsteht was Neues" – ein Satz, den Mike als Kind nie gemocht hatte, weil er ihm selbstgefällig vorkam, und der ihm jetzt, in dieser regennassen Stille, wie das konzentrierteste Programm erschien, das ein Mensch für sein Leben formulieren kann. :15. Sarah másnap reggel egy bérleti szerződéssel a hóna alatt jelent meg, amelyet egy közös ismerősön keresztül szerzett, aki ismerte a bérbeadót. - Sarah erschien am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag unter dem Arm, den sie über einen gemeinsamen Bekannten organisiert hatte, der den Vermieter kannte. :16. A papírt azzal a mellékes határozottsággal tette a gyalupadra, amely sajátja volt, amikor valamit eldöntöttnek tartott: három hónap bérleti díj nélkül, utána egy tisztességes havi összeg, elég kicsi ahhoz, hogy ne nyomja agyon, de elég nagy ahhoz, hogy ne hagyjon teret ábrándozásnak. - Sie legte das Papier mit der beiläufigen Bestimmtheit auf die Hobelbank, die ihr eigen war, wenn sie etwas für entschieden hielt: drei Monate mietfrei, danach ein fairer monatlicher Betrag, der klein genug war, um nicht zu erdrücken, aber groß genug, um keinen Raum für Träumerei zu lassen. :17. Mike olyan ember akríbiájával olvasta el a szerződést, aki megtanulta, hogy a veszélyes mondatok mindig az apró betűs részben állnak, nem talált semmi aggályosat, fogta a tollat, és aláírta. - Mike las den Vertrag mit der Akribie eines Menschen, der gelernt hat, dass die gefährlichen Sätze immer im Kleingedruckten stehen, fand nichts Bedenkliches, nahm den Stift und unterschrieb. :18. Azelőtt írta alá, hogy agyának analitikus része, amely dominókövekként sorolja a kockázatokat, és közben mindig elfelejt rákérdezni az utolsóra, szót kérhetett volna. - Er unterschrieb, bevor der analytische Teil seines Gehirns, der Risiken wie Dominosteine aufzählt und dabei immer vergisst, nach dem letzten zu fragen, das Wort ergreifen konnte. :19. Tom szombaton jelent meg a furgonjával, szerszámokkal, kábelekkel és egy olyan férfi kimeríthetetlen, kissé nyers segítőkészségével megrakodva, aki a barátságot igének érti, nem állapotnak. - Tom erschien am Samstag mit seinem Transporter, beladen mit Werkzeug, Kabeln und der unerschöpflichen, etwas ruppigen Hilfsbereitschaft eines Mannes, der Freundschaft als Verb versteht und nicht als Zustand. :20. Tom soha nem kérdezte, szükség van-e rá, mert egyszerűen látta. - Tom fragte nie, ob er gebraucht wurde, weil er es einfach sah. :21. Miközben Tom feltárta a régi vezetékeket, újakat húzott, és közben szünet nélkül kommentárokat fűzött az elektromos szerelés állapotához, amelyet felváltva nevezett bűnösnek és kreatívnak, Mike egy sebész hűvös rendszerességével szedte szét a gépeket. - Während Tom die alten Leitungen freielegte, neue zog und dabei unaufhörlich Kommentare über den Zustand der Elektroinstallation abgab, die er abwechselnd als kriminell und kreativ bezeichnete, zerlegte Mike die Maschinen mit der kühlen Systematik eines Chirurgen. :22. Mike különbséget tett aközött, amit még meg lehet menteni, és aközött, aminek mennie kell, és nem ismert szentimentális kivételeket, és nem is ismerhetett, ha az eredménynek működnie kellett. - Mike unterschied zwischen dem, was noch zu retten ist, und dem, was gehen muss, und kannte keine sentimentalen Ausnahmen und durfte auch keine kennen, wenn das Ergebnis funktionieren sollte. :23. Három nap múlva a műhely megszűnt olyan helynek lenni, amely elhagyatottnak hatott. - Nach drei Tagen hatte die Werkstatt aufgehört, ein Ort zu sein, der aufgegeben wirkte. :24. Ehelyett elkezdte azt a sajátos energiát sugározni, amely azoknak a tereknek van, amelyekben valami konkrét éppen megszületni készül – feszültséget aközött, ami még hiányzik, és aközött, ami már bejelenti magát. - Stattdessen begann sie, jene eigenartige Energie auszustrahlen, die Räume haben, in denen etwas Konkretes im Begriff ist zu entstehen – eine Spannung zwischen dem, was noch fehlt, und dem, was sich bereits ankündigt. :25. Az első komoly megbízást egy apróhirdetés hozta, amelyet Mike késő este és különösebb várakozás nélkül tett fel az internetre. - Den ersten ernsthaften Auftrag brachte eine Kleinanzeige, die Mike spätabends und ohne große Erwartung ins Internet gestellt hatte. :26. Már másnap délben arra késztetett egy fiatal nőt egy technológiai vállalattól, hogy felhívja őt, és húsz dohányzóasztalt rendeljen, egyszerűeket és moderneket, három héten belüli szállítással, miközben olyan hangon beszélt, amely világossá tette, hogy tartós kézműves munkához szokott, nem olyan bútorokhoz, amelyek csak addig néznek ki jól, amíg az első számlát ki nem fizetik. - Schon am nächsten Mittag brachte sie eine junge Frau von einem Technologieunternehmen dazu anzurufen, die zwanzig Couchtische bestellte, schlicht und modern, innerhalb von drei Wochen lieferbar, und dabei in einem Ton sprach, der klarstellte, dass sie an Handwerk gewöhnt war, das hält, nicht an Möbeln, die gut aussehen, bis die erste Rechnung bezahlt ist. :27. Mike olyan árat mondott, amely alig hagyott neki nyereséget, mert tudta, hogy ez az első megbízás nem kereskedelmi tranzakció volt, hanem bizonyítási próba, amelyet elsősorban önmaga előtt kellett letennie. - Mike nannte einen Preis, der ihm kaum Gewinn ließ, weil er wusste, dass dieser erste Auftrag keine kommerzielle Transaktion war, sondern eine Beweisprobe, die er in erster Linie vor sich selbst ablegen musste. :28. Még ugyanazon a délutánon megvette a fát, bár ezzel olyan szintre vitte a számláját, amely már nem engedett volna meg egy második esélyt, és a következő napokban olyan koncentrációval dolgozott, amelyre régi állásában soha nem lett volna képes, mert ott a kudarc elvont volt, itt pedig kézzel fogható. - Er kaufte noch am selben Nachmittag das Holz, obwohl er damit sein Konto auf einen Stand brachte, der keine zweite Chance mehr erlaubt hätte, und arbeitete die folgenden Tage mit einer Konzentration, die er in seinem alten Job nie hatte aufbringen können, weil dort das Scheitern abstrakt war und hier mit den Händen zu greifen. :29. A kudarcot ennek ellenére nem lehetett kizárni: néhány nappal a befejezés előtt Mike felismerte, hogy több furnérozott lap a műhely melegében helyrehozhatatlanul elvetemedett. - Das Scheitern ließ sich trotzdem nicht aussperren: Wenige Tage vor der Fertigstellung erkannte Mike, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Werkstattwärme irreparabel verzogen hatten. :30. Ez a pillanat, amikor némán állt a kár előtt, belül időt, pénzt és mozgásteret számolva, amelyekből már egyik sem volt jelen, volt az első, amikor komolyan kételkedni kezdett magában – nem a képességeiben, hanem abban a vak hitben, amellyel belevágott ebbe az egészbe, mintha az elszántság önmagában elegendő biztosítás volna az anyag alattomosságai ellen. - Dieser Moment des stillen Stehens vor dem Schaden, des inneren Berechnens von Zeit, Geld und Spielraum, von denen keiner mehr vorhanden war, war der erste, in dem er ernsthaft an sich zweifelte – nicht an seinen Fähigkeiten, sondern an dem blinden Glauben, mit dem er in diese Sache hineingelaufen war, als wäre Entschlossenheit allein eine ausreichende Versicherung gegen die Tücken des Materials. :31. Tom belépett az ajtón, látta a helyzetet, letette a két kávéspoharat, és egy olyan ember erőlködés nélküli szárazságával, akinek a problémák elsősorban cselekvési szükségletet jelentenek, ezt mondta: „Sírás később, csiszolás most.” - Tom trat durch die Tür, sah die Lage, stellte die beiden Kaffeebecher ab und sagte mit der mühelosen Trockenheit eines Menschen, für den Probleme vor allem Handlungsbedarf sind: „Heulen später, schleifen jetzt." :32. Ez nem bátorítási kísérlet volt, hanem parancs, amely éppen azért működött, mert nem hagyott teret sem ellentmondásnak, sem önsajnálatnak. - Das war kein Versuch einer Aufmunterung, sondern ein Befehl, der genau deshalb funktionierte, weil er keinen Raum für Widerspruch und keinen für Selbstmitleid ließ. :33. Jóval éjfél utánig dolgoztak, és a húsz asztalból tizenkilencet megmentettek olyan gondossággal, amely a kimerültség ellenére sem engedett. - Sie arbeiteten bis weit nach Mitternacht und retteten neunzehn der zwanzig Tische mit einer Sorgfalt, die der Erschöpfung zum Trotz nicht nachließ. :34. Amikor Sarah nem sokkal egy óra előtt étellel jelent meg, és mellékesen megemlítette, hogy az ügyfél egy hét késést kifejezetten problémamentesnek nyilvánított, Mike lerogyott a régi kanapéra, és lehunyta a szemét, anélkül hogy bármit mondott volna, mert mindent, ami lényeges volt, már elmondott azzal, amit az elmúlt órákban tett. - Als Sarah kurz vor ein Uhr mit Essen erschien und nebenbei erwähnte, dass der Kunde eine Woche Verzögerung ausdrücklich für unproblematisch erklärt habe, ließ Mike sich auf das alte Sofa fallen und schloss die Augen, ohne etwas zu sagen, weil er alles Wesentliche bereits gesagt hatte mit dem, was er in den letzten Stunden getan hatte. :35. A szállítás zökkenőmentesen zajlott, és a beérkező pénzből Mike azonnal jobb anyagot vásárolt, mert megértette, hogy minden lezárt megbízás nem egy erőfeszítés vége, hanem a következő alapja. - Die Lieferung verlief reibungslos, und mit dem eingehenden Geld kaufte Mike sofort besseres Material, weil er verstand, dass jeder abgeschlossene Auftrag nicht das Ende einer Anstrengung war, sondern das Fundament der nächsten. :36. Azt is megértette, hogy az eszközök minősége előbb-utóbb úgy tükrözi vissza a munka minőségét, mint egy tükör, amely nem hazudik. - Er verstand auch, dass die Qualität der Mittel über kurz oder lang die Qualität der Arbeit widerspiegelt wie ein Spiegel, der nicht lügt. :37. Ezzel párhuzamosan éjszakai vázlataiból egy bárszéksorozatot fordított át fába és kézműves munkába. - Parallel dazu übersetzte er eine Barhockerserie aus seinen nächtlichen Skizzen in Holz und Handwerk. :38. Ezek a tervek álmatlan éjszakákon születtek, amikor a műhely sötétben feküdt, és a feje tovább dolgozott, tekintet nélkül arra, hogy a test már rég szünetet kért. - Diese Entwürfe waren in schlaflosen Nächten entstanden, wenn die Werkstatt im Dunkeln lag und sein Kopf weiterarbeitete, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass der Körper längst Pause beantragt hatte. :39. Decemberben hat bárszékkel állt egy kis karácsonyi vásáron a belvárosban, és órákon át figyelte, ahogy az emberek egyenletesen vándorló tekintettel súrolják a standját. - Im Dezember stand er mit sechs Barhockern auf einem kleinen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt und beobachtete stundenlang, wie die Leute seinen Stand mit dem gleichmäßig wandernden Blick streiften. :40. Ezzel a tekintettel megy el az ember olyan dolgok mellett, amelyeket nem keresett, és ezért megtalálni sem kész. - Mit diesem Blick geht man an Dingen vorbei, die man nicht gesucht hat und daher auch nicht zu finden bereit ist. :41. Estefelé megállt egy idősebb úr, aki olyan módon szánt időt a nézelődésre, amely jelezte, hogy tudja, mit csinál. - Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich Zeit nahm auf eine Art, die signalisierte, dass er wusste, was er tat. :42. Megvizsgálta a kötéseket, végigtapintotta a felületeket, és olyan kérdéseket tett fel, amelyek nem árultak el félműveltséget, végül pedig elmagyarázta, hogy egy idősek otthonát vezeti, és olyan székeket keres, amelyek nemcsak tartanak, hanem elég méltóságteljesek is ahhoz, hogy olyan helyiségben álljanak, ahol idős emberek napjuk legnagyobb részét töltik. - Er prüfte die Verbindungen, befühlte die Oberflächen und stellte Fragen, die kein Halbwissen verrieten, und erklärte schließlich, er leite ein Seniorenheim und suche Stühle, die nicht nur halten, sondern auch würdevoll genug seien, um in einem Raum zu stehen, in dem alte Menschen den größten Teil ihres Tages verbringen. :43. Mike hallgatta, rövid csendet engedett kialakulni, majd ezt mondta: „Az első ötöt számla nélkül szállítom, ha három hónap múlva még ugyanúgy állnak, mint ma.” - Mike hörte zu, ließ eine kurze Stille entstehen und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Rechnung, wenn sie nach drei Monaten noch genauso stehen wie heute." :44. Az ajánlat nem a nagylelkűség gesztusa volt, hanem egy olyan kézműves nyugodt kifejezése, aki nem meggyőződésből fektet a munkájába, mert nem maradt más választása, hanem mert kezdte megérteni, mit értett az apja azon a kifakult táblán. - Das Angebot war keine Geste der Großzügigkeit, sondern der ruhige Ausdruck eines Handwerkers, der in seine Arbeit nicht aus Überzeugung investiert, weil ihm nichts anderes übrig bleibt, sondern weil er begonnen hat zu verstehen, was sein Vater mit diesem verblichenen Schild gemeint hatte. :45. Az úr egy pillanatig nézte őt, majd halkan nevetett, olyan ember melegségével, akivel már rég nem találkozott így senki. - Der Herr sah ihn einen Moment lang an und lachte dann leise, mit der Wärme eines Menschen, dem lange niemand mehr so begegnet war. :46. Aztán előleget tett az asztalra, anélkül hogy alkudott volna az árról. - Dann legte er eine Anzahlung auf den Tisch, ohne über den Preis zu verhandeln. :47. Egy évvel később Mike a kibővített műhely előtt állt, amelynek ajtaját most masszív tölgyfából készült tábla díszítette, amelyet Tom saját kezűleg égetett be – „Mike asztalosműhelye” tiszta, mély betűkkel, amelyek úgy néztek ki, mintha soha nem is hiányoztak volna. - Ein Jahr später stand Mike vor der erweiterten Werkstatt, deren Tür jetzt ein Schild aus massiver Eiche zierte, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte – „Mikes Tischlerei" in klaren, tiefen Buchstaben, die aussahen, als hätten sie nie gefehlt. :48. Sarah és Tom közben egy szállodalánc utolsó megrendelését pakolták fel a furgonra, egy nagy megbízást, amely az idősek otthonának egyik kapcsolata révén jött létre, mint oly sok minden, ami növekszik, nem tervezés útján, hanem a minőség csendes logikája által, amely szájról szájra jár, gyorsabban, mint bármelyik hirdetés képes volna. - Sarah und Tom luden währenddessen den letzten Auftrag für eine Hotelkette auf den Lieferwagen, einen Großauftrag, der über einen Kontakt des Seniorenheims entstanden war, wie so vieles, was wächst, nicht durch Planung, sondern durch die stille Logik von Qualität, die sich von Mund zu Mund bewegt, schneller als jede Anzeige es könnte. :49. A nap éppen a tetők fölé tolta magát, a reggeli fény ferdén esett a rakfelületre, a fára, az arcokra, és Mike egy pillanatra megállt. - Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, das Morgenlicht fiel schräg auf die Ladefläche, auf das Holz, auf die Gesichter, und Mike hielt für einen Moment inne. :50. Keze a takaróponyván volt, tekintete semmi meghatározottra nem irányult, mintha ezt az állapotot az emlékezetébe akarta volna rögzíteni, mielőtt megszűnik valaminek a kezdete lenni, és egy továbbhaladó történet sok reggelének egyikévé válik. - Er hatte die Hände an der Abdeckplane und den Blick auf nichts Bestimmtes gerichtet, so als wollte er diesen Zustand in der Erinnerung verankern, bevor er aufhörte, der Anfang von etwas zu sein, und zu einem von vielen Morgen in einer Geschichte wurde, die weiterging. :51. „Ez még csak az első lépés volt” – mondta, olyan hangon, amelyben már nem lehetett fáradtságot hallani. - „Das war erst Schritt eins", sagte er, mit einer Stimme, in der keine Erschöpfung mehr zu hören war. :52. Ebben a hangban ott volt az a határozott nyugalom, amely azoknak az embereknek a sajátja, akik megtanulták, hogy az elkezdés nem egyszeri döntés, hanem tartás, amelyet az ember minden reggel újra felvesz. - In dieser Stimme lag jene bestimmte Ruhe, die Menschen haben, die gelernt haben, dass Anfangen keine einmalige Entscheidung ist, sondern eine Haltung, die man jeden Morgen neu einnimmt. :53. Sarah átkiáltott a nyitott ablakon: „Akkor tovább.” - Sarah rief durch das offene Fenster: „Dann weiter." :54. Tom beindította a motort, a kocsi mozgásba lendült, és a piros hátsó lámpák lassan levándoroltak az utcán. - Tom startete den Motor, der Wagen setzte sich in Bewegung, und die roten Rücklichter wanderten langsam die Straße hinunter. :55. A kora reggel fénye elnyelte őket, mint minden mást, ami kész arra, hogy valahová tartozzon. - Das Licht des frühen Morgens schluckte sie wie alles andere, das bereit ist, irgendwohin zu gehören. ------------------------ == 77 == 1 ------------------------- :Das alte Haus - A régi ház :1. Iwan novemberben érkezik meg. - Iwan kommt im November an. :2. Esik az eső. - Es regnet. :3. Az utca nedves és sötét. - Die Straße ist nass und dunkel. :4. A ház a város szélén áll. - Das Haus steht am Rand der Stadt. :5. Fából van. - Es ist aus Holz. :6. A festék szürke és régi. - Die Farbe ist grau und alt. :7. Iwan az ajtó előtt áll. - Iwan steht vor der Tür. :8. Van nála egy kulcs. - Er hat einen Schlüssel. :9. A kulcs nem illik bele. - Der Schlüssel passt nicht. :10. A zár új. - Das Schloss ist neu. :11. Iwan ránéz a házra. - Iwan schaut auf das Haus. :12. Egy ablak nyitva van. - Ein Fenster ist offen. :13. Bemászik rajta. - Er klettert hinein. :14. Bent hideg van. - Innen ist es kalt. :15. Régi füst szaga érződik. - Es riecht nach altem Rauch. :16. Iwan leteszi a bőröndjét. - Iwan stellt seinen Koffer ab. :17. Leül egy székre. - Er setzt sich auf einen Stuhl. :18. Az anyja meghalt. - Seine Mutter ist tot. :19. Ki kell ürítenie a házat. - Er muss das Haus räumen. :20. Fáradt. - Er ist müde. :21. Este kopognak az ajtón. - Am Abend klopft es an die Tür. :22. Egy nő áll odakint. - Eine Frau steht draußen. :23. Katjának hívják. - Sie heißt Katja. :24. A szomszédban lakik. - Sie wohnt nebenan. :25. Hoz egy üveg lekvárt. - Sie bringt ein Glas Konfitüre. :26. Bejön. - Sie kommt herein. :27. Nem köszön. - Sie sagt kein Hallo. :28. Leül a padra a kályha mellett. - Sie setzt sich auf die Bank am Ofen. :29. Iwan teát főz. - Iwan macht Tee. :30. A szamovár halkan zümmög. - Der Samowar summt leise. :31. Katja kinéz az ablakon. - Katja schaut aus dem Fenster. :32. Azt mondja: A bátyám elment. - Sie sagt: Mein Bruder ist weg. :33. Iwan megkérdezi: Hová? - Iwan fragt: Wohin? :34. Azt mondja: Moszkvába. Tíz évvel ezelőtt. - Sie sagt: Nach Moskau. Vor zehn Jahren. :35. Iwan hallgat. - Iwan schweigt. :36. Katja megissza a teáját. - Katja trinkt ihren Tee. :37. Búcsú nélkül elmegy. - Sie geht ohne Abschied. :38. Másnap Iwan dolgozik. - Am nächsten Tag arbeitet Iwan. :39. Elpakolja a régi holmikat. - Er räumt alte Sachen weg. :40. Fényképeket talál. - Er findet Fotos. :41. Az egyik fényképen az anyja mosolyog. - Auf einem Foto lächelt seine Mutter. :42. Leteszi a fényképet az asztalra. - Er legt das Foto auf den Tisch. :43. Este Katja újra eljön. - Abends kommt Katja wieder. :44. Kenyeret hoz. - Sie bringt Brot. :45. Leülnek egymás mellé. - Sie setzen sich zusammen. :46. Keveset beszélnek. - Sie reden wenig. :47. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. :48. Odakint hideg van. - Draußen ist es kalt. :49. A szél átfúj a falakon. - Der Wind kommt durch die Wände. :50. Iwan a régi kanapén alszik. - Iwan schläft auf dem alten Sofa. :51. Éjszaka zajt hall. - Nachts hört er ein Geräusch. :52. Kimegy. - Er geht nach draußen. :53. Katja a régi kútnál ül. - Katja sitzt am alten Brunnen. :54. A fejét a kezébe temeti. - Sie hält den Kopf in die Hände. :55. Iwan leül mellé. - Iwan setzt sich neben sie. :56. Azt mondja: Már nem várok. - Sie sagt: Ich warte nicht mehr. :57. Azt mondja: De abbahagyni sem tudom. - Sie sagt: Aber ich kann auch nicht aufhören. :58. Iwan meggyújt két cigarettát. - Iwan zündet zwei Zigaretten an. :59. Az egyiket odaadja neki. - Er gibt ihr eine. :60. Együtt dohányoznak. - Sie rauchen zusammen. :61. Nem egymásra néznek. - Sie schauen nicht einander an. :62. Az eget nézik. - Sie schauen in den Himmel. :63. Nagyon csendes minden. - Es ist sehr still. :64. Az utolsó napon Iwan tapétát ragaszt. - Am letzten Tag klebt Iwan Tapete. :65. A tapéta régi, 1987-ből való. - Die Tapete ist alt, von 1987. :66. Katja két csésze kávéval jön. - Katja kommt mit zwei Tassen Kaffee. :67. A csészéket az ablakpárkányra teszi. - Sie stellt die Tassen auf das Fensterbrett. :68. Egymásra néznek. - Sie schauen sich an. :69. Iwan a sarokba hajítja a tapétatekercset. - Iwan wirft die Tapetenrolle in die Ecke. :70. Fogja a táskáját. - Er nimmt seine Tasche. :71. Katja nem szól semmit. - Katja sagt nichts. :72. Iwan az ajtóhoz megy. - Iwan geht zur Tür. :73. Nem fordul meg. - Er dreht sich nicht um. :74. Elmegy a pályaudvarra. - Er geht zum Bahnhof. :75. A vonat befut a ködbe. - Der Zug fährt in den Nebel. :76. Katja még mindig a ház előtt áll. - Katja steht noch vor dem Haus. :77. Felemeli a kezét. - Sie hebt die Hand. :78. Aztán újra leengedi. - Dann senkt sie sie wieder. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Das alte Haus - A régi ház :1. Iwan huszonkilenc éves, és már nincs munkája. - Iwan ist neunundzwanzig Jahre alt und hat keine Arbeit mehr. :2. Novemberben visszautazik a kisvárosba, mert meghalt az anyja. - Er fährt im November zurück in die Kleinstadt, weil seine Mutter gestorben ist. :3. A vonat üres, az ablak bepárásodott. - Der Zug ist leer und das Fenster beschlagen. :4. Amikor megérkezik, már órák óta esik az eső. - Als er ankommt, regnet es schon seit Stunden. :5. A faház az utca végén áll, szinte elrejtve az öreg fák mögött. - Das Holzhaus steht am Ende der Straße, fast versteckt hinter alten Bäumen. :6. Iwan a kulcsot keresi a zsebében. - Iwan sucht den Schlüssel in seiner Tasche. :7. Nem illik bele, mert a zárat valamikor kicserélték. - Er passt nicht, denn das Schloss ist irgendwann ausgetauscht worden. :8. Iwan körbemegy a ház körül, és az oldalán talál egy nyitott ablakot. - Iwan geht um das Haus herum und findet ein offenes Fenster an der Seite. :9. Bemászik rajta, és a régi kamrában ér földet. - Er klettert hindurch und landet in der alten Vorratskammer. :10. Nedves fa, hideg hamu és valami olyan szaga van, amit nem tud megnevezni. - Es riecht nach feuchtem Holz, kalter Asche und etwas, das er nicht benennen kann. :11. Leteszi a bőröndjét a szoba közepére, és állva marad. - Er stellt seinen Koffer in die Mitte des Zimmers und bleibt stehen. :12. A falakon tapéták lógnak, amelyek a sarkoknál leválnak. - An den Wänden hängen Tapeten, die sich an den Ecken lösen. :13. A tetőn lyuk van, és a padlón egy régi vödör áll. - Das Dach hat ein Loch, und auf dem Boden steht ein alter Eimer. :14. Iwan leül egy székre az asztalnál, és sokáig a csendbe néz. - Iwan setzt sich auf einen Stuhl am Tisch und schaut lange in die Stille. :15. Nem tudja, egyáltalán miért jött. - Er weiß nicht, warum er überhaupt gekommen ist. :16. A második este kopognak az ajtón. - Am zweiten Abend klopft es an die Tür. :17. Az ajtó előtt egy nő áll, kezében egy üveg lekvárral. - Vor der Tür steht eine Frau mit einem Glas Konfitüre in der Hand. :18. Megmondja a nevét: Katja Mihajlovna, tizenöt éve a szomszédja. - Sie sagt ihren Namen: Katja Michailowna, Nachbarin seit fünfzehn Jahren. :19. Kérdezés nélkül bejön, és leül a padra a kályha mellett. - Sie kommt herein, ohne zu fragen, und setzt sich auf die Bank am Ofen. :20. Iwan teát készít, mert nem tudja, mit tehetne mást. - Iwan macht Tee, weil er nicht weiß, was er sonst tun soll. :21. A régi szamovárnak idő kell, amíg felmelegszik. - Der alte Samowar braucht eine Weile, bis er warm wird. :22. Katja kinéz az ablakon, mintha várna valamire. - Katja schaut aus dem Fenster, als ob sie auf etwas wartet. :23. Aztán nyugodtan azt mondja, hogy a bátyja, Dmitri, tíz évvel ezelőtt Moszkvába utazott. - Dann sagt sie ruhig, dass ihr Bruder Dmitri vor zehn Jahren nach Moskau gefahren ist. :24. Azóta egyetlen szót sem hallott felőle. - Seitdem hat sie kein einziges Wort von ihm gehört. :25. Iwan bólint, de nem mond semmit. - Iwan nickt, aber er sagt nichts. :26. A falióra ketyeg, és a víz zümmögni kezd. - Die Uhr an der Wand tickt, und das Wasser beginnt zu summen. :27. Katja megissza a teáját, aztán elmegy anélkül, hogy elbúcsúzna. - Katja trinkt ihren Tee und geht dann, ohne sich zu verabschieden. :28. A következő napokban Iwan lassan kiüríti a házat. - In den nächsten Tagen räumt Iwan langsam das Haus aus. :29. Leveleket, fényképeket és egy régi órát talál, amely már nem jár. - Er findet Briefe, Fotos und eine alte Uhr, die nicht mehr geht. :30. Az egyik fényképen az anyja a kerti padon ül, és a napfénybe mosolyog. - Auf einem Foto sitzt seine Mutter auf der Gartenbank und lächelt in die Sonne. :31. Iwan a fényképet az ablakpárkányra teszi, mert nem tudja kidobni. - Iwan legt das Foto auf das Fensterbrett, weil er es nicht wegwerfen kann. :32. Katja minden este eljön, és néha kenyeret hoz, néha levest. - Katja kommt jeden Abend und bringt manchmal Brot, manchmal Suppe. :33. Leülnek együtt, és keveset beszélnek, de ez egyiküket sem zavarja. - Sie setzen sich zusammen und reden wenig, aber das stört keinen von beiden. :34. Odakint korán sötétedik, és a szél hidegen nyomul be a régi réseken. - Draußen wird es früh dunkel, und der Wind drückt kalt durch die alten Ritzen. :35. A harmadik éjszaka Iwan felébred, mert zajt hall. - In der dritten Nacht wacht Iwan auf, weil er ein Geräusch hört. :36. Olyan, mintha patkány lenne, vagy mintha egy szív túl hangosan verne. - Es klingt wie eine Ratte oder wie ein Herz, das zu laut schlägt. :37. Felveszi a kabátját, és kimegy. - Er zieht seinen Mantel an und geht nach draußen. :38. Katja a kertben ül a régi kútnál, fejét mindkét kezébe támasztva. - Katja sitzt am alten Brunnen im Garten, den Kopf in beide Hände gestützt. :39. Iwan leül mellé, anélkül hogy megkérdezné, mi történt. - Iwan setzt sich neben sie, ohne zu fragen, was passiert ist. :40. Egy ideig egyáltalán nem mondanak semmit. - Eine Weile sagen sie gar nichts. :41. Aztán Katja azt mondja, hogy már nem vár. - Dann sagt Katja, dass sie nicht mehr wartet. :42. De abbahagyni sem tudja, mondja halkan. - Aber aufhören kann sie auch nicht, sagt sie leise. :43. Iwan előhúz két cigarettát a zsebéből, és az egyiket odaadja neki. - Iwan zieht zwei Zigaretten aus der Tasche und gibt ihr eine. :44. Együtt dohányoznak, és a sötét eget nézik. - Sie rauchen zusammen und schauen in den dunklen Himmel. :45. Közben nem néznek egymásra, de ez nem kellemetlen. - Sie sehen sich dabei nicht an, aber das ist nicht unangenehm. :46. Elutazása napján Iwan elővesz a pincéből egy régi tapétatekercset. - Am Tag seiner Abreise nimmt Iwan eine alte Tapetenrolle aus dem Keller. :47. Elkezd új tapétát ragasztani a gyerekszoba szakadt tapétája helyére. - Er fängt an, die zerrissene Tapete im Kinderzimmer neu zu kleben. :48. A papír 1987-ből való, és már alig illik a falhoz. - Das Papier ist von 1987 und passt kaum noch zur Wand. :49. Ő maga is tudja, hogy ennek semmi értelme, de folytatja. - Er weiß selbst, dass es keinen Sinn ergibt, aber er macht weiter. :50. Katja két csészével jelenik meg, és leteszi őket az ablakpárkányra. - Katja erscheint mit zwei Tassen und stellt sie auf das Fensterbrett. :51. Egymásra néznek, anélkül hogy bármit mondanának. - Sie schauen sich an, ohne etwas zu sagen. :52. Nincs mosoly, és nincs búcsú. - Es gibt kein Lächeln und keinen Abschied. :53. Iwan a sarokba teszi a tapétatekercset, és felveszi a táskáját. - Iwan legt die Tapetenrolle in die Ecke und nimmt seine Tasche. :54. Kimegy az ajtón, és bezárja maga mögött. - Er geht durch die Tür und schließt sie hinter sich. :55. A pályaudvar felé menet már nem fordul vissza. - Auf dem Weg zum Bahnhof dreht er sich nicht mehr um. :56. A vonat pontosan érkezik, és lassan befut a novemberi ködbe. - Der Zug kommt pünktlich und fährt langsam in den Novembernebel. :57. Katja még egy ideig a ház előtt áll. - Katja steht noch eine Weile vor dem Haus. :58. Felemeli a kezét, mintha a vonat láthatná őt. - Sie hebt die Hand, als ob der Zug sie sehen könnte. :59. Aztán újra leengedi a kezét, és bemegy. - Dann senkt sie die Hand wieder und geht hinein. :60. Az előszobában még egy órán át ég a fény, aztán már nem. - Das Licht im Flur brennt noch eine Stunde, dann nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :A régi ház - Das alte Haus :1. A vonat késett, és mire Ivan Petrovics végre megérkezett, a peron már rég üres volt. - Der Zug hatte Verspätung, und als Iwan Petrowitsch endlich ankam, war der Bahnsteig längst leer. :2. November közepe volt, és az eső ferdén és közönyösen hullott a kövezetre. - Es war Mitte November, und der Regen fiel schräg und gleichgültig auf das Pflaster. :3. Még jól ismerte az utcát, bár majdnem hét éve nem járt már itt. - Er kannte die Straße noch gut, obwohl er seit fast sieben Jahren nicht mehr hier gewesen war. :4. A faház kisebbnek látszott, mint ahogyan az emlékezetében élt. - Das Holzhaus sah kleiner aus, als er es in Erinnerung hatte. :5. A festék pergedezett, a tető kissé megereszkedett, és az egyik spaletta nyitva állt. - Die Farbe blätterte ab, das Dach hing leicht durch, und einer der Fensterläden stand offen. :6. Ivan megállt a járdán, és úgy nézett a házra, mintha engedélyre volna szüksége ahhoz, hogy belépjen. - Iwan blieb auf dem Gehweg stehen und schaute auf das Haus, als ob er eine Erlaubnis brauchte einzutreten. :7. A kulcs, amelyet a közjegyző küldött neki, nem illett a zárba. - Der Schlüssel, den ihm der Notar geschickt hatte, passte nicht. :8. Kétszer megpróbálta, aztán abbahagyta. - Er versuchte es zweimal, dann ließ er es bleiben. :9. Valamikor valaki kicserélte a zárat, és senkinek sem jutott eszébe, hogy erről értesítse őt. - Irgendwann hatte jemand das Schloss ausgetauscht, und niemand hatte daran gedacht, ihm Bescheid zu geben. :10. Talált egy ablakot a kamránál, amelyet kívülről ki lehetett nyitni, és bemászott rajta. - Er fand ein Fenster zur Vorratskammer, das sich von außen öffnen ließ, und kletterte hindurch. :11. Odabent hideg hamu, nedves gyapjú és évek alatt összegyűlt csend szaga volt. - Drinnen roch es nach kalter Asche, feuchter Wolle und einer Stille, die sich über Jahre angesammelt hatte. :12. Ivan letette a bőröndjét, és lerogyott a konyhaasztalnál álló régi székre. - Iwan stellte seinen Koffer ab und ließ sich auf den alten Stuhl am Küchentisch sinken. :13. Az anyja ennél az asztalnál ült minden reggel, amióta csak vissza tudott emlékezni. - Seine Mutter hatte an diesem Tisch jeden Morgen gesessen, solange er denken konnte. :14. A tapétát nézte, amely több helyen levált a falról. - Er schaute auf die Tapete, die sich an mehreren Stellen von der Wand gelöst hatte. :15. A padlón egy vödör állt, amely felfogta az esőt, amely a lyukas tetőn át csöpögött be. - Auf dem Boden stand ein Eimer, der Regen auffing, der durch das undichte Dach tropfte. :16. Számolta a cseppeket, amíg abbahagyta a gondolkodást, és ez nem tartott sokáig. - Er zählte die Tropfen, bis er aufhörte zu denken, und das dauerte nicht lange. :17. A második estén kopogtak, anélkül hogy számított volna rá. - Am zweiten Abend klopfte es, ohne dass er es erwartet hätte. :18. Az ajtó előtt egy számára ismeretlen nő állt, egyik kezében egy üveg lekvárral, a másikban egy vekni kenyérrel. - Vor der Tür stand eine Frau, die er nicht kannte, mit einem Glas Konfitüre in der einen und einem Laib Brot in der anderen Hand. :19. Azt mondta, Katja Mihajlovnának hívják, és tizenöt éve lakik a szomszédban. - Sie sagte, sie heiße Katja Michailowna und wohne seit fünfzehn Jahren nebenan. :20. Belépett anélkül, hogy várakozott volna, leült a kemencepadra, és letette a holmikat az asztalra. - Sie trat ein, ohne zu warten, setzte sich auf die Ofenbank und legte die Sachen auf den Tisch. :21. Ivan teát főzött, mert semmi jobb nem jutott eszébe. - Iwan machte Tee, weil ihm nichts Besseres einfiel. :22. Katja keveset beszélt, de amit mondott, az megmaradt az emberben. - Katja sprach wenig, aber was sie sagte, blieb hängen. :23. Azt mondta, a bátyja, Dmitrij, tíz évvel ezelőtt reggel az első vonattal Moszkvába utazott, és azóta semmit sem hallott róla. - Ihr Bruder Dmitri sei vor zehn Jahren morgens mit dem ersten Zug nach Moskau gefahren, sagte sie, und seitdem habe sie nichts mehr von ihm gehört. :24. Egy levelet sem, egy hívást sem, még kerülő úton érkezett üzenetet sem. - Nicht einen Brief, nicht einen Anruf, nicht einmal eine Nachricht über Umwege. :25. Ezt keserűség nélkül mondta, inkább úgy, mintha időjárás-jelentést olvasna fel. - Sie sagte das ohne Bitterkeit, eher so, als würde sie eine Wettervorhersage vorlesen. :26. A szamovár zümmögött, Ivan pedig a csészéjébe nézett. - Der Samowar summte, und Iwan schaute in seine Tasse. :27. Mondhatott volna valamit, de minden, ami eszébe jutott, hamisan hangzott. - Er hätte etwas sagen können, aber alles, was ihm einfiel, klang falsch. :28. Katja felállt, és búcsú nélkül elment. - Katja stand auf und ging, ohne sich zu verabschieden. :29. A következő napokban Ivan lassan és terv nélkül dolgozott. - In den nächsten Tagen arbeitete Iwan langsam und ohne Plan. :30. Kiürítette a szekrényeket, könyveket halmozott egymásra, leveleket válogatott, amelyeket nem olvasott el. - Er räumte Schränke aus, stapelte Bücher, sortierte Briefe, die er nicht las. :31. Egyszer talált egy doboz fényképet egészen hátul a polcon. - Einmal fand er eine Schachtel mit Fotos ganz hinten im Regal. :32. Az egyiken az anyja ült nyáron a kerti padon, szemét kissé összehúzva a nap ellen. - Auf einem saß seine Mutter im Sommer auf der Gartenbank, die Augen leicht zugekniffen gegen die Sonne. :33. A fényképet az ablakpárkányra állította, mert nem tudta eldönteni, maradjon-e vagy menjen. - Er stellte das Foto auf das Fensterbrett, weil er nicht entscheiden konnte, ob es bleiben oder gehen sollte. :34. Katja minden este eljött, és hozott hol levest, hol kenyeret, hol semmi mást, csak önmagát. - Katja kam jeden Abend und brachte mal Suppe, mal Brot, mal nichts außer sich selbst. :35. Leült, ő teát főzött, és apróságokról beszélgettek, amelyek egyiküknek sem kerültek semmibe. - Sie setzte sich, er kochte Tee, und sie redeten über Kleinigkeiten, die beide nichts kosteten. :36. Nem barátság volt ez, de már nem is magány. - Es war keine Freundschaft, aber auch keine Einsamkeit mehr. :37. A harmadik éjszakán Ivan felriadt egy álomból, amelyre nem tudott visszaemlékezni. - In der dritten Nacht schreckte Iwan aus einem Schlaf hoch, den er nicht erinnern konnte. :38. Valami zaj hallatszott, valahol álom és fal között, és ő felkelt, mielőtt igazán ébren lett volna. - Es hatte ein Geräusch gegeben, irgendwo zwischen Traum und Wand, und er stand auf, bevor er richtig wach war. :39. Magára húzta a kabátját, végigment a folyosón, és kinyitotta a hátsó ajtót a kert felé. - Er zog seinen Mantel über, ging durch den Flur und öffnete die Hintertür zum Garten. :40. Katja a régi kútnál ült, könyökét a térdére támasztva, arcát mindkét kezébe temetve. - Katja saß am alten Brunnen, die Ellbogen auf die Knie gestützt und das Gesicht in beiden Händen vergraben. :41. Ivan szó nélkül leült mellé a nedves kőre. - Iwan setzte sich neben sie auf den feuchten Stein, ohne ein Wort zu sagen. :42. A kert csendje más volt, mint a ház csendje. - Die Stille im Garten war anders als die im Haus. :43. Egy idő után Katja, anélkül hogy felnézett volna, azt mondta, hogy már nem vár. - Nach einer Weile sagte Katja, ohne aufzublicken, dass sie nicht mehr warte. :44. De egyszerűen abbahagyni sem tudja, mert az abbahagyás is döntés, és ezt a döntést ő soha nem hozta meg. - Aber sie könne auch nicht einfach aufhören, denn Aufhören sei ja auch eine Entscheidung, und die habe sie nie getroffen. :45. Ivan elővette a cigarettásdobozát a kabátzsebéből, és adott neki egyet. - Iwan zog seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche und gab ihr eine. :46. Dohányoztak anélkül, hogy egymásra néztek volna, és ehelyett az eget nézték, amely sötét volt, felhőtlen és teljesen érintetlen. - Sie rauchten, ohne sich anzusehen, und schauten stattdessen in den Himmel, der dunkel und wolkenlos und völlig unberührt war. :47. Elutazásának reggelén Ivan a pincében talált egy tekercs tapétát, amely még a nyolcvanas évekből származott. - Am Morgen seiner Abreise fand Iwan im Keller eine Rolle Tapete, die noch aus den achtziger Jahren stammte. :48. Bevitte a gyerekszobába, és elkezdte újraragasztani az ágy fölötti szakadt csíkot, bár pontosan tudta, hogy ennek semmi gyakorlati értelme nincs. - Er trug sie ins Kinderzimmer und fing an, den zerrissenen Streifen über dem Bett neu zu kleben, obwohl er genau wusste, dass es keinen praktischen Sinn hatte. :49. A minta már nem illett ahhoz, ami még a falon maradt, és a papír olyan száraz volt, hogy hajtáskor eltört. - Das Muster passte nicht mehr zu dem, was noch an der Wand klebte, und das Papier war so trocken, dass es beim Falten brach. :50. Katja két csészével jelent meg, szótlanul az ablakpárkányra tette őket, és az ajtófélfának támaszkodott. - Katja erschien mit zwei Tassen, stellte sie wortlos auf die Fensterbank und lehnte sich an den Türrahmen. :51. Egymásra néztek, és egyikük sem próbált többet csinálni belőle, mint ami volt. - Sie sahen sich an, und keiner von beiden versuchte, daraus mehr zu machen, als es war. :52. Ivan összetekerte a maradék papírt, és a tekercset a sarokba dobta. - Iwan rollte das restliche Papier zusammen und warf die Rolle in die Ecke. :53. Felvette a táskáját, összehúzta a kabátját, és kerülő nélkül az ajtóhoz ment. - Er nahm seine Tasche, zog die Jacke zu und ging ohne Umweg zur Tür. :54. Az utcán hideg volt és csend, a köd pedig olyan mélyen feküdt, hogy nem lehetett látni az utca végét. - Auf der Straße war es kalt und still, und der Nebel lag so tief, dass man das Ende der Straße nicht sehen konnte. :55. A peronon már nem fordult meg, bár érezte, hogy valaki nézi. - Am Bahnsteig drehte er sich nicht mehr um, obwohl er spürte, dass jemand schaute. :56. A vonat megérkezett, és ő felszállt. - Der Zug kam, und er stieg ein. :57. Az ablakon át még röviden látta a házat, aztán az eltűnt a szürkeségben. - Durch das Fenster sah er kurz das Haus, dann verschwand es im Grau. :58. Katja még egy darabig a járdán állt, félig felemelte a kezét, majd újra leengedte. - Katja stand noch eine Weile auf dem Gehweg, hob die Hand halb und ließ sie wieder sinken. :59. Addig állt ott, amíg a vonatot már nem lehetett hallani. - Sie stand dort, bis der Zug nicht mehr zu hören war. :60. Aztán visszament, becsukta maga mögött az ajtót, és várt, anélkül hogy tudta volna, mire. - Dann ging sie zurück, schloss die Tür hinter sich und wartete, ohne zu wissen worauf. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :A régi ház - Das alte Haus :1. A vonat csaknem negyven percet késett, ami Iwan Petrowitschot nem lepte meg, mert ezen a vidéken ritkán állt meg pontosan, amennyire emlékezni tudott. - Der Zug hatte fast vierzig Minuten Verspätung, was Iwan Petrowitsch nicht überraschte, denn in dieser Gegend hatte er selten pünktlich gehalten, soweit er sich erinnern konnte. :2. November tizenkettedike volt, és az eső, amely kora délután óta hullott, a utcákat fénylő fekete tükrökké változtatta, amelyek elnyelték a lámpafényt, anélkül hogy visszaverték volna. - Es war der zwölfte November, und der Regen, der seit dem frühen Nachmittag fiel, hatte die Straßen in glänzende schwarze Spiegel verwandelt, die das Laternenlicht schluckten, ohne es zurückzuwerfen. :3. Iwan megállt a pályaudvar kijáratánál, bőröndje mellette, és végignézett az utcán, mintha a várakozás révén kideríthetné, miért is tért vissza egyáltalán ide. - Iwan blieb am Ausgang des Bahnhofs stehen, den Koffer neben sich, und schaute die Straße hinunter, als könnte er durch das Warten herausfinden, warum er überhaupt hierher zurückgekommen war. :4. Anyja háza a második keresztutca végén állt, félig eltakarva egy öreg hársfa által, amelynek ágai novemberben már semmit sem rejtettek el. - Das Haus seiner Mutter stand am Ende der zweiten Querstraße, halb verdeckt von einer alten Linde, deren Äste im November nichts mehr verbargen. :5. Tizenkét percre volt gyalog, ezt tudta, anélkül hogy gondolkodnia kellett volna rajta. - Er brauchte zwölf Minuten zu Fuß, was er wusste, ohne darüber nachzudenken. :6. A faház nem tűnt romosnak, inkább olyannak, mintha saját elhatározásából húzódott volna vissza, mintha az időjárás okozta kopás magatartás volna, nem mulasztás. - Das Holzhaus sah nicht verfallen aus, eher so, als hätte es sich aus eigenem Entschluss zurückgezogen, als wäre die Verwitterung eine Haltung und kein Versäumnis. :7. A kulcs, amelyet a közjegyző egy barna borítékban küldött el neki két sor gépelt magyarázattal, nem illett a zárba. - Der Schlüssel, den ihm der Notar in einem braunen Umschlag mit zwei Zeilen maschinenschriftlicher Erklärung geschickt hatte, passte nicht ins Schloss. :8. Iwan háromszor próbálta meg, egyre nagyobb nyomással, aztán eltette a kulcsot, és egy lépést hátralépett, mintha valamivel nagyobb távolságból kellene szemügyre vennie a problémát. - Iwan versuchte es drei Mal mit zunehmendem Druck, dann steckte er den Schlüssel weg und trat einen Schritt zurück, als müsste er das Problem aus etwas mehr Distanz betrachten. :9. A zárat valamikor kicserélték, anélkül hogy bárkinek eszébe jutott volna őt erről tudomására hozni. - Das Schloss war irgendwann ausgetauscht worden, ohne dass irgendjemand auf die Idee gekommen wäre, ihn davon in Kenntnis zu setzen. :10. Megtalálta az éléskamra ablakát a ház nyugati oldalán, amelyet be lehetett nyomni, ha az ember alulról nekifeszült a keretnek, amit még gyermekkorából tudott, bár nem emlékezett rá, mikor tanulta meg. - Er fand das Fenster der Vorratskammer auf der Westseite des Hauses, das sich nach innen drücken ließ, wenn man von unten gegen den Rahmen stemmte, was er noch aus seiner Kindheit wusste, obwohl er sich nicht erinnern konnte, wann er es gelernt hatte. :11. Odabent az évek összességének szaga érződött, hideg hamué, nedves fáé, füstös teáé és a csendnek egy olyan minőségéé, amelyet csak olyan házakban talál az ember, ahol már régóta senki sem beszélt hangosan. - Drinnen roch es nach der Summe von Jahren, nach kalter Asche, feuchtem Holz, verrauchten Tee und einer Qualität von Stille, die man nur in Häusern findet, in denen lange niemand mehr laut gesprochen hat. :12. Otthagyta a bőröndöt, levette a nedves kabátját, és arra a székre akasztotta, amelyen anyja mindig ült, amikor cipőt húzott. - Er ließ den Koffer stehen, zog die nasse Jacke aus und hing sie über den Stuhl, auf dem seine Mutter immer gesessen hatte, um Schuhe anzuziehen. :13. A tető egyenletes időközönként csöpögött egy cinkvödörbe a konyha padlóján, Iwan pedig leült az asztalhoz, és addig hallgatta ezt a csöpögést, míg úgy nem tűnt neki, mintha ez volna az egyetlen hang, amelynek ebben a házban még létjogosultsága van. - Das Dach tropfte in gleichmäßigen Abständen in einen Zinkeimer auf dem Küchenboden, und Iwan setzte sich an den Tisch und hörte diesem Tropfen zu, bis es ihm vorkam, als wäre es das einzige Geräusch, das in diesem Haus noch eine Berechtigung hatte. :14. A második estén nem sokkal hét után kopogtak, kétszer, aztán szünet, aztán még egyszer, ami úgy hatott, mint egy kérdés, amely nem biztos a saját válaszában. - Am zweiten Abend klopfte es kurz nach sieben, zweimal, dann Pause, dann noch einmal, was sich anfühlte wie eine Frage, die ihre eigene Antwort nicht sicher war. :15. A nő, aki odakint állt, körülbelül vele egyidős volt, nehéz gyapjúkabátot viselt, és egy üveg lekvárt meg egy kendőbe csavart kenyeret tartott maga előtt, mintha ezek nem ajándékok, hanem dokumentumok volnának. - Die Frau, die draußen stand, war etwa in seinem Alter, trug einen schweren Wollmantel und hielt ein Glas Konfitüre und einen in Tuch eingeschlagenen Laib Brot vor sich, als wären es keine Geschenke, sondern Dokumente. :16. Azt mondta, Katja Michailownának hívják, tizenöt éve lakik a szomszéd házban, és jól ismerte az anyját, anélkül hogy ezt közelebbről kifejtette volna. - Sie sagte, sie heiße Katja Michailowna, wohne seit fünfzehn Jahren im Haus nebenan und habe seine Mutter gut gekannt, ohne das näher auszuführen. :17. Belépett, mielőtt Iwan behívta volna, maga akasztotta fel a kabátját a kampóra, és olyan természetességgel ült le a kemencepadkára, amely nem tolakodás volt, hanem egyszerűen annak a módja, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Sie trat ein, bevor er sie einlud, hängte ihren Mantel selbst an den Haken und setzte sich auf die Ofenbank mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Anmaßung war, sondern einfach die Art jemandes, der genau weiß, wo er hingehört. :18. Iwan teát főzött, mert ez volt az egyetlen dolog, amit szembe tudott állítani az estével. - Iwan kochte Tee, weil es das einzige war, was er dem Abend entgegensetzen konnte. :19. Katja egy idő után, majdnem mellékesen, elmesélte, hogy a bátyja, Dmitri, tíz évvel ezelőtt egy reggel a hajnali vonattal Moszkvába utazott, egy kis táskával és azzal az ígérettel, hogy jelentkezik, amint megérkezett. - Katja erzählte nach einer Weile, fast beiläufig, dass ihr Bruder Dmitri eines Morgens vor zehn Jahren mit dem Frühzug nach Moskau gefahren sei, mit einer kleinen Tasche und dem Versprechen, sich zu melden, sobald er angekommen sei. :20. Azóta semmit sem hallott róla, sem levelet, sem táviratot, sem másodkézből származó hírt, még egy pletykát sem. - Seitdem hatte sie nichts mehr von ihm gehört, keinen Brief, kein Telegramm, keine Nachricht aus zweiter Hand, nicht einmal ein Gerücht. :21. Ezt olyan hangon mondta, amely nem volt sem panasz, sem közöny, hanem valami a kettő között, a tárgyilagos kimerültség egy fajtája, amely akkor keletkezik, ha az ember egy tényt olyan sokszor gondolt végig, hogy az már megszűnt fájni, anélkül hogy megszűnt volna igaznak lenni. - Sie sagte das in einem Ton, der weder Klage noch Gleichgültigkeit war, sondern etwas dazwischen, eine Art sachlicher Erschöpfung, die entsteht, wenn man eine Tatsache so oft gedacht hat, dass sie aufgehört hat, weh zu tun, ohne aufgehört zu haben, wahr zu sein. :22. A szamovár zümmögött, a tető csöpögött, Iwan pedig hallgatott, mert minden, amit mondhatott volna, túl kicsinek tűnt ehhez a mondathoz. - Der Samowar summte, das Dach tropfte, und Iwan schwieg, weil ihm alles, was er hätte sagen können, zu klein für diesen Satz gewirkt hätte. :23. Katja kiitta a teáját, felállt és elment, búcsúszó nélkül, mintha az ember egy beszélgetés közepén egyszerűen csak szobát váltana. - Katja trank ihren Tee aus, stand auf und ging, ohne ein Wort des Abschieds, als würde man mitten in einem Gespräch einfach das Zimmer wechseln. :24. Iwan a következő napokat azzal töltötte, hogy kiürítette a házat, de rendszer nélkül és anélkül az érzés nélkül, hogy előrehaladna, mert minden doboz után, amelyet kiürített, két újabbat talált, amelyet még ki sem nyitott. - Iwan verbrachte die folgenden Tage damit, das Haus auszuräumen, aber ohne System und ohne das Gefühl, voranzukommen, denn für jede Schachtel, die er leerte, fand er zwei weitere, die er noch nicht geöffnet hatte. :25. Levelekre bukkant, fényképekre, olyan tárgyakra, amelyeknek a rendeltetését már nem tudta rekonstruálni, és másokra, amelyeknek a rendeltetését nagyon is ismerte, ami rosszabb volt. - Er stieß auf Briefe, auf Fotos, auf Gegenstände, deren Zweck er nicht mehr rekonstruieren konnte, und auf anderen, deren Zweck er sehr wohl kannte, was schlimmer war. :26. Az egyik fénykép az anyját mutatta nyáron, a kerti padon, arcát kissé elfordítva a naptól, olyan kifejezéssel, amely idegen volt számára, mert életében soha nem látta rajta. - Ein Foto zeigte seine Mutter im Sommer, auf der Gartenbank, das Gesicht leicht von der Sonne abgewandt und mit einem Ausdruck, der ihm fremd war, weil er ihn zu Lebzeiten nie gesehen hatte. :27. A képet az ablakpárkányra állította, és ott hagyta, mert nem tudott jobb döntést hozni, és mert az ablakpárkány legalább becsületes hely volt. - Er stellte das Foto auf das Fensterbrett und ließ es dort, weil er keine bessere Entscheidung treffen konnte und weil das Fensterbrett zumindest ein ehrlicher Ort war. :28. Katja minden este eljött, néha étellel, néha anélkül, és látogatásai olyan rendszerességet öltöttek, amelyről egyikük sem beszélt, de amely nyilvánvalóan nem is igényelt megbeszélést. - Katja kam jeden Abend, manchmal mit Essen, manchmal ohne, und ihre Besuche hatten eine Regelmäßigkeit angenommen, über die keiner von beiden gesprochen hatte, die aber offenbar keiner Besprechung bedurfte. :29. Beszéltek a tetőről, a szomszédságról, a télről, amely korán fog érkezni, és néha a semmiről is, ami ennek ellenére nem érződött hallgatásnak. - Sie redeten über das Dach, über die Nachbarschaft, über den Winter, der früh kommen würde, und manchmal auch über nichts, was sich trotzdem nicht wie Schweigen anfühlte. :30. A harmadik éjszakán Iwan fél négy körül felébredt egy álomból, amelyet azonnal elfelejtett, és már az ablaknál állt, mielőtt tudta volna, miért kelt fel. - In der dritten Nacht wachte Iwan gegen halb vier auf, aus einem Schlaf, den er sofort vergessen hatte, und stand am Fenster, bevor er wusste, warum er aufgestanden war. :31. A kertben, a falazott kútnál, amelyet évek óta nem használtak, Katja ült a kőperemen, könyökét a térdére támasztva, arcát mindkét kezébe temetve, olyan mozdulatlanul, hogy Iwan egy pillanatig azt hitte, ülve alszik. - Im Garten, am gemauerten Brunnen, der seit Jahren nicht mehr benutzt wurde, saß Katja auf dem Steinrand, die Ellbogen auf die Knie gestützt, das Gesicht in beiden Händen vergraben, so reglos, dass er einen Moment lang glaubte, sie schliefe sitzend. :32. Magára húzta a kabátját a hálóing fölé, végigment a folyosón, és kilépett a kertbe. - Er zog seinen Mantel über das Nachthemd, ging durch den Flur und trat in den Garten. :33. A levegő tiszta és nagyon hideg volt, a fű pedig halkan ropogott a cipője alatt. - Die Luft war klar und sehr kalt, und das Gras knirschte leicht unter seinen Schuhen. :34. Iwan leült mellé a kút peremére, anélkül hogy megkérdezte volna, mit csinál ott, és anélkül hogy úgy tett volna, mintha ez normális volna, mert mindkettő hamis lett volna. - Iwan setzte sich neben sie auf den Brunnenrand, ohne zu fragen, was sie dort tat, und ohne so zu tun, als wäre es normal, weil beides falsch gewesen wäre. :35. Hosszú idő után Katja anélkül, hogy felnézett volna, azt mondta, hogy már nem vár. - Nach einer langen Weile sagte Katja, ohne aufzublicken, dass sie nicht mehr warte. :36. De a felhagyás sem megoldás, tette hozzá, mert a felhagyás döntést feltételez, a döntés pedig világosságot feltételez, és a világosság pontosan az, amit tíz év alatt nem nyert meg. - Aber das Aufhören sei auch keine Lösung, fügte sie hinzu, denn Aufhören setze eine Entscheidung voraus, und eine Entscheidung setze Klarheit voraus, und Klarheit sei genau das, was sie in zehn Jahren nicht gewonnen habe. :37. Iwan elővette cigarettásdobozát a kabátzsebéből, meggyújtott kettőt, adott neki egyet, és dohányoztak, anélkül hogy egymásra néztek volna, tekintetüket fölfelé emelve, ahol az ég sötét volt, felhőtlen és teljesen megközelíthetetlen. - Iwan zog seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche, zündete zwei an, gab ihr eine, und sie rauchten, ohne sich anzusehen, den Blick nach oben, wo der Himmel dunkel und wolkenlos und vollkommen unzugänglich war. :38. Ez volt a legnyugodtabb óra, amelyet Iwan hosszú idő óta átélt. - Es war die ruhigste Stunde, die Iwan seit langer Zeit erlebt hatte. :39. Elutazása reggelén, miután bőröndjét már összepakolta és az ajtóhoz állította, Iwan a hátsó pincében egy megkezdett tapétatekercset talált, mintája halvány virágfonat volt 1987-ből, a papír olyan száraz, hogy hajlításkor tört. - Am Morgen seiner Abreise, nachdem er den Koffer bereits gepackt und an die Tür gestellt hatte, fand Iwan im hinteren Keller eine angebrochene Rolle Tapete, das Muster ein blasses Blumengeflecht aus dem Jahr 1987, das Papier so trocken, dass es beim Biegen brach. :40. Ennek ellenére bevitte a gyerekszobába, és elkezdte újraragasztani a hosszú, elszakadt csíkot a régi gyerekágy fölött, bár a minta már nem illett, és a ragasztó, amelyet egy konyhai maradékból kevert ki, túl híg volt. - Er trug sie dennoch ins Kinderzimmer und begann, den langen zerrissenen Streifen über dem alten Kinderbett neu zu kleben, obwohl das Muster nicht mehr stimmte und der Kleister, den er aus einem Rest in der Küche angerührt hatte, zu dünn war. :41. Értelmetlen cselekedet volt, ezt tudta, de az értelem ebben a házban amúgy is mindig inkább remény volt, mint tulajdonság. - Es war eine sinnlose Handlung, das wusste er, aber Sinn war in diesem Haus ohnehin immer eher eine Hoffnung als eine Eigenschaft gewesen. :42. Katja két csésze kávéval jelent meg, az ablakpárkányra tette őket, és némán az ajtófélfának támaszkodott, mintha azért nem lépne be, mert tudná, hogy belépni ezen a reggelen annyit jelentene, mint búcsút venni, és ez olyasmi volt, amire egyiküknek sem volt nyelve. - Katja erschien mit zwei Tassen Kaffee, stellte sie auf die Fensterbank und lehnte sich schweigend an den Türrahmen, so als käme sie nicht hinein, weil sie wüsste, dass Hineinkommen an diesem Morgen bedeutete, Abschied zu nehmen, und das war etwas, wofür sie beide keine Sprache hatten. :43. Iwan elejtette a tapétatekercset, a nadrágjába törölte a kezét, és levette kabátját a kampóról, anélkül hogy még egyszer visszanézett volna. - Iwan ließ die Tapetenrolle fallen, trocknete die Hände an der Hose und nahm seinen Mantel vom Haken, ohne sich noch einmal umzusehen. :44. Nem mondott semmit, és Katja sem mondott semmit, és ez nem hidegség volt, hanem a becsületesség olyan formája, amely nem tűri a szavakat. - Er sagte nichts, und Katja sagte nichts, und das war keine Kälte, sondern eine Form von Ehrlichkeit, die Wörter nicht erträgt. :45. Az utcán olyan sűrű volt a köd, hogy a kereszteződésen túli házak már eltűntek, mintha a világot mögötte eltakarították volna. - Auf der Straße war der Nebel so dicht, dass die Häuser jenseits der Kreuzung bereits verschwunden waren, als wäre die Welt hinter ihm abgeräumt worden. :46. A jól ismert úton ment a pályaudvarra, sietség nélkül, és sehol sem fordult meg, noha pontosan tudta, hogy ezt elhatározta magában. - Er lief den bekannten Weg zum Bahnhof, ohne sich zu beeilen, und drehte sich an keiner Stelle um, obwohl er genau wusste, dass er es sich vorgenommen hatte. :47. A vonat már a peronon állt, Iwan pedig felszállt, és szinte gondolkodás nélkül talált egy ablak melletti helyet a megfelelő oldalon. - Der Zug stand bereits am Bahnsteig, und Iwan stieg ein und fand einen Fensterplatz auf der richtigen Seite, fast ohne darüber nachzudenken. :48. Amikor a vonat elindult, a bepárásodott üvegen át röviden látta, ahogy a ház teteje felbukkan a fák fölött, majd azonnal újra eltűnik. - Als der Zug anfuhr, sah er durch das beschlagene Glas kurz das Dach des Hauses über den Bäumen auftauchen und sofort wieder verschwinden. :49. Katja még ott állt a járdán a kerti kerítés előtt, egyik kezét félig felemelve, aztán leengedte egy olyan mozdulattal, amely nem búcsú volt és nem köszöntés, hanem annak egyszerű feljegyzése, hogy volt valami, ami most véget ért. - Katja stand noch auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun, eine Hand halb erhoben, und ließ sie in einer Geste sinken, die kein Abschied war und kein Gruß, sondern die schlichte Notiz, dass etwas gewesen war, das nun aufgehört hatte. :50. Még egy ideig állva maradt, miután a vonatot már nem lehetett hallani. - Sie blieb noch eine Weile stehen, nachdem der Zug nicht mehr zu hören war. :51. Aztán megfordult, nem gyorsan és nem lassan, visszament a házba, és becsukta az ajtót anélkül, hogy bezárta volna, ahogy az ember akkor teszi, amikor tudja, hogy visszatér, de már nem tudja, hová. - Dann drehte sie sich um, nicht schnell und nicht langsam, ging zurück ins Haus und schloss die Tür, ohne sie zu schließen, wie man das tut, wenn man weiß, dass man zurückkommt, aber nicht mehr weiß, wohin. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :A régi ház - Das alte Haus :1. A vonat, amely azon a novemberi estén visszavitte Ivan Petrovicsot gyermekkora városába, nem késett. - Der Zug, der Iwan Petrowitsch an jenem Novemberabend in die Stadt seiner Kindheit zurückbrachte, hatte keine Verspätung. :2. Ez különösnek tűnt neki, mintha a pontosság tapintatlanság volna, annak a kis haladéknak a megtagadása, amelyet titokban kívánt magának. - Das kam ihm seltsam vor, als wäre die Pünktlichkeit eine Taktlosigkeit, eine Verweigerung des kleinen Aufschubs, den er sich insgeheim gewünscht hatte. :3. Az út utolsó húsz percében egyenesen ült, és nem olvasott. - Er saß die letzten zwanzig Minuten der Fahrt aufrecht und ohne zu lesen. :4. Tekintete az ablaküvegre szegeződött, amelyen az elővárosok fényei hosszú sárga csíkokká húzódtak, amelyek semmit sem jelentettek, és éppen ezért nehéz volt elviselni őket. - Sein Blick war auf die Scheibe gerichtet, auf der sich die Lichter der Vororte zu langen gelben Strichen zogen, die nichts bedeuteten und genau deshalb schwer zu ertragen waren. :5. Anyja halála óta, amelynek híre három héttel korábban táviratban érte utol, miközben egy idegen város konyhájában ült, és olyan munkára várt, amely nem jött, az volt az érzése, hogy valamilyen mozgásban van. - Seit dem Tod seiner Mutter, der ihn vor drei Wochen per Telegramm erreicht hatte, während er in einer Küche in einer fremden Stadt saß und auf Arbeit wartete, die nicht kam, hatte er das Gefühl gehabt, sich in einer Bewegung zu befinden. :6. Ezt a mozgást sem meg nem állította, sem igazán el nem kezdte. - Diese Bewegung hatte er weder angehalten noch wirklich begonnen. :7. A ház még állt, amit ő nem vett magától értetődőnek. - Das Haus stand noch, was er sich nicht selbstverständlich vorgestellt hatte. :8. Ha megkérdezték volna, azt azonban nem tudta volna megmondani, mit várt helyette. - Wenn man ihn gefragt hätte, hätte er allerdings nicht sagen können, was er stattdessen erwartet hatte. :9. A hársfa, amely gyermekkora nyarain olyan magasra nőtt, hogy mögötte már nem lehetett látni a tetőt, a novemberi évek alatt veszített valamit az önérvényesítő erejéből. - Die Linde, die im Sommer seiner Kindheit so hoch gewachsen war, dass man das Dach dahinter nicht mehr sehen konnte, hatte in den Novemberjahren etwas von ihrer Behauptungskraft verloren. :10. Most áttetsző vázként állt a homlokzat előtt, amely a sötétségben nem annyira szürkének hatott, mint inkább egyszerűen távollévőnek. - Sie stand nun als transparentes Gerüst vor der Fassade, die in der Dunkelheit weniger grau wirkte als schlicht abwesend. :11. A kulcs, amelyet a jegyző egy borítékban küldött el neki, amely tartalmáról semmit sem árult el, nem illett a zárba, ahogy ezt a második próbálkozás után megállapította. - Der Schlüssel, den der Notar ihm in einem Umschlag übersandt hatte, der nach seinem Inhalt nichts ankündigte, passte nicht, wie er nach dem zweiten Versuch feststellte. :12. Miközben az esőben állt a zárt ajtó előtt, és a kulcsot nézte, mintha a hosszabb szemlélés megváltoztathatná a helyzetet, világossá vált számára, hogy valaki valamikor úgy döntött, kicseréli a zárat, anélkül hogy ez a döntés bármilyen formában utat talált volna hozzá. - Während er im Regen vor der verschlossenen Tür stand und den Schlüssel betrachtete, als könnte eine längere Betrachtung die Situation verändern, wurde ihm klar, dass irgendjemand irgendwann beschlossen hatte, das Schloss auszutauschen, ohne dass dieser Beschluss in irgendeiner Form seinen Weg zu ihm gefunden hatte. :13. A kamra ablaka a ház oldalán, amely, ha az ember alulról megnyomta a megviselt keretet, befelé engedett, még mindig ugyanaz az ablak volt, mint húsz évvel ezelőtt. - Das Fenster der Vorratskammer auf der Seite des Hauses, das sich, wenn man von unten gegen den verwitterten Rahmen drückte, nach innen geben ließ, war noch immer dasselbe Fenster wie vor zwanzig Jahren. :14. Ivan átmászott rajta annak távolságtartó otthonosságával, aki egy olyan testen cselekszik, amelyre hite szerint már régen nincs többé igénye. - Iwan kletterte hindurch mit der distanzierten Vertrautheit dessen, der an einem Körper handelt, an dem er glaubte, längst keinen Anspruch mehr zu haben. :15. Odabent nem volt olyan hideg, mint félt tőle, de az a hideg, amely ott volt, nehezebb hideg volt, mert semmi köze nem volt a hőmérséklethez. - Drinnen war es nicht so kalt, wie er gefürchtet hatte, aber die Kälte, die da war, war die schwierigere, weil sie nichts mit der Temperatur zu tun hatte. :16. Ott ült a függőlámpa csendjében, a harmat egyenletességében, amely a lyukas tetőgerendáról a cinkvödörbe csöpögött. - Sie saß in der Stille der abgehängten Lampe, in der Gleichmäßigkeit des Taus, das vom undichten Dachbalken in den Zinkeimer tropfte. :17. Ivan leült az asztalhoz, amelynél anyja harminc éven át ült. - Iwan setzte sich an den Tisch, an dem seine Mutter dreißig Jahre lang gesessen hatte. :18. Olyan sokáig ült ott, amíg a vödörbe hulló csöpögés már nem zavarta. - Er blieb so lange sitzen, bis das Tropfen im Eimer aufgehört hatte, ihn zu stören. :19. A nő, aki a második estén kopogott, olyan ember nyugodt nyomatékával lépett be a házba, akit ugyan nem vártak, de mégis tudja, hogy jó helyen van. - Die Frau, die am zweiten Abend klopfte, betrat das Haus mit dem ruhigen Nachdruck jemandes, der zwar nicht erwartet worden ist, aber dennoch weiß, dass er am richtigen Ort ist. :20. Ez Ivant, aki ajtót nyitott neki, nem ingerelte, hanem inkább megkönnyebbítette olyan módon, amelyet nem akart megmagyarázni magának. - Das irritierte Iwan, der ihr die Tür geöffnet hatte, nicht, sondern erleichterte ihn eher auf eine Art, die er sich nicht erklären wollte. :21. Katja Mihajlovna, harminckét éves, könyvtáros, tizenöt éve szomszéd, letette a befőttesüveget és a virágos kendőbe csavart kenyeret az asztalra, mintha magától értetődő tárgyak volnának egy magától értetődő helyen. - Katja Michailowna, zweiunddreißig Jahre alt, Bibliothekarin, seit fünfzehn Jahren Nachbarin, stellte das Einmachglas und das in ein geblümtes Tuch gewickelte Brot auf den Tisch, als wären es selbstverständliche Gegenstände an einem selbstverständlichen Ort. :22. Leült a kályhapadra, kabátban, és úgy ült ott, mintha bármelyik pillanatban újra felállhatna, de úgy is, mintha semmi szándéka nem volna ezt tenni. - Sie setzte sich auf die Ofenbank, wo sie den Mantel anhatte und so saß, als könnte sie jeden Moment wieder aufstehen, aber auch als hätte sie keine Absicht, das zu tun. :23. Nem beszélt sokat, és amit mondott, úgy volt megfogalmazva, hogy az ember észrevette, nem készítette elő magának. - Sie sprach nicht viel, und das, was sie sagte, war so formuliert, dass man merkte, dass sie es sich nicht zurechtgelegt hatte. :24. Ez paradox módon oda vezetett, hogy pontosabban hangzott, mint bármi előre elrendezett. - Das führte paradoxerweise dazu, dass es präziser klang als alles Zurechtgelegte. :25. A bátyja, Dmitrij, mondta egyszer, miközben kinézett az ablakon, amelyen az eső csíkokban gyűlt össze, tíz évvel ezelőtt októberben az első reggeli vonattal Moszkvába utazott. - Ihr Bruder Dmitri, sagte sie irgendwann, während sie aus dem Fenster schaute, auf dem sich der Regen in Schlieren sammelte, sei vor zehn Jahren im Oktober mit dem ersten Morgenzug nach Moskau gefahren. :26. Egy kis utazótáskával ment el, amelyet egy szomszédtól kért kölcsön. - Er sei mit einer kleinen Reisetasche gefahren, die er sich von einem Nachbarn geliehen hatte. :27. Azzal az ígérettel ment el, hogy írni fog, amint lesz címe, ami akkor teljesen hihetően hangzó megfogalmazás volt. - Er war mit dem Versprechen gegangen, zu schreiben, sobald er eine Adresse hätte, was eine Formulierung gewesen sei, die damals vollkommen plausibel geklungen habe. :28. Ezt olyan hangon mondta, amelyben nem volt keserűség, mert a keserűség az elvárás valamely formáját feltételezi. - Sie sagte das in einem Tonfall, der keine Bitterkeit enthielt, weil Bitterkeit eine Form von Erwartung voraussetzt. :29. Katja, úgy tűnt Ivannak, nem tette le az elvárást, hanem egyszerűen elfelejtette, hová tette, ami végül ugyanarra megy ki, de más érzés. - Katja, so schien es Iwan, hatte die Erwartung nicht abgelegt, sondern einfach vergessen, wo sie sie hingelegt hatte, was am Ende auf dasselbe hinausläuft, aber sich anders anfühlt. :30. Ivan mondhatott volna valamit, de minden, ami eszébe jutott, vagy túl keveset, vagy túl sokat nyomott volna. - Iwan hätte etwas sagen können, aber alles, was ihm einfiel, hätte entweder zu wenig oder zu viel gewogen. :31. Így hát hallgatott, a szamovár zümmögött, és ez elég volt. - So schwieg er, und der Samowar summte, und das war genug. :32. A következő napokban Ivan kiürítette a házat, nem az elintézés buzgalmával, hanem annak taktikus lassúságával, aki azért végez el egy feladatot, mert nincs alternatívája. - In den folgenden Tagen räumte Iwan das Haus aus, nicht mit dem Eifer des Erledigens, sondern mit der taktischen Langsamkeit jemandes, der eine Aufgabe tut, weil er keine Alternative hat. :33. De nem volt hajlandó megengedni ennek a feladatnak, hogy gyorsabban haladjon, mint ő maga. - Er war aber nicht bereit, dieser Aufgabe zu erlauben, schneller zu gehen als er selbst. :34. Talált dolgokat, amelyeket ismert, és dolgokat, amelyeket még soha nem látott. - Er fand Dinge, die er kannte, und Dinge, die er noch nie gesehen hatte. :35. A különbség nem mindig volt olyan jelentős, mint remélte: néha egy idegen dolog kevésbé volt fájdalmas, mint egy ismerős, mert az ismerős igényt támasztott, amely elől az idegen kitért. - Nicht immer war der Unterschied so bedeutsam, wie er sich erhofft hatte: Manchmal war ein fremdes Ding weniger schmerzhaft als ein vertrautes, weil das Vertraute einen Anspruch stellte, dem das Fremde sich entzog. :36. Egy fénykép az anyját mutatta egy nyáron, amelyet nem tudott elhelyezni, olyan arckifejezéssel, amelyet életében soha nem hitt volna el neki. - Ein Foto zeigte seine Mutter in einem Sommer, den er nicht zuordnen konnte, mit einem Ausdruck, den er ihr zu Lebzeiten nie abgenommen hatte. :37. Nem volt boldognak mondható a szó teljes értelmében, de olyan békében volt, amelyet nem kiharcoltak, hanem megtaláltak, valahol egy kerti padon egy már nem rekonstruálható júliusban. - Sie wirkte nicht glücklich im vollen Sinn des Wortes, aber in einem Frieden, der nicht erkämpft, sondern aufgefunden worden war, irgendwo auf einer Gartenbank in einem nicht mehr rekonstruierbaren Juli. :38. A fényképet az ablakpárkányra állította, mert az ablakpárkány a legőszintébb hely egy házban. - Er stellte das Foto auf das Fensterbrett, weil der Fensterbrett der ehrlichste Ort in einem Haus ist. :39. Nem megőrzés és nem kidobás, hanem egy megoldatlan kérdés beismerése. - Es ist weder Aufbewahrung noch Entsorgung, sondern das Eingeständnis einer ungelösten Frage. :40. Katja minden este eljött, és látogatásai megbeszélés nélkül olyan formába rendeződtek, amelyet egyikük sem nevezett volna meg. - Katja kam jeden Abend, und ihre Besuche hatten sich ohne Absprache in eine Form eingespielt, die keiner von beiden benannt hätte. :41. Mindketten ösztönösen tiszteletben tartották ezt a formát, úgy, ahogy az ember tiszteletben tart egy pallót, amely úgy néz ki, mintha éppen még elbírná a saját súlyát. - Beide respektierten diese Form instinktiv, so wie man einen Steg respektiert, der aussieht, als könnte er das eigene Gewicht gerade noch tragen. :42. Beszéltek a házról, a télről, a könyvtárról, amelyben évek óta ugyanaz a tizenkét olvasó ugyanazokat a könyveket kölcsönözte ki. - Sie redeten über das Haus, über den Winter, über die Bibliothek, in der seit Jahren dieselben zwölf Benutzer dieselben Bücher ausliehen. :43. Néha a gyerekkorukról is beszéltek, amelyet ugyanabban a városban töltöttek el anélkül, hogy valaha találkoztak volna, amit mindketten teljesen normális lehetetlenségnek tartottak. - Manchmal redeten sie auch über ihre Kindheiten, die sie in derselben Stadt verbracht hatten, ohne sich je begegnet zu sein, was sie beide für eine vollkommen normale Unmöglichkeit hielten. :44. Ivan a harmadik éjszakán négy óra tájban felébredt, anélkül hogy tudta volna, miért. - Iwan wachte in der dritten Nacht gegen vier Uhr auf, ohne zu wissen warum. :45. Ez ritkán fordult elő vele, mert különben ő maga volt az alvás, ahogy egyszer olvasta, hogy vannak ilyen emberek: egyszerű és alapos, átmenetek nélkül. - Das kam bei ihm selten vor, da er sonst der Schlaf war, wie er einmal gelesen hatte, dass manche Menschen es sind: einfach und gründlich und ohne Zwischentöne. :46. A hang, amely felébresztette, vagy egy állat volt, vagy maga a ház, amely a hidegben dolgozott. - Das Geräusch, das ihn geweckt hatte, war entweder ein Tier oder das Haus selbst gewesen, das in der Kälte arbeitete. :47. Felkelt anélkül, hogy ellene döntött volna, a hálóingére húzta a kabátját, és a sötét folyosón át kiment. - Er stand auf, ohne sich dagegen zu entscheiden, zog seinen Mantel über das Nachthemd und ging durch den dunklen Flur nach draußen. :48. Katja a hátsó kertben ült a régi kútnál, a falazott peremen, amelyen nyáron gaz nőtt, arcát mindkét kezébe temetve. - Katja saß am alten Brunnen im hinteren Garten, auf dem gemauerten Rand, über den im Sommer das Unkraut wuchs, das Gesicht in beiden Händen. :49. A válla sem felhúzva nem volt, sem le nem ereszkedett, hanem olyan tartásban állt, amely valahol a kimerültség és a koncentráció között volt, mintha olyan munkát végezne, amelyhez nincs szükség kézre. - Ihre Schultern waren weder hochgezogen noch hängend, sondern in einer Haltung, die irgendwo zwischen Erschöpfung und Konzentration lag, als vollführe sie eine Arbeit, für die man keine Hände braucht. :50. Ivan leült mellé, kérdés nélkül, vigasztalás nélkül, anélkül hogy úgy tett volna, mintha bármi magyarázatra szorulna. - Iwan setzte sich neben sie, ohne zu fragen, ohne zu trösten, ohne so zu tun, als sei irgendetwas erklärungsbedürftig. :51. Ez volt a leghelyesebb dolog, amit ebben a városban érkezése óta tett. - Das war das Richtigste, was er in dieser Stadt seit seiner Ankunft getan hatte. :52. A kert csendes volt, a levegő metszően tiszta. - Der Garten war still, die Luft schneidend klar. :53. Fölöttük olyan sötét és üres ég állt, hogy nem engedett meg metaforákat. - Über ihnen stand ein Himmel, der so dunkel und leer war, dass er keine Metaphern erlaubte. :54. Egy olyan idő után, amelyet nem lehetett percekben mérni, Katja azt mondta, hogy a várakozás megszűnt, mégpedig nem döntésként, hanem állapotként. - Nach einer Zeit, die sich nicht in Minuten messen ließ, sagte Katja, dass das Warten aufgehört habe, und zwar nicht als Entscheid, sondern als Zustand. :55. Ezt az állapotot egy napon úgy találta ott, mint egy széket, amely mindig is ott állt, mielőtt az ember észrevette volna. - Sie habe diesen Zustand eines Tages vorgefunden wie einen Stuhl, der schon immer da gestanden hatte, bevor man ihn bemerkte. :56. De a várakozás megszűnése, tette hozzá, nem megérkezés. - Aber das Aufhören des Wartens, fügte sie hinzu, sei kein Ankommen. :57. Mert a megérkezés feltételezi, hogy az ember valahonnan elindult, és éppen ez a bizonyosság hiányzik neki tíz éve. - Denn Ankommen setze voraus, dass man irgendwo abgefahren sei, und genau diese Gewissheit fehle ihr seit zehn Jahren. :58. Ivan egyetlen lángnál két cigarettára gyújtott rá, és az egyiket neki adta. - Iwan zündete zwei Zigaretten an einer Flamme an und gab ihr eine. :59. A közös hallgatásban dohányoztak, amely nem vigasz volt és nem megoldás, hanem jelenlét, és néha a jelenlét a legpontosabb forma, amelyben az ember elmondhatja valakinek, hogy nem tűnt el. - Sie rauchten in dem gemeinsamen Schweigen, das kein Trost war und keine Lösung, aber eine Anwesenheit, und manchmal ist Anwesenheit die genaueste Form, in der man einem Menschen sagen kann, dass er nicht verschwunden ist. :60. Elutazása reggelén, miután a bőrönd már becsomagolva állt az ajtónál, és a csészék a csepegtetőn feküdtek, mint egy lezárt kijelentés, Ivan lement a pincébe, és egy tekercs tapétával tért vissza. - Am Morgen seiner Abreise, nachdem der Koffer bereits gepackt an der Tür stand und die Tassen auf dem Abtropfbrett lagen wie eine abgeschlossene Aussage, stieg Iwan in den Keller und kam mit einer Rolle Tapete wieder herauf. :61. Egy polc mögött találta: halvány, az idő által bézsbe fakított virágfonadék volt 1987-ből. - Er hatte sie hinter einem Regal gefunden: ein blasses, von der Zeit ins Beige verblichenes Blumengeflecht aus dem Jahr 1987. :62. A papír olyan törékeny volt, hogy hüvelykujja nyomása alatt repedéseket képzett, mint a jég, amely még nem ismeri a saját vastagságát. - Das Papier war so spröde, dass es unter dem Daumendruck Risse bildete wie Eis, das die eigene Dicke noch nicht kennt. :63. Bevitte a tekercset a gyerekszobába, és gondolkodás nélkül, cselekvési terv nélkül, valamint anélkül, hogy valaha is szándékában állt volna megítélni az eredményt, elkezdte kicserélni a régi gyerekágy fölötti hosszú, szakadt csíkot. - Er trug die Rolle ins Kinderzimmer und begann, ohne nachzudenken, ohne Handlungsplan und ohne die Absicht, das Ergebnis jemals zu beurteilen, den langen zerrissenen Streifen über dem alten Kinderbett zu ersetzen. :64. Ezt megtette, noha a minta már nem illett ahhoz, ami jobbról és balról a falon tapadt. - Das tat er, obwohl das Muster nicht mehr zu dem passte, was rechts und links an der Wand klebte. :65. Megtette, noha a hígított ragasztó, amelyet egy zacskó maradékából kevert ki, túl kevéssé tapadt ahhoz, hogy a törékeny papírt tartósan megtartsa. - Er tat es obwohl der verdünnte Kleister, den er aus einem Tütenrest angerührt hatte, zu wenig Haftung hatte, um das spröde Papier dauerhaft zu halten. :66. Hasznon túli cselekedet volt. - Es war eine Handlung jenseits des Nutzens. :67. De éppen ez adott neki olyan fajta integritást, amelyet hasznos cselekedetek ritkán érnek el. - Aber gerade das gab ihr eine Art Integrität, die nützliche Handlungen selten erreichen. :68. Katja két csészével jelent meg, amelyeket az ablakpárkányra tett anélkül, hogy belépett volna. - Katja erschien mit zwei Tassen, die sie auf die Fensterbank stellte, ohne einzutreten. :69. Úgy hatott, mintha még nem volna biztos benne, hogy ez a reggel olyan reggel-e, amelybe be kell lépni, vagy olyan, amelytől távolságot kell tartani. - Sie wirkte, als wäre sie noch nicht sicher, ob dieser Morgen ein Morgen war, den man betreten oder von dem man Abstand halten sollte. :70. Egymásra néztek, és ebben a tekintetben minden, amit el lehetett volna mondani, abban a formában volt távol, amely a legvilágosabban mutatja, hogy az ember nem fogja kimondani. - Sie sahen sich an, und in diesem Blick war alles, was gesagt werden hätte können, in der Form abwesend, die am deutlichsten zeigt, dass man es nicht sagen wird. :71. Nem volt mosoly, amely kisebbé tette volna, nem volt szó, amely leegyszerűsítette volna, nem volt búcsú, amely úgy tett volna, mintha vég volna. - Es gab kein Lächeln, das verkleinerte, kein Wort, das vereinfachte, keinen Abschied, der tat, als wäre er ein Ende. :72. Ivan elejtette a tapétatekercset, felvette a kabátját és a táskáját, és kilépett az ajtón a novemberi reggelbe. - Iwan ließ die Tapetenrolle fallen, nahm seinen Mantel und seine Tasche und ging durch die Tür in den Novembermorgen. :73. A novemberi reggel olyan szürke és olyan egyenletes volt, hogy nem adott irányt, csak mozgást. - Der Novembermorgen war so grau und so gleichmäßig, dass er keine Richtung vorgab, sondern nur Bewegung. :74. Elindult a pályaudvar felé vezető úton, amelyet vakon is végig tudott volna menni, és nem fordult hátra. - Er lief den Weg zum Bahnhof, den er hätte blind gehen können, und drehte sich nicht um. :75. Nem hidegségből tette, és nem elszántságból, hanem mert megértette, hogy a hátrafordulás ebben az esetben nem emlékezés, hanem kétely lett volna. - Er tat es nicht aus Kälte und nicht aus Entschlossenheit, sondern weil er verstanden hatte, dass Umdrehen in diesem Fall nicht Erinnerung, sondern Zweifel gewesen wäre. :76. A kételyre az egész úton tudatosan nem hagyott magának időt. - Für Zweifel hatte er sich die ganze Strecke bewusst keine Zeit gelassen. :77. A peron majdnem üres volt, a vonat már készen állt, és Ivan felszállt, majd helyet talált az ablaknál, a megfelelő oldalon. - Der Bahnsteig war fast leer, der Zug stand bereits bereit, und Iwan stieg ein und fand einen Platz am Fenster auf der richtigen Seite. :78. Nem azért választotta ezt a helyet, mert azt tervezte, hogy még egyszer látni fogja a házat, hanem mert tudta, hogy látni fogja. - Er wählte diesen Platz nicht, weil er geplant hatte, das Haus noch einmal zu sehen, sondern weil er wusste, dass er es sehen würde. :79. Látná, akár melyik oldalon ülne is, és ezzel a tudással nyugodtan akart szembenézni. - Er würde es sehen egal auf welcher Seite er saß, und dass er diesem Wissen ruhig begegnen wollte. :80. Amikor a vonat lassan elindult, a tető felbukkant az utolsó fák között, egy pillanatra, nem tovább. - Als der Zug langsam anfuhr, tauchte das Dach zwischen den letzten Bäumen auf, einen Moment lang, nicht länger. :81. Aztán azonnal újra eltűnt a ködben, amely azon a reggelen olyan sűrű volt, hogy úgy nézett ki, mint egy döntés. - Dann verschwand es sofort wieder im Nebel, der an diesem Morgen so dicht war, dass er aussah wie eine Entscheidung. :82. Katja még a kerítés előtt állt, kezét kissé felemelve, majd leengedte olyan mozdulattal, amely sem búcsú nem volt, sem köszönés. - Katja stand noch vor dem Gartenzaun, die Hand ein Stück weit gehoben, und ließ sie dann sinken mit einer Geste, die weder Abschied noch Gruß war. :83. Egy tény csendes feljegyzése volt: hogy valami volt, egészen biztosan, még ha sem ő, sem Ivan nem tudta volna megmondani, mi is volt pontosan. - Es war die stille Notiz einer Tatsache: dass etwas gewesen ist, ganz bestimmt, auch wenn weder sie noch er hätten sagen können, was es genau war. :84. Ott maradt állva, amíg a vonatot már nem lehetett hallani, aztán megfordult, és visszament a házba. - Sie blieb stehen, bis der Zug nicht mehr zu hören war, drehte sich dann um und ging zurück ins Haus. :85. Nem lassan ment és nem gyorsan, hanem annak lépéshosszával, aki nem tudja, mi várja odabent, de azt sem várja, hogy valami olyan lesz, ami meglepi, és aki ezzel, mindezek után, egészen jól együtt tud élni. - Sie ging nicht langsam und nicht schnell, sondern mit der Schrittlänge jemandes, der nicht weiß, was ihn drinnen erwartet, aber auch nicht erwartet, dass es etwas sein wird, das ihn überrascht, und der damit, nach allem, ganz gut leben kann. ------------------------- == 78 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Er sitzt in einem kleinen Zimmer. Das Zimmer hat keine Fenster. Die Wände sind grau. Eine Lampe an der Decke flackert. Er weiß nicht, wie lange er schon hier ist. Auf dem Tisch liegt ein Formular. Das Formular hat viele Felder. Er liest das erste Feld: „Name". Er schreibt seinen Namen. Dann kommt das zweite Feld: „Vorgang". Er weiß nicht, was er schreiben soll. Er lässt das Feld leer. An der Wand hängt eine Uhr. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Sie bewegt sich nicht. Er wartet. Die Tür geht auf. Eine Frau kommt herein. Sie trägt eine Brille und einen grauen Kittel. Sie sagt kein Hallo. Sie legt einen neuen Stapel Papier auf den Tisch. Er schaut auf den Stapel. Der Stapel ist sehr hoch. Die Frau sagt: „Das Deckblatt fehlt." Er fragt: „Welches Deckblatt?" Sie antwortet nicht. Sie geht wieder hinaus. Er nimmt das oberste Blatt. Es ist leer. Er schreibt oben: „Deckblatt". Dann wartet er wieder. Die Lampe flackert stärker. Er steht auf. Er geht zur Tür. Er drückt den Griff. Die Tür geht nicht auf. Er versucht es noch einmal. Die Tür bleibt zu. Er setzt sich wieder hin. Auf dem Tisch steht eine leere Tasse. Er weiß nicht, was früher drin war. Nach einer Weile kommt die Frau wieder. Sie nimmt die Tasse. Sie sagt: „Bitte warten Sie." Er fragt: „Wie lange?" Sie sagt: „Das ist der Vorgang." Dann ist sie weg. Er schaut auf das Formular. Er liest: „Antrag auf Feststellung der Antragsfähigkeit." Er versteht das nicht ganz. Er schreibt trotzdem weiter. Bei jedem Feld überlegt er lange. Die meisten Felder lässt er leer. Die Uhr zeigt immer noch zehn nach elf. Am nächsten Morgen ist das Formular weg. Ein neues liegt da. Es sieht genauso aus. Er seufzt. Er nimmt den Stift. Er fängt von vorne an. Die Frau kommt wieder. Sie legt noch ein Blatt dazu. Sie sagt: „Seite drei fehlt." Er schaut in seine Unterlagen. Es gibt keine Seite drei. Er fragt: „Wo bekomme ich Seite drei?" Sie sagt: „Das müssen Sie beantragen." Er nickt langsam. Er nimmt ein leeres Blatt. Er schreibt oben: „Antrag auf Seite drei." Er wartet. Das ist der Vorgang. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Er weiß nicht mehr, wann er das erste Mal in diesem Zimmer aufgewacht ist. Der Raum ist klein, und die Wände haben keine Farbe, die einen Namen verdient. An der Decke hängt eine Leuchtstoffröhre, die manchmal flackert und manchmal nicht. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er schon mehrmals gelesen hat. Er versteht die meisten Wörter, aber nicht, was sie zusammen bedeuten. Die Uhr an der Wand zeigt zehn nach elf, obwohl er sicher ist, dass Stunden vergangen sind. Er hat den Stift in der Hand, aber er weiß nicht, was er schreiben soll. Das erste Feld heißt „Antragsteller", und das ist einfach. Er schreibt seinen Namen, obwohl er nicht sicher ist, ob das reicht. Das zweite Feld heißt „Grund des Antrags", und das ist nicht einfach. Er überlegt lange, dann lässt er es leer. Die Tür geht auf, ohne dass jemand angeklopft hat. Die Sachbearbeiterin trägt einen grauen Kittel und eine Brille mit rundem Gestell. Sie schaut nicht ihn an, sondern den Stapel Papier auf dem Tisch. Sie sagt: „Sie haben das Deckblatt nicht ausgefüllt." Er antwortet, dass das Deckblatt kein Feld zum Ausfüllen hat. Sie sagt: „Das ist nicht korrekt", und legt ein neues Blatt auf den Tisch. Dann geht sie, ohne die Tür zu schließen, aber die Tür schließt sich von selbst. Er schaut auf das neue Blatt. Es ist leer, genau wie das alte. Er nimmt den Stift und schreibt oben in die Mitte: „Deckblatt". Dann wartet er, weil er nicht weiß, was sonst zu tun ist. Die Leuchtstoffröhre flackert dreimal schnell, dann ist es wieder ruhig. Nach einer Weile steht er auf und geht zur Tür. Er drückt den Griff nach unten, aber die Tür bewegt sich nicht. Er drückt fester, aber das Ergebnis ist dasselbe. Er geht zurück zum Tisch und setzt sich wieder hin. Die leere Tasse vor ihm hat keinen Henkel mehr, aber er erinnert sich nicht, wann das passiert ist. Er dreht den Stift zwischen den Fingern und denkt nach. Er denkt daran, dass er einen Antrag stellen muss, aber nicht weiß, wofür. Vielleicht ist der Antrag für etwas, das er schon hat. Vielleicht ist er für etwas, das er noch braucht. Er schreibt in das Feld „Grund des Antrags": „Unbekannt, aber notwendig." Das fühlt sich nicht falsch an. Die Sachbearbeiterin kommt wieder, nimmt die Tasse und stellt eine neue hin. Die neue Tasse ist auch leer. Er fragt: „Wann ist der Antrag fertig?" Sie sagt: „Wenn alle Felder ausgefüllt sind." Er fragt: „Und welche Felder fehlen noch?" Sie sagt: „Das steht auf Seite vier." Er blättert durch die Papiere, aber es gibt keine Seite vier. Er fragt: „Wo ist Seite vier?" Sie sagt: „Die müssen Sie beantragen", und geht. Er nimmt ein leeres Blatt und schreibt: „Antrag auf Aushändigung von Seite vier." Er legt das Blatt oben auf den Stapel. Die Uhr zeigt immer noch zehn nach elf. Er schaut sie lange an, weil er hofft, dass sie sich bewegt. Sie bewegt sich nicht. Am nächsten Morgen – oder was er dafür hält – ist der Stapel kleiner. Ein Teil der Formulare ist weg, aber er weiß nicht, welcher. Dafür liegt ein neues Formular oben, das er noch nicht gesehen hat. Es heißt: „Bestätigung des Antrags auf Feststellung der Antragsfähigkeit." Er liest es zweimal, weil er denkt, dass er etwas übersehen hat. Er hat nichts übersehen. Er füllt das erste Feld aus, dann das zweite, dann lässt er das dritte leer. Die Sachbearbeiterin kommt, schaut auf das Formular und sagt: „Feld drei ist Pflicht." Er fragt: „Was soll ich in Feld drei schreiben?" Sie sagt: „Das, was zutrifft." Er schreibt: „Alles oder nichts." Sie nimmt das Formular, liest es, legt es zurück und sagt: „Bitte warten Sie." Er fragt: „Wie lange?" Sie sagt nichts mehr und geht. Er lehnt sich zurück und schaut an die Decke. Die Leuchtstoffröhre flackert. Er wartet. Er weiß inzwischen, dass Warten nicht das Ende ist, sondern der Vorgang selbst. Er nimmt den Stift. Er fängt von vorne an. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Der Raum, in dem er sitzt, hat genau die richtige Größe, um nicht darüber nachzudenken, wie klein er ist. Die Wände sind weiß gestrichen, aber das Weiß ist so alt, dass es keinen Namen mehr verdient. Er ist seit mindestens zwei Tagen hier, soweit er das beurteilen kann. Die Uhr an der Wand zeigt zehn nach elf, und er hat aufgehört, sie zu fragen. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er schon auswendig kennt, ohne es zu verstehen. Er hat den Kugelschreiber in der Hand, der keine Kappe mehr hat, weil er sie verloren hat oder sie nie da war. Das erste Feld hat er ausgefüllt, weil es nach seinem Namen gefragt hat und er den noch wusste. Das zweite Feld fragt nach dem Zweck des Antrags, und diese Frage begleitet ihn seitdem wie ein leises Geräusch. Er hat überlegt, ob der Zweck vielleicht auf einem anderen Blatt steht, aber alle anderen Blätter schweigen ebenfalls. Die Tür geht auf, ohne dass er Schritte gehört hat, und die Sachbearbeiterin tritt ein. Sie trägt immer denselben grauen Kittel, und ihre Brille sitzt immer ein wenig schief. Sie legt einen neuen Stapel Papier neben den alten, ohne ihn anzuschauen. „Das Begleitschreiben fehlt", sagt sie, in einem Ton, der keine Antwort erwartet. Er fragt trotzdem: „Welches Begleitschreiben meinen Sie genau?" Sie antwortet: „Das, das dem Antrag vorangehen muss", und geht wieder hinaus. Er schaut auf die Tür, die sich lautlos schließt, und dann auf den neuen Stapel. Das oberste Blatt ist leer, aber am unteren Rand steht klein gedruckt: „Formular 7b – Anlage zum Begleitschreiben". Er dreht das Blatt um, weil er hofft, dass auf der Rückseite mehr steht. Auf der Rückseite steht: „Bitte wenden." Er legt das Blatt zurück, verschränkt die Arme und lehnt sich in den Stuhl. Die Leuchtstoffröhre flackert kurz, als ob sie etwas sagen wollte, dann ist sie wieder still. Er denkt darüber nach, dass er einen Antrag stellen muss, dessen Zweck er nicht kennt, für einen Vorgang, der keinen Anfang zu haben scheint. Das ist keine neue Erkenntnis, aber jedes Mal, wenn er sie denkt, sitzt sie ein wenig fester. Er steht auf, weil Sitzen keine Lösung ist, und geht zur Tür. Die Tür lässt sich nicht öffnen, was ihn nicht überrascht, aber trotzdem kurz irritiert. Er geht zurück, setzt sich, und nimmt den Stift mit der fehlenden Kappe wieder in die Hand. Er schreibt in das Feld „Zweck des Antrags": „Feststellung der Notwendigkeit des Antrags." Das ist zirkulär, aber es ist das Ehrlichste, was er schreiben kann. Nach einer Weile – er schätzt zwei Stunden, obwohl die Uhr das nicht bestätigt – kommt die Sachbearbeiterin zurück. Sie nimmt seine leere Tasse vom Tisch, stellt eine neue leere Tasse hin, und liest, was er geschrieben hat. Ihr Gesicht verändert sich nicht, aber sie zieht ein kleines Notizbuch aus der Kitteltasche und schreibt etwas hinein. „Haben Sie den Antrag auf Einsicht in die Vorgangsnummer bereits gestellt?", fragt sie. Er antwortet, dass er nicht wusste, dass es eine Vorgangsnummer gibt. „Es gibt immer eine Vorgangsnummer", sagt sie, und es klingt, als würde sie das nicht zum ersten Mal erklären. Sie legt ein weiteres Formular auf den Tisch, das genau wie alle anderen aussieht, außer dass oben „Vorläufig" gestempelt ist. Er fragt, was „vorläufig" in diesem Zusammenhang bedeutet. Sie sagt: „Es bedeutet, dass es noch nicht endgültig ist", und geht. Er schaut auf das Formular, dann auf den Stapel, dann auf die Uhr. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Er hat manchmal das Gefühl, dass die Uhr recht hat und alle anderen falsch liegen. Am nächsten Morgen – er nennt es Morgen, weil die Leuchtstoffröhre heller brennt als sonst – ist der Tisch neu geordnet. Die Formulare, die er ausgefüllt hat, sind weg, und an ihrer Stelle liegt ein Blatt mit dem Titel: „Rückmeldung zum Eingangsverfahren". Er liest das Blatt zweimal und stellt fest, dass es keine Rückmeldung enthält, sondern nur die Bitte um eine weitere Rückmeldung. Er nimmt den Stift und schreibt in die vorgesehene Zeile: „Die Rückmeldung liegt vor." Das stimmt nicht, aber er hat das Gefühl, dass Genauigkeit hier nicht das entscheidende Kriterium ist. Die Sachbearbeiterin kommt, liest den Satz, und nickt einmal kurz. „Sie machen Fortschritte", sagt sie, in einem Ton, der weder zustimmend noch ablehnend ist. Er fragt: „Wie viele Formulare fehlen noch?" Sie schlägt ihr Notizbuch auf, blättert kurz und sagt: „Das hängt davon ab, was Sie beantragen." Er erinnert sie daran, dass er nicht weiß, was er beantragen soll. Sie sagt: „Das steht im Ausgangsdokument." Er fragt, wo das Ausgangsdokument ist. Sie sagt: „Das hätten Sie mitbringen müssen", und schließt das Notizbuch. Dann steht sie noch einen Moment da, als ob sie etwas vergessen hätte, dreht sich aber um und geht. Er sitzt allein, die leere Tasse vor sich, den Stift in der Hand, den Stapel neben dem Ellbogen. Er denkt: Vielleicht ist das Ausgangsdokument schon da und er hat es nur nicht erkannt. Er geht alle Blätter durch, eins nach dem anderen, langsam und sorgfältig. Keines davon trägt den Titel „Ausgangsdokument", aber auf einem steht unten in kleiner Schrift: „Dieses Dokument gilt nicht als Ausgangsdokument." Er legt es beiseite und denkt, dass das ein Hinweis sein könnte. Er nimmt ein leeres Blatt, schreibt oben in großen Buchstaben „Ausgangsdokument" und lässt den Rest leer. Dann legt er es ganz unten in den Stapel, weil Ausgangsdokumente vermutlich am Anfang stehen. Die Leuchtstoffröhre flackert. Er wartet. Er hat aufgehört zu fragen, wann es endet, weil die Antwort immer dieselbe ist: wenn alles vollständig ist. Und vollständig ist es, wenn er alles eingereicht hat. Und eingereicht hat er alles, wenn er weiß, was er einreichen muss. Er nimmt den Stift. Er fängt von vorne an. Das ist der Vorgang. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Der Raum, den er seit unbestimmbarer Zeit bewohnt, hat die eigentümliche Qualität, dass er sich weder eng noch weit anfühlt, sondern einfach vorhanden ist. Die Leuchtstoffröhre an der Decke gibt ein Licht ab, das keine Schatten wirft, was bedeutet, dass auch die Zeit hier keine Konturen hat. Er weiß, dass er einen Antrag stellen muss, aber das Wissen darüber, wofür, hat sich irgendwann still aus dem Raum entfernt. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das in seiner Schlichtheit beunruhigend ist: zwölf Felder, von denen er drei ausgefüllt hat und neun nicht. Der Stift in seiner Hand hat keine Kappe, was ihn anfangs gestört hat, inzwischen aber als Merkmal dieses Ortes erscheint, so wie die stehende Uhr und die leere Tasse. Die Uhr zeigt zehn nach elf, und er hat sich damit abgefunden, dass sie nicht falsch geht, sondern schlicht anderer Meinung ist. Er liest das sechste Feld zum wiederholten Mal: „Angabe des Antragsgegenstandes unter Berücksichtigung der einschlägigen Vorgangsnummer." Die Vorgangsnummer kennt er nicht, hat sie nie gekannt, und niemand hat ihm erklärt, wie man sie in Erfahrung bringt. Die Tür öffnet sich ohne Vorwarnung, und die Sachbearbeiterin tritt ein mit dem präzisen Bewegungsablauf von jemandem, der diesen Raum so oft betreten hat, dass er aufgehört hat, ihn wahrzunehmen. Sie legt eine neue Mappe auf den Tisch, deren Registerkarten mit Buchstaben beschriftet sind, die keine erkennbare Reihenfolge haben. „Der Nachweis über die Voranmeldung des Antragsverfahrens fehlt noch", sagt sie, im Konjunktiv, als ob auch sie nicht ganz sicher sei, ob das stimmt. Er fragt, ob es möglich wäre, diesen Nachweis nachzureichen, obwohl er nicht weiß, was er nachreichen würde. Sie antwortet, dass ein Nachreichen grundsätzlich möglich sei, sofern der entsprechende Antrag auf Nachreichgenehmigung vorliege. Er fragt, wie dieser Antrag zu stellen sei, und spürt dabei, dass er diese Frage vielleicht schon einmal gestellt hat. Sie sagt, der Antrag auf Nachreichgenehmigung setze die Kenntnis der Vorgangsnummer voraus, dreht sich um und geht. Die Tür schließt sich so leise, dass er sich fragt, ob sie jemals wirklich offen gewesen ist. Er bleibt sitzen und betrachtet die Mappe, die sie hinterlassen hat, als wäre sie ein Beweisstück aus einem anderen Leben. Hinter dem Reiter „A" findet er ein dreiseitiges Dokument, das den Titel trägt: „Hinweise zur Interpretation von Hinweisen – vorläufige Fassung". Er liest es, weil er sich erhofft, dass irgendwo eine Anweisung versteckt ist, die ihm sagt, was er als Nächstes tun soll. Was er findet, ist der Satz: „Alle Hinweise in diesem Dokument sind als unverbindlich zu verstehen, sofern kein gegenteiliger Hinweis vorliegt." Er legt das Dokument zurück, lehnt sich in den Stuhl und schaut für eine Weile an die Decke, weil das weniger frustrierend ist als alles andere. Die Leuchtstoffröhre flackert in einem Rhythmus, der fast regelmäßig ist, und er fragt sich, ob darin eine Bedeutung steckt. Er entscheidet, dass dem nicht so ist, aber das Nachdenken darüber hat ihm immerhin einige Minuten verschafft. Schließlich nimmt er den Stift, schreibt auf ein leeres Blatt die Worte „Vorgangsnummer: wird nachgereicht" und legt es über das sechste Feld des Formulars. Das ist keine Lösung, aber es ist eine vorläufige Überbrückung, und vorläufig scheint hier das herrschende Prinzip zu sein. Am nächsten Morgen – wobei er „Morgen" nur deshalb denkt, weil er an irgendwelchen Zeitbegriffen festhalten will – hat sich der Tisch erneut verändert. Die Mappe ist weg, das Formular liegt jetzt in einer transparenten Schutzhülle, und daneben steht ein Becher mit einer Flüssigkeit, deren Temperatur sich nicht bestimmen lässt. Er trinkt einen Schluck, weil es das Vernünftigste ist, was man mit einem Becher tun kann. Obenauf liegt ein Zettel, der handschriftlich beschriftet ist: „Bitte prüfen Sie, ob alle Angaben dem aktuellen Stand entsprechen." Er liest das Formular durch, stellt fest, dass sich nichts geändert hat, und schreibt darunter: „Angaben entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt ihrer Eintragung." Die Sachbearbeiterin erscheint zur gewohnten Stunde, obwohl er keine Uhr hat, die ihm sagen könnte, wann die gewohnte Stunde ist. Sie liest seinen Zusatz, zieht die linke Augenbraue minimal hoch, was das ausdrucksstärkste Zeichen ist, das er je von ihr gesehen hat. „Der Stand der Eintragung müsste mit dem Stand der Vorgangsakte übereinstimmen", sagt sie. Er fragt, ob er Einsicht in die Vorgangsakte bekommen könne, um die Übereinstimmung zu prüfen. Sie sagt, Einsicht in die Vorgangsakte setze einen abgeschlossenen Antragsprozess voraus. Er hält inne, weil in diesem Satz eine Logik steckt, die er nicht widerlegen kann, die aber auch keinen Ausweg lässt. „Dann ist der Antragsprozess also noch nicht abgeschlossen", sagt er, und es klingt mehr nach Feststellung als nach Frage. Sie sagt: „Das ist korrekt", und nimmt den Becher vom Tisch, obwohl er noch nicht leer ist. Dann stellt sie einen neuen Becher hin, der ebenfalls nicht leer ist, und geht, als wäre das ein Abschluss. Er sitzt vor dem Formular in der Schutzhülle und überlegt, ob er es aus der Hülle nehmen soll, um weiterzuschreiben. Auf der Hülle klebt ein kleiner Aufkleber: „Nicht aus der Schutzhülle entnehmen." Er schreibt durch die transparente Folie hindurch, was die Schrift unleserlich macht, aber das scheint hier keine Ausnahme zu sein. Die Uhr zeigt zehn nach elf, die Leuchtstoffröhre flackert, und der Raum verhält sich so, wie Räume sich verhalten, wenn niemand vorhat, sie zu verlassen. Er denkt an das Ausgangsdokument, das er beim letzten Mal selbst angefertigt hat, und fragt sich, ob es vielleicht irgendwo archiviert wurde. Vielleicht ist das der Fortschritt, den die Sachbearbeiterin erwähnt hat: Dinge verschwinden, aber sie werden nicht vernichtet, sie werden nur unerreichbar. Er nimmt ein frisches Blatt und beginnt, alle Formulare aufzulisten, die er bisher ausgefüllt hat, in chronologischer Reihenfolge, soweit er sich erinnern kann. Die Liste wird länger als erwartet, und er bemerkt dabei, dass er manche Dokumente zweimal eingereicht haben muss, weil er sich an ihre Felder noch gut erinnert. Das ist entweder ein Fehler oder ein Teil des Vorgangs, und inzwischen ist er nicht mehr sicher, ob dieser Unterschied hier gemacht wird. Er schreibt oben auf die Liste: „Übersicht der bisher gestellten Anträge – zur Vorlage im Rahmen des Antragsverfahrens." Das klingt nach etwas, das gebraucht werden könnte, und das ist mehr, als er über die meisten Dinge hier sagen kann. Die Sachbearbeiterin, die er inzwischen an ihren Schritten erkennt, obwohl er sie nie klar gehört hat, öffnet die Tür. Sie schaut auf die Liste, schlägt ihr Notizbuch auf, liest etwas nach und sagt: „Eine solche Übersicht wäre als Anlage G einzureichen." Er fragt, ob er Anlage G haben könne. Sie sagt, Anlage G werde automatisch beigefügt, sofern der Grundantrag vollständig vorliege. Er fragt, was am Grundantrag noch fehle. Sie sagt: „Anlage G", und schließt das Notizbuch. Die Logik ist in sich geschlossen wie ein Zimmer ohne Tür, und er sitzt darin. Er legt den Stift hin, faltet die Hände auf dem Tisch und sitzt einfach da, für eine Weile, ohne zu schreiben, ohne zu fragen. Die Leuchtstoffröhre flackert. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Er nimmt den Stift. Das ist der Vorgang. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Es gibt Orte, die man nicht betritt, sondern in denen man sich wiederfindet, und dieser Raum ist einer davon. Die Wände tragen kein Bild, keine Markierung, keinen Riss, als hätte jemand sie eigens so gestaltet, dass sie nichts verraten. Die Leuchtstoffröhre gibt ein Licht ab, das nicht leuchtet, sondern bloß die Dunkelheit in eine hellere Art von Ungewissheit verwandelt. Er sitzt. Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er inzwischen mit der müden Vertrautheit betrachtet, die man sonst nur für alte Wunden aufbringt. Zwölf Felder, von denen er die meisten ausgefüllt hat – nicht weil er die Antworten kannte, sondern weil Leerstellen hier offenbar als Ausdruck von Unwillen gelten. Der Stift liegt zwischen seinen Fingern wie ein Gegenstand, der seinen ursprünglichen Zweck vergessen hat und jetzt einfach da ist, weil er nirgendwo sonst hingehört. Die Uhr zeigt zehn nach elf, und er hat sich damit abgefunden, dass sie nicht defekt ist, sondern schlicht einer anderen Auffassung von Zeit folgt. Er liest Feld neun: „Beschreibung des Sachverhalts, der dem Antrag zugrunde liegt, unter Bezugnahme auf einschlägige Vorgänge und deren Nummern." Der Sachverhalt, der dem Antrag zugrunde liegt, ist, dass er hier ist und nicht weiß, warum, und dass beides seit dem ersten Moment unverändert gilt. Er schreibt: „Sachverhalt ergibt sich aus dem Vorgang selbst", und ist sich dabei bewusst, dass das keine Antwort ist, sondern die Antwortform, die dieser Ort hervorbringt. Die Tür öffnet sich. Die Sachbearbeiterin tritt ein mit der ruhigen Selbstverständlichkeit von jemandem, für den Türen nicht Hindernisse sind, sondern bloße Übergänge zwischen dem Hier und dem Dort. Sie legt einen neuen Stapel auf den Tisch, ohne ihn anzuschauen, als wäre er ein Möbelstück, das zufällig auch Formulare entgegennehmen kann. „Das Deckblatt", sagt sie, „entspricht nicht der gültigen Version des Deckblattes." Er fragt, welche Version gültig sei, und merkt dabei, dass seine Stimme eine Gelassenheit angenommen hat, die er sich nicht bewusst angeeignet hat. Sie antwortet, dass die gültige Version jene sei, die zum Zeitpunkt der Antragstellung gültig gewesen wäre, sofern die Antragstellung im vorgesehenen Zeitraum erfolgt sei. Er fragt, ob die Antragstellung im vorgesehenen Zeitraum erfolgt sei. Sie sagt: „Das prüft die Akte", und geht. Er bleibt sitzen und betrachtet das neue Deckblatt, das sich vom alten nicht zu unterscheiden scheint, außer dass in der unteren rechten Ecke eine Versionsnummer steht, die vorher nicht da war. Die Versionsnummer lautet 0. Er überlegt, ob das bedeutet, dass dieses Deckblatt noch gar nicht fertig ist, oder ob Null hier einfach der Anfang ist, von dem aus alle anderen Versionen gezählt werden. Er entscheidet sich für die zweite Deutung, weil sie weniger entmutigend ist, obwohl er keinen Grund hat zu glauben, dass sie zutrifft. Die Leuchtstoffröhre flackert einmal lang, dann zweimal kurz, und er fragt sich zum ersten Mal ernsthaft, ob das ein Code sein könnte. Er notiert die Abfolge auf einem leeren Blatt: lang, kurz, kurz – und darunter ein Fragezeichen, weil ein Fragezeichen zumindest ehrlicher ist als eine falsche Antwort. Was er in diesem Raum gelernt hat – wenn Lernen das richtige Wort ist für das, was geschieht, wenn man aufhört, sich zu wundern –, ist, dass jede Antwort einen neuen Antrag gebiert. Der Antrag auf Einsicht in die Vorgangsnummer setzt die Kenntnis der Vorgangsnummer voraus; der Antrag auf Auskunft über das Ausgangsdokument setzt das Ausgangsdokument voraus; der Antrag auf Nachreichgenehmigung setzt die Genehmigung der Nachreichgenehmigung voraus. Er hat aufgehört, das als Widerspruch zu empfinden, und betrachtet es stattdessen als Strukturprinzip, ähnlich wie die Tatsache, dass der Boden den Stuhl trägt, der ihn trägt. Am folgenden Morgen – er nennt es so, weil die Leuchtstoffröhre eine Helligkeit erreicht hat, die sich von der nächtlichen unterscheidet, obwohl er nicht sagen könnte, worin der Unterschied besteht – liegt auf dem Tisch ein Dokument, das er noch nie gesehen hat. Es trägt den Titel: „Zwischenbescheid über den vorläufigen Stand des Antragsverfahrens – nicht rechtsmittelfähig." Er liest es mit einer Sorgfalt, die er früher vielleicht für übertrieben gehalten hätte, inzwischen aber als das Mindeste betrachtet, was man einem Dokument schuldet. Der Zwischenbescheid teilt ihm mit, dass sein Antrag eingegangen sei, dass die Prüfung des Eingangs noch ausstehe, und dass über das Ergebnis der Prüfung des Eingangs zu gegebener Zeit ein weiterer Zwischenbescheid ergehen werde. Er liest den letzten Satz zweimal, weil er sichergehen will, dass er ihn richtig verstanden hat. Er hat ihn richtig verstanden. Er schreibt unter den Bescheid: „Zur Kenntnis genommen", und unterschreibt mit seinem Namen, weil das die einzige Handlung ist, die er in diesem Moment für sinnvoll hält. Die Sachbearbeiterin, die ihn inzwischen anschaut, wenn sie hereinkommt – nicht freundlich, aber mit einer Art Aufmerksamkeit, die er nicht einordnen kann –, nimmt den Bescheid, liest seinen Zusatz und sagt: „Eine Kenntnisnahme ist in diesem Verfahrensstadium nicht vorgesehen." Er fragt, was stattdessen vorgesehen sei. Sie sagt: „Eine Kenntnisnahme kann beantragt werden." Er nickt, nicht weil er zustimmt, sondern weil Nicken die effizienteste Form ist, ein Gespräch zu beenden, das keinen Anfang hatte. Er nimmt ein leeres Blatt: „Antrag auf Genehmigung der Kenntnisnahme des Zwischenbescheids über den vorläufigen Stand des Antragsverfahrens." Der Satz ist lang, aber er hat das Gefühl, dass Kürze hier als Unvollständigkeit ausgelegt würde. Die Sachbearbeiterin nimmt den Antrag, ohne ihn zu lesen, legt ihn in die Mappe, schließt die Mappe und stellt sie unter den Tisch. Er fragt: „Wann wird darüber entschieden?" Sie sagt: „Wenn der Vorgang vollständig ist." Er fragt: „Was fehlt noch?" Sie sagt: „Das ergibt sich aus dem Vorgang", und geht. Der Raum ist wieder still, mit der Stille von Orten, die nicht auf jemanden warten, sondern einfach sind. Er sitzt da und denkt, dass er vielleicht nie gewusst hat, was Warten bedeutet, bevor er hier war – nicht das Warten auf etwas, sondern das Warten als Zustand, der keinen Gegenstand mehr braucht. Die Uhr zeigt zehn nach elf. Er nimmt den Stift. Er schreibt. Das ist der Vorgang. == 79 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Es ist halb sechs morgens. László steht an der Bushaltestelle. Die Haltestelle heißt „Fő tér". Es regnet leicht, ein feiner Nieselregen. László hat keine Kapuze. Seine Jacke ist dünn und schon alt. Er wartet jeden Morgen hier. Der Bus nach Csepel kommt immer zu spät. Heute ist kein anderer Tag. László schaut auf die leere Straße. Kein Bus ist zu sehen. Da kommt jemand die Straße entlang. Es ist Erzsébet, seine Nachbarin. Sie trägt eine Plastiktüte vom 24-Stunden-Laden. Erzsébet ist 56 Jahre alt und redet sehr viel. „Guten Morgen, László!", sagt sie laut. László nickt und sagt: „Morgen." Erzsébet stellt ihre Tüte auf den Boden. „Weißt du, was János gestern gemacht hat?" László weiß es noch nicht, aber er wird es gleich erfahren. „Er hat die Glühbirne aus der Fassung gedreht." „Er dachte, das Licht flackert." „Dann saß er drei Stunden im Dunkeln." „Ich habe ihn nicht gewarnt." László hört zu und nickt manchmal. Er denkt nicht viel dabei. Es ist besser so. Wenn er zuhört, denkt er nicht an sein eigenes Leben. Der Bus kommt immer noch nicht. Erzsébet erzählt weiter von János. János ist ihr Mann, 58 Jahre alt. Früher war er Schlosser, heute sitzt er meistens im Sessel. Er trinkt gern billigen Weißwein. Erzsébet mag das nicht, aber sie sagt es trotzdem nicht direkt. Endlich kommt der Bus. Er ist acht Minuten zu spät. László steigt ein und sucht einen Platz. Er findet einen Platz neben einem Fenster. Das Fenster schließt nicht richtig. Kalte Luft kommt herein. László schaut nach draußen. Sie fahren an einer alten Fabrik vorbei. Die Fabrik ist ausgebrannt und leer. Jedes Mal schaut László hin. Er weiß nicht warum. Hinter ihm sitzen zwei alte Männer. Sie streiten über den Papst. Einer sagt, der Papst wäre mit dem Fahrrad nach Budapest gekommen. Der andere sagt, das ist Unsinn. László hört halb zu und lacht innerlich. Er greift in seine Jackentasche. Eine kleine Flasche ist darin. Er trinkt einen kurzen Schluck. Niemand im Bus schaut hin. Um Mittag sitzt László in der Lagerhalle. Er sitzt auf einer Europalette und isst. Er hat eine Wurstsemmel dabei, sie ist trocken. Sein Kollege setzt sich neben ihn. „Mein Cousin hat im Lotto gewonnen", sagt der Kollege. „Nicht viel, aber immerhin." Der Cousin wohnt in Kecskemét, das ist weit weg. László hört zu und rechnet leise im Kopf. In zwanzig Jahren könnte er vielleicht einen neuen Anzug kaufen. Er lacht kurz, aber es klingt mehr wie ein Räuspern. Am Abend sitzt László vor dem Plattenbau. Er sitzt auf der Betontreppe und hat die Flasche neben sich. Es ist still auf der Straße. Irgendwo spielt jemand Akkordeon. Die Töne sind nicht ganz richtig, aber der Mann spielt mit Überzeugung. Dann kommt János die Treppe herunter. Er geht ein bisschen langsam, vielleicht hat er schon getrunken. Er setzt sich wortlos neben László. Beide schweigen eine Weile. János schaut auf die Straße. László schaut auch auf die Straße. Dann nimmt János die Flasche und trinkt einen Schluck. Er gibt sie zurück. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János. László nickt. Das ist kein Trost, aber es reicht für heute. Morgen früh steht er wieder an der Haltestelle. Der Bus wird wieder zu spät kommen. Und Erzsébet wird wieder etwas zu erzählen haben. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- László steht jeden Morgen um Viertel vor sechs an der Haltestelle, auch wenn der Bus fast nie pünktlich kommt. Die Haltestelle heißt „Fő tér" und liegt direkt vor dem grauen Plattenbau, in dem László seit acht Jahren wohnt. Es regnet heute, kein starker Regen, aber der feine Nieselregen, der die Kleidung langsam durchnässt. László hat keine Kapuze, weil er die Jacke mit Kapuze vor drei Wochen irgendwo vergessen hat. Er stellt den Kragen hoch und schaut die leere Straße entlang, wo der Bus irgendwann erscheinen wird. Dann hört er Schritte hinter sich, und er weiß schon, wer das ist, bevor er sich umdreht. Erzsébet kommt mit einer schweren Plastiktüte vom 24-Stunden-Laden, der um die Ecke liegt. Sie ist 56 Jahre alt, wohnt im Stockwerk über ihm, und sie beginnt immer sofort zu reden, ohne Pause. „Guten Morgen, László, du glaubst nicht, was János gestern Abend wieder gemacht hat!", sagt sie und stellt die Tüte auf den nassen Boden. László dreht sich zu ihr um und nickt, weil eine Antwort nicht nötig ist und auch nicht erwartet wird. János hat gestern die Glühbirne aus der Fassung gedreht, weil er glaubte, das Licht im Wohnzimmer flackert. Dann saß er drei Stunden im Dunkeln, weil er keine neue Glühbirne hatte und Erzsébet ihn nicht warnte. „Ich habe ihn einfach sitzen lassen", sagt Erzsébet, und in ihrer Stimme ist keine Reue, nur eine müde Zufriedenheit. László hört zu, nicht weil ihn die Geschichte wirklich interessiert, sondern weil es einfacher ist als Schweigen. Wenn er zuhört, muss er nicht über sein eigenes Leben nachdenken, und das ist manchmal das Wichtigste. Der Bus ist immer noch nicht zu sehen, und Erzsébet erzählt jetzt, dass János früher ein guter Schlosser war. „Er wusste, wie man Dinge repariert", sagt sie, „aber jetzt sitzt er nur noch im Sessel und trinkt seinen billigen Weißwein." László sagt „Hm" und schaut auf die Straße, und endlich erscheint der Bus in der Ferne, klein und langsam. Er ist neun Minuten zu spät, was für diese Linie noch ein gutes Ergebnis ist. Im Bus findet László einen Fensterplatz, aber das Fenster schließt nicht richtig, und kalte Luft strömt herein. Er zieht die Jacke enger und schaut nach draußen, während die Stadt an ihm vorbeizieht, grau und still am frühen Morgen. Dann kommen sie an der alten Fabrik vorbei, die vor Jahren abgebrannt ist und seitdem leer steht. László schaut jedes Mal auf die schwarzen Fensterhöhlen der Fabrik, obwohl er selbst nicht weiß, warum er das tut. Hinter ihm sitzen zwei ältere Männer, die über den Papst streiten, und ihre Stimmen sind laut genug, um alles andere zu übertönen. Einer behauptet, der Papst wäre mit dem Fahrrad nach Budapest gefahren, wenn er wirklich bescheiden wäre. Der andere sagt, das ist kompletter Unsinn, und außerdem sei Budapest kein Pflichtprogramm für den Papst. László greift langsam in seine Jackentasche und zieht eine kleine Flasche heraus, ohne sie jemandem zu zeigen. Er trinkt einen kurzen Schluck, steckt die Flasche zurück, und niemand im Bus dreht sich um. In der Lagerhalle isst László um zwölf Uhr auf einer Europalette, weil es keine richtige Pausenbank gibt. Seine Wurstsemmel ist trocken, aber er hat keinen Hunger, also ist es egal. Sein Kollege Tibor setzt sich neben ihn und erzählt, dass ein Cousin dritten Grades in Kecskemét im Lotto gewonnen hat. „Nicht viel", sagt Tibor, „aber mehr als wir in einem Monat verdienen." László hört zu und rechnet leise im Kopf, wie viele Jahre er arbeiten müsste, um sich einen neuen Anzug zu kaufen. Er kommt auf zwanzig Jahre und lacht kurz, aber das Lachen klingt mehr wie ein Räuspern, das man schnell vergisst. Am Abend sitzt László auf der Betontreppe vor dem Plattenbau, die Flasche steht neben ihm auf der Stufe. Die Straße ist ruhig, und irgendwo in einem der oberen Stockwerke spielt jemand Akkordeon. Die Töne sind nicht immer richtig, aber der Mann spielt mit so viel Überzeugung, dass es am Ende nicht stört. Dann kommt János die Treppe herunter, langsam und ein bisschen unsicher auf den Beinen. Er setzt sich wortlos neben László, schaut auf die Straße, und keiner von beiden sagt etwas. Nach einer Weile nimmt János einfach die Flasche, trinkt einen langen Schluck und stellt sie zurück. „Morgen ist auch ein Tag", sagt er, ohne László anzuschauen. László nickt und schaut weiter auf die Straße, auf der sich nichts bewegt. Das ist kein Trost, und beide wissen das, aber es reicht für diesen Abend. Morgen früh wird László wieder um Viertel vor sechs an der Haltestelle stehen. Der Bus wird zu spät kommen, Erzsébet wird etwas über János erzählen, und László wird zuhören. Und das wird sich gut genug anfühlen, um weiterzumachen. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, als die Stadt noch schläft und die Straßenlaternen ihr blasses Licht auf den nassen Asphalt werfen, steht László an der Haltestelle. Er kennt jeden Riss im Betonboden dieser Haltestelle, jeden abgeblätterten Aufkleber auf dem Fahrplankasten, der seit Monaten falsche Zeiten anzeigt. Der Nieselregen fällt so leise, dass man ihn kaum hört, aber nach zehn Minuten ist Lászlós Hemdkragen kalt und feucht. Er hat die Kapuze verloren, irgendwo, irgendwann, er erinnert sich nicht mehr daran und es interessiert ihn auch nicht besonders. Der Bus nach Csepel sollte um 5:52 Uhr kommen, und weil das nie passiert, hat László aufgehört, auf seine Uhr zu schauen. Stattdessen schaut er die Straße entlang, eine gewohnheitsmäßige Geste ohne echte Erwartung, wie ein Mensch, der weiß, dass die Post nicht kommt, aber trotzdem zum Briefkasten geht. Dann hört er das vertraute Geräusch von Plastiktüten und hastigen Schritten, und er weiß, ohne sich umzudrehen, dass Erzsébet da ist. Sie kommt jeden Morgen vom 24-Stunden-Laden um die Ecke, immer mit zu viel eingekauft, immer mit einer Geschichte, die sie kaum erwarten kann zu erzählen. „Du glaubst nicht, was dieser Mann gestern wieder angestellt hat", sagt sie, noch bevor sie richtig stehen geblieben ist, und stellt ihre schwere Tüte auf den Boden. László dreht sich zu ihr um und nickt mit einem Gesichtsausdruck, der Aufmerksamkeit andeutet, ohne wirklich etwas zu versprechen. János, so erfährt er, hat gestern Abend beschlossen, dass die Wohnzimmerlampe flackert, und deshalb einfach die Glühbirne aus der Fassung gedreht. Dann saß er drei Stunden im Dunkeln, weil keine Ersatzbirne im Haus war und weil er zu stolz war, Erzsébet darum zu bitten. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt sie, und in ihrer Stimme liegt eine Mischung aus Erschöpfung und der leisen Genugtuung einer Frau, die schon zu viel erklärt hat. László hört zu, nicht aus echtem Interesse, sondern weil das Zuhören eine Funktion hat: Es füllt die Zeit und verdrängt andere Gedanken. Solange Erzsébet redet, muss er nicht über das leere Kühlschrankregal nachdenken, nicht über den Brief, der seit einer Woche ungeöffnet auf dem Tisch liegt. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, klein und langsam, wie ein Tier, das keine Eile kennt, und ist elf Minuten zu spät. László steigt als Erster ein, findet seinen gewohnten Platz neben dem Fenster, das sich seit Monaten nicht richtig schließen lässt. Die kalte Luft, die durch den Spalt hereinkommt, stört ihn nicht mehr; er hat sich daran gewöhnt wie an vieles andere in seinem Leben. Draußen zieht die Stadt vorbei, die grauen Fassaden der Wohnblöcke, die geschlossenen Läden, eine Frau mit Hund, die beide so aussehen, als hätten sie eine schlechte Nacht hinter sich. Dann kommt die ausgebrannte Fabrik, ein schwarzes Skelett aus Stahl und geborstenen Fenstern, das seit Jahren auf einem Grundstück steht, das niemandem zu gehören scheint. László schaut jedes Mal auf dieses Gebäude, obwohl er nicht weiß, was er darin sucht, vielleicht nur den Beweis, dass manche Dinge einfach so bleiben, wie sie sind. Hinter ihm haben zwei alte Männer ein Gespräch begonnen, das schnell zu einem Streit geworden ist, ob der Papst jemals mit dem Fahrrad gereist wäre, wenn er wirklich ein bescheidener Mensch sein wollte. László greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht eine flache Flasche heraus und trinkt einen kleinen Schluck, ruhig und unauffällig, wie jemand, der das schon so oft getan hat, dass es keine Geste mehr ist, sondern ein Reflex. Die Flasche verschwindet wieder in der Tasche, der Bus hält, neue Fahrgäste steigen ein, und die Welt dreht sich weiter, ohne Kommentar. In der Lagerhalle gibt es keine Kantine, also sitzen die Männer in der Mittagspause auf Europaletten und essen, was sie mitgebracht haben. László hat eine Wurstsemmel, die morgens noch akzeptabel war und jetzt trocken und ein bisschen traurig wirkt, aber er isst sie trotzdem, langsam und ohne Eile. Tibor, sein Kollege, der neben ihm sitzt, erzählt von einem Lottogewinn, nicht seinem eigenen, sondern dem eines Cousins dritten Grades aus Kecskemét, den Tibor selbst kaum kennt. „Fünfzigtausend Forint", sagt Tibor mit dem Ton eines Mannes, der von einer fernen und fremden Welt berichtet. László nickt und rechnet im Kopf, wie viele Arbeitsjahre er bräuchte, um sich etwas zu leisten, das keine Notwendigkeit ist, sondern ein Wunsch. Er kommt auf eine Zahl, die er sofort vergisst, und lacht kurz auf, ein Lachen, das wie ein Räuspern klingt und das Tibor mit einem schiefen Blick quittiert. Der Nachmittag vergeht in der üblichen Abfolge aus Kisten, Gabelstaplern und dem leisen Summen der Neonlampen, die nie ganz gleichmäßig brennen. Als László gegen halb sieben nach Hause kommt, ist die Treppe vor dem Plattenbau leer, und er setzt sich einfach hin, weil er keine Lust hat, sofort in die Wohnung zu gehen. Die Flasche stellt er neben sich auf die Betonstufe, nicht um zu trinken, sondern weil es sich richtig anfühlt, sie dort zu haben. Irgendwo über ihm, vielleicht im dritten Stock, spielt jemand Akkordeon, die Töne kommen durchs offene Fenster herunter und fallen auf die Straße wie Blätter, die niemand aufhebt. Die Melodie ist nicht ganz korrekt, ein paar Töne daneben, aber der Spieler hört nicht auf, und das hat etwas Respektables. János kommt nach einer Weile aus dem Hauseingang, die Hände in den Taschen, das Gesicht mit dem Ausdruck eines Mannes, der einen Grund gesucht hat, nach draußen zu gehen, und keinen gefunden hat. Er setzt sich neben László, ohne zu fragen, ohne zu grüßen, und schaut auf die Straße, die jetzt dunkel und still ist. László schaut auch auf die Straße. Oben spielt das Akkordeon weiter, immer noch ein bisschen falsch, immer noch voller Überzeugung. Nach einer Weile nimmt János die Flasche, trinkt, gibt sie zurück, und das alles geschieht so selbstverständlich, als hätten sie das hundertmal so gemacht. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János schließlich, und es klingt weder wie eine Frage noch wie eine Aufmunterung, sondern wie eine Feststellung über etwas, das beide schon wissen. László nickt und sagt nichts, weil nichts gesagt werden muss. Das Akkordeon spielt, die Straßenlaterne flackert einmal kurz, und dann ist alles wieder ruhig. Es ist kein guter Abend und kein schlechter Abend, es ist einfach ein Abend. Und morgen früh um Viertel vor sechs wird László wieder an der Haltestelle stehen, der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird mit ihrer Tüte um die Ecke biegen. Er weiß das, und das Wissen stört ihn nicht, weil es in diesem Wissen auch etwas gibt, das sich wie Boden unter den Füßen anfühlt. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, wenn die Stadt noch in jenem merkwürdigen Halbschlaf liegt, der weder Nacht noch Morgen ist, steht László an der Haltestelle und wartet auf etwas, das nie pünktlich kommt. Der Fahrplankasten hinter ihm zeigt 5:52 Uhr an, eine Zeit, die seit Monaten reine Fiktion ist, aber niemand hat die Mühe auf sich genommen, den Aufkleber abzuziehen. Der Regen fällt so fein, dass er kaum sichtbar ist, aber er sammelt sich auf Schultern und Ärmeln und kühlt langsam durch den Stoff, mit der geduldigen Hartnäckigkeit von allem, was man zunächst unterschätzt. László hat keine Kapuze mehr, eine Kleinigkeit, die ihn irgendwann aufgehört hat zu stören, wie so vieles im Laufe der Jahre aufgehört hat, ihn zu stören. Er schaut die Straße entlang, nicht aus Erwartung, sondern aus Gewohnheit, mit dem leeren Blick eines Menschen, der gelernt hat, die Abwesenheit von Veränderung als einen Zustand zu akzeptieren. Die Haltestelle kennt er mit einer Vertrautheit, die über bloße Gewohnheit hinausgeht: den abgeblätterten Stadtplan, die eingeritzte Jahreszahl 1987 im Beton, den Geruch von feuchtem Zement, der jeden Morgen derselbe ist. Dann hört er Schritte, das Rascheln von Plastiktüten, und er weiß, wer das ist, noch bevor er sich umdreht, weil manche Menschen sich durch ihre Geräusche ankündigen wie Wetterlagen durch den Barometerstand. Erzsébet ist 56 Jahre alt, wohnt im Stockwerk über ihm, und sie trägt die Ereignisse der vergangenen Nacht bereits auf der Zunge, als sie die Haltestelle noch gar nicht erreicht hat. „Du kannst dir nicht vorstellen, was dieser Mann gestern noch fertiggebracht hat", sagt sie, stellt die Tüte auf den nassen Boden und schaut László mit dem Blick an, der keine Antwort erwartet, sondern ein Publikum. János, so erfährt László in den nächsten Minuten, hat entschieden, dass die Wohnzimmerlampe flackert, und diese Entscheidung auf seine Art gelöst: indem er einfach die Glühbirne herausdrehte und im Dunkeln sitzen blieb. Drei Stunden, sagt Erzsébet, drei Stunden im Dunkeln, weil keine Ersatzbirne im Haus war und weil es János' Stolz nicht erlaubt, eine Bitte auszusprechen, die er als Niederlage empfinden würde. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt sie, und in diesem Satz liegt eine jahrzehntelange Ehegeschichte zusammengefaltet wie eine Landkarte, die man nicht mehr entfalten möchte. László hört zu, nickt an den richtigen Stellen, und weiß, dass das Zuhören eine Form von Freundlichkeit ist, die nichts kostet und Erzsébet offensichtlich etwas bedeutet. Dass ihn die Geschichte von János wenig bewegt, ist kein Mangel an Mitgefühl, sondern das Ergebnis eines stillen Übereinkommens, das zwischen Nachbarn in Plattenbauten häufig entsteht: Man teilt die Wartezone, aber nicht das Leben. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, breitet sich langsam durch den Nieselregen aus wie ein dunkelgelbes Gerücht, und ist dreizehn Minuten zu spät. László findet seinen Platz am Fenster, das sich nicht schließt, und er hat sich mit diesem Spalt so abgefunden wie mit einer Wetterlage, die man nicht beeinflussen kann und die man deshalb nicht länger als Zumutung betrachtet. Die Stadt zieht draußen vorbei, die bekannte Abfolge aus Wohnblöcken, Tankstellen, geschlossenen Kiosken, ein Stadtbild, das sich im Laufe der Jahre so wenig verändert hat, dass es wirkt wie eine Kulisse, die man einmal gebaut hat und seitdem stehen lässt. Dann kommt die ausgebrannte Fabrik, und László schaut hin, wie er es jeden Morgen tut, mit einer Aufmerksamkeit, die er selbst nicht erklären könnte, als enthielte das Gebäude eine Frage, auf die er noch keine Antwort gefunden hat. Die schwarzen Fensterhöhlen der Fabrik starren zurück, gleichgültig und beständig, und dann sind sie schon vorbei, überholt von der Bewegung des Busses, der sich um keine Betrachtung schert. Hinter László streiten zwei alte Männer mit der verbissenen Energie von jemandem, der in einem Argument die letzte Form von Selbstbestätigung gefunden hat, und der Gegenstand des Streits ist, ob der Papst mit dem Fahrrad nach Budapest gereist wäre, wenn seine Demut wirklich echt wäre. László greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht die flache Flasche heraus mit der beiläufigen Selbstverständlichkeit einer Geste, die längst aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und trinkt einen Schluck, während der Bus über eine holprige Stelle fährt. Niemand dreht sich um, und das ist genau das, was László an diesem Bus schätzt: die stumme Vereinbarung, einander in Ruhe zu lassen. Die Mittagspause verbringt er auf einer Europalette in der hinteren Ecke der Lagerhalle, wo das Neonlicht flackert und die Zugluft durch eine schlecht gedichtete Ladeluke zieht. Die Wurstsemmel, die er mitgebracht hat, ist morgens noch passabel gewesen, jetzt ist sie trocken und hat die Konsistenz von etwas, das seine beste Zeit eindeutig hinter sich hat, aber er isst sie trotzdem, weil Hunger keine ästhetischen Ansprüche stellt. Tibor, sein Kollege, setzt sich neben ihn mit dem Gesichtsausdruck eines Menschen, der eine Geschichte mit sich trägt, die er teilen möchte, ob man sie hören will oder nicht. Es geht um einen Lottogewinn, aber nicht Tibors eigenen, sondern den eines Cousins dritten Grades in Kecskemét, eine Verwandtschaft so weit entfernt, dass sie biologisch kaum noch messbar ist, aber finanziell offenbar dennoch bemerkenswert. László hört zu und kalkuliert dabei still im Kopf, wie viele Monate er arbeiten müsste, um sich etwas zu leisten, das kein Bedürfnis befriedigt, sondern einen Wunsch, und er stellt fest, dass er die Zahl nicht zu Ende denken will. Er lacht kurz auf, ein Laut, der irgendwo zwischen echtem Lachen und dem Geräusch liegt, das entsteht, wenn man sich räuspert, um einer Antwort zu entgehen. Der Nachmittag löst sich auf in Kisten, Lieferscheinen, dem gleichmäßigen Brummen der Deckenlampen, und László arbeitet mit der Präzision eines Menschen, der nicht nachdenken will und deshalb jeden Handgriff sehr genau ausführt. Als er gegen Abend die Betontreppe vor dem Plattenbau hinaufkommt, bleibt er auf der zweiten Stufe einfach stehen und setzt sich hin, ohne einen besonderen Grund dafür zu haben außer dem, dass die Wohnung ihn nicht ruft. Er stellt die Flasche neben sich auf die Stufe, nicht weil er trinken will, sondern weil es sich seltsam anfühlen würde, sie in der Tasche zu lassen, wenn er selbst draußen sitzt. Irgendwo über ihm, in einem der oberen Stockwerke, spielt jemand Akkordeon, und die Melodie fällt durch das offene Fenster auf die Straße, ein bisschen schief, ein paar Halbtöne daneben, aber mit einer Überzeugung gespielt, die jede Kritik überflüssig macht. László hört zu und denkt, dass es eine unterschätzte Qualität ist, etwas falsch zu tun und dabei vollständig überzeugt zu sein, weil diese Überzeugung das Falsche in etwas anderes verwandelt. Dann tritt János aus dem Hauseingang, mit dem Schritt eines Mannes, der keinen Grund hatte, nach draußen zu gehen, aber drinnen auch keinen Grund hatte zu bleiben. Er setzt sich neben László, ohne zu fragen, ohne zu grüßen, und schaut auf die Straße mit dem leeren, gleichmäßigen Blick von jemandem, dem die Straße schon seit Jahren keine Überraschungen mehr schuldet. Oben spielt das Akkordeon weiter, immer noch nicht ganz richtig, immer noch voller Überzeugung, und die Straßenlaterne wirft ihr gelbliches Licht auf den nassen Bürgersteig. Nach einer Weile, in der beide schweigen mit der Selbstverständlichkeit von Menschen, die kein Schweigen mehr erklären müssen, nimmt János die Flasche, trinkt und gibt sie zurück, eine Geste so unkompliziert und unhöflich und vertraut zugleich, dass László lächelt, ohne es zu merken. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János, und der Satz klingt weder nach Trost noch nach Ironie, sondern nach einer nüchternen Bestandsaufnahme, die beide schon kennen und die trotzdem etwas trägt. László nickt und schaut auf die Straße, auf der sich nichts bewegt außer dem Akkordeonklang, der durch die Luft zieht wie Rauch aus einem Schornstein, gleichgültig und trotzdem da. Es ist kein Abend, an dem etwas passiert ist, und es ist kein Abend, der in der Erinnerung bleiben wird, aber während er sitzt, fühlt László etwas, das er nicht benennen würde, weil Benennen es verändern würde. Morgen früh, um Viertel vor sechs, wird er wieder hier stehen, die Straße wird leer sein, der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird mit ihrer Tüte um die Ecke biegen und sofort anfangen zu reden. Er weiß das mit einer Gewissheit, die keine Hoffnung ist und keine Resignation, sondern einfach die ruhige Kenntnis des eigenen Lebens, die man irgendwann erwirbt, wenn man aufgehört hat, dagegen zu kämpfen. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, in jener eigenartigen Zwischenstunde, in der die Nacht sich nicht verabschiedet hat und der Morgen noch keine Ansprüche stellt, steht László an der Haltestelle und übt, was er jeden Tag aufs Neue übt: das Warten ohne Erwartung. Der Fahrplankasten hinter ihm trägt eine Uhrzeit, die seit Monaten niemanden mehr täuscht, aber auch niemanden stört, weil in dieser Gegend die Differenz zwischen dem, was angeschrieben steht, und dem, was tatsächlich geschieht, längst als Normalzustand verinnerlicht worden ist. Der Regen, der in dieser Nacht begonnen hat, ist kein Regen im eigentlichen Sinne, sondern jene feinkörnige Schwebe, die sich in den Haaren niederschlägt, im Kragen sammelt und auf die Haut legt wie ein Kommentar, den man nicht angefordert hat und nicht abweisen kann. László hat keine Kapuze, seit er eine Jacke mit Kapuze irgendwo zurückgelassen hat, wann genau und wo weiß er nicht mehr, weil Dinge, die man verliert, ohne es zu bemerken, auch in der Erinnerung keinen Abdruck hinterlassen. Er schaut die Straße entlang mit jenem Blick, der nicht mehr sucht, sondern registriert, der Blick eines Menschen, der die Wiederholung so vollständig akzeptiert hat, dass Abweichung ihn überraschen würde wie ein Fehler in einer Rechnung, die er nie aufgestellt hat. Die Haltestelle selbst ist ihm in einer Weise vertraut, die über das Visuelle hinausgeht: der Geruch von nassem Beton und abgestandenem Zigarettenrauch, das leise Quietschen des Fahrplankastenrahmens im Wind, die eingeritzte Jahreszahl 1987, die jemand einmal für wichtig gehalten haben muss. Dann hört er das Geräusch, das Erzsébet immer ankündigt, bevor sie sichtbar wird: das rhythmische Schlagen schwerer Plastiktüten gegen Oberschenkel, das Knirschen ihrer Schuhe auf dem nassen Pflaster, die atemlose Vorfreude einer Frau, die eine Geschichte mit sich trägt wie eine Last, die gleichzeitig Gewicht und Erleichterung ist. Sie ist 56 Jahre alt, wohnt unmittelbar über ihm, und hat in den acht Jahren, in denen László im Plattenbau lebt, eine Verlässlichkeit bewiesen, die er insgeheim bewundert, auch wenn er das niemals aussprechen würde, weil das Aussprechen die Sache komplizierter machen würde, als sie sein muss. „Du glaubst es nicht", sagt sie, noch bevor sie ganz zum Stehen gekommen ist, und stellt die Tüte auf den Boden mit der Geste eines Menschen, der Ballast abwirft, um beide Hände für das Erzählen frei zu haben. János hat gestern Abend die Wohnzimmerlampe für defekt erklärt, auf der Grundlage eines Flackerns, das möglicherweise existiert hat und möglicherweise nicht, und hat die Glühbirne herausgedreht mit der Entschlossenheit eines Mannes, der ein Problem löst, indem er es unsichtbar macht. Drei Stunden saß er im Dunkeln, nicht weil keine Lösung denkbar gewesen wäre, sondern weil die einzig denkbare Lösung eine Bitte erfordert hätte, und Bitten ist für János eine Form der Kapitulation, die er sein Leben lang vermieden hat und die er auch jetzt, mit 58 Jahren und einem Sessel als Hauptbeschäftigung, nicht einzuüben gedenkt. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt Erzsébet, und in diesem Satz steckt keine Grausamkeit, sondern die erschöpfte Würde einer Frau, die irgendwann aufgehört hat zu erklären, was sie erklärt hat, und begonnen hat, einfach zu beobachten. László hört zu mit einer Aufmerksamkeit, die ehrlicher ist, als sie aussieht, denn Erzsébet weiß, glaube er, dass er nicht wirklich zuhört, und er weiß, dass sie das weiß, und trotzdem reden sie jeden Morgen so miteinander, weil diese kleine Inszenierung gegenseitiger Anteilnahme beiden etwas gibt, das sie nicht benennen würden. Das Zuhören hat für László eine weitere Funktion, die er sich selbst gegenüber nicht eingesteht: Solange Erzsébet redet, muss er nicht in Stille versinken, und die Stille ist das, worin die Dinge auftauchen, über die er lieber nicht nachdenkt, der Brief auf dem Küchentisch, die Flasche, die sich zu schnell leert, das Gefühl, dass die Jahre vergehen wie Busfahrten auf einer Route, die irgendwo endet, aber nirgends ankommt. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, materialisiert sich langsam aus dem Grau des Morgens wie eine Behauptung, die man nicht widerlegen kann, aber auch nicht glauben muss, und er ist vierzehn Minuten zu spät, was für diese Linie beinahe als Pünktlichkeit durchgehen könnte. László steigt ein, findet seinen angestammten Platz am Fenster, das sich nicht schließt, und empfängt den vertrauten kalten Luftzug mit der Gleichmut eines Menschen, der gelernt hat, zwischen Unbequemlichkeiten zu unterscheiden, die sich lohnen zu bekämpfen, und solchen, die man einfach trägt. Draußen zieht das Stadtbild vorbei, das er so gut kennt, dass er es mit geschlossenen Augen beschreiben könnte: die Plattenbauten, deren Fassaden die Farbe von etwas haben, das einmal Beige gewesen sein soll, die Tankstelle mit dem dauerhaft blinkenden Preisschild, der Kiosk, dessen Besitzer László noch nie bei Tageslicht gesehen hat. Dann kommt die Fabrik, und László schaut hin, wie er es jeden Morgen tut, mit jener hartnäckigen Aufmerksamkeit, die er sich selbst nicht erklären kann, als hätte das Gebäude vor Jahren etwas mit ihm vereinbart und warte nun darauf, dass er seinen Teil der Abmachung erfüllt. Die ausgebrannten Fensterhöhlen schauen zurück mit der Gleichgültigkeit von etwas, das jenseits von Verfall und Erneuerung angelangt ist, jenseits von Absicht, jenseits von allem, was László in Worte fassen könnte, und dann ist die Fabrik vorbei und der Bus fährt weiter, und der Moment löst sich auf wie alle Momente. Hinter ihm führen zwei alte Männer ein Gespräch, das längst die Form eines Streits angenommen hat, über die Frage, ob der Papst, wäre er wirklich so bescheiden, wie er behauptet zu sein, nicht längst auf dem Fahrrad nach Budapest gereist wäre, und László hört mit dem halben Ohr zu und denkt, dass theologische Fragen in Linienbussen eine Beständigkeit haben, die kathedralen Diskussionen fehlt. Er greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht die flache Flasche heraus mit einer Beiläufigkeit, die keine Heimlichkeit mehr ist, sondern die Selbstverständlichkeit einer Handlung, die so oft wiederholt wurde, dass sie jeden Charakter verloren hat und nun einfach da ist wie Atmen, und trinkt einen Schluck, während der Bus über eine Bodenwelle fährt und kurz schwankt. Niemand dreht sich um, was László nicht als Gleichgültigkeit interpretiert, sondern als die stille Solidarität von Menschen, die alle ihre eigenen Flaschen in ihren eigenen Jackentaschen tragen, metaphorisch oder anders. Die Mittagspause verbringt er auf einer Europalette in der hinteren Ecke der Lagerhalle, wo das Neonlicht eine Frequenz hat, die auf Dauer auf das Sehvermögen wirkt wie ein unaufhörlich zu leiser Ton auf die Nerven, und isst eine Wurstsemmel, die am Morgen noch als Frühstück durchgegangen wäre und jetzt eher als archäologischer Fund zu klassifizieren ist. Tibor, sein Kollege, setzt sich neben ihn mit der unaufhaltsamen Energie eines Menschen, dem eine Geschichte auf der Zunge brennt, und berichtet von einem Lottogewinn, der geografisch und genealogisch so weit von Tibor selbst entfernt ist, dass die Relevanz dieser Nachricht fast philosophischer Natur ist. László hört zu und vollzieht dabei still im Kopf eine Kalkulation, die er nicht zu Ende führen will, weil das Ende dieser Rechnung eine Zahl wäre, die er kennt und die er dennoch lieber nicht anschaut, so wie man bestimmte Spiegel in Wohnungen meidet, weil man weiß, was sie zeigen. Er lacht kurz auf, ein Laut, der zu komprimiert ist, um wirkliches Lachen zu sein, und Tibor schaut ihn an mit jenem Blick, den Menschen verwenden, wenn sie spüren, dass sie etwas nicht verstanden haben, aber nicht fragen wollen, weil die Antwort sie vielleicht mehr angeht, als ihnen lieb wäre. Der Nachmittag verfließt in der Mechanik der Arbeit, die László nicht schätzt, aber auch nicht verachtet, weil Arbeit, die man verachtet, einen aufreibt, während Arbeit, der man gleichgültig gegenübersteht, einen einfach durchlässt wie Wasser einen Kanal, ohne Spuren zu hinterlassen. Als er am Abend die Betontreppe des Plattenbaus erreicht, bleibt er auf der zweiten Stufe stehen, setzt sich hin, ohne nachzudenken, und stellt die Flasche neben sich auf den Stein, nicht aus Bedürfnis, sondern aus einer Art stiller Geselligkeit mit sich selbst, die er sich in acht Jahren Plattenbauleben angeeignet hat. Irgendwo im Gebäude, er kann nicht sagen, in welchem Stockwerk, spielt jemand Akkordeon, und die Töne fallen durch das offene Fenster auf die Straße wie Worte aus einem Gespräch, das man nicht versteht, aber dessen Stimmung man trotzdem erfasst. Die Melodie ist nicht ganz sauber, ein paar Töne verfehlen ihr Ziel um einen Halbton, aber der Spieler hört nicht auf und macht keine Pausen zum Zweifeln, und László denkt, dass diese Art von Überzeugung, die keine Rücksicht auf Perfektion nimmt, vielleicht die einzige Überzeugung ist, die im Alltag wirklich hält. János tritt aus dem Hauseingang mit dem unmotivierten Schritt eines Mannes, dem der Abend weder drinnen noch draußen etwas schuldet und der sich deshalb für das Draußen entschieden hat, weil es dort wenigstens nicht flackert. Er setzt sich neben László, ohne Ankündigung, ohne Begrüßung, mit der selbstverständlichen Grenzüberschreitung von jemandem, dem Förmlichkeit zwischen Nachbarn schon seit Jahren überflüssig erscheint, und beide schauen auf die Straße, auf der der Abend sich ausbreitet wie ein Gedanke, über den man lieber nicht zu Ende nachdenkt. Das Schweigen zwischen ihnen ist nicht leer, es ist gefüllt mit allem, was weder gesagt werden muss noch gesagt werden sollte, mit der gemeinsamen Kenntnis dieser Treppe, dieses Gebäudes, dieser Straße, dieses Lebens, das keiner von beiden gewählt hat und das beide trotzdem führen mit einer Beharrlichkeit, die man für Resignation halten könnte, wenn man nicht genau hinsähe. Nach einer Weile, die keine bestimmte Länge hat, weil keiner von beiden auf die Uhr schaut, nimmt János die Flasche, trinkt, gibt sie zurück, und diese Geste ist so unkompliziert und so vollständig frei von Kommentar, dass sie das Reinste ist, was an diesem Abend geschieht. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János, und der Satz klingt in seinem Mund nicht nach Vertröstung und nicht nach Ironie, sondern nach dem, was er ist: eine schlichte Feststellung über die Struktur der Zeit, die beide kennen und die, ausgesprochen, dennoch etwas ändert, weil Sprache das tut, auch wenn sie nichts Neues sagt. László nickt, und das Akkordeon spielt weiter, immer noch nicht ganz richtig, und die Straßenlaterne taucht den nassen Bürgersteig in sein gelbliches Licht, und irgendwo in der Ferne fährt ein Bus, der pünktlich ist oder nicht, weil es jetzt keine Rolle mehr spielt. Es ist ein Abend wie dieser Abend, nicht mehr und nicht weniger, und während László auf der Betonstufe sitzt und dem falschen Akkordeon lauscht, spürt er etwas, das er sorgfältig unbenennt lässt, weil er weiß, dass manche Dinge aufhören zu existieren, sobald man ihnen einen Namen gibt. Morgen früh um Viertel vor sechs wird er wieder hier stehen, im Nieselregen, ohne Kapuze, und der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird um die Ecke biegen und anfangen zu reden. Er wird dann zuhören, und das alles wird genau so sein wie heute, und trotzdem wird es nicht dasselbe sein, weil man in denselben Fluss nicht zweimal steigt, auch wenn der Fluss das nicht weiß und es ihm gleichgültig wäre. == 80 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Márta steckt den Schlüssel ins Schloss. Die Tür geht auf. Im Flur ist es still. An der Garderobe hängen sieben Kleiderbügel. Sie sind alle leer. Gábor tritt hinter ihr ein. Er sagt nichts. Er bleibt stehen und schaut sich um. Das Telefon steht noch auf dem Sekretär. Es klingelt nicht. Márta atmet einmal tief durch. Sie kennt diese Wohnung seit dreißig Jahren. Aber heute fühlt sie sich fremd an. Gábor geht in die Küche. Márta folgt ihm. Sie öffnen die Schublade unter dem Herd. Die Schublade klemmt, wie immer. Gábor zieht fester. Endlich geht sie auf. Darin liegen drei Packungen Paprika. Das Verfallsdatum ist schon lange vorbei. Gábor nimmt ein Glas heraus. Auf dem Etikett steht in der Handschrift der Mutter: „Gurken 2011". Márta sagt: „Das ist noch gut." Gábor schaut sie an. Er fragt: „Bist du verrückt?" Márta zuckt mit den Schultern. Sie schweigen eine Weile. Dann öffnet Gábor das Glas. Sie essen die Gurken auf. Sie schmecken nach fast nichts. Aber sie essen trotzdem alles. Im Schlafzimmer ist das Bett schon weg. Auf dem Boden liegt ein Karton. Márta kniet sich hin und öffnet ihn. Darin sind alte Briefe. Sie sind in einem Band zusammengebunden. Márta nimmt einen heraus. Sie liest laut vor: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt: „Wer ist Béla?" Márta weiß es nicht. Niemand weiß es. Der Vater war nie dabei gewesen. Gábor zündet sich eine Zigarette an. Er raucht sie im Zimmer, obwohl das nicht erlaubt ist. Márta sagt nichts dazu. Am letzten Abend sind die Möbel alle weg. Die Wohnung ist leer. Auf dem Parkett liegen noch helle Flecken. Dort hingen früher die Bilder. Dreißig Jahre lang. Márta setzt sich auf den Boden. Gábor setzt sich neben sie. Sie trinken Tee aus zwei verschiedenen Tassen. Die Tassen passen nicht zusammen. Das war schon immer so. Gábor sagt: „Eigentlich war sie nie glücklich." Márta denkt kurz nach. Dann sagt sie: „Doch. Aber nicht hier." Gábor nickt langsam. Er sagt nichts mehr. Sie schließen die Tür ab. Sie gehen die Treppe hinunter. Im Hof blüht die Linde. Es riecht gut. Am Kiosk kaufen sie ein Bier. Sie teilen es sich. Keiner spricht mehr über die Mutter. Sie müssen es auch nicht. Sie gehen gemeinsam die Straße entlang. Das ist kein Abschied. Es ist ein Weitergehen. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Márta steckt den Schlüssel ins Schloss und drückt die Tür auf. Im Flur riecht es nach altem Teppich und nach etwas, das sie nicht benennen kann. An der Garderobe hängen sieben Kleiderbügel, aber keine einzige Jacke. Gábor kommt hinter ihr herein und stellt seine Tasche ab. Er schaut sich um, als ob er die Wohnung zum ersten Mal sieht. Das Telefon steht noch auf dem kleinen Sekretär neben der Tür. Es ist angeschlossen, aber es klingelt nicht. Márta legt ihre Hand kurz auf den Hörer und nimmt sie dann wieder weg. In der Küche klemmt die Schublade, wie sie immer geklemmt hat. Gábor zieht zweimal, dann gibt sie nach. Dahinter liegen drei Packungen Paprika, alle abgelaufen, und ganz hinten steht ein Glas mit Gurken. Auf dem Etikett steht in der Handschrift der Mutter das Wort „Gurken" und die Jahreszahl 2011. Márta sagt, das Glas sei sicher noch gut. Gábor fragt sie, ob sie das ernst meint. Sie zuckt mit den Schultern und sagt nichts weiter. Nach einer kurzen Pause öffnet Gábor das Glas, und sie essen die Gurken mit den Fingern. Die Gurken schmecken nach fast nichts, aber sie essen das ganze Glas leer. Das Bett im Schlafzimmer ist schon abgeholt worden, und der Raum wirkt dadurch viel größer. Unter dem Fenster steht ein alter Karton, den Márta noch nicht gesehen hat. Sie öffnet ihn und findet darin ein Bündel Briefe, die mit einem roten Band zusammengebunden sind. Sie nimmt den obersten Brief heraus und liest einen Satz laut vor: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla war. Márta weiß es nicht, und auch Gábor weiß es nicht. Der Vater ihrer Mutter hatte nie eine Rolle in ihrem Leben gespielt. Gábor zündet sich eine Zigarette an und raucht sie mitten im Zimmer. Márta sieht es, aber sie sagt nichts dazu. Am Abend sind alle Möbel weg, und die Wände haben helle Flecken, wo die Bilder früher hingen. Márta setzt sich auf das nackte Parkett, und Gábor setzt sich neben sie. Sie haben noch zwei Tassen gefunden, die nicht zusammenpassen, und machen dünnen Tee. Der Tee ist nicht heiß genug, aber das stört sie nicht. Gábor sagt nach einer Weile, dass ihre Mutter eigentlich nie wirklich glücklich gewesen sei. Márta denkt kurz darüber nach, bevor sie antwortet. Sie sagt, die Mutter sei schon glücklich gewesen, aber eben nicht hier. Gábor nickt, trinkt seinen Tee und schaut auf die leere Wand. Sie stehen auf, schalten das Licht aus und schließen die Wohnung ab. Die Treppe knarrt auf der dritten Stufe, wie sie es immer getan hat. Im Hof blüht die Linde, und der Duft ist stärker als erwartet. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier und teilen sie sich auf der Straße. Keiner von beiden sagt etwas über die Mutter, und das ist auch gut so. Sie gehen nebeneinander die Straße entlang, ohne zu wissen, wohin genau. Das hier ist kein Abschied von der Mutter. Es ist der Anfang vom Weitergehen. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss steckt, fällt ihr auf, dass noch das alte Etikett des Schlüsseldienstes daran hängt, mit einer Telefonnummer, die es längst nicht mehr gibt. Die Tür öffnet sich schwerer als früher, oder vielleicht bildet sie sich das nur ein. Im Flur hängt die Garderobe mit sieben leeren Kleiderbügeln, und Márta fragt sich kurz, warum ihre Mutter überhaupt sieben Kleiderbügel gebraucht hatte. Gábor kommt hinter ihr herein, stellt seine Reisetasche auf den Boden und schaut sich um, ohne etwas zu sagen. Er ist seit zehn Jahren nicht mehr hier gewesen, und Márta sieht ihm an, dass er die Wohnung kleiner in Erinnerung hatte. Das Telefon auf dem Sekretär ist noch angeschlossen, und für einen Moment erwartet Márta, dass es klingelt. Es klingelt nicht. In der Küche öffnen sie zuerst die Vorratsschublade unter dem Herd, weil man irgendwo anfangen muss. Die Schublade klemmt, wie sie seit zwanzig Jahren klemmt, und Gábor flucht leise, bevor er fester zieht. Hinter abgelaufenen Gewürzpackungen und einem angebrochenen Päckchen Zucker findet er ein Einmachglas, auf dessen Etikett die Mutter in ihrer kleinen, gleichmäßigen Handschrift „Gurken – August 2011" geschrieben hat. Márta sagt, das Glas könne noch gut sein, und Gábor fragt sie, ob sie im Ernst rede. Sie antwortet nicht direkt, nimmt das Glas aus seiner Hand und dreht den Deckel auf. Die Gurken riechen nach Essig und nach einer Küche, die es so nicht mehr gibt. Sie schmecken nach wenig, aber sie essen das Glas gemeinsam leer, stehend, ohne Teller, weil der Rest schon eingepackt ist. Das Schlafzimmer wirkt größer, seit das Bett abgeholt wurde, und die Stille dort ist eine andere als im Rest der Wohnung. Unter dem Fensterbrett entdeckt Márta einen Karton, den sie beim ersten Durchgang übersehen hat, und als sie ihn öffnet, findet sie ein Bündel Briefe, die mit einem roten Band zusammengebunden sind. Die Handschrift auf den Umschlägen gehört nicht ihrer Mutter. Márta zieht den obersten Brief heraus und liest einen einzigen Satz vor, weil mehr braucht es nicht: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta schüttelt den Kopf, weil sie keine Antwort hat. Ihr Vater war immer eine Randnotiz im Leben ihrer Mutter geblieben, jemand, über den man nicht sprach und den man auch nicht vermisste. Gábor zieht sein Feuerzeug heraus und zündet sich eine Zigarette an, mitten im Zimmer, obwohl sie beide wissen, dass man hier drinnen nicht rauchen darf. Márta sieht es und sagt nichts. Am letzten Abend, nachdem der Möbelwagen längst weg ist, sitzen sie auf dem nackten Parkett und trinken dünnen Tee aus zwei Tassen, die nie zusammengepasst haben und die deshalb wohl als einzige übrig geblieben sind. Die Wände sind voll von hellen Rechtecken, an den Stellen, wo dreißig Jahre lang Bilder gehangen haben. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei eigentlich nie wirklich glücklich gewesen, und er sagt es so, als hätte er diesen Satz lange mit sich getragen. Márta antwortet erst nach einer Weile, weil sie die Frage nicht so einfach findet, wie er sie stellt. Sie sagt, ihre Mutter sei glücklich gewesen, nur eben nicht in dieser Wohnung, nicht in dieser Stadt, und vielleicht auch nicht in diesem Leben, das aus lauter kleinen Kompromissen bestanden hatte. Gábor nickt und trinkt seinen Tee, und keiner von beiden sagt danach noch etwas. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür ab und gehen die Treppe hinunter, die auf der dritten Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat. Im Hof blüht die Linde, und der Geruch trifft Márta unvermittelt, weil er nach Sommer und nach Kindheit riecht und nach allem, was man nicht festhalten kann. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier, teilen sie sich auf der Straße und reden über nichts Besonderes. Irgendwann gehen sie los, nebeneinander, ohne einen festen Plan. Es gibt keinen richtigen Abschied, keinen Moment, an dem man sagen könnte, dass es jetzt vorbei ist. Man geht einfach weiter, und das ist alles, was es dazu zu sagen gibt. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss steckt und die Tür mit der ihr vertrauten Gegenbewegung aufdrückt, fällt ihr auf, dass sie diese Handgriffe seit drei Jahren jede Woche vollzogen hat, ohne je darüber nachzudenken, und dass sie es jetzt zum letzten Mal tut. Im Flur empfängt sie der Geruch, den sie nie beschreiben konnte und für den es wahrscheinlich kein Wort gibt: etwas zwischen altem Teppich, Lavendelsäckchen und der spezifischen Stille von Räumen, in denen sich lange Zeit dasselbe Leben abgespielt hat. An der Garderobe hängen sieben gleichförmige Plastikbügel, obwohl ihre Mutter, soweit Márta sich erinnern kann, nicht mehr als drei Jacken besessen hatte. Gábor tritt hinter ihr ein, stellt seine Tasche auf den Boden mit einer Behutsamkeit, die nicht zu ihm passt, und schaut sich um, als müsse er die Wohnung erst mit dem Bild in Einklang bringen, das er zehn Jahre lang in Berlin mit sich getragen hat. Das Telefon auf dem Sekretär ist noch angeschlossen, und Márta bemerkt, dass der Hörer exakt so liegt, wie ihre Mutter ihn immer hingelegt hatte: leicht schräg, mit dem Kabel nach links. Es klingelt nicht, und trotzdem wartet Márta einen Moment, bevor sie weitermacht. Die Küche hat die Eigenheit, dass die Schublade unter dem Herd sich nur mit einem bestimmten Ruck öffnen lässt, den man kennen muss, und Gábor, der ihn nicht kennt, zieht zweimal zu gerade, bevor Márta wortlos eingreift und die Schublade aufzieht. Dahinter türmen sich abgelaufene Gewürzpäckchen, eine angebrochene Packung Instantkaffee aus dem Jahr, in dem Márta ihren ersten festen Job angefangen hatte. Ganz hinten, hinter allem, steht ein Einmachglas, auf dessen handgeschriebenem Etikett in der kleinen, sorgfältigen Schrift ihrer Mutter zu lesen ist: „Gurken – August 2011". Márta sagt, es sei möglicherweise noch gut, und Gábor dreht sich zu ihr um und schaut sie so an, wie er sie anschaut, wenn er nicht streiten will, aber auch nicht zustimmen kann. Ohne weitere Diskussion nimmt sie ihm das Glas aus der Hand, dreht den Deckel auf – der Sog macht das vertraute Geräusch – und riecht kurz hinein, nicht weil sie es wissen muss, sondern weil sie Zeit braucht. Die Gurken schmecken nach gedämpftem Essig und nach einer Köchin, die nicht mehr kocht, und sie essen das ganze Glas stehend auf, ohne Teller, weil die Teller schon eingepackt sind und weil es so irgendwie richtiger wirkt. Das Schlafzimmer hat sich verändert, seit das Bett abgeholt wurde. Nicht nur der Raum ist größer geworden, sondern auch die Stille hat eine andere Qualität angenommen, als hätte das Bett die ganzen Jahre einen bestimmten Klang geschluckt, der jetzt nirgends mehr hingehört. Márta entdeckt den Karton unter dem Fensterbrett erst beim zweiten Durchgang, und als sie ihn öffnet, findet sie darin ein Bündel Briefe. Diese Briefe hatte jemand mit einem ausgeblichenen roten Band zusammengebunden hat, das sich beim Aufknoten als fragiler erweist, als es aussieht. Die Handschrift auf den Umschlägen ist nicht die ihrer Mutter, sondern eine fremde, leicht nach links geneigte, die Márta noch nie gesehen hat. Sie zieht den obersten Brief aus dem Umschlag und liest nicht mehr als einen Satz vor, weil dieser eine Satz ausreicht: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta legt den Brief zurück, weil es auf diese Frage keine Antwort gibt, die sich an einem Nachmittag wie diesem noch aufspüren ließe. Ihr Vater war immer eine Auslassung gewesen, eine Stelle im Familiennarrativ, über die man hinweglas, weil das Drumherum verständlich genug war. Vielleicht gehörte Béla zu denselben verschwiegenen Schichten der Biografie ihrer Mutter. Gábor zieht sein Feuerzeug heraus und raucht eine Zigarette mitten im Zimmer. Márta, die das sieht, entscheidet sich dagegen, etwas zu sagen, weil manche Verbote mit dem Menschen enden, der sie aufgestellt hat. Am Abend, nachdem der letzte Möbeltransport abgefahren ist und die Wohnung nur noch aus Wänden, Licht und dem Geruch nach Vergangenheit besteht, setzen sie sich auf das nackte Parkett und trinken Tee aus zwei Tassen, die nie ein Paar gewesen waren und die deshalb wohl als einzige den Auswahlprozess überlebt hatten. Die Wände zeigen die Geschichte des Raumes in Negativform: helle Rechtecke dort, wo dreißig Jahre lang Bilder gehangen hatten, und man kann die einstige Ordnung der Einrichtung aus diesen Umrissen herauslesen wie eine Schrift, die aufgehört hat, etwas bedeuten zu wollen. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei im Grunde nie wirklich glücklich gewesen, und er sagt es nicht als Vorwurf, sondern mit der sachlichen Traurigkeit von jemandem, der eine Diagnose ausspricht, für die er selbst lange kein Wort hatte. Márta dreht die Tasse in den Händen, bevor sie antwortet, weil sie das, was sie denkt, nicht unüberlegt sagen will: dass Glück kein Zustand ist, in dem man jemanden vorfindet, sondern etwas, das in bestimmten Momenten auftaucht und dann wieder verschwindet, und dass ihre Mutter solche Momente gehabt hat, nur eben nicht hier, nicht in diesen Zimmern, nicht in dem Leben, das diese Wohnung umrissen hatte wie ein zu kleiner Rahmen um ein zu großes Bild. Gábor hört zu und nickt, und dann sagt keiner der beiden mehr etwas, und das ist keine Verlegenheit, sondern die ruhige Form von Einverständnis, zu der Geschwister manchmal erst nach dem Tod ihrer Eltern finden. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür mit einem Geräusch ab, das endgültiger klingt als die tausend Male zuvor, und gehen die Treppe hinunter, auf der die dritte Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat und wie sie es weiter tun wird, wenn hier längst jemand anderes wohnt. Im Hof blüht die Linde in einem Stadium, das man bei Tage wahrscheinlich nicht so unmittelbar wahrnehmen würde, und Márta bleibt einen Moment stehen, nicht um sich zu verabschieden, sondern weil der Geruch sie überrumpelt hat. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier, teilen sie sich auf dem Gehweg und reden über etwas Unerhebliches, dessen Inhalt keiner von beiden später noch wird benennen können. Dann gehen sie los, in eine Richtung, die keiner von beiden ausdrücklich gewählt hat, und Márta merkt, dass das Gefühl, das sie erwartet hatte – das schwere, endgültige, das einen zu Boden drückt – ausgeblieben ist und dass an seiner Stelle etwas steht, das sich nicht so unähnlich anfühlt wie Weitermachen. Es gibt keinen Moment, an dem der Abschied vollständig ist, keine Schwelle, nach deren Überschreiten man sagen könnte, dass es jetzt vorbei ist; man geht einfach irgendwann, und das Gehen selbst ist das Einzige, was man tun kann. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss führt und die Tür mit dem ihr seit Jahrzehnten vertrauten, leicht widerstrebenden Nachgeben aufdrückt, überkommt sie der absurde Gedanke, dass sie diese Bewegung in den letzten drei Jahren so oft vollzogen hat, dass ihre Muskeln sie kennen, auch wenn der Kopf gerade nicht dabei ist. Sie tut es nun trotzdem zum letzten Mal, mit einem Bewusstsein, das sich anfühlt wie ein zu hell eingestelltes Licht. Im Flur empfängt sie ein Geruch, dem sie noch nie einen Namen gegeben hat und dem sie jetzt, da er zum letzten Mal auf sie trifft, vergeblich nach Sprache sucht. Es ist etwas, das aus dem Übereinanderlegen von Jahrzehnten besteht, aus Lavendel und altem Stoff und der spezifischen Wärme von Räumen, in denen ein Mensch lange gelebt hat, ohne dass dieser Mensch noch da wäre. Die sieben Kleiderbügel an der Garderobe hängen in gleichförmigen Abständen, als hätte die Mutter sie absichtlich so geordnet hinterlassen. Márta weiß genau, dass ihre Mutter nie mehr als drei Jacken besessen hatte und die Bügel deshalb schon seit Jahren leer gewesen sein müssen, ohne dass irgendjemand sie entfernt hätte. Gábor tritt hinter ihr ein und stellt seine Tasche mit einer Behutsamkeit ab, die ihn verrät. Er, der seit zehn Jahren in Berlin lebt, als hätte er diese Stadt abgestreift wie ein zu enges Kleidungsstück, hat die Wohnung kleiner in Erinnerung gehabt, und die Wirklichkeit, die ihm jetzt entgegensteht, erfordert offenbar einen Moment der stillen Neukalibrierung. Das Telefon auf dem Sekretär liegt noch in seiner angestammten Schräglage, das Kabel nach links gedreht, der Hörer genau so, wie die Mutter ihn abgelegt hatte. Márta legt ihre Hand einen Augenblick darauf, weil sie nicht weiß, was sie sonst mit ihr anfangen soll. Es klingelt nicht. Und doch wartet sie. Die Schublade unter dem Herd hat seit zwanzig Jahren eine eigene Logik: Man muss sie leicht anheben, während man zieht, und wer das nicht weiß, zieht zweimal umsonst, so wie Gábor es jetzt tut. Dann greift Márta wortlos ein und zieht die Schublade mit dem richtigen Handgriff auf, als ob sie damit unwillkürlich unter Beweis stellte, was sie nie als Privileg empfunden hatte – dass sie die war, die geblieben ist und deshalb weiß, wie die Dinge hier funktionieren. Was die Schublade preisgibt, ist ein archäologischer Querschnitt durch die Vorratshaltung einer Frau, die nie wegwarf, was noch brauchbar sein könnte. Darin liegen abgelaufener Paprika in drei Varianten, eine angebrochene Packung Instantkaffee aus dem Jahr, in dem Márta ihre erste Stelle angetreten hatte, und ganz hinten, hinter allem, ein Einmachglas, dessen handgeschriebenes Etikett in der kleinen, präzisen Schrift der Mutter die Aufschrift trägt: „Gurken – August 2011". Márta sagt, es sei möglicherweise noch gut, nicht weil sie das wirklich glaubt. Sie sagt es, weil sie die Alternative – das Wegwerfen, das Entscheiden, dass die Arbeit ihrer Mutter nicht mehr zählt – in diesem Moment nicht erträgt. Gábor dreht sich zu ihr um mit dem Gesichtsausdruck, den er aufsetzt, wenn er nicht streiten will, aber auch nicht der Meinung ist, dass man einer solchen Position ernsthaft zustimmen könnte. Dann nimmt Márta das Glas, dreht den Deckel auf – der vertraute Sog, das kleine Geräusch des nachgebenden Vakuums –, riecht hinein und hält dem Glas länger als nötig die Nase hin, weil es Zeit kostet, das Richtige zu fühlen. Die Gurken schmecken nach Essig und nach etwas, das sich dem Schmecken entzieht. Sie essen das ganze Glas stehend leer, ohne Teller, mit den Fingern, und keiner sagt etwas über den Geschmack, weil es nicht um den Geschmack geht. Das Schlafzimmer hat sich durch das Fehlen des Bettes in einen Raum verwandelt, der sich selbst nicht mehr kennt. Die Proportionen stimmen nicht mehr, die Stille hat eine andere Beschaffenheit angenommen, und die Helligkeit, die durch das unverdeckte Fenster fällt, liegt auf einem Fußboden, der seit Jahrzehnten nicht im Licht gestanden hatte. Den Karton unter dem Fensterbrett hatte Márta beim ersten Durchgang übersehen. Als sie ihn jetzt öffnet, findet sie darin ein Bündel Briefe, deren ausgeblichenes rotes Band beim Aufknoten auseinanderfällt, als hätte es nur auf diesen einen letzten Anlass gewartet, um sich aufzulösen. Die Handschrift auf den Umschlägen ist eine fremde, leicht linksgeneigte, mit einem eigentümlichen Schwung bei den Großbuchstaben. Márta sucht in ihr vergeblich nach etwas Vertrautem, das ihr helfen könnte, einzuordnen, woher diese Briefe stammen und an welchem Punkt ihrer Mutter Leben sie hineingehört haben. Sie liest laut vor, nicht den ganzen Brief, sondern nur den ersten Satz. Der erste Satz enthält schon alles: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta legt den Brief zurück mit der Sorgfalt, mit der man Dinge behandelt, die man nicht versteht und deshalb nicht beschädigen will. Es gibt auf diese Frage keine Antwort, die sich an einem Nachmittag wie diesem noch herbeischaffen ließe und die nicht durch das bloße Suchen verfälscht würde. Ihr Vater war immer eine Stelle im Familiengefüge gewesen, über die man hinging wie über eine morsche Diele – nicht weil man sie nicht bemerkte, sondern weil man sich daran gewöhnt hatte, ihr auszuweichen. Vielleicht gehörte Béla zur selben Schicht des verschwiegenen Lebens, das ihre Mutter unter dem sichtbaren gelebt hatte. Gábor zündet sich eine Zigarette an und raucht sie mitten im Zimmer. Márta sieht es und entscheidet sich nicht dagegen einzuschreiten, weil sie spürt, dass manche Verbote mit dem Menschen enden, der sie formuliert hat, und dass es keine Pietät ist, sie über diesen Menschen hinaus aufrechtzuerhalten. Am Abend, nachdem der Möbelwagen längst abgefahren ist und die Wohnung nichts mehr enthält als Wände, Luft, Licht und den Geruch nach einem Leben, das noch nicht ganz verflüchtigt ist, setzen sie sich auf das nackte Parkett. Sie trinken Tee aus zwei Tassen, die nicht zusammengehören und die aus genau diesem Grund als einzige den Auswahlprozess überlebt haben – weil sie zu uneinheitlich waren, um in irgendjemandes Haushalt einen sinnvollen Platz einzunehmen, außer in diesem hier. Die Wände erzählen in Negativform die Geschichte dessen, was einmal hier hing. Helle Rechtecke unterschiedlicher Größe liegen an Stellen, wo dreißig Jahre lang Bilder dem Licht entzogen hatten, was darunter lag, und Márta liest in diesen Umrissen wie in einer Karte einer Wohnung, die nicht mehr existiert und trotzdem noch vollständig da ist. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei eigentlich nie wirklich glücklich gewesen. Er sagt es in dem Ton, in dem man eine Erkenntnis ausspricht, die man lange mit sich getragen hat, ohne ihr den richtigen Ort zu finden, und die man jetzt hier ablegt, weil dieser Raum der einzige ist, der sie aufnehmen kann. Márta dreht die Tasse zwischen den Händen und denkt nach, nicht weil die Antwort schwierig wäre, sondern weil die Frage ungenau ist und sie ihr nicht die falsche Antwort geben will. Glück, sagt sie schließlich, sei kein Zustand, in dem man jemanden vorfindet oder nicht vorfindet, sondern etwas, das in bestimmten Momenten auftaucht, ungebeten und flüchtig, und ihre Mutter habe solche Momente gehabt, nur eben nicht hier, nicht in diesen Zimmern, nicht in dem Leben, das diese Wohnung wie ein zu kleiner Rahmen um ein zu großes Bild umfasst hatte. Gábor hört zu und nickt, und danach sagen beide nichts mehr, nicht aus Verlegenheit. Sie sind an einem Punkt angelangt, an dem Geschwister manchmal erst nach dem Tod ihrer Eltern ankommen: der ruhigen, fast schwerelosen Form von Einverständnis, die keine Worte braucht und die vielleicht die einzige Art von Versöhnung ist, die das Leben wirklich anbietet. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür ab – das Geräusch des einschnappenden Schlosses klingt dieses Mal anders, endgültiger, obwohl es dasselbe Schloss ist und dieselbe Mechanik. Dann gehen sie die Treppe hinunter, auf der die dritte Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat und wie sie es weiterhin tun wird, wenn hier längst ein anderes Leben stattfindet und von dieser hier keine Spur mehr zu finden ist. Im Hof steht die Linde in voller Blüte, und der Geruch trifft Márta mit einer Unvermitteltheit, die sich nicht ankündigt. Er riecht nach Sommer und nach Kindheit und nach allem, was man nicht festhalten kann, weil es zur Bedingung seiner Wirkung gehört, dass es einem entgleitet. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier und teilen sie sich auf dem Gehweg. Das Gespräch, das sie dabei führen, handelt von nichts Besonderem – von irgendetwas, das keiner von beiden später benennen können wird, und das vielleicht gerade deshalb das Richtige ist. Dann gehen sie los, nebeneinander, in eine Richtung, die keiner von beiden ausdrücklich gewählt hat. Márta bemerkt, dass das Gefühl, auf das sie sich insgeheim vorbereitet hatte – das schwere, abschließende, das einen auf den Boden drückt und festhält –, nicht gekommen ist und dass an seiner Stelle etwas steht, das sich, wenn man ehrlich ist, nicht so sehr vom Weitermachen unterscheidet wie vom Anfangen. Es gibt keine Schwelle, nach deren Überschreiten man sagen könnte, dass der Abschied vollzogen ist. Man geht, und das Gehen ist nicht das Ende von etwas, sondern der einzige Aggregatzustand, in dem das Leben sich fortsetzt – leise, unspektakulär und ohne Anlass zur Klage. jd62wcogaxqlqwju6zan6k5uzyer1pr 1085349 1085346 2026-05-10T14:12:09Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 /* 78 - hashed */ 1085349 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 4 b - ungarisch deutsch == 71 == 1 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül. - Anders sitzt am Küchentisch. :2. A csésze előtte hideg. - Die Tasse vor ihm ist kalt. :3. Nem iszik. - Er trinkt nicht. :4. Csak ül ott. - Er sitzt nur da. :5. Odakint esik az eső. - Draußen regnet es. :6. Az eső oldalról jön. - Der Regen kommt von der Seite. :7. Az ablak régi és vékony. - Das Fenster ist alt und dünn. :8. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :9. A víz egy vödörbe hullik. - Das Wasser fällt in einen Eimer. :10. Plink. - Plink. :11. Plink. - Plink. :12. Plink. - Plink. :13. Anders hallgatja. - Anders hört zu. :14. Nem számolja a cseppeket. - Er zählt die Tropfen nicht. :15. Egyszerűen csak hallgatja. - Er hört einfach zu. :16. A ház régen templom volt. - Das Haus war früher eine Kirche. :17. Egy kis fatemplom a fjordnál. - Eine kleine Holzkirche am Fjord. :18. Anders két éve örökölte. - Anders hat sie vor zwei Jahren geerbt. :19. A tető nem jó. - Das Dach ist nicht gut. :20. Amikor esik, bejön a víz. - Wenn es regnet, kommt Wasser rein. :21. A vödör mindig ugyanazon a helyen áll. - Der Eimer steht immer an derselben Stelle. :22. A keresztelőkút most mosogató. - Das Taufbecken ist jetzt ein Spülbecken. :23. Anders ezt normálisnak találja. - Anders findet das normal. :24. Csónakmotorokat javít. - Er repariert Bootsmotoren. :25. A szomszédok elhozzák a csónakjaikat. - Die Nachbarn bringen ihre Boote. :26. Néha kávéval fizetnek. - Manchmal bezahlen sie mit Kaffee. :27. Néha nem mondanak semmit. - Manchmal sagen sie nichts. :28. Az is jó. - Das ist auch gut. :29. Az ajtó kinyílik. - Die Tür geht auf. :30. Lars bejön. - Lars kommt herein. :31. Nem kopog. - Er klopft nicht. :32. Ezt soha nem teszi. - Das macht er nie. :33. Lars 68 éves. - Lars ist 68 Jahre alt. :34. Ő az egyetlen szomszéd. - Er ist der einzige Nachbar. :35. Leül a régi padra. - Er setzt sich auf die alte Bank. :36. Egy csomag dohányt tesz az asztalra. - Er legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch. :37. Nem mondanak semmit. - Sie sagen nichts. :38. Az óra ketyeg. - Die Uhr tickt. :39. Az eső veri az ablakot. - Der Regen schlägt gegen das Fenster. :40. Egy idő után Lars megszólal. - Nach einer Weile spricht Lars. :41. „Björn kuttere megint működik.” - „Der Kutter von Björn läuft wieder.” :42. Anders bólint. - Anders nickt. :43. Ez elég. - Das ist genug. :44. Lars feláll. - Lars steht auf. :45. Az ajtóhoz megy. - Er geht zur Tür. :46. Az ajtó becsapódik. - Die Tür fällt zu. :47. A dohány még az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :48. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte. :49. Ma érkezett a komppal. - Sie ist heute mit der Fähre gekommen. :50. A kép Oslo kikötőjét mutatja. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. :51. A színek túl világosak októberhez. - Die Farben sind zu hell für den Oktober. :52. Anders megfordítja a lapot. - Anders dreht die Karte um. :53. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba.” - Er liest: „Komm nach Oslo.” :54. Ez minden. - Das ist alles. :55. Aláírás: Mette. - Unterschrieben: Mette. :56. Még egyszer elolvassa a mondatot. - Er liest den Satz noch einmal. :57. És még egyszer. - Und noch einmal. :58. Aztán visszateszi a lapot. - Dann legt er die Karte zurück. :59. Az elülső oldala lefelé néz. - Die Vorderseite zeigt nach unten. :60. Odakint elhalad a komp. - Draußen fährt die Fähre vorbei. :61. A motorzaj rövid ideig hallatszik. - Das Motorgeräusch ist kurz zu hören. :62. Aztán megint csend van. - Dann ist es wieder still. :63. Anders az ablaknál marad állva. - Anders bleibt am Fenster stehen. :64. A fjordra néz. - Er schaut auf den Fjord. :65. A víz szürke. - Das Wasser ist grau. :66. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :67. Minden szürke. - Alles ist grau. :68. Négy órakor besötétedik. - Um vier Uhr wird es dunkel. :69. Anders meggyújt egy gyertyát. - Anders zündet eine Kerze an. :70. A régi zongorára teszi. - Er stellt sie auf das alte Klavier. :71. Senki sem játszik a zongorán. - Niemand spielt das Klavier. :72. Leül elé. - Er setzt sich davor. :73. Nézi a lángot. - Er schaut die Flamme an. :74. Semmi konkrétra nem gondol. - Er denkt an nichts Bestimmtes. :75. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :76. A víz odakint a facölöpöknek csapódik. - Das Wasser schlägt gegen die Holzpfähle draußen. :77. A gyertya lassan leég. - Die Kerze brennt langsam herunter. :78. Anders ülve marad. - Anders bleibt sitzen. :79. Aztán havazni kezd. - Dann fängt es an zu schneien. :80. Halkan. - Leise. :81. Szinte átmenet nélkül. - Fast ohne Übergang. :82. Nem fog Oslóba menni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :83. Nem ma. - Nicht heute. :84. Nem holnap. - Nicht morgen. :85. Ezt egyszerűen tudja. - Er weiß das einfach. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kézzel tart egy csészét. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen. :2. A csésze már rég kihűlt, de ő mégsem iszik belőle. - Die Tasse ist längst kalt, aber er trinkt trotzdem nicht. :3. Odakint erősen esik az eső, és a szél szinte vízszintesen hajtja az esőt az ablaknak. - Draußen regnet es stark, und der Wind treibt den Regen fast waagrecht gegen das Fenster. :4. Október van, és ennél a fjordnál ez azt jelenti: szürke, nedves, csendes. - Es ist Oktober, und an diesem Fjord bedeutet das: grau, nass, still. :5. A fűtésből egy csepp hullik a padlón álló vödörbe. - Von der Heizung fällt ein Tropfen in den Eimer auf dem Boden. :6. Plink. - Plink. :7. Aztán még egy. - Dann noch einer. :8. Anders hallgatja, de nem számol vele. - Anders hört zu, aber er zählt nicht mit. :9. A ház korábban egy kis fatemplom volt a fjord szélén. - Das Haus war früher eine kleine Holzkirche am Rand des Fjords. :10. Két éve Anders örökölte, és azóta itt lakik. - Vor zwei Jahren hat Anders sie geerbt, und seitdem wohnt er hier. :11. A tető két helyen beázik, ezért mindig készenlétben állnak a vödrök. - Das Dach ist an zwei Stellen undicht, deshalb stehen immer Eimer bereit. :12. A régi keresztelőkútat most mosogatóként használja, mert praktikus. - Das alte Taufbecken benutzt er jetzt als Spülbecken, weil es praktisch ist. :13. Soha nem újította fel igazán a házat, de hozzászokott. - Er hat das Haus nie richtig renoviert, aber er hat sich daran gewöhnt. :14. Anders a környék kevés szomszédjának csónakmotorjait javítja. - Anders repariert die Bootsmotoren der wenigen Nachbarn in der Gegend. :15. Egyesek kávéval fizetnek neki, mások egy rövid bólintással, és ez elég neki. - Manche bezahlen ihn mit Kaffee, manche mit einem kurzen Nicken, und das reicht ihm. :16. Nincs sokra szüksége, és a munka okot ad neki arra, hogy reggel felkeljen. - Er braucht nicht viel, und die Arbeit gibt ihm einen Grund, morgens aufzustehen. :17. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand anklopft. :18. Lars bejön, ahogy minden második nap szokott. - Lars kommt herein, wie er es jeden zweiten Tag tut. :19. Hatvannyolc éves, és ő az egyetlen szomszéd, aki valóban közel lakik. - Er ist 68 Jahre alt und der einzige Nachbar, der wirklich nah wohnt. :20. Lars leül a kályha melletti fapadra, és egy csomag dohányt tesz az asztalra. - Lars setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen und legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch. :21. Nem mondanak semmit, és ez közöttük normális. - Sie sagen nichts, und das ist zwischen ihnen normal. :22. Az eső kopog az ablakon, a fűtés csöpög, az óra ketyeg. - Der Regen klopft gegen das Fenster, die Heizung tropft, die Uhr tickt. :23. Körülbelül tíz perc után Lars nyugodtan azt mondja: „Björn kuttere újra működik.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars ruhig: „Der Kutter von Björn läuft wieder.” :24. Anders egyszer bólint, és ez az egész válasz. - Anders nickt einmal, und das ist die ganze Antwort. :25. Lars feláll, az ajtóhoz megy, és halkan becsukja maga mögött. - Lars steht auf, geht zur Tür und schließt sie leise hinter sich. :26. A dohány még az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :27. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma érkezett a komppal. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute mit der Fähre gekommen ist. :28. A kép Oslo kikötőjét mutatja túl világos, túl barátságos színekkel. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo in zu hellen, zu freundlichen Farben. :29. Anders felveszi a lapot, és lassan megfordítja. - Anders nimmt die Karte und dreht sie langsam um. :30. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst.” :31. A kézírás Mettéé, és azonnal felismeri. - Die Handschrift ist von Mette, und er erkennt sie sofort. :32. Hat hónapja nem hallott róla semmit, és most ez. - Sechs Monate hat er nichts von ihr gehört, und jetzt das. :33. Kétszer elolvassa a szöveget, aztán harmadszor is, és visszateszi a lapot. - Er liest den Text zweimal, dann ein drittes Mal, und legt die Karte wieder hin. :34. Az elülső oldala lefelé néz, mert a színek túl rikítóak ehhez a naphoz. - Die Vorderseite zeigt nach unten, weil die Farben zu grell sind für diesen Tag. :35. Odakint a komp lassan elhalad az ablak előtt, és a motorzaj szétfoszlik a szélben. - Draußen fährt die Fähre langsam am Fenster vorbei, und das Motorgeräusch verweht im Wind. :36. Anders állva marad, és a szürke fjordot nézi. - Anders bleibt stehen und schaut auf den grauen Fjord. :37. A víz nyugodt, de hideg, és az ég alacsonyan függ. - Das Wasser ist ruhig, aber kalt, und der Himmel hängt tief. :38. Délután négy órakor már majdnem sötét van, mint itt októberben mindig. - Um vier Uhr nachmittags ist es schon fast dunkel, wie immer im Oktober hier. :39. Anders elővesz egy gyertyát a fiókból, és a régi zongorára állítja. - Anders holt eine Kerze aus der Schublade und stellt sie auf das alte Klavier. :40. Senki sem játszik ezen a zongorán, és talán már azelőtt is így volt, hogy ő ideköltözött. - Niemand spielt dieses Klavier, und vielleicht war das schon so, bevor er hier einzog. :41. Meggyújtja a gyertyát, leül az előtte álló székre, és a kis lángot nézi. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die kleine Flamme an. :42. Nem gondol Oslóra, és nem gondol Mettére. - Er denkt nicht an Oslo, und er denkt nicht an Mette. :43. Tulajdonképpen semmi konkrétra nem gondol, és ez helyesnek érződik. - Er denkt eigentlich an nichts Bestimmtes, und das fühlt sich richtig an. :44. A fűtés tovább csöpög, odakint a víz az öreg facölöpöknek csapódik. - Die Heizung tropft weiter, das Wasser draußen schlägt gegen die alten Holzpfähle. :45. A gyertya lassan leég, Anders pedig csak ül ott. - Die Kerze brennt langsam herunter, und Anders sitzt einfach da. :46. Aztán havazni kezd, halkan és előjel nélkül, szinte úgy, mint egy gondolat. - Dann beginnt es zu schneien, leise und ohne Ankündigung, fast wie ein Gedanke. :47. Nem fog Oslóba utazni, ezt most már biztosan tudja. - Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt sicher. :48. Nem azért, mert nem szabad neki, és nem azért, mert fél. - Nicht weil er nicht darf, und nicht weil er Angst hat. :49. Hanem azért, mert nem talál olyan okot, amely elég erős volna. - Sondern weil er keinen Grund findet, der stark genug wäre. :50. A hó a fjordra hull, és a fjord magába fogadja, anélkül hogy bármit mondana. - Der Schnee fällt auf den Fjord, und der Fjord nimmt ihn auf, ohne etwas zu sagen. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen. :2. A csésze már egy órája hideg, anélkül hogy ezt észrevette volna, vagy zavarná. - Die Tasse ist schon seit einer Stunde kalt, ohne dass er das bemerkt hätte oder es ihn stören würde. :3. Odakint a szél szinte vízszintesen veri az esőt a régi templomablaknak. - Draußen treibt der Wind den Regen fast waagrecht gegen das alte Kirchenfenster. :4. Az ablak fakerete az évek során annyira elvetemedett, hogy a bal oldalán enyhén fütyül rajta a szél. - Der Holzrahmen des Fensters hat sich im Laufe der Jahre so verzogen, dass es an der linken Seite leicht pfeift. :5. Október közepe van. - Es ist Mitte Oktober. :6. A fjord olyan ég alatt fekszik, amely már nem húz határt víz és levegő, tegnap és ma között. - Der Fjord liegt unter einem Himmel, der keine Grenze mehr zieht zwischen Wasser und Luft, zwischen gestern und heute. :7. A fűtőtestből egy csepp hullik a padlón álló bádogvödörbe. - Von der Heizung fällt ein Tropfen in den Blecheimer auf dem Boden. :8. Világos, tiszta plink ez, amely néhány másodpercenként megismétlődik, egyenletesen, mint egy szívverés, amelyre senki sem figyel. - Es ist ein helles, klares Plink, das sich alle paar Sekunden wiederholt, gleichmäßig wie ein Herzschlag, dem niemand zuhört. :9. Anders figyel. - Anders hört zu. :10. Nem számolja, de figyel. - Er zählt nicht, aber er hört zu. :11. Ez olyan különbség, amelyet ő maga sem tudna megmagyarázni. - Das ist ein Unterschied, den er selbst nicht erklären könnte. :12. A ház, amelyben él, valaha fatemplom volt. - Das Haus, in dem er lebt, war einmal eine Holzkirche. :13. A templom kicsi és sötét volt, egy olyan apró település legszélén, amelyet a legtöbb térkép fel sem tüntet. - Die Kirche war klein und dunkel, am äußersten Rand eines Weilers, den die meisten Karten gar nicht verzeichnen. :14. Két évvel ezelőtt örökölte egy nagybátyjától, akit alig ismert. - Er hat sie vor zwei Jahren geerbt, von einem Onkel, den er kaum kannte. :15. Mégis maradt, anélkül hogy valaha komolyan megkérdezte volna magától, miért. - Er ist trotzdem geblieben, ohne sich je ernsthaft gefragt zu haben, warum. :16. A tető legalább két helyen beázik, és a kályha csak rosszul húz, ha északnyugat felől jön a szél. - Das Dach ist an mindestens zwei Stellen undicht, und der Ofen zieht nur schlecht, wenn der Wind aus Nordwesten kommt. :17. A régi homokkő keresztelőmedence ma mosogatóként szolgál, mert ez az egyetlen edény a házban, amely elég nagy. - Das alte Taufbecken aus Sandstein dient heute als Spülbecken, weil es die einzige Schüssel im Haus ist, die groß genug ist. :18. Soha nem újított fel, nem igazán. - Er hat nie renoviert, nicht wirklich. :19. De felhagyott azzal, hogy hiányként érzékelje. - Aber er hat aufgehört, es als Mangel zu empfinden. :20. A megélhetését azzal keresi, hogy a kevés megmaradt szomszéd csónakmotorjait javítja. - Seinen Lebensunterhalt verdient er damit, die Bootsmotoren der wenigen verbliebenen Nachbarn zu reparieren. :21. Ezek az emberek maguk is alig beszélnek, és a fizetséget gyakran kávé, dohány vagy egy néma biccentés formájában adják, ami Andersnek jobban megfelel, mint azt valaha is beismerné. - Diese Menschen sprechen selbst kaum und leisten die Bezahlung oft in Form von Kaffee, Tabak oder einem stummen Nicken, was Anders mehr entgegenkommt, als er je zugeben würde. :22. Régebben csónaképítő volt, és Bergenben tanulta ki a mesterséget. - Er war früher Bootsbauer und hat das Handwerk in Bergen gelernt. :23. De ez régen volt, és az az ember, aki akkor volt, olyannak tűnik számára, mint valaki egy történetből, amelyet valahol olvasott. - Aber das ist lange her, und die Person, die er damals war, fühlt sich an wie jemand aus einer Geschichte, die er irgendwo gelesen hat. :24. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand anklopft. :25. Lars belép egy olyan férfi magától értetődő nyugalmával, aki tudja, hogy szívesen látják, anélkül hogy ezt valaha kimondták volna. - Lars tritt herein mit der selbstverständlichen Ruhe eines Mannes, der weiß, dass er willkommen ist, ohne dass es je ausgesprochen worden wäre. :26. Hatvannyolc éves, magas, keskeny testalkatú, olyan kezekkel, amelyek úgy néznek ki, mint a szerszámok. - Er ist 68, groß, schmal, mit Händen, die aussehen wie Werkzeug. :27. Leül a kályha melletti fapadra, egy csomag dohányt tesz az asztalra, és olyan természetesen hallgat, mintha a hallgatás a beszélgetés egyik formája volna. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch und schweigt so natürlich, als wäre Schweigen eine Form der Unterhaltung. :28. Az eső veri az ablakot, a fűtőtest csöpög. - Der Regen schlägt gegen das Fenster, die Heizung tropft. :29. A falon lévő óra enyhe utózengéssel ketyeg, amely minden második ütésnél kissé túl hangos. - Die Uhr an der Wand tickt mit einem leichten Nachklang, der bei jedem zweiten Schlag etwas zu laut ist. :30. Körülbelül tíz perc múlva Lars fel sem nézve azt mondja: „Björn kuttere újra jár.” - Nach ungefähr zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :31. Anders bólint, és ebben benne van minden, amit mondani kell. - Anders nickt, und darin liegt alles, was gesagt werden muss. :32. Lars feláll, az ajtóhoz megy, és halkan behúzza maga mögött. - Lars steht auf, geht zur Tür und zieht sie leise hinter sich zu. :33. A dohány az asztalon marad, mintha soha nem is arra szánták volna, hogy magával vigye. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch, als wäre er nie dazu gedacht gewesen, mitgenommen zu werden. :34. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist. :35. Egy számlával és egy prospektussal együtt érkezett, amelyet nem nyitott ki. - Sie kam zusammen mit einer Rechnung und einem Prospekt, den er nicht geöffnet hat. :36. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely túl barátságos októberhez. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das zu freundlich ist für den Oktober. :37. A színek úgy hatnak, mintha valaki túlságosan feltekerte volna a telítettséget, és Anders megfordítja a lapot, anélkül hogy tudná, miért vár. - Die Farben wirken, als hätte jemand die Sättigung zu weit aufgedreht, und Anders dreht die Karte um, ohne zu wissen, warum er wartet. :38. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :39. A kézírás Mettéé, ferde és kissé túl szoros. - Die Handschrift ist Mettes, schräg und etwas zu eng. :40. Mindig így ír, amikor olyasmit ír, amit tulajdonképpen nem akart megírni. - So schreibt sie immer, wenn sie etwas schreibt, das sie eigentlich nicht schreiben wollte. :41. Hat hónapon át egy szó sem, sem üzenet, sem jel. - Sechs Monate lang kein Wort, keine Nachricht, kein Zeichen. :42. Most ott áll ez az egyetlen mondat, amely több kérdést tesz fel, mint amennyit megválaszol. - Jetzt steht dort dieser eine Satz, der mehr Fragen stellt als er beantwortet. :43. Másodszor is elolvassa, aztán harmadszor. - Er liest ihn ein zweites Mal, dann ein drittes. :44. Nem azért teszi, mert valami mást vár, hanem mert szüksége van arra az időre, amelyet a mondat követel tőle. - Er tut es nicht, weil er etwas anderes erwartet, sondern weil er die Zeit braucht, die der Satz von ihm verlangt. :45. Aztán a lapot képes felével lefelé visszateszi a párkányra. - Dann legt er die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurück. :46. A kikötőkép színei olyan módon zavarják, amelyet nem tud megnevezni. - Die Farben des Hafenbilds stören ihn auf eine Weise, die er nicht benennen kann. :47. Odakint a komp lassan elhalad az ablak előtt, és a motorzaj röviden felduzzad, majd szétfoszlik a szélben. - Draußen zieht die Fähre langsam am Fenster vorbei, und das Motorgeräusch schwillt kurz an und verweht dann im Wind. :48. A fjord bezárul mögötte, mintha soha nem is járt volna ott. - Der Fjord schließt sich hinter ihr, als wäre sie nie da gewesen. :49. Anders az ablaknál áll, és a vizet nézi. - Anders steht am Fenster und schaut auf das Wasser. :50. A víz szürke és nyugodt, és éppen olyan közömbös, mint mindig. - Das Wasser ist grau und ruhig und so gleichgültig wie immer. :51. Délután négy órakor alkonyodni kezd. - Um vier Uhr nachmittags beginnt es zu dämmern. :52. Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból, ahol Lars dohánya is fekszik, még bontatlanul. - Anders holt eine Kerze aus der Küchenschublade, wo auch der Tabak von Lars liegt, noch ungeöffnet. :53. A gyertyát a régi zongorára állítja, amely az északi falnál áll. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier, das an der Nordwand steht. :54. A zongora egy vakolatrepedés alatt áll, amely az elmúlt tél folyamán szélesebb lett. - Das Klavier steht unter einem Riss im Putz, der im Laufe des letzten Winters breiter geworden ist. :55. Senki sem játszik ezen a zongorán, amennyire Anders tudja. - Niemand spielt dieses Klavier, soweit Anders weiß. :56. Soha senki nem is játszott rajta, és mégis úgy áll ott, mint valami, ami arra vár, hogy használják. - Es hat auch niemand je gespielt, und trotzdem steht es da wie etwas, das darauf wartet, gebraucht zu werden. :57. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl und schaut in die Flamme. :58. A láng ingadozik a házon átvándorló enyhe huzatban, alig észrevehetően. - Die Flamme schwankt in dem leichten Durchzug, der durch das Haus wandert, kaum merklich. :59. Nem Mettére gondol, és nem Oslóra gondol. - Er denkt nicht an Mette, und er denkt nicht an Oslo. :60. Arra sem gondol, mit akar itt tulajdonképpen, mert a kérdés túl nagy ehhez az estéhez, és talán minden másikhoz is. - Er denkt auch nicht daran, was er hier eigentlich will, weil die Frage zu groß ist für diesen Abend und vielleicht für jeden anderen auch. :61. A fűtőtest csöpög, és a víz egyenletes, tompa hanggal ütődik a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, und das Wasser schlägt mit einem gleichmäßigen, dumpfen Laut gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle. :62. A láng nyugodtan és sietség nélkül ég a sötétben. - Die Flamme brennt ruhig und ohne Eile in der Dunkelheit. :63. Aztán havazni kezd, olyan halkan és olyan fokozatosan, hogy Anders nem tudná megmondani, pontosan mikor kezdődött. - Dann fängt es an zu schneien, so leise und so allmählich, dass Anders nicht sagen könnte, wann genau es begonnen hat. :64. A hó a fjordra hull, a régi templom tetejére, és a képeslapra, amely az ablakpárkányon fekszik képes felével lefelé. - Der Schnee fällt auf den Fjord und auf das Dach der alten Kirche und auf die Postkarte, die auf dem Fenstersims liegt mit der Vorderseite nach unten. :65. Nem fog elutazni. - Er wird nicht fahren. :66. Ezt nem döntésként tudja, hanem tényként. - Er weiß das nicht als Entscheidung, sondern als Tatsache. :67. Úgy tudja, ahogy az ember tudja, hogy az október szürke, a fjord hideg, és a hallgatás néha az egyetlen őszinte válasz. - So weiß man, dass der Oktober grau ist und der Fjord kalt und das Schweigen manchmal die einzige ehrliche Antwort ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart, amely legalább egy órája hideg. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen, die seit mindestens einer Stunde kalt ist. :2. Ez nem zavarja, és arra sem gondol, hogy újratöltse, mert a csésze ebben a pillanatban kevésbé a kávé edénye, mint inkább ok arra, hogy a kezét valahol tartsa. - Das stört ihn nicht, und er denkt auch nicht daran, sie nachzufüllen, weil die Tasse in diesem Moment weniger ein Gefäß für Kaffee ist als ein Grund, die Hände irgendwo zu lassen. :3. Odakint a szél olyan laposan és keményen veri az esőt a régi templomablaknak, hogy az üveg mintha egyenletes nyomás alatt rezegne. - Draußen treibt der Wind den Regen so flach und hart gegen das alte Kirchenfenster, dass das Glas wie unter einem gleichmäßigen Druck vibriert. :4. Az elvetemedett fakeret, amely már jelenlétének első telén sem záródott rendesen, vékony, hideg légáramot enged be, amely megremegteti az ablakpárkányon álló gyertyacsonkokat. - Der verzogene Holzrahmen, der schon im ersten Winter seiner Anwesenheit nicht mehr richtig schloss, lässt einen dünnen, kalten Luftstrom ins Innere, der die Kerzenreste auf dem Fensterbrett zum Schwanken bringt. :5. Október közepe van, és a fjord felvette azt a különös súlyosságot, amelyet csak ősszel hordoz: a víz sötéten és mozdulatlanul fekszik, mint valami, ami gondolkodik. - Es ist Mitte Oktober, und der Fjord hat jene besondere Schwere angenommen, die er nur im Herbst trägt: das Wasser liegt dunkel und unbewegt wie etwas, das denkt. :6. Az ég olyan alacsonyan függ fölötte, hogy a kettő közötti határ elmosódik, mintha a táj úgy döntött volna, hogy feladja saját körvonalait. - Der Himmel hängt so tief darüber, dass die Grenze zwischen beiden verschwimmt, als hätte die Landschaft beschlossen, ihre eigenen Konturen aufzugeben. :7. A fűtőtestből szabályos időközönként leválik egy csepp, és a padlón álló bádogvödörbe hull. - Von der Heizung löst sich in regelmäßigen Abständen ein Tropfen und fällt in den Blecheimer auf dem Boden. :8. Világos, tiszta plink hang ez, amely úgy írja bele magát a szoba csendjébe, mint egy jegyzet, amelyet senki sem hagyott ott, mégis elolvasnak, és Anders figyel, nem azért, mert akarja, hanem mert a figyelés az egyetlen, amit most elvárnak tőle. - Es ist ein helles, klares Plink, das sich in die Stille des Raumes einschreibt wie eine Notiz, die niemand hinterlassen hat und die trotzdem gelesen wird, und Anders hört zu, nicht weil er will, sondern weil das Zuhören das Einzige ist, was gerade von ihm verlangt wird. :9. A ház, amelyben két éve él, fatemplom volt, valamikor a huszadik század elején épült egy gyülekezetnek, amely már rég nem létezik, a part egy olyan kis pontján, amelyet a legtöbb térkép nem tart említésre méltónak. - Das Haus, in dem er seit zwei Jahren lebt, war eine Holzkirche, gebaut irgendwann im frühen zwanzigsten Jahrhundert für eine Gemeinde, die längst nicht mehr existiert, an einem Fleckchen Küste, das die wenigsten Karten für erwähnenswert halten. :10. A templomot egy nagybátyjától örökölte, akit gyerekként kétszer látott, és akinek a halála kevésbé lepte meg, mint az a tény, hogy hagyott rá valamit. - Er hat die Kirche von einem Onkel geerbt, den er als Kind zweimal gesehen hatte und dessen Tod ihn weniger überraschte als die Tatsache, dass er ihm etwas hinterließ. :11. Maradt, anélkül hogy valaha is valódi döntést hozott volna. - Er ist geblieben, ohne jemals eine wirkliche Entscheidung getroffen zu haben. :12. Az ember néha nem azért marad egy helyen, mert az a megfelelő, hanem mert a távozás erőfeszítése nagyobbnak tűnik, mint a maradás fájdalma, míg egyszer csak megszűnik érezhetőnek lenni a kettő közötti különbség. - Man bleibt manchmal an einem Ort, nicht weil er der richtige ist, sondern weil der Aufwand des Gehens größer erscheint als der Schmerz des Bleibens, bis irgendwann der Unterschied zwischen beidem aufgehört hat, spürbar zu sein. :13. A tető két helyen beázik, a kályha rosszul húz, ha északnyugat felől jön a szél, és a nehéz homokkő keresztelőmedence, amelyet az elődök hátrahagytak, ma mosogatóként szolgál. - Das Dach ist an zwei Stellen undicht, der Ofen zieht schlecht, wenn der Wind aus Nordwesten kommt, und das schwere Taufbecken aus Sandstein, das die Vorgänger zurückgelassen haben, dient heute als Spülbecken. :14. Mosogatóként szolgál, mert ez az egyetlen tárgy a házban, amely elég nagy, és amely valahogy illik ahhoz az elképzeléshez, amely Andersben él az itteni életről: hogy a dolgok megváltoztathatják a rendeltetésüket anélkül, hogy elveszítenék a jellegüket. - Es dient als Spülbecken, weil es das einzige Objekt im Haus ist, das groß genug ist und das irgendwie zu der Idee passt, die Anders vom Leben hier hat: dass Dinge ihren Zweck wechseln dürfen, ohne ihren Charakter zu verlieren. :15. Csónakmotorokat javít annak a néhány megmaradt szomszédnak ezen a partszakaszon. - Er repariert Bootsmotoren für die wenigen verbliebenen Nachbarn an diesem Abschnitt der Küste. :16. Ezek az emberek maguk sem pazarolnak sok szót, és a fizetségük többnyire kávéból áll, olykor dohányból, néha semmi másból, csak egy rövid biccentésből, amely annyit tartalmaz, mint egy hosszú mondat, ha az ember megtanulta olvasni, és Anders megtanulta, vagy felhagyott azzal, hogy többet várjon, ami végső soron ugyanaz. - Diese Menschen machen selbst nicht viele Worte, und ihre Bezahlung besteht meistens aus Kaffee, gelegentlich aus Tabak, manchmal aus nichts außer einem kurzen Nicken, das so viel enthält wie ein langer Satz, wenn man gelernt hat, es zu lesen, und Anders hat es gelernt, oder er hat aufgehört, mehr zu erwarten, was auf dasselbe hinausläuft. :17. Régebben csónaképítő volt, és Bergenben tanulta ki a mesterséget egy mesternél, aki alig beszélt és keveset magyarázott. - Er war früher Bootsbauer und hat das Handwerk in Bergen gelernt unter einem Meister, der kaum sprach und wenig erklärte. :18. Annak a kezei munka közben olyan pontosak voltak, hogy Anders megértette: a tudásnak nincs szüksége szavakra, amíg a munka önmagáért beszél, és ebből a tartásból maradt benne valami, még azután is, hogy a többi már rég elmúlt. - Dessen Hände waren beim Arbeiten so präzise, dass Anders verstand: Können braucht keine Worte, solange die Arbeit für sich spricht, und etwas von dieser Haltung ist geblieben, auch nachdem das andere längst vergangen ist. :19. Az ajtó kinyílik, anélkül hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand klopft. :20. Lars belép annak az embernek a nyugodt magától értetődésével, aki tudja, hogy szívesen látják egy helyiségben, anélkül hogy ezt a szívesen látottságot valaha is kimondták volna, vagy ki kellene mondani, mert kettejük között ez azon kevés megállapodások egyike, amelyek éppen azért tartanak, mert senki sem fogalmazta meg őket. - Lars tritt herein mit der ruhigen Selbstverständlichkeit eines Menschen, der weiß, dass er in einem Raum willkommen ist, ohne dass dieses Willkommensein je ausgesprochen worden wäre oder ausgesprochen werden müsste, weil es zwischen ihnen eine der wenigen Abmachungen ist, die gerade deshalb halten, weil niemand sie formuliert hat. :21. Hatvannyolc éves, magasra nőtt és az évek során keskennyé vált, olyan kezekkel, amelyek úgy néznek ki, mintha ugyanabból az anyagból volnának, mint a csónakok, amelyeket egész életében épített és foltozott. - Er ist 68, hoch gewachsen und schmal geworden mit den Jahren, mit Händen, die so aussehen, als wären sie aus demselben Material wie die Boote, die er sein Leben lang gebaut und geflickt hat. :22. Leül a kályha melletti fapadra, egy csomag dohányt tesz az asztalra kettejük közé, és olyan módon hallgat, amely nem üres, hanem tele van két ember közös tudásával, akik megértették, hogy a hallgatás nem a kommunikáció hiánya, hanem annak legsűrűbb formája. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch zwischen ihnen und schweigt auf eine Weise, die nicht leer ist, sondern gefüllt mit der geteilten Kenntnis zweier Menschen, die verstanden haben, dass Schweigen keine Abwesenheit von Kommunikation ist, sondern ihre dichteste Form. :23. Az eső az ablaknak verődik, a fűtőtest egyenletes ritmusában csöpög. - Der Regen schlägt gegen das Fenster, die Heizung tropft in ihrem gleichmäßigen Rhythmus. :24. A falióra minden második ütésnél enyhe utózengéssel ketyeg, mintha volna a szívében egy kis szabálytalanság, amelyet senki sem űzött ki belőle. - Die Uhr an der Wand tickt mit einem leichten Nachklang bei jedem zweiten Schlag, als hätte sie eine kleine Unregelmäßigkeit im Herz, die ihr niemand ausgetrieben hat. :25. Körülbelül tíz perc múlva Lars fel sem nézve, annak az embernek a hangsúlytalanságával, aki információt közöl, nem véleményt, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken und mit der Tonlosigkeit eines Menschen, der eine Information übermittelt, nicht eine Meinung: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :26. Anders bólint, és ebben a bólintásban benne van a nyugta mindarra, amit kimondtak, és mindarra, ami kimondatlan maradhat. - Anders nickt, und in diesem Nicken liegt die Quittung für alles, was gesagt wurde und was ungesagt bleiben darf. :27. Lars feláll, az ajtóhoz megy, maga mögött behúzza annak az embernek az ismerős gondosságával, aki tudja, hogy a régi ajtóknak ápolásra van szükségük, és a dohány az asztalon marad, mint valami, amit szándékosan hagytak hátra, mert a dolgok birtoklása néha könnyebb, ha az ember máshol hagyja őket. - Lars steht auf, geht zur Tür, zieht sie mit der vertrauten Sorgfalt eines Menschen hinter sich, der weiß, dass alte Türen Pflege brauchen, und der Tabak bleibt auf dem Tisch wie etwas, das absichtlich zurückgelassen wurde, weil der Besitz von Dingen manchmal leichter ist, wenn man sie woanders lässt. :28. Az ablakpárkányon képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal, egy számlával és egy prospektussal együtt, amelyet Anders nem nyitott ki. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist, zusammen mit einer Rechnung und einem Prospekt, den Anders nicht geöffnet hat. :29. A prospektust azért nem nyitotta ki, mert nem vár prospektust, és mert azok a dolgok, amelyeket nem vár, rendszerint többe kerülnek neki, mint azok, amelyeket ismer. - Er hat den Prospekt nicht geöffnet, weil er keinen Prospekt erwartet und weil die Dinge, die er nicht erwartet, ihn in der Regel mehr kosten als die, die er kennt. :30. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan túltelített és barátságos fényben, mintha valaki eldöntötte volna, hogy a városoknak mindig jobban kell kinézniük, mint amennyit a valóság megenged. - Das Motiv zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das so übersättigt und freundlich ist, als hätte jemand entschieden, dass Städte immer besser aussehen müssen als die Wirklichkeit erlaubt. :31. Anders olyan férfi ujjaival fordítja meg a lapot, akinek van ideje, és mégsem pazarolja el. - Anders dreht die Karte um mit den Fingern eines Mannes, der Zeit hat und sie trotzdem nicht verschwendet. :32. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :33. A kézírás Mette írása, ferde és a szükségesnél szűkebb, ahogyan nála mindig, amikor olyasmit ír, amit valójában nem akart megírni, vagy amit meg kellett írnia, mert a hallgatás túl hangossá vált. - Die Handschrift ist Mettes, schräg und enger als nötig, wie es bei ihr immer ist, wenn sie etwas schreibt, das sie eigentlich nicht schreiben wollte oder das sie schreiben musste, weil das Schweigen zu laut geworden war. :34. Az a hat hónap, amely alatt egyetlen szó sem érkezett tőle, ebben az egy mondatban foglalódik össze, mint egy diagnózis, amely sem kezelést nem ír elő, sem gyógyulást nem ígér. - Die sechs Monate, in denen kein Wort von ihr gekommen ist, sind in diesem einen Satz zusammengefasst wie eine Diagnose, die weder Behandlung vorschreibt noch Heilung verspricht. :35. Másodszor is elolvassa a mondatot, aztán harmadszor is, nem azért, mert nem érti, hanem mert meg akarja adni a szövegnek azt a méltóságot, hogy valóban elolvassák, mielőtt válaszol rá. - Er liest den Satz ein zweites Mal, dann ein drittes, nicht aus Unverständnis, sondern weil er dem Text die Würde geben will, wirklich gelesen zu werden, bevor er antwortet. :36. A válasza az, hogy a lapot képpel lefelé visszateszi a párkányra, mert nem bírja elviselni a színeket, nem ma, ezen a szürke délutánon, amikor minden, ami túlságosan telített, hamisnak hat. - Seine Antwort ist, die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurückzulegen, weil er die Farben nicht ertragen kann, nicht heute, an diesem grauen Nachmittag, an dem alles, was zu gesättigt ist, falsch wirkt. :37. Odakint a délutáni komp lassan elhúz az ablak előtt, motorzaja rövid időre felduzzad, mint egy kérdés, majd elszáll a szélben, mint egy válasz, amelyet senki sem akart megtartani. - Draußen zieht die Nachmittagsfähre langsam am Fenster vorbei, ihr Motorgeräusch schwillt kurz an wie eine Frage und verweht dann im Wind wie eine Antwort, die niemand festhalten wollte. :38. A fjord zökkenőmentesen és közönyösen zárul össze mögötte, mintha az, hogy átszelik, csak egy volna sok egyenértékű állapota közül. - Der Fjord schließt sich hinter ihr, reibungslos und gleichgültig, als wäre Durchquertwerden nur einer seiner vielen gleichwertigen Zustände. :39. Anders az ablaknál áll, és a vizet nézi. - Anders steht am Fenster und schaut auf das Wasser. :40. A víz szürke és csendes, és olyan teljesen elég önmagának, hogy jelent valamit számára, anélkül hogy meg tudná mondani, pontosan mit. - Das Wasser ist grau und still und so vollständig sich selbst genug, dass es ihm etwas bedeutet, ohne dass er sagen könnte, was genau. :41. Négy órakor, amikor a sötétség nem leszáll, hanem a vízből emelkedik fel, és nehezebbé teszi a levegőt, Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból. - Um vier Uhr, wenn die Dunkelheit nicht fällt, sondern aus dem Wasser aufsteigt und die Luft schwerer macht, holt Anders eine Kerze aus der Küchenschublade. :42. Ott fekszik Lars dohánya, még a csomagolásban, érintetlenül, mint egy ajánlat, amely addig érvényes, amíg az ember el nem fogadja. - Dort liegt der Tabak von Lars, noch in der Verpackung, unberührt wie ein Angebot, das gilt, solange man es nicht annimmt. :43. A gyertyát az északi falnál álló régi zongorára teszi, a vakolat repedése alá, amely az elmúlt télen szélesebb lett. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier an der Nordwand, unter dem Riss im Putz, der im letzten Winter breiter geworden ist. :44. Anders egyszer végigkövette a repedést az ujjával, anélkül hogy tudta volna, miért, mintha egy térképen követne egy vonalat, amely sehová sem vezet, és éppen ezért érdekes. - Anders ist dem Riss einmal mit dem Finger nachgefahren, ohne zu wissen warum, als würde er einer Linie in einer Landkarte folgen, die nirgendwo hinführt und genau deshalb interessant ist. :45. Tudomása szerint senki sem játszik ezen a zongorán, és korábbi években sem játszott rajta senki. - Niemand spielt dieses Klavier, soweit er weiß, und auch in früheren Jahren hat es niemand gespielt. :46. Mégis ott áll a rendeltetésüket elvesztett dolgok csendes makacsságával, anélkül hogy elvesztette volna a jelenlétét, és Anders ezt nem gyásznak érzi, hanem valamiféle társaságnak. - Doch es steht da mit der stillen Insistenz von Dingen, die ihren Zweck verloren haben, ohne ihre Anwesenheit zu verlieren, und Anders empfindet das nicht als Trauer, sondern als eine Art Gesellschaft. :47. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, amelynek egyik lába egy összehajtott kartondarabon áll, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl, dessen eines Bein auf einem gefalteten Stück Pappe steht, und schaut in die Flamme. :48. A láng megremeg az alig érezhető huzatban, amely lélegzetvételként járja át a házat, egészen könnyedén, szinte észrevétlenül, majdnem úgy, mint egy gesztus. - Die Flamme schwankt in dem kaum spürbaren Durchzug, der das Haus wie ein Atemzug durchläuft, ganz leicht, fast unmerklich, fast wie eine Geste. :49. Nem gondol Mettére, és nem gondol arra a kérdésre sem, amelyet a nő feltett. - Er denkt nicht an Mette, und er denkt nicht an die Frage, die sie gestellt hat. :50. Némely kérdés nem azért marad nyitva, mert az ember nem ismeri a választ, hanem mert a válasznak nincs szüksége más helyre, csak annak az embernek a testére, aki hordozza, és Anders hordozza, anélkül hogy nevet adna neki. - Manche Fragen bleiben nicht deshalb offen, weil man die Antwort nicht kennt, sondern weil die Antwort keinen Ort braucht außer dem Körper des Menschen, der sie trägt, und Anders trägt sie, ohne sie zu benennen. :51. A fűtőtest csöpög, a víz szabályos, puha lökésekkel verődik a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser schlägt in regelmäßigen, weichen Stößen gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle. :52. A láng olyan türelemmel ég le, amely szégyenkezésre késztet, mert sokkal nyugodtabb, mint bármi, amit az emberek tesznek. - Die Flamme brennt herunter mit einer Geduld, die beschämt, weil sie so viel ruhiger ist als alles, was Menschen tun. :53. Aztán havazni kezd, olyan fokozatosan, hogy Anders csak egy idő után veszi észre, hogy a kinti sötétség más textúrát vett fel, puhábbat és kevésbé eltökéltet. - Dann beginnt es zu schneien, so allmählich, dass Anders erst nach einer Weile bemerkt, dass die Dunkelheit draußen eine andere Textur angenommen hat, weicher und weniger entschlossen. :54. A hó a fjord fekete vizére hull, és a régi templom tetejére, és az ablakpárkányra, ahol a képeslap képpel lefelé fekszik. - Der Schnee fällt auf das schwarze Wasser des Fjords und auf das Dach der alten Kirche und auf den Fenstersims, wo die Postkarte liegt mit der Vorderseite nach unten. :55. Nem fog elutazni, nem azért, mert ellene döntött volna, hanem mert a döntések feszültséget feltételeznek két lehetséges jövő között. - Er wird nicht fahren, nicht weil er sich dagegen entschieden hätte, sondern weil Entscheidungen eine Spannung voraussetzen zwischen zwei möglichen Zukünften. :56. Benne ez a feszültség nincs jelen, már régóta nincs, és ennek a feszültségnek a hiánya nem bénultság és nem közöny, hanem valami, amire még nem talált szót, valami, ami békének érződik, ha a béke azt jelenti, hogy az ember felhagyott azzal, hogy saját csendje ellen küzdjön. - In ihm ist diese Spannung nicht vorhanden, schon lange nicht mehr, und das Fehlen dieser Spannung ist nicht Lähmung und nicht Gleichgültigkeit, sondern etwas, für das er noch kein Wort gefunden hat, etwas, das sich anfühlt wie Frieden, wenn Frieden bedeutet, dass man aufgehört hat, gegen die eigene Stille anzukämpfen. :57. A hó hull, a fjord magába fogadja. - Der Schnee fällt, der Fjord nimmt ihn auf. :58. Az éjszaka olyan magától értetődően érkezik, mintha soha nem is állt volna szándékában máshol lenni. - Die Nacht kommt so selbstverständlich, als hätte sie nie vorgehabt, irgendwo anders zu sein. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart, amely legalább egy órája hideg, anélkül hogy ez zavarná, vagy akár csak késztetést érezne arra, hogy felálljon és újratöltse. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen, die seit mindestens einer Stunde kalt ist, ohne dass ihn das stören würde oder er auch nur den Impuls verspürte, aufzustehen und sie nachzufüllen. :2. A csésze ebben a pillanatban már nem a kávéivást szolgálja, hanem magát a kézben tartást, azt az érzést, hogy valami olyasmit fog körül, aminek formája van, aminek volt melege, és amit meg lehet tartani anélkül, hogy eltávozna. - Die Tasse dient in diesem Moment nicht mehr dem Kaffeetrinken, sondern dem Händehalten schlechthin, dem Gefühl, etwas zu umschließen, das Form hat und Wärme gehabt hat und das man festhalten kann, ohne dass es sich davonmacht. :3. Odakint a szél azzal a lapos, engesztelhetetlen erővel veri az esőt a régi templomablaknak, amely októberben sajátja ennek a partvidéknek, és amely nem tévesztendő össze az atlanti viharok drámai széllökéseivel, hanem inkább tartós nyomásra emlékeztet, meteorológiai állításra, amely nem tűr ellentmondást. - Draußen treibt der Wind den Regen mit jener flachen, unnachgiebigen Wucht gegen das alte Kirchenfenster, die dieser Küste im Oktober eigentümlich ist und die nicht mit dem dramatischen Böenwind der Atlantikstürme zu verwechseln ist, sondern eher einem Dauerdruck gleicht, einer meteorologischen Behauptung, die keinen Widerspruch duldet. :4. Az elvetemedett fakeret, amely már itteni jelenlétének első telén felhagyott azzal, hogy valóban záródjon, vékony hideg levegőszálat enged befelé, amely az ablakpárkányon álló gyertyacsonkokat enyhe, szakadatlan ingásba hozza, mintha valamire akarnának mutatni, ami csendes, és mégis mozog. - Der verzogene Holzrahmen, der schon im ersten Winter seiner Anwesenheit hier aufgehört hatte, wirklich zu schließen, lässt einen Faden kalter Luft ins Innere, der die Kerzenreste auf dem Fensterbrett in ein leichtes, unaufhörliches Schwanken versetzt, als wollten sie auf etwas hinweisen, das still ist und sich trotzdem bewegt. :5. Október közepe van, és a fjord felvette azt a sajátos nehézséget, amelyet csak ezekben a hetekben hord, amikor a fény már nem hull, hanem szivárog, amikor a víz sötéten és sűrűn fekszik, mint valami, ami gondolkodik. - Es ist Mitte Oktober, und der Fjord hat jene eigentümliche Schwere angenommen, die er nur in diesen Wochen trägt, wenn das Licht nicht mehr fällt, sondern sickert, wenn das Wasser dunkel liegt und dicht wie etwas, das denkt. :6. Az ég olyan alacsonyan függ, és annyira azonos színű az alatta lévő felszínnel, hogy a táj mintha feladná saját geometriáját, a víz és a levegő közötti határ feloldódik, és az embernek az az érzése támad, hogy odakint már nem irányok léteznek, hanem csak a szürkeség fokozatai. - Der Himmel hängt so tief und ist so gleichfarbig mit der Oberfläche darunter, dass die Landschaft ihre eigene Geometrie aufzugeben scheint, die Grenze zwischen Wasser und Luft sich auflöst und man das Gefühl bekommt, dass draußen nicht mehr Richtungen existieren, sondern nur noch Grade von Grau. :7. A fűtőtestről pontosan kimért időközönként leválik egy csepp, és a padlón álló bádogvödörbe hull: világos, pontos plink, amely úgy írja bele magát a szoba csendjébe, mint széljegyzet egy olyan szöveghez, amelyet senki sem fogalmazott meg, és amely addig ismétlődik, amíg már nem zaj, hanem szerkezet. - Von der Heizung löst sich in genau abgemessenen Abständen ein Tropfen und fällt in den Blecheimer auf dem Boden: ein helles, präzises Plink, das sich in die Stille des Raumes einschreibt wie eine Randnotiz zu einem Text, den niemand verfasst hat, und das sich wiederholt, bis es nicht mehr Geräusch ist, sondern Struktur. :8. Anders hallgatja, nem azért, mert akarja, vagy mert a csöpögés bármilyen módon megindítaná, hanem mert a hallgatózás az egyetlen, amit ez a pillanat követel tőle, és ő valamikor az elmúlt két évben felhagyott azzal, hogy több legyen annál, amit az adott pillanat követel tőle. - Anders hört zu, nicht weil er will oder weil das Tropfen ihn in irgendeiner Weise bewegte, sondern weil das Zuhören das Einzige ist, was dieser Augenblick von ihm verlangt, und er hat, irgendwann in den vergangenen zwei Jahren, aufgehört, mehr zu sein als das, was der jeweilige Augenblick von ihm verlangt. :9. A ház, amelyben él, egykor fatemplom volt, valamikor a huszadik század első évtizedeiben emelték egy gyülekezet számára, amelyből ma már semmi sem maradt, csak néhány időjárás verte sírkő a ház mögött, amelyeknek feliratait a zuzmó már félig visszahódította. - Das Haus, in dem er lebt, war eine Holzkirche, irgendwann in den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts errichtet für eine Gemeinde, von der heute nichts mehr übrig ist als ein paar verwitterte Grabsteine hinter dem Haus, deren Inschriften der Flechtenbefall schon halb zurückerobert hat. :10. Egy olyan partszakaszon áll, amely egyetlen térképen sem számít említésre méltónak, és amelynek létezése lényegében abban merül ki, hogy ott van: nedvesen, sziklásan, a széltől megdolgozva, a fjord felé fordulva olyan állhatatossággal, amelyet méltóságnak is lehetne tartani, ha az ember tulajdonítani akarna neki valamit. - Es steht an einem Fleckchen Küste, das in keiner Karte als erwähnenswert gilt und dessen Existenz sich im Wesentlichen darin erschöpft, da zu sein: nass, felsig, vom Wind bearbeitet, dem Fjord zugewandt mit einer Beständigkeit, die man für Würde halten könnte, wenn man ihr etwas unterstellen wollte. :11. A házat egy nagybátyjától örökölte, akit gyerekként kétszer látott, és akiről semmit sem tudott azon kívül, hogy hallgatott, dohányzott és a tengert nézte. - Er hat das Haus von einem Onkel geerbt, den er als Kind zweimal gesehen hatte und von dem er nichts wusste außer dass er schwieg und rauchte und die See anschaute. :12. Ezek a tulajdonságok Anders számára akkoriban a szegénység formáinak tűntek, ma pedig a megelégedettség formáinak tűnnek, ami néha arra készteti, hogy azt gondolja, az örökség többet tartalmazott kőnél és fánál. - Diese Eigenschaften waren Anders damals als Formen von Armut erschienen und erscheinen ihm heute als Formen von Genügsamkeit, was ihn manchmal denken lässt, dass das Erbe mehr enthielt als Steine und Holz. :13. Maradt, anélkül hogy valaha is született volna olyan döntés, amely megérdemelte volna ezt a nevet, úgy, ahogyan az ember néha ott marad egy helyen, nem azért, mert az a helyes, hanem mert az elmenés feltételezné a hová világosságát, amely nem áll be. - Er ist geblieben, ohne dass je eine Entscheidung getroffen worden wäre, die diesen Namen verdient hätte, so wie man manchmal an einem Ort bleibt, nicht weil er der richtige ist, sondern weil das Weggehen eine Klarheit über das Wohin voraussetzt, die sich nicht einstellt. :14. Egy idő után ennek a világosságnak a hiányát már nem hiányként érzékeli az ember, hanem olyan állapotként, amely többé nem különbözik attól, amit más emberek otthonnak neveznek, ha őszinték. - Irgendwann hört die Abwesenheit dieser Klarheit auf, als Mangel wahrgenommen zu werden, und wird zu einem Zustand, der sich nicht mehr von dem unterscheidet, was andere Menschen Zuhause nennen, wenn sie ehrlich sind. :15. A tető beázik, a kályha szeszélyes, a homokkő keresztelőmedence mosogatóként szolgál, és ezt a rendeltetésbeli eltolódást, amelyet sokan elhanyagoltságnak látnának, Anders az életnek megfelelő dologként érzékeli. - Das Dach ist undicht, der Ofen launisch, das Taufbecken aus Sandstein dient als Spülbecken, und diese Verschiebung des Zwecks, die manchen als Verwahrlosung erscheinen würde, empfindet Anders als etwas dem Leben Gemäßes. :16. A dolgok túlélhetnek azáltal, hogy újra meghatározhatóvá válnak, a vakolat repedése nem seb, hanem krónika, és egy ház, amely lélegzik, előnyben részesítendő egy halott házzal szemben, még akkor is, ha a lélegzés huzatot jelent. - Dinge dürfen überleben, indem sie sich neu definieren lassen, der Riss im Putz ist keine Wunde, sondern eine Chronik, und ein Haus, das atmet, ist einem toten Haus vorzuziehen, auch wenn das Atmen Zugluft bedeutet. :17. Csónakmotorokat javít annak a partszakasznak a kevés megmaradt szomszédja számára, olyan embereknek, akik hallgatagságukban és távolságtartásukban hasonlítanak rá, mintha a vidék csak ilyeneket vonzott volna magához, vagy csak ilyeneket hagyott volna hátra. - Er repariert Bootsmotoren für die wenigen verbliebenen Nachbarn an diesem Küstenabschnitt, Menschen, die ihm in ihrer Schweigsamkeit und ihrer Abstandswahrung ähneln, als hätte die Gegend nur solche angezogen oder übrig gelassen. :18. Fizetségük többnyire kávéból áll, olykor dohányból, néha semmi másból, csak egy olyan férfi rövid, száraz biccentéséből, aki kapott valamit, és ezt tudja, és az erről való tudást elegendőnek tartja, Anders pedig már felhagyott azzal, hogy megkülönböztesse, ő is így látja-e, vagy egyszerűen csak hozzászokott, ami az eredményt tekintve ugyanarra vezet. - Deren Bezahlung besteht meistens aus Kaffee, gelegentlich aus Tabak, manchmal aus nichts außer dem kurzen, trockenen Nicken eines Mannes, der etwas bekommen hat und das weiß und der das Wissen darum für ausreichend hält, und Anders hat aufgehört zu unterscheiden, ob er das genauso sieht oder ob er sich schlicht daran gewöhnt hat, was im Ergebnis auf dasselbe hinausläuft. :19. Csónaképítő volt, Bergenben tanulta egy mesternél, aki a munkát minden fölé helyezte, és a róla való beszédet elfelejtette, és ennek a hierarchiának valami része beleíródott Andersbe, mint egy nyelvtan, amelyet nem ő választott, de amely szerint gondolkodik. - Er war Bootsbauer, hat das in Bergen gelernt bei einem Meister, der die Arbeit über alles stellte und die Sprache darüber vergaß, und etwas von dieser Hierarchie hat sich in ihn eingeschrieben wie eine Grammatik, die er nicht gewählt hat, nach der er aber denkt. :20. A cselekvés megelőzi a beszédet, a kezek többet tudnak, mint a száj, és egy motor, amely jár, minden hozzáfűzött megjegyzést fölöslegessé tesz. - Das Machen geht dem Reden voraus, die Hände wissen mehr als der Mund, und ein Motor, der läuft, macht jeden Kommentar dazu überflüssig. :21. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna, és Lars belép egy olyan ember nyugodt, magától értetődő súlyosságával, akinek a világ nem meghívottságra és meg nem hívottságra oszlik, hanem helyekre, ahová az ember tartozik, és helyekre, ahová nem. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand klopft, und Lars tritt herein mit der ruhigen, selbstverständlichen Schwere eines Menschen, für den die Welt sich nicht in Geladensein und Nichtgeladensein aufteilt, sondern in Orte, an denen man hingehört, und Orte, an denen man es nicht tut. :22. Ez a hely itt az első kategóriába tartozik, mert van közöttük egy megállapodás, amelyet soha nem fogalmaztak meg, és éppen ezért tart: hogy az ember jön, amikor akar, megy, amikor akar, és hogy a közbeeső hallgatás nem a kommunikáció kudarca, hanem annak legtökéletesebb formája. - Dieser Ort hier gehört in die erste Kategorie, weil es zwischen ihnen eine Abmachung gibt, die nie formuliert wurde und gerade deshalb hält: dass man kommt, wenn man will, dass man geht, wenn man will, und dass das Schweigen dazwischen kein Versagen der Kommunikation ist, sondern ihre vollkommenste Form. :23. Hatvannyolc éves, és az évek során keskennyé és csontossá vált, mintha a szél évtizedek alatt a lényegre redukálta volna, olyan kezekkel, amelyek annyira repedezettek és pontosak, hogy önmagukért beszélnek egy életről, amely nem a beszédből állt. - Er ist 68 und mit den Jahren schmal und knochig geworden, als hätte der Wind ihn über die Jahrzehnte auf das Wesentliche reduziert, mit Händen, die so rissig und präzise sind, dass sie für sich selbst sprechen über ein Leben, das nicht im Reden bestanden hat. :24. Leül a kályha melletti fapadra, leteszi a dohánycsomagot az asztalra, és egy olyan ember teljességével hallgat, akinek soha eszébe sem jutott volna bocsánatot kérni a hallgatásért. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt das Päckchen Tabak auf den Tisch und schweigt mit der Vollständigkeit eines Menschen, dem es nie eingefallen wäre, das Schweigen zu entschuldigen. :25. Az eső egyenletes, sürgető ritmusában veri az ablakot, a fűtés csöpög, a falióra azzal a könnyű utózengéssel ketyeg minden második ütésnél, amelyet Anders soha nem javított meg, mert az apró szabálytalanság az egyetlen, ami az órát megkülönbözteti egy mechanizmustól. - Der Regen schlägt gegen das Fenster in seinem gleichmäßigen, drängenden Rhythmus, die Heizung tropft, die Uhr an der Wand tickt mit jenem leichten Nachklang bei jedem zweiten Schlag, den Anders nie repariert hat, weil die kleine Unregelmäßigkeit das Einzige ist, was die Uhr von einem Mechanismus unterscheidet. :26. Körülbelül tíz perc múlva Lars anélkül, hogy felnézne, egy olyan férfi hangján, akinek a nyelv eszköz, nem dísz, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken, mit der Stimme eines Mannes, für den Sprache ein Werkzeug ist und kein Ornament: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :27. Anders bólint, és ebben a bólintásban benne rejlik egymással való érintkezésük teljes gazdaságtana: hogy az információ megérkezett, hogy elismerést kapott, hogy nincs szükség további reakcióra, mert a tény önmagáért áll. - Anders nickt, und in diesem Nicken liegt die gesamte Ökonomie ihres Umgangs miteinander beschlossen: dass die Information angekommen ist, dass sie gewürdigt wird, dass keine weitere Reaktion nötig ist, weil die Tatsache für sich selbst steht. :28. Lars nem azért jött, hogy reakciókat arasson, hanem mert ez a hely mindkettőjük számára az egyetlen, ahol a csendet nem kell megmagyarázni. - Lars ist nicht gekommen, um Reaktionen zu ernten, sondern weil dieser Ort für beide der einzige ist, an dem die Stille nicht erklärt werden muss. :29. Lars feláll, az ajtóhoz megy egy olyan férfi hosszú, kissé ringó járásával, aki az életét hajókon töltötte, és maga mögött becsukja az ajtót azzal az ismerős óvatossággal, amellyel az ember régi fának tartozik. - Lars steht auf, geht zur Tür mit dem langen, leicht schaukelnden Gang eines Mannes, der sein Leben auf Booten verbracht hat, und zieht die Tür mit der vertrauten Behutsamkeit hinter sich zu, die man altem Holz schuldet. :30. A dohány az asztalon marad, mint egy kicsi, néma ajánlat, amelynek érvényessége nem attól függ, elfogadják-e. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch wie ein kleines, stummes Angebot, das seine Gültigkeit nicht davon abhängig macht, ob es angenommen wird. :31. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal, egy számla és egy prospektus között, amelyet Anders nem nyitott ki. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist, zwischen einer Rechnung und einem Prospekt, den Anders nicht geöffnet hat. :32. A kéretlen közlésekre való reagálás szokását már régen, különösebb esemény nélkül levetette, mint egy ruhadarabot, amely soha nem is igazán illett rá. - Er hat die Gewohnheit, auf ungebetene Mitteilungen einzugehen, vor langer Zeit und ohne besonderes Ereignis abgelegt wie ein Kleidungsstück, das einem nie wirklich gepasst hat. :33. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan konstruáltan barátságos és túltelített fényben, hogy hazugságnak hat a városok lényegéről, olyan ígéretnek, amelyet azzal a szándékkal tesznek, hogy ne váltsák be. - Das Motiv zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das so konstruiert freundlich und übersättigt ist, dass es wie eine Lüge über das Wesen von Städten wirkt, wie ein Versprechen, das mit der Absicht gemacht wird, nicht eingelöst zu werden. :34. Anders egy olyan férfi lassú ujjaival fordítja meg a lapot, akinek van ideje, és mégsem pazarolja, mert az idő számára nem fogyóban lévő készlet, hanem az a közeg, amelyben a dolgok egyszerűen vannak. - Anders dreht die Karte mit den langsamen Fingern eines Mannes um, der Zeit hat und sie trotzdem nicht verschwendet, weil Zeit für ihn kein Vorrat ist, der zur Neige geht, sondern das Medium, in dem die Dinge einfach sind. :35. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :36. A kézírás Mettéé: ferde, szűkebb a szükségesnél, azzal a könnyű nyomással, amelyet csak akkor fejt ki, amikor olyasmit ír, aminél a kéz gyorsabb akar lenni, mint az őt követő gondolat. - Die Handschrift ist Mettes: schräg, enger als nötig, mit dem leichten Druck, den sie nur dann ausübt, wenn sie etwas schreibt, bei dem die Hand schneller sein will als der Gedanke, der ihr folgt. :37. A hat hónap, amelyben egyetlen szó, egyetlen üzenet, egyetlen jel sem érkezett tőle, ebben az egy mondatban sűrűsödik össze, mint pára a hideg üvegen: olyan világossággá, amely egyszerre áthatolhatatlan, kezelési terv nélküli diagnózissá, olyan kérdéssé, amelyet annak tudatában tesznek fel, hogy a válasz már azelőtt megadatott, mielőtt megfogalmazták volna. - Die sechs Monate, in denen kein Wort, keine Nachricht, kein Zeichen von ihr gekommen ist, kondensieren in diesem einen Satz wie Feuchtigkeit an kaltem Glas: zu einer Klarheit, die gleichzeitig undurchdringlich ist, zu einer Diagnose ohne Behandlungsplan, zu einer Frage, die mit dem Wissen gestellt wird, dass die Antwort bereits gegeben wurde, bevor sie formuliert worden ist. :38. Kétszer olvassa el a mondatot, aztán harmadszor is, nem értetlenségből, hanem abból a tiszteletből, amellyel mindennek adózik, amit valóban komolyan gondolnak. - Er liest den Satz zweimal, dann ein drittes Mal, nicht aus Unverständnis, sondern aus dem Respekt, den er allem entgegenbringt, was wirklich gemeint ist. :39. Aztán a lapot képpel lefelé visszateszi a párkányra, mert nem tudja elviselni a kikötőkép színeit, nem ma, ezen a délutánon, amikor minden, ami túlságosan telített, olyan állításnak hat, amelyet nem akar aláírni. - Dann legt er die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurück, weil er die Farben des Hafenbilds nicht ertragen kann, nicht heute, an diesem Nachmittag, an dem alles, was zu gesättigt ist, wie eine Behauptung wirkt, die er nicht unterschreiben will. :40. Odakint a délutáni komp lassan elhalad az ablak előtt, motorzaja úgy duzzad fel, mint egy kérdés, amely rövid időre hangossá válik, aztán elfújja a szél, mint egy választ, amely úgy döntött, nem marad. - Draußen zieht die Nachmittagsfähre langsam am Fenster vorbei, ihr Motorgeräusch schwillt an wie eine Frage, die kurz laut wird, und verweht dann im Wind wie eine Antwort, die sich entschieden hat, nicht zu bleiben. :41. A fjord mögötte annak az egykedvűségével zárul össze, amit olyan sokszor szeltek már át, hogy felhagyott azzal, hogy az átszelést eseményként regisztrálja. - Der Fjord schließt sich hinter ihr mit der Gleichmütigkeit von etwas, das durchquert worden ist so oft, dass es aufgehört hat, das Durchquertwerden als Ereignis zu registrieren. :42. Négy órakor, amikor a sötétség nem lehull, hanem a vízből és a kőzetből emelkedik fel, és nehezebbé, sűrűbbé teszi a levegőt, mintha a fény nem hiányozna, hanem valami nagyobb súlyú dologgal helyettesítették volna, Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból. - Um vier Uhr, wenn die Dunkelheit nicht fällt, sondern aus dem Wasser und dem Gestein aufsteigt und die Luft schwerer und dichter macht, als wäre das Licht nicht abwesend, sondern ersetzt worden durch etwas mit mehr Gewicht, holt Anders eine Kerze aus der Küchenschublade. :43. A fiókban ott fekszik Lars dohánya is, még csomagolásban, mintha azok a dolgok, amelyek érintetlenek maradnak, a maguk módján teljesebbek volnának, mint azok, amelyeket használnak. - In der Schublade liegt auch der Tabak von Lars, noch in der Verpackung, so als wären Dinge, die unangetastet bleiben, auf ihre Weise vollständiger als solche, die benutzt werden. :44. A gyertyát az északi falnál álló régi zongorára teszi, amelynek fekete lakkozása a szélein pattogzik, és amely a vakolat repedése alatt áll, amely az elmúlt télen szélesebb lett. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier an der Nordwand, dessen schwarzer Lack an den Kanten blättert und das unter dem Riss im Putz steht, der im letzten Winter breiter geworden ist. :45. Anders egyszer végighúzta az ujját a repedésen, lassan és különösebb ok nélkül, úgy, ahogyan az ember néha követ egy vonalat, nem azért, mert az vezet valahová, hanem mert a követés mozdulata maga jelent valamit, amit nem lehet nyelvre lefordítani. - Anders ist dem Riss einmal mit dem Finger nachgefahren, langsam und ohne bestimmten Grund, so wie man manchmal eine Linie verfolgt, nicht weil sie irgendwohin führt, sondern weil die Bewegung des Nachfolgens selbst etwas bedeutet, das sich nicht in Sprache übersetzen lässt. :46. Tudomása szerint soha senki nem játszott ezen a zongorán, és mégis ott áll azzal a csendes, tárgyilagos makacssággal, amellyel az elhagyott hangszerek néha rendelkeznek. - Niemand hat je auf diesem Klavier gespielt, soweit er weiß, und doch steht es da mit jener stillen, sachlichen Insistenz, die verlassene Instrumente manchmal haben. :47. Nem szűnt meg hangszernek lenni csak azért, mert már nincs ott játékos, mintha a zene lehetősége tovább létezne mindaddig, amíg létezik a tárgy, amely magában hordozza, és Anders ezt nem gyásznak, nem szentimentalizmusnak érzi, hanem egyfajta jelenlétnek, amely megfelel neki, mert semmit sem követel tőle. - Es ist nicht aufgehört, Instrument zu sein, nur weil kein Spieler mehr da ist, als würde die Möglichkeit der Musik weiterexistieren, solange das Objekt existiert, das sie enthält, und Anders empfindet das nicht als Trauer, nicht als Sentimentalität, sondern als eine Art Anwesenheit, die ihm recht ist, weil sie nichts von ihm verlangt. :48. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, amelynek egyik lába egy összehajtott kartondarabon nyugszik, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl, dessen eines Bein auf einem gefalteten Stück Pappe ruht, und schaut in die Flamme. :49. A láng ingadozik az alig érezhető huzatban, amely egyenletes, lapos lélegzetvételként járja át a házat, olyan lassú ritmusban, hogy az ember nem biztos benne, mozgást lát-e, vagy csak saját szeme nyugtalanságát vetíti ki. - Die Flamme schwankt in dem kaum spürbaren Durchzug, der das Haus wie ein gleichmäßiger, flacher Atemzug durchläuft, in einem so langsamen Rhythmus, dass man nicht sicher ist, ob man eine Bewegung sieht oder nur die Unruhe des eigenen Auges projiziert. :50. Nem gondol Mettére, és nem gondol a kérdésre sem, amelyet a nő feltett, nem azért, mert a kérdés nem érte volna el, hanem mert bizonyos kérdések nem arra valók, hogy megválaszolják őket, hanem arra, hogy hordozzák őket. - Er denkt nicht an Mette und nicht an die Frage, die sie gestellt hat, nicht weil die Frage ihn nicht erreicht hätte, sondern weil manche Fragen nicht dazu da sind, beantwortet zu werden, sondern dazu, getragen zu werden. :51. Anders hordozza, anélkül hogy megnevezné, úgy, ahogyan az ember olyan súlyt hordoz, amelyet olyan régóta birtokol, hogy megszűnt súlyként érzékelődni, és elkezdett a saját testtartás részévé válni. - Anders trägt sie, ohne sie zu benennen, so wie man ein Gewicht trägt, das man so lange hat, dass es aufgehört hat, als Gewicht wahrgenommen zu werden, und angefangen hat, Teil der eigenen Statur zu sein. :52. A fűtés csöpög, a víz puha, tompa lökésekkel csapódik odakint a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser schlägt in weichen, dumpfen Stößen gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle draußen. :53. A gyertya olyan türelemmel és egyenes vonalúsággal ég le, amely megszégyeníti mindazt az emberit, ami körülötte habozik, kételkedik és marad, anélkül hogy tudná, miért. - Die Kerze brennt herunter mit einer Geduld und Gradlinigkeit, die alles Menschliche beschämt, das um sie herum zögert und zweifelt und bleibt, ohne zu wissen warum. :54. Aztán havazni kezd, olyan észrevétlenül és fokozatosan, hogy Anders nem tudná megmondani, pontosan mikor történt meg az átmenet, mintha az éjszaka úgy döntött volna, hogy megváltoztatja az állagát anélkül, hogy erre rámutatna. - Dann beginnt es zu schneien, so unmerklich und allmählich, dass Anders nicht sagen könnte, wann genau der Übergang stattgefunden hat, als hätte die Nacht beschlossen, ihre Konsistenz zu wechseln, ohne darauf hinzuweisen. :55. A hó hull a fjord fekete vizére, a régi templom mohával borított tetejére és az ablakpárkányra, ahol a képeslap képpel lefelé fekszik, és a fjord befogadja a havat, ahogyan mindent befogad: megjegyzés nélkül, változás nélkül, anélkül hogy szándékában állna emlékeztetni magára. - Der Schnee fällt auf das schwarze Wasser des Fjords und auf das moosbedeckte Dach der alten Kirche und auf den Fenstersims, wo die Postkarte liegt mit der Vorderseite nach unten, und der Fjord nimmt den Schnee auf wie er alles aufnimmt: ohne Kommentar, ohne Veränderung, ohne die Absicht, sich erinnern zu lassen. :56. Nem fog Oslóba utazni, és ez nem döntés, mert egy döntés feszültséget feltételez két olyan lehetőség között, amelyek mindketten valóságosak, és benne ez a feszültség nincs jelen, nem lemondás vagy kimerültség eredményeként. - Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist keine Entscheidung, weil eine Entscheidung eine Spannung voraussetzt zwischen zwei Möglichkeiten, die beide real sind, und in ihm ist diese Spannung nicht vorhanden, nicht als Ergebnis von Resignation oder Erschöpfung. :57. Valamikor az elmúlt két évben felhagyott azzal a hittel, hogy az élet máshol teljesebb volna, mint itt, teljesebb, mint ebben a házban, amely beázik és huzatos, ennél a fjordnál, amely szürke és nehéz, és olyan tökéletesen közömbös az ő jelenléte iránt, hogy ez a közömbösség az ő számára az őszinteség egyetlen még elviselhető formájának érződik. - Er hat irgendwann in den vergangenen zwei Jahren aufgehört zu glauben, dass das Leben anderswo vollständiger wäre als hier, vollständiger als in diesem Haus, das leckt und zieht, an diesem Fjord, der grau ist und schwer und so vollkommen gleichgültig gegenüber seiner Anwesenheit, dass diese Gleichgültigkeit sich anfühlt wie die einzige Form von Ehrlichkeit, die er noch erträgt. :58. Hull a hó, jön az éjszaka, ég a gyertya, és odakint a fjord olyan csendesen, sötéten és teljesen fekszik, mintha soha semmi mást nem tett volna, csak ott lett volna. - Der Schnee fällt, die Nacht kommt, die Kerze brennt, und draußen liegt der Fjord so still und dunkel und vollständig, als hätte er nie etwas anderes getan als da sein. :59. Létezni nem a legkevesebb, hanem a legvégső. - Dasein ist nicht das Mindeste, sondern das Äußerste. ------------------------- == 72 == 1 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Esik. - Es regnet. :2. Kari vezeti az autót. - Kari fährt das Auto. :3. Jon mellette ül. - Jon sitzt neben ihr. :4. Nem beszélnek. - Sie sprechen nicht. :5. Az ablaktörlő lassan mozog ide-oda. - Der Scheibenwischer bewegt sich langsam hin und her. :6. Nyikorog. - Er quietscht. :7. Az út üres. - Die Straße ist leer. :8. Jon egy kicsit kinyitja az ablakot. - Jon öffnet das Fenster ein bisschen. :9. Hideg levegő jön be. - Kalte Luft kommt herein. :10. Kari gyorsabbra állítja az ablaktörlőt. - Kari macht den Scheibenwischer schneller. :11. Már egy órája vezet. - Sie fährt seit einer Stunde. :12. Senki sem kapcsolja be a zenét. - Niemand macht die Musik an. :13. Jon kinéz az ablakon. - Jon schaut aus dem Fenster. :14. A fák nedvesek. - Die Bäume sind nass. :15. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :16. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :17. A fészeréhez mennek. - Sie fahren zu seinem Schuppen. :18. Rendezniük kell a holmijait. - Sie müssen seine Sachen sortieren. :19. Ez a terv. - Das ist der Plan. :20. Kari semmi különösre nem gondol. - Kari denkt nichts Besonderes. :21. Vagy talán túl sok mindenre gondol. - Oder vielleicht denkt sie zu viel. :22. Ezt ő maga sem tudja. - Sie weiß es selbst nicht. :23. A fészer a víznél áll. - Der Schuppen steht am Wasser. :24. Öreg és kicsi. - Er ist alt und klein. :25. A festék lepattogzott róla. - Die Farbe ist abgeblättert. :26. Jon kiszáll az autóból. - Jon steigt aus dem Auto. :27. Kari is. - Kari auch. :28. Az eső hideg. - Der Regen ist kalt. :29. Jon nekifeszül az ajtónak. - Jon drückt gegen die Tür. :30. Nem nyílik ki. - Sie geht nicht auf. :31. Kétszer belerúg. - Er tritt zweimal dagegen. :32. Most kinyílik. - Jetzt geht sie auf. :33. Régi fa szaga van. - Es riecht nach altem Holz. :34. És cigarettaszag. - Und nach Zigaretten. :35. Ez a szag. - Dieser Geruch. :36. Kari jól ismeri. - Kari kennt ihn gut. :37. Egy pillanatig mozdulatlanul áll. - Sie steht einen Moment still. :38. Jon bemegy. - Jon geht rein. :39. A falon egy mentőmellény lóg. - An der Wand hängt eine Schwimmweste. :40. Alatta gumicsizmák állnak. - Darunter stehen Gummistiefel. :41. Nagy gumicsizmák. - Große Gummistiefel. :42. Negyvenötös méret. - Nummer 45. :43. Az apjuknak nagy lába volt. - Ihr Vater hatte große Füße. :44. Egy polcon naptár fekszik. - Auf einem Regal liegt ein Kalender. :45. 2019-ből való. - Er ist von 2019. :46. Senki sem lapozta tovább. - Niemand hat ihn umgeblättert. :47. Kari leül egy üres ládára. - Kari setzt sich auf eine leere Kiste. :48. Az eső dobol a tetőn. - Der Regen trommelt auf das Dach. :49. Hangosan és egyenletesen. - Laut und gleichmäßig. :50. Jon körülnéz. - Jon sieht sich um. :51. A falon két szög van. - An der Wand hängen zwei Nägel. :52. Rajtuk egy horgászbot lóg. - Daran hängt eine Angel. :53. Jon leveszi. - Jon nimmt sie herunter. :54. Mindkét kezében tartja. - Er hält sie in beiden Händen. :55. A zsinór összegabalyodott. - Die Schnur ist verwickelt. :56. A horog rozsdás. - Der Haken ist rostig. :57. Jon nem mond semmit. - Jon sagt nichts. :58. Csak nézi a horgászbotot. - Er schaut die Angel nur an. :59. Kari feláll. - Kari steht auf. :60. Odamegy hozzá. - Sie geht zu ihm. :61. Röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. :62. Aztán visszaadja. - Dann gibt sie sie zurück. :63. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :64. Jon bólint. - Jon nickt. :65. Leteszi a horgászbotot a régi munkapadra. - Er legt die Angel auf die alte Werkbank. :66. Egyébként sem visznek magukkal semmit. - Sonst nehmen sie auch nichts mit. :67. A naptárt nem. - Den Kalender nicht. :68. A gumicsizmákat nem. - Die Gummistiefel nicht. :69. A félig teli benzineskannát nem. - Den halbvollen Benzinkanister nicht. :70. Mindent úgy hagynak, ahogy van. - Sie lassen alles so, wie es ist. :71. Kimennek. - Sie gehen raus. :72. Még mindig esik. - Es regnet immer noch. :73. Jon kezében egy kis lakat van. - Jon hat ein kleines Vorhängeschloss in der Hand. :74. Bezárja az ajtót. - Er schließt die Tür ab. :75. Ez az utolsó alkalom. - Das ist das letzte Mal. :76. Kari tartja a kulcsot. - Kari hält den Schlüssel. :77. A fjord felé néz. - Sie schaut zum Fjord. :78. Aztán eldobja. - Dann wirft sie ihn. :79. A kulcs átrepül a levegőn. - Der Schlüssel fliegt durch die Luft. :80. Beleeseik a vízbe. - Er fällt ins Wasser. :81. Halk csobbanás hallatszik. - Es macht ein leises Platschen. :82. Egy kis kör képződik. - Ein kleiner Kreis bildet sich. :83. Aztán újra minden csendes. - Dann ist alles wieder still. :84. Nem fordulnak meg. - Sie drehen sich nicht um. :85. Odamennek az autóhoz. - Sie gehen zum Auto. :86. Jon beül a volán mögé. - Jon setzt sich ans Steuer. :87. Beindítja a motort. - Er startet den Motor. :88. Az ablaktörlő újra elindul. - Der Scheibenwischer fängt wieder an. :89. Ugyanúgy nyikorog, mint korábban. - Er quietscht wie vorher. :90. Elindulnak. - Sie fahren. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső akkor kezd el esni, amikor elhagyják a várost. - Der Regen fängt an, als sie die Stadt verlassen. :2. Kari vezet, Jon mellette ül, és kinéz az ablakon. - Kari fährt, Jon sitzt daneben und schaut aus dem Fenster. :3. Nem beszélnek, de ez nem olyan csend, amely fáj. - Sie sprechen nicht, aber das ist keine Stille, die wehtut. :4. Az ablaktörlő ide-oda mozog, és minden harmadik alkalommal nyikorog. - Der Scheibenwischer bewegt sich hin und her und quietscht bei jedem dritten Mal. :5. Jon résnyire kinyitja az ablakot, mert friss levegőre van szüksége. - Jon öffnet das Fenster einen kleinen Spalt, weil er frische Luft braucht. :6. A hideg levegő beáramlik, Kari pedig gyors fokozatra kapcsolja az ablaktörlőt. - Die kalte Luft kommt herein und Kari schaltet den Wischer auf schnell. :7. Már egy órája vezet, és az út mindvégig üres. - Sie fährt schon seit einer Stunde und die Straße ist die ganze Zeit leer. :8. Az apjuk három hete halt meg, és ma ki kell üríteniük a fészerét. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben und heute müssen sie seinen Schuppen ausräumen. :9. Kari az utóbbi években az anyjukat ápolta, az apjukat pedig ritkán látogatta. - Kari hat in den letzten Jahren die Mutter gepflegt und den Vater selten besucht. :10. Jon tíz éve Bergenben él, és évente csak kétszer jön haza. - Jon lebt seit zehn Jahren in Bergen und kommt nur zweimal im Jahr nach Hause. :11. Ma van az utolsó alkalom. - Heute ist das letzte Mal. :12. A fészer közvetlenül a fjordnál áll, és úgy néz ki, mintha régóta senki sem használta volna. - Der Schuppen steht direkt am Fjord und sieht aus, als hätte ihn lange niemand benutzt. :13. Jon száll ki először, és kétszer belerúg a régi ajtóba, amíg az végre kinyílik. - Jon steigt zuerst aus und tritt zweimal gegen die alte Tür, bis sie endlich aufgeht. :14. Azonnal szag árad ki belőle – régi fa, nedves föld és cigaretta. - Sofort kommt ein Geruch heraus – altes Holz, feuchter Boden und Zigaretten. :15. Kari egy pillanatra megáll az ajtóban, mert ismeri ezt a szagot. - Kari bleibt einen Moment in der Tür stehen, weil sie diesen Geruch kennt. :16. Nem mond róla semmit, de röviden a száján át vesz levegőt. - Sie sagt nichts darüber, aber sie atmet kurz durch den Mund. :17. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amely régen narancssárga volt. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, die früher orange war. :18. Alatta két gumicsizma áll, 45-ös méretben, tele régi sárral. - Darunter stehen zwei Gummistiefel, Größe 45, voll mit altem Schmutz. :19. Egy kis polcon egy 2019-es naptár fekszik, március hónapnál nyitva. - Auf einem kleinen Regal liegt ein Kalender von 2019, offen auf dem Monat März. :20. Néhány mezőben szavak állnak, de Kari nem olvassa el őket. - In einigen Feldern stehen Wörter, aber Kari liest sie nicht. :21. Jon a fészer közepén áll, és meg sem mozdul. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und rührt sich nicht. :22. Az eső hangosan dobol a hullámbádogtetőn, és hangosabbá teszi a hallgatást. - Der Regen trommelt laut auf das Wellblechdach und macht das Schweigen lauter. :23. Kari leül egy üres faládára, és vár, anélkül hogy tudná, mire. - Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste und wartet, ohne zu wissen, worauf. :24. A hátsó falon két szög van, és ezeken a szögeken egy horgászbot lóg. - An der hinteren Wand hängen zwei Nägel, und an diesen Nägeln hängt eine Angelrute. :25. Jon leveszi, és maga elé tartja, mintha egy másik életből származó tárgy lenne. - Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich, als wäre es ein Gegenstand aus einem anderen Leben. :26. A zsinór összegabalyodott, a horog pedig barna a rozsdától. - Die Schnur ist verwickelt und der Haken ist braun vor Rost. :27. Lassan forgatja a horgászbotot a kezében, egy szót sem szól, és csak nézi. - Er dreht die Angel langsam in den Händen, sagt kein Wort und schaut sie nur an. :28. Kari feláll, odamegy hozzá, és röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Kari steht auf, geht zu ihm und nimmt die Angel kurz in die Hand. :29. Könnyebb, mint gondolta. - Sie ist leichter, als sie gedacht hat. :30. Visszaadja, és nyugodtan azt mondja: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Sie gibt sie zurück und sagt ruhig: „Den nehmen wir nicht mit." :31. Jon egyszer bólint, és leteszi a horgászbotot a régi munkapadra az ablak mellé. - Jon nickt einmal und legt die Angel auf die alte Werkbank neben dem Fenster. :32. Aztán röviden egymásra néznek, nem sokáig, de elég sokáig. - Dann schauen sie sich kurz an, nicht lange, aber lang genug. :33. Semmit sem visznek magukkal – sem a naptárt, sem a gumicsizmákat, sem a benzineskannát. - Sie nehmen nichts mit – nicht den Kalender, nicht die Gummistiefel, nicht den Benzinkanister. :34. Ez nem olyan döntés volt, amelyet együtt hoztak meg. - Das war keine Entscheidung, die sie zusammen getroffen haben. :35. Egyszerűen világos volt. - Es war einfach klar. :36. Együtt kimennek, és az esőben állnak, esernyő és kabát nélkül. - Sie gehen zusammen raus und stehen im Regen, ohne Schirm und ohne Jacke. :37. Jonnál van a kis lakat, és bezárja az ajtót. - Jon hat das kleine Vorhängeschloss dabei und schließt die Tür ab. :38. Kari a markában tartja a kulcsot, és a fjordra néz. - Kari hält den Schlüssel in der Faust und schaut auf den Fjord. :39. A víz szürke, és lassan mozog. - Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam. :40. Röviden lendületet vesz, és olyan messzire dobja a kulcsot, amennyire csak tudja. - Sie holt kurz aus und wirft den Schlüssel so weit sie kann. :41. A kulcs átrepül a nedves levegőn, beleesik a vízbe, és halk hangot ad. - Er fliegt durch die nasse Luft, fällt ins Wasser und macht ein leises Geräusch. :42. Egy kis kör képződik a felszínen, és azonnal újra eltűnik. - Ein kleiner Kreis bildet sich auf der Oberfläche und verschwindet sofort wieder. :43. Kari még egy pillanatig nézi, aztán megfordul. - Kari schaut noch einen Moment, dann dreht sie sich um. :44. Odamennek az autóhoz, anélkül hogy még egyszer visszanéznének. - Sie gehen zum Auto, ohne sich noch einmal umzusehen. :45. Jon beül a volán mögé, és szó nélkül beindítja a motort. - Jon setzt sich ans Steuer und startet den Motor ohne etwas zu sagen. :46. Az ablaktörlő nyikorogni kezd, pontosan úgy, mint az odaúton. - Der Scheibenwischer fängt an zu quietschen, genau wie auf der Hinfahrt. :47. Kari az ablaknak dönti a fejét, és becsukja a szemét. - Kari lehnt den Kopf gegen das Fenster und schließt die Augen. :48. Visszafelé mennek, és az eső nem áll el. - Sie fahren zurück, und der Regen hört nicht auf. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső röviddel a városhatár után kezdődik, először halkan veri a szélvédőt. - Der Regen beginnt kurz hinter der Stadtgrenze, erst leise gegen die Windschutzscheibe. :2. Aztán hangosabb lesz, míg az öreg Volvo tetejét úgy szólaltatja meg, mint egy dobot. - Dann wird er lauter, bis er das Dach des alten Volvo wie eine Trommel klingen lässt. :3. Kari vezet, mindkét keze a kormányon. - Kari fährt, beide Hände am Steuer. :4. Tekintete egyenesen az üres országútra szegeződik. - Ihr Blick geht geradeaus auf die leere Landstraße. :5. Jon az anyósülésen ül, könyökét az ajtónak támasztva. - Jon sitzt auf dem Beifahrersitz, den Ellenbogen auf die Tür gestützt. :6. Kifelé néz, mintha a vizes mezők és a szürke fák mondhatnának neki valamit, amit még nem tud. - Er schaut hinaus, als ob die nassen Felder und die grauen Bäume ihm etwas sagen könnten, was er noch nicht weiß. :7. Már majdnem egy órája nem szóltak egy szót sem, de egyiküknek sem hiányoznak a szavak. - Seit fast einer Stunde haben sie kein Wort gesprochen, aber keiner von beiden vermisst die Worte. :8. Az ablaktörlő minden harmadik fordulónál nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht bei jedem dritten Durchgang. :9. Egyenletes, tompa hang ez, amely úgy tapad meg a gondolatokban, mint egy dal, amelytől nem lehet szabadulni. - Es ist ein gleichmäßiges, stumpfes Geräusch, das sich in den Gedanken festsetzt wie ein Lied, das man nicht loswerden kann. :10. Jon résnyire kinyitja az oldalablakot, és beengedi a hideg levegőt. - Jon öffnet das Seitenfenster einen Spalt weit und lässt die kalte Luft hereinströmen. :11. Kari megjegyzés nélkül a leggyorsabb fokozatra fordítja az ablaktörlő kapcsolóját. - Kari dreht ohne Kommentar den Wischerschalter auf die schnellste Stufe. :12. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :13. Ez a mondat még idegenül hangzik a fejükben, mint valami, amit az ember olvasott, de még nem igazán értett meg. - Dieser Satz klingt in ihren Köpfen noch fremd, wie etwas, das man gelesen hat, aber noch nicht wirklich verstanden. :14. Ma semmit sem hoznak vissza. - Heute holen sie nichts zurück. :15. Csak azért jönnek, hogy lezárják. - Sie kommen nur, um abzuschließen. :16. A fészer egy keskeny murvás út végén áll, közvetlenül a fjord partján. - Der Schuppen liegt am Ende eines schmalen Schotterwegs direkt am Ufer des Fjords. :17. Félig rejtve áll három öreg nyírfa mögött, amelyeknek ágai ide-oda csapkodnak a szélben. - Er liegt halb versteckt hinter drei alten Birken, deren Äste im Wind hin und her schlagen. :18. Jon száll ki elsőként, és az ajtóhoz megy. - Jon steigt als erster aus und geht zur Tür. :19. Az ajtó már kívülről nézve is ferdén lóg a zsanérjain. - Die Tür hängt schon von außen schief in den Angeln. :20. Vállával nekifeszül, aztán kétszer erősen belerúg, míg a fa enged. - Er drückt mit der Schulter dagegen, dann tritt er zweimal kräftig dagegen, bis das Holz nachgibt. :21. Az ajtó kitárul, és kienged egy szagot, amely azonnal és figyelmeztetés nélkül ott van. - Die Tür schwenkt auf und gibt einen Geruch frei, der sofort und ohne Vorwarnung da ist. :22. Öreg, nedves fa, motorolaj szaga érződik, és mélyen alatta ott van az apa ismerős dohányszaga. - Es riecht nach altem, feuchtem Holz, Motorenöl, und tief darunter liegt der vertraute Tabakgeruch des Vaters. :23. Kari átlép a küszöbön, és megáll. - Kari tritt über die Schwelle und bleibt stehen. :24. Nem azért áll meg, mert szomorú, hanem mert a testnek néha kell egy pillanat, mielőtt továbbmegy. - Sie bleibt nicht stehen, weil sie traurig ist, sondern weil der Körper manchmal einen Moment braucht, bevor er weitermacht. :25. A falon egy kifakult mentőmellény lóg, hevederei lazák és az öregségtől porladók. - An der Wand hängt eine verblasste Schwimmweste, die Gurte lose und mürbe vor Alter. :26. Alatta két nagy gumicsizma áll, belsejükre rászáradt sár kérgesedett. - Darunter stehen zwei große Gummistiefel, deren Innenseiten mit getrocknetem Schlamm verkrustet sind. :27. Egy keskeny polcon egy 2019-es naptár fekszik, márciusnál kinyitva. - Auf einem schmalen Regal liegt ein Kalender des Jahres 2019, aufgeschlagen auf dem März. :28. Két kis mezőben bejegyzések állnak az apa ismerős, szoros kézírásával. - In zwei der kleinen Felder stehen Einträge in der vertrauten, engen Handschrift des Vaters. :29. Kari nem olvassa el őket. - Kari liest sie nicht. :30. Jon a helyiség közepén áll, kezét a nadrágzsebébe dugva. - Jon steht in der Mitte des Raumes, die Hände in den Hosentaschen. :31. Lassan körülnéz, mintha megpróbálna emlékezni valamire, amit valójában soha nem is tudott. - Er schaut langsam umher, als würde er versuchen, sich an etwas zu erinnern, das er nie wirklich gewusst hat. :32. Az eső egyenletesen dobol a hullámlemez tetőn, és olyan hanggal tölti meg a helyiséget, amely minden mást kisebbé tesz benne. - Der Regen trommelt gleichmäßig auf das Wellblechdach und füllt den Raum mit einem Geräusch, das alles andere darin kleiner macht. :33. A hátsó falon két rozsdás szög van. - An der hinteren Wand hängen zwei verrostete Nägel. :34. Ezekről a szögekről egy horgászbot lóg le, zsinórja többszörösen összegubancolódva, a végén a kis horog barnán és tompán a rozsdától. - Von diesen Nägeln hängt eine Angelrute herab, ihre Schnur mehrfach verwickelt, der kleine Haken am Ende braun und stumpf vor Rost. :35. Jon odalép, és két kézzel leemeli. - Jon tritt heran und nimmt sie mit beiden Händen herunter. :36. Lassan teszi, mintha törékeny volna. - Er tut es langsam, als wäre sie zerbrechlich. :37. Maga elé tartja, és nézi, a horgászbotot, amelyet valószínűleg már gyerekként is ismert. - Er hält sie vor sich und schaut sie an, die Angel, die er wahrscheinlich als Kind schon kannte. :38. Az arca semmit sem mutat, de a keze túl erősen tartja ahhoz képest, hogy közömbös volna. - Sein Gesicht zeigt nichts, aber seine Hände halten sie zu fest für jemanden, der gleichgültig ist. :39. Kari oldalról figyeli, és vár. - Kari beobachtet ihn von der Seite und wartet. :40. Nem tudja, mire is vár tulajdonképpen. - Sie weiß nicht, worauf sie eigentlich wartet. :41. Aztán odamegy hozzá, kiveszi a horgászbotot a kezéből, és egy pillanatig maga tartja. - Dann geht sie zu ihm, nimmt die Angel aus seinen Händen und hält sie einen Moment lang selbst. :42. Érzi a súlyát, amely szinte nincs is, és visszaadja neki. - Sie spürt das Gewicht, das fast keines ist, und gibt sie ihm zurück. :43. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :44. Nyugodtan mondja, kérdés nélkül a hangjában. - Sie sagt es ruhig und ohne Frage in der Stimme. :45. Jon bólint, és leteszi a horgászbotot a kis ablak alatti megviselt munkapadra. - Jon nickt und legt die Angel auf die verwitterte Werkbank unter dem kleinen Fenster. :46. Fél lépést hátralép, mintha ez olyan cselekedet volna, amely jelent valamit. - Er tritt einen halben Schritt zurück, als wäre das eine Handlung, die etwas bedeutet. :47. Semmit sem visznek magukkal ebből a fészerből. - Sie nehmen nichts mit aus diesem Schuppen. :48. Nem viszik el a naptárt, nem a gumicsizmákat, nem a sarokban álló, félig teli benzineskannát, amely semmi meghatározott dolog szagát nem árasztja. - Sie nehmen nicht den Kalender, nicht die Gummistiefel, nicht den halbvollen Benzinkanister mit, der in der Ecke steht und nach nichts Bestimmtem riecht. :49. Nincs olyan pillanat, amelyben ezt a döntést közösen meghoznák. - Es gibt keinen Moment, in dem sie diese Entscheidung gemeinsam treffen. :50. Mégis egyetértenek, anélkül hogy beszélnének róla. - Trotzdem sind sie sich einig, ohne darüber zu sprechen. :51. Kint, a fészer előtt az esőben állnak. - Draußen vor dem Schuppen stehen sie im Regen. :52. Az eső most ferdén esik, és átáztatja a kabátjukat. - Der Regen fällt jetzt schräg und durchnässt ihre Jacken. :53. Jon bezárja a lakatot, és még egyszer megforgatja, hogy biztos legyen benne. - Jon schließt das Vorhängeschloss zu und dreht noch einmal daran, um sicher zu gehen. :54. Aztán csak áll ott, mintha elfelejtette volna, mi következik. - Dann steht er einfach da, als hätte er vergessen, was als nächstes kommt. :55. Kari jobb kezében ott a kulcs. - Kari hat den Schlüssel in der rechten Hand. :56. Egy kicsi, könnyű fémdarab, amely most már semmit sem nyit ki, és semmi mást nem jelent, csak azt, amit ő tenni fog vele. - Er ist ein kleines, leichtes Stück Metall, das jetzt nichts mehr öffnet und nichts mehr bedeutet außer dem, was sie damit tun wird. :57. A fjordra néz. - Sie schaut auf den Fjord. :58. Az eső ezer kis körré változtatja a felszínét. - Der Regen verwandelt seine Oberfläche in tausend kleine Kreise. :59. Aztán lendületet vesz, és széles ívben a part fölé hajítja a kulcsot. - Dann holt sie aus und wirft den Schlüssel in einem weiten Bogen über das Ufer. :60. A kulcs átrepül a nedves levegőn, egyszer megfordul, és rövid, halk csobbanással éri a vizet. - Er fliegt durch die feuchte Luft, dreht sich einmal und trifft das Wasser mit einem kurzen, leisen Platsch. :61. A kialakuló kis kört azonnal elnyelik a többi körök. - Der kleine Kreis, der sich bildet, wird sofort von den anderen Kreisen verschluckt. :62. Kari még két-három másodpercig nézi azt a helyet, aztán megfordul és elindul. - Kari schaut noch zwei, drei Sekunden auf die Stelle, dann dreht sie sich um und geht. :63. Jon követi, anélkül hogy hátranézne. - Jon folgt ihr, ohne sich umzusehen. :64. Egyikük sem mond semmit az autóig vezető úton. - Keiner von beiden sagt etwas auf dem Weg zum Auto. :65. Ezúttal Jon ül a volánhoz. - Jon setzt sich diesmal ans Steuer. :66. Kari a hideg ablaküvegnek támasztja a fejét. - Kari lehnt den Kopf gegen die kalte Fensterscheibe. :67. A motor beindul. - Der Motor springt an. :68. Az ablaktörlő azonnal nyikorogni kezd, ugyanabban az ütemben, mint korábban. - Der Scheibenwischer beginnt sofort zu quietschen, derselbe Takt wie vorher. :69. Az előttük lévő út ugyanolyan üres, mint idefelé jövet. - Die Straße vor ihnen ist genauso leer wie auf der Hinfahrt. :70. Az eső nem áll el. - Der Regen hört nicht auf. :71. Mennek, és mögöttük ott marad a fészer az esőben, bezárva és elhagyatva. - Sie fahren, und hinter ihnen liegt der Schuppen im Regen, abgeschlossen und verlassen. :72. A horgászbot a munkapadon fekszik, a naptár a polcon, a gumicsizmák a földön – minden a helyén, és senki többé, aki eljönne. - Die Angel liegt auf der Werkbank, der Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden – alles an seinem Platz, niemand mehr, der kommt. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Az eső nem sokkal azután ered el, hogy maguk mögött hagyták a város utolsó házait, eleinte közönyös csepergésként a szélvédőn. - Der Regen setzt ein, kurz nachdem sie die letzten Häuser der Stadt hinter sich gelassen haben, zunächst ein gleichgültiges Tröpfeln gegen die Windschutzscheibe. :2. Perceken belül egyenletes dobolássá erősödik, amely minden beszélgetést fölöslegessé tesz, amelyet amúgy sem kezdett volna el senki. - Binnen Minuten steigert es sich zu einem gleichmäßigen Trommeln, das jedes Gespräch überflüssig macht, das ohnehin niemand begonnen hätte. :3. Kari úgy vezet, ahogy mindig vezet – mindkét kezével a kormányon. - Kari fährt, wie sie immer fährt – beide Hände am Steuer. :4. Tekintete az útra szegeződik, mintha az összpontosítás valamiféle védelem volna az ellen, amit nem lehet elhalasztani. - Ihr Blick ist auf die Straße gerichtet, als wäre Konzentration eine Form von Schutz vor dem, was man nicht aufschieben kann. :5. Jon kissé hátrébb tolta az ülését, és fejét enyhén oldalra fordította. - Jon hat seinen Sitz ein Stück nach hinten geschoben und den Kopf leicht zur Seite gewandt. :6. Tekintete a tájra irányul, amely az esőben elveszíti a színeit és szürkévé válik, egységessé és tágassá, mintha a világ úgy döntött volna, hogy ezen a napon semmit sem gondol hozzá. - Sein Blick ist auf die Landschaft gerichtet, die im Regen ihre Farben verliert und grau wird, einheitlich und weit, als hätte die Welt beschlossen, sich für diesen Tag nichts dabei zu denken. :7. Az ablaktörlő olyan ritmusban dolgozik, amely nem egészen egyezik az esővel. - Der Scheibenwischer arbeitet in einem Rhythmus, der nicht ganz mit dem Regen übereinstimmt. :8. Minden harmadik húzásnál a gumi rövid, magas nyikkanást ad ki, amely rövid idő után a tudat hátterébe húzódik, anélkül hogy eltűnne. - Bei jedem dritten Durchgang gibt das Gummi ein kurzes, hohes Quietschen von sich, das sich nach kurzer Zeit in den Hintergrund des Bewusstseins schiebt, ohne zu verschwinden. :9. Jon résnyire kinyitja az ablakot, nem szélesre, de éppen eléggé ahhoz, hogy a hideg, nedves levegő vékony áramlatot küldjön az autó belsejébe. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt, nicht weit, aber genug, dass die kalte, feuchte Luft einen dünnen Strom ins Wageninnere schickt. :10. Kari gyors fokozatra állítja az ablaktörlőt, anélkül hogy levenné tekintetét az útról, és anélkül hogy bármit mondana hozzá. - Kari stellt den Wischer auf schnell, ohne den Blick von der Straße zu nehmen und ohne etwas dazu zu sagen. :11. Az apjuk három héttel ezelőtt meghalt, és ennek a mondatnak még mindig megvan az a különös minősége, amely azoké a dolgoké, amelyek igazak, anélkül hogy igaznak érződnének. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, und dieser Satz hat noch immer jene seltsame Qualität von Dingen, die wahr sind, ohne sich wahr anzufühlen. :12. Valahol rajtuk kívül létezik, pontosan és megváltoztathatatlanul, és arra vár, hogy egyszer majd valóban elérjék. - Er existiert irgendwo außerhalb von ihnen, präzise und unveränderlich, und wartet darauf, dass sie ihn irgendwann wirklich erreichen. :13. Kari az utóbbi években az anyját ápolta, és ritkábban látogatta az apját, mint kellett volna. - Kari hat in den letzten Jahren die Mutter gepflegt und den Vater seltener besucht, als sie sollte. :14. Ez a tény úgy fekszik benne, mint egy kicsi, kemény kő, amelyet sem eldobni, sem figyelmen kívül hagyni nem lehet. - Diese Tatsache liegt in ihr wie ein kleiner, harter Stein, den man weder wegwerfen noch ignorieren kann. :15. Jon egy évtizede Bergenben él, évente kétszer jön, gyakrabban telefonál, mint ahányszor hazajön. - Jon ist seit einem Jahrzehnt in Bergen, kommt zweimal im Jahr, ruft öfter an als er kommt. :16. Ma jön ide utoljára – ezt már akkor megmondta magának, mielőtt felszállt volna a vonatra. - Heute ist das letzte Mal, dass er hierher fährt – das hat er sich selbst bereits gesagt, noch bevor er in den Zug gestiegen ist. :17. A kavicsos út, amely a fészerhez vezet, az esőtől felázott, és tele van pocsolyákkal, amelyek szélesebbek, mint nyáron volnának. - Der Schotterweg, der zum Schuppen führt, ist vom Regen aufgeweicht und voller Pfützen, die breiter sind, als sie es im Sommer wären. :18. Kari lassan vezet, hogy kímélje az autót. - Kari fährt langsam, um das Auto zu schonen. :19. A fészer egy kanyar mögött bukkan fel, félig elrejtve a nedves nyírfák mögött, a külső falak mállottak és foltosak, a hullámlemez tető sötét a nedvességtől és az időtől. - Der Schuppen taucht hinter einer Biegung auf, halb hinter den nassen Birken versteckt, die Außenwände verwittert und fleckig, das Wellblechdach dunkel vor Feuchtigkeit und Alter. :20. Úgy néz ki, ahogy mindig is kinézett – mintha az idő itt nem erő volna, hanem csupán állapot. - Er sieht aus, wie er immer ausgesehen hat – als wäre Zeit hier keine Kraft, sondern nur ein Zustand. :21. Jon kiszáll, mielőtt Kari leállította volna a motort, az ajtóhoz megy, és nekiveti a vállát. - Jon steigt aus, bevor Kari den Motor abgestellt hat, geht zur Tür und legt die Schulter dagegen. :22. Az ajtó nem enged azonnal; beleszorult a nedves keretbe, mint valami, amit nem akarnak kinyitni, és csak a második rúgás után tárul ki nyikorogva. - Die Tür gibt nicht sofort nach; sie klemmt im feuchten Rahmen wie etwas, das nicht aufgemacht werden möchte, und erst nach dem zweiten Tritt mit dem Fuß schwenkt sie knarrend auf. :23. A szag előjel és kímélet nélkül érkezik – nedves, öreg fa, motorolaj, dohány, annak a helynek az összetéveszthetetlen szaga, amelyet valaki sokáig használt, és amelyet most már elhasználtak. - Der Geruch kommt ohne Vorwarnung und ohne Rücksicht – feuchtes, altes Holz, Motorenöl, Tabak, jener unverwechselbare Geruch eines Ortes, den jemand lange benutzt hat und der nun benutzt wurde. :24. Kari az ajtónyílásban áll, és egy lélegzetvételnyi ideig megáll, nem érzelgősségből, hanem mert az agynak néha kell egy másodperc, hogy eldöntse, hogyan bánjon valamivel. - Kari steht in der Türöffnung und hält einen Atemzug lang inne, nicht aus Sentimentalität, sondern weil das Gehirn manchmal eine Sekunde braucht, um zu entscheiden, wie es mit etwas umgeht. :25. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amelynek narancsszínét kifakította a fény és az évek, a hevederek petyhüdtek és porhanyósak, mintha már csak megszokásból tartanák össze magukat. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, deren Orange das Licht und die Jahre ausgewaschen haben, die Gurte schlaff und mürbe, als würden sie nur noch aus Gewohnheit zusammenhalten. :26. Alatta két 45-ös méretű gumicsizma áll, száradt sár rétegével kibélelve, mintha valaki az utolsó kirándulás után egyszerűen odatette volna őket, és elfelejtette volna, hogy lesznek még más kirándulások is – amelyek aztán persze már nem voltak. - Darunter stehen zwei Gummistiefel der Größe 45, die mit einer Schicht getrockneten Schlamms ausgekleidet sind, als hätte jemand sie nach dem letzten Ausflug einfach hingestellt und vergessen, dass es noch andere Ausflüge geben würde – was es dann ja auch nicht mehr gab. :27. Egy keskeny polcon, amelyet egyetlen szög tart, és amely enyhén előre lejt, egy 2019-es falinaptár fekszik, március hónapnál kinyitva. - Auf einem schmalen Regal, das mit einem einzigen Nagel befestigt ist und leicht nach vorne neigt, liegt ein Wandkalender von 2019, aufgeschlagen auf dem Monat März. :28. Ott két bejegyzés áll apró, szögletes írással, amelyeket Kari úgy olvas el, hogy nem olvas, mielőtt továbbengedi a tekintetét. - Dort stehen zwei Einträge in kleiner, eckiger Schrift, die Kari liest, ohne zu lesen, bevor sie den Blick weiterwandern lässt. :29. Jon a fészer közepén áll, és lassan megfordul a saját tengelye körül, mintha leltárt készítene egy olyan tulajdonról, amelyhez soha nem figyelt oda igazán. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um die eigene Achse, als würde er Inventur machen von einem Besitz, dem er nie wirklich zugehört hat. :30. Az eső a tetőn olyan egyenletes és hangos, hogy teljesen kitölti a teret, és minden mást benne – a csendet, a gondolatokat, az apa hiányát – kisebbnek láttat. - Der Regen auf dem Dach ist so gleichmäßig und laut, dass er den Raum vollständig ausfüllt und alles andere darin – die Stille, die Gedanken, die Abwesenheit des Vaters – kleiner wirken lässt. :31. A horgászbot két régi szögön lóg a hátsó falon. - Die Angel hängt an zwei alten Nägeln an der hinteren Wand. :32. Szinte észrevétlenül lóg az árnyékok és a gyenge fény között, amely az egyetlen kis ablakon esik be, amely soha nem volt tiszta. - Sie hängt fast unauffällig zwischen Schatten und dem schwachen Licht, das durch das einzige kleine Fenster fällt, das nie sauber war. :33. Jon veszi észre először, odalép hozzá, és mindkét kezével leveszi a szögekről. - Jon sieht sie zuerst, tritt heran und nimmt sie mit beiden Händen von den Nägeln. :34. Lassan és megfontoltan teszi, úgy, ahogy az ember olyan dolgokhoz ér, amelyeknél nem biztos benne, mit váltanak ki. - Er tut es langsam und bedächtig, so wie man Dinge anfasst, bei denen man nicht sicher ist, was sie auslösen. :35. A zsinór többszörösen önmaga köré van tekerve, a végén lévő horog rozsdával fedett, a nyél jól fogható és elkopott azokon a helyeken, ahol egy kéz éveken át tartotta. - Die Schnur ist mehrfach um sich selbst gewickelt, der Haken am Ende mit Rost überzogen, der Griff griffig und abgewetzt an den Stellen, an denen eine Hand ihn über Jahre gehalten hat. :36. Ugyanaz a kéz, amelynek szaga még valahol ebben a térben függ, láthatatlanul és makacsul. - Es ist dieselbe Hand, deren Geruch noch irgendwo in diesem Raum hängt, unsichtbar und hartnäckig. :37. Jon maga elé tartja a horgászbotot, és nézi, elég hosszan ahhoz, hogy Kari felfigyeljen rá, aki addig a munkapad mellett állt, és semmi különöset nem tett. - Jon hält die Angel vor sich und schaut sie an, lange genug, dass Kari aufmerksam wird, die bis dahin neben der Werkbank gestanden und nichts besonderes getan hat. :38. Odamegy hozzá gondolkodás nélkül, kiveszi a horgászbotot a kezéből, egy pillanatig tartja, érzi a szinte súlytalan súlyt a tenyerében, majd visszaadja, mert semmi mást nem tud és nem is akar kezdeni vele. - Sie geht zu ihm, ohne nachzudenken, nimmt die Angel aus seinen Händen, hält sie einen Moment, spürt das fast gewichtslose Gewicht in den Handflächen und gibt sie zurück, weil sie nichts anderes mit ihr anfangen kann und will. :39. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :40. Nem úgy hangzik, mint egy döntés, hanem mint valaminek a kimondása, ami már régen eldőlt. - Es klingt nicht wie eine Entscheidung, sondern wie das Aussprechen von etwas, das bereits vor langer Zeit entschieden wurde. :41. Jon a horgászbotot a munkapadra teszi, és hátralép. - Jon legt die Angel auf die Werkbank und tritt zurück. :42. Egyikük sem néz rá még egyszer. - Keiner von beiden schaut sie noch einmal an. :43. Úgy hagyják el a fészert, ahogy találták – semmit nem vettek ki, semmit nem változtattak meg, a naptár a polcon, a gumicsizmák a padlón, a benzineskanna a sarokban. - Sie verlassen den Schuppen so, wie sie ihn vorgefunden haben – nichts entnommen, nichts verändert, der Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden, der Benzinkanister in der Ecke. :44. Minden azon a helyen van, ahová valaki tette, aki már nem jön vissza, és aki talán már akkor is tudta, hogy nem a visszatérés számít. - Alles ist an dem Platz, an den es gestellt wurde von jemandem, der nicht mehr zurückkommt und der vielleicht auch damals schon gewusst hat, dass es auf das Wiederkommen nicht ankommt. :45. Odakint, a fészer előtt ferdén és hidegen esik az eső, és ők ott állnak benne, esernyő nélkül, sietség nélkül. - Draußen vor dem Schuppen fällt der Regen schräg und kalt, und sie stehen darin, ohne Schirm, ohne Eile. :46. Mintha nem volna értelme védekezni valami ellen, ami úgyis mindenütt van, és ezen a napon úgyis mindenhova velük tart. - Es ist, als hätte es keinen Sinn, sich gegen etwas zu schützen, das ohnehin überall ist und ohnehin an diesem Tag überallhin mitkommt. :47. Jon becsukja a lakatot, egy rövid rántással ellenőrzi, aztán elengedi. - Jon schließt das Vorhängeschloss, prüft es mit einem kurzen Ruck und lässt es dann los. :48. Kari már a kezében tartja a kulcsot, egy kicsi, könnyű, teljesen értelmetlenné vált fémdarabot, amelyet egy pillanatig néz, mintha mérlegelné, van-e egyáltalán mit mérlegelni, mielőtt széles, majdnem hanyag ívben a part fölött a fjordba dobja. - Kari hat den Schlüssel bereits in der Hand, ein kleines, leichtes, vollkommen sinnlos gewordenes Stück Metall, das sie einen Moment lang anschaut, als würde sie erwägen, ob es etwas zu überlegen gibt, bevor sie ihn in einem weiten, fast lässigen Bogen über das Ufer in den Fjord wirft. :49. Kétszer megfordul a levegőben, és olyan hanggal találja el a vizet, amelyet alig lehet hallani. - Er dreht sich zweimal in der Luft und trifft das Wasser mit einem Laut, der kaum zu hören ist. :50. A kis kör, amely a felszínen kialakul, azonnal elnyelődik az eső köreiben, és eltűnik, mintha soha nem is alakult volna ki, ami bizonyos értelemben így is van. - Der kleine Kreis, der sich auf der Oberfläche bildet, wird sofort von den Kreisen des Regens aufgesogen und verschwindet, als hätte er sich nie gebildet, was er, in gewissem Sinne, auch nicht hat. :51. Kari megfordul, anélkül hogy megjelölné a helyet. - Kari dreht sich um, ohne die Stelle zu markieren. :52. Azt sem jegyzi meg, milyen messzire repült. - Sie merkt sich auch nicht, wie weit er geflogen ist. :53. Az autóhoz mennek, ezúttal Jon veszi át a kormányt, és közben nem mond semmit. - Sie gehen zum Auto, Jon übernimmt diesmal das Steuer und sagt dabei nichts. :54. Kari a halántékát az utasoldali ablak hideg üvegének támasztja, és félig lehunyja a szemét. - Kari lehnt die Schläfe gegen das kalte Glas der Beifahrerscheibe und schließt die Augen halb. :55. A motor beindul, az ablaktörlő újra munkához lát. - Der Motor springt an, der Scheibenwischer nimmt seine Arbeit wieder auf. :56. Ugyanaz a nyikkanás, ugyanaz a kissé eltolódott ritmus, mintha az odaút soha nem szakadt volna meg. - Es ist dasselbe Quietschen, derselbe leicht verschobene Rhythmus, als wäre die Hinfahrt nie unterbrochen worden. :57. Az út üres, az eső változatlan, és mögöttük a fészer lezárva és érintetlenül fekszik a nyírfák nedves félhomályában. - Die Straße ist leer, der Regen unverändert, und hinter ihnen liegt der Schuppen abgeschlossen und unberührt im nassen Halbdunkel der Birken. :58. A horgászbot a munkapadon fekszik, a naptár a polcon, nyitva egy hónapnál, amelyet senki sem fog többé átlapozni. - Die Angel liegt auf der Werkbank, der Kalender auf dem Regal, offen auf einem Monat, den niemand mehr umblättern wird. :59. Mennek tovább, és egyikük sem mondja ki, mi volt ez a nap. - Sie fahren, und keiner von beiden sagt, was dieser Tag gewesen ist. :60. Vannak dolgok, amelyeknek nincs szükségük szóra ahhoz, hogy megmaradjanak. - Manche Dinge brauchen kein Wort, um zu bleiben. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső még azelőtt ered el, hogy a várost valóban maguk mögött hagyták volna, eleinte puszta csepergésként a szélvédőn, amelyet az ember figyelmen kívül hagyhatna, ha akarna. - Der Regen setzt ein, noch bevor sie die Stadt wirklich hinter sich gelassen haben, zunächst als bloßes Tröpfeln gegen die Windschutzscheibe, das man ignorieren könnte, wenn man wollte. :2. Néhány percen belül azzá az egyenletes, súlyos dobolássá sűrűsödik, amely teljesen birtokba veszi a régi Volvo belső terét, és a beszélgetés minden formáját nem megakadályozza ugyan, de fölöslegessé teszi – ami ebben az esetben ugyanarra megy ki. - Binnen weniger Minuten verdichtet es sich zu jenem gleichmäßigen, schweren Trommeln, das den Innenraum des alten Volvo vollständig in Beschlag nimmt und jede Form von Gespräch nicht verhindert, aber überflüssig macht – was, in diesem Fall, auf dasselbe hinausläuft. :3. Kari úgy vezet, ahogy mindig vezet, amikor valami nincs rendben: két kézzel a kormányon, hátát kissé előredöntve. - Kari fährt, wie sie immer fährt, wenn etwas nicht stimmt: beide Hände am Steuer, der Rücken leicht nach vorne geneigt. :4. Tekintete olyan intenzitással szegeződik az útra, amely inkább menekülésnek látszik, mint összpontosításnak, bár a kettő közötti határ, ha az ember őszinte, amúgy is elmosódik. - Ihr Blick ist auf die Straße gerichtet mit einer Intensität, die mehr nach Flucht aussieht als nach Konzentration, obwohl die Grenze zwischen beidem, wenn man ehrlich ist, ohnehin fließend ist. :5. Jon hátratolta az ülését, és fejét a fejtámlának vetette, nem aludt, de nem is volt igazán ébren abban az értelemben, hogy jelen lett volna. - Jon hat seinen Sitz zurückgeschoben und den Kopf gegen die Kopfstütze gelegt, nicht schlafend, aber auch nicht wirklich wach im Sinne von anwesend. :6. Tekintete a kinti tájra irányul, amely úgy húz el mellettük, mint valami, amit az ember már ismer, és ezért már nem is lát igazán – nedves mezők, szürke nyírfák, az ég olyan alacsonyan és egyformán, mintha elhatározta volna, hogy ezen a napon nem tesz különösebb erőfeszítést. - Sein Blick ist auf die Landschaft gerichtet, die draußen vorbeizieht wie etwas, das man schon kennt und deshalb nicht mehr wirklich sieht – nasse Felder, graue Birken, der Himmel so niedrig und gleichförmig, als hätte er beschlossen, sich an diesem Tag keine besondere Mühe zu geben. :7. Az ablaktörlő olyan ritmusban dolgozik, amely minimálisan eltolódik az eső ritmusához képest, és ez azt a sajátos befejezetlenségérzetet kelti, amely valahol az észlelés és az ideg között telepszik meg, anélkül, hogy valaha is valódi zavarrá nőné ki magát. - Der Scheibenwischer arbeitet in einem Rhythmus, der minimal versetzt ist zum Rhythmus des Regens, und das erzeugt jenes eigentümliche Gefühl von Unvollständigkeit, das sich irgendwo zwischen Wahrnehmung und Nerv einquartiert, ohne sich jemals zu einer echten Störung auszuwachsen. :8. Minden harmadik törlésnél a gumi rövid, magas nyikorgó hangot ad ki, amelyet Kari már rég nem hall, Jon pedig egyfajta tompa közönnyel vesz tudomásul, mintha valaki más életének egyik részlete volna. - Bei jedem dritten Durchgang gibt das Gummi ein kurzes, hohes Quietschen von sich, das Kari längst nicht mehr hört und das Jon mit einer Art stumpfer Gleichgültigkeit registriert, als wäre es ein Detail aus dem Leben eines anderen. :9. Amikor résnyire leengedi az ablakot, és beengedi a hideg vidéki levegőt, Kari anélkül, hogy ránézne vagy bármit mondana, a leggyorsabb fokozatra állítja az ablaktörlő kapcsolóját. - Als er das Fenster einen Spalt öffnet und die kalte Landluft hereinkommen lässt, dreht Kari den Wischerschalter auf die schnellste Stufe, ohne ihn anzuschauen, ohne etwas zu sagen. :10. Ebben, mint sok apró cselekvésben olyan testvérek között, akik ismerik egymást anélkül, hogy igazán ismernék egymást, egy egész történet rejlik közösen lakott gyermekkori évekről és a felnőtté válás lassú, feltartóztathatatlan sodródásáról, amely mindenkit a maga irányába hajt. - Darin steckt, wie in vielen kleinen Handlungen zwischen Geschwistern, die sich kennen, ohne sich wirklich zu kennen, eine ganze Geschichte über gemeinsam bewohnte Kindheitsjahre und die langsame, unaufhaltsame Drift der Erwachsenenwerdung, die jeden in eine eigene Richtung treibt. :11. Apjuk három hete halt meg, és ennek a mondatnak még mindig megvan az a zavarba ejtő minősége, hogy egyszerre közvetlen és valószerűtlen, amilyen minden végleges tény, mielőtt az ember valóban kapcsolatba kerül vele. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, und dieser Satz hat noch immer jene verwirrende Qualität des Unmittelbaren und gleichzeitig Unwirklichen, die alle definitiven Tatsachen haben, bevor man wirklich mit ihnen in Berührung gekommen ist. :12. A mondat létezik, pontosan és lezártan, valahol kettejükön kívül, és vár annak türelmével, ami megengedheti magának, hogy várjon. - Der Satz existiert, präzise und abgeschlossen, irgendwo außerhalb von beiden, und wartet mit der Geduld von etwas, das es sich leisten kann zu warten. :13. Kari az elmúlt három évben elkísérte az anyját annak hosszú haldoklásán keresztül, és közben ritkábban látogatta az apját, mint szerette volna. - Kari hat in den letzten drei Jahren die Mutter durch deren langes Sterben begleitet und den Vater dabei seltener besucht, als sie wollte. :14. Ez a hiány nem bűntudatként él benne, hanem tompa, alig lokalizálható fájdalomként, amelyet nem lehet megnevezni, és talán éppen ezért nem is oldódik fel. - Diese Lücke liegt in ihr nicht als Schuldgefühl, sondern als ein stumpfer, kaum lokalisierbarer Schmerz, der sich nicht benennen lässt und sich vielleicht auch deshalb nicht auflöst. :15. Jon egy évtizede Bergenben él, évente kétszer jön haza egy hosszú hétvégére, és éveken át próbálta a távolságot rendszerességgel ellensúlyozni. - Jon ist seit einem Jahrzehnt in Bergen, kommt zweimal im Jahr für ein langes Wochenende und hat über Jahre hinweg versucht, die Distanz durch Regelmäßigkeit zu kompensieren. :16. Mélyen belül tudja, hogy ez nem működött, és talán nem is működhet, mert bizonyos dolgoknál nincs értelmes megfelelés gyakoriság és közelség között. - Er weiß tief in sich, dass das nicht funktioniert hat und vielleicht auch nicht funktionieren kann, weil es bei manchen Dingen keine sinnvolle Entsprechung zwischen Häufigkeit und Nähe gibt. :17. Ma van az utolsó alkalom, ezt már az idefelé tartó vonatúton megmondta magának. - Heute ist das letzte Mal, das hat er sich bereits auf der Bahnfahrt hierher gesagt. :18. Annak a csendes eltökéltségével mondta ezt magának, aki olyan döntést hoz, amelyet nem akar visszavonni, még mielőtt megadhatná magának erre az alkalmat. - Er hat es sich mit der stillen Bestimmtheit von jemandem gesagt, der eine Entscheidung trifft, die er nicht rückgängig machen will, bevor er sich die Gelegenheit dazu nehmen kann. :19. A kavicsos út a fészerhez az állandó esőtől felázott, a pocsolyák olyan szélesek és zavarosak, hogy Kari lépésben vezet. - Der Schotterweg zum Schuppen ist vom anhaltenden Regen aufgeweicht, die Pfützen so breit und trüb, dass Kari im Schritttempo fährt. :20. A Volvo minden egyenetlenségnél halkan nyög, mintha neki is volna véleménye minderről, amelyet azonban megtart magának. - Der Volvo stöhnt bei jeder Unebenheit leise, als hätte auch er eine Meinung zu alledem, die er allerdings für sich behält. :21. A fészer egy enyhe kanyar mögött bukkan fel, félig elrejtve három öreg nyírfa mögött, amelyeknek törzse feketén fénylik a nedvességtől, ágaik pedig úgy csapkodnak a szélben, mint valami, ami nem tud megnyugodni. - Der Schuppen taucht hinter einer sanften Biegung auf, halb verborgen hinter drei alten Birken, deren Stämme schwarz vor Nässe glänzen und deren Äste im Wind schlagen wie etwas, das sich nicht beruhigen kann. :22. A hullámlemez tető sötét és foltos, a fa homlokzat pedig az előrehaladott mállásnak abban az állapotában van, amelyet már nem pusztulásnak kell nevezni, hanem olyan dolgok természetes halmazállapotának, amelyek régóta senkit sem érdekelnek. - Das Wellblechdach ist dunkel und gefleckt, die Holzfassade in jenem Zustand fortgeschrittener Verwitterung, der nicht mehr als Verfall zu bezeichnen ist, sondern als der natürliche Aggregatzustand von Dingen, die seit Langem niemanden mehr interessieren. :23. Jon még azelőtt kiszáll, hogy a motort leállították volna, Kari pedig hallja, ahogy belerúg az ajtóba – egyszer, kétszer. - Jon steigt aus, noch bevor der Motor abgestellt ist, und Kari hört ihn gegen die Tür treten – einmal, zweimal. :24. Aztán az öreg fa nyikorgó, vonakodó kinyílása jelzi neki, hogy az ellenállást leküzdötték, ideiglenesen és erőszakkal, mint oly sok mindent ebben a családban. - Dann signalisiert ihr das knarrende, widerstrebende Aufgehen des alten Holzes, dass der Widerstand überwunden ist, vorläufig und mit Gewalt, wie so vieles in dieser Familie. :25. A belülről áradó szag nem metafora és nem emlék, mielőtt aztán mégis azzá válik: nedves, kemény fa, motorok régi olaja, amelyeken már régóta nem dolgozott senki. - Der Geruch, der aus dem Inneren kommt, ist keine Metapher und keine Erinnerung, bevor er es dann doch ist: feuchtes, hartes Holz, das alte Öl von Motoren, an denen schon lange niemand mehr gearbeitet hat. :26. Mélyen alatta, kitartóan és eltörölhetetlenül, mint kommentár minden máshoz, ott van az apa ismerős dohányszaga, amely beette magát a fa pórusaiba, és ott is marad majd, sokkal az utolsó látogatás után, sokkal az utolsó lélegzet után. - Tief darunter liegt, beharrlich und unverwischbar wie ein Kommentar zu allem anderen, der vertraute Tabakgeruch des Vaters, der sich in die Poren des Holzes gefressen hat und dort bleiben wird, lange nach dem letzten Besuch, lange nach dem letzten Atemzug. :27. Kari átlép a küszöbön, és megáll, nem sokáig, de egy olyan pillanatra, amely észreveteti magát. - Kari tritt über die Schwelle und hält inne, nicht lange, aber einen Moment, der sich bemerkbar macht. :28. A testnek néha szüksége van valamiféle zsilipre aközött, ami odakint van, és aközött, ami odabent vár. - Der Körper braucht manchmal eine Art Schleuse zwischen dem, was draußen ist, und dem, was drinnen wartet. :29. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amelynek narancsszínét több évtized fénye halvány, mentegetőző sárgává fakította, a hevederek ernyedtek és porhanyósak, mintha csak azért tartanának még össze, mert nincs senki, aki szétszedné őket. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, deren Orange das Licht mehrerer Jahrzehnte zu einem blassen, entschuldigenden Gelbton ausgebleicht hat, die Gurte schlaff und mürbe, als hielten sie nur noch zusammen, weil es niemanden gibt, der sie auseinandernehmen würde. :30. Alatta két 45-ös gumicsizma áll, kiszáradt sár rétegével bélelve, amely annak az utolsó útszakasznak a negatívját rajzolja ki, amelyet valaki bennük megtett, valahol, valamikor, egy világban, amely most már nem érhető el. - Darunter stehen zwei Gummistiefel der Größe 45, ausgekleidet mit einer Schicht getrockneten Schlamms, die das Negativ der letzten Wegstrecke abbildet, die jemand in ihnen zurückgelegt hat, irgendwo, irgendwann, in einer Welt, die jetzt nicht mehr erreichbar ist. :31. Egy polcon, amely kissé előredől, és évek óta vár egy javításra, amelyet már senki sem fog elvégezni, egy 2019-es falinaptár fekszik, márciusnál kinyitva. - Auf einem Regal, das leicht nach vorne geneigt ist und seit Jahren auf eine Reparatur wartet, die niemand mehr vornehmen wird, liegt ein Wandkalender von 2019, aufgeschlagen auf dem März. :32. Ott két bejegyzés áll az apa szűk, szögletes kézírásával, amelyet Kari úgy olvas, hogy nem olvassa, és amelyek röviden felvillannak benne, mint valami, amit felismert az ember, majd azonnal újra eltűnnek. - Dort stehen zwei Einträge in der engen, eckigen Handschrift des Vaters, die Kari liest, ohne sie zu lesen, die kurz in ihr aufleuchten wie etwas, das man erkannt hat, und sofort wieder verschwinden. :33. Jon a fészer közepén áll, és nem mozdul, csak lassan forgatja a fejét, mintha megpróbálna emlékezni valamire, amit soha nem tudott, vagy talán soha nem is akart tudni. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und bewegt sich nicht, dreht nur langsam den Kopf, als würde er versuchen, sich an etwas zu erinnern, das er nie gewusst hat oder vielleicht nie wissen wollte. :34. Az eső a hullámlemez tetőn olyan kitartó és egyenletes, hogy kevésbé érződik hangnak, mint inkább a világ olyan állapotának, amely elől nem lehet kitérni, és amely ellen értelmetlen volna harcolni. - Der Regen auf dem Wellblechdach ist so anhaltend und gleichmäßig, dass er sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie ein Zustand der Welt, dem man sich nicht entziehen kann und gegen den zu kämpfen sinnlos wäre. :35. A horgászbot a hátsó falon lóg két rozsdás szögen, szinte mellékesen, szinte úgy, mint valami, amit a helyiség berendezésekor elfelejtettek, és később már nem tettek el. - Die Angel hängt an zwei verrosteten Nägeln an der hinteren Wand, fast beiläufig, fast wie etwas, das man bei der Einrichtung des Raumes vergessen hat und später nicht mehr weggeräumt hat. :36. A hely, amelyet elfoglalt, már hozzá tartozott. - Der Ort, den sie eingenommen hatte, gehörte bereits ihr. :37. Jon meglátja, és felé indul annak lassú határozottságával, aki nem tudja, mit fog tenni, ha odaér. - Jon sieht sie und geht auf sie zu mit der langsamen Bestimmtheit von jemandem, der nicht weiß, was er tun wird, wenn er angekommen ist. :38. Mégis szükségesnek tartja, hogy odamenjen. - Er hält es dennoch für notwendig hinzugehen. :39. Két kézzel veszi le a szögekről, óvatosan és sietség nélkül. - Er nimmt sie mit beiden Händen von den Nägeln, behutsam und ohne Eile. :40. Maga elé tartja olyan távolságban, amely sem közeli, sem távoli, és amely a horgászbotot valamiféle lebegésbe helyezi aközött, ami, és aközött, amit ebben a pillanatban jelent, vagy jelenthetne. - Er hält sie vor sich in einem Abstand, der weder nah noch fern ist und der die Angel in eine Art Schwebe versetzt zwischen dem, was sie ist, und dem, was sie in diesem Moment bedeutet oder bedeuten könnte. :41. A zsinór többszörösen önmaga köré tekeredett, a horog barna a rozsdától, a markolat két helyen simára és kopottra dörzsölődött ott, ahol egy kéz sok éven át tartotta. - Die Schnur ist mehrfach um sich selbst gewickelt, der Haken braun vor Rost, der Griff an zwei Stellen blank und abgewetzt, dort, wo eine Hand ihn über viele Jahre gehalten hat. :42. Nem az ő keze volt, de olyan kéz, amelyet ismert, amelynek gesztusait ismerte, anélkül, hogy valaha is egészen megértette volna, mi rejlett e gesztusok mögött. - Es war nicht seine Hand, aber eine Hand, die er kannte, deren Gesten er kannte, ohne je ganz verstanden zu haben, was sich hinter diesen Gesten verbarg. :43. Kari oldalról figyeli őt, mozdulatlanul. - Kari beobachtet ihn von der Seite, ohne sich zu bewegen. :44. Ebben a figyelésben nincs együttérzés és nincs távolság, hanem valami a kettő között, aminek nincs neve, és talán éppen ezért ez a legőszintébb, amit ebben a helyiségben egymásért fel tudnak mutatni. - In dieser Beobachtung liegt kein Mitgefühl und keine Distanz, sondern etwas dazwischen, das keinen Namen hat und vielleicht deshalb das Ehrlichste ist, was sie in diesem Raum füreinander aufbringen können. :45. Végül odamegy hozzá, kérdezés nélkül kiveszi a kezéből a horgászbotot, és maga tartja egy darabig. - Sie geht schließlich zu ihm, nimmt ihm die Angel aus den Händen, ohne zu fragen, und hält sie selbst einen Moment lang. :46. Tenyerében érzi a szinte súlytalan súlyt, egy olyan tárgy súlyát, amelynek jelentése nehezebb, mint az anyaga, aztán visszaadja, mert semmi mást nem tud kezdeni vele, és nem is akar semmi mást. - Sie spürt das fast gewichtslose Gewicht in den Handflächen, das Gewicht eines Gegenstands, dessen Bedeutung schwerer ist als seine Substanz, und gibt sie dann zurück, weil sie nichts anderes damit anfangen kann und auch nichts anderes will. :47. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :48. Ez sem döntésnek, sem javaslatnak nem hangzik, hanem valami nyugodt kimondásának, ami már régen eldőlt, mielőtt beléptek volna a fészerbe, talán még mielőtt egyáltalán ideindultak volna. - Es klingt weder wie eine Entscheidung noch wie ein Vorschlag, sondern wie das ruhige Aussprechen von etwas, das längst feststand, bevor sie den Schuppen betreten haben, möglicherweise bevor sie überhaupt hergefahren sind. :49. Jon a kis ablak alatti mállott munkapadra teszi a horgászbotot, és egy lépést hátralép. - Jon legt die Angel auf die verwitterte Werkbank unter dem kleinen Fenster und tritt einen Schritt zurück. :50. Ezután egyikük sem néz rá még egyszer, ahogy az ember már nem néz rá olyan dolgokra, amelyekről olyan döntést hozott, amelyet nem akar megbánni. - Keiner von beiden sieht sie danach noch einmal an, so wie man Dinge nicht mehr ansieht, über die man eine Entscheidung getroffen hat, die man nicht bereuen will. :51. Úgy hagyják el a fészert, hogy semmit nem visznek magukkal és semmit nem változtatnak meg: a naptár a polcon, a gumicsizma a földön, a benzineskanna a sarokban, a mentőmellény a falon marad. - Sie verlassen den Schuppen ohne etwas mitzunehmen und ohne etwas zu verändern, den Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden, den Benzinkanister in der Ecke, die Schwimmweste an der Wand. :52. Minden azon a helyen áll, ahová valaki tette, aki e dolgok elhelyezésekor talán már sejtette, hogy nem fog visszatérni, és ezt a sejtést talán nem szomorúságként élte meg, hanem valamiféle csendes megegyezésként azzal, ami elkerülhetetlen. - Alles steht an dem Platz, an den es gestellt wurde von jemandem, der beim Stellen dieser Dinge vielleicht schon ahnte, dass er nicht zurückkommen würde, und der diese Ahnung vielleicht nicht als Traurigkeit empfunden hat, sondern als eine Art stiller Übereinkunft mit dem, was unvermeidlich ist. :53. Odakint, a fészer előtt az eső ferdén és gyengülés nélkül zuhog rájuk, ők pedig benne állnak, nem menedéket keresve, és nem is közönyösen vele szemben, hanem egyszerűen benne. - Draußen vor dem Schuppen fällt der Regen schräg und ohne Abschwächung auf sie herab, und sie stehen darin, weder suchend nach Schutz noch gleichgültig dagegen, sondern einfach darin. :54. Úgy állnak benne, ahogy az ember valamiben áll, ami nagyobb nála, és amit ezért békén hagy. - Sie stehen darin, wie man in etwas steht, das größer ist als man selbst und das man deshalb in Ruhe lässt. :55. Jon bezárja a lakatot, röviden megforgatja, hogy megbizonyosodjon róla, majd elengedi. - Jon schließt das Vorhängeschloss, dreht kurz daran, um sicherzugehen, und lässt es dann los. :56. Olyan véglegességgel engedi el, amely nincs megrendezve, és éppen ezért súlyosabb. - Er lässt es mit einer Endgültigkeit los, die nicht inszeniert ist und gerade deshalb schwerer wiegt. :57. Kari zárt öklében tartja a kulcsot, egy kis, elnehezült fémdarabot, amely ebben a pillanatban egy egész hely súlyát hordozza, ahová most már nem fognak belépni. - Kari hält den Schlüssel in der geschlossenen Faust, ein kleines, schwer gewordenes Stück Metall, das in diesem Moment das ganze Gewicht eines Ortes trägt, den sie nun nicht mehr betreten werden. :58. A fjordra néz, amelynek felszínét az eső szüntelenül újrarendeződő körök mintázatává változtatja, amelyek átfedik egymást, feloldódnak és újra keletkeznek, szünet nélkül, szándék nélkül. - Sie schaut auf den Fjord, dessen Oberfläche der Regen in ein ständig sich neuordnendes Muster aus Kreisen verwandelt, die sich überlappen und auflösen und neu entstehen, ohne Pause, ohne Absicht. :59. Aztán meglendíti a karját, és hosszú, szinte hanyag ívben a part fölött a vízbe hajítja a kulcsot. - Dann holt sie aus und wirft den Schlüssel in einem langen, fast lässigen Bogen über das Ufer. :60. A kulcs megfordul a nedves levegőben, olyan hanggal esik a vízbe, amely alig hallható, és mégis tisztán kiválik minden másból, a kialakuló kis kört pedig azonnal utolérik és feloldják az eső körei, mintha a víznek nem volna ideje külön bánásmódra, és semmi oka nem volna a kulcsot másként fogadni, mint bármi mást. - Er dreht sich in der feuchten Luft, fällt ins Wasser mit einem Laut, der kaum zu hören ist und sich dennoch klar abhebt von allem anderen, und der kleine Kreis, der sich bildet, wird sofort von den Regenkreisen eingeholt und aufgelöst, als hätte das Wasser keine Zeit für Sonderbehandlung und keinen Grund, den Schlüssel anders zu empfangen als alles andere. :61. Kari nem nézi meg, hol süllyedt el. - Kari schaut nicht nach, wo er versunken ist. :62. Megfordul, és elindul. - Sie dreht sich um und geht. :63. Jon követi, egyikük sem beszél az autóig vezető úton. - Jon folgt ihr, keiner von beiden spricht auf dem Weg zum Auto. :64. Az autó az esőben vár rájuk, mint valami, ami megtanult várni, mert nem volt más választása. - Das Auto wartet im Regen auf sie wie etwas, das gelernt hat zu warten, weil es keine andere Wahl hatte. :65. Ezúttal Jon veszi át a vezetést, és kérdezés nélkül beül a volán mögé. - Jon übernimmt diesmal das Steuer und setzt sich, ohne zu fragen, ans Steuer. :66. Kari ezt egy kicsi, szinte észrevehetetlen bólintással nyugtázza, amely többet mond egy köszönömnél. - Kari quittiert das mit einem kleinen, fast unmerklichen Nicken, das mehr sagt als ein Dankeschön. :67. Halántékát a hideg üvegnek támasztja, félig lehunyja a szemét, és a motor beindul. - Sie lehnt die Schläfe gegen die kalte Scheibe, schließt die Augen halb, und der Motor springt an. :68. Az ablaktörlő újra szolgálatba áll, ugyanaz a nyikorgás, ugyanaz a kissé eltolódott ütem, mintha nem lett volna megszakítás, vagy mintha lett volna, de semmit sem változtatott volna azon, ami előtte volt, és ami most továbbmegy – ami talán a legőszintébb, amit erről a napról és erről a két emberről mondani lehet. - Der Scheibenwischer nimmt seinen Dienst wieder auf, dasselbe Quietschen, derselbe leicht verschobene Takt, als wäre die Unterbrechung nicht gewesen oder als wäre sie gewesen und hätte nichts geändert an dem, was vorher war und was jetzt weitergeht – was vielleicht das Ehrlichste ist, was man über diesen Tag und über diese beiden Menschen sagen kann. :69. Az előttük fekvő út üres és nedves, és visszavezet egy olyan világba, amelyben ez a fészer már nem fordul elő, amelyben egy horgászbot fekszik egy munkapadon, és senki sem jön, hogy elvigye. - Die Straße vor ihnen ist leer und nass und führt zurück in eine Welt, in der dieser Schuppen nicht mehr vorkommt, in der eine Angel auf einer Werkbank liegt und niemand kommt, sie zu holen. :70. Ebben a világban egy naptár 2019 márciusánál marad kinyitva, amíg maga a papír fel nem oldódik. - In dieser Welt bleibt ein Kalender auf dem März 2019 aufgeschlagen, bis das Papier selbst sich auflöst. :71. Egyikük sem mondja ki, mi volt ez a nap, nem azért, mert hiányoznak a szavak. - Keiner von beiden sagt, was dieser Tag war, nicht weil die Worte fehlen. :72. Vannak dolgok, amelyeket az ember megsért, ha megnevezi őket, és ezt mindketten tudják, anélkül, hogy valaha beszéltek volna róla. - Es gibt Dinge, die man beschädigt, wenn man sie benennt, und beide wissen das, ohne jemals darüber gesprochen zu haben. :73. Mennek tovább, az eső nem áll el, és mögöttük a fészer eltűnik a kanyarban, a távolságban és életük maradékában. - Sie fahren, und der Regen hört nicht auf, und hinter ihnen verschwindet der Schuppen in der Kurve und in der Entfernung und im Rest ihres Lebens. :74. A fészer mégis megmarad az életükben, nem olyan emlékként, amelyet előhív az ember, hanem valami mélyebbként és állandóbbként: annak csendes, feloldhatatlan bizonyosságaként, hogy vannak helyek, amelyeket az ember nem hagy el, akkor sem, ha nem tér vissza. - Der Schuppen wird dennoch in ihrem Leben bleiben, nicht als Erinnerung, die man aufruft, sondern als etwas Tieferes und Beständigeres: als die stille, unauflösliche Gewissheit, dass es Orte gibt, die man nicht verlässt, auch wenn man nicht zurückkommt. ------------------------- == 73 == 1 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt. :2. Tíz éve Milánóban él. - Sie lebt seit zehn Jahren in Mailand. :3. Ott egy tisztítóban dolgozik. - Sie arbeitet dort in einer Reinigung. :4. Ma busszal utazik haza. - Heute fährt sie mit dem Bus nach Hause. :5. A falu Dél-Olaszországban, Basilicatában fekszik. - Das Dorf liegt in Süditalien, in der Basilicata. :6. Az anyja meghalt. - Ihre Mutter ist gestorben. :7. Az anya házát el kell adni. - Das Haus der Mutter muss verkauft werden. :8. Elena gyorsan el akarja intézni, aztán újra el akar menni. - Elena will das schnell erledigen und wieder fahren. :9. A busz megáll a piactéren. - Der Bus hält auf dem Marktplatz. :10. Elena leszáll. - Elena steigt aus. :11. A szeptemberi hőség azonnal megcsapja. - Die Septemberhitze trifft sie sofort. :12. A levegő érett paradicsom és por szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten und Staub. :13. Ezt a szagot még jól ismeri. - Sie kennt diesen Geruch noch gut. :14. Régen szerette. - Früher hat sie ihn geliebt. :15. Most félelmet kelt benne. - Jetzt macht er ihr Angst. :16. A sarkon túl van egy műhely. - Um die Ecke ist eine Werkstatt. :17. Ott dolgozik Carlo. - Dort arbeitet Carlo. :18. Carlo harmincnyolc éves. - Carlo ist achtunddreißig Jahre alt. :19. Szerelő. - Er ist Mechaniker. :20. Még mindig a faluban él. - Er lebt noch immer im Dorf. :21. Elena meghallja a nevetését. - Elena hört sein Lachen. :22. Megáll. - Sie bleibt stehen. :23. Gyorsan ver a szíve. - Ihr Herz schlägt schnell. :24. El akar menni, de nem tud. - Sie will weggehen, aber sie kann nicht. :25. Carlo egy régi autó alatt áll. - Carlo steht unter einem alten Auto. :26. A karja fekete az olajtól. - Seine Arme sind schwarz von Öl. :27. Nem látja őt. - Er sieht sie nicht. :28. Elena túl sokáig nézi. - Sie sieht ihn zu lange an. :29. Carlo volt az első férfija. - Carlo war ihr erster Mann. :30. Ez tizenhat évvel ezelőtt volt. - Das war vor sechzehn Jahren. :31. Nagyon szerették egymást. - Sie liebten sich sehr. :32. Aztán Elena teherbe esett. - Dann wurde Elena schwanger. :33. A fiukat Matteónak hívják. - Ihr Sohn heißt Matteo. :34. Carlo nem maradt mellette. - Carlo blieb nicht bei ihr. :35. Elena nem tudta magánál tartani Matteót. - Elena konnte Matteo nicht bei sich behalten. :36. Matteo ma Carlo anyjánál él. - Matteo lebt heute bei Carlos Mutter. :37. Őt Signora Graziának hívják. - Die heißt Signora Grazia. :38. Hetvenéves. - Sie ist siebzig Jahre alt. :39. Ő neveli Matteót. - Sie zieht Matteo auf. :40. Este Elena elmegy Carlo házához. - Am Abend geht Elena zu Carlos Haus. :41. Egy régi, virágmintás ruhát visel. - Sie trägt ein altes geblümtes Kleid. :42. Carlo ajtót nyit. - Carlo öffnet die Tür. :43. Ránéz. - Er schaut sie an. :44. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja halkan. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er leise. :45. Elena nem mond semmit. - Elena sagt nichts. :46. Arcul üti. - Sie schlägt ihn ins Gesicht. :47. Carlo nem érinti meg az arcát. - Carlo fasst sich nicht an die Wange. :48. Csak nézi őt. - Er schaut sie nur an. :49. A szeme sötét. - Seine Augen sind dunkel. :50. Nem mondja: sajnálom. - Er sagt nicht: Es tut mir leid. :51. Éjjel Carlo érte megy. - In der Nacht holt Carlo sie ab. :52. Együtt mennek a garázsba. - Sie gehen zusammen in die Garage. :53. Ott régi autóüléseken ülnek. - Dort sitzen sie auf alten Autositzen. :54. Carlo kinyit egy üveg vörösbort. - Carlo öffnet eine Flasche Rotwein. :55. Ad neki egy poharat. - Er gibt ihr ein Glas. :56. Lassan isznak. - Sie trinken langsam. :57. Carlo megfogja a kezét. - Carlo nimmt ihre Hand. :58. Az ujjai melegek és érdesek. - Seine Finger sind warm und rau. :59. Elena hagyja. - Elena lässt es zu. :60. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja halkan. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie leise. :61. Carlo így válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motorokat javítani.” - Carlo antwortet: „Ich zeige ihm, wie man Motoren repariert." :62. Elena visszahúzza a kezét. - Elena nimmt ihre Hand zurück. :63. Többé nem szól egy szót sem. - Sie sagt kein Wort mehr. :64. Másnap reggel Elena korán felkel. - Am nächsten Morgen steht Elena früh auf. :65. Még sötét van. - Es ist noch dunkel. :66. Bepakolja a táskáját. - Sie packt ihre Tasche. :67. Nem a buszhoz megy. - Sie geht nicht zum Bus. :68. Signora Grazia házához megy. - Sie geht zu Signora Grazias Haus. :69. A konyhaablakon át meglátja Matteót. - Durch das Küchenfenster sieht sie Matteo. :70. Az asztalnál ül. - Er sitzt am Tisch. :71. Kenyeret márt tejbe. - Er tunkt Brot in Milch. :72. A nagymama végigsimít a fején. - Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. :73. Matteo nevet. - Matteo lacht. :74. Elena kint áll a hidegben. - Elena steht draußen im Kalten. :75. Homlokát az üveghez nyomja. - Sie drückt die Stirn gegen das Glas. :76. Egy percig csak nézi. - Eine Minute lang schaut sie nur. :77. Aztán megfordul. - Dann dreht sie sich um. :78. Elmegy a pályaudvarra. - Sie geht zum Bahnhof. :79. A vonat a nap felé halad. - Der Zug fährt in die Sonne. :80. De a nap már nem melegíti Elenát. - Aber die Sonne wärmt Elena nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, és már egy évtizede Milánóban él. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt und lebt seit einem Jahrzehnt in Mailand. :2. Ott dolgozik egy kis tisztítóban, nem messze a pályaudvartól. - Sie arbeitet dort in einer kleinen Reinigung, nicht weit vom Bahnhof. :3. Ma busszal utazott a szülőfalujába, mert meghalt az anyja. - Heute ist sie mit dem Bus in ihr Heimatdorf gefahren, weil ihre Mutter gestorben ist. :4. Az anya háza most üresen áll, és Elenának el kell adnia. - Das Haus der Mutter steht jetzt leer, und Elena muss es verkaufen. :5. Csak néhány napig akar maradni, aztán a lehető leggyorsabban újra el akar menni. - Sie will nur ein paar Tage bleiben und dann so schnell wie möglich wieder fahren. :6. Amikor a busz megáll a piactéren, Elena utolsóként száll le. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält, steigt Elena als Letzte aus. :7. A szeptemberi hőség azonnal megcsapja, mintha a levegő nehéz, meleg takaró volna. - Die Septemberhitze trifft sie sofort, als wäre die Luft eine schwere, warme Decke. :8. Érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyének régi olaja szaglik. - Es riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem alten Öl von Carlos Werkstatt. :9. Elena még jól ismeri ezt a szagot, hiszen itt nőtt fel, ezeken az utcákon és tereken. - Elena kennt diesen Geruch noch gut, denn sie ist hier aufgewachsen, auf diesen Straßen und Plätzen. :10. Régen szerette ezt a szagot, ma összeszorítja tőle a gyomra. - Früher hat sie diesen Geruch geliebt, heute macht er ihr den Magen eng. :11. Mielőtt meglátná Carlót, meghallja a nevetését – hangosan és mélyen, ahogyan még az emlékeiben él. - Bevor sie Carlo sieht, hört sie sein Lachen – laut und tief, wie sie es noch aus der Erinnerung kennt. :12. A sarkon túl áll a műhelye előtt, és egy behorpadt motorháztető fölé hajol. - Er steht um die Ecke vor seiner Werkstatt und beugt sich über eine zerbeulte Motorhaube. :13. Az ingujja fel van tűrve, a karja fekete a kenőanyagtól, pontosan úgy, mint akkoriban. - Seine Ärmel sind hochgekrempelt und seine Arme schwarz von Schmiere, genau wie damals. :14. Elena megáll a járdán, és nem tud továbbmenni, pedig akar. - Elena bleibt auf dem Bürgersteig stehen und kann nicht weitergehen, obwohl sie es will. :15. Túl sokáig nézi őt, aztán Carlo megfordul. - Sie schaut ihn zu lange an, und dann dreht er sich um. :16. Carlo volt az első férfija, ez tizenhat éve volt, amikor még mindketten fiatalok voltak. - Carlo war ihr erster Mann, das war vor sechzehn Jahren, als sie beide noch jung waren. :17. Nagyon szerették egymást, de amikor Elena teherbe esett, Carlo nem maradt mellette. - Sie liebten sich sehr, aber als Elena schwanger wurde, blieb Carlo nicht bei ihr. :18. Elena nem tudta magánál tartani a fiát, Matteót, mert a fiú minden nap az árulásra emlékeztette volna. - Elena konnte ihren Sohn Matteo nicht bei sich behalten, weil sie ihn jeden Tag an den Verrat erinnert hätte. :19. Ezért Matteo ma Carlo anyjánál, Signora Graziánál él, aki hetvenéves, és mindent az ablakból figyel. - Deshalb lebt Matteo heute bei Carlos Mutter, Signora Grazia, die siebzig Jahre alt ist und alles vom Fenster aus beobachtet. :20. Este Elena felveszi régi virágos ruháját, és elmegy Carlo házához. - Am Abend zieht Elena ihr altes geblümtes Kleid an und geht zu Carlos Haus. :21. Nem tudja pontosan, miért teszi ezt, de a lába mégis felviszi a lépcsőn. - Sie weiß nicht genau, warum sie das tut, aber ihre Füße gehen trotzdem die Treppe hinauf. :22. Carlo kinyitja az ajtót, és hosszú pillanatig némán nézi őt. - Carlo öffnet die Tür und schaut sie einen langen Moment schweigend an. :23. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja végül halkan, mosoly nélkül. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er schließlich, mit leiser Stimme und ohne zu lächeln. :24. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :25. Carlo nem fogja meg az arcát, és azt sem mondja, hogy sajnálja. - Carlo fasst sich nicht an die Wange und sagt auch nicht, dass es ihm leidtut. :26. Csak nézi őt, sötét szemmel, megbánás nélkül, és ez majdnem rosszabb minden másnál. - Er schaut sie nur an, die Augen dunkel und ohne Reue, und das ist fast schlimmer als alles andere. :27. Nem sokkal éjfél után Carlo elhozza őt az anyja háza előtti lépcsőről. - Kurz nach Mitternacht holt Carlo sie von der Treppe vor dem Haus ihrer Mutter ab. :28. Együtt mennek be a régi garázsba, ahol két szakadt autóülés áll a betonpadlón. - Sie gehen zusammen in die alte Garage, wo zwei zerschlissene Autositze auf dem Betonboden stehen. :29. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük, és kérdezés nélkül tölt neki egy pohárral. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie und schenkt ihr ein Glas ein, ohne zu fragen. :30. Megfogja Elena kezét, az ujjai érdesek és melegek, és még mindig olajszagúak. - Er greift nach ihrer Hand, seine Finger sind rau und warm und riechen noch immer nach Öl. :31. Elena hagyja, pedig tudja, hogy nem kellene. - Elena lässt es zu, obwohl sie weiß, dass sie es nicht sollte. :32. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja halkan, anélkül hogy ránézne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie leise, ohne ihn anzusehen. :33. Carlo nagyot kortyol a borból, aztán nyugodtan válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit apám valaha adott nekem.” - Carlo nimmt einen langen Schluck Wein und antwortet dann ruhig: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :34. Elena erre nem mond semmit, de lassan visszahúzza a kezét. - Elena sagt darauf nichts, aber sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :35. Másnap reggel Elena még napkelte előtt felkel, és sötétben összepakolja a táskáját. - Am nächsten Morgen steht Elena noch vor Sonnenaufgang auf und packt ihre Tasche im Dunkeln. :36. Nem megy azonnal a pályaudvarra, hanem kerülőt tesz Signora Grazia házához. - Sie geht nicht sofort zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg zu Signora Grazias Haus. :37. A kivilágított konyhaablakon át látja Matteót, aki az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe. - Durch das erleuchtete Küchenfenster sieht sie Matteo, der am Tisch sitzt und Brot in Milch tunkt. :38. Tízéves, sötét haja van, és úgy néz ki, mint Carlo, ezt Elena távolról is látja. - Er ist zehn Jahre alt, hat dunkle Haare und sieht aus wie Carlo, das sieht sie auch aus der Entfernung. :39. Az öreg Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején. - Die alte Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf. :40. Elena a homlokát a hideg ablaküveghez nyomja, és egy teljes percig nézi őket. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Fensterglas und schaut eine ganze Minute lang zu. :41. Aztán megfordul, szó nélkül elmegy a pályaudvarra, és felszáll az első Milánóba tartó vonatra. - Dann dreht sie sich um, geht ohne Worte zum Bahnhof und steigt in den ersten Zug nach Mailand. :42. A vonat a felkelő nap felé halad, de a nap ezen a reggelen már nem melegíti Elenát. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne hinein, aber die Sonne wärmt Elena an diesem Morgen nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, és már egy évtizede egy tisztítóban dolgozik a milánói pályaudvar közelében. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt und arbeitet seit einem Jahrzehnt in einer Reinigung nahe dem Mailänder Bahnhof. :2. Ez idő alatt soha nem gondolt arra, hogy visszatérjen. - In dieser Zeit hat sie nie daran gedacht, zurückzukehren. :3. Amikor az anyja meghal, nem marad választása: a házat el kell adni. - Als ihre Mutter stirbt, bleibt ihr keine Wahl: Das Haus muss verkauft werden. :4. Ehhez valakinek oda kell utaznia, és ez a valaki ő. - Dafür muss jemand hinfahren, und dieser Jemand ist sie. :5. A buszút négy óráig tart, és Elena az idő nagy részében alszik. - Die Busfahrt dauert vier Stunden, und Elena schläft die meiste Zeit. :6. Vagy legalábbis úgy tesz, mintha aludna, hogy ne kelljen beszélnie a mellette ülő öregemberrel, aki fokhagymaszagú, és egy rádiót tart az ölében. - Oder sie tut zumindest so, als würde sie schlafen, um nicht mit dem alten Mann neben ihr reden zu müssen, der nach Knoblauch riecht und ein Radio auf dem Schoß hält. :7. Amikor a busz végül megáll a piactéren, ő száll le utolsóként. - Als der Bus schließlich auf dem Marktplatz hält, steigt sie als Letzte aus. :8. Egy pillanatra megáll a kövezeten, táskával a kezében, miközben a szeptemberi hőség nehézkesen rátelepszik a vállára. - Sie bleibt einen Moment auf dem Pflaster stehen, die Tasche in der Hand, während die Septemberhitze sich schwer auf ihre Schultern legt. :9. A levegő érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyéből áradó olaj szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem Öl aus Carlos Werkstatt. :10. A műhely még mindig ott van a sarkon túl, mintha tíz év alatt semmi sem változott volna rajta kívül. - Die Werkstatt liegt noch immer um die Ecke, als hätte sich in zehn Jahren nichts verändert außer ihr selbst. :11. Előbb hallja meg a nevetését, mint hogy meglátná őt. - Sie hört sein Lachen, bevor sie ihn sieht. :12. Ez az a széles, gondtalan nevetés, amelyet régen szeretett, és amely most sértésnek tűnik számára. - Es ist dieses breite, sorglose Lachen, das sie früher geliebt hatte und das ihr jetzt wie eine Beleidigung vorkommt. :13. Carlo egy behorpadt motorháztető fölé hajolva áll, feltűrt ingujjakkal, karja fekete a kenőanyagtól. - Carlo steht über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Ärmel hochgekrempelt, die Arme schwarz von Schmiere. :14. Úgy néz ki, mint mindig, mintha egyetlen álmatlan éjszakája sem lett volna mindezekben az években. - Er sieht so aus wie immer, als hätte er keine einzige schlaflose Nacht in all diesen Jahren gehabt. :15. Elena megáll a járdán. - Elena bleibt auf dem Bürgersteig stehen. :16. Aztán Carlo megfordul, és ránéz. - Dann dreht er sich um und sieht sie an. :17. Tizenhat évvel ezelőtt csókolóztak először, a templom mögött, a nyári ünnep után. - Vor sechzehn Jahren hatten sie sich zum ersten Mal geküsst, hinter der Kirche, nach dem Sommerfest. :18. Elena azt hitte, hogy az ilyesmi örökké tart. - Elena hatte geglaubt, dass so etwas ewig hält. :19. Amikor húszévesen teherbe esett, megértett valamit. - Als sie mit zwanzig Jahren schwanger wurde, verstand sie etwas. :20. Carlo az „örökké” alatt mást értett, mint ő. - Carlo verstand unter „ewig" etwas anderes als sie. :21. A fiuk, Matteo márciusban született, sötét hajjal és Carlo szemével. - Ihr Sohn Matteo kam im März zur Welt, mit dunklen Haaren und Carlos Augen. :22. Elena pontosan kétszer tartotta a karjában, mielőtt tudta volna, hogy nem bírná elviselni, ha mindennap ránézne, és közben az árulásra kellene gondolnia. - Elena hielt ihn genau zweimal im Arm, bevor sie wusste, dass sie es nicht ertragen würde, ihn jeden Tag anzusehen und dabei an den Verrat zu denken. :23. Azóta Matteo Signora Graziánál, Carlo anyjánál él. - Seitdem lebt Matteo bei Signora Grazia, Carlos Mutter. :24. Hetvenéves, soha nem panaszkodik, és mindent megfigyel, ami az ablaka előtti utcán történik. - Sie ist siebzig Jahre alt, klagt niemals und beobachtet alles, was auf der Straße vor ihrem Fenster passiert. :25. Este Elena felveszi a régi virágos ruhát, amelyet még régről ismer, és amely még mindig jó rá. - Am Abend zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie noch von früher kennt und das immer noch passt. :26. Még mindig jó rá, mert az utóbbi években keveset evett, és úgy megy fel Carlo lakásához a lépcsőn, hogy közben semmire sem gondol, vagy legalábbis ezt beszéli be magának. - Es passt immer noch, weil sie in den letzten Jahren wenig gegessen hat, und sie geht die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf, ohne sich dabei etwas zu denken, oder zumindest redet sie sich das ein. :27. Carlo egy foltos trikóban nyit ajtót. - Carlo öffnet die Tür in einem fleckigen Unterhemd. :28. Úgy néz rá, mintha valahogy tudta volna, hogy el fog jönni. - Er schaut sie so an, als hätte er irgendwie gewusst, dass sie kommen würde. :29. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja halkan. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er leise. :30. Ez nem hangzik sem bóknak, sem sértésnek, hanem olyan megállapításnak, amelyet már régóta magában hordoz. - Es klingt weder wie ein Kompliment noch wie eine Beleidigung, sondern wie eine Feststellung, die er schon lange mit sich herumträgt. :31. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :32. Elég erősen üti meg ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a lépcsőházban. - Sie schlägt fest genug, dass das Geräusch im Treppenhaus widerhallt. :33. Carlo meg sem mozdul, nem érinti meg az arcát, és nem mondja, hogy sajnálja. - Carlo rührt sich nicht, fasst sich nicht an die Wange und sagt nicht, dass es ihm leidtut. :34. Éppen ez dühíti fel Elenát jobban, mint maga az ütés. - Genau das macht Elena wütender als der Schlag selbst. :35. Nem sokkal éjfél után Carlo Elena anyjának háza előtt áll és vár. - Kurz nach Mitternacht steht Carlo vor dem Haus ihrer Mutter und wartet. :36. Nem csenget be, mintha biztos lenne benne, hogy Elena úgysem alszik. - Er klingelt nicht, als wäre er sicher, dass sie ohnehin nicht schläft. :37. Együtt mennek be a garázsba, ahol két régi autóülés áll a betonpadlón. - Sie gehen zusammen in die Garage, wo zwei alte Autositze auf dem Betonboden stehen. :38. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük, olcsó szupermarketes vörösbort, amelyért még csak bocsánatot sem kér. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie, billigen Rotwein aus dem Supermarkt, den er nicht einmal entschuldigt. :39. Amikor megfogja Elena kezét, az ujjai érdesek és melegek, és olajszagúak. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen nach Öl. :40. Elena hagyja megtörténni, mert fáradt, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert azt beszéli be magának, hogy ez semmit sem jelent. - Elena lässt es geschehen, weil sie müde ist und weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie sich einredet, dass es nichts bedeutet. :41. „Matteo soha nem kérdez utánam” – mondja végül, anélkül hogy ránézne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, ohne ihn anzusehen. :42. Olyan hangon mondja, amelynek közönyösnek kellene hangzania, de nem úgy hangzik. - Sie sagt es in einem Ton, der gleichgültig klingen soll und es nicht tut. :43. Carlo egy pillanatig hallgat. - Carlo schweigt einen Moment. :44. Aztán azt mondja: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több annál, mint amit az apám valaha adott nekem.” - Dann sagt er: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :45. Elena ezért gyűlöli őt, mert ez nem mentség, és mégis valahogyan igaz. - Elena hasst ihn dafür, weil es keine Entschuldigung ist und trotzdem irgendwie stimmt. :46. A kettő egyszerre a legrosszabb. - Beides gleichzeitig ist das Schlimmste. :47. Lassan visszahúzza a kezét. - Sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :48. Carlo elengedi. - Carlo lässt sie gehen. :49. Elena még napkelte előtt összepakolja a táskáját az idegen hálószoba félhomályában. - Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche im Halbdunkel des fremden Schlafzimmers. :50. Úgy hagyja el a házat, hogy nem főz kávét, és nem hagy hátra üzenetet. - Sie verlässt das Haus, ohne Kaffee zu kochen oder eine Notiz zu hinterlassen. :51. Nem közvetlenül az állomásra megy, hanem kerülőt tesz. - Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg. :52. Nem akarja bevallani magának ezt a kerülőt, és megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt. - Sie will sich diesen Umweg nicht eingestehen und bleibt vor Signora Grazias Küchenfenster stehen. :53. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch. :54. Egy olyan gyerek nyugodt összpontosításával teszi, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Er tut es mit der ruhigen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört. :55. Sötét haja van, Carlo szája, és olyan tartása, amely Elenát senki másra nem emlékezteti, csak saját magára. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Haltung, die Elena an niemanden erinnert außer an sich selbst. :56. Saját magára emlékezteti, arra az időre, amikor még nem tudta, mit tesz az emberrel az élet. - Sie erinnert sie an sich selbst, als sie noch nicht wusste, was das Leben mit einem macht. :57. Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf. :58. Nem néz fel, mintha biztos lenne benne, hogy valaki odakint áll és figyel. - Sie schaut nicht auf, als wäre sie sich sicher, dass jemand draußen steht und zuschaut. :59. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :60. Aztán megfordul, és elmegy, anélkül hogy még egyszer visszanézne. - Dann dreht sie sich um und geht, ohne sich noch einmal umzusehen. :61. A vonat a felkelő nap felé halad, és a táj elsuhan mellette. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne, und die Landschaft zieht vorbei. :62. Elena az utolsó cigarettát az ablakon kifelé szívja, és nem gondol semmire, vagy legalábbis megpróbálja, és tíz éve ez az egyetlen dolog, amiben igazán jó lett. - Elena raucht das letzte Fenster hinaus und denkt an nichts, oder sie versucht es zumindest, und das ist, seit zehn Jahren, das Einzige, worin sie wirklich gut geworden ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, túl sokat dohányzik, túl keveset eszik, és egy évtized alatt Milánóban egyszer sem gondolt arra, hogy a falu, ahonnan származik, még létezik. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt, raucht zu viel, isst zu wenig und hat in einem Jahrzehnt Mailand nicht einmal daran gedacht, dass das Dorf, aus dem sie stammt, noch existiert. :2. Aztán megszólalt a telefon, és egy hang azt mondta, hogy az anyja elment, mintha a halál indulás volna, nem pedig végleges elnémulás. - Dann klingelte das Telefon und eine Stimme sagte, ihre Mutter sei gegangen, so als wäre der Tod ein Aufbruch und nicht ein endgültiges Verstummen. :3. A házat el kell adni, ez az egyetlen oka annak, hogy útnak indul, és ezt mondogatja magának újra meg újra a négyórás buszúton Basilicata kopár augusztusi hőségén át. - Das Haus muss verkauft werden, das ist der einzige Grund, weshalb sie fährt, und das sagt sie sich auf der vierstündigen Busfahrt durch die kahle Augusthitze der Basilicata immer wieder vor. :4. Olyan ez, mint egy formula, amelynek józannak kellene tartania őt, miközben odakint a táj az ablak mellett ég, ő pedig bent ül a kemény ülésen, és úgy tesz, mintha aludna, hogy elkerülje a mellette ülő öregembert, aki fokhagymaszagú, és ennek ellenére húszpercenként magyaráz neki valamit. - Es ist wie eine Formel, die sie nüchtern halten soll, während die Landschaft außen am Fenster verbrennt und sie innen auf dem harten Sitz sitzt und so tut, als würde sie schlafen, um dem alten Mann neben ihr zu entgehen, der nach Knoblauch riecht und ihr trotzdem alle zwanzig Minuten etwas erklärt. :5. Amikor a busz megáll a piactéren, Elena utolsóként száll le, és egy pillanatig mozdulatlanul áll a kövezeten. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält, steigt Elena als Letzte aus und bleibt einen Moment unbeweglich auf dem Pflaster stehen. :6. Jobb kezében az utazótáskát tartja, baljával már a cigaretta után nyúl, miközben a szeptemberi hőség úgy telepszik rá, mint valami, amit személyesen neki szántak. - Sie hält die Reisetasche in der rechten Hand, greift mit der linken schon nach der Zigarette, während die Septemberhitze sich auf sie legt wie etwas, das sie persönlich gemeint hat. :7. A levegő érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyéből áradó olaj súlyos, elkerülhetetlen szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem schweren, unvermeidlichen Geruch des Öls aus Carlos Werkstatt. :8. Carlo műhelye még mindig ott van mindjárt a sarkon túl, mintha a falu tíz év alatt elhatározta volna, hogy várni fog rá. - Carlos Werkstatt liegt noch immer gleich um die Ecke, als hätte das Dorf in zehn Jahren beschlossen, auf sie zu warten. :9. Elena előbb hallja a nevetését, mint hogy meglátná őt – ezt a széles, önmagában biztos nevetést. - Sie hört sein Lachen, bevor sie ihn sieht – dieses breite, von sich selbst überzeugte Lachen. :10. Húszévesen életörömnek tartotta, ma pedig egy olyan férfi szemtelenségének tűnik számára, aki soha semmiért nem fizetett meg. - Mit zwanzig hatte sie es für Lebensfreude gehalten, und heute kommt es ihr wie die Unverschämtheit eines Mannes vor, der nie für irgendetwas bezahlt hat. :11. Carlo egy behorpadt motorháztető fölé hajolva áll, feltűrt ingujjal, alkarja fekete a kenőanyagtól. - Carlo steht über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Ärmel hochgekrempelt, die Unterarme schwarz von Schmiere. :12. Olyan érintetlennek látszik, olyan szégyenletesen változatlannak, hogy Elena egy pillanatra elfelejt tovább lélegezni. - Er sieht so unberührt aus, so beschämend unverändert, dass Elena für einen Moment vergisst, weiterzuatmen. :13. Amikor megfordul, és ránéz, az arcán nem jelenik meg meglepetés. - Als er sich umdreht und sie ansieht, legt sich keine Überraschung in sein Gesicht. :14. Csak egy hosszú, nyugodt pillantás az, amely egyszerre ismeri fel és sorolja be őt, és bizonyos értelemben ez a legrosszabb. - Es ist nur ein langer, ruhiger Blick, der sie gleichzeitig erkennt und einordnet, und das ist, in gewisser Weise, das Schlimmste. :15. Tizenhat évvel ezelőtt minden a templom mögött kezdődött, a nyári ünnep után, a meleg sötétségben, egy csókkal, amely akkor ígéretnek tűnt számára. - Vor sechzehn Jahren hatte alles hinter der Kirche begonnen, nach dem Sommerfest, in der warmen Dunkelheit, mit einem Kuss, der ihr damals wie ein Versprechen vorgekommen war. :16. Elena azóta tudja, hogy nem naiv volt, hanem egyszerűen tizenkilenc éves, és még nem ismerte azt a tényt, hogy az olyan férfiak, mint Carlo, úgy adnak ígéreteket, hogy közben nem gondolnak semmire. - Elena weiß inzwischen, dass sie nicht naiv war, sondern einfach neunzehn und noch nicht vertraut mit der Tatsache, dass Männer wie Carlo Versprechen geben, ohne sich dabei etwas zu denken. :17. Amikor húszévesen teherbe esett, ezt teljesen megértette. - Als sie mit zwanzig schwanger wurde, verstand sie das vollständig. :18. Túl későn és túl világosan értette meg, ahogyan a legtöbb fontos dolgot megérti az ember. - Sie verstand es zu spät und zu deutlich, wie man die meisten wichtigen Dinge versteht. :19. Matteo márciusban született, sötét hajjal és Carlo szemével, valamint olyan ártatlansággal, amelyet Elena elviselhetetlennek talált. - Matteo kam im März zur Welt, mit dunklen Haaren und Carlos Augen und einer Unschuld, die Elena unerträglich fand. :20. Ránézett, és nem egy gyereket látott, hanem saját vereségének egész történetét, egy síró testbe sűrítve. - Sie sah ihn an und sah nicht ein Kind, sondern die gesamte Geschichte ihrer eigenen Niederlage, komprimiert in einen schreienden Körper. :21. Kétszer tartotta a karjában, aztán odaadta Signora Graziának, Carlo anyjának. - Sie hielt ihn zweimal im Arm, dann gab sie ihn an Signora Grazia, Carlos Mutter. :22. Signora Grazia hetvenéves, soha nem panaszkodik, és mozdulatlan figyelemmel szemlél mindent, ami a háza előtti utcán történik, egy olyan nő figyelmével, aki már régen felhagyott azzal, hogy csodálkozzon az embereken. - Signora Grazia ist siebzig Jahre alt, klagt niemals und beobachtet alles, was auf der Straße vor ihrem Haus passiert, mit der unbeweglichen Aufmerksamkeit einer Frau, die längst aufgehört hat, sich über Menschen zu wundern. :23. Este Elena felveszi a régi virágos ruhát, amely még régről maradt meg neki, és amely még mindig jó rá. - Am Abend zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie noch von früher hat und das immer noch passt. :24. Még mindig jó rá, mert egy évtized Milánó karcsúbbá tette, nem szándékból, hanem felejtésből, és ő azzal a tudatos elhatározással megy fel Carlo lakásának lépcsőjén, hogy semmit sem akar, és azzal a be nem vallott tudással, hogy ez nem igaz. - Es passt noch, weil ein Jahrzehnt Mailand sie schmaler gemacht hat, nicht durch Absicht, sondern durch Vergessen, und sie steigt die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf mit dem bewussten Vorsatz, nichts zu wollen, und dem uneingestandenen Wissen, dass das nicht stimmt. :25. Carlo foltos atlétatrikóban nyit ajtót, egy olyan férfi arcával néz rá, aki nem vár magyarázatot, majd egy fél perccel túl hosszúra nyúló hallgatás után azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Carlo öffnet in einem fleckigen Unterhemd, schaut sie an mit dem Gesicht eines Mannes, der keine Erklärung erwartet, und sagt nach einem Schweigen, das eine halbe Minute zu lang dauert: „Du siehst aus wie deine Mutter." :26. Nem kedvesen mondja, nem kegyetlenül, hanem annak a tárgyilagos csendjével, aki kimond egy megfigyelést, amelyet túl régóta hordoz magában. - Er sagt es nicht freundlich, nicht grausam, sondern mit der sachlichen Stille von jemandem, der eine Beobachtung ausspricht, die er zu lange mit sich herumgetragen hat. :27. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :28. Elég erősen üt ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a lépcsőházban, és hogy a fölöttük lévő emeleten egy ajtó röviden megnyikorduljon, majd újra elnémuljon. - Sie schlägt fest genug, dass das Geräusch im Treppenhaus widerhallt und eine Tür im Stockwerk darüber kurz quietscht und dann wieder verstummt. :29. Carlo nem mozdul, nem érinti meg az arcát, és nem mondja, hogy sajnálja. - Carlo bewegt sich nicht, fasst sich nicht an die Wange und sagt nicht, dass es ihm leidtut. :30. Olyan szemekkel néz rá, amelyekben nincs megbánás és nincs harag sem, csak valami sötét, nyugodt dolog, ami rosszabb mindkettőnél együtt. - Er schaut sie mit Augen an, in denen keine Reue ist und auch keine Wut, nur etwas Dunkles, Ruhiges, das schlimmer ist als beides zusammen. :31. Nem sokkal éjfél után Carlo ott áll Elena anyjának háza előtt, anélkül hogy csengetett volna, anélkül hogy üzenetet küldött volna. - Kurz nach Mitternacht steht er vor dem Haus ihrer Mutter, ohne geklingelt zu haben, ohne eine Nachricht geschickt zu haben. :32. Egyszerűen csak ott áll, egy üveg vörösborral a hóna alatt, mintha biztos volna benne, hogy Elena úgysem alszik – ami igaz, de ezt nem fogja megmondani neki. - Er steht einfach da, mit einer Flasche Rotwein unter dem Arm, als wäre er sicher, dass sie ohnehin nicht schläft – was stimmt, aber das wird sie ihm nicht sagen. :33. Bemmennek a garázsba, és leülnek két régi autóülésre, amelyek a csupasz betonpadlón állnak, mint egy feladott lakás maradványai. - Sie gehen in die Garage und setzen sich auf zwei alte Autositze, die auf dem nackten Betonboden stehen wie Überreste einer aufgegebenen Wohnung. :34. Carlo kérdezés nélkül tölt, ami rendben van, mert ez az egyetlen dolog, amit ezen az estén helyesen csinál. - Carlo schenkt ein, ohne zu fragen, was in Ordnung ist, weil es das Einzige ist, das er an diesem Abend richtig macht. :35. Amikor a keze után nyúl, az ujjai érdesek és melegek, és még mindig annak az olajnak a szagát hordozzák, amelyet nem lehet teljesen lemosni. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen noch immer nach dem Öl, das sich nicht vollständig abwaschen lässt. :36. Elena hagyja megtörténni, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert tudja, hogy másnap reggel elutazik, és azoknak a dolgoknak, amelyeket az ember csak egyetlen éjszakára enged meg, nem kell következményekkel járniuk, ha elég elszánt. - Elena lässt es geschehen, weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie weiß, dass sie morgen früh fährt und Dinge, die man nur eine Nacht lang zulässt, keine Konsequenzen haben müssen, wenn man entschlossen genug ist. :37. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja végül. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich. :38. Olyan hangon mondja, amelynek megállapításnak kellene hangzania, de sebnek hangzik. - Sie sagt es in einem Ton, der nach Feststellung klingen soll und nach Wunde klingt. :39. Carlo állja a tekintetét, iszik egy hosszú kortyot, aztán kertelés nélkül válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit az apám valaha adott nekem.” - Carlo hält ihren Blick aus, trinkt einen langen Schluck und antwortet dann ohne Umschweife: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :40. Elena olyan pontossággal gyűlöli őt ezért, amely szinte csodálatot érdemel, mert ez nem mentség, nem megbánás, nem vallomás, és mégis igazságtalan, megbocsáthatatlan módon teljesen igaz. - Elena hasst ihn dafür mit einer Präzision, die fast Bewunderung verdient, weil es keine Entschuldigung ist, kein Bedauern, kein Geständnis, und trotzdem auf eine ungerechte, unverzeihliche Art vollkommen wahr. :41. Lassan visszahúzza a kezét. - Sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :42. Carlo hagyja, hogy visszahúzza. - Carlo lässt sie nehmen. :43. Elena még napkelte előtt elhagyja a házat a félhomályban. - Noch vor Sonnenaufgang verlässt Elena das Haus im Halbdunkel. :44. Kávé nélkül megy el, üzenet nélkül, anélkül hogy megbizonyosodna róla, hogy helyesen cselekszik. - Sie geht ohne Kaffee, ohne Notiz, ohne sich zu versichern, dass sie das Richtige tut. :45. Kerülőt tesz, amelyet önmagának sem vall be, és megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt. - Sie macht einen Umweg, den sie sich nicht eingesteht, und bleibt vor Signora Grazias Küchenfenster stehen. :46. Az ablakban meleg fény ég, mint évtizedek óta minden reggel. - In dem Fenster brennt warmes Licht wie jeden Morgen seit Jahrzehnten. :47. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret márt a tejbe, egy olyan gyerek teljes, gondtalan összpontosításával, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, mit der vollständigen, sorglosen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört. :48. Ez a legszebb és a legkegyetlenebb dolog, amit Elena valaha látott. - Das ist das Schönste und das Grausamste, was Elena je gesehen hat. :49. Sötét haja van, Carlo szája, és olyan testtartása az asztalnál, amely Elenát önmagára emlékezteti. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Haltung am Tisch, die Elena an sich selbst erinnert. :50. Arra az önmagára emlékezteti, aki abból az időből való, mielőtt még tudta volna, mire képes az élet. - Sie erinnert sie an eine Version ihrer selbst aus der Zeit, bevor sie wusste, wozu das Leben fähig ist. :51. Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején, anélkül hogy felnézne. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf, ohne aufzuschauen. :52. Az arca mintha azt mondaná, hogy tudja, ki áll odakint, és hogy rég megbocsátotta azt, amit Elena soha nem fog megbocsátani önmagának. - Ihr Gesicht scheint zu sagen, dass sie weiß, wer draußen steht, und dass sie längst vergeben hat, was Elena nie sich selbst vergeben wird. :53. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :54. Amikor elér hatvanig, megfordul és elmegy, anélkül hogy még egyszer hátranézne, mert tíz év után ez az egyetlen fegyelem, amely még megmaradt neki. - Als sie bei sechzig ankommt, dreht sie sich um und geht, ohne sich noch einmal umzusehen, weil das die einzige Disziplin ist, die ihr nach zehn Jahren noch geblieben ist. :55. A vonat a felkelő nap felé halad, Basilicata tája égve és közönyösen húz el az ablak mellett, Elena pedig elszívja a doboz utolsó cigarettáját. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne, die Landschaft der Basilicata zieht brennend und gleichgültig am Fenster vorbei, und Elena raucht die letzte Zigarette der Schachtel. :56. Könyökét az ablakpárkányra támasztja, tekintetét a semmire szegezi, és arra gondol, hogy a szerelem nem olyan seb, amely begyógyul, hanem olyan, amelyhez hozzászokik az ember. - Sie hat den Ellbogen auf dem Fensterbrett, den Blick auf nichts gerichtet, und denkt daran, dass die Liebe keine Wunde ist, die heilt, sondern eine, an die man sich gewöhnt. :57. Ez, ha őszinték vagyunk, majdnem rosszabb. - Das ist, wenn man ehrlich ist, fast schlimmer. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, húszéves kora óta dohányzik. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt, raucht seit dem zwanzigsten Lebensjahr. :2. Egy évtizedet élt Milánóban, annak a nőnek a konok következetességével, aki elhatározta, hogy a felejtés nem gyengeség, hanem túlélési stratégia. - Sie hat ein Jahrzehnt in Mailand gelebt, mit der verbissenen Konsequenz einer Frau, die sich entschieden hat, dass Vergessen keine Schwäche ist, sondern eine Überlebensstrategie. :3. Aztán egy kedd este megszólalt a telefon, és egy idegen hang, akiről kiderült, hogy az anyja szomszédasszonya, közölte vele, hogy az idős asszony elment. - Dann klingelte das Telefon an einem Dienstagabend, und eine fremde Stimme, die sich als Nachbarin ihrer Mutter herausstellte, teilte ihr mit, dass die alte Frau gegangen sei. :4. Mintha a halál indulás volna, utazás jobb vidékekre, és nem valakinek a végleges, megmásíthatatlan elnémulása, akinek soha nem mondták elégszer azt, amit el kellett volna mondani. - So als wäre der Tod ein Aufbruch, eine Reise in bessere Gefilde, und nicht das endgültige, unverhandelbare Verstummen von jemandem, dem man nie genug gesagt hatte, was man hätte sagen sollen. :5. A házat el kell adni, és ez az egyetlen oka annak, hogy Elenának négy órával később már buszjegy van a zsebében. - Das Haus muss verkauft werden, und das ist der einzige Grund, weshalb Elena vier Stunden später bereits ein Busticket in der Tasche hat. :6. Ez az a képlet, amellyel átvészeli a hosszú órákig tartó utat, Basilicata kopár, felperzselt táján át, amely úgy húzódik el az ablak előtt, mint egy élet díszlete. - Das ist die Formel, mit der sie sich durch die stundenlange Fahrt trägt, durch die kahle, verbrennte Landschaft der Basilicata, die am Fenster vorbeizieht wie die Kulisse eines Lebens. :7. Egy életé, amelyet valaha élt, és amelyről elhitette magával, hogy teljesen maga mögött hagyta. - Ein Leben, das sie einmal geführt hat und von dem sie sich einredete, es vollständig hinter sich gelassen zu haben. :8. A mellette ülő öregember, aki fokhagymaszagú, és úgy tart az ölében egy hordozható rádiót, mint valami kincset, húszpercenként megpróbál neki elmagyarázni valamit az utak állapotáról. - Der alte Mann neben ihr, der nach Knoblauch riecht und ein tragbares Radio wie einen Schatz auf dem Schoß hält, versucht alle zwanzig Minuten, ihr etwas über den Zustand der Straßen zu erklären. :9. Elena csukott szemmel ül, és úgy tesz, mintha aludna, ami az egyetlen társasági hazugság, amelyet lelkiismeret-furdalás nélkül megenged magának. - Elena sitzt mit geschlossenen Augen da und tut so, als würde sie schlafen, was die einzige soziale Lüge ist, die sie sich ohne Gewissensbisse gestattet. :10. Amikor a busz megáll a piactéren, és az ajtók az ismerős pneumatikus sóhajjal kinyílnak, Elena utolsóként száll le, és egy pillanatra mozdulatlanul áll meg a régi macskakövön. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält und die Türen mit dem vertrauten pneumatischen Seufzen aufgehen, steigt Elena als Letzte aus und bleibt einen Moment unbeweglich auf dem alten Kopfsteinpflaster stehen. :11. Jobb kezében az utazótáskát tartja, bal kezével már a cigarettásdoboz után nyúl, miközben a szeptemberi hőség úgy telepszik rá, mint egy emlék, amelyet elég sokáig elfojtott az ember. - Sie hält die Reisetasche in der rechten Hand, greift mit der linken bereits nach der Zigarettenschachtel, während die Septemberhitze sich auf sie legt wie eine Erinnerung, die man lange genug verdrängt hat. :12. A levegő érett paradicsom, burkolatlan mellékutcák pora és Carlo műhelyéből áradó nehéz, ásványos gépolajszag keveréke, a műhelyé, amely még mindig ott van mindjárt a sarkon túl. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach dem Staub ungepflasterter Seitengassen und nach dem schweren, mineralischen Geruch des Maschinenöls aus Carlos Werkstatt, die noch immer gleich um die Ecke liegt. :13. A műhely úgy áll ott, mintha a falu a maga csendes, makacs módján elhatározta volna, hogy megvárja őt, amíg elég erős lesz, és most, hogy visszatért, nyugodtan megállapítaná, hogy nem az. - Die Werkstatt liegt dort, als hätte das Dorf in seiner stillen, beharrlichen Weise beschlossen, auf sie zu warten, bis sie stark genug wäre, und nun, da sie zurückgekehrt ist, mit einer Gelassenheit festzustellen, dass sie es nicht ist. :14. Meghallja Carlo nevetését, mielőtt meglátná őt – azt a széles, önmagáról gondtalanul meggyőződött nevetést, amelyet húszévesen valamiféle életerőnek tartott, annak bizonyítékának, hogy valaki teljesen benne áll az életben. - Sie hört Carlos Lachen, bevor sie ihn sieht – dieses breite, von sich selbst unbekümmert überzeugte Lachen, das sie mit zwanzig Jahren für eine Art Vitalität gehalten hatte, für den Beweis, dass ein Mensch vollständig im Leben steht. :15. Ma, mindazok után, ez egy olyan férfi szemtelenségének tűnik neki, aki átment azon, amit tett, anélkül hogy hegeket növesztett volna. - Heute kommt es ihr, nach allem, wie die Unverschämtheit eines Mannes vor, der durch das, was er getan hat, hindurchgegangen ist, ohne Narben anzusetzen. :16. Carlo feltűrt ujjakkal hajol egy behorpadt motorháztető fölé, alkarja fekete attól a zsíros kenőanyagtól, amelyet soha nem lehet teljesen lemosni. - Carlo steht mit hochgekrempelten Ärmeln über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Unterarme schwarz von einer Schmiere, die sich nie vollständig abwaschen lässt. :17. Olyan ijesztően változatlannak látszik, olyan szégyenletesen sértetlennek, hogy Elenának egy pillanatra az az érzése támad, az elmúlt tíz év csak benne történt meg, és sehol máshol a világon. - Er sieht so erschreckend unverändert aus, so beschämend unbeschädigt, dass Elena einen Moment lang das Gefühl hat, die letzten zehn Jahre hätten nur in ihr stattgefunden und nirgendwo sonst auf der Welt. :18. Amikor megfordul és meglátja őt, nem jelenik meg meglepetés az arcán, sem megrendülés, sem zavar, még a megjátszott érintettség tisztességes udvariassága sem. - Als er sich umdreht und sie sieht, legt sich keine Überraschung in sein Gesicht, keine Erschütterung, keine Verlegenheit, nicht einmal die anständige Höflichkeit einer gespielten Betroffenheit. :19. Csak egy hosszú, nyugodt pillantás az egész, amely felismeri és besorolja őt, majd folytatja tovább, és ez, oly módon, amely ellen nincsenek szavai, mindennél rosszabb. - Es ist nur ein langer, ruhiger Blick, der sie erkennt und einordnet und weitermacht, und das ist, auf eine Weise, gegen die sie keine Worte hat, das Schlimmste von allem. :20. Tizenhat évvel ezelőtt minden a templom mögött kezdődött, a nyári ünnep után, egy júliusi este meleg sötétjében, egy csókkal, amelynek akkor az ígéret minőségét tulajdonította. - Vor sechzehn Jahren hatte alles hinter der Kirche begonnen, nach dem Sommerfest, in der warmen Dunkelheit eines Juliabends, mit einem Kuss, dem sie damals die Qualität eines Versprechens zugeschrieben hatte. :21. Elena azóta a tapasztalat hűvös bizonyosságával tudja, hogy nem volt naiv, amikor ezt hitte, hanem egyszerűen tizenkilenc éves volt, és még nem birtokolta azt a tudást, hogy a Carlo-féle férfiak nem azért törik meg az ígéreteiket, mert hazudnak, hanem mert abban a pillanatban, amikor adják őket, valóban hiszik, hogy be fogják tartani – ami, ha az ember belegondol, nem enyhítő, hanem súlyosbító körülmény. - Elena weiß inzwischen mit der kühlen Sicherheit der Erfahrung, dass sie nicht naiv war, als sie das glaubte, sondern schlicht neunzehn Jahre alt und noch nicht im Besitz des Wissens, dass Männer wie Carlo Versprechen nicht brechen, weil sie lügen, sondern weil sie in dem Moment, in dem sie sie geben, tatsächlich glauben, dass sie halten werden – was, wenn man darüber nachdenkt, keine mildernde, sondern eine erschwerende Tatsache ist. :22. Amikor húszévesen teherbe esett, ezt olyan pontossággal értette meg, amely nem engedett irgalmat. - Als sie mit zwanzig schwanger wurde, verstand sie das mit einer Präzision, die keine Gnade zuließ. :23. Amikor Matteo márciusban világra jött, sötét hajjal, Carlo elkerülhetetlen szemével és olyan ártatlansággal, amelyet Elena elviselhetetlennek talált, mert nem gyermeket látott benne, hanem saját vereségének összesűrített, sikító összefoglalását. - Als Matteo im März zur Welt kam, mit dunklen Haaren und Carlos unvermeidlichen Augen und einer Unschuld, die Elena unerträglich fand, weil sie in ihm nicht ein Kind sah, sondern die kondensierte, schreiende Zusammenfassung ihrer eigenen Niederlage. :24. Ekkor ismerte fel, hogy a szerelemnek és a fájdalomnak lehet ugyanaz a címe, és hogy a gyermeknek ezért nem szabad fizetnie. - Da erkannte sie, dass Liebe und Schmerz dieselbe Adresse haben können, und dass das Kind dafür nicht bezahlen durfte. :25. Matteót Signora Graziának adta, Carlo anyjának, aki akkor hatvanéves volt, és soha nem rezdült az arca, és soha nem mondott ki vádat. - Sie gab Matteo an Signora Grazia, Carlos Mutter, die damals sechzig war und niemals eine Miene verzog und niemals eine Anklage aussprach. :26. Elena máig nem tudja, hogy ez jóság-e vagy ítélet. - Elena weiß bis heute nicht, ob das Güte ist oder Urteil. :27. Az első nap estéjén Elena felveszi a régi virágos ruhát, amelyet tíz évvel ezelőtt elfelejtett magával vinni, és amely ma is ott lógott az anyja szekrényében, mintha pontosan erre az estére őrizték volna meg, pontosan erre a lehetetlen visszalépésre egy múltba, ahonnan az ember valójában nem tér vissza. - Am Abend des ersten Tages zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren vergessen hatte mitzunehmen und das heute noch im Schrank ihrer Mutter hing, als wäre es dort aufbewahrt worden für genau diesen Abend, für genau diesen unmöglichen Rückgang in eine Vergangenheit, aus der man eigentlich nicht zurückkehrt. :28. Felmegy a lépcsőn Carlo lakásához azzal a szilárd, tudatos elhatározással, hogy csupán egyetlen dolgot mond ki, amit tíz éven át nem mondtak ki, és azzal a be nem vallott, önmaga előtt is alig tudatos tudással, hogy ez az elhatározás már abban a pillanatban hamis volt, amikor felvette a ruhát. - Sie steigt die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf mit dem festen, bewussten Vorsatz, lediglich eine Sache zu sagen, die zehn Jahre lang nicht ausgesprochen wurde, und mit dem uneingestandenen, ihr selbst kaum bewussten Wissen, dass dieser Vorsatz schon in dem Moment falsch war, als sie das Kleid anzog. :29. Carlo foltos trikóban nyit ajtót, olyan pillantással néz rá, amely nem követel magyarázatot és nem mutat riadalmat, majd egy olyan hallgatás után, amelynek ölelésformája van, de nem ölelés, azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Carlo öffnet die Tür in einem fleckigen Unterhemd, schaut sie mit einem Blick an, der keine Erklärung einfordert und kein Erschrecken zeigt, und sagt nach einem Schweigen, das die Form einer Umarmung hat und keine ist: „Du siehst aus wie deine Mutter." :30. Barátság nélkül mondja, kegyetlenség nélkül, annak a férfinak a sajátos tárgyilagosságával, aki kimond egy megfigyelést, amelyet olyan régóta hordoz magában, hogy az elveszített minden érzelmi töltetet, és már csak igaz, és talán ez a legkíméletlenebb dolog, amit valaha mondott neki. - Er sagt es ohne Freundlichkeit, ohne Grausamkeit, mit der eigentümlichen Sachlichkeit eines Mannes, der eine Beobachtung ausspricht, die er so lange mit sich herumgetragen hat, dass sie jede emotionale Ladung verloren hat und nur noch wahr ist, und das ist vielleicht das Rücksichtsloseste, was er je zu ihr gesagt hat. :31. Elena nem szavakkal válaszol, hanem nyitott tenyérrel arcul üti, elég erősen ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a rosszul szigetelt lépcsőházban, és a fölöttük lévő emeleten egy ajtó röviden megnyikorduljon, majd újra elhallgasson. - Elena antwortet nicht mit Worten, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht, fest genug, dass das Geräusch im schlecht isolierten Treppenhaus widerhallt und im Stockwerk darüber eine Tür kurz quietscht und wieder verstummt. :32. Carlo nem mozdul, nem érinti meg kipirult arcát, nem mondja, hogy sajnálja, nem kér bocsánatot, és nem omlik össze. - Carlo bewegt sich nicht, fasst sich nicht an die gerötete Wange, sagt nicht, dass es ihm leidtut, entschuldigt sich nicht und bricht nicht zusammen. :33. Ehelyett olyan szemekkel néz rá, amelyekben nincs megbánás, de ellenségesség sincs, csak valami nyugodt, sötét, feloldhatatlan, ami mindkettőnél rosszabb, mert nem hagy neki lehetőséget arra, hogy harcoljon ellene. - Er schaut sie stattdessen mit Augen an, in denen keine Reue ist, aber auch keine Feindseligkeit, nur etwas Ruhiges, Dunkles, Unauflösbares, das schlimmer ist als beides, weil es ihr keine Möglichkeit lässt, dagegen anzukämpfen. :34. Nem sokkal éjfél után ott áll az anyja háza előtt, anélkül hogy csengetett volna, anélkül hogy üzenetet küldött volna, egy üveg olcsó vörösborral a hóna alatt, és annak az embernek az arcával, aki teljesen biztos benne, hogy Elena amúgy sem aludt. - Kurz nach Mitternacht steht er vor dem Haus ihrer Mutter, ohne geklingelt zu haben, ohne eine Nachricht geschickt zu haben, mit einer Flasche billigem Rotwein unter dem Arm und dem Gesicht eines Mannes, der sich absolut sicher ist, dass sie ohnehin nicht geschlafen hat. :35. Ez igaz, de Elena megtartja magának, mert ez az egyetlen dolog, amit ezen az estén megtart magának. - Das stimmt, aber Elena behält es für sich, weil es das Einzige ist, das sie an diesem Abend für sich behält. :36. A garázsban, két régi autóülésen, amelyek úgy állnak a csupasz betonpadlón, mint egy elhagyott lakás utolsó bútorai, Carlo kérdezés nélkül tölt. - In der Garage, auf zwei alten Autositzen, die auf dem nackten Betonboden stehen wie die letzten Möbel einer aufgegebenen Wohnung, schenkt Carlo ein, ohne zu fragen. :37. Ez rendben van, mert tudja, hogy Elena inni fog, és mert a kérdés nélküli töltés az egyetlen gesztus, amelyet ezen az éjszakán teljesen helyesen tesz. - Das ist in Ordnung, weil er weiß, dass sie trinken wird, und weil das Einschenken ohne Frage die einzige Geste ist, die er in dieser Nacht vollständig richtig macht. :38. Amikor megfogja a kezét, az ujjai érdesek és melegek, és olyan gépolajszaguk van, amelyet a világ egyetlen vize sem mos le teljesen. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen nach Maschinenöl, das kein Wasser der Welt vollständig fortwäscht. :39. Elena hagyja, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert azt mondja magának, hogy azoknak a dolgoknak, amelyek csak egyetlen éjszakáig tartanak, nem kell következményeiknek lenniük, ha az ember elég makacsul ragaszkodik hozzá, amiről tudja, hogy nem igaz, de ami ebben a pillanatban úgy működik, mint egy igazság, és ennek elégnek kell lennie. - Elena lässt es zu, weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie sich sagt, dass Dinge, die nur eine einzige Nacht dauern, keine Konsequenzen haben müssen, wenn man hartnäckig genug darauf besteht, was sie weiß, dass es nicht stimmt, aber was in diesem Moment funktioniert wie eine Wahrheit, und das muss reichen. :40. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja végül, anélkül hogy ránézne, olyan hangon, amelynek közönyösen kellene hangzania. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, ohne ihn anzusehen, in einem Ton, der nach Gleichgültigkeit klingen soll. :41. A hang sebnek hangzik, olyan sebnek, amely tízéves, és ezért nem kevésbé nyitott, csak megszokottabb. - Der Ton klingt nach Wunde, nach einer Wunde, die zehn Jahre alt ist und deshalb nicht weniger offen, sondern nur gewohnter. :42. Carlo állja a pillantását, iszik egy hosszú kortyot, hagy megszületni egy szünetet, amely nem bizonytalanság, hanem tisztelet vagy valami, ami hasonlít rá, aztán kertelés és bocsánatkérés nélkül válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit apám valaha adott nekem.” - Carlo hält ihren Blick aus, trinkt einen langen Schluck, lässt eine Pause entstehen, die keine Unsicherheit ist, sondern Respekt oder etwas, das ihm ähnlich sieht, und antwortet dann, ohne Umschweife und ohne Entschuldigung: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :43. Elena olyan élességgel gyűlöli őt ezért a mondatért, amely már-már csodálatot érdemel, mert nem igazolás, nem vallomás és nem bocsánatkérés. - Elena hasst ihn für diesen Satz mit einer Schärfe, die fast Bewunderung verdient, weil er keine Rechtfertigung ist und kein Geständnis und keine Bitte um Vergebung. :44. Egyszerűen egy másik igazság volt, mint az övé, és minden igazságtalansága mellett ez a legelviselhetetlenebb: hogy a maga módján, a maga korlátozott, megbocsáthatatlan, tökéletesen emberi módján igaza lehet. - Es war schlicht eine andere Wahrheit als ihre, und das ist, bei aller Ungerechtigkeit, das Unerträglichste: dass er recht haben könnte, auf seine Weise, in seiner begrenzten, unentschuldbaren, vollkommen menschlichen Weise. :45. Lassan kihúzza a kezét az övéből. - Sie nimmt langsam ihre Hand aus seiner. :46. Ő hagyja, hogy elvegye, tartás nélkül, kérdés nélkül, olyan mozdulat nélkül, amely arra kényszerítené, hogy megmagyarázzon valamit, amit önmagának sem tud megmagyarázni. - Er lässt sie nehmen, ohne zu halten, ohne zu fragen, ohne eine Geste, die sie zwingen würde, etwas zu erklären, was sie sich selbst nicht erklären kann. :47. Elena még napkelte előtt elhagyja a házat a szürke hajnalelőtti félhomályban, a táskája annak a nőnek a hatékonyságával összepakolva, aki már túl sokszor indult útnak ahhoz, hogy közben még érzéseket pazaroljon. - Noch vor Sonnenaufgang verlässt Elena das Haus im grauen Vordunkel, die Tasche gepackt mit der Effizienz einer Frau, die schon zu oft aufgebrochen ist, um dabei noch Gefühle zu verschwenden. :48. Nem megy azonnal az állomásra, hanem kerülőt tesz az alvó sikátorokon át, amit nem vall be magának. - Sie geht nicht sofort zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg durch die schlafenden Gassen, den sie sich nicht eingesteht. :49. Felszállni annak beismerése volna, hogy ez döntés, és nem gyengeség. - Einsteigen wäre ein Eingeständnis, dass es eine Entscheidung ist, und keine Schwäche. :50. Végül megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt, amelyben meleg fény ég, mint évtizedek óta minden reggel, megingathatatlanul és magától értetődően, mint minden, ami ebben a faluban túlél. - Sie bleibt schließlich vor Signora Grazias Küchenfenster stehen, in dem warmes Licht brennt wie jeden Morgen seit Jahrzehnten, unerschütterlich und selbstverständlich wie alles, was in diesem Dorf überdauert. :51. Matteo a konyhaasztalnál ül, és kenyeret márt tejbe, annak a gyermeknek a teljes, önmagába zárt koncentrációjával, aki pontosan tudja, hová tartozik, és eszébe sem jutna kételkedni benne. - Matteo sitzt am Küchentisch und tunkt Brot in Milch, mit der vollständigen, in sich geschlossenen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört und nicht auf die Idee käme, daran zu zweifeln. :52. Ez a legszebb dolog, amit Elena valaha látott, és a legkegyetlenebb, és a kettő ugyanaz a dolog, és neki nincs nyelve hozzá, sem olaszul, sem semmilyen más nyelven. - Das ist das Schönste, was Elena je gesehen hat, und das Grausamste, und beide Dinge sind dasselbe Ding, und sie hat keine Sprache dafür, weder auf Italienisch noch in irgendeiner anderen. :53. Sötét haja van, Carlo szája, és úgy tartja a vállát, hogy az Elenát önmagára emlékezteti. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Art, die Schultern zu halten, die Elena an sich selbst erinnert. :54. Elena egykori önmagának egy olyan változatára emlékezteti, abból az időből, mielőtt megértette volna, milyen sérülésekre képes az élet, és mielőtt megértette volna, hogy ő maga is e sérülések okai közé tartozik. - Sie erinnert Elena an eine Version ihrer selbst aus der Zeit, bevor sie verstand, zu welchen Beschädigungen das Leben fähig ist, und bevor sie verstand, dass man selbst zu den Ursachen dieser Beschädigungen gehört. :55. Signora Grazia mögötte áll, és olyan lassúsággal simít végig a fején, amely nem gyengédség, hanem valami régebbi és tartósabb a gyengédségnél. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm mit einer Langsamkeit über den Kopf, die keine Zärtlichkeit ist, sondern etwas Älteres und Beständigeres als Zärtlichkeit. :56. Nem néz fel, de az arcán olyan asszony kifejezése van, aki már rég megbocsátotta azt, amit Elena önmagának soha nem fog megbocsátani. - Sie schaut nicht auf, aber ihr Gesicht hat den Ausdruck einer Frau, die längst vergeben hat, was Elena sich selbst nie vergeben wird. :57. Ismeri ezt az aszimmetriát, és hallgat, mert a hallgatás néha az egyetlen, amit az ember egy másik nőnek fel tud ajánlani. - Sie kennt diese Asymmetrie und schweigt, weil Schweigen manchmal das Einzige ist, das man einer anderen Frau anbieten kann. :58. Elena a hideg üveghez nyomja a homlokát, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :59. Hatvannál megfordul, és elmegy, anélkül hogy hátranézne. - Bei sechzig dreht sie sich um und geht, ohne sich umzusehen. :60. Ez mindazok után az egyetlen fegyelem, amely megmaradt neki: nem visszanézni, vagy legalábbis nem hagyni, hogy közben lássák. - Das ist nach allem, die einzige Disziplin, die ihr geblieben ist: nicht zurückzuschauen, oder zumindest nicht dabei gesehen zu werden. :61. A Milánóba tartó vonat a felkelő nap felé halad, és Basilicata tája odakint égve húzódik el az ablak mellett, közönyösen és pompásan, amilyen mindig is volt és mindig is lesz, érintetlenül attól, hogy az emberek mit hagynak benne hátra, vagy mit nem. - Der Zug nach Mailand fährt in die aufgehende Sonne, und die Landschaft der Basilicata brennt außen am Fenster vorbei, gleichgültig und prächtig, wie sie es immer war und immer sein wird, unberührt davon, was Menschen in ihr zurücklassen oder nicht. :62. Elena elszívja a doboz utolsó cigarettáját, könyökét az ablakpárkányra támasztva, tekintetét a mozgó tájra szegezve, anélkül hogy látná. - Elena raucht die letzte Zigarette der Schachtel, den Ellbogen auf dem Fensterbrett, den Blick auf die fahrende Landschaft gerichtet, ohne sie zu sehen. :63. Nem gondol semmire, vagy legalábbis megpróbálja annak a nőnek az elszántságával, aki tudja, hogy a gondolkodás ebben a pillanatban nem volna segítség. - Sie denkt an nichts, oder versucht es mit der Entschlossenheit einer Frau, die weiß, dass Denken in diesem Moment keine Hilfe wäre. :64. Megtanulta, hogy a fájdalom ellentéte nem a boldogság, hanem ez a sajátos, száraz, működő zsibbadtság, amelyben az ember vonatokra száll, ablakok mellett dohányzik, és megy tovább. - Sie hat gelernt, dass das Gegenteil von Schmerz nicht Glück ist, sondern diese spezifische, trockene, funktionierende Taubheit, in der man Züge besteigt und Fenster raucht und weitermacht. ------------------------- == 74 == 1 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio negyvenkét éves. - Antonio ist zweiundvierzig Jahre alt. :2. Egy kis trattoriát vezet Nápolyban, közvetlenül a kikötőnél. - Er betreibt eine kleine Trattoria in Neapel, direkt am Hafen. :3. Az étteremben csak három asztal van. - Das Restaurant hat nur drei Tische. :4. Étlap nincs. - Es gibt keine Speisekarte. :5. Antonio felesége, Lucia két évvel ezelőtt meghalt. - Antonios Frau Lucia ist vor zwei Jahren gestorben. :6. Szívrohamot kapott, az esti kiszolgálás kellős közepén. - Sie hatte einen Herzinfarkt, mitten im Abendservice. :7. A keze még a tányér szélén feküdt. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand. :8. Azóta Antonio csak azokat az ételeket főzi, amelyeket Lucia szeretett. - Seither kocht Antonio nur noch die Gerichte, die Lucia geliebt hat. :9. Kagylós tésztát készít, sült cukkinit és hideg citromtortát. - Er macht Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini und kalten Zitronenkuchen. :10. Egy hónapja egy fiatal nő dolgozik a trattoriában. - Seit einem Monat arbeitet eine junge Frau in der Trattoria. :11. Chiarának hívják, és huszonhét éves. - Sie heißt Chiara und ist siebenundzwanzig Jahre alt. :12. Északról jött, és Nápolyba menekült. - Sie kommt aus dem Norden und ist nach Neapel geflohen. :13. A fülében egy kis, olajbogyó alakú fülbevalót visel. - An ihrem Ohr trägt sie einen kleinen Ohrring in Form einer Olive. :14. Egy kicsit selypít, amikor beszél. - Sie lispelt ein bisschen, wenn sie redet. :15. Egy kedd estén Antonio a konyhában áll, és hagymát vág. - An einem Dienstagabend steht Antonio in der Küche und schneidet Zwiebeln. :16. A könnyek végigfutnak az arcán, de nem törli le őket. - Die Tränen laufen ihm über das Gesicht, aber er wischt sie nicht ab. :17. Chiara a mosogatónál áll, és kagylókat mos. - Chiara steht an der Spüle und wäscht Muscheln. :18. Átnéz Antonióra. - Sie schaut zu Antonio hinüber. :19. A tekintetük találkozik a rozsdás páraelszívó régi tükrében. - Ihre Blicke treffen sich im alten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube. :20. Antonio megállítja a kést. - Antonio hält das Messer an. :21. Azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :22. Chiara egy lépéssel közelebb lép. - Chiara tritt einen Schritt näher. :23. Ráteszi a kezét az ő kezére a kés nyelén. - Sie legt ihre Hand über seine Hand am Messergriff. :24. A keze meleg és nedves, és kagylóvíz szaga van. - Ihre Hand ist warm und feucht und riecht nach Muschelwasser. :25. Antonio nem húzza vissza a kezét. - Antonio zieht seine Hand nicht zurück. :26. Így állnak egy hosszú ideig. - Sie stehen so eine lange Weile. :27. Aztán megérkezik az utolsó vendég, és szétválnak. - Dann kommt der letzte Gast, und sie gehen auseinander. :28. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür. :29. Megosztanak egy cigarettát, és nem beszélnek. - Sie teilen sich eine Zigarette und reden nicht. :30. Az utca másik végéről halk zene hallatszik. - Vom anderen Ende der Straße hört man leise Musik. :31. Egy régi dal Lucio Battistitól. - Es ist ein altes Lied von Lucio Battisti. :32. Az éjszaka meleg, és só- meg halszaga van. - Die Nacht ist warm und riecht nach Salz und Fisch. :33. Chiara előrehajol, és megcsókolja Antoniót. - Chiara beugt sich vor und küsst Antonio. :34. A szája citrom és vörösbor ízű. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein. :35. Antonio lehunyja a szemét. - Antonio schließt die Augen. :36. A kezét Chiara tarkójára teszi, erősen. - Er legt seine Hand in ihren Nacken, fest. :37. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja Chiara dekoltázsát. - Dann öffnet er die Augen und sieht ihr Dekolleté. :38. Közvetlenül a bal kulcscsontja alatt van egy kis anyajegy. - Direkt unter dem linken Schlüsselbein ist ein kleines Muttermal. :39. Pontosan ezen a helyen Luciának is volt egy. - An genau dieser Stelle hatte Lucia auch eines. :40. Antonio megdermed. - Antonio erstarrt. :41. Feláll, anélkül hogy egy szót is szólna. - Er steht auf, ohne ein Wort zu sagen. :42. Visszamegy a konyhába, és becsukja maga mögött az ajtót. - Er geht zurück in die Küche und macht die Tür hinter sich zu. :43. Chiara a lépcsőn marad ülve. - Chiara bleibt auf der Treppe sitzen. :44. Másnap nem jön dolgozni. - Am nächsten Tag kommt sie nicht zur Arbeit. :45. És az azt követő napon sem. - Und auch am übernächsten Tag nicht. :46. Antonio egyedül főz, és a kagylók fele megmarad. - Antonio kocht allein, und die Muscheln bleiben halb übrig. :47. Éjfélkor elmegy a pékség fölötti kis lakásához. - Um Mitternacht geht er zu ihrer kleinen Wohnung über der Bäckerei. :48. Az ajtó résnyire nyitva áll. - Die Tür steht ein Stück offen. :49. Chiara az ágyon ül, felhúzott lábakkal, és dohányzik. - Chiara sitzt auf dem Bett, die Beine angezogen, und raucht. :50. Ránéz, de nem mond semmit. - Sie schaut ihn an, sagt aber nichts. :51. Antonio leül mellé. - Antonio setzt sich neben sie. :52. Megfogja a kezét, és a hüvelykujjával végigsimít az anyajegyen. - Er nimmt ihre Hand und streicht mit dem Daumen über das Muttermal. :53. „Ez nem az övé” — mondja halkan. - „Es ist nicht ihres", sagt er leise. :54. Chiara így felel: „De az enyém.” - Chiara antwortet: „Aber es ist meins." :55. Lefekszenek egymással, nem gyengéden és nem vadul. - Sie schlafen miteinander, nicht zärtlich und nicht wild. :56. Egymás mellett fekszenek, mint két ember egy idegen ágyban. - Sie liegen nebeneinander wie zwei Menschen in einem fremden Bett. :57. Reggel öt órakor Antonio felkel. - Um fünf Uhr morgens steht Antonio auf. :58. Bemegy a trattoria konyhájába, és meggyújtja a tűzhelyet. - Er geht in die Küche der Trattoria und zündet den Herd an. :59. Feltör három tojást, és tükörtojást készít. - Er schlägt drei Eier auf und macht Spiegeleier. :60. Lucia soha nem szerette a tükörtojást. - Lucia hat Spiegeleier nie gemocht. :61. Chiara később megérkezik, és az ölébe ül. - Chiara kommt später und setzt sich auf seinen Schoß. :62. Eszik a tányérjáról, anélkül hogy megkérdezné. - Sie isst von seinem Teller, ohne zu fragen. :63. Antonio nevet. - Antonio lacht. :64. Két év óta először. - Es ist das erste Mal seit zwei Jahren. :65. Aztán Chiara megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara: „Bleibst du?" :66. Antonio kinéz az ablakon a szürke kikötőre. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den grauen Hafen. :67. Egy nagy teherhajó lassan kifut. - Ein großes Frachtschiff legt langsam ab. :68. Azt mondja: „Már maradtam, csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben, nur nicht hier." :69. Chiara a kezével megtörli a száját. - Chiara wischt sich den Mund mit der Hand ab. :70. Feláll és elmegy. - Sie steht auf und geht. :71. Antonio az asztalnál marad ülve. - Antonio bleibt am Tisch sitzen. :72. A tányéron a tükörtojások kihűlnek. - Die Spiegeleier auf dem Teller werden kalt. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Antonio Ferrante és Chiara - Antonio Ferrante und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és egy kis trattoriát vezet közvetlenül Nápoly kikötőjénél. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt und betreibt eine kleine Trattoria direkt am Hafen von Neapel. :2. Az étteremben csak három asztal van, és étlap nincs. - Das Restaurant hat nur drei Tische, und es gibt keine Speisekarte. :3. A felesége, Lucia két éve halott – szívrohamot kapott az esti kiszolgálás kellős közepén. - Seit zwei Jahren ist seine Frau Lucia tot – sie hatte einen Herzinfarkt mitten im Abendservice. :4. A keze még a tányér szélén feküdt, amikor meghalt. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand, als sie starb. :5. Azóta Antonio csak azokat az ételeket főzi, amelyeket Lucia a legszívesebben evett. - Seitdem kocht Antonio nur noch die Gerichte, die Lucia am liebsten gegessen hat. :6. Kagylós tésztát készít, sült cukkinit és hideg citromtortát, minden este, kivétel nélkül. - Er macht Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini und kalten Zitronenkuchen, jeden Abend, ohne Ausnahme. :7. Egy hónapja egy Chiara nevű fiatal nő dolgozik a trattoriában. - Seit einem Monat arbeitet eine junge Frau namens Chiara in der Trattoria. :8. Huszonhét éves, északról jött, és olyan okból menekült Nápolyba, amelyet nem nevez meg. - Sie ist siebenundzwanzig Jahre alt, kommt aus dem Norden und ist aus einem Grund nach Neapel geflohen, den sie nicht nennt. :9. A bal fülében egy kis, olajbogyó alakú fülbevalót visel, és enyhén selypít, amikor beszél. - An ihrem linken Ohr trägt sie einen kleinen Ohrring in Form einer Olive, und sie lispelt leicht, wenn sie spricht. :10. Egy kedd estén Antonio a konyhában áll, és hagymát vág. - An einem Dienstagabend steht Antonio in der Küche und schneidet Zwiebeln. :11. A könnyek végigfutnak az arcán, de nem törli le őket, mert már észre sem veszi. - Die Tränen laufen ihm über das Gesicht, aber er wischt sie nicht ab, weil er es nicht mehr bemerkt. :12. Chiara a mosogatónál áll, és kagylókat mos, és néha átnéz hozzá. - Chiara steht an der Spüle und wäscht Muscheln, und manchmal schaut sie zu ihm hinüber. :13. A rozsdás páraelszívó régi tükrében egy pillanatra találkozik a tekintetük. - Im alten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke für einen Moment. :14. Antonio megállítja a kést, és azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Antonio hält das Messer an und sagt: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :15. Chiara egy lépéssel közelebb lép, és ráteszi a kezét Antonio kezére a kés nyelén. - Chiara tritt einen Schritt näher und legt ihre Hand über seine Hand am Messergriff. :16. A keze meleg, nedves, és kagylóvíz szaga van, Antonio pedig nem húzza vissza a kezét. - Ihre Hand ist warm, feucht und riecht nach Muschelwasser, und Antonio zieht seine Hand nicht zurück. :17. Így állnak egy darabig, amíg egy vendég nem kiált a számla után, és ők szét nem válnak. - Sie stehen so eine Weile, bis ein Gast nach der Rechnung ruft und sie auseinandergehen. :18. Zárás után együtt ülnek a hátsó ajtó előtti lépcsőn, és megosztanak egy cigarettát. - Nach Ladenschluss sitzen sie zusammen auf der Treppe vor der Hintertür und teilen sich eine Zigarette. :19. Nem beszélnek, de a hallgatás nem kellemetlen. - Sie reden nicht, aber das Schweigen ist nicht unangenehm. :20. Az utca másik végéről egy régi Lucio Battisti-dal hallatszik, egészen halkan, egy nyitott ablakon át. - Vom anderen Ende der Straße hört man ein altes Lied von Lucio Battisti, ganz leise durch ein offenes Fenster. :21. Az éjszaka meleg, és só, hal meg a halászhajók motorolajának szaga van benne. - Die Nacht ist warm und riecht nach Salz, Fisch und dem Motoröl der Fischerboote. :22. Chiara lassan előrehajol, és megcsókolja Antoniót, kérdés nélkül és habozás nélkül. - Chiara beugt sich langsam vor und küsst Antonio, ohne zu fragen und ohne zu zögern. :23. A szája citrom és vörösbor ízű, Antonio pedig lehunyja a szemét. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein, und Antonio schließt die Augen. :24. A kezét Chiara tarkójára teszi, az ujjai szorosan tartják, majdnem egy kicsit túl szorosan. - Er legt seine Hand in ihren Nacken, die Finger fest, fast ein bisschen zu fest. :25. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: közvetlenül Chiara bal kulcscsontja alatt egy kis sötét anyajegyet. - Dann öffnet er die Augen und sieht es: direkt unter ihrem linken Schlüsselbein, ein kleines dunkles Muttermal. :26. Pontosan ezen a helyen Luciának is volt egy, és Antonio egyetlen másodperc alatt emlékszik vissza rá. - An genau dieser Stelle hatte Lucia auch eines, und Antonio erinnert sich daran in einer einzigen Sekunde. :27. Megdermed, feláll, egy szót sem szól, és visszamegy a konyhába. - Er erstarrt, steht auf, sagt kein Wort und geht zurück in die Küche. :28. Az ajtó becsapódik mögötte, Chiara pedig egyedül marad ülve a lépcsőn. - Die Tür fällt hinter ihm ins Schloss, und Chiara bleibt allein auf der Treppe sitzen. :29. Másnap este nem jön dolgozni, és az azt követő estén sem. - Am nächsten Abend kommt sie nicht zur Arbeit, und auch am Abend danach nicht. :30. Antonio egyedül főz, a kagylók fele megmarad, és a három asztal üres marad. - Antonio kocht allein, die Muscheln bleiben halb übrig, und die drei Tische bleiben leer. :31. Éjfélkor elhagyja a trattoriát, és elmegy Chiara kis lakásához a pékség fölött. - Um Mitternacht verlässt er die Trattoria und geht zu ihrer kleinen Wohnung über der Bäckerei. :32. Az ajtó résnyire nyitva áll, és nem hall sem zenét, sem sírást, csak csendet. - Die Tür steht einen Spalt offen, und er hört keine Musik und kein Weinen, nur Stille. :33. Chiara az ágyon ül, a lábait a hasához húzva, és dohányzik. - Chiara sitzt auf dem Bett, die Beine an den Bauch gezogen, und raucht. :34. Úgy néz rá, mintha tudta volna, hogy jönni fog. - Sie schaut ihn an, als hätte sie gewusst, dass er kommt. :35. Antonio leül mellé, és megfogja a kezét, anélkül hogy megmagyarázná, miért. - Antonio setzt sich neben sie und nimmt ihre Hand, ohne zu erklären warum. :36. A hüvelykujjával lassan végigsimít az anyajegyen, egyszer, kétszer. - Er streicht mit dem Daumen langsam über das Muttermal, einmal, zweimal. :37. „Ez nem az övé” – mondja, és a hangja furcsán idegenül cseng a kis szobában. - „Es ist nicht ihres", sagt er, und seine Stimme klingt seltsam fremd in dem kleinen Zimmer. :38. Chiara nyugodtan válaszol: „De az enyém.” - Chiara antwortet ruhig: „Aber es ist meins." :39. Lefekszenek egymással, nem gyengéden és nem vadul, hanem úgy, mint két ember, akik megosztanak egy idegen ágyat, anélkül hogy megkérdeznék, kié. - Sie schlafen miteinander, nicht zärtlich und nicht wild, sondern wie zwei Menschen, die ein fremdes Bett teilen, ohne zu fragen, wem es gehört. :40. Reggel öt órakor Antonio felkel, és egyedül visszamegy a trattoria konyhájába. - Um fünf Uhr morgens steht Antonio auf und geht allein zurück in die Küche der Trattoria. :41. Begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a serpenyőbe – tükörtojást, úgy, ahogy Lucia soha nem szerette. - Er zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Pfanne – Spiegeleier, so wie Lucia sie nie gemocht hat. :42. A vaj és a forró zsír szaga betölti az üres konyhát. - Der Geruch von Butter und heißem Fett füllt die leere Küche. :43. Chiara egy órával később érkezik, szó nélkül az ölébe ül, és eszik a tányérjáról. - Chiara kommt eine Stunde später, setzt sich wortlos auf seinen Schoß und isst von seinem Teller. :44. Antonio nevet – rövid, valódi nevetéssel, amely még őt magát is meglepi. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes Lachen, das ihn selbst überrascht. :45. Két év óta ez az első alkalom, hogy így nevetett. - Es ist das erste Mal seit zwei Jahren, dass er so gelacht hat. :46. Aztán Chiara halkan megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara leise: „Bleibst du?" :47. Antonio kinéz az ablakon a szürke reggeli kikötőre, ahol egy teherhajó lassan és sietség nélkül kifut. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den grauen Morgenhafen, wo ein Frachtschiff langsam und ohne Eile ablegt. :48. Azt mondja: „Már maradtam, csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben, nur nicht hier." :49. Chiara erre nem válaszol semmit. - Chiara antwortet nichts darauf. :50. Megtörli a száját a tenyerével, feláll, és elmegy, anélkül hogy visszafordulna. - Sie wischt sich den Mund mit der Handfläche ab, steht auf und geht, ohne sich umzudrehen. :51. Antonio az asztalnál marad ülve, és nem néz utána. - Antonio bleibt am Tisch sitzen und schaut ihr nicht nach. :52. A tányéron a tükörtojások kihűlnek, odakint pedig a kikötő lassan világosabb lesz. - Die Spiegeleier auf dem Teller werden kalt, und der Hafen draußen wird langsam heller. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és már majdnem egy évtizede vezet egy kis trattoriát Nápoly kikötőjénél. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt und betreibt seit fast einem Jahrzehnt eine kleine Trattoria am Hafen von Neapel. :2. Három asztala van, étlapja nincs, és egyetlen ablaka a vízre néz. - Sie hat drei Tische, keine Speisekarte und ein einziges Fenster mit Blick aufs Wasser. :3. Két évvel ezelőtt meghalt a felesége, Lucia, az esti felszolgálás kellős közepén, minden előjel nélkül. - Vor zwei Jahren ist seine Frau Lucia gestorben, mitten im Abendservice, ohne Vorwarnung. :4. A keze még egy vendég tányérjának peremén feküdt, aki a tányérját észre sem vette. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der seinen Teller nicht mal bemerkt hatte. :5. Azóta Antonio egy összehajtott takarón alszik a pult mögött. - Seitdem schläft Antonio auf einer zusammengeklappten Decke hinter der Theke. :6. A fenti hálószoba túl hangos – nem a kintről beszűrődő zaj miatt, hanem a benne lévő csend miatt. - Das Schlafzimmer oben ist zu laut – nicht wegen des Lärms von draußen, sondern wegen der Stille darin. :7. Minden este ugyanazt főzi: kagylós tésztát, sült cukkinit, hideg citromtortát. - Er kocht jeden Abend dasselbe: Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalten Zitronenkuchen. :8. Ez az a három étel, amelyet Lucia mindig rendelt, amikor nem ő állt a tűzhely mellett. - Es sind die drei Gerichte, die Lucia immer bestellt hat, wenn sie nicht selbst am Herd stand. :9. Chiara egy hónapja van ott, huszonhét éves, Torinóból menekült valami elől, amit nem nevez meg. - Chiara ist seit einem Monat da, siebenundzwanzig Jahre alt, aus Turin geflohen vor etwas, das sie nicht benennt. :10. Egy olívazöld fülbevalót visel, és enyhén selypít, amit csak akkor hallani, ha izgatott. - Sie trägt einen Olivenohrrring und hat ein leichtes Lispeln, das man nur hört, wenn sie aufgeregt ist. :11. Nézi Antoniót főzés közben, ahogy összenyomja a fokhagymagerezdeket, ahogy az ujjai végigsiklanak a késen. - Sie schaut Antonio beim Kochen zu, wie er die Knoblauchzehen presst, wie seine Finger über das Messer gleiten. :12. Figyeli, hogy soha nem néz az órára, bár mindig pontosan tudja, mennyi az idő. - Sie beobachtet, wie er nie auf die Uhr schaut, obwohl er immer genau weiß, wie spät es ist. :13. Egy kedd este, amikor az utolsó vendég már rég elment, és a konyha fokhagyma és forró olívaolaj illatát árasztja, Antonio hagymát vág. - An einem Dienstagabend, als der letzte Gast längst gegangen ist und die Küche nach Knoblauch und heißem Olivenöl riecht, schneidet Antonio Zwiebeln. :14. A könnyek végigfolynak az arcán, anélkül hogy észrevenné vagy törődne vele. - Die Tränen laufen ihm übers Gesicht, ohne dass er es bemerkt oder sich darum kümmert. :15. Chiara a mosogatónál áll, kagylókat mos, és őt nézi. - Chiara steht an der Spüle, wäscht Muscheln und schaut ihn an. :16. A régi, rozsdás páraelszívó tükrében röviden egymás szemébe néznek, egy pillanattal tovább, mint amennyi véletlen lehetne. - Im Spiegel der alten, verrosteten Dunstabzugshaube sehen sie sich kurz in die Augen, einen Moment zu lang für einen Zufall. :17. Anélkül, hogy abbahagyná a vágást, azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :18. A lány közelebb lép, és a kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen, sósan a kagylóvíztől. - Sie tritt näher und legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm, feucht, salzig vom Muschelwasser. :19. Ő nem húzza vissza a kezét. - Er zieht die Hand nicht zurück. :20. Olyan közel áll hozzá, hogy érzi a citromillatot a hajában, amely semmire sem emlékezteti, és éppen ezért olyan szokatlan. - Sie steht so nah, dass er den Zitronengeruch in ihrem Haar riecht, der ihn an nichts erinnert und deshalb so ungewohnt ist. :21. Így állnak, amíg Chiara kötényzsebében rezegni nem kezd a mobiltelefon. - Sie stehen so, bis das Handy in Chiaras Schürzentasche vibriert. :22. Aztán szétválnak, mintha semmit sem tettek volna. - Dann gehen sie auseinander, als hätten sie gar nichts getan. :23. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür. :24. Megosztoznak egy cigarettán, és az üres sikátort nézik, ahol egy macska alszik két szemetes között. - Sie teilen sich eine Zigarette und schauen auf die leere Gasse, wo eine Katze zwischen zwei Mülleimern schläft. :25. A szomszéd házból nagyon halkan egy régi Lucio Battisti-dal hallatszik. - Vom Nachbarhaus hört man sehr leise ein altes Lied von Lucio Battisti. :26. Egy nyitott ablakon át sodródik ki, mint a cigarettafüst. - Es driftet durch ein offenes Fenster nach draußen wie Zigarettenrauch. :27. Chiara előrehajol, és kérdés nélkül megcsókolja, a szája citrom és vörösbor ízű. - Chiara beugt sich vor und küsst ihn, ohne zu fragen, ihr Mund nach Zitrone und Rotwein. :28. Antonio lehunyja a szemét, és a kezét a tarkójára teszi, az ujjai erősen, talán túl erősen szorítanak. - Antonio schließt die Augen und legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fest, zu fest vielleicht. :29. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kicsi, sötét anyajegy közvetlenül a bal kulcscsontja alatt. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines, dunkles Muttermal direkt unter ihrem linken Schlüsselbein. :30. Pontosan azon a helyen van, ahol Luciának is volt egy, pontosan azon a helyen, amelyet az elmúlt két évben álmaiban megérintett. - Es sitzt an genau der Stelle, wo Lucia auch eines hatte, an genau der Stelle, die er in den letzten zwei Jahren in seinen Träumen berührt hat. :31. Olyan teljesen megdermed, hogy Chiara azonnal megérzi. - Er erstarrt so vollständig, dass Chiara es sofort spürt. :32. Aztán feláll és elmegy, magyarázat nélkül, vissza sem fordulva, maga mögött becsukva a konyhaajtót, mint egy választ. - Dann steht er auf und geht, ohne eine Erklärung, ohne sich umzudrehen, die Küchentür hinter sich schließend wie eine Antwort. :33. A következő két este Chiara nem jön. - Die nächsten beiden Abende kommt Chiara nicht. :34. Antonio egyedül főz egy konyhában, amely nagyobbnak tűnik, mint máskor, a kagylók félig elfogyva, az asztalok a szokásosnál korábban üresek. - Antonio kocht allein in einer Küche, die größer wirkt als sonst, die Muscheln halb aufgegessen, die Tische früher leer als üblich. :35. A harmadik nap éjfélkor elhagyja a trattoriát. - Um Mitternacht des dritten Tages verlässt er die Trattoria. :36. Végigmegy a szűk, gyengén megvilágított sikátorokon ahhoz a régi házhoz a pékség fölött, ahol Chiara a második emeleten lakik. - Er geht durch die engen, schwach beleuchteten Gassen zu dem alten Haus über der Bäckerei, wo Chiara im zweiten Stock wohnt. :37. Az ajtó résnyire nyitva áll, fény nincs. - Die Tür steht einen Spalt offen, kein Licht. :38. Csak a cigarettája narancsszínű pontja látszik a sötétben. - Nur der orangefarbene Punkt ihrer Zigarette ist in der Dunkelheit zu sehen. :39. Az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen. :40. Úgy néz rá, mintha nem lepődne meg, mintha tudta volna, hogy egyszer úgyis eljön, csak azt nem, mikor. - Sie schaut ihn an, als wäre sie nicht überrascht, als hätte sie gewusst, dass er irgendwann kommen würde, nur nicht, wann. :41. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, és megfordítja. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand und dreht sie um. :42. A hüvelykujjával lassan végigsimít az anyajegyen, mintha azt ellenőrizné, valóban ott van-e. - Er streicht mit dem Daumen über das Muttermal, langsam, so als würde er prüfen, ob es wirklich da ist. :43. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :44. A hangja úgy szól, mintha saját magát akarná erről meggyőzni. - Seine Stimme klingt, als würde er sich selbst davon überzeugen wollen. :45. Chiara nem húzza el a kezét. - Chiara zieht ihre Hand nicht weg. :46. Nyugodtan, szinte közönyösen válaszol: „De az enyém.” - Sie antwortet ruhig, fast gleichgültig: „Aber es ist meins." :47. Együtt alszanak, nem szenvedélyből és nem gyászból. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Trauer. :48. Úgy teszik, mint két ember, akik hosszú idő után végre abbahagyták, hogy úgy tegyenek, mintha semmire sem lenne szükségük. - Sie tun es wie zwei Menschen, die nach langer Zeit endlich aufgehört haben, so zu tun, als bräuchten sie nichts. :49. Nem sokkal öt előtt Antonio felkel, felöltözik, és visszamegy a trattoriába. - Um kurz vor fünf steht Antonio auf, zieht sich an und geht zurück in die Trattoria. :50. Ott begyújtja a tűzhelyet, és feltör három tojást – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, és amelyet soha nem készített neki. - Dort zündet er den Herd an und schlägt drei Eier auf – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie mochte, das er nie für sie gemacht hat. :51. A vaj és a zsír szaga betölti a csendes konyhát. - Der Geruch von Butter und Fett füllt die stille Küche. :52. A reggel első fénye beszűrődik az ablakon, szürkén és tétován, mint egy vendég, aki nem tudja, szívesen látják-e. - Das erste Licht des Morgens kommt durchs Fenster, grau und zögernd wie ein Gast, der nicht weiß, ob er willkommen ist. :53. Chiara egy órával később jön, még nem egészen ébren. - Chiara kommt eine Stunde später, noch nicht ganz wach. :54. Az ölébe ül, és a tányérjáról eszik, mintha ez magától értetődő volna, mintha mindig is így csinálta volna. - Sie setzt sich auf seinen Schoß und isst von seinem Teller, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie es immer so gemacht. :55. Antonio nevet – rövid, igazi nevetéssel. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes Lachen. :56. Ez annyira meglepi, hogy egy pillanatra abbahagyja a lélegzést, mert rájött, hogy még képes rá. - Es überrascht ihn so sehr, dass er kurz aufhört zu atmen, weil er gemerkt hat, dass er es noch kann. :57. Aztán Chiara a tányérra szegezett tekintettel megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara, den Blick auf den Teller gerichtet: „Bleibst du?" :58. Antonio kinéz az ablakon, ahol egy teherhajó lassan és hangtalanul elhagyja a kikötőt, olyan közönyösen és olyan véglegesen, ahogy a dolgok menni szoktak, ha az ember nem tartja őket erősen. - Antonio schaut aus dem Fenster, wo ein Frachtschiff langsam und lautlos den Hafen verlässt, so gleichgültig und so endgültig, wie Dinge eben gehen, wenn man sie nicht festhält. :59. Azt mondja: „Én már maradtam – csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier." :60. Ezzel olyasmit ért, amit ő maga sem ért egészen, de ami igaz. - Er meint damit etwas, das er selbst nicht ganz versteht, aber das wahr ist. :61. Chiara a tenyere élével megtörli a száját, feláll, és leveszi a kabátját a szék támlájáról. - Chiara wischt sich den Mund mit der flachen Hand ab, steht auf und nimmt ihre Jacke von der Stuhllehne. :62. Aztán elmegy, anélkül hogy csapkodna, és anélkül hogy sírna. - Dann geht sie, ohne zu schlagen und ohne zu weinen. :63. Antonio ülve marad, kezét a kávésbögre köré fonva. - Antonio bleibt sitzen, die Hände um den Kaffeebecher gelegt. :64. Nem néz utána. - Er schaut ihr nicht nach. :65. A tükörtojások kihűlnek. - Die Spiegeleier werden kalt. :66. Az ablak előtti kikötő minden pillanattal világosabb lesz, mintha nem tudná, hogy itt éppen valami véget ért. - Der Hafen vor dem Fenster wird mit jedem Moment heller, als wüsste er nicht, dass hier gerade etwas zu Ende gegangen ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és már majdnem egy évtizede vezet egy trattoriát Nápoly kikötőjében, három asztallal és étlap nélkül. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt, betreibt seit fast einem Jahrzehnt eine Trattoria am Hafen von Neapel mit drei Tischen und keiner Speisekarte. :2. Ebben az évtizedben megtanulta, hogy az embernek meglepően kevésre van szüksége, amíg minden este tudja, mit fog főzni. - In diesem Jahrzehnt hat er gelernt, dass ein Mensch erstaunlich wenig braucht, solange er jeden Abend weiß, was er kochen wird. :3. Két évvel ezelőtt meghalt Lucia – a felesége, a szakácsnője, az asszony, aki mindig túl hangosan nevetett, és mindig túl csípősen fűszerezett. - Vor zwei Jahren ist Lucia gestorben – seine Frau, seine Köchin, die Frau, die immer zu laut gelacht und immer zu scharf gewürzt hat. :4. Egy egészen közönséges kedd estén halt meg, a felszolgálás kellős közepén, kezét még egy vendég tányérjának szélén tartva, aki semmit sem vett észre. - Sie ist an einem ganz gewöhnlichen Dienstagabend mitten im Service gestorben, die Hand noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der nichts gemerkt hatte. :5. Azóta Antonio egy összehajtott gyapjútakarón alszik a konyhapult mögött. - Seitdem schläft Antonio auf einer gefalteten Wolldecke hinter der Küchentheke. :6. Nem azért teszi ezt, mert odafent ne volna ágy, hanem mert a hálószobában olyan csend van, amely hangosabb minden zajnál. - Er tut das nicht, weil oben kein Bett wäre, sondern weil das Schlafzimmer eine Art Stille hat, die lauter ist als jedes Geräusch. :7. Minden este ugyanazt a három ételt főzi: kagylós tésztát, sült cukkinit, hideg citromtortát. - Jeden Abend kocht er dieselben drei Gerichte: Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalter Zitronenkuchen. :8. Ez Lucia rendelése, mindig, amikor egyszer saját magát szolgálhatta ki; valamiféle néma rítus, amelyet ő nem fejez be, mert nem tudja, mi következne utána. - Es ist Lucias Bestellung, immer, wenn sie sich einmal selbst bedienen durfte, eine Art stilles Ritual, das er nicht beendet, weil er nicht weiß, was danach käme. :9. Chiara egy hónapja van ott, huszonhét éves, Torinóból menekült el egy olajbogyó alakú fülbevalóval és egy enyhe selypítéssel, amelyet csak akkor hallani, ha izgatott. - Chiara ist seit einem Monat da, siebenundzwanzig, aus Turin geflohen mit einem Olivenohrrring, einem leichten Lispeln, das man nur hört, wenn sie aufgeregt ist. :10. Olyan nő elszánt hallgatásával érkezett, aki megtanulta, hogy a magyarázatok többe kerülnek, mint amennyit hoznak. - Sie ist mit dem entschlossenen Schweigen einer Frau gekommen, die gelernt hat, dass Erklärungen mehr kosten als sie einbringen. :11. Olyan figyelemmel nézi Antoniót főzés közben, amely túlmutat a puszta kíváncsiságon – ahogy összenyomja a fokhagymagerezdeket, mintha az erő volna az egyetlen, amit még biztosan adagolni tud. - Sie schaut Antonio beim Kochen zu mit einer Aufmerksamkeit, die über bloße Neugier hinausgeht – wie er die Knoblauchzehen presst, als wäre Kraft das Einzige, was er noch sicher dosieren kann. :12. Figyeli, ahogy az ujjai végigsiklanak a késen, olyan nyugalommal, amely közönynek látszik, és talán az is. - Sie beobachtet, wie seine Finger über das Messer gleiten mit einer Ruhe, die aussieht wie Gleichgültigkeit und vielleicht auch eine ist. :13. Egy kedd estén, amikor az utolsó vendégek is elmentek, és a konyha égett fokhagyma és a kagylók sójának szagától terhes, Antonio lehajtott fejjel hagymát vág. - An einem Dienstagabend, als die letzten Gäste gegangen sind und die Küche nach verbranntem Knoblauch und dem Salz der Muscheln riecht, schneidet Antonio Zwiebeln mit gesenktem Kopf. :14. A könnyek végigfolynak az arcán anélkül, hogy letörölné őket, anélkül, hogy észrevenné őket, vagy talán észreveszi, és egyszerűen nem tartja érdemesnek elrejteni őket. - Die Tränen laufen ihm übers Gesicht, ohne dass er sie wischt, ohne dass er sie bemerkt, oder vielleicht bemerkt er sie und findet es schlicht nicht der Mühe wert, sie zu verbergen. :15. Chiara a mosogatónál áll, kagylókat mos, és őt nézi. - Chiara steht an der Spüle, wäscht Muscheln und schaut ihn an. :16. A rozsdás páraelszívó tompa, foltos tükrében úgy találkozik a tekintetük, ahogyan egyikük sem tervezte, és ami mégis olyan pontos, mint egy hosszú mondat végére kitett pont. - Im trüben, gefleckten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke auf eine Weise, die keiner von beiden geplant hat und die trotzdem so präzise ist wie ein gesetzter Punkt am Ende eines langen Satzes. :17. Azt mondja, anélkül, hogy abbahagyná a vágást: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :18. Közelebb lép, kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen és sósan a kagylóvíztől. - Sie tritt näher, legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm und feucht und salzig vom Muschelwasser. :19. Ő nem húzza vissza a kezét, mert a teste döntést hoz, mielőtt a feje egyáltalán elkezdte volna megfogalmazni a kérdést. - Er zieht die Hand nicht zurück, weil sein Körper eine Entscheidung trifft, bevor sein Kopf auch nur angefangen hat, die Frage zu formulieren. :20. Így állnak, amíg Chiara kötényzsebében rezegni nem kezd a mobiltelefon. - Sie stehen so, bis das Handy in ihrer Schürzentasche vibriert. :21. A konyha újra két külön emberré változtatja őket vissza, akik éppen petrezselymet és kagylót készítenek elő, és semmi mást. - Die Küche verwandelt sie wieder in zwei getrennte Menschen zurück, die gerade Petersilie und Muscheln vorbereiten und sonst gar nichts. :22. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek, felváltva osztoznak egy cigarettán, mintha régi szokás volna. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür, teilen sich eine Zigarette im Wechsel, als wäre das eine alte Gewohnheit. :23. A sötét sikátort nézik, ahol egy macska mozdulatlanul ül két szemetes között, mint valami, ami a végszavára vár. - Sie schauen auf die dunkle Gasse, wo eine Katze reglos zwischen zwei Mülleimern sitzt wie etwas, das auf sein Stichwort wartet. :24. A szomszéd házból, egy résnyire nyitva maradt ablakon át egy régi Lucio Battisti-dal szűrődik ki, egészen halkan. - Vom Nachbarhaus kommt durch ein angelehnt gebliebenes Fenster ein altes Lied von Lucio Battisti, ganz leise. :25. Olyan halk, hogy az ember nem biztos benne, hallja-e, vagy csak emlékszik rá. - Es ist so leise, dass man nicht sicher ist, ob man es hört oder sich erinnert. :26. Chiara előrehajol, és megcsókolja, előjel nélkül, a habozás nélkül, amely határozatlanságot feltételez. - Chiara beugt sich vor und küsst ihn, ohne Ankündigung, ohne die Zögerlichkeit, die Unschlüssigkeit voraussetzt. :27. A szája citrom és vörösbor ízű, és olyan valaki elszántságának íze van benne, aki pontosan tudja, mit akar, és kész megfizetni érte az árat. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein und nach der Entschiedenheit von jemandem, der genau weiß, was er will und bereit ist, dafür einen Preis zu zahlen. :28. Antonio lehunyja a szemét, kezét a nő tarkójára teszi, ujjai szorosan tartják, elég szorosan ahhoz, hogy Chiara érezze. - Antonio schließt die Augen, legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fest, fest genug, dass sie es spüren wird. :29. Egy pillanatra a világ erre az egy pontra szűkül, a melegre, a sóra és az utca túlsó oldaláról érkező halk dalra. - Für einen Moment ist die Welt auf diesen einen Punkt reduziert, auf Wärme und Salz und das leise Lied von der anderen Straßenseite. :30. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kicsi, sötét anyajegyet közvetlenül a bal kulcscsontja alatt. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines, dunkles Muttermal direkt unter ihrem linken Schlüsselbein. :31. Olyan sajátos, olyan összetéveszthetetlen helyen van, hogy az agya feldolgozza az információt, mielőtt megakadályozhatná, amit az kivált benne. - Es liegt an einer Stelle so spezifisch, so unverwechselbar, dass sein Gehirn die Information verarbeitet, bevor er verhindern kann, was sie in ihm auslöst. :32. Teljesen megdermed, átmenet nélküli teljességgel, feláll, és visszamegy a konyhába. - Er erstarrt mit einer Vollständigkeit, die keine Zwischenstufen kennt, steht auf und geht in die Küche zurück. :33. Az ajtó becsapódik, ő pedig ott áll a csendben, és hallja, ahogy a saját vére úgy zúg, mint egy hajó, amely elhagy egy kikötőt. - Die Tür fällt ins Schloss, und er steht dort in der Stille und hört sein eigenes Blut rauschen wie ein Schiff, das einen Hafen verlässt. :34. A következő két estén Chiara helye üres marad, Antonio pedig egyedül főz egy konyhában, amely hirtelen nagyobbnak tűnik minden helyiségnél, amelyet ismer. - Die nächsten beiden Abende bleibt Chiaras Platz leer, und Antonio kocht allein in einer Küche, die plötzlich größer wirkt als alle Räume, die er kennt. :35. A kagylókat csak félig eszik meg, a három asztal korábban ürül ki, mint valaha, és a csend más minőségű, mint máskor. - Die Muscheln sind nur halb aufgegessen, die drei Tische früher leer als je zuvor, die Stille von einer anderen Qualität als sonst. :36. A harmadik éjszakán, kevéssel éjfél után, maga mögött behúzza a trattoria ajtaját, és végigmegy a szűk, rosszul megvilágított sikátorokon. - In der dritten Nacht, kurz nach Mitternacht, zieht er die Tür der Trattoria hinter sich zu und geht durch die engen, schlecht beleuchteten Gassen. :37. Elmegy a bezárt üzletek és az állott sütőolaj szaga mellett. - Er geht vorbei an geschlossenen Läden und dem Geruch nach abgestandenem Frittieröl. :38. Ahhoz a régi házhoz megy a pékség fölött, ahol még soha nem járt, és amelynek lépcsőháza nedves fa és kenyér szagát árasztja. - Er geht zu dem alten Haus über der Bäckerei, wo er noch nie gewesen ist und dessen Treppe nach nassem Holz und Brot riecht. :39. Chiara lakásának ajtaja résnyire nyitva áll, bent nincs fény, csak a cigarettája narancsszínű izzása. - Die Tür zu Chiaras Wohnung steht einen Spalt offen, kein Licht darin außer dem orangefarbenen Glühen ihrer Zigarette. :40. Az izzás úgy mozog a sötétben, mint egy világítótorony villanása, amelyet nem neki szántak, és mégis vezeti őt. - Das Glühen bewegt sich in der Dunkelheit wie das Blinken eines Leuchtturms, der nicht für ihn gedacht ist und ihn trotzdem führt. :41. Chiara az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva, és olyan arckifejezéssel néz rá, amely se nem meglepett, se nem megkönnyebbült. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen, und schaut ihn an mit einem Ausdruck, der weder überrascht noch erleichtert ist. :42. Olyan ember arckifejezése ez, aki megnyert egy fogadást, amelyet szívesebben veszített volna el. - Es ist der Ausdruck von jemandem, der eine Wette gewonnen hat, die er lieber verloren hätte. :43. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, a csuklója belső oldalát a mennyezet felé fordítja, aztán hüvelykujjával végigsimít az anyajegyen. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand, dreht die Innenseite ihres Handgelenks zur Decke und streicht dann mit dem Daumen über das Muttermal. :44. Lassan és összpontosítva teszi, mint valaki, aki azt vizsgálja, begyógyult-e egy sebhely, vagy még nyitva van. - Er tut es langsam und konzentriert, wie jemand, der prüft, ob eine Narbe verheilt ist oder noch offen. :45. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :46. A hangja úgy hangzik, mint egy férfi hangja, aki azért mond ki egy mondatot, hogy saját magát meggyőzze arról, hogy hisz benne. - Seine Stimme klingt wie die Stimme eines Mannes, der einen Satz ausspricht, um sich selbst davon zu überzeugen, dass er ihn glaubt. :47. Chiara megtartja a kezét. - Chiara hält seiner Hand stand. :48. Anélkül válaszol, hogy felemelné a hangját: „De az enyém.” - Sie antwortet, ohne die Stimme zu heben: „Aber es ist meins." :49. Együtt alszanak, nem szenvedélyből, nem szánalomból és nem kétségbeesésből. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Mitleid und nicht aus Verzweiflung. :50. Olyan két ember csendes pragmatizmusával alszanak együtt, akik mindketten tudják, hogy éppen olyasmit tesznek, amit nem tudnak visszacsinálni, és akik úgy döntöttek, hogy mégis megteszik. - Sie schlafen miteinander mit der stillen Pragmatik zweier Menschen, die beide wissen, dass sie gerade etwas tun, das sie nicht rückgängig machen können, und die sich entschieden haben, es trotzdem zu tun. :51. Kevéssel öt után Antonio felkel, a sötétben felöltözik, és visszamegy a trattoriába. - Um kurz nach fünf steht Antonio auf, zieht sich im Dunkeln an und geht zurück in die Trattoria. :52. Begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a serpenyőbe – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, amelyet soha nem készített neki, és amelynek most kezdetillata van, bár nem biztos benne, minek a kezdete. - Er zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Pfanne – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie mochte, das er nie für sie gemacht hat, das jetzt nach Anfang riecht, obwohl er nicht sicher ist, wovon. :53. Az első szürke reggeli fény bejön az ablakon, és úgy terül el a munkafelületen, mint valami, ami nem biztos benne, hogy szívesen látják-e. - Das erste graue Morgenlicht kommt durchs Fenster und legt sich auf die Arbeitsfläche wie etwas, das nicht sicher ist, ob es willkommen ist. :54. Antonio a tűzhelynél áll, nézi a tojásokat, ahogy a vajban dermednek, és semmi meghatározottra nem gondol. - Antonio steht am Herd und schaut auf die Eier, die in der Butter stocken, und denkt an nichts Bestimmtes. :55. Chiara egy órával később érkezik, még félig álmosan, bejelentés nélkül az ölébe ül, és a tányérjáról eszik, mintha ez évek óta tartó szokás volna, nem pedig az első alkalom. - Chiara kommt eine Stunde später, noch halb schläfrig, setzt sich ohne Ankündigung auf seinen Schoß und isst von seinem Teller, als wäre das eine jahrelange Gewohnheit und nicht das erste Mal. :56. Antonio nevet, röviden, valóban, saját magán is meglepődve; olyan nevetés ez, amelynek érkezését nem hallotta előre. - Antonio lacht, ein kurzes, echtes, von sich selbst überraschtes Lachen, das er nicht kommen gehört hat. :57. Chiara úgy néz rá, mintha ez a nevetés valami volna, amit megjegyzett magának. - Chiara schaut ihn an, als wäre dieses Lachen etwas, das sie sich gemerkt hat. :58. Aztán megkérdezi, tekintetét újra a tányérra szegezve, olyan mellékességgel, amely nem mellékes: „Maradsz?” - Dann fragt sie, den Blick wieder auf den Teller gesenkt, mit einer Beiläufigkeit, die nicht beiläufig ist: „Bleibst du?" :59. Antonio kinéz az ablakon a kikötőre, ahol egy teherhajó lassan és sietség nélkül indul el, közönyösen, mint minden nagy dolog, amelyet nem érdekel, nézi-e valaki. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den Hafen, wo ein Frachtschiff langsam und ohne Eile abfährt, gleichgültig wie alle großen Dinge, die sich nicht darum scheren, ob man ihnen zuschaut. :60. Azt mondja: „Már maradtam – csak nem itt”, és ezzel olyasmit ért, amit talán még ő maga sem ért teljesen, ami azonban abban a pillanatban az egyetlen lehetséges válasz egy olyan kérdésre, amely többet követel, mint amennyit ő adni tud. - Er sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier", und meint damit etwas, das vielleicht nicht einmal er selbst vollständig versteht, das aber in dem Moment die einzig mögliche Antwort auf eine Frage ist, die mehr verlangt, als er geben kann. :61. Chiara a kézfejével megtörli a száját, feláll, leveszi a kabátját a szék támlájáról, és elmegy. - Chiara wischt sich den Mund mit dem Handrücken ab, steht auf, nimmt ihre Jacke von der Stuhllehne und geht. :62. Úgy megy el, hogy nem fordul vissza, nem csap be ajtót, annak méltóságával, aki választ várt, és meg is kapta. - Sie geht, ohne sich umzudrehen, ohne eine Tür zu schlagen, mit der Würde von jemandem, der eine Antwort erwartet hat und sie bekommen hat. :63. Antonio az asztalnál marad ülve, kezei a már hideg kávésbögrét fogják körül, és nem néz utána. - Antonio bleibt am Tisch sitzen, die Hände um den Kaffeebecher gelegt, der schon kalt ist, und schaut ihr nicht nach. :64. Nem néz a tojásokra, nem néz a kikötőre, és egyszerűen semmire sem néz, miközben odakint egyre világosabb lesz, mintha a világ a szokásos ügyeit intézné, teljesen érintetlenül attól, hogy itt valaki éppen másodszor maradt egyedül két év alatt. - Er schaut nicht auf die Eier und schaut nicht auf den Hafen und schaut einfach nichts an, während das Licht draußen heller wird, als ginge die Welt ihren üblichen Geschäften nach, vollkommen unbeeindruckt davon, dass hier gerade jemand das zweite Mal in zwei Jahren allein geblieben ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és aki csak futólag ismeri, azt mondaná, hogy trattoriát vezet Nápoly kikötőjében. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt, und wer ihn nur flüchtig kennt, würde sagen, er betreibt eine Trattoria am Hafen von Neapel. :2. Három asztal, nincs étlap, egy ablak a víz felé, amelyet soha nem tisztít meg, mert a rajta lévő kosz úgy töri meg a fényt, hogy azt szebbnek találja a tisztaságnál. - Drei Tische, keine Speisekarte, ein Fenster zum Wasser hin, das er nie putzt, weil der Schmutz darauf das Licht auf eine Weise bricht, die er schöner findet als Klarheit. :3. De ez csak a külső héja volna egy történetnek, amelynek magja két éve abban áll, hogy egy férfi minden este ugyanazokat az ételeket főzi olyan vendégeknek, akik soha nem rendelték meg őket, mert az egyetlen ember, akinek valaha készítette őket, már nincs ott, hogy megegye őket. - Aber das wäre nur die äußere Schale einer Geschichte, deren Kern seit zwei Jahren darin besteht, dass ein Mann jeden Abend dieselben Gerichte kocht für Gäste, die sie nie bestellt haben, weil die einzige Person, für die er sie je gemacht hat, nicht mehr da ist, um sie zu essen. :4. Lucia egy keddi napon halt meg, az esti kiszolgálás kellős közepén, leeső test zaja nélkül, dráma nélkül, a keze még egy vendég tányérjának peremén, aki semmit sem vett észre. - Lucia ist an einem Dienstag gestorben, mitten im Abendservice, ohne das Geräusch eines fallenden Körpers, ohne Drama, mit der Hand noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der nichts bemerkt hatte. :5. Antonio a mai napig nem tud visszaemlékezni ennek a vendégnek az arcára, bár megpróbálta, mert azt gondolta, hogy a bűntudatnak horgonyra van szüksége, és ez a férfi volt az egyetlen kézzelfogható. - Antonio kann sich bis heute nicht an das Gesicht dieses Gastes erinnern, obwohl er es versucht hat, weil er dachte, dass Schuld einen Anker braucht, und dieser Mann der einzige greifbare war. :6. Azóta Antonio egy összehajtott gyapjútakarón alszik a konyhapult mögött, nem azért, mert képtelen volna belépni a hálószobába, hanem valamiféle pontosan megválasztott büntetésből, amelyet saját magára rótt ki anélkül, hogy valaha eldöntötte volna, pontosan miért. - Seitdem schläft Antonio auf einer gefalteten Wolldecke hinter der Küchentheke, nicht aus Unvermögen, das Schlafzimmer zu betreten, sondern aus einer Art präzise gewählter Bestrafung, die er sich selbst auferlegt hat ohne je zu entscheiden, wofür genau. :7. Folytatja ezt a büntetést, mert az abbahagyás időközben magyarázatot követelne, amellyel senkinek sem tartozik, legkevésbé saját magának. - Er setzt diese Bestrafung fort, weil das Aufhören inzwischen eine Erklärung erfordern würde, die er niemandem schuldet und sich selbst am allerwenigsten. :8. A három étel – tészta kagylóval, sült cukkini, hideg citromtorta – nem rituálé szentimentális értelemben. - Die drei Gerichte – Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalter Zitronenkuchen – sind kein Ritual im sentimentalen Sinne. :9. Inkább szerkezeti elv, afféle napi állítás arról, hogy a világnak még mindig van rendje, még ha az indoka már el is tűnt. - Sie sind eher ein strukturelles Prinzip, eine Art tägliche Behauptung, dass die Welt noch eine Ordnung hat, auch wenn ihre Begründung fortgefallen ist. :10. Chiara egy hónapja tűnt fel, huszonhét éves, Torinóból menekült el egy olyan nő tömör csomagjával, aki megtanulta, hogy kevesebbre van szükség, mint hinnénk, ha az ember csak kész abbahagyni, hogy olyan dolgokért fizessen, amelyek nem tartoznak hozzá. - Chiara ist vor einem Monat aufgetaucht, siebenundzwanzig Jahre alt, aus Turin geflohen mit dem kompakten Gepäck einer Frau, die gelernt hat, dass man weniger braucht, als man denkt, wenn man nur bereit ist, aufzuhören, für Dinge zu bezahlen, die einem nicht gehören. :11. Egy apró olajbogyós fülbevalót visel, alig hallhatóan selypít, amikor a mondatok hosszabbak lesznek, és az első két hétben olyan keveset beszélt magáról, hogy Antonio a hallgatását az udvariasság egyik formájaként kezdte értelmezni, ami talán az is, vagy talán valami más, amit még nem akart megnevezni. - Sie trägt einen Ohrring mit einer kleinen Olive, lispelt kaum hörbar, wenn die Sätze länger werden, und hat in den ersten zwei Wochen so wenig über sich selbst gesprochen, dass Antonio begann, ihr Schweigen als eine Form von Höflichkeit zu interpretieren, was es vielleicht auch ist, oder vielleicht auch etwas anderes, das er noch nicht benennen wollte. :12. Amit akkor tesz, amikor főzés közben figyeli őt, túl van a kíváncsiságon és innen a vonzalmon. - Was sie tut, wenn sie ihm beim Kochen zuschaut, geht über Neugier hinaus und unter Zuneigung. :13. Olyan ember figyelme ez, aki valami meghatározottat keres, és még nem tudja, megtalálta-e, vagy csak reméli, hogy talán ez az, amit keres. - Es ist die Aufmerksamkeit von jemandem, der etwas Bestimmtes sucht und noch nicht weiß, ob er es gefunden hat oder ob er nur hofft, es könnte das sein, wonach er sucht. :14. Az említett kedd estén, miután az utolsó vendég fizetett, és a konyha abban az állapotban van, amelyet Antonio szépnek nevez, és amely mindenki másnak rendetlenségnek tűnne – kagylóhéjak a mosogató peremén, olívaolaj a tűzhelyen, a petrezselyem még félig aprítatlanul –, lehajtott fejjel hagymát vág, és hagyja folyni a könnyeit. - An besagtem Dienstagabend, nachdem der letzte Gast gezahlt hat und die Küche in dem Zustand ist, den Antonio schön nennt und der allen anderen wie Unordnung vorkäme – Muschelschalen am Rand der Spüle, Olivenöl auf dem Herd, die Petersilie noch halb ungehackt –, schneidet er Zwiebeln mit gesenktem Kopf und lässt die Tränen laufen. :15. Nem azért teszi, mert gyászol, vagy nem csak azért, hanem mert valamikor felhagyott azzal, hogy különbséget tegyen a hagymakönnyek és a többi között, és ez a különbségnélküliség időközben az őszinteség egyik formájának érződik. - Er tut es nicht, weil er trauert, oder nicht nur, sondern weil er irgendwann aufgehört hat, zwischen Zwiebeltränen und den anderen zu unterscheiden, und diese Unterschiedslosigkeit sich inzwischen wie eine Form von Ehrlichkeit anfühlt. :16. Chiara a mosogatónál áll, és a páraelszívó zsírcseppektől erezett, homályos tükrében tekintetük egy olyan véletlen pontosságával találkozik, amely túl jól megrendezettnek hat ahhoz, hogy véletlen legyen. - Chiara steht an der Spüle, und im trüben, von Fettflecken gemaserten Spiegel der Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke mit der Präzision eines Zufalls, der zu gut inszeniert wirkt, um zufällig zu sein. :17. Ott tartják egymást egy pillanatig, amely elég hosszú ahhoz, hogy mindketten tudják, mit jelent, és elég rövid ahhoz, hogy egyikük se legyen kénytelen úgy tenni, mintha tudta volna. - Sie halten sich dort einen Moment, der lang genug ist, dass beide wissen, was er bedeutet, und kurz genug, dass keiner gezwungen ist, so zu tun, als hätte er es gewusst. :18. Anélkül, hogy abbahagyná a vágást, a lehető legmellékesebb hangon azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden, die Stimme so beiläufig wie möglich: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :19. Chiara egy lépéssel közelebb lép, kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen, sósan a kagylóviztől, olyan magától értetődőséggel, amely semmiféle engedélyt nem kért, és nem is volt rá szüksége, ő pedig nem húzza vissza a kezét, mert a teste ebben a pillanatban okosabb az értelménél, vagy legalábbis gyorsabb, és az okosság kérdését későbbre halasztja. - Sie tritt einen Schritt näher, legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm, feucht, salzig vom Muschelwasser, mit einer Selbstverständlichkeit, die keinerlei Erlaubnis eingeholt hat und keine brauchte, und er zieht die Hand nicht zurück, weil sein Körper in diesem Moment klüger ist als sein Verstand, oder wenigstens schneller, und die Frage der Klugheit auf später vertagt. :20. Így állnak, amíg a mobiltelefon rezegni nem kezd a nő kötényzsebében. - Sie stehen so, bis das Handy in ihrer Schürzentasche vibriert. :21. A valóság visszaváltoztatja őket két emberré, akik petrezselymet aprítanak, kagylót mosnak, és semmi többé. - Die Wirklichkeit verwandelt sie in zwei Menschen zurück, die Petersilie hacken und Muscheln waschen und nichts weiter. :22. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek, megosztanak egy cigarettát egy olyan ritmusban, amely saját magát találta ki, és úgy hallgatnak, hogy az nem árul el kényelmetlenséget. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür, teilen sich eine Zigarette in einem Rhythmus, der sich selbst erfunden hat, schweigen auf eine Art, die kein Unbehagen verrät. :23. Lucio Battistit hallgatják, aki a szemközti ablakon át lép be a sötétbe, olyan halkan, hogy éppúgy lehetne emlék, mint egy dal, amelyet éppen lejátszanak. - Sie hören auf Lucio Battisti, der durch ein Fenster von gegenüber ins Dunkel tritt, so leise, dass er ebenso eine Erinnerung sein könnte wie ein Lied, das gerade gespielt wird. :24. Chiara megcsókolja őt anélkül, hogy bejelentené a pillanatot, anélkül a tétovaság nélkül, amely ambivalenciát feltételez, szája citrom és vörösbor ízű, és egy olyan nő csendes elszántságáé, aki eldöntötte, hogy vállalja a kockázatot. - Chiara küsst ihn, ohne den Moment anzukündigen, ohne die Zögerlichkeit, die Ambivalenz voraussetzt, ihr Mund nach Zitrone und Rotwein und der stillen Entschlossenheit einer Frau, die beschlossen hat, dass sie das Risiko eingeht. :25. Antonio lehunyja a szemét, és kezét a nő tarkójára teszi, ujjai szinte fájdalmasan szorosan tartják, mintha a kapaszkodás pótolhatná azt, amit a nyelv nem tud, és a perc töredékére a világ erre az egy pontra hajtódik össze, melegségre, sóra, a távoli dalra, a kikötő szagára. - Antonio schließt die Augen und legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fast schmerzhaft fest, als könnte Festhalten das ersetzen, was Sprache nicht kann, und für den Bruchteil einer Minute ist die Welt auf diesen einen Punkt zusammengefaltet, auf Wärme, auf Salz, auf das ferne Lied, auf den Geruch des Hafens. :26. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kis sötét anyajegyet a bal kulcscsontja alatt, olyan konkrét, olyan változhatatlanul ismerős helyen, hogy az agya végrehajtja a társítást, mielőtt megakadályozhatná. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines dunkles Muttermal unter ihrem linken Schlüsselbein, an einer Stelle so spezifisch, so unveränderlich vertraut, dass sein Gehirn die Assoziation vollzieht, bevor er sie verhindern kann. :27. Ezzel a társítással egyszerre tér vissza minden – nem fájdalomként, hanem valami hidegebbként, pontosabbként, mint egy sebészi vágás valamiben, amit gyógyultnak hitt az ember. - Mit dieser Assoziation kommt alles auf einmal zurück – nicht als Schmerz, sondern als etwas Kälteres, Präziseres, wie ein chirurgischer Schnitt in etwas, das man für verheilt gehalten hatte. :28. Átmenetek nélküli teljességgel dermed meg, feláll és elmegy. - Er erstarrt mit einer Vollständigkeit, die keine Übergänge kennt, steht auf und geht. :29. A konyhaajtó valami végleges hangjával csukódik be mögötte, ő pedig az üres konyhában áll, hallja saját lélegzetét, és azon tűnődik, gyáva dolog-e, amit az imént tett, és nem jut eredményre. - Die Küchentür schließt sich hinter ihm mit dem Laut von etwas Endgültigem, und er steht in der leeren Küche und hört seinen eigenen Atem und fragt sich, ob es feige ist, was er gerade getan hat, und kommt zu keinem Ergebnis. :30. A következő két este Chiara helye üres, Antonio pedig egy olyan konyhában főz tovább, amelynek méretei ugyanazok, mint mindig, és mégis másnak érződik, talán tágasabbnak, vagy üresebbnek. - Die nächsten zwei Abende ist Chiaras Platz leer, und Antonio kocht in einer Küche, die dieselben Maße hat wie immer und sich trotzdem anders anfühlt, weiter vielleicht, oder leerer. :31. Abban a sajátos értelemben üresebb, hogy hiányzik valami, ami nemrég még nem is volt ott, és amelynek hiányát ezért élesebben érzékeli, mint azokét a dolgokét, amelyek régebb óta hiányoztak. - Es ist leerer in dem spezifischen Sinne, dass etwas fehlt, das noch vor kurzem noch nicht da war und dessen Abwesenheit deshalb schärfer registriert wird als die von Dingen, die länger fehlten. :32. A harmadik éjszakán, éjfél után bezárja a trattoriát. - In der dritten Nacht, nach Mitternacht, schließt er die Trattoria ab. :33. Végigmegy a szűk sikátorokon, elhalad az öreg sütőolaj szaga és egy kapualjból jövő macskahang mellett, a pékség fölötti házhoz, egy ajtóhoz, amely résnyire nyitva áll. - Er geht durch die engen Gassen, vorbei an dem Geruch nach altem Frittieröl und dem Katzengeräusch in einer Einfahrt, zu dem Haus über der Bäckerei, zu einer Tür, die einen Spalt offen steht. :34. Az ajtó nyitva áll, mintha tudta volna, hogy jönni fog, vagy mintha Chiara tudta volna, hogy jönni fog, ami ugyanarra fut ki. - Die Tür steht offen, als hätte sie gewusst, dass er kommen würde, oder als hätte Chiara gewusst, dass er kommen würde, was auf dasselbe hinausläuft. :35. Chiara az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva, a cigaretta az ujjai között, és olyan ember arckifejezésével néz rá, aki megnyert egy fogadást, amelyet nem akart megnyerni. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen, die Zigarette zwischen den Fingern, und schaut ihn an mit dem Ausdruck von jemandem, der eine Wette gewonnen hat, die zu gewinnen er nicht wollte. :36. Nem akarta megnyerni, mert az ár nem stimmel. - Er wollte sie nicht gewinnen, weil der Preis nicht stimmt. :37. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, tenyérrel felfelé fordítja, és hüvelykujjával lassan, többször végigsimít az anyajegyen. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand, dreht die Innenfläche nach oben und streicht mit dem Daumen über das Muttermal, langsam, mehrmals. :38. Úgy teszi, mint aki ellenőrzi, hogy valami valóban ott van-e, vagy csak úgy néz ki, mint amit látni vár. - Er tut es wie jemand, der überprüft, ob etwas wirklich da ist oder nur so aussieht wie das, was er zu sehen erwartet. :39. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :40. A hangja úgy hangzik, mint egy férfi hangja, aki valós időben próbálja meggyőzni saját magát arról, hogy igaza van. - Seine Stimme klingt wie die Stimme eines Mannes, der versucht, sich selbst in Echtzeit davon zu überzeugen, dass er recht hat. :41. Chiara nem húzza vissza a kezét. - Chiara zieht die Hand nicht zurück. :42. Annak a nyugalmával felel, aki ezt a mondatot már előre látta jönni: „De ez az enyém.” - Sie antwortet mit der Ruhe von jemandem, der diesen Satz schon kommen hat sehen: „Aber es ist meins." :43. Együtt alszanak, nem szenvedélyből, nem gyászból, és nem abból a tévedésből, hogy a testek meggyógyítják azt, amire a nyelv nem képes. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Trauer und nicht aus dem Irrtum, dass Körper heilen, was Sprache nicht schafft. :44. Két felnőtt józan beleegyezésével teszik, akik mindketten tudják, hogy olyasmit tesznek, aminek következményei vannak, és akik úgy döntöttek, hogy a következményeket holnapra halasztják. - Sie tun es mit der nüchternen Zustimmung zweier Erwachsener, die beide wissen, dass sie etwas tun, das Konsequenzen hat, und die sich entschieden haben, die Konsequenzen auf morgen zu verschieben. :45. Nem sokkal öt után Antonio felöltözik, visszamegy a trattoriába, begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a vajba – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, és amelyet ő soha nem készített neki. - Um kurz nach fünf zieht Antonio sich an, geht zurück in die Trattoria, zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Butter – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie gemocht hat, das er nie für sie gemacht hat. :46. Most a csendes konyhában valaminek az illata terjeng, amit kezdetnek nevezne, ha biztos volna benne, hogy az. - Es riecht jetzt in der stillen Küche nach etwas, das er Anfang nennen würde, wenn er sich sicher wäre, ob das stimmt. :47. A reggeli fény a piszkos ablakon át ráfekszik a munkafelületre. - Das Morgenlicht legt sich durch das schmutzige Fenster auf die Arbeitsfläche. :48. Megtört és szórt, azon a módon, amelyet szebbnek talál a tisztaságnál. - Es ist gebrochen und diffus, auf die Weise, die er schöner findet als Klarheit. :49. Chiara egy órával később érkezik, minden előzetes bejelentés nélkül az ölébe ül, és az ő tányérjáról eszik annak a szokásnak a magától értetődőségével, amelyet éppen feltalál. - Chiara kommt eine Stunde später, setzt sich ohne Vorankündigung auf seinen Schoß und isst von seinem Teller mit der Selbstverständlichkeit einer Gewohnheit, die sie gerade erfindet. :50. Antonio nevet – egy rövid, valódi, saját magát is meglepő nevetéssel, amely úgy változtatja meg a teret, ahogy ő nem tudta volna leírni, de amit a nő olyan ember tekintetével regisztrál, aki figyel. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes, von sich selbst überraschtes Lachen, das den Raum verändert auf eine Art, die er nicht hätte beschreiben können, das aber von ihr registriert wird mit dem Blick von jemandem, der aufpasst. :51. Aztán megkérdezi, még mindig villával a kezében, tekintetét a tányérra szegezve, gondosan megszerkesztett mellékességgel: „Maradsz?” - Dann fragt sie, die Gabel noch in der Hand, den Blick auf den Teller gesenkt, mit einer Beiläufigkeit, die sorgfältig konstruiert ist: „Bleibst du?" :52. Antonio kinéz az ablakon a kikötőre, ahol egy teherhajó hangtalanul és sietség nélkül hagyja el a helyét, a nagy dolgok teljes közönyével aziránt, ami a peremükön történik, és azt mondja: „Már maradtam – csak nem itt.” - Antonio schaut aus dem Fenster auf den Hafen, wo ein Frachtschiff lautlos und ohne Eile seinen Platz verlässt, mit der vollständigen Gleichgültigkeit großer Dinge gegenüber dem, was an ihren Rändern passiert, und sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier." :53. Ez egy olyan mondat, amely abban a pillanatban igaz és hiányos, és a legjobb, amit fel tud ajánlani, és tudja, hogy a nő érti, mire gondol, és tudja, hogy az értés nem ugyanaz, mint az egyetértés. - Es ist ein Satz, der in dem Moment wahr ist und unvollständig und das Beste, was er anbieten kann, und er weiß, dass sie versteht, was er meint, und er weiß, dass Verstehen nicht dasselbe ist wie Einverstanden-Sein. :54. Chiara kézfejével megtörli a száját, egy olyan mozdulattal, amelyben nincs semmi drámai, és éppen ezért hat olyan véglegesnek, feláll, fogja a kabátját, és elmegy. - Chiara wischt sich den Mund mit dem Handrücken ab, mit einer Geste, die nichts Dramatisches hat und gerade deshalb so endgültig wirkt, steht auf, nimmt ihre Jacke und geht. :55. Nem csap be ajtót, és nem fordul vissza, annak a méltóságával, aki őszinte választ kapott, és jobban szerette volna, ha nem kapja meg. - Sie schlägt keine Tür und dreht sich nicht um, mit der Würde von jemandem, der eine ehrliche Antwort erhalten hat und sie lieber nicht gehabt hätte. :56. Antonio az asztalnál marad ülve, kezei a kihűlt kávésbögre körül, és nem néz utána, nem néz a tojásokra, nem néz a kikötőre, és egyszerűen semmire sem néz, miközben a piszkos ablakon át a fény egyre világosabb és szórtabb lesz. - Antonio bleibt am Tisch sitzen, die Hände um den erkalteten Kaffeebecher, und schaut ihr nicht nach und schaut nicht auf die Eier und schaut nicht auf den Hafen und schaut einfach nichts an, während das Licht durch das schmutzige Fenster heller und diffuser wird. :57. Arra gondol, hogy most két éven belül másodszor ül egyedül ennél az asztalnál, és azon tűnődik, vajon ez minta-e vagy véletlen, és ahogy már legutóbb is, most sem jut semmiféle használható eredményre. - Er denkt daran, dass er jetzt zum zweiten Mal in zwei Jahren allein an diesem Tisch sitzt, und fragt sich, ob das ein Muster ist oder ein Zufall, und kommt, wie schon beim letzten Mal, zu keinem brauchbaren Ergebnis. ------------------------- == 75 == 1 ------------------------- :Stephen Harding doktor - Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding Oxfordban lakik. - Dr. Stephen Harding wohnt in Oxford. :2. Ötvenhárom éves. - Er ist 53 Jahre alt. :3. A St. Anne's College oktatója. - Er ist Dozent am St. Anne's College. :4. Szereti a régi könyveket. - Er liebt alte Bücher. :5. A szobája tele van könyvekkel. - Sein Zimmer ist voll mit Büchern. :6. Ma vendég érkezik. - Heute kommt ein Gast. :7. A vendéget Dr. James Callowaynek hívják. - Der Gast heißt Dr. James Calloway. :8. James harmincegy éves. - James ist 31 Jahre alt. :9. Új az egyetemen. - Er ist neu an der Universität. :10. Kapott egy állást. - Er hat eine Stelle bekommen. :11. Stephen ebben az állásban reménykedett. - Stephen hat auf diese Stelle gehofft. :12. A barátjának akarta. - Er wollte sie für seinen Freund. :13. De James kapta meg. - Aber James hat sie bekommen. :14. Délután négy óra van. - Es ist vier Uhr nachmittags. :15. Stephen az asztalra teszi a teáskészletet. - Stephen stellt das Teeservice auf den Tisch. :16. A készlet ezüstből van. - Das Service ist aus Silber. :17. Nagyon régi és nagyon szép. - Es ist sehr alt und sehr schön. :18. James az ajtó előtt áll. - James steht vor der Tür. :19. Egy perccel korábban csenget. - Er klingelt eine Minute zu früh. :20. Stephen két percet vár. - Stephen wartet zwei Minuten. :21. Aztán kinyitja az ajtót. - Dann öffnet er die Tür. :22. Azt mondja: „Á, pontos. Ez manapság ritka.” - Er sagt: „Ah, pünktlich. Das ist selten heute." :23. James mosolyog. - James lächelt. :24. A mosoly nem egészen valódi. - Das Lächeln ist nicht ganz echt. :25. Bemegy a lakásba. - Er geht in die Wohnung. :26. Régi könyvek illata van. - Es riecht nach alten Büchern. :27. Két nagy karosszékbe ülnek le. - Sie setzen sich in zwei große Sessel. :28. Közöttük egy kis asztal áll. - Zwischen ihnen steht ein kleiner Tisch. :29. Stephen kitölti a teát. - Stephen gießt den Tee ein. :30. Először a tejet önti a csészébe. - Er gibt zuerst die Milch in die Tasse. :31. Ez a régi angol módi. - Das ist die alte englische Art. :32. Megkérdezi: „Egy kekszet?” - Er fragt: „Ein Keks?" :33. Odanyújtja a dobozt. - Er reicht die Dose. :34. James két kekszet vesz. - James nimmt zwei Kekse. :35. Stephen ezt látja. - Stephen sieht das. :36. Felvonja az egyik szemöldökét. - Er hebt eine Augenbraue. :37. Azt mondja: „Anyám mindig azt mondta: csak az egyszerű emberek vesznek kettőt.” - Er sagt: „Meine Mutter hat immer gesagt: Nur einfache Leute nehmen zwei." :38. James beleharap a kekszbe. - James beißt in den Keks. :39. Azt mondja: „Anyám mindig azt mondta: csak a gazdag emberek félnek venni.” - Er sagt: „Meine Mutter hat immer gesagt: Nur reiche Leute haben Angst zu nehmen." :40. Csend lesz a szobában. - Es wird still im Zimmer. :41. Egy kanál megcsörren egy csészén. - Ein Löffel klappert auf einer Tasse. :42. Stephen issza a teáját. - Stephen trinkt seinen Tee. :43. Megkérdezi: „Már sikerült berendezkednie?” - Er fragt: „Haben Sie sich schon eingelebt?" :44. James bólint. - James nickt. :45. Azt mondja: „A könyvtár nagyon jó. De a könyvek nincsenek jól rendezve.” - Er sagt: „Die Bibliothek ist sehr gut. Aber die Bücher sind nicht gut sortiert." :46. Stephen keze röviden megmozdul. - Stephens Hand bewegt sich kurz. :47. Azt mondja: „Régi kollégámnak megvolt a maga rendszere. Zseni volt.” - Er sagt: „Mein alter Kollege hatte sein eigenes System. Er war ein Genie." :48. Kihangsúlyozza a „maga” szót. - Er betont das Wort „sein". :49. James ezt meghallja. - James hört das. :50. Azt mondja: „Egy zseninek is szüksége van rendre. Néha.” - Er sagt: „Ein Genie braucht auch Ordnung. Manchmal." :51. Mindketten egyszerre isznak. - Sie trinken beide gleichzeitig. :52. Kint enyhén esik az eső. - Draußen regnet es leicht. :53. Az időjárásról beszélnek. - Sie reden über das Wetter. :54. Az új könyvtárról beszélnek. - Sie reden über die neue Bibliothek. :55. Minden szónak két jelentése van. - Jedes Wort hat zwei Bedeutungen. :56. De ezt nem mondják ki közvetlenül. - Aber sie sagen das nicht direkt. :57. Egy óra múlva James feláll. - Nach einer Stunde steht James auf. :58. Kinyújtja a kezét. - Er streckt die Hand aus. :59. Stephen elfogja a kezet. - Stephen nimmt die Hand. :60. Kissé túl hosszan tartja. - Er hält sie etwas zu lang. :61. Azt mondja: „Ezt megismételjük.” - Er sagt: „Wir machen das wieder." :62. James azt mondja: „Örömmel. Legközelebb nálam. Kávét főzök. Modernet.” - James sagt: „Gerne. Nächstes Mal bei mir. Ich mache Kaffee. Den modernen." :63. Az ajtóhoz megy. - Er geht zur Tür. :64. Az ajtónál megfordul. - An der Tür dreht er sich um. :65. Azt mondja: „A kekszek nagyon jók voltak. Az édesanyja Indiából hozta a receptet?” - Er sagt: „Die Kekse waren sehr gut. Hat Ihre Mutter das Rezept aus Indien?" :66. Stephen mosolya merevvé válik. - Stephens Lächeln wird fest. :67. Az ajtó becsukódik. - Die Tür geht zu. :68. James végigmegy a folyosón. - James geht den Flur hinunter. :69. Mélyen kifújja a levegőt. - Er atmet tief aus. :70. A szobában Stephen lesöpri a morzsákat a zakójáról. - Im Zimmer wischt Stephen die Krümel von seiner Jacke. :71. Aztán röviden elmosolyodik. - Dann lächelt er kurz. :72. Senki sem nyert. - Keiner hat gewonnen. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Stephen Harding doktor - Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding már sok éve Oxfordban él, egy nagy lakásban, amely tele van régi könyvekkel. - Dr. Stephen Harding lebt seit vielen Jahren in Oxford, in einer großen Wohnung voller alter Bücher. :2. A St. Anne's College-ban dolgozik, és ismeri az egyetem minden zugát. - Er arbeitet am St. Anne's College und kennt jeden Winkel dieser Universität. :3. Ezen a délutánon vendéget vár, és ennek nem örül. - An diesem Nachmittag erwartet er einen Gast, und er ist nicht glücklich darüber. :4. A vendéget Dr. James Callowaynek hívják, új itt, és kapott egy állást. - Der Gast heißt Dr. James Calloway, er ist neu hier und hat eine Stelle bekommen. :5. Ezt az állást Stephen pártfogoltjának szánták, de az egyetem másként döntött. - Diese Stelle war für Stephens Schützling gedacht, aber die Universität hat anders entschieden. :6. Stephen már korán előkészítette a teáskészletet, az ezüstöt, amelyet csak fontos látogatásokhoz használ. - Stephen hat das Teeservice schon früh vorbereitet, das silberne, das er nur für wichtige Besuche benutzt. :7. Négy órakor megszólal a csengő a nehéz tölgyfaajtónál. - Um vier Uhr klingelt es an der schweren Eichentür. :8. Stephen ránéz az órára, pontosan két percet vár, aztán az ajtóhoz megy. - Stephen schaut auf die Uhr, wartet genau zwei Minuten, dann geht er zur Tür. :9. Kinyitja, és kis mosollyal azt mondja: „Á, pontos – ez ritka az ön nemzedékénél.” - Er öffnet sie und sagt mit einem kleinen Lächeln: „Ah, pünktlich – das ist selten bei Ihrer Generation." :10. James a folyosón áll, új cipőt visel, és kissé túl szélesen mosolyog ehhez a pillanathoz. - James steht im Flur, er trägt neue Schuhe und lächelt etwas zu breit für diesen Moment. :11. Azt mondja: „Jó napot”, és belép; a folyosón viasz és régi cigaretták szaga érződik. - Er sagt „Guten Tag" und tritt ein, der Flur riecht nach Wachs und alten Zigaretten. :12. Bemmennek a nappaliba, és leülnek két mély karosszékbe, egy kis asztallal szemben. - Sie gehen ins Wohnzimmer und setzen sich in zwei tiefe Sessel gegenüber einem kleinen Tisch. :13. Az asztalon ott áll az ezüsttálca két csészével, egy teáskannával és egy doboz Fortnum & Mason keksszel. - Auf dem Tisch steht das silberne Tablett mit zwei Tassen, einer Kanne Tee und einer Dose Kekse von Fortnum & Mason. :14. Stephen kitölti a teát, először a tejet, aztán a teát, egészen lassan, és anélkül, hogy megmagyarázná, miért. - Stephen gießt den Tee ein, zuerst die Milch, dann den Tee, ganz langsam und ohne zu erklären warum. :15. Megkérdezi: „Egy kekszet, Dr. Calloway?”, és odatartja neki a dobozt. - Er fragt: „Ein Keks, Dr. Calloway?" und hält ihm die Dose hin. :16. James két kekszet vesz, gondolkodás nélkül, mert éhes, és a kekszek jól néznek ki. - James nimmt zwei Kekse, ohne nachzudenken, weil er Hunger hat und die Kekse gut aussehen. :17. Stephen ezt azonnal látja, és felvonja az egyik szemöldökét, alig észrevehetően, de James észreveszi. - Stephen sieht es sofort und hebt eine Augenbraue, fast unmerklich, aber James bemerkt es. :18. Stephen nyugodtan azt mondja: „Anyám azt szokta mondani, hogy csak egyszerű emberek vesznek kettőt.” - Stephen sagt ruhig: „Meine Mutter pflegte zu sagen, dass nur einfache Menschen zwei nehmen." :19. James beleharap a kekszbe, és szünet nélkül válaszol: „Anyám mindig azt mondta, hogy csak félős emberek vesznek csak egyet.” - James beißt in den Keks und antwortet ohne Pause: „Meine Mutter sagte immer, dass nur ängstliche Menschen nur einen nehmen." :20. Csend lesz, csak egy kanál csörren halkan egy porcelán csészealjon. - Es wird still, nur ein Löffel klappert leise auf einer Porzellanuntertasse. :21. Isszák a teájukat, és röviden kinéznek az ablakon, ahol az eső lágyan kopog az üvegen. - Sie trinken ihren Tee und schauen kurz aus dem Fenster, wo der Regen sanft gegen das Glas klopft. :22. Stephen egy idő után megkérdezi: „Nos, sikerült már egy kicsit berendezkednie itt?” - Stephen fragt nach einer Weile: „Und, haben Sie sich schon ein bisschen eingelebt hier?" :23. James bólint, és azt mondja, a könyvtár valóban lenyűgöző, de a külön gyűjtemény katalogizálása kissé áttekinthetetlen. - James nickt und sagt, die Bibliothek sei wirklich beeindruckend, aber die Katalogisierung der Spezialsammlung sei etwas unübersichtlich. :24. Stephen ujjai röviden megmozdulnak a karosszék karfáján, aztán újra mozdulatlanul fekszenek. - Stephens Finger bewegen sich kurz auf der Sessellehne, dann liegen sie wieder still. :25. Lassan azt mondja: „Elhunyt kollégám – az a férfi, akinek a székét most ön tölti be – ott a maga egészen saját rendszerét használta.” - Er sagt langsam: „Mein verstorbener Kollege – der Mann, dessen Stuhl Sie jetzt innehaben – hatte dort sein ganz eigenes System." :26. Az „akinek a székét” hangsúlya halk, de világos. - Die Betonung auf „dessen Stuhl" ist leise, aber deutlich. :27. James meghallja, és barátságosan azt mondja: „A zsenialitás és a rend nem zárják ki egymást, néha jól együtt járnak.” - James hört sie und sagt freundlich: „Genie und Ordnung schließen sich ja nicht aus, manchmal gehen sie gut zusammen." :28. Stephen mosolyog, de a mosoly nem ér el a szeméig. - Stephen lächelt, aber das Lächeln erreicht die Augen nicht. :29. Tovább beszélgetnek ártalmatlan dolgokról: a könyvtár felújításáról, a rossz időről, egy új étteremről a városban. - Sie reden weiter über harmlose Dinge: die Renovierung der Bibliothek, das schlechte Wetter, ein neues Restaurant in der Stadt. :30. De minden mondat mögött valami más húzódik, valami kimondatlan, amit mindketten éreznek, és egyikük sem mond ki. - Aber hinter jedem Satz liegt etwas anderes, etwas Ungesagtes, das beide spüren und keiner ausspricht. :31. James kiissza a teáját, és gondosan visszateszi a csészét a csészealjra. - James trinkt seinen Tee aus und stellt die Tasse sorgfältig auf die Untertasse zurück. :32. Körülbelül egy óra múlva feláll, és kinyújtja a kezét. - Nach etwa einer Stunde steht er auf und streckt die Hand aus. :33. Stephen is feláll, megfogja a kezét, és egy pillanattal túl sokáig tartja. - Stephen steht auch auf, nimmt die Hand und hält sie einen Moment zu lang. :34. Azt mondja: „Ezt hamarosan meg kellene ismételnünk, kellemes délután volt.” - Er sagt: „Wir sollten das bald wiederholen, es war ein angenehmer Nachmittag." :35. James válaszol: „Nagyon szívesen, legközelebb nálam – kávét főzök, azt a modern fajtát, tudja.” - James antwortet: „Sehr gerne, das nächste Mal bei mir – ich mache Kaffee, diese moderne Art, Sie wissen schon." :36. Az ajtóhoz megy, aztán röviden megáll, és még egyszer megfordul. - Er geht zur Tür, bleibt dann kurz stehen und dreht sich noch einmal um. :37. Könnyű mosollyal azt mondja: „A kekszek egyébként kitűnőek voltak – az édesanyja talán Indiából hozta magával a receptet?” - Er sagt mit einem leichten Lächeln: „Die Kekse waren übrigens ausgezeichnet – hat Ihre Mutter das Rezept vielleicht aus Indien mitgebracht?" :38. Stephen mosolya egy másodpercre egészen merevvé válik, aztán egyszerűen ott marad. - Stephens Lächeln wird für eine Sekunde ganz fest, dann bleibt es einfach stehen. :39. Az ajtó becsapódik, nem hangosan, de végérvényesen. - Die Tür fällt zu, nicht laut, aber endgültig. :40. James végigmegy a hosszú folyosón, és egyszer mélyen, lassan kifújja a levegőt. - James geht den langen Flur hinunter und atmet einmal tief und langsam aus. :41. A szobában Stephen még egy pillanatig áll, aztán gondosan lesöpri a morzsákat tweedzakójáról. - Im Zimmer steht Stephen noch einen Moment, dann wischt er die Krümel sorgfältig von seinem Tweedjackett. :42. Az ablakhoz megy, és kinéz a nedves utcára. - Er geht zum Fenster und schaut auf die nasse Straße hinaus. :43. Egy idő után elmosolyodik, röviden és alig láthatóan, szinte csak saját magának. - Nach einer Weile lächelt er, kurz und kaum sichtbar, fast für sich selbst. :44. Döntetlen volt, és már ez is elég ritka. - Es war unentschieden, und das ist selten genug. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding. :1. Dr. Stephen Harding lakása egy régi homokkő épület második emeletén volt. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding lag im zweiten Stock eines alten Sandsteingebäudes. :2. Az Oxfordi Egyetem évszázadok óta úgy hordozta magával ezt az épületet, mint egy fáradt, de büszke veteránt. - Die Universität Oxford trug dieses Gebäude seit Jahrhunderten wie einen müden, aber stolzen Veteranen mit sich. :3. Könyvek nemcsak a polcokon álltak, hanem a földön, az ablakpárkányokon és a keskeny előszobai asztalon is. - Bücher standen nicht nur in den Regalen, sondern auch auf dem Boden, auf Fensterbänken und auf dem schmalen Flurtisch. :4. Úgy hatott, mintha az évek során önállóan szaporodtak volna el, és minden szabad felületet hallgatólagosan birtokba vettek volna. - Es wirkte, als hätten sie sich im Laufe der Jahre selbstständig vermehrt und alle freien Flächen stillschweigend in Besitz genommen. :5. Októberi kedd délután volt, és az ég Oxford fölött a szokásos közönyös szürkeséget viselte. - Es war ein Dienstagnachmittag im Oktober, und der Himmel über Oxford war das übliche gleichgültige Grau. :6. Stephen reggeli óta halk, kellemetlen érzést érzett a gyomrában, amelyet következetesen figyelmen kívül hagyott. - Stephen hatte seit dem Frühstück ein leises, unangenehmes Gefühl im Bauch, das er konsequent ignorierte. :7. Fél négykor Mrs. Pargetter megterítette a teaszervizt a két bőrfotel közötti alacsony asztalon. - Um halb vier deckte Mrs. Pargetter das Teeservice auf dem niedrigen Tisch zwischen den beiden Ledersesseln. :8. Mellé tette a Fortnum & Mason kekszesdobozát, aztán ugyanolyan hangtalanul tűnt el, ahogyan érkezett. - Sie stellte die Dose mit den Keksen von Fortnum & Mason dazu und verschwand dann wieder so lautlos, wie sie gekommen war. :9. Stephen már a foteljában ült. - Stephen saß bereits in seinem Sessel. :10. De valójában nem olvasott, hanem a lépcsőházban hallatszó léptekre figyelt. - Er las aber nicht wirklich, sondern hörte auf die Schritte im Treppenhaus. :11. Három perccel négy előtt csengettek. - Um drei Minuten vor vier klingelte es. :12. Letette a könyvet a karfára, felállt, megigazította a zakóját, és megvárta, amíg a kandallópárkányon álló óra pontosan négyet mutat. - Er legte das Buch auf die Armlehne, stand auf, zog die Jacke gerade und wartete, bis die Uhr auf dem Kaminsims genau vier Uhr anzeigte. :13. Aztán az ajtóhoz ment. - Dann ging er zur Tür. :14. A férfi, aki előtte állt, fiatalabb volt, mint ahogyan Stephen elképzelte. - Der Mann, der vor ihm stand, war jünger, als Stephen ihn sich vorgestellt hatte. :15. Ez nem az életkor értelmében volt igaz, amelyet Stephen természetesen ismert, hanem abban, ahogyan James Calloway ott állt, nyílt mosollyal és olyan új cipőben, hogy járás közben halkan nyikorgott. - Das galt nicht im Sinne des Alters, das Stephen natürlich kannte, sondern in der Art, wie James Calloway dastand, mit einem offenen Lächeln und Schuhen, die so neu waren, dass sie beim Gehen leise quietschten. :16. „Jöjjön be”, mondta Stephen a szokásos üdvözlő formula nélkül. - „Herein", sagte Stephen ohne die übliche Begrüßungsformel. :17. Ez James mosolyát a másodperc töredékére megakasztotta. - Das brachte James' Lächeln für den Bruchteil einer Sekunde ins Stocken. :18. Leültek, és Stephen kitöltötte a teát – először a tejet, aztán a teát, olyan sorrendben, amelyről angol akadémikusok nemzedékek óta komolyan vitatkoztak. - Sie setzten sich, und Stephen goss den Tee ein – zuerst die Milch, dann den Tee, eine Reihenfolge, über die unter englischen Akademikern seit Generationen ernsthaft gestritten wurde. :19. Aztán Stephen James felé tolta a kekszesdobozt. - Dann schob Stephen die Keksdose in James' Richtung. :20. James gondolkodás nélkül kettőt vett. - James nahm zwei, ohne nachzudenken. :21. Dél óta nem evett semmit, és a friss sütemény illata erősebb volt, mint a társasági óvatossága. - Er hatte seit dem Mittag nichts gegessen, und der Geruch des frischen Gebäcks war stärker als seine gesellschaftliche Vorsicht. :22. Stephen felvonta az egyik szemöldökét. - Stephen hob eine Augenbraue. :23. Szinte teátrális mozdulat volt, amelyet harminc év akadémiai élet során tökéletesített. - Es war eine fast theatralische Geste, die er im Laufe von dreißig Jahren akademischen Lebens perfektioniert hatte. :24. „Anyám ragaszkodott hozzá”, mondta mellékesen, mintha az időjárásról beszélne, „hogy idegen asztalnál az ember mindig csak egyet vegyen. - „Meine Mutter bestand darauf", sagte er beiläufig, als spreche er über das Wetter, „dass man an einem fremden Tisch immer nur einen nimmt. :25. Minden más többet árul el az emberről, mint bármely névjegykártya.” - Alles andere verrät mehr über den Menschen als jede Visitenkarte." :26. James rágott, nyelt, majd ugyanolyan nyugodtan válaszolt: „Az én anyám arra tanított, hogy idegen asztalnál nyugodtan el szabad venni kettőt. - James kaute, schluckte und antwortete ebenso entspannt: „Meine Mutter hat mich gelehrt, dass man an einem fremden Tisch ruhig zwei nehmen darf. :27. Mert aki mások ítéletétől való félelmében éhes marad, azzal szintén igen sok mindent elárul.” - Denn wer aus Angst vor dem Urteil anderer hungrig bleibt, verrät damit ebenfalls eine ganze Menge." :28. Kis csend keletkezett, amelyet egyikük sem sietett megtölteni. - Eine kleine Stille entstand, die keiner der beiden beeilte sich zu füllen. :29. Egy teáskanál halk csörrenése a porcelánon ebben a pillanatban aránytalanul hangosnak tűnt. - Das leise Klingen eines Teelöffels auf Porzellan klang in diesem Moment unverhältnismäßig laut. :30. Stephen ivott egy kortyot, és olyan férfi pontosságával tette le a csészét, akinek a precizitás második természetévé vált. - Stephen trank einen Schluck und stellte die Tasse mit der Präzision eines Mannes ab, dem Genauigkeit zur zweiten Natur geworden war. :31. Aztán valódi érdeklődéssel a hangjában, amely azonban nagyon gondosan volt megkonstruálva, megkérdezte: „És hogyan igazodik el most, az első hetek után?” - Dann fragte er mit echtem Interesse in der Stimme, das allerdings sehr sorgfältig konstruiert war: „Und wie finden Sie sich zurecht, jetzt, nach den ersten Wochen?" :32. James elmondta, hogy a könyvtár kivételesen jól felszerelt, amit őszintén így is gondolt. - James berichtete, die Bibliothek sei außergewöhnlich gut bestückt, was er aufrichtig meinte. :33. Aztán hozzátette, hogy a harmadik emeleti különleges gyűjtemény katalogizálása kissé nehezen átlátható, amit szintén őszintén gondolt, bár más okból. - Dann fügte er hinzu, die Katalogisierung der Spezialsammlung im dritten Stock sei etwas schwer zu durchschauen, was er ebenfalls aufrichtig meinte, wenn auch aus einem anderen Grund. :34. Stephen bal keze, amely lazán feküdt a fotel karfáján, alig észrevehetően összerándult. - Stephens linke Hand, die locker auf der Sessellehne gelegen hatte, zog sich unmerklich zusammen. :35. „Aldridge professzor”, mondta egy rövid pillanat után, és a név úgy hangzott a szájában, mint egy gondosan kifényesített porcelándarab. - „Professor Aldridge", sagte er nach einem kurzen Moment, und der Name klang in seinem Mund wie ein sorgfältig poliertes Stück Porzellan. :36. „Aldridge professzor a gyűjteményéhez olyan rendszert dolgozott ki, amely eleinte megközelíthetetlennek hat, de közelebbi foglalkozás során olyan belső logikát tár fel, amelyet zseniálisnak tartok.” - „Professor Aldridge hatte für seine Sammlung ein System entwickelt, das zunächst unzugänglich wirkt, aber bei näherer Beschäftigung eine innere Logik offenbart, die ich für genial halte." :37. Kis szünetet tartott. - Er machte eine kleine Pause. :38. „Egyébként ő hagyta hátra ezt a fotelt. Azt, amelyben most ül.” - „Er hinterließ übrigens diesen Sessel. Den, in dem Sie jetzt sitzen." :39. James röviden lepillantott a karfákra, mintha azt vizsgálná, vajon a bőr mond-e neki bármit. - James ließ den Blick kurz auf die Armlehnen fallen, als prüfe er, ob das Leder ihm irgendetwas zu sagen habe. :40. Aztán azt mondta: „Kényelmes fotel. A jó rendszer és a kényelem ritkán zárják ki egymást.” - Dann sagte er: „Komfortabler Sessel. Gutes System und Komfort schließen sich ja selten aus." :41. Beszélgettek még egy ideig az Alsó Könyvtár tervezett felújításáról, a következő szemeszter egyik vendégelőadásáról, és arról a kérdésről, hogy Oxford új polgármestere valóban ki fogja-e bővíteni a kerékpárutakat, vagy csak úgy tesz, mintha ezt tervezné. - Sie sprachen noch eine Weile über die geplante Renovierung der Unteren Bibliothek, über einen Gastvortrag im nächsten Semester und über die Frage, ob der neue Bürgermeister von Oxford die Fahrradwege wirklich ausbauen werde oder nur so tue, als plane er es. :42. Ezek a beszélgetések olyan tökéletesen ártalmatlannak hangzottak, hogy az embernek az ellenkezőjét kellett volna feltételeznie. - Diese Gespräche klangen so vollkommen harmlos, dass man das Gegenteil hätte annehmen müssen. :43. Amikor James egy óra múlva felállt és kinyújtotta a kezét, Stephen határozott szorítással fogta meg, amely egy másodperccel túl sokáig tartott. - Als James nach einer Stunde aufstand und die Hand ausstreckte, ergriff Stephen sie mit einem festen Griff, der eine Sekunde zu lang dauerte. :44. Olyan gesztus volt ez, amelyet James nem kommentált, mert pontosan tudta, mit jelent. - Es war eine Geste, die James nicht kommentierte, weil er genau wusste, was sie bedeutete. :45. „Ezt megismételjük”, mondta Stephen. - „Wir machen das wieder", sagte Stephen. :46. Egyszerre hangzott meghívásnak és bejelentésnek. - Es klang wie eine Einladung und wie eine Ankündigung gleichzeitig. :47. „Nagyon szívesen”, felelte James, „legközelebb nálam. - „Sehr gerne", antwortete James, „das nächste Mal bei mir. :48. Sajnos nincs Fortnum-&-Mason-dobozom, de a kávé jó, ígérem.” - Ich habe leider keine Fortnum-&-Mason-Dose, aber der Kaffee ist gut, versprochen." :49. Az ajtónál egy pillanatra megtorpant, majdnem úgy, mintha elfelejtett volna valamit. - An der Tür zögerte er einen Moment, fast so, als habe er etwas vergessen. :50. Aztán félig megfordult, és olyan barátságossággal, amely tökéletesen ült, azt mondta: „Ó, és a kekszek valóban kiválóak voltak – ez valami régi családi recept?” - Dann drehte er sich halb um und sagte mit einer Freundlichkeit, die perfekt saß: „Ach, und die Kekse waren wirklich ausgezeichnet – ist das ein altes Familienrezept?" :51. „Anyámtól való”, mondta Stephen. - „Von meiner Mutter", sagte Stephen. :52. „Indiából?”, kérdezte James, már majdnem a lépcsőn. - „Aus Indien?", fragte James, schon fast auf der Treppe. :53. Az ajtó becsukódott, halkan és határozottan. - Die Tür fiel zu, leise und bestimmt. :54. Stephen még egy pillanatig az előszobában állt. - Stephen stand noch einen Moment im Flur. :55. Aztán visszatért a nappaliba, megállt az ablaknál, és kinézett a nedves utcára, ahol felhúzott kapucnis diákok siettek el a régi kőházak mellett. - Dann kehrte er ins Wohnzimmer zurück, blieb beim Fenster stehen und schaute auf die nasse Straße, auf der Studenten mit hochgezogenen Kapuzen an den alten Steinhäusern vorbeihasteten. :56. Lesöpörte a morzsákat tweedzakója hajtókájáról. - Er wischte die Krümel vom Revers seines Tweedjacketts. :57. Olyan mozdulat volt, amelyet maga sem tudott volna megmagyarázni. - Es war eine Geste, die er sich nicht hätte erklären können. :58. Aztán elmosolyodott – röviden, pontosan, és szinte akarata ellenére. - Dann lächelte er – kurz, präzise, und fast ohne es zu wollen. :59. Döntetlen, gondolta. - Unentschieden, dachte er. :60. Egyelőre. - Vorläufig. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding lakása kevésbé volt lakóhely, mint inkább intellektuális életrajzának háromdimenziós archívuma. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding war weniger ein Ort des Wohnens als vielmehr ein dreidimensionales Archiv seiner intellektuellen Biografie. :2. Ebben az archívumban minden halom, minden megkopott könyvgerincsor és minden ablakpárkányra letett kézirat valamiféle néma tanúvallomást tett harminc év akadémiai életéről. - In diesem Archiv legten jeder Stapel, jede abgegriffene Buchrückenreihe und jedes auf Fensterbänken abgelegte Manuskript eine Art stummer Zeugenaussage über dreißig Jahre akademischen Lebens ab. :3. October light, ahogy az angolok nevezték – ez a takarékos, már-már mentegetőző őszi fény, amely a magas osztott ablakokon át hullott be, és a levegő porszemcséit arany töredékekké változtatta, amelyek alig mozdultak, mintha az idő ebben a szobában úgy döntött volna, hogy hagy magának egy kis időt. - October light, wie die Engländer das nannten – dieses sparsame, fast schon entschuldigende Herbstlicht, das durch die hohen Sprossenfenster fiel und die Staubpartikel in der Luft zu goldenen Fragmenten verwandelte, die sich kaum bewegten, als hätte die Zeit in diesem Zimmer beschlossen, sich ein wenig Zeit zu lassen. :4. Stephen már fél négykor megteríttette a teaszervizt, azután pedig egy rövid biccentéssel elbocsátotta Mrs. Pargettert. - Stephen hatte das Teeservice bereits um halb vier aufdecken lassen und danach Mrs. Pargetter mit einem kurzen Nicken entlassen. :5. Nem azért tette ezt, mert zavarta volna őt az asszony látványa tea közben, hanem mert azt a beszélgetést, amelyre számított, közönség nélkül akarta lefolytatni. - Das tat er nicht, weil ihn ihr Anblick beim Tee störte, sondern weil er das Gespräch, das er erwartete, ohne Publikum führen wollte. :6. Elég jól ismerte James Calloway aktáját: kiváló diploma Manchesterben, doktori értekezés Edinburgh-ban a késő köztársaságkori retorikáról, három tanulmány szakfolyóiratokban, amelyeket titokban elolvasott, és vonakodva szilárd munkának nevezett. - Er kannte James Calloways Akte gut genug: erstklassiger Abschluss in Manchester, Promotion in Edinburgh über spätrepublikanische Rhetorik, drei Aufsätze in Fachzeitschriften, die er heimlich gelesen und widerwillig als solide bezeichnet hatte. :7. De Callowayban nem az volt a döntő, ami az aktákban állt, hanem az, ami nem állt bennük, nevezetesen az a származás egy bányászcsaládból County Durhamben, amely kétségtelenül adott a férfinak egy bizonyos éhséget, és ez az éhség nyugtalanította Stephent jobban, mint bármely képesítés. - Aber das Entscheidende an Calloway war nicht, was in den Akten stand, sondern was nicht darin stand, nämlich jene Herkunft aus einer Bergarbeiterfamilie in County Durham, die dem Mann zweifellos einen bestimmten Hunger mitgegeben hatte, und es war dieser Hunger, der Stephen mehr beunruhigte als jede Qualifikation. :8. Három perccel négy előtt csengettek. - Es klingelte um drei Minuten vor vier. :9. Stephen ült, és hagyta múlni a perceket, mint valaki, aki tudományos egykedvűséggel figyel egy hosszan tartó kísérletet. - Stephen saß und ließ die Minuten vergehen wie jemand, der ein langwieriges Experiment mit wissenschaftlicher Gleichmut beobachtet. :10. Csak akkor nyitott ajtót, amikor a kandallópárkányon álló óra száraz, mechanikus negyedórás jelzést adott. - Er öffnete die Tür erst, als die Uhr auf dem Kaminsims ein trockenes, mechanisches Viertelstundensignal abgab. :11. James Calloway a lépcsőházban állt egy tweedzakóban, amely jól állt rajta, de még nem élt, olyan cipőben, amely annyira új volt, hogy a bőr járás közben a parkettán halk, árulkodó roppanást hallatott. - James Calloway stand im Treppenhaus in einem Tweedsakko, das gut saß, aber noch nicht gelebt hatte, mit Schuhen, die so neu waren, dass das Leder beim Gehen auf dem Parkettboden ein leises, verräterisches Knacken erzeugte. :12. Ott állt egy mosollyal, amely vagy nagyon őszinte volt, vagy nagyon professzionális – Stephen egy rövid pillantás után még nem alkotott végleges véleményt. - Er stand dort mit einem Lächeln, das entweder sehr echt oder sehr professionell war – Stephen hatte nach einem kurzen Blick noch keine abschließende Meinung. :13. „Dr. Calloway” – mondta, oldalra lépett, és a másikra hagyta a döntést. - „Dr. Calloway", sagte er, trat zur Seite und überließ dem anderen die Entscheidung. :14. A másiknak kellett eldöntenie, hogy ez az üdvözlés szívélyesnek vagy hűvösnek volt-e szánva. - Der andere musste entscheiden, ob diese Begrüßung herzlich oder kühl gemeint war. :15. Leültek a mély bőrfotelekbe, amelyek között ott állt az ezüsttálca a kannával, a csészékkel, a tejjel és a kekszesdobozzal. - Sie setzten sich in die tiefen Ledersessel, zwischen denen das silberne Tablett stand mit der Kanne, den Tassen, der Milch und der Dose mit den Keksen. :16. Stephen évek óta a Piccadillyn lévő Fortnum & Masonnél rendelte a kekszet, nem azért, mert pótolhatatlannak tartotta, hanem mert maga a doboz is egyfajta kijelentés volt, amelyhez nem kellettek további szavak. - Stephen bestellte die Kekse seit Jahren bei Fortnum & Mason in der Piccadilly, nicht weil er sie für unersetzlich hielt, sondern weil die Dose selbst eine Art Aussage war, die keine weiteren Worte benötigte. :17. Öntött – először a tejet, aztán a teát, ebben a sorrendben, magyarázat vagy mentegetőzés nélkül. - Er goss ein – zuerst die Milch, dann den Tee, in dieser Reihenfolge, ohne Erklärung oder Entschuldigung. :18. Úgy tette, mintha természeti állandóról volna szó, amelyet kommentálni éppoly abszurd lenne, mint kommentálni a gravitációt. - Er tat es, als handle es sich um eine Naturkonstante, die zu kommentieren so absurd wäre wie das Kommentieren der Schwerkraft. :19. Amikor a kekszesdobozt Calloway felé tolta, az kettőt vett. - Als er die Keksdose in Calloways Richtung schob, nahm dieser zwei. :20. Ez olyan mellékes mozdulat volt, hogy nyilvánvalóan nem lehetett mellékesnek szánva, vagy talán mégis, ami az egészet még érdekesebbé tette. - Es war eine Bewegung, die so beiläufig war, dass sie offensichtlich nicht beiläufig gemeint sein konnte, oder vielleicht doch, was das Ganze noch interessanter machte. :21. Stephen hagyott eltelni egy pillanatot, amelyet egy kis korty teával töltött ki. - Stephen ließ einen Moment verstreichen, den er mit einem kleinen Schluck Tee füllte. :22. Aztán annak az embernek a hangján mondta, aki megfigyelést közöl, és nem ítéletet mond: „Van egy nézet – azt hiszem, anyám ebben a megfogalmazásban az ő anyjától örökölte –, hogy idegen asztalnál csak azok az emberek vesznek kettőt, akik hozzászoktak ahhoz, hogy kiszolgálják őket, és nem azok, akik megtanulták fékezni magukat.” - Dann sagte er in dem Ton eines Mannes, der eine Beobachtung mitteilt und nicht ein Urteil fällt: „Es gibt eine Ansicht – ich glaube, meine Mutter hat sie in dieser Formulierung von ihrer Mutter geerbt –, dass an einem fremden Tisch nur die Menschen zwei nehmen, die es gewohnt sind, sich bedienen zu lassen, und nicht die, die es gelernt haben, sich zu beherrschen." :23. James rágott, a válasszal nem hagyott magának időt, de nem is sietett. - James kaute, ließ sich mit der Antwort keine Zeit, aber auch keine Hast. :24. Aztán így felelt: „Az én családomban az ellenkező lecke számított alapvetőnek, nevezetesen az, hogy idegen asztalnál csak azok az emberek vesznek egyet, akik félnek attól, hogy rászorulónak tartsák őket – és hogy maga ez a félelem a legvilágosabb osztályjel, amelyet az ember viselhet.” - Dann erwiderte er: „In meiner Familie galt die entgegengesetzte Lektion als elementar, nämlich dass an einem fremden Tisch nur die Menschen einen nehmen, die Angst haben, als bedürftig zu gelten – und dass diese Angst selbst das deutlichste Klassenzeichen ist, das man tragen kann." :25. A csend, amely ezután keletkezett, nem volt kellemetlen, de volt benne anyag. - Die Stille, die daraufhin entstand, war keine unangenehme, aber sie hatte Substanz. :26. A teáskanál csörrenése, amelyet James az alátétre tett, ebben a csendben különös véglegességgel bírt. - Das Klingen des Teelöffels, den James auf der Untertasse ablegte, hatte in ihr eine merkwürdige Endgültigkeit. :27. Oxfordról beszéltek, a könyvtár alagsori felújítási terveiről, egy kollégáról, aki az előző szemeszterben ment nyugdíjba, és a változékony októberi időjárásról. - Sie sprachen über Oxford, über die Renovierungspläne für die Bibliothek im Untergeschosse, über einen Kollegen, der im vergangenen Semester in den Ruhestand gegangen war, und über das unbeständige Oktoberwetter. :28. Mindezekben az ártalmatlan mondatokban mindketten olyan férfiak gondosságával dolgoztak, akik tudják, hogy a tulajdonképpeni beszélgetést soha nem közvetlenül folytatják, hanem mindig a példák, a melléknevek és a szünetek megválasztásán keresztül. - In all diesen harmlosen Sätzen arbeiteten beide mit der Sorgfalt von Männern, die wissen, dass das eigentliche Gespräch nie direkt geführt wird, sondern immer durch die Wahl der Beispiele, der Adjektive und der Pausen. :29. Amikor James megemlítette, hogy a harmadik emeleti különgyűjtemény katalogizálása nehezen hozzáférhető, szinte mintha a rendszert szándékosan tették volna áttekinthetetlenné a kívülállók számára, Stephen ujjai megmozdultak a karfán. - Als James erwähnte, die Katalogisierung der Spezialsammlung im dritten Stock sei schwer zugänglich, fast so, als sei das System mit Absicht für Außenstehende undurchschaubar gestaltet worden, bewegten sich Stephens Finger auf der Armlehne. :30. Olyan röviden és olyan kontrolláltan mozdultak meg, hogy alig lehetett reakciónak felismerni. - Sie bewegten sich so kurz und so kontrolliert, dass es kaum als Reaktion zu erkennen war. :31. „Aldridge professzor” – mondta Stephen, és a név kiejtése több információt tartalmazott, mint egy háromoldalas nekrológ. - „Professor Aldridge", sagte Stephen, und der Name enthielt in seiner Aussprache mehr Information als ein dreiseitiger Nachruf. :32. „Aldridge professzor meg volt győződve arról, hogy egy rendrendszer csak akkor igazán jó, ha valaki a szükséges előképzettséggel és türelemmel meg tudja érteni – és hogy nem a rendszer feladata mindenkit meghívni.” - „Professor Aldridge hatte die Überzeugung, dass ein Ordnungssystem nur dann wirklich gut ist, wenn es von jemandem mit der nötigen Vorbildung und Geduld verstanden werden kann – und dass es nicht die Aufgabe des Systems ist, jeden einzuladen." :33. Felemelte a csészét. - Er hob die Tasse. :34. „Egyébként ő abban a fotelben ült, amelyben ön most ül. Tizennyolc éven át.” - „Er saß übrigens in dem Sessel, in dem Sie gerade sitzen. Achtzehn Jahre lang." :35. James egy pillantást vetett a karfákra, elég röviden ahhoz, hogy ne tűnjön tiszteletlennek. - James ließ einen Blick auf die Armlehnen fallen, kurz genug, um nicht respektlos zu wirken. :36. Aztán ezt mondta: „Akkor remélem, hogy a bőr még eltárolt valamit az érveléséből. Könnyebb tanulni, ha az ember ott ül, ahol mások gondolkodtak.” - Dann sagte er: „Dann hoffe ich, dass das Leder noch etwas von seiner Argumentation gespeichert hat. Man lernt leichter, wenn man sitzt, wo andere gedacht haben." :37. Ami ezután következett, jó egyórányi további beszélgetés volt, amely témájában és hangjában soha nem távolodott el a látszólag ártalmatlan felszíntől, alatta azonban annál sűrűbben szövődött. - Was folgte, war gut eine Stunde weiteres Gespräch, das sich in Thema und Ton von der scheinbar harmlosen Oberfläche nie entfernte und darunter umso dichter webte. :38. Aki kívülről figyelte volna, két férfit látott volna, akik udvariasan teát isznak, és akadémiai mellékességekről beszélnek. - Wer es von außen beobachtet hätte, hätte zwei Männer gesehen, die höflich Tee trinken und über akademische Nebensächlichkeiten sprechen. :39. Egy megfigyelő semmit sem érzett volna abból a nyomásból, amely minden harmadik mondatban ott ült, mint penge egy bársonyból készült hüvelyben. - Ein Beobachter hätte nichts von dem Druck gespürt, der in jedem dritten Satz saß wie eine Klinge in einer Scheide aus Samt. :40. Amikor James felállt, kinyújtotta a kezét. - Als James aufstand, streckte er die Hand aus. :41. Stephen megragadta egy olyan kézfogással, amely egy másodperccel túl hosszú volt – nem ellenségesség, csupán emlékeztetés arra, ki itt az idősebb férfi, és ki ismeri a terepet. - Stephen ergriff sie mit einem Griff, der eine Sekunde zu lang war – keine Feindseligkeit, nur eine Erinnerung daran, wer hier der ältere Mann war und wer das Territorium kannte. :42. „Ezt szokássá kellene tennünk” – mondta Stephen. - „Wir sollten das zur Gewohnheit machen", sagte Stephen. :43. „Nagyon szívesen” – válaszolta James –, „bár attól tartok, legközelebb nem tudok majd olyan teát kínálni, amely felveheti a versenyt az önével – csak kávét, sajnos, ezt a célirányos északi fajtát.” - „Sehr gerne", antwortete James, „obwohl ich fürchte, ich werde beim nächsten Mal keinen Tee anbieten können, der sich mit Ihrem messen kann – nur Kaffee, leider, diese zweckorientierte nordische Art." :44. Az ajtónál megállt, kezével már a kilincsen. - An der Tür blieb er stehen, mit der Hand schon am Türknauf. :45. Aztán egy mosollyal fordult vissza, amelyet Stephen nem tudott egészen besorolni: „A kekszek, mellékesen megjegyezve – valóban kivételesek. Ez családi recept?” - Dann drehte er sich mit einem Lächeln um, das Stephen nicht ganz einordnen konnte: „Die Kekse, nebenbei bemerkt – wirklich außergewöhnlich. Ist das ein Rezept aus Ihrer Familie?" :46. „Anyámtól” – mondta Stephen. - „Von meiner Mutter", sagte Stephen. :47. „Indiából?” – mondta James, már a lépcsőn. - „Aus Indien?", sagte James, schon auf der Treppe. :48. Az ajtó halk, pontos kattanással csukódott be, amely a csendben aránytalanul élesen hatott. - Die Tür fiel zu mit einem leisen, präzisen Klicken, das in der Stille unverhältnismäßig deutlich war. :49. Stephen még egy pillanatig az előszobában állt, aztán lassan visszament a nappaliba. - Stephen stand noch einen Moment im Flur, dann ging er langsam zurück ins Wohnzimmer. :50. Megállt az ablaknál, és figyelte, ahogy James két emelettel lejjebb kilép az utcára, felhajtja a gallérját, és hátranézés nélkül eltűnik a Bodleian irányába, annak az embernek az egyenletes lépteivel, aki semmit sem enged meglátszani magán. - Er blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James zwei Stockwerke tiefer auf die Straße trat, den Kragen hochschlug und ohne zurückzublicken in Richtung Bodleian verschwand, mit dem gleichmäßigen Schritt eines Mannes, der sich nichts anmerken lässt. :51. Két ujjával lesöpört egy alig látható morzsát zakójának hajtókájáról. - Er wischte mit zwei Fingern einen kaum sichtbaren Krümel vom Revers seines Jacketts. :52. Ez olyan mozdulat volt, amelyet nem tudatosan irányított, de talán éppen ezért ez volt az egész délután legőszintébb gesztusa. - Es war eine Geste, die er nicht bewusst steuerte, die aber vielleicht deshalb die ehrlichste des ganzen Nachmittags war. :53. Aztán elmosolyodott – nem valakinek, nem valamilyen meghatározott okból. - Dann lächelte er – nicht für jemanden, nicht aus einem bestimmten Grund. :54. Vagy talán abból az egyetlen okból mosolygott, hogy a beszélgetés úgy zajlott le, ahogy egy jó beszélgetésnek le kell zajlania: győztes nélkül, vereség nélkül, és elég nyitott véggel ahhoz, hogy legközelebb folytatni lehessen. - Oder vielleicht lächelte er aus dem einzigen Grund, dass das Gespräch so verlaufen war, wie ein gutes Gespräch verlaufen soll: ohne Sieger, ohne Niederlage, und mit genug offenen Enden, um beim nächsten Mal weiterzumachen. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding lakása az évtizedek során különös állapotot ért el. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding hatte im Laufe der Jahrzehnte einen besonderen Zustand erreicht. :2. Akadémiai körökben az ilyesmit olykor „lakott archívumnak” nevezték. - In akademischen Kreisen nannte man so etwas gelegentlich ein „bewohntes Archiv“. :3. Ez nem közönséges rendetlenség volt. - Es war keine gewöhnliche Unordnung. :4. Minden halom, minden keresztben fekvő kézirat és minden, az ablakpárkányokon felejtett szakfolyóirat pontosan ott látszott heverni, ahová tartozott. - Jeder Stapel, jedes quer liegende Manuskript und jede vergessene Fachzeitschrift auf den Fensterbänken schien genau dort zu liegen, wo es hingehörte. :5. Ez a meggyőződés sugárzott minden tárgyból. - Diese Überzeugung strahlte aus jedem Gegenstand. :6. Tiszta októberi délután volt Oxfordban. - Es war ein klarer Oktobernachmittag in Oxford. :7. A fény takarékosan és pontosan hullott be az ablakokon. - Das Licht fiel sparsam und präzise durch die Fenster. :8. Szinte úgy hatott, mint egy tudatos dramaturgiai döntés. - Es wirkte fast wie eine bewusste dramaturgische Entscheidung. :9. Stephen reggel óta tompa rossz érzést hordozott magában. - Stephen trug seit dem Morgen ein dumpfes Unbehagen in sich. :10. Olyan embert kellett fogadnia, akinek már a puszta létezését is szívesebben figyelmen kívül hagyta volna. - Er sollte einen Menschen empfangen, dessen bloße Existenz er lieber ignoriert hätte. :11. James Calloway nem maga volt a probléma. - James Calloway war nicht das Problem. :12. Vagy pontosabban: pontosan ő volt a probléma. - Oder besser gesagt: Er war genau das Problem. :13. A valódi okokat azonban nem volt szabad nyíltan megnevezni. - Doch die wahren Gründe durften nicht offen benannt werden. :14. A képesítései kifogástalanok voltak. - Seine Qualifikationen waren einwandfrei. :15. Edinburgh-i híre makulátlan volt. - Sein Ruf in Edinburgh war tadellos. :16. A késő köztársaságkori retorikáról írt tanulmányai pontosak és jól érveltek voltak. - Seine Aufsätze zur spätrepublikanischen Rhetorik waren präzise und gut argumentiert. :17. Stephen kelletlenül kétszer is elolvasta őket. - Stephen hatte sie widerwillig zweimal gelesen. :18. Be kellett ismernie: a munkák szilárdak voltak. - Er musste zugeben: Die Arbeiten waren solide. :19. Talán még többek is annál. - Vielleicht sogar mehr als das. :20. Amit azonban az iratok nem tartalmaztak, azt Stephen azonnal felismerte. - Was jedoch nicht in den Akten stand, erkannte Stephen sofort. :21. Három évtizednyi tapasztalat vizsgázókkal éles megfigyelővé tette. - Drei Jahrzehnte Erfahrung mit Examenskandidaten hatten ihn zu einem scharfen Beobachter gemacht. :22. Jamesben különös fajta becsvágy volt. - James besaß eine besondere Art von Ehrgeiz. :23. Ez a becsvágy olyan emberekben keletkezik, akikkel korán megértetik, hogy az ilyen termek valójában nem nekik vannak szánva. - Dieser Ehrgeiz entstand bei Menschen, denen früh klar gemacht wurde, dass solche Räume eigentlich nicht für sie bestimmt waren. :24. Ez a megszerzés becsvágya volt, nem a magától értetődő birtoklásé. - Es war ein Ehrgeiz des Nehmens, nicht des selbstverständlichen Besitzens. :25. Alapvetően különbözött régi családokból származó kollégái becsvágyától. - Er unterschied sich grundlegend vom Ehrgeiz seiner Kollegen aus alten Familien. :26. Mrs. Pargetter fél négykor megterítette az ezüst teáskészletet. - Mrs. Pargetter hatte das silberne Teeservice um halb vier aufgedeckt. :27. Nem az egyszerű, mindennapi készletet választotta. - Sie wählte nicht das schlichte Alltagsservice. :28. Ez a döntés a terület megjelölését szolgálta, nem a vendégszeretetet. - Diese Entscheidung diente der territorialen Markierung, nicht der Gastfreundschaft. :29. Ezután visszavonult. - Danach zog sie sich zurück. :30. Érezte, hogy jelenléte a következő beszélgetésnél nem kívánatos. - Sie spürte, dass ihre Anwesenheit bei dem folgenden Gespräch unerwünscht war. :31. A csengetés három perccel négy előtt hangzott fel. - Das Klingeln ertönte drei Minuten vor vier. :32. Stephen a karosszékében ült. - Stephen saß in seinem Sessel. :33. Egy könyv nyitva feküdt a térdén, de nem olvasott. - Ein Buch lag offen auf seinen Knien, doch er las nicht. :34. Hagyta csengeni. - Er ließ es klingeln. :35. Megvárta a kandallóóra negyedet jelző ütését. - Er wartete auf das Viertelsignal der Kaminuhr. :36. Ezzel a türelemmel ő határozta meg a délután ritmusát. - Mit dieser Geduld setzte er den Rhythmus des Nachmittags. :37. Az idő volt a házigazda legolcsóbb és leghatásosabb hatalmi eszköze. - Zeit war das billigste und wirkungsvollste Machtinstrument eines Gastgebers. :38. James Calloway megjelent az ajtókeretben. - James Calloway erschien im Türrahmen. :39. Jól szabott tweedzakót viselt, amely még nem simult igazán rá. - Er trug ein gut geschnittenes Tweedsakko, das noch nicht richtig eingelaufen war. :40. A ruházat elárulta, hogy azért vásárolták, hogy az ember odatartozzon benne. - Die Kleidung verriet, dass sie gekauft worden war, um dazuzugehören. :41. A cipője halkan roppant a parkettán. - Seine Schuhe knackten leise auf dem Parkett. :42. A folyosó csendjében ez a hang világos hangjegynek tűnt. - In der Stille des Flurs klang dieses Geräusch wie eine deutliche Tonsignatur. :43. Mosolya az ajtóban fárasztó nyíltságot mutatott. - Sein Lächeln an der Tür zeigte eine anstrengende Offenheit. :44. Stephen ismerte a fiatal északi akadémikusoknál ezt az előadott fesztelenséget. - Stephen kannte diese Art von performter Unbefangenheit bei jungen Akademikern aus dem Norden. :45. Nem hamis mosoly volt. - Es war kein falsches Lächeln. :46. Kísérlet volt arra, hogy nyugalmat mutasson – és éppen ezzel bizonyította az ellenkezőjét. - Es war der Versuch, Gelassenheit zu zeigen – und bewies dadurch genau das Gegenteil. :47. „Dr. Calloway” – mondta Stephen. - „Dr. Calloway“, sagte Stephen. :48. Egy lépést oldalra lépett. - Er trat einen Schritt zur Seite. :49. Az üdvözlés hűvös maradt, és nélkülözte a szokásos melegséget. - Die Begrüßung blieb kühl und ohne die übliche Wärme. :50. A nappali régi könyvek ismerős szagával, némi viasszal és a dohány távoli utózengésével fogadta őket. - Das Wohnzimmer empfing sie mit dem vertrauten Geruch alter Bücher, etwas Wachs und einem fernen Nachklang von Tabak. :51. Stephen öt éve hagyta abba a dohányzást. - Stephen hatte vor fünf Jahren aufgehört zu rauchen. :52. A szag mégis tovább élt a falakban. - Der Geruch lebte dennoch weiter in den Wänden. :53. Stephen kitöltötte a teát. - Stephen goss den Tee ein. :54. Előbb a tejet, aztán a teát. - Zuerst die Milch, dann den Tee. :55. Mindezt kommentár nélkül tette. - Er tat es ohne Kommentar. :56. Ez demonstráció volt, nem magyarázat. - Es war eine Demonstration, keine Erklärung. :57. Aztán James felé tolta az elegáns Fortnum-&-Mason kekszesdobozt. - Dann schob er die elegante Fortnum-&-Mason-Keksdose zu James hinüber. :58. A gesztus mellékesnek hatott, de pontosan ki volt számítva. - Die Geste wirkte beiläufig, war aber genau kalkuliert. :59. James két kekszet vett. - James nahm zwei Kekse. :60. Stephen azonnal észrevette. - Stephen bemerkte es sofort. :61. A férfi vagy valóban éhes volt. - Der Mann war entweder wirklich hungrig. :62. Vagy azt akarta tesztelni, Stephen hogyan reagál rá. - Oder er wollte testen, wie Stephen darauf reagieren würde. :63. „Van egy nézet” – kezdte Stephen. - „Es gibt eine Ansicht“, begann Stephen. :64. Hangja egyenletesen és szinte fáradtan csengett, mint egy akadémiai előadáson. - Seine Stimme klang gleichmäßig und fast müde, wie bei einem akademischen Vortrag. :65. „Anyám adta tovább. - „Meine Mutter hat sie weitergegeben. :66. Eszerint az, hogy valaki egy idegen asztalnál egy vagy két keksz között választ, többet árul el a neveltetéséről, mint bármely önéletrajz. - Sie besagt, dass die Wahl zwischen einem und zwei Keksen an einem fremden Tisch mehr über die Erziehung verrät als jeder Lebenslauf. :67. Nem kívánom ezt a tételt sem megerősíteni, sem cáfolni. - Ich möchte diese These weder bestätigen noch bestreiten. :68. De megfontolásra érdemesnek tartom.” - Aber ich halte sie für überlegenswert.“ :69. James nyelt egyet. - James schluckte. :70. Hagyott eltelni egy rövid pillanatot. - Er ließ einen kurzen Moment vergehen. :71. Aztán barátságosan válaszolt. - Dann antwortete er freundlich. :72. Szavai élét csak második hallásra lehetett érezni. - Die Schärfe in seinen Worten spürte man erst beim zweiten Hinhören. :73. „Az én szülői házamban volt egy hasonló tétel, csak éppen fordított előjellel. - „In meinem Elternhaus gab es eine ähnliche These, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. :74. Ott azt mondták, hogy a visszafogottság egy idegen asztalnál nem neveltetést mutat, hanem félelmet az ítélettől. - Dort hieß es, dass Zurückhaltung am fremden Tisch keine Erziehung zeigt, sondern Angst vor dem Urteil. :75. És ez a félelem – nem az éhség – az igazi osztályjel.” - Und diese Angst – nicht der Hunger – sei das wahre Klassenzeichen.“ :76. Nem támadt kínos csend. - Es entstand keine peinliche Stille. :77. Ehelyett különös, szinte kollegiális nyugalom terült szét közöttük. - Stattdessen breitete sich eine besondere, fast kollegiale Ruhe aus. :78. Mindketten felismerték, hogy a másik ismeri a játékot. - Beide erkannten, dass der andere das Spiel kannte. :79. És mindketten mégis úgy döntöttek, hogy továbbjátsszák. - Und beide beschlossen trotzdem, es weiterzuspielen. :80. A könyvtárról beszéltek, az alagsor felújításáról és egy emeritus kollégáról, aki nemrég megjelentette emlékiratait. - Sie sprachen über die Bibliothek, über die Renovierung des Untergeschosses und über einen emeritierten Kollegen, der kürzlich seine Memoiren veröffentlicht hatte. :81. Mindketten ugyanazokból az okokból olvasták a könyvet. - Beide hatten das Buch aus denselben Gründen gelesen. :82. Ugyanazokkal a hallgatag fenntartásokkal. - Mit denselben stillen Vorbehalten. :83. Erről természetesen nem beszéltek nyíltan. - Darüber sprachen sie natürlich nicht offen. :84. Mindezekben a látszólag semleges mondatokban uralták az akadémiai világ valódi emelkedett nyelvét. - In all diesen scheinbar neutralen Sätzen beherrschten sie die wahre Hochsprache der akademischen Welt. :85. Csak arról beszéltek, amit valójában nem mondtak ki. - Sie sprachen nur über das, was sie eigentlich nicht sagten. :86. És olyan pontosan tették, hogy a másik pontosan értette, anélkül hogy ez valaha bizonyítható lett volna. - Und sie taten es so präzise, dass der andere es genau verstand, ohne dass es je beweisbar wurde. :87. Amikor James megemlítette Aldridge különleges gyűjteményének katalogizálását, és tudatosan exkluzívnak nevezte, Stephen ujjai röviden megmozdultak a karosszék karfáján. - Als James die Katalogisierung von Aldridges Spezialsammlung erwähnte und sie als bewusst exklusiv beschrieb, bewegten sich Stephens Finger kurz auf der Sessellehne. :88. Csak egy nagyon figyelmes megfigyelő értelmezte volna helyesen ezt az apró rezdülést. - Nur ein sehr aufmerksamer Beobachter hätte diese winzige Regung richtig gedeutet. :89. „Aldridge” – mondta Stephen. - „Aldridge“, sagte Stephen. :90. A név a szájában egész tájként hangzott. - Der Name klang in seinem Mund wie eine ganze Landschaft. :91. „Aldridge hitt abban, hogy egy rendezési rendszernek nem kell mindenki számára hozzáférhetőnek lennie. - „Aldridge glaubte, dass ein Ordnungssystem nicht für alle zugänglich sein muss. :92. Csak a megfelelő személyek számára. - Nur für die richtigen Personen. :93. Ezt a tételt védhetőnek tartom, még ha ma bizonyos körökben reakciósnak számít is.” - Ich halte diese These für vertretbar, auch wenn sie heute in manchen Kreisen als reaktionär gilt.“ :94. Felemelte a csészét. - Er hob die Tasse. :95. „Egyébként tizennyolc évig ült abban a karosszékben, amelyben most ön ül. - „Er saß übrigens achtzehn Jahre in dem Sessel, in dem Sie jetzt sitzen. :96. Nemcsak a karosszéket és a rendszerét hagyta rám, hanem egy levelet is az utódlásról alkotott véleményével. - Er hinterließ mir nicht nur den Sessel und sein System, sondern auch einen Brief mit seiner Meinung zur Nachfolge. :97. Őrzöm ezt a levelet.” - Ich bewahre diesen Brief auf.“ :98. James rövid pillantást vetett a karfákra. - James warf einen kurzen Blick auf die Armlehnen. :99. Nem tűnt megilletődöttnek, de teljesen jelen volt. - Unbeeindruckt, aber vollkommen präsent. :100. „Akkor kíváncsian várom, vajon a bőr megőrizte-e az érveit. - „Dann bin ich gespannt, ob das Leder seine Argumente gespeichert hat. :101. A legérdekesebb gondolatok gyakran olyan bútorokban maradnak hátra, amelyeket az ember nem maga választott.” - Die interessantesten Gedanken bleiben oft in Möbeln zurück, die man nicht selbst ausgesucht hat.“ :102. A beszélgetés jó egy órán át tartott. - Das Gespräch dauerte gut eine Stunde. :103. Felszínesen egyetemi politikáról, vendégelőadásokról és az időjárásról volt szó. - Oberflächlich ging es um Hochschulpolitik, Gastvorträge und das Wetter. :104. Valójában gondosan vívott párbaj volt. - In Wahrheit war es ein sorgfältiges Fechten. :105. Mindketten tudták, hogy nem keletkeznek majd látható sebek. - Beide wussten, dass keine sichtbaren Wunden entstehen würden. :106. Éppen ezért céloztak különösen pontosan. - Gerade deshalb zielten sie besonders präzise. :107. Amikor James felállt, kinyújtotta a kezét. - Als James aufstand, streckte er die Hand aus. :108. Stephen megfogta. - Stephen ergriff sie. :109. A kézfogás egy másodperccel túl sokáig tartott. - Der Händedruck dauerte eine Sekunde zu lang. :110. A terület csendes kijelentése volt. - Es war eine stille Behauptung von Territorium. :111. „Szokássá kellene tennünk ezt” – mondta Stephen. - „Wir sollten das zur Gewohnheit machen“, sagte Stephen. :112. A mondat a hangsúlytól függően két teljesen különböző dolgot jelenthetett. - Der Satz konnte je nach Betonung zwei völlig verschiedene Dinge bedeuten. :113. „Nagyon szívesen” – felelte James. - „Sehr gerne“, antwortete James. :114. „Előre kell azonban figyelmeztetnem. - „Ich muss Sie allerdings vorwarnen. :115. Nálam sem ilyen teáskészlet, sem ilyen kekszek nincsenek. - Bei mir gibt es weder dieses Teeservice noch diese Kekse. :116. Csak kávé – az északi robusztus változat, amelyről Oxford ellenére sem hagytam magam leszoktatni.” - Nur Kaffee – die robuste Variante aus dem Norden, die ich mir trotz Oxford nicht habe austreiben lassen.“ :117. Az ajtónál még egyszer megfordult. - An der Tür drehte er sich noch einmal um. :118. Mosolya sem barátságos, sem ellenséges nem volt. - Sein Lächeln war weder freundlich noch feindlich. :119. Pontosan ez adta a minőségét. - Genau das machte seine Qualität aus. :120. „A kekszek egyébként valóban kivételesek voltak. - „Die Kekse waren übrigens wirklich außergewöhnlich. :121. Régi családi recept?” - Ein altes Familienrezept?“ :122. „Anyámtól” – mondta Stephen. - „Von meiner Mutter“, sagte Stephen. :123. „Indiából?” – kérdezte James. - „Aus Indien?“, fragte James. :124. Nem kérdésnek hangzott, hanem megállapításnak. - Es klang nicht wie eine Frage, sondern wie eine Feststellung. :125. Mintha egy kutatást zárna le. - Als würde er eine Recherche abschließen. :126. Az ajtó halk, pontos kattanással hullott a zárba. - Die Tür fiel mit einem leisen, präzisen Klicken ins Schloss. :127. A hang még egy ideig visszhangzott. - Der Klang hallte noch eine Weile nach. :128. Stephen az ablaknál maradt állva, és figyelte, ahogy James kilép az utcára. - Stephen blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James auf die Straße trat. :129. Sietség nélkül. - Ohne Hast. :130. Anélkül, hogy visszanézne. - Ohne zurückzublicken. :131. James olyannak hatott, mint aki a délután eredményét már elrendezte magában. - James wirkte wie jemand, der das Ergebnis des Nachmittags bereits eingeordnet hatte. :132. Két kekszmorzsát söpört le a hajtókájáról. - Er wischte zwei Kekskrümel von seinem Revers. :133. Öntudatlan mozdulat volt. - Es war eine unbewusste Geste. :134. Éppen ezért árult el a legtöbbet. - Gerade deshalb verriet sie am meisten. :135. Aztán röviden és szinte kelletlenül elmosolyodott. - Dann lächelte er kurz und fast widerwillig. :136. Beismerés volt, amelyet csak ő maga látott. - Ein Eingeständnis, das nur er selbst sah. :137. A férfi jó volt. - Der Mann war gut. :138. Talán jobb, mint amennyit az állás megkívánt. - Besser vielleicht, als die Stelle verlangte. :139. A délután nem volt sem győzelem, sem vereség. - Der Nachmittag war weder Sieg noch Niederlage gewesen. :140. Valami újnak a kezdete volt. - Er war der Beginn von etwas Neuem. :141. Stephennek erre még nem volt neve. - Stephen hatte noch keinen Namen dafür. :142. De olyan férfi nyugodt figyelmével fogja megfigyelni, aki a hosszú játszmákat szereti a legjobban. - Aber er würde es mit der ruhigen Aufmerksamkeit eines Mannes beobachten, dem die langen Spiele am liebsten waren. ------------------------- ------------------------- 6 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding lakása az évtizedek során elérte azt az állapotot, amelyet akadémiai körökben időnként „lakott archívumnak” neveznek. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding hatte im Laufe der Jahrzehnte jenen Zustand erreicht, der in akademischen Kreisen gelegentlich als „bewohntes Archiv" bezeichnet wird. :2. Ez az állapot nem annyira mértékében különbözik a közönséges rendetlenségtől, hanem abban a belső meggyőződésben, amellyel minden halom, minden keresztben letett kézirat és minden ablakpárkányon felejtett szakfolyóirat azt állítja magáról, hogy pontosan ott fekszik, ahová tartozik. - Dieser Zustand unterscheidet sich von gewöhnlicher Unordnung weniger durch das Ausmaß als durch die innere Überzeugung, mit der jeder Stapel, jedes quer abgelegte Manuskript und jede auf Fensterbänken vergessene Fachzeitschrift behauptet, genau dort zu liegen, wo es hingehört. :3. Azok közé az októberi délutánok közé tartozott, amikor Oxford fölött a fény olyan takarékosan és ugyanakkor olyan pontosan hullik, hogy kevésbé tűnik természetes megvilágításnak, mint inkább dramaturgiai döntésnek. - Es war einer jener Oktobernachmittage, an denen das Licht über Oxford so sparsam und zugleich so präzise fällt, dass es weniger wie natürliche Beleuchtung wirkt als wie eine dramaturgische Entscheidung. :4. Stephen reggel óta magával hordozta azt a tompa, makacsul figyelmen kívül hagyott rossz érzést, amely akkor keletkezik, amikor az embernek olyan valakit kell fogadnia, akinek puszta létezését a saját világában legszívesebben tudomásul sem venné. - Stephen hatte seit dem Morgen das dumpfe, sich beharrlich ignorierende Unbehagen mit sich getragen, das entsteht, wenn man einen Menschen empfangen muss, dessen bloße Existenz in der eigenen Welt man lieber nicht zur Kenntnis nehmen würde. :5. James Calloway nem a probléma volt – vagy pontosabban: James Calloway pontosan maga volt a probléma, de nem azokból az okokból, amelyeket nyilvánosan meg lehetett volna nevezni. - James Calloway war nicht das Problem – oder genauer gesagt, James Calloway war genau das Problem, aber nicht aus den Gründen, die sich hätten öffentlich benennen lassen. :6. A képesítései kifogástalanok voltak, edinburghi híre makulátlan, és a késő köztársaságkori retorikáról írt három tanulmánya elég pontosan volt megérvelve ahhoz, hogy Stephen kelletlenül és titokban kétszer is elolvassa őket, anélkül hogy más ítéletre jutott volna, mint erre: szilárd, talán több is annál. - Seine Qualifikationen waren einwandfrei, sein Ruf in Edinburgh tadellos und seine drei Aufsätze über spätrepublikanische Rhetorik präzise genug argumentiert, dass Stephen sie widerwillig und heimlich zweimal gelesen hatte, ohne zu einem anderen Urteil zu gelangen als: solide, möglicherweise mehr. :7. Ami nem állt az aktákban, és amit Stephen annak az embernek a biztonságával tudott, aki három évtizeden át úgy tanulmányozta a vizsgajelölteket, ahogy az entomológusok a ritka bogarakat, az az a különös fajta becsvágy volt, amely olyan emberekben keletkezik, akikkel korán világosan közölték, hogy azok a termek, amelyekben most ülnek, nem nekik voltak szánva. - Was nicht in den Akten stand und was Stephen mit der Sicherheit eines Mannes wusste, der drei Jahrzehnte lang Examenskandidaten studiert hatte wie Entomologen seltene Käfer, war jene besondere Art von Ehrgeiz, die in Menschen entsteht, denen früh klargemacht wurde, dass die Räume, in denen sie jetzt saßen, nicht für sie vorgesehen waren. :8. Ez olyan becsvágy volt, amely alapvetően különbözött régi családokból származó kollégái becsvágyától, mert nem a birtoklás magától értetődőségéből fakadt, hanem az elvétel elhatározásából. - Es war ein Ehrgeiz, der sich von dem seiner Kollegen aus alten Familien fundamental unterschied, weil er nicht aus dem Selbstverständnis des Besitzens kam, sondern aus dem Entschluss des Nehmens. :9. Mrs. Pargetter fél négykor terítette fel a teaszervizt – az ezüstöt, nem az egyszerű hétköznapit, olyan választást, amelynek semmi köze nem volt a vendégszeretethez, hanem a területi jelölések logikájához. - Mrs. Pargetter hatte das Teeservice um halb vier aufgedeckt – das silberne, nicht das schlichte Alltagsservice, eine Wahl, die nichts mit Gastfreundschaft zu tun hatte, sondern mit der Logik territorialer Markierungen. :10. Aztán visszavonult, mintha megérezte volna, hogy jelenléte abban, ami következik, egy olyan tanú szerepét kapta volna, akit senki sem rendelt oda. - Dann hatte sie sich zurückgezogen, als habe sie gespürt, dass ihre Anwesenheit in dem, was folgen würde, die Funktion einer Zeugin gehabt hätte, die niemand bestellt hatte. :11. A csengetés négy előtt három perccel érkezett, és Stephen, aki a karosszékében ült és nem olvasott, noha egy könyv nyitva feküdt a térdén, hagyta, hogy szóljon. - Das Klingeln kam um drei Minuten vor vier, und Stephen, der in seinem Sessel saß und nicht las, obwohl ein Buch offen auf seinen Knien lag, ließ es klingen. :12. Megvárta a kandallóóra negyedórás jelzését annak az embernek a türelmes hajthatatlanságával, aki tudja, hogy egy délután ritmusa már az első másodperceiben eldől, és hogy az idő a legolcsóbb és leghatásosabb hatalmi eszköz, amellyel egy házigazda rendelkezik. - Er wartete auf das Viertelsignal der Kaminuhr mit der geduldigen Unnachgiebigkeit eines Mannes, der weiß, dass der Rhythmus eines Nachmittags bereits in seinen ersten Sekunden gesetzt wird und dass Zeit das billigste und wirkungsvollste Machtinstrument ist, das ein Gastgeber besitzt. :13. James Calloway az ajtókeretben olyan tweedzakót viselt, amely jó szabású volt, de még nem volt bejáratva – olyan ruhát, amelyet azért szereztek be, hogy az ember odatartozzon, és amely ezt még nem egészen felejtette el. - James Calloway im Türrahmen trug ein Tweedsakko, das gut geschnitten, aber noch nicht eingelaufen war – Kleidung, die erworben worden war, um zu gehören, und die das noch nicht ganz vergessen hatte. :14. Cipője a parkettára lépve halk reccsenést keltett, amely a folyosó csendjében egy hangjegy aláírásának tévedhetetlenségével volt hallható. - Seine Schuhe erzeugten beim Betreten des Parketbodens ein leises Knacken, das in der Stille des Flurs mit der Unfehlbarkeit einer Tonsignatur zu hören war. :15. Mosolya, amelyet az ajtóban bemutatott, azzal a fárasztó nyíltsággal bírt, amelyet Stephen fiatal északi akadémikusoknál már többször megfigyelt. - Sein Lächeln, das er an der Tür präsentierte, hatte jene anstrengende Offenheit, die Stephen bei jungen Akademikern aus dem Norden schon öfter beobachtet hatte. :16. Nem megjátszott mosoly volt, inkább egyfajta előadott elfogulatlanság, egy nekem-nincs-problémám-ezzel-a-helyzettel, ami természetesen éppen az ellenkezőjét jelentette. - Es war kein gespieltes Lächeln, eher eine Art performte Unbefangenheit, ein Ich-habe-kein-Problem-mit-dieser-Situation, das natürlich das genaue Gegenteil bedeutete. :17. „Dr. Calloway” – mondta Stephen, egy lépést oldalra lépett, és a köszöntést ott hagyta a térben. - „Dr. Calloway", sagte Stephen, trat einen Schritt zur Seite und ließ die Begrüßung im Raum stehen. :18. Nem adta hozzá azt a szokásos meleget, amely valamilyen halmazállapotot kölcsönzött volna neki. - Er gab ihr nicht die übliche Wärme mit, die ihr einen Aggregatzustand gegeben hätte. :19. A nappali régi könyvek szagával, némi viasszal és a dohány nagyon távoli, nagyon diszkrét utózengésével fogadta őket. - Das Wohnzimmer empfing sie mit dem Geruch alter Bücher, ein wenig Wachs und dem sehr fernen, sehr diskreten Nachklang des Tabaks. :20. Stephen öt éve abbahagyta ennek a dohánynak a szívását, és azóta az tovább élt a falakban, mint egy vendég, aki elszalasztotta a búcsúzást. - Stephen hatte vor fünf Jahren aufgehört, diesen Tabak zu rauchen, und seitdem lebte er in den Wänden weiter wie ein Gast, der die Verabschiedung übersehen hatte. :21. Stephen töltött – először a tejet, aztán a teát, kommentár nélkül, olyan ember módjára, aki nem magyaráz, hanem demonstrál. - Stephen goss ein – zuerst die Milch, dann den Tee, ohne Kommentar, in der Weise eines Mannes, der nicht erklärt, sondern demonstriert. :22. Aztán a kekszesdobozt, a zöld feliratos, Westminster-motívumos Fortnum-&-Mason-dobozt, Calloway irányába tolta olyan mellékességgel, amely pontosan ki volt számítva. - Dann schob er die Keksdose, die Fortnum-&-Mason-Dose mit dem grünen Aufdruck und dem Westminster-Motiv, in Calloways Richtung mit einer Beiläufigkeit, die genau kalkuliert war. :23. James kettőt vett, és Stephen abban a pillanatban tudta, hogy a férfi vagy éhes volt. - James nahm zwei, und Stephen wusste in dem Moment, dass der Mann entweder hungrig war. :24. Vagy James pontosan abból az okból vett kettőt, amelyből Stephen vele magával csak egyet vétetett volna: hogy lássa, ki mit kezd ezzel. - Oder James nahm aus genau dem Grund zwei, aus dem Stephen ihn selbst nur einen hätte nehmen lassen: um zu sehen, wer was daraus machte. :25. „Létezik egy nézet” – mondta Stephen, és hangja közben az akadémiai előadás egyenletes, szinte fáradt tónusát vette fel, amelyben a lényeg soha nem magában az állításban rejlik, hanem abban, amit az állítás előfeltételez. - „Es gibt eine Ansicht", sagte Stephen, und seine Stimme hatte dabei den gleichmäßigen, fast müden Tonfall des akademischen Vortrags, in dem das Eigentliche nie in der Aussage selbst liegt, sondern in dem, was die Aussage voraussetzt. :26. „Ezt a nézetet anyám egyik nemzedékről a másikra adta tovább, és úgy szól, hogy az egy és két keksz közötti választás egy idegen asztalnál többet árul el a neveltetésről, mint bármely önéletrajz – egy tétel, amelyet sem megerősíteni, sem cáfolni nem szeretnék, de megfontolandónak tartok.” - „Diese Ansicht hat meine Mutter von einer Generation in die nächste weitergegeben, und sie besagt, dass die Wahl zwischen einem und zwei Keksen an einem fremden Tisch mehr über Erziehung verrät als jeder Lebenslauf – eine These, die ich weder bestätigen noch bestreiten möchte, aber für überlegenswert halte." :27. James nyelt, létrejönni hagyott egy pillanatot, majd olyan hangon válaszolt, amely annyira barátságos volt, hogy a benne lévő penge csak második hallásra vált érezhetővé. - James schluckte, ließ einen Moment entstehen und erwiderte dann in einem Ton, der so freundlich war, dass die Klinge darin erst beim zweiten Hinhören spürbar wurde. :28. „Az én szülői házamban egy hasonló tétel élt, csak fordított előjellel: hogy a visszafogottság egy idegen asztalnál nem neveltetést jelez, hanem félelmet attól, hogy megítélnek, és hogy ez a félelem – nem az éhség – az igazi osztályjel, amely ilyen pillanatokban megmutatkozik.” - „In meinem Elternhaus galt eine ähnliche These, nur mit umgekehrtem Vorzeichen: dass die Zurückhaltung am fremden Tisch nicht Erziehung anzeigt, sondern Angst vor dem Geurteiltwerden, und dass diese Angst – nicht der Hunger – das eigentliche Klassenzeichen ist, das sich in solchen Momenten zeigt." :29. Ami ezután keletkezett, nem a feszengés csendje volt, hanem az a különös, szinte kollegiális csend, amely akkor keletkezik, amikor két ember észreveszi, hogy a másik ismeri a játékot, amelyet játszanak. - Was daraufhin entstand, war keine Stille des Unbehagens, sondern jene besondere, fast kollegiale Stille, die entsteht, wenn zwei Menschen merken, dass der andere das Spiel kennt, das gespielt wird. :30. Mindketten úgy döntöttek, hogy ennek ellenére játsszák, és ez egészen más minőséget adott neki. - Beide hatten beschlossen, es trotzdem zu spielen, was ihm eine vollkommen andere Qualität gab. :31. A következőkben a könyvtárról, az alagsor felújításáról és egy emeritus kollégáról beszéltek, aki az előző nyáron megjelentette az emlékiratait – egy könyvről, amelyet mindketten ugyanazokból az okokból és ugyanazokkal a csendes fenntartásokkal olvastak, amelyekről itt nem volt helyénvaló beszélni. - Sie sprachen in der Folge über die Bibliothek, über die Renovierung des Untergeschosses und über einen emeritierten Kollegen, der im vergangenen Sommer seine Memoiren veröffentlicht hatte – ein Buch, das beide aus denselben Gründen und mit denselben stillen Vorbehalten gelesen hatten, über die zu sprechen hier nicht der Ort war. :32. Mindezekben a látszólag semleges mondatokban olyan technika működött, amelyet Stephen az akadémiai kommunikáció tulajdonképpeni emelkedett nyelvének tartott: annak művészete, hogy kizárólag arról beszéljünk, amit valójában nem mondunk ki, és közben olyan pontosak legyünk, hogy a másik pontosan értse, anélkül hogy valaha bizonyíthatóvá válna. - In all diesen scheinbar neutralen Sätzen war eine Technik am Werk, die Stephen als die eigentliche Hochsprache der akademischen Kommunikation verstand: die Kunst, ausschließlich über das zu sprechen, was man eigentlich nicht sagt, und dabei so präzise zu sein, dass der andere es genau versteht, ohne dass es je beweisbar würde. :33. Amikor James megemlítette, hogy Aldridge különleges gyűjteményének katalogizálása olyan rendszer szerint látszik megszervezve lenni, amely a beavatottak számára talán értelmes lehetett, mindenki más számára azonban tudatos kizárás jellegét hordozta, Stephen ujjai egyetlen lélegzetvétel idejére megmozdultak a karosszék karfáján. - Als James erwähnte, die Katalogisierung von Aldridges Spezialsammlung scheine nach einem System organisiert zu sein, das für Eingeweihte Sinn ergeben mochte, für jeden anderen aber den Charakter einer bewussten Exklusion habe, bewegten sich Stephens Finger auf der Lehne des Sessels für die Dauer eines einzigen Atemzuges. :34. Úgy mozdultak meg, ahogyan csak egy nagyon figyelmes megfigyelő értelmezhette volna annak, ami volt. - Sie bewegten sich auf eine Weise, die nur ein sehr aufmerksamer Beobachter als das hätte deuten können, was es war. :35. „Aldridge” – mondta Stephen, és a név az ő kiejtésében kevésbé volt név, mint inkább táj. - „Aldridge", sagte Stephen, und der Name war in seiner Aussprache weniger ein Name als eine Landschaft. :36. „Aldridge meg volt győződve arról, hogy egy rendrendszernek nem kell mindenki számára hozzáférhetőnek lennie, hanem csak a megfelelőek számára – olyan tétel ez, amelyet védhetőnek tartok, még ha tudom is, hogy bizonyos körökben ma reakciósnak számít.” - „Aldridge hatte die Überzeugung, dass ein Ordnungssystem nicht für alle zugänglich sein muss, sondern für die richtigen – eine These, die ich für vertretbar halte, auch wenn ich weiß, dass sie heute in gewissen Kreisen als reaktionär gilt." :37. Felemelte a csészét. - Er hob die Tasse. :38. „Mellesleg tizennyolc évig ült abban a karosszékben, amelyben Ön most ül. Hátrahagyta ezt a karosszéket, a rendszerét és egy véleményt az utódlásáról, amelyet egy levélben közölt velem, és amelyet megőrzök.” - „Er saß übrigens achtzehn Jahre lang in dem Sessel, in dem Sie gerade sitzen. Er hinterließ diesen Sessel, sein System und eine Meinung über seine Nachfolge, die er mir in einem Brief mitgeteilt hat, den ich aufbewahre." :39. James pillantása az armfákra esett, röviden, érintetlenül és ugyanakkor teljesen jelen lévőn. - James ließ einen Blick auf die Armlehnen fallen, kurz, unbeeindruckt und gleichzeitig vollkommen präsent. :40. Aztán így válaszolt: „Akkor kíváncsian várom, vajon a bőr eltárolta-e az érvelését – újra meg újra azt tapasztalom, hogy a legérdekesebb gondolatokat leggyakrabban olyan bútorokban hagyják hátra, amelyeket az ember nem maga választott.” - Dann antwortete er: „Dann bin ich gespannt, ob das Leder seine Argumentation gespeichert hat – ich stelle immer wieder fest, dass die interessantesten Gedanken am häufigsten in Möbeln zurückgelassen werden, die man nicht ausgesucht hat." :41. Ami ezután következett, jó egyórányi beszélgetés volt, amely tartalma szerint egyetemi politikáról, vendégelőadás-programokról és az időjárásról szólt. - Was folgte, war gut eine Stunde eines Gesprächs, das seinem Inhalt nach über Hochschulpolitik, Gastvortragsprogramme und das Wetter sprach. :42. Formája szerint gondosan vezetett vívás volt, amelyben mindkét fél tudta, hogy nem lesznek sebek, amelyeket meg lehetne mutatni, és hogy éppen ez az oka annak, amiért különösen pontosan céloztak. - Seiner Form nach war es ein sorgfältig geführtes Fechten, bei dem beide Parteien wussten, dass es keine Wunden geben würde, die man zeigen könnte, und dass das der Grund war, weshalb man eben deshalb besonders präzise zielte. :43. Amikor James felállt, kinyújtotta a kezét, és Stephen olyan fogással ragadta meg, amely egy másodperccel túl hosszú volt. - Als James aufstand, streckte er die Hand aus, und Stephen ergriff sie mit einem Griff, der eine Sekunde zu lang war. :44. Nem agresszív fogás volt, inkább egy territórium csendes állítása, mint egy mondat, amely szándékosan zárójel nélkül végződik. - Es war kein aggressiver Griff, eher die stille Behauptung eines Territories, wie ein Satz, der absichtlich ohne Schlusszeichen endet. :45. „Szokássá kellene tennünk ezt” – mondta Stephen. - „Wir sollten das zur Gewohnheit machen", sagte Stephen. :46. A mondatnak a hangsúlytól függően két teljesen különböző jelentése volt. - Der Satz hatte je nach Betonung zwei vollkommen verschiedene Bedeutungen. :47. „Nagyon szívesen” – válaszolta James –, „bár előre figyelmeztetnem kell, hogy nálam sem a teaszerviz, sem a kekszesdoboz nem tudja tartani a szintet – csak kávé, az északi ásványvizes-kávékávé-változat, amelyről Oxford ellenére sem sikerült még leszoktatnom magam.” - „Sehr gerne", antwortete James, „obwohl ich Sie vorwarnen muss, dass bei mir weder das Teeservice noch die Keksdose mithalten können – nur Kaffee, der Mineralwasserkaffeekaffeevariante aus dem Norden, die ich mir trotz Oxford noch nicht habe austreiben lassen." :48. Az ajtónál állt, keze a kilincsen. - Er stand an der Tür, die Hand am Knauf. :49. Aztán olyan mosollyal fordult meg, amelyet Stephen sem barátságosnak, sem ellenségesnek nem tudott volna besorolni, ami talán éppen a valódi minősége volt: „A kekszek egyébként valóban kivételesek voltak. Régi családi recept?” - Dann drehte er sich mit einem Lächeln um, das Stephen weder als freundlich noch als feindlich hätte kategorisieren können, was vielleicht seine eigentliche Qualität war: „Die Kekse, anbei bemerkt, waren wirklich außergewöhnlich. Ein altes Familienrezept?" :50. „Anyámtól” – mondta Stephen. - „Von meiner Mutter", sagte Stephen. :51. „Indiából?” – mondta James; nem kérdezve, inkább megállapítva, olyan ember hanghordozásával, aki lezár egy kutatást. - „Aus Indien?", sagte James – nicht fragend, eher feststellend, mit dem Tonfall eines Mannes, der eine Recherche abschließt. :52. Az ajtó azzal a halk, pontos kattanással csukódott be, amely a lakás csendjében még egy ideig tovább visszhangzott. - Die Tür fiel zu mit dem leisen, präzisen Klicken, das in der Stille der Wohnung eine Weile nachklang. :53. Stephen az ablaknál maradt állva, és figyelte, ahogy James megjelenik az utcán, sietség nélkül, anélkül hogy visszanézne. - Stephen blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James auf der Straße auftauchte, ohne Hast, ohne zurückzublicken. :54. James olyannak hatott, mint valaki, aki egy délután eredményét már besorolta, mielőtt maga mögött behúzta volna az ajtót. - James wirkte wie jemand, der das Ergebnis eines Nachmittags bereits eingeordnet hat, bevor er die Tür hinter sich zuzog. :55. Két ujjával lesöpört zakója hajtókájáról egy alig látható kekszmorzsanyomot. - Er wischte mit zwei Fingern eine kaum sichtbare Spur von Kekskrümeln vom Revers seines Jacketts. :56. Olyan gesztus volt, amelyet nem szándékosan tett, és amelynek jelentésén nem gondolkodott el; talán éppen ezért volt az egész délután legárulkodóbb gesztusa. - Es war eine Geste, die er nicht beabsichtigt hatte und über deren Bedeutung er nicht nachdachte, vielleicht gerade deshalb die aufschlussreichste Geste des ganzen Nachmittags. :57. Aztán elmosolyodott, röviden és szinte kelletlenül, mint egy beismerés, amelyet az ember önmaga előtt tesz, amikor senki sem figyel. - Dann lächelte er, kurz und fast ungern, wie ein Eingeständnis, das man sich selbst gegenüber macht, wenn niemand zuschaut. :58. A férfi jó volt, talán jobb, mint amennyit az állás megkövetelt volna, és ami ma közöttük történt, az sem vereség, sem győzelem nem volt, hanem valaminek a kezdete, amire még nem volt neve, de amit annak az embernek a nyugodt figyelmével fog majd megfigyelni, akinek a hosszú játszmák a legkedvesebbek. - Der Mann war gut, besser vielleicht, als die Stelle es verlangt hätte, und das, was sich heute zwischen ihnen ereignet hatte, war weder Niederlage noch Sieg, sondern der Beginn von etwas, für das er noch keinen Namen hatte, aber das er mit der ruhigen Aufmerksamkeit eines Mannes beobachten würde, dem die langen Spiele die liebsten waren. ------------------------- == 76 == 1 ------------------------- :Mike műhelye - Mikes Werkstatt :1. Mike elveszíti az állását. - Mike verliert seinen Job. :2. Egy nagy cégnél volt értékesítési vezető. - Er war Vertriebsleiter in einer großen Firma. :3. Most már nincs fizetése. - Jetzt hat er kein Gehalt mehr. :4. A pénze majdnem elfogyott. - Sein Geld ist fast weg. :5. Nem tudja, mit tegyen. - Er weiß nicht, was er tun soll. :6. Aztán az apjára gondol. - Dann denkt er an seinen Vater. :7. Az apja asztalos volt. - Sein Vater war Tischler. :8. Egy évvel ezelőtt halt meg. - Er ist vor einem Jahr gestorben. :9. A műhelye üresen áll. - Seine Werkstatt steht leer. :10. Mike odautazik, és megnézi magának a műhelyt. - Mike fährt hin und schaut sich die Werkstatt an. :11. Esik az eső. - Es regnet. :12. Az ajtó zárva van. - Die Tür ist verschlossen. :13. Mike-nál van egy feszítővas. - Mike hat ein Brecheisen dabei. :14. Azzal nyitja ki a zárat. - Er öffnet das Schloss damit. :15. Az ajtó hangosan nyikorog. - Die Tür quietscht laut. :16. Bent sötét van és por. - Drinnen ist es dunkel und staubig. :17. Sok pókháló van mindenütt. - Es gibt viele Spinnweben. :18. De Mike meglátja az apja régi gyalupadját is. - Aber Mike sieht auch die alte Hobelbank seines Vaters. :19. A falon egy tábla lóg. - An der Wand hängt ein Schild. :20. Ez áll rajta: „Itt valami új születik.” - Darauf steht: „Hier entsteht was Neues.“ :21. Mike egy kicsit elmosolyodik. - Mike lächelt ein bisschen. :22. A barátnője, Sarah, odajön hozzá. - Seine Freundin Sarah kommt zu ihm. :23. Sarah tanárnő. - Sie ist Lehrerin. :24. Egy bérleti szerződést tart a kezében. - Sie hält einen Mietvertrag in der Hand. :25. „Három hónap bérleti díj nélkül” - mondja. - „Drei Monate ohne Miete", sagt sie. :26. „Utána meg fogod oldani.” - „Danach schaffst du das.“ :27. Mike bólint. - Mike nickt. :28. Elkezdi kitakarítani a műhelyt. - Er beginnt, die Werkstatt sauber zu machen. :29. A barátja, Tom, segít neki. - Sein Freund Tom hilft ihm. :30. Tom villanyszerelő, és mindig vidám. - Tom ist Elektriker und immer lustig. :31. Kihordják a régi szemetet. - Sie schleppen alten Müll raus. :32. Tom megjavítja a lámpákat. - Tom repariert die Lampen. :33. Mike megjavítja a gépeket. - Mike repariert die Maschinen. :34. Két hét múlva Mike megkapja az első megbízását. - Nach zwei Wochen bekommt Mike den ersten Auftrag. :35. Egy startupnak húsz dohányzóasztalra van szüksége. - Ein Startup braucht zwanzig Couchtische. :36. Ez sok munka, de Mike örül. - Das ist viel Arbeit, aber Mike ist froh. :37. Minden nap nagyon sokáig dolgozik. - Er arbeitet jeden Tag sehr lange. :38. Aztán probléma történik. - Dann passiert ein Problem. :39. A falapok elvetemedtek. - Die Holzplatten sind verzogen. :40. Sok asztal nem jó. - Viele Tische sind nicht gut. :41. Mike nagyon dühös. - Mike ist sehr wütend. :42. Öklével rácsap a munkapadra. - Er schlägt mit den Fäusten auf die Werkbank. :43. Tom két csésze kávéval érkezik. - Tom kommt mit zwei Tassen Kaffee. :44. Egy elektromos gyalut is hoz magával. - Er bringt auch einen Elektrohobel mit. :45. „Most ezt megjavítjuk” - mondja Tom. - „Wir reparieren das jetzt", sagt Tom. :46. Egész éjszaka dolgoznak. - Sie arbeiten die ganze Nacht. :47. Hajnali háromkor tizenkilenc asztal elkészült. - Um drei Uhr morgens sind neunzehn Tische fertig. :48. Sarah pizzát hoz nekik. - Sarah bringt ihnen Pizza. :49. Egy üzenetet is hoz az ügyféltől. - Sie hat auch eine Nachricht vom Kunden dabei. :50. Az ügyfél ezt írja: „A jövő heti szállítás rendben van.” - Der Kunde schreibt: „Lieferung nächste Woche ist okay.“ :51. Mike mély levegőt vesz. - Mike atmet tief durch. :52. Rövid időre elalszik a műhely régi kanapéján. - Er schläft kurz auf der alten Couch in der Werkstatt. :53. Másnap reggel kiszállítják az asztalokat. - Am nächsten Morgen liefern sie die Tische aus. :54. Az ügyfél elégedett. - Der Kunde ist zufrieden. :55. Mike megkapja a pénzét. - Mike bekommt sein Geld. :56. Új fát és új szerszámokat vesz. - Er kauft neues Holz und neue Werkzeuge. :57. Decemberben van egy kis karácsonyi vásár a városban. - Im Dezember gibt es einen kleinen Weihnachtsmarkt in der Stadt. :58. Mike ott kiállítja az új bárszékeit. - Mike stellt seine neuen Barhocker dort aus. :59. Saját maga tervezte őket. - Er hat sie selbst entworfen. :60. Először senki sem megy oda a standjához. - Zuerst kommt niemand zu seinem Stand. :61. Mike csalódott. - Mike ist enttäuscht. :62. De aztán odajön egy idősebb úr. - Aber dann kommt ein älterer Herr. :63. A férfi sokáig nézi a székeket. - Der Mann schaut die Stühle lange an. :64. Azt mondja: „Ezek szépen vannak elkészítve.” - Er sagt: „Die sind schön gemacht.“ :65. Tizenkét székre van szüksége egy idősek otthona számára. - Er braucht zwölf Stühle für ein Seniorenheim. :66. Mike azt mondja: „Az első ötöt ingyen adom, ha jók.” - Mike sagt: „Die ersten fünf gebe ich umsonst, wenn sie gut sind.“ :67. A férfi nevet, és azonnal pénzt ad neki. - Der Mann lacht und gibt ihm sofort Geld. :68. Mike alig tudja elhinni. - Mike kann es kaum glauben. :69. Felhívja Sarah-t. - Er ruft Sarah an. :70. „Működik” - mondja. - „Es funktioniert", sagt er. :71. Sarah nagyon örül. - Sarah freut sich sehr. :72. Egy évvel később a műhely sokkal nagyobb. - Ein Jahr später ist die Werkstatt viel größer. :73. Az ajtó fölött egy új fatábla lóg. - Über der Tür hängt ein neues Schild aus Holz. :74. Ez áll rajta: „Mike asztalosműhelye.” - Darauf steht: „Mikes Tischlerei.“ :75. Ma Mike egy nagy teherautót rakodik meg. - Heute lädt Mike einen großen Lkw. :76. Egy szálloda sok bútort rendelt. - Ein Hotel hat viele Möbel bestellt. :77. Sarah és Tom segítenek a rakodásnál. - Sarah und Tom helfen beim Beladen. :78. Éppen felkel a nap. - Die Sonne geht gerade auf. :79. Mike letörli a verejtéket a homlokáról. - Mike wischt sich den Schweiß von der Stirn. :80. „Ez még csak az első lépés volt” - mondja. - „Das war erst Schritt eins", sagt er. :81. Sarah nevet. - Sarah lacht. :82. „Akkor tovább” - mondja. - „Dann weiter", sagt sie. :83. A teherautó elindul. - Der Lkw fährt los. :84. A piros hátsó lámpák lassan eltűnnek a hajnali derengésben. - Die roten Rücklichter verschwinden langsam in der Morgendämmerung. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Mike asztalosműhelye - Mikes Tischlerei :1. Mike elveszítette az állását értékesítési vezetőként, és a számlája majdnem üres volt. - Mike hatte seinen Job als Vertriebsleiter verloren, und sein Konto war fast leer. :2. A konyhaasztalnál ült, és a cég levelét bámulta. - Er saß am Küchentisch und starrte auf den Brief der Firma. :3. Sarah a vállára tette a kezét, és nem szólt semmit. - Sarah legte ihre Hand auf seine Schulter und sagte nichts. :4. Mike csak egy hosszú szünet után állt fel, és hozta el a kabátját. - Erst nach einer langen Pause stand Mike auf und holte seinen Mantel. :5. Tudta, mit akar tenni. - Er wusste, was er tun wollte. :6. Az apja műhelye egy éve üresen állt. - Die Werkstatt seines Vaters stand seit einem Jahr leer. :7. Az apja hirtelen halt meg, és senki sem törődött a garázzsal. - Der Vater war plötzlich gestorben, und niemand hatte sich um die Garage gekümmert. :8. Mike autóval ment oda, bár esett az eső, és hideg volt. - Mike fuhr mit dem Auto hin, obwohl es regnete und kalt war. :9. A nehéz fémajtó előtt állt, és szorosan tartotta kezében a feszítővasat. - Er stand vor der schweren Metalltür und hielt das Brecheisen fest in der Hand. :10. A zár régi volt és rozsdás, de néhány próbálkozás után engedett. - Das Schloss war alt und rostig, aber nach ein paar Versuchen gab es nach. :11. Az ajtó hangosan nyikorgott, amikor Mike benyomta. - Die Tür quietschte laut, als Mike sie aufdrückte. :12. Bent fa, olaj és régi por szaga volt. - Drinnen roch es nach Holz, Öl und altem Staub. :13. Pókhálók lógtak a mennyezetről, és az ablakok piszkosak voltak. - Spinnweben hingen von der Decke, und die Fenster waren schmutzig. :14. Mike mégis furcsán nyugodtnak érezte magát ebben a helyiségben. - Trotzdem fühlte sich Mike seltsam ruhig in diesem Raum. :15. A falon még mindig ott lógott apja régi táblája: „Itt valami új születik.” - An der Wand hing noch das alte Schild seines Vaters: „Hier entsteht was Neues.“ :16. Mike kétszer is elolvasta, és sokáig gondolkodott rajta. - Mike las es zweimal und dachte lange darüber nach. :17. Sarah egy órával később érkezett, bérleti szerződéssel a kezében. - Sarah kam eine Stunde später mit einem Mietvertrag in der Hand. :18. A bérbeadó három hónap bérleti díj mentességet ajánlott neki. - Der Vermieter hatte ihr drei Monate Mietfreiheit angeboten. :19. „Ez a te esélyed” - mondta -, „de valóban élned kell vele.” - „Das ist deine Chance", sagte sie, „aber du musst sie wirklich nutzen." :20. Mike még aznap este aláírta a szerződést. - Mike unterschrieb den Vertrag noch am selben Abend. :21. A következő napokban Tom segített a rendrakásban. - In den nächsten Tagen half Tom beim Aufräumen. :22. Tom villanyszerelő volt, és Mike legjobb barátja az iskoláskor óta. - Tom war Elektriker und Mikes bester Freund seit der Schulzeit. :23. Megjavította a régi lámpákat, és új kábeleket húzott a falakon keresztül. - Er reparierte die alten Lampen und zog neue Kabel durch die Wände. :24. Mike kihordta a törött gépeket, és a műhely minden sarkát megtisztította. - Mike schleppte kaputte Maschinen nach draußen und reinigte jede Ecke der Werkstatt. :25. Egy hét után a helyiség már egészen másképp nézett ki. - Nach einer Woche sah der Raum schon ganz anders aus. :26. Az első igazi megbízást Mike egy kis internetes hirdetésen keresztül kapta. - Den ersten richtigen Auftrag bekam Mike über eine kleine Anzeige im Internet. :27. Egy fiatal startupnak húsz dohányzóasztalra volt szüksége az új irodájába. - Ein junges Startup brauchte zwanzig Couchtische für sein neues Büro. :28. Mike ideges volt, de azonnal igent mondott. - Mike war nervös, aber er sagte sofort zu. :29. Minden nap kora reggeltől késő estig dolgozott, és az utolsó pénzéből vette meg a fát. - Er arbeitete jeden Tag früh bis spät und kaufte das Holz mit seinem letzten Geld. :30. Nem sokkal a szállítás előtt azonban észrevette, hogy több lap elvetemedett. - Doch kurz vor der Lieferung bemerkte er, dass mehrere Platten sich verzogen hatten. :31. A munkapad előtt állt, és ökölbe szorította a kezét, anélkül hogy egy szót szólt volna. - Er stand vor der Werkbank und ballte die Fäuste, ohne ein Wort zu sagen. :32. Tom két pohár kávéval és egy elektromos gyaluval a hóna alatt érkezett. - Tom kam mit zwei Bechern Kaffee und einem Elektrohobel unter dem Arm. :33. „Sírás később” - mondta -, „most csiszolunk.” - „Heulen später", sagte er, „jetzt schleifen wir." :34. Egész éjszaka végigdolgozták, amíg tizenkilenc asztal valóban jól nem nézett ki. - Sie arbeiteten die ganze Nacht durch, bis neunzehn Tische wirklich gut aussahen. :35. Sarah éjfél körül pizzát hozott, és egy rövid üzenetet az ügyféltől. - Sarah brachte gegen Mitternacht Pizza und eine kurze Nachricht vom Kunden. :36. Az ügyfél azt írta, hogy a szállítás a következő héten is rendben van. - Der Kunde schrieb, dass die Lieferung auch nächste Woche noch in Ordnung sei. :37. Mike nekitámaszkodott a falnak, és rövid időre lehunyta a szemét. - Mike lehnte sich an die Wand und schloss kurz die Augen. :38. Az asztalokat pontosan kiszállították, és az ügyfél gond nélkül fizetett. - Die Tische wurden pünktlich geliefert, und der Kunde zahlte ohne Probleme. :39. A pénzből Mike jobb fát és egy új szerszámot vett. - Mit dem Geld kaufte Mike besseres Holz und ein neues Werkzeug. :40. Elkezdett saját bútorokat tervezni, amilyeneket sehol sem látott így. - Er begann, eigene Möbel zu entwerfen, die er nirgendwo so gesehen hatte. :41. Különösen a bárszékek tetszettek neki nagyon, amelyeket egy vázlatfüzetbe rajzolt. - Besonders die Barhocker, die er in einem Skizzenbuch gezeichnet hatte, gefielen ihm selbst sehr gut. :42. Decemberben a belvárosban volt egy kis karácsonyi vásár. - Im Dezember gab es in der Innenstadt einen kleinen Weihnachtsmarkt. :43. Mike bérelt egy standot, és kiállította a bárszékeit. - Mike mietete einen Stand und stellte seine Barhocker aus. :44. Az első órák nehezek voltak, mert alig állt meg valaki. - Die ersten Stunden waren schwierig, weil kaum jemand stehen blieb. :45. Mike a hideg kávéját itta, és türelmesen várt. - Mike trank seinen kalten Kaffee und wartete geduldig. :46. Estefelé egy idősebb úr szólította meg nyugodt hangon. - Gegen Abend sprach ihn ein älterer Herr mit ruhiger Stimme an. :47. A férfi gondosan megnézett minden széket, és megkérdezte az árát. - Der Mann betrachtete jeden Hocker sorgfältig und fragte nach dem Preis. :48. Aztán azt mondta, hogy tizenkét székre van szüksége egy idősek otthona számára. - Dann sagte er, dass er zwölf Stühle für ein Seniorenheim brauche. :49. Mike röviden elgondolkodott, és így válaszolt: „Az első ötöt ingyen adom, ha valóban bírják.” - Mike überlegte kurz und antwortete: „Die ersten fünf gebe ich umsonst, wenn sie wirklich halten." :50. A férfi halkan nevetett, és azonnal pénzt tett az asztalra. - Der Mann lachte leise und legte sofort Geld auf den Tisch. :51. Mike még a karácsonyi vásáron felhívta Sarah-t. - Mike rief Sarah noch auf dem Weihnachtsmarkt an. :52. „Sikerült” - mondta, és a hangja másképp csengett, mint máskor. - „Es hat geklappt", sagte er, und seine Stimme klang anders als sonst. :53. Egy évvel később Mike a műhelye előtt állt, és az ajtó fölötti új fatáblát nézte. - Ein Jahr später stand Mike vor seiner Werkstatt und betrachtete das neue Holzschild über der Tür. :54. „Mike asztalosműhelye” állt rajta tiszta betűkkel. - „Mikes Tischlerei" stand dort in klaren Buchstaben. :55. Sarah és Tom segítettek neki megtölteni egy nagy szállítóautót egy szállodalánc számára készült bútorokkal. - Sarah und Tom halfen ihm, einen großen Lieferwagen mit Möbeln für eine Hotelkette zu beladen. :56. Éppen felkelt a nap, és a levegő friss és hűvös volt. - Die Sonne ging gerade auf, und die Luft war frisch und kühl. :57. Mike letörölte a verejtéket a homlokáról, és a készre megrakott rakfelületre nézett. - Mike wischte sich den Schweiß von der Stirn und sah auf die fertig beladene Ladefläche. :58. „Ez még csak az első lépés volt” - mondta. - „Das war erst Schritt eins", sagte er. :59. Sarah vigyorgott, és felmászott az anyósülésre. - Sarah grinste und kletterte auf den Beifahrersitz. :60. „Akkor tovább” - mondta. - „Dann weiter", sagte sie. :61. A kocsi lassan elindult az utcán lefelé, és a piros hátsó lámpák eltűntek a világos hajnali derengésben. - Der Wagen fuhr langsam die Straße hinunter, und die roten Rücklichter verschwanden in der hellen Morgendämmerung. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Mike műhelye - Mikes Werkstatt :1. Amikor Mike a kezében tartotta a cége felmondólevelét, érezte, hogy valami elmozdul benne. - Als Mike den Kündigungsbrief seiner Firma in den Händen hielt, spürte er, wie sich etwas in ihm verschob. :2. Ez nem pánik volt, hanem különös, hűvös üresség. - Es war nicht Panik, sondern eine seltsame, kühle Leere. :3. Három éven át mindent beletett ebbe az állásba: túlórákat, hétvégéket, kompromisszumokat. - Er hatte drei Jahre lang alles in diese Stelle gesteckt: Überstunden, Wochenenden, Kompromisse. :4. Most vége volt, egyetlen mondattal egy fehér papírlapon. - Jetzt war es vorbei, mit einem einzigen Satz auf weißem Papier. :5. Sarah vele szemben ült a konyhaasztalnál, és figyelte őt, anélkül hogy kérdezett volna. - Sarah saß ihm gegenüber am Küchentisch und beobachtete ihn, ohne zu fragen. :6. Elég jól ismerte ahhoz, hogy tudja: beszélni fog, amikor készen áll rá. - Sie kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass er reden würde, wenn er bereit war. :7. Hosszú csend után Mike összehajtotta a levelet, és betette a fiókba. - Nach einer langen Stille faltete Mike den Brief zusammen und steckte ihn in die Schublade. :8. „Elmegyek apám műhelyébe” – mondta, és ez volt minden. - „Ich fahre zur Werkstatt meines Vaters", sagte er, und das war alles. :9. A garázs a város szélén állt, egy gumikereskedés és egy elhagyott raktárépület között. - Die Garage lag am Stadtrand, zwischen einem Reifenhändler und einem verlassenen Lagerhaus. :10. Apja halála óta senki sem lépett be oda. - Seit dem Tod seines Vaters hatte niemand sie mehr betreten. :11. Mike az esőben parkolta le az autót, felhajtotta a gallérját, és szemügyre vette a rozsdás lakatokat. - Mike parkte den Wagen im Regen, zog den Kragen hoch und betrachtete die verrosteten Vorhängeschlösser. :12. A lakatok úgy hatottak, mintha soha nem kellett volna senkit kívül tartaniuk, hanem csak az időt akarták volna odabent fogva tartani. - Die Schlösser wirkten, als hätten sie nie jemanden draußen halten müssen, sondern nur die Zeit drinnen festhalten wollen. :13. Nekifeszítette a feszítővasat. - Er stemmte das Brecheisen an. :14. Néhány erőteljes próbálkozás után a fém engedett. - Nach ein paar kräftigen Versuchen gab das Metall nach. :15. Az első lépés a műhelybe furcsán ismerősnek érződött, bár évek óta nem járt itt. - Der erste Schritt in die Werkstatt fühlte sich merkwürdig vertraut an, obwohl er seit Jahren nicht mehr hier gewesen war. :16. A fapor és a gépolaj szaga úgy ette be magát a falakba, mint valami, ami nem akar elmúlni. - Der Geruch von Holzstaub und Maschinenöl hatte sich in die Wände gefressen wie etwas, das nicht vergehen will. :17. A hátsó falon még mindig ott lógott apja kézzel írt táblája, ferdén és kifakulva, de még olvashatóan. - An der hinteren Wand hing noch das handgeschriebene Schild seines Vaters, schief und verblasst, aber noch lesbar. :18. A táblán ez állt: „Itt valami új születik.” - Auf dem Schild stand: „Hier entsteht was Neues." :19. Mike sokáig állt előtte, és arra gondolt, vajon hányszor használhatta apja maga is ezt a mondatot. - Mike stand lange davor und dachte daran, wie oft sein Vater diesen Satz wohl selbst gebraucht hatte. :20. Apjának alighanem akkor volt szüksége rá, amikor valami nem sikerült. - Sein Vater hatte ihn wohl gebraucht, wenn etwas nicht klappte. :21. Sarah másnap reggel egy bérleti szerződéssel érkezett, amelyet egy ismerősén keresztül intézett el. - Sarah kam am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag, den sie über einen Bekannten organisiert hatte. :22. A bérleti szerződés három hónap bérletidíj-mentességet kínált, utána pedig tisztességes árat. - Der Mietvertrag bot drei Monate mietfrei, danach einen fairen Preis. :23. „A bérbeadó tudja, hogy most kezdesz” – mondta. - „Der Vermieter weiß, dass du anfängst", sagte sie. :24. „Nem akarja, hogy már az elején elsüllyedj.” - „Er will nicht, dass du gleich zu Beginn versinkst." :25. Mike aláírta, anélkül hogy sokáig habozott volna. - Mike unterschrieb, ohne lange zu zögern. :26. Tudta, hogy habozni fog, ha egyszer elkezd gondolkodni. - Er wusste, dass er zögern würde, wenn er erst anfing nachzudenken. :27. Tom a hétvégén jelent meg a furgonjával, egy szerszámosládával és egy ember energiájával. - Tom erschien am Wochenende mit seinem Transporter, einem Werkzeugkoffer und der Energie eines Menschen. :28. Annak az embernek az energiája volt ez, aki másokért szívesen nekigyürkőzik a munkának. - Es war die Energie eines Menschen, der für andere gerne anpackt. :29. Villanyszerelő volt. - Er war Elektriker. :30. Nem ismert olyan munkát, amelynél valahogyan ne lehetett volna segíteni. - Er kannte keine Arbeit, bei der man nicht irgendwie helfen konnte. :31. Miközben Mike szétszedte a törött gépeket és csiszolta a munkapadot, Tom új vezetékeket húzott be. - Während Mike die kaputten Maschinen auseinandernahm und die Werkbank schmirgelte, zog Tom neue Leitungen. :32. Tom fényt vitt a garázs sötét sarkaiba. - Tom brachte Licht in die dunklen Ecken der Garage. :33. Három nap után a műhely már nem úgy nézett ki, mint egy hely, amelyet feladtak. - Nach drei Tagen sah die Werkstatt nicht mehr aus wie ein Ort, der aufgegeben worden war. :34. Úgy nézett ki, mint egy hely, amely éppen felébredt. - Sie sah aus wie ein Ort, der gerade aufgewacht ist. :35. Az első megbízást Mike egy kis hirdetésen keresztül találta, amelyet késő este tett fel az internetre. - Den ersten Auftrag fand Mike über eine kleine Anzeige, die er spätabends ins Internet gestellt hatte. :36. Nem voltak nagy elvárásai. - Er hatte keine großen Erwartungen. :37. Egy fiatal technológiai vállalat húsz dohányzóasztalt keresett az új irodájába. - Ein junges Technologieunternehmen suchte zwanzig Couchtische für sein neues Büro. :38. A dohányzóasztaloknak egyszerűnek, modernnek és gyorsan szállíthatónak kellett lenniük. - Die Couchtische sollten schlicht, modern und schnell lieferbar sein. :39. Mike azonnal visszahívta őket, olyan árat mondott, amely alig hagyott nyereséget, és igent mondott. - Mike rief sofort zurück, nannte einen Preis, der kaum Gewinn ließ, und sagte zu. :40. A számláján lévő utolsó pénzből megvette a fát, és kora reggeltől mély éjszakáig dolgozott. - Er kaufte das Holz mit dem letzten Geld auf seinem Konto und arbeitete von früh morgens bis tief in die Nacht. :41. Nem engedhetett meg magának hibát. - Er konnte sich keinen Fehler leisten. :42. De pontosan ez a hiba mégis megtörtént: nem sokkal a befejezés előtt észrevette, hogy több furnérozott lap a hő hatására elvetemedett. - Doch genau dieser Fehler passierte trotzdem: kurz vor der Fertigstellung bemerkte er, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Wärme verzogen hatten. :43. A lapokat már nem lehetett felhasználni. - Die Platten ließen sich nicht mehr verwenden. :44. Ott állt a kár előtt, és nem szólt semmit. - Er stand vor dem Schaden und sagte nichts. :45. Nem jutottak eszébe szavak, amelyek méltók lettek volna a helyzethez. - Ihm fielen keine Worte ein, die der Situation gerecht geworden wären. :46. Tom kávéval érkezett, meglátta Mike arcát, letette a poharakat, és azt mondta: „Most nem gondolkodni kell – most csiszolni.” - Tom kam mit Kaffee, sah Mikes Gesicht, stellte die Becher ab und sagte: „Jetzt nicht denken – jetzt schleifen." :47. Hajnali háromig dolgoztak, és megmentettek tizenkilencet a húsz asztalból. - Sie arbeiteten bis drei Uhr morgens und retteten neunzehn der zwanzig Tische. :48. A huszadikat félretették, anélkül hogy még egy szót vesztegettek volna rá. - Den zwanzigsten legten sie zur Seite, ohne ein weiteres Wort darüber zu verlieren. :49. Sarah éjfél körül ételt hozott, és az ügyfél rövid üzenetét. - Sarah brachte gegen Mitternacht Essen und eine kurze Nachricht des Kunden. :50. Az ügyfél azt írta, hogy egy hét késés nem jelent problémát. - Der Kunde hatte geschrieben, dass eine Woche Verzögerung kein Problem sei. :51. Mike evett, anélkül hogy ízeket érzett volna. - Mike aß, ohne zu schmecken. :52. Két órát aludt a régi kanapén, amely még apja idejéből származott. - Er schlief zwei Stunden auf dem alten Sofa, das noch aus der Zeit seines Vaters stammte. :53. A szállítás gond nélkül zajlott, az ügyfél elégedett volt, és a pénz időben megérkezett a számlára. - Die Lieferung verlief problemlos, der Kunde war zufrieden, und das Geld kam pünktlich auf dem Konto an. :54. Mike azonnal új anyagot rendelt, és ezzel párhuzamosan saját terveket kezdett rajzolni. - Mike bestellte sofort neues Material und begann parallel dazu, eigene Entwürfe zu zeichnen. :55. Ezek a tervek hetek óta a fejében voltak: egy bárszék-sorozat, amelynek egyszerűnek és masszívnak kellett látszania, anélkül hogy olcsónak hatna. - Diese Entwürfe hatte er seit Wochen im Kopf: eine Barhockerserie, die einfach und solide aussehen sollte, ohne billig zu wirken. :56. Fűrészelt, gyalult és csiszolt, amíg minden darab olyan nem lett, amilyennek elképzelte. - Er sägte, hobelte und schliff, bis jedes Stück so war, wie er es sich vorgestellt hatte. :57. Decemberben bérelt egy standot a belvárosi karácsonyi vásáron, és hat bárszéket állított ki. - Im Dezember mietete er einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt und stellte sechs Barhocker aus. :58. Nem sok reménye volt, de azt érezte, hogy az embernek néha egyszerűen ki kell próbálnia dolgokat. - Er hatte nicht viel Hoffnung, aber das Gefühl, dass man Dinge manchmal einfach ausprobieren muss. :59. Az első órák kijózanítóan teltek. - Die ersten Stunden verliefen ernüchternd. :60. Az emberek elmentek mellette, röviden odapillantottak, majd továbbmentek. - Die Leute liefen vorbei, blickten kurz hin und gingen weiter. :61. Estefelé megállt egy idősebb úr, aki minden darabot alaposan szemügyre vett. - Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich jedes Stück gründlich ansah. :62. Olyan kérdéseket tett fel, amelyekből látszott, hogy ért hozzá. - Er stellte Fragen, die zeigten, dass er etwas davon verstand. :63. Egy idősotthont vezetett a város másik végén. - Er leitete ein Seniorenheim am anderen Ende der Stadt. :64. Stabil, kézzel készített székeket keresett az új közösségi helyiségbe. - Er suchte stabile, handgemachte Stühle für den neuen Gemeinschaftsraum. :65. „Tizenkét darab” – mondta. - „Zwölf Stück", sagte er. :66. „Ha az ár megfelel.” - „Wenn der Preis stimmt." :67. Mike gondolkodott egy pillanatig, majd így válaszolt: „Az első ötöt ingyen adom, ha három hónap múlva még ugyanúgy állnak, mint ma.” - Mike dachte einen Moment nach und antwortete: „Die ersten fünf gebe ich umsonst ab, wenn sie nach drei Monaten noch so stehen wie heute." :68. A férfi ránézett, röviden felnevetett, és előleget tett az asztalra. - Der Mann sah ihn an, lachte kurz auf und legte eine Anzahlung auf den Tisch. :69. Mike még ott, a piactéren felhívta Sarah-t, a karácsonyi zene és a tömeg zajában. - Mike rief Sarah noch auf dem Marktplatz an, im Lärm der Weihnachtsmusik und des Gedränges. :70. Csak ennyit mondott: „Beindult.” - Er sagte nur: „Es läuft." :71. Egy évvel később a műhely előtt egy szállítóautó állt, megrakva bútorokkal egy közepes méretű szállodalánc számára. - Ein Jahr später stand vor der Werkstatt ein Lieferwagen, beladen mit Möbeln für eine mittelgroße Hotelkette. :72. Mike a szállodaláncot az idősotthon egyik kapcsolata révén találta meg. - Mike hatte die Hotelkette über einen Kontakt des Seniorenheims gefunden. :73. Az ajtó fölött masszív tölgyfából készült új tábla függött. - Über der Tür hing ein neues Schild aus massiver Eiche. :74. Tom akasztotta fel a hétvégén: „Mike asztalosműhelye”, tiszta, égetett betűkkel. - Tom hatte es am Wochenende aufgehängt: „Mikes Tischlerei", in klaren, gebrannten Buchstaben. :75. A nap éppen a tetők fölé tolta magát, amikor Mike rögzítette az utolsó ládát. - Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, als Mike die letzte Kiste festzurrte. :76. Aztán felegyenesedett. - Dann richtete er sich auf. :77. A munkanadrágjába törölte a kezét. - Er wischte sich die Hände an der Arbeitshose ab. :78. Egy pillanatig nézte a táblát, az autót és az előttük húzódó utcát. - Einen Moment lang betrachtete er das Schild, den Wagen und die Straße davor. :79. „Ez még csak az első lépés volt” – mondta félhangosan. - „Das war erst Schritt eins", sagte er halblaut. :80. Inkább magának mondta, mint a többieknek. - Er sagte es mehr zu sich selbst als zu den anderen. :81. Sarah felmászott az anyósülésre, és a nyitott ablakon át odakiáltott: „Akkor tovább.” - Sarah kletterte auf den Beifahrersitz und rief durch das offene Fenster: „Dann weiter." :82. Tom beindította a motort. - Tom startete den Motor. :83. Az autó lassan legurult az utcán, míg a piros hátsó lámpák eltűntek a kora reggel világosságában. - Der Wagen rollte langsam die Straße hinunter, bis die roten Rücklichter in der Helligkeit des frühen Morgens verschwanden. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog und die wenigen Sätze las, die drei Jahre Arbeit mit einem einzigen Absatz für beendet erklärten, bemerkte er, dass ihn nicht die Nachricht selbst traf. Ihn traf die vollständige Gleichgültigkeit, mit der das Papier formuliert worden war, als hätte er nie mehr als eine Nummer in einer Tabelle bedeutet. Sarah saß ihm gegenüber und beobachtete sein Gesicht mit der stillen Aufmerksamkeit eines Menschen, der weiß, dass jedes Wort in diesem Moment zu viel wäre. So blieben sie eine Weile in der Küche sitzen, während draußen der Regen gegen die Scheibe schlug und die Uhr an der Wand gleichmäßig weiterging. Mike legte den Brief auf den Tisch, ohne ihn zu falten, stand auf und sagte, er werde zur Werkstatt seines Vaters fahren. Das war kein Plan, sondern die einzige Richtung, die sich in diesem Moment richtig anfühlte. Die Garage am Stadtrand hatte seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr niemand mehr betreten, und als Mike im Regen vor den verrosteten Vorhängeschlössern stand, überkam ihn das eigenartige Gefühl, dass dieser Ort auf ihn gewartet hatte. Er hatte nicht mit Ungeduld gewartet, sondern mit der ruhigen Beharrlichkeit alter Dinge, die gelernt haben, dass Zeit keine Bedrohung ist. Er stemmte das Brecheisen unter den Bügel des ersten Schlosses. Nach mehreren kräftigen Versuchen gab das verrostete Metall mit einem dumpfen Knacken nach, das in der regennassen Stille lauter klang, als es sein durfte. Der erste Schritt durch die quietschende Tür führte ihn in einen Raum, der nach Holzstaub, altem Maschinenöl und etwas roch, das sich nur als die Zeit selbst beschreiben ließ. Es war jene schwere, angesammelte Stille von Orten, an denen lange gearbeitet worden war und die diese Arbeit in ihren Wänden aufgespeichert haben wie ein Körper eine alte Gewohnheit. Spinnweben hingen zwischen den Regalen, die Fensterscheiben waren grau vor Schmutz, und eine verbeulte Hobelbank stand noch genau dort, wo sie immer gestanden hatte. Die Hobelbank wirkte, als hätte sein Vater sie gestern zuletzt benutzt. An der hinteren Wand hing das handgeschriebene Schild, schief und vom Licht ausgeblichen, aber mit Buchstaben, die noch klar genug waren, um zu lesen: „Hier entsteht was Neues". Es war ein Satz, der Mike früher kindisch vorgekommen war und der ihm jetzt, in diesem Moment, wie eine Ansage klang. Sarah erschien am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag, den sie über einen Bekannten organisiert hatte, der den alten Vermieter kannte. Sie legte das Papier auf die Hobelbank mit der knappen Bemerkung, dass drei Monate Mietfreiheit keine Einladung zum Zögern seien, sondern eine Frist. Mike las den Vertrag einmal durch, nahm den Stift und unterschrieb. Er unterschrieb, bevor der Teil seines Gehirns, der Risiken auflistet, die Oberhand gewinnen konnte. Tom kam am Samstag mit seinem Transporter, einem vollgepackten Werkzeugkoffer und der unerschütterlichen Bereitschaft, anzupacken, ohne erst zu fragen warum. Das hatte Mike an ihm immer mehr geschätzt als alles andere. Während Tom die defekten Stromleitungen freielegte und neue Kabel durch die Decke zog, zerlegte Mike die alten Maschinen, prüfte, was sich reparieren ließ, und entschied mit der Kaltblütigkeit eines Menschen, der kein Geld für Sentimentalität übrig hat. Er entschied, was auf den Sperrmüll gehörte. Nach drei Tagen intensiver, schweigender Arbeit hatte die Werkstatt aufgehört, wie ein Ort auszusehen, der verlassen worden war. Stattdessen begann sie, wie ein Ort zu wirken, der gerade im Begriff ist, etwas zu werden. Der erste ernsthafte Auftrag kam über eine Kleinanzeige, die Mike spätabends ins Internet gestellt hatte, ohne daran zu glauben, dass sich innerhalb von vierundzwanzig Stunden jemand melden würde. Doch am nächsten Mittag rief eine junge Frau von einem Technologieunternehmen an, das zwanzig Couchtische für sein neues Büro brauchte, schlicht, modern und innerhalb von drei Wochen lieferbar. Mike nannte einen Preis, der ihm kaum Gewinn ließ, weil er wusste, dass er sich mit diesem Auftrag beweisen musste – nicht dem Kunden gegenüber, sondern sich selbst. Noch am selben Nachmittag kaufte er das Holz, obwohl sein Konto danach fast leer war und er sich keine zweite Bestellung hätte leisten können, wenn etwas schiefgegangen wäre. Es ging etwas schief: Wenige Tage vor der Fertigstellung stellte Mike fest, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Werkstattwärme verzogen hatten und nicht mehr zu verwenden waren. Dieser Moment – das stille Stehen vor dem Schaden, die Berechnung der Zeit und des fehlenden Geldes im Kopf – war der erste, in dem er wirklich daran zweifelte, ob er das durchhalten konnte. Tom kam mit zwei Bechern Kaffee, sah, was passiert war, stellte die Becher auf die Werkbank und sagte: „Heulen später, schleifen jetzt." Das war keine Aufmunterung, sondern ein Befehl, und genau das brauchte Mike in diesem Moment. Sie arbeiteten ohne Pause bis tief in die Nacht und retteten neunzehn der zwanzig Tische. Als Sarah gegen Mitternacht mit Essen kam und beiläufig erwähnte, dass der Kunde geschrieben habe, eine Woche Verzögerung sei völlig in Ordnung, ließ Mike sich auf das alte Sofa fallen und schloss die Augen, ohne ein Wort zu sagen. Die Lieferung verlief reibungslos, das Geld kam pünktlich, und Mike reinvestierte es sofort in besseres Material und ein neues Werkzeug. Er hatte verstanden, dass jeder Auftrag nicht nur Umsatz, sondern eine Gelegenheit war, die nächste Arbeit besser zu machen als die vorherige. Parallel dazu begann er, eine eigene Barhockerserie zu entwerfen, deren Skizzen er seit Wochen in einem Notizbuch gesammelt hatte. Es waren Linien und Maßangaben, die nachts entstanden waren, wenn er nicht schlafen konnte, und die er nun in der Werkstatt in Holz übersetzte, Stück für Stück, mit einer Sorgfalt, die er sich bei Auftragsarbeiten selten leisten konnte. Im Dezember mietete er einen kleinen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt, stellte sechs Barhocker aus und wartete. Die Stunden vergingen, und die meisten Leute streiften seinen Stand mit einem kurzen Blick und gingen weiter, als wären Holzmöbel zwischen Glühweinständen und Wollmützen eine zu ernste Sache. Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich Zeit nahm für jeden einzelnen Hocker, die Verbindungen prüfte, die Oberfläche befühlte und Fragen stellte, die zeigten, dass er wusste, wovon er sprach. Schließlich erklärte er, er leite ein Seniorenheim und suche stabile, würdevoll gemachte Stühle für einen neu eingerichteten Gemeinschaftsraum. Mike hörte zu, dachte einen Moment nach und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Berechnung, wenn sie nach drei Monaten noch genauso stehen wie heute." Es war ein Angebot, das keine Großzügigkeit war, sondern das ruhige Vertrauen eines Handwerkers in seine eigene Arbeit. Der Herr sah ihn einen Augenblick lang an und lachte leise auf, als hätte er lange niemanden mehr so reden hören. Dann legte er eine Anzahlung auf den Tisch. Ein Jahr später stand ein Lieferwagen vor der erweiterten Werkstatt, beladen mit einem Großauftrag für eine Hotelkette, die Mike über einen Kontakt des Seniorenheims gefunden hatte. Über der Tür hing ein neues Schild aus massiver Eiche, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte: „Mikes Tischlerei", in Buchstaben, die aussahen, als hätten sie immer dort gehangen. Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, als Mike die letzte Ladung festzurrte, sich aufrichtete und einen Moment lang stillhielt. Er hatte den Blick auf das Schild, den Wagen und die leere Straße davor gerichtet, als wollte er sich diesen Zustand einprägen, bevor er aufhörte, neu zu sein. „Das war erst Schritt eins", sagte er, halblaut, mit einer Stimme, die keine Erschöpfung mehr hörte. In dieser Stimme lag etwas, das sich nach Anfang anfühlte. Sarah rief durch das offene Fenster des Beifahrersitzes: „Dann weiter." Tom startete den Motor, der Wagen rollte langsam die Straße hinunter. Die roten Rücklichter lösten sich in der Helligkeit des frühen Morgens auf, als wäre der Tag groß genug, um alles zu schlucken, was noch kommen würde. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Mike és a műhely - Mike und die Werkstatt :1. Amikor Mike kihúzta a felmondólevelet a borítékból, nem maga a hír találta el. - Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog, traf ihn nicht die Nachricht selbst. :2. A sorok hideg, bürokratikus tisztasága találta el, amelyek életének három évét néhány mondattal lezártnak nyilvánították – emberi hang nélkül, a sok korai reggel és azoknak a kompromisszumoknak az elismerése nélkül, amelyek őt lépésről lépésre megváltoztatták. - Ihn traf die kalte, bürokratische Sauberkeit der Zeilen, die drei Jahre seines Lebens mit wenigen Sätzen für beendet erklärten – ohne einen menschlichen Ton, ohne Anerkennung der vielen frühen Morgen und der Kompromisse, die ihn Stück für Stück verändert hatten. :3. Sarah vele szemben ült, kezét a kávéscsészéje köré kulcsolva. - Sarah saß ihm gegenüber, die Hände um ihre Kaffeetasse gelegt. :4. Hallgatott. - Sie schwieg. :5. Tudta, hogy a szavak most csak zavarnának. - Sie wusste, dass Worte jetzt nur stören würden. :6. Időre volt szüksége. - Er brauchte Zeit. :7. Nem a rossz hír miatt, amelyet már régóta sejtett, hanem az átmenethez abba, aminek most következnie kellett. - Nicht für die schlechte Nachricht, die er längst geahnt hatte, sondern für den Übergang in das, was nun kommen musste. :8. Végül tömören azt mondta: „Elmegyek apám műhelyébe.” - Schließlich sagte er knapp: „Ich fahre zur Werkstatt meines Vaters.“ :9. A város szélén álló garázs apja egy évvel korábbi halála óta érintetlenül maradt. - Die Garage am Stadtrand war seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr unberührt geblieben. :10. Mike az esőben állt előtte, kezét a dzsekije zsebébe dugva, és érezte, hogy ez a hely nem egyszerűen csak várt. - Im Regen stand Mike davor, die Hände in den Jackentaschen, und spürte, dass dieser Ort nicht einfach gewartet hatte. :11. Pontosan erre a pillanatra várt – arra az időpontra, amikor Mike élete elég üres lett ahhoz, hogy újra helyet teremtsen valami újnak. - Er hatte auf genau diesen Moment gewartet – auf den Augenblick, in dem Mikes Leben leer genug war, um wieder Platz für etwas Neues zu schaffen. :12. A feszítővassal feltörte az első zárat. - Mit dem Brecheisen stemmte er das erste Schloss auf. :13. A fém tompa reccsenéssel engedett. - Das Metall gab mit einem dumpfen Knacken nach. :14. Amikor kinyitotta a nyikorgó ajtót, belépett egy faforgácsból, gépolajból és csendes, elmúlt munkából álló világba. - Als er die quietschende Tür öffnete, trat er ein in eine Welt aus Holzstaub, Maschinenöl und stiller, vergangener Arbeit. :15. Apja gyalupadja még mindig pontosan ugyanott állt. - Die Hobelbank seines Vaters stand noch genau dort. :16. Mellette ott függött a régi tábla a kifakult betűkkel: „Itt valami új születik.” - Daneben hing das alte Schild mit den verblichenen Buchstaben: „Hier entsteht was Neues.“ :17. Másnap reggel Sarah hozott egy bérleti szerződést. - Am nächsten Morgen brachte Sarah einen Mietvertrag. :18. Három hónap bérleti díj nélkül, utána tisztességes összeg. - Drei Monate mietfrei, danach ein fairer Betrag. :19. Mike gondosan elolvasta, aláírta, és elfojtotta a fejében megszólaló figyelmeztető hangot, amely kockázatokról suttogott. - Mike las ihn sorgfältig, unterschrieb und verdrängte die warnende Stimme in seinem Kopf, die von Risiken flüsterte. :20. Tom szombaton érkezett a furgonjával. - Tom kam am Samstag mit seinem Transporter. :21. Nem kérdezte meg, szükség van-e rá – egyszerűen látta. - Er fragte nicht, ob er gebraucht wurde – er sah es einfach. :22. Miközben új vezetékeket húzott be, és a „bűnözői” elektromosság miatt káromkodott, Mike sebészi pontossággal szedte szét a régi gépeket. - Während er neue Leitungen zog und über die „kriminelle“ Elektrik fluchte, zerlegte Mike die alten Maschinen mit chirurgischer Präzision. :23. Három nap után a műhely már nem tűnt elhagyatottnak. - Nach drei Tagen fühlte sich die Werkstatt nicht mehr verlassen an. :24. Feszült várakozástól lüktetett. - Sie pulsierte vor gespannter Erwartung. :25. Az első megrendelés egy egyszerű apróhirdetésen keresztül érkezett. - Der erste Auftrag kam durch eine schlichte Kleinanzeige. :26. Egy fiatal nő egy technológiai vállalattól húsz dohányzóasztalt rendelt – egyszerűt, modernt és mindenekelőtt tartósat. - Eine junge Frau aus einem Technologieunternehmen bestellte zwanzig Couchtische – schlicht, modern und vor allem haltbar. :27. Mike szűken kalkulált, fát vásárolt, és olyan összpontosítással dolgozott, amelyet régi állásában soha nem ismert. - Mike kalkulierte knapp, kaufte Holz und arbeitete mit einer Konzentration, die er in seinem alten Job nie gekannt hatte. :28. Nem sokkal a befejezés előtt több lap is elvetemedett a melegtől. - Kurz vor der Fertigstellung verzogen sich mehrere Platten durch die Wärme. :29. Mike némán állt a kár előtt. - Mike stand stumm vor dem Schaden. :30. Az idő és a pénz majdnem elfogyott. - Zeit und Geld waren fast aufgebraucht. :31. Ekkor Tom belépett, letette a kávéspoharakat, és szárazon azt mondta: „Sírás később. Csiszolás most.” - Da kam Tom herein, stellte die Kaffeebecher ab und sagte trocken: „Heulen später. Schleifen jetzt.“ :32. Jóval éjfél utánig dolgoztak. - Sie arbeiteten bis weit nach Mitternacht. :33. Tizenkilenc asztalt meg tudtak menteni. - Neunzehn Tische konnten sie retten. :34. Amikor Sarah étellel érkezett, és mesélt a vevő engedékenységéről, Mike kimerülten rogyott le a kanapéra. - Als Sarah mit Essen kam und von der Kulanz der Kundin erzählte, ließ Mike sich erschöpft aufs Sofa fallen. :35. Nem mondott semmit. - Er sagte nichts. :36. Nem is volt rá szükség. - Es war auch nicht nötig. :37. A beérkező pénzből jobb anyagot vásárolt. - Mit dem eingehenden Geld kaufte er besseres Material. :38. Megértette: minden megrendelés nem a végét jelentette valaminek, hanem a következő alapját. - Er hatte verstanden: Jeder Auftrag war nicht das Ende, sondern das Fundament des nächsten. :39. Ezzel párhuzamosan hosszú éjszakákon át egy elegáns bárszéksorozatot épített. - Parallel dazu baute er in langen Nächten eine Serie eleganter Barhocker. :40. Decemberben hat székkel állt a karácsonyi vásáron. - Im Dezember stand er mit sechs Hockern auf dem Weihnachtsmarkt. :41. A legtöbb ember elment mellette. - Die meisten Leute gingen vorbei. :42. Este azonban megállt egy idősebb úr. - Doch am Abend blieb ein älterer Herr stehen. :43. Megvizsgált minden illesztést, okos kérdéseket tett fel, és végül elmesélte, hogy egy idősek otthonát vezeti. - Er prüfte jede Verbindung, stellte kluge Fragen und erzählte schließlich, dass er ein Seniorenheim leite. :44. Mike figyelt, hagyott egy rövid csendet kialakulni, majd azt mondta: „Az első ötöt számla nélkül szállítom. Ha három hónap múlva még állnak, tovább beszélünk.” - Mike hörte zu, ließ eine kurze Stille entstehen und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Rechnung. Wenn sie nach drei Monaten noch stehen, reden wir weiter.“ :45. Az úr halkan nevetett, és előleget fizetett. - Der Herr lachte leise und zahlte eine Anzahlung. :46. Egy évvel később Mike a kibővített műhelye előtt állt. - Ein Jahr später stand Mike vor seiner erweiterten Werkstatt. :47. Az ajtón egy masszív tölgyfatábla díszelgett, amelyet Tom saját kezűleg égetett bele: „Mike asztalosműhelye”. - An der Tür prangte ein massives Eichen-Schild, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte: „Mikes Tischlerei“. :48. Sarah és Tom éppen egy nagy megrendelést rakodtak fel egy szállodai lánc számára a furgonra – egy megrendelést, amely az idősek otthonán keresztül érkezett. - Sarah und Tom luden gerade einen großen Auftrag für eine Hotelkette auf den Lieferwagen – ein Auftrag, der über das Seniorenheim gekommen war. :49. A minőség híre terjedt, halkan és megbízhatóan. - Qualität sprach sich herum, leise und zuverlässig. :50. A reggeli nap ferdén esett a fára. - Die Morgensonne fiel schräg auf das Holz. :51. Mike egy pillanatra megállt, kezét a ponyván tartva. - Mike hielt einen Moment inne, die Hände an der Plane. :52. „Ez még csak az első lépés volt” – mondta nyugodtan. - „Das war erst Schritt eins“, sagte er ruhig. :53. A hangjában már nem volt kimerültség, csak annak az embernek a mély bizonyossága, aki megértette: elkezdeni nem egyszeri döntés. - In seiner Stimme lag keine Erschöpfung mehr, nur die tiefe Gewissheit eines Menschen, der verstanden hatte: Anfangen ist keine einmalige Entscheidung. :54. Ez egy hozzáállás, amelyet az ember minden reggel újra választ. - Es ist eine Haltung, die man jeden Morgen neu wählt. :55. Sarah az ablakon keresztül odakiáltott: „Akkor tovább.” - Sarah rief durch das Fenster: „Dann weiter.“ :56. Tom beindította a motort. - Tom startete den Motor. :57. A kocsi mozgásba lendült, és a vörös hátsó lámpák lassan eltűntek a reggeli fényben. - Der Wagen setzte sich in Bewegung, und die roten Rücklichter verschwanden langsam im Morgenlicht. ------------------------- ------------------------- 6 ------------------------ :Mike és a műhely - Mike und die Werkstatt :1. Amikor Mike kihúzta a felmondólevelet a borítékból, és elolvasta azt a néhány, bürokratikusan simára csiszolt mondatot, amely három év megélt munkáját egy könyvelő pontosságával nyilvánította befejezettnek, nem maga a hír találta el. - Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog und die wenigen, bürokratisch glatten Sätze las, die drei Jahre gelebter Arbeit mit der Präzision eines Buchhalters für beendet erklärten, traf ihn nicht die Nachricht selbst. :2. Az találta el, hogy ezekből a sorokból teljesen hiányzott minden emberi hang, egy olyan írás tárgyilagos tisztasága, amelyet úgy fogalmaztak meg, mintha soha nem állt volna mögötte ember, aki reggel korán felkelt, határidőket dolgozott végig, és kompromisszumokat nyelt le, amelyek minden alkalommal elvettek tőle egy kis darabot abból, amit eredetileg egyszer maga elé tűzött. - Ihn traf die vollständige Abwesenheit jedes menschlichen Tons in diesen Zeilen, die sachliche Sauberkeit eines Schreibens, das so formuliert war, als hätte nie ein Mensch dahintergesteckt, der morgens früh aufgestanden war, der Deadlines durchgearbeitet und Kompromisse geschluckt hatte, die ihm jedes Mal ein kleines Stück von dem abverlangten, was er sich ursprünglich einmal vorgenommen hatte. :3. Sarah vele szemben ült, kezeit a kávéscsészéje köré fonva, és hagyta, hogy olvasson, anélkül hogy egy szót szólt volna, mert elég jól ismerte ahhoz, hogy tudja: a nyelv ebben a pillanatban nem vigasztalna, hanem csak zavarna. - Sarah saß ihm gegenüber, die Hände um ihre Kaffeetasse gelegt, und ließ ihn lesen, ohne ein Wort zu sagen, weil sie ihn gut genug kannte, um zu wissen, dass Sprache in diesem Moment nicht trösten, sondern nur stören würde. :4. Időre volt szüksége, nem magához a hírhez, amelyet már régóta sejtett, hanem az átmenethez aközött, ami volt, és aközött, aminek most, akár akarta, akár nem, el kellett kezdődnie. - Er brauchte Zeit, nicht für die Nachricht selbst, die er längst geahnt hatte, sondern für den Übergang von dem, was gewesen war, zu dem, was jetzt, ob er wollte oder nicht, beginnen musste. :5. Letette a papírt az asztalra, egy pillanatig úgy nézte, mintha olyan tárgy volna, amely nem tartozik hozzá, majd azt mondta, elmegy az apja műhelyéhez. - Er legte das Papier auf den Tisch, betrachtete es einen Moment lang, als wäre es ein Gegenstand, der ihm nicht gehörte, und sagte dann, er werde zur Werkstatt seines Vaters fahren. :6. Ez nem olyan mondat volt, amely magyarázatot kínált vagy beleegyezésért könyörgött, hanem egy irány tömör megnevezése, amely egy olyan belső tudásból fakadt, amely idősebb volt minden racionális megfontolásnál. - Das war kein Satz, der eine Erklärung anbot oder eine Bitte um Zustimmung enthielt, sondern die knappe Benennung einer Richtung, die sich aus einem inneren Wissen heraus ergab, das älter war als jede rationale Überlegung. :7. A város szélén álló garázs apja egy évvel korábbi halála óta érintetlenül maradt, és amikor Mike az esőben ott állt előtte, kezeit a dzsekije zsebébe dugva, tekintetét a rozsdás lakatokra szegezve, különös érzés fogta el: ez a hely nem egyszerűen úgy várt rá, mint egy szoba a lakójára. - Die Garage am Stadtrand war seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr unberührt geblieben, und als Mike im Regen davor stand, die Hände in den Jackentaschen, den Blick auf die verrosteten Vorhängeschlösser gerichtet, überkam ihn das seltsame Gefühl, dass dieser Ort nicht einfach auf ihn gewartet hatte wie ein Zimmer auf seinen Bewohner. :8. Bizonyos értelemben mindig is erre a pillanatra dolgozott, erre a másodpercre, amelyben Mike élete kívül elég üressé válik ahhoz, hogy végre helyet adjon annak, ami idebent aludt. - Er hatte gewissermaßen schon immer auf diesen Moment hingearbeitet, auf diese Sekunde, in der Mikes Leben außen leer genug sein würde, um für das, was hier drinnen schlief, endlich Platz zu bieten. :9. Befeszítette a feszítővasat az első lakat kengyele alá. - Er stemmte das Brecheisen unter den Bügel des ersten Schlosses. :10. Több kemény próbálkozás után a fém engedett azzal a tompa, szinte állati reccsenéssel, amely az eső csendjében hangosabban szólt a kelleténél, mintha maga a hely várt volna erre a jelre, hogy megnyíljon. - Nach mehreren harten Versuchen gab das Metall nach mit jenem dumpfen, fast tierischen Knacken, das in der Stille des Regens lauter klang als beabsichtigt, als hätte der Ort selbst auf dieses Signal gewartet, um sich zu öffnen. :11. Az első lépés a nyikorgó fémajtón át olyan atmoszférába vezette, amely kevésbé érződött egy garázs belsejének, mint egy régi emlék belsejének. - Der erste Schritt durch die quietschende Metalltür führte ihn in eine Atmosphäre, die sich weniger wie das Innere einer Garage anfühlte als wie das Innere einer alten Erinnerung. :12. Fa porából, gépolajból és a régi munka nehezen megnevezhető alaphangjából álló atmoszféra volt ez, amely úgy íródik bele falakba és padlókba, mint egy írás, amelyet egyetlen szem sem olvas, de minden test azonnal megért, amely valaha is ismerte ezt a helyiséget. - Es war eine Atmosphäre aus Holzstaub, Maschinenöl und jenem schwer zu benennenden Grundton vergangener Arbeit, der sich in Wände und Böden einschreibt wie eine Schrift, die kein Auge liest, aber jeder Körper sofort versteht, der diesen Raum je gekannt hat. :13. Apja gyalupadja még mindig pontosan ott állt, ahol mindig is állt, felülete évtizedek kézműves munkájától erezett és karcos volt. - Die Hobelbank seines Vaters stand noch genau dort, wo sie immer gestanden hatte, die Oberfläche genarbt und verkratzt von Jahrzehnten handwerklicher Arbeit. :14. Mellette lógott a kézzel írt tábla, ferdén, kifakulva, betűivel, amelyeket az idő valamiféle suttogássá tompított, anélkül azonban, hogy elvette volna olvashatóságukat: „Itt valami új születik” – egy mondat, amelyet Mike gyerekként soha nem szeretett, mert önelégültnek tűnt neki, és amely most, ebben az esőáztatta csendben úgy hatott rá, mint a legtömörebb program, amelyet egy ember az életére megfogalmazhat. - Daneben hing das handgeschriebene Schild, schief, ausgeblichen, mit Buchstaben, die die Zeit zu einer Art Flüstern gedämpft hatte, ohne ihnen jedoch ihre Lesbarkeit zu nehmen: „Hier entsteht was Neues" – ein Satz, den Mike als Kind nie gemocht hatte, weil er ihm selbstgefällig vorkam, und der ihm jetzt, in dieser regennassen Stille, wie das konzentrierteste Programm erschien, das ein Mensch für sein Leben formulieren kann. :15. Sarah másnap reggel egy bérleti szerződéssel a hóna alatt jelent meg, amelyet egy közös ismerősön keresztül szerzett, aki ismerte a bérbeadót. - Sarah erschien am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag unter dem Arm, den sie über einen gemeinsamen Bekannten organisiert hatte, der den Vermieter kannte. :16. A papírt azzal a mellékes határozottsággal tette a gyalupadra, amely sajátja volt, amikor valamit eldöntöttnek tartott: három hónap bérleti díj nélkül, utána egy tisztességes havi összeg, elég kicsi ahhoz, hogy ne nyomja agyon, de elég nagy ahhoz, hogy ne hagyjon teret ábrándozásnak. - Sie legte das Papier mit der beiläufigen Bestimmtheit auf die Hobelbank, die ihr eigen war, wenn sie etwas für entschieden hielt: drei Monate mietfrei, danach ein fairer monatlicher Betrag, der klein genug war, um nicht zu erdrücken, aber groß genug, um keinen Raum für Träumerei zu lassen. :17. Mike olyan ember akríbiájával olvasta el a szerződést, aki megtanulta, hogy a veszélyes mondatok mindig az apró betűs részben állnak, nem talált semmi aggályosat, fogta a tollat, és aláírta. - Mike las den Vertrag mit der Akribie eines Menschen, der gelernt hat, dass die gefährlichen Sätze immer im Kleingedruckten stehen, fand nichts Bedenkliches, nahm den Stift und unterschrieb. :18. Azelőtt írta alá, hogy agyának analitikus része, amely dominókövekként sorolja a kockázatokat, és közben mindig elfelejt rákérdezni az utolsóra, szót kérhetett volna. - Er unterschrieb, bevor der analytische Teil seines Gehirns, der Risiken wie Dominosteine aufzählt und dabei immer vergisst, nach dem letzten zu fragen, das Wort ergreifen konnte. :19. Tom szombaton jelent meg a furgonjával, szerszámokkal, kábelekkel és egy olyan férfi kimeríthetetlen, kissé nyers segítőkészségével megrakodva, aki a barátságot igének érti, nem állapotnak. - Tom erschien am Samstag mit seinem Transporter, beladen mit Werkzeug, Kabeln und der unerschöpflichen, etwas ruppigen Hilfsbereitschaft eines Mannes, der Freundschaft als Verb versteht und nicht als Zustand. :20. Tom soha nem kérdezte, szükség van-e rá, mert egyszerűen látta. - Tom fragte nie, ob er gebraucht wurde, weil er es einfach sah. :21. Miközben Tom feltárta a régi vezetékeket, újakat húzott, és közben szünet nélkül kommentárokat fűzött az elektromos szerelés állapotához, amelyet felváltva nevezett bűnösnek és kreatívnak, Mike egy sebész hűvös rendszerességével szedte szét a gépeket. - Während Tom die alten Leitungen freielegte, neue zog und dabei unaufhörlich Kommentare über den Zustand der Elektroinstallation abgab, die er abwechselnd als kriminell und kreativ bezeichnete, zerlegte Mike die Maschinen mit der kühlen Systematik eines Chirurgen. :22. Mike különbséget tett aközött, amit még meg lehet menteni, és aközött, aminek mennie kell, és nem ismert szentimentális kivételeket, és nem is ismerhetett, ha az eredménynek működnie kellett. - Mike unterschied zwischen dem, was noch zu retten ist, und dem, was gehen muss, und kannte keine sentimentalen Ausnahmen und durfte auch keine kennen, wenn das Ergebnis funktionieren sollte. :23. Három nap múlva a műhely megszűnt olyan helynek lenni, amely elhagyatottnak hatott. - Nach drei Tagen hatte die Werkstatt aufgehört, ein Ort zu sein, der aufgegeben wirkte. :24. Ehelyett elkezdte azt a sajátos energiát sugározni, amely azoknak a tereknek van, amelyekben valami konkrét éppen megszületni készül – feszültséget aközött, ami még hiányzik, és aközött, ami már bejelenti magát. - Stattdessen begann sie, jene eigenartige Energie auszustrahlen, die Räume haben, in denen etwas Konkretes im Begriff ist zu entstehen – eine Spannung zwischen dem, was noch fehlt, und dem, was sich bereits ankündigt. :25. Az első komoly megbízást egy apróhirdetés hozta, amelyet Mike késő este és különösebb várakozás nélkül tett fel az internetre. - Den ersten ernsthaften Auftrag brachte eine Kleinanzeige, die Mike spätabends und ohne große Erwartung ins Internet gestellt hatte. :26. Már másnap délben arra késztetett egy fiatal nőt egy technológiai vállalattól, hogy felhívja őt, és húsz dohányzóasztalt rendeljen, egyszerűeket és moderneket, három héten belüli szállítással, miközben olyan hangon beszélt, amely világossá tette, hogy tartós kézműves munkához szokott, nem olyan bútorokhoz, amelyek csak addig néznek ki jól, amíg az első számlát ki nem fizetik. - Schon am nächsten Mittag brachte sie eine junge Frau von einem Technologieunternehmen dazu anzurufen, die zwanzig Couchtische bestellte, schlicht und modern, innerhalb von drei Wochen lieferbar, und dabei in einem Ton sprach, der klarstellte, dass sie an Handwerk gewöhnt war, das hält, nicht an Möbeln, die gut aussehen, bis die erste Rechnung bezahlt ist. :27. Mike olyan árat mondott, amely alig hagyott neki nyereséget, mert tudta, hogy ez az első megbízás nem kereskedelmi tranzakció volt, hanem bizonyítási próba, amelyet elsősorban önmaga előtt kellett letennie. - Mike nannte einen Preis, der ihm kaum Gewinn ließ, weil er wusste, dass dieser erste Auftrag keine kommerzielle Transaktion war, sondern eine Beweisprobe, die er in erster Linie vor sich selbst ablegen musste. :28. Még ugyanazon a délutánon megvette a fát, bár ezzel olyan szintre vitte a számláját, amely már nem engedett volna meg egy második esélyt, és a következő napokban olyan koncentrációval dolgozott, amelyre régi állásában soha nem lett volna képes, mert ott a kudarc elvont volt, itt pedig kézzel fogható. - Er kaufte noch am selben Nachmittag das Holz, obwohl er damit sein Konto auf einen Stand brachte, der keine zweite Chance mehr erlaubt hätte, und arbeitete die folgenden Tage mit einer Konzentration, die er in seinem alten Job nie hatte aufbringen können, weil dort das Scheitern abstrakt war und hier mit den Händen zu greifen. :29. A kudarcot ennek ellenére nem lehetett kizárni: néhány nappal a befejezés előtt Mike felismerte, hogy több furnérozott lap a műhely melegében helyrehozhatatlanul elvetemedett. - Das Scheitern ließ sich trotzdem nicht aussperren: Wenige Tage vor der Fertigstellung erkannte Mike, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Werkstattwärme irreparabel verzogen hatten. :30. Ez a pillanat, amikor némán állt a kár előtt, belül időt, pénzt és mozgásteret számolva, amelyekből már egyik sem volt jelen, volt az első, amikor komolyan kételkedni kezdett magában – nem a képességeiben, hanem abban a vak hitben, amellyel belevágott ebbe az egészbe, mintha az elszántság önmagában elegendő biztosítás volna az anyag alattomosságai ellen. - Dieser Moment des stillen Stehens vor dem Schaden, des inneren Berechnens von Zeit, Geld und Spielraum, von denen keiner mehr vorhanden war, war der erste, in dem er ernsthaft an sich zweifelte – nicht an seinen Fähigkeiten, sondern an dem blinden Glauben, mit dem er in diese Sache hineingelaufen war, als wäre Entschlossenheit allein eine ausreichende Versicherung gegen die Tücken des Materials. :31. Tom belépett az ajtón, látta a helyzetet, letette a két kávéspoharat, és egy olyan ember erőlködés nélküli szárazságával, akinek a problémák elsősorban cselekvési szükségletet jelentenek, ezt mondta: „Sírás később, csiszolás most.” - Tom trat durch die Tür, sah die Lage, stellte die beiden Kaffeebecher ab und sagte mit der mühelosen Trockenheit eines Menschen, für den Probleme vor allem Handlungsbedarf sind: „Heulen später, schleifen jetzt." :32. Ez nem bátorítási kísérlet volt, hanem parancs, amely éppen azért működött, mert nem hagyott teret sem ellentmondásnak, sem önsajnálatnak. - Das war kein Versuch einer Aufmunterung, sondern ein Befehl, der genau deshalb funktionierte, weil er keinen Raum für Widerspruch und keinen für Selbstmitleid ließ. :33. Jóval éjfél utánig dolgoztak, és a húsz asztalból tizenkilencet megmentettek olyan gondossággal, amely a kimerültség ellenére sem engedett. - Sie arbeiteten bis weit nach Mitternacht und retteten neunzehn der zwanzig Tische mit einer Sorgfalt, die der Erschöpfung zum Trotz nicht nachließ. :34. Amikor Sarah nem sokkal egy óra előtt étellel jelent meg, és mellékesen megemlítette, hogy az ügyfél egy hét késést kifejezetten problémamentesnek nyilvánított, Mike lerogyott a régi kanapéra, és lehunyta a szemét, anélkül hogy bármit mondott volna, mert mindent, ami lényeges volt, már elmondott azzal, amit az elmúlt órákban tett. - Als Sarah kurz vor ein Uhr mit Essen erschien und nebenbei erwähnte, dass der Kunde eine Woche Verzögerung ausdrücklich für unproblematisch erklärt habe, ließ Mike sich auf das alte Sofa fallen und schloss die Augen, ohne etwas zu sagen, weil er alles Wesentliche bereits gesagt hatte mit dem, was er in den letzten Stunden getan hatte. :35. A szállítás zökkenőmentesen zajlott, és a beérkező pénzből Mike azonnal jobb anyagot vásárolt, mert megértette, hogy minden lezárt megbízás nem egy erőfeszítés vége, hanem a következő alapja. - Die Lieferung verlief reibungslos, und mit dem eingehenden Geld kaufte Mike sofort besseres Material, weil er verstand, dass jeder abgeschlossene Auftrag nicht das Ende einer Anstrengung war, sondern das Fundament der nächsten. :36. Azt is megértette, hogy az eszközök minősége előbb-utóbb úgy tükrözi vissza a munka minőségét, mint egy tükör, amely nem hazudik. - Er verstand auch, dass die Qualität der Mittel über kurz oder lang die Qualität der Arbeit widerspiegelt wie ein Spiegel, der nicht lügt. :37. Ezzel párhuzamosan éjszakai vázlataiból egy bárszéksorozatot fordított át fába és kézműves munkába. - Parallel dazu übersetzte er eine Barhockerserie aus seinen nächtlichen Skizzen in Holz und Handwerk. :38. Ezek a tervek álmatlan éjszakákon születtek, amikor a műhely sötétben feküdt, és a feje tovább dolgozott, tekintet nélkül arra, hogy a test már rég szünetet kért. - Diese Entwürfe waren in schlaflosen Nächten entstanden, wenn die Werkstatt im Dunkeln lag und sein Kopf weiterarbeitete, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass der Körper längst Pause beantragt hatte. :39. Decemberben hat bárszékkel állt egy kis karácsonyi vásáron a belvárosban, és órákon át figyelte, ahogy az emberek egyenletesen vándorló tekintettel súrolják a standját. - Im Dezember stand er mit sechs Barhockern auf einem kleinen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt und beobachtete stundenlang, wie die Leute seinen Stand mit dem gleichmäßig wandernden Blick streiften. :40. Ezzel a tekintettel megy el az ember olyan dolgok mellett, amelyeket nem keresett, és ezért megtalálni sem kész. - Mit diesem Blick geht man an Dingen vorbei, die man nicht gesucht hat und daher auch nicht zu finden bereit ist. :41. Estefelé megállt egy idősebb úr, aki olyan módon szánt időt a nézelődésre, amely jelezte, hogy tudja, mit csinál. - Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich Zeit nahm auf eine Art, die signalisierte, dass er wusste, was er tat. :42. Megvizsgálta a kötéseket, végigtapintotta a felületeket, és olyan kérdéseket tett fel, amelyek nem árultak el félműveltséget, végül pedig elmagyarázta, hogy egy idősek otthonát vezeti, és olyan székeket keres, amelyek nemcsak tartanak, hanem elég méltóságteljesek is ahhoz, hogy olyan helyiségben álljanak, ahol idős emberek napjuk legnagyobb részét töltik. - Er prüfte die Verbindungen, befühlte die Oberflächen und stellte Fragen, die kein Halbwissen verrieten, und erklärte schließlich, er leite ein Seniorenheim und suche Stühle, die nicht nur halten, sondern auch würdevoll genug seien, um in einem Raum zu stehen, in dem alte Menschen den größten Teil ihres Tages verbringen. :43. Mike hallgatta, rövid csendet engedett kialakulni, majd ezt mondta: „Az első ötöt számla nélkül szállítom, ha három hónap múlva még ugyanúgy állnak, mint ma.” - Mike hörte zu, ließ eine kurze Stille entstehen und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Rechnung, wenn sie nach drei Monaten noch genauso stehen wie heute." :44. Az ajánlat nem a nagylelkűség gesztusa volt, hanem egy olyan kézműves nyugodt kifejezése, aki nem meggyőződésből fektet a munkájába, mert nem maradt más választása, hanem mert kezdte megérteni, mit értett az apja azon a kifakult táblán. - Das Angebot war keine Geste der Großzügigkeit, sondern der ruhige Ausdruck eines Handwerkers, der in seine Arbeit nicht aus Überzeugung investiert, weil ihm nichts anderes übrig bleibt, sondern weil er begonnen hat zu verstehen, was sein Vater mit diesem verblichenen Schild gemeint hatte. :45. Az úr egy pillanatig nézte őt, majd halkan nevetett, olyan ember melegségével, akivel már rég nem találkozott így senki. - Der Herr sah ihn einen Moment lang an und lachte dann leise, mit der Wärme eines Menschen, dem lange niemand mehr so begegnet war. :46. Aztán előleget tett az asztalra, anélkül hogy alkudott volna az árról. - Dann legte er eine Anzahlung auf den Tisch, ohne über den Preis zu verhandeln. :47. Egy évvel később Mike a kibővített műhely előtt állt, amelynek ajtaját most masszív tölgyfából készült tábla díszítette, amelyet Tom saját kezűleg égetett be – „Mike asztalosműhelye” tiszta, mély betűkkel, amelyek úgy néztek ki, mintha soha nem is hiányoztak volna. - Ein Jahr später stand Mike vor der erweiterten Werkstatt, deren Tür jetzt ein Schild aus massiver Eiche zierte, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte – „Mikes Tischlerei" in klaren, tiefen Buchstaben, die aussahen, als hätten sie nie gefehlt. :48. Sarah és Tom közben egy szállodalánc utolsó megrendelését pakolták fel a furgonra, egy nagy megbízást, amely az idősek otthonának egyik kapcsolata révén jött létre, mint oly sok minden, ami növekszik, nem tervezés útján, hanem a minőség csendes logikája által, amely szájról szájra jár, gyorsabban, mint bármelyik hirdetés képes volna. - Sarah und Tom luden währenddessen den letzten Auftrag für eine Hotelkette auf den Lieferwagen, einen Großauftrag, der über einen Kontakt des Seniorenheims entstanden war, wie so vieles, was wächst, nicht durch Planung, sondern durch die stille Logik von Qualität, die sich von Mund zu Mund bewegt, schneller als jede Anzeige es könnte. :49. A nap éppen a tetők fölé tolta magát, a reggeli fény ferdén esett a rakfelületre, a fára, az arcokra, és Mike egy pillanatra megállt. - Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, das Morgenlicht fiel schräg auf die Ladefläche, auf das Holz, auf die Gesichter, und Mike hielt für einen Moment inne. :50. Keze a takaróponyván volt, tekintete semmi meghatározottra nem irányult, mintha ezt az állapotot az emlékezetébe akarta volna rögzíteni, mielőtt megszűnik valaminek a kezdete lenni, és egy továbbhaladó történet sok reggelének egyikévé válik. - Er hatte die Hände an der Abdeckplane und den Blick auf nichts Bestimmtes gerichtet, so als wollte er diesen Zustand in der Erinnerung verankern, bevor er aufhörte, der Anfang von etwas zu sein, und zu einem von vielen Morgen in einer Geschichte wurde, die weiterging. :51. „Ez még csak az első lépés volt” – mondta, olyan hangon, amelyben már nem lehetett fáradtságot hallani. - „Das war erst Schritt eins", sagte er, mit einer Stimme, in der keine Erschöpfung mehr zu hören war. :52. Ebben a hangban ott volt az a határozott nyugalom, amely azoknak az embereknek a sajátja, akik megtanulták, hogy az elkezdés nem egyszeri döntés, hanem tartás, amelyet az ember minden reggel újra felvesz. - In dieser Stimme lag jene bestimmte Ruhe, die Menschen haben, die gelernt haben, dass Anfangen keine einmalige Entscheidung ist, sondern eine Haltung, die man jeden Morgen neu einnimmt. :53. Sarah átkiáltott a nyitott ablakon: „Akkor tovább.” - Sarah rief durch das offene Fenster: „Dann weiter." :54. Tom beindította a motort, a kocsi mozgásba lendült, és a piros hátsó lámpák lassan levándoroltak az utcán. - Tom startete den Motor, der Wagen setzte sich in Bewegung, und die roten Rücklichter wanderten langsam die Straße hinunter. :55. A kora reggel fénye elnyelte őket, mint minden mást, ami kész arra, hogy valahová tartozzon. - Das Licht des frühen Morgens schluckte sie wie alles andere, das bereit ist, irgendwohin zu gehören. ------------------------ == 77 == 1 ------------------------- :Das alte Haus - A régi ház :1. Iwan novemberben érkezik meg. - Iwan kommt im November an. :2. Esik az eső. - Es regnet. :3. Az utca nedves és sötét. - Die Straße ist nass und dunkel. :4. A ház a város szélén áll. - Das Haus steht am Rand der Stadt. :5. Fából van. - Es ist aus Holz. :6. A festék szürke és régi. - Die Farbe ist grau und alt. :7. Iwan az ajtó előtt áll. - Iwan steht vor der Tür. :8. Van nála egy kulcs. - Er hat einen Schlüssel. :9. A kulcs nem illik bele. - Der Schlüssel passt nicht. :10. A zár új. - Das Schloss ist neu. :11. Iwan ránéz a házra. - Iwan schaut auf das Haus. :12. Egy ablak nyitva van. - Ein Fenster ist offen. :13. Bemászik rajta. - Er klettert hinein. :14. Bent hideg van. - Innen ist es kalt. :15. Régi füst szaga érződik. - Es riecht nach altem Rauch. :16. Iwan leteszi a bőröndjét. - Iwan stellt seinen Koffer ab. :17. Leül egy székre. - Er setzt sich auf einen Stuhl. :18. Az anyja meghalt. - Seine Mutter ist tot. :19. Ki kell ürítenie a házat. - Er muss das Haus räumen. :20. Fáradt. - Er ist müde. :21. Este kopognak az ajtón. - Am Abend klopft es an die Tür. :22. Egy nő áll odakint. - Eine Frau steht draußen. :23. Katjának hívják. - Sie heißt Katja. :24. A szomszédban lakik. - Sie wohnt nebenan. :25. Hoz egy üveg lekvárt. - Sie bringt ein Glas Konfitüre. :26. Bejön. - Sie kommt herein. :27. Nem köszön. - Sie sagt kein Hallo. :28. Leül a padra a kályha mellett. - Sie setzt sich auf die Bank am Ofen. :29. Iwan teát főz. - Iwan macht Tee. :30. A szamovár halkan zümmög. - Der Samowar summt leise. :31. Katja kinéz az ablakon. - Katja schaut aus dem Fenster. :32. Azt mondja: A bátyám elment. - Sie sagt: Mein Bruder ist weg. :33. Iwan megkérdezi: Hová? - Iwan fragt: Wohin? :34. Azt mondja: Moszkvába. Tíz évvel ezelőtt. - Sie sagt: Nach Moskau. Vor zehn Jahren. :35. Iwan hallgat. - Iwan schweigt. :36. Katja megissza a teáját. - Katja trinkt ihren Tee. :37. Búcsú nélkül elmegy. - Sie geht ohne Abschied. :38. Másnap Iwan dolgozik. - Am nächsten Tag arbeitet Iwan. :39. Elpakolja a régi holmikat. - Er räumt alte Sachen weg. :40. Fényképeket talál. - Er findet Fotos. :41. Az egyik fényképen az anyja mosolyog. - Auf einem Foto lächelt seine Mutter. :42. Leteszi a fényképet az asztalra. - Er legt das Foto auf den Tisch. :43. Este Katja újra eljön. - Abends kommt Katja wieder. :44. Kenyeret hoz. - Sie bringt Brot. :45. Leülnek egymás mellé. - Sie setzen sich zusammen. :46. Keveset beszélnek. - Sie reden wenig. :47. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. :48. Odakint hideg van. - Draußen ist es kalt. :49. A szél átfúj a falakon. - Der Wind kommt durch die Wände. :50. Iwan a régi kanapén alszik. - Iwan schläft auf dem alten Sofa. :51. Éjszaka zajt hall. - Nachts hört er ein Geräusch. :52. Kimegy. - Er geht nach draußen. :53. Katja a régi kútnál ül. - Katja sitzt am alten Brunnen. :54. A fejét a kezébe temeti. - Sie hält den Kopf in die Hände. :55. Iwan leül mellé. - Iwan setzt sich neben sie. :56. Azt mondja: Már nem várok. - Sie sagt: Ich warte nicht mehr. :57. Azt mondja: De abbahagyni sem tudom. - Sie sagt: Aber ich kann auch nicht aufhören. :58. Iwan meggyújt két cigarettát. - Iwan zündet zwei Zigaretten an. :59. Az egyiket odaadja neki. - Er gibt ihr eine. :60. Együtt dohányoznak. - Sie rauchen zusammen. :61. Nem egymásra néznek. - Sie schauen nicht einander an. :62. Az eget nézik. - Sie schauen in den Himmel. :63. Nagyon csendes minden. - Es ist sehr still. :64. Az utolsó napon Iwan tapétát ragaszt. - Am letzten Tag klebt Iwan Tapete. :65. A tapéta régi, 1987-ből való. - Die Tapete ist alt, von 1987. :66. Katja két csésze kávéval jön. - Katja kommt mit zwei Tassen Kaffee. :67. A csészéket az ablakpárkányra teszi. - Sie stellt die Tassen auf das Fensterbrett. :68. Egymásra néznek. - Sie schauen sich an. :69. Iwan a sarokba hajítja a tapétatekercset. - Iwan wirft die Tapetenrolle in die Ecke. :70. Fogja a táskáját. - Er nimmt seine Tasche. :71. Katja nem szól semmit. - Katja sagt nichts. :72. Iwan az ajtóhoz megy. - Iwan geht zur Tür. :73. Nem fordul meg. - Er dreht sich nicht um. :74. Elmegy a pályaudvarra. - Er geht zum Bahnhof. :75. A vonat befut a ködbe. - Der Zug fährt in den Nebel. :76. Katja még mindig a ház előtt áll. - Katja steht noch vor dem Haus. :77. Felemeli a kezét. - Sie hebt die Hand. :78. Aztán újra leengedi. - Dann senkt sie sie wieder. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Das alte Haus - A régi ház :1. Iwan huszonkilenc éves, és már nincs munkája. - Iwan ist neunundzwanzig Jahre alt und hat keine Arbeit mehr. :2. Novemberben visszautazik a kisvárosba, mert meghalt az anyja. - Er fährt im November zurück in die Kleinstadt, weil seine Mutter gestorben ist. :3. A vonat üres, az ablak bepárásodott. - Der Zug ist leer und das Fenster beschlagen. :4. Amikor megérkezik, már órák óta esik az eső. - Als er ankommt, regnet es schon seit Stunden. :5. A faház az utca végén áll, szinte elrejtve az öreg fák mögött. - Das Holzhaus steht am Ende der Straße, fast versteckt hinter alten Bäumen. :6. Iwan a kulcsot keresi a zsebében. - Iwan sucht den Schlüssel in seiner Tasche. :7. Nem illik bele, mert a zárat valamikor kicserélték. - Er passt nicht, denn das Schloss ist irgendwann ausgetauscht worden. :8. Iwan körbemegy a ház körül, és az oldalán talál egy nyitott ablakot. - Iwan geht um das Haus herum und findet ein offenes Fenster an der Seite. :9. Bemászik rajta, és a régi kamrában ér földet. - Er klettert hindurch und landet in der alten Vorratskammer. :10. Nedves fa, hideg hamu és valami olyan szaga van, amit nem tud megnevezni. - Es riecht nach feuchtem Holz, kalter Asche und etwas, das er nicht benennen kann. :11. Leteszi a bőröndjét a szoba közepére, és állva marad. - Er stellt seinen Koffer in die Mitte des Zimmers und bleibt stehen. :12. A falakon tapéták lógnak, amelyek a sarkoknál leválnak. - An den Wänden hängen Tapeten, die sich an den Ecken lösen. :13. A tetőn lyuk van, és a padlón egy régi vödör áll. - Das Dach hat ein Loch, und auf dem Boden steht ein alter Eimer. :14. Iwan leül egy székre az asztalnál, és sokáig a csendbe néz. - Iwan setzt sich auf einen Stuhl am Tisch und schaut lange in die Stille. :15. Nem tudja, egyáltalán miért jött. - Er weiß nicht, warum er überhaupt gekommen ist. :16. A második este kopognak az ajtón. - Am zweiten Abend klopft es an die Tür. :17. Az ajtó előtt egy nő áll, kezében egy üveg lekvárral. - Vor der Tür steht eine Frau mit einem Glas Konfitüre in der Hand. :18. Megmondja a nevét: Katja Mihajlovna, tizenöt éve a szomszédja. - Sie sagt ihren Namen: Katja Michailowna, Nachbarin seit fünfzehn Jahren. :19. Kérdezés nélkül bejön, és leül a padra a kályha mellett. - Sie kommt herein, ohne zu fragen, und setzt sich auf die Bank am Ofen. :20. Iwan teát készít, mert nem tudja, mit tehetne mást. - Iwan macht Tee, weil er nicht weiß, was er sonst tun soll. :21. A régi szamovárnak idő kell, amíg felmelegszik. - Der alte Samowar braucht eine Weile, bis er warm wird. :22. Katja kinéz az ablakon, mintha várna valamire. - Katja schaut aus dem Fenster, als ob sie auf etwas wartet. :23. Aztán nyugodtan azt mondja, hogy a bátyja, Dmitri, tíz évvel ezelőtt Moszkvába utazott. - Dann sagt sie ruhig, dass ihr Bruder Dmitri vor zehn Jahren nach Moskau gefahren ist. :24. Azóta egyetlen szót sem hallott felőle. - Seitdem hat sie kein einziges Wort von ihm gehört. :25. Iwan bólint, de nem mond semmit. - Iwan nickt, aber er sagt nichts. :26. A falióra ketyeg, és a víz zümmögni kezd. - Die Uhr an der Wand tickt, und das Wasser beginnt zu summen. :27. Katja megissza a teáját, aztán elmegy anélkül, hogy elbúcsúzna. - Katja trinkt ihren Tee und geht dann, ohne sich zu verabschieden. :28. A következő napokban Iwan lassan kiüríti a házat. - In den nächsten Tagen räumt Iwan langsam das Haus aus. :29. Leveleket, fényképeket és egy régi órát talál, amely már nem jár. - Er findet Briefe, Fotos und eine alte Uhr, die nicht mehr geht. :30. Az egyik fényképen az anyja a kerti padon ül, és a napfénybe mosolyog. - Auf einem Foto sitzt seine Mutter auf der Gartenbank und lächelt in die Sonne. :31. Iwan a fényképet az ablakpárkányra teszi, mert nem tudja kidobni. - Iwan legt das Foto auf das Fensterbrett, weil er es nicht wegwerfen kann. :32. Katja minden este eljön, és néha kenyeret hoz, néha levest. - Katja kommt jeden Abend und bringt manchmal Brot, manchmal Suppe. :33. Leülnek együtt, és keveset beszélnek, de ez egyiküket sem zavarja. - Sie setzen sich zusammen und reden wenig, aber das stört keinen von beiden. :34. Odakint korán sötétedik, és a szél hidegen nyomul be a régi réseken. - Draußen wird es früh dunkel, und der Wind drückt kalt durch die alten Ritzen. :35. A harmadik éjszaka Iwan felébred, mert zajt hall. - In der dritten Nacht wacht Iwan auf, weil er ein Geräusch hört. :36. Olyan, mintha patkány lenne, vagy mintha egy szív túl hangosan verne. - Es klingt wie eine Ratte oder wie ein Herz, das zu laut schlägt. :37. Felveszi a kabátját, és kimegy. - Er zieht seinen Mantel an und geht nach draußen. :38. Katja a kertben ül a régi kútnál, fejét mindkét kezébe támasztva. - Katja sitzt am alten Brunnen im Garten, den Kopf in beide Hände gestützt. :39. Iwan leül mellé, anélkül hogy megkérdezné, mi történt. - Iwan setzt sich neben sie, ohne zu fragen, was passiert ist. :40. Egy ideig egyáltalán nem mondanak semmit. - Eine Weile sagen sie gar nichts. :41. Aztán Katja azt mondja, hogy már nem vár. - Dann sagt Katja, dass sie nicht mehr wartet. :42. De abbahagyni sem tudja, mondja halkan. - Aber aufhören kann sie auch nicht, sagt sie leise. :43. Iwan előhúz két cigarettát a zsebéből, és az egyiket odaadja neki. - Iwan zieht zwei Zigaretten aus der Tasche und gibt ihr eine. :44. Együtt dohányoznak, és a sötét eget nézik. - Sie rauchen zusammen und schauen in den dunklen Himmel. :45. Közben nem néznek egymásra, de ez nem kellemetlen. - Sie sehen sich dabei nicht an, aber das ist nicht unangenehm. :46. Elutazása napján Iwan elővesz a pincéből egy régi tapétatekercset. - Am Tag seiner Abreise nimmt Iwan eine alte Tapetenrolle aus dem Keller. :47. Elkezd új tapétát ragasztani a gyerekszoba szakadt tapétája helyére. - Er fängt an, die zerrissene Tapete im Kinderzimmer neu zu kleben. :48. A papír 1987-ből való, és már alig illik a falhoz. - Das Papier ist von 1987 und passt kaum noch zur Wand. :49. Ő maga is tudja, hogy ennek semmi értelme, de folytatja. - Er weiß selbst, dass es keinen Sinn ergibt, aber er macht weiter. :50. Katja két csészével jelenik meg, és leteszi őket az ablakpárkányra. - Katja erscheint mit zwei Tassen und stellt sie auf das Fensterbrett. :51. Egymásra néznek, anélkül hogy bármit mondanának. - Sie schauen sich an, ohne etwas zu sagen. :52. Nincs mosoly, és nincs búcsú. - Es gibt kein Lächeln und keinen Abschied. :53. Iwan a sarokba teszi a tapétatekercset, és felveszi a táskáját. - Iwan legt die Tapetenrolle in die Ecke und nimmt seine Tasche. :54. Kimegy az ajtón, és bezárja maga mögött. - Er geht durch die Tür und schließt sie hinter sich. :55. A pályaudvar felé menet már nem fordul vissza. - Auf dem Weg zum Bahnhof dreht er sich nicht mehr um. :56. A vonat pontosan érkezik, és lassan befut a novemberi ködbe. - Der Zug kommt pünktlich und fährt langsam in den Novembernebel. :57. Katja még egy ideig a ház előtt áll. - Katja steht noch eine Weile vor dem Haus. :58. Felemeli a kezét, mintha a vonat láthatná őt. - Sie hebt die Hand, als ob der Zug sie sehen könnte. :59. Aztán újra leengedi a kezét, és bemegy. - Dann senkt sie die Hand wieder und geht hinein. :60. Az előszobában még egy órán át ég a fény, aztán már nem. - Das Licht im Flur brennt noch eine Stunde, dann nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :A régi ház - Das alte Haus :1. A vonat késett, és mire Ivan Petrovics végre megérkezett, a peron már rég üres volt. - Der Zug hatte Verspätung, und als Iwan Petrowitsch endlich ankam, war der Bahnsteig längst leer. :2. November közepe volt, és az eső ferdén és közönyösen hullott a kövezetre. - Es war Mitte November, und der Regen fiel schräg und gleichgültig auf das Pflaster. :3. Még jól ismerte az utcát, bár majdnem hét éve nem járt már itt. - Er kannte die Straße noch gut, obwohl er seit fast sieben Jahren nicht mehr hier gewesen war. :4. A faház kisebbnek látszott, mint ahogyan az emlékezetében élt. - Das Holzhaus sah kleiner aus, als er es in Erinnerung hatte. :5. A festék pergedezett, a tető kissé megereszkedett, és az egyik spaletta nyitva állt. - Die Farbe blätterte ab, das Dach hing leicht durch, und einer der Fensterläden stand offen. :6. Ivan megállt a járdán, és úgy nézett a házra, mintha engedélyre volna szüksége ahhoz, hogy belépjen. - Iwan blieb auf dem Gehweg stehen und schaute auf das Haus, als ob er eine Erlaubnis brauchte einzutreten. :7. A kulcs, amelyet a közjegyző küldött neki, nem illett a zárba. - Der Schlüssel, den ihm der Notar geschickt hatte, passte nicht. :8. Kétszer megpróbálta, aztán abbahagyta. - Er versuchte es zweimal, dann ließ er es bleiben. :9. Valamikor valaki kicserélte a zárat, és senkinek sem jutott eszébe, hogy erről értesítse őt. - Irgendwann hatte jemand das Schloss ausgetauscht, und niemand hatte daran gedacht, ihm Bescheid zu geben. :10. Talált egy ablakot a kamránál, amelyet kívülről ki lehetett nyitni, és bemászott rajta. - Er fand ein Fenster zur Vorratskammer, das sich von außen öffnen ließ, und kletterte hindurch. :11. Odabent hideg hamu, nedves gyapjú és évek alatt összegyűlt csend szaga volt. - Drinnen roch es nach kalter Asche, feuchter Wolle und einer Stille, die sich über Jahre angesammelt hatte. :12. Ivan letette a bőröndjét, és lerogyott a konyhaasztalnál álló régi székre. - Iwan stellte seinen Koffer ab und ließ sich auf den alten Stuhl am Küchentisch sinken. :13. Az anyja ennél az asztalnál ült minden reggel, amióta csak vissza tudott emlékezni. - Seine Mutter hatte an diesem Tisch jeden Morgen gesessen, solange er denken konnte. :14. A tapétát nézte, amely több helyen levált a falról. - Er schaute auf die Tapete, die sich an mehreren Stellen von der Wand gelöst hatte. :15. A padlón egy vödör állt, amely felfogta az esőt, amely a lyukas tetőn át csöpögött be. - Auf dem Boden stand ein Eimer, der Regen auffing, der durch das undichte Dach tropfte. :16. Számolta a cseppeket, amíg abbahagyta a gondolkodást, és ez nem tartott sokáig. - Er zählte die Tropfen, bis er aufhörte zu denken, und das dauerte nicht lange. :17. A második estén kopogtak, anélkül hogy számított volna rá. - Am zweiten Abend klopfte es, ohne dass er es erwartet hätte. :18. Az ajtó előtt egy számára ismeretlen nő állt, egyik kezében egy üveg lekvárral, a másikban egy vekni kenyérrel. - Vor der Tür stand eine Frau, die er nicht kannte, mit einem Glas Konfitüre in der einen und einem Laib Brot in der anderen Hand. :19. Azt mondta, Katja Mihajlovnának hívják, és tizenöt éve lakik a szomszédban. - Sie sagte, sie heiße Katja Michailowna und wohne seit fünfzehn Jahren nebenan. :20. Belépett anélkül, hogy várakozott volna, leült a kemencepadra, és letette a holmikat az asztalra. - Sie trat ein, ohne zu warten, setzte sich auf die Ofenbank und legte die Sachen auf den Tisch. :21. Ivan teát főzött, mert semmi jobb nem jutott eszébe. - Iwan machte Tee, weil ihm nichts Besseres einfiel. :22. Katja keveset beszélt, de amit mondott, az megmaradt az emberben. - Katja sprach wenig, aber was sie sagte, blieb hängen. :23. Azt mondta, a bátyja, Dmitrij, tíz évvel ezelőtt reggel az első vonattal Moszkvába utazott, és azóta semmit sem hallott róla. - Ihr Bruder Dmitri sei vor zehn Jahren morgens mit dem ersten Zug nach Moskau gefahren, sagte sie, und seitdem habe sie nichts mehr von ihm gehört. :24. Egy levelet sem, egy hívást sem, még kerülő úton érkezett üzenetet sem. - Nicht einen Brief, nicht einen Anruf, nicht einmal eine Nachricht über Umwege. :25. Ezt keserűség nélkül mondta, inkább úgy, mintha időjárás-jelentést olvasna fel. - Sie sagte das ohne Bitterkeit, eher so, als würde sie eine Wettervorhersage vorlesen. :26. A szamovár zümmögött, Ivan pedig a csészéjébe nézett. - Der Samowar summte, und Iwan schaute in seine Tasse. :27. Mondhatott volna valamit, de minden, ami eszébe jutott, hamisan hangzott. - Er hätte etwas sagen können, aber alles, was ihm einfiel, klang falsch. :28. Katja felállt, és búcsú nélkül elment. - Katja stand auf und ging, ohne sich zu verabschieden. :29. A következő napokban Ivan lassan és terv nélkül dolgozott. - In den nächsten Tagen arbeitete Iwan langsam und ohne Plan. :30. Kiürítette a szekrényeket, könyveket halmozott egymásra, leveleket válogatott, amelyeket nem olvasott el. - Er räumte Schränke aus, stapelte Bücher, sortierte Briefe, die er nicht las. :31. Egyszer talált egy doboz fényképet egészen hátul a polcon. - Einmal fand er eine Schachtel mit Fotos ganz hinten im Regal. :32. Az egyiken az anyja ült nyáron a kerti padon, szemét kissé összehúzva a nap ellen. - Auf einem saß seine Mutter im Sommer auf der Gartenbank, die Augen leicht zugekniffen gegen die Sonne. :33. A fényképet az ablakpárkányra állította, mert nem tudta eldönteni, maradjon-e vagy menjen. - Er stellte das Foto auf das Fensterbrett, weil er nicht entscheiden konnte, ob es bleiben oder gehen sollte. :34. Katja minden este eljött, és hozott hol levest, hol kenyeret, hol semmi mást, csak önmagát. - Katja kam jeden Abend und brachte mal Suppe, mal Brot, mal nichts außer sich selbst. :35. Leült, ő teát főzött, és apróságokról beszélgettek, amelyek egyiküknek sem kerültek semmibe. - Sie setzte sich, er kochte Tee, und sie redeten über Kleinigkeiten, die beide nichts kosteten. :36. Nem barátság volt ez, de már nem is magány. - Es war keine Freundschaft, aber auch keine Einsamkeit mehr. :37. A harmadik éjszakán Ivan felriadt egy álomból, amelyre nem tudott visszaemlékezni. - In der dritten Nacht schreckte Iwan aus einem Schlaf hoch, den er nicht erinnern konnte. :38. Valami zaj hallatszott, valahol álom és fal között, és ő felkelt, mielőtt igazán ébren lett volna. - Es hatte ein Geräusch gegeben, irgendwo zwischen Traum und Wand, und er stand auf, bevor er richtig wach war. :39. Magára húzta a kabátját, végigment a folyosón, és kinyitotta a hátsó ajtót a kert felé. - Er zog seinen Mantel über, ging durch den Flur und öffnete die Hintertür zum Garten. :40. Katja a régi kútnál ült, könyökét a térdére támasztva, arcát mindkét kezébe temetve. - Katja saß am alten Brunnen, die Ellbogen auf die Knie gestützt und das Gesicht in beiden Händen vergraben. :41. Ivan szó nélkül leült mellé a nedves kőre. - Iwan setzte sich neben sie auf den feuchten Stein, ohne ein Wort zu sagen. :42. A kert csendje más volt, mint a ház csendje. - Die Stille im Garten war anders als die im Haus. :43. Egy idő után Katja, anélkül hogy felnézett volna, azt mondta, hogy már nem vár. - Nach einer Weile sagte Katja, ohne aufzublicken, dass sie nicht mehr warte. :44. De egyszerűen abbahagyni sem tudja, mert az abbahagyás is döntés, és ezt a döntést ő soha nem hozta meg. - Aber sie könne auch nicht einfach aufhören, denn Aufhören sei ja auch eine Entscheidung, und die habe sie nie getroffen. :45. Ivan elővette a cigarettásdobozát a kabátzsebéből, és adott neki egyet. - Iwan zog seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche und gab ihr eine. :46. Dohányoztak anélkül, hogy egymásra néztek volna, és ehelyett az eget nézték, amely sötét volt, felhőtlen és teljesen érintetlen. - Sie rauchten, ohne sich anzusehen, und schauten stattdessen in den Himmel, der dunkel und wolkenlos und völlig unberührt war. :47. Elutazásának reggelén Ivan a pincében talált egy tekercs tapétát, amely még a nyolcvanas évekből származott. - Am Morgen seiner Abreise fand Iwan im Keller eine Rolle Tapete, die noch aus den achtziger Jahren stammte. :48. Bevitte a gyerekszobába, és elkezdte újraragasztani az ágy fölötti szakadt csíkot, bár pontosan tudta, hogy ennek semmi gyakorlati értelme nincs. - Er trug sie ins Kinderzimmer und fing an, den zerrissenen Streifen über dem Bett neu zu kleben, obwohl er genau wusste, dass es keinen praktischen Sinn hatte. :49. A minta már nem illett ahhoz, ami még a falon maradt, és a papír olyan száraz volt, hogy hajtáskor eltört. - Das Muster passte nicht mehr zu dem, was noch an der Wand klebte, und das Papier war so trocken, dass es beim Falten brach. :50. Katja két csészével jelent meg, szótlanul az ablakpárkányra tette őket, és az ajtófélfának támaszkodott. - Katja erschien mit zwei Tassen, stellte sie wortlos auf die Fensterbank und lehnte sich an den Türrahmen. :51. Egymásra néztek, és egyikük sem próbált többet csinálni belőle, mint ami volt. - Sie sahen sich an, und keiner von beiden versuchte, daraus mehr zu machen, als es war. :52. Ivan összetekerte a maradék papírt, és a tekercset a sarokba dobta. - Iwan rollte das restliche Papier zusammen und warf die Rolle in die Ecke. :53. Felvette a táskáját, összehúzta a kabátját, és kerülő nélkül az ajtóhoz ment. - Er nahm seine Tasche, zog die Jacke zu und ging ohne Umweg zur Tür. :54. Az utcán hideg volt és csend, a köd pedig olyan mélyen feküdt, hogy nem lehetett látni az utca végét. - Auf der Straße war es kalt und still, und der Nebel lag so tief, dass man das Ende der Straße nicht sehen konnte. :55. A peronon már nem fordult meg, bár érezte, hogy valaki nézi. - Am Bahnsteig drehte er sich nicht mehr um, obwohl er spürte, dass jemand schaute. :56. A vonat megérkezett, és ő felszállt. - Der Zug kam, und er stieg ein. :57. Az ablakon át még röviden látta a házat, aztán az eltűnt a szürkeségben. - Durch das Fenster sah er kurz das Haus, dann verschwand es im Grau. :58. Katja még egy darabig a járdán állt, félig felemelte a kezét, majd újra leengedte. - Katja stand noch eine Weile auf dem Gehweg, hob die Hand halb und ließ sie wieder sinken. :59. Addig állt ott, amíg a vonatot már nem lehetett hallani. - Sie stand dort, bis der Zug nicht mehr zu hören war. :60. Aztán visszament, becsukta maga mögött az ajtót, és várt, anélkül hogy tudta volna, mire. - Dann ging sie zurück, schloss die Tür hinter sich und wartete, ohne zu wissen worauf. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :A régi ház - Das alte Haus :1. A vonat csaknem negyven percet késett, ami Iwan Petrowitschot nem lepte meg, mert ezen a vidéken ritkán állt meg pontosan, amennyire emlékezni tudott. - Der Zug hatte fast vierzig Minuten Verspätung, was Iwan Petrowitsch nicht überraschte, denn in dieser Gegend hatte er selten pünktlich gehalten, soweit er sich erinnern konnte. :2. November tizenkettedike volt, és az eső, amely kora délután óta hullott, a utcákat fénylő fekete tükrökké változtatta, amelyek elnyelték a lámpafényt, anélkül hogy visszaverték volna. - Es war der zwölfte November, und der Regen, der seit dem frühen Nachmittag fiel, hatte die Straßen in glänzende schwarze Spiegel verwandelt, die das Laternenlicht schluckten, ohne es zurückzuwerfen. :3. Iwan megállt a pályaudvar kijáratánál, bőröndje mellette, és végignézett az utcán, mintha a várakozás révén kideríthetné, miért is tért vissza egyáltalán ide. - Iwan blieb am Ausgang des Bahnhofs stehen, den Koffer neben sich, und schaute die Straße hinunter, als könnte er durch das Warten herausfinden, warum er überhaupt hierher zurückgekommen war. :4. Anyja háza a második keresztutca végén állt, félig eltakarva egy öreg hársfa által, amelynek ágai novemberben már semmit sem rejtettek el. - Das Haus seiner Mutter stand am Ende der zweiten Querstraße, halb verdeckt von einer alten Linde, deren Äste im November nichts mehr verbargen. :5. Tizenkét percre volt gyalog, ezt tudta, anélkül hogy gondolkodnia kellett volna rajta. - Er brauchte zwölf Minuten zu Fuß, was er wusste, ohne darüber nachzudenken. :6. A faház nem tűnt romosnak, inkább olyannak, mintha saját elhatározásából húzódott volna vissza, mintha az időjárás okozta kopás magatartás volna, nem mulasztás. - Das Holzhaus sah nicht verfallen aus, eher so, als hätte es sich aus eigenem Entschluss zurückgezogen, als wäre die Verwitterung eine Haltung und kein Versäumnis. :7. A kulcs, amelyet a közjegyző egy barna borítékban küldött el neki két sor gépelt magyarázattal, nem illett a zárba. - Der Schlüssel, den ihm der Notar in einem braunen Umschlag mit zwei Zeilen maschinenschriftlicher Erklärung geschickt hatte, passte nicht ins Schloss. :8. Iwan háromszor próbálta meg, egyre nagyobb nyomással, aztán eltette a kulcsot, és egy lépést hátralépett, mintha valamivel nagyobb távolságból kellene szemügyre vennie a problémát. - Iwan versuchte es drei Mal mit zunehmendem Druck, dann steckte er den Schlüssel weg und trat einen Schritt zurück, als müsste er das Problem aus etwas mehr Distanz betrachten. :9. A zárat valamikor kicserélték, anélkül hogy bárkinek eszébe jutott volna őt erről tudomására hozni. - Das Schloss war irgendwann ausgetauscht worden, ohne dass irgendjemand auf die Idee gekommen wäre, ihn davon in Kenntnis zu setzen. :10. Megtalálta az éléskamra ablakát a ház nyugati oldalán, amelyet be lehetett nyomni, ha az ember alulról nekifeszült a keretnek, amit még gyermekkorából tudott, bár nem emlékezett rá, mikor tanulta meg. - Er fand das Fenster der Vorratskammer auf der Westseite des Hauses, das sich nach innen drücken ließ, wenn man von unten gegen den Rahmen stemmte, was er noch aus seiner Kindheit wusste, obwohl er sich nicht erinnern konnte, wann er es gelernt hatte. :11. Odabent az évek összességének szaga érződött, hideg hamué, nedves fáé, füstös teáé és a csendnek egy olyan minőségéé, amelyet csak olyan házakban talál az ember, ahol már régóta senki sem beszélt hangosan. - Drinnen roch es nach der Summe von Jahren, nach kalter Asche, feuchtem Holz, verrauchten Tee und einer Qualität von Stille, die man nur in Häusern findet, in denen lange niemand mehr laut gesprochen hat. :12. Otthagyta a bőröndöt, levette a nedves kabátját, és arra a székre akasztotta, amelyen anyja mindig ült, amikor cipőt húzott. - Er ließ den Koffer stehen, zog die nasse Jacke aus und hing sie über den Stuhl, auf dem seine Mutter immer gesessen hatte, um Schuhe anzuziehen. :13. A tető egyenletes időközönként csöpögött egy cinkvödörbe a konyha padlóján, Iwan pedig leült az asztalhoz, és addig hallgatta ezt a csöpögést, míg úgy nem tűnt neki, mintha ez volna az egyetlen hang, amelynek ebben a házban még létjogosultsága van. - Das Dach tropfte in gleichmäßigen Abständen in einen Zinkeimer auf dem Küchenboden, und Iwan setzte sich an den Tisch und hörte diesem Tropfen zu, bis es ihm vorkam, als wäre es das einzige Geräusch, das in diesem Haus noch eine Berechtigung hatte. :14. A második estén nem sokkal hét után kopogtak, kétszer, aztán szünet, aztán még egyszer, ami úgy hatott, mint egy kérdés, amely nem biztos a saját válaszában. - Am zweiten Abend klopfte es kurz nach sieben, zweimal, dann Pause, dann noch einmal, was sich anfühlte wie eine Frage, die ihre eigene Antwort nicht sicher war. :15. A nő, aki odakint állt, körülbelül vele egyidős volt, nehéz gyapjúkabátot viselt, és egy üveg lekvárt meg egy kendőbe csavart kenyeret tartott maga előtt, mintha ezek nem ajándékok, hanem dokumentumok volnának. - Die Frau, die draußen stand, war etwa in seinem Alter, trug einen schweren Wollmantel und hielt ein Glas Konfitüre und einen in Tuch eingeschlagenen Laib Brot vor sich, als wären es keine Geschenke, sondern Dokumente. :16. Azt mondta, Katja Michailownának hívják, tizenöt éve lakik a szomszéd házban, és jól ismerte az anyját, anélkül hogy ezt közelebbről kifejtette volna. - Sie sagte, sie heiße Katja Michailowna, wohne seit fünfzehn Jahren im Haus nebenan und habe seine Mutter gut gekannt, ohne das näher auszuführen. :17. Belépett, mielőtt Iwan behívta volna, maga akasztotta fel a kabátját a kampóra, és olyan természetességgel ült le a kemencepadkára, amely nem tolakodás volt, hanem egyszerűen annak a módja, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Sie trat ein, bevor er sie einlud, hängte ihren Mantel selbst an den Haken und setzte sich auf die Ofenbank mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Anmaßung war, sondern einfach die Art jemandes, der genau weiß, wo er hingehört. :18. Iwan teát főzött, mert ez volt az egyetlen dolog, amit szembe tudott állítani az estével. - Iwan kochte Tee, weil es das einzige war, was er dem Abend entgegensetzen konnte. :19. Katja egy idő után, majdnem mellékesen, elmesélte, hogy a bátyja, Dmitri, tíz évvel ezelőtt egy reggel a hajnali vonattal Moszkvába utazott, egy kis táskával és azzal az ígérettel, hogy jelentkezik, amint megérkezett. - Katja erzählte nach einer Weile, fast beiläufig, dass ihr Bruder Dmitri eines Morgens vor zehn Jahren mit dem Frühzug nach Moskau gefahren sei, mit einer kleinen Tasche und dem Versprechen, sich zu melden, sobald er angekommen sei. :20. Azóta semmit sem hallott róla, sem levelet, sem táviratot, sem másodkézből származó hírt, még egy pletykát sem. - Seitdem hatte sie nichts mehr von ihm gehört, keinen Brief, kein Telegramm, keine Nachricht aus zweiter Hand, nicht einmal ein Gerücht. :21. Ezt olyan hangon mondta, amely nem volt sem panasz, sem közöny, hanem valami a kettő között, a tárgyilagos kimerültség egy fajtája, amely akkor keletkezik, ha az ember egy tényt olyan sokszor gondolt végig, hogy az már megszűnt fájni, anélkül hogy megszűnt volna igaznak lenni. - Sie sagte das in einem Ton, der weder Klage noch Gleichgültigkeit war, sondern etwas dazwischen, eine Art sachlicher Erschöpfung, die entsteht, wenn man eine Tatsache so oft gedacht hat, dass sie aufgehört hat, weh zu tun, ohne aufgehört zu haben, wahr zu sein. :22. A szamovár zümmögött, a tető csöpögött, Iwan pedig hallgatott, mert minden, amit mondhatott volna, túl kicsinek tűnt ehhez a mondathoz. - Der Samowar summte, das Dach tropfte, und Iwan schwieg, weil ihm alles, was er hätte sagen können, zu klein für diesen Satz gewirkt hätte. :23. Katja kiitta a teáját, felállt és elment, búcsúszó nélkül, mintha az ember egy beszélgetés közepén egyszerűen csak szobát váltana. - Katja trank ihren Tee aus, stand auf und ging, ohne ein Wort des Abschieds, als würde man mitten in einem Gespräch einfach das Zimmer wechseln. :24. Iwan a következő napokat azzal töltötte, hogy kiürítette a házat, de rendszer nélkül és anélkül az érzés nélkül, hogy előrehaladna, mert minden doboz után, amelyet kiürített, két újabbat talált, amelyet még ki sem nyitott. - Iwan verbrachte die folgenden Tage damit, das Haus auszuräumen, aber ohne System und ohne das Gefühl, voranzukommen, denn für jede Schachtel, die er leerte, fand er zwei weitere, die er noch nicht geöffnet hatte. :25. Levelekre bukkant, fényképekre, olyan tárgyakra, amelyeknek a rendeltetését már nem tudta rekonstruálni, és másokra, amelyeknek a rendeltetését nagyon is ismerte, ami rosszabb volt. - Er stieß auf Briefe, auf Fotos, auf Gegenstände, deren Zweck er nicht mehr rekonstruieren konnte, und auf anderen, deren Zweck er sehr wohl kannte, was schlimmer war. :26. Az egyik fénykép az anyját mutatta nyáron, a kerti padon, arcát kissé elfordítva a naptól, olyan kifejezéssel, amely idegen volt számára, mert életében soha nem látta rajta. - Ein Foto zeigte seine Mutter im Sommer, auf der Gartenbank, das Gesicht leicht von der Sonne abgewandt und mit einem Ausdruck, der ihm fremd war, weil er ihn zu Lebzeiten nie gesehen hatte. :27. A képet az ablakpárkányra állította, és ott hagyta, mert nem tudott jobb döntést hozni, és mert az ablakpárkány legalább becsületes hely volt. - Er stellte das Foto auf das Fensterbrett und ließ es dort, weil er keine bessere Entscheidung treffen konnte und weil das Fensterbrett zumindest ein ehrlicher Ort war. :28. Katja minden este eljött, néha étellel, néha anélkül, és látogatásai olyan rendszerességet öltöttek, amelyről egyikük sem beszélt, de amely nyilvánvalóan nem is igényelt megbeszélést. - Katja kam jeden Abend, manchmal mit Essen, manchmal ohne, und ihre Besuche hatten eine Regelmäßigkeit angenommen, über die keiner von beiden gesprochen hatte, die aber offenbar keiner Besprechung bedurfte. :29. Beszéltek a tetőről, a szomszédságról, a télről, amely korán fog érkezni, és néha a semmiről is, ami ennek ellenére nem érződött hallgatásnak. - Sie redeten über das Dach, über die Nachbarschaft, über den Winter, der früh kommen würde, und manchmal auch über nichts, was sich trotzdem nicht wie Schweigen anfühlte. :30. A harmadik éjszakán Iwan fél négy körül felébredt egy álomból, amelyet azonnal elfelejtett, és már az ablaknál állt, mielőtt tudta volna, miért kelt fel. - In der dritten Nacht wachte Iwan gegen halb vier auf, aus einem Schlaf, den er sofort vergessen hatte, und stand am Fenster, bevor er wusste, warum er aufgestanden war. :31. A kertben, a falazott kútnál, amelyet évek óta nem használtak, Katja ült a kőperemen, könyökét a térdére támasztva, arcát mindkét kezébe temetve, olyan mozdulatlanul, hogy Iwan egy pillanatig azt hitte, ülve alszik. - Im Garten, am gemauerten Brunnen, der seit Jahren nicht mehr benutzt wurde, saß Katja auf dem Steinrand, die Ellbogen auf die Knie gestützt, das Gesicht in beiden Händen vergraben, so reglos, dass er einen Moment lang glaubte, sie schliefe sitzend. :32. Magára húzta a kabátját a hálóing fölé, végigment a folyosón, és kilépett a kertbe. - Er zog seinen Mantel über das Nachthemd, ging durch den Flur und trat in den Garten. :33. A levegő tiszta és nagyon hideg volt, a fű pedig halkan ropogott a cipője alatt. - Die Luft war klar und sehr kalt, und das Gras knirschte leicht unter seinen Schuhen. :34. Iwan leült mellé a kút peremére, anélkül hogy megkérdezte volna, mit csinál ott, és anélkül hogy úgy tett volna, mintha ez normális volna, mert mindkettő hamis lett volna. - Iwan setzte sich neben sie auf den Brunnenrand, ohne zu fragen, was sie dort tat, und ohne so zu tun, als wäre es normal, weil beides falsch gewesen wäre. :35. Hosszú idő után Katja anélkül, hogy felnézett volna, azt mondta, hogy már nem vár. - Nach einer langen Weile sagte Katja, ohne aufzublicken, dass sie nicht mehr warte. :36. De a felhagyás sem megoldás, tette hozzá, mert a felhagyás döntést feltételez, a döntés pedig világosságot feltételez, és a világosság pontosan az, amit tíz év alatt nem nyert meg. - Aber das Aufhören sei auch keine Lösung, fügte sie hinzu, denn Aufhören setze eine Entscheidung voraus, und eine Entscheidung setze Klarheit voraus, und Klarheit sei genau das, was sie in zehn Jahren nicht gewonnen habe. :37. Iwan elővette cigarettásdobozát a kabátzsebéből, meggyújtott kettőt, adott neki egyet, és dohányoztak, anélkül hogy egymásra néztek volna, tekintetüket fölfelé emelve, ahol az ég sötét volt, felhőtlen és teljesen megközelíthetetlen. - Iwan zog seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche, zündete zwei an, gab ihr eine, und sie rauchten, ohne sich anzusehen, den Blick nach oben, wo der Himmel dunkel und wolkenlos und vollkommen unzugänglich war. :38. Ez volt a legnyugodtabb óra, amelyet Iwan hosszú idő óta átélt. - Es war die ruhigste Stunde, die Iwan seit langer Zeit erlebt hatte. :39. Elutazása reggelén, miután bőröndjét már összepakolta és az ajtóhoz állította, Iwan a hátsó pincében egy megkezdett tapétatekercset talált, mintája halvány virágfonat volt 1987-ből, a papír olyan száraz, hogy hajlításkor tört. - Am Morgen seiner Abreise, nachdem er den Koffer bereits gepackt und an die Tür gestellt hatte, fand Iwan im hinteren Keller eine angebrochene Rolle Tapete, das Muster ein blasses Blumengeflecht aus dem Jahr 1987, das Papier so trocken, dass es beim Biegen brach. :40. Ennek ellenére bevitte a gyerekszobába, és elkezdte újraragasztani a hosszú, elszakadt csíkot a régi gyerekágy fölött, bár a minta már nem illett, és a ragasztó, amelyet egy konyhai maradékból kevert ki, túl híg volt. - Er trug sie dennoch ins Kinderzimmer und begann, den langen zerrissenen Streifen über dem alten Kinderbett neu zu kleben, obwohl das Muster nicht mehr stimmte und der Kleister, den er aus einem Rest in der Küche angerührt hatte, zu dünn war. :41. Értelmetlen cselekedet volt, ezt tudta, de az értelem ebben a házban amúgy is mindig inkább remény volt, mint tulajdonság. - Es war eine sinnlose Handlung, das wusste er, aber Sinn war in diesem Haus ohnehin immer eher eine Hoffnung als eine Eigenschaft gewesen. :42. Katja két csésze kávéval jelent meg, az ablakpárkányra tette őket, és némán az ajtófélfának támaszkodott, mintha azért nem lépne be, mert tudná, hogy belépni ezen a reggelen annyit jelentene, mint búcsút venni, és ez olyasmi volt, amire egyiküknek sem volt nyelve. - Katja erschien mit zwei Tassen Kaffee, stellte sie auf die Fensterbank und lehnte sich schweigend an den Türrahmen, so als käme sie nicht hinein, weil sie wüsste, dass Hineinkommen an diesem Morgen bedeutete, Abschied zu nehmen, und das war etwas, wofür sie beide keine Sprache hatten. :43. Iwan elejtette a tapétatekercset, a nadrágjába törölte a kezét, és levette kabátját a kampóról, anélkül hogy még egyszer visszanézett volna. - Iwan ließ die Tapetenrolle fallen, trocknete die Hände an der Hose und nahm seinen Mantel vom Haken, ohne sich noch einmal umzusehen. :44. Nem mondott semmit, és Katja sem mondott semmit, és ez nem hidegség volt, hanem a becsületesség olyan formája, amely nem tűri a szavakat. - Er sagte nichts, und Katja sagte nichts, und das war keine Kälte, sondern eine Form von Ehrlichkeit, die Wörter nicht erträgt. :45. Az utcán olyan sűrű volt a köd, hogy a kereszteződésen túli házak már eltűntek, mintha a világot mögötte eltakarították volna. - Auf der Straße war der Nebel so dicht, dass die Häuser jenseits der Kreuzung bereits verschwunden waren, als wäre die Welt hinter ihm abgeräumt worden. :46. A jól ismert úton ment a pályaudvarra, sietség nélkül, és sehol sem fordult meg, noha pontosan tudta, hogy ezt elhatározta magában. - Er lief den bekannten Weg zum Bahnhof, ohne sich zu beeilen, und drehte sich an keiner Stelle um, obwohl er genau wusste, dass er es sich vorgenommen hatte. :47. A vonat már a peronon állt, Iwan pedig felszállt, és szinte gondolkodás nélkül talált egy ablak melletti helyet a megfelelő oldalon. - Der Zug stand bereits am Bahnsteig, und Iwan stieg ein und fand einen Fensterplatz auf der richtigen Seite, fast ohne darüber nachzudenken. :48. Amikor a vonat elindult, a bepárásodott üvegen át röviden látta, ahogy a ház teteje felbukkan a fák fölött, majd azonnal újra eltűnik. - Als der Zug anfuhr, sah er durch das beschlagene Glas kurz das Dach des Hauses über den Bäumen auftauchen und sofort wieder verschwinden. :49. Katja még ott állt a járdán a kerti kerítés előtt, egyik kezét félig felemelve, aztán leengedte egy olyan mozdulattal, amely nem búcsú volt és nem köszöntés, hanem annak egyszerű feljegyzése, hogy volt valami, ami most véget ért. - Katja stand noch auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun, eine Hand halb erhoben, und ließ sie in einer Geste sinken, die kein Abschied war und kein Gruß, sondern die schlichte Notiz, dass etwas gewesen war, das nun aufgehört hatte. :50. Még egy ideig állva maradt, miután a vonatot már nem lehetett hallani. - Sie blieb noch eine Weile stehen, nachdem der Zug nicht mehr zu hören war. :51. Aztán megfordult, nem gyorsan és nem lassan, visszament a házba, és becsukta az ajtót anélkül, hogy bezárta volna, ahogy az ember akkor teszi, amikor tudja, hogy visszatér, de már nem tudja, hová. - Dann drehte sie sich um, nicht schnell und nicht langsam, ging zurück ins Haus und schloss die Tür, ohne sie zu schließen, wie man das tut, wenn man weiß, dass man zurückkommt, aber nicht mehr weiß, wohin. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :A régi ház - Das alte Haus :1. A vonat, amely azon a novemberi estén visszavitte Ivan Petrovicsot gyermekkora városába, nem késett. - Der Zug, der Iwan Petrowitsch an jenem Novemberabend in die Stadt seiner Kindheit zurückbrachte, hatte keine Verspätung. :2. Ez különösnek tűnt neki, mintha a pontosság tapintatlanság volna, annak a kis haladéknak a megtagadása, amelyet titokban kívánt magának. - Das kam ihm seltsam vor, als wäre die Pünktlichkeit eine Taktlosigkeit, eine Verweigerung des kleinen Aufschubs, den er sich insgeheim gewünscht hatte. :3. Az út utolsó húsz percében egyenesen ült, és nem olvasott. - Er saß die letzten zwanzig Minuten der Fahrt aufrecht und ohne zu lesen. :4. Tekintete az ablaküvegre szegeződött, amelyen az elővárosok fényei hosszú sárga csíkokká húzódtak, amelyek semmit sem jelentettek, és éppen ezért nehéz volt elviselni őket. - Sein Blick war auf die Scheibe gerichtet, auf der sich die Lichter der Vororte zu langen gelben Strichen zogen, die nichts bedeuteten und genau deshalb schwer zu ertragen waren. :5. Anyja halála óta, amelynek híre három héttel korábban táviratban érte utol, miközben egy idegen város konyhájában ült, és olyan munkára várt, amely nem jött, az volt az érzése, hogy valamilyen mozgásban van. - Seit dem Tod seiner Mutter, der ihn vor drei Wochen per Telegramm erreicht hatte, während er in einer Küche in einer fremden Stadt saß und auf Arbeit wartete, die nicht kam, hatte er das Gefühl gehabt, sich in einer Bewegung zu befinden. :6. Ezt a mozgást sem meg nem állította, sem igazán el nem kezdte. - Diese Bewegung hatte er weder angehalten noch wirklich begonnen. :7. A ház még állt, amit ő nem vett magától értetődőnek. - Das Haus stand noch, was er sich nicht selbstverständlich vorgestellt hatte. :8. Ha megkérdezték volna, azt azonban nem tudta volna megmondani, mit várt helyette. - Wenn man ihn gefragt hätte, hätte er allerdings nicht sagen können, was er stattdessen erwartet hatte. :9. A hársfa, amely gyermekkora nyarain olyan magasra nőtt, hogy mögötte már nem lehetett látni a tetőt, a novemberi évek alatt veszített valamit az önérvényesítő erejéből. - Die Linde, die im Sommer seiner Kindheit so hoch gewachsen war, dass man das Dach dahinter nicht mehr sehen konnte, hatte in den Novemberjahren etwas von ihrer Behauptungskraft verloren. :10. Most áttetsző vázként állt a homlokzat előtt, amely a sötétségben nem annyira szürkének hatott, mint inkább egyszerűen távollévőnek. - Sie stand nun als transparentes Gerüst vor der Fassade, die in der Dunkelheit weniger grau wirkte als schlicht abwesend. :11. A kulcs, amelyet a jegyző egy borítékban küldött el neki, amely tartalmáról semmit sem árult el, nem illett a zárba, ahogy ezt a második próbálkozás után megállapította. - Der Schlüssel, den der Notar ihm in einem Umschlag übersandt hatte, der nach seinem Inhalt nichts ankündigte, passte nicht, wie er nach dem zweiten Versuch feststellte. :12. Miközben az esőben állt a zárt ajtó előtt, és a kulcsot nézte, mintha a hosszabb szemlélés megváltoztathatná a helyzetet, világossá vált számára, hogy valaki valamikor úgy döntött, kicseréli a zárat, anélkül hogy ez a döntés bármilyen formában utat talált volna hozzá. - Während er im Regen vor der verschlossenen Tür stand und den Schlüssel betrachtete, als könnte eine längere Betrachtung die Situation verändern, wurde ihm klar, dass irgendjemand irgendwann beschlossen hatte, das Schloss auszutauschen, ohne dass dieser Beschluss in irgendeiner Form seinen Weg zu ihm gefunden hatte. :13. A kamra ablaka a ház oldalán, amely, ha az ember alulról megnyomta a megviselt keretet, befelé engedett, még mindig ugyanaz az ablak volt, mint húsz évvel ezelőtt. - Das Fenster der Vorratskammer auf der Seite des Hauses, das sich, wenn man von unten gegen den verwitterten Rahmen drückte, nach innen geben ließ, war noch immer dasselbe Fenster wie vor zwanzig Jahren. :14. Ivan átmászott rajta annak távolságtartó otthonosságával, aki egy olyan testen cselekszik, amelyre hite szerint már régen nincs többé igénye. - Iwan kletterte hindurch mit der distanzierten Vertrautheit dessen, der an einem Körper handelt, an dem er glaubte, längst keinen Anspruch mehr zu haben. :15. Odabent nem volt olyan hideg, mint félt tőle, de az a hideg, amely ott volt, nehezebb hideg volt, mert semmi köze nem volt a hőmérséklethez. - Drinnen war es nicht so kalt, wie er gefürchtet hatte, aber die Kälte, die da war, war die schwierigere, weil sie nichts mit der Temperatur zu tun hatte. :16. Ott ült a függőlámpa csendjében, a harmat egyenletességében, amely a lyukas tetőgerendáról a cinkvödörbe csöpögött. - Sie saß in der Stille der abgehängten Lampe, in der Gleichmäßigkeit des Taus, das vom undichten Dachbalken in den Zinkeimer tropfte. :17. Ivan leült az asztalhoz, amelynél anyja harminc éven át ült. - Iwan setzte sich an den Tisch, an dem seine Mutter dreißig Jahre lang gesessen hatte. :18. Olyan sokáig ült ott, amíg a vödörbe hulló csöpögés már nem zavarta. - Er blieb so lange sitzen, bis das Tropfen im Eimer aufgehört hatte, ihn zu stören. :19. A nő, aki a második estén kopogott, olyan ember nyugodt nyomatékával lépett be a házba, akit ugyan nem vártak, de mégis tudja, hogy jó helyen van. - Die Frau, die am zweiten Abend klopfte, betrat das Haus mit dem ruhigen Nachdruck jemandes, der zwar nicht erwartet worden ist, aber dennoch weiß, dass er am richtigen Ort ist. :20. Ez Ivant, aki ajtót nyitott neki, nem ingerelte, hanem inkább megkönnyebbítette olyan módon, amelyet nem akart megmagyarázni magának. - Das irritierte Iwan, der ihr die Tür geöffnet hatte, nicht, sondern erleichterte ihn eher auf eine Art, die er sich nicht erklären wollte. :21. Katja Mihajlovna, harminckét éves, könyvtáros, tizenöt éve szomszéd, letette a befőttesüveget és a virágos kendőbe csavart kenyeret az asztalra, mintha magától értetődő tárgyak volnának egy magától értetődő helyen. - Katja Michailowna, zweiunddreißig Jahre alt, Bibliothekarin, seit fünfzehn Jahren Nachbarin, stellte das Einmachglas und das in ein geblümtes Tuch gewickelte Brot auf den Tisch, als wären es selbstverständliche Gegenstände an einem selbstverständlichen Ort. :22. Leült a kályhapadra, kabátban, és úgy ült ott, mintha bármelyik pillanatban újra felállhatna, de úgy is, mintha semmi szándéka nem volna ezt tenni. - Sie setzte sich auf die Ofenbank, wo sie den Mantel anhatte und so saß, als könnte sie jeden Moment wieder aufstehen, aber auch als hätte sie keine Absicht, das zu tun. :23. Nem beszélt sokat, és amit mondott, úgy volt megfogalmazva, hogy az ember észrevette, nem készítette elő magának. - Sie sprach nicht viel, und das, was sie sagte, war so formuliert, dass man merkte, dass sie es sich nicht zurechtgelegt hatte. :24. Ez paradox módon oda vezetett, hogy pontosabban hangzott, mint bármi előre elrendezett. - Das führte paradoxerweise dazu, dass es präziser klang als alles Zurechtgelegte. :25. A bátyja, Dmitrij, mondta egyszer, miközben kinézett az ablakon, amelyen az eső csíkokban gyűlt össze, tíz évvel ezelőtt októberben az első reggeli vonattal Moszkvába utazott. - Ihr Bruder Dmitri, sagte sie irgendwann, während sie aus dem Fenster schaute, auf dem sich der Regen in Schlieren sammelte, sei vor zehn Jahren im Oktober mit dem ersten Morgenzug nach Moskau gefahren. :26. Egy kis utazótáskával ment el, amelyet egy szomszédtól kért kölcsön. - Er sei mit einer kleinen Reisetasche gefahren, die er sich von einem Nachbarn geliehen hatte. :27. Azzal az ígérettel ment el, hogy írni fog, amint lesz címe, ami akkor teljesen hihetően hangzó megfogalmazás volt. - Er war mit dem Versprechen gegangen, zu schreiben, sobald er eine Adresse hätte, was eine Formulierung gewesen sei, die damals vollkommen plausibel geklungen habe. :28. Ezt olyan hangon mondta, amelyben nem volt keserűség, mert a keserűség az elvárás valamely formáját feltételezi. - Sie sagte das in einem Tonfall, der keine Bitterkeit enthielt, weil Bitterkeit eine Form von Erwartung voraussetzt. :29. Katja, úgy tűnt Ivannak, nem tette le az elvárást, hanem egyszerűen elfelejtette, hová tette, ami végül ugyanarra megy ki, de más érzés. - Katja, so schien es Iwan, hatte die Erwartung nicht abgelegt, sondern einfach vergessen, wo sie sie hingelegt hatte, was am Ende auf dasselbe hinausläuft, aber sich anders anfühlt. :30. Ivan mondhatott volna valamit, de minden, ami eszébe jutott, vagy túl keveset, vagy túl sokat nyomott volna. - Iwan hätte etwas sagen können, aber alles, was ihm einfiel, hätte entweder zu wenig oder zu viel gewogen. :31. Így hát hallgatott, a szamovár zümmögött, és ez elég volt. - So schwieg er, und der Samowar summte, und das war genug. :32. A következő napokban Ivan kiürítette a házat, nem az elintézés buzgalmával, hanem annak taktikus lassúságával, aki azért végez el egy feladatot, mert nincs alternatívája. - In den folgenden Tagen räumte Iwan das Haus aus, nicht mit dem Eifer des Erledigens, sondern mit der taktischen Langsamkeit jemandes, der eine Aufgabe tut, weil er keine Alternative hat. :33. De nem volt hajlandó megengedni ennek a feladatnak, hogy gyorsabban haladjon, mint ő maga. - Er war aber nicht bereit, dieser Aufgabe zu erlauben, schneller zu gehen als er selbst. :34. Talált dolgokat, amelyeket ismert, és dolgokat, amelyeket még soha nem látott. - Er fand Dinge, die er kannte, und Dinge, die er noch nie gesehen hatte. :35. A különbség nem mindig volt olyan jelentős, mint remélte: néha egy idegen dolog kevésbé volt fájdalmas, mint egy ismerős, mert az ismerős igényt támasztott, amely elől az idegen kitért. - Nicht immer war der Unterschied so bedeutsam, wie er sich erhofft hatte: Manchmal war ein fremdes Ding weniger schmerzhaft als ein vertrautes, weil das Vertraute einen Anspruch stellte, dem das Fremde sich entzog. :36. Egy fénykép az anyját mutatta egy nyáron, amelyet nem tudott elhelyezni, olyan arckifejezéssel, amelyet életében soha nem hitt volna el neki. - Ein Foto zeigte seine Mutter in einem Sommer, den er nicht zuordnen konnte, mit einem Ausdruck, den er ihr zu Lebzeiten nie abgenommen hatte. :37. Nem volt boldognak mondható a szó teljes értelmében, de olyan békében volt, amelyet nem kiharcoltak, hanem megtaláltak, valahol egy kerti padon egy már nem rekonstruálható júliusban. - Sie wirkte nicht glücklich im vollen Sinn des Wortes, aber in einem Frieden, der nicht erkämpft, sondern aufgefunden worden war, irgendwo auf einer Gartenbank in einem nicht mehr rekonstruierbaren Juli. :38. A fényképet az ablakpárkányra állította, mert az ablakpárkány a legőszintébb hely egy házban. - Er stellte das Foto auf das Fensterbrett, weil der Fensterbrett der ehrlichste Ort in einem Haus ist. :39. Nem megőrzés és nem kidobás, hanem egy megoldatlan kérdés beismerése. - Es ist weder Aufbewahrung noch Entsorgung, sondern das Eingeständnis einer ungelösten Frage. :40. Katja minden este eljött, és látogatásai megbeszélés nélkül olyan formába rendeződtek, amelyet egyikük sem nevezett volna meg. - Katja kam jeden Abend, und ihre Besuche hatten sich ohne Absprache in eine Form eingespielt, die keiner von beiden benannt hätte. :41. Mindketten ösztönösen tiszteletben tartották ezt a formát, úgy, ahogy az ember tiszteletben tart egy pallót, amely úgy néz ki, mintha éppen még elbírná a saját súlyát. - Beide respektierten diese Form instinktiv, so wie man einen Steg respektiert, der aussieht, als könnte er das eigene Gewicht gerade noch tragen. :42. Beszéltek a házról, a télről, a könyvtárról, amelyben évek óta ugyanaz a tizenkét olvasó ugyanazokat a könyveket kölcsönözte ki. - Sie redeten über das Haus, über den Winter, über die Bibliothek, in der seit Jahren dieselben zwölf Benutzer dieselben Bücher ausliehen. :43. Néha a gyerekkorukról is beszéltek, amelyet ugyanabban a városban töltöttek el anélkül, hogy valaha találkoztak volna, amit mindketten teljesen normális lehetetlenségnek tartottak. - Manchmal redeten sie auch über ihre Kindheiten, die sie in derselben Stadt verbracht hatten, ohne sich je begegnet zu sein, was sie beide für eine vollkommen normale Unmöglichkeit hielten. :44. Ivan a harmadik éjszakán négy óra tájban felébredt, anélkül hogy tudta volna, miért. - Iwan wachte in der dritten Nacht gegen vier Uhr auf, ohne zu wissen warum. :45. Ez ritkán fordult elő vele, mert különben ő maga volt az alvás, ahogy egyszer olvasta, hogy vannak ilyen emberek: egyszerű és alapos, átmenetek nélkül. - Das kam bei ihm selten vor, da er sonst der Schlaf war, wie er einmal gelesen hatte, dass manche Menschen es sind: einfach und gründlich und ohne Zwischentöne. :46. A hang, amely felébresztette, vagy egy állat volt, vagy maga a ház, amely a hidegben dolgozott. - Das Geräusch, das ihn geweckt hatte, war entweder ein Tier oder das Haus selbst gewesen, das in der Kälte arbeitete. :47. Felkelt anélkül, hogy ellene döntött volna, a hálóingére húzta a kabátját, és a sötét folyosón át kiment. - Er stand auf, ohne sich dagegen zu entscheiden, zog seinen Mantel über das Nachthemd und ging durch den dunklen Flur nach draußen. :48. Katja a hátsó kertben ült a régi kútnál, a falazott peremen, amelyen nyáron gaz nőtt, arcát mindkét kezébe temetve. - Katja saß am alten Brunnen im hinteren Garten, auf dem gemauerten Rand, über den im Sommer das Unkraut wuchs, das Gesicht in beiden Händen. :49. A válla sem felhúzva nem volt, sem le nem ereszkedett, hanem olyan tartásban állt, amely valahol a kimerültség és a koncentráció között volt, mintha olyan munkát végezne, amelyhez nincs szükség kézre. - Ihre Schultern waren weder hochgezogen noch hängend, sondern in einer Haltung, die irgendwo zwischen Erschöpfung und Konzentration lag, als vollführe sie eine Arbeit, für die man keine Hände braucht. :50. Ivan leült mellé, kérdés nélkül, vigasztalás nélkül, anélkül hogy úgy tett volna, mintha bármi magyarázatra szorulna. - Iwan setzte sich neben sie, ohne zu fragen, ohne zu trösten, ohne so zu tun, als sei irgendetwas erklärungsbedürftig. :51. Ez volt a leghelyesebb dolog, amit ebben a városban érkezése óta tett. - Das war das Richtigste, was er in dieser Stadt seit seiner Ankunft getan hatte. :52. A kert csendes volt, a levegő metszően tiszta. - Der Garten war still, die Luft schneidend klar. :53. Fölöttük olyan sötét és üres ég állt, hogy nem engedett meg metaforákat. - Über ihnen stand ein Himmel, der so dunkel und leer war, dass er keine Metaphern erlaubte. :54. Egy olyan idő után, amelyet nem lehetett percekben mérni, Katja azt mondta, hogy a várakozás megszűnt, mégpedig nem döntésként, hanem állapotként. - Nach einer Zeit, die sich nicht in Minuten messen ließ, sagte Katja, dass das Warten aufgehört habe, und zwar nicht als Entscheid, sondern als Zustand. :55. Ezt az állapotot egy napon úgy találta ott, mint egy széket, amely mindig is ott állt, mielőtt az ember észrevette volna. - Sie habe diesen Zustand eines Tages vorgefunden wie einen Stuhl, der schon immer da gestanden hatte, bevor man ihn bemerkte. :56. De a várakozás megszűnése, tette hozzá, nem megérkezés. - Aber das Aufhören des Wartens, fügte sie hinzu, sei kein Ankommen. :57. Mert a megérkezés feltételezi, hogy az ember valahonnan elindult, és éppen ez a bizonyosság hiányzik neki tíz éve. - Denn Ankommen setze voraus, dass man irgendwo abgefahren sei, und genau diese Gewissheit fehle ihr seit zehn Jahren. :58. Ivan egyetlen lángnál két cigarettára gyújtott rá, és az egyiket neki adta. - Iwan zündete zwei Zigaretten an einer Flamme an und gab ihr eine. :59. A közös hallgatásban dohányoztak, amely nem vigasz volt és nem megoldás, hanem jelenlét, és néha a jelenlét a legpontosabb forma, amelyben az ember elmondhatja valakinek, hogy nem tűnt el. - Sie rauchten in dem gemeinsamen Schweigen, das kein Trost war und keine Lösung, aber eine Anwesenheit, und manchmal ist Anwesenheit die genaueste Form, in der man einem Menschen sagen kann, dass er nicht verschwunden ist. :60. Elutazása reggelén, miután a bőrönd már becsomagolva állt az ajtónál, és a csészék a csepegtetőn feküdtek, mint egy lezárt kijelentés, Ivan lement a pincébe, és egy tekercs tapétával tért vissza. - Am Morgen seiner Abreise, nachdem der Koffer bereits gepackt an der Tür stand und die Tassen auf dem Abtropfbrett lagen wie eine abgeschlossene Aussage, stieg Iwan in den Keller und kam mit einer Rolle Tapete wieder herauf. :61. Egy polc mögött találta: halvány, az idő által bézsbe fakított virágfonadék volt 1987-ből. - Er hatte sie hinter einem Regal gefunden: ein blasses, von der Zeit ins Beige verblichenes Blumengeflecht aus dem Jahr 1987. :62. A papír olyan törékeny volt, hogy hüvelykujja nyomása alatt repedéseket képzett, mint a jég, amely még nem ismeri a saját vastagságát. - Das Papier war so spröde, dass es unter dem Daumendruck Risse bildete wie Eis, das die eigene Dicke noch nicht kennt. :63. Bevitte a tekercset a gyerekszobába, és gondolkodás nélkül, cselekvési terv nélkül, valamint anélkül, hogy valaha is szándékában állt volna megítélni az eredményt, elkezdte kicserélni a régi gyerekágy fölötti hosszú, szakadt csíkot. - Er trug die Rolle ins Kinderzimmer und begann, ohne nachzudenken, ohne Handlungsplan und ohne die Absicht, das Ergebnis jemals zu beurteilen, den langen zerrissenen Streifen über dem alten Kinderbett zu ersetzen. :64. Ezt megtette, noha a minta már nem illett ahhoz, ami jobbról és balról a falon tapadt. - Das tat er, obwohl das Muster nicht mehr zu dem passte, was rechts und links an der Wand klebte. :65. Megtette, noha a hígított ragasztó, amelyet egy zacskó maradékából kevert ki, túl kevéssé tapadt ahhoz, hogy a törékeny papírt tartósan megtartsa. - Er tat es obwohl der verdünnte Kleister, den er aus einem Tütenrest angerührt hatte, zu wenig Haftung hatte, um das spröde Papier dauerhaft zu halten. :66. Hasznon túli cselekedet volt. - Es war eine Handlung jenseits des Nutzens. :67. De éppen ez adott neki olyan fajta integritást, amelyet hasznos cselekedetek ritkán érnek el. - Aber gerade das gab ihr eine Art Integrität, die nützliche Handlungen selten erreichen. :68. Katja két csészével jelent meg, amelyeket az ablakpárkányra tett anélkül, hogy belépett volna. - Katja erschien mit zwei Tassen, die sie auf die Fensterbank stellte, ohne einzutreten. :69. Úgy hatott, mintha még nem volna biztos benne, hogy ez a reggel olyan reggel-e, amelybe be kell lépni, vagy olyan, amelytől távolságot kell tartani. - Sie wirkte, als wäre sie noch nicht sicher, ob dieser Morgen ein Morgen war, den man betreten oder von dem man Abstand halten sollte. :70. Egymásra néztek, és ebben a tekintetben minden, amit el lehetett volna mondani, abban a formában volt távol, amely a legvilágosabban mutatja, hogy az ember nem fogja kimondani. - Sie sahen sich an, und in diesem Blick war alles, was gesagt werden hätte können, in der Form abwesend, die am deutlichsten zeigt, dass man es nicht sagen wird. :71. Nem volt mosoly, amely kisebbé tette volna, nem volt szó, amely leegyszerűsítette volna, nem volt búcsú, amely úgy tett volna, mintha vég volna. - Es gab kein Lächeln, das verkleinerte, kein Wort, das vereinfachte, keinen Abschied, der tat, als wäre er ein Ende. :72. Ivan elejtette a tapétatekercset, felvette a kabátját és a táskáját, és kilépett az ajtón a novemberi reggelbe. - Iwan ließ die Tapetenrolle fallen, nahm seinen Mantel und seine Tasche und ging durch die Tür in den Novembermorgen. :73. A novemberi reggel olyan szürke és olyan egyenletes volt, hogy nem adott irányt, csak mozgást. - Der Novembermorgen war so grau und so gleichmäßig, dass er keine Richtung vorgab, sondern nur Bewegung. :74. Elindult a pályaudvar felé vezető úton, amelyet vakon is végig tudott volna menni, és nem fordult hátra. - Er lief den Weg zum Bahnhof, den er hätte blind gehen können, und drehte sich nicht um. :75. Nem hidegségből tette, és nem elszántságból, hanem mert megértette, hogy a hátrafordulás ebben az esetben nem emlékezés, hanem kétely lett volna. - Er tat es nicht aus Kälte und nicht aus Entschlossenheit, sondern weil er verstanden hatte, dass Umdrehen in diesem Fall nicht Erinnerung, sondern Zweifel gewesen wäre. :76. A kételyre az egész úton tudatosan nem hagyott magának időt. - Für Zweifel hatte er sich die ganze Strecke bewusst keine Zeit gelassen. :77. A peron majdnem üres volt, a vonat már készen állt, és Ivan felszállt, majd helyet talált az ablaknál, a megfelelő oldalon. - Der Bahnsteig war fast leer, der Zug stand bereits bereit, und Iwan stieg ein und fand einen Platz am Fenster auf der richtigen Seite. :78. Nem azért választotta ezt a helyet, mert azt tervezte, hogy még egyszer látni fogja a házat, hanem mert tudta, hogy látni fogja. - Er wählte diesen Platz nicht, weil er geplant hatte, das Haus noch einmal zu sehen, sondern weil er wusste, dass er es sehen würde. :79. Látná, akár melyik oldalon ülne is, és ezzel a tudással nyugodtan akart szembenézni. - Er würde es sehen egal auf welcher Seite er saß, und dass er diesem Wissen ruhig begegnen wollte. :80. Amikor a vonat lassan elindult, a tető felbukkant az utolsó fák között, egy pillanatra, nem tovább. - Als der Zug langsam anfuhr, tauchte das Dach zwischen den letzten Bäumen auf, einen Moment lang, nicht länger. :81. Aztán azonnal újra eltűnt a ködben, amely azon a reggelen olyan sűrű volt, hogy úgy nézett ki, mint egy döntés. - Dann verschwand es sofort wieder im Nebel, der an diesem Morgen so dicht war, dass er aussah wie eine Entscheidung. :82. Katja még a kerítés előtt állt, kezét kissé felemelve, majd leengedte olyan mozdulattal, amely sem búcsú nem volt, sem köszönés. - Katja stand noch vor dem Gartenzaun, die Hand ein Stück weit gehoben, und ließ sie dann sinken mit einer Geste, die weder Abschied noch Gruß war. :83. Egy tény csendes feljegyzése volt: hogy valami volt, egészen biztosan, még ha sem ő, sem Ivan nem tudta volna megmondani, mi is volt pontosan. - Es war die stille Notiz einer Tatsache: dass etwas gewesen ist, ganz bestimmt, auch wenn weder sie noch er hätten sagen können, was es genau war. :84. Ott maradt állva, amíg a vonatot már nem lehetett hallani, aztán megfordult, és visszament a házba. - Sie blieb stehen, bis der Zug nicht mehr zu hören war, drehte sich dann um und ging zurück ins Haus. :85. Nem lassan ment és nem gyorsan, hanem annak lépéshosszával, aki nem tudja, mi várja odabent, de azt sem várja, hogy valami olyan lesz, ami meglepi, és aki ezzel, mindezek után, egészen jól együtt tud élni. - Sie ging nicht langsam und nicht schnell, sondern mit der Schrittlänge jemandes, der nicht weiß, was ihn drinnen erwartet, aber auch nicht erwartet, dass es etwas sein wird, das ihn überrascht, und der damit, nach allem, ganz gut leben kann. ------------------------- == 78 == 1 ------------------------- :Az eljárás - Der Vorgang :1. Egy kis szobában ül. - Er sitzt in einem kleinen Zimmer. :2. A szobának nincsenek ablakai. - Das Zimmer hat keine Fenster. :3. A falak szürkék. - Die Wände sind grau. :4. A mennyezeten egy lámpa villog. - Eine Lampe an der Decke flackert. :5. Nem tudja, mióta van már itt. - Er weiß nicht, wie lange er schon hier ist. :6. Az asztalon egy űrlap fekszik. - Auf dem Tisch liegt ein Formular. :7. Az űrlapon sok mező van. - Das Formular hat viele Felder. :8. Elolvassa az első mezőt: „Név”. - Er liest das erste Feld: „Name”. :9. Leírja a nevét. - Er schreibt seinen Namen. :10. Aztán következik a második mező: „Eljárás”. - Dann kommt das zweite Feld: „Vorgang”. :11. Nem tudja, mit kellene írnia. - Er weiß nicht, was er schreiben soll. :12. Üresen hagyja a mezőt. - Er lässt das Feld leer. :13. A falon egy óra lóg. - An der Wand hängt eine Uhr. :14. Az óra tizenegy óra tízet mutat. - Die Uhr zeigt zehn nach elf. :15. Nem mozog. - Sie bewegt sich nicht. :16. Vár. - Er wartet. :17. Kinyílik az ajtó. - Die Tür geht auf. :18. Egy nő jön be. - Eine Frau kommt herein. :19. Szemüveget és szürke köpenyt visel. - Sie trägt eine Brille und einen grauen Kittel. :20. Nem köszön. - Sie sagt kein Hallo. :21. Egy új papírköteget tesz az asztalra. - Sie legt einen neuen Stapel Papier auf den Tisch. :22. Ránéz a kötegre. - Er schaut auf den Stapel. :23. A köteg nagyon magas. - Der Stapel ist sehr hoch. :24. A nő azt mondja: „Hiányzik a fedőlap.” - Die Frau sagt: „Das Deckblatt fehlt.” :25. Megkérdezi: „Melyik fedőlap?” - Er fragt: „Welches Deckblatt?” :26. A nő nem válaszol. - Sie antwortet nicht. :27. Ismét kimegy. - Sie geht wieder hinaus. :28. Felemeli a legfelső lapot. - Er nimmt das oberste Blatt. :29. Üres. - Es ist leer. :30. Felülre ezt írja: „Fedőlap”. - Er schreibt oben: „Deckblatt”. :31. Aztán megint vár. - Dann wartet er wieder. :32. A lámpa erősebben villog. - Die Lampe flackert stärker. :33. Feláll. - Er steht auf. :34. Odamegy az ajtóhoz. - Er geht zur Tür. :35. Lenyomja a kilincset. - Er drückt den Griff. :36. Az ajtó nem nyílik ki. - Die Tür geht nicht auf. :37. Még egyszer megpróbálja. - Er versucht es noch einmal. :38. Az ajtó zárva marad. - Die Tür bleibt zu. :39. Visszaül. - Er setzt sich wieder hin. :40. Az asztalon egy üres csésze áll. - Auf dem Tisch steht eine leere Tasse. :41. Nem tudja, mi volt benne korábban. - Er weiß nicht, was früher drin war. :42. Egy idő után a nő újra bejön. - Nach einer Weile kommt die Frau wieder. :43. Elveszi a csészét. - Sie nimmt die Tasse. :44. Azt mondja: „Kérem, várjon.” - Sie sagt: „Bitte warten Sie.” :45. Megkérdezi: „Meddig?” - Er fragt: „Wie lange?” :46. A nő azt mondja: „Ez az eljárás.” - Sie sagt: „Das ist der Vorgang.” :47. Aztán eltűnik. - Dann ist sie weg. :48. Ránéz az űrlapra. - Er schaut auf das Formular. :49. Ezt olvassa: „Kérelem a kérelmezőképesség megállapítására.” - Er liest: „Antrag auf Feststellung der Antragsfähigkeit.” :50. Nem egészen érti. - Er versteht das nicht ganz. :51. Mégis tovább ír. - Er schreibt trotzdem weiter. :52. Minden mezőnél sokáig gondolkodik. - Bei jedem Feld überlegt er lange. :53. A legtöbb mezőt üresen hagyja. - Die meisten Felder lässt er leer. :54. Az óra még mindig tizenegy óra tízet mutat. - Die Uhr zeigt immer noch zehn nach elf. :55. Másnap reggelre az űrlap eltűnt. - Am nächsten Morgen ist das Formular weg. :56. Egy új fekszik ott. - Ein neues liegt da. :57. Pontosan ugyanúgy néz ki. - Es sieht genauso aus. :58. Sóhajt. - Er seufzt. :59. Felveszi a tollat. - Er nimmt den Stift. :60. Elölről kezdi. - Er fängt von vorne an. :61. A nő újra bejön. - Die Frau kommt wieder. :62. Még egy lapot tesz hozzá. - Sie legt noch ein Blatt dazu. :63. Azt mondja: „Hiányzik a harmadik oldal.” - Sie sagt: „Seite drei fehlt.” :64. Belenéz az irataiba. - Er schaut in seine Unterlagen. :65. Nincs harmadik oldal. - Es gibt keine Seite drei. :66. Megkérdezi: „Hol kapom meg a harmadik oldalt?” - Er fragt: „Wo bekomme ich Seite drei?” :67. Azt mondja: „Azt kérelmeznie kell.” - Sie sagt: „Das müssen Sie beantragen.” :68. Lassan bólint. - Er nickt langsam. :69. Fog egy üres lapot. - Er nimmt ein leeres Blatt. :70. Felülre ezt írja: „Kérelem a harmadik oldalra.” - Er schreibt oben: „Antrag auf Seite drei.” :71. Vár. - Er wartet. :72. Ez az eljárás. - Das ist der Vorgang. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------------------- :Az eljárás - Der Vorgang :1. Már nem tudja, mikor ébredt fel először ebben a szobában. - Er weiß nicht mehr, wann er das erste Mal in diesem Zimmer aufgewacht ist. :2. A helyiség kicsi, és a falaknak nincs olyan színük, amely megérdemelne egy nevet. - Der Raum ist klein, und die Wände haben keine Farbe, die einen Namen verdient. :3. A mennyezeten egy fénycső lóg, amely néha villog, néha pedig nem. - An der Decke hängt eine Leuchtstoffröhre, die manchmal flackert und manchmal nicht. :4. Az asztalon egy űrlap fekszik, amelyet már többször elolvasott. - Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er schon mehrmals gelesen hat. :5. A legtöbb szót érti, de azt nem, hogy együtt mit jelentenek. - Er versteht die meisten Wörter, aber nicht, was sie zusammen bedeuten. :6. A falon lévő óra tizenegy óra tízet mutat, noha biztos benne, hogy órák teltek el. - Die Uhr an der Wand zeigt zehn nach elf, obwohl er sicher ist, dass Stunden vergangen sind. :7. A toll a kezében van, de nem tudja, mit írjon. - Er hat den Stift in der Hand, aber er weiß nicht, was er schreiben soll. :8. Az első mező neve „Kérelmező”, és ez egyszerű. - Das erste Feld heißt „Antragsteller", und das ist einfach. :9. Leírja a nevét, bár nem biztos benne, hogy ez elég. - Er schreibt seinen Namen, obwohl er nicht sicher ist, ob das reicht. :10. A második mező neve „A kérelem indoka”, és ez nem egyszerű. - Das zweite Feld heißt „Grund des Antrags", und das ist nicht einfach. :11. Sokáig gondolkodik, aztán üresen hagyja. - Er überlegt lange, dann lässt er es leer. :12. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy valaki kopogott volna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand angeklopft hat. :13. Az ügyintézőnő szürke köpenyt és kerek keretű szemüveget visel. - Die Sachbearbeiterin trägt einen grauen Kittel und eine Brille mit rundem Gestell. :14. Nem őt nézi, hanem az asztalon lévő papírköteget. - Sie schaut nicht ihn an, sondern den Stapel Papier auf dem Tisch. :15. Azt mondja: „Nem töltötte ki a fedőlapot.” - Sie sagt: „Sie haben das Deckblatt nicht ausgefüllt." :16. Azt feleli, hogy a fedőlapon nincs kitöltendő mező. - Er antwortet, dass das Deckblatt kein Feld zum Ausfüllen hat. :17. Azt mondja: „Ez nem helyes”, és egy új lapot tesz az asztalra. - Sie sagt: „Das ist nicht korrekt", und legt ein neues Blatt auf den Tisch. :18. Aztán elmegy anélkül, hogy becsukná az ajtót, de az ajtó magától becsukódik. - Dann geht sie, ohne die Tür zu schließen, aber die Tür schließt sich von selbst. :19. Ránéz az új lapra. - Er schaut auf das neue Blatt. :20. Üres, pontosan úgy, mint a régi. - Es ist leer, genau wie das alte. :21. Fogja a tollat, és felül középre ezt írja: „Fedőlap”. - Er nimmt den Stift und schreibt oben in die Mitte: „Deckblatt". :22. Aztán vár, mert nem tudja, mit kellene még tenni. - Dann wartet er, weil er nicht weiß, was sonst zu tun ist. :23. A fénycső háromszor gyorsan felvillan, aztán megint csend lesz. - Die Leuchtstoffröhre flackert dreimal schnell, dann ist es wieder ruhig. :24. Egy idő után feláll, és odamegy az ajtóhoz. - Nach einer Weile steht er auf und geht zur Tür. :25. Lenyomja a kilincset, de az ajtó nem mozdul. - Er drückt den Griff nach unten, aber die Tür bewegt sich nicht. :26. Erősebben nyomja, de az eredmény ugyanaz. - Er drückt fester, aber das Ergebnis ist dasselbe. :27. Visszamegy az asztalhoz, és újra leül. - Er geht zurück zum Tisch und setzt sich wieder hin. :28. Az előtte álló üres csészének már nincs füle, de nem emlékszik, mikor történt ez. - Die leere Tasse vor ihm hat keinen Henkel mehr, aber er erinnert sich nicht, wann das passiert ist. :29. Ujjai között forgatja a tollat, és gondolkodik. - Er dreht den Stift zwischen den Fingern und denkt nach. :30. Arra gondol, hogy kérelmet kell benyújtania, de nem tudja, mire. - Er denkt daran, dass er einen Antrag stellen muss, aber nicht weiß, wofür. :31. Talán a kérelem olyasmire vonatkozik, amije már van. - Vielleicht ist der Antrag für etwas, das er schon hat. :32. Talán olyasmire vonatkozik, amire még szüksége van. - Vielleicht ist er für etwas, das er noch braucht. :33. A „Kérelem indoka” mezőbe ezt írja: „Ismeretlen, de szükséges.” - Er schreibt in das Feld „Grund des Antrags": „Unbekannt, aber notwendig." :34. Ez nem tűnik helytelennek. - Das fühlt sich nicht falsch an. :35. Az ügyintézőnő visszajön, elveszi a csészét, és egy újat tesz oda. - Die Sachbearbeiterin kommt wieder, nimmt die Tasse und stellt eine neue hin. :36. Az új csésze is üres. - Die neue Tasse ist auch leer. :37. Megkérdezi: „Mikor lesz kész a kérelem?” - Er fragt: „Wann ist der Antrag fertig?" :38. Azt mondja: „Amikor minden mező ki van töltve.” - Sie sagt: „Wenn alle Felder ausgefüllt sind." :39. Megkérdezi: „És mely mezők hiányoznak még?” - Er fragt: „Und welche Felder fehlen noch?" :40. Azt mondja: „Az a negyedik oldalon áll.” - Sie sagt: „Das steht auf Seite vier." :41. Átlapozza a papírokat, de nincs negyedik oldal. - Er blättert durch die Papiere, aber es gibt keine Seite vier. :42. Megkérdezi: „Hol van a negyedik oldal?” - Er fragt: „Wo ist Seite vier?" :43. Azt mondja: „Azt kérelmeznie kell”, és elmegy. - Sie sagt: „Die müssen Sie beantragen", und geht. :44. Fog egy üres lapot, és ezt írja rá: „Kérelem a negyedik oldal kiadására.” - Er nimmt ein leeres Blatt und schreibt: „Antrag auf Aushändigung von Seite vier." :45. A lapot a köteg tetejére teszi. - Er legt das Blatt oben auf den Stapel. :46. Az óra még mindig tizenegy óra tízet mutat. - Die Uhr zeigt immer noch zehn nach elf. :47. Sokáig nézi, mert reméli, hogy megmozdul. - Er schaut sie lange an, weil er hofft, dass sie sich bewegt. :48. Nem mozdul. - Sie bewegt sich nicht. :49. Másnap reggel — vagy amit annak tart — a köteg kisebb. - Am nächsten Morgen – oder was er dafür hält – ist der Stapel kleiner. :50. Az űrlapok egy része eltűnt, de nem tudja, melyik. - Ein Teil der Formulare ist weg, aber er weiß nicht, welcher. :51. Cserébe felül egy új űrlap fekszik, amelyet még nem látott. - Dafür liegt ein neues Formular oben, das er noch nicht gesehen hat. :52. A címe: „A kérelmezőképesség megállapítására irányuló kérelem visszaigazolása.” - Es heißt: „Bestätigung des Antrags auf Feststellung der Antragsfähigkeit." :53. Kétszer elolvassa, mert azt hiszi, hogy valamit nem vett észre. - Er liest es zweimal, weil er denkt, dass er etwas übersehen hat. :54. Semmit sem vett észre rosszul. - Er hat nichts übersehen. :55. Kitölti az első mezőt, aztán a másodikat, aztán a harmadikat üresen hagyja. - Er füllt das erste Feld aus, dann das zweite, dann lässt er das dritte leer. :56. Az ügyintézőnő bejön, ránéz az űrlapra, és azt mondja: „A harmadik mező kötelező.” - Die Sachbearbeiterin kommt, schaut auf das Formular und sagt: „Feld drei ist Pflicht." :57. Megkérdezi: „Mit írjak a harmadik mezőbe?” - Er fragt: „Was soll ich in Feld drei schreiben?" :58. Azt mondja: „Azt, ami igaz.” - Sie sagt: „Das, was zutrifft." :59. Ezt írja: „Minden vagy semmi.” - Er schreibt: „Alles oder nichts." :60. A nő elveszi az űrlapot, elolvassa, visszateszi, és azt mondja: „Kérem, várjon.” - Sie nimmt das Formular, liest es, legt es zurück und sagt: „Bitte warten Sie." :61. Megkérdezi: „Meddig?” - Er fragt: „Wie lange?" :62. A nő már nem mond semmit, és elmegy. - Sie sagt nichts mehr und geht. :63. Hátradől, és a mennyezetet nézi. - Er lehnt sich zurück und schaut an die Decke. :64. A fénycső villog. - Die Leuchtstoffröhre flackert. :65. Vár. - Er wartet. :66. Időközben már tudja, hogy a várakozás nem a vég, hanem maga az eljárás. - Er weiß inzwischen, dass Warten nicht das Ende ist, sondern der Vorgang selbst. :67. Fogja a tollat. - Er nimmt den Stift. :68. Elölről kezdi. - Er fängt von vorne an. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Az eljárás - Der Vorgang :1. A helyiség, amelyben ül, pontosan akkora, hogy ne kelljen azon gondolkodni, milyen kicsi. - Der Raum, in dem er sitzt, hat genau die richtige Größe, um nicht darüber nachzudenken, wie klein er ist. :2. A falakat fehérre festették, de a fehér olyan régi, hogy már nem érdemel nevet. - Die Wände sind weiß gestrichen, aber das Weiß ist so alt, dass es keinen Namen mehr verdient. :3. Legalább két napja van itt, amennyire ezt meg tudja ítélni. - Er ist seit mindestens zwei Tagen hier, soweit er das beurteilen kann. :4. A falióra tizenegy óra tízet mutat, és ő már felhagyott azzal, hogy kérdezgesse. - Die Uhr an der Wand zeigt zehn nach elf, und er hat aufgehört, sie zu fragen. :5. Az asztalon egy nyomtatvány fekszik, amelyet már kívülről ismer, anélkül hogy értené. - Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er schon auswendig kennt, ohne es zu verstehen. :6. Kezében tartja a golyóstollat, amelynek már nincs kupakja, mert elvesztette, vagy mert soha nem is volt ott. - Er hat den Kugelschreiber in der Hand, der keine Kappe mehr hat, weil er sie verloren hat oder sie nie da war. :7. Az első mezőt kitöltötte, mert a nevét kérdezte, és arra még emlékezett. - Das erste Feld hat er ausgefüllt, weil es nach seinem Namen gefragt hat und er den noch wusste. :8. A második mező a kérelem céljára kérdez rá, és ez a kérdés azóta úgy kíséri, mint valami halk zaj. - Das zweite Feld fragt nach dem Zweck des Antrags, und diese Frage begleitet ihn seitdem wie ein leises Geräusch. :9. Elgondolkodott azon, vajon a cél talán egy másik lapon áll-e, de az összes többi lap is hallgat. - Er hat überlegt, ob der Zweck vielleicht auf einem anderen Blatt steht, aber alle anderen Blätter schweigen ebenfalls. :10. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy lépteket hallott volna, és belép az ügyintézőnő. - Die Tür geht auf, ohne dass er Schritte gehört hat, und die Sachbearbeiterin tritt ein. :11. Mindig ugyanazt a szürke köpenyt viseli, és a szemüvege mindig egy kissé ferdén ül. - Sie trägt immer denselben grauen Kittel, und ihre Brille sitzt immer ein wenig schief. :12. Egy új papírköteget tesz a régi mellé anélkül, hogy ránézne. - Sie legt einen neuen Stapel Papier neben den alten, ohne ihn anzuschauen. :13. „Hiányzik a kísérőlevél” – mondja olyan hangon, amely nem vár választ. - „Das Begleitschreiben fehlt", sagt sie, in einem Ton, der keine Antwort erwartet. :14. Ő mégis megkérdezi: „Pontosan melyik kísérőlevélre gondol?” - Er fragt trotzdem: „Welches Begleitschreiben meinen Sie genau?" :15. A nő így válaszol: „Arra, amelynek meg kell előznie a kérelmet”, és újra kimegy. - Sie antwortet: „Das, das dem Antrag vorangehen muss", und geht wieder hinaus. :16. Ő az ajtóra néz, amely hangtalanul becsukódik, aztán az új kötegre. - Er schaut auf die Tür, die sich lautlos schließt, und dann auf den neuen Stapel. :17. A legfelső lap üres, de az alsó szélén apró betűkkel ez áll: „7b nyomtatvány – melléklet a kísérőlevélhez”. - Das oberste Blatt ist leer, aber am unteren Rand steht klein gedruckt: „Formular 7b – Anlage zum Begleitschreiben". :18. Megfordítja a lapot, mert reméli, hogy a hátoldalon több áll. - Er dreht das Blatt um, weil er hofft, dass auf der Rückseite mehr steht. :19. A hátoldalon ez áll: „Kérjük, fordítsa meg.” - Auf der Rückseite steht: „Bitte wenden." :20. Visszateszi a lapot, összefonja a karját, és hátradől a széken. - Er legt das Blatt zurück, verschränkt die Arme und lehnt sich in den Stuhl. :21. A fénycső röviden megrebben, mintha mondani akarna valamit, aztán újra elhallgat. - Die Leuchtstoffröhre flackert kurz, als ob sie etwas sagen wollte, dann ist sie wieder still. :22. Arra gondol, hogy be kell nyújtania egy kérelmet, amelynek a célját nem ismeri, egy olyan eljáráshoz, amelynek láthatóan nincs kezdete. - Er denkt darüber nach, dass er einen Antrag stellen muss, dessen Zweck er nicht kennt, für einen Vorgang, der keinen Anfang zu haben scheint. :23. Ez nem új felismerés, de valahányszor erre gondol, egy kicsit szorosabban ül benne. - Das ist keine neue Erkenntnis, aber jedes Mal, wenn er sie denkt, sitzt sie ein wenig fester. :24. Feláll, mert az ülés nem megoldás, és az ajtóhoz megy. - Er steht auf, weil Sitzen keine Lösung ist, und geht zur Tür. :25. Az ajtót nem lehet kinyitni, ami nem lepi meg, de mégis röviden zavarba hozza. - Die Tür lässt sich nicht öffnen, was ihn nicht überrascht, aber trotzdem kurz irritiert. :26. Visszamegy, leül, és újra kezébe veszi a hiányzó kupakú tollat. - Er geht zurück, setzt sich, und nimmt den Stift mit der fehlenden Kappe wieder in die Hand. :27. A „Kérelem célja” mezőbe ezt írja: „A kérelem szükségességének megállapítása.” - Er schreibt in das Feld „Zweck des Antrags": „Feststellung der Notwendigkeit des Antrags." :28. Ez körkörös, de ez a legőszintébb, amit írni tud. - Das ist zirkulär, aber es ist das Ehrlichste, was er schreiben kann. :29. Egy idő után – két órára becsüli, bár az óra ezt nem erősíti meg – visszatér az ügyintézőnő. - Nach einer Weile – er schätzt zwei Stunden, obwohl die Uhr das nicht bestätigt – kommt die Sachbearbeiterin zurück. :30. Elveszi az üres csészéjét az asztalról, letesz egy új üres csészét, és elolvassa, amit írt. - Sie nimmt seine leere Tasse vom Tisch, stellt eine neue leere Tasse hin, und liest, was er geschrieben hat. :31. Az arca nem változik, de előhúz egy kis jegyzetfüzetet a köpenyzsebéből, és ír bele valamit. - Ihr Gesicht verändert sich nicht, aber sie zieht ein kleines Notizbuch aus der Kitteltasche und schreibt etwas hinein. :32. „Benyújtotta már az iratbetekintési kérelmet az ügyszámra vonatkozóan?” – kérdezi. - „Haben Sie den Antrag auf Einsicht in die Vorgangsnummer bereits gestellt?", fragt sie. :33. Ő azt válaszolja, hogy nem tudta, hogy van ügyszám. - Er antwortet, dass er nicht wusste, dass es eine Vorgangsnummer gibt. :34. „Mindig van ügyszám” – mondja a nő, és úgy hangzik, mintha ezt nem először magyarázná. - „Es gibt immer eine Vorgangsnummer", sagt sie, und es klingt, als würde sie das nicht zum ersten Mal erklären. :35. Egy újabb nyomtatványt tesz az asztalra, amely pontosan úgy néz ki, mint az összes többi, kivéve, hogy felül rá van pecsételve: „Ideiglenes”. - Sie legt ein weiteres Formular auf den Tisch, das genau wie alle anderen aussieht, außer dass oben „Vorläufig" gestempelt ist. :36. Megkérdezi, mit jelent ebben az összefüggésben az, hogy „ideiglenes”. - Er fragt, was „vorläufig" in diesem Zusammenhang bedeutet. :37. A nő azt mondja: „Azt jelenti, hogy még nem végleges”, és elmegy. - Sie sagt: „Es bedeutet, dass es noch nicht endgültig ist", und geht. :38. Ő a nyomtatványra néz, aztán a kötegre, aztán az órára. - Er schaut auf das Formular, dann auf den Stapel, dann auf die Uhr. :39. Az óra tizenegy óra tízet mutat. - Die Uhr zeigt zehn nach elf. :40. Néha az az érzése, hogy az órának van igaza, és mindenki más téved. - Er hat manchmal das Gefühl, dass die Uhr recht hat und alle anderen falsch liegen. :41. Másnap reggel – ő reggelnek nevezi, mert a fénycső világosabban ég, mint máskor – az asztal újra van rendezve. - Am nächsten Morgen – er nennt es Morgen, weil die Leuchtstoffröhre heller brennt als sonst – ist der Tisch neu geordnet. :42. A nyomtatványok, amelyeket kitöltött, eltűntek, és a helyükön egy lap fekszik ezzel a címmel: „Visszajelzés a bemeneti eljárásról”. - Die Formulare, die er ausgefüllt hat, sind weg, und an ihrer Stelle liegt ein Blatt mit dem Titel: „Rückmeldung zum Eingangsverfahren". :43. Kétszer elolvassa a lapot, és megállapítja, hogy nem tartalmaz visszajelzést, hanem csak egy további visszajelzés iránti kérést. - Er liest das Blatt zweimal und stellt fest, dass es keine Rückmeldung enthält, sondern nur die Bitte um eine weitere Rückmeldung. :44. Fogja a tollat, és az erre kijelölt sorba ezt írja: „A visszajelzés rendelkezésre áll.” - Er nimmt den Stift und schreibt in die vorgesehene Zeile: „Die Rückmeldung liegt vor." :45. Ez nem igaz, de az az érzése, hogy itt nem a pontosság a döntő szempont. - Das stimmt nicht, aber er hat das Gefühl, dass Genauigkeit hier nicht das entscheidende Kriterium ist. :46. Az ügyintézőnő bejön, elolvassa a mondatot, és egyszer röviden bólint. - Die Sachbearbeiterin kommt, liest den Satz, und nickt einmal kurz. :47. „Haladást ér el” – mondja olyan hangon, amely sem nem helyeslő, sem nem elutasító. - „Sie machen Fortschritte", sagt sie, in einem Ton, der weder zustimmend noch ablehnend ist. :48. Ő megkérdezi: „Hány nyomtatvány hiányzik még?” - Er fragt: „Wie viele Formulare fehlen noch?" :49. A nő kinyitja a jegyzetfüzetét, röviden lapoz benne, és azt mondja: „Ez attól függ, mit kérelmez.” - Sie schlägt ihr Notizbuch auf, blättert kurz und sagt: „Das hängt davon ab, was Sie beantragen." :50. Ő emlékezteti rá, hogy nem tudja, mit kell kérelmeznie. - Er erinnert sie daran, dass er nicht weiß, was er beantragen soll. :51. A nő azt mondja: „Ez az alapdokumentumban áll.” - Sie sagt: „Das steht im Ausgangsdokument." :52. Ő megkérdezi, hol van az alapdokumentum. - Er fragt, wo das Ausgangsdokument ist. :53. A nő azt mondja: „Azt magával kellett volna hoznia”, és becsukja a jegyzetfüzetet. - Sie sagt: „Das hätten Sie mitbringen müssen", und schließt das Notizbuch. :54. Aztán még egy pillanatig ott áll, mintha elfelejtett volna valamit, de megfordul, és elmegy. - Dann steht sie noch einen Moment da, als ob sie etwas vergessen hätte, dreht sich aber um und geht. :55. Ő egyedül ül, előtte az üres csésze, kezében a toll, könyöke mellett a köteg. - Er sitzt allein, die leere Tasse vor sich, den Stift in der Hand, den Stapel neben dem Ellbogen. :56. Arra gondol: Talán az alapdokumentum már itt van, csak ő nem ismerte fel. - Er denkt: Vielleicht ist das Ausgangsdokument schon da und er hat es nur nicht erkannt. :57. Végigmegy az összes lapon, egyiken a másik után, lassan és gondosan. - Er geht alle Blätter durch, eins nach dem anderen, langsam und sorgfältig. :58. Egyiken sincs az a cím, hogy „Alapdokumentum”, de az egyiken alul apró betűkkel ez áll: „Ez a dokumentum nem minősül alapdokumentumnak.” - Keines davon trägt den Titel „Ausgangsdokument", aber auf einem steht unten in kleiner Schrift: „Dieses Dokument gilt nicht als Ausgangsdokument." :59. Félreteszi, és arra gondol, hogy ez talán utalás lehet. - Er legt es beiseite und denkt, dass das ein Hinweis sein könnte. :60. Fog egy üres lapot, felül nagy betűkkel ráírja: „Alapdokumentum”, és a többit üresen hagyja. - Er nimmt ein leeres Blatt, schreibt oben in großen Buchstaben „Ausgangsdokument" und lässt den Rest leer. :61. Aztán egészen alulra teszi a kötegben, mert az alapdokumentumok feltehetően az elején állnak. - Dann legt er es ganz unten in den Stapel, weil Ausgangsdokumente vermutlich am Anfang stehen. :62. A fénycső megrebben. - Die Leuchtstoffröhre flackert. :63. Ő vár. - Er wartet. :64. Már felhagyott azzal, hogy megkérdezze, mikor ér véget, mert a válasz mindig ugyanaz: amikor minden teljes. - Er hat aufgehört zu fragen, wann es endet, weil die Antwort immer dieselbe ist: wenn alles vollständig ist. :65. És akkor teljes, ha mindent benyújtott. - Und vollständig ist es, wenn er alles eingereicht hat. :66. És mindent akkor nyújtott be, ha tudja, mit kell benyújtania. - Und eingereicht hat er alles, wenn er weiß, was er einreichen muss. :67. Fogja a tollat. - Er nimmt den Stift. :68. Elölről kezdi. - Er fängt von vorne an. :69. Ez az eljárás. - Das ist der Vorgang. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Az eljárás - Das Verfahren :1. A helyiség, amelyben meghatározhatatlan ideje lakik, azzal a sajátos minőséggel bír, hogy sem szűknek, sem tágasnak nem érződik, hanem egyszerűen csak jelen van. - Der Raum, den er seit unbestimmbarer Zeit bewohnt, hat die eigentümliche Qualität, dass er sich weder eng noch weit anfühlt, sondern einfach vorhanden ist. :2. A mennyezeten lévő fénycső olyan fényt bocsát ki, amely nem vet árnyékot, ami azt jelenti, hogy itt az időnek sincsenek kontúrjai. - Die Leuchtstoffröhre an der Decke gibt ein Licht ab, das keine Schatten wirft, was bedeutet, dass auch die Zeit hier keine Konturen hat. :3. Tudja, hogy kérelmet kell benyújtania, de annak tudása, hogy mire, valamikor csendben eltávozott a helyiségből. - Er weiß, dass er einen Antrag stellen muss, aber das Wissen darüber, wofür, hat sich irgendwann still aus dem Raum entfernt. :4. Az asztalon egy űrlap fekszik, amely egyszerűségében nyugtalanító: tizenkét mező, amelyek közül hármat kitöltött, kilencet pedig nem. - Auf dem Tisch liegt ein Formular, das in seiner Schlichtheit beunruhigend ist: zwölf Felder, von denen er drei ausgefüllt hat und neun nicht. :5. A kezében lévő tollnak nincs kupakja, ami eleinte zavarta, időközben azonban e hely egyik ismertetőjegyének tűnik, akárcsak az álló óra és az üres csésze. - Der Stift in seiner Hand hat keine Kappe, was ihn anfangs gestört hat, inzwischen aber als Merkmal dieses Ortes erscheint, so wie die stehende Uhr und die leere Tasse. :6. Az óra tizenegy óra tíz percet mutat, és ő beletörődött abba, hogy nem rosszul jár, hanem egyszerűen más véleményen van. - Die Uhr zeigt zehn nach elf, und er hat sich damit abgefunden, dass sie nicht falsch geht, sondern schlicht anderer Meinung ist. :7. Ismételten elolvassa a hatodik mezőt: „A kérelem tárgyának megjelölése az illetékes ügyiratszám figyelembevételével.” - Er liest das sechste Feld zum wiederholten Mal: „Angabe des Antragsgegenstandes unter Berücksichtigung der einschlägigen Vorgangsnummer." :8. Az ügyiratszámot nem ismeri, soha nem is ismerte, és senki sem magyarázta el neki, hogyan lehet azt megtudni. - Die Vorgangsnummer kennt er nicht, hat sie nie gekannt, und niemand hat ihm erklärt, wie man sie in Erfahrung bringt. :9. Az ajtó előzetes figyelmeztetés nélkül kinyílik, és az ügyintézőnő olyan ember pontos mozdulatsorával lép be, aki olyan gyakran lépett már be ebbe a helyiségbe, hogy megszűnt észlelni azt. - Die Tür öffnet sich ohne Vorwarnung, und die Sachbearbeiterin tritt ein mit dem präzisen Bewegungsablauf von jemandem, der diesen Raum so oft betreten hat, dass er aufgehört hat, ihn wahrzunehmen. :10. Egy új dossziét tesz az asztalra, amelynek regiszterfülei olyan betűkkel vannak feliratozva, amelyeknek nincs felismerhető sorrendjük. - Sie legt eine neue Mappe auf den Tisch, deren Registerkarten mit Buchstaben beschriftet sind, die keine erkennbare Reihenfolge haben. :11. „Még hiányozna a kérelemeljárás előzetes bejelentésének igazolása”, mondja kötőmódban, mintha ő maga sem volna egészen biztos benne, hogy ez igaz. - „Der Nachweis über die Voranmeldung des Antragsverfahrens fehlt noch", sagt sie, im Konjunktiv, als ob auch sie nicht ganz sicher sei, ob das stimmt. :12. Megkérdezi, lehetséges volna-e ezt az igazolást utólag benyújtani, bár nem tudja, mit is nyújtana be utólag. - Er fragt, ob es möglich wäre, diesen Nachweis nachzureichen, obwohl er nicht weiß, was er nachreichen würde. :13. Azt válaszolja, hogy az utólagos benyújtás elvileg lehetséges, amennyiben rendelkezésre áll a megfelelő kérelem az utólagos benyújtás engedélyezésére. - Sie antwortet, dass ein Nachreichen grundsätzlich möglich sei, sofern der entsprechende Antrag auf Nachreichgenehmigung vorliege. :14. Megkérdezi, hogyan kell ezt a kérelmet benyújtani, és közben érzi, hogy ezt a kérdést talán már egyszer feltette. - Er fragt, wie dieser Antrag zu stellen sei, und spürt dabei, dass er diese Frage vielleicht schon einmal gestellt hat. :15. Azt mondja, hogy az utólagos benyújtás engedélyezésére irányuló kérelem feltételezi az ügyiratszám ismeretét, megfordul és elmegy. - Sie sagt, der Antrag auf Nachreichgenehmigung setze die Kenntnis der Vorgangsnummer voraus, dreht sich um und geht. :16. Az ajtó olyan halkan záródik be, hogy azon töpreng, vajon valaha valóban nyitva volt-e. - Die Tür schließt sich so leise, dass er sich fragt, ob sie jemals wirklich offen gewesen ist. :17. Ülve marad, és a dossziét nézi, amelyet a nő hátrahagyott, mintha az egy másik életből származó bizonyíték volna. - Er bleibt sitzen und betrachtet die Mappe, die sie hinterlassen hat, als wäre sie ein Beweisstück aus einem anderen Leben. :18. Az „A” jelű fül mögött egy háromoldalas dokumentumot talál, amely ezt a címet viseli: „Tájékoztatások értelmezésére vonatkozó tájékoztatások – előzetes változat”. - Hinter dem Reiter „A" findet er ein dreiseitiges Dokument, das den Titel trägt: „Hinweise zur Interpretation von Hinweisen – vorläufige Fassung". :19. Elolvassa, mert abban reménykedik, hogy valahol el van rejtve benne egy utasítás, amely megmondja neki, mit kell legközelebb tennie. - Er liest es, weil er sich erhofft, dass irgendwo eine Anweisung versteckt ist, die ihm sagt, was er als Nächstes tun soll. :20. Amit talál, az ez a mondat: „A jelen dokumentumban szereplő valamennyi tájékoztatást nem kötelező érvényűnek kell tekinteni, amennyiben nem áll rendelkezésre ezzel ellentétes tájékoztatás.” - Was er findet, ist der Satz: „Alle Hinweise in diesem Dokument sind als unverbindlich zu verstehen, sofern kein gegenteiliger Hinweis vorliegt." :21. Visszateszi a dokumentumot, hátradől a széken, és egy darabig a mennyezetet nézi, mert ez kevésbé frusztráló, mint bármi más. - Er legt das Dokument zurück, lehnt sich in den Stuhl und schaut für eine Weile an die Decke, weil das weniger frustrierend ist als alles andere. :22. A fénycső olyan ritmusban villódzik, amely majdnem szabályos, és azon töpreng, vajon rejlik-e ebben valamilyen jelentés. - Die Leuchtstoffröhre flackert in einem Rhythmus, der fast regelmäßig ist, und er fragt sich, ob darin eine Bedeutung steckt. :23. Úgy dönt, hogy nem így van, de az erről való gondolkodás legalább szerzett neki néhány percet. - Er entscheidet, dass dem nicht so ist, aber das Nachdenken darüber hat ihm immerhin einige Minuten verschafft. :24. Végül fogja a tollat, egy üres lapra ráírja a szavakat: „Ügyiratszám: utólag benyújtandó”, és a lapot az űrlap hatodik mezője fölé teszi. - Schließlich nimmt er den Stift, schreibt auf ein leeres Blatt die Worte „Vorgangsnummer: wird nachgereicht" und legt es über das sechste Feld des Formulars. :25. Ez nem megoldás, de ideiglenes áthidalás, és itt az ideiglenesség látszik az uralkodó elvnek. - Das ist keine Lösung, aber es ist eine vorläufige Überbrückung, und vorläufig scheint hier das herrschende Prinzip zu sein. :26. Másnap reggel – bár a „reggelt” csak azért gondolja, mert ragaszkodni akar valamilyen időfogalmakhoz – az asztal ismét megváltozott. - Am nächsten Morgen – wobei er „Morgen" nur deshalb denkt, weil er an irgendwelchen Zeitbegriffen festhalten will – hat sich der Tisch erneut verändert. :27. A dosszié eltűnt, az űrlap most átlátszó védőtokban fekszik, mellette pedig egy pohár áll egy olyan folyadékkal, amelynek hőmérsékletét nem lehet meghatározni. - Die Mappe ist weg, das Formular liegt jetzt in einer transparenten Schutzhülle, und daneben steht ein Becher mit einer Flüssigkeit, deren Temperatur sich nicht bestimmen lässt. :28. Iszik egy kortyot, mert ez a legértelmesebb dolog, amit egy pohárral tenni lehet. - Er trinkt einen Schluck, weil es das Vernünftigste ist, was man mit einem Becher tun kann. :29. Legfelül egy cédula fekszik, kézzel feliratozva: „Kérjük, ellenőrizze, hogy valamennyi adat megfelel-e az aktuális állapotnak.” - Obenauf liegt ein Zettel, der handschriftlich beschriftet ist: „Bitte prüfen Sie, ob alle Angaben dem aktuellen Stand entsprechen." :30. Átolvassa az űrlapot, megállapítja, hogy semmi sem változott, és aláírja: „Az adatok megfelelnek a bejegyzésük időpontjában fennálló állapotnak.” - Er liest das Formular durch, stellt fest, dass sich nichts geändert hat, und schreibt darunter: „Angaben entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt ihrer Eintragung." :31. Az ügyintézőnő a megszokott órában jelenik meg, bár neki nincs órája, amely megmondhatná, mikor van a megszokott óra. - Die Sachbearbeiterin erscheint zur gewohnten Stunde, obwohl er keine Uhr hat, die ihm sagen könnte, wann die gewohnte Stunde ist. :32. Elolvassa a kiegészítését, minimálisan felvonja a bal szemöldökét, ami a legkifejezőbb jel, amelyet valaha látott tőle. - Sie liest seinen Zusatz, zieht die linke Augenbraue minimal hoch, was das ausdrucksstärkste Zeichen ist, das er je von ihr gesehen hat. :33. „A bejegyzés állapotának egyeznie kellene az ügyirat állapotával”, mondja. - „Der Stand der Eintragung müsste mit dem Stand der Vorgangsakte übereinstimmen", sagt sie. :34. Megkérdezi, betekinthetne-e az ügyiratba, hogy ellenőrizze az egyezést. - Er fragt, ob er Einsicht in die Vorgangsakte bekommen könne, um die Übereinstimmung zu prüfen. :35. Azt mondja, az ügyiratba való betekintés lezárt kérelemeljárást feltételez. - Sie sagt, Einsicht in die Vorgangsakte setze einen abgeschlossenen Antragsprozess voraus. :36. Megáll egy pillanatra, mert ebben a mondatban olyan logika rejlik, amelyet nem tud megcáfolni, de amely kiutat sem hagy. - Er hält inne, weil in diesem Satz eine Logik steckt, die er nicht widerlegen kann, die aber auch keinen Ausweg lässt. :37. „Akkor tehát a kérelemeljárás még nincs lezárva”, mondja, és ez inkább megállapításnak hangzik, mint kérdésnek. - „Dann ist der Antragsprozess also noch nicht abgeschlossen", sagt er, und es klingt mehr nach Feststellung als nach Frage. :38. Azt mondja: „Ez helyes”, és elveszi a poharat az asztalról, bár az még nem üres. - Sie sagt: „Das ist korrekt", und nimmt den Becher vom Tisch, obwohl er noch nicht leer ist. :39. Aztán letesz egy új poharat, amely szintén nem üres, és elmegy, mintha ez lezárás volna. - Dann stellt sie einen neuen Becher hin, der ebenfalls nicht leer ist, und geht, als wäre das ein Abschluss. :40. Ő a védőtokban lévő űrlap előtt ül, és azon gondolkodik, ki kellene-e vennie a tokból, hogy továbbírhassa. - Er sitzt vor dem Formular in der Schutzhülle und überlegt, ob er es aus der Hülle nehmen soll, um weiterzuschreiben. :41. A tokon egy kis matrica ragad: „A védőtokból kivenni tilos.” - Auf der Hülle klebt ein kleiner Aufkleber: „Nicht aus der Schutzhülle entnehmen." :42. Az átlátszó fólián keresztül ír, amitől az írás olvashatatlanná válik, de úgy tűnik, ez itt nem kivétel. - Er schreibt durch die transparente Folie hindurch, was die Schrift unleserlich macht, aber das scheint hier keine Ausnahme zu sein. :43. Az óra tizenegy óra tíz percet mutat, a fénycső villódzik, és a helyiség úgy viselkedik, ahogy a helyiségek viselkednek, ha senkinek sem áll szándékában elhagyni őket. - Die Uhr zeigt zehn nach elf, die Leuchtstoffröhre flackert, und der Raum verhält sich so, wie Räume sich verhalten, wenn niemand vorhat, sie zu verlassen. :44. Az eredeti dokumentumra gondol, amelyet legutóbb maga készített el, és azon töpreng, talán valahol archiválták-e. - Er denkt an das Ausgangsdokument, das er beim letzten Mal selbst angefertigt hat, und fragt sich, ob es vielleicht irgendwo archiviert wurde. :45. Talán ez az a haladás, amelyet az ügyintézőnő említett: a dolgok eltűnnek, de nem semmisítik meg őket, csupán elérhetetlenné válnak. - Vielleicht ist das der Fortschritt, den die Sachbearbeiterin erwähnt hat: Dinge verschwinden, aber sie werden nicht vernichtet, sie werden nur unerreichbar. :46. Fog egy friss lapot, és elkezdi felsorolni az összes űrlapot, amelyet eddig kitöltött, időrendi sorrendben, amennyire emlékezni tud. - Er nimmt ein frisches Blatt und beginnt, alle Formulare aufzulisten, die er bisher ausgefüllt hat, in chronologischer Reihenfolge, soweit er sich erinnern kann. :47. A lista hosszabb lesz, mint várta, és közben észreveszi, hogy némely dokumentumot kétszer is be kellett nyújtania, mert még jól emlékszik a mezőikre. - Die Liste wird länger als erwartet, und er bemerkt dabei, dass er manche Dokumente zweimal eingereicht haben muss, weil er sich an ihre Felder noch gut erinnert. :48. Ez vagy hiba, vagy az eljárás része, és időközben már nem biztos benne, hogy itt megteszik-e ezt a különbséget. - Das ist entweder ein Fehler oder ein Teil des Vorgangs, und inzwischen ist er nicht mehr sicher, ob dieser Unterschied hier gemacht wird. :49. A lista tetejére ezt írja: „Az eddig benyújtott kérelmek áttekintése – a kérelemeljárás keretében történő bemutatásra.” - Er schreibt oben auf die Liste: „Übersicht der bisher gestellten Anträge – zur Vorlage im Rahmen des Antragsverfahrens." :50. Ez úgy hangzik, mint valami, amire szükség lehet, és ez több, mint amit az itt lévő legtöbb dologról el tud mondani. - Das klingt nach etwas, das gebraucht werden könnte, und das ist mehr, als er über die meisten Dinge hier sagen kann. :51. Az ügyintézőnő, akit időközben a lépteiről ismer fel, bár soha nem hallotta őket tisztán, kinyitja az ajtót. - Die Sachbearbeiterin, die er inzwischen an ihren Schritten erkennt, obwohl er sie nie klar gehört hat, öffnet die Tür. :52. Ránéz a listára, felüti a jegyzetfüzetét, utánanéz valaminek, és azt mondja: „Egy ilyen áttekintést G mellékletként kellene benyújtani.” - Sie schaut auf die Liste, schlägt ihr Notizbuch auf, liest etwas nach und sagt: „Eine solche Übersicht wäre als Anlage G einzureichen." :53. Megkérdezi, megkaphatná-e a G mellékletet. - Er fragt, ob er Anlage G haben könne. :54. Azt mondja, a G mellékletet automatikusan csatolják, amennyiben az alapkérelem teljes egészében rendelkezésre áll. - Sie sagt, Anlage G werde automatisch beigefügt, sofern der Grundantrag vollständig vorliege. :55. Megkérdezi, mi hiányzik még az alapkérelemből. - Er fragt, was am Grundantrag noch fehle. :56. Azt mondja: „A G melléklet”, és becsukja a jegyzetfüzetet. - Sie sagt: „Anlage G", und schließt das Notizbuch. :57. A logika önmagába zárt, mint egy ajtó nélküli szoba, és ő benne ül. - Die Logik ist in sich geschlossen wie ein Zimmer ohne Tür, und er sitzt darin. :58. Leteszi a tollat, összekulcsolja a kezét az asztalon, és egyszerűen csak ott ül egy darabig, írás nélkül, kérdezés nélkül. - Er legt den Stift hin, faltet die Hände auf dem Tisch und sitzt einfach da, für eine Weile, ohne zu schreiben, ohne zu fragen. :59. A fénycső villódzik. - Die Leuchtstoffröhre flackert. :60. Az óra tizenegy óra tíz percet mutat. - Die Uhr zeigt zehn nach elf. :61. Fogja a tollat. - Er nimmt den Stift. :62. Ez az eljárás. - Das ist der Vorgang. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Az ügyirat - Der Vorgang :1. Vannak helyek, ahová az ember nem belép, hanem amelyekben magára talál, és ez a szoba ilyen hely. - Es gibt Orte, die man nicht betritt, sondern in denen man sich wiederfindet, und dieser Raum ist einer davon. :2. A falakon nincs kép, nincs jelölés, nincs repedés, mintha valaki külön úgy alakította volna ki őket, hogy semmit se áruljanak el. - Die Wände tragen kein Bild, keine Markierung, keinen Riss, als hätte jemand sie eigens so gestaltet, dass sie nichts verraten. :3. A fénycső olyan fényt ad, amely nem világít, hanem csupán a sötétséget a bizonytalanság egy világosabb fajtájává alakítja. - Die Leuchtstoffröhre gibt ein Licht ab, das nicht leuchtet, sondern bloß die Dunkelheit in eine hellere Art von Ungewissheit verwandelt. :4. Ül. - Er sitzt. :5. Az asztalon egy nyomtatvány fekszik, amelyet időközben azzal a fáradt ismerősséggel szemlél, amelyet az ember máskülönben csak régi sebek iránt tanúsít. - Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er inzwischen mit der müden Vertrautheit betrachtet, die man sonst nur für alte Wunden aufbringt. :6. Tizenkét mező, amelyek közül a legtöbbet kitöltötte – nem azért, mert tudta a válaszokat, hanem mert az üres helyek itt nyilvánvalóan a vonakodás kifejezésének számítanak. - Zwölf Felder, von denen er die meisten ausgefüllt hat – nicht weil er die Antworten kannte, sondern weil Leerstellen hier offenbar als Ausdruck von Unwillen gelten. :7. A toll úgy fekszik az ujjai között, mint egy tárgy, amely elfelejtette eredeti rendeltetését, és most egyszerűen ott van, mert sehová máshová nem tartozik. - Der Stift liegt zwischen seinen Fingern wie ein Gegenstand, der seinen ursprünglichen Zweck vergessen hat und jetzt einfach da ist, weil er nirgendwo sonst hingehört. :8. Az óra tíz perccel tizenegy utánit mutat, és ő beletörődött abba, hogy nem hibás, hanem egyszerűen az idő egy másfajta felfogását követi. - Die Uhr zeigt zehn nach elf, und er hat sich damit abgefunden, dass sie nicht defekt ist, sondern schlicht einer anderen Auffassung von Zeit folgt. :9. Elolvassa a kilencedik mezőt: „A kérelem alapjául szolgáló tényállás leírása, a vonatkozó ügyekre és azok számaira való hivatkozással.” - Er liest Feld neun: „Beschreibung des Sachverhalts, der dem Antrag zugrunde liegt, unter Bezugnahme auf einschlägige Vorgänge und deren Nummern." :10. A kérelem alapjául szolgáló tényállás az, hogy ő itt van, és nem tudja, miért, és hogy mindkettő az első pillanat óta változatlanul érvényes. - Der Sachverhalt, der dem Antrag zugrunde liegt, ist, dass er hier ist und nicht weiß, warum, und dass beides seit dem ersten Moment unverändert gilt. :11. Ezt írja: „A tényállás magából az ügyből következik”, és közben tudatában van annak, hogy ez nem válasz, hanem az a válaszforma, amelyet ez a hely létrehoz. - Er schreibt: „Sachverhalt ergibt sich aus dem Vorgang selbst", und ist sich dabei bewusst, dass das keine Antwort ist, sondern die Antwortform, die dieser Ort hervorbringt. :12. Az ajtó kinyílik. - Die Tür öffnet sich. :13. Az ügyintézőnő annak nyugodt magától értetődőségével lép be, akinek az ajtók nem akadályok, hanem puszta átmenetek az itt és az ott között. - Die Sachbearbeiterin tritt ein mit der ruhigen Selbstverständlichkeit von jemandem, für den Türen nicht Hindernisse sind, sondern bloße Übergänge zwischen dem Hier und dem Dort. :14. Egy új köteget tesz az asztalra anélkül, hogy ránézne, mintha ő egy bútordarab volna, amely történetesen nyomtatványok átvételére is képes. - Sie legt einen neuen Stapel auf den Tisch, ohne ihn anzuschauen, als wäre er ein Möbelstück, das zufällig auch Formulare entgegennehmen kann. :15. „A fedőlap”, mondja, „nem felel meg a fedőlap érvényes változatának.” - „Das Deckblatt", sagt sie, „entspricht nicht der gültigen Version des Deckblattes." :16. Megkérdezi, melyik változat érvényes, és közben észreveszi, hogy a hangja olyan higgadtságot vett fel, amelyet tudatosan nem sajátított el. - Er fragt, welche Version gültig sei, und merkt dabei, dass seine Stimme eine Gelassenheit angenommen hat, die er sich nicht bewusst angeeignet hat. :17. A nő azt válaszolja, hogy az érvényes változat az, amely a kérelem benyújtásának időpontjában érvényes lett volna, feltéve, hogy a kérelem benyújtása az előírt időszakban történt. - Sie antwortet, dass die gültige Version jene sei, die zum Zeitpunkt der Antragstellung gültig gewesen wäre, sofern die Antragstellung im vorgesehenen Zeitraum erfolgt sei. :18. Megkérdezi, hogy a kérelem benyújtása az előírt időszakban történt-e. - Er fragt, ob die Antragstellung im vorgesehenen Zeitraum erfolgt sei. :19. A nő azt mondja: „Ezt az akta vizsgálja”, és távozik. - Sie sagt: „Das prüft die Akte", und geht. :20. Ő ülve marad, és az új fedőlapot nézi, amely látszólag semmiben sem különbözik a régitől, azon kívül, hogy a jobb alsó sarokban egy verziószám áll, amely korábban nem volt ott. - Er bleibt sitzen und betrachtet das neue Deckblatt, das sich vom alten nicht zu unterscheiden scheint, außer dass in der unteren rechten Ecke eine Versionsnummer steht, die vorher nicht da war. :21. A verziószám 0. - Die Versionsnummer lautet 0. :22. Elgondolkodik, vajon ez azt jelenti-e, hogy ez a fedőlap még egyáltalán nincs kész, vagy a nulla itt egyszerűen az a kezdet, amelytől számítva az összes többi változatot számozzák. - Er überlegt, ob das bedeutet, dass dieses Deckblatt noch gar nicht fertig ist, oder ob Null hier einfach der Anfang ist, von dem aus alle anderen Versionen gezählt werden. :23. A második értelmezés mellett dönt, mert az kevésbé csüggesztő, noha semmi oka sincs azt hinni, hogy igaz. - Er entscheidet sich für die zweite Deutung, weil sie weniger entmutigend ist, obwohl er keinen Grund hat zu glauben, dass sie zutrifft. :24. A fénycső egyszer hosszan, aztán kétszer röviden villan, és ő először komolyan elgondolkodik azon, vajon ez kód lehet-e. - Die Leuchtstoffröhre flackert einmal lang, dann zweimal kurz, und er fragt sich zum ersten Mal ernsthaft, ob das ein Code sein könnte. :25. Feljegyzi a sorrendet egy üres lapra: hosszú, rövid, rövid – alá pedig egy kérdőjelet, mert egy kérdőjel legalább őszintébb, mint egy hamis válasz. - Er notiert die Abfolge auf einem leeren Blatt: lang, kurz, kurz – und darunter ein Fragezeichen, weil ein Fragezeichen zumindest ehrlicher ist als eine falsche Antwort. :26. Amit ebben a szobában megtanult – ha a tanulás a megfelelő szó arra, ami akkor történik, amikor az ember abbahagyja a csodálkozást –, az az, hogy minden válasz új kérelmet szül. - Was er in diesem Raum gelernt hat – wenn Lernen das richtige Wort ist für das, was geschieht, wenn man aufhört, sich zu wundern –, ist, dass jede Antwort einen neuen Antrag gebiert. :27. Az ügyszámba való betekintés iránti kérelem feltételezi az ügyszám ismeretét. - Der Antrag auf Einsicht in die Vorgangsnummer setzt die Kenntnis der Vorgangsnummer voraus. :28. Az eredeti dokumentumról szóló tájékoztatás iránti kérelem feltételezi az eredeti dokumentumot; az utólagos benyújtás engedélyezése iránti kérelem feltételezi az utólagos benyújtás engedélyezésének engedélyezését. - Der Antrag auf Auskunft über das Ausgangsdokument setzt das Ausgangsdokument voraus; der Antrag auf Nachreichgenehmigung setzt die Genehmigung der Nachreichgenehmigung voraus. :29. Már nem érzi ezt ellentmondásnak, hanem inkább szerkezeti elvként szemléli, hasonlóan ahhoz a tényhez, hogy a padló tartja a széket, amely őt tartja. - Er hat aufgehört, das als Widerspruch zu empfinden, und betrachtet es stattdessen als Strukturprinzip, ähnlich wie die Tatsache, dass der Boden den Stuhl trägt, der ihn trägt. :30. A következő reggelen – így nevezi, mert a fénycső olyan világosságot ért el, amely különbözik az éjszakaitól, bár nem tudná megmondani, miben áll a különbség – egy dokumentum fekszik az asztalon, amelyet még soha nem látott. - Am folgenden Morgen – er nennt es so, weil die Leuchtstoffröhre eine Helligkeit erreicht hat, die sich von der nächtlichen unterscheidet, obwohl er nicht sagen könnte, worin der Unterschied besteht – liegt auf dem Tisch ein Dokument, das er noch nie gesehen hat. :31. A címe ez: „Közbenső értesítés a kérelmi eljárás előzetes állásáról – jogorvoslattal nem támadható.” - Es trägt den Titel: „Zwischenbescheid über den vorläufigen Stand des Antragsverfahrens – nicht rechtsmittelfähig." :32. Olyan gondossággal olvassa, amelyet korábban talán túlzottnak tartott volna, időközben azonban a legkevesebbnek tekint, amivel az ember egy dokumentumnak tartozik. - Er liest es mit einer Sorgfalt, die er früher vielleicht für übertrieben gehalten hätte, inzwischen aber als das Mindeste betrachtet, was man einem Dokument schuldet. :33. A közbenső értesítés közli vele, hogy a kérelme beérkezett, és hogy a beérkezés vizsgálata még függőben van. - Der Zwischenbescheid teilt ihm mit, dass sein Antrag eingegangen sei, dass die Prüfung des Eingangs noch ausstehe. :34. A közbenső értesítés továbbá közölte, hogy a beérkezés vizsgálatának eredményéről megfelelő időben újabb közbenső értesítés fog születni. - Der Zwischenbescheid teilte weiterhin mit, dass über das Ergebnis der Prüfung des Eingangs zu gegebener Zeit ein weiterer Zwischenbescheid ergehen werde. :35. Kétszer olvassa el az utolsó mondatot, mert meg akar bizonyosodni arról, hogy helyesen értette. - Er liest den letzten Satz zweimal, weil er sichergehen will, dass er ihn richtig verstanden hat. :36. Helyesen értette. - Er hat ihn richtig verstanden. :37. A határozat alá ezt írja: „Tudomásul véve”, és aláírja a nevével, mert ez az egyetlen cselekvés, amelyet ebben a pillanatban értelmesnek tart. - Er schreibt unter den Bescheid: „Zur Kenntnis genommen", und unterschreibt mit seinem Namen, weil das die einzige Handlung ist, die er in diesem Moment für sinnvoll hält. :38. Az ügyintézőnő, aki időközben ránéz, amikor belép – nem barátságosan, hanem valamiféle figyelemmel, amelyet ő nem tud hová tenni –, elveszi a határozatot, elolvassa a kiegészítését, és azt mondja: „A tudomásulvétel ebben az eljárási szakaszban nincs előirányozva.” - Die Sachbearbeiterin, die ihn inzwischen anschaut, wenn sie hereinkommt – nicht freundlich, aber mit einer Art Aufmerksamkeit, die er nicht einordnen kann –, nimmt den Bescheid, liest seinen Zusatz und sagt: „Eine Kenntnisnahme ist in diesem Verfahrensstadium nicht vorgesehen." :39. Megkérdezi, mi van helyette előirányozva. - Er fragt, was stattdessen vorgesehen sei. :40. A nő azt mondja: „A tudomásulvétel kérelmezhető.” - Sie sagt: „Eine Kenntnisnahme kann beantragt werden." :41. Bólint, nem azért, mert egyetért, hanem mert a bólintás a leghatékonyabb formája annak, hogy az ember befejezzen egy beszélgetést, amelynek nem volt kezdete. - Er nickt, nicht weil er zustimmt, sondern weil Nicken die effizienteste Form ist, ein Gespräch zu beenden, das keinen Anfang hatte. :42. Elővesz egy üres lapot: „Kérelem a kérelmi eljárás előzetes állásáról szóló közbenső értesítés tudomásulvételének engedélyezésére.” - Er nimmt ein leeres Blatt: „Antrag auf Genehmigung der Kenntnisnahme des Zwischenbescheids über den vorläufigen Stand des Antragsverfahrens." :43. A mondat hosszú, de az az érzése, hogy a rövidséget itt hiányosságként értelmeznék. - Der Satz ist lang, aber er hat das Gefühl, dass Kürze hier als Unvollständigkeit ausgelegt würde. :44. Az ügyintézőnő elveszi a kérelmet anélkül, hogy elolvasná, beteszi az iratgyűjtőbe, becsukja az iratgyűjtőt, és az asztal alá állítja. - Die Sachbearbeiterin nimmt den Antrag, ohne ihn zu lesen, legt ihn in die Mappe, schließt die Mappe und stellt sie unter den Tisch. :45. Megkérdezi: „Mikor döntenek róla?” - Er fragt: „Wann wird darüber entschieden?" :46. A nő azt mondja: „Amikor az ügy teljes.” - Sie sagt: „Wenn der Vorgang vollständig ist." :47. Megkérdezi: „Mi hiányzik még?” - Er fragt: „Was fehlt noch?" :48. A nő azt mondja: „Ez az ügyből következik”, és távozik. - Sie sagt: „Das ergibt sich aus dem Vorgang", und geht. :49. A szoba megint csendes, olyan helyek csendjével, amelyek nem várnak valakire, hanem egyszerűen vannak. - Der Raum ist wieder still, mit der Stille von Orten, die nicht auf jemanden warten, sondern einfach sind. :50. Ott ül, és arra gondol, hogy talán soha nem tudta, mit jelent a várakozás, mielőtt idekerült – nem a valamire való várakozás, hanem a várakozás mint állapot, amelynek már nincs szüksége tárgyra. - Er sitzt da und denkt, dass er vielleicht nie gewusst hat, was Warten bedeutet, bevor er hier war – nicht das Warten auf etwas, sondern das Warten als Zustand, der keinen Gegenstand mehr braucht. :51. Az óra tíz perccel tizenegy utánit mutat. - Die Uhr zeigt zehn nach elf. :52. Felveszi a tollat. - Er nimmt den Stift. :53. Ír. - Er schreibt. :54. Ez az ügy. - Das ist der Vorgang. ------------------------- == 79 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Es ist halb sechs morgens. László steht an der Bushaltestelle. Die Haltestelle heißt „Fő tér". Es regnet leicht, ein feiner Nieselregen. László hat keine Kapuze. Seine Jacke ist dünn und schon alt. Er wartet jeden Morgen hier. Der Bus nach Csepel kommt immer zu spät. Heute ist kein anderer Tag. László schaut auf die leere Straße. Kein Bus ist zu sehen. Da kommt jemand die Straße entlang. Es ist Erzsébet, seine Nachbarin. Sie trägt eine Plastiktüte vom 24-Stunden-Laden. Erzsébet ist 56 Jahre alt und redet sehr viel. „Guten Morgen, László!", sagt sie laut. László nickt und sagt: „Morgen." Erzsébet stellt ihre Tüte auf den Boden. „Weißt du, was János gestern gemacht hat?" László weiß es noch nicht, aber er wird es gleich erfahren. „Er hat die Glühbirne aus der Fassung gedreht." „Er dachte, das Licht flackert." „Dann saß er drei Stunden im Dunkeln." „Ich habe ihn nicht gewarnt." László hört zu und nickt manchmal. Er denkt nicht viel dabei. Es ist besser so. Wenn er zuhört, denkt er nicht an sein eigenes Leben. Der Bus kommt immer noch nicht. Erzsébet erzählt weiter von János. János ist ihr Mann, 58 Jahre alt. Früher war er Schlosser, heute sitzt er meistens im Sessel. Er trinkt gern billigen Weißwein. Erzsébet mag das nicht, aber sie sagt es trotzdem nicht direkt. Endlich kommt der Bus. Er ist acht Minuten zu spät. László steigt ein und sucht einen Platz. Er findet einen Platz neben einem Fenster. Das Fenster schließt nicht richtig. Kalte Luft kommt herein. László schaut nach draußen. Sie fahren an einer alten Fabrik vorbei. Die Fabrik ist ausgebrannt und leer. Jedes Mal schaut László hin. Er weiß nicht warum. Hinter ihm sitzen zwei alte Männer. Sie streiten über den Papst. Einer sagt, der Papst wäre mit dem Fahrrad nach Budapest gekommen. Der andere sagt, das ist Unsinn. László hört halb zu und lacht innerlich. Er greift in seine Jackentasche. Eine kleine Flasche ist darin. Er trinkt einen kurzen Schluck. Niemand im Bus schaut hin. Um Mittag sitzt László in der Lagerhalle. Er sitzt auf einer Europalette und isst. Er hat eine Wurstsemmel dabei, sie ist trocken. Sein Kollege setzt sich neben ihn. „Mein Cousin hat im Lotto gewonnen", sagt der Kollege. „Nicht viel, aber immerhin." Der Cousin wohnt in Kecskemét, das ist weit weg. László hört zu und rechnet leise im Kopf. In zwanzig Jahren könnte er vielleicht einen neuen Anzug kaufen. Er lacht kurz, aber es klingt mehr wie ein Räuspern. Am Abend sitzt László vor dem Plattenbau. Er sitzt auf der Betontreppe und hat die Flasche neben sich. Es ist still auf der Straße. Irgendwo spielt jemand Akkordeon. Die Töne sind nicht ganz richtig, aber der Mann spielt mit Überzeugung. Dann kommt János die Treppe herunter. Er geht ein bisschen langsam, vielleicht hat er schon getrunken. Er setzt sich wortlos neben László. Beide schweigen eine Weile. János schaut auf die Straße. László schaut auch auf die Straße. Dann nimmt János die Flasche und trinkt einen Schluck. Er gibt sie zurück. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János. László nickt. Das ist kein Trost, aber es reicht für heute. Morgen früh steht er wieder an der Haltestelle. Der Bus wird wieder zu spät kommen. Und Erzsébet wird wieder etwas zu erzählen haben. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- László steht jeden Morgen um Viertel vor sechs an der Haltestelle, auch wenn der Bus fast nie pünktlich kommt. Die Haltestelle heißt „Fő tér" und liegt direkt vor dem grauen Plattenbau, in dem László seit acht Jahren wohnt. Es regnet heute, kein starker Regen, aber der feine Nieselregen, der die Kleidung langsam durchnässt. László hat keine Kapuze, weil er die Jacke mit Kapuze vor drei Wochen irgendwo vergessen hat. Er stellt den Kragen hoch und schaut die leere Straße entlang, wo der Bus irgendwann erscheinen wird. Dann hört er Schritte hinter sich, und er weiß schon, wer das ist, bevor er sich umdreht. Erzsébet kommt mit einer schweren Plastiktüte vom 24-Stunden-Laden, der um die Ecke liegt. Sie ist 56 Jahre alt, wohnt im Stockwerk über ihm, und sie beginnt immer sofort zu reden, ohne Pause. „Guten Morgen, László, du glaubst nicht, was János gestern Abend wieder gemacht hat!", sagt sie und stellt die Tüte auf den nassen Boden. László dreht sich zu ihr um und nickt, weil eine Antwort nicht nötig ist und auch nicht erwartet wird. János hat gestern die Glühbirne aus der Fassung gedreht, weil er glaubte, das Licht im Wohnzimmer flackert. Dann saß er drei Stunden im Dunkeln, weil er keine neue Glühbirne hatte und Erzsébet ihn nicht warnte. „Ich habe ihn einfach sitzen lassen", sagt Erzsébet, und in ihrer Stimme ist keine Reue, nur eine müde Zufriedenheit. László hört zu, nicht weil ihn die Geschichte wirklich interessiert, sondern weil es einfacher ist als Schweigen. Wenn er zuhört, muss er nicht über sein eigenes Leben nachdenken, und das ist manchmal das Wichtigste. Der Bus ist immer noch nicht zu sehen, und Erzsébet erzählt jetzt, dass János früher ein guter Schlosser war. „Er wusste, wie man Dinge repariert", sagt sie, „aber jetzt sitzt er nur noch im Sessel und trinkt seinen billigen Weißwein." László sagt „Hm" und schaut auf die Straße, und endlich erscheint der Bus in der Ferne, klein und langsam. Er ist neun Minuten zu spät, was für diese Linie noch ein gutes Ergebnis ist. Im Bus findet László einen Fensterplatz, aber das Fenster schließt nicht richtig, und kalte Luft strömt herein. Er zieht die Jacke enger und schaut nach draußen, während die Stadt an ihm vorbeizieht, grau und still am frühen Morgen. Dann kommen sie an der alten Fabrik vorbei, die vor Jahren abgebrannt ist und seitdem leer steht. László schaut jedes Mal auf die schwarzen Fensterhöhlen der Fabrik, obwohl er selbst nicht weiß, warum er das tut. Hinter ihm sitzen zwei ältere Männer, die über den Papst streiten, und ihre Stimmen sind laut genug, um alles andere zu übertönen. Einer behauptet, der Papst wäre mit dem Fahrrad nach Budapest gefahren, wenn er wirklich bescheiden wäre. Der andere sagt, das ist kompletter Unsinn, und außerdem sei Budapest kein Pflichtprogramm für den Papst. László greift langsam in seine Jackentasche und zieht eine kleine Flasche heraus, ohne sie jemandem zu zeigen. Er trinkt einen kurzen Schluck, steckt die Flasche zurück, und niemand im Bus dreht sich um. In der Lagerhalle isst László um zwölf Uhr auf einer Europalette, weil es keine richtige Pausenbank gibt. Seine Wurstsemmel ist trocken, aber er hat keinen Hunger, also ist es egal. Sein Kollege Tibor setzt sich neben ihn und erzählt, dass ein Cousin dritten Grades in Kecskemét im Lotto gewonnen hat. „Nicht viel", sagt Tibor, „aber mehr als wir in einem Monat verdienen." László hört zu und rechnet leise im Kopf, wie viele Jahre er arbeiten müsste, um sich einen neuen Anzug zu kaufen. Er kommt auf zwanzig Jahre und lacht kurz, aber das Lachen klingt mehr wie ein Räuspern, das man schnell vergisst. Am Abend sitzt László auf der Betontreppe vor dem Plattenbau, die Flasche steht neben ihm auf der Stufe. Die Straße ist ruhig, und irgendwo in einem der oberen Stockwerke spielt jemand Akkordeon. Die Töne sind nicht immer richtig, aber der Mann spielt mit so viel Überzeugung, dass es am Ende nicht stört. Dann kommt János die Treppe herunter, langsam und ein bisschen unsicher auf den Beinen. Er setzt sich wortlos neben László, schaut auf die Straße, und keiner von beiden sagt etwas. Nach einer Weile nimmt János einfach die Flasche, trinkt einen langen Schluck und stellt sie zurück. „Morgen ist auch ein Tag", sagt er, ohne László anzuschauen. László nickt und schaut weiter auf die Straße, auf der sich nichts bewegt. Das ist kein Trost, und beide wissen das, aber es reicht für diesen Abend. Morgen früh wird László wieder um Viertel vor sechs an der Haltestelle stehen. Der Bus wird zu spät kommen, Erzsébet wird etwas über János erzählen, und László wird zuhören. Und das wird sich gut genug anfühlen, um weiterzumachen. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, als die Stadt noch schläft und die Straßenlaternen ihr blasses Licht auf den nassen Asphalt werfen, steht László an der Haltestelle. Er kennt jeden Riss im Betonboden dieser Haltestelle, jeden abgeblätterten Aufkleber auf dem Fahrplankasten, der seit Monaten falsche Zeiten anzeigt. Der Nieselregen fällt so leise, dass man ihn kaum hört, aber nach zehn Minuten ist Lászlós Hemdkragen kalt und feucht. Er hat die Kapuze verloren, irgendwo, irgendwann, er erinnert sich nicht mehr daran und es interessiert ihn auch nicht besonders. Der Bus nach Csepel sollte um 5:52 Uhr kommen, und weil das nie passiert, hat László aufgehört, auf seine Uhr zu schauen. Stattdessen schaut er die Straße entlang, eine gewohnheitsmäßige Geste ohne echte Erwartung, wie ein Mensch, der weiß, dass die Post nicht kommt, aber trotzdem zum Briefkasten geht. Dann hört er das vertraute Geräusch von Plastiktüten und hastigen Schritten, und er weiß, ohne sich umzudrehen, dass Erzsébet da ist. Sie kommt jeden Morgen vom 24-Stunden-Laden um die Ecke, immer mit zu viel eingekauft, immer mit einer Geschichte, die sie kaum erwarten kann zu erzählen. „Du glaubst nicht, was dieser Mann gestern wieder angestellt hat", sagt sie, noch bevor sie richtig stehen geblieben ist, und stellt ihre schwere Tüte auf den Boden. László dreht sich zu ihr um und nickt mit einem Gesichtsausdruck, der Aufmerksamkeit andeutet, ohne wirklich etwas zu versprechen. János, so erfährt er, hat gestern Abend beschlossen, dass die Wohnzimmerlampe flackert, und deshalb einfach die Glühbirne aus der Fassung gedreht. Dann saß er drei Stunden im Dunkeln, weil keine Ersatzbirne im Haus war und weil er zu stolz war, Erzsébet darum zu bitten. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt sie, und in ihrer Stimme liegt eine Mischung aus Erschöpfung und der leisen Genugtuung einer Frau, die schon zu viel erklärt hat. László hört zu, nicht aus echtem Interesse, sondern weil das Zuhören eine Funktion hat: Es füllt die Zeit und verdrängt andere Gedanken. Solange Erzsébet redet, muss er nicht über das leere Kühlschrankregal nachdenken, nicht über den Brief, der seit einer Woche ungeöffnet auf dem Tisch liegt. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, klein und langsam, wie ein Tier, das keine Eile kennt, und ist elf Minuten zu spät. László steigt als Erster ein, findet seinen gewohnten Platz neben dem Fenster, das sich seit Monaten nicht richtig schließen lässt. Die kalte Luft, die durch den Spalt hereinkommt, stört ihn nicht mehr; er hat sich daran gewöhnt wie an vieles andere in seinem Leben. Draußen zieht die Stadt vorbei, die grauen Fassaden der Wohnblöcke, die geschlossenen Läden, eine Frau mit Hund, die beide so aussehen, als hätten sie eine schlechte Nacht hinter sich. Dann kommt die ausgebrannte Fabrik, ein schwarzes Skelett aus Stahl und geborstenen Fenstern, das seit Jahren auf einem Grundstück steht, das niemandem zu gehören scheint. László schaut jedes Mal auf dieses Gebäude, obwohl er nicht weiß, was er darin sucht, vielleicht nur den Beweis, dass manche Dinge einfach so bleiben, wie sie sind. Hinter ihm haben zwei alte Männer ein Gespräch begonnen, das schnell zu einem Streit geworden ist, ob der Papst jemals mit dem Fahrrad gereist wäre, wenn er wirklich ein bescheidener Mensch sein wollte. László greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht eine flache Flasche heraus und trinkt einen kleinen Schluck, ruhig und unauffällig, wie jemand, der das schon so oft getan hat, dass es keine Geste mehr ist, sondern ein Reflex. Die Flasche verschwindet wieder in der Tasche, der Bus hält, neue Fahrgäste steigen ein, und die Welt dreht sich weiter, ohne Kommentar. In der Lagerhalle gibt es keine Kantine, also sitzen die Männer in der Mittagspause auf Europaletten und essen, was sie mitgebracht haben. László hat eine Wurstsemmel, die morgens noch akzeptabel war und jetzt trocken und ein bisschen traurig wirkt, aber er isst sie trotzdem, langsam und ohne Eile. Tibor, sein Kollege, der neben ihm sitzt, erzählt von einem Lottogewinn, nicht seinem eigenen, sondern dem eines Cousins dritten Grades aus Kecskemét, den Tibor selbst kaum kennt. „Fünfzigtausend Forint", sagt Tibor mit dem Ton eines Mannes, der von einer fernen und fremden Welt berichtet. László nickt und rechnet im Kopf, wie viele Arbeitsjahre er bräuchte, um sich etwas zu leisten, das keine Notwendigkeit ist, sondern ein Wunsch. Er kommt auf eine Zahl, die er sofort vergisst, und lacht kurz auf, ein Lachen, das wie ein Räuspern klingt und das Tibor mit einem schiefen Blick quittiert. Der Nachmittag vergeht in der üblichen Abfolge aus Kisten, Gabelstaplern und dem leisen Summen der Neonlampen, die nie ganz gleichmäßig brennen. Als László gegen halb sieben nach Hause kommt, ist die Treppe vor dem Plattenbau leer, und er setzt sich einfach hin, weil er keine Lust hat, sofort in die Wohnung zu gehen. Die Flasche stellt er neben sich auf die Betonstufe, nicht um zu trinken, sondern weil es sich richtig anfühlt, sie dort zu haben. Irgendwo über ihm, vielleicht im dritten Stock, spielt jemand Akkordeon, die Töne kommen durchs offene Fenster herunter und fallen auf die Straße wie Blätter, die niemand aufhebt. Die Melodie ist nicht ganz korrekt, ein paar Töne daneben, aber der Spieler hört nicht auf, und das hat etwas Respektables. János kommt nach einer Weile aus dem Hauseingang, die Hände in den Taschen, das Gesicht mit dem Ausdruck eines Mannes, der einen Grund gesucht hat, nach draußen zu gehen, und keinen gefunden hat. Er setzt sich neben László, ohne zu fragen, ohne zu grüßen, und schaut auf die Straße, die jetzt dunkel und still ist. László schaut auch auf die Straße. Oben spielt das Akkordeon weiter, immer noch ein bisschen falsch, immer noch voller Überzeugung. Nach einer Weile nimmt János die Flasche, trinkt, gibt sie zurück, und das alles geschieht so selbstverständlich, als hätten sie das hundertmal so gemacht. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János schließlich, und es klingt weder wie eine Frage noch wie eine Aufmunterung, sondern wie eine Feststellung über etwas, das beide schon wissen. László nickt und sagt nichts, weil nichts gesagt werden muss. Das Akkordeon spielt, die Straßenlaterne flackert einmal kurz, und dann ist alles wieder ruhig. Es ist kein guter Abend und kein schlechter Abend, es ist einfach ein Abend. Und morgen früh um Viertel vor sechs wird László wieder an der Haltestelle stehen, der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird mit ihrer Tüte um die Ecke biegen. Er weiß das, und das Wissen stört ihn nicht, weil es in diesem Wissen auch etwas gibt, das sich wie Boden unter den Füßen anfühlt. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, wenn die Stadt noch in jenem merkwürdigen Halbschlaf liegt, der weder Nacht noch Morgen ist, steht László an der Haltestelle und wartet auf etwas, das nie pünktlich kommt. Der Fahrplankasten hinter ihm zeigt 5:52 Uhr an, eine Zeit, die seit Monaten reine Fiktion ist, aber niemand hat die Mühe auf sich genommen, den Aufkleber abzuziehen. Der Regen fällt so fein, dass er kaum sichtbar ist, aber er sammelt sich auf Schultern und Ärmeln und kühlt langsam durch den Stoff, mit der geduldigen Hartnäckigkeit von allem, was man zunächst unterschätzt. László hat keine Kapuze mehr, eine Kleinigkeit, die ihn irgendwann aufgehört hat zu stören, wie so vieles im Laufe der Jahre aufgehört hat, ihn zu stören. Er schaut die Straße entlang, nicht aus Erwartung, sondern aus Gewohnheit, mit dem leeren Blick eines Menschen, der gelernt hat, die Abwesenheit von Veränderung als einen Zustand zu akzeptieren. Die Haltestelle kennt er mit einer Vertrautheit, die über bloße Gewohnheit hinausgeht: den abgeblätterten Stadtplan, die eingeritzte Jahreszahl 1987 im Beton, den Geruch von feuchtem Zement, der jeden Morgen derselbe ist. Dann hört er Schritte, das Rascheln von Plastiktüten, und er weiß, wer das ist, noch bevor er sich umdreht, weil manche Menschen sich durch ihre Geräusche ankündigen wie Wetterlagen durch den Barometerstand. Erzsébet ist 56 Jahre alt, wohnt im Stockwerk über ihm, und sie trägt die Ereignisse der vergangenen Nacht bereits auf der Zunge, als sie die Haltestelle noch gar nicht erreicht hat. „Du kannst dir nicht vorstellen, was dieser Mann gestern noch fertiggebracht hat", sagt sie, stellt die Tüte auf den nassen Boden und schaut László mit dem Blick an, der keine Antwort erwartet, sondern ein Publikum. János, so erfährt László in den nächsten Minuten, hat entschieden, dass die Wohnzimmerlampe flackert, und diese Entscheidung auf seine Art gelöst: indem er einfach die Glühbirne herausdrehte und im Dunkeln sitzen blieb. Drei Stunden, sagt Erzsébet, drei Stunden im Dunkeln, weil keine Ersatzbirne im Haus war und weil es János' Stolz nicht erlaubt, eine Bitte auszusprechen, die er als Niederlage empfinden würde. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt sie, und in diesem Satz liegt eine jahrzehntelange Ehegeschichte zusammengefaltet wie eine Landkarte, die man nicht mehr entfalten möchte. László hört zu, nickt an den richtigen Stellen, und weiß, dass das Zuhören eine Form von Freundlichkeit ist, die nichts kostet und Erzsébet offensichtlich etwas bedeutet. Dass ihn die Geschichte von János wenig bewegt, ist kein Mangel an Mitgefühl, sondern das Ergebnis eines stillen Übereinkommens, das zwischen Nachbarn in Plattenbauten häufig entsteht: Man teilt die Wartezone, aber nicht das Leben. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, breitet sich langsam durch den Nieselregen aus wie ein dunkelgelbes Gerücht, und ist dreizehn Minuten zu spät. László findet seinen Platz am Fenster, das sich nicht schließt, und er hat sich mit diesem Spalt so abgefunden wie mit einer Wetterlage, die man nicht beeinflussen kann und die man deshalb nicht länger als Zumutung betrachtet. Die Stadt zieht draußen vorbei, die bekannte Abfolge aus Wohnblöcken, Tankstellen, geschlossenen Kiosken, ein Stadtbild, das sich im Laufe der Jahre so wenig verändert hat, dass es wirkt wie eine Kulisse, die man einmal gebaut hat und seitdem stehen lässt. Dann kommt die ausgebrannte Fabrik, und László schaut hin, wie er es jeden Morgen tut, mit einer Aufmerksamkeit, die er selbst nicht erklären könnte, als enthielte das Gebäude eine Frage, auf die er noch keine Antwort gefunden hat. Die schwarzen Fensterhöhlen der Fabrik starren zurück, gleichgültig und beständig, und dann sind sie schon vorbei, überholt von der Bewegung des Busses, der sich um keine Betrachtung schert. Hinter László streiten zwei alte Männer mit der verbissenen Energie von jemandem, der in einem Argument die letzte Form von Selbstbestätigung gefunden hat, und der Gegenstand des Streits ist, ob der Papst mit dem Fahrrad nach Budapest gereist wäre, wenn seine Demut wirklich echt wäre. László greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht die flache Flasche heraus mit der beiläufigen Selbstverständlichkeit einer Geste, die längst aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und trinkt einen Schluck, während der Bus über eine holprige Stelle fährt. Niemand dreht sich um, und das ist genau das, was László an diesem Bus schätzt: die stumme Vereinbarung, einander in Ruhe zu lassen. Die Mittagspause verbringt er auf einer Europalette in der hinteren Ecke der Lagerhalle, wo das Neonlicht flackert und die Zugluft durch eine schlecht gedichtete Ladeluke zieht. Die Wurstsemmel, die er mitgebracht hat, ist morgens noch passabel gewesen, jetzt ist sie trocken und hat die Konsistenz von etwas, das seine beste Zeit eindeutig hinter sich hat, aber er isst sie trotzdem, weil Hunger keine ästhetischen Ansprüche stellt. Tibor, sein Kollege, setzt sich neben ihn mit dem Gesichtsausdruck eines Menschen, der eine Geschichte mit sich trägt, die er teilen möchte, ob man sie hören will oder nicht. Es geht um einen Lottogewinn, aber nicht Tibors eigenen, sondern den eines Cousins dritten Grades in Kecskemét, eine Verwandtschaft so weit entfernt, dass sie biologisch kaum noch messbar ist, aber finanziell offenbar dennoch bemerkenswert. László hört zu und kalkuliert dabei still im Kopf, wie viele Monate er arbeiten müsste, um sich etwas zu leisten, das kein Bedürfnis befriedigt, sondern einen Wunsch, und er stellt fest, dass er die Zahl nicht zu Ende denken will. Er lacht kurz auf, ein Laut, der irgendwo zwischen echtem Lachen und dem Geräusch liegt, das entsteht, wenn man sich räuspert, um einer Antwort zu entgehen. Der Nachmittag löst sich auf in Kisten, Lieferscheinen, dem gleichmäßigen Brummen der Deckenlampen, und László arbeitet mit der Präzision eines Menschen, der nicht nachdenken will und deshalb jeden Handgriff sehr genau ausführt. Als er gegen Abend die Betontreppe vor dem Plattenbau hinaufkommt, bleibt er auf der zweiten Stufe einfach stehen und setzt sich hin, ohne einen besonderen Grund dafür zu haben außer dem, dass die Wohnung ihn nicht ruft. Er stellt die Flasche neben sich auf die Stufe, nicht weil er trinken will, sondern weil es sich seltsam anfühlen würde, sie in der Tasche zu lassen, wenn er selbst draußen sitzt. Irgendwo über ihm, in einem der oberen Stockwerke, spielt jemand Akkordeon, und die Melodie fällt durch das offene Fenster auf die Straße, ein bisschen schief, ein paar Halbtöne daneben, aber mit einer Überzeugung gespielt, die jede Kritik überflüssig macht. László hört zu und denkt, dass es eine unterschätzte Qualität ist, etwas falsch zu tun und dabei vollständig überzeugt zu sein, weil diese Überzeugung das Falsche in etwas anderes verwandelt. Dann tritt János aus dem Hauseingang, mit dem Schritt eines Mannes, der keinen Grund hatte, nach draußen zu gehen, aber drinnen auch keinen Grund hatte zu bleiben. Er setzt sich neben László, ohne zu fragen, ohne zu grüßen, und schaut auf die Straße mit dem leeren, gleichmäßigen Blick von jemandem, dem die Straße schon seit Jahren keine Überraschungen mehr schuldet. Oben spielt das Akkordeon weiter, immer noch nicht ganz richtig, immer noch voller Überzeugung, und die Straßenlaterne wirft ihr gelbliches Licht auf den nassen Bürgersteig. Nach einer Weile, in der beide schweigen mit der Selbstverständlichkeit von Menschen, die kein Schweigen mehr erklären müssen, nimmt János die Flasche, trinkt und gibt sie zurück, eine Geste so unkompliziert und unhöflich und vertraut zugleich, dass László lächelt, ohne es zu merken. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János, und der Satz klingt weder nach Trost noch nach Ironie, sondern nach einer nüchternen Bestandsaufnahme, die beide schon kennen und die trotzdem etwas trägt. László nickt und schaut auf die Straße, auf der sich nichts bewegt außer dem Akkordeonklang, der durch die Luft zieht wie Rauch aus einem Schornstein, gleichgültig und trotzdem da. Es ist kein Abend, an dem etwas passiert ist, und es ist kein Abend, der in der Erinnerung bleiben wird, aber während er sitzt, fühlt László etwas, das er nicht benennen würde, weil Benennen es verändern würde. Morgen früh, um Viertel vor sechs, wird er wieder hier stehen, die Straße wird leer sein, der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird mit ihrer Tüte um die Ecke biegen und sofort anfangen zu reden. Er weiß das mit einer Gewissheit, die keine Hoffnung ist und keine Resignation, sondern einfach die ruhige Kenntnis des eigenen Lebens, die man irgendwann erwirbt, wenn man aufgehört hat, dagegen zu kämpfen. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Um Viertel vor sechs, in jener eigenartigen Zwischenstunde, in der die Nacht sich nicht verabschiedet hat und der Morgen noch keine Ansprüche stellt, steht László an der Haltestelle und übt, was er jeden Tag aufs Neue übt: das Warten ohne Erwartung. Der Fahrplankasten hinter ihm trägt eine Uhrzeit, die seit Monaten niemanden mehr täuscht, aber auch niemanden stört, weil in dieser Gegend die Differenz zwischen dem, was angeschrieben steht, und dem, was tatsächlich geschieht, längst als Normalzustand verinnerlicht worden ist. Der Regen, der in dieser Nacht begonnen hat, ist kein Regen im eigentlichen Sinne, sondern jene feinkörnige Schwebe, die sich in den Haaren niederschlägt, im Kragen sammelt und auf die Haut legt wie ein Kommentar, den man nicht angefordert hat und nicht abweisen kann. László hat keine Kapuze, seit er eine Jacke mit Kapuze irgendwo zurückgelassen hat, wann genau und wo weiß er nicht mehr, weil Dinge, die man verliert, ohne es zu bemerken, auch in der Erinnerung keinen Abdruck hinterlassen. Er schaut die Straße entlang mit jenem Blick, der nicht mehr sucht, sondern registriert, der Blick eines Menschen, der die Wiederholung so vollständig akzeptiert hat, dass Abweichung ihn überraschen würde wie ein Fehler in einer Rechnung, die er nie aufgestellt hat. Die Haltestelle selbst ist ihm in einer Weise vertraut, die über das Visuelle hinausgeht: der Geruch von nassem Beton und abgestandenem Zigarettenrauch, das leise Quietschen des Fahrplankastenrahmens im Wind, die eingeritzte Jahreszahl 1987, die jemand einmal für wichtig gehalten haben muss. Dann hört er das Geräusch, das Erzsébet immer ankündigt, bevor sie sichtbar wird: das rhythmische Schlagen schwerer Plastiktüten gegen Oberschenkel, das Knirschen ihrer Schuhe auf dem nassen Pflaster, die atemlose Vorfreude einer Frau, die eine Geschichte mit sich trägt wie eine Last, die gleichzeitig Gewicht und Erleichterung ist. Sie ist 56 Jahre alt, wohnt unmittelbar über ihm, und hat in den acht Jahren, in denen László im Plattenbau lebt, eine Verlässlichkeit bewiesen, die er insgeheim bewundert, auch wenn er das niemals aussprechen würde, weil das Aussprechen die Sache komplizierter machen würde, als sie sein muss. „Du glaubst es nicht", sagt sie, noch bevor sie ganz zum Stehen gekommen ist, und stellt die Tüte auf den Boden mit der Geste eines Menschen, der Ballast abwirft, um beide Hände für das Erzählen frei zu haben. János hat gestern Abend die Wohnzimmerlampe für defekt erklärt, auf der Grundlage eines Flackerns, das möglicherweise existiert hat und möglicherweise nicht, und hat die Glühbirne herausgedreht mit der Entschlossenheit eines Mannes, der ein Problem löst, indem er es unsichtbar macht. Drei Stunden saß er im Dunkeln, nicht weil keine Lösung denkbar gewesen wäre, sondern weil die einzig denkbare Lösung eine Bitte erfordert hätte, und Bitten ist für János eine Form der Kapitulation, die er sein Leben lang vermieden hat und die er auch jetzt, mit 58 Jahren und einem Sessel als Hauptbeschäftigung, nicht einzuüben gedenkt. „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt Erzsébet, und in diesem Satz steckt keine Grausamkeit, sondern die erschöpfte Würde einer Frau, die irgendwann aufgehört hat zu erklären, was sie erklärt hat, und begonnen hat, einfach zu beobachten. László hört zu mit einer Aufmerksamkeit, die ehrlicher ist, als sie aussieht, denn Erzsébet weiß, glaube er, dass er nicht wirklich zuhört, und er weiß, dass sie das weiß, und trotzdem reden sie jeden Morgen so miteinander, weil diese kleine Inszenierung gegenseitiger Anteilnahme beiden etwas gibt, das sie nicht benennen würden. Das Zuhören hat für László eine weitere Funktion, die er sich selbst gegenüber nicht eingesteht: Solange Erzsébet redet, muss er nicht in Stille versinken, und die Stille ist das, worin die Dinge auftauchen, über die er lieber nicht nachdenkt, der Brief auf dem Küchentisch, die Flasche, die sich zu schnell leert, das Gefühl, dass die Jahre vergehen wie Busfahrten auf einer Route, die irgendwo endet, aber nirgends ankommt. Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, materialisiert sich langsam aus dem Grau des Morgens wie eine Behauptung, die man nicht widerlegen kann, aber auch nicht glauben muss, und er ist vierzehn Minuten zu spät, was für diese Linie beinahe als Pünktlichkeit durchgehen könnte. László steigt ein, findet seinen angestammten Platz am Fenster, das sich nicht schließt, und empfängt den vertrauten kalten Luftzug mit der Gleichmut eines Menschen, der gelernt hat, zwischen Unbequemlichkeiten zu unterscheiden, die sich lohnen zu bekämpfen, und solchen, die man einfach trägt. Draußen zieht das Stadtbild vorbei, das er so gut kennt, dass er es mit geschlossenen Augen beschreiben könnte: die Plattenbauten, deren Fassaden die Farbe von etwas haben, das einmal Beige gewesen sein soll, die Tankstelle mit dem dauerhaft blinkenden Preisschild, der Kiosk, dessen Besitzer László noch nie bei Tageslicht gesehen hat. Dann kommt die Fabrik, und László schaut hin, wie er es jeden Morgen tut, mit jener hartnäckigen Aufmerksamkeit, die er sich selbst nicht erklären kann, als hätte das Gebäude vor Jahren etwas mit ihm vereinbart und warte nun darauf, dass er seinen Teil der Abmachung erfüllt. Die ausgebrannten Fensterhöhlen schauen zurück mit der Gleichgültigkeit von etwas, das jenseits von Verfall und Erneuerung angelangt ist, jenseits von Absicht, jenseits von allem, was László in Worte fassen könnte, und dann ist die Fabrik vorbei und der Bus fährt weiter, und der Moment löst sich auf wie alle Momente. Hinter ihm führen zwei alte Männer ein Gespräch, das längst die Form eines Streits angenommen hat, über die Frage, ob der Papst, wäre er wirklich so bescheiden, wie er behauptet zu sein, nicht längst auf dem Fahrrad nach Budapest gereist wäre, und László hört mit dem halben Ohr zu und denkt, dass theologische Fragen in Linienbussen eine Beständigkeit haben, die kathedralen Diskussionen fehlt. Er greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht die flache Flasche heraus mit einer Beiläufigkeit, die keine Heimlichkeit mehr ist, sondern die Selbstverständlichkeit einer Handlung, die so oft wiederholt wurde, dass sie jeden Charakter verloren hat und nun einfach da ist wie Atmen, und trinkt einen Schluck, während der Bus über eine Bodenwelle fährt und kurz schwankt. Niemand dreht sich um, was László nicht als Gleichgültigkeit interpretiert, sondern als die stille Solidarität von Menschen, die alle ihre eigenen Flaschen in ihren eigenen Jackentaschen tragen, metaphorisch oder anders. Die Mittagspause verbringt er auf einer Europalette in der hinteren Ecke der Lagerhalle, wo das Neonlicht eine Frequenz hat, die auf Dauer auf das Sehvermögen wirkt wie ein unaufhörlich zu leiser Ton auf die Nerven, und isst eine Wurstsemmel, die am Morgen noch als Frühstück durchgegangen wäre und jetzt eher als archäologischer Fund zu klassifizieren ist. Tibor, sein Kollege, setzt sich neben ihn mit der unaufhaltsamen Energie eines Menschen, dem eine Geschichte auf der Zunge brennt, und berichtet von einem Lottogewinn, der geografisch und genealogisch so weit von Tibor selbst entfernt ist, dass die Relevanz dieser Nachricht fast philosophischer Natur ist. László hört zu und vollzieht dabei still im Kopf eine Kalkulation, die er nicht zu Ende führen will, weil das Ende dieser Rechnung eine Zahl wäre, die er kennt und die er dennoch lieber nicht anschaut, so wie man bestimmte Spiegel in Wohnungen meidet, weil man weiß, was sie zeigen. Er lacht kurz auf, ein Laut, der zu komprimiert ist, um wirkliches Lachen zu sein, und Tibor schaut ihn an mit jenem Blick, den Menschen verwenden, wenn sie spüren, dass sie etwas nicht verstanden haben, aber nicht fragen wollen, weil die Antwort sie vielleicht mehr angeht, als ihnen lieb wäre. Der Nachmittag verfließt in der Mechanik der Arbeit, die László nicht schätzt, aber auch nicht verachtet, weil Arbeit, die man verachtet, einen aufreibt, während Arbeit, der man gleichgültig gegenübersteht, einen einfach durchlässt wie Wasser einen Kanal, ohne Spuren zu hinterlassen. Als er am Abend die Betontreppe des Plattenbaus erreicht, bleibt er auf der zweiten Stufe stehen, setzt sich hin, ohne nachzudenken, und stellt die Flasche neben sich auf den Stein, nicht aus Bedürfnis, sondern aus einer Art stiller Geselligkeit mit sich selbst, die er sich in acht Jahren Plattenbauleben angeeignet hat. Irgendwo im Gebäude, er kann nicht sagen, in welchem Stockwerk, spielt jemand Akkordeon, und die Töne fallen durch das offene Fenster auf die Straße wie Worte aus einem Gespräch, das man nicht versteht, aber dessen Stimmung man trotzdem erfasst. Die Melodie ist nicht ganz sauber, ein paar Töne verfehlen ihr Ziel um einen Halbton, aber der Spieler hört nicht auf und macht keine Pausen zum Zweifeln, und László denkt, dass diese Art von Überzeugung, die keine Rücksicht auf Perfektion nimmt, vielleicht die einzige Überzeugung ist, die im Alltag wirklich hält. János tritt aus dem Hauseingang mit dem unmotivierten Schritt eines Mannes, dem der Abend weder drinnen noch draußen etwas schuldet und der sich deshalb für das Draußen entschieden hat, weil es dort wenigstens nicht flackert. Er setzt sich neben László, ohne Ankündigung, ohne Begrüßung, mit der selbstverständlichen Grenzüberschreitung von jemandem, dem Förmlichkeit zwischen Nachbarn schon seit Jahren überflüssig erscheint, und beide schauen auf die Straße, auf der der Abend sich ausbreitet wie ein Gedanke, über den man lieber nicht zu Ende nachdenkt. Das Schweigen zwischen ihnen ist nicht leer, es ist gefüllt mit allem, was weder gesagt werden muss noch gesagt werden sollte, mit der gemeinsamen Kenntnis dieser Treppe, dieses Gebäudes, dieser Straße, dieses Lebens, das keiner von beiden gewählt hat und das beide trotzdem führen mit einer Beharrlichkeit, die man für Resignation halten könnte, wenn man nicht genau hinsähe. Nach einer Weile, die keine bestimmte Länge hat, weil keiner von beiden auf die Uhr schaut, nimmt János die Flasche, trinkt, gibt sie zurück, und diese Geste ist so unkompliziert und so vollständig frei von Kommentar, dass sie das Reinste ist, was an diesem Abend geschieht. „Morgen ist auch ein Tag", sagt János, und der Satz klingt in seinem Mund nicht nach Vertröstung und nicht nach Ironie, sondern nach dem, was er ist: eine schlichte Feststellung über die Struktur der Zeit, die beide kennen und die, ausgesprochen, dennoch etwas ändert, weil Sprache das tut, auch wenn sie nichts Neues sagt. László nickt, und das Akkordeon spielt weiter, immer noch nicht ganz richtig, und die Straßenlaterne taucht den nassen Bürgersteig in sein gelbliches Licht, und irgendwo in der Ferne fährt ein Bus, der pünktlich ist oder nicht, weil es jetzt keine Rolle mehr spielt. Es ist ein Abend wie dieser Abend, nicht mehr und nicht weniger, und während László auf der Betonstufe sitzt und dem falschen Akkordeon lauscht, spürt er etwas, das er sorgfältig unbenennt lässt, weil er weiß, dass manche Dinge aufhören zu existieren, sobald man ihnen einen Namen gibt. Morgen früh um Viertel vor sechs wird er wieder hier stehen, im Nieselregen, ohne Kapuze, und der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird um die Ecke biegen und anfangen zu reden. Er wird dann zuhören, und das alles wird genau so sein wie heute, und trotzdem wird es nicht dasselbe sein, weil man in denselben Fluss nicht zweimal steigt, auch wenn der Fluss das nicht weiß und es ihm gleichgültig wäre. == 80 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Márta steckt den Schlüssel ins Schloss. Die Tür geht auf. Im Flur ist es still. An der Garderobe hängen sieben Kleiderbügel. Sie sind alle leer. Gábor tritt hinter ihr ein. Er sagt nichts. Er bleibt stehen und schaut sich um. Das Telefon steht noch auf dem Sekretär. Es klingelt nicht. Márta atmet einmal tief durch. Sie kennt diese Wohnung seit dreißig Jahren. Aber heute fühlt sie sich fremd an. Gábor geht in die Küche. Márta folgt ihm. Sie öffnen die Schublade unter dem Herd. Die Schublade klemmt, wie immer. Gábor zieht fester. Endlich geht sie auf. Darin liegen drei Packungen Paprika. Das Verfallsdatum ist schon lange vorbei. Gábor nimmt ein Glas heraus. Auf dem Etikett steht in der Handschrift der Mutter: „Gurken 2011". Márta sagt: „Das ist noch gut." Gábor schaut sie an. Er fragt: „Bist du verrückt?" Márta zuckt mit den Schultern. Sie schweigen eine Weile. Dann öffnet Gábor das Glas. Sie essen die Gurken auf. Sie schmecken nach fast nichts. Aber sie essen trotzdem alles. Im Schlafzimmer ist das Bett schon weg. Auf dem Boden liegt ein Karton. Márta kniet sich hin und öffnet ihn. Darin sind alte Briefe. Sie sind in einem Band zusammengebunden. Márta nimmt einen heraus. Sie liest laut vor: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt: „Wer ist Béla?" Márta weiß es nicht. Niemand weiß es. Der Vater war nie dabei gewesen. Gábor zündet sich eine Zigarette an. Er raucht sie im Zimmer, obwohl das nicht erlaubt ist. Márta sagt nichts dazu. Am letzten Abend sind die Möbel alle weg. Die Wohnung ist leer. Auf dem Parkett liegen noch helle Flecken. Dort hingen früher die Bilder. Dreißig Jahre lang. Márta setzt sich auf den Boden. Gábor setzt sich neben sie. Sie trinken Tee aus zwei verschiedenen Tassen. Die Tassen passen nicht zusammen. Das war schon immer so. Gábor sagt: „Eigentlich war sie nie glücklich." Márta denkt kurz nach. Dann sagt sie: „Doch. Aber nicht hier." Gábor nickt langsam. Er sagt nichts mehr. Sie schließen die Tür ab. Sie gehen die Treppe hinunter. Im Hof blüht die Linde. Es riecht gut. Am Kiosk kaufen sie ein Bier. Sie teilen es sich. Keiner spricht mehr über die Mutter. Sie müssen es auch nicht. Sie gehen gemeinsam die Straße entlang. Das ist kein Abschied. Es ist ein Weitergehen. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Márta steckt den Schlüssel ins Schloss und drückt die Tür auf. Im Flur riecht es nach altem Teppich und nach etwas, das sie nicht benennen kann. An der Garderobe hängen sieben Kleiderbügel, aber keine einzige Jacke. Gábor kommt hinter ihr herein und stellt seine Tasche ab. Er schaut sich um, als ob er die Wohnung zum ersten Mal sieht. Das Telefon steht noch auf dem kleinen Sekretär neben der Tür. Es ist angeschlossen, aber es klingelt nicht. Márta legt ihre Hand kurz auf den Hörer und nimmt sie dann wieder weg. In der Küche klemmt die Schublade, wie sie immer geklemmt hat. Gábor zieht zweimal, dann gibt sie nach. Dahinter liegen drei Packungen Paprika, alle abgelaufen, und ganz hinten steht ein Glas mit Gurken. Auf dem Etikett steht in der Handschrift der Mutter das Wort „Gurken" und die Jahreszahl 2011. Márta sagt, das Glas sei sicher noch gut. Gábor fragt sie, ob sie das ernst meint. Sie zuckt mit den Schultern und sagt nichts weiter. Nach einer kurzen Pause öffnet Gábor das Glas, und sie essen die Gurken mit den Fingern. Die Gurken schmecken nach fast nichts, aber sie essen das ganze Glas leer. Das Bett im Schlafzimmer ist schon abgeholt worden, und der Raum wirkt dadurch viel größer. Unter dem Fenster steht ein alter Karton, den Márta noch nicht gesehen hat. Sie öffnet ihn und findet darin ein Bündel Briefe, die mit einem roten Band zusammengebunden sind. Sie nimmt den obersten Brief heraus und liest einen Satz laut vor: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla war. Márta weiß es nicht, und auch Gábor weiß es nicht. Der Vater ihrer Mutter hatte nie eine Rolle in ihrem Leben gespielt. Gábor zündet sich eine Zigarette an und raucht sie mitten im Zimmer. Márta sieht es, aber sie sagt nichts dazu. Am Abend sind alle Möbel weg, und die Wände haben helle Flecken, wo die Bilder früher hingen. Márta setzt sich auf das nackte Parkett, und Gábor setzt sich neben sie. Sie haben noch zwei Tassen gefunden, die nicht zusammenpassen, und machen dünnen Tee. Der Tee ist nicht heiß genug, aber das stört sie nicht. Gábor sagt nach einer Weile, dass ihre Mutter eigentlich nie wirklich glücklich gewesen sei. Márta denkt kurz darüber nach, bevor sie antwortet. Sie sagt, die Mutter sei schon glücklich gewesen, aber eben nicht hier. Gábor nickt, trinkt seinen Tee und schaut auf die leere Wand. Sie stehen auf, schalten das Licht aus und schließen die Wohnung ab. Die Treppe knarrt auf der dritten Stufe, wie sie es immer getan hat. Im Hof blüht die Linde, und der Duft ist stärker als erwartet. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier und teilen sie sich auf der Straße. Keiner von beiden sagt etwas über die Mutter, und das ist auch gut so. Sie gehen nebeneinander die Straße entlang, ohne zu wissen, wohin genau. Das hier ist kein Abschied von der Mutter. Es ist der Anfang vom Weitergehen. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss steckt, fällt ihr auf, dass noch das alte Etikett des Schlüsseldienstes daran hängt, mit einer Telefonnummer, die es längst nicht mehr gibt. Die Tür öffnet sich schwerer als früher, oder vielleicht bildet sie sich das nur ein. Im Flur hängt die Garderobe mit sieben leeren Kleiderbügeln, und Márta fragt sich kurz, warum ihre Mutter überhaupt sieben Kleiderbügel gebraucht hatte. Gábor kommt hinter ihr herein, stellt seine Reisetasche auf den Boden und schaut sich um, ohne etwas zu sagen. Er ist seit zehn Jahren nicht mehr hier gewesen, und Márta sieht ihm an, dass er die Wohnung kleiner in Erinnerung hatte. Das Telefon auf dem Sekretär ist noch angeschlossen, und für einen Moment erwartet Márta, dass es klingelt. Es klingelt nicht. In der Küche öffnen sie zuerst die Vorratsschublade unter dem Herd, weil man irgendwo anfangen muss. Die Schublade klemmt, wie sie seit zwanzig Jahren klemmt, und Gábor flucht leise, bevor er fester zieht. Hinter abgelaufenen Gewürzpackungen und einem angebrochenen Päckchen Zucker findet er ein Einmachglas, auf dessen Etikett die Mutter in ihrer kleinen, gleichmäßigen Handschrift „Gurken – August 2011" geschrieben hat. Márta sagt, das Glas könne noch gut sein, und Gábor fragt sie, ob sie im Ernst rede. Sie antwortet nicht direkt, nimmt das Glas aus seiner Hand und dreht den Deckel auf. Die Gurken riechen nach Essig und nach einer Küche, die es so nicht mehr gibt. Sie schmecken nach wenig, aber sie essen das Glas gemeinsam leer, stehend, ohne Teller, weil der Rest schon eingepackt ist. Das Schlafzimmer wirkt größer, seit das Bett abgeholt wurde, und die Stille dort ist eine andere als im Rest der Wohnung. Unter dem Fensterbrett entdeckt Márta einen Karton, den sie beim ersten Durchgang übersehen hat, und als sie ihn öffnet, findet sie ein Bündel Briefe, die mit einem roten Band zusammengebunden sind. Die Handschrift auf den Umschlägen gehört nicht ihrer Mutter. Márta zieht den obersten Brief heraus und liest einen einzigen Satz vor, weil mehr braucht es nicht: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta schüttelt den Kopf, weil sie keine Antwort hat. Ihr Vater war immer eine Randnotiz im Leben ihrer Mutter geblieben, jemand, über den man nicht sprach und den man auch nicht vermisste. Gábor zieht sein Feuerzeug heraus und zündet sich eine Zigarette an, mitten im Zimmer, obwohl sie beide wissen, dass man hier drinnen nicht rauchen darf. Márta sieht es und sagt nichts. Am letzten Abend, nachdem der Möbelwagen längst weg ist, sitzen sie auf dem nackten Parkett und trinken dünnen Tee aus zwei Tassen, die nie zusammengepasst haben und die deshalb wohl als einzige übrig geblieben sind. Die Wände sind voll von hellen Rechtecken, an den Stellen, wo dreißig Jahre lang Bilder gehangen haben. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei eigentlich nie wirklich glücklich gewesen, und er sagt es so, als hätte er diesen Satz lange mit sich getragen. Márta antwortet erst nach einer Weile, weil sie die Frage nicht so einfach findet, wie er sie stellt. Sie sagt, ihre Mutter sei glücklich gewesen, nur eben nicht in dieser Wohnung, nicht in dieser Stadt, und vielleicht auch nicht in diesem Leben, das aus lauter kleinen Kompromissen bestanden hatte. Gábor nickt und trinkt seinen Tee, und keiner von beiden sagt danach noch etwas. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür ab und gehen die Treppe hinunter, die auf der dritten Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat. Im Hof blüht die Linde, und der Geruch trifft Márta unvermittelt, weil er nach Sommer und nach Kindheit riecht und nach allem, was man nicht festhalten kann. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier, teilen sie sich auf der Straße und reden über nichts Besonderes. Irgendwann gehen sie los, nebeneinander, ohne einen festen Plan. Es gibt keinen richtigen Abschied, keinen Moment, an dem man sagen könnte, dass es jetzt vorbei ist. Man geht einfach weiter, und das ist alles, was es dazu zu sagen gibt. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss steckt und die Tür mit der ihr vertrauten Gegenbewegung aufdrückt, fällt ihr auf, dass sie diese Handgriffe seit drei Jahren jede Woche vollzogen hat, ohne je darüber nachzudenken, und dass sie es jetzt zum letzten Mal tut. Im Flur empfängt sie der Geruch, den sie nie beschreiben konnte und für den es wahrscheinlich kein Wort gibt: etwas zwischen altem Teppich, Lavendelsäckchen und der spezifischen Stille von Räumen, in denen sich lange Zeit dasselbe Leben abgespielt hat. An der Garderobe hängen sieben gleichförmige Plastikbügel, obwohl ihre Mutter, soweit Márta sich erinnern kann, nicht mehr als drei Jacken besessen hatte. Gábor tritt hinter ihr ein, stellt seine Tasche auf den Boden mit einer Behutsamkeit, die nicht zu ihm passt, und schaut sich um, als müsse er die Wohnung erst mit dem Bild in Einklang bringen, das er zehn Jahre lang in Berlin mit sich getragen hat. Das Telefon auf dem Sekretär ist noch angeschlossen, und Márta bemerkt, dass der Hörer exakt so liegt, wie ihre Mutter ihn immer hingelegt hatte: leicht schräg, mit dem Kabel nach links. Es klingelt nicht, und trotzdem wartet Márta einen Moment, bevor sie weitermacht. Die Küche hat die Eigenheit, dass die Schublade unter dem Herd sich nur mit einem bestimmten Ruck öffnen lässt, den man kennen muss, und Gábor, der ihn nicht kennt, zieht zweimal zu gerade, bevor Márta wortlos eingreift und die Schublade aufzieht. Dahinter türmen sich abgelaufene Gewürzpäckchen, eine angebrochene Packung Instantkaffee aus dem Jahr, in dem Márta ihren ersten festen Job angefangen hatte. Ganz hinten, hinter allem, steht ein Einmachglas, auf dessen handgeschriebenem Etikett in der kleinen, sorgfältigen Schrift ihrer Mutter zu lesen ist: „Gurken – August 2011". Márta sagt, es sei möglicherweise noch gut, und Gábor dreht sich zu ihr um und schaut sie so an, wie er sie anschaut, wenn er nicht streiten will, aber auch nicht zustimmen kann. Ohne weitere Diskussion nimmt sie ihm das Glas aus der Hand, dreht den Deckel auf – der Sog macht das vertraute Geräusch – und riecht kurz hinein, nicht weil sie es wissen muss, sondern weil sie Zeit braucht. Die Gurken schmecken nach gedämpftem Essig und nach einer Köchin, die nicht mehr kocht, und sie essen das ganze Glas stehend auf, ohne Teller, weil die Teller schon eingepackt sind und weil es so irgendwie richtiger wirkt. Das Schlafzimmer hat sich verändert, seit das Bett abgeholt wurde. Nicht nur der Raum ist größer geworden, sondern auch die Stille hat eine andere Qualität angenommen, als hätte das Bett die ganzen Jahre einen bestimmten Klang geschluckt, der jetzt nirgends mehr hingehört. Márta entdeckt den Karton unter dem Fensterbrett erst beim zweiten Durchgang, und als sie ihn öffnet, findet sie darin ein Bündel Briefe. Diese Briefe hatte jemand mit einem ausgeblichenen roten Band zusammengebunden hat, das sich beim Aufknoten als fragiler erweist, als es aussieht. Die Handschrift auf den Umschlägen ist nicht die ihrer Mutter, sondern eine fremde, leicht nach links geneigte, die Márta noch nie gesehen hat. Sie zieht den obersten Brief aus dem Umschlag und liest nicht mehr als einen Satz vor, weil dieser eine Satz ausreicht: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta legt den Brief zurück, weil es auf diese Frage keine Antwort gibt, die sich an einem Nachmittag wie diesem noch aufspüren ließe. Ihr Vater war immer eine Auslassung gewesen, eine Stelle im Familiennarrativ, über die man hinweglas, weil das Drumherum verständlich genug war. Vielleicht gehörte Béla zu denselben verschwiegenen Schichten der Biografie ihrer Mutter. Gábor zieht sein Feuerzeug heraus und raucht eine Zigarette mitten im Zimmer. Márta, die das sieht, entscheidet sich dagegen, etwas zu sagen, weil manche Verbote mit dem Menschen enden, der sie aufgestellt hat. Am Abend, nachdem der letzte Möbeltransport abgefahren ist und die Wohnung nur noch aus Wänden, Licht und dem Geruch nach Vergangenheit besteht, setzen sie sich auf das nackte Parkett und trinken Tee aus zwei Tassen, die nie ein Paar gewesen waren und die deshalb wohl als einzige den Auswahlprozess überlebt hatten. Die Wände zeigen die Geschichte des Raumes in Negativform: helle Rechtecke dort, wo dreißig Jahre lang Bilder gehangen hatten, und man kann die einstige Ordnung der Einrichtung aus diesen Umrissen herauslesen wie eine Schrift, die aufgehört hat, etwas bedeuten zu wollen. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei im Grunde nie wirklich glücklich gewesen, und er sagt es nicht als Vorwurf, sondern mit der sachlichen Traurigkeit von jemandem, der eine Diagnose ausspricht, für die er selbst lange kein Wort hatte. Márta dreht die Tasse in den Händen, bevor sie antwortet, weil sie das, was sie denkt, nicht unüberlegt sagen will: dass Glück kein Zustand ist, in dem man jemanden vorfindet, sondern etwas, das in bestimmten Momenten auftaucht und dann wieder verschwindet, und dass ihre Mutter solche Momente gehabt hat, nur eben nicht hier, nicht in diesen Zimmern, nicht in dem Leben, das diese Wohnung umrissen hatte wie ein zu kleiner Rahmen um ein zu großes Bild. Gábor hört zu und nickt, und dann sagt keiner der beiden mehr etwas, und das ist keine Verlegenheit, sondern die ruhige Form von Einverständnis, zu der Geschwister manchmal erst nach dem Tod ihrer Eltern finden. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür mit einem Geräusch ab, das endgültiger klingt als die tausend Male zuvor, und gehen die Treppe hinunter, auf der die dritte Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat und wie sie es weiter tun wird, wenn hier längst jemand anderes wohnt. Im Hof blüht die Linde in einem Stadium, das man bei Tage wahrscheinlich nicht so unmittelbar wahrnehmen würde, und Márta bleibt einen Moment stehen, nicht um sich zu verabschieden, sondern weil der Geruch sie überrumpelt hat. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier, teilen sie sich auf dem Gehweg und reden über etwas Unerhebliches, dessen Inhalt keiner von beiden später noch wird benennen können. Dann gehen sie los, in eine Richtung, die keiner von beiden ausdrücklich gewählt hat, und Márta merkt, dass das Gefühl, das sie erwartet hatte – das schwere, endgültige, das einen zu Boden drückt – ausgeblieben ist und dass an seiner Stelle etwas steht, das sich nicht so unähnlich anfühlt wie Weitermachen. Es gibt keinen Moment, an dem der Abschied vollständig ist, keine Schwelle, nach deren Überschreiten man sagen könnte, dass es jetzt vorbei ist; man geht einfach irgendwann, und das Gehen selbst ist das Einzige, was man tun kann. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss führt und die Tür mit dem ihr seit Jahrzehnten vertrauten, leicht widerstrebenden Nachgeben aufdrückt, überkommt sie der absurde Gedanke, dass sie diese Bewegung in den letzten drei Jahren so oft vollzogen hat, dass ihre Muskeln sie kennen, auch wenn der Kopf gerade nicht dabei ist. Sie tut es nun trotzdem zum letzten Mal, mit einem Bewusstsein, das sich anfühlt wie ein zu hell eingestelltes Licht. Im Flur empfängt sie ein Geruch, dem sie noch nie einen Namen gegeben hat und dem sie jetzt, da er zum letzten Mal auf sie trifft, vergeblich nach Sprache sucht. Es ist etwas, das aus dem Übereinanderlegen von Jahrzehnten besteht, aus Lavendel und altem Stoff und der spezifischen Wärme von Räumen, in denen ein Mensch lange gelebt hat, ohne dass dieser Mensch noch da wäre. Die sieben Kleiderbügel an der Garderobe hängen in gleichförmigen Abständen, als hätte die Mutter sie absichtlich so geordnet hinterlassen. Márta weiß genau, dass ihre Mutter nie mehr als drei Jacken besessen hatte und die Bügel deshalb schon seit Jahren leer gewesen sein müssen, ohne dass irgendjemand sie entfernt hätte. Gábor tritt hinter ihr ein und stellt seine Tasche mit einer Behutsamkeit ab, die ihn verrät. Er, der seit zehn Jahren in Berlin lebt, als hätte er diese Stadt abgestreift wie ein zu enges Kleidungsstück, hat die Wohnung kleiner in Erinnerung gehabt, und die Wirklichkeit, die ihm jetzt entgegensteht, erfordert offenbar einen Moment der stillen Neukalibrierung. Das Telefon auf dem Sekretär liegt noch in seiner angestammten Schräglage, das Kabel nach links gedreht, der Hörer genau so, wie die Mutter ihn abgelegt hatte. Márta legt ihre Hand einen Augenblick darauf, weil sie nicht weiß, was sie sonst mit ihr anfangen soll. Es klingelt nicht. Und doch wartet sie. Die Schublade unter dem Herd hat seit zwanzig Jahren eine eigene Logik: Man muss sie leicht anheben, während man zieht, und wer das nicht weiß, zieht zweimal umsonst, so wie Gábor es jetzt tut. Dann greift Márta wortlos ein und zieht die Schublade mit dem richtigen Handgriff auf, als ob sie damit unwillkürlich unter Beweis stellte, was sie nie als Privileg empfunden hatte – dass sie die war, die geblieben ist und deshalb weiß, wie die Dinge hier funktionieren. Was die Schublade preisgibt, ist ein archäologischer Querschnitt durch die Vorratshaltung einer Frau, die nie wegwarf, was noch brauchbar sein könnte. Darin liegen abgelaufener Paprika in drei Varianten, eine angebrochene Packung Instantkaffee aus dem Jahr, in dem Márta ihre erste Stelle angetreten hatte, und ganz hinten, hinter allem, ein Einmachglas, dessen handgeschriebenes Etikett in der kleinen, präzisen Schrift der Mutter die Aufschrift trägt: „Gurken – August 2011". Márta sagt, es sei möglicherweise noch gut, nicht weil sie das wirklich glaubt. Sie sagt es, weil sie die Alternative – das Wegwerfen, das Entscheiden, dass die Arbeit ihrer Mutter nicht mehr zählt – in diesem Moment nicht erträgt. Gábor dreht sich zu ihr um mit dem Gesichtsausdruck, den er aufsetzt, wenn er nicht streiten will, aber auch nicht der Meinung ist, dass man einer solchen Position ernsthaft zustimmen könnte. Dann nimmt Márta das Glas, dreht den Deckel auf – der vertraute Sog, das kleine Geräusch des nachgebenden Vakuums –, riecht hinein und hält dem Glas länger als nötig die Nase hin, weil es Zeit kostet, das Richtige zu fühlen. Die Gurken schmecken nach Essig und nach etwas, das sich dem Schmecken entzieht. Sie essen das ganze Glas stehend leer, ohne Teller, mit den Fingern, und keiner sagt etwas über den Geschmack, weil es nicht um den Geschmack geht. Das Schlafzimmer hat sich durch das Fehlen des Bettes in einen Raum verwandelt, der sich selbst nicht mehr kennt. Die Proportionen stimmen nicht mehr, die Stille hat eine andere Beschaffenheit angenommen, und die Helligkeit, die durch das unverdeckte Fenster fällt, liegt auf einem Fußboden, der seit Jahrzehnten nicht im Licht gestanden hatte. Den Karton unter dem Fensterbrett hatte Márta beim ersten Durchgang übersehen. Als sie ihn jetzt öffnet, findet sie darin ein Bündel Briefe, deren ausgeblichenes rotes Band beim Aufknoten auseinanderfällt, als hätte es nur auf diesen einen letzten Anlass gewartet, um sich aufzulösen. Die Handschrift auf den Umschlägen ist eine fremde, leicht linksgeneigte, mit einem eigentümlichen Schwung bei den Großbuchstaben. Márta sucht in ihr vergeblich nach etwas Vertrautem, das ihr helfen könnte, einzuordnen, woher diese Briefe stammen und an welchem Punkt ihrer Mutter Leben sie hineingehört haben. Sie liest laut vor, nicht den ganzen Brief, sondern nur den ersten Satz. Der erste Satz enthält schon alles: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta legt den Brief zurück mit der Sorgfalt, mit der man Dinge behandelt, die man nicht versteht und deshalb nicht beschädigen will. Es gibt auf diese Frage keine Antwort, die sich an einem Nachmittag wie diesem noch herbeischaffen ließe und die nicht durch das bloße Suchen verfälscht würde. Ihr Vater war immer eine Stelle im Familiengefüge gewesen, über die man hinging wie über eine morsche Diele – nicht weil man sie nicht bemerkte, sondern weil man sich daran gewöhnt hatte, ihr auszuweichen. Vielleicht gehörte Béla zur selben Schicht des verschwiegenen Lebens, das ihre Mutter unter dem sichtbaren gelebt hatte. Gábor zündet sich eine Zigarette an und raucht sie mitten im Zimmer. Márta sieht es und entscheidet sich nicht dagegen einzuschreiten, weil sie spürt, dass manche Verbote mit dem Menschen enden, der sie formuliert hat, und dass es keine Pietät ist, sie über diesen Menschen hinaus aufrechtzuerhalten. Am Abend, nachdem der Möbelwagen längst abgefahren ist und die Wohnung nichts mehr enthält als Wände, Luft, Licht und den Geruch nach einem Leben, das noch nicht ganz verflüchtigt ist, setzen sie sich auf das nackte Parkett. Sie trinken Tee aus zwei Tassen, die nicht zusammengehören und die aus genau diesem Grund als einzige den Auswahlprozess überlebt haben – weil sie zu uneinheitlich waren, um in irgendjemandes Haushalt einen sinnvollen Platz einzunehmen, außer in diesem hier. Die Wände erzählen in Negativform die Geschichte dessen, was einmal hier hing. Helle Rechtecke unterschiedlicher Größe liegen an Stellen, wo dreißig Jahre lang Bilder dem Licht entzogen hatten, was darunter lag, und Márta liest in diesen Umrissen wie in einer Karte einer Wohnung, die nicht mehr existiert und trotzdem noch vollständig da ist. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei eigentlich nie wirklich glücklich gewesen. Er sagt es in dem Ton, in dem man eine Erkenntnis ausspricht, die man lange mit sich getragen hat, ohne ihr den richtigen Ort zu finden, und die man jetzt hier ablegt, weil dieser Raum der einzige ist, der sie aufnehmen kann. Márta dreht die Tasse zwischen den Händen und denkt nach, nicht weil die Antwort schwierig wäre, sondern weil die Frage ungenau ist und sie ihr nicht die falsche Antwort geben will. Glück, sagt sie schließlich, sei kein Zustand, in dem man jemanden vorfindet oder nicht vorfindet, sondern etwas, das in bestimmten Momenten auftaucht, ungebeten und flüchtig, und ihre Mutter habe solche Momente gehabt, nur eben nicht hier, nicht in diesen Zimmern, nicht in dem Leben, das diese Wohnung wie ein zu kleiner Rahmen um ein zu großes Bild umfasst hatte. Gábor hört zu und nickt, und danach sagen beide nichts mehr, nicht aus Verlegenheit. Sie sind an einem Punkt angelangt, an dem Geschwister manchmal erst nach dem Tod ihrer Eltern ankommen: der ruhigen, fast schwerelosen Form von Einverständnis, die keine Worte braucht und die vielleicht die einzige Art von Versöhnung ist, die das Leben wirklich anbietet. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür ab – das Geräusch des einschnappenden Schlosses klingt dieses Mal anders, endgültiger, obwohl es dasselbe Schloss ist und dieselbe Mechanik. Dann gehen sie die Treppe hinunter, auf der die dritte Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat und wie sie es weiterhin tun wird, wenn hier längst ein anderes Leben stattfindet und von dieser hier keine Spur mehr zu finden ist. Im Hof steht die Linde in voller Blüte, und der Geruch trifft Márta mit einer Unvermitteltheit, die sich nicht ankündigt. Er riecht nach Sommer und nach Kindheit und nach allem, was man nicht festhalten kann, weil es zur Bedingung seiner Wirkung gehört, dass es einem entgleitet. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier und teilen sie sich auf dem Gehweg. Das Gespräch, das sie dabei führen, handelt von nichts Besonderem – von irgendetwas, das keiner von beiden später benennen können wird, und das vielleicht gerade deshalb das Richtige ist. Dann gehen sie los, nebeneinander, in eine Richtung, die keiner von beiden ausdrücklich gewählt hat. Márta bemerkt, dass das Gefühl, auf das sie sich insgeheim vorbereitet hatte – das schwere, abschließende, das einen auf den Boden drückt und festhält –, nicht gekommen ist und dass an seiner Stelle etwas steht, das sich, wenn man ehrlich ist, nicht so sehr vom Weitermachen unterscheidet wie vom Anfangen. Es gibt keine Schwelle, nach deren Überschreiten man sagen könnte, dass der Abschied vollzogen ist. Man geht, und das Gehen ist nicht das Ende von etwas, sondern der einzige Aggregatzustand, in dem das Leben sich fortsetzt – leise, unspektakulär und ohne Anlass zur Klage. ix6qn0beuldtx8vpulpglsekhh4j9lh 1085351 1085349 2026-05-10T14:21:02Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 /* 79 - hashed */ 1085351 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 4 b - ungarisch deutsch == 71 == 1 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül. - Anders sitzt am Küchentisch. :2. A csésze előtte hideg. - Die Tasse vor ihm ist kalt. :3. Nem iszik. - Er trinkt nicht. :4. Csak ül ott. - Er sitzt nur da. :5. Odakint esik az eső. - Draußen regnet es. :6. Az eső oldalról jön. - Der Regen kommt von der Seite. :7. Az ablak régi és vékony. - Das Fenster ist alt und dünn. :8. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :9. A víz egy vödörbe hullik. - Das Wasser fällt in einen Eimer. :10. Plink. - Plink. :11. Plink. - Plink. :12. Plink. - Plink. :13. Anders hallgatja. - Anders hört zu. :14. Nem számolja a cseppeket. - Er zählt die Tropfen nicht. :15. Egyszerűen csak hallgatja. - Er hört einfach zu. :16. A ház régen templom volt. - Das Haus war früher eine Kirche. :17. Egy kis fatemplom a fjordnál. - Eine kleine Holzkirche am Fjord. :18. Anders két éve örökölte. - Anders hat sie vor zwei Jahren geerbt. :19. A tető nem jó. - Das Dach ist nicht gut. :20. Amikor esik, bejön a víz. - Wenn es regnet, kommt Wasser rein. :21. A vödör mindig ugyanazon a helyen áll. - Der Eimer steht immer an derselben Stelle. :22. A keresztelőkút most mosogató. - Das Taufbecken ist jetzt ein Spülbecken. :23. Anders ezt normálisnak találja. - Anders findet das normal. :24. Csónakmotorokat javít. - Er repariert Bootsmotoren. :25. A szomszédok elhozzák a csónakjaikat. - Die Nachbarn bringen ihre Boote. :26. Néha kávéval fizetnek. - Manchmal bezahlen sie mit Kaffee. :27. Néha nem mondanak semmit. - Manchmal sagen sie nichts. :28. Az is jó. - Das ist auch gut. :29. Az ajtó kinyílik. - Die Tür geht auf. :30. Lars bejön. - Lars kommt herein. :31. Nem kopog. - Er klopft nicht. :32. Ezt soha nem teszi. - Das macht er nie. :33. Lars 68 éves. - Lars ist 68 Jahre alt. :34. Ő az egyetlen szomszéd. - Er ist der einzige Nachbar. :35. Leül a régi padra. - Er setzt sich auf die alte Bank. :36. Egy csomag dohányt tesz az asztalra. - Er legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch. :37. Nem mondanak semmit. - Sie sagen nichts. :38. Az óra ketyeg. - Die Uhr tickt. :39. Az eső veri az ablakot. - Der Regen schlägt gegen das Fenster. :40. Egy idő után Lars megszólal. - Nach einer Weile spricht Lars. :41. „Björn kuttere megint működik.” - „Der Kutter von Björn läuft wieder.” :42. Anders bólint. - Anders nickt. :43. Ez elég. - Das ist genug. :44. Lars feláll. - Lars steht auf. :45. Az ajtóhoz megy. - Er geht zur Tür. :46. Az ajtó becsapódik. - Die Tür fällt zu. :47. A dohány még az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :48. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte. :49. Ma érkezett a komppal. - Sie ist heute mit der Fähre gekommen. :50. A kép Oslo kikötőjét mutatja. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. :51. A színek túl világosak októberhez. - Die Farben sind zu hell für den Oktober. :52. Anders megfordítja a lapot. - Anders dreht die Karte um. :53. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba.” - Er liest: „Komm nach Oslo.” :54. Ez minden. - Das ist alles. :55. Aláírás: Mette. - Unterschrieben: Mette. :56. Még egyszer elolvassa a mondatot. - Er liest den Satz noch einmal. :57. És még egyszer. - Und noch einmal. :58. Aztán visszateszi a lapot. - Dann legt er die Karte zurück. :59. Az elülső oldala lefelé néz. - Die Vorderseite zeigt nach unten. :60. Odakint elhalad a komp. - Draußen fährt die Fähre vorbei. :61. A motorzaj rövid ideig hallatszik. - Das Motorgeräusch ist kurz zu hören. :62. Aztán megint csend van. - Dann ist es wieder still. :63. Anders az ablaknál marad állva. - Anders bleibt am Fenster stehen. :64. A fjordra néz. - Er schaut auf den Fjord. :65. A víz szürke. - Das Wasser ist grau. :66. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :67. Minden szürke. - Alles ist grau. :68. Négy órakor besötétedik. - Um vier Uhr wird es dunkel. :69. Anders meggyújt egy gyertyát. - Anders zündet eine Kerze an. :70. A régi zongorára teszi. - Er stellt sie auf das alte Klavier. :71. Senki sem játszik a zongorán. - Niemand spielt das Klavier. :72. Leül elé. - Er setzt sich davor. :73. Nézi a lángot. - Er schaut die Flamme an. :74. Semmi konkrétra nem gondol. - Er denkt an nichts Bestimmtes. :75. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :76. A víz odakint a facölöpöknek csapódik. - Das Wasser schlägt gegen die Holzpfähle draußen. :77. A gyertya lassan leég. - Die Kerze brennt langsam herunter. :78. Anders ülve marad. - Anders bleibt sitzen. :79. Aztán havazni kezd. - Dann fängt es an zu schneien. :80. Halkan. - Leise. :81. Szinte átmenet nélkül. - Fast ohne Übergang. :82. Nem fog Oslóba menni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :83. Nem ma. - Nicht heute. :84. Nem holnap. - Nicht morgen. :85. Ezt egyszerűen tudja. - Er weiß das einfach. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kézzel tart egy csészét. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen. :2. A csésze már rég kihűlt, de ő mégsem iszik belőle. - Die Tasse ist längst kalt, aber er trinkt trotzdem nicht. :3. Odakint erősen esik az eső, és a szél szinte vízszintesen hajtja az esőt az ablaknak. - Draußen regnet es stark, und der Wind treibt den Regen fast waagrecht gegen das Fenster. :4. Október van, és ennél a fjordnál ez azt jelenti: szürke, nedves, csendes. - Es ist Oktober, und an diesem Fjord bedeutet das: grau, nass, still. :5. A fűtésből egy csepp hullik a padlón álló vödörbe. - Von der Heizung fällt ein Tropfen in den Eimer auf dem Boden. :6. Plink. - Plink. :7. Aztán még egy. - Dann noch einer. :8. Anders hallgatja, de nem számol vele. - Anders hört zu, aber er zählt nicht mit. :9. A ház korábban egy kis fatemplom volt a fjord szélén. - Das Haus war früher eine kleine Holzkirche am Rand des Fjords. :10. Két éve Anders örökölte, és azóta itt lakik. - Vor zwei Jahren hat Anders sie geerbt, und seitdem wohnt er hier. :11. A tető két helyen beázik, ezért mindig készenlétben állnak a vödrök. - Das Dach ist an zwei Stellen undicht, deshalb stehen immer Eimer bereit. :12. A régi keresztelőkútat most mosogatóként használja, mert praktikus. - Das alte Taufbecken benutzt er jetzt als Spülbecken, weil es praktisch ist. :13. Soha nem újította fel igazán a házat, de hozzászokott. - Er hat das Haus nie richtig renoviert, aber er hat sich daran gewöhnt. :14. Anders a környék kevés szomszédjának csónakmotorjait javítja. - Anders repariert die Bootsmotoren der wenigen Nachbarn in der Gegend. :15. Egyesek kávéval fizetnek neki, mások egy rövid bólintással, és ez elég neki. - Manche bezahlen ihn mit Kaffee, manche mit einem kurzen Nicken, und das reicht ihm. :16. Nincs sokra szüksége, és a munka okot ad neki arra, hogy reggel felkeljen. - Er braucht nicht viel, und die Arbeit gibt ihm einen Grund, morgens aufzustehen. :17. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand anklopft. :18. Lars bejön, ahogy minden második nap szokott. - Lars kommt herein, wie er es jeden zweiten Tag tut. :19. Hatvannyolc éves, és ő az egyetlen szomszéd, aki valóban közel lakik. - Er ist 68 Jahre alt und der einzige Nachbar, der wirklich nah wohnt. :20. Lars leül a kályha melletti fapadra, és egy csomag dohányt tesz az asztalra. - Lars setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen und legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch. :21. Nem mondanak semmit, és ez közöttük normális. - Sie sagen nichts, und das ist zwischen ihnen normal. :22. Az eső kopog az ablakon, a fűtés csöpög, az óra ketyeg. - Der Regen klopft gegen das Fenster, die Heizung tropft, die Uhr tickt. :23. Körülbelül tíz perc után Lars nyugodtan azt mondja: „Björn kuttere újra működik.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars ruhig: „Der Kutter von Björn läuft wieder.” :24. Anders egyszer bólint, és ez az egész válasz. - Anders nickt einmal, und das ist die ganze Antwort. :25. Lars feláll, az ajtóhoz megy, és halkan becsukja maga mögött. - Lars steht auf, geht zur Tür und schließt sie leise hinter sich. :26. A dohány még az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :27. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma érkezett a komppal. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute mit der Fähre gekommen ist. :28. A kép Oslo kikötőjét mutatja túl világos, túl barátságos színekkel. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo in zu hellen, zu freundlichen Farben. :29. Anders felveszi a lapot, és lassan megfordítja. - Anders nimmt die Karte und dreht sie langsam um. :30. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst.” :31. A kézírás Mettéé, és azonnal felismeri. - Die Handschrift ist von Mette, und er erkennt sie sofort. :32. Hat hónapja nem hallott róla semmit, és most ez. - Sechs Monate hat er nichts von ihr gehört, und jetzt das. :33. Kétszer elolvassa a szöveget, aztán harmadszor is, és visszateszi a lapot. - Er liest den Text zweimal, dann ein drittes Mal, und legt die Karte wieder hin. :34. Az elülső oldala lefelé néz, mert a színek túl rikítóak ehhez a naphoz. - Die Vorderseite zeigt nach unten, weil die Farben zu grell sind für diesen Tag. :35. Odakint a komp lassan elhalad az ablak előtt, és a motorzaj szétfoszlik a szélben. - Draußen fährt die Fähre langsam am Fenster vorbei, und das Motorgeräusch verweht im Wind. :36. Anders állva marad, és a szürke fjordot nézi. - Anders bleibt stehen und schaut auf den grauen Fjord. :37. A víz nyugodt, de hideg, és az ég alacsonyan függ. - Das Wasser ist ruhig, aber kalt, und der Himmel hängt tief. :38. Délután négy órakor már majdnem sötét van, mint itt októberben mindig. - Um vier Uhr nachmittags ist es schon fast dunkel, wie immer im Oktober hier. :39. Anders elővesz egy gyertyát a fiókból, és a régi zongorára állítja. - Anders holt eine Kerze aus der Schublade und stellt sie auf das alte Klavier. :40. Senki sem játszik ezen a zongorán, és talán már azelőtt is így volt, hogy ő ideköltözött. - Niemand spielt dieses Klavier, und vielleicht war das schon so, bevor er hier einzog. :41. Meggyújtja a gyertyát, leül az előtte álló székre, és a kis lángot nézi. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die kleine Flamme an. :42. Nem gondol Oslóra, és nem gondol Mettére. - Er denkt nicht an Oslo, und er denkt nicht an Mette. :43. Tulajdonképpen semmi konkrétra nem gondol, és ez helyesnek érződik. - Er denkt eigentlich an nichts Bestimmtes, und das fühlt sich richtig an. :44. A fűtés tovább csöpög, odakint a víz az öreg facölöpöknek csapódik. - Die Heizung tropft weiter, das Wasser draußen schlägt gegen die alten Holzpfähle. :45. A gyertya lassan leég, Anders pedig csak ül ott. - Die Kerze brennt langsam herunter, und Anders sitzt einfach da. :46. Aztán havazni kezd, halkan és előjel nélkül, szinte úgy, mint egy gondolat. - Dann beginnt es zu schneien, leise und ohne Ankündigung, fast wie ein Gedanke. :47. Nem fog Oslóba utazni, ezt most már biztosan tudja. - Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt sicher. :48. Nem azért, mert nem szabad neki, és nem azért, mert fél. - Nicht weil er nicht darf, und nicht weil er Angst hat. :49. Hanem azért, mert nem talál olyan okot, amely elég erős volna. - Sondern weil er keinen Grund findet, der stark genug wäre. :50. A hó a fjordra hull, és a fjord magába fogadja, anélkül hogy bármit mondana. - Der Schnee fällt auf den Fjord, und der Fjord nimmt ihn auf, ohne etwas zu sagen. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen. :2. A csésze már egy órája hideg, anélkül hogy ezt észrevette volna, vagy zavarná. - Die Tasse ist schon seit einer Stunde kalt, ohne dass er das bemerkt hätte oder es ihn stören würde. :3. Odakint a szél szinte vízszintesen veri az esőt a régi templomablaknak. - Draußen treibt der Wind den Regen fast waagrecht gegen das alte Kirchenfenster. :4. Az ablak fakerete az évek során annyira elvetemedett, hogy a bal oldalán enyhén fütyül rajta a szél. - Der Holzrahmen des Fensters hat sich im Laufe der Jahre so verzogen, dass es an der linken Seite leicht pfeift. :5. Október közepe van. - Es ist Mitte Oktober. :6. A fjord olyan ég alatt fekszik, amely már nem húz határt víz és levegő, tegnap és ma között. - Der Fjord liegt unter einem Himmel, der keine Grenze mehr zieht zwischen Wasser und Luft, zwischen gestern und heute. :7. A fűtőtestből egy csepp hullik a padlón álló bádogvödörbe. - Von der Heizung fällt ein Tropfen in den Blecheimer auf dem Boden. :8. Világos, tiszta plink ez, amely néhány másodpercenként megismétlődik, egyenletesen, mint egy szívverés, amelyre senki sem figyel. - Es ist ein helles, klares Plink, das sich alle paar Sekunden wiederholt, gleichmäßig wie ein Herzschlag, dem niemand zuhört. :9. Anders figyel. - Anders hört zu. :10. Nem számolja, de figyel. - Er zählt nicht, aber er hört zu. :11. Ez olyan különbség, amelyet ő maga sem tudna megmagyarázni. - Das ist ein Unterschied, den er selbst nicht erklären könnte. :12. A ház, amelyben él, valaha fatemplom volt. - Das Haus, in dem er lebt, war einmal eine Holzkirche. :13. A templom kicsi és sötét volt, egy olyan apró település legszélén, amelyet a legtöbb térkép fel sem tüntet. - Die Kirche war klein und dunkel, am äußersten Rand eines Weilers, den die meisten Karten gar nicht verzeichnen. :14. Két évvel ezelőtt örökölte egy nagybátyjától, akit alig ismert. - Er hat sie vor zwei Jahren geerbt, von einem Onkel, den er kaum kannte. :15. Mégis maradt, anélkül hogy valaha komolyan megkérdezte volna magától, miért. - Er ist trotzdem geblieben, ohne sich je ernsthaft gefragt zu haben, warum. :16. A tető legalább két helyen beázik, és a kályha csak rosszul húz, ha északnyugat felől jön a szél. - Das Dach ist an mindestens zwei Stellen undicht, und der Ofen zieht nur schlecht, wenn der Wind aus Nordwesten kommt. :17. A régi homokkő keresztelőmedence ma mosogatóként szolgál, mert ez az egyetlen edény a házban, amely elég nagy. - Das alte Taufbecken aus Sandstein dient heute als Spülbecken, weil es die einzige Schüssel im Haus ist, die groß genug ist. :18. Soha nem újított fel, nem igazán. - Er hat nie renoviert, nicht wirklich. :19. De felhagyott azzal, hogy hiányként érzékelje. - Aber er hat aufgehört, es als Mangel zu empfinden. :20. A megélhetését azzal keresi, hogy a kevés megmaradt szomszéd csónakmotorjait javítja. - Seinen Lebensunterhalt verdient er damit, die Bootsmotoren der wenigen verbliebenen Nachbarn zu reparieren. :21. Ezek az emberek maguk is alig beszélnek, és a fizetséget gyakran kávé, dohány vagy egy néma biccentés formájában adják, ami Andersnek jobban megfelel, mint azt valaha is beismerné. - Diese Menschen sprechen selbst kaum und leisten die Bezahlung oft in Form von Kaffee, Tabak oder einem stummen Nicken, was Anders mehr entgegenkommt, als er je zugeben würde. :22. Régebben csónaképítő volt, és Bergenben tanulta ki a mesterséget. - Er war früher Bootsbauer und hat das Handwerk in Bergen gelernt. :23. De ez régen volt, és az az ember, aki akkor volt, olyannak tűnik számára, mint valaki egy történetből, amelyet valahol olvasott. - Aber das ist lange her, und die Person, die er damals war, fühlt sich an wie jemand aus einer Geschichte, die er irgendwo gelesen hat. :24. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand anklopft. :25. Lars belép egy olyan férfi magától értetődő nyugalmával, aki tudja, hogy szívesen látják, anélkül hogy ezt valaha kimondták volna. - Lars tritt herein mit der selbstverständlichen Ruhe eines Mannes, der weiß, dass er willkommen ist, ohne dass es je ausgesprochen worden wäre. :26. Hatvannyolc éves, magas, keskeny testalkatú, olyan kezekkel, amelyek úgy néznek ki, mint a szerszámok. - Er ist 68, groß, schmal, mit Händen, die aussehen wie Werkzeug. :27. Leül a kályha melletti fapadra, egy csomag dohányt tesz az asztalra, és olyan természetesen hallgat, mintha a hallgatás a beszélgetés egyik formája volna. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch und schweigt so natürlich, als wäre Schweigen eine Form der Unterhaltung. :28. Az eső veri az ablakot, a fűtőtest csöpög. - Der Regen schlägt gegen das Fenster, die Heizung tropft. :29. A falon lévő óra enyhe utózengéssel ketyeg, amely minden második ütésnél kissé túl hangos. - Die Uhr an der Wand tickt mit einem leichten Nachklang, der bei jedem zweiten Schlag etwas zu laut ist. :30. Körülbelül tíz perc múlva Lars fel sem nézve azt mondja: „Björn kuttere újra jár.” - Nach ungefähr zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :31. Anders bólint, és ebben benne van minden, amit mondani kell. - Anders nickt, und darin liegt alles, was gesagt werden muss. :32. Lars feláll, az ajtóhoz megy, és halkan behúzza maga mögött. - Lars steht auf, geht zur Tür und zieht sie leise hinter sich zu. :33. A dohány az asztalon marad, mintha soha nem is arra szánták volna, hogy magával vigye. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch, als wäre er nie dazu gedacht gewesen, mitgenommen zu werden. :34. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist. :35. Egy számlával és egy prospektussal együtt érkezett, amelyet nem nyitott ki. - Sie kam zusammen mit einer Rechnung und einem Prospekt, den er nicht geöffnet hat. :36. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely túl barátságos októberhez. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das zu freundlich ist für den Oktober. :37. A színek úgy hatnak, mintha valaki túlságosan feltekerte volna a telítettséget, és Anders megfordítja a lapot, anélkül hogy tudná, miért vár. - Die Farben wirken, als hätte jemand die Sättigung zu weit aufgedreht, und Anders dreht die Karte um, ohne zu wissen, warum er wartet. :38. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :39. A kézírás Mettéé, ferde és kissé túl szoros. - Die Handschrift ist Mettes, schräg und etwas zu eng. :40. Mindig így ír, amikor olyasmit ír, amit tulajdonképpen nem akart megírni. - So schreibt sie immer, wenn sie etwas schreibt, das sie eigentlich nicht schreiben wollte. :41. Hat hónapon át egy szó sem, sem üzenet, sem jel. - Sechs Monate lang kein Wort, keine Nachricht, kein Zeichen. :42. Most ott áll ez az egyetlen mondat, amely több kérdést tesz fel, mint amennyit megválaszol. - Jetzt steht dort dieser eine Satz, der mehr Fragen stellt als er beantwortet. :43. Másodszor is elolvassa, aztán harmadszor. - Er liest ihn ein zweites Mal, dann ein drittes. :44. Nem azért teszi, mert valami mást vár, hanem mert szüksége van arra az időre, amelyet a mondat követel tőle. - Er tut es nicht, weil er etwas anderes erwartet, sondern weil er die Zeit braucht, die der Satz von ihm verlangt. :45. Aztán a lapot képes felével lefelé visszateszi a párkányra. - Dann legt er die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurück. :46. A kikötőkép színei olyan módon zavarják, amelyet nem tud megnevezni. - Die Farben des Hafenbilds stören ihn auf eine Weise, die er nicht benennen kann. :47. Odakint a komp lassan elhalad az ablak előtt, és a motorzaj röviden felduzzad, majd szétfoszlik a szélben. - Draußen zieht die Fähre langsam am Fenster vorbei, und das Motorgeräusch schwillt kurz an und verweht dann im Wind. :48. A fjord bezárul mögötte, mintha soha nem is járt volna ott. - Der Fjord schließt sich hinter ihr, als wäre sie nie da gewesen. :49. Anders az ablaknál áll, és a vizet nézi. - Anders steht am Fenster und schaut auf das Wasser. :50. A víz szürke és nyugodt, és éppen olyan közömbös, mint mindig. - Das Wasser ist grau und ruhig und so gleichgültig wie immer. :51. Délután négy órakor alkonyodni kezd. - Um vier Uhr nachmittags beginnt es zu dämmern. :52. Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból, ahol Lars dohánya is fekszik, még bontatlanul. - Anders holt eine Kerze aus der Küchenschublade, wo auch der Tabak von Lars liegt, noch ungeöffnet. :53. A gyertyát a régi zongorára állítja, amely az északi falnál áll. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier, das an der Nordwand steht. :54. A zongora egy vakolatrepedés alatt áll, amely az elmúlt tél folyamán szélesebb lett. - Das Klavier steht unter einem Riss im Putz, der im Laufe des letzten Winters breiter geworden ist. :55. Senki sem játszik ezen a zongorán, amennyire Anders tudja. - Niemand spielt dieses Klavier, soweit Anders weiß. :56. Soha senki nem is játszott rajta, és mégis úgy áll ott, mint valami, ami arra vár, hogy használják. - Es hat auch niemand je gespielt, und trotzdem steht es da wie etwas, das darauf wartet, gebraucht zu werden. :57. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl und schaut in die Flamme. :58. A láng ingadozik a házon átvándorló enyhe huzatban, alig észrevehetően. - Die Flamme schwankt in dem leichten Durchzug, der durch das Haus wandert, kaum merklich. :59. Nem Mettére gondol, és nem Oslóra gondol. - Er denkt nicht an Mette, und er denkt nicht an Oslo. :60. Arra sem gondol, mit akar itt tulajdonképpen, mert a kérdés túl nagy ehhez az estéhez, és talán minden másikhoz is. - Er denkt auch nicht daran, was er hier eigentlich will, weil die Frage zu groß ist für diesen Abend und vielleicht für jeden anderen auch. :61. A fűtőtest csöpög, és a víz egyenletes, tompa hanggal ütődik a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, und das Wasser schlägt mit einem gleichmäßigen, dumpfen Laut gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle. :62. A láng nyugodtan és sietség nélkül ég a sötétben. - Die Flamme brennt ruhig und ohne Eile in der Dunkelheit. :63. Aztán havazni kezd, olyan halkan és olyan fokozatosan, hogy Anders nem tudná megmondani, pontosan mikor kezdődött. - Dann fängt es an zu schneien, so leise und so allmählich, dass Anders nicht sagen könnte, wann genau es begonnen hat. :64. A hó a fjordra hull, a régi templom tetejére, és a képeslapra, amely az ablakpárkányon fekszik képes felével lefelé. - Der Schnee fällt auf den Fjord und auf das Dach der alten Kirche und auf die Postkarte, die auf dem Fenstersims liegt mit der Vorderseite nach unten. :65. Nem fog elutazni. - Er wird nicht fahren. :66. Ezt nem döntésként tudja, hanem tényként. - Er weiß das nicht als Entscheidung, sondern als Tatsache. :67. Úgy tudja, ahogy az ember tudja, hogy az október szürke, a fjord hideg, és a hallgatás néha az egyetlen őszinte válasz. - So weiß man, dass der Oktober grau ist und der Fjord kalt und das Schweigen manchmal die einzige ehrliche Antwort ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart, amely legalább egy órája hideg. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen, die seit mindestens einer Stunde kalt ist. :2. Ez nem zavarja, és arra sem gondol, hogy újratöltse, mert a csésze ebben a pillanatban kevésbé a kávé edénye, mint inkább ok arra, hogy a kezét valahol tartsa. - Das stört ihn nicht, und er denkt auch nicht daran, sie nachzufüllen, weil die Tasse in diesem Moment weniger ein Gefäß für Kaffee ist als ein Grund, die Hände irgendwo zu lassen. :3. Odakint a szél olyan laposan és keményen veri az esőt a régi templomablaknak, hogy az üveg mintha egyenletes nyomás alatt rezegne. - Draußen treibt der Wind den Regen so flach und hart gegen das alte Kirchenfenster, dass das Glas wie unter einem gleichmäßigen Druck vibriert. :4. Az elvetemedett fakeret, amely már jelenlétének első telén sem záródott rendesen, vékony, hideg légáramot enged be, amely megremegteti az ablakpárkányon álló gyertyacsonkokat. - Der verzogene Holzrahmen, der schon im ersten Winter seiner Anwesenheit nicht mehr richtig schloss, lässt einen dünnen, kalten Luftstrom ins Innere, der die Kerzenreste auf dem Fensterbrett zum Schwanken bringt. :5. Október közepe van, és a fjord felvette azt a különös súlyosságot, amelyet csak ősszel hordoz: a víz sötéten és mozdulatlanul fekszik, mint valami, ami gondolkodik. - Es ist Mitte Oktober, und der Fjord hat jene besondere Schwere angenommen, die er nur im Herbst trägt: das Wasser liegt dunkel und unbewegt wie etwas, das denkt. :6. Az ég olyan alacsonyan függ fölötte, hogy a kettő közötti határ elmosódik, mintha a táj úgy döntött volna, hogy feladja saját körvonalait. - Der Himmel hängt so tief darüber, dass die Grenze zwischen beiden verschwimmt, als hätte die Landschaft beschlossen, ihre eigenen Konturen aufzugeben. :7. A fűtőtestből szabályos időközönként leválik egy csepp, és a padlón álló bádogvödörbe hull. - Von der Heizung löst sich in regelmäßigen Abständen ein Tropfen und fällt in den Blecheimer auf dem Boden. :8. Világos, tiszta plink hang ez, amely úgy írja bele magát a szoba csendjébe, mint egy jegyzet, amelyet senki sem hagyott ott, mégis elolvasnak, és Anders figyel, nem azért, mert akarja, hanem mert a figyelés az egyetlen, amit most elvárnak tőle. - Es ist ein helles, klares Plink, das sich in die Stille des Raumes einschreibt wie eine Notiz, die niemand hinterlassen hat und die trotzdem gelesen wird, und Anders hört zu, nicht weil er will, sondern weil das Zuhören das Einzige ist, was gerade von ihm verlangt wird. :9. A ház, amelyben két éve él, fatemplom volt, valamikor a huszadik század elején épült egy gyülekezetnek, amely már rég nem létezik, a part egy olyan kis pontján, amelyet a legtöbb térkép nem tart említésre méltónak. - Das Haus, in dem er seit zwei Jahren lebt, war eine Holzkirche, gebaut irgendwann im frühen zwanzigsten Jahrhundert für eine Gemeinde, die längst nicht mehr existiert, an einem Fleckchen Küste, das die wenigsten Karten für erwähnenswert halten. :10. A templomot egy nagybátyjától örökölte, akit gyerekként kétszer látott, és akinek a halála kevésbé lepte meg, mint az a tény, hogy hagyott rá valamit. - Er hat die Kirche von einem Onkel geerbt, den er als Kind zweimal gesehen hatte und dessen Tod ihn weniger überraschte als die Tatsache, dass er ihm etwas hinterließ. :11. Maradt, anélkül hogy valaha is valódi döntést hozott volna. - Er ist geblieben, ohne jemals eine wirkliche Entscheidung getroffen zu haben. :12. Az ember néha nem azért marad egy helyen, mert az a megfelelő, hanem mert a távozás erőfeszítése nagyobbnak tűnik, mint a maradás fájdalma, míg egyszer csak megszűnik érezhetőnek lenni a kettő közötti különbség. - Man bleibt manchmal an einem Ort, nicht weil er der richtige ist, sondern weil der Aufwand des Gehens größer erscheint als der Schmerz des Bleibens, bis irgendwann der Unterschied zwischen beidem aufgehört hat, spürbar zu sein. :13. A tető két helyen beázik, a kályha rosszul húz, ha északnyugat felől jön a szél, és a nehéz homokkő keresztelőmedence, amelyet az elődök hátrahagytak, ma mosogatóként szolgál. - Das Dach ist an zwei Stellen undicht, der Ofen zieht schlecht, wenn der Wind aus Nordwesten kommt, und das schwere Taufbecken aus Sandstein, das die Vorgänger zurückgelassen haben, dient heute als Spülbecken. :14. Mosogatóként szolgál, mert ez az egyetlen tárgy a házban, amely elég nagy, és amely valahogy illik ahhoz az elképzeléshez, amely Andersben él az itteni életről: hogy a dolgok megváltoztathatják a rendeltetésüket anélkül, hogy elveszítenék a jellegüket. - Es dient als Spülbecken, weil es das einzige Objekt im Haus ist, das groß genug ist und das irgendwie zu der Idee passt, die Anders vom Leben hier hat: dass Dinge ihren Zweck wechseln dürfen, ohne ihren Charakter zu verlieren. :15. Csónakmotorokat javít annak a néhány megmaradt szomszédnak ezen a partszakaszon. - Er repariert Bootsmotoren für die wenigen verbliebenen Nachbarn an diesem Abschnitt der Küste. :16. Ezek az emberek maguk sem pazarolnak sok szót, és a fizetségük többnyire kávéból áll, olykor dohányból, néha semmi másból, csak egy rövid biccentésből, amely annyit tartalmaz, mint egy hosszú mondat, ha az ember megtanulta olvasni, és Anders megtanulta, vagy felhagyott azzal, hogy többet várjon, ami végső soron ugyanaz. - Diese Menschen machen selbst nicht viele Worte, und ihre Bezahlung besteht meistens aus Kaffee, gelegentlich aus Tabak, manchmal aus nichts außer einem kurzen Nicken, das so viel enthält wie ein langer Satz, wenn man gelernt hat, es zu lesen, und Anders hat es gelernt, oder er hat aufgehört, mehr zu erwarten, was auf dasselbe hinausläuft. :17. Régebben csónaképítő volt, és Bergenben tanulta ki a mesterséget egy mesternél, aki alig beszélt és keveset magyarázott. - Er war früher Bootsbauer und hat das Handwerk in Bergen gelernt unter einem Meister, der kaum sprach und wenig erklärte. :18. Annak a kezei munka közben olyan pontosak voltak, hogy Anders megértette: a tudásnak nincs szüksége szavakra, amíg a munka önmagáért beszél, és ebből a tartásból maradt benne valami, még azután is, hogy a többi már rég elmúlt. - Dessen Hände waren beim Arbeiten so präzise, dass Anders verstand: Können braucht keine Worte, solange die Arbeit für sich spricht, und etwas von dieser Haltung ist geblieben, auch nachdem das andere längst vergangen ist. :19. Az ajtó kinyílik, anélkül hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand klopft. :20. Lars belép annak az embernek a nyugodt magától értetődésével, aki tudja, hogy szívesen látják egy helyiségben, anélkül hogy ezt a szívesen látottságot valaha is kimondták volna, vagy ki kellene mondani, mert kettejük között ez azon kevés megállapodások egyike, amelyek éppen azért tartanak, mert senki sem fogalmazta meg őket. - Lars tritt herein mit der ruhigen Selbstverständlichkeit eines Menschen, der weiß, dass er in einem Raum willkommen ist, ohne dass dieses Willkommensein je ausgesprochen worden wäre oder ausgesprochen werden müsste, weil es zwischen ihnen eine der wenigen Abmachungen ist, die gerade deshalb halten, weil niemand sie formuliert hat. :21. Hatvannyolc éves, magasra nőtt és az évek során keskennyé vált, olyan kezekkel, amelyek úgy néznek ki, mintha ugyanabból az anyagból volnának, mint a csónakok, amelyeket egész életében épített és foltozott. - Er ist 68, hoch gewachsen und schmal geworden mit den Jahren, mit Händen, die so aussehen, als wären sie aus demselben Material wie die Boote, die er sein Leben lang gebaut und geflickt hat. :22. Leül a kályha melletti fapadra, egy csomag dohányt tesz az asztalra kettejük közé, és olyan módon hallgat, amely nem üres, hanem tele van két ember közös tudásával, akik megértették, hogy a hallgatás nem a kommunikáció hiánya, hanem annak legsűrűbb formája. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch zwischen ihnen und schweigt auf eine Weise, die nicht leer ist, sondern gefüllt mit der geteilten Kenntnis zweier Menschen, die verstanden haben, dass Schweigen keine Abwesenheit von Kommunikation ist, sondern ihre dichteste Form. :23. Az eső az ablaknak verődik, a fűtőtest egyenletes ritmusában csöpög. - Der Regen schlägt gegen das Fenster, die Heizung tropft in ihrem gleichmäßigen Rhythmus. :24. A falióra minden második ütésnél enyhe utózengéssel ketyeg, mintha volna a szívében egy kis szabálytalanság, amelyet senki sem űzött ki belőle. - Die Uhr an der Wand tickt mit einem leichten Nachklang bei jedem zweiten Schlag, als hätte sie eine kleine Unregelmäßigkeit im Herz, die ihr niemand ausgetrieben hat. :25. Körülbelül tíz perc múlva Lars fel sem nézve, annak az embernek a hangsúlytalanságával, aki információt közöl, nem véleményt, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken und mit der Tonlosigkeit eines Menschen, der eine Information übermittelt, nicht eine Meinung: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :26. Anders bólint, és ebben a bólintásban benne van a nyugta mindarra, amit kimondtak, és mindarra, ami kimondatlan maradhat. - Anders nickt, und in diesem Nicken liegt die Quittung für alles, was gesagt wurde und was ungesagt bleiben darf. :27. Lars feláll, az ajtóhoz megy, maga mögött behúzza annak az embernek az ismerős gondosságával, aki tudja, hogy a régi ajtóknak ápolásra van szükségük, és a dohány az asztalon marad, mint valami, amit szándékosan hagytak hátra, mert a dolgok birtoklása néha könnyebb, ha az ember máshol hagyja őket. - Lars steht auf, geht zur Tür, zieht sie mit der vertrauten Sorgfalt eines Menschen hinter sich, der weiß, dass alte Türen Pflege brauchen, und der Tabak bleibt auf dem Tisch wie etwas, das absichtlich zurückgelassen wurde, weil der Besitz von Dingen manchmal leichter ist, wenn man sie woanders lässt. :28. Az ablakpárkányon képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal, egy számlával és egy prospektussal együtt, amelyet Anders nem nyitott ki. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist, zusammen mit einer Rechnung und einem Prospekt, den Anders nicht geöffnet hat. :29. A prospektust azért nem nyitotta ki, mert nem vár prospektust, és mert azok a dolgok, amelyeket nem vár, rendszerint többe kerülnek neki, mint azok, amelyeket ismer. - Er hat den Prospekt nicht geöffnet, weil er keinen Prospekt erwartet und weil die Dinge, die er nicht erwartet, ihn in der Regel mehr kosten als die, die er kennt. :30. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan túltelített és barátságos fényben, mintha valaki eldöntötte volna, hogy a városoknak mindig jobban kell kinézniük, mint amennyit a valóság megenged. - Das Motiv zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das so übersättigt und freundlich ist, als hätte jemand entschieden, dass Städte immer besser aussehen müssen als die Wirklichkeit erlaubt. :31. Anders olyan férfi ujjaival fordítja meg a lapot, akinek van ideje, és mégsem pazarolja el. - Anders dreht die Karte um mit den Fingern eines Mannes, der Zeit hat und sie trotzdem nicht verschwendet. :32. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :33. A kézírás Mette írása, ferde és a szükségesnél szűkebb, ahogyan nála mindig, amikor olyasmit ír, amit valójában nem akart megírni, vagy amit meg kellett írnia, mert a hallgatás túl hangossá vált. - Die Handschrift ist Mettes, schräg und enger als nötig, wie es bei ihr immer ist, wenn sie etwas schreibt, das sie eigentlich nicht schreiben wollte oder das sie schreiben musste, weil das Schweigen zu laut geworden war. :34. Az a hat hónap, amely alatt egyetlen szó sem érkezett tőle, ebben az egy mondatban foglalódik össze, mint egy diagnózis, amely sem kezelést nem ír elő, sem gyógyulást nem ígér. - Die sechs Monate, in denen kein Wort von ihr gekommen ist, sind in diesem einen Satz zusammengefasst wie eine Diagnose, die weder Behandlung vorschreibt noch Heilung verspricht. :35. Másodszor is elolvassa a mondatot, aztán harmadszor is, nem azért, mert nem érti, hanem mert meg akarja adni a szövegnek azt a méltóságot, hogy valóban elolvassák, mielőtt válaszol rá. - Er liest den Satz ein zweites Mal, dann ein drittes, nicht aus Unverständnis, sondern weil er dem Text die Würde geben will, wirklich gelesen zu werden, bevor er antwortet. :36. A válasza az, hogy a lapot képpel lefelé visszateszi a párkányra, mert nem bírja elviselni a színeket, nem ma, ezen a szürke délutánon, amikor minden, ami túlságosan telített, hamisnak hat. - Seine Antwort ist, die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurückzulegen, weil er die Farben nicht ertragen kann, nicht heute, an diesem grauen Nachmittag, an dem alles, was zu gesättigt ist, falsch wirkt. :37. Odakint a délutáni komp lassan elhúz az ablak előtt, motorzaja rövid időre felduzzad, mint egy kérdés, majd elszáll a szélben, mint egy válasz, amelyet senki sem akart megtartani. - Draußen zieht die Nachmittagsfähre langsam am Fenster vorbei, ihr Motorgeräusch schwillt kurz an wie eine Frage und verweht dann im Wind wie eine Antwort, die niemand festhalten wollte. :38. A fjord zökkenőmentesen és közönyösen zárul össze mögötte, mintha az, hogy átszelik, csak egy volna sok egyenértékű állapota közül. - Der Fjord schließt sich hinter ihr, reibungslos und gleichgültig, als wäre Durchquertwerden nur einer seiner vielen gleichwertigen Zustände. :39. Anders az ablaknál áll, és a vizet nézi. - Anders steht am Fenster und schaut auf das Wasser. :40. A víz szürke és csendes, és olyan teljesen elég önmagának, hogy jelent valamit számára, anélkül hogy meg tudná mondani, pontosan mit. - Das Wasser ist grau und still und so vollständig sich selbst genug, dass es ihm etwas bedeutet, ohne dass er sagen könnte, was genau. :41. Négy órakor, amikor a sötétség nem leszáll, hanem a vízből emelkedik fel, és nehezebbé teszi a levegőt, Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból. - Um vier Uhr, wenn die Dunkelheit nicht fällt, sondern aus dem Wasser aufsteigt und die Luft schwerer macht, holt Anders eine Kerze aus der Küchenschublade. :42. Ott fekszik Lars dohánya, még a csomagolásban, érintetlenül, mint egy ajánlat, amely addig érvényes, amíg az ember el nem fogadja. - Dort liegt der Tabak von Lars, noch in der Verpackung, unberührt wie ein Angebot, das gilt, solange man es nicht annimmt. :43. A gyertyát az északi falnál álló régi zongorára teszi, a vakolat repedése alá, amely az elmúlt télen szélesebb lett. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier an der Nordwand, unter dem Riss im Putz, der im letzten Winter breiter geworden ist. :44. Anders egyszer végigkövette a repedést az ujjával, anélkül hogy tudta volna, miért, mintha egy térképen követne egy vonalat, amely sehová sem vezet, és éppen ezért érdekes. - Anders ist dem Riss einmal mit dem Finger nachgefahren, ohne zu wissen warum, als würde er einer Linie in einer Landkarte folgen, die nirgendwo hinführt und genau deshalb interessant ist. :45. Tudomása szerint senki sem játszik ezen a zongorán, és korábbi években sem játszott rajta senki. - Niemand spielt dieses Klavier, soweit er weiß, und auch in früheren Jahren hat es niemand gespielt. :46. Mégis ott áll a rendeltetésüket elvesztett dolgok csendes makacsságával, anélkül hogy elvesztette volna a jelenlétét, és Anders ezt nem gyásznak érzi, hanem valamiféle társaságnak. - Doch es steht da mit der stillen Insistenz von Dingen, die ihren Zweck verloren haben, ohne ihre Anwesenheit zu verlieren, und Anders empfindet das nicht als Trauer, sondern als eine Art Gesellschaft. :47. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, amelynek egyik lába egy összehajtott kartondarabon áll, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl, dessen eines Bein auf einem gefalteten Stück Pappe steht, und schaut in die Flamme. :48. A láng megremeg az alig érezhető huzatban, amely lélegzetvételként járja át a házat, egészen könnyedén, szinte észrevétlenül, majdnem úgy, mint egy gesztus. - Die Flamme schwankt in dem kaum spürbaren Durchzug, der das Haus wie ein Atemzug durchläuft, ganz leicht, fast unmerklich, fast wie eine Geste. :49. Nem gondol Mettére, és nem gondol arra a kérdésre sem, amelyet a nő feltett. - Er denkt nicht an Mette, und er denkt nicht an die Frage, die sie gestellt hat. :50. Némely kérdés nem azért marad nyitva, mert az ember nem ismeri a választ, hanem mert a válasznak nincs szüksége más helyre, csak annak az embernek a testére, aki hordozza, és Anders hordozza, anélkül hogy nevet adna neki. - Manche Fragen bleiben nicht deshalb offen, weil man die Antwort nicht kennt, sondern weil die Antwort keinen Ort braucht außer dem Körper des Menschen, der sie trägt, und Anders trägt sie, ohne sie zu benennen. :51. A fűtőtest csöpög, a víz szabályos, puha lökésekkel verődik a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser schlägt in regelmäßigen, weichen Stößen gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle. :52. A láng olyan türelemmel ég le, amely szégyenkezésre késztet, mert sokkal nyugodtabb, mint bármi, amit az emberek tesznek. - Die Flamme brennt herunter mit einer Geduld, die beschämt, weil sie so viel ruhiger ist als alles, was Menschen tun. :53. Aztán havazni kezd, olyan fokozatosan, hogy Anders csak egy idő után veszi észre, hogy a kinti sötétség más textúrát vett fel, puhábbat és kevésbé eltökéltet. - Dann beginnt es zu schneien, so allmählich, dass Anders erst nach einer Weile bemerkt, dass die Dunkelheit draußen eine andere Textur angenommen hat, weicher und weniger entschlossen. :54. A hó a fjord fekete vizére hull, és a régi templom tetejére, és az ablakpárkányra, ahol a képeslap képpel lefelé fekszik. - Der Schnee fällt auf das schwarze Wasser des Fjords und auf das Dach der alten Kirche und auf den Fenstersims, wo die Postkarte liegt mit der Vorderseite nach unten. :55. Nem fog elutazni, nem azért, mert ellene döntött volna, hanem mert a döntések feszültséget feltételeznek két lehetséges jövő között. - Er wird nicht fahren, nicht weil er sich dagegen entschieden hätte, sondern weil Entscheidungen eine Spannung voraussetzen zwischen zwei möglichen Zukünften. :56. Benne ez a feszültség nincs jelen, már régóta nincs, és ennek a feszültségnek a hiánya nem bénultság és nem közöny, hanem valami, amire még nem talált szót, valami, ami békének érződik, ha a béke azt jelenti, hogy az ember felhagyott azzal, hogy saját csendje ellen küzdjön. - In ihm ist diese Spannung nicht vorhanden, schon lange nicht mehr, und das Fehlen dieser Spannung ist nicht Lähmung und nicht Gleichgültigkeit, sondern etwas, für das er noch kein Wort gefunden hat, etwas, das sich anfühlt wie Frieden, wenn Frieden bedeutet, dass man aufgehört hat, gegen die eigene Stille anzukämpfen. :57. A hó hull, a fjord magába fogadja. - Der Schnee fällt, der Fjord nimmt ihn auf. :58. Az éjszaka olyan magától értetődően érkezik, mintha soha nem is állt volna szándékában máshol lenni. - Die Nacht kommt so selbstverständlich, als hätte sie nie vorgehabt, irgendwo anders zu sein. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart, amely legalább egy órája hideg, anélkül hogy ez zavarná, vagy akár csak késztetést érezne arra, hogy felálljon és újratöltse. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen, die seit mindestens einer Stunde kalt ist, ohne dass ihn das stören würde oder er auch nur den Impuls verspürte, aufzustehen und sie nachzufüllen. :2. A csésze ebben a pillanatban már nem a kávéivást szolgálja, hanem magát a kézben tartást, azt az érzést, hogy valami olyasmit fog körül, aminek formája van, aminek volt melege, és amit meg lehet tartani anélkül, hogy eltávozna. - Die Tasse dient in diesem Moment nicht mehr dem Kaffeetrinken, sondern dem Händehalten schlechthin, dem Gefühl, etwas zu umschließen, das Form hat und Wärme gehabt hat und das man festhalten kann, ohne dass es sich davonmacht. :3. Odakint a szél azzal a lapos, engesztelhetetlen erővel veri az esőt a régi templomablaknak, amely októberben sajátja ennek a partvidéknek, és amely nem tévesztendő össze az atlanti viharok drámai széllökéseivel, hanem inkább tartós nyomásra emlékeztet, meteorológiai állításra, amely nem tűr ellentmondást. - Draußen treibt der Wind den Regen mit jener flachen, unnachgiebigen Wucht gegen das alte Kirchenfenster, die dieser Küste im Oktober eigentümlich ist und die nicht mit dem dramatischen Böenwind der Atlantikstürme zu verwechseln ist, sondern eher einem Dauerdruck gleicht, einer meteorologischen Behauptung, die keinen Widerspruch duldet. :4. Az elvetemedett fakeret, amely már itteni jelenlétének első telén felhagyott azzal, hogy valóban záródjon, vékony hideg levegőszálat enged befelé, amely az ablakpárkányon álló gyertyacsonkokat enyhe, szakadatlan ingásba hozza, mintha valamire akarnának mutatni, ami csendes, és mégis mozog. - Der verzogene Holzrahmen, der schon im ersten Winter seiner Anwesenheit hier aufgehört hatte, wirklich zu schließen, lässt einen Faden kalter Luft ins Innere, der die Kerzenreste auf dem Fensterbrett in ein leichtes, unaufhörliches Schwanken versetzt, als wollten sie auf etwas hinweisen, das still ist und sich trotzdem bewegt. :5. Október közepe van, és a fjord felvette azt a sajátos nehézséget, amelyet csak ezekben a hetekben hord, amikor a fény már nem hull, hanem szivárog, amikor a víz sötéten és sűrűn fekszik, mint valami, ami gondolkodik. - Es ist Mitte Oktober, und der Fjord hat jene eigentümliche Schwere angenommen, die er nur in diesen Wochen trägt, wenn das Licht nicht mehr fällt, sondern sickert, wenn das Wasser dunkel liegt und dicht wie etwas, das denkt. :6. Az ég olyan alacsonyan függ, és annyira azonos színű az alatta lévő felszínnel, hogy a táj mintha feladná saját geometriáját, a víz és a levegő közötti határ feloldódik, és az embernek az az érzése támad, hogy odakint már nem irányok léteznek, hanem csak a szürkeség fokozatai. - Der Himmel hängt so tief und ist so gleichfarbig mit der Oberfläche darunter, dass die Landschaft ihre eigene Geometrie aufzugeben scheint, die Grenze zwischen Wasser und Luft sich auflöst und man das Gefühl bekommt, dass draußen nicht mehr Richtungen existieren, sondern nur noch Grade von Grau. :7. A fűtőtestről pontosan kimért időközönként leválik egy csepp, és a padlón álló bádogvödörbe hull: világos, pontos plink, amely úgy írja bele magát a szoba csendjébe, mint széljegyzet egy olyan szöveghez, amelyet senki sem fogalmazott meg, és amely addig ismétlődik, amíg már nem zaj, hanem szerkezet. - Von der Heizung löst sich in genau abgemessenen Abständen ein Tropfen und fällt in den Blecheimer auf dem Boden: ein helles, präzises Plink, das sich in die Stille des Raumes einschreibt wie eine Randnotiz zu einem Text, den niemand verfasst hat, und das sich wiederholt, bis es nicht mehr Geräusch ist, sondern Struktur. :8. Anders hallgatja, nem azért, mert akarja, vagy mert a csöpögés bármilyen módon megindítaná, hanem mert a hallgatózás az egyetlen, amit ez a pillanat követel tőle, és ő valamikor az elmúlt két évben felhagyott azzal, hogy több legyen annál, amit az adott pillanat követel tőle. - Anders hört zu, nicht weil er will oder weil das Tropfen ihn in irgendeiner Weise bewegte, sondern weil das Zuhören das Einzige ist, was dieser Augenblick von ihm verlangt, und er hat, irgendwann in den vergangenen zwei Jahren, aufgehört, mehr zu sein als das, was der jeweilige Augenblick von ihm verlangt. :9. A ház, amelyben él, egykor fatemplom volt, valamikor a huszadik század első évtizedeiben emelték egy gyülekezet számára, amelyből ma már semmi sem maradt, csak néhány időjárás verte sírkő a ház mögött, amelyeknek feliratait a zuzmó már félig visszahódította. - Das Haus, in dem er lebt, war eine Holzkirche, irgendwann in den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts errichtet für eine Gemeinde, von der heute nichts mehr übrig ist als ein paar verwitterte Grabsteine hinter dem Haus, deren Inschriften der Flechtenbefall schon halb zurückerobert hat. :10. Egy olyan partszakaszon áll, amely egyetlen térképen sem számít említésre méltónak, és amelynek létezése lényegében abban merül ki, hogy ott van: nedvesen, sziklásan, a széltől megdolgozva, a fjord felé fordulva olyan állhatatossággal, amelyet méltóságnak is lehetne tartani, ha az ember tulajdonítani akarna neki valamit. - Es steht an einem Fleckchen Küste, das in keiner Karte als erwähnenswert gilt und dessen Existenz sich im Wesentlichen darin erschöpft, da zu sein: nass, felsig, vom Wind bearbeitet, dem Fjord zugewandt mit einer Beständigkeit, die man für Würde halten könnte, wenn man ihr etwas unterstellen wollte. :11. A házat egy nagybátyjától örökölte, akit gyerekként kétszer látott, és akiről semmit sem tudott azon kívül, hogy hallgatott, dohányzott és a tengert nézte. - Er hat das Haus von einem Onkel geerbt, den er als Kind zweimal gesehen hatte und von dem er nichts wusste außer dass er schwieg und rauchte und die See anschaute. :12. Ezek a tulajdonságok Anders számára akkoriban a szegénység formáinak tűntek, ma pedig a megelégedettség formáinak tűnnek, ami néha arra készteti, hogy azt gondolja, az örökség többet tartalmazott kőnél és fánál. - Diese Eigenschaften waren Anders damals als Formen von Armut erschienen und erscheinen ihm heute als Formen von Genügsamkeit, was ihn manchmal denken lässt, dass das Erbe mehr enthielt als Steine und Holz. :13. Maradt, anélkül hogy valaha is született volna olyan döntés, amely megérdemelte volna ezt a nevet, úgy, ahogyan az ember néha ott marad egy helyen, nem azért, mert az a helyes, hanem mert az elmenés feltételezné a hová világosságát, amely nem áll be. - Er ist geblieben, ohne dass je eine Entscheidung getroffen worden wäre, die diesen Namen verdient hätte, so wie man manchmal an einem Ort bleibt, nicht weil er der richtige ist, sondern weil das Weggehen eine Klarheit über das Wohin voraussetzt, die sich nicht einstellt. :14. Egy idő után ennek a világosságnak a hiányát már nem hiányként érzékeli az ember, hanem olyan állapotként, amely többé nem különbözik attól, amit más emberek otthonnak neveznek, ha őszinték. - Irgendwann hört die Abwesenheit dieser Klarheit auf, als Mangel wahrgenommen zu werden, und wird zu einem Zustand, der sich nicht mehr von dem unterscheidet, was andere Menschen Zuhause nennen, wenn sie ehrlich sind. :15. A tető beázik, a kályha szeszélyes, a homokkő keresztelőmedence mosogatóként szolgál, és ezt a rendeltetésbeli eltolódást, amelyet sokan elhanyagoltságnak látnának, Anders az életnek megfelelő dologként érzékeli. - Das Dach ist undicht, der Ofen launisch, das Taufbecken aus Sandstein dient als Spülbecken, und diese Verschiebung des Zwecks, die manchen als Verwahrlosung erscheinen würde, empfindet Anders als etwas dem Leben Gemäßes. :16. A dolgok túlélhetnek azáltal, hogy újra meghatározhatóvá válnak, a vakolat repedése nem seb, hanem krónika, és egy ház, amely lélegzik, előnyben részesítendő egy halott házzal szemben, még akkor is, ha a lélegzés huzatot jelent. - Dinge dürfen überleben, indem sie sich neu definieren lassen, der Riss im Putz ist keine Wunde, sondern eine Chronik, und ein Haus, das atmet, ist einem toten Haus vorzuziehen, auch wenn das Atmen Zugluft bedeutet. :17. Csónakmotorokat javít annak a partszakasznak a kevés megmaradt szomszédja számára, olyan embereknek, akik hallgatagságukban és távolságtartásukban hasonlítanak rá, mintha a vidék csak ilyeneket vonzott volna magához, vagy csak ilyeneket hagyott volna hátra. - Er repariert Bootsmotoren für die wenigen verbliebenen Nachbarn an diesem Küstenabschnitt, Menschen, die ihm in ihrer Schweigsamkeit und ihrer Abstandswahrung ähneln, als hätte die Gegend nur solche angezogen oder übrig gelassen. :18. Fizetségük többnyire kávéból áll, olykor dohányból, néha semmi másból, csak egy olyan férfi rövid, száraz biccentéséből, aki kapott valamit, és ezt tudja, és az erről való tudást elegendőnek tartja, Anders pedig már felhagyott azzal, hogy megkülönböztesse, ő is így látja-e, vagy egyszerűen csak hozzászokott, ami az eredményt tekintve ugyanarra vezet. - Deren Bezahlung besteht meistens aus Kaffee, gelegentlich aus Tabak, manchmal aus nichts außer dem kurzen, trockenen Nicken eines Mannes, der etwas bekommen hat und das weiß und der das Wissen darum für ausreichend hält, und Anders hat aufgehört zu unterscheiden, ob er das genauso sieht oder ob er sich schlicht daran gewöhnt hat, was im Ergebnis auf dasselbe hinausläuft. :19. Csónaképítő volt, Bergenben tanulta egy mesternél, aki a munkát minden fölé helyezte, és a róla való beszédet elfelejtette, és ennek a hierarchiának valami része beleíródott Andersbe, mint egy nyelvtan, amelyet nem ő választott, de amely szerint gondolkodik. - Er war Bootsbauer, hat das in Bergen gelernt bei einem Meister, der die Arbeit über alles stellte und die Sprache darüber vergaß, und etwas von dieser Hierarchie hat sich in ihn eingeschrieben wie eine Grammatik, die er nicht gewählt hat, nach der er aber denkt. :20. A cselekvés megelőzi a beszédet, a kezek többet tudnak, mint a száj, és egy motor, amely jár, minden hozzáfűzött megjegyzést fölöslegessé tesz. - Das Machen geht dem Reden voraus, die Hände wissen mehr als der Mund, und ein Motor, der läuft, macht jeden Kommentar dazu überflüssig. :21. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna, és Lars belép egy olyan ember nyugodt, magától értetődő súlyosságával, akinek a világ nem meghívottságra és meg nem hívottságra oszlik, hanem helyekre, ahová az ember tartozik, és helyekre, ahová nem. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand klopft, und Lars tritt herein mit der ruhigen, selbstverständlichen Schwere eines Menschen, für den die Welt sich nicht in Geladensein und Nichtgeladensein aufteilt, sondern in Orte, an denen man hingehört, und Orte, an denen man es nicht tut. :22. Ez a hely itt az első kategóriába tartozik, mert van közöttük egy megállapodás, amelyet soha nem fogalmaztak meg, és éppen ezért tart: hogy az ember jön, amikor akar, megy, amikor akar, és hogy a közbeeső hallgatás nem a kommunikáció kudarca, hanem annak legtökéletesebb formája. - Dieser Ort hier gehört in die erste Kategorie, weil es zwischen ihnen eine Abmachung gibt, die nie formuliert wurde und gerade deshalb hält: dass man kommt, wenn man will, dass man geht, wenn man will, und dass das Schweigen dazwischen kein Versagen der Kommunikation ist, sondern ihre vollkommenste Form. :23. Hatvannyolc éves, és az évek során keskennyé és csontossá vált, mintha a szél évtizedek alatt a lényegre redukálta volna, olyan kezekkel, amelyek annyira repedezettek és pontosak, hogy önmagukért beszélnek egy életről, amely nem a beszédből állt. - Er ist 68 und mit den Jahren schmal und knochig geworden, als hätte der Wind ihn über die Jahrzehnte auf das Wesentliche reduziert, mit Händen, die so rissig und präzise sind, dass sie für sich selbst sprechen über ein Leben, das nicht im Reden bestanden hat. :24. Leül a kályha melletti fapadra, leteszi a dohánycsomagot az asztalra, és egy olyan ember teljességével hallgat, akinek soha eszébe sem jutott volna bocsánatot kérni a hallgatásért. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt das Päckchen Tabak auf den Tisch und schweigt mit der Vollständigkeit eines Menschen, dem es nie eingefallen wäre, das Schweigen zu entschuldigen. :25. Az eső egyenletes, sürgető ritmusában veri az ablakot, a fűtés csöpög, a falióra azzal a könnyű utózengéssel ketyeg minden második ütésnél, amelyet Anders soha nem javított meg, mert az apró szabálytalanság az egyetlen, ami az órát megkülönbözteti egy mechanizmustól. - Der Regen schlägt gegen das Fenster in seinem gleichmäßigen, drängenden Rhythmus, die Heizung tropft, die Uhr an der Wand tickt mit jenem leichten Nachklang bei jedem zweiten Schlag, den Anders nie repariert hat, weil die kleine Unregelmäßigkeit das Einzige ist, was die Uhr von einem Mechanismus unterscheidet. :26. Körülbelül tíz perc múlva Lars anélkül, hogy felnézne, egy olyan férfi hangján, akinek a nyelv eszköz, nem dísz, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken, mit der Stimme eines Mannes, für den Sprache ein Werkzeug ist und kein Ornament: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :27. Anders bólint, és ebben a bólintásban benne rejlik egymással való érintkezésük teljes gazdaságtana: hogy az információ megérkezett, hogy elismerést kapott, hogy nincs szükség további reakcióra, mert a tény önmagáért áll. - Anders nickt, und in diesem Nicken liegt die gesamte Ökonomie ihres Umgangs miteinander beschlossen: dass die Information angekommen ist, dass sie gewürdigt wird, dass keine weitere Reaktion nötig ist, weil die Tatsache für sich selbst steht. :28. Lars nem azért jött, hogy reakciókat arasson, hanem mert ez a hely mindkettőjük számára az egyetlen, ahol a csendet nem kell megmagyarázni. - Lars ist nicht gekommen, um Reaktionen zu ernten, sondern weil dieser Ort für beide der einzige ist, an dem die Stille nicht erklärt werden muss. :29. Lars feláll, az ajtóhoz megy egy olyan férfi hosszú, kissé ringó járásával, aki az életét hajókon töltötte, és maga mögött becsukja az ajtót azzal az ismerős óvatossággal, amellyel az ember régi fának tartozik. - Lars steht auf, geht zur Tür mit dem langen, leicht schaukelnden Gang eines Mannes, der sein Leben auf Booten verbracht hat, und zieht die Tür mit der vertrauten Behutsamkeit hinter sich zu, die man altem Holz schuldet. :30. A dohány az asztalon marad, mint egy kicsi, néma ajánlat, amelynek érvényessége nem attól függ, elfogadják-e. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch wie ein kleines, stummes Angebot, das seine Gültigkeit nicht davon abhängig macht, ob es angenommen wird. :31. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal, egy számla és egy prospektus között, amelyet Anders nem nyitott ki. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist, zwischen einer Rechnung und einem Prospekt, den Anders nicht geöffnet hat. :32. A kéretlen közlésekre való reagálás szokását már régen, különösebb esemény nélkül levetette, mint egy ruhadarabot, amely soha nem is igazán illett rá. - Er hat die Gewohnheit, auf ungebetene Mitteilungen einzugehen, vor langer Zeit und ohne besonderes Ereignis abgelegt wie ein Kleidungsstück, das einem nie wirklich gepasst hat. :33. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan konstruáltan barátságos és túltelített fényben, hogy hazugságnak hat a városok lényegéről, olyan ígéretnek, amelyet azzal a szándékkal tesznek, hogy ne váltsák be. - Das Motiv zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das so konstruiert freundlich und übersättigt ist, dass es wie eine Lüge über das Wesen von Städten wirkt, wie ein Versprechen, das mit der Absicht gemacht wird, nicht eingelöst zu werden. :34. Anders egy olyan férfi lassú ujjaival fordítja meg a lapot, akinek van ideje, és mégsem pazarolja, mert az idő számára nem fogyóban lévő készlet, hanem az a közeg, amelyben a dolgok egyszerűen vannak. - Anders dreht die Karte mit den langsamen Fingern eines Mannes um, der Zeit hat und sie trotzdem nicht verschwendet, weil Zeit für ihn kein Vorrat ist, der zur Neige geht, sondern das Medium, in dem die Dinge einfach sind. :35. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :36. A kézírás Mettéé: ferde, szűkebb a szükségesnél, azzal a könnyű nyomással, amelyet csak akkor fejt ki, amikor olyasmit ír, aminél a kéz gyorsabb akar lenni, mint az őt követő gondolat. - Die Handschrift ist Mettes: schräg, enger als nötig, mit dem leichten Druck, den sie nur dann ausübt, wenn sie etwas schreibt, bei dem die Hand schneller sein will als der Gedanke, der ihr folgt. :37. A hat hónap, amelyben egyetlen szó, egyetlen üzenet, egyetlen jel sem érkezett tőle, ebben az egy mondatban sűrűsödik össze, mint pára a hideg üvegen: olyan világossággá, amely egyszerre áthatolhatatlan, kezelési terv nélküli diagnózissá, olyan kérdéssé, amelyet annak tudatában tesznek fel, hogy a válasz már azelőtt megadatott, mielőtt megfogalmazták volna. - Die sechs Monate, in denen kein Wort, keine Nachricht, kein Zeichen von ihr gekommen ist, kondensieren in diesem einen Satz wie Feuchtigkeit an kaltem Glas: zu einer Klarheit, die gleichzeitig undurchdringlich ist, zu einer Diagnose ohne Behandlungsplan, zu einer Frage, die mit dem Wissen gestellt wird, dass die Antwort bereits gegeben wurde, bevor sie formuliert worden ist. :38. Kétszer olvassa el a mondatot, aztán harmadszor is, nem értetlenségből, hanem abból a tiszteletből, amellyel mindennek adózik, amit valóban komolyan gondolnak. - Er liest den Satz zweimal, dann ein drittes Mal, nicht aus Unverständnis, sondern aus dem Respekt, den er allem entgegenbringt, was wirklich gemeint ist. :39. Aztán a lapot képpel lefelé visszateszi a párkányra, mert nem tudja elviselni a kikötőkép színeit, nem ma, ezen a délutánon, amikor minden, ami túlságosan telített, olyan állításnak hat, amelyet nem akar aláírni. - Dann legt er die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurück, weil er die Farben des Hafenbilds nicht ertragen kann, nicht heute, an diesem Nachmittag, an dem alles, was zu gesättigt ist, wie eine Behauptung wirkt, die er nicht unterschreiben will. :40. Odakint a délutáni komp lassan elhalad az ablak előtt, motorzaja úgy duzzad fel, mint egy kérdés, amely rövid időre hangossá válik, aztán elfújja a szél, mint egy választ, amely úgy döntött, nem marad. - Draußen zieht die Nachmittagsfähre langsam am Fenster vorbei, ihr Motorgeräusch schwillt an wie eine Frage, die kurz laut wird, und verweht dann im Wind wie eine Antwort, die sich entschieden hat, nicht zu bleiben. :41. A fjord mögötte annak az egykedvűségével zárul össze, amit olyan sokszor szeltek már át, hogy felhagyott azzal, hogy az átszelést eseményként regisztrálja. - Der Fjord schließt sich hinter ihr mit der Gleichmütigkeit von etwas, das durchquert worden ist so oft, dass es aufgehört hat, das Durchquertwerden als Ereignis zu registrieren. :42. Négy órakor, amikor a sötétség nem lehull, hanem a vízből és a kőzetből emelkedik fel, és nehezebbé, sűrűbbé teszi a levegőt, mintha a fény nem hiányozna, hanem valami nagyobb súlyú dologgal helyettesítették volna, Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból. - Um vier Uhr, wenn die Dunkelheit nicht fällt, sondern aus dem Wasser und dem Gestein aufsteigt und die Luft schwerer und dichter macht, als wäre das Licht nicht abwesend, sondern ersetzt worden durch etwas mit mehr Gewicht, holt Anders eine Kerze aus der Küchenschublade. :43. A fiókban ott fekszik Lars dohánya is, még csomagolásban, mintha azok a dolgok, amelyek érintetlenek maradnak, a maguk módján teljesebbek volnának, mint azok, amelyeket használnak. - In der Schublade liegt auch der Tabak von Lars, noch in der Verpackung, so als wären Dinge, die unangetastet bleiben, auf ihre Weise vollständiger als solche, die benutzt werden. :44. A gyertyát az északi falnál álló régi zongorára teszi, amelynek fekete lakkozása a szélein pattogzik, és amely a vakolat repedése alatt áll, amely az elmúlt télen szélesebb lett. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier an der Nordwand, dessen schwarzer Lack an den Kanten blättert und das unter dem Riss im Putz steht, der im letzten Winter breiter geworden ist. :45. Anders egyszer végighúzta az ujját a repedésen, lassan és különösebb ok nélkül, úgy, ahogyan az ember néha követ egy vonalat, nem azért, mert az vezet valahová, hanem mert a követés mozdulata maga jelent valamit, amit nem lehet nyelvre lefordítani. - Anders ist dem Riss einmal mit dem Finger nachgefahren, langsam und ohne bestimmten Grund, so wie man manchmal eine Linie verfolgt, nicht weil sie irgendwohin führt, sondern weil die Bewegung des Nachfolgens selbst etwas bedeutet, das sich nicht in Sprache übersetzen lässt. :46. Tudomása szerint soha senki nem játszott ezen a zongorán, és mégis ott áll azzal a csendes, tárgyilagos makacssággal, amellyel az elhagyott hangszerek néha rendelkeznek. - Niemand hat je auf diesem Klavier gespielt, soweit er weiß, und doch steht es da mit jener stillen, sachlichen Insistenz, die verlassene Instrumente manchmal haben. :47. Nem szűnt meg hangszernek lenni csak azért, mert már nincs ott játékos, mintha a zene lehetősége tovább létezne mindaddig, amíg létezik a tárgy, amely magában hordozza, és Anders ezt nem gyásznak, nem szentimentalizmusnak érzi, hanem egyfajta jelenlétnek, amely megfelel neki, mert semmit sem követel tőle. - Es ist nicht aufgehört, Instrument zu sein, nur weil kein Spieler mehr da ist, als würde die Möglichkeit der Musik weiterexistieren, solange das Objekt existiert, das sie enthält, und Anders empfindet das nicht als Trauer, nicht als Sentimentalität, sondern als eine Art Anwesenheit, die ihm recht ist, weil sie nichts von ihm verlangt. :48. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, amelynek egyik lába egy összehajtott kartondarabon nyugszik, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl, dessen eines Bein auf einem gefalteten Stück Pappe ruht, und schaut in die Flamme. :49. A láng ingadozik az alig érezhető huzatban, amely egyenletes, lapos lélegzetvételként járja át a házat, olyan lassú ritmusban, hogy az ember nem biztos benne, mozgást lát-e, vagy csak saját szeme nyugtalanságát vetíti ki. - Die Flamme schwankt in dem kaum spürbaren Durchzug, der das Haus wie ein gleichmäßiger, flacher Atemzug durchläuft, in einem so langsamen Rhythmus, dass man nicht sicher ist, ob man eine Bewegung sieht oder nur die Unruhe des eigenen Auges projiziert. :50. Nem gondol Mettére, és nem gondol a kérdésre sem, amelyet a nő feltett, nem azért, mert a kérdés nem érte volna el, hanem mert bizonyos kérdések nem arra valók, hogy megválaszolják őket, hanem arra, hogy hordozzák őket. - Er denkt nicht an Mette und nicht an die Frage, die sie gestellt hat, nicht weil die Frage ihn nicht erreicht hätte, sondern weil manche Fragen nicht dazu da sind, beantwortet zu werden, sondern dazu, getragen zu werden. :51. Anders hordozza, anélkül hogy megnevezné, úgy, ahogyan az ember olyan súlyt hordoz, amelyet olyan régóta birtokol, hogy megszűnt súlyként érzékelődni, és elkezdett a saját testtartás részévé válni. - Anders trägt sie, ohne sie zu benennen, so wie man ein Gewicht trägt, das man so lange hat, dass es aufgehört hat, als Gewicht wahrgenommen zu werden, und angefangen hat, Teil der eigenen Statur zu sein. :52. A fűtés csöpög, a víz puha, tompa lökésekkel csapódik odakint a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser schlägt in weichen, dumpfen Stößen gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle draußen. :53. A gyertya olyan türelemmel és egyenes vonalúsággal ég le, amely megszégyeníti mindazt az emberit, ami körülötte habozik, kételkedik és marad, anélkül hogy tudná, miért. - Die Kerze brennt herunter mit einer Geduld und Gradlinigkeit, die alles Menschliche beschämt, das um sie herum zögert und zweifelt und bleibt, ohne zu wissen warum. :54. Aztán havazni kezd, olyan észrevétlenül és fokozatosan, hogy Anders nem tudná megmondani, pontosan mikor történt meg az átmenet, mintha az éjszaka úgy döntött volna, hogy megváltoztatja az állagát anélkül, hogy erre rámutatna. - Dann beginnt es zu schneien, so unmerklich und allmählich, dass Anders nicht sagen könnte, wann genau der Übergang stattgefunden hat, als hätte die Nacht beschlossen, ihre Konsistenz zu wechseln, ohne darauf hinzuweisen. :55. A hó hull a fjord fekete vizére, a régi templom mohával borított tetejére és az ablakpárkányra, ahol a képeslap képpel lefelé fekszik, és a fjord befogadja a havat, ahogyan mindent befogad: megjegyzés nélkül, változás nélkül, anélkül hogy szándékában állna emlékeztetni magára. - Der Schnee fällt auf das schwarze Wasser des Fjords und auf das moosbedeckte Dach der alten Kirche und auf den Fenstersims, wo die Postkarte liegt mit der Vorderseite nach unten, und der Fjord nimmt den Schnee auf wie er alles aufnimmt: ohne Kommentar, ohne Veränderung, ohne die Absicht, sich erinnern zu lassen. :56. Nem fog Oslóba utazni, és ez nem döntés, mert egy döntés feszültséget feltételez két olyan lehetőség között, amelyek mindketten valóságosak, és benne ez a feszültség nincs jelen, nem lemondás vagy kimerültség eredményeként. - Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist keine Entscheidung, weil eine Entscheidung eine Spannung voraussetzt zwischen zwei Möglichkeiten, die beide real sind, und in ihm ist diese Spannung nicht vorhanden, nicht als Ergebnis von Resignation oder Erschöpfung. :57. Valamikor az elmúlt két évben felhagyott azzal a hittel, hogy az élet máshol teljesebb volna, mint itt, teljesebb, mint ebben a házban, amely beázik és huzatos, ennél a fjordnál, amely szürke és nehéz, és olyan tökéletesen közömbös az ő jelenléte iránt, hogy ez a közömbösség az ő számára az őszinteség egyetlen még elviselhető formájának érződik. - Er hat irgendwann in den vergangenen zwei Jahren aufgehört zu glauben, dass das Leben anderswo vollständiger wäre als hier, vollständiger als in diesem Haus, das leckt und zieht, an diesem Fjord, der grau ist und schwer und so vollkommen gleichgültig gegenüber seiner Anwesenheit, dass diese Gleichgültigkeit sich anfühlt wie die einzige Form von Ehrlichkeit, die er noch erträgt. :58. Hull a hó, jön az éjszaka, ég a gyertya, és odakint a fjord olyan csendesen, sötéten és teljesen fekszik, mintha soha semmi mást nem tett volna, csak ott lett volna. - Der Schnee fällt, die Nacht kommt, die Kerze brennt, und draußen liegt der Fjord so still und dunkel und vollständig, als hätte er nie etwas anderes getan als da sein. :59. Létezni nem a legkevesebb, hanem a legvégső. - Dasein ist nicht das Mindeste, sondern das Äußerste. ------------------------- == 72 == 1 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Esik. - Es regnet. :2. Kari vezeti az autót. - Kari fährt das Auto. :3. Jon mellette ül. - Jon sitzt neben ihr. :4. Nem beszélnek. - Sie sprechen nicht. :5. Az ablaktörlő lassan mozog ide-oda. - Der Scheibenwischer bewegt sich langsam hin und her. :6. Nyikorog. - Er quietscht. :7. Az út üres. - Die Straße ist leer. :8. Jon egy kicsit kinyitja az ablakot. - Jon öffnet das Fenster ein bisschen. :9. Hideg levegő jön be. - Kalte Luft kommt herein. :10. Kari gyorsabbra állítja az ablaktörlőt. - Kari macht den Scheibenwischer schneller. :11. Már egy órája vezet. - Sie fährt seit einer Stunde. :12. Senki sem kapcsolja be a zenét. - Niemand macht die Musik an. :13. Jon kinéz az ablakon. - Jon schaut aus dem Fenster. :14. A fák nedvesek. - Die Bäume sind nass. :15. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :16. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :17. A fészeréhez mennek. - Sie fahren zu seinem Schuppen. :18. Rendezniük kell a holmijait. - Sie müssen seine Sachen sortieren. :19. Ez a terv. - Das ist der Plan. :20. Kari semmi különösre nem gondol. - Kari denkt nichts Besonderes. :21. Vagy talán túl sok mindenre gondol. - Oder vielleicht denkt sie zu viel. :22. Ezt ő maga sem tudja. - Sie weiß es selbst nicht. :23. A fészer a víznél áll. - Der Schuppen steht am Wasser. :24. Öreg és kicsi. - Er ist alt und klein. :25. A festék lepattogzott róla. - Die Farbe ist abgeblättert. :26. Jon kiszáll az autóból. - Jon steigt aus dem Auto. :27. Kari is. - Kari auch. :28. Az eső hideg. - Der Regen ist kalt. :29. Jon nekifeszül az ajtónak. - Jon drückt gegen die Tür. :30. Nem nyílik ki. - Sie geht nicht auf. :31. Kétszer belerúg. - Er tritt zweimal dagegen. :32. Most kinyílik. - Jetzt geht sie auf. :33. Régi fa szaga van. - Es riecht nach altem Holz. :34. És cigarettaszag. - Und nach Zigaretten. :35. Ez a szag. - Dieser Geruch. :36. Kari jól ismeri. - Kari kennt ihn gut. :37. Egy pillanatig mozdulatlanul áll. - Sie steht einen Moment still. :38. Jon bemegy. - Jon geht rein. :39. A falon egy mentőmellény lóg. - An der Wand hängt eine Schwimmweste. :40. Alatta gumicsizmák állnak. - Darunter stehen Gummistiefel. :41. Nagy gumicsizmák. - Große Gummistiefel. :42. Negyvenötös méret. - Nummer 45. :43. Az apjuknak nagy lába volt. - Ihr Vater hatte große Füße. :44. Egy polcon naptár fekszik. - Auf einem Regal liegt ein Kalender. :45. 2019-ből való. - Er ist von 2019. :46. Senki sem lapozta tovább. - Niemand hat ihn umgeblättert. :47. Kari leül egy üres ládára. - Kari setzt sich auf eine leere Kiste. :48. Az eső dobol a tetőn. - Der Regen trommelt auf das Dach. :49. Hangosan és egyenletesen. - Laut und gleichmäßig. :50. Jon körülnéz. - Jon sieht sich um. :51. A falon két szög van. - An der Wand hängen zwei Nägel. :52. Rajtuk egy horgászbot lóg. - Daran hängt eine Angel. :53. Jon leveszi. - Jon nimmt sie herunter. :54. Mindkét kezében tartja. - Er hält sie in beiden Händen. :55. A zsinór összegabalyodott. - Die Schnur ist verwickelt. :56. A horog rozsdás. - Der Haken ist rostig. :57. Jon nem mond semmit. - Jon sagt nichts. :58. Csak nézi a horgászbotot. - Er schaut die Angel nur an. :59. Kari feláll. - Kari steht auf. :60. Odamegy hozzá. - Sie geht zu ihm. :61. Röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. :62. Aztán visszaadja. - Dann gibt sie sie zurück. :63. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :64. Jon bólint. - Jon nickt. :65. Leteszi a horgászbotot a régi munkapadra. - Er legt die Angel auf die alte Werkbank. :66. Egyébként sem visznek magukkal semmit. - Sonst nehmen sie auch nichts mit. :67. A naptárt nem. - Den Kalender nicht. :68. A gumicsizmákat nem. - Die Gummistiefel nicht. :69. A félig teli benzineskannát nem. - Den halbvollen Benzinkanister nicht. :70. Mindent úgy hagynak, ahogy van. - Sie lassen alles so, wie es ist. :71. Kimennek. - Sie gehen raus. :72. Még mindig esik. - Es regnet immer noch. :73. Jon kezében egy kis lakat van. - Jon hat ein kleines Vorhängeschloss in der Hand. :74. Bezárja az ajtót. - Er schließt die Tür ab. :75. Ez az utolsó alkalom. - Das ist das letzte Mal. :76. Kari tartja a kulcsot. - Kari hält den Schlüssel. :77. A fjord felé néz. - Sie schaut zum Fjord. :78. Aztán eldobja. - Dann wirft sie ihn. :79. A kulcs átrepül a levegőn. - Der Schlüssel fliegt durch die Luft. :80. Beleeseik a vízbe. - Er fällt ins Wasser. :81. Halk csobbanás hallatszik. - Es macht ein leises Platschen. :82. Egy kis kör képződik. - Ein kleiner Kreis bildet sich. :83. Aztán újra minden csendes. - Dann ist alles wieder still. :84. Nem fordulnak meg. - Sie drehen sich nicht um. :85. Odamennek az autóhoz. - Sie gehen zum Auto. :86. Jon beül a volán mögé. - Jon setzt sich ans Steuer. :87. Beindítja a motort. - Er startet den Motor. :88. Az ablaktörlő újra elindul. - Der Scheibenwischer fängt wieder an. :89. Ugyanúgy nyikorog, mint korábban. - Er quietscht wie vorher. :90. Elindulnak. - Sie fahren. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső akkor kezd el esni, amikor elhagyják a várost. - Der Regen fängt an, als sie die Stadt verlassen. :2. Kari vezet, Jon mellette ül, és kinéz az ablakon. - Kari fährt, Jon sitzt daneben und schaut aus dem Fenster. :3. Nem beszélnek, de ez nem olyan csend, amely fáj. - Sie sprechen nicht, aber das ist keine Stille, die wehtut. :4. Az ablaktörlő ide-oda mozog, és minden harmadik alkalommal nyikorog. - Der Scheibenwischer bewegt sich hin und her und quietscht bei jedem dritten Mal. :5. Jon résnyire kinyitja az ablakot, mert friss levegőre van szüksége. - Jon öffnet das Fenster einen kleinen Spalt, weil er frische Luft braucht. :6. A hideg levegő beáramlik, Kari pedig gyors fokozatra kapcsolja az ablaktörlőt. - Die kalte Luft kommt herein und Kari schaltet den Wischer auf schnell. :7. Már egy órája vezet, és az út mindvégig üres. - Sie fährt schon seit einer Stunde und die Straße ist die ganze Zeit leer. :8. Az apjuk három hete halt meg, és ma ki kell üríteniük a fészerét. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben und heute müssen sie seinen Schuppen ausräumen. :9. Kari az utóbbi években az anyjukat ápolta, az apjukat pedig ritkán látogatta. - Kari hat in den letzten Jahren die Mutter gepflegt und den Vater selten besucht. :10. Jon tíz éve Bergenben él, és évente csak kétszer jön haza. - Jon lebt seit zehn Jahren in Bergen und kommt nur zweimal im Jahr nach Hause. :11. Ma van az utolsó alkalom. - Heute ist das letzte Mal. :12. A fészer közvetlenül a fjordnál áll, és úgy néz ki, mintha régóta senki sem használta volna. - Der Schuppen steht direkt am Fjord und sieht aus, als hätte ihn lange niemand benutzt. :13. Jon száll ki először, és kétszer belerúg a régi ajtóba, amíg az végre kinyílik. - Jon steigt zuerst aus und tritt zweimal gegen die alte Tür, bis sie endlich aufgeht. :14. Azonnal szag árad ki belőle – régi fa, nedves föld és cigaretta. - Sofort kommt ein Geruch heraus – altes Holz, feuchter Boden und Zigaretten. :15. Kari egy pillanatra megáll az ajtóban, mert ismeri ezt a szagot. - Kari bleibt einen Moment in der Tür stehen, weil sie diesen Geruch kennt. :16. Nem mond róla semmit, de röviden a száján át vesz levegőt. - Sie sagt nichts darüber, aber sie atmet kurz durch den Mund. :17. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amely régen narancssárga volt. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, die früher orange war. :18. Alatta két gumicsizma áll, 45-ös méretben, tele régi sárral. - Darunter stehen zwei Gummistiefel, Größe 45, voll mit altem Schmutz. :19. Egy kis polcon egy 2019-es naptár fekszik, március hónapnál nyitva. - Auf einem kleinen Regal liegt ein Kalender von 2019, offen auf dem Monat März. :20. Néhány mezőben szavak állnak, de Kari nem olvassa el őket. - In einigen Feldern stehen Wörter, aber Kari liest sie nicht. :21. Jon a fészer közepén áll, és meg sem mozdul. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und rührt sich nicht. :22. Az eső hangosan dobol a hullámbádogtetőn, és hangosabbá teszi a hallgatást. - Der Regen trommelt laut auf das Wellblechdach und macht das Schweigen lauter. :23. Kari leül egy üres faládára, és vár, anélkül hogy tudná, mire. - Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste und wartet, ohne zu wissen, worauf. :24. A hátsó falon két szög van, és ezeken a szögeken egy horgászbot lóg. - An der hinteren Wand hängen zwei Nägel, und an diesen Nägeln hängt eine Angelrute. :25. Jon leveszi, és maga elé tartja, mintha egy másik életből származó tárgy lenne. - Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich, als wäre es ein Gegenstand aus einem anderen Leben. :26. A zsinór összegabalyodott, a horog pedig barna a rozsdától. - Die Schnur ist verwickelt und der Haken ist braun vor Rost. :27. Lassan forgatja a horgászbotot a kezében, egy szót sem szól, és csak nézi. - Er dreht die Angel langsam in den Händen, sagt kein Wort und schaut sie nur an. :28. Kari feláll, odamegy hozzá, és röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Kari steht auf, geht zu ihm und nimmt die Angel kurz in die Hand. :29. Könnyebb, mint gondolta. - Sie ist leichter, als sie gedacht hat. :30. Visszaadja, és nyugodtan azt mondja: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Sie gibt sie zurück und sagt ruhig: „Den nehmen wir nicht mit." :31. Jon egyszer bólint, és leteszi a horgászbotot a régi munkapadra az ablak mellé. - Jon nickt einmal und legt die Angel auf die alte Werkbank neben dem Fenster. :32. Aztán röviden egymásra néznek, nem sokáig, de elég sokáig. - Dann schauen sie sich kurz an, nicht lange, aber lang genug. :33. Semmit sem visznek magukkal – sem a naptárt, sem a gumicsizmákat, sem a benzineskannát. - Sie nehmen nichts mit – nicht den Kalender, nicht die Gummistiefel, nicht den Benzinkanister. :34. Ez nem olyan döntés volt, amelyet együtt hoztak meg. - Das war keine Entscheidung, die sie zusammen getroffen haben. :35. Egyszerűen világos volt. - Es war einfach klar. :36. Együtt kimennek, és az esőben állnak, esernyő és kabát nélkül. - Sie gehen zusammen raus und stehen im Regen, ohne Schirm und ohne Jacke. :37. Jonnál van a kis lakat, és bezárja az ajtót. - Jon hat das kleine Vorhängeschloss dabei und schließt die Tür ab. :38. Kari a markában tartja a kulcsot, és a fjordra néz. - Kari hält den Schlüssel in der Faust und schaut auf den Fjord. :39. A víz szürke, és lassan mozog. - Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam. :40. Röviden lendületet vesz, és olyan messzire dobja a kulcsot, amennyire csak tudja. - Sie holt kurz aus und wirft den Schlüssel so weit sie kann. :41. A kulcs átrepül a nedves levegőn, beleesik a vízbe, és halk hangot ad. - Er fliegt durch die nasse Luft, fällt ins Wasser und macht ein leises Geräusch. :42. Egy kis kör képződik a felszínen, és azonnal újra eltűnik. - Ein kleiner Kreis bildet sich auf der Oberfläche und verschwindet sofort wieder. :43. Kari még egy pillanatig nézi, aztán megfordul. - Kari schaut noch einen Moment, dann dreht sie sich um. :44. Odamennek az autóhoz, anélkül hogy még egyszer visszanéznének. - Sie gehen zum Auto, ohne sich noch einmal umzusehen. :45. Jon beül a volán mögé, és szó nélkül beindítja a motort. - Jon setzt sich ans Steuer und startet den Motor ohne etwas zu sagen. :46. Az ablaktörlő nyikorogni kezd, pontosan úgy, mint az odaúton. - Der Scheibenwischer fängt an zu quietschen, genau wie auf der Hinfahrt. :47. Kari az ablaknak dönti a fejét, és becsukja a szemét. - Kari lehnt den Kopf gegen das Fenster und schließt die Augen. :48. Visszafelé mennek, és az eső nem áll el. - Sie fahren zurück, und der Regen hört nicht auf. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső röviddel a városhatár után kezdődik, először halkan veri a szélvédőt. - Der Regen beginnt kurz hinter der Stadtgrenze, erst leise gegen die Windschutzscheibe. :2. Aztán hangosabb lesz, míg az öreg Volvo tetejét úgy szólaltatja meg, mint egy dobot. - Dann wird er lauter, bis er das Dach des alten Volvo wie eine Trommel klingen lässt. :3. Kari vezet, mindkét keze a kormányon. - Kari fährt, beide Hände am Steuer. :4. Tekintete egyenesen az üres országútra szegeződik. - Ihr Blick geht geradeaus auf die leere Landstraße. :5. Jon az anyósülésen ül, könyökét az ajtónak támasztva. - Jon sitzt auf dem Beifahrersitz, den Ellenbogen auf die Tür gestützt. :6. Kifelé néz, mintha a vizes mezők és a szürke fák mondhatnának neki valamit, amit még nem tud. - Er schaut hinaus, als ob die nassen Felder und die grauen Bäume ihm etwas sagen könnten, was er noch nicht weiß. :7. Már majdnem egy órája nem szóltak egy szót sem, de egyiküknek sem hiányoznak a szavak. - Seit fast einer Stunde haben sie kein Wort gesprochen, aber keiner von beiden vermisst die Worte. :8. Az ablaktörlő minden harmadik fordulónál nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht bei jedem dritten Durchgang. :9. Egyenletes, tompa hang ez, amely úgy tapad meg a gondolatokban, mint egy dal, amelytől nem lehet szabadulni. - Es ist ein gleichmäßiges, stumpfes Geräusch, das sich in den Gedanken festsetzt wie ein Lied, das man nicht loswerden kann. :10. Jon résnyire kinyitja az oldalablakot, és beengedi a hideg levegőt. - Jon öffnet das Seitenfenster einen Spalt weit und lässt die kalte Luft hereinströmen. :11. Kari megjegyzés nélkül a leggyorsabb fokozatra fordítja az ablaktörlő kapcsolóját. - Kari dreht ohne Kommentar den Wischerschalter auf die schnellste Stufe. :12. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :13. Ez a mondat még idegenül hangzik a fejükben, mint valami, amit az ember olvasott, de még nem igazán értett meg. - Dieser Satz klingt in ihren Köpfen noch fremd, wie etwas, das man gelesen hat, aber noch nicht wirklich verstanden. :14. Ma semmit sem hoznak vissza. - Heute holen sie nichts zurück. :15. Csak azért jönnek, hogy lezárják. - Sie kommen nur, um abzuschließen. :16. A fészer egy keskeny murvás út végén áll, közvetlenül a fjord partján. - Der Schuppen liegt am Ende eines schmalen Schotterwegs direkt am Ufer des Fjords. :17. Félig rejtve áll három öreg nyírfa mögött, amelyeknek ágai ide-oda csapkodnak a szélben. - Er liegt halb versteckt hinter drei alten Birken, deren Äste im Wind hin und her schlagen. :18. Jon száll ki elsőként, és az ajtóhoz megy. - Jon steigt als erster aus und geht zur Tür. :19. Az ajtó már kívülről nézve is ferdén lóg a zsanérjain. - Die Tür hängt schon von außen schief in den Angeln. :20. Vállával nekifeszül, aztán kétszer erősen belerúg, míg a fa enged. - Er drückt mit der Schulter dagegen, dann tritt er zweimal kräftig dagegen, bis das Holz nachgibt. :21. Az ajtó kitárul, és kienged egy szagot, amely azonnal és figyelmeztetés nélkül ott van. - Die Tür schwenkt auf und gibt einen Geruch frei, der sofort und ohne Vorwarnung da ist. :22. Öreg, nedves fa, motorolaj szaga érződik, és mélyen alatta ott van az apa ismerős dohányszaga. - Es riecht nach altem, feuchtem Holz, Motorenöl, und tief darunter liegt der vertraute Tabakgeruch des Vaters. :23. Kari átlép a küszöbön, és megáll. - Kari tritt über die Schwelle und bleibt stehen. :24. Nem azért áll meg, mert szomorú, hanem mert a testnek néha kell egy pillanat, mielőtt továbbmegy. - Sie bleibt nicht stehen, weil sie traurig ist, sondern weil der Körper manchmal einen Moment braucht, bevor er weitermacht. :25. A falon egy kifakult mentőmellény lóg, hevederei lazák és az öregségtől porladók. - An der Wand hängt eine verblasste Schwimmweste, die Gurte lose und mürbe vor Alter. :26. Alatta két nagy gumicsizma áll, belsejükre rászáradt sár kérgesedett. - Darunter stehen zwei große Gummistiefel, deren Innenseiten mit getrocknetem Schlamm verkrustet sind. :27. Egy keskeny polcon egy 2019-es naptár fekszik, márciusnál kinyitva. - Auf einem schmalen Regal liegt ein Kalender des Jahres 2019, aufgeschlagen auf dem März. :28. Két kis mezőben bejegyzések állnak az apa ismerős, szoros kézírásával. - In zwei der kleinen Felder stehen Einträge in der vertrauten, engen Handschrift des Vaters. :29. Kari nem olvassa el őket. - Kari liest sie nicht. :30. Jon a helyiség közepén áll, kezét a nadrágzsebébe dugva. - Jon steht in der Mitte des Raumes, die Hände in den Hosentaschen. :31. Lassan körülnéz, mintha megpróbálna emlékezni valamire, amit valójában soha nem is tudott. - Er schaut langsam umher, als würde er versuchen, sich an etwas zu erinnern, das er nie wirklich gewusst hat. :32. Az eső egyenletesen dobol a hullámlemez tetőn, és olyan hanggal tölti meg a helyiséget, amely minden mást kisebbé tesz benne. - Der Regen trommelt gleichmäßig auf das Wellblechdach und füllt den Raum mit einem Geräusch, das alles andere darin kleiner macht. :33. A hátsó falon két rozsdás szög van. - An der hinteren Wand hängen zwei verrostete Nägel. :34. Ezekről a szögekről egy horgászbot lóg le, zsinórja többszörösen összegubancolódva, a végén a kis horog barnán és tompán a rozsdától. - Von diesen Nägeln hängt eine Angelrute herab, ihre Schnur mehrfach verwickelt, der kleine Haken am Ende braun und stumpf vor Rost. :35. Jon odalép, és két kézzel leemeli. - Jon tritt heran und nimmt sie mit beiden Händen herunter. :36. Lassan teszi, mintha törékeny volna. - Er tut es langsam, als wäre sie zerbrechlich. :37. Maga elé tartja, és nézi, a horgászbotot, amelyet valószínűleg már gyerekként is ismert. - Er hält sie vor sich und schaut sie an, die Angel, die er wahrscheinlich als Kind schon kannte. :38. Az arca semmit sem mutat, de a keze túl erősen tartja ahhoz képest, hogy közömbös volna. - Sein Gesicht zeigt nichts, aber seine Hände halten sie zu fest für jemanden, der gleichgültig ist. :39. Kari oldalról figyeli, és vár. - Kari beobachtet ihn von der Seite und wartet. :40. Nem tudja, mire is vár tulajdonképpen. - Sie weiß nicht, worauf sie eigentlich wartet. :41. Aztán odamegy hozzá, kiveszi a horgászbotot a kezéből, és egy pillanatig maga tartja. - Dann geht sie zu ihm, nimmt die Angel aus seinen Händen und hält sie einen Moment lang selbst. :42. Érzi a súlyát, amely szinte nincs is, és visszaadja neki. - Sie spürt das Gewicht, das fast keines ist, und gibt sie ihm zurück. :43. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :44. Nyugodtan mondja, kérdés nélkül a hangjában. - Sie sagt es ruhig und ohne Frage in der Stimme. :45. Jon bólint, és leteszi a horgászbotot a kis ablak alatti megviselt munkapadra. - Jon nickt und legt die Angel auf die verwitterte Werkbank unter dem kleinen Fenster. :46. Fél lépést hátralép, mintha ez olyan cselekedet volna, amely jelent valamit. - Er tritt einen halben Schritt zurück, als wäre das eine Handlung, die etwas bedeutet. :47. Semmit sem visznek magukkal ebből a fészerből. - Sie nehmen nichts mit aus diesem Schuppen. :48. Nem viszik el a naptárt, nem a gumicsizmákat, nem a sarokban álló, félig teli benzineskannát, amely semmi meghatározott dolog szagát nem árasztja. - Sie nehmen nicht den Kalender, nicht die Gummistiefel, nicht den halbvollen Benzinkanister mit, der in der Ecke steht und nach nichts Bestimmtem riecht. :49. Nincs olyan pillanat, amelyben ezt a döntést közösen meghoznák. - Es gibt keinen Moment, in dem sie diese Entscheidung gemeinsam treffen. :50. Mégis egyetértenek, anélkül hogy beszélnének róla. - Trotzdem sind sie sich einig, ohne darüber zu sprechen. :51. Kint, a fészer előtt az esőben állnak. - Draußen vor dem Schuppen stehen sie im Regen. :52. Az eső most ferdén esik, és átáztatja a kabátjukat. - Der Regen fällt jetzt schräg und durchnässt ihre Jacken. :53. Jon bezárja a lakatot, és még egyszer megforgatja, hogy biztos legyen benne. - Jon schließt das Vorhängeschloss zu und dreht noch einmal daran, um sicher zu gehen. :54. Aztán csak áll ott, mintha elfelejtette volna, mi következik. - Dann steht er einfach da, als hätte er vergessen, was als nächstes kommt. :55. Kari jobb kezében ott a kulcs. - Kari hat den Schlüssel in der rechten Hand. :56. Egy kicsi, könnyű fémdarab, amely most már semmit sem nyit ki, és semmi mást nem jelent, csak azt, amit ő tenni fog vele. - Er ist ein kleines, leichtes Stück Metall, das jetzt nichts mehr öffnet und nichts mehr bedeutet außer dem, was sie damit tun wird. :57. A fjordra néz. - Sie schaut auf den Fjord. :58. Az eső ezer kis körré változtatja a felszínét. - Der Regen verwandelt seine Oberfläche in tausend kleine Kreise. :59. Aztán lendületet vesz, és széles ívben a part fölé hajítja a kulcsot. - Dann holt sie aus und wirft den Schlüssel in einem weiten Bogen über das Ufer. :60. A kulcs átrepül a nedves levegőn, egyszer megfordul, és rövid, halk csobbanással éri a vizet. - Er fliegt durch die feuchte Luft, dreht sich einmal und trifft das Wasser mit einem kurzen, leisen Platsch. :61. A kialakuló kis kört azonnal elnyelik a többi körök. - Der kleine Kreis, der sich bildet, wird sofort von den anderen Kreisen verschluckt. :62. Kari még két-három másodpercig nézi azt a helyet, aztán megfordul és elindul. - Kari schaut noch zwei, drei Sekunden auf die Stelle, dann dreht sie sich um und geht. :63. Jon követi, anélkül hogy hátranézne. - Jon folgt ihr, ohne sich umzusehen. :64. Egyikük sem mond semmit az autóig vezető úton. - Keiner von beiden sagt etwas auf dem Weg zum Auto. :65. Ezúttal Jon ül a volánhoz. - Jon setzt sich diesmal ans Steuer. :66. Kari a hideg ablaküvegnek támasztja a fejét. - Kari lehnt den Kopf gegen die kalte Fensterscheibe. :67. A motor beindul. - Der Motor springt an. :68. Az ablaktörlő azonnal nyikorogni kezd, ugyanabban az ütemben, mint korábban. - Der Scheibenwischer beginnt sofort zu quietschen, derselbe Takt wie vorher. :69. Az előttük lévő út ugyanolyan üres, mint idefelé jövet. - Die Straße vor ihnen ist genauso leer wie auf der Hinfahrt. :70. Az eső nem áll el. - Der Regen hört nicht auf. :71. Mennek, és mögöttük ott marad a fészer az esőben, bezárva és elhagyatva. - Sie fahren, und hinter ihnen liegt der Schuppen im Regen, abgeschlossen und verlassen. :72. A horgászbot a munkapadon fekszik, a naptár a polcon, a gumicsizmák a földön – minden a helyén, és senki többé, aki eljönne. - Die Angel liegt auf der Werkbank, der Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden – alles an seinem Platz, niemand mehr, der kommt. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Az eső nem sokkal azután ered el, hogy maguk mögött hagyták a város utolsó házait, eleinte közönyös csepergésként a szélvédőn. - Der Regen setzt ein, kurz nachdem sie die letzten Häuser der Stadt hinter sich gelassen haben, zunächst ein gleichgültiges Tröpfeln gegen die Windschutzscheibe. :2. Perceken belül egyenletes dobolássá erősödik, amely minden beszélgetést fölöslegessé tesz, amelyet amúgy sem kezdett volna el senki. - Binnen Minuten steigert es sich zu einem gleichmäßigen Trommeln, das jedes Gespräch überflüssig macht, das ohnehin niemand begonnen hätte. :3. Kari úgy vezet, ahogy mindig vezet – mindkét kezével a kormányon. - Kari fährt, wie sie immer fährt – beide Hände am Steuer. :4. Tekintete az útra szegeződik, mintha az összpontosítás valamiféle védelem volna az ellen, amit nem lehet elhalasztani. - Ihr Blick ist auf die Straße gerichtet, als wäre Konzentration eine Form von Schutz vor dem, was man nicht aufschieben kann. :5. Jon kissé hátrébb tolta az ülését, és fejét enyhén oldalra fordította. - Jon hat seinen Sitz ein Stück nach hinten geschoben und den Kopf leicht zur Seite gewandt. :6. Tekintete a tájra irányul, amely az esőben elveszíti a színeit és szürkévé válik, egységessé és tágassá, mintha a világ úgy döntött volna, hogy ezen a napon semmit sem gondol hozzá. - Sein Blick ist auf die Landschaft gerichtet, die im Regen ihre Farben verliert und grau wird, einheitlich und weit, als hätte die Welt beschlossen, sich für diesen Tag nichts dabei zu denken. :7. Az ablaktörlő olyan ritmusban dolgozik, amely nem egészen egyezik az esővel. - Der Scheibenwischer arbeitet in einem Rhythmus, der nicht ganz mit dem Regen übereinstimmt. :8. Minden harmadik húzásnál a gumi rövid, magas nyikkanást ad ki, amely rövid idő után a tudat hátterébe húzódik, anélkül hogy eltűnne. - Bei jedem dritten Durchgang gibt das Gummi ein kurzes, hohes Quietschen von sich, das sich nach kurzer Zeit in den Hintergrund des Bewusstseins schiebt, ohne zu verschwinden. :9. Jon résnyire kinyitja az ablakot, nem szélesre, de éppen eléggé ahhoz, hogy a hideg, nedves levegő vékony áramlatot küldjön az autó belsejébe. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt, nicht weit, aber genug, dass die kalte, feuchte Luft einen dünnen Strom ins Wageninnere schickt. :10. Kari gyors fokozatra állítja az ablaktörlőt, anélkül hogy levenné tekintetét az útról, és anélkül hogy bármit mondana hozzá. - Kari stellt den Wischer auf schnell, ohne den Blick von der Straße zu nehmen und ohne etwas dazu zu sagen. :11. Az apjuk három héttel ezelőtt meghalt, és ennek a mondatnak még mindig megvan az a különös minősége, amely azoké a dolgoké, amelyek igazak, anélkül hogy igaznak érződnének. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, und dieser Satz hat noch immer jene seltsame Qualität von Dingen, die wahr sind, ohne sich wahr anzufühlen. :12. Valahol rajtuk kívül létezik, pontosan és megváltoztathatatlanul, és arra vár, hogy egyszer majd valóban elérjék. - Er existiert irgendwo außerhalb von ihnen, präzise und unveränderlich, und wartet darauf, dass sie ihn irgendwann wirklich erreichen. :13. Kari az utóbbi években az anyját ápolta, és ritkábban látogatta az apját, mint kellett volna. - Kari hat in den letzten Jahren die Mutter gepflegt und den Vater seltener besucht, als sie sollte. :14. Ez a tény úgy fekszik benne, mint egy kicsi, kemény kő, amelyet sem eldobni, sem figyelmen kívül hagyni nem lehet. - Diese Tatsache liegt in ihr wie ein kleiner, harter Stein, den man weder wegwerfen noch ignorieren kann. :15. Jon egy évtizede Bergenben él, évente kétszer jön, gyakrabban telefonál, mint ahányszor hazajön. - Jon ist seit einem Jahrzehnt in Bergen, kommt zweimal im Jahr, ruft öfter an als er kommt. :16. Ma jön ide utoljára – ezt már akkor megmondta magának, mielőtt felszállt volna a vonatra. - Heute ist das letzte Mal, dass er hierher fährt – das hat er sich selbst bereits gesagt, noch bevor er in den Zug gestiegen ist. :17. A kavicsos út, amely a fészerhez vezet, az esőtől felázott, és tele van pocsolyákkal, amelyek szélesebbek, mint nyáron volnának. - Der Schotterweg, der zum Schuppen führt, ist vom Regen aufgeweicht und voller Pfützen, die breiter sind, als sie es im Sommer wären. :18. Kari lassan vezet, hogy kímélje az autót. - Kari fährt langsam, um das Auto zu schonen. :19. A fészer egy kanyar mögött bukkan fel, félig elrejtve a nedves nyírfák mögött, a külső falak mállottak és foltosak, a hullámlemez tető sötét a nedvességtől és az időtől. - Der Schuppen taucht hinter einer Biegung auf, halb hinter den nassen Birken versteckt, die Außenwände verwittert und fleckig, das Wellblechdach dunkel vor Feuchtigkeit und Alter. :20. Úgy néz ki, ahogy mindig is kinézett – mintha az idő itt nem erő volna, hanem csupán állapot. - Er sieht aus, wie er immer ausgesehen hat – als wäre Zeit hier keine Kraft, sondern nur ein Zustand. :21. Jon kiszáll, mielőtt Kari leállította volna a motort, az ajtóhoz megy, és nekiveti a vállát. - Jon steigt aus, bevor Kari den Motor abgestellt hat, geht zur Tür und legt die Schulter dagegen. :22. Az ajtó nem enged azonnal; beleszorult a nedves keretbe, mint valami, amit nem akarnak kinyitni, és csak a második rúgás után tárul ki nyikorogva. - Die Tür gibt nicht sofort nach; sie klemmt im feuchten Rahmen wie etwas, das nicht aufgemacht werden möchte, und erst nach dem zweiten Tritt mit dem Fuß schwenkt sie knarrend auf. :23. A szag előjel és kímélet nélkül érkezik – nedves, öreg fa, motorolaj, dohány, annak a helynek az összetéveszthetetlen szaga, amelyet valaki sokáig használt, és amelyet most már elhasználtak. - Der Geruch kommt ohne Vorwarnung und ohne Rücksicht – feuchtes, altes Holz, Motorenöl, Tabak, jener unverwechselbare Geruch eines Ortes, den jemand lange benutzt hat und der nun benutzt wurde. :24. Kari az ajtónyílásban áll, és egy lélegzetvételnyi ideig megáll, nem érzelgősségből, hanem mert az agynak néha kell egy másodperc, hogy eldöntse, hogyan bánjon valamivel. - Kari steht in der Türöffnung und hält einen Atemzug lang inne, nicht aus Sentimentalität, sondern weil das Gehirn manchmal eine Sekunde braucht, um zu entscheiden, wie es mit etwas umgeht. :25. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amelynek narancsszínét kifakította a fény és az évek, a hevederek petyhüdtek és porhanyósak, mintha már csak megszokásból tartanák össze magukat. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, deren Orange das Licht und die Jahre ausgewaschen haben, die Gurte schlaff und mürbe, als würden sie nur noch aus Gewohnheit zusammenhalten. :26. Alatta két 45-ös méretű gumicsizma áll, száradt sár rétegével kibélelve, mintha valaki az utolsó kirándulás után egyszerűen odatette volna őket, és elfelejtette volna, hogy lesznek még más kirándulások is – amelyek aztán persze már nem voltak. - Darunter stehen zwei Gummistiefel der Größe 45, die mit einer Schicht getrockneten Schlamms ausgekleidet sind, als hätte jemand sie nach dem letzten Ausflug einfach hingestellt und vergessen, dass es noch andere Ausflüge geben würde – was es dann ja auch nicht mehr gab. :27. Egy keskeny polcon, amelyet egyetlen szög tart, és amely enyhén előre lejt, egy 2019-es falinaptár fekszik, március hónapnál kinyitva. - Auf einem schmalen Regal, das mit einem einzigen Nagel befestigt ist und leicht nach vorne neigt, liegt ein Wandkalender von 2019, aufgeschlagen auf dem Monat März. :28. Ott két bejegyzés áll apró, szögletes írással, amelyeket Kari úgy olvas el, hogy nem olvas, mielőtt továbbengedi a tekintetét. - Dort stehen zwei Einträge in kleiner, eckiger Schrift, die Kari liest, ohne zu lesen, bevor sie den Blick weiterwandern lässt. :29. Jon a fészer közepén áll, és lassan megfordul a saját tengelye körül, mintha leltárt készítene egy olyan tulajdonról, amelyhez soha nem figyelt oda igazán. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um die eigene Achse, als würde er Inventur machen von einem Besitz, dem er nie wirklich zugehört hat. :30. Az eső a tetőn olyan egyenletes és hangos, hogy teljesen kitölti a teret, és minden mást benne – a csendet, a gondolatokat, az apa hiányát – kisebbnek láttat. - Der Regen auf dem Dach ist so gleichmäßig und laut, dass er den Raum vollständig ausfüllt und alles andere darin – die Stille, die Gedanken, die Abwesenheit des Vaters – kleiner wirken lässt. :31. A horgászbot két régi szögön lóg a hátsó falon. - Die Angel hängt an zwei alten Nägeln an der hinteren Wand. :32. Szinte észrevétlenül lóg az árnyékok és a gyenge fény között, amely az egyetlen kis ablakon esik be, amely soha nem volt tiszta. - Sie hängt fast unauffällig zwischen Schatten und dem schwachen Licht, das durch das einzige kleine Fenster fällt, das nie sauber war. :33. Jon veszi észre először, odalép hozzá, és mindkét kezével leveszi a szögekről. - Jon sieht sie zuerst, tritt heran und nimmt sie mit beiden Händen von den Nägeln. :34. Lassan és megfontoltan teszi, úgy, ahogy az ember olyan dolgokhoz ér, amelyeknél nem biztos benne, mit váltanak ki. - Er tut es langsam und bedächtig, so wie man Dinge anfasst, bei denen man nicht sicher ist, was sie auslösen. :35. A zsinór többszörösen önmaga köré van tekerve, a végén lévő horog rozsdával fedett, a nyél jól fogható és elkopott azokon a helyeken, ahol egy kéz éveken át tartotta. - Die Schnur ist mehrfach um sich selbst gewickelt, der Haken am Ende mit Rost überzogen, der Griff griffig und abgewetzt an den Stellen, an denen eine Hand ihn über Jahre gehalten hat. :36. Ugyanaz a kéz, amelynek szaga még valahol ebben a térben függ, láthatatlanul és makacsul. - Es ist dieselbe Hand, deren Geruch noch irgendwo in diesem Raum hängt, unsichtbar und hartnäckig. :37. Jon maga elé tartja a horgászbotot, és nézi, elég hosszan ahhoz, hogy Kari felfigyeljen rá, aki addig a munkapad mellett állt, és semmi különöset nem tett. - Jon hält die Angel vor sich und schaut sie an, lange genug, dass Kari aufmerksam wird, die bis dahin neben der Werkbank gestanden und nichts besonderes getan hat. :38. Odamegy hozzá gondolkodás nélkül, kiveszi a horgászbotot a kezéből, egy pillanatig tartja, érzi a szinte súlytalan súlyt a tenyerében, majd visszaadja, mert semmi mást nem tud és nem is akar kezdeni vele. - Sie geht zu ihm, ohne nachzudenken, nimmt die Angel aus seinen Händen, hält sie einen Moment, spürt das fast gewichtslose Gewicht in den Handflächen und gibt sie zurück, weil sie nichts anderes mit ihr anfangen kann und will. :39. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :40. Nem úgy hangzik, mint egy döntés, hanem mint valaminek a kimondása, ami már régen eldőlt. - Es klingt nicht wie eine Entscheidung, sondern wie das Aussprechen von etwas, das bereits vor langer Zeit entschieden wurde. :41. Jon a horgászbotot a munkapadra teszi, és hátralép. - Jon legt die Angel auf die Werkbank und tritt zurück. :42. Egyikük sem néz rá még egyszer. - Keiner von beiden schaut sie noch einmal an. :43. Úgy hagyják el a fészert, ahogy találták – semmit nem vettek ki, semmit nem változtattak meg, a naptár a polcon, a gumicsizmák a padlón, a benzineskanna a sarokban. - Sie verlassen den Schuppen so, wie sie ihn vorgefunden haben – nichts entnommen, nichts verändert, der Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden, der Benzinkanister in der Ecke. :44. Minden azon a helyen van, ahová valaki tette, aki már nem jön vissza, és aki talán már akkor is tudta, hogy nem a visszatérés számít. - Alles ist an dem Platz, an den es gestellt wurde von jemandem, der nicht mehr zurückkommt und der vielleicht auch damals schon gewusst hat, dass es auf das Wiederkommen nicht ankommt. :45. Odakint, a fészer előtt ferdén és hidegen esik az eső, és ők ott állnak benne, esernyő nélkül, sietség nélkül. - Draußen vor dem Schuppen fällt der Regen schräg und kalt, und sie stehen darin, ohne Schirm, ohne Eile. :46. Mintha nem volna értelme védekezni valami ellen, ami úgyis mindenütt van, és ezen a napon úgyis mindenhova velük tart. - Es ist, als hätte es keinen Sinn, sich gegen etwas zu schützen, das ohnehin überall ist und ohnehin an diesem Tag überallhin mitkommt. :47. Jon becsukja a lakatot, egy rövid rántással ellenőrzi, aztán elengedi. - Jon schließt das Vorhängeschloss, prüft es mit einem kurzen Ruck und lässt es dann los. :48. Kari már a kezében tartja a kulcsot, egy kicsi, könnyű, teljesen értelmetlenné vált fémdarabot, amelyet egy pillanatig néz, mintha mérlegelné, van-e egyáltalán mit mérlegelni, mielőtt széles, majdnem hanyag ívben a part fölött a fjordba dobja. - Kari hat den Schlüssel bereits in der Hand, ein kleines, leichtes, vollkommen sinnlos gewordenes Stück Metall, das sie einen Moment lang anschaut, als würde sie erwägen, ob es etwas zu überlegen gibt, bevor sie ihn in einem weiten, fast lässigen Bogen über das Ufer in den Fjord wirft. :49. Kétszer megfordul a levegőben, és olyan hanggal találja el a vizet, amelyet alig lehet hallani. - Er dreht sich zweimal in der Luft und trifft das Wasser mit einem Laut, der kaum zu hören ist. :50. A kis kör, amely a felszínen kialakul, azonnal elnyelődik az eső köreiben, és eltűnik, mintha soha nem is alakult volna ki, ami bizonyos értelemben így is van. - Der kleine Kreis, der sich auf der Oberfläche bildet, wird sofort von den Kreisen des Regens aufgesogen und verschwindet, als hätte er sich nie gebildet, was er, in gewissem Sinne, auch nicht hat. :51. Kari megfordul, anélkül hogy megjelölné a helyet. - Kari dreht sich um, ohne die Stelle zu markieren. :52. Azt sem jegyzi meg, milyen messzire repült. - Sie merkt sich auch nicht, wie weit er geflogen ist. :53. Az autóhoz mennek, ezúttal Jon veszi át a kormányt, és közben nem mond semmit. - Sie gehen zum Auto, Jon übernimmt diesmal das Steuer und sagt dabei nichts. :54. Kari a halántékát az utasoldali ablak hideg üvegének támasztja, és félig lehunyja a szemét. - Kari lehnt die Schläfe gegen das kalte Glas der Beifahrerscheibe und schließt die Augen halb. :55. A motor beindul, az ablaktörlő újra munkához lát. - Der Motor springt an, der Scheibenwischer nimmt seine Arbeit wieder auf. :56. Ugyanaz a nyikkanás, ugyanaz a kissé eltolódott ritmus, mintha az odaút soha nem szakadt volna meg. - Es ist dasselbe Quietschen, derselbe leicht verschobene Rhythmus, als wäre die Hinfahrt nie unterbrochen worden. :57. Az út üres, az eső változatlan, és mögöttük a fészer lezárva és érintetlenül fekszik a nyírfák nedves félhomályában. - Die Straße ist leer, der Regen unverändert, und hinter ihnen liegt der Schuppen abgeschlossen und unberührt im nassen Halbdunkel der Birken. :58. A horgászbot a munkapadon fekszik, a naptár a polcon, nyitva egy hónapnál, amelyet senki sem fog többé átlapozni. - Die Angel liegt auf der Werkbank, der Kalender auf dem Regal, offen auf einem Monat, den niemand mehr umblättern wird. :59. Mennek tovább, és egyikük sem mondja ki, mi volt ez a nap. - Sie fahren, und keiner von beiden sagt, was dieser Tag gewesen ist. :60. Vannak dolgok, amelyeknek nincs szükségük szóra ahhoz, hogy megmaradjanak. - Manche Dinge brauchen kein Wort, um zu bleiben. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső még azelőtt ered el, hogy a várost valóban maguk mögött hagyták volna, eleinte puszta csepergésként a szélvédőn, amelyet az ember figyelmen kívül hagyhatna, ha akarna. - Der Regen setzt ein, noch bevor sie die Stadt wirklich hinter sich gelassen haben, zunächst als bloßes Tröpfeln gegen die Windschutzscheibe, das man ignorieren könnte, wenn man wollte. :2. Néhány percen belül azzá az egyenletes, súlyos dobolássá sűrűsödik, amely teljesen birtokba veszi a régi Volvo belső terét, és a beszélgetés minden formáját nem megakadályozza ugyan, de fölöslegessé teszi – ami ebben az esetben ugyanarra megy ki. - Binnen weniger Minuten verdichtet es sich zu jenem gleichmäßigen, schweren Trommeln, das den Innenraum des alten Volvo vollständig in Beschlag nimmt und jede Form von Gespräch nicht verhindert, aber überflüssig macht – was, in diesem Fall, auf dasselbe hinausläuft. :3. Kari úgy vezet, ahogy mindig vezet, amikor valami nincs rendben: két kézzel a kormányon, hátát kissé előredöntve. - Kari fährt, wie sie immer fährt, wenn etwas nicht stimmt: beide Hände am Steuer, der Rücken leicht nach vorne geneigt. :4. Tekintete olyan intenzitással szegeződik az útra, amely inkább menekülésnek látszik, mint összpontosításnak, bár a kettő közötti határ, ha az ember őszinte, amúgy is elmosódik. - Ihr Blick ist auf die Straße gerichtet mit einer Intensität, die mehr nach Flucht aussieht als nach Konzentration, obwohl die Grenze zwischen beidem, wenn man ehrlich ist, ohnehin fließend ist. :5. Jon hátratolta az ülését, és fejét a fejtámlának vetette, nem aludt, de nem is volt igazán ébren abban az értelemben, hogy jelen lett volna. - Jon hat seinen Sitz zurückgeschoben und den Kopf gegen die Kopfstütze gelegt, nicht schlafend, aber auch nicht wirklich wach im Sinne von anwesend. :6. Tekintete a kinti tájra irányul, amely úgy húz el mellettük, mint valami, amit az ember már ismer, és ezért már nem is lát igazán – nedves mezők, szürke nyírfák, az ég olyan alacsonyan és egyformán, mintha elhatározta volna, hogy ezen a napon nem tesz különösebb erőfeszítést. - Sein Blick ist auf die Landschaft gerichtet, die draußen vorbeizieht wie etwas, das man schon kennt und deshalb nicht mehr wirklich sieht – nasse Felder, graue Birken, der Himmel so niedrig und gleichförmig, als hätte er beschlossen, sich an diesem Tag keine besondere Mühe zu geben. :7. Az ablaktörlő olyan ritmusban dolgozik, amely minimálisan eltolódik az eső ritmusához képest, és ez azt a sajátos befejezetlenségérzetet kelti, amely valahol az észlelés és az ideg között telepszik meg, anélkül, hogy valaha is valódi zavarrá nőné ki magát. - Der Scheibenwischer arbeitet in einem Rhythmus, der minimal versetzt ist zum Rhythmus des Regens, und das erzeugt jenes eigentümliche Gefühl von Unvollständigkeit, das sich irgendwo zwischen Wahrnehmung und Nerv einquartiert, ohne sich jemals zu einer echten Störung auszuwachsen. :8. Minden harmadik törlésnél a gumi rövid, magas nyikorgó hangot ad ki, amelyet Kari már rég nem hall, Jon pedig egyfajta tompa közönnyel vesz tudomásul, mintha valaki más életének egyik részlete volna. - Bei jedem dritten Durchgang gibt das Gummi ein kurzes, hohes Quietschen von sich, das Kari längst nicht mehr hört und das Jon mit einer Art stumpfer Gleichgültigkeit registriert, als wäre es ein Detail aus dem Leben eines anderen. :9. Amikor résnyire leengedi az ablakot, és beengedi a hideg vidéki levegőt, Kari anélkül, hogy ránézne vagy bármit mondana, a leggyorsabb fokozatra állítja az ablaktörlő kapcsolóját. - Als er das Fenster einen Spalt öffnet und die kalte Landluft hereinkommen lässt, dreht Kari den Wischerschalter auf die schnellste Stufe, ohne ihn anzuschauen, ohne etwas zu sagen. :10. Ebben, mint sok apró cselekvésben olyan testvérek között, akik ismerik egymást anélkül, hogy igazán ismernék egymást, egy egész történet rejlik közösen lakott gyermekkori évekről és a felnőtté válás lassú, feltartóztathatatlan sodródásáról, amely mindenkit a maga irányába hajt. - Darin steckt, wie in vielen kleinen Handlungen zwischen Geschwistern, die sich kennen, ohne sich wirklich zu kennen, eine ganze Geschichte über gemeinsam bewohnte Kindheitsjahre und die langsame, unaufhaltsame Drift der Erwachsenenwerdung, die jeden in eine eigene Richtung treibt. :11. Apjuk három hete halt meg, és ennek a mondatnak még mindig megvan az a zavarba ejtő minősége, hogy egyszerre közvetlen és valószerűtlen, amilyen minden végleges tény, mielőtt az ember valóban kapcsolatba kerül vele. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, und dieser Satz hat noch immer jene verwirrende Qualität des Unmittelbaren und gleichzeitig Unwirklichen, die alle definitiven Tatsachen haben, bevor man wirklich mit ihnen in Berührung gekommen ist. :12. A mondat létezik, pontosan és lezártan, valahol kettejükön kívül, és vár annak türelmével, ami megengedheti magának, hogy várjon. - Der Satz existiert, präzise und abgeschlossen, irgendwo außerhalb von beiden, und wartet mit der Geduld von etwas, das es sich leisten kann zu warten. :13. Kari az elmúlt három évben elkísérte az anyját annak hosszú haldoklásán keresztül, és közben ritkábban látogatta az apját, mint szerette volna. - Kari hat in den letzten drei Jahren die Mutter durch deren langes Sterben begleitet und den Vater dabei seltener besucht, als sie wollte. :14. Ez a hiány nem bűntudatként él benne, hanem tompa, alig lokalizálható fájdalomként, amelyet nem lehet megnevezni, és talán éppen ezért nem is oldódik fel. - Diese Lücke liegt in ihr nicht als Schuldgefühl, sondern als ein stumpfer, kaum lokalisierbarer Schmerz, der sich nicht benennen lässt und sich vielleicht auch deshalb nicht auflöst. :15. Jon egy évtizede Bergenben él, évente kétszer jön haza egy hosszú hétvégére, és éveken át próbálta a távolságot rendszerességgel ellensúlyozni. - Jon ist seit einem Jahrzehnt in Bergen, kommt zweimal im Jahr für ein langes Wochenende und hat über Jahre hinweg versucht, die Distanz durch Regelmäßigkeit zu kompensieren. :16. Mélyen belül tudja, hogy ez nem működött, és talán nem is működhet, mert bizonyos dolgoknál nincs értelmes megfelelés gyakoriság és közelség között. - Er weiß tief in sich, dass das nicht funktioniert hat und vielleicht auch nicht funktionieren kann, weil es bei manchen Dingen keine sinnvolle Entsprechung zwischen Häufigkeit und Nähe gibt. :17. Ma van az utolsó alkalom, ezt már az idefelé tartó vonatúton megmondta magának. - Heute ist das letzte Mal, das hat er sich bereits auf der Bahnfahrt hierher gesagt. :18. Annak a csendes eltökéltségével mondta ezt magának, aki olyan döntést hoz, amelyet nem akar visszavonni, még mielőtt megadhatná magának erre az alkalmat. - Er hat es sich mit der stillen Bestimmtheit von jemandem gesagt, der eine Entscheidung trifft, die er nicht rückgängig machen will, bevor er sich die Gelegenheit dazu nehmen kann. :19. A kavicsos út a fészerhez az állandó esőtől felázott, a pocsolyák olyan szélesek és zavarosak, hogy Kari lépésben vezet. - Der Schotterweg zum Schuppen ist vom anhaltenden Regen aufgeweicht, die Pfützen so breit und trüb, dass Kari im Schritttempo fährt. :20. A Volvo minden egyenetlenségnél halkan nyög, mintha neki is volna véleménye minderről, amelyet azonban megtart magának. - Der Volvo stöhnt bei jeder Unebenheit leise, als hätte auch er eine Meinung zu alledem, die er allerdings für sich behält. :21. A fészer egy enyhe kanyar mögött bukkan fel, félig elrejtve három öreg nyírfa mögött, amelyeknek törzse feketén fénylik a nedvességtől, ágaik pedig úgy csapkodnak a szélben, mint valami, ami nem tud megnyugodni. - Der Schuppen taucht hinter einer sanften Biegung auf, halb verborgen hinter drei alten Birken, deren Stämme schwarz vor Nässe glänzen und deren Äste im Wind schlagen wie etwas, das sich nicht beruhigen kann. :22. A hullámlemez tető sötét és foltos, a fa homlokzat pedig az előrehaladott mállásnak abban az állapotában van, amelyet már nem pusztulásnak kell nevezni, hanem olyan dolgok természetes halmazállapotának, amelyek régóta senkit sem érdekelnek. - Das Wellblechdach ist dunkel und gefleckt, die Holzfassade in jenem Zustand fortgeschrittener Verwitterung, der nicht mehr als Verfall zu bezeichnen ist, sondern als der natürliche Aggregatzustand von Dingen, die seit Langem niemanden mehr interessieren. :23. Jon még azelőtt kiszáll, hogy a motort leállították volna, Kari pedig hallja, ahogy belerúg az ajtóba – egyszer, kétszer. - Jon steigt aus, noch bevor der Motor abgestellt ist, und Kari hört ihn gegen die Tür treten – einmal, zweimal. :24. Aztán az öreg fa nyikorgó, vonakodó kinyílása jelzi neki, hogy az ellenállást leküzdötték, ideiglenesen és erőszakkal, mint oly sok mindent ebben a családban. - Dann signalisiert ihr das knarrende, widerstrebende Aufgehen des alten Holzes, dass der Widerstand überwunden ist, vorläufig und mit Gewalt, wie so vieles in dieser Familie. :25. A belülről áradó szag nem metafora és nem emlék, mielőtt aztán mégis azzá válik: nedves, kemény fa, motorok régi olaja, amelyeken már régóta nem dolgozott senki. - Der Geruch, der aus dem Inneren kommt, ist keine Metapher und keine Erinnerung, bevor er es dann doch ist: feuchtes, hartes Holz, das alte Öl von Motoren, an denen schon lange niemand mehr gearbeitet hat. :26. Mélyen alatta, kitartóan és eltörölhetetlenül, mint kommentár minden máshoz, ott van az apa ismerős dohányszaga, amely beette magát a fa pórusaiba, és ott is marad majd, sokkal az utolsó látogatás után, sokkal az utolsó lélegzet után. - Tief darunter liegt, beharrlich und unverwischbar wie ein Kommentar zu allem anderen, der vertraute Tabakgeruch des Vaters, der sich in die Poren des Holzes gefressen hat und dort bleiben wird, lange nach dem letzten Besuch, lange nach dem letzten Atemzug. :27. Kari átlép a küszöbön, és megáll, nem sokáig, de egy olyan pillanatra, amely észreveteti magát. - Kari tritt über die Schwelle und hält inne, nicht lange, aber einen Moment, der sich bemerkbar macht. :28. A testnek néha szüksége van valamiféle zsilipre aközött, ami odakint van, és aközött, ami odabent vár. - Der Körper braucht manchmal eine Art Schleuse zwischen dem, was draußen ist, und dem, was drinnen wartet. :29. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amelynek narancsszínét több évtized fénye halvány, mentegetőző sárgává fakította, a hevederek ernyedtek és porhanyósak, mintha csak azért tartanának még össze, mert nincs senki, aki szétszedné őket. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, deren Orange das Licht mehrerer Jahrzehnte zu einem blassen, entschuldigenden Gelbton ausgebleicht hat, die Gurte schlaff und mürbe, als hielten sie nur noch zusammen, weil es niemanden gibt, der sie auseinandernehmen würde. :30. Alatta két 45-ös gumicsizma áll, kiszáradt sár rétegével bélelve, amely annak az utolsó útszakasznak a negatívját rajzolja ki, amelyet valaki bennük megtett, valahol, valamikor, egy világban, amely most már nem érhető el. - Darunter stehen zwei Gummistiefel der Größe 45, ausgekleidet mit einer Schicht getrockneten Schlamms, die das Negativ der letzten Wegstrecke abbildet, die jemand in ihnen zurückgelegt hat, irgendwo, irgendwann, in einer Welt, die jetzt nicht mehr erreichbar ist. :31. Egy polcon, amely kissé előredől, és évek óta vár egy javításra, amelyet már senki sem fog elvégezni, egy 2019-es falinaptár fekszik, márciusnál kinyitva. - Auf einem Regal, das leicht nach vorne geneigt ist und seit Jahren auf eine Reparatur wartet, die niemand mehr vornehmen wird, liegt ein Wandkalender von 2019, aufgeschlagen auf dem März. :32. Ott két bejegyzés áll az apa szűk, szögletes kézírásával, amelyet Kari úgy olvas, hogy nem olvassa, és amelyek röviden felvillannak benne, mint valami, amit felismert az ember, majd azonnal újra eltűnnek. - Dort stehen zwei Einträge in der engen, eckigen Handschrift des Vaters, die Kari liest, ohne sie zu lesen, die kurz in ihr aufleuchten wie etwas, das man erkannt hat, und sofort wieder verschwinden. :33. Jon a fészer közepén áll, és nem mozdul, csak lassan forgatja a fejét, mintha megpróbálna emlékezni valamire, amit soha nem tudott, vagy talán soha nem is akart tudni. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und bewegt sich nicht, dreht nur langsam den Kopf, als würde er versuchen, sich an etwas zu erinnern, das er nie gewusst hat oder vielleicht nie wissen wollte. :34. Az eső a hullámlemez tetőn olyan kitartó és egyenletes, hogy kevésbé érződik hangnak, mint inkább a világ olyan állapotának, amely elől nem lehet kitérni, és amely ellen értelmetlen volna harcolni. - Der Regen auf dem Wellblechdach ist so anhaltend und gleichmäßig, dass er sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie ein Zustand der Welt, dem man sich nicht entziehen kann und gegen den zu kämpfen sinnlos wäre. :35. A horgászbot a hátsó falon lóg két rozsdás szögen, szinte mellékesen, szinte úgy, mint valami, amit a helyiség berendezésekor elfelejtettek, és később már nem tettek el. - Die Angel hängt an zwei verrosteten Nägeln an der hinteren Wand, fast beiläufig, fast wie etwas, das man bei der Einrichtung des Raumes vergessen hat und später nicht mehr weggeräumt hat. :36. A hely, amelyet elfoglalt, már hozzá tartozott. - Der Ort, den sie eingenommen hatte, gehörte bereits ihr. :37. Jon meglátja, és felé indul annak lassú határozottságával, aki nem tudja, mit fog tenni, ha odaér. - Jon sieht sie und geht auf sie zu mit der langsamen Bestimmtheit von jemandem, der nicht weiß, was er tun wird, wenn er angekommen ist. :38. Mégis szükségesnek tartja, hogy odamenjen. - Er hält es dennoch für notwendig hinzugehen. :39. Két kézzel veszi le a szögekről, óvatosan és sietség nélkül. - Er nimmt sie mit beiden Händen von den Nägeln, behutsam und ohne Eile. :40. Maga elé tartja olyan távolságban, amely sem közeli, sem távoli, és amely a horgászbotot valamiféle lebegésbe helyezi aközött, ami, és aközött, amit ebben a pillanatban jelent, vagy jelenthetne. - Er hält sie vor sich in einem Abstand, der weder nah noch fern ist und der die Angel in eine Art Schwebe versetzt zwischen dem, was sie ist, und dem, was sie in diesem Moment bedeutet oder bedeuten könnte. :41. A zsinór többszörösen önmaga köré tekeredett, a horog barna a rozsdától, a markolat két helyen simára és kopottra dörzsölődött ott, ahol egy kéz sok éven át tartotta. - Die Schnur ist mehrfach um sich selbst gewickelt, der Haken braun vor Rost, der Griff an zwei Stellen blank und abgewetzt, dort, wo eine Hand ihn über viele Jahre gehalten hat. :42. Nem az ő keze volt, de olyan kéz, amelyet ismert, amelynek gesztusait ismerte, anélkül, hogy valaha is egészen megértette volna, mi rejlett e gesztusok mögött. - Es war nicht seine Hand, aber eine Hand, die er kannte, deren Gesten er kannte, ohne je ganz verstanden zu haben, was sich hinter diesen Gesten verbarg. :43. Kari oldalról figyeli őt, mozdulatlanul. - Kari beobachtet ihn von der Seite, ohne sich zu bewegen. :44. Ebben a figyelésben nincs együttérzés és nincs távolság, hanem valami a kettő között, aminek nincs neve, és talán éppen ezért ez a legőszintébb, amit ebben a helyiségben egymásért fel tudnak mutatni. - In dieser Beobachtung liegt kein Mitgefühl und keine Distanz, sondern etwas dazwischen, das keinen Namen hat und vielleicht deshalb das Ehrlichste ist, was sie in diesem Raum füreinander aufbringen können. :45. Végül odamegy hozzá, kérdezés nélkül kiveszi a kezéből a horgászbotot, és maga tartja egy darabig. - Sie geht schließlich zu ihm, nimmt ihm die Angel aus den Händen, ohne zu fragen, und hält sie selbst einen Moment lang. :46. Tenyerében érzi a szinte súlytalan súlyt, egy olyan tárgy súlyát, amelynek jelentése nehezebb, mint az anyaga, aztán visszaadja, mert semmi mást nem tud kezdeni vele, és nem is akar semmi mást. - Sie spürt das fast gewichtslose Gewicht in den Handflächen, das Gewicht eines Gegenstands, dessen Bedeutung schwerer ist als seine Substanz, und gibt sie dann zurück, weil sie nichts anderes damit anfangen kann und auch nichts anderes will. :47. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :48. Ez sem döntésnek, sem javaslatnak nem hangzik, hanem valami nyugodt kimondásának, ami már régen eldőlt, mielőtt beléptek volna a fészerbe, talán még mielőtt egyáltalán ideindultak volna. - Es klingt weder wie eine Entscheidung noch wie ein Vorschlag, sondern wie das ruhige Aussprechen von etwas, das längst feststand, bevor sie den Schuppen betreten haben, möglicherweise bevor sie überhaupt hergefahren sind. :49. Jon a kis ablak alatti mállott munkapadra teszi a horgászbotot, és egy lépést hátralép. - Jon legt die Angel auf die verwitterte Werkbank unter dem kleinen Fenster und tritt einen Schritt zurück. :50. Ezután egyikük sem néz rá még egyszer, ahogy az ember már nem néz rá olyan dolgokra, amelyekről olyan döntést hozott, amelyet nem akar megbánni. - Keiner von beiden sieht sie danach noch einmal an, so wie man Dinge nicht mehr ansieht, über die man eine Entscheidung getroffen hat, die man nicht bereuen will. :51. Úgy hagyják el a fészert, hogy semmit nem visznek magukkal és semmit nem változtatnak meg: a naptár a polcon, a gumicsizma a földön, a benzineskanna a sarokban, a mentőmellény a falon marad. - Sie verlassen den Schuppen ohne etwas mitzunehmen und ohne etwas zu verändern, den Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden, den Benzinkanister in der Ecke, die Schwimmweste an der Wand. :52. Minden azon a helyen áll, ahová valaki tette, aki e dolgok elhelyezésekor talán már sejtette, hogy nem fog visszatérni, és ezt a sejtést talán nem szomorúságként élte meg, hanem valamiféle csendes megegyezésként azzal, ami elkerülhetetlen. - Alles steht an dem Platz, an den es gestellt wurde von jemandem, der beim Stellen dieser Dinge vielleicht schon ahnte, dass er nicht zurückkommen würde, und der diese Ahnung vielleicht nicht als Traurigkeit empfunden hat, sondern als eine Art stiller Übereinkunft mit dem, was unvermeidlich ist. :53. Odakint, a fészer előtt az eső ferdén és gyengülés nélkül zuhog rájuk, ők pedig benne állnak, nem menedéket keresve, és nem is közönyösen vele szemben, hanem egyszerűen benne. - Draußen vor dem Schuppen fällt der Regen schräg und ohne Abschwächung auf sie herab, und sie stehen darin, weder suchend nach Schutz noch gleichgültig dagegen, sondern einfach darin. :54. Úgy állnak benne, ahogy az ember valamiben áll, ami nagyobb nála, és amit ezért békén hagy. - Sie stehen darin, wie man in etwas steht, das größer ist als man selbst und das man deshalb in Ruhe lässt. :55. Jon bezárja a lakatot, röviden megforgatja, hogy megbizonyosodjon róla, majd elengedi. - Jon schließt das Vorhängeschloss, dreht kurz daran, um sicherzugehen, und lässt es dann los. :56. Olyan véglegességgel engedi el, amely nincs megrendezve, és éppen ezért súlyosabb. - Er lässt es mit einer Endgültigkeit los, die nicht inszeniert ist und gerade deshalb schwerer wiegt. :57. Kari zárt öklében tartja a kulcsot, egy kis, elnehezült fémdarabot, amely ebben a pillanatban egy egész hely súlyát hordozza, ahová most már nem fognak belépni. - Kari hält den Schlüssel in der geschlossenen Faust, ein kleines, schwer gewordenes Stück Metall, das in diesem Moment das ganze Gewicht eines Ortes trägt, den sie nun nicht mehr betreten werden. :58. A fjordra néz, amelynek felszínét az eső szüntelenül újrarendeződő körök mintázatává változtatja, amelyek átfedik egymást, feloldódnak és újra keletkeznek, szünet nélkül, szándék nélkül. - Sie schaut auf den Fjord, dessen Oberfläche der Regen in ein ständig sich neuordnendes Muster aus Kreisen verwandelt, die sich überlappen und auflösen und neu entstehen, ohne Pause, ohne Absicht. :59. Aztán meglendíti a karját, és hosszú, szinte hanyag ívben a part fölött a vízbe hajítja a kulcsot. - Dann holt sie aus und wirft den Schlüssel in einem langen, fast lässigen Bogen über das Ufer. :60. A kulcs megfordul a nedves levegőben, olyan hanggal esik a vízbe, amely alig hallható, és mégis tisztán kiválik minden másból, a kialakuló kis kört pedig azonnal utolérik és feloldják az eső körei, mintha a víznek nem volna ideje külön bánásmódra, és semmi oka nem volna a kulcsot másként fogadni, mint bármi mást. - Er dreht sich in der feuchten Luft, fällt ins Wasser mit einem Laut, der kaum zu hören ist und sich dennoch klar abhebt von allem anderen, und der kleine Kreis, der sich bildet, wird sofort von den Regenkreisen eingeholt und aufgelöst, als hätte das Wasser keine Zeit für Sonderbehandlung und keinen Grund, den Schlüssel anders zu empfangen als alles andere. :61. Kari nem nézi meg, hol süllyedt el. - Kari schaut nicht nach, wo er versunken ist. :62. Megfordul, és elindul. - Sie dreht sich um und geht. :63. Jon követi, egyikük sem beszél az autóig vezető úton. - Jon folgt ihr, keiner von beiden spricht auf dem Weg zum Auto. :64. Az autó az esőben vár rájuk, mint valami, ami megtanult várni, mert nem volt más választása. - Das Auto wartet im Regen auf sie wie etwas, das gelernt hat zu warten, weil es keine andere Wahl hatte. :65. Ezúttal Jon veszi át a vezetést, és kérdezés nélkül beül a volán mögé. - Jon übernimmt diesmal das Steuer und setzt sich, ohne zu fragen, ans Steuer. :66. Kari ezt egy kicsi, szinte észrevehetetlen bólintással nyugtázza, amely többet mond egy köszönömnél. - Kari quittiert das mit einem kleinen, fast unmerklichen Nicken, das mehr sagt als ein Dankeschön. :67. Halántékát a hideg üvegnek támasztja, félig lehunyja a szemét, és a motor beindul. - Sie lehnt die Schläfe gegen die kalte Scheibe, schließt die Augen halb, und der Motor springt an. :68. Az ablaktörlő újra szolgálatba áll, ugyanaz a nyikorgás, ugyanaz a kissé eltolódott ütem, mintha nem lett volna megszakítás, vagy mintha lett volna, de semmit sem változtatott volna azon, ami előtte volt, és ami most továbbmegy – ami talán a legőszintébb, amit erről a napról és erről a két emberről mondani lehet. - Der Scheibenwischer nimmt seinen Dienst wieder auf, dasselbe Quietschen, derselbe leicht verschobene Takt, als wäre die Unterbrechung nicht gewesen oder als wäre sie gewesen und hätte nichts geändert an dem, was vorher war und was jetzt weitergeht – was vielleicht das Ehrlichste ist, was man über diesen Tag und über diese beiden Menschen sagen kann. :69. Az előttük fekvő út üres és nedves, és visszavezet egy olyan világba, amelyben ez a fészer már nem fordul elő, amelyben egy horgászbot fekszik egy munkapadon, és senki sem jön, hogy elvigye. - Die Straße vor ihnen ist leer und nass und führt zurück in eine Welt, in der dieser Schuppen nicht mehr vorkommt, in der eine Angel auf einer Werkbank liegt und niemand kommt, sie zu holen. :70. Ebben a világban egy naptár 2019 márciusánál marad kinyitva, amíg maga a papír fel nem oldódik. - In dieser Welt bleibt ein Kalender auf dem März 2019 aufgeschlagen, bis das Papier selbst sich auflöst. :71. Egyikük sem mondja ki, mi volt ez a nap, nem azért, mert hiányoznak a szavak. - Keiner von beiden sagt, was dieser Tag war, nicht weil die Worte fehlen. :72. Vannak dolgok, amelyeket az ember megsért, ha megnevezi őket, és ezt mindketten tudják, anélkül, hogy valaha beszéltek volna róla. - Es gibt Dinge, die man beschädigt, wenn man sie benennt, und beide wissen das, ohne jemals darüber gesprochen zu haben. :73. Mennek tovább, az eső nem áll el, és mögöttük a fészer eltűnik a kanyarban, a távolságban és életük maradékában. - Sie fahren, und der Regen hört nicht auf, und hinter ihnen verschwindet der Schuppen in der Kurve und in der Entfernung und im Rest ihres Lebens. :74. A fészer mégis megmarad az életükben, nem olyan emlékként, amelyet előhív az ember, hanem valami mélyebbként és állandóbbként: annak csendes, feloldhatatlan bizonyosságaként, hogy vannak helyek, amelyeket az ember nem hagy el, akkor sem, ha nem tér vissza. - Der Schuppen wird dennoch in ihrem Leben bleiben, nicht als Erinnerung, die man aufruft, sondern als etwas Tieferes und Beständigeres: als die stille, unauflösliche Gewissheit, dass es Orte gibt, die man nicht verlässt, auch wenn man nicht zurückkommt. ------------------------- == 73 == 1 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt. :2. Tíz éve Milánóban él. - Sie lebt seit zehn Jahren in Mailand. :3. Ott egy tisztítóban dolgozik. - Sie arbeitet dort in einer Reinigung. :4. Ma busszal utazik haza. - Heute fährt sie mit dem Bus nach Hause. :5. A falu Dél-Olaszországban, Basilicatában fekszik. - Das Dorf liegt in Süditalien, in der Basilicata. :6. Az anyja meghalt. - Ihre Mutter ist gestorben. :7. Az anya házát el kell adni. - Das Haus der Mutter muss verkauft werden. :8. Elena gyorsan el akarja intézni, aztán újra el akar menni. - Elena will das schnell erledigen und wieder fahren. :9. A busz megáll a piactéren. - Der Bus hält auf dem Marktplatz. :10. Elena leszáll. - Elena steigt aus. :11. A szeptemberi hőség azonnal megcsapja. - Die Septemberhitze trifft sie sofort. :12. A levegő érett paradicsom és por szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten und Staub. :13. Ezt a szagot még jól ismeri. - Sie kennt diesen Geruch noch gut. :14. Régen szerette. - Früher hat sie ihn geliebt. :15. Most félelmet kelt benne. - Jetzt macht er ihr Angst. :16. A sarkon túl van egy műhely. - Um die Ecke ist eine Werkstatt. :17. Ott dolgozik Carlo. - Dort arbeitet Carlo. :18. Carlo harmincnyolc éves. - Carlo ist achtunddreißig Jahre alt. :19. Szerelő. - Er ist Mechaniker. :20. Még mindig a faluban él. - Er lebt noch immer im Dorf. :21. Elena meghallja a nevetését. - Elena hört sein Lachen. :22. Megáll. - Sie bleibt stehen. :23. Gyorsan ver a szíve. - Ihr Herz schlägt schnell. :24. El akar menni, de nem tud. - Sie will weggehen, aber sie kann nicht. :25. Carlo egy régi autó alatt áll. - Carlo steht unter einem alten Auto. :26. A karja fekete az olajtól. - Seine Arme sind schwarz von Öl. :27. Nem látja őt. - Er sieht sie nicht. :28. Elena túl sokáig nézi. - Sie sieht ihn zu lange an. :29. Carlo volt az első férfija. - Carlo war ihr erster Mann. :30. Ez tizenhat évvel ezelőtt volt. - Das war vor sechzehn Jahren. :31. Nagyon szerették egymást. - Sie liebten sich sehr. :32. Aztán Elena teherbe esett. - Dann wurde Elena schwanger. :33. A fiukat Matteónak hívják. - Ihr Sohn heißt Matteo. :34. Carlo nem maradt mellette. - Carlo blieb nicht bei ihr. :35. Elena nem tudta magánál tartani Matteót. - Elena konnte Matteo nicht bei sich behalten. :36. Matteo ma Carlo anyjánál él. - Matteo lebt heute bei Carlos Mutter. :37. Őt Signora Graziának hívják. - Die heißt Signora Grazia. :38. Hetvenéves. - Sie ist siebzig Jahre alt. :39. Ő neveli Matteót. - Sie zieht Matteo auf. :40. Este Elena elmegy Carlo házához. - Am Abend geht Elena zu Carlos Haus. :41. Egy régi, virágmintás ruhát visel. - Sie trägt ein altes geblümtes Kleid. :42. Carlo ajtót nyit. - Carlo öffnet die Tür. :43. Ránéz. - Er schaut sie an. :44. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja halkan. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er leise. :45. Elena nem mond semmit. - Elena sagt nichts. :46. Arcul üti. - Sie schlägt ihn ins Gesicht. :47. Carlo nem érinti meg az arcát. - Carlo fasst sich nicht an die Wange. :48. Csak nézi őt. - Er schaut sie nur an. :49. A szeme sötét. - Seine Augen sind dunkel. :50. Nem mondja: sajnálom. - Er sagt nicht: Es tut mir leid. :51. Éjjel Carlo érte megy. - In der Nacht holt Carlo sie ab. :52. Együtt mennek a garázsba. - Sie gehen zusammen in die Garage. :53. Ott régi autóüléseken ülnek. - Dort sitzen sie auf alten Autositzen. :54. Carlo kinyit egy üveg vörösbort. - Carlo öffnet eine Flasche Rotwein. :55. Ad neki egy poharat. - Er gibt ihr ein Glas. :56. Lassan isznak. - Sie trinken langsam. :57. Carlo megfogja a kezét. - Carlo nimmt ihre Hand. :58. Az ujjai melegek és érdesek. - Seine Finger sind warm und rau. :59. Elena hagyja. - Elena lässt es zu. :60. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja halkan. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie leise. :61. Carlo így válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motorokat javítani.” - Carlo antwortet: „Ich zeige ihm, wie man Motoren repariert." :62. Elena visszahúzza a kezét. - Elena nimmt ihre Hand zurück. :63. Többé nem szól egy szót sem. - Sie sagt kein Wort mehr. :64. Másnap reggel Elena korán felkel. - Am nächsten Morgen steht Elena früh auf. :65. Még sötét van. - Es ist noch dunkel. :66. Bepakolja a táskáját. - Sie packt ihre Tasche. :67. Nem a buszhoz megy. - Sie geht nicht zum Bus. :68. Signora Grazia házához megy. - Sie geht zu Signora Grazias Haus. :69. A konyhaablakon át meglátja Matteót. - Durch das Küchenfenster sieht sie Matteo. :70. Az asztalnál ül. - Er sitzt am Tisch. :71. Kenyeret márt tejbe. - Er tunkt Brot in Milch. :72. A nagymama végigsimít a fején. - Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. :73. Matteo nevet. - Matteo lacht. :74. Elena kint áll a hidegben. - Elena steht draußen im Kalten. :75. Homlokát az üveghez nyomja. - Sie drückt die Stirn gegen das Glas. :76. Egy percig csak nézi. - Eine Minute lang schaut sie nur. :77. Aztán megfordul. - Dann dreht sie sich um. :78. Elmegy a pályaudvarra. - Sie geht zum Bahnhof. :79. A vonat a nap felé halad. - Der Zug fährt in die Sonne. :80. De a nap már nem melegíti Elenát. - Aber die Sonne wärmt Elena nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, és már egy évtizede Milánóban él. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt und lebt seit einem Jahrzehnt in Mailand. :2. Ott dolgozik egy kis tisztítóban, nem messze a pályaudvartól. - Sie arbeitet dort in einer kleinen Reinigung, nicht weit vom Bahnhof. :3. Ma busszal utazott a szülőfalujába, mert meghalt az anyja. - Heute ist sie mit dem Bus in ihr Heimatdorf gefahren, weil ihre Mutter gestorben ist. :4. Az anya háza most üresen áll, és Elenának el kell adnia. - Das Haus der Mutter steht jetzt leer, und Elena muss es verkaufen. :5. Csak néhány napig akar maradni, aztán a lehető leggyorsabban újra el akar menni. - Sie will nur ein paar Tage bleiben und dann so schnell wie möglich wieder fahren. :6. Amikor a busz megáll a piactéren, Elena utolsóként száll le. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält, steigt Elena als Letzte aus. :7. A szeptemberi hőség azonnal megcsapja, mintha a levegő nehéz, meleg takaró volna. - Die Septemberhitze trifft sie sofort, als wäre die Luft eine schwere, warme Decke. :8. Érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyének régi olaja szaglik. - Es riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem alten Öl von Carlos Werkstatt. :9. Elena még jól ismeri ezt a szagot, hiszen itt nőtt fel, ezeken az utcákon és tereken. - Elena kennt diesen Geruch noch gut, denn sie ist hier aufgewachsen, auf diesen Straßen und Plätzen. :10. Régen szerette ezt a szagot, ma összeszorítja tőle a gyomra. - Früher hat sie diesen Geruch geliebt, heute macht er ihr den Magen eng. :11. Mielőtt meglátná Carlót, meghallja a nevetését – hangosan és mélyen, ahogyan még az emlékeiben él. - Bevor sie Carlo sieht, hört sie sein Lachen – laut und tief, wie sie es noch aus der Erinnerung kennt. :12. A sarkon túl áll a műhelye előtt, és egy behorpadt motorháztető fölé hajol. - Er steht um die Ecke vor seiner Werkstatt und beugt sich über eine zerbeulte Motorhaube. :13. Az ingujja fel van tűrve, a karja fekete a kenőanyagtól, pontosan úgy, mint akkoriban. - Seine Ärmel sind hochgekrempelt und seine Arme schwarz von Schmiere, genau wie damals. :14. Elena megáll a járdán, és nem tud továbbmenni, pedig akar. - Elena bleibt auf dem Bürgersteig stehen und kann nicht weitergehen, obwohl sie es will. :15. Túl sokáig nézi őt, aztán Carlo megfordul. - Sie schaut ihn zu lange an, und dann dreht er sich um. :16. Carlo volt az első férfija, ez tizenhat éve volt, amikor még mindketten fiatalok voltak. - Carlo war ihr erster Mann, das war vor sechzehn Jahren, als sie beide noch jung waren. :17. Nagyon szerették egymást, de amikor Elena teherbe esett, Carlo nem maradt mellette. - Sie liebten sich sehr, aber als Elena schwanger wurde, blieb Carlo nicht bei ihr. :18. Elena nem tudta magánál tartani a fiát, Matteót, mert a fiú minden nap az árulásra emlékeztette volna. - Elena konnte ihren Sohn Matteo nicht bei sich behalten, weil sie ihn jeden Tag an den Verrat erinnert hätte. :19. Ezért Matteo ma Carlo anyjánál, Signora Graziánál él, aki hetvenéves, és mindent az ablakból figyel. - Deshalb lebt Matteo heute bei Carlos Mutter, Signora Grazia, die siebzig Jahre alt ist und alles vom Fenster aus beobachtet. :20. Este Elena felveszi régi virágos ruháját, és elmegy Carlo házához. - Am Abend zieht Elena ihr altes geblümtes Kleid an und geht zu Carlos Haus. :21. Nem tudja pontosan, miért teszi ezt, de a lába mégis felviszi a lépcsőn. - Sie weiß nicht genau, warum sie das tut, aber ihre Füße gehen trotzdem die Treppe hinauf. :22. Carlo kinyitja az ajtót, és hosszú pillanatig némán nézi őt. - Carlo öffnet die Tür und schaut sie einen langen Moment schweigend an. :23. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja végül halkan, mosoly nélkül. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er schließlich, mit leiser Stimme und ohne zu lächeln. :24. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :25. Carlo nem fogja meg az arcát, és azt sem mondja, hogy sajnálja. - Carlo fasst sich nicht an die Wange und sagt auch nicht, dass es ihm leidtut. :26. Csak nézi őt, sötét szemmel, megbánás nélkül, és ez majdnem rosszabb minden másnál. - Er schaut sie nur an, die Augen dunkel und ohne Reue, und das ist fast schlimmer als alles andere. :27. Nem sokkal éjfél után Carlo elhozza őt az anyja háza előtti lépcsőről. - Kurz nach Mitternacht holt Carlo sie von der Treppe vor dem Haus ihrer Mutter ab. :28. Együtt mennek be a régi garázsba, ahol két szakadt autóülés áll a betonpadlón. - Sie gehen zusammen in die alte Garage, wo zwei zerschlissene Autositze auf dem Betonboden stehen. :29. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük, és kérdezés nélkül tölt neki egy pohárral. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie und schenkt ihr ein Glas ein, ohne zu fragen. :30. Megfogja Elena kezét, az ujjai érdesek és melegek, és még mindig olajszagúak. - Er greift nach ihrer Hand, seine Finger sind rau und warm und riechen noch immer nach Öl. :31. Elena hagyja, pedig tudja, hogy nem kellene. - Elena lässt es zu, obwohl sie weiß, dass sie es nicht sollte. :32. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja halkan, anélkül hogy ránézne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie leise, ohne ihn anzusehen. :33. Carlo nagyot kortyol a borból, aztán nyugodtan válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit apám valaha adott nekem.” - Carlo nimmt einen langen Schluck Wein und antwortet dann ruhig: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :34. Elena erre nem mond semmit, de lassan visszahúzza a kezét. - Elena sagt darauf nichts, aber sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :35. Másnap reggel Elena még napkelte előtt felkel, és sötétben összepakolja a táskáját. - Am nächsten Morgen steht Elena noch vor Sonnenaufgang auf und packt ihre Tasche im Dunkeln. :36. Nem megy azonnal a pályaudvarra, hanem kerülőt tesz Signora Grazia házához. - Sie geht nicht sofort zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg zu Signora Grazias Haus. :37. A kivilágított konyhaablakon át látja Matteót, aki az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe. - Durch das erleuchtete Küchenfenster sieht sie Matteo, der am Tisch sitzt und Brot in Milch tunkt. :38. Tízéves, sötét haja van, és úgy néz ki, mint Carlo, ezt Elena távolról is látja. - Er ist zehn Jahre alt, hat dunkle Haare und sieht aus wie Carlo, das sieht sie auch aus der Entfernung. :39. Az öreg Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején. - Die alte Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf. :40. Elena a homlokát a hideg ablaküveghez nyomja, és egy teljes percig nézi őket. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Fensterglas und schaut eine ganze Minute lang zu. :41. Aztán megfordul, szó nélkül elmegy a pályaudvarra, és felszáll az első Milánóba tartó vonatra. - Dann dreht sie sich um, geht ohne Worte zum Bahnhof und steigt in den ersten Zug nach Mailand. :42. A vonat a felkelő nap felé halad, de a nap ezen a reggelen már nem melegíti Elenát. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne hinein, aber die Sonne wärmt Elena an diesem Morgen nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, és már egy évtizede egy tisztítóban dolgozik a milánói pályaudvar közelében. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt und arbeitet seit einem Jahrzehnt in einer Reinigung nahe dem Mailänder Bahnhof. :2. Ez idő alatt soha nem gondolt arra, hogy visszatérjen. - In dieser Zeit hat sie nie daran gedacht, zurückzukehren. :3. Amikor az anyja meghal, nem marad választása: a házat el kell adni. - Als ihre Mutter stirbt, bleibt ihr keine Wahl: Das Haus muss verkauft werden. :4. Ehhez valakinek oda kell utaznia, és ez a valaki ő. - Dafür muss jemand hinfahren, und dieser Jemand ist sie. :5. A buszút négy óráig tart, és Elena az idő nagy részében alszik. - Die Busfahrt dauert vier Stunden, und Elena schläft die meiste Zeit. :6. Vagy legalábbis úgy tesz, mintha aludna, hogy ne kelljen beszélnie a mellette ülő öregemberrel, aki fokhagymaszagú, és egy rádiót tart az ölében. - Oder sie tut zumindest so, als würde sie schlafen, um nicht mit dem alten Mann neben ihr reden zu müssen, der nach Knoblauch riecht und ein Radio auf dem Schoß hält. :7. Amikor a busz végül megáll a piactéren, ő száll le utolsóként. - Als der Bus schließlich auf dem Marktplatz hält, steigt sie als Letzte aus. :8. Egy pillanatra megáll a kövezeten, táskával a kezében, miközben a szeptemberi hőség nehézkesen rátelepszik a vállára. - Sie bleibt einen Moment auf dem Pflaster stehen, die Tasche in der Hand, während die Septemberhitze sich schwer auf ihre Schultern legt. :9. A levegő érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyéből áradó olaj szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem Öl aus Carlos Werkstatt. :10. A műhely még mindig ott van a sarkon túl, mintha tíz év alatt semmi sem változott volna rajta kívül. - Die Werkstatt liegt noch immer um die Ecke, als hätte sich in zehn Jahren nichts verändert außer ihr selbst. :11. Előbb hallja meg a nevetését, mint hogy meglátná őt. - Sie hört sein Lachen, bevor sie ihn sieht. :12. Ez az a széles, gondtalan nevetés, amelyet régen szeretett, és amely most sértésnek tűnik számára. - Es ist dieses breite, sorglose Lachen, das sie früher geliebt hatte und das ihr jetzt wie eine Beleidigung vorkommt. :13. Carlo egy behorpadt motorháztető fölé hajolva áll, feltűrt ingujjakkal, karja fekete a kenőanyagtól. - Carlo steht über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Ärmel hochgekrempelt, die Arme schwarz von Schmiere. :14. Úgy néz ki, mint mindig, mintha egyetlen álmatlan éjszakája sem lett volna mindezekben az években. - Er sieht so aus wie immer, als hätte er keine einzige schlaflose Nacht in all diesen Jahren gehabt. :15. Elena megáll a járdán. - Elena bleibt auf dem Bürgersteig stehen. :16. Aztán Carlo megfordul, és ránéz. - Dann dreht er sich um und sieht sie an. :17. Tizenhat évvel ezelőtt csókolóztak először, a templom mögött, a nyári ünnep után. - Vor sechzehn Jahren hatten sie sich zum ersten Mal geküsst, hinter der Kirche, nach dem Sommerfest. :18. Elena azt hitte, hogy az ilyesmi örökké tart. - Elena hatte geglaubt, dass so etwas ewig hält. :19. Amikor húszévesen teherbe esett, megértett valamit. - Als sie mit zwanzig Jahren schwanger wurde, verstand sie etwas. :20. Carlo az „örökké” alatt mást értett, mint ő. - Carlo verstand unter „ewig" etwas anderes als sie. :21. A fiuk, Matteo márciusban született, sötét hajjal és Carlo szemével. - Ihr Sohn Matteo kam im März zur Welt, mit dunklen Haaren und Carlos Augen. :22. Elena pontosan kétszer tartotta a karjában, mielőtt tudta volna, hogy nem bírná elviselni, ha mindennap ránézne, és közben az árulásra kellene gondolnia. - Elena hielt ihn genau zweimal im Arm, bevor sie wusste, dass sie es nicht ertragen würde, ihn jeden Tag anzusehen und dabei an den Verrat zu denken. :23. Azóta Matteo Signora Graziánál, Carlo anyjánál él. - Seitdem lebt Matteo bei Signora Grazia, Carlos Mutter. :24. Hetvenéves, soha nem panaszkodik, és mindent megfigyel, ami az ablaka előtti utcán történik. - Sie ist siebzig Jahre alt, klagt niemals und beobachtet alles, was auf der Straße vor ihrem Fenster passiert. :25. Este Elena felveszi a régi virágos ruhát, amelyet még régről ismer, és amely még mindig jó rá. - Am Abend zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie noch von früher kennt und das immer noch passt. :26. Még mindig jó rá, mert az utóbbi években keveset evett, és úgy megy fel Carlo lakásához a lépcsőn, hogy közben semmire sem gondol, vagy legalábbis ezt beszéli be magának. - Es passt immer noch, weil sie in den letzten Jahren wenig gegessen hat, und sie geht die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf, ohne sich dabei etwas zu denken, oder zumindest redet sie sich das ein. :27. Carlo egy foltos trikóban nyit ajtót. - Carlo öffnet die Tür in einem fleckigen Unterhemd. :28. Úgy néz rá, mintha valahogy tudta volna, hogy el fog jönni. - Er schaut sie so an, als hätte er irgendwie gewusst, dass sie kommen würde. :29. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja halkan. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er leise. :30. Ez nem hangzik sem bóknak, sem sértésnek, hanem olyan megállapításnak, amelyet már régóta magában hordoz. - Es klingt weder wie ein Kompliment noch wie eine Beleidigung, sondern wie eine Feststellung, die er schon lange mit sich herumträgt. :31. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :32. Elég erősen üti meg ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a lépcsőházban. - Sie schlägt fest genug, dass das Geräusch im Treppenhaus widerhallt. :33. Carlo meg sem mozdul, nem érinti meg az arcát, és nem mondja, hogy sajnálja. - Carlo rührt sich nicht, fasst sich nicht an die Wange und sagt nicht, dass es ihm leidtut. :34. Éppen ez dühíti fel Elenát jobban, mint maga az ütés. - Genau das macht Elena wütender als der Schlag selbst. :35. Nem sokkal éjfél után Carlo Elena anyjának háza előtt áll és vár. - Kurz nach Mitternacht steht Carlo vor dem Haus ihrer Mutter und wartet. :36. Nem csenget be, mintha biztos lenne benne, hogy Elena úgysem alszik. - Er klingelt nicht, als wäre er sicher, dass sie ohnehin nicht schläft. :37. Együtt mennek be a garázsba, ahol két régi autóülés áll a betonpadlón. - Sie gehen zusammen in die Garage, wo zwei alte Autositze auf dem Betonboden stehen. :38. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük, olcsó szupermarketes vörösbort, amelyért még csak bocsánatot sem kér. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie, billigen Rotwein aus dem Supermarkt, den er nicht einmal entschuldigt. :39. Amikor megfogja Elena kezét, az ujjai érdesek és melegek, és olajszagúak. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen nach Öl. :40. Elena hagyja megtörténni, mert fáradt, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert azt beszéli be magának, hogy ez semmit sem jelent. - Elena lässt es geschehen, weil sie müde ist und weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie sich einredet, dass es nichts bedeutet. :41. „Matteo soha nem kérdez utánam” – mondja végül, anélkül hogy ránézne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, ohne ihn anzusehen. :42. Olyan hangon mondja, amelynek közönyösnek kellene hangzania, de nem úgy hangzik. - Sie sagt es in einem Ton, der gleichgültig klingen soll und es nicht tut. :43. Carlo egy pillanatig hallgat. - Carlo schweigt einen Moment. :44. Aztán azt mondja: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több annál, mint amit az apám valaha adott nekem.” - Dann sagt er: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :45. Elena ezért gyűlöli őt, mert ez nem mentség, és mégis valahogyan igaz. - Elena hasst ihn dafür, weil es keine Entschuldigung ist und trotzdem irgendwie stimmt. :46. A kettő egyszerre a legrosszabb. - Beides gleichzeitig ist das Schlimmste. :47. Lassan visszahúzza a kezét. - Sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :48. Carlo elengedi. - Carlo lässt sie gehen. :49. Elena még napkelte előtt összepakolja a táskáját az idegen hálószoba félhomályában. - Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche im Halbdunkel des fremden Schlafzimmers. :50. Úgy hagyja el a házat, hogy nem főz kávét, és nem hagy hátra üzenetet. - Sie verlässt das Haus, ohne Kaffee zu kochen oder eine Notiz zu hinterlassen. :51. Nem közvetlenül az állomásra megy, hanem kerülőt tesz. - Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg. :52. Nem akarja bevallani magának ezt a kerülőt, és megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt. - Sie will sich diesen Umweg nicht eingestehen und bleibt vor Signora Grazias Küchenfenster stehen. :53. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch. :54. Egy olyan gyerek nyugodt összpontosításával teszi, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Er tut es mit der ruhigen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört. :55. Sötét haja van, Carlo szája, és olyan tartása, amely Elenát senki másra nem emlékezteti, csak saját magára. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Haltung, die Elena an niemanden erinnert außer an sich selbst. :56. Saját magára emlékezteti, arra az időre, amikor még nem tudta, mit tesz az emberrel az élet. - Sie erinnert sie an sich selbst, als sie noch nicht wusste, was das Leben mit einem macht. :57. Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf. :58. Nem néz fel, mintha biztos lenne benne, hogy valaki odakint áll és figyel. - Sie schaut nicht auf, als wäre sie sich sicher, dass jemand draußen steht und zuschaut. :59. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :60. Aztán megfordul, és elmegy, anélkül hogy még egyszer visszanézne. - Dann dreht sie sich um und geht, ohne sich noch einmal umzusehen. :61. A vonat a felkelő nap felé halad, és a táj elsuhan mellette. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne, und die Landschaft zieht vorbei. :62. Elena az utolsó cigarettát az ablakon kifelé szívja, és nem gondol semmire, vagy legalábbis megpróbálja, és tíz éve ez az egyetlen dolog, amiben igazán jó lett. - Elena raucht das letzte Fenster hinaus und denkt an nichts, oder sie versucht es zumindest, und das ist, seit zehn Jahren, das Einzige, worin sie wirklich gut geworden ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, túl sokat dohányzik, túl keveset eszik, és egy évtized alatt Milánóban egyszer sem gondolt arra, hogy a falu, ahonnan származik, még létezik. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt, raucht zu viel, isst zu wenig und hat in einem Jahrzehnt Mailand nicht einmal daran gedacht, dass das Dorf, aus dem sie stammt, noch existiert. :2. Aztán megszólalt a telefon, és egy hang azt mondta, hogy az anyja elment, mintha a halál indulás volna, nem pedig végleges elnémulás. - Dann klingelte das Telefon und eine Stimme sagte, ihre Mutter sei gegangen, so als wäre der Tod ein Aufbruch und nicht ein endgültiges Verstummen. :3. A házat el kell adni, ez az egyetlen oka annak, hogy útnak indul, és ezt mondogatja magának újra meg újra a négyórás buszúton Basilicata kopár augusztusi hőségén át. - Das Haus muss verkauft werden, das ist der einzige Grund, weshalb sie fährt, und das sagt sie sich auf der vierstündigen Busfahrt durch die kahle Augusthitze der Basilicata immer wieder vor. :4. Olyan ez, mint egy formula, amelynek józannak kellene tartania őt, miközben odakint a táj az ablak mellett ég, ő pedig bent ül a kemény ülésen, és úgy tesz, mintha aludna, hogy elkerülje a mellette ülő öregembert, aki fokhagymaszagú, és ennek ellenére húszpercenként magyaráz neki valamit. - Es ist wie eine Formel, die sie nüchtern halten soll, während die Landschaft außen am Fenster verbrennt und sie innen auf dem harten Sitz sitzt und so tut, als würde sie schlafen, um dem alten Mann neben ihr zu entgehen, der nach Knoblauch riecht und ihr trotzdem alle zwanzig Minuten etwas erklärt. :5. Amikor a busz megáll a piactéren, Elena utolsóként száll le, és egy pillanatig mozdulatlanul áll a kövezeten. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält, steigt Elena als Letzte aus und bleibt einen Moment unbeweglich auf dem Pflaster stehen. :6. Jobb kezében az utazótáskát tartja, baljával már a cigaretta után nyúl, miközben a szeptemberi hőség úgy telepszik rá, mint valami, amit személyesen neki szántak. - Sie hält die Reisetasche in der rechten Hand, greift mit der linken schon nach der Zigarette, während die Septemberhitze sich auf sie legt wie etwas, das sie persönlich gemeint hat. :7. A levegő érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyéből áradó olaj súlyos, elkerülhetetlen szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem schweren, unvermeidlichen Geruch des Öls aus Carlos Werkstatt. :8. Carlo műhelye még mindig ott van mindjárt a sarkon túl, mintha a falu tíz év alatt elhatározta volna, hogy várni fog rá. - Carlos Werkstatt liegt noch immer gleich um die Ecke, als hätte das Dorf in zehn Jahren beschlossen, auf sie zu warten. :9. Elena előbb hallja a nevetését, mint hogy meglátná őt – ezt a széles, önmagában biztos nevetést. - Sie hört sein Lachen, bevor sie ihn sieht – dieses breite, von sich selbst überzeugte Lachen. :10. Húszévesen életörömnek tartotta, ma pedig egy olyan férfi szemtelenségének tűnik számára, aki soha semmiért nem fizetett meg. - Mit zwanzig hatte sie es für Lebensfreude gehalten, und heute kommt es ihr wie die Unverschämtheit eines Mannes vor, der nie für irgendetwas bezahlt hat. :11. Carlo egy behorpadt motorháztető fölé hajolva áll, feltűrt ingujjal, alkarja fekete a kenőanyagtól. - Carlo steht über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Ärmel hochgekrempelt, die Unterarme schwarz von Schmiere. :12. Olyan érintetlennek látszik, olyan szégyenletesen változatlannak, hogy Elena egy pillanatra elfelejt tovább lélegezni. - Er sieht so unberührt aus, so beschämend unverändert, dass Elena für einen Moment vergisst, weiterzuatmen. :13. Amikor megfordul, és ránéz, az arcán nem jelenik meg meglepetés. - Als er sich umdreht und sie ansieht, legt sich keine Überraschung in sein Gesicht. :14. Csak egy hosszú, nyugodt pillantás az, amely egyszerre ismeri fel és sorolja be őt, és bizonyos értelemben ez a legrosszabb. - Es ist nur ein langer, ruhiger Blick, der sie gleichzeitig erkennt und einordnet, und das ist, in gewisser Weise, das Schlimmste. :15. Tizenhat évvel ezelőtt minden a templom mögött kezdődött, a nyári ünnep után, a meleg sötétségben, egy csókkal, amely akkor ígéretnek tűnt számára. - Vor sechzehn Jahren hatte alles hinter der Kirche begonnen, nach dem Sommerfest, in der warmen Dunkelheit, mit einem Kuss, der ihr damals wie ein Versprechen vorgekommen war. :16. Elena azóta tudja, hogy nem naiv volt, hanem egyszerűen tizenkilenc éves, és még nem ismerte azt a tényt, hogy az olyan férfiak, mint Carlo, úgy adnak ígéreteket, hogy közben nem gondolnak semmire. - Elena weiß inzwischen, dass sie nicht naiv war, sondern einfach neunzehn und noch nicht vertraut mit der Tatsache, dass Männer wie Carlo Versprechen geben, ohne sich dabei etwas zu denken. :17. Amikor húszévesen teherbe esett, ezt teljesen megértette. - Als sie mit zwanzig schwanger wurde, verstand sie das vollständig. :18. Túl későn és túl világosan értette meg, ahogyan a legtöbb fontos dolgot megérti az ember. - Sie verstand es zu spät und zu deutlich, wie man die meisten wichtigen Dinge versteht. :19. Matteo márciusban született, sötét hajjal és Carlo szemével, valamint olyan ártatlansággal, amelyet Elena elviselhetetlennek talált. - Matteo kam im März zur Welt, mit dunklen Haaren und Carlos Augen und einer Unschuld, die Elena unerträglich fand. :20. Ránézett, és nem egy gyereket látott, hanem saját vereségének egész történetét, egy síró testbe sűrítve. - Sie sah ihn an und sah nicht ein Kind, sondern die gesamte Geschichte ihrer eigenen Niederlage, komprimiert in einen schreienden Körper. :21. Kétszer tartotta a karjában, aztán odaadta Signora Graziának, Carlo anyjának. - Sie hielt ihn zweimal im Arm, dann gab sie ihn an Signora Grazia, Carlos Mutter. :22. Signora Grazia hetvenéves, soha nem panaszkodik, és mozdulatlan figyelemmel szemlél mindent, ami a háza előtti utcán történik, egy olyan nő figyelmével, aki már régen felhagyott azzal, hogy csodálkozzon az embereken. - Signora Grazia ist siebzig Jahre alt, klagt niemals und beobachtet alles, was auf der Straße vor ihrem Haus passiert, mit der unbeweglichen Aufmerksamkeit einer Frau, die längst aufgehört hat, sich über Menschen zu wundern. :23. Este Elena felveszi a régi virágos ruhát, amely még régről maradt meg neki, és amely még mindig jó rá. - Am Abend zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie noch von früher hat und das immer noch passt. :24. Még mindig jó rá, mert egy évtized Milánó karcsúbbá tette, nem szándékból, hanem felejtésből, és ő azzal a tudatos elhatározással megy fel Carlo lakásának lépcsőjén, hogy semmit sem akar, és azzal a be nem vallott tudással, hogy ez nem igaz. - Es passt noch, weil ein Jahrzehnt Mailand sie schmaler gemacht hat, nicht durch Absicht, sondern durch Vergessen, und sie steigt die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf mit dem bewussten Vorsatz, nichts zu wollen, und dem uneingestandenen Wissen, dass das nicht stimmt. :25. Carlo foltos atlétatrikóban nyit ajtót, egy olyan férfi arcával néz rá, aki nem vár magyarázatot, majd egy fél perccel túl hosszúra nyúló hallgatás után azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Carlo öffnet in einem fleckigen Unterhemd, schaut sie an mit dem Gesicht eines Mannes, der keine Erklärung erwartet, und sagt nach einem Schweigen, das eine halbe Minute zu lang dauert: „Du siehst aus wie deine Mutter." :26. Nem kedvesen mondja, nem kegyetlenül, hanem annak a tárgyilagos csendjével, aki kimond egy megfigyelést, amelyet túl régóta hordoz magában. - Er sagt es nicht freundlich, nicht grausam, sondern mit der sachlichen Stille von jemandem, der eine Beobachtung ausspricht, die er zu lange mit sich herumgetragen hat. :27. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :28. Elég erősen üt ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a lépcsőházban, és hogy a fölöttük lévő emeleten egy ajtó röviden megnyikorduljon, majd újra elnémuljon. - Sie schlägt fest genug, dass das Geräusch im Treppenhaus widerhallt und eine Tür im Stockwerk darüber kurz quietscht und dann wieder verstummt. :29. Carlo nem mozdul, nem érinti meg az arcát, és nem mondja, hogy sajnálja. - Carlo bewegt sich nicht, fasst sich nicht an die Wange und sagt nicht, dass es ihm leidtut. :30. Olyan szemekkel néz rá, amelyekben nincs megbánás és nincs harag sem, csak valami sötét, nyugodt dolog, ami rosszabb mindkettőnél együtt. - Er schaut sie mit Augen an, in denen keine Reue ist und auch keine Wut, nur etwas Dunkles, Ruhiges, das schlimmer ist als beides zusammen. :31. Nem sokkal éjfél után Carlo ott áll Elena anyjának háza előtt, anélkül hogy csengetett volna, anélkül hogy üzenetet küldött volna. - Kurz nach Mitternacht steht er vor dem Haus ihrer Mutter, ohne geklingelt zu haben, ohne eine Nachricht geschickt zu haben. :32. Egyszerűen csak ott áll, egy üveg vörösborral a hóna alatt, mintha biztos volna benne, hogy Elena úgysem alszik – ami igaz, de ezt nem fogja megmondani neki. - Er steht einfach da, mit einer Flasche Rotwein unter dem Arm, als wäre er sicher, dass sie ohnehin nicht schläft – was stimmt, aber das wird sie ihm nicht sagen. :33. Bemmennek a garázsba, és leülnek két régi autóülésre, amelyek a csupasz betonpadlón állnak, mint egy feladott lakás maradványai. - Sie gehen in die Garage und setzen sich auf zwei alte Autositze, die auf dem nackten Betonboden stehen wie Überreste einer aufgegebenen Wohnung. :34. Carlo kérdezés nélkül tölt, ami rendben van, mert ez az egyetlen dolog, amit ezen az estén helyesen csinál. - Carlo schenkt ein, ohne zu fragen, was in Ordnung ist, weil es das Einzige ist, das er an diesem Abend richtig macht. :35. Amikor a keze után nyúl, az ujjai érdesek és melegek, és még mindig annak az olajnak a szagát hordozzák, amelyet nem lehet teljesen lemosni. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen noch immer nach dem Öl, das sich nicht vollständig abwaschen lässt. :36. Elena hagyja megtörténni, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert tudja, hogy másnap reggel elutazik, és azoknak a dolgoknak, amelyeket az ember csak egyetlen éjszakára enged meg, nem kell következményekkel járniuk, ha elég elszánt. - Elena lässt es geschehen, weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie weiß, dass sie morgen früh fährt und Dinge, die man nur eine Nacht lang zulässt, keine Konsequenzen haben müssen, wenn man entschlossen genug ist. :37. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja végül. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich. :38. Olyan hangon mondja, amelynek megállapításnak kellene hangzania, de sebnek hangzik. - Sie sagt es in einem Ton, der nach Feststellung klingen soll und nach Wunde klingt. :39. Carlo állja a tekintetét, iszik egy hosszú kortyot, aztán kertelés nélkül válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit az apám valaha adott nekem.” - Carlo hält ihren Blick aus, trinkt einen langen Schluck und antwortet dann ohne Umschweife: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :40. Elena olyan pontossággal gyűlöli őt ezért, amely szinte csodálatot érdemel, mert ez nem mentség, nem megbánás, nem vallomás, és mégis igazságtalan, megbocsáthatatlan módon teljesen igaz. - Elena hasst ihn dafür mit einer Präzision, die fast Bewunderung verdient, weil es keine Entschuldigung ist, kein Bedauern, kein Geständnis, und trotzdem auf eine ungerechte, unverzeihliche Art vollkommen wahr. :41. Lassan visszahúzza a kezét. - Sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :42. Carlo hagyja, hogy visszahúzza. - Carlo lässt sie nehmen. :43. Elena még napkelte előtt elhagyja a házat a félhomályban. - Noch vor Sonnenaufgang verlässt Elena das Haus im Halbdunkel. :44. Kávé nélkül megy el, üzenet nélkül, anélkül hogy megbizonyosodna róla, hogy helyesen cselekszik. - Sie geht ohne Kaffee, ohne Notiz, ohne sich zu versichern, dass sie das Richtige tut. :45. Kerülőt tesz, amelyet önmagának sem vall be, és megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt. - Sie macht einen Umweg, den sie sich nicht eingesteht, und bleibt vor Signora Grazias Küchenfenster stehen. :46. Az ablakban meleg fény ég, mint évtizedek óta minden reggel. - In dem Fenster brennt warmes Licht wie jeden Morgen seit Jahrzehnten. :47. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret márt a tejbe, egy olyan gyerek teljes, gondtalan összpontosításával, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, mit der vollständigen, sorglosen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört. :48. Ez a legszebb és a legkegyetlenebb dolog, amit Elena valaha látott. - Das ist das Schönste und das Grausamste, was Elena je gesehen hat. :49. Sötét haja van, Carlo szája, és olyan testtartása az asztalnál, amely Elenát önmagára emlékezteti. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Haltung am Tisch, die Elena an sich selbst erinnert. :50. Arra az önmagára emlékezteti, aki abból az időből való, mielőtt még tudta volna, mire képes az élet. - Sie erinnert sie an eine Version ihrer selbst aus der Zeit, bevor sie wusste, wozu das Leben fähig ist. :51. Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején, anélkül hogy felnézne. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf, ohne aufzuschauen. :52. Az arca mintha azt mondaná, hogy tudja, ki áll odakint, és hogy rég megbocsátotta azt, amit Elena soha nem fog megbocsátani önmagának. - Ihr Gesicht scheint zu sagen, dass sie weiß, wer draußen steht, und dass sie längst vergeben hat, was Elena nie sich selbst vergeben wird. :53. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :54. Amikor elér hatvanig, megfordul és elmegy, anélkül hogy még egyszer hátranézne, mert tíz év után ez az egyetlen fegyelem, amely még megmaradt neki. - Als sie bei sechzig ankommt, dreht sie sich um und geht, ohne sich noch einmal umzusehen, weil das die einzige Disziplin ist, die ihr nach zehn Jahren noch geblieben ist. :55. A vonat a felkelő nap felé halad, Basilicata tája égve és közönyösen húz el az ablak mellett, Elena pedig elszívja a doboz utolsó cigarettáját. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne, die Landschaft der Basilicata zieht brennend und gleichgültig am Fenster vorbei, und Elena raucht die letzte Zigarette der Schachtel. :56. Könyökét az ablakpárkányra támasztja, tekintetét a semmire szegezi, és arra gondol, hogy a szerelem nem olyan seb, amely begyógyul, hanem olyan, amelyhez hozzászokik az ember. - Sie hat den Ellbogen auf dem Fensterbrett, den Blick auf nichts gerichtet, und denkt daran, dass die Liebe keine Wunde ist, die heilt, sondern eine, an die man sich gewöhnt. :57. Ez, ha őszinték vagyunk, majdnem rosszabb. - Das ist, wenn man ehrlich ist, fast schlimmer. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, húszéves kora óta dohányzik. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt, raucht seit dem zwanzigsten Lebensjahr. :2. Egy évtizedet élt Milánóban, annak a nőnek a konok következetességével, aki elhatározta, hogy a felejtés nem gyengeség, hanem túlélési stratégia. - Sie hat ein Jahrzehnt in Mailand gelebt, mit der verbissenen Konsequenz einer Frau, die sich entschieden hat, dass Vergessen keine Schwäche ist, sondern eine Überlebensstrategie. :3. Aztán egy kedd este megszólalt a telefon, és egy idegen hang, akiről kiderült, hogy az anyja szomszédasszonya, közölte vele, hogy az idős asszony elment. - Dann klingelte das Telefon an einem Dienstagabend, und eine fremde Stimme, die sich als Nachbarin ihrer Mutter herausstellte, teilte ihr mit, dass die alte Frau gegangen sei. :4. Mintha a halál indulás volna, utazás jobb vidékekre, és nem valakinek a végleges, megmásíthatatlan elnémulása, akinek soha nem mondták elégszer azt, amit el kellett volna mondani. - So als wäre der Tod ein Aufbruch, eine Reise in bessere Gefilde, und nicht das endgültige, unverhandelbare Verstummen von jemandem, dem man nie genug gesagt hatte, was man hätte sagen sollen. :5. A házat el kell adni, és ez az egyetlen oka annak, hogy Elenának négy órával később már buszjegy van a zsebében. - Das Haus muss verkauft werden, und das ist der einzige Grund, weshalb Elena vier Stunden später bereits ein Busticket in der Tasche hat. :6. Ez az a képlet, amellyel átvészeli a hosszú órákig tartó utat, Basilicata kopár, felperzselt táján át, amely úgy húzódik el az ablak előtt, mint egy élet díszlete. - Das ist die Formel, mit der sie sich durch die stundenlange Fahrt trägt, durch die kahle, verbrennte Landschaft der Basilicata, die am Fenster vorbeizieht wie die Kulisse eines Lebens. :7. Egy életé, amelyet valaha élt, és amelyről elhitette magával, hogy teljesen maga mögött hagyta. - Ein Leben, das sie einmal geführt hat und von dem sie sich einredete, es vollständig hinter sich gelassen zu haben. :8. A mellette ülő öregember, aki fokhagymaszagú, és úgy tart az ölében egy hordozható rádiót, mint valami kincset, húszpercenként megpróbál neki elmagyarázni valamit az utak állapotáról. - Der alte Mann neben ihr, der nach Knoblauch riecht und ein tragbares Radio wie einen Schatz auf dem Schoß hält, versucht alle zwanzig Minuten, ihr etwas über den Zustand der Straßen zu erklären. :9. Elena csukott szemmel ül, és úgy tesz, mintha aludna, ami az egyetlen társasági hazugság, amelyet lelkiismeret-furdalás nélkül megenged magának. - Elena sitzt mit geschlossenen Augen da und tut so, als würde sie schlafen, was die einzige soziale Lüge ist, die sie sich ohne Gewissensbisse gestattet. :10. Amikor a busz megáll a piactéren, és az ajtók az ismerős pneumatikus sóhajjal kinyílnak, Elena utolsóként száll le, és egy pillanatra mozdulatlanul áll meg a régi macskakövön. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält und die Türen mit dem vertrauten pneumatischen Seufzen aufgehen, steigt Elena als Letzte aus und bleibt einen Moment unbeweglich auf dem alten Kopfsteinpflaster stehen. :11. Jobb kezében az utazótáskát tartja, bal kezével már a cigarettásdoboz után nyúl, miközben a szeptemberi hőség úgy telepszik rá, mint egy emlék, amelyet elég sokáig elfojtott az ember. - Sie hält die Reisetasche in der rechten Hand, greift mit der linken bereits nach der Zigarettenschachtel, während die Septemberhitze sich auf sie legt wie eine Erinnerung, die man lange genug verdrängt hat. :12. A levegő érett paradicsom, burkolatlan mellékutcák pora és Carlo műhelyéből áradó nehéz, ásványos gépolajszag keveréke, a műhelyé, amely még mindig ott van mindjárt a sarkon túl. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach dem Staub ungepflasterter Seitengassen und nach dem schweren, mineralischen Geruch des Maschinenöls aus Carlos Werkstatt, die noch immer gleich um die Ecke liegt. :13. A műhely úgy áll ott, mintha a falu a maga csendes, makacs módján elhatározta volna, hogy megvárja őt, amíg elég erős lesz, és most, hogy visszatért, nyugodtan megállapítaná, hogy nem az. - Die Werkstatt liegt dort, als hätte das Dorf in seiner stillen, beharrlichen Weise beschlossen, auf sie zu warten, bis sie stark genug wäre, und nun, da sie zurückgekehrt ist, mit einer Gelassenheit festzustellen, dass sie es nicht ist. :14. Meghallja Carlo nevetését, mielőtt meglátná őt – azt a széles, önmagáról gondtalanul meggyőződött nevetést, amelyet húszévesen valamiféle életerőnek tartott, annak bizonyítékának, hogy valaki teljesen benne áll az életben. - Sie hört Carlos Lachen, bevor sie ihn sieht – dieses breite, von sich selbst unbekümmert überzeugte Lachen, das sie mit zwanzig Jahren für eine Art Vitalität gehalten hatte, für den Beweis, dass ein Mensch vollständig im Leben steht. :15. Ma, mindazok után, ez egy olyan férfi szemtelenségének tűnik neki, aki átment azon, amit tett, anélkül hogy hegeket növesztett volna. - Heute kommt es ihr, nach allem, wie die Unverschämtheit eines Mannes vor, der durch das, was er getan hat, hindurchgegangen ist, ohne Narben anzusetzen. :16. Carlo feltűrt ujjakkal hajol egy behorpadt motorháztető fölé, alkarja fekete attól a zsíros kenőanyagtól, amelyet soha nem lehet teljesen lemosni. - Carlo steht mit hochgekrempelten Ärmeln über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Unterarme schwarz von einer Schmiere, die sich nie vollständig abwaschen lässt. :17. Olyan ijesztően változatlannak látszik, olyan szégyenletesen sértetlennek, hogy Elenának egy pillanatra az az érzése támad, az elmúlt tíz év csak benne történt meg, és sehol máshol a világon. - Er sieht so erschreckend unverändert aus, so beschämend unbeschädigt, dass Elena einen Moment lang das Gefühl hat, die letzten zehn Jahre hätten nur in ihr stattgefunden und nirgendwo sonst auf der Welt. :18. Amikor megfordul és meglátja őt, nem jelenik meg meglepetés az arcán, sem megrendülés, sem zavar, még a megjátszott érintettség tisztességes udvariassága sem. - Als er sich umdreht und sie sieht, legt sich keine Überraschung in sein Gesicht, keine Erschütterung, keine Verlegenheit, nicht einmal die anständige Höflichkeit einer gespielten Betroffenheit. :19. Csak egy hosszú, nyugodt pillantás az egész, amely felismeri és besorolja őt, majd folytatja tovább, és ez, oly módon, amely ellen nincsenek szavai, mindennél rosszabb. - Es ist nur ein langer, ruhiger Blick, der sie erkennt und einordnet und weitermacht, und das ist, auf eine Weise, gegen die sie keine Worte hat, das Schlimmste von allem. :20. Tizenhat évvel ezelőtt minden a templom mögött kezdődött, a nyári ünnep után, egy júliusi este meleg sötétjében, egy csókkal, amelynek akkor az ígéret minőségét tulajdonította. - Vor sechzehn Jahren hatte alles hinter der Kirche begonnen, nach dem Sommerfest, in der warmen Dunkelheit eines Juliabends, mit einem Kuss, dem sie damals die Qualität eines Versprechens zugeschrieben hatte. :21. Elena azóta a tapasztalat hűvös bizonyosságával tudja, hogy nem volt naiv, amikor ezt hitte, hanem egyszerűen tizenkilenc éves volt, és még nem birtokolta azt a tudást, hogy a Carlo-féle férfiak nem azért törik meg az ígéreteiket, mert hazudnak, hanem mert abban a pillanatban, amikor adják őket, valóban hiszik, hogy be fogják tartani – ami, ha az ember belegondol, nem enyhítő, hanem súlyosbító körülmény. - Elena weiß inzwischen mit der kühlen Sicherheit der Erfahrung, dass sie nicht naiv war, als sie das glaubte, sondern schlicht neunzehn Jahre alt und noch nicht im Besitz des Wissens, dass Männer wie Carlo Versprechen nicht brechen, weil sie lügen, sondern weil sie in dem Moment, in dem sie sie geben, tatsächlich glauben, dass sie halten werden – was, wenn man darüber nachdenkt, keine mildernde, sondern eine erschwerende Tatsache ist. :22. Amikor húszévesen teherbe esett, ezt olyan pontossággal értette meg, amely nem engedett irgalmat. - Als sie mit zwanzig schwanger wurde, verstand sie das mit einer Präzision, die keine Gnade zuließ. :23. Amikor Matteo márciusban világra jött, sötét hajjal, Carlo elkerülhetetlen szemével és olyan ártatlansággal, amelyet Elena elviselhetetlennek talált, mert nem gyermeket látott benne, hanem saját vereségének összesűrített, sikító összefoglalását. - Als Matteo im März zur Welt kam, mit dunklen Haaren und Carlos unvermeidlichen Augen und einer Unschuld, die Elena unerträglich fand, weil sie in ihm nicht ein Kind sah, sondern die kondensierte, schreiende Zusammenfassung ihrer eigenen Niederlage. :24. Ekkor ismerte fel, hogy a szerelemnek és a fájdalomnak lehet ugyanaz a címe, és hogy a gyermeknek ezért nem szabad fizetnie. - Da erkannte sie, dass Liebe und Schmerz dieselbe Adresse haben können, und dass das Kind dafür nicht bezahlen durfte. :25. Matteót Signora Graziának adta, Carlo anyjának, aki akkor hatvanéves volt, és soha nem rezdült az arca, és soha nem mondott ki vádat. - Sie gab Matteo an Signora Grazia, Carlos Mutter, die damals sechzig war und niemals eine Miene verzog und niemals eine Anklage aussprach. :26. Elena máig nem tudja, hogy ez jóság-e vagy ítélet. - Elena weiß bis heute nicht, ob das Güte ist oder Urteil. :27. Az első nap estéjén Elena felveszi a régi virágos ruhát, amelyet tíz évvel ezelőtt elfelejtett magával vinni, és amely ma is ott lógott az anyja szekrényében, mintha pontosan erre az estére őrizték volna meg, pontosan erre a lehetetlen visszalépésre egy múltba, ahonnan az ember valójában nem tér vissza. - Am Abend des ersten Tages zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren vergessen hatte mitzunehmen und das heute noch im Schrank ihrer Mutter hing, als wäre es dort aufbewahrt worden für genau diesen Abend, für genau diesen unmöglichen Rückgang in eine Vergangenheit, aus der man eigentlich nicht zurückkehrt. :28. Felmegy a lépcsőn Carlo lakásához azzal a szilárd, tudatos elhatározással, hogy csupán egyetlen dolgot mond ki, amit tíz éven át nem mondtak ki, és azzal a be nem vallott, önmaga előtt is alig tudatos tudással, hogy ez az elhatározás már abban a pillanatban hamis volt, amikor felvette a ruhát. - Sie steigt die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf mit dem festen, bewussten Vorsatz, lediglich eine Sache zu sagen, die zehn Jahre lang nicht ausgesprochen wurde, und mit dem uneingestandenen, ihr selbst kaum bewussten Wissen, dass dieser Vorsatz schon in dem Moment falsch war, als sie das Kleid anzog. :29. Carlo foltos trikóban nyit ajtót, olyan pillantással néz rá, amely nem követel magyarázatot és nem mutat riadalmat, majd egy olyan hallgatás után, amelynek ölelésformája van, de nem ölelés, azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Carlo öffnet die Tür in einem fleckigen Unterhemd, schaut sie mit einem Blick an, der keine Erklärung einfordert und kein Erschrecken zeigt, und sagt nach einem Schweigen, das die Form einer Umarmung hat und keine ist: „Du siehst aus wie deine Mutter." :30. Barátság nélkül mondja, kegyetlenség nélkül, annak a férfinak a sajátos tárgyilagosságával, aki kimond egy megfigyelést, amelyet olyan régóta hordoz magában, hogy az elveszített minden érzelmi töltetet, és már csak igaz, és talán ez a legkíméletlenebb dolog, amit valaha mondott neki. - Er sagt es ohne Freundlichkeit, ohne Grausamkeit, mit der eigentümlichen Sachlichkeit eines Mannes, der eine Beobachtung ausspricht, die er so lange mit sich herumgetragen hat, dass sie jede emotionale Ladung verloren hat und nur noch wahr ist, und das ist vielleicht das Rücksichtsloseste, was er je zu ihr gesagt hat. :31. Elena nem szavakkal válaszol, hanem nyitott tenyérrel arcul üti, elég erősen ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a rosszul szigetelt lépcsőházban, és a fölöttük lévő emeleten egy ajtó röviden megnyikorduljon, majd újra elhallgasson. - Elena antwortet nicht mit Worten, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht, fest genug, dass das Geräusch im schlecht isolierten Treppenhaus widerhallt und im Stockwerk darüber eine Tür kurz quietscht und wieder verstummt. :32. Carlo nem mozdul, nem érinti meg kipirult arcát, nem mondja, hogy sajnálja, nem kér bocsánatot, és nem omlik össze. - Carlo bewegt sich nicht, fasst sich nicht an die gerötete Wange, sagt nicht, dass es ihm leidtut, entschuldigt sich nicht und bricht nicht zusammen. :33. Ehelyett olyan szemekkel néz rá, amelyekben nincs megbánás, de ellenségesség sincs, csak valami nyugodt, sötét, feloldhatatlan, ami mindkettőnél rosszabb, mert nem hagy neki lehetőséget arra, hogy harcoljon ellene. - Er schaut sie stattdessen mit Augen an, in denen keine Reue ist, aber auch keine Feindseligkeit, nur etwas Ruhiges, Dunkles, Unauflösbares, das schlimmer ist als beides, weil es ihr keine Möglichkeit lässt, dagegen anzukämpfen. :34. Nem sokkal éjfél után ott áll az anyja háza előtt, anélkül hogy csengetett volna, anélkül hogy üzenetet küldött volna, egy üveg olcsó vörösborral a hóna alatt, és annak az embernek az arcával, aki teljesen biztos benne, hogy Elena amúgy sem aludt. - Kurz nach Mitternacht steht er vor dem Haus ihrer Mutter, ohne geklingelt zu haben, ohne eine Nachricht geschickt zu haben, mit einer Flasche billigem Rotwein unter dem Arm und dem Gesicht eines Mannes, der sich absolut sicher ist, dass sie ohnehin nicht geschlafen hat. :35. Ez igaz, de Elena megtartja magának, mert ez az egyetlen dolog, amit ezen az estén megtart magának. - Das stimmt, aber Elena behält es für sich, weil es das Einzige ist, das sie an diesem Abend für sich behält. :36. A garázsban, két régi autóülésen, amelyek úgy állnak a csupasz betonpadlón, mint egy elhagyott lakás utolsó bútorai, Carlo kérdezés nélkül tölt. - In der Garage, auf zwei alten Autositzen, die auf dem nackten Betonboden stehen wie die letzten Möbel einer aufgegebenen Wohnung, schenkt Carlo ein, ohne zu fragen. :37. Ez rendben van, mert tudja, hogy Elena inni fog, és mert a kérdés nélküli töltés az egyetlen gesztus, amelyet ezen az éjszakán teljesen helyesen tesz. - Das ist in Ordnung, weil er weiß, dass sie trinken wird, und weil das Einschenken ohne Frage die einzige Geste ist, die er in dieser Nacht vollständig richtig macht. :38. Amikor megfogja a kezét, az ujjai érdesek és melegek, és olyan gépolajszaguk van, amelyet a világ egyetlen vize sem mos le teljesen. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen nach Maschinenöl, das kein Wasser der Welt vollständig fortwäscht. :39. Elena hagyja, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert azt mondja magának, hogy azoknak a dolgoknak, amelyek csak egyetlen éjszakáig tartanak, nem kell következményeiknek lenniük, ha az ember elég makacsul ragaszkodik hozzá, amiről tudja, hogy nem igaz, de ami ebben a pillanatban úgy működik, mint egy igazság, és ennek elégnek kell lennie. - Elena lässt es zu, weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie sich sagt, dass Dinge, die nur eine einzige Nacht dauern, keine Konsequenzen haben müssen, wenn man hartnäckig genug darauf besteht, was sie weiß, dass es nicht stimmt, aber was in diesem Moment funktioniert wie eine Wahrheit, und das muss reichen. :40. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja végül, anélkül hogy ránézne, olyan hangon, amelynek közönyösen kellene hangzania. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, ohne ihn anzusehen, in einem Ton, der nach Gleichgültigkeit klingen soll. :41. A hang sebnek hangzik, olyan sebnek, amely tízéves, és ezért nem kevésbé nyitott, csak megszokottabb. - Der Ton klingt nach Wunde, nach einer Wunde, die zehn Jahre alt ist und deshalb nicht weniger offen, sondern nur gewohnter. :42. Carlo állja a pillantását, iszik egy hosszú kortyot, hagy megszületni egy szünetet, amely nem bizonytalanság, hanem tisztelet vagy valami, ami hasonlít rá, aztán kertelés és bocsánatkérés nélkül válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit apám valaha adott nekem.” - Carlo hält ihren Blick aus, trinkt einen langen Schluck, lässt eine Pause entstehen, die keine Unsicherheit ist, sondern Respekt oder etwas, das ihm ähnlich sieht, und antwortet dann, ohne Umschweife und ohne Entschuldigung: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :43. Elena olyan élességgel gyűlöli őt ezért a mondatért, amely már-már csodálatot érdemel, mert nem igazolás, nem vallomás és nem bocsánatkérés. - Elena hasst ihn für diesen Satz mit einer Schärfe, die fast Bewunderung verdient, weil er keine Rechtfertigung ist und kein Geständnis und keine Bitte um Vergebung. :44. Egyszerűen egy másik igazság volt, mint az övé, és minden igazságtalansága mellett ez a legelviselhetetlenebb: hogy a maga módján, a maga korlátozott, megbocsáthatatlan, tökéletesen emberi módján igaza lehet. - Es war schlicht eine andere Wahrheit als ihre, und das ist, bei aller Ungerechtigkeit, das Unerträglichste: dass er recht haben könnte, auf seine Weise, in seiner begrenzten, unentschuldbaren, vollkommen menschlichen Weise. :45. Lassan kihúzza a kezét az övéből. - Sie nimmt langsam ihre Hand aus seiner. :46. Ő hagyja, hogy elvegye, tartás nélkül, kérdés nélkül, olyan mozdulat nélkül, amely arra kényszerítené, hogy megmagyarázzon valamit, amit önmagának sem tud megmagyarázni. - Er lässt sie nehmen, ohne zu halten, ohne zu fragen, ohne eine Geste, die sie zwingen würde, etwas zu erklären, was sie sich selbst nicht erklären kann. :47. Elena még napkelte előtt elhagyja a házat a szürke hajnalelőtti félhomályban, a táskája annak a nőnek a hatékonyságával összepakolva, aki már túl sokszor indult útnak ahhoz, hogy közben még érzéseket pazaroljon. - Noch vor Sonnenaufgang verlässt Elena das Haus im grauen Vordunkel, die Tasche gepackt mit der Effizienz einer Frau, die schon zu oft aufgebrochen ist, um dabei noch Gefühle zu verschwenden. :48. Nem megy azonnal az állomásra, hanem kerülőt tesz az alvó sikátorokon át, amit nem vall be magának. - Sie geht nicht sofort zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg durch die schlafenden Gassen, den sie sich nicht eingesteht. :49. Felszállni annak beismerése volna, hogy ez döntés, és nem gyengeség. - Einsteigen wäre ein Eingeständnis, dass es eine Entscheidung ist, und keine Schwäche. :50. Végül megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt, amelyben meleg fény ég, mint évtizedek óta minden reggel, megingathatatlanul és magától értetődően, mint minden, ami ebben a faluban túlél. - Sie bleibt schließlich vor Signora Grazias Küchenfenster stehen, in dem warmes Licht brennt wie jeden Morgen seit Jahrzehnten, unerschütterlich und selbstverständlich wie alles, was in diesem Dorf überdauert. :51. Matteo a konyhaasztalnál ül, és kenyeret márt tejbe, annak a gyermeknek a teljes, önmagába zárt koncentrációjával, aki pontosan tudja, hová tartozik, és eszébe sem jutna kételkedni benne. - Matteo sitzt am Küchentisch und tunkt Brot in Milch, mit der vollständigen, in sich geschlossenen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört und nicht auf die Idee käme, daran zu zweifeln. :52. Ez a legszebb dolog, amit Elena valaha látott, és a legkegyetlenebb, és a kettő ugyanaz a dolog, és neki nincs nyelve hozzá, sem olaszul, sem semmilyen más nyelven. - Das ist das Schönste, was Elena je gesehen hat, und das Grausamste, und beide Dinge sind dasselbe Ding, und sie hat keine Sprache dafür, weder auf Italienisch noch in irgendeiner anderen. :53. Sötét haja van, Carlo szája, és úgy tartja a vállát, hogy az Elenát önmagára emlékezteti. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Art, die Schultern zu halten, die Elena an sich selbst erinnert. :54. Elena egykori önmagának egy olyan változatára emlékezteti, abból az időből, mielőtt megértette volna, milyen sérülésekre képes az élet, és mielőtt megértette volna, hogy ő maga is e sérülések okai közé tartozik. - Sie erinnert Elena an eine Version ihrer selbst aus der Zeit, bevor sie verstand, zu welchen Beschädigungen das Leben fähig ist, und bevor sie verstand, dass man selbst zu den Ursachen dieser Beschädigungen gehört. :55. Signora Grazia mögötte áll, és olyan lassúsággal simít végig a fején, amely nem gyengédség, hanem valami régebbi és tartósabb a gyengédségnél. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm mit einer Langsamkeit über den Kopf, die keine Zärtlichkeit ist, sondern etwas Älteres und Beständigeres als Zärtlichkeit. :56. Nem néz fel, de az arcán olyan asszony kifejezése van, aki már rég megbocsátotta azt, amit Elena önmagának soha nem fog megbocsátani. - Sie schaut nicht auf, aber ihr Gesicht hat den Ausdruck einer Frau, die längst vergeben hat, was Elena sich selbst nie vergeben wird. :57. Ismeri ezt az aszimmetriát, és hallgat, mert a hallgatás néha az egyetlen, amit az ember egy másik nőnek fel tud ajánlani. - Sie kennt diese Asymmetrie und schweigt, weil Schweigen manchmal das Einzige ist, das man einer anderen Frau anbieten kann. :58. Elena a hideg üveghez nyomja a homlokát, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :59. Hatvannál megfordul, és elmegy, anélkül hogy hátranézne. - Bei sechzig dreht sie sich um und geht, ohne sich umzusehen. :60. Ez mindazok után az egyetlen fegyelem, amely megmaradt neki: nem visszanézni, vagy legalábbis nem hagyni, hogy közben lássák. - Das ist nach allem, die einzige Disziplin, die ihr geblieben ist: nicht zurückzuschauen, oder zumindest nicht dabei gesehen zu werden. :61. A Milánóba tartó vonat a felkelő nap felé halad, és Basilicata tája odakint égve húzódik el az ablak mellett, közönyösen és pompásan, amilyen mindig is volt és mindig is lesz, érintetlenül attól, hogy az emberek mit hagynak benne hátra, vagy mit nem. - Der Zug nach Mailand fährt in die aufgehende Sonne, und die Landschaft der Basilicata brennt außen am Fenster vorbei, gleichgültig und prächtig, wie sie es immer war und immer sein wird, unberührt davon, was Menschen in ihr zurücklassen oder nicht. :62. Elena elszívja a doboz utolsó cigarettáját, könyökét az ablakpárkányra támasztva, tekintetét a mozgó tájra szegezve, anélkül hogy látná. - Elena raucht die letzte Zigarette der Schachtel, den Ellbogen auf dem Fensterbrett, den Blick auf die fahrende Landschaft gerichtet, ohne sie zu sehen. :63. Nem gondol semmire, vagy legalábbis megpróbálja annak a nőnek az elszántságával, aki tudja, hogy a gondolkodás ebben a pillanatban nem volna segítség. - Sie denkt an nichts, oder versucht es mit der Entschlossenheit einer Frau, die weiß, dass Denken in diesem Moment keine Hilfe wäre. :64. Megtanulta, hogy a fájdalom ellentéte nem a boldogság, hanem ez a sajátos, száraz, működő zsibbadtság, amelyben az ember vonatokra száll, ablakok mellett dohányzik, és megy tovább. - Sie hat gelernt, dass das Gegenteil von Schmerz nicht Glück ist, sondern diese spezifische, trockene, funktionierende Taubheit, in der man Züge besteigt und Fenster raucht und weitermacht. ------------------------- == 74 == 1 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio negyvenkét éves. - Antonio ist zweiundvierzig Jahre alt. :2. Egy kis trattoriát vezet Nápolyban, közvetlenül a kikötőnél. - Er betreibt eine kleine Trattoria in Neapel, direkt am Hafen. :3. Az étteremben csak három asztal van. - Das Restaurant hat nur drei Tische. :4. Étlap nincs. - Es gibt keine Speisekarte. :5. Antonio felesége, Lucia két évvel ezelőtt meghalt. - Antonios Frau Lucia ist vor zwei Jahren gestorben. :6. Szívrohamot kapott, az esti kiszolgálás kellős közepén. - Sie hatte einen Herzinfarkt, mitten im Abendservice. :7. A keze még a tányér szélén feküdt. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand. :8. Azóta Antonio csak azokat az ételeket főzi, amelyeket Lucia szeretett. - Seither kocht Antonio nur noch die Gerichte, die Lucia geliebt hat. :9. Kagylós tésztát készít, sült cukkinit és hideg citromtortát. - Er macht Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini und kalten Zitronenkuchen. :10. Egy hónapja egy fiatal nő dolgozik a trattoriában. - Seit einem Monat arbeitet eine junge Frau in der Trattoria. :11. Chiarának hívják, és huszonhét éves. - Sie heißt Chiara und ist siebenundzwanzig Jahre alt. :12. Északról jött, és Nápolyba menekült. - Sie kommt aus dem Norden und ist nach Neapel geflohen. :13. A fülében egy kis, olajbogyó alakú fülbevalót visel. - An ihrem Ohr trägt sie einen kleinen Ohrring in Form einer Olive. :14. Egy kicsit selypít, amikor beszél. - Sie lispelt ein bisschen, wenn sie redet. :15. Egy kedd estén Antonio a konyhában áll, és hagymát vág. - An einem Dienstagabend steht Antonio in der Küche und schneidet Zwiebeln. :16. A könnyek végigfutnak az arcán, de nem törli le őket. - Die Tränen laufen ihm über das Gesicht, aber er wischt sie nicht ab. :17. Chiara a mosogatónál áll, és kagylókat mos. - Chiara steht an der Spüle und wäscht Muscheln. :18. Átnéz Antonióra. - Sie schaut zu Antonio hinüber. :19. A tekintetük találkozik a rozsdás páraelszívó régi tükrében. - Ihre Blicke treffen sich im alten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube. :20. Antonio megállítja a kést. - Antonio hält das Messer an. :21. Azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :22. Chiara egy lépéssel közelebb lép. - Chiara tritt einen Schritt näher. :23. Ráteszi a kezét az ő kezére a kés nyelén. - Sie legt ihre Hand über seine Hand am Messergriff. :24. A keze meleg és nedves, és kagylóvíz szaga van. - Ihre Hand ist warm und feucht und riecht nach Muschelwasser. :25. Antonio nem húzza vissza a kezét. - Antonio zieht seine Hand nicht zurück. :26. Így állnak egy hosszú ideig. - Sie stehen so eine lange Weile. :27. Aztán megérkezik az utolsó vendég, és szétválnak. - Dann kommt der letzte Gast, und sie gehen auseinander. :28. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür. :29. Megosztanak egy cigarettát, és nem beszélnek. - Sie teilen sich eine Zigarette und reden nicht. :30. Az utca másik végéről halk zene hallatszik. - Vom anderen Ende der Straße hört man leise Musik. :31. Egy régi dal Lucio Battistitól. - Es ist ein altes Lied von Lucio Battisti. :32. Az éjszaka meleg, és só- meg halszaga van. - Die Nacht ist warm und riecht nach Salz und Fisch. :33. Chiara előrehajol, és megcsókolja Antoniót. - Chiara beugt sich vor und küsst Antonio. :34. A szája citrom és vörösbor ízű. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein. :35. Antonio lehunyja a szemét. - Antonio schließt die Augen. :36. A kezét Chiara tarkójára teszi, erősen. - Er legt seine Hand in ihren Nacken, fest. :37. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja Chiara dekoltázsát. - Dann öffnet er die Augen und sieht ihr Dekolleté. :38. Közvetlenül a bal kulcscsontja alatt van egy kis anyajegy. - Direkt unter dem linken Schlüsselbein ist ein kleines Muttermal. :39. Pontosan ezen a helyen Luciának is volt egy. - An genau dieser Stelle hatte Lucia auch eines. :40. Antonio megdermed. - Antonio erstarrt. :41. Feláll, anélkül hogy egy szót is szólna. - Er steht auf, ohne ein Wort zu sagen. :42. Visszamegy a konyhába, és becsukja maga mögött az ajtót. - Er geht zurück in die Küche und macht die Tür hinter sich zu. :43. Chiara a lépcsőn marad ülve. - Chiara bleibt auf der Treppe sitzen. :44. Másnap nem jön dolgozni. - Am nächsten Tag kommt sie nicht zur Arbeit. :45. És az azt követő napon sem. - Und auch am übernächsten Tag nicht. :46. Antonio egyedül főz, és a kagylók fele megmarad. - Antonio kocht allein, und die Muscheln bleiben halb übrig. :47. Éjfélkor elmegy a pékség fölötti kis lakásához. - Um Mitternacht geht er zu ihrer kleinen Wohnung über der Bäckerei. :48. Az ajtó résnyire nyitva áll. - Die Tür steht ein Stück offen. :49. Chiara az ágyon ül, felhúzott lábakkal, és dohányzik. - Chiara sitzt auf dem Bett, die Beine angezogen, und raucht. :50. Ránéz, de nem mond semmit. - Sie schaut ihn an, sagt aber nichts. :51. Antonio leül mellé. - Antonio setzt sich neben sie. :52. Megfogja a kezét, és a hüvelykujjával végigsimít az anyajegyen. - Er nimmt ihre Hand und streicht mit dem Daumen über das Muttermal. :53. „Ez nem az övé” — mondja halkan. - „Es ist nicht ihres", sagt er leise. :54. Chiara így felel: „De az enyém.” - Chiara antwortet: „Aber es ist meins." :55. Lefekszenek egymással, nem gyengéden és nem vadul. - Sie schlafen miteinander, nicht zärtlich und nicht wild. :56. Egymás mellett fekszenek, mint két ember egy idegen ágyban. - Sie liegen nebeneinander wie zwei Menschen in einem fremden Bett. :57. Reggel öt órakor Antonio felkel. - Um fünf Uhr morgens steht Antonio auf. :58. Bemegy a trattoria konyhájába, és meggyújtja a tűzhelyet. - Er geht in die Küche der Trattoria und zündet den Herd an. :59. Feltör három tojást, és tükörtojást készít. - Er schlägt drei Eier auf und macht Spiegeleier. :60. Lucia soha nem szerette a tükörtojást. - Lucia hat Spiegeleier nie gemocht. :61. Chiara később megérkezik, és az ölébe ül. - Chiara kommt später und setzt sich auf seinen Schoß. :62. Eszik a tányérjáról, anélkül hogy megkérdezné. - Sie isst von seinem Teller, ohne zu fragen. :63. Antonio nevet. - Antonio lacht. :64. Két év óta először. - Es ist das erste Mal seit zwei Jahren. :65. Aztán Chiara megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara: „Bleibst du?" :66. Antonio kinéz az ablakon a szürke kikötőre. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den grauen Hafen. :67. Egy nagy teherhajó lassan kifut. - Ein großes Frachtschiff legt langsam ab. :68. Azt mondja: „Már maradtam, csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben, nur nicht hier." :69. Chiara a kezével megtörli a száját. - Chiara wischt sich den Mund mit der Hand ab. :70. Feláll és elmegy. - Sie steht auf und geht. :71. Antonio az asztalnál marad ülve. - Antonio bleibt am Tisch sitzen. :72. A tányéron a tükörtojások kihűlnek. - Die Spiegeleier auf dem Teller werden kalt. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Antonio Ferrante és Chiara - Antonio Ferrante und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és egy kis trattoriát vezet közvetlenül Nápoly kikötőjénél. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt und betreibt eine kleine Trattoria direkt am Hafen von Neapel. :2. Az étteremben csak három asztal van, és étlap nincs. - Das Restaurant hat nur drei Tische, und es gibt keine Speisekarte. :3. A felesége, Lucia két éve halott – szívrohamot kapott az esti kiszolgálás kellős közepén. - Seit zwei Jahren ist seine Frau Lucia tot – sie hatte einen Herzinfarkt mitten im Abendservice. :4. A keze még a tányér szélén feküdt, amikor meghalt. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand, als sie starb. :5. Azóta Antonio csak azokat az ételeket főzi, amelyeket Lucia a legszívesebben evett. - Seitdem kocht Antonio nur noch die Gerichte, die Lucia am liebsten gegessen hat. :6. Kagylós tésztát készít, sült cukkinit és hideg citromtortát, minden este, kivétel nélkül. - Er macht Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini und kalten Zitronenkuchen, jeden Abend, ohne Ausnahme. :7. Egy hónapja egy Chiara nevű fiatal nő dolgozik a trattoriában. - Seit einem Monat arbeitet eine junge Frau namens Chiara in der Trattoria. :8. Huszonhét éves, északról jött, és olyan okból menekült Nápolyba, amelyet nem nevez meg. - Sie ist siebenundzwanzig Jahre alt, kommt aus dem Norden und ist aus einem Grund nach Neapel geflohen, den sie nicht nennt. :9. A bal fülében egy kis, olajbogyó alakú fülbevalót visel, és enyhén selypít, amikor beszél. - An ihrem linken Ohr trägt sie einen kleinen Ohrring in Form einer Olive, und sie lispelt leicht, wenn sie spricht. :10. Egy kedd estén Antonio a konyhában áll, és hagymát vág. - An einem Dienstagabend steht Antonio in der Küche und schneidet Zwiebeln. :11. A könnyek végigfutnak az arcán, de nem törli le őket, mert már észre sem veszi. - Die Tränen laufen ihm über das Gesicht, aber er wischt sie nicht ab, weil er es nicht mehr bemerkt. :12. Chiara a mosogatónál áll, és kagylókat mos, és néha átnéz hozzá. - Chiara steht an der Spüle und wäscht Muscheln, und manchmal schaut sie zu ihm hinüber. :13. A rozsdás páraelszívó régi tükrében egy pillanatra találkozik a tekintetük. - Im alten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke für einen Moment. :14. Antonio megállítja a kést, és azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Antonio hält das Messer an und sagt: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :15. Chiara egy lépéssel közelebb lép, és ráteszi a kezét Antonio kezére a kés nyelén. - Chiara tritt einen Schritt näher und legt ihre Hand über seine Hand am Messergriff. :16. A keze meleg, nedves, és kagylóvíz szaga van, Antonio pedig nem húzza vissza a kezét. - Ihre Hand ist warm, feucht und riecht nach Muschelwasser, und Antonio zieht seine Hand nicht zurück. :17. Így állnak egy darabig, amíg egy vendég nem kiált a számla után, és ők szét nem válnak. - Sie stehen so eine Weile, bis ein Gast nach der Rechnung ruft und sie auseinandergehen. :18. Zárás után együtt ülnek a hátsó ajtó előtti lépcsőn, és megosztanak egy cigarettát. - Nach Ladenschluss sitzen sie zusammen auf der Treppe vor der Hintertür und teilen sich eine Zigarette. :19. Nem beszélnek, de a hallgatás nem kellemetlen. - Sie reden nicht, aber das Schweigen ist nicht unangenehm. :20. Az utca másik végéről egy régi Lucio Battisti-dal hallatszik, egészen halkan, egy nyitott ablakon át. - Vom anderen Ende der Straße hört man ein altes Lied von Lucio Battisti, ganz leise durch ein offenes Fenster. :21. Az éjszaka meleg, és só, hal meg a halászhajók motorolajának szaga van benne. - Die Nacht ist warm und riecht nach Salz, Fisch und dem Motoröl der Fischerboote. :22. Chiara lassan előrehajol, és megcsókolja Antoniót, kérdés nélkül és habozás nélkül. - Chiara beugt sich langsam vor und küsst Antonio, ohne zu fragen und ohne zu zögern. :23. A szája citrom és vörösbor ízű, Antonio pedig lehunyja a szemét. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein, und Antonio schließt die Augen. :24. A kezét Chiara tarkójára teszi, az ujjai szorosan tartják, majdnem egy kicsit túl szorosan. - Er legt seine Hand in ihren Nacken, die Finger fest, fast ein bisschen zu fest. :25. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: közvetlenül Chiara bal kulcscsontja alatt egy kis sötét anyajegyet. - Dann öffnet er die Augen und sieht es: direkt unter ihrem linken Schlüsselbein, ein kleines dunkles Muttermal. :26. Pontosan ezen a helyen Luciának is volt egy, és Antonio egyetlen másodperc alatt emlékszik vissza rá. - An genau dieser Stelle hatte Lucia auch eines, und Antonio erinnert sich daran in einer einzigen Sekunde. :27. Megdermed, feláll, egy szót sem szól, és visszamegy a konyhába. - Er erstarrt, steht auf, sagt kein Wort und geht zurück in die Küche. :28. Az ajtó becsapódik mögötte, Chiara pedig egyedül marad ülve a lépcsőn. - Die Tür fällt hinter ihm ins Schloss, und Chiara bleibt allein auf der Treppe sitzen. :29. Másnap este nem jön dolgozni, és az azt követő estén sem. - Am nächsten Abend kommt sie nicht zur Arbeit, und auch am Abend danach nicht. :30. Antonio egyedül főz, a kagylók fele megmarad, és a három asztal üres marad. - Antonio kocht allein, die Muscheln bleiben halb übrig, und die drei Tische bleiben leer. :31. Éjfélkor elhagyja a trattoriát, és elmegy Chiara kis lakásához a pékség fölött. - Um Mitternacht verlässt er die Trattoria und geht zu ihrer kleinen Wohnung über der Bäckerei. :32. Az ajtó résnyire nyitva áll, és nem hall sem zenét, sem sírást, csak csendet. - Die Tür steht einen Spalt offen, und er hört keine Musik und kein Weinen, nur Stille. :33. Chiara az ágyon ül, a lábait a hasához húzva, és dohányzik. - Chiara sitzt auf dem Bett, die Beine an den Bauch gezogen, und raucht. :34. Úgy néz rá, mintha tudta volna, hogy jönni fog. - Sie schaut ihn an, als hätte sie gewusst, dass er kommt. :35. Antonio leül mellé, és megfogja a kezét, anélkül hogy megmagyarázná, miért. - Antonio setzt sich neben sie und nimmt ihre Hand, ohne zu erklären warum. :36. A hüvelykujjával lassan végigsimít az anyajegyen, egyszer, kétszer. - Er streicht mit dem Daumen langsam über das Muttermal, einmal, zweimal. :37. „Ez nem az övé” – mondja, és a hangja furcsán idegenül cseng a kis szobában. - „Es ist nicht ihres", sagt er, und seine Stimme klingt seltsam fremd in dem kleinen Zimmer. :38. Chiara nyugodtan válaszol: „De az enyém.” - Chiara antwortet ruhig: „Aber es ist meins." :39. Lefekszenek egymással, nem gyengéden és nem vadul, hanem úgy, mint két ember, akik megosztanak egy idegen ágyat, anélkül hogy megkérdeznék, kié. - Sie schlafen miteinander, nicht zärtlich und nicht wild, sondern wie zwei Menschen, die ein fremdes Bett teilen, ohne zu fragen, wem es gehört. :40. Reggel öt órakor Antonio felkel, és egyedül visszamegy a trattoria konyhájába. - Um fünf Uhr morgens steht Antonio auf und geht allein zurück in die Küche der Trattoria. :41. Begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a serpenyőbe – tükörtojást, úgy, ahogy Lucia soha nem szerette. - Er zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Pfanne – Spiegeleier, so wie Lucia sie nie gemocht hat. :42. A vaj és a forró zsír szaga betölti az üres konyhát. - Der Geruch von Butter und heißem Fett füllt die leere Küche. :43. Chiara egy órával később érkezik, szó nélkül az ölébe ül, és eszik a tányérjáról. - Chiara kommt eine Stunde später, setzt sich wortlos auf seinen Schoß und isst von seinem Teller. :44. Antonio nevet – rövid, valódi nevetéssel, amely még őt magát is meglepi. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes Lachen, das ihn selbst überrascht. :45. Két év óta ez az első alkalom, hogy így nevetett. - Es ist das erste Mal seit zwei Jahren, dass er so gelacht hat. :46. Aztán Chiara halkan megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara leise: „Bleibst du?" :47. Antonio kinéz az ablakon a szürke reggeli kikötőre, ahol egy teherhajó lassan és sietség nélkül kifut. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den grauen Morgenhafen, wo ein Frachtschiff langsam und ohne Eile ablegt. :48. Azt mondja: „Már maradtam, csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben, nur nicht hier." :49. Chiara erre nem válaszol semmit. - Chiara antwortet nichts darauf. :50. Megtörli a száját a tenyerével, feláll, és elmegy, anélkül hogy visszafordulna. - Sie wischt sich den Mund mit der Handfläche ab, steht auf und geht, ohne sich umzudrehen. :51. Antonio az asztalnál marad ülve, és nem néz utána. - Antonio bleibt am Tisch sitzen und schaut ihr nicht nach. :52. A tányéron a tükörtojások kihűlnek, odakint pedig a kikötő lassan világosabb lesz. - Die Spiegeleier auf dem Teller werden kalt, und der Hafen draußen wird langsam heller. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és már majdnem egy évtizede vezet egy kis trattoriát Nápoly kikötőjénél. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt und betreibt seit fast einem Jahrzehnt eine kleine Trattoria am Hafen von Neapel. :2. Három asztala van, étlapja nincs, és egyetlen ablaka a vízre néz. - Sie hat drei Tische, keine Speisekarte und ein einziges Fenster mit Blick aufs Wasser. :3. Két évvel ezelőtt meghalt a felesége, Lucia, az esti felszolgálás kellős közepén, minden előjel nélkül. - Vor zwei Jahren ist seine Frau Lucia gestorben, mitten im Abendservice, ohne Vorwarnung. :4. A keze még egy vendég tányérjának peremén feküdt, aki a tányérját észre sem vette. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der seinen Teller nicht mal bemerkt hatte. :5. Azóta Antonio egy összehajtott takarón alszik a pult mögött. - Seitdem schläft Antonio auf einer zusammengeklappten Decke hinter der Theke. :6. A fenti hálószoba túl hangos – nem a kintről beszűrődő zaj miatt, hanem a benne lévő csend miatt. - Das Schlafzimmer oben ist zu laut – nicht wegen des Lärms von draußen, sondern wegen der Stille darin. :7. Minden este ugyanazt főzi: kagylós tésztát, sült cukkinit, hideg citromtortát. - Er kocht jeden Abend dasselbe: Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalten Zitronenkuchen. :8. Ez az a három étel, amelyet Lucia mindig rendelt, amikor nem ő állt a tűzhely mellett. - Es sind die drei Gerichte, die Lucia immer bestellt hat, wenn sie nicht selbst am Herd stand. :9. Chiara egy hónapja van ott, huszonhét éves, Torinóból menekült valami elől, amit nem nevez meg. - Chiara ist seit einem Monat da, siebenundzwanzig Jahre alt, aus Turin geflohen vor etwas, das sie nicht benennt. :10. Egy olívazöld fülbevalót visel, és enyhén selypít, amit csak akkor hallani, ha izgatott. - Sie trägt einen Olivenohrrring und hat ein leichtes Lispeln, das man nur hört, wenn sie aufgeregt ist. :11. Nézi Antoniót főzés közben, ahogy összenyomja a fokhagymagerezdeket, ahogy az ujjai végigsiklanak a késen. - Sie schaut Antonio beim Kochen zu, wie er die Knoblauchzehen presst, wie seine Finger über das Messer gleiten. :12. Figyeli, hogy soha nem néz az órára, bár mindig pontosan tudja, mennyi az idő. - Sie beobachtet, wie er nie auf die Uhr schaut, obwohl er immer genau weiß, wie spät es ist. :13. Egy kedd este, amikor az utolsó vendég már rég elment, és a konyha fokhagyma és forró olívaolaj illatát árasztja, Antonio hagymát vág. - An einem Dienstagabend, als der letzte Gast längst gegangen ist und die Küche nach Knoblauch und heißem Olivenöl riecht, schneidet Antonio Zwiebeln. :14. A könnyek végigfolynak az arcán, anélkül hogy észrevenné vagy törődne vele. - Die Tränen laufen ihm übers Gesicht, ohne dass er es bemerkt oder sich darum kümmert. :15. Chiara a mosogatónál áll, kagylókat mos, és őt nézi. - Chiara steht an der Spüle, wäscht Muscheln und schaut ihn an. :16. A régi, rozsdás páraelszívó tükrében röviden egymás szemébe néznek, egy pillanattal tovább, mint amennyi véletlen lehetne. - Im Spiegel der alten, verrosteten Dunstabzugshaube sehen sie sich kurz in die Augen, einen Moment zu lang für einen Zufall. :17. Anélkül, hogy abbahagyná a vágást, azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :18. A lány közelebb lép, és a kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen, sósan a kagylóvíztől. - Sie tritt näher und legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm, feucht, salzig vom Muschelwasser. :19. Ő nem húzza vissza a kezét. - Er zieht die Hand nicht zurück. :20. Olyan közel áll hozzá, hogy érzi a citromillatot a hajában, amely semmire sem emlékezteti, és éppen ezért olyan szokatlan. - Sie steht so nah, dass er den Zitronengeruch in ihrem Haar riecht, der ihn an nichts erinnert und deshalb so ungewohnt ist. :21. Így állnak, amíg Chiara kötényzsebében rezegni nem kezd a mobiltelefon. - Sie stehen so, bis das Handy in Chiaras Schürzentasche vibriert. :22. Aztán szétválnak, mintha semmit sem tettek volna. - Dann gehen sie auseinander, als hätten sie gar nichts getan. :23. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür. :24. Megosztoznak egy cigarettán, és az üres sikátort nézik, ahol egy macska alszik két szemetes között. - Sie teilen sich eine Zigarette und schauen auf die leere Gasse, wo eine Katze zwischen zwei Mülleimern schläft. :25. A szomszéd házból nagyon halkan egy régi Lucio Battisti-dal hallatszik. - Vom Nachbarhaus hört man sehr leise ein altes Lied von Lucio Battisti. :26. Egy nyitott ablakon át sodródik ki, mint a cigarettafüst. - Es driftet durch ein offenes Fenster nach draußen wie Zigarettenrauch. :27. Chiara előrehajol, és kérdés nélkül megcsókolja, a szája citrom és vörösbor ízű. - Chiara beugt sich vor und küsst ihn, ohne zu fragen, ihr Mund nach Zitrone und Rotwein. :28. Antonio lehunyja a szemét, és a kezét a tarkójára teszi, az ujjai erősen, talán túl erősen szorítanak. - Antonio schließt die Augen und legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fest, zu fest vielleicht. :29. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kicsi, sötét anyajegy közvetlenül a bal kulcscsontja alatt. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines, dunkles Muttermal direkt unter ihrem linken Schlüsselbein. :30. Pontosan azon a helyen van, ahol Luciának is volt egy, pontosan azon a helyen, amelyet az elmúlt két évben álmaiban megérintett. - Es sitzt an genau der Stelle, wo Lucia auch eines hatte, an genau der Stelle, die er in den letzten zwei Jahren in seinen Träumen berührt hat. :31. Olyan teljesen megdermed, hogy Chiara azonnal megérzi. - Er erstarrt so vollständig, dass Chiara es sofort spürt. :32. Aztán feláll és elmegy, magyarázat nélkül, vissza sem fordulva, maga mögött becsukva a konyhaajtót, mint egy választ. - Dann steht er auf und geht, ohne eine Erklärung, ohne sich umzudrehen, die Küchentür hinter sich schließend wie eine Antwort. :33. A következő két este Chiara nem jön. - Die nächsten beiden Abende kommt Chiara nicht. :34. Antonio egyedül főz egy konyhában, amely nagyobbnak tűnik, mint máskor, a kagylók félig elfogyva, az asztalok a szokásosnál korábban üresek. - Antonio kocht allein in einer Küche, die größer wirkt als sonst, die Muscheln halb aufgegessen, die Tische früher leer als üblich. :35. A harmadik nap éjfélkor elhagyja a trattoriát. - Um Mitternacht des dritten Tages verlässt er die Trattoria. :36. Végigmegy a szűk, gyengén megvilágított sikátorokon ahhoz a régi házhoz a pékség fölött, ahol Chiara a második emeleten lakik. - Er geht durch die engen, schwach beleuchteten Gassen zu dem alten Haus über der Bäckerei, wo Chiara im zweiten Stock wohnt. :37. Az ajtó résnyire nyitva áll, fény nincs. - Die Tür steht einen Spalt offen, kein Licht. :38. Csak a cigarettája narancsszínű pontja látszik a sötétben. - Nur der orangefarbene Punkt ihrer Zigarette ist in der Dunkelheit zu sehen. :39. Az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen. :40. Úgy néz rá, mintha nem lepődne meg, mintha tudta volna, hogy egyszer úgyis eljön, csak azt nem, mikor. - Sie schaut ihn an, als wäre sie nicht überrascht, als hätte sie gewusst, dass er irgendwann kommen würde, nur nicht, wann. :41. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, és megfordítja. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand und dreht sie um. :42. A hüvelykujjával lassan végigsimít az anyajegyen, mintha azt ellenőrizné, valóban ott van-e. - Er streicht mit dem Daumen über das Muttermal, langsam, so als würde er prüfen, ob es wirklich da ist. :43. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :44. A hangja úgy szól, mintha saját magát akarná erről meggyőzni. - Seine Stimme klingt, als würde er sich selbst davon überzeugen wollen. :45. Chiara nem húzza el a kezét. - Chiara zieht ihre Hand nicht weg. :46. Nyugodtan, szinte közönyösen válaszol: „De az enyém.” - Sie antwortet ruhig, fast gleichgültig: „Aber es ist meins." :47. Együtt alszanak, nem szenvedélyből és nem gyászból. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Trauer. :48. Úgy teszik, mint két ember, akik hosszú idő után végre abbahagyták, hogy úgy tegyenek, mintha semmire sem lenne szükségük. - Sie tun es wie zwei Menschen, die nach langer Zeit endlich aufgehört haben, so zu tun, als bräuchten sie nichts. :49. Nem sokkal öt előtt Antonio felkel, felöltözik, és visszamegy a trattoriába. - Um kurz vor fünf steht Antonio auf, zieht sich an und geht zurück in die Trattoria. :50. Ott begyújtja a tűzhelyet, és feltör három tojást – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, és amelyet soha nem készített neki. - Dort zündet er den Herd an und schlägt drei Eier auf – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie mochte, das er nie für sie gemacht hat. :51. A vaj és a zsír szaga betölti a csendes konyhát. - Der Geruch von Butter und Fett füllt die stille Küche. :52. A reggel első fénye beszűrődik az ablakon, szürkén és tétován, mint egy vendég, aki nem tudja, szívesen látják-e. - Das erste Licht des Morgens kommt durchs Fenster, grau und zögernd wie ein Gast, der nicht weiß, ob er willkommen ist. :53. Chiara egy órával később jön, még nem egészen ébren. - Chiara kommt eine Stunde später, noch nicht ganz wach. :54. Az ölébe ül, és a tányérjáról eszik, mintha ez magától értetődő volna, mintha mindig is így csinálta volna. - Sie setzt sich auf seinen Schoß und isst von seinem Teller, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie es immer so gemacht. :55. Antonio nevet – rövid, igazi nevetéssel. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes Lachen. :56. Ez annyira meglepi, hogy egy pillanatra abbahagyja a lélegzést, mert rájött, hogy még képes rá. - Es überrascht ihn so sehr, dass er kurz aufhört zu atmen, weil er gemerkt hat, dass er es noch kann. :57. Aztán Chiara a tányérra szegezett tekintettel megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara, den Blick auf den Teller gerichtet: „Bleibst du?" :58. Antonio kinéz az ablakon, ahol egy teherhajó lassan és hangtalanul elhagyja a kikötőt, olyan közönyösen és olyan véglegesen, ahogy a dolgok menni szoktak, ha az ember nem tartja őket erősen. - Antonio schaut aus dem Fenster, wo ein Frachtschiff langsam und lautlos den Hafen verlässt, so gleichgültig und so endgültig, wie Dinge eben gehen, wenn man sie nicht festhält. :59. Azt mondja: „Én már maradtam – csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier." :60. Ezzel olyasmit ért, amit ő maga sem ért egészen, de ami igaz. - Er meint damit etwas, das er selbst nicht ganz versteht, aber das wahr ist. :61. Chiara a tenyere élével megtörli a száját, feláll, és leveszi a kabátját a szék támlájáról. - Chiara wischt sich den Mund mit der flachen Hand ab, steht auf und nimmt ihre Jacke von der Stuhllehne. :62. Aztán elmegy, anélkül hogy csapkodna, és anélkül hogy sírna. - Dann geht sie, ohne zu schlagen und ohne zu weinen. :63. Antonio ülve marad, kezét a kávésbögre köré fonva. - Antonio bleibt sitzen, die Hände um den Kaffeebecher gelegt. :64. Nem néz utána. - Er schaut ihr nicht nach. :65. A tükörtojások kihűlnek. - Die Spiegeleier werden kalt. :66. Az ablak előtti kikötő minden pillanattal világosabb lesz, mintha nem tudná, hogy itt éppen valami véget ért. - Der Hafen vor dem Fenster wird mit jedem Moment heller, als wüsste er nicht, dass hier gerade etwas zu Ende gegangen ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és már majdnem egy évtizede vezet egy trattoriát Nápoly kikötőjében, három asztallal és étlap nélkül. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt, betreibt seit fast einem Jahrzehnt eine Trattoria am Hafen von Neapel mit drei Tischen und keiner Speisekarte. :2. Ebben az évtizedben megtanulta, hogy az embernek meglepően kevésre van szüksége, amíg minden este tudja, mit fog főzni. - In diesem Jahrzehnt hat er gelernt, dass ein Mensch erstaunlich wenig braucht, solange er jeden Abend weiß, was er kochen wird. :3. Két évvel ezelőtt meghalt Lucia – a felesége, a szakácsnője, az asszony, aki mindig túl hangosan nevetett, és mindig túl csípősen fűszerezett. - Vor zwei Jahren ist Lucia gestorben – seine Frau, seine Köchin, die Frau, die immer zu laut gelacht und immer zu scharf gewürzt hat. :4. Egy egészen közönséges kedd estén halt meg, a felszolgálás kellős közepén, kezét még egy vendég tányérjának szélén tartva, aki semmit sem vett észre. - Sie ist an einem ganz gewöhnlichen Dienstagabend mitten im Service gestorben, die Hand noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der nichts gemerkt hatte. :5. Azóta Antonio egy összehajtott gyapjútakarón alszik a konyhapult mögött. - Seitdem schläft Antonio auf einer gefalteten Wolldecke hinter der Küchentheke. :6. Nem azért teszi ezt, mert odafent ne volna ágy, hanem mert a hálószobában olyan csend van, amely hangosabb minden zajnál. - Er tut das nicht, weil oben kein Bett wäre, sondern weil das Schlafzimmer eine Art Stille hat, die lauter ist als jedes Geräusch. :7. Minden este ugyanazt a három ételt főzi: kagylós tésztát, sült cukkinit, hideg citromtortát. - Jeden Abend kocht er dieselben drei Gerichte: Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalter Zitronenkuchen. :8. Ez Lucia rendelése, mindig, amikor egyszer saját magát szolgálhatta ki; valamiféle néma rítus, amelyet ő nem fejez be, mert nem tudja, mi következne utána. - Es ist Lucias Bestellung, immer, wenn sie sich einmal selbst bedienen durfte, eine Art stilles Ritual, das er nicht beendet, weil er nicht weiß, was danach käme. :9. Chiara egy hónapja van ott, huszonhét éves, Torinóból menekült el egy olajbogyó alakú fülbevalóval és egy enyhe selypítéssel, amelyet csak akkor hallani, ha izgatott. - Chiara ist seit einem Monat da, siebenundzwanzig, aus Turin geflohen mit einem Olivenohrrring, einem leichten Lispeln, das man nur hört, wenn sie aufgeregt ist. :10. Olyan nő elszánt hallgatásával érkezett, aki megtanulta, hogy a magyarázatok többe kerülnek, mint amennyit hoznak. - Sie ist mit dem entschlossenen Schweigen einer Frau gekommen, die gelernt hat, dass Erklärungen mehr kosten als sie einbringen. :11. Olyan figyelemmel nézi Antoniót főzés közben, amely túlmutat a puszta kíváncsiságon – ahogy összenyomja a fokhagymagerezdeket, mintha az erő volna az egyetlen, amit még biztosan adagolni tud. - Sie schaut Antonio beim Kochen zu mit einer Aufmerksamkeit, die über bloße Neugier hinausgeht – wie er die Knoblauchzehen presst, als wäre Kraft das Einzige, was er noch sicher dosieren kann. :12. Figyeli, ahogy az ujjai végigsiklanak a késen, olyan nyugalommal, amely közönynek látszik, és talán az is. - Sie beobachtet, wie seine Finger über das Messer gleiten mit einer Ruhe, die aussieht wie Gleichgültigkeit und vielleicht auch eine ist. :13. Egy kedd estén, amikor az utolsó vendégek is elmentek, és a konyha égett fokhagyma és a kagylók sójának szagától terhes, Antonio lehajtott fejjel hagymát vág. - An einem Dienstagabend, als die letzten Gäste gegangen sind und die Küche nach verbranntem Knoblauch und dem Salz der Muscheln riecht, schneidet Antonio Zwiebeln mit gesenktem Kopf. :14. A könnyek végigfolynak az arcán anélkül, hogy letörölné őket, anélkül, hogy észrevenné őket, vagy talán észreveszi, és egyszerűen nem tartja érdemesnek elrejteni őket. - Die Tränen laufen ihm übers Gesicht, ohne dass er sie wischt, ohne dass er sie bemerkt, oder vielleicht bemerkt er sie und findet es schlicht nicht der Mühe wert, sie zu verbergen. :15. Chiara a mosogatónál áll, kagylókat mos, és őt nézi. - Chiara steht an der Spüle, wäscht Muscheln und schaut ihn an. :16. A rozsdás páraelszívó tompa, foltos tükrében úgy találkozik a tekintetük, ahogyan egyikük sem tervezte, és ami mégis olyan pontos, mint egy hosszú mondat végére kitett pont. - Im trüben, gefleckten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke auf eine Weise, die keiner von beiden geplant hat und die trotzdem so präzise ist wie ein gesetzter Punkt am Ende eines langen Satzes. :17. Azt mondja, anélkül, hogy abbahagyná a vágást: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :18. Közelebb lép, kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen és sósan a kagylóvíztől. - Sie tritt näher, legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm und feucht und salzig vom Muschelwasser. :19. Ő nem húzza vissza a kezét, mert a teste döntést hoz, mielőtt a feje egyáltalán elkezdte volna megfogalmazni a kérdést. - Er zieht die Hand nicht zurück, weil sein Körper eine Entscheidung trifft, bevor sein Kopf auch nur angefangen hat, die Frage zu formulieren. :20. Így állnak, amíg Chiara kötényzsebében rezegni nem kezd a mobiltelefon. - Sie stehen so, bis das Handy in ihrer Schürzentasche vibriert. :21. A konyha újra két külön emberré változtatja őket vissza, akik éppen petrezselymet és kagylót készítenek elő, és semmi mást. - Die Küche verwandelt sie wieder in zwei getrennte Menschen zurück, die gerade Petersilie und Muscheln vorbereiten und sonst gar nichts. :22. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek, felváltva osztoznak egy cigarettán, mintha régi szokás volna. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür, teilen sich eine Zigarette im Wechsel, als wäre das eine alte Gewohnheit. :23. A sötét sikátort nézik, ahol egy macska mozdulatlanul ül két szemetes között, mint valami, ami a végszavára vár. - Sie schauen auf die dunkle Gasse, wo eine Katze reglos zwischen zwei Mülleimern sitzt wie etwas, das auf sein Stichwort wartet. :24. A szomszéd házból, egy résnyire nyitva maradt ablakon át egy régi Lucio Battisti-dal szűrődik ki, egészen halkan. - Vom Nachbarhaus kommt durch ein angelehnt gebliebenes Fenster ein altes Lied von Lucio Battisti, ganz leise. :25. Olyan halk, hogy az ember nem biztos benne, hallja-e, vagy csak emlékszik rá. - Es ist so leise, dass man nicht sicher ist, ob man es hört oder sich erinnert. :26. Chiara előrehajol, és megcsókolja, előjel nélkül, a habozás nélkül, amely határozatlanságot feltételez. - Chiara beugt sich vor und küsst ihn, ohne Ankündigung, ohne die Zögerlichkeit, die Unschlüssigkeit voraussetzt. :27. A szája citrom és vörösbor ízű, és olyan valaki elszántságának íze van benne, aki pontosan tudja, mit akar, és kész megfizetni érte az árat. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein und nach der Entschiedenheit von jemandem, der genau weiß, was er will und bereit ist, dafür einen Preis zu zahlen. :28. Antonio lehunyja a szemét, kezét a nő tarkójára teszi, ujjai szorosan tartják, elég szorosan ahhoz, hogy Chiara érezze. - Antonio schließt die Augen, legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fest, fest genug, dass sie es spüren wird. :29. Egy pillanatra a világ erre az egy pontra szűkül, a melegre, a sóra és az utca túlsó oldaláról érkező halk dalra. - Für einen Moment ist die Welt auf diesen einen Punkt reduziert, auf Wärme und Salz und das leise Lied von der anderen Straßenseite. :30. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kicsi, sötét anyajegyet közvetlenül a bal kulcscsontja alatt. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines, dunkles Muttermal direkt unter ihrem linken Schlüsselbein. :31. Olyan sajátos, olyan összetéveszthetetlen helyen van, hogy az agya feldolgozza az információt, mielőtt megakadályozhatná, amit az kivált benne. - Es liegt an einer Stelle so spezifisch, so unverwechselbar, dass sein Gehirn die Information verarbeitet, bevor er verhindern kann, was sie in ihm auslöst. :32. Teljesen megdermed, átmenet nélküli teljességgel, feláll, és visszamegy a konyhába. - Er erstarrt mit einer Vollständigkeit, die keine Zwischenstufen kennt, steht auf und geht in die Küche zurück. :33. Az ajtó becsapódik, ő pedig ott áll a csendben, és hallja, ahogy a saját vére úgy zúg, mint egy hajó, amely elhagy egy kikötőt. - Die Tür fällt ins Schloss, und er steht dort in der Stille und hört sein eigenes Blut rauschen wie ein Schiff, das einen Hafen verlässt. :34. A következő két estén Chiara helye üres marad, Antonio pedig egyedül főz egy konyhában, amely hirtelen nagyobbnak tűnik minden helyiségnél, amelyet ismer. - Die nächsten beiden Abende bleibt Chiaras Platz leer, und Antonio kocht allein in einer Küche, die plötzlich größer wirkt als alle Räume, die er kennt. :35. A kagylókat csak félig eszik meg, a három asztal korábban ürül ki, mint valaha, és a csend más minőségű, mint máskor. - Die Muscheln sind nur halb aufgegessen, die drei Tische früher leer als je zuvor, die Stille von einer anderen Qualität als sonst. :36. A harmadik éjszakán, kevéssel éjfél után, maga mögött behúzza a trattoria ajtaját, és végigmegy a szűk, rosszul megvilágított sikátorokon. - In der dritten Nacht, kurz nach Mitternacht, zieht er die Tür der Trattoria hinter sich zu und geht durch die engen, schlecht beleuchteten Gassen. :37. Elmegy a bezárt üzletek és az állott sütőolaj szaga mellett. - Er geht vorbei an geschlossenen Läden und dem Geruch nach abgestandenem Frittieröl. :38. Ahhoz a régi házhoz megy a pékség fölött, ahol még soha nem járt, és amelynek lépcsőháza nedves fa és kenyér szagát árasztja. - Er geht zu dem alten Haus über der Bäckerei, wo er noch nie gewesen ist und dessen Treppe nach nassem Holz und Brot riecht. :39. Chiara lakásának ajtaja résnyire nyitva áll, bent nincs fény, csak a cigarettája narancsszínű izzása. - Die Tür zu Chiaras Wohnung steht einen Spalt offen, kein Licht darin außer dem orangefarbenen Glühen ihrer Zigarette. :40. Az izzás úgy mozog a sötétben, mint egy világítótorony villanása, amelyet nem neki szántak, és mégis vezeti őt. - Das Glühen bewegt sich in der Dunkelheit wie das Blinken eines Leuchtturms, der nicht für ihn gedacht ist und ihn trotzdem führt. :41. Chiara az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva, és olyan arckifejezéssel néz rá, amely se nem meglepett, se nem megkönnyebbült. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen, und schaut ihn an mit einem Ausdruck, der weder überrascht noch erleichtert ist. :42. Olyan ember arckifejezése ez, aki megnyert egy fogadást, amelyet szívesebben veszített volna el. - Es ist der Ausdruck von jemandem, der eine Wette gewonnen hat, die er lieber verloren hätte. :43. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, a csuklója belső oldalát a mennyezet felé fordítja, aztán hüvelykujjával végigsimít az anyajegyen. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand, dreht die Innenseite ihres Handgelenks zur Decke und streicht dann mit dem Daumen über das Muttermal. :44. Lassan és összpontosítva teszi, mint valaki, aki azt vizsgálja, begyógyult-e egy sebhely, vagy még nyitva van. - Er tut es langsam und konzentriert, wie jemand, der prüft, ob eine Narbe verheilt ist oder noch offen. :45. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :46. A hangja úgy hangzik, mint egy férfi hangja, aki azért mond ki egy mondatot, hogy saját magát meggyőzze arról, hogy hisz benne. - Seine Stimme klingt wie die Stimme eines Mannes, der einen Satz ausspricht, um sich selbst davon zu überzeugen, dass er ihn glaubt. :47. Chiara megtartja a kezét. - Chiara hält seiner Hand stand. :48. Anélkül válaszol, hogy felemelné a hangját: „De az enyém.” - Sie antwortet, ohne die Stimme zu heben: „Aber es ist meins." :49. Együtt alszanak, nem szenvedélyből, nem szánalomból és nem kétségbeesésből. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Mitleid und nicht aus Verzweiflung. :50. Olyan két ember csendes pragmatizmusával alszanak együtt, akik mindketten tudják, hogy éppen olyasmit tesznek, amit nem tudnak visszacsinálni, és akik úgy döntöttek, hogy mégis megteszik. - Sie schlafen miteinander mit der stillen Pragmatik zweier Menschen, die beide wissen, dass sie gerade etwas tun, das sie nicht rückgängig machen können, und die sich entschieden haben, es trotzdem zu tun. :51. Kevéssel öt után Antonio felkel, a sötétben felöltözik, és visszamegy a trattoriába. - Um kurz nach fünf steht Antonio auf, zieht sich im Dunkeln an und geht zurück in die Trattoria. :52. Begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a serpenyőbe – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, amelyet soha nem készített neki, és amelynek most kezdetillata van, bár nem biztos benne, minek a kezdete. - Er zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Pfanne – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie mochte, das er nie für sie gemacht hat, das jetzt nach Anfang riecht, obwohl er nicht sicher ist, wovon. :53. Az első szürke reggeli fény bejön az ablakon, és úgy terül el a munkafelületen, mint valami, ami nem biztos benne, hogy szívesen látják-e. - Das erste graue Morgenlicht kommt durchs Fenster und legt sich auf die Arbeitsfläche wie etwas, das nicht sicher ist, ob es willkommen ist. :54. Antonio a tűzhelynél áll, nézi a tojásokat, ahogy a vajban dermednek, és semmi meghatározottra nem gondol. - Antonio steht am Herd und schaut auf die Eier, die in der Butter stocken, und denkt an nichts Bestimmtes. :55. Chiara egy órával később érkezik, még félig álmosan, bejelentés nélkül az ölébe ül, és a tányérjáról eszik, mintha ez évek óta tartó szokás volna, nem pedig az első alkalom. - Chiara kommt eine Stunde später, noch halb schläfrig, setzt sich ohne Ankündigung auf seinen Schoß und isst von seinem Teller, als wäre das eine jahrelange Gewohnheit und nicht das erste Mal. :56. Antonio nevet, röviden, valóban, saját magán is meglepődve; olyan nevetés ez, amelynek érkezését nem hallotta előre. - Antonio lacht, ein kurzes, echtes, von sich selbst überraschtes Lachen, das er nicht kommen gehört hat. :57. Chiara úgy néz rá, mintha ez a nevetés valami volna, amit megjegyzett magának. - Chiara schaut ihn an, als wäre dieses Lachen etwas, das sie sich gemerkt hat. :58. Aztán megkérdezi, tekintetét újra a tányérra szegezve, olyan mellékességgel, amely nem mellékes: „Maradsz?” - Dann fragt sie, den Blick wieder auf den Teller gesenkt, mit einer Beiläufigkeit, die nicht beiläufig ist: „Bleibst du?" :59. Antonio kinéz az ablakon a kikötőre, ahol egy teherhajó lassan és sietség nélkül indul el, közönyösen, mint minden nagy dolog, amelyet nem érdekel, nézi-e valaki. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den Hafen, wo ein Frachtschiff langsam und ohne Eile abfährt, gleichgültig wie alle großen Dinge, die sich nicht darum scheren, ob man ihnen zuschaut. :60. Azt mondja: „Már maradtam – csak nem itt”, és ezzel olyasmit ért, amit talán még ő maga sem ért teljesen, ami azonban abban a pillanatban az egyetlen lehetséges válasz egy olyan kérdésre, amely többet követel, mint amennyit ő adni tud. - Er sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier", und meint damit etwas, das vielleicht nicht einmal er selbst vollständig versteht, das aber in dem Moment die einzig mögliche Antwort auf eine Frage ist, die mehr verlangt, als er geben kann. :61. Chiara a kézfejével megtörli a száját, feláll, leveszi a kabátját a szék támlájáról, és elmegy. - Chiara wischt sich den Mund mit dem Handrücken ab, steht auf, nimmt ihre Jacke von der Stuhllehne und geht. :62. Úgy megy el, hogy nem fordul vissza, nem csap be ajtót, annak méltóságával, aki választ várt, és meg is kapta. - Sie geht, ohne sich umzudrehen, ohne eine Tür zu schlagen, mit der Würde von jemandem, der eine Antwort erwartet hat und sie bekommen hat. :63. Antonio az asztalnál marad ülve, kezei a már hideg kávésbögrét fogják körül, és nem néz utána. - Antonio bleibt am Tisch sitzen, die Hände um den Kaffeebecher gelegt, der schon kalt ist, und schaut ihr nicht nach. :64. Nem néz a tojásokra, nem néz a kikötőre, és egyszerűen semmire sem néz, miközben odakint egyre világosabb lesz, mintha a világ a szokásos ügyeit intézné, teljesen érintetlenül attól, hogy itt valaki éppen másodszor maradt egyedül két év alatt. - Er schaut nicht auf die Eier und schaut nicht auf den Hafen und schaut einfach nichts an, während das Licht draußen heller wird, als ginge die Welt ihren üblichen Geschäften nach, vollkommen unbeeindruckt davon, dass hier gerade jemand das zweite Mal in zwei Jahren allein geblieben ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és aki csak futólag ismeri, azt mondaná, hogy trattoriát vezet Nápoly kikötőjében. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt, und wer ihn nur flüchtig kennt, würde sagen, er betreibt eine Trattoria am Hafen von Neapel. :2. Három asztal, nincs étlap, egy ablak a víz felé, amelyet soha nem tisztít meg, mert a rajta lévő kosz úgy töri meg a fényt, hogy azt szebbnek találja a tisztaságnál. - Drei Tische, keine Speisekarte, ein Fenster zum Wasser hin, das er nie putzt, weil der Schmutz darauf das Licht auf eine Weise bricht, die er schöner findet als Klarheit. :3. De ez csak a külső héja volna egy történetnek, amelynek magja két éve abban áll, hogy egy férfi minden este ugyanazokat az ételeket főzi olyan vendégeknek, akik soha nem rendelték meg őket, mert az egyetlen ember, akinek valaha készítette őket, már nincs ott, hogy megegye őket. - Aber das wäre nur die äußere Schale einer Geschichte, deren Kern seit zwei Jahren darin besteht, dass ein Mann jeden Abend dieselben Gerichte kocht für Gäste, die sie nie bestellt haben, weil die einzige Person, für die er sie je gemacht hat, nicht mehr da ist, um sie zu essen. :4. Lucia egy keddi napon halt meg, az esti kiszolgálás kellős közepén, leeső test zaja nélkül, dráma nélkül, a keze még egy vendég tányérjának peremén, aki semmit sem vett észre. - Lucia ist an einem Dienstag gestorben, mitten im Abendservice, ohne das Geräusch eines fallenden Körpers, ohne Drama, mit der Hand noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der nichts bemerkt hatte. :5. Antonio a mai napig nem tud visszaemlékezni ennek a vendégnek az arcára, bár megpróbálta, mert azt gondolta, hogy a bűntudatnak horgonyra van szüksége, és ez a férfi volt az egyetlen kézzelfogható. - Antonio kann sich bis heute nicht an das Gesicht dieses Gastes erinnern, obwohl er es versucht hat, weil er dachte, dass Schuld einen Anker braucht, und dieser Mann der einzige greifbare war. :6. Azóta Antonio egy összehajtott gyapjútakarón alszik a konyhapult mögött, nem azért, mert képtelen volna belépni a hálószobába, hanem valamiféle pontosan megválasztott büntetésből, amelyet saját magára rótt ki anélkül, hogy valaha eldöntötte volna, pontosan miért. - Seitdem schläft Antonio auf einer gefalteten Wolldecke hinter der Küchentheke, nicht aus Unvermögen, das Schlafzimmer zu betreten, sondern aus einer Art präzise gewählter Bestrafung, die er sich selbst auferlegt hat ohne je zu entscheiden, wofür genau. :7. Folytatja ezt a büntetést, mert az abbahagyás időközben magyarázatot követelne, amellyel senkinek sem tartozik, legkevésbé saját magának. - Er setzt diese Bestrafung fort, weil das Aufhören inzwischen eine Erklärung erfordern würde, die er niemandem schuldet und sich selbst am allerwenigsten. :8. A három étel – tészta kagylóval, sült cukkini, hideg citromtorta – nem rituálé szentimentális értelemben. - Die drei Gerichte – Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalter Zitronenkuchen – sind kein Ritual im sentimentalen Sinne. :9. Inkább szerkezeti elv, afféle napi állítás arról, hogy a világnak még mindig van rendje, még ha az indoka már el is tűnt. - Sie sind eher ein strukturelles Prinzip, eine Art tägliche Behauptung, dass die Welt noch eine Ordnung hat, auch wenn ihre Begründung fortgefallen ist. :10. Chiara egy hónapja tűnt fel, huszonhét éves, Torinóból menekült el egy olyan nő tömör csomagjával, aki megtanulta, hogy kevesebbre van szükség, mint hinnénk, ha az ember csak kész abbahagyni, hogy olyan dolgokért fizessen, amelyek nem tartoznak hozzá. - Chiara ist vor einem Monat aufgetaucht, siebenundzwanzig Jahre alt, aus Turin geflohen mit dem kompakten Gepäck einer Frau, die gelernt hat, dass man weniger braucht, als man denkt, wenn man nur bereit ist, aufzuhören, für Dinge zu bezahlen, die einem nicht gehören. :11. Egy apró olajbogyós fülbevalót visel, alig hallhatóan selypít, amikor a mondatok hosszabbak lesznek, és az első két hétben olyan keveset beszélt magáról, hogy Antonio a hallgatását az udvariasság egyik formájaként kezdte értelmezni, ami talán az is, vagy talán valami más, amit még nem akart megnevezni. - Sie trägt einen Ohrring mit einer kleinen Olive, lispelt kaum hörbar, wenn die Sätze länger werden, und hat in den ersten zwei Wochen so wenig über sich selbst gesprochen, dass Antonio begann, ihr Schweigen als eine Form von Höflichkeit zu interpretieren, was es vielleicht auch ist, oder vielleicht auch etwas anderes, das er noch nicht benennen wollte. :12. Amit akkor tesz, amikor főzés közben figyeli őt, túl van a kíváncsiságon és innen a vonzalmon. - Was sie tut, wenn sie ihm beim Kochen zuschaut, geht über Neugier hinaus und unter Zuneigung. :13. Olyan ember figyelme ez, aki valami meghatározottat keres, és még nem tudja, megtalálta-e, vagy csak reméli, hogy talán ez az, amit keres. - Es ist die Aufmerksamkeit von jemandem, der etwas Bestimmtes sucht und noch nicht weiß, ob er es gefunden hat oder ob er nur hofft, es könnte das sein, wonach er sucht. :14. Az említett kedd estén, miután az utolsó vendég fizetett, és a konyha abban az állapotban van, amelyet Antonio szépnek nevez, és amely mindenki másnak rendetlenségnek tűnne – kagylóhéjak a mosogató peremén, olívaolaj a tűzhelyen, a petrezselyem még félig aprítatlanul –, lehajtott fejjel hagymát vág, és hagyja folyni a könnyeit. - An besagtem Dienstagabend, nachdem der letzte Gast gezahlt hat und die Küche in dem Zustand ist, den Antonio schön nennt und der allen anderen wie Unordnung vorkäme – Muschelschalen am Rand der Spüle, Olivenöl auf dem Herd, die Petersilie noch halb ungehackt –, schneidet er Zwiebeln mit gesenktem Kopf und lässt die Tränen laufen. :15. Nem azért teszi, mert gyászol, vagy nem csak azért, hanem mert valamikor felhagyott azzal, hogy különbséget tegyen a hagymakönnyek és a többi között, és ez a különbségnélküliség időközben az őszinteség egyik formájának érződik. - Er tut es nicht, weil er trauert, oder nicht nur, sondern weil er irgendwann aufgehört hat, zwischen Zwiebeltränen und den anderen zu unterscheiden, und diese Unterschiedslosigkeit sich inzwischen wie eine Form von Ehrlichkeit anfühlt. :16. Chiara a mosogatónál áll, és a páraelszívó zsírcseppektől erezett, homályos tükrében tekintetük egy olyan véletlen pontosságával találkozik, amely túl jól megrendezettnek hat ahhoz, hogy véletlen legyen. - Chiara steht an der Spüle, und im trüben, von Fettflecken gemaserten Spiegel der Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke mit der Präzision eines Zufalls, der zu gut inszeniert wirkt, um zufällig zu sein. :17. Ott tartják egymást egy pillanatig, amely elég hosszú ahhoz, hogy mindketten tudják, mit jelent, és elég rövid ahhoz, hogy egyikük se legyen kénytelen úgy tenni, mintha tudta volna. - Sie halten sich dort einen Moment, der lang genug ist, dass beide wissen, was er bedeutet, und kurz genug, dass keiner gezwungen ist, so zu tun, als hätte er es gewusst. :18. Anélkül, hogy abbahagyná a vágást, a lehető legmellékesebb hangon azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden, die Stimme so beiläufig wie möglich: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :19. Chiara egy lépéssel közelebb lép, kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen, sósan a kagylóviztől, olyan magától értetődőséggel, amely semmiféle engedélyt nem kért, és nem is volt rá szüksége, ő pedig nem húzza vissza a kezét, mert a teste ebben a pillanatban okosabb az értelménél, vagy legalábbis gyorsabb, és az okosság kérdését későbbre halasztja. - Sie tritt einen Schritt näher, legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm, feucht, salzig vom Muschelwasser, mit einer Selbstverständlichkeit, die keinerlei Erlaubnis eingeholt hat und keine brauchte, und er zieht die Hand nicht zurück, weil sein Körper in diesem Moment klüger ist als sein Verstand, oder wenigstens schneller, und die Frage der Klugheit auf später vertagt. :20. Így állnak, amíg a mobiltelefon rezegni nem kezd a nő kötényzsebében. - Sie stehen so, bis das Handy in ihrer Schürzentasche vibriert. :21. A valóság visszaváltoztatja őket két emberré, akik petrezselymet aprítanak, kagylót mosnak, és semmi többé. - Die Wirklichkeit verwandelt sie in zwei Menschen zurück, die Petersilie hacken und Muscheln waschen und nichts weiter. :22. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek, megosztanak egy cigarettát egy olyan ritmusban, amely saját magát találta ki, és úgy hallgatnak, hogy az nem árul el kényelmetlenséget. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür, teilen sich eine Zigarette in einem Rhythmus, der sich selbst erfunden hat, schweigen auf eine Art, die kein Unbehagen verrät. :23. Lucio Battistit hallgatják, aki a szemközti ablakon át lép be a sötétbe, olyan halkan, hogy éppúgy lehetne emlék, mint egy dal, amelyet éppen lejátszanak. - Sie hören auf Lucio Battisti, der durch ein Fenster von gegenüber ins Dunkel tritt, so leise, dass er ebenso eine Erinnerung sein könnte wie ein Lied, das gerade gespielt wird. :24. Chiara megcsókolja őt anélkül, hogy bejelentené a pillanatot, anélkül a tétovaság nélkül, amely ambivalenciát feltételez, szája citrom és vörösbor ízű, és egy olyan nő csendes elszántságáé, aki eldöntötte, hogy vállalja a kockázatot. - Chiara küsst ihn, ohne den Moment anzukündigen, ohne die Zögerlichkeit, die Ambivalenz voraussetzt, ihr Mund nach Zitrone und Rotwein und der stillen Entschlossenheit einer Frau, die beschlossen hat, dass sie das Risiko eingeht. :25. Antonio lehunyja a szemét, és kezét a nő tarkójára teszi, ujjai szinte fájdalmasan szorosan tartják, mintha a kapaszkodás pótolhatná azt, amit a nyelv nem tud, és a perc töredékére a világ erre az egy pontra hajtódik össze, melegségre, sóra, a távoli dalra, a kikötő szagára. - Antonio schließt die Augen und legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fast schmerzhaft fest, als könnte Festhalten das ersetzen, was Sprache nicht kann, und für den Bruchteil einer Minute ist die Welt auf diesen einen Punkt zusammengefaltet, auf Wärme, auf Salz, auf das ferne Lied, auf den Geruch des Hafens. :26. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kis sötét anyajegyet a bal kulcscsontja alatt, olyan konkrét, olyan változhatatlanul ismerős helyen, hogy az agya végrehajtja a társítást, mielőtt megakadályozhatná. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines dunkles Muttermal unter ihrem linken Schlüsselbein, an einer Stelle so spezifisch, so unveränderlich vertraut, dass sein Gehirn die Assoziation vollzieht, bevor er sie verhindern kann. :27. Ezzel a társítással egyszerre tér vissza minden – nem fájdalomként, hanem valami hidegebbként, pontosabbként, mint egy sebészi vágás valamiben, amit gyógyultnak hitt az ember. - Mit dieser Assoziation kommt alles auf einmal zurück – nicht als Schmerz, sondern als etwas Kälteres, Präziseres, wie ein chirurgischer Schnitt in etwas, das man für verheilt gehalten hatte. :28. Átmenetek nélküli teljességgel dermed meg, feláll és elmegy. - Er erstarrt mit einer Vollständigkeit, die keine Übergänge kennt, steht auf und geht. :29. A konyhaajtó valami végleges hangjával csukódik be mögötte, ő pedig az üres konyhában áll, hallja saját lélegzetét, és azon tűnődik, gyáva dolog-e, amit az imént tett, és nem jut eredményre. - Die Küchentür schließt sich hinter ihm mit dem Laut von etwas Endgültigem, und er steht in der leeren Küche und hört seinen eigenen Atem und fragt sich, ob es feige ist, was er gerade getan hat, und kommt zu keinem Ergebnis. :30. A következő két este Chiara helye üres, Antonio pedig egy olyan konyhában főz tovább, amelynek méretei ugyanazok, mint mindig, és mégis másnak érződik, talán tágasabbnak, vagy üresebbnek. - Die nächsten zwei Abende ist Chiaras Platz leer, und Antonio kocht in einer Küche, die dieselben Maße hat wie immer und sich trotzdem anders anfühlt, weiter vielleicht, oder leerer. :31. Abban a sajátos értelemben üresebb, hogy hiányzik valami, ami nemrég még nem is volt ott, és amelynek hiányát ezért élesebben érzékeli, mint azokét a dolgokét, amelyek régebb óta hiányoztak. - Es ist leerer in dem spezifischen Sinne, dass etwas fehlt, das noch vor kurzem noch nicht da war und dessen Abwesenheit deshalb schärfer registriert wird als die von Dingen, die länger fehlten. :32. A harmadik éjszakán, éjfél után bezárja a trattoriát. - In der dritten Nacht, nach Mitternacht, schließt er die Trattoria ab. :33. Végigmegy a szűk sikátorokon, elhalad az öreg sütőolaj szaga és egy kapualjból jövő macskahang mellett, a pékség fölötti házhoz, egy ajtóhoz, amely résnyire nyitva áll. - Er geht durch die engen Gassen, vorbei an dem Geruch nach altem Frittieröl und dem Katzengeräusch in einer Einfahrt, zu dem Haus über der Bäckerei, zu einer Tür, die einen Spalt offen steht. :34. Az ajtó nyitva áll, mintha tudta volna, hogy jönni fog, vagy mintha Chiara tudta volna, hogy jönni fog, ami ugyanarra fut ki. - Die Tür steht offen, als hätte sie gewusst, dass er kommen würde, oder als hätte Chiara gewusst, dass er kommen würde, was auf dasselbe hinausläuft. :35. Chiara az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva, a cigaretta az ujjai között, és olyan ember arckifejezésével néz rá, aki megnyert egy fogadást, amelyet nem akart megnyerni. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen, die Zigarette zwischen den Fingern, und schaut ihn an mit dem Ausdruck von jemandem, der eine Wette gewonnen hat, die zu gewinnen er nicht wollte. :36. Nem akarta megnyerni, mert az ár nem stimmel. - Er wollte sie nicht gewinnen, weil der Preis nicht stimmt. :37. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, tenyérrel felfelé fordítja, és hüvelykujjával lassan, többször végigsimít az anyajegyen. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand, dreht die Innenfläche nach oben und streicht mit dem Daumen über das Muttermal, langsam, mehrmals. :38. Úgy teszi, mint aki ellenőrzi, hogy valami valóban ott van-e, vagy csak úgy néz ki, mint amit látni vár. - Er tut es wie jemand, der überprüft, ob etwas wirklich da ist oder nur so aussieht wie das, was er zu sehen erwartet. :39. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :40. A hangja úgy hangzik, mint egy férfi hangja, aki valós időben próbálja meggyőzni saját magát arról, hogy igaza van. - Seine Stimme klingt wie die Stimme eines Mannes, der versucht, sich selbst in Echtzeit davon zu überzeugen, dass er recht hat. :41. Chiara nem húzza vissza a kezét. - Chiara zieht die Hand nicht zurück. :42. Annak a nyugalmával felel, aki ezt a mondatot már előre látta jönni: „De ez az enyém.” - Sie antwortet mit der Ruhe von jemandem, der diesen Satz schon kommen hat sehen: „Aber es ist meins." :43. Együtt alszanak, nem szenvedélyből, nem gyászból, és nem abból a tévedésből, hogy a testek meggyógyítják azt, amire a nyelv nem képes. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Trauer und nicht aus dem Irrtum, dass Körper heilen, was Sprache nicht schafft. :44. Két felnőtt józan beleegyezésével teszik, akik mindketten tudják, hogy olyasmit tesznek, aminek következményei vannak, és akik úgy döntöttek, hogy a következményeket holnapra halasztják. - Sie tun es mit der nüchternen Zustimmung zweier Erwachsener, die beide wissen, dass sie etwas tun, das Konsequenzen hat, und die sich entschieden haben, die Konsequenzen auf morgen zu verschieben. :45. Nem sokkal öt után Antonio felöltözik, visszamegy a trattoriába, begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a vajba – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, és amelyet ő soha nem készített neki. - Um kurz nach fünf zieht Antonio sich an, geht zurück in die Trattoria, zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Butter – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie gemocht hat, das er nie für sie gemacht hat. :46. Most a csendes konyhában valaminek az illata terjeng, amit kezdetnek nevezne, ha biztos volna benne, hogy az. - Es riecht jetzt in der stillen Küche nach etwas, das er Anfang nennen würde, wenn er sich sicher wäre, ob das stimmt. :47. A reggeli fény a piszkos ablakon át ráfekszik a munkafelületre. - Das Morgenlicht legt sich durch das schmutzige Fenster auf die Arbeitsfläche. :48. Megtört és szórt, azon a módon, amelyet szebbnek talál a tisztaságnál. - Es ist gebrochen und diffus, auf die Weise, die er schöner findet als Klarheit. :49. Chiara egy órával később érkezik, minden előzetes bejelentés nélkül az ölébe ül, és az ő tányérjáról eszik annak a szokásnak a magától értetődőségével, amelyet éppen feltalál. - Chiara kommt eine Stunde später, setzt sich ohne Vorankündigung auf seinen Schoß und isst von seinem Teller mit der Selbstverständlichkeit einer Gewohnheit, die sie gerade erfindet. :50. Antonio nevet – egy rövid, valódi, saját magát is meglepő nevetéssel, amely úgy változtatja meg a teret, ahogy ő nem tudta volna leírni, de amit a nő olyan ember tekintetével regisztrál, aki figyel. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes, von sich selbst überraschtes Lachen, das den Raum verändert auf eine Art, die er nicht hätte beschreiben können, das aber von ihr registriert wird mit dem Blick von jemandem, der aufpasst. :51. Aztán megkérdezi, még mindig villával a kezében, tekintetét a tányérra szegezve, gondosan megszerkesztett mellékességgel: „Maradsz?” - Dann fragt sie, die Gabel noch in der Hand, den Blick auf den Teller gesenkt, mit einer Beiläufigkeit, die sorgfältig konstruiert ist: „Bleibst du?" :52. Antonio kinéz az ablakon a kikötőre, ahol egy teherhajó hangtalanul és sietség nélkül hagyja el a helyét, a nagy dolgok teljes közönyével aziránt, ami a peremükön történik, és azt mondja: „Már maradtam – csak nem itt.” - Antonio schaut aus dem Fenster auf den Hafen, wo ein Frachtschiff lautlos und ohne Eile seinen Platz verlässt, mit der vollständigen Gleichgültigkeit großer Dinge gegenüber dem, was an ihren Rändern passiert, und sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier." :53. Ez egy olyan mondat, amely abban a pillanatban igaz és hiányos, és a legjobb, amit fel tud ajánlani, és tudja, hogy a nő érti, mire gondol, és tudja, hogy az értés nem ugyanaz, mint az egyetértés. - Es ist ein Satz, der in dem Moment wahr ist und unvollständig und das Beste, was er anbieten kann, und er weiß, dass sie versteht, was er meint, und er weiß, dass Verstehen nicht dasselbe ist wie Einverstanden-Sein. :54. Chiara kézfejével megtörli a száját, egy olyan mozdulattal, amelyben nincs semmi drámai, és éppen ezért hat olyan véglegesnek, feláll, fogja a kabátját, és elmegy. - Chiara wischt sich den Mund mit dem Handrücken ab, mit einer Geste, die nichts Dramatisches hat und gerade deshalb so endgültig wirkt, steht auf, nimmt ihre Jacke und geht. :55. Nem csap be ajtót, és nem fordul vissza, annak a méltóságával, aki őszinte választ kapott, és jobban szerette volna, ha nem kapja meg. - Sie schlägt keine Tür und dreht sich nicht um, mit der Würde von jemandem, der eine ehrliche Antwort erhalten hat und sie lieber nicht gehabt hätte. :56. Antonio az asztalnál marad ülve, kezei a kihűlt kávésbögre körül, és nem néz utána, nem néz a tojásokra, nem néz a kikötőre, és egyszerűen semmire sem néz, miközben a piszkos ablakon át a fény egyre világosabb és szórtabb lesz. - Antonio bleibt am Tisch sitzen, die Hände um den erkalteten Kaffeebecher, und schaut ihr nicht nach und schaut nicht auf die Eier und schaut nicht auf den Hafen und schaut einfach nichts an, während das Licht durch das schmutzige Fenster heller und diffuser wird. :57. Arra gondol, hogy most két éven belül másodszor ül egyedül ennél az asztalnál, és azon tűnődik, vajon ez minta-e vagy véletlen, és ahogy már legutóbb is, most sem jut semmiféle használható eredményre. - Er denkt daran, dass er jetzt zum zweiten Mal in zwei Jahren allein an diesem Tisch sitzt, und fragt sich, ob das ein Muster ist oder ein Zufall, und kommt, wie schon beim letzten Mal, zu keinem brauchbaren Ergebnis. ------------------------- == 75 == 1 ------------------------- :Stephen Harding doktor - Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding Oxfordban lakik. - Dr. Stephen Harding wohnt in Oxford. :2. Ötvenhárom éves. - Er ist 53 Jahre alt. :3. A St. Anne's College oktatója. - Er ist Dozent am St. Anne's College. :4. Szereti a régi könyveket. - Er liebt alte Bücher. :5. A szobája tele van könyvekkel. - Sein Zimmer ist voll mit Büchern. :6. Ma vendég érkezik. - Heute kommt ein Gast. :7. A vendéget Dr. James Callowaynek hívják. - Der Gast heißt Dr. James Calloway. :8. James harmincegy éves. - James ist 31 Jahre alt. :9. Új az egyetemen. - Er ist neu an der Universität. :10. Kapott egy állást. - Er hat eine Stelle bekommen. :11. Stephen ebben az állásban reménykedett. - Stephen hat auf diese Stelle gehofft. :12. A barátjának akarta. - Er wollte sie für seinen Freund. :13. De James kapta meg. - Aber James hat sie bekommen. :14. Délután négy óra van. - Es ist vier Uhr nachmittags. :15. Stephen az asztalra teszi a teáskészletet. - Stephen stellt das Teeservice auf den Tisch. :16. A készlet ezüstből van. - Das Service ist aus Silber. :17. Nagyon régi és nagyon szép. - Es ist sehr alt und sehr schön. :18. James az ajtó előtt áll. - James steht vor der Tür. :19. Egy perccel korábban csenget. - Er klingelt eine Minute zu früh. :20. Stephen két percet vár. - Stephen wartet zwei Minuten. :21. Aztán kinyitja az ajtót. - Dann öffnet er die Tür. :22. Azt mondja: „Á, pontos. Ez manapság ritka.” - Er sagt: „Ah, pünktlich. Das ist selten heute." :23. James mosolyog. - James lächelt. :24. A mosoly nem egészen valódi. - Das Lächeln ist nicht ganz echt. :25. Bemegy a lakásba. - Er geht in die Wohnung. :26. Régi könyvek illata van. - Es riecht nach alten Büchern. :27. Két nagy karosszékbe ülnek le. - Sie setzen sich in zwei große Sessel. :28. Közöttük egy kis asztal áll. - Zwischen ihnen steht ein kleiner Tisch. :29. Stephen kitölti a teát. - Stephen gießt den Tee ein. :30. Először a tejet önti a csészébe. - Er gibt zuerst die Milch in die Tasse. :31. Ez a régi angol módi. - Das ist die alte englische Art. :32. Megkérdezi: „Egy kekszet?” - Er fragt: „Ein Keks?" :33. Odanyújtja a dobozt. - Er reicht die Dose. :34. James két kekszet vesz. - James nimmt zwei Kekse. :35. Stephen ezt látja. - Stephen sieht das. :36. Felvonja az egyik szemöldökét. - Er hebt eine Augenbraue. :37. Azt mondja: „Anyám mindig azt mondta: csak az egyszerű emberek vesznek kettőt.” - Er sagt: „Meine Mutter hat immer gesagt: Nur einfache Leute nehmen zwei." :38. James beleharap a kekszbe. - James beißt in den Keks. :39. Azt mondja: „Anyám mindig azt mondta: csak a gazdag emberek félnek venni.” - Er sagt: „Meine Mutter hat immer gesagt: Nur reiche Leute haben Angst zu nehmen." :40. Csend lesz a szobában. - Es wird still im Zimmer. :41. Egy kanál megcsörren egy csészén. - Ein Löffel klappert auf einer Tasse. :42. Stephen issza a teáját. - Stephen trinkt seinen Tee. :43. Megkérdezi: „Már sikerült berendezkednie?” - Er fragt: „Haben Sie sich schon eingelebt?" :44. James bólint. - James nickt. :45. Azt mondja: „A könyvtár nagyon jó. De a könyvek nincsenek jól rendezve.” - Er sagt: „Die Bibliothek ist sehr gut. Aber die Bücher sind nicht gut sortiert." :46. Stephen keze röviden megmozdul. - Stephens Hand bewegt sich kurz. :47. Azt mondja: „Régi kollégámnak megvolt a maga rendszere. Zseni volt.” - Er sagt: „Mein alter Kollege hatte sein eigenes System. Er war ein Genie." :48. Kihangsúlyozza a „maga” szót. - Er betont das Wort „sein". :49. James ezt meghallja. - James hört das. :50. Azt mondja: „Egy zseninek is szüksége van rendre. Néha.” - Er sagt: „Ein Genie braucht auch Ordnung. Manchmal." :51. Mindketten egyszerre isznak. - Sie trinken beide gleichzeitig. :52. Kint enyhén esik az eső. - Draußen regnet es leicht. :53. Az időjárásról beszélnek. - Sie reden über das Wetter. :54. Az új könyvtárról beszélnek. - Sie reden über die neue Bibliothek. :55. Minden szónak két jelentése van. - Jedes Wort hat zwei Bedeutungen. :56. De ezt nem mondják ki közvetlenül. - Aber sie sagen das nicht direkt. :57. Egy óra múlva James feláll. - Nach einer Stunde steht James auf. :58. Kinyújtja a kezét. - Er streckt die Hand aus. :59. Stephen elfogja a kezet. - Stephen nimmt die Hand. :60. Kissé túl hosszan tartja. - Er hält sie etwas zu lang. :61. Azt mondja: „Ezt megismételjük.” - Er sagt: „Wir machen das wieder." :62. James azt mondja: „Örömmel. Legközelebb nálam. Kávét főzök. Modernet.” - James sagt: „Gerne. Nächstes Mal bei mir. Ich mache Kaffee. Den modernen." :63. Az ajtóhoz megy. - Er geht zur Tür. :64. Az ajtónál megfordul. - An der Tür dreht er sich um. :65. Azt mondja: „A kekszek nagyon jók voltak. Az édesanyja Indiából hozta a receptet?” - Er sagt: „Die Kekse waren sehr gut. Hat Ihre Mutter das Rezept aus Indien?" :66. Stephen mosolya merevvé válik. - Stephens Lächeln wird fest. :67. Az ajtó becsukódik. - Die Tür geht zu. :68. James végigmegy a folyosón. - James geht den Flur hinunter. :69. Mélyen kifújja a levegőt. - Er atmet tief aus. :70. A szobában Stephen lesöpri a morzsákat a zakójáról. - Im Zimmer wischt Stephen die Krümel von seiner Jacke. :71. Aztán röviden elmosolyodik. - Dann lächelt er kurz. :72. Senki sem nyert. - Keiner hat gewonnen. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Stephen Harding doktor - Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding már sok éve Oxfordban él, egy nagy lakásban, amely tele van régi könyvekkel. - Dr. Stephen Harding lebt seit vielen Jahren in Oxford, in einer großen Wohnung voller alter Bücher. :2. A St. Anne's College-ban dolgozik, és ismeri az egyetem minden zugát. - Er arbeitet am St. Anne's College und kennt jeden Winkel dieser Universität. :3. Ezen a délutánon vendéget vár, és ennek nem örül. - An diesem Nachmittag erwartet er einen Gast, und er ist nicht glücklich darüber. :4. A vendéget Dr. James Callowaynek hívják, új itt, és kapott egy állást. - Der Gast heißt Dr. James Calloway, er ist neu hier und hat eine Stelle bekommen. :5. Ezt az állást Stephen pártfogoltjának szánták, de az egyetem másként döntött. - Diese Stelle war für Stephens Schützling gedacht, aber die Universität hat anders entschieden. :6. Stephen már korán előkészítette a teáskészletet, az ezüstöt, amelyet csak fontos látogatásokhoz használ. - Stephen hat das Teeservice schon früh vorbereitet, das silberne, das er nur für wichtige Besuche benutzt. :7. Négy órakor megszólal a csengő a nehéz tölgyfaajtónál. - Um vier Uhr klingelt es an der schweren Eichentür. :8. Stephen ránéz az órára, pontosan két percet vár, aztán az ajtóhoz megy. - Stephen schaut auf die Uhr, wartet genau zwei Minuten, dann geht er zur Tür. :9. Kinyitja, és kis mosollyal azt mondja: „Á, pontos – ez ritka az ön nemzedékénél.” - Er öffnet sie und sagt mit einem kleinen Lächeln: „Ah, pünktlich – das ist selten bei Ihrer Generation." :10. James a folyosón áll, új cipőt visel, és kissé túl szélesen mosolyog ehhez a pillanathoz. - James steht im Flur, er trägt neue Schuhe und lächelt etwas zu breit für diesen Moment. :11. Azt mondja: „Jó napot”, és belép; a folyosón viasz és régi cigaretták szaga érződik. - Er sagt „Guten Tag" und tritt ein, der Flur riecht nach Wachs und alten Zigaretten. :12. Bemmennek a nappaliba, és leülnek két mély karosszékbe, egy kis asztallal szemben. - Sie gehen ins Wohnzimmer und setzen sich in zwei tiefe Sessel gegenüber einem kleinen Tisch. :13. Az asztalon ott áll az ezüsttálca két csészével, egy teáskannával és egy doboz Fortnum & Mason keksszel. - Auf dem Tisch steht das silberne Tablett mit zwei Tassen, einer Kanne Tee und einer Dose Kekse von Fortnum & Mason. :14. Stephen kitölti a teát, először a tejet, aztán a teát, egészen lassan, és anélkül, hogy megmagyarázná, miért. - Stephen gießt den Tee ein, zuerst die Milch, dann den Tee, ganz langsam und ohne zu erklären warum. :15. Megkérdezi: „Egy kekszet, Dr. Calloway?”, és odatartja neki a dobozt. - Er fragt: „Ein Keks, Dr. Calloway?" und hält ihm die Dose hin. :16. James két kekszet vesz, gondolkodás nélkül, mert éhes, és a kekszek jól néznek ki. - James nimmt zwei Kekse, ohne nachzudenken, weil er Hunger hat und die Kekse gut aussehen. :17. Stephen ezt azonnal látja, és felvonja az egyik szemöldökét, alig észrevehetően, de James észreveszi. - Stephen sieht es sofort und hebt eine Augenbraue, fast unmerklich, aber James bemerkt es. :18. Stephen nyugodtan azt mondja: „Anyám azt szokta mondani, hogy csak egyszerű emberek vesznek kettőt.” - Stephen sagt ruhig: „Meine Mutter pflegte zu sagen, dass nur einfache Menschen zwei nehmen." :19. James beleharap a kekszbe, és szünet nélkül válaszol: „Anyám mindig azt mondta, hogy csak félős emberek vesznek csak egyet.” - James beißt in den Keks und antwortet ohne Pause: „Meine Mutter sagte immer, dass nur ängstliche Menschen nur einen nehmen." :20. Csend lesz, csak egy kanál csörren halkan egy porcelán csészealjon. - Es wird still, nur ein Löffel klappert leise auf einer Porzellanuntertasse. :21. Isszák a teájukat, és röviden kinéznek az ablakon, ahol az eső lágyan kopog az üvegen. - Sie trinken ihren Tee und schauen kurz aus dem Fenster, wo der Regen sanft gegen das Glas klopft. :22. Stephen egy idő után megkérdezi: „Nos, sikerült már egy kicsit berendezkednie itt?” - Stephen fragt nach einer Weile: „Und, haben Sie sich schon ein bisschen eingelebt hier?" :23. James bólint, és azt mondja, a könyvtár valóban lenyűgöző, de a külön gyűjtemény katalogizálása kissé áttekinthetetlen. - James nickt und sagt, die Bibliothek sei wirklich beeindruckend, aber die Katalogisierung der Spezialsammlung sei etwas unübersichtlich. :24. Stephen ujjai röviden megmozdulnak a karosszék karfáján, aztán újra mozdulatlanul fekszenek. - Stephens Finger bewegen sich kurz auf der Sessellehne, dann liegen sie wieder still. :25. Lassan azt mondja: „Elhunyt kollégám – az a férfi, akinek a székét most ön tölti be – ott a maga egészen saját rendszerét használta.” - Er sagt langsam: „Mein verstorbener Kollege – der Mann, dessen Stuhl Sie jetzt innehaben – hatte dort sein ganz eigenes System." :26. Az „akinek a székét” hangsúlya halk, de világos. - Die Betonung auf „dessen Stuhl" ist leise, aber deutlich. :27. James meghallja, és barátságosan azt mondja: „A zsenialitás és a rend nem zárják ki egymást, néha jól együtt járnak.” - James hört sie und sagt freundlich: „Genie und Ordnung schließen sich ja nicht aus, manchmal gehen sie gut zusammen." :28. Stephen mosolyog, de a mosoly nem ér el a szeméig. - Stephen lächelt, aber das Lächeln erreicht die Augen nicht. :29. Tovább beszélgetnek ártalmatlan dolgokról: a könyvtár felújításáról, a rossz időről, egy új étteremről a városban. - Sie reden weiter über harmlose Dinge: die Renovierung der Bibliothek, das schlechte Wetter, ein neues Restaurant in der Stadt. :30. De minden mondat mögött valami más húzódik, valami kimondatlan, amit mindketten éreznek, és egyikük sem mond ki. - Aber hinter jedem Satz liegt etwas anderes, etwas Ungesagtes, das beide spüren und keiner ausspricht. :31. James kiissza a teáját, és gondosan visszateszi a csészét a csészealjra. - James trinkt seinen Tee aus und stellt die Tasse sorgfältig auf die Untertasse zurück. :32. Körülbelül egy óra múlva feláll, és kinyújtja a kezét. - Nach etwa einer Stunde steht er auf und streckt die Hand aus. :33. Stephen is feláll, megfogja a kezét, és egy pillanattal túl sokáig tartja. - Stephen steht auch auf, nimmt die Hand und hält sie einen Moment zu lang. :34. Azt mondja: „Ezt hamarosan meg kellene ismételnünk, kellemes délután volt.” - Er sagt: „Wir sollten das bald wiederholen, es war ein angenehmer Nachmittag." :35. James válaszol: „Nagyon szívesen, legközelebb nálam – kávét főzök, azt a modern fajtát, tudja.” - James antwortet: „Sehr gerne, das nächste Mal bei mir – ich mache Kaffee, diese moderne Art, Sie wissen schon." :36. Az ajtóhoz megy, aztán röviden megáll, és még egyszer megfordul. - Er geht zur Tür, bleibt dann kurz stehen und dreht sich noch einmal um. :37. Könnyű mosollyal azt mondja: „A kekszek egyébként kitűnőek voltak – az édesanyja talán Indiából hozta magával a receptet?” - Er sagt mit einem leichten Lächeln: „Die Kekse waren übrigens ausgezeichnet – hat Ihre Mutter das Rezept vielleicht aus Indien mitgebracht?" :38. Stephen mosolya egy másodpercre egészen merevvé válik, aztán egyszerűen ott marad. - Stephens Lächeln wird für eine Sekunde ganz fest, dann bleibt es einfach stehen. :39. Az ajtó becsapódik, nem hangosan, de végérvényesen. - Die Tür fällt zu, nicht laut, aber endgültig. :40. James végigmegy a hosszú folyosón, és egyszer mélyen, lassan kifújja a levegőt. - James geht den langen Flur hinunter und atmet einmal tief und langsam aus. :41. A szobában Stephen még egy pillanatig áll, aztán gondosan lesöpri a morzsákat tweedzakójáról. - Im Zimmer steht Stephen noch einen Moment, dann wischt er die Krümel sorgfältig von seinem Tweedjackett. :42. Az ablakhoz megy, és kinéz a nedves utcára. - Er geht zum Fenster und schaut auf die nasse Straße hinaus. :43. Egy idő után elmosolyodik, röviden és alig láthatóan, szinte csak saját magának. - Nach einer Weile lächelt er, kurz und kaum sichtbar, fast für sich selbst. :44. Döntetlen volt, és már ez is elég ritka. - Es war unentschieden, und das ist selten genug. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding. :1. Dr. Stephen Harding lakása egy régi homokkő épület második emeletén volt. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding lag im zweiten Stock eines alten Sandsteingebäudes. :2. Az Oxfordi Egyetem évszázadok óta úgy hordozta magával ezt az épületet, mint egy fáradt, de büszke veteránt. - Die Universität Oxford trug dieses Gebäude seit Jahrhunderten wie einen müden, aber stolzen Veteranen mit sich. :3. Könyvek nemcsak a polcokon álltak, hanem a földön, az ablakpárkányokon és a keskeny előszobai asztalon is. - Bücher standen nicht nur in den Regalen, sondern auch auf dem Boden, auf Fensterbänken und auf dem schmalen Flurtisch. :4. Úgy hatott, mintha az évek során önállóan szaporodtak volna el, és minden szabad felületet hallgatólagosan birtokba vettek volna. - Es wirkte, als hätten sie sich im Laufe der Jahre selbstständig vermehrt und alle freien Flächen stillschweigend in Besitz genommen. :5. Októberi kedd délután volt, és az ég Oxford fölött a szokásos közönyös szürkeséget viselte. - Es war ein Dienstagnachmittag im Oktober, und der Himmel über Oxford war das übliche gleichgültige Grau. :6. Stephen reggeli óta halk, kellemetlen érzést érzett a gyomrában, amelyet következetesen figyelmen kívül hagyott. - Stephen hatte seit dem Frühstück ein leises, unangenehmes Gefühl im Bauch, das er konsequent ignorierte. :7. Fél négykor Mrs. Pargetter megterítette a teaszervizt a két bőrfotel közötti alacsony asztalon. - Um halb vier deckte Mrs. Pargetter das Teeservice auf dem niedrigen Tisch zwischen den beiden Ledersesseln. :8. Mellé tette a Fortnum & Mason kekszesdobozát, aztán ugyanolyan hangtalanul tűnt el, ahogyan érkezett. - Sie stellte die Dose mit den Keksen von Fortnum & Mason dazu und verschwand dann wieder so lautlos, wie sie gekommen war. :9. Stephen már a foteljában ült. - Stephen saß bereits in seinem Sessel. :10. De valójában nem olvasott, hanem a lépcsőházban hallatszó léptekre figyelt. - Er las aber nicht wirklich, sondern hörte auf die Schritte im Treppenhaus. :11. Három perccel négy előtt csengettek. - Um drei Minuten vor vier klingelte es. :12. Letette a könyvet a karfára, felállt, megigazította a zakóját, és megvárta, amíg a kandallópárkányon álló óra pontosan négyet mutat. - Er legte das Buch auf die Armlehne, stand auf, zog die Jacke gerade und wartete, bis die Uhr auf dem Kaminsims genau vier Uhr anzeigte. :13. Aztán az ajtóhoz ment. - Dann ging er zur Tür. :14. A férfi, aki előtte állt, fiatalabb volt, mint ahogyan Stephen elképzelte. - Der Mann, der vor ihm stand, war jünger, als Stephen ihn sich vorgestellt hatte. :15. Ez nem az életkor értelmében volt igaz, amelyet Stephen természetesen ismert, hanem abban, ahogyan James Calloway ott állt, nyílt mosollyal és olyan új cipőben, hogy járás közben halkan nyikorgott. - Das galt nicht im Sinne des Alters, das Stephen natürlich kannte, sondern in der Art, wie James Calloway dastand, mit einem offenen Lächeln und Schuhen, die so neu waren, dass sie beim Gehen leise quietschten. :16. „Jöjjön be”, mondta Stephen a szokásos üdvözlő formula nélkül. - „Herein", sagte Stephen ohne die übliche Begrüßungsformel. :17. Ez James mosolyát a másodperc töredékére megakasztotta. - Das brachte James' Lächeln für den Bruchteil einer Sekunde ins Stocken. :18. Leültek, és Stephen kitöltötte a teát – először a tejet, aztán a teát, olyan sorrendben, amelyről angol akadémikusok nemzedékek óta komolyan vitatkoztak. - Sie setzten sich, und Stephen goss den Tee ein – zuerst die Milch, dann den Tee, eine Reihenfolge, über die unter englischen Akademikern seit Generationen ernsthaft gestritten wurde. :19. Aztán Stephen James felé tolta a kekszesdobozt. - Dann schob Stephen die Keksdose in James' Richtung. :20. James gondolkodás nélkül kettőt vett. - James nahm zwei, ohne nachzudenken. :21. Dél óta nem evett semmit, és a friss sütemény illata erősebb volt, mint a társasági óvatossága. - Er hatte seit dem Mittag nichts gegessen, und der Geruch des frischen Gebäcks war stärker als seine gesellschaftliche Vorsicht. :22. Stephen felvonta az egyik szemöldökét. - Stephen hob eine Augenbraue. :23. Szinte teátrális mozdulat volt, amelyet harminc év akadémiai élet során tökéletesített. - Es war eine fast theatralische Geste, die er im Laufe von dreißig Jahren akademischen Lebens perfektioniert hatte. :24. „Anyám ragaszkodott hozzá”, mondta mellékesen, mintha az időjárásról beszélne, „hogy idegen asztalnál az ember mindig csak egyet vegyen. - „Meine Mutter bestand darauf", sagte er beiläufig, als spreche er über das Wetter, „dass man an einem fremden Tisch immer nur einen nimmt. :25. Minden más többet árul el az emberről, mint bármely névjegykártya.” - Alles andere verrät mehr über den Menschen als jede Visitenkarte." :26. James rágott, nyelt, majd ugyanolyan nyugodtan válaszolt: „Az én anyám arra tanított, hogy idegen asztalnál nyugodtan el szabad venni kettőt. - James kaute, schluckte und antwortete ebenso entspannt: „Meine Mutter hat mich gelehrt, dass man an einem fremden Tisch ruhig zwei nehmen darf. :27. Mert aki mások ítéletétől való félelmében éhes marad, azzal szintén igen sok mindent elárul.” - Denn wer aus Angst vor dem Urteil anderer hungrig bleibt, verrät damit ebenfalls eine ganze Menge." :28. Kis csend keletkezett, amelyet egyikük sem sietett megtölteni. - Eine kleine Stille entstand, die keiner der beiden beeilte sich zu füllen. :29. Egy teáskanál halk csörrenése a porcelánon ebben a pillanatban aránytalanul hangosnak tűnt. - Das leise Klingen eines Teelöffels auf Porzellan klang in diesem Moment unverhältnismäßig laut. :30. Stephen ivott egy kortyot, és olyan férfi pontosságával tette le a csészét, akinek a precizitás második természetévé vált. - Stephen trank einen Schluck und stellte die Tasse mit der Präzision eines Mannes ab, dem Genauigkeit zur zweiten Natur geworden war. :31. Aztán valódi érdeklődéssel a hangjában, amely azonban nagyon gondosan volt megkonstruálva, megkérdezte: „És hogyan igazodik el most, az első hetek után?” - Dann fragte er mit echtem Interesse in der Stimme, das allerdings sehr sorgfältig konstruiert war: „Und wie finden Sie sich zurecht, jetzt, nach den ersten Wochen?" :32. James elmondta, hogy a könyvtár kivételesen jól felszerelt, amit őszintén így is gondolt. - James berichtete, die Bibliothek sei außergewöhnlich gut bestückt, was er aufrichtig meinte. :33. Aztán hozzátette, hogy a harmadik emeleti különleges gyűjtemény katalogizálása kissé nehezen átlátható, amit szintén őszintén gondolt, bár más okból. - Dann fügte er hinzu, die Katalogisierung der Spezialsammlung im dritten Stock sei etwas schwer zu durchschauen, was er ebenfalls aufrichtig meinte, wenn auch aus einem anderen Grund. :34. Stephen bal keze, amely lazán feküdt a fotel karfáján, alig észrevehetően összerándult. - Stephens linke Hand, die locker auf der Sessellehne gelegen hatte, zog sich unmerklich zusammen. :35. „Aldridge professzor”, mondta egy rövid pillanat után, és a név úgy hangzott a szájában, mint egy gondosan kifényesített porcelándarab. - „Professor Aldridge", sagte er nach einem kurzen Moment, und der Name klang in seinem Mund wie ein sorgfältig poliertes Stück Porzellan. :36. „Aldridge professzor a gyűjteményéhez olyan rendszert dolgozott ki, amely eleinte megközelíthetetlennek hat, de közelebbi foglalkozás során olyan belső logikát tár fel, amelyet zseniálisnak tartok.” - „Professor Aldridge hatte für seine Sammlung ein System entwickelt, das zunächst unzugänglich wirkt, aber bei näherer Beschäftigung eine innere Logik offenbart, die ich für genial halte." :37. Kis szünetet tartott. - Er machte eine kleine Pause. :38. „Egyébként ő hagyta hátra ezt a fotelt. Azt, amelyben most ül.” - „Er hinterließ übrigens diesen Sessel. Den, in dem Sie jetzt sitzen." :39. James röviden lepillantott a karfákra, mintha azt vizsgálná, vajon a bőr mond-e neki bármit. - James ließ den Blick kurz auf die Armlehnen fallen, als prüfe er, ob das Leder ihm irgendetwas zu sagen habe. :40. Aztán azt mondta: „Kényelmes fotel. A jó rendszer és a kényelem ritkán zárják ki egymást.” - Dann sagte er: „Komfortabler Sessel. Gutes System und Komfort schließen sich ja selten aus." :41. Beszélgettek még egy ideig az Alsó Könyvtár tervezett felújításáról, a következő szemeszter egyik vendégelőadásáról, és arról a kérdésről, hogy Oxford új polgármestere valóban ki fogja-e bővíteni a kerékpárutakat, vagy csak úgy tesz, mintha ezt tervezné. - Sie sprachen noch eine Weile über die geplante Renovierung der Unteren Bibliothek, über einen Gastvortrag im nächsten Semester und über die Frage, ob der neue Bürgermeister von Oxford die Fahrradwege wirklich ausbauen werde oder nur so tue, als plane er es. :42. Ezek a beszélgetések olyan tökéletesen ártalmatlannak hangzottak, hogy az embernek az ellenkezőjét kellett volna feltételeznie. - Diese Gespräche klangen so vollkommen harmlos, dass man das Gegenteil hätte annehmen müssen. :43. Amikor James egy óra múlva felállt és kinyújtotta a kezét, Stephen határozott szorítással fogta meg, amely egy másodperccel túl sokáig tartott. - Als James nach einer Stunde aufstand und die Hand ausstreckte, ergriff Stephen sie mit einem festen Griff, der eine Sekunde zu lang dauerte. :44. Olyan gesztus volt ez, amelyet James nem kommentált, mert pontosan tudta, mit jelent. - Es war eine Geste, die James nicht kommentierte, weil er genau wusste, was sie bedeutete. :45. „Ezt megismételjük”, mondta Stephen. - „Wir machen das wieder", sagte Stephen. :46. Egyszerre hangzott meghívásnak és bejelentésnek. - Es klang wie eine Einladung und wie eine Ankündigung gleichzeitig. :47. „Nagyon szívesen”, felelte James, „legközelebb nálam. - „Sehr gerne", antwortete James, „das nächste Mal bei mir. :48. Sajnos nincs Fortnum-&-Mason-dobozom, de a kávé jó, ígérem.” - Ich habe leider keine Fortnum-&-Mason-Dose, aber der Kaffee ist gut, versprochen." :49. Az ajtónál egy pillanatra megtorpant, majdnem úgy, mintha elfelejtett volna valamit. - An der Tür zögerte er einen Moment, fast so, als habe er etwas vergessen. :50. Aztán félig megfordult, és olyan barátságossággal, amely tökéletesen ült, azt mondta: „Ó, és a kekszek valóban kiválóak voltak – ez valami régi családi recept?” - Dann drehte er sich halb um und sagte mit einer Freundlichkeit, die perfekt saß: „Ach, und die Kekse waren wirklich ausgezeichnet – ist das ein altes Familienrezept?" :51. „Anyámtól való”, mondta Stephen. - „Von meiner Mutter", sagte Stephen. :52. „Indiából?”, kérdezte James, már majdnem a lépcsőn. - „Aus Indien?", fragte James, schon fast auf der Treppe. :53. Az ajtó becsukódott, halkan és határozottan. - Die Tür fiel zu, leise und bestimmt. :54. Stephen még egy pillanatig az előszobában állt. - Stephen stand noch einen Moment im Flur. :55. Aztán visszatért a nappaliba, megállt az ablaknál, és kinézett a nedves utcára, ahol felhúzott kapucnis diákok siettek el a régi kőházak mellett. - Dann kehrte er ins Wohnzimmer zurück, blieb beim Fenster stehen und schaute auf die nasse Straße, auf der Studenten mit hochgezogenen Kapuzen an den alten Steinhäusern vorbeihasteten. :56. Lesöpörte a morzsákat tweedzakója hajtókájáról. - Er wischte die Krümel vom Revers seines Tweedjacketts. :57. Olyan mozdulat volt, amelyet maga sem tudott volna megmagyarázni. - Es war eine Geste, die er sich nicht hätte erklären können. :58. Aztán elmosolyodott – röviden, pontosan, és szinte akarata ellenére. - Dann lächelte er – kurz, präzise, und fast ohne es zu wollen. :59. Döntetlen, gondolta. - Unentschieden, dachte er. :60. Egyelőre. - Vorläufig. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding lakása kevésbé volt lakóhely, mint inkább intellektuális életrajzának háromdimenziós archívuma. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding war weniger ein Ort des Wohnens als vielmehr ein dreidimensionales Archiv seiner intellektuellen Biografie. :2. Ebben az archívumban minden halom, minden megkopott könyvgerincsor és minden ablakpárkányra letett kézirat valamiféle néma tanúvallomást tett harminc év akadémiai életéről. - In diesem Archiv legten jeder Stapel, jede abgegriffene Buchrückenreihe und jedes auf Fensterbänken abgelegte Manuskript eine Art stummer Zeugenaussage über dreißig Jahre akademischen Lebens ab. :3. October light, ahogy az angolok nevezték – ez a takarékos, már-már mentegetőző őszi fény, amely a magas osztott ablakokon át hullott be, és a levegő porszemcséit arany töredékekké változtatta, amelyek alig mozdultak, mintha az idő ebben a szobában úgy döntött volna, hogy hagy magának egy kis időt. - October light, wie die Engländer das nannten – dieses sparsame, fast schon entschuldigende Herbstlicht, das durch die hohen Sprossenfenster fiel und die Staubpartikel in der Luft zu goldenen Fragmenten verwandelte, die sich kaum bewegten, als hätte die Zeit in diesem Zimmer beschlossen, sich ein wenig Zeit zu lassen. :4. Stephen már fél négykor megteríttette a teaszervizt, azután pedig egy rövid biccentéssel elbocsátotta Mrs. Pargettert. - Stephen hatte das Teeservice bereits um halb vier aufdecken lassen und danach Mrs. Pargetter mit einem kurzen Nicken entlassen. :5. Nem azért tette ezt, mert zavarta volna őt az asszony látványa tea közben, hanem mert azt a beszélgetést, amelyre számított, közönség nélkül akarta lefolytatni. - Das tat er nicht, weil ihn ihr Anblick beim Tee störte, sondern weil er das Gespräch, das er erwartete, ohne Publikum führen wollte. :6. Elég jól ismerte James Calloway aktáját: kiváló diploma Manchesterben, doktori értekezés Edinburgh-ban a késő köztársaságkori retorikáról, három tanulmány szakfolyóiratokban, amelyeket titokban elolvasott, és vonakodva szilárd munkának nevezett. - Er kannte James Calloways Akte gut genug: erstklassiger Abschluss in Manchester, Promotion in Edinburgh über spätrepublikanische Rhetorik, drei Aufsätze in Fachzeitschriften, die er heimlich gelesen und widerwillig als solide bezeichnet hatte. :7. De Callowayban nem az volt a döntő, ami az aktákban állt, hanem az, ami nem állt bennük, nevezetesen az a származás egy bányászcsaládból County Durhamben, amely kétségtelenül adott a férfinak egy bizonyos éhséget, és ez az éhség nyugtalanította Stephent jobban, mint bármely képesítés. - Aber das Entscheidende an Calloway war nicht, was in den Akten stand, sondern was nicht darin stand, nämlich jene Herkunft aus einer Bergarbeiterfamilie in County Durham, die dem Mann zweifellos einen bestimmten Hunger mitgegeben hatte, und es war dieser Hunger, der Stephen mehr beunruhigte als jede Qualifikation. :8. Három perccel négy előtt csengettek. - Es klingelte um drei Minuten vor vier. :9. Stephen ült, és hagyta múlni a perceket, mint valaki, aki tudományos egykedvűséggel figyel egy hosszan tartó kísérletet. - Stephen saß und ließ die Minuten vergehen wie jemand, der ein langwieriges Experiment mit wissenschaftlicher Gleichmut beobachtet. :10. Csak akkor nyitott ajtót, amikor a kandallópárkányon álló óra száraz, mechanikus negyedórás jelzést adott. - Er öffnete die Tür erst, als die Uhr auf dem Kaminsims ein trockenes, mechanisches Viertelstundensignal abgab. :11. James Calloway a lépcsőházban állt egy tweedzakóban, amely jól állt rajta, de még nem élt, olyan cipőben, amely annyira új volt, hogy a bőr járás közben a parkettán halk, árulkodó roppanást hallatott. - James Calloway stand im Treppenhaus in einem Tweedsakko, das gut saß, aber noch nicht gelebt hatte, mit Schuhen, die so neu waren, dass das Leder beim Gehen auf dem Parkettboden ein leises, verräterisches Knacken erzeugte. :12. Ott állt egy mosollyal, amely vagy nagyon őszinte volt, vagy nagyon professzionális – Stephen egy rövid pillantás után még nem alkotott végleges véleményt. - Er stand dort mit einem Lächeln, das entweder sehr echt oder sehr professionell war – Stephen hatte nach einem kurzen Blick noch keine abschließende Meinung. :13. „Dr. Calloway” – mondta, oldalra lépett, és a másikra hagyta a döntést. - „Dr. Calloway", sagte er, trat zur Seite und überließ dem anderen die Entscheidung. :14. A másiknak kellett eldöntenie, hogy ez az üdvözlés szívélyesnek vagy hűvösnek volt-e szánva. - Der andere musste entscheiden, ob diese Begrüßung herzlich oder kühl gemeint war. :15. Leültek a mély bőrfotelekbe, amelyek között ott állt az ezüsttálca a kannával, a csészékkel, a tejjel és a kekszesdobozzal. - Sie setzten sich in die tiefen Ledersessel, zwischen denen das silberne Tablett stand mit der Kanne, den Tassen, der Milch und der Dose mit den Keksen. :16. Stephen évek óta a Piccadillyn lévő Fortnum & Masonnél rendelte a kekszet, nem azért, mert pótolhatatlannak tartotta, hanem mert maga a doboz is egyfajta kijelentés volt, amelyhez nem kellettek további szavak. - Stephen bestellte die Kekse seit Jahren bei Fortnum & Mason in der Piccadilly, nicht weil er sie für unersetzlich hielt, sondern weil die Dose selbst eine Art Aussage war, die keine weiteren Worte benötigte. :17. Öntött – először a tejet, aztán a teát, ebben a sorrendben, magyarázat vagy mentegetőzés nélkül. - Er goss ein – zuerst die Milch, dann den Tee, in dieser Reihenfolge, ohne Erklärung oder Entschuldigung. :18. Úgy tette, mintha természeti állandóról volna szó, amelyet kommentálni éppoly abszurd lenne, mint kommentálni a gravitációt. - Er tat es, als handle es sich um eine Naturkonstante, die zu kommentieren so absurd wäre wie das Kommentieren der Schwerkraft. :19. Amikor a kekszesdobozt Calloway felé tolta, az kettőt vett. - Als er die Keksdose in Calloways Richtung schob, nahm dieser zwei. :20. Ez olyan mellékes mozdulat volt, hogy nyilvánvalóan nem lehetett mellékesnek szánva, vagy talán mégis, ami az egészet még érdekesebbé tette. - Es war eine Bewegung, die so beiläufig war, dass sie offensichtlich nicht beiläufig gemeint sein konnte, oder vielleicht doch, was das Ganze noch interessanter machte. :21. Stephen hagyott eltelni egy pillanatot, amelyet egy kis korty teával töltött ki. - Stephen ließ einen Moment verstreichen, den er mit einem kleinen Schluck Tee füllte. :22. Aztán annak az embernek a hangján mondta, aki megfigyelést közöl, és nem ítéletet mond: „Van egy nézet – azt hiszem, anyám ebben a megfogalmazásban az ő anyjától örökölte –, hogy idegen asztalnál csak azok az emberek vesznek kettőt, akik hozzászoktak ahhoz, hogy kiszolgálják őket, és nem azok, akik megtanulták fékezni magukat.” - Dann sagte er in dem Ton eines Mannes, der eine Beobachtung mitteilt und nicht ein Urteil fällt: „Es gibt eine Ansicht – ich glaube, meine Mutter hat sie in dieser Formulierung von ihrer Mutter geerbt –, dass an einem fremden Tisch nur die Menschen zwei nehmen, die es gewohnt sind, sich bedienen zu lassen, und nicht die, die es gelernt haben, sich zu beherrschen." :23. James rágott, a válasszal nem hagyott magának időt, de nem is sietett. - James kaute, ließ sich mit der Antwort keine Zeit, aber auch keine Hast. :24. Aztán így felelt: „Az én családomban az ellenkező lecke számított alapvetőnek, nevezetesen az, hogy idegen asztalnál csak azok az emberek vesznek egyet, akik félnek attól, hogy rászorulónak tartsák őket – és hogy maga ez a félelem a legvilágosabb osztályjel, amelyet az ember viselhet.” - Dann erwiderte er: „In meiner Familie galt die entgegengesetzte Lektion als elementar, nämlich dass an einem fremden Tisch nur die Menschen einen nehmen, die Angst haben, als bedürftig zu gelten – und dass diese Angst selbst das deutlichste Klassenzeichen ist, das man tragen kann." :25. A csend, amely ezután keletkezett, nem volt kellemetlen, de volt benne anyag. - Die Stille, die daraufhin entstand, war keine unangenehme, aber sie hatte Substanz. :26. A teáskanál csörrenése, amelyet James az alátétre tett, ebben a csendben különös véglegességgel bírt. - Das Klingen des Teelöffels, den James auf der Untertasse ablegte, hatte in ihr eine merkwürdige Endgültigkeit. :27. Oxfordról beszéltek, a könyvtár alagsori felújítási terveiről, egy kollégáról, aki az előző szemeszterben ment nyugdíjba, és a változékony októberi időjárásról. - Sie sprachen über Oxford, über die Renovierungspläne für die Bibliothek im Untergeschosse, über einen Kollegen, der im vergangenen Semester in den Ruhestand gegangen war, und über das unbeständige Oktoberwetter. :28. Mindezekben az ártalmatlan mondatokban mindketten olyan férfiak gondosságával dolgoztak, akik tudják, hogy a tulajdonképpeni beszélgetést soha nem közvetlenül folytatják, hanem mindig a példák, a melléknevek és a szünetek megválasztásán keresztül. - In all diesen harmlosen Sätzen arbeiteten beide mit der Sorgfalt von Männern, die wissen, dass das eigentliche Gespräch nie direkt geführt wird, sondern immer durch die Wahl der Beispiele, der Adjektive und der Pausen. :29. Amikor James megemlítette, hogy a harmadik emeleti különgyűjtemény katalogizálása nehezen hozzáférhető, szinte mintha a rendszert szándékosan tették volna áttekinthetetlenné a kívülállók számára, Stephen ujjai megmozdultak a karfán. - Als James erwähnte, die Katalogisierung der Spezialsammlung im dritten Stock sei schwer zugänglich, fast so, als sei das System mit Absicht für Außenstehende undurchschaubar gestaltet worden, bewegten sich Stephens Finger auf der Armlehne. :30. Olyan röviden és olyan kontrolláltan mozdultak meg, hogy alig lehetett reakciónak felismerni. - Sie bewegten sich so kurz und so kontrolliert, dass es kaum als Reaktion zu erkennen war. :31. „Aldridge professzor” – mondta Stephen, és a név kiejtése több információt tartalmazott, mint egy háromoldalas nekrológ. - „Professor Aldridge", sagte Stephen, und der Name enthielt in seiner Aussprache mehr Information als ein dreiseitiger Nachruf. :32. „Aldridge professzor meg volt győződve arról, hogy egy rendrendszer csak akkor igazán jó, ha valaki a szükséges előképzettséggel és türelemmel meg tudja érteni – és hogy nem a rendszer feladata mindenkit meghívni.” - „Professor Aldridge hatte die Überzeugung, dass ein Ordnungssystem nur dann wirklich gut ist, wenn es von jemandem mit der nötigen Vorbildung und Geduld verstanden werden kann – und dass es nicht die Aufgabe des Systems ist, jeden einzuladen." :33. Felemelte a csészét. - Er hob die Tasse. :34. „Egyébként ő abban a fotelben ült, amelyben ön most ül. Tizennyolc éven át.” - „Er saß übrigens in dem Sessel, in dem Sie gerade sitzen. Achtzehn Jahre lang." :35. James egy pillantást vetett a karfákra, elég röviden ahhoz, hogy ne tűnjön tiszteletlennek. - James ließ einen Blick auf die Armlehnen fallen, kurz genug, um nicht respektlos zu wirken. :36. Aztán ezt mondta: „Akkor remélem, hogy a bőr még eltárolt valamit az érveléséből. Könnyebb tanulni, ha az ember ott ül, ahol mások gondolkodtak.” - Dann sagte er: „Dann hoffe ich, dass das Leder noch etwas von seiner Argumentation gespeichert hat. Man lernt leichter, wenn man sitzt, wo andere gedacht haben." :37. Ami ezután következett, jó egyórányi további beszélgetés volt, amely témájában és hangjában soha nem távolodott el a látszólag ártalmatlan felszíntől, alatta azonban annál sűrűbben szövődött. - Was folgte, war gut eine Stunde weiteres Gespräch, das sich in Thema und Ton von der scheinbar harmlosen Oberfläche nie entfernte und darunter umso dichter webte. :38. Aki kívülről figyelte volna, két férfit látott volna, akik udvariasan teát isznak, és akadémiai mellékességekről beszélnek. - Wer es von außen beobachtet hätte, hätte zwei Männer gesehen, die höflich Tee trinken und über akademische Nebensächlichkeiten sprechen. :39. Egy megfigyelő semmit sem érzett volna abból a nyomásból, amely minden harmadik mondatban ott ült, mint penge egy bársonyból készült hüvelyben. - Ein Beobachter hätte nichts von dem Druck gespürt, der in jedem dritten Satz saß wie eine Klinge in einer Scheide aus Samt. :40. Amikor James felállt, kinyújtotta a kezét. - Als James aufstand, streckte er die Hand aus. :41. Stephen megragadta egy olyan kézfogással, amely egy másodperccel túl hosszú volt – nem ellenségesség, csupán emlékeztetés arra, ki itt az idősebb férfi, és ki ismeri a terepet. - Stephen ergriff sie mit einem Griff, der eine Sekunde zu lang war – keine Feindseligkeit, nur eine Erinnerung daran, wer hier der ältere Mann war und wer das Territorium kannte. :42. „Ezt szokássá kellene tennünk” – mondta Stephen. - „Wir sollten das zur Gewohnheit machen", sagte Stephen. :43. „Nagyon szívesen” – válaszolta James –, „bár attól tartok, legközelebb nem tudok majd olyan teát kínálni, amely felveheti a versenyt az önével – csak kávét, sajnos, ezt a célirányos északi fajtát.” - „Sehr gerne", antwortete James, „obwohl ich fürchte, ich werde beim nächsten Mal keinen Tee anbieten können, der sich mit Ihrem messen kann – nur Kaffee, leider, diese zweckorientierte nordische Art." :44. Az ajtónál megállt, kezével már a kilincsen. - An der Tür blieb er stehen, mit der Hand schon am Türknauf. :45. Aztán egy mosollyal fordult vissza, amelyet Stephen nem tudott egészen besorolni: „A kekszek, mellékesen megjegyezve – valóban kivételesek. Ez családi recept?” - Dann drehte er sich mit einem Lächeln um, das Stephen nicht ganz einordnen konnte: „Die Kekse, nebenbei bemerkt – wirklich außergewöhnlich. Ist das ein Rezept aus Ihrer Familie?" :46. „Anyámtól” – mondta Stephen. - „Von meiner Mutter", sagte Stephen. :47. „Indiából?” – mondta James, már a lépcsőn. - „Aus Indien?", sagte James, schon auf der Treppe. :48. Az ajtó halk, pontos kattanással csukódott be, amely a csendben aránytalanul élesen hatott. - Die Tür fiel zu mit einem leisen, präzisen Klicken, das in der Stille unverhältnismäßig deutlich war. :49. Stephen még egy pillanatig az előszobában állt, aztán lassan visszament a nappaliba. - Stephen stand noch einen Moment im Flur, dann ging er langsam zurück ins Wohnzimmer. :50. Megállt az ablaknál, és figyelte, ahogy James két emelettel lejjebb kilép az utcára, felhajtja a gallérját, és hátranézés nélkül eltűnik a Bodleian irányába, annak az embernek az egyenletes lépteivel, aki semmit sem enged meglátszani magán. - Er blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James zwei Stockwerke tiefer auf die Straße trat, den Kragen hochschlug und ohne zurückzublicken in Richtung Bodleian verschwand, mit dem gleichmäßigen Schritt eines Mannes, der sich nichts anmerken lässt. :51. Két ujjával lesöpört egy alig látható morzsát zakójának hajtókájáról. - Er wischte mit zwei Fingern einen kaum sichtbaren Krümel vom Revers seines Jacketts. :52. Ez olyan mozdulat volt, amelyet nem tudatosan irányított, de talán éppen ezért ez volt az egész délután legőszintébb gesztusa. - Es war eine Geste, die er nicht bewusst steuerte, die aber vielleicht deshalb die ehrlichste des ganzen Nachmittags war. :53. Aztán elmosolyodott – nem valakinek, nem valamilyen meghatározott okból. - Dann lächelte er – nicht für jemanden, nicht aus einem bestimmten Grund. :54. Vagy talán abból az egyetlen okból mosolygott, hogy a beszélgetés úgy zajlott le, ahogy egy jó beszélgetésnek le kell zajlania: győztes nélkül, vereség nélkül, és elég nyitott véggel ahhoz, hogy legközelebb folytatni lehessen. - Oder vielleicht lächelte er aus dem einzigen Grund, dass das Gespräch so verlaufen war, wie ein gutes Gespräch verlaufen soll: ohne Sieger, ohne Niederlage, und mit genug offenen Enden, um beim nächsten Mal weiterzumachen. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding lakása az évtizedek során különös állapotot ért el. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding hatte im Laufe der Jahrzehnte einen besonderen Zustand erreicht. :2. Akadémiai körökben az ilyesmit olykor „lakott archívumnak” nevezték. - In akademischen Kreisen nannte man so etwas gelegentlich ein „bewohntes Archiv“. :3. Ez nem közönséges rendetlenség volt. - Es war keine gewöhnliche Unordnung. :4. Minden halom, minden keresztben fekvő kézirat és minden, az ablakpárkányokon felejtett szakfolyóirat pontosan ott látszott heverni, ahová tartozott. - Jeder Stapel, jedes quer liegende Manuskript und jede vergessene Fachzeitschrift auf den Fensterbänken schien genau dort zu liegen, wo es hingehörte. :5. Ez a meggyőződés sugárzott minden tárgyból. - Diese Überzeugung strahlte aus jedem Gegenstand. :6. Tiszta októberi délután volt Oxfordban. - Es war ein klarer Oktobernachmittag in Oxford. :7. A fény takarékosan és pontosan hullott be az ablakokon. - Das Licht fiel sparsam und präzise durch die Fenster. :8. Szinte úgy hatott, mint egy tudatos dramaturgiai döntés. - Es wirkte fast wie eine bewusste dramaturgische Entscheidung. :9. Stephen reggel óta tompa rossz érzést hordozott magában. - Stephen trug seit dem Morgen ein dumpfes Unbehagen in sich. :10. Olyan embert kellett fogadnia, akinek már a puszta létezését is szívesebben figyelmen kívül hagyta volna. - Er sollte einen Menschen empfangen, dessen bloße Existenz er lieber ignoriert hätte. :11. James Calloway nem maga volt a probléma. - James Calloway war nicht das Problem. :12. Vagy pontosabban: pontosan ő volt a probléma. - Oder besser gesagt: Er war genau das Problem. :13. A valódi okokat azonban nem volt szabad nyíltan megnevezni. - Doch die wahren Gründe durften nicht offen benannt werden. :14. A képesítései kifogástalanok voltak. - Seine Qualifikationen waren einwandfrei. :15. Edinburgh-i híre makulátlan volt. - Sein Ruf in Edinburgh war tadellos. :16. A késő köztársaságkori retorikáról írt tanulmányai pontosak és jól érveltek voltak. - Seine Aufsätze zur spätrepublikanischen Rhetorik waren präzise und gut argumentiert. :17. Stephen kelletlenül kétszer is elolvasta őket. - Stephen hatte sie widerwillig zweimal gelesen. :18. Be kellett ismernie: a munkák szilárdak voltak. - Er musste zugeben: Die Arbeiten waren solide. :19. Talán még többek is annál. - Vielleicht sogar mehr als das. :20. Amit azonban az iratok nem tartalmaztak, azt Stephen azonnal felismerte. - Was jedoch nicht in den Akten stand, erkannte Stephen sofort. :21. Három évtizednyi tapasztalat vizsgázókkal éles megfigyelővé tette. - Drei Jahrzehnte Erfahrung mit Examenskandidaten hatten ihn zu einem scharfen Beobachter gemacht. :22. Jamesben különös fajta becsvágy volt. - James besaß eine besondere Art von Ehrgeiz. :23. Ez a becsvágy olyan emberekben keletkezik, akikkel korán megértetik, hogy az ilyen termek valójában nem nekik vannak szánva. - Dieser Ehrgeiz entstand bei Menschen, denen früh klar gemacht wurde, dass solche Räume eigentlich nicht für sie bestimmt waren. :24. Ez a megszerzés becsvágya volt, nem a magától értetődő birtoklásé. - Es war ein Ehrgeiz des Nehmens, nicht des selbstverständlichen Besitzens. :25. Alapvetően különbözött régi családokból származó kollégái becsvágyától. - Er unterschied sich grundlegend vom Ehrgeiz seiner Kollegen aus alten Familien. :26. Mrs. Pargetter fél négykor megterítette az ezüst teáskészletet. - Mrs. Pargetter hatte das silberne Teeservice um halb vier aufgedeckt. :27. Nem az egyszerű, mindennapi készletet választotta. - Sie wählte nicht das schlichte Alltagsservice. :28. Ez a döntés a terület megjelölését szolgálta, nem a vendégszeretetet. - Diese Entscheidung diente der territorialen Markierung, nicht der Gastfreundschaft. :29. Ezután visszavonult. - Danach zog sie sich zurück. :30. Érezte, hogy jelenléte a következő beszélgetésnél nem kívánatos. - Sie spürte, dass ihre Anwesenheit bei dem folgenden Gespräch unerwünscht war. :31. A csengetés három perccel négy előtt hangzott fel. - Das Klingeln ertönte drei Minuten vor vier. :32. Stephen a karosszékében ült. - Stephen saß in seinem Sessel. :33. Egy könyv nyitva feküdt a térdén, de nem olvasott. - Ein Buch lag offen auf seinen Knien, doch er las nicht. :34. Hagyta csengeni. - Er ließ es klingeln. :35. Megvárta a kandallóóra negyedet jelző ütését. - Er wartete auf das Viertelsignal der Kaminuhr. :36. Ezzel a türelemmel ő határozta meg a délután ritmusát. - Mit dieser Geduld setzte er den Rhythmus des Nachmittags. :37. Az idő volt a házigazda legolcsóbb és leghatásosabb hatalmi eszköze. - Zeit war das billigste und wirkungsvollste Machtinstrument eines Gastgebers. :38. James Calloway megjelent az ajtókeretben. - James Calloway erschien im Türrahmen. :39. Jól szabott tweedzakót viselt, amely még nem simult igazán rá. - Er trug ein gut geschnittenes Tweedsakko, das noch nicht richtig eingelaufen war. :40. A ruházat elárulta, hogy azért vásárolták, hogy az ember odatartozzon benne. - Die Kleidung verriet, dass sie gekauft worden war, um dazuzugehören. :41. A cipője halkan roppant a parkettán. - Seine Schuhe knackten leise auf dem Parkett. :42. A folyosó csendjében ez a hang világos hangjegynek tűnt. - In der Stille des Flurs klang dieses Geräusch wie eine deutliche Tonsignatur. :43. Mosolya az ajtóban fárasztó nyíltságot mutatott. - Sein Lächeln an der Tür zeigte eine anstrengende Offenheit. :44. Stephen ismerte a fiatal északi akadémikusoknál ezt az előadott fesztelenséget. - Stephen kannte diese Art von performter Unbefangenheit bei jungen Akademikern aus dem Norden. :45. Nem hamis mosoly volt. - Es war kein falsches Lächeln. :46. Kísérlet volt arra, hogy nyugalmat mutasson – és éppen ezzel bizonyította az ellenkezőjét. - Es war der Versuch, Gelassenheit zu zeigen – und bewies dadurch genau das Gegenteil. :47. „Dr. Calloway” – mondta Stephen. - „Dr. Calloway“, sagte Stephen. :48. Egy lépést oldalra lépett. - Er trat einen Schritt zur Seite. :49. Az üdvözlés hűvös maradt, és nélkülözte a szokásos melegséget. - Die Begrüßung blieb kühl und ohne die übliche Wärme. :50. A nappali régi könyvek ismerős szagával, némi viasszal és a dohány távoli utózengésével fogadta őket. - Das Wohnzimmer empfing sie mit dem vertrauten Geruch alter Bücher, etwas Wachs und einem fernen Nachklang von Tabak. :51. Stephen öt éve hagyta abba a dohányzást. - Stephen hatte vor fünf Jahren aufgehört zu rauchen. :52. A szag mégis tovább élt a falakban. - Der Geruch lebte dennoch weiter in den Wänden. :53. Stephen kitöltötte a teát. - Stephen goss den Tee ein. :54. Előbb a tejet, aztán a teát. - Zuerst die Milch, dann den Tee. :55. Mindezt kommentár nélkül tette. - Er tat es ohne Kommentar. :56. Ez demonstráció volt, nem magyarázat. - Es war eine Demonstration, keine Erklärung. :57. Aztán James felé tolta az elegáns Fortnum-&-Mason kekszesdobozt. - Dann schob er die elegante Fortnum-&-Mason-Keksdose zu James hinüber. :58. A gesztus mellékesnek hatott, de pontosan ki volt számítva. - Die Geste wirkte beiläufig, war aber genau kalkuliert. :59. James két kekszet vett. - James nahm zwei Kekse. :60. Stephen azonnal észrevette. - Stephen bemerkte es sofort. :61. A férfi vagy valóban éhes volt. - Der Mann war entweder wirklich hungrig. :62. Vagy azt akarta tesztelni, Stephen hogyan reagál rá. - Oder er wollte testen, wie Stephen darauf reagieren würde. :63. „Van egy nézet” – kezdte Stephen. - „Es gibt eine Ansicht“, begann Stephen. :64. Hangja egyenletesen és szinte fáradtan csengett, mint egy akadémiai előadáson. - Seine Stimme klang gleichmäßig und fast müde, wie bei einem akademischen Vortrag. :65. „Anyám adta tovább. - „Meine Mutter hat sie weitergegeben. :66. Eszerint az, hogy valaki egy idegen asztalnál egy vagy két keksz között választ, többet árul el a neveltetéséről, mint bármely önéletrajz. - Sie besagt, dass die Wahl zwischen einem und zwei Keksen an einem fremden Tisch mehr über die Erziehung verrät als jeder Lebenslauf. :67. Nem kívánom ezt a tételt sem megerősíteni, sem cáfolni. - Ich möchte diese These weder bestätigen noch bestreiten. :68. De megfontolásra érdemesnek tartom.” - Aber ich halte sie für überlegenswert.“ :69. James nyelt egyet. - James schluckte. :70. Hagyott eltelni egy rövid pillanatot. - Er ließ einen kurzen Moment vergehen. :71. Aztán barátságosan válaszolt. - Dann antwortete er freundlich. :72. Szavai élét csak második hallásra lehetett érezni. - Die Schärfe in seinen Worten spürte man erst beim zweiten Hinhören. :73. „Az én szülői házamban volt egy hasonló tétel, csak éppen fordított előjellel. - „In meinem Elternhaus gab es eine ähnliche These, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. :74. Ott azt mondták, hogy a visszafogottság egy idegen asztalnál nem neveltetést mutat, hanem félelmet az ítélettől. - Dort hieß es, dass Zurückhaltung am fremden Tisch keine Erziehung zeigt, sondern Angst vor dem Urteil. :75. És ez a félelem – nem az éhség – az igazi osztályjel.” - Und diese Angst – nicht der Hunger – sei das wahre Klassenzeichen.“ :76. Nem támadt kínos csend. - Es entstand keine peinliche Stille. :77. Ehelyett különös, szinte kollegiális nyugalom terült szét közöttük. - Stattdessen breitete sich eine besondere, fast kollegiale Ruhe aus. :78. Mindketten felismerték, hogy a másik ismeri a játékot. - Beide erkannten, dass der andere das Spiel kannte. :79. És mindketten mégis úgy döntöttek, hogy továbbjátsszák. - Und beide beschlossen trotzdem, es weiterzuspielen. :80. A könyvtárról beszéltek, az alagsor felújításáról és egy emeritus kollégáról, aki nemrég megjelentette emlékiratait. - Sie sprachen über die Bibliothek, über die Renovierung des Untergeschosses und über einen emeritierten Kollegen, der kürzlich seine Memoiren veröffentlicht hatte. :81. Mindketten ugyanazokból az okokból olvasták a könyvet. - Beide hatten das Buch aus denselben Gründen gelesen. :82. Ugyanazokkal a hallgatag fenntartásokkal. - Mit denselben stillen Vorbehalten. :83. Erről természetesen nem beszéltek nyíltan. - Darüber sprachen sie natürlich nicht offen. :84. Mindezekben a látszólag semleges mondatokban uralták az akadémiai világ valódi emelkedett nyelvét. - In all diesen scheinbar neutralen Sätzen beherrschten sie die wahre Hochsprache der akademischen Welt. :85. Csak arról beszéltek, amit valójában nem mondtak ki. - Sie sprachen nur über das, was sie eigentlich nicht sagten. :86. És olyan pontosan tették, hogy a másik pontosan értette, anélkül hogy ez valaha bizonyítható lett volna. - Und sie taten es so präzise, dass der andere es genau verstand, ohne dass es je beweisbar wurde. :87. Amikor James megemlítette Aldridge különleges gyűjteményének katalogizálását, és tudatosan exkluzívnak nevezte, Stephen ujjai röviden megmozdultak a karosszék karfáján. - Als James die Katalogisierung von Aldridges Spezialsammlung erwähnte und sie als bewusst exklusiv beschrieb, bewegten sich Stephens Finger kurz auf der Sessellehne. :88. Csak egy nagyon figyelmes megfigyelő értelmezte volna helyesen ezt az apró rezdülést. - Nur ein sehr aufmerksamer Beobachter hätte diese winzige Regung richtig gedeutet. :89. „Aldridge” – mondta Stephen. - „Aldridge“, sagte Stephen. :90. A név a szájában egész tájként hangzott. - Der Name klang in seinem Mund wie eine ganze Landschaft. :91. „Aldridge hitt abban, hogy egy rendezési rendszernek nem kell mindenki számára hozzáférhetőnek lennie. - „Aldridge glaubte, dass ein Ordnungssystem nicht für alle zugänglich sein muss. :92. Csak a megfelelő személyek számára. - Nur für die richtigen Personen. :93. Ezt a tételt védhetőnek tartom, még ha ma bizonyos körökben reakciósnak számít is.” - Ich halte diese These für vertretbar, auch wenn sie heute in manchen Kreisen als reaktionär gilt.“ :94. Felemelte a csészét. - Er hob die Tasse. :95. „Egyébként tizennyolc évig ült abban a karosszékben, amelyben most ön ül. - „Er saß übrigens achtzehn Jahre in dem Sessel, in dem Sie jetzt sitzen. :96. Nemcsak a karosszéket és a rendszerét hagyta rám, hanem egy levelet is az utódlásról alkotott véleményével. - Er hinterließ mir nicht nur den Sessel und sein System, sondern auch einen Brief mit seiner Meinung zur Nachfolge. :97. Őrzöm ezt a levelet.” - Ich bewahre diesen Brief auf.“ :98. James rövid pillantást vetett a karfákra. - James warf einen kurzen Blick auf die Armlehnen. :99. Nem tűnt megilletődöttnek, de teljesen jelen volt. - Unbeeindruckt, aber vollkommen präsent. :100. „Akkor kíváncsian várom, vajon a bőr megőrizte-e az érveit. - „Dann bin ich gespannt, ob das Leder seine Argumente gespeichert hat. :101. A legérdekesebb gondolatok gyakran olyan bútorokban maradnak hátra, amelyeket az ember nem maga választott.” - Die interessantesten Gedanken bleiben oft in Möbeln zurück, die man nicht selbst ausgesucht hat.“ :102. A beszélgetés jó egy órán át tartott. - Das Gespräch dauerte gut eine Stunde. :103. Felszínesen egyetemi politikáról, vendégelőadásokról és az időjárásról volt szó. - Oberflächlich ging es um Hochschulpolitik, Gastvorträge und das Wetter. :104. Valójában gondosan vívott párbaj volt. - In Wahrheit war es ein sorgfältiges Fechten. :105. Mindketten tudták, hogy nem keletkeznek majd látható sebek. - Beide wussten, dass keine sichtbaren Wunden entstehen würden. :106. Éppen ezért céloztak különösen pontosan. - Gerade deshalb zielten sie besonders präzise. :107. Amikor James felállt, kinyújtotta a kezét. - Als James aufstand, streckte er die Hand aus. :108. Stephen megfogta. - Stephen ergriff sie. :109. A kézfogás egy másodperccel túl sokáig tartott. - Der Händedruck dauerte eine Sekunde zu lang. :110. A terület csendes kijelentése volt. - Es war eine stille Behauptung von Territorium. :111. „Szokássá kellene tennünk ezt” – mondta Stephen. - „Wir sollten das zur Gewohnheit machen“, sagte Stephen. :112. A mondat a hangsúlytól függően két teljesen különböző dolgot jelenthetett. - Der Satz konnte je nach Betonung zwei völlig verschiedene Dinge bedeuten. :113. „Nagyon szívesen” – felelte James. - „Sehr gerne“, antwortete James. :114. „Előre kell azonban figyelmeztetnem. - „Ich muss Sie allerdings vorwarnen. :115. Nálam sem ilyen teáskészlet, sem ilyen kekszek nincsenek. - Bei mir gibt es weder dieses Teeservice noch diese Kekse. :116. Csak kávé – az északi robusztus változat, amelyről Oxford ellenére sem hagytam magam leszoktatni.” - Nur Kaffee – die robuste Variante aus dem Norden, die ich mir trotz Oxford nicht habe austreiben lassen.“ :117. Az ajtónál még egyszer megfordult. - An der Tür drehte er sich noch einmal um. :118. Mosolya sem barátságos, sem ellenséges nem volt. - Sein Lächeln war weder freundlich noch feindlich. :119. Pontosan ez adta a minőségét. - Genau das machte seine Qualität aus. :120. „A kekszek egyébként valóban kivételesek voltak. - „Die Kekse waren übrigens wirklich außergewöhnlich. :121. Régi családi recept?” - Ein altes Familienrezept?“ :122. „Anyámtól” – mondta Stephen. - „Von meiner Mutter“, sagte Stephen. :123. „Indiából?” – kérdezte James. - „Aus Indien?“, fragte James. :124. Nem kérdésnek hangzott, hanem megállapításnak. - Es klang nicht wie eine Frage, sondern wie eine Feststellung. :125. Mintha egy kutatást zárna le. - Als würde er eine Recherche abschließen. :126. Az ajtó halk, pontos kattanással hullott a zárba. - Die Tür fiel mit einem leisen, präzisen Klicken ins Schloss. :127. A hang még egy ideig visszhangzott. - Der Klang hallte noch eine Weile nach. :128. Stephen az ablaknál maradt állva, és figyelte, ahogy James kilép az utcára. - Stephen blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James auf die Straße trat. :129. Sietség nélkül. - Ohne Hast. :130. Anélkül, hogy visszanézne. - Ohne zurückzublicken. :131. James olyannak hatott, mint aki a délután eredményét már elrendezte magában. - James wirkte wie jemand, der das Ergebnis des Nachmittags bereits eingeordnet hatte. :132. Két kekszmorzsát söpört le a hajtókájáról. - Er wischte zwei Kekskrümel von seinem Revers. :133. Öntudatlan mozdulat volt. - Es war eine unbewusste Geste. :134. Éppen ezért árult el a legtöbbet. - Gerade deshalb verriet sie am meisten. :135. Aztán röviden és szinte kelletlenül elmosolyodott. - Dann lächelte er kurz und fast widerwillig. :136. Beismerés volt, amelyet csak ő maga látott. - Ein Eingeständnis, das nur er selbst sah. :137. A férfi jó volt. - Der Mann war gut. :138. Talán jobb, mint amennyit az állás megkívánt. - Besser vielleicht, als die Stelle verlangte. :139. A délután nem volt sem győzelem, sem vereség. - Der Nachmittag war weder Sieg noch Niederlage gewesen. :140. Valami újnak a kezdete volt. - Er war der Beginn von etwas Neuem. :141. Stephennek erre még nem volt neve. - Stephen hatte noch keinen Namen dafür. :142. De olyan férfi nyugodt figyelmével fogja megfigyelni, aki a hosszú játszmákat szereti a legjobban. - Aber er würde es mit der ruhigen Aufmerksamkeit eines Mannes beobachten, dem die langen Spiele am liebsten waren. ------------------------- ------------------------- 6 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding lakása az évtizedek során elérte azt az állapotot, amelyet akadémiai körökben időnként „lakott archívumnak” neveznek. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding hatte im Laufe der Jahrzehnte jenen Zustand erreicht, der in akademischen Kreisen gelegentlich als „bewohntes Archiv" bezeichnet wird. :2. Ez az állapot nem annyira mértékében különbözik a közönséges rendetlenségtől, hanem abban a belső meggyőződésben, amellyel minden halom, minden keresztben letett kézirat és minden ablakpárkányon felejtett szakfolyóirat azt állítja magáról, hogy pontosan ott fekszik, ahová tartozik. - Dieser Zustand unterscheidet sich von gewöhnlicher Unordnung weniger durch das Ausmaß als durch die innere Überzeugung, mit der jeder Stapel, jedes quer abgelegte Manuskript und jede auf Fensterbänken vergessene Fachzeitschrift behauptet, genau dort zu liegen, wo es hingehört. :3. Azok közé az októberi délutánok közé tartozott, amikor Oxford fölött a fény olyan takarékosan és ugyanakkor olyan pontosan hullik, hogy kevésbé tűnik természetes megvilágításnak, mint inkább dramaturgiai döntésnek. - Es war einer jener Oktobernachmittage, an denen das Licht über Oxford so sparsam und zugleich so präzise fällt, dass es weniger wie natürliche Beleuchtung wirkt als wie eine dramaturgische Entscheidung. :4. Stephen reggel óta magával hordozta azt a tompa, makacsul figyelmen kívül hagyott rossz érzést, amely akkor keletkezik, amikor az embernek olyan valakit kell fogadnia, akinek puszta létezését a saját világában legszívesebben tudomásul sem venné. - Stephen hatte seit dem Morgen das dumpfe, sich beharrlich ignorierende Unbehagen mit sich getragen, das entsteht, wenn man einen Menschen empfangen muss, dessen bloße Existenz in der eigenen Welt man lieber nicht zur Kenntnis nehmen würde. :5. James Calloway nem a probléma volt – vagy pontosabban: James Calloway pontosan maga volt a probléma, de nem azokból az okokból, amelyeket nyilvánosan meg lehetett volna nevezni. - James Calloway war nicht das Problem – oder genauer gesagt, James Calloway war genau das Problem, aber nicht aus den Gründen, die sich hätten öffentlich benennen lassen. :6. A képesítései kifogástalanok voltak, edinburghi híre makulátlan, és a késő köztársaságkori retorikáról írt három tanulmánya elég pontosan volt megérvelve ahhoz, hogy Stephen kelletlenül és titokban kétszer is elolvassa őket, anélkül hogy más ítéletre jutott volna, mint erre: szilárd, talán több is annál. - Seine Qualifikationen waren einwandfrei, sein Ruf in Edinburgh tadellos und seine drei Aufsätze über spätrepublikanische Rhetorik präzise genug argumentiert, dass Stephen sie widerwillig und heimlich zweimal gelesen hatte, ohne zu einem anderen Urteil zu gelangen als: solide, möglicherweise mehr. :7. Ami nem állt az aktákban, és amit Stephen annak az embernek a biztonságával tudott, aki három évtizeden át úgy tanulmányozta a vizsgajelölteket, ahogy az entomológusok a ritka bogarakat, az az a különös fajta becsvágy volt, amely olyan emberekben keletkezik, akikkel korán világosan közölték, hogy azok a termek, amelyekben most ülnek, nem nekik voltak szánva. - Was nicht in den Akten stand und was Stephen mit der Sicherheit eines Mannes wusste, der drei Jahrzehnte lang Examenskandidaten studiert hatte wie Entomologen seltene Käfer, war jene besondere Art von Ehrgeiz, die in Menschen entsteht, denen früh klargemacht wurde, dass die Räume, in denen sie jetzt saßen, nicht für sie vorgesehen waren. :8. Ez olyan becsvágy volt, amely alapvetően különbözött régi családokból származó kollégái becsvágyától, mert nem a birtoklás magától értetődőségéből fakadt, hanem az elvétel elhatározásából. - Es war ein Ehrgeiz, der sich von dem seiner Kollegen aus alten Familien fundamental unterschied, weil er nicht aus dem Selbstverständnis des Besitzens kam, sondern aus dem Entschluss des Nehmens. :9. Mrs. Pargetter fél négykor terítette fel a teaszervizt – az ezüstöt, nem az egyszerű hétköznapit, olyan választást, amelynek semmi köze nem volt a vendégszeretethez, hanem a területi jelölések logikájához. - Mrs. Pargetter hatte das Teeservice um halb vier aufgedeckt – das silberne, nicht das schlichte Alltagsservice, eine Wahl, die nichts mit Gastfreundschaft zu tun hatte, sondern mit der Logik territorialer Markierungen. :10. Aztán visszavonult, mintha megérezte volna, hogy jelenléte abban, ami következik, egy olyan tanú szerepét kapta volna, akit senki sem rendelt oda. - Dann hatte sie sich zurückgezogen, als habe sie gespürt, dass ihre Anwesenheit in dem, was folgen würde, die Funktion einer Zeugin gehabt hätte, die niemand bestellt hatte. :11. A csengetés négy előtt három perccel érkezett, és Stephen, aki a karosszékében ült és nem olvasott, noha egy könyv nyitva feküdt a térdén, hagyta, hogy szóljon. - Das Klingeln kam um drei Minuten vor vier, und Stephen, der in seinem Sessel saß und nicht las, obwohl ein Buch offen auf seinen Knien lag, ließ es klingen. :12. Megvárta a kandallóóra negyedórás jelzését annak az embernek a türelmes hajthatatlanságával, aki tudja, hogy egy délután ritmusa már az első másodperceiben eldől, és hogy az idő a legolcsóbb és leghatásosabb hatalmi eszköz, amellyel egy házigazda rendelkezik. - Er wartete auf das Viertelsignal der Kaminuhr mit der geduldigen Unnachgiebigkeit eines Mannes, der weiß, dass der Rhythmus eines Nachmittags bereits in seinen ersten Sekunden gesetzt wird und dass Zeit das billigste und wirkungsvollste Machtinstrument ist, das ein Gastgeber besitzt. :13. James Calloway az ajtókeretben olyan tweedzakót viselt, amely jó szabású volt, de még nem volt bejáratva – olyan ruhát, amelyet azért szereztek be, hogy az ember odatartozzon, és amely ezt még nem egészen felejtette el. - James Calloway im Türrahmen trug ein Tweedsakko, das gut geschnitten, aber noch nicht eingelaufen war – Kleidung, die erworben worden war, um zu gehören, und die das noch nicht ganz vergessen hatte. :14. Cipője a parkettára lépve halk reccsenést keltett, amely a folyosó csendjében egy hangjegy aláírásának tévedhetetlenségével volt hallható. - Seine Schuhe erzeugten beim Betreten des Parketbodens ein leises Knacken, das in der Stille des Flurs mit der Unfehlbarkeit einer Tonsignatur zu hören war. :15. Mosolya, amelyet az ajtóban bemutatott, azzal a fárasztó nyíltsággal bírt, amelyet Stephen fiatal északi akadémikusoknál már többször megfigyelt. - Sein Lächeln, das er an der Tür präsentierte, hatte jene anstrengende Offenheit, die Stephen bei jungen Akademikern aus dem Norden schon öfter beobachtet hatte. :16. Nem megjátszott mosoly volt, inkább egyfajta előadott elfogulatlanság, egy nekem-nincs-problémám-ezzel-a-helyzettel, ami természetesen éppen az ellenkezőjét jelentette. - Es war kein gespieltes Lächeln, eher eine Art performte Unbefangenheit, ein Ich-habe-kein-Problem-mit-dieser-Situation, das natürlich das genaue Gegenteil bedeutete. :17. „Dr. Calloway” – mondta Stephen, egy lépést oldalra lépett, és a köszöntést ott hagyta a térben. - „Dr. Calloway", sagte Stephen, trat einen Schritt zur Seite und ließ die Begrüßung im Raum stehen. :18. Nem adta hozzá azt a szokásos meleget, amely valamilyen halmazállapotot kölcsönzött volna neki. - Er gab ihr nicht die übliche Wärme mit, die ihr einen Aggregatzustand gegeben hätte. :19. A nappali régi könyvek szagával, némi viasszal és a dohány nagyon távoli, nagyon diszkrét utózengésével fogadta őket. - Das Wohnzimmer empfing sie mit dem Geruch alter Bücher, ein wenig Wachs und dem sehr fernen, sehr diskreten Nachklang des Tabaks. :20. Stephen öt éve abbahagyta ennek a dohánynak a szívását, és azóta az tovább élt a falakban, mint egy vendég, aki elszalasztotta a búcsúzást. - Stephen hatte vor fünf Jahren aufgehört, diesen Tabak zu rauchen, und seitdem lebte er in den Wänden weiter wie ein Gast, der die Verabschiedung übersehen hatte. :21. Stephen töltött – először a tejet, aztán a teát, kommentár nélkül, olyan ember módjára, aki nem magyaráz, hanem demonstrál. - Stephen goss ein – zuerst die Milch, dann den Tee, ohne Kommentar, in der Weise eines Mannes, der nicht erklärt, sondern demonstriert. :22. Aztán a kekszesdobozt, a zöld feliratos, Westminster-motívumos Fortnum-&-Mason-dobozt, Calloway irányába tolta olyan mellékességgel, amely pontosan ki volt számítva. - Dann schob er die Keksdose, die Fortnum-&-Mason-Dose mit dem grünen Aufdruck und dem Westminster-Motiv, in Calloways Richtung mit einer Beiläufigkeit, die genau kalkuliert war. :23. James kettőt vett, és Stephen abban a pillanatban tudta, hogy a férfi vagy éhes volt. - James nahm zwei, und Stephen wusste in dem Moment, dass der Mann entweder hungrig war. :24. Vagy James pontosan abból az okból vett kettőt, amelyből Stephen vele magával csak egyet vétetett volna: hogy lássa, ki mit kezd ezzel. - Oder James nahm aus genau dem Grund zwei, aus dem Stephen ihn selbst nur einen hätte nehmen lassen: um zu sehen, wer was daraus machte. :25. „Létezik egy nézet” – mondta Stephen, és hangja közben az akadémiai előadás egyenletes, szinte fáradt tónusát vette fel, amelyben a lényeg soha nem magában az állításban rejlik, hanem abban, amit az állítás előfeltételez. - „Es gibt eine Ansicht", sagte Stephen, und seine Stimme hatte dabei den gleichmäßigen, fast müden Tonfall des akademischen Vortrags, in dem das Eigentliche nie in der Aussage selbst liegt, sondern in dem, was die Aussage voraussetzt. :26. „Ezt a nézetet anyám egyik nemzedékről a másikra adta tovább, és úgy szól, hogy az egy és két keksz közötti választás egy idegen asztalnál többet árul el a neveltetésről, mint bármely önéletrajz – egy tétel, amelyet sem megerősíteni, sem cáfolni nem szeretnék, de megfontolandónak tartok.” - „Diese Ansicht hat meine Mutter von einer Generation in die nächste weitergegeben, und sie besagt, dass die Wahl zwischen einem und zwei Keksen an einem fremden Tisch mehr über Erziehung verrät als jeder Lebenslauf – eine These, die ich weder bestätigen noch bestreiten möchte, aber für überlegenswert halte." :27. James nyelt, létrejönni hagyott egy pillanatot, majd olyan hangon válaszolt, amely annyira barátságos volt, hogy a benne lévő penge csak második hallásra vált érezhetővé. - James schluckte, ließ einen Moment entstehen und erwiderte dann in einem Ton, der so freundlich war, dass die Klinge darin erst beim zweiten Hinhören spürbar wurde. :28. „Az én szülői házamban egy hasonló tétel élt, csak fordított előjellel: hogy a visszafogottság egy idegen asztalnál nem neveltetést jelez, hanem félelmet attól, hogy megítélnek, és hogy ez a félelem – nem az éhség – az igazi osztályjel, amely ilyen pillanatokban megmutatkozik.” - „In meinem Elternhaus galt eine ähnliche These, nur mit umgekehrtem Vorzeichen: dass die Zurückhaltung am fremden Tisch nicht Erziehung anzeigt, sondern Angst vor dem Geurteiltwerden, und dass diese Angst – nicht der Hunger – das eigentliche Klassenzeichen ist, das sich in solchen Momenten zeigt." :29. Ami ezután keletkezett, nem a feszengés csendje volt, hanem az a különös, szinte kollegiális csend, amely akkor keletkezik, amikor két ember észreveszi, hogy a másik ismeri a játékot, amelyet játszanak. - Was daraufhin entstand, war keine Stille des Unbehagens, sondern jene besondere, fast kollegiale Stille, die entsteht, wenn zwei Menschen merken, dass der andere das Spiel kennt, das gespielt wird. :30. Mindketten úgy döntöttek, hogy ennek ellenére játsszák, és ez egészen más minőséget adott neki. - Beide hatten beschlossen, es trotzdem zu spielen, was ihm eine vollkommen andere Qualität gab. :31. A következőkben a könyvtárról, az alagsor felújításáról és egy emeritus kollégáról beszéltek, aki az előző nyáron megjelentette az emlékiratait – egy könyvről, amelyet mindketten ugyanazokból az okokból és ugyanazokkal a csendes fenntartásokkal olvastak, amelyekről itt nem volt helyénvaló beszélni. - Sie sprachen in der Folge über die Bibliothek, über die Renovierung des Untergeschosses und über einen emeritierten Kollegen, der im vergangenen Sommer seine Memoiren veröffentlicht hatte – ein Buch, das beide aus denselben Gründen und mit denselben stillen Vorbehalten gelesen hatten, über die zu sprechen hier nicht der Ort war. :32. Mindezekben a látszólag semleges mondatokban olyan technika működött, amelyet Stephen az akadémiai kommunikáció tulajdonképpeni emelkedett nyelvének tartott: annak művészete, hogy kizárólag arról beszéljünk, amit valójában nem mondunk ki, és közben olyan pontosak legyünk, hogy a másik pontosan értse, anélkül hogy valaha bizonyíthatóvá válna. - In all diesen scheinbar neutralen Sätzen war eine Technik am Werk, die Stephen als die eigentliche Hochsprache der akademischen Kommunikation verstand: die Kunst, ausschließlich über das zu sprechen, was man eigentlich nicht sagt, und dabei so präzise zu sein, dass der andere es genau versteht, ohne dass es je beweisbar würde. :33. Amikor James megemlítette, hogy Aldridge különleges gyűjteményének katalogizálása olyan rendszer szerint látszik megszervezve lenni, amely a beavatottak számára talán értelmes lehetett, mindenki más számára azonban tudatos kizárás jellegét hordozta, Stephen ujjai egyetlen lélegzetvétel idejére megmozdultak a karosszék karfáján. - Als James erwähnte, die Katalogisierung von Aldridges Spezialsammlung scheine nach einem System organisiert zu sein, das für Eingeweihte Sinn ergeben mochte, für jeden anderen aber den Charakter einer bewussten Exklusion habe, bewegten sich Stephens Finger auf der Lehne des Sessels für die Dauer eines einzigen Atemzuges. :34. Úgy mozdultak meg, ahogyan csak egy nagyon figyelmes megfigyelő értelmezhette volna annak, ami volt. - Sie bewegten sich auf eine Weise, die nur ein sehr aufmerksamer Beobachter als das hätte deuten können, was es war. :35. „Aldridge” – mondta Stephen, és a név az ő kiejtésében kevésbé volt név, mint inkább táj. - „Aldridge", sagte Stephen, und der Name war in seiner Aussprache weniger ein Name als eine Landschaft. :36. „Aldridge meg volt győződve arról, hogy egy rendrendszernek nem kell mindenki számára hozzáférhetőnek lennie, hanem csak a megfelelőek számára – olyan tétel ez, amelyet védhetőnek tartok, még ha tudom is, hogy bizonyos körökben ma reakciósnak számít.” - „Aldridge hatte die Überzeugung, dass ein Ordnungssystem nicht für alle zugänglich sein muss, sondern für die richtigen – eine These, die ich für vertretbar halte, auch wenn ich weiß, dass sie heute in gewissen Kreisen als reaktionär gilt." :37. Felemelte a csészét. - Er hob die Tasse. :38. „Mellesleg tizennyolc évig ült abban a karosszékben, amelyben Ön most ül. Hátrahagyta ezt a karosszéket, a rendszerét és egy véleményt az utódlásáról, amelyet egy levélben közölt velem, és amelyet megőrzök.” - „Er saß übrigens achtzehn Jahre lang in dem Sessel, in dem Sie gerade sitzen. Er hinterließ diesen Sessel, sein System und eine Meinung über seine Nachfolge, die er mir in einem Brief mitgeteilt hat, den ich aufbewahre." :39. James pillantása az armfákra esett, röviden, érintetlenül és ugyanakkor teljesen jelen lévőn. - James ließ einen Blick auf die Armlehnen fallen, kurz, unbeeindruckt und gleichzeitig vollkommen präsent. :40. Aztán így válaszolt: „Akkor kíváncsian várom, vajon a bőr eltárolta-e az érvelését – újra meg újra azt tapasztalom, hogy a legérdekesebb gondolatokat leggyakrabban olyan bútorokban hagyják hátra, amelyeket az ember nem maga választott.” - Dann antwortete er: „Dann bin ich gespannt, ob das Leder seine Argumentation gespeichert hat – ich stelle immer wieder fest, dass die interessantesten Gedanken am häufigsten in Möbeln zurückgelassen werden, die man nicht ausgesucht hat." :41. Ami ezután következett, jó egyórányi beszélgetés volt, amely tartalma szerint egyetemi politikáról, vendégelőadás-programokról és az időjárásról szólt. - Was folgte, war gut eine Stunde eines Gesprächs, das seinem Inhalt nach über Hochschulpolitik, Gastvortragsprogramme und das Wetter sprach. :42. Formája szerint gondosan vezetett vívás volt, amelyben mindkét fél tudta, hogy nem lesznek sebek, amelyeket meg lehetne mutatni, és hogy éppen ez az oka annak, amiért különösen pontosan céloztak. - Seiner Form nach war es ein sorgfältig geführtes Fechten, bei dem beide Parteien wussten, dass es keine Wunden geben würde, die man zeigen könnte, und dass das der Grund war, weshalb man eben deshalb besonders präzise zielte. :43. Amikor James felállt, kinyújtotta a kezét, és Stephen olyan fogással ragadta meg, amely egy másodperccel túl hosszú volt. - Als James aufstand, streckte er die Hand aus, und Stephen ergriff sie mit einem Griff, der eine Sekunde zu lang war. :44. Nem agresszív fogás volt, inkább egy territórium csendes állítása, mint egy mondat, amely szándékosan zárójel nélkül végződik. - Es war kein aggressiver Griff, eher die stille Behauptung eines Territories, wie ein Satz, der absichtlich ohne Schlusszeichen endet. :45. „Szokássá kellene tennünk ezt” – mondta Stephen. - „Wir sollten das zur Gewohnheit machen", sagte Stephen. :46. A mondatnak a hangsúlytól függően két teljesen különböző jelentése volt. - Der Satz hatte je nach Betonung zwei vollkommen verschiedene Bedeutungen. :47. „Nagyon szívesen” – válaszolta James –, „bár előre figyelmeztetnem kell, hogy nálam sem a teaszerviz, sem a kekszesdoboz nem tudja tartani a szintet – csak kávé, az északi ásványvizes-kávékávé-változat, amelyről Oxford ellenére sem sikerült még leszoktatnom magam.” - „Sehr gerne", antwortete James, „obwohl ich Sie vorwarnen muss, dass bei mir weder das Teeservice noch die Keksdose mithalten können – nur Kaffee, der Mineralwasserkaffeekaffeevariante aus dem Norden, die ich mir trotz Oxford noch nicht habe austreiben lassen." :48. Az ajtónál állt, keze a kilincsen. - Er stand an der Tür, die Hand am Knauf. :49. Aztán olyan mosollyal fordult meg, amelyet Stephen sem barátságosnak, sem ellenségesnek nem tudott volna besorolni, ami talán éppen a valódi minősége volt: „A kekszek egyébként valóban kivételesek voltak. Régi családi recept?” - Dann drehte er sich mit einem Lächeln um, das Stephen weder als freundlich noch als feindlich hätte kategorisieren können, was vielleicht seine eigentliche Qualität war: „Die Kekse, anbei bemerkt, waren wirklich außergewöhnlich. Ein altes Familienrezept?" :50. „Anyámtól” – mondta Stephen. - „Von meiner Mutter", sagte Stephen. :51. „Indiából?” – mondta James; nem kérdezve, inkább megállapítva, olyan ember hanghordozásával, aki lezár egy kutatást. - „Aus Indien?", sagte James – nicht fragend, eher feststellend, mit dem Tonfall eines Mannes, der eine Recherche abschließt. :52. Az ajtó azzal a halk, pontos kattanással csukódott be, amely a lakás csendjében még egy ideig tovább visszhangzott. - Die Tür fiel zu mit dem leisen, präzisen Klicken, das in der Stille der Wohnung eine Weile nachklang. :53. Stephen az ablaknál maradt állva, és figyelte, ahogy James megjelenik az utcán, sietség nélkül, anélkül hogy visszanézne. - Stephen blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James auf der Straße auftauchte, ohne Hast, ohne zurückzublicken. :54. James olyannak hatott, mint valaki, aki egy délután eredményét már besorolta, mielőtt maga mögött behúzta volna az ajtót. - James wirkte wie jemand, der das Ergebnis eines Nachmittags bereits eingeordnet hat, bevor er die Tür hinter sich zuzog. :55. Két ujjával lesöpört zakója hajtókájáról egy alig látható kekszmorzsanyomot. - Er wischte mit zwei Fingern eine kaum sichtbare Spur von Kekskrümeln vom Revers seines Jacketts. :56. Olyan gesztus volt, amelyet nem szándékosan tett, és amelynek jelentésén nem gondolkodott el; talán éppen ezért volt az egész délután legárulkodóbb gesztusa. - Es war eine Geste, die er nicht beabsichtigt hatte und über deren Bedeutung er nicht nachdachte, vielleicht gerade deshalb die aufschlussreichste Geste des ganzen Nachmittags. :57. Aztán elmosolyodott, röviden és szinte kelletlenül, mint egy beismerés, amelyet az ember önmaga előtt tesz, amikor senki sem figyel. - Dann lächelte er, kurz und fast ungern, wie ein Eingeständnis, das man sich selbst gegenüber macht, wenn niemand zuschaut. :58. A férfi jó volt, talán jobb, mint amennyit az állás megkövetelt volna, és ami ma közöttük történt, az sem vereség, sem győzelem nem volt, hanem valaminek a kezdete, amire még nem volt neve, de amit annak az embernek a nyugodt figyelmével fog majd megfigyelni, akinek a hosszú játszmák a legkedvesebbek. - Der Mann war gut, besser vielleicht, als die Stelle es verlangt hätte, und das, was sich heute zwischen ihnen ereignet hatte, war weder Niederlage noch Sieg, sondern der Beginn von etwas, für das er noch keinen Namen hatte, aber das er mit der ruhigen Aufmerksamkeit eines Mannes beobachten würde, dem die langen Spiele die liebsten waren. ------------------------- == 76 == 1 ------------------------- :Mike műhelye - Mikes Werkstatt :1. Mike elveszíti az állását. - Mike verliert seinen Job. :2. Egy nagy cégnél volt értékesítési vezető. - Er war Vertriebsleiter in einer großen Firma. :3. Most már nincs fizetése. - Jetzt hat er kein Gehalt mehr. :4. A pénze majdnem elfogyott. - Sein Geld ist fast weg. :5. Nem tudja, mit tegyen. - Er weiß nicht, was er tun soll. :6. Aztán az apjára gondol. - Dann denkt er an seinen Vater. :7. Az apja asztalos volt. - Sein Vater war Tischler. :8. Egy évvel ezelőtt halt meg. - Er ist vor einem Jahr gestorben. :9. A műhelye üresen áll. - Seine Werkstatt steht leer. :10. Mike odautazik, és megnézi magának a műhelyt. - Mike fährt hin und schaut sich die Werkstatt an. :11. Esik az eső. - Es regnet. :12. Az ajtó zárva van. - Die Tür ist verschlossen. :13. Mike-nál van egy feszítővas. - Mike hat ein Brecheisen dabei. :14. Azzal nyitja ki a zárat. - Er öffnet das Schloss damit. :15. Az ajtó hangosan nyikorog. - Die Tür quietscht laut. :16. Bent sötét van és por. - Drinnen ist es dunkel und staubig. :17. Sok pókháló van mindenütt. - Es gibt viele Spinnweben. :18. De Mike meglátja az apja régi gyalupadját is. - Aber Mike sieht auch die alte Hobelbank seines Vaters. :19. A falon egy tábla lóg. - An der Wand hängt ein Schild. :20. Ez áll rajta: „Itt valami új születik.” - Darauf steht: „Hier entsteht was Neues.“ :21. Mike egy kicsit elmosolyodik. - Mike lächelt ein bisschen. :22. A barátnője, Sarah, odajön hozzá. - Seine Freundin Sarah kommt zu ihm. :23. Sarah tanárnő. - Sie ist Lehrerin. :24. Egy bérleti szerződést tart a kezében. - Sie hält einen Mietvertrag in der Hand. :25. „Három hónap bérleti díj nélkül” - mondja. - „Drei Monate ohne Miete", sagt sie. :26. „Utána meg fogod oldani.” - „Danach schaffst du das.“ :27. Mike bólint. - Mike nickt. :28. Elkezdi kitakarítani a műhelyt. - Er beginnt, die Werkstatt sauber zu machen. :29. A barátja, Tom, segít neki. - Sein Freund Tom hilft ihm. :30. Tom villanyszerelő, és mindig vidám. - Tom ist Elektriker und immer lustig. :31. Kihordják a régi szemetet. - Sie schleppen alten Müll raus. :32. Tom megjavítja a lámpákat. - Tom repariert die Lampen. :33. Mike megjavítja a gépeket. - Mike repariert die Maschinen. :34. Két hét múlva Mike megkapja az első megbízását. - Nach zwei Wochen bekommt Mike den ersten Auftrag. :35. Egy startupnak húsz dohányzóasztalra van szüksége. - Ein Startup braucht zwanzig Couchtische. :36. Ez sok munka, de Mike örül. - Das ist viel Arbeit, aber Mike ist froh. :37. Minden nap nagyon sokáig dolgozik. - Er arbeitet jeden Tag sehr lange. :38. Aztán probléma történik. - Dann passiert ein Problem. :39. A falapok elvetemedtek. - Die Holzplatten sind verzogen. :40. Sok asztal nem jó. - Viele Tische sind nicht gut. :41. Mike nagyon dühös. - Mike ist sehr wütend. :42. Öklével rácsap a munkapadra. - Er schlägt mit den Fäusten auf die Werkbank. :43. Tom két csésze kávéval érkezik. - Tom kommt mit zwei Tassen Kaffee. :44. Egy elektromos gyalut is hoz magával. - Er bringt auch einen Elektrohobel mit. :45. „Most ezt megjavítjuk” - mondja Tom. - „Wir reparieren das jetzt", sagt Tom. :46. Egész éjszaka dolgoznak. - Sie arbeiten die ganze Nacht. :47. Hajnali háromkor tizenkilenc asztal elkészült. - Um drei Uhr morgens sind neunzehn Tische fertig. :48. Sarah pizzát hoz nekik. - Sarah bringt ihnen Pizza. :49. Egy üzenetet is hoz az ügyféltől. - Sie hat auch eine Nachricht vom Kunden dabei. :50. Az ügyfél ezt írja: „A jövő heti szállítás rendben van.” - Der Kunde schreibt: „Lieferung nächste Woche ist okay.“ :51. Mike mély levegőt vesz. - Mike atmet tief durch. :52. Rövid időre elalszik a műhely régi kanapéján. - Er schläft kurz auf der alten Couch in der Werkstatt. :53. Másnap reggel kiszállítják az asztalokat. - Am nächsten Morgen liefern sie die Tische aus. :54. Az ügyfél elégedett. - Der Kunde ist zufrieden. :55. Mike megkapja a pénzét. - Mike bekommt sein Geld. :56. Új fát és új szerszámokat vesz. - Er kauft neues Holz und neue Werkzeuge. :57. Decemberben van egy kis karácsonyi vásár a városban. - Im Dezember gibt es einen kleinen Weihnachtsmarkt in der Stadt. :58. Mike ott kiállítja az új bárszékeit. - Mike stellt seine neuen Barhocker dort aus. :59. Saját maga tervezte őket. - Er hat sie selbst entworfen. :60. Először senki sem megy oda a standjához. - Zuerst kommt niemand zu seinem Stand. :61. Mike csalódott. - Mike ist enttäuscht. :62. De aztán odajön egy idősebb úr. - Aber dann kommt ein älterer Herr. :63. A férfi sokáig nézi a székeket. - Der Mann schaut die Stühle lange an. :64. Azt mondja: „Ezek szépen vannak elkészítve.” - Er sagt: „Die sind schön gemacht.“ :65. Tizenkét székre van szüksége egy idősek otthona számára. - Er braucht zwölf Stühle für ein Seniorenheim. :66. Mike azt mondja: „Az első ötöt ingyen adom, ha jók.” - Mike sagt: „Die ersten fünf gebe ich umsonst, wenn sie gut sind.“ :67. A férfi nevet, és azonnal pénzt ad neki. - Der Mann lacht und gibt ihm sofort Geld. :68. Mike alig tudja elhinni. - Mike kann es kaum glauben. :69. Felhívja Sarah-t. - Er ruft Sarah an. :70. „Működik” - mondja. - „Es funktioniert", sagt er. :71. Sarah nagyon örül. - Sarah freut sich sehr. :72. Egy évvel később a műhely sokkal nagyobb. - Ein Jahr später ist die Werkstatt viel größer. :73. Az ajtó fölött egy új fatábla lóg. - Über der Tür hängt ein neues Schild aus Holz. :74. Ez áll rajta: „Mike asztalosműhelye.” - Darauf steht: „Mikes Tischlerei.“ :75. Ma Mike egy nagy teherautót rakodik meg. - Heute lädt Mike einen großen Lkw. :76. Egy szálloda sok bútort rendelt. - Ein Hotel hat viele Möbel bestellt. :77. Sarah és Tom segítenek a rakodásnál. - Sarah und Tom helfen beim Beladen. :78. Éppen felkel a nap. - Die Sonne geht gerade auf. :79. Mike letörli a verejtéket a homlokáról. - Mike wischt sich den Schweiß von der Stirn. :80. „Ez még csak az első lépés volt” - mondja. - „Das war erst Schritt eins", sagt er. :81. Sarah nevet. - Sarah lacht. :82. „Akkor tovább” - mondja. - „Dann weiter", sagt sie. :83. A teherautó elindul. - Der Lkw fährt los. :84. A piros hátsó lámpák lassan eltűnnek a hajnali derengésben. - Die roten Rücklichter verschwinden langsam in der Morgendämmerung. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Mike asztalosműhelye - Mikes Tischlerei :1. Mike elveszítette az állását értékesítési vezetőként, és a számlája majdnem üres volt. - Mike hatte seinen Job als Vertriebsleiter verloren, und sein Konto war fast leer. :2. A konyhaasztalnál ült, és a cég levelét bámulta. - Er saß am Küchentisch und starrte auf den Brief der Firma. :3. Sarah a vállára tette a kezét, és nem szólt semmit. - Sarah legte ihre Hand auf seine Schulter und sagte nichts. :4. Mike csak egy hosszú szünet után állt fel, és hozta el a kabátját. - Erst nach einer langen Pause stand Mike auf und holte seinen Mantel. :5. Tudta, mit akar tenni. - Er wusste, was er tun wollte. :6. Az apja műhelye egy éve üresen állt. - Die Werkstatt seines Vaters stand seit einem Jahr leer. :7. Az apja hirtelen halt meg, és senki sem törődött a garázzsal. - Der Vater war plötzlich gestorben, und niemand hatte sich um die Garage gekümmert. :8. Mike autóval ment oda, bár esett az eső, és hideg volt. - Mike fuhr mit dem Auto hin, obwohl es regnete und kalt war. :9. A nehéz fémajtó előtt állt, és szorosan tartotta kezében a feszítővasat. - Er stand vor der schweren Metalltür und hielt das Brecheisen fest in der Hand. :10. A zár régi volt és rozsdás, de néhány próbálkozás után engedett. - Das Schloss war alt und rostig, aber nach ein paar Versuchen gab es nach. :11. Az ajtó hangosan nyikorgott, amikor Mike benyomta. - Die Tür quietschte laut, als Mike sie aufdrückte. :12. Bent fa, olaj és régi por szaga volt. - Drinnen roch es nach Holz, Öl und altem Staub. :13. Pókhálók lógtak a mennyezetről, és az ablakok piszkosak voltak. - Spinnweben hingen von der Decke, und die Fenster waren schmutzig. :14. Mike mégis furcsán nyugodtnak érezte magát ebben a helyiségben. - Trotzdem fühlte sich Mike seltsam ruhig in diesem Raum. :15. A falon még mindig ott lógott apja régi táblája: „Itt valami új születik.” - An der Wand hing noch das alte Schild seines Vaters: „Hier entsteht was Neues.“ :16. Mike kétszer is elolvasta, és sokáig gondolkodott rajta. - Mike las es zweimal und dachte lange darüber nach. :17. Sarah egy órával később érkezett, bérleti szerződéssel a kezében. - Sarah kam eine Stunde später mit einem Mietvertrag in der Hand. :18. A bérbeadó három hónap bérleti díj mentességet ajánlott neki. - Der Vermieter hatte ihr drei Monate Mietfreiheit angeboten. :19. „Ez a te esélyed” - mondta -, „de valóban élned kell vele.” - „Das ist deine Chance", sagte sie, „aber du musst sie wirklich nutzen." :20. Mike még aznap este aláírta a szerződést. - Mike unterschrieb den Vertrag noch am selben Abend. :21. A következő napokban Tom segített a rendrakásban. - In den nächsten Tagen half Tom beim Aufräumen. :22. Tom villanyszerelő volt, és Mike legjobb barátja az iskoláskor óta. - Tom war Elektriker und Mikes bester Freund seit der Schulzeit. :23. Megjavította a régi lámpákat, és új kábeleket húzott a falakon keresztül. - Er reparierte die alten Lampen und zog neue Kabel durch die Wände. :24. Mike kihordta a törött gépeket, és a műhely minden sarkát megtisztította. - Mike schleppte kaputte Maschinen nach draußen und reinigte jede Ecke der Werkstatt. :25. Egy hét után a helyiség már egészen másképp nézett ki. - Nach einer Woche sah der Raum schon ganz anders aus. :26. Az első igazi megbízást Mike egy kis internetes hirdetésen keresztül kapta. - Den ersten richtigen Auftrag bekam Mike über eine kleine Anzeige im Internet. :27. Egy fiatal startupnak húsz dohányzóasztalra volt szüksége az új irodájába. - Ein junges Startup brauchte zwanzig Couchtische für sein neues Büro. :28. Mike ideges volt, de azonnal igent mondott. - Mike war nervös, aber er sagte sofort zu. :29. Minden nap kora reggeltől késő estig dolgozott, és az utolsó pénzéből vette meg a fát. - Er arbeitete jeden Tag früh bis spät und kaufte das Holz mit seinem letzten Geld. :30. Nem sokkal a szállítás előtt azonban észrevette, hogy több lap elvetemedett. - Doch kurz vor der Lieferung bemerkte er, dass mehrere Platten sich verzogen hatten. :31. A munkapad előtt állt, és ökölbe szorította a kezét, anélkül hogy egy szót szólt volna. - Er stand vor der Werkbank und ballte die Fäuste, ohne ein Wort zu sagen. :32. Tom két pohár kávéval és egy elektromos gyaluval a hóna alatt érkezett. - Tom kam mit zwei Bechern Kaffee und einem Elektrohobel unter dem Arm. :33. „Sírás később” - mondta -, „most csiszolunk.” - „Heulen später", sagte er, „jetzt schleifen wir." :34. Egész éjszaka végigdolgozták, amíg tizenkilenc asztal valóban jól nem nézett ki. - Sie arbeiteten die ganze Nacht durch, bis neunzehn Tische wirklich gut aussahen. :35. Sarah éjfél körül pizzát hozott, és egy rövid üzenetet az ügyféltől. - Sarah brachte gegen Mitternacht Pizza und eine kurze Nachricht vom Kunden. :36. Az ügyfél azt írta, hogy a szállítás a következő héten is rendben van. - Der Kunde schrieb, dass die Lieferung auch nächste Woche noch in Ordnung sei. :37. Mike nekitámaszkodott a falnak, és rövid időre lehunyta a szemét. - Mike lehnte sich an die Wand und schloss kurz die Augen. :38. Az asztalokat pontosan kiszállították, és az ügyfél gond nélkül fizetett. - Die Tische wurden pünktlich geliefert, und der Kunde zahlte ohne Probleme. :39. A pénzből Mike jobb fát és egy új szerszámot vett. - Mit dem Geld kaufte Mike besseres Holz und ein neues Werkzeug. :40. Elkezdett saját bútorokat tervezni, amilyeneket sehol sem látott így. - Er begann, eigene Möbel zu entwerfen, die er nirgendwo so gesehen hatte. :41. Különösen a bárszékek tetszettek neki nagyon, amelyeket egy vázlatfüzetbe rajzolt. - Besonders die Barhocker, die er in einem Skizzenbuch gezeichnet hatte, gefielen ihm selbst sehr gut. :42. Decemberben a belvárosban volt egy kis karácsonyi vásár. - Im Dezember gab es in der Innenstadt einen kleinen Weihnachtsmarkt. :43. Mike bérelt egy standot, és kiállította a bárszékeit. - Mike mietete einen Stand und stellte seine Barhocker aus. :44. Az első órák nehezek voltak, mert alig állt meg valaki. - Die ersten Stunden waren schwierig, weil kaum jemand stehen blieb. :45. Mike a hideg kávéját itta, és türelmesen várt. - Mike trank seinen kalten Kaffee und wartete geduldig. :46. Estefelé egy idősebb úr szólította meg nyugodt hangon. - Gegen Abend sprach ihn ein älterer Herr mit ruhiger Stimme an. :47. A férfi gondosan megnézett minden széket, és megkérdezte az árát. - Der Mann betrachtete jeden Hocker sorgfältig und fragte nach dem Preis. :48. Aztán azt mondta, hogy tizenkét székre van szüksége egy idősek otthona számára. - Dann sagte er, dass er zwölf Stühle für ein Seniorenheim brauche. :49. Mike röviden elgondolkodott, és így válaszolt: „Az első ötöt ingyen adom, ha valóban bírják.” - Mike überlegte kurz und antwortete: „Die ersten fünf gebe ich umsonst, wenn sie wirklich halten." :50. A férfi halkan nevetett, és azonnal pénzt tett az asztalra. - Der Mann lachte leise und legte sofort Geld auf den Tisch. :51. Mike még a karácsonyi vásáron felhívta Sarah-t. - Mike rief Sarah noch auf dem Weihnachtsmarkt an. :52. „Sikerült” - mondta, és a hangja másképp csengett, mint máskor. - „Es hat geklappt", sagte er, und seine Stimme klang anders als sonst. :53. Egy évvel később Mike a műhelye előtt állt, és az ajtó fölötti új fatáblát nézte. - Ein Jahr später stand Mike vor seiner Werkstatt und betrachtete das neue Holzschild über der Tür. :54. „Mike asztalosműhelye” állt rajta tiszta betűkkel. - „Mikes Tischlerei" stand dort in klaren Buchstaben. :55. Sarah és Tom segítettek neki megtölteni egy nagy szállítóautót egy szállodalánc számára készült bútorokkal. - Sarah und Tom halfen ihm, einen großen Lieferwagen mit Möbeln für eine Hotelkette zu beladen. :56. Éppen felkelt a nap, és a levegő friss és hűvös volt. - Die Sonne ging gerade auf, und die Luft war frisch und kühl. :57. Mike letörölte a verejtéket a homlokáról, és a készre megrakott rakfelületre nézett. - Mike wischte sich den Schweiß von der Stirn und sah auf die fertig beladene Ladefläche. :58. „Ez még csak az első lépés volt” - mondta. - „Das war erst Schritt eins", sagte er. :59. Sarah vigyorgott, és felmászott az anyósülésre. - Sarah grinste und kletterte auf den Beifahrersitz. :60. „Akkor tovább” - mondta. - „Dann weiter", sagte sie. :61. A kocsi lassan elindult az utcán lefelé, és a piros hátsó lámpák eltűntek a világos hajnali derengésben. - Der Wagen fuhr langsam die Straße hinunter, und die roten Rücklichter verschwanden in der hellen Morgendämmerung. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Mike műhelye - Mikes Werkstatt :1. Amikor Mike a kezében tartotta a cége felmondólevelét, érezte, hogy valami elmozdul benne. - Als Mike den Kündigungsbrief seiner Firma in den Händen hielt, spürte er, wie sich etwas in ihm verschob. :2. Ez nem pánik volt, hanem különös, hűvös üresség. - Es war nicht Panik, sondern eine seltsame, kühle Leere. :3. Három éven át mindent beletett ebbe az állásba: túlórákat, hétvégéket, kompromisszumokat. - Er hatte drei Jahre lang alles in diese Stelle gesteckt: Überstunden, Wochenenden, Kompromisse. :4. Most vége volt, egyetlen mondattal egy fehér papírlapon. - Jetzt war es vorbei, mit einem einzigen Satz auf weißem Papier. :5. Sarah vele szemben ült a konyhaasztalnál, és figyelte őt, anélkül hogy kérdezett volna. - Sarah saß ihm gegenüber am Küchentisch und beobachtete ihn, ohne zu fragen. :6. Elég jól ismerte ahhoz, hogy tudja: beszélni fog, amikor készen áll rá. - Sie kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass er reden würde, wenn er bereit war. :7. Hosszú csend után Mike összehajtotta a levelet, és betette a fiókba. - Nach einer langen Stille faltete Mike den Brief zusammen und steckte ihn in die Schublade. :8. „Elmegyek apám műhelyébe” – mondta, és ez volt minden. - „Ich fahre zur Werkstatt meines Vaters", sagte er, und das war alles. :9. A garázs a város szélén állt, egy gumikereskedés és egy elhagyott raktárépület között. - Die Garage lag am Stadtrand, zwischen einem Reifenhändler und einem verlassenen Lagerhaus. :10. Apja halála óta senki sem lépett be oda. - Seit dem Tod seines Vaters hatte niemand sie mehr betreten. :11. Mike az esőben parkolta le az autót, felhajtotta a gallérját, és szemügyre vette a rozsdás lakatokat. - Mike parkte den Wagen im Regen, zog den Kragen hoch und betrachtete die verrosteten Vorhängeschlösser. :12. A lakatok úgy hatottak, mintha soha nem kellett volna senkit kívül tartaniuk, hanem csak az időt akarták volna odabent fogva tartani. - Die Schlösser wirkten, als hätten sie nie jemanden draußen halten müssen, sondern nur die Zeit drinnen festhalten wollen. :13. Nekifeszítette a feszítővasat. - Er stemmte das Brecheisen an. :14. Néhány erőteljes próbálkozás után a fém engedett. - Nach ein paar kräftigen Versuchen gab das Metall nach. :15. Az első lépés a műhelybe furcsán ismerősnek érződött, bár évek óta nem járt itt. - Der erste Schritt in die Werkstatt fühlte sich merkwürdig vertraut an, obwohl er seit Jahren nicht mehr hier gewesen war. :16. A fapor és a gépolaj szaga úgy ette be magát a falakba, mint valami, ami nem akar elmúlni. - Der Geruch von Holzstaub und Maschinenöl hatte sich in die Wände gefressen wie etwas, das nicht vergehen will. :17. A hátsó falon még mindig ott lógott apja kézzel írt táblája, ferdén és kifakulva, de még olvashatóan. - An der hinteren Wand hing noch das handgeschriebene Schild seines Vaters, schief und verblasst, aber noch lesbar. :18. A táblán ez állt: „Itt valami új születik.” - Auf dem Schild stand: „Hier entsteht was Neues." :19. Mike sokáig állt előtte, és arra gondolt, vajon hányszor használhatta apja maga is ezt a mondatot. - Mike stand lange davor und dachte daran, wie oft sein Vater diesen Satz wohl selbst gebraucht hatte. :20. Apjának alighanem akkor volt szüksége rá, amikor valami nem sikerült. - Sein Vater hatte ihn wohl gebraucht, wenn etwas nicht klappte. :21. Sarah másnap reggel egy bérleti szerződéssel érkezett, amelyet egy ismerősén keresztül intézett el. - Sarah kam am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag, den sie über einen Bekannten organisiert hatte. :22. A bérleti szerződés három hónap bérletidíj-mentességet kínált, utána pedig tisztességes árat. - Der Mietvertrag bot drei Monate mietfrei, danach einen fairen Preis. :23. „A bérbeadó tudja, hogy most kezdesz” – mondta. - „Der Vermieter weiß, dass du anfängst", sagte sie. :24. „Nem akarja, hogy már az elején elsüllyedj.” - „Er will nicht, dass du gleich zu Beginn versinkst." :25. Mike aláírta, anélkül hogy sokáig habozott volna. - Mike unterschrieb, ohne lange zu zögern. :26. Tudta, hogy habozni fog, ha egyszer elkezd gondolkodni. - Er wusste, dass er zögern würde, wenn er erst anfing nachzudenken. :27. Tom a hétvégén jelent meg a furgonjával, egy szerszámosládával és egy ember energiájával. - Tom erschien am Wochenende mit seinem Transporter, einem Werkzeugkoffer und der Energie eines Menschen. :28. Annak az embernek az energiája volt ez, aki másokért szívesen nekigyürkőzik a munkának. - Es war die Energie eines Menschen, der für andere gerne anpackt. :29. Villanyszerelő volt. - Er war Elektriker. :30. Nem ismert olyan munkát, amelynél valahogyan ne lehetett volna segíteni. - Er kannte keine Arbeit, bei der man nicht irgendwie helfen konnte. :31. Miközben Mike szétszedte a törött gépeket és csiszolta a munkapadot, Tom új vezetékeket húzott be. - Während Mike die kaputten Maschinen auseinandernahm und die Werkbank schmirgelte, zog Tom neue Leitungen. :32. Tom fényt vitt a garázs sötét sarkaiba. - Tom brachte Licht in die dunklen Ecken der Garage. :33. Három nap után a műhely már nem úgy nézett ki, mint egy hely, amelyet feladtak. - Nach drei Tagen sah die Werkstatt nicht mehr aus wie ein Ort, der aufgegeben worden war. :34. Úgy nézett ki, mint egy hely, amely éppen felébredt. - Sie sah aus wie ein Ort, der gerade aufgewacht ist. :35. Az első megbízást Mike egy kis hirdetésen keresztül találta, amelyet késő este tett fel az internetre. - Den ersten Auftrag fand Mike über eine kleine Anzeige, die er spätabends ins Internet gestellt hatte. :36. Nem voltak nagy elvárásai. - Er hatte keine großen Erwartungen. :37. Egy fiatal technológiai vállalat húsz dohányzóasztalt keresett az új irodájába. - Ein junges Technologieunternehmen suchte zwanzig Couchtische für sein neues Büro. :38. A dohányzóasztaloknak egyszerűnek, modernnek és gyorsan szállíthatónak kellett lenniük. - Die Couchtische sollten schlicht, modern und schnell lieferbar sein. :39. Mike azonnal visszahívta őket, olyan árat mondott, amely alig hagyott nyereséget, és igent mondott. - Mike rief sofort zurück, nannte einen Preis, der kaum Gewinn ließ, und sagte zu. :40. A számláján lévő utolsó pénzből megvette a fát, és kora reggeltől mély éjszakáig dolgozott. - Er kaufte das Holz mit dem letzten Geld auf seinem Konto und arbeitete von früh morgens bis tief in die Nacht. :41. Nem engedhetett meg magának hibát. - Er konnte sich keinen Fehler leisten. :42. De pontosan ez a hiba mégis megtörtént: nem sokkal a befejezés előtt észrevette, hogy több furnérozott lap a hő hatására elvetemedett. - Doch genau dieser Fehler passierte trotzdem: kurz vor der Fertigstellung bemerkte er, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Wärme verzogen hatten. :43. A lapokat már nem lehetett felhasználni. - Die Platten ließen sich nicht mehr verwenden. :44. Ott állt a kár előtt, és nem szólt semmit. - Er stand vor dem Schaden und sagte nichts. :45. Nem jutottak eszébe szavak, amelyek méltók lettek volna a helyzethez. - Ihm fielen keine Worte ein, die der Situation gerecht geworden wären. :46. Tom kávéval érkezett, meglátta Mike arcát, letette a poharakat, és azt mondta: „Most nem gondolkodni kell – most csiszolni.” - Tom kam mit Kaffee, sah Mikes Gesicht, stellte die Becher ab und sagte: „Jetzt nicht denken – jetzt schleifen." :47. Hajnali háromig dolgoztak, és megmentettek tizenkilencet a húsz asztalból. - Sie arbeiteten bis drei Uhr morgens und retteten neunzehn der zwanzig Tische. :48. A huszadikat félretették, anélkül hogy még egy szót vesztegettek volna rá. - Den zwanzigsten legten sie zur Seite, ohne ein weiteres Wort darüber zu verlieren. :49. Sarah éjfél körül ételt hozott, és az ügyfél rövid üzenetét. - Sarah brachte gegen Mitternacht Essen und eine kurze Nachricht des Kunden. :50. Az ügyfél azt írta, hogy egy hét késés nem jelent problémát. - Der Kunde hatte geschrieben, dass eine Woche Verzögerung kein Problem sei. :51. Mike evett, anélkül hogy ízeket érzett volna. - Mike aß, ohne zu schmecken. :52. Két órát aludt a régi kanapén, amely még apja idejéből származott. - Er schlief zwei Stunden auf dem alten Sofa, das noch aus der Zeit seines Vaters stammte. :53. A szállítás gond nélkül zajlott, az ügyfél elégedett volt, és a pénz időben megérkezett a számlára. - Die Lieferung verlief problemlos, der Kunde war zufrieden, und das Geld kam pünktlich auf dem Konto an. :54. Mike azonnal új anyagot rendelt, és ezzel párhuzamosan saját terveket kezdett rajzolni. - Mike bestellte sofort neues Material und begann parallel dazu, eigene Entwürfe zu zeichnen. :55. Ezek a tervek hetek óta a fejében voltak: egy bárszék-sorozat, amelynek egyszerűnek és masszívnak kellett látszania, anélkül hogy olcsónak hatna. - Diese Entwürfe hatte er seit Wochen im Kopf: eine Barhockerserie, die einfach und solide aussehen sollte, ohne billig zu wirken. :56. Fűrészelt, gyalult és csiszolt, amíg minden darab olyan nem lett, amilyennek elképzelte. - Er sägte, hobelte und schliff, bis jedes Stück so war, wie er es sich vorgestellt hatte. :57. Decemberben bérelt egy standot a belvárosi karácsonyi vásáron, és hat bárszéket állított ki. - Im Dezember mietete er einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt und stellte sechs Barhocker aus. :58. Nem sok reménye volt, de azt érezte, hogy az embernek néha egyszerűen ki kell próbálnia dolgokat. - Er hatte nicht viel Hoffnung, aber das Gefühl, dass man Dinge manchmal einfach ausprobieren muss. :59. Az első órák kijózanítóan teltek. - Die ersten Stunden verliefen ernüchternd. :60. Az emberek elmentek mellette, röviden odapillantottak, majd továbbmentek. - Die Leute liefen vorbei, blickten kurz hin und gingen weiter. :61. Estefelé megállt egy idősebb úr, aki minden darabot alaposan szemügyre vett. - Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich jedes Stück gründlich ansah. :62. Olyan kérdéseket tett fel, amelyekből látszott, hogy ért hozzá. - Er stellte Fragen, die zeigten, dass er etwas davon verstand. :63. Egy idősotthont vezetett a város másik végén. - Er leitete ein Seniorenheim am anderen Ende der Stadt. :64. Stabil, kézzel készített székeket keresett az új közösségi helyiségbe. - Er suchte stabile, handgemachte Stühle für den neuen Gemeinschaftsraum. :65. „Tizenkét darab” – mondta. - „Zwölf Stück", sagte er. :66. „Ha az ár megfelel.” - „Wenn der Preis stimmt." :67. Mike gondolkodott egy pillanatig, majd így válaszolt: „Az első ötöt ingyen adom, ha három hónap múlva még ugyanúgy állnak, mint ma.” - Mike dachte einen Moment nach und antwortete: „Die ersten fünf gebe ich umsonst ab, wenn sie nach drei Monaten noch so stehen wie heute." :68. A férfi ránézett, röviden felnevetett, és előleget tett az asztalra. - Der Mann sah ihn an, lachte kurz auf und legte eine Anzahlung auf den Tisch. :69. Mike még ott, a piactéren felhívta Sarah-t, a karácsonyi zene és a tömeg zajában. - Mike rief Sarah noch auf dem Marktplatz an, im Lärm der Weihnachtsmusik und des Gedränges. :70. Csak ennyit mondott: „Beindult.” - Er sagte nur: „Es läuft." :71. Egy évvel később a műhely előtt egy szállítóautó állt, megrakva bútorokkal egy közepes méretű szállodalánc számára. - Ein Jahr später stand vor der Werkstatt ein Lieferwagen, beladen mit Möbeln für eine mittelgroße Hotelkette. :72. Mike a szállodaláncot az idősotthon egyik kapcsolata révén találta meg. - Mike hatte die Hotelkette über einen Kontakt des Seniorenheims gefunden. :73. Az ajtó fölött masszív tölgyfából készült új tábla függött. - Über der Tür hing ein neues Schild aus massiver Eiche. :74. Tom akasztotta fel a hétvégén: „Mike asztalosműhelye”, tiszta, égetett betűkkel. - Tom hatte es am Wochenende aufgehängt: „Mikes Tischlerei", in klaren, gebrannten Buchstaben. :75. A nap éppen a tetők fölé tolta magát, amikor Mike rögzítette az utolsó ládát. - Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, als Mike die letzte Kiste festzurrte. :76. Aztán felegyenesedett. - Dann richtete er sich auf. :77. A munkanadrágjába törölte a kezét. - Er wischte sich die Hände an der Arbeitshose ab. :78. Egy pillanatig nézte a táblát, az autót és az előttük húzódó utcát. - Einen Moment lang betrachtete er das Schild, den Wagen und die Straße davor. :79. „Ez még csak az első lépés volt” – mondta félhangosan. - „Das war erst Schritt eins", sagte er halblaut. :80. Inkább magának mondta, mint a többieknek. - Er sagte es mehr zu sich selbst als zu den anderen. :81. Sarah felmászott az anyósülésre, és a nyitott ablakon át odakiáltott: „Akkor tovább.” - Sarah kletterte auf den Beifahrersitz und rief durch das offene Fenster: „Dann weiter." :82. Tom beindította a motort. - Tom startete den Motor. :83. Az autó lassan legurult az utcán, míg a piros hátsó lámpák eltűntek a kora reggel világosságában. - Der Wagen rollte langsam die Straße hinunter, bis die roten Rücklichter in der Helligkeit des frühen Morgens verschwanden. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog und die wenigen Sätze las, die drei Jahre Arbeit mit einem einzigen Absatz für beendet erklärten, bemerkte er, dass ihn nicht die Nachricht selbst traf. Ihn traf die vollständige Gleichgültigkeit, mit der das Papier formuliert worden war, als hätte er nie mehr als eine Nummer in einer Tabelle bedeutet. Sarah saß ihm gegenüber und beobachtete sein Gesicht mit der stillen Aufmerksamkeit eines Menschen, der weiß, dass jedes Wort in diesem Moment zu viel wäre. So blieben sie eine Weile in der Küche sitzen, während draußen der Regen gegen die Scheibe schlug und die Uhr an der Wand gleichmäßig weiterging. Mike legte den Brief auf den Tisch, ohne ihn zu falten, stand auf und sagte, er werde zur Werkstatt seines Vaters fahren. Das war kein Plan, sondern die einzige Richtung, die sich in diesem Moment richtig anfühlte. Die Garage am Stadtrand hatte seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr niemand mehr betreten, und als Mike im Regen vor den verrosteten Vorhängeschlössern stand, überkam ihn das eigenartige Gefühl, dass dieser Ort auf ihn gewartet hatte. Er hatte nicht mit Ungeduld gewartet, sondern mit der ruhigen Beharrlichkeit alter Dinge, die gelernt haben, dass Zeit keine Bedrohung ist. Er stemmte das Brecheisen unter den Bügel des ersten Schlosses. Nach mehreren kräftigen Versuchen gab das verrostete Metall mit einem dumpfen Knacken nach, das in der regennassen Stille lauter klang, als es sein durfte. Der erste Schritt durch die quietschende Tür führte ihn in einen Raum, der nach Holzstaub, altem Maschinenöl und etwas roch, das sich nur als die Zeit selbst beschreiben ließ. Es war jene schwere, angesammelte Stille von Orten, an denen lange gearbeitet worden war und die diese Arbeit in ihren Wänden aufgespeichert haben wie ein Körper eine alte Gewohnheit. Spinnweben hingen zwischen den Regalen, die Fensterscheiben waren grau vor Schmutz, und eine verbeulte Hobelbank stand noch genau dort, wo sie immer gestanden hatte. Die Hobelbank wirkte, als hätte sein Vater sie gestern zuletzt benutzt. An der hinteren Wand hing das handgeschriebene Schild, schief und vom Licht ausgeblichen, aber mit Buchstaben, die noch klar genug waren, um zu lesen: „Hier entsteht was Neues". Es war ein Satz, der Mike früher kindisch vorgekommen war und der ihm jetzt, in diesem Moment, wie eine Ansage klang. Sarah erschien am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag, den sie über einen Bekannten organisiert hatte, der den alten Vermieter kannte. Sie legte das Papier auf die Hobelbank mit der knappen Bemerkung, dass drei Monate Mietfreiheit keine Einladung zum Zögern seien, sondern eine Frist. Mike las den Vertrag einmal durch, nahm den Stift und unterschrieb. Er unterschrieb, bevor der Teil seines Gehirns, der Risiken auflistet, die Oberhand gewinnen konnte. Tom kam am Samstag mit seinem Transporter, einem vollgepackten Werkzeugkoffer und der unerschütterlichen Bereitschaft, anzupacken, ohne erst zu fragen warum. Das hatte Mike an ihm immer mehr geschätzt als alles andere. Während Tom die defekten Stromleitungen freielegte und neue Kabel durch die Decke zog, zerlegte Mike die alten Maschinen, prüfte, was sich reparieren ließ, und entschied mit der Kaltblütigkeit eines Menschen, der kein Geld für Sentimentalität übrig hat. Er entschied, was auf den Sperrmüll gehörte. Nach drei Tagen intensiver, schweigender Arbeit hatte die Werkstatt aufgehört, wie ein Ort auszusehen, der verlassen worden war. Stattdessen begann sie, wie ein Ort zu wirken, der gerade im Begriff ist, etwas zu werden. Der erste ernsthafte Auftrag kam über eine Kleinanzeige, die Mike spätabends ins Internet gestellt hatte, ohne daran zu glauben, dass sich innerhalb von vierundzwanzig Stunden jemand melden würde. Doch am nächsten Mittag rief eine junge Frau von einem Technologieunternehmen an, das zwanzig Couchtische für sein neues Büro brauchte, schlicht, modern und innerhalb von drei Wochen lieferbar. Mike nannte einen Preis, der ihm kaum Gewinn ließ, weil er wusste, dass er sich mit diesem Auftrag beweisen musste – nicht dem Kunden gegenüber, sondern sich selbst. Noch am selben Nachmittag kaufte er das Holz, obwohl sein Konto danach fast leer war und er sich keine zweite Bestellung hätte leisten können, wenn etwas schiefgegangen wäre. Es ging etwas schief: Wenige Tage vor der Fertigstellung stellte Mike fest, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Werkstattwärme verzogen hatten und nicht mehr zu verwenden waren. Dieser Moment – das stille Stehen vor dem Schaden, die Berechnung der Zeit und des fehlenden Geldes im Kopf – war der erste, in dem er wirklich daran zweifelte, ob er das durchhalten konnte. Tom kam mit zwei Bechern Kaffee, sah, was passiert war, stellte die Becher auf die Werkbank und sagte: „Heulen später, schleifen jetzt." Das war keine Aufmunterung, sondern ein Befehl, und genau das brauchte Mike in diesem Moment. Sie arbeiteten ohne Pause bis tief in die Nacht und retteten neunzehn der zwanzig Tische. Als Sarah gegen Mitternacht mit Essen kam und beiläufig erwähnte, dass der Kunde geschrieben habe, eine Woche Verzögerung sei völlig in Ordnung, ließ Mike sich auf das alte Sofa fallen und schloss die Augen, ohne ein Wort zu sagen. Die Lieferung verlief reibungslos, das Geld kam pünktlich, und Mike reinvestierte es sofort in besseres Material und ein neues Werkzeug. Er hatte verstanden, dass jeder Auftrag nicht nur Umsatz, sondern eine Gelegenheit war, die nächste Arbeit besser zu machen als die vorherige. Parallel dazu begann er, eine eigene Barhockerserie zu entwerfen, deren Skizzen er seit Wochen in einem Notizbuch gesammelt hatte. Es waren Linien und Maßangaben, die nachts entstanden waren, wenn er nicht schlafen konnte, und die er nun in der Werkstatt in Holz übersetzte, Stück für Stück, mit einer Sorgfalt, die er sich bei Auftragsarbeiten selten leisten konnte. Im Dezember mietete er einen kleinen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt, stellte sechs Barhocker aus und wartete. Die Stunden vergingen, und die meisten Leute streiften seinen Stand mit einem kurzen Blick und gingen weiter, als wären Holzmöbel zwischen Glühweinständen und Wollmützen eine zu ernste Sache. Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich Zeit nahm für jeden einzelnen Hocker, die Verbindungen prüfte, die Oberfläche befühlte und Fragen stellte, die zeigten, dass er wusste, wovon er sprach. Schließlich erklärte er, er leite ein Seniorenheim und suche stabile, würdevoll gemachte Stühle für einen neu eingerichteten Gemeinschaftsraum. Mike hörte zu, dachte einen Moment nach und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Berechnung, wenn sie nach drei Monaten noch genauso stehen wie heute." Es war ein Angebot, das keine Großzügigkeit war, sondern das ruhige Vertrauen eines Handwerkers in seine eigene Arbeit. Der Herr sah ihn einen Augenblick lang an und lachte leise auf, als hätte er lange niemanden mehr so reden hören. Dann legte er eine Anzahlung auf den Tisch. Ein Jahr später stand ein Lieferwagen vor der erweiterten Werkstatt, beladen mit einem Großauftrag für eine Hotelkette, die Mike über einen Kontakt des Seniorenheims gefunden hatte. Über der Tür hing ein neues Schild aus massiver Eiche, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte: „Mikes Tischlerei", in Buchstaben, die aussahen, als hätten sie immer dort gehangen. Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, als Mike die letzte Ladung festzurrte, sich aufrichtete und einen Moment lang stillhielt. Er hatte den Blick auf das Schild, den Wagen und die leere Straße davor gerichtet, als wollte er sich diesen Zustand einprägen, bevor er aufhörte, neu zu sein. „Das war erst Schritt eins", sagte er, halblaut, mit einer Stimme, die keine Erschöpfung mehr hörte. In dieser Stimme lag etwas, das sich nach Anfang anfühlte. Sarah rief durch das offene Fenster des Beifahrersitzes: „Dann weiter." Tom startete den Motor, der Wagen rollte langsam die Straße hinunter. Die roten Rücklichter lösten sich in der Helligkeit des frühen Morgens auf, als wäre der Tag groß genug, um alles zu schlucken, was noch kommen würde. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Mike és a műhely - Mike und die Werkstatt :1. Amikor Mike kihúzta a felmondólevelet a borítékból, nem maga a hír találta el. - Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog, traf ihn nicht die Nachricht selbst. :2. A sorok hideg, bürokratikus tisztasága találta el, amelyek életének három évét néhány mondattal lezártnak nyilvánították – emberi hang nélkül, a sok korai reggel és azoknak a kompromisszumoknak az elismerése nélkül, amelyek őt lépésről lépésre megváltoztatták. - Ihn traf die kalte, bürokratische Sauberkeit der Zeilen, die drei Jahre seines Lebens mit wenigen Sätzen für beendet erklärten – ohne einen menschlichen Ton, ohne Anerkennung der vielen frühen Morgen und der Kompromisse, die ihn Stück für Stück verändert hatten. :3. Sarah vele szemben ült, kezét a kávéscsészéje köré kulcsolva. - Sarah saß ihm gegenüber, die Hände um ihre Kaffeetasse gelegt. :4. Hallgatott. - Sie schwieg. :5. Tudta, hogy a szavak most csak zavarnának. - Sie wusste, dass Worte jetzt nur stören würden. :6. Időre volt szüksége. - Er brauchte Zeit. :7. Nem a rossz hír miatt, amelyet már régóta sejtett, hanem az átmenethez abba, aminek most következnie kellett. - Nicht für die schlechte Nachricht, die er längst geahnt hatte, sondern für den Übergang in das, was nun kommen musste. :8. Végül tömören azt mondta: „Elmegyek apám műhelyébe.” - Schließlich sagte er knapp: „Ich fahre zur Werkstatt meines Vaters.“ :9. A város szélén álló garázs apja egy évvel korábbi halála óta érintetlenül maradt. - Die Garage am Stadtrand war seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr unberührt geblieben. :10. Mike az esőben állt előtte, kezét a dzsekije zsebébe dugva, és érezte, hogy ez a hely nem egyszerűen csak várt. - Im Regen stand Mike davor, die Hände in den Jackentaschen, und spürte, dass dieser Ort nicht einfach gewartet hatte. :11. Pontosan erre a pillanatra várt – arra az időpontra, amikor Mike élete elég üres lett ahhoz, hogy újra helyet teremtsen valami újnak. - Er hatte auf genau diesen Moment gewartet – auf den Augenblick, in dem Mikes Leben leer genug war, um wieder Platz für etwas Neues zu schaffen. :12. A feszítővassal feltörte az első zárat. - Mit dem Brecheisen stemmte er das erste Schloss auf. :13. A fém tompa reccsenéssel engedett. - Das Metall gab mit einem dumpfen Knacken nach. :14. Amikor kinyitotta a nyikorgó ajtót, belépett egy faforgácsból, gépolajból és csendes, elmúlt munkából álló világba. - Als er die quietschende Tür öffnete, trat er ein in eine Welt aus Holzstaub, Maschinenöl und stiller, vergangener Arbeit. :15. Apja gyalupadja még mindig pontosan ugyanott állt. - Die Hobelbank seines Vaters stand noch genau dort. :16. Mellette ott függött a régi tábla a kifakult betűkkel: „Itt valami új születik.” - Daneben hing das alte Schild mit den verblichenen Buchstaben: „Hier entsteht was Neues.“ :17. Másnap reggel Sarah hozott egy bérleti szerződést. - Am nächsten Morgen brachte Sarah einen Mietvertrag. :18. Három hónap bérleti díj nélkül, utána tisztességes összeg. - Drei Monate mietfrei, danach ein fairer Betrag. :19. Mike gondosan elolvasta, aláírta, és elfojtotta a fejében megszólaló figyelmeztető hangot, amely kockázatokról suttogott. - Mike las ihn sorgfältig, unterschrieb und verdrängte die warnende Stimme in seinem Kopf, die von Risiken flüsterte. :20. Tom szombaton érkezett a furgonjával. - Tom kam am Samstag mit seinem Transporter. :21. Nem kérdezte meg, szükség van-e rá – egyszerűen látta. - Er fragte nicht, ob er gebraucht wurde – er sah es einfach. :22. Miközben új vezetékeket húzott be, és a „bűnözői” elektromosság miatt káromkodott, Mike sebészi pontossággal szedte szét a régi gépeket. - Während er neue Leitungen zog und über die „kriminelle“ Elektrik fluchte, zerlegte Mike die alten Maschinen mit chirurgischer Präzision. :23. Három nap után a műhely már nem tűnt elhagyatottnak. - Nach drei Tagen fühlte sich die Werkstatt nicht mehr verlassen an. :24. Feszült várakozástól lüktetett. - Sie pulsierte vor gespannter Erwartung. :25. Az első megrendelés egy egyszerű apróhirdetésen keresztül érkezett. - Der erste Auftrag kam durch eine schlichte Kleinanzeige. :26. Egy fiatal nő egy technológiai vállalattól húsz dohányzóasztalt rendelt – egyszerűt, modernt és mindenekelőtt tartósat. - Eine junge Frau aus einem Technologieunternehmen bestellte zwanzig Couchtische – schlicht, modern und vor allem haltbar. :27. Mike szűken kalkulált, fát vásárolt, és olyan összpontosítással dolgozott, amelyet régi állásában soha nem ismert. - Mike kalkulierte knapp, kaufte Holz und arbeitete mit einer Konzentration, die er in seinem alten Job nie gekannt hatte. :28. Nem sokkal a befejezés előtt több lap is elvetemedett a melegtől. - Kurz vor der Fertigstellung verzogen sich mehrere Platten durch die Wärme. :29. Mike némán állt a kár előtt. - Mike stand stumm vor dem Schaden. :30. Az idő és a pénz majdnem elfogyott. - Zeit und Geld waren fast aufgebraucht. :31. Ekkor Tom belépett, letette a kávéspoharakat, és szárazon azt mondta: „Sírás később. Csiszolás most.” - Da kam Tom herein, stellte die Kaffeebecher ab und sagte trocken: „Heulen später. Schleifen jetzt.“ :32. Jóval éjfél utánig dolgoztak. - Sie arbeiteten bis weit nach Mitternacht. :33. Tizenkilenc asztalt meg tudtak menteni. - Neunzehn Tische konnten sie retten. :34. Amikor Sarah étellel érkezett, és mesélt a vevő engedékenységéről, Mike kimerülten rogyott le a kanapéra. - Als Sarah mit Essen kam und von der Kulanz der Kundin erzählte, ließ Mike sich erschöpft aufs Sofa fallen. :35. Nem mondott semmit. - Er sagte nichts. :36. Nem is volt rá szükség. - Es war auch nicht nötig. :37. A beérkező pénzből jobb anyagot vásárolt. - Mit dem eingehenden Geld kaufte er besseres Material. :38. Megértette: minden megrendelés nem a végét jelentette valaminek, hanem a következő alapját. - Er hatte verstanden: Jeder Auftrag war nicht das Ende, sondern das Fundament des nächsten. :39. Ezzel párhuzamosan hosszú éjszakákon át egy elegáns bárszéksorozatot épített. - Parallel dazu baute er in langen Nächten eine Serie eleganter Barhocker. :40. Decemberben hat székkel állt a karácsonyi vásáron. - Im Dezember stand er mit sechs Hockern auf dem Weihnachtsmarkt. :41. A legtöbb ember elment mellette. - Die meisten Leute gingen vorbei. :42. Este azonban megállt egy idősebb úr. - Doch am Abend blieb ein älterer Herr stehen. :43. Megvizsgált minden illesztést, okos kérdéseket tett fel, és végül elmesélte, hogy egy idősek otthonát vezeti. - Er prüfte jede Verbindung, stellte kluge Fragen und erzählte schließlich, dass er ein Seniorenheim leite. :44. Mike figyelt, hagyott egy rövid csendet kialakulni, majd azt mondta: „Az első ötöt számla nélkül szállítom. Ha három hónap múlva még állnak, tovább beszélünk.” - Mike hörte zu, ließ eine kurze Stille entstehen und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Rechnung. Wenn sie nach drei Monaten noch stehen, reden wir weiter.“ :45. Az úr halkan nevetett, és előleget fizetett. - Der Herr lachte leise und zahlte eine Anzahlung. :46. Egy évvel később Mike a kibővített műhelye előtt állt. - Ein Jahr später stand Mike vor seiner erweiterten Werkstatt. :47. Az ajtón egy masszív tölgyfatábla díszelgett, amelyet Tom saját kezűleg égetett bele: „Mike asztalosműhelye”. - An der Tür prangte ein massives Eichen-Schild, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte: „Mikes Tischlerei“. :48. Sarah és Tom éppen egy nagy megrendelést rakodtak fel egy szállodai lánc számára a furgonra – egy megrendelést, amely az idősek otthonán keresztül érkezett. - Sarah und Tom luden gerade einen großen Auftrag für eine Hotelkette auf den Lieferwagen – ein Auftrag, der über das Seniorenheim gekommen war. :49. A minőség híre terjedt, halkan és megbízhatóan. - Qualität sprach sich herum, leise und zuverlässig. :50. A reggeli nap ferdén esett a fára. - Die Morgensonne fiel schräg auf das Holz. :51. Mike egy pillanatra megállt, kezét a ponyván tartva. - Mike hielt einen Moment inne, die Hände an der Plane. :52. „Ez még csak az első lépés volt” – mondta nyugodtan. - „Das war erst Schritt eins“, sagte er ruhig. :53. A hangjában már nem volt kimerültség, csak annak az embernek a mély bizonyossága, aki megértette: elkezdeni nem egyszeri döntés. - In seiner Stimme lag keine Erschöpfung mehr, nur die tiefe Gewissheit eines Menschen, der verstanden hatte: Anfangen ist keine einmalige Entscheidung. :54. Ez egy hozzáállás, amelyet az ember minden reggel újra választ. - Es ist eine Haltung, die man jeden Morgen neu wählt. :55. Sarah az ablakon keresztül odakiáltott: „Akkor tovább.” - Sarah rief durch das Fenster: „Dann weiter.“ :56. Tom beindította a motort. - Tom startete den Motor. :57. A kocsi mozgásba lendült, és a vörös hátsó lámpák lassan eltűntek a reggeli fényben. - Der Wagen setzte sich in Bewegung, und die roten Rücklichter verschwanden langsam im Morgenlicht. ------------------------- ------------------------- 6 ------------------------ :Mike és a műhely - Mike und die Werkstatt :1. Amikor Mike kihúzta a felmondólevelet a borítékból, és elolvasta azt a néhány, bürokratikusan simára csiszolt mondatot, amely három év megélt munkáját egy könyvelő pontosságával nyilvánította befejezettnek, nem maga a hír találta el. - Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog und die wenigen, bürokratisch glatten Sätze las, die drei Jahre gelebter Arbeit mit der Präzision eines Buchhalters für beendet erklärten, traf ihn nicht die Nachricht selbst. :2. Az találta el, hogy ezekből a sorokból teljesen hiányzott minden emberi hang, egy olyan írás tárgyilagos tisztasága, amelyet úgy fogalmaztak meg, mintha soha nem állt volna mögötte ember, aki reggel korán felkelt, határidőket dolgozott végig, és kompromisszumokat nyelt le, amelyek minden alkalommal elvettek tőle egy kis darabot abból, amit eredetileg egyszer maga elé tűzött. - Ihn traf die vollständige Abwesenheit jedes menschlichen Tons in diesen Zeilen, die sachliche Sauberkeit eines Schreibens, das so formuliert war, als hätte nie ein Mensch dahintergesteckt, der morgens früh aufgestanden war, der Deadlines durchgearbeitet und Kompromisse geschluckt hatte, die ihm jedes Mal ein kleines Stück von dem abverlangten, was er sich ursprünglich einmal vorgenommen hatte. :3. Sarah vele szemben ült, kezeit a kávéscsészéje köré fonva, és hagyta, hogy olvasson, anélkül hogy egy szót szólt volna, mert elég jól ismerte ahhoz, hogy tudja: a nyelv ebben a pillanatban nem vigasztalna, hanem csak zavarna. - Sarah saß ihm gegenüber, die Hände um ihre Kaffeetasse gelegt, und ließ ihn lesen, ohne ein Wort zu sagen, weil sie ihn gut genug kannte, um zu wissen, dass Sprache in diesem Moment nicht trösten, sondern nur stören würde. :4. Időre volt szüksége, nem magához a hírhez, amelyet már régóta sejtett, hanem az átmenethez aközött, ami volt, és aközött, aminek most, akár akarta, akár nem, el kellett kezdődnie. - Er brauchte Zeit, nicht für die Nachricht selbst, die er längst geahnt hatte, sondern für den Übergang von dem, was gewesen war, zu dem, was jetzt, ob er wollte oder nicht, beginnen musste. :5. Letette a papírt az asztalra, egy pillanatig úgy nézte, mintha olyan tárgy volna, amely nem tartozik hozzá, majd azt mondta, elmegy az apja műhelyéhez. - Er legte das Papier auf den Tisch, betrachtete es einen Moment lang, als wäre es ein Gegenstand, der ihm nicht gehörte, und sagte dann, er werde zur Werkstatt seines Vaters fahren. :6. Ez nem olyan mondat volt, amely magyarázatot kínált vagy beleegyezésért könyörgött, hanem egy irány tömör megnevezése, amely egy olyan belső tudásból fakadt, amely idősebb volt minden racionális megfontolásnál. - Das war kein Satz, der eine Erklärung anbot oder eine Bitte um Zustimmung enthielt, sondern die knappe Benennung einer Richtung, die sich aus einem inneren Wissen heraus ergab, das älter war als jede rationale Überlegung. :7. A város szélén álló garázs apja egy évvel korábbi halála óta érintetlenül maradt, és amikor Mike az esőben ott állt előtte, kezeit a dzsekije zsebébe dugva, tekintetét a rozsdás lakatokra szegezve, különös érzés fogta el: ez a hely nem egyszerűen úgy várt rá, mint egy szoba a lakójára. - Die Garage am Stadtrand war seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr unberührt geblieben, und als Mike im Regen davor stand, die Hände in den Jackentaschen, den Blick auf die verrosteten Vorhängeschlösser gerichtet, überkam ihn das seltsame Gefühl, dass dieser Ort nicht einfach auf ihn gewartet hatte wie ein Zimmer auf seinen Bewohner. :8. Bizonyos értelemben mindig is erre a pillanatra dolgozott, erre a másodpercre, amelyben Mike élete kívül elég üressé válik ahhoz, hogy végre helyet adjon annak, ami idebent aludt. - Er hatte gewissermaßen schon immer auf diesen Moment hingearbeitet, auf diese Sekunde, in der Mikes Leben außen leer genug sein würde, um für das, was hier drinnen schlief, endlich Platz zu bieten. :9. Befeszítette a feszítővasat az első lakat kengyele alá. - Er stemmte das Brecheisen unter den Bügel des ersten Schlosses. :10. Több kemény próbálkozás után a fém engedett azzal a tompa, szinte állati reccsenéssel, amely az eső csendjében hangosabban szólt a kelleténél, mintha maga a hely várt volna erre a jelre, hogy megnyíljon. - Nach mehreren harten Versuchen gab das Metall nach mit jenem dumpfen, fast tierischen Knacken, das in der Stille des Regens lauter klang als beabsichtigt, als hätte der Ort selbst auf dieses Signal gewartet, um sich zu öffnen. :11. Az első lépés a nyikorgó fémajtón át olyan atmoszférába vezette, amely kevésbé érződött egy garázs belsejének, mint egy régi emlék belsejének. - Der erste Schritt durch die quietschende Metalltür führte ihn in eine Atmosphäre, die sich weniger wie das Innere einer Garage anfühlte als wie das Innere einer alten Erinnerung. :12. Fa porából, gépolajból és a régi munka nehezen megnevezhető alaphangjából álló atmoszféra volt ez, amely úgy íródik bele falakba és padlókba, mint egy írás, amelyet egyetlen szem sem olvas, de minden test azonnal megért, amely valaha is ismerte ezt a helyiséget. - Es war eine Atmosphäre aus Holzstaub, Maschinenöl und jenem schwer zu benennenden Grundton vergangener Arbeit, der sich in Wände und Böden einschreibt wie eine Schrift, die kein Auge liest, aber jeder Körper sofort versteht, der diesen Raum je gekannt hat. :13. Apja gyalupadja még mindig pontosan ott állt, ahol mindig is állt, felülete évtizedek kézműves munkájától erezett és karcos volt. - Die Hobelbank seines Vaters stand noch genau dort, wo sie immer gestanden hatte, die Oberfläche genarbt und verkratzt von Jahrzehnten handwerklicher Arbeit. :14. Mellette lógott a kézzel írt tábla, ferdén, kifakulva, betűivel, amelyeket az idő valamiféle suttogássá tompított, anélkül azonban, hogy elvette volna olvashatóságukat: „Itt valami új születik” – egy mondat, amelyet Mike gyerekként soha nem szeretett, mert önelégültnek tűnt neki, és amely most, ebben az esőáztatta csendben úgy hatott rá, mint a legtömörebb program, amelyet egy ember az életére megfogalmazhat. - Daneben hing das handgeschriebene Schild, schief, ausgeblichen, mit Buchstaben, die die Zeit zu einer Art Flüstern gedämpft hatte, ohne ihnen jedoch ihre Lesbarkeit zu nehmen: „Hier entsteht was Neues" – ein Satz, den Mike als Kind nie gemocht hatte, weil er ihm selbstgefällig vorkam, und der ihm jetzt, in dieser regennassen Stille, wie das konzentrierteste Programm erschien, das ein Mensch für sein Leben formulieren kann. :15. Sarah másnap reggel egy bérleti szerződéssel a hóna alatt jelent meg, amelyet egy közös ismerősön keresztül szerzett, aki ismerte a bérbeadót. - Sarah erschien am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag unter dem Arm, den sie über einen gemeinsamen Bekannten organisiert hatte, der den Vermieter kannte. :16. A papírt azzal a mellékes határozottsággal tette a gyalupadra, amely sajátja volt, amikor valamit eldöntöttnek tartott: három hónap bérleti díj nélkül, utána egy tisztességes havi összeg, elég kicsi ahhoz, hogy ne nyomja agyon, de elég nagy ahhoz, hogy ne hagyjon teret ábrándozásnak. - Sie legte das Papier mit der beiläufigen Bestimmtheit auf die Hobelbank, die ihr eigen war, wenn sie etwas für entschieden hielt: drei Monate mietfrei, danach ein fairer monatlicher Betrag, der klein genug war, um nicht zu erdrücken, aber groß genug, um keinen Raum für Träumerei zu lassen. :17. Mike olyan ember akríbiájával olvasta el a szerződést, aki megtanulta, hogy a veszélyes mondatok mindig az apró betűs részben állnak, nem talált semmi aggályosat, fogta a tollat, és aláírta. - Mike las den Vertrag mit der Akribie eines Menschen, der gelernt hat, dass die gefährlichen Sätze immer im Kleingedruckten stehen, fand nichts Bedenkliches, nahm den Stift und unterschrieb. :18. Azelőtt írta alá, hogy agyának analitikus része, amely dominókövekként sorolja a kockázatokat, és közben mindig elfelejt rákérdezni az utolsóra, szót kérhetett volna. - Er unterschrieb, bevor der analytische Teil seines Gehirns, der Risiken wie Dominosteine aufzählt und dabei immer vergisst, nach dem letzten zu fragen, das Wort ergreifen konnte. :19. Tom szombaton jelent meg a furgonjával, szerszámokkal, kábelekkel és egy olyan férfi kimeríthetetlen, kissé nyers segítőkészségével megrakodva, aki a barátságot igének érti, nem állapotnak. - Tom erschien am Samstag mit seinem Transporter, beladen mit Werkzeug, Kabeln und der unerschöpflichen, etwas ruppigen Hilfsbereitschaft eines Mannes, der Freundschaft als Verb versteht und nicht als Zustand. :20. Tom soha nem kérdezte, szükség van-e rá, mert egyszerűen látta. - Tom fragte nie, ob er gebraucht wurde, weil er es einfach sah. :21. Miközben Tom feltárta a régi vezetékeket, újakat húzott, és közben szünet nélkül kommentárokat fűzött az elektromos szerelés állapotához, amelyet felváltva nevezett bűnösnek és kreatívnak, Mike egy sebész hűvös rendszerességével szedte szét a gépeket. - Während Tom die alten Leitungen freielegte, neue zog und dabei unaufhörlich Kommentare über den Zustand der Elektroinstallation abgab, die er abwechselnd als kriminell und kreativ bezeichnete, zerlegte Mike die Maschinen mit der kühlen Systematik eines Chirurgen. :22. Mike különbséget tett aközött, amit még meg lehet menteni, és aközött, aminek mennie kell, és nem ismert szentimentális kivételeket, és nem is ismerhetett, ha az eredménynek működnie kellett. - Mike unterschied zwischen dem, was noch zu retten ist, und dem, was gehen muss, und kannte keine sentimentalen Ausnahmen und durfte auch keine kennen, wenn das Ergebnis funktionieren sollte. :23. Három nap múlva a műhely megszűnt olyan helynek lenni, amely elhagyatottnak hatott. - Nach drei Tagen hatte die Werkstatt aufgehört, ein Ort zu sein, der aufgegeben wirkte. :24. Ehelyett elkezdte azt a sajátos energiát sugározni, amely azoknak a tereknek van, amelyekben valami konkrét éppen megszületni készül – feszültséget aközött, ami még hiányzik, és aközött, ami már bejelenti magát. - Stattdessen begann sie, jene eigenartige Energie auszustrahlen, die Räume haben, in denen etwas Konkretes im Begriff ist zu entstehen – eine Spannung zwischen dem, was noch fehlt, und dem, was sich bereits ankündigt. :25. Az első komoly megbízást egy apróhirdetés hozta, amelyet Mike késő este és különösebb várakozás nélkül tett fel az internetre. - Den ersten ernsthaften Auftrag brachte eine Kleinanzeige, die Mike spätabends und ohne große Erwartung ins Internet gestellt hatte. :26. Már másnap délben arra késztetett egy fiatal nőt egy technológiai vállalattól, hogy felhívja őt, és húsz dohányzóasztalt rendeljen, egyszerűeket és moderneket, három héten belüli szállítással, miközben olyan hangon beszélt, amely világossá tette, hogy tartós kézműves munkához szokott, nem olyan bútorokhoz, amelyek csak addig néznek ki jól, amíg az első számlát ki nem fizetik. - Schon am nächsten Mittag brachte sie eine junge Frau von einem Technologieunternehmen dazu anzurufen, die zwanzig Couchtische bestellte, schlicht und modern, innerhalb von drei Wochen lieferbar, und dabei in einem Ton sprach, der klarstellte, dass sie an Handwerk gewöhnt war, das hält, nicht an Möbeln, die gut aussehen, bis die erste Rechnung bezahlt ist. :27. Mike olyan árat mondott, amely alig hagyott neki nyereséget, mert tudta, hogy ez az első megbízás nem kereskedelmi tranzakció volt, hanem bizonyítási próba, amelyet elsősorban önmaga előtt kellett letennie. - Mike nannte einen Preis, der ihm kaum Gewinn ließ, weil er wusste, dass dieser erste Auftrag keine kommerzielle Transaktion war, sondern eine Beweisprobe, die er in erster Linie vor sich selbst ablegen musste. :28. Még ugyanazon a délutánon megvette a fát, bár ezzel olyan szintre vitte a számláját, amely már nem engedett volna meg egy második esélyt, és a következő napokban olyan koncentrációval dolgozott, amelyre régi állásában soha nem lett volna képes, mert ott a kudarc elvont volt, itt pedig kézzel fogható. - Er kaufte noch am selben Nachmittag das Holz, obwohl er damit sein Konto auf einen Stand brachte, der keine zweite Chance mehr erlaubt hätte, und arbeitete die folgenden Tage mit einer Konzentration, die er in seinem alten Job nie hatte aufbringen können, weil dort das Scheitern abstrakt war und hier mit den Händen zu greifen. :29. A kudarcot ennek ellenére nem lehetett kizárni: néhány nappal a befejezés előtt Mike felismerte, hogy több furnérozott lap a műhely melegében helyrehozhatatlanul elvetemedett. - Das Scheitern ließ sich trotzdem nicht aussperren: Wenige Tage vor der Fertigstellung erkannte Mike, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Werkstattwärme irreparabel verzogen hatten. :30. Ez a pillanat, amikor némán állt a kár előtt, belül időt, pénzt és mozgásteret számolva, amelyekből már egyik sem volt jelen, volt az első, amikor komolyan kételkedni kezdett magában – nem a képességeiben, hanem abban a vak hitben, amellyel belevágott ebbe az egészbe, mintha az elszántság önmagában elegendő biztosítás volna az anyag alattomosságai ellen. - Dieser Moment des stillen Stehens vor dem Schaden, des inneren Berechnens von Zeit, Geld und Spielraum, von denen keiner mehr vorhanden war, war der erste, in dem er ernsthaft an sich zweifelte – nicht an seinen Fähigkeiten, sondern an dem blinden Glauben, mit dem er in diese Sache hineingelaufen war, als wäre Entschlossenheit allein eine ausreichende Versicherung gegen die Tücken des Materials. :31. Tom belépett az ajtón, látta a helyzetet, letette a két kávéspoharat, és egy olyan ember erőlködés nélküli szárazságával, akinek a problémák elsősorban cselekvési szükségletet jelentenek, ezt mondta: „Sírás később, csiszolás most.” - Tom trat durch die Tür, sah die Lage, stellte die beiden Kaffeebecher ab und sagte mit der mühelosen Trockenheit eines Menschen, für den Probleme vor allem Handlungsbedarf sind: „Heulen später, schleifen jetzt." :32. Ez nem bátorítási kísérlet volt, hanem parancs, amely éppen azért működött, mert nem hagyott teret sem ellentmondásnak, sem önsajnálatnak. - Das war kein Versuch einer Aufmunterung, sondern ein Befehl, der genau deshalb funktionierte, weil er keinen Raum für Widerspruch und keinen für Selbstmitleid ließ. :33. Jóval éjfél utánig dolgoztak, és a húsz asztalból tizenkilencet megmentettek olyan gondossággal, amely a kimerültség ellenére sem engedett. - Sie arbeiteten bis weit nach Mitternacht und retteten neunzehn der zwanzig Tische mit einer Sorgfalt, die der Erschöpfung zum Trotz nicht nachließ. :34. Amikor Sarah nem sokkal egy óra előtt étellel jelent meg, és mellékesen megemlítette, hogy az ügyfél egy hét késést kifejezetten problémamentesnek nyilvánított, Mike lerogyott a régi kanapéra, és lehunyta a szemét, anélkül hogy bármit mondott volna, mert mindent, ami lényeges volt, már elmondott azzal, amit az elmúlt órákban tett. - Als Sarah kurz vor ein Uhr mit Essen erschien und nebenbei erwähnte, dass der Kunde eine Woche Verzögerung ausdrücklich für unproblematisch erklärt habe, ließ Mike sich auf das alte Sofa fallen und schloss die Augen, ohne etwas zu sagen, weil er alles Wesentliche bereits gesagt hatte mit dem, was er in den letzten Stunden getan hatte. :35. A szállítás zökkenőmentesen zajlott, és a beérkező pénzből Mike azonnal jobb anyagot vásárolt, mert megértette, hogy minden lezárt megbízás nem egy erőfeszítés vége, hanem a következő alapja. - Die Lieferung verlief reibungslos, und mit dem eingehenden Geld kaufte Mike sofort besseres Material, weil er verstand, dass jeder abgeschlossene Auftrag nicht das Ende einer Anstrengung war, sondern das Fundament der nächsten. :36. Azt is megértette, hogy az eszközök minősége előbb-utóbb úgy tükrözi vissza a munka minőségét, mint egy tükör, amely nem hazudik. - Er verstand auch, dass die Qualität der Mittel über kurz oder lang die Qualität der Arbeit widerspiegelt wie ein Spiegel, der nicht lügt. :37. Ezzel párhuzamosan éjszakai vázlataiból egy bárszéksorozatot fordított át fába és kézműves munkába. - Parallel dazu übersetzte er eine Barhockerserie aus seinen nächtlichen Skizzen in Holz und Handwerk. :38. Ezek a tervek álmatlan éjszakákon születtek, amikor a műhely sötétben feküdt, és a feje tovább dolgozott, tekintet nélkül arra, hogy a test már rég szünetet kért. - Diese Entwürfe waren in schlaflosen Nächten entstanden, wenn die Werkstatt im Dunkeln lag und sein Kopf weiterarbeitete, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass der Körper längst Pause beantragt hatte. :39. Decemberben hat bárszékkel állt egy kis karácsonyi vásáron a belvárosban, és órákon át figyelte, ahogy az emberek egyenletesen vándorló tekintettel súrolják a standját. - Im Dezember stand er mit sechs Barhockern auf einem kleinen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt und beobachtete stundenlang, wie die Leute seinen Stand mit dem gleichmäßig wandernden Blick streiften. :40. Ezzel a tekintettel megy el az ember olyan dolgok mellett, amelyeket nem keresett, és ezért megtalálni sem kész. - Mit diesem Blick geht man an Dingen vorbei, die man nicht gesucht hat und daher auch nicht zu finden bereit ist. :41. Estefelé megállt egy idősebb úr, aki olyan módon szánt időt a nézelődésre, amely jelezte, hogy tudja, mit csinál. - Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich Zeit nahm auf eine Art, die signalisierte, dass er wusste, was er tat. :42. Megvizsgálta a kötéseket, végigtapintotta a felületeket, és olyan kérdéseket tett fel, amelyek nem árultak el félműveltséget, végül pedig elmagyarázta, hogy egy idősek otthonát vezeti, és olyan székeket keres, amelyek nemcsak tartanak, hanem elég méltóságteljesek is ahhoz, hogy olyan helyiségben álljanak, ahol idős emberek napjuk legnagyobb részét töltik. - Er prüfte die Verbindungen, befühlte die Oberflächen und stellte Fragen, die kein Halbwissen verrieten, und erklärte schließlich, er leite ein Seniorenheim und suche Stühle, die nicht nur halten, sondern auch würdevoll genug seien, um in einem Raum zu stehen, in dem alte Menschen den größten Teil ihres Tages verbringen. :43. Mike hallgatta, rövid csendet engedett kialakulni, majd ezt mondta: „Az első ötöt számla nélkül szállítom, ha három hónap múlva még ugyanúgy állnak, mint ma.” - Mike hörte zu, ließ eine kurze Stille entstehen und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Rechnung, wenn sie nach drei Monaten noch genauso stehen wie heute." :44. Az ajánlat nem a nagylelkűség gesztusa volt, hanem egy olyan kézműves nyugodt kifejezése, aki nem meggyőződésből fektet a munkájába, mert nem maradt más választása, hanem mert kezdte megérteni, mit értett az apja azon a kifakult táblán. - Das Angebot war keine Geste der Großzügigkeit, sondern der ruhige Ausdruck eines Handwerkers, der in seine Arbeit nicht aus Überzeugung investiert, weil ihm nichts anderes übrig bleibt, sondern weil er begonnen hat zu verstehen, was sein Vater mit diesem verblichenen Schild gemeint hatte. :45. Az úr egy pillanatig nézte őt, majd halkan nevetett, olyan ember melegségével, akivel már rég nem találkozott így senki. - Der Herr sah ihn einen Moment lang an und lachte dann leise, mit der Wärme eines Menschen, dem lange niemand mehr so begegnet war. :46. Aztán előleget tett az asztalra, anélkül hogy alkudott volna az árról. - Dann legte er eine Anzahlung auf den Tisch, ohne über den Preis zu verhandeln. :47. Egy évvel később Mike a kibővített műhely előtt állt, amelynek ajtaját most masszív tölgyfából készült tábla díszítette, amelyet Tom saját kezűleg égetett be – „Mike asztalosműhelye” tiszta, mély betűkkel, amelyek úgy néztek ki, mintha soha nem is hiányoztak volna. - Ein Jahr später stand Mike vor der erweiterten Werkstatt, deren Tür jetzt ein Schild aus massiver Eiche zierte, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte – „Mikes Tischlerei" in klaren, tiefen Buchstaben, die aussahen, als hätten sie nie gefehlt. :48. Sarah és Tom közben egy szállodalánc utolsó megrendelését pakolták fel a furgonra, egy nagy megbízást, amely az idősek otthonának egyik kapcsolata révén jött létre, mint oly sok minden, ami növekszik, nem tervezés útján, hanem a minőség csendes logikája által, amely szájról szájra jár, gyorsabban, mint bármelyik hirdetés képes volna. - Sarah und Tom luden währenddessen den letzten Auftrag für eine Hotelkette auf den Lieferwagen, einen Großauftrag, der über einen Kontakt des Seniorenheims entstanden war, wie so vieles, was wächst, nicht durch Planung, sondern durch die stille Logik von Qualität, die sich von Mund zu Mund bewegt, schneller als jede Anzeige es könnte. :49. A nap éppen a tetők fölé tolta magát, a reggeli fény ferdén esett a rakfelületre, a fára, az arcokra, és Mike egy pillanatra megállt. - Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, das Morgenlicht fiel schräg auf die Ladefläche, auf das Holz, auf die Gesichter, und Mike hielt für einen Moment inne. :50. Keze a takaróponyván volt, tekintete semmi meghatározottra nem irányult, mintha ezt az állapotot az emlékezetébe akarta volna rögzíteni, mielőtt megszűnik valaminek a kezdete lenni, és egy továbbhaladó történet sok reggelének egyikévé válik. - Er hatte die Hände an der Abdeckplane und den Blick auf nichts Bestimmtes gerichtet, so als wollte er diesen Zustand in der Erinnerung verankern, bevor er aufhörte, der Anfang von etwas zu sein, und zu einem von vielen Morgen in einer Geschichte wurde, die weiterging. :51. „Ez még csak az első lépés volt” – mondta, olyan hangon, amelyben már nem lehetett fáradtságot hallani. - „Das war erst Schritt eins", sagte er, mit einer Stimme, in der keine Erschöpfung mehr zu hören war. :52. Ebben a hangban ott volt az a határozott nyugalom, amely azoknak az embereknek a sajátja, akik megtanulták, hogy az elkezdés nem egyszeri döntés, hanem tartás, amelyet az ember minden reggel újra felvesz. - In dieser Stimme lag jene bestimmte Ruhe, die Menschen haben, die gelernt haben, dass Anfangen keine einmalige Entscheidung ist, sondern eine Haltung, die man jeden Morgen neu einnimmt. :53. Sarah átkiáltott a nyitott ablakon: „Akkor tovább.” - Sarah rief durch das offene Fenster: „Dann weiter." :54. Tom beindította a motort, a kocsi mozgásba lendült, és a piros hátsó lámpák lassan levándoroltak az utcán. - Tom startete den Motor, der Wagen setzte sich in Bewegung, und die roten Rücklichter wanderten langsam die Straße hinunter. :55. A kora reggel fénye elnyelte őket, mint minden mást, ami kész arra, hogy valahová tartozzon. - Das Licht des frühen Morgens schluckte sie wie alles andere, das bereit ist, irgendwohin zu gehören. ------------------------ == 77 == 1 ------------------------- :Das alte Haus - A régi ház :1. Iwan novemberben érkezik meg. - Iwan kommt im November an. :2. Esik az eső. - Es regnet. :3. Az utca nedves és sötét. - Die Straße ist nass und dunkel. :4. A ház a város szélén áll. - Das Haus steht am Rand der Stadt. :5. Fából van. - Es ist aus Holz. :6. A festék szürke és régi. - Die Farbe ist grau und alt. :7. Iwan az ajtó előtt áll. - Iwan steht vor der Tür. :8. Van nála egy kulcs. - Er hat einen Schlüssel. :9. A kulcs nem illik bele. - Der Schlüssel passt nicht. :10. A zár új. - Das Schloss ist neu. :11. Iwan ránéz a házra. - Iwan schaut auf das Haus. :12. Egy ablak nyitva van. - Ein Fenster ist offen. :13. Bemászik rajta. - Er klettert hinein. :14. Bent hideg van. - Innen ist es kalt. :15. Régi füst szaga érződik. - Es riecht nach altem Rauch. :16. Iwan leteszi a bőröndjét. - Iwan stellt seinen Koffer ab. :17. Leül egy székre. - Er setzt sich auf einen Stuhl. :18. Az anyja meghalt. - Seine Mutter ist tot. :19. Ki kell ürítenie a házat. - Er muss das Haus räumen. :20. Fáradt. - Er ist müde. :21. Este kopognak az ajtón. - Am Abend klopft es an die Tür. :22. Egy nő áll odakint. - Eine Frau steht draußen. :23. Katjának hívják. - Sie heißt Katja. :24. A szomszédban lakik. - Sie wohnt nebenan. :25. Hoz egy üveg lekvárt. - Sie bringt ein Glas Konfitüre. :26. Bejön. - Sie kommt herein. :27. Nem köszön. - Sie sagt kein Hallo. :28. Leül a padra a kályha mellett. - Sie setzt sich auf die Bank am Ofen. :29. Iwan teát főz. - Iwan macht Tee. :30. A szamovár halkan zümmög. - Der Samowar summt leise. :31. Katja kinéz az ablakon. - Katja schaut aus dem Fenster. :32. Azt mondja: A bátyám elment. - Sie sagt: Mein Bruder ist weg. :33. Iwan megkérdezi: Hová? - Iwan fragt: Wohin? :34. Azt mondja: Moszkvába. Tíz évvel ezelőtt. - Sie sagt: Nach Moskau. Vor zehn Jahren. :35. Iwan hallgat. - Iwan schweigt. :36. Katja megissza a teáját. - Katja trinkt ihren Tee. :37. Búcsú nélkül elmegy. - Sie geht ohne Abschied. :38. Másnap Iwan dolgozik. - Am nächsten Tag arbeitet Iwan. :39. Elpakolja a régi holmikat. - Er räumt alte Sachen weg. :40. Fényképeket talál. - Er findet Fotos. :41. Az egyik fényképen az anyja mosolyog. - Auf einem Foto lächelt seine Mutter. :42. Leteszi a fényképet az asztalra. - Er legt das Foto auf den Tisch. :43. Este Katja újra eljön. - Abends kommt Katja wieder. :44. Kenyeret hoz. - Sie bringt Brot. :45. Leülnek egymás mellé. - Sie setzen sich zusammen. :46. Keveset beszélnek. - Sie reden wenig. :47. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. :48. Odakint hideg van. - Draußen ist es kalt. :49. A szél átfúj a falakon. - Der Wind kommt durch die Wände. :50. Iwan a régi kanapén alszik. - Iwan schläft auf dem alten Sofa. :51. Éjszaka zajt hall. - Nachts hört er ein Geräusch. :52. Kimegy. - Er geht nach draußen. :53. Katja a régi kútnál ül. - Katja sitzt am alten Brunnen. :54. A fejét a kezébe temeti. - Sie hält den Kopf in die Hände. :55. Iwan leül mellé. - Iwan setzt sich neben sie. :56. Azt mondja: Már nem várok. - Sie sagt: Ich warte nicht mehr. :57. Azt mondja: De abbahagyni sem tudom. - Sie sagt: Aber ich kann auch nicht aufhören. :58. Iwan meggyújt két cigarettát. - Iwan zündet zwei Zigaretten an. :59. Az egyiket odaadja neki. - Er gibt ihr eine. :60. Együtt dohányoznak. - Sie rauchen zusammen. :61. Nem egymásra néznek. - Sie schauen nicht einander an. :62. Az eget nézik. - Sie schauen in den Himmel. :63. Nagyon csendes minden. - Es ist sehr still. :64. Az utolsó napon Iwan tapétát ragaszt. - Am letzten Tag klebt Iwan Tapete. :65. A tapéta régi, 1987-ből való. - Die Tapete ist alt, von 1987. :66. Katja két csésze kávéval jön. - Katja kommt mit zwei Tassen Kaffee. :67. A csészéket az ablakpárkányra teszi. - Sie stellt die Tassen auf das Fensterbrett. :68. Egymásra néznek. - Sie schauen sich an. :69. Iwan a sarokba hajítja a tapétatekercset. - Iwan wirft die Tapetenrolle in die Ecke. :70. Fogja a táskáját. - Er nimmt seine Tasche. :71. Katja nem szól semmit. - Katja sagt nichts. :72. Iwan az ajtóhoz megy. - Iwan geht zur Tür. :73. Nem fordul meg. - Er dreht sich nicht um. :74. Elmegy a pályaudvarra. - Er geht zum Bahnhof. :75. A vonat befut a ködbe. - Der Zug fährt in den Nebel. :76. Katja még mindig a ház előtt áll. - Katja steht noch vor dem Haus. :77. Felemeli a kezét. - Sie hebt die Hand. :78. Aztán újra leengedi. - Dann senkt sie sie wieder. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Das alte Haus - A régi ház :1. Iwan huszonkilenc éves, és már nincs munkája. - Iwan ist neunundzwanzig Jahre alt und hat keine Arbeit mehr. :2. Novemberben visszautazik a kisvárosba, mert meghalt az anyja. - Er fährt im November zurück in die Kleinstadt, weil seine Mutter gestorben ist. :3. A vonat üres, az ablak bepárásodott. - Der Zug ist leer und das Fenster beschlagen. :4. Amikor megérkezik, már órák óta esik az eső. - Als er ankommt, regnet es schon seit Stunden. :5. A faház az utca végén áll, szinte elrejtve az öreg fák mögött. - Das Holzhaus steht am Ende der Straße, fast versteckt hinter alten Bäumen. :6. Iwan a kulcsot keresi a zsebében. - Iwan sucht den Schlüssel in seiner Tasche. :7. Nem illik bele, mert a zárat valamikor kicserélték. - Er passt nicht, denn das Schloss ist irgendwann ausgetauscht worden. :8. Iwan körbemegy a ház körül, és az oldalán talál egy nyitott ablakot. - Iwan geht um das Haus herum und findet ein offenes Fenster an der Seite. :9. Bemászik rajta, és a régi kamrában ér földet. - Er klettert hindurch und landet in der alten Vorratskammer. :10. Nedves fa, hideg hamu és valami olyan szaga van, amit nem tud megnevezni. - Es riecht nach feuchtem Holz, kalter Asche und etwas, das er nicht benennen kann. :11. Leteszi a bőröndjét a szoba közepére, és állva marad. - Er stellt seinen Koffer in die Mitte des Zimmers und bleibt stehen. :12. A falakon tapéták lógnak, amelyek a sarkoknál leválnak. - An den Wänden hängen Tapeten, die sich an den Ecken lösen. :13. A tetőn lyuk van, és a padlón egy régi vödör áll. - Das Dach hat ein Loch, und auf dem Boden steht ein alter Eimer. :14. Iwan leül egy székre az asztalnál, és sokáig a csendbe néz. - Iwan setzt sich auf einen Stuhl am Tisch und schaut lange in die Stille. :15. Nem tudja, egyáltalán miért jött. - Er weiß nicht, warum er überhaupt gekommen ist. :16. A második este kopognak az ajtón. - Am zweiten Abend klopft es an die Tür. :17. Az ajtó előtt egy nő áll, kezében egy üveg lekvárral. - Vor der Tür steht eine Frau mit einem Glas Konfitüre in der Hand. :18. Megmondja a nevét: Katja Mihajlovna, tizenöt éve a szomszédja. - Sie sagt ihren Namen: Katja Michailowna, Nachbarin seit fünfzehn Jahren. :19. Kérdezés nélkül bejön, és leül a padra a kályha mellett. - Sie kommt herein, ohne zu fragen, und setzt sich auf die Bank am Ofen. :20. Iwan teát készít, mert nem tudja, mit tehetne mást. - Iwan macht Tee, weil er nicht weiß, was er sonst tun soll. :21. A régi szamovárnak idő kell, amíg felmelegszik. - Der alte Samowar braucht eine Weile, bis er warm wird. :22. Katja kinéz az ablakon, mintha várna valamire. - Katja schaut aus dem Fenster, als ob sie auf etwas wartet. :23. Aztán nyugodtan azt mondja, hogy a bátyja, Dmitri, tíz évvel ezelőtt Moszkvába utazott. - Dann sagt sie ruhig, dass ihr Bruder Dmitri vor zehn Jahren nach Moskau gefahren ist. :24. Azóta egyetlen szót sem hallott felőle. - Seitdem hat sie kein einziges Wort von ihm gehört. :25. Iwan bólint, de nem mond semmit. - Iwan nickt, aber er sagt nichts. :26. A falióra ketyeg, és a víz zümmögni kezd. - Die Uhr an der Wand tickt, und das Wasser beginnt zu summen. :27. Katja megissza a teáját, aztán elmegy anélkül, hogy elbúcsúzna. - Katja trinkt ihren Tee und geht dann, ohne sich zu verabschieden. :28. A következő napokban Iwan lassan kiüríti a házat. - In den nächsten Tagen räumt Iwan langsam das Haus aus. :29. Leveleket, fényképeket és egy régi órát talál, amely már nem jár. - Er findet Briefe, Fotos und eine alte Uhr, die nicht mehr geht. :30. Az egyik fényképen az anyja a kerti padon ül, és a napfénybe mosolyog. - Auf einem Foto sitzt seine Mutter auf der Gartenbank und lächelt in die Sonne. :31. Iwan a fényképet az ablakpárkányra teszi, mert nem tudja kidobni. - Iwan legt das Foto auf das Fensterbrett, weil er es nicht wegwerfen kann. :32. Katja minden este eljön, és néha kenyeret hoz, néha levest. - Katja kommt jeden Abend und bringt manchmal Brot, manchmal Suppe. :33. Leülnek együtt, és keveset beszélnek, de ez egyiküket sem zavarja. - Sie setzen sich zusammen und reden wenig, aber das stört keinen von beiden. :34. Odakint korán sötétedik, és a szél hidegen nyomul be a régi réseken. - Draußen wird es früh dunkel, und der Wind drückt kalt durch die alten Ritzen. :35. A harmadik éjszaka Iwan felébred, mert zajt hall. - In der dritten Nacht wacht Iwan auf, weil er ein Geräusch hört. :36. Olyan, mintha patkány lenne, vagy mintha egy szív túl hangosan verne. - Es klingt wie eine Ratte oder wie ein Herz, das zu laut schlägt. :37. Felveszi a kabátját, és kimegy. - Er zieht seinen Mantel an und geht nach draußen. :38. Katja a kertben ül a régi kútnál, fejét mindkét kezébe támasztva. - Katja sitzt am alten Brunnen im Garten, den Kopf in beide Hände gestützt. :39. Iwan leül mellé, anélkül hogy megkérdezné, mi történt. - Iwan setzt sich neben sie, ohne zu fragen, was passiert ist. :40. Egy ideig egyáltalán nem mondanak semmit. - Eine Weile sagen sie gar nichts. :41. Aztán Katja azt mondja, hogy már nem vár. - Dann sagt Katja, dass sie nicht mehr wartet. :42. De abbahagyni sem tudja, mondja halkan. - Aber aufhören kann sie auch nicht, sagt sie leise. :43. Iwan előhúz két cigarettát a zsebéből, és az egyiket odaadja neki. - Iwan zieht zwei Zigaretten aus der Tasche und gibt ihr eine. :44. Együtt dohányoznak, és a sötét eget nézik. - Sie rauchen zusammen und schauen in den dunklen Himmel. :45. Közben nem néznek egymásra, de ez nem kellemetlen. - Sie sehen sich dabei nicht an, aber das ist nicht unangenehm. :46. Elutazása napján Iwan elővesz a pincéből egy régi tapétatekercset. - Am Tag seiner Abreise nimmt Iwan eine alte Tapetenrolle aus dem Keller. :47. Elkezd új tapétát ragasztani a gyerekszoba szakadt tapétája helyére. - Er fängt an, die zerrissene Tapete im Kinderzimmer neu zu kleben. :48. A papír 1987-ből való, és már alig illik a falhoz. - Das Papier ist von 1987 und passt kaum noch zur Wand. :49. Ő maga is tudja, hogy ennek semmi értelme, de folytatja. - Er weiß selbst, dass es keinen Sinn ergibt, aber er macht weiter. :50. Katja két csészével jelenik meg, és leteszi őket az ablakpárkányra. - Katja erscheint mit zwei Tassen und stellt sie auf das Fensterbrett. :51. Egymásra néznek, anélkül hogy bármit mondanának. - Sie schauen sich an, ohne etwas zu sagen. :52. Nincs mosoly, és nincs búcsú. - Es gibt kein Lächeln und keinen Abschied. :53. Iwan a sarokba teszi a tapétatekercset, és felveszi a táskáját. - Iwan legt die Tapetenrolle in die Ecke und nimmt seine Tasche. :54. Kimegy az ajtón, és bezárja maga mögött. - Er geht durch die Tür und schließt sie hinter sich. :55. A pályaudvar felé menet már nem fordul vissza. - Auf dem Weg zum Bahnhof dreht er sich nicht mehr um. :56. A vonat pontosan érkezik, és lassan befut a novemberi ködbe. - Der Zug kommt pünktlich und fährt langsam in den Novembernebel. :57. Katja még egy ideig a ház előtt áll. - Katja steht noch eine Weile vor dem Haus. :58. Felemeli a kezét, mintha a vonat láthatná őt. - Sie hebt die Hand, als ob der Zug sie sehen könnte. :59. Aztán újra leengedi a kezét, és bemegy. - Dann senkt sie die Hand wieder und geht hinein. :60. Az előszobában még egy órán át ég a fény, aztán már nem. - Das Licht im Flur brennt noch eine Stunde, dann nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :A régi ház - Das alte Haus :1. A vonat késett, és mire Ivan Petrovics végre megérkezett, a peron már rég üres volt. - Der Zug hatte Verspätung, und als Iwan Petrowitsch endlich ankam, war der Bahnsteig längst leer. :2. November közepe volt, és az eső ferdén és közönyösen hullott a kövezetre. - Es war Mitte November, und der Regen fiel schräg und gleichgültig auf das Pflaster. :3. Még jól ismerte az utcát, bár majdnem hét éve nem járt már itt. - Er kannte die Straße noch gut, obwohl er seit fast sieben Jahren nicht mehr hier gewesen war. :4. A faház kisebbnek látszott, mint ahogyan az emlékezetében élt. - Das Holzhaus sah kleiner aus, als er es in Erinnerung hatte. :5. A festék pergedezett, a tető kissé megereszkedett, és az egyik spaletta nyitva állt. - Die Farbe blätterte ab, das Dach hing leicht durch, und einer der Fensterläden stand offen. :6. Ivan megállt a járdán, és úgy nézett a házra, mintha engedélyre volna szüksége ahhoz, hogy belépjen. - Iwan blieb auf dem Gehweg stehen und schaute auf das Haus, als ob er eine Erlaubnis brauchte einzutreten. :7. A kulcs, amelyet a közjegyző küldött neki, nem illett a zárba. - Der Schlüssel, den ihm der Notar geschickt hatte, passte nicht. :8. Kétszer megpróbálta, aztán abbahagyta. - Er versuchte es zweimal, dann ließ er es bleiben. :9. Valamikor valaki kicserélte a zárat, és senkinek sem jutott eszébe, hogy erről értesítse őt. - Irgendwann hatte jemand das Schloss ausgetauscht, und niemand hatte daran gedacht, ihm Bescheid zu geben. :10. Talált egy ablakot a kamránál, amelyet kívülről ki lehetett nyitni, és bemászott rajta. - Er fand ein Fenster zur Vorratskammer, das sich von außen öffnen ließ, und kletterte hindurch. :11. Odabent hideg hamu, nedves gyapjú és évek alatt összegyűlt csend szaga volt. - Drinnen roch es nach kalter Asche, feuchter Wolle und einer Stille, die sich über Jahre angesammelt hatte. :12. Ivan letette a bőröndjét, és lerogyott a konyhaasztalnál álló régi székre. - Iwan stellte seinen Koffer ab und ließ sich auf den alten Stuhl am Küchentisch sinken. :13. Az anyja ennél az asztalnál ült minden reggel, amióta csak vissza tudott emlékezni. - Seine Mutter hatte an diesem Tisch jeden Morgen gesessen, solange er denken konnte. :14. A tapétát nézte, amely több helyen levált a falról. - Er schaute auf die Tapete, die sich an mehreren Stellen von der Wand gelöst hatte. :15. A padlón egy vödör állt, amely felfogta az esőt, amely a lyukas tetőn át csöpögött be. - Auf dem Boden stand ein Eimer, der Regen auffing, der durch das undichte Dach tropfte. :16. Számolta a cseppeket, amíg abbahagyta a gondolkodást, és ez nem tartott sokáig. - Er zählte die Tropfen, bis er aufhörte zu denken, und das dauerte nicht lange. :17. A második estén kopogtak, anélkül hogy számított volna rá. - Am zweiten Abend klopfte es, ohne dass er es erwartet hätte. :18. Az ajtó előtt egy számára ismeretlen nő állt, egyik kezében egy üveg lekvárral, a másikban egy vekni kenyérrel. - Vor der Tür stand eine Frau, die er nicht kannte, mit einem Glas Konfitüre in der einen und einem Laib Brot in der anderen Hand. :19. Azt mondta, Katja Mihajlovnának hívják, és tizenöt éve lakik a szomszédban. - Sie sagte, sie heiße Katja Michailowna und wohne seit fünfzehn Jahren nebenan. :20. Belépett anélkül, hogy várakozott volna, leült a kemencepadra, és letette a holmikat az asztalra. - Sie trat ein, ohne zu warten, setzte sich auf die Ofenbank und legte die Sachen auf den Tisch. :21. Ivan teát főzött, mert semmi jobb nem jutott eszébe. - Iwan machte Tee, weil ihm nichts Besseres einfiel. :22. Katja keveset beszélt, de amit mondott, az megmaradt az emberben. - Katja sprach wenig, aber was sie sagte, blieb hängen. :23. Azt mondta, a bátyja, Dmitrij, tíz évvel ezelőtt reggel az első vonattal Moszkvába utazott, és azóta semmit sem hallott róla. - Ihr Bruder Dmitri sei vor zehn Jahren morgens mit dem ersten Zug nach Moskau gefahren, sagte sie, und seitdem habe sie nichts mehr von ihm gehört. :24. Egy levelet sem, egy hívást sem, még kerülő úton érkezett üzenetet sem. - Nicht einen Brief, nicht einen Anruf, nicht einmal eine Nachricht über Umwege. :25. Ezt keserűség nélkül mondta, inkább úgy, mintha időjárás-jelentést olvasna fel. - Sie sagte das ohne Bitterkeit, eher so, als würde sie eine Wettervorhersage vorlesen. :26. A szamovár zümmögött, Ivan pedig a csészéjébe nézett. - Der Samowar summte, und Iwan schaute in seine Tasse. :27. Mondhatott volna valamit, de minden, ami eszébe jutott, hamisan hangzott. - Er hätte etwas sagen können, aber alles, was ihm einfiel, klang falsch. :28. Katja felállt, és búcsú nélkül elment. - Katja stand auf und ging, ohne sich zu verabschieden. :29. A következő napokban Ivan lassan és terv nélkül dolgozott. - In den nächsten Tagen arbeitete Iwan langsam und ohne Plan. :30. Kiürítette a szekrényeket, könyveket halmozott egymásra, leveleket válogatott, amelyeket nem olvasott el. - Er räumte Schränke aus, stapelte Bücher, sortierte Briefe, die er nicht las. :31. Egyszer talált egy doboz fényképet egészen hátul a polcon. - Einmal fand er eine Schachtel mit Fotos ganz hinten im Regal. :32. Az egyiken az anyja ült nyáron a kerti padon, szemét kissé összehúzva a nap ellen. - Auf einem saß seine Mutter im Sommer auf der Gartenbank, die Augen leicht zugekniffen gegen die Sonne. :33. A fényképet az ablakpárkányra állította, mert nem tudta eldönteni, maradjon-e vagy menjen. - Er stellte das Foto auf das Fensterbrett, weil er nicht entscheiden konnte, ob es bleiben oder gehen sollte. :34. Katja minden este eljött, és hozott hol levest, hol kenyeret, hol semmi mást, csak önmagát. - Katja kam jeden Abend und brachte mal Suppe, mal Brot, mal nichts außer sich selbst. :35. Leült, ő teát főzött, és apróságokról beszélgettek, amelyek egyiküknek sem kerültek semmibe. - Sie setzte sich, er kochte Tee, und sie redeten über Kleinigkeiten, die beide nichts kosteten. :36. Nem barátság volt ez, de már nem is magány. - Es war keine Freundschaft, aber auch keine Einsamkeit mehr. :37. A harmadik éjszakán Ivan felriadt egy álomból, amelyre nem tudott visszaemlékezni. - In der dritten Nacht schreckte Iwan aus einem Schlaf hoch, den er nicht erinnern konnte. :38. Valami zaj hallatszott, valahol álom és fal között, és ő felkelt, mielőtt igazán ébren lett volna. - Es hatte ein Geräusch gegeben, irgendwo zwischen Traum und Wand, und er stand auf, bevor er richtig wach war. :39. Magára húzta a kabátját, végigment a folyosón, és kinyitotta a hátsó ajtót a kert felé. - Er zog seinen Mantel über, ging durch den Flur und öffnete die Hintertür zum Garten. :40. Katja a régi kútnál ült, könyökét a térdére támasztva, arcát mindkét kezébe temetve. - Katja saß am alten Brunnen, die Ellbogen auf die Knie gestützt und das Gesicht in beiden Händen vergraben. :41. Ivan szó nélkül leült mellé a nedves kőre. - Iwan setzte sich neben sie auf den feuchten Stein, ohne ein Wort zu sagen. :42. A kert csendje más volt, mint a ház csendje. - Die Stille im Garten war anders als die im Haus. :43. Egy idő után Katja, anélkül hogy felnézett volna, azt mondta, hogy már nem vár. - Nach einer Weile sagte Katja, ohne aufzublicken, dass sie nicht mehr warte. :44. De egyszerűen abbahagyni sem tudja, mert az abbahagyás is döntés, és ezt a döntést ő soha nem hozta meg. - Aber sie könne auch nicht einfach aufhören, denn Aufhören sei ja auch eine Entscheidung, und die habe sie nie getroffen. :45. Ivan elővette a cigarettásdobozát a kabátzsebéből, és adott neki egyet. - Iwan zog seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche und gab ihr eine. :46. Dohányoztak anélkül, hogy egymásra néztek volna, és ehelyett az eget nézték, amely sötét volt, felhőtlen és teljesen érintetlen. - Sie rauchten, ohne sich anzusehen, und schauten stattdessen in den Himmel, der dunkel und wolkenlos und völlig unberührt war. :47. Elutazásának reggelén Ivan a pincében talált egy tekercs tapétát, amely még a nyolcvanas évekből származott. - Am Morgen seiner Abreise fand Iwan im Keller eine Rolle Tapete, die noch aus den achtziger Jahren stammte. :48. Bevitte a gyerekszobába, és elkezdte újraragasztani az ágy fölötti szakadt csíkot, bár pontosan tudta, hogy ennek semmi gyakorlati értelme nincs. - Er trug sie ins Kinderzimmer und fing an, den zerrissenen Streifen über dem Bett neu zu kleben, obwohl er genau wusste, dass es keinen praktischen Sinn hatte. :49. A minta már nem illett ahhoz, ami még a falon maradt, és a papír olyan száraz volt, hogy hajtáskor eltört. - Das Muster passte nicht mehr zu dem, was noch an der Wand klebte, und das Papier war so trocken, dass es beim Falten brach. :50. Katja két csészével jelent meg, szótlanul az ablakpárkányra tette őket, és az ajtófélfának támaszkodott. - Katja erschien mit zwei Tassen, stellte sie wortlos auf die Fensterbank und lehnte sich an den Türrahmen. :51. Egymásra néztek, és egyikük sem próbált többet csinálni belőle, mint ami volt. - Sie sahen sich an, und keiner von beiden versuchte, daraus mehr zu machen, als es war. :52. Ivan összetekerte a maradék papírt, és a tekercset a sarokba dobta. - Iwan rollte das restliche Papier zusammen und warf die Rolle in die Ecke. :53. Felvette a táskáját, összehúzta a kabátját, és kerülő nélkül az ajtóhoz ment. - Er nahm seine Tasche, zog die Jacke zu und ging ohne Umweg zur Tür. :54. Az utcán hideg volt és csend, a köd pedig olyan mélyen feküdt, hogy nem lehetett látni az utca végét. - Auf der Straße war es kalt und still, und der Nebel lag so tief, dass man das Ende der Straße nicht sehen konnte. :55. A peronon már nem fordult meg, bár érezte, hogy valaki nézi. - Am Bahnsteig drehte er sich nicht mehr um, obwohl er spürte, dass jemand schaute. :56. A vonat megérkezett, és ő felszállt. - Der Zug kam, und er stieg ein. :57. Az ablakon át még röviden látta a házat, aztán az eltűnt a szürkeségben. - Durch das Fenster sah er kurz das Haus, dann verschwand es im Grau. :58. Katja még egy darabig a járdán állt, félig felemelte a kezét, majd újra leengedte. - Katja stand noch eine Weile auf dem Gehweg, hob die Hand halb und ließ sie wieder sinken. :59. Addig állt ott, amíg a vonatot már nem lehetett hallani. - Sie stand dort, bis der Zug nicht mehr zu hören war. :60. Aztán visszament, becsukta maga mögött az ajtót, és várt, anélkül hogy tudta volna, mire. - Dann ging sie zurück, schloss die Tür hinter sich und wartete, ohne zu wissen worauf. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :A régi ház - Das alte Haus :1. A vonat csaknem negyven percet késett, ami Iwan Petrowitschot nem lepte meg, mert ezen a vidéken ritkán állt meg pontosan, amennyire emlékezni tudott. - Der Zug hatte fast vierzig Minuten Verspätung, was Iwan Petrowitsch nicht überraschte, denn in dieser Gegend hatte er selten pünktlich gehalten, soweit er sich erinnern konnte. :2. November tizenkettedike volt, és az eső, amely kora délután óta hullott, a utcákat fénylő fekete tükrökké változtatta, amelyek elnyelték a lámpafényt, anélkül hogy visszaverték volna. - Es war der zwölfte November, und der Regen, der seit dem frühen Nachmittag fiel, hatte die Straßen in glänzende schwarze Spiegel verwandelt, die das Laternenlicht schluckten, ohne es zurückzuwerfen. :3. Iwan megállt a pályaudvar kijáratánál, bőröndje mellette, és végignézett az utcán, mintha a várakozás révén kideríthetné, miért is tért vissza egyáltalán ide. - Iwan blieb am Ausgang des Bahnhofs stehen, den Koffer neben sich, und schaute die Straße hinunter, als könnte er durch das Warten herausfinden, warum er überhaupt hierher zurückgekommen war. :4. Anyja háza a második keresztutca végén állt, félig eltakarva egy öreg hársfa által, amelynek ágai novemberben már semmit sem rejtettek el. - Das Haus seiner Mutter stand am Ende der zweiten Querstraße, halb verdeckt von einer alten Linde, deren Äste im November nichts mehr verbargen. :5. Tizenkét percre volt gyalog, ezt tudta, anélkül hogy gondolkodnia kellett volna rajta. - Er brauchte zwölf Minuten zu Fuß, was er wusste, ohne darüber nachzudenken. :6. A faház nem tűnt romosnak, inkább olyannak, mintha saját elhatározásából húzódott volna vissza, mintha az időjárás okozta kopás magatartás volna, nem mulasztás. - Das Holzhaus sah nicht verfallen aus, eher so, als hätte es sich aus eigenem Entschluss zurückgezogen, als wäre die Verwitterung eine Haltung und kein Versäumnis. :7. A kulcs, amelyet a közjegyző egy barna borítékban küldött el neki két sor gépelt magyarázattal, nem illett a zárba. - Der Schlüssel, den ihm der Notar in einem braunen Umschlag mit zwei Zeilen maschinenschriftlicher Erklärung geschickt hatte, passte nicht ins Schloss. :8. Iwan háromszor próbálta meg, egyre nagyobb nyomással, aztán eltette a kulcsot, és egy lépést hátralépett, mintha valamivel nagyobb távolságból kellene szemügyre vennie a problémát. - Iwan versuchte es drei Mal mit zunehmendem Druck, dann steckte er den Schlüssel weg und trat einen Schritt zurück, als müsste er das Problem aus etwas mehr Distanz betrachten. :9. A zárat valamikor kicserélték, anélkül hogy bárkinek eszébe jutott volna őt erről tudomására hozni. - Das Schloss war irgendwann ausgetauscht worden, ohne dass irgendjemand auf die Idee gekommen wäre, ihn davon in Kenntnis zu setzen. :10. Megtalálta az éléskamra ablakát a ház nyugati oldalán, amelyet be lehetett nyomni, ha az ember alulról nekifeszült a keretnek, amit még gyermekkorából tudott, bár nem emlékezett rá, mikor tanulta meg. - Er fand das Fenster der Vorratskammer auf der Westseite des Hauses, das sich nach innen drücken ließ, wenn man von unten gegen den Rahmen stemmte, was er noch aus seiner Kindheit wusste, obwohl er sich nicht erinnern konnte, wann er es gelernt hatte. :11. Odabent az évek összességének szaga érződött, hideg hamué, nedves fáé, füstös teáé és a csendnek egy olyan minőségéé, amelyet csak olyan házakban talál az ember, ahol már régóta senki sem beszélt hangosan. - Drinnen roch es nach der Summe von Jahren, nach kalter Asche, feuchtem Holz, verrauchten Tee und einer Qualität von Stille, die man nur in Häusern findet, in denen lange niemand mehr laut gesprochen hat. :12. Otthagyta a bőröndöt, levette a nedves kabátját, és arra a székre akasztotta, amelyen anyja mindig ült, amikor cipőt húzott. - Er ließ den Koffer stehen, zog die nasse Jacke aus und hing sie über den Stuhl, auf dem seine Mutter immer gesessen hatte, um Schuhe anzuziehen. :13. A tető egyenletes időközönként csöpögött egy cinkvödörbe a konyha padlóján, Iwan pedig leült az asztalhoz, és addig hallgatta ezt a csöpögést, míg úgy nem tűnt neki, mintha ez volna az egyetlen hang, amelynek ebben a házban még létjogosultsága van. - Das Dach tropfte in gleichmäßigen Abständen in einen Zinkeimer auf dem Küchenboden, und Iwan setzte sich an den Tisch und hörte diesem Tropfen zu, bis es ihm vorkam, als wäre es das einzige Geräusch, das in diesem Haus noch eine Berechtigung hatte. :14. A második estén nem sokkal hét után kopogtak, kétszer, aztán szünet, aztán még egyszer, ami úgy hatott, mint egy kérdés, amely nem biztos a saját válaszában. - Am zweiten Abend klopfte es kurz nach sieben, zweimal, dann Pause, dann noch einmal, was sich anfühlte wie eine Frage, die ihre eigene Antwort nicht sicher war. :15. A nő, aki odakint állt, körülbelül vele egyidős volt, nehéz gyapjúkabátot viselt, és egy üveg lekvárt meg egy kendőbe csavart kenyeret tartott maga előtt, mintha ezek nem ajándékok, hanem dokumentumok volnának. - Die Frau, die draußen stand, war etwa in seinem Alter, trug einen schweren Wollmantel und hielt ein Glas Konfitüre und einen in Tuch eingeschlagenen Laib Brot vor sich, als wären es keine Geschenke, sondern Dokumente. :16. Azt mondta, Katja Michailownának hívják, tizenöt éve lakik a szomszéd házban, és jól ismerte az anyját, anélkül hogy ezt közelebbről kifejtette volna. - Sie sagte, sie heiße Katja Michailowna, wohne seit fünfzehn Jahren im Haus nebenan und habe seine Mutter gut gekannt, ohne das näher auszuführen. :17. Belépett, mielőtt Iwan behívta volna, maga akasztotta fel a kabátját a kampóra, és olyan természetességgel ült le a kemencepadkára, amely nem tolakodás volt, hanem egyszerűen annak a módja, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Sie trat ein, bevor er sie einlud, hängte ihren Mantel selbst an den Haken und setzte sich auf die Ofenbank mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Anmaßung war, sondern einfach die Art jemandes, der genau weiß, wo er hingehört. :18. Iwan teát főzött, mert ez volt az egyetlen dolog, amit szembe tudott állítani az estével. - Iwan kochte Tee, weil es das einzige war, was er dem Abend entgegensetzen konnte. :19. Katja egy idő után, majdnem mellékesen, elmesélte, hogy a bátyja, Dmitri, tíz évvel ezelőtt egy reggel a hajnali vonattal Moszkvába utazott, egy kis táskával és azzal az ígérettel, hogy jelentkezik, amint megérkezett. - Katja erzählte nach einer Weile, fast beiläufig, dass ihr Bruder Dmitri eines Morgens vor zehn Jahren mit dem Frühzug nach Moskau gefahren sei, mit einer kleinen Tasche und dem Versprechen, sich zu melden, sobald er angekommen sei. :20. Azóta semmit sem hallott róla, sem levelet, sem táviratot, sem másodkézből származó hírt, még egy pletykát sem. - Seitdem hatte sie nichts mehr von ihm gehört, keinen Brief, kein Telegramm, keine Nachricht aus zweiter Hand, nicht einmal ein Gerücht. :21. Ezt olyan hangon mondta, amely nem volt sem panasz, sem közöny, hanem valami a kettő között, a tárgyilagos kimerültség egy fajtája, amely akkor keletkezik, ha az ember egy tényt olyan sokszor gondolt végig, hogy az már megszűnt fájni, anélkül hogy megszűnt volna igaznak lenni. - Sie sagte das in einem Ton, der weder Klage noch Gleichgültigkeit war, sondern etwas dazwischen, eine Art sachlicher Erschöpfung, die entsteht, wenn man eine Tatsache so oft gedacht hat, dass sie aufgehört hat, weh zu tun, ohne aufgehört zu haben, wahr zu sein. :22. A szamovár zümmögött, a tető csöpögött, Iwan pedig hallgatott, mert minden, amit mondhatott volna, túl kicsinek tűnt ehhez a mondathoz. - Der Samowar summte, das Dach tropfte, und Iwan schwieg, weil ihm alles, was er hätte sagen können, zu klein für diesen Satz gewirkt hätte. :23. Katja kiitta a teáját, felállt és elment, búcsúszó nélkül, mintha az ember egy beszélgetés közepén egyszerűen csak szobát váltana. - Katja trank ihren Tee aus, stand auf und ging, ohne ein Wort des Abschieds, als würde man mitten in einem Gespräch einfach das Zimmer wechseln. :24. Iwan a következő napokat azzal töltötte, hogy kiürítette a házat, de rendszer nélkül és anélkül az érzés nélkül, hogy előrehaladna, mert minden doboz után, amelyet kiürített, két újabbat talált, amelyet még ki sem nyitott. - Iwan verbrachte die folgenden Tage damit, das Haus auszuräumen, aber ohne System und ohne das Gefühl, voranzukommen, denn für jede Schachtel, die er leerte, fand er zwei weitere, die er noch nicht geöffnet hatte. :25. Levelekre bukkant, fényképekre, olyan tárgyakra, amelyeknek a rendeltetését már nem tudta rekonstruálni, és másokra, amelyeknek a rendeltetését nagyon is ismerte, ami rosszabb volt. - Er stieß auf Briefe, auf Fotos, auf Gegenstände, deren Zweck er nicht mehr rekonstruieren konnte, und auf anderen, deren Zweck er sehr wohl kannte, was schlimmer war. :26. Az egyik fénykép az anyját mutatta nyáron, a kerti padon, arcát kissé elfordítva a naptól, olyan kifejezéssel, amely idegen volt számára, mert életében soha nem látta rajta. - Ein Foto zeigte seine Mutter im Sommer, auf der Gartenbank, das Gesicht leicht von der Sonne abgewandt und mit einem Ausdruck, der ihm fremd war, weil er ihn zu Lebzeiten nie gesehen hatte. :27. A képet az ablakpárkányra állította, és ott hagyta, mert nem tudott jobb döntést hozni, és mert az ablakpárkány legalább becsületes hely volt. - Er stellte das Foto auf das Fensterbrett und ließ es dort, weil er keine bessere Entscheidung treffen konnte und weil das Fensterbrett zumindest ein ehrlicher Ort war. :28. Katja minden este eljött, néha étellel, néha anélkül, és látogatásai olyan rendszerességet öltöttek, amelyről egyikük sem beszélt, de amely nyilvánvalóan nem is igényelt megbeszélést. - Katja kam jeden Abend, manchmal mit Essen, manchmal ohne, und ihre Besuche hatten eine Regelmäßigkeit angenommen, über die keiner von beiden gesprochen hatte, die aber offenbar keiner Besprechung bedurfte. :29. Beszéltek a tetőről, a szomszédságról, a télről, amely korán fog érkezni, és néha a semmiről is, ami ennek ellenére nem érződött hallgatásnak. - Sie redeten über das Dach, über die Nachbarschaft, über den Winter, der früh kommen würde, und manchmal auch über nichts, was sich trotzdem nicht wie Schweigen anfühlte. :30. A harmadik éjszakán Iwan fél négy körül felébredt egy álomból, amelyet azonnal elfelejtett, és már az ablaknál állt, mielőtt tudta volna, miért kelt fel. - In der dritten Nacht wachte Iwan gegen halb vier auf, aus einem Schlaf, den er sofort vergessen hatte, und stand am Fenster, bevor er wusste, warum er aufgestanden war. :31. A kertben, a falazott kútnál, amelyet évek óta nem használtak, Katja ült a kőperemen, könyökét a térdére támasztva, arcát mindkét kezébe temetve, olyan mozdulatlanul, hogy Iwan egy pillanatig azt hitte, ülve alszik. - Im Garten, am gemauerten Brunnen, der seit Jahren nicht mehr benutzt wurde, saß Katja auf dem Steinrand, die Ellbogen auf die Knie gestützt, das Gesicht in beiden Händen vergraben, so reglos, dass er einen Moment lang glaubte, sie schliefe sitzend. :32. Magára húzta a kabátját a hálóing fölé, végigment a folyosón, és kilépett a kertbe. - Er zog seinen Mantel über das Nachthemd, ging durch den Flur und trat in den Garten. :33. A levegő tiszta és nagyon hideg volt, a fű pedig halkan ropogott a cipője alatt. - Die Luft war klar und sehr kalt, und das Gras knirschte leicht unter seinen Schuhen. :34. Iwan leült mellé a kút peremére, anélkül hogy megkérdezte volna, mit csinál ott, és anélkül hogy úgy tett volna, mintha ez normális volna, mert mindkettő hamis lett volna. - Iwan setzte sich neben sie auf den Brunnenrand, ohne zu fragen, was sie dort tat, und ohne so zu tun, als wäre es normal, weil beides falsch gewesen wäre. :35. Hosszú idő után Katja anélkül, hogy felnézett volna, azt mondta, hogy már nem vár. - Nach einer langen Weile sagte Katja, ohne aufzublicken, dass sie nicht mehr warte. :36. De a felhagyás sem megoldás, tette hozzá, mert a felhagyás döntést feltételez, a döntés pedig világosságot feltételez, és a világosság pontosan az, amit tíz év alatt nem nyert meg. - Aber das Aufhören sei auch keine Lösung, fügte sie hinzu, denn Aufhören setze eine Entscheidung voraus, und eine Entscheidung setze Klarheit voraus, und Klarheit sei genau das, was sie in zehn Jahren nicht gewonnen habe. :37. Iwan elővette cigarettásdobozát a kabátzsebéből, meggyújtott kettőt, adott neki egyet, és dohányoztak, anélkül hogy egymásra néztek volna, tekintetüket fölfelé emelve, ahol az ég sötét volt, felhőtlen és teljesen megközelíthetetlen. - Iwan zog seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche, zündete zwei an, gab ihr eine, und sie rauchten, ohne sich anzusehen, den Blick nach oben, wo der Himmel dunkel und wolkenlos und vollkommen unzugänglich war. :38. Ez volt a legnyugodtabb óra, amelyet Iwan hosszú idő óta átélt. - Es war die ruhigste Stunde, die Iwan seit langer Zeit erlebt hatte. :39. Elutazása reggelén, miután bőröndjét már összepakolta és az ajtóhoz állította, Iwan a hátsó pincében egy megkezdett tapétatekercset talált, mintája halvány virágfonat volt 1987-ből, a papír olyan száraz, hogy hajlításkor tört. - Am Morgen seiner Abreise, nachdem er den Koffer bereits gepackt und an die Tür gestellt hatte, fand Iwan im hinteren Keller eine angebrochene Rolle Tapete, das Muster ein blasses Blumengeflecht aus dem Jahr 1987, das Papier so trocken, dass es beim Biegen brach. :40. Ennek ellenére bevitte a gyerekszobába, és elkezdte újraragasztani a hosszú, elszakadt csíkot a régi gyerekágy fölött, bár a minta már nem illett, és a ragasztó, amelyet egy konyhai maradékból kevert ki, túl híg volt. - Er trug sie dennoch ins Kinderzimmer und begann, den langen zerrissenen Streifen über dem alten Kinderbett neu zu kleben, obwohl das Muster nicht mehr stimmte und der Kleister, den er aus einem Rest in der Küche angerührt hatte, zu dünn war. :41. Értelmetlen cselekedet volt, ezt tudta, de az értelem ebben a házban amúgy is mindig inkább remény volt, mint tulajdonság. - Es war eine sinnlose Handlung, das wusste er, aber Sinn war in diesem Haus ohnehin immer eher eine Hoffnung als eine Eigenschaft gewesen. :42. Katja két csésze kávéval jelent meg, az ablakpárkányra tette őket, és némán az ajtófélfának támaszkodott, mintha azért nem lépne be, mert tudná, hogy belépni ezen a reggelen annyit jelentene, mint búcsút venni, és ez olyasmi volt, amire egyiküknek sem volt nyelve. - Katja erschien mit zwei Tassen Kaffee, stellte sie auf die Fensterbank und lehnte sich schweigend an den Türrahmen, so als käme sie nicht hinein, weil sie wüsste, dass Hineinkommen an diesem Morgen bedeutete, Abschied zu nehmen, und das war etwas, wofür sie beide keine Sprache hatten. :43. Iwan elejtette a tapétatekercset, a nadrágjába törölte a kezét, és levette kabátját a kampóról, anélkül hogy még egyszer visszanézett volna. - Iwan ließ die Tapetenrolle fallen, trocknete die Hände an der Hose und nahm seinen Mantel vom Haken, ohne sich noch einmal umzusehen. :44. Nem mondott semmit, és Katja sem mondott semmit, és ez nem hidegség volt, hanem a becsületesség olyan formája, amely nem tűri a szavakat. - Er sagte nichts, und Katja sagte nichts, und das war keine Kälte, sondern eine Form von Ehrlichkeit, die Wörter nicht erträgt. :45. Az utcán olyan sűrű volt a köd, hogy a kereszteződésen túli házak már eltűntek, mintha a világot mögötte eltakarították volna. - Auf der Straße war der Nebel so dicht, dass die Häuser jenseits der Kreuzung bereits verschwunden waren, als wäre die Welt hinter ihm abgeräumt worden. :46. A jól ismert úton ment a pályaudvarra, sietség nélkül, és sehol sem fordult meg, noha pontosan tudta, hogy ezt elhatározta magában. - Er lief den bekannten Weg zum Bahnhof, ohne sich zu beeilen, und drehte sich an keiner Stelle um, obwohl er genau wusste, dass er es sich vorgenommen hatte. :47. A vonat már a peronon állt, Iwan pedig felszállt, és szinte gondolkodás nélkül talált egy ablak melletti helyet a megfelelő oldalon. - Der Zug stand bereits am Bahnsteig, und Iwan stieg ein und fand einen Fensterplatz auf der richtigen Seite, fast ohne darüber nachzudenken. :48. Amikor a vonat elindult, a bepárásodott üvegen át röviden látta, ahogy a ház teteje felbukkan a fák fölött, majd azonnal újra eltűnik. - Als der Zug anfuhr, sah er durch das beschlagene Glas kurz das Dach des Hauses über den Bäumen auftauchen und sofort wieder verschwinden. :49. Katja még ott állt a járdán a kerti kerítés előtt, egyik kezét félig felemelve, aztán leengedte egy olyan mozdulattal, amely nem búcsú volt és nem köszöntés, hanem annak egyszerű feljegyzése, hogy volt valami, ami most véget ért. - Katja stand noch auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun, eine Hand halb erhoben, und ließ sie in einer Geste sinken, die kein Abschied war und kein Gruß, sondern die schlichte Notiz, dass etwas gewesen war, das nun aufgehört hatte. :50. Még egy ideig állva maradt, miután a vonatot már nem lehetett hallani. - Sie blieb noch eine Weile stehen, nachdem der Zug nicht mehr zu hören war. :51. Aztán megfordult, nem gyorsan és nem lassan, visszament a házba, és becsukta az ajtót anélkül, hogy bezárta volna, ahogy az ember akkor teszi, amikor tudja, hogy visszatér, de már nem tudja, hová. - Dann drehte sie sich um, nicht schnell und nicht langsam, ging zurück ins Haus und schloss die Tür, ohne sie zu schließen, wie man das tut, wenn man weiß, dass man zurückkommt, aber nicht mehr weiß, wohin. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :A régi ház - Das alte Haus :1. A vonat, amely azon a novemberi estén visszavitte Ivan Petrovicsot gyermekkora városába, nem késett. - Der Zug, der Iwan Petrowitsch an jenem Novemberabend in die Stadt seiner Kindheit zurückbrachte, hatte keine Verspätung. :2. Ez különösnek tűnt neki, mintha a pontosság tapintatlanság volna, annak a kis haladéknak a megtagadása, amelyet titokban kívánt magának. - Das kam ihm seltsam vor, als wäre die Pünktlichkeit eine Taktlosigkeit, eine Verweigerung des kleinen Aufschubs, den er sich insgeheim gewünscht hatte. :3. Az út utolsó húsz percében egyenesen ült, és nem olvasott. - Er saß die letzten zwanzig Minuten der Fahrt aufrecht und ohne zu lesen. :4. Tekintete az ablaküvegre szegeződött, amelyen az elővárosok fényei hosszú sárga csíkokká húzódtak, amelyek semmit sem jelentettek, és éppen ezért nehéz volt elviselni őket. - Sein Blick war auf die Scheibe gerichtet, auf der sich die Lichter der Vororte zu langen gelben Strichen zogen, die nichts bedeuteten und genau deshalb schwer zu ertragen waren. :5. Anyja halála óta, amelynek híre három héttel korábban táviratban érte utol, miközben egy idegen város konyhájában ült, és olyan munkára várt, amely nem jött, az volt az érzése, hogy valamilyen mozgásban van. - Seit dem Tod seiner Mutter, der ihn vor drei Wochen per Telegramm erreicht hatte, während er in einer Küche in einer fremden Stadt saß und auf Arbeit wartete, die nicht kam, hatte er das Gefühl gehabt, sich in einer Bewegung zu befinden. :6. Ezt a mozgást sem meg nem állította, sem igazán el nem kezdte. - Diese Bewegung hatte er weder angehalten noch wirklich begonnen. :7. A ház még állt, amit ő nem vett magától értetődőnek. - Das Haus stand noch, was er sich nicht selbstverständlich vorgestellt hatte. :8. Ha megkérdezték volna, azt azonban nem tudta volna megmondani, mit várt helyette. - Wenn man ihn gefragt hätte, hätte er allerdings nicht sagen können, was er stattdessen erwartet hatte. :9. A hársfa, amely gyermekkora nyarain olyan magasra nőtt, hogy mögötte már nem lehetett látni a tetőt, a novemberi évek alatt veszített valamit az önérvényesítő erejéből. - Die Linde, die im Sommer seiner Kindheit so hoch gewachsen war, dass man das Dach dahinter nicht mehr sehen konnte, hatte in den Novemberjahren etwas von ihrer Behauptungskraft verloren. :10. Most áttetsző vázként állt a homlokzat előtt, amely a sötétségben nem annyira szürkének hatott, mint inkább egyszerűen távollévőnek. - Sie stand nun als transparentes Gerüst vor der Fassade, die in der Dunkelheit weniger grau wirkte als schlicht abwesend. :11. A kulcs, amelyet a jegyző egy borítékban küldött el neki, amely tartalmáról semmit sem árult el, nem illett a zárba, ahogy ezt a második próbálkozás után megállapította. - Der Schlüssel, den der Notar ihm in einem Umschlag übersandt hatte, der nach seinem Inhalt nichts ankündigte, passte nicht, wie er nach dem zweiten Versuch feststellte. :12. Miközben az esőben állt a zárt ajtó előtt, és a kulcsot nézte, mintha a hosszabb szemlélés megváltoztathatná a helyzetet, világossá vált számára, hogy valaki valamikor úgy döntött, kicseréli a zárat, anélkül hogy ez a döntés bármilyen formában utat talált volna hozzá. - Während er im Regen vor der verschlossenen Tür stand und den Schlüssel betrachtete, als könnte eine längere Betrachtung die Situation verändern, wurde ihm klar, dass irgendjemand irgendwann beschlossen hatte, das Schloss auszutauschen, ohne dass dieser Beschluss in irgendeiner Form seinen Weg zu ihm gefunden hatte. :13. A kamra ablaka a ház oldalán, amely, ha az ember alulról megnyomta a megviselt keretet, befelé engedett, még mindig ugyanaz az ablak volt, mint húsz évvel ezelőtt. - Das Fenster der Vorratskammer auf der Seite des Hauses, das sich, wenn man von unten gegen den verwitterten Rahmen drückte, nach innen geben ließ, war noch immer dasselbe Fenster wie vor zwanzig Jahren. :14. Ivan átmászott rajta annak távolságtartó otthonosságával, aki egy olyan testen cselekszik, amelyre hite szerint már régen nincs többé igénye. - Iwan kletterte hindurch mit der distanzierten Vertrautheit dessen, der an einem Körper handelt, an dem er glaubte, längst keinen Anspruch mehr zu haben. :15. Odabent nem volt olyan hideg, mint félt tőle, de az a hideg, amely ott volt, nehezebb hideg volt, mert semmi köze nem volt a hőmérséklethez. - Drinnen war es nicht so kalt, wie er gefürchtet hatte, aber die Kälte, die da war, war die schwierigere, weil sie nichts mit der Temperatur zu tun hatte. :16. Ott ült a függőlámpa csendjében, a harmat egyenletességében, amely a lyukas tetőgerendáról a cinkvödörbe csöpögött. - Sie saß in der Stille der abgehängten Lampe, in der Gleichmäßigkeit des Taus, das vom undichten Dachbalken in den Zinkeimer tropfte. :17. Ivan leült az asztalhoz, amelynél anyja harminc éven át ült. - Iwan setzte sich an den Tisch, an dem seine Mutter dreißig Jahre lang gesessen hatte. :18. Olyan sokáig ült ott, amíg a vödörbe hulló csöpögés már nem zavarta. - Er blieb so lange sitzen, bis das Tropfen im Eimer aufgehört hatte, ihn zu stören. :19. A nő, aki a második estén kopogott, olyan ember nyugodt nyomatékával lépett be a házba, akit ugyan nem vártak, de mégis tudja, hogy jó helyen van. - Die Frau, die am zweiten Abend klopfte, betrat das Haus mit dem ruhigen Nachdruck jemandes, der zwar nicht erwartet worden ist, aber dennoch weiß, dass er am richtigen Ort ist. :20. Ez Ivant, aki ajtót nyitott neki, nem ingerelte, hanem inkább megkönnyebbítette olyan módon, amelyet nem akart megmagyarázni magának. - Das irritierte Iwan, der ihr die Tür geöffnet hatte, nicht, sondern erleichterte ihn eher auf eine Art, die er sich nicht erklären wollte. :21. Katja Mihajlovna, harminckét éves, könyvtáros, tizenöt éve szomszéd, letette a befőttesüveget és a virágos kendőbe csavart kenyeret az asztalra, mintha magától értetődő tárgyak volnának egy magától értetődő helyen. - Katja Michailowna, zweiunddreißig Jahre alt, Bibliothekarin, seit fünfzehn Jahren Nachbarin, stellte das Einmachglas und das in ein geblümtes Tuch gewickelte Brot auf den Tisch, als wären es selbstverständliche Gegenstände an einem selbstverständlichen Ort. :22. Leült a kályhapadra, kabátban, és úgy ült ott, mintha bármelyik pillanatban újra felállhatna, de úgy is, mintha semmi szándéka nem volna ezt tenni. - Sie setzte sich auf die Ofenbank, wo sie den Mantel anhatte und so saß, als könnte sie jeden Moment wieder aufstehen, aber auch als hätte sie keine Absicht, das zu tun. :23. Nem beszélt sokat, és amit mondott, úgy volt megfogalmazva, hogy az ember észrevette, nem készítette elő magának. - Sie sprach nicht viel, und das, was sie sagte, war so formuliert, dass man merkte, dass sie es sich nicht zurechtgelegt hatte. :24. Ez paradox módon oda vezetett, hogy pontosabban hangzott, mint bármi előre elrendezett. - Das führte paradoxerweise dazu, dass es präziser klang als alles Zurechtgelegte. :25. A bátyja, Dmitrij, mondta egyszer, miközben kinézett az ablakon, amelyen az eső csíkokban gyűlt össze, tíz évvel ezelőtt októberben az első reggeli vonattal Moszkvába utazott. - Ihr Bruder Dmitri, sagte sie irgendwann, während sie aus dem Fenster schaute, auf dem sich der Regen in Schlieren sammelte, sei vor zehn Jahren im Oktober mit dem ersten Morgenzug nach Moskau gefahren. :26. Egy kis utazótáskával ment el, amelyet egy szomszédtól kért kölcsön. - Er sei mit einer kleinen Reisetasche gefahren, die er sich von einem Nachbarn geliehen hatte. :27. Azzal az ígérettel ment el, hogy írni fog, amint lesz címe, ami akkor teljesen hihetően hangzó megfogalmazás volt. - Er war mit dem Versprechen gegangen, zu schreiben, sobald er eine Adresse hätte, was eine Formulierung gewesen sei, die damals vollkommen plausibel geklungen habe. :28. Ezt olyan hangon mondta, amelyben nem volt keserűség, mert a keserűség az elvárás valamely formáját feltételezi. - Sie sagte das in einem Tonfall, der keine Bitterkeit enthielt, weil Bitterkeit eine Form von Erwartung voraussetzt. :29. Katja, úgy tűnt Ivannak, nem tette le az elvárást, hanem egyszerűen elfelejtette, hová tette, ami végül ugyanarra megy ki, de más érzés. - Katja, so schien es Iwan, hatte die Erwartung nicht abgelegt, sondern einfach vergessen, wo sie sie hingelegt hatte, was am Ende auf dasselbe hinausläuft, aber sich anders anfühlt. :30. Ivan mondhatott volna valamit, de minden, ami eszébe jutott, vagy túl keveset, vagy túl sokat nyomott volna. - Iwan hätte etwas sagen können, aber alles, was ihm einfiel, hätte entweder zu wenig oder zu viel gewogen. :31. Így hát hallgatott, a szamovár zümmögött, és ez elég volt. - So schwieg er, und der Samowar summte, und das war genug. :32. A következő napokban Ivan kiürítette a házat, nem az elintézés buzgalmával, hanem annak taktikus lassúságával, aki azért végez el egy feladatot, mert nincs alternatívája. - In den folgenden Tagen räumte Iwan das Haus aus, nicht mit dem Eifer des Erledigens, sondern mit der taktischen Langsamkeit jemandes, der eine Aufgabe tut, weil er keine Alternative hat. :33. De nem volt hajlandó megengedni ennek a feladatnak, hogy gyorsabban haladjon, mint ő maga. - Er war aber nicht bereit, dieser Aufgabe zu erlauben, schneller zu gehen als er selbst. :34. Talált dolgokat, amelyeket ismert, és dolgokat, amelyeket még soha nem látott. - Er fand Dinge, die er kannte, und Dinge, die er noch nie gesehen hatte. :35. A különbség nem mindig volt olyan jelentős, mint remélte: néha egy idegen dolog kevésbé volt fájdalmas, mint egy ismerős, mert az ismerős igényt támasztott, amely elől az idegen kitért. - Nicht immer war der Unterschied so bedeutsam, wie er sich erhofft hatte: Manchmal war ein fremdes Ding weniger schmerzhaft als ein vertrautes, weil das Vertraute einen Anspruch stellte, dem das Fremde sich entzog. :36. Egy fénykép az anyját mutatta egy nyáron, amelyet nem tudott elhelyezni, olyan arckifejezéssel, amelyet életében soha nem hitt volna el neki. - Ein Foto zeigte seine Mutter in einem Sommer, den er nicht zuordnen konnte, mit einem Ausdruck, den er ihr zu Lebzeiten nie abgenommen hatte. :37. Nem volt boldognak mondható a szó teljes értelmében, de olyan békében volt, amelyet nem kiharcoltak, hanem megtaláltak, valahol egy kerti padon egy már nem rekonstruálható júliusban. - Sie wirkte nicht glücklich im vollen Sinn des Wortes, aber in einem Frieden, der nicht erkämpft, sondern aufgefunden worden war, irgendwo auf einer Gartenbank in einem nicht mehr rekonstruierbaren Juli. :38. A fényképet az ablakpárkányra állította, mert az ablakpárkány a legőszintébb hely egy házban. - Er stellte das Foto auf das Fensterbrett, weil der Fensterbrett der ehrlichste Ort in einem Haus ist. :39. Nem megőrzés és nem kidobás, hanem egy megoldatlan kérdés beismerése. - Es ist weder Aufbewahrung noch Entsorgung, sondern das Eingeständnis einer ungelösten Frage. :40. Katja minden este eljött, és látogatásai megbeszélés nélkül olyan formába rendeződtek, amelyet egyikük sem nevezett volna meg. - Katja kam jeden Abend, und ihre Besuche hatten sich ohne Absprache in eine Form eingespielt, die keiner von beiden benannt hätte. :41. Mindketten ösztönösen tiszteletben tartották ezt a formát, úgy, ahogy az ember tiszteletben tart egy pallót, amely úgy néz ki, mintha éppen még elbírná a saját súlyát. - Beide respektierten diese Form instinktiv, so wie man einen Steg respektiert, der aussieht, als könnte er das eigene Gewicht gerade noch tragen. :42. Beszéltek a házról, a télről, a könyvtárról, amelyben évek óta ugyanaz a tizenkét olvasó ugyanazokat a könyveket kölcsönözte ki. - Sie redeten über das Haus, über den Winter, über die Bibliothek, in der seit Jahren dieselben zwölf Benutzer dieselben Bücher ausliehen. :43. Néha a gyerekkorukról is beszéltek, amelyet ugyanabban a városban töltöttek el anélkül, hogy valaha találkoztak volna, amit mindketten teljesen normális lehetetlenségnek tartottak. - Manchmal redeten sie auch über ihre Kindheiten, die sie in derselben Stadt verbracht hatten, ohne sich je begegnet zu sein, was sie beide für eine vollkommen normale Unmöglichkeit hielten. :44. Ivan a harmadik éjszakán négy óra tájban felébredt, anélkül hogy tudta volna, miért. - Iwan wachte in der dritten Nacht gegen vier Uhr auf, ohne zu wissen warum. :45. Ez ritkán fordult elő vele, mert különben ő maga volt az alvás, ahogy egyszer olvasta, hogy vannak ilyen emberek: egyszerű és alapos, átmenetek nélkül. - Das kam bei ihm selten vor, da er sonst der Schlaf war, wie er einmal gelesen hatte, dass manche Menschen es sind: einfach und gründlich und ohne Zwischentöne. :46. A hang, amely felébresztette, vagy egy állat volt, vagy maga a ház, amely a hidegben dolgozott. - Das Geräusch, das ihn geweckt hatte, war entweder ein Tier oder das Haus selbst gewesen, das in der Kälte arbeitete. :47. Felkelt anélkül, hogy ellene döntött volna, a hálóingére húzta a kabátját, és a sötét folyosón át kiment. - Er stand auf, ohne sich dagegen zu entscheiden, zog seinen Mantel über das Nachthemd und ging durch den dunklen Flur nach draußen. :48. Katja a hátsó kertben ült a régi kútnál, a falazott peremen, amelyen nyáron gaz nőtt, arcát mindkét kezébe temetve. - Katja saß am alten Brunnen im hinteren Garten, auf dem gemauerten Rand, über den im Sommer das Unkraut wuchs, das Gesicht in beiden Händen. :49. A válla sem felhúzva nem volt, sem le nem ereszkedett, hanem olyan tartásban állt, amely valahol a kimerültség és a koncentráció között volt, mintha olyan munkát végezne, amelyhez nincs szükség kézre. - Ihre Schultern waren weder hochgezogen noch hängend, sondern in einer Haltung, die irgendwo zwischen Erschöpfung und Konzentration lag, als vollführe sie eine Arbeit, für die man keine Hände braucht. :50. Ivan leült mellé, kérdés nélkül, vigasztalás nélkül, anélkül hogy úgy tett volna, mintha bármi magyarázatra szorulna. - Iwan setzte sich neben sie, ohne zu fragen, ohne zu trösten, ohne so zu tun, als sei irgendetwas erklärungsbedürftig. :51. Ez volt a leghelyesebb dolog, amit ebben a városban érkezése óta tett. - Das war das Richtigste, was er in dieser Stadt seit seiner Ankunft getan hatte. :52. A kert csendes volt, a levegő metszően tiszta. - Der Garten war still, die Luft schneidend klar. :53. Fölöttük olyan sötét és üres ég állt, hogy nem engedett meg metaforákat. - Über ihnen stand ein Himmel, der so dunkel und leer war, dass er keine Metaphern erlaubte. :54. Egy olyan idő után, amelyet nem lehetett percekben mérni, Katja azt mondta, hogy a várakozás megszűnt, mégpedig nem döntésként, hanem állapotként. - Nach einer Zeit, die sich nicht in Minuten messen ließ, sagte Katja, dass das Warten aufgehört habe, und zwar nicht als Entscheid, sondern als Zustand. :55. Ezt az állapotot egy napon úgy találta ott, mint egy széket, amely mindig is ott állt, mielőtt az ember észrevette volna. - Sie habe diesen Zustand eines Tages vorgefunden wie einen Stuhl, der schon immer da gestanden hatte, bevor man ihn bemerkte. :56. De a várakozás megszűnése, tette hozzá, nem megérkezés. - Aber das Aufhören des Wartens, fügte sie hinzu, sei kein Ankommen. :57. Mert a megérkezés feltételezi, hogy az ember valahonnan elindult, és éppen ez a bizonyosság hiányzik neki tíz éve. - Denn Ankommen setze voraus, dass man irgendwo abgefahren sei, und genau diese Gewissheit fehle ihr seit zehn Jahren. :58. Ivan egyetlen lángnál két cigarettára gyújtott rá, és az egyiket neki adta. - Iwan zündete zwei Zigaretten an einer Flamme an und gab ihr eine. :59. A közös hallgatásban dohányoztak, amely nem vigasz volt és nem megoldás, hanem jelenlét, és néha a jelenlét a legpontosabb forma, amelyben az ember elmondhatja valakinek, hogy nem tűnt el. - Sie rauchten in dem gemeinsamen Schweigen, das kein Trost war und keine Lösung, aber eine Anwesenheit, und manchmal ist Anwesenheit die genaueste Form, in der man einem Menschen sagen kann, dass er nicht verschwunden ist. :60. Elutazása reggelén, miután a bőrönd már becsomagolva állt az ajtónál, és a csészék a csepegtetőn feküdtek, mint egy lezárt kijelentés, Ivan lement a pincébe, és egy tekercs tapétával tért vissza. - Am Morgen seiner Abreise, nachdem der Koffer bereits gepackt an der Tür stand und die Tassen auf dem Abtropfbrett lagen wie eine abgeschlossene Aussage, stieg Iwan in den Keller und kam mit einer Rolle Tapete wieder herauf. :61. Egy polc mögött találta: halvány, az idő által bézsbe fakított virágfonadék volt 1987-ből. - Er hatte sie hinter einem Regal gefunden: ein blasses, von der Zeit ins Beige verblichenes Blumengeflecht aus dem Jahr 1987. :62. A papír olyan törékeny volt, hogy hüvelykujja nyomása alatt repedéseket képzett, mint a jég, amely még nem ismeri a saját vastagságát. - Das Papier war so spröde, dass es unter dem Daumendruck Risse bildete wie Eis, das die eigene Dicke noch nicht kennt. :63. Bevitte a tekercset a gyerekszobába, és gondolkodás nélkül, cselekvési terv nélkül, valamint anélkül, hogy valaha is szándékában állt volna megítélni az eredményt, elkezdte kicserélni a régi gyerekágy fölötti hosszú, szakadt csíkot. - Er trug die Rolle ins Kinderzimmer und begann, ohne nachzudenken, ohne Handlungsplan und ohne die Absicht, das Ergebnis jemals zu beurteilen, den langen zerrissenen Streifen über dem alten Kinderbett zu ersetzen. :64. Ezt megtette, noha a minta már nem illett ahhoz, ami jobbról és balról a falon tapadt. - Das tat er, obwohl das Muster nicht mehr zu dem passte, was rechts und links an der Wand klebte. :65. Megtette, noha a hígított ragasztó, amelyet egy zacskó maradékából kevert ki, túl kevéssé tapadt ahhoz, hogy a törékeny papírt tartósan megtartsa. - Er tat es obwohl der verdünnte Kleister, den er aus einem Tütenrest angerührt hatte, zu wenig Haftung hatte, um das spröde Papier dauerhaft zu halten. :66. Hasznon túli cselekedet volt. - Es war eine Handlung jenseits des Nutzens. :67. De éppen ez adott neki olyan fajta integritást, amelyet hasznos cselekedetek ritkán érnek el. - Aber gerade das gab ihr eine Art Integrität, die nützliche Handlungen selten erreichen. :68. Katja két csészével jelent meg, amelyeket az ablakpárkányra tett anélkül, hogy belépett volna. - Katja erschien mit zwei Tassen, die sie auf die Fensterbank stellte, ohne einzutreten. :69. Úgy hatott, mintha még nem volna biztos benne, hogy ez a reggel olyan reggel-e, amelybe be kell lépni, vagy olyan, amelytől távolságot kell tartani. - Sie wirkte, als wäre sie noch nicht sicher, ob dieser Morgen ein Morgen war, den man betreten oder von dem man Abstand halten sollte. :70. Egymásra néztek, és ebben a tekintetben minden, amit el lehetett volna mondani, abban a formában volt távol, amely a legvilágosabban mutatja, hogy az ember nem fogja kimondani. - Sie sahen sich an, und in diesem Blick war alles, was gesagt werden hätte können, in der Form abwesend, die am deutlichsten zeigt, dass man es nicht sagen wird. :71. Nem volt mosoly, amely kisebbé tette volna, nem volt szó, amely leegyszerűsítette volna, nem volt búcsú, amely úgy tett volna, mintha vég volna. - Es gab kein Lächeln, das verkleinerte, kein Wort, das vereinfachte, keinen Abschied, der tat, als wäre er ein Ende. :72. Ivan elejtette a tapétatekercset, felvette a kabátját és a táskáját, és kilépett az ajtón a novemberi reggelbe. - Iwan ließ die Tapetenrolle fallen, nahm seinen Mantel und seine Tasche und ging durch die Tür in den Novembermorgen. :73. A novemberi reggel olyan szürke és olyan egyenletes volt, hogy nem adott irányt, csak mozgást. - Der Novembermorgen war so grau und so gleichmäßig, dass er keine Richtung vorgab, sondern nur Bewegung. :74. Elindult a pályaudvar felé vezető úton, amelyet vakon is végig tudott volna menni, és nem fordult hátra. - Er lief den Weg zum Bahnhof, den er hätte blind gehen können, und drehte sich nicht um. :75. Nem hidegségből tette, és nem elszántságból, hanem mert megértette, hogy a hátrafordulás ebben az esetben nem emlékezés, hanem kétely lett volna. - Er tat es nicht aus Kälte und nicht aus Entschlossenheit, sondern weil er verstanden hatte, dass Umdrehen in diesem Fall nicht Erinnerung, sondern Zweifel gewesen wäre. :76. A kételyre az egész úton tudatosan nem hagyott magának időt. - Für Zweifel hatte er sich die ganze Strecke bewusst keine Zeit gelassen. :77. A peron majdnem üres volt, a vonat már készen állt, és Ivan felszállt, majd helyet talált az ablaknál, a megfelelő oldalon. - Der Bahnsteig war fast leer, der Zug stand bereits bereit, und Iwan stieg ein und fand einen Platz am Fenster auf der richtigen Seite. :78. Nem azért választotta ezt a helyet, mert azt tervezte, hogy még egyszer látni fogja a házat, hanem mert tudta, hogy látni fogja. - Er wählte diesen Platz nicht, weil er geplant hatte, das Haus noch einmal zu sehen, sondern weil er wusste, dass er es sehen würde. :79. Látná, akár melyik oldalon ülne is, és ezzel a tudással nyugodtan akart szembenézni. - Er würde es sehen egal auf welcher Seite er saß, und dass er diesem Wissen ruhig begegnen wollte. :80. Amikor a vonat lassan elindult, a tető felbukkant az utolsó fák között, egy pillanatra, nem tovább. - Als der Zug langsam anfuhr, tauchte das Dach zwischen den letzten Bäumen auf, einen Moment lang, nicht länger. :81. Aztán azonnal újra eltűnt a ködben, amely azon a reggelen olyan sűrű volt, hogy úgy nézett ki, mint egy döntés. - Dann verschwand es sofort wieder im Nebel, der an diesem Morgen so dicht war, dass er aussah wie eine Entscheidung. :82. Katja még a kerítés előtt állt, kezét kissé felemelve, majd leengedte olyan mozdulattal, amely sem búcsú nem volt, sem köszönés. - Katja stand noch vor dem Gartenzaun, die Hand ein Stück weit gehoben, und ließ sie dann sinken mit einer Geste, die weder Abschied noch Gruß war. :83. Egy tény csendes feljegyzése volt: hogy valami volt, egészen biztosan, még ha sem ő, sem Ivan nem tudta volna megmondani, mi is volt pontosan. - Es war die stille Notiz einer Tatsache: dass etwas gewesen ist, ganz bestimmt, auch wenn weder sie noch er hätten sagen können, was es genau war. :84. Ott maradt állva, amíg a vonatot már nem lehetett hallani, aztán megfordult, és visszament a házba. - Sie blieb stehen, bis der Zug nicht mehr zu hören war, drehte sich dann um und ging zurück ins Haus. :85. Nem lassan ment és nem gyorsan, hanem annak lépéshosszával, aki nem tudja, mi várja odabent, de azt sem várja, hogy valami olyan lesz, ami meglepi, és aki ezzel, mindezek után, egészen jól együtt tud élni. - Sie ging nicht langsam und nicht schnell, sondern mit der Schrittlänge jemandes, der nicht weiß, was ihn drinnen erwartet, aber auch nicht erwartet, dass es etwas sein wird, das ihn überrascht, und der damit, nach allem, ganz gut leben kann. ------------------------- == 78 == 1 ------------------------- :Az eljárás - Der Vorgang :1. Egy kis szobában ül. - Er sitzt in einem kleinen Zimmer. :2. A szobának nincsenek ablakai. - Das Zimmer hat keine Fenster. :3. A falak szürkék. - Die Wände sind grau. :4. A mennyezeten egy lámpa villog. - Eine Lampe an der Decke flackert. :5. Nem tudja, mióta van már itt. - Er weiß nicht, wie lange er schon hier ist. :6. Az asztalon egy űrlap fekszik. - Auf dem Tisch liegt ein Formular. :7. Az űrlapon sok mező van. - Das Formular hat viele Felder. :8. Elolvassa az első mezőt: „Név”. - Er liest das erste Feld: „Name”. :9. Leírja a nevét. - Er schreibt seinen Namen. :10. Aztán következik a második mező: „Eljárás”. - Dann kommt das zweite Feld: „Vorgang”. :11. Nem tudja, mit kellene írnia. - Er weiß nicht, was er schreiben soll. :12. Üresen hagyja a mezőt. - Er lässt das Feld leer. :13. A falon egy óra lóg. - An der Wand hängt eine Uhr. :14. Az óra tizenegy óra tízet mutat. - Die Uhr zeigt zehn nach elf. :15. Nem mozog. - Sie bewegt sich nicht. :16. Vár. - Er wartet. :17. Kinyílik az ajtó. - Die Tür geht auf. :18. Egy nő jön be. - Eine Frau kommt herein. :19. Szemüveget és szürke köpenyt visel. - Sie trägt eine Brille und einen grauen Kittel. :20. Nem köszön. - Sie sagt kein Hallo. :21. Egy új papírköteget tesz az asztalra. - Sie legt einen neuen Stapel Papier auf den Tisch. :22. Ránéz a kötegre. - Er schaut auf den Stapel. :23. A köteg nagyon magas. - Der Stapel ist sehr hoch. :24. A nő azt mondja: „Hiányzik a fedőlap.” - Die Frau sagt: „Das Deckblatt fehlt.” :25. Megkérdezi: „Melyik fedőlap?” - Er fragt: „Welches Deckblatt?” :26. A nő nem válaszol. - Sie antwortet nicht. :27. Ismét kimegy. - Sie geht wieder hinaus. :28. Felemeli a legfelső lapot. - Er nimmt das oberste Blatt. :29. Üres. - Es ist leer. :30. Felülre ezt írja: „Fedőlap”. - Er schreibt oben: „Deckblatt”. :31. Aztán megint vár. - Dann wartet er wieder. :32. A lámpa erősebben villog. - Die Lampe flackert stärker. :33. Feláll. - Er steht auf. :34. Odamegy az ajtóhoz. - Er geht zur Tür. :35. Lenyomja a kilincset. - Er drückt den Griff. :36. Az ajtó nem nyílik ki. - Die Tür geht nicht auf. :37. Még egyszer megpróbálja. - Er versucht es noch einmal. :38. Az ajtó zárva marad. - Die Tür bleibt zu. :39. Visszaül. - Er setzt sich wieder hin. :40. Az asztalon egy üres csésze áll. - Auf dem Tisch steht eine leere Tasse. :41. Nem tudja, mi volt benne korábban. - Er weiß nicht, was früher drin war. :42. Egy idő után a nő újra bejön. - Nach einer Weile kommt die Frau wieder. :43. Elveszi a csészét. - Sie nimmt die Tasse. :44. Azt mondja: „Kérem, várjon.” - Sie sagt: „Bitte warten Sie.” :45. Megkérdezi: „Meddig?” - Er fragt: „Wie lange?” :46. A nő azt mondja: „Ez az eljárás.” - Sie sagt: „Das ist der Vorgang.” :47. Aztán eltűnik. - Dann ist sie weg. :48. Ránéz az űrlapra. - Er schaut auf das Formular. :49. Ezt olvassa: „Kérelem a kérelmezőképesség megállapítására.” - Er liest: „Antrag auf Feststellung der Antragsfähigkeit.” :50. Nem egészen érti. - Er versteht das nicht ganz. :51. Mégis tovább ír. - Er schreibt trotzdem weiter. :52. Minden mezőnél sokáig gondolkodik. - Bei jedem Feld überlegt er lange. :53. A legtöbb mezőt üresen hagyja. - Die meisten Felder lässt er leer. :54. Az óra még mindig tizenegy óra tízet mutat. - Die Uhr zeigt immer noch zehn nach elf. :55. Másnap reggelre az űrlap eltűnt. - Am nächsten Morgen ist das Formular weg. :56. Egy új fekszik ott. - Ein neues liegt da. :57. Pontosan ugyanúgy néz ki. - Es sieht genauso aus. :58. Sóhajt. - Er seufzt. :59. Felveszi a tollat. - Er nimmt den Stift. :60. Elölről kezdi. - Er fängt von vorne an. :61. A nő újra bejön. - Die Frau kommt wieder. :62. Még egy lapot tesz hozzá. - Sie legt noch ein Blatt dazu. :63. Azt mondja: „Hiányzik a harmadik oldal.” - Sie sagt: „Seite drei fehlt.” :64. Belenéz az irataiba. - Er schaut in seine Unterlagen. :65. Nincs harmadik oldal. - Es gibt keine Seite drei. :66. Megkérdezi: „Hol kapom meg a harmadik oldalt?” - Er fragt: „Wo bekomme ich Seite drei?” :67. Azt mondja: „Azt kérelmeznie kell.” - Sie sagt: „Das müssen Sie beantragen.” :68. Lassan bólint. - Er nickt langsam. :69. Fog egy üres lapot. - Er nimmt ein leeres Blatt. :70. Felülre ezt írja: „Kérelem a harmadik oldalra.” - Er schreibt oben: „Antrag auf Seite drei.” :71. Vár. - Er wartet. :72. Ez az eljárás. - Das ist der Vorgang. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------------------- :Az eljárás - Der Vorgang :1. Már nem tudja, mikor ébredt fel először ebben a szobában. - Er weiß nicht mehr, wann er das erste Mal in diesem Zimmer aufgewacht ist. :2. A helyiség kicsi, és a falaknak nincs olyan színük, amely megérdemelne egy nevet. - Der Raum ist klein, und die Wände haben keine Farbe, die einen Namen verdient. :3. A mennyezeten egy fénycső lóg, amely néha villog, néha pedig nem. - An der Decke hängt eine Leuchtstoffröhre, die manchmal flackert und manchmal nicht. :4. Az asztalon egy űrlap fekszik, amelyet már többször elolvasott. - Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er schon mehrmals gelesen hat. :5. A legtöbb szót érti, de azt nem, hogy együtt mit jelentenek. - Er versteht die meisten Wörter, aber nicht, was sie zusammen bedeuten. :6. A falon lévő óra tizenegy óra tízet mutat, noha biztos benne, hogy órák teltek el. - Die Uhr an der Wand zeigt zehn nach elf, obwohl er sicher ist, dass Stunden vergangen sind. :7. A toll a kezében van, de nem tudja, mit írjon. - Er hat den Stift in der Hand, aber er weiß nicht, was er schreiben soll. :8. Az első mező neve „Kérelmező”, és ez egyszerű. - Das erste Feld heißt „Antragsteller", und das ist einfach. :9. Leírja a nevét, bár nem biztos benne, hogy ez elég. - Er schreibt seinen Namen, obwohl er nicht sicher ist, ob das reicht. :10. A második mező neve „A kérelem indoka”, és ez nem egyszerű. - Das zweite Feld heißt „Grund des Antrags", und das ist nicht einfach. :11. Sokáig gondolkodik, aztán üresen hagyja. - Er überlegt lange, dann lässt er es leer. :12. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy valaki kopogott volna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand angeklopft hat. :13. Az ügyintézőnő szürke köpenyt és kerek keretű szemüveget visel. - Die Sachbearbeiterin trägt einen grauen Kittel und eine Brille mit rundem Gestell. :14. Nem őt nézi, hanem az asztalon lévő papírköteget. - Sie schaut nicht ihn an, sondern den Stapel Papier auf dem Tisch. :15. Azt mondja: „Nem töltötte ki a fedőlapot.” - Sie sagt: „Sie haben das Deckblatt nicht ausgefüllt." :16. Azt feleli, hogy a fedőlapon nincs kitöltendő mező. - Er antwortet, dass das Deckblatt kein Feld zum Ausfüllen hat. :17. Azt mondja: „Ez nem helyes”, és egy új lapot tesz az asztalra. - Sie sagt: „Das ist nicht korrekt", und legt ein neues Blatt auf den Tisch. :18. Aztán elmegy anélkül, hogy becsukná az ajtót, de az ajtó magától becsukódik. - Dann geht sie, ohne die Tür zu schließen, aber die Tür schließt sich von selbst. :19. Ránéz az új lapra. - Er schaut auf das neue Blatt. :20. Üres, pontosan úgy, mint a régi. - Es ist leer, genau wie das alte. :21. Fogja a tollat, és felül középre ezt írja: „Fedőlap”. - Er nimmt den Stift und schreibt oben in die Mitte: „Deckblatt". :22. Aztán vár, mert nem tudja, mit kellene még tenni. - Dann wartet er, weil er nicht weiß, was sonst zu tun ist. :23. A fénycső háromszor gyorsan felvillan, aztán megint csend lesz. - Die Leuchtstoffröhre flackert dreimal schnell, dann ist es wieder ruhig. :24. Egy idő után feláll, és odamegy az ajtóhoz. - Nach einer Weile steht er auf und geht zur Tür. :25. Lenyomja a kilincset, de az ajtó nem mozdul. - Er drückt den Griff nach unten, aber die Tür bewegt sich nicht. :26. Erősebben nyomja, de az eredmény ugyanaz. - Er drückt fester, aber das Ergebnis ist dasselbe. :27. Visszamegy az asztalhoz, és újra leül. - Er geht zurück zum Tisch und setzt sich wieder hin. :28. Az előtte álló üres csészének már nincs füle, de nem emlékszik, mikor történt ez. - Die leere Tasse vor ihm hat keinen Henkel mehr, aber er erinnert sich nicht, wann das passiert ist. :29. Ujjai között forgatja a tollat, és gondolkodik. - Er dreht den Stift zwischen den Fingern und denkt nach. :30. Arra gondol, hogy kérelmet kell benyújtania, de nem tudja, mire. - Er denkt daran, dass er einen Antrag stellen muss, aber nicht weiß, wofür. :31. Talán a kérelem olyasmire vonatkozik, amije már van. - Vielleicht ist der Antrag für etwas, das er schon hat. :32. Talán olyasmire vonatkozik, amire még szüksége van. - Vielleicht ist er für etwas, das er noch braucht. :33. A „Kérelem indoka” mezőbe ezt írja: „Ismeretlen, de szükséges.” - Er schreibt in das Feld „Grund des Antrags": „Unbekannt, aber notwendig." :34. Ez nem tűnik helytelennek. - Das fühlt sich nicht falsch an. :35. Az ügyintézőnő visszajön, elveszi a csészét, és egy újat tesz oda. - Die Sachbearbeiterin kommt wieder, nimmt die Tasse und stellt eine neue hin. :36. Az új csésze is üres. - Die neue Tasse ist auch leer. :37. Megkérdezi: „Mikor lesz kész a kérelem?” - Er fragt: „Wann ist der Antrag fertig?" :38. Azt mondja: „Amikor minden mező ki van töltve.” - Sie sagt: „Wenn alle Felder ausgefüllt sind." :39. Megkérdezi: „És mely mezők hiányoznak még?” - Er fragt: „Und welche Felder fehlen noch?" :40. Azt mondja: „Az a negyedik oldalon áll.” - Sie sagt: „Das steht auf Seite vier." :41. Átlapozza a papírokat, de nincs negyedik oldal. - Er blättert durch die Papiere, aber es gibt keine Seite vier. :42. Megkérdezi: „Hol van a negyedik oldal?” - Er fragt: „Wo ist Seite vier?" :43. Azt mondja: „Azt kérelmeznie kell”, és elmegy. - Sie sagt: „Die müssen Sie beantragen", und geht. :44. Fog egy üres lapot, és ezt írja rá: „Kérelem a negyedik oldal kiadására.” - Er nimmt ein leeres Blatt und schreibt: „Antrag auf Aushändigung von Seite vier." :45. A lapot a köteg tetejére teszi. - Er legt das Blatt oben auf den Stapel. :46. Az óra még mindig tizenegy óra tízet mutat. - Die Uhr zeigt immer noch zehn nach elf. :47. Sokáig nézi, mert reméli, hogy megmozdul. - Er schaut sie lange an, weil er hofft, dass sie sich bewegt. :48. Nem mozdul. - Sie bewegt sich nicht. :49. Másnap reggel — vagy amit annak tart — a köteg kisebb. - Am nächsten Morgen – oder was er dafür hält – ist der Stapel kleiner. :50. Az űrlapok egy része eltűnt, de nem tudja, melyik. - Ein Teil der Formulare ist weg, aber er weiß nicht, welcher. :51. Cserébe felül egy új űrlap fekszik, amelyet még nem látott. - Dafür liegt ein neues Formular oben, das er noch nicht gesehen hat. :52. A címe: „A kérelmezőképesség megállapítására irányuló kérelem visszaigazolása.” - Es heißt: „Bestätigung des Antrags auf Feststellung der Antragsfähigkeit." :53. Kétszer elolvassa, mert azt hiszi, hogy valamit nem vett észre. - Er liest es zweimal, weil er denkt, dass er etwas übersehen hat. :54. Semmit sem vett észre rosszul. - Er hat nichts übersehen. :55. Kitölti az első mezőt, aztán a másodikat, aztán a harmadikat üresen hagyja. - Er füllt das erste Feld aus, dann das zweite, dann lässt er das dritte leer. :56. Az ügyintézőnő bejön, ránéz az űrlapra, és azt mondja: „A harmadik mező kötelező.” - Die Sachbearbeiterin kommt, schaut auf das Formular und sagt: „Feld drei ist Pflicht." :57. Megkérdezi: „Mit írjak a harmadik mezőbe?” - Er fragt: „Was soll ich in Feld drei schreiben?" :58. Azt mondja: „Azt, ami igaz.” - Sie sagt: „Das, was zutrifft." :59. Ezt írja: „Minden vagy semmi.” - Er schreibt: „Alles oder nichts." :60. A nő elveszi az űrlapot, elolvassa, visszateszi, és azt mondja: „Kérem, várjon.” - Sie nimmt das Formular, liest es, legt es zurück und sagt: „Bitte warten Sie." :61. Megkérdezi: „Meddig?” - Er fragt: „Wie lange?" :62. A nő már nem mond semmit, és elmegy. - Sie sagt nichts mehr und geht. :63. Hátradől, és a mennyezetet nézi. - Er lehnt sich zurück und schaut an die Decke. :64. A fénycső villog. - Die Leuchtstoffröhre flackert. :65. Vár. - Er wartet. :66. Időközben már tudja, hogy a várakozás nem a vég, hanem maga az eljárás. - Er weiß inzwischen, dass Warten nicht das Ende ist, sondern der Vorgang selbst. :67. Fogja a tollat. - Er nimmt den Stift. :68. Elölről kezdi. - Er fängt von vorne an. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Az eljárás - Der Vorgang :1. A helyiség, amelyben ül, pontosan akkora, hogy ne kelljen azon gondolkodni, milyen kicsi. - Der Raum, in dem er sitzt, hat genau die richtige Größe, um nicht darüber nachzudenken, wie klein er ist. :2. A falakat fehérre festették, de a fehér olyan régi, hogy már nem érdemel nevet. - Die Wände sind weiß gestrichen, aber das Weiß ist so alt, dass es keinen Namen mehr verdient. :3. Legalább két napja van itt, amennyire ezt meg tudja ítélni. - Er ist seit mindestens zwei Tagen hier, soweit er das beurteilen kann. :4. A falióra tizenegy óra tízet mutat, és ő már felhagyott azzal, hogy kérdezgesse. - Die Uhr an der Wand zeigt zehn nach elf, und er hat aufgehört, sie zu fragen. :5. Az asztalon egy nyomtatvány fekszik, amelyet már kívülről ismer, anélkül hogy értené. - Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er schon auswendig kennt, ohne es zu verstehen. :6. Kezében tartja a golyóstollat, amelynek már nincs kupakja, mert elvesztette, vagy mert soha nem is volt ott. - Er hat den Kugelschreiber in der Hand, der keine Kappe mehr hat, weil er sie verloren hat oder sie nie da war. :7. Az első mezőt kitöltötte, mert a nevét kérdezte, és arra még emlékezett. - Das erste Feld hat er ausgefüllt, weil es nach seinem Namen gefragt hat und er den noch wusste. :8. A második mező a kérelem céljára kérdez rá, és ez a kérdés azóta úgy kíséri, mint valami halk zaj. - Das zweite Feld fragt nach dem Zweck des Antrags, und diese Frage begleitet ihn seitdem wie ein leises Geräusch. :9. Elgondolkodott azon, vajon a cél talán egy másik lapon áll-e, de az összes többi lap is hallgat. - Er hat überlegt, ob der Zweck vielleicht auf einem anderen Blatt steht, aber alle anderen Blätter schweigen ebenfalls. :10. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy lépteket hallott volna, és belép az ügyintézőnő. - Die Tür geht auf, ohne dass er Schritte gehört hat, und die Sachbearbeiterin tritt ein. :11. Mindig ugyanazt a szürke köpenyt viseli, és a szemüvege mindig egy kissé ferdén ül. - Sie trägt immer denselben grauen Kittel, und ihre Brille sitzt immer ein wenig schief. :12. Egy új papírköteget tesz a régi mellé anélkül, hogy ránézne. - Sie legt einen neuen Stapel Papier neben den alten, ohne ihn anzuschauen. :13. „Hiányzik a kísérőlevél” – mondja olyan hangon, amely nem vár választ. - „Das Begleitschreiben fehlt", sagt sie, in einem Ton, der keine Antwort erwartet. :14. Ő mégis megkérdezi: „Pontosan melyik kísérőlevélre gondol?” - Er fragt trotzdem: „Welches Begleitschreiben meinen Sie genau?" :15. A nő így válaszol: „Arra, amelynek meg kell előznie a kérelmet”, és újra kimegy. - Sie antwortet: „Das, das dem Antrag vorangehen muss", und geht wieder hinaus. :16. Ő az ajtóra néz, amely hangtalanul becsukódik, aztán az új kötegre. - Er schaut auf die Tür, die sich lautlos schließt, und dann auf den neuen Stapel. :17. A legfelső lap üres, de az alsó szélén apró betűkkel ez áll: „7b nyomtatvány – melléklet a kísérőlevélhez”. - Das oberste Blatt ist leer, aber am unteren Rand steht klein gedruckt: „Formular 7b – Anlage zum Begleitschreiben". :18. Megfordítja a lapot, mert reméli, hogy a hátoldalon több áll. - Er dreht das Blatt um, weil er hofft, dass auf der Rückseite mehr steht. :19. A hátoldalon ez áll: „Kérjük, fordítsa meg.” - Auf der Rückseite steht: „Bitte wenden." :20. Visszateszi a lapot, összefonja a karját, és hátradől a széken. - Er legt das Blatt zurück, verschränkt die Arme und lehnt sich in den Stuhl. :21. A fénycső röviden megrebben, mintha mondani akarna valamit, aztán újra elhallgat. - Die Leuchtstoffröhre flackert kurz, als ob sie etwas sagen wollte, dann ist sie wieder still. :22. Arra gondol, hogy be kell nyújtania egy kérelmet, amelynek a célját nem ismeri, egy olyan eljáráshoz, amelynek láthatóan nincs kezdete. - Er denkt darüber nach, dass er einen Antrag stellen muss, dessen Zweck er nicht kennt, für einen Vorgang, der keinen Anfang zu haben scheint. :23. Ez nem új felismerés, de valahányszor erre gondol, egy kicsit szorosabban ül benne. - Das ist keine neue Erkenntnis, aber jedes Mal, wenn er sie denkt, sitzt sie ein wenig fester. :24. Feláll, mert az ülés nem megoldás, és az ajtóhoz megy. - Er steht auf, weil Sitzen keine Lösung ist, und geht zur Tür. :25. Az ajtót nem lehet kinyitni, ami nem lepi meg, de mégis röviden zavarba hozza. - Die Tür lässt sich nicht öffnen, was ihn nicht überrascht, aber trotzdem kurz irritiert. :26. Visszamegy, leül, és újra kezébe veszi a hiányzó kupakú tollat. - Er geht zurück, setzt sich, und nimmt den Stift mit der fehlenden Kappe wieder in die Hand. :27. A „Kérelem célja” mezőbe ezt írja: „A kérelem szükségességének megállapítása.” - Er schreibt in das Feld „Zweck des Antrags": „Feststellung der Notwendigkeit des Antrags." :28. Ez körkörös, de ez a legőszintébb, amit írni tud. - Das ist zirkulär, aber es ist das Ehrlichste, was er schreiben kann. :29. Egy idő után – két órára becsüli, bár az óra ezt nem erősíti meg – visszatér az ügyintézőnő. - Nach einer Weile – er schätzt zwei Stunden, obwohl die Uhr das nicht bestätigt – kommt die Sachbearbeiterin zurück. :30. Elveszi az üres csészéjét az asztalról, letesz egy új üres csészét, és elolvassa, amit írt. - Sie nimmt seine leere Tasse vom Tisch, stellt eine neue leere Tasse hin, und liest, was er geschrieben hat. :31. Az arca nem változik, de előhúz egy kis jegyzetfüzetet a köpenyzsebéből, és ír bele valamit. - Ihr Gesicht verändert sich nicht, aber sie zieht ein kleines Notizbuch aus der Kitteltasche und schreibt etwas hinein. :32. „Benyújtotta már az iratbetekintési kérelmet az ügyszámra vonatkozóan?” – kérdezi. - „Haben Sie den Antrag auf Einsicht in die Vorgangsnummer bereits gestellt?", fragt sie. :33. Ő azt válaszolja, hogy nem tudta, hogy van ügyszám. - Er antwortet, dass er nicht wusste, dass es eine Vorgangsnummer gibt. :34. „Mindig van ügyszám” – mondja a nő, és úgy hangzik, mintha ezt nem először magyarázná. - „Es gibt immer eine Vorgangsnummer", sagt sie, und es klingt, als würde sie das nicht zum ersten Mal erklären. :35. Egy újabb nyomtatványt tesz az asztalra, amely pontosan úgy néz ki, mint az összes többi, kivéve, hogy felül rá van pecsételve: „Ideiglenes”. - Sie legt ein weiteres Formular auf den Tisch, das genau wie alle anderen aussieht, außer dass oben „Vorläufig" gestempelt ist. :36. Megkérdezi, mit jelent ebben az összefüggésben az, hogy „ideiglenes”. - Er fragt, was „vorläufig" in diesem Zusammenhang bedeutet. :37. A nő azt mondja: „Azt jelenti, hogy még nem végleges”, és elmegy. - Sie sagt: „Es bedeutet, dass es noch nicht endgültig ist", und geht. :38. Ő a nyomtatványra néz, aztán a kötegre, aztán az órára. - Er schaut auf das Formular, dann auf den Stapel, dann auf die Uhr. :39. Az óra tizenegy óra tízet mutat. - Die Uhr zeigt zehn nach elf. :40. Néha az az érzése, hogy az órának van igaza, és mindenki más téved. - Er hat manchmal das Gefühl, dass die Uhr recht hat und alle anderen falsch liegen. :41. Másnap reggel – ő reggelnek nevezi, mert a fénycső világosabban ég, mint máskor – az asztal újra van rendezve. - Am nächsten Morgen – er nennt es Morgen, weil die Leuchtstoffröhre heller brennt als sonst – ist der Tisch neu geordnet. :42. A nyomtatványok, amelyeket kitöltött, eltűntek, és a helyükön egy lap fekszik ezzel a címmel: „Visszajelzés a bemeneti eljárásról”. - Die Formulare, die er ausgefüllt hat, sind weg, und an ihrer Stelle liegt ein Blatt mit dem Titel: „Rückmeldung zum Eingangsverfahren". :43. Kétszer elolvassa a lapot, és megállapítja, hogy nem tartalmaz visszajelzést, hanem csak egy további visszajelzés iránti kérést. - Er liest das Blatt zweimal und stellt fest, dass es keine Rückmeldung enthält, sondern nur die Bitte um eine weitere Rückmeldung. :44. Fogja a tollat, és az erre kijelölt sorba ezt írja: „A visszajelzés rendelkezésre áll.” - Er nimmt den Stift und schreibt in die vorgesehene Zeile: „Die Rückmeldung liegt vor." :45. Ez nem igaz, de az az érzése, hogy itt nem a pontosság a döntő szempont. - Das stimmt nicht, aber er hat das Gefühl, dass Genauigkeit hier nicht das entscheidende Kriterium ist. :46. Az ügyintézőnő bejön, elolvassa a mondatot, és egyszer röviden bólint. - Die Sachbearbeiterin kommt, liest den Satz, und nickt einmal kurz. :47. „Haladást ér el” – mondja olyan hangon, amely sem nem helyeslő, sem nem elutasító. - „Sie machen Fortschritte", sagt sie, in einem Ton, der weder zustimmend noch ablehnend ist. :48. Ő megkérdezi: „Hány nyomtatvány hiányzik még?” - Er fragt: „Wie viele Formulare fehlen noch?" :49. A nő kinyitja a jegyzetfüzetét, röviden lapoz benne, és azt mondja: „Ez attól függ, mit kérelmez.” - Sie schlägt ihr Notizbuch auf, blättert kurz und sagt: „Das hängt davon ab, was Sie beantragen." :50. Ő emlékezteti rá, hogy nem tudja, mit kell kérelmeznie. - Er erinnert sie daran, dass er nicht weiß, was er beantragen soll. :51. A nő azt mondja: „Ez az alapdokumentumban áll.” - Sie sagt: „Das steht im Ausgangsdokument." :52. Ő megkérdezi, hol van az alapdokumentum. - Er fragt, wo das Ausgangsdokument ist. :53. A nő azt mondja: „Azt magával kellett volna hoznia”, és becsukja a jegyzetfüzetet. - Sie sagt: „Das hätten Sie mitbringen müssen", und schließt das Notizbuch. :54. Aztán még egy pillanatig ott áll, mintha elfelejtett volna valamit, de megfordul, és elmegy. - Dann steht sie noch einen Moment da, als ob sie etwas vergessen hätte, dreht sich aber um und geht. :55. Ő egyedül ül, előtte az üres csésze, kezében a toll, könyöke mellett a köteg. - Er sitzt allein, die leere Tasse vor sich, den Stift in der Hand, den Stapel neben dem Ellbogen. :56. Arra gondol: Talán az alapdokumentum már itt van, csak ő nem ismerte fel. - Er denkt: Vielleicht ist das Ausgangsdokument schon da und er hat es nur nicht erkannt. :57. Végigmegy az összes lapon, egyiken a másik után, lassan és gondosan. - Er geht alle Blätter durch, eins nach dem anderen, langsam und sorgfältig. :58. Egyiken sincs az a cím, hogy „Alapdokumentum”, de az egyiken alul apró betűkkel ez áll: „Ez a dokumentum nem minősül alapdokumentumnak.” - Keines davon trägt den Titel „Ausgangsdokument", aber auf einem steht unten in kleiner Schrift: „Dieses Dokument gilt nicht als Ausgangsdokument." :59. Félreteszi, és arra gondol, hogy ez talán utalás lehet. - Er legt es beiseite und denkt, dass das ein Hinweis sein könnte. :60. Fog egy üres lapot, felül nagy betűkkel ráírja: „Alapdokumentum”, és a többit üresen hagyja. - Er nimmt ein leeres Blatt, schreibt oben in großen Buchstaben „Ausgangsdokument" und lässt den Rest leer. :61. Aztán egészen alulra teszi a kötegben, mert az alapdokumentumok feltehetően az elején állnak. - Dann legt er es ganz unten in den Stapel, weil Ausgangsdokumente vermutlich am Anfang stehen. :62. A fénycső megrebben. - Die Leuchtstoffröhre flackert. :63. Ő vár. - Er wartet. :64. Már felhagyott azzal, hogy megkérdezze, mikor ér véget, mert a válasz mindig ugyanaz: amikor minden teljes. - Er hat aufgehört zu fragen, wann es endet, weil die Antwort immer dieselbe ist: wenn alles vollständig ist. :65. És akkor teljes, ha mindent benyújtott. - Und vollständig ist es, wenn er alles eingereicht hat. :66. És mindent akkor nyújtott be, ha tudja, mit kell benyújtania. - Und eingereicht hat er alles, wenn er weiß, was er einreichen muss. :67. Fogja a tollat. - Er nimmt den Stift. :68. Elölről kezdi. - Er fängt von vorne an. :69. Ez az eljárás. - Das ist der Vorgang. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Az eljárás - Das Verfahren :1. A helyiség, amelyben meghatározhatatlan ideje lakik, azzal a sajátos minőséggel bír, hogy sem szűknek, sem tágasnak nem érződik, hanem egyszerűen csak jelen van. - Der Raum, den er seit unbestimmbarer Zeit bewohnt, hat die eigentümliche Qualität, dass er sich weder eng noch weit anfühlt, sondern einfach vorhanden ist. :2. A mennyezeten lévő fénycső olyan fényt bocsát ki, amely nem vet árnyékot, ami azt jelenti, hogy itt az időnek sincsenek kontúrjai. - Die Leuchtstoffröhre an der Decke gibt ein Licht ab, das keine Schatten wirft, was bedeutet, dass auch die Zeit hier keine Konturen hat. :3. Tudja, hogy kérelmet kell benyújtania, de annak tudása, hogy mire, valamikor csendben eltávozott a helyiségből. - Er weiß, dass er einen Antrag stellen muss, aber das Wissen darüber, wofür, hat sich irgendwann still aus dem Raum entfernt. :4. Az asztalon egy űrlap fekszik, amely egyszerűségében nyugtalanító: tizenkét mező, amelyek közül hármat kitöltött, kilencet pedig nem. - Auf dem Tisch liegt ein Formular, das in seiner Schlichtheit beunruhigend ist: zwölf Felder, von denen er drei ausgefüllt hat und neun nicht. :5. A kezében lévő tollnak nincs kupakja, ami eleinte zavarta, időközben azonban e hely egyik ismertetőjegyének tűnik, akárcsak az álló óra és az üres csésze. - Der Stift in seiner Hand hat keine Kappe, was ihn anfangs gestört hat, inzwischen aber als Merkmal dieses Ortes erscheint, so wie die stehende Uhr und die leere Tasse. :6. Az óra tizenegy óra tíz percet mutat, és ő beletörődött abba, hogy nem rosszul jár, hanem egyszerűen más véleményen van. - Die Uhr zeigt zehn nach elf, und er hat sich damit abgefunden, dass sie nicht falsch geht, sondern schlicht anderer Meinung ist. :7. Ismételten elolvassa a hatodik mezőt: „A kérelem tárgyának megjelölése az illetékes ügyiratszám figyelembevételével.” - Er liest das sechste Feld zum wiederholten Mal: „Angabe des Antragsgegenstandes unter Berücksichtigung der einschlägigen Vorgangsnummer." :8. Az ügyiratszámot nem ismeri, soha nem is ismerte, és senki sem magyarázta el neki, hogyan lehet azt megtudni. - Die Vorgangsnummer kennt er nicht, hat sie nie gekannt, und niemand hat ihm erklärt, wie man sie in Erfahrung bringt. :9. Az ajtó előzetes figyelmeztetés nélkül kinyílik, és az ügyintézőnő olyan ember pontos mozdulatsorával lép be, aki olyan gyakran lépett már be ebbe a helyiségbe, hogy megszűnt észlelni azt. - Die Tür öffnet sich ohne Vorwarnung, und die Sachbearbeiterin tritt ein mit dem präzisen Bewegungsablauf von jemandem, der diesen Raum so oft betreten hat, dass er aufgehört hat, ihn wahrzunehmen. :10. Egy új dossziét tesz az asztalra, amelynek regiszterfülei olyan betűkkel vannak feliratozva, amelyeknek nincs felismerhető sorrendjük. - Sie legt eine neue Mappe auf den Tisch, deren Registerkarten mit Buchstaben beschriftet sind, die keine erkennbare Reihenfolge haben. :11. „Még hiányozna a kérelemeljárás előzetes bejelentésének igazolása”, mondja kötőmódban, mintha ő maga sem volna egészen biztos benne, hogy ez igaz. - „Der Nachweis über die Voranmeldung des Antragsverfahrens fehlt noch", sagt sie, im Konjunktiv, als ob auch sie nicht ganz sicher sei, ob das stimmt. :12. Megkérdezi, lehetséges volna-e ezt az igazolást utólag benyújtani, bár nem tudja, mit is nyújtana be utólag. - Er fragt, ob es möglich wäre, diesen Nachweis nachzureichen, obwohl er nicht weiß, was er nachreichen würde. :13. Azt válaszolja, hogy az utólagos benyújtás elvileg lehetséges, amennyiben rendelkezésre áll a megfelelő kérelem az utólagos benyújtás engedélyezésére. - Sie antwortet, dass ein Nachreichen grundsätzlich möglich sei, sofern der entsprechende Antrag auf Nachreichgenehmigung vorliege. :14. Megkérdezi, hogyan kell ezt a kérelmet benyújtani, és közben érzi, hogy ezt a kérdést talán már egyszer feltette. - Er fragt, wie dieser Antrag zu stellen sei, und spürt dabei, dass er diese Frage vielleicht schon einmal gestellt hat. :15. Azt mondja, hogy az utólagos benyújtás engedélyezésére irányuló kérelem feltételezi az ügyiratszám ismeretét, megfordul és elmegy. - Sie sagt, der Antrag auf Nachreichgenehmigung setze die Kenntnis der Vorgangsnummer voraus, dreht sich um und geht. :16. Az ajtó olyan halkan záródik be, hogy azon töpreng, vajon valaha valóban nyitva volt-e. - Die Tür schließt sich so leise, dass er sich fragt, ob sie jemals wirklich offen gewesen ist. :17. Ülve marad, és a dossziét nézi, amelyet a nő hátrahagyott, mintha az egy másik életből származó bizonyíték volna. - Er bleibt sitzen und betrachtet die Mappe, die sie hinterlassen hat, als wäre sie ein Beweisstück aus einem anderen Leben. :18. Az „A” jelű fül mögött egy háromoldalas dokumentumot talál, amely ezt a címet viseli: „Tájékoztatások értelmezésére vonatkozó tájékoztatások – előzetes változat”. - Hinter dem Reiter „A" findet er ein dreiseitiges Dokument, das den Titel trägt: „Hinweise zur Interpretation von Hinweisen – vorläufige Fassung". :19. Elolvassa, mert abban reménykedik, hogy valahol el van rejtve benne egy utasítás, amely megmondja neki, mit kell legközelebb tennie. - Er liest es, weil er sich erhofft, dass irgendwo eine Anweisung versteckt ist, die ihm sagt, was er als Nächstes tun soll. :20. Amit talál, az ez a mondat: „A jelen dokumentumban szereplő valamennyi tájékoztatást nem kötelező érvényűnek kell tekinteni, amennyiben nem áll rendelkezésre ezzel ellentétes tájékoztatás.” - Was er findet, ist der Satz: „Alle Hinweise in diesem Dokument sind als unverbindlich zu verstehen, sofern kein gegenteiliger Hinweis vorliegt." :21. Visszateszi a dokumentumot, hátradől a széken, és egy darabig a mennyezetet nézi, mert ez kevésbé frusztráló, mint bármi más. - Er legt das Dokument zurück, lehnt sich in den Stuhl und schaut für eine Weile an die Decke, weil das weniger frustrierend ist als alles andere. :22. A fénycső olyan ritmusban villódzik, amely majdnem szabályos, és azon töpreng, vajon rejlik-e ebben valamilyen jelentés. - Die Leuchtstoffröhre flackert in einem Rhythmus, der fast regelmäßig ist, und er fragt sich, ob darin eine Bedeutung steckt. :23. Úgy dönt, hogy nem így van, de az erről való gondolkodás legalább szerzett neki néhány percet. - Er entscheidet, dass dem nicht so ist, aber das Nachdenken darüber hat ihm immerhin einige Minuten verschafft. :24. Végül fogja a tollat, egy üres lapra ráírja a szavakat: „Ügyiratszám: utólag benyújtandó”, és a lapot az űrlap hatodik mezője fölé teszi. - Schließlich nimmt er den Stift, schreibt auf ein leeres Blatt die Worte „Vorgangsnummer: wird nachgereicht" und legt es über das sechste Feld des Formulars. :25. Ez nem megoldás, de ideiglenes áthidalás, és itt az ideiglenesség látszik az uralkodó elvnek. - Das ist keine Lösung, aber es ist eine vorläufige Überbrückung, und vorläufig scheint hier das herrschende Prinzip zu sein. :26. Másnap reggel – bár a „reggelt” csak azért gondolja, mert ragaszkodni akar valamilyen időfogalmakhoz – az asztal ismét megváltozott. - Am nächsten Morgen – wobei er „Morgen" nur deshalb denkt, weil er an irgendwelchen Zeitbegriffen festhalten will – hat sich der Tisch erneut verändert. :27. A dosszié eltűnt, az űrlap most átlátszó védőtokban fekszik, mellette pedig egy pohár áll egy olyan folyadékkal, amelynek hőmérsékletét nem lehet meghatározni. - Die Mappe ist weg, das Formular liegt jetzt in einer transparenten Schutzhülle, und daneben steht ein Becher mit einer Flüssigkeit, deren Temperatur sich nicht bestimmen lässt. :28. Iszik egy kortyot, mert ez a legértelmesebb dolog, amit egy pohárral tenni lehet. - Er trinkt einen Schluck, weil es das Vernünftigste ist, was man mit einem Becher tun kann. :29. Legfelül egy cédula fekszik, kézzel feliratozva: „Kérjük, ellenőrizze, hogy valamennyi adat megfelel-e az aktuális állapotnak.” - Obenauf liegt ein Zettel, der handschriftlich beschriftet ist: „Bitte prüfen Sie, ob alle Angaben dem aktuellen Stand entsprechen." :30. Átolvassa az űrlapot, megállapítja, hogy semmi sem változott, és aláírja: „Az adatok megfelelnek a bejegyzésük időpontjában fennálló állapotnak.” - Er liest das Formular durch, stellt fest, dass sich nichts geändert hat, und schreibt darunter: „Angaben entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt ihrer Eintragung." :31. Az ügyintézőnő a megszokott órában jelenik meg, bár neki nincs órája, amely megmondhatná, mikor van a megszokott óra. - Die Sachbearbeiterin erscheint zur gewohnten Stunde, obwohl er keine Uhr hat, die ihm sagen könnte, wann die gewohnte Stunde ist. :32. Elolvassa a kiegészítését, minimálisan felvonja a bal szemöldökét, ami a legkifejezőbb jel, amelyet valaha látott tőle. - Sie liest seinen Zusatz, zieht die linke Augenbraue minimal hoch, was das ausdrucksstärkste Zeichen ist, das er je von ihr gesehen hat. :33. „A bejegyzés állapotának egyeznie kellene az ügyirat állapotával”, mondja. - „Der Stand der Eintragung müsste mit dem Stand der Vorgangsakte übereinstimmen", sagt sie. :34. Megkérdezi, betekinthetne-e az ügyiratba, hogy ellenőrizze az egyezést. - Er fragt, ob er Einsicht in die Vorgangsakte bekommen könne, um die Übereinstimmung zu prüfen. :35. Azt mondja, az ügyiratba való betekintés lezárt kérelemeljárást feltételez. - Sie sagt, Einsicht in die Vorgangsakte setze einen abgeschlossenen Antragsprozess voraus. :36. Megáll egy pillanatra, mert ebben a mondatban olyan logika rejlik, amelyet nem tud megcáfolni, de amely kiutat sem hagy. - Er hält inne, weil in diesem Satz eine Logik steckt, die er nicht widerlegen kann, die aber auch keinen Ausweg lässt. :37. „Akkor tehát a kérelemeljárás még nincs lezárva”, mondja, és ez inkább megállapításnak hangzik, mint kérdésnek. - „Dann ist der Antragsprozess also noch nicht abgeschlossen", sagt er, und es klingt mehr nach Feststellung als nach Frage. :38. Azt mondja: „Ez helyes”, és elveszi a poharat az asztalról, bár az még nem üres. - Sie sagt: „Das ist korrekt", und nimmt den Becher vom Tisch, obwohl er noch nicht leer ist. :39. Aztán letesz egy új poharat, amely szintén nem üres, és elmegy, mintha ez lezárás volna. - Dann stellt sie einen neuen Becher hin, der ebenfalls nicht leer ist, und geht, als wäre das ein Abschluss. :40. Ő a védőtokban lévő űrlap előtt ül, és azon gondolkodik, ki kellene-e vennie a tokból, hogy továbbírhassa. - Er sitzt vor dem Formular in der Schutzhülle und überlegt, ob er es aus der Hülle nehmen soll, um weiterzuschreiben. :41. A tokon egy kis matrica ragad: „A védőtokból kivenni tilos.” - Auf der Hülle klebt ein kleiner Aufkleber: „Nicht aus der Schutzhülle entnehmen." :42. Az átlátszó fólián keresztül ír, amitől az írás olvashatatlanná válik, de úgy tűnik, ez itt nem kivétel. - Er schreibt durch die transparente Folie hindurch, was die Schrift unleserlich macht, aber das scheint hier keine Ausnahme zu sein. :43. Az óra tizenegy óra tíz percet mutat, a fénycső villódzik, és a helyiség úgy viselkedik, ahogy a helyiségek viselkednek, ha senkinek sem áll szándékában elhagyni őket. - Die Uhr zeigt zehn nach elf, die Leuchtstoffröhre flackert, und der Raum verhält sich so, wie Räume sich verhalten, wenn niemand vorhat, sie zu verlassen. :44. Az eredeti dokumentumra gondol, amelyet legutóbb maga készített el, és azon töpreng, talán valahol archiválták-e. - Er denkt an das Ausgangsdokument, das er beim letzten Mal selbst angefertigt hat, und fragt sich, ob es vielleicht irgendwo archiviert wurde. :45. Talán ez az a haladás, amelyet az ügyintézőnő említett: a dolgok eltűnnek, de nem semmisítik meg őket, csupán elérhetetlenné válnak. - Vielleicht ist das der Fortschritt, den die Sachbearbeiterin erwähnt hat: Dinge verschwinden, aber sie werden nicht vernichtet, sie werden nur unerreichbar. :46. Fog egy friss lapot, és elkezdi felsorolni az összes űrlapot, amelyet eddig kitöltött, időrendi sorrendben, amennyire emlékezni tud. - Er nimmt ein frisches Blatt und beginnt, alle Formulare aufzulisten, die er bisher ausgefüllt hat, in chronologischer Reihenfolge, soweit er sich erinnern kann. :47. A lista hosszabb lesz, mint várta, és közben észreveszi, hogy némely dokumentumot kétszer is be kellett nyújtania, mert még jól emlékszik a mezőikre. - Die Liste wird länger als erwartet, und er bemerkt dabei, dass er manche Dokumente zweimal eingereicht haben muss, weil er sich an ihre Felder noch gut erinnert. :48. Ez vagy hiba, vagy az eljárás része, és időközben már nem biztos benne, hogy itt megteszik-e ezt a különbséget. - Das ist entweder ein Fehler oder ein Teil des Vorgangs, und inzwischen ist er nicht mehr sicher, ob dieser Unterschied hier gemacht wird. :49. A lista tetejére ezt írja: „Az eddig benyújtott kérelmek áttekintése – a kérelemeljárás keretében történő bemutatásra.” - Er schreibt oben auf die Liste: „Übersicht der bisher gestellten Anträge – zur Vorlage im Rahmen des Antragsverfahrens." :50. Ez úgy hangzik, mint valami, amire szükség lehet, és ez több, mint amit az itt lévő legtöbb dologról el tud mondani. - Das klingt nach etwas, das gebraucht werden könnte, und das ist mehr, als er über die meisten Dinge hier sagen kann. :51. Az ügyintézőnő, akit időközben a lépteiről ismer fel, bár soha nem hallotta őket tisztán, kinyitja az ajtót. - Die Sachbearbeiterin, die er inzwischen an ihren Schritten erkennt, obwohl er sie nie klar gehört hat, öffnet die Tür. :52. Ránéz a listára, felüti a jegyzetfüzetét, utánanéz valaminek, és azt mondja: „Egy ilyen áttekintést G mellékletként kellene benyújtani.” - Sie schaut auf die Liste, schlägt ihr Notizbuch auf, liest etwas nach und sagt: „Eine solche Übersicht wäre als Anlage G einzureichen." :53. Megkérdezi, megkaphatná-e a G mellékletet. - Er fragt, ob er Anlage G haben könne. :54. Azt mondja, a G mellékletet automatikusan csatolják, amennyiben az alapkérelem teljes egészében rendelkezésre áll. - Sie sagt, Anlage G werde automatisch beigefügt, sofern der Grundantrag vollständig vorliege. :55. Megkérdezi, mi hiányzik még az alapkérelemből. - Er fragt, was am Grundantrag noch fehle. :56. Azt mondja: „A G melléklet”, és becsukja a jegyzetfüzetet. - Sie sagt: „Anlage G", und schließt das Notizbuch. :57. A logika önmagába zárt, mint egy ajtó nélküli szoba, és ő benne ül. - Die Logik ist in sich geschlossen wie ein Zimmer ohne Tür, und er sitzt darin. :58. Leteszi a tollat, összekulcsolja a kezét az asztalon, és egyszerűen csak ott ül egy darabig, írás nélkül, kérdezés nélkül. - Er legt den Stift hin, faltet die Hände auf dem Tisch und sitzt einfach da, für eine Weile, ohne zu schreiben, ohne zu fragen. :59. A fénycső villódzik. - Die Leuchtstoffröhre flackert. :60. Az óra tizenegy óra tíz percet mutat. - Die Uhr zeigt zehn nach elf. :61. Fogja a tollat. - Er nimmt den Stift. :62. Ez az eljárás. - Das ist der Vorgang. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Az ügyirat - Der Vorgang :1. Vannak helyek, ahová az ember nem belép, hanem amelyekben magára talál, és ez a szoba ilyen hely. - Es gibt Orte, die man nicht betritt, sondern in denen man sich wiederfindet, und dieser Raum ist einer davon. :2. A falakon nincs kép, nincs jelölés, nincs repedés, mintha valaki külön úgy alakította volna ki őket, hogy semmit se áruljanak el. - Die Wände tragen kein Bild, keine Markierung, keinen Riss, als hätte jemand sie eigens so gestaltet, dass sie nichts verraten. :3. A fénycső olyan fényt ad, amely nem világít, hanem csupán a sötétséget a bizonytalanság egy világosabb fajtájává alakítja. - Die Leuchtstoffröhre gibt ein Licht ab, das nicht leuchtet, sondern bloß die Dunkelheit in eine hellere Art von Ungewissheit verwandelt. :4. Ül. - Er sitzt. :5. Az asztalon egy nyomtatvány fekszik, amelyet időközben azzal a fáradt ismerősséggel szemlél, amelyet az ember máskülönben csak régi sebek iránt tanúsít. - Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er inzwischen mit der müden Vertrautheit betrachtet, die man sonst nur für alte Wunden aufbringt. :6. Tizenkét mező, amelyek közül a legtöbbet kitöltötte – nem azért, mert tudta a válaszokat, hanem mert az üres helyek itt nyilvánvalóan a vonakodás kifejezésének számítanak. - Zwölf Felder, von denen er die meisten ausgefüllt hat – nicht weil er die Antworten kannte, sondern weil Leerstellen hier offenbar als Ausdruck von Unwillen gelten. :7. A toll úgy fekszik az ujjai között, mint egy tárgy, amely elfelejtette eredeti rendeltetését, és most egyszerűen ott van, mert sehová máshová nem tartozik. - Der Stift liegt zwischen seinen Fingern wie ein Gegenstand, der seinen ursprünglichen Zweck vergessen hat und jetzt einfach da ist, weil er nirgendwo sonst hingehört. :8. Az óra tíz perccel tizenegy utánit mutat, és ő beletörődött abba, hogy nem hibás, hanem egyszerűen az idő egy másfajta felfogását követi. - Die Uhr zeigt zehn nach elf, und er hat sich damit abgefunden, dass sie nicht defekt ist, sondern schlicht einer anderen Auffassung von Zeit folgt. :9. Elolvassa a kilencedik mezőt: „A kérelem alapjául szolgáló tényállás leírása, a vonatkozó ügyekre és azok számaira való hivatkozással.” - Er liest Feld neun: „Beschreibung des Sachverhalts, der dem Antrag zugrunde liegt, unter Bezugnahme auf einschlägige Vorgänge und deren Nummern." :10. A kérelem alapjául szolgáló tényállás az, hogy ő itt van, és nem tudja, miért, és hogy mindkettő az első pillanat óta változatlanul érvényes. - Der Sachverhalt, der dem Antrag zugrunde liegt, ist, dass er hier ist und nicht weiß, warum, und dass beides seit dem ersten Moment unverändert gilt. :11. Ezt írja: „A tényállás magából az ügyből következik”, és közben tudatában van annak, hogy ez nem válasz, hanem az a válaszforma, amelyet ez a hely létrehoz. - Er schreibt: „Sachverhalt ergibt sich aus dem Vorgang selbst", und ist sich dabei bewusst, dass das keine Antwort ist, sondern die Antwortform, die dieser Ort hervorbringt. :12. Az ajtó kinyílik. - Die Tür öffnet sich. :13. Az ügyintézőnő annak nyugodt magától értetődőségével lép be, akinek az ajtók nem akadályok, hanem puszta átmenetek az itt és az ott között. - Die Sachbearbeiterin tritt ein mit der ruhigen Selbstverständlichkeit von jemandem, für den Türen nicht Hindernisse sind, sondern bloße Übergänge zwischen dem Hier und dem Dort. :14. Egy új köteget tesz az asztalra anélkül, hogy ránézne, mintha ő egy bútordarab volna, amely történetesen nyomtatványok átvételére is képes. - Sie legt einen neuen Stapel auf den Tisch, ohne ihn anzuschauen, als wäre er ein Möbelstück, das zufällig auch Formulare entgegennehmen kann. :15. „A fedőlap”, mondja, „nem felel meg a fedőlap érvényes változatának.” - „Das Deckblatt", sagt sie, „entspricht nicht der gültigen Version des Deckblattes." :16. Megkérdezi, melyik változat érvényes, és közben észreveszi, hogy a hangja olyan higgadtságot vett fel, amelyet tudatosan nem sajátított el. - Er fragt, welche Version gültig sei, und merkt dabei, dass seine Stimme eine Gelassenheit angenommen hat, die er sich nicht bewusst angeeignet hat. :17. A nő azt válaszolja, hogy az érvényes változat az, amely a kérelem benyújtásának időpontjában érvényes lett volna, feltéve, hogy a kérelem benyújtása az előírt időszakban történt. - Sie antwortet, dass die gültige Version jene sei, die zum Zeitpunkt der Antragstellung gültig gewesen wäre, sofern die Antragstellung im vorgesehenen Zeitraum erfolgt sei. :18. Megkérdezi, hogy a kérelem benyújtása az előírt időszakban történt-e. - Er fragt, ob die Antragstellung im vorgesehenen Zeitraum erfolgt sei. :19. A nő azt mondja: „Ezt az akta vizsgálja”, és távozik. - Sie sagt: „Das prüft die Akte", und geht. :20. Ő ülve marad, és az új fedőlapot nézi, amely látszólag semmiben sem különbözik a régitől, azon kívül, hogy a jobb alsó sarokban egy verziószám áll, amely korábban nem volt ott. - Er bleibt sitzen und betrachtet das neue Deckblatt, das sich vom alten nicht zu unterscheiden scheint, außer dass in der unteren rechten Ecke eine Versionsnummer steht, die vorher nicht da war. :21. A verziószám 0. - Die Versionsnummer lautet 0. :22. Elgondolkodik, vajon ez azt jelenti-e, hogy ez a fedőlap még egyáltalán nincs kész, vagy a nulla itt egyszerűen az a kezdet, amelytől számítva az összes többi változatot számozzák. - Er überlegt, ob das bedeutet, dass dieses Deckblatt noch gar nicht fertig ist, oder ob Null hier einfach der Anfang ist, von dem aus alle anderen Versionen gezählt werden. :23. A második értelmezés mellett dönt, mert az kevésbé csüggesztő, noha semmi oka sincs azt hinni, hogy igaz. - Er entscheidet sich für die zweite Deutung, weil sie weniger entmutigend ist, obwohl er keinen Grund hat zu glauben, dass sie zutrifft. :24. A fénycső egyszer hosszan, aztán kétszer röviden villan, és ő először komolyan elgondolkodik azon, vajon ez kód lehet-e. - Die Leuchtstoffröhre flackert einmal lang, dann zweimal kurz, und er fragt sich zum ersten Mal ernsthaft, ob das ein Code sein könnte. :25. Feljegyzi a sorrendet egy üres lapra: hosszú, rövid, rövid – alá pedig egy kérdőjelet, mert egy kérdőjel legalább őszintébb, mint egy hamis válasz. - Er notiert die Abfolge auf einem leeren Blatt: lang, kurz, kurz – und darunter ein Fragezeichen, weil ein Fragezeichen zumindest ehrlicher ist als eine falsche Antwort. :26. Amit ebben a szobában megtanult – ha a tanulás a megfelelő szó arra, ami akkor történik, amikor az ember abbahagyja a csodálkozást –, az az, hogy minden válasz új kérelmet szül. - Was er in diesem Raum gelernt hat – wenn Lernen das richtige Wort ist für das, was geschieht, wenn man aufhört, sich zu wundern –, ist, dass jede Antwort einen neuen Antrag gebiert. :27. Az ügyszámba való betekintés iránti kérelem feltételezi az ügyszám ismeretét. - Der Antrag auf Einsicht in die Vorgangsnummer setzt die Kenntnis der Vorgangsnummer voraus. :28. Az eredeti dokumentumról szóló tájékoztatás iránti kérelem feltételezi az eredeti dokumentumot; az utólagos benyújtás engedélyezése iránti kérelem feltételezi az utólagos benyújtás engedélyezésének engedélyezését. - Der Antrag auf Auskunft über das Ausgangsdokument setzt das Ausgangsdokument voraus; der Antrag auf Nachreichgenehmigung setzt die Genehmigung der Nachreichgenehmigung voraus. :29. Már nem érzi ezt ellentmondásnak, hanem inkább szerkezeti elvként szemléli, hasonlóan ahhoz a tényhez, hogy a padló tartja a széket, amely őt tartja. - Er hat aufgehört, das als Widerspruch zu empfinden, und betrachtet es stattdessen als Strukturprinzip, ähnlich wie die Tatsache, dass der Boden den Stuhl trägt, der ihn trägt. :30. A következő reggelen – így nevezi, mert a fénycső olyan világosságot ért el, amely különbözik az éjszakaitól, bár nem tudná megmondani, miben áll a különbség – egy dokumentum fekszik az asztalon, amelyet még soha nem látott. - Am folgenden Morgen – er nennt es so, weil die Leuchtstoffröhre eine Helligkeit erreicht hat, die sich von der nächtlichen unterscheidet, obwohl er nicht sagen könnte, worin der Unterschied besteht – liegt auf dem Tisch ein Dokument, das er noch nie gesehen hat. :31. A címe ez: „Közbenső értesítés a kérelmi eljárás előzetes állásáról – jogorvoslattal nem támadható.” - Es trägt den Titel: „Zwischenbescheid über den vorläufigen Stand des Antragsverfahrens – nicht rechtsmittelfähig." :32. Olyan gondossággal olvassa, amelyet korábban talán túlzottnak tartott volna, időközben azonban a legkevesebbnek tekint, amivel az ember egy dokumentumnak tartozik. - Er liest es mit einer Sorgfalt, die er früher vielleicht für übertrieben gehalten hätte, inzwischen aber als das Mindeste betrachtet, was man einem Dokument schuldet. :33. A közbenső értesítés közli vele, hogy a kérelme beérkezett, és hogy a beérkezés vizsgálata még függőben van. - Der Zwischenbescheid teilt ihm mit, dass sein Antrag eingegangen sei, dass die Prüfung des Eingangs noch ausstehe. :34. A közbenső értesítés továbbá közölte, hogy a beérkezés vizsgálatának eredményéről megfelelő időben újabb közbenső értesítés fog születni. - Der Zwischenbescheid teilte weiterhin mit, dass über das Ergebnis der Prüfung des Eingangs zu gegebener Zeit ein weiterer Zwischenbescheid ergehen werde. :35. Kétszer olvassa el az utolsó mondatot, mert meg akar bizonyosodni arról, hogy helyesen értette. - Er liest den letzten Satz zweimal, weil er sichergehen will, dass er ihn richtig verstanden hat. :36. Helyesen értette. - Er hat ihn richtig verstanden. :37. A határozat alá ezt írja: „Tudomásul véve”, és aláírja a nevével, mert ez az egyetlen cselekvés, amelyet ebben a pillanatban értelmesnek tart. - Er schreibt unter den Bescheid: „Zur Kenntnis genommen", und unterschreibt mit seinem Namen, weil das die einzige Handlung ist, die er in diesem Moment für sinnvoll hält. :38. Az ügyintézőnő, aki időközben ránéz, amikor belép – nem barátságosan, hanem valamiféle figyelemmel, amelyet ő nem tud hová tenni –, elveszi a határozatot, elolvassa a kiegészítését, és azt mondja: „A tudomásulvétel ebben az eljárási szakaszban nincs előirányozva.” - Die Sachbearbeiterin, die ihn inzwischen anschaut, wenn sie hereinkommt – nicht freundlich, aber mit einer Art Aufmerksamkeit, die er nicht einordnen kann –, nimmt den Bescheid, liest seinen Zusatz und sagt: „Eine Kenntnisnahme ist in diesem Verfahrensstadium nicht vorgesehen." :39. Megkérdezi, mi van helyette előirányozva. - Er fragt, was stattdessen vorgesehen sei. :40. A nő azt mondja: „A tudomásulvétel kérelmezhető.” - Sie sagt: „Eine Kenntnisnahme kann beantragt werden." :41. Bólint, nem azért, mert egyetért, hanem mert a bólintás a leghatékonyabb formája annak, hogy az ember befejezzen egy beszélgetést, amelynek nem volt kezdete. - Er nickt, nicht weil er zustimmt, sondern weil Nicken die effizienteste Form ist, ein Gespräch zu beenden, das keinen Anfang hatte. :42. Elővesz egy üres lapot: „Kérelem a kérelmi eljárás előzetes állásáról szóló közbenső értesítés tudomásulvételének engedélyezésére.” - Er nimmt ein leeres Blatt: „Antrag auf Genehmigung der Kenntnisnahme des Zwischenbescheids über den vorläufigen Stand des Antragsverfahrens." :43. A mondat hosszú, de az az érzése, hogy a rövidséget itt hiányosságként értelmeznék. - Der Satz ist lang, aber er hat das Gefühl, dass Kürze hier als Unvollständigkeit ausgelegt würde. :44. Az ügyintézőnő elveszi a kérelmet anélkül, hogy elolvasná, beteszi az iratgyűjtőbe, becsukja az iratgyűjtőt, és az asztal alá állítja. - Die Sachbearbeiterin nimmt den Antrag, ohne ihn zu lesen, legt ihn in die Mappe, schließt die Mappe und stellt sie unter den Tisch. :45. Megkérdezi: „Mikor döntenek róla?” - Er fragt: „Wann wird darüber entschieden?" :46. A nő azt mondja: „Amikor az ügy teljes.” - Sie sagt: „Wenn der Vorgang vollständig ist." :47. Megkérdezi: „Mi hiányzik még?” - Er fragt: „Was fehlt noch?" :48. A nő azt mondja: „Ez az ügyből következik”, és távozik. - Sie sagt: „Das ergibt sich aus dem Vorgang", und geht. :49. A szoba megint csendes, olyan helyek csendjével, amelyek nem várnak valakire, hanem egyszerűen vannak. - Der Raum ist wieder still, mit der Stille von Orten, die nicht auf jemanden warten, sondern einfach sind. :50. Ott ül, és arra gondol, hogy talán soha nem tudta, mit jelent a várakozás, mielőtt idekerült – nem a valamire való várakozás, hanem a várakozás mint állapot, amelynek már nincs szüksége tárgyra. - Er sitzt da und denkt, dass er vielleicht nie gewusst hat, was Warten bedeutet, bevor er hier war – nicht das Warten auf etwas, sondern das Warten als Zustand, der keinen Gegenstand mehr braucht. :51. Az óra tíz perccel tizenegy utánit mutat. - Die Uhr zeigt zehn nach elf. :52. Felveszi a tollat. - Er nimmt den Stift. :53. Ír. - Er schreibt. :54. Ez az ügy. - Das ist der Vorgang. ------------------------- == 79 == 1 ------------------------- :Mindennapi késés - Alltägliche Verspätung :1. Reggel fél hat van. - Es ist halb sechs morgens. :2. László a buszmegállóban áll. - László steht an der Bushaltestelle. :3. A megálló neve „Fő tér”. - Die Haltestelle heißt „Fő tér". :4. Enyhén esik az eső, finom szitálás. - Es regnet leicht, ein feiner Nieselregen. :5. Lászlónak nincs kapucnija. - László hat keine Kapuze. :6. A kabátja vékony és már régi. - Seine Jacke ist dünn und schon alt. :7. Minden reggel itt vár. - Er wartet jeden Morgen hier. :8. A Csepelre tartó busz mindig késik. - Der Bus nach Csepel kommt immer zu spät. :9. A mai nap sem más. - Heute ist kein anderer Tag. :10. László az üres utcára néz. - László schaut auf die leere Straße. :11. Buszt sehol sem látni. - Kein Bus ist zu sehen. :12. Ekkor valaki közeledik az utcán. - Da kommt jemand die Straße entlang. :13. Erzsébet az, a szomszédasszonya. - Es ist Erzsébet, seine Nachbarin. :14. Egy műanyag szatyrot visz a huszonnégy órás boltból. - Sie trägt eine Plastiktüte vom 24-Stunden-Laden. :15. Erzsébet ötvenhat éves, és nagyon sokat beszél. - Erzsébet ist 56 Jahre alt und redet sehr viel. :16. „Jó reggelt, László!”, mondja hangosan. - „Guten Morgen, László!", sagt sie laut. :17. László bólint, és azt mondja: „Reggelt.” - László nickt und sagt: „Morgen." :18. Erzsébet leteszi a szatyrát a földre. - Erzsébet stellt ihre Tüte auf den Boden. :19. „Tudod, mit csinált tegnap János?” - „Weißt du, was János gestern gemacht hat?" :20. László még nem tudja, de mindjárt megtudja. - László weiß es noch nicht, aber er wird es gleich erfahren. :21. „Kicsavarta az izzót a foglalatból.” - „Er hat die Glühbirne aus der Fassung gedreht." :22. „Azt hitte, villog a lámpa.” - „Er dachte, das Licht flackert." :23. „Aztán három órán át ült a sötétben.” - „Dann saß er drei Stunden im Dunkeln." :24. „Én nem figyelmeztettem.” - „Ich habe ihn nicht gewarnt." :25. László hallgatja, és néha bólint. - László hört zu und nickt manchmal. :26. Nem sokat gondol közben. - Er denkt nicht viel dabei. :27. Így jobb. - Es ist besser so. :28. Ha hallgatja, nem a saját életére gondol. - Wenn er zuhört, denkt er nicht an sein eigenes Leben. :29. A busz még mindig nem jön. - Der Bus kommt immer noch nicht. :30. Erzsébet tovább mesél Jánosról. - Erzsébet erzählt weiter von János. :31. János a férje, ötvennyolc éves. - János ist ihr Mann, 58 Jahre alt. :32. Régen lakatos volt, ma többnyire a fotelben ül. - Früher war er Schlosser, heute sitzt er meistens im Sessel. :33. Szereti az olcsó fehérbort. - Er trinkt gern billigen Weißwein. :34. Erzsébet ezt nem szereti, de mégsem mondja meg neki nyíltan. - Erzsébet mag das nicht, aber sie sagt es trotzdem nicht direkt. :35. Végre megjön a busz. - Endlich kommt der Bus. :36. Nyolc percet késik. - Er ist acht Minuten zu spät. :37. László felszáll, és helyet keres. - László steigt ein und sucht einen Platz. :38. Talál egy helyet az ablak mellett. - Er findet einen Platz neben einem Fenster. :39. Az ablak nem zár rendesen. - Das Fenster schließt nicht richtig. :40. Hideg levegő áramlik be. - Kalte Luft kommt herein. :41. László kinéz. - László schaut nach draußen. :42. Elhaladnak egy régi gyár mellett. - Sie fahren an einer alten Fabrik vorbei. :43. A gyár kiégett és üres. - Die Fabrik ist ausgebrannt und leer. :44. László minden alkalommal odanéz. - Jedes Mal schaut László hin. :45. Nem tudja, miért. - Er weiß nicht warum. :46. Mögötte két öregember ül. - Hinter ihm sitzen zwei alte Männer. :47. A pápán vitatkoznak. - Sie streiten über den Papst. :48. Az egyik azt mondja, hogy a pápa biciklivel jött Budapestre. - Einer sagt, der Papst wäre mit dem Fahrrad nach Budapest gekommen. :49. A másik azt mondja, ez ostobaság. - Der andere sagt, das ist Unsinn. :50. László fél füllel hallgatja őket, és magában nevet. - László hört halb zu und lacht innerlich. :51. Benyúl a kabátzsebébe. - Er greift in seine Jackentasche. :52. Egy kis üveg van benne. - Eine kleine Flasche ist darin. :53. Iszik belőle egy rövid kortyot. - Er trinkt einen kurzen Schluck. :54. A buszon senki sem néz oda. - Niemand im Bus schaut hin. :55. Délben László a raktárcsarnokban ül. - Um Mittag sitzt László in der Lagerhalle. :56. Egy EUR-raklapon ül, és eszik. - Er sitzt auf einer Europalette und isst. :57. Egy kolbászos zsemlét hozott magával, száraz. - Er hat eine Wurstsemmel dabei, sie ist trocken. :58. A kollégája leül mellé. - Sein Kollege setzt sich neben ihn. :59. „Az unokatestvérem nyert a lottón”, mondja a kolléga. - „Mein Cousin hat im Lotto gewonnen", sagt der Kollege. :60. „Nem sokat, de azért mégis.” - „Nicht viel, aber immerhin." :61. Az unokatestvér Kecskeméten lakik, az messze van. - Der Cousin wohnt in Kecskemét, das ist weit weg. :62. László hallgatja, és halkan számol fejben. - László hört zu und rechnet leise im Kopf. :63. Húsz év múlva talán vehetne egy új öltönyt. - In zwanzig Jahren könnte er vielleicht einen neuen Anzug kaufen. :64. Röviden nevet, de inkább torokköszörülésnek hangzik. - Er lacht kurz, aber es klingt mehr wie ein Räuspern. :65. Este László a panelház előtt ül. - Am Abend sitzt László vor dem Plattenbau. :66. A betonlépcsőn ül, és mellette van az üveg. - Er sitzt auf der Betontreppe und hat die Flasche neben sich. :67. Csend van az utcán. - Es ist still auf der Straße. :68. Valahol valaki harmonikázik. - Irgendwo spielt jemand Akkordeon. :69. A hangok nem egészen pontosak, de a férfi meggyőződéssel játszik. - Die Töne sind nicht ganz richtig, aber der Mann spielt mit Überzeugung. :70. Aztán János lejön a lépcsőn. - Dann kommt János die Treppe herunter. :71. Kicsit lassan megy, talán már ivott. - Er geht ein bisschen langsam, vielleicht hat er schon getrunken. :72. Szótlanul leül László mellé. - Er setzt sich wortlos neben László. :73. Egy ideig mindketten hallgatnak. - Beide schweigen eine Weile. :74. János az utcára néz. - János schaut auf die Straße. :75. László is az utcára néz. - László schaut auch auf die Straße. :76. Aztán János elveszi az üveget, és iszik egy kortyot. - Dann nimmt János die Flasche und trinkt einen Schluck. :77. Visszaadja. - Er gibt sie zurück. :78. „Holnap is lesz nap”, mondja János. - „Morgen ist auch ein Tag", sagt János. :79. László bólint. - László nickt. :80. Ez nem vigasz, de mára elég. - Das ist kein Trost, aber es reicht für heute. :81. Holnap reggel megint ott áll majd a megállóban. - Morgen früh steht er wieder an der Haltestelle. :82. A busz megint késni fog. - Der Bus wird wieder zu spät kommen. :83. És Erzsébetnek megint lesz mit mesélnie. - Und Erzsébet wird wieder etwas zu erzählen haben. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Elég jó a folytatáshoz - Gut genug zum Weitermachen :1. László minden reggel háromnegyed hatkor áll a megállóban, még akkor is, ha a busz szinte soha nem érkezik pontosan. - László steht jeden Morgen um Viertel vor sechs an der Haltestelle, auch wenn der Bus fast nie pünktlich kommt. :2. A megálló neve „Fő tér”, és közvetlenül a szürke panelház előtt van, amelyben László nyolc éve lakik. - Die Haltestelle heißt „Fő tér" und liegt direkt vor dem grauen Plattenbau, in dem László seit acht Jahren wohnt. :3. Ma esik az eső, nem erősen, hanem az a finom szitáló eső, amely lassan átáztatja a ruhát. - Es regnet heute, kein starker Regen, aber der feine Nieselregen, der die Kleidung langsam durchnässt. :4. Lászlónak nincs kapucnija, mert a kapucnis kabátját három hete valahol elfelejtette. - László hat keine Kapuze, weil er die Jacke mit Kapuze vor drei Wochen irgendwo vergessen hat. :5. Felhajtja a gallérját, és végignéz az üres utcán, ahol a busz egyszer majd meg fog jelenni. - Er stellt den Kragen hoch und schaut die leere Straße entlang, wo der Bus irgendwann erscheinen wird. :6. Aztán lépéseket hall maga mögött, és már tudja, ki az, még mielőtt megfordulna. - Dann hört er Schritte hinter sich, und er weiß schon, wer das ist, bevor er sich umdreht. :7. Erzsébet egy nehéz műanyag szatyorral érkezik a huszonnégy órás boltból, amely a sarkon van. - Erzsébet kommt mit einer schweren Plastiktüte vom 24-Stunden-Laden, der um die Ecke liegt. :8. Ötvenhat éves, az ő fölötte lévő emeleten lakik, és mindig azonnal beszélni kezd, szünet nélkül. - Sie ist 56 Jahre alt, wohnt im Stockwerk über ihm, und sie beginnt immer sofort zu reden, ohne Pause. :9. „Jó reggelt, László, el sem hiszed, mit csinált János tegnap este már megint!”, mondja, és leteszi a szatyrot a nedves földre. - „Guten Morgen, László, du glaubst nicht, was János gestern Abend wieder gemacht hat!", sagt sie und stellt die Tüte auf den nassen Boden. :10. László felé fordul, és bólint, mert válaszra nincs szükség, és nem is várják el. - László dreht sich zu ihr um und nickt, weil eine Antwort nicht nötig ist und auch nicht erwartet wird. :11. János tegnap kicsavarta az izzót a foglalatból, mert azt hitte, villog a nappaliban a lámpa. - János hat gestern die Glühbirne aus der Fassung gedreht, weil er glaubte, das Licht im Wohnzimmer flackert. :12. Aztán három órán át ült a sötétben, mert nem volt új izzója, és Erzsébet nem figyelmeztette. - Dann saß er drei Stunden im Dunkeln, weil er keine neue Glühbirne hatte und Erzsébet ihn nicht warnte. :13. „Egyszerűen hagytam ülni”, mondja Erzsébet, és a hangjában nincs megbánás, csak fáradt elégedettség. - „Ich habe ihn einfach sitzen lassen", sagt Erzsébet, und in ihrer Stimme ist keine Reue, nur eine müde Zufriedenheit. :14. László hallgatja, nem azért, mert a történet valóban érdekli, hanem mert ez egyszerűbb, mint a hallgatás. - László hört zu, nicht weil ihn die Geschichte wirklich interessiert, sondern weil es einfacher ist als Schweigen. :15. Ha hallgatja, nem kell a saját életén gondolkodnia, és néha ez a legfontosabb. - Wenn er zuhört, muss er nicht über sein eigenes Leben nachdenken, und das ist manchmal das Wichtigste. :16. A buszt még mindig nem látni, és Erzsébet most azt meséli, hogy János régen jó lakatos volt. - Der Bus ist immer noch nicht zu sehen, und Erzsébet erzählt jetzt, dass János früher ein guter Schlosser war. :17. „Tudta, hogyan kell dolgokat megjavítani”, mondja, „de most már csak a fotelben ül, és az olcsó fehérborát issza.” - „Er wusste, wie man Dinge repariert", sagt sie, „aber jetzt sitzt er nur noch im Sessel und trinkt seinen billigen Weißwein." :18. László azt mondja: „Hm”, és az utcára néz, végül pedig megjelenik a busz a távolban, kicsin és lassan. - László sagt „Hm" und schaut auf die Straße, und endlich erscheint der Bus in der Ferne, klein und langsam. :19. Kilenc percet késik, ami ezen a vonalon még jó eredménynek számít. - Er ist neun Minuten zu spät, was für diese Linie noch ein gutes Ergebnis ist. :20. A buszon László talál egy ablak melletti helyet, de az ablak nem zár rendesen, és hideg levegő áramlik be. - Im Bus findet László einen Fensterplatz, aber das Fenster schließt nicht richtig, und kalte Luft strömt herein. :21. Szorosabbra húzza a kabátját, és kifelé néz, miközben a város elhalad mellette, szürkén és csendesen a kora reggelben. - Er zieht die Jacke enger und schaut nach draußen, während die Stadt an ihm vorbeizieht, grau und still am frühen Morgen. :22. Aztán elhaladnak a régi gyár mellett, amely évekkel ezelőtt kiégett, és azóta üresen áll. - Dann kommen sie an der alten Fabrik vorbei, die vor Jahren abgebrannt ist und seitdem leer steht. :23. László minden alkalommal ránéz a gyár fekete ablaküregeire, bár maga sem tudja, miért teszi ezt. - László schaut jedes Mal auf die schwarzen Fensterhöhlen der Fabrik, obwohl er selbst nicht weiß, warum er das tut. :24. Mögötte két idősebb férfi ül, akik a pápán vitatkoznak, és a hangjuk elég hangos ahhoz, hogy minden mást elnyomjon. - Hinter ihm sitzen zwei ältere Männer, die über den Papst streiten, und ihre Stimmen sind laut genug, um alles andere zu übertönen. :25. Az egyik azt állítja, hogy a pápa biciklivel ment volna Budapestre, ha valóban szerény lenne. - Einer behauptet, der Papst wäre mit dem Fahrrad nach Budapest gefahren, wenn er wirklich bescheiden wäre. :26. A másik azt mondja, ez teljes ostobaság, és különben sem kötelező program Budapest a pápa számára. - Der andere sagt, das ist kompletter Unsinn, und außerdem sei Budapest kein Pflichtprogramm für den Papst. :27. László lassan benyúl a kabátzsebébe, és előhúz egy kis üveget, anélkül hogy bárkinek megmutatná. - László greift langsam in seine Jackentasche und zieht eine kleine Flasche heraus, ohne sie jemandem zu zeigen. :28. Iszik egy rövid kortyot, visszadugja az üveget, és a buszon senki sem fordul meg. - Er trinkt einen kurzen Schluck, steckt die Flasche zurück, und niemand im Bus dreht sich um. :29. A raktárcsarnokban László tizenkét órakor egy EUR-raklapon eszik, mert nincs rendes pihenőpad. - In der Lagerhalle isst László um zwölf Uhr auf einer Europalette, weil es keine richtige Pausenbank gibt. :30. A kolbászos zsemléje száraz, de nincs éhes, tehát mindegy. - Seine Wurstsemmel ist trocken, aber er hat keinen Hunger, also ist es egal. :31. A kollégája, Tibor, leül mellé, és elmeséli, hogy egy harmadfokú unokatestvér Kecskeméten nyert a lottón. - Sein Kollege Tibor setzt sich neben ihn und erzählt, dass ein Cousin dritten Grades in Kecskemét im Lotto gewonnen hat. :32. „Nem sokat”, mondja Tibor, „de többet, mint amennyit mi egy hónap alatt keresünk.” - „Nicht viel", sagt Tibor, „aber mehr als wir in einem Monat verdienen." :33. László hallgatja, és csendben fejben kiszámolja, hány évig kellene dolgoznia, hogy vehessen magának egy új öltönyt. - László hört zu und rechnet leise im Kopf, wie viele Jahre er arbeiten müsste, um sich einen neuen Anzug zu kaufen. :34. Húsz évre jut, és röviden nevet, de a nevetés inkább úgy hangzik, mint egy torokköszörülés, amelyet gyorsan elfelejt az ember. - Er kommt auf zwanzig Jahre und lacht kurz, aber das Lachen klingt mehr wie ein Räuspern, das man schnell vergisst. :35. Este László a panelház előtti betonlépcsőn ül, az üveg mellette áll a lépcsőfokon. - Am Abend sitzt László auf der Betontreppe vor dem Plattenbau, die Flasche steht neben ihm auf der Stufe. :36. Az utca nyugodt, és valahol az egyik felső emeleten valaki harmonikázik. - Die Straße ist ruhig, und irgendwo in einem der oberen Stockwerke spielt jemand Akkordeon. :37. A hangok nem mindig pontosak, de a férfi olyan nagy meggyőződéssel játszik, hogy végül nem zavaró. - Die Töne sind nicht immer richtig, aber der Mann spielt mit so viel Überzeugung, dass es am Ende nicht stört. :38. Aztán János lejön a lépcsőn, lassan és kissé bizonytalanul állva a lábán. - Dann kommt János die Treppe herunter, langsam und ein bisschen unsicher auf den Beinen. :39. Szótlanul leül László mellé, az utcára néz, és egyikük sem mond semmit. - Er setzt sich wortlos neben László, schaut auf die Straße, und keiner von beiden sagt etwas. :40. Egy idő után János egyszerűen elveszi az üveget, iszik egy hosszú kortyot, és visszateszi. - Nach einer Weile nimmt János einfach die Flasche, trinkt einen langen Schluck und stellt sie zurück. :41. „Holnap is lesz nap”, mondja anélkül, hogy Lászlóra nézne. - „Morgen ist auch ein Tag", sagt er, ohne László anzuschauen. :42. László bólint, és tovább nézi az utcát, amelyen semmi sem mozdul. - László nickt und schaut weiter auf die Straße, auf der sich nichts bewegt. :43. Ez nem vigasz, és ezt mindketten tudják, de erre az estére elég. - Das ist kein Trost, und beide wissen das, aber es reicht für diesen Abend. :44. Holnap reggel László megint háromnegyed hatkor fog állni a megállóban. - Morgen früh wird László wieder um Viertel vor sechs an der Haltestelle stehen. :45. A busz késni fog, Erzsébet mesélni fog valamit Jánosról, és László hallgatni fogja. - Der Bus wird zu spät kommen, Erzsébet wird etwas über János erzählen, und László wird zuhören. :46. És ez elég jónak fog érződni ahhoz, hogy folytassa. - Und das wird sich gut genug anfühlen, um weiterzumachen. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :A mindennapi késés - Die alltägliche Verspätung :1. Háromnegyed hatkor, amikor a város még alszik, és az utcai lámpák sápadt fényüket a nedves aszfaltra vetik, László a megállóban áll. - Um Viertel vor sechs, als die Stadt noch schläft und die Straßenlaternen ihr blasses Licht auf den nassen Asphalt werfen, steht László an der Haltestelle. :2. Ismeri ennek a megállónak a betonpadlóján minden repedést, a menetrendtartó minden lepattogzott matricáját, amely hónapok óta rossz időket mutat. - Er kennt jeden Riss im Betonboden dieser Haltestelle, jeden abgeblätterten Aufkleber auf dem Fahrplankasten, der seit Monaten falsche Zeiten anzeigt. :3. A szemerkélő eső olyan halkan hullik, hogy alig lehet hallani, de tíz perc után László inggallérja hideg és nedves. - Der Nieselregen fällt so leise, dass man ihn kaum hört, aber nach zehn Minuten ist Lászlós Hemdkragen kalt und feucht. :4. Elvesztette a kapucniját, valahol, valamikor, már nem emlékszik rá, és különösebben nem is érdekli. - Er hat die Kapuze verloren, irgendwo, irgendwann, er erinnert sich nicht mehr daran und es interessiert ihn auch nicht besonders. :5. A Csepelre tartó busznak 5:52-kor kellene jönnie, és mivel ez soha nem történik meg, László már leszokott arról, hogy az órájára nézzen. - Der Bus nach Csepel sollte um 5:52 Uhr kommen, und weil das nie passiert, hat László aufgehört, auf seine Uhr zu schauen. :6. Ehelyett végignéz az utcán, megszokott mozdulattal, valódi várakozás nélkül, mint egy ember, aki tudja, hogy a posta nem jön, de mégis kimegy a postaládához. - Stattdessen schaut er die Straße entlang, eine gewohnheitsmäßige Geste ohne echte Erwartung, wie ein Mensch, der weiß, dass die Post nicht kommt, aber trotzdem zum Briefkasten geht. :7. Akkor meghallja a műanyag szatyrok és a sietős lépések ismerős zaját, és anélkül, hogy megfordulna, tudja, hogy Erzsébet ott van. - Dann hört er das vertraute Geräusch von Plastiktüten und hastigen Schritten, und er weiß, ohne sich umzudrehen, dass Erzsébet da ist. :8. Minden reggel a sarkon lévő huszonnégy órás boltból jön, mindig túl sok mindent vásárolva, mindig egy történettel, amelyet alig bír kivárni, hogy elmesélhessen. - Sie kommt jeden Morgen vom 24-Stunden-Laden um die Ecke, immer mit zu viel eingekauft, immer mit einer Geschichte, die sie kaum erwarten kann zu erzählen. :9. „El sem hiszed, mit művelt megint tegnap ez az ember”, mondja, még mielőtt rendesen megállt volna, és leteszi nehéz szatyrát a földre. - „Du glaubst nicht, was dieser Mann gestern wieder angestellt hat", sagt sie, noch bevor sie richtig stehen geblieben ist, und stellt ihre schwere Tüte auf den Boden. :10. László felé fordul, és olyan arckifejezéssel bólint, amely figyelmet sejtet, anélkül hogy valóban bármit ígérne. - László dreht sich zu ihr um und nickt mit einem Gesichtsausdruck, der Aufmerksamkeit andeutet, ohne wirklich etwas zu versprechen. :11. János, ahogy megtudja, tegnap este úgy döntött, hogy a nappali lámpája villog, ezért egyszerűen kicsavarta az izzót a foglalatból. - János, so erfährt er, hat gestern Abend beschlossen, dass die Wohnzimmerlampe flackert, und deshalb einfach die Glühbirne aus der Fassung gedreht. :12. Aztán három órán át ült a sötétben, mert nem volt otthon tartalék izzó, és mert túl büszke volt ahhoz, hogy Erzsébettől kérjen egyet. - Dann saß er drei Stunden im Dunkeln, weil keine Ersatzbirne im Haus war und weil er zu stolz war, Erzsébet darum zu bitten. :13. „Hagytam, hadd üljön ott”, mondja, és a hangjában kimerültség és egy olyan asszony halk elégtétele keveredik, aki már túl sokat magyarázott. - „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt sie, und in ihrer Stimme liegt eine Mischung aus Erschöpfung und der leisen Genugtuung einer Frau, die schon zu viel erklärt hat. :14. László hallgatja, nem valódi érdeklődésből, hanem mert a hallgatásnak funkciója van: kitölti az időt, és kiszorít más gondolatokat. - László hört zu, nicht aus echtem Interesse, sondern weil das Zuhören eine Funktion hat: Es füllt die Zeit und verdrängt andere Gedanken. :15. Amíg Erzsébet beszél, nem kell az üres hűtőpolcra gondolnia, sem a levélre, amely egy hete bontatlanul fekszik az asztalon. - Solange Erzsébet redet, muss er nicht über das leere Kühlschrankregal nachdenken, nicht über den Brief, der seit einer Woche ungeöffnet auf dem Tisch liegt. :16. A busz végül megjelenik az utca végén, kicsin és lassan, mint egy állat, amely nem ismeri a sietséget, és tizenegy percet késik. - Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, klein und langsam, wie ein Tier, das keine Eile kennt, und ist elf Minuten zu spät. :17. László elsőként száll fel, megtalálja megszokott helyét az ablak mellett, amelyet hónapok óta nem lehet rendesen becsukni. - László steigt als Erster ein, findet seinen gewohnten Platz neben dem Fenster, das sich seit Monaten nicht richtig schließen lässt. :18. A hideg levegő, amely a résen át bejön, már nem zavarja; hozzászokott, mint sok minden máshoz az életében. - Die kalte Luft, die durch den Spalt hereinkommt, stört ihn nicht mehr; er hat sich daran gewöhnt wie an vieles andere in seinem Leben. :19. Odakint elvonul mellette a város, a lakótelepi tömbök szürke homlokzatai, a zárt boltok, egy nő kutyával, akik mindketten úgy néznek ki, mintha rossz éjszaka lenne mögöttük. - Draußen zieht die Stadt vorbei, die grauen Fassaden der Wohnblöcke, die geschlossenen Läden, eine Frau mit Hund, die beide so aussehen, als hätten sie eine schlechte Nacht hinter sich. :20. Aztán következik a kiégett gyár, acélból és betört ablakokból álló fekete csontváz, amely évek óta áll egy telken, amely mintha senkié sem lenne. - Dann kommt die ausgebrannte Fabrik, ein schwarzes Skelett aus Stahl und geborstenen Fenstern, das seit Jahren auf einem Grundstück steht, das niemandem zu gehören scheint. :21. László minden alkalommal ránéz erre az épületre, bár nem tudja, mit keres benne, talán csak a bizonyítékot, hogy bizonyos dolgok egyszerűen olyanok maradnak, amilyenek. - László schaut jedes Mal auf dieses Gebäude, obwohl er nicht weiß, was er darin sucht, vielleicht nur den Beweis, dass manche Dinge einfach so bleiben, wie sie sind. :22. Mögötte két öregember beszélgetésbe kezdett, amely gyorsan vitává vált arról, hogy a pápa utazott volna-e valaha kerékpárral, ha valóban szerény ember akart volna lenni. - Hinter ihm haben zwei alte Männer ein Gespräch begonnen, das schnell zu einem Streit geworden ist, ob der Papst jemals mit dem Fahrrad gereist wäre, wenn er wirklich ein bescheidener Mensch sein wollte. :23. László benyúl a kabátja belső zsebébe, előhúz egy lapos üveget, és iszik egy kis kortyot, nyugodtan és feltűnés nélkül, mint valaki, aki ezt már olyan sokszor megtette, hogy ez már nem mozdulat, hanem reflex. - László greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht eine flache Flasche heraus und trinkt einen kleinen Schluck, ruhig und unauffällig, wie jemand, der das schon so oft getan hat, dass es keine Geste mehr ist, sondern ein Reflex. :24. Az üveg újra eltűnik a zsebében, a busz megáll, új utasok szállnak fel, és a világ megy tovább, kommentár nélkül. - Die Flasche verschwindet wieder in der Tasche, der Bus hält, neue Fahrgäste steigen ein, und die Welt dreht sich weiter, ohne Kommentar. :25. A raktárcsarnokban nincs kantin, ezért a férfiak az ebédszünetben EUR-raklapokon ülnek, és azt eszik, amit magukkal hoztak. - In der Lagerhalle gibt es keine Kantine, also sitzen die Männer in der Mittagspause auf Europaletten und essen, was sie mitgebracht haben. :26. Lászlónak van egy kolbászos zsemléje, amely reggel még elfogadható volt, most pedig száraznak és kissé szomorúnak hat, de azért megeszi, lassan és sietség nélkül. - László hat eine Wurstsemmel, die morgens noch akzeptabel war und jetzt trocken und ein bisschen traurig wirkt, aber er isst sie trotzdem, langsam und ohne Eile. :27. Tibor, a kollégája, aki mellette ül, egy lottónyereményről mesél, nem a sajátjáról, hanem egy harmad-unokatestvérééről Kecskemétről, akit Tibor maga is alig ismer. - Tibor, sein Kollege, der neben ihm sitzt, erzählt von einem Lottogewinn, nicht seinem eigenen, sondern dem eines Cousins dritten Grades aus Kecskemét, den Tibor selbst kaum kennt. :28. „Ötvenezer forint”, mondja Tibor olyan ember hangján, aki egy távoli és idegen világról számol be. - „Fünfzigtausend Forint", sagt Tibor mit dem Ton eines Mannes, der von einer fernen und fremden Welt berichtet. :29. László bólint, és fejben kiszámolja, hány munkaévre lenne szüksége ahhoz, hogy megengedhessen magának valamit, ami nem szükséglet, hanem kívánság. - László nickt und rechnet im Kopf, wie viele Arbeitsjahre er bräuchte, um sich etwas zu leisten, das keine Notwendigkeit ist, sondern ein Wunsch. :30. Egy számra jut, amelyet azonnal elfelejt, és röviden felnevet, egy nevetéssel, amely úgy hangzik, mint egy torokköszörülés, amit Tibor ferde pillantással nyugtáz. - Er kommt auf eine Zahl, die er sofort vergisst, und lacht kurz auf, ein Lachen, das wie ein Räuspern klingt und das Tibor mit einem schiefen Blick quittiert. :31. A délután a szokásos sorrendben telik el ládák, targoncák és a neonlámpák halk zümmögése között, amelyek soha nem égnek egészen egyenletesen. - Der Nachmittag vergeht in der üblichen Abfolge aus Kisten, Gabelstaplern und dem leisen Summen der Neonlampen, die nie ganz gleichmäßig brennen. :32. Amikor László fél hét felé hazaér, a panelház előtti lépcső üres, és egyszerűen leül, mert nincs kedve azonnal bemenni a lakásba. - Als László gegen halb sieben nach Hause kommt, ist die Treppe vor dem Plattenbau leer, und er setzt sich einfach hin, weil er keine Lust hat, sofort in die Wohnung zu gehen. :33. Az üveget maga mellé teszi a betonlépcsőre, nem azért, hogy igyon, hanem mert helyesnek érzi, hogy ott legyen. - Die Flasche stellt er neben sich auf die Betonstufe, nicht um zu trinken, sondern weil es sich richtig anfühlt, sie dort zu haben. :34. Valahol fölötte, talán a harmadik emeleten, valaki harmonikázik, a hangok a nyitott ablakon át ereszkednek le, és úgy hullanak az utcára, mint levelek, amelyeket senki sem szed fel. - Irgendwo über ihm, vielleicht im dritten Stock, spielt jemand Akkordeon, die Töne kommen durchs offene Fenster herunter und fallen auf die Straße wie Blätter, die niemand aufhebt. :35. A dallam nem egészen helyes, néhány hang mellémegy, de a játékos nem hagyja abba, és ebben van valami tiszteletre méltó. - Die Melodie ist nicht ganz korrekt, ein paar Töne daneben, aber der Spieler hört nicht auf, und das hat etwas Respektables. :36. János egy idő után kijön a ház bejáratából, kezét a zsebébe dugva, arcán olyan ember kifejezésével, aki keresett egy okot arra, hogy kimenjen, de nem talált. - János kommt nach einer Weile aus dem Hauseingang, die Hände in den Taschen, das Gesicht mit dem Ausdruck eines Mannes, der einen Grund gesucht hat, nach draußen zu gehen, und keinen gefunden hat. :37. Leül László mellé, kérdés nélkül, köszönés nélkül, és az utcát nézi, amely most sötét és csendes. - Er setzt sich neben László, ohne zu fragen, ohne zu grüßen, und schaut auf die Straße, die jetzt dunkel und still ist. :38. László is az utcát nézi. - László schaut auch auf die Straße. :39. Fent tovább szól a harmonika, még mindig egy kicsit hamisan, még mindig teljes meggyőződéssel. - Oben spielt das Akkordeon weiter, immer noch ein bisschen falsch, immer noch voller Überzeugung. :40. Egy idő után János elveszi az üveget, iszik, visszaadja, és mindez olyan magától értetődően történik, mintha már százszor így csinálták volna. - Nach einer Weile nimmt János die Flasche, trinkt, gibt sie zurück, und das alles geschieht so selbstverständlich, als hätten sie das hundertmal so gemacht. :41. „Holnap is lesz nap”, mondja végül János, és ez sem kérdésnek, sem biztatásnak nem hangzik, hanem megállapításnak valamiről, amit mindketten már tudnak. - „Morgen ist auch ein Tag", sagt János schließlich, und es klingt weder wie eine Frage noch wie eine Aufmunterung, sondern wie eine Feststellung über etwas, das beide schon wissen. :42. László bólint, és nem mond semmit, mert semmit sem kell mondani. - László nickt und sagt nichts, weil nichts gesagt werden muss. :43. A harmonika szól, az utcai lámpa egyszer röviden felvillan, aztán minden újra csendes. - Das Akkordeon spielt, die Straßenlaterne flackert einmal kurz, und dann ist alles wieder ruhig. :44. Nem jó este ez, és nem is rossz este, egyszerűen csak egy este. - Es ist kein guter Abend und kein schlechter Abend, es ist einfach ein Abend. :45. És holnap reggel háromnegyed hatkor László újra ott fog állni a megállóban, a busz késni fog, és Erzsébet a szatyrával be fog fordulni a sarkon. - Und morgen früh um Viertel vor sechs wird László wieder an der Haltestelle stehen, der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird mit ihrer Tüte um die Ecke biegen. :46. Tudja ezt, és ez a tudás nem zavarja, mert ebben a tudásban van valami, ami olyan, mint talaj az ember lába alatt. - Er weiß das, und das Wissen stört ihn nicht, weil es in diesem Wissen auch etwas gibt, das sich wie Boden unter den Füßen anfühlt. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :A mindennapi késés - Die alltägliche Verspätung :1. Háromnegyed hatkor, amikor a város még abban a különös félálomban fekszik, amely se nem éjszaka, se nem reggel, László a megállóban áll, és valamire vár, ami soha nem érkezik pontosan. - Um Viertel vor sechs, wenn die Stadt noch in jenem merkwürdigen Halbschlaf liegt, der weder Nacht noch Morgen ist, steht László an der Haltestelle und wartet auf etwas, das nie pünktlich kommt. :2. A mögötte lévő menetrendtábla 5:52-t mutat, egy időpontot, amely hónapok óta tiszta fikció, de senki sem vette magára a fáradságot, hogy lehúzza a matricát. - Der Fahrplankasten hinter ihm zeigt 5:52 Uhr an, eine Zeit, die seit Monaten reine Fiktion ist, aber niemand hat die Mühe auf sich genommen, den Aufkleber abzuziehen. :3. Az eső olyan finoman esik, hogy alig látható, de összegyűlik a vállakon és az ujjakon, és lassan áthűti az anyagot, mindannak türelmes makacsságával, amit az ember eleinte alábecsül. - Der Regen fällt so fein, dass er kaum sichtbar ist, aber er sammelt sich auf Schultern und Ärmeln und kühlt langsam durch den Stoff, mit der geduldigen Hartnäckigkeit von allem, was man zunächst unterschätzt. :4. Lászlónak már nincs kapucnija, egy apróság, amely valamikor megszűnt zavarni őt, ahogy az évek során oly sok minden megszűnt zavarni. - László hat keine Kapuze mehr, eine Kleinigkeit, die ihn irgendwann aufgehört hat zu stören, wie so vieles im Laufe der Jahre aufgehört hat, ihn zu stören. :5. Végignéz az utcán, nem várakozásból, hanem megszokásból, annak az embernek üres tekintetével, aki megtanulta a változás hiányát állapotként elfogadni. - Er schaut die Straße entlang, nicht aus Erwartung, sondern aus Gewohnheit, mit dem leeren Blick eines Menschen, der gelernt hat, die Abwesenheit von Veränderung als einen Zustand zu akzeptieren. :6. A megállót olyan ismerősséggel ismeri, amely túlmegy a puszta megszokáson: a lepattogzott várostérképet, az 1987-es évszámot a betonba karcolva, a nedves cement szagát, amely minden reggel ugyanaz. - Die Haltestelle kennt er mit einer Vertrautheit, die über bloße Gewohnheit hinausgeht: den abgeblätterten Stadtplan, die eingeritzte Jahreszahl 1987 im Beton, den Geruch von feuchtem Zement, der jeden Morgen derselbe ist. :7. Aztán lépteket hall, műanyag zacskók zizegését, és még mielőtt megfordulna, már tudja, ki az, mert vannak emberek, akik a zajaikkal jelentik be magukat, ahogy az időjárási helyzetek a barométer állásával. - Dann hört er Schritte, das Rascheln von Plastiktüten, und er weiß, wer das ist, noch bevor er sich umdreht, weil manche Menschen sich durch ihre Geräusche ankündigen wie Wetterlagen durch den Barometerstand. :8. Erzsébet 56 éves, az ő fölötte lévő emeleten lakik, és az elmúlt éjszaka eseményeit már a nyelvén hordja, amikor még el sem érte a megállót. - Erzsébet ist 56 Jahre alt, wohnt im Stockwerk über ihm, und sie trägt die Ereignisse der vergangenen Nacht bereits auf der Zunge, als sie die Haltestelle noch gar nicht erreicht hat. :9. „El sem tudod képzelni, mit vitt véghez tegnap megint ez az ember”, mondja, leteszi a táskát a nedves földre, és olyan pillantással néz Lászlóra, amely nem választ vár, hanem közönséget. - „Du kannst dir nicht vorstellen, was dieser Mann gestern noch fertiggebracht hat", sagt sie, stellt die Tüte auf den nassen Boden und schaut László mit dem Blick an, der keine Antwort erwartet, sondern ein Publikum. :10. János, ahogy László a következő percekben megtudja, eldöntötte, hogy a nappalilámpa villog, és ezt a döntést a maga módján oldotta meg: egyszerűen kicsavarta az izzót, és ülve maradt a sötétben. - János, so erfährt László in den nächsten Minuten, hat entschieden, dass die Wohnzimmerlampe flackert, und diese Entscheidung auf seine Art gelöst: indem er einfach die Glühbirne herausdrehte und im Dunkeln sitzen blieb. :11. Három órát, mondja Erzsébet, három órát a sötétben, mert nem volt tartalék izzó a házban, és mert János büszkesége nem engedi meg, hogy kimondjon egy kérést, amelyet vereségként élne meg. - Drei Stunden, sagt Erzsébet, drei Stunden im Dunkeln, weil keine Ersatzbirne im Haus war und weil es János' Stolz nicht erlaubt, eine Bitte auszusprechen, die er als Niederlage empfinden würde. :12. „Hagytam, hadd üljön”, mondja, és ebben a mondatban egy évtizedeken át tartó házasság története fekszik összehajtogatva, mint egy térkép, amelyet az ember már nem akar kibontani. - „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt sie, und in diesem Satz liegt eine jahrzehntelange Ehegeschichte zusammengefaltet wie eine Landkarte, die man nicht mehr entfalten möchte. :13. László hallgatja, a megfelelő helyeken bólint, és tudja, hogy a meghallgatás a kedvesség egyik formája, amely semmibe sem kerül, Erzsébetnek pedig nyilvánvalóan jelent valamit. - László hört zu, nickt an den richtigen Stellen, und weiß, dass das Zuhören eine Form von Freundlichkeit ist, die nichts kostet und Erzsébet offensichtlich etwas bedeutet. :14. Hogy János története kevéssé érinti meg, az nem az együttérzés hiánya, hanem annak a csendes egyezségnek az eredménye, amely panelházak szomszédai között gyakran kialakul: az ember megosztja a várakozási zónát, de nem az életet. - Dass ihn die Geschichte von János wenig bewegt, ist kein Mangel an Mitgefühl, sondern das Ergebnis eines stillen Übereinkommens, das zwischen Nachbarn in Plattenbauten häufig entsteht: Man teilt die Wartezone, aber nicht das Leben. :15. A busz végül megjelenik az utca végén, lassan kibontakozik a szitáló esőn át, mint egy sötétsárga szóbeszéd, és tizenhárom percet késik. - Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, breitet sich langsam durch den Nieselregen aus wie ein dunkelgelbes Gerücht, und ist dreizehn Minuten zu spät. :16. László megtalálja a helyét az ablaknál, amely nem záródik, és ezzel a réssel éppúgy megbékélt, mint egy időjárási helyzettel, amelyet nem lehet befolyásolni, és amelyet ezért már nem tekint zaklatásnak. - László findet seinen Platz am Fenster, das sich nicht schließt, und er hat sich mit diesem Spalt so abgefunden wie mit einer Wetterlage, die man nicht beeinflussen kann und die man deshalb nicht länger als Zumutung betrachtet. :17. Odakint elhúz mellette a város, a lakótelepi házak, benzinkutak, zárt kioszkok ismert sorrendje, egy városkép, amely az évek során olyan keveset változott, hogy úgy hat, mint egy díszlet, amelyet egyszer felépítettek, és azóta állni hagynak. - Die Stadt zieht draußen vorbei, die bekannte Abfolge aus Wohnblöcken, Tankstellen, geschlossenen Kiosken, ein Stadtbild, das sich im Laufe der Jahre so wenig verändert hat, dass es wirkt wie eine Kulisse, die man einmal gebaut hat und seitdem stehen lässt. :18. Aztán következik a kiégett gyár, és László odanéz, ahogy minden reggel teszi, olyan figyelemmel, amelyet ő maga sem tudna megmagyarázni, mintha az épület egy kérdést tartalmazna, amelyre még nem talált választ. - Dann kommt die ausgebrannte Fabrik, und László schaut hin, wie er es jeden Morgen tut, mit einer Aufmerksamkeit, die er selbst nicht erklären könnte, als enthielte das Gebäude eine Frage, auf die er noch keine Antwort gefunden hat. :19. A gyár fekete ablaküregei visszabámulnak, közönyösen és állhatatosan, aztán már el is maradnak, lehagyja őket a busz mozgása, amely semmiféle szemlélődéssel nem törődik. - Die schwarzen Fensterhöhlen der Fabrik starren zurück, gleichgültig und beständig, und dann sind sie schon vorbei, überholt von der Bewegung des Busses, der sich um keine Betrachtung schert. :20. László mögött két öregember vitatkozik annak a makacs energiájával, aki egy vitában találta meg az önigazolás utolsó formáját, és a vita tárgya az, hogy a pápa kerékpárral utazott volna-e Budapestre, ha az alázata valóban igazi volna. - Hinter László streiten zwei alte Männer mit der verbissenen Energie von jemandem, der in einem Argument die letzte Form von Selbstbestätigung gefunden hat, und der Gegenstand des Streits ist, ob der Papst mit dem Fahrrad nach Budapest gereist wäre, wenn seine Demut wirklich echt wäre. :21. László benyúl a kabátja belső zsebébe, előhúzza a lapos üveget egy olyan mozdulat mellékes magától értetődőségével, amely rég megszűnt döntés lenni, és iszik egy kortyot, miközben a busz áthajt egy göröngyös részen. - László greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht die flache Flasche heraus mit der beiläufigen Selbstverständlichkeit einer Geste, die längst aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und trinkt einen Schluck, während der Bus über eine holprige Stelle fährt. :22. Senki sem fordul meg, és László éppen ezt becsüli ebben a buszban: a néma megállapodást, hogy békén hagyják egymást. - Niemand dreht sich um, und das ist genau das, was László an diesem Bus schätzt: die stumme Vereinbarung, einander in Ruhe zu lassen. :23. Az ebédszünetet egy euróraklapon tölti a raktárcsarnok hátsó sarkában, ahol a neonfény villog, és a huzat áthúz egy rosszul tömített rakodónyíláson. - Die Mittagspause verbringt er auf einer Europalette in der hinteren Ecke der Lagerhalle, wo das Neonlicht flackert und die Zugluft durch eine schlecht gedichtete Ladeluke zieht. :24. A szalámis zsemle, amelyet magával hozott, reggel még elfogadható volt, most száraz, és olyasminek az állaga van, ami a legjobb idejét egyértelműen maga mögött hagyta, de azért megeszi, mert az éhség nem támaszt esztétikai igényeket. - Die Wurstsemmel, die er mitgebracht hat, ist morgens noch passabel gewesen, jetzt ist sie trocken und hat die Konsistenz von etwas, das seine beste Zeit eindeutig hinter sich hat, aber er isst sie trotzdem, weil Hunger keine ästhetischen Ansprüche stellt. :25. Tibor, a kollégája, leül mellé annak az embernek az arckifejezésével, aki egy történetet hordoz magában, amelyet meg akar osztani, akár akarja hallani az ember, akár nem. - Tibor, sein Kollege, setzt sich neben ihn mit dem Gesichtsausdruck eines Menschen, der eine Geschichte mit sich trägt, die er teilen möchte, ob man sie hören will oder nicht. :26. Egy lottónyereményről van szó, de nem Tibor sajátjáról, hanem egy harmadfokú kecskeméti unokatestvérééről, egy olyan távoli rokonságról, amely biológiailag már alig mérhető, pénzügyileg azonban nyilvánvalóan mégis figyelemre méltó. - Es geht um einen Lottogewinn, aber nicht Tibors eigenen, sondern den eines Cousins dritten Grades in Kecskemét, eine Verwandtschaft so weit entfernt, dass sie biologisch kaum noch messbar ist, aber finanziell offenbar dennoch bemerkenswert. :27. László hallgatja, és közben csendben kiszámolja fejben, hány hónapot kellene dolgoznia, hogy megengedhessen magának valamit, ami nem szükségletet elégít ki, hanem egy kívánságot, és megállapítja, hogy a számot nem akarja végiggondolni. - László hört zu und kalkuliert dabei still im Kopf, wie viele Monate er arbeiten müsste, um sich etwas zu leisten, das kein Bedürfnis befriedigt, sondern einen Wunsch, und er stellt fest, dass er die Zahl nicht zu Ende denken will. :28. Röviden felnevet, egy hanggal, amely valahol az igazi nevetés és aközött a zaj között van, amely akkor keletkezik, amikor az ember megköszörüli a torkát, hogy kitérjen egy válasz elől. - Er lacht kurz auf, ein Laut, der irgendwo zwischen echtem Lachen und dem Geräusch liegt, das entsteht, wenn man sich räuspert, um einer Antwort zu entgehen. :29. A délután ládákra, szállítólevelekre, a mennyezeti lámpák egyenletes zúgására bomlik fel, és László annak az embernek a pontosságával dolgozik, aki nem akar gondolkodni, és ezért minden kézmozdulatot nagyon pontosan hajt végre. - Der Nachmittag löst sich auf in Kisten, Lieferscheinen, dem gleichmäßigen Brummen der Deckenlampen, und László arbeitet mit der Präzision eines Menschen, der nicht nachdenken will und deshalb jeden Handgriff sehr genau ausführt. :30. Amikor estefelé felér a panelház előtti betonlépcsőn, egyszerűen megáll a második fokon, és leül, anélkül hogy különösebb oka volna rá azon kívül, hogy a lakás nem hívja őt. - Als er gegen Abend die Betontreppe vor dem Plattenbau hinaufkommt, bleibt er auf der zweiten Stufe einfach stehen und setzt sich hin, ohne einen besonderen Grund dafür zu haben außer dem, dass die Wohnung ihn nicht ruft. :31. Leteszi maga mellé az üveget a lépcsőfokra, nem azért, mert inni akar, hanem mert furcsa érzés volna a zsebében hagyni, amikor ő maga is kint ül. - Er stellt die Flasche neben sich auf die Stufe, nicht weil er trinken will, sondern weil es sich seltsam anfühlen würde, sie in der Tasche zu lassen, wenn er selbst draußen sitzt. :32. Valahol fölötte, az egyik felső emeleten, valaki harmonikázik, és a dallam a nyitott ablakon át lehull az utcára, kissé ferdén, néhány félhanggal mellé, de olyan meggyőződéssel játszva, amely minden kritikát fölöslegessé tesz. - Irgendwo über ihm, in einem der oberen Stockwerke, spielt jemand Akkordeon, und die Melodie fällt durch das offene Fenster auf die Straße, ein bisschen schief, ein paar Halbtöne daneben, aber mit einer Überzeugung gespielt, die jede Kritik überflüssig macht. :33. László hallgatja, és arra gondol, hogy alábecsült minőség valamit rosszul csinálni, és közben teljesen meg lenni győződve róla, mert ez a meggyőződés a rosszat valami mássá alakítja. - László hört zu und denkt, dass es eine unterschätzte Qualität ist, etwas falsch zu tun und dabei vollständig überzeugt zu sein, weil diese Überzeugung das Falsche in etwas anderes verwandelt. :34. Aztán János kilép a ház bejáratán, annak az embernek a lépteivel, akinek nem volt oka kimenni, de bent maradni sem volt oka. - Dann tritt János aus dem Hauseingang, mit dem Schritt eines Mannes, der keinen Grund hatte, nach draußen zu gehen, aber drinnen auch keinen Grund hatte zu bleiben. :35. Kérdés nélkül, köszönés nélkül leül László mellé, és az utcára néz annak üres, egyenletes tekintetével, akinek az utca már évek óta nem tartozik meglepetésekkel. - Er setzt sich neben László, ohne zu fragen, ohne zu grüßen, und schaut auf die Straße mit dem leeren, gleichmäßigen Blick von jemandem, dem die Straße schon seit Jahren keine Überraschungen mehr schuldet. :36. Fent tovább szól a harmonika, még mindig nem egészen helyesen, még mindig tele meggyőződéssel, és az utcai lámpa sárgás fényét a nedves járdára veti. - Oben spielt das Akkordeon weiter, immer noch nicht ganz richtig, immer noch voller Überzeugung, und die Straßenlaterne wirft ihr gelbliches Licht auf den nassen Bürgersteig. :37. Egy idő után, amelyben mindketten annak az embernek a magától értetődésével hallgatnak, akinek már nem kell megmagyaráznia a csendet, János elveszi az üveget, iszik, és visszaadja, egy olyan egyszerre bonyolulttalan, udvariatlan és bizalmas mozdulattal, hogy László észrevétlenül elmosolyodik. - Nach einer Weile, in der beide schweigen mit der Selbstverständlichkeit von Menschen, die kein Schweigen mehr erklären müssen, nimmt János die Flasche, trinkt und gibt sie zurück, eine Geste so unkompliziert und unhöflich und vertraut zugleich, dass László lächelt, ohne es zu merken. :38. „Holnap is lesz egy nap”, mondja János, és a mondat nem vigasznak és nem iróniának hangzik, hanem józan helyzetfelmérésnek, amelyet mindketten már ismernek, és amely mégis tart valamit. - „Morgen ist auch ein Tag", sagt János, und der Satz klingt weder nach Trost noch nach Ironie, sondern nach einer nüchternen Bestandsaufnahme, die beide schon kennen und die trotzdem etwas trägt. :39. László bólint, és az utcára néz, amelyen semmi sem mozdul azon a harmonikahangon kívül, amely füstként húzódik át a levegőn egy kéményből, közönyösen, és mégis jelen lévén. - László nickt und schaut auf die Straße, auf der sich nichts bewegt außer dem Akkordeonklang, der durch die Luft zieht wie Rauch aus einem Schornstein, gleichgültig und trotzdem da. :40. Ez nem olyan este, amelyen történt valami, és nem olyan este, amely megmarad az emlékezetben, de miközben ott ül, László érez valamit, amit nem nevezne meg, mert a megnevezés megváltoztatná. - Es ist kein Abend, an dem etwas passiert ist, und es ist kein Abend, der in der Erinnerung bleiben wird, aber während er sitzt, fühlt László etwas, das er nicht benennen würde, weil Benennen es verändern würde. :41. Holnap reggel, háromnegyed hatkor, újra itt fog állni, az utca üres lesz, a busz késni fog, és Erzsébet be fog fordulni a sarkon a táskájával, és azonnal beszélni kezd. - Morgen früh, um Viertel vor sechs, wird er wieder hier stehen, die Straße wird leer sein, der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird mit ihrer Tüte um die Ecke biegen und sofort anfangen zu reden. :42. Ezt olyan bizonyossággal tudja, amely nem remény és nem beletörődés, hanem egyszerűen a saját életének nyugodt ismerete, amelyet az ember valamikor megszerez, amikor felhagyott azzal, hogy harcoljon ellene. - Er weiß das mit einer Gewissheit, die keine Hoffnung ist und keine Resignation, sondern einfach die ruhige Kenntnis des eigenen Lebens, die man irgendwann erwirbt, wenn man aufgehört hat, dagegen zu kämpfen. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :A mindennapi késés - Die alltägliche Verspätung :1. Háromnegyed hatkor, abban a különös köztes órában, amikor az éjszaka még nem búcsúzott el, és a reggel még nem támaszt igényeket, László a megállóban áll, és azt gyakorolja, amit minden nap újra gyakorol: a várakozást várakozás nélkül. - Um Viertel vor sechs, in jener eigenartigen Zwischenstunde, in der die Nacht sich nicht verabschiedet hat und der Morgen noch keine Ansprüche stellt, steht László an der Haltestelle und übt, was er jeden Tag aufs Neue übt: das Warten ohne Erwartung. :2. A mögötte lévő menetrendtábla egy időpontot mutat, amely hónapok óta már senkit sem téveszt meg, de senkit sem zavar, mert ezen a környéken a különbség aközött, ami ki van írva, és aközött, ami valóban történik, régóta természetes állapotként ivódott be az emberekbe. - Der Fahrplankasten hinter ihm trägt eine Uhrzeit, die seit Monaten niemanden mehr täuscht, aber auch niemanden stört, weil in dieser Gegend die Differenz zwischen dem, was angeschrieben steht, und dem, was tatsächlich geschieht, längst als Normalzustand verinnerlicht worden ist. :3. Az eső, amely ezen az éjszakán kezdődött, nem eső a szó tulajdonképpeni értelmében, hanem az a finom szemcsés lebegés, amely leülepszik a hajban, összegyűlik a gallérban, és úgy fekszik rá a bőrre, mint egy megjegyzés, amelyet az ember nem kért, és nem is tud elutasítani. - Der Regen, der in dieser Nacht begonnen hat, ist kein Regen im eigentlichen Sinne, sondern jene feinkörnige Schwebe, die sich in den Haaren niederschlägt, im Kragen sammelt und auf die Haut legt wie ein Kommentar, den man nicht angefordert hat und nicht abweisen kann. :4. Lászlónak nincs kapucnija, amióta valahol otthagyott egy kapucnis dzsekit, hogy pontosan mikor és hol, arra már nem emlékszik, mert azok a dolgok, amelyeket az ember anélkül veszít el, hogy észrevenné, az emlékezetben sem hagynak lenyomatot. - László hat keine Kapuze, seit er eine Jacke mit Kapuze irgendwo zurückgelassen hat, wann genau und wo weiß er nicht mehr, weil Dinge, die man verliert, ohne es zu bemerken, auch in der Erinnerung keinen Abdruck hinterlassen. :5. Végignéz az utcán azzal a tekintettel, amely már nem keres, hanem csak regisztrál, annak az embernek a tekintetével, aki az ismétlődést olyan teljesen elfogadta, hogy az eltérés úgy lepné meg, mint egy hiba egy számításban, amelyet soha nem is állított fel. - Er schaut die Straße entlang mit jenem Blick, der nicht mehr sucht, sondern registriert, der Blick eines Menschen, der die Wiederholung so vollständig akzeptiert hat, dass Abweichung ihn überraschen würde wie ein Fehler in einer Rechnung, die er nie aufgestellt hat. :6. Maga a megálló olyan módon ismerős neki, amely túlmegy a látványon: a nedves beton és az állott cigarettafüst szaga, a menetrendtábla keretének halk nyikorgása a szélben, a bekarcolt 1987-es évszám, amelyet valaki egyszer bizonyára fontosnak tartott. - Die Haltestelle selbst ist ihm in einer Weise vertraut, die über das Visuelle hinausgeht: der Geruch von nassem Beton und abgestandenem Zigarettenrauch, das leise Quietschen des Fahrplankastenrahmens im Wind, die eingeritzte Jahreszahl 1987, die jemand einmal für wichtig gehalten haben muss. :7. Aztán meghallja azt a hangot, amely Erzsébetet mindig bejelenti, mielőtt láthatóvá válna: a nehéz műanyag szatyrok ritmikus csapódását a combjához, cipőjének csikorgását a nedves járdán, egy olyan asszony ziháló várakozását, aki egy történetet hordoz magával, mint egy terhet, amely egyszerre súly és megkönnyebbülés. - Dann hört er das Geräusch, das Erzsébet immer ankündigt, bevor sie sichtbar wird: das rhythmische Schlagen schwerer Plastiktüten gegen Oberschenkel, das Knirschen ihrer Schuhe auf dem nassen Pflaster, die atemlose Vorfreude einer Frau, die eine Geschichte mit sich trägt wie eine Last, die gleichzeitig Gewicht und Erleichterung ist. :8. Ötvenhat éves, közvetlenül fölötte lakik, és abban a nyolc évben, amióta László a panelházban él, olyan megbízhatóságról tett tanúbizonyságot, amelyet László titokban csodál, még ha ezt soha nem is mondaná ki, mert a kimondás bonyolultabbá tenné a dolgot, mint amilyennek lennie kell. - Sie ist 56 Jahre alt, wohnt unmittelbar über ihm, und hat in den acht Jahren, in denen László im Plattenbau lebt, eine Verlässlichkeit bewiesen, die er insgeheim bewundert, auch wenn er das niemals aussprechen würde, weil das Aussprechen die Sache komplizierter machen würde, als sie sein muss. :9. „El sem hiszed”, mondja, még mielőtt egészen megállna, és a szatyrot olyan mozdulattal teszi le a földre, mint az az ember, aki ledobja a ballasztot, hogy mindkét keze szabad legyen az elbeszéléshez. - „Du glaubst es nicht", sagt sie, noch bevor sie ganz zum Stehen gekommen ist, und stellt die Tüte auf den Boden mit der Geste eines Menschen, der Ballast abwirft, um beide Hände für das Erzählen frei zu haben. :10. János tegnap este hibásnak nyilvánította a nappali lámpáját, egy olyan villogás alapján, amely talán létezett, talán nem, és olyan elszántsággal csavarta ki az égőt, mint az a férfi, aki úgy old meg egy problémát, hogy láthatatlanná teszi. - János hat gestern Abend die Wohnzimmerlampe für defekt erklärt, auf der Grundlage eines Flackerns, das möglicherweise existiert hat und möglicherweise nicht, und hat die Glühbirne herausgedreht mit der Entschlossenheit eines Mannes, der ein Problem löst, indem er es unsichtbar macht. :11. Három órán át ült a sötétben, nem azért, mert semmilyen megoldás nem lett volna elképzelhető, hanem mert az egyetlen elképzelhető megoldás egy kérést igényelt volna, a kérés pedig János számára a kapituláció egy formája, amelyet egész életében elkerült, és amelyet most, ötvennyolc évesen, amikor fő elfoglaltsága egy karosszék, sem szándékozik begyakorolni. - Drei Stunden saß er im Dunkeln, nicht weil keine Lösung denkbar gewesen wäre, sondern weil die einzig denkbare Lösung eine Bitte erfordert hätte, und Bitten ist für János eine Form der Kapitulation, die er sein Leben lang vermieden hat und die er auch jetzt, mit 58 Jahren und einem Sessel als Hauptbeschäftigung, nicht einzuüben gedenkt. :12. „Hagytam, hadd üljön”, mondja Erzsébet, és ebben a mondatban nincs kegyetlenség, hanem annak az asszonynak a kimerült méltósága van benne, aki egy ponton felhagyott azzal, hogy magyarázza, amit már megmagyarázott, és elkezdett egyszerűen csak figyelni. - „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt Erzsébet, und in diesem Satz steckt keine Grausamkeit, sondern die erschöpfte Würde einer Frau, die irgendwann aufgehört hat zu erklären, was sie erklärt hat, und begonnen hat, einfach zu beobachten. :13. László olyan figyelemmel hallgatja, amely őszintébb, mint amilyennek látszik, mert Erzsébet, úgy hiszi, tudja, hogy ő nem igazán figyel, és ő tudja, hogy Erzsébet ezt tudja, és mégis minden reggel így beszélgetnek egymással, mert a kölcsönös részvételnek ez a kis színjátéka mindkettőjüknek ad valamit, amit nem neveznének meg. - László hört zu mit einer Aufmerksamkeit, die ehrlicher ist, als sie aussieht, denn Erzsébet weiß, glaube er, dass er nicht wirklich zuhört, und er weiß, dass sie das weiß, und trotzdem reden sie jeden Morgen so miteinander, weil diese kleine Inszenierung gegenseitiger Anteilnahme beiden etwas gibt, das sie nicht benennen würden. :14. A hallgatásnak László számára van még egy funkciója, amelyet önmagának sem vall be: amíg Erzsébet beszél, nem kell a csendbe süllyednie, és a csend az, amelyben előbukkannak azok a dolgok, amelyekre inkább nem gondol, a levél a konyhaasztalon, a palack, amely túl gyorsan ürül, az érzés, hogy az évek úgy múlnak el, mint buszutak egy olyan útvonalon, amely valahol véget ér, de sehová sem érkezik meg. - Das Zuhören hat für László eine weitere Funktion, die er sich selbst gegenüber nicht eingesteht: Solange Erzsébet redet, muss er nicht in Stille versinken, und die Stille ist das, worin die Dinge auftauchen, über die er lieber nicht nachdenkt, der Brief auf dem Küchentisch, die Flasche, die sich zu schnell leert, das Gefühl, dass die Jahre vergehen wie Busfahrten auf einer Route, die irgendwo endet, aber nirgends ankommt. :15. A busz végül megjelenik az utca végén, lassan anyaggá válik a reggel szürkeségéből, mint egy állítás, amelyet nem lehet megcáfolni, de hinni sem kell benne, és tizennégy percet késik, ami ezen a vonalon szinte már pontosságnak számíthatna. - Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, materialisiert sich langsam aus dem Grau des Morgens wie eine Behauptung, die man nicht widerlegen kann, aber auch nicht glauben muss, und er ist vierzehn Minuten zu spät, was für diese Linie beinahe als Pünktlichkeit durchgehen könnte. :16. László felszáll, megtalálja megszokott helyét az ablaknál, amely nem záródik, és annak az embernek a közönyével fogadja az ismerős hideg huzatot, aki megtanult különbséget tenni azok között a kényelmetlenségek között, amelyekkel érdemes küzdeni, és azok között, amelyeket az ember egyszerűen visel. - László steigt ein, findet seinen angestammten Platz am Fenster, das sich nicht schließt, und empfängt den vertrauten kalten Luftzug mit der Gleichmut eines Menschen, der gelernt hat, zwischen Unbequemlichkeiten zu unterscheiden, die sich lohnen zu bekämpfen, und solchen, die man einfach trägt. :17. Odakint elhúz mellette a városkép, amelyet olyan jól ismer, hogy csukott szemmel is le tudná írni: a panelházak, amelyek homlokzatai olyasvalaminek a színét viselik, aminek valaha bézsnek kellett lennie, a benzinkút a folyamatosan villogó árkijelzővel, a trafik, amelynek tulajdonosát László még soha nem látta nappali fényben. - Draußen zieht das Stadtbild vorbei, das er so gut kennt, dass er es mit geschlossenen Augen beschreiben könnte: die Plattenbauten, deren Fassaden die Farbe von etwas haben, das einmal Beige gewesen sein soll, die Tankstelle mit dem dauerhaft blinkenden Preisschild, der Kiosk, dessen Besitzer László noch nie bei Tageslicht gesehen hat. :18. Aztán jön a gyár, és László odanéz, ahogy minden reggel teszi, azzal a makacs figyelemmel, amelyet önmagának sem tud megmagyarázni, mintha az épület évekkel ezelőtt megállapodott volna vele valamiben, és most arra várna, hogy ő teljesítse a megállapodás rá eső részét. - Dann kommt die Fabrik, und László schaut hin, wie er es jeden Morgen tut, mit jener hartnäckigen Aufmerksamkeit, die er sich selbst nicht erklären kann, als hätte das Gebäude vor Jahren etwas mit ihm vereinbart und warte nun darauf, dass er seinen Teil der Abmachung erfüllt. :19. A kiégett ablaküregek olyan közönnyel néznek vissza, mint valami, ami már túl van pusztuláson és megújuláson, túl a szándékon, túl mindenen, amit László szavakba tudna foglalni, aztán a gyár elmarad mögöttük, a busz továbbhalad, és a pillanat feloldódik, mint minden pillanat. - Die ausgebrannten Fensterhöhlen schauen zurück mit der Gleichgültigkeit von etwas, das jenseits von Verfall und Erneuerung angelangt ist, jenseits von Absicht, jenseits von allem, was László in Worte fassen könnte, und dann ist die Fabrik vorbei und der Bus fährt weiter, und der Moment löst sich auf wie alle Momente. :20. Mögötte két öregember olyan beszélgetést folytat, amely már rég egy vita formáját öltötte, arról a kérdésről, hogy a pápa, ha valóban olyan szerény volna, mint amilyennek mondja magát, nem ment volna-e már rég biciklivel Budapestre, László pedig fél füllel hallgatja őket, és arra gondol, hogy a teológiai kérdéseknek a menetrend szerinti buszokon olyan állandóságuk van, amely a katedrális vitákból hiányzik. - Hinter ihm führen zwei alte Männer ein Gespräch, das längst die Form eines Streits angenommen hat, über die Frage, ob der Papst, wäre er wirklich so bescheiden, wie er behauptet zu sein, nicht längst auf dem Fahrrad nach Budapest gereist wäre, und László hört mit dem halben Ohr zu und denkt, dass theologische Fragen in Linienbussen eine Beständigkeit haben, die kathedralen Diskussionen fehlt. :21. Belenyúl a dzsekije belső zsebébe, előhúzza a lapos üveget olyan mellékességgel, amely már nem titkolózás, hanem egy olyan cselekvés magától értetődősége, amelyet olyan sokszor ismételtek meg, hogy elvesztette minden jellegét, és most egyszerűen ott van, mint a lélegzés, és iszik egy kortyot, miközben a busz áthalad egy úthullámon, és röviden meginog. - Er greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht die flache Flasche heraus mit einer Beiläufigkeit, die keine Heimlichkeit mehr ist, sondern die Selbstverständlichkeit einer Handlung, die so oft wiederholt wurde, dass sie jeden Charakter verloren hat und nun einfach da ist wie Atmen, und trinkt einen Schluck, während der Bus über eine Bodenwelle fährt und kurz schwankt. :22. Senki sem fordul meg, amit László nem közönyként értelmez, hanem olyan emberek csendes szolidaritásaként, akik mind a saját üvegüket hordják a saját dzsekizsebükben, képletesen vagy másképp. - Niemand dreht sich um, was László nicht als Gleichgültigkeit interpretiert, sondern als die stille Solidarität von Menschen, die alle ihre eigenen Flaschen in ihren eigenen Jackentaschen tragen, metaphorisch oder anders. :23. Az ebédszünetet egy EUR-raklapon tölti a raktárcsarnok hátsó sarkában, ahol a neonfénynek olyan frekvenciája van, amely hosszú távon úgy hat a látásra, mint egy szakadatlanul túl halk hang az idegekre, és megeszik egy kolbászos zsemlét, amely reggel még elment volna reggelinek, most viszont inkább régészeti leletként volna besorolható. - Die Mittagspause verbringt er auf einer Europalette in der hinteren Ecke der Lagerhalle, wo das Neonlicht eine Frequenz hat, die auf Dauer auf das Sehvermögen wirkt wie ein unaufhörlich zu leiser Ton auf die Nerven, und isst eine Wurstsemmel, die am Morgen noch als Frühstück durchgegangen wäre und jetzt eher als archäologischer Fund zu klassifizieren ist. :24. Tibor, a kollégája, leül mellé annak az embernek a feltartóztathatatlan energiájával, akinek egy történet égeti a nyelvét, és beszámol egy lottónyereményről, amely földrajzilag és genealógiailag olyan messze van magától Tibortól, hogy ennek a hírnek a relevanciája szinte filozófiai természetű. - Tibor, sein Kollege, setzt sich neben ihn mit der unaufhaltsamen Energie eines Menschen, dem eine Geschichte auf der Zunge brennt, und berichtet von einem Lottogewinn, der geografisch und genealogisch so weit von Tibor selbst entfernt ist, dass die Relevanz dieser Nachricht fast philosophischer Natur ist. :25. László hallgatja, és közben csendben elvégez a fejében egy számítást, amelyet nem akar végigvinni, mert ennek a számításnak a vége egy olyan szám lenne, amelyet ismer, és amelyre mégsem szeret ránézni, ahogyan az ember bizonyos tükröket kerül a lakásokban, mert tudja, mit mutatnak. - László hört zu und vollzieht dabei still im Kopf eine Kalkulation, die er nicht zu Ende führen will, weil das Ende dieser Rechnung eine Zahl wäre, die er kennt und die er dennoch lieber nicht anschaut, so wie man bestimmte Spiegel in Wohnungen meidet, weil man weiß, was sie zeigen. :26. Röviden felnevet, egy olyan hanggal, amely túl tömör ahhoz, hogy valódi nevetés legyen, és Tibor azzal a tekintettel néz rá, amelyet az emberek akkor használnak, amikor érzik, hogy valamit nem értettek meg, de nem akarnak kérdezni, mert a válasz talán jobban érintené őket, mint szeretnék. - Er lacht kurz auf, ein Laut, der zu komprimiert ist, um wirkliches Lachen zu sein, und Tibor schaut ihn an mit jenem Blick, den Menschen verwenden, wenn sie spüren, dass sie etwas nicht verstanden haben, aber nicht fragen wollen, weil die Antwort sie vielleicht mehr angeht, als ihnen lieb wäre. :27. A délután elfolyik a munka mechanikájában, amelyet László nem becsül, de nem is vet meg, mert az a munka, amelyet az ember megvet, felemészti, míg az a munka, amellyel szemben közönyös, egyszerűen átengedi magán, mint a víz egy csatornát, nyomok hátrahagyása nélkül. - Der Nachmittag verfließt in der Mechanik der Arbeit, die László nicht schätzt, aber auch nicht verachtet, weil Arbeit, die man verachtet, einen aufreibt, während Arbeit, der man gleichgültig gegenübersteht, einen einfach durchlässt wie Wasser einen Kanal, ohne Spuren zu hinterlassen. :28. Amikor este eléri a panelház betonlépcsőjét, megáll a második fokon, gondolkodás nélkül leül, és maga mellé teszi az üveget a kőre, nem szükségből, hanem az önmagával való csendes társas lét egyfajta formájaként, amelyet nyolc év panelházi élet alatt sajátított el. - Als er am Abend die Betontreppe des Plattenbaus erreicht, bleibt er auf der zweiten Stufe stehen, setzt sich hin, ohne nachzudenken, und stellt die Flasche neben sich auf den Stein, nicht aus Bedürfnis, sondern aus einer Art stiller Geselligkeit mit sich selbst, die er sich in acht Jahren Plattenbauleben angeeignet hat. :29. Valahol az épületben, nem tudja megmondani, melyik emeleten, valaki harmonikázik, és a hangok az open ablakon keresztül úgy hullanak az utcára, mint szavak egy beszélgetésből, amelyet az ember nem ért, de amelynek hangulatát mégis felfogja. - Irgendwo im Gebäude, er kann nicht sagen, in welchem Stockwerk, spielt jemand Akkordeon, und die Töne fallen durch das offene Fenster auf die Straße wie Worte aus einem Gespräch, das man nicht versteht, aber dessen Stimmung man trotzdem erfasst. :30. A dallam nem egészen tiszta, néhány hang egy félhanggal eltéveszti a célját, de a játékos nem hagyja abba, és nem tart szüneteket a kételkedéshez, László pedig arra gondol, hogy ez a fajta meggyőződés, amely nincs tekintettel a tökéletességre, talán az egyetlen meggyőződés, amely a mindennapokban valóban kitart. - Die Melodie ist nicht ganz sauber, ein paar Töne verfehlen ihr Ziel um einen Halbton, aber der Spieler hört nicht auf und macht keine Pausen zum Zweifeln, und László denkt, dass diese Art von Überzeugung, die keine Rücksicht auf Perfektion nimmt, vielleicht die einzige Überzeugung ist, die im Alltag wirklich hält. :31. János kilép a ház bejáratán annak a férfinak a motiválatlan léptével, akinek az este sem bent, sem kint nem tartozik semmivel, és aki ezért a kintet választotta, mert ott legalább nem villog semmi. - János tritt aus dem Hauseingang mit dem unmotivierten Schritt eines Mannes, dem der Abend weder drinnen noch draußen etwas schuldet und der sich deshalb für das Draußen entschieden hat, weil es dort wenigstens nicht flackert. :32. Leül László mellé, bejelentés nélkül, köszönés nélkül, annak az embernek a magától értetődő határátlépésével, akinek a szomszédok közötti formaság már évek óta fölöslegesnek tűnik, és mindketten az utcát nézik, amelyen az este úgy terül szét, mint egy gondolat, amelyet az ember inkább nem gondol végig. - Er setzt sich neben László, ohne Ankündigung, ohne Begrüßung, mit der selbstverständlichen Grenzüberschreitung von jemandem, dem Förmlichkeit zwischen Nachbarn schon seit Jahren überflüssig erscheint, und beide schauen auf die Straße, auf der der Abend sich ausbreitet wie ein Gedanke, über den man lieber nicht zu Ende nachdenkt. :33. A köztük lévő csend nem üres, tele van mindazzal, amit sem kimondani nem kell, sem kimondani nem volna szabad, e lépcső, e ház, e utca, e élet közös ismeretével, amelyet egyikük sem választott, és amelyet mindketten mégis olyan makacssággal élnek, amelyet az ember rezignációnak tarthatna, ha nem nézne oda pontosan. - Das Schweigen zwischen ihnen ist nicht leer, es ist gefüllt mit allem, was weder gesagt werden muss noch gesagt werden sollte, mit der gemeinsamen Kenntnis dieser Treppe, dieses Gebäudes, dieser Straße, dieses Lebens, das keiner von beiden gewählt hat und das beide trotzdem führen mit einer Beharrlichkeit, die man für Resignation halten könnte, wenn man nicht genau hinsähe. :34. Egy idő után, amelynek nincs meghatározott hossza, mert egyikük sem néz az órára, János elveszi az üveget, iszik, visszaadja, és ez a mozdulat annyira bonyolítatlan és annyira teljesen mentes minden kommentártól, hogy ez a legtisztább dolog, ami ezen az estén történik. - Nach einer Weile, die keine bestimmte Länge hat, weil keiner von beiden auf die Uhr schaut, nimmt János die Flasche, trinkt, gibt sie zurück, und diese Geste ist so unkompliziert und so vollständig frei von Kommentar, dass sie das Reinste ist, was an diesem Abend geschieht. :35. „Holnap is lesz nap”, mondja János, és a mondat az ő szájában nem vigasztalásnak hangzik, és nem is iróniának, hanem annak, ami: egyszerű megállapításnak az idő szerkezetéről, amelyet mindketten ismernek, és amely kimondva mégis megváltoztat valamit, mert a nyelv ezt teszi, akkor is, ha semmi újat nem mond. - „Morgen ist auch ein Tag", sagt János, und der Satz klingt in seinem Mund nicht nach Vertröstung und nicht nach Ironie, sondern nach dem, was er ist: eine schlichte Feststellung über die Struktur der Zeit, die beide kennen und die, ausgesprochen, dennoch etwas ändert, weil Sprache das tut, auch wenn sie nichts Neues sagt. :36. László bólint, és a harmonika tovább játszik, még mindig nem egészen jól, és az utcai lámpa sárgás fényébe meríti a nedves járdát, és valahol a távolban elhalad egy busz, amely pontos vagy nem pontos, mert ez most már nem számít. - László nickt, und das Akkordeon spielt weiter, immer noch nicht ganz richtig, und die Straßenlaterne taucht den nassen Bürgersteig in sein gelbliches Licht, und irgendwo in der Ferne fährt ein Bus, der pünktlich ist oder nicht, weil es jetzt keine Rolle mehr spielt. :37. Olyan este ez, mint ez az este, nem több és nem kevesebb, és miközben László a betonlépcsőn ül, és a hamis harmonikát hallgatja, érez valamit, amit gondosan névtelenül hagy, mert tudja, hogy bizonyos dolgok abban a pillanatban megszűnnek létezni, amint nevet adunk nekik. - Es ist ein Abend wie dieser Abend, nicht mehr und nicht weniger, und während László auf der Betonstufe sitzt und dem falschen Akkordeon lauscht, spürt er etwas, das er sorgfältig unbenennt lässt, weil er weiß, dass manche Dinge aufhören zu existieren, sobald man ihnen einen Namen gibt. :38. Holnap reggel háromnegyed hatkor megint itt fog állni, a szitáló esőben, kapucni nélkül, és a busz késni fog, Erzsébet pedig be fog fordulni a sarkon, és beszélni kezd. - Morgen früh um Viertel vor sechs wird er wieder hier stehen, im Nieselregen, ohne Kapuze, und der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird um die Ecke biegen und anfangen zu reden. :39. Ő akkor majd hallgatni fogja, és mindez pontosan ugyanúgy lesz, mint ma, és mégsem ugyanaz lesz, mert ugyanabba a folyóba nem lép az ember kétszer, még akkor sem, ha a folyó ezt nem tudja, és közömbös is volna számára. - Er wird dann zuhören, und das alles wird genau so sein wie heute, und trotzdem wird es nicht dasselbe sein, weil man in denselben Fluss nicht zweimal steigt, auch wenn der Fluss das nicht weiß und es ihm gleichgültig wäre. ------------------------- == 80 - hashed == 1 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Márta steckt den Schlüssel ins Schloss. Die Tür geht auf. Im Flur ist es still. An der Garderobe hängen sieben Kleiderbügel. Sie sind alle leer. Gábor tritt hinter ihr ein. Er sagt nichts. Er bleibt stehen und schaut sich um. Das Telefon steht noch auf dem Sekretär. Es klingelt nicht. Márta atmet einmal tief durch. Sie kennt diese Wohnung seit dreißig Jahren. Aber heute fühlt sie sich fremd an. Gábor geht in die Küche. Márta folgt ihm. Sie öffnen die Schublade unter dem Herd. Die Schublade klemmt, wie immer. Gábor zieht fester. Endlich geht sie auf. Darin liegen drei Packungen Paprika. Das Verfallsdatum ist schon lange vorbei. Gábor nimmt ein Glas heraus. Auf dem Etikett steht in der Handschrift der Mutter: „Gurken 2011". Márta sagt: „Das ist noch gut." Gábor schaut sie an. Er fragt: „Bist du verrückt?" Márta zuckt mit den Schultern. Sie schweigen eine Weile. Dann öffnet Gábor das Glas. Sie essen die Gurken auf. Sie schmecken nach fast nichts. Aber sie essen trotzdem alles. Im Schlafzimmer ist das Bett schon weg. Auf dem Boden liegt ein Karton. Márta kniet sich hin und öffnet ihn. Darin sind alte Briefe. Sie sind in einem Band zusammengebunden. Márta nimmt einen heraus. Sie liest laut vor: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt: „Wer ist Béla?" Márta weiß es nicht. Niemand weiß es. Der Vater war nie dabei gewesen. Gábor zündet sich eine Zigarette an. Er raucht sie im Zimmer, obwohl das nicht erlaubt ist. Márta sagt nichts dazu. Am letzten Abend sind die Möbel alle weg. Die Wohnung ist leer. Auf dem Parkett liegen noch helle Flecken. Dort hingen früher die Bilder. Dreißig Jahre lang. Márta setzt sich auf den Boden. Gábor setzt sich neben sie. Sie trinken Tee aus zwei verschiedenen Tassen. Die Tassen passen nicht zusammen. Das war schon immer so. Gábor sagt: „Eigentlich war sie nie glücklich." Márta denkt kurz nach. Dann sagt sie: „Doch. Aber nicht hier." Gábor nickt langsam. Er sagt nichts mehr. Sie schließen die Tür ab. Sie gehen die Treppe hinunter. Im Hof blüht die Linde. Es riecht gut. Am Kiosk kaufen sie ein Bier. Sie teilen es sich. Keiner spricht mehr über die Mutter. Sie müssen es auch nicht. Sie gehen gemeinsam die Straße entlang. Das ist kein Abschied. Es ist ein Weitergehen. ---------------------------------------------- 2 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Márta steckt den Schlüssel ins Schloss und drückt die Tür auf. Im Flur riecht es nach altem Teppich und nach etwas, das sie nicht benennen kann. An der Garderobe hängen sieben Kleiderbügel, aber keine einzige Jacke. Gábor kommt hinter ihr herein und stellt seine Tasche ab. Er schaut sich um, als ob er die Wohnung zum ersten Mal sieht. Das Telefon steht noch auf dem kleinen Sekretär neben der Tür. Es ist angeschlossen, aber es klingelt nicht. Márta legt ihre Hand kurz auf den Hörer und nimmt sie dann wieder weg. In der Küche klemmt die Schublade, wie sie immer geklemmt hat. Gábor zieht zweimal, dann gibt sie nach. Dahinter liegen drei Packungen Paprika, alle abgelaufen, und ganz hinten steht ein Glas mit Gurken. Auf dem Etikett steht in der Handschrift der Mutter das Wort „Gurken" und die Jahreszahl 2011. Márta sagt, das Glas sei sicher noch gut. Gábor fragt sie, ob sie das ernst meint. Sie zuckt mit den Schultern und sagt nichts weiter. Nach einer kurzen Pause öffnet Gábor das Glas, und sie essen die Gurken mit den Fingern. Die Gurken schmecken nach fast nichts, aber sie essen das ganze Glas leer. Das Bett im Schlafzimmer ist schon abgeholt worden, und der Raum wirkt dadurch viel größer. Unter dem Fenster steht ein alter Karton, den Márta noch nicht gesehen hat. Sie öffnet ihn und findet darin ein Bündel Briefe, die mit einem roten Band zusammengebunden sind. Sie nimmt den obersten Brief heraus und liest einen Satz laut vor: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla war. Márta weiß es nicht, und auch Gábor weiß es nicht. Der Vater ihrer Mutter hatte nie eine Rolle in ihrem Leben gespielt. Gábor zündet sich eine Zigarette an und raucht sie mitten im Zimmer. Márta sieht es, aber sie sagt nichts dazu. Am Abend sind alle Möbel weg, und die Wände haben helle Flecken, wo die Bilder früher hingen. Márta setzt sich auf das nackte Parkett, und Gábor setzt sich neben sie. Sie haben noch zwei Tassen gefunden, die nicht zusammenpassen, und machen dünnen Tee. Der Tee ist nicht heiß genug, aber das stört sie nicht. Gábor sagt nach einer Weile, dass ihre Mutter eigentlich nie wirklich glücklich gewesen sei. Márta denkt kurz darüber nach, bevor sie antwortet. Sie sagt, die Mutter sei schon glücklich gewesen, aber eben nicht hier. Gábor nickt, trinkt seinen Tee und schaut auf die leere Wand. Sie stehen auf, schalten das Licht aus und schließen die Wohnung ab. Die Treppe knarrt auf der dritten Stufe, wie sie es immer getan hat. Im Hof blüht die Linde, und der Duft ist stärker als erwartet. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier und teilen sie sich auf der Straße. Keiner von beiden sagt etwas über die Mutter, und das ist auch gut so. Sie gehen nebeneinander die Straße entlang, ohne zu wissen, wohin genau. Das hier ist kein Abschied von der Mutter. Es ist der Anfang vom Weitergehen. ---------------------------------------------- 3 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss steckt, fällt ihr auf, dass noch das alte Etikett des Schlüsseldienstes daran hängt, mit einer Telefonnummer, die es längst nicht mehr gibt. Die Tür öffnet sich schwerer als früher, oder vielleicht bildet sie sich das nur ein. Im Flur hängt die Garderobe mit sieben leeren Kleiderbügeln, und Márta fragt sich kurz, warum ihre Mutter überhaupt sieben Kleiderbügel gebraucht hatte. Gábor kommt hinter ihr herein, stellt seine Reisetasche auf den Boden und schaut sich um, ohne etwas zu sagen. Er ist seit zehn Jahren nicht mehr hier gewesen, und Márta sieht ihm an, dass er die Wohnung kleiner in Erinnerung hatte. Das Telefon auf dem Sekretär ist noch angeschlossen, und für einen Moment erwartet Márta, dass es klingelt. Es klingelt nicht. In der Küche öffnen sie zuerst die Vorratsschublade unter dem Herd, weil man irgendwo anfangen muss. Die Schublade klemmt, wie sie seit zwanzig Jahren klemmt, und Gábor flucht leise, bevor er fester zieht. Hinter abgelaufenen Gewürzpackungen und einem angebrochenen Päckchen Zucker findet er ein Einmachglas, auf dessen Etikett die Mutter in ihrer kleinen, gleichmäßigen Handschrift „Gurken – August 2011" geschrieben hat. Márta sagt, das Glas könne noch gut sein, und Gábor fragt sie, ob sie im Ernst rede. Sie antwortet nicht direkt, nimmt das Glas aus seiner Hand und dreht den Deckel auf. Die Gurken riechen nach Essig und nach einer Küche, die es so nicht mehr gibt. Sie schmecken nach wenig, aber sie essen das Glas gemeinsam leer, stehend, ohne Teller, weil der Rest schon eingepackt ist. Das Schlafzimmer wirkt größer, seit das Bett abgeholt wurde, und die Stille dort ist eine andere als im Rest der Wohnung. Unter dem Fensterbrett entdeckt Márta einen Karton, den sie beim ersten Durchgang übersehen hat, und als sie ihn öffnet, findet sie ein Bündel Briefe, die mit einem roten Band zusammengebunden sind. Die Handschrift auf den Umschlägen gehört nicht ihrer Mutter. Márta zieht den obersten Brief heraus und liest einen einzigen Satz vor, weil mehr braucht es nicht: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta schüttelt den Kopf, weil sie keine Antwort hat. Ihr Vater war immer eine Randnotiz im Leben ihrer Mutter geblieben, jemand, über den man nicht sprach und den man auch nicht vermisste. Gábor zieht sein Feuerzeug heraus und zündet sich eine Zigarette an, mitten im Zimmer, obwohl sie beide wissen, dass man hier drinnen nicht rauchen darf. Márta sieht es und sagt nichts. Am letzten Abend, nachdem der Möbelwagen längst weg ist, sitzen sie auf dem nackten Parkett und trinken dünnen Tee aus zwei Tassen, die nie zusammengepasst haben und die deshalb wohl als einzige übrig geblieben sind. Die Wände sind voll von hellen Rechtecken, an den Stellen, wo dreißig Jahre lang Bilder gehangen haben. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei eigentlich nie wirklich glücklich gewesen, und er sagt es so, als hätte er diesen Satz lange mit sich getragen. Márta antwortet erst nach einer Weile, weil sie die Frage nicht so einfach findet, wie er sie stellt. Sie sagt, ihre Mutter sei glücklich gewesen, nur eben nicht in dieser Wohnung, nicht in dieser Stadt, und vielleicht auch nicht in diesem Leben, das aus lauter kleinen Kompromissen bestanden hatte. Gábor nickt und trinkt seinen Tee, und keiner von beiden sagt danach noch etwas. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür ab und gehen die Treppe hinunter, die auf der dritten Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat. Im Hof blüht die Linde, und der Geruch trifft Márta unvermittelt, weil er nach Sommer und nach Kindheit riecht und nach allem, was man nicht festhalten kann. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier, teilen sie sich auf der Straße und reden über nichts Besonderes. Irgendwann gehen sie los, nebeneinander, ohne einen festen Plan. Es gibt keinen richtigen Abschied, keinen Moment, an dem man sagen könnte, dass es jetzt vorbei ist. Man geht einfach weiter, und das ist alles, was es dazu zu sagen gibt. ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss steckt und die Tür mit der ihr vertrauten Gegenbewegung aufdrückt, fällt ihr auf, dass sie diese Handgriffe seit drei Jahren jede Woche vollzogen hat, ohne je darüber nachzudenken, und dass sie es jetzt zum letzten Mal tut. Im Flur empfängt sie der Geruch, den sie nie beschreiben konnte und für den es wahrscheinlich kein Wort gibt: etwas zwischen altem Teppich, Lavendelsäckchen und der spezifischen Stille von Räumen, in denen sich lange Zeit dasselbe Leben abgespielt hat. An der Garderobe hängen sieben gleichförmige Plastikbügel, obwohl ihre Mutter, soweit Márta sich erinnern kann, nicht mehr als drei Jacken besessen hatte. Gábor tritt hinter ihr ein, stellt seine Tasche auf den Boden mit einer Behutsamkeit, die nicht zu ihm passt, und schaut sich um, als müsse er die Wohnung erst mit dem Bild in Einklang bringen, das er zehn Jahre lang in Berlin mit sich getragen hat. Das Telefon auf dem Sekretär ist noch angeschlossen, und Márta bemerkt, dass der Hörer exakt so liegt, wie ihre Mutter ihn immer hingelegt hatte: leicht schräg, mit dem Kabel nach links. Es klingelt nicht, und trotzdem wartet Márta einen Moment, bevor sie weitermacht. Die Küche hat die Eigenheit, dass die Schublade unter dem Herd sich nur mit einem bestimmten Ruck öffnen lässt, den man kennen muss, und Gábor, der ihn nicht kennt, zieht zweimal zu gerade, bevor Márta wortlos eingreift und die Schublade aufzieht. Dahinter türmen sich abgelaufene Gewürzpäckchen, eine angebrochene Packung Instantkaffee aus dem Jahr, in dem Márta ihren ersten festen Job angefangen hatte. Ganz hinten, hinter allem, steht ein Einmachglas, auf dessen handgeschriebenem Etikett in der kleinen, sorgfältigen Schrift ihrer Mutter zu lesen ist: „Gurken – August 2011". Márta sagt, es sei möglicherweise noch gut, und Gábor dreht sich zu ihr um und schaut sie so an, wie er sie anschaut, wenn er nicht streiten will, aber auch nicht zustimmen kann. Ohne weitere Diskussion nimmt sie ihm das Glas aus der Hand, dreht den Deckel auf – der Sog macht das vertraute Geräusch – und riecht kurz hinein, nicht weil sie es wissen muss, sondern weil sie Zeit braucht. Die Gurken schmecken nach gedämpftem Essig und nach einer Köchin, die nicht mehr kocht, und sie essen das ganze Glas stehend auf, ohne Teller, weil die Teller schon eingepackt sind und weil es so irgendwie richtiger wirkt. Das Schlafzimmer hat sich verändert, seit das Bett abgeholt wurde. Nicht nur der Raum ist größer geworden, sondern auch die Stille hat eine andere Qualität angenommen, als hätte das Bett die ganzen Jahre einen bestimmten Klang geschluckt, der jetzt nirgends mehr hingehört. Márta entdeckt den Karton unter dem Fensterbrett erst beim zweiten Durchgang, und als sie ihn öffnet, findet sie darin ein Bündel Briefe. Diese Briefe hatte jemand mit einem ausgeblichenen roten Band zusammengebunden hat, das sich beim Aufknoten als fragiler erweist, als es aussieht. Die Handschrift auf den Umschlägen ist nicht die ihrer Mutter, sondern eine fremde, leicht nach links geneigte, die Márta noch nie gesehen hat. Sie zieht den obersten Brief aus dem Umschlag und liest nicht mehr als einen Satz vor, weil dieser eine Satz ausreicht: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta legt den Brief zurück, weil es auf diese Frage keine Antwort gibt, die sich an einem Nachmittag wie diesem noch aufspüren ließe. Ihr Vater war immer eine Auslassung gewesen, eine Stelle im Familiennarrativ, über die man hinweglas, weil das Drumherum verständlich genug war. Vielleicht gehörte Béla zu denselben verschwiegenen Schichten der Biografie ihrer Mutter. Gábor zieht sein Feuerzeug heraus und raucht eine Zigarette mitten im Zimmer. Márta, die das sieht, entscheidet sich dagegen, etwas zu sagen, weil manche Verbote mit dem Menschen enden, der sie aufgestellt hat. Am Abend, nachdem der letzte Möbeltransport abgefahren ist und die Wohnung nur noch aus Wänden, Licht und dem Geruch nach Vergangenheit besteht, setzen sie sich auf das nackte Parkett und trinken Tee aus zwei Tassen, die nie ein Paar gewesen waren und die deshalb wohl als einzige den Auswahlprozess überlebt hatten. Die Wände zeigen die Geschichte des Raumes in Negativform: helle Rechtecke dort, wo dreißig Jahre lang Bilder gehangen hatten, und man kann die einstige Ordnung der Einrichtung aus diesen Umrissen herauslesen wie eine Schrift, die aufgehört hat, etwas bedeuten zu wollen. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei im Grunde nie wirklich glücklich gewesen, und er sagt es nicht als Vorwurf, sondern mit der sachlichen Traurigkeit von jemandem, der eine Diagnose ausspricht, für die er selbst lange kein Wort hatte. Márta dreht die Tasse in den Händen, bevor sie antwortet, weil sie das, was sie denkt, nicht unüberlegt sagen will: dass Glück kein Zustand ist, in dem man jemanden vorfindet, sondern etwas, das in bestimmten Momenten auftaucht und dann wieder verschwindet, und dass ihre Mutter solche Momente gehabt hat, nur eben nicht hier, nicht in diesen Zimmern, nicht in dem Leben, das diese Wohnung umrissen hatte wie ein zu kleiner Rahmen um ein zu großes Bild. Gábor hört zu und nickt, und dann sagt keiner der beiden mehr etwas, und das ist keine Verlegenheit, sondern die ruhige Form von Einverständnis, zu der Geschwister manchmal erst nach dem Tod ihrer Eltern finden. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür mit einem Geräusch ab, das endgültiger klingt als die tausend Male zuvor, und gehen die Treppe hinunter, auf der die dritte Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat und wie sie es weiter tun wird, wenn hier längst jemand anderes wohnt. Im Hof blüht die Linde in einem Stadium, das man bei Tage wahrscheinlich nicht so unmittelbar wahrnehmen würde, und Márta bleibt einen Moment stehen, nicht um sich zu verabschieden, sondern weil der Geruch sie überrumpelt hat. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier, teilen sie sich auf dem Gehweg und reden über etwas Unerhebliches, dessen Inhalt keiner von beiden später noch wird benennen können. Dann gehen sie los, in eine Richtung, die keiner von beiden ausdrücklich gewählt hat, und Márta merkt, dass das Gefühl, das sie erwartet hatte – das schwere, endgültige, das einen zu Boden drückt – ausgeblieben ist und dass an seiner Stelle etwas steht, das sich nicht so unähnlich anfühlt wie Weitermachen. Es gibt keinen Moment, an dem der Abschied vollständig ist, keine Schwelle, nach deren Überschreiten man sagen könnte, dass es jetzt vorbei ist; man geht einfach irgendwann, und das Gehen selbst ist das Einzige, was man tun kann. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- ------------------------- Die Wohnung Als Márta den Schlüssel ins Schloss führt und die Tür mit dem ihr seit Jahrzehnten vertrauten, leicht widerstrebenden Nachgeben aufdrückt, überkommt sie der absurde Gedanke, dass sie diese Bewegung in den letzten drei Jahren so oft vollzogen hat, dass ihre Muskeln sie kennen, auch wenn der Kopf gerade nicht dabei ist. Sie tut es nun trotzdem zum letzten Mal, mit einem Bewusstsein, das sich anfühlt wie ein zu hell eingestelltes Licht. Im Flur empfängt sie ein Geruch, dem sie noch nie einen Namen gegeben hat und dem sie jetzt, da er zum letzten Mal auf sie trifft, vergeblich nach Sprache sucht. Es ist etwas, das aus dem Übereinanderlegen von Jahrzehnten besteht, aus Lavendel und altem Stoff und der spezifischen Wärme von Räumen, in denen ein Mensch lange gelebt hat, ohne dass dieser Mensch noch da wäre. Die sieben Kleiderbügel an der Garderobe hängen in gleichförmigen Abständen, als hätte die Mutter sie absichtlich so geordnet hinterlassen. Márta weiß genau, dass ihre Mutter nie mehr als drei Jacken besessen hatte und die Bügel deshalb schon seit Jahren leer gewesen sein müssen, ohne dass irgendjemand sie entfernt hätte. Gábor tritt hinter ihr ein und stellt seine Tasche mit einer Behutsamkeit ab, die ihn verrät. Er, der seit zehn Jahren in Berlin lebt, als hätte er diese Stadt abgestreift wie ein zu enges Kleidungsstück, hat die Wohnung kleiner in Erinnerung gehabt, und die Wirklichkeit, die ihm jetzt entgegensteht, erfordert offenbar einen Moment der stillen Neukalibrierung. Das Telefon auf dem Sekretär liegt noch in seiner angestammten Schräglage, das Kabel nach links gedreht, der Hörer genau so, wie die Mutter ihn abgelegt hatte. Márta legt ihre Hand einen Augenblick darauf, weil sie nicht weiß, was sie sonst mit ihr anfangen soll. Es klingelt nicht. Und doch wartet sie. Die Schublade unter dem Herd hat seit zwanzig Jahren eine eigene Logik: Man muss sie leicht anheben, während man zieht, und wer das nicht weiß, zieht zweimal umsonst, so wie Gábor es jetzt tut. Dann greift Márta wortlos ein und zieht die Schublade mit dem richtigen Handgriff auf, als ob sie damit unwillkürlich unter Beweis stellte, was sie nie als Privileg empfunden hatte – dass sie die war, die geblieben ist und deshalb weiß, wie die Dinge hier funktionieren. Was die Schublade preisgibt, ist ein archäologischer Querschnitt durch die Vorratshaltung einer Frau, die nie wegwarf, was noch brauchbar sein könnte. Darin liegen abgelaufener Paprika in drei Varianten, eine angebrochene Packung Instantkaffee aus dem Jahr, in dem Márta ihre erste Stelle angetreten hatte, und ganz hinten, hinter allem, ein Einmachglas, dessen handgeschriebenes Etikett in der kleinen, präzisen Schrift der Mutter die Aufschrift trägt: „Gurken – August 2011". Márta sagt, es sei möglicherweise noch gut, nicht weil sie das wirklich glaubt. Sie sagt es, weil sie die Alternative – das Wegwerfen, das Entscheiden, dass die Arbeit ihrer Mutter nicht mehr zählt – in diesem Moment nicht erträgt. Gábor dreht sich zu ihr um mit dem Gesichtsausdruck, den er aufsetzt, wenn er nicht streiten will, aber auch nicht der Meinung ist, dass man einer solchen Position ernsthaft zustimmen könnte. Dann nimmt Márta das Glas, dreht den Deckel auf – der vertraute Sog, das kleine Geräusch des nachgebenden Vakuums –, riecht hinein und hält dem Glas länger als nötig die Nase hin, weil es Zeit kostet, das Richtige zu fühlen. Die Gurken schmecken nach Essig und nach etwas, das sich dem Schmecken entzieht. Sie essen das ganze Glas stehend leer, ohne Teller, mit den Fingern, und keiner sagt etwas über den Geschmack, weil es nicht um den Geschmack geht. Das Schlafzimmer hat sich durch das Fehlen des Bettes in einen Raum verwandelt, der sich selbst nicht mehr kennt. Die Proportionen stimmen nicht mehr, die Stille hat eine andere Beschaffenheit angenommen, und die Helligkeit, die durch das unverdeckte Fenster fällt, liegt auf einem Fußboden, der seit Jahrzehnten nicht im Licht gestanden hatte. Den Karton unter dem Fensterbrett hatte Márta beim ersten Durchgang übersehen. Als sie ihn jetzt öffnet, findet sie darin ein Bündel Briefe, deren ausgeblichenes rotes Band beim Aufknoten auseinanderfällt, als hätte es nur auf diesen einen letzten Anlass gewartet, um sich aufzulösen. Die Handschrift auf den Umschlägen ist eine fremde, leicht linksgeneigte, mit einem eigentümlichen Schwung bei den Großbuchstaben. Márta sucht in ihr vergeblich nach etwas Vertrautem, das ihr helfen könnte, einzuordnen, woher diese Briefe stammen und an welchem Punkt ihrer Mutter Leben sie hineingehört haben. Sie liest laut vor, nicht den ganzen Brief, sondern nur den ersten Satz. Der erste Satz enthält schon alles: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta legt den Brief zurück mit der Sorgfalt, mit der man Dinge behandelt, die man nicht versteht und deshalb nicht beschädigen will. Es gibt auf diese Frage keine Antwort, die sich an einem Nachmittag wie diesem noch herbeischaffen ließe und die nicht durch das bloße Suchen verfälscht würde. Ihr Vater war immer eine Stelle im Familiengefüge gewesen, über die man hinging wie über eine morsche Diele – nicht weil man sie nicht bemerkte, sondern weil man sich daran gewöhnt hatte, ihr auszuweichen. Vielleicht gehörte Béla zur selben Schicht des verschwiegenen Lebens, das ihre Mutter unter dem sichtbaren gelebt hatte. Gábor zündet sich eine Zigarette an und raucht sie mitten im Zimmer. Márta sieht es und entscheidet sich nicht dagegen einzuschreiten, weil sie spürt, dass manche Verbote mit dem Menschen enden, der sie formuliert hat, und dass es keine Pietät ist, sie über diesen Menschen hinaus aufrechtzuerhalten. Am Abend, nachdem der Möbelwagen längst abgefahren ist und die Wohnung nichts mehr enthält als Wände, Luft, Licht und den Geruch nach einem Leben, das noch nicht ganz verflüchtigt ist, setzen sie sich auf das nackte Parkett. Sie trinken Tee aus zwei Tassen, die nicht zusammengehören und die aus genau diesem Grund als einzige den Auswahlprozess überlebt haben – weil sie zu uneinheitlich waren, um in irgendjemandes Haushalt einen sinnvollen Platz einzunehmen, außer in diesem hier. Die Wände erzählen in Negativform die Geschichte dessen, was einmal hier hing. Helle Rechtecke unterschiedlicher Größe liegen an Stellen, wo dreißig Jahre lang Bilder dem Licht entzogen hatten, was darunter lag, und Márta liest in diesen Umrissen wie in einer Karte einer Wohnung, die nicht mehr existiert und trotzdem noch vollständig da ist. Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei eigentlich nie wirklich glücklich gewesen. Er sagt es in dem Ton, in dem man eine Erkenntnis ausspricht, die man lange mit sich getragen hat, ohne ihr den richtigen Ort zu finden, und die man jetzt hier ablegt, weil dieser Raum der einzige ist, der sie aufnehmen kann. Márta dreht die Tasse zwischen den Händen und denkt nach, nicht weil die Antwort schwierig wäre, sondern weil die Frage ungenau ist und sie ihr nicht die falsche Antwort geben will. Glück, sagt sie schließlich, sei kein Zustand, in dem man jemanden vorfindet oder nicht vorfindet, sondern etwas, das in bestimmten Momenten auftaucht, ungebeten und flüchtig, und ihre Mutter habe solche Momente gehabt, nur eben nicht hier, nicht in diesen Zimmern, nicht in dem Leben, das diese Wohnung wie ein zu kleiner Rahmen um ein zu großes Bild umfasst hatte. Gábor hört zu und nickt, und danach sagen beide nichts mehr, nicht aus Verlegenheit. Sie sind an einem Punkt angelangt, an dem Geschwister manchmal erst nach dem Tod ihrer Eltern ankommen: der ruhigen, fast schwerelosen Form von Einverständnis, die keine Worte braucht und die vielleicht die einzige Art von Versöhnung ist, die das Leben wirklich anbietet. Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür ab – das Geräusch des einschnappenden Schlosses klingt dieses Mal anders, endgültiger, obwohl es dasselbe Schloss ist und dieselbe Mechanik. Dann gehen sie die Treppe hinunter, auf der die dritte Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat und wie sie es weiterhin tun wird, wenn hier längst ein anderes Leben stattfindet und von dieser hier keine Spur mehr zu finden ist. Im Hof steht die Linde in voller Blüte, und der Geruch trifft Márta mit einer Unvermitteltheit, die sich nicht ankündigt. Er riecht nach Sommer und nach Kindheit und nach allem, was man nicht festhalten kann, weil es zur Bedingung seiner Wirkung gehört, dass es einem entgleitet. Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier und teilen sie sich auf dem Gehweg. Das Gespräch, das sie dabei führen, handelt von nichts Besonderem – von irgendetwas, das keiner von beiden später benennen können wird, und das vielleicht gerade deshalb das Richtige ist. Dann gehen sie los, nebeneinander, in eine Richtung, die keiner von beiden ausdrücklich gewählt hat. Márta bemerkt, dass das Gefühl, auf das sie sich insgeheim vorbereitet hatte – das schwere, abschließende, das einen auf den Boden drückt und festhält –, nicht gekommen ist und dass an seiner Stelle etwas steht, das sich, wenn man ehrlich ist, nicht so sehr vom Weitermachen unterscheidet wie vom Anfangen. Es gibt keine Schwelle, nach deren Überschreiten man sagen könnte, dass der Abschied vollzogen ist. Man geht, und das Gehen ist nicht das Ende von etwas, sondern der einzige Aggregatzustand, in dem das Leben sich fortsetzt – leise, unspektakulär und ohne Anlass zur Klage. d1syk5fhuqebmyizrqtws0ljutw2aus 1085353 1085351 2026-05-10T14:27:39Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 /* 80 - hashed */ 1085353 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 4 b - ungarisch deutsch == 71 == 1 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül. - Anders sitzt am Küchentisch. :2. A csésze előtte hideg. - Die Tasse vor ihm ist kalt. :3. Nem iszik. - Er trinkt nicht. :4. Csak ül ott. - Er sitzt nur da. :5. Odakint esik az eső. - Draußen regnet es. :6. Az eső oldalról jön. - Der Regen kommt von der Seite. :7. Az ablak régi és vékony. - Das Fenster ist alt und dünn. :8. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :9. A víz egy vödörbe hullik. - Das Wasser fällt in einen Eimer. :10. Plink. - Plink. :11. Plink. - Plink. :12. Plink. - Plink. :13. Anders hallgatja. - Anders hört zu. :14. Nem számolja a cseppeket. - Er zählt die Tropfen nicht. :15. Egyszerűen csak hallgatja. - Er hört einfach zu. :16. A ház régen templom volt. - Das Haus war früher eine Kirche. :17. Egy kis fatemplom a fjordnál. - Eine kleine Holzkirche am Fjord. :18. Anders két éve örökölte. - Anders hat sie vor zwei Jahren geerbt. :19. A tető nem jó. - Das Dach ist nicht gut. :20. Amikor esik, bejön a víz. - Wenn es regnet, kommt Wasser rein. :21. A vödör mindig ugyanazon a helyen áll. - Der Eimer steht immer an derselben Stelle. :22. A keresztelőkút most mosogató. - Das Taufbecken ist jetzt ein Spülbecken. :23. Anders ezt normálisnak találja. - Anders findet das normal. :24. Csónakmotorokat javít. - Er repariert Bootsmotoren. :25. A szomszédok elhozzák a csónakjaikat. - Die Nachbarn bringen ihre Boote. :26. Néha kávéval fizetnek. - Manchmal bezahlen sie mit Kaffee. :27. Néha nem mondanak semmit. - Manchmal sagen sie nichts. :28. Az is jó. - Das ist auch gut. :29. Az ajtó kinyílik. - Die Tür geht auf. :30. Lars bejön. - Lars kommt herein. :31. Nem kopog. - Er klopft nicht. :32. Ezt soha nem teszi. - Das macht er nie. :33. Lars 68 éves. - Lars ist 68 Jahre alt. :34. Ő az egyetlen szomszéd. - Er ist der einzige Nachbar. :35. Leül a régi padra. - Er setzt sich auf die alte Bank. :36. Egy csomag dohányt tesz az asztalra. - Er legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch. :37. Nem mondanak semmit. - Sie sagen nichts. :38. Az óra ketyeg. - Die Uhr tickt. :39. Az eső veri az ablakot. - Der Regen schlägt gegen das Fenster. :40. Egy idő után Lars megszólal. - Nach einer Weile spricht Lars. :41. „Björn kuttere megint működik.” - „Der Kutter von Björn läuft wieder.” :42. Anders bólint. - Anders nickt. :43. Ez elég. - Das ist genug. :44. Lars feláll. - Lars steht auf. :45. Az ajtóhoz megy. - Er geht zur Tür. :46. Az ajtó becsapódik. - Die Tür fällt zu. :47. A dohány még az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :48. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte. :49. Ma érkezett a komppal. - Sie ist heute mit der Fähre gekommen. :50. A kép Oslo kikötőjét mutatja. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. :51. A színek túl világosak októberhez. - Die Farben sind zu hell für den Oktober. :52. Anders megfordítja a lapot. - Anders dreht die Karte um. :53. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba.” - Er liest: „Komm nach Oslo.” :54. Ez minden. - Das ist alles. :55. Aláírás: Mette. - Unterschrieben: Mette. :56. Még egyszer elolvassa a mondatot. - Er liest den Satz noch einmal. :57. És még egyszer. - Und noch einmal. :58. Aztán visszateszi a lapot. - Dann legt er die Karte zurück. :59. Az elülső oldala lefelé néz. - Die Vorderseite zeigt nach unten. :60. Odakint elhalad a komp. - Draußen fährt die Fähre vorbei. :61. A motorzaj rövid ideig hallatszik. - Das Motorgeräusch ist kurz zu hören. :62. Aztán megint csend van. - Dann ist es wieder still. :63. Anders az ablaknál marad állva. - Anders bleibt am Fenster stehen. :64. A fjordra néz. - Er schaut auf den Fjord. :65. A víz szürke. - Das Wasser ist grau. :66. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :67. Minden szürke. - Alles ist grau. :68. Négy órakor besötétedik. - Um vier Uhr wird es dunkel. :69. Anders meggyújt egy gyertyát. - Anders zündet eine Kerze an. :70. A régi zongorára teszi. - Er stellt sie auf das alte Klavier. :71. Senki sem játszik a zongorán. - Niemand spielt das Klavier. :72. Leül elé. - Er setzt sich davor. :73. Nézi a lángot. - Er schaut die Flamme an. :74. Semmi konkrétra nem gondol. - Er denkt an nichts Bestimmtes. :75. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :76. A víz odakint a facölöpöknek csapódik. - Das Wasser schlägt gegen die Holzpfähle draußen. :77. A gyertya lassan leég. - Die Kerze brennt langsam herunter. :78. Anders ülve marad. - Anders bleibt sitzen. :79. Aztán havazni kezd. - Dann fängt es an zu schneien. :80. Halkan. - Leise. :81. Szinte átmenet nélkül. - Fast ohne Übergang. :82. Nem fog Oslóba menni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :83. Nem ma. - Nicht heute. :84. Nem holnap. - Nicht morgen. :85. Ezt egyszerűen tudja. - Er weiß das einfach. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kézzel tart egy csészét. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen. :2. A csésze már rég kihűlt, de ő mégsem iszik belőle. - Die Tasse ist längst kalt, aber er trinkt trotzdem nicht. :3. Odakint erősen esik az eső, és a szél szinte vízszintesen hajtja az esőt az ablaknak. - Draußen regnet es stark, und der Wind treibt den Regen fast waagrecht gegen das Fenster. :4. Október van, és ennél a fjordnál ez azt jelenti: szürke, nedves, csendes. - Es ist Oktober, und an diesem Fjord bedeutet das: grau, nass, still. :5. A fűtésből egy csepp hullik a padlón álló vödörbe. - Von der Heizung fällt ein Tropfen in den Eimer auf dem Boden. :6. Plink. - Plink. :7. Aztán még egy. - Dann noch einer. :8. Anders hallgatja, de nem számol vele. - Anders hört zu, aber er zählt nicht mit. :9. A ház korábban egy kis fatemplom volt a fjord szélén. - Das Haus war früher eine kleine Holzkirche am Rand des Fjords. :10. Két éve Anders örökölte, és azóta itt lakik. - Vor zwei Jahren hat Anders sie geerbt, und seitdem wohnt er hier. :11. A tető két helyen beázik, ezért mindig készenlétben állnak a vödrök. - Das Dach ist an zwei Stellen undicht, deshalb stehen immer Eimer bereit. :12. A régi keresztelőkútat most mosogatóként használja, mert praktikus. - Das alte Taufbecken benutzt er jetzt als Spülbecken, weil es praktisch ist. :13. Soha nem újította fel igazán a házat, de hozzászokott. - Er hat das Haus nie richtig renoviert, aber er hat sich daran gewöhnt. :14. Anders a környék kevés szomszédjának csónakmotorjait javítja. - Anders repariert die Bootsmotoren der wenigen Nachbarn in der Gegend. :15. Egyesek kávéval fizetnek neki, mások egy rövid bólintással, és ez elég neki. - Manche bezahlen ihn mit Kaffee, manche mit einem kurzen Nicken, und das reicht ihm. :16. Nincs sokra szüksége, és a munka okot ad neki arra, hogy reggel felkeljen. - Er braucht nicht viel, und die Arbeit gibt ihm einen Grund, morgens aufzustehen. :17. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand anklopft. :18. Lars bejön, ahogy minden második nap szokott. - Lars kommt herein, wie er es jeden zweiten Tag tut. :19. Hatvannyolc éves, és ő az egyetlen szomszéd, aki valóban közel lakik. - Er ist 68 Jahre alt und der einzige Nachbar, der wirklich nah wohnt. :20. Lars leül a kályha melletti fapadra, és egy csomag dohányt tesz az asztalra. - Lars setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen und legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch. :21. Nem mondanak semmit, és ez közöttük normális. - Sie sagen nichts, und das ist zwischen ihnen normal. :22. Az eső kopog az ablakon, a fűtés csöpög, az óra ketyeg. - Der Regen klopft gegen das Fenster, die Heizung tropft, die Uhr tickt. :23. Körülbelül tíz perc után Lars nyugodtan azt mondja: „Björn kuttere újra működik.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars ruhig: „Der Kutter von Björn läuft wieder.” :24. Anders egyszer bólint, és ez az egész válasz. - Anders nickt einmal, und das ist die ganze Antwort. :25. Lars feláll, az ajtóhoz megy, és halkan becsukja maga mögött. - Lars steht auf, geht zur Tür und schließt sie leise hinter sich. :26. A dohány még az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :27. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma érkezett a komppal. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute mit der Fähre gekommen ist. :28. A kép Oslo kikötőjét mutatja túl világos, túl barátságos színekkel. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo in zu hellen, zu freundlichen Farben. :29. Anders felveszi a lapot, és lassan megfordítja. - Anders nimmt die Karte und dreht sie langsam um. :30. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst.” :31. A kézírás Mettéé, és azonnal felismeri. - Die Handschrift ist von Mette, und er erkennt sie sofort. :32. Hat hónapja nem hallott róla semmit, és most ez. - Sechs Monate hat er nichts von ihr gehört, und jetzt das. :33. Kétszer elolvassa a szöveget, aztán harmadszor is, és visszateszi a lapot. - Er liest den Text zweimal, dann ein drittes Mal, und legt die Karte wieder hin. :34. Az elülső oldala lefelé néz, mert a színek túl rikítóak ehhez a naphoz. - Die Vorderseite zeigt nach unten, weil die Farben zu grell sind für diesen Tag. :35. Odakint a komp lassan elhalad az ablak előtt, és a motorzaj szétfoszlik a szélben. - Draußen fährt die Fähre langsam am Fenster vorbei, und das Motorgeräusch verweht im Wind. :36. Anders állva marad, és a szürke fjordot nézi. - Anders bleibt stehen und schaut auf den grauen Fjord. :37. A víz nyugodt, de hideg, és az ég alacsonyan függ. - Das Wasser ist ruhig, aber kalt, und der Himmel hängt tief. :38. Délután négy órakor már majdnem sötét van, mint itt októberben mindig. - Um vier Uhr nachmittags ist es schon fast dunkel, wie immer im Oktober hier. :39. Anders elővesz egy gyertyát a fiókból, és a régi zongorára állítja. - Anders holt eine Kerze aus der Schublade und stellt sie auf das alte Klavier. :40. Senki sem játszik ezen a zongorán, és talán már azelőtt is így volt, hogy ő ideköltözött. - Niemand spielt dieses Klavier, und vielleicht war das schon so, bevor er hier einzog. :41. Meggyújtja a gyertyát, leül az előtte álló székre, és a kis lángot nézi. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die kleine Flamme an. :42. Nem gondol Oslóra, és nem gondol Mettére. - Er denkt nicht an Oslo, und er denkt nicht an Mette. :43. Tulajdonképpen semmi konkrétra nem gondol, és ez helyesnek érződik. - Er denkt eigentlich an nichts Bestimmtes, und das fühlt sich richtig an. :44. A fűtés tovább csöpög, odakint a víz az öreg facölöpöknek csapódik. - Die Heizung tropft weiter, das Wasser draußen schlägt gegen die alten Holzpfähle. :45. A gyertya lassan leég, Anders pedig csak ül ott. - Die Kerze brennt langsam herunter, und Anders sitzt einfach da. :46. Aztán havazni kezd, halkan és előjel nélkül, szinte úgy, mint egy gondolat. - Dann beginnt es zu schneien, leise und ohne Ankündigung, fast wie ein Gedanke. :47. Nem fog Oslóba utazni, ezt most már biztosan tudja. - Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt sicher. :48. Nem azért, mert nem szabad neki, és nem azért, mert fél. - Nicht weil er nicht darf, und nicht weil er Angst hat. :49. Hanem azért, mert nem talál olyan okot, amely elég erős volna. - Sondern weil er keinen Grund findet, der stark genug wäre. :50. A hó a fjordra hull, és a fjord magába fogadja, anélkül hogy bármit mondana. - Der Schnee fällt auf den Fjord, und der Fjord nimmt ihn auf, ohne etwas zu sagen. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen. :2. A csésze már egy órája hideg, anélkül hogy ezt észrevette volna, vagy zavarná. - Die Tasse ist schon seit einer Stunde kalt, ohne dass er das bemerkt hätte oder es ihn stören würde. :3. Odakint a szél szinte vízszintesen veri az esőt a régi templomablaknak. - Draußen treibt der Wind den Regen fast waagrecht gegen das alte Kirchenfenster. :4. Az ablak fakerete az évek során annyira elvetemedett, hogy a bal oldalán enyhén fütyül rajta a szél. - Der Holzrahmen des Fensters hat sich im Laufe der Jahre so verzogen, dass es an der linken Seite leicht pfeift. :5. Október közepe van. - Es ist Mitte Oktober. :6. A fjord olyan ég alatt fekszik, amely már nem húz határt víz és levegő, tegnap és ma között. - Der Fjord liegt unter einem Himmel, der keine Grenze mehr zieht zwischen Wasser und Luft, zwischen gestern und heute. :7. A fűtőtestből egy csepp hullik a padlón álló bádogvödörbe. - Von der Heizung fällt ein Tropfen in den Blecheimer auf dem Boden. :8. Világos, tiszta plink ez, amely néhány másodpercenként megismétlődik, egyenletesen, mint egy szívverés, amelyre senki sem figyel. - Es ist ein helles, klares Plink, das sich alle paar Sekunden wiederholt, gleichmäßig wie ein Herzschlag, dem niemand zuhört. :9. Anders figyel. - Anders hört zu. :10. Nem számolja, de figyel. - Er zählt nicht, aber er hört zu. :11. Ez olyan különbség, amelyet ő maga sem tudna megmagyarázni. - Das ist ein Unterschied, den er selbst nicht erklären könnte. :12. A ház, amelyben él, valaha fatemplom volt. - Das Haus, in dem er lebt, war einmal eine Holzkirche. :13. A templom kicsi és sötét volt, egy olyan apró település legszélén, amelyet a legtöbb térkép fel sem tüntet. - Die Kirche war klein und dunkel, am äußersten Rand eines Weilers, den die meisten Karten gar nicht verzeichnen. :14. Két évvel ezelőtt örökölte egy nagybátyjától, akit alig ismert. - Er hat sie vor zwei Jahren geerbt, von einem Onkel, den er kaum kannte. :15. Mégis maradt, anélkül hogy valaha komolyan megkérdezte volna magától, miért. - Er ist trotzdem geblieben, ohne sich je ernsthaft gefragt zu haben, warum. :16. A tető legalább két helyen beázik, és a kályha csak rosszul húz, ha északnyugat felől jön a szél. - Das Dach ist an mindestens zwei Stellen undicht, und der Ofen zieht nur schlecht, wenn der Wind aus Nordwesten kommt. :17. A régi homokkő keresztelőmedence ma mosogatóként szolgál, mert ez az egyetlen edény a házban, amely elég nagy. - Das alte Taufbecken aus Sandstein dient heute als Spülbecken, weil es die einzige Schüssel im Haus ist, die groß genug ist. :18. Soha nem újított fel, nem igazán. - Er hat nie renoviert, nicht wirklich. :19. De felhagyott azzal, hogy hiányként érzékelje. - Aber er hat aufgehört, es als Mangel zu empfinden. :20. A megélhetését azzal keresi, hogy a kevés megmaradt szomszéd csónakmotorjait javítja. - Seinen Lebensunterhalt verdient er damit, die Bootsmotoren der wenigen verbliebenen Nachbarn zu reparieren. :21. Ezek az emberek maguk is alig beszélnek, és a fizetséget gyakran kávé, dohány vagy egy néma biccentés formájában adják, ami Andersnek jobban megfelel, mint azt valaha is beismerné. - Diese Menschen sprechen selbst kaum und leisten die Bezahlung oft in Form von Kaffee, Tabak oder einem stummen Nicken, was Anders mehr entgegenkommt, als er je zugeben würde. :22. Régebben csónaképítő volt, és Bergenben tanulta ki a mesterséget. - Er war früher Bootsbauer und hat das Handwerk in Bergen gelernt. :23. De ez régen volt, és az az ember, aki akkor volt, olyannak tűnik számára, mint valaki egy történetből, amelyet valahol olvasott. - Aber das ist lange her, und die Person, die er damals war, fühlt sich an wie jemand aus einer Geschichte, die er irgendwo gelesen hat. :24. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand anklopft. :25. Lars belép egy olyan férfi magától értetődő nyugalmával, aki tudja, hogy szívesen látják, anélkül hogy ezt valaha kimondták volna. - Lars tritt herein mit der selbstverständlichen Ruhe eines Mannes, der weiß, dass er willkommen ist, ohne dass es je ausgesprochen worden wäre. :26. Hatvannyolc éves, magas, keskeny testalkatú, olyan kezekkel, amelyek úgy néznek ki, mint a szerszámok. - Er ist 68, groß, schmal, mit Händen, die aussehen wie Werkzeug. :27. Leül a kályha melletti fapadra, egy csomag dohányt tesz az asztalra, és olyan természetesen hallgat, mintha a hallgatás a beszélgetés egyik formája volna. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch und schweigt so natürlich, als wäre Schweigen eine Form der Unterhaltung. :28. Az eső veri az ablakot, a fűtőtest csöpög. - Der Regen schlägt gegen das Fenster, die Heizung tropft. :29. A falon lévő óra enyhe utózengéssel ketyeg, amely minden második ütésnél kissé túl hangos. - Die Uhr an der Wand tickt mit einem leichten Nachklang, der bei jedem zweiten Schlag etwas zu laut ist. :30. Körülbelül tíz perc múlva Lars fel sem nézve azt mondja: „Björn kuttere újra jár.” - Nach ungefähr zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :31. Anders bólint, és ebben benne van minden, amit mondani kell. - Anders nickt, und darin liegt alles, was gesagt werden muss. :32. Lars feláll, az ajtóhoz megy, és halkan behúzza maga mögött. - Lars steht auf, geht zur Tür und zieht sie leise hinter sich zu. :33. A dohány az asztalon marad, mintha soha nem is arra szánták volna, hogy magával vigye. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch, als wäre er nie dazu gedacht gewesen, mitgenommen zu werden. :34. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist. :35. Egy számlával és egy prospektussal együtt érkezett, amelyet nem nyitott ki. - Sie kam zusammen mit einer Rechnung und einem Prospekt, den er nicht geöffnet hat. :36. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely túl barátságos októberhez. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das zu freundlich ist für den Oktober. :37. A színek úgy hatnak, mintha valaki túlságosan feltekerte volna a telítettséget, és Anders megfordítja a lapot, anélkül hogy tudná, miért vár. - Die Farben wirken, als hätte jemand die Sättigung zu weit aufgedreht, und Anders dreht die Karte um, ohne zu wissen, warum er wartet. :38. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :39. A kézírás Mettéé, ferde és kissé túl szoros. - Die Handschrift ist Mettes, schräg und etwas zu eng. :40. Mindig így ír, amikor olyasmit ír, amit tulajdonképpen nem akart megírni. - So schreibt sie immer, wenn sie etwas schreibt, das sie eigentlich nicht schreiben wollte. :41. Hat hónapon át egy szó sem, sem üzenet, sem jel. - Sechs Monate lang kein Wort, keine Nachricht, kein Zeichen. :42. Most ott áll ez az egyetlen mondat, amely több kérdést tesz fel, mint amennyit megválaszol. - Jetzt steht dort dieser eine Satz, der mehr Fragen stellt als er beantwortet. :43. Másodszor is elolvassa, aztán harmadszor. - Er liest ihn ein zweites Mal, dann ein drittes. :44. Nem azért teszi, mert valami mást vár, hanem mert szüksége van arra az időre, amelyet a mondat követel tőle. - Er tut es nicht, weil er etwas anderes erwartet, sondern weil er die Zeit braucht, die der Satz von ihm verlangt. :45. Aztán a lapot képes felével lefelé visszateszi a párkányra. - Dann legt er die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurück. :46. A kikötőkép színei olyan módon zavarják, amelyet nem tud megnevezni. - Die Farben des Hafenbilds stören ihn auf eine Weise, die er nicht benennen kann. :47. Odakint a komp lassan elhalad az ablak előtt, és a motorzaj röviden felduzzad, majd szétfoszlik a szélben. - Draußen zieht die Fähre langsam am Fenster vorbei, und das Motorgeräusch schwillt kurz an und verweht dann im Wind. :48. A fjord bezárul mögötte, mintha soha nem is járt volna ott. - Der Fjord schließt sich hinter ihr, als wäre sie nie da gewesen. :49. Anders az ablaknál áll, és a vizet nézi. - Anders steht am Fenster und schaut auf das Wasser. :50. A víz szürke és nyugodt, és éppen olyan közömbös, mint mindig. - Das Wasser ist grau und ruhig und so gleichgültig wie immer. :51. Délután négy órakor alkonyodni kezd. - Um vier Uhr nachmittags beginnt es zu dämmern. :52. Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból, ahol Lars dohánya is fekszik, még bontatlanul. - Anders holt eine Kerze aus der Küchenschublade, wo auch der Tabak von Lars liegt, noch ungeöffnet. :53. A gyertyát a régi zongorára állítja, amely az északi falnál áll. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier, das an der Nordwand steht. :54. A zongora egy vakolatrepedés alatt áll, amely az elmúlt tél folyamán szélesebb lett. - Das Klavier steht unter einem Riss im Putz, der im Laufe des letzten Winters breiter geworden ist. :55. Senki sem játszik ezen a zongorán, amennyire Anders tudja. - Niemand spielt dieses Klavier, soweit Anders weiß. :56. Soha senki nem is játszott rajta, és mégis úgy áll ott, mint valami, ami arra vár, hogy használják. - Es hat auch niemand je gespielt, und trotzdem steht es da wie etwas, das darauf wartet, gebraucht zu werden. :57. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl und schaut in die Flamme. :58. A láng ingadozik a házon átvándorló enyhe huzatban, alig észrevehetően. - Die Flamme schwankt in dem leichten Durchzug, der durch das Haus wandert, kaum merklich. :59. Nem Mettére gondol, és nem Oslóra gondol. - Er denkt nicht an Mette, und er denkt nicht an Oslo. :60. Arra sem gondol, mit akar itt tulajdonképpen, mert a kérdés túl nagy ehhez az estéhez, és talán minden másikhoz is. - Er denkt auch nicht daran, was er hier eigentlich will, weil die Frage zu groß ist für diesen Abend und vielleicht für jeden anderen auch. :61. A fűtőtest csöpög, és a víz egyenletes, tompa hanggal ütődik a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, und das Wasser schlägt mit einem gleichmäßigen, dumpfen Laut gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle. :62. A láng nyugodtan és sietség nélkül ég a sötétben. - Die Flamme brennt ruhig und ohne Eile in der Dunkelheit. :63. Aztán havazni kezd, olyan halkan és olyan fokozatosan, hogy Anders nem tudná megmondani, pontosan mikor kezdődött. - Dann fängt es an zu schneien, so leise und so allmählich, dass Anders nicht sagen könnte, wann genau es begonnen hat. :64. A hó a fjordra hull, a régi templom tetejére, és a képeslapra, amely az ablakpárkányon fekszik képes felével lefelé. - Der Schnee fällt auf den Fjord und auf das Dach der alten Kirche und auf die Postkarte, die auf dem Fenstersims liegt mit der Vorderseite nach unten. :65. Nem fog elutazni. - Er wird nicht fahren. :66. Ezt nem döntésként tudja, hanem tényként. - Er weiß das nicht als Entscheidung, sondern als Tatsache. :67. Úgy tudja, ahogy az ember tudja, hogy az október szürke, a fjord hideg, és a hallgatás néha az egyetlen őszinte válasz. - So weiß man, dass der Oktober grau ist und der Fjord kalt und das Schweigen manchmal die einzige ehrliche Antwort ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart, amely legalább egy órája hideg. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen, die seit mindestens einer Stunde kalt ist. :2. Ez nem zavarja, és arra sem gondol, hogy újratöltse, mert a csésze ebben a pillanatban kevésbé a kávé edénye, mint inkább ok arra, hogy a kezét valahol tartsa. - Das stört ihn nicht, und er denkt auch nicht daran, sie nachzufüllen, weil die Tasse in diesem Moment weniger ein Gefäß für Kaffee ist als ein Grund, die Hände irgendwo zu lassen. :3. Odakint a szél olyan laposan és keményen veri az esőt a régi templomablaknak, hogy az üveg mintha egyenletes nyomás alatt rezegne. - Draußen treibt der Wind den Regen so flach und hart gegen das alte Kirchenfenster, dass das Glas wie unter einem gleichmäßigen Druck vibriert. :4. Az elvetemedett fakeret, amely már jelenlétének első telén sem záródott rendesen, vékony, hideg légáramot enged be, amely megremegteti az ablakpárkányon álló gyertyacsonkokat. - Der verzogene Holzrahmen, der schon im ersten Winter seiner Anwesenheit nicht mehr richtig schloss, lässt einen dünnen, kalten Luftstrom ins Innere, der die Kerzenreste auf dem Fensterbrett zum Schwanken bringt. :5. Október közepe van, és a fjord felvette azt a különös súlyosságot, amelyet csak ősszel hordoz: a víz sötéten és mozdulatlanul fekszik, mint valami, ami gondolkodik. - Es ist Mitte Oktober, und der Fjord hat jene besondere Schwere angenommen, die er nur im Herbst trägt: das Wasser liegt dunkel und unbewegt wie etwas, das denkt. :6. Az ég olyan alacsonyan függ fölötte, hogy a kettő közötti határ elmosódik, mintha a táj úgy döntött volna, hogy feladja saját körvonalait. - Der Himmel hängt so tief darüber, dass die Grenze zwischen beiden verschwimmt, als hätte die Landschaft beschlossen, ihre eigenen Konturen aufzugeben. :7. A fűtőtestből szabályos időközönként leválik egy csepp, és a padlón álló bádogvödörbe hull. - Von der Heizung löst sich in regelmäßigen Abständen ein Tropfen und fällt in den Blecheimer auf dem Boden. :8. Világos, tiszta plink hang ez, amely úgy írja bele magát a szoba csendjébe, mint egy jegyzet, amelyet senki sem hagyott ott, mégis elolvasnak, és Anders figyel, nem azért, mert akarja, hanem mert a figyelés az egyetlen, amit most elvárnak tőle. - Es ist ein helles, klares Plink, das sich in die Stille des Raumes einschreibt wie eine Notiz, die niemand hinterlassen hat und die trotzdem gelesen wird, und Anders hört zu, nicht weil er will, sondern weil das Zuhören das Einzige ist, was gerade von ihm verlangt wird. :9. A ház, amelyben két éve él, fatemplom volt, valamikor a huszadik század elején épült egy gyülekezetnek, amely már rég nem létezik, a part egy olyan kis pontján, amelyet a legtöbb térkép nem tart említésre méltónak. - Das Haus, in dem er seit zwei Jahren lebt, war eine Holzkirche, gebaut irgendwann im frühen zwanzigsten Jahrhundert für eine Gemeinde, die längst nicht mehr existiert, an einem Fleckchen Küste, das die wenigsten Karten für erwähnenswert halten. :10. A templomot egy nagybátyjától örökölte, akit gyerekként kétszer látott, és akinek a halála kevésbé lepte meg, mint az a tény, hogy hagyott rá valamit. - Er hat die Kirche von einem Onkel geerbt, den er als Kind zweimal gesehen hatte und dessen Tod ihn weniger überraschte als die Tatsache, dass er ihm etwas hinterließ. :11. Maradt, anélkül hogy valaha is valódi döntést hozott volna. - Er ist geblieben, ohne jemals eine wirkliche Entscheidung getroffen zu haben. :12. Az ember néha nem azért marad egy helyen, mert az a megfelelő, hanem mert a távozás erőfeszítése nagyobbnak tűnik, mint a maradás fájdalma, míg egyszer csak megszűnik érezhetőnek lenni a kettő közötti különbség. - Man bleibt manchmal an einem Ort, nicht weil er der richtige ist, sondern weil der Aufwand des Gehens größer erscheint als der Schmerz des Bleibens, bis irgendwann der Unterschied zwischen beidem aufgehört hat, spürbar zu sein. :13. A tető két helyen beázik, a kályha rosszul húz, ha északnyugat felől jön a szél, és a nehéz homokkő keresztelőmedence, amelyet az elődök hátrahagytak, ma mosogatóként szolgál. - Das Dach ist an zwei Stellen undicht, der Ofen zieht schlecht, wenn der Wind aus Nordwesten kommt, und das schwere Taufbecken aus Sandstein, das die Vorgänger zurückgelassen haben, dient heute als Spülbecken. :14. Mosogatóként szolgál, mert ez az egyetlen tárgy a házban, amely elég nagy, és amely valahogy illik ahhoz az elképzeléshez, amely Andersben él az itteni életről: hogy a dolgok megváltoztathatják a rendeltetésüket anélkül, hogy elveszítenék a jellegüket. - Es dient als Spülbecken, weil es das einzige Objekt im Haus ist, das groß genug ist und das irgendwie zu der Idee passt, die Anders vom Leben hier hat: dass Dinge ihren Zweck wechseln dürfen, ohne ihren Charakter zu verlieren. :15. Csónakmotorokat javít annak a néhány megmaradt szomszédnak ezen a partszakaszon. - Er repariert Bootsmotoren für die wenigen verbliebenen Nachbarn an diesem Abschnitt der Küste. :16. Ezek az emberek maguk sem pazarolnak sok szót, és a fizetségük többnyire kávéból áll, olykor dohányból, néha semmi másból, csak egy rövid biccentésből, amely annyit tartalmaz, mint egy hosszú mondat, ha az ember megtanulta olvasni, és Anders megtanulta, vagy felhagyott azzal, hogy többet várjon, ami végső soron ugyanaz. - Diese Menschen machen selbst nicht viele Worte, und ihre Bezahlung besteht meistens aus Kaffee, gelegentlich aus Tabak, manchmal aus nichts außer einem kurzen Nicken, das so viel enthält wie ein langer Satz, wenn man gelernt hat, es zu lesen, und Anders hat es gelernt, oder er hat aufgehört, mehr zu erwarten, was auf dasselbe hinausläuft. :17. Régebben csónaképítő volt, és Bergenben tanulta ki a mesterséget egy mesternél, aki alig beszélt és keveset magyarázott. - Er war früher Bootsbauer und hat das Handwerk in Bergen gelernt unter einem Meister, der kaum sprach und wenig erklärte. :18. Annak a kezei munka közben olyan pontosak voltak, hogy Anders megértette: a tudásnak nincs szüksége szavakra, amíg a munka önmagáért beszél, és ebből a tartásból maradt benne valami, még azután is, hogy a többi már rég elmúlt. - Dessen Hände waren beim Arbeiten so präzise, dass Anders verstand: Können braucht keine Worte, solange die Arbeit für sich spricht, und etwas von dieser Haltung ist geblieben, auch nachdem das andere längst vergangen ist. :19. Az ajtó kinyílik, anélkül hogy bárki kopogna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand klopft. :20. Lars belép annak az embernek a nyugodt magától értetődésével, aki tudja, hogy szívesen látják egy helyiségben, anélkül hogy ezt a szívesen látottságot valaha is kimondták volna, vagy ki kellene mondani, mert kettejük között ez azon kevés megállapodások egyike, amelyek éppen azért tartanak, mert senki sem fogalmazta meg őket. - Lars tritt herein mit der ruhigen Selbstverständlichkeit eines Menschen, der weiß, dass er in einem Raum willkommen ist, ohne dass dieses Willkommensein je ausgesprochen worden wäre oder ausgesprochen werden müsste, weil es zwischen ihnen eine der wenigen Abmachungen ist, die gerade deshalb halten, weil niemand sie formuliert hat. :21. Hatvannyolc éves, magasra nőtt és az évek során keskennyé vált, olyan kezekkel, amelyek úgy néznek ki, mintha ugyanabból az anyagból volnának, mint a csónakok, amelyeket egész életében épített és foltozott. - Er ist 68, hoch gewachsen und schmal geworden mit den Jahren, mit Händen, die so aussehen, als wären sie aus demselben Material wie die Boote, die er sein Leben lang gebaut und geflickt hat. :22. Leül a kályha melletti fapadra, egy csomag dohányt tesz az asztalra kettejük közé, és olyan módon hallgat, amely nem üres, hanem tele van két ember közös tudásával, akik megértették, hogy a hallgatás nem a kommunikáció hiánya, hanem annak legsűrűbb formája. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt ein Päckchen Tabak auf den Tisch zwischen ihnen und schweigt auf eine Weise, die nicht leer ist, sondern gefüllt mit der geteilten Kenntnis zweier Menschen, die verstanden haben, dass Schweigen keine Abwesenheit von Kommunikation ist, sondern ihre dichteste Form. :23. Az eső az ablaknak verődik, a fűtőtest egyenletes ritmusában csöpög. - Der Regen schlägt gegen das Fenster, die Heizung tropft in ihrem gleichmäßigen Rhythmus. :24. A falióra minden második ütésnél enyhe utózengéssel ketyeg, mintha volna a szívében egy kis szabálytalanság, amelyet senki sem űzött ki belőle. - Die Uhr an der Wand tickt mit einem leichten Nachklang bei jedem zweiten Schlag, als hätte sie eine kleine Unregelmäßigkeit im Herz, die ihr niemand ausgetrieben hat. :25. Körülbelül tíz perc múlva Lars fel sem nézve, annak az embernek a hangsúlytalanságával, aki információt közöl, nem véleményt, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken und mit der Tonlosigkeit eines Menschen, der eine Information übermittelt, nicht eine Meinung: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :26. Anders bólint, és ebben a bólintásban benne van a nyugta mindarra, amit kimondtak, és mindarra, ami kimondatlan maradhat. - Anders nickt, und in diesem Nicken liegt die Quittung für alles, was gesagt wurde und was ungesagt bleiben darf. :27. Lars feláll, az ajtóhoz megy, maga mögött behúzza annak az embernek az ismerős gondosságával, aki tudja, hogy a régi ajtóknak ápolásra van szükségük, és a dohány az asztalon marad, mint valami, amit szándékosan hagytak hátra, mert a dolgok birtoklása néha könnyebb, ha az ember máshol hagyja őket. - Lars steht auf, geht zur Tür, zieht sie mit der vertrauten Sorgfalt eines Menschen hinter sich, der weiß, dass alte Türen Pflege brauchen, und der Tabak bleibt auf dem Tisch wie etwas, das absichtlich zurückgelassen wurde, weil der Besitz von Dingen manchmal leichter ist, wenn man sie woanders lässt. :28. Az ablakpárkányon képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal, egy számlával és egy prospektussal együtt, amelyet Anders nem nyitott ki. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist, zusammen mit einer Rechnung und einem Prospekt, den Anders nicht geöffnet hat. :29. A prospektust azért nem nyitotta ki, mert nem vár prospektust, és mert azok a dolgok, amelyeket nem vár, rendszerint többe kerülnek neki, mint azok, amelyeket ismer. - Er hat den Prospekt nicht geöffnet, weil er keinen Prospekt erwartet und weil die Dinge, die er nicht erwartet, ihn in der Regel mehr kosten als die, die er kennt. :30. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan túltelített és barátságos fényben, mintha valaki eldöntötte volna, hogy a városoknak mindig jobban kell kinézniük, mint amennyit a valóság megenged. - Das Motiv zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das so übersättigt und freundlich ist, als hätte jemand entschieden, dass Städte immer besser aussehen müssen als die Wirklichkeit erlaubt. :31. Anders olyan férfi ujjaival fordítja meg a lapot, akinek van ideje, és mégsem pazarolja el. - Anders dreht die Karte um mit den Fingern eines Mannes, der Zeit hat und sie trotzdem nicht verschwendet. :32. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :33. A kézírás Mette írása, ferde és a szükségesnél szűkebb, ahogyan nála mindig, amikor olyasmit ír, amit valójában nem akart megírni, vagy amit meg kellett írnia, mert a hallgatás túl hangossá vált. - Die Handschrift ist Mettes, schräg und enger als nötig, wie es bei ihr immer ist, wenn sie etwas schreibt, das sie eigentlich nicht schreiben wollte oder das sie schreiben musste, weil das Schweigen zu laut geworden war. :34. Az a hat hónap, amely alatt egyetlen szó sem érkezett tőle, ebben az egy mondatban foglalódik össze, mint egy diagnózis, amely sem kezelést nem ír elő, sem gyógyulást nem ígér. - Die sechs Monate, in denen kein Wort von ihr gekommen ist, sind in diesem einen Satz zusammengefasst wie eine Diagnose, die weder Behandlung vorschreibt noch Heilung verspricht. :35. Másodszor is elolvassa a mondatot, aztán harmadszor is, nem azért, mert nem érti, hanem mert meg akarja adni a szövegnek azt a méltóságot, hogy valóban elolvassák, mielőtt válaszol rá. - Er liest den Satz ein zweites Mal, dann ein drittes, nicht aus Unverständnis, sondern weil er dem Text die Würde geben will, wirklich gelesen zu werden, bevor er antwortet. :36. A válasza az, hogy a lapot képpel lefelé visszateszi a párkányra, mert nem bírja elviselni a színeket, nem ma, ezen a szürke délutánon, amikor minden, ami túlságosan telített, hamisnak hat. - Seine Antwort ist, die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurückzulegen, weil er die Farben nicht ertragen kann, nicht heute, an diesem grauen Nachmittag, an dem alles, was zu gesättigt ist, falsch wirkt. :37. Odakint a délutáni komp lassan elhúz az ablak előtt, motorzaja rövid időre felduzzad, mint egy kérdés, majd elszáll a szélben, mint egy válasz, amelyet senki sem akart megtartani. - Draußen zieht die Nachmittagsfähre langsam am Fenster vorbei, ihr Motorgeräusch schwillt kurz an wie eine Frage und verweht dann im Wind wie eine Antwort, die niemand festhalten wollte. :38. A fjord zökkenőmentesen és közönyösen zárul össze mögötte, mintha az, hogy átszelik, csak egy volna sok egyenértékű állapota közül. - Der Fjord schließt sich hinter ihr, reibungslos und gleichgültig, als wäre Durchquertwerden nur einer seiner vielen gleichwertigen Zustände. :39. Anders az ablaknál áll, és a vizet nézi. - Anders steht am Fenster und schaut auf das Wasser. :40. A víz szürke és csendes, és olyan teljesen elég önmagának, hogy jelent valamit számára, anélkül hogy meg tudná mondani, pontosan mit. - Das Wasser ist grau und still und so vollständig sich selbst genug, dass es ihm etwas bedeutet, ohne dass er sagen könnte, was genau. :41. Négy órakor, amikor a sötétség nem leszáll, hanem a vízből emelkedik fel, és nehezebbé teszi a levegőt, Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból. - Um vier Uhr, wenn die Dunkelheit nicht fällt, sondern aus dem Wasser aufsteigt und die Luft schwerer macht, holt Anders eine Kerze aus der Küchenschublade. :42. Ott fekszik Lars dohánya, még a csomagolásban, érintetlenül, mint egy ajánlat, amely addig érvényes, amíg az ember el nem fogadja. - Dort liegt der Tabak von Lars, noch in der Verpackung, unberührt wie ein Angebot, das gilt, solange man es nicht annimmt. :43. A gyertyát az északi falnál álló régi zongorára teszi, a vakolat repedése alá, amely az elmúlt télen szélesebb lett. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier an der Nordwand, unter dem Riss im Putz, der im letzten Winter breiter geworden ist. :44. Anders egyszer végigkövette a repedést az ujjával, anélkül hogy tudta volna, miért, mintha egy térképen követne egy vonalat, amely sehová sem vezet, és éppen ezért érdekes. - Anders ist dem Riss einmal mit dem Finger nachgefahren, ohne zu wissen warum, als würde er einer Linie in einer Landkarte folgen, die nirgendwo hinführt und genau deshalb interessant ist. :45. Tudomása szerint senki sem játszik ezen a zongorán, és korábbi években sem játszott rajta senki. - Niemand spielt dieses Klavier, soweit er weiß, und auch in früheren Jahren hat es niemand gespielt. :46. Mégis ott áll a rendeltetésüket elvesztett dolgok csendes makacsságával, anélkül hogy elvesztette volna a jelenlétét, és Anders ezt nem gyásznak érzi, hanem valamiféle társaságnak. - Doch es steht da mit der stillen Insistenz von Dingen, die ihren Zweck verloren haben, ohne ihre Anwesenheit zu verlieren, und Anders empfindet das nicht als Trauer, sondern als eine Art Gesellschaft. :47. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, amelynek egyik lába egy összehajtott kartondarabon áll, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl, dessen eines Bein auf einem gefalteten Stück Pappe steht, und schaut in die Flamme. :48. A láng megremeg az alig érezhető huzatban, amely lélegzetvételként járja át a házat, egészen könnyedén, szinte észrevétlenül, majdnem úgy, mint egy gesztus. - Die Flamme schwankt in dem kaum spürbaren Durchzug, der das Haus wie ein Atemzug durchläuft, ganz leicht, fast unmerklich, fast wie eine Geste. :49. Nem gondol Mettére, és nem gondol arra a kérdésre sem, amelyet a nő feltett. - Er denkt nicht an Mette, und er denkt nicht an die Frage, die sie gestellt hat. :50. Némely kérdés nem azért marad nyitva, mert az ember nem ismeri a választ, hanem mert a válasznak nincs szüksége más helyre, csak annak az embernek a testére, aki hordozza, és Anders hordozza, anélkül hogy nevet adna neki. - Manche Fragen bleiben nicht deshalb offen, weil man die Antwort nicht kennt, sondern weil die Antwort keinen Ort braucht außer dem Körper des Menschen, der sie trägt, und Anders trägt sie, ohne sie zu benennen. :51. A fűtőtest csöpög, a víz szabályos, puha lökésekkel verődik a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser schlägt in regelmäßigen, weichen Stößen gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle. :52. A láng olyan türelemmel ég le, amely szégyenkezésre késztet, mert sokkal nyugodtabb, mint bármi, amit az emberek tesznek. - Die Flamme brennt herunter mit einer Geduld, die beschämt, weil sie so viel ruhiger ist als alles, was Menschen tun. :53. Aztán havazni kezd, olyan fokozatosan, hogy Anders csak egy idő után veszi észre, hogy a kinti sötétség más textúrát vett fel, puhábbat és kevésbé eltökéltet. - Dann beginnt es zu schneien, so allmählich, dass Anders erst nach einer Weile bemerkt, dass die Dunkelheit draußen eine andere Textur angenommen hat, weicher und weniger entschlossen. :54. A hó a fjord fekete vizére hull, és a régi templom tetejére, és az ablakpárkányra, ahol a képeslap képpel lefelé fekszik. - Der Schnee fällt auf das schwarze Wasser des Fjords und auf das Dach der alten Kirche und auf den Fenstersims, wo die Postkarte liegt mit der Vorderseite nach unten. :55. Nem fog elutazni, nem azért, mert ellene döntött volna, hanem mert a döntések feszültséget feltételeznek két lehetséges jövő között. - Er wird nicht fahren, nicht weil er sich dagegen entschieden hätte, sondern weil Entscheidungen eine Spannung voraussetzen zwischen zwei möglichen Zukünften. :56. Benne ez a feszültség nincs jelen, már régóta nincs, és ennek a feszültségnek a hiánya nem bénultság és nem közöny, hanem valami, amire még nem talált szót, valami, ami békének érződik, ha a béke azt jelenti, hogy az ember felhagyott azzal, hogy saját csendje ellen küzdjön. - In ihm ist diese Spannung nicht vorhanden, schon lange nicht mehr, und das Fehlen dieser Spannung ist nicht Lähmung und nicht Gleichgültigkeit, sondern etwas, für das er noch kein Wort gefunden hat, etwas, das sich anfühlt wie Frieden, wenn Frieden bedeutet, dass man aufgehört hat, gegen die eigene Stille anzukämpfen. :57. A hó hull, a fjord magába fogadja. - Der Schnee fällt, der Fjord nimmt ihn auf. :58. Az éjszaka olyan magától értetődően érkezik, mintha soha nem is állt volna szándékában máshol lenni. - Die Nacht kommt so selbstverständlich, als hätte sie nie vorgehabt, irgendwo anders zu sein. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Október - Oktober :1. Anders a konyhaasztalnál ül, és két kezében egy csészét tart, amely legalább egy órája hideg, anélkül hogy ez zavarná, vagy akár csak késztetést érezne arra, hogy felálljon és újratöltse. - Anders sitzt am Küchentisch und hält eine Tasse in beiden Händen, die seit mindestens einer Stunde kalt ist, ohne dass ihn das stören würde oder er auch nur den Impuls verspürte, aufzustehen und sie nachzufüllen. :2. A csésze ebben a pillanatban már nem a kávéivást szolgálja, hanem magát a kézben tartást, azt az érzést, hogy valami olyasmit fog körül, aminek formája van, aminek volt melege, és amit meg lehet tartani anélkül, hogy eltávozna. - Die Tasse dient in diesem Moment nicht mehr dem Kaffeetrinken, sondern dem Händehalten schlechthin, dem Gefühl, etwas zu umschließen, das Form hat und Wärme gehabt hat und das man festhalten kann, ohne dass es sich davonmacht. :3. Odakint a szél azzal a lapos, engesztelhetetlen erővel veri az esőt a régi templomablaknak, amely októberben sajátja ennek a partvidéknek, és amely nem tévesztendő össze az atlanti viharok drámai széllökéseivel, hanem inkább tartós nyomásra emlékeztet, meteorológiai állításra, amely nem tűr ellentmondást. - Draußen treibt der Wind den Regen mit jener flachen, unnachgiebigen Wucht gegen das alte Kirchenfenster, die dieser Küste im Oktober eigentümlich ist und die nicht mit dem dramatischen Böenwind der Atlantikstürme zu verwechseln ist, sondern eher einem Dauerdruck gleicht, einer meteorologischen Behauptung, die keinen Widerspruch duldet. :4. Az elvetemedett fakeret, amely már itteni jelenlétének első telén felhagyott azzal, hogy valóban záródjon, vékony hideg levegőszálat enged befelé, amely az ablakpárkányon álló gyertyacsonkokat enyhe, szakadatlan ingásba hozza, mintha valamire akarnának mutatni, ami csendes, és mégis mozog. - Der verzogene Holzrahmen, der schon im ersten Winter seiner Anwesenheit hier aufgehört hatte, wirklich zu schließen, lässt einen Faden kalter Luft ins Innere, der die Kerzenreste auf dem Fensterbrett in ein leichtes, unaufhörliches Schwanken versetzt, als wollten sie auf etwas hinweisen, das still ist und sich trotzdem bewegt. :5. Október közepe van, és a fjord felvette azt a sajátos nehézséget, amelyet csak ezekben a hetekben hord, amikor a fény már nem hull, hanem szivárog, amikor a víz sötéten és sűrűn fekszik, mint valami, ami gondolkodik. - Es ist Mitte Oktober, und der Fjord hat jene eigentümliche Schwere angenommen, die er nur in diesen Wochen trägt, wenn das Licht nicht mehr fällt, sondern sickert, wenn das Wasser dunkel liegt und dicht wie etwas, das denkt. :6. Az ég olyan alacsonyan függ, és annyira azonos színű az alatta lévő felszínnel, hogy a táj mintha feladná saját geometriáját, a víz és a levegő közötti határ feloldódik, és az embernek az az érzése támad, hogy odakint már nem irányok léteznek, hanem csak a szürkeség fokozatai. - Der Himmel hängt so tief und ist so gleichfarbig mit der Oberfläche darunter, dass die Landschaft ihre eigene Geometrie aufzugeben scheint, die Grenze zwischen Wasser und Luft sich auflöst und man das Gefühl bekommt, dass draußen nicht mehr Richtungen existieren, sondern nur noch Grade von Grau. :7. A fűtőtestről pontosan kimért időközönként leválik egy csepp, és a padlón álló bádogvödörbe hull: világos, pontos plink, amely úgy írja bele magát a szoba csendjébe, mint széljegyzet egy olyan szöveghez, amelyet senki sem fogalmazott meg, és amely addig ismétlődik, amíg már nem zaj, hanem szerkezet. - Von der Heizung löst sich in genau abgemessenen Abständen ein Tropfen und fällt in den Blecheimer auf dem Boden: ein helles, präzises Plink, das sich in die Stille des Raumes einschreibt wie eine Randnotiz zu einem Text, den niemand verfasst hat, und das sich wiederholt, bis es nicht mehr Geräusch ist, sondern Struktur. :8. Anders hallgatja, nem azért, mert akarja, vagy mert a csöpögés bármilyen módon megindítaná, hanem mert a hallgatózás az egyetlen, amit ez a pillanat követel tőle, és ő valamikor az elmúlt két évben felhagyott azzal, hogy több legyen annál, amit az adott pillanat követel tőle. - Anders hört zu, nicht weil er will oder weil das Tropfen ihn in irgendeiner Weise bewegte, sondern weil das Zuhören das Einzige ist, was dieser Augenblick von ihm verlangt, und er hat, irgendwann in den vergangenen zwei Jahren, aufgehört, mehr zu sein als das, was der jeweilige Augenblick von ihm verlangt. :9. A ház, amelyben él, egykor fatemplom volt, valamikor a huszadik század első évtizedeiben emelték egy gyülekezet számára, amelyből ma már semmi sem maradt, csak néhány időjárás verte sírkő a ház mögött, amelyeknek feliratait a zuzmó már félig visszahódította. - Das Haus, in dem er lebt, war eine Holzkirche, irgendwann in den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts errichtet für eine Gemeinde, von der heute nichts mehr übrig ist als ein paar verwitterte Grabsteine hinter dem Haus, deren Inschriften der Flechtenbefall schon halb zurückerobert hat. :10. Egy olyan partszakaszon áll, amely egyetlen térképen sem számít említésre méltónak, és amelynek létezése lényegében abban merül ki, hogy ott van: nedvesen, sziklásan, a széltől megdolgozva, a fjord felé fordulva olyan állhatatossággal, amelyet méltóságnak is lehetne tartani, ha az ember tulajdonítani akarna neki valamit. - Es steht an einem Fleckchen Küste, das in keiner Karte als erwähnenswert gilt und dessen Existenz sich im Wesentlichen darin erschöpft, da zu sein: nass, felsig, vom Wind bearbeitet, dem Fjord zugewandt mit einer Beständigkeit, die man für Würde halten könnte, wenn man ihr etwas unterstellen wollte. :11. A házat egy nagybátyjától örökölte, akit gyerekként kétszer látott, és akiről semmit sem tudott azon kívül, hogy hallgatott, dohányzott és a tengert nézte. - Er hat das Haus von einem Onkel geerbt, den er als Kind zweimal gesehen hatte und von dem er nichts wusste außer dass er schwieg und rauchte und die See anschaute. :12. Ezek a tulajdonságok Anders számára akkoriban a szegénység formáinak tűntek, ma pedig a megelégedettség formáinak tűnnek, ami néha arra készteti, hogy azt gondolja, az örökség többet tartalmazott kőnél és fánál. - Diese Eigenschaften waren Anders damals als Formen von Armut erschienen und erscheinen ihm heute als Formen von Genügsamkeit, was ihn manchmal denken lässt, dass das Erbe mehr enthielt als Steine und Holz. :13. Maradt, anélkül hogy valaha is született volna olyan döntés, amely megérdemelte volna ezt a nevet, úgy, ahogyan az ember néha ott marad egy helyen, nem azért, mert az a helyes, hanem mert az elmenés feltételezné a hová világosságát, amely nem áll be. - Er ist geblieben, ohne dass je eine Entscheidung getroffen worden wäre, die diesen Namen verdient hätte, so wie man manchmal an einem Ort bleibt, nicht weil er der richtige ist, sondern weil das Weggehen eine Klarheit über das Wohin voraussetzt, die sich nicht einstellt. :14. Egy idő után ennek a világosságnak a hiányát már nem hiányként érzékeli az ember, hanem olyan állapotként, amely többé nem különbözik attól, amit más emberek otthonnak neveznek, ha őszinték. - Irgendwann hört die Abwesenheit dieser Klarheit auf, als Mangel wahrgenommen zu werden, und wird zu einem Zustand, der sich nicht mehr von dem unterscheidet, was andere Menschen Zuhause nennen, wenn sie ehrlich sind. :15. A tető beázik, a kályha szeszélyes, a homokkő keresztelőmedence mosogatóként szolgál, és ezt a rendeltetésbeli eltolódást, amelyet sokan elhanyagoltságnak látnának, Anders az életnek megfelelő dologként érzékeli. - Das Dach ist undicht, der Ofen launisch, das Taufbecken aus Sandstein dient als Spülbecken, und diese Verschiebung des Zwecks, die manchen als Verwahrlosung erscheinen würde, empfindet Anders als etwas dem Leben Gemäßes. :16. A dolgok túlélhetnek azáltal, hogy újra meghatározhatóvá válnak, a vakolat repedése nem seb, hanem krónika, és egy ház, amely lélegzik, előnyben részesítendő egy halott házzal szemben, még akkor is, ha a lélegzés huzatot jelent. - Dinge dürfen überleben, indem sie sich neu definieren lassen, der Riss im Putz ist keine Wunde, sondern eine Chronik, und ein Haus, das atmet, ist einem toten Haus vorzuziehen, auch wenn das Atmen Zugluft bedeutet. :17. Csónakmotorokat javít annak a partszakasznak a kevés megmaradt szomszédja számára, olyan embereknek, akik hallgatagságukban és távolságtartásukban hasonlítanak rá, mintha a vidék csak ilyeneket vonzott volna magához, vagy csak ilyeneket hagyott volna hátra. - Er repariert Bootsmotoren für die wenigen verbliebenen Nachbarn an diesem Küstenabschnitt, Menschen, die ihm in ihrer Schweigsamkeit und ihrer Abstandswahrung ähneln, als hätte die Gegend nur solche angezogen oder übrig gelassen. :18. Fizetségük többnyire kávéból áll, olykor dohányból, néha semmi másból, csak egy olyan férfi rövid, száraz biccentéséből, aki kapott valamit, és ezt tudja, és az erről való tudást elegendőnek tartja, Anders pedig már felhagyott azzal, hogy megkülönböztesse, ő is így látja-e, vagy egyszerűen csak hozzászokott, ami az eredményt tekintve ugyanarra vezet. - Deren Bezahlung besteht meistens aus Kaffee, gelegentlich aus Tabak, manchmal aus nichts außer dem kurzen, trockenen Nicken eines Mannes, der etwas bekommen hat und das weiß und der das Wissen darum für ausreichend hält, und Anders hat aufgehört zu unterscheiden, ob er das genauso sieht oder ob er sich schlicht daran gewöhnt hat, was im Ergebnis auf dasselbe hinausläuft. :19. Csónaképítő volt, Bergenben tanulta egy mesternél, aki a munkát minden fölé helyezte, és a róla való beszédet elfelejtette, és ennek a hierarchiának valami része beleíródott Andersbe, mint egy nyelvtan, amelyet nem ő választott, de amely szerint gondolkodik. - Er war Bootsbauer, hat das in Bergen gelernt bei einem Meister, der die Arbeit über alles stellte und die Sprache darüber vergaß, und etwas von dieser Hierarchie hat sich in ihn eingeschrieben wie eine Grammatik, die er nicht gewählt hat, nach der er aber denkt. :20. A cselekvés megelőzi a beszédet, a kezek többet tudnak, mint a száj, és egy motor, amely jár, minden hozzáfűzött megjegyzést fölöslegessé tesz. - Das Machen geht dem Reden voraus, die Hände wissen mehr als der Mund, und ein Motor, der läuft, macht jeden Kommentar dazu überflüssig. :21. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy bárki kopogna, és Lars belép egy olyan ember nyugodt, magától értetődő súlyosságával, akinek a világ nem meghívottságra és meg nem hívottságra oszlik, hanem helyekre, ahová az ember tartozik, és helyekre, ahová nem. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand klopft, und Lars tritt herein mit der ruhigen, selbstverständlichen Schwere eines Menschen, für den die Welt sich nicht in Geladensein und Nichtgeladensein aufteilt, sondern in Orte, an denen man hingehört, und Orte, an denen man es nicht tut. :22. Ez a hely itt az első kategóriába tartozik, mert van közöttük egy megállapodás, amelyet soha nem fogalmaztak meg, és éppen ezért tart: hogy az ember jön, amikor akar, megy, amikor akar, és hogy a közbeeső hallgatás nem a kommunikáció kudarca, hanem annak legtökéletesebb formája. - Dieser Ort hier gehört in die erste Kategorie, weil es zwischen ihnen eine Abmachung gibt, die nie formuliert wurde und gerade deshalb hält: dass man kommt, wenn man will, dass man geht, wenn man will, und dass das Schweigen dazwischen kein Versagen der Kommunikation ist, sondern ihre vollkommenste Form. :23. Hatvannyolc éves, és az évek során keskennyé és csontossá vált, mintha a szél évtizedek alatt a lényegre redukálta volna, olyan kezekkel, amelyek annyira repedezettek és pontosak, hogy önmagukért beszélnek egy életről, amely nem a beszédből állt. - Er ist 68 und mit den Jahren schmal und knochig geworden, als hätte der Wind ihn über die Jahrzehnte auf das Wesentliche reduziert, mit Händen, die so rissig und präzise sind, dass sie für sich selbst sprechen über ein Leben, das nicht im Reden bestanden hat. :24. Leül a kályha melletti fapadra, leteszi a dohánycsomagot az asztalra, és egy olyan ember teljességével hallgat, akinek soha eszébe sem jutott volna bocsánatot kérni a hallgatásért. - Er setzt sich auf die Holzbank neben dem Ofen, legt das Päckchen Tabak auf den Tisch und schweigt mit der Vollständigkeit eines Menschen, dem es nie eingefallen wäre, das Schweigen zu entschuldigen. :25. Az eső egyenletes, sürgető ritmusában veri az ablakot, a fűtés csöpög, a falióra azzal a könnyű utózengéssel ketyeg minden második ütésnél, amelyet Anders soha nem javított meg, mert az apró szabálytalanság az egyetlen, ami az órát megkülönbözteti egy mechanizmustól. - Der Regen schlägt gegen das Fenster in seinem gleichmäßigen, drängenden Rhythmus, die Heizung tropft, die Uhr an der Wand tickt mit jenem leichten Nachklang bei jedem zweiten Schlag, den Anders nie repariert hat, weil die kleine Unregelmäßigkeit das Einzige ist, was die Uhr von einem Mechanismus unterscheidet. :26. Körülbelül tíz perc múlva Lars anélkül, hogy felnézne, egy olyan férfi hangján, akinek a nyelv eszköz, nem dísz, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Nach etwa zehn Minuten sagt Lars, ohne aufzublicken, mit der Stimme eines Mannes, für den Sprache ein Werkzeug ist und kein Ornament: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :27. Anders bólint, és ebben a bólintásban benne rejlik egymással való érintkezésük teljes gazdaságtana: hogy az információ megérkezett, hogy elismerést kapott, hogy nincs szükség további reakcióra, mert a tény önmagáért áll. - Anders nickt, und in diesem Nicken liegt die gesamte Ökonomie ihres Umgangs miteinander beschlossen: dass die Information angekommen ist, dass sie gewürdigt wird, dass keine weitere Reaktion nötig ist, weil die Tatsache für sich selbst steht. :28. Lars nem azért jött, hogy reakciókat arasson, hanem mert ez a hely mindkettőjük számára az egyetlen, ahol a csendet nem kell megmagyarázni. - Lars ist nicht gekommen, um Reaktionen zu ernten, sondern weil dieser Ort für beide der einzige ist, an dem die Stille nicht erklärt werden muss. :29. Lars feláll, az ajtóhoz megy egy olyan férfi hosszú, kissé ringó járásával, aki az életét hajókon töltötte, és maga mögött becsukja az ajtót azzal az ismerős óvatossággal, amellyel az ember régi fának tartozik. - Lars steht auf, geht zur Tür mit dem langen, leicht schaukelnden Gang eines Mannes, der sein Leben auf Booten verbracht hat, und zieht die Tür mit der vertrauten Behutsamkeit hinter sich zu, die man altem Holz schuldet. :30. A dohány az asztalon marad, mint egy kicsi, néma ajánlat, amelynek érvényessége nem attól függ, elfogadják-e. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch wie ein kleines, stummes Angebot, das seine Gültigkeit nicht davon abhängig macht, ob es angenommen wird. :31. Az ablakpárkányon egy képeslap fekszik, amely ma reggel érkezett a komppal, egy számla és egy prospektus között, amelyet Anders nem nyitott ki. - Auf dem Fenstersims liegt eine Postkarte, die heute Morgen mit der Fähre gekommen ist, zwischen einer Rechnung und einem Prospekt, den Anders nicht geöffnet hat. :32. A kéretlen közlésekre való reagálás szokását már régen, különösebb esemény nélkül levetette, mint egy ruhadarabot, amely soha nem is igazán illett rá. - Er hat die Gewohnheit, auf ungebetene Mitteilungen einzugehen, vor langer Zeit und ohne besonderes Ereignis abgelegt wie ein Kleidungsstück, das einem nie wirklich gepasst hat. :33. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan konstruáltan barátságos és túltelített fényben, hogy hazugságnak hat a városok lényegéről, olyan ígéretnek, amelyet azzal a szándékkal tesznek, hogy ne váltsák be. - Das Motiv zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das so konstruiert freundlich und übersättigt ist, dass es wie eine Lüge über das Wesen von Städten wirkt, wie ein Versprechen, das mit der Absicht gemacht wird, nicht eingelöst zu werden. :34. Anders egy olyan férfi lassú ujjaival fordítja meg a lapot, akinek van ideje, és mégsem pazarolja, mert az idő számára nem fogyóban lévő készlet, hanem az a közeg, amelyben a dolgok egyszerűen vannak. - Anders dreht die Karte mit den langsamen Fingern eines Mannes um, der Zeit hat und sie trotzdem nicht verschwendet, weil Zeit für ihn kein Vorrat ist, der zur Neige geht, sondern das Medium, in dem die Dinge einfach sind. :35. Ezt olvassa: „Gyere Oslóba. Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er liest: „Komm nach Oslo. Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :36. A kézírás Mettéé: ferde, szűkebb a szükségesnél, azzal a könnyű nyomással, amelyet csak akkor fejt ki, amikor olyasmit ír, aminél a kéz gyorsabb akar lenni, mint az őt követő gondolat. - Die Handschrift ist Mettes: schräg, enger als nötig, mit dem leichten Druck, den sie nur dann ausübt, wenn sie etwas schreibt, bei dem die Hand schneller sein will als der Gedanke, der ihr folgt. :37. A hat hónap, amelyben egyetlen szó, egyetlen üzenet, egyetlen jel sem érkezett tőle, ebben az egy mondatban sűrűsödik össze, mint pára a hideg üvegen: olyan világossággá, amely egyszerre áthatolhatatlan, kezelési terv nélküli diagnózissá, olyan kérdéssé, amelyet annak tudatában tesznek fel, hogy a válasz már azelőtt megadatott, mielőtt megfogalmazták volna. - Die sechs Monate, in denen kein Wort, keine Nachricht, kein Zeichen von ihr gekommen ist, kondensieren in diesem einen Satz wie Feuchtigkeit an kaltem Glas: zu einer Klarheit, die gleichzeitig undurchdringlich ist, zu einer Diagnose ohne Behandlungsplan, zu einer Frage, die mit dem Wissen gestellt wird, dass die Antwort bereits gegeben wurde, bevor sie formuliert worden ist. :38. Kétszer olvassa el a mondatot, aztán harmadszor is, nem értetlenségből, hanem abból a tiszteletből, amellyel mindennek adózik, amit valóban komolyan gondolnak. - Er liest den Satz zweimal, dann ein drittes Mal, nicht aus Unverständnis, sondern aus dem Respekt, den er allem entgegenbringt, was wirklich gemeint ist. :39. Aztán a lapot képpel lefelé visszateszi a párkányra, mert nem tudja elviselni a kikötőkép színeit, nem ma, ezen a délutánon, amikor minden, ami túlságosan telített, olyan állításnak hat, amelyet nem akar aláírni. - Dann legt er die Karte mit der Vorderseite nach unten auf den Sims zurück, weil er die Farben des Hafenbilds nicht ertragen kann, nicht heute, an diesem Nachmittag, an dem alles, was zu gesättigt ist, wie eine Behauptung wirkt, die er nicht unterschreiben will. :40. Odakint a délutáni komp lassan elhalad az ablak előtt, motorzaja úgy duzzad fel, mint egy kérdés, amely rövid időre hangossá válik, aztán elfújja a szél, mint egy választ, amely úgy döntött, nem marad. - Draußen zieht die Nachmittagsfähre langsam am Fenster vorbei, ihr Motorgeräusch schwillt an wie eine Frage, die kurz laut wird, und verweht dann im Wind wie eine Antwort, die sich entschieden hat, nicht zu bleiben. :41. A fjord mögötte annak az egykedvűségével zárul össze, amit olyan sokszor szeltek már át, hogy felhagyott azzal, hogy az átszelést eseményként regisztrálja. - Der Fjord schließt sich hinter ihr mit der Gleichmütigkeit von etwas, das durchquert worden ist so oft, dass es aufgehört hat, das Durchquertwerden als Ereignis zu registrieren. :42. Négy órakor, amikor a sötétség nem lehull, hanem a vízből és a kőzetből emelkedik fel, és nehezebbé, sűrűbbé teszi a levegőt, mintha a fény nem hiányozna, hanem valami nagyobb súlyú dologgal helyettesítették volna, Anders elővesz egy gyertyát a konyhafiókból. - Um vier Uhr, wenn die Dunkelheit nicht fällt, sondern aus dem Wasser und dem Gestein aufsteigt und die Luft schwerer und dichter macht, als wäre das Licht nicht abwesend, sondern ersetzt worden durch etwas mit mehr Gewicht, holt Anders eine Kerze aus der Küchenschublade. :43. A fiókban ott fekszik Lars dohánya is, még csomagolásban, mintha azok a dolgok, amelyek érintetlenek maradnak, a maguk módján teljesebbek volnának, mint azok, amelyeket használnak. - In der Schublade liegt auch der Tabak von Lars, noch in der Verpackung, so als wären Dinge, die unangetastet bleiben, auf ihre Weise vollständiger als solche, die benutzt werden. :44. A gyertyát az északi falnál álló régi zongorára teszi, amelynek fekete lakkozása a szélein pattogzik, és amely a vakolat repedése alatt áll, amely az elmúlt télen szélesebb lett. - Er stellt die Kerze auf das alte Klavier an der Nordwand, dessen schwarzer Lack an den Kanten blättert und das unter dem Riss im Putz steht, der im letzten Winter breiter geworden ist. :45. Anders egyszer végighúzta az ujját a repedésen, lassan és különösebb ok nélkül, úgy, ahogyan az ember néha követ egy vonalat, nem azért, mert az vezet valahová, hanem mert a követés mozdulata maga jelent valamit, amit nem lehet nyelvre lefordítani. - Anders ist dem Riss einmal mit dem Finger nachgefahren, langsam und ohne bestimmten Grund, so wie man manchmal eine Linie verfolgt, nicht weil sie irgendwohin führt, sondern weil die Bewegung des Nachfolgens selbst etwas bedeutet, das sich nicht in Sprache übersetzen lässt. :46. Tudomása szerint soha senki nem játszott ezen a zongorán, és mégis ott áll azzal a csendes, tárgyilagos makacssággal, amellyel az elhagyott hangszerek néha rendelkeznek. - Niemand hat je auf diesem Klavier gespielt, soweit er weiß, und doch steht es da mit jener stillen, sachlichen Insistenz, die verlassene Instrumente manchmal haben. :47. Nem szűnt meg hangszernek lenni csak azért, mert már nincs ott játékos, mintha a zene lehetősége tovább létezne mindaddig, amíg létezik a tárgy, amely magában hordozza, és Anders ezt nem gyásznak, nem szentimentalizmusnak érzi, hanem egyfajta jelenlétnek, amely megfelel neki, mert semmit sem követel tőle. - Es ist nicht aufgehört, Instrument zu sein, nur weil kein Spieler mehr da ist, als würde die Möglichkeit der Musik weiterexistieren, solange das Objekt existiert, das sie enthält, und Anders empfindet das nicht als Trauer, nicht als Sentimentalität, sondern als eine Art Anwesenheit, die ihm recht ist, weil sie nichts von ihm verlangt. :48. Meggyújtja a gyertyát, leül a zongoraszékre, amelynek egyik lába egy összehajtott kartondarabon nyugszik, és a lángba néz. - Er zündet die Kerze an, setzt sich auf den Klavierstuhl, dessen eines Bein auf einem gefalteten Stück Pappe ruht, und schaut in die Flamme. :49. A láng ingadozik az alig érezhető huzatban, amely egyenletes, lapos lélegzetvételként járja át a házat, olyan lassú ritmusban, hogy az ember nem biztos benne, mozgást lát-e, vagy csak saját szeme nyugtalanságát vetíti ki. - Die Flamme schwankt in dem kaum spürbaren Durchzug, der das Haus wie ein gleichmäßiger, flacher Atemzug durchläuft, in einem so langsamen Rhythmus, dass man nicht sicher ist, ob man eine Bewegung sieht oder nur die Unruhe des eigenen Auges projiziert. :50. Nem gondol Mettére, és nem gondol a kérdésre sem, amelyet a nő feltett, nem azért, mert a kérdés nem érte volna el, hanem mert bizonyos kérdések nem arra valók, hogy megválaszolják őket, hanem arra, hogy hordozzák őket. - Er denkt nicht an Mette und nicht an die Frage, die sie gestellt hat, nicht weil die Frage ihn nicht erreicht hätte, sondern weil manche Fragen nicht dazu da sind, beantwortet zu werden, sondern dazu, getragen zu werden. :51. Anders hordozza, anélkül hogy megnevezné, úgy, ahogyan az ember olyan súlyt hordoz, amelyet olyan régóta birtokol, hogy megszűnt súlyként érzékelődni, és elkezdett a saját testtartás részévé válni. - Anders trägt sie, ohne sie zu benennen, so wie man ein Gewicht trägt, das man so lange hat, dass es aufgehört hat, als Gewicht wahrgenommen zu werden, und angefangen hat, Teil der eigenen Statur zu sein. :52. A fűtés csöpög, a víz puha, tompa lökésekkel csapódik odakint a kikötőhely régi facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser schlägt in weichen, dumpfen Stößen gegen die alten Holzpfähle der Anlegestelle draußen. :53. A gyertya olyan türelemmel és egyenes vonalúsággal ég le, amely megszégyeníti mindazt az emberit, ami körülötte habozik, kételkedik és marad, anélkül hogy tudná, miért. - Die Kerze brennt herunter mit einer Geduld und Gradlinigkeit, die alles Menschliche beschämt, das um sie herum zögert und zweifelt und bleibt, ohne zu wissen warum. :54. Aztán havazni kezd, olyan észrevétlenül és fokozatosan, hogy Anders nem tudná megmondani, pontosan mikor történt meg az átmenet, mintha az éjszaka úgy döntött volna, hogy megváltoztatja az állagát anélkül, hogy erre rámutatna. - Dann beginnt es zu schneien, so unmerklich und allmählich, dass Anders nicht sagen könnte, wann genau der Übergang stattgefunden hat, als hätte die Nacht beschlossen, ihre Konsistenz zu wechseln, ohne darauf hinzuweisen. :55. A hó hull a fjord fekete vizére, a régi templom mohával borított tetejére és az ablakpárkányra, ahol a képeslap képpel lefelé fekszik, és a fjord befogadja a havat, ahogyan mindent befogad: megjegyzés nélkül, változás nélkül, anélkül hogy szándékában állna emlékeztetni magára. - Der Schnee fällt auf das schwarze Wasser des Fjords und auf das moosbedeckte Dach der alten Kirche und auf den Fenstersims, wo die Postkarte liegt mit der Vorderseite nach unten, und der Fjord nimmt den Schnee auf wie er alles aufnimmt: ohne Kommentar, ohne Veränderung, ohne die Absicht, sich erinnern zu lassen. :56. Nem fog Oslóba utazni, és ez nem döntés, mert egy döntés feszültséget feltételez két olyan lehetőség között, amelyek mindketten valóságosak, és benne ez a feszültség nincs jelen, nem lemondás vagy kimerültség eredményeként. - Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist keine Entscheidung, weil eine Entscheidung eine Spannung voraussetzt zwischen zwei Möglichkeiten, die beide real sind, und in ihm ist diese Spannung nicht vorhanden, nicht als Ergebnis von Resignation oder Erschöpfung. :57. Valamikor az elmúlt két évben felhagyott azzal a hittel, hogy az élet máshol teljesebb volna, mint itt, teljesebb, mint ebben a házban, amely beázik és huzatos, ennél a fjordnál, amely szürke és nehéz, és olyan tökéletesen közömbös az ő jelenléte iránt, hogy ez a közömbösség az ő számára az őszinteség egyetlen még elviselhető formájának érződik. - Er hat irgendwann in den vergangenen zwei Jahren aufgehört zu glauben, dass das Leben anderswo vollständiger wäre als hier, vollständiger als in diesem Haus, das leckt und zieht, an diesem Fjord, der grau ist und schwer und so vollkommen gleichgültig gegenüber seiner Anwesenheit, dass diese Gleichgültigkeit sich anfühlt wie die einzige Form von Ehrlichkeit, die er noch erträgt. :58. Hull a hó, jön az éjszaka, ég a gyertya, és odakint a fjord olyan csendesen, sötéten és teljesen fekszik, mintha soha semmi mást nem tett volna, csak ott lett volna. - Der Schnee fällt, die Nacht kommt, die Kerze brennt, und draußen liegt der Fjord so still und dunkel und vollständig, als hätte er nie etwas anderes getan als da sein. :59. Létezni nem a legkevesebb, hanem a legvégső. - Dasein ist nicht das Mindeste, sondern das Äußerste. ------------------------- == 72 == 1 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Esik. - Es regnet. :2. Kari vezeti az autót. - Kari fährt das Auto. :3. Jon mellette ül. - Jon sitzt neben ihr. :4. Nem beszélnek. - Sie sprechen nicht. :5. Az ablaktörlő lassan mozog ide-oda. - Der Scheibenwischer bewegt sich langsam hin und her. :6. Nyikorog. - Er quietscht. :7. Az út üres. - Die Straße ist leer. :8. Jon egy kicsit kinyitja az ablakot. - Jon öffnet das Fenster ein bisschen. :9. Hideg levegő jön be. - Kalte Luft kommt herein. :10. Kari gyorsabbra állítja az ablaktörlőt. - Kari macht den Scheibenwischer schneller. :11. Már egy órája vezet. - Sie fährt seit einer Stunde. :12. Senki sem kapcsolja be a zenét. - Niemand macht die Musik an. :13. Jon kinéz az ablakon. - Jon schaut aus dem Fenster. :14. A fák nedvesek. - Die Bäume sind nass. :15. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :16. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :17. A fészeréhez mennek. - Sie fahren zu seinem Schuppen. :18. Rendezniük kell a holmijait. - Sie müssen seine Sachen sortieren. :19. Ez a terv. - Das ist der Plan. :20. Kari semmi különösre nem gondol. - Kari denkt nichts Besonderes. :21. Vagy talán túl sok mindenre gondol. - Oder vielleicht denkt sie zu viel. :22. Ezt ő maga sem tudja. - Sie weiß es selbst nicht. :23. A fészer a víznél áll. - Der Schuppen steht am Wasser. :24. Öreg és kicsi. - Er ist alt und klein. :25. A festék lepattogzott róla. - Die Farbe ist abgeblättert. :26. Jon kiszáll az autóból. - Jon steigt aus dem Auto. :27. Kari is. - Kari auch. :28. Az eső hideg. - Der Regen ist kalt. :29. Jon nekifeszül az ajtónak. - Jon drückt gegen die Tür. :30. Nem nyílik ki. - Sie geht nicht auf. :31. Kétszer belerúg. - Er tritt zweimal dagegen. :32. Most kinyílik. - Jetzt geht sie auf. :33. Régi fa szaga van. - Es riecht nach altem Holz. :34. És cigarettaszag. - Und nach Zigaretten. :35. Ez a szag. - Dieser Geruch. :36. Kari jól ismeri. - Kari kennt ihn gut. :37. Egy pillanatig mozdulatlanul áll. - Sie steht einen Moment still. :38. Jon bemegy. - Jon geht rein. :39. A falon egy mentőmellény lóg. - An der Wand hängt eine Schwimmweste. :40. Alatta gumicsizmák állnak. - Darunter stehen Gummistiefel. :41. Nagy gumicsizmák. - Große Gummistiefel. :42. Negyvenötös méret. - Nummer 45. :43. Az apjuknak nagy lába volt. - Ihr Vater hatte große Füße. :44. Egy polcon naptár fekszik. - Auf einem Regal liegt ein Kalender. :45. 2019-ből való. - Er ist von 2019. :46. Senki sem lapozta tovább. - Niemand hat ihn umgeblättert. :47. Kari leül egy üres ládára. - Kari setzt sich auf eine leere Kiste. :48. Az eső dobol a tetőn. - Der Regen trommelt auf das Dach. :49. Hangosan és egyenletesen. - Laut und gleichmäßig. :50. Jon körülnéz. - Jon sieht sich um. :51. A falon két szög van. - An der Wand hängen zwei Nägel. :52. Rajtuk egy horgászbot lóg. - Daran hängt eine Angel. :53. Jon leveszi. - Jon nimmt sie herunter. :54. Mindkét kezében tartja. - Er hält sie in beiden Händen. :55. A zsinór összegabalyodott. - Die Schnur ist verwickelt. :56. A horog rozsdás. - Der Haken ist rostig. :57. Jon nem mond semmit. - Jon sagt nichts. :58. Csak nézi a horgászbotot. - Er schaut die Angel nur an. :59. Kari feláll. - Kari steht auf. :60. Odamegy hozzá. - Sie geht zu ihm. :61. Röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. :62. Aztán visszaadja. - Dann gibt sie sie zurück. :63. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :64. Jon bólint. - Jon nickt. :65. Leteszi a horgászbotot a régi munkapadra. - Er legt die Angel auf die alte Werkbank. :66. Egyébként sem visznek magukkal semmit. - Sonst nehmen sie auch nichts mit. :67. A naptárt nem. - Den Kalender nicht. :68. A gumicsizmákat nem. - Die Gummistiefel nicht. :69. A félig teli benzineskannát nem. - Den halbvollen Benzinkanister nicht. :70. Mindent úgy hagynak, ahogy van. - Sie lassen alles so, wie es ist. :71. Kimennek. - Sie gehen raus. :72. Még mindig esik. - Es regnet immer noch. :73. Jon kezében egy kis lakat van. - Jon hat ein kleines Vorhängeschloss in der Hand. :74. Bezárja az ajtót. - Er schließt die Tür ab. :75. Ez az utolsó alkalom. - Das ist das letzte Mal. :76. Kari tartja a kulcsot. - Kari hält den Schlüssel. :77. A fjord felé néz. - Sie schaut zum Fjord. :78. Aztán eldobja. - Dann wirft sie ihn. :79. A kulcs átrepül a levegőn. - Der Schlüssel fliegt durch die Luft. :80. Beleeseik a vízbe. - Er fällt ins Wasser. :81. Halk csobbanás hallatszik. - Es macht ein leises Platschen. :82. Egy kis kör képződik. - Ein kleiner Kreis bildet sich. :83. Aztán újra minden csendes. - Dann ist alles wieder still. :84. Nem fordulnak meg. - Sie drehen sich nicht um. :85. Odamennek az autóhoz. - Sie gehen zum Auto. :86. Jon beül a volán mögé. - Jon setzt sich ans Steuer. :87. Beindítja a motort. - Er startet den Motor. :88. Az ablaktörlő újra elindul. - Der Scheibenwischer fängt wieder an. :89. Ugyanúgy nyikorog, mint korábban. - Er quietscht wie vorher. :90. Elindulnak. - Sie fahren. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső akkor kezd el esni, amikor elhagyják a várost. - Der Regen fängt an, als sie die Stadt verlassen. :2. Kari vezet, Jon mellette ül, és kinéz az ablakon. - Kari fährt, Jon sitzt daneben und schaut aus dem Fenster. :3. Nem beszélnek, de ez nem olyan csend, amely fáj. - Sie sprechen nicht, aber das ist keine Stille, die wehtut. :4. Az ablaktörlő ide-oda mozog, és minden harmadik alkalommal nyikorog. - Der Scheibenwischer bewegt sich hin und her und quietscht bei jedem dritten Mal. :5. Jon résnyire kinyitja az ablakot, mert friss levegőre van szüksége. - Jon öffnet das Fenster einen kleinen Spalt, weil er frische Luft braucht. :6. A hideg levegő beáramlik, Kari pedig gyors fokozatra kapcsolja az ablaktörlőt. - Die kalte Luft kommt herein und Kari schaltet den Wischer auf schnell. :7. Már egy órája vezet, és az út mindvégig üres. - Sie fährt schon seit einer Stunde und die Straße ist die ganze Zeit leer. :8. Az apjuk három hete halt meg, és ma ki kell üríteniük a fészerét. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben und heute müssen sie seinen Schuppen ausräumen. :9. Kari az utóbbi években az anyjukat ápolta, az apjukat pedig ritkán látogatta. - Kari hat in den letzten Jahren die Mutter gepflegt und den Vater selten besucht. :10. Jon tíz éve Bergenben él, és évente csak kétszer jön haza. - Jon lebt seit zehn Jahren in Bergen und kommt nur zweimal im Jahr nach Hause. :11. Ma van az utolsó alkalom. - Heute ist das letzte Mal. :12. A fészer közvetlenül a fjordnál áll, és úgy néz ki, mintha régóta senki sem használta volna. - Der Schuppen steht direkt am Fjord und sieht aus, als hätte ihn lange niemand benutzt. :13. Jon száll ki először, és kétszer belerúg a régi ajtóba, amíg az végre kinyílik. - Jon steigt zuerst aus und tritt zweimal gegen die alte Tür, bis sie endlich aufgeht. :14. Azonnal szag árad ki belőle – régi fa, nedves föld és cigaretta. - Sofort kommt ein Geruch heraus – altes Holz, feuchter Boden und Zigaretten. :15. Kari egy pillanatra megáll az ajtóban, mert ismeri ezt a szagot. - Kari bleibt einen Moment in der Tür stehen, weil sie diesen Geruch kennt. :16. Nem mond róla semmit, de röviden a száján át vesz levegőt. - Sie sagt nichts darüber, aber sie atmet kurz durch den Mund. :17. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amely régen narancssárga volt. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, die früher orange war. :18. Alatta két gumicsizma áll, 45-ös méretben, tele régi sárral. - Darunter stehen zwei Gummistiefel, Größe 45, voll mit altem Schmutz. :19. Egy kis polcon egy 2019-es naptár fekszik, március hónapnál nyitva. - Auf einem kleinen Regal liegt ein Kalender von 2019, offen auf dem Monat März. :20. Néhány mezőben szavak állnak, de Kari nem olvassa el őket. - In einigen Feldern stehen Wörter, aber Kari liest sie nicht. :21. Jon a fészer közepén áll, és meg sem mozdul. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und rührt sich nicht. :22. Az eső hangosan dobol a hullámbádogtetőn, és hangosabbá teszi a hallgatást. - Der Regen trommelt laut auf das Wellblechdach und macht das Schweigen lauter. :23. Kari leül egy üres faládára, és vár, anélkül hogy tudná, mire. - Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste und wartet, ohne zu wissen, worauf. :24. A hátsó falon két szög van, és ezeken a szögeken egy horgászbot lóg. - An der hinteren Wand hängen zwei Nägel, und an diesen Nägeln hängt eine Angelrute. :25. Jon leveszi, és maga elé tartja, mintha egy másik életből származó tárgy lenne. - Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich, als wäre es ein Gegenstand aus einem anderen Leben. :26. A zsinór összegabalyodott, a horog pedig barna a rozsdától. - Die Schnur ist verwickelt und der Haken ist braun vor Rost. :27. Lassan forgatja a horgászbotot a kezében, egy szót sem szól, és csak nézi. - Er dreht die Angel langsam in den Händen, sagt kein Wort und schaut sie nur an. :28. Kari feláll, odamegy hozzá, és röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Kari steht auf, geht zu ihm und nimmt die Angel kurz in die Hand. :29. Könnyebb, mint gondolta. - Sie ist leichter, als sie gedacht hat. :30. Visszaadja, és nyugodtan azt mondja: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Sie gibt sie zurück und sagt ruhig: „Den nehmen wir nicht mit." :31. Jon egyszer bólint, és leteszi a horgászbotot a régi munkapadra az ablak mellé. - Jon nickt einmal und legt die Angel auf die alte Werkbank neben dem Fenster. :32. Aztán röviden egymásra néznek, nem sokáig, de elég sokáig. - Dann schauen sie sich kurz an, nicht lange, aber lang genug. :33. Semmit sem visznek magukkal – sem a naptárt, sem a gumicsizmákat, sem a benzineskannát. - Sie nehmen nichts mit – nicht den Kalender, nicht die Gummistiefel, nicht den Benzinkanister. :34. Ez nem olyan döntés volt, amelyet együtt hoztak meg. - Das war keine Entscheidung, die sie zusammen getroffen haben. :35. Egyszerűen világos volt. - Es war einfach klar. :36. Együtt kimennek, és az esőben állnak, esernyő és kabát nélkül. - Sie gehen zusammen raus und stehen im Regen, ohne Schirm und ohne Jacke. :37. Jonnál van a kis lakat, és bezárja az ajtót. - Jon hat das kleine Vorhängeschloss dabei und schließt die Tür ab. :38. Kari a markában tartja a kulcsot, és a fjordra néz. - Kari hält den Schlüssel in der Faust und schaut auf den Fjord. :39. A víz szürke, és lassan mozog. - Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam. :40. Röviden lendületet vesz, és olyan messzire dobja a kulcsot, amennyire csak tudja. - Sie holt kurz aus und wirft den Schlüssel so weit sie kann. :41. A kulcs átrepül a nedves levegőn, beleesik a vízbe, és halk hangot ad. - Er fliegt durch die nasse Luft, fällt ins Wasser und macht ein leises Geräusch. :42. Egy kis kör képződik a felszínen, és azonnal újra eltűnik. - Ein kleiner Kreis bildet sich auf der Oberfläche und verschwindet sofort wieder. :43. Kari még egy pillanatig nézi, aztán megfordul. - Kari schaut noch einen Moment, dann dreht sie sich um. :44. Odamennek az autóhoz, anélkül hogy még egyszer visszanéznének. - Sie gehen zum Auto, ohne sich noch einmal umzusehen. :45. Jon beül a volán mögé, és szó nélkül beindítja a motort. - Jon setzt sich ans Steuer und startet den Motor ohne etwas zu sagen. :46. Az ablaktörlő nyikorogni kezd, pontosan úgy, mint az odaúton. - Der Scheibenwischer fängt an zu quietschen, genau wie auf der Hinfahrt. :47. Kari az ablaknak dönti a fejét, és becsukja a szemét. - Kari lehnt den Kopf gegen das Fenster und schließt die Augen. :48. Visszafelé mennek, és az eső nem áll el. - Sie fahren zurück, und der Regen hört nicht auf. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső röviddel a városhatár után kezdődik, először halkan veri a szélvédőt. - Der Regen beginnt kurz hinter der Stadtgrenze, erst leise gegen die Windschutzscheibe. :2. Aztán hangosabb lesz, míg az öreg Volvo tetejét úgy szólaltatja meg, mint egy dobot. - Dann wird er lauter, bis er das Dach des alten Volvo wie eine Trommel klingen lässt. :3. Kari vezet, mindkét keze a kormányon. - Kari fährt, beide Hände am Steuer. :4. Tekintete egyenesen az üres országútra szegeződik. - Ihr Blick geht geradeaus auf die leere Landstraße. :5. Jon az anyósülésen ül, könyökét az ajtónak támasztva. - Jon sitzt auf dem Beifahrersitz, den Ellenbogen auf die Tür gestützt. :6. Kifelé néz, mintha a vizes mezők és a szürke fák mondhatnának neki valamit, amit még nem tud. - Er schaut hinaus, als ob die nassen Felder und die grauen Bäume ihm etwas sagen könnten, was er noch nicht weiß. :7. Már majdnem egy órája nem szóltak egy szót sem, de egyiküknek sem hiányoznak a szavak. - Seit fast einer Stunde haben sie kein Wort gesprochen, aber keiner von beiden vermisst die Worte. :8. Az ablaktörlő minden harmadik fordulónál nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht bei jedem dritten Durchgang. :9. Egyenletes, tompa hang ez, amely úgy tapad meg a gondolatokban, mint egy dal, amelytől nem lehet szabadulni. - Es ist ein gleichmäßiges, stumpfes Geräusch, das sich in den Gedanken festsetzt wie ein Lied, das man nicht loswerden kann. :10. Jon résnyire kinyitja az oldalablakot, és beengedi a hideg levegőt. - Jon öffnet das Seitenfenster einen Spalt weit und lässt die kalte Luft hereinströmen. :11. Kari megjegyzés nélkül a leggyorsabb fokozatra fordítja az ablaktörlő kapcsolóját. - Kari dreht ohne Kommentar den Wischerschalter auf die schnellste Stufe. :12. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :13. Ez a mondat még idegenül hangzik a fejükben, mint valami, amit az ember olvasott, de még nem igazán értett meg. - Dieser Satz klingt in ihren Köpfen noch fremd, wie etwas, das man gelesen hat, aber noch nicht wirklich verstanden. :14. Ma semmit sem hoznak vissza. - Heute holen sie nichts zurück. :15. Csak azért jönnek, hogy lezárják. - Sie kommen nur, um abzuschließen. :16. A fészer egy keskeny murvás út végén áll, közvetlenül a fjord partján. - Der Schuppen liegt am Ende eines schmalen Schotterwegs direkt am Ufer des Fjords. :17. Félig rejtve áll három öreg nyírfa mögött, amelyeknek ágai ide-oda csapkodnak a szélben. - Er liegt halb versteckt hinter drei alten Birken, deren Äste im Wind hin und her schlagen. :18. Jon száll ki elsőként, és az ajtóhoz megy. - Jon steigt als erster aus und geht zur Tür. :19. Az ajtó már kívülről nézve is ferdén lóg a zsanérjain. - Die Tür hängt schon von außen schief in den Angeln. :20. Vállával nekifeszül, aztán kétszer erősen belerúg, míg a fa enged. - Er drückt mit der Schulter dagegen, dann tritt er zweimal kräftig dagegen, bis das Holz nachgibt. :21. Az ajtó kitárul, és kienged egy szagot, amely azonnal és figyelmeztetés nélkül ott van. - Die Tür schwenkt auf und gibt einen Geruch frei, der sofort und ohne Vorwarnung da ist. :22. Öreg, nedves fa, motorolaj szaga érződik, és mélyen alatta ott van az apa ismerős dohányszaga. - Es riecht nach altem, feuchtem Holz, Motorenöl, und tief darunter liegt der vertraute Tabakgeruch des Vaters. :23. Kari átlép a küszöbön, és megáll. - Kari tritt über die Schwelle und bleibt stehen. :24. Nem azért áll meg, mert szomorú, hanem mert a testnek néha kell egy pillanat, mielőtt továbbmegy. - Sie bleibt nicht stehen, weil sie traurig ist, sondern weil der Körper manchmal einen Moment braucht, bevor er weitermacht. :25. A falon egy kifakult mentőmellény lóg, hevederei lazák és az öregségtől porladók. - An der Wand hängt eine verblasste Schwimmweste, die Gurte lose und mürbe vor Alter. :26. Alatta két nagy gumicsizma áll, belsejükre rászáradt sár kérgesedett. - Darunter stehen zwei große Gummistiefel, deren Innenseiten mit getrocknetem Schlamm verkrustet sind. :27. Egy keskeny polcon egy 2019-es naptár fekszik, márciusnál kinyitva. - Auf einem schmalen Regal liegt ein Kalender des Jahres 2019, aufgeschlagen auf dem März. :28. Két kis mezőben bejegyzések állnak az apa ismerős, szoros kézírásával. - In zwei der kleinen Felder stehen Einträge in der vertrauten, engen Handschrift des Vaters. :29. Kari nem olvassa el őket. - Kari liest sie nicht. :30. Jon a helyiség közepén áll, kezét a nadrágzsebébe dugva. - Jon steht in der Mitte des Raumes, die Hände in den Hosentaschen. :31. Lassan körülnéz, mintha megpróbálna emlékezni valamire, amit valójában soha nem is tudott. - Er schaut langsam umher, als würde er versuchen, sich an etwas zu erinnern, das er nie wirklich gewusst hat. :32. Az eső egyenletesen dobol a hullámlemez tetőn, és olyan hanggal tölti meg a helyiséget, amely minden mást kisebbé tesz benne. - Der Regen trommelt gleichmäßig auf das Wellblechdach und füllt den Raum mit einem Geräusch, das alles andere darin kleiner macht. :33. A hátsó falon két rozsdás szög van. - An der hinteren Wand hängen zwei verrostete Nägel. :34. Ezekről a szögekről egy horgászbot lóg le, zsinórja többszörösen összegubancolódva, a végén a kis horog barnán és tompán a rozsdától. - Von diesen Nägeln hängt eine Angelrute herab, ihre Schnur mehrfach verwickelt, der kleine Haken am Ende braun und stumpf vor Rost. :35. Jon odalép, és két kézzel leemeli. - Jon tritt heran und nimmt sie mit beiden Händen herunter. :36. Lassan teszi, mintha törékeny volna. - Er tut es langsam, als wäre sie zerbrechlich. :37. Maga elé tartja, és nézi, a horgászbotot, amelyet valószínűleg már gyerekként is ismert. - Er hält sie vor sich und schaut sie an, die Angel, die er wahrscheinlich als Kind schon kannte. :38. Az arca semmit sem mutat, de a keze túl erősen tartja ahhoz képest, hogy közömbös volna. - Sein Gesicht zeigt nichts, aber seine Hände halten sie zu fest für jemanden, der gleichgültig ist. :39. Kari oldalról figyeli, és vár. - Kari beobachtet ihn von der Seite und wartet. :40. Nem tudja, mire is vár tulajdonképpen. - Sie weiß nicht, worauf sie eigentlich wartet. :41. Aztán odamegy hozzá, kiveszi a horgászbotot a kezéből, és egy pillanatig maga tartja. - Dann geht sie zu ihm, nimmt die Angel aus seinen Händen und hält sie einen Moment lang selbst. :42. Érzi a súlyát, amely szinte nincs is, és visszaadja neki. - Sie spürt das Gewicht, das fast keines ist, und gibt sie ihm zurück. :43. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :44. Nyugodtan mondja, kérdés nélkül a hangjában. - Sie sagt es ruhig und ohne Frage in der Stimme. :45. Jon bólint, és leteszi a horgászbotot a kis ablak alatti megviselt munkapadra. - Jon nickt und legt die Angel auf die verwitterte Werkbank unter dem kleinen Fenster. :46. Fél lépést hátralép, mintha ez olyan cselekedet volna, amely jelent valamit. - Er tritt einen halben Schritt zurück, als wäre das eine Handlung, die etwas bedeutet. :47. Semmit sem visznek magukkal ebből a fészerből. - Sie nehmen nichts mit aus diesem Schuppen. :48. Nem viszik el a naptárt, nem a gumicsizmákat, nem a sarokban álló, félig teli benzineskannát, amely semmi meghatározott dolog szagát nem árasztja. - Sie nehmen nicht den Kalender, nicht die Gummistiefel, nicht den halbvollen Benzinkanister mit, der in der Ecke steht und nach nichts Bestimmtem riecht. :49. Nincs olyan pillanat, amelyben ezt a döntést közösen meghoznák. - Es gibt keinen Moment, in dem sie diese Entscheidung gemeinsam treffen. :50. Mégis egyetértenek, anélkül hogy beszélnének róla. - Trotzdem sind sie sich einig, ohne darüber zu sprechen. :51. Kint, a fészer előtt az esőben állnak. - Draußen vor dem Schuppen stehen sie im Regen. :52. Az eső most ferdén esik, és átáztatja a kabátjukat. - Der Regen fällt jetzt schräg und durchnässt ihre Jacken. :53. Jon bezárja a lakatot, és még egyszer megforgatja, hogy biztos legyen benne. - Jon schließt das Vorhängeschloss zu und dreht noch einmal daran, um sicher zu gehen. :54. Aztán csak áll ott, mintha elfelejtette volna, mi következik. - Dann steht er einfach da, als hätte er vergessen, was als nächstes kommt. :55. Kari jobb kezében ott a kulcs. - Kari hat den Schlüssel in der rechten Hand. :56. Egy kicsi, könnyű fémdarab, amely most már semmit sem nyit ki, és semmi mást nem jelent, csak azt, amit ő tenni fog vele. - Er ist ein kleines, leichtes Stück Metall, das jetzt nichts mehr öffnet und nichts mehr bedeutet außer dem, was sie damit tun wird. :57. A fjordra néz. - Sie schaut auf den Fjord. :58. Az eső ezer kis körré változtatja a felszínét. - Der Regen verwandelt seine Oberfläche in tausend kleine Kreise. :59. Aztán lendületet vesz, és széles ívben a part fölé hajítja a kulcsot. - Dann holt sie aus und wirft den Schlüssel in einem weiten Bogen über das Ufer. :60. A kulcs átrepül a nedves levegőn, egyszer megfordul, és rövid, halk csobbanással éri a vizet. - Er fliegt durch die feuchte Luft, dreht sich einmal und trifft das Wasser mit einem kurzen, leisen Platsch. :61. A kialakuló kis kört azonnal elnyelik a többi körök. - Der kleine Kreis, der sich bildet, wird sofort von den anderen Kreisen verschluckt. :62. Kari még két-három másodpercig nézi azt a helyet, aztán megfordul és elindul. - Kari schaut noch zwei, drei Sekunden auf die Stelle, dann dreht sie sich um und geht. :63. Jon követi, anélkül hogy hátranézne. - Jon folgt ihr, ohne sich umzusehen. :64. Egyikük sem mond semmit az autóig vezető úton. - Keiner von beiden sagt etwas auf dem Weg zum Auto. :65. Ezúttal Jon ül a volánhoz. - Jon setzt sich diesmal ans Steuer. :66. Kari a hideg ablaküvegnek támasztja a fejét. - Kari lehnt den Kopf gegen die kalte Fensterscheibe. :67. A motor beindul. - Der Motor springt an. :68. Az ablaktörlő azonnal nyikorogni kezd, ugyanabban az ütemben, mint korábban. - Der Scheibenwischer beginnt sofort zu quietschen, derselbe Takt wie vorher. :69. Az előttük lévő út ugyanolyan üres, mint idefelé jövet. - Die Straße vor ihnen ist genauso leer wie auf der Hinfahrt. :70. Az eső nem áll el. - Der Regen hört nicht auf. :71. Mennek, és mögöttük ott marad a fészer az esőben, bezárva és elhagyatva. - Sie fahren, und hinter ihnen liegt der Schuppen im Regen, abgeschlossen und verlassen. :72. A horgászbot a munkapadon fekszik, a naptár a polcon, a gumicsizmák a földön – minden a helyén, és senki többé, aki eljönne. - Die Angel liegt auf der Werkbank, der Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden – alles an seinem Platz, niemand mehr, der kommt. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Az eső nem sokkal azután ered el, hogy maguk mögött hagyták a város utolsó házait, eleinte közönyös csepergésként a szélvédőn. - Der Regen setzt ein, kurz nachdem sie die letzten Häuser der Stadt hinter sich gelassen haben, zunächst ein gleichgültiges Tröpfeln gegen die Windschutzscheibe. :2. Perceken belül egyenletes dobolássá erősödik, amely minden beszélgetést fölöslegessé tesz, amelyet amúgy sem kezdett volna el senki. - Binnen Minuten steigert es sich zu einem gleichmäßigen Trommeln, das jedes Gespräch überflüssig macht, das ohnehin niemand begonnen hätte. :3. Kari úgy vezet, ahogy mindig vezet – mindkét kezével a kormányon. - Kari fährt, wie sie immer fährt – beide Hände am Steuer. :4. Tekintete az útra szegeződik, mintha az összpontosítás valamiféle védelem volna az ellen, amit nem lehet elhalasztani. - Ihr Blick ist auf die Straße gerichtet, als wäre Konzentration eine Form von Schutz vor dem, was man nicht aufschieben kann. :5. Jon kissé hátrébb tolta az ülését, és fejét enyhén oldalra fordította. - Jon hat seinen Sitz ein Stück nach hinten geschoben und den Kopf leicht zur Seite gewandt. :6. Tekintete a tájra irányul, amely az esőben elveszíti a színeit és szürkévé válik, egységessé és tágassá, mintha a világ úgy döntött volna, hogy ezen a napon semmit sem gondol hozzá. - Sein Blick ist auf die Landschaft gerichtet, die im Regen ihre Farben verliert und grau wird, einheitlich und weit, als hätte die Welt beschlossen, sich für diesen Tag nichts dabei zu denken. :7. Az ablaktörlő olyan ritmusban dolgozik, amely nem egészen egyezik az esővel. - Der Scheibenwischer arbeitet in einem Rhythmus, der nicht ganz mit dem Regen übereinstimmt. :8. Minden harmadik húzásnál a gumi rövid, magas nyikkanást ad ki, amely rövid idő után a tudat hátterébe húzódik, anélkül hogy eltűnne. - Bei jedem dritten Durchgang gibt das Gummi ein kurzes, hohes Quietschen von sich, das sich nach kurzer Zeit in den Hintergrund des Bewusstseins schiebt, ohne zu verschwinden. :9. Jon résnyire kinyitja az ablakot, nem szélesre, de éppen eléggé ahhoz, hogy a hideg, nedves levegő vékony áramlatot küldjön az autó belsejébe. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt, nicht weit, aber genug, dass die kalte, feuchte Luft einen dünnen Strom ins Wageninnere schickt. :10. Kari gyors fokozatra állítja az ablaktörlőt, anélkül hogy levenné tekintetét az útról, és anélkül hogy bármit mondana hozzá. - Kari stellt den Wischer auf schnell, ohne den Blick von der Straße zu nehmen und ohne etwas dazu zu sagen. :11. Az apjuk három héttel ezelőtt meghalt, és ennek a mondatnak még mindig megvan az a különös minősége, amely azoké a dolgoké, amelyek igazak, anélkül hogy igaznak érződnének. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, und dieser Satz hat noch immer jene seltsame Qualität von Dingen, die wahr sind, ohne sich wahr anzufühlen. :12. Valahol rajtuk kívül létezik, pontosan és megváltoztathatatlanul, és arra vár, hogy egyszer majd valóban elérjék. - Er existiert irgendwo außerhalb von ihnen, präzise und unveränderlich, und wartet darauf, dass sie ihn irgendwann wirklich erreichen. :13. Kari az utóbbi években az anyját ápolta, és ritkábban látogatta az apját, mint kellett volna. - Kari hat in den letzten Jahren die Mutter gepflegt und den Vater seltener besucht, als sie sollte. :14. Ez a tény úgy fekszik benne, mint egy kicsi, kemény kő, amelyet sem eldobni, sem figyelmen kívül hagyni nem lehet. - Diese Tatsache liegt in ihr wie ein kleiner, harter Stein, den man weder wegwerfen noch ignorieren kann. :15. Jon egy évtizede Bergenben él, évente kétszer jön, gyakrabban telefonál, mint ahányszor hazajön. - Jon ist seit einem Jahrzehnt in Bergen, kommt zweimal im Jahr, ruft öfter an als er kommt. :16. Ma jön ide utoljára – ezt már akkor megmondta magának, mielőtt felszállt volna a vonatra. - Heute ist das letzte Mal, dass er hierher fährt – das hat er sich selbst bereits gesagt, noch bevor er in den Zug gestiegen ist. :17. A kavicsos út, amely a fészerhez vezet, az esőtől felázott, és tele van pocsolyákkal, amelyek szélesebbek, mint nyáron volnának. - Der Schotterweg, der zum Schuppen führt, ist vom Regen aufgeweicht und voller Pfützen, die breiter sind, als sie es im Sommer wären. :18. Kari lassan vezet, hogy kímélje az autót. - Kari fährt langsam, um das Auto zu schonen. :19. A fészer egy kanyar mögött bukkan fel, félig elrejtve a nedves nyírfák mögött, a külső falak mállottak és foltosak, a hullámlemez tető sötét a nedvességtől és az időtől. - Der Schuppen taucht hinter einer Biegung auf, halb hinter den nassen Birken versteckt, die Außenwände verwittert und fleckig, das Wellblechdach dunkel vor Feuchtigkeit und Alter. :20. Úgy néz ki, ahogy mindig is kinézett – mintha az idő itt nem erő volna, hanem csupán állapot. - Er sieht aus, wie er immer ausgesehen hat – als wäre Zeit hier keine Kraft, sondern nur ein Zustand. :21. Jon kiszáll, mielőtt Kari leállította volna a motort, az ajtóhoz megy, és nekiveti a vállát. - Jon steigt aus, bevor Kari den Motor abgestellt hat, geht zur Tür und legt die Schulter dagegen. :22. Az ajtó nem enged azonnal; beleszorult a nedves keretbe, mint valami, amit nem akarnak kinyitni, és csak a második rúgás után tárul ki nyikorogva. - Die Tür gibt nicht sofort nach; sie klemmt im feuchten Rahmen wie etwas, das nicht aufgemacht werden möchte, und erst nach dem zweiten Tritt mit dem Fuß schwenkt sie knarrend auf. :23. A szag előjel és kímélet nélkül érkezik – nedves, öreg fa, motorolaj, dohány, annak a helynek az összetéveszthetetlen szaga, amelyet valaki sokáig használt, és amelyet most már elhasználtak. - Der Geruch kommt ohne Vorwarnung und ohne Rücksicht – feuchtes, altes Holz, Motorenöl, Tabak, jener unverwechselbare Geruch eines Ortes, den jemand lange benutzt hat und der nun benutzt wurde. :24. Kari az ajtónyílásban áll, és egy lélegzetvételnyi ideig megáll, nem érzelgősségből, hanem mert az agynak néha kell egy másodperc, hogy eldöntse, hogyan bánjon valamivel. - Kari steht in der Türöffnung und hält einen Atemzug lang inne, nicht aus Sentimentalität, sondern weil das Gehirn manchmal eine Sekunde braucht, um zu entscheiden, wie es mit etwas umgeht. :25. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amelynek narancsszínét kifakította a fény és az évek, a hevederek petyhüdtek és porhanyósak, mintha már csak megszokásból tartanák össze magukat. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, deren Orange das Licht und die Jahre ausgewaschen haben, die Gurte schlaff und mürbe, als würden sie nur noch aus Gewohnheit zusammenhalten. :26. Alatta két 45-ös méretű gumicsizma áll, száradt sár rétegével kibélelve, mintha valaki az utolsó kirándulás után egyszerűen odatette volna őket, és elfelejtette volna, hogy lesznek még más kirándulások is – amelyek aztán persze már nem voltak. - Darunter stehen zwei Gummistiefel der Größe 45, die mit einer Schicht getrockneten Schlamms ausgekleidet sind, als hätte jemand sie nach dem letzten Ausflug einfach hingestellt und vergessen, dass es noch andere Ausflüge geben würde – was es dann ja auch nicht mehr gab. :27. Egy keskeny polcon, amelyet egyetlen szög tart, és amely enyhén előre lejt, egy 2019-es falinaptár fekszik, március hónapnál kinyitva. - Auf einem schmalen Regal, das mit einem einzigen Nagel befestigt ist und leicht nach vorne neigt, liegt ein Wandkalender von 2019, aufgeschlagen auf dem Monat März. :28. Ott két bejegyzés áll apró, szögletes írással, amelyeket Kari úgy olvas el, hogy nem olvas, mielőtt továbbengedi a tekintetét. - Dort stehen zwei Einträge in kleiner, eckiger Schrift, die Kari liest, ohne zu lesen, bevor sie den Blick weiterwandern lässt. :29. Jon a fészer közepén áll, és lassan megfordul a saját tengelye körül, mintha leltárt készítene egy olyan tulajdonról, amelyhez soha nem figyelt oda igazán. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um die eigene Achse, als würde er Inventur machen von einem Besitz, dem er nie wirklich zugehört hat. :30. Az eső a tetőn olyan egyenletes és hangos, hogy teljesen kitölti a teret, és minden mást benne – a csendet, a gondolatokat, az apa hiányát – kisebbnek láttat. - Der Regen auf dem Dach ist so gleichmäßig und laut, dass er den Raum vollständig ausfüllt und alles andere darin – die Stille, die Gedanken, die Abwesenheit des Vaters – kleiner wirken lässt. :31. A horgászbot két régi szögön lóg a hátsó falon. - Die Angel hängt an zwei alten Nägeln an der hinteren Wand. :32. Szinte észrevétlenül lóg az árnyékok és a gyenge fény között, amely az egyetlen kis ablakon esik be, amely soha nem volt tiszta. - Sie hängt fast unauffällig zwischen Schatten und dem schwachen Licht, das durch das einzige kleine Fenster fällt, das nie sauber war. :33. Jon veszi észre először, odalép hozzá, és mindkét kezével leveszi a szögekről. - Jon sieht sie zuerst, tritt heran und nimmt sie mit beiden Händen von den Nägeln. :34. Lassan és megfontoltan teszi, úgy, ahogy az ember olyan dolgokhoz ér, amelyeknél nem biztos benne, mit váltanak ki. - Er tut es langsam und bedächtig, so wie man Dinge anfasst, bei denen man nicht sicher ist, was sie auslösen. :35. A zsinór többszörösen önmaga köré van tekerve, a végén lévő horog rozsdával fedett, a nyél jól fogható és elkopott azokon a helyeken, ahol egy kéz éveken át tartotta. - Die Schnur ist mehrfach um sich selbst gewickelt, der Haken am Ende mit Rost überzogen, der Griff griffig und abgewetzt an den Stellen, an denen eine Hand ihn über Jahre gehalten hat. :36. Ugyanaz a kéz, amelynek szaga még valahol ebben a térben függ, láthatatlanul és makacsul. - Es ist dieselbe Hand, deren Geruch noch irgendwo in diesem Raum hängt, unsichtbar und hartnäckig. :37. Jon maga elé tartja a horgászbotot, és nézi, elég hosszan ahhoz, hogy Kari felfigyeljen rá, aki addig a munkapad mellett állt, és semmi különöset nem tett. - Jon hält die Angel vor sich und schaut sie an, lange genug, dass Kari aufmerksam wird, die bis dahin neben der Werkbank gestanden und nichts besonderes getan hat. :38. Odamegy hozzá gondolkodás nélkül, kiveszi a horgászbotot a kezéből, egy pillanatig tartja, érzi a szinte súlytalan súlyt a tenyerében, majd visszaadja, mert semmi mást nem tud és nem is akar kezdeni vele. - Sie geht zu ihm, ohne nachzudenken, nimmt die Angel aus seinen Händen, hält sie einen Moment, spürt das fast gewichtslose Gewicht in den Handflächen und gibt sie zurück, weil sie nichts anderes mit ihr anfangen kann und will. :39. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :40. Nem úgy hangzik, mint egy döntés, hanem mint valaminek a kimondása, ami már régen eldőlt. - Es klingt nicht wie eine Entscheidung, sondern wie das Aussprechen von etwas, das bereits vor langer Zeit entschieden wurde. :41. Jon a horgászbotot a munkapadra teszi, és hátralép. - Jon legt die Angel auf die Werkbank und tritt zurück. :42. Egyikük sem néz rá még egyszer. - Keiner von beiden schaut sie noch einmal an. :43. Úgy hagyják el a fészert, ahogy találták – semmit nem vettek ki, semmit nem változtattak meg, a naptár a polcon, a gumicsizmák a padlón, a benzineskanna a sarokban. - Sie verlassen den Schuppen so, wie sie ihn vorgefunden haben – nichts entnommen, nichts verändert, der Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden, der Benzinkanister in der Ecke. :44. Minden azon a helyen van, ahová valaki tette, aki már nem jön vissza, és aki talán már akkor is tudta, hogy nem a visszatérés számít. - Alles ist an dem Platz, an den es gestellt wurde von jemandem, der nicht mehr zurückkommt und der vielleicht auch damals schon gewusst hat, dass es auf das Wiederkommen nicht ankommt. :45. Odakint, a fészer előtt ferdén és hidegen esik az eső, és ők ott állnak benne, esernyő nélkül, sietség nélkül. - Draußen vor dem Schuppen fällt der Regen schräg und kalt, und sie stehen darin, ohne Schirm, ohne Eile. :46. Mintha nem volna értelme védekezni valami ellen, ami úgyis mindenütt van, és ezen a napon úgyis mindenhova velük tart. - Es ist, als hätte es keinen Sinn, sich gegen etwas zu schützen, das ohnehin überall ist und ohnehin an diesem Tag überallhin mitkommt. :47. Jon becsukja a lakatot, egy rövid rántással ellenőrzi, aztán elengedi. - Jon schließt das Vorhängeschloss, prüft es mit einem kurzen Ruck und lässt es dann los. :48. Kari már a kezében tartja a kulcsot, egy kicsi, könnyű, teljesen értelmetlenné vált fémdarabot, amelyet egy pillanatig néz, mintha mérlegelné, van-e egyáltalán mit mérlegelni, mielőtt széles, majdnem hanyag ívben a part fölött a fjordba dobja. - Kari hat den Schlüssel bereits in der Hand, ein kleines, leichtes, vollkommen sinnlos gewordenes Stück Metall, das sie einen Moment lang anschaut, als würde sie erwägen, ob es etwas zu überlegen gibt, bevor sie ihn in einem weiten, fast lässigen Bogen über das Ufer in den Fjord wirft. :49. Kétszer megfordul a levegőben, és olyan hanggal találja el a vizet, amelyet alig lehet hallani. - Er dreht sich zweimal in der Luft und trifft das Wasser mit einem Laut, der kaum zu hören ist. :50. A kis kör, amely a felszínen kialakul, azonnal elnyelődik az eső köreiben, és eltűnik, mintha soha nem is alakult volna ki, ami bizonyos értelemben így is van. - Der kleine Kreis, der sich auf der Oberfläche bildet, wird sofort von den Kreisen des Regens aufgesogen und verschwindet, als hätte er sich nie gebildet, was er, in gewissem Sinne, auch nicht hat. :51. Kari megfordul, anélkül hogy megjelölné a helyet. - Kari dreht sich um, ohne die Stelle zu markieren. :52. Azt sem jegyzi meg, milyen messzire repült. - Sie merkt sich auch nicht, wie weit er geflogen ist. :53. Az autóhoz mennek, ezúttal Jon veszi át a kormányt, és közben nem mond semmit. - Sie gehen zum Auto, Jon übernimmt diesmal das Steuer und sagt dabei nichts. :54. Kari a halántékát az utasoldali ablak hideg üvegének támasztja, és félig lehunyja a szemét. - Kari lehnt die Schläfe gegen das kalte Glas der Beifahrerscheibe und schließt die Augen halb. :55. A motor beindul, az ablaktörlő újra munkához lát. - Der Motor springt an, der Scheibenwischer nimmt seine Arbeit wieder auf. :56. Ugyanaz a nyikkanás, ugyanaz a kissé eltolódott ritmus, mintha az odaút soha nem szakadt volna meg. - Es ist dasselbe Quietschen, derselbe leicht verschobene Rhythmus, als wäre die Hinfahrt nie unterbrochen worden. :57. Az út üres, az eső változatlan, és mögöttük a fészer lezárva és érintetlenül fekszik a nyírfák nedves félhomályában. - Die Straße ist leer, der Regen unverändert, und hinter ihnen liegt der Schuppen abgeschlossen und unberührt im nassen Halbdunkel der Birken. :58. A horgászbot a munkapadon fekszik, a naptár a polcon, nyitva egy hónapnál, amelyet senki sem fog többé átlapozni. - Die Angel liegt auf der Werkbank, der Kalender auf dem Regal, offen auf einem Monat, den niemand mehr umblättern wird. :59. Mennek tovább, és egyikük sem mondja ki, mi volt ez a nap. - Sie fahren, und keiner von beiden sagt, was dieser Tag gewesen ist. :60. Vannak dolgok, amelyeknek nincs szükségük szóra ahhoz, hogy megmaradjanak. - Manche Dinge brauchen kein Wort, um zu bleiben. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Az eső még azelőtt ered el, hogy a várost valóban maguk mögött hagyták volna, eleinte puszta csepergésként a szélvédőn, amelyet az ember figyelmen kívül hagyhatna, ha akarna. - Der Regen setzt ein, noch bevor sie die Stadt wirklich hinter sich gelassen haben, zunächst als bloßes Tröpfeln gegen die Windschutzscheibe, das man ignorieren könnte, wenn man wollte. :2. Néhány percen belül azzá az egyenletes, súlyos dobolássá sűrűsödik, amely teljesen birtokba veszi a régi Volvo belső terét, és a beszélgetés minden formáját nem megakadályozza ugyan, de fölöslegessé teszi – ami ebben az esetben ugyanarra megy ki. - Binnen weniger Minuten verdichtet es sich zu jenem gleichmäßigen, schweren Trommeln, das den Innenraum des alten Volvo vollständig in Beschlag nimmt und jede Form von Gespräch nicht verhindert, aber überflüssig macht – was, in diesem Fall, auf dasselbe hinausläuft. :3. Kari úgy vezet, ahogy mindig vezet, amikor valami nincs rendben: két kézzel a kormányon, hátát kissé előredöntve. - Kari fährt, wie sie immer fährt, wenn etwas nicht stimmt: beide Hände am Steuer, der Rücken leicht nach vorne geneigt. :4. Tekintete olyan intenzitással szegeződik az útra, amely inkább menekülésnek látszik, mint összpontosításnak, bár a kettő közötti határ, ha az ember őszinte, amúgy is elmosódik. - Ihr Blick ist auf die Straße gerichtet mit einer Intensität, die mehr nach Flucht aussieht als nach Konzentration, obwohl die Grenze zwischen beidem, wenn man ehrlich ist, ohnehin fließend ist. :5. Jon hátratolta az ülését, és fejét a fejtámlának vetette, nem aludt, de nem is volt igazán ébren abban az értelemben, hogy jelen lett volna. - Jon hat seinen Sitz zurückgeschoben und den Kopf gegen die Kopfstütze gelegt, nicht schlafend, aber auch nicht wirklich wach im Sinne von anwesend. :6. Tekintete a kinti tájra irányul, amely úgy húz el mellettük, mint valami, amit az ember már ismer, és ezért már nem is lát igazán – nedves mezők, szürke nyírfák, az ég olyan alacsonyan és egyformán, mintha elhatározta volna, hogy ezen a napon nem tesz különösebb erőfeszítést. - Sein Blick ist auf die Landschaft gerichtet, die draußen vorbeizieht wie etwas, das man schon kennt und deshalb nicht mehr wirklich sieht – nasse Felder, graue Birken, der Himmel so niedrig und gleichförmig, als hätte er beschlossen, sich an diesem Tag keine besondere Mühe zu geben. :7. Az ablaktörlő olyan ritmusban dolgozik, amely minimálisan eltolódik az eső ritmusához képest, és ez azt a sajátos befejezetlenségérzetet kelti, amely valahol az észlelés és az ideg között telepszik meg, anélkül, hogy valaha is valódi zavarrá nőné ki magát. - Der Scheibenwischer arbeitet in einem Rhythmus, der minimal versetzt ist zum Rhythmus des Regens, und das erzeugt jenes eigentümliche Gefühl von Unvollständigkeit, das sich irgendwo zwischen Wahrnehmung und Nerv einquartiert, ohne sich jemals zu einer echten Störung auszuwachsen. :8. Minden harmadik törlésnél a gumi rövid, magas nyikorgó hangot ad ki, amelyet Kari már rég nem hall, Jon pedig egyfajta tompa közönnyel vesz tudomásul, mintha valaki más életének egyik részlete volna. - Bei jedem dritten Durchgang gibt das Gummi ein kurzes, hohes Quietschen von sich, das Kari längst nicht mehr hört und das Jon mit einer Art stumpfer Gleichgültigkeit registriert, als wäre es ein Detail aus dem Leben eines anderen. :9. Amikor résnyire leengedi az ablakot, és beengedi a hideg vidéki levegőt, Kari anélkül, hogy ránézne vagy bármit mondana, a leggyorsabb fokozatra állítja az ablaktörlő kapcsolóját. - Als er das Fenster einen Spalt öffnet und die kalte Landluft hereinkommen lässt, dreht Kari den Wischerschalter auf die schnellste Stufe, ohne ihn anzuschauen, ohne etwas zu sagen. :10. Ebben, mint sok apró cselekvésben olyan testvérek között, akik ismerik egymást anélkül, hogy igazán ismernék egymást, egy egész történet rejlik közösen lakott gyermekkori évekről és a felnőtté válás lassú, feltartóztathatatlan sodródásáról, amely mindenkit a maga irányába hajt. - Darin steckt, wie in vielen kleinen Handlungen zwischen Geschwistern, die sich kennen, ohne sich wirklich zu kennen, eine ganze Geschichte über gemeinsam bewohnte Kindheitsjahre und die langsame, unaufhaltsame Drift der Erwachsenenwerdung, die jeden in eine eigene Richtung treibt. :11. Apjuk három hete halt meg, és ennek a mondatnak még mindig megvan az a zavarba ejtő minősége, hogy egyszerre közvetlen és valószerűtlen, amilyen minden végleges tény, mielőtt az ember valóban kapcsolatba kerül vele. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, und dieser Satz hat noch immer jene verwirrende Qualität des Unmittelbaren und gleichzeitig Unwirklichen, die alle definitiven Tatsachen haben, bevor man wirklich mit ihnen in Berührung gekommen ist. :12. A mondat létezik, pontosan és lezártan, valahol kettejükön kívül, és vár annak türelmével, ami megengedheti magának, hogy várjon. - Der Satz existiert, präzise und abgeschlossen, irgendwo außerhalb von beiden, und wartet mit der Geduld von etwas, das es sich leisten kann zu warten. :13. Kari az elmúlt három évben elkísérte az anyját annak hosszú haldoklásán keresztül, és közben ritkábban látogatta az apját, mint szerette volna. - Kari hat in den letzten drei Jahren die Mutter durch deren langes Sterben begleitet und den Vater dabei seltener besucht, als sie wollte. :14. Ez a hiány nem bűntudatként él benne, hanem tompa, alig lokalizálható fájdalomként, amelyet nem lehet megnevezni, és talán éppen ezért nem is oldódik fel. - Diese Lücke liegt in ihr nicht als Schuldgefühl, sondern als ein stumpfer, kaum lokalisierbarer Schmerz, der sich nicht benennen lässt und sich vielleicht auch deshalb nicht auflöst. :15. Jon egy évtizede Bergenben él, évente kétszer jön haza egy hosszú hétvégére, és éveken át próbálta a távolságot rendszerességgel ellensúlyozni. - Jon ist seit einem Jahrzehnt in Bergen, kommt zweimal im Jahr für ein langes Wochenende und hat über Jahre hinweg versucht, die Distanz durch Regelmäßigkeit zu kompensieren. :16. Mélyen belül tudja, hogy ez nem működött, és talán nem is működhet, mert bizonyos dolgoknál nincs értelmes megfelelés gyakoriság és közelség között. - Er weiß tief in sich, dass das nicht funktioniert hat und vielleicht auch nicht funktionieren kann, weil es bei manchen Dingen keine sinnvolle Entsprechung zwischen Häufigkeit und Nähe gibt. :17. Ma van az utolsó alkalom, ezt már az idefelé tartó vonatúton megmondta magának. - Heute ist das letzte Mal, das hat er sich bereits auf der Bahnfahrt hierher gesagt. :18. Annak a csendes eltökéltségével mondta ezt magának, aki olyan döntést hoz, amelyet nem akar visszavonni, még mielőtt megadhatná magának erre az alkalmat. - Er hat es sich mit der stillen Bestimmtheit von jemandem gesagt, der eine Entscheidung trifft, die er nicht rückgängig machen will, bevor er sich die Gelegenheit dazu nehmen kann. :19. A kavicsos út a fészerhez az állandó esőtől felázott, a pocsolyák olyan szélesek és zavarosak, hogy Kari lépésben vezet. - Der Schotterweg zum Schuppen ist vom anhaltenden Regen aufgeweicht, die Pfützen so breit und trüb, dass Kari im Schritttempo fährt. :20. A Volvo minden egyenetlenségnél halkan nyög, mintha neki is volna véleménye minderről, amelyet azonban megtart magának. - Der Volvo stöhnt bei jeder Unebenheit leise, als hätte auch er eine Meinung zu alledem, die er allerdings für sich behält. :21. A fészer egy enyhe kanyar mögött bukkan fel, félig elrejtve három öreg nyírfa mögött, amelyeknek törzse feketén fénylik a nedvességtől, ágaik pedig úgy csapkodnak a szélben, mint valami, ami nem tud megnyugodni. - Der Schuppen taucht hinter einer sanften Biegung auf, halb verborgen hinter drei alten Birken, deren Stämme schwarz vor Nässe glänzen und deren Äste im Wind schlagen wie etwas, das sich nicht beruhigen kann. :22. A hullámlemez tető sötét és foltos, a fa homlokzat pedig az előrehaladott mállásnak abban az állapotában van, amelyet már nem pusztulásnak kell nevezni, hanem olyan dolgok természetes halmazállapotának, amelyek régóta senkit sem érdekelnek. - Das Wellblechdach ist dunkel und gefleckt, die Holzfassade in jenem Zustand fortgeschrittener Verwitterung, der nicht mehr als Verfall zu bezeichnen ist, sondern als der natürliche Aggregatzustand von Dingen, die seit Langem niemanden mehr interessieren. :23. Jon még azelőtt kiszáll, hogy a motort leállították volna, Kari pedig hallja, ahogy belerúg az ajtóba – egyszer, kétszer. - Jon steigt aus, noch bevor der Motor abgestellt ist, und Kari hört ihn gegen die Tür treten – einmal, zweimal. :24. Aztán az öreg fa nyikorgó, vonakodó kinyílása jelzi neki, hogy az ellenállást leküzdötték, ideiglenesen és erőszakkal, mint oly sok mindent ebben a családban. - Dann signalisiert ihr das knarrende, widerstrebende Aufgehen des alten Holzes, dass der Widerstand überwunden ist, vorläufig und mit Gewalt, wie so vieles in dieser Familie. :25. A belülről áradó szag nem metafora és nem emlék, mielőtt aztán mégis azzá válik: nedves, kemény fa, motorok régi olaja, amelyeken már régóta nem dolgozott senki. - Der Geruch, der aus dem Inneren kommt, ist keine Metapher und keine Erinnerung, bevor er es dann doch ist: feuchtes, hartes Holz, das alte Öl von Motoren, an denen schon lange niemand mehr gearbeitet hat. :26. Mélyen alatta, kitartóan és eltörölhetetlenül, mint kommentár minden máshoz, ott van az apa ismerős dohányszaga, amely beette magát a fa pórusaiba, és ott is marad majd, sokkal az utolsó látogatás után, sokkal az utolsó lélegzet után. - Tief darunter liegt, beharrlich und unverwischbar wie ein Kommentar zu allem anderen, der vertraute Tabakgeruch des Vaters, der sich in die Poren des Holzes gefressen hat und dort bleiben wird, lange nach dem letzten Besuch, lange nach dem letzten Atemzug. :27. Kari átlép a küszöbön, és megáll, nem sokáig, de egy olyan pillanatra, amely észreveteti magát. - Kari tritt über die Schwelle und hält inne, nicht lange, aber einen Moment, der sich bemerkbar macht. :28. A testnek néha szüksége van valamiféle zsilipre aközött, ami odakint van, és aközött, ami odabent vár. - Der Körper braucht manchmal eine Art Schleuse zwischen dem, was draußen ist, und dem, was drinnen wartet. :29. A bal oldali falon egy mentőmellény lóg, amelynek narancsszínét több évtized fénye halvány, mentegetőző sárgává fakította, a hevederek ernyedtek és porhanyósak, mintha csak azért tartanának még össze, mert nincs senki, aki szétszedné őket. - An der linken Wand hängt eine Schwimmweste, deren Orange das Licht mehrerer Jahrzehnte zu einem blassen, entschuldigenden Gelbton ausgebleicht hat, die Gurte schlaff und mürbe, als hielten sie nur noch zusammen, weil es niemanden gibt, der sie auseinandernehmen würde. :30. Alatta két 45-ös gumicsizma áll, kiszáradt sár rétegével bélelve, amely annak az utolsó útszakasznak a negatívját rajzolja ki, amelyet valaki bennük megtett, valahol, valamikor, egy világban, amely most már nem érhető el. - Darunter stehen zwei Gummistiefel der Größe 45, ausgekleidet mit einer Schicht getrockneten Schlamms, die das Negativ der letzten Wegstrecke abbildet, die jemand in ihnen zurückgelegt hat, irgendwo, irgendwann, in einer Welt, die jetzt nicht mehr erreichbar ist. :31. Egy polcon, amely kissé előredől, és évek óta vár egy javításra, amelyet már senki sem fog elvégezni, egy 2019-es falinaptár fekszik, márciusnál kinyitva. - Auf einem Regal, das leicht nach vorne geneigt ist und seit Jahren auf eine Reparatur wartet, die niemand mehr vornehmen wird, liegt ein Wandkalender von 2019, aufgeschlagen auf dem März. :32. Ott két bejegyzés áll az apa szűk, szögletes kézírásával, amelyet Kari úgy olvas, hogy nem olvassa, és amelyek röviden felvillannak benne, mint valami, amit felismert az ember, majd azonnal újra eltűnnek. - Dort stehen zwei Einträge in der engen, eckigen Handschrift des Vaters, die Kari liest, ohne sie zu lesen, die kurz in ihr aufleuchten wie etwas, das man erkannt hat, und sofort wieder verschwinden. :33. Jon a fészer közepén áll, és nem mozdul, csak lassan forgatja a fejét, mintha megpróbálna emlékezni valamire, amit soha nem tudott, vagy talán soha nem is akart tudni. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und bewegt sich nicht, dreht nur langsam den Kopf, als würde er versuchen, sich an etwas zu erinnern, das er nie gewusst hat oder vielleicht nie wissen wollte. :34. Az eső a hullámlemez tetőn olyan kitartó és egyenletes, hogy kevésbé érződik hangnak, mint inkább a világ olyan állapotának, amely elől nem lehet kitérni, és amely ellen értelmetlen volna harcolni. - Der Regen auf dem Wellblechdach ist so anhaltend und gleichmäßig, dass er sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie ein Zustand der Welt, dem man sich nicht entziehen kann und gegen den zu kämpfen sinnlos wäre. :35. A horgászbot a hátsó falon lóg két rozsdás szögen, szinte mellékesen, szinte úgy, mint valami, amit a helyiség berendezésekor elfelejtettek, és később már nem tettek el. - Die Angel hängt an zwei verrosteten Nägeln an der hinteren Wand, fast beiläufig, fast wie etwas, das man bei der Einrichtung des Raumes vergessen hat und später nicht mehr weggeräumt hat. :36. A hely, amelyet elfoglalt, már hozzá tartozott. - Der Ort, den sie eingenommen hatte, gehörte bereits ihr. :37. Jon meglátja, és felé indul annak lassú határozottságával, aki nem tudja, mit fog tenni, ha odaér. - Jon sieht sie und geht auf sie zu mit der langsamen Bestimmtheit von jemandem, der nicht weiß, was er tun wird, wenn er angekommen ist. :38. Mégis szükségesnek tartja, hogy odamenjen. - Er hält es dennoch für notwendig hinzugehen. :39. Két kézzel veszi le a szögekről, óvatosan és sietség nélkül. - Er nimmt sie mit beiden Händen von den Nägeln, behutsam und ohne Eile. :40. Maga elé tartja olyan távolságban, amely sem közeli, sem távoli, és amely a horgászbotot valamiféle lebegésbe helyezi aközött, ami, és aközött, amit ebben a pillanatban jelent, vagy jelenthetne. - Er hält sie vor sich in einem Abstand, der weder nah noch fern ist und der die Angel in eine Art Schwebe versetzt zwischen dem, was sie ist, und dem, was sie in diesem Moment bedeutet oder bedeuten könnte. :41. A zsinór többszörösen önmaga köré tekeredett, a horog barna a rozsdától, a markolat két helyen simára és kopottra dörzsölődött ott, ahol egy kéz sok éven át tartotta. - Die Schnur ist mehrfach um sich selbst gewickelt, der Haken braun vor Rost, der Griff an zwei Stellen blank und abgewetzt, dort, wo eine Hand ihn über viele Jahre gehalten hat. :42. Nem az ő keze volt, de olyan kéz, amelyet ismert, amelynek gesztusait ismerte, anélkül, hogy valaha is egészen megértette volna, mi rejlett e gesztusok mögött. - Es war nicht seine Hand, aber eine Hand, die er kannte, deren Gesten er kannte, ohne je ganz verstanden zu haben, was sich hinter diesen Gesten verbarg. :43. Kari oldalról figyeli őt, mozdulatlanul. - Kari beobachtet ihn von der Seite, ohne sich zu bewegen. :44. Ebben a figyelésben nincs együttérzés és nincs távolság, hanem valami a kettő között, aminek nincs neve, és talán éppen ezért ez a legőszintébb, amit ebben a helyiségben egymásért fel tudnak mutatni. - In dieser Beobachtung liegt kein Mitgefühl und keine Distanz, sondern etwas dazwischen, das keinen Namen hat und vielleicht deshalb das Ehrlichste ist, was sie in diesem Raum füreinander aufbringen können. :45. Végül odamegy hozzá, kérdezés nélkül kiveszi a kezéből a horgászbotot, és maga tartja egy darabig. - Sie geht schließlich zu ihm, nimmt ihm die Angel aus den Händen, ohne zu fragen, und hält sie selbst einen Moment lang. :46. Tenyerében érzi a szinte súlytalan súlyt, egy olyan tárgy súlyát, amelynek jelentése nehezebb, mint az anyaga, aztán visszaadja, mert semmi mást nem tud kezdeni vele, és nem is akar semmi mást. - Sie spürt das fast gewichtslose Gewicht in den Handflächen, das Gewicht eines Gegenstands, dessen Bedeutung schwerer ist als seine Substanz, und gibt sie dann zurück, weil sie nichts anderes damit anfangen kann und auch nichts anderes will. :47. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :48. Ez sem döntésnek, sem javaslatnak nem hangzik, hanem valami nyugodt kimondásának, ami már régen eldőlt, mielőtt beléptek volna a fészerbe, talán még mielőtt egyáltalán ideindultak volna. - Es klingt weder wie eine Entscheidung noch wie ein Vorschlag, sondern wie das ruhige Aussprechen von etwas, das längst feststand, bevor sie den Schuppen betreten haben, möglicherweise bevor sie überhaupt hergefahren sind. :49. Jon a kis ablak alatti mállott munkapadra teszi a horgászbotot, és egy lépést hátralép. - Jon legt die Angel auf die verwitterte Werkbank unter dem kleinen Fenster und tritt einen Schritt zurück. :50. Ezután egyikük sem néz rá még egyszer, ahogy az ember már nem néz rá olyan dolgokra, amelyekről olyan döntést hozott, amelyet nem akar megbánni. - Keiner von beiden sieht sie danach noch einmal an, so wie man Dinge nicht mehr ansieht, über die man eine Entscheidung getroffen hat, die man nicht bereuen will. :51. Úgy hagyják el a fészert, hogy semmit nem visznek magukkal és semmit nem változtatnak meg: a naptár a polcon, a gumicsizma a földön, a benzineskanna a sarokban, a mentőmellény a falon marad. - Sie verlassen den Schuppen ohne etwas mitzunehmen und ohne etwas zu verändern, den Kalender auf dem Regal, die Gummistiefel auf dem Boden, den Benzinkanister in der Ecke, die Schwimmweste an der Wand. :52. Minden azon a helyen áll, ahová valaki tette, aki e dolgok elhelyezésekor talán már sejtette, hogy nem fog visszatérni, és ezt a sejtést talán nem szomorúságként élte meg, hanem valamiféle csendes megegyezésként azzal, ami elkerülhetetlen. - Alles steht an dem Platz, an den es gestellt wurde von jemandem, der beim Stellen dieser Dinge vielleicht schon ahnte, dass er nicht zurückkommen würde, und der diese Ahnung vielleicht nicht als Traurigkeit empfunden hat, sondern als eine Art stiller Übereinkunft mit dem, was unvermeidlich ist. :53. Odakint, a fészer előtt az eső ferdén és gyengülés nélkül zuhog rájuk, ők pedig benne állnak, nem menedéket keresve, és nem is közönyösen vele szemben, hanem egyszerűen benne. - Draußen vor dem Schuppen fällt der Regen schräg und ohne Abschwächung auf sie herab, und sie stehen darin, weder suchend nach Schutz noch gleichgültig dagegen, sondern einfach darin. :54. Úgy állnak benne, ahogy az ember valamiben áll, ami nagyobb nála, és amit ezért békén hagy. - Sie stehen darin, wie man in etwas steht, das größer ist als man selbst und das man deshalb in Ruhe lässt. :55. Jon bezárja a lakatot, röviden megforgatja, hogy megbizonyosodjon róla, majd elengedi. - Jon schließt das Vorhängeschloss, dreht kurz daran, um sicherzugehen, und lässt es dann los. :56. Olyan véglegességgel engedi el, amely nincs megrendezve, és éppen ezért súlyosabb. - Er lässt es mit einer Endgültigkeit los, die nicht inszeniert ist und gerade deshalb schwerer wiegt. :57. Kari zárt öklében tartja a kulcsot, egy kis, elnehezült fémdarabot, amely ebben a pillanatban egy egész hely súlyát hordozza, ahová most már nem fognak belépni. - Kari hält den Schlüssel in der geschlossenen Faust, ein kleines, schwer gewordenes Stück Metall, das in diesem Moment das ganze Gewicht eines Ortes trägt, den sie nun nicht mehr betreten werden. :58. A fjordra néz, amelynek felszínét az eső szüntelenül újrarendeződő körök mintázatává változtatja, amelyek átfedik egymást, feloldódnak és újra keletkeznek, szünet nélkül, szándék nélkül. - Sie schaut auf den Fjord, dessen Oberfläche der Regen in ein ständig sich neuordnendes Muster aus Kreisen verwandelt, die sich überlappen und auflösen und neu entstehen, ohne Pause, ohne Absicht. :59. Aztán meglendíti a karját, és hosszú, szinte hanyag ívben a part fölött a vízbe hajítja a kulcsot. - Dann holt sie aus und wirft den Schlüssel in einem langen, fast lässigen Bogen über das Ufer. :60. A kulcs megfordul a nedves levegőben, olyan hanggal esik a vízbe, amely alig hallható, és mégis tisztán kiválik minden másból, a kialakuló kis kört pedig azonnal utolérik és feloldják az eső körei, mintha a víznek nem volna ideje külön bánásmódra, és semmi oka nem volna a kulcsot másként fogadni, mint bármi mást. - Er dreht sich in der feuchten Luft, fällt ins Wasser mit einem Laut, der kaum zu hören ist und sich dennoch klar abhebt von allem anderen, und der kleine Kreis, der sich bildet, wird sofort von den Regenkreisen eingeholt und aufgelöst, als hätte das Wasser keine Zeit für Sonderbehandlung und keinen Grund, den Schlüssel anders zu empfangen als alles andere. :61. Kari nem nézi meg, hol süllyedt el. - Kari schaut nicht nach, wo er versunken ist. :62. Megfordul, és elindul. - Sie dreht sich um und geht. :63. Jon követi, egyikük sem beszél az autóig vezető úton. - Jon folgt ihr, keiner von beiden spricht auf dem Weg zum Auto. :64. Az autó az esőben vár rájuk, mint valami, ami megtanult várni, mert nem volt más választása. - Das Auto wartet im Regen auf sie wie etwas, das gelernt hat zu warten, weil es keine andere Wahl hatte. :65. Ezúttal Jon veszi át a vezetést, és kérdezés nélkül beül a volán mögé. - Jon übernimmt diesmal das Steuer und setzt sich, ohne zu fragen, ans Steuer. :66. Kari ezt egy kicsi, szinte észrevehetetlen bólintással nyugtázza, amely többet mond egy köszönömnél. - Kari quittiert das mit einem kleinen, fast unmerklichen Nicken, das mehr sagt als ein Dankeschön. :67. Halántékát a hideg üvegnek támasztja, félig lehunyja a szemét, és a motor beindul. - Sie lehnt die Schläfe gegen die kalte Scheibe, schließt die Augen halb, und der Motor springt an. :68. Az ablaktörlő újra szolgálatba áll, ugyanaz a nyikorgás, ugyanaz a kissé eltolódott ütem, mintha nem lett volna megszakítás, vagy mintha lett volna, de semmit sem változtatott volna azon, ami előtte volt, és ami most továbbmegy – ami talán a legőszintébb, amit erről a napról és erről a két emberről mondani lehet. - Der Scheibenwischer nimmt seinen Dienst wieder auf, dasselbe Quietschen, derselbe leicht verschobene Takt, als wäre die Unterbrechung nicht gewesen oder als wäre sie gewesen und hätte nichts geändert an dem, was vorher war und was jetzt weitergeht – was vielleicht das Ehrlichste ist, was man über diesen Tag und über diese beiden Menschen sagen kann. :69. Az előttük fekvő út üres és nedves, és visszavezet egy olyan világba, amelyben ez a fészer már nem fordul elő, amelyben egy horgászbot fekszik egy munkapadon, és senki sem jön, hogy elvigye. - Die Straße vor ihnen ist leer und nass und führt zurück in eine Welt, in der dieser Schuppen nicht mehr vorkommt, in der eine Angel auf einer Werkbank liegt und niemand kommt, sie zu holen. :70. Ebben a világban egy naptár 2019 márciusánál marad kinyitva, amíg maga a papír fel nem oldódik. - In dieser Welt bleibt ein Kalender auf dem März 2019 aufgeschlagen, bis das Papier selbst sich auflöst. :71. Egyikük sem mondja ki, mi volt ez a nap, nem azért, mert hiányoznak a szavak. - Keiner von beiden sagt, was dieser Tag war, nicht weil die Worte fehlen. :72. Vannak dolgok, amelyeket az ember megsért, ha megnevezi őket, és ezt mindketten tudják, anélkül, hogy valaha beszéltek volna róla. - Es gibt Dinge, die man beschädigt, wenn man sie benennt, und beide wissen das, ohne jemals darüber gesprochen zu haben. :73. Mennek tovább, az eső nem áll el, és mögöttük a fészer eltűnik a kanyarban, a távolságban és életük maradékában. - Sie fahren, und der Regen hört nicht auf, und hinter ihnen verschwindet der Schuppen in der Kurve und in der Entfernung und im Rest ihres Lebens. :74. A fészer mégis megmarad az életükben, nem olyan emlékként, amelyet előhív az ember, hanem valami mélyebbként és állandóbbként: annak csendes, feloldhatatlan bizonyosságaként, hogy vannak helyek, amelyeket az ember nem hagy el, akkor sem, ha nem tér vissza. - Der Schuppen wird dennoch in ihrem Leben bleiben, nicht als Erinnerung, die man aufruft, sondern als etwas Tieferes und Beständigeres: als die stille, unauflösliche Gewissheit, dass es Orte gibt, die man nicht verlässt, auch wenn man nicht zurückkommt. ------------------------- == 73 == 1 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt. :2. Tíz éve Milánóban él. - Sie lebt seit zehn Jahren in Mailand. :3. Ott egy tisztítóban dolgozik. - Sie arbeitet dort in einer Reinigung. :4. Ma busszal utazik haza. - Heute fährt sie mit dem Bus nach Hause. :5. A falu Dél-Olaszországban, Basilicatában fekszik. - Das Dorf liegt in Süditalien, in der Basilicata. :6. Az anyja meghalt. - Ihre Mutter ist gestorben. :7. Az anya házát el kell adni. - Das Haus der Mutter muss verkauft werden. :8. Elena gyorsan el akarja intézni, aztán újra el akar menni. - Elena will das schnell erledigen und wieder fahren. :9. A busz megáll a piactéren. - Der Bus hält auf dem Marktplatz. :10. Elena leszáll. - Elena steigt aus. :11. A szeptemberi hőség azonnal megcsapja. - Die Septemberhitze trifft sie sofort. :12. A levegő érett paradicsom és por szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten und Staub. :13. Ezt a szagot még jól ismeri. - Sie kennt diesen Geruch noch gut. :14. Régen szerette. - Früher hat sie ihn geliebt. :15. Most félelmet kelt benne. - Jetzt macht er ihr Angst. :16. A sarkon túl van egy műhely. - Um die Ecke ist eine Werkstatt. :17. Ott dolgozik Carlo. - Dort arbeitet Carlo. :18. Carlo harmincnyolc éves. - Carlo ist achtunddreißig Jahre alt. :19. Szerelő. - Er ist Mechaniker. :20. Még mindig a faluban él. - Er lebt noch immer im Dorf. :21. Elena meghallja a nevetését. - Elena hört sein Lachen. :22. Megáll. - Sie bleibt stehen. :23. Gyorsan ver a szíve. - Ihr Herz schlägt schnell. :24. El akar menni, de nem tud. - Sie will weggehen, aber sie kann nicht. :25. Carlo egy régi autó alatt áll. - Carlo steht unter einem alten Auto. :26. A karja fekete az olajtól. - Seine Arme sind schwarz von Öl. :27. Nem látja őt. - Er sieht sie nicht. :28. Elena túl sokáig nézi. - Sie sieht ihn zu lange an. :29. Carlo volt az első férfija. - Carlo war ihr erster Mann. :30. Ez tizenhat évvel ezelőtt volt. - Das war vor sechzehn Jahren. :31. Nagyon szerették egymást. - Sie liebten sich sehr. :32. Aztán Elena teherbe esett. - Dann wurde Elena schwanger. :33. A fiukat Matteónak hívják. - Ihr Sohn heißt Matteo. :34. Carlo nem maradt mellette. - Carlo blieb nicht bei ihr. :35. Elena nem tudta magánál tartani Matteót. - Elena konnte Matteo nicht bei sich behalten. :36. Matteo ma Carlo anyjánál él. - Matteo lebt heute bei Carlos Mutter. :37. Őt Signora Graziának hívják. - Die heißt Signora Grazia. :38. Hetvenéves. - Sie ist siebzig Jahre alt. :39. Ő neveli Matteót. - Sie zieht Matteo auf. :40. Este Elena elmegy Carlo házához. - Am Abend geht Elena zu Carlos Haus. :41. Egy régi, virágmintás ruhát visel. - Sie trägt ein altes geblümtes Kleid. :42. Carlo ajtót nyit. - Carlo öffnet die Tür. :43. Ránéz. - Er schaut sie an. :44. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja halkan. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er leise. :45. Elena nem mond semmit. - Elena sagt nichts. :46. Arcul üti. - Sie schlägt ihn ins Gesicht. :47. Carlo nem érinti meg az arcát. - Carlo fasst sich nicht an die Wange. :48. Csak nézi őt. - Er schaut sie nur an. :49. A szeme sötét. - Seine Augen sind dunkel. :50. Nem mondja: sajnálom. - Er sagt nicht: Es tut mir leid. :51. Éjjel Carlo érte megy. - In der Nacht holt Carlo sie ab. :52. Együtt mennek a garázsba. - Sie gehen zusammen in die Garage. :53. Ott régi autóüléseken ülnek. - Dort sitzen sie auf alten Autositzen. :54. Carlo kinyit egy üveg vörösbort. - Carlo öffnet eine Flasche Rotwein. :55. Ad neki egy poharat. - Er gibt ihr ein Glas. :56. Lassan isznak. - Sie trinken langsam. :57. Carlo megfogja a kezét. - Carlo nimmt ihre Hand. :58. Az ujjai melegek és érdesek. - Seine Finger sind warm und rau. :59. Elena hagyja. - Elena lässt es zu. :60. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja halkan. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie leise. :61. Carlo így válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motorokat javítani.” - Carlo antwortet: „Ich zeige ihm, wie man Motoren repariert." :62. Elena visszahúzza a kezét. - Elena nimmt ihre Hand zurück. :63. Többé nem szól egy szót sem. - Sie sagt kein Wort mehr. :64. Másnap reggel Elena korán felkel. - Am nächsten Morgen steht Elena früh auf. :65. Még sötét van. - Es ist noch dunkel. :66. Bepakolja a táskáját. - Sie packt ihre Tasche. :67. Nem a buszhoz megy. - Sie geht nicht zum Bus. :68. Signora Grazia házához megy. - Sie geht zu Signora Grazias Haus. :69. A konyhaablakon át meglátja Matteót. - Durch das Küchenfenster sieht sie Matteo. :70. Az asztalnál ül. - Er sitzt am Tisch. :71. Kenyeret márt tejbe. - Er tunkt Brot in Milch. :72. A nagymama végigsimít a fején. - Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. :73. Matteo nevet. - Matteo lacht. :74. Elena kint áll a hidegben. - Elena steht draußen im Kalten. :75. Homlokát az üveghez nyomja. - Sie drückt die Stirn gegen das Glas. :76. Egy percig csak nézi. - Eine Minute lang schaut sie nur. :77. Aztán megfordul. - Dann dreht sie sich um. :78. Elmegy a pályaudvarra. - Sie geht zum Bahnhof. :79. A vonat a nap felé halad. - Der Zug fährt in die Sonne. :80. De a nap már nem melegíti Elenát. - Aber die Sonne wärmt Elena nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, és már egy évtizede Milánóban él. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt und lebt seit einem Jahrzehnt in Mailand. :2. Ott dolgozik egy kis tisztítóban, nem messze a pályaudvartól. - Sie arbeitet dort in einer kleinen Reinigung, nicht weit vom Bahnhof. :3. Ma busszal utazott a szülőfalujába, mert meghalt az anyja. - Heute ist sie mit dem Bus in ihr Heimatdorf gefahren, weil ihre Mutter gestorben ist. :4. Az anya háza most üresen áll, és Elenának el kell adnia. - Das Haus der Mutter steht jetzt leer, und Elena muss es verkaufen. :5. Csak néhány napig akar maradni, aztán a lehető leggyorsabban újra el akar menni. - Sie will nur ein paar Tage bleiben und dann so schnell wie möglich wieder fahren. :6. Amikor a busz megáll a piactéren, Elena utolsóként száll le. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält, steigt Elena als Letzte aus. :7. A szeptemberi hőség azonnal megcsapja, mintha a levegő nehéz, meleg takaró volna. - Die Septemberhitze trifft sie sofort, als wäre die Luft eine schwere, warme Decke. :8. Érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyének régi olaja szaglik. - Es riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem alten Öl von Carlos Werkstatt. :9. Elena még jól ismeri ezt a szagot, hiszen itt nőtt fel, ezeken az utcákon és tereken. - Elena kennt diesen Geruch noch gut, denn sie ist hier aufgewachsen, auf diesen Straßen und Plätzen. :10. Régen szerette ezt a szagot, ma összeszorítja tőle a gyomra. - Früher hat sie diesen Geruch geliebt, heute macht er ihr den Magen eng. :11. Mielőtt meglátná Carlót, meghallja a nevetését – hangosan és mélyen, ahogyan még az emlékeiben él. - Bevor sie Carlo sieht, hört sie sein Lachen – laut und tief, wie sie es noch aus der Erinnerung kennt. :12. A sarkon túl áll a műhelye előtt, és egy behorpadt motorháztető fölé hajol. - Er steht um die Ecke vor seiner Werkstatt und beugt sich über eine zerbeulte Motorhaube. :13. Az ingujja fel van tűrve, a karja fekete a kenőanyagtól, pontosan úgy, mint akkoriban. - Seine Ärmel sind hochgekrempelt und seine Arme schwarz von Schmiere, genau wie damals. :14. Elena megáll a járdán, és nem tud továbbmenni, pedig akar. - Elena bleibt auf dem Bürgersteig stehen und kann nicht weitergehen, obwohl sie es will. :15. Túl sokáig nézi őt, aztán Carlo megfordul. - Sie schaut ihn zu lange an, und dann dreht er sich um. :16. Carlo volt az első férfija, ez tizenhat éve volt, amikor még mindketten fiatalok voltak. - Carlo war ihr erster Mann, das war vor sechzehn Jahren, als sie beide noch jung waren. :17. Nagyon szerették egymást, de amikor Elena teherbe esett, Carlo nem maradt mellette. - Sie liebten sich sehr, aber als Elena schwanger wurde, blieb Carlo nicht bei ihr. :18. Elena nem tudta magánál tartani a fiát, Matteót, mert a fiú minden nap az árulásra emlékeztette volna. - Elena konnte ihren Sohn Matteo nicht bei sich behalten, weil sie ihn jeden Tag an den Verrat erinnert hätte. :19. Ezért Matteo ma Carlo anyjánál, Signora Graziánál él, aki hetvenéves, és mindent az ablakból figyel. - Deshalb lebt Matteo heute bei Carlos Mutter, Signora Grazia, die siebzig Jahre alt ist und alles vom Fenster aus beobachtet. :20. Este Elena felveszi régi virágos ruháját, és elmegy Carlo házához. - Am Abend zieht Elena ihr altes geblümtes Kleid an und geht zu Carlos Haus. :21. Nem tudja pontosan, miért teszi ezt, de a lába mégis felviszi a lépcsőn. - Sie weiß nicht genau, warum sie das tut, aber ihre Füße gehen trotzdem die Treppe hinauf. :22. Carlo kinyitja az ajtót, és hosszú pillanatig némán nézi őt. - Carlo öffnet die Tür und schaut sie einen langen Moment schweigend an. :23. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja végül halkan, mosoly nélkül. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er schließlich, mit leiser Stimme und ohne zu lächeln. :24. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :25. Carlo nem fogja meg az arcát, és azt sem mondja, hogy sajnálja. - Carlo fasst sich nicht an die Wange und sagt auch nicht, dass es ihm leidtut. :26. Csak nézi őt, sötét szemmel, megbánás nélkül, és ez majdnem rosszabb minden másnál. - Er schaut sie nur an, die Augen dunkel und ohne Reue, und das ist fast schlimmer als alles andere. :27. Nem sokkal éjfél után Carlo elhozza őt az anyja háza előtti lépcsőről. - Kurz nach Mitternacht holt Carlo sie von der Treppe vor dem Haus ihrer Mutter ab. :28. Együtt mennek be a régi garázsba, ahol két szakadt autóülés áll a betonpadlón. - Sie gehen zusammen in die alte Garage, wo zwei zerschlissene Autositze auf dem Betonboden stehen. :29. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük, és kérdezés nélkül tölt neki egy pohárral. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie und schenkt ihr ein Glas ein, ohne zu fragen. :30. Megfogja Elena kezét, az ujjai érdesek és melegek, és még mindig olajszagúak. - Er greift nach ihrer Hand, seine Finger sind rau und warm und riechen noch immer nach Öl. :31. Elena hagyja, pedig tudja, hogy nem kellene. - Elena lässt es zu, obwohl sie weiß, dass sie es nicht sollte. :32. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja halkan, anélkül hogy ránézne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie leise, ohne ihn anzusehen. :33. Carlo nagyot kortyol a borból, aztán nyugodtan válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit apám valaha adott nekem.” - Carlo nimmt einen langen Schluck Wein und antwortet dann ruhig: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :34. Elena erre nem mond semmit, de lassan visszahúzza a kezét. - Elena sagt darauf nichts, aber sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :35. Másnap reggel Elena még napkelte előtt felkel, és sötétben összepakolja a táskáját. - Am nächsten Morgen steht Elena noch vor Sonnenaufgang auf und packt ihre Tasche im Dunkeln. :36. Nem megy azonnal a pályaudvarra, hanem kerülőt tesz Signora Grazia házához. - Sie geht nicht sofort zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg zu Signora Grazias Haus. :37. A kivilágított konyhaablakon át látja Matteót, aki az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe. - Durch das erleuchtete Küchenfenster sieht sie Matteo, der am Tisch sitzt und Brot in Milch tunkt. :38. Tízéves, sötét haja van, és úgy néz ki, mint Carlo, ezt Elena távolról is látja. - Er ist zehn Jahre alt, hat dunkle Haare und sieht aus wie Carlo, das sieht sie auch aus der Entfernung. :39. Az öreg Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején. - Die alte Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf. :40. Elena a homlokát a hideg ablaküveghez nyomja, és egy teljes percig nézi őket. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Fensterglas und schaut eine ganze Minute lang zu. :41. Aztán megfordul, szó nélkül elmegy a pályaudvarra, és felszáll az első Milánóba tartó vonatra. - Dann dreht sie sich um, geht ohne Worte zum Bahnhof und steigt in den ersten Zug nach Mailand. :42. A vonat a felkelő nap felé halad, de a nap ezen a reggelen már nem melegíti Elenát. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne hinein, aber die Sonne wärmt Elena an diesem Morgen nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, és már egy évtizede egy tisztítóban dolgozik a milánói pályaudvar közelében. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt und arbeitet seit einem Jahrzehnt in einer Reinigung nahe dem Mailänder Bahnhof. :2. Ez idő alatt soha nem gondolt arra, hogy visszatérjen. - In dieser Zeit hat sie nie daran gedacht, zurückzukehren. :3. Amikor az anyja meghal, nem marad választása: a házat el kell adni. - Als ihre Mutter stirbt, bleibt ihr keine Wahl: Das Haus muss verkauft werden. :4. Ehhez valakinek oda kell utaznia, és ez a valaki ő. - Dafür muss jemand hinfahren, und dieser Jemand ist sie. :5. A buszút négy óráig tart, és Elena az idő nagy részében alszik. - Die Busfahrt dauert vier Stunden, und Elena schläft die meiste Zeit. :6. Vagy legalábbis úgy tesz, mintha aludna, hogy ne kelljen beszélnie a mellette ülő öregemberrel, aki fokhagymaszagú, és egy rádiót tart az ölében. - Oder sie tut zumindest so, als würde sie schlafen, um nicht mit dem alten Mann neben ihr reden zu müssen, der nach Knoblauch riecht und ein Radio auf dem Schoß hält. :7. Amikor a busz végül megáll a piactéren, ő száll le utolsóként. - Als der Bus schließlich auf dem Marktplatz hält, steigt sie als Letzte aus. :8. Egy pillanatra megáll a kövezeten, táskával a kezében, miközben a szeptemberi hőség nehézkesen rátelepszik a vállára. - Sie bleibt einen Moment auf dem Pflaster stehen, die Tasche in der Hand, während die Septemberhitze sich schwer auf ihre Schultern legt. :9. A levegő érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyéből áradó olaj szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem Öl aus Carlos Werkstatt. :10. A műhely még mindig ott van a sarkon túl, mintha tíz év alatt semmi sem változott volna rajta kívül. - Die Werkstatt liegt noch immer um die Ecke, als hätte sich in zehn Jahren nichts verändert außer ihr selbst. :11. Előbb hallja meg a nevetését, mint hogy meglátná őt. - Sie hört sein Lachen, bevor sie ihn sieht. :12. Ez az a széles, gondtalan nevetés, amelyet régen szeretett, és amely most sértésnek tűnik számára. - Es ist dieses breite, sorglose Lachen, das sie früher geliebt hatte und das ihr jetzt wie eine Beleidigung vorkommt. :13. Carlo egy behorpadt motorháztető fölé hajolva áll, feltűrt ingujjakkal, karja fekete a kenőanyagtól. - Carlo steht über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Ärmel hochgekrempelt, die Arme schwarz von Schmiere. :14. Úgy néz ki, mint mindig, mintha egyetlen álmatlan éjszakája sem lett volna mindezekben az években. - Er sieht so aus wie immer, als hätte er keine einzige schlaflose Nacht in all diesen Jahren gehabt. :15. Elena megáll a járdán. - Elena bleibt auf dem Bürgersteig stehen. :16. Aztán Carlo megfordul, és ránéz. - Dann dreht er sich um und sieht sie an. :17. Tizenhat évvel ezelőtt csókolóztak először, a templom mögött, a nyári ünnep után. - Vor sechzehn Jahren hatten sie sich zum ersten Mal geküsst, hinter der Kirche, nach dem Sommerfest. :18. Elena azt hitte, hogy az ilyesmi örökké tart. - Elena hatte geglaubt, dass so etwas ewig hält. :19. Amikor húszévesen teherbe esett, megértett valamit. - Als sie mit zwanzig Jahren schwanger wurde, verstand sie etwas. :20. Carlo az „örökké” alatt mást értett, mint ő. - Carlo verstand unter „ewig" etwas anderes als sie. :21. A fiuk, Matteo márciusban született, sötét hajjal és Carlo szemével. - Ihr Sohn Matteo kam im März zur Welt, mit dunklen Haaren und Carlos Augen. :22. Elena pontosan kétszer tartotta a karjában, mielőtt tudta volna, hogy nem bírná elviselni, ha mindennap ránézne, és közben az árulásra kellene gondolnia. - Elena hielt ihn genau zweimal im Arm, bevor sie wusste, dass sie es nicht ertragen würde, ihn jeden Tag anzusehen und dabei an den Verrat zu denken. :23. Azóta Matteo Signora Graziánál, Carlo anyjánál él. - Seitdem lebt Matteo bei Signora Grazia, Carlos Mutter. :24. Hetvenéves, soha nem panaszkodik, és mindent megfigyel, ami az ablaka előtti utcán történik. - Sie ist siebzig Jahre alt, klagt niemals und beobachtet alles, was auf der Straße vor ihrem Fenster passiert. :25. Este Elena felveszi a régi virágos ruhát, amelyet még régről ismer, és amely még mindig jó rá. - Am Abend zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie noch von früher kennt und das immer noch passt. :26. Még mindig jó rá, mert az utóbbi években keveset evett, és úgy megy fel Carlo lakásához a lépcsőn, hogy közben semmire sem gondol, vagy legalábbis ezt beszéli be magának. - Es passt immer noch, weil sie in den letzten Jahren wenig gegessen hat, und sie geht die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf, ohne sich dabei etwas zu denken, oder zumindest redet sie sich das ein. :27. Carlo egy foltos trikóban nyit ajtót. - Carlo öffnet die Tür in einem fleckigen Unterhemd. :28. Úgy néz rá, mintha valahogy tudta volna, hogy el fog jönni. - Er schaut sie so an, als hätte er irgendwie gewusst, dass sie kommen würde. :29. „Úgy nézel ki, mint az anyád” – mondja halkan. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er leise. :30. Ez nem hangzik sem bóknak, sem sértésnek, hanem olyan megállapításnak, amelyet már régóta magában hordoz. - Es klingt weder wie ein Kompliment noch wie eine Beleidigung, sondern wie eine Feststellung, die er schon lange mit sich herumträgt. :31. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :32. Elég erősen üti meg ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a lépcsőházban. - Sie schlägt fest genug, dass das Geräusch im Treppenhaus widerhallt. :33. Carlo meg sem mozdul, nem érinti meg az arcát, és nem mondja, hogy sajnálja. - Carlo rührt sich nicht, fasst sich nicht an die Wange und sagt nicht, dass es ihm leidtut. :34. Éppen ez dühíti fel Elenát jobban, mint maga az ütés. - Genau das macht Elena wütender als der Schlag selbst. :35. Nem sokkal éjfél után Carlo Elena anyjának háza előtt áll és vár. - Kurz nach Mitternacht steht Carlo vor dem Haus ihrer Mutter und wartet. :36. Nem csenget be, mintha biztos lenne benne, hogy Elena úgysem alszik. - Er klingelt nicht, als wäre er sicher, dass sie ohnehin nicht schläft. :37. Együtt mennek be a garázsba, ahol két régi autóülés áll a betonpadlón. - Sie gehen zusammen in die Garage, wo zwei alte Autositze auf dem Betonboden stehen. :38. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük, olcsó szupermarketes vörösbort, amelyért még csak bocsánatot sem kér. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie, billigen Rotwein aus dem Supermarkt, den er nicht einmal entschuldigt. :39. Amikor megfogja Elena kezét, az ujjai érdesek és melegek, és olajszagúak. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen nach Öl. :40. Elena hagyja megtörténni, mert fáradt, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert azt beszéli be magának, hogy ez semmit sem jelent. - Elena lässt es geschehen, weil sie müde ist und weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie sich einredet, dass es nichts bedeutet. :41. „Matteo soha nem kérdez utánam” – mondja végül, anélkül hogy ránézne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, ohne ihn anzusehen. :42. Olyan hangon mondja, amelynek közönyösnek kellene hangzania, de nem úgy hangzik. - Sie sagt es in einem Ton, der gleichgültig klingen soll und es nicht tut. :43. Carlo egy pillanatig hallgat. - Carlo schweigt einen Moment. :44. Aztán azt mondja: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több annál, mint amit az apám valaha adott nekem.” - Dann sagt er: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :45. Elena ezért gyűlöli őt, mert ez nem mentség, és mégis valahogyan igaz. - Elena hasst ihn dafür, weil es keine Entschuldigung ist und trotzdem irgendwie stimmt. :46. A kettő egyszerre a legrosszabb. - Beides gleichzeitig ist das Schlimmste. :47. Lassan visszahúzza a kezét. - Sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :48. Carlo elengedi. - Carlo lässt sie gehen. :49. Elena még napkelte előtt összepakolja a táskáját az idegen hálószoba félhomályában. - Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche im Halbdunkel des fremden Schlafzimmers. :50. Úgy hagyja el a házat, hogy nem főz kávét, és nem hagy hátra üzenetet. - Sie verlässt das Haus, ohne Kaffee zu kochen oder eine Notiz zu hinterlassen. :51. Nem közvetlenül az állomásra megy, hanem kerülőt tesz. - Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg. :52. Nem akarja bevallani magának ezt a kerülőt, és megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt. - Sie will sich diesen Umweg nicht eingestehen und bleibt vor Signora Grazias Küchenfenster stehen. :53. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch. :54. Egy olyan gyerek nyugodt összpontosításával teszi, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Er tut es mit der ruhigen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört. :55. Sötét haja van, Carlo szája, és olyan tartása, amely Elenát senki másra nem emlékezteti, csak saját magára. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Haltung, die Elena an niemanden erinnert außer an sich selbst. :56. Saját magára emlékezteti, arra az időre, amikor még nem tudta, mit tesz az emberrel az élet. - Sie erinnert sie an sich selbst, als sie noch nicht wusste, was das Leben mit einem macht. :57. Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf. :58. Nem néz fel, mintha biztos lenne benne, hogy valaki odakint áll és figyel. - Sie schaut nicht auf, als wäre sie sich sicher, dass jemand draußen steht und zuschaut. :59. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :60. Aztán megfordul, és elmegy, anélkül hogy még egyszer visszanézne. - Dann dreht sie sich um und geht, ohne sich noch einmal umzusehen. :61. A vonat a felkelő nap felé halad, és a táj elsuhan mellette. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne, und die Landschaft zieht vorbei. :62. Elena az utolsó cigarettát az ablakon kifelé szívja, és nem gondol semmire, vagy legalábbis megpróbálja, és tíz éve ez az egyetlen dolog, amiben igazán jó lett. - Elena raucht das letzte Fenster hinaus und denkt an nichts, oder sie versucht es zumindest, und das ist, seit zehn Jahren, das Einzige, worin sie wirklich gut geworden ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- : Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, túl sokat dohányzik, túl keveset eszik, és egy évtized alatt Milánóban egyszer sem gondolt arra, hogy a falu, ahonnan származik, még létezik. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt, raucht zu viel, isst zu wenig und hat in einem Jahrzehnt Mailand nicht einmal daran gedacht, dass das Dorf, aus dem sie stammt, noch existiert. :2. Aztán megszólalt a telefon, és egy hang azt mondta, hogy az anyja elment, mintha a halál indulás volna, nem pedig végleges elnémulás. - Dann klingelte das Telefon und eine Stimme sagte, ihre Mutter sei gegangen, so als wäre der Tod ein Aufbruch und nicht ein endgültiges Verstummen. :3. A házat el kell adni, ez az egyetlen oka annak, hogy útnak indul, és ezt mondogatja magának újra meg újra a négyórás buszúton Basilicata kopár augusztusi hőségén át. - Das Haus muss verkauft werden, das ist der einzige Grund, weshalb sie fährt, und das sagt sie sich auf der vierstündigen Busfahrt durch die kahle Augusthitze der Basilicata immer wieder vor. :4. Olyan ez, mint egy formula, amelynek józannak kellene tartania őt, miközben odakint a táj az ablak mellett ég, ő pedig bent ül a kemény ülésen, és úgy tesz, mintha aludna, hogy elkerülje a mellette ülő öregembert, aki fokhagymaszagú, és ennek ellenére húszpercenként magyaráz neki valamit. - Es ist wie eine Formel, die sie nüchtern halten soll, während die Landschaft außen am Fenster verbrennt und sie innen auf dem harten Sitz sitzt und so tut, als würde sie schlafen, um dem alten Mann neben ihr zu entgehen, der nach Knoblauch riecht und ihr trotzdem alle zwanzig Minuten etwas erklärt. :5. Amikor a busz megáll a piactéren, Elena utolsóként száll le, és egy pillanatig mozdulatlanul áll a kövezeten. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält, steigt Elena als Letzte aus und bleibt einen Moment unbeweglich auf dem Pflaster stehen. :6. Jobb kezében az utazótáskát tartja, baljával már a cigaretta után nyúl, miközben a szeptemberi hőség úgy telepszik rá, mint valami, amit személyesen neki szántak. - Sie hält die Reisetasche in der rechten Hand, greift mit der linken schon nach der Zigarette, während die Septemberhitze sich auf sie legt wie etwas, das sie persönlich gemeint hat. :7. A levegő érett paradicsom, száraz por és Carlo műhelyéből áradó olaj súlyos, elkerülhetetlen szagát hordozza. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach trockenem Staub und nach dem schweren, unvermeidlichen Geruch des Öls aus Carlos Werkstatt. :8. Carlo műhelye még mindig ott van mindjárt a sarkon túl, mintha a falu tíz év alatt elhatározta volna, hogy várni fog rá. - Carlos Werkstatt liegt noch immer gleich um die Ecke, als hätte das Dorf in zehn Jahren beschlossen, auf sie zu warten. :9. Elena előbb hallja a nevetését, mint hogy meglátná őt – ezt a széles, önmagában biztos nevetést. - Sie hört sein Lachen, bevor sie ihn sieht – dieses breite, von sich selbst überzeugte Lachen. :10. Húszévesen életörömnek tartotta, ma pedig egy olyan férfi szemtelenségének tűnik számára, aki soha semmiért nem fizetett meg. - Mit zwanzig hatte sie es für Lebensfreude gehalten, und heute kommt es ihr wie die Unverschämtheit eines Mannes vor, der nie für irgendetwas bezahlt hat. :11. Carlo egy behorpadt motorháztető fölé hajolva áll, feltűrt ingujjal, alkarja fekete a kenőanyagtól. - Carlo steht über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Ärmel hochgekrempelt, die Unterarme schwarz von Schmiere. :12. Olyan érintetlennek látszik, olyan szégyenletesen változatlannak, hogy Elena egy pillanatra elfelejt tovább lélegezni. - Er sieht so unberührt aus, so beschämend unverändert, dass Elena für einen Moment vergisst, weiterzuatmen. :13. Amikor megfordul, és ránéz, az arcán nem jelenik meg meglepetés. - Als er sich umdreht und sie ansieht, legt sich keine Überraschung in sein Gesicht. :14. Csak egy hosszú, nyugodt pillantás az, amely egyszerre ismeri fel és sorolja be őt, és bizonyos értelemben ez a legrosszabb. - Es ist nur ein langer, ruhiger Blick, der sie gleichzeitig erkennt und einordnet, und das ist, in gewisser Weise, das Schlimmste. :15. Tizenhat évvel ezelőtt minden a templom mögött kezdődött, a nyári ünnep után, a meleg sötétségben, egy csókkal, amely akkor ígéretnek tűnt számára. - Vor sechzehn Jahren hatte alles hinter der Kirche begonnen, nach dem Sommerfest, in der warmen Dunkelheit, mit einem Kuss, der ihr damals wie ein Versprechen vorgekommen war. :16. Elena azóta tudja, hogy nem naiv volt, hanem egyszerűen tizenkilenc éves, és még nem ismerte azt a tényt, hogy az olyan férfiak, mint Carlo, úgy adnak ígéreteket, hogy közben nem gondolnak semmire. - Elena weiß inzwischen, dass sie nicht naiv war, sondern einfach neunzehn und noch nicht vertraut mit der Tatsache, dass Männer wie Carlo Versprechen geben, ohne sich dabei etwas zu denken. :17. Amikor húszévesen teherbe esett, ezt teljesen megértette. - Als sie mit zwanzig schwanger wurde, verstand sie das vollständig. :18. Túl későn és túl világosan értette meg, ahogyan a legtöbb fontos dolgot megérti az ember. - Sie verstand es zu spät und zu deutlich, wie man die meisten wichtigen Dinge versteht. :19. Matteo márciusban született, sötét hajjal és Carlo szemével, valamint olyan ártatlansággal, amelyet Elena elviselhetetlennek talált. - Matteo kam im März zur Welt, mit dunklen Haaren und Carlos Augen und einer Unschuld, die Elena unerträglich fand. :20. Ránézett, és nem egy gyereket látott, hanem saját vereségének egész történetét, egy síró testbe sűrítve. - Sie sah ihn an und sah nicht ein Kind, sondern die gesamte Geschichte ihrer eigenen Niederlage, komprimiert in einen schreienden Körper. :21. Kétszer tartotta a karjában, aztán odaadta Signora Graziának, Carlo anyjának. - Sie hielt ihn zweimal im Arm, dann gab sie ihn an Signora Grazia, Carlos Mutter. :22. Signora Grazia hetvenéves, soha nem panaszkodik, és mozdulatlan figyelemmel szemlél mindent, ami a háza előtti utcán történik, egy olyan nő figyelmével, aki már régen felhagyott azzal, hogy csodálkozzon az embereken. - Signora Grazia ist siebzig Jahre alt, klagt niemals und beobachtet alles, was auf der Straße vor ihrem Haus passiert, mit der unbeweglichen Aufmerksamkeit einer Frau, die längst aufgehört hat, sich über Menschen zu wundern. :23. Este Elena felveszi a régi virágos ruhát, amely még régről maradt meg neki, és amely még mindig jó rá. - Am Abend zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie noch von früher hat und das immer noch passt. :24. Még mindig jó rá, mert egy évtized Milánó karcsúbbá tette, nem szándékból, hanem felejtésből, és ő azzal a tudatos elhatározással megy fel Carlo lakásának lépcsőjén, hogy semmit sem akar, és azzal a be nem vallott tudással, hogy ez nem igaz. - Es passt noch, weil ein Jahrzehnt Mailand sie schmaler gemacht hat, nicht durch Absicht, sondern durch Vergessen, und sie steigt die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf mit dem bewussten Vorsatz, nichts zu wollen, und dem uneingestandenen Wissen, dass das nicht stimmt. :25. Carlo foltos atlétatrikóban nyit ajtót, egy olyan férfi arcával néz rá, aki nem vár magyarázatot, majd egy fél perccel túl hosszúra nyúló hallgatás után azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Carlo öffnet in einem fleckigen Unterhemd, schaut sie an mit dem Gesicht eines Mannes, der keine Erklärung erwartet, und sagt nach einem Schweigen, das eine halbe Minute zu lang dauert: „Du siehst aus wie deine Mutter." :26. Nem kedvesen mondja, nem kegyetlenül, hanem annak a tárgyilagos csendjével, aki kimond egy megfigyelést, amelyet túl régóta hordoz magában. - Er sagt es nicht freundlich, nicht grausam, sondern mit der sachlichen Stille von jemandem, der eine Beobachtung ausspricht, die er zu lange mit sich herumgetragen hat. :27. Elena nem válaszol, hanem tenyérrel arcon üti. - Elena antwortet nicht, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. :28. Elég erősen üt ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a lépcsőházban, és hogy a fölöttük lévő emeleten egy ajtó röviden megnyikorduljon, majd újra elnémuljon. - Sie schlägt fest genug, dass das Geräusch im Treppenhaus widerhallt und eine Tür im Stockwerk darüber kurz quietscht und dann wieder verstummt. :29. Carlo nem mozdul, nem érinti meg az arcát, és nem mondja, hogy sajnálja. - Carlo bewegt sich nicht, fasst sich nicht an die Wange und sagt nicht, dass es ihm leidtut. :30. Olyan szemekkel néz rá, amelyekben nincs megbánás és nincs harag sem, csak valami sötét, nyugodt dolog, ami rosszabb mindkettőnél együtt. - Er schaut sie mit Augen an, in denen keine Reue ist und auch keine Wut, nur etwas Dunkles, Ruhiges, das schlimmer ist als beides zusammen. :31. Nem sokkal éjfél után Carlo ott áll Elena anyjának háza előtt, anélkül hogy csengetett volna, anélkül hogy üzenetet küldött volna. - Kurz nach Mitternacht steht er vor dem Haus ihrer Mutter, ohne geklingelt zu haben, ohne eine Nachricht geschickt zu haben. :32. Egyszerűen csak ott áll, egy üveg vörösborral a hóna alatt, mintha biztos volna benne, hogy Elena úgysem alszik – ami igaz, de ezt nem fogja megmondani neki. - Er steht einfach da, mit einer Flasche Rotwein unter dem Arm, als wäre er sicher, dass sie ohnehin nicht schläft – was stimmt, aber das wird sie ihm nicht sagen. :33. Bemmennek a garázsba, és leülnek két régi autóülésre, amelyek a csupasz betonpadlón állnak, mint egy feladott lakás maradványai. - Sie gehen in die Garage und setzen sich auf zwei alte Autositze, die auf dem nackten Betonboden stehen wie Überreste einer aufgegebenen Wohnung. :34. Carlo kérdezés nélkül tölt, ami rendben van, mert ez az egyetlen dolog, amit ezen az estén helyesen csinál. - Carlo schenkt ein, ohne zu fragen, was in Ordnung ist, weil es das Einzige ist, das er an diesem Abend richtig macht. :35. Amikor a keze után nyúl, az ujjai érdesek és melegek, és még mindig annak az olajnak a szagát hordozzák, amelyet nem lehet teljesen lemosni. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen noch immer nach dem Öl, das sich nicht vollständig abwaschen lässt. :36. Elena hagyja megtörténni, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert tudja, hogy másnap reggel elutazik, és azoknak a dolgoknak, amelyeket az ember csak egyetlen éjszakára enged meg, nem kell következményekkel járniuk, ha elég elszánt. - Elena lässt es geschehen, weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie weiß, dass sie morgen früh fährt und Dinge, die man nur eine Nacht lang zulässt, keine Konsequenzen haben müssen, wenn man entschlossen genug ist. :37. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja végül. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich. :38. Olyan hangon mondja, amelynek megállapításnak kellene hangzania, de sebnek hangzik. - Sie sagt es in einem Ton, der nach Feststellung klingen soll und nach Wunde klingt. :39. Carlo állja a tekintetét, iszik egy hosszú kortyot, aztán kertelés nélkül válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit az apám valaha adott nekem.” - Carlo hält ihren Blick aus, trinkt einen langen Schluck und antwortet dann ohne Umschweife: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :40. Elena olyan pontossággal gyűlöli őt ezért, amely szinte csodálatot érdemel, mert ez nem mentség, nem megbánás, nem vallomás, és mégis igazságtalan, megbocsáthatatlan módon teljesen igaz. - Elena hasst ihn dafür mit einer Präzision, die fast Bewunderung verdient, weil es keine Entschuldigung ist, kein Bedauern, kein Geständnis, und trotzdem auf eine ungerechte, unverzeihliche Art vollkommen wahr. :41. Lassan visszahúzza a kezét. - Sie nimmt langsam ihre Hand zurück. :42. Carlo hagyja, hogy visszahúzza. - Carlo lässt sie nehmen. :43. Elena még napkelte előtt elhagyja a házat a félhomályban. - Noch vor Sonnenaufgang verlässt Elena das Haus im Halbdunkel. :44. Kávé nélkül megy el, üzenet nélkül, anélkül hogy megbizonyosodna róla, hogy helyesen cselekszik. - Sie geht ohne Kaffee, ohne Notiz, ohne sich zu versichern, dass sie das Richtige tut. :45. Kerülőt tesz, amelyet önmagának sem vall be, és megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt. - Sie macht einen Umweg, den sie sich nicht eingesteht, und bleibt vor Signora Grazias Küchenfenster stehen. :46. Az ablakban meleg fény ég, mint évtizedek óta minden reggel. - In dem Fenster brennt warmes Licht wie jeden Morgen seit Jahrzehnten. :47. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret márt a tejbe, egy olyan gyerek teljes, gondtalan összpontosításával, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, mit der vollständigen, sorglosen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört. :48. Ez a legszebb és a legkegyetlenebb dolog, amit Elena valaha látott. - Das ist das Schönste und das Grausamste, was Elena je gesehen hat. :49. Sötét haja van, Carlo szája, és olyan testtartása az asztalnál, amely Elenát önmagára emlékezteti. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Haltung am Tisch, die Elena an sich selbst erinnert. :50. Arra az önmagára emlékezteti, aki abból az időből való, mielőtt még tudta volna, mire képes az élet. - Sie erinnert sie an eine Version ihrer selbst aus der Zeit, bevor sie wusste, wozu das Leben fähig ist. :51. Signora Grazia mögötte áll, és lassan végigsimít a fején, anélkül hogy felnézne. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm langsam über den Kopf, ohne aufzuschauen. :52. Az arca mintha azt mondaná, hogy tudja, ki áll odakint, és hogy rég megbocsátotta azt, amit Elena soha nem fog megbocsátani önmagának. - Ihr Gesicht scheint zu sagen, dass sie weiß, wer draußen steht, und dass sie längst vergeben hat, was Elena nie sich selbst vergeben wird. :53. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :54. Amikor elér hatvanig, megfordul és elmegy, anélkül hogy még egyszer hátranézne, mert tíz év után ez az egyetlen fegyelem, amely még megmaradt neki. - Als sie bei sechzig ankommt, dreht sie sich um und geht, ohne sich noch einmal umzusehen, weil das die einzige Disziplin ist, die ihr nach zehn Jahren noch geblieben ist. :55. A vonat a felkelő nap felé halad, Basilicata tája égve és közönyösen húz el az ablak mellett, Elena pedig elszívja a doboz utolsó cigarettáját. - Der Zug fährt in die aufgehende Sonne, die Landschaft der Basilicata zieht brennend und gleichgültig am Fenster vorbei, und Elena raucht die letzte Zigarette der Schachtel. :56. Könyökét az ablakpárkányra támasztja, tekintetét a semmire szegezi, és arra gondol, hogy a szerelem nem olyan seb, amely begyógyul, hanem olyan, amelyhez hozzászokik az ember. - Sie hat den Ellbogen auf dem Fensterbrett, den Blick auf nichts gerichtet, und denkt daran, dass die Liebe keine Wunde ist, die heilt, sondern eine, an die man sich gewöhnt. :57. Ez, ha őszinték vagyunk, majdnem rosszabb. - Das ist, wenn man ehrlich ist, fast schlimmer. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Tíz év - Zehn Jahre :1. Elena harminchat éves, húszéves kora óta dohányzik. - Elena ist sechsunddreißig Jahre alt, raucht seit dem zwanzigsten Lebensjahr. :2. Egy évtizedet élt Milánóban, annak a nőnek a konok következetességével, aki elhatározta, hogy a felejtés nem gyengeség, hanem túlélési stratégia. - Sie hat ein Jahrzehnt in Mailand gelebt, mit der verbissenen Konsequenz einer Frau, die sich entschieden hat, dass Vergessen keine Schwäche ist, sondern eine Überlebensstrategie. :3. Aztán egy kedd este megszólalt a telefon, és egy idegen hang, akiről kiderült, hogy az anyja szomszédasszonya, közölte vele, hogy az idős asszony elment. - Dann klingelte das Telefon an einem Dienstagabend, und eine fremde Stimme, die sich als Nachbarin ihrer Mutter herausstellte, teilte ihr mit, dass die alte Frau gegangen sei. :4. Mintha a halál indulás volna, utazás jobb vidékekre, és nem valakinek a végleges, megmásíthatatlan elnémulása, akinek soha nem mondták elégszer azt, amit el kellett volna mondani. - So als wäre der Tod ein Aufbruch, eine Reise in bessere Gefilde, und nicht das endgültige, unverhandelbare Verstummen von jemandem, dem man nie genug gesagt hatte, was man hätte sagen sollen. :5. A házat el kell adni, és ez az egyetlen oka annak, hogy Elenának négy órával később már buszjegy van a zsebében. - Das Haus muss verkauft werden, und das ist der einzige Grund, weshalb Elena vier Stunden später bereits ein Busticket in der Tasche hat. :6. Ez az a képlet, amellyel átvészeli a hosszú órákig tartó utat, Basilicata kopár, felperzselt táján át, amely úgy húzódik el az ablak előtt, mint egy élet díszlete. - Das ist die Formel, mit der sie sich durch die stundenlange Fahrt trägt, durch die kahle, verbrennte Landschaft der Basilicata, die am Fenster vorbeizieht wie die Kulisse eines Lebens. :7. Egy életé, amelyet valaha élt, és amelyről elhitette magával, hogy teljesen maga mögött hagyta. - Ein Leben, das sie einmal geführt hat und von dem sie sich einredete, es vollständig hinter sich gelassen zu haben. :8. A mellette ülő öregember, aki fokhagymaszagú, és úgy tart az ölében egy hordozható rádiót, mint valami kincset, húszpercenként megpróbál neki elmagyarázni valamit az utak állapotáról. - Der alte Mann neben ihr, der nach Knoblauch riecht und ein tragbares Radio wie einen Schatz auf dem Schoß hält, versucht alle zwanzig Minuten, ihr etwas über den Zustand der Straßen zu erklären. :9. Elena csukott szemmel ül, és úgy tesz, mintha aludna, ami az egyetlen társasági hazugság, amelyet lelkiismeret-furdalás nélkül megenged magának. - Elena sitzt mit geschlossenen Augen da und tut so, als würde sie schlafen, was die einzige soziale Lüge ist, die sie sich ohne Gewissensbisse gestattet. :10. Amikor a busz megáll a piactéren, és az ajtók az ismerős pneumatikus sóhajjal kinyílnak, Elena utolsóként száll le, és egy pillanatra mozdulatlanul áll meg a régi macskakövön. - Als der Bus auf dem Marktplatz hält und die Türen mit dem vertrauten pneumatischen Seufzen aufgehen, steigt Elena als Letzte aus und bleibt einen Moment unbeweglich auf dem alten Kopfsteinpflaster stehen. :11. Jobb kezében az utazótáskát tartja, bal kezével már a cigarettásdoboz után nyúl, miközben a szeptemberi hőség úgy telepszik rá, mint egy emlék, amelyet elég sokáig elfojtott az ember. - Sie hält die Reisetasche in der rechten Hand, greift mit der linken bereits nach der Zigarettenschachtel, während die Septemberhitze sich auf sie legt wie eine Erinnerung, die man lange genug verdrängt hat. :12. A levegő érett paradicsom, burkolatlan mellékutcák pora és Carlo műhelyéből áradó nehéz, ásványos gépolajszag keveréke, a műhelyé, amely még mindig ott van mindjárt a sarkon túl. - Die Luft riecht nach reifen Tomaten, nach dem Staub ungepflasterter Seitengassen und nach dem schweren, mineralischen Geruch des Maschinenöls aus Carlos Werkstatt, die noch immer gleich um die Ecke liegt. :13. A műhely úgy áll ott, mintha a falu a maga csendes, makacs módján elhatározta volna, hogy megvárja őt, amíg elég erős lesz, és most, hogy visszatért, nyugodtan megállapítaná, hogy nem az. - Die Werkstatt liegt dort, als hätte das Dorf in seiner stillen, beharrlichen Weise beschlossen, auf sie zu warten, bis sie stark genug wäre, und nun, da sie zurückgekehrt ist, mit einer Gelassenheit festzustellen, dass sie es nicht ist. :14. Meghallja Carlo nevetését, mielőtt meglátná őt – azt a széles, önmagáról gondtalanul meggyőződött nevetést, amelyet húszévesen valamiféle életerőnek tartott, annak bizonyítékának, hogy valaki teljesen benne áll az életben. - Sie hört Carlos Lachen, bevor sie ihn sieht – dieses breite, von sich selbst unbekümmert überzeugte Lachen, das sie mit zwanzig Jahren für eine Art Vitalität gehalten hatte, für den Beweis, dass ein Mensch vollständig im Leben steht. :15. Ma, mindazok után, ez egy olyan férfi szemtelenségének tűnik neki, aki átment azon, amit tett, anélkül hogy hegeket növesztett volna. - Heute kommt es ihr, nach allem, wie die Unverschämtheit eines Mannes vor, der durch das, was er getan hat, hindurchgegangen ist, ohne Narben anzusetzen. :16. Carlo feltűrt ujjakkal hajol egy behorpadt motorháztető fölé, alkarja fekete attól a zsíros kenőanyagtól, amelyet soha nem lehet teljesen lemosni. - Carlo steht mit hochgekrempelten Ärmeln über eine zerbeulte Motorhaube gebeugt, die Unterarme schwarz von einer Schmiere, die sich nie vollständig abwaschen lässt. :17. Olyan ijesztően változatlannak látszik, olyan szégyenletesen sértetlennek, hogy Elenának egy pillanatra az az érzése támad, az elmúlt tíz év csak benne történt meg, és sehol máshol a világon. - Er sieht so erschreckend unverändert aus, so beschämend unbeschädigt, dass Elena einen Moment lang das Gefühl hat, die letzten zehn Jahre hätten nur in ihr stattgefunden und nirgendwo sonst auf der Welt. :18. Amikor megfordul és meglátja őt, nem jelenik meg meglepetés az arcán, sem megrendülés, sem zavar, még a megjátszott érintettség tisztességes udvariassága sem. - Als er sich umdreht und sie sieht, legt sich keine Überraschung in sein Gesicht, keine Erschütterung, keine Verlegenheit, nicht einmal die anständige Höflichkeit einer gespielten Betroffenheit. :19. Csak egy hosszú, nyugodt pillantás az egész, amely felismeri és besorolja őt, majd folytatja tovább, és ez, oly módon, amely ellen nincsenek szavai, mindennél rosszabb. - Es ist nur ein langer, ruhiger Blick, der sie erkennt und einordnet und weitermacht, und das ist, auf eine Weise, gegen die sie keine Worte hat, das Schlimmste von allem. :20. Tizenhat évvel ezelőtt minden a templom mögött kezdődött, a nyári ünnep után, egy júliusi este meleg sötétjében, egy csókkal, amelynek akkor az ígéret minőségét tulajdonította. - Vor sechzehn Jahren hatte alles hinter der Kirche begonnen, nach dem Sommerfest, in der warmen Dunkelheit eines Juliabends, mit einem Kuss, dem sie damals die Qualität eines Versprechens zugeschrieben hatte. :21. Elena azóta a tapasztalat hűvös bizonyosságával tudja, hogy nem volt naiv, amikor ezt hitte, hanem egyszerűen tizenkilenc éves volt, és még nem birtokolta azt a tudást, hogy a Carlo-féle férfiak nem azért törik meg az ígéreteiket, mert hazudnak, hanem mert abban a pillanatban, amikor adják őket, valóban hiszik, hogy be fogják tartani – ami, ha az ember belegondol, nem enyhítő, hanem súlyosbító körülmény. - Elena weiß inzwischen mit der kühlen Sicherheit der Erfahrung, dass sie nicht naiv war, als sie das glaubte, sondern schlicht neunzehn Jahre alt und noch nicht im Besitz des Wissens, dass Männer wie Carlo Versprechen nicht brechen, weil sie lügen, sondern weil sie in dem Moment, in dem sie sie geben, tatsächlich glauben, dass sie halten werden – was, wenn man darüber nachdenkt, keine mildernde, sondern eine erschwerende Tatsache ist. :22. Amikor húszévesen teherbe esett, ezt olyan pontossággal értette meg, amely nem engedett irgalmat. - Als sie mit zwanzig schwanger wurde, verstand sie das mit einer Präzision, die keine Gnade zuließ. :23. Amikor Matteo márciusban világra jött, sötét hajjal, Carlo elkerülhetetlen szemével és olyan ártatlansággal, amelyet Elena elviselhetetlennek talált, mert nem gyermeket látott benne, hanem saját vereségének összesűrített, sikító összefoglalását. - Als Matteo im März zur Welt kam, mit dunklen Haaren und Carlos unvermeidlichen Augen und einer Unschuld, die Elena unerträglich fand, weil sie in ihm nicht ein Kind sah, sondern die kondensierte, schreiende Zusammenfassung ihrer eigenen Niederlage. :24. Ekkor ismerte fel, hogy a szerelemnek és a fájdalomnak lehet ugyanaz a címe, és hogy a gyermeknek ezért nem szabad fizetnie. - Da erkannte sie, dass Liebe und Schmerz dieselbe Adresse haben können, und dass das Kind dafür nicht bezahlen durfte. :25. Matteót Signora Graziának adta, Carlo anyjának, aki akkor hatvanéves volt, és soha nem rezdült az arca, és soha nem mondott ki vádat. - Sie gab Matteo an Signora Grazia, Carlos Mutter, die damals sechzig war und niemals eine Miene verzog und niemals eine Anklage aussprach. :26. Elena máig nem tudja, hogy ez jóság-e vagy ítélet. - Elena weiß bis heute nicht, ob das Güte ist oder Urteil. :27. Az első nap estéjén Elena felveszi a régi virágos ruhát, amelyet tíz évvel ezelőtt elfelejtett magával vinni, és amely ma is ott lógott az anyja szekrényében, mintha pontosan erre az estére őrizték volna meg, pontosan erre a lehetetlen visszalépésre egy múltba, ahonnan az ember valójában nem tér vissza. - Am Abend des ersten Tages zieht Elena das alte geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren vergessen hatte mitzunehmen und das heute noch im Schrank ihrer Mutter hing, als wäre es dort aufbewahrt worden für genau diesen Abend, für genau diesen unmöglichen Rückgang in eine Vergangenheit, aus der man eigentlich nicht zurückkehrt. :28. Felmegy a lépcsőn Carlo lakásához azzal a szilárd, tudatos elhatározással, hogy csupán egyetlen dolgot mond ki, amit tíz éven át nem mondtak ki, és azzal a be nem vallott, önmaga előtt is alig tudatos tudással, hogy ez az elhatározás már abban a pillanatban hamis volt, amikor felvette a ruhát. - Sie steigt die Treppe zu Carlos Wohnung hinauf mit dem festen, bewussten Vorsatz, lediglich eine Sache zu sagen, die zehn Jahre lang nicht ausgesprochen wurde, und mit dem uneingestandenen, ihr selbst kaum bewussten Wissen, dass dieser Vorsatz schon in dem Moment falsch war, als sie das Kleid anzog. :29. Carlo foltos trikóban nyit ajtót, olyan pillantással néz rá, amely nem követel magyarázatot és nem mutat riadalmat, majd egy olyan hallgatás után, amelynek ölelésformája van, de nem ölelés, azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Carlo öffnet die Tür in einem fleckigen Unterhemd, schaut sie mit einem Blick an, der keine Erklärung einfordert und kein Erschrecken zeigt, und sagt nach einem Schweigen, das die Form einer Umarmung hat und keine ist: „Du siehst aus wie deine Mutter." :30. Barátság nélkül mondja, kegyetlenség nélkül, annak a férfinak a sajátos tárgyilagosságával, aki kimond egy megfigyelést, amelyet olyan régóta hordoz magában, hogy az elveszített minden érzelmi töltetet, és már csak igaz, és talán ez a legkíméletlenebb dolog, amit valaha mondott neki. - Er sagt es ohne Freundlichkeit, ohne Grausamkeit, mit der eigentümlichen Sachlichkeit eines Mannes, der eine Beobachtung ausspricht, die er so lange mit sich herumgetragen hat, dass sie jede emotionale Ladung verloren hat und nur noch wahr ist, und das ist vielleicht das Rücksichtsloseste, was er je zu ihr gesagt hat. :31. Elena nem szavakkal válaszol, hanem nyitott tenyérrel arcul üti, elég erősen ahhoz, hogy a hang visszhangozzon a rosszul szigetelt lépcsőházban, és a fölöttük lévő emeleten egy ajtó röviden megnyikorduljon, majd újra elhallgasson. - Elena antwortet nicht mit Worten, sondern schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht, fest genug, dass das Geräusch im schlecht isolierten Treppenhaus widerhallt und im Stockwerk darüber eine Tür kurz quietscht und wieder verstummt. :32. Carlo nem mozdul, nem érinti meg kipirult arcát, nem mondja, hogy sajnálja, nem kér bocsánatot, és nem omlik össze. - Carlo bewegt sich nicht, fasst sich nicht an die gerötete Wange, sagt nicht, dass es ihm leidtut, entschuldigt sich nicht und bricht nicht zusammen. :33. Ehelyett olyan szemekkel néz rá, amelyekben nincs megbánás, de ellenségesség sincs, csak valami nyugodt, sötét, feloldhatatlan, ami mindkettőnél rosszabb, mert nem hagy neki lehetőséget arra, hogy harcoljon ellene. - Er schaut sie stattdessen mit Augen an, in denen keine Reue ist, aber auch keine Feindseligkeit, nur etwas Ruhiges, Dunkles, Unauflösbares, das schlimmer ist als beides, weil es ihr keine Möglichkeit lässt, dagegen anzukämpfen. :34. Nem sokkal éjfél után ott áll az anyja háza előtt, anélkül hogy csengetett volna, anélkül hogy üzenetet küldött volna, egy üveg olcsó vörösborral a hóna alatt, és annak az embernek az arcával, aki teljesen biztos benne, hogy Elena amúgy sem aludt. - Kurz nach Mitternacht steht er vor dem Haus ihrer Mutter, ohne geklingelt zu haben, ohne eine Nachricht geschickt zu haben, mit einer Flasche billigem Rotwein unter dem Arm und dem Gesicht eines Mannes, der sich absolut sicher ist, dass sie ohnehin nicht geschlafen hat. :35. Ez igaz, de Elena megtartja magának, mert ez az egyetlen dolog, amit ezen az estén megtart magának. - Das stimmt, aber Elena behält es für sich, weil es das Einzige ist, das sie an diesem Abend für sich behält. :36. A garázsban, két régi autóülésen, amelyek úgy állnak a csupasz betonpadlón, mint egy elhagyott lakás utolsó bútorai, Carlo kérdezés nélkül tölt. - In der Garage, auf zwei alten Autositzen, die auf dem nackten Betonboden stehen wie die letzten Möbel einer aufgegebenen Wohnung, schenkt Carlo ein, ohne zu fragen. :37. Ez rendben van, mert tudja, hogy Elena inni fog, és mert a kérdés nélküli töltés az egyetlen gesztus, amelyet ezen az éjszakán teljesen helyesen tesz. - Das ist in Ordnung, weil er weiß, dass sie trinken wird, und weil das Einschenken ohne Frage die einzige Geste ist, die er in dieser Nacht vollständig richtig macht. :38. Amikor megfogja a kezét, az ujjai érdesek és melegek, és olyan gépolajszaguk van, amelyet a világ egyetlen vize sem mos le teljesen. - Als er nach ihrer Hand greift, sind seine Finger rau und warm und riechen nach Maschinenöl, das kein Wasser der Welt vollständig fortwäscht. :39. Elena hagyja, mert a bor könnyűvé teszi a fejét, és mert azt mondja magának, hogy azoknak a dolgoknak, amelyek csak egyetlen éjszakáig tartanak, nem kell következményeiknek lenniük, ha az ember elég makacsul ragaszkodik hozzá, amiről tudja, hogy nem igaz, de ami ebben a pillanatban úgy működik, mint egy igazság, és ennek elégnek kell lennie. - Elena lässt es zu, weil der Wein ihr den Kopf leicht macht und weil sie sich sagt, dass Dinge, die nur eine einzige Nacht dauern, keine Konsequenzen haben müssen, wenn man hartnäckig genug darauf besteht, was sie weiß, dass es nicht stimmt, aber was in diesem Moment funktioniert wie eine Wahrheit, und das muss reichen. :40. „Matteo soha nem kérdez rólam” – mondja végül, anélkül hogy ránézne, olyan hangon, amelynek közönyösen kellene hangzania. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, ohne ihn anzusehen, in einem Ton, der nach Gleichgültigkeit klingen soll. :41. A hang sebnek hangzik, olyan sebnek, amely tízéves, és ezért nem kevésbé nyitott, csak megszokottabb. - Der Ton klingt nach Wunde, nach einer Wunde, die zehn Jahre alt ist und deshalb nicht weniger offen, sondern nur gewohnter. :42. Carlo állja a pillantását, iszik egy hosszú kortyot, hagy megszületni egy szünetet, amely nem bizonytalanság, hanem tisztelet vagy valami, ami hasonlít rá, aztán kertelés és bocsánatkérés nélkül válaszol: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani, és ez több, mint amit apám valaha adott nekem.” - Carlo hält ihren Blick aus, trinkt einen langen Schluck, lässt eine Pause entstehen, die keine Unsicherheit ist, sondern Respekt oder etwas, das ihm ähnlich sieht, und antwortet dann, ohne Umschweife und ohne Entschuldigung: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert, und das ist mehr, als mein Vater mir je gegeben hat." :43. Elena olyan élességgel gyűlöli őt ezért a mondatért, amely már-már csodálatot érdemel, mert nem igazolás, nem vallomás és nem bocsánatkérés. - Elena hasst ihn für diesen Satz mit einer Schärfe, die fast Bewunderung verdient, weil er keine Rechtfertigung ist und kein Geständnis und keine Bitte um Vergebung. :44. Egyszerűen egy másik igazság volt, mint az övé, és minden igazságtalansága mellett ez a legelviselhetetlenebb: hogy a maga módján, a maga korlátozott, megbocsáthatatlan, tökéletesen emberi módján igaza lehet. - Es war schlicht eine andere Wahrheit als ihre, und das ist, bei aller Ungerechtigkeit, das Unerträglichste: dass er recht haben könnte, auf seine Weise, in seiner begrenzten, unentschuldbaren, vollkommen menschlichen Weise. :45. Lassan kihúzza a kezét az övéből. - Sie nimmt langsam ihre Hand aus seiner. :46. Ő hagyja, hogy elvegye, tartás nélkül, kérdés nélkül, olyan mozdulat nélkül, amely arra kényszerítené, hogy megmagyarázzon valamit, amit önmagának sem tud megmagyarázni. - Er lässt sie nehmen, ohne zu halten, ohne zu fragen, ohne eine Geste, die sie zwingen würde, etwas zu erklären, was sie sich selbst nicht erklären kann. :47. Elena még napkelte előtt elhagyja a házat a szürke hajnalelőtti félhomályban, a táskája annak a nőnek a hatékonyságával összepakolva, aki már túl sokszor indult útnak ahhoz, hogy közben még érzéseket pazaroljon. - Noch vor Sonnenaufgang verlässt Elena das Haus im grauen Vordunkel, die Tasche gepackt mit der Effizienz einer Frau, die schon zu oft aufgebrochen ist, um dabei noch Gefühle zu verschwenden. :48. Nem megy azonnal az állomásra, hanem kerülőt tesz az alvó sikátorokon át, amit nem vall be magának. - Sie geht nicht sofort zum Bahnhof, sondern macht einen Umweg durch die schlafenden Gassen, den sie sich nicht eingesteht. :49. Felszállni annak beismerése volna, hogy ez döntés, és nem gyengeség. - Einsteigen wäre ein Eingeständnis, dass es eine Entscheidung ist, und keine Schwäche. :50. Végül megáll Signora Grazia konyhaablaka előtt, amelyben meleg fény ég, mint évtizedek óta minden reggel, megingathatatlanul és magától értetődően, mint minden, ami ebben a faluban túlél. - Sie bleibt schließlich vor Signora Grazias Küchenfenster stehen, in dem warmes Licht brennt wie jeden Morgen seit Jahrzehnten, unerschütterlich und selbstverständlich wie alles, was in diesem Dorf überdauert. :51. Matteo a konyhaasztalnál ül, és kenyeret márt tejbe, annak a gyermeknek a teljes, önmagába zárt koncentrációjával, aki pontosan tudja, hová tartozik, és eszébe sem jutna kételkedni benne. - Matteo sitzt am Küchentisch und tunkt Brot in Milch, mit der vollständigen, in sich geschlossenen Konzentration eines Kindes, das genau weiß, wo es hingehört und nicht auf die Idee käme, daran zu zweifeln. :52. Ez a legszebb dolog, amit Elena valaha látott, és a legkegyetlenebb, és a kettő ugyanaz a dolog, és neki nincs nyelve hozzá, sem olaszul, sem semmilyen más nyelven. - Das ist das Schönste, was Elena je gesehen hat, und das Grausamste, und beide Dinge sind dasselbe Ding, und sie hat keine Sprache dafür, weder auf Italienisch noch in irgendeiner anderen. :53. Sötét haja van, Carlo szája, és úgy tartja a vállát, hogy az Elenát önmagára emlékezteti. - Er hat dunkle Haare und Carlos Mund und eine Art, die Schultern zu halten, die Elena an sich selbst erinnert. :54. Elena egykori önmagának egy olyan változatára emlékezteti, abból az időből, mielőtt megértette volna, milyen sérülésekre képes az élet, és mielőtt megértette volna, hogy ő maga is e sérülések okai közé tartozik. - Sie erinnert Elena an eine Version ihrer selbst aus der Zeit, bevor sie verstand, zu welchen Beschädigungen das Leben fähig ist, und bevor sie verstand, dass man selbst zu den Ursachen dieser Beschädigungen gehört. :55. Signora Grazia mögötte áll, és olyan lassúsággal simít végig a fején, amely nem gyengédség, hanem valami régebbi és tartósabb a gyengédségnél. - Signora Grazia steht hinter ihm und streicht ihm mit einer Langsamkeit über den Kopf, die keine Zärtlichkeit ist, sondern etwas Älteres und Beständigeres als Zärtlichkeit. :56. Nem néz fel, de az arcán olyan asszony kifejezése van, aki már rég megbocsátotta azt, amit Elena önmagának soha nem fog megbocsátani. - Sie schaut nicht auf, aber ihr Gesicht hat den Ausdruck einer Frau, die längst vergeben hat, was Elena sich selbst nie vergeben wird. :57. Ismeri ezt az aszimmetriát, és hallgat, mert a hallgatás néha az egyetlen, amit az ember egy másik nőnek fel tud ajánlani. - Sie kennt diese Asymmetrie und schweigt, weil Schweigen manchmal das Einzige ist, das man einer anderen Frau anbieten kann. :58. Elena a hideg üveghez nyomja a homlokát, és némán elszámol hatvanig. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und zählt stumm bis sechzig. :59. Hatvannál megfordul, és elmegy, anélkül hogy hátranézne. - Bei sechzig dreht sie sich um und geht, ohne sich umzusehen. :60. Ez mindazok után az egyetlen fegyelem, amely megmaradt neki: nem visszanézni, vagy legalábbis nem hagyni, hogy közben lássák. - Das ist nach allem, die einzige Disziplin, die ihr geblieben ist: nicht zurückzuschauen, oder zumindest nicht dabei gesehen zu werden. :61. A Milánóba tartó vonat a felkelő nap felé halad, és Basilicata tája odakint égve húzódik el az ablak mellett, közönyösen és pompásan, amilyen mindig is volt és mindig is lesz, érintetlenül attól, hogy az emberek mit hagynak benne hátra, vagy mit nem. - Der Zug nach Mailand fährt in die aufgehende Sonne, und die Landschaft der Basilicata brennt außen am Fenster vorbei, gleichgültig und prächtig, wie sie es immer war und immer sein wird, unberührt davon, was Menschen in ihr zurücklassen oder nicht. :62. Elena elszívja a doboz utolsó cigarettáját, könyökét az ablakpárkányra támasztva, tekintetét a mozgó tájra szegezve, anélkül hogy látná. - Elena raucht die letzte Zigarette der Schachtel, den Ellbogen auf dem Fensterbrett, den Blick auf die fahrende Landschaft gerichtet, ohne sie zu sehen. :63. Nem gondol semmire, vagy legalábbis megpróbálja annak a nőnek az elszántságával, aki tudja, hogy a gondolkodás ebben a pillanatban nem volna segítség. - Sie denkt an nichts, oder versucht es mit der Entschlossenheit einer Frau, die weiß, dass Denken in diesem Moment keine Hilfe wäre. :64. Megtanulta, hogy a fájdalom ellentéte nem a boldogság, hanem ez a sajátos, száraz, működő zsibbadtság, amelyben az ember vonatokra száll, ablakok mellett dohányzik, és megy tovább. - Sie hat gelernt, dass das Gegenteil von Schmerz nicht Glück ist, sondern diese spezifische, trockene, funktionierende Taubheit, in der man Züge besteigt und Fenster raucht und weitermacht. ------------------------- == 74 == 1 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio negyvenkét éves. - Antonio ist zweiundvierzig Jahre alt. :2. Egy kis trattoriát vezet Nápolyban, közvetlenül a kikötőnél. - Er betreibt eine kleine Trattoria in Neapel, direkt am Hafen. :3. Az étteremben csak három asztal van. - Das Restaurant hat nur drei Tische. :4. Étlap nincs. - Es gibt keine Speisekarte. :5. Antonio felesége, Lucia két évvel ezelőtt meghalt. - Antonios Frau Lucia ist vor zwei Jahren gestorben. :6. Szívrohamot kapott, az esti kiszolgálás kellős közepén. - Sie hatte einen Herzinfarkt, mitten im Abendservice. :7. A keze még a tányér szélén feküdt. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand. :8. Azóta Antonio csak azokat az ételeket főzi, amelyeket Lucia szeretett. - Seither kocht Antonio nur noch die Gerichte, die Lucia geliebt hat. :9. Kagylós tésztát készít, sült cukkinit és hideg citromtortát. - Er macht Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini und kalten Zitronenkuchen. :10. Egy hónapja egy fiatal nő dolgozik a trattoriában. - Seit einem Monat arbeitet eine junge Frau in der Trattoria. :11. Chiarának hívják, és huszonhét éves. - Sie heißt Chiara und ist siebenundzwanzig Jahre alt. :12. Északról jött, és Nápolyba menekült. - Sie kommt aus dem Norden und ist nach Neapel geflohen. :13. A fülében egy kis, olajbogyó alakú fülbevalót visel. - An ihrem Ohr trägt sie einen kleinen Ohrring in Form einer Olive. :14. Egy kicsit selypít, amikor beszél. - Sie lispelt ein bisschen, wenn sie redet. :15. Egy kedd estén Antonio a konyhában áll, és hagymát vág. - An einem Dienstagabend steht Antonio in der Küche und schneidet Zwiebeln. :16. A könnyek végigfutnak az arcán, de nem törli le őket. - Die Tränen laufen ihm über das Gesicht, aber er wischt sie nicht ab. :17. Chiara a mosogatónál áll, és kagylókat mos. - Chiara steht an der Spüle und wäscht Muscheln. :18. Átnéz Antonióra. - Sie schaut zu Antonio hinüber. :19. A tekintetük találkozik a rozsdás páraelszívó régi tükrében. - Ihre Blicke treffen sich im alten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube. :20. Antonio megállítja a kést. - Antonio hält das Messer an. :21. Azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :22. Chiara egy lépéssel közelebb lép. - Chiara tritt einen Schritt näher. :23. Ráteszi a kezét az ő kezére a kés nyelén. - Sie legt ihre Hand über seine Hand am Messergriff. :24. A keze meleg és nedves, és kagylóvíz szaga van. - Ihre Hand ist warm und feucht und riecht nach Muschelwasser. :25. Antonio nem húzza vissza a kezét. - Antonio zieht seine Hand nicht zurück. :26. Így állnak egy hosszú ideig. - Sie stehen so eine lange Weile. :27. Aztán megérkezik az utolsó vendég, és szétválnak. - Dann kommt der letzte Gast, und sie gehen auseinander. :28. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür. :29. Megosztanak egy cigarettát, és nem beszélnek. - Sie teilen sich eine Zigarette und reden nicht. :30. Az utca másik végéről halk zene hallatszik. - Vom anderen Ende der Straße hört man leise Musik. :31. Egy régi dal Lucio Battistitól. - Es ist ein altes Lied von Lucio Battisti. :32. Az éjszaka meleg, és só- meg halszaga van. - Die Nacht ist warm und riecht nach Salz und Fisch. :33. Chiara előrehajol, és megcsókolja Antoniót. - Chiara beugt sich vor und küsst Antonio. :34. A szája citrom és vörösbor ízű. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein. :35. Antonio lehunyja a szemét. - Antonio schließt die Augen. :36. A kezét Chiara tarkójára teszi, erősen. - Er legt seine Hand in ihren Nacken, fest. :37. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja Chiara dekoltázsát. - Dann öffnet er die Augen und sieht ihr Dekolleté. :38. Közvetlenül a bal kulcscsontja alatt van egy kis anyajegy. - Direkt unter dem linken Schlüsselbein ist ein kleines Muttermal. :39. Pontosan ezen a helyen Luciának is volt egy. - An genau dieser Stelle hatte Lucia auch eines. :40. Antonio megdermed. - Antonio erstarrt. :41. Feláll, anélkül hogy egy szót is szólna. - Er steht auf, ohne ein Wort zu sagen. :42. Visszamegy a konyhába, és becsukja maga mögött az ajtót. - Er geht zurück in die Küche und macht die Tür hinter sich zu. :43. Chiara a lépcsőn marad ülve. - Chiara bleibt auf der Treppe sitzen. :44. Másnap nem jön dolgozni. - Am nächsten Tag kommt sie nicht zur Arbeit. :45. És az azt követő napon sem. - Und auch am übernächsten Tag nicht. :46. Antonio egyedül főz, és a kagylók fele megmarad. - Antonio kocht allein, und die Muscheln bleiben halb übrig. :47. Éjfélkor elmegy a pékség fölötti kis lakásához. - Um Mitternacht geht er zu ihrer kleinen Wohnung über der Bäckerei. :48. Az ajtó résnyire nyitva áll. - Die Tür steht ein Stück offen. :49. Chiara az ágyon ül, felhúzott lábakkal, és dohányzik. - Chiara sitzt auf dem Bett, die Beine angezogen, und raucht. :50. Ránéz, de nem mond semmit. - Sie schaut ihn an, sagt aber nichts. :51. Antonio leül mellé. - Antonio setzt sich neben sie. :52. Megfogja a kezét, és a hüvelykujjával végigsimít az anyajegyen. - Er nimmt ihre Hand und streicht mit dem Daumen über das Muttermal. :53. „Ez nem az övé” — mondja halkan. - „Es ist nicht ihres", sagt er leise. :54. Chiara így felel: „De az enyém.” - Chiara antwortet: „Aber es ist meins." :55. Lefekszenek egymással, nem gyengéden és nem vadul. - Sie schlafen miteinander, nicht zärtlich und nicht wild. :56. Egymás mellett fekszenek, mint két ember egy idegen ágyban. - Sie liegen nebeneinander wie zwei Menschen in einem fremden Bett. :57. Reggel öt órakor Antonio felkel. - Um fünf Uhr morgens steht Antonio auf. :58. Bemegy a trattoria konyhájába, és meggyújtja a tűzhelyet. - Er geht in die Küche der Trattoria und zündet den Herd an. :59. Feltör három tojást, és tükörtojást készít. - Er schlägt drei Eier auf und macht Spiegeleier. :60. Lucia soha nem szerette a tükörtojást. - Lucia hat Spiegeleier nie gemocht. :61. Chiara később megérkezik, és az ölébe ül. - Chiara kommt später und setzt sich auf seinen Schoß. :62. Eszik a tányérjáról, anélkül hogy megkérdezné. - Sie isst von seinem Teller, ohne zu fragen. :63. Antonio nevet. - Antonio lacht. :64. Két év óta először. - Es ist das erste Mal seit zwei Jahren. :65. Aztán Chiara megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara: „Bleibst du?" :66. Antonio kinéz az ablakon a szürke kikötőre. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den grauen Hafen. :67. Egy nagy teherhajó lassan kifut. - Ein großes Frachtschiff legt langsam ab. :68. Azt mondja: „Már maradtam, csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben, nur nicht hier." :69. Chiara a kezével megtörli a száját. - Chiara wischt sich den Mund mit der Hand ab. :70. Feláll és elmegy. - Sie steht auf und geht. :71. Antonio az asztalnál marad ülve. - Antonio bleibt am Tisch sitzen. :72. A tányéron a tükörtojások kihűlnek. - Die Spiegeleier auf dem Teller werden kalt. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Antonio Ferrante és Chiara - Antonio Ferrante und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és egy kis trattoriát vezet közvetlenül Nápoly kikötőjénél. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt und betreibt eine kleine Trattoria direkt am Hafen von Neapel. :2. Az étteremben csak három asztal van, és étlap nincs. - Das Restaurant hat nur drei Tische, und es gibt keine Speisekarte. :3. A felesége, Lucia két éve halott – szívrohamot kapott az esti kiszolgálás kellős közepén. - Seit zwei Jahren ist seine Frau Lucia tot – sie hatte einen Herzinfarkt mitten im Abendservice. :4. A keze még a tányér szélén feküdt, amikor meghalt. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand, als sie starb. :5. Azóta Antonio csak azokat az ételeket főzi, amelyeket Lucia a legszívesebben evett. - Seitdem kocht Antonio nur noch die Gerichte, die Lucia am liebsten gegessen hat. :6. Kagylós tésztát készít, sült cukkinit és hideg citromtortát, minden este, kivétel nélkül. - Er macht Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini und kalten Zitronenkuchen, jeden Abend, ohne Ausnahme. :7. Egy hónapja egy Chiara nevű fiatal nő dolgozik a trattoriában. - Seit einem Monat arbeitet eine junge Frau namens Chiara in der Trattoria. :8. Huszonhét éves, északról jött, és olyan okból menekült Nápolyba, amelyet nem nevez meg. - Sie ist siebenundzwanzig Jahre alt, kommt aus dem Norden und ist aus einem Grund nach Neapel geflohen, den sie nicht nennt. :9. A bal fülében egy kis, olajbogyó alakú fülbevalót visel, és enyhén selypít, amikor beszél. - An ihrem linken Ohr trägt sie einen kleinen Ohrring in Form einer Olive, und sie lispelt leicht, wenn sie spricht. :10. Egy kedd estén Antonio a konyhában áll, és hagymát vág. - An einem Dienstagabend steht Antonio in der Küche und schneidet Zwiebeln. :11. A könnyek végigfutnak az arcán, de nem törli le őket, mert már észre sem veszi. - Die Tränen laufen ihm über das Gesicht, aber er wischt sie nicht ab, weil er es nicht mehr bemerkt. :12. Chiara a mosogatónál áll, és kagylókat mos, és néha átnéz hozzá. - Chiara steht an der Spüle und wäscht Muscheln, und manchmal schaut sie zu ihm hinüber. :13. A rozsdás páraelszívó régi tükrében egy pillanatra találkozik a tekintetük. - Im alten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke für einen Moment. :14. Antonio megállítja a kést, és azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Antonio hält das Messer an und sagt: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :15. Chiara egy lépéssel közelebb lép, és ráteszi a kezét Antonio kezére a kés nyelén. - Chiara tritt einen Schritt näher und legt ihre Hand über seine Hand am Messergriff. :16. A keze meleg, nedves, és kagylóvíz szaga van, Antonio pedig nem húzza vissza a kezét. - Ihre Hand ist warm, feucht und riecht nach Muschelwasser, und Antonio zieht seine Hand nicht zurück. :17. Így állnak egy darabig, amíg egy vendég nem kiált a számla után, és ők szét nem válnak. - Sie stehen so eine Weile, bis ein Gast nach der Rechnung ruft und sie auseinandergehen. :18. Zárás után együtt ülnek a hátsó ajtó előtti lépcsőn, és megosztanak egy cigarettát. - Nach Ladenschluss sitzen sie zusammen auf der Treppe vor der Hintertür und teilen sich eine Zigarette. :19. Nem beszélnek, de a hallgatás nem kellemetlen. - Sie reden nicht, aber das Schweigen ist nicht unangenehm. :20. Az utca másik végéről egy régi Lucio Battisti-dal hallatszik, egészen halkan, egy nyitott ablakon át. - Vom anderen Ende der Straße hört man ein altes Lied von Lucio Battisti, ganz leise durch ein offenes Fenster. :21. Az éjszaka meleg, és só, hal meg a halászhajók motorolajának szaga van benne. - Die Nacht ist warm und riecht nach Salz, Fisch und dem Motoröl der Fischerboote. :22. Chiara lassan előrehajol, és megcsókolja Antoniót, kérdés nélkül és habozás nélkül. - Chiara beugt sich langsam vor und küsst Antonio, ohne zu fragen und ohne zu zögern. :23. A szája citrom és vörösbor ízű, Antonio pedig lehunyja a szemét. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein, und Antonio schließt die Augen. :24. A kezét Chiara tarkójára teszi, az ujjai szorosan tartják, majdnem egy kicsit túl szorosan. - Er legt seine Hand in ihren Nacken, die Finger fest, fast ein bisschen zu fest. :25. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: közvetlenül Chiara bal kulcscsontja alatt egy kis sötét anyajegyet. - Dann öffnet er die Augen und sieht es: direkt unter ihrem linken Schlüsselbein, ein kleines dunkles Muttermal. :26. Pontosan ezen a helyen Luciának is volt egy, és Antonio egyetlen másodperc alatt emlékszik vissza rá. - An genau dieser Stelle hatte Lucia auch eines, und Antonio erinnert sich daran in einer einzigen Sekunde. :27. Megdermed, feláll, egy szót sem szól, és visszamegy a konyhába. - Er erstarrt, steht auf, sagt kein Wort und geht zurück in die Küche. :28. Az ajtó becsapódik mögötte, Chiara pedig egyedül marad ülve a lépcsőn. - Die Tür fällt hinter ihm ins Schloss, und Chiara bleibt allein auf der Treppe sitzen. :29. Másnap este nem jön dolgozni, és az azt követő estén sem. - Am nächsten Abend kommt sie nicht zur Arbeit, und auch am Abend danach nicht. :30. Antonio egyedül főz, a kagylók fele megmarad, és a három asztal üres marad. - Antonio kocht allein, die Muscheln bleiben halb übrig, und die drei Tische bleiben leer. :31. Éjfélkor elhagyja a trattoriát, és elmegy Chiara kis lakásához a pékség fölött. - Um Mitternacht verlässt er die Trattoria und geht zu ihrer kleinen Wohnung über der Bäckerei. :32. Az ajtó résnyire nyitva áll, és nem hall sem zenét, sem sírást, csak csendet. - Die Tür steht einen Spalt offen, und er hört keine Musik und kein Weinen, nur Stille. :33. Chiara az ágyon ül, a lábait a hasához húzva, és dohányzik. - Chiara sitzt auf dem Bett, die Beine an den Bauch gezogen, und raucht. :34. Úgy néz rá, mintha tudta volna, hogy jönni fog. - Sie schaut ihn an, als hätte sie gewusst, dass er kommt. :35. Antonio leül mellé, és megfogja a kezét, anélkül hogy megmagyarázná, miért. - Antonio setzt sich neben sie und nimmt ihre Hand, ohne zu erklären warum. :36. A hüvelykujjával lassan végigsimít az anyajegyen, egyszer, kétszer. - Er streicht mit dem Daumen langsam über das Muttermal, einmal, zweimal. :37. „Ez nem az övé” – mondja, és a hangja furcsán idegenül cseng a kis szobában. - „Es ist nicht ihres", sagt er, und seine Stimme klingt seltsam fremd in dem kleinen Zimmer. :38. Chiara nyugodtan válaszol: „De az enyém.” - Chiara antwortet ruhig: „Aber es ist meins." :39. Lefekszenek egymással, nem gyengéden és nem vadul, hanem úgy, mint két ember, akik megosztanak egy idegen ágyat, anélkül hogy megkérdeznék, kié. - Sie schlafen miteinander, nicht zärtlich und nicht wild, sondern wie zwei Menschen, die ein fremdes Bett teilen, ohne zu fragen, wem es gehört. :40. Reggel öt órakor Antonio felkel, és egyedül visszamegy a trattoria konyhájába. - Um fünf Uhr morgens steht Antonio auf und geht allein zurück in die Küche der Trattoria. :41. Begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a serpenyőbe – tükörtojást, úgy, ahogy Lucia soha nem szerette. - Er zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Pfanne – Spiegeleier, so wie Lucia sie nie gemocht hat. :42. A vaj és a forró zsír szaga betölti az üres konyhát. - Der Geruch von Butter und heißem Fett füllt die leere Küche. :43. Chiara egy órával később érkezik, szó nélkül az ölébe ül, és eszik a tányérjáról. - Chiara kommt eine Stunde später, setzt sich wortlos auf seinen Schoß und isst von seinem Teller. :44. Antonio nevet – rövid, valódi nevetéssel, amely még őt magát is meglepi. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes Lachen, das ihn selbst überrascht. :45. Két év óta ez az első alkalom, hogy így nevetett. - Es ist das erste Mal seit zwei Jahren, dass er so gelacht hat. :46. Aztán Chiara halkan megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara leise: „Bleibst du?" :47. Antonio kinéz az ablakon a szürke reggeli kikötőre, ahol egy teherhajó lassan és sietség nélkül kifut. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den grauen Morgenhafen, wo ein Frachtschiff langsam und ohne Eile ablegt. :48. Azt mondja: „Már maradtam, csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben, nur nicht hier." :49. Chiara erre nem válaszol semmit. - Chiara antwortet nichts darauf. :50. Megtörli a száját a tenyerével, feláll, és elmegy, anélkül hogy visszafordulna. - Sie wischt sich den Mund mit der Handfläche ab, steht auf und geht, ohne sich umzudrehen. :51. Antonio az asztalnál marad ülve, és nem néz utána. - Antonio bleibt am Tisch sitzen und schaut ihr nicht nach. :52. A tányéron a tükörtojások kihűlnek, odakint pedig a kikötő lassan világosabb lesz. - Die Spiegeleier auf dem Teller werden kalt, und der Hafen draußen wird langsam heller. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és már majdnem egy évtizede vezet egy kis trattoriát Nápoly kikötőjénél. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt und betreibt seit fast einem Jahrzehnt eine kleine Trattoria am Hafen von Neapel. :2. Három asztala van, étlapja nincs, és egyetlen ablaka a vízre néz. - Sie hat drei Tische, keine Speisekarte und ein einziges Fenster mit Blick aufs Wasser. :3. Két évvel ezelőtt meghalt a felesége, Lucia, az esti felszolgálás kellős közepén, minden előjel nélkül. - Vor zwei Jahren ist seine Frau Lucia gestorben, mitten im Abendservice, ohne Vorwarnung. :4. A keze még egy vendég tányérjának peremén feküdt, aki a tányérját észre sem vette. - Ihre Hand lag noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der seinen Teller nicht mal bemerkt hatte. :5. Azóta Antonio egy összehajtott takarón alszik a pult mögött. - Seitdem schläft Antonio auf einer zusammengeklappten Decke hinter der Theke. :6. A fenti hálószoba túl hangos – nem a kintről beszűrődő zaj miatt, hanem a benne lévő csend miatt. - Das Schlafzimmer oben ist zu laut – nicht wegen des Lärms von draußen, sondern wegen der Stille darin. :7. Minden este ugyanazt főzi: kagylós tésztát, sült cukkinit, hideg citromtortát. - Er kocht jeden Abend dasselbe: Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalten Zitronenkuchen. :8. Ez az a három étel, amelyet Lucia mindig rendelt, amikor nem ő állt a tűzhely mellett. - Es sind die drei Gerichte, die Lucia immer bestellt hat, wenn sie nicht selbst am Herd stand. :9. Chiara egy hónapja van ott, huszonhét éves, Torinóból menekült valami elől, amit nem nevez meg. - Chiara ist seit einem Monat da, siebenundzwanzig Jahre alt, aus Turin geflohen vor etwas, das sie nicht benennt. :10. Egy olívazöld fülbevalót visel, és enyhén selypít, amit csak akkor hallani, ha izgatott. - Sie trägt einen Olivenohrrring und hat ein leichtes Lispeln, das man nur hört, wenn sie aufgeregt ist. :11. Nézi Antoniót főzés közben, ahogy összenyomja a fokhagymagerezdeket, ahogy az ujjai végigsiklanak a késen. - Sie schaut Antonio beim Kochen zu, wie er die Knoblauchzehen presst, wie seine Finger über das Messer gleiten. :12. Figyeli, hogy soha nem néz az órára, bár mindig pontosan tudja, mennyi az idő. - Sie beobachtet, wie er nie auf die Uhr schaut, obwohl er immer genau weiß, wie spät es ist. :13. Egy kedd este, amikor az utolsó vendég már rég elment, és a konyha fokhagyma és forró olívaolaj illatát árasztja, Antonio hagymát vág. - An einem Dienstagabend, als der letzte Gast längst gegangen ist und die Küche nach Knoblauch und heißem Olivenöl riecht, schneidet Antonio Zwiebeln. :14. A könnyek végigfolynak az arcán, anélkül hogy észrevenné vagy törődne vele. - Die Tränen laufen ihm übers Gesicht, ohne dass er es bemerkt oder sich darum kümmert. :15. Chiara a mosogatónál áll, kagylókat mos, és őt nézi. - Chiara steht an der Spüle, wäscht Muscheln und schaut ihn an. :16. A régi, rozsdás páraelszívó tükrében röviden egymás szemébe néznek, egy pillanattal tovább, mint amennyi véletlen lehetne. - Im Spiegel der alten, verrosteten Dunstabzugshaube sehen sie sich kurz in die Augen, einen Moment zu lang für einen Zufall. :17. Anélkül, hogy abbahagyná a vágást, azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :18. A lány közelebb lép, és a kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen, sósan a kagylóvíztől. - Sie tritt näher und legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm, feucht, salzig vom Muschelwasser. :19. Ő nem húzza vissza a kezét. - Er zieht die Hand nicht zurück. :20. Olyan közel áll hozzá, hogy érzi a citromillatot a hajában, amely semmire sem emlékezteti, és éppen ezért olyan szokatlan. - Sie steht so nah, dass er den Zitronengeruch in ihrem Haar riecht, der ihn an nichts erinnert und deshalb so ungewohnt ist. :21. Így állnak, amíg Chiara kötényzsebében rezegni nem kezd a mobiltelefon. - Sie stehen so, bis das Handy in Chiaras Schürzentasche vibriert. :22. Aztán szétválnak, mintha semmit sem tettek volna. - Dann gehen sie auseinander, als hätten sie gar nichts getan. :23. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür. :24. Megosztoznak egy cigarettán, és az üres sikátort nézik, ahol egy macska alszik két szemetes között. - Sie teilen sich eine Zigarette und schauen auf die leere Gasse, wo eine Katze zwischen zwei Mülleimern schläft. :25. A szomszéd házból nagyon halkan egy régi Lucio Battisti-dal hallatszik. - Vom Nachbarhaus hört man sehr leise ein altes Lied von Lucio Battisti. :26. Egy nyitott ablakon át sodródik ki, mint a cigarettafüst. - Es driftet durch ein offenes Fenster nach draußen wie Zigarettenrauch. :27. Chiara előrehajol, és kérdés nélkül megcsókolja, a szája citrom és vörösbor ízű. - Chiara beugt sich vor und küsst ihn, ohne zu fragen, ihr Mund nach Zitrone und Rotwein. :28. Antonio lehunyja a szemét, és a kezét a tarkójára teszi, az ujjai erősen, talán túl erősen szorítanak. - Antonio schließt die Augen und legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fest, zu fest vielleicht. :29. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kicsi, sötét anyajegy közvetlenül a bal kulcscsontja alatt. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines, dunkles Muttermal direkt unter ihrem linken Schlüsselbein. :30. Pontosan azon a helyen van, ahol Luciának is volt egy, pontosan azon a helyen, amelyet az elmúlt két évben álmaiban megérintett. - Es sitzt an genau der Stelle, wo Lucia auch eines hatte, an genau der Stelle, die er in den letzten zwei Jahren in seinen Träumen berührt hat. :31. Olyan teljesen megdermed, hogy Chiara azonnal megérzi. - Er erstarrt so vollständig, dass Chiara es sofort spürt. :32. Aztán feláll és elmegy, magyarázat nélkül, vissza sem fordulva, maga mögött becsukva a konyhaajtót, mint egy választ. - Dann steht er auf und geht, ohne eine Erklärung, ohne sich umzudrehen, die Küchentür hinter sich schließend wie eine Antwort. :33. A következő két este Chiara nem jön. - Die nächsten beiden Abende kommt Chiara nicht. :34. Antonio egyedül főz egy konyhában, amely nagyobbnak tűnik, mint máskor, a kagylók félig elfogyva, az asztalok a szokásosnál korábban üresek. - Antonio kocht allein in einer Küche, die größer wirkt als sonst, die Muscheln halb aufgegessen, die Tische früher leer als üblich. :35. A harmadik nap éjfélkor elhagyja a trattoriát. - Um Mitternacht des dritten Tages verlässt er die Trattoria. :36. Végigmegy a szűk, gyengén megvilágított sikátorokon ahhoz a régi házhoz a pékség fölött, ahol Chiara a második emeleten lakik. - Er geht durch die engen, schwach beleuchteten Gassen zu dem alten Haus über der Bäckerei, wo Chiara im zweiten Stock wohnt. :37. Az ajtó résnyire nyitva áll, fény nincs. - Die Tür steht einen Spalt offen, kein Licht. :38. Csak a cigarettája narancsszínű pontja látszik a sötétben. - Nur der orangefarbene Punkt ihrer Zigarette ist in der Dunkelheit zu sehen. :39. Az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen. :40. Úgy néz rá, mintha nem lepődne meg, mintha tudta volna, hogy egyszer úgyis eljön, csak azt nem, mikor. - Sie schaut ihn an, als wäre sie nicht überrascht, als hätte sie gewusst, dass er irgendwann kommen würde, nur nicht, wann. :41. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, és megfordítja. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand und dreht sie um. :42. A hüvelykujjával lassan végigsimít az anyajegyen, mintha azt ellenőrizné, valóban ott van-e. - Er streicht mit dem Daumen über das Muttermal, langsam, so als würde er prüfen, ob es wirklich da ist. :43. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :44. A hangja úgy szól, mintha saját magát akarná erről meggyőzni. - Seine Stimme klingt, als würde er sich selbst davon überzeugen wollen. :45. Chiara nem húzza el a kezét. - Chiara zieht ihre Hand nicht weg. :46. Nyugodtan, szinte közönyösen válaszol: „De az enyém.” - Sie antwortet ruhig, fast gleichgültig: „Aber es ist meins." :47. Együtt alszanak, nem szenvedélyből és nem gyászból. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Trauer. :48. Úgy teszik, mint két ember, akik hosszú idő után végre abbahagyták, hogy úgy tegyenek, mintha semmire sem lenne szükségük. - Sie tun es wie zwei Menschen, die nach langer Zeit endlich aufgehört haben, so zu tun, als bräuchten sie nichts. :49. Nem sokkal öt előtt Antonio felkel, felöltözik, és visszamegy a trattoriába. - Um kurz vor fünf steht Antonio auf, zieht sich an und geht zurück in die Trattoria. :50. Ott begyújtja a tűzhelyet, és feltör három tojást – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, és amelyet soha nem készített neki. - Dort zündet er den Herd an und schlägt drei Eier auf – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie mochte, das er nie für sie gemacht hat. :51. A vaj és a zsír szaga betölti a csendes konyhát. - Der Geruch von Butter und Fett füllt die stille Küche. :52. A reggel első fénye beszűrődik az ablakon, szürkén és tétován, mint egy vendég, aki nem tudja, szívesen látják-e. - Das erste Licht des Morgens kommt durchs Fenster, grau und zögernd wie ein Gast, der nicht weiß, ob er willkommen ist. :53. Chiara egy órával később jön, még nem egészen ébren. - Chiara kommt eine Stunde später, noch nicht ganz wach. :54. Az ölébe ül, és a tányérjáról eszik, mintha ez magától értetődő volna, mintha mindig is így csinálta volna. - Sie setzt sich auf seinen Schoß und isst von seinem Teller, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie es immer so gemacht. :55. Antonio nevet – rövid, igazi nevetéssel. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes Lachen. :56. Ez annyira meglepi, hogy egy pillanatra abbahagyja a lélegzést, mert rájött, hogy még képes rá. - Es überrascht ihn so sehr, dass er kurz aufhört zu atmen, weil er gemerkt hat, dass er es noch kann. :57. Aztán Chiara a tányérra szegezett tekintettel megkérdezi: „Maradsz?” - Dann fragt Chiara, den Blick auf den Teller gerichtet: „Bleibst du?" :58. Antonio kinéz az ablakon, ahol egy teherhajó lassan és hangtalanul elhagyja a kikötőt, olyan közönyösen és olyan véglegesen, ahogy a dolgok menni szoktak, ha az ember nem tartja őket erősen. - Antonio schaut aus dem Fenster, wo ein Frachtschiff langsam und lautlos den Hafen verlässt, so gleichgültig und so endgültig, wie Dinge eben gehen, wenn man sie nicht festhält. :59. Azt mondja: „Én már maradtam – csak nem itt.” - Er sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier." :60. Ezzel olyasmit ért, amit ő maga sem ért egészen, de ami igaz. - Er meint damit etwas, das er selbst nicht ganz versteht, aber das wahr ist. :61. Chiara a tenyere élével megtörli a száját, feláll, és leveszi a kabátját a szék támlájáról. - Chiara wischt sich den Mund mit der flachen Hand ab, steht auf und nimmt ihre Jacke von der Stuhllehne. :62. Aztán elmegy, anélkül hogy csapkodna, és anélkül hogy sírna. - Dann geht sie, ohne zu schlagen und ohne zu weinen. :63. Antonio ülve marad, kezét a kávésbögre köré fonva. - Antonio bleibt sitzen, die Hände um den Kaffeebecher gelegt. :64. Nem néz utána. - Er schaut ihr nicht nach. :65. A tükörtojások kihűlnek. - Die Spiegeleier werden kalt. :66. Az ablak előtti kikötő minden pillanattal világosabb lesz, mintha nem tudná, hogy itt éppen valami véget ért. - Der Hafen vor dem Fenster wird mit jedem Moment heller, als wüsste er nicht, dass hier gerade etwas zu Ende gegangen ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és már majdnem egy évtizede vezet egy trattoriát Nápoly kikötőjében, három asztallal és étlap nélkül. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt, betreibt seit fast einem Jahrzehnt eine Trattoria am Hafen von Neapel mit drei Tischen und keiner Speisekarte. :2. Ebben az évtizedben megtanulta, hogy az embernek meglepően kevésre van szüksége, amíg minden este tudja, mit fog főzni. - In diesem Jahrzehnt hat er gelernt, dass ein Mensch erstaunlich wenig braucht, solange er jeden Abend weiß, was er kochen wird. :3. Két évvel ezelőtt meghalt Lucia – a felesége, a szakácsnője, az asszony, aki mindig túl hangosan nevetett, és mindig túl csípősen fűszerezett. - Vor zwei Jahren ist Lucia gestorben – seine Frau, seine Köchin, die Frau, die immer zu laut gelacht und immer zu scharf gewürzt hat. :4. Egy egészen közönséges kedd estén halt meg, a felszolgálás kellős közepén, kezét még egy vendég tányérjának szélén tartva, aki semmit sem vett észre. - Sie ist an einem ganz gewöhnlichen Dienstagabend mitten im Service gestorben, die Hand noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der nichts gemerkt hatte. :5. Azóta Antonio egy összehajtott gyapjútakarón alszik a konyhapult mögött. - Seitdem schläft Antonio auf einer gefalteten Wolldecke hinter der Küchentheke. :6. Nem azért teszi ezt, mert odafent ne volna ágy, hanem mert a hálószobában olyan csend van, amely hangosabb minden zajnál. - Er tut das nicht, weil oben kein Bett wäre, sondern weil das Schlafzimmer eine Art Stille hat, die lauter ist als jedes Geräusch. :7. Minden este ugyanazt a három ételt főzi: kagylós tésztát, sült cukkinit, hideg citromtortát. - Jeden Abend kocht er dieselben drei Gerichte: Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalter Zitronenkuchen. :8. Ez Lucia rendelése, mindig, amikor egyszer saját magát szolgálhatta ki; valamiféle néma rítus, amelyet ő nem fejez be, mert nem tudja, mi következne utána. - Es ist Lucias Bestellung, immer, wenn sie sich einmal selbst bedienen durfte, eine Art stilles Ritual, das er nicht beendet, weil er nicht weiß, was danach käme. :9. Chiara egy hónapja van ott, huszonhét éves, Torinóból menekült el egy olajbogyó alakú fülbevalóval és egy enyhe selypítéssel, amelyet csak akkor hallani, ha izgatott. - Chiara ist seit einem Monat da, siebenundzwanzig, aus Turin geflohen mit einem Olivenohrrring, einem leichten Lispeln, das man nur hört, wenn sie aufgeregt ist. :10. Olyan nő elszánt hallgatásával érkezett, aki megtanulta, hogy a magyarázatok többe kerülnek, mint amennyit hoznak. - Sie ist mit dem entschlossenen Schweigen einer Frau gekommen, die gelernt hat, dass Erklärungen mehr kosten als sie einbringen. :11. Olyan figyelemmel nézi Antoniót főzés közben, amely túlmutat a puszta kíváncsiságon – ahogy összenyomja a fokhagymagerezdeket, mintha az erő volna az egyetlen, amit még biztosan adagolni tud. - Sie schaut Antonio beim Kochen zu mit einer Aufmerksamkeit, die über bloße Neugier hinausgeht – wie er die Knoblauchzehen presst, als wäre Kraft das Einzige, was er noch sicher dosieren kann. :12. Figyeli, ahogy az ujjai végigsiklanak a késen, olyan nyugalommal, amely közönynek látszik, és talán az is. - Sie beobachtet, wie seine Finger über das Messer gleiten mit einer Ruhe, die aussieht wie Gleichgültigkeit und vielleicht auch eine ist. :13. Egy kedd estén, amikor az utolsó vendégek is elmentek, és a konyha égett fokhagyma és a kagylók sójának szagától terhes, Antonio lehajtott fejjel hagymát vág. - An einem Dienstagabend, als die letzten Gäste gegangen sind und die Küche nach verbranntem Knoblauch und dem Salz der Muscheln riecht, schneidet Antonio Zwiebeln mit gesenktem Kopf. :14. A könnyek végigfolynak az arcán anélkül, hogy letörölné őket, anélkül, hogy észrevenné őket, vagy talán észreveszi, és egyszerűen nem tartja érdemesnek elrejteni őket. - Die Tränen laufen ihm übers Gesicht, ohne dass er sie wischt, ohne dass er sie bemerkt, oder vielleicht bemerkt er sie und findet es schlicht nicht der Mühe wert, sie zu verbergen. :15. Chiara a mosogatónál áll, kagylókat mos, és őt nézi. - Chiara steht an der Spüle, wäscht Muscheln und schaut ihn an. :16. A rozsdás páraelszívó tompa, foltos tükrében úgy találkozik a tekintetük, ahogyan egyikük sem tervezte, és ami mégis olyan pontos, mint egy hosszú mondat végére kitett pont. - Im trüben, gefleckten Spiegel der verrosteten Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke auf eine Weise, die keiner von beiden geplant hat und die trotzdem so präzise ist wie ein gesetzter Punkt am Ende eines langen Satzes. :17. Azt mondja, anélkül, hogy abbahagyná a vágást: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :18. Közelebb lép, kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen és sósan a kagylóvíztől. - Sie tritt näher, legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm und feucht und salzig vom Muschelwasser. :19. Ő nem húzza vissza a kezét, mert a teste döntést hoz, mielőtt a feje egyáltalán elkezdte volna megfogalmazni a kérdést. - Er zieht die Hand nicht zurück, weil sein Körper eine Entscheidung trifft, bevor sein Kopf auch nur angefangen hat, die Frage zu formulieren. :20. Így állnak, amíg Chiara kötényzsebében rezegni nem kezd a mobiltelefon. - Sie stehen so, bis das Handy in ihrer Schürzentasche vibriert. :21. A konyha újra két külön emberré változtatja őket vissza, akik éppen petrezselymet és kagylót készítenek elő, és semmi mást. - Die Küche verwandelt sie wieder in zwei getrennte Menschen zurück, die gerade Petersilie und Muscheln vorbereiten und sonst gar nichts. :22. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek, felváltva osztoznak egy cigarettán, mintha régi szokás volna. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür, teilen sich eine Zigarette im Wechsel, als wäre das eine alte Gewohnheit. :23. A sötét sikátort nézik, ahol egy macska mozdulatlanul ül két szemetes között, mint valami, ami a végszavára vár. - Sie schauen auf die dunkle Gasse, wo eine Katze reglos zwischen zwei Mülleimern sitzt wie etwas, das auf sein Stichwort wartet. :24. A szomszéd házból, egy résnyire nyitva maradt ablakon át egy régi Lucio Battisti-dal szűrődik ki, egészen halkan. - Vom Nachbarhaus kommt durch ein angelehnt gebliebenes Fenster ein altes Lied von Lucio Battisti, ganz leise. :25. Olyan halk, hogy az ember nem biztos benne, hallja-e, vagy csak emlékszik rá. - Es ist so leise, dass man nicht sicher ist, ob man es hört oder sich erinnert. :26. Chiara előrehajol, és megcsókolja, előjel nélkül, a habozás nélkül, amely határozatlanságot feltételez. - Chiara beugt sich vor und küsst ihn, ohne Ankündigung, ohne die Zögerlichkeit, die Unschlüssigkeit voraussetzt. :27. A szája citrom és vörösbor ízű, és olyan valaki elszántságának íze van benne, aki pontosan tudja, mit akar, és kész megfizetni érte az árat. - Ihr Mund schmeckt nach Zitrone und Rotwein und nach der Entschiedenheit von jemandem, der genau weiß, was er will und bereit ist, dafür einen Preis zu zahlen. :28. Antonio lehunyja a szemét, kezét a nő tarkójára teszi, ujjai szorosan tartják, elég szorosan ahhoz, hogy Chiara érezze. - Antonio schließt die Augen, legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fest, fest genug, dass sie es spüren wird. :29. Egy pillanatra a világ erre az egy pontra szűkül, a melegre, a sóra és az utca túlsó oldaláról érkező halk dalra. - Für einen Moment ist die Welt auf diesen einen Punkt reduziert, auf Wärme und Salz und das leise Lied von der anderen Straßenseite. :30. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kicsi, sötét anyajegyet közvetlenül a bal kulcscsontja alatt. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines, dunkles Muttermal direkt unter ihrem linken Schlüsselbein. :31. Olyan sajátos, olyan összetéveszthetetlen helyen van, hogy az agya feldolgozza az információt, mielőtt megakadályozhatná, amit az kivált benne. - Es liegt an einer Stelle so spezifisch, so unverwechselbar, dass sein Gehirn die Information verarbeitet, bevor er verhindern kann, was sie in ihm auslöst. :32. Teljesen megdermed, átmenet nélküli teljességgel, feláll, és visszamegy a konyhába. - Er erstarrt mit einer Vollständigkeit, die keine Zwischenstufen kennt, steht auf und geht in die Küche zurück. :33. Az ajtó becsapódik, ő pedig ott áll a csendben, és hallja, ahogy a saját vére úgy zúg, mint egy hajó, amely elhagy egy kikötőt. - Die Tür fällt ins Schloss, und er steht dort in der Stille und hört sein eigenes Blut rauschen wie ein Schiff, das einen Hafen verlässt. :34. A következő két estén Chiara helye üres marad, Antonio pedig egyedül főz egy konyhában, amely hirtelen nagyobbnak tűnik minden helyiségnél, amelyet ismer. - Die nächsten beiden Abende bleibt Chiaras Platz leer, und Antonio kocht allein in einer Küche, die plötzlich größer wirkt als alle Räume, die er kennt. :35. A kagylókat csak félig eszik meg, a három asztal korábban ürül ki, mint valaha, és a csend más minőségű, mint máskor. - Die Muscheln sind nur halb aufgegessen, die drei Tische früher leer als je zuvor, die Stille von einer anderen Qualität als sonst. :36. A harmadik éjszakán, kevéssel éjfél után, maga mögött behúzza a trattoria ajtaját, és végigmegy a szűk, rosszul megvilágított sikátorokon. - In der dritten Nacht, kurz nach Mitternacht, zieht er die Tür der Trattoria hinter sich zu und geht durch die engen, schlecht beleuchteten Gassen. :37. Elmegy a bezárt üzletek és az állott sütőolaj szaga mellett. - Er geht vorbei an geschlossenen Läden und dem Geruch nach abgestandenem Frittieröl. :38. Ahhoz a régi házhoz megy a pékség fölött, ahol még soha nem járt, és amelynek lépcsőháza nedves fa és kenyér szagát árasztja. - Er geht zu dem alten Haus über der Bäckerei, wo er noch nie gewesen ist und dessen Treppe nach nassem Holz und Brot riecht. :39. Chiara lakásának ajtaja résnyire nyitva áll, bent nincs fény, csak a cigarettája narancsszínű izzása. - Die Tür zu Chiaras Wohnung steht einen Spalt offen, kein Licht darin außer dem orangefarbenen Glühen ihrer Zigarette. :40. Az izzás úgy mozog a sötétben, mint egy világítótorony villanása, amelyet nem neki szántak, és mégis vezeti őt. - Das Glühen bewegt sich in der Dunkelheit wie das Blinken eines Leuchtturms, der nicht für ihn gedacht ist und ihn trotzdem führt. :41. Chiara az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva, és olyan arckifejezéssel néz rá, amely se nem meglepett, se nem megkönnyebbült. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen, und schaut ihn an mit einem Ausdruck, der weder überrascht noch erleichtert ist. :42. Olyan ember arckifejezése ez, aki megnyert egy fogadást, amelyet szívesebben veszített volna el. - Es ist der Ausdruck von jemandem, der eine Wette gewonnen hat, die er lieber verloren hätte. :43. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, a csuklója belső oldalát a mennyezet felé fordítja, aztán hüvelykujjával végigsimít az anyajegyen. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand, dreht die Innenseite ihres Handgelenks zur Decke und streicht dann mit dem Daumen über das Muttermal. :44. Lassan és összpontosítva teszi, mint valaki, aki azt vizsgálja, begyógyult-e egy sebhely, vagy még nyitva van. - Er tut es langsam und konzentriert, wie jemand, der prüft, ob eine Narbe verheilt ist oder noch offen. :45. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :46. A hangja úgy hangzik, mint egy férfi hangja, aki azért mond ki egy mondatot, hogy saját magát meggyőzze arról, hogy hisz benne. - Seine Stimme klingt wie die Stimme eines Mannes, der einen Satz ausspricht, um sich selbst davon zu überzeugen, dass er ihn glaubt. :47. Chiara megtartja a kezét. - Chiara hält seiner Hand stand. :48. Anélkül válaszol, hogy felemelné a hangját: „De az enyém.” - Sie antwortet, ohne die Stimme zu heben: „Aber es ist meins." :49. Együtt alszanak, nem szenvedélyből, nem szánalomból és nem kétségbeesésből. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Mitleid und nicht aus Verzweiflung. :50. Olyan két ember csendes pragmatizmusával alszanak együtt, akik mindketten tudják, hogy éppen olyasmit tesznek, amit nem tudnak visszacsinálni, és akik úgy döntöttek, hogy mégis megteszik. - Sie schlafen miteinander mit der stillen Pragmatik zweier Menschen, die beide wissen, dass sie gerade etwas tun, das sie nicht rückgängig machen können, und die sich entschieden haben, es trotzdem zu tun. :51. Kevéssel öt után Antonio felkel, a sötétben felöltözik, és visszamegy a trattoriába. - Um kurz nach fünf steht Antonio auf, zieht sich im Dunkeln an und geht zurück in die Trattoria. :52. Begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a serpenyőbe – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, amelyet soha nem készített neki, és amelynek most kezdetillata van, bár nem biztos benne, minek a kezdete. - Er zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Pfanne – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie mochte, das er nie für sie gemacht hat, das jetzt nach Anfang riecht, obwohl er nicht sicher ist, wovon. :53. Az első szürke reggeli fény bejön az ablakon, és úgy terül el a munkafelületen, mint valami, ami nem biztos benne, hogy szívesen látják-e. - Das erste graue Morgenlicht kommt durchs Fenster und legt sich auf die Arbeitsfläche wie etwas, das nicht sicher ist, ob es willkommen ist. :54. Antonio a tűzhelynél áll, nézi a tojásokat, ahogy a vajban dermednek, és semmi meghatározottra nem gondol. - Antonio steht am Herd und schaut auf die Eier, die in der Butter stocken, und denkt an nichts Bestimmtes. :55. Chiara egy órával később érkezik, még félig álmosan, bejelentés nélkül az ölébe ül, és a tányérjáról eszik, mintha ez évek óta tartó szokás volna, nem pedig az első alkalom. - Chiara kommt eine Stunde später, noch halb schläfrig, setzt sich ohne Ankündigung auf seinen Schoß und isst von seinem Teller, als wäre das eine jahrelange Gewohnheit und nicht das erste Mal. :56. Antonio nevet, röviden, valóban, saját magán is meglepődve; olyan nevetés ez, amelynek érkezését nem hallotta előre. - Antonio lacht, ein kurzes, echtes, von sich selbst überraschtes Lachen, das er nicht kommen gehört hat. :57. Chiara úgy néz rá, mintha ez a nevetés valami volna, amit megjegyzett magának. - Chiara schaut ihn an, als wäre dieses Lachen etwas, das sie sich gemerkt hat. :58. Aztán megkérdezi, tekintetét újra a tányérra szegezve, olyan mellékességgel, amely nem mellékes: „Maradsz?” - Dann fragt sie, den Blick wieder auf den Teller gesenkt, mit einer Beiläufigkeit, die nicht beiläufig ist: „Bleibst du?" :59. Antonio kinéz az ablakon a kikötőre, ahol egy teherhajó lassan és sietség nélkül indul el, közönyösen, mint minden nagy dolog, amelyet nem érdekel, nézi-e valaki. - Antonio schaut aus dem Fenster auf den Hafen, wo ein Frachtschiff langsam und ohne Eile abfährt, gleichgültig wie alle großen Dinge, die sich nicht darum scheren, ob man ihnen zuschaut. :60. Azt mondja: „Már maradtam – csak nem itt”, és ezzel olyasmit ért, amit talán még ő maga sem ért teljesen, ami azonban abban a pillanatban az egyetlen lehetséges válasz egy olyan kérdésre, amely többet követel, mint amennyit ő adni tud. - Er sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier", und meint damit etwas, das vielleicht nicht einmal er selbst vollständig versteht, das aber in dem Moment die einzig mögliche Antwort auf eine Frage ist, die mehr verlangt, als er geben kann. :61. Chiara a kézfejével megtörli a száját, feláll, leveszi a kabátját a szék támlájáról, és elmegy. - Chiara wischt sich den Mund mit dem Handrücken ab, steht auf, nimmt ihre Jacke von der Stuhllehne und geht. :62. Úgy megy el, hogy nem fordul vissza, nem csap be ajtót, annak méltóságával, aki választ várt, és meg is kapta. - Sie geht, ohne sich umzudrehen, ohne eine Tür zu schlagen, mit der Würde von jemandem, der eine Antwort erwartet hat und sie bekommen hat. :63. Antonio az asztalnál marad ülve, kezei a már hideg kávésbögrét fogják körül, és nem néz utána. - Antonio bleibt am Tisch sitzen, die Hände um den Kaffeebecher gelegt, der schon kalt ist, und schaut ihr nicht nach. :64. Nem néz a tojásokra, nem néz a kikötőre, és egyszerűen semmire sem néz, miközben odakint egyre világosabb lesz, mintha a világ a szokásos ügyeit intézné, teljesen érintetlenül attól, hogy itt valaki éppen másodszor maradt egyedül két év alatt. - Er schaut nicht auf die Eier und schaut nicht auf den Hafen und schaut einfach nichts an, während das Licht draußen heller wird, als ginge die Welt ihren üblichen Geschäften nach, vollkommen unbeeindruckt davon, dass hier gerade jemand das zweite Mal in zwei Jahren allein geblieben ist. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Antonio és Chiara - Antonio und Chiara :1. Antonio Ferrante negyvenkét éves, és aki csak futólag ismeri, azt mondaná, hogy trattoriát vezet Nápoly kikötőjében. - Antonio Ferrante ist zweiundvierzig Jahre alt, und wer ihn nur flüchtig kennt, würde sagen, er betreibt eine Trattoria am Hafen von Neapel. :2. Három asztal, nincs étlap, egy ablak a víz felé, amelyet soha nem tisztít meg, mert a rajta lévő kosz úgy töri meg a fényt, hogy azt szebbnek találja a tisztaságnál. - Drei Tische, keine Speisekarte, ein Fenster zum Wasser hin, das er nie putzt, weil der Schmutz darauf das Licht auf eine Weise bricht, die er schöner findet als Klarheit. :3. De ez csak a külső héja volna egy történetnek, amelynek magja két éve abban áll, hogy egy férfi minden este ugyanazokat az ételeket főzi olyan vendégeknek, akik soha nem rendelték meg őket, mert az egyetlen ember, akinek valaha készítette őket, már nincs ott, hogy megegye őket. - Aber das wäre nur die äußere Schale einer Geschichte, deren Kern seit zwei Jahren darin besteht, dass ein Mann jeden Abend dieselben Gerichte kocht für Gäste, die sie nie bestellt haben, weil die einzige Person, für die er sie je gemacht hat, nicht mehr da ist, um sie zu essen. :4. Lucia egy keddi napon halt meg, az esti kiszolgálás kellős közepén, leeső test zaja nélkül, dráma nélkül, a keze még egy vendég tányérjának peremén, aki semmit sem vett észre. - Lucia ist an einem Dienstag gestorben, mitten im Abendservice, ohne das Geräusch eines fallenden Körpers, ohne Drama, mit der Hand noch auf dem Tellerrand eines Gastes, der nichts bemerkt hatte. :5. Antonio a mai napig nem tud visszaemlékezni ennek a vendégnek az arcára, bár megpróbálta, mert azt gondolta, hogy a bűntudatnak horgonyra van szüksége, és ez a férfi volt az egyetlen kézzelfogható. - Antonio kann sich bis heute nicht an das Gesicht dieses Gastes erinnern, obwohl er es versucht hat, weil er dachte, dass Schuld einen Anker braucht, und dieser Mann der einzige greifbare war. :6. Azóta Antonio egy összehajtott gyapjútakarón alszik a konyhapult mögött, nem azért, mert képtelen volna belépni a hálószobába, hanem valamiféle pontosan megválasztott büntetésből, amelyet saját magára rótt ki anélkül, hogy valaha eldöntötte volna, pontosan miért. - Seitdem schläft Antonio auf einer gefalteten Wolldecke hinter der Küchentheke, nicht aus Unvermögen, das Schlafzimmer zu betreten, sondern aus einer Art präzise gewählter Bestrafung, die er sich selbst auferlegt hat ohne je zu entscheiden, wofür genau. :7. Folytatja ezt a büntetést, mert az abbahagyás időközben magyarázatot követelne, amellyel senkinek sem tartozik, legkevésbé saját magának. - Er setzt diese Bestrafung fort, weil das Aufhören inzwischen eine Erklärung erfordern würde, die er niemandem schuldet und sich selbst am allerwenigsten. :8. A három étel – tészta kagylóval, sült cukkini, hideg citromtorta – nem rituálé szentimentális értelemben. - Die drei Gerichte – Pasta mit Muscheln, frittierte Zucchini, kalter Zitronenkuchen – sind kein Ritual im sentimentalen Sinne. :9. Inkább szerkezeti elv, afféle napi állítás arról, hogy a világnak még mindig van rendje, még ha az indoka már el is tűnt. - Sie sind eher ein strukturelles Prinzip, eine Art tägliche Behauptung, dass die Welt noch eine Ordnung hat, auch wenn ihre Begründung fortgefallen ist. :10. Chiara egy hónapja tűnt fel, huszonhét éves, Torinóból menekült el egy olyan nő tömör csomagjával, aki megtanulta, hogy kevesebbre van szükség, mint hinnénk, ha az ember csak kész abbahagyni, hogy olyan dolgokért fizessen, amelyek nem tartoznak hozzá. - Chiara ist vor einem Monat aufgetaucht, siebenundzwanzig Jahre alt, aus Turin geflohen mit dem kompakten Gepäck einer Frau, die gelernt hat, dass man weniger braucht, als man denkt, wenn man nur bereit ist, aufzuhören, für Dinge zu bezahlen, die einem nicht gehören. :11. Egy apró olajbogyós fülbevalót visel, alig hallhatóan selypít, amikor a mondatok hosszabbak lesznek, és az első két hétben olyan keveset beszélt magáról, hogy Antonio a hallgatását az udvariasság egyik formájaként kezdte értelmezni, ami talán az is, vagy talán valami más, amit még nem akart megnevezni. - Sie trägt einen Ohrring mit einer kleinen Olive, lispelt kaum hörbar, wenn die Sätze länger werden, und hat in den ersten zwei Wochen so wenig über sich selbst gesprochen, dass Antonio begann, ihr Schweigen als eine Form von Höflichkeit zu interpretieren, was es vielleicht auch ist, oder vielleicht auch etwas anderes, das er noch nicht benennen wollte. :12. Amit akkor tesz, amikor főzés közben figyeli őt, túl van a kíváncsiságon és innen a vonzalmon. - Was sie tut, wenn sie ihm beim Kochen zuschaut, geht über Neugier hinaus und unter Zuneigung. :13. Olyan ember figyelme ez, aki valami meghatározottat keres, és még nem tudja, megtalálta-e, vagy csak reméli, hogy talán ez az, amit keres. - Es ist die Aufmerksamkeit von jemandem, der etwas Bestimmtes sucht und noch nicht weiß, ob er es gefunden hat oder ob er nur hofft, es könnte das sein, wonach er sucht. :14. Az említett kedd estén, miután az utolsó vendég fizetett, és a konyha abban az állapotban van, amelyet Antonio szépnek nevez, és amely mindenki másnak rendetlenségnek tűnne – kagylóhéjak a mosogató peremén, olívaolaj a tűzhelyen, a petrezselyem még félig aprítatlanul –, lehajtott fejjel hagymát vág, és hagyja folyni a könnyeit. - An besagtem Dienstagabend, nachdem der letzte Gast gezahlt hat und die Küche in dem Zustand ist, den Antonio schön nennt und der allen anderen wie Unordnung vorkäme – Muschelschalen am Rand der Spüle, Olivenöl auf dem Herd, die Petersilie noch halb ungehackt –, schneidet er Zwiebeln mit gesenktem Kopf und lässt die Tränen laufen. :15. Nem azért teszi, mert gyászol, vagy nem csak azért, hanem mert valamikor felhagyott azzal, hogy különbséget tegyen a hagymakönnyek és a többi között, és ez a különbségnélküliség időközben az őszinteség egyik formájának érződik. - Er tut es nicht, weil er trauert, oder nicht nur, sondern weil er irgendwann aufgehört hat, zwischen Zwiebeltränen und den anderen zu unterscheiden, und diese Unterschiedslosigkeit sich inzwischen wie eine Form von Ehrlichkeit anfühlt. :16. Chiara a mosogatónál áll, és a páraelszívó zsírcseppektől erezett, homályos tükrében tekintetük egy olyan véletlen pontosságával találkozik, amely túl jól megrendezettnek hat ahhoz, hogy véletlen legyen. - Chiara steht an der Spüle, und im trüben, von Fettflecken gemaserten Spiegel der Dunstabzugshaube treffen sich ihre Blicke mit der Präzision eines Zufalls, der zu gut inszeniert wirkt, um zufällig zu sein. :17. Ott tartják egymást egy pillanatig, amely elég hosszú ahhoz, hogy mindketten tudják, mit jelent, és elég rövid ahhoz, hogy egyikük se legyen kénytelen úgy tenni, mintha tudta volna. - Sie halten sich dort einen Moment, der lang genug ist, dass beide wissen, was er bedeutet, und kurz genug, dass keiner gezwungen ist, so zu tun, als hätte er es gewusst. :18. Anélkül, hogy abbahagyná a vágást, a lehető legmellékesebb hangon azt mondja: „Túl durvára vágod a petrezselymet.” - Er sagt, ohne aufzuhören zu schneiden, die Stimme so beiläufig wie möglich: „Du schneidest die Petersilie zu grob." :19. Chiara egy lépéssel közelebb lép, kezét az övére teszi a kés nyelén, melegen, nedvesen, sósan a kagylóviztől, olyan magától értetődőséggel, amely semmiféle engedélyt nem kért, és nem is volt rá szüksége, ő pedig nem húzza vissza a kezét, mert a teste ebben a pillanatban okosabb az értelménél, vagy legalábbis gyorsabb, és az okosság kérdését későbbre halasztja. - Sie tritt einen Schritt näher, legt ihre Hand über seine am Messergriff, warm, feucht, salzig vom Muschelwasser, mit einer Selbstverständlichkeit, die keinerlei Erlaubnis eingeholt hat und keine brauchte, und er zieht die Hand nicht zurück, weil sein Körper in diesem Moment klüger ist als sein Verstand, oder wenigstens schneller, und die Frage der Klugheit auf später vertagt. :20. Így állnak, amíg a mobiltelefon rezegni nem kezd a nő kötényzsebében. - Sie stehen so, bis das Handy in ihrer Schürzentasche vibriert. :21. A valóság visszaváltoztatja őket két emberré, akik petrezselymet aprítanak, kagylót mosnak, és semmi többé. - Die Wirklichkeit verwandelt sie in zwei Menschen zurück, die Petersilie hacken und Muscheln waschen und nichts weiter. :22. Zárás után a hátsó ajtó előtti lépcsőn ülnek, megosztanak egy cigarettát egy olyan ritmusban, amely saját magát találta ki, és úgy hallgatnak, hogy az nem árul el kényelmetlenséget. - Nach Ladenschluss sitzen sie auf der Treppe vor der Hintertür, teilen sich eine Zigarette in einem Rhythmus, der sich selbst erfunden hat, schweigen auf eine Art, die kein Unbehagen verrät. :23. Lucio Battistit hallgatják, aki a szemközti ablakon át lép be a sötétbe, olyan halkan, hogy éppúgy lehetne emlék, mint egy dal, amelyet éppen lejátszanak. - Sie hören auf Lucio Battisti, der durch ein Fenster von gegenüber ins Dunkel tritt, so leise, dass er ebenso eine Erinnerung sein könnte wie ein Lied, das gerade gespielt wird. :24. Chiara megcsókolja őt anélkül, hogy bejelentené a pillanatot, anélkül a tétovaság nélkül, amely ambivalenciát feltételez, szája citrom és vörösbor ízű, és egy olyan nő csendes elszántságáé, aki eldöntötte, hogy vállalja a kockázatot. - Chiara küsst ihn, ohne den Moment anzukündigen, ohne die Zögerlichkeit, die Ambivalenz voraussetzt, ihr Mund nach Zitrone und Rotwein und der stillen Entschlossenheit einer Frau, die beschlossen hat, dass sie das Risiko eingeht. :25. Antonio lehunyja a szemét, és kezét a nő tarkójára teszi, ujjai szinte fájdalmasan szorosan tartják, mintha a kapaszkodás pótolhatná azt, amit a nyelv nem tud, és a perc töredékére a világ erre az egy pontra hajtódik össze, melegségre, sóra, a távoli dalra, a kikötő szagára. - Antonio schließt die Augen und legt die Hand in ihren Nacken, die Finger fast schmerzhaft fest, als könnte Festhalten das ersetzen, was Sprache nicht kann, und für den Bruchteil einer Minute ist die Welt auf diesen einen Punkt zusammengefaltet, auf Wärme, auf Salz, auf das ferne Lied, auf den Geruch des Hafens. :26. Aztán kinyitja a szemét, és meglátja: egy kis sötét anyajegyet a bal kulcscsontja alatt, olyan konkrét, olyan változhatatlanul ismerős helyen, hogy az agya végrehajtja a társítást, mielőtt megakadályozhatná. - Dann öffnet er die Augen, und er sieht es: ein kleines dunkles Muttermal unter ihrem linken Schlüsselbein, an einer Stelle so spezifisch, so unveränderlich vertraut, dass sein Gehirn die Assoziation vollzieht, bevor er sie verhindern kann. :27. Ezzel a társítással egyszerre tér vissza minden – nem fájdalomként, hanem valami hidegebbként, pontosabbként, mint egy sebészi vágás valamiben, amit gyógyultnak hitt az ember. - Mit dieser Assoziation kommt alles auf einmal zurück – nicht als Schmerz, sondern als etwas Kälteres, Präziseres, wie ein chirurgischer Schnitt in etwas, das man für verheilt gehalten hatte. :28. Átmenetek nélküli teljességgel dermed meg, feláll és elmegy. - Er erstarrt mit einer Vollständigkeit, die keine Übergänge kennt, steht auf und geht. :29. A konyhaajtó valami végleges hangjával csukódik be mögötte, ő pedig az üres konyhában áll, hallja saját lélegzetét, és azon tűnődik, gyáva dolog-e, amit az imént tett, és nem jut eredményre. - Die Küchentür schließt sich hinter ihm mit dem Laut von etwas Endgültigem, und er steht in der leeren Küche und hört seinen eigenen Atem und fragt sich, ob es feige ist, was er gerade getan hat, und kommt zu keinem Ergebnis. :30. A következő két este Chiara helye üres, Antonio pedig egy olyan konyhában főz tovább, amelynek méretei ugyanazok, mint mindig, és mégis másnak érződik, talán tágasabbnak, vagy üresebbnek. - Die nächsten zwei Abende ist Chiaras Platz leer, und Antonio kocht in einer Küche, die dieselben Maße hat wie immer und sich trotzdem anders anfühlt, weiter vielleicht, oder leerer. :31. Abban a sajátos értelemben üresebb, hogy hiányzik valami, ami nemrég még nem is volt ott, és amelynek hiányát ezért élesebben érzékeli, mint azokét a dolgokét, amelyek régebb óta hiányoztak. - Es ist leerer in dem spezifischen Sinne, dass etwas fehlt, das noch vor kurzem noch nicht da war und dessen Abwesenheit deshalb schärfer registriert wird als die von Dingen, die länger fehlten. :32. A harmadik éjszakán, éjfél után bezárja a trattoriát. - In der dritten Nacht, nach Mitternacht, schließt er die Trattoria ab. :33. Végigmegy a szűk sikátorokon, elhalad az öreg sütőolaj szaga és egy kapualjból jövő macskahang mellett, a pékség fölötti házhoz, egy ajtóhoz, amely résnyire nyitva áll. - Er geht durch die engen Gassen, vorbei an dem Geruch nach altem Frittieröl und dem Katzengeräusch in einer Einfahrt, zu dem Haus über der Bäckerei, zu einer Tür, die einen Spalt offen steht. :34. Az ajtó nyitva áll, mintha tudta volna, hogy jönni fog, vagy mintha Chiara tudta volna, hogy jönni fog, ami ugyanarra fut ki. - Die Tür steht offen, als hätte sie gewusst, dass er kommen würde, oder als hätte Chiara gewusst, dass er kommen würde, was auf dasselbe hinausläuft. :35. Chiara az ágyon ül, térdét a mellkasához húzva, a cigaretta az ujjai között, és olyan ember arckifejezésével néz rá, aki megnyert egy fogadást, amelyet nem akart megnyerni. - Sie sitzt auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen, die Zigarette zwischen den Fingern, und schaut ihn an mit dem Ausdruck von jemandem, der eine Wette gewonnen hat, die zu gewinnen er nicht wollte. :36. Nem akarta megnyerni, mert az ár nem stimmel. - Er wollte sie nicht gewinnen, weil der Preis nicht stimmt. :37. Antonio leül mellé, megfogja a kezét, tenyérrel felfelé fordítja, és hüvelykujjával lassan, többször végigsimít az anyajegyen. - Antonio setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand, dreht die Innenfläche nach oben und streicht mit dem Daumen über das Muttermal, langsam, mehrmals. :38. Úgy teszi, mint aki ellenőrzi, hogy valami valóban ott van-e, vagy csak úgy néz ki, mint amit látni vár. - Er tut es wie jemand, der überprüft, ob etwas wirklich da ist oder nur so aussieht wie das, was er zu sehen erwartet. :39. „Ez nem az övé” – mondja végül. - „Es ist nicht ihres", sagt er schließlich. :40. A hangja úgy hangzik, mint egy férfi hangja, aki valós időben próbálja meggyőzni saját magát arról, hogy igaza van. - Seine Stimme klingt wie die Stimme eines Mannes, der versucht, sich selbst in Echtzeit davon zu überzeugen, dass er recht hat. :41. Chiara nem húzza vissza a kezét. - Chiara zieht die Hand nicht zurück. :42. Annak a nyugalmával felel, aki ezt a mondatot már előre látta jönni: „De ez az enyém.” - Sie antwortet mit der Ruhe von jemandem, der diesen Satz schon kommen hat sehen: „Aber es ist meins." :43. Együtt alszanak, nem szenvedélyből, nem gyászból, és nem abból a tévedésből, hogy a testek meggyógyítják azt, amire a nyelv nem képes. - Sie schlafen miteinander, nicht aus Leidenschaft und nicht aus Trauer und nicht aus dem Irrtum, dass Körper heilen, was Sprache nicht schafft. :44. Két felnőtt józan beleegyezésével teszik, akik mindketten tudják, hogy olyasmit tesznek, aminek következményei vannak, és akik úgy döntöttek, hogy a következményeket holnapra halasztják. - Sie tun es mit der nüchternen Zustimmung zweier Erwachsener, die beide wissen, dass sie etwas tun, das Konsequenzen hat, und die sich entschieden haben, die Konsequenzen auf morgen zu verschieben. :45. Nem sokkal öt után Antonio felöltözik, visszamegy a trattoriába, begyújtja a tűzhelyet, és három tojást üt a vajba – tükörtojást, az egyetlen ételt, amelyet Lucia soha nem szeretett, és amelyet ő soha nem készített neki. - Um kurz nach fünf zieht Antonio sich an, geht zurück in die Trattoria, zündet den Herd an und schlägt drei Eier in die Butter – Spiegeleier, das einzige Gericht, das Lucia nie gemocht hat, das er nie für sie gemacht hat. :46. Most a csendes konyhában valaminek az illata terjeng, amit kezdetnek nevezne, ha biztos volna benne, hogy az. - Es riecht jetzt in der stillen Küche nach etwas, das er Anfang nennen würde, wenn er sich sicher wäre, ob das stimmt. :47. A reggeli fény a piszkos ablakon át ráfekszik a munkafelületre. - Das Morgenlicht legt sich durch das schmutzige Fenster auf die Arbeitsfläche. :48. Megtört és szórt, azon a módon, amelyet szebbnek talál a tisztaságnál. - Es ist gebrochen und diffus, auf die Weise, die er schöner findet als Klarheit. :49. Chiara egy órával később érkezik, minden előzetes bejelentés nélkül az ölébe ül, és az ő tányérjáról eszik annak a szokásnak a magától értetődőségével, amelyet éppen feltalál. - Chiara kommt eine Stunde später, setzt sich ohne Vorankündigung auf seinen Schoß und isst von seinem Teller mit der Selbstverständlichkeit einer Gewohnheit, die sie gerade erfindet. :50. Antonio nevet – egy rövid, valódi, saját magát is meglepő nevetéssel, amely úgy változtatja meg a teret, ahogy ő nem tudta volna leírni, de amit a nő olyan ember tekintetével regisztrál, aki figyel. - Antonio lacht – ein kurzes, echtes, von sich selbst überraschtes Lachen, das den Raum verändert auf eine Art, die er nicht hätte beschreiben können, das aber von ihr registriert wird mit dem Blick von jemandem, der aufpasst. :51. Aztán megkérdezi, még mindig villával a kezében, tekintetét a tányérra szegezve, gondosan megszerkesztett mellékességgel: „Maradsz?” - Dann fragt sie, die Gabel noch in der Hand, den Blick auf den Teller gesenkt, mit einer Beiläufigkeit, die sorgfältig konstruiert ist: „Bleibst du?" :52. Antonio kinéz az ablakon a kikötőre, ahol egy teherhajó hangtalanul és sietség nélkül hagyja el a helyét, a nagy dolgok teljes közönyével aziránt, ami a peremükön történik, és azt mondja: „Már maradtam – csak nem itt.” - Antonio schaut aus dem Fenster auf den Hafen, wo ein Frachtschiff lautlos und ohne Eile seinen Platz verlässt, mit der vollständigen Gleichgültigkeit großer Dinge gegenüber dem, was an ihren Rändern passiert, und sagt: „Ich bin schon geblieben – nur nicht hier." :53. Ez egy olyan mondat, amely abban a pillanatban igaz és hiányos, és a legjobb, amit fel tud ajánlani, és tudja, hogy a nő érti, mire gondol, és tudja, hogy az értés nem ugyanaz, mint az egyetértés. - Es ist ein Satz, der in dem Moment wahr ist und unvollständig und das Beste, was er anbieten kann, und er weiß, dass sie versteht, was er meint, und er weiß, dass Verstehen nicht dasselbe ist wie Einverstanden-Sein. :54. Chiara kézfejével megtörli a száját, egy olyan mozdulattal, amelyben nincs semmi drámai, és éppen ezért hat olyan véglegesnek, feláll, fogja a kabátját, és elmegy. - Chiara wischt sich den Mund mit dem Handrücken ab, mit einer Geste, die nichts Dramatisches hat und gerade deshalb so endgültig wirkt, steht auf, nimmt ihre Jacke und geht. :55. Nem csap be ajtót, és nem fordul vissza, annak a méltóságával, aki őszinte választ kapott, és jobban szerette volna, ha nem kapja meg. - Sie schlägt keine Tür und dreht sich nicht um, mit der Würde von jemandem, der eine ehrliche Antwort erhalten hat und sie lieber nicht gehabt hätte. :56. Antonio az asztalnál marad ülve, kezei a kihűlt kávésbögre körül, és nem néz utána, nem néz a tojásokra, nem néz a kikötőre, és egyszerűen semmire sem néz, miközben a piszkos ablakon át a fény egyre világosabb és szórtabb lesz. - Antonio bleibt am Tisch sitzen, die Hände um den erkalteten Kaffeebecher, und schaut ihr nicht nach und schaut nicht auf die Eier und schaut nicht auf den Hafen und schaut einfach nichts an, während das Licht durch das schmutzige Fenster heller und diffuser wird. :57. Arra gondol, hogy most két éven belül másodszor ül egyedül ennél az asztalnál, és azon tűnődik, vajon ez minta-e vagy véletlen, és ahogy már legutóbb is, most sem jut semmiféle használható eredményre. - Er denkt daran, dass er jetzt zum zweiten Mal in zwei Jahren allein an diesem Tisch sitzt, und fragt sich, ob das ein Muster ist oder ein Zufall, und kommt, wie schon beim letzten Mal, zu keinem brauchbaren Ergebnis. ------------------------- == 75 == 1 ------------------------- :Stephen Harding doktor - Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding Oxfordban lakik. - Dr. Stephen Harding wohnt in Oxford. :2. Ötvenhárom éves. - Er ist 53 Jahre alt. :3. A St. Anne's College oktatója. - Er ist Dozent am St. Anne's College. :4. Szereti a régi könyveket. - Er liebt alte Bücher. :5. A szobája tele van könyvekkel. - Sein Zimmer ist voll mit Büchern. :6. Ma vendég érkezik. - Heute kommt ein Gast. :7. A vendéget Dr. James Callowaynek hívják. - Der Gast heißt Dr. James Calloway. :8. James harmincegy éves. - James ist 31 Jahre alt. :9. Új az egyetemen. - Er ist neu an der Universität. :10. Kapott egy állást. - Er hat eine Stelle bekommen. :11. Stephen ebben az állásban reménykedett. - Stephen hat auf diese Stelle gehofft. :12. A barátjának akarta. - Er wollte sie für seinen Freund. :13. De James kapta meg. - Aber James hat sie bekommen. :14. Délután négy óra van. - Es ist vier Uhr nachmittags. :15. Stephen az asztalra teszi a teáskészletet. - Stephen stellt das Teeservice auf den Tisch. :16. A készlet ezüstből van. - Das Service ist aus Silber. :17. Nagyon régi és nagyon szép. - Es ist sehr alt und sehr schön. :18. James az ajtó előtt áll. - James steht vor der Tür. :19. Egy perccel korábban csenget. - Er klingelt eine Minute zu früh. :20. Stephen két percet vár. - Stephen wartet zwei Minuten. :21. Aztán kinyitja az ajtót. - Dann öffnet er die Tür. :22. Azt mondja: „Á, pontos. Ez manapság ritka.” - Er sagt: „Ah, pünktlich. Das ist selten heute." :23. James mosolyog. - James lächelt. :24. A mosoly nem egészen valódi. - Das Lächeln ist nicht ganz echt. :25. Bemegy a lakásba. - Er geht in die Wohnung. :26. Régi könyvek illata van. - Es riecht nach alten Büchern. :27. Két nagy karosszékbe ülnek le. - Sie setzen sich in zwei große Sessel. :28. Közöttük egy kis asztal áll. - Zwischen ihnen steht ein kleiner Tisch. :29. Stephen kitölti a teát. - Stephen gießt den Tee ein. :30. Először a tejet önti a csészébe. - Er gibt zuerst die Milch in die Tasse. :31. Ez a régi angol módi. - Das ist die alte englische Art. :32. Megkérdezi: „Egy kekszet?” - Er fragt: „Ein Keks?" :33. Odanyújtja a dobozt. - Er reicht die Dose. :34. James két kekszet vesz. - James nimmt zwei Kekse. :35. Stephen ezt látja. - Stephen sieht das. :36. Felvonja az egyik szemöldökét. - Er hebt eine Augenbraue. :37. Azt mondja: „Anyám mindig azt mondta: csak az egyszerű emberek vesznek kettőt.” - Er sagt: „Meine Mutter hat immer gesagt: Nur einfache Leute nehmen zwei." :38. James beleharap a kekszbe. - James beißt in den Keks. :39. Azt mondja: „Anyám mindig azt mondta: csak a gazdag emberek félnek venni.” - Er sagt: „Meine Mutter hat immer gesagt: Nur reiche Leute haben Angst zu nehmen." :40. Csend lesz a szobában. - Es wird still im Zimmer. :41. Egy kanál megcsörren egy csészén. - Ein Löffel klappert auf einer Tasse. :42. Stephen issza a teáját. - Stephen trinkt seinen Tee. :43. Megkérdezi: „Már sikerült berendezkednie?” - Er fragt: „Haben Sie sich schon eingelebt?" :44. James bólint. - James nickt. :45. Azt mondja: „A könyvtár nagyon jó. De a könyvek nincsenek jól rendezve.” - Er sagt: „Die Bibliothek ist sehr gut. Aber die Bücher sind nicht gut sortiert." :46. Stephen keze röviden megmozdul. - Stephens Hand bewegt sich kurz. :47. Azt mondja: „Régi kollégámnak megvolt a maga rendszere. Zseni volt.” - Er sagt: „Mein alter Kollege hatte sein eigenes System. Er war ein Genie." :48. Kihangsúlyozza a „maga” szót. - Er betont das Wort „sein". :49. James ezt meghallja. - James hört das. :50. Azt mondja: „Egy zseninek is szüksége van rendre. Néha.” - Er sagt: „Ein Genie braucht auch Ordnung. Manchmal." :51. Mindketten egyszerre isznak. - Sie trinken beide gleichzeitig. :52. Kint enyhén esik az eső. - Draußen regnet es leicht. :53. Az időjárásról beszélnek. - Sie reden über das Wetter. :54. Az új könyvtárról beszélnek. - Sie reden über die neue Bibliothek. :55. Minden szónak két jelentése van. - Jedes Wort hat zwei Bedeutungen. :56. De ezt nem mondják ki közvetlenül. - Aber sie sagen das nicht direkt. :57. Egy óra múlva James feláll. - Nach einer Stunde steht James auf. :58. Kinyújtja a kezét. - Er streckt die Hand aus. :59. Stephen elfogja a kezet. - Stephen nimmt die Hand. :60. Kissé túl hosszan tartja. - Er hält sie etwas zu lang. :61. Azt mondja: „Ezt megismételjük.” - Er sagt: „Wir machen das wieder." :62. James azt mondja: „Örömmel. Legközelebb nálam. Kávét főzök. Modernet.” - James sagt: „Gerne. Nächstes Mal bei mir. Ich mache Kaffee. Den modernen." :63. Az ajtóhoz megy. - Er geht zur Tür. :64. Az ajtónál megfordul. - An der Tür dreht er sich um. :65. Azt mondja: „A kekszek nagyon jók voltak. Az édesanyja Indiából hozta a receptet?” - Er sagt: „Die Kekse waren sehr gut. Hat Ihre Mutter das Rezept aus Indien?" :66. Stephen mosolya merevvé válik. - Stephens Lächeln wird fest. :67. Az ajtó becsukódik. - Die Tür geht zu. :68. James végigmegy a folyosón. - James geht den Flur hinunter. :69. Mélyen kifújja a levegőt. - Er atmet tief aus. :70. A szobában Stephen lesöpri a morzsákat a zakójáról. - Im Zimmer wischt Stephen die Krümel von seiner Jacke. :71. Aztán röviden elmosolyodik. - Dann lächelt er kurz. :72. Senki sem nyert. - Keiner hat gewonnen. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Stephen Harding doktor - Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding már sok éve Oxfordban él, egy nagy lakásban, amely tele van régi könyvekkel. - Dr. Stephen Harding lebt seit vielen Jahren in Oxford, in einer großen Wohnung voller alter Bücher. :2. A St. Anne's College-ban dolgozik, és ismeri az egyetem minden zugát. - Er arbeitet am St. Anne's College und kennt jeden Winkel dieser Universität. :3. Ezen a délutánon vendéget vár, és ennek nem örül. - An diesem Nachmittag erwartet er einen Gast, und er ist nicht glücklich darüber. :4. A vendéget Dr. James Callowaynek hívják, új itt, és kapott egy állást. - Der Gast heißt Dr. James Calloway, er ist neu hier und hat eine Stelle bekommen. :5. Ezt az állást Stephen pártfogoltjának szánták, de az egyetem másként döntött. - Diese Stelle war für Stephens Schützling gedacht, aber die Universität hat anders entschieden. :6. Stephen már korán előkészítette a teáskészletet, az ezüstöt, amelyet csak fontos látogatásokhoz használ. - Stephen hat das Teeservice schon früh vorbereitet, das silberne, das er nur für wichtige Besuche benutzt. :7. Négy órakor megszólal a csengő a nehéz tölgyfaajtónál. - Um vier Uhr klingelt es an der schweren Eichentür. :8. Stephen ránéz az órára, pontosan két percet vár, aztán az ajtóhoz megy. - Stephen schaut auf die Uhr, wartet genau zwei Minuten, dann geht er zur Tür. :9. Kinyitja, és kis mosollyal azt mondja: „Á, pontos – ez ritka az ön nemzedékénél.” - Er öffnet sie und sagt mit einem kleinen Lächeln: „Ah, pünktlich – das ist selten bei Ihrer Generation." :10. James a folyosón áll, új cipőt visel, és kissé túl szélesen mosolyog ehhez a pillanathoz. - James steht im Flur, er trägt neue Schuhe und lächelt etwas zu breit für diesen Moment. :11. Azt mondja: „Jó napot”, és belép; a folyosón viasz és régi cigaretták szaga érződik. - Er sagt „Guten Tag" und tritt ein, der Flur riecht nach Wachs und alten Zigaretten. :12. Bemmennek a nappaliba, és leülnek két mély karosszékbe, egy kis asztallal szemben. - Sie gehen ins Wohnzimmer und setzen sich in zwei tiefe Sessel gegenüber einem kleinen Tisch. :13. Az asztalon ott áll az ezüsttálca két csészével, egy teáskannával és egy doboz Fortnum & Mason keksszel. - Auf dem Tisch steht das silberne Tablett mit zwei Tassen, einer Kanne Tee und einer Dose Kekse von Fortnum & Mason. :14. Stephen kitölti a teát, először a tejet, aztán a teát, egészen lassan, és anélkül, hogy megmagyarázná, miért. - Stephen gießt den Tee ein, zuerst die Milch, dann den Tee, ganz langsam und ohne zu erklären warum. :15. Megkérdezi: „Egy kekszet, Dr. Calloway?”, és odatartja neki a dobozt. - Er fragt: „Ein Keks, Dr. Calloway?" und hält ihm die Dose hin. :16. James két kekszet vesz, gondolkodás nélkül, mert éhes, és a kekszek jól néznek ki. - James nimmt zwei Kekse, ohne nachzudenken, weil er Hunger hat und die Kekse gut aussehen. :17. Stephen ezt azonnal látja, és felvonja az egyik szemöldökét, alig észrevehetően, de James észreveszi. - Stephen sieht es sofort und hebt eine Augenbraue, fast unmerklich, aber James bemerkt es. :18. Stephen nyugodtan azt mondja: „Anyám azt szokta mondani, hogy csak egyszerű emberek vesznek kettőt.” - Stephen sagt ruhig: „Meine Mutter pflegte zu sagen, dass nur einfache Menschen zwei nehmen." :19. James beleharap a kekszbe, és szünet nélkül válaszol: „Anyám mindig azt mondta, hogy csak félős emberek vesznek csak egyet.” - James beißt in den Keks und antwortet ohne Pause: „Meine Mutter sagte immer, dass nur ängstliche Menschen nur einen nehmen." :20. Csend lesz, csak egy kanál csörren halkan egy porcelán csészealjon. - Es wird still, nur ein Löffel klappert leise auf einer Porzellanuntertasse. :21. Isszák a teájukat, és röviden kinéznek az ablakon, ahol az eső lágyan kopog az üvegen. - Sie trinken ihren Tee und schauen kurz aus dem Fenster, wo der Regen sanft gegen das Glas klopft. :22. Stephen egy idő után megkérdezi: „Nos, sikerült már egy kicsit berendezkednie itt?” - Stephen fragt nach einer Weile: „Und, haben Sie sich schon ein bisschen eingelebt hier?" :23. James bólint, és azt mondja, a könyvtár valóban lenyűgöző, de a külön gyűjtemény katalogizálása kissé áttekinthetetlen. - James nickt und sagt, die Bibliothek sei wirklich beeindruckend, aber die Katalogisierung der Spezialsammlung sei etwas unübersichtlich. :24. Stephen ujjai röviden megmozdulnak a karosszék karfáján, aztán újra mozdulatlanul fekszenek. - Stephens Finger bewegen sich kurz auf der Sessellehne, dann liegen sie wieder still. :25. Lassan azt mondja: „Elhunyt kollégám – az a férfi, akinek a székét most ön tölti be – ott a maga egészen saját rendszerét használta.” - Er sagt langsam: „Mein verstorbener Kollege – der Mann, dessen Stuhl Sie jetzt innehaben – hatte dort sein ganz eigenes System." :26. Az „akinek a székét” hangsúlya halk, de világos. - Die Betonung auf „dessen Stuhl" ist leise, aber deutlich. :27. James meghallja, és barátságosan azt mondja: „A zsenialitás és a rend nem zárják ki egymást, néha jól együtt járnak.” - James hört sie und sagt freundlich: „Genie und Ordnung schließen sich ja nicht aus, manchmal gehen sie gut zusammen." :28. Stephen mosolyog, de a mosoly nem ér el a szeméig. - Stephen lächelt, aber das Lächeln erreicht die Augen nicht. :29. Tovább beszélgetnek ártalmatlan dolgokról: a könyvtár felújításáról, a rossz időről, egy új étteremről a városban. - Sie reden weiter über harmlose Dinge: die Renovierung der Bibliothek, das schlechte Wetter, ein neues Restaurant in der Stadt. :30. De minden mondat mögött valami más húzódik, valami kimondatlan, amit mindketten éreznek, és egyikük sem mond ki. - Aber hinter jedem Satz liegt etwas anderes, etwas Ungesagtes, das beide spüren und keiner ausspricht. :31. James kiissza a teáját, és gondosan visszateszi a csészét a csészealjra. - James trinkt seinen Tee aus und stellt die Tasse sorgfältig auf die Untertasse zurück. :32. Körülbelül egy óra múlva feláll, és kinyújtja a kezét. - Nach etwa einer Stunde steht er auf und streckt die Hand aus. :33. Stephen is feláll, megfogja a kezét, és egy pillanattal túl sokáig tartja. - Stephen steht auch auf, nimmt die Hand und hält sie einen Moment zu lang. :34. Azt mondja: „Ezt hamarosan meg kellene ismételnünk, kellemes délután volt.” - Er sagt: „Wir sollten das bald wiederholen, es war ein angenehmer Nachmittag." :35. James válaszol: „Nagyon szívesen, legközelebb nálam – kávét főzök, azt a modern fajtát, tudja.” - James antwortet: „Sehr gerne, das nächste Mal bei mir – ich mache Kaffee, diese moderne Art, Sie wissen schon." :36. Az ajtóhoz megy, aztán röviden megáll, és még egyszer megfordul. - Er geht zur Tür, bleibt dann kurz stehen und dreht sich noch einmal um. :37. Könnyű mosollyal azt mondja: „A kekszek egyébként kitűnőek voltak – az édesanyja talán Indiából hozta magával a receptet?” - Er sagt mit einem leichten Lächeln: „Die Kekse waren übrigens ausgezeichnet – hat Ihre Mutter das Rezept vielleicht aus Indien mitgebracht?" :38. Stephen mosolya egy másodpercre egészen merevvé válik, aztán egyszerűen ott marad. - Stephens Lächeln wird für eine Sekunde ganz fest, dann bleibt es einfach stehen. :39. Az ajtó becsapódik, nem hangosan, de végérvényesen. - Die Tür fällt zu, nicht laut, aber endgültig. :40. James végigmegy a hosszú folyosón, és egyszer mélyen, lassan kifújja a levegőt. - James geht den langen Flur hinunter und atmet einmal tief und langsam aus. :41. A szobában Stephen még egy pillanatig áll, aztán gondosan lesöpri a morzsákat tweedzakójáról. - Im Zimmer steht Stephen noch einen Moment, dann wischt er die Krümel sorgfältig von seinem Tweedjackett. :42. Az ablakhoz megy, és kinéz a nedves utcára. - Er geht zum Fenster und schaut auf die nasse Straße hinaus. :43. Egy idő után elmosolyodik, röviden és alig láthatóan, szinte csak saját magának. - Nach einer Weile lächelt er, kurz und kaum sichtbar, fast für sich selbst. :44. Döntetlen volt, és már ez is elég ritka. - Es war unentschieden, und das ist selten genug. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding. :1. Dr. Stephen Harding lakása egy régi homokkő épület második emeletén volt. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding lag im zweiten Stock eines alten Sandsteingebäudes. :2. Az Oxfordi Egyetem évszázadok óta úgy hordozta magával ezt az épületet, mint egy fáradt, de büszke veteránt. - Die Universität Oxford trug dieses Gebäude seit Jahrhunderten wie einen müden, aber stolzen Veteranen mit sich. :3. Könyvek nemcsak a polcokon álltak, hanem a földön, az ablakpárkányokon és a keskeny előszobai asztalon is. - Bücher standen nicht nur in den Regalen, sondern auch auf dem Boden, auf Fensterbänken und auf dem schmalen Flurtisch. :4. Úgy hatott, mintha az évek során önállóan szaporodtak volna el, és minden szabad felületet hallgatólagosan birtokba vettek volna. - Es wirkte, als hätten sie sich im Laufe der Jahre selbstständig vermehrt und alle freien Flächen stillschweigend in Besitz genommen. :5. Októberi kedd délután volt, és az ég Oxford fölött a szokásos közönyös szürkeséget viselte. - Es war ein Dienstagnachmittag im Oktober, und der Himmel über Oxford war das übliche gleichgültige Grau. :6. Stephen reggeli óta halk, kellemetlen érzést érzett a gyomrában, amelyet következetesen figyelmen kívül hagyott. - Stephen hatte seit dem Frühstück ein leises, unangenehmes Gefühl im Bauch, das er konsequent ignorierte. :7. Fél négykor Mrs. Pargetter megterítette a teaszervizt a két bőrfotel közötti alacsony asztalon. - Um halb vier deckte Mrs. Pargetter das Teeservice auf dem niedrigen Tisch zwischen den beiden Ledersesseln. :8. Mellé tette a Fortnum & Mason kekszesdobozát, aztán ugyanolyan hangtalanul tűnt el, ahogyan érkezett. - Sie stellte die Dose mit den Keksen von Fortnum & Mason dazu und verschwand dann wieder so lautlos, wie sie gekommen war. :9. Stephen már a foteljában ült. - Stephen saß bereits in seinem Sessel. :10. De valójában nem olvasott, hanem a lépcsőházban hallatszó léptekre figyelt. - Er las aber nicht wirklich, sondern hörte auf die Schritte im Treppenhaus. :11. Három perccel négy előtt csengettek. - Um drei Minuten vor vier klingelte es. :12. Letette a könyvet a karfára, felállt, megigazította a zakóját, és megvárta, amíg a kandallópárkányon álló óra pontosan négyet mutat. - Er legte das Buch auf die Armlehne, stand auf, zog die Jacke gerade und wartete, bis die Uhr auf dem Kaminsims genau vier Uhr anzeigte. :13. Aztán az ajtóhoz ment. - Dann ging er zur Tür. :14. A férfi, aki előtte állt, fiatalabb volt, mint ahogyan Stephen elképzelte. - Der Mann, der vor ihm stand, war jünger, als Stephen ihn sich vorgestellt hatte. :15. Ez nem az életkor értelmében volt igaz, amelyet Stephen természetesen ismert, hanem abban, ahogyan James Calloway ott állt, nyílt mosollyal és olyan új cipőben, hogy járás közben halkan nyikorgott. - Das galt nicht im Sinne des Alters, das Stephen natürlich kannte, sondern in der Art, wie James Calloway dastand, mit einem offenen Lächeln und Schuhen, die so neu waren, dass sie beim Gehen leise quietschten. :16. „Jöjjön be”, mondta Stephen a szokásos üdvözlő formula nélkül. - „Herein", sagte Stephen ohne die übliche Begrüßungsformel. :17. Ez James mosolyát a másodperc töredékére megakasztotta. - Das brachte James' Lächeln für den Bruchteil einer Sekunde ins Stocken. :18. Leültek, és Stephen kitöltötte a teát – először a tejet, aztán a teát, olyan sorrendben, amelyről angol akadémikusok nemzedékek óta komolyan vitatkoztak. - Sie setzten sich, und Stephen goss den Tee ein – zuerst die Milch, dann den Tee, eine Reihenfolge, über die unter englischen Akademikern seit Generationen ernsthaft gestritten wurde. :19. Aztán Stephen James felé tolta a kekszesdobozt. - Dann schob Stephen die Keksdose in James' Richtung. :20. James gondolkodás nélkül kettőt vett. - James nahm zwei, ohne nachzudenken. :21. Dél óta nem evett semmit, és a friss sütemény illata erősebb volt, mint a társasági óvatossága. - Er hatte seit dem Mittag nichts gegessen, und der Geruch des frischen Gebäcks war stärker als seine gesellschaftliche Vorsicht. :22. Stephen felvonta az egyik szemöldökét. - Stephen hob eine Augenbraue. :23. Szinte teátrális mozdulat volt, amelyet harminc év akadémiai élet során tökéletesített. - Es war eine fast theatralische Geste, die er im Laufe von dreißig Jahren akademischen Lebens perfektioniert hatte. :24. „Anyám ragaszkodott hozzá”, mondta mellékesen, mintha az időjárásról beszélne, „hogy idegen asztalnál az ember mindig csak egyet vegyen. - „Meine Mutter bestand darauf", sagte er beiläufig, als spreche er über das Wetter, „dass man an einem fremden Tisch immer nur einen nimmt. :25. Minden más többet árul el az emberről, mint bármely névjegykártya.” - Alles andere verrät mehr über den Menschen als jede Visitenkarte." :26. James rágott, nyelt, majd ugyanolyan nyugodtan válaszolt: „Az én anyám arra tanított, hogy idegen asztalnál nyugodtan el szabad venni kettőt. - James kaute, schluckte und antwortete ebenso entspannt: „Meine Mutter hat mich gelehrt, dass man an einem fremden Tisch ruhig zwei nehmen darf. :27. Mert aki mások ítéletétől való félelmében éhes marad, azzal szintén igen sok mindent elárul.” - Denn wer aus Angst vor dem Urteil anderer hungrig bleibt, verrät damit ebenfalls eine ganze Menge." :28. Kis csend keletkezett, amelyet egyikük sem sietett megtölteni. - Eine kleine Stille entstand, die keiner der beiden beeilte sich zu füllen. :29. Egy teáskanál halk csörrenése a porcelánon ebben a pillanatban aránytalanul hangosnak tűnt. - Das leise Klingen eines Teelöffels auf Porzellan klang in diesem Moment unverhältnismäßig laut. :30. Stephen ivott egy kortyot, és olyan férfi pontosságával tette le a csészét, akinek a precizitás második természetévé vált. - Stephen trank einen Schluck und stellte die Tasse mit der Präzision eines Mannes ab, dem Genauigkeit zur zweiten Natur geworden war. :31. Aztán valódi érdeklődéssel a hangjában, amely azonban nagyon gondosan volt megkonstruálva, megkérdezte: „És hogyan igazodik el most, az első hetek után?” - Dann fragte er mit echtem Interesse in der Stimme, das allerdings sehr sorgfältig konstruiert war: „Und wie finden Sie sich zurecht, jetzt, nach den ersten Wochen?" :32. James elmondta, hogy a könyvtár kivételesen jól felszerelt, amit őszintén így is gondolt. - James berichtete, die Bibliothek sei außergewöhnlich gut bestückt, was er aufrichtig meinte. :33. Aztán hozzátette, hogy a harmadik emeleti különleges gyűjtemény katalogizálása kissé nehezen átlátható, amit szintén őszintén gondolt, bár más okból. - Dann fügte er hinzu, die Katalogisierung der Spezialsammlung im dritten Stock sei etwas schwer zu durchschauen, was er ebenfalls aufrichtig meinte, wenn auch aus einem anderen Grund. :34. Stephen bal keze, amely lazán feküdt a fotel karfáján, alig észrevehetően összerándult. - Stephens linke Hand, die locker auf der Sessellehne gelegen hatte, zog sich unmerklich zusammen. :35. „Aldridge professzor”, mondta egy rövid pillanat után, és a név úgy hangzott a szájában, mint egy gondosan kifényesített porcelándarab. - „Professor Aldridge", sagte er nach einem kurzen Moment, und der Name klang in seinem Mund wie ein sorgfältig poliertes Stück Porzellan. :36. „Aldridge professzor a gyűjteményéhez olyan rendszert dolgozott ki, amely eleinte megközelíthetetlennek hat, de közelebbi foglalkozás során olyan belső logikát tár fel, amelyet zseniálisnak tartok.” - „Professor Aldridge hatte für seine Sammlung ein System entwickelt, das zunächst unzugänglich wirkt, aber bei näherer Beschäftigung eine innere Logik offenbart, die ich für genial halte." :37. Kis szünetet tartott. - Er machte eine kleine Pause. :38. „Egyébként ő hagyta hátra ezt a fotelt. Azt, amelyben most ül.” - „Er hinterließ übrigens diesen Sessel. Den, in dem Sie jetzt sitzen." :39. James röviden lepillantott a karfákra, mintha azt vizsgálná, vajon a bőr mond-e neki bármit. - James ließ den Blick kurz auf die Armlehnen fallen, als prüfe er, ob das Leder ihm irgendetwas zu sagen habe. :40. Aztán azt mondta: „Kényelmes fotel. A jó rendszer és a kényelem ritkán zárják ki egymást.” - Dann sagte er: „Komfortabler Sessel. Gutes System und Komfort schließen sich ja selten aus." :41. Beszélgettek még egy ideig az Alsó Könyvtár tervezett felújításáról, a következő szemeszter egyik vendégelőadásáról, és arról a kérdésről, hogy Oxford új polgármestere valóban ki fogja-e bővíteni a kerékpárutakat, vagy csak úgy tesz, mintha ezt tervezné. - Sie sprachen noch eine Weile über die geplante Renovierung der Unteren Bibliothek, über einen Gastvortrag im nächsten Semester und über die Frage, ob der neue Bürgermeister von Oxford die Fahrradwege wirklich ausbauen werde oder nur so tue, als plane er es. :42. Ezek a beszélgetések olyan tökéletesen ártalmatlannak hangzottak, hogy az embernek az ellenkezőjét kellett volna feltételeznie. - Diese Gespräche klangen so vollkommen harmlos, dass man das Gegenteil hätte annehmen müssen. :43. Amikor James egy óra múlva felállt és kinyújtotta a kezét, Stephen határozott szorítással fogta meg, amely egy másodperccel túl sokáig tartott. - Als James nach einer Stunde aufstand und die Hand ausstreckte, ergriff Stephen sie mit einem festen Griff, der eine Sekunde zu lang dauerte. :44. Olyan gesztus volt ez, amelyet James nem kommentált, mert pontosan tudta, mit jelent. - Es war eine Geste, die James nicht kommentierte, weil er genau wusste, was sie bedeutete. :45. „Ezt megismételjük”, mondta Stephen. - „Wir machen das wieder", sagte Stephen. :46. Egyszerre hangzott meghívásnak és bejelentésnek. - Es klang wie eine Einladung und wie eine Ankündigung gleichzeitig. :47. „Nagyon szívesen”, felelte James, „legközelebb nálam. - „Sehr gerne", antwortete James, „das nächste Mal bei mir. :48. Sajnos nincs Fortnum-&-Mason-dobozom, de a kávé jó, ígérem.” - Ich habe leider keine Fortnum-&-Mason-Dose, aber der Kaffee ist gut, versprochen." :49. Az ajtónál egy pillanatra megtorpant, majdnem úgy, mintha elfelejtett volna valamit. - An der Tür zögerte er einen Moment, fast so, als habe er etwas vergessen. :50. Aztán félig megfordult, és olyan barátságossággal, amely tökéletesen ült, azt mondta: „Ó, és a kekszek valóban kiválóak voltak – ez valami régi családi recept?” - Dann drehte er sich halb um und sagte mit einer Freundlichkeit, die perfekt saß: „Ach, und die Kekse waren wirklich ausgezeichnet – ist das ein altes Familienrezept?" :51. „Anyámtól való”, mondta Stephen. - „Von meiner Mutter", sagte Stephen. :52. „Indiából?”, kérdezte James, már majdnem a lépcsőn. - „Aus Indien?", fragte James, schon fast auf der Treppe. :53. Az ajtó becsukódott, halkan és határozottan. - Die Tür fiel zu, leise und bestimmt. :54. Stephen még egy pillanatig az előszobában állt. - Stephen stand noch einen Moment im Flur. :55. Aztán visszatért a nappaliba, megállt az ablaknál, és kinézett a nedves utcára, ahol felhúzott kapucnis diákok siettek el a régi kőházak mellett. - Dann kehrte er ins Wohnzimmer zurück, blieb beim Fenster stehen und schaute auf die nasse Straße, auf der Studenten mit hochgezogenen Kapuzen an den alten Steinhäusern vorbeihasteten. :56. Lesöpörte a morzsákat tweedzakója hajtókájáról. - Er wischte die Krümel vom Revers seines Tweedjacketts. :57. Olyan mozdulat volt, amelyet maga sem tudott volna megmagyarázni. - Es war eine Geste, die er sich nicht hätte erklären können. :58. Aztán elmosolyodott – röviden, pontosan, és szinte akarata ellenére. - Dann lächelte er – kurz, präzise, und fast ohne es zu wollen. :59. Döntetlen, gondolta. - Unentschieden, dachte er. :60. Egyelőre. - Vorläufig. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding lakása kevésbé volt lakóhely, mint inkább intellektuális életrajzának háromdimenziós archívuma. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding war weniger ein Ort des Wohnens als vielmehr ein dreidimensionales Archiv seiner intellektuellen Biografie. :2. Ebben az archívumban minden halom, minden megkopott könyvgerincsor és minden ablakpárkányra letett kézirat valamiféle néma tanúvallomást tett harminc év akadémiai életéről. - In diesem Archiv legten jeder Stapel, jede abgegriffene Buchrückenreihe und jedes auf Fensterbänken abgelegte Manuskript eine Art stummer Zeugenaussage über dreißig Jahre akademischen Lebens ab. :3. October light, ahogy az angolok nevezték – ez a takarékos, már-már mentegetőző őszi fény, amely a magas osztott ablakokon át hullott be, és a levegő porszemcséit arany töredékekké változtatta, amelyek alig mozdultak, mintha az idő ebben a szobában úgy döntött volna, hogy hagy magának egy kis időt. - October light, wie die Engländer das nannten – dieses sparsame, fast schon entschuldigende Herbstlicht, das durch die hohen Sprossenfenster fiel und die Staubpartikel in der Luft zu goldenen Fragmenten verwandelte, die sich kaum bewegten, als hätte die Zeit in diesem Zimmer beschlossen, sich ein wenig Zeit zu lassen. :4. Stephen már fél négykor megteríttette a teaszervizt, azután pedig egy rövid biccentéssel elbocsátotta Mrs. Pargettert. - Stephen hatte das Teeservice bereits um halb vier aufdecken lassen und danach Mrs. Pargetter mit einem kurzen Nicken entlassen. :5. Nem azért tette ezt, mert zavarta volna őt az asszony látványa tea közben, hanem mert azt a beszélgetést, amelyre számított, közönség nélkül akarta lefolytatni. - Das tat er nicht, weil ihn ihr Anblick beim Tee störte, sondern weil er das Gespräch, das er erwartete, ohne Publikum führen wollte. :6. Elég jól ismerte James Calloway aktáját: kiváló diploma Manchesterben, doktori értekezés Edinburgh-ban a késő köztársaságkori retorikáról, három tanulmány szakfolyóiratokban, amelyeket titokban elolvasott, és vonakodva szilárd munkának nevezett. - Er kannte James Calloways Akte gut genug: erstklassiger Abschluss in Manchester, Promotion in Edinburgh über spätrepublikanische Rhetorik, drei Aufsätze in Fachzeitschriften, die er heimlich gelesen und widerwillig als solide bezeichnet hatte. :7. De Callowayban nem az volt a döntő, ami az aktákban állt, hanem az, ami nem állt bennük, nevezetesen az a származás egy bányászcsaládból County Durhamben, amely kétségtelenül adott a férfinak egy bizonyos éhséget, és ez az éhség nyugtalanította Stephent jobban, mint bármely képesítés. - Aber das Entscheidende an Calloway war nicht, was in den Akten stand, sondern was nicht darin stand, nämlich jene Herkunft aus einer Bergarbeiterfamilie in County Durham, die dem Mann zweifellos einen bestimmten Hunger mitgegeben hatte, und es war dieser Hunger, der Stephen mehr beunruhigte als jede Qualifikation. :8. Három perccel négy előtt csengettek. - Es klingelte um drei Minuten vor vier. :9. Stephen ült, és hagyta múlni a perceket, mint valaki, aki tudományos egykedvűséggel figyel egy hosszan tartó kísérletet. - Stephen saß und ließ die Minuten vergehen wie jemand, der ein langwieriges Experiment mit wissenschaftlicher Gleichmut beobachtet. :10. Csak akkor nyitott ajtót, amikor a kandallópárkányon álló óra száraz, mechanikus negyedórás jelzést adott. - Er öffnete die Tür erst, als die Uhr auf dem Kaminsims ein trockenes, mechanisches Viertelstundensignal abgab. :11. James Calloway a lépcsőházban állt egy tweedzakóban, amely jól állt rajta, de még nem élt, olyan cipőben, amely annyira új volt, hogy a bőr járás közben a parkettán halk, árulkodó roppanást hallatott. - James Calloway stand im Treppenhaus in einem Tweedsakko, das gut saß, aber noch nicht gelebt hatte, mit Schuhen, die so neu waren, dass das Leder beim Gehen auf dem Parkettboden ein leises, verräterisches Knacken erzeugte. :12. Ott állt egy mosollyal, amely vagy nagyon őszinte volt, vagy nagyon professzionális – Stephen egy rövid pillantás után még nem alkotott végleges véleményt. - Er stand dort mit einem Lächeln, das entweder sehr echt oder sehr professionell war – Stephen hatte nach einem kurzen Blick noch keine abschließende Meinung. :13. „Dr. Calloway” – mondta, oldalra lépett, és a másikra hagyta a döntést. - „Dr. Calloway", sagte er, trat zur Seite und überließ dem anderen die Entscheidung. :14. A másiknak kellett eldöntenie, hogy ez az üdvözlés szívélyesnek vagy hűvösnek volt-e szánva. - Der andere musste entscheiden, ob diese Begrüßung herzlich oder kühl gemeint war. :15. Leültek a mély bőrfotelekbe, amelyek között ott állt az ezüsttálca a kannával, a csészékkel, a tejjel és a kekszesdobozzal. - Sie setzten sich in die tiefen Ledersessel, zwischen denen das silberne Tablett stand mit der Kanne, den Tassen, der Milch und der Dose mit den Keksen. :16. Stephen évek óta a Piccadillyn lévő Fortnum & Masonnél rendelte a kekszet, nem azért, mert pótolhatatlannak tartotta, hanem mert maga a doboz is egyfajta kijelentés volt, amelyhez nem kellettek további szavak. - Stephen bestellte die Kekse seit Jahren bei Fortnum & Mason in der Piccadilly, nicht weil er sie für unersetzlich hielt, sondern weil die Dose selbst eine Art Aussage war, die keine weiteren Worte benötigte. :17. Öntött – először a tejet, aztán a teát, ebben a sorrendben, magyarázat vagy mentegetőzés nélkül. - Er goss ein – zuerst die Milch, dann den Tee, in dieser Reihenfolge, ohne Erklärung oder Entschuldigung. :18. Úgy tette, mintha természeti állandóról volna szó, amelyet kommentálni éppoly abszurd lenne, mint kommentálni a gravitációt. - Er tat es, als handle es sich um eine Naturkonstante, die zu kommentieren so absurd wäre wie das Kommentieren der Schwerkraft. :19. Amikor a kekszesdobozt Calloway felé tolta, az kettőt vett. - Als er die Keksdose in Calloways Richtung schob, nahm dieser zwei. :20. Ez olyan mellékes mozdulat volt, hogy nyilvánvalóan nem lehetett mellékesnek szánva, vagy talán mégis, ami az egészet még érdekesebbé tette. - Es war eine Bewegung, die so beiläufig war, dass sie offensichtlich nicht beiläufig gemeint sein konnte, oder vielleicht doch, was das Ganze noch interessanter machte. :21. Stephen hagyott eltelni egy pillanatot, amelyet egy kis korty teával töltött ki. - Stephen ließ einen Moment verstreichen, den er mit einem kleinen Schluck Tee füllte. :22. Aztán annak az embernek a hangján mondta, aki megfigyelést közöl, és nem ítéletet mond: „Van egy nézet – azt hiszem, anyám ebben a megfogalmazásban az ő anyjától örökölte –, hogy idegen asztalnál csak azok az emberek vesznek kettőt, akik hozzászoktak ahhoz, hogy kiszolgálják őket, és nem azok, akik megtanulták fékezni magukat.” - Dann sagte er in dem Ton eines Mannes, der eine Beobachtung mitteilt und nicht ein Urteil fällt: „Es gibt eine Ansicht – ich glaube, meine Mutter hat sie in dieser Formulierung von ihrer Mutter geerbt –, dass an einem fremden Tisch nur die Menschen zwei nehmen, die es gewohnt sind, sich bedienen zu lassen, und nicht die, die es gelernt haben, sich zu beherrschen." :23. James rágott, a válasszal nem hagyott magának időt, de nem is sietett. - James kaute, ließ sich mit der Antwort keine Zeit, aber auch keine Hast. :24. Aztán így felelt: „Az én családomban az ellenkező lecke számított alapvetőnek, nevezetesen az, hogy idegen asztalnál csak azok az emberek vesznek egyet, akik félnek attól, hogy rászorulónak tartsák őket – és hogy maga ez a félelem a legvilágosabb osztályjel, amelyet az ember viselhet.” - Dann erwiderte er: „In meiner Familie galt die entgegengesetzte Lektion als elementar, nämlich dass an einem fremden Tisch nur die Menschen einen nehmen, die Angst haben, als bedürftig zu gelten – und dass diese Angst selbst das deutlichste Klassenzeichen ist, das man tragen kann." :25. A csend, amely ezután keletkezett, nem volt kellemetlen, de volt benne anyag. - Die Stille, die daraufhin entstand, war keine unangenehme, aber sie hatte Substanz. :26. A teáskanál csörrenése, amelyet James az alátétre tett, ebben a csendben különös véglegességgel bírt. - Das Klingen des Teelöffels, den James auf der Untertasse ablegte, hatte in ihr eine merkwürdige Endgültigkeit. :27. Oxfordról beszéltek, a könyvtár alagsori felújítási terveiről, egy kollégáról, aki az előző szemeszterben ment nyugdíjba, és a változékony októberi időjárásról. - Sie sprachen über Oxford, über die Renovierungspläne für die Bibliothek im Untergeschosse, über einen Kollegen, der im vergangenen Semester in den Ruhestand gegangen war, und über das unbeständige Oktoberwetter. :28. Mindezekben az ártalmatlan mondatokban mindketten olyan férfiak gondosságával dolgoztak, akik tudják, hogy a tulajdonképpeni beszélgetést soha nem közvetlenül folytatják, hanem mindig a példák, a melléknevek és a szünetek megválasztásán keresztül. - In all diesen harmlosen Sätzen arbeiteten beide mit der Sorgfalt von Männern, die wissen, dass das eigentliche Gespräch nie direkt geführt wird, sondern immer durch die Wahl der Beispiele, der Adjektive und der Pausen. :29. Amikor James megemlítette, hogy a harmadik emeleti különgyűjtemény katalogizálása nehezen hozzáférhető, szinte mintha a rendszert szándékosan tették volna áttekinthetetlenné a kívülállók számára, Stephen ujjai megmozdultak a karfán. - Als James erwähnte, die Katalogisierung der Spezialsammlung im dritten Stock sei schwer zugänglich, fast so, als sei das System mit Absicht für Außenstehende undurchschaubar gestaltet worden, bewegten sich Stephens Finger auf der Armlehne. :30. Olyan röviden és olyan kontrolláltan mozdultak meg, hogy alig lehetett reakciónak felismerni. - Sie bewegten sich so kurz und so kontrolliert, dass es kaum als Reaktion zu erkennen war. :31. „Aldridge professzor” – mondta Stephen, és a név kiejtése több információt tartalmazott, mint egy háromoldalas nekrológ. - „Professor Aldridge", sagte Stephen, und der Name enthielt in seiner Aussprache mehr Information als ein dreiseitiger Nachruf. :32. „Aldridge professzor meg volt győződve arról, hogy egy rendrendszer csak akkor igazán jó, ha valaki a szükséges előképzettséggel és türelemmel meg tudja érteni – és hogy nem a rendszer feladata mindenkit meghívni.” - „Professor Aldridge hatte die Überzeugung, dass ein Ordnungssystem nur dann wirklich gut ist, wenn es von jemandem mit der nötigen Vorbildung und Geduld verstanden werden kann – und dass es nicht die Aufgabe des Systems ist, jeden einzuladen." :33. Felemelte a csészét. - Er hob die Tasse. :34. „Egyébként ő abban a fotelben ült, amelyben ön most ül. Tizennyolc éven át.” - „Er saß übrigens in dem Sessel, in dem Sie gerade sitzen. Achtzehn Jahre lang." :35. James egy pillantást vetett a karfákra, elég röviden ahhoz, hogy ne tűnjön tiszteletlennek. - James ließ einen Blick auf die Armlehnen fallen, kurz genug, um nicht respektlos zu wirken. :36. Aztán ezt mondta: „Akkor remélem, hogy a bőr még eltárolt valamit az érveléséből. Könnyebb tanulni, ha az ember ott ül, ahol mások gondolkodtak.” - Dann sagte er: „Dann hoffe ich, dass das Leder noch etwas von seiner Argumentation gespeichert hat. Man lernt leichter, wenn man sitzt, wo andere gedacht haben." :37. Ami ezután következett, jó egyórányi további beszélgetés volt, amely témájában és hangjában soha nem távolodott el a látszólag ártalmatlan felszíntől, alatta azonban annál sűrűbben szövődött. - Was folgte, war gut eine Stunde weiteres Gespräch, das sich in Thema und Ton von der scheinbar harmlosen Oberfläche nie entfernte und darunter umso dichter webte. :38. Aki kívülről figyelte volna, két férfit látott volna, akik udvariasan teát isznak, és akadémiai mellékességekről beszélnek. - Wer es von außen beobachtet hätte, hätte zwei Männer gesehen, die höflich Tee trinken und über akademische Nebensächlichkeiten sprechen. :39. Egy megfigyelő semmit sem érzett volna abból a nyomásból, amely minden harmadik mondatban ott ült, mint penge egy bársonyból készült hüvelyben. - Ein Beobachter hätte nichts von dem Druck gespürt, der in jedem dritten Satz saß wie eine Klinge in einer Scheide aus Samt. :40. Amikor James felállt, kinyújtotta a kezét. - Als James aufstand, streckte er die Hand aus. :41. Stephen megragadta egy olyan kézfogással, amely egy másodperccel túl hosszú volt – nem ellenségesség, csupán emlékeztetés arra, ki itt az idősebb férfi, és ki ismeri a terepet. - Stephen ergriff sie mit einem Griff, der eine Sekunde zu lang war – keine Feindseligkeit, nur eine Erinnerung daran, wer hier der ältere Mann war und wer das Territorium kannte. :42. „Ezt szokássá kellene tennünk” – mondta Stephen. - „Wir sollten das zur Gewohnheit machen", sagte Stephen. :43. „Nagyon szívesen” – válaszolta James –, „bár attól tartok, legközelebb nem tudok majd olyan teát kínálni, amely felveheti a versenyt az önével – csak kávét, sajnos, ezt a célirányos északi fajtát.” - „Sehr gerne", antwortete James, „obwohl ich fürchte, ich werde beim nächsten Mal keinen Tee anbieten können, der sich mit Ihrem messen kann – nur Kaffee, leider, diese zweckorientierte nordische Art." :44. Az ajtónál megállt, kezével már a kilincsen. - An der Tür blieb er stehen, mit der Hand schon am Türknauf. :45. Aztán egy mosollyal fordult vissza, amelyet Stephen nem tudott egészen besorolni: „A kekszek, mellékesen megjegyezve – valóban kivételesek. Ez családi recept?” - Dann drehte er sich mit einem Lächeln um, das Stephen nicht ganz einordnen konnte: „Die Kekse, nebenbei bemerkt – wirklich außergewöhnlich. Ist das ein Rezept aus Ihrer Familie?" :46. „Anyámtól” – mondta Stephen. - „Von meiner Mutter", sagte Stephen. :47. „Indiából?” – mondta James, már a lépcsőn. - „Aus Indien?", sagte James, schon auf der Treppe. :48. Az ajtó halk, pontos kattanással csukódott be, amely a csendben aránytalanul élesen hatott. - Die Tür fiel zu mit einem leisen, präzisen Klicken, das in der Stille unverhältnismäßig deutlich war. :49. Stephen még egy pillanatig az előszobában állt, aztán lassan visszament a nappaliba. - Stephen stand noch einen Moment im Flur, dann ging er langsam zurück ins Wohnzimmer. :50. Megállt az ablaknál, és figyelte, ahogy James két emelettel lejjebb kilép az utcára, felhajtja a gallérját, és hátranézés nélkül eltűnik a Bodleian irányába, annak az embernek az egyenletes lépteivel, aki semmit sem enged meglátszani magán. - Er blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James zwei Stockwerke tiefer auf die Straße trat, den Kragen hochschlug und ohne zurückzublicken in Richtung Bodleian verschwand, mit dem gleichmäßigen Schritt eines Mannes, der sich nichts anmerken lässt. :51. Két ujjával lesöpört egy alig látható morzsát zakójának hajtókájáról. - Er wischte mit zwei Fingern einen kaum sichtbaren Krümel vom Revers seines Jacketts. :52. Ez olyan mozdulat volt, amelyet nem tudatosan irányított, de talán éppen ezért ez volt az egész délután legőszintébb gesztusa. - Es war eine Geste, die er nicht bewusst steuerte, die aber vielleicht deshalb die ehrlichste des ganzen Nachmittags war. :53. Aztán elmosolyodott – nem valakinek, nem valamilyen meghatározott okból. - Dann lächelte er – nicht für jemanden, nicht aus einem bestimmten Grund. :54. Vagy talán abból az egyetlen okból mosolygott, hogy a beszélgetés úgy zajlott le, ahogy egy jó beszélgetésnek le kell zajlania: győztes nélkül, vereség nélkül, és elég nyitott véggel ahhoz, hogy legközelebb folytatni lehessen. - Oder vielleicht lächelte er aus dem einzigen Grund, dass das Gespräch so verlaufen war, wie ein gutes Gespräch verlaufen soll: ohne Sieger, ohne Niederlage, und mit genug offenen Enden, um beim nächsten Mal weiterzumachen. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding lakása az évtizedek során különös állapotot ért el. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding hatte im Laufe der Jahrzehnte einen besonderen Zustand erreicht. :2. Akadémiai körökben az ilyesmit olykor „lakott archívumnak” nevezték. - In akademischen Kreisen nannte man so etwas gelegentlich ein „bewohntes Archiv“. :3. Ez nem közönséges rendetlenség volt. - Es war keine gewöhnliche Unordnung. :4. Minden halom, minden keresztben fekvő kézirat és minden, az ablakpárkányokon felejtett szakfolyóirat pontosan ott látszott heverni, ahová tartozott. - Jeder Stapel, jedes quer liegende Manuskript und jede vergessene Fachzeitschrift auf den Fensterbänken schien genau dort zu liegen, wo es hingehörte. :5. Ez a meggyőződés sugárzott minden tárgyból. - Diese Überzeugung strahlte aus jedem Gegenstand. :6. Tiszta októberi délután volt Oxfordban. - Es war ein klarer Oktobernachmittag in Oxford. :7. A fény takarékosan és pontosan hullott be az ablakokon. - Das Licht fiel sparsam und präzise durch die Fenster. :8. Szinte úgy hatott, mint egy tudatos dramaturgiai döntés. - Es wirkte fast wie eine bewusste dramaturgische Entscheidung. :9. Stephen reggel óta tompa rossz érzést hordozott magában. - Stephen trug seit dem Morgen ein dumpfes Unbehagen in sich. :10. Olyan embert kellett fogadnia, akinek már a puszta létezését is szívesebben figyelmen kívül hagyta volna. - Er sollte einen Menschen empfangen, dessen bloße Existenz er lieber ignoriert hätte. :11. James Calloway nem maga volt a probléma. - James Calloway war nicht das Problem. :12. Vagy pontosabban: pontosan ő volt a probléma. - Oder besser gesagt: Er war genau das Problem. :13. A valódi okokat azonban nem volt szabad nyíltan megnevezni. - Doch die wahren Gründe durften nicht offen benannt werden. :14. A képesítései kifogástalanok voltak. - Seine Qualifikationen waren einwandfrei. :15. Edinburgh-i híre makulátlan volt. - Sein Ruf in Edinburgh war tadellos. :16. A késő köztársaságkori retorikáról írt tanulmányai pontosak és jól érveltek voltak. - Seine Aufsätze zur spätrepublikanischen Rhetorik waren präzise und gut argumentiert. :17. Stephen kelletlenül kétszer is elolvasta őket. - Stephen hatte sie widerwillig zweimal gelesen. :18. Be kellett ismernie: a munkák szilárdak voltak. - Er musste zugeben: Die Arbeiten waren solide. :19. Talán még többek is annál. - Vielleicht sogar mehr als das. :20. Amit azonban az iratok nem tartalmaztak, azt Stephen azonnal felismerte. - Was jedoch nicht in den Akten stand, erkannte Stephen sofort. :21. Három évtizednyi tapasztalat vizsgázókkal éles megfigyelővé tette. - Drei Jahrzehnte Erfahrung mit Examenskandidaten hatten ihn zu einem scharfen Beobachter gemacht. :22. Jamesben különös fajta becsvágy volt. - James besaß eine besondere Art von Ehrgeiz. :23. Ez a becsvágy olyan emberekben keletkezik, akikkel korán megértetik, hogy az ilyen termek valójában nem nekik vannak szánva. - Dieser Ehrgeiz entstand bei Menschen, denen früh klar gemacht wurde, dass solche Räume eigentlich nicht für sie bestimmt waren. :24. Ez a megszerzés becsvágya volt, nem a magától értetődő birtoklásé. - Es war ein Ehrgeiz des Nehmens, nicht des selbstverständlichen Besitzens. :25. Alapvetően különbözött régi családokból származó kollégái becsvágyától. - Er unterschied sich grundlegend vom Ehrgeiz seiner Kollegen aus alten Familien. :26. Mrs. Pargetter fél négykor megterítette az ezüst teáskészletet. - Mrs. Pargetter hatte das silberne Teeservice um halb vier aufgedeckt. :27. Nem az egyszerű, mindennapi készletet választotta. - Sie wählte nicht das schlichte Alltagsservice. :28. Ez a döntés a terület megjelölését szolgálta, nem a vendégszeretetet. - Diese Entscheidung diente der territorialen Markierung, nicht der Gastfreundschaft. :29. Ezután visszavonult. - Danach zog sie sich zurück. :30. Érezte, hogy jelenléte a következő beszélgetésnél nem kívánatos. - Sie spürte, dass ihre Anwesenheit bei dem folgenden Gespräch unerwünscht war. :31. A csengetés három perccel négy előtt hangzott fel. - Das Klingeln ertönte drei Minuten vor vier. :32. Stephen a karosszékében ült. - Stephen saß in seinem Sessel. :33. Egy könyv nyitva feküdt a térdén, de nem olvasott. - Ein Buch lag offen auf seinen Knien, doch er las nicht. :34. Hagyta csengeni. - Er ließ es klingeln. :35. Megvárta a kandallóóra negyedet jelző ütését. - Er wartete auf das Viertelsignal der Kaminuhr. :36. Ezzel a türelemmel ő határozta meg a délután ritmusát. - Mit dieser Geduld setzte er den Rhythmus des Nachmittags. :37. Az idő volt a házigazda legolcsóbb és leghatásosabb hatalmi eszköze. - Zeit war das billigste und wirkungsvollste Machtinstrument eines Gastgebers. :38. James Calloway megjelent az ajtókeretben. - James Calloway erschien im Türrahmen. :39. Jól szabott tweedzakót viselt, amely még nem simult igazán rá. - Er trug ein gut geschnittenes Tweedsakko, das noch nicht richtig eingelaufen war. :40. A ruházat elárulta, hogy azért vásárolták, hogy az ember odatartozzon benne. - Die Kleidung verriet, dass sie gekauft worden war, um dazuzugehören. :41. A cipője halkan roppant a parkettán. - Seine Schuhe knackten leise auf dem Parkett. :42. A folyosó csendjében ez a hang világos hangjegynek tűnt. - In der Stille des Flurs klang dieses Geräusch wie eine deutliche Tonsignatur. :43. Mosolya az ajtóban fárasztó nyíltságot mutatott. - Sein Lächeln an der Tür zeigte eine anstrengende Offenheit. :44. Stephen ismerte a fiatal északi akadémikusoknál ezt az előadott fesztelenséget. - Stephen kannte diese Art von performter Unbefangenheit bei jungen Akademikern aus dem Norden. :45. Nem hamis mosoly volt. - Es war kein falsches Lächeln. :46. Kísérlet volt arra, hogy nyugalmat mutasson – és éppen ezzel bizonyította az ellenkezőjét. - Es war der Versuch, Gelassenheit zu zeigen – und bewies dadurch genau das Gegenteil. :47. „Dr. Calloway” – mondta Stephen. - „Dr. Calloway“, sagte Stephen. :48. Egy lépést oldalra lépett. - Er trat einen Schritt zur Seite. :49. Az üdvözlés hűvös maradt, és nélkülözte a szokásos melegséget. - Die Begrüßung blieb kühl und ohne die übliche Wärme. :50. A nappali régi könyvek ismerős szagával, némi viasszal és a dohány távoli utózengésével fogadta őket. - Das Wohnzimmer empfing sie mit dem vertrauten Geruch alter Bücher, etwas Wachs und einem fernen Nachklang von Tabak. :51. Stephen öt éve hagyta abba a dohányzást. - Stephen hatte vor fünf Jahren aufgehört zu rauchen. :52. A szag mégis tovább élt a falakban. - Der Geruch lebte dennoch weiter in den Wänden. :53. Stephen kitöltötte a teát. - Stephen goss den Tee ein. :54. Előbb a tejet, aztán a teát. - Zuerst die Milch, dann den Tee. :55. Mindezt kommentár nélkül tette. - Er tat es ohne Kommentar. :56. Ez demonstráció volt, nem magyarázat. - Es war eine Demonstration, keine Erklärung. :57. Aztán James felé tolta az elegáns Fortnum-&-Mason kekszesdobozt. - Dann schob er die elegante Fortnum-&-Mason-Keksdose zu James hinüber. :58. A gesztus mellékesnek hatott, de pontosan ki volt számítva. - Die Geste wirkte beiläufig, war aber genau kalkuliert. :59. James két kekszet vett. - James nahm zwei Kekse. :60. Stephen azonnal észrevette. - Stephen bemerkte es sofort. :61. A férfi vagy valóban éhes volt. - Der Mann war entweder wirklich hungrig. :62. Vagy azt akarta tesztelni, Stephen hogyan reagál rá. - Oder er wollte testen, wie Stephen darauf reagieren würde. :63. „Van egy nézet” – kezdte Stephen. - „Es gibt eine Ansicht“, begann Stephen. :64. Hangja egyenletesen és szinte fáradtan csengett, mint egy akadémiai előadáson. - Seine Stimme klang gleichmäßig und fast müde, wie bei einem akademischen Vortrag. :65. „Anyám adta tovább. - „Meine Mutter hat sie weitergegeben. :66. Eszerint az, hogy valaki egy idegen asztalnál egy vagy két keksz között választ, többet árul el a neveltetéséről, mint bármely önéletrajz. - Sie besagt, dass die Wahl zwischen einem und zwei Keksen an einem fremden Tisch mehr über die Erziehung verrät als jeder Lebenslauf. :67. Nem kívánom ezt a tételt sem megerősíteni, sem cáfolni. - Ich möchte diese These weder bestätigen noch bestreiten. :68. De megfontolásra érdemesnek tartom.” - Aber ich halte sie für überlegenswert.“ :69. James nyelt egyet. - James schluckte. :70. Hagyott eltelni egy rövid pillanatot. - Er ließ einen kurzen Moment vergehen. :71. Aztán barátságosan válaszolt. - Dann antwortete er freundlich. :72. Szavai élét csak második hallásra lehetett érezni. - Die Schärfe in seinen Worten spürte man erst beim zweiten Hinhören. :73. „Az én szülői házamban volt egy hasonló tétel, csak éppen fordított előjellel. - „In meinem Elternhaus gab es eine ähnliche These, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. :74. Ott azt mondták, hogy a visszafogottság egy idegen asztalnál nem neveltetést mutat, hanem félelmet az ítélettől. - Dort hieß es, dass Zurückhaltung am fremden Tisch keine Erziehung zeigt, sondern Angst vor dem Urteil. :75. És ez a félelem – nem az éhség – az igazi osztályjel.” - Und diese Angst – nicht der Hunger – sei das wahre Klassenzeichen.“ :76. Nem támadt kínos csend. - Es entstand keine peinliche Stille. :77. Ehelyett különös, szinte kollegiális nyugalom terült szét közöttük. - Stattdessen breitete sich eine besondere, fast kollegiale Ruhe aus. :78. Mindketten felismerték, hogy a másik ismeri a játékot. - Beide erkannten, dass der andere das Spiel kannte. :79. És mindketten mégis úgy döntöttek, hogy továbbjátsszák. - Und beide beschlossen trotzdem, es weiterzuspielen. :80. A könyvtárról beszéltek, az alagsor felújításáról és egy emeritus kollégáról, aki nemrég megjelentette emlékiratait. - Sie sprachen über die Bibliothek, über die Renovierung des Untergeschosses und über einen emeritierten Kollegen, der kürzlich seine Memoiren veröffentlicht hatte. :81. Mindketten ugyanazokból az okokból olvasták a könyvet. - Beide hatten das Buch aus denselben Gründen gelesen. :82. Ugyanazokkal a hallgatag fenntartásokkal. - Mit denselben stillen Vorbehalten. :83. Erről természetesen nem beszéltek nyíltan. - Darüber sprachen sie natürlich nicht offen. :84. Mindezekben a látszólag semleges mondatokban uralták az akadémiai világ valódi emelkedett nyelvét. - In all diesen scheinbar neutralen Sätzen beherrschten sie die wahre Hochsprache der akademischen Welt. :85. Csak arról beszéltek, amit valójában nem mondtak ki. - Sie sprachen nur über das, was sie eigentlich nicht sagten. :86. És olyan pontosan tették, hogy a másik pontosan értette, anélkül hogy ez valaha bizonyítható lett volna. - Und sie taten es so präzise, dass der andere es genau verstand, ohne dass es je beweisbar wurde. :87. Amikor James megemlítette Aldridge különleges gyűjteményének katalogizálását, és tudatosan exkluzívnak nevezte, Stephen ujjai röviden megmozdultak a karosszék karfáján. - Als James die Katalogisierung von Aldridges Spezialsammlung erwähnte und sie als bewusst exklusiv beschrieb, bewegten sich Stephens Finger kurz auf der Sessellehne. :88. Csak egy nagyon figyelmes megfigyelő értelmezte volna helyesen ezt az apró rezdülést. - Nur ein sehr aufmerksamer Beobachter hätte diese winzige Regung richtig gedeutet. :89. „Aldridge” – mondta Stephen. - „Aldridge“, sagte Stephen. :90. A név a szájában egész tájként hangzott. - Der Name klang in seinem Mund wie eine ganze Landschaft. :91. „Aldridge hitt abban, hogy egy rendezési rendszernek nem kell mindenki számára hozzáférhetőnek lennie. - „Aldridge glaubte, dass ein Ordnungssystem nicht für alle zugänglich sein muss. :92. Csak a megfelelő személyek számára. - Nur für die richtigen Personen. :93. Ezt a tételt védhetőnek tartom, még ha ma bizonyos körökben reakciósnak számít is.” - Ich halte diese These für vertretbar, auch wenn sie heute in manchen Kreisen als reaktionär gilt.“ :94. Felemelte a csészét. - Er hob die Tasse. :95. „Egyébként tizennyolc évig ült abban a karosszékben, amelyben most ön ül. - „Er saß übrigens achtzehn Jahre in dem Sessel, in dem Sie jetzt sitzen. :96. Nemcsak a karosszéket és a rendszerét hagyta rám, hanem egy levelet is az utódlásról alkotott véleményével. - Er hinterließ mir nicht nur den Sessel und sein System, sondern auch einen Brief mit seiner Meinung zur Nachfolge. :97. Őrzöm ezt a levelet.” - Ich bewahre diesen Brief auf.“ :98. James rövid pillantást vetett a karfákra. - James warf einen kurzen Blick auf die Armlehnen. :99. Nem tűnt megilletődöttnek, de teljesen jelen volt. - Unbeeindruckt, aber vollkommen präsent. :100. „Akkor kíváncsian várom, vajon a bőr megőrizte-e az érveit. - „Dann bin ich gespannt, ob das Leder seine Argumente gespeichert hat. :101. A legérdekesebb gondolatok gyakran olyan bútorokban maradnak hátra, amelyeket az ember nem maga választott.” - Die interessantesten Gedanken bleiben oft in Möbeln zurück, die man nicht selbst ausgesucht hat.“ :102. A beszélgetés jó egy órán át tartott. - Das Gespräch dauerte gut eine Stunde. :103. Felszínesen egyetemi politikáról, vendégelőadásokról és az időjárásról volt szó. - Oberflächlich ging es um Hochschulpolitik, Gastvorträge und das Wetter. :104. Valójában gondosan vívott párbaj volt. - In Wahrheit war es ein sorgfältiges Fechten. :105. Mindketten tudták, hogy nem keletkeznek majd látható sebek. - Beide wussten, dass keine sichtbaren Wunden entstehen würden. :106. Éppen ezért céloztak különösen pontosan. - Gerade deshalb zielten sie besonders präzise. :107. Amikor James felállt, kinyújtotta a kezét. - Als James aufstand, streckte er die Hand aus. :108. Stephen megfogta. - Stephen ergriff sie. :109. A kézfogás egy másodperccel túl sokáig tartott. - Der Händedruck dauerte eine Sekunde zu lang. :110. A terület csendes kijelentése volt. - Es war eine stille Behauptung von Territorium. :111. „Szokássá kellene tennünk ezt” – mondta Stephen. - „Wir sollten das zur Gewohnheit machen“, sagte Stephen. :112. A mondat a hangsúlytól függően két teljesen különböző dolgot jelenthetett. - Der Satz konnte je nach Betonung zwei völlig verschiedene Dinge bedeuten. :113. „Nagyon szívesen” – felelte James. - „Sehr gerne“, antwortete James. :114. „Előre kell azonban figyelmeztetnem. - „Ich muss Sie allerdings vorwarnen. :115. Nálam sem ilyen teáskészlet, sem ilyen kekszek nincsenek. - Bei mir gibt es weder dieses Teeservice noch diese Kekse. :116. Csak kávé – az északi robusztus változat, amelyről Oxford ellenére sem hagytam magam leszoktatni.” - Nur Kaffee – die robuste Variante aus dem Norden, die ich mir trotz Oxford nicht habe austreiben lassen.“ :117. Az ajtónál még egyszer megfordult. - An der Tür drehte er sich noch einmal um. :118. Mosolya sem barátságos, sem ellenséges nem volt. - Sein Lächeln war weder freundlich noch feindlich. :119. Pontosan ez adta a minőségét. - Genau das machte seine Qualität aus. :120. „A kekszek egyébként valóban kivételesek voltak. - „Die Kekse waren übrigens wirklich außergewöhnlich. :121. Régi családi recept?” - Ein altes Familienrezept?“ :122. „Anyámtól” – mondta Stephen. - „Von meiner Mutter“, sagte Stephen. :123. „Indiából?” – kérdezte James. - „Aus Indien?“, fragte James. :124. Nem kérdésnek hangzott, hanem megállapításnak. - Es klang nicht wie eine Frage, sondern wie eine Feststellung. :125. Mintha egy kutatást zárna le. - Als würde er eine Recherche abschließen. :126. Az ajtó halk, pontos kattanással hullott a zárba. - Die Tür fiel mit einem leisen, präzisen Klicken ins Schloss. :127. A hang még egy ideig visszhangzott. - Der Klang hallte noch eine Weile nach. :128. Stephen az ablaknál maradt állva, és figyelte, ahogy James kilép az utcára. - Stephen blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James auf die Straße trat. :129. Sietség nélkül. - Ohne Hast. :130. Anélkül, hogy visszanézne. - Ohne zurückzublicken. :131. James olyannak hatott, mint aki a délután eredményét már elrendezte magában. - James wirkte wie jemand, der das Ergebnis des Nachmittags bereits eingeordnet hatte. :132. Két kekszmorzsát söpört le a hajtókájáról. - Er wischte zwei Kekskrümel von seinem Revers. :133. Öntudatlan mozdulat volt. - Es war eine unbewusste Geste. :134. Éppen ezért árult el a legtöbbet. - Gerade deshalb verriet sie am meisten. :135. Aztán röviden és szinte kelletlenül elmosolyodott. - Dann lächelte er kurz und fast widerwillig. :136. Beismerés volt, amelyet csak ő maga látott. - Ein Eingeständnis, das nur er selbst sah. :137. A férfi jó volt. - Der Mann war gut. :138. Talán jobb, mint amennyit az állás megkívánt. - Besser vielleicht, als die Stelle verlangte. :139. A délután nem volt sem győzelem, sem vereség. - Der Nachmittag war weder Sieg noch Niederlage gewesen. :140. Valami újnak a kezdete volt. - Er war der Beginn von etwas Neuem. :141. Stephennek erre még nem volt neve. - Stephen hatte noch keinen Namen dafür. :142. De olyan férfi nyugodt figyelmével fogja megfigyelni, aki a hosszú játszmákat szereti a legjobban. - Aber er würde es mit der ruhigen Aufmerksamkeit eines Mannes beobachten, dem die langen Spiele am liebsten waren. ------------------------- ------------------------- 6 ------------------------- :Dr. Stephen Harding lakása - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding :1. Dr. Stephen Harding lakása az évtizedek során elérte azt az állapotot, amelyet akadémiai körökben időnként „lakott archívumnak” neveznek. - Die Wohnung von Dr. Stephen Harding hatte im Laufe der Jahrzehnte jenen Zustand erreicht, der in akademischen Kreisen gelegentlich als „bewohntes Archiv" bezeichnet wird. :2. Ez az állapot nem annyira mértékében különbözik a közönséges rendetlenségtől, hanem abban a belső meggyőződésben, amellyel minden halom, minden keresztben letett kézirat és minden ablakpárkányon felejtett szakfolyóirat azt állítja magáról, hogy pontosan ott fekszik, ahová tartozik. - Dieser Zustand unterscheidet sich von gewöhnlicher Unordnung weniger durch das Ausmaß als durch die innere Überzeugung, mit der jeder Stapel, jedes quer abgelegte Manuskript und jede auf Fensterbänken vergessene Fachzeitschrift behauptet, genau dort zu liegen, wo es hingehört. :3. Azok közé az októberi délutánok közé tartozott, amikor Oxford fölött a fény olyan takarékosan és ugyanakkor olyan pontosan hullik, hogy kevésbé tűnik természetes megvilágításnak, mint inkább dramaturgiai döntésnek. - Es war einer jener Oktobernachmittage, an denen das Licht über Oxford so sparsam und zugleich so präzise fällt, dass es weniger wie natürliche Beleuchtung wirkt als wie eine dramaturgische Entscheidung. :4. Stephen reggel óta magával hordozta azt a tompa, makacsul figyelmen kívül hagyott rossz érzést, amely akkor keletkezik, amikor az embernek olyan valakit kell fogadnia, akinek puszta létezését a saját világában legszívesebben tudomásul sem venné. - Stephen hatte seit dem Morgen das dumpfe, sich beharrlich ignorierende Unbehagen mit sich getragen, das entsteht, wenn man einen Menschen empfangen muss, dessen bloße Existenz in der eigenen Welt man lieber nicht zur Kenntnis nehmen würde. :5. James Calloway nem a probléma volt – vagy pontosabban: James Calloway pontosan maga volt a probléma, de nem azokból az okokból, amelyeket nyilvánosan meg lehetett volna nevezni. - James Calloway war nicht das Problem – oder genauer gesagt, James Calloway war genau das Problem, aber nicht aus den Gründen, die sich hätten öffentlich benennen lassen. :6. A képesítései kifogástalanok voltak, edinburghi híre makulátlan, és a késő köztársaságkori retorikáról írt három tanulmánya elég pontosan volt megérvelve ahhoz, hogy Stephen kelletlenül és titokban kétszer is elolvassa őket, anélkül hogy más ítéletre jutott volna, mint erre: szilárd, talán több is annál. - Seine Qualifikationen waren einwandfrei, sein Ruf in Edinburgh tadellos und seine drei Aufsätze über spätrepublikanische Rhetorik präzise genug argumentiert, dass Stephen sie widerwillig und heimlich zweimal gelesen hatte, ohne zu einem anderen Urteil zu gelangen als: solide, möglicherweise mehr. :7. Ami nem állt az aktákban, és amit Stephen annak az embernek a biztonságával tudott, aki három évtizeden át úgy tanulmányozta a vizsgajelölteket, ahogy az entomológusok a ritka bogarakat, az az a különös fajta becsvágy volt, amely olyan emberekben keletkezik, akikkel korán világosan közölték, hogy azok a termek, amelyekben most ülnek, nem nekik voltak szánva. - Was nicht in den Akten stand und was Stephen mit der Sicherheit eines Mannes wusste, der drei Jahrzehnte lang Examenskandidaten studiert hatte wie Entomologen seltene Käfer, war jene besondere Art von Ehrgeiz, die in Menschen entsteht, denen früh klargemacht wurde, dass die Räume, in denen sie jetzt saßen, nicht für sie vorgesehen waren. :8. Ez olyan becsvágy volt, amely alapvetően különbözött régi családokból származó kollégái becsvágyától, mert nem a birtoklás magától értetődőségéből fakadt, hanem az elvétel elhatározásából. - Es war ein Ehrgeiz, der sich von dem seiner Kollegen aus alten Familien fundamental unterschied, weil er nicht aus dem Selbstverständnis des Besitzens kam, sondern aus dem Entschluss des Nehmens. :9. Mrs. Pargetter fél négykor terítette fel a teaszervizt – az ezüstöt, nem az egyszerű hétköznapit, olyan választást, amelynek semmi köze nem volt a vendégszeretethez, hanem a területi jelölések logikájához. - Mrs. Pargetter hatte das Teeservice um halb vier aufgedeckt – das silberne, nicht das schlichte Alltagsservice, eine Wahl, die nichts mit Gastfreundschaft zu tun hatte, sondern mit der Logik territorialer Markierungen. :10. Aztán visszavonult, mintha megérezte volna, hogy jelenléte abban, ami következik, egy olyan tanú szerepét kapta volna, akit senki sem rendelt oda. - Dann hatte sie sich zurückgezogen, als habe sie gespürt, dass ihre Anwesenheit in dem, was folgen würde, die Funktion einer Zeugin gehabt hätte, die niemand bestellt hatte. :11. A csengetés négy előtt három perccel érkezett, és Stephen, aki a karosszékében ült és nem olvasott, noha egy könyv nyitva feküdt a térdén, hagyta, hogy szóljon. - Das Klingeln kam um drei Minuten vor vier, und Stephen, der in seinem Sessel saß und nicht las, obwohl ein Buch offen auf seinen Knien lag, ließ es klingen. :12. Megvárta a kandallóóra negyedórás jelzését annak az embernek a türelmes hajthatatlanságával, aki tudja, hogy egy délután ritmusa már az első másodperceiben eldől, és hogy az idő a legolcsóbb és leghatásosabb hatalmi eszköz, amellyel egy házigazda rendelkezik. - Er wartete auf das Viertelsignal der Kaminuhr mit der geduldigen Unnachgiebigkeit eines Mannes, der weiß, dass der Rhythmus eines Nachmittags bereits in seinen ersten Sekunden gesetzt wird und dass Zeit das billigste und wirkungsvollste Machtinstrument ist, das ein Gastgeber besitzt. :13. James Calloway az ajtókeretben olyan tweedzakót viselt, amely jó szabású volt, de még nem volt bejáratva – olyan ruhát, amelyet azért szereztek be, hogy az ember odatartozzon, és amely ezt még nem egészen felejtette el. - James Calloway im Türrahmen trug ein Tweedsakko, das gut geschnitten, aber noch nicht eingelaufen war – Kleidung, die erworben worden war, um zu gehören, und die das noch nicht ganz vergessen hatte. :14. Cipője a parkettára lépve halk reccsenést keltett, amely a folyosó csendjében egy hangjegy aláírásának tévedhetetlenségével volt hallható. - Seine Schuhe erzeugten beim Betreten des Parketbodens ein leises Knacken, das in der Stille des Flurs mit der Unfehlbarkeit einer Tonsignatur zu hören war. :15. Mosolya, amelyet az ajtóban bemutatott, azzal a fárasztó nyíltsággal bírt, amelyet Stephen fiatal északi akadémikusoknál már többször megfigyelt. - Sein Lächeln, das er an der Tür präsentierte, hatte jene anstrengende Offenheit, die Stephen bei jungen Akademikern aus dem Norden schon öfter beobachtet hatte. :16. Nem megjátszott mosoly volt, inkább egyfajta előadott elfogulatlanság, egy nekem-nincs-problémám-ezzel-a-helyzettel, ami természetesen éppen az ellenkezőjét jelentette. - Es war kein gespieltes Lächeln, eher eine Art performte Unbefangenheit, ein Ich-habe-kein-Problem-mit-dieser-Situation, das natürlich das genaue Gegenteil bedeutete. :17. „Dr. Calloway” – mondta Stephen, egy lépést oldalra lépett, és a köszöntést ott hagyta a térben. - „Dr. Calloway", sagte Stephen, trat einen Schritt zur Seite und ließ die Begrüßung im Raum stehen. :18. Nem adta hozzá azt a szokásos meleget, amely valamilyen halmazállapotot kölcsönzött volna neki. - Er gab ihr nicht die übliche Wärme mit, die ihr einen Aggregatzustand gegeben hätte. :19. A nappali régi könyvek szagával, némi viasszal és a dohány nagyon távoli, nagyon diszkrét utózengésével fogadta őket. - Das Wohnzimmer empfing sie mit dem Geruch alter Bücher, ein wenig Wachs und dem sehr fernen, sehr diskreten Nachklang des Tabaks. :20. Stephen öt éve abbahagyta ennek a dohánynak a szívását, és azóta az tovább élt a falakban, mint egy vendég, aki elszalasztotta a búcsúzást. - Stephen hatte vor fünf Jahren aufgehört, diesen Tabak zu rauchen, und seitdem lebte er in den Wänden weiter wie ein Gast, der die Verabschiedung übersehen hatte. :21. Stephen töltött – először a tejet, aztán a teát, kommentár nélkül, olyan ember módjára, aki nem magyaráz, hanem demonstrál. - Stephen goss ein – zuerst die Milch, dann den Tee, ohne Kommentar, in der Weise eines Mannes, der nicht erklärt, sondern demonstriert. :22. Aztán a kekszesdobozt, a zöld feliratos, Westminster-motívumos Fortnum-&-Mason-dobozt, Calloway irányába tolta olyan mellékességgel, amely pontosan ki volt számítva. - Dann schob er die Keksdose, die Fortnum-&-Mason-Dose mit dem grünen Aufdruck und dem Westminster-Motiv, in Calloways Richtung mit einer Beiläufigkeit, die genau kalkuliert war. :23. James kettőt vett, és Stephen abban a pillanatban tudta, hogy a férfi vagy éhes volt. - James nahm zwei, und Stephen wusste in dem Moment, dass der Mann entweder hungrig war. :24. Vagy James pontosan abból az okból vett kettőt, amelyből Stephen vele magával csak egyet vétetett volna: hogy lássa, ki mit kezd ezzel. - Oder James nahm aus genau dem Grund zwei, aus dem Stephen ihn selbst nur einen hätte nehmen lassen: um zu sehen, wer was daraus machte. :25. „Létezik egy nézet” – mondta Stephen, és hangja közben az akadémiai előadás egyenletes, szinte fáradt tónusát vette fel, amelyben a lényeg soha nem magában az állításban rejlik, hanem abban, amit az állítás előfeltételez. - „Es gibt eine Ansicht", sagte Stephen, und seine Stimme hatte dabei den gleichmäßigen, fast müden Tonfall des akademischen Vortrags, in dem das Eigentliche nie in der Aussage selbst liegt, sondern in dem, was die Aussage voraussetzt. :26. „Ezt a nézetet anyám egyik nemzedékről a másikra adta tovább, és úgy szól, hogy az egy és két keksz közötti választás egy idegen asztalnál többet árul el a neveltetésről, mint bármely önéletrajz – egy tétel, amelyet sem megerősíteni, sem cáfolni nem szeretnék, de megfontolandónak tartok.” - „Diese Ansicht hat meine Mutter von einer Generation in die nächste weitergegeben, und sie besagt, dass die Wahl zwischen einem und zwei Keksen an einem fremden Tisch mehr über Erziehung verrät als jeder Lebenslauf – eine These, die ich weder bestätigen noch bestreiten möchte, aber für überlegenswert halte." :27. James nyelt, létrejönni hagyott egy pillanatot, majd olyan hangon válaszolt, amely annyira barátságos volt, hogy a benne lévő penge csak második hallásra vált érezhetővé. - James schluckte, ließ einen Moment entstehen und erwiderte dann in einem Ton, der so freundlich war, dass die Klinge darin erst beim zweiten Hinhören spürbar wurde. :28. „Az én szülői házamban egy hasonló tétel élt, csak fordított előjellel: hogy a visszafogottság egy idegen asztalnál nem neveltetést jelez, hanem félelmet attól, hogy megítélnek, és hogy ez a félelem – nem az éhség – az igazi osztályjel, amely ilyen pillanatokban megmutatkozik.” - „In meinem Elternhaus galt eine ähnliche These, nur mit umgekehrtem Vorzeichen: dass die Zurückhaltung am fremden Tisch nicht Erziehung anzeigt, sondern Angst vor dem Geurteiltwerden, und dass diese Angst – nicht der Hunger – das eigentliche Klassenzeichen ist, das sich in solchen Momenten zeigt." :29. Ami ezután keletkezett, nem a feszengés csendje volt, hanem az a különös, szinte kollegiális csend, amely akkor keletkezik, amikor két ember észreveszi, hogy a másik ismeri a játékot, amelyet játszanak. - Was daraufhin entstand, war keine Stille des Unbehagens, sondern jene besondere, fast kollegiale Stille, die entsteht, wenn zwei Menschen merken, dass der andere das Spiel kennt, das gespielt wird. :30. Mindketten úgy döntöttek, hogy ennek ellenére játsszák, és ez egészen más minőséget adott neki. - Beide hatten beschlossen, es trotzdem zu spielen, was ihm eine vollkommen andere Qualität gab. :31. A következőkben a könyvtárról, az alagsor felújításáról és egy emeritus kollégáról beszéltek, aki az előző nyáron megjelentette az emlékiratait – egy könyvről, amelyet mindketten ugyanazokból az okokból és ugyanazokkal a csendes fenntartásokkal olvastak, amelyekről itt nem volt helyénvaló beszélni. - Sie sprachen in der Folge über die Bibliothek, über die Renovierung des Untergeschosses und über einen emeritierten Kollegen, der im vergangenen Sommer seine Memoiren veröffentlicht hatte – ein Buch, das beide aus denselben Gründen und mit denselben stillen Vorbehalten gelesen hatten, über die zu sprechen hier nicht der Ort war. :32. Mindezekben a látszólag semleges mondatokban olyan technika működött, amelyet Stephen az akadémiai kommunikáció tulajdonképpeni emelkedett nyelvének tartott: annak művészete, hogy kizárólag arról beszéljünk, amit valójában nem mondunk ki, és közben olyan pontosak legyünk, hogy a másik pontosan értse, anélkül hogy valaha bizonyíthatóvá válna. - In all diesen scheinbar neutralen Sätzen war eine Technik am Werk, die Stephen als die eigentliche Hochsprache der akademischen Kommunikation verstand: die Kunst, ausschließlich über das zu sprechen, was man eigentlich nicht sagt, und dabei so präzise zu sein, dass der andere es genau versteht, ohne dass es je beweisbar würde. :33. Amikor James megemlítette, hogy Aldridge különleges gyűjteményének katalogizálása olyan rendszer szerint látszik megszervezve lenni, amely a beavatottak számára talán értelmes lehetett, mindenki más számára azonban tudatos kizárás jellegét hordozta, Stephen ujjai egyetlen lélegzetvétel idejére megmozdultak a karosszék karfáján. - Als James erwähnte, die Katalogisierung von Aldridges Spezialsammlung scheine nach einem System organisiert zu sein, das für Eingeweihte Sinn ergeben mochte, für jeden anderen aber den Charakter einer bewussten Exklusion habe, bewegten sich Stephens Finger auf der Lehne des Sessels für die Dauer eines einzigen Atemzuges. :34. Úgy mozdultak meg, ahogyan csak egy nagyon figyelmes megfigyelő értelmezhette volna annak, ami volt. - Sie bewegten sich auf eine Weise, die nur ein sehr aufmerksamer Beobachter als das hätte deuten können, was es war. :35. „Aldridge” – mondta Stephen, és a név az ő kiejtésében kevésbé volt név, mint inkább táj. - „Aldridge", sagte Stephen, und der Name war in seiner Aussprache weniger ein Name als eine Landschaft. :36. „Aldridge meg volt győződve arról, hogy egy rendrendszernek nem kell mindenki számára hozzáférhetőnek lennie, hanem csak a megfelelőek számára – olyan tétel ez, amelyet védhetőnek tartok, még ha tudom is, hogy bizonyos körökben ma reakciósnak számít.” - „Aldridge hatte die Überzeugung, dass ein Ordnungssystem nicht für alle zugänglich sein muss, sondern für die richtigen – eine These, die ich für vertretbar halte, auch wenn ich weiß, dass sie heute in gewissen Kreisen als reaktionär gilt." :37. Felemelte a csészét. - Er hob die Tasse. :38. „Mellesleg tizennyolc évig ült abban a karosszékben, amelyben Ön most ül. Hátrahagyta ezt a karosszéket, a rendszerét és egy véleményt az utódlásáról, amelyet egy levélben közölt velem, és amelyet megőrzök.” - „Er saß übrigens achtzehn Jahre lang in dem Sessel, in dem Sie gerade sitzen. Er hinterließ diesen Sessel, sein System und eine Meinung über seine Nachfolge, die er mir in einem Brief mitgeteilt hat, den ich aufbewahre." :39. James pillantása az armfákra esett, röviden, érintetlenül és ugyanakkor teljesen jelen lévőn. - James ließ einen Blick auf die Armlehnen fallen, kurz, unbeeindruckt und gleichzeitig vollkommen präsent. :40. Aztán így válaszolt: „Akkor kíváncsian várom, vajon a bőr eltárolta-e az érvelését – újra meg újra azt tapasztalom, hogy a legérdekesebb gondolatokat leggyakrabban olyan bútorokban hagyják hátra, amelyeket az ember nem maga választott.” - Dann antwortete er: „Dann bin ich gespannt, ob das Leder seine Argumentation gespeichert hat – ich stelle immer wieder fest, dass die interessantesten Gedanken am häufigsten in Möbeln zurückgelassen werden, die man nicht ausgesucht hat." :41. Ami ezután következett, jó egyórányi beszélgetés volt, amely tartalma szerint egyetemi politikáról, vendégelőadás-programokról és az időjárásról szólt. - Was folgte, war gut eine Stunde eines Gesprächs, das seinem Inhalt nach über Hochschulpolitik, Gastvortragsprogramme und das Wetter sprach. :42. Formája szerint gondosan vezetett vívás volt, amelyben mindkét fél tudta, hogy nem lesznek sebek, amelyeket meg lehetne mutatni, és hogy éppen ez az oka annak, amiért különösen pontosan céloztak. - Seiner Form nach war es ein sorgfältig geführtes Fechten, bei dem beide Parteien wussten, dass es keine Wunden geben würde, die man zeigen könnte, und dass das der Grund war, weshalb man eben deshalb besonders präzise zielte. :43. Amikor James felállt, kinyújtotta a kezét, és Stephen olyan fogással ragadta meg, amely egy másodperccel túl hosszú volt. - Als James aufstand, streckte er die Hand aus, und Stephen ergriff sie mit einem Griff, der eine Sekunde zu lang war. :44. Nem agresszív fogás volt, inkább egy territórium csendes állítása, mint egy mondat, amely szándékosan zárójel nélkül végződik. - Es war kein aggressiver Griff, eher die stille Behauptung eines Territories, wie ein Satz, der absichtlich ohne Schlusszeichen endet. :45. „Szokássá kellene tennünk ezt” – mondta Stephen. - „Wir sollten das zur Gewohnheit machen", sagte Stephen. :46. A mondatnak a hangsúlytól függően két teljesen különböző jelentése volt. - Der Satz hatte je nach Betonung zwei vollkommen verschiedene Bedeutungen. :47. „Nagyon szívesen” – válaszolta James –, „bár előre figyelmeztetnem kell, hogy nálam sem a teaszerviz, sem a kekszesdoboz nem tudja tartani a szintet – csak kávé, az északi ásványvizes-kávékávé-változat, amelyről Oxford ellenére sem sikerült még leszoktatnom magam.” - „Sehr gerne", antwortete James, „obwohl ich Sie vorwarnen muss, dass bei mir weder das Teeservice noch die Keksdose mithalten können – nur Kaffee, der Mineralwasserkaffeekaffeevariante aus dem Norden, die ich mir trotz Oxford noch nicht habe austreiben lassen." :48. Az ajtónál állt, keze a kilincsen. - Er stand an der Tür, die Hand am Knauf. :49. Aztán olyan mosollyal fordult meg, amelyet Stephen sem barátságosnak, sem ellenségesnek nem tudott volna besorolni, ami talán éppen a valódi minősége volt: „A kekszek egyébként valóban kivételesek voltak. Régi családi recept?” - Dann drehte er sich mit einem Lächeln um, das Stephen weder als freundlich noch als feindlich hätte kategorisieren können, was vielleicht seine eigentliche Qualität war: „Die Kekse, anbei bemerkt, waren wirklich außergewöhnlich. Ein altes Familienrezept?" :50. „Anyámtól” – mondta Stephen. - „Von meiner Mutter", sagte Stephen. :51. „Indiából?” – mondta James; nem kérdezve, inkább megállapítva, olyan ember hanghordozásával, aki lezár egy kutatást. - „Aus Indien?", sagte James – nicht fragend, eher feststellend, mit dem Tonfall eines Mannes, der eine Recherche abschließt. :52. Az ajtó azzal a halk, pontos kattanással csukódott be, amely a lakás csendjében még egy ideig tovább visszhangzott. - Die Tür fiel zu mit dem leisen, präzisen Klicken, das in der Stille der Wohnung eine Weile nachklang. :53. Stephen az ablaknál maradt állva, és figyelte, ahogy James megjelenik az utcán, sietség nélkül, anélkül hogy visszanézne. - Stephen blieb am Fenster stehen und beobachtete, wie James auf der Straße auftauchte, ohne Hast, ohne zurückzublicken. :54. James olyannak hatott, mint valaki, aki egy délután eredményét már besorolta, mielőtt maga mögött behúzta volna az ajtót. - James wirkte wie jemand, der das Ergebnis eines Nachmittags bereits eingeordnet hat, bevor er die Tür hinter sich zuzog. :55. Két ujjával lesöpört zakója hajtókájáról egy alig látható kekszmorzsanyomot. - Er wischte mit zwei Fingern eine kaum sichtbare Spur von Kekskrümeln vom Revers seines Jacketts. :56. Olyan gesztus volt, amelyet nem szándékosan tett, és amelynek jelentésén nem gondolkodott el; talán éppen ezért volt az egész délután legárulkodóbb gesztusa. - Es war eine Geste, die er nicht beabsichtigt hatte und über deren Bedeutung er nicht nachdachte, vielleicht gerade deshalb die aufschlussreichste Geste des ganzen Nachmittags. :57. Aztán elmosolyodott, röviden és szinte kelletlenül, mint egy beismerés, amelyet az ember önmaga előtt tesz, amikor senki sem figyel. - Dann lächelte er, kurz und fast ungern, wie ein Eingeständnis, das man sich selbst gegenüber macht, wenn niemand zuschaut. :58. A férfi jó volt, talán jobb, mint amennyit az állás megkövetelt volna, és ami ma közöttük történt, az sem vereség, sem győzelem nem volt, hanem valaminek a kezdete, amire még nem volt neve, de amit annak az embernek a nyugodt figyelmével fog majd megfigyelni, akinek a hosszú játszmák a legkedvesebbek. - Der Mann war gut, besser vielleicht, als die Stelle es verlangt hätte, und das, was sich heute zwischen ihnen ereignet hatte, war weder Niederlage noch Sieg, sondern der Beginn von etwas, für das er noch keinen Namen hatte, aber das er mit der ruhigen Aufmerksamkeit eines Mannes beobachten würde, dem die langen Spiele die liebsten waren. ------------------------- == 76 == 1 ------------------------- :Mike műhelye - Mikes Werkstatt :1. Mike elveszíti az állását. - Mike verliert seinen Job. :2. Egy nagy cégnél volt értékesítési vezető. - Er war Vertriebsleiter in einer großen Firma. :3. Most már nincs fizetése. - Jetzt hat er kein Gehalt mehr. :4. A pénze majdnem elfogyott. - Sein Geld ist fast weg. :5. Nem tudja, mit tegyen. - Er weiß nicht, was er tun soll. :6. Aztán az apjára gondol. - Dann denkt er an seinen Vater. :7. Az apja asztalos volt. - Sein Vater war Tischler. :8. Egy évvel ezelőtt halt meg. - Er ist vor einem Jahr gestorben. :9. A műhelye üresen áll. - Seine Werkstatt steht leer. :10. Mike odautazik, és megnézi magának a műhelyt. - Mike fährt hin und schaut sich die Werkstatt an. :11. Esik az eső. - Es regnet. :12. Az ajtó zárva van. - Die Tür ist verschlossen. :13. Mike-nál van egy feszítővas. - Mike hat ein Brecheisen dabei. :14. Azzal nyitja ki a zárat. - Er öffnet das Schloss damit. :15. Az ajtó hangosan nyikorog. - Die Tür quietscht laut. :16. Bent sötét van és por. - Drinnen ist es dunkel und staubig. :17. Sok pókháló van mindenütt. - Es gibt viele Spinnweben. :18. De Mike meglátja az apja régi gyalupadját is. - Aber Mike sieht auch die alte Hobelbank seines Vaters. :19. A falon egy tábla lóg. - An der Wand hängt ein Schild. :20. Ez áll rajta: „Itt valami új születik.” - Darauf steht: „Hier entsteht was Neues.“ :21. Mike egy kicsit elmosolyodik. - Mike lächelt ein bisschen. :22. A barátnője, Sarah, odajön hozzá. - Seine Freundin Sarah kommt zu ihm. :23. Sarah tanárnő. - Sie ist Lehrerin. :24. Egy bérleti szerződést tart a kezében. - Sie hält einen Mietvertrag in der Hand. :25. „Három hónap bérleti díj nélkül” - mondja. - „Drei Monate ohne Miete", sagt sie. :26. „Utána meg fogod oldani.” - „Danach schaffst du das.“ :27. Mike bólint. - Mike nickt. :28. Elkezdi kitakarítani a műhelyt. - Er beginnt, die Werkstatt sauber zu machen. :29. A barátja, Tom, segít neki. - Sein Freund Tom hilft ihm. :30. Tom villanyszerelő, és mindig vidám. - Tom ist Elektriker und immer lustig. :31. Kihordják a régi szemetet. - Sie schleppen alten Müll raus. :32. Tom megjavítja a lámpákat. - Tom repariert die Lampen. :33. Mike megjavítja a gépeket. - Mike repariert die Maschinen. :34. Két hét múlva Mike megkapja az első megbízását. - Nach zwei Wochen bekommt Mike den ersten Auftrag. :35. Egy startupnak húsz dohányzóasztalra van szüksége. - Ein Startup braucht zwanzig Couchtische. :36. Ez sok munka, de Mike örül. - Das ist viel Arbeit, aber Mike ist froh. :37. Minden nap nagyon sokáig dolgozik. - Er arbeitet jeden Tag sehr lange. :38. Aztán probléma történik. - Dann passiert ein Problem. :39. A falapok elvetemedtek. - Die Holzplatten sind verzogen. :40. Sok asztal nem jó. - Viele Tische sind nicht gut. :41. Mike nagyon dühös. - Mike ist sehr wütend. :42. Öklével rácsap a munkapadra. - Er schlägt mit den Fäusten auf die Werkbank. :43. Tom két csésze kávéval érkezik. - Tom kommt mit zwei Tassen Kaffee. :44. Egy elektromos gyalut is hoz magával. - Er bringt auch einen Elektrohobel mit. :45. „Most ezt megjavítjuk” - mondja Tom. - „Wir reparieren das jetzt", sagt Tom. :46. Egész éjszaka dolgoznak. - Sie arbeiten die ganze Nacht. :47. Hajnali háromkor tizenkilenc asztal elkészült. - Um drei Uhr morgens sind neunzehn Tische fertig. :48. Sarah pizzát hoz nekik. - Sarah bringt ihnen Pizza. :49. Egy üzenetet is hoz az ügyféltől. - Sie hat auch eine Nachricht vom Kunden dabei. :50. Az ügyfél ezt írja: „A jövő heti szállítás rendben van.” - Der Kunde schreibt: „Lieferung nächste Woche ist okay.“ :51. Mike mély levegőt vesz. - Mike atmet tief durch. :52. Rövid időre elalszik a műhely régi kanapéján. - Er schläft kurz auf der alten Couch in der Werkstatt. :53. Másnap reggel kiszállítják az asztalokat. - Am nächsten Morgen liefern sie die Tische aus. :54. Az ügyfél elégedett. - Der Kunde ist zufrieden. :55. Mike megkapja a pénzét. - Mike bekommt sein Geld. :56. Új fát és új szerszámokat vesz. - Er kauft neues Holz und neue Werkzeuge. :57. Decemberben van egy kis karácsonyi vásár a városban. - Im Dezember gibt es einen kleinen Weihnachtsmarkt in der Stadt. :58. Mike ott kiállítja az új bárszékeit. - Mike stellt seine neuen Barhocker dort aus. :59. Saját maga tervezte őket. - Er hat sie selbst entworfen. :60. Először senki sem megy oda a standjához. - Zuerst kommt niemand zu seinem Stand. :61. Mike csalódott. - Mike ist enttäuscht. :62. De aztán odajön egy idősebb úr. - Aber dann kommt ein älterer Herr. :63. A férfi sokáig nézi a székeket. - Der Mann schaut die Stühle lange an. :64. Azt mondja: „Ezek szépen vannak elkészítve.” - Er sagt: „Die sind schön gemacht.“ :65. Tizenkét székre van szüksége egy idősek otthona számára. - Er braucht zwölf Stühle für ein Seniorenheim. :66. Mike azt mondja: „Az első ötöt ingyen adom, ha jók.” - Mike sagt: „Die ersten fünf gebe ich umsonst, wenn sie gut sind.“ :67. A férfi nevet, és azonnal pénzt ad neki. - Der Mann lacht und gibt ihm sofort Geld. :68. Mike alig tudja elhinni. - Mike kann es kaum glauben. :69. Felhívja Sarah-t. - Er ruft Sarah an. :70. „Működik” - mondja. - „Es funktioniert", sagt er. :71. Sarah nagyon örül. - Sarah freut sich sehr. :72. Egy évvel később a műhely sokkal nagyobb. - Ein Jahr später ist die Werkstatt viel größer. :73. Az ajtó fölött egy új fatábla lóg. - Über der Tür hängt ein neues Schild aus Holz. :74. Ez áll rajta: „Mike asztalosműhelye.” - Darauf steht: „Mikes Tischlerei.“ :75. Ma Mike egy nagy teherautót rakodik meg. - Heute lädt Mike einen großen Lkw. :76. Egy szálloda sok bútort rendelt. - Ein Hotel hat viele Möbel bestellt. :77. Sarah és Tom segítenek a rakodásnál. - Sarah und Tom helfen beim Beladen. :78. Éppen felkel a nap. - Die Sonne geht gerade auf. :79. Mike letörli a verejtéket a homlokáról. - Mike wischt sich den Schweiß von der Stirn. :80. „Ez még csak az első lépés volt” - mondja. - „Das war erst Schritt eins", sagt er. :81. Sarah nevet. - Sarah lacht. :82. „Akkor tovább” - mondja. - „Dann weiter", sagt sie. :83. A teherautó elindul. - Der Lkw fährt los. :84. A piros hátsó lámpák lassan eltűnnek a hajnali derengésben. - Die roten Rücklichter verschwinden langsam in der Morgendämmerung. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Mike asztalosműhelye - Mikes Tischlerei :1. Mike elveszítette az állását értékesítési vezetőként, és a számlája majdnem üres volt. - Mike hatte seinen Job als Vertriebsleiter verloren, und sein Konto war fast leer. :2. A konyhaasztalnál ült, és a cég levelét bámulta. - Er saß am Küchentisch und starrte auf den Brief der Firma. :3. Sarah a vállára tette a kezét, és nem szólt semmit. - Sarah legte ihre Hand auf seine Schulter und sagte nichts. :4. Mike csak egy hosszú szünet után állt fel, és hozta el a kabátját. - Erst nach einer langen Pause stand Mike auf und holte seinen Mantel. :5. Tudta, mit akar tenni. - Er wusste, was er tun wollte. :6. Az apja műhelye egy éve üresen állt. - Die Werkstatt seines Vaters stand seit einem Jahr leer. :7. Az apja hirtelen halt meg, és senki sem törődött a garázzsal. - Der Vater war plötzlich gestorben, und niemand hatte sich um die Garage gekümmert. :8. Mike autóval ment oda, bár esett az eső, és hideg volt. - Mike fuhr mit dem Auto hin, obwohl es regnete und kalt war. :9. A nehéz fémajtó előtt állt, és szorosan tartotta kezében a feszítővasat. - Er stand vor der schweren Metalltür und hielt das Brecheisen fest in der Hand. :10. A zár régi volt és rozsdás, de néhány próbálkozás után engedett. - Das Schloss war alt und rostig, aber nach ein paar Versuchen gab es nach. :11. Az ajtó hangosan nyikorgott, amikor Mike benyomta. - Die Tür quietschte laut, als Mike sie aufdrückte. :12. Bent fa, olaj és régi por szaga volt. - Drinnen roch es nach Holz, Öl und altem Staub. :13. Pókhálók lógtak a mennyezetről, és az ablakok piszkosak voltak. - Spinnweben hingen von der Decke, und die Fenster waren schmutzig. :14. Mike mégis furcsán nyugodtnak érezte magát ebben a helyiségben. - Trotzdem fühlte sich Mike seltsam ruhig in diesem Raum. :15. A falon még mindig ott lógott apja régi táblája: „Itt valami új születik.” - An der Wand hing noch das alte Schild seines Vaters: „Hier entsteht was Neues.“ :16. Mike kétszer is elolvasta, és sokáig gondolkodott rajta. - Mike las es zweimal und dachte lange darüber nach. :17. Sarah egy órával később érkezett, bérleti szerződéssel a kezében. - Sarah kam eine Stunde später mit einem Mietvertrag in der Hand. :18. A bérbeadó három hónap bérleti díj mentességet ajánlott neki. - Der Vermieter hatte ihr drei Monate Mietfreiheit angeboten. :19. „Ez a te esélyed” - mondta -, „de valóban élned kell vele.” - „Das ist deine Chance", sagte sie, „aber du musst sie wirklich nutzen." :20. Mike még aznap este aláírta a szerződést. - Mike unterschrieb den Vertrag noch am selben Abend. :21. A következő napokban Tom segített a rendrakásban. - In den nächsten Tagen half Tom beim Aufräumen. :22. Tom villanyszerelő volt, és Mike legjobb barátja az iskoláskor óta. - Tom war Elektriker und Mikes bester Freund seit der Schulzeit. :23. Megjavította a régi lámpákat, és új kábeleket húzott a falakon keresztül. - Er reparierte die alten Lampen und zog neue Kabel durch die Wände. :24. Mike kihordta a törött gépeket, és a műhely minden sarkát megtisztította. - Mike schleppte kaputte Maschinen nach draußen und reinigte jede Ecke der Werkstatt. :25. Egy hét után a helyiség már egészen másképp nézett ki. - Nach einer Woche sah der Raum schon ganz anders aus. :26. Az első igazi megbízást Mike egy kis internetes hirdetésen keresztül kapta. - Den ersten richtigen Auftrag bekam Mike über eine kleine Anzeige im Internet. :27. Egy fiatal startupnak húsz dohányzóasztalra volt szüksége az új irodájába. - Ein junges Startup brauchte zwanzig Couchtische für sein neues Büro. :28. Mike ideges volt, de azonnal igent mondott. - Mike war nervös, aber er sagte sofort zu. :29. Minden nap kora reggeltől késő estig dolgozott, és az utolsó pénzéből vette meg a fát. - Er arbeitete jeden Tag früh bis spät und kaufte das Holz mit seinem letzten Geld. :30. Nem sokkal a szállítás előtt azonban észrevette, hogy több lap elvetemedett. - Doch kurz vor der Lieferung bemerkte er, dass mehrere Platten sich verzogen hatten. :31. A munkapad előtt állt, és ökölbe szorította a kezét, anélkül hogy egy szót szólt volna. - Er stand vor der Werkbank und ballte die Fäuste, ohne ein Wort zu sagen. :32. Tom két pohár kávéval és egy elektromos gyaluval a hóna alatt érkezett. - Tom kam mit zwei Bechern Kaffee und einem Elektrohobel unter dem Arm. :33. „Sírás később” - mondta -, „most csiszolunk.” - „Heulen später", sagte er, „jetzt schleifen wir." :34. Egész éjszaka végigdolgozták, amíg tizenkilenc asztal valóban jól nem nézett ki. - Sie arbeiteten die ganze Nacht durch, bis neunzehn Tische wirklich gut aussahen. :35. Sarah éjfél körül pizzát hozott, és egy rövid üzenetet az ügyféltől. - Sarah brachte gegen Mitternacht Pizza und eine kurze Nachricht vom Kunden. :36. Az ügyfél azt írta, hogy a szállítás a következő héten is rendben van. - Der Kunde schrieb, dass die Lieferung auch nächste Woche noch in Ordnung sei. :37. Mike nekitámaszkodott a falnak, és rövid időre lehunyta a szemét. - Mike lehnte sich an die Wand und schloss kurz die Augen. :38. Az asztalokat pontosan kiszállították, és az ügyfél gond nélkül fizetett. - Die Tische wurden pünktlich geliefert, und der Kunde zahlte ohne Probleme. :39. A pénzből Mike jobb fát és egy új szerszámot vett. - Mit dem Geld kaufte Mike besseres Holz und ein neues Werkzeug. :40. Elkezdett saját bútorokat tervezni, amilyeneket sehol sem látott így. - Er begann, eigene Möbel zu entwerfen, die er nirgendwo so gesehen hatte. :41. Különösen a bárszékek tetszettek neki nagyon, amelyeket egy vázlatfüzetbe rajzolt. - Besonders die Barhocker, die er in einem Skizzenbuch gezeichnet hatte, gefielen ihm selbst sehr gut. :42. Decemberben a belvárosban volt egy kis karácsonyi vásár. - Im Dezember gab es in der Innenstadt einen kleinen Weihnachtsmarkt. :43. Mike bérelt egy standot, és kiállította a bárszékeit. - Mike mietete einen Stand und stellte seine Barhocker aus. :44. Az első órák nehezek voltak, mert alig állt meg valaki. - Die ersten Stunden waren schwierig, weil kaum jemand stehen blieb. :45. Mike a hideg kávéját itta, és türelmesen várt. - Mike trank seinen kalten Kaffee und wartete geduldig. :46. Estefelé egy idősebb úr szólította meg nyugodt hangon. - Gegen Abend sprach ihn ein älterer Herr mit ruhiger Stimme an. :47. A férfi gondosan megnézett minden széket, és megkérdezte az árát. - Der Mann betrachtete jeden Hocker sorgfältig und fragte nach dem Preis. :48. Aztán azt mondta, hogy tizenkét székre van szüksége egy idősek otthona számára. - Dann sagte er, dass er zwölf Stühle für ein Seniorenheim brauche. :49. Mike röviden elgondolkodott, és így válaszolt: „Az első ötöt ingyen adom, ha valóban bírják.” - Mike überlegte kurz und antwortete: „Die ersten fünf gebe ich umsonst, wenn sie wirklich halten." :50. A férfi halkan nevetett, és azonnal pénzt tett az asztalra. - Der Mann lachte leise und legte sofort Geld auf den Tisch. :51. Mike még a karácsonyi vásáron felhívta Sarah-t. - Mike rief Sarah noch auf dem Weihnachtsmarkt an. :52. „Sikerült” - mondta, és a hangja másképp csengett, mint máskor. - „Es hat geklappt", sagte er, und seine Stimme klang anders als sonst. :53. Egy évvel később Mike a műhelye előtt állt, és az ajtó fölötti új fatáblát nézte. - Ein Jahr später stand Mike vor seiner Werkstatt und betrachtete das neue Holzschild über der Tür. :54. „Mike asztalosműhelye” állt rajta tiszta betűkkel. - „Mikes Tischlerei" stand dort in klaren Buchstaben. :55. Sarah és Tom segítettek neki megtölteni egy nagy szállítóautót egy szállodalánc számára készült bútorokkal. - Sarah und Tom halfen ihm, einen großen Lieferwagen mit Möbeln für eine Hotelkette zu beladen. :56. Éppen felkelt a nap, és a levegő friss és hűvös volt. - Die Sonne ging gerade auf, und die Luft war frisch und kühl. :57. Mike letörölte a verejtéket a homlokáról, és a készre megrakott rakfelületre nézett. - Mike wischte sich den Schweiß von der Stirn und sah auf die fertig beladene Ladefläche. :58. „Ez még csak az első lépés volt” - mondta. - „Das war erst Schritt eins", sagte er. :59. Sarah vigyorgott, és felmászott az anyósülésre. - Sarah grinste und kletterte auf den Beifahrersitz. :60. „Akkor tovább” - mondta. - „Dann weiter", sagte sie. :61. A kocsi lassan elindult az utcán lefelé, és a piros hátsó lámpák eltűntek a világos hajnali derengésben. - Der Wagen fuhr langsam die Straße hinunter, und die roten Rücklichter verschwanden in der hellen Morgendämmerung. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Mike műhelye - Mikes Werkstatt :1. Amikor Mike a kezében tartotta a cége felmondólevelét, érezte, hogy valami elmozdul benne. - Als Mike den Kündigungsbrief seiner Firma in den Händen hielt, spürte er, wie sich etwas in ihm verschob. :2. Ez nem pánik volt, hanem különös, hűvös üresség. - Es war nicht Panik, sondern eine seltsame, kühle Leere. :3. Három éven át mindent beletett ebbe az állásba: túlórákat, hétvégéket, kompromisszumokat. - Er hatte drei Jahre lang alles in diese Stelle gesteckt: Überstunden, Wochenenden, Kompromisse. :4. Most vége volt, egyetlen mondattal egy fehér papírlapon. - Jetzt war es vorbei, mit einem einzigen Satz auf weißem Papier. :5. Sarah vele szemben ült a konyhaasztalnál, és figyelte őt, anélkül hogy kérdezett volna. - Sarah saß ihm gegenüber am Küchentisch und beobachtete ihn, ohne zu fragen. :6. Elég jól ismerte ahhoz, hogy tudja: beszélni fog, amikor készen áll rá. - Sie kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass er reden würde, wenn er bereit war. :7. Hosszú csend után Mike összehajtotta a levelet, és betette a fiókba. - Nach einer langen Stille faltete Mike den Brief zusammen und steckte ihn in die Schublade. :8. „Elmegyek apám műhelyébe” – mondta, és ez volt minden. - „Ich fahre zur Werkstatt meines Vaters", sagte er, und das war alles. :9. A garázs a város szélén állt, egy gumikereskedés és egy elhagyott raktárépület között. - Die Garage lag am Stadtrand, zwischen einem Reifenhändler und einem verlassenen Lagerhaus. :10. Apja halála óta senki sem lépett be oda. - Seit dem Tod seines Vaters hatte niemand sie mehr betreten. :11. Mike az esőben parkolta le az autót, felhajtotta a gallérját, és szemügyre vette a rozsdás lakatokat. - Mike parkte den Wagen im Regen, zog den Kragen hoch und betrachtete die verrosteten Vorhängeschlösser. :12. A lakatok úgy hatottak, mintha soha nem kellett volna senkit kívül tartaniuk, hanem csak az időt akarták volna odabent fogva tartani. - Die Schlösser wirkten, als hätten sie nie jemanden draußen halten müssen, sondern nur die Zeit drinnen festhalten wollen. :13. Nekifeszítette a feszítővasat. - Er stemmte das Brecheisen an. :14. Néhány erőteljes próbálkozás után a fém engedett. - Nach ein paar kräftigen Versuchen gab das Metall nach. :15. Az első lépés a műhelybe furcsán ismerősnek érződött, bár évek óta nem járt itt. - Der erste Schritt in die Werkstatt fühlte sich merkwürdig vertraut an, obwohl er seit Jahren nicht mehr hier gewesen war. :16. A fapor és a gépolaj szaga úgy ette be magát a falakba, mint valami, ami nem akar elmúlni. - Der Geruch von Holzstaub und Maschinenöl hatte sich in die Wände gefressen wie etwas, das nicht vergehen will. :17. A hátsó falon még mindig ott lógott apja kézzel írt táblája, ferdén és kifakulva, de még olvashatóan. - An der hinteren Wand hing noch das handgeschriebene Schild seines Vaters, schief und verblasst, aber noch lesbar. :18. A táblán ez állt: „Itt valami új születik.” - Auf dem Schild stand: „Hier entsteht was Neues." :19. Mike sokáig állt előtte, és arra gondolt, vajon hányszor használhatta apja maga is ezt a mondatot. - Mike stand lange davor und dachte daran, wie oft sein Vater diesen Satz wohl selbst gebraucht hatte. :20. Apjának alighanem akkor volt szüksége rá, amikor valami nem sikerült. - Sein Vater hatte ihn wohl gebraucht, wenn etwas nicht klappte. :21. Sarah másnap reggel egy bérleti szerződéssel érkezett, amelyet egy ismerősén keresztül intézett el. - Sarah kam am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag, den sie über einen Bekannten organisiert hatte. :22. A bérleti szerződés három hónap bérletidíj-mentességet kínált, utána pedig tisztességes árat. - Der Mietvertrag bot drei Monate mietfrei, danach einen fairen Preis. :23. „A bérbeadó tudja, hogy most kezdesz” – mondta. - „Der Vermieter weiß, dass du anfängst", sagte sie. :24. „Nem akarja, hogy már az elején elsüllyedj.” - „Er will nicht, dass du gleich zu Beginn versinkst." :25. Mike aláírta, anélkül hogy sokáig habozott volna. - Mike unterschrieb, ohne lange zu zögern. :26. Tudta, hogy habozni fog, ha egyszer elkezd gondolkodni. - Er wusste, dass er zögern würde, wenn er erst anfing nachzudenken. :27. Tom a hétvégén jelent meg a furgonjával, egy szerszámosládával és egy ember energiájával. - Tom erschien am Wochenende mit seinem Transporter, einem Werkzeugkoffer und der Energie eines Menschen. :28. Annak az embernek az energiája volt ez, aki másokért szívesen nekigyürkőzik a munkának. - Es war die Energie eines Menschen, der für andere gerne anpackt. :29. Villanyszerelő volt. - Er war Elektriker. :30. Nem ismert olyan munkát, amelynél valahogyan ne lehetett volna segíteni. - Er kannte keine Arbeit, bei der man nicht irgendwie helfen konnte. :31. Miközben Mike szétszedte a törött gépeket és csiszolta a munkapadot, Tom új vezetékeket húzott be. - Während Mike die kaputten Maschinen auseinandernahm und die Werkbank schmirgelte, zog Tom neue Leitungen. :32. Tom fényt vitt a garázs sötét sarkaiba. - Tom brachte Licht in die dunklen Ecken der Garage. :33. Három nap után a műhely már nem úgy nézett ki, mint egy hely, amelyet feladtak. - Nach drei Tagen sah die Werkstatt nicht mehr aus wie ein Ort, der aufgegeben worden war. :34. Úgy nézett ki, mint egy hely, amely éppen felébredt. - Sie sah aus wie ein Ort, der gerade aufgewacht ist. :35. Az első megbízást Mike egy kis hirdetésen keresztül találta, amelyet késő este tett fel az internetre. - Den ersten Auftrag fand Mike über eine kleine Anzeige, die er spätabends ins Internet gestellt hatte. :36. Nem voltak nagy elvárásai. - Er hatte keine großen Erwartungen. :37. Egy fiatal technológiai vállalat húsz dohányzóasztalt keresett az új irodájába. - Ein junges Technologieunternehmen suchte zwanzig Couchtische für sein neues Büro. :38. A dohányzóasztaloknak egyszerűnek, modernnek és gyorsan szállíthatónak kellett lenniük. - Die Couchtische sollten schlicht, modern und schnell lieferbar sein. :39. Mike azonnal visszahívta őket, olyan árat mondott, amely alig hagyott nyereséget, és igent mondott. - Mike rief sofort zurück, nannte einen Preis, der kaum Gewinn ließ, und sagte zu. :40. A számláján lévő utolsó pénzből megvette a fát, és kora reggeltől mély éjszakáig dolgozott. - Er kaufte das Holz mit dem letzten Geld auf seinem Konto und arbeitete von früh morgens bis tief in die Nacht. :41. Nem engedhetett meg magának hibát. - Er konnte sich keinen Fehler leisten. :42. De pontosan ez a hiba mégis megtörtént: nem sokkal a befejezés előtt észrevette, hogy több furnérozott lap a hő hatására elvetemedett. - Doch genau dieser Fehler passierte trotzdem: kurz vor der Fertigstellung bemerkte er, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Wärme verzogen hatten. :43. A lapokat már nem lehetett felhasználni. - Die Platten ließen sich nicht mehr verwenden. :44. Ott állt a kár előtt, és nem szólt semmit. - Er stand vor dem Schaden und sagte nichts. :45. Nem jutottak eszébe szavak, amelyek méltók lettek volna a helyzethez. - Ihm fielen keine Worte ein, die der Situation gerecht geworden wären. :46. Tom kávéval érkezett, meglátta Mike arcát, letette a poharakat, és azt mondta: „Most nem gondolkodni kell – most csiszolni.” - Tom kam mit Kaffee, sah Mikes Gesicht, stellte die Becher ab und sagte: „Jetzt nicht denken – jetzt schleifen." :47. Hajnali háromig dolgoztak, és megmentettek tizenkilencet a húsz asztalból. - Sie arbeiteten bis drei Uhr morgens und retteten neunzehn der zwanzig Tische. :48. A huszadikat félretették, anélkül hogy még egy szót vesztegettek volna rá. - Den zwanzigsten legten sie zur Seite, ohne ein weiteres Wort darüber zu verlieren. :49. Sarah éjfél körül ételt hozott, és az ügyfél rövid üzenetét. - Sarah brachte gegen Mitternacht Essen und eine kurze Nachricht des Kunden. :50. Az ügyfél azt írta, hogy egy hét késés nem jelent problémát. - Der Kunde hatte geschrieben, dass eine Woche Verzögerung kein Problem sei. :51. Mike evett, anélkül hogy ízeket érzett volna. - Mike aß, ohne zu schmecken. :52. Két órát aludt a régi kanapén, amely még apja idejéből származott. - Er schlief zwei Stunden auf dem alten Sofa, das noch aus der Zeit seines Vaters stammte. :53. A szállítás gond nélkül zajlott, az ügyfél elégedett volt, és a pénz időben megérkezett a számlára. - Die Lieferung verlief problemlos, der Kunde war zufrieden, und das Geld kam pünktlich auf dem Konto an. :54. Mike azonnal új anyagot rendelt, és ezzel párhuzamosan saját terveket kezdett rajzolni. - Mike bestellte sofort neues Material und begann parallel dazu, eigene Entwürfe zu zeichnen. :55. Ezek a tervek hetek óta a fejében voltak: egy bárszék-sorozat, amelynek egyszerűnek és masszívnak kellett látszania, anélkül hogy olcsónak hatna. - Diese Entwürfe hatte er seit Wochen im Kopf: eine Barhockerserie, die einfach und solide aussehen sollte, ohne billig zu wirken. :56. Fűrészelt, gyalult és csiszolt, amíg minden darab olyan nem lett, amilyennek elképzelte. - Er sägte, hobelte und schliff, bis jedes Stück so war, wie er es sich vorgestellt hatte. :57. Decemberben bérelt egy standot a belvárosi karácsonyi vásáron, és hat bárszéket állított ki. - Im Dezember mietete er einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt und stellte sechs Barhocker aus. :58. Nem sok reménye volt, de azt érezte, hogy az embernek néha egyszerűen ki kell próbálnia dolgokat. - Er hatte nicht viel Hoffnung, aber das Gefühl, dass man Dinge manchmal einfach ausprobieren muss. :59. Az első órák kijózanítóan teltek. - Die ersten Stunden verliefen ernüchternd. :60. Az emberek elmentek mellette, röviden odapillantottak, majd továbbmentek. - Die Leute liefen vorbei, blickten kurz hin und gingen weiter. :61. Estefelé megállt egy idősebb úr, aki minden darabot alaposan szemügyre vett. - Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich jedes Stück gründlich ansah. :62. Olyan kérdéseket tett fel, amelyekből látszott, hogy ért hozzá. - Er stellte Fragen, die zeigten, dass er etwas davon verstand. :63. Egy idősotthont vezetett a város másik végén. - Er leitete ein Seniorenheim am anderen Ende der Stadt. :64. Stabil, kézzel készített székeket keresett az új közösségi helyiségbe. - Er suchte stabile, handgemachte Stühle für den neuen Gemeinschaftsraum. :65. „Tizenkét darab” – mondta. - „Zwölf Stück", sagte er. :66. „Ha az ár megfelel.” - „Wenn der Preis stimmt." :67. Mike gondolkodott egy pillanatig, majd így válaszolt: „Az első ötöt ingyen adom, ha három hónap múlva még ugyanúgy állnak, mint ma.” - Mike dachte einen Moment nach und antwortete: „Die ersten fünf gebe ich umsonst ab, wenn sie nach drei Monaten noch so stehen wie heute." :68. A férfi ránézett, röviden felnevetett, és előleget tett az asztalra. - Der Mann sah ihn an, lachte kurz auf und legte eine Anzahlung auf den Tisch. :69. Mike még ott, a piactéren felhívta Sarah-t, a karácsonyi zene és a tömeg zajában. - Mike rief Sarah noch auf dem Marktplatz an, im Lärm der Weihnachtsmusik und des Gedränges. :70. Csak ennyit mondott: „Beindult.” - Er sagte nur: „Es läuft." :71. Egy évvel később a műhely előtt egy szállítóautó állt, megrakva bútorokkal egy közepes méretű szállodalánc számára. - Ein Jahr später stand vor der Werkstatt ein Lieferwagen, beladen mit Möbeln für eine mittelgroße Hotelkette. :72. Mike a szállodaláncot az idősotthon egyik kapcsolata révén találta meg. - Mike hatte die Hotelkette über einen Kontakt des Seniorenheims gefunden. :73. Az ajtó fölött masszív tölgyfából készült új tábla függött. - Über der Tür hing ein neues Schild aus massiver Eiche. :74. Tom akasztotta fel a hétvégén: „Mike asztalosműhelye”, tiszta, égetett betűkkel. - Tom hatte es am Wochenende aufgehängt: „Mikes Tischlerei", in klaren, gebrannten Buchstaben. :75. A nap éppen a tetők fölé tolta magát, amikor Mike rögzítette az utolsó ládát. - Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, als Mike die letzte Kiste festzurrte. :76. Aztán felegyenesedett. - Dann richtete er sich auf. :77. A munkanadrágjába törölte a kezét. - Er wischte sich die Hände an der Arbeitshose ab. :78. Egy pillanatig nézte a táblát, az autót és az előttük húzódó utcát. - Einen Moment lang betrachtete er das Schild, den Wagen und die Straße davor. :79. „Ez még csak az első lépés volt” – mondta félhangosan. - „Das war erst Schritt eins", sagte er halblaut. :80. Inkább magának mondta, mint a többieknek. - Er sagte es mehr zu sich selbst als zu den anderen. :81. Sarah felmászott az anyósülésre, és a nyitott ablakon át odakiáltott: „Akkor tovább.” - Sarah kletterte auf den Beifahrersitz und rief durch das offene Fenster: „Dann weiter." :82. Tom beindította a motort. - Tom startete den Motor. :83. Az autó lassan legurult az utcán, míg a piros hátsó lámpák eltűntek a kora reggel világosságában. - Der Wagen rollte langsam die Straße hinunter, bis die roten Rücklichter in der Helligkeit des frühen Morgens verschwanden. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- ------------------------- Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog und die wenigen Sätze las, die drei Jahre Arbeit mit einem einzigen Absatz für beendet erklärten, bemerkte er, dass ihn nicht die Nachricht selbst traf. Ihn traf die vollständige Gleichgültigkeit, mit der das Papier formuliert worden war, als hätte er nie mehr als eine Nummer in einer Tabelle bedeutet. Sarah saß ihm gegenüber und beobachtete sein Gesicht mit der stillen Aufmerksamkeit eines Menschen, der weiß, dass jedes Wort in diesem Moment zu viel wäre. So blieben sie eine Weile in der Küche sitzen, während draußen der Regen gegen die Scheibe schlug und die Uhr an der Wand gleichmäßig weiterging. Mike legte den Brief auf den Tisch, ohne ihn zu falten, stand auf und sagte, er werde zur Werkstatt seines Vaters fahren. Das war kein Plan, sondern die einzige Richtung, die sich in diesem Moment richtig anfühlte. Die Garage am Stadtrand hatte seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr niemand mehr betreten, und als Mike im Regen vor den verrosteten Vorhängeschlössern stand, überkam ihn das eigenartige Gefühl, dass dieser Ort auf ihn gewartet hatte. Er hatte nicht mit Ungeduld gewartet, sondern mit der ruhigen Beharrlichkeit alter Dinge, die gelernt haben, dass Zeit keine Bedrohung ist. Er stemmte das Brecheisen unter den Bügel des ersten Schlosses. Nach mehreren kräftigen Versuchen gab das verrostete Metall mit einem dumpfen Knacken nach, das in der regennassen Stille lauter klang, als es sein durfte. Der erste Schritt durch die quietschende Tür führte ihn in einen Raum, der nach Holzstaub, altem Maschinenöl und etwas roch, das sich nur als die Zeit selbst beschreiben ließ. Es war jene schwere, angesammelte Stille von Orten, an denen lange gearbeitet worden war und die diese Arbeit in ihren Wänden aufgespeichert haben wie ein Körper eine alte Gewohnheit. Spinnweben hingen zwischen den Regalen, die Fensterscheiben waren grau vor Schmutz, und eine verbeulte Hobelbank stand noch genau dort, wo sie immer gestanden hatte. Die Hobelbank wirkte, als hätte sein Vater sie gestern zuletzt benutzt. An der hinteren Wand hing das handgeschriebene Schild, schief und vom Licht ausgeblichen, aber mit Buchstaben, die noch klar genug waren, um zu lesen: „Hier entsteht was Neues". Es war ein Satz, der Mike früher kindisch vorgekommen war und der ihm jetzt, in diesem Moment, wie eine Ansage klang. Sarah erschien am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag, den sie über einen Bekannten organisiert hatte, der den alten Vermieter kannte. Sie legte das Papier auf die Hobelbank mit der knappen Bemerkung, dass drei Monate Mietfreiheit keine Einladung zum Zögern seien, sondern eine Frist. Mike las den Vertrag einmal durch, nahm den Stift und unterschrieb. Er unterschrieb, bevor der Teil seines Gehirns, der Risiken auflistet, die Oberhand gewinnen konnte. Tom kam am Samstag mit seinem Transporter, einem vollgepackten Werkzeugkoffer und der unerschütterlichen Bereitschaft, anzupacken, ohne erst zu fragen warum. Das hatte Mike an ihm immer mehr geschätzt als alles andere. Während Tom die defekten Stromleitungen freielegte und neue Kabel durch die Decke zog, zerlegte Mike die alten Maschinen, prüfte, was sich reparieren ließ, und entschied mit der Kaltblütigkeit eines Menschen, der kein Geld für Sentimentalität übrig hat. Er entschied, was auf den Sperrmüll gehörte. Nach drei Tagen intensiver, schweigender Arbeit hatte die Werkstatt aufgehört, wie ein Ort auszusehen, der verlassen worden war. Stattdessen begann sie, wie ein Ort zu wirken, der gerade im Begriff ist, etwas zu werden. Der erste ernsthafte Auftrag kam über eine Kleinanzeige, die Mike spätabends ins Internet gestellt hatte, ohne daran zu glauben, dass sich innerhalb von vierundzwanzig Stunden jemand melden würde. Doch am nächsten Mittag rief eine junge Frau von einem Technologieunternehmen an, das zwanzig Couchtische für sein neues Büro brauchte, schlicht, modern und innerhalb von drei Wochen lieferbar. Mike nannte einen Preis, der ihm kaum Gewinn ließ, weil er wusste, dass er sich mit diesem Auftrag beweisen musste – nicht dem Kunden gegenüber, sondern sich selbst. Noch am selben Nachmittag kaufte er das Holz, obwohl sein Konto danach fast leer war und er sich keine zweite Bestellung hätte leisten können, wenn etwas schiefgegangen wäre. Es ging etwas schief: Wenige Tage vor der Fertigstellung stellte Mike fest, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Werkstattwärme verzogen hatten und nicht mehr zu verwenden waren. Dieser Moment – das stille Stehen vor dem Schaden, die Berechnung der Zeit und des fehlenden Geldes im Kopf – war der erste, in dem er wirklich daran zweifelte, ob er das durchhalten konnte. Tom kam mit zwei Bechern Kaffee, sah, was passiert war, stellte die Becher auf die Werkbank und sagte: „Heulen später, schleifen jetzt." Das war keine Aufmunterung, sondern ein Befehl, und genau das brauchte Mike in diesem Moment. Sie arbeiteten ohne Pause bis tief in die Nacht und retteten neunzehn der zwanzig Tische. Als Sarah gegen Mitternacht mit Essen kam und beiläufig erwähnte, dass der Kunde geschrieben habe, eine Woche Verzögerung sei völlig in Ordnung, ließ Mike sich auf das alte Sofa fallen und schloss die Augen, ohne ein Wort zu sagen. Die Lieferung verlief reibungslos, das Geld kam pünktlich, und Mike reinvestierte es sofort in besseres Material und ein neues Werkzeug. Er hatte verstanden, dass jeder Auftrag nicht nur Umsatz, sondern eine Gelegenheit war, die nächste Arbeit besser zu machen als die vorherige. Parallel dazu begann er, eine eigene Barhockerserie zu entwerfen, deren Skizzen er seit Wochen in einem Notizbuch gesammelt hatte. Es waren Linien und Maßangaben, die nachts entstanden waren, wenn er nicht schlafen konnte, und die er nun in der Werkstatt in Holz übersetzte, Stück für Stück, mit einer Sorgfalt, die er sich bei Auftragsarbeiten selten leisten konnte. Im Dezember mietete er einen kleinen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt, stellte sechs Barhocker aus und wartete. Die Stunden vergingen, und die meisten Leute streiften seinen Stand mit einem kurzen Blick und gingen weiter, als wären Holzmöbel zwischen Glühweinständen und Wollmützen eine zu ernste Sache. Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich Zeit nahm für jeden einzelnen Hocker, die Verbindungen prüfte, die Oberfläche befühlte und Fragen stellte, die zeigten, dass er wusste, wovon er sprach. Schließlich erklärte er, er leite ein Seniorenheim und suche stabile, würdevoll gemachte Stühle für einen neu eingerichteten Gemeinschaftsraum. Mike hörte zu, dachte einen Moment nach und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Berechnung, wenn sie nach drei Monaten noch genauso stehen wie heute." Es war ein Angebot, das keine Großzügigkeit war, sondern das ruhige Vertrauen eines Handwerkers in seine eigene Arbeit. Der Herr sah ihn einen Augenblick lang an und lachte leise auf, als hätte er lange niemanden mehr so reden hören. Dann legte er eine Anzahlung auf den Tisch. Ein Jahr später stand ein Lieferwagen vor der erweiterten Werkstatt, beladen mit einem Großauftrag für eine Hotelkette, die Mike über einen Kontakt des Seniorenheims gefunden hatte. Über der Tür hing ein neues Schild aus massiver Eiche, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte: „Mikes Tischlerei", in Buchstaben, die aussahen, als hätten sie immer dort gehangen. Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, als Mike die letzte Ladung festzurrte, sich aufrichtete und einen Moment lang stillhielt. Er hatte den Blick auf das Schild, den Wagen und die leere Straße davor gerichtet, als wollte er sich diesen Zustand einprägen, bevor er aufhörte, neu zu sein. „Das war erst Schritt eins", sagte er, halblaut, mit einer Stimme, die keine Erschöpfung mehr hörte. In dieser Stimme lag etwas, das sich nach Anfang anfühlte. Sarah rief durch das offene Fenster des Beifahrersitzes: „Dann weiter." Tom startete den Motor, der Wagen rollte langsam die Straße hinunter. Die roten Rücklichter lösten sich in der Helligkeit des frühen Morgens auf, als wäre der Tag groß genug, um alles zu schlucken, was noch kommen würde. ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Mike és a műhely - Mike und die Werkstatt :1. Amikor Mike kihúzta a felmondólevelet a borítékból, nem maga a hír találta el. - Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog, traf ihn nicht die Nachricht selbst. :2. A sorok hideg, bürokratikus tisztasága találta el, amelyek életének három évét néhány mondattal lezártnak nyilvánították – emberi hang nélkül, a sok korai reggel és azoknak a kompromisszumoknak az elismerése nélkül, amelyek őt lépésről lépésre megváltoztatták. - Ihn traf die kalte, bürokratische Sauberkeit der Zeilen, die drei Jahre seines Lebens mit wenigen Sätzen für beendet erklärten – ohne einen menschlichen Ton, ohne Anerkennung der vielen frühen Morgen und der Kompromisse, die ihn Stück für Stück verändert hatten. :3. Sarah vele szemben ült, kezét a kávéscsészéje köré kulcsolva. - Sarah saß ihm gegenüber, die Hände um ihre Kaffeetasse gelegt. :4. Hallgatott. - Sie schwieg. :5. Tudta, hogy a szavak most csak zavarnának. - Sie wusste, dass Worte jetzt nur stören würden. :6. Időre volt szüksége. - Er brauchte Zeit. :7. Nem a rossz hír miatt, amelyet már régóta sejtett, hanem az átmenethez abba, aminek most következnie kellett. - Nicht für die schlechte Nachricht, die er längst geahnt hatte, sondern für den Übergang in das, was nun kommen musste. :8. Végül tömören azt mondta: „Elmegyek apám műhelyébe.” - Schließlich sagte er knapp: „Ich fahre zur Werkstatt meines Vaters.“ :9. A város szélén álló garázs apja egy évvel korábbi halála óta érintetlenül maradt. - Die Garage am Stadtrand war seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr unberührt geblieben. :10. Mike az esőben állt előtte, kezét a dzsekije zsebébe dugva, és érezte, hogy ez a hely nem egyszerűen csak várt. - Im Regen stand Mike davor, die Hände in den Jackentaschen, und spürte, dass dieser Ort nicht einfach gewartet hatte. :11. Pontosan erre a pillanatra várt – arra az időpontra, amikor Mike élete elég üres lett ahhoz, hogy újra helyet teremtsen valami újnak. - Er hatte auf genau diesen Moment gewartet – auf den Augenblick, in dem Mikes Leben leer genug war, um wieder Platz für etwas Neues zu schaffen. :12. A feszítővassal feltörte az első zárat. - Mit dem Brecheisen stemmte er das erste Schloss auf. :13. A fém tompa reccsenéssel engedett. - Das Metall gab mit einem dumpfen Knacken nach. :14. Amikor kinyitotta a nyikorgó ajtót, belépett egy faforgácsból, gépolajból és csendes, elmúlt munkából álló világba. - Als er die quietschende Tür öffnete, trat er ein in eine Welt aus Holzstaub, Maschinenöl und stiller, vergangener Arbeit. :15. Apja gyalupadja még mindig pontosan ugyanott állt. - Die Hobelbank seines Vaters stand noch genau dort. :16. Mellette ott függött a régi tábla a kifakult betűkkel: „Itt valami új születik.” - Daneben hing das alte Schild mit den verblichenen Buchstaben: „Hier entsteht was Neues.“ :17. Másnap reggel Sarah hozott egy bérleti szerződést. - Am nächsten Morgen brachte Sarah einen Mietvertrag. :18. Három hónap bérleti díj nélkül, utána tisztességes összeg. - Drei Monate mietfrei, danach ein fairer Betrag. :19. Mike gondosan elolvasta, aláírta, és elfojtotta a fejében megszólaló figyelmeztető hangot, amely kockázatokról suttogott. - Mike las ihn sorgfältig, unterschrieb und verdrängte die warnende Stimme in seinem Kopf, die von Risiken flüsterte. :20. Tom szombaton érkezett a furgonjával. - Tom kam am Samstag mit seinem Transporter. :21. Nem kérdezte meg, szükség van-e rá – egyszerűen látta. - Er fragte nicht, ob er gebraucht wurde – er sah es einfach. :22. Miközben új vezetékeket húzott be, és a „bűnözői” elektromosság miatt káromkodott, Mike sebészi pontossággal szedte szét a régi gépeket. - Während er neue Leitungen zog und über die „kriminelle“ Elektrik fluchte, zerlegte Mike die alten Maschinen mit chirurgischer Präzision. :23. Három nap után a műhely már nem tűnt elhagyatottnak. - Nach drei Tagen fühlte sich die Werkstatt nicht mehr verlassen an. :24. Feszült várakozástól lüktetett. - Sie pulsierte vor gespannter Erwartung. :25. Az első megrendelés egy egyszerű apróhirdetésen keresztül érkezett. - Der erste Auftrag kam durch eine schlichte Kleinanzeige. :26. Egy fiatal nő egy technológiai vállalattól húsz dohányzóasztalt rendelt – egyszerűt, modernt és mindenekelőtt tartósat. - Eine junge Frau aus einem Technologieunternehmen bestellte zwanzig Couchtische – schlicht, modern und vor allem haltbar. :27. Mike szűken kalkulált, fát vásárolt, és olyan összpontosítással dolgozott, amelyet régi állásában soha nem ismert. - Mike kalkulierte knapp, kaufte Holz und arbeitete mit einer Konzentration, die er in seinem alten Job nie gekannt hatte. :28. Nem sokkal a befejezés előtt több lap is elvetemedett a melegtől. - Kurz vor der Fertigstellung verzogen sich mehrere Platten durch die Wärme. :29. Mike némán állt a kár előtt. - Mike stand stumm vor dem Schaden. :30. Az idő és a pénz majdnem elfogyott. - Zeit und Geld waren fast aufgebraucht. :31. Ekkor Tom belépett, letette a kávéspoharakat, és szárazon azt mondta: „Sírás később. Csiszolás most.” - Da kam Tom herein, stellte die Kaffeebecher ab und sagte trocken: „Heulen später. Schleifen jetzt.“ :32. Jóval éjfél utánig dolgoztak. - Sie arbeiteten bis weit nach Mitternacht. :33. Tizenkilenc asztalt meg tudtak menteni. - Neunzehn Tische konnten sie retten. :34. Amikor Sarah étellel érkezett, és mesélt a vevő engedékenységéről, Mike kimerülten rogyott le a kanapéra. - Als Sarah mit Essen kam und von der Kulanz der Kundin erzählte, ließ Mike sich erschöpft aufs Sofa fallen. :35. Nem mondott semmit. - Er sagte nichts. :36. Nem is volt rá szükség. - Es war auch nicht nötig. :37. A beérkező pénzből jobb anyagot vásárolt. - Mit dem eingehenden Geld kaufte er besseres Material. :38. Megértette: minden megrendelés nem a végét jelentette valaminek, hanem a következő alapját. - Er hatte verstanden: Jeder Auftrag war nicht das Ende, sondern das Fundament des nächsten. :39. Ezzel párhuzamosan hosszú éjszakákon át egy elegáns bárszéksorozatot épített. - Parallel dazu baute er in langen Nächten eine Serie eleganter Barhocker. :40. Decemberben hat székkel állt a karácsonyi vásáron. - Im Dezember stand er mit sechs Hockern auf dem Weihnachtsmarkt. :41. A legtöbb ember elment mellette. - Die meisten Leute gingen vorbei. :42. Este azonban megállt egy idősebb úr. - Doch am Abend blieb ein älterer Herr stehen. :43. Megvizsgált minden illesztést, okos kérdéseket tett fel, és végül elmesélte, hogy egy idősek otthonát vezeti. - Er prüfte jede Verbindung, stellte kluge Fragen und erzählte schließlich, dass er ein Seniorenheim leite. :44. Mike figyelt, hagyott egy rövid csendet kialakulni, majd azt mondta: „Az első ötöt számla nélkül szállítom. Ha három hónap múlva még állnak, tovább beszélünk.” - Mike hörte zu, ließ eine kurze Stille entstehen und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Rechnung. Wenn sie nach drei Monaten noch stehen, reden wir weiter.“ :45. Az úr halkan nevetett, és előleget fizetett. - Der Herr lachte leise und zahlte eine Anzahlung. :46. Egy évvel később Mike a kibővített műhelye előtt állt. - Ein Jahr später stand Mike vor seiner erweiterten Werkstatt. :47. Az ajtón egy masszív tölgyfatábla díszelgett, amelyet Tom saját kezűleg égetett bele: „Mike asztalosműhelye”. - An der Tür prangte ein massives Eichen-Schild, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte: „Mikes Tischlerei“. :48. Sarah és Tom éppen egy nagy megrendelést rakodtak fel egy szállodai lánc számára a furgonra – egy megrendelést, amely az idősek otthonán keresztül érkezett. - Sarah und Tom luden gerade einen großen Auftrag für eine Hotelkette auf den Lieferwagen – ein Auftrag, der über das Seniorenheim gekommen war. :49. A minőség híre terjedt, halkan és megbízhatóan. - Qualität sprach sich herum, leise und zuverlässig. :50. A reggeli nap ferdén esett a fára. - Die Morgensonne fiel schräg auf das Holz. :51. Mike egy pillanatra megállt, kezét a ponyván tartva. - Mike hielt einen Moment inne, die Hände an der Plane. :52. „Ez még csak az első lépés volt” – mondta nyugodtan. - „Das war erst Schritt eins“, sagte er ruhig. :53. A hangjában már nem volt kimerültség, csak annak az embernek a mély bizonyossága, aki megértette: elkezdeni nem egyszeri döntés. - In seiner Stimme lag keine Erschöpfung mehr, nur die tiefe Gewissheit eines Menschen, der verstanden hatte: Anfangen ist keine einmalige Entscheidung. :54. Ez egy hozzáállás, amelyet az ember minden reggel újra választ. - Es ist eine Haltung, die man jeden Morgen neu wählt. :55. Sarah az ablakon keresztül odakiáltott: „Akkor tovább.” - Sarah rief durch das Fenster: „Dann weiter.“ :56. Tom beindította a motort. - Tom startete den Motor. :57. A kocsi mozgásba lendült, és a vörös hátsó lámpák lassan eltűntek a reggeli fényben. - Der Wagen setzte sich in Bewegung, und die roten Rücklichter verschwanden langsam im Morgenlicht. ------------------------- ------------------------- 6 ------------------------ :Mike és a műhely - Mike und die Werkstatt :1. Amikor Mike kihúzta a felmondólevelet a borítékból, és elolvasta azt a néhány, bürokratikusan simára csiszolt mondatot, amely három év megélt munkáját egy könyvelő pontosságával nyilvánította befejezettnek, nem maga a hír találta el. - Als Mike den Kündigungsbrief aus dem Umschlag zog und die wenigen, bürokratisch glatten Sätze las, die drei Jahre gelebter Arbeit mit der Präzision eines Buchhalters für beendet erklärten, traf ihn nicht die Nachricht selbst. :2. Az találta el, hogy ezekből a sorokból teljesen hiányzott minden emberi hang, egy olyan írás tárgyilagos tisztasága, amelyet úgy fogalmaztak meg, mintha soha nem állt volna mögötte ember, aki reggel korán felkelt, határidőket dolgozott végig, és kompromisszumokat nyelt le, amelyek minden alkalommal elvettek tőle egy kis darabot abból, amit eredetileg egyszer maga elé tűzött. - Ihn traf die vollständige Abwesenheit jedes menschlichen Tons in diesen Zeilen, die sachliche Sauberkeit eines Schreibens, das so formuliert war, als hätte nie ein Mensch dahintergesteckt, der morgens früh aufgestanden war, der Deadlines durchgearbeitet und Kompromisse geschluckt hatte, die ihm jedes Mal ein kleines Stück von dem abverlangten, was er sich ursprünglich einmal vorgenommen hatte. :3. Sarah vele szemben ült, kezeit a kávéscsészéje köré fonva, és hagyta, hogy olvasson, anélkül hogy egy szót szólt volna, mert elég jól ismerte ahhoz, hogy tudja: a nyelv ebben a pillanatban nem vigasztalna, hanem csak zavarna. - Sarah saß ihm gegenüber, die Hände um ihre Kaffeetasse gelegt, und ließ ihn lesen, ohne ein Wort zu sagen, weil sie ihn gut genug kannte, um zu wissen, dass Sprache in diesem Moment nicht trösten, sondern nur stören würde. :4. Időre volt szüksége, nem magához a hírhez, amelyet már régóta sejtett, hanem az átmenethez aközött, ami volt, és aközött, aminek most, akár akarta, akár nem, el kellett kezdődnie. - Er brauchte Zeit, nicht für die Nachricht selbst, die er längst geahnt hatte, sondern für den Übergang von dem, was gewesen war, zu dem, was jetzt, ob er wollte oder nicht, beginnen musste. :5. Letette a papírt az asztalra, egy pillanatig úgy nézte, mintha olyan tárgy volna, amely nem tartozik hozzá, majd azt mondta, elmegy az apja műhelyéhez. - Er legte das Papier auf den Tisch, betrachtete es einen Moment lang, als wäre es ein Gegenstand, der ihm nicht gehörte, und sagte dann, er werde zur Werkstatt seines Vaters fahren. :6. Ez nem olyan mondat volt, amely magyarázatot kínált vagy beleegyezésért könyörgött, hanem egy irány tömör megnevezése, amely egy olyan belső tudásból fakadt, amely idősebb volt minden racionális megfontolásnál. - Das war kein Satz, der eine Erklärung anbot oder eine Bitte um Zustimmung enthielt, sondern die knappe Benennung einer Richtung, die sich aus einem inneren Wissen heraus ergab, das älter war als jede rationale Überlegung. :7. A város szélén álló garázs apja egy évvel korábbi halála óta érintetlenül maradt, és amikor Mike az esőben ott állt előtte, kezeit a dzsekije zsebébe dugva, tekintetét a rozsdás lakatokra szegezve, különös érzés fogta el: ez a hely nem egyszerűen úgy várt rá, mint egy szoba a lakójára. - Die Garage am Stadtrand war seit dem Tod seines Vaters vor einem Jahr unberührt geblieben, und als Mike im Regen davor stand, die Hände in den Jackentaschen, den Blick auf die verrosteten Vorhängeschlösser gerichtet, überkam ihn das seltsame Gefühl, dass dieser Ort nicht einfach auf ihn gewartet hatte wie ein Zimmer auf seinen Bewohner. :8. Bizonyos értelemben mindig is erre a pillanatra dolgozott, erre a másodpercre, amelyben Mike élete kívül elég üressé válik ahhoz, hogy végre helyet adjon annak, ami idebent aludt. - Er hatte gewissermaßen schon immer auf diesen Moment hingearbeitet, auf diese Sekunde, in der Mikes Leben außen leer genug sein würde, um für das, was hier drinnen schlief, endlich Platz zu bieten. :9. Befeszítette a feszítővasat az első lakat kengyele alá. - Er stemmte das Brecheisen unter den Bügel des ersten Schlosses. :10. Több kemény próbálkozás után a fém engedett azzal a tompa, szinte állati reccsenéssel, amely az eső csendjében hangosabban szólt a kelleténél, mintha maga a hely várt volna erre a jelre, hogy megnyíljon. - Nach mehreren harten Versuchen gab das Metall nach mit jenem dumpfen, fast tierischen Knacken, das in der Stille des Regens lauter klang als beabsichtigt, als hätte der Ort selbst auf dieses Signal gewartet, um sich zu öffnen. :11. Az első lépés a nyikorgó fémajtón át olyan atmoszférába vezette, amely kevésbé érződött egy garázs belsejének, mint egy régi emlék belsejének. - Der erste Schritt durch die quietschende Metalltür führte ihn in eine Atmosphäre, die sich weniger wie das Innere einer Garage anfühlte als wie das Innere einer alten Erinnerung. :12. Fa porából, gépolajból és a régi munka nehezen megnevezhető alaphangjából álló atmoszféra volt ez, amely úgy íródik bele falakba és padlókba, mint egy írás, amelyet egyetlen szem sem olvas, de minden test azonnal megért, amely valaha is ismerte ezt a helyiséget. - Es war eine Atmosphäre aus Holzstaub, Maschinenöl und jenem schwer zu benennenden Grundton vergangener Arbeit, der sich in Wände und Böden einschreibt wie eine Schrift, die kein Auge liest, aber jeder Körper sofort versteht, der diesen Raum je gekannt hat. :13. Apja gyalupadja még mindig pontosan ott állt, ahol mindig is állt, felülete évtizedek kézműves munkájától erezett és karcos volt. - Die Hobelbank seines Vaters stand noch genau dort, wo sie immer gestanden hatte, die Oberfläche genarbt und verkratzt von Jahrzehnten handwerklicher Arbeit. :14. Mellette lógott a kézzel írt tábla, ferdén, kifakulva, betűivel, amelyeket az idő valamiféle suttogássá tompított, anélkül azonban, hogy elvette volna olvashatóságukat: „Itt valami új születik” – egy mondat, amelyet Mike gyerekként soha nem szeretett, mert önelégültnek tűnt neki, és amely most, ebben az esőáztatta csendben úgy hatott rá, mint a legtömörebb program, amelyet egy ember az életére megfogalmazhat. - Daneben hing das handgeschriebene Schild, schief, ausgeblichen, mit Buchstaben, die die Zeit zu einer Art Flüstern gedämpft hatte, ohne ihnen jedoch ihre Lesbarkeit zu nehmen: „Hier entsteht was Neues" – ein Satz, den Mike als Kind nie gemocht hatte, weil er ihm selbstgefällig vorkam, und der ihm jetzt, in dieser regennassen Stille, wie das konzentrierteste Programm erschien, das ein Mensch für sein Leben formulieren kann. :15. Sarah másnap reggel egy bérleti szerződéssel a hóna alatt jelent meg, amelyet egy közös ismerősön keresztül szerzett, aki ismerte a bérbeadót. - Sarah erschien am nächsten Morgen mit einem Mietvertrag unter dem Arm, den sie über einen gemeinsamen Bekannten organisiert hatte, der den Vermieter kannte. :16. A papírt azzal a mellékes határozottsággal tette a gyalupadra, amely sajátja volt, amikor valamit eldöntöttnek tartott: három hónap bérleti díj nélkül, utána egy tisztességes havi összeg, elég kicsi ahhoz, hogy ne nyomja agyon, de elég nagy ahhoz, hogy ne hagyjon teret ábrándozásnak. - Sie legte das Papier mit der beiläufigen Bestimmtheit auf die Hobelbank, die ihr eigen war, wenn sie etwas für entschieden hielt: drei Monate mietfrei, danach ein fairer monatlicher Betrag, der klein genug war, um nicht zu erdrücken, aber groß genug, um keinen Raum für Träumerei zu lassen. :17. Mike olyan ember akríbiájával olvasta el a szerződést, aki megtanulta, hogy a veszélyes mondatok mindig az apró betűs részben állnak, nem talált semmi aggályosat, fogta a tollat, és aláírta. - Mike las den Vertrag mit der Akribie eines Menschen, der gelernt hat, dass die gefährlichen Sätze immer im Kleingedruckten stehen, fand nichts Bedenkliches, nahm den Stift und unterschrieb. :18. Azelőtt írta alá, hogy agyának analitikus része, amely dominókövekként sorolja a kockázatokat, és közben mindig elfelejt rákérdezni az utolsóra, szót kérhetett volna. - Er unterschrieb, bevor der analytische Teil seines Gehirns, der Risiken wie Dominosteine aufzählt und dabei immer vergisst, nach dem letzten zu fragen, das Wort ergreifen konnte. :19. Tom szombaton jelent meg a furgonjával, szerszámokkal, kábelekkel és egy olyan férfi kimeríthetetlen, kissé nyers segítőkészségével megrakodva, aki a barátságot igének érti, nem állapotnak. - Tom erschien am Samstag mit seinem Transporter, beladen mit Werkzeug, Kabeln und der unerschöpflichen, etwas ruppigen Hilfsbereitschaft eines Mannes, der Freundschaft als Verb versteht und nicht als Zustand. :20. Tom soha nem kérdezte, szükség van-e rá, mert egyszerűen látta. - Tom fragte nie, ob er gebraucht wurde, weil er es einfach sah. :21. Miközben Tom feltárta a régi vezetékeket, újakat húzott, és közben szünet nélkül kommentárokat fűzött az elektromos szerelés állapotához, amelyet felváltva nevezett bűnösnek és kreatívnak, Mike egy sebész hűvös rendszerességével szedte szét a gépeket. - Während Tom die alten Leitungen freielegte, neue zog und dabei unaufhörlich Kommentare über den Zustand der Elektroinstallation abgab, die er abwechselnd als kriminell und kreativ bezeichnete, zerlegte Mike die Maschinen mit der kühlen Systematik eines Chirurgen. :22. Mike különbséget tett aközött, amit még meg lehet menteni, és aközött, aminek mennie kell, és nem ismert szentimentális kivételeket, és nem is ismerhetett, ha az eredménynek működnie kellett. - Mike unterschied zwischen dem, was noch zu retten ist, und dem, was gehen muss, und kannte keine sentimentalen Ausnahmen und durfte auch keine kennen, wenn das Ergebnis funktionieren sollte. :23. Három nap múlva a műhely megszűnt olyan helynek lenni, amely elhagyatottnak hatott. - Nach drei Tagen hatte die Werkstatt aufgehört, ein Ort zu sein, der aufgegeben wirkte. :24. Ehelyett elkezdte azt a sajátos energiát sugározni, amely azoknak a tereknek van, amelyekben valami konkrét éppen megszületni készül – feszültséget aközött, ami még hiányzik, és aközött, ami már bejelenti magát. - Stattdessen begann sie, jene eigenartige Energie auszustrahlen, die Räume haben, in denen etwas Konkretes im Begriff ist zu entstehen – eine Spannung zwischen dem, was noch fehlt, und dem, was sich bereits ankündigt. :25. Az első komoly megbízást egy apróhirdetés hozta, amelyet Mike késő este és különösebb várakozás nélkül tett fel az internetre. - Den ersten ernsthaften Auftrag brachte eine Kleinanzeige, die Mike spätabends und ohne große Erwartung ins Internet gestellt hatte. :26. Már másnap délben arra késztetett egy fiatal nőt egy technológiai vállalattól, hogy felhívja őt, és húsz dohányzóasztalt rendeljen, egyszerűeket és moderneket, három héten belüli szállítással, miközben olyan hangon beszélt, amely világossá tette, hogy tartós kézműves munkához szokott, nem olyan bútorokhoz, amelyek csak addig néznek ki jól, amíg az első számlát ki nem fizetik. - Schon am nächsten Mittag brachte sie eine junge Frau von einem Technologieunternehmen dazu anzurufen, die zwanzig Couchtische bestellte, schlicht und modern, innerhalb von drei Wochen lieferbar, und dabei in einem Ton sprach, der klarstellte, dass sie an Handwerk gewöhnt war, das hält, nicht an Möbeln, die gut aussehen, bis die erste Rechnung bezahlt ist. :27. Mike olyan árat mondott, amely alig hagyott neki nyereséget, mert tudta, hogy ez az első megbízás nem kereskedelmi tranzakció volt, hanem bizonyítási próba, amelyet elsősorban önmaga előtt kellett letennie. - Mike nannte einen Preis, der ihm kaum Gewinn ließ, weil er wusste, dass dieser erste Auftrag keine kommerzielle Transaktion war, sondern eine Beweisprobe, die er in erster Linie vor sich selbst ablegen musste. :28. Még ugyanazon a délutánon megvette a fát, bár ezzel olyan szintre vitte a számláját, amely már nem engedett volna meg egy második esélyt, és a következő napokban olyan koncentrációval dolgozott, amelyre régi állásában soha nem lett volna képes, mert ott a kudarc elvont volt, itt pedig kézzel fogható. - Er kaufte noch am selben Nachmittag das Holz, obwohl er damit sein Konto auf einen Stand brachte, der keine zweite Chance mehr erlaubt hätte, und arbeitete die folgenden Tage mit einer Konzentration, die er in seinem alten Job nie hatte aufbringen können, weil dort das Scheitern abstrakt war und hier mit den Händen zu greifen. :29. A kudarcot ennek ellenére nem lehetett kizárni: néhány nappal a befejezés előtt Mike felismerte, hogy több furnérozott lap a műhely melegében helyrehozhatatlanul elvetemedett. - Das Scheitern ließ sich trotzdem nicht aussperren: Wenige Tage vor der Fertigstellung erkannte Mike, dass mehrere furnierte Platten sich unter der Werkstattwärme irreparabel verzogen hatten. :30. Ez a pillanat, amikor némán állt a kár előtt, belül időt, pénzt és mozgásteret számolva, amelyekből már egyik sem volt jelen, volt az első, amikor komolyan kételkedni kezdett magában – nem a képességeiben, hanem abban a vak hitben, amellyel belevágott ebbe az egészbe, mintha az elszántság önmagában elegendő biztosítás volna az anyag alattomosságai ellen. - Dieser Moment des stillen Stehens vor dem Schaden, des inneren Berechnens von Zeit, Geld und Spielraum, von denen keiner mehr vorhanden war, war der erste, in dem er ernsthaft an sich zweifelte – nicht an seinen Fähigkeiten, sondern an dem blinden Glauben, mit dem er in diese Sache hineingelaufen war, als wäre Entschlossenheit allein eine ausreichende Versicherung gegen die Tücken des Materials. :31. Tom belépett az ajtón, látta a helyzetet, letette a két kávéspoharat, és egy olyan ember erőlködés nélküli szárazságával, akinek a problémák elsősorban cselekvési szükségletet jelentenek, ezt mondta: „Sírás később, csiszolás most.” - Tom trat durch die Tür, sah die Lage, stellte die beiden Kaffeebecher ab und sagte mit der mühelosen Trockenheit eines Menschen, für den Probleme vor allem Handlungsbedarf sind: „Heulen später, schleifen jetzt." :32. Ez nem bátorítási kísérlet volt, hanem parancs, amely éppen azért működött, mert nem hagyott teret sem ellentmondásnak, sem önsajnálatnak. - Das war kein Versuch einer Aufmunterung, sondern ein Befehl, der genau deshalb funktionierte, weil er keinen Raum für Widerspruch und keinen für Selbstmitleid ließ. :33. Jóval éjfél utánig dolgoztak, és a húsz asztalból tizenkilencet megmentettek olyan gondossággal, amely a kimerültség ellenére sem engedett. - Sie arbeiteten bis weit nach Mitternacht und retteten neunzehn der zwanzig Tische mit einer Sorgfalt, die der Erschöpfung zum Trotz nicht nachließ. :34. Amikor Sarah nem sokkal egy óra előtt étellel jelent meg, és mellékesen megemlítette, hogy az ügyfél egy hét késést kifejezetten problémamentesnek nyilvánított, Mike lerogyott a régi kanapéra, és lehunyta a szemét, anélkül hogy bármit mondott volna, mert mindent, ami lényeges volt, már elmondott azzal, amit az elmúlt órákban tett. - Als Sarah kurz vor ein Uhr mit Essen erschien und nebenbei erwähnte, dass der Kunde eine Woche Verzögerung ausdrücklich für unproblematisch erklärt habe, ließ Mike sich auf das alte Sofa fallen und schloss die Augen, ohne etwas zu sagen, weil er alles Wesentliche bereits gesagt hatte mit dem, was er in den letzten Stunden getan hatte. :35. A szállítás zökkenőmentesen zajlott, és a beérkező pénzből Mike azonnal jobb anyagot vásárolt, mert megértette, hogy minden lezárt megbízás nem egy erőfeszítés vége, hanem a következő alapja. - Die Lieferung verlief reibungslos, und mit dem eingehenden Geld kaufte Mike sofort besseres Material, weil er verstand, dass jeder abgeschlossene Auftrag nicht das Ende einer Anstrengung war, sondern das Fundament der nächsten. :36. Azt is megértette, hogy az eszközök minősége előbb-utóbb úgy tükrözi vissza a munka minőségét, mint egy tükör, amely nem hazudik. - Er verstand auch, dass die Qualität der Mittel über kurz oder lang die Qualität der Arbeit widerspiegelt wie ein Spiegel, der nicht lügt. :37. Ezzel párhuzamosan éjszakai vázlataiból egy bárszéksorozatot fordított át fába és kézműves munkába. - Parallel dazu übersetzte er eine Barhockerserie aus seinen nächtlichen Skizzen in Holz und Handwerk. :38. Ezek a tervek álmatlan éjszakákon születtek, amikor a műhely sötétben feküdt, és a feje tovább dolgozott, tekintet nélkül arra, hogy a test már rég szünetet kért. - Diese Entwürfe waren in schlaflosen Nächten entstanden, wenn die Werkstatt im Dunkeln lag und sein Kopf weiterarbeitete, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass der Körper längst Pause beantragt hatte. :39. Decemberben hat bárszékkel állt egy kis karácsonyi vásáron a belvárosban, és órákon át figyelte, ahogy az emberek egyenletesen vándorló tekintettel súrolják a standját. - Im Dezember stand er mit sechs Barhockern auf einem kleinen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt und beobachtete stundenlang, wie die Leute seinen Stand mit dem gleichmäßig wandernden Blick streiften. :40. Ezzel a tekintettel megy el az ember olyan dolgok mellett, amelyeket nem keresett, és ezért megtalálni sem kész. - Mit diesem Blick geht man an Dingen vorbei, die man nicht gesucht hat und daher auch nicht zu finden bereit ist. :41. Estefelé megállt egy idősebb úr, aki olyan módon szánt időt a nézelődésre, amely jelezte, hogy tudja, mit csinál. - Gegen Abend blieb ein älterer Herr stehen, der sich Zeit nahm auf eine Art, die signalisierte, dass er wusste, was er tat. :42. Megvizsgálta a kötéseket, végigtapintotta a felületeket, és olyan kérdéseket tett fel, amelyek nem árultak el félműveltséget, végül pedig elmagyarázta, hogy egy idősek otthonát vezeti, és olyan székeket keres, amelyek nemcsak tartanak, hanem elég méltóságteljesek is ahhoz, hogy olyan helyiségben álljanak, ahol idős emberek napjuk legnagyobb részét töltik. - Er prüfte die Verbindungen, befühlte die Oberflächen und stellte Fragen, die kein Halbwissen verrieten, und erklärte schließlich, er leite ein Seniorenheim und suche Stühle, die nicht nur halten, sondern auch würdevoll genug seien, um in einem Raum zu stehen, in dem alte Menschen den größten Teil ihres Tages verbringen. :43. Mike hallgatta, rövid csendet engedett kialakulni, majd ezt mondta: „Az első ötöt számla nélkül szállítom, ha három hónap múlva még ugyanúgy állnak, mint ma.” - Mike hörte zu, ließ eine kurze Stille entstehen und sagte dann: „Die ersten fünf liefere ich ohne Rechnung, wenn sie nach drei Monaten noch genauso stehen wie heute." :44. Az ajánlat nem a nagylelkűség gesztusa volt, hanem egy olyan kézműves nyugodt kifejezése, aki nem meggyőződésből fektet a munkájába, mert nem maradt más választása, hanem mert kezdte megérteni, mit értett az apja azon a kifakult táblán. - Das Angebot war keine Geste der Großzügigkeit, sondern der ruhige Ausdruck eines Handwerkers, der in seine Arbeit nicht aus Überzeugung investiert, weil ihm nichts anderes übrig bleibt, sondern weil er begonnen hat zu verstehen, was sein Vater mit diesem verblichenen Schild gemeint hatte. :45. Az úr egy pillanatig nézte őt, majd halkan nevetett, olyan ember melegségével, akivel már rég nem találkozott így senki. - Der Herr sah ihn einen Moment lang an und lachte dann leise, mit der Wärme eines Menschen, dem lange niemand mehr so begegnet war. :46. Aztán előleget tett az asztalra, anélkül hogy alkudott volna az árról. - Dann legte er eine Anzahlung auf den Tisch, ohne über den Preis zu verhandeln. :47. Egy évvel később Mike a kibővített műhely előtt állt, amelynek ajtaját most masszív tölgyfából készült tábla díszítette, amelyet Tom saját kezűleg égetett be – „Mike asztalosműhelye” tiszta, mély betűkkel, amelyek úgy néztek ki, mintha soha nem is hiányoztak volna. - Ein Jahr später stand Mike vor der erweiterten Werkstatt, deren Tür jetzt ein Schild aus massiver Eiche zierte, das Tom eigenhändig eingebrannt hatte – „Mikes Tischlerei" in klaren, tiefen Buchstaben, die aussahen, als hätten sie nie gefehlt. :48. Sarah és Tom közben egy szállodalánc utolsó megrendelését pakolták fel a furgonra, egy nagy megbízást, amely az idősek otthonának egyik kapcsolata révén jött létre, mint oly sok minden, ami növekszik, nem tervezés útján, hanem a minőség csendes logikája által, amely szájról szájra jár, gyorsabban, mint bármelyik hirdetés képes volna. - Sarah und Tom luden währenddessen den letzten Auftrag für eine Hotelkette auf den Lieferwagen, einen Großauftrag, der über einen Kontakt des Seniorenheims entstanden war, wie so vieles, was wächst, nicht durch Planung, sondern durch die stille Logik von Qualität, die sich von Mund zu Mund bewegt, schneller als jede Anzeige es könnte. :49. A nap éppen a tetők fölé tolta magát, a reggeli fény ferdén esett a rakfelületre, a fára, az arcokra, és Mike egy pillanatra megállt. - Die Sonne schob sich gerade über die Dächer, das Morgenlicht fiel schräg auf die Ladefläche, auf das Holz, auf die Gesichter, und Mike hielt für einen Moment inne. :50. Keze a takaróponyván volt, tekintete semmi meghatározottra nem irányult, mintha ezt az állapotot az emlékezetébe akarta volna rögzíteni, mielőtt megszűnik valaminek a kezdete lenni, és egy továbbhaladó történet sok reggelének egyikévé válik. - Er hatte die Hände an der Abdeckplane und den Blick auf nichts Bestimmtes gerichtet, so als wollte er diesen Zustand in der Erinnerung verankern, bevor er aufhörte, der Anfang von etwas zu sein, und zu einem von vielen Morgen in einer Geschichte wurde, die weiterging. :51. „Ez még csak az első lépés volt” – mondta, olyan hangon, amelyben már nem lehetett fáradtságot hallani. - „Das war erst Schritt eins", sagte er, mit einer Stimme, in der keine Erschöpfung mehr zu hören war. :52. Ebben a hangban ott volt az a határozott nyugalom, amely azoknak az embereknek a sajátja, akik megtanulták, hogy az elkezdés nem egyszeri döntés, hanem tartás, amelyet az ember minden reggel újra felvesz. - In dieser Stimme lag jene bestimmte Ruhe, die Menschen haben, die gelernt haben, dass Anfangen keine einmalige Entscheidung ist, sondern eine Haltung, die man jeden Morgen neu einnimmt. :53. Sarah átkiáltott a nyitott ablakon: „Akkor tovább.” - Sarah rief durch das offene Fenster: „Dann weiter." :54. Tom beindította a motort, a kocsi mozgásba lendült, és a piros hátsó lámpák lassan levándoroltak az utcán. - Tom startete den Motor, der Wagen setzte sich in Bewegung, und die roten Rücklichter wanderten langsam die Straße hinunter. :55. A kora reggel fénye elnyelte őket, mint minden mást, ami kész arra, hogy valahová tartozzon. - Das Licht des frühen Morgens schluckte sie wie alles andere, das bereit ist, irgendwohin zu gehören. ------------------------ == 77 == 1 ------------------------- :Das alte Haus - A régi ház :1. Iwan novemberben érkezik meg. - Iwan kommt im November an. :2. Esik az eső. - Es regnet. :3. Az utca nedves és sötét. - Die Straße ist nass und dunkel. :4. A ház a város szélén áll. - Das Haus steht am Rand der Stadt. :5. Fából van. - Es ist aus Holz. :6. A festék szürke és régi. - Die Farbe ist grau und alt. :7. Iwan az ajtó előtt áll. - Iwan steht vor der Tür. :8. Van nála egy kulcs. - Er hat einen Schlüssel. :9. A kulcs nem illik bele. - Der Schlüssel passt nicht. :10. A zár új. - Das Schloss ist neu. :11. Iwan ránéz a házra. - Iwan schaut auf das Haus. :12. Egy ablak nyitva van. - Ein Fenster ist offen. :13. Bemászik rajta. - Er klettert hinein. :14. Bent hideg van. - Innen ist es kalt. :15. Régi füst szaga érződik. - Es riecht nach altem Rauch. :16. Iwan leteszi a bőröndjét. - Iwan stellt seinen Koffer ab. :17. Leül egy székre. - Er setzt sich auf einen Stuhl. :18. Az anyja meghalt. - Seine Mutter ist tot. :19. Ki kell ürítenie a házat. - Er muss das Haus räumen. :20. Fáradt. - Er ist müde. :21. Este kopognak az ajtón. - Am Abend klopft es an die Tür. :22. Egy nő áll odakint. - Eine Frau steht draußen. :23. Katjának hívják. - Sie heißt Katja. :24. A szomszédban lakik. - Sie wohnt nebenan. :25. Hoz egy üveg lekvárt. - Sie bringt ein Glas Konfitüre. :26. Bejön. - Sie kommt herein. :27. Nem köszön. - Sie sagt kein Hallo. :28. Leül a padra a kályha mellett. - Sie setzt sich auf die Bank am Ofen. :29. Iwan teát főz. - Iwan macht Tee. :30. A szamovár halkan zümmög. - Der Samowar summt leise. :31. Katja kinéz az ablakon. - Katja schaut aus dem Fenster. :32. Azt mondja: A bátyám elment. - Sie sagt: Mein Bruder ist weg. :33. Iwan megkérdezi: Hová? - Iwan fragt: Wohin? :34. Azt mondja: Moszkvába. Tíz évvel ezelőtt. - Sie sagt: Nach Moskau. Vor zehn Jahren. :35. Iwan hallgat. - Iwan schweigt. :36. Katja megissza a teáját. - Katja trinkt ihren Tee. :37. Búcsú nélkül elmegy. - Sie geht ohne Abschied. :38. Másnap Iwan dolgozik. - Am nächsten Tag arbeitet Iwan. :39. Elpakolja a régi holmikat. - Er räumt alte Sachen weg. :40. Fényképeket talál. - Er findet Fotos. :41. Az egyik fényképen az anyja mosolyog. - Auf einem Foto lächelt seine Mutter. :42. Leteszi a fényképet az asztalra. - Er legt das Foto auf den Tisch. :43. Este Katja újra eljön. - Abends kommt Katja wieder. :44. Kenyeret hoz. - Sie bringt Brot. :45. Leülnek egymás mellé. - Sie setzen sich zusammen. :46. Keveset beszélnek. - Sie reden wenig. :47. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. :48. Odakint hideg van. - Draußen ist es kalt. :49. A szél átfúj a falakon. - Der Wind kommt durch die Wände. :50. Iwan a régi kanapén alszik. - Iwan schläft auf dem alten Sofa. :51. Éjszaka zajt hall. - Nachts hört er ein Geräusch. :52. Kimegy. - Er geht nach draußen. :53. Katja a régi kútnál ül. - Katja sitzt am alten Brunnen. :54. A fejét a kezébe temeti. - Sie hält den Kopf in die Hände. :55. Iwan leül mellé. - Iwan setzt sich neben sie. :56. Azt mondja: Már nem várok. - Sie sagt: Ich warte nicht mehr. :57. Azt mondja: De abbahagyni sem tudom. - Sie sagt: Aber ich kann auch nicht aufhören. :58. Iwan meggyújt két cigarettát. - Iwan zündet zwei Zigaretten an. :59. Az egyiket odaadja neki. - Er gibt ihr eine. :60. Együtt dohányoznak. - Sie rauchen zusammen. :61. Nem egymásra néznek. - Sie schauen nicht einander an. :62. Az eget nézik. - Sie schauen in den Himmel. :63. Nagyon csendes minden. - Es ist sehr still. :64. Az utolsó napon Iwan tapétát ragaszt. - Am letzten Tag klebt Iwan Tapete. :65. A tapéta régi, 1987-ből való. - Die Tapete ist alt, von 1987. :66. Katja két csésze kávéval jön. - Katja kommt mit zwei Tassen Kaffee. :67. A csészéket az ablakpárkányra teszi. - Sie stellt die Tassen auf das Fensterbrett. :68. Egymásra néznek. - Sie schauen sich an. :69. Iwan a sarokba hajítja a tapétatekercset. - Iwan wirft die Tapetenrolle in die Ecke. :70. Fogja a táskáját. - Er nimmt seine Tasche. :71. Katja nem szól semmit. - Katja sagt nichts. :72. Iwan az ajtóhoz megy. - Iwan geht zur Tür. :73. Nem fordul meg. - Er dreht sich nicht um. :74. Elmegy a pályaudvarra. - Er geht zum Bahnhof. :75. A vonat befut a ködbe. - Der Zug fährt in den Nebel. :76. Katja még mindig a ház előtt áll. - Katja steht noch vor dem Haus. :77. Felemeli a kezét. - Sie hebt die Hand. :78. Aztán újra leengedi. - Dann senkt sie sie wieder. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Das alte Haus - A régi ház :1. Iwan huszonkilenc éves, és már nincs munkája. - Iwan ist neunundzwanzig Jahre alt und hat keine Arbeit mehr. :2. Novemberben visszautazik a kisvárosba, mert meghalt az anyja. - Er fährt im November zurück in die Kleinstadt, weil seine Mutter gestorben ist. :3. A vonat üres, az ablak bepárásodott. - Der Zug ist leer und das Fenster beschlagen. :4. Amikor megérkezik, már órák óta esik az eső. - Als er ankommt, regnet es schon seit Stunden. :5. A faház az utca végén áll, szinte elrejtve az öreg fák mögött. - Das Holzhaus steht am Ende der Straße, fast versteckt hinter alten Bäumen. :6. Iwan a kulcsot keresi a zsebében. - Iwan sucht den Schlüssel in seiner Tasche. :7. Nem illik bele, mert a zárat valamikor kicserélték. - Er passt nicht, denn das Schloss ist irgendwann ausgetauscht worden. :8. Iwan körbemegy a ház körül, és az oldalán talál egy nyitott ablakot. - Iwan geht um das Haus herum und findet ein offenes Fenster an der Seite. :9. Bemászik rajta, és a régi kamrában ér földet. - Er klettert hindurch und landet in der alten Vorratskammer. :10. Nedves fa, hideg hamu és valami olyan szaga van, amit nem tud megnevezni. - Es riecht nach feuchtem Holz, kalter Asche und etwas, das er nicht benennen kann. :11. Leteszi a bőröndjét a szoba közepére, és állva marad. - Er stellt seinen Koffer in die Mitte des Zimmers und bleibt stehen. :12. A falakon tapéták lógnak, amelyek a sarkoknál leválnak. - An den Wänden hängen Tapeten, die sich an den Ecken lösen. :13. A tetőn lyuk van, és a padlón egy régi vödör áll. - Das Dach hat ein Loch, und auf dem Boden steht ein alter Eimer. :14. Iwan leül egy székre az asztalnál, és sokáig a csendbe néz. - Iwan setzt sich auf einen Stuhl am Tisch und schaut lange in die Stille. :15. Nem tudja, egyáltalán miért jött. - Er weiß nicht, warum er überhaupt gekommen ist. :16. A második este kopognak az ajtón. - Am zweiten Abend klopft es an die Tür. :17. Az ajtó előtt egy nő áll, kezében egy üveg lekvárral. - Vor der Tür steht eine Frau mit einem Glas Konfitüre in der Hand. :18. Megmondja a nevét: Katja Mihajlovna, tizenöt éve a szomszédja. - Sie sagt ihren Namen: Katja Michailowna, Nachbarin seit fünfzehn Jahren. :19. Kérdezés nélkül bejön, és leül a padra a kályha mellett. - Sie kommt herein, ohne zu fragen, und setzt sich auf die Bank am Ofen. :20. Iwan teát készít, mert nem tudja, mit tehetne mást. - Iwan macht Tee, weil er nicht weiß, was er sonst tun soll. :21. A régi szamovárnak idő kell, amíg felmelegszik. - Der alte Samowar braucht eine Weile, bis er warm wird. :22. Katja kinéz az ablakon, mintha várna valamire. - Katja schaut aus dem Fenster, als ob sie auf etwas wartet. :23. Aztán nyugodtan azt mondja, hogy a bátyja, Dmitri, tíz évvel ezelőtt Moszkvába utazott. - Dann sagt sie ruhig, dass ihr Bruder Dmitri vor zehn Jahren nach Moskau gefahren ist. :24. Azóta egyetlen szót sem hallott felőle. - Seitdem hat sie kein einziges Wort von ihm gehört. :25. Iwan bólint, de nem mond semmit. - Iwan nickt, aber er sagt nichts. :26. A falióra ketyeg, és a víz zümmögni kezd. - Die Uhr an der Wand tickt, und das Wasser beginnt zu summen. :27. Katja megissza a teáját, aztán elmegy anélkül, hogy elbúcsúzna. - Katja trinkt ihren Tee und geht dann, ohne sich zu verabschieden. :28. A következő napokban Iwan lassan kiüríti a házat. - In den nächsten Tagen räumt Iwan langsam das Haus aus. :29. Leveleket, fényképeket és egy régi órát talál, amely már nem jár. - Er findet Briefe, Fotos und eine alte Uhr, die nicht mehr geht. :30. Az egyik fényképen az anyja a kerti padon ül, és a napfénybe mosolyog. - Auf einem Foto sitzt seine Mutter auf der Gartenbank und lächelt in die Sonne. :31. Iwan a fényképet az ablakpárkányra teszi, mert nem tudja kidobni. - Iwan legt das Foto auf das Fensterbrett, weil er es nicht wegwerfen kann. :32. Katja minden este eljön, és néha kenyeret hoz, néha levest. - Katja kommt jeden Abend und bringt manchmal Brot, manchmal Suppe. :33. Leülnek együtt, és keveset beszélnek, de ez egyiküket sem zavarja. - Sie setzen sich zusammen und reden wenig, aber das stört keinen von beiden. :34. Odakint korán sötétedik, és a szél hidegen nyomul be a régi réseken. - Draußen wird es früh dunkel, und der Wind drückt kalt durch die alten Ritzen. :35. A harmadik éjszaka Iwan felébred, mert zajt hall. - In der dritten Nacht wacht Iwan auf, weil er ein Geräusch hört. :36. Olyan, mintha patkány lenne, vagy mintha egy szív túl hangosan verne. - Es klingt wie eine Ratte oder wie ein Herz, das zu laut schlägt. :37. Felveszi a kabátját, és kimegy. - Er zieht seinen Mantel an und geht nach draußen. :38. Katja a kertben ül a régi kútnál, fejét mindkét kezébe támasztva. - Katja sitzt am alten Brunnen im Garten, den Kopf in beide Hände gestützt. :39. Iwan leül mellé, anélkül hogy megkérdezné, mi történt. - Iwan setzt sich neben sie, ohne zu fragen, was passiert ist. :40. Egy ideig egyáltalán nem mondanak semmit. - Eine Weile sagen sie gar nichts. :41. Aztán Katja azt mondja, hogy már nem vár. - Dann sagt Katja, dass sie nicht mehr wartet. :42. De abbahagyni sem tudja, mondja halkan. - Aber aufhören kann sie auch nicht, sagt sie leise. :43. Iwan előhúz két cigarettát a zsebéből, és az egyiket odaadja neki. - Iwan zieht zwei Zigaretten aus der Tasche und gibt ihr eine. :44. Együtt dohányoznak, és a sötét eget nézik. - Sie rauchen zusammen und schauen in den dunklen Himmel. :45. Közben nem néznek egymásra, de ez nem kellemetlen. - Sie sehen sich dabei nicht an, aber das ist nicht unangenehm. :46. Elutazása napján Iwan elővesz a pincéből egy régi tapétatekercset. - Am Tag seiner Abreise nimmt Iwan eine alte Tapetenrolle aus dem Keller. :47. Elkezd új tapétát ragasztani a gyerekszoba szakadt tapétája helyére. - Er fängt an, die zerrissene Tapete im Kinderzimmer neu zu kleben. :48. A papír 1987-ből való, és már alig illik a falhoz. - Das Papier ist von 1987 und passt kaum noch zur Wand. :49. Ő maga is tudja, hogy ennek semmi értelme, de folytatja. - Er weiß selbst, dass es keinen Sinn ergibt, aber er macht weiter. :50. Katja két csészével jelenik meg, és leteszi őket az ablakpárkányra. - Katja erscheint mit zwei Tassen und stellt sie auf das Fensterbrett. :51. Egymásra néznek, anélkül hogy bármit mondanának. - Sie schauen sich an, ohne etwas zu sagen. :52. Nincs mosoly, és nincs búcsú. - Es gibt kein Lächeln und keinen Abschied. :53. Iwan a sarokba teszi a tapétatekercset, és felveszi a táskáját. - Iwan legt die Tapetenrolle in die Ecke und nimmt seine Tasche. :54. Kimegy az ajtón, és bezárja maga mögött. - Er geht durch die Tür und schließt sie hinter sich. :55. A pályaudvar felé menet már nem fordul vissza. - Auf dem Weg zum Bahnhof dreht er sich nicht mehr um. :56. A vonat pontosan érkezik, és lassan befut a novemberi ködbe. - Der Zug kommt pünktlich und fährt langsam in den Novembernebel. :57. Katja még egy ideig a ház előtt áll. - Katja steht noch eine Weile vor dem Haus. :58. Felemeli a kezét, mintha a vonat láthatná őt. - Sie hebt die Hand, als ob der Zug sie sehen könnte. :59. Aztán újra leengedi a kezét, és bemegy. - Dann senkt sie die Hand wieder und geht hinein. :60. Az előszobában még egy órán át ég a fény, aztán már nem. - Das Licht im Flur brennt noch eine Stunde, dann nicht mehr. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :A régi ház - Das alte Haus :1. A vonat késett, és mire Ivan Petrovics végre megérkezett, a peron már rég üres volt. - Der Zug hatte Verspätung, und als Iwan Petrowitsch endlich ankam, war der Bahnsteig längst leer. :2. November közepe volt, és az eső ferdén és közönyösen hullott a kövezetre. - Es war Mitte November, und der Regen fiel schräg und gleichgültig auf das Pflaster. :3. Még jól ismerte az utcát, bár majdnem hét éve nem járt már itt. - Er kannte die Straße noch gut, obwohl er seit fast sieben Jahren nicht mehr hier gewesen war. :4. A faház kisebbnek látszott, mint ahogyan az emlékezetében élt. - Das Holzhaus sah kleiner aus, als er es in Erinnerung hatte. :5. A festék pergedezett, a tető kissé megereszkedett, és az egyik spaletta nyitva állt. - Die Farbe blätterte ab, das Dach hing leicht durch, und einer der Fensterläden stand offen. :6. Ivan megállt a járdán, és úgy nézett a házra, mintha engedélyre volna szüksége ahhoz, hogy belépjen. - Iwan blieb auf dem Gehweg stehen und schaute auf das Haus, als ob er eine Erlaubnis brauchte einzutreten. :7. A kulcs, amelyet a közjegyző küldött neki, nem illett a zárba. - Der Schlüssel, den ihm der Notar geschickt hatte, passte nicht. :8. Kétszer megpróbálta, aztán abbahagyta. - Er versuchte es zweimal, dann ließ er es bleiben. :9. Valamikor valaki kicserélte a zárat, és senkinek sem jutott eszébe, hogy erről értesítse őt. - Irgendwann hatte jemand das Schloss ausgetauscht, und niemand hatte daran gedacht, ihm Bescheid zu geben. :10. Talált egy ablakot a kamránál, amelyet kívülről ki lehetett nyitni, és bemászott rajta. - Er fand ein Fenster zur Vorratskammer, das sich von außen öffnen ließ, und kletterte hindurch. :11. Odabent hideg hamu, nedves gyapjú és évek alatt összegyűlt csend szaga volt. - Drinnen roch es nach kalter Asche, feuchter Wolle und einer Stille, die sich über Jahre angesammelt hatte. :12. Ivan letette a bőröndjét, és lerogyott a konyhaasztalnál álló régi székre. - Iwan stellte seinen Koffer ab und ließ sich auf den alten Stuhl am Küchentisch sinken. :13. Az anyja ennél az asztalnál ült minden reggel, amióta csak vissza tudott emlékezni. - Seine Mutter hatte an diesem Tisch jeden Morgen gesessen, solange er denken konnte. :14. A tapétát nézte, amely több helyen levált a falról. - Er schaute auf die Tapete, die sich an mehreren Stellen von der Wand gelöst hatte. :15. A padlón egy vödör állt, amely felfogta az esőt, amely a lyukas tetőn át csöpögött be. - Auf dem Boden stand ein Eimer, der Regen auffing, der durch das undichte Dach tropfte. :16. Számolta a cseppeket, amíg abbahagyta a gondolkodást, és ez nem tartott sokáig. - Er zählte die Tropfen, bis er aufhörte zu denken, und das dauerte nicht lange. :17. A második estén kopogtak, anélkül hogy számított volna rá. - Am zweiten Abend klopfte es, ohne dass er es erwartet hätte. :18. Az ajtó előtt egy számára ismeretlen nő állt, egyik kezében egy üveg lekvárral, a másikban egy vekni kenyérrel. - Vor der Tür stand eine Frau, die er nicht kannte, mit einem Glas Konfitüre in der einen und einem Laib Brot in der anderen Hand. :19. Azt mondta, Katja Mihajlovnának hívják, és tizenöt éve lakik a szomszédban. - Sie sagte, sie heiße Katja Michailowna und wohne seit fünfzehn Jahren nebenan. :20. Belépett anélkül, hogy várakozott volna, leült a kemencepadra, és letette a holmikat az asztalra. - Sie trat ein, ohne zu warten, setzte sich auf die Ofenbank und legte die Sachen auf den Tisch. :21. Ivan teát főzött, mert semmi jobb nem jutott eszébe. - Iwan machte Tee, weil ihm nichts Besseres einfiel. :22. Katja keveset beszélt, de amit mondott, az megmaradt az emberben. - Katja sprach wenig, aber was sie sagte, blieb hängen. :23. Azt mondta, a bátyja, Dmitrij, tíz évvel ezelőtt reggel az első vonattal Moszkvába utazott, és azóta semmit sem hallott róla. - Ihr Bruder Dmitri sei vor zehn Jahren morgens mit dem ersten Zug nach Moskau gefahren, sagte sie, und seitdem habe sie nichts mehr von ihm gehört. :24. Egy levelet sem, egy hívást sem, még kerülő úton érkezett üzenetet sem. - Nicht einen Brief, nicht einen Anruf, nicht einmal eine Nachricht über Umwege. :25. Ezt keserűség nélkül mondta, inkább úgy, mintha időjárás-jelentést olvasna fel. - Sie sagte das ohne Bitterkeit, eher so, als würde sie eine Wettervorhersage vorlesen. :26. A szamovár zümmögött, Ivan pedig a csészéjébe nézett. - Der Samowar summte, und Iwan schaute in seine Tasse. :27. Mondhatott volna valamit, de minden, ami eszébe jutott, hamisan hangzott. - Er hätte etwas sagen können, aber alles, was ihm einfiel, klang falsch. :28. Katja felállt, és búcsú nélkül elment. - Katja stand auf und ging, ohne sich zu verabschieden. :29. A következő napokban Ivan lassan és terv nélkül dolgozott. - In den nächsten Tagen arbeitete Iwan langsam und ohne Plan. :30. Kiürítette a szekrényeket, könyveket halmozott egymásra, leveleket válogatott, amelyeket nem olvasott el. - Er räumte Schränke aus, stapelte Bücher, sortierte Briefe, die er nicht las. :31. Egyszer talált egy doboz fényképet egészen hátul a polcon. - Einmal fand er eine Schachtel mit Fotos ganz hinten im Regal. :32. Az egyiken az anyja ült nyáron a kerti padon, szemét kissé összehúzva a nap ellen. - Auf einem saß seine Mutter im Sommer auf der Gartenbank, die Augen leicht zugekniffen gegen die Sonne. :33. A fényképet az ablakpárkányra állította, mert nem tudta eldönteni, maradjon-e vagy menjen. - Er stellte das Foto auf das Fensterbrett, weil er nicht entscheiden konnte, ob es bleiben oder gehen sollte. :34. Katja minden este eljött, és hozott hol levest, hol kenyeret, hol semmi mást, csak önmagát. - Katja kam jeden Abend und brachte mal Suppe, mal Brot, mal nichts außer sich selbst. :35. Leült, ő teát főzött, és apróságokról beszélgettek, amelyek egyiküknek sem kerültek semmibe. - Sie setzte sich, er kochte Tee, und sie redeten über Kleinigkeiten, die beide nichts kosteten. :36. Nem barátság volt ez, de már nem is magány. - Es war keine Freundschaft, aber auch keine Einsamkeit mehr. :37. A harmadik éjszakán Ivan felriadt egy álomból, amelyre nem tudott visszaemlékezni. - In der dritten Nacht schreckte Iwan aus einem Schlaf hoch, den er nicht erinnern konnte. :38. Valami zaj hallatszott, valahol álom és fal között, és ő felkelt, mielőtt igazán ébren lett volna. - Es hatte ein Geräusch gegeben, irgendwo zwischen Traum und Wand, und er stand auf, bevor er richtig wach war. :39. Magára húzta a kabátját, végigment a folyosón, és kinyitotta a hátsó ajtót a kert felé. - Er zog seinen Mantel über, ging durch den Flur und öffnete die Hintertür zum Garten. :40. Katja a régi kútnál ült, könyökét a térdére támasztva, arcát mindkét kezébe temetve. - Katja saß am alten Brunnen, die Ellbogen auf die Knie gestützt und das Gesicht in beiden Händen vergraben. :41. Ivan szó nélkül leült mellé a nedves kőre. - Iwan setzte sich neben sie auf den feuchten Stein, ohne ein Wort zu sagen. :42. A kert csendje más volt, mint a ház csendje. - Die Stille im Garten war anders als die im Haus. :43. Egy idő után Katja, anélkül hogy felnézett volna, azt mondta, hogy már nem vár. - Nach einer Weile sagte Katja, ohne aufzublicken, dass sie nicht mehr warte. :44. De egyszerűen abbahagyni sem tudja, mert az abbahagyás is döntés, és ezt a döntést ő soha nem hozta meg. - Aber sie könne auch nicht einfach aufhören, denn Aufhören sei ja auch eine Entscheidung, und die habe sie nie getroffen. :45. Ivan elővette a cigarettásdobozát a kabátzsebéből, és adott neki egyet. - Iwan zog seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche und gab ihr eine. :46. Dohányoztak anélkül, hogy egymásra néztek volna, és ehelyett az eget nézték, amely sötét volt, felhőtlen és teljesen érintetlen. - Sie rauchten, ohne sich anzusehen, und schauten stattdessen in den Himmel, der dunkel und wolkenlos und völlig unberührt war. :47. Elutazásának reggelén Ivan a pincében talált egy tekercs tapétát, amely még a nyolcvanas évekből származott. - Am Morgen seiner Abreise fand Iwan im Keller eine Rolle Tapete, die noch aus den achtziger Jahren stammte. :48. Bevitte a gyerekszobába, és elkezdte újraragasztani az ágy fölötti szakadt csíkot, bár pontosan tudta, hogy ennek semmi gyakorlati értelme nincs. - Er trug sie ins Kinderzimmer und fing an, den zerrissenen Streifen über dem Bett neu zu kleben, obwohl er genau wusste, dass es keinen praktischen Sinn hatte. :49. A minta már nem illett ahhoz, ami még a falon maradt, és a papír olyan száraz volt, hogy hajtáskor eltört. - Das Muster passte nicht mehr zu dem, was noch an der Wand klebte, und das Papier war so trocken, dass es beim Falten brach. :50. Katja két csészével jelent meg, szótlanul az ablakpárkányra tette őket, és az ajtófélfának támaszkodott. - Katja erschien mit zwei Tassen, stellte sie wortlos auf die Fensterbank und lehnte sich an den Türrahmen. :51. Egymásra néztek, és egyikük sem próbált többet csinálni belőle, mint ami volt. - Sie sahen sich an, und keiner von beiden versuchte, daraus mehr zu machen, als es war. :52. Ivan összetekerte a maradék papírt, és a tekercset a sarokba dobta. - Iwan rollte das restliche Papier zusammen und warf die Rolle in die Ecke. :53. Felvette a táskáját, összehúzta a kabátját, és kerülő nélkül az ajtóhoz ment. - Er nahm seine Tasche, zog die Jacke zu und ging ohne Umweg zur Tür. :54. Az utcán hideg volt és csend, a köd pedig olyan mélyen feküdt, hogy nem lehetett látni az utca végét. - Auf der Straße war es kalt und still, und der Nebel lag so tief, dass man das Ende der Straße nicht sehen konnte. :55. A peronon már nem fordult meg, bár érezte, hogy valaki nézi. - Am Bahnsteig drehte er sich nicht mehr um, obwohl er spürte, dass jemand schaute. :56. A vonat megérkezett, és ő felszállt. - Der Zug kam, und er stieg ein. :57. Az ablakon át még röviden látta a házat, aztán az eltűnt a szürkeségben. - Durch das Fenster sah er kurz das Haus, dann verschwand es im Grau. :58. Katja még egy darabig a járdán állt, félig felemelte a kezét, majd újra leengedte. - Katja stand noch eine Weile auf dem Gehweg, hob die Hand halb und ließ sie wieder sinken. :59. Addig állt ott, amíg a vonatot már nem lehetett hallani. - Sie stand dort, bis der Zug nicht mehr zu hören war. :60. Aztán visszament, becsukta maga mögött az ajtót, és várt, anélkül hogy tudta volna, mire. - Dann ging sie zurück, schloss die Tür hinter sich und wartete, ohne zu wissen worauf. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :A régi ház - Das alte Haus :1. A vonat csaknem negyven percet késett, ami Iwan Petrowitschot nem lepte meg, mert ezen a vidéken ritkán állt meg pontosan, amennyire emlékezni tudott. - Der Zug hatte fast vierzig Minuten Verspätung, was Iwan Petrowitsch nicht überraschte, denn in dieser Gegend hatte er selten pünktlich gehalten, soweit er sich erinnern konnte. :2. November tizenkettedike volt, és az eső, amely kora délután óta hullott, a utcákat fénylő fekete tükrökké változtatta, amelyek elnyelték a lámpafényt, anélkül hogy visszaverték volna. - Es war der zwölfte November, und der Regen, der seit dem frühen Nachmittag fiel, hatte die Straßen in glänzende schwarze Spiegel verwandelt, die das Laternenlicht schluckten, ohne es zurückzuwerfen. :3. Iwan megállt a pályaudvar kijáratánál, bőröndje mellette, és végignézett az utcán, mintha a várakozás révén kideríthetné, miért is tért vissza egyáltalán ide. - Iwan blieb am Ausgang des Bahnhofs stehen, den Koffer neben sich, und schaute die Straße hinunter, als könnte er durch das Warten herausfinden, warum er überhaupt hierher zurückgekommen war. :4. Anyja háza a második keresztutca végén állt, félig eltakarva egy öreg hársfa által, amelynek ágai novemberben már semmit sem rejtettek el. - Das Haus seiner Mutter stand am Ende der zweiten Querstraße, halb verdeckt von einer alten Linde, deren Äste im November nichts mehr verbargen. :5. Tizenkét percre volt gyalog, ezt tudta, anélkül hogy gondolkodnia kellett volna rajta. - Er brauchte zwölf Minuten zu Fuß, was er wusste, ohne darüber nachzudenken. :6. A faház nem tűnt romosnak, inkább olyannak, mintha saját elhatározásából húzódott volna vissza, mintha az időjárás okozta kopás magatartás volna, nem mulasztás. - Das Holzhaus sah nicht verfallen aus, eher so, als hätte es sich aus eigenem Entschluss zurückgezogen, als wäre die Verwitterung eine Haltung und kein Versäumnis. :7. A kulcs, amelyet a közjegyző egy barna borítékban küldött el neki két sor gépelt magyarázattal, nem illett a zárba. - Der Schlüssel, den ihm der Notar in einem braunen Umschlag mit zwei Zeilen maschinenschriftlicher Erklärung geschickt hatte, passte nicht ins Schloss. :8. Iwan háromszor próbálta meg, egyre nagyobb nyomással, aztán eltette a kulcsot, és egy lépést hátralépett, mintha valamivel nagyobb távolságból kellene szemügyre vennie a problémát. - Iwan versuchte es drei Mal mit zunehmendem Druck, dann steckte er den Schlüssel weg und trat einen Schritt zurück, als müsste er das Problem aus etwas mehr Distanz betrachten. :9. A zárat valamikor kicserélték, anélkül hogy bárkinek eszébe jutott volna őt erről tudomására hozni. - Das Schloss war irgendwann ausgetauscht worden, ohne dass irgendjemand auf die Idee gekommen wäre, ihn davon in Kenntnis zu setzen. :10. Megtalálta az éléskamra ablakát a ház nyugati oldalán, amelyet be lehetett nyomni, ha az ember alulról nekifeszült a keretnek, amit még gyermekkorából tudott, bár nem emlékezett rá, mikor tanulta meg. - Er fand das Fenster der Vorratskammer auf der Westseite des Hauses, das sich nach innen drücken ließ, wenn man von unten gegen den Rahmen stemmte, was er noch aus seiner Kindheit wusste, obwohl er sich nicht erinnern konnte, wann er es gelernt hatte. :11. Odabent az évek összességének szaga érződött, hideg hamué, nedves fáé, füstös teáé és a csendnek egy olyan minőségéé, amelyet csak olyan házakban talál az ember, ahol már régóta senki sem beszélt hangosan. - Drinnen roch es nach der Summe von Jahren, nach kalter Asche, feuchtem Holz, verrauchten Tee und einer Qualität von Stille, die man nur in Häusern findet, in denen lange niemand mehr laut gesprochen hat. :12. Otthagyta a bőröndöt, levette a nedves kabátját, és arra a székre akasztotta, amelyen anyja mindig ült, amikor cipőt húzott. - Er ließ den Koffer stehen, zog die nasse Jacke aus und hing sie über den Stuhl, auf dem seine Mutter immer gesessen hatte, um Schuhe anzuziehen. :13. A tető egyenletes időközönként csöpögött egy cinkvödörbe a konyha padlóján, Iwan pedig leült az asztalhoz, és addig hallgatta ezt a csöpögést, míg úgy nem tűnt neki, mintha ez volna az egyetlen hang, amelynek ebben a házban még létjogosultsága van. - Das Dach tropfte in gleichmäßigen Abständen in einen Zinkeimer auf dem Küchenboden, und Iwan setzte sich an den Tisch und hörte diesem Tropfen zu, bis es ihm vorkam, als wäre es das einzige Geräusch, das in diesem Haus noch eine Berechtigung hatte. :14. A második estén nem sokkal hét után kopogtak, kétszer, aztán szünet, aztán még egyszer, ami úgy hatott, mint egy kérdés, amely nem biztos a saját válaszában. - Am zweiten Abend klopfte es kurz nach sieben, zweimal, dann Pause, dann noch einmal, was sich anfühlte wie eine Frage, die ihre eigene Antwort nicht sicher war. :15. A nő, aki odakint állt, körülbelül vele egyidős volt, nehéz gyapjúkabátot viselt, és egy üveg lekvárt meg egy kendőbe csavart kenyeret tartott maga előtt, mintha ezek nem ajándékok, hanem dokumentumok volnának. - Die Frau, die draußen stand, war etwa in seinem Alter, trug einen schweren Wollmantel und hielt ein Glas Konfitüre und einen in Tuch eingeschlagenen Laib Brot vor sich, als wären es keine Geschenke, sondern Dokumente. :16. Azt mondta, Katja Michailownának hívják, tizenöt éve lakik a szomszéd házban, és jól ismerte az anyját, anélkül hogy ezt közelebbről kifejtette volna. - Sie sagte, sie heiße Katja Michailowna, wohne seit fünfzehn Jahren im Haus nebenan und habe seine Mutter gut gekannt, ohne das näher auszuführen. :17. Belépett, mielőtt Iwan behívta volna, maga akasztotta fel a kabátját a kampóra, és olyan természetességgel ült le a kemencepadkára, amely nem tolakodás volt, hanem egyszerűen annak a módja, aki pontosan tudja, hová tartozik. - Sie trat ein, bevor er sie einlud, hängte ihren Mantel selbst an den Haken und setzte sich auf die Ofenbank mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Anmaßung war, sondern einfach die Art jemandes, der genau weiß, wo er hingehört. :18. Iwan teát főzött, mert ez volt az egyetlen dolog, amit szembe tudott állítani az estével. - Iwan kochte Tee, weil es das einzige war, was er dem Abend entgegensetzen konnte. :19. Katja egy idő után, majdnem mellékesen, elmesélte, hogy a bátyja, Dmitri, tíz évvel ezelőtt egy reggel a hajnali vonattal Moszkvába utazott, egy kis táskával és azzal az ígérettel, hogy jelentkezik, amint megérkezett. - Katja erzählte nach einer Weile, fast beiläufig, dass ihr Bruder Dmitri eines Morgens vor zehn Jahren mit dem Frühzug nach Moskau gefahren sei, mit einer kleinen Tasche und dem Versprechen, sich zu melden, sobald er angekommen sei. :20. Azóta semmit sem hallott róla, sem levelet, sem táviratot, sem másodkézből származó hírt, még egy pletykát sem. - Seitdem hatte sie nichts mehr von ihm gehört, keinen Brief, kein Telegramm, keine Nachricht aus zweiter Hand, nicht einmal ein Gerücht. :21. Ezt olyan hangon mondta, amely nem volt sem panasz, sem közöny, hanem valami a kettő között, a tárgyilagos kimerültség egy fajtája, amely akkor keletkezik, ha az ember egy tényt olyan sokszor gondolt végig, hogy az már megszűnt fájni, anélkül hogy megszűnt volna igaznak lenni. - Sie sagte das in einem Ton, der weder Klage noch Gleichgültigkeit war, sondern etwas dazwischen, eine Art sachlicher Erschöpfung, die entsteht, wenn man eine Tatsache so oft gedacht hat, dass sie aufgehört hat, weh zu tun, ohne aufgehört zu haben, wahr zu sein. :22. A szamovár zümmögött, a tető csöpögött, Iwan pedig hallgatott, mert minden, amit mondhatott volna, túl kicsinek tűnt ehhez a mondathoz. - Der Samowar summte, das Dach tropfte, und Iwan schwieg, weil ihm alles, was er hätte sagen können, zu klein für diesen Satz gewirkt hätte. :23. Katja kiitta a teáját, felállt és elment, búcsúszó nélkül, mintha az ember egy beszélgetés közepén egyszerűen csak szobát váltana. - Katja trank ihren Tee aus, stand auf und ging, ohne ein Wort des Abschieds, als würde man mitten in einem Gespräch einfach das Zimmer wechseln. :24. Iwan a következő napokat azzal töltötte, hogy kiürítette a házat, de rendszer nélkül és anélkül az érzés nélkül, hogy előrehaladna, mert minden doboz után, amelyet kiürített, két újabbat talált, amelyet még ki sem nyitott. - Iwan verbrachte die folgenden Tage damit, das Haus auszuräumen, aber ohne System und ohne das Gefühl, voranzukommen, denn für jede Schachtel, die er leerte, fand er zwei weitere, die er noch nicht geöffnet hatte. :25. Levelekre bukkant, fényképekre, olyan tárgyakra, amelyeknek a rendeltetését már nem tudta rekonstruálni, és másokra, amelyeknek a rendeltetését nagyon is ismerte, ami rosszabb volt. - Er stieß auf Briefe, auf Fotos, auf Gegenstände, deren Zweck er nicht mehr rekonstruieren konnte, und auf anderen, deren Zweck er sehr wohl kannte, was schlimmer war. :26. Az egyik fénykép az anyját mutatta nyáron, a kerti padon, arcát kissé elfordítva a naptól, olyan kifejezéssel, amely idegen volt számára, mert életében soha nem látta rajta. - Ein Foto zeigte seine Mutter im Sommer, auf der Gartenbank, das Gesicht leicht von der Sonne abgewandt und mit einem Ausdruck, der ihm fremd war, weil er ihn zu Lebzeiten nie gesehen hatte. :27. A képet az ablakpárkányra állította, és ott hagyta, mert nem tudott jobb döntést hozni, és mert az ablakpárkány legalább becsületes hely volt. - Er stellte das Foto auf das Fensterbrett und ließ es dort, weil er keine bessere Entscheidung treffen konnte und weil das Fensterbrett zumindest ein ehrlicher Ort war. :28. Katja minden este eljött, néha étellel, néha anélkül, és látogatásai olyan rendszerességet öltöttek, amelyről egyikük sem beszélt, de amely nyilvánvalóan nem is igényelt megbeszélést. - Katja kam jeden Abend, manchmal mit Essen, manchmal ohne, und ihre Besuche hatten eine Regelmäßigkeit angenommen, über die keiner von beiden gesprochen hatte, die aber offenbar keiner Besprechung bedurfte. :29. Beszéltek a tetőről, a szomszédságról, a télről, amely korán fog érkezni, és néha a semmiről is, ami ennek ellenére nem érződött hallgatásnak. - Sie redeten über das Dach, über die Nachbarschaft, über den Winter, der früh kommen würde, und manchmal auch über nichts, was sich trotzdem nicht wie Schweigen anfühlte. :30. A harmadik éjszakán Iwan fél négy körül felébredt egy álomból, amelyet azonnal elfelejtett, és már az ablaknál állt, mielőtt tudta volna, miért kelt fel. - In der dritten Nacht wachte Iwan gegen halb vier auf, aus einem Schlaf, den er sofort vergessen hatte, und stand am Fenster, bevor er wusste, warum er aufgestanden war. :31. A kertben, a falazott kútnál, amelyet évek óta nem használtak, Katja ült a kőperemen, könyökét a térdére támasztva, arcát mindkét kezébe temetve, olyan mozdulatlanul, hogy Iwan egy pillanatig azt hitte, ülve alszik. - Im Garten, am gemauerten Brunnen, der seit Jahren nicht mehr benutzt wurde, saß Katja auf dem Steinrand, die Ellbogen auf die Knie gestützt, das Gesicht in beiden Händen vergraben, so reglos, dass er einen Moment lang glaubte, sie schliefe sitzend. :32. Magára húzta a kabátját a hálóing fölé, végigment a folyosón, és kilépett a kertbe. - Er zog seinen Mantel über das Nachthemd, ging durch den Flur und trat in den Garten. :33. A levegő tiszta és nagyon hideg volt, a fű pedig halkan ropogott a cipője alatt. - Die Luft war klar und sehr kalt, und das Gras knirschte leicht unter seinen Schuhen. :34. Iwan leült mellé a kút peremére, anélkül hogy megkérdezte volna, mit csinál ott, és anélkül hogy úgy tett volna, mintha ez normális volna, mert mindkettő hamis lett volna. - Iwan setzte sich neben sie auf den Brunnenrand, ohne zu fragen, was sie dort tat, und ohne so zu tun, als wäre es normal, weil beides falsch gewesen wäre. :35. Hosszú idő után Katja anélkül, hogy felnézett volna, azt mondta, hogy már nem vár. - Nach einer langen Weile sagte Katja, ohne aufzublicken, dass sie nicht mehr warte. :36. De a felhagyás sem megoldás, tette hozzá, mert a felhagyás döntést feltételez, a döntés pedig világosságot feltételez, és a világosság pontosan az, amit tíz év alatt nem nyert meg. - Aber das Aufhören sei auch keine Lösung, fügte sie hinzu, denn Aufhören setze eine Entscheidung voraus, und eine Entscheidung setze Klarheit voraus, und Klarheit sei genau das, was sie in zehn Jahren nicht gewonnen habe. :37. Iwan elővette cigarettásdobozát a kabátzsebéből, meggyújtott kettőt, adott neki egyet, és dohányoztak, anélkül hogy egymásra néztek volna, tekintetüket fölfelé emelve, ahol az ég sötét volt, felhőtlen és teljesen megközelíthetetlen. - Iwan zog seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche, zündete zwei an, gab ihr eine, und sie rauchten, ohne sich anzusehen, den Blick nach oben, wo der Himmel dunkel und wolkenlos und vollkommen unzugänglich war. :38. Ez volt a legnyugodtabb óra, amelyet Iwan hosszú idő óta átélt. - Es war die ruhigste Stunde, die Iwan seit langer Zeit erlebt hatte. :39. Elutazása reggelén, miután bőröndjét már összepakolta és az ajtóhoz állította, Iwan a hátsó pincében egy megkezdett tapétatekercset talált, mintája halvány virágfonat volt 1987-ből, a papír olyan száraz, hogy hajlításkor tört. - Am Morgen seiner Abreise, nachdem er den Koffer bereits gepackt und an die Tür gestellt hatte, fand Iwan im hinteren Keller eine angebrochene Rolle Tapete, das Muster ein blasses Blumengeflecht aus dem Jahr 1987, das Papier so trocken, dass es beim Biegen brach. :40. Ennek ellenére bevitte a gyerekszobába, és elkezdte újraragasztani a hosszú, elszakadt csíkot a régi gyerekágy fölött, bár a minta már nem illett, és a ragasztó, amelyet egy konyhai maradékból kevert ki, túl híg volt. - Er trug sie dennoch ins Kinderzimmer und begann, den langen zerrissenen Streifen über dem alten Kinderbett neu zu kleben, obwohl das Muster nicht mehr stimmte und der Kleister, den er aus einem Rest in der Küche angerührt hatte, zu dünn war. :41. Értelmetlen cselekedet volt, ezt tudta, de az értelem ebben a házban amúgy is mindig inkább remény volt, mint tulajdonság. - Es war eine sinnlose Handlung, das wusste er, aber Sinn war in diesem Haus ohnehin immer eher eine Hoffnung als eine Eigenschaft gewesen. :42. Katja két csésze kávéval jelent meg, az ablakpárkányra tette őket, és némán az ajtófélfának támaszkodott, mintha azért nem lépne be, mert tudná, hogy belépni ezen a reggelen annyit jelentene, mint búcsút venni, és ez olyasmi volt, amire egyiküknek sem volt nyelve. - Katja erschien mit zwei Tassen Kaffee, stellte sie auf die Fensterbank und lehnte sich schweigend an den Türrahmen, so als käme sie nicht hinein, weil sie wüsste, dass Hineinkommen an diesem Morgen bedeutete, Abschied zu nehmen, und das war etwas, wofür sie beide keine Sprache hatten. :43. Iwan elejtette a tapétatekercset, a nadrágjába törölte a kezét, és levette kabátját a kampóról, anélkül hogy még egyszer visszanézett volna. - Iwan ließ die Tapetenrolle fallen, trocknete die Hände an der Hose und nahm seinen Mantel vom Haken, ohne sich noch einmal umzusehen. :44. Nem mondott semmit, és Katja sem mondott semmit, és ez nem hidegség volt, hanem a becsületesség olyan formája, amely nem tűri a szavakat. - Er sagte nichts, und Katja sagte nichts, und das war keine Kälte, sondern eine Form von Ehrlichkeit, die Wörter nicht erträgt. :45. Az utcán olyan sűrű volt a köd, hogy a kereszteződésen túli házak már eltűntek, mintha a világot mögötte eltakarították volna. - Auf der Straße war der Nebel so dicht, dass die Häuser jenseits der Kreuzung bereits verschwunden waren, als wäre die Welt hinter ihm abgeräumt worden. :46. A jól ismert úton ment a pályaudvarra, sietség nélkül, és sehol sem fordult meg, noha pontosan tudta, hogy ezt elhatározta magában. - Er lief den bekannten Weg zum Bahnhof, ohne sich zu beeilen, und drehte sich an keiner Stelle um, obwohl er genau wusste, dass er es sich vorgenommen hatte. :47. A vonat már a peronon állt, Iwan pedig felszállt, és szinte gondolkodás nélkül talált egy ablak melletti helyet a megfelelő oldalon. - Der Zug stand bereits am Bahnsteig, und Iwan stieg ein und fand einen Fensterplatz auf der richtigen Seite, fast ohne darüber nachzudenken. :48. Amikor a vonat elindult, a bepárásodott üvegen át röviden látta, ahogy a ház teteje felbukkan a fák fölött, majd azonnal újra eltűnik. - Als der Zug anfuhr, sah er durch das beschlagene Glas kurz das Dach des Hauses über den Bäumen auftauchen und sofort wieder verschwinden. :49. Katja még ott állt a járdán a kerti kerítés előtt, egyik kezét félig felemelve, aztán leengedte egy olyan mozdulattal, amely nem búcsú volt és nem köszöntés, hanem annak egyszerű feljegyzése, hogy volt valami, ami most véget ért. - Katja stand noch auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun, eine Hand halb erhoben, und ließ sie in einer Geste sinken, die kein Abschied war und kein Gruß, sondern die schlichte Notiz, dass etwas gewesen war, das nun aufgehört hatte. :50. Még egy ideig állva maradt, miután a vonatot már nem lehetett hallani. - Sie blieb noch eine Weile stehen, nachdem der Zug nicht mehr zu hören war. :51. Aztán megfordult, nem gyorsan és nem lassan, visszament a házba, és becsukta az ajtót anélkül, hogy bezárta volna, ahogy az ember akkor teszi, amikor tudja, hogy visszatér, de már nem tudja, hová. - Dann drehte sie sich um, nicht schnell und nicht langsam, ging zurück ins Haus und schloss die Tür, ohne sie zu schließen, wie man das tut, wenn man weiß, dass man zurückkommt, aber nicht mehr weiß, wohin. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :A régi ház - Das alte Haus :1. A vonat, amely azon a novemberi estén visszavitte Ivan Petrovicsot gyermekkora városába, nem késett. - Der Zug, der Iwan Petrowitsch an jenem Novemberabend in die Stadt seiner Kindheit zurückbrachte, hatte keine Verspätung. :2. Ez különösnek tűnt neki, mintha a pontosság tapintatlanság volna, annak a kis haladéknak a megtagadása, amelyet titokban kívánt magának. - Das kam ihm seltsam vor, als wäre die Pünktlichkeit eine Taktlosigkeit, eine Verweigerung des kleinen Aufschubs, den er sich insgeheim gewünscht hatte. :3. Az út utolsó húsz percében egyenesen ült, és nem olvasott. - Er saß die letzten zwanzig Minuten der Fahrt aufrecht und ohne zu lesen. :4. Tekintete az ablaküvegre szegeződött, amelyen az elővárosok fényei hosszú sárga csíkokká húzódtak, amelyek semmit sem jelentettek, és éppen ezért nehéz volt elviselni őket. - Sein Blick war auf die Scheibe gerichtet, auf der sich die Lichter der Vororte zu langen gelben Strichen zogen, die nichts bedeuteten und genau deshalb schwer zu ertragen waren. :5. Anyja halála óta, amelynek híre három héttel korábban táviratban érte utol, miközben egy idegen város konyhájában ült, és olyan munkára várt, amely nem jött, az volt az érzése, hogy valamilyen mozgásban van. - Seit dem Tod seiner Mutter, der ihn vor drei Wochen per Telegramm erreicht hatte, während er in einer Küche in einer fremden Stadt saß und auf Arbeit wartete, die nicht kam, hatte er das Gefühl gehabt, sich in einer Bewegung zu befinden. :6. Ezt a mozgást sem meg nem állította, sem igazán el nem kezdte. - Diese Bewegung hatte er weder angehalten noch wirklich begonnen. :7. A ház még állt, amit ő nem vett magától értetődőnek. - Das Haus stand noch, was er sich nicht selbstverständlich vorgestellt hatte. :8. Ha megkérdezték volna, azt azonban nem tudta volna megmondani, mit várt helyette. - Wenn man ihn gefragt hätte, hätte er allerdings nicht sagen können, was er stattdessen erwartet hatte. :9. A hársfa, amely gyermekkora nyarain olyan magasra nőtt, hogy mögötte már nem lehetett látni a tetőt, a novemberi évek alatt veszített valamit az önérvényesítő erejéből. - Die Linde, die im Sommer seiner Kindheit so hoch gewachsen war, dass man das Dach dahinter nicht mehr sehen konnte, hatte in den Novemberjahren etwas von ihrer Behauptungskraft verloren. :10. Most áttetsző vázként állt a homlokzat előtt, amely a sötétségben nem annyira szürkének hatott, mint inkább egyszerűen távollévőnek. - Sie stand nun als transparentes Gerüst vor der Fassade, die in der Dunkelheit weniger grau wirkte als schlicht abwesend. :11. A kulcs, amelyet a jegyző egy borítékban küldött el neki, amely tartalmáról semmit sem árult el, nem illett a zárba, ahogy ezt a második próbálkozás után megállapította. - Der Schlüssel, den der Notar ihm in einem Umschlag übersandt hatte, der nach seinem Inhalt nichts ankündigte, passte nicht, wie er nach dem zweiten Versuch feststellte. :12. Miközben az esőben állt a zárt ajtó előtt, és a kulcsot nézte, mintha a hosszabb szemlélés megváltoztathatná a helyzetet, világossá vált számára, hogy valaki valamikor úgy döntött, kicseréli a zárat, anélkül hogy ez a döntés bármilyen formában utat talált volna hozzá. - Während er im Regen vor der verschlossenen Tür stand und den Schlüssel betrachtete, als könnte eine längere Betrachtung die Situation verändern, wurde ihm klar, dass irgendjemand irgendwann beschlossen hatte, das Schloss auszutauschen, ohne dass dieser Beschluss in irgendeiner Form seinen Weg zu ihm gefunden hatte. :13. A kamra ablaka a ház oldalán, amely, ha az ember alulról megnyomta a megviselt keretet, befelé engedett, még mindig ugyanaz az ablak volt, mint húsz évvel ezelőtt. - Das Fenster der Vorratskammer auf der Seite des Hauses, das sich, wenn man von unten gegen den verwitterten Rahmen drückte, nach innen geben ließ, war noch immer dasselbe Fenster wie vor zwanzig Jahren. :14. Ivan átmászott rajta annak távolságtartó otthonosságával, aki egy olyan testen cselekszik, amelyre hite szerint már régen nincs többé igénye. - Iwan kletterte hindurch mit der distanzierten Vertrautheit dessen, der an einem Körper handelt, an dem er glaubte, längst keinen Anspruch mehr zu haben. :15. Odabent nem volt olyan hideg, mint félt tőle, de az a hideg, amely ott volt, nehezebb hideg volt, mert semmi köze nem volt a hőmérséklethez. - Drinnen war es nicht so kalt, wie er gefürchtet hatte, aber die Kälte, die da war, war die schwierigere, weil sie nichts mit der Temperatur zu tun hatte. :16. Ott ült a függőlámpa csendjében, a harmat egyenletességében, amely a lyukas tetőgerendáról a cinkvödörbe csöpögött. - Sie saß in der Stille der abgehängten Lampe, in der Gleichmäßigkeit des Taus, das vom undichten Dachbalken in den Zinkeimer tropfte. :17. Ivan leült az asztalhoz, amelynél anyja harminc éven át ült. - Iwan setzte sich an den Tisch, an dem seine Mutter dreißig Jahre lang gesessen hatte. :18. Olyan sokáig ült ott, amíg a vödörbe hulló csöpögés már nem zavarta. - Er blieb so lange sitzen, bis das Tropfen im Eimer aufgehört hatte, ihn zu stören. :19. A nő, aki a második estén kopogott, olyan ember nyugodt nyomatékával lépett be a házba, akit ugyan nem vártak, de mégis tudja, hogy jó helyen van. - Die Frau, die am zweiten Abend klopfte, betrat das Haus mit dem ruhigen Nachdruck jemandes, der zwar nicht erwartet worden ist, aber dennoch weiß, dass er am richtigen Ort ist. :20. Ez Ivant, aki ajtót nyitott neki, nem ingerelte, hanem inkább megkönnyebbítette olyan módon, amelyet nem akart megmagyarázni magának. - Das irritierte Iwan, der ihr die Tür geöffnet hatte, nicht, sondern erleichterte ihn eher auf eine Art, die er sich nicht erklären wollte. :21. Katja Mihajlovna, harminckét éves, könyvtáros, tizenöt éve szomszéd, letette a befőttesüveget és a virágos kendőbe csavart kenyeret az asztalra, mintha magától értetődő tárgyak volnának egy magától értetődő helyen. - Katja Michailowna, zweiunddreißig Jahre alt, Bibliothekarin, seit fünfzehn Jahren Nachbarin, stellte das Einmachglas und das in ein geblümtes Tuch gewickelte Brot auf den Tisch, als wären es selbstverständliche Gegenstände an einem selbstverständlichen Ort. :22. Leült a kályhapadra, kabátban, és úgy ült ott, mintha bármelyik pillanatban újra felállhatna, de úgy is, mintha semmi szándéka nem volna ezt tenni. - Sie setzte sich auf die Ofenbank, wo sie den Mantel anhatte und so saß, als könnte sie jeden Moment wieder aufstehen, aber auch als hätte sie keine Absicht, das zu tun. :23. Nem beszélt sokat, és amit mondott, úgy volt megfogalmazva, hogy az ember észrevette, nem készítette elő magának. - Sie sprach nicht viel, und das, was sie sagte, war so formuliert, dass man merkte, dass sie es sich nicht zurechtgelegt hatte. :24. Ez paradox módon oda vezetett, hogy pontosabban hangzott, mint bármi előre elrendezett. - Das führte paradoxerweise dazu, dass es präziser klang als alles Zurechtgelegte. :25. A bátyja, Dmitrij, mondta egyszer, miközben kinézett az ablakon, amelyen az eső csíkokban gyűlt össze, tíz évvel ezelőtt októberben az első reggeli vonattal Moszkvába utazott. - Ihr Bruder Dmitri, sagte sie irgendwann, während sie aus dem Fenster schaute, auf dem sich der Regen in Schlieren sammelte, sei vor zehn Jahren im Oktober mit dem ersten Morgenzug nach Moskau gefahren. :26. Egy kis utazótáskával ment el, amelyet egy szomszédtól kért kölcsön. - Er sei mit einer kleinen Reisetasche gefahren, die er sich von einem Nachbarn geliehen hatte. :27. Azzal az ígérettel ment el, hogy írni fog, amint lesz címe, ami akkor teljesen hihetően hangzó megfogalmazás volt. - Er war mit dem Versprechen gegangen, zu schreiben, sobald er eine Adresse hätte, was eine Formulierung gewesen sei, die damals vollkommen plausibel geklungen habe. :28. Ezt olyan hangon mondta, amelyben nem volt keserűség, mert a keserűség az elvárás valamely formáját feltételezi. - Sie sagte das in einem Tonfall, der keine Bitterkeit enthielt, weil Bitterkeit eine Form von Erwartung voraussetzt. :29. Katja, úgy tűnt Ivannak, nem tette le az elvárást, hanem egyszerűen elfelejtette, hová tette, ami végül ugyanarra megy ki, de más érzés. - Katja, so schien es Iwan, hatte die Erwartung nicht abgelegt, sondern einfach vergessen, wo sie sie hingelegt hatte, was am Ende auf dasselbe hinausläuft, aber sich anders anfühlt. :30. Ivan mondhatott volna valamit, de minden, ami eszébe jutott, vagy túl keveset, vagy túl sokat nyomott volna. - Iwan hätte etwas sagen können, aber alles, was ihm einfiel, hätte entweder zu wenig oder zu viel gewogen. :31. Így hát hallgatott, a szamovár zümmögött, és ez elég volt. - So schwieg er, und der Samowar summte, und das war genug. :32. A következő napokban Ivan kiürítette a házat, nem az elintézés buzgalmával, hanem annak taktikus lassúságával, aki azért végez el egy feladatot, mert nincs alternatívája. - In den folgenden Tagen räumte Iwan das Haus aus, nicht mit dem Eifer des Erledigens, sondern mit der taktischen Langsamkeit jemandes, der eine Aufgabe tut, weil er keine Alternative hat. :33. De nem volt hajlandó megengedni ennek a feladatnak, hogy gyorsabban haladjon, mint ő maga. - Er war aber nicht bereit, dieser Aufgabe zu erlauben, schneller zu gehen als er selbst. :34. Talált dolgokat, amelyeket ismert, és dolgokat, amelyeket még soha nem látott. - Er fand Dinge, die er kannte, und Dinge, die er noch nie gesehen hatte. :35. A különbség nem mindig volt olyan jelentős, mint remélte: néha egy idegen dolog kevésbé volt fájdalmas, mint egy ismerős, mert az ismerős igényt támasztott, amely elől az idegen kitért. - Nicht immer war der Unterschied so bedeutsam, wie er sich erhofft hatte: Manchmal war ein fremdes Ding weniger schmerzhaft als ein vertrautes, weil das Vertraute einen Anspruch stellte, dem das Fremde sich entzog. :36. Egy fénykép az anyját mutatta egy nyáron, amelyet nem tudott elhelyezni, olyan arckifejezéssel, amelyet életében soha nem hitt volna el neki. - Ein Foto zeigte seine Mutter in einem Sommer, den er nicht zuordnen konnte, mit einem Ausdruck, den er ihr zu Lebzeiten nie abgenommen hatte. :37. Nem volt boldognak mondható a szó teljes értelmében, de olyan békében volt, amelyet nem kiharcoltak, hanem megtaláltak, valahol egy kerti padon egy már nem rekonstruálható júliusban. - Sie wirkte nicht glücklich im vollen Sinn des Wortes, aber in einem Frieden, der nicht erkämpft, sondern aufgefunden worden war, irgendwo auf einer Gartenbank in einem nicht mehr rekonstruierbaren Juli. :38. A fényképet az ablakpárkányra állította, mert az ablakpárkány a legőszintébb hely egy házban. - Er stellte das Foto auf das Fensterbrett, weil der Fensterbrett der ehrlichste Ort in einem Haus ist. :39. Nem megőrzés és nem kidobás, hanem egy megoldatlan kérdés beismerése. - Es ist weder Aufbewahrung noch Entsorgung, sondern das Eingeständnis einer ungelösten Frage. :40. Katja minden este eljött, és látogatásai megbeszélés nélkül olyan formába rendeződtek, amelyet egyikük sem nevezett volna meg. - Katja kam jeden Abend, und ihre Besuche hatten sich ohne Absprache in eine Form eingespielt, die keiner von beiden benannt hätte. :41. Mindketten ösztönösen tiszteletben tartották ezt a formát, úgy, ahogy az ember tiszteletben tart egy pallót, amely úgy néz ki, mintha éppen még elbírná a saját súlyát. - Beide respektierten diese Form instinktiv, so wie man einen Steg respektiert, der aussieht, als könnte er das eigene Gewicht gerade noch tragen. :42. Beszéltek a házról, a télről, a könyvtárról, amelyben évek óta ugyanaz a tizenkét olvasó ugyanazokat a könyveket kölcsönözte ki. - Sie redeten über das Haus, über den Winter, über die Bibliothek, in der seit Jahren dieselben zwölf Benutzer dieselben Bücher ausliehen. :43. Néha a gyerekkorukról is beszéltek, amelyet ugyanabban a városban töltöttek el anélkül, hogy valaha találkoztak volna, amit mindketten teljesen normális lehetetlenségnek tartottak. - Manchmal redeten sie auch über ihre Kindheiten, die sie in derselben Stadt verbracht hatten, ohne sich je begegnet zu sein, was sie beide für eine vollkommen normale Unmöglichkeit hielten. :44. Ivan a harmadik éjszakán négy óra tájban felébredt, anélkül hogy tudta volna, miért. - Iwan wachte in der dritten Nacht gegen vier Uhr auf, ohne zu wissen warum. :45. Ez ritkán fordult elő vele, mert különben ő maga volt az alvás, ahogy egyszer olvasta, hogy vannak ilyen emberek: egyszerű és alapos, átmenetek nélkül. - Das kam bei ihm selten vor, da er sonst der Schlaf war, wie er einmal gelesen hatte, dass manche Menschen es sind: einfach und gründlich und ohne Zwischentöne. :46. A hang, amely felébresztette, vagy egy állat volt, vagy maga a ház, amely a hidegben dolgozott. - Das Geräusch, das ihn geweckt hatte, war entweder ein Tier oder das Haus selbst gewesen, das in der Kälte arbeitete. :47. Felkelt anélkül, hogy ellene döntött volna, a hálóingére húzta a kabátját, és a sötét folyosón át kiment. - Er stand auf, ohne sich dagegen zu entscheiden, zog seinen Mantel über das Nachthemd und ging durch den dunklen Flur nach draußen. :48. Katja a hátsó kertben ült a régi kútnál, a falazott peremen, amelyen nyáron gaz nőtt, arcát mindkét kezébe temetve. - Katja saß am alten Brunnen im hinteren Garten, auf dem gemauerten Rand, über den im Sommer das Unkraut wuchs, das Gesicht in beiden Händen. :49. A válla sem felhúzva nem volt, sem le nem ereszkedett, hanem olyan tartásban állt, amely valahol a kimerültség és a koncentráció között volt, mintha olyan munkát végezne, amelyhez nincs szükség kézre. - Ihre Schultern waren weder hochgezogen noch hängend, sondern in einer Haltung, die irgendwo zwischen Erschöpfung und Konzentration lag, als vollführe sie eine Arbeit, für die man keine Hände braucht. :50. Ivan leült mellé, kérdés nélkül, vigasztalás nélkül, anélkül hogy úgy tett volna, mintha bármi magyarázatra szorulna. - Iwan setzte sich neben sie, ohne zu fragen, ohne zu trösten, ohne so zu tun, als sei irgendetwas erklärungsbedürftig. :51. Ez volt a leghelyesebb dolog, amit ebben a városban érkezése óta tett. - Das war das Richtigste, was er in dieser Stadt seit seiner Ankunft getan hatte. :52. A kert csendes volt, a levegő metszően tiszta. - Der Garten war still, die Luft schneidend klar. :53. Fölöttük olyan sötét és üres ég állt, hogy nem engedett meg metaforákat. - Über ihnen stand ein Himmel, der so dunkel und leer war, dass er keine Metaphern erlaubte. :54. Egy olyan idő után, amelyet nem lehetett percekben mérni, Katja azt mondta, hogy a várakozás megszűnt, mégpedig nem döntésként, hanem állapotként. - Nach einer Zeit, die sich nicht in Minuten messen ließ, sagte Katja, dass das Warten aufgehört habe, und zwar nicht als Entscheid, sondern als Zustand. :55. Ezt az állapotot egy napon úgy találta ott, mint egy széket, amely mindig is ott állt, mielőtt az ember észrevette volna. - Sie habe diesen Zustand eines Tages vorgefunden wie einen Stuhl, der schon immer da gestanden hatte, bevor man ihn bemerkte. :56. De a várakozás megszűnése, tette hozzá, nem megérkezés. - Aber das Aufhören des Wartens, fügte sie hinzu, sei kein Ankommen. :57. Mert a megérkezés feltételezi, hogy az ember valahonnan elindult, és éppen ez a bizonyosság hiányzik neki tíz éve. - Denn Ankommen setze voraus, dass man irgendwo abgefahren sei, und genau diese Gewissheit fehle ihr seit zehn Jahren. :58. Ivan egyetlen lángnál két cigarettára gyújtott rá, és az egyiket neki adta. - Iwan zündete zwei Zigaretten an einer Flamme an und gab ihr eine. :59. A közös hallgatásban dohányoztak, amely nem vigasz volt és nem megoldás, hanem jelenlét, és néha a jelenlét a legpontosabb forma, amelyben az ember elmondhatja valakinek, hogy nem tűnt el. - Sie rauchten in dem gemeinsamen Schweigen, das kein Trost war und keine Lösung, aber eine Anwesenheit, und manchmal ist Anwesenheit die genaueste Form, in der man einem Menschen sagen kann, dass er nicht verschwunden ist. :60. Elutazása reggelén, miután a bőrönd már becsomagolva állt az ajtónál, és a csészék a csepegtetőn feküdtek, mint egy lezárt kijelentés, Ivan lement a pincébe, és egy tekercs tapétával tért vissza. - Am Morgen seiner Abreise, nachdem der Koffer bereits gepackt an der Tür stand und die Tassen auf dem Abtropfbrett lagen wie eine abgeschlossene Aussage, stieg Iwan in den Keller und kam mit einer Rolle Tapete wieder herauf. :61. Egy polc mögött találta: halvány, az idő által bézsbe fakított virágfonadék volt 1987-ből. - Er hatte sie hinter einem Regal gefunden: ein blasses, von der Zeit ins Beige verblichenes Blumengeflecht aus dem Jahr 1987. :62. A papír olyan törékeny volt, hogy hüvelykujja nyomása alatt repedéseket képzett, mint a jég, amely még nem ismeri a saját vastagságát. - Das Papier war so spröde, dass es unter dem Daumendruck Risse bildete wie Eis, das die eigene Dicke noch nicht kennt. :63. Bevitte a tekercset a gyerekszobába, és gondolkodás nélkül, cselekvési terv nélkül, valamint anélkül, hogy valaha is szándékában állt volna megítélni az eredményt, elkezdte kicserélni a régi gyerekágy fölötti hosszú, szakadt csíkot. - Er trug die Rolle ins Kinderzimmer und begann, ohne nachzudenken, ohne Handlungsplan und ohne die Absicht, das Ergebnis jemals zu beurteilen, den langen zerrissenen Streifen über dem alten Kinderbett zu ersetzen. :64. Ezt megtette, noha a minta már nem illett ahhoz, ami jobbról és balról a falon tapadt. - Das tat er, obwohl das Muster nicht mehr zu dem passte, was rechts und links an der Wand klebte. :65. Megtette, noha a hígított ragasztó, amelyet egy zacskó maradékából kevert ki, túl kevéssé tapadt ahhoz, hogy a törékeny papírt tartósan megtartsa. - Er tat es obwohl der verdünnte Kleister, den er aus einem Tütenrest angerührt hatte, zu wenig Haftung hatte, um das spröde Papier dauerhaft zu halten. :66. Hasznon túli cselekedet volt. - Es war eine Handlung jenseits des Nutzens. :67. De éppen ez adott neki olyan fajta integritást, amelyet hasznos cselekedetek ritkán érnek el. - Aber gerade das gab ihr eine Art Integrität, die nützliche Handlungen selten erreichen. :68. Katja két csészével jelent meg, amelyeket az ablakpárkányra tett anélkül, hogy belépett volna. - Katja erschien mit zwei Tassen, die sie auf die Fensterbank stellte, ohne einzutreten. :69. Úgy hatott, mintha még nem volna biztos benne, hogy ez a reggel olyan reggel-e, amelybe be kell lépni, vagy olyan, amelytől távolságot kell tartani. - Sie wirkte, als wäre sie noch nicht sicher, ob dieser Morgen ein Morgen war, den man betreten oder von dem man Abstand halten sollte. :70. Egymásra néztek, és ebben a tekintetben minden, amit el lehetett volna mondani, abban a formában volt távol, amely a legvilágosabban mutatja, hogy az ember nem fogja kimondani. - Sie sahen sich an, und in diesem Blick war alles, was gesagt werden hätte können, in der Form abwesend, die am deutlichsten zeigt, dass man es nicht sagen wird. :71. Nem volt mosoly, amely kisebbé tette volna, nem volt szó, amely leegyszerűsítette volna, nem volt búcsú, amely úgy tett volna, mintha vég volna. - Es gab kein Lächeln, das verkleinerte, kein Wort, das vereinfachte, keinen Abschied, der tat, als wäre er ein Ende. :72. Ivan elejtette a tapétatekercset, felvette a kabátját és a táskáját, és kilépett az ajtón a novemberi reggelbe. - Iwan ließ die Tapetenrolle fallen, nahm seinen Mantel und seine Tasche und ging durch die Tür in den Novembermorgen. :73. A novemberi reggel olyan szürke és olyan egyenletes volt, hogy nem adott irányt, csak mozgást. - Der Novembermorgen war so grau und so gleichmäßig, dass er keine Richtung vorgab, sondern nur Bewegung. :74. Elindult a pályaudvar felé vezető úton, amelyet vakon is végig tudott volna menni, és nem fordult hátra. - Er lief den Weg zum Bahnhof, den er hätte blind gehen können, und drehte sich nicht um. :75. Nem hidegségből tette, és nem elszántságból, hanem mert megértette, hogy a hátrafordulás ebben az esetben nem emlékezés, hanem kétely lett volna. - Er tat es nicht aus Kälte und nicht aus Entschlossenheit, sondern weil er verstanden hatte, dass Umdrehen in diesem Fall nicht Erinnerung, sondern Zweifel gewesen wäre. :76. A kételyre az egész úton tudatosan nem hagyott magának időt. - Für Zweifel hatte er sich die ganze Strecke bewusst keine Zeit gelassen. :77. A peron majdnem üres volt, a vonat már készen állt, és Ivan felszállt, majd helyet talált az ablaknál, a megfelelő oldalon. - Der Bahnsteig war fast leer, der Zug stand bereits bereit, und Iwan stieg ein und fand einen Platz am Fenster auf der richtigen Seite. :78. Nem azért választotta ezt a helyet, mert azt tervezte, hogy még egyszer látni fogja a házat, hanem mert tudta, hogy látni fogja. - Er wählte diesen Platz nicht, weil er geplant hatte, das Haus noch einmal zu sehen, sondern weil er wusste, dass er es sehen würde. :79. Látná, akár melyik oldalon ülne is, és ezzel a tudással nyugodtan akart szembenézni. - Er würde es sehen egal auf welcher Seite er saß, und dass er diesem Wissen ruhig begegnen wollte. :80. Amikor a vonat lassan elindult, a tető felbukkant az utolsó fák között, egy pillanatra, nem tovább. - Als der Zug langsam anfuhr, tauchte das Dach zwischen den letzten Bäumen auf, einen Moment lang, nicht länger. :81. Aztán azonnal újra eltűnt a ködben, amely azon a reggelen olyan sűrű volt, hogy úgy nézett ki, mint egy döntés. - Dann verschwand es sofort wieder im Nebel, der an diesem Morgen so dicht war, dass er aussah wie eine Entscheidung. :82. Katja még a kerítés előtt állt, kezét kissé felemelve, majd leengedte olyan mozdulattal, amely sem búcsú nem volt, sem köszönés. - Katja stand noch vor dem Gartenzaun, die Hand ein Stück weit gehoben, und ließ sie dann sinken mit einer Geste, die weder Abschied noch Gruß war. :83. Egy tény csendes feljegyzése volt: hogy valami volt, egészen biztosan, még ha sem ő, sem Ivan nem tudta volna megmondani, mi is volt pontosan. - Es war die stille Notiz einer Tatsache: dass etwas gewesen ist, ganz bestimmt, auch wenn weder sie noch er hätten sagen können, was es genau war. :84. Ott maradt állva, amíg a vonatot már nem lehetett hallani, aztán megfordult, és visszament a házba. - Sie blieb stehen, bis der Zug nicht mehr zu hören war, drehte sich dann um und ging zurück ins Haus. :85. Nem lassan ment és nem gyorsan, hanem annak lépéshosszával, aki nem tudja, mi várja odabent, de azt sem várja, hogy valami olyan lesz, ami meglepi, és aki ezzel, mindezek után, egészen jól együtt tud élni. - Sie ging nicht langsam und nicht schnell, sondern mit der Schrittlänge jemandes, der nicht weiß, was ihn drinnen erwartet, aber auch nicht erwartet, dass es etwas sein wird, das ihn überrascht, und der damit, nach allem, ganz gut leben kann. ------------------------- == 78 == 1 ------------------------- :Az eljárás - Der Vorgang :1. Egy kis szobában ül. - Er sitzt in einem kleinen Zimmer. :2. A szobának nincsenek ablakai. - Das Zimmer hat keine Fenster. :3. A falak szürkék. - Die Wände sind grau. :4. A mennyezeten egy lámpa villog. - Eine Lampe an der Decke flackert. :5. Nem tudja, mióta van már itt. - Er weiß nicht, wie lange er schon hier ist. :6. Az asztalon egy űrlap fekszik. - Auf dem Tisch liegt ein Formular. :7. Az űrlapon sok mező van. - Das Formular hat viele Felder. :8. Elolvassa az első mezőt: „Név”. - Er liest das erste Feld: „Name”. :9. Leírja a nevét. - Er schreibt seinen Namen. :10. Aztán következik a második mező: „Eljárás”. - Dann kommt das zweite Feld: „Vorgang”. :11. Nem tudja, mit kellene írnia. - Er weiß nicht, was er schreiben soll. :12. Üresen hagyja a mezőt. - Er lässt das Feld leer. :13. A falon egy óra lóg. - An der Wand hängt eine Uhr. :14. Az óra tizenegy óra tízet mutat. - Die Uhr zeigt zehn nach elf. :15. Nem mozog. - Sie bewegt sich nicht. :16. Vár. - Er wartet. :17. Kinyílik az ajtó. - Die Tür geht auf. :18. Egy nő jön be. - Eine Frau kommt herein. :19. Szemüveget és szürke köpenyt visel. - Sie trägt eine Brille und einen grauen Kittel. :20. Nem köszön. - Sie sagt kein Hallo. :21. Egy új papírköteget tesz az asztalra. - Sie legt einen neuen Stapel Papier auf den Tisch. :22. Ránéz a kötegre. - Er schaut auf den Stapel. :23. A köteg nagyon magas. - Der Stapel ist sehr hoch. :24. A nő azt mondja: „Hiányzik a fedőlap.” - Die Frau sagt: „Das Deckblatt fehlt.” :25. Megkérdezi: „Melyik fedőlap?” - Er fragt: „Welches Deckblatt?” :26. A nő nem válaszol. - Sie antwortet nicht. :27. Ismét kimegy. - Sie geht wieder hinaus. :28. Felemeli a legfelső lapot. - Er nimmt das oberste Blatt. :29. Üres. - Es ist leer. :30. Felülre ezt írja: „Fedőlap”. - Er schreibt oben: „Deckblatt”. :31. Aztán megint vár. - Dann wartet er wieder. :32. A lámpa erősebben villog. - Die Lampe flackert stärker. :33. Feláll. - Er steht auf. :34. Odamegy az ajtóhoz. - Er geht zur Tür. :35. Lenyomja a kilincset. - Er drückt den Griff. :36. Az ajtó nem nyílik ki. - Die Tür geht nicht auf. :37. Még egyszer megpróbálja. - Er versucht es noch einmal. :38. Az ajtó zárva marad. - Die Tür bleibt zu. :39. Visszaül. - Er setzt sich wieder hin. :40. Az asztalon egy üres csésze áll. - Auf dem Tisch steht eine leere Tasse. :41. Nem tudja, mi volt benne korábban. - Er weiß nicht, was früher drin war. :42. Egy idő után a nő újra bejön. - Nach einer Weile kommt die Frau wieder. :43. Elveszi a csészét. - Sie nimmt die Tasse. :44. Azt mondja: „Kérem, várjon.” - Sie sagt: „Bitte warten Sie.” :45. Megkérdezi: „Meddig?” - Er fragt: „Wie lange?” :46. A nő azt mondja: „Ez az eljárás.” - Sie sagt: „Das ist der Vorgang.” :47. Aztán eltűnik. - Dann ist sie weg. :48. Ránéz az űrlapra. - Er schaut auf das Formular. :49. Ezt olvassa: „Kérelem a kérelmezőképesség megállapítására.” - Er liest: „Antrag auf Feststellung der Antragsfähigkeit.” :50. Nem egészen érti. - Er versteht das nicht ganz. :51. Mégis tovább ír. - Er schreibt trotzdem weiter. :52. Minden mezőnél sokáig gondolkodik. - Bei jedem Feld überlegt er lange. :53. A legtöbb mezőt üresen hagyja. - Die meisten Felder lässt er leer. :54. Az óra még mindig tizenegy óra tízet mutat. - Die Uhr zeigt immer noch zehn nach elf. :55. Másnap reggelre az űrlap eltűnt. - Am nächsten Morgen ist das Formular weg. :56. Egy új fekszik ott. - Ein neues liegt da. :57. Pontosan ugyanúgy néz ki. - Es sieht genauso aus. :58. Sóhajt. - Er seufzt. :59. Felveszi a tollat. - Er nimmt den Stift. :60. Elölről kezdi. - Er fängt von vorne an. :61. A nő újra bejön. - Die Frau kommt wieder. :62. Még egy lapot tesz hozzá. - Sie legt noch ein Blatt dazu. :63. Azt mondja: „Hiányzik a harmadik oldal.” - Sie sagt: „Seite drei fehlt.” :64. Belenéz az irataiba. - Er schaut in seine Unterlagen. :65. Nincs harmadik oldal. - Es gibt keine Seite drei. :66. Megkérdezi: „Hol kapom meg a harmadik oldalt?” - Er fragt: „Wo bekomme ich Seite drei?” :67. Azt mondja: „Azt kérelmeznie kell.” - Sie sagt: „Das müssen Sie beantragen.” :68. Lassan bólint. - Er nickt langsam. :69. Fog egy üres lapot. - Er nimmt ein leeres Blatt. :70. Felülre ezt írja: „Kérelem a harmadik oldalra.” - Er schreibt oben: „Antrag auf Seite drei.” :71. Vár. - Er wartet. :72. Ez az eljárás. - Das ist der Vorgang. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------------------- :Az eljárás - Der Vorgang :1. Már nem tudja, mikor ébredt fel először ebben a szobában. - Er weiß nicht mehr, wann er das erste Mal in diesem Zimmer aufgewacht ist. :2. A helyiség kicsi, és a falaknak nincs olyan színük, amely megérdemelne egy nevet. - Der Raum ist klein, und die Wände haben keine Farbe, die einen Namen verdient. :3. A mennyezeten egy fénycső lóg, amely néha villog, néha pedig nem. - An der Decke hängt eine Leuchtstoffröhre, die manchmal flackert und manchmal nicht. :4. Az asztalon egy űrlap fekszik, amelyet már többször elolvasott. - Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er schon mehrmals gelesen hat. :5. A legtöbb szót érti, de azt nem, hogy együtt mit jelentenek. - Er versteht die meisten Wörter, aber nicht, was sie zusammen bedeuten. :6. A falon lévő óra tizenegy óra tízet mutat, noha biztos benne, hogy órák teltek el. - Die Uhr an der Wand zeigt zehn nach elf, obwohl er sicher ist, dass Stunden vergangen sind. :7. A toll a kezében van, de nem tudja, mit írjon. - Er hat den Stift in der Hand, aber er weiß nicht, was er schreiben soll. :8. Az első mező neve „Kérelmező”, és ez egyszerű. - Das erste Feld heißt „Antragsteller", und das ist einfach. :9. Leírja a nevét, bár nem biztos benne, hogy ez elég. - Er schreibt seinen Namen, obwohl er nicht sicher ist, ob das reicht. :10. A második mező neve „A kérelem indoka”, és ez nem egyszerű. - Das zweite Feld heißt „Grund des Antrags", und das ist nicht einfach. :11. Sokáig gondolkodik, aztán üresen hagyja. - Er überlegt lange, dann lässt er es leer. :12. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy valaki kopogott volna. - Die Tür geht auf, ohne dass jemand angeklopft hat. :13. Az ügyintézőnő szürke köpenyt és kerek keretű szemüveget visel. - Die Sachbearbeiterin trägt einen grauen Kittel und eine Brille mit rundem Gestell. :14. Nem őt nézi, hanem az asztalon lévő papírköteget. - Sie schaut nicht ihn an, sondern den Stapel Papier auf dem Tisch. :15. Azt mondja: „Nem töltötte ki a fedőlapot.” - Sie sagt: „Sie haben das Deckblatt nicht ausgefüllt." :16. Azt feleli, hogy a fedőlapon nincs kitöltendő mező. - Er antwortet, dass das Deckblatt kein Feld zum Ausfüllen hat. :17. Azt mondja: „Ez nem helyes”, és egy új lapot tesz az asztalra. - Sie sagt: „Das ist nicht korrekt", und legt ein neues Blatt auf den Tisch. :18. Aztán elmegy anélkül, hogy becsukná az ajtót, de az ajtó magától becsukódik. - Dann geht sie, ohne die Tür zu schließen, aber die Tür schließt sich von selbst. :19. Ránéz az új lapra. - Er schaut auf das neue Blatt. :20. Üres, pontosan úgy, mint a régi. - Es ist leer, genau wie das alte. :21. Fogja a tollat, és felül középre ezt írja: „Fedőlap”. - Er nimmt den Stift und schreibt oben in die Mitte: „Deckblatt". :22. Aztán vár, mert nem tudja, mit kellene még tenni. - Dann wartet er, weil er nicht weiß, was sonst zu tun ist. :23. A fénycső háromszor gyorsan felvillan, aztán megint csend lesz. - Die Leuchtstoffröhre flackert dreimal schnell, dann ist es wieder ruhig. :24. Egy idő után feláll, és odamegy az ajtóhoz. - Nach einer Weile steht er auf und geht zur Tür. :25. Lenyomja a kilincset, de az ajtó nem mozdul. - Er drückt den Griff nach unten, aber die Tür bewegt sich nicht. :26. Erősebben nyomja, de az eredmény ugyanaz. - Er drückt fester, aber das Ergebnis ist dasselbe. :27. Visszamegy az asztalhoz, és újra leül. - Er geht zurück zum Tisch und setzt sich wieder hin. :28. Az előtte álló üres csészének már nincs füle, de nem emlékszik, mikor történt ez. - Die leere Tasse vor ihm hat keinen Henkel mehr, aber er erinnert sich nicht, wann das passiert ist. :29. Ujjai között forgatja a tollat, és gondolkodik. - Er dreht den Stift zwischen den Fingern und denkt nach. :30. Arra gondol, hogy kérelmet kell benyújtania, de nem tudja, mire. - Er denkt daran, dass er einen Antrag stellen muss, aber nicht weiß, wofür. :31. Talán a kérelem olyasmire vonatkozik, amije már van. - Vielleicht ist der Antrag für etwas, das er schon hat. :32. Talán olyasmire vonatkozik, amire még szüksége van. - Vielleicht ist er für etwas, das er noch braucht. :33. A „Kérelem indoka” mezőbe ezt írja: „Ismeretlen, de szükséges.” - Er schreibt in das Feld „Grund des Antrags": „Unbekannt, aber notwendig." :34. Ez nem tűnik helytelennek. - Das fühlt sich nicht falsch an. :35. Az ügyintézőnő visszajön, elveszi a csészét, és egy újat tesz oda. - Die Sachbearbeiterin kommt wieder, nimmt die Tasse und stellt eine neue hin. :36. Az új csésze is üres. - Die neue Tasse ist auch leer. :37. Megkérdezi: „Mikor lesz kész a kérelem?” - Er fragt: „Wann ist der Antrag fertig?" :38. Azt mondja: „Amikor minden mező ki van töltve.” - Sie sagt: „Wenn alle Felder ausgefüllt sind." :39. Megkérdezi: „És mely mezők hiányoznak még?” - Er fragt: „Und welche Felder fehlen noch?" :40. Azt mondja: „Az a negyedik oldalon áll.” - Sie sagt: „Das steht auf Seite vier." :41. Átlapozza a papírokat, de nincs negyedik oldal. - Er blättert durch die Papiere, aber es gibt keine Seite vier. :42. Megkérdezi: „Hol van a negyedik oldal?” - Er fragt: „Wo ist Seite vier?" :43. Azt mondja: „Azt kérelmeznie kell”, és elmegy. - Sie sagt: „Die müssen Sie beantragen", und geht. :44. Fog egy üres lapot, és ezt írja rá: „Kérelem a negyedik oldal kiadására.” - Er nimmt ein leeres Blatt und schreibt: „Antrag auf Aushändigung von Seite vier." :45. A lapot a köteg tetejére teszi. - Er legt das Blatt oben auf den Stapel. :46. Az óra még mindig tizenegy óra tízet mutat. - Die Uhr zeigt immer noch zehn nach elf. :47. Sokáig nézi, mert reméli, hogy megmozdul. - Er schaut sie lange an, weil er hofft, dass sie sich bewegt. :48. Nem mozdul. - Sie bewegt sich nicht. :49. Másnap reggel — vagy amit annak tart — a köteg kisebb. - Am nächsten Morgen – oder was er dafür hält – ist der Stapel kleiner. :50. Az űrlapok egy része eltűnt, de nem tudja, melyik. - Ein Teil der Formulare ist weg, aber er weiß nicht, welcher. :51. Cserébe felül egy új űrlap fekszik, amelyet még nem látott. - Dafür liegt ein neues Formular oben, das er noch nicht gesehen hat. :52. A címe: „A kérelmezőképesség megállapítására irányuló kérelem visszaigazolása.” - Es heißt: „Bestätigung des Antrags auf Feststellung der Antragsfähigkeit." :53. Kétszer elolvassa, mert azt hiszi, hogy valamit nem vett észre. - Er liest es zweimal, weil er denkt, dass er etwas übersehen hat. :54. Semmit sem vett észre rosszul. - Er hat nichts übersehen. :55. Kitölti az első mezőt, aztán a másodikat, aztán a harmadikat üresen hagyja. - Er füllt das erste Feld aus, dann das zweite, dann lässt er das dritte leer. :56. Az ügyintézőnő bejön, ránéz az űrlapra, és azt mondja: „A harmadik mező kötelező.” - Die Sachbearbeiterin kommt, schaut auf das Formular und sagt: „Feld drei ist Pflicht." :57. Megkérdezi: „Mit írjak a harmadik mezőbe?” - Er fragt: „Was soll ich in Feld drei schreiben?" :58. Azt mondja: „Azt, ami igaz.” - Sie sagt: „Das, was zutrifft." :59. Ezt írja: „Minden vagy semmi.” - Er schreibt: „Alles oder nichts." :60. A nő elveszi az űrlapot, elolvassa, visszateszi, és azt mondja: „Kérem, várjon.” - Sie nimmt das Formular, liest es, legt es zurück und sagt: „Bitte warten Sie." :61. Megkérdezi: „Meddig?” - Er fragt: „Wie lange?" :62. A nő már nem mond semmit, és elmegy. - Sie sagt nichts mehr und geht. :63. Hátradől, és a mennyezetet nézi. - Er lehnt sich zurück und schaut an die Decke. :64. A fénycső villog. - Die Leuchtstoffröhre flackert. :65. Vár. - Er wartet. :66. Időközben már tudja, hogy a várakozás nem a vég, hanem maga az eljárás. - Er weiß inzwischen, dass Warten nicht das Ende ist, sondern der Vorgang selbst. :67. Fogja a tollat. - Er nimmt den Stift. :68. Elölről kezdi. - Er fängt von vorne an. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :Az eljárás - Der Vorgang :1. A helyiség, amelyben ül, pontosan akkora, hogy ne kelljen azon gondolkodni, milyen kicsi. - Der Raum, in dem er sitzt, hat genau die richtige Größe, um nicht darüber nachzudenken, wie klein er ist. :2. A falakat fehérre festették, de a fehér olyan régi, hogy már nem érdemel nevet. - Die Wände sind weiß gestrichen, aber das Weiß ist so alt, dass es keinen Namen mehr verdient. :3. Legalább két napja van itt, amennyire ezt meg tudja ítélni. - Er ist seit mindestens zwei Tagen hier, soweit er das beurteilen kann. :4. A falióra tizenegy óra tízet mutat, és ő már felhagyott azzal, hogy kérdezgesse. - Die Uhr an der Wand zeigt zehn nach elf, und er hat aufgehört, sie zu fragen. :5. Az asztalon egy nyomtatvány fekszik, amelyet már kívülről ismer, anélkül hogy értené. - Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er schon auswendig kennt, ohne es zu verstehen. :6. Kezében tartja a golyóstollat, amelynek már nincs kupakja, mert elvesztette, vagy mert soha nem is volt ott. - Er hat den Kugelschreiber in der Hand, der keine Kappe mehr hat, weil er sie verloren hat oder sie nie da war. :7. Az első mezőt kitöltötte, mert a nevét kérdezte, és arra még emlékezett. - Das erste Feld hat er ausgefüllt, weil es nach seinem Namen gefragt hat und er den noch wusste. :8. A második mező a kérelem céljára kérdez rá, és ez a kérdés azóta úgy kíséri, mint valami halk zaj. - Das zweite Feld fragt nach dem Zweck des Antrags, und diese Frage begleitet ihn seitdem wie ein leises Geräusch. :9. Elgondolkodott azon, vajon a cél talán egy másik lapon áll-e, de az összes többi lap is hallgat. - Er hat überlegt, ob der Zweck vielleicht auf einem anderen Blatt steht, aber alle anderen Blätter schweigen ebenfalls. :10. Az ajtó kinyílik anélkül, hogy lépteket hallott volna, és belép az ügyintézőnő. - Die Tür geht auf, ohne dass er Schritte gehört hat, und die Sachbearbeiterin tritt ein. :11. Mindig ugyanazt a szürke köpenyt viseli, és a szemüvege mindig egy kissé ferdén ül. - Sie trägt immer denselben grauen Kittel, und ihre Brille sitzt immer ein wenig schief. :12. Egy új papírköteget tesz a régi mellé anélkül, hogy ránézne. - Sie legt einen neuen Stapel Papier neben den alten, ohne ihn anzuschauen. :13. „Hiányzik a kísérőlevél” – mondja olyan hangon, amely nem vár választ. - „Das Begleitschreiben fehlt", sagt sie, in einem Ton, der keine Antwort erwartet. :14. Ő mégis megkérdezi: „Pontosan melyik kísérőlevélre gondol?” - Er fragt trotzdem: „Welches Begleitschreiben meinen Sie genau?" :15. A nő így válaszol: „Arra, amelynek meg kell előznie a kérelmet”, és újra kimegy. - Sie antwortet: „Das, das dem Antrag vorangehen muss", und geht wieder hinaus. :16. Ő az ajtóra néz, amely hangtalanul becsukódik, aztán az új kötegre. - Er schaut auf die Tür, die sich lautlos schließt, und dann auf den neuen Stapel. :17. A legfelső lap üres, de az alsó szélén apró betűkkel ez áll: „7b nyomtatvány – melléklet a kísérőlevélhez”. - Das oberste Blatt ist leer, aber am unteren Rand steht klein gedruckt: „Formular 7b – Anlage zum Begleitschreiben". :18. Megfordítja a lapot, mert reméli, hogy a hátoldalon több áll. - Er dreht das Blatt um, weil er hofft, dass auf der Rückseite mehr steht. :19. A hátoldalon ez áll: „Kérjük, fordítsa meg.” - Auf der Rückseite steht: „Bitte wenden." :20. Visszateszi a lapot, összefonja a karját, és hátradől a széken. - Er legt das Blatt zurück, verschränkt die Arme und lehnt sich in den Stuhl. :21. A fénycső röviden megrebben, mintha mondani akarna valamit, aztán újra elhallgat. - Die Leuchtstoffröhre flackert kurz, als ob sie etwas sagen wollte, dann ist sie wieder still. :22. Arra gondol, hogy be kell nyújtania egy kérelmet, amelynek a célját nem ismeri, egy olyan eljáráshoz, amelynek láthatóan nincs kezdete. - Er denkt darüber nach, dass er einen Antrag stellen muss, dessen Zweck er nicht kennt, für einen Vorgang, der keinen Anfang zu haben scheint. :23. Ez nem új felismerés, de valahányszor erre gondol, egy kicsit szorosabban ül benne. - Das ist keine neue Erkenntnis, aber jedes Mal, wenn er sie denkt, sitzt sie ein wenig fester. :24. Feláll, mert az ülés nem megoldás, és az ajtóhoz megy. - Er steht auf, weil Sitzen keine Lösung ist, und geht zur Tür. :25. Az ajtót nem lehet kinyitni, ami nem lepi meg, de mégis röviden zavarba hozza. - Die Tür lässt sich nicht öffnen, was ihn nicht überrascht, aber trotzdem kurz irritiert. :26. Visszamegy, leül, és újra kezébe veszi a hiányzó kupakú tollat. - Er geht zurück, setzt sich, und nimmt den Stift mit der fehlenden Kappe wieder in die Hand. :27. A „Kérelem célja” mezőbe ezt írja: „A kérelem szükségességének megállapítása.” - Er schreibt in das Feld „Zweck des Antrags": „Feststellung der Notwendigkeit des Antrags." :28. Ez körkörös, de ez a legőszintébb, amit írni tud. - Das ist zirkulär, aber es ist das Ehrlichste, was er schreiben kann. :29. Egy idő után – két órára becsüli, bár az óra ezt nem erősíti meg – visszatér az ügyintézőnő. - Nach einer Weile – er schätzt zwei Stunden, obwohl die Uhr das nicht bestätigt – kommt die Sachbearbeiterin zurück. :30. Elveszi az üres csészéjét az asztalról, letesz egy új üres csészét, és elolvassa, amit írt. - Sie nimmt seine leere Tasse vom Tisch, stellt eine neue leere Tasse hin, und liest, was er geschrieben hat. :31. Az arca nem változik, de előhúz egy kis jegyzetfüzetet a köpenyzsebéből, és ír bele valamit. - Ihr Gesicht verändert sich nicht, aber sie zieht ein kleines Notizbuch aus der Kitteltasche und schreibt etwas hinein. :32. „Benyújtotta már az iratbetekintési kérelmet az ügyszámra vonatkozóan?” – kérdezi. - „Haben Sie den Antrag auf Einsicht in die Vorgangsnummer bereits gestellt?", fragt sie. :33. Ő azt válaszolja, hogy nem tudta, hogy van ügyszám. - Er antwortet, dass er nicht wusste, dass es eine Vorgangsnummer gibt. :34. „Mindig van ügyszám” – mondja a nő, és úgy hangzik, mintha ezt nem először magyarázná. - „Es gibt immer eine Vorgangsnummer", sagt sie, und es klingt, als würde sie das nicht zum ersten Mal erklären. :35. Egy újabb nyomtatványt tesz az asztalra, amely pontosan úgy néz ki, mint az összes többi, kivéve, hogy felül rá van pecsételve: „Ideiglenes”. - Sie legt ein weiteres Formular auf den Tisch, das genau wie alle anderen aussieht, außer dass oben „Vorläufig" gestempelt ist. :36. Megkérdezi, mit jelent ebben az összefüggésben az, hogy „ideiglenes”. - Er fragt, was „vorläufig" in diesem Zusammenhang bedeutet. :37. A nő azt mondja: „Azt jelenti, hogy még nem végleges”, és elmegy. - Sie sagt: „Es bedeutet, dass es noch nicht endgültig ist", und geht. :38. Ő a nyomtatványra néz, aztán a kötegre, aztán az órára. - Er schaut auf das Formular, dann auf den Stapel, dann auf die Uhr. :39. Az óra tizenegy óra tízet mutat. - Die Uhr zeigt zehn nach elf. :40. Néha az az érzése, hogy az órának van igaza, és mindenki más téved. - Er hat manchmal das Gefühl, dass die Uhr recht hat und alle anderen falsch liegen. :41. Másnap reggel – ő reggelnek nevezi, mert a fénycső világosabban ég, mint máskor – az asztal újra van rendezve. - Am nächsten Morgen – er nennt es Morgen, weil die Leuchtstoffröhre heller brennt als sonst – ist der Tisch neu geordnet. :42. A nyomtatványok, amelyeket kitöltött, eltűntek, és a helyükön egy lap fekszik ezzel a címmel: „Visszajelzés a bemeneti eljárásról”. - Die Formulare, die er ausgefüllt hat, sind weg, und an ihrer Stelle liegt ein Blatt mit dem Titel: „Rückmeldung zum Eingangsverfahren". :43. Kétszer elolvassa a lapot, és megállapítja, hogy nem tartalmaz visszajelzést, hanem csak egy további visszajelzés iránti kérést. - Er liest das Blatt zweimal und stellt fest, dass es keine Rückmeldung enthält, sondern nur die Bitte um eine weitere Rückmeldung. :44. Fogja a tollat, és az erre kijelölt sorba ezt írja: „A visszajelzés rendelkezésre áll.” - Er nimmt den Stift und schreibt in die vorgesehene Zeile: „Die Rückmeldung liegt vor." :45. Ez nem igaz, de az az érzése, hogy itt nem a pontosság a döntő szempont. - Das stimmt nicht, aber er hat das Gefühl, dass Genauigkeit hier nicht das entscheidende Kriterium ist. :46. Az ügyintézőnő bejön, elolvassa a mondatot, és egyszer röviden bólint. - Die Sachbearbeiterin kommt, liest den Satz, und nickt einmal kurz. :47. „Haladást ér el” – mondja olyan hangon, amely sem nem helyeslő, sem nem elutasító. - „Sie machen Fortschritte", sagt sie, in einem Ton, der weder zustimmend noch ablehnend ist. :48. Ő megkérdezi: „Hány nyomtatvány hiányzik még?” - Er fragt: „Wie viele Formulare fehlen noch?" :49. A nő kinyitja a jegyzetfüzetét, röviden lapoz benne, és azt mondja: „Ez attól függ, mit kérelmez.” - Sie schlägt ihr Notizbuch auf, blättert kurz und sagt: „Das hängt davon ab, was Sie beantragen." :50. Ő emlékezteti rá, hogy nem tudja, mit kell kérelmeznie. - Er erinnert sie daran, dass er nicht weiß, was er beantragen soll. :51. A nő azt mondja: „Ez az alapdokumentumban áll.” - Sie sagt: „Das steht im Ausgangsdokument." :52. Ő megkérdezi, hol van az alapdokumentum. - Er fragt, wo das Ausgangsdokument ist. :53. A nő azt mondja: „Azt magával kellett volna hoznia”, és becsukja a jegyzetfüzetet. - Sie sagt: „Das hätten Sie mitbringen müssen", und schließt das Notizbuch. :54. Aztán még egy pillanatig ott áll, mintha elfelejtett volna valamit, de megfordul, és elmegy. - Dann steht sie noch einen Moment da, als ob sie etwas vergessen hätte, dreht sich aber um und geht. :55. Ő egyedül ül, előtte az üres csésze, kezében a toll, könyöke mellett a köteg. - Er sitzt allein, die leere Tasse vor sich, den Stift in der Hand, den Stapel neben dem Ellbogen. :56. Arra gondol: Talán az alapdokumentum már itt van, csak ő nem ismerte fel. - Er denkt: Vielleicht ist das Ausgangsdokument schon da und er hat es nur nicht erkannt. :57. Végigmegy az összes lapon, egyiken a másik után, lassan és gondosan. - Er geht alle Blätter durch, eins nach dem anderen, langsam und sorgfältig. :58. Egyiken sincs az a cím, hogy „Alapdokumentum”, de az egyiken alul apró betűkkel ez áll: „Ez a dokumentum nem minősül alapdokumentumnak.” - Keines davon trägt den Titel „Ausgangsdokument", aber auf einem steht unten in kleiner Schrift: „Dieses Dokument gilt nicht als Ausgangsdokument." :59. Félreteszi, és arra gondol, hogy ez talán utalás lehet. - Er legt es beiseite und denkt, dass das ein Hinweis sein könnte. :60. Fog egy üres lapot, felül nagy betűkkel ráírja: „Alapdokumentum”, és a többit üresen hagyja. - Er nimmt ein leeres Blatt, schreibt oben in großen Buchstaben „Ausgangsdokument" und lässt den Rest leer. :61. Aztán egészen alulra teszi a kötegben, mert az alapdokumentumok feltehetően az elején állnak. - Dann legt er es ganz unten in den Stapel, weil Ausgangsdokumente vermutlich am Anfang stehen. :62. A fénycső megrebben. - Die Leuchtstoffröhre flackert. :63. Ő vár. - Er wartet. :64. Már felhagyott azzal, hogy megkérdezze, mikor ér véget, mert a válasz mindig ugyanaz: amikor minden teljes. - Er hat aufgehört zu fragen, wann es endet, weil die Antwort immer dieselbe ist: wenn alles vollständig ist. :65. És akkor teljes, ha mindent benyújtott. - Und vollständig ist es, wenn er alles eingereicht hat. :66. És mindent akkor nyújtott be, ha tudja, mit kell benyújtania. - Und eingereicht hat er alles, wenn er weiß, was er einreichen muss. :67. Fogja a tollat. - Er nimmt den Stift. :68. Elölről kezdi. - Er fängt von vorne an. :69. Ez az eljárás. - Das ist der Vorgang. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Az eljárás - Das Verfahren :1. A helyiség, amelyben meghatározhatatlan ideje lakik, azzal a sajátos minőséggel bír, hogy sem szűknek, sem tágasnak nem érződik, hanem egyszerűen csak jelen van. - Der Raum, den er seit unbestimmbarer Zeit bewohnt, hat die eigentümliche Qualität, dass er sich weder eng noch weit anfühlt, sondern einfach vorhanden ist. :2. A mennyezeten lévő fénycső olyan fényt bocsát ki, amely nem vet árnyékot, ami azt jelenti, hogy itt az időnek sincsenek kontúrjai. - Die Leuchtstoffröhre an der Decke gibt ein Licht ab, das keine Schatten wirft, was bedeutet, dass auch die Zeit hier keine Konturen hat. :3. Tudja, hogy kérelmet kell benyújtania, de annak tudása, hogy mire, valamikor csendben eltávozott a helyiségből. - Er weiß, dass er einen Antrag stellen muss, aber das Wissen darüber, wofür, hat sich irgendwann still aus dem Raum entfernt. :4. Az asztalon egy űrlap fekszik, amely egyszerűségében nyugtalanító: tizenkét mező, amelyek közül hármat kitöltött, kilencet pedig nem. - Auf dem Tisch liegt ein Formular, das in seiner Schlichtheit beunruhigend ist: zwölf Felder, von denen er drei ausgefüllt hat und neun nicht. :5. A kezében lévő tollnak nincs kupakja, ami eleinte zavarta, időközben azonban e hely egyik ismertetőjegyének tűnik, akárcsak az álló óra és az üres csésze. - Der Stift in seiner Hand hat keine Kappe, was ihn anfangs gestört hat, inzwischen aber als Merkmal dieses Ortes erscheint, so wie die stehende Uhr und die leere Tasse. :6. Az óra tizenegy óra tíz percet mutat, és ő beletörődött abba, hogy nem rosszul jár, hanem egyszerűen más véleményen van. - Die Uhr zeigt zehn nach elf, und er hat sich damit abgefunden, dass sie nicht falsch geht, sondern schlicht anderer Meinung ist. :7. Ismételten elolvassa a hatodik mezőt: „A kérelem tárgyának megjelölése az illetékes ügyiratszám figyelembevételével.” - Er liest das sechste Feld zum wiederholten Mal: „Angabe des Antragsgegenstandes unter Berücksichtigung der einschlägigen Vorgangsnummer." :8. Az ügyiratszámot nem ismeri, soha nem is ismerte, és senki sem magyarázta el neki, hogyan lehet azt megtudni. - Die Vorgangsnummer kennt er nicht, hat sie nie gekannt, und niemand hat ihm erklärt, wie man sie in Erfahrung bringt. :9. Az ajtó előzetes figyelmeztetés nélkül kinyílik, és az ügyintézőnő olyan ember pontos mozdulatsorával lép be, aki olyan gyakran lépett már be ebbe a helyiségbe, hogy megszűnt észlelni azt. - Die Tür öffnet sich ohne Vorwarnung, und die Sachbearbeiterin tritt ein mit dem präzisen Bewegungsablauf von jemandem, der diesen Raum so oft betreten hat, dass er aufgehört hat, ihn wahrzunehmen. :10. Egy új dossziét tesz az asztalra, amelynek regiszterfülei olyan betűkkel vannak feliratozva, amelyeknek nincs felismerhető sorrendjük. - Sie legt eine neue Mappe auf den Tisch, deren Registerkarten mit Buchstaben beschriftet sind, die keine erkennbare Reihenfolge haben. :11. „Még hiányozna a kérelemeljárás előzetes bejelentésének igazolása”, mondja kötőmódban, mintha ő maga sem volna egészen biztos benne, hogy ez igaz. - „Der Nachweis über die Voranmeldung des Antragsverfahrens fehlt noch", sagt sie, im Konjunktiv, als ob auch sie nicht ganz sicher sei, ob das stimmt. :12. Megkérdezi, lehetséges volna-e ezt az igazolást utólag benyújtani, bár nem tudja, mit is nyújtana be utólag. - Er fragt, ob es möglich wäre, diesen Nachweis nachzureichen, obwohl er nicht weiß, was er nachreichen würde. :13. Azt válaszolja, hogy az utólagos benyújtás elvileg lehetséges, amennyiben rendelkezésre áll a megfelelő kérelem az utólagos benyújtás engedélyezésére. - Sie antwortet, dass ein Nachreichen grundsätzlich möglich sei, sofern der entsprechende Antrag auf Nachreichgenehmigung vorliege. :14. Megkérdezi, hogyan kell ezt a kérelmet benyújtani, és közben érzi, hogy ezt a kérdést talán már egyszer feltette. - Er fragt, wie dieser Antrag zu stellen sei, und spürt dabei, dass er diese Frage vielleicht schon einmal gestellt hat. :15. Azt mondja, hogy az utólagos benyújtás engedélyezésére irányuló kérelem feltételezi az ügyiratszám ismeretét, megfordul és elmegy. - Sie sagt, der Antrag auf Nachreichgenehmigung setze die Kenntnis der Vorgangsnummer voraus, dreht sich um und geht. :16. Az ajtó olyan halkan záródik be, hogy azon töpreng, vajon valaha valóban nyitva volt-e. - Die Tür schließt sich so leise, dass er sich fragt, ob sie jemals wirklich offen gewesen ist. :17. Ülve marad, és a dossziét nézi, amelyet a nő hátrahagyott, mintha az egy másik életből származó bizonyíték volna. - Er bleibt sitzen und betrachtet die Mappe, die sie hinterlassen hat, als wäre sie ein Beweisstück aus einem anderen Leben. :18. Az „A” jelű fül mögött egy háromoldalas dokumentumot talál, amely ezt a címet viseli: „Tájékoztatások értelmezésére vonatkozó tájékoztatások – előzetes változat”. - Hinter dem Reiter „A" findet er ein dreiseitiges Dokument, das den Titel trägt: „Hinweise zur Interpretation von Hinweisen – vorläufige Fassung". :19. Elolvassa, mert abban reménykedik, hogy valahol el van rejtve benne egy utasítás, amely megmondja neki, mit kell legközelebb tennie. - Er liest es, weil er sich erhofft, dass irgendwo eine Anweisung versteckt ist, die ihm sagt, was er als Nächstes tun soll. :20. Amit talál, az ez a mondat: „A jelen dokumentumban szereplő valamennyi tájékoztatást nem kötelező érvényűnek kell tekinteni, amennyiben nem áll rendelkezésre ezzel ellentétes tájékoztatás.” - Was er findet, ist der Satz: „Alle Hinweise in diesem Dokument sind als unverbindlich zu verstehen, sofern kein gegenteiliger Hinweis vorliegt." :21. Visszateszi a dokumentumot, hátradől a széken, és egy darabig a mennyezetet nézi, mert ez kevésbé frusztráló, mint bármi más. - Er legt das Dokument zurück, lehnt sich in den Stuhl und schaut für eine Weile an die Decke, weil das weniger frustrierend ist als alles andere. :22. A fénycső olyan ritmusban villódzik, amely majdnem szabályos, és azon töpreng, vajon rejlik-e ebben valamilyen jelentés. - Die Leuchtstoffröhre flackert in einem Rhythmus, der fast regelmäßig ist, und er fragt sich, ob darin eine Bedeutung steckt. :23. Úgy dönt, hogy nem így van, de az erről való gondolkodás legalább szerzett neki néhány percet. - Er entscheidet, dass dem nicht so ist, aber das Nachdenken darüber hat ihm immerhin einige Minuten verschafft. :24. Végül fogja a tollat, egy üres lapra ráírja a szavakat: „Ügyiratszám: utólag benyújtandó”, és a lapot az űrlap hatodik mezője fölé teszi. - Schließlich nimmt er den Stift, schreibt auf ein leeres Blatt die Worte „Vorgangsnummer: wird nachgereicht" und legt es über das sechste Feld des Formulars. :25. Ez nem megoldás, de ideiglenes áthidalás, és itt az ideiglenesség látszik az uralkodó elvnek. - Das ist keine Lösung, aber es ist eine vorläufige Überbrückung, und vorläufig scheint hier das herrschende Prinzip zu sein. :26. Másnap reggel – bár a „reggelt” csak azért gondolja, mert ragaszkodni akar valamilyen időfogalmakhoz – az asztal ismét megváltozott. - Am nächsten Morgen – wobei er „Morgen" nur deshalb denkt, weil er an irgendwelchen Zeitbegriffen festhalten will – hat sich der Tisch erneut verändert. :27. A dosszié eltűnt, az űrlap most átlátszó védőtokban fekszik, mellette pedig egy pohár áll egy olyan folyadékkal, amelynek hőmérsékletét nem lehet meghatározni. - Die Mappe ist weg, das Formular liegt jetzt in einer transparenten Schutzhülle, und daneben steht ein Becher mit einer Flüssigkeit, deren Temperatur sich nicht bestimmen lässt. :28. Iszik egy kortyot, mert ez a legértelmesebb dolog, amit egy pohárral tenni lehet. - Er trinkt einen Schluck, weil es das Vernünftigste ist, was man mit einem Becher tun kann. :29. Legfelül egy cédula fekszik, kézzel feliratozva: „Kérjük, ellenőrizze, hogy valamennyi adat megfelel-e az aktuális állapotnak.” - Obenauf liegt ein Zettel, der handschriftlich beschriftet ist: „Bitte prüfen Sie, ob alle Angaben dem aktuellen Stand entsprechen." :30. Átolvassa az űrlapot, megállapítja, hogy semmi sem változott, és aláírja: „Az adatok megfelelnek a bejegyzésük időpontjában fennálló állapotnak.” - Er liest das Formular durch, stellt fest, dass sich nichts geändert hat, und schreibt darunter: „Angaben entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt ihrer Eintragung." :31. Az ügyintézőnő a megszokott órában jelenik meg, bár neki nincs órája, amely megmondhatná, mikor van a megszokott óra. - Die Sachbearbeiterin erscheint zur gewohnten Stunde, obwohl er keine Uhr hat, die ihm sagen könnte, wann die gewohnte Stunde ist. :32. Elolvassa a kiegészítését, minimálisan felvonja a bal szemöldökét, ami a legkifejezőbb jel, amelyet valaha látott tőle. - Sie liest seinen Zusatz, zieht die linke Augenbraue minimal hoch, was das ausdrucksstärkste Zeichen ist, das er je von ihr gesehen hat. :33. „A bejegyzés állapotának egyeznie kellene az ügyirat állapotával”, mondja. - „Der Stand der Eintragung müsste mit dem Stand der Vorgangsakte übereinstimmen", sagt sie. :34. Megkérdezi, betekinthetne-e az ügyiratba, hogy ellenőrizze az egyezést. - Er fragt, ob er Einsicht in die Vorgangsakte bekommen könne, um die Übereinstimmung zu prüfen. :35. Azt mondja, az ügyiratba való betekintés lezárt kérelemeljárást feltételez. - Sie sagt, Einsicht in die Vorgangsakte setze einen abgeschlossenen Antragsprozess voraus. :36. Megáll egy pillanatra, mert ebben a mondatban olyan logika rejlik, amelyet nem tud megcáfolni, de amely kiutat sem hagy. - Er hält inne, weil in diesem Satz eine Logik steckt, die er nicht widerlegen kann, die aber auch keinen Ausweg lässt. :37. „Akkor tehát a kérelemeljárás még nincs lezárva”, mondja, és ez inkább megállapításnak hangzik, mint kérdésnek. - „Dann ist der Antragsprozess also noch nicht abgeschlossen", sagt er, und es klingt mehr nach Feststellung als nach Frage. :38. Azt mondja: „Ez helyes”, és elveszi a poharat az asztalról, bár az még nem üres. - Sie sagt: „Das ist korrekt", und nimmt den Becher vom Tisch, obwohl er noch nicht leer ist. :39. Aztán letesz egy új poharat, amely szintén nem üres, és elmegy, mintha ez lezárás volna. - Dann stellt sie einen neuen Becher hin, der ebenfalls nicht leer ist, und geht, als wäre das ein Abschluss. :40. Ő a védőtokban lévő űrlap előtt ül, és azon gondolkodik, ki kellene-e vennie a tokból, hogy továbbírhassa. - Er sitzt vor dem Formular in der Schutzhülle und überlegt, ob er es aus der Hülle nehmen soll, um weiterzuschreiben. :41. A tokon egy kis matrica ragad: „A védőtokból kivenni tilos.” - Auf der Hülle klebt ein kleiner Aufkleber: „Nicht aus der Schutzhülle entnehmen." :42. Az átlátszó fólián keresztül ír, amitől az írás olvashatatlanná válik, de úgy tűnik, ez itt nem kivétel. - Er schreibt durch die transparente Folie hindurch, was die Schrift unleserlich macht, aber das scheint hier keine Ausnahme zu sein. :43. Az óra tizenegy óra tíz percet mutat, a fénycső villódzik, és a helyiség úgy viselkedik, ahogy a helyiségek viselkednek, ha senkinek sem áll szándékában elhagyni őket. - Die Uhr zeigt zehn nach elf, die Leuchtstoffröhre flackert, und der Raum verhält sich so, wie Räume sich verhalten, wenn niemand vorhat, sie zu verlassen. :44. Az eredeti dokumentumra gondol, amelyet legutóbb maga készített el, és azon töpreng, talán valahol archiválták-e. - Er denkt an das Ausgangsdokument, das er beim letzten Mal selbst angefertigt hat, und fragt sich, ob es vielleicht irgendwo archiviert wurde. :45. Talán ez az a haladás, amelyet az ügyintézőnő említett: a dolgok eltűnnek, de nem semmisítik meg őket, csupán elérhetetlenné válnak. - Vielleicht ist das der Fortschritt, den die Sachbearbeiterin erwähnt hat: Dinge verschwinden, aber sie werden nicht vernichtet, sie werden nur unerreichbar. :46. Fog egy friss lapot, és elkezdi felsorolni az összes űrlapot, amelyet eddig kitöltött, időrendi sorrendben, amennyire emlékezni tud. - Er nimmt ein frisches Blatt und beginnt, alle Formulare aufzulisten, die er bisher ausgefüllt hat, in chronologischer Reihenfolge, soweit er sich erinnern kann. :47. A lista hosszabb lesz, mint várta, és közben észreveszi, hogy némely dokumentumot kétszer is be kellett nyújtania, mert még jól emlékszik a mezőikre. - Die Liste wird länger als erwartet, und er bemerkt dabei, dass er manche Dokumente zweimal eingereicht haben muss, weil er sich an ihre Felder noch gut erinnert. :48. Ez vagy hiba, vagy az eljárás része, és időközben már nem biztos benne, hogy itt megteszik-e ezt a különbséget. - Das ist entweder ein Fehler oder ein Teil des Vorgangs, und inzwischen ist er nicht mehr sicher, ob dieser Unterschied hier gemacht wird. :49. A lista tetejére ezt írja: „Az eddig benyújtott kérelmek áttekintése – a kérelemeljárás keretében történő bemutatásra.” - Er schreibt oben auf die Liste: „Übersicht der bisher gestellten Anträge – zur Vorlage im Rahmen des Antragsverfahrens." :50. Ez úgy hangzik, mint valami, amire szükség lehet, és ez több, mint amit az itt lévő legtöbb dologról el tud mondani. - Das klingt nach etwas, das gebraucht werden könnte, und das ist mehr, als er über die meisten Dinge hier sagen kann. :51. Az ügyintézőnő, akit időközben a lépteiről ismer fel, bár soha nem hallotta őket tisztán, kinyitja az ajtót. - Die Sachbearbeiterin, die er inzwischen an ihren Schritten erkennt, obwohl er sie nie klar gehört hat, öffnet die Tür. :52. Ránéz a listára, felüti a jegyzetfüzetét, utánanéz valaminek, és azt mondja: „Egy ilyen áttekintést G mellékletként kellene benyújtani.” - Sie schaut auf die Liste, schlägt ihr Notizbuch auf, liest etwas nach und sagt: „Eine solche Übersicht wäre als Anlage G einzureichen." :53. Megkérdezi, megkaphatná-e a G mellékletet. - Er fragt, ob er Anlage G haben könne. :54. Azt mondja, a G mellékletet automatikusan csatolják, amennyiben az alapkérelem teljes egészében rendelkezésre áll. - Sie sagt, Anlage G werde automatisch beigefügt, sofern der Grundantrag vollständig vorliege. :55. Megkérdezi, mi hiányzik még az alapkérelemből. - Er fragt, was am Grundantrag noch fehle. :56. Azt mondja: „A G melléklet”, és becsukja a jegyzetfüzetet. - Sie sagt: „Anlage G", und schließt das Notizbuch. :57. A logika önmagába zárt, mint egy ajtó nélküli szoba, és ő benne ül. - Die Logik ist in sich geschlossen wie ein Zimmer ohne Tür, und er sitzt darin. :58. Leteszi a tollat, összekulcsolja a kezét az asztalon, és egyszerűen csak ott ül egy darabig, írás nélkül, kérdezés nélkül. - Er legt den Stift hin, faltet die Hände auf dem Tisch und sitzt einfach da, für eine Weile, ohne zu schreiben, ohne zu fragen. :59. A fénycső villódzik. - Die Leuchtstoffröhre flackert. :60. Az óra tizenegy óra tíz percet mutat. - Die Uhr zeigt zehn nach elf. :61. Fogja a tollat. - Er nimmt den Stift. :62. Ez az eljárás. - Das ist der Vorgang. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :Az ügyirat - Der Vorgang :1. Vannak helyek, ahová az ember nem belép, hanem amelyekben magára talál, és ez a szoba ilyen hely. - Es gibt Orte, die man nicht betritt, sondern in denen man sich wiederfindet, und dieser Raum ist einer davon. :2. A falakon nincs kép, nincs jelölés, nincs repedés, mintha valaki külön úgy alakította volna ki őket, hogy semmit se áruljanak el. - Die Wände tragen kein Bild, keine Markierung, keinen Riss, als hätte jemand sie eigens so gestaltet, dass sie nichts verraten. :3. A fénycső olyan fényt ad, amely nem világít, hanem csupán a sötétséget a bizonytalanság egy világosabb fajtájává alakítja. - Die Leuchtstoffröhre gibt ein Licht ab, das nicht leuchtet, sondern bloß die Dunkelheit in eine hellere Art von Ungewissheit verwandelt. :4. Ül. - Er sitzt. :5. Az asztalon egy nyomtatvány fekszik, amelyet időközben azzal a fáradt ismerősséggel szemlél, amelyet az ember máskülönben csak régi sebek iránt tanúsít. - Auf dem Tisch liegt ein Formular, das er inzwischen mit der müden Vertrautheit betrachtet, die man sonst nur für alte Wunden aufbringt. :6. Tizenkét mező, amelyek közül a legtöbbet kitöltötte – nem azért, mert tudta a válaszokat, hanem mert az üres helyek itt nyilvánvalóan a vonakodás kifejezésének számítanak. - Zwölf Felder, von denen er die meisten ausgefüllt hat – nicht weil er die Antworten kannte, sondern weil Leerstellen hier offenbar als Ausdruck von Unwillen gelten. :7. A toll úgy fekszik az ujjai között, mint egy tárgy, amely elfelejtette eredeti rendeltetését, és most egyszerűen ott van, mert sehová máshová nem tartozik. - Der Stift liegt zwischen seinen Fingern wie ein Gegenstand, der seinen ursprünglichen Zweck vergessen hat und jetzt einfach da ist, weil er nirgendwo sonst hingehört. :8. Az óra tíz perccel tizenegy utánit mutat, és ő beletörődött abba, hogy nem hibás, hanem egyszerűen az idő egy másfajta felfogását követi. - Die Uhr zeigt zehn nach elf, und er hat sich damit abgefunden, dass sie nicht defekt ist, sondern schlicht einer anderen Auffassung von Zeit folgt. :9. Elolvassa a kilencedik mezőt: „A kérelem alapjául szolgáló tényállás leírása, a vonatkozó ügyekre és azok számaira való hivatkozással.” - Er liest Feld neun: „Beschreibung des Sachverhalts, der dem Antrag zugrunde liegt, unter Bezugnahme auf einschlägige Vorgänge und deren Nummern." :10. A kérelem alapjául szolgáló tényállás az, hogy ő itt van, és nem tudja, miért, és hogy mindkettő az első pillanat óta változatlanul érvényes. - Der Sachverhalt, der dem Antrag zugrunde liegt, ist, dass er hier ist und nicht weiß, warum, und dass beides seit dem ersten Moment unverändert gilt. :11. Ezt írja: „A tényállás magából az ügyből következik”, és közben tudatában van annak, hogy ez nem válasz, hanem az a válaszforma, amelyet ez a hely létrehoz. - Er schreibt: „Sachverhalt ergibt sich aus dem Vorgang selbst", und ist sich dabei bewusst, dass das keine Antwort ist, sondern die Antwortform, die dieser Ort hervorbringt. :12. Az ajtó kinyílik. - Die Tür öffnet sich. :13. Az ügyintézőnő annak nyugodt magától értetődőségével lép be, akinek az ajtók nem akadályok, hanem puszta átmenetek az itt és az ott között. - Die Sachbearbeiterin tritt ein mit der ruhigen Selbstverständlichkeit von jemandem, für den Türen nicht Hindernisse sind, sondern bloße Übergänge zwischen dem Hier und dem Dort. :14. Egy új köteget tesz az asztalra anélkül, hogy ránézne, mintha ő egy bútordarab volna, amely történetesen nyomtatványok átvételére is képes. - Sie legt einen neuen Stapel auf den Tisch, ohne ihn anzuschauen, als wäre er ein Möbelstück, das zufällig auch Formulare entgegennehmen kann. :15. „A fedőlap”, mondja, „nem felel meg a fedőlap érvényes változatának.” - „Das Deckblatt", sagt sie, „entspricht nicht der gültigen Version des Deckblattes." :16. Megkérdezi, melyik változat érvényes, és közben észreveszi, hogy a hangja olyan higgadtságot vett fel, amelyet tudatosan nem sajátított el. - Er fragt, welche Version gültig sei, und merkt dabei, dass seine Stimme eine Gelassenheit angenommen hat, die er sich nicht bewusst angeeignet hat. :17. A nő azt válaszolja, hogy az érvényes változat az, amely a kérelem benyújtásának időpontjában érvényes lett volna, feltéve, hogy a kérelem benyújtása az előírt időszakban történt. - Sie antwortet, dass die gültige Version jene sei, die zum Zeitpunkt der Antragstellung gültig gewesen wäre, sofern die Antragstellung im vorgesehenen Zeitraum erfolgt sei. :18. Megkérdezi, hogy a kérelem benyújtása az előírt időszakban történt-e. - Er fragt, ob die Antragstellung im vorgesehenen Zeitraum erfolgt sei. :19. A nő azt mondja: „Ezt az akta vizsgálja”, és távozik. - Sie sagt: „Das prüft die Akte", und geht. :20. Ő ülve marad, és az új fedőlapot nézi, amely látszólag semmiben sem különbözik a régitől, azon kívül, hogy a jobb alsó sarokban egy verziószám áll, amely korábban nem volt ott. - Er bleibt sitzen und betrachtet das neue Deckblatt, das sich vom alten nicht zu unterscheiden scheint, außer dass in der unteren rechten Ecke eine Versionsnummer steht, die vorher nicht da war. :21. A verziószám 0. - Die Versionsnummer lautet 0. :22. Elgondolkodik, vajon ez azt jelenti-e, hogy ez a fedőlap még egyáltalán nincs kész, vagy a nulla itt egyszerűen az a kezdet, amelytől számítva az összes többi változatot számozzák. - Er überlegt, ob das bedeutet, dass dieses Deckblatt noch gar nicht fertig ist, oder ob Null hier einfach der Anfang ist, von dem aus alle anderen Versionen gezählt werden. :23. A második értelmezés mellett dönt, mert az kevésbé csüggesztő, noha semmi oka sincs azt hinni, hogy igaz. - Er entscheidet sich für die zweite Deutung, weil sie weniger entmutigend ist, obwohl er keinen Grund hat zu glauben, dass sie zutrifft. :24. A fénycső egyszer hosszan, aztán kétszer röviden villan, és ő először komolyan elgondolkodik azon, vajon ez kód lehet-e. - Die Leuchtstoffröhre flackert einmal lang, dann zweimal kurz, und er fragt sich zum ersten Mal ernsthaft, ob das ein Code sein könnte. :25. Feljegyzi a sorrendet egy üres lapra: hosszú, rövid, rövid – alá pedig egy kérdőjelet, mert egy kérdőjel legalább őszintébb, mint egy hamis válasz. - Er notiert die Abfolge auf einem leeren Blatt: lang, kurz, kurz – und darunter ein Fragezeichen, weil ein Fragezeichen zumindest ehrlicher ist als eine falsche Antwort. :26. Amit ebben a szobában megtanult – ha a tanulás a megfelelő szó arra, ami akkor történik, amikor az ember abbahagyja a csodálkozást –, az az, hogy minden válasz új kérelmet szül. - Was er in diesem Raum gelernt hat – wenn Lernen das richtige Wort ist für das, was geschieht, wenn man aufhört, sich zu wundern –, ist, dass jede Antwort einen neuen Antrag gebiert. :27. Az ügyszámba való betekintés iránti kérelem feltételezi az ügyszám ismeretét. - Der Antrag auf Einsicht in die Vorgangsnummer setzt die Kenntnis der Vorgangsnummer voraus. :28. Az eredeti dokumentumról szóló tájékoztatás iránti kérelem feltételezi az eredeti dokumentumot; az utólagos benyújtás engedélyezése iránti kérelem feltételezi az utólagos benyújtás engedélyezésének engedélyezését. - Der Antrag auf Auskunft über das Ausgangsdokument setzt das Ausgangsdokument voraus; der Antrag auf Nachreichgenehmigung setzt die Genehmigung der Nachreichgenehmigung voraus. :29. Már nem érzi ezt ellentmondásnak, hanem inkább szerkezeti elvként szemléli, hasonlóan ahhoz a tényhez, hogy a padló tartja a széket, amely őt tartja. - Er hat aufgehört, das als Widerspruch zu empfinden, und betrachtet es stattdessen als Strukturprinzip, ähnlich wie die Tatsache, dass der Boden den Stuhl trägt, der ihn trägt. :30. A következő reggelen – így nevezi, mert a fénycső olyan világosságot ért el, amely különbözik az éjszakaitól, bár nem tudná megmondani, miben áll a különbség – egy dokumentum fekszik az asztalon, amelyet még soha nem látott. - Am folgenden Morgen – er nennt es so, weil die Leuchtstoffröhre eine Helligkeit erreicht hat, die sich von der nächtlichen unterscheidet, obwohl er nicht sagen könnte, worin der Unterschied besteht – liegt auf dem Tisch ein Dokument, das er noch nie gesehen hat. :31. A címe ez: „Közbenső értesítés a kérelmi eljárás előzetes állásáról – jogorvoslattal nem támadható.” - Es trägt den Titel: „Zwischenbescheid über den vorläufigen Stand des Antragsverfahrens – nicht rechtsmittelfähig." :32. Olyan gondossággal olvassa, amelyet korábban talán túlzottnak tartott volna, időközben azonban a legkevesebbnek tekint, amivel az ember egy dokumentumnak tartozik. - Er liest es mit einer Sorgfalt, die er früher vielleicht für übertrieben gehalten hätte, inzwischen aber als das Mindeste betrachtet, was man einem Dokument schuldet. :33. A közbenső értesítés közli vele, hogy a kérelme beérkezett, és hogy a beérkezés vizsgálata még függőben van. - Der Zwischenbescheid teilt ihm mit, dass sein Antrag eingegangen sei, dass die Prüfung des Eingangs noch ausstehe. :34. A közbenső értesítés továbbá közölte, hogy a beérkezés vizsgálatának eredményéről megfelelő időben újabb közbenső értesítés fog születni. - Der Zwischenbescheid teilte weiterhin mit, dass über das Ergebnis der Prüfung des Eingangs zu gegebener Zeit ein weiterer Zwischenbescheid ergehen werde. :35. Kétszer olvassa el az utolsó mondatot, mert meg akar bizonyosodni arról, hogy helyesen értette. - Er liest den letzten Satz zweimal, weil er sichergehen will, dass er ihn richtig verstanden hat. :36. Helyesen értette. - Er hat ihn richtig verstanden. :37. A határozat alá ezt írja: „Tudomásul véve”, és aláírja a nevével, mert ez az egyetlen cselekvés, amelyet ebben a pillanatban értelmesnek tart. - Er schreibt unter den Bescheid: „Zur Kenntnis genommen", und unterschreibt mit seinem Namen, weil das die einzige Handlung ist, die er in diesem Moment für sinnvoll hält. :38. Az ügyintézőnő, aki időközben ránéz, amikor belép – nem barátságosan, hanem valamiféle figyelemmel, amelyet ő nem tud hová tenni –, elveszi a határozatot, elolvassa a kiegészítését, és azt mondja: „A tudomásulvétel ebben az eljárási szakaszban nincs előirányozva.” - Die Sachbearbeiterin, die ihn inzwischen anschaut, wenn sie hereinkommt – nicht freundlich, aber mit einer Art Aufmerksamkeit, die er nicht einordnen kann –, nimmt den Bescheid, liest seinen Zusatz und sagt: „Eine Kenntnisnahme ist in diesem Verfahrensstadium nicht vorgesehen." :39. Megkérdezi, mi van helyette előirányozva. - Er fragt, was stattdessen vorgesehen sei. :40. A nő azt mondja: „A tudomásulvétel kérelmezhető.” - Sie sagt: „Eine Kenntnisnahme kann beantragt werden." :41. Bólint, nem azért, mert egyetért, hanem mert a bólintás a leghatékonyabb formája annak, hogy az ember befejezzen egy beszélgetést, amelynek nem volt kezdete. - Er nickt, nicht weil er zustimmt, sondern weil Nicken die effizienteste Form ist, ein Gespräch zu beenden, das keinen Anfang hatte. :42. Elővesz egy üres lapot: „Kérelem a kérelmi eljárás előzetes állásáról szóló közbenső értesítés tudomásulvételének engedélyezésére.” - Er nimmt ein leeres Blatt: „Antrag auf Genehmigung der Kenntnisnahme des Zwischenbescheids über den vorläufigen Stand des Antragsverfahrens." :43. A mondat hosszú, de az az érzése, hogy a rövidséget itt hiányosságként értelmeznék. - Der Satz ist lang, aber er hat das Gefühl, dass Kürze hier als Unvollständigkeit ausgelegt würde. :44. Az ügyintézőnő elveszi a kérelmet anélkül, hogy elolvasná, beteszi az iratgyűjtőbe, becsukja az iratgyűjtőt, és az asztal alá állítja. - Die Sachbearbeiterin nimmt den Antrag, ohne ihn zu lesen, legt ihn in die Mappe, schließt die Mappe und stellt sie unter den Tisch. :45. Megkérdezi: „Mikor döntenek róla?” - Er fragt: „Wann wird darüber entschieden?" :46. A nő azt mondja: „Amikor az ügy teljes.” - Sie sagt: „Wenn der Vorgang vollständig ist." :47. Megkérdezi: „Mi hiányzik még?” - Er fragt: „Was fehlt noch?" :48. A nő azt mondja: „Ez az ügyből következik”, és távozik. - Sie sagt: „Das ergibt sich aus dem Vorgang", und geht. :49. A szoba megint csendes, olyan helyek csendjével, amelyek nem várnak valakire, hanem egyszerűen vannak. - Der Raum ist wieder still, mit der Stille von Orten, die nicht auf jemanden warten, sondern einfach sind. :50. Ott ül, és arra gondol, hogy talán soha nem tudta, mit jelent a várakozás, mielőtt idekerült – nem a valamire való várakozás, hanem a várakozás mint állapot, amelynek már nincs szüksége tárgyra. - Er sitzt da und denkt, dass er vielleicht nie gewusst hat, was Warten bedeutet, bevor er hier war – nicht das Warten auf etwas, sondern das Warten als Zustand, der keinen Gegenstand mehr braucht. :51. Az óra tíz perccel tizenegy utánit mutat. - Die Uhr zeigt zehn nach elf. :52. Felveszi a tollat. - Er nimmt den Stift. :53. Ír. - Er schreibt. :54. Ez az ügy. - Das ist der Vorgang. ------------------------- == 79 == 1 ------------------------- :Mindennapi késés - Alltägliche Verspätung :1. Reggel fél hat van. - Es ist halb sechs morgens. :2. László a buszmegállóban áll. - László steht an der Bushaltestelle. :3. A megálló neve „Fő tér”. - Die Haltestelle heißt „Fő tér". :4. Enyhén esik az eső, finom szitálás. - Es regnet leicht, ein feiner Nieselregen. :5. Lászlónak nincs kapucnija. - László hat keine Kapuze. :6. A kabátja vékony és már régi. - Seine Jacke ist dünn und schon alt. :7. Minden reggel itt vár. - Er wartet jeden Morgen hier. :8. A Csepelre tartó busz mindig késik. - Der Bus nach Csepel kommt immer zu spät. :9. A mai nap sem más. - Heute ist kein anderer Tag. :10. László az üres utcára néz. - László schaut auf die leere Straße. :11. Buszt sehol sem látni. - Kein Bus ist zu sehen. :12. Ekkor valaki közeledik az utcán. - Da kommt jemand die Straße entlang. :13. Erzsébet az, a szomszédasszonya. - Es ist Erzsébet, seine Nachbarin. :14. Egy műanyag szatyrot visz a huszonnégy órás boltból. - Sie trägt eine Plastiktüte vom 24-Stunden-Laden. :15. Erzsébet ötvenhat éves, és nagyon sokat beszél. - Erzsébet ist 56 Jahre alt und redet sehr viel. :16. „Jó reggelt, László!”, mondja hangosan. - „Guten Morgen, László!", sagt sie laut. :17. László bólint, és azt mondja: „Reggelt.” - László nickt und sagt: „Morgen." :18. Erzsébet leteszi a szatyrát a földre. - Erzsébet stellt ihre Tüte auf den Boden. :19. „Tudod, mit csinált tegnap János?” - „Weißt du, was János gestern gemacht hat?" :20. László még nem tudja, de mindjárt megtudja. - László weiß es noch nicht, aber er wird es gleich erfahren. :21. „Kicsavarta az izzót a foglalatból.” - „Er hat die Glühbirne aus der Fassung gedreht." :22. „Azt hitte, villog a lámpa.” - „Er dachte, das Licht flackert." :23. „Aztán három órán át ült a sötétben.” - „Dann saß er drei Stunden im Dunkeln." :24. „Én nem figyelmeztettem.” - „Ich habe ihn nicht gewarnt." :25. László hallgatja, és néha bólint. - László hört zu und nickt manchmal. :26. Nem sokat gondol közben. - Er denkt nicht viel dabei. :27. Így jobb. - Es ist besser so. :28. Ha hallgatja, nem a saját életére gondol. - Wenn er zuhört, denkt er nicht an sein eigenes Leben. :29. A busz még mindig nem jön. - Der Bus kommt immer noch nicht. :30. Erzsébet tovább mesél Jánosról. - Erzsébet erzählt weiter von János. :31. János a férje, ötvennyolc éves. - János ist ihr Mann, 58 Jahre alt. :32. Régen lakatos volt, ma többnyire a fotelben ül. - Früher war er Schlosser, heute sitzt er meistens im Sessel. :33. Szereti az olcsó fehérbort. - Er trinkt gern billigen Weißwein. :34. Erzsébet ezt nem szereti, de mégsem mondja meg neki nyíltan. - Erzsébet mag das nicht, aber sie sagt es trotzdem nicht direkt. :35. Végre megjön a busz. - Endlich kommt der Bus. :36. Nyolc percet késik. - Er ist acht Minuten zu spät. :37. László felszáll, és helyet keres. - László steigt ein und sucht einen Platz. :38. Talál egy helyet az ablak mellett. - Er findet einen Platz neben einem Fenster. :39. Az ablak nem zár rendesen. - Das Fenster schließt nicht richtig. :40. Hideg levegő áramlik be. - Kalte Luft kommt herein. :41. László kinéz. - László schaut nach draußen. :42. Elhaladnak egy régi gyár mellett. - Sie fahren an einer alten Fabrik vorbei. :43. A gyár kiégett és üres. - Die Fabrik ist ausgebrannt und leer. :44. László minden alkalommal odanéz. - Jedes Mal schaut László hin. :45. Nem tudja, miért. - Er weiß nicht warum. :46. Mögötte két öregember ül. - Hinter ihm sitzen zwei alte Männer. :47. A pápán vitatkoznak. - Sie streiten über den Papst. :48. Az egyik azt mondja, hogy a pápa biciklivel jött Budapestre. - Einer sagt, der Papst wäre mit dem Fahrrad nach Budapest gekommen. :49. A másik azt mondja, ez ostobaság. - Der andere sagt, das ist Unsinn. :50. László fél füllel hallgatja őket, és magában nevet. - László hört halb zu und lacht innerlich. :51. Benyúl a kabátzsebébe. - Er greift in seine Jackentasche. :52. Egy kis üveg van benne. - Eine kleine Flasche ist darin. :53. Iszik belőle egy rövid kortyot. - Er trinkt einen kurzen Schluck. :54. A buszon senki sem néz oda. - Niemand im Bus schaut hin. :55. Délben László a raktárcsarnokban ül. - Um Mittag sitzt László in der Lagerhalle. :56. Egy EUR-raklapon ül, és eszik. - Er sitzt auf einer Europalette und isst. :57. Egy kolbászos zsemlét hozott magával, száraz. - Er hat eine Wurstsemmel dabei, sie ist trocken. :58. A kollégája leül mellé. - Sein Kollege setzt sich neben ihn. :59. „Az unokatestvérem nyert a lottón”, mondja a kolléga. - „Mein Cousin hat im Lotto gewonnen", sagt der Kollege. :60. „Nem sokat, de azért mégis.” - „Nicht viel, aber immerhin." :61. Az unokatestvér Kecskeméten lakik, az messze van. - Der Cousin wohnt in Kecskemét, das ist weit weg. :62. László hallgatja, és halkan számol fejben. - László hört zu und rechnet leise im Kopf. :63. Húsz év múlva talán vehetne egy új öltönyt. - In zwanzig Jahren könnte er vielleicht einen neuen Anzug kaufen. :64. Röviden nevet, de inkább torokköszörülésnek hangzik. - Er lacht kurz, aber es klingt mehr wie ein Räuspern. :65. Este László a panelház előtt ül. - Am Abend sitzt László vor dem Plattenbau. :66. A betonlépcsőn ül, és mellette van az üveg. - Er sitzt auf der Betontreppe und hat die Flasche neben sich. :67. Csend van az utcán. - Es ist still auf der Straße. :68. Valahol valaki harmonikázik. - Irgendwo spielt jemand Akkordeon. :69. A hangok nem egészen pontosak, de a férfi meggyőződéssel játszik. - Die Töne sind nicht ganz richtig, aber der Mann spielt mit Überzeugung. :70. Aztán János lejön a lépcsőn. - Dann kommt János die Treppe herunter. :71. Kicsit lassan megy, talán már ivott. - Er geht ein bisschen langsam, vielleicht hat er schon getrunken. :72. Szótlanul leül László mellé. - Er setzt sich wortlos neben László. :73. Egy ideig mindketten hallgatnak. - Beide schweigen eine Weile. :74. János az utcára néz. - János schaut auf die Straße. :75. László is az utcára néz. - László schaut auch auf die Straße. :76. Aztán János elveszi az üveget, és iszik egy kortyot. - Dann nimmt János die Flasche und trinkt einen Schluck. :77. Visszaadja. - Er gibt sie zurück. :78. „Holnap is lesz nap”, mondja János. - „Morgen ist auch ein Tag", sagt János. :79. László bólint. - László nickt. :80. Ez nem vigasz, de mára elég. - Das ist kein Trost, aber es reicht für heute. :81. Holnap reggel megint ott áll majd a megállóban. - Morgen früh steht er wieder an der Haltestelle. :82. A busz megint késni fog. - Der Bus wird wieder zu spät kommen. :83. És Erzsébetnek megint lesz mit mesélnie. - Und Erzsébet wird wieder etwas zu erzählen haben. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :Elég jó a folytatáshoz - Gut genug zum Weitermachen :1. László minden reggel háromnegyed hatkor áll a megállóban, még akkor is, ha a busz szinte soha nem érkezik pontosan. - László steht jeden Morgen um Viertel vor sechs an der Haltestelle, auch wenn der Bus fast nie pünktlich kommt. :2. A megálló neve „Fő tér”, és közvetlenül a szürke panelház előtt van, amelyben László nyolc éve lakik. - Die Haltestelle heißt „Fő tér" und liegt direkt vor dem grauen Plattenbau, in dem László seit acht Jahren wohnt. :3. Ma esik az eső, nem erősen, hanem az a finom szitáló eső, amely lassan átáztatja a ruhát. - Es regnet heute, kein starker Regen, aber der feine Nieselregen, der die Kleidung langsam durchnässt. :4. Lászlónak nincs kapucnija, mert a kapucnis kabátját három hete valahol elfelejtette. - László hat keine Kapuze, weil er die Jacke mit Kapuze vor drei Wochen irgendwo vergessen hat. :5. Felhajtja a gallérját, és végignéz az üres utcán, ahol a busz egyszer majd meg fog jelenni. - Er stellt den Kragen hoch und schaut die leere Straße entlang, wo der Bus irgendwann erscheinen wird. :6. Aztán lépéseket hall maga mögött, és már tudja, ki az, még mielőtt megfordulna. - Dann hört er Schritte hinter sich, und er weiß schon, wer das ist, bevor er sich umdreht. :7. Erzsébet egy nehéz műanyag szatyorral érkezik a huszonnégy órás boltból, amely a sarkon van. - Erzsébet kommt mit einer schweren Plastiktüte vom 24-Stunden-Laden, der um die Ecke liegt. :8. Ötvenhat éves, az ő fölötte lévő emeleten lakik, és mindig azonnal beszélni kezd, szünet nélkül. - Sie ist 56 Jahre alt, wohnt im Stockwerk über ihm, und sie beginnt immer sofort zu reden, ohne Pause. :9. „Jó reggelt, László, el sem hiszed, mit csinált János tegnap este már megint!”, mondja, és leteszi a szatyrot a nedves földre. - „Guten Morgen, László, du glaubst nicht, was János gestern Abend wieder gemacht hat!", sagt sie und stellt die Tüte auf den nassen Boden. :10. László felé fordul, és bólint, mert válaszra nincs szükség, és nem is várják el. - László dreht sich zu ihr um und nickt, weil eine Antwort nicht nötig ist und auch nicht erwartet wird. :11. János tegnap kicsavarta az izzót a foglalatból, mert azt hitte, villog a nappaliban a lámpa. - János hat gestern die Glühbirne aus der Fassung gedreht, weil er glaubte, das Licht im Wohnzimmer flackert. :12. Aztán három órán át ült a sötétben, mert nem volt új izzója, és Erzsébet nem figyelmeztette. - Dann saß er drei Stunden im Dunkeln, weil er keine neue Glühbirne hatte und Erzsébet ihn nicht warnte. :13. „Egyszerűen hagytam ülni”, mondja Erzsébet, és a hangjában nincs megbánás, csak fáradt elégedettség. - „Ich habe ihn einfach sitzen lassen", sagt Erzsébet, und in ihrer Stimme ist keine Reue, nur eine müde Zufriedenheit. :14. László hallgatja, nem azért, mert a történet valóban érdekli, hanem mert ez egyszerűbb, mint a hallgatás. - László hört zu, nicht weil ihn die Geschichte wirklich interessiert, sondern weil es einfacher ist als Schweigen. :15. Ha hallgatja, nem kell a saját életén gondolkodnia, és néha ez a legfontosabb. - Wenn er zuhört, muss er nicht über sein eigenes Leben nachdenken, und das ist manchmal das Wichtigste. :16. A buszt még mindig nem látni, és Erzsébet most azt meséli, hogy János régen jó lakatos volt. - Der Bus ist immer noch nicht zu sehen, und Erzsébet erzählt jetzt, dass János früher ein guter Schlosser war. :17. „Tudta, hogyan kell dolgokat megjavítani”, mondja, „de most már csak a fotelben ül, és az olcsó fehérborát issza.” - „Er wusste, wie man Dinge repariert", sagt sie, „aber jetzt sitzt er nur noch im Sessel und trinkt seinen billigen Weißwein." :18. László azt mondja: „Hm”, és az utcára néz, végül pedig megjelenik a busz a távolban, kicsin és lassan. - László sagt „Hm" und schaut auf die Straße, und endlich erscheint der Bus in der Ferne, klein und langsam. :19. Kilenc percet késik, ami ezen a vonalon még jó eredménynek számít. - Er ist neun Minuten zu spät, was für diese Linie noch ein gutes Ergebnis ist. :20. A buszon László talál egy ablak melletti helyet, de az ablak nem zár rendesen, és hideg levegő áramlik be. - Im Bus findet László einen Fensterplatz, aber das Fenster schließt nicht richtig, und kalte Luft strömt herein. :21. Szorosabbra húzza a kabátját, és kifelé néz, miközben a város elhalad mellette, szürkén és csendesen a kora reggelben. - Er zieht die Jacke enger und schaut nach draußen, während die Stadt an ihm vorbeizieht, grau und still am frühen Morgen. :22. Aztán elhaladnak a régi gyár mellett, amely évekkel ezelőtt kiégett, és azóta üresen áll. - Dann kommen sie an der alten Fabrik vorbei, die vor Jahren abgebrannt ist und seitdem leer steht. :23. László minden alkalommal ránéz a gyár fekete ablaküregeire, bár maga sem tudja, miért teszi ezt. - László schaut jedes Mal auf die schwarzen Fensterhöhlen der Fabrik, obwohl er selbst nicht weiß, warum er das tut. :24. Mögötte két idősebb férfi ül, akik a pápán vitatkoznak, és a hangjuk elég hangos ahhoz, hogy minden mást elnyomjon. - Hinter ihm sitzen zwei ältere Männer, die über den Papst streiten, und ihre Stimmen sind laut genug, um alles andere zu übertönen. :25. Az egyik azt állítja, hogy a pápa biciklivel ment volna Budapestre, ha valóban szerény lenne. - Einer behauptet, der Papst wäre mit dem Fahrrad nach Budapest gefahren, wenn er wirklich bescheiden wäre. :26. A másik azt mondja, ez teljes ostobaság, és különben sem kötelező program Budapest a pápa számára. - Der andere sagt, das ist kompletter Unsinn, und außerdem sei Budapest kein Pflichtprogramm für den Papst. :27. László lassan benyúl a kabátzsebébe, és előhúz egy kis üveget, anélkül hogy bárkinek megmutatná. - László greift langsam in seine Jackentasche und zieht eine kleine Flasche heraus, ohne sie jemandem zu zeigen. :28. Iszik egy rövid kortyot, visszadugja az üveget, és a buszon senki sem fordul meg. - Er trinkt einen kurzen Schluck, steckt die Flasche zurück, und niemand im Bus dreht sich um. :29. A raktárcsarnokban László tizenkét órakor egy EUR-raklapon eszik, mert nincs rendes pihenőpad. - In der Lagerhalle isst László um zwölf Uhr auf einer Europalette, weil es keine richtige Pausenbank gibt. :30. A kolbászos zsemléje száraz, de nincs éhes, tehát mindegy. - Seine Wurstsemmel ist trocken, aber er hat keinen Hunger, also ist es egal. :31. A kollégája, Tibor, leül mellé, és elmeséli, hogy egy harmadfokú unokatestvér Kecskeméten nyert a lottón. - Sein Kollege Tibor setzt sich neben ihn und erzählt, dass ein Cousin dritten Grades in Kecskemét im Lotto gewonnen hat. :32. „Nem sokat”, mondja Tibor, „de többet, mint amennyit mi egy hónap alatt keresünk.” - „Nicht viel", sagt Tibor, „aber mehr als wir in einem Monat verdienen." :33. László hallgatja, és csendben fejben kiszámolja, hány évig kellene dolgoznia, hogy vehessen magának egy új öltönyt. - László hört zu und rechnet leise im Kopf, wie viele Jahre er arbeiten müsste, um sich einen neuen Anzug zu kaufen. :34. Húsz évre jut, és röviden nevet, de a nevetés inkább úgy hangzik, mint egy torokköszörülés, amelyet gyorsan elfelejt az ember. - Er kommt auf zwanzig Jahre und lacht kurz, aber das Lachen klingt mehr wie ein Räuspern, das man schnell vergisst. :35. Este László a panelház előtti betonlépcsőn ül, az üveg mellette áll a lépcsőfokon. - Am Abend sitzt László auf der Betontreppe vor dem Plattenbau, die Flasche steht neben ihm auf der Stufe. :36. Az utca nyugodt, és valahol az egyik felső emeleten valaki harmonikázik. - Die Straße ist ruhig, und irgendwo in einem der oberen Stockwerke spielt jemand Akkordeon. :37. A hangok nem mindig pontosak, de a férfi olyan nagy meggyőződéssel játszik, hogy végül nem zavaró. - Die Töne sind nicht immer richtig, aber der Mann spielt mit so viel Überzeugung, dass es am Ende nicht stört. :38. Aztán János lejön a lépcsőn, lassan és kissé bizonytalanul állva a lábán. - Dann kommt János die Treppe herunter, langsam und ein bisschen unsicher auf den Beinen. :39. Szótlanul leül László mellé, az utcára néz, és egyikük sem mond semmit. - Er setzt sich wortlos neben László, schaut auf die Straße, und keiner von beiden sagt etwas. :40. Egy idő után János egyszerűen elveszi az üveget, iszik egy hosszú kortyot, és visszateszi. - Nach einer Weile nimmt János einfach die Flasche, trinkt einen langen Schluck und stellt sie zurück. :41. „Holnap is lesz nap”, mondja anélkül, hogy Lászlóra nézne. - „Morgen ist auch ein Tag", sagt er, ohne László anzuschauen. :42. László bólint, és tovább nézi az utcát, amelyen semmi sem mozdul. - László nickt und schaut weiter auf die Straße, auf der sich nichts bewegt. :43. Ez nem vigasz, és ezt mindketten tudják, de erre az estére elég. - Das ist kein Trost, und beide wissen das, aber es reicht für diesen Abend. :44. Holnap reggel László megint háromnegyed hatkor fog állni a megállóban. - Morgen früh wird László wieder um Viertel vor sechs an der Haltestelle stehen. :45. A busz késni fog, Erzsébet mesélni fog valamit Jánosról, és László hallgatni fogja. - Der Bus wird zu spät kommen, Erzsébet wird etwas über János erzählen, und László wird zuhören. :46. És ez elég jónak fog érződni ahhoz, hogy folytassa. - Und das wird sich gut genug anfühlen, um weiterzumachen. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :A mindennapi késés - Die alltägliche Verspätung :1. Háromnegyed hatkor, amikor a város még alszik, és az utcai lámpák sápadt fényüket a nedves aszfaltra vetik, László a megállóban áll. - Um Viertel vor sechs, als die Stadt noch schläft und die Straßenlaternen ihr blasses Licht auf den nassen Asphalt werfen, steht László an der Haltestelle. :2. Ismeri ennek a megállónak a betonpadlóján minden repedést, a menetrendtartó minden lepattogzott matricáját, amely hónapok óta rossz időket mutat. - Er kennt jeden Riss im Betonboden dieser Haltestelle, jeden abgeblätterten Aufkleber auf dem Fahrplankasten, der seit Monaten falsche Zeiten anzeigt. :3. A szemerkélő eső olyan halkan hullik, hogy alig lehet hallani, de tíz perc után László inggallérja hideg és nedves. - Der Nieselregen fällt so leise, dass man ihn kaum hört, aber nach zehn Minuten ist Lászlós Hemdkragen kalt und feucht. :4. Elvesztette a kapucniját, valahol, valamikor, már nem emlékszik rá, és különösebben nem is érdekli. - Er hat die Kapuze verloren, irgendwo, irgendwann, er erinnert sich nicht mehr daran und es interessiert ihn auch nicht besonders. :5. A Csepelre tartó busznak 5:52-kor kellene jönnie, és mivel ez soha nem történik meg, László már leszokott arról, hogy az órájára nézzen. - Der Bus nach Csepel sollte um 5:52 Uhr kommen, und weil das nie passiert, hat László aufgehört, auf seine Uhr zu schauen. :6. Ehelyett végignéz az utcán, megszokott mozdulattal, valódi várakozás nélkül, mint egy ember, aki tudja, hogy a posta nem jön, de mégis kimegy a postaládához. - Stattdessen schaut er die Straße entlang, eine gewohnheitsmäßige Geste ohne echte Erwartung, wie ein Mensch, der weiß, dass die Post nicht kommt, aber trotzdem zum Briefkasten geht. :7. Akkor meghallja a műanyag szatyrok és a sietős lépések ismerős zaját, és anélkül, hogy megfordulna, tudja, hogy Erzsébet ott van. - Dann hört er das vertraute Geräusch von Plastiktüten und hastigen Schritten, und er weiß, ohne sich umzudrehen, dass Erzsébet da ist. :8. Minden reggel a sarkon lévő huszonnégy órás boltból jön, mindig túl sok mindent vásárolva, mindig egy történettel, amelyet alig bír kivárni, hogy elmesélhessen. - Sie kommt jeden Morgen vom 24-Stunden-Laden um die Ecke, immer mit zu viel eingekauft, immer mit einer Geschichte, die sie kaum erwarten kann zu erzählen. :9. „El sem hiszed, mit művelt megint tegnap ez az ember”, mondja, még mielőtt rendesen megállt volna, és leteszi nehéz szatyrát a földre. - „Du glaubst nicht, was dieser Mann gestern wieder angestellt hat", sagt sie, noch bevor sie richtig stehen geblieben ist, und stellt ihre schwere Tüte auf den Boden. :10. László felé fordul, és olyan arckifejezéssel bólint, amely figyelmet sejtet, anélkül hogy valóban bármit ígérne. - László dreht sich zu ihr um und nickt mit einem Gesichtsausdruck, der Aufmerksamkeit andeutet, ohne wirklich etwas zu versprechen. :11. János, ahogy megtudja, tegnap este úgy döntött, hogy a nappali lámpája villog, ezért egyszerűen kicsavarta az izzót a foglalatból. - János, so erfährt er, hat gestern Abend beschlossen, dass die Wohnzimmerlampe flackert, und deshalb einfach die Glühbirne aus der Fassung gedreht. :12. Aztán három órán át ült a sötétben, mert nem volt otthon tartalék izzó, és mert túl büszke volt ahhoz, hogy Erzsébettől kérjen egyet. - Dann saß er drei Stunden im Dunkeln, weil keine Ersatzbirne im Haus war und weil er zu stolz war, Erzsébet darum zu bitten. :13. „Hagytam, hadd üljön ott”, mondja, és a hangjában kimerültség és egy olyan asszony halk elégtétele keveredik, aki már túl sokat magyarázott. - „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt sie, und in ihrer Stimme liegt eine Mischung aus Erschöpfung und der leisen Genugtuung einer Frau, die schon zu viel erklärt hat. :14. László hallgatja, nem valódi érdeklődésből, hanem mert a hallgatásnak funkciója van: kitölti az időt, és kiszorít más gondolatokat. - László hört zu, nicht aus echtem Interesse, sondern weil das Zuhören eine Funktion hat: Es füllt die Zeit und verdrängt andere Gedanken. :15. Amíg Erzsébet beszél, nem kell az üres hűtőpolcra gondolnia, sem a levélre, amely egy hete bontatlanul fekszik az asztalon. - Solange Erzsébet redet, muss er nicht über das leere Kühlschrankregal nachdenken, nicht über den Brief, der seit einer Woche ungeöffnet auf dem Tisch liegt. :16. A busz végül megjelenik az utca végén, kicsin és lassan, mint egy állat, amely nem ismeri a sietséget, és tizenegy percet késik. - Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, klein und langsam, wie ein Tier, das keine Eile kennt, und ist elf Minuten zu spät. :17. László elsőként száll fel, megtalálja megszokott helyét az ablak mellett, amelyet hónapok óta nem lehet rendesen becsukni. - László steigt als Erster ein, findet seinen gewohnten Platz neben dem Fenster, das sich seit Monaten nicht richtig schließen lässt. :18. A hideg levegő, amely a résen át bejön, már nem zavarja; hozzászokott, mint sok minden máshoz az életében. - Die kalte Luft, die durch den Spalt hereinkommt, stört ihn nicht mehr; er hat sich daran gewöhnt wie an vieles andere in seinem Leben. :19. Odakint elvonul mellette a város, a lakótelepi tömbök szürke homlokzatai, a zárt boltok, egy nő kutyával, akik mindketten úgy néznek ki, mintha rossz éjszaka lenne mögöttük. - Draußen zieht die Stadt vorbei, die grauen Fassaden der Wohnblöcke, die geschlossenen Läden, eine Frau mit Hund, die beide so aussehen, als hätten sie eine schlechte Nacht hinter sich. :20. Aztán következik a kiégett gyár, acélból és betört ablakokból álló fekete csontváz, amely évek óta áll egy telken, amely mintha senkié sem lenne. - Dann kommt die ausgebrannte Fabrik, ein schwarzes Skelett aus Stahl und geborstenen Fenstern, das seit Jahren auf einem Grundstück steht, das niemandem zu gehören scheint. :21. László minden alkalommal ránéz erre az épületre, bár nem tudja, mit keres benne, talán csak a bizonyítékot, hogy bizonyos dolgok egyszerűen olyanok maradnak, amilyenek. - László schaut jedes Mal auf dieses Gebäude, obwohl er nicht weiß, was er darin sucht, vielleicht nur den Beweis, dass manche Dinge einfach so bleiben, wie sie sind. :22. Mögötte két öregember beszélgetésbe kezdett, amely gyorsan vitává vált arról, hogy a pápa utazott volna-e valaha kerékpárral, ha valóban szerény ember akart volna lenni. - Hinter ihm haben zwei alte Männer ein Gespräch begonnen, das schnell zu einem Streit geworden ist, ob der Papst jemals mit dem Fahrrad gereist wäre, wenn er wirklich ein bescheidener Mensch sein wollte. :23. László benyúl a kabátja belső zsebébe, előhúz egy lapos üveget, és iszik egy kis kortyot, nyugodtan és feltűnés nélkül, mint valaki, aki ezt már olyan sokszor megtette, hogy ez már nem mozdulat, hanem reflex. - László greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht eine flache Flasche heraus und trinkt einen kleinen Schluck, ruhig und unauffällig, wie jemand, der das schon so oft getan hat, dass es keine Geste mehr ist, sondern ein Reflex. :24. Az üveg újra eltűnik a zsebében, a busz megáll, új utasok szállnak fel, és a világ megy tovább, kommentár nélkül. - Die Flasche verschwindet wieder in der Tasche, der Bus hält, neue Fahrgäste steigen ein, und die Welt dreht sich weiter, ohne Kommentar. :25. A raktárcsarnokban nincs kantin, ezért a férfiak az ebédszünetben EUR-raklapokon ülnek, és azt eszik, amit magukkal hoztak. - In der Lagerhalle gibt es keine Kantine, also sitzen die Männer in der Mittagspause auf Europaletten und essen, was sie mitgebracht haben. :26. Lászlónak van egy kolbászos zsemléje, amely reggel még elfogadható volt, most pedig száraznak és kissé szomorúnak hat, de azért megeszi, lassan és sietség nélkül. - László hat eine Wurstsemmel, die morgens noch akzeptabel war und jetzt trocken und ein bisschen traurig wirkt, aber er isst sie trotzdem, langsam und ohne Eile. :27. Tibor, a kollégája, aki mellette ül, egy lottónyereményről mesél, nem a sajátjáról, hanem egy harmad-unokatestvérééről Kecskemétről, akit Tibor maga is alig ismer. - Tibor, sein Kollege, der neben ihm sitzt, erzählt von einem Lottogewinn, nicht seinem eigenen, sondern dem eines Cousins dritten Grades aus Kecskemét, den Tibor selbst kaum kennt. :28. „Ötvenezer forint”, mondja Tibor olyan ember hangján, aki egy távoli és idegen világról számol be. - „Fünfzigtausend Forint", sagt Tibor mit dem Ton eines Mannes, der von einer fernen und fremden Welt berichtet. :29. László bólint, és fejben kiszámolja, hány munkaévre lenne szüksége ahhoz, hogy megengedhessen magának valamit, ami nem szükséglet, hanem kívánság. - László nickt und rechnet im Kopf, wie viele Arbeitsjahre er bräuchte, um sich etwas zu leisten, das keine Notwendigkeit ist, sondern ein Wunsch. :30. Egy számra jut, amelyet azonnal elfelejt, és röviden felnevet, egy nevetéssel, amely úgy hangzik, mint egy torokköszörülés, amit Tibor ferde pillantással nyugtáz. - Er kommt auf eine Zahl, die er sofort vergisst, und lacht kurz auf, ein Lachen, das wie ein Räuspern klingt und das Tibor mit einem schiefen Blick quittiert. :31. A délután a szokásos sorrendben telik el ládák, targoncák és a neonlámpák halk zümmögése között, amelyek soha nem égnek egészen egyenletesen. - Der Nachmittag vergeht in der üblichen Abfolge aus Kisten, Gabelstaplern und dem leisen Summen der Neonlampen, die nie ganz gleichmäßig brennen. :32. Amikor László fél hét felé hazaér, a panelház előtti lépcső üres, és egyszerűen leül, mert nincs kedve azonnal bemenni a lakásba. - Als László gegen halb sieben nach Hause kommt, ist die Treppe vor dem Plattenbau leer, und er setzt sich einfach hin, weil er keine Lust hat, sofort in die Wohnung zu gehen. :33. Az üveget maga mellé teszi a betonlépcsőre, nem azért, hogy igyon, hanem mert helyesnek érzi, hogy ott legyen. - Die Flasche stellt er neben sich auf die Betonstufe, nicht um zu trinken, sondern weil es sich richtig anfühlt, sie dort zu haben. :34. Valahol fölötte, talán a harmadik emeleten, valaki harmonikázik, a hangok a nyitott ablakon át ereszkednek le, és úgy hullanak az utcára, mint levelek, amelyeket senki sem szed fel. - Irgendwo über ihm, vielleicht im dritten Stock, spielt jemand Akkordeon, die Töne kommen durchs offene Fenster herunter und fallen auf die Straße wie Blätter, die niemand aufhebt. :35. A dallam nem egészen helyes, néhány hang mellémegy, de a játékos nem hagyja abba, és ebben van valami tiszteletre méltó. - Die Melodie ist nicht ganz korrekt, ein paar Töne daneben, aber der Spieler hört nicht auf, und das hat etwas Respektables. :36. János egy idő után kijön a ház bejáratából, kezét a zsebébe dugva, arcán olyan ember kifejezésével, aki keresett egy okot arra, hogy kimenjen, de nem talált. - János kommt nach einer Weile aus dem Hauseingang, die Hände in den Taschen, das Gesicht mit dem Ausdruck eines Mannes, der einen Grund gesucht hat, nach draußen zu gehen, und keinen gefunden hat. :37. Leül László mellé, kérdés nélkül, köszönés nélkül, és az utcát nézi, amely most sötét és csendes. - Er setzt sich neben László, ohne zu fragen, ohne zu grüßen, und schaut auf die Straße, die jetzt dunkel und still ist. :38. László is az utcát nézi. - László schaut auch auf die Straße. :39. Fent tovább szól a harmonika, még mindig egy kicsit hamisan, még mindig teljes meggyőződéssel. - Oben spielt das Akkordeon weiter, immer noch ein bisschen falsch, immer noch voller Überzeugung. :40. Egy idő után János elveszi az üveget, iszik, visszaadja, és mindez olyan magától értetődően történik, mintha már százszor így csinálták volna. - Nach einer Weile nimmt János die Flasche, trinkt, gibt sie zurück, und das alles geschieht so selbstverständlich, als hätten sie das hundertmal so gemacht. :41. „Holnap is lesz nap”, mondja végül János, és ez sem kérdésnek, sem biztatásnak nem hangzik, hanem megállapításnak valamiről, amit mindketten már tudnak. - „Morgen ist auch ein Tag", sagt János schließlich, und es klingt weder wie eine Frage noch wie eine Aufmunterung, sondern wie eine Feststellung über etwas, das beide schon wissen. :42. László bólint, és nem mond semmit, mert semmit sem kell mondani. - László nickt und sagt nichts, weil nichts gesagt werden muss. :43. A harmonika szól, az utcai lámpa egyszer röviden felvillan, aztán minden újra csendes. - Das Akkordeon spielt, die Straßenlaterne flackert einmal kurz, und dann ist alles wieder ruhig. :44. Nem jó este ez, és nem is rossz este, egyszerűen csak egy este. - Es ist kein guter Abend und kein schlechter Abend, es ist einfach ein Abend. :45. És holnap reggel háromnegyed hatkor László újra ott fog állni a megállóban, a busz késni fog, és Erzsébet a szatyrával be fog fordulni a sarkon. - Und morgen früh um Viertel vor sechs wird László wieder an der Haltestelle stehen, der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird mit ihrer Tüte um die Ecke biegen. :46. Tudja ezt, és ez a tudás nem zavarja, mert ebben a tudásban van valami, ami olyan, mint talaj az ember lába alatt. - Er weiß das, und das Wissen stört ihn nicht, weil es in diesem Wissen auch etwas gibt, das sich wie Boden unter den Füßen anfühlt. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :A mindennapi késés - Die alltägliche Verspätung :1. Háromnegyed hatkor, amikor a város még abban a különös félálomban fekszik, amely se nem éjszaka, se nem reggel, László a megállóban áll, és valamire vár, ami soha nem érkezik pontosan. - Um Viertel vor sechs, wenn die Stadt noch in jenem merkwürdigen Halbschlaf liegt, der weder Nacht noch Morgen ist, steht László an der Haltestelle und wartet auf etwas, das nie pünktlich kommt. :2. A mögötte lévő menetrendtábla 5:52-t mutat, egy időpontot, amely hónapok óta tiszta fikció, de senki sem vette magára a fáradságot, hogy lehúzza a matricát. - Der Fahrplankasten hinter ihm zeigt 5:52 Uhr an, eine Zeit, die seit Monaten reine Fiktion ist, aber niemand hat die Mühe auf sich genommen, den Aufkleber abzuziehen. :3. Az eső olyan finoman esik, hogy alig látható, de összegyűlik a vállakon és az ujjakon, és lassan áthűti az anyagot, mindannak türelmes makacsságával, amit az ember eleinte alábecsül. - Der Regen fällt so fein, dass er kaum sichtbar ist, aber er sammelt sich auf Schultern und Ärmeln und kühlt langsam durch den Stoff, mit der geduldigen Hartnäckigkeit von allem, was man zunächst unterschätzt. :4. Lászlónak már nincs kapucnija, egy apróság, amely valamikor megszűnt zavarni őt, ahogy az évek során oly sok minden megszűnt zavarni. - László hat keine Kapuze mehr, eine Kleinigkeit, die ihn irgendwann aufgehört hat zu stören, wie so vieles im Laufe der Jahre aufgehört hat, ihn zu stören. :5. Végignéz az utcán, nem várakozásból, hanem megszokásból, annak az embernek üres tekintetével, aki megtanulta a változás hiányát állapotként elfogadni. - Er schaut die Straße entlang, nicht aus Erwartung, sondern aus Gewohnheit, mit dem leeren Blick eines Menschen, der gelernt hat, die Abwesenheit von Veränderung als einen Zustand zu akzeptieren. :6. A megállót olyan ismerősséggel ismeri, amely túlmegy a puszta megszokáson: a lepattogzott várostérképet, az 1987-es évszámot a betonba karcolva, a nedves cement szagát, amely minden reggel ugyanaz. - Die Haltestelle kennt er mit einer Vertrautheit, die über bloße Gewohnheit hinausgeht: den abgeblätterten Stadtplan, die eingeritzte Jahreszahl 1987 im Beton, den Geruch von feuchtem Zement, der jeden Morgen derselbe ist. :7. Aztán lépteket hall, műanyag zacskók zizegését, és még mielőtt megfordulna, már tudja, ki az, mert vannak emberek, akik a zajaikkal jelentik be magukat, ahogy az időjárási helyzetek a barométer állásával. - Dann hört er Schritte, das Rascheln von Plastiktüten, und er weiß, wer das ist, noch bevor er sich umdreht, weil manche Menschen sich durch ihre Geräusche ankündigen wie Wetterlagen durch den Barometerstand. :8. Erzsébet 56 éves, az ő fölötte lévő emeleten lakik, és az elmúlt éjszaka eseményeit már a nyelvén hordja, amikor még el sem érte a megállót. - Erzsébet ist 56 Jahre alt, wohnt im Stockwerk über ihm, und sie trägt die Ereignisse der vergangenen Nacht bereits auf der Zunge, als sie die Haltestelle noch gar nicht erreicht hat. :9. „El sem tudod képzelni, mit vitt véghez tegnap megint ez az ember”, mondja, leteszi a táskát a nedves földre, és olyan pillantással néz Lászlóra, amely nem választ vár, hanem közönséget. - „Du kannst dir nicht vorstellen, was dieser Mann gestern noch fertiggebracht hat", sagt sie, stellt die Tüte auf den nassen Boden und schaut László mit dem Blick an, der keine Antwort erwartet, sondern ein Publikum. :10. János, ahogy László a következő percekben megtudja, eldöntötte, hogy a nappalilámpa villog, és ezt a döntést a maga módján oldotta meg: egyszerűen kicsavarta az izzót, és ülve maradt a sötétben. - János, so erfährt László in den nächsten Minuten, hat entschieden, dass die Wohnzimmerlampe flackert, und diese Entscheidung auf seine Art gelöst: indem er einfach die Glühbirne herausdrehte und im Dunkeln sitzen blieb. :11. Három órát, mondja Erzsébet, három órát a sötétben, mert nem volt tartalék izzó a házban, és mert János büszkesége nem engedi meg, hogy kimondjon egy kérést, amelyet vereségként élne meg. - Drei Stunden, sagt Erzsébet, drei Stunden im Dunkeln, weil keine Ersatzbirne im Haus war und weil es János' Stolz nicht erlaubt, eine Bitte auszusprechen, die er als Niederlage empfinden würde. :12. „Hagytam, hadd üljön”, mondja, és ebben a mondatban egy évtizedeken át tartó házasság története fekszik összehajtogatva, mint egy térkép, amelyet az ember már nem akar kibontani. - „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt sie, und in diesem Satz liegt eine jahrzehntelange Ehegeschichte zusammengefaltet wie eine Landkarte, die man nicht mehr entfalten möchte. :13. László hallgatja, a megfelelő helyeken bólint, és tudja, hogy a meghallgatás a kedvesség egyik formája, amely semmibe sem kerül, Erzsébetnek pedig nyilvánvalóan jelent valamit. - László hört zu, nickt an den richtigen Stellen, und weiß, dass das Zuhören eine Form von Freundlichkeit ist, die nichts kostet und Erzsébet offensichtlich etwas bedeutet. :14. Hogy János története kevéssé érinti meg, az nem az együttérzés hiánya, hanem annak a csendes egyezségnek az eredménye, amely panelházak szomszédai között gyakran kialakul: az ember megosztja a várakozási zónát, de nem az életet. - Dass ihn die Geschichte von János wenig bewegt, ist kein Mangel an Mitgefühl, sondern das Ergebnis eines stillen Übereinkommens, das zwischen Nachbarn in Plattenbauten häufig entsteht: Man teilt die Wartezone, aber nicht das Leben. :15. A busz végül megjelenik az utca végén, lassan kibontakozik a szitáló esőn át, mint egy sötétsárga szóbeszéd, és tizenhárom percet késik. - Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, breitet sich langsam durch den Nieselregen aus wie ein dunkelgelbes Gerücht, und ist dreizehn Minuten zu spät. :16. László megtalálja a helyét az ablaknál, amely nem záródik, és ezzel a réssel éppúgy megbékélt, mint egy időjárási helyzettel, amelyet nem lehet befolyásolni, és amelyet ezért már nem tekint zaklatásnak. - László findet seinen Platz am Fenster, das sich nicht schließt, und er hat sich mit diesem Spalt so abgefunden wie mit einer Wetterlage, die man nicht beeinflussen kann und die man deshalb nicht länger als Zumutung betrachtet. :17. Odakint elhúz mellette a város, a lakótelepi házak, benzinkutak, zárt kioszkok ismert sorrendje, egy városkép, amely az évek során olyan keveset változott, hogy úgy hat, mint egy díszlet, amelyet egyszer felépítettek, és azóta állni hagynak. - Die Stadt zieht draußen vorbei, die bekannte Abfolge aus Wohnblöcken, Tankstellen, geschlossenen Kiosken, ein Stadtbild, das sich im Laufe der Jahre so wenig verändert hat, dass es wirkt wie eine Kulisse, die man einmal gebaut hat und seitdem stehen lässt. :18. Aztán következik a kiégett gyár, és László odanéz, ahogy minden reggel teszi, olyan figyelemmel, amelyet ő maga sem tudna megmagyarázni, mintha az épület egy kérdést tartalmazna, amelyre még nem talált választ. - Dann kommt die ausgebrannte Fabrik, und László schaut hin, wie er es jeden Morgen tut, mit einer Aufmerksamkeit, die er selbst nicht erklären könnte, als enthielte das Gebäude eine Frage, auf die er noch keine Antwort gefunden hat. :19. A gyár fekete ablaküregei visszabámulnak, közönyösen és állhatatosan, aztán már el is maradnak, lehagyja őket a busz mozgása, amely semmiféle szemlélődéssel nem törődik. - Die schwarzen Fensterhöhlen der Fabrik starren zurück, gleichgültig und beständig, und dann sind sie schon vorbei, überholt von der Bewegung des Busses, der sich um keine Betrachtung schert. :20. László mögött két öregember vitatkozik annak a makacs energiájával, aki egy vitában találta meg az önigazolás utolsó formáját, és a vita tárgya az, hogy a pápa kerékpárral utazott volna-e Budapestre, ha az alázata valóban igazi volna. - Hinter László streiten zwei alte Männer mit der verbissenen Energie von jemandem, der in einem Argument die letzte Form von Selbstbestätigung gefunden hat, und der Gegenstand des Streits ist, ob der Papst mit dem Fahrrad nach Budapest gereist wäre, wenn seine Demut wirklich echt wäre. :21. László benyúl a kabátja belső zsebébe, előhúzza a lapos üveget egy olyan mozdulat mellékes magától értetődőségével, amely rég megszűnt döntés lenni, és iszik egy kortyot, miközben a busz áthajt egy göröngyös részen. - László greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht die flache Flasche heraus mit der beiläufigen Selbstverständlichkeit einer Geste, die längst aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und trinkt einen Schluck, während der Bus über eine holprige Stelle fährt. :22. Senki sem fordul meg, és László éppen ezt becsüli ebben a buszban: a néma megállapodást, hogy békén hagyják egymást. - Niemand dreht sich um, und das ist genau das, was László an diesem Bus schätzt: die stumme Vereinbarung, einander in Ruhe zu lassen. :23. Az ebédszünetet egy euróraklapon tölti a raktárcsarnok hátsó sarkában, ahol a neonfény villog, és a huzat áthúz egy rosszul tömített rakodónyíláson. - Die Mittagspause verbringt er auf einer Europalette in der hinteren Ecke der Lagerhalle, wo das Neonlicht flackert und die Zugluft durch eine schlecht gedichtete Ladeluke zieht. :24. A szalámis zsemle, amelyet magával hozott, reggel még elfogadható volt, most száraz, és olyasminek az állaga van, ami a legjobb idejét egyértelműen maga mögött hagyta, de azért megeszi, mert az éhség nem támaszt esztétikai igényeket. - Die Wurstsemmel, die er mitgebracht hat, ist morgens noch passabel gewesen, jetzt ist sie trocken und hat die Konsistenz von etwas, das seine beste Zeit eindeutig hinter sich hat, aber er isst sie trotzdem, weil Hunger keine ästhetischen Ansprüche stellt. :25. Tibor, a kollégája, leül mellé annak az embernek az arckifejezésével, aki egy történetet hordoz magában, amelyet meg akar osztani, akár akarja hallani az ember, akár nem. - Tibor, sein Kollege, setzt sich neben ihn mit dem Gesichtsausdruck eines Menschen, der eine Geschichte mit sich trägt, die er teilen möchte, ob man sie hören will oder nicht. :26. Egy lottónyereményről van szó, de nem Tibor sajátjáról, hanem egy harmadfokú kecskeméti unokatestvérééről, egy olyan távoli rokonságról, amely biológiailag már alig mérhető, pénzügyileg azonban nyilvánvalóan mégis figyelemre méltó. - Es geht um einen Lottogewinn, aber nicht Tibors eigenen, sondern den eines Cousins dritten Grades in Kecskemét, eine Verwandtschaft so weit entfernt, dass sie biologisch kaum noch messbar ist, aber finanziell offenbar dennoch bemerkenswert. :27. László hallgatja, és közben csendben kiszámolja fejben, hány hónapot kellene dolgoznia, hogy megengedhessen magának valamit, ami nem szükségletet elégít ki, hanem egy kívánságot, és megállapítja, hogy a számot nem akarja végiggondolni. - László hört zu und kalkuliert dabei still im Kopf, wie viele Monate er arbeiten müsste, um sich etwas zu leisten, das kein Bedürfnis befriedigt, sondern einen Wunsch, und er stellt fest, dass er die Zahl nicht zu Ende denken will. :28. Röviden felnevet, egy hanggal, amely valahol az igazi nevetés és aközött a zaj között van, amely akkor keletkezik, amikor az ember megköszörüli a torkát, hogy kitérjen egy válasz elől. - Er lacht kurz auf, ein Laut, der irgendwo zwischen echtem Lachen und dem Geräusch liegt, das entsteht, wenn man sich räuspert, um einer Antwort zu entgehen. :29. A délután ládákra, szállítólevelekre, a mennyezeti lámpák egyenletes zúgására bomlik fel, és László annak az embernek a pontosságával dolgozik, aki nem akar gondolkodni, és ezért minden kézmozdulatot nagyon pontosan hajt végre. - Der Nachmittag löst sich auf in Kisten, Lieferscheinen, dem gleichmäßigen Brummen der Deckenlampen, und László arbeitet mit der Präzision eines Menschen, der nicht nachdenken will und deshalb jeden Handgriff sehr genau ausführt. :30. Amikor estefelé felér a panelház előtti betonlépcsőn, egyszerűen megáll a második fokon, és leül, anélkül hogy különösebb oka volna rá azon kívül, hogy a lakás nem hívja őt. - Als er gegen Abend die Betontreppe vor dem Plattenbau hinaufkommt, bleibt er auf der zweiten Stufe einfach stehen und setzt sich hin, ohne einen besonderen Grund dafür zu haben außer dem, dass die Wohnung ihn nicht ruft. :31. Leteszi maga mellé az üveget a lépcsőfokra, nem azért, mert inni akar, hanem mert furcsa érzés volna a zsebében hagyni, amikor ő maga is kint ül. - Er stellt die Flasche neben sich auf die Stufe, nicht weil er trinken will, sondern weil es sich seltsam anfühlen würde, sie in der Tasche zu lassen, wenn er selbst draußen sitzt. :32. Valahol fölötte, az egyik felső emeleten, valaki harmonikázik, és a dallam a nyitott ablakon át lehull az utcára, kissé ferdén, néhány félhanggal mellé, de olyan meggyőződéssel játszva, amely minden kritikát fölöslegessé tesz. - Irgendwo über ihm, in einem der oberen Stockwerke, spielt jemand Akkordeon, und die Melodie fällt durch das offene Fenster auf die Straße, ein bisschen schief, ein paar Halbtöne daneben, aber mit einer Überzeugung gespielt, die jede Kritik überflüssig macht. :33. László hallgatja, és arra gondol, hogy alábecsült minőség valamit rosszul csinálni, és közben teljesen meg lenni győződve róla, mert ez a meggyőződés a rosszat valami mássá alakítja. - László hört zu und denkt, dass es eine unterschätzte Qualität ist, etwas falsch zu tun und dabei vollständig überzeugt zu sein, weil diese Überzeugung das Falsche in etwas anderes verwandelt. :34. Aztán János kilép a ház bejáratán, annak az embernek a lépteivel, akinek nem volt oka kimenni, de bent maradni sem volt oka. - Dann tritt János aus dem Hauseingang, mit dem Schritt eines Mannes, der keinen Grund hatte, nach draußen zu gehen, aber drinnen auch keinen Grund hatte zu bleiben. :35. Kérdés nélkül, köszönés nélkül leül László mellé, és az utcára néz annak üres, egyenletes tekintetével, akinek az utca már évek óta nem tartozik meglepetésekkel. - Er setzt sich neben László, ohne zu fragen, ohne zu grüßen, und schaut auf die Straße mit dem leeren, gleichmäßigen Blick von jemandem, dem die Straße schon seit Jahren keine Überraschungen mehr schuldet. :36. Fent tovább szól a harmonika, még mindig nem egészen helyesen, még mindig tele meggyőződéssel, és az utcai lámpa sárgás fényét a nedves járdára veti. - Oben spielt das Akkordeon weiter, immer noch nicht ganz richtig, immer noch voller Überzeugung, und die Straßenlaterne wirft ihr gelbliches Licht auf den nassen Bürgersteig. :37. Egy idő után, amelyben mindketten annak az embernek a magától értetődésével hallgatnak, akinek már nem kell megmagyaráznia a csendet, János elveszi az üveget, iszik, és visszaadja, egy olyan egyszerre bonyolulttalan, udvariatlan és bizalmas mozdulattal, hogy László észrevétlenül elmosolyodik. - Nach einer Weile, in der beide schweigen mit der Selbstverständlichkeit von Menschen, die kein Schweigen mehr erklären müssen, nimmt János die Flasche, trinkt und gibt sie zurück, eine Geste so unkompliziert und unhöflich und vertraut zugleich, dass László lächelt, ohne es zu merken. :38. „Holnap is lesz egy nap”, mondja János, és a mondat nem vigasznak és nem iróniának hangzik, hanem józan helyzetfelmérésnek, amelyet mindketten már ismernek, és amely mégis tart valamit. - „Morgen ist auch ein Tag", sagt János, und der Satz klingt weder nach Trost noch nach Ironie, sondern nach einer nüchternen Bestandsaufnahme, die beide schon kennen und die trotzdem etwas trägt. :39. László bólint, és az utcára néz, amelyen semmi sem mozdul azon a harmonikahangon kívül, amely füstként húzódik át a levegőn egy kéményből, közönyösen, és mégis jelen lévén. - László nickt und schaut auf die Straße, auf der sich nichts bewegt außer dem Akkordeonklang, der durch die Luft zieht wie Rauch aus einem Schornstein, gleichgültig und trotzdem da. :40. Ez nem olyan este, amelyen történt valami, és nem olyan este, amely megmarad az emlékezetben, de miközben ott ül, László érez valamit, amit nem nevezne meg, mert a megnevezés megváltoztatná. - Es ist kein Abend, an dem etwas passiert ist, und es ist kein Abend, der in der Erinnerung bleiben wird, aber während er sitzt, fühlt László etwas, das er nicht benennen würde, weil Benennen es verändern würde. :41. Holnap reggel, háromnegyed hatkor, újra itt fog állni, az utca üres lesz, a busz késni fog, és Erzsébet be fog fordulni a sarkon a táskájával, és azonnal beszélni kezd. - Morgen früh, um Viertel vor sechs, wird er wieder hier stehen, die Straße wird leer sein, der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird mit ihrer Tüte um die Ecke biegen und sofort anfangen zu reden. :42. Ezt olyan bizonyossággal tudja, amely nem remény és nem beletörődés, hanem egyszerűen a saját életének nyugodt ismerete, amelyet az ember valamikor megszerez, amikor felhagyott azzal, hogy harcoljon ellene. - Er weiß das mit einer Gewissheit, die keine Hoffnung ist und keine Resignation, sondern einfach die ruhige Kenntnis des eigenen Lebens, die man irgendwann erwirbt, wenn man aufgehört hat, dagegen zu kämpfen. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- :A mindennapi késés - Die alltägliche Verspätung :1. Háromnegyed hatkor, abban a különös köztes órában, amikor az éjszaka még nem búcsúzott el, és a reggel még nem támaszt igényeket, László a megállóban áll, és azt gyakorolja, amit minden nap újra gyakorol: a várakozást várakozás nélkül. - Um Viertel vor sechs, in jener eigenartigen Zwischenstunde, in der die Nacht sich nicht verabschiedet hat und der Morgen noch keine Ansprüche stellt, steht László an der Haltestelle und übt, was er jeden Tag aufs Neue übt: das Warten ohne Erwartung. :2. A mögötte lévő menetrendtábla egy időpontot mutat, amely hónapok óta már senkit sem téveszt meg, de senkit sem zavar, mert ezen a környéken a különbség aközött, ami ki van írva, és aközött, ami valóban történik, régóta természetes állapotként ivódott be az emberekbe. - Der Fahrplankasten hinter ihm trägt eine Uhrzeit, die seit Monaten niemanden mehr täuscht, aber auch niemanden stört, weil in dieser Gegend die Differenz zwischen dem, was angeschrieben steht, und dem, was tatsächlich geschieht, längst als Normalzustand verinnerlicht worden ist. :3. Az eső, amely ezen az éjszakán kezdődött, nem eső a szó tulajdonképpeni értelmében, hanem az a finom szemcsés lebegés, amely leülepszik a hajban, összegyűlik a gallérban, és úgy fekszik rá a bőrre, mint egy megjegyzés, amelyet az ember nem kért, és nem is tud elutasítani. - Der Regen, der in dieser Nacht begonnen hat, ist kein Regen im eigentlichen Sinne, sondern jene feinkörnige Schwebe, die sich in den Haaren niederschlägt, im Kragen sammelt und auf die Haut legt wie ein Kommentar, den man nicht angefordert hat und nicht abweisen kann. :4. Lászlónak nincs kapucnija, amióta valahol otthagyott egy kapucnis dzsekit, hogy pontosan mikor és hol, arra már nem emlékszik, mert azok a dolgok, amelyeket az ember anélkül veszít el, hogy észrevenné, az emlékezetben sem hagynak lenyomatot. - László hat keine Kapuze, seit er eine Jacke mit Kapuze irgendwo zurückgelassen hat, wann genau und wo weiß er nicht mehr, weil Dinge, die man verliert, ohne es zu bemerken, auch in der Erinnerung keinen Abdruck hinterlassen. :5. Végignéz az utcán azzal a tekintettel, amely már nem keres, hanem csak regisztrál, annak az embernek a tekintetével, aki az ismétlődést olyan teljesen elfogadta, hogy az eltérés úgy lepné meg, mint egy hiba egy számításban, amelyet soha nem is állított fel. - Er schaut die Straße entlang mit jenem Blick, der nicht mehr sucht, sondern registriert, der Blick eines Menschen, der die Wiederholung so vollständig akzeptiert hat, dass Abweichung ihn überraschen würde wie ein Fehler in einer Rechnung, die er nie aufgestellt hat. :6. Maga a megálló olyan módon ismerős neki, amely túlmegy a látványon: a nedves beton és az állott cigarettafüst szaga, a menetrendtábla keretének halk nyikorgása a szélben, a bekarcolt 1987-es évszám, amelyet valaki egyszer bizonyára fontosnak tartott. - Die Haltestelle selbst ist ihm in einer Weise vertraut, die über das Visuelle hinausgeht: der Geruch von nassem Beton und abgestandenem Zigarettenrauch, das leise Quietschen des Fahrplankastenrahmens im Wind, die eingeritzte Jahreszahl 1987, die jemand einmal für wichtig gehalten haben muss. :7. Aztán meghallja azt a hangot, amely Erzsébetet mindig bejelenti, mielőtt láthatóvá válna: a nehéz műanyag szatyrok ritmikus csapódását a combjához, cipőjének csikorgását a nedves járdán, egy olyan asszony ziháló várakozását, aki egy történetet hordoz magával, mint egy terhet, amely egyszerre súly és megkönnyebbülés. - Dann hört er das Geräusch, das Erzsébet immer ankündigt, bevor sie sichtbar wird: das rhythmische Schlagen schwerer Plastiktüten gegen Oberschenkel, das Knirschen ihrer Schuhe auf dem nassen Pflaster, die atemlose Vorfreude einer Frau, die eine Geschichte mit sich trägt wie eine Last, die gleichzeitig Gewicht und Erleichterung ist. :8. Ötvenhat éves, közvetlenül fölötte lakik, és abban a nyolc évben, amióta László a panelházban él, olyan megbízhatóságról tett tanúbizonyságot, amelyet László titokban csodál, még ha ezt soha nem is mondaná ki, mert a kimondás bonyolultabbá tenné a dolgot, mint amilyennek lennie kell. - Sie ist 56 Jahre alt, wohnt unmittelbar über ihm, und hat in den acht Jahren, in denen László im Plattenbau lebt, eine Verlässlichkeit bewiesen, die er insgeheim bewundert, auch wenn er das niemals aussprechen würde, weil das Aussprechen die Sache komplizierter machen würde, als sie sein muss. :9. „El sem hiszed”, mondja, még mielőtt egészen megállna, és a szatyrot olyan mozdulattal teszi le a földre, mint az az ember, aki ledobja a ballasztot, hogy mindkét keze szabad legyen az elbeszéléshez. - „Du glaubst es nicht", sagt sie, noch bevor sie ganz zum Stehen gekommen ist, und stellt die Tüte auf den Boden mit der Geste eines Menschen, der Ballast abwirft, um beide Hände für das Erzählen frei zu haben. :10. János tegnap este hibásnak nyilvánította a nappali lámpáját, egy olyan villogás alapján, amely talán létezett, talán nem, és olyan elszántsággal csavarta ki az égőt, mint az a férfi, aki úgy old meg egy problémát, hogy láthatatlanná teszi. - János hat gestern Abend die Wohnzimmerlampe für defekt erklärt, auf der Grundlage eines Flackerns, das möglicherweise existiert hat und möglicherweise nicht, und hat die Glühbirne herausgedreht mit der Entschlossenheit eines Mannes, der ein Problem löst, indem er es unsichtbar macht. :11. Három órán át ült a sötétben, nem azért, mert semmilyen megoldás nem lett volna elképzelhető, hanem mert az egyetlen elképzelhető megoldás egy kérést igényelt volna, a kérés pedig János számára a kapituláció egy formája, amelyet egész életében elkerült, és amelyet most, ötvennyolc évesen, amikor fő elfoglaltsága egy karosszék, sem szándékozik begyakorolni. - Drei Stunden saß er im Dunkeln, nicht weil keine Lösung denkbar gewesen wäre, sondern weil die einzig denkbare Lösung eine Bitte erfordert hätte, und Bitten ist für János eine Form der Kapitulation, die er sein Leben lang vermieden hat und die er auch jetzt, mit 58 Jahren und einem Sessel als Hauptbeschäftigung, nicht einzuüben gedenkt. :12. „Hagytam, hadd üljön”, mondja Erzsébet, és ebben a mondatban nincs kegyetlenség, hanem annak az asszonynak a kimerült méltósága van benne, aki egy ponton felhagyott azzal, hogy magyarázza, amit már megmagyarázott, és elkezdett egyszerűen csak figyelni. - „Ich habe ihn sitzen lassen", sagt Erzsébet, und in diesem Satz steckt keine Grausamkeit, sondern die erschöpfte Würde einer Frau, die irgendwann aufgehört hat zu erklären, was sie erklärt hat, und begonnen hat, einfach zu beobachten. :13. László olyan figyelemmel hallgatja, amely őszintébb, mint amilyennek látszik, mert Erzsébet, úgy hiszi, tudja, hogy ő nem igazán figyel, és ő tudja, hogy Erzsébet ezt tudja, és mégis minden reggel így beszélgetnek egymással, mert a kölcsönös részvételnek ez a kis színjátéka mindkettőjüknek ad valamit, amit nem neveznének meg. - László hört zu mit einer Aufmerksamkeit, die ehrlicher ist, als sie aussieht, denn Erzsébet weiß, glaube er, dass er nicht wirklich zuhört, und er weiß, dass sie das weiß, und trotzdem reden sie jeden Morgen so miteinander, weil diese kleine Inszenierung gegenseitiger Anteilnahme beiden etwas gibt, das sie nicht benennen würden. :14. A hallgatásnak László számára van még egy funkciója, amelyet önmagának sem vall be: amíg Erzsébet beszél, nem kell a csendbe süllyednie, és a csend az, amelyben előbukkannak azok a dolgok, amelyekre inkább nem gondol, a levél a konyhaasztalon, a palack, amely túl gyorsan ürül, az érzés, hogy az évek úgy múlnak el, mint buszutak egy olyan útvonalon, amely valahol véget ér, de sehová sem érkezik meg. - Das Zuhören hat für László eine weitere Funktion, die er sich selbst gegenüber nicht eingesteht: Solange Erzsébet redet, muss er nicht in Stille versinken, und die Stille ist das, worin die Dinge auftauchen, über die er lieber nicht nachdenkt, der Brief auf dem Küchentisch, die Flasche, die sich zu schnell leert, das Gefühl, dass die Jahre vergehen wie Busfahrten auf einer Route, die irgendwo endet, aber nirgends ankommt. :15. A busz végül megjelenik az utca végén, lassan anyaggá válik a reggel szürkeségéből, mint egy állítás, amelyet nem lehet megcáfolni, de hinni sem kell benne, és tizennégy percet késik, ami ezen a vonalon szinte már pontosságnak számíthatna. - Der Bus erscheint schließlich am Ende der Straße, materialisiert sich langsam aus dem Grau des Morgens wie eine Behauptung, die man nicht widerlegen kann, aber auch nicht glauben muss, und er ist vierzehn Minuten zu spät, was für diese Linie beinahe als Pünktlichkeit durchgehen könnte. :16. László felszáll, megtalálja megszokott helyét az ablaknál, amely nem záródik, és annak az embernek a közönyével fogadja az ismerős hideg huzatot, aki megtanult különbséget tenni azok között a kényelmetlenségek között, amelyekkel érdemes küzdeni, és azok között, amelyeket az ember egyszerűen visel. - László steigt ein, findet seinen angestammten Platz am Fenster, das sich nicht schließt, und empfängt den vertrauten kalten Luftzug mit der Gleichmut eines Menschen, der gelernt hat, zwischen Unbequemlichkeiten zu unterscheiden, die sich lohnen zu bekämpfen, und solchen, die man einfach trägt. :17. Odakint elhúz mellette a városkép, amelyet olyan jól ismer, hogy csukott szemmel is le tudná írni: a panelházak, amelyek homlokzatai olyasvalaminek a színét viselik, aminek valaha bézsnek kellett lennie, a benzinkút a folyamatosan villogó árkijelzővel, a trafik, amelynek tulajdonosát László még soha nem látta nappali fényben. - Draußen zieht das Stadtbild vorbei, das er so gut kennt, dass er es mit geschlossenen Augen beschreiben könnte: die Plattenbauten, deren Fassaden die Farbe von etwas haben, das einmal Beige gewesen sein soll, die Tankstelle mit dem dauerhaft blinkenden Preisschild, der Kiosk, dessen Besitzer László noch nie bei Tageslicht gesehen hat. :18. Aztán jön a gyár, és László odanéz, ahogy minden reggel teszi, azzal a makacs figyelemmel, amelyet önmagának sem tud megmagyarázni, mintha az épület évekkel ezelőtt megállapodott volna vele valamiben, és most arra várna, hogy ő teljesítse a megállapodás rá eső részét. - Dann kommt die Fabrik, und László schaut hin, wie er es jeden Morgen tut, mit jener hartnäckigen Aufmerksamkeit, die er sich selbst nicht erklären kann, als hätte das Gebäude vor Jahren etwas mit ihm vereinbart und warte nun darauf, dass er seinen Teil der Abmachung erfüllt. :19. A kiégett ablaküregek olyan közönnyel néznek vissza, mint valami, ami már túl van pusztuláson és megújuláson, túl a szándékon, túl mindenen, amit László szavakba tudna foglalni, aztán a gyár elmarad mögöttük, a busz továbbhalad, és a pillanat feloldódik, mint minden pillanat. - Die ausgebrannten Fensterhöhlen schauen zurück mit der Gleichgültigkeit von etwas, das jenseits von Verfall und Erneuerung angelangt ist, jenseits von Absicht, jenseits von allem, was László in Worte fassen könnte, und dann ist die Fabrik vorbei und der Bus fährt weiter, und der Moment löst sich auf wie alle Momente. :20. Mögötte két öregember olyan beszélgetést folytat, amely már rég egy vita formáját öltötte, arról a kérdésről, hogy a pápa, ha valóban olyan szerény volna, mint amilyennek mondja magát, nem ment volna-e már rég biciklivel Budapestre, László pedig fél füllel hallgatja őket, és arra gondol, hogy a teológiai kérdéseknek a menetrend szerinti buszokon olyan állandóságuk van, amely a katedrális vitákból hiányzik. - Hinter ihm führen zwei alte Männer ein Gespräch, das längst die Form eines Streits angenommen hat, über die Frage, ob der Papst, wäre er wirklich so bescheiden, wie er behauptet zu sein, nicht längst auf dem Fahrrad nach Budapest gereist wäre, und László hört mit dem halben Ohr zu und denkt, dass theologische Fragen in Linienbussen eine Beständigkeit haben, die kathedralen Diskussionen fehlt. :21. Belenyúl a dzsekije belső zsebébe, előhúzza a lapos üveget olyan mellékességgel, amely már nem titkolózás, hanem egy olyan cselekvés magától értetődősége, amelyet olyan sokszor ismételtek meg, hogy elvesztette minden jellegét, és most egyszerűen ott van, mint a lélegzés, és iszik egy kortyot, miközben a busz áthalad egy úthullámon, és röviden meginog. - Er greift in die Innentasche seiner Jacke, zieht die flache Flasche heraus mit einer Beiläufigkeit, die keine Heimlichkeit mehr ist, sondern die Selbstverständlichkeit einer Handlung, die so oft wiederholt wurde, dass sie jeden Charakter verloren hat und nun einfach da ist wie Atmen, und trinkt einen Schluck, während der Bus über eine Bodenwelle fährt und kurz schwankt. :22. Senki sem fordul meg, amit László nem közönyként értelmez, hanem olyan emberek csendes szolidaritásaként, akik mind a saját üvegüket hordják a saját dzsekizsebükben, képletesen vagy másképp. - Niemand dreht sich um, was László nicht als Gleichgültigkeit interpretiert, sondern als die stille Solidarität von Menschen, die alle ihre eigenen Flaschen in ihren eigenen Jackentaschen tragen, metaphorisch oder anders. :23. Az ebédszünetet egy EUR-raklapon tölti a raktárcsarnok hátsó sarkában, ahol a neonfénynek olyan frekvenciája van, amely hosszú távon úgy hat a látásra, mint egy szakadatlanul túl halk hang az idegekre, és megeszik egy kolbászos zsemlét, amely reggel még elment volna reggelinek, most viszont inkább régészeti leletként volna besorolható. - Die Mittagspause verbringt er auf einer Europalette in der hinteren Ecke der Lagerhalle, wo das Neonlicht eine Frequenz hat, die auf Dauer auf das Sehvermögen wirkt wie ein unaufhörlich zu leiser Ton auf die Nerven, und isst eine Wurstsemmel, die am Morgen noch als Frühstück durchgegangen wäre und jetzt eher als archäologischer Fund zu klassifizieren ist. :24. Tibor, a kollégája, leül mellé annak az embernek a feltartóztathatatlan energiájával, akinek egy történet égeti a nyelvét, és beszámol egy lottónyereményről, amely földrajzilag és genealógiailag olyan messze van magától Tibortól, hogy ennek a hírnek a relevanciája szinte filozófiai természetű. - Tibor, sein Kollege, setzt sich neben ihn mit der unaufhaltsamen Energie eines Menschen, dem eine Geschichte auf der Zunge brennt, und berichtet von einem Lottogewinn, der geografisch und genealogisch so weit von Tibor selbst entfernt ist, dass die Relevanz dieser Nachricht fast philosophischer Natur ist. :25. László hallgatja, és közben csendben elvégez a fejében egy számítást, amelyet nem akar végigvinni, mert ennek a számításnak a vége egy olyan szám lenne, amelyet ismer, és amelyre mégsem szeret ránézni, ahogyan az ember bizonyos tükröket kerül a lakásokban, mert tudja, mit mutatnak. - László hört zu und vollzieht dabei still im Kopf eine Kalkulation, die er nicht zu Ende führen will, weil das Ende dieser Rechnung eine Zahl wäre, die er kennt und die er dennoch lieber nicht anschaut, so wie man bestimmte Spiegel in Wohnungen meidet, weil man weiß, was sie zeigen. :26. Röviden felnevet, egy olyan hanggal, amely túl tömör ahhoz, hogy valódi nevetés legyen, és Tibor azzal a tekintettel néz rá, amelyet az emberek akkor használnak, amikor érzik, hogy valamit nem értettek meg, de nem akarnak kérdezni, mert a válasz talán jobban érintené őket, mint szeretnék. - Er lacht kurz auf, ein Laut, der zu komprimiert ist, um wirkliches Lachen zu sein, und Tibor schaut ihn an mit jenem Blick, den Menschen verwenden, wenn sie spüren, dass sie etwas nicht verstanden haben, aber nicht fragen wollen, weil die Antwort sie vielleicht mehr angeht, als ihnen lieb wäre. :27. A délután elfolyik a munka mechanikájában, amelyet László nem becsül, de nem is vet meg, mert az a munka, amelyet az ember megvet, felemészti, míg az a munka, amellyel szemben közönyös, egyszerűen átengedi magán, mint a víz egy csatornát, nyomok hátrahagyása nélkül. - Der Nachmittag verfließt in der Mechanik der Arbeit, die László nicht schätzt, aber auch nicht verachtet, weil Arbeit, die man verachtet, einen aufreibt, während Arbeit, der man gleichgültig gegenübersteht, einen einfach durchlässt wie Wasser einen Kanal, ohne Spuren zu hinterlassen. :28. Amikor este eléri a panelház betonlépcsőjét, megáll a második fokon, gondolkodás nélkül leül, és maga mellé teszi az üveget a kőre, nem szükségből, hanem az önmagával való csendes társas lét egyfajta formájaként, amelyet nyolc év panelházi élet alatt sajátított el. - Als er am Abend die Betontreppe des Plattenbaus erreicht, bleibt er auf der zweiten Stufe stehen, setzt sich hin, ohne nachzudenken, und stellt die Flasche neben sich auf den Stein, nicht aus Bedürfnis, sondern aus einer Art stiller Geselligkeit mit sich selbst, die er sich in acht Jahren Plattenbauleben angeeignet hat. :29. Valahol az épületben, nem tudja megmondani, melyik emeleten, valaki harmonikázik, és a hangok az open ablakon keresztül úgy hullanak az utcára, mint szavak egy beszélgetésből, amelyet az ember nem ért, de amelynek hangulatát mégis felfogja. - Irgendwo im Gebäude, er kann nicht sagen, in welchem Stockwerk, spielt jemand Akkordeon, und die Töne fallen durch das offene Fenster auf die Straße wie Worte aus einem Gespräch, das man nicht versteht, aber dessen Stimmung man trotzdem erfasst. :30. A dallam nem egészen tiszta, néhány hang egy félhanggal eltéveszti a célját, de a játékos nem hagyja abba, és nem tart szüneteket a kételkedéshez, László pedig arra gondol, hogy ez a fajta meggyőződés, amely nincs tekintettel a tökéletességre, talán az egyetlen meggyőződés, amely a mindennapokban valóban kitart. - Die Melodie ist nicht ganz sauber, ein paar Töne verfehlen ihr Ziel um einen Halbton, aber der Spieler hört nicht auf und macht keine Pausen zum Zweifeln, und László denkt, dass diese Art von Überzeugung, die keine Rücksicht auf Perfektion nimmt, vielleicht die einzige Überzeugung ist, die im Alltag wirklich hält. :31. János kilép a ház bejáratán annak a férfinak a motiválatlan léptével, akinek az este sem bent, sem kint nem tartozik semmivel, és aki ezért a kintet választotta, mert ott legalább nem villog semmi. - János tritt aus dem Hauseingang mit dem unmotivierten Schritt eines Mannes, dem der Abend weder drinnen noch draußen etwas schuldet und der sich deshalb für das Draußen entschieden hat, weil es dort wenigstens nicht flackert. :32. Leül László mellé, bejelentés nélkül, köszönés nélkül, annak az embernek a magától értetődő határátlépésével, akinek a szomszédok közötti formaság már évek óta fölöslegesnek tűnik, és mindketten az utcát nézik, amelyen az este úgy terül szét, mint egy gondolat, amelyet az ember inkább nem gondol végig. - Er setzt sich neben László, ohne Ankündigung, ohne Begrüßung, mit der selbstverständlichen Grenzüberschreitung von jemandem, dem Förmlichkeit zwischen Nachbarn schon seit Jahren überflüssig erscheint, und beide schauen auf die Straße, auf der der Abend sich ausbreitet wie ein Gedanke, über den man lieber nicht zu Ende nachdenkt. :33. A köztük lévő csend nem üres, tele van mindazzal, amit sem kimondani nem kell, sem kimondani nem volna szabad, e lépcső, e ház, e utca, e élet közös ismeretével, amelyet egyikük sem választott, és amelyet mindketten mégis olyan makacssággal élnek, amelyet az ember rezignációnak tarthatna, ha nem nézne oda pontosan. - Das Schweigen zwischen ihnen ist nicht leer, es ist gefüllt mit allem, was weder gesagt werden muss noch gesagt werden sollte, mit der gemeinsamen Kenntnis dieser Treppe, dieses Gebäudes, dieser Straße, dieses Lebens, das keiner von beiden gewählt hat und das beide trotzdem führen mit einer Beharrlichkeit, die man für Resignation halten könnte, wenn man nicht genau hinsähe. :34. Egy idő után, amelynek nincs meghatározott hossza, mert egyikük sem néz az órára, János elveszi az üveget, iszik, visszaadja, és ez a mozdulat annyira bonyolítatlan és annyira teljesen mentes minden kommentártól, hogy ez a legtisztább dolog, ami ezen az estén történik. - Nach einer Weile, die keine bestimmte Länge hat, weil keiner von beiden auf die Uhr schaut, nimmt János die Flasche, trinkt, gibt sie zurück, und diese Geste ist so unkompliziert und so vollständig frei von Kommentar, dass sie das Reinste ist, was an diesem Abend geschieht. :35. „Holnap is lesz nap”, mondja János, és a mondat az ő szájában nem vigasztalásnak hangzik, és nem is iróniának, hanem annak, ami: egyszerű megállapításnak az idő szerkezetéről, amelyet mindketten ismernek, és amely kimondva mégis megváltoztat valamit, mert a nyelv ezt teszi, akkor is, ha semmi újat nem mond. - „Morgen ist auch ein Tag", sagt János, und der Satz klingt in seinem Mund nicht nach Vertröstung und nicht nach Ironie, sondern nach dem, was er ist: eine schlichte Feststellung über die Struktur der Zeit, die beide kennen und die, ausgesprochen, dennoch etwas ändert, weil Sprache das tut, auch wenn sie nichts Neues sagt. :36. László bólint, és a harmonika tovább játszik, még mindig nem egészen jól, és az utcai lámpa sárgás fényébe meríti a nedves járdát, és valahol a távolban elhalad egy busz, amely pontos vagy nem pontos, mert ez most már nem számít. - László nickt, und das Akkordeon spielt weiter, immer noch nicht ganz richtig, und die Straßenlaterne taucht den nassen Bürgersteig in sein gelbliches Licht, und irgendwo in der Ferne fährt ein Bus, der pünktlich ist oder nicht, weil es jetzt keine Rolle mehr spielt. :37. Olyan este ez, mint ez az este, nem több és nem kevesebb, és miközben László a betonlépcsőn ül, és a hamis harmonikát hallgatja, érez valamit, amit gondosan névtelenül hagy, mert tudja, hogy bizonyos dolgok abban a pillanatban megszűnnek létezni, amint nevet adunk nekik. - Es ist ein Abend wie dieser Abend, nicht mehr und nicht weniger, und während László auf der Betonstufe sitzt und dem falschen Akkordeon lauscht, spürt er etwas, das er sorgfältig unbenennt lässt, weil er weiß, dass manche Dinge aufhören zu existieren, sobald man ihnen einen Namen gibt. :38. Holnap reggel háromnegyed hatkor megint itt fog állni, a szitáló esőben, kapucni nélkül, és a busz késni fog, Erzsébet pedig be fog fordulni a sarkon, és beszélni kezd. - Morgen früh um Viertel vor sechs wird er wieder hier stehen, im Nieselregen, ohne Kapuze, und der Bus wird zu spät kommen, und Erzsébet wird um die Ecke biegen und anfangen zu reden. :39. Ő akkor majd hallgatni fogja, és mindez pontosan ugyanúgy lesz, mint ma, és mégsem ugyanaz lesz, mert ugyanabba a folyóba nem lép az ember kétszer, még akkor sem, ha a folyó ezt nem tudja, és közömbös is volna számára. - Er wird dann zuhören, und das alles wird genau so sein wie heute, und trotzdem wird es nicht dasselbe sein, weil man in denselben Fluss nicht zweimal steigt, auch wenn der Fluss das nicht weiß und es ihm gleichgültig wäre. ------------------------- == 80 == 1 ------------------------- :A lakás - Die Wohnung :1. Márta bedugja a kulcsot a zárba. - Márta steckt den Schlüssel ins Schloss. :2. Az ajtó kinyílik. - Die Tür geht auf. :3. Az előszobában csend van. - Im Flur ist es still. :4. A fogason hét ruhafogas lóg. - An der Garderobe hängen sieben Kleiderbügel. :5. Mind üres. - Sie sind alle leer. :6. Gábor belép mögötte. - Gábor tritt hinter ihr ein. :7. Nem mond semmit. - Er sagt nichts. :8. Megáll, és körülnéz. - Er bleibt stehen und schaut sich um. :9. A telefon még mindig az írószekrényen áll. - Das Telefon steht noch auf dem Sekretär. :10. Nem csöng. - Es klingelt nicht. :11. Márta egyszer mély levegőt vesz. - Márta atmet einmal tief durch. :12. Harminc éve ismeri ezt a lakást. - Sie kennt diese Wohnung seit dreißig Jahren. :13. De ma idegennek érzi. - Aber heute fühlt sie sich fremd an. :14. Gábor bemegy a konyhába. - Gábor geht in die Küche. :15. Márta követi őt. - Márta folgt ihm. :16. Kihúzzák a tűzhely alatti fiókot. - Sie öffnen die Schublade unter dem Herd. :17. A fiók szorul, mint mindig. - Die Schublade klemmt, wie immer. :18. Gábor erősebben húzza. - Gábor zieht fester. :19. Végre kinyílik. - Endlich geht sie auf. :20. Három csomag paprika van benne. - Darin liegen drei Packungen Paprika. :21. A lejárati dátum már régen elmúlt. - Das Verfallsdatum ist schon lange vorbei. :22. Gábor kivesz egy üveget. - Gábor nimmt ein Glas heraus. :23. A címkén az anya kézírásával ez áll: „Uborka 2011”. - Auf dem Etikett steht in der Handschrift der Mutter: „Gurken 2011". :24. Márta azt mondja: „Ez még jó.” - Márta sagt: „Das ist noch gut." :25. Gábor ránéz. - Gábor schaut sie an. :26. Megkérdezi: „Megőrültél?” - Er fragt: „Bist du verrückt?" :27. Márta megvonja a vállát. - Márta zuckt mit den Schultern. :28. Egy ideig hallgatnak. - Sie schweigen eine Weile. :29. Aztán Gábor kinyitja az üveget. - Dann öffnet Gábor das Glas. :30. Megeszik az uborkákat. - Sie essen die Gurken auf. :31. Szinte semmi ízük nincs. - Sie schmecken nach fast nichts. :32. De azért mindent megesznek. - Aber sie essen trotzdem alles. :33. A hálószobában az ágy már nincs ott. - Im Schlafzimmer ist das Bett schon weg. :34. A földön egy kartondoboz fekszik. - Auf dem Boden liegt ein Karton. :35. Márta letérdel, és kinyitja. - Márta kniet sich hin und öffnet ihn. :36. Régi levelek vannak benne. - Darin sind alte Briefe. :37. Egy szalaggal vannak összekötve. - Sie sind in einem Band zusammengebunden. :38. Márta kivesz egyet. - Márta nimmt einen heraus. :39. Hangosan felolvassa: „Béla, ha kinyitod ezt a levelet, én talán már Szegeden leszek.” - Sie liest laut vor: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." :40. Gábor megkérdezi: „Ki az a Béla?” - Gábor fragt: „Wer ist Béla?" :41. Márta nem tudja. - Márta weiß es nicht. :42. Senki sem tudja. - Niemand weiß es. :43. Az apa soha nem volt jelen. - Der Vater war nie dabei gewesen. :44. Gábor rágyújt egy cigarettára. - Gábor zündet sich eine Zigarette an. :45. A szobában szívja el, pedig nem szabad. - Er raucht sie im Zimmer, obwohl das nicht erlaubt ist. :46. Márta nem szól hozzá semmit. - Márta sagt nichts dazu. :47. Az utolsó estén már minden bútor elment. - Am letzten Abend sind die Möbel alle weg. :48. A lakás üres. - Die Wohnung ist leer. :49. A parkettán még világos foltok vannak. - Auf dem Parkett liegen noch helle Flecken. :50. Régen ott lógtak a képek. - Dort hingen früher die Bilder. :51. Harminc éven át. - Dreißig Jahre lang. :52. Márta leül a földre. - Márta setzt sich auf den Boden. :53. Gábor leül mellé. - Gábor setzt sich neben sie. :54. Két különböző csészéből teát isznak. - Sie trinken Tee aus zwei verschiedenen Tassen. :55. A csészék nem illenek össze. - Die Tassen passen nicht zusammen. :56. Ez mindig is így volt. - Das war schon immer so. :57. Gábor azt mondja: „Tulajdonképpen soha nem volt boldog.” - Gábor sagt: „Eigentlich war sie nie glücklich." :58. Márta röviden elgondolkodik. - Márta denkt kurz nach. :59. Aztán azt mondja: „De igen. Csak nem itt.” - Dann sagt sie: „Doch. Aber nicht hier." :60. Gábor lassan bólint. - Gábor nickt langsam. :61. Többet nem mond semmit. - Er sagt nichts mehr. :62. Bezárják az ajtót. - Sie schließen die Tür ab. :63. Lemennek a lépcsőn. - Sie gehen die Treppe hinunter. :64. Az udvaron virágzik a hársfa. - Im Hof blüht die Linde. :65. Jó illata van. - Es riecht gut. :66. A kioszknál vesznek egy sört. - Am Kiosk kaufen sie ein Bier. :67. Megosztják egymással. - Sie teilen es sich. :68. Többé egyikük sem beszél az anyáról. - Keiner spricht mehr über die Mutter. :69. Nem is kell. - Sie müssen es auch nicht. :70. Együtt mennek végig az utcán. - Sie gehen gemeinsam die Straße entlang. :71. Ez nem búcsú. - Das ist kein Abschied. :72. Ez továbbmenés. - Es ist ein Weitergehen. ------------------------- ---------------------------------------------- 2 ------------------------- :A lakás - Die Wohnung :1. Márta bedugja a kulcsot a zárba, és benyomja az ajtót. - Márta steckt den Schlüssel ins Schloss und drückt die Tür auf. :2. Az előszobában régi szőnyeg szaga van, és valamié, amit nem tud megnevezni. - Im Flur riecht es nach altem Teppich und nach etwas, das sie nicht benennen kann. :3. A fogason hét ruhafogas lóg, de egyetlen kabát sincs rajtuk. - An der Garderobe hängen sieben Kleiderbügel, aber keine einzige Jacke. :4. Gábor mögötte bejön, és leteszi a táskáját. - Gábor kommt hinter ihr herein und stellt seine Tasche ab. :5. Körülnéz, mintha először látná a lakást. - Er schaut sich um, als ob er die Wohnung zum ersten Mal sieht. :6. A telefon még mindig a kis írószekrényen áll az ajtó mellett. - Das Telefon steht noch auf dem kleinen Sekretär neben der Tür. :7. Be van kötve, de nem csöng. - Es ist angeschlossen, aber es klingelt nicht. :8. Márta röviden ráteszi a kezét a kagylóra, aztán újra elveszi. - Márta legt ihre Hand kurz auf den Hörer und nimmt sie dann wieder weg. :9. A konyhában szorul a fiók, ahogy mindig is szorult. - In der Küche klemmt die Schublade, wie sie immer geklemmt hat. :10. Gábor kétszer meghúzza, aztán enged. - Gábor zieht zweimal, dann gibt sie nach. :11. Mögötte három csomag paprika fekszik, mind lejárt, és egészen hátul egy uborkásüveg áll. - Dahinter liegen drei Packungen Paprika, alle abgelaufen, und ganz hinten steht ein Glas mit Gurken. :12. A címkén az anya kézírásával az „uborka” szó és a 2011-es évszám áll. - Auf dem Etikett steht in der Handschrift der Mutter das Wort „Gurken" und die Jahreszahl 2011. :13. Márta azt mondja, az üveg biztosan még jó. - Márta sagt, das Glas sei sicher noch gut. :14. Gábor megkérdezi tőle, hogy ezt komolyan gondolja-e. - Gábor fragt sie, ob sie das ernst meint. :15. Márta megvonja a vállát, és nem mond többet. - Sie zuckt mit den Schultern und sagt nichts weiter. :16. Rövid szünet után Gábor kinyitja az üveget, és ujjal eszik meg az uborkákat. - Nach einer kurzen Pause öffnet Gábor das Glas, und sie essen die Gurken mit den Fingern. :17. Az uborkáknak szinte semmi ízük nincs, de az egész üveget kiürítik. - Die Gurken schmecken nach fast nichts, aber sie essen das ganze Glas leer. :18. A hálószobából az ágyat már elvitték, és ettől a szoba sokkal nagyobbnak hat. - Das Bett im Schlafzimmer ist schon abgeholt worden, und der Raum wirkt dadurch viel größer. :19. Az ablak alatt egy régi kartondoboz áll, amelyet Márta még nem látott. - Unter dem Fenster steht ein alter Karton, den Márta noch nicht gesehen hat. :20. Kinyitja, és egy levélköteget talál benne, amelyet piros szalaggal kötöttek össze. - Sie öffnet ihn und findet darin ein Bündel Briefe, die mit einem roten Band zusammengebunden sind. :21. Kiveszi a legfelső levelet, és hangosan felolvas belőle egy mondatot: „Béla, ha kinyitod ezt a levelet, én talán már Szegeden leszek.” - Sie nimmt den obersten Brief heraus und liest einen Satz laut vor: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." :22. Gábor megkérdezi, ki volt Béla. - Gábor fragt, wer Béla war. :23. Márta nem tudja, és Gábor sem tudja. - Márta weiß es nicht, und auch Gábor weiß es nicht. :24. Anyjuk apja soha nem játszott szerepet az életükben. - Der Vater ihrer Mutter hatte nie eine Rolle in ihrem Leben gespielt. :25. Gábor rágyújt egy cigarettára, és a szoba közepén szívja el. - Gábor zündet sich eine Zigarette an und raucht sie mitten im Zimmer. :26. Márta látja, de nem szól hozzá semmit. - Márta sieht es, aber sie sagt nichts dazu. :27. Estére minden bútor eltűnt, és a falakon világos foltok maradtak ott, ahol régen a képek lógtak. - Am Abend sind alle Möbel weg, und die Wände haben helle Flecken, wo die Bilder früher hingen. :28. Márta leül a csupasz parkettára, Gábor pedig leül mellé. - Márta setzt sich auf das nackte Parkett, und Gábor setzt sich neben sie. :29. Találtak még két össze nem illő csészét, és gyenge teát készítenek. - Sie haben noch zwei Tassen gefunden, die nicht zusammenpassen, und machen dünnen Tee. :30. A tea nem elég forró, de ez nem zavarja őket. - Der Tee ist nicht heiß genug, aber das stört sie nicht. :31. Gábor egy idő után azt mondja, hogy az anyjuk tulajdonképpen soha nem volt igazán boldog. - Gábor sagt nach einer Weile, dass ihre Mutter eigentlich nie wirklich glücklich gewesen sei. :32. Márta röviden elgondolkodik rajta, mielőtt válaszol. - Márta denkt kurz darüber nach, bevor sie antwortet. :33. Azt mondja, az anya igenis boldog volt, csak éppen nem itt. - Sie sagt, die Mutter sei schon glücklich gewesen, aber eben nicht hier. :34. Gábor bólint, issza a teáját, és az üres falat nézi. - Gábor nickt, trinkt seinen Tee und schaut auf die leere Wand. :35. Felállnak, lekapcsolják a villanyt, és bezárják a lakást. - Sie stehen auf, schalten das Licht aus und schließen die Wohnung ab. :36. A lépcső a harmadik foknál nyikorog, ahogy mindig is tette. - Die Treppe knarrt auf der dritten Stufe, wie sie es immer getan hat. :37. Az udvaron virágzik a hársfa, és az illata erősebb a vártnál. - Im Hof blüht die Linde, und der Duft ist stärker als erwartet. :38. A sarki kioszknál vesznek egy üveg sört, és az utcán megosztják egymással. - Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier und teilen sie sich auf der Straße. :39. Egyikük sem mond semmit az anyáról, és ez így jó. - Keiner von beiden sagt etwas über die Mutter, und das ist auch gut so. :40. Egymás mellett mennek végig az utcán, anélkül hogy pontosan tudnák, hová. - Sie gehen nebeneinander die Straße entlang, ohne zu wissen, wohin genau. :41. Ez itt nem búcsú az anyától. - Das hier ist kein Abschied von der Mutter. :42. Ez a továbbmenés kezdete. - Es ist der Anfang vom Weitergehen. ------------------------- ---------------------------------------------- 3 ------------------------- :A lakás - Die Wohnung :1. Amikor Márta bedugja a kulcsot a zárba, feltűnik neki, hogy még mindig rajta lóg a lakatos régi címkéje, egy telefonszámmal, amely már régen nem létezik. - Als Márta den Schlüssel ins Schloss steckt, fällt ihr auf, dass noch das alte Etikett des Schlüsseldienstes daran hängt, mit einer Telefonnummer, die es längst nicht mehr gibt. :2. Az ajtó nehezebben nyílik, mint régen, vagy talán csak képzeli. - Die Tür öffnet sich schwerer als früher, oder vielleicht bildet sie sich das nur ein. :3. Az előszobában ott lóg a fogas hét üres vállfával, és Márta egy pillanatra elgondolkodik, vajon az anyjának egyáltalán miért volt szüksége hét vállfára. - Im Flur hängt die Garderobe mit sieben leeren Kleiderbügeln, und Márta fragt sich kurz, warum ihre Mutter überhaupt sieben Kleiderbügel gebraucht hatte. :4. Gábor mögötte lép be, leteszi az utazótáskáját a földre, és szó nélkül körülnéz. - Gábor kommt hinter ihr herein, stellt seine Reisetasche auf den Boden und schaut sich um, ohne etwas zu sagen. :5. Tíz éve nem járt már itt, és Márta látja rajta, hogy az emlékeiben kisebbnek élt ez a lakás. - Er ist seit zehn Jahren nicht mehr hier gewesen, und Márta sieht ihm an, dass er die Wohnung kleiner in Erinnerung hatte. :6. A szekreteren álló telefon még mindig be van kötve, és Márta egy pillanatra arra számít, hogy megcsörren. - Das Telefon auf dem Sekretär ist noch angeschlossen, und für einen Moment erwartet Márta, dass es klingelt. :7. Nem csörren meg. - Es klingelt nicht. :8. A konyhában először a tűzhely alatti kamrafiókot nyitják ki, mert valahol el kell kezdeni. - In der Küche öffnen sie zuerst die Vorratsschublade unter dem Herd, weil man irgendwo anfangen muss. :9. A fiók szorul, ahogyan húsz éve szorul, és Gábor halkan káromkodik, mielőtt erősebben meghúzza. - Die Schublade klemmt, wie sie seit zwanzig Jahren klemmt, und Gábor flucht leise, bevor er fester zieht. :10. A lejárt fűszeres tasakok és egy megkezdett csomag cukor mögött talál egy befőttesüveget, amelynek címkéjére az anyjuk apró, egyenletes kézírásával azt írta: „Uborka – 2011 augusztus”. - Hinter abgelaufenen Gewürzpackungen und einem angebrochenen Päckchen Zucker findet er ein Einmachglas, auf dessen Etikett die Mutter in ihrer kleinen, gleichmäßigen Handschrift „Gurken – August 2011" geschrieben hat. :11. Márta azt mondja, az üveg még jó lehet, mire Gábor megkérdezi tőle, hogy ezt komolyan gondolja-e. - Márta sagt, das Glas könne noch gut sein, und Gábor fragt sie, ob sie im Ernst rede. :12. Nem válaszol közvetlenül, kiveszi az üveget a kezéből, és lecsavarja a tetejét. - Sie antwortet nicht direkt, nimmt das Glas aus seiner Hand und dreht den Deckel auf. :13. Az uborkák ecetszagúak, és olyan konyha illata árad belőlük, amely ilyen formában már nincs. - Die Gurken riechen nach Essig und nach einer Küche, die es so nicht mehr gibt. :14. Kevés ízük van, de együtt kiürítik az üveget, állva, tányér nélkül, mert a többi holmi már be van csomagolva. - Sie schmecken nach wenig, aber sie essen das Glas gemeinsam leer, stehend, ohne Teller, weil der Rest schon eingepackt ist. :15. A hálószoba nagyobbnak hat, mióta elvitték az ágyat, és ott másféle csend van, mint a lakás többi részében. - Das Schlafzimmer wirkt größer, seit das Bett abgeholt wurde, und die Stille dort ist eine andere als im Rest der Wohnung. :16. Az ablakpárkány alatt Márta felfedez egy kartondobozt, amelyet az első körben nem vett észre, és amikor kinyitja, egy piros szalaggal összekötött levélköteget talál benne. - Unter dem Fensterbrett entdeckt Márta einen Karton, den sie beim ersten Durchgang übersehen hat, und als sie ihn öffnet, findet sie ein Bündel Briefe, die mit einem roten Band zusammengebunden sind. :17. A borítékokon lévő kézírás nem az anyjáé. - Die Handschrift auf den Umschlägen gehört nicht ihrer Mutter. :18. Márta kihúzza a legfelső levelet, és egyetlen mondatot olvas fel belőle, mert többre nincs szükség: „Béla, ha felnyitod ezt a levelet, talán már Szegeden leszek.” - Márta zieht den obersten Brief heraus und liest einen einzigen Satz vor, weil mehr braucht es nicht: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." :19. Gábor megkérdezi, ki volt Béla, Márta pedig megrázza a fejét, mert nincs válasza. - Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta schüttelt den Kopf, weil sie keine Antwort hat. :20. Az apjuk mindig csak mellékes megjegyzés maradt az anyjuk életében, valaki, akiről nem beszéltek, és akit nem is hiányoltak. - Ihr Vater war immer eine Randnotiz im Leben ihrer Mutter geblieben, jemand, über den man nicht sprach und den man auch nicht vermisste. :21. Gábor előveszi az öngyújtóját, és rágyújt egy cigarettára, ott, a szoba közepén, pedig mindketten tudják, hogy itt bent nem szabad dohányozni. - Gábor zieht sein Feuerzeug heraus und zündet sich eine Zigarette an, mitten im Zimmer, obwohl sie beide wissen, dass man hier drinnen nicht rauchen darf. :22. Márta látja, és nem szól semmit. - Márta sieht es und sagt nichts. :23. Az utolsó este, miután a költöztetőkocsinak már rég nyoma sincs, a csupasz parkettán ülnek, és híg teát isznak két csészéből, amelyek soha nem illettek össze, és valószínűleg éppen ezért maradtak meg egyedül. - Am letzten Abend, nachdem der Möbelwagen längst weg ist, sitzen sie auf dem nackten Parkett und trinken dünnen Tee aus zwei Tassen, die nie zusammengepasst haben und die deshalb wohl als einzige übrig geblieben sind. :24. A falak tele vannak világos négyszögekkel azokon a helyeken, ahol harminc éven át képek lógtak. - Die Wände sind voll von hellen Rechtecken, an den Stellen, wo dreißig Jahre lang Bilder gehangen haben. :25. Gábor azt mondja, szerinte az anyjuk valójában soha nem volt igazán boldog, és úgy mondja ezt, mintha régóta magában hordozta volna ezt a mondatot. - Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei eigentlich nie wirklich glücklich gewesen, und er sagt es so, als hätte er diesen Satz lange mit sich getragen. :26. Márta csak egy idő után válaszol, mert a kérdést nem találja olyan egyszerűnek, ahogyan Gábor felteszi. - Márta antwortet erst nach einer Weile, weil sie die Frage nicht so einfach findet, wie er sie stellt. :27. Azt mondja, az anyjuk boldog volt, csak éppen nem ebben a lakásban, nem ebben a városban, és talán nem is ebben az életben, amely csupa apró kompromisszumból állt. - Sie sagt, ihre Mutter sei glücklich gewesen, nur eben nicht in dieser Wohnung, nicht in dieser Stadt, und vielleicht auch nicht in diesem Leben, das aus lauter kleinen Kompromissen bestanden hatte. :28. Gábor bólint, megissza a teáját, és ezután egyikük sem mond már semmit. - Gábor nickt und trinkt seinen Tee, und keiner von beiden sagt danach noch etwas. :29. Lekapcsolják a villanyt, bezárják a lakásajtót, és lemennek a lépcsőn, amely a harmadik foknál nyikorog, ahogyan mindig is nyikorgott. - Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür ab und gehen die Treppe hinunter, die auf der dritten Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat. :30. Az udvaron virágzik a hársfa, és az illat váratlanul éri Mártát, mert nyárszaga van, gyerekkorszaga, és mindannak a szaga, amit nem lehet megtartani. - Im Hof blüht die Linde, und der Geruch trifft Márta unvermittelt, weil er nach Sommer und nach Kindheit riecht und nach allem, was man nicht festhalten kann. :31. A sarki kioszknál vesznek egy üveg sört, megosztják egymással az utcán, és semmi különösről nem beszélnek. - Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier, teilen sie sich auf der Straße und reden über nichts Besonderes. :32. Egyszer csak elindulnak, egymás mellett, határozott terv nélkül. - Irgendwann gehen sie los, nebeneinander, ohne einen festen Plan. :33. Nincs igazi búcsú, nincs olyan pillanat, amelyről azt lehetne mondani, hogy most vége van. - Es gibt keinen richtigen Abschied, keinen Moment, an dem man sagen könnte, dass es jetzt vorbei ist. :34. Az ember egyszerűen továbbmegy, és ez minden, amit erről mondani lehet. - Man geht einfach weiter, und das ist alles, was es dazu zu sagen gibt. ------------------------- ---------------------------------------------- 4 ------------------------- :Die Wohnung - A lakás. :1. Amikor Márta a kulcsot a zárba dugja, és az általa jól ismert ellenmozdulattal benyomja az ajtót, feltűnik neki, hogy ezeket a kézmozdulatokat három éve minden héten elvégezte, anélkül hogy valaha gondolt volna rájuk, és hogy most utoljára teszi. - Als Márta den Schlüssel ins Schloss steckt und die Tür mit der ihr vertrauten Gegenbewegung aufdrückt, fällt ihr auf, dass sie diese Handgriffe seit drei Jahren jede Woche vollzogen hat, ohne je darüber nachzudenken, und dass sie es jetzt zum letzten Mal tut. :2. Az előszobában az a szag fogadja, amelyet soha nem tudott leírni, és amelyre valószínűleg nincs is szó: valami a régi szőnyeg, a levendulazsákocskák és azoknak a tereknek a sajátos csendje között, amelyekben hosszú ideig ugyanaz az élet játszódott le. - Im Flur empfängt sie der Geruch, den sie nie beschreiben konnte und für den es wahrscheinlich kein Wort gibt: etwas zwischen altem Teppich, Lavendelsäckchen und der spezifischen Stille von Räumen, in denen sich lange Zeit dasselbe Leben abgespielt hat. :3. A fogason hét egyforma műanyag vállfa lóg, noha az anyjának, amennyire Márta vissza tud emlékezni, soha nem volt több három kabátjánál. - An der Garderobe hängen sieben gleichförmige Plastikbügel, obwohl ihre Mutter, soweit Márta sich erinnern kann, nicht mehr als drei Jacken besessen hatte. :4. Gábor belép mögötte, olyan óvatossággal teszi le a táskáját a padlóra, amely nem illik hozzá, és körülnéz, mintha a lakást előbb összhangba kellene hoznia azzal a képpel, amelyet tíz éven át Berlinben magával hordozott. - Gábor tritt hinter ihr ein, stellt seine Tasche auf den Boden mit einer Behutsamkeit, die nicht zu ihm passt, und schaut sich um, als müsse er die Wohnung erst mit dem Bild in Einklang bringen, das er zehn Jahre lang in Berlin mit sich getragen hat. :5. A telefon a kis szekrényen még be van kapcsolva, és Márta észreveszi, hogy a kagyló pontosan úgy fekszik, ahogyan az anyja mindig letette: kissé ferdén, a zsinórral balra. - Das Telefon auf dem Sekretär ist noch angeschlossen, und Márta bemerkt, dass der Hörer exakt so liegt, wie ihre Mutter ihn immer hingelegt hatte: leicht schräg, mit dem Kabel nach links. :6. Nem csöng, és Márta mégis vár egy pillanatig, mielőtt folytatná. - Es klingelt nicht, und trotzdem wartet Márta einen Moment, bevor sie weitermacht. :7. A konyhának megvan az a sajátossága, hogy a tűzhely alatti fiókot csak egy bizonyos rántással lehet kinyitni, amelyet ismerni kell, és Gábor, aki nem ismeri, kétszer is túl egyenesen húzza meg, mielőtt Márta szótlanul közbelép, és kihúzza a fiókot. - Die Küche hat die Eigenheit, dass die Schublade unter dem Herd sich nur mit einem bestimmten Ruck öffnen lässt, den man kennen muss, und Gábor, der ihn nicht kennt, zieht zweimal zu gerade, bevor Márta wortlos eingreift und die Schublade aufzieht. :8. Mögötte lejárt fűszertasakok tornyosulnak, egy megkezdett instantkávé-csomag abból az évből, amelyben Márta elkezdte az első állandó állását. - Dahinter türmen sich abgelaufene Gewürzpäckchen, eine angebrochene Packung Instantkaffee aus dem Jahr, in dem Márta ihren ersten festen Job angefangen hatte. :9. Egészen hátul, minden mögött áll egy befőttesüveg, amelynek kézzel írt címkéjén az anyja apró, gondos írásával ez olvasható: „Uborka – 2011. augusztus”. - Ganz hinten, hinter allem, steht ein Einmachglas, auf dessen handgeschriebenem Etikett in der kleinen, sorgfältigen Schrift ihrer Mutter zu lesen ist: „Gurken – August 2011". :10. Márta azt mondja, talán még jó, Gábor pedig felé fordul, és úgy néz rá, ahogyan akkor néz rá, amikor nem akar veszekedni, de egyetérteni sem tud. - Márta sagt, es sei möglicherweise noch gut, und Gábor dreht sich zu ihr um und schaut sie so an, wie er sie anschaut, wenn er nicht streiten will, aber auch nicht zustimmen kann. :11. További vita nélkül kiveszi a kezéből az üveget, lecsavarja a fedelét – a vákuum az ismerős hangot adja –, és röviden beleszagol, nem azért, mert tudnia kell, hanem mert időre van szüksége. - Ohne weitere Diskussion nimmt sie ihm das Glas aus der Hand, dreht den Deckel auf – der Sog macht das vertraute Geräusch – und riecht kurz hinein, nicht weil sie es wissen muss, sondern weil sie Zeit braucht. :12. Az uborka tompa ecetízű, és olyan szakácsnő íze van benne, aki már nem főz, és állva megeszik az egész üveget, tányér nélkül, mert a tányérok már be vannak csomagolva, és mert így valahogy helyesebbnek tűnik. - Die Gurken schmecken nach gedämpftem Essig und nach einer Köchin, die nicht mehr kocht, und sie essen das ganze Glas stehend auf, ohne Teller, weil die Teller schon eingepackt sind und weil es so irgendwie richtiger wirkt. :13. A hálószoba megváltozott, mióta az ágyat elvitték. - Das Schlafzimmer hat sich verändert, seit das Bett abgeholt wurde. :14. Nemcsak a szoba lett nagyobb, hanem a csend is más minőséget vett fel, mintha az ágy éveken át elnyelt volna egy bizonyos hangot, amely most már sehová sem tartozik. - Nicht nur der Raum ist größer geworden, sondern auch die Stille hat eine andere Qualität angenommen, als hätte das Bett die ganzen Jahre einen bestimmten Klang geschluckt, der jetzt nirgends mehr hingehört. :15. Márta csak a második körben fedezi fel a kartondobozt az ablakpárkány alatt, és amikor kinyitja, egy köteg levelet talál benne. - Márta entdeckt den Karton unter dem Fensterbrett erst beim zweiten Durchgang, und als sie ihn öffnet, findet sie darin ein Bündel Briefe. :16. Ezeket a leveleket valaki egy kifakult piros szalaggal kötötte össze, amely a kibontáskor törékenyebbnek bizonyul, mint amilyennek látszik. - Diese Briefe hatte jemand mit einem ausgeblichenen roten Band zusammengebunden hat, das sich beim Aufknoten als fragiler erweist, als es aussieht. :17. A borítékokon lévő kézírás nem az anyjáé, hanem egy idegen, kissé balra dőlő írás, amelyet Márta még soha nem látott. - Die Handschrift auf den Umschlägen ist nicht die ihrer Mutter, sondern eine fremde, leicht nach links geneigte, die Márta noch nie gesehen hat. :18. Kihúzza a legfelső levelet a borítékból, és nem olvas fel belőle többet egy mondatnál, mert ez az egy mondat elég: „Béla, ha felnyitod ezt a levelet, talán már Szegeden vagyok.” - Sie zieht den obersten Brief aus dem Umschlag und liest nicht mehr als einen Satz vor, weil dieser eine Satz ausreicht: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." :19. Gábor megkérdezi, ki volt Béla, Márta pedig visszateszi a levelet, mert erre a kérdésre nincs olyan válasz, amelyet egy ilyen délutánon még fel lehetne kutatni. - Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta legt den Brief zurück, weil es auf diese Frage keine Antwort gibt, die sich an einem Nachmittag wie diesem noch aufspüren ließe. :20. Az apja mindig kihagyás volt, egy hely a családi narratívában, amelyen átugrottak, mert a körülötte lévő rész éppen elég érthető volt. - Ihr Vater war immer eine Auslassung gewesen, eine Stelle im Familiennarrativ, über die man hinweglas, weil das Drumherum verständlich genug war. :21. Talán Béla is az anyja életrajzának ugyanilyen elhallgatott rétegeihez tartozott. - Vielleicht gehörte Béla zu denselben verschwiegenen Schichten der Biografie ihrer Mutter. :22. Gábor előveszi az öngyújtóját, és cigarettára gyújt a szoba közepén. - Gábor zieht sein Feuerzeug heraus und raucht eine Zigarette mitten im Zimmer. :23. Márta, aki ezt látja, úgy dönt, nem mond semmit, mert némely tilalom azzal az emberrel ér véget, aki felállította. - Márta, die das sieht, entscheidet sich dagegen, etwas zu sagen, weil manche Verbote mit dem Menschen enden, der sie aufgestellt hat. :24. Este, miután az utolsó bútorszállító is elment, és a lakás már csak falakból, fényből és a múlt szagából áll, leülnek a csupasz parkettára, és teát isznak két csészéből, amelyek soha nem alkottak párt, és ezért valószínűleg egyedüliként élték túl a kiválasztási folyamatot. - Am Abend, nachdem der letzte Möbeltransport abgefahren ist und die Wohnung nur noch aus Wänden, Licht und dem Geruch nach Vergangenheit besteht, setzen sie sich auf das nackte Parkett und trinken Tee aus zwei Tassen, die nie ein Paar gewesen waren und die deshalb wohl als einzige den Auswahlprozess überlebt hatten. :25. A falak negatív formában mutatják a szoba történetét: világos téglalapok ott, ahol harminc éven át képek lógtak, és ezekből a körvonalakból úgy lehet kiolvasni a berendezés egykori rendjét, mint egy írást, amely már nem akar jelenteni semmit. - Die Wände zeigen die Geschichte des Raumes in Negativform: helle Rechtecke dort, wo dreißig Jahre lang Bilder gehangen hatten, und man kann die einstige Ordnung der Einrichtung aus diesen Umrissen herauslesen wie eine Schrift, die aufgehört hat, etwas bedeuten zu wollen. :26. Gábor azt mondja, szerinte az anyjuk alapjában véve soha nem volt igazán boldog, és ezt nem szemrehányásként mondja, hanem annak a tárgyilagos szomorúságával, aki kimond egy diagnózist, amelyre neki magának sokáig nem volt szava. - Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei im Grunde nie wirklich glücklich gewesen, und er sagt es nicht als Vorwurf, sondern mit der sachlichen Traurigkeit von jemandem, der eine Diagnose ausspricht, für die er selbst lange kein Wort hatte. :27. Márta forgatja a csészét a kezében, mielőtt válaszol, mert amit gondol, azt nem akarja meggondolatlanul kimondani: hogy a boldogság nem olyan állapot, amelyben valakit megtalálunk, hanem valami, ami bizonyos pillanatokban felbukkan, aztán megint eltűnik, és hogy az anyjuknak voltak ilyen pillanatai, csak éppen nem itt, nem ezekben a szobákban, nem abban az életben, amelyet ez a lakás úgy rajzolt körül, mint túl kicsi keret egy túl nagy kép körül. - Márta dreht die Tasse in den Händen, bevor sie antwortet, weil sie das, was sie denkt, nicht unüberlegt sagen will: dass Glück kein Zustand ist, in dem man jemanden vorfindet, sondern etwas, das in bestimmten Momenten auftaucht und dann wieder verschwindet, und dass ihre Mutter solche Momente gehabt hat, nur eben nicht hier, nicht in diesen Zimmern, nicht in dem Leben, das diese Wohnung umrissen hatte wie ein zu kleiner Rahmen um ein zu großes Bild. :28. Gábor hallgatja és bólint, aztán egyikük sem mond többé semmit, és ez nem zavar, hanem az egyetértés nyugodt formája, amelyre testvérek néha csak a szüleik halála után találnak rá. - Gábor hört zu und nickt, und dann sagt keiner der beiden mehr etwas, und das ist keine Verlegenheit, sondern die ruhige Form von Einverständnis, zu der Geschwister manchmal erst nach dem Tod ihrer Eltern finden. :29. Lekapcsolják a villanyt, olyan hanggal zárják be a lakásajtót, amely véglegesebbnek hallatszik, mint az előző ezerszer, és lemennek a lépcsőn, amelyen a harmadik fok úgy nyikorog, ahogyan mindig is tette, és ahogyan továbbra is tenni fogja, amikor itt már rég valaki más lakik. - Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür mit einem Geräusch ab, das endgültiger klingt als die tausend Male zuvor, und gehen die Treppe hinunter, auf der die dritte Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat und wie sie es weiter tun wird, wenn hier längst jemand anderes wohnt. :30. Az udvaron a hárs olyan állapotban virágzik, amelyet nappal valószínűleg nem lehetne ilyen közvetlenül érzékelni, és Márta megáll egy pillanatra, nem azért, hogy elbúcsúzzon, hanem mert a szag váratlanul letaglózta. - Im Hof blüht die Linde in einem Stadium, das man bei Tage wahrscheinlich nicht so unmittelbar wahrnehmen würde, und Márta bleibt einen Moment stehen, nicht um sich zu verabschieden, sondern weil der Geruch sie überrumpelt hat. :31. A sarki kioszkban vesznek egy üveg sört, megosztják a járdán, és valami jelentéktelen dologról beszélnek, amelynek tartalmát később egyikük sem fogja már meg tudni nevezni. - Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier, teilen sie sich auf dem Gehweg und reden über etwas Unerhebliches, dessen Inhalt keiner von beiden später noch wird benennen können. :32. Aztán elindulnak egy irányba, amelyet egyikük sem választott kifejezetten, és Márta észreveszi, hogy az érzés, amelyre számított – a nehéz, végleges, amely a földre nyomja az embert – elmaradt, és hogy a helyén valami áll, ami nem is annyira különbözik attól, mint továbbmenni. - Dann gehen sie los, in eine Richtung, die keiner von beiden ausdrücklich gewählt hat, und Márta merkt, dass das Gefühl, das sie erwartet hatte – das schwere, endgültige, das einen zu Boden drückt – ausgeblieben ist und dass an seiner Stelle etwas steht, das sich nicht so unähnlich anfühlt wie Weitermachen. :33. Nincs olyan pillanat, amikor a búcsú teljes, nincs olyan küszöb, amelynek átlépése után azt lehetne mondani, hogy most vége van; az ember egyszerűen elmegy valamikor, és maga a menés az egyetlen, amit tenni lehet. - Es gibt keinen Moment, an dem der Abschied vollständig ist, keine Schwelle, nach deren Überschreiten man sagen könnte, dass es jetzt vorbei ist; man geht einfach irgendwann, und das Gehen selbst ist das Einzige, was man tun kann. ------------------------- ---------------------------------------------- 5 ------------------------- : A lakás - Die Wohnung :1. Amikor Márta a kulcsot a zárba vezeti, és az ajtót azzal az évtizedek óta ismerős, enyhén ellenálló engedéssel nyomja fel, elfogja az abszurd gondolat, hogy ezt a mozdulatot az elmúlt három évben olyan sokszor végezte el, hogy az izmai ismerik, még akkor is, ha a feje éppen nincs jelen. - Als Márta den Schlüssel ins Schloss führt und die Tür mit dem ihr seit Jahrzehnten vertrauten, leicht widerstrebenden Nachgeben aufdrückt, überkommt sie der absurde Gedanke, dass sie diese Bewegung in den letzten drei Jahren so oft vollzogen hat, dass ihre Muskeln sie kennen, auch wenn der Kopf gerade nicht dabei ist. :2. Most mégis utoljára teszi meg, olyan tudatossággal, amely olyan érzés, mint egy túl világosra állított fény. - Sie tut es nun trotzdem zum letzten Mal, mit einem Bewusstsein, das sich anfühlt wie ein zu hell eingestelltes Licht. :3. Az előszobában olyan szag fogadja, amelynek még soha nem adott nevet, és amelyhez most, amikor utoljára találkozik vele, hiába keres nyelvet. - Im Flur empfängt sie ein Geruch, dem sie noch nie einen Namen gegeben hat und dem sie jetzt, da er zum letzten Mal auf sie trifft, vergeblich nach Sprache sucht. :4. Valami olyasmi ez, ami évtizedek egymásra rétegződéséből áll, levendulából és régi szövetből és azoknak a szobáknak a sajátos melegéből, amelyekben egy ember sokáig élt, anélkül hogy ez az ember még ott volna. - Es ist etwas, das aus dem Übereinanderlegen von Jahrzehnten besteht, aus Lavendel und altem Stoff und der spezifischen Wärme von Räumen, in denen ein Mensch lange gelebt hat, ohne dass dieser Mensch noch da wäre. :5. A fogason a hét vállfa egyenletes távolságokban lóg, mintha az anyja szándékosan hagyta volna őket így elrendezve. - Die sieben Kleiderbügel an der Garderobe hängen in gleichförmigen Abständen, als hätte die Mutter sie absichtlich so geordnet hinterlassen. :6. Márta pontosan tudja, hogy az anyjának soha nem volt három kabátnál többje, és ezért a vállfáknak már évek óta üresnek kellett lenniük anélkül, hogy bárki eltávolította volna őket. - Márta weiß genau, dass ihre Mutter nie mehr als drei Jacken besessen hatte und die Bügel deshalb schon seit Jahren leer gewesen sein müssen, ohne dass irgendjemand sie entfernt hätte. :7. Gábor belép mögötte, és olyan óvatossággal teszi le a táskáját, amely elárulja őt. - Gábor tritt hinter ihr ein und stellt seine Tasche mit einer Behutsamkeit ab, die ihn verrät. :8. Ő, aki tíz éve Berlinben él, mintha ezt a várost levetette volna magáról, mint egy túl szűk ruhadarabot, kisebbnek őrizte meg emlékezetében a lakást, és a valóság, amely most szemben áll vele, nyilvánvalóan a csendes újrakalibrálás egy pillanatát követeli meg. - Er, der seit zehn Jahren in Berlin lebt, als hätte er diese Stadt abgestreift wie ein zu enges Kleidungsstück, hat die Wohnung kleiner in Erinnerung gehabt, und die Wirklichkeit, die ihm jetzt entgegensteht, erfordert offenbar einen Moment der stillen Neukalibrierung. :9. A telefon a szekreteren még mindig a megszokott ferde helyzetében fekszik, a kábel balra fordítva, a kagyló pontosan úgy, ahogy az anyja letette. - Das Telefon auf dem Sekretär liegt noch in seiner angestammten Schräglage, das Kabel nach links gedreht, der Hörer genau so, wie die Mutter ihn abgelegt hatte. :10. Márta egy pillanatra ráteszi a kezét, mert nem tudja, mi mást kezdjen vele. - Márta legt ihre Hand einen Augenblick darauf, weil sie nicht weiß, was sie sonst mit ihr anfangen soll. :11. Nem csörög. - Es klingelt nicht. :12. És mégis vár. - Und doch wartet sie. :13. A tűzhely alatti fióknak húsz éve saját logikája van: kissé meg kell emelni, miközben húzza az ember, és aki ezt nem tudja, kétszer is hiába húzza, ahogy Gábor most teszi. - Die Schublade unter dem Herd hat seit zwanzig Jahren eine eigene Logik: Man muss sie leicht anheben, während man zieht, und wer das nicht weiß, zieht zweimal umsonst, so wie Gábor es jetzt tut. :14. Ekkor Márta szó nélkül közbelép, és a megfelelő fogással húzza ki a fiókot, mintha ezzel akaratlanul is bizonyítaná azt, amit soha nem érzett kiváltságnak: hogy ő volt az, aki maradt, és ezért tudja, hogyan működnek itt a dolgok. - Dann greift Márta wortlos ein und zieht die Schublade mit dem richtigen Handgriff auf, als ob sie damit unwillkürlich unter Beweis stellte, was sie nie als Privileg empfunden hatte – dass sie die war, die geblieben ist und deshalb weiß, wie die Dinge hier funktionieren. :15. Amit a fiók feltár, az egy olyan asszony készlettartásának régészeti keresztmetszete, aki soha nem dobott ki semmit, ami még használható lehetett. - Was die Schublade preisgibt, ist ein archäologischer Querschnitt durch die Vorratshaltung einer Frau, die nie wegwarf, was noch brauchbar sein könnte. :16. Benne háromféle lejárt paprika hever, egy megkezdett instantkávé-csomag abból az évből, amikor Márta az első állását elkezdte, és egészen hátul, minden mögött, egy befőttesüveg áll, amelynek kézzel írt címkéjén az anyja apró, pontos írásával ez a felirat olvasható: „Uborka – 2011 augusztus”. - Darin liegen abgelaufener Paprika in drei Varianten, eine angebrochene Packung Instantkaffee aus dem Jahr, in dem Márta ihre erste Stelle angetreten hatte, und ganz hinten, hinter allem, ein Einmachglas, dessen handgeschriebenes Etikett in der kleinen, präzisen Schrift der Mutter die Aufschrift trägt: „Gurken – August 2011". :17. Márta azt mondja, talán még jó, nem azért, mert ezt valóban hiszi. - Márta sagt, es sei möglicherweise noch gut, nicht weil sie das wirklich glaubt. :18. Azért mondja, mert az alternatívát – a kidobást, annak eldöntését, hogy az anyja munkája már nem számít – ebben a pillanatban nem bírja elviselni. - Sie sagt es, weil sie die Alternative – das Wegwerfen, das Entscheiden, dass die Arbeit ihrer Mutter nicht mehr zählt – in diesem Moment nicht erträgt. :19. Gábor olyan arckifejezéssel fordul felé, amilyet akkor ölt magára, amikor nem akar vitatkozni, de azt sem gondolja, hogy egy ilyen állásponttal komolyan egyet lehetne érteni. - Gábor dreht sich zu ihr um mit dem Gesichtsausdruck, den er aufsetzt, wenn er nicht streiten will, aber auch nicht der Meinung ist, dass man einer solchen Position ernsthaft zustimmen könnte. :20. Ekkor Márta fogja az üveget, lecsavarja a fedelét – az ismerős szívás, az engedő vákuum kis hangja –, beleszagol, és a szükségesnél tovább tartja az üveg fölé az orrát, mert időbe telik, amíg az ember a megfelelőt érzi. - Dann nimmt Márta das Glas, dreht den Deckel auf – der vertraute Sog, das kleine Geräusch des nachgebenden Vakuums –, riecht hinein und hält dem Glas länger als nötig die Nase hin, weil es Zeit kostet, das Richtige zu fühlen. :21. Az uborka ecetízű, és valami olyasmié, ami kivonja magát az ízlelés alól. - Die Gurken schmecken nach Essig und nach etwas, das sich dem Schmecken entzieht. :22. Állva eszik ki az egész üveget, tányér nélkül, az ujjaikkal, és egyikük sem mond semmit az ízről, mert nem az ízről van szó. - Sie essen das ganze Glas stehend leer, ohne Teller, mit den Fingern, und keiner sagt etwas über den Geschmack, weil es nicht um den Geschmack geht. :23. A hálószoba az ágy hiánya által olyan szobává változott, amely már nem ismeri önmagát. - Das Schlafzimmer hat sich durch das Fehlen des Bettes in einen Raum verwandelt, der sich selbst nicht mehr kennt. :24. Az arányok már nem stimmelnek, a csend más természetet vett fel, és a fedetlen ablakon beeső világosság olyan padlóra terül, amely évtizedek óta nem állt fényben. - Die Proportionen stimmen nicht mehr, die Stille hat eine andere Beschaffenheit angenommen, und die Helligkeit, die durch das unverdeckte Fenster fällt, liegt auf einem Fußboden, der seit Jahrzehnten nicht im Licht gestanden hatte. :25. Márta az első átvizsgáláskor nem vette észre az ablakpárkány alatti kartondobozt. - Den Karton unter dem Fensterbrett hatte Márta beim ersten Durchgang übersehen. :26. Amikor most kinyitja, egy levélköteget talál benne, amelynek kifakult piros szalagja a kioldáskor szétesik, mintha csak erre az egyetlen utolsó alkalomra várt volna, hogy feloldódjon. - Als sie ihn jetzt öffnet, findet sie darin ein Bündel Briefe, deren ausgeblichenes rotes Band beim Aufknoten auseinanderfällt, als hätte es nur auf diesen einen letzten Anlass gewartet, um sich aufzulösen. :27. A borítékokon idegen kézírás van, enyhén balra dőlő, a nagybetűknél különös lendülettel. - Die Handschrift auf den Umschlägen ist eine fremde, leicht linksgeneigte, mit einem eigentümlichen Schwung bei den Großbuchstaben. :28. Márta hiába keres benne valami ismerőset, ami segíthetne neki besorolni, honnan származnak ezek a levelek, és anyja életének melyik pontjához tartoztak. - Márta sucht in ihr vergeblich nach etwas Vertrautem, das ihr helfen könnte, einzuordnen, woher diese Briefe stammen und an welchem Punkt ihrer Mutter Leben sie hineingehört haben. :29. Hangosan olvas, nem az egész levelet, hanem csak az első mondatot. - Sie liest laut vor, nicht den ganzen Brief, sondern nur den ersten Satz. :30. Az első mondatban már minden benne van: „Béla, ha kinyitod ezt a levelet, talán már Szegeden leszek.” - Der erste Satz enthält schon alles: „Béla, wenn du diesen Brief öffnest, bin ich vielleicht schon in Szeged." :31. Gábor megkérdezi, ki volt Béla, Márta pedig azzal a gondossággal teszi vissza a levelet, amellyel az ember olyan dolgokkal bánik, amelyeket nem ért, és ezért nem akar megsérteni. - Gábor fragt, wer Béla gewesen sei, und Márta legt den Brief zurück mit der Sorgfalt, mit der man Dinge behandelt, die man nicht versteht und deshalb nicht beschädigen will. :32. Erre a kérdésre nincs olyan válasz, amelyet egy ilyen délutánon még elő lehetne teremteni, és amelyet ne hamisítana meg már maga a keresés is. - Es gibt auf diese Frage keine Antwort, die sich an einem Nachmittag wie diesem noch herbeischaffen ließe und die nicht durch das bloße Suchen verfälscht würde. :33. Az apjuk mindig is olyan pont volt a családi szerkezetben, amelyen úgy ment át az ember, mint egy korhadt padlódeszkán – nem azért, mert nem vette észre, hanem mert megszokta, hogy kikerülje. - Ihr Vater war immer eine Stelle im Familiengefüge gewesen, über die man hinging wie über eine morsche Diele – nicht weil man sie nicht bemerkte, sondern weil man sich daran gewöhnt hatte, ihr auszuweichen. :34. Talán Béla ugyanahhoz az elhallgatott életréteghez tartozott, amelyet az anyjuk a látható élet alatt élt. - Vielleicht gehörte Béla zur selben Schicht des verschwiegenen Lebens, das ihre Mutter unter dem sichtbaren gelebt hatte. :35. Gábor rágyújt egy cigarettára, és a szoba közepén szívja el. - Gábor zündet sich eine Zigarette an und raucht sie mitten im Zimmer. :36. Márta látja ezt, és úgy dönt, hogy nem lép közbe, mert érzi, hogy némely tilalom azzal az emberrel ér véget, aki megfogalmazta, és hogy nem kegyelet az, ha az emberen túl is fenntartják. - Márta sieht es und entscheidet sich nicht dagegen einzuschreiten, weil sie spürt, dass manche Verbote mit dem Menschen enden, der sie formuliert hat, und dass es keine Pietät ist, sie über diesen Menschen hinaus aufrechtzuerhalten. :37. Este, miután a bútorszállító autó már régen elment, és a lakásban nem maradt más, csak falak, levegő, fény és egy élet szaga, amely még nem párolgott el egészen, leülnek a csupasz parkettára. - Am Abend, nachdem der Möbelwagen längst abgefahren ist und die Wohnung nichts mehr enthält als Wände, Luft, Licht und den Geruch nach einem Leben, das noch nicht ganz verflüchtigt ist, setzen sie sich auf das nackte Parkett. :38. Két olyan csészéből isznak teát, amelyek nem tartoznak össze, és amelyek pontosan emiatt élték túl egyedüliként a kiválasztási folyamatot – mert túl egységtelenek voltak ahhoz, hogy bárki háztartásában értelmes helyük legyen, kivéve ebben az egyben. - Sie trinken Tee aus zwei Tassen, die nicht zusammengehören und die aus genau diesem Grund als einzige den Auswahlprozess überlebt haben – weil sie zu uneinheitlich waren, um in irgendjemandes Haushalt einen sinnvollen Platz einzunehmen, außer in diesem hier. :39. A falak negatív formában mesélik el annak történetét, ami valaha itt függött. - Die Wände erzählen in Negativform die Geschichte dessen, was einmal hier hing. :40. Különböző méretű világos téglalapok fekszenek azokon a helyeken, ahol harminc éven át képek vonták el a fényt attól, ami alattuk volt, és Márta ezekben a körvonalakban úgy olvas, mint egy olyan lakás térképében, amely már nem létezik, és mégis teljes egészében ott van. - Helle Rechtecke unterschiedlicher Größe liegen an Stellen, wo dreißig Jahre lang Bilder dem Licht entzogen hatten, was darunter lag, und Márta liest in diesen Umrissen wie in einer Karte einer Wohnung, die nicht mehr existiert und trotzdem noch vollständig da ist. :41. Gábor azt mondja, szerinte az anyjuk valójában soha nem volt igazán boldog. - Gábor sagt, er glaube, ihre Mutter sei eigentlich nie wirklich glücklich gewesen. :42. Olyan hangon mondja ezt, amelyen az ember egy felismerést mond ki, amelyet régóta magával hordott, anélkül hogy megtalálta volna a megfelelő helyét, és amelyet most itt tesz le, mert ez a szoba az egyetlen, amely be tudja fogadni. - Er sagt es in dem Ton, in dem man eine Erkenntnis ausspricht, die man lange mit sich getragen hat, ohne ihr den richtigen Ort zu finden, und die man jetzt hier ablegt, weil dieser Raum der einzige ist, der sie aufnehmen kann. :43. Márta a kezében forgatja a csészét, és gondolkodik, nem azért, mert a válasz nehéz volna, hanem mert a kérdés pontatlan, és nem akarja a rossz választ adni rá. - Márta dreht die Tasse zwischen den Händen und denkt nach, nicht weil die Antwort schwierig wäre, sondern weil die Frage ungenau ist und sie ihr nicht die falsche Antwort geben will. :44. A boldogság, mondja végül, nem olyan állapot, amelyben az ember valakit megtalál vagy nem talál meg, hanem valami, ami bizonyos pillanatokban bukkan fel, hívatlanul és múlékonyan, és az anyjuknak voltak ilyen pillanatai, csak éppen nem itt, nem ezekben a szobákban, nem abban az életben, amelyet ez a lakás úgy fogott körül, mint egy túl kicsi keret egy túl nagy képet. - Glück, sagt sie schließlich, sei kein Zustand, in dem man jemanden vorfindet oder nicht vorfindet, sondern etwas, das in bestimmten Momenten auftaucht, ungebeten und flüchtig, und ihre Mutter habe solche Momente gehabt, nur eben nicht hier, nicht in diesen Zimmern, nicht in dem Leben, das diese Wohnung wie ein zu kleiner Rahmen um ein zu großes Bild umfasst hatte. :45. Gábor hallgatja és bólint, és ezután egyikük sem mond többet, nem zavarból. - Gábor hört zu und nickt, und danach sagen beide nichts mehr, nicht aus Verlegenheit. :46. Eljutottak egy pontra, ahová testvérek néha csak a szüleik halála után jutnak el: az egyetértés nyugodt, majdnem súlytalan formájához, amelynek nincs szüksége szavakra, és amely talán az egyetlen fajta megbékélés, amelyet az élet valóban kínál. - Sie sind an einem Punkt angelangt, an dem Geschwister manchmal erst nach dem Tod ihrer Eltern ankommen: der ruhigen, fast schwerelosen Form von Einverständnis, die keine Worte braucht und die vielleicht die einzige Art von Versöhnung ist, die das Leben wirklich anbietet. :47. Lekapcsolják a villanyt, bezárják a lakás ajtaját – a bekattanó zár hangja ezúttal másként hangzik, véglegesebben, bár ugyanaz a zár, és ugyanaz a mechanika. - Sie schalten das Licht aus, schließen die Wohnungstür ab – das Geräusch des einschnappenden Schlosses klingt dieses Mal anders, endgültiger, obwohl es dasselbe Schloss ist und dieselbe Mechanik. :48. Aztán lemennek a lépcsőn, amelyen a harmadik fok nyikorog, ahogy mindig is nyikorgott, és ahogy továbbra is nyikorogni fog, amikor itt már rég egy másik élet zajlik, és ebből itt semmilyen nyom sem lesz található. - Dann gehen sie die Treppe hinunter, auf der die dritte Stufe knarrt, wie sie es immer getan hat und wie sie es weiterhin tun wird, wenn hier längst ein anderes Leben stattfindet und von dieser hier keine Spur mehr zu finden ist. :49. Az udvaron teljes virágzásban áll a hársfa, és a szag olyan közvetlenséggel találja el Mártát, amely nem jelenti be magát. - Im Hof steht die Linde in voller Blüte, und der Geruch trifft Márta mit einer Unvermitteltheit, die sich nicht ankündigt. :50. Nyár illata van, és gyerekkoré, és mindazé, amit nem lehet megtartani, mert hatásának feltételeihez tartozik, hogy kicsússzon az ember kezéből. - Er riecht nach Sommer und nach Kindheit und nach allem, was man nicht festhalten kann, weil es zur Bedingung seiner Wirkung gehört, dass es einem entgleitet. :51. A sarki kioszknál vesznek egy üveg sört, és megosztják a járdán. - Am Kiosk an der Ecke kaufen sie eine Flasche Bier und teilen sie sich auf dem Gehweg. :52. A beszélgetés, amelyet közben folytatnak, semmi különösről nem szól – valamiről, amit később egyikük sem tud majd megnevezni, és ami talán éppen ezért a megfelelő. - Das Gespräch, das sie dabei führen, handelt von nichts Besonderem – von irgendetwas, das keiner von beiden später benennen können wird, und das vielleicht gerade deshalb das Richtige ist. :53. Aztán elindulnak egymás mellett, egy olyan irányba, amelyet egyikük sem választott ki kifejezetten. - Dann gehen sie los, nebeneinander, in eine Richtung, die keiner von beiden ausdrücklich gewählt hat. :54. Márta észreveszi, hogy az az érzés, amelyre titokban felkészült – a súlyos, lezáró, amely az embert a földre nyomja és ott tartja –, nem érkezett meg, és hogy a helyén valami áll, ami, ha az ember őszinte, nem annyira a folytatástól különbözik, mint inkább a kezdéstől. - Márta bemerkt, dass das Gefühl, auf das sie sich insgeheim vorbereitet hatte – das schwere, abschließende, das einen auf den Boden drückt und festhält –, nicht gekommen ist und dass an seiner Stelle etwas steht, das sich, wenn man ehrlich ist, nicht so sehr vom Weitermachen unterscheidet wie vom Anfangen. :55. Nincs olyan küszöb, amelynek átlépése után azt lehetne mondani, hogy a búcsú megtörtént. - Es gibt keine Schwelle, nach deren Überschreiten man sagen könnte, dass der Abschied vollzogen ist. :56. Az ember megy, és a menés nem valaminek a vége, hanem az egyetlen halmazállapot, amelyben az élet folytatódik – halkan, látványtalanul és panaszra ok nélkül. - Man geht, und das Gehen ist nicht das Ende von etwas, sondern der einzige Aggregatzustand, in dem das Leben sich fortsetzt – leise, unspektakulär und ohne Anlass zur Klage. ------------------------- nkavgkcst4du0rsdvb8rnrzcmpoii8e Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Kurzgeschichten 5b 2 122595 1085361 1085037 2026-05-10T15:05:00Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 1085361 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 5 b - ungarisch deutsch == 91 == 1 -------------------- Der letzte Schichtplan Frank ist 47 Jahre alt. Er arbeitet in einer alten Fabrik. Die Fabrik stellt Landmaschinen her. Aber seit elf Jahren hat sie keine einzige Maschine mehr verkauft. Jeden Morgen um sechs kommt Frank zur Arbeit. Er zieht seinen blauen Arbeitskittel an. In der Halle steht ein alter Mähdrescher. Er heißt MTS-15 und ist aus dem Jahr 1988. Frank repariert ihn schon seit Wochen. Der Motor springt an, aber dann stirbt er wieder ab. Frank schaltet ihn noch einmal ein. Das Gleiche passiert wieder. Er setzt sich auf ein altes Ölfass. Er trinkt Kaffee aus seiner Thermoskanne. Draußen fährt kein Auto vorbei. Die Fabrik liegt weit draußen am Rand der Stadt. Sein Kollege Bernd ist 53 Jahre alt. Bernd war früher Brigadeleiter. Jetzt macht er wenig. Er liegt oft auf einer alten Matratze in der Ecke der Halle. Um halb zehn kommt er mit einer Bierdose zu Frank. Er hält sie hoch: „Willste?" Frank schüttelt den Kopf. Bernd zuckt mit den Schultern und trinkt allein. Ulla ist 44 Jahre alt und die Meisterin. Sie trägt eine große Brille. Sie sortiert Schrauben nach Größe – M8, M10, M12. Niemand hat diese Arbeit bestellt. Aber Ulla macht sie trotzdem. Sie sagt: „Wenn der Prüfer kommt, sollen wir wenigstens Ordnung haben." Bernd lacht kurz und trocken: „Der kommt nicht." Frank sagt nichts. Mittags geht Frank in die Kantine. Die Kantine ist ein kleiner Raum mit einem einzigen Tisch. An der Wand hängt ein Kalender von 2009. Frank wärmt eine Tüte Gulaschsuppe in der Mikrowelle. Er setzt sich und isst. Ulla kommt mit einem Butterbrot und setzt sich ihm gegenüber. Sie sagt ruhig: „Die Buchhaltung hat angerufen." „Dieser Monat ist das letzte Mal Lohn." Frank stochert mit dem Löffel in der Suppe. Er sagt: „Das hieß es letzten Monat auch." Ulla schüttelt den Kopf: „Jetzt ist es wirklich ernst." Frank isst weiter. Nach einer Weile sagt er leise: „Dann ist eben Feierabend." Ulla schaut ihn an. „Seit zwölf Jahren machst du Feierabend und kommst trotzdem wieder." Frank schiebt den Teller weg. Er sagt nichts mehr. Eines Morgens ist die Halle dunkel. Der Strom ist abgestellt. Frank steht im Dunkeln, die Hände in den Taschen. Bernd kommt mit zwei Bierdosen. Er gibt Frank eine. Diesmal nimmt Frank sie an. Ulla setzt sich auf den Boden und lehnt sich gegen ein Regal. Sie sagt leise: „Jetzt ist wirklich Ende." Bernd öffnet seine Dose – man hört sie zischen. Frank sagt: „Morgen kommt vielleicht der Strom wieder." Niemand antwortet. Sie hören den Regen auf das Wellblechdach. Der Regen ist laut. Es wird nicht heller. Um drei Uhr nachmittags gehen sie nach Hause. Frank schaut nicht zurück. Am nächsten Morgen steht er um sechs Uhr vor der Tür. Die Halle ist noch dunkel. Er setzt sich auf die kalte Betonstufe. Er wartet. Der Regen hat nicht aufgehört. Frank bleibt sitzen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Der letzte Schichtplan Frank ist 47 Jahre alt und arbeitet seit der Wende in derselben Fabrik. Die Fabrik hat früher Landmaschinen hergestellt, aber das ist lange vorbei. Seit elf Jahren hat sie keine einzige Maschine mehr verkauft. Trotzdem kommt Frank jeden Morgen um sechs Uhr zur Arbeit. Er öffnet das schwere Eisentor, das immer ein bisschen klemmt. Dann zieht er seinen blauen Arbeitskittel an und geht in die Halle. In der Mitte der Halle steht ein Mähdrescher aus dem Jahr 1988. Er heißt MTS-15, und Frank kennt jede Schraube an ihm. Das Ersatzteil für das Spritzgussgehäuse hat er gestern vom Schrottplatz geholt. Er baut es ein, dreht die Schrauben fest und startet den Motor. Der Motor ruckelt, hustet einmal laut und stirbt dann ab. Frank wartet kurz, startet ihn wieder – dasselbe Ergebnis. Er setzt sich auf ein Ölfass und trinkt Kaffee aus der Thermoskanne. Draußen ist es still, kein Auto fährt vorbei, kein Vogel ist zu hören. Bernd kommt gegen halb zehn aus seiner Ecke der Halle. Er ist 53 Jahre alt und war früher Brigadeleiter, aber das interessiert heute niemanden mehr. Auf einer alten Matratze hat er sich einen Platz eingerichtet, zwischen alten Regalen und Werkzeugkisten. Er hält Frank eine Bierdose hin und sagt: „Willste eine?" Frank schüttelt den Kopf, ohne aufzuschauen. Bernd zuckt mit den Schultern, öffnet die Dose und trinkt allein. Er trinkt nicht so viel, dass es wirklich auffällt, aber er trinkt jeden Tag. Ulla geht in dieser Zeit zwischen den Regalen auf und ab. Sie ist 44, trägt eine große Brille und ist die einzige Meisterin, die noch da ist. Heute sortiert sie Schrauben nach Größe: M8, M10, M12, alles in kleine Schachteln. Niemand hat diese Arbeit bestellt, und niemand wird sie brauchen. Aber Ulla macht sie, weil sie sonst nichts zu tun hätte. Sie sagt zu Bernd: „Wenn der Prüfer kommt, soll er wenigstens Ordnung sehen." Bernd lacht kurz und trocken: „Der Prüfer kommt nicht, Ulla." Frank sagt nichts dazu, er schraubt weiter am Motor. In der Kantine gibt es einen Tisch, eine Mikrowelle und einen Kalender von 2009. Frank wärmt sich eine Tüte Gulaschsuppe auf und setzt sich allein hin. Nach ein paar Minuten kommt Ulla mit einem Butterbrot und setzt sich ihm gegenüber. Sie legt das Brot auf den Tisch und sagt ruhig: „Die Buchhaltung hat heute Morgen angerufen." Frank schaut sie nicht an, er stochert in der Suppe. Ulla sagt: „Diesen Monat gibt es das letzte Mal Lohn." Frank antwortet: „Das hat man uns letzten Monat auch gesagt." Ulla schüttelt den Kopf: „Diesmal ist es anders. Diesmal meinen sie es ernst." Frank isst weiter, langsam, ohne Eile. Dann sagt er: „Dann ist eben Feierabend." Ulla schaut ihn lange an, bevor sie antwortet: „Seit zwölf Jahren machst du Feierabend und kommst am nächsten Morgen wieder." Frank schiebt den Teller zur Seite und steht auf. Er sagt nichts mehr, weil es nichts mehr zu sagen gibt. Eines Morgens kommt Frank in die Halle und es ist dunkel. Jemand hat die Hauptsicherung gelöst, der Strom ist weg. Er bleibt stehen und wartet, bis seine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnen. Bernd kommt bald danach, diesmal mit zwei Bierdosen statt einer. Er gibt Frank die zweite Dose, ohne etwas zu fragen. Diesmal nimmt Frank sie. Ulla kommt als letzte, schaut sich kurz um und setzt sich dann auf den Betonboden. Sie lehnt sich gegen ein altes Regal und sagt: „Das war's jetzt wirklich." Bernd öffnet seine Dose, das Zischen klingt laut in der stillen Halle. Frank sagt: „Vielleicht ist der Strom morgen wieder da." Keiner von ihnen antwortet darauf. Draußen fängt es an zu regnen, und man hört es auf dem Wellblechdach. Sie sitzen eine Weile so, ohne zu reden, und hören nur den Regen. Um drei Uhr nachmittags stehen sie auf und gehen nach Hause. Frank schaut beim Hinausgehen nicht zurück. Am nächsten Morgen steht er um sechs Uhr vor dem Eisentor. Die Halle dahinter ist noch dunkel, kein Licht brennt. Er setzt sich auf die Betonstufe und stützt die Ellbogen auf die Knie. Der Regen vom Vortag ist noch nicht ganz vorbei. Frank sitzt und wartet, obwohl er nicht weiß, worauf. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Der letzte Schichtplan Jeden Morgen um sechs Uhr betritt Frank die Fabrik, obwohl er genau weiß, dass hier seit Jahren nichts mehr produziert wird. Er ist 47, gelernter Schlosser, und diese Halle kennt er besser als seine eigene Wohnung. Das Kombinat hat früher Landmaschinen gebaut, Mähdrescher und Traktoren, die in den Kooperativen des ganzen Bezirks fuhren. Seit der Wende ist das vorbei, aber die offizielle Stilllegung wurde nie beschlossen, und so kommt Frank. Er hängt den Autoschlüssel an den Haken neben der Tür, zieht den blauen Kittel an und geht zur Maschine. In der Mitte der Halle steht die MTS-15, ein Mähdrescher aus dem Jahr 1988, der seit mindestens fünf Jahren nicht mehr bewegt worden ist. Frank hat gestern ein Spritzgussgehäuse eingebaut, das er vom Schrottplatz in Gommern besorgt hat, weil das originale längst gebrochen war. Er startet den Motor, der kurz anspringt, dann ruckelt und stirbt. Er wartet zehn Sekunden, startet ihn wieder. Dasselbe. Er macht sich keine Notizen darüber, denn niemand würde sie lesen. Stattdessen setzt er sich auf ein Ölfass, schraubt den Deckel der Thermoskanne auf und trinkt Kaffee, der schon zu kalt ist. Draußen vor den Fenstern, die seit Jahren nicht geputzt worden sind, bewegt sich nichts. Bernd taucht gegen halb zehn auf, wie jeden Tag, aus der hinteren Ecke der Halle, wo er sich auf einer alten Matratze eingerichtet hat. Er ist 53 Jahre alt und war früher Brigadeleiter, eine Funktion, die nach der Wende so schnell verschwand wie alles andere. Er hält Frank eine Bierdose hin, ohne ein Wort zu sagen, und Frank schüttelt den Kopf. Bernd zuckt mit den Schultern, als wäre die Antwort ihm gleichgültig, und trinkt allein. Er trinkt jeden Tag, aber nicht so viel, dass man ihn ansprechen müsste – das ist die stille Übereinkunft zwischen ihnen. Ulla dagegen hat sich eine Aufgabe geschaffen, die niemand von ihr verlangt hat. Sie ist 44, trägt eine Brille mit breitem schwarzem Rahmen, und sortiert Schrauben nach Größe in beschriftete Schachteln, als ob nächste Woche eine Lieferung käme. Während sie arbeitet, rechnet sie im Kopf aus, wie viele Monate die Lohnzahlungen noch möglich sind, wenn man die Rücklagen kennt, die sie kennt. Sie sagt zu Bernd, ohne aufzuschauen: „Wenn der Betriebsprüfer kommt, sollen wir wenigstens keine Unordnung haben." Bernd antwortet trocken: „Ulla, der kommt seit drei Jahren nicht, und er wird auch jetzt nicht kommen." Frank hört zu, aber er sagt nichts, weil beide recht haben und es trotzdem keinen Unterschied macht. In der Kantine, die aus einem Tisch, einer Mikrowelle und einem Kalender von 2009 besteht, isst Frank mittags allein. Ulla kommt dazu, setzt sich ihm gegenüber und legt ihr Butterbrot auf den Tisch, bevor sie anfängt zu reden. Sie sagt, dass die Buchhaltung heute Morgen angerufen hat, und dass dieser Monat das letzte Mal Lohn überwiesen wird. Frank stochert in seiner Gulaschsuppe und sagt, dass man ihm das letzten Monat auch gesagt hat. Ulla schüttelt den Kopf: „Diesmal haben sie Zahlen genannt. Konkrete Zahlen." Er isst weiter, weil das die einzige Antwort ist, die er hat. Nach einer langen Pause sagt er: „Dann ist eben Feierabend." Ulla schaut ihn so an, als ob sie ihn zum ersten Mal wirklich sieht. „Du machst seit zwölf Jahren Feierabend, Frank, und am nächsten Morgen stehst du trotzdem wieder vor dem Tor." Er schiebt den Teller weg, steht auf und sagt nichts, weil er nicht weiß, was er sagen könnte, ohne zu lügen. Der Morgen, an dem der Strom abgestellt wird, ist ein Dienstag. Frank öffnet das Tor und betritt eine Halle, die vollständig dunkel ist, weil jemand die Hauptsicherung gelöst hat. Er bleibt stehen, die Hände in den Taschen seiner Arbeitsjacke, und wartet, bis seine Augen sich angepasst haben. Bernd kommt kurz darauf mit zwei Bierdosen statt der üblichen einen, und gibt Frank wortlos eine davon. Diesmal nimmt Frank sie, weil es keinen Grund mehr gibt, sie abzulehnen. Ulla erscheint als letzte, schaut sich kurz in der Halle um, dann setzt sie sich auf den Betonboden und lehnt sich gegen ein Regal. Sie sagt, ohne Dramatik: „Das ist jetzt das Ende." Bernd öffnet seine Dose, und das Zischen klingt unverhältnismäßig laut in der Stille. Frank sagt: „Vielleicht schaltet jemand den Strom morgen wieder ein." Keiner widerspricht ihm, aber keiner glaubt es auch. Sie sitzen im Dunkeln und hören dem Regen zu, der aufs Wellblechdach trifft und nicht aufhört. Es ist kein unangenehmes Schweigen, aber es ist auch kein tröstliches. Um drei Uhr nachmittags stehen sie auf, ohne dass jemand das vorgeschlagen hat, und gehen nach Hause. Frank dreht sich beim Hinausgehen nicht um, weil er weiß, dass der Anblick ihn nicht weiterbringen würde. Am nächsten Morgen steht er um sechs Uhr vor dem Tor. Die Halle dahinter ist noch dunkel, der Strom ist nicht zurückgekommen. Er setzt sich auf die Betonstufe, stützt die Unterarme auf die Knie und schaut auf den nassen Asphalt des Hofes. Der Regen hat aufgehört, aber die Pfützen stehen noch. Frank wartet, ohne zu wissen, worauf er eigentlich wartet. Aber er bleibt sitzen, weil Gehen sich noch falscher anfühlen würde. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Der letzte Schichtplan Frank hat sich nie gefragt, ob das, was er tut, einen Sinn ergibt, weil die Frage selbst ihm gefährlicher erscheint als die Antwort. Er ist 47, gelernter Schlosser, geschieden seit neun Jahren, und fährt jeden Morgen um halb sechs denselben Weg zur Fabrik, den er seit der Wende fährt. Die Strecke dauert elf Minuten, und er kennt jede Kurve so gut, dass er sie vermutlich mit geschlossenen Augen fahren könnte. Was am Ziel auf ihn wartet, hat sich verändert – oder vielmehr: es hat sich nicht verändert, obwohl sich alles drum herum verändert hat, und genau das ist das Problem. Das Kombinat für Landmaschinenbau existiert noch, in dem Sinne, dass die Gebäude stehen und auf dem Papier niemand die Schließung beschlossen hat. Es verkauft seit elf Jahren keine Maschinen mehr, beschäftigt drei Menschen, die nicht beschäftigt werden, und zahlt Löhne, deren Herkunft Frank nicht nachfragt. Er zieht den Kittel an, geht zur MTS-15 – einem Mähdrescher, der älter ist als manche seiner Gedanken – und fängt an zu arbeiten. Das Ersatzteil, das er gestern eingebaut hat, stammt vom Schrottplatz in Gommern, wo ein freundlicher Mann namens Kaczmarek ihm keine Fragen gestellt hat. Der Motor springt an, läuft drei Sekunden lang, als ob er es ernst meinte, und bricht dann wieder zusammen. Frank lässt ihn abkühlen, startet ihn erneut. Dasselbe. Er notiert nichts, weil eine Notiz einen Adressaten voraussetzen würde. Bernd kommt gegen halb zehn, wie immer, aus der Richtung der alten Materiallagerhalle, wo er auf einer Matratze schläft, die er sich vor zwei Wintern dort hingelegt hat. Er war früher Brigadeleiter, ein Titel, der nach der Wende so schnell bedeutungslos wurde wie die meisten Titel, die vorher viel bedeutet hatten. Heute hält er Frank eine Dose hin, ohne Kommentar, mit der Geste eines Mannes, dem die Antwort gleichgültig ist, bevor sie kommt. Frank lehnt ab, Bernd trinkt allein, und zwischen ihnen entsteht das Schweigen, das keine Erklärung mehr braucht. Er trinkt täglich, aber kontrolliert genug, dass es offiziell ignoriert werden kann – eine Leistung, die Frank insgeheim respektiert. Ulla hat sich eine Ordnung geschaffen, die niemand von ihr verlangt hat und die niemand nach ihr aufrechterhalten wird. Sie sortiert Schrauben in Schachteln, beschriftet die Schachteln, kontrolliert die Beschriftung – M8, M10, M12 –, als wäre das ein Teil eines größeren Plans, der existiert, auch wenn er ihr nie mitgeteilt wurde. Nebenbei rechnet sie, denn Rechnen ist das Einzige, das ihr das Gefühl gibt, die Situation zu verstehen statt nur in ihr zu sitzen. Sie sagt zu Bernd, während sie eine Schachtel zuklebt: „Wenn der Prüfer kommt, soll er nicht denken, dass hier niemand mehr arbeitet." Bernd antwortet, ohne aufzuschauen: „Er kommt nicht, Ulla. Das weißt du." Sie weiß es, aber das ändert nichts daran, dass sie die Schraube in die richtige Schachtel legt. Frank hört zu und sagt nichts, weil der Satz, den er denkt, zu scharf wäre, um ihn auszusprechen. Die Kantine riecht nach altem Fett und kaltem Kaffee, und der Kalender an der Wand zeigt seit siebzehn Jahren denselben Monat. Frank wärmt die Gulaschsuppe auf, setzt sich, und als Ulla mit ihrem Butterbrot gegenüberkommt, weiß er schon am Ausdruck ihrer Augen, dass sie etwas sagen wird, das er nicht hören will. Sie sagt es trotzdem, ruhig und ohne Umschweife: die Buchhaltung hat angerufen, dieser Monat ist das letzte Mal Lohn, diesmal ist es keine Ankündigung mehr, sondern ein Datum. Frank stochert in der Suppe und sagt, dass man ihm das auch letzten Monat gesagt hat. Ulla schüttelt den Kopf, legt die Hände flach auf den Tisch: „Sie haben mir Zahlen genannt, Frank. Echte Zahlen." Er isst weiter, weil Essen eine Handlung ist, die keine Antwort verlangt. Dann, nach einer langen Pause, in der nur die Mikrowelle summt: „Dann ist eben Feierabend." Ulla schaut ihn an, und in ihrem Blick ist etwas, das keine Kritik ist, aber auch kein Verständnis. „Du machst seit zwölf Jahren Feierabend, und am nächsten Morgen kommst du trotzdem wieder. Ich weiß nicht mehr, ob das Stärke ist oder etwas anderes." Frank schiebt den Teller weg, steht auf, und das Geräusch des Stuhls auf dem Betonboden klingt lauter als nötig. Der Dienstag, an dem der Strom abgestellt wird, unterscheidet sich zunächst nicht von anderen Dienstagen. Frank öffnet das Tor, tritt in die Halle, und begreift erst nach ein paar Sekunden, dass die Dunkelheit nicht von der Jahreszeit kommt, sondern von einer Entscheidung, die ohne ihn getroffen wurde. Die Hauptsicherung ist gelöst worden – jemand war hier, ohne dass er es gewusst hat, und hat etwas getan, das sich nicht rückgängig machen lässt. Er bleibt stehen, die Hände tief in den Jackentaschen, und wartet auf nichts Bestimmtes. Bernd erscheint mit zwei Bierdosen, hält Frank wortlos eine hin, und diesmal nimmt Frank sie, ohne zu zögern, weil der Grund, sie abzulehnen, sich heute Morgen erledigt hat. Ulla kommt als letzte, schaut sich in der dunklen Halle um, als würde sie eine Inventur machen, und setzt sich dann auf den Betonboden, den Rücken gegen ein Regal gelehnt. Sie sagt: „Das ist jetzt das Ende, glaube ich." Sie sagt es nicht dramatisch, sondern so, wie man eine Wettervorhersage bespricht, die man schon seit Tagen erwartet hat. Bernd öffnet seine Dose, das Zischen hallt durch die Stille, und irgendwo tropft Wasser von der Decke. Frank sagt: „Vielleicht schaltet jemand den Strom morgen wieder ein." Keiner antwortet, nicht weil sie ihm widersprechen wollen, sondern weil die Antwort sich von selbst versteht. Der Regen beginnt gegen Mittag und trifft das Wellblechdach mit einer Lautstärke, die jedes Gespräch überflüssig macht. Sie sitzen in der Dunkelheit, jeder mit seiner Dose oder ohne, und hören dem Regen zu, der keine Rücksicht nimmt. Es ist kein tröstliches Schweigen, aber es ist auch kein feindseliges – es ist das Schweigen von Menschen, die zu lange am selben Ort waren, um noch viel erklären zu müssen. Um drei Uhr stehen sie auf, ohne dass jemand das vorgeschlagen hat, als wäre die Uhrzeit eine Verabredung, die schon lange gilt. Frank geht als letzter hinaus, dreht sich nicht um, weil er weiß, dass der Anblick der Halle im Dunkeln ihn nicht zu einem Entschluss bringen würde, den er noch nicht gefasst hat. Am nächsten Morgen steht er um sechs vor dem Tor. Die Halle dahinter ist noch dunkel. Er setzt sich auf die Betonstufe, die Ellbogen auf den Knien, und schaut auf den Hof, in dem die Pfützen vom gestrigen Regen langsam kleiner werden. Er hat keine Erklärung dafür, warum er hier sitzt, keine, die er laut aussprechen könnte, ohne sich selbst zu widersprechen. Aber das Sitzen fühlt sich weniger falsch an als das Gehen, und vorerst reicht ihm das. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Der letzte Schichtplan Es gibt Gewohnheiten, die so tief in den Körper eingeschrieben sind, dass sie aufhören, Entscheidungen zu sein, und Frank denkt nicht mehr darüber nach, warum er jeden Morgen um sechs Uhr auf denselben Parkplatz fährt, der seit Jahren kein Parkplatz mehr ist, sondern ein mit Moos überwachsenes Rechteck vor einem Gebäude, das auf keiner Gewerbemeldung mehr auftaucht. Er ist 47, und die Hälfte dieses Lebens hat er in Räumen verbracht, deren Zweck sich überlebt hat, bevor er es bemerkt hat. Das Eisentor klemmt, wie immer, und der Widerstand, den es bietet, hat für Frank längst den Charakter einer Begrüßung angenommen. Die MTS-15 steht in der Hallenmitte wie ein Denkmal, das niemand eingeweiht hat. Der Mähdrescher ist 1988 gebaut worden, in einem Land, das es nicht mehr gibt, für eine Landwirtschaft, die sich vollständig neu erfunden hat, und Frank repariert ihn, weil das die Arbeit ist, die er versteht, auch wenn sie nirgendwo hinführt. Das Spritzgussgehäuse, das er gestern eingebaut hat – ein Fund vom Schrottplatz in Gommern, herausgebrochen aus einer baugleichen Ruine –, sitzt sauber, aber der Motor springt an wie ein Mensch, der aus einem Albtraum hochschreckt: kurz, unkontrolliert, dann wieder in die Stille zurück. Frank startet ihn ein zweites Mal, ein drittes, und irgendwann hört er auf zu zählen, weil die Zahl nichts über den Ausgang verrät. Er setzt sich auf das Ölfass, das er vor Jahren hierher gestellt hat, schraubt den Deckel der Thermoskanne auf und trinkt den Kaffee, der kälter ist als beabsichtigt, und schaut durch die staubigen Fensterscheiben auf einen Hof, auf dem sich seit Monaten kein Fahrzeug bewegt hat. Die Stille ist hier keine Abwesenheit von Geräuschen, sondern eine eigene Substanz, etwas, das Raum einnimmt. Bernd kommt, wie er immer kommt: lautlos aus der hinteren Halle, als wäre er ein Teil der Anlage, der sich hin und wieder von selbst aktiviert. Er schläft seit zwei Wintern auf einer Matratze hinter den Hochregalen, ein Arrangement, über das nie gesprochen worden ist und das deshalb existiert, als wäre es schon immer so gewesen. Mit 53 trägt er das Gesicht eines Mannes, dem die Erschöpfung so vertraut geworden ist, dass man sie für Ruhe halten könnte, und er hält Frank eine Bierdose hin mit der Geste eines Menschen, der längst aufgehört hat, auf eine bestimmte Antwort zu hoffen. Frank lehnt ab, Bernd nimmt es zur Kenntnis, und zwischen ihnen entsteht das Schweigen, das keine Brüche hat, weil es aus zu vielen gemeinsamen Morgen zusammengewachsen ist. Er trinkt täglich, kontrolliert genug, um unterhalb jeder offiziellen Wahrnehmungsschwelle zu bleiben, und Frank hat sich irgendwann entschieden, das als eine Form von Disziplin zu respektieren. Ulla bewegt sich zwischen den Regalen mit der Konzentration einer Frau, die eine Aufgabe verteidigt, deren Sinn sie selbst nicht mehr vollständig glaubt, die sie aber aufzugeben sich weigert, weil das Aufgeben einen Eingeständnis wäre, zu dem sie noch nicht bereit ist. Sie sortiert Schrauben – M8 in diese Schachtel, M10 in jene –, beschriftet, kontrolliert, sortiert neu, und rechnet dabei im Kopf die Zahlen durch, die sie kennt und die niemanden sonst interessieren: Rücklagen, Lohnkosten, Restlaufzeit. Das Ergebnis ist jedes Mal dasselbe, und sie rechnet trotzdem, weil Rechnen das Einzige ist, das ihr das Gefühl gibt, die Realität zu berühren statt von ihr berührt zu werden. Als sie sagt, dass Ordnung vorhanden sein solle, wenn der Prüfer käme, klingt es nicht naiv, sondern wie das letzte Argument einer sehr langen Debatte, die sie mit sich selbst führt. Bernd antwortet, trocken und ohne Feindseligkeit: der Prüfer komme nicht, das wisse sie. Sie weiß es, legt die Schraube trotzdem in die richtige Schachtel, und Frank sagt nichts, weil der Satz, der ihm einfiele, zu viel zerstören würde, um ihn zu rechtfertigen. Die Kantine ist ein Raum, der sich selbst überlebt hat, und das fühlt man bei jedem Besuch neu: der Kalender von 2009, die Mikrowelle, die länger braucht als angegeben, der einzige Tisch, dessen Oberfläche die Abdrücke von mehr Mahlzeiten trägt als irgendjemand zählen könnte. Frank isst, und als Ulla sich ihm gegenübersetzt, erkennt er an der Art, wie sie die Hände auf den Tisch legt – flach, wie zur Stabilisierung –, dass das, was sie sagen wird, nicht aufgeschoben werden kann. Sie sagt es ohne Umschweife, weil Ulla die Einzige ist, die gelernt hat, dass Umschweife hier nur Aufwand ohne Ertrag sind: die Buchhaltung hat angerufen, dieser Monat ist das letzte Mal Lohn, und diesmal war eine Kontonummer dabei und ein Datum, also kein Gerücht mehr, sondern ein Vorgang. Frank sagt, dass man ihm das letzten Monat auch gesagt habe. Ulla schüttelt den Kopf mit der Geduld eines Menschen, der begreift, dass das Gegenüber nicht nicht versteht, sondern verstehen will und gleichzeitig nicht kann. Er isst weiter, und das Löffeln hat etwas Rituelles, etwas, das ihn im Körper hält, während der Raum unter ihm nachgibt. Dann: „Dann ist eben Feierabend." Ulla schaut ihn an, lange, und als sie antwortet, ist ihre Stimme weder kalt noch warm, sondern präzise: „Du machst seit zwölf Jahren Feierabend, Frank, und jeden Morgen stehst du trotzdem wieder vor dem Tor, und ich weiß inzwischen nicht mehr, ob das Beharrlichkeit ist oder ob du einfach keine andere Sprache kennst." Er schiebt den Teller weg, und das Geräusch des Porzellans auf dem Metall klingt wie ein Satzzeichen, das er nicht setzen wollte. Der Morgen, an dem der Strom abgestellt wird, hat keine Vorwarnung gegeben. Frank tritt in die Halle und braucht einen Moment, um zu begreifen, dass die Dunkelheit nicht von der Jahreszeit kommt, sondern von einer Handlung – jemand hat die Hauptsicherung gelöst, ist wieder gegangen, und hat dabei keine Nachricht hinterlassen, weil die Handlung selbst die Nachricht ist. Er bleibt stehen, die Hände in den Taschen, und in diesem Moment versteht er, dass alle vorherigen Momente – der ruckelnde Motor, der Schrottplatzkauf, die sortierten Schrauben, die Gulaschsuppe – Aufschübe waren, die jetzt aufgebraucht sind. Bernd erscheint mit zwei Dosen, gibt ihm eine, und Frank nimmt sie ohne Zögern, weil der Grund, sie abzulehnen, sich mit dem Strom erledigt hat. Ulla setzt sich auf den Betonboden, den Rücken gegen ein Regal, und sagt, ohne Dramatik, mit einer Sachlichkeit, die schwerer wiegt als jede Klage: „Das ist jetzt das Ende." Bernd öffnet seine Dose, das Zischen hallt durch die leere Halle wie eine unangemessene Antwort auf etwas, das keine Frage gestellt hat. Frank sagt: „Morgen ist vielleicht der Strom wieder da." Niemand widerspricht, und das ist schlimmer als Widerspruch, weil es bedeutet, dass alle drei wissen, dass er es selbst nicht glaubt. Der Regen beginnt gegen Mittag und trifft das Wellblechdach mit einer Beharrlichkeit, die keine Rücksicht auf das nimmt, was darunter sitzt. Sie hören ihm zu, ohne miteinander zu reden, weil das Reden sich verbraucht hat, und was bleibt, ist eine Gemeinschaft des Wartens, die keinen Namen hat, aber eine Form. Um drei Uhr nachmittags erheben sie sich, ohne Absprache, als hätte die Uhrzeit eine Autorität, die in diesem Raum noch gilt, wenn alles andere schon weggefallen ist. Frank geht als letzter, und er dreht sich nicht um, nicht weil er die Halle nicht noch einmal sehen will, sondern weil er weiß, dass der Anblick ihn in eine Entscheidung zwingen würde, die er noch nicht fassen kann. Am nächsten Morgen steht er um sechs Uhr vor dem geschlossenen Tor. Die Halle dahinter ist dunkel. Er setzt sich auf die Betonstufe, stützt die Unterarme auf die Knie, und schaut auf den Hof, in dem die Pfützen stehen wie kleine Spiegel, die den Himmel zeigen, der sich nicht entscheiden kann. Er hat keine Erklärung dafür, die er vor sich selbst bestehen könnte, und vielleicht ist das der Grund, warum er nicht versucht, eine zu finden. Das Sitzen ist keine Entscheidung. Aber es ist auch keine Niederlage. Es ist das Einzige, was er im Moment für wahr halten kann, und vorerst reicht ihm das. == 92 == 1 -------------------- Die Laube Jens ist 52 Jahre alt. Er lebt allein in einer kleinen Wohnung. Seine Wohnung hat zwei Zimmer. Sein Vater ist gestorben. Der Vater hatte eine Gartenlaube. Die Laube steht am Rand von Magdeburg. Jens erbt die Laube. Er fährt an einem Samstag hin. Das Tor ist rostig. Jens tritt das Schloss auf. Das Tor quietscht laut. Hinter dem Tor wachsen Brombeeren. Ein alter Schuppen liegt umgefallen am Boden. Ein Fahrrad ohne Räder rostet im Gras. Jens zieht seine Handschuhe an. Er hebt eine leere Bierflasche auf. Er sagt nichts. Die Laube steht noch. Aber die Farbe blättert ab. Ein Fensterglas ist gesprungen. Jens geht hinein. Es riecht nach altem Holz und Staub. Er stellt die Bierflasche auf den Tisch. Dann fängt er an zu putzen. Zu Hause liest Jens einen Brief. Der Brief kommt vom Kleingartenverein. Der Verein heißt „Einheit". Der Verein soll aufgelöst werden. Es gibt zu wenige Mitglieder. Der Pachtvertrag läuft im September aus. Jens' Schwester heißt Heike. Sie ist 49 Jahre alt. Sie sitzt am Küchentisch. Sie trinkt Kaffee. „Reiß die Laube ab", sagt sie. „Das spart Geld." Jens faltet den Brief zusammen. Er steckt ihn in die Tasche. „Ich fahre am Samstag hin", sagt er. Heike schüttelt den Kopf. Sie wischt den Tisch ab. Sie sagt nichts mehr. Jens fährt jeden Samstag zur Laube. Er mäht den Rasen. Er streicht die Fensterbänke. Er arbeitet allein. Am Brunnen steht eine alte Pumpe. Die Pumpe gibt seit Jahren kein Wasser mehr. Jens schaut sie an. Er holt sein Werkzeug. Er schraubt und klopft. Er flucht leise. Nach zwei Stunden kommt Wasser. Zuerst ist es braun. Dann wird es klar. Jens lehnt sich an die Wand. Eine alte Frau schaut über den Zaun. Sie heißt Frau Kramer. Sie ist 78 Jahre alt. Sie ist die letzte Gärtnerin im Verein. „Läuft wieder?", fragt sie. Jens nickt. „Ihr Vater hat das auch immer gemacht", sagt sie. Jens dreht das Wasser ab. Es tropft noch ein bisschen nach. An einem Samstag räumt Jens die Laube aus. Unter dem Bett findet er eine Holzplatte. Darunter liegt eine Kiste. In der Kiste sind alte Flaschenetiketten. Er sieht auch eine alte Arbeitsjacke. Auf der Jacke steht „VEB Molkerei Magdeburg". Er hält die Jacke in der Hand. Sie riecht nach altem Tabak. Er hängt die Jacke über einen Stuhl. Heike kommt zur Tür. „Das kommt in die Tonne", sagt sie. Jens setzt sich neben den Stuhl. „Morgen", sagt er. Er schaut aus dem Fenster. Die Sonne geht unter. Die Plattenbauten werden orange. Jens bleibt sitzen. Er sitzt, bis es dunkel wird. Der Verein wird aufgelöst. Aber die Laube steht noch. Niemand kommt, um sie abzureißen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Laube Jens ist zweiundfünfzig Jahre alt und lebt allein in einer kleinen Wohnung am Stadtrand. Seit die Molkerei geschlossen hat, arbeitet er nicht mehr. Sein Vater ist vor drei Monaten gestorben und hat ihm eine Gartenlaube hinterlassen. Die Laube gehört zum Kleingartenverein „Einheit" am Rand von Magdeburg. Jens kennt die Laube gut, denn er war als Kind oft dort. Aber das ist lange her. Er fährt an einem Samstag mit dem Bus hin, weil sein Auto in der Werkstatt ist. Das Tor zum Garten ist verrostet und lässt sich kaum öffnen. Jens drückt dagegen, bis das Schloss aufbricht. Die Scharniere quietschen laut, und ein Vogel fliegt erschrocken davon. Hinter dem Tor sieht er Brombeersträucher, einen kaputten Schuppen und ein altes Fahrrad ohne Räder. Die Laube steht noch, aber die Farbe blättert von den Wänden. Ein Fensterglas ist gesprungen, und das Holz unter dem Sims ist dunkel vor Feuchtigkeit. Jens zieht seine Handschuhe an und fängt an zu arbeiten. Zu Hause hat er einen Brief vom Verein gelesen. Der Briefkopf zeigt noch das alte DDR-Wappen, und die Schrift ist altdeutsch. Der Verein soll aufgelöst werden, weil es zu wenige Mitglieder gibt. Der Pachtvertrag läuft am dreißigsten September aus. Jens hat den Brief nicht weggeworfen, sondern in seine Jackentasche gesteckt. Er denkt manchmal daran, wenn er abends wach liegt. Seine Schwester Heike hat gesagt, er soll die Laube abreißen lassen. „Das kostet nur Pacht und Zeit", hat sie gesagt. Heike ist neunundvierzig und arbeitet in einer Pflegeeinrichtung. Sie hat keine Zeit für alte Dinge. Jens hat ihr nicht widersprochen, aber er fährt trotzdem jeden Samstag hin. Im Garten ist eine alte Wasserpumpe, die seit Jahren nicht mehr funktioniert. Jens schaut sie an und holt dann sein Werkzeug aus der Tasche. Er hat zu viel Werkzeug dabei für so eine einfache Pumpe, aber das macht nichts. Er schraubt den Deckel auf und sieht, dass die Leitung verstopft und die Kolbenstange verrostet ist. Er arbeitet fast zwei Stunden, und es wird langsam heiß. Er flucht einmal leise, als er sich die Hand stößt. Dann kommt plötzlich Wasser – zuerst braun und schlammig, dann immer klarer. Jens hält die Hand darunter und schaut zu, wie das Wasser über seine Finger läuft. Er lehnt sich gegen die Laubenwand und atmet tief aus. Frau Kramer steht wie immer am Zaun. Sie ist achtundsiebzig Jahre alt und die letzte Gärtnerin, die noch kommt. Ihre zwei Reihen Salat wachsen kaum, aber sie beugt sich jeden Tag darüber. „Läuft wieder?", fragt sie, ohne ihn direkt anzusehen. „Ja", sagt Jens. „Ihr Vater hat das auch immer repariert", sagt sie. Jens dreht das Wasser ab und antwortet nicht. Es tropft noch langsam aus der Pumpe, aber das stört ihn nicht. Er denkt kurz an seinen Vater, dann hört er damit auf. An einem der letzten Samstage räumt Jens die Laube gründlich aus. Er schiebt das Bett zur Seite und findet darunter eine alte Holzplatte. Darunter liegt eine Kiste, die niemand in Jahren geöffnet hat. In der Kiste sind Flaschenetiketten der Brauerei Radeberg und zwei Packungen Kaffee Extra, abgelaufen 1990. Ganz unten liegt eine Arbeitsjacke mit dem Aufnäher „VEB Molkerei Magdeburg". Jens hebt die Jacke heraus und hält sie eine Weile in den Händen. Sie riecht nach altem Schweiß und Tabak, und der Stoff ist noch erstaunlich fest. Er hängt die Jacke über die Stuhllehne, als ob jemand sie gleich anziehen würde. Dann stellt er die Kaffeepackungen daneben auf den Tisch. Heike kommt kurz danach zur Tür herein. Sie schaut auf den Stuhl mit der Jacke und sagt: „Was soll das werden?" „Nichts", sagt Jens. „Das kommt alles in die Tonne", sagt sie. „Morgen", sagt Jens, und er meint es nicht so. Heike geht wieder, ohne die Tür richtig zu schließen. Jens setzt sich auf den Stuhl neben der Jacke und schaut aus dem Fenster. Draußen geht die Sonne unter, und die Plattenbauten werden für eine kurze Zeit orange. Er sitzt still, bis das Licht weg ist und es im Raum dunkel wird. Er macht kein Licht an. Der Verein wird im Oktober offiziell aufgelöst. Aber die Laube steht noch, weil niemand kommt, um sie abzureißen. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Laube Jens hatte nicht vorgehabt, den Garten zu behalten, als er den Schlüssel vom Notar bekam. Er hatte einfach Ja gesagt, weil er nicht Nein sagen konnte, nicht in dieser Situation. Drei Wochen nach der Beerdigung fuhr er zum ersten Mal hin. Die Anlage lag zwischen zwei Plattenbaublöcken am südlichen Stadtrand von Magdeburg, eingeklemmt zwischen einer Bahnlinie und einem Parkplatz. Das Eingangstor hing schief in den Angeln, und das Vorhängeschloss war so verrostet, dass Jens es auftreten musste. Er stand danach eine Weile still und schaute auf das, was dahinter lag. Ein umgefallener Schuppen, Brombeersträucher, die sich über den Weg gezogen hatten, und mittendrin das alte Fahrrad seines Vaters, das seit Jahren kein Mensch mehr angefasst hatte. Die Laube selbst wirkte kleiner, als er sie in Erinnerung hatte. Der Brief vom Kleingartenverein „Einheit" war zwei Tage zuvor in seinem Briefkasten gewesen. Er hatte ihn am Küchentisch gelesen, während Heike gegenüber saß und ihren löslichen Kaffee trank. Der Briefkopf trug noch das alte Vereinswappen, und die Mitteilung war sachlich formuliert: Auflösung zum dreißigsten September, zu wenige Mitglieder, zu hohe Kosten. „Dann ist das ja erledigt", hatte Heike gesagt, ohne aufzuschauen. Jens hatte den Brief gefaltet und eingesteckt, ohne etwas zu erwidern. Er wusste selbst nicht, warum. Jeden Samstag fuhr er hin, auch wenn das Wetter schlecht war. Er mähte den halb vertrockneten Rasen, strich die Fensterbänke mit einem Pinsel, den er in der Laube gefunden hatte, und kehrte den Weg vor dem Eingang. Es war keine Arbeit, die einen Sinn ergab, und er wusste das. Aber er kam wieder. Die Wasserpumpe am hinteren Ende des Gartens hatte seit mindestens fünf Jahren kein Wasser mehr gegeben. Jens kniete sich davor, öffnete das Gehäuse und sah sofort, warum sie nicht lief. Die Leitung war verstopft, die Kolbenstange so verrostet, dass sie sich kaum bewegen ließ. Er hatte sein Werkzeug dabei, mehr als nötig, aber das war seine Art. Er arbeitete im Schatten der Laubenwand, und der Schweiß lief ihm in den Nacken. Nach fast zwei Stunden gab die Pumpe nach – ein dünner, brauner Strahl, der langsam klarer wurde. Jens ließ das Wasser laufen und lehnte sich zurück, bis er seinen eigenen Atem hörte. Frau Kramer stand am Zaun, wie sie es immer tat, wenn Jens da war. Sie war achtundsiebzig und beugte sich täglich über ihre zwei Reihen Salat, die kaum wuchsen, aber das schien sie nicht zu stören. „Dein Vater hätte das nicht gewollt", sagte sie, ohne Vorwarnung. Jens schaute auf die kahlen Beete und antwortete nicht sofort. „Was hätte er nicht gewollt?", fragte er schließlich. „Das hier", sagte sie und machte eine Handbewegung, die alles bedeuten konnte. Jens nickte langsam, als ob er ihr zustimmte, obwohl er es nicht tat. „Mein Vater ist tot", sagte er. Frau Kramer schwieg, und Jens drehte die Pumpe ab. An einem der letzten Samstage räumte er die Laube systematisch aus. Er schob das alte Klappbett beiseite und bemerkte, dass eine der Bodendielen locker war. Darunter, in einer flachen Holzkiste, fand er Dinge, die er nicht erwartet hatte. Flaschenetiketten der Brauerei Radeberg, sauber gestapelt wie eine kleine Sammlung. Eine Arbeitsjacke mit dem Aufnäher „VEB Molkerei Magdeburg", der Stoff noch erstaunlich fest. Zwei Packungen Kaffee Extra, deren Verfallsdatum er sich nicht anschauen musste. Er hielt die Jacke lange in der Hand, bevor er sie über die Stuhllehne hängte. Der Geruch nach altem Tabak und Maschinenöl war noch da, schwach, aber eindeutig. Heike kam am späten Nachmittag vorbei, wie sie es angekündigt hatte. Sie stand in der Tür, schaute auf den Stuhl mit der Jacke und sagte nichts, eine Sekunde zu lang. „Das alles kommt in die Tonne", sagte sie dann. „Ich weiß", sagte Jens. „Dann mach es." „Morgen." Heike zog die Tür hinter sich zu, nicht laut, aber bestimmt. Jens setzte sich auf den Stuhl neben der Jacke und schaute aus dem Fenster. Die Sonne stand tief, und das Licht fiel orange über die Betonwände der Plattenbauten gegenüber. Er dachte nicht an seinen Vater, oder er versuchte es zumindest nicht. Er saß einfach, bis das Licht weg war und der Raum dunkel wurde. Er machte kein Licht an. Der Verein wurde im Oktober aufgelöst, pünktlich und ohne große Mitteilung. Jens bekam keinen weiteren Brief. Die Laube stand noch, als der erste Frost kam, und sie stand noch im Januar. Niemand schien sich dafür zu interessieren. Jens fuhr nicht mehr jeden Samstag hin, aber er fuhr noch. Er wusste selbst nicht genau, warum. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Laube Jens hatte sich vorgenommen, nur einmal hinzufahren, um nachzusehen, was überhaupt noch da war. Das war im April gewesen, kurz nachdem der Notar ihm den Schlüssel überreicht hatte mit der beiläufigen Bemerkung, er müsse das ja nicht behalten. Jetzt war August, und er fuhr immer noch jeden Samstag hin. Die Anlage hieß offiziell „Kleingartenverein Einheit e.V.", aber auf dem Schild am Eingang fehlte seit Jahren ein Buchstabe, sodass es nun „Kleingartenverein Einhei" hieß, was Jens jedes Mal auffiel, ohne dass er etwas dagegen unternahm. Zwischen zwei Plattenbauriegel gezwängt, von einer stillgelegten Bahnlinie auf der einen und einem Supermarktparkplatz auf der anderen Seite begrenzt, hatte die Anlage etwas von einem vergessenen Einschluss, einem Stück Land, das niemand beansprucht hatte, weil niemand mehr wusste, wozu es gut sein sollte. Dreiundzwanzig Parzellen, von denen noch vier bewirtschaftet wurden, und auch das nur halbherzig. Den Brief vom Verein hatte Jens nicht weggeworfen. Er lag in der Innentasche seiner Jacke, gefaltet und schon ein wenig zerschlissen an den Kanten, weil er ihn gelegentlich herauszog und wieder einsteckte, ohne ihn zu lesen. Die Auflösung war für den dreißigsten September beschlossen worden, knapp, mit drei Stimmen, wobei Frau Kramer als einzige dagegen gestimmt hatte. Heike hatte gesagt, er solle froh sein, dass ihm die Entscheidung abgenommen werde. Jens hatte nicht erwidert, dass niemand ihm eine Entscheidung abnehmen konnte, die er nie getroffen hatte. Er arbeitete ohne Plan, was bedeutete, dass er meist mit dem anfing, was er zuerst sah. An einem Samstag war es der Rasen, an einem anderen die Fensterbänke, an einem dritten die Rinne, aus der das Herbstlaub des Vorjahres noch nicht entfernt worden war. Die Arbeit war nicht schön, und sie ergab keinen erkennbaren Fortschritt, aber sie hielt ihn in Bewegung, was er seit der Schließung der Molkerei schätzen gelernt hatte. Die Wasserpumpe hatte ihn am meisten Zeit gekostet. Sie stand am hinteren Ende der Parzelle, aus Gusseisen, mit einem langen geschwungenen Hebel, den sein Vater vermutlich noch selbst eingebaut hatte, und sie hatte nach allem Anschein seit mindestens fünf Jahren kein Wasser mehr gegeben. Jens hatte sie an drei aufeinanderfolgenden Samstagen auseinandergenommen, gereinigt, teils mit Teilen aus einem Eisenwarengeschäft in der Innenstadt repariert, und beim vierten Mal hatte sie funktioniert, widerwillig, mit einem metallischen Knirschen, das langsam nachließ. Er hatte das Wasser laufen lassen, bis es klar wurde, und war dann einfach stehen geblieben, die Hände in den Hosentaschen, als hätte er nicht erwartet, dass es tatsächlich klappen würde. Frau Kramer beobachtete ihn regelmäßig vom Zaun aus, mit der sachlichen Aufmerksamkeit einer Person, die nicht viel zu verlieren hat und sich deshalb erlauben kann, genau hinzuschauen. Sie hatte ihm einmal gesagt, sein Vater wäre stolz gewesen, und ein anderes Mal, sein Vater hätte das alles längst aufgegeben, und Jens hatte den Eindruck, dass beides gleichzeitig stimmen konnte. „Dein Vater hätte das nicht gewollt", sagte sie an dem Samstag, an dem er die Pumpe repariert hatte. Jens schaute auf die kahlen Beete, in denen sein Vater vermutlich zuletzt vor zehn Jahren etwas angebaut hatte. „Mein Vater ist tot", sagte er, nicht kalt, aber ohne die Absicht, das Gespräch weiterzuführen. Frau Kramer nickte, als hätte er etwas Vernünftiges gesagt. Die Kiste unter der losen Diele hatte er erst gefunden, nachdem er das Bett verrückt hatte, um den Boden zu fegen. Er hätte sie ohne weiteres übergehen können, aber der Hohlklang unter seinem Fuß hatte ihn innehalten lassen. Die Holzplatte ließ sich mit einem Schraubenzieher anheben, und darunter lag eine flache Obstkiste, die mit einem Stück Jutesack abgedeckt war. Die Flaschenetiketten der Brauerei Radeberg waren fein säuberlich gestapelt, als hätten sie einen dokumentarischen Wert, den nur der Sammler kannte. Die Arbeitsjacke mit dem Aufnäher „VEB Molkerei Magdeburg" war noch erstaunlich gut erhalten, der Stoff grau und schwer, die Nähte fest. Jens hob sie heraus und hielt sie so, als wolle er prüfen, ob sie noch passte, obwohl er wusste, dass er das nicht vorhatte. Sie roch nach altem Tabak, nach Maschinenöl und nach etwas, das er nicht benennen konnte, aber sofort erkannte. Er hängte sie über die Stuhllehne, stellte die zwei Packungen Kaffee Extra daneben, abgelaufen 1990, und trat einen Schritt zurück. Heike erschien gegen halb sechs, früher als angekündigt, und stand in der Tür mit dem Ausdruck einer Person, die bereits weiß, was sie sagen wird, und nur noch den richtigen Moment abwartet. „Das kommt alles weg", sagte sie, als sie die Kiste und die Jacke gesehen hatte. „Ich weiß", sagte Jens. „Dann tu es auch." Er setzte sich auf den Stuhl neben der Jacke, ohne zu antworten. Heike blieb einen Moment stehen, dann seufzte sie, nicht unfreundlich, aber mit der Erschöpfung von jemandem, der schon zu lang versucht, jemand anderen von etwas zu überzeugen, was er selbst längst aufgegeben hat. Sie zog die Tür hinter sich zu. Jens saß in der Laube, bis es dunkel war, was im August immer länger dauerte, als man dachte. Die Plattenbauten gegenüber wurden für eine kurze Zeit orange, dann grau, dann waren sie einfach nur dunkel. Er machte kein Licht an, nicht weil er es vergessen hätte, sondern weil das Dunkel ihn nicht störte. Er dachte an nichts Bestimmtes, oder er dachte an zu vieles, um es voneinander zu unterscheiden. Der Verein wurde im Oktober aufgelöst, formgerecht und ohne Aufsehen. Die meisten Parzellen blieben einfach stehen, wie sie waren, weil der bürokratische Aufwand des Abrisses offenbar größer war als der Nutzen. Jens fuhr im November noch zweimal hin, im Dezember einmal. Die Jacke hing noch immer über der Stuhllehne. Er hatte nicht das Gefühl, dass er sie aufheben wollte. Er hatte nur nicht das Gefühl, dass er sie wegwerfen konnte. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Laube Dass er überhaupt hingefahren war, hatte weniger mit Pflichtgefühl zu tun als mit dem schlechten Gewissen gegenüber einer Erbschaft, die er weder wollte noch zurückweisen konnte, ohne sich dabei irgendetwas einzugestehen. Der Schlüssel hatte auf dem Tisch des Notars gelegen wie ein Gegenstand, der schon lange auf jemanden wartet, der ihn abholt, ohne zu wissen, wozu. Jens hatte ihn eingesteckt. Die Anlage lag dort, wo Magdeburg aufhörte, sich Mühe zu geben: zwischen einer stillgelegten Güterbahntrasse und dem Rücken eines Supermarkts, dessen Lüftungsanlage man von der Parzelle seines Vaters aus hören konnte, wenn der Wind aus Süden kam. Dreiundzwanzig Gärten, von denen die meisten längst dem sukzessiven Rückzug ins Unkraut überlassen worden waren, als hätte sich die Natur hier nicht durchgesetzt, sondern einfach nachgerückt, weil die Menschen die Arbeit des Zurückdrängens irgendwann als aussichtslos erkannt hatten. Jens trat das Vorhängeschloss auf, und das Tor öffnete sich mit dem Geräusch von etwas, das lange nicht gefragt worden war. Den Brief hatte er nicht weggeworfen, und er hatte ihn auch nicht beantwortet, was auf dasselbe hinauslief, aber sich anders anfühlte. Die Auflösung des Vereins war zum dreißigsten September beschlossen worden, mit einer Knappheit, die den Vorgang weniger nach Entscheidung als nach Erschöpfung aussehen ließ. Heike hatte den Brief gelesen und zurückgelegt, mit der Präzision von jemandem, der keine Energie auf Dinge verwendet, die sich ohnehin von selbst erledigen. „Du machst dir das Leben schwerer als es ist", hatte sie gesagt, und Jens hatte nicht widersprochen, weil das Gegenteil zu kompliziert gewesen wäre. Er fuhr jeden Samstag hin, was er sich selbst nicht vollständig erklären konnte und deshalb gar nicht erst versuchte. Die Arbeit war nicht produktiv in einem Sinn, den er hätte vorweisen können: Er mähte Rasen, der verdorrte; er strich Holz, das verfaulte; er kehrte Wege, auf denen außer ihm niemand mehr ging. Aber die Stunden vergingen dabei anders als in seiner Wohnung, wo die Zeit keine Form hatte, sondern sich einfach anhäufte. Die Wasserpumpe aus Gusseisen, die sein Vater in den frühen achtziger Jahren selbst eingebaut hatte, stand hinten an der Parzelle wie ein Denkmal für eine Praxis des Selbermachens, die mit der Generation, die sie gepflegt hatte, größtenteils verschwunden war. Jens hatte vier Samstage gebraucht, um sie wieder zum Laufen zu bringen, nicht weil die Reparatur so schwierig gewesen wäre, sondern weil er nach jedem Fortschritt innehielt und nachdachte, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Als das Wasser schließlich floss, braun zunächst, dann zunehmend klar, stand er dabei wie jemand, der auf eine Antwort wartet, von der er nicht mehr sicher ist, ob er die Frage noch kennt. Frau Kramer erschien täglich, mit einer Beharrlichkeit, die nichts mit Hoffnung zu tun hatte, sondern eher mit dem Wissen, dass die Alternative schlechter wäre. Ihre zwei Reihen Salat wuchsen kaum, aber sie beugte sich jeden Morgen darüber, mit der konzentrierten Zuwendung einer Person, die verstanden hat, dass Aufmerksamkeit das Einzige ist, das man uneingeschränkt geben kann. „Dein Vater hätte das nicht gewollt", sagte sie eines Nachmittags, ohne anklagende Absicht, eher wie eine Feststellung, die sie schon länger mit sich herumgetragen hatte. Jens schaute auf die leeren Beete, die sein Vater zuletzt vielleicht vor einem Jahrzehnt bepflanzt hatte, und überlegte kurz, was er wissen müsste, um ihr zu widersprechen. „Mein Vater ist tot", sagte er schließlich, nicht als Einwand, sondern als Einräumung einer Tatsache, die alle anderen relativierte. Frau Kramer sah ihn an, als hätte er etwas Mutigeres gesagt, als er beabsichtigt hatte. Die Kiste unter den Dielen hatte er gefunden, weil eine der Bohlen unter seinem Gewicht nachgegeben hatte, ein leiser Hohlklang, der in der Stille der Laube ungewöhnlich deutlich klang. Er hätte einfach weitergehen können, aber er kniete sich hin, hob die Platte an und fand darunter eine flache Obstkiste, abgedeckt mit einem gefalteten Stück Jutesack, als wäre das Verstecken eine Geste der Fürsorge gewesen und nicht der Verbergung. Die Flaschenetiketten der Brauerei Radeberg lagen in einer Ordnung, die mehr über den Mann verriet, der sie hineingelegt hatte, als irgendein Gespräch es je getan hatte: sorgfältig, zwecklos, beharrlich. Die Arbeitsjacke mit dem Aufnäher „VEB Molkerei Magdeburg" war noch so gut erhalten, dass Jens einen Moment lang nicht sicher war, ob sie getragen oder nur aufbewahrt worden war. Er hob sie heraus und hielt sie vor sich, den Blick auf den verblassten Aufnäher gerichtet, während der Geruch nach Tabak und Maschinenöl sich im Raum ausbreitete wie etwas, das auf eine Gelegenheit gewartet hatte. Dann hängte er die Jacke über die Stuhllehne, mit einer Sorgfalt, die er selbst nicht kommentiert hätte. Er stellte den Stuhl so, dass er dem Fenster zugewandt war. Heike kam gegen Abend, mit der leicht ungeduldig vorwärtsgerichteten Energie einer Person, die bereits zu viele andere Verpflichtungen hinter sich hat. Sie stand in der Tür, sah den Stuhl mit der Jacke, sah die Kaffeepackungen auf dem Tisch, und Jens beobachtete, wie sie die Situation einordnete und verwarf, einordnete und wieder verwarf. „Das ist doch keine Art", sagte sie schließlich, was alles bedeuten konnte und deshalb nichts bedeutete. Jens antwortete nicht, und Heike zog die Tür zu, mit einer Zurückhaltung, die vielleicht Rücksicht war oder vielleicht nur Ermüdung. Er saß noch lange, nachdem das Licht draußen weggegangen war, in einem Raum, der sich langsam mit Dunkel füllte wie ein Behälter, der gekippt wird. Die Plattenbauten jenseits des Zauns wurden zu Silhouetten, dann zu Schatten, dann zu etwas, das man mehr ahnte als sah, und Jens saß dabei und tat nichts dagegen. Er dachte an seinen Vater in der Weise, wie man an jemanden denkt, dem man zu Lebzeiten nicht die richtigen Fragen gestellt hat, und der einem jetzt fehlt, nicht wegen dem, was er war, sondern wegen dem, was man nun nie mehr wird fragen können. Der Verein wurde aufgelöst, pünktlich und formgerecht, und das Vereinsvermögen, das aus einem Rasenmäher und einem Gartenschlauch bestand, wurde an einen benachbarten Verein übertragen. Die Lauben standen, weil niemand Interesse an dem hatte, was ihr Abriss kosten würde, und weil bürokratische Verfahren die Eigenschaft haben, sich selbst aufzuschieben, wenn niemand sie antreibt. Jens fuhr auch im Winter noch gelegentlich hin, nicht jeden Samstag, aber oft genug, um zu bemerken, dass die Jacke auf dem Stuhl keine Staubschicht ansetzte. Er wischte sie ab, wenn er kam. Er wusste nicht, ob das Gewohnheit war oder etwas anderes. Er ließ die Frage offen, weil sie sich dort besser hielt als irgendwo sonst. == 93 == 1 -------------------- Jeden Morgen Nina hat einen kleinen Kiosk am Bahnhof. Sie öffnet jeden Tag um sechs Uhr früh. Herr Kohl kommt jeden Morgen. Er kauft immer die Neustaedter Zeitung. Er bezahlt und sagt: „Danke, Nina." Nina sagt: „Bitte, Herr Kohl." Das ist alles. Herr Kohl ist 73 Jahre alt. Er trägt immer eine braune Jacke. Nina kennt ihn seit drei Jahren. Sie reden nicht viel. Das ist kein Problem. Vor zwei Wochen ist Herr Kohl nicht gekommen. Nina hat die Zeitung für ihn zurückgelegt. Am nächsten Tag ist er auch nicht gekommen. Die Zeitung hat Nina weggeworfen. Aber am nächsten Morgen hat sie wieder eine Zeitung zurückgelegt. Das macht sie jetzt jeden Tag. Warum eigentlich? Sie weiß es nicht. Ihre Kollegin Hanna fragt: „Für wen ist die Zeitung?" Nina sagt: „Für einen Kunden." Hanna fragt: „Welchen?" Nina sagt: „Den mit der braunen Jacke." Hanna nickt. Sie kennt ihn auch. In der zweiten Woche hat Nina die Kundenliste angeschaut. Herr Kohl heißt Werner Kohl und wohnt in der Hauptstraße 12. Das ist nicht weit vom Bahnhof. Werner Kohl. Nina hat die Liste wieder zugeklappt. Am Montag kommt ein neuer Kunde. Er kauft auch eine Zeitung. Aber er kauft die Sportzeitung, nicht die Neustaedter Zeitung. Er sagt nichts und geht schnell wieder. Nina lächelt. Er lächelt nicht zurück. Das ist egal. Am Ende des Tages liegt die Neustaedter Zeitung noch da. Nina legt sie weg. Sie ist kurz traurig, aber sie sagt das nicht. Am nächsten Morgen legt sie wieder eine Zeitung zurück. Das ist jetzt ihre Gewohnheit, nicht seine. Das denkt sie kurz und macht dann weiter. Am Abend geht Nina an der Hauptstraße 12 vorbei. Das macht sie nicht extra. Sie geht einfach diese Straße nach Hause. Hinter einem Fenster im Erdgeschoss brennt Licht. Nina bleibt kurz stehen. Dann geht sie weiter. Sie weiß nicht, ob das sein Fenster ist. Sie weiß nicht viel über ihn. Nur: braune Jacke, Neustaedter Zeitung, „Danke, Nina." Das ist wenig. Aber es ist auch etwas. Am nächsten Morgen öffnet Nina den Kiosk um sechs. Die Neustaedter Zeitung liegt bereit. Herr Kohl kommt nicht. Hanna fragt: „Heute wieder keine Zeitung für ihn?" Nina sagt: „Doch." Sie legt die Zeitung auf die Seite. Hanna schüttelt den Kopf, aber nicht böse. Es ist sieben Uhr. Der erste Zug fährt ab. Herr Kohl ist nicht dabei. Der Kiosk ist offen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Semmel Monika hat eine kleine Bäckerei in Gröbming. Sie öffnet jeden Morgen um sechs Uhr. Herr Zimmermann kommt immer um sieben. Er kauft zwei Semmeln und einen Kaffee. Das macht er seit vier Jahren. Er setzt sich an den kleinen Tisch beim Fenster. Er liest keine Zeitung und schaut einfach raus. Nach einer halben Stunde geht er wieder. Monika kennt seinen Namen, denn er hat eine Kundenkarte. Aber sie redet nicht viel mit ihm. Er auch nicht. Das passt so. Vor zehn Tagen ist Herr Zimmermann nicht gekommen. Monika hat gedacht: Er schläft vielleicht länger. Am nächsten Morgen war er auch nicht da. Sie hatte seine zwei Semmeln schon aus dem Regal genommen, aber dann hat sie sie wieder zurückgelegt. Am dritten Morgen hat sie die Semmeln für ihn zur Seite gelegt. Sie hat einen kleinen Zettel dazugelegt: „Reserviert." Ihr Kollege Felix hat gefragt, für wen. Monika hat gesagt: „Für einen Stammkunden." Felix hat genickt und nichts weiter gefragt. Am fünften Morgen hat Monika die Semmeln nicht mehr reserviert. Die anderen Kunden kaufen sie sonst. Aber sie schaut immer noch um sieben Uhr auf die Tür. Das merkt Felix auch. Er sagt aber nichts. In der zweiten Woche ohne Herrn Zimmermann hat Monika seine Kundenkarte rausgesucht. Er heißt Karl Zimmermann und wohnt in der Bachgasse 4. Das wusste sie schon, aber jetzt hat sie es gelesen. Karl Zimmermann. Sie hat die Karte wieder in die Schublade gelegt. An einem Montag hat ein junger Mann zwei Semmeln und einen Kaffee bestellt. Er hat sich auch an den kleinen Tisch gesetzt. Aber er hat auf sein Handy geschaut. Monika hat ihm den Kaffee gebracht und gedacht: Das ist nicht dasselbe. Dann hat sie sich selbst gedacht: Natürlich nicht. Das muss auch nicht dasselbe sein. Am Ende des Tages hat Felix die Kaffeemaschine gereinigt. Monika hat die Theke abgewischt. Sie haben wenig geredet, wie immer. Als Felix gegangen ist, hat Monika kurz an die Bachgasse 4 gedacht. Sie kann kurz dort vorbeigehen, aber das macht man nicht einfach so. Man geht nicht zu einem Kunden nach Hause. Das wäre seltsam. Oder? Am nächsten Morgen hat Monika die Bäckerei um sechs geöffnet. Um sieben war die Tür zu. Um acht auch. Herr Zimmermann ist nicht gekommen. In ihrer kurzen Pause hat sie an seinem Stammplatz einen Kaffee getrunken. Das hat sie noch nie gemacht. Der Platz war warm, denn die Sonne hat reingeschienen. Das war alles. Am Abend hat sie Felix gefragt, ob er die Bachgasse kennt. Felix hat gesagt: „Die ist doch hinter der Kirche, oder?" Monika hat gesagt: „Ja, stimmt." Mehr nicht. Der nächste Morgen war wieder ein normaler Morgen. Zwei Semmeln und ein Kaffee für jemanden. Vielleicht für denselben, vielleicht nicht. Die Bäckerei ist um sechs geöffnet. Herr Zimmermann war nicht da. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Das leere Brett Thomas Bachner ist 42 Jahre alt und leitet den Schachklub Waldkirch seit acht Jahren. Er ist kein besonders guter Schachspieler, aber er ist zuverlässig. Das ist wichtiger, sagen die älteren Mitglieder. Jeden Dienstagabend um halb acht kam Herr Pfister in den Vereinsraum. Er hängte seinen Mantel an den zweiten Haken von links und setzte sich an Tisch drei. Herr Pfister war 72 Jahre alt und spielte seit vierzig Jahren Schach. Er spielte gegen jeden, der sich hinsetzte, und er verlor selten. Thomas hatte gegen ihn in drei Jahren kein einziges Mal gewonnen. Das war ihm nicht peinlich, denn Herr Pfister spielte wirklich gut. Herr Pfister sprach wenig während des Spiels. Manchmal sagte er „Das war ein Fehler" – und meinte damit seinen eigenen. Einmal hatte er nach dem Spiel gefragt, ob Thomas Tee möchte, und Thomas hatte ja gesagt. Das war das längste Gespräch zwischen ihnen. Vor drei Wochen kam Herr Pfister nicht. Thomas baute das Schachbrett trotzdem auf, weil er das jeden Dienstag tat. Er wartete bis halb neun, dann räumte er die Figuren weg. Am nächsten Dienstag war Herr Pfisters Platz wieder leer. Thomas dachte, er ist vielleicht krank. Er schrieb in sein Notizbuch: „HP – Abwesenheit 2 Wochen – Grund unbekannt." Das war seine Art, mit Unklarheiten umzugehen. In der dritten Woche stellte er das Brett wieder auf. Er stellte die Figuren so hin, wie sie in der letzten Partie nach dem siebten Zug gestanden hatten. Er wusste das noch auswendig. Dann saß er da und schaute auf das Brett. Nach zehn Minuten räumte er alles wieder weg, ohne ein Wort zu sagen. Sein Kollege Rainer sah es und fragte: „Wegen Pfister?" Thomas sagte: „Hab nur was getestet." Das glaubte Rainer nicht, aber er ließ es so stehen. Thomas hatte die Adresse von Herrn Pfister nicht. Er hatte in drei Jahren nie danach gefragt. Im Verein gab es eine Mitgliederliste, und die lag in einem Ordner im Schrank. Thomas öffnete den Ordner nicht. Er überlegte es kurz, dann schob er ihn wieder rein. Warum eigentlich nicht? Er wusste keine Antwort, die er sich hätte sagen wollen. Auf dem Heimweg ging Thomas an der alten Schule vorbei, wo er als Kind gelernt hatte. Die Schule war jetzt ein Ärztezentrum. Er dachte: Alles bleibt, bis es nicht mehr bleibt. Das war kein besonders kluger Gedanke, aber er passte. Zu Hause aß er Brot mit Käse und schaute eine Weile aus dem Fenster. Er stellte kein Schach auf. Am nächsten Dienstag rückte Thomas Tisch drei zurecht, wischte die Platte ab und stellte das Brett auf. Er baute die Figuren ordentlich auf: Weiß links, Schwarz rechts. Herr Pfister kam nicht. Um Viertel nach acht setzte sich Rainer hin und fragte: „Darf ich?" Thomas sagte: „Klar." Sie spielten eine Partie, die Thomas nach dreißig Zügen gewann. Das hatte er noch nie gegen jemanden in diesem Raum geschafft. Es war kein gutes Gefühl. Rainer sagte: „Gut gespielt." Thomas räumte die Figuren weg. Dann klappte er das Brett zusammen und legte es in den Schrank. Das Brett war ein altes Holzbrett, das Herrn Pfister gehörte. Es stand im Vereinsraum, weil Herr Pfister es vor Jahren mitgebracht hatte. Thomas schloss den Schrank. Er schrieb in sein Notizbuch: „HP – Abwesenheit 4 Wochen." Dann strich er die Zeile durch. Rainer zog seinen Mantel an und sagte: „Tschüss." Thomas antwortete: „Bis nächste Woche." Er löschte das Licht. Im Schrank stand das Brett. Der Haken, an dem Herr Pfisters Mantel gehangen hatte, war leer. Thomas ging nach Hause. Es war ein ganz normaler Dienstagabend. Das war das Schlimmste daran. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Der freie Tisch Jeden Mittwochvormittag betrat ein Herr mit einem hellgrauen Fedora das Café Schlossberg in Tübingen und setzte sich an Tisch sieben, den Fensterplatz zur Neckarfront. Susanne Kettler führte das Café seit zwölf Jahren und kannte seine Gewohnheit besser als die Namen vieler Stammgäste. Er bestellte stets einen großen Milchkaffee und ein Glas stilles Wasser. Dann holte er die Tageszeitung aus der Ablage und las sie von vorne bis hinten. Er sprach beim Kommen und Gehen ein kurzes Wort, aber mehr nie. Das Trinkgeld betrug jedes Mal ein Euro zwanzig, auf den Tisch gelegt. Er war seit fünf Jahren Stammgast, immer mittwochs, immer zur selben Zeit. Susanne hatte sich angewöhnt, die Zeitung vor seiner Ankunft auf Tisch sieben zu legen. Benny, ihr Mitarbeiter, tat dasselbe, wenn Susanne im Lager war. Sie hatten das nie besprochen. Es hatte sich einfach so ergeben. Manche Gewohnheiten entstehen durch Wiederholung, nicht durch Absprache. Eines Mittwochs Mitte November kam er nicht. Die Zeitung lag bis kurz vor zwölf auf Tisch sieben, dann räumte Susanne sie wortlos weg. Am nächsten Mittwoch legte sie die Zeitung wieder dorthin und wartete erneut vergebens. Tisch sieben blieb leer bis kurz nach Mittag, als eine ältere Dame den Platz einnahm und Kamillentee bestellte. Susanne bediente sie höflich und räumte danach ab. Sie dachte dabei nicht an ihn – sie wusste damals noch nicht einmal, wie er hieß. In der zweiten Woche ohne ihn wischte Susanne Tisch sieben morgens und nachmittags, obwohl niemand dort saß. Benny bemerkte es und fragte nicht. In der dritten Woche bestellte Susanne die Tageszeitung neu, die sie vor zwei Jahren abbestellt hatte, weil kaum jemand sie las. Als Benny fragte warum, sagte sie, die Gäste würden in letzter Zeit wieder mehr lesen wollen. Benny glaubte ihr das nicht, sagte aber nichts. Am dritten mittwochlosen Vormittag setzte Susanne sich in einer ruhigen Stunde selbst an Tisch sieben und trank dort ihren Kaffee, was sie in zwölf Jahren noch nie getan hatte. Sie sah auf den Neckar, der grau und gleichmäßig hinter der Scheibe vorbeizog. Dieser Tisch hatte eine Stille, die die anderen nicht hatten. Es war nicht die Stille des Leerseins, sondern die eines Menschen, der gut schweigen konnte, ohne dass das Gespräch aufgehört hätte. Susanne hatte das erst jetzt bemerkt, da der Platz leer war. Nach fünf Minuten stand sie auf, weil eine Lieferung klingelte. Am Nachmittag holte sie die Stammkarte aus der Schublade. Er hieß Werner Büchel, Geburtstag Dezember, Adresse nicht eingetragen. Susanne schob die Karte zurück. Werner Büchel. Fünf Jahre hatte sie diesen Mann bedient, ohne ihn zu kennen. Das hatte sich damals richtig angefühlt. Jetzt wusste sie, dass es ein Versäumnis gewesen war, auch wenn sie nicht hätte erklären können, woraus genau. Hätte jemand sie nach Werner Büchel gefragt, hätte sie nur sagen können: hellgrauer Fedora, Milchkaffee, ein Euro zwanzig Trinkgeld. Das war das Einzige, was sie hatte. Am Abend überlegte sie kurz, ob man ihm hätte schreiben können, aber sie hatte keine Adresse und keinen Satz, der das gerechtfertigt hätte. Am nächsten Mittwoch öffnete Susanne das Café um acht, legte die Zeitung auf Tisch sieben und machte die Kaffeemaschine warm. Um zehn vor elf betrat ein junger Mann das Café und fragte, ob der Fensterplatz frei sei. Susanne sagte „Ja" und stellte, ohne nachzudenken, das Glas Wasser dazu. Er fragte, warum das Wasser schon da sei, und sie antwortete: „Macht man hier so." Das stimmte und stimmte nicht. Er bestellte grünen Tee, öffnete einen Laptop und las keine Zeitung. Er ließ kein Trinkgeld und grüßte beim Gehen. Alles war in Ordnung. Beim Abendaufräumen wischte Susanne Tisch sieben als letzten, obwohl er der erste in ihrer normalen Route war. Benny zog den Mantel an und fragte: „War er heute da?" Susanne sagte: „Nein." Benny sagte: „Dann halt nicht" und ging. Susanne räumte die Kasse ab und schaltete das Licht aus. Draußen zog der Neckar vorbei. Sie blieb kurz vor der Tür stehen. Die Zeitung war morgen wieder da. Tisch sieben war morgen wieder frei. Und der Mittwoch danach, und der danach. Susanne hatte fünf Jahre lang einen fremden Rhythmus mitgezählt, ohne es zu wissen. Erst sein Fehlen hatte ihr das gesagt. Manche Dinge zeigen sich nur im Wegfall. Sie schloss die Tür. Mittwoch war vorbei. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Non finito Zweimal im Monat trat an einem Freitag ein Herr aus Frankfurt in die Handschriftenabteilung der Stiftsbibliothek, und Dr. Elise Ranner hätte seinen Namen auf dem Bestellformular nachlesen können – sie hatte es vier Jahre lang nicht getan. Dieser Umstand war ihr nicht aufgefallen, solange er regelmäßig erschien. Er bestellte stets Signatur KR-Ms-073b: ein unvollständiges Klavierkonzert aus dem frühen achtzehnten Jahrhundert, dessen Komponist bis heute unidentifiziert geblieben war. Er trug einen Tweedmantel in abgenutztem Grau, dessen linkes Revers Elise auf zehn Meter erkannte. Er schrieb keine Notizen. Er saß am Fenster, schlug die Mappe auf und betrachtete die Seiten mit einer Aufmerksamkeit, die Elise weniger an Forschungsarbeit als an ein stilles, privates Gespräch erinnerte – mit jemandem, der nicht antwortete. Manchmal stand er auf, trat ans Fenster und sah in den Stiftsgarten. Dann kehrte er zurück. Er hatte nie etwas verlangt, was nicht auf dem Bestellformular stand. Elise hatte einmal die Zeit gemessen: selten kürzer als eineinhalb Stunden, nie länger als zwei. Einmal hatte er beim Gehen „Danke" gesagt, ohne sich umzudrehen, und sie hatte „Bitte" geantwortet, ohne aufzublicken. Das war die Natur dieser Räume. Im Oktober erschien er nicht. Elise vermerkte die Abweichung nicht – aber sie bemerkte sie mit der Genauigkeit, mit der man ein leises Ausbleiben bemerkt, ohne den Kopf zu heben. Auch der zweite und der dritte Freitag brachten ihn nicht. Ohne es zu entscheiden, hatte sie begonnen, die Handschriftenmappe donnerstags aus dem Magazin zu holen und auf die Ablage hinter dem Schalter zu legen. Das widersprach dem internen Verfahrenshandbuch. Als ihr das auffiel, schob sie die Mappe zurück und sagte sich, es bedeute nichts. Am nächsten Donnerstag holte sie sie erneut heraus. An einem Montag öffnete Elise die Archivschublade mit den Bestellformularen der letzten vier Jahre und suchte nach seinem Eintrag. Er hieß Ruprecht Voll. Sie las den Namen, legte das Formular zurück und schloss die Schublade, ohne sich etwas zu notieren. Ein gewöhnlicher Name für einen gewöhnlichen Menschen, der ihr vier Jahre lang selbstverständlich gewesen war. Der Name hatte die Unauffälligkeit des Mannes nicht verändert. Er hieß jetzt Ruprecht Voll und war immer noch fort. Am selben Abend rief sie die Digitalisierung der Mappe auf und blätterte zur siebten Seite – dem einzigen Abschnitt, den er laut Formularangaben je angefordert hatte. Es war ein Adagio, das unvermittelt abbrach. Darunter stand in einer anderen Handschrift, kaum entzifferbar: „Non finito." Nicht beendet. Elise saß lange vor dem Bildschirm. Sie dachte nicht an Ruprecht Voll, sondern an die Randnotiz, die jemand anderes hinterlassen hatte – als wäre das Unfertige ein Befund, keine Schuld. Auf dem Heimweg blieb sie an der Brücke über die Krems stehen und sah auf das Wasser, das in dieser Jahreszeit eine Farbe hatte, die keinem ihrer Archivbegriffe entsprach. Sie kannte viele Bezeichnungen für den Zustand von Papier: fragmentarisch, degradiert, unvollständig, verloren. Für das, was sie gerade empfand, hatte sie keine. Zu Hause erwärmte sie eine Suppe und aß sie stehend, was sie nur tat, wenn sie vergessen hatte, sich zu setzen. Dann spielte sie Scarlatti – nicht aus Freude, sondern weil die Hände es kannten und den Kopf dabei in Ruhe ließen. Nach zwanzig Minuten hörte sie auf. Die Frage, die sie vier Jahre lang nicht gestellt hatte, saß jetzt in der Stille wie ein Halbsatz, dem der zweite fehlt. In der Handschriftenabteilung fragten die Forschenden, und das Personal antwortete – nicht umgekehrt. Das war die Ordnung. Das war korrekt. Das war ein Käfig. Nicht weil jemand sie eingesperrt hätte, sondern weil die Ordnung so präzise passte, dass sie nicht gemerkt hatte, wann die Tür zugefallen war. Am nächsten Freitag öffnete sie die Bibliothek pünktlich um neun. Die Handschriftenmappe lag im Magazin, korrekt eingeordnet, Rücken bündig. Um halb elf bestellte jemand KR-Ms-073b: eine Musikwissenschaftlerin aus München, die sich den ganzen Vormittag Notizen machte und gelegentlich leise vor sich hin murmelte. Elise händigte die Mappe aus, quittierte und lächelte. Alles funktionierte. Um Mittag gab die junge Frau die Mappe zurück und fragte, ob der Komponist inzwischen identifiziert worden sei. Elise antwortete: „Nicht nach unserem Kenntnisstand." Die junge Frau nickte und ging. Elise schob die Mappe ins Regal. Sie hätte sagen können, dass ein Herr aus Frankfurt die siebte Seite vier Jahre lang studiert hatte, ohne eine Antwort zu hinterlassen. Das wäre keine Archivauskunft gewesen. Aber es wäre etwas gewesen. Sie schwieg. An der Brücke über die Krems blieb sie auf dem Heimweg wieder stehen. Das Wasser hatte dieselbe Farbe wie in der Woche davor. Dieser Freitag war vorbei. Kein Tweedmantel. Kein Frankfurt. Kein Non finito. Nur der nächste Donnerstag, an dem sie darauf achten würde, die Mappe nicht herauszulegen. Und der Freitag danach, an dem niemand käme. Und die Ordnung, die beides korrekt verbuchen würde. == 94 == 1 -------------------- Mia S. ist 48 Jahre alt. Sie arbeitet am Flughafen Hamburg. Ihre Arbeit ist die Passkontrolle. Das macht sie schon seit zehn Jahren. Jeden Morgen kommt Mia früh ins Büro. Sie zieht ihre Handschuhe an und prüft dann den Stempel. Sie stempelt immer zuerst ein Probeblatt. Die Tinte muss gleichmäßig sein. Um 6:00 Uhr öffnet sie die Grenze. Mia ist bereit. Die ersten Reisenden kommen um 6:10 Uhr. Mia nimmt jeden Pass und schaut das Foto an. Sie prüft das Datum und stempelt dann. „Guten Morgen", sagt sie zu jedem Reisenden. Das sagt sie viele Male am Tag. Sie denkt dabei nicht viel. Der Morgen ist ruhig. Am Donnerstag ist es ruhig am Nachmittag. Es ist 15:30 Uhr. Der nächste Reisende ist jung. Er hat helle Haare und blaue Augen. Mia nimmt seinen Pass. Der Pass ist ein deutscher Reisepass. Sie öffnet den Pass und schaut das Foto an. Das Gesicht ist jung, aber sie kennt es. Die hellen Haare, die blauen Augen – das ist Leon. Leon. Ihr Sohn ist 19 Jahre alt. Mia hat ihn seit sechs Jahren nicht gesehen. Er lebt bei seinem Vater in Bremen, und Mia weiß das. Mia schaut auf. Leon schaut auf sein Handy. Er hat Mia nicht gesehen. Mia hebt den Stempel. Sie drückt ihn auf die Passseite. „Willkommen in Deutschland", sagt sie. Leon nimmt den Pass und geht. Er sagt nichts. Er dreht sich nicht um. Mia schaut auf den Stempel. Das Datum steht da: 3. März. „Nächster, bitte", sagt sie. Die Schicht ist um 18:00 Uhr zu Ende. Mia fährt mit dem Bus nach Hause. Sie wohnt in Stellingen, allein in einer kleinen Wohnung. Sie hat sich Reis mit Gemüse gekocht. Sie hat am Tisch gegessen. Danach sitzt sie auf dem Sofa. Das Telefon liegt vor ihr. Sie kennt die Nummer von Leons Vater. Aber sie ruft nicht an. Sie schreibt eine SMS: „Ich habe Leon heute gesehen." Sie schickt die SMS ab. Keine Antwort kommt. Mia spült das Geschirr. Sie geht früh ins Bett. Sie schläft nicht sofort. Am nächsten Morgen kommt Mia früh an. Es ist noch dunkel draußen. Sie zieht ihre Handschuhe an. Der Stempel liegt an seinem Platz. Sie stempelt das Probeblatt. Die Tinte ist gleichmäßig. Um 6:00 Uhr öffnet die Grenze. Der erste Reisende kommt. Mia nimmt seinen Pass und stempelt. „Guten Morgen", sagt sie. Der Mann nickt. Er geht weiter. Mia schaut auf die Anzeigetafel. Nächste Ankunft: Bremen, 6:55, Gate C. Sie holt ihre Wasserflasche. Das Wasser ist kalt. Sie trinkt einen Schluck. „Nächster, bitte." ---------------------------------------------- 2 -------------------- Karl R. ist 53 Jahre alt und arbeitet am Flughafen Wien. Er kontrolliert dort jeden Tag Pässe an der Grenze. Diese Arbeit macht er schon seit elf Jahren. Jeden Morgen kommt er um 6:00 Uhr in seine Kontrollkabine. Er zieht seine Handschuhe an und prüft dann den Stempel. Er stempelt immer zuerst ein Probeblatt, damit die Tinte gleichmäßig ist. Alles muss fertig sein, bevor die Grenze um 6:30 Uhr öffnet. Karl ist bereit. Die Reisenden kommen nacheinander und legen ihre Pässe auf den Tresen. Karl nimmt jeden Pass, schaut das Foto an und prüft das Datum. Dann stempelt er und sagt: „Guten Morgen" oder „Nächster, bitte." Diese Worte sagt er den ganzen Tag, denn das ist seine Arbeit. Er denkt dabei nicht mehr nach. Der Morgen vergeht schnell und ruhig. Am Mittwochnachmittag ist es ruhig an der Grenze. Es ist kurz nach 14 Uhr, und der Wartebereich ist fast leer. Der nächste Reisende ist jung, vielleicht 21 oder 22 Jahre alt. Er hat dunkle Haare und trägt einen großen Rucksack auf dem Rücken. Karl nimmt seinen Pass und öffnet ihn. Es ist ein deutscher Reisepass, und das Foto ist fünf Jahre alt. Karl schaut das Foto an, und dann hält er inne. Das Gesicht ist jung, aber er kennt es sehr gut. Die Augen, die Nase, das Muttermal auf der linken Wange – er kennt alles. Tobias. Karl hat seinen Sohn seit sieben Jahren nicht gesehen. Tobias ist damals mit seiner Mutter nach München gegangen, weil die Scheidung sehr schwer war. Karl schaut vom Pass auf und schaut den jungen Mann an. Tobias schaut auf sein Handy und bemerkt Karl nicht. Karl hebt den Stempel und drückt ihn fest auf die Passseite. „Willkommen in Österreich", sagt er ruhig. Tobias nimmt den Pass, steckt ihn in die Tasche und geht weiter. Er sagt kein Wort und dreht sich nicht um. Karl schaut auf den Stempel im Pass. Das Datum steht klar da: 9. Oktober. „Nächster, bitte", sagt er. Die Schicht endet um 17:00 Uhr, und Karl fährt mit der U-Bahn nach Hause. Er wohnt in Floridsdorf, allein in einer kleinen, ruhigen Wohnung. Er hat sich Brot und Käse gemacht, aber er hat wenig gegessen. Danach hat er am Tisch gesessen und auf sein Telefon geschaut. Seine Mutter wohnt in Graz, aber sie telefonieren oft miteinander. Karl hat ihre Nummer gewählt. Das Telefon hat dreimal geklingelt, dann hat sie abgehoben. „Karl? Ist alles gut?" Karl hat langsam gesagt: „Ich habe heute Tobias gesehen." „Er ist durch meine Kontrollkabine gegangen." Seine Mutter hat lange nichts gesagt. Dann hat sie gefragt: „Hat er dich erkannt?" Karl hat geantwortet: „Nein. Er hat auf sein Handy geschaut." „Ach, Karl", hat seine Mutter gesagt. Karl hat aufgelegt und danach das Geschirr gespült. Er ist früh ins Bett gegangen, aber er hat lange nicht schlafen können. Am nächsten Morgen ist es noch dunkel, als Karl ankommt. Er geht in seine Kabine und zieht die Handschuhe an. Der Stempel liegt an seinem Platz auf dem Tresen. Er stempelt das Probeblatt, und die Tinte ist gleichmäßig. Um 6:30 Uhr öffnet die Grenze wieder. Der erste Reisende ist eine ältere Frau mit Koffer. Karl nimmt ihren Pass, prüft ihn und stempelt. „Guten Morgen", sagt er. Die Frau nickt und geht weiter. Karl schaut auf die Anzeigetafel an der Wand. Nächste Ankunft: München, 7:05, Gate B. Er nimmt seine Thermoskanne und trinkt einen Schluck Tee. Der Tee ist warm. Er stellt die Kanne wieder hin. „Nächster, bitte." ---------------------------------------------- 3 -------------------- Petra M. ist 51 Jahre alt. Sie arbeitet seit dreizehn Jahren bei der Grenzkontrolle am Flughafen Frankfurt. Jeden Morgen kommt sie um 5:20 Uhr an, noch bevor ihre Kolleginnen eintreffen. Sie hängt ihre Jacke auf den Haken hinter der Kabine. Dann zieht sie die blauen Diensthandschuhe an. Der Stempel liegt immer auf der rechten Seite des Tisches. Das ist ihre Gewohnheit, und Gewohnheiten geben ihr Sicherheit. Sie stempelt einen Probebogen, damit die Tinte gleichmäßig sitzt. Alles muss stimmen, bevor die erste Maschine landet. Um 6:10 öffnet die Grenzspur. Die Reisenden kamen einzeln, manche schläfrig, manche ungeduldig. Petra schaute jeden Pass an, als wäre er der erste des Tages. Sie verglich das Foto mit dem Gesicht, prüfte das Datum, stempelte. „Guten Morgen." – „Schönen Aufenthalt." – „Nächster, bitte." Diese Sätze sagte sie hundert Mal pro Schicht. Der Vormittag verging ruhig. Am Dienstagnachmittag, kurz nach 15 Uhr, war die Grenze fast leer. Der nächste Reisende war jung, ungefähr 25. Er trug einen Rucksack und schaute auf sein Handy. Petra nahm den Pass entgegen. Das Heft war dunkelrot – österreichischer Reisepass. Sie schlug die Seite mit dem Foto auf. Kurze Haare, ein schmales Gesicht, ein kleines Muttermal an der rechten Schläfe. Sie kannte dieses Muttermal. Ihre Hand blieb kurz still. Philipp. Ihr Sohn war 25 Jahre alt, und sie hatte ihn seit neun Jahren nicht gesehen. Das letzte Mal war bei der Gerichtsverhandlung, als er mit seinem Vater mitgegangen ist. Sie schaute hoch. Philipp tippte auf seinem Handy. Er schaute nicht auf. Petra hob den Stempel. Sie drückte ihn auf die Seite – fest, gleichmäßig, ohne zu zögern. „Willkommen in Deutschland", sagte sie, wie zu jedem anderen auch. Philipp nahm den Pass, steckte ihn ein, ging weiter. Er drehte sich nicht um. Petra starrte auf den Stempelabdruck. Das Datum stand klar darauf: 17. April. Dann rief sie: „Nächster, bitte." Die Schicht endete um 18:00 Uhr. Petra fuhr mit der S-Bahn nach Sachsenhausen, wo sie seit der Scheidung allein lebte. Die Wohnung war klein, aber ordentlich. Sie wärmte sich eine Suppe auf, weil sie zu müde war für mehr. Nach dem Essen saß sie am Tisch und schaute auf ihr Telefon. Sie kannte die Nummer ihrer Schwester Brigitte noch auswendig. Brigitte hatte früher Philipp manchmal besucht, bevor auch das aufgehört hatte. Petra wählte die Nummer. Es klingelte zweimal. Dann meldete sich Brigitte: „Hallo?" Petra sagte: „Er ist heute durch meine Kontrolle gegangen." Brigitte sagte lange nichts. Dann fragte sie leise: „Habt ihr gesprochen?" „Nein. Er hat mich nicht erkannt." Petra legte das Telefon auf den Tisch. Sie stand auf, spülte die Suppenschüssel, stellte sie ins Regal. Dann ging sie ins Bett, weil morgen wieder um 5:20 der Wecker klingeln würde. Sie lag lange wach. Am nächsten Morgen war es noch dunkel, als sie ankam. Die Jacke hing am Haken. Die blauen Handschuhe saßen. Der Stempel lag auf der rechten Seite. Sie stempelte den Probebogen: Datum, Uhrzeit, Linie. Alles saß. Um 6:10 öffnete die Grenzspur wieder. Der erste Reisende war eine Frau mit zwei kleinen Kindern. Petra nahm die Pässe entgegen, prüfte die Fotos, stempelte. „Guten Morgen." Die Frau lächelte und sagte Danke. Petra nickte. Auf der Anzeigetafel draußen erschien eine neue Ankunft: Wien, 6:52, Gate D. Petra öffnete ihre Thermosflasche. Der Kaffee war noch warm. Sie trank einen Schluck. Dann legte sie die Flasche wieder hin, gerade. „Nächster, bitte." ---------------------------------------------- 4 -------------------- Thomas R. ist seit vierzehn Jahren Grenzbeamter am Frankfurter Flughafen. Er arbeitet in Halle B, Kontrollpunkt 3, und er kennt seinen Platz so gut, dass er ihn auch mit geschlossenen Augen finden würde. Jeden Morgen kommt er zwanzig Minuten früher als nötig. Er hängt den Mantel an den zweiten Haken, nicht den ersten, weil der erste wackelt. Er überprüft den Scanner, reinigt das Glasfeld mit einem Tuch und legt das Tuch danach genau gefaltet zurück. Er prüft den Stempelabdruck auf einem Blatt Papier und kontrolliert Datum und Uhrzeit. Dann setzt er sich und wartet auf den ersten Reisenden. Die Kollegen wissen, dass man ihn in dieser Zeit nicht anspricht. Das ist seine Art, den Tag zu beginnen. Es ist auch seine Art, nicht an das zu denken, was außerhalb dieses Raums passiert. Freitag, 18. Oktober, kurz vor 17 Uhr. Die letzte große Welle des Tages kommt aus dem Bereich der Langstreckenmaschinen. Thomas arbeitet seit acht Stunden, aber seine Bewegungen sind noch präzise. Ein Reisender nach dem anderen. Dann hält er inne. Ein junger Mann legt einen deutschen Pass auf den Tresen – und Thomas erkennt die Hände. Er kennt diese Hände, weil er sie einmal gehalten hat, klein und warm, als das Kind noch nicht laufen konnte. Thomas öffnet den Pass und sieht das Foto. Nico. Das Foto ist drei Jahre alt, aber der Blick ist derselbe: geradeaus, ohne Neugier, als wäre die Welt schon bekannt. Thomas schaut auf. Sein Sohn schaut durch die Kabinenscheibe hindurch, irgendwohin. Thomas legt die linke Hand flach auf den Tresen, damit das Zittern aufhört. Er drückt den Stempel. „Willkommen in Frankfurt", sagt er. Seine Stimme bricht nicht. Nico nimmt den Pass, nickt einmal, geht. Thomas schaut auf den Abdruck im Pass. Er ist sauber. Er hebt den Blick. Noch dreißig Reisende, schätzt er. Er arbeitet sie ab. Der Dienst endet um 18:15 Uhr. Thomas fährt mit der S-Bahn nach Sachsenhausen, wo er seit der Scheidung eine Zweizimmerwohnung hat. Die Wohnung ist ruhig, obwohl das Radio meistens läuft. Er stellt es heute Abend nicht an. Er setzt sich an den Küchentisch, auf dem ein leeres Notizheft liegt. Er hat es vor Monaten gekauft, weil er dachte, er würde anfangen zu schreiben. Er hat es bisher nicht aufgeschlagen. Heute Abend öffnet er es und hält den Kugelschreiber eine Weile in der Hand. Dann schreibt er einen Satz: „Nico war heute hier." Er schaut auf den Satz. Er schließt das Heft. Er denkt daran, Miriam anzurufen, aber er tut es nicht, weil er nicht weiß, was er sagen soll. Er geht ans Fenster. Unten auf der Straße ist normaler Abendverkehr. Er schaut eine Weile zu, dann dreht er sich um. Er kocht Reis, isst ihn mit etwas Gemüse und räumt danach ab. Er geht um 22 Uhr ins Bett, obwohl er nicht schläft. Am nächsten Morgen kommt er wieder zwanzig Minuten früher. Er hängt den Mantel an den zweiten Haken. Er reinigt das Glasfeld des Scanners. Das Tuch legt er danach genau gefaltet zurück. Kollegin Petra schaut kurz herein: „Schon wieder so früh?" Thomas antwortet: „Der Scanner läuft sonst nicht sauber an." Petra nickt und geht. Thomas setzt sich. Er öffnet die Schublade und holt die Ersatztinte für den Stempel heraus. Er wechselt sie, obwohl die alte noch gut wäre. Erste Ankunft: Wien, 6:05, Halle B. Er legt die Hände auf den Tresen. Er wartet. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Werner K., neunundvierzig Jahre alt, kennt den Rhythmus seiner Arbeit so genau, dass er ihn kaum noch als Rhythmus wahrnimmt. Achtzehn Jahre Passkontrolle haben ihn geformt wie Wasser den Stein – still, ohne dramatischen Schnitt, mit einem Ergebnis, das sich erst aus der Distanz abzeichnet. Um 5:20 Uhr betritt er Terminal 2 des Flughafens München. Er zieht die Latexhandschuhe glatt, drückt den Stempel einmal auf das Testpapier und prüft den Abdruck. Datum, Uhrzeit, Liniengenauigkeit – alles sitzt. Die Thermoskanne stellt er links, weil rechts der Scanner steht, eine Reihenfolge, die er vor Jahren einmal festgelegt hat, ohne sie seitdem je neu zu überdenken. Kollegin Sonja kommt vorbei und nickt ihm zu; er hebt kurz die Hand, ohne aufzublicken. Das ist kein Schweigen aus Abneigung. Es ist die Konzentration dessen, der weiß, dass die Aufmerksamkeit, die er hier aufbringt, die einzige Form von Kontrolle ist, die er noch hat. Mittwoch, 12. März, 11:47 Uhr. Die aus Hamburg mit zweiundzwanzig Minuten Verspätung angekommene Maschine schickt ihre Passagiere jetzt geballt durch den Kontrollkorridor. Werner arbeitet schnell: Foto, Gesicht, Datum, Stempel. Dann reicht jemand einen deutschen Reisepass über den Tresen. Werner schlägt ihn auf, und seine Hand hört auf, sich zu bewegen. Das Foto zeigt ein Gesicht, das er kennt – ein Gesicht, dessen Konturen er in sechs Jahren nicht hat vergessen können, obwohl er nie versucht hat, sie zu erinnern. Die Wangenknochen. Die gerade Nase. Das Muttermal knapp unterhalb des linken Ohrs, das er sich noch vorstellen kann, weil er es einmal mit dem Daumen berührt hatte, als sein Sohn noch klein war. Felix. Werner blickt auf, und was er sieht, ist ein junger Mann, der mit beiden Daumen auf ein Handy tippt, vollständig abwesend, vollständig jenseits dieser Kabine, dieses Flughafens, dieser Begegnung. Hätte Felix einen Moment gezögert oder zufällig aufgeblickt, wäre vielleicht irgendetwas möglich gewesen. Er blickt nicht auf. Werner hebt den Stempel. Er atmet aus, langsam, damit nichts davon zu hören ist. Er drückt ab. „Einreise genehmigt", sagt er, und seine Stimme klingt, als hätte er dasselbe gerade dem Gepäck vor Felix gesagt. Felix nimmt den Pass und steckt ihn in die Jackentasche. Werner lässt ihn gehen, ohne ein Wort zu sagen. Werner schaut auf den frischen Abdruck – das Datum steht da, tadellos, wie auf jedem anderen Pass. „Nächster, bitte." Die verbleibenden vier Stunden verstreichen, wie Dienstzeiten immer verstreichen, wenn man nicht auf sie achtet: unmerklich und zu schnell. Werner füllt die Protokolle aus, räumt das Stempelkissen ein, zieht die Handschuhe aus. Er spricht mit niemandem. Es gibt nichts zu sagen. Um 20:15 Uhr sitzt er in seiner Wohnung in Sendling. Die Wohnung ist nicht unordentlich, aber sie ist nicht bewohnt – das ist der Unterschied, der ihm gelegentlich auffällt, wenn er länger als nötig in einem Zimmer stehenbleibt. Er wählt Claudias Nummer, die er nie gespeichert hat, weil er sie auswendig kennt und sich irgendwann geschworen hatte, sie eines Tages zu vergessen. Vier Freizeichen. Die Mailbox. Er legt auf. Er sitzt still. Dann wählt er noch einmal. Dieselbe Stimme, dieselbe Ansage, die er in sechs Jahren nicht hat ändern hören. Er wartet, bis der Ton kommt, und spricht dann in das Gerät, als würde er einem schläfrigen Beamten einen Befund diktieren. „Er ist durchgekommen." „Er sieht gut aus." „Ich wollte das nur sagen." Er legt auf. Er weiß nicht, ob Claudia die Nachricht abhören wird. Er weiß nicht, ob Felix überhaupt weiß, wo sein Vater arbeitet – und wüsste Felix es, wäre damit nichts gewonnen und nichts erklärt. Er kocht Nudeln mit Tomatensauce, isst am Küchentisch, ohne das Radio einzuschalten. Er spült den Teller ab. Das Fenster zeigt auf einen Innenhof, in dem kein Licht brennt. Am nächsten Morgen betritt er den Kontrollbereich um 5:20 Uhr. Das Stempelkissen hat er am Vorabend neu getränkt, weil er wusste, dass der frühe Abdruck sonst zu hell ausfiele – und ein zu heller Abdruck ist ein Abdruck, den man anzweifeln kann. Er drückt den Stempel auf das Testpapier. Der Abdruck sitzt. Er sitzt, wie er immer sitzt. Kollege Bauer klopft an die Kabinenwand. „Alles okay?" Werner nickt. „Der Stempel könnte bald eine neue Farbe gebrauchen", sagt er. Bauer nickt, als wäre das eine Antwort auf eine Frage, die er nicht gestellt hat, und geht. Werner schaut auf die Anzeigetafel. Nächste Ankunft: Berlin, 6:40, Terminal 2, Gate D. Er öffnet die Thermoskanne. Der Kaffee ist noch heiß. Er trinkt. Er wartet. == 95 == 1 -------------------- Erik geht jeden Morgen in die Werkstatt. Die Werkstatt ist klein. Sie gehört jetzt ihm. Früher hat sie seinem Vater gehört. Sein Vater ist gestorben. Das ist vor drei Monaten passiert. In der Werkstatt ist es kalt. Erik macht das Licht an. Er sieht die Säge. Die Säge steht an der Wand. Sein Vater hat die Säge oft benutzt. Erik hat sie noch nicht benutzt. Auf einem Tisch liegt ein Stück Holz. Sein Vater hat es angefangen zu schneiden. Es ist noch nicht fertig. „Das ist für eine Bank", hat sein Vater gesagt. Erik weiß das noch. Er macht Kaffee. Er trinkt den Kaffee. Er ist warm. Draußen liegt Schnee. Es ist sehr kalt draußen. Erik schaut auf das Holz. Er schaut auf die Säge. Er macht nichts. Er trinkt noch mehr Kaffee. An der Wand hängt ein Zettel. Sein Vater hat den Zettel geschrieben. Auf dem Zettel steht: „Bank fertig machen." Erik liest den Zettel. Er liest ihn jeden Morgen. Er nimmt ein anderes Werkzeug. Er schleift ein altes Brett. Das Brett ist schon glatt. Aber er schleift weiter, weil er etwas tun muss. Das Brett wird noch glatter. Um zwölf Uhr isst er Brot. Er hat Wurst draufgelegt. Er steht und isst. Durch das Fenster sieht er den See. Der See ist zugefroren. Der Schnee liegt auf dem Eis. Es ist alles weiß. „Schön", sagt er leise. Dann isst er weiter. Am Nachmittag geht er zur Säge. Er fasst sie an. Das Metall ist kalt. Er drückt den Knopf. Die Säge macht ein lautes Geräusch. Das Geräusch geht durch die Werkstatt. Erik macht die Säge wieder aus. Es ist wieder still. Er geht zu dem Holz auf dem Tisch. Er berührt es. Es ist glattes, gutes Holz. Sein Vater hat es gut ausgesucht. Um vier Uhr macht er die Werkstatt zu. Er geht nach Hause. Es ist schon dunkel. Er geht langsam. Zu Hause isst er Suppe. Er setzt sich an den Tisch. Er denkt an seinen Vater. Er denkt an die Säge. Er denkt an das Holz. „Morgen", sagt er. Er steht auf und geht ins Bett. Am nächsten Morgen geht er wieder in die Werkstatt. Er macht das Licht an. Die Säge steht noch an der Wand. Das Holz liegt noch auf dem Tisch. Alles ist wie gestern. Er macht Kaffee. Er wartet. Er weiß es nicht. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Olaf ist jeden Morgen um sieben Uhr in der Werkstatt. Die Werkstatt ist klein und liegt direkt am Hafen. Es ist Dezember und es ist kalt. Olaf hat früher mit seinem Vater hier gearbeitet. Jetzt arbeitet er allein. Sein Vater ist im Oktober gestorben. Im Hafen liegt ein altes Fischerboot. Es ist rot und blau, aber die Farbe ist alt und kaputt. Olaf muss den Rumpf neu streichen. Das hat sein Vater ihm gesagt. „Du musst das Boot streichen", hat sein Vater gesagt. Olaf hat ja gesagt. Aber er hat noch nicht angefangen. An der Wand in der Werkstatt ist eine Tafel. Auf der Tafel hat sein Vater „Rumpf streichen" geschrieben. Olaf sieht die Tafel jeden Morgen. Er hat die Schrift noch nicht weggewischt. Der große Pinsel liegt auf dem Tisch. Er liegt dort seit Oktober. Olaf hat ihn noch nicht benutzt. Er trinkt Kaffee und schaut zum Hafen. Das Wasser ist grau. Am Rand liegt Eis. Es hat gestern geschneit, und der Schnee liegt auf dem Steg. Das Boot liegt ruhig im Wasser. Es wartet. Olaf geht zu einem anderen Boot. Er reinigt die Anker und prüft die Seile. Das ist nicht nötig, aber er macht es trotzdem. Er arbeitet langsam. Er denkt nicht viel nach. Um zwölf Uhr isst er eine belegte Stulle. Er steht an der Werkbank und isst. Es gibt keinen Tisch in der Werkstatt. Sein Vater hat immer gesagt: „Ein Tisch ist Platzverschwendung." Olaf hat früher über diesen Satz gelacht. Heute lacht er nicht. Er denkt an seinen Vater. Am Nachmittag kommt ein bisschen Sonne. Sie kommt durch das Fenster und liegt auf dem Boden. Olaf sieht das und bleibt stehen. Er mag das. Er steht eine Weile da und macht nichts. Dann nimmt er den großen Pinsel in die Hand. Er hält ihn fest. Er schaut auf das Fischerboot draußen. Er legt den Pinsel wieder hin. Noch nicht. Um vier Uhr macht er die Werkstatt zu. Er geht nach Hause. Es ist schon dunkel. Der Schnee leuchtet ein bisschen im Dunkeln. Er geht langsam. Zu Hause zieht er die Jacke aus. Er kocht Tee und setzt sich an den Tisch. Er trinkt den Tee und schaut aus dem Fenster. Draußen ist nichts zu sehen, denn es ist zu dunkel. Er denkt an das Boot. Er denkt an seinen Vater. Er denkt: „Morgen mache ich es." Das denkt er schon lange. Aber er glaubt es noch. Das ist wichtig. Er geht früh ins Bett. Er schläft gut. Morgen früh steht er wieder auf. Er fährt wieder zur Werkstatt. Der Pinsel liegt auf dem Tisch. Das Boot liegt im Hafen. Alles ist wie immer. Das ist gut so. Oder vielleicht nicht. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Håkon öffnete die Werkstatttür und trat ein. Es war halb sieben, und draußen war es noch dunkel. Er zog seine Handschuhe aus und legte sie auf die Werkbank. Die Heizung lief schon – er hatte sie am Abend vorher eingeschaltet. Trotzdem war es kalt. Das Ruderboot stand vor ihm – alt, klein, mit einem gebrochenen Kiel. Sein Vater hatte es im Juni angefangen zu reparieren. Er hatte es nie fertiggemacht. Håkon holte die Thermoskanne aus der Tasche und goss sich Kaffee ein. Der Dampf stieg auf. An der Wand hing ein Stück Pappe mit einer Liste. Sein Vater hatte sie geschrieben, kurz bevor er ins Krankenhaus musste. Die Handschrift war klein und ein bisschen schief. Oben stand: „Kiel reparieren – dann Boden abdichten." Håkon las die Liste jeden Morgen. Er hatte sie noch nie abgehakt. „Das muss ich noch machen", sagte er manchmal laut vor sich hin. Aber er machte es nicht. Der Hobel lag auf einem Brett neben dem Boot. Er war scharf, sein Vater hatte ihn immer gut gepflegt. Håkon fasste ihn kurz an, dann ließ er ihn wieder los. Es war noch nicht Zeit. Warum er das dachte, wusste er selbst nicht. Er ging zu einem anderen Boot und fing an, die Ruder zu schleifen. Die Ruder brauchten das gar nicht, aber es gab ihm etwas zu tun. Das Schleifen machte ein gleichmäßiges Geräusch. Er arbeitete langsam und hörte dem Geräusch zu. Draußen war es noch immer dunkel. Manchmal hörte er das Eis am Hafen knacken. Es klang laut und trocken, wie ein Knall. Er drehte sich nicht um. Um zwölf aß er sein Brot. Er hatte Käse draufgelegt und etwas Butter. Er stand an der Werkbank und kaute langsam. Durch das Fenster sah er die Bucht. Das Wasser war grau, und am Rand lag Eis. Ein paar Möwen flogen tief über das Wasser. „Schöner Tag", sagte er, obwohl er das nicht wirklich meinte. Dann lachte er kurz und aß weiter. Sein Vater hatte diesen Witz oft gemacht. An schlechten Tagen hatte er immer „Schöner Tag" gesagt. Håkon hatte das als Kind nicht lustig gefunden. Jetzt fand er es ein bisschen lustig. Und ein bisschen nicht. Am Nachmittag wurde es heller. Ein schwaches Licht kam durch das Fenster und fiel auf das Ruderboot. Das Boot sah gut aus, auch wenn der Kiel noch kaputt war. Es war ein gutes Boot, sein Vater hatte es selbst gebaut. „Das Boot bleibt in der Familie", hatte er immer gesagt. Håkon dachte oft an diesen Satz. Er hatte damals nicht so viel darüber nachgedacht. Er stand jetzt vor dem Boot und sah es an. Dann ging er zurück zur Werkbank und ordnete die Werkzeuge. Die Werkzeuge brauchten das nicht, aber er tat es trotzdem. Gegen vier räumte er auf. Er legte alle Werkzeuge zurück an ihren Platz. Den Hobel legte er wieder auf das Brett neben dem Boot. Genau so, wie er ihn vorgefunden hatte. Er schaltete die Heizung aus und zog die Tür zu. Draußen war es schon wieder dunkel. Er ging den Weg zum Haus hinauf, es waren etwa zweihundert Meter. Der Schnee knirschte unter seinen Stiefeln. Er mochte dieses Geräusch. Zu Hause zog er die Stiefel aus und stellte sie neben die Tür. Er wärmte Suppe auf und aß sie am Küchentisch. Die Thermoskanne stand noch auf dem Tisch, er hatte sie vergessen mitzunehmen. Er schenkte sich den letzten Kaffee ein. Er war kalt. Er trank ihn trotzdem. Dann saß er eine Weile und tat nichts. Er dachte an das Boot. Er dachte an seinen Vater. Nicht an etwas Besonderes – nur so. „Morgen", sagte er schließlich, stand auf und ging ins Bett. Er wusste nicht genau, was er damit meinte. Aber das Wort fühlte sich richtig an. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Petter fuhr jeden Morgen die gleiche Straße durch den Wald, sieben Kilometer von seinem Haus bis zur Werkstatt seines Onkels. Im Januar war es um halb acht noch dunkel. Die Scheinwerfer leuchteten die Birken an, und ihre Stämme sahen weiß aus wie frisch gehobelte Bretter. Er parkte auf dem gefrorenen Kiesplatz und saß dann immer einen Moment im Auto, bevor er ausstieg. Er wusste selbst nicht, warum. Die Werkstatt roch nach Holzstaub und Kälte, weil er die Heizung am Vorabend immer abstellte. Er drehte den Regler auf, und das Gebläse begann langsam zu laufen. Es würde eine halbe Stunde dauern, bis die Luft sich erwärmte. An der Wand neben dem Eingang hing ein Blatt Zeichenpapier, A2-Format, mit einem Bleistiftplan für einen Fensterrahmen aus Eichenholz. Der Plan war in der sauberen Handschrift seines Onkels beschriftet: Maße, Holzstärke, Verbindungstypen. Petter kannte sich mit Holzrahmen aus. Das war kein Problem. Das Problem war etwas anderes, aber er hätte nicht sagen können, was genau. Er hängte seine Jacke auf den Haken, trank einen Schluck Kaffee aus dem Becher, den er mitgebracht hatte, und stellte ihn auf die Werkbank. Dann ging er zu dem Eichenholzstapel, der seit Oktober in der hinteren Ecke lag. Er fasste ein Brett an und befühlte die Maserung mit dem Daumen. Gutes Holz. Trockenes Holz. Holz, das darauf wartete, etwas zu werden. Die Bandsäge stand links von der Werkbank, abgedeckt mit einem Stück Segeltuch. Sein Onkel hatte sie vor zwölf Jahren gekauft, gebraucht, von einem Tischler aus Karlstad. Sie lief gut, wenn man wusste, wie man sie einstellte. Petter wusste es. Er hatte als Lehrling in dieser Werkstatt begonnen, vor fast zwanzig Jahren. Später war er weggegangen, in die Stadt, und hatte andere Arbeit gemacht. Jetzt war er zurückgekommen, aber nicht so, wie er sich das vorgestellt hatte. Der Kirchenvorstand aus Torsby hatte sich zweimal gemeldet. Das erste Mal hatte Petter nicht geantwortet. Beim zweiten Anruf hatte er gesagt: „Ich kümmere mich darum." Er hatte nicht gesagt, wann. Um zehn Uhr begann er, Bretter für einen Schrank zu hobeln, der nichts mit dem Fensterrahmen zu tun hatte. Er brauchte einen Grund, die Maschinen laufen zu lassen. Das Hobeln machte Lärm, und Lärm war gut. Als er aufhörte, wurde es still, und in der Stille hörte er das Holz in den Balken knacken – ein leises Geräusch, das entstand, wenn die Temperatur wechselte. Sein Onkel hatte das früher das „Atmen des Hauses" genannt. Petter fand das zu poetisch, aber das Wort blieb trotzdem. Zum Mittagessen wärmte er Suppe auf der kleinen Herdplatte auf, die in der Ecke stand. Er aß stehend, mit dem Blick auf den Plan an der Wand. Die Maße stimmten. Die Verbindungen waren gut gedacht. Sein Onkel war kein Poet gewesen, aber ein solider Handwerker – das musste Petter zugeben, auch wenn er es früher nie gesagt hätte. Sie hatten sich selten gut verstanden, er und sein Onkel. Das war jetzt schwieriger zu denken als früher. Am Nachmittag fiel die Sonne so tief durch das Fenster, dass der Lichtstrahl direkt auf die abgedeckte Bandsäge traf. Das Segeltuch leuchtete auf, gelb und warm. Petter stand eine Weile da und sah hin. Dann zog er das Segeltuch weg. Die Säge stand da wie immer – schwarz, kompakt, das breite Sägeblatt leicht geölt und schimmernd. Er streckte die Hand aus und drückte den Einschaltknopf. Die Säge lief an, ruhig und gleichmäßig. Er hörte eine Weile zu. Dann schaltete er sie wieder aus. Er wusste nicht, ob das ein Fortschritt war. Wahrscheinlich schon. Wahrscheinlich auch nicht. Gegen halb fünf fegte er die Späne zusammen und schüttete sie in den Eimer. Die Heizung stellte er ab, und die Lichter löschte er nacheinander, vom hinteren Ende der Werkstatt bis zur Tür. So hatte es sein Onkel immer gemacht, und Petter merkte, dass er es genauso machte, ohne dass er das entschieden hatte. Das ärgerte ihn ein bisschen. Draußen war es inzwischen völlig dunkel. Der Schnee lag hoch auf dem Kiesplatz, und seine eigenen Fußabdrücke vom Morgen waren noch sichtbar, leicht eingesunken. Er blieb kurz stehen und sah sie an. Morgen würden wieder welche dazukommen. Im Auto schaltete er die Heizung ein und wartete, bis die Scheibe klar wurde. Er dachte an den Kirchenvorstand. Er dachte an das Holz in der Ecke. Er dachte daran, dass sein Onkel niemals einen Auftrag unfertig gelassen hatte – nicht einen einzigen, in über dreißig Jahren. Das wusste jeder in Torsby. Petter fuhr die sieben Kilometer nach Hause, durch den dunklen Wald, ohne Musik. Zu Hause aß er, was er noch im Kühlschrank hatte, und schlief früh ein. Morgen früh würde er wieder fahren, wieder ankommen, wieder den Kaffee auf die Werkbank stellen. Der Plan würde noch an der Wand hängen. Das Holz würde noch in der Ecke liegen. Und die Bandsäge würde da stehen, das Segeltuch jetzt weggeräumt, das Blatt blank und bereit. Er fragte sich nicht, wann er anfangen würde. Er fragte sich nur, wie es sich anfühlen würde, wenn er es tat. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Torben hatte die Schuppentür seit sechs Wochen nicht geölt, und sie schrie beim Öffnen wie etwas, das nicht öffnen wollte. Er ließ sie schreien. Die Lampe an der Decke brauchte drei Sekunden, bis sie anging – eine Eigenart, die sein Vater das „Überlegen der Lampe" genannt hatte. Torben nannte es gar nichts. Er stellte den Blechbecher auf die Werkbank und goss Kaffee aus der Thermoskanne, langsam, damit nichts schwappte. Draußen lag Herbstnebel über der Bucht von Marstal, dicht wie nasse Wolle. Die Jolle seines Vaters – eine Klinkerbauweise aus den siebziger Jahren, deren hinteres Drittel seit März unfertig geblieben war – lag auf zwei Böcken in der Mitte des Schuppens. Torben sah hin. Dann wandte er sich ab und begann, an einem Außenborder zu arbeiten, der einem Fischer aus dem Dorf gehörte und seit Wochen wartete. Das war wenigstens bezahlt. Das Schaben der Metallfeile gegen das Gehäuse füllte den Raum, bis der Lärm aufgehört hatte, Lärm zu sein, und nur noch Hintergrund war. Sein Vater hatte den Außenborder für ihn gekauft, als er zwölf war. Nein – das stimmte nicht. Das war ein anderer Außenborder gewesen, vor noch längerer Zeit. Torben legte die Feile ab. Er hatte in letzter Zeit öfter Dinge verwechselt, die sein Vater wirklich getan hatte, mit Dingen, die er sich nur wünschte, sein Vater hätte sie getan. Es schien wichtig, den Unterschied zu kennen. Am Brett neben der Tür hing, in die Holzoberfläche geritzt, eine Zeile in der Handschrift seines Vaters: „Klinker neu – dann Kalfatern." Darunter, mit Bleistift, der Zusatz: „nicht vergessen: Dachlatten." Torben hatte nie verstanden, was Dachlatten mit der Jolle zu tun hatten. Er hatte nicht gefragt. Er würde es nicht mehr fragen können. Gegen elf begann es zu regnen, leise zunächst, dann schwerer, bis das Trommeln auf dem Wellblechdach jeden anderen Gedanken übertönte. Er mochte den Regen auf Blech. Sein Vater hatte ihn nicht gemocht; er hatte immer gesagt, man könne dabei seinen eigenen Verstand nicht hören. Torben dachte, dass das vielleicht der Punkt sei. Um halb eins aß er, was er mitgebracht hatte: zwei Stücke Rugbrød mit Käse, in Backpapier gewickelt. Er setzte sich auf den umgestülpten Eimer, der seit Jahren für diesen Zweck dort stand. Die Jolle war jetzt direkt vor ihm. Er sah auf den rissigen Plankenbereich, der das Werk seines Vaters unterbrach, als hätte jemand mitten in einem Satz aufgehört zu schreiben. Der Spalt zwischen der letzten gesetzten Planke und dem Rohholz dahinter maß ungefähr vier Fingerbreit. Vier Fingerbreit. Das bedeutete, dass sein Vater an dem Tag, an dem er gestorben war, vier Fingerbreit Arbeit vor sich gehabt hatte. Oder mehr. Vielleicht war er müde gewesen und hatte früher aufgehört, als das Ziel wirklich nah war. Torben wusste es nicht, weil er nicht dabei gewesen war. Er hatte die Jolle seit der Übernahme des Schuppens dreimal angefasst – einmal, um Staub abzuwischen, einmal, um die Trockenheit des Holzes zu prüfen, und einmal ohne Grund. Das dritte Mal schien ihm rückblickend das ehrlichste. Das Rugbrød schmeckte nach nichts Besonderem. Nachmittags kam für eine halbe Stunde die Sonne durch, schräg und ohne Wärme, so wie sie im Oktober auf Ærø immer war – da, als entschuldigte sie sich für das Dasein. Torben schob die Schuppentür auf und stand draußen, die Hände in den Hosentaschen. Die Bucht lag blank und still. Ein Fischerboot irgendwo weit draußen bewegte sich nach Norden, fast zu langsam, um sich zu bewegen. Er dachte daran, dass sein Vater diesen Blick von derselben Stelle aus jahrzehntelang gehabt hatte. Er selbst hatte ihn als Kind nie interessant gefunden. Jetzt verstand er etwas daran, ohne genau benennen zu können, was. Drinnen stand er wieder vor der Jolle. Er griff in den Werkzeugkasten und holte den Dechsel heraus, den sein Vater immer benutzt hatte – das Blatt blank, der Stiel von langen Jahren abgegriffen. Er hielt ihn eine Weile, ohne etwas zu tun. Dann legte er ihn zurück. Noch nicht. Er wusste selbst nicht, warum er das dachte, aber er dachte es mit großer Bestimmtheit. Die Arbeit am Außenborder war gegen vier fertig. Er notierte die Stunden in das Heft, das seit dem Tod seines Vaters nur noch von ihm beschrieben wurde. Die Handschrift seines Vaters füllte die ersten zwei Drittel, seine eigene das letzte Drittel – die Buchstaben kleiner, eckiger, weniger zuversichtlich, obwohl er der Jüngere war. Er wischte die Werkbank ab, mit einem Lappen, den er danach so faltete, wie er ihn vorgefunden hatte. Ob sein Vater ihn so gefaltet hatte, wusste er nicht. Wahrscheinlich schon. Er löschte die Lampe – das Überlegen der Lampe galt auch beim Ausschalten, drei Sekunden Flackern –, zog die Tür zu und ließ sie kreischen. Auf dem Weg zum Haus regnete es wieder. Die Bucht war nicht mehr zu sehen. Er dachte: Morgen. Dann dachte er nichts mehr und konzentrierte sich auf den schlammigen Weg. Zu Hause hängte er die Jacke auf, wusch sich die Hände, setzte sich an den Küchentisch. Die Thermoskanne war noch halb voll; er goss sich einen ein. Er trank ihn kalt. In der Küche roch es nach dem Holz, das er den ganzen Tag berührt hatte, und nach nichts anderem. Er saß dort, bis es dunkel wurde. Dann stand er auf, ohne einen bestimmten Grund, außer dass es Zeit schien. Er wusste, dass er morgen früh wieder den Schuppen aufschließen würde. Er wusste, dass er wieder auf die Jolle sehen würde. Und er wusste, ohne sicher zu sein, ob das gut oder schlecht war, dass er das Werkzeug morgen nicht anfassen würde. Noch nicht. == 96 == 1 -------------------- Klassenraum vier Anna putzt jeden Tag eine Grundschule. Sie fängt um fünfzehn Uhr an. Die Kinder sind dann schon weg. Die Schule heißt Grundschule am Park. Sie liegt in Erfurt. Anna arbeitet hier seit vier Jahren. Ihr Sohn Tim war hier Schüler. Er war in der Klasse 4a. Tim ist vor fünf Jahren gestorben. Er war acht Jahre alt. Er hat eine schwere Krankheit gehabt. Das war sehr schlimm. Anna hat lange geweint, als das passiert ist. Jetzt weint sie nicht mehr. Sie arbeitet. Jeden Tag putzt Anna zuerst die Flure. Dann kommen die Klassenzimmer. Sie hat einen Mopp und einen Eimer mit warmem Wasser. Das Wasser riecht nach Putzmittel. Anna kennt jeden Raum in der Schule. Sie weiß, wie lange sie für jeden Raum braucht. Am Ende putzt sie immer Zimmer vier. Das ist ihr letzter Raum. Das war das Klassenzimmer von Tim. Anna öffnet die Tür von Zimmer vier. Das Zimmer ist nicht groß. Es hat zwanzig Tische und zwanzig Stühle. Die Wände sind hellgelb. Vorne hängt eine große grüne Tafel. Anna stellt den Eimer ab. Sie setzt sich auf einen Stuhl. Tim hat hier vorne rechts gesessen. Das hat ihr die Lehrerin gesagt. Anna schaut auf diesen Platz. Sie weiß, dass Tim dieses Zimmer geliebt hat. Er hat seiner Mutter viel davon erzählt. Sie sitzt ein paar Minuten da. Sie sagt nichts. Sie denkt an Tim. Dann steht Anna auf. Sie nimmt den Mopp. Sie putzt den Boden. Die Kollegin Vera kommt kurz herein. „Ich gehe jetzt", sagt Vera. „Okay", sagt Anna. „Bis morgen." „Tschüss", sagt Vera. Anna winkt. Sie arbeitet alleine weiter. Um siebzehn Uhr ist Anna fertig. Sie hat alles sauber gemacht. Sie leert den Eimer aus. Sie stellt den Mopp in den Schrank. Dann zieht sie ihre Jacke an. Die Jacke ist grün. Anna geht durch den Schulhof. Es ist noch hell. Ein paar Blätter liegen auf dem Boden. Anna geht nach Hause. Der Weg dauert zehn Minuten. Zu Hause macht sie Tee. Sie sitzt am Tisch und trinkt. Sie hat ein Foto von Tim auf dem Tisch. Tim lacht auf dem Foto. Er hat ein rotes T-Shirt an. Anna schaut das Foto an. Morgen kommt sie wieder. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Zimmer fünfzehn Petra arbeitet jeden Abend im Altenheim Sonnenschein in Dresden. Sie fängt um siebzehn Uhr an und hört um zweiundzwanzig Uhr auf. Sie reinigt die Gänge, die Gemeinschaftsräume und die Bäder. Petra mag diese Arbeit, denn sie ist klar und hat ein Ende. Das Altenheim hat drei Stockwerke. Petra arbeitet am liebsten im zweiten Stock. Dort war Karl, ihr Mann. Karl ist vor zwei Jahren gestorben. Er hat ein Jahr lang in Zimmer fünfzehn gelebt, denn er konnte nicht mehr alleine sein. Er hatte Demenz und hat Petra manchmal nicht mehr erkannt. Das hat ihr sehr wehgetan. Aber sie ist trotzdem jeden Tag zu ihm gekommen. Petra hat nach Karls Tod lange nicht gearbeitet. Dann hat sie im Altenheim eine Stelle gefunden. Sie hat die Stelle genommen. Niemand hat gefragt warum. Jetzt wischt sie den Gang im zweiten Stock. Der Boden ist aus Linoleum und macht ein leises Geräusch. Die Türen der Zimmer sind meistens geschlossen. Manchmal hört sie Musik hinter den Türen, aber nachts ist es ruhig. Petra wischt von links nach rechts, Bahn für Bahn. Sie arbeitet langsam und sorgfältig. Vor Zimmer fünfzehn bleibt sie kurz stehen. Das Zimmer ist nicht leer, eine neue Bewohnerin schläft dort. Sie heißt Frau Winkler und hat weiße Haare. Petra kennt sie ein bisschen, denn sie putzt auch ihr Zimmer. Früher hat Petra dieses Zimmer auch gereinigt, als Karl noch dort war. Sie hat den Boden gewischt und das Fenster geputzt. Karl hat manchmal auf dem Bett gesessen und zugeschaut. Einmal hat er gesagt: „Wer bist du?" Petra hat geantwortet: „Ich bin deine Frau, Karl." Er hat gelächelt, aber er hat sie nicht erkannt. Sie denkt oft an diesen Moment. Jetzt geht sie in den Aufenthaltsraum am Ende des Ganges. Dort stehen zwei Sessel und ein kleiner Tisch. Petra setzt sich in den Sessel am Fenster. Sie sitzt drei Minuten. Durch das Fenster sieht sie die Straße und die Laternen. Es ist still. Dann steht sie auf und wischt den Aufenthaltsraum. Um acht Uhr kommt die Nachtschwester Birgit. „Frau Schreiber, möchten Sie Kaffee?", fragt sie. „Nein, danke", sagt Petra. „Ich bin gleich fertig." Birgit schaut sie kurz an. „Geht es Ihnen gut?" „Ja, es geht", sagt Petra. Birgit nickt und geht weiter. Petra wischt den letzten Gang fertig. Um zweiundzwanzig Uhr ist Petra fertig. Sie hat den Eimer geleert und alles aufgeräumt. Jetzt zieht sie ihre Jacke an. Die Jacke ist blau und ein bisschen alt. Petra geht durch den Haupteingang hinaus. Draußen ist es kalt und dunkel. Die Straße ist fast leer. Ein Bus fährt vorbei. Aber Petra geht lieber zu Fuß nach Hause. Der Weg dauert fünfzehn Minuten. Sie geht denselben Weg wie immer. Zu Hause hängt ein Foto von Karl an der Wand. Es ist ein altes Foto, Karl lacht darauf. Petra schaut es kurz an. Dann geht sie ins Bett. Manchmal schläft sie schnell ein. Manchmal liegt sie lange wach. Aber morgen kommt sie wieder. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Sporthalle Kemal kommt jeden Abend um acht Uhr zur Sporthalle der Carl-Schurz-Schule. Er schließt die Seitentür auf, stellt das Licht an und holt den Putzeimer aus dem Schrank. Das Wasser, das er in den Eimer füllt, riecht nach Desinfektionsmittel. Er mag diesen Geruch, weil dann die Arbeit gleich beginnt. Die Sporthalle ist groß und wirkt am Abend sehr still. Nur die Basketballkörbe hängen oben an den Wänden, im Halbdunkel. Kemal arbeitet seit drei Jahren hier, und er kennt jeden Winkel der Halle. Davor hat er in einer Fabrik gearbeitet, aber das ist lange vorbei. Er hat sich bei der Schule beworben, weil die Stelle frei war. Nicht nur deshalb. Lena hat in dieser Halle Volleyball gespielt, jeden Donnerstag nach der Schule. Sie war die Libero, die kleine Spielerin, die immer als erste beim Ball war. Kemal hat ihr oft zugeschaut, wenn er sie abgeholt hat. Vor drei Jahren ist sie hier zusammengebrochen, beim Schulsporttag. Es war ein Mittwoch im Oktober. Das Herz von Lena hat aufgehört zu schlagen. Sie war erst sechzehn Jahre alt. Der Notarzt kam in sieben Minuten, aber es hat nicht mehr geholfen. Kemal hat das nie vergessen. Er fängt in der Mitte der Halle an und wischt lange, gerade Bahnen. Der Mopp ist neu, erst seit einem Monat. Der alte hat nicht mehr gut gewischt. Kemal wischt gleichmäßig, ohne zu eilen. Er braucht keine Musik dabei. Die Stille in der leeren Halle stört ihn nicht. Wenn er bis zu den Zuschauerbänken kommt, wischt er langsamer. Hier war Lena, als sie fiel. Auf dem gelben Strich der Mittellinie, fast genau in der Mitte. Kemal stellt den Eimer ab und setzt sich auf die Trainerbank. Er schaut auf den Boden. Er denkt nicht in Worten, wenn er hier sitzt. Er schaut einfach. Eine Lehrerin hat ihm später erzählt, dass Lena kurz vorher noch gelacht hat. „Sie war so glücklich, Herr Yildiz", hat die Lehrerin gesagt. Kemal hat „Danke" gesagt und ist gegangen. Er bleibt fünf Minuten auf der Bank sitzen. Dann nimmt er den Mopp und wischt den gelben Strich. Er wischt zweimal darüber, einmal hin, einmal zurück. Dann wischt er weiter. Um halb zehn klopft es kurz an der Seitentür. Es ist Mehmet, sein Kollege aus der Turnhalle nebenan. „Alles okay?", fragt Mehmet. „Ja", sagt Kemal. „Ich mache gleich Pause. Kommst du mit?" „Später", sagt Kemal. „Ich bin noch nicht fertig." Mehmet nickt und schließt die Tür wieder. Kemal ist froh, dass Mehmet nicht mehr gefragt hat. Er trinkt einen Schluck Wasser aus seiner Flasche. Er wischt die Umkleidekabinen und die Gänge. Er kennt jeden Raum genau, weil er ihn schon so oft gereinigt hat. Um elf ist er fertig. Er leert den schmutzigen Eimer in den Abfluss. Das Wasser läuft rauschend ab. Er spült den Eimer aus und stellt ihn in den Schrank. Dann schaltet er das Licht aus. In der Halle ist es jetzt fast dunkel, nur das rote Notlicht brennt. Kemal steht kurz an der Tür und schaut in die Dunkelheit. Er kann den gelben Strich auf dem Boden nicht mehr sehen. Aber er weiß, wo er ist. Er zieht seine Jacke an. Es ist eine dünne Jacke, zu dünn für November. Er hat sie noch von früher und möchte sie nicht weggeben. Er schließt die Seitentür ab und geht. Draußen regnet es leise. Die Straße vor der Schule glänzt nass im Licht der Laternen. Kemal geht nach Hause. Der Weg dauert zwanzig Minuten zu Fuß. Er geht ihn jeden Abend. Heute denkt er an Lenas Lachen. Er kann es sich gut vorstellen, obwohl er es nicht selbst gesehen hat. Das ist seltsam, denkt er. Aber es stimmt. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Der Saal Thomas schließt jeden Abend um neunzehn Uhr das Gemeindezentrum ab, wenn die letzten Gruppen gegangen sind. Er ist seit sieben Jahren Hausmeister hier, und er kennt jeden Schrank, jede Sicherung, jeden kaputten Türgriff. Die Reinigung des großen Saals macht er immer zuletzt. Das hat keinen praktischen Grund. Es ist einfach so. Der Saal fasst hundertdreißig Personen, wenn alle Stühle aufgestellt sind. Am Dienstag probt hier der Kirchenchor, am Donnerstag der Turnverein, am Samstag manchmal eine Hochzeitsgesellschaft. Thomas räumt nach jeder Veranstaltung die Stühle weg, schiebt die Tische zur Wand und wischt den Boden. Die Arbeit dauert ungefähr eine Stunde. Er braucht dabei kein Radio, keinen Podcast, keine Musik. Klara war vor zwei Jahren gestorben, an einem Dienstagabend im November. Sie hatte im Chor gesungen, Alt, seit zwanzig Jahren. Mitten in der Probe hatte sie sich hingesetzt, und die anderen hatten gedacht, sie brauche kurz eine Pause. Aber sie war nicht wieder aufgestanden. Der Notarzt war in neun Minuten da gewesen, hatte der Chorleiter später berichtet. Thomas hatte sich gemerkt, dass es neun Minuten gewesen waren. Manchmal rechnete er nach, was in diesen neun Minuten alles hätte anders sein können. Dann hörte er auf damit. Er wischte den Saal in langen, geraden Bahnen, während draußen die letzten Autos vom Parkplatz fuhren. Der Boden war Parkett, das er zweimal im Jahr einölen musste. Es war ein schöner Boden, sagte immer der Bürgermeister, wenn er vorbeikam. Thomas stimmte dann zu, weil es stimmte und weil es nichts kostete, zuzustimmen. Der Platz, an dem Klara gesessen hatte, war in der vierten Stuhlreihe von links, Sitz drei. Man konnte ihn nicht mehr genau bestimmen, weil die Stühle jedes Mal neu aufgestellt wurden. Aber Thomas wusste, wo die vierte Reihe gewesen war: direkt vor der kleinen Bühne, auf Höhe des zweiten Fensters. Er wischte diese Zone besonders sorgfältig, ohne es sich bewusst zu sagen. Wenn der Bereich sauber war, stellte er einen Stuhl hin und setzte sich. Drei Minuten, nicht mehr. Das Sitzen war kein Ritual. Es war eine Gewohnheit, die sich von selbst ergeben hatte. Klara hatte laut gesungen, lauter als die anderen im Chor. Der Chorleiter hatte das nie offen gesagt, aber Thomas hatte es bemerkt. Sie hatte immer behauptet, sie singe „mit Herz statt mit Technik", und das hatte er ihr geglaubt. Er glaubte es noch. Ihre Noten lagen zu Hause im Regal, in einem schmalen Ordner. Er hatte sie nicht weggeräumt, obwohl er zweimal angefangen hatte, es zu tun. Um halb acht kam Frau Haas von der Volkshochschule, die im selben Gebäude ihre Kurse abhielt. Sie hatte die Handtasche über die Schulter gehängt und den Schlüssel schon in der Hand. „Fertig für heute?", fragte sie. „Fast", sagte Thomas. Sie schaute sich kurz im Saal um, dann ihn an. „Der Boden sieht gut aus." „Er ist in Ordnung", sagte Thomas. Frau Haas sagte „Gute Nacht" und ging. Thomas hörte, wie die Eingangstür hinter ihr ins Schloss fiel. Dann war er allein. Er schob die letzten Stühle in den Nebenraum, sodass der Saal wieder leer dastand. Er schaltete die großen Deckenstrahler aus. Das Notlicht blieb an, ein schwaches Grün an der Wand. Thomas schob den Reinigungswagen in die Abstellkammer und leerte den Eimer. Das Wasser floss rauschend ab. Er wusch den Eimer, trocknete ihn mit einem Lappen, stellte ihn verkehrt auf das Regal. Danach zog er die Jacke an, die an einem Haken hing. Er schloss die Hintertür ab, dann die Seitentür, dann den Haupteingang. Alle drei Türen, immer in dieser Reihenfolge. Draußen roch die Luft nach nassem Gras und nach dem Regen, der am Nachmittag gefallen war. Das Gemeindezentrum lag am Rand des alten Ortsviertels, hinter der Kirche. Der Weg nach Hause dauerte sieben Minuten zu Fuß. Thomas kannte ihn so gut, dass er ihn im Dunkeln gehen konnte. Er ging ihn trotzdem langsam. In der Ferne bellte ein Hund, einmal, dann war es wieder still. Die Straße war leer, die Häuser dunkel bis auf einzelne Fenster. Thomas dachte nicht daran, ob er morgen wieder kommen würde. Natürlich würde er kommen. Jeden Abend, bis es anders wäre. Er bog in seine Straße ein. Das Küchenfenster seiner Wohnung leuchtete gelblich. Er hatte vergessen, das Licht auszumachen. Es war warm und unnötig. Thomas öffnete die Haustür, trat ein, ließ sie ins Schloss fallen. Er ließ das Licht brennen. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Reihe vierzehn Die Fähre nach Göteborg legt um Mitternacht ab, und Marta beginnt ihre Schicht immer dann, wenn das letzte Schiff den Hafen verlassen hat. Wartehalle B liegt im ältesten Teil des Terminals, ein langgestreckter Bau aus den frühen Siebzigern, dessen Betonkonstruktion man auch durch den neuen Verputz noch erahnt. Marta schiebt den Reinigungswagen aus dem Lagerraum, der nach Ammoniak und feuchtem Tuch riecht. Sie trägt keine Handschuhe mehr. Vor drei Jahren hat sie damit aufgehört, ohne es zunächst zu bemerken. Der Boden ist grauer Terrazzo mit weißen Einschlüssen, der sich bei Nässe wie Eis verhält und unter dem Mopp einen Glanz annimmt, der bis zum Morgen hält. Marta wischt ihn in langen, parallelen Bahnen, von der Fensterfront zur Ausgangstür, immer in dieser Richtung, nie anders. Es gibt eine Ordnung, und wer die Ordnung kennt, braucht nicht nachzudenken. Die Neonröhren über ihr surren auf einer Frequenz, die knapp unterhalb der bewussten Wahrnehmung liegt, aber trotzdem spürbar ist, wenn man lange genug stillsteht. Marta steht nie lange still. Sie hat gelernt, dass Stillstand ihr nichts Gutes lehrt. Die Sitzreihen sind aus hellgrauem Kunststoff, alle Sitze nach vorne weggeklappt, und in der Mitte eines jeden hat sich eine Mulde eingedrückt, die von dem Gewicht vieler wartender Körper spricht. Sieben Jahre sind vergangen, seit Helge hier saß. Er hatte auf die Fähre gewartet, die dreißig Minuten Verspätung hatte, und irgendwann – zwischen dem zweiten Kaffee und dem dritten Gang zur Anzeigetafel – war sein Herz aufgehört. Marta war nicht dabei. Sie hatte zu Hause auf ihn gewartet, mit dem Abendessen auf dem Herd, der Dunstabzugshaube auf niedriger Stufe. Eine Polizistin hatte angerufen, mit einer Stimme, die trainiert wirkte, als wäre das Überbringen schlechter Nachrichten eine handwerkliche Fertigkeit. „Er hat nicht gelitten", hatte sie gesagt. Marta hat das nie geglaubt. Aber sie sagt es sich manchmal trotzdem, wenn das Wasser im Eimer trüb wird und sie es noch nicht wechseln will. Die Halle riecht anders als andere Räume, in denen Menschen warten: nicht nach Schweiß oder Essen, sondern nach dem langen Stillsitzen selbst, nach einer Art aufgespartem Atem. Marta kennt diesen Geruch, ohne ihn benennen zu können. Reihe vierzehn beginnt am dritten Tragpfeiler, gegenüber der ehemaligen Wechselstube, die jetzt hinter einem angerosteten Rollgitter liegt. Sie wischt die Reihe davor aus, zieht den Mopp unter die Sitzflächen hindurch, und das Geräusch verändert sich, weil der Abstand zwischen den Stuhlbeinen hier enger ist als in den vorderen Reihen. Das fällt ihr erst heute wieder auf, obwohl sie es schon immer gewusst hat. Sie lehnt den Mopp an den Pfeiler, um einen Moment freie Hände zu haben, und setzt sich auf Sitz sechs. Der Kunstlederbezug ist kalt, auch im Sommer, auch nach Stunden mit hundert Menschen darauf. Helges Jacke hatte gerochen wie alle Jacken riechen, die man zu lange trägt – nach Tabak und nach dem eigenen Körper, nach dem, was von jemandem übrig bleibt, wenn er geht. Sie erinnert sich nicht mehr an sein Gesicht, wenn sie versucht, es zu erinnern – nur wenn sie es nicht versucht, erscheint manchmal etwas. Aber sie erinnert sich genau an das Muster seines Pullovers von jenem Abend: anthrazitgrau mit eingewirktem Strichmuster, das sie nie mochte. Sie hat ihn nicht behalten. Fünf Minuten. Das ist die Abmachung, die sie mit sich getroffen hat, und sie hat sie noch nie gebrochen, nicht einmal in dem Winter, als das Sitzen besonders schwer war. Dann nimmt sie den Mopp, wischt unter Sitz sechs hindurch, geht weiter. Das trübe Wasser hinterlässt eine dunklere Spur, die kurz sichtbar bleibt und dann trocknet. Um halb drei sitzt Marta im Pausenraum hinter der Sicherheitszentrale. Der Kaffee aus der Maschine schmeckt nach nichts Bestimmtem, aber er ist heiß. Der Wachmann Radek kommt herein, nickt, schenkt sich Wasser ein. Er ist seit zwei Jahren hier, ein großer Mann mit einem ruhigen Gang, dessen Unauffälligkeit etwas Beabsichtigtes zu haben scheint. „Halle A hatte heute Ärger", sagt er, ohne Marta anzusehen. „Was denn?" „Betrunkener." „Polizei?" „Ja", sagt Radek. Er setzt sich, öffnet sein Handy, legt es sofort wieder hin. Marta sieht, wie er kurz zu ihr hinüberblickt, direkt und ohne Umschweife, dann wegschaut. Er weiß von ihr, das weiß sie – in einer Nachtschicht erfahren die Menschen voneinander, ohne je danach gefragt zu haben. Marta trinkt den Kaffee aus, stellt den Becher in die Spüle, geht zurück in die Halle. Das Geräusch ihrer Schritte auf dem Terrazzo klingt nach mehr als sie ist. Um fünf beginnt das Terminal sich wieder zu füllen: zuerst das Reinigungsteam der Frühschicht, dann die ersten Passagiere für die Dänemarkfähre. Marta schiebt den Wagen zurück in den Lagerraum, kippt das schmutzige Wasser in den Bodenabfluss, der ein Geräusch macht wie ein kurzes, erschöpftes Ausatmen. Sie spült den Eimer aus, stellt ihn schräg zum Trocknen ab, hängt den Mopp über die Querstrebe. An ihrem Spind hängt die Jacke, die sie seit fünf Jahren trägt. Der Stoff hat an den Ärmeln eine Farbe angenommen, die zwischen Grau und Braun liegt und keinen Namen hat. Der Reißverschluss klemmt im letzten Zentimeter, und sie zieht ihn jedes Mal bis kurz davor. Sie nimmt ihre Tasche, geht durch den Seitenausgang in den Morgen. Die Luft riecht nach Salzwasser und Dieselabgasen, nach dem Hafen, der nie schläft. Drüben am Pier liegt die nächste Fähre noch im Schattenbereich der Hafenlampen, halb sichtbar, halb nicht. Marta geht zur Haltestelle, ohne sich umzudrehen. An der Haltestelle steht ein Schild, das seit Monaten einige Grad aus dem Lot ist. Niemand hat es gerichtet, und es spricht für die Ordnung der Dinge, dass das niemanden zu stören scheint. Der Bus kommt pünktlich, sie steigt ein, setzt sich ans Fenster. Der Hafen verschwindet hinter der Kurve. Sie schaut nicht hin. Das Grau des Himmels und das Grau des Meeres sind heute nicht zu unterscheiden, als hätte jemand vergessen, zwischen ihnen eine Linie zu ziehen. == 97 == 1 -------------------- Das Feuer im Garten Toni kommt zurück ins Dorf. Er hat das Dorf lange nicht gesehen. Er will das alte Haus verkaufen. Das Haus gehört seiner Großmutter. Seine Großmutter ist tot. Vor dem Haus steht eine Frau. Sie hat schwarze Haare. Ihr Name ist Elena. „Was machst du hier?", fragt Toni. „Das ist unser Garten", sagt Elena. „Das stimmt nicht", sagt Toni. Elena geht weg. Toni schaut ihr nach. Am Abend sitzt Toni vor dem Haus. Es ist heiß. Die Sonne geht unter. Dann kommt Elena zurück. „Es tut mir leid", sagt sie. Toni sagt nichts. Elena setzt sich neben ihn. Toni gibt ihr ein Glas Wasser. Sie trinken zusammen. „Warum bist du hier?", fragt Elena. „Ich verkaufe das Haus", sagt Toni. „Und dann fährst du wieder weg?" „Ja." Es ist still. Elena schaut ihn an. Dann küsst sie ihn. Toni ist überrascht. „Das war falsch", sagt Elena. „Vielleicht", sagt Toni. Aber sie bleibt. Vier Tage lang treffen sie sich im alten Garten. Die Bäume sind groß und alt. Elena bringt Essen. Toni bringt Wein. Sie reden und lachen. Einmal fragt Elena: „Liebst du jemanden in Rom?" „Nein", sagt Toni. „Und du?" „Nein." Einmal zeigt Toni eine Narbe an der Hand. „Was ist das?", fragt Elena. „Alt. Nichts." Elena hält seine Hand. Sie liegen nebeneinander im Gras. Der Himmel ist blau. Toni denkt: Vielleicht bleibe ich länger. Aber er sagt es nicht. In der Nacht riecht Toni Rauch. Er geht zum Fenster. Der Garten brennt. Toni läuft hinaus. Er sieht Elenas Vater. Der Mann steht vor dem Feuer. Er macht nichts. „Was tust du da?", schreit Toni. Elena kommt auch raus. Sie sagt nichts. „Hat dein Vater das gemacht?", fragt Toni. Elena schaut ihn nicht an. Toni versteht. Er geht zurück ins Haus. Er packt seinen Koffer. Es geht schnell. Elena steht in der Tür. „Bleib", sagt sie. „Nein", sagt Toni. Er schaut sie an. Dann nimmt er den Koffer. Er geht raus. Er fährt los. Im Spiegel sieht er das Feuer. Er schaut nicht zurück. In Rom denkt er manchmal an Elena. Er schreibt ihr nicht. Sie schreibt auch nicht. Der Garten ist weg. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Der Orangenhain von Reggio Nico ist mit dem Zug nach Hause gefahren, weil er das alte Haus verkaufen will. Er hat das Haus seit sieben Jahren nicht mehr gesehen. Das Haus steht am Ende der Straße, neben dem alten Orangenhain. Vor dem Haus hat Nico ein Mädchen gesehen. Sie hat schwarze Haare und trägt alte Jeans. „Was machst du hier?", hat Nico gefragt. „Der Hain gehört meiner Familie", hat sie gesagt. Ihr Name ist Giulia, und ihr Vater heißt Ferretti. Nico kennt diesen Namen, denn sein Vater hat ihn gehasst. „Das stimmt nicht", hat Nico gesagt. „Doch", hat Giulia gesagt, und dann ist sie gegangen. Nico ist ihr nicht nachgelaufen. Am Abend hat Nico allein auf der Terrasse gesessen. Es war heiß, und die Grillen haben laut gezirpt. Dann hat er Schritte gehört. Giulia ist wieder da gewesen. „Ich wollte nicht so unhöflich sein", hat sie gesagt. „War es aber", hat Nico geantwortet. Sie hat sich hingesetzt, und er hat ihr Wasser gegeben. „Warum bist du wirklich hier?", hat sie gefragt. „Ich will das Haus verkaufen und dann wieder wegfahren." „Und der Hain?" „Den Hain behalte ich nicht, denn ich wohne nicht mehr hier." Giulia hat ihn angesehen, aber nichts gesagt. Es war sehr still. Dann hat sie ihn geküsst, und er hat sich nicht bewegt. „Das war falsch", hat sie gesagt. „Vielleicht", hat er geantwortet. Aber sie ist nicht weggegangen. Fünf Tage lang haben sie sich im Orangenhain getroffen. Die Orangen waren reif und haben gut gerochen. Sie haben zusammen gegessen und geredet. „Was willst du eigentlich machen?", hat Nico gefragt. „Ich weiß es nicht", hat sie gesagt. Einmal hat sie seine Hand gehalten und eine Narbe gesehen. „Was ist das?", hat sie gefragt. „Ein alter Unfall. Nichts Wichtiges." Sie haben nebeneinander unter den Bäumen gelegen. Der Himmel war blau und die Luft war warm. Giulia hat gesagt: „Ich bleibe immer hier." „Und wenn du woanders leben könntest?", hat Nico gefragt. Sie hat nicht geantwortet, denn die Antwort war schwer. In der letzten Nacht hat Nico ein lautes Geräusch gehört. Er ist aufgewacht und hat aus dem Fenster geschaut. Im Hain hat jemand die Bäume gefällt. Nico ist hinausgelaufen. Giulias Vater hat vor den gefällten Bäumen gestanden. Er hat eine Axt in der Hand gehabt. „Warum?", hat Nico geschrien. Giulia ist aus dem Nachbarhaus gekommen. Sie hat nichts gesagt. „Hat dein Vater das gemacht?", hat Nico gefragt. Giulia hat nicht geantwortet. Nico hat sie angeschaut und dann den alten Mann. Dann hat er alles verstanden. Er ist ins Haus gegangen und hat seinen Koffer gepackt. Das hat nicht lange gedauert. Giulia hat in der Tür gestanden. „Bleib bitte", hat sie gesagt. „Ich kann nicht", hat er geantwortet. Er hat sie kurz angeschaut. Dann hat er seinen Koffer genommen und ist losgefahren. Giulia hat sich nicht bewegt. Im Spiegel hat er die gefällten Bäume gesehen. Er hat nicht zurückgeschaut. In Neapel hat er drei Tage lang nicht gut geschlafen. Giulia hat ihm nicht geschrieben, und er hat ihr nicht geschrieben. Die Bäume haben auf dem Boden gelegen, und niemand hat sie weggeräumt. Nico hat nie mehr über den Hain gesprochen. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Das Weinfeld von Maratea Marco kam nach fünf Jahren zurück in sein Heimatdorf, weil er das Haus seiner Großmutter verkaufen musste. Er parkte das Mietauto vor dem alten Steinhaus und sah sofort, dass etwas nicht stimmte. Am Zaun des Weinfelds stand eine Frau. Sie hatte dunkle Augen und schwarze Haare, die ihr ins Gesicht fielen. „Das Weinfeld gehört uns jetzt", sagte sie, ohne Hallo zu sagen. Marco stieg aus und fragte: „Wer bist du?" „Sofia Marini. Mein Vater hat das Feld vor zwanzig Jahren bekommen." Marco kannte diesen Namen, denn seine Mutter hatte ihn oft verflucht. „Bekommen ist das falsche Wort", sagte er. Sofia zuckte mit den Schultern. Sie drehte sich um und ging langsam den Feldweg entlang. Marco schaute ihr nach, bis er sie nicht mehr sehen konnte. Am Abend saß er auf den Treppenstufen und trank einen Wein. Die Hügel waren dunkel, und die Sterne standen tief. Dann hörte er Schritte auf dem Kiesweg. Sofia stand plötzlich vor ihm, die Hände in den Taschen. „Ich wollte nicht unhöflich sein", sagte sie. „Warst du aber", antwortete er. Sie setzte sich neben ihn, ohne ihn zu fragen. Er schenkte ihr ein Glas ein, weil er nicht wusste, was er sonst tun sollte. Sie schwiegen eine Weile und hörten den Grillen zu. „Mein Vater sagt, deine Familie hat das Feld selbst verloren", sagte Sofia. „Dein Vater lügt", sagte Marco ruhig. Sofia antwortete nicht, aber sie widersprach auch nicht. Die Nacht war warm, und die Luft roch nach Thymian. Er weiß bis heute nicht, wer von beiden zuerst näherkam. Sie küsste ihn kurz und hart, als wollte sie damit etwas beweisen. Dann trat sie zurück und sah ihn an. „Das war ein Fehler", sagte sie. „Wahrscheinlich", sagte er. Aber keiner von beiden machte einen Schritt weg. Sechs Tage lang trafen sie sich im Weinfeld, wenn die Mittagshitze alle anderen ins Haus trieb. Die Reben waren verwildert, weil niemand sie seit Jahren gepflegt hatte. Sofia brachte Brot und Käse, er brachte Wein. Sie redeten über alles außer über ihre Familien. Einmal fragte Sofia: „Hast du in Bologna jemanden?" „Nein. Und du?" „Nein." Das war alles, was sie über ihr Leben außerhalb dieser Stunden sagten. Eines Nachmittags zeigte sie ihm eine Narbe an der linken Hand. „Vom Zaun", sagte sie. „Ich war zwölf." „Welcher Zaun?" „Der Zaun, den dein Vater zwischen unseren Feldern gesetzt hat." Er schwieg, weil er sich daran erinnerte. Sie lagen nebeneinander im hohen Gras, und die Sonne stand senkrecht über ihnen. Er dachte, dass er vielleicht zu lange geblieben war. Aber er blieb. In der letzten Nacht wachte er vom Geruch auf. Er roch Rauch, bevor er die Augen aufmachte. Durchs Fenster sah er, dass der Himmel orange war. Das Weinfeld brannte. Er rannte hinaus, barfuß, und sah Sofias Vater am Rand des Feldes stehen. Der alte Mann hatte die Arme verschränkt und schaute zu, wie die Reben brannten. Sofia stand ein paar Meter hinter ihm, ohne sich zu bewegen. „Was macht er da?", schrie Marco. Sofias Vater drehte sich nicht um. „Geh weg, Marco", sagte Sofia. „Das ist mein Land!" „Es ist nichts mehr da." Marco stand da und verstand, dass er schon verloren hatte. Er ging zurück ins Haus und packte seinen Koffer. Als er nach unten kam, stand Sofia in der Tür. „Bleib noch eine Nacht." „Nein." Er sah sie lange an, aber er sagte nichts mehr. Er warf den Koffer in den Kofferraum und startete den Motor. Im Rückspiegel sah er das Feuer hinter ihr. Sie wurde kleiner, bis er die Kurve nahm. Er fuhr die ganze Nacht durch, ohne anzuhalten. In Bologna hat sein Pullover noch nach Rauch gerochen. Er hat ihn zur Reinigung gebracht, aber der Geruch ist geblieben. Sofia hat ihm nicht geschrieben, und er hat ihr auch nicht geschrieben. Das Weinfeld ist weg, und er hat nie mehr darüber gesprochen. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Das Meer von Tortolì Matteo Conti kam an einem Freitagmorgen in Tortolì an, als der Hafen noch nach Nacht und altem Fisch roch und die ersten Fischer ihre Netze ausbreiteten. Er war seit acht Jahren nicht mehr hier gewesen, weil er den Tod seines Vaters nicht hatte kommen sehen – und die Schuld daran trug nicht nur er allein. Das Boot seines Vaters lag am hinteren Steg, kleiner als er es in Erinnerung hatte, aber noch da. Chiara Soru saß auf dem Heck und flickte ein Netz, als gehörte ihr das Boot schon. „Was machst du hier?", fragte er. Sie sah nicht auf. „Ich arbeite." „Das ist das Boot meines Vaters." Jetzt sah sie auf, und ihre Augen waren dunkel und ruhig, fast gleichgültig. „War das Boot deines Vaters", sagte sie, ohne die Stimme zu heben. Er schluckte. „Wer hat dir erlaubt, hier zu sein?" „Das erkläre ich dir, wenn du ruhiger bist." Er war nicht ruhig, aber er setzte sich auf die Kaimauer und wartete, weil er keine bessere Wahl hatte. Sie erklärte es ihm in wenigen Sätzen: Ihr Vater hatte Schulden übernommen, als Matteos Vater nicht mehr zahlen konnte, und das Boot war die einzige Sicherheit gewesen. Das stimmte nicht ganz, und er wusste es – aber er hatte keine Unterlagen dabei, die das Gegenteil bewiesen hätten. Sie stand auf, streckte sich kurz und ging, ohne sich umzusehen. Am Abend saß er auf der Kaimauer und trank ein Bier, das viel zu warm war. Chiara setzte sich neben ihn, ohne ihn zu fragen, ob er das wollte. „Ich weiß, was du von meinem Vater denkst", sagte sie. „Dann brauch ich es dir nicht erklären." Sie schwieg kurz und sah auf das Wasser, das im Hafenlicht glänzte. „Mein Vater hatte keine andere Möglichkeit, als er deine Familie anzeigte – er hätte sonst seinen Betrieb verloren." „Jeder hat eine Möglichkeit." Das Wasser schlug ruhig und gleichmäßig gegen den Stein. Sie nahm ihm das Bier aus der Hand und trank einen Schluck, ohne ihn zu fragen, und er ließ es geschehen, weil er nicht wusste, was er sonst tun sollte. „Hättest du das auch getan?", fragte er. Sie gab ihm die Flasche zurück. „Nein." Das war alles, und es reichte, um ihn zu verwirren. Später, als die Hafenlampen angingen, küsste er sie – schnell und ohne nachzudenken, wie man etwas tut, bevor man es bereut. Sie wich nicht zurück. „Das solltest du nicht getan haben", sagte sie. Dann küsste sie ihn zurück. Drei Tage lang fuhren sie mit dem Boot hinaus, obwohl es eigentlich verkauft werden sollte. Die Bucht hinter dem Kap war so still, dass man das Wasser unter dem Rumpf fast hören konnte. Chiara schwamm besser als er, was ihn überraschte, obwohl er keinen Grund zur Überraschung gehabt hätte. Sie lagen auf dem Deck und trockneten in der Sonne, während die Möwen über ihnen kreisten. „Warum bist du noch hier?", fragte sie eines Morgens, als er längst hätte abreisen sollen. „Ich weiß es nicht mehr genau." Sie sah ihn an, ohne zu lächeln. „Das glaube ich dir." Er erzählte ihr von Genua, von dem Labor, von den Pr ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Mandeln von Ispica Luca Ferraro kam an einem Dienstagnachmittag in Ispica an, als die Sonne so tief stand, dass sie die weißen Hausfassaden in leuchtendes Orange tauchte. Er hatte das Dorf seit siebenundzwanzig Jahren nicht betreten – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern wegen des Schweigens, das sein Vater statt eines Verbots eingesetzt hatte. Das Haus seiner Nonna stand am Ende der Via Corvo, hinter einem schmiedeeisernen Tor, dessen rostbraune Ornamente aussahen wie verheilte Wunden. Er stieg aus dem Leihwagen und blieb stehen. Viola Gattuso lehnte an dem Zitronenbaum, der in den Hof seiner Familie ragte, als gehörte ihr dieser Baum – und mit ihm alles darunter. Er kannte ihr Gesicht nicht, aber den Namen kannte er, seit er denken konnte: Gattuso. „Du bist der Ferraro-Sohn", sagte sie, ohne ihn anzusehen, als wäre seine Ankunft eine Kleinigkeit, die keiner besonderen Aufmerksamkeit bedurfte. „Und du bist die Tochter des Mannes, der meinen Großvater enteignet hat." Sie drehte sich zu ihm um, langsam, mit einem Ausdruck, den er nicht einordnen konnte. „Enteignet ist ein großes Wort für das, was dein Großvater selbst herbeigeführt hat." Er antwortete nicht. Sie pflückte eine Zitrone vom Ast, betrachtete sie einen Moment, als wöge sie eine Entscheidung, und ließ sie dann fallen. Dann verschwand sie durch die Hintertür in das angrenzende Grundstück, ohne sich noch einmal umzusehen. In der Nacht konnte er nicht schlafen. Das Haus roch nach dem Wachs alter Totenmessen und dem Staub von drei Jahrzehnten ungelebter Zeit. Er trat auf die Terrasse, und sie saß bereits auf der Bruchsteinmauer, die die Grundstücke trennte – als hätte sie gewusst, dass er kommen würde, oder als hätte sie die ganze Nacht dort gesessen. Sie hatte eine Flasche Nero d'Avola in der Hand, keine Gläser. Er setzte sich ihr gegenüber, ohne gefragt zu werden. Sie reichte ihm die Flasche; er trank, ohne zu zögern. „Warum bist du wirklich hier?", fragte sie. „Um das Haus zu verkaufen." „Und dann?" Er trank noch einmal. Der Wein schmeckte nach Erde und reifen Pflaumen, und er wusste, dass er lügen würde, wenn er antwortete – also schwieg er. Sie lachte, kurz und hart, ohne Fröhlichkeit. Das Lachen hörte auf, so abrupt, als hätte jemand eine Tür zugeworfen. Sie sah ihn an, und er sah sie an, und für einen Moment fühlte die Mauer zwischen ihnen sich an wie Luft. Er griff nach ihrer Hand – nicht zärtlich, sondern wie jemand, der sich festhält, bevor er fällt. Sie ließ es zu. Der erste Kuss schmeckte nach Wein und nach dem aufgestauten Zorn zweier Familien, der sich in etwas verwandelt hatte, ohne aufgehört zu haben, Zorn zu sein. Die Steine der Mauer waren rau an seiner Schulter. Er dachte an nichts, was ihn sonst bewegte. Fünf Tage lang trafen sie sich im alten Mandelgarten hinter dem Haus, der seit Jahren nicht mehr bewirtschaftet worden war. Die von jahrzehntelanger Vernachlässigung geschwärzten Stämme standen im Mittagslicht wie Figuren, die auf etwas warteten, das nicht mehr kam. Viola sprach wenig, aber wenn sie sprach, tat sie es mit einer Präzision, die ihn an die Architekturzeichnungen erinnerte, an denen er in Turin arbeitete – jede Linie gesetzt, keine überflüssig. Er erzählte ihr von seinem Büro im vierten Stock, von den Hochhäusern, die er entwarf, von dem Aufzug, der an heißen Tagen immer stecken blieb. Sie lachte das erste Mal wirklich. „Du entwirfst Häuser für andere und lässt das einzige deiner Familie verfallen." Er schwieg, weil sie recht hatte. An einem dieser Nachmittage lag sie mit dem Rücken auf dem Boden und starrte durch die verästelten Kronen in den weißen Himmel. „Weißt du, was mein Vater gesagt hat, als er dich ankommen sah?" „Ich will es nicht wissen." „Er sagte, der Ferraro-Junge würde kommen, um sich zu holen, was ihm nie gehört habe." Luca drehte sich auf die Seite, sah sie an. „Und du – was hast du gesagt?" Sie schwieg lange genug, dass die Zikaden die Stille füllen konnten. „Gar nichts." Das war die ehrlichste Antwort, die sie ihm je geben würde, und er wusste es in dem Moment, in dem sie es sagte. Sie liebten sich in der Nachmittagshitze, langsam und fast traurig, als begründen sie etwas, das keine Zukunft haben durfte. In der letzten Nacht wachte Luca gegen halb vier auf. Der Himmel vor dem Fensterladen hatte die Farbe von altem Kupfer. Er öffnete den Laden und roch es sofort: Rauch, schwer und süßlich, der unverwechselbare Geruch von brennendem Mandelholz. Er lief hinaus, barfuß auf dem noch heißen Pflaster, und sah Violas Vater am Rand des Feldes stehen – die Arme verschränkt, die Gestalt schwarz vor dem Feuer wie ein Scherenschnitt ohne Gesicht. Viola trat kurz darauf aus dem Haus ihrer Familie, das Haar offen, die Augen leer. Sie stellte sich nicht zwischen Luca und ihren Vater. „Das ist Brandstiftung", sagte er. Niemand antwortete. Er verstand, ohne dass jemand es ihm sagen musste, dass dieser Boden ihn nicht wollte – vielleicht nie gewollt hatte – und dass er sich diese Möglichkeit nur selbst erschaffen hatte. Er packte in zwanzig Minuten, was er in drei Tagen ausgebreitet hatte. Viola stand in der Tür, als er den Koffer herunterbrachte. „Bleib bis morgen." „Ich bin zu lange geblieben." Er küsste sie nicht. Er sah sie an – lange genug, um das Bild zu behalten, ohne zu wissen, wozu er es brauchen würde. Dann fuhr er. Auf der Autobahn nach Norden war der Himmel im Osten noch rötlich, als hätte sich das Feuer in die Wolken gefressen. Er hielt nicht an. In Turin roch sein Mantel noch zwei Wochen nach Rauch, und er brachte ihn nicht in die Reinigung. Viola schrieb ihm einmal – eine Nachricht, so kurz, dass er sie zweimal lesen musste. Er las sie, legte das Telefon auf den Tisch, antwortete nicht. Hätte er gewusst, dass der Boden brennen würde, wäre er vielleicht trotzdem gefahren. Das war der Gedanke, den er am längsten mit sich trug. == 98 == 1 -------------------- Die Äpfel Anna steht im Garten. Sie pflückt Äpfel und legt sie in einen Korb. Der Baum ist groß und alt. Josef hat diesen Baum gepflanzt. Josef ist vor einem Jahr gestorben. Anna arbeitet jetzt allein. Heute kommt Karl. Karl ist Josefs jüngerer Bruder. Er hat gestern angerufen. Er will helfen. Karl kommt um zehn Uhr an. Er trägt eine blaue Jacke und hat einen Rucksack dabei. „Hallo, Anna", sagt er. „Hallo, Karl", sagt sie. Anna ist froh, dass er da ist. Aber sie sagt das nicht. Karl schaut den Baum an. „Das sind viele Äpfel", sagt er. „Ja", sagt Anna. Sie gibt ihm einen Korb. Sie arbeiten zusammen. Karl ist groß und stark. Er pflückt die hohen Äpfel. Anna pflückt die unteren. Es ist warm heute. Die Sonne scheint, und es ist heiß. Karl arbeitet gut und schnell. „Josef hat das auch so gemacht", sagt Anna. Karl hört kurz auf zu arbeiten. „Ich weiß", sagt er leise. Dann arbeiten sie weiter. Um zwölf machen sie Pause. Anna hat Brot und Käse dabei. Sie setzen sich unter den Baum. Es ist schön im Schatten. „Wie geht es dir?", fragt Karl. „Es geht", sagt Anna. Karl nickt. Sie essen und reden wenig. Das ist in Ordnung. Am Nachmittag sind die Körbe voll. Karl trägt sie alle ins Haus. „Du musst das nicht machen", sagt Anna. „Ich mache das gern", sagt Karl. Anna hat Kaffee gekocht. Sie trinken Kaffee zusammen in der Küche. Karl schaut sich um. Josefs Jacke hängt noch an der Tür. Karl sagt nichts. Anna auch nicht. Dann sagt Karl: „Er hat dich sehr geliebt." Anna schaut auf ihren Kaffee. „Ich weiß", sagt sie. Es wird still. Karl steht auf. „Ich muss jetzt gehen", sagt er. „Heute noch?", fragt Anna. „Ja, aber ich komme morgen früh wieder." „Bleib zum Abendessen", sagt Anna. „Gern", sagt Karl. Anna kocht Suppe und Nudeln. Sie essen zusammen am Tisch. Es ist schön. Karl erzählt von Josef – von früher. Anna lacht einmal. Das passiert nicht oft. Am nächsten Morgen fährt Karl. Anna steht vor dem Haus. „Komm bald wieder", sagt sie. „Ja", sagt Karl, „ich komme." Er fährt ab. Anna schaut ihm nach. Dann geht sie in den Garten. Der Baum steht noch da. Sie pflückt einen Apfel. Er ist rot und süß. Sie denkt an Josef. Und an Karl. Dann arbeitet sie weiter. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Am Hafen Inge hat am Hafen gesessen und Fischernetze geflickt. Das Wetter war gut, aber die Arbeit war schwer. Fritz hatte ihr das Flicken vor vielen Jahren beigebracht. Fritz war tot. Er hatte einen Herzinfarkt bekommen. Das war vor achtzehn Monaten. Werner ist an einem Dienstag angekommen. Er hat viele Jahre lang mit Fritz zusammen gearbeitet. Sie haben sich seit der Beerdigung nicht gesehen. Er hatte eine alte Jacke an und Stiefel. „Hallo, Inge", sagte er. „Hallo", sagte sie. Inge hat nicht gewusst, dass er kommt. „Ich wollte die Netze holen", sagte Werner. „Die sind da drüben", sagte Inge. Sie hat weiter gearbeitet, ohne aufzuschauen. Werner hat sich neben sie gesetzt. „Darf ich helfen?", fragte er. Inge hat kurz nachgedacht. „Wenn du willst", sagte sie. Werner hat die Arbeit gekannt, denn er war Fischer. Sie haben nebeneinander gearbeitet und wenig geredet. Das war gut so. Am Nachmittag hat Werner Kaffee aus seiner Thermoskanne geholt. „Möchtest du auch?", fragte er. „Ja, gerne", sagte Inge. Sie haben Kaffee getrunken und aufs Meer geschaut. Werner hat gesagt: „Fritz hat mich viel gelehrt." Inge hat eine Weile geschwiegen. Dann hat sie gesagt: „Mich auch." Werner hat kurz gelacht. Inge hat gelächelt, zum ersten Mal seit Wochen. Um fünf Uhr war die Arbeit fertig. Die Netze haben sauber nebeneinander gelegen. Werner hat die schweren Körbe getragen. „Das ist meine Arbeit", sagte Inge. „Heute nicht", sagte Werner. Sie sind zusammen zu Inges Haus gegangen. Inge hat Suppe und Brot gemacht. Werner hat am Tisch gesessen und zugeschaut. „Du musst nicht kochen", sagte er. „Ich koche gern", sagte Inge. Aber sie hat lange nicht mehr für zwei gekocht. Das Essen war gut, und Werner hat alles gegessen. Nach dem Essen haben sie draußen gesessen. Die Sonne ist untergegangen, und der Hafen war ruhig. Werner hat von Fritz erzählt – von einem alten Sturm und einem alten Witz. Inge hat zugehört und nichts gesagt. Sie hat Fritz nicht vergessen, aber das war in Ordnung. Werner ist bis zehn Uhr geblieben. Dann hat er sich verabschiedet. „Danke für das Essen", sagte er. „Danke für die Hilfe", sagte Inge. Werner hat an der Tür gestanden. Er wollte noch etwas sagen, aber er hat es nicht gesagt. Inge hat das gemerkt. „Komm wieder", sagte sie. „Wirklich?", fragte Werner. „Ja", sagte Inge, „wenn du willst." Werner hat genickt. Er ist gegangen. Inge hat ihm nachgeschaut. Dann hat sie die Tür zugemacht. Sie hat die Teller gespült. Sie hat an Fritz gedacht. Und auch an Werner. Das war neu. Sie ist früh schlafen gegangen. Am nächsten Morgen hat sie wieder Netze geflickt. Der Hafen war still. Das Meer war grau und ruhig. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Das Lavendelfeld Sylvie stand im Morgengrauen auf dem Hof und band Lavendelzweige zu kleinen Bündeln zusammen. Die Luft roch nach Kräutern und nach dem Tau auf den langen Reihen. Seit Marcs Tod hatte sie den Hof allein bewirtschaftet, ohne Klage und ohne Hilfe. Sein alter Hut hing noch an der Tür, genau da, wo er ihn immer hingehängt hatte. Am Mittwoch ist Jean-Paul aus Lyon angekommen, mit dem Zug und mit einem Stadtkoffer. Er war Marcs jüngerer Bruder, und Sylvie hatte ihn seit der Beerdigung nicht mehr gesehen. Er trug Schuhe, die für diesen Schotter nicht gemacht waren. „Ich bin da", sagte er am Hoftor. „Ich sehe das", antwortete Sylvie, ohne aufzuhören zu arbeiten. Jean-Paul hatte versprochen, ihr beim Verkauf des Hofes zu helfen. Aber als Erstes fragte er, ob er mithelfen dürfe. „Womit?", fragte Sylvie. „Mit dem Lavendel", sagte er. Sie gab ihm Handschuhe und einen Korb, ohne weitere Erklärung. Am Nachmittag gingen sie zusammen auf das große Feld hinter dem Haus. Die Sonne stand hoch, und die Hitze lag schwer über den lila Reihen. Jean-Paul arbeitete langsam, weil er die Technik noch nicht kannte. Sylvie zeigte ihm, wie man die Zweige schneidet, ohne die Pflanze zu verletzen. Ihre Hände kamen sich dabei nah, einen Moment zu lang. Sie wich einen Schritt zurück und sagte nichts. Jean-Paul arbeitete gut, besser als Sylvie erwartet hatte. Er hat früher schon auf dem Hof geholfen, sagte er – damals, als junger Mann. „Marc hat mich immer weggeschickt", lachte er kurz. Sylvie blieb stehen und sah ihn an. „Marc hat immer alles alleine gemacht", sagte sie. Jean-Paul nickte, als hätte er das schon immer gewusst. Am späten Nachmittag wurden die Körbe schwerer, und noch war die Arbeit nicht getan. Jean-Paul trug zwei Körbe auf einmal, damit Sylvie eine kurze Pause machen konnte. „Du musst das nicht tun", sagte sie. „Ich weiß", sagte er. Als die Sonne sank, setzten sie sich vor dem Haus auf die alte Steinbank. Sylvie holte zwei Gläser Rosé und etwas Brot. Sie aßen schweigend, und das war nicht unangenehm. Jean-Paul fragte, ob sie abends immer allein esse. „Immer", sagte Sylvie. Er sah sie an, und sie schaute auf ihr Glas. „Der Hof ist schön", sagte er nach einer Weile. „Ich weiß, dass ich ihn verkaufen soll", sagte Sylvie. „Das habe ich nicht gesagt." Die Nacht war warm, und die Grillen machten viel Lärm. Sylvie blieb lange sitzen, nachdem Jean-Paul ins Haus gegangen war. Sie dachte an Marc, aber nicht mit dem Schmerz, den sie erwartet hatte. Am nächsten Tag haben sie wieder zusammen auf dem Feld gearbeitet. Jean-Paul hat Schwielen bekommen, aber er hat kein Wort davon gesagt. „Du hast Marcs Ausdauer", sagte Sylvie, ohne ihn anzuschauen. Jean-Paul hat nicht sofort geantwortet. Dann sagte er: „Wir waren Brüder. Aber ich war immer der Andere." Sylvie verstand das. Am Abend regnete es kurz, dann war der Himmel klar und nah. Sie saßen wieder draußen, diesmal nebeneinander auf der Bank. Jean-Paul legte seinen Arm auf die Rückenlehne hinter ihr. Sylvie rückte nicht weg. „Ich bleibe noch ein paar Tage", sagte er. „Das habe ich nicht gefragt", sagte Sylvie. „Ich weiß." Er blieb noch drei Tage. Am letzten Morgen half er ihr, die letzten Körbe zu füllen, bevor er fuhr. Danach saßen sie in der Küche, sein gepackter Koffer an der Tür. Sylvie setzte sich ihm gegenüber und sagte zunächst nichts. Dann sagte sie: „Du kannst wiederkommen, wenn du willst." Jean-Paul sah sie eine Weile an. „Willst du das?", fragte er. „Ich habe es gesagt", antwortete sie. Er stand auf, nahm seinen Koffer und ging zur Tür. Am Hoftor drehte er sich noch einmal um. „Ich rufe an", sagte er. „Gut", sagte sie. Sie sah ihm nach, bis er um die Kurve verschwunden war. Dann ist sie auf das Feld gegangen, allein wie jeden Morgen. Der Lavendel duftete stark in der Sonne, so wie er es immer getan hatte. Marc war in diesem Duft, seit zwanzig Jahren. Jetzt war Jean-Paul auch darin. Sie arbeitete und dachte nichts weiter. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Der Imker von Mecklenburg Hanne trug den Schleier, obwohl die Bienen sie schon lange kannten. Es war Karls Schleier – zu weit, zu alt, aber sie mochte den Geruch des Stoffs. Seit zwei Jahren arbeitete sie allein im Bienenhaus, und die Bienen hatten sich daran gewöhnt. Sie nicht. An einem Dienstag im August kam Jochen. Er hatte angerufen, aber Hanne hatte den Termin vergessen. Als sein Wagen auf den Hof fuhr, stand sie mitten in den Bienenkästen und konnte nicht weggehen. „Ich störe", rief er vom Tor aus. „Nein", sagte sie, obwohl er störte. Jochen war Karls jüngster Schüler gewesen – der Einzige, der nie aufgehört hatte zu fragen. Karl hatte ihn gemocht, mehr als er zugab. Jetzt stand Jochen am Zaun und sah nicht nach Imker aus, sondern nach Buchhalter. Aber seine Hände kannte Hanne noch: breit, ruhig, die Hände eines Mannes, der Bienen versteht. „Du willst die Ausrüstung", sagte Hanne. „Ich wollte fragen, ob du Hilfe brauchst", sagte er. Das war nicht dasselbe, aber Hanne ließ es so stehen. Er zog sich um, zog Karls alten Anzug an, der zu groß war, ohne zu klagen. Sie arbeiteten nebeneinander, die Kästen wurden geöffnet, die Waben geprüft. Jochen wusste, was er tat. Das überraschte Hanne mehr, als es sollte. Manchmal reichte er ihr ein Werkzeug, bevor sie danach greifen konnte – wie Karl es getan hatte. Sie sagte nichts dazu. Am Nachmittag fanden sie in einem der älteren Kästen eine Wabe mit Karls handschriftlicher Markierung. Hanne strich mit dem Daumen über das verblasste Datum: 14. Mai 2019. „Er hat immer Datum gemacht", sagte Jochen leise. „Er hat alles markiert", sagte Hanne, „als könnte er damit etwas festhalten." Die Bienen summten um sie herum, gleichmäßig, ohne Aufregung. Das Summen war der ruhigste Laut, den Hanne kannte. Als die Arbeit getan war, holte sie zwei Bier aus dem Kühlhaus. Sie setzten sich auf die Holzbank vor dem Bienenhaus, das Summen noch im Rücken. Jochen erzählte von seinem ersten Kurs bei Karl – wie er eine ganze Wabe umgekippt hatte und Karl nur gelacht hatte. „Er hat nicht viel gelacht", sagte Hanne. „Mit mir schon", sagte Jochen, „du hast ihn von einer anderen Seite gekannt." Das stimmte, und Hanne dachte eine Weile darüber nach. Die Sonne stand tief, und das Licht lag orange auf den Kästen. Hanne merkte, dass sie schon eine Stunde geredet hatten. Die Bienen hinter ihnen summten weiter, als hätte sich nichts verändert. „Bleib zum Essen", sagte Hanne. Es klang wie eine Frage, war aber keine. Nach dem Essen saßen sie noch draußen, als es schon dunkel war. Jochen hatte eine Flasche Wein mitgebracht, die er erst jetzt holte. „Ich dachte, es wäre vielleicht der richtige Moment", sagte er. Hanne goss sich ein Glas ein, ohne zu antworten. Irgendwann legte Jochen seine Hand auf ihren Arm, kurz und ohne Druck. Sie zog sich nicht zurück. Die Nacht war warm und still, nur die Bienen schliefen nicht ganz. „Ich vermisse ihn auch", sagte Jochen. Hanne nickte. Dann sagte sie: „Du bist nicht er." „Nein", sagte Jochen, „das weiß ich." Er blieb. Am nächsten Morgen saß Hanne schon früh am Küchentisch, als Jochen herunterkam. Er war höflich, ruhig, trank Kaffee und sah aus dem Fenster. Hanne schwieg, bis sein Kaffee leer war. „Du kannst die Ausrüstung nehmen", sagte sie dann, „die meiste." Jochen nickte, aber er bewegte sich nicht zur Tür. „Hanne." „Ich weiß", sagte sie, „fahr." Er stand auf, trug seine Tasche zum Wagen, kam noch einmal zurück. In der Tür umarmte er sie kurz und fest, wie man jemanden umarmt, den man nicht gehen lassen will. Dann fuhr er. Hanne stand auf dem Hof und hörte dem Motor nach. Als der Lärm verstummt war, ging sie zu den Kästen. Sie öffnete den alten Kasten mit Karls Datum und sah lange auf die Wabe. Die Bienen arbeiteten. Sie immer. Hanne schloss den Kasten und setzte den Schleier auf. Die Arbeit wartete. Der Sommer war noch nicht vorbei. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Korkeichen von Alentejo Vera hatte das Schweigen geerbt – nicht von Rui, sondern vom Boden selbst, der keine hastigen Fragen erlaubte. Achtzehn Monate lang war der Hof ihr gewesen, ganz, ohne Teilung, aber auch ohne Trost. Die Korkeichen standen wie Zeugen, die nie aussagen würden. Im August kam Manuel. Vera kannte ihn seit dreißig Jahren – den einzigen Freund, dem Rui nie gelogen hatte. Er fuhr in einem Mietwagen vor, zu glatt für diesen Schotter, zu neu für dieses Licht. „Ich soll dir helfen, einen Käufer zu finden", sagte er, als er ausstieg. Sie sah ihn an: das Leinenhemd, das nach Lissabon roch, die Augen, die älter wirkten als beim letzten Mal. „Du wirst keinen finden." „Ich weiß", sagte er, „ich bin trotzdem hier." Das Abendessen verlief schweigend, mit dem Wein, den Rui selbst abgefüllt hatte – in Flaschen ohne Etiketten. Manuel hielt sein Glas ins letzte Licht, als suche er darin nach einer Aufgabe. Vera beobachtete ihn dabei und erkannte, dass Rui dieselbe Geste gehabt hatte. Nicht zum ersten Mal fragte sie sich, was die Jahre aus zwei Männern machen, die sich einmal alles gewesen waren. Am nächsten Morgen zog sie ihn ohne Erklärung mit aufs Feld. Das Schälen der Korkeiche ist eine Arbeit, bei der die Hände wissen müssen, was der Verstand noch nicht entschieden hat. Sie führte seine Hand zum ersten Schnitt – damit er spürte, was das Werkzeug von einem verlangt, bevor man es versteht. Die Berührung dauerte eine Sekunde zu lang. Keiner sprach. Zwischen den Bäumen hing ein Geruch nach Harz und trockenem Gras, der Vera an den Sommer erinnerte, in dem sie Rui kennengelernt hatte. Wäre sie weniger müde gewesen, hätte sie sich vielleicht abgewendet. Aber die Müdigkeit, die Trauer hinterlässt, ist keine Schwäche – sie ist Ehrlichkeit. Manuel arbeitete gut, besser als erwartet, mit Händen, die das Gewicht einer Korkplatte einzuschätzen wussten. Das von Ruis jahrzehntelanger Arbeit abgegriffene Werkzeug lag zwischen ihnen wie eine stille Übereinkunft. Vera half ihm, die schwere Platte zu kippen, ohne zu fragen, ob er Hilfe brauche. Am Nachmittag, im Schatten des alten Baumes, sprach Manuel von der Wette aus dem dritten Semester – einer Schuld, die Rui nie beglichen hatte. Vera lachte – kurz, scharf, ein Laut, der ihr selbst wie ein Fremdkörper vorkam. Es war das erste Mal seit dem Begräbnis. Sie presste sofort die Hand auf den Mund. „Er wollte, dass du lachst", sagte Manuel. „Das sagen alle", erwiderte Vera, „keiner von euch weiß, was er wollte." Sie sagte es ohne Schärfe, nur als Feststellung, und Manuel nickte, als hätte er nichts anderes erwartet. Am Abend gingen sie zum alten Brunnen am östlichen Rand des Anwesens. Es war das erste Mal, dass Vera dorthin ging, seit Rui gestorben war. Sie wusste nicht, warum gerade jetzt – außer dass sie mit jemandem dort sein wollte, der Rui kannte. Manuel schöpfte Wasser, Vera lehnte am Mauerwerk, und der Abend legte sich über die Eichen wie eine Haut. Er fragte, ob sie vorhabe zu verkaufen. Sie antwortete mit einer Gegenfrage: „Was wäre das für ein Mensch, der von hier weggehen könnte, ohne sich selbst zu verlieren?" Manuel schwieg lange. Dann legte er seine Hand auf ihre – keine Geste der Zuneigung, eher die eines Menschen, der aufgehört hat, vorsichtig zu sein. Vera entzog sie nicht. Die Nacht sickerte in das Tal, und mit ihr kam der Geruch des Lavendels, der am Brunnenrand wild wuchs. Hätte einer von beiden ein Wort gesagt, wäre vielleicht nichts passiert. Keiner sagte etwas. Was folgte, war still und langsam und hatte nichts von dem, was Vera sich einst verboten hätte vorzustellen. Es war nicht Verrat. Es war etwas, wofür die Sprache noch nicht gebaut worden war – ein Wort, das noch nicht erfunden worden war. Am Morgen stand Manuel früh auf. Vera hörte ihn in der Küche – das Schaben des Stuhls, das Klirren des Kaffeegeschirrs, die vertrauten Geräusche einer fremden Anwesenheit. Sie blieb im Bett. Als sie herunterkam, saß er am Tisch, fertig angezogen, den Kaffee halb leer. Er hatte nicht auf sie gewartet. Das war richtig. „Ich werde keinen Preis nennen", sagte er, ohne aufzusehen. „Ich habe dich nicht darum gebeten." Er stand auf, nahm seinen Koffer, blieb einen Moment in der Tür. „Vera." „Fahr", sagte sie. Er sah sie an – mit dem Gesicht eines Mannes, der sich etwas aufhebt, weil er nicht weiß, ob er wiederkommt. Dann küsste er sie auf die Stirn – die Geste eines Menschen, der Abstand sucht und Nähe findet. Er ging. Der Mietwagen fuhr die Schotterstraße hinab, langsamer, als er gekommen war. Vera stand im Hof, die Arme an den Seiten, die Hände offen, bis der Staub sich legte. Dann ging sie aufs Feld. Sie schälte Kork, allein, methodisch, die Hände wissend wie immer. Rui war in jedem Schnitt, in der Art, wie die Rinde nachgab. Manuel auch. Das war das Neue. Nicht Schuld – aber ein Gewicht, das einen Namen hätte tragen können, wenn man ihm Zeit gegeben hätte. Die Korkeichen standen in der Augusthitze und ließen sich schälen, ohne Klage. Das war ihr Wesen: sich entblößen und weiterwachsen. Vera dachte, dass sie davon noch lernen könnte. == 99 == 1 -------------------- Der Koffer Leone kommt aus Neapel in sein Heimatdorf zurück. Er hat das Dorf vor sieben Jahren verlassen. Das Dorf liegt in den Bergen in Kalabrien. Leone will das Haus seiner Großmutter verkaufen. Er steigt aus dem Auto aus. Es ist sehr heiß draußen. Vor dem Haus steht eine junge Frau. Sie hat lange schwarze Haare. Sie schaut Leone nicht freundlich an. „Das Haus gehört meinem Vater", sagt sie. Ihr Vater hat Leones Familie das Feld weggenommen. Das ist schon sehr lange her. Leone war damals noch sehr jung. „Ich heiße Fiora", sagt die Frau. Sie dreht sich um und geht weg. Leone schaut ihr lange nach. Das Haus ist alt und riecht nach Staub. Leone macht alle Fenster auf. Er setzt sich auf den Boden der alten Küche. Er hat lange nicht mehr hier gelebt. Alles ist kleiner als er gedacht hat. Am Abend klopft jemand an die Tür. Es ist Fiora, mit einer Flasche Wein. „Ich war heute nicht nett zu dir", sagt sie. Leone macht sofort die Tür auf. Sie setzen sich zusammen in den Hof. Sie trinken Wein und schauen den Mond an. „Dein Vater hat uns das Feld genommen", sagt Leone. „Das weiß ich", sagt Fiora. „Es tut mir leid." Sie nimmt seine Hand und schweigt. Am nächsten Morgen gehen sie zum alten Olivenfeld. Die Bäume dort sind sehr alt und groß. „Das Feld hat früher eurer Familie gehört", sagt Fiora. „Ja, das weiß ich noch", sagt Leone. Sie liegen auf dem trockenen Gras und reden. Leone hat Fiora noch nie so gut kennengelernt. Er weiß, dass er bald nach Neapel fahren muss. Aber er will noch nicht fahren. „Bleib noch ein bisschen", sagt Fiora eines Abends. „Ich weiß es nicht", sagt Leone. Er bleibt noch ein paar Tage. Eines Morgens riecht es nach Feuer. Leone schaut aus dem Fenster. Die Olivenbäume am Feld brennen. Leone läuft so schnell er kann hinaus. Am Feldrand steht ein alter Mann. Der Mann schaut nur auf das Feuer. Er tut gar nichts dagegen. Das ist der Vater von Fiora. Fiora steht auch daneben. Sie bewegt sich nicht und sagt nichts. Leone ruft so laut er kann. Aber niemand hat geantwortet. Leone geht zurück ins Haus. Er packt schnell seinen Koffer. Dann kommt Fiora auch herein. „Geh bitte nicht weg", sagt sie. „Ich muss nach Neapel fahren", sagt Leone. „Ich kann nicht hier bleiben." Fiora sagt kein Wort mehr. Leone trägt den Koffer zum Auto. Er schaut Fiora noch einmal an. Er startet das Auto und fährt los. Im Spiegel sieht er Fiora vor dem Haus. Hinter ihr ist der Himmel orange. Das Feuer brennt immer noch. Leone macht kein Radio an. Er fährt die ganze Nacht. Er kommt morgens in Neapel an. Er hängt seinen Mantel auf. Auf dem Mantel ist Asche. Er lässt die Asche einfach da. Fiora hat Leone nie angerufen. Er hat sie auch nicht angerufen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Asche Nico hat seit acht Jahren nicht mehr in seinem Heimatdorf gelebt. Das Dorf liegt direkt am Meer in Apulien. Er ist zurückgekommen, weil er das Haus seines Onkels verkaufen wollte. Er wollte schnell wieder nach Bologna fahren. Vor dem Haus hat eine junge Frau gestanden und eine Zigarette geraucht. Sie hat lange dunkle Haare und rote Lippen gehabt. „Das Haus gehört jetzt meinem Vater", hat sie gesagt. Nico hat sie nicht erkannt, aber er hat ihren Vater gut gekannt. Früher hat ihr Vater Nicos Familie das Boot weggenommen. Das ist schon viele Jahre her, aber Nico hat es nicht vergessen. „Mein Name ist Chiara", hat die Frau gesagt. Sie hat die Zigarette an der Mauer ausgedrückt und ist weggegangen. Nico hat ihr nachgeschaut, bis sie um die Ecke gebogen ist. Das Haus war alt und es hat nach Feuchtigkeit gerochen. Nico hat alle Fenster aufgemacht und sich umgeschaut. Es war alles kleiner als in seiner Erinnerung. Er hat an seine Kindheit gedacht und an das gestohlene Boot. Am Abend hat jemand an die Tür geklopft. Chiara hat an der Tür gestanden, eine Flasche Wein in der Hand. „Ich war heute unfreundlich zu dir, das tut mir leid", hat sie gesagt. Er hat die Tür aufgemacht und sie hereingelassen. Sie haben im Hof gesessen und zusammen Wein getrunken. „Dein Vater hat meiner Familie das Boot gestohlen", hat Nico gesagt. „Das weiß ich genau", hat Chiara gesagt. „Er ist wirklich kein guter Mensch", hat sie noch hinzugefügt. Der Abend war warm und der Mond hat aufs Meer geschienen. Chiara hat seine Hand genommen, und er hat sie nicht weggenommen. Am nächsten Tag haben sie sich am Strand getroffen. Sie sind zusammen geschwommen und haben am Wasser gegessen. Nico hat nicht mehr an den Verkauf gedacht. Er hat an seine Arbeit in Bologna gedacht, aber er wollte nicht fahren. „Bleibst du noch ein paar Tage?", hat Chiara gefragt. „Ich weiß es noch nicht", hat er gesagt. Aber am nächsten Tag ist er noch dort geblieben. Am zweiten Tag haben sie zusammen gekocht. Am dritten Tag sind sie aufs Dach des Hauses gestiegen. Von oben hat man das Meer und den kleinen Hafen gesehen. Chiara hat auf das Wasser gezeigt und gesagt: „Dort liegt das Boot." Das Boot hat noch immer ihrem Vater gehört. Er hat kurz gelacht, aber nur für einen Moment. An einem Morgen hat Nico Rauch gerochen. Er ist aufgestanden und hat aus dem Fenster geschaut. Das alte Fischerboot am Hafen hat gebrannt. Er ist so schnell wie möglich rausgelaufen. Am Hafen hat Chiaras Vater gestanden und zugeschaut. Der alte Mann hat nichts getan und niemanden gerufen. Chiara hat neben ihm gestanden und sich nicht bewegt. Nico hat laut gerufen, aber niemand hat geantwortet. Er ist zurückgegangen und hat seinen Koffer gepackt. Kurz danach ist Chiara auch hereingekommen. „Bitte geh nicht weg", hat sie leise gesagt. „Ich kann hier nicht bleiben", hat er gesagt. Sie hat ihn angeschaut, aber sie hat nichts mehr gesagt. Er hat den Koffer in den Wagen gestellt. Er hat Chiara ein letztes Mal angeschaut. Dann hat er den Motor gestartet und ist losgefahren. Im Spiegel hat er Chiara vor dem Haus gesehen. Hinter ihr hat der Himmel geleuchtet, denn das Feuer hat noch gebrannt. Er hat das Radio nicht angemacht, die ganze Fahrt nicht. Er ist die ganze Nacht bis nach Bologna gefahren. In Bologna hat er seinen Mantel aufgehängt. Auf dem Stoff seines Mantels war Asche. Chiara hat ihn in den folgenden Wochen nie angerufen. Er hat sie in dieser Zeit auch nicht angerufen. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Rückkehr Marco ist seit zehn Jahren nicht mehr in seinem Heimatdorf gewesen. Das Dorf liegt auf einem Hügel nahe Trapani, still und heiß im August. Er fuhr mit dem Mietwagen die enge Bergstraße hinauf. Er wollte nur das Haus seines Großvaters verkaufen, dann zurück nach Turin. Vor dem Haus stand eine junge Frau mit langen schwarzen Haaren. Sie hatte eine Zigarette im Mundwinkel und schaute ihn kalt an. Marco stieg aus dem Wagen und wartete, bis sie etwas sagte. „Du bist der Sohn von Donato", sagte sie, ohne zu lächeln. Er kannte diesen Ton – er gehörte zum Dorf wie der Staub auf den Straßen. Ihr Vater hatte vor dreißig Jahren Marcos Familie das Feld gestohlen. Alle im Dorf wussten das, aber niemand hatte je laut gesprochen. „Das Haus gehört meinem Vater", sagte sie. „Das stimmt nicht", sagte er. „Ich bin Sofia." Sie drückte die Zigarette an der Mauer aus und ging, ohne sich umzudrehen. Marco schaute ihr nach, bis die Gasse sie verschwinden ließ. Das alte Haus roch nach Staub, Holz und vergangenen Sommern. Die grünen Fensterläden blätterten ab, die Küche war leer bis auf einen Stuhl. Er stellte seinen Koffer auf den Boden und öffnete alle Fenster. Er hat in Turin selten an dieses Haus gedacht, aber jetzt war es wieder überall. Am Abend hörte er Schritte auf dem Pflaster des Hofes. Sofia stand draußen, ein Glas Wein in der Hand, das rote Tuch über der Schulter. „Mein Vater sagt, du sollst schnell verkaufen und verschwinden", sagte sie. „Was sagst du dazu?", fragte er. Sie trank einen Schluck Wein und antwortete nicht sofort. Die Nacht war warm, und der Mond schien auf die alten Steine des Hofes. Sie trat näher an die Mauer, er trat nicht zurück. Sie küsste ihn, bevor er etwas sagen konnte. Die Nacht war lang, und niemand im Dorf schlief ruhig. Die nächsten drei Tage trafen sie sich im alten Olivenhain. Die Bäume waren uralt, der Boden darunter trocken und rissig. Sofia brachte Brot und Käse mit, er brachte den Wein. Sie haben wenig geredet, aber sie haben lange nebeneinander gelegen. Einmal fragte Sofia: „Magst du das Dorf noch?" Er antwortete nicht sofort, weil er die Antwort nicht kannte. „Ich weiß es nicht mehr", sagte er. „Ich auch nicht", sagte sie, und es klang nicht traurig, nur müde. Er hat in diesen Tagen nicht an Turin gedacht. Er hat an Sofias Gesicht gedacht und an das, was sie nicht sagte. Am vierten Morgen roch die Luft nach Rauch. Marco öffnete das Fenster und sah, dass der Olivenhain brannte. Er rannte barfuß auf die Straße. Am Rand des Feldes stand ein alter Mann mit verschränkten Armen. Das war Sofias Vater – das hat Marco sofort gewusst. Der alte Mann schaute auf das Feuer, als wäre das sein gutes Recht. Sofia stand zwei Schritte hinter ihm und bewegte sich nicht. Marco schrie laut, aber niemand antwortete. Die Flammen fraßen die alten Äste schnell und ohne Lärm. Das war das Feld, das vor dreißig Jahren der Familie gehört hatte. Er ging zurück ins Haus und packte seinen Koffer. Sofia kam herein, bevor er mit dem Packen fertig war. „Geh nicht", sagte sie, und ihre Stimme war ruhig, fast sachlich. Er musste jetzt gehen, das wusste er. „Das hier ist nicht mehr mein Ort", sagte er. „Es könnte dein Ort werden", sagte sie leise. Er schloss den Koffer und trug ihn zur Tür. „Ich warte nicht auf dich", sagte Sofia. Er glaubte ihr. Es stimmte, und er wusste das schon vorher. Er fuhr los, ohne sich umzudrehen. Im Rückspiegel sah er sie vor dem Haus stehen. Hinter ihr war der Himmel orange vom Feuer. Er fuhr die ganze Nacht nach Norden, das Radio blieb aus. Wochen später fand er Asche auf seinem Mantel in Turin. Er hat sie nicht weggeklopft. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Der letzte Samstag Sandra hatte sich das Wochenende freigehalten, obwohl sie sich gewünscht hätte, es noch ein bisschen aufschieben zu können. Es war Ende September, kühl und bewölkt, und die Kastanie vor dem Haus verlor bereits die ersten Blätter. Marco kam um zehn, wie sie es verabredet hatten. Er hatte seinen alten Transporter mitgebracht und parkte ihn auf der Einfahrt. Sandra öffnete die Tür, bevor er klingeln konnte. „Kaffee?", fragte sie. „Lieber nicht", sagte er. „Fangen wir einfach an." Sie hatten vereinbart, das Wohnzimmer zuerst zu machen, weil dort das meiste stand. Das Bücherregal nahm die ganze Wand ein und war von oben bis unten vollgestellt. Sandra hatte einen Block dabei und notierte alles, was aufgeteilt wurde. Marco trug die schweren Kisten, die er zum Transporter brachte. „Die Kochbücher nehme ich alle", sagte Marco. „Die habe ich selbst gekauft, bevor wir zusammengezogen sind." Sandra stimmte zu. Bei den Romanen war es schwieriger, weil sie sich nicht mehr erinnerten, wer welches Buch mitgebracht hatte. „Den Mankell habe ich dir zum Geburtstag geschenkt", sagte Sandra. „Dann nimm ihn zurück." „Nein, ich habe ihn dir geschenkt." Sie sahen sich an. Keiner wollte als Erster nachgeben. Schließlich legte Sandra das Buch auf Marcos Stapel, ohne noch etwas dazu zu sagen. Sie arbeiteten fast zwei Stunden lang. Meistens war es klar, wem ein Buch gehörte, und dann war die Entscheidung schnell. Manchmal war es unklar, und dann half es, alles aufzuschreiben, weil das Schreiben leichter war als das Reden darüber. Gegen Mittag hatten sie etwa zwei Drittel der Bücher aufgeteilt. Marco trug die letzte Kiste aus dem untersten Regalfach und stellte sie auf den Boden. Sie war schwerer als er gedacht hatte. Obenauf lagen alte Zeitschriften, und darunter steckte eine kleine Blechdose mit Blumenmuster. „Was ist das hier?", fragte Marco und hob sie hoch. Sandra kniete sich hin und öffnete den Deckel. Darin lagen drei Konzerttickets, ein gefaltetes Blatt Papier und ein Polaroidfoto, das leicht vergilbt war. Auf dem Foto waren sie beide zu sehen, jünger, in einer großen Menge, mit Bechern in der Hand. „Das war das Konzert in Straßburg", sagte Sandra. „Weißt du noch, welches Jahr?" „Ja", sagte Marco. „Ich weiß es noch." Er sagte das Jahr nicht laut. Das Blatt war eine handgeschriebene Notiz, die Sandra damals für Marco geschrieben hatte. Sie hatte vergessen, dass sie sie aufgehoben hatte. Marco faltete das Blatt auseinander, las kurz und faltete es wieder zusammen. Er legte die Dose auf den Tisch. „Behalt die Dose, wenn du möchtest", sagte Sandra. Marco überlegte kurz. „Wärst du sicher damit?" „Ja", sagte Sandra. Er steckte die Dose in seine Jackentasche. Sie machten noch eine Stunde weiter, aber die Stimmung war jetzt ein bisschen anders. Nicht schlechter, nur ruhiger – als ob die kleine Dose etwas in den Raum gebracht hätte, das vorher nicht da gewesen war. „Die Küche können wir nächste Woche machen", sagte Sandra schließlich. Marco nickte. „Passt mir auch besser." Er begann, die letzten Kisten zur Tür zu tragen. Sandra half ihm mit der schweren. Im Flur hingen noch zwei Jacken, die niemandem mehr zuzuordnen waren. „Die grüne ist von deiner Schwester", sagte Marco. „Stimmt", sagte Sandra und nahm sie vom Haken. „Die hat sie schon ewig nicht gesucht." Marco lachte kurz. Es war das erste Mal an diesem Tag, dass sie beide gleichzeitig lachten. An der Tür blieben sie kurz stehen. „Wann nächste Woche?", fragte Marco. „Samstag wieder, wenn es dir passt." „Passt." Er nickte und trug die erste Kiste zum Transporter. Sandra sah ihm aus dem Fenster nach. Dann nahm sie den Block und sah ihre Liste durch. Noch neunzehn Punkte offen. Sie strich drei durch, die sie vergessen hatte abzuhaken. Bevor sie die Wohnungstür schloss, sah sie noch einmal ins Wohnzimmer. Das Regal war halb leer, und die Lücken darin sahen merkwürdig aus – als würden sie auf etwas zeigen, für das es kein Wort gab. Sie schloss die Tür. Das Regal blieb, halb voll oder halb leer, je nachdem. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Inventur Das Apartment lag im dritten Stock eines Gründerzeithauses in Leipzig, dessen Stuckdecke seit Jahren langsam abbröckelte. Marta hatte den Termin auf den Sonntagnachmittag gelegt, weil Sonntage ihr immer als die denkbar ungeeignetsten Tage für Auseinandersetzungen erschienen. Thomas kam pünktlich. Er stellte eine Flasche Mineralwasser auf den Tisch, ohne zu fragen, ob sie etwas anderes gewünscht hätte. Das Wohnzimmer roch noch nach dem Holzöl, das er alljährlich in die Regale eingearbeitet hatte, als wäre das Pflegen der Möbel eine stille Ersatzhandlung für alles, was zwischen ihnen hätte gepflegt werden müssen. Marta hatte eine handgeschriebene Liste mitgebracht – zweispaltig, Albumtitel links, Initiale rechts. „Ich habe alles nach Labelzugehörigkeit geordnet", sagte sie, als setze sie das als selbstverständlich voraus. Thomas zog seinen Mantel aus und hängte ihn über den Stuhl, auf dem er immer gesessen hatte. Jetzt saß er dort nicht mehr, aber der Stuhl war noch seiner. „Die ECM-Alben gehen alle an dich", sagte er. „Du hast sie immer häufiger aufgelegt als ich." Er kniete vor dem Regal, das die gesamte Westwand des Salons besetzte, und begann, die Platten herauszuziehen. Die ersten Entscheidungen waren leicht. Was er vor ihrer gemeinsamen Zeit gekauft hatte, blieb bei ihm; was sie mitgebracht hatte, blieb bei ihr. Beim dritten Fach verlangsamte sich der Prozess merklich. „Dieser Monk ist ein Weihnachtsgeschenk", sagte Thomas, ohne aufzusehen. „Von mir an dich oder umgekehrt?" Er überlegte kurz. „Keine Ahnung." Sie trugen das Album keiner Seite zu. Das Licht wurde früh gelb, wie es in Leipzig im Oktober wurde. Marta schaltete die Stehlampe ein, die Thomas stets für zu grell gehalten hatte. Sie stritten nicht. Das überraschte sie beide – nicht, weil sie Streit erwartet hätten, sondern weil die Stille, die sich stattdessen einstellte, von ganz anderer Qualität war als die Stille der letzten Monate. Thomas zog ein Album heraus, dessen Hülle er zunächst nicht einordnen konnte. Es war das Köln Concert von Keith Jarrett, das Originalvinyl von 1975, die linke obere Ecke leicht angestoßen. Er drehte es um. Zwischen Innenhülle und Vinyl war ein Foto geschoben worden, das er völlig vergessen hatte. Es zeigte sie beide auf einer Brücke in Porto, aufgenommen im Frühjahr 2008, kurz nachdem sie beschlossen hatten, es wäre jetzt ernst. Marta stand hinter ihm, die Arme locker über seine Schultern gelegt, und lachte an seiner Wange vorbei in eine Kamera, deren Besitzer er nicht mehr rekonstruieren konnte. Er hielt das Foto in beiden Händen, ohne etwas zu tun. „Marta." Sie kam ohne Nachfrage herüber. Er hielt das Foto hoch. Sie nahm es ihm aus der Hand, betrachtete es länger als nötig und legte es dann auf den Tisch – nicht in seinen Stapel, nicht in ihren, sondern genau zwischen beide. „Das hatte ich wirklich vergessen", sagte sie. Ihre Stimme hatte einen Ton, der sich schwer benennen ließ: keine Wehmut, kein Vorwurf, eher die sachliche Registrierung eines Verlustes, den man erst bemerkt, wenn man ihn plötzlich in den Händen hält. Thomas legte das Jarrett-Album kommentarlos zu seinem Stapel. Sie ließ es zu. Der Nachmittag zog sich hin, ohne schwerer zu werden. Um halb fünf hatten sie drei Viertel der Sammlung aufgeteilt. Die verbleibenden zwanzig Alben, deren Herkunft sich nicht mehr zweifelsfrei bestimmen ließ, schoben sie an den Rand. Thomas schlug vor, sie nach dem Zufallsprinzip zu vergeben. Marta schüttelte den Kopf. „Lass sie hier." „Hier ist aber bald nicht mehr meins." „Ich weiß." Sie sah das halbgeleerte Regal an. „Dann mach jemand anderem damit eine Freude." Thomas lachte kurz. Es war kein warmes Lachen, aber auch kein bitteres – eher das Lachen eines Menschen, der etwas begreift, das ihm nicht gefällt. Gegen halb sieben räumte Thomas seinen Stapel in drei Leinentaschen, die er vorausschauend mitgebracht hatte. Marta rollte ihre Liste zusammen und steckte sie ein. Das Foto lag noch auf dem Tisch. Keiner hob es auf. Thomas trug die erste Tasche zur Tür. Im Flur blieb er stehen. „Die Stehlampe." „Was ist damit?" „Du lässt sie immer zurück, wenn du gehst." Marta sah zur Lampe, dann zu ihm. „Diesmal nicht." Er nickte, als wäre das die Antwort auf eine Frage, die er schon länger mit sich herumgetragen hatte. Auf der Treppe hörte sie seine Schritte bis ins Erdgeschoss. Dann fiel die Haustür ins Schloss – nicht laut, aber mit dem bestimmten Ton des Endgültigen. Marta stand am Fenster und wartete, bis sein Wagen um die Ecke gebogen war. Das Regal wirkte jetzt seltsam leer, wie ein Satz, dem man die Hälfte der Wörter entnommen hat, ohne dass er aufgehört hätte, lesbar zu sein. Die zwanzig Alben standen ganz links, eine kurze Reihe ungelöster Fragen. Das Foto lag noch immer dort, wo sie es hingelegt hatte. Sie ließ es liegen und ging in die Küche. Das Foto blieb. == 100 == 1 -------------------- Die rote Tasse Herr Berger ist Anwalt in Köln. Heute kommen Lisa und Marie zu ihm. Sie sind Schwestern. Ihre Mutter ist vor einem Monat gestorben. Herr Berger liest das Testament vor. Das Geld haben sie aufgeteilt. Dann kommt die Tasse. Die Tasse ist aus rotem Porzellan. Sie ist nicht groß und nicht teuer. Aber die Mutter hat sie jeden Morgen benutzt. Herr Berger sagt: „Die Tasse steht nicht im Testament." Marie spricht zuerst. „Ich will die Tasse." Lisa sieht Marie an. „Ich habe Mama drei Jahre lang gepflegt." „Das weiß ich", sagt Marie. „Aber ich will die Tasse." Lisa schüttelt den Kopf. „Nein. Die Tasse gehört mir." Herr Berger sagt: „Ich kann die Tasse verkaufen." Lisa und Marie sagen nichts. Marie denkt nach. Dann sagt sie: „Du kannst die Tasse haben." „Aber dann will ich das Kochbuch von Mama." Das Kochbuch liegt bei Lisa zu Hause. Lisa hat es genommen, weil Mama es ihr gegeben hat. Aber Lisa kocht nicht viel. „Das Kochbuch ist bei mir", sagt Lisa. „Ich weiß das." Herr Berger wartet. Lisa denkt kurz nach. „Gut", sagt sie. „Du bekommst das Kochbuch." „Ich bekomme die Tasse." Marie nickt. Herr Berger schreibt alles auf. Lisa und Marie unterschreiben. Draußen ist es kalt. Marie zieht ihren Mantel an. „Wann kann ich das Kochbuch holen?" „Ich rufe dich an." Marie nickt und geht. Lisa steht noch einen Moment vor dem Büro. Sie hält den Beutel mit der Tasse in der Hand. Lisa fährt mit dem Bus nach Hause. Sie hält den Beutel die ganze Zeit fest. Zu Hause stellt sie die Tasse auf den Tisch. Sie schaut die Tasse lange an. Die Tasse ist rot mit einem weißen Rand. Lisa trinkt keinen Kaffee. Sie trinkt Tee. Die Tasse ist für Kaffee. Lisa stellt die Tasse in den Schrank. Sie ruft Marie nicht an. Sie wartet. Marie ruft auch nicht an. Das Kochbuch liegt noch auf dem Regal. Lisa hat es nie aufgemacht. Die Tasse steht im Schrank. Lisa öffnet den Schrank manchmal. Dann sieht sie die Tasse. Dann macht sie den Schrank wieder zu. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Das Fahrrad Der Notar hieß Schreiber und sein Büro war in Hamburg. Paul Fischer ist zehn Minuten zu früh gekommen. Er hatte eine Tasche dabei, aber er hat sie nicht geöffnet. Stefan ist pünktlich gekommen und hat Paul die Hand gegeben. „Wie war die Fahrt?" „Sehr lang." Herr Schreiber hat seine Mappe geöffnet. Er hat das Testament vorgelesen. Das Haus haben sie schon verkauft. Auf dem Konto waren sechstausend Euro, und das Geld wird aufgeteilt. Dann hat Herr Schreiber gesagt: „Das Fahrrad steht nicht im Testament." Das Fahrrad hat seit vierzig Jahren im Keller gestanden. Der Vater ist jeden Samstag damit gefahren, bis er es nicht mehr konnte. Es war alt und grün und hatte vorne einen Korb. Paul hat das Fahrrad gepflegt, weil der Vater es nicht mehr konnte. Stefan hat in München gewohnt und ist nur zu Weihnachten gekommen. Herr Schreiber hat vorgeschlagen, das Fahrrad zu verkaufen. Paul und Stefan haben geschwiegen. Stefan hat zuerst gesprochen. „Ich will das Fahrrad haben." Paul hat ihn angeschaut. „Du warst nie da. Ich habe alles gemacht." „Das Fahrrad gehört uns beiden." „Nein", hat Paul gesagt. „Ich habe es drei Jahre lang gepflegt." Herr Schreiber hat seinen Stift auf den Tisch gelegt. Stefan hat kurz nachgedacht. Dann hat er gesagt: „Du kannst es haben. Aber dann will ich das Werkzeug von Vater." Das Werkzeug hat in Pauls Garage gestanden. Er hatte es mitgenommen, denn es sollte nicht verloren gehen. Er hat es nicht wirklich gebraucht. „Das Werkzeug ist bei mir", hat Paul gesagt. „Ich weiß." Herr Schreiber hat gewartet. Paul hat nachgedacht. Dann hat er gesagt: „Gut. Du bekommst das Werkzeug. Ich bekomme das Fahrrad." Stefan hat genickt. Herr Schreiber hat alles aufgeschrieben. Paul und Stefan haben unterschrieben. Draußen war die Straße nass. Stefan hat seinen Mantel angezogen. „Wann kann ich das Werkzeug holen?" „Ruf mich an." Stefan hat genickt und ist gegangen. Paul ist noch einen Moment vor dem Büro gestanden. Er hat an den Vater gedacht, der samstags zur Bäckerei gefahren ist. Er hat auch daran gedacht, dass er selbst kein Fahrrad fahren mochte. Aber das war nicht der Punkt. Er ist mit dem Bus nach Hause gefahren. Das Fahrrad hat er am nächsten Tag aus dem Keller geholt. Er hat es in seine Garage getragen. Es war jetzt neben seinem Auto. Er hat das Fahrrad angeschaut. Der Korb war verrostet und der Sattel war gerissen. Er hatte keinen Plan, was er damit machen sollte. Er hat eine alte Decke über das Fahrrad gelegt. Stefan ruft wegen des Werkzeugs nicht an. Paul ruft auch nicht an. Das Fahrrad steht in der Garage. Paul weiß nicht, warum er es wollte. Aber er weiß, warum Stefan es nicht bekommen durfte. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Das Bild im Flur Das Büro von Dr. Hess lag in der Dortmunder Innenstadt, im dritten Stock eines alten Backsteingebäudes. Anna Sommer, vierundfünfzig Jahre alt, saß bereits auf dem Sofa, als ihr Bruder Markus ankam. Sie hatte eine Tasche mit Unterlagen auf dem Stuhl neben sich abgestellt. Markus trug einen dunklen Anzug, der ihm etwas zu eng geworden war. „Ich dachte, du kommst zu spät", sagte er, ohne zu grüßen. „Ich komme nie zu spät", sagte Anna. Dr. Hess bat sie, Platz zu nehmen. Er war ein ruhiger Mann, der langsam und deutlich sprach. Er las das Testament vor, ohne Pause, ohne Kommentar. Das Haus war bereits verkauft worden, der Erlös wurde aufgeteilt. Das Konto: achttausend Euro, je zur Hälfte. Dann das Bild. Das Bild hing seit dreißig Jahren im Flur der elterlichen Wohnung in Bochum. Es war eine kleine Landschaft im Holzrahmen, nicht viel wert. Aber die Mutter hatte es jeden Morgen angeschaut, wenn sie zur Arbeit gegangen war. Dr. Hess sagte, dass kein Name im Testament stand. Markus sprach als erster. „Ich will das Bild haben." Anna sah ihn an. „Du warst zweimal im Jahr da. Ich war jeden Mittwoch bei ihr." „Das hat doch nichts mit dem Bild zu tun." „Doch", sagte Anna. „Das hat sehr viel damit zu tun." Markus lehnte sich zurück und verschränkte die Arme. „Ich habe das Bild als Kind jeden Tag gesehen." „Ich auch", sagte Anna. Dr. Hess räusperte sich. Er machte den Vorschlag, das Bild schätzen zu lassen und den Erlös zu teilen. Beide schwiegen. Anna öffnete ihre Tasche und holte einen Kalender heraus. Er war voll mit Notizen – Arzttermine, Medikamentenlisten, Telefonnummern des Pflegedienstes. Sie legte ihn auf den Tisch, ohne etwas zu sagen. Markus schaute ihn an, kurz, dann weg. Dann sagte er: „Du kannst das Bild haben. Aber dann will ich die Schallplatten von Vater." Anna blinzelte. Die Schallplatten standen in ihrer Wohnung, weil Markus keinen Plattenspieler mehr hatte. Sie hatte sie mitgenommen, damit sie nicht verloren gingen. „Die Schallplatten sind bei mir", sagte sie. „Das weiß ich." Dr. Hess wartete und drehte einen Stift zwischen den Fingern. Anna dachte einen Moment nach. Dann sagte sie: „Gut. Du bekommst die Schallplatten. Ich bekomme das Bild." Markus nickte. Dr. Hess schrieb alles auf. Sie unterschrieben beide, ohne sich dabei anzusehen. Auf der Straße vor dem Büro hatte es aufgehört zu regnen. Markus zündete sich sofort eine Zigarette an. „Wann kann ich die Schallplatten holen?" „Ruf mich an." „Okay." Sie standen nebeneinander auf dem feuchten Bürgersteig. Markus sagte: „Das Bild hat ihr wirklich gefallen, weißt du." „Ja", sagte Anna. „Gefällt es dir auch?" Anna überlegte kurz, bevor sie antwortete. „Nicht besonders." Markus lachte einmal auf, aber es klang nicht fröhlich. Er drückte die Zigarette aus. „Dann warum willst du es?" Anna antwortete nicht. Sie nickten sich kurz zu und gingen in verschiedene Richtungen. Zu Hause stellte Anna das Bild auf die Fensterbank im Wohnzimmer. Sie betrachtete es eine Weile. Die Farben waren verblasst und der Rahmen hatte an einer Seite einen Riss. Sie dachte daran, wie Markus den Kalender angeschaut hatte – eine Sekunde, dann weggeschaut. Das war der Grund. Sie trug das Bild in die Abstellkammer und stellte es gegen die Wand. Es würde dort stehen, bis sie entschied, was damit zu tun war. Sie würde nie entscheiden. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Ballerina Das Büro des Anwalts Körner lag im Erdgeschoss eines Gebäudes am Stuttgarter Marktplatz, und es roch nach altem Papier. Sandra Weiß war zehn Minuten zu früh da. Sie kannte das Büro, weil sie hier schon einmal gewesen war, als ihr Vater noch selbst entscheiden konnte, was er wollte. Das war vor der Demenz. Petra kam mit nassen Schuhen und einem Lächeln, das zu breit war für die Situation. „Die Bahn", sagte sie, als Entschuldigung. Sandra nickte einmal. Herr Körner bat sie, Platz zu nehmen, und schlug seine Mappe auf. Er las vor, was ihr Vater hinterlassen hatte, ruhig und ohne Kommentar. Das Konto: neunzehnhundert Euro, aufzuteilen. Die Wohnung war bereits verkauft worden, der Erlös überwiesen. Dann die Figur. Die Porzellanballerina hatte auf der Fensterbank gestanden, solange Sandra denken konnte. Ihre Mutter hatte sie aus einer Reise nach Prag mitgebracht, vor vierzig Jahren. Als der Vater allein lebte, hatte er sie ins Wohnzimmer gestellt. Er hatte sie nicht weggeräumt, obwohl er sonst alles umgestellt hatte. Körner schloss seine Mappe kurz. „Ein Vermächtnisnehmer ist nicht angegeben." Petra sprach zuerst. „Mama hätte gewollt, dass ich sie bekomme." Sandra sah ihre Schwester an. „Du warst dreimal im Jahr hier. Ich war jeden Dienstag da." „Das hat nichts damit zu tun, wer die Figur bekommt." „Doch", sagte Sandra. „Das hat genau damit zu tun." Körner legte einen Stift auf den Tisch. „Es wäre möglich, die Figur schätzen zu lassen und den Wert hälftig aufzuteilen." Keine der Schwestern antwortete. Petra holte ein Foto aus ihrer Tasche und legte es auf den Tisch. Es zeigte die Mutter am Fenster, die Ballerina gut sichtbar dahinter. „Ich habe dieses Foto immer dabei." Sandra betrachtete es einen Moment, dann legte sie es zurück. „Ich habe zwanzig Monate lang den Pflegedienst organisiert, die Ärzte angerufen und die Abrechnung gemacht, während du in München warst." Petra sagte nichts. Es entstand eine Pause, in der Körner seinen Stift betrachtete, als hätte er ihn noch nie gesehen. Schließlich sagte Petra: „Du kannst sie haben. Aber dann will ich den Nähkasten von Mama." Sandra blinzelte. Der Nähkasten stand seit zwei Jahren in ihrer Wohnung. Sie hatte ihn mitgenommen, als die Mutter ins Pflegeheim kam, weil er sonst in den Müll gegangen wäre. Sie hatte noch nie genäht. „Der Nähkasten steht bei mir", sagte Sandra. „Ich weiß." Körner wartete, den Stift in der Hand. Sandra dachte nach. Dann sagte sie: „Gut. Du bekommst den Nähkasten. Ich bekomme die Ballerina." Petra nickte. Körner schrieb es auf und bat sie zu unterschreiben. Sie unterschrieben, ohne sich anzusehen. Draußen regnete es. Petra zog ihren Mantel zu und sah die Straße entlang. „Wann kann ich den Nähkasten abholen?" „Ich melde mich." „Gut." Sie standen einen Moment nebeneinander auf dem nassen Bürgersteig. Dann sagte Petra: „Sie hätte nicht gewollt, dass wir uns streiten." „Wir haben uns nicht gestritten", sagte Sandra. „Wir haben verhandelt." Petra lächelte kurz, dann ging sie. Sandra blieb noch einen Moment stehen. Sie hielt die Tasche, in der die Figur eingewickelt lag, mit beiden Händen. In der Straßenbahn legte sie die Tasche auf den Schoß und schaute aus dem Fenster. Sie dachte nicht daran, wohin sie die Ballerina stellen würde. Sie dachte daran, wie Petra das Foto aus der Tasche gezogen hatte, als wäre es ein Beweis. Zu Hause stellte Sandra die Figur auf den Küchentisch. Sie betrachtete sie eine Weile, ohne den Mantel auszuziehen. Dann schob sie sie in die Ecke zwischen Wand und Brotkasten. Sie würde morgen entscheiden, wohin die Figur gehörte. Wegen des Nähkastens würde sie nicht anrufen. Sie würde warten, bis Petra sich meldete. Petra würde sich nicht melden. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Standuhr Das Büro des Notars Albrecht Frenzel lag im dritten Stock eines gründerzeitlichen Hauses in der Lorenzgasse, dessen Fassade seit Jahren auf eine Sanierung wartete, die nie bewilligt worden war. Maximilian Bergner, fünfundfünfzig, Gymnasiallehrer für Geschichte, betrat es als erster. Er hatte die Uhrzeit mit Bedacht gewählt – zehn Minuten vor dem Termin. Eduard würde wissen, dass er gewartet hatte. Das war die Absicht. Die Sekretärin bot Kaffee an; er lehnte ab, obwohl er seit dem Frühstück nichts getrunken hatte. Er setzte sich auf den Stuhl nahe am Fenster und legte eine Akte auf seine Knie. Sie enthielt dreißig Seiten, auf denen er seit drei Jahren die Pflegeleistungen hatte dokumentieren lassen – Arztbesuche, Medikamentenpläne, die Kosten der Nachtpflege. Niemand hatte ihn darum gebeten. Eduard kam zwölf Minuten nach der vereinbarten Zeit, den Mantel noch nicht ausgezogen, die Krawatte zu locker. „Du warst schon immer der Pünktliche", sagte er, ohne zu grüßen. Maximilian antwortete nicht. Frenzel war ein kleiner, sorgfältiger Mann mit einer Brille, deren Gläser größer waren als sein Gesicht zu verlangen schien, und mit der Angewohnheit, bei Pausen an seinen Manschettenknöpfen zu drehen. Er verlas das Testament ohne Umschweife, mit der professionellen Müdigkeit eines Mannes, der diese Szene zu oft gesehen hat. Das Haus war bereits verkauft worden, der Erlös unter beiden aufzuteilen. Das Konto: vierzehntausend Euro, je zur Hälfte. Dann die Standuhr. Maximilian hatte gewusst, dass diese Stelle kommen würde – dieser Moment, in dem das Zimmer für drei Sekunden stillsteht. Die Uhr stand seit neunzig Jahren im Flur des elterlichen Hauses in Erlangen. Sie war schwer, dunkel, und ihr Schlag war so laut, dass Besucher zusammenzuckten. Die Mutter hatte sie jeden Morgen aufgezogen, mit einem Schlüssel an einem blauen Band. Eduard räusperte sich. „Du willst sie, nehme ich an." „Ich habe drei Jahre lang jeden Morgen zugesehen, wie Mutter sie aufgezogen hat", sagte Maximilian. „Das ist kein Argument." „Ich bin anderer Meinung." Frenzel drehte am linken Manschettenknopf. Er schlug vor, was er immer vorschlug: eine Schätzung, danach Versteigerung, Erlösteilung. Die Uhr war nicht viel wert – fünfhundert Euro, wenn man Glück hatte. Es ging nicht um die fünfhundert Euro. Eduard lehnte sich zurück, die Arme verschränkt. „Ich will sie nicht. Sie tickt. Meine Frau würde das nicht ertragen." „Dann hätten wir uns das Gespräch sparen können." „Nicht ganz. Wenn du sie nimmst, beanspruche ich die Schreibmaschine von Vater." Hätte Eduard das nicht gesagt, wäre Maximilian am selben Abend nach Hause gefahren, ohne nachzudenken. Die Schreibmaschine stand seit zwanzig Jahren in seinem Arbeitszimmer – mitgenommen nach dem Tod des Vaters, weil Eduard in Kanada gewesen war und weil niemand sonst sie gewollt hatte. Dass sein Bruder sie jetzt plötzlich beanspruchte, war so absurd, dass er einen Moment glaubte, falsch verstanden zu haben. „Die Schreibmaschine steht seit zwanzig Jahren bei mir." „Ohne mein Einverständnis." Frenzel schrieb etwas auf seinen Block, ohne aufzuschauen. Maximilian legte die Akte auf den Tisch. Er schob sie nicht hinüber; er ließ sie einfach liegen, sichtbar, beschriftet, mit der Jahreszahl auf dem Deckblatt. Eduard sah sie an, sagte aber nichts. Der Handel, den sie schließlich schlossen, war folgender: Maximilian bekäme die Standuhr, Eduard die Schreibmaschine. Dazu erhielte Eduard den Inhalt des Kellers – Werkzeug, Gartenmöbel, drei Kisten Bücher, die niemand zu lesen gedacht hatte. Maximilian unterschrieb. Eduard unterschrieb. Frenzel trug die Ergebnisse in das Protokoll ein, wie er es immer tat: sorgfältig, ohne Wertung. Auf der Treppe, die Tür des Büros bereits hinter ihnen geschlossen, fragte Eduard: „Willst du die Uhr wirklich?" Maximilian blieb auf der zweiten Stufe stehen. „Was soll das bedeuten?" „Sie tickt nachts. Du lebst allein." Maximilian sagte nichts darauf. Er dachte daran, wie die Mutter jeden Morgen um sechs den Schlüssel vom Haken genommen hatte, im Morgenmantel, und wie der erste Schlag der Uhr durch das ganze Haus gewandert war. Er dachte daran, dass er, wäre Eduard nicht gewesen, die Uhr nie begehrt hätte. „Sie steht dir gut", sagte Eduard – und es klang nicht wie ein Kompliment. Er stieg die restliche Treppe hinunter, ohne sich umzudrehen, und drückte unten die Außentür auf. Maximilian blieb noch einen Moment auf der Stufe stehen. Der Schlüssel mit dem blauen Band steckte in seiner Jackentasche. Er hatte ihn eingesteckt, als die Mutter ins Pflegeheim gekommen war, und nie zurückgelegt. Die Standuhr würde im Flur stehen. Sie würde ticken, laut, in der Nacht. Er würde den Schlüssel in die Schublade legen. Sie würde er nie aufziehen. mv0i835lspmvwyjkjpr6x15czidypa1 1085396 1085361 2026-05-11T11:08:22Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 1085396 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 5 b - ungarisch deutsch == 91 == 1 -------------------- -------------------- Der letzte Schichtplan Frank ist 47 Jahre alt. Er arbeitet in einer alten Fabrik. Die Fabrik stellt Landmaschinen her. Aber seit elf Jahren hat sie keine einzige Maschine mehr verkauft. Jeden Morgen um sechs kommt Frank zur Arbeit. Er zieht seinen blauen Arbeitskittel an. In der Halle steht ein alter Mähdrescher. Er heißt MTS-15 und ist aus dem Jahr 1988. Frank repariert ihn schon seit Wochen. Der Motor springt an, aber dann stirbt er wieder ab. Frank schaltet ihn noch einmal ein. Das Gleiche passiert wieder. Er setzt sich auf ein altes Ölfass. Er trinkt Kaffee aus seiner Thermoskanne. Draußen fährt kein Auto vorbei. Die Fabrik liegt weit draußen am Rand der Stadt. Sein Kollege Bernd ist 53 Jahre alt. Bernd war früher Brigadeleiter. Jetzt macht er wenig. Er liegt oft auf einer alten Matratze in der Ecke der Halle. Um halb zehn kommt er mit einer Bierdose zu Frank. Er hält sie hoch: „Willste?" Frank schüttelt den Kopf. Bernd zuckt mit den Schultern und trinkt allein. Ulla ist 44 Jahre alt und die Meisterin. Sie trägt eine große Brille. Sie sortiert Schrauben nach Größe – M8, M10, M12. Niemand hat diese Arbeit bestellt. Aber Ulla macht sie trotzdem. Sie sagt: „Wenn der Prüfer kommt, sollen wir wenigstens Ordnung haben." Bernd lacht kurz und trocken: „Der kommt nicht." Frank sagt nichts. Mittags geht Frank in die Kantine. Die Kantine ist ein kleiner Raum mit einem einzigen Tisch. An der Wand hängt ein Kalender von 2009. Frank wärmt eine Tüte Gulaschsuppe in der Mikrowelle. Er setzt sich und isst. Ulla kommt mit einem Butterbrot und setzt sich ihm gegenüber. Sie sagt ruhig: „Die Buchhaltung hat angerufen." „Dieser Monat ist das letzte Mal Lohn." Frank stochert mit dem Löffel in der Suppe. Er sagt: „Das hieß es letzten Monat auch." Ulla schüttelt den Kopf: „Jetzt ist es wirklich ernst." Frank isst weiter. Nach einer Weile sagt er leise: „Dann ist eben Feierabend." Ulla schaut ihn an. „Seit zwölf Jahren machst du Feierabend und kommst trotzdem wieder." Frank schiebt den Teller weg. Er sagt nichts mehr. Eines Morgens ist die Halle dunkel. Der Strom ist abgestellt. Frank steht im Dunkeln, die Hände in den Taschen. Bernd kommt mit zwei Bierdosen. Er gibt Frank eine. Diesmal nimmt Frank sie an. Ulla setzt sich auf den Boden und lehnt sich gegen ein Regal. Sie sagt leise: „Jetzt ist wirklich Ende." Bernd öffnet seine Dose – man hört sie zischen. Frank sagt: „Morgen kommt vielleicht der Strom wieder." Niemand antwortet. Sie hören den Regen auf das Wellblechdach. Der Regen ist laut. Es wird nicht heller. Um drei Uhr nachmittags gehen sie nach Hause. Frank schaut nicht zurück. Am nächsten Morgen steht er um sechs Uhr vor der Tür. Die Halle ist noch dunkel. Er setzt sich auf die kalte Betonstufe. Er wartet. Der Regen hat nicht aufgehört. Frank bleibt sitzen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- -------------------- Der letzte Schichtplan Frank ist 47 Jahre alt und arbeitet seit der Wende in derselben Fabrik. Die Fabrik hat früher Landmaschinen hergestellt, aber das ist lange vorbei. Seit elf Jahren hat sie keine einzige Maschine mehr verkauft. Trotzdem kommt Frank jeden Morgen um sechs Uhr zur Arbeit. Er öffnet das schwere Eisentor, das immer ein bisschen klemmt. Dann zieht er seinen blauen Arbeitskittel an und geht in die Halle. In der Mitte der Halle steht ein Mähdrescher aus dem Jahr 1988. Er heißt MTS-15, und Frank kennt jede Schraube an ihm. Das Ersatzteil für das Spritzgussgehäuse hat er gestern vom Schrottplatz geholt. Er baut es ein, dreht die Schrauben fest und startet den Motor. Der Motor ruckelt, hustet einmal laut und stirbt dann ab. Frank wartet kurz, startet ihn wieder – dasselbe Ergebnis. Er setzt sich auf ein Ölfass und trinkt Kaffee aus der Thermoskanne. Draußen ist es still, kein Auto fährt vorbei, kein Vogel ist zu hören. Bernd kommt gegen halb zehn aus seiner Ecke der Halle. Er ist 53 Jahre alt und war früher Brigadeleiter, aber das interessiert heute niemanden mehr. Auf einer alten Matratze hat er sich einen Platz eingerichtet, zwischen alten Regalen und Werkzeugkisten. Er hält Frank eine Bierdose hin und sagt: „Willste eine?" Frank schüttelt den Kopf, ohne aufzuschauen. Bernd zuckt mit den Schultern, öffnet die Dose und trinkt allein. Er trinkt nicht so viel, dass es wirklich auffällt, aber er trinkt jeden Tag. Ulla geht in dieser Zeit zwischen den Regalen auf und ab. Sie ist 44, trägt eine große Brille und ist die einzige Meisterin, die noch da ist. Heute sortiert sie Schrauben nach Größe: M8, M10, M12, alles in kleine Schachteln. Niemand hat diese Arbeit bestellt, und niemand wird sie brauchen. Aber Ulla macht sie, weil sie sonst nichts zu tun hätte. Sie sagt zu Bernd: „Wenn der Prüfer kommt, soll er wenigstens Ordnung sehen." Bernd lacht kurz und trocken: „Der Prüfer kommt nicht, Ulla." Frank sagt nichts dazu, er schraubt weiter am Motor. In der Kantine gibt es einen Tisch, eine Mikrowelle und einen Kalender von 2009. Frank wärmt sich eine Tüte Gulaschsuppe auf und setzt sich allein hin. Nach ein paar Minuten kommt Ulla mit einem Butterbrot und setzt sich ihm gegenüber. Sie legt das Brot auf den Tisch und sagt ruhig: „Die Buchhaltung hat heute Morgen angerufen." Frank schaut sie nicht an, er stochert in der Suppe. Ulla sagt: „Diesen Monat gibt es das letzte Mal Lohn." Frank antwortet: „Das hat man uns letzten Monat auch gesagt." Ulla schüttelt den Kopf: „Diesmal ist es anders. Diesmal meinen sie es ernst." Frank isst weiter, langsam, ohne Eile. Dann sagt er: „Dann ist eben Feierabend." Ulla schaut ihn lange an, bevor sie antwortet: „Seit zwölf Jahren machst du Feierabend und kommst am nächsten Morgen wieder." Frank schiebt den Teller zur Seite und steht auf. Er sagt nichts mehr, weil es nichts mehr zu sagen gibt. Eines Morgens kommt Frank in die Halle und es ist dunkel. Jemand hat die Hauptsicherung gelöst, der Strom ist weg. Er bleibt stehen und wartet, bis seine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnen. Bernd kommt bald danach, diesmal mit zwei Bierdosen statt einer. Er gibt Frank die zweite Dose, ohne etwas zu fragen. Diesmal nimmt Frank sie. Ulla kommt als letzte, schaut sich kurz um und setzt sich dann auf den Betonboden. Sie lehnt sich gegen ein altes Regal und sagt: „Das war's jetzt wirklich." Bernd öffnet seine Dose, das Zischen klingt laut in der stillen Halle. Frank sagt: „Vielleicht ist der Strom morgen wieder da." Keiner von ihnen antwortet darauf. Draußen fängt es an zu regnen, und man hört es auf dem Wellblechdach. Sie sitzen eine Weile so, ohne zu reden, und hören nur den Regen. Um drei Uhr nachmittags stehen sie auf und gehen nach Hause. Frank schaut beim Hinausgehen nicht zurück. Am nächsten Morgen steht er um sechs Uhr vor dem Eisentor. Die Halle dahinter ist noch dunkel, kein Licht brennt. Er setzt sich auf die Betonstufe und stützt die Ellbogen auf die Knie. Der Regen vom Vortag ist noch nicht ganz vorbei. Frank sitzt und wartet, obwohl er nicht weiß, worauf. ---------------------------------------------- 3 -------------------- -------------------- Der letzte Schichtplan Jeden Morgen um sechs Uhr betritt Frank die Fabrik, obwohl er genau weiß, dass hier seit Jahren nichts mehr produziert wird. Er ist 47, gelernter Schlosser, und diese Halle kennt er besser als seine eigene Wohnung. Das Kombinat hat früher Landmaschinen gebaut, Mähdrescher und Traktoren, die in den Kooperativen des ganzen Bezirks fuhren. Seit der Wende ist das vorbei, aber die offizielle Stilllegung wurde nie beschlossen, und so kommt Frank. Er hängt den Autoschlüssel an den Haken neben der Tür, zieht den blauen Kittel an und geht zur Maschine. In der Mitte der Halle steht die MTS-15, ein Mähdrescher aus dem Jahr 1988, der seit mindestens fünf Jahren nicht mehr bewegt worden ist. Frank hat gestern ein Spritzgussgehäuse eingebaut, das er vom Schrottplatz in Gommern besorgt hat, weil das originale längst gebrochen war. Er startet den Motor, der kurz anspringt, dann ruckelt und stirbt. Er wartet zehn Sekunden, startet ihn wieder. Dasselbe. Er macht sich keine Notizen darüber, denn niemand würde sie lesen. Stattdessen setzt er sich auf ein Ölfass, schraubt den Deckel der Thermoskanne auf und trinkt Kaffee, der schon zu kalt ist. Draußen vor den Fenstern, die seit Jahren nicht geputzt worden sind, bewegt sich nichts. Bernd taucht gegen halb zehn auf, wie jeden Tag, aus der hinteren Ecke der Halle, wo er sich auf einer alten Matratze eingerichtet hat. Er ist 53 Jahre alt und war früher Brigadeleiter, eine Funktion, die nach der Wende so schnell verschwand wie alles andere. Er hält Frank eine Bierdose hin, ohne ein Wort zu sagen, und Frank schüttelt den Kopf. Bernd zuckt mit den Schultern, als wäre die Antwort ihm gleichgültig, und trinkt allein. Er trinkt jeden Tag, aber nicht so viel, dass man ihn ansprechen müsste – das ist die stille Übereinkunft zwischen ihnen. Ulla dagegen hat sich eine Aufgabe geschaffen, die niemand von ihr verlangt hat. Sie ist 44, trägt eine Brille mit breitem schwarzem Rahmen, und sortiert Schrauben nach Größe in beschriftete Schachteln, als ob nächste Woche eine Lieferung käme. Während sie arbeitet, rechnet sie im Kopf aus, wie viele Monate die Lohnzahlungen noch möglich sind, wenn man die Rücklagen kennt, die sie kennt. Sie sagt zu Bernd, ohne aufzuschauen: „Wenn der Betriebsprüfer kommt, sollen wir wenigstens keine Unordnung haben." Bernd antwortet trocken: „Ulla, der kommt seit drei Jahren nicht, und er wird auch jetzt nicht kommen." Frank hört zu, aber er sagt nichts, weil beide recht haben und es trotzdem keinen Unterschied macht. In der Kantine, die aus einem Tisch, einer Mikrowelle und einem Kalender von 2009 besteht, isst Frank mittags allein. Ulla kommt dazu, setzt sich ihm gegenüber und legt ihr Butterbrot auf den Tisch, bevor sie anfängt zu reden. Sie sagt, dass die Buchhaltung heute Morgen angerufen hat, und dass dieser Monat das letzte Mal Lohn überwiesen wird. Frank stochert in seiner Gulaschsuppe und sagt, dass man ihm das letzten Monat auch gesagt hat. Ulla schüttelt den Kopf: „Diesmal haben sie Zahlen genannt. Konkrete Zahlen." Er isst weiter, weil das die einzige Antwort ist, die er hat. Nach einer langen Pause sagt er: „Dann ist eben Feierabend." Ulla schaut ihn so an, als ob sie ihn zum ersten Mal wirklich sieht. „Du machst seit zwölf Jahren Feierabend, Frank, und am nächsten Morgen stehst du trotzdem wieder vor dem Tor." Er schiebt den Teller weg, steht auf und sagt nichts, weil er nicht weiß, was er sagen könnte, ohne zu lügen. Der Morgen, an dem der Strom abgestellt wird, ist ein Dienstag. Frank öffnet das Tor und betritt eine Halle, die vollständig dunkel ist, weil jemand die Hauptsicherung gelöst hat. Er bleibt stehen, die Hände in den Taschen seiner Arbeitsjacke, und wartet, bis seine Augen sich angepasst haben. Bernd kommt kurz darauf mit zwei Bierdosen statt der üblichen einen, und gibt Frank wortlos eine davon. Diesmal nimmt Frank sie, weil es keinen Grund mehr gibt, sie abzulehnen. Ulla erscheint als letzte, schaut sich kurz in der Halle um, dann setzt sie sich auf den Betonboden und lehnt sich gegen ein Regal. Sie sagt, ohne Dramatik: „Das ist jetzt das Ende." Bernd öffnet seine Dose, und das Zischen klingt unverhältnismäßig laut in der Stille. Frank sagt: „Vielleicht schaltet jemand den Strom morgen wieder ein." Keiner widerspricht ihm, aber keiner glaubt es auch. Sie sitzen im Dunkeln und hören dem Regen zu, der aufs Wellblechdach trifft und nicht aufhört. Es ist kein unangenehmes Schweigen, aber es ist auch kein tröstliches. Um drei Uhr nachmittags stehen sie auf, ohne dass jemand das vorgeschlagen hat, und gehen nach Hause. Frank dreht sich beim Hinausgehen nicht um, weil er weiß, dass der Anblick ihn nicht weiterbringen würde. Am nächsten Morgen steht er um sechs Uhr vor dem Tor. Die Halle dahinter ist noch dunkel, der Strom ist nicht zurückgekommen. Er setzt sich auf die Betonstufe, stützt die Unterarme auf die Knie und schaut auf den nassen Asphalt des Hofes. Der Regen hat aufgehört, aber die Pfützen stehen noch. Frank wartet, ohne zu wissen, worauf er eigentlich wartet. Aber er bleibt sitzen, weil Gehen sich noch falscher anfühlen würde. ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Der letzte Schichtplan Frank hat sich nie gefragt, ob das, was er tut, einen Sinn ergibt, weil die Frage selbst ihm gefährlicher erscheint als die Antwort. Er ist 47, gelernter Schlosser, geschieden seit neun Jahren, und fährt jeden Morgen um halb sechs denselben Weg zur Fabrik, den er seit der Wende fährt. Die Strecke dauert elf Minuten, und er kennt jede Kurve so gut, dass er sie vermutlich mit geschlossenen Augen fahren könnte. Was am Ziel auf ihn wartet, hat sich verändert – oder vielmehr: es hat sich nicht verändert, obwohl sich alles drum herum verändert hat, und genau das ist das Problem. Das Kombinat für Landmaschinenbau existiert noch, in dem Sinne, dass die Gebäude stehen und auf dem Papier niemand die Schließung beschlossen hat. Es verkauft seit elf Jahren keine Maschinen mehr, beschäftigt drei Menschen, die nicht beschäftigt werden, und zahlt Löhne, deren Herkunft Frank nicht nachfragt. Er zieht den Kittel an, geht zur MTS-15 – einem Mähdrescher, der älter ist als manche seiner Gedanken – und fängt an zu arbeiten. Das Ersatzteil, das er gestern eingebaut hat, stammt vom Schrottplatz in Gommern, wo ein freundlicher Mann namens Kaczmarek ihm keine Fragen gestellt hat. Der Motor springt an, läuft drei Sekunden lang, als ob er es ernst meinte, und bricht dann wieder zusammen. Frank lässt ihn abkühlen, startet ihn erneut. Dasselbe. Er notiert nichts, weil eine Notiz einen Adressaten voraussetzen würde. Bernd kommt gegen halb zehn, wie immer, aus der Richtung der alten Materiallagerhalle, wo er auf einer Matratze schläft, die er sich vor zwei Wintern dort hingelegt hat. Er war früher Brigadeleiter, ein Titel, der nach der Wende so schnell bedeutungslos wurde wie die meisten Titel, die vorher viel bedeutet hatten. Heute hält er Frank eine Dose hin, ohne Kommentar, mit der Geste eines Mannes, dem die Antwort gleichgültig ist, bevor sie kommt. Frank lehnt ab, Bernd trinkt allein, und zwischen ihnen entsteht das Schweigen, das keine Erklärung mehr braucht. Er trinkt täglich, aber kontrolliert genug, dass es offiziell ignoriert werden kann – eine Leistung, die Frank insgeheim respektiert. Ulla hat sich eine Ordnung geschaffen, die niemand von ihr verlangt hat und die niemand nach ihr aufrechterhalten wird. Sie sortiert Schrauben in Schachteln, beschriftet die Schachteln, kontrolliert die Beschriftung – M8, M10, M12 –, als wäre das ein Teil eines größeren Plans, der existiert, auch wenn er ihr nie mitgeteilt wurde. Nebenbei rechnet sie, denn Rechnen ist das Einzige, das ihr das Gefühl gibt, die Situation zu verstehen statt nur in ihr zu sitzen. Sie sagt zu Bernd, während sie eine Schachtel zuklebt: „Wenn der Prüfer kommt, soll er nicht denken, dass hier niemand mehr arbeitet." Bernd antwortet, ohne aufzuschauen: „Er kommt nicht, Ulla. Das weißt du." Sie weiß es, aber das ändert nichts daran, dass sie die Schraube in die richtige Schachtel legt. Frank hört zu und sagt nichts, weil der Satz, den er denkt, zu scharf wäre, um ihn auszusprechen. Die Kantine riecht nach altem Fett und kaltem Kaffee, und der Kalender an der Wand zeigt seit siebzehn Jahren denselben Monat. Frank wärmt die Gulaschsuppe auf, setzt sich, und als Ulla mit ihrem Butterbrot gegenüberkommt, weiß er schon am Ausdruck ihrer Augen, dass sie etwas sagen wird, das er nicht hören will. Sie sagt es trotzdem, ruhig und ohne Umschweife: die Buchhaltung hat angerufen, dieser Monat ist das letzte Mal Lohn, diesmal ist es keine Ankündigung mehr, sondern ein Datum. Frank stochert in der Suppe und sagt, dass man ihm das auch letzten Monat gesagt hat. Ulla schüttelt den Kopf, legt die Hände flach auf den Tisch: „Sie haben mir Zahlen genannt, Frank. Echte Zahlen." Er isst weiter, weil Essen eine Handlung ist, die keine Antwort verlangt. Dann, nach einer langen Pause, in der nur die Mikrowelle summt: „Dann ist eben Feierabend." Ulla schaut ihn an, und in ihrem Blick ist etwas, das keine Kritik ist, aber auch kein Verständnis. „Du machst seit zwölf Jahren Feierabend, und am nächsten Morgen kommst du trotzdem wieder. Ich weiß nicht mehr, ob das Stärke ist oder etwas anderes." Frank schiebt den Teller weg, steht auf, und das Geräusch des Stuhls auf dem Betonboden klingt lauter als nötig. Der Dienstag, an dem der Strom abgestellt wird, unterscheidet sich zunächst nicht von anderen Dienstagen. Frank öffnet das Tor, tritt in die Halle, und begreift erst nach ein paar Sekunden, dass die Dunkelheit nicht von der Jahreszeit kommt, sondern von einer Entscheidung, die ohne ihn getroffen wurde. Die Hauptsicherung ist gelöst worden – jemand war hier, ohne dass er es gewusst hat, und hat etwas getan, das sich nicht rückgängig machen lässt. Er bleibt stehen, die Hände tief in den Jackentaschen, und wartet auf nichts Bestimmtes. Bernd erscheint mit zwei Bierdosen, hält Frank wortlos eine hin, und diesmal nimmt Frank sie, ohne zu zögern, weil der Grund, sie abzulehnen, sich heute Morgen erledigt hat. Ulla kommt als letzte, schaut sich in der dunklen Halle um, als würde sie eine Inventur machen, und setzt sich dann auf den Betonboden, den Rücken gegen ein Regal gelehnt. Sie sagt: „Das ist jetzt das Ende, glaube ich." Sie sagt es nicht dramatisch, sondern so, wie man eine Wettervorhersage bespricht, die man schon seit Tagen erwartet hat. Bernd öffnet seine Dose, das Zischen hallt durch die Stille, und irgendwo tropft Wasser von der Decke. Frank sagt: „Vielleicht schaltet jemand den Strom morgen wieder ein." Keiner antwortet, nicht weil sie ihm widersprechen wollen, sondern weil die Antwort sich von selbst versteht. Der Regen beginnt gegen Mittag und trifft das Wellblechdach mit einer Lautstärke, die jedes Gespräch überflüssig macht. Sie sitzen in der Dunkelheit, jeder mit seiner Dose oder ohne, und hören dem Regen zu, der keine Rücksicht nimmt. Es ist kein tröstliches Schweigen, aber es ist auch kein feindseliges – es ist das Schweigen von Menschen, die zu lange am selben Ort waren, um noch viel erklären zu müssen. Um drei Uhr stehen sie auf, ohne dass jemand das vorgeschlagen hat, als wäre die Uhrzeit eine Verabredung, die schon lange gilt. Frank geht als letzter hinaus, dreht sich nicht um, weil er weiß, dass der Anblick der Halle im Dunkeln ihn nicht zu einem Entschluss bringen würde, den er noch nicht gefasst hat. Am nächsten Morgen steht er um sechs vor dem Tor. Die Halle dahinter ist noch dunkel. Er setzt sich auf die Betonstufe, die Ellbogen auf den Knien, und schaut auf den Hof, in dem die Pfützen vom gestrigen Regen langsam kleiner werden. Er hat keine Erklärung dafür, warum er hier sitzt, keine, die er laut aussprechen könnte, ohne sich selbst zu widersprechen. Aber das Sitzen fühlt sich weniger falsch an als das Gehen, und vorerst reicht ihm das. ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- Der letzte Schichtplan Es gibt Gewohnheiten, die so tief in den Körper eingeschrieben sind, dass sie aufhören, Entscheidungen zu sein, und Frank denkt nicht mehr darüber nach, warum er jeden Morgen um sechs Uhr auf denselben Parkplatz fährt, der seit Jahren kein Parkplatz mehr ist, sondern ein mit Moos überwachsenes Rechteck vor einem Gebäude, das auf keiner Gewerbemeldung mehr auftaucht. Er ist 47, und die Hälfte dieses Lebens hat er in Räumen verbracht, deren Zweck sich überlebt hat, bevor er es bemerkt hat. Das Eisentor klemmt, wie immer, und der Widerstand, den es bietet, hat für Frank längst den Charakter einer Begrüßung angenommen. Die MTS-15 steht in der Hallenmitte wie ein Denkmal, das niemand eingeweiht hat. Der Mähdrescher ist 1988 gebaut worden, in einem Land, das es nicht mehr gibt, für eine Landwirtschaft, die sich vollständig neu erfunden hat, und Frank repariert ihn, weil das die Arbeit ist, die er versteht, auch wenn sie nirgendwo hinführt. Das Spritzgussgehäuse, das er gestern eingebaut hat – ein Fund vom Schrottplatz in Gommern, herausgebrochen aus einer baugleichen Ruine –, sitzt sauber, aber der Motor springt an wie ein Mensch, der aus einem Albtraum hochschreckt: kurz, unkontrolliert, dann wieder in die Stille zurück. Frank startet ihn ein zweites Mal, ein drittes, und irgendwann hört er auf zu zählen, weil die Zahl nichts über den Ausgang verrät. Er setzt sich auf das Ölfass, das er vor Jahren hierher gestellt hat, schraubt den Deckel der Thermoskanne auf und trinkt den Kaffee, der kälter ist als beabsichtigt, und schaut durch die staubigen Fensterscheiben auf einen Hof, auf dem sich seit Monaten kein Fahrzeug bewegt hat. Die Stille ist hier keine Abwesenheit von Geräuschen, sondern eine eigene Substanz, etwas, das Raum einnimmt. Bernd kommt, wie er immer kommt: lautlos aus der hinteren Halle, als wäre er ein Teil der Anlage, der sich hin und wieder von selbst aktiviert. Er schläft seit zwei Wintern auf einer Matratze hinter den Hochregalen, ein Arrangement, über das nie gesprochen worden ist und das deshalb existiert, als wäre es schon immer so gewesen. Mit 53 trägt er das Gesicht eines Mannes, dem die Erschöpfung so vertraut geworden ist, dass man sie für Ruhe halten könnte, und er hält Frank eine Bierdose hin mit der Geste eines Menschen, der längst aufgehört hat, auf eine bestimmte Antwort zu hoffen. Frank lehnt ab, Bernd nimmt es zur Kenntnis, und zwischen ihnen entsteht das Schweigen, das keine Brüche hat, weil es aus zu vielen gemeinsamen Morgen zusammengewachsen ist. Er trinkt täglich, kontrolliert genug, um unterhalb jeder offiziellen Wahrnehmungsschwelle zu bleiben, und Frank hat sich irgendwann entschieden, das als eine Form von Disziplin zu respektieren. Ulla bewegt sich zwischen den Regalen mit der Konzentration einer Frau, die eine Aufgabe verteidigt, deren Sinn sie selbst nicht mehr vollständig glaubt, die sie aber aufzugeben sich weigert, weil das Aufgeben einen Eingeständnis wäre, zu dem sie noch nicht bereit ist. Sie sortiert Schrauben – M8 in diese Schachtel, M10 in jene –, beschriftet, kontrolliert, sortiert neu, und rechnet dabei im Kopf die Zahlen durch, die sie kennt und die niemanden sonst interessieren: Rücklagen, Lohnkosten, Restlaufzeit. Das Ergebnis ist jedes Mal dasselbe, und sie rechnet trotzdem, weil Rechnen das Einzige ist, das ihr das Gefühl gibt, die Realität zu berühren statt von ihr berührt zu werden. Als sie sagt, dass Ordnung vorhanden sein solle, wenn der Prüfer käme, klingt es nicht naiv, sondern wie das letzte Argument einer sehr langen Debatte, die sie mit sich selbst führt. Bernd antwortet, trocken und ohne Feindseligkeit: der Prüfer komme nicht, das wisse sie. Sie weiß es, legt die Schraube trotzdem in die richtige Schachtel, und Frank sagt nichts, weil der Satz, der ihm einfiele, zu viel zerstören würde, um ihn zu rechtfertigen. Die Kantine ist ein Raum, der sich selbst überlebt hat, und das fühlt man bei jedem Besuch neu: der Kalender von 2009, die Mikrowelle, die länger braucht als angegeben, der einzige Tisch, dessen Oberfläche die Abdrücke von mehr Mahlzeiten trägt als irgendjemand zählen könnte. Frank isst, und als Ulla sich ihm gegenübersetzt, erkennt er an der Art, wie sie die Hände auf den Tisch legt – flach, wie zur Stabilisierung –, dass das, was sie sagen wird, nicht aufgeschoben werden kann. Sie sagt es ohne Umschweife, weil Ulla die Einzige ist, die gelernt hat, dass Umschweife hier nur Aufwand ohne Ertrag sind: die Buchhaltung hat angerufen, dieser Monat ist das letzte Mal Lohn, und diesmal war eine Kontonummer dabei und ein Datum, also kein Gerücht mehr, sondern ein Vorgang. Frank sagt, dass man ihm das letzten Monat auch gesagt habe. Ulla schüttelt den Kopf mit der Geduld eines Menschen, der begreift, dass das Gegenüber nicht nicht versteht, sondern verstehen will und gleichzeitig nicht kann. Er isst weiter, und das Löffeln hat etwas Rituelles, etwas, das ihn im Körper hält, während der Raum unter ihm nachgibt. Dann: „Dann ist eben Feierabend." Ulla schaut ihn an, lange, und als sie antwortet, ist ihre Stimme weder kalt noch warm, sondern präzise: „Du machst seit zwölf Jahren Feierabend, Frank, und jeden Morgen stehst du trotzdem wieder vor dem Tor, und ich weiß inzwischen nicht mehr, ob das Beharrlichkeit ist oder ob du einfach keine andere Sprache kennst." Er schiebt den Teller weg, und das Geräusch des Porzellans auf dem Metall klingt wie ein Satzzeichen, das er nicht setzen wollte. Der Morgen, an dem der Strom abgestellt wird, hat keine Vorwarnung gegeben. Frank tritt in die Halle und braucht einen Moment, um zu begreifen, dass die Dunkelheit nicht von der Jahreszeit kommt, sondern von einer Handlung – jemand hat die Hauptsicherung gelöst, ist wieder gegangen, und hat dabei keine Nachricht hinterlassen, weil die Handlung selbst die Nachricht ist. Er bleibt stehen, die Hände in den Taschen, und in diesem Moment versteht er, dass alle vorherigen Momente – der ruckelnde Motor, der Schrottplatzkauf, die sortierten Schrauben, die Gulaschsuppe – Aufschübe waren, die jetzt aufgebraucht sind. Bernd erscheint mit zwei Dosen, gibt ihm eine, und Frank nimmt sie ohne Zögern, weil der Grund, sie abzulehnen, sich mit dem Strom erledigt hat. Ulla setzt sich auf den Betonboden, den Rücken gegen ein Regal, und sagt, ohne Dramatik, mit einer Sachlichkeit, die schwerer wiegt als jede Klage: „Das ist jetzt das Ende." Bernd öffnet seine Dose, das Zischen hallt durch die leere Halle wie eine unangemessene Antwort auf etwas, das keine Frage gestellt hat. Frank sagt: „Morgen ist vielleicht der Strom wieder da." Niemand widerspricht, und das ist schlimmer als Widerspruch, weil es bedeutet, dass alle drei wissen, dass er es selbst nicht glaubt. Der Regen beginnt gegen Mittag und trifft das Wellblechdach mit einer Beharrlichkeit, die keine Rücksicht auf das nimmt, was darunter sitzt. Sie hören ihm zu, ohne miteinander zu reden, weil das Reden sich verbraucht hat, und was bleibt, ist eine Gemeinschaft des Wartens, die keinen Namen hat, aber eine Form. Um drei Uhr nachmittags erheben sie sich, ohne Absprache, als hätte die Uhrzeit eine Autorität, die in diesem Raum noch gilt, wenn alles andere schon weggefallen ist. Frank geht als letzter, und er dreht sich nicht um, nicht weil er die Halle nicht noch einmal sehen will, sondern weil er weiß, dass der Anblick ihn in eine Entscheidung zwingen würde, die er noch nicht fassen kann. Am nächsten Morgen steht er um sechs Uhr vor dem geschlossenen Tor. Die Halle dahinter ist dunkel. Er setzt sich auf die Betonstufe, stützt die Unterarme auf die Knie, und schaut auf den Hof, in dem die Pfützen stehen wie kleine Spiegel, die den Himmel zeigen, der sich nicht entscheiden kann. Er hat keine Erklärung dafür, die er vor sich selbst bestehen könnte, und vielleicht ist das der Grund, warum er nicht versucht, eine zu finden. Das Sitzen ist keine Entscheidung. Aber es ist auch keine Niederlage. Es ist das Einzige, was er im Moment für wahr halten kann, und vorerst reicht ihm das. == 92 == 1 -------------------- -------------------- Die Laube Jens ist 52 Jahre alt. Er lebt allein in einer kleinen Wohnung. Seine Wohnung hat zwei Zimmer. Sein Vater ist gestorben. Der Vater hatte eine Gartenlaube. Die Laube steht am Rand von Magdeburg. Jens erbt die Laube. Er fährt an einem Samstag hin. Das Tor ist rostig. Jens tritt das Schloss auf. Das Tor quietscht laut. Hinter dem Tor wachsen Brombeeren. Ein alter Schuppen liegt umgefallen am Boden. Ein Fahrrad ohne Räder rostet im Gras. Jens zieht seine Handschuhe an. Er hebt eine leere Bierflasche auf. Er sagt nichts. Die Laube steht noch. Aber die Farbe blättert ab. Ein Fensterglas ist gesprungen. Jens geht hinein. Es riecht nach altem Holz und Staub. Er stellt die Bierflasche auf den Tisch. Dann fängt er an zu putzen. Zu Hause liest Jens einen Brief. Der Brief kommt vom Kleingartenverein. Der Verein heißt „Einheit". Der Verein soll aufgelöst werden. Es gibt zu wenige Mitglieder. Der Pachtvertrag läuft im September aus. Jens' Schwester heißt Heike. Sie ist 49 Jahre alt. Sie sitzt am Küchentisch. Sie trinkt Kaffee. „Reiß die Laube ab", sagt sie. „Das spart Geld." Jens faltet den Brief zusammen. Er steckt ihn in die Tasche. „Ich fahre am Samstag hin", sagt er. Heike schüttelt den Kopf. Sie wischt den Tisch ab. Sie sagt nichts mehr. Jens fährt jeden Samstag zur Laube. Er mäht den Rasen. Er streicht die Fensterbänke. Er arbeitet allein. Am Brunnen steht eine alte Pumpe. Die Pumpe gibt seit Jahren kein Wasser mehr. Jens schaut sie an. Er holt sein Werkzeug. Er schraubt und klopft. Er flucht leise. Nach zwei Stunden kommt Wasser. Zuerst ist es braun. Dann wird es klar. Jens lehnt sich an die Wand. Eine alte Frau schaut über den Zaun. Sie heißt Frau Kramer. Sie ist 78 Jahre alt. Sie ist die letzte Gärtnerin im Verein. „Läuft wieder?", fragt sie. Jens nickt. „Ihr Vater hat das auch immer gemacht", sagt sie. Jens dreht das Wasser ab. Es tropft noch ein bisschen nach. An einem Samstag räumt Jens die Laube aus. Unter dem Bett findet er eine Holzplatte. Darunter liegt eine Kiste. In der Kiste sind alte Flaschenetiketten. Er sieht auch eine alte Arbeitsjacke. Auf der Jacke steht „VEB Molkerei Magdeburg". Er hält die Jacke in der Hand. Sie riecht nach altem Tabak. Er hängt die Jacke über einen Stuhl. Heike kommt zur Tür. „Das kommt in die Tonne", sagt sie. Jens setzt sich neben den Stuhl. „Morgen", sagt er. Er schaut aus dem Fenster. Die Sonne geht unter. Die Plattenbauten werden orange. Jens bleibt sitzen. Er sitzt, bis es dunkel wird. Der Verein wird aufgelöst. Aber die Laube steht noch. Niemand kommt, um sie abzureißen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- -------------------- Die Laube Jens ist zweiundfünfzig Jahre alt und lebt allein in einer kleinen Wohnung am Stadtrand. Seit die Molkerei geschlossen hat, arbeitet er nicht mehr. Sein Vater ist vor drei Monaten gestorben und hat ihm eine Gartenlaube hinterlassen. Die Laube gehört zum Kleingartenverein „Einheit" am Rand von Magdeburg. Jens kennt die Laube gut, denn er war als Kind oft dort. Aber das ist lange her. Er fährt an einem Samstag mit dem Bus hin, weil sein Auto in der Werkstatt ist. Das Tor zum Garten ist verrostet und lässt sich kaum öffnen. Jens drückt dagegen, bis das Schloss aufbricht. Die Scharniere quietschen laut, und ein Vogel fliegt erschrocken davon. Hinter dem Tor sieht er Brombeersträucher, einen kaputten Schuppen und ein altes Fahrrad ohne Räder. Die Laube steht noch, aber die Farbe blättert von den Wänden. Ein Fensterglas ist gesprungen, und das Holz unter dem Sims ist dunkel vor Feuchtigkeit. Jens zieht seine Handschuhe an und fängt an zu arbeiten. Zu Hause hat er einen Brief vom Verein gelesen. Der Briefkopf zeigt noch das alte DDR-Wappen, und die Schrift ist altdeutsch. Der Verein soll aufgelöst werden, weil es zu wenige Mitglieder gibt. Der Pachtvertrag läuft am dreißigsten September aus. Jens hat den Brief nicht weggeworfen, sondern in seine Jackentasche gesteckt. Er denkt manchmal daran, wenn er abends wach liegt. Seine Schwester Heike hat gesagt, er soll die Laube abreißen lassen. „Das kostet nur Pacht und Zeit", hat sie gesagt. Heike ist neunundvierzig und arbeitet in einer Pflegeeinrichtung. Sie hat keine Zeit für alte Dinge. Jens hat ihr nicht widersprochen, aber er fährt trotzdem jeden Samstag hin. Im Garten ist eine alte Wasserpumpe, die seit Jahren nicht mehr funktioniert. Jens schaut sie an und holt dann sein Werkzeug aus der Tasche. Er hat zu viel Werkzeug dabei für so eine einfache Pumpe, aber das macht nichts. Er schraubt den Deckel auf und sieht, dass die Leitung verstopft und die Kolbenstange verrostet ist. Er arbeitet fast zwei Stunden, und es wird langsam heiß. Er flucht einmal leise, als er sich die Hand stößt. Dann kommt plötzlich Wasser – zuerst braun und schlammig, dann immer klarer. Jens hält die Hand darunter und schaut zu, wie das Wasser über seine Finger läuft. Er lehnt sich gegen die Laubenwand und atmet tief aus. Frau Kramer steht wie immer am Zaun. Sie ist achtundsiebzig Jahre alt und die letzte Gärtnerin, die noch kommt. Ihre zwei Reihen Salat wachsen kaum, aber sie beugt sich jeden Tag darüber. „Läuft wieder?", fragt sie, ohne ihn direkt anzusehen. „Ja", sagt Jens. „Ihr Vater hat das auch immer repariert", sagt sie. Jens dreht das Wasser ab und antwortet nicht. Es tropft noch langsam aus der Pumpe, aber das stört ihn nicht. Er denkt kurz an seinen Vater, dann hört er damit auf. An einem der letzten Samstage räumt Jens die Laube gründlich aus. Er schiebt das Bett zur Seite und findet darunter eine alte Holzplatte. Darunter liegt eine Kiste, die niemand in Jahren geöffnet hat. In der Kiste sind Flaschenetiketten der Brauerei Radeberg und zwei Packungen Kaffee Extra, abgelaufen 1990. Ganz unten liegt eine Arbeitsjacke mit dem Aufnäher „VEB Molkerei Magdeburg". Jens hebt die Jacke heraus und hält sie eine Weile in den Händen. Sie riecht nach altem Schweiß und Tabak, und der Stoff ist noch erstaunlich fest. Er hängt die Jacke über die Stuhllehne, als ob jemand sie gleich anziehen würde. Dann stellt er die Kaffeepackungen daneben auf den Tisch. Heike kommt kurz danach zur Tür herein. Sie schaut auf den Stuhl mit der Jacke und sagt: „Was soll das werden?" „Nichts", sagt Jens. „Das kommt alles in die Tonne", sagt sie. „Morgen", sagt Jens, und er meint es nicht so. Heike geht wieder, ohne die Tür richtig zu schließen. Jens setzt sich auf den Stuhl neben der Jacke und schaut aus dem Fenster. Draußen geht die Sonne unter, und die Plattenbauten werden für eine kurze Zeit orange. Er sitzt still, bis das Licht weg ist und es im Raum dunkel wird. Er macht kein Licht an. Der Verein wird im Oktober offiziell aufgelöst. Aber die Laube steht noch, weil niemand kommt, um sie abzureißen. ---------------------------------------------- 3 -------------------- -------------------- Die Laube Jens hatte nicht vorgehabt, den Garten zu behalten, als er den Schlüssel vom Notar bekam. Er hatte einfach Ja gesagt, weil er nicht Nein sagen konnte, nicht in dieser Situation. Drei Wochen nach der Beerdigung fuhr er zum ersten Mal hin. Die Anlage lag zwischen zwei Plattenbaublöcken am südlichen Stadtrand von Magdeburg, eingeklemmt zwischen einer Bahnlinie und einem Parkplatz. Das Eingangstor hing schief in den Angeln, und das Vorhängeschloss war so verrostet, dass Jens es auftreten musste. Er stand danach eine Weile still und schaute auf das, was dahinter lag. Ein umgefallener Schuppen, Brombeersträucher, die sich über den Weg gezogen hatten, und mittendrin das alte Fahrrad seines Vaters, das seit Jahren kein Mensch mehr angefasst hatte. Die Laube selbst wirkte kleiner, als er sie in Erinnerung hatte. Der Brief vom Kleingartenverein „Einheit" war zwei Tage zuvor in seinem Briefkasten gewesen. Er hatte ihn am Küchentisch gelesen, während Heike gegenüber saß und ihren löslichen Kaffee trank. Der Briefkopf trug noch das alte Vereinswappen, und die Mitteilung war sachlich formuliert: Auflösung zum dreißigsten September, zu wenige Mitglieder, zu hohe Kosten. „Dann ist das ja erledigt", hatte Heike gesagt, ohne aufzuschauen. Jens hatte den Brief gefaltet und eingesteckt, ohne etwas zu erwidern. Er wusste selbst nicht, warum. Jeden Samstag fuhr er hin, auch wenn das Wetter schlecht war. Er mähte den halb vertrockneten Rasen, strich die Fensterbänke mit einem Pinsel, den er in der Laube gefunden hatte, und kehrte den Weg vor dem Eingang. Es war keine Arbeit, die einen Sinn ergab, und er wusste das. Aber er kam wieder. Die Wasserpumpe am hinteren Ende des Gartens hatte seit mindestens fünf Jahren kein Wasser mehr gegeben. Jens kniete sich davor, öffnete das Gehäuse und sah sofort, warum sie nicht lief. Die Leitung war verstopft, die Kolbenstange so verrostet, dass sie sich kaum bewegen ließ. Er hatte sein Werkzeug dabei, mehr als nötig, aber das war seine Art. Er arbeitete im Schatten der Laubenwand, und der Schweiß lief ihm in den Nacken. Nach fast zwei Stunden gab die Pumpe nach – ein dünner, brauner Strahl, der langsam klarer wurde. Jens ließ das Wasser laufen und lehnte sich zurück, bis er seinen eigenen Atem hörte. Frau Kramer stand am Zaun, wie sie es immer tat, wenn Jens da war. Sie war achtundsiebzig und beugte sich täglich über ihre zwei Reihen Salat, die kaum wuchsen, aber das schien sie nicht zu stören. „Dein Vater hätte das nicht gewollt", sagte sie, ohne Vorwarnung. Jens schaute auf die kahlen Beete und antwortete nicht sofort. „Was hätte er nicht gewollt?", fragte er schließlich. „Das hier", sagte sie und machte eine Handbewegung, die alles bedeuten konnte. Jens nickte langsam, als ob er ihr zustimmte, obwohl er es nicht tat. „Mein Vater ist tot", sagte er. Frau Kramer schwieg, und Jens drehte die Pumpe ab. An einem der letzten Samstage räumte er die Laube systematisch aus. Er schob das alte Klappbett beiseite und bemerkte, dass eine der Bodendielen locker war. Darunter, in einer flachen Holzkiste, fand er Dinge, die er nicht erwartet hatte. Flaschenetiketten der Brauerei Radeberg, sauber gestapelt wie eine kleine Sammlung. Eine Arbeitsjacke mit dem Aufnäher „VEB Molkerei Magdeburg", der Stoff noch erstaunlich fest. Zwei Packungen Kaffee Extra, deren Verfallsdatum er sich nicht anschauen musste. Er hielt die Jacke lange in der Hand, bevor er sie über die Stuhllehne hängte. Der Geruch nach altem Tabak und Maschinenöl war noch da, schwach, aber eindeutig. Heike kam am späten Nachmittag vorbei, wie sie es angekündigt hatte. Sie stand in der Tür, schaute auf den Stuhl mit der Jacke und sagte nichts, eine Sekunde zu lang. „Das alles kommt in die Tonne", sagte sie dann. „Ich weiß", sagte Jens. „Dann mach es." „Morgen." Heike zog die Tür hinter sich zu, nicht laut, aber bestimmt. Jens setzte sich auf den Stuhl neben der Jacke und schaute aus dem Fenster. Die Sonne stand tief, und das Licht fiel orange über die Betonwände der Plattenbauten gegenüber. Er dachte nicht an seinen Vater, oder er versuchte es zumindest nicht. Er saß einfach, bis das Licht weg war und der Raum dunkel wurde. Er machte kein Licht an. Der Verein wurde im Oktober aufgelöst, pünktlich und ohne große Mitteilung. Jens bekam keinen weiteren Brief. Die Laube stand noch, als der erste Frost kam, und sie stand noch im Januar. Niemand schien sich dafür zu interessieren. Jens fuhr nicht mehr jeden Samstag hin, aber er fuhr noch. Er wusste selbst nicht genau, warum. ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Die Laube Jens hatte sich vorgenommen, nur einmal hinzufahren, um nachzusehen, was überhaupt noch da war. Das war im April gewesen, kurz nachdem der Notar ihm den Schlüssel überreicht hatte mit der beiläufigen Bemerkung, er müsse das ja nicht behalten. Jetzt war August, und er fuhr immer noch jeden Samstag hin. Die Anlage hieß offiziell „Kleingartenverein Einheit e.V.", aber auf dem Schild am Eingang fehlte seit Jahren ein Buchstabe, sodass es nun „Kleingartenverein Einhei" hieß, was Jens jedes Mal auffiel, ohne dass er etwas dagegen unternahm. Zwischen zwei Plattenbauriegel gezwängt, von einer stillgelegten Bahnlinie auf der einen und einem Supermarktparkplatz auf der anderen Seite begrenzt, hatte die Anlage etwas von einem vergessenen Einschluss, einem Stück Land, das niemand beansprucht hatte, weil niemand mehr wusste, wozu es gut sein sollte. Dreiundzwanzig Parzellen, von denen noch vier bewirtschaftet wurden, und auch das nur halbherzig. Den Brief vom Verein hatte Jens nicht weggeworfen. Er lag in der Innentasche seiner Jacke, gefaltet und schon ein wenig zerschlissen an den Kanten, weil er ihn gelegentlich herauszog und wieder einsteckte, ohne ihn zu lesen. Die Auflösung war für den dreißigsten September beschlossen worden, knapp, mit drei Stimmen, wobei Frau Kramer als einzige dagegen gestimmt hatte. Heike hatte gesagt, er solle froh sein, dass ihm die Entscheidung abgenommen werde. Jens hatte nicht erwidert, dass niemand ihm eine Entscheidung abnehmen konnte, die er nie getroffen hatte. Er arbeitete ohne Plan, was bedeutete, dass er meist mit dem anfing, was er zuerst sah. An einem Samstag war es der Rasen, an einem anderen die Fensterbänke, an einem dritten die Rinne, aus der das Herbstlaub des Vorjahres noch nicht entfernt worden war. Die Arbeit war nicht schön, und sie ergab keinen erkennbaren Fortschritt, aber sie hielt ihn in Bewegung, was er seit der Schließung der Molkerei schätzen gelernt hatte. Die Wasserpumpe hatte ihn am meisten Zeit gekostet. Sie stand am hinteren Ende der Parzelle, aus Gusseisen, mit einem langen geschwungenen Hebel, den sein Vater vermutlich noch selbst eingebaut hatte, und sie hatte nach allem Anschein seit mindestens fünf Jahren kein Wasser mehr gegeben. Jens hatte sie an drei aufeinanderfolgenden Samstagen auseinandergenommen, gereinigt, teils mit Teilen aus einem Eisenwarengeschäft in der Innenstadt repariert, und beim vierten Mal hatte sie funktioniert, widerwillig, mit einem metallischen Knirschen, das langsam nachließ. Er hatte das Wasser laufen lassen, bis es klar wurde, und war dann einfach stehen geblieben, die Hände in den Hosentaschen, als hätte er nicht erwartet, dass es tatsächlich klappen würde. Frau Kramer beobachtete ihn regelmäßig vom Zaun aus, mit der sachlichen Aufmerksamkeit einer Person, die nicht viel zu verlieren hat und sich deshalb erlauben kann, genau hinzuschauen. Sie hatte ihm einmal gesagt, sein Vater wäre stolz gewesen, und ein anderes Mal, sein Vater hätte das alles längst aufgegeben, und Jens hatte den Eindruck, dass beides gleichzeitig stimmen konnte. „Dein Vater hätte das nicht gewollt", sagte sie an dem Samstag, an dem er die Pumpe repariert hatte. Jens schaute auf die kahlen Beete, in denen sein Vater vermutlich zuletzt vor zehn Jahren etwas angebaut hatte. „Mein Vater ist tot", sagte er, nicht kalt, aber ohne die Absicht, das Gespräch weiterzuführen. Frau Kramer nickte, als hätte er etwas Vernünftiges gesagt. Die Kiste unter der losen Diele hatte er erst gefunden, nachdem er das Bett verrückt hatte, um den Boden zu fegen. Er hätte sie ohne weiteres übergehen können, aber der Hohlklang unter seinem Fuß hatte ihn innehalten lassen. Die Holzplatte ließ sich mit einem Schraubenzieher anheben, und darunter lag eine flache Obstkiste, die mit einem Stück Jutesack abgedeckt war. Die Flaschenetiketten der Brauerei Radeberg waren fein säuberlich gestapelt, als hätten sie einen dokumentarischen Wert, den nur der Sammler kannte. Die Arbeitsjacke mit dem Aufnäher „VEB Molkerei Magdeburg" war noch erstaunlich gut erhalten, der Stoff grau und schwer, die Nähte fest. Jens hob sie heraus und hielt sie so, als wolle er prüfen, ob sie noch passte, obwohl er wusste, dass er das nicht vorhatte. Sie roch nach altem Tabak, nach Maschinenöl und nach etwas, das er nicht benennen konnte, aber sofort erkannte. Er hängte sie über die Stuhllehne, stellte die zwei Packungen Kaffee Extra daneben, abgelaufen 1990, und trat einen Schritt zurück. Heike erschien gegen halb sechs, früher als angekündigt, und stand in der Tür mit dem Ausdruck einer Person, die bereits weiß, was sie sagen wird, und nur noch den richtigen Moment abwartet. „Das kommt alles weg", sagte sie, als sie die Kiste und die Jacke gesehen hatte. „Ich weiß", sagte Jens. „Dann tu es auch." Er setzte sich auf den Stuhl neben der Jacke, ohne zu antworten. Heike blieb einen Moment stehen, dann seufzte sie, nicht unfreundlich, aber mit der Erschöpfung von jemandem, der schon zu lang versucht, jemand anderen von etwas zu überzeugen, was er selbst längst aufgegeben hat. Sie zog die Tür hinter sich zu. Jens saß in der Laube, bis es dunkel war, was im August immer länger dauerte, als man dachte. Die Plattenbauten gegenüber wurden für eine kurze Zeit orange, dann grau, dann waren sie einfach nur dunkel. Er machte kein Licht an, nicht weil er es vergessen hätte, sondern weil das Dunkel ihn nicht störte. Er dachte an nichts Bestimmtes, oder er dachte an zu vieles, um es voneinander zu unterscheiden. Der Verein wurde im Oktober aufgelöst, formgerecht und ohne Aufsehen. Die meisten Parzellen blieben einfach stehen, wie sie waren, weil der bürokratische Aufwand des Abrisses offenbar größer war als der Nutzen. Jens fuhr im November noch zweimal hin, im Dezember einmal. Die Jacke hing noch immer über der Stuhllehne. Er hatte nicht das Gefühl, dass er sie aufheben wollte. Er hatte nur nicht das Gefühl, dass er sie wegwerfen konnte. ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- Die Laube Dass er überhaupt hingefahren war, hatte weniger mit Pflichtgefühl zu tun als mit dem schlechten Gewissen gegenüber einer Erbschaft, die er weder wollte noch zurückweisen konnte, ohne sich dabei irgendetwas einzugestehen. Der Schlüssel hatte auf dem Tisch des Notars gelegen wie ein Gegenstand, der schon lange auf jemanden wartet, der ihn abholt, ohne zu wissen, wozu. Jens hatte ihn eingesteckt. Die Anlage lag dort, wo Magdeburg aufhörte, sich Mühe zu geben: zwischen einer stillgelegten Güterbahntrasse und dem Rücken eines Supermarkts, dessen Lüftungsanlage man von der Parzelle seines Vaters aus hören konnte, wenn der Wind aus Süden kam. Dreiundzwanzig Gärten, von denen die meisten längst dem sukzessiven Rückzug ins Unkraut überlassen worden waren, als hätte sich die Natur hier nicht durchgesetzt, sondern einfach nachgerückt, weil die Menschen die Arbeit des Zurückdrängens irgendwann als aussichtslos erkannt hatten. Jens trat das Vorhängeschloss auf, und das Tor öffnete sich mit dem Geräusch von etwas, das lange nicht gefragt worden war. Den Brief hatte er nicht weggeworfen, und er hatte ihn auch nicht beantwortet, was auf dasselbe hinauslief, aber sich anders anfühlte. Die Auflösung des Vereins war zum dreißigsten September beschlossen worden, mit einer Knappheit, die den Vorgang weniger nach Entscheidung als nach Erschöpfung aussehen ließ. Heike hatte den Brief gelesen und zurückgelegt, mit der Präzision von jemandem, der keine Energie auf Dinge verwendet, die sich ohnehin von selbst erledigen. „Du machst dir das Leben schwerer als es ist", hatte sie gesagt, und Jens hatte nicht widersprochen, weil das Gegenteil zu kompliziert gewesen wäre. Er fuhr jeden Samstag hin, was er sich selbst nicht vollständig erklären konnte und deshalb gar nicht erst versuchte. Die Arbeit war nicht produktiv in einem Sinn, den er hätte vorweisen können: Er mähte Rasen, der verdorrte; er strich Holz, das verfaulte; er kehrte Wege, auf denen außer ihm niemand mehr ging. Aber die Stunden vergingen dabei anders als in seiner Wohnung, wo die Zeit keine Form hatte, sondern sich einfach anhäufte. Die Wasserpumpe aus Gusseisen, die sein Vater in den frühen achtziger Jahren selbst eingebaut hatte, stand hinten an der Parzelle wie ein Denkmal für eine Praxis des Selbermachens, die mit der Generation, die sie gepflegt hatte, größtenteils verschwunden war. Jens hatte vier Samstage gebraucht, um sie wieder zum Laufen zu bringen, nicht weil die Reparatur so schwierig gewesen wäre, sondern weil er nach jedem Fortschritt innehielt und nachdachte, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Als das Wasser schließlich floss, braun zunächst, dann zunehmend klar, stand er dabei wie jemand, der auf eine Antwort wartet, von der er nicht mehr sicher ist, ob er die Frage noch kennt. Frau Kramer erschien täglich, mit einer Beharrlichkeit, die nichts mit Hoffnung zu tun hatte, sondern eher mit dem Wissen, dass die Alternative schlechter wäre. Ihre zwei Reihen Salat wuchsen kaum, aber sie beugte sich jeden Morgen darüber, mit der konzentrierten Zuwendung einer Person, die verstanden hat, dass Aufmerksamkeit das Einzige ist, das man uneingeschränkt geben kann. „Dein Vater hätte das nicht gewollt", sagte sie eines Nachmittags, ohne anklagende Absicht, eher wie eine Feststellung, die sie schon länger mit sich herumgetragen hatte. Jens schaute auf die leeren Beete, die sein Vater zuletzt vielleicht vor einem Jahrzehnt bepflanzt hatte, und überlegte kurz, was er wissen müsste, um ihr zu widersprechen. „Mein Vater ist tot", sagte er schließlich, nicht als Einwand, sondern als Einräumung einer Tatsache, die alle anderen relativierte. Frau Kramer sah ihn an, als hätte er etwas Mutigeres gesagt, als er beabsichtigt hatte. Die Kiste unter den Dielen hatte er gefunden, weil eine der Bohlen unter seinem Gewicht nachgegeben hatte, ein leiser Hohlklang, der in der Stille der Laube ungewöhnlich deutlich klang. Er hätte einfach weitergehen können, aber er kniete sich hin, hob die Platte an und fand darunter eine flache Obstkiste, abgedeckt mit einem gefalteten Stück Jutesack, als wäre das Verstecken eine Geste der Fürsorge gewesen und nicht der Verbergung. Die Flaschenetiketten der Brauerei Radeberg lagen in einer Ordnung, die mehr über den Mann verriet, der sie hineingelegt hatte, als irgendein Gespräch es je getan hatte: sorgfältig, zwecklos, beharrlich. Die Arbeitsjacke mit dem Aufnäher „VEB Molkerei Magdeburg" war noch so gut erhalten, dass Jens einen Moment lang nicht sicher war, ob sie getragen oder nur aufbewahrt worden war. Er hob sie heraus und hielt sie vor sich, den Blick auf den verblassten Aufnäher gerichtet, während der Geruch nach Tabak und Maschinenöl sich im Raum ausbreitete wie etwas, das auf eine Gelegenheit gewartet hatte. Dann hängte er die Jacke über die Stuhllehne, mit einer Sorgfalt, die er selbst nicht kommentiert hätte. Er stellte den Stuhl so, dass er dem Fenster zugewandt war. Heike kam gegen Abend, mit der leicht ungeduldig vorwärtsgerichteten Energie einer Person, die bereits zu viele andere Verpflichtungen hinter sich hat. Sie stand in der Tür, sah den Stuhl mit der Jacke, sah die Kaffeepackungen auf dem Tisch, und Jens beobachtete, wie sie die Situation einordnete und verwarf, einordnete und wieder verwarf. „Das ist doch keine Art", sagte sie schließlich, was alles bedeuten konnte und deshalb nichts bedeutete. Jens antwortete nicht, und Heike zog die Tür zu, mit einer Zurückhaltung, die vielleicht Rücksicht war oder vielleicht nur Ermüdung. Er saß noch lange, nachdem das Licht draußen weggegangen war, in einem Raum, der sich langsam mit Dunkel füllte wie ein Behälter, der gekippt wird. Die Plattenbauten jenseits des Zauns wurden zu Silhouetten, dann zu Schatten, dann zu etwas, das man mehr ahnte als sah, und Jens saß dabei und tat nichts dagegen. Er dachte an seinen Vater in der Weise, wie man an jemanden denkt, dem man zu Lebzeiten nicht die richtigen Fragen gestellt hat, und der einem jetzt fehlt, nicht wegen dem, was er war, sondern wegen dem, was man nun nie mehr wird fragen können. Der Verein wurde aufgelöst, pünktlich und formgerecht, und das Vereinsvermögen, das aus einem Rasenmäher und einem Gartenschlauch bestand, wurde an einen benachbarten Verein übertragen. Die Lauben standen, weil niemand Interesse an dem hatte, was ihr Abriss kosten würde, und weil bürokratische Verfahren die Eigenschaft haben, sich selbst aufzuschieben, wenn niemand sie antreibt. Jens fuhr auch im Winter noch gelegentlich hin, nicht jeden Samstag, aber oft genug, um zu bemerken, dass die Jacke auf dem Stuhl keine Staubschicht ansetzte. Er wischte sie ab, wenn er kam. Er wusste nicht, ob das Gewohnheit war oder etwas anderes. Er ließ die Frage offen, weil sie sich dort besser hielt als irgendwo sonst. == 93 == 1 -------------------- -------------------- Jeden Morgen Nina hat einen kleinen Kiosk am Bahnhof. Sie öffnet jeden Tag um sechs Uhr früh. Herr Kohl kommt jeden Morgen. Er kauft immer die Neustaedter Zeitung. Er bezahlt und sagt: „Danke, Nina." Nina sagt: „Bitte, Herr Kohl." Das ist alles. Herr Kohl ist 73 Jahre alt. Er trägt immer eine braune Jacke. Nina kennt ihn seit drei Jahren. Sie reden nicht viel. Das ist kein Problem. Vor zwei Wochen ist Herr Kohl nicht gekommen. Nina hat die Zeitung für ihn zurückgelegt. Am nächsten Tag ist er auch nicht gekommen. Die Zeitung hat Nina weggeworfen. Aber am nächsten Morgen hat sie wieder eine Zeitung zurückgelegt. Das macht sie jetzt jeden Tag. Warum eigentlich? Sie weiß es nicht. Ihre Kollegin Hanna fragt: „Für wen ist die Zeitung?" Nina sagt: „Für einen Kunden." Hanna fragt: „Welchen?" Nina sagt: „Den mit der braunen Jacke." Hanna nickt. Sie kennt ihn auch. In der zweiten Woche hat Nina die Kundenliste angeschaut. Herr Kohl heißt Werner Kohl und wohnt in der Hauptstraße 12. Das ist nicht weit vom Bahnhof. Werner Kohl. Nina hat die Liste wieder zugeklappt. Am Montag kommt ein neuer Kunde. Er kauft auch eine Zeitung. Aber er kauft die Sportzeitung, nicht die Neustaedter Zeitung. Er sagt nichts und geht schnell wieder. Nina lächelt. Er lächelt nicht zurück. Das ist egal. Am Ende des Tages liegt die Neustaedter Zeitung noch da. Nina legt sie weg. Sie ist kurz traurig, aber sie sagt das nicht. Am nächsten Morgen legt sie wieder eine Zeitung zurück. Das ist jetzt ihre Gewohnheit, nicht seine. Das denkt sie kurz und macht dann weiter. Am Abend geht Nina an der Hauptstraße 12 vorbei. Das macht sie nicht extra. Sie geht einfach diese Straße nach Hause. Hinter einem Fenster im Erdgeschoss brennt Licht. Nina bleibt kurz stehen. Dann geht sie weiter. Sie weiß nicht, ob das sein Fenster ist. Sie weiß nicht viel über ihn. Nur: braune Jacke, Neustaedter Zeitung, „Danke, Nina." Das ist wenig. Aber es ist auch etwas. Am nächsten Morgen öffnet Nina den Kiosk um sechs. Die Neustaedter Zeitung liegt bereit. Herr Kohl kommt nicht. Hanna fragt: „Heute wieder keine Zeitung für ihn?" Nina sagt: „Doch." Sie legt die Zeitung auf die Seite. Hanna schüttelt den Kopf, aber nicht böse. Es ist sieben Uhr. Der erste Zug fährt ab. Herr Kohl ist nicht dabei. Der Kiosk ist offen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- -------------------- Die Semmel Monika hat eine kleine Bäckerei in Gröbming. Sie öffnet jeden Morgen um sechs Uhr. Herr Zimmermann kommt immer um sieben. Er kauft zwei Semmeln und einen Kaffee. Das macht er seit vier Jahren. Er setzt sich an den kleinen Tisch beim Fenster. Er liest keine Zeitung und schaut einfach raus. Nach einer halben Stunde geht er wieder. Monika kennt seinen Namen, denn er hat eine Kundenkarte. Aber sie redet nicht viel mit ihm. Er auch nicht. Das passt so. Vor zehn Tagen ist Herr Zimmermann nicht gekommen. Monika hat gedacht: Er schläft vielleicht länger. Am nächsten Morgen war er auch nicht da. Sie hatte seine zwei Semmeln schon aus dem Regal genommen, aber dann hat sie sie wieder zurückgelegt. Am dritten Morgen hat sie die Semmeln für ihn zur Seite gelegt. Sie hat einen kleinen Zettel dazugelegt: „Reserviert." Ihr Kollege Felix hat gefragt, für wen. Monika hat gesagt: „Für einen Stammkunden." Felix hat genickt und nichts weiter gefragt. Am fünften Morgen hat Monika die Semmeln nicht mehr reserviert. Die anderen Kunden kaufen sie sonst. Aber sie schaut immer noch um sieben Uhr auf die Tür. Das merkt Felix auch. Er sagt aber nichts. In der zweiten Woche ohne Herrn Zimmermann hat Monika seine Kundenkarte rausgesucht. Er heißt Karl Zimmermann und wohnt in der Bachgasse 4. Das wusste sie schon, aber jetzt hat sie es gelesen. Karl Zimmermann. Sie hat die Karte wieder in die Schublade gelegt. An einem Montag hat ein junger Mann zwei Semmeln und einen Kaffee bestellt. Er hat sich auch an den kleinen Tisch gesetzt. Aber er hat auf sein Handy geschaut. Monika hat ihm den Kaffee gebracht und gedacht: Das ist nicht dasselbe. Dann hat sie sich selbst gedacht: Natürlich nicht. Das muss auch nicht dasselbe sein. Am Ende des Tages hat Felix die Kaffeemaschine gereinigt. Monika hat die Theke abgewischt. Sie haben wenig geredet, wie immer. Als Felix gegangen ist, hat Monika kurz an die Bachgasse 4 gedacht. Sie kann kurz dort vorbeigehen, aber das macht man nicht einfach so. Man geht nicht zu einem Kunden nach Hause. Das wäre seltsam. Oder? Am nächsten Morgen hat Monika die Bäckerei um sechs geöffnet. Um sieben war die Tür zu. Um acht auch. Herr Zimmermann ist nicht gekommen. In ihrer kurzen Pause hat sie an seinem Stammplatz einen Kaffee getrunken. Das hat sie noch nie gemacht. Der Platz war warm, denn die Sonne hat reingeschienen. Das war alles. Am Abend hat sie Felix gefragt, ob er die Bachgasse kennt. Felix hat gesagt: „Die ist doch hinter der Kirche, oder?" Monika hat gesagt: „Ja, stimmt." Mehr nicht. Der nächste Morgen war wieder ein normaler Morgen. Zwei Semmeln und ein Kaffee für jemanden. Vielleicht für denselben, vielleicht nicht. Die Bäckerei ist um sechs geöffnet. Herr Zimmermann war nicht da. ---------------------------------------------- 3 -------------------- -------------------- Das leere Brett Thomas Bachner ist 42 Jahre alt und leitet den Schachklub Waldkirch seit acht Jahren. Er ist kein besonders guter Schachspieler, aber er ist zuverlässig. Das ist wichtiger, sagen die älteren Mitglieder. Jeden Dienstagabend um halb acht kam Herr Pfister in den Vereinsraum. Er hängte seinen Mantel an den zweiten Haken von links und setzte sich an Tisch drei. Herr Pfister war 72 Jahre alt und spielte seit vierzig Jahren Schach. Er spielte gegen jeden, der sich hinsetzte, und er verlor selten. Thomas hatte gegen ihn in drei Jahren kein einziges Mal gewonnen. Das war ihm nicht peinlich, denn Herr Pfister spielte wirklich gut. Herr Pfister sprach wenig während des Spiels. Manchmal sagte er „Das war ein Fehler" – und meinte damit seinen eigenen. Einmal hatte er nach dem Spiel gefragt, ob Thomas Tee möchte, und Thomas hatte ja gesagt. Das war das längste Gespräch zwischen ihnen. Vor drei Wochen kam Herr Pfister nicht. Thomas baute das Schachbrett trotzdem auf, weil er das jeden Dienstag tat. Er wartete bis halb neun, dann räumte er die Figuren weg. Am nächsten Dienstag war Herr Pfisters Platz wieder leer. Thomas dachte, er ist vielleicht krank. Er schrieb in sein Notizbuch: „HP – Abwesenheit 2 Wochen – Grund unbekannt." Das war seine Art, mit Unklarheiten umzugehen. In der dritten Woche stellte er das Brett wieder auf. Er stellte die Figuren so hin, wie sie in der letzten Partie nach dem siebten Zug gestanden hatten. Er wusste das noch auswendig. Dann saß er da und schaute auf das Brett. Nach zehn Minuten räumte er alles wieder weg, ohne ein Wort zu sagen. Sein Kollege Rainer sah es und fragte: „Wegen Pfister?" Thomas sagte: „Hab nur was getestet." Das glaubte Rainer nicht, aber er ließ es so stehen. Thomas hatte die Adresse von Herrn Pfister nicht. Er hatte in drei Jahren nie danach gefragt. Im Verein gab es eine Mitgliederliste, und die lag in einem Ordner im Schrank. Thomas öffnete den Ordner nicht. Er überlegte es kurz, dann schob er ihn wieder rein. Warum eigentlich nicht? Er wusste keine Antwort, die er sich hätte sagen wollen. Auf dem Heimweg ging Thomas an der alten Schule vorbei, wo er als Kind gelernt hatte. Die Schule war jetzt ein Ärztezentrum. Er dachte: Alles bleibt, bis es nicht mehr bleibt. Das war kein besonders kluger Gedanke, aber er passte. Zu Hause aß er Brot mit Käse und schaute eine Weile aus dem Fenster. Er stellte kein Schach auf. Am nächsten Dienstag rückte Thomas Tisch drei zurecht, wischte die Platte ab und stellte das Brett auf. Er baute die Figuren ordentlich auf: Weiß links, Schwarz rechts. Herr Pfister kam nicht. Um Viertel nach acht setzte sich Rainer hin und fragte: „Darf ich?" Thomas sagte: „Klar." Sie spielten eine Partie, die Thomas nach dreißig Zügen gewann. Das hatte er noch nie gegen jemanden in diesem Raum geschafft. Es war kein gutes Gefühl. Rainer sagte: „Gut gespielt." Thomas räumte die Figuren weg. Dann klappte er das Brett zusammen und legte es in den Schrank. Das Brett war ein altes Holzbrett, das Herrn Pfister gehörte. Es stand im Vereinsraum, weil Herr Pfister es vor Jahren mitgebracht hatte. Thomas schloss den Schrank. Er schrieb in sein Notizbuch: „HP – Abwesenheit 4 Wochen." Dann strich er die Zeile durch. Rainer zog seinen Mantel an und sagte: „Tschüss." Thomas antwortete: „Bis nächste Woche." Er löschte das Licht. Im Schrank stand das Brett. Der Haken, an dem Herr Pfisters Mantel gehangen hatte, war leer. Thomas ging nach Hause. Es war ein ganz normaler Dienstagabend. Das war das Schlimmste daran. ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Der freie Tisch Jeden Mittwochvormittag betrat ein Herr mit einem hellgrauen Fedora das Café Schlossberg in Tübingen und setzte sich an Tisch sieben, den Fensterplatz zur Neckarfront. Susanne Kettler führte das Café seit zwölf Jahren und kannte seine Gewohnheit besser als die Namen vieler Stammgäste. Er bestellte stets einen großen Milchkaffee und ein Glas stilles Wasser. Dann holte er die Tageszeitung aus der Ablage und las sie von vorne bis hinten. Er sprach beim Kommen und Gehen ein kurzes Wort, aber mehr nie. Das Trinkgeld betrug jedes Mal ein Euro zwanzig, auf den Tisch gelegt. Er war seit fünf Jahren Stammgast, immer mittwochs, immer zur selben Zeit. Susanne hatte sich angewöhnt, die Zeitung vor seiner Ankunft auf Tisch sieben zu legen. Benny, ihr Mitarbeiter, tat dasselbe, wenn Susanne im Lager war. Sie hatten das nie besprochen. Es hatte sich einfach so ergeben. Manche Gewohnheiten entstehen durch Wiederholung, nicht durch Absprache. Eines Mittwochs Mitte November kam er nicht. Die Zeitung lag bis kurz vor zwölf auf Tisch sieben, dann räumte Susanne sie wortlos weg. Am nächsten Mittwoch legte sie die Zeitung wieder dorthin und wartete erneut vergebens. Tisch sieben blieb leer bis kurz nach Mittag, als eine ältere Dame den Platz einnahm und Kamillentee bestellte. Susanne bediente sie höflich und räumte danach ab. Sie dachte dabei nicht an ihn – sie wusste damals noch nicht einmal, wie er hieß. In der zweiten Woche ohne ihn wischte Susanne Tisch sieben morgens und nachmittags, obwohl niemand dort saß. Benny bemerkte es und fragte nicht. In der dritten Woche bestellte Susanne die Tageszeitung neu, die sie vor zwei Jahren abbestellt hatte, weil kaum jemand sie las. Als Benny fragte warum, sagte sie, die Gäste würden in letzter Zeit wieder mehr lesen wollen. Benny glaubte ihr das nicht, sagte aber nichts. Am dritten mittwochlosen Vormittag setzte Susanne sich in einer ruhigen Stunde selbst an Tisch sieben und trank dort ihren Kaffee, was sie in zwölf Jahren noch nie getan hatte. Sie sah auf den Neckar, der grau und gleichmäßig hinter der Scheibe vorbeizog. Dieser Tisch hatte eine Stille, die die anderen nicht hatten. Es war nicht die Stille des Leerseins, sondern die eines Menschen, der gut schweigen konnte, ohne dass das Gespräch aufgehört hätte. Susanne hatte das erst jetzt bemerkt, da der Platz leer war. Nach fünf Minuten stand sie auf, weil eine Lieferung klingelte. Am Nachmittag holte sie die Stammkarte aus der Schublade. Er hieß Werner Büchel, Geburtstag Dezember, Adresse nicht eingetragen. Susanne schob die Karte zurück. Werner Büchel. Fünf Jahre hatte sie diesen Mann bedient, ohne ihn zu kennen. Das hatte sich damals richtig angefühlt. Jetzt wusste sie, dass es ein Versäumnis gewesen war, auch wenn sie nicht hätte erklären können, woraus genau. Hätte jemand sie nach Werner Büchel gefragt, hätte sie nur sagen können: hellgrauer Fedora, Milchkaffee, ein Euro zwanzig Trinkgeld. Das war das Einzige, was sie hatte. Am Abend überlegte sie kurz, ob man ihm hätte schreiben können, aber sie hatte keine Adresse und keinen Satz, der das gerechtfertigt hätte. Am nächsten Mittwoch öffnete Susanne das Café um acht, legte die Zeitung auf Tisch sieben und machte die Kaffeemaschine warm. Um zehn vor elf betrat ein junger Mann das Café und fragte, ob der Fensterplatz frei sei. Susanne sagte „Ja" und stellte, ohne nachzudenken, das Glas Wasser dazu. Er fragte, warum das Wasser schon da sei, und sie antwortete: „Macht man hier so." Das stimmte und stimmte nicht. Er bestellte grünen Tee, öffnete einen Laptop und las keine Zeitung. Er ließ kein Trinkgeld und grüßte beim Gehen. Alles war in Ordnung. Beim Abendaufräumen wischte Susanne Tisch sieben als letzten, obwohl er der erste in ihrer normalen Route war. Benny zog den Mantel an und fragte: „War er heute da?" Susanne sagte: „Nein." Benny sagte: „Dann halt nicht" und ging. Susanne räumte die Kasse ab und schaltete das Licht aus. Draußen zog der Neckar vorbei. Sie blieb kurz vor der Tür stehen. Die Zeitung war morgen wieder da. Tisch sieben war morgen wieder frei. Und der Mittwoch danach, und der danach. Susanne hatte fünf Jahre lang einen fremden Rhythmus mitgezählt, ohne es zu wissen. Erst sein Fehlen hatte ihr das gesagt. Manche Dinge zeigen sich nur im Wegfall. Sie schloss die Tür. Mittwoch war vorbei. ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- Non finito Zweimal im Monat trat an einem Freitag ein Herr aus Frankfurt in die Handschriftenabteilung der Stiftsbibliothek, und Dr. Elise Ranner hätte seinen Namen auf dem Bestellformular nachlesen können – sie hatte es vier Jahre lang nicht getan. Dieser Umstand war ihr nicht aufgefallen, solange er regelmäßig erschien. Er bestellte stets Signatur KR-Ms-073b: ein unvollständiges Klavierkonzert aus dem frühen achtzehnten Jahrhundert, dessen Komponist bis heute unidentifiziert geblieben war. Er trug einen Tweedmantel in abgenutztem Grau, dessen linkes Revers Elise auf zehn Meter erkannte. Er schrieb keine Notizen. Er saß am Fenster, schlug die Mappe auf und betrachtete die Seiten mit einer Aufmerksamkeit, die Elise weniger an Forschungsarbeit als an ein stilles, privates Gespräch erinnerte – mit jemandem, der nicht antwortete. Manchmal stand er auf, trat ans Fenster und sah in den Stiftsgarten. Dann kehrte er zurück. Er hatte nie etwas verlangt, was nicht auf dem Bestellformular stand. Elise hatte einmal die Zeit gemessen: selten kürzer als eineinhalb Stunden, nie länger als zwei. Einmal hatte er beim Gehen „Danke" gesagt, ohne sich umzudrehen, und sie hatte „Bitte" geantwortet, ohne aufzublicken. Das war die Natur dieser Räume. Im Oktober erschien er nicht. Elise vermerkte die Abweichung nicht – aber sie bemerkte sie mit der Genauigkeit, mit der man ein leises Ausbleiben bemerkt, ohne den Kopf zu heben. Auch der zweite und der dritte Freitag brachten ihn nicht. Ohne es zu entscheiden, hatte sie begonnen, die Handschriftenmappe donnerstags aus dem Magazin zu holen und auf die Ablage hinter dem Schalter zu legen. Das widersprach dem internen Verfahrenshandbuch. Als ihr das auffiel, schob sie die Mappe zurück und sagte sich, es bedeute nichts. Am nächsten Donnerstag holte sie sie erneut heraus. An einem Montag öffnete Elise die Archivschublade mit den Bestellformularen der letzten vier Jahre und suchte nach seinem Eintrag. Er hieß Ruprecht Voll. Sie las den Namen, legte das Formular zurück und schloss die Schublade, ohne sich etwas zu notieren. Ein gewöhnlicher Name für einen gewöhnlichen Menschen, der ihr vier Jahre lang selbstverständlich gewesen war. Der Name hatte die Unauffälligkeit des Mannes nicht verändert. Er hieß jetzt Ruprecht Voll und war immer noch fort. Am selben Abend rief sie die Digitalisierung der Mappe auf und blätterte zur siebten Seite – dem einzigen Abschnitt, den er laut Formularangaben je angefordert hatte. Es war ein Adagio, das unvermittelt abbrach. Darunter stand in einer anderen Handschrift, kaum entzifferbar: „Non finito." Nicht beendet. Elise saß lange vor dem Bildschirm. Sie dachte nicht an Ruprecht Voll, sondern an die Randnotiz, die jemand anderes hinterlassen hatte – als wäre das Unfertige ein Befund, keine Schuld. Auf dem Heimweg blieb sie an der Brücke über die Krems stehen und sah auf das Wasser, das in dieser Jahreszeit eine Farbe hatte, die keinem ihrer Archivbegriffe entsprach. Sie kannte viele Bezeichnungen für den Zustand von Papier: fragmentarisch, degradiert, unvollständig, verloren. Für das, was sie gerade empfand, hatte sie keine. Zu Hause erwärmte sie eine Suppe und aß sie stehend, was sie nur tat, wenn sie vergessen hatte, sich zu setzen. Dann spielte sie Scarlatti – nicht aus Freude, sondern weil die Hände es kannten und den Kopf dabei in Ruhe ließen. Nach zwanzig Minuten hörte sie auf. Die Frage, die sie vier Jahre lang nicht gestellt hatte, saß jetzt in der Stille wie ein Halbsatz, dem der zweite fehlt. In der Handschriftenabteilung fragten die Forschenden, und das Personal antwortete – nicht umgekehrt. Das war die Ordnung. Das war korrekt. Das war ein Käfig. Nicht weil jemand sie eingesperrt hätte, sondern weil die Ordnung so präzise passte, dass sie nicht gemerkt hatte, wann die Tür zugefallen war. Am nächsten Freitag öffnete sie die Bibliothek pünktlich um neun. Die Handschriftenmappe lag im Magazin, korrekt eingeordnet, Rücken bündig. Um halb elf bestellte jemand KR-Ms-073b: eine Musikwissenschaftlerin aus München, die sich den ganzen Vormittag Notizen machte und gelegentlich leise vor sich hin murmelte. Elise händigte die Mappe aus, quittierte und lächelte. Alles funktionierte. Um Mittag gab die junge Frau die Mappe zurück und fragte, ob der Komponist inzwischen identifiziert worden sei. Elise antwortete: „Nicht nach unserem Kenntnisstand." Die junge Frau nickte und ging. Elise schob die Mappe ins Regal. Sie hätte sagen können, dass ein Herr aus Frankfurt die siebte Seite vier Jahre lang studiert hatte, ohne eine Antwort zu hinterlassen. Das wäre keine Archivauskunft gewesen. Aber es wäre etwas gewesen. Sie schwieg. An der Brücke über die Krems blieb sie auf dem Heimweg wieder stehen. Das Wasser hatte dieselbe Farbe wie in der Woche davor. Dieser Freitag war vorbei. Kein Tweedmantel. Kein Frankfurt. Kein Non finito. Nur der nächste Donnerstag, an dem sie darauf achten würde, die Mappe nicht herauszulegen. Und der Freitag danach, an dem niemand käme. Und die Ordnung, die beides korrekt verbuchen würde. == 94 == 1 -------------------- -------------------- Mia S. ist 48 Jahre alt. Sie arbeitet am Flughafen Hamburg. Ihre Arbeit ist die Passkontrolle. Das macht sie schon seit zehn Jahren. Jeden Morgen kommt Mia früh ins Büro. Sie zieht ihre Handschuhe an und prüft dann den Stempel. Sie stempelt immer zuerst ein Probeblatt. Die Tinte muss gleichmäßig sein. Um 6:00 Uhr öffnet sie die Grenze. Mia ist bereit. Die ersten Reisenden kommen um 6:10 Uhr. Mia nimmt jeden Pass und schaut das Foto an. Sie prüft das Datum und stempelt dann. „Guten Morgen", sagt sie zu jedem Reisenden. Das sagt sie viele Male am Tag. Sie denkt dabei nicht viel. Der Morgen ist ruhig. Am Donnerstag ist es ruhig am Nachmittag. Es ist 15:30 Uhr. Der nächste Reisende ist jung. Er hat helle Haare und blaue Augen. Mia nimmt seinen Pass. Der Pass ist ein deutscher Reisepass. Sie öffnet den Pass und schaut das Foto an. Das Gesicht ist jung, aber sie kennt es. Die hellen Haare, die blauen Augen – das ist Leon. Leon. Ihr Sohn ist 19 Jahre alt. Mia hat ihn seit sechs Jahren nicht gesehen. Er lebt bei seinem Vater in Bremen, und Mia weiß das. Mia schaut auf. Leon schaut auf sein Handy. Er hat Mia nicht gesehen. Mia hebt den Stempel. Sie drückt ihn auf die Passseite. „Willkommen in Deutschland", sagt sie. Leon nimmt den Pass und geht. Er sagt nichts. Er dreht sich nicht um. Mia schaut auf den Stempel. Das Datum steht da: 3. März. „Nächster, bitte", sagt sie. Die Schicht ist um 18:00 Uhr zu Ende. Mia fährt mit dem Bus nach Hause. Sie wohnt in Stellingen, allein in einer kleinen Wohnung. Sie hat sich Reis mit Gemüse gekocht. Sie hat am Tisch gegessen. Danach sitzt sie auf dem Sofa. Das Telefon liegt vor ihr. Sie kennt die Nummer von Leons Vater. Aber sie ruft nicht an. Sie schreibt eine SMS: „Ich habe Leon heute gesehen." Sie schickt die SMS ab. Keine Antwort kommt. Mia spült das Geschirr. Sie geht früh ins Bett. Sie schläft nicht sofort. Am nächsten Morgen kommt Mia früh an. Es ist noch dunkel draußen. Sie zieht ihre Handschuhe an. Der Stempel liegt an seinem Platz. Sie stempelt das Probeblatt. Die Tinte ist gleichmäßig. Um 6:00 Uhr öffnet die Grenze. Der erste Reisende kommt. Mia nimmt seinen Pass und stempelt. „Guten Morgen", sagt sie. Der Mann nickt. Er geht weiter. Mia schaut auf die Anzeigetafel. Nächste Ankunft: Bremen, 6:55, Gate C. Sie holt ihre Wasserflasche. Das Wasser ist kalt. Sie trinkt einen Schluck. „Nächster, bitte." ---------------------------------------------- 2 -------------------- -------------------- Karl R. ist 53 Jahre alt und arbeitet am Flughafen Wien. Er kontrolliert dort jeden Tag Pässe an der Grenze. Diese Arbeit macht er schon seit elf Jahren. Jeden Morgen kommt er um 6:00 Uhr in seine Kontrollkabine. Er zieht seine Handschuhe an und prüft dann den Stempel. Er stempelt immer zuerst ein Probeblatt, damit die Tinte gleichmäßig ist. Alles muss fertig sein, bevor die Grenze um 6:30 Uhr öffnet. Karl ist bereit. Die Reisenden kommen nacheinander und legen ihre Pässe auf den Tresen. Karl nimmt jeden Pass, schaut das Foto an und prüft das Datum. Dann stempelt er und sagt: „Guten Morgen" oder „Nächster, bitte." Diese Worte sagt er den ganzen Tag, denn das ist seine Arbeit. Er denkt dabei nicht mehr nach. Der Morgen vergeht schnell und ruhig. Am Mittwochnachmittag ist es ruhig an der Grenze. Es ist kurz nach 14 Uhr, und der Wartebereich ist fast leer. Der nächste Reisende ist jung, vielleicht 21 oder 22 Jahre alt. Er hat dunkle Haare und trägt einen großen Rucksack auf dem Rücken. Karl nimmt seinen Pass und öffnet ihn. Es ist ein deutscher Reisepass, und das Foto ist fünf Jahre alt. Karl schaut das Foto an, und dann hält er inne. Das Gesicht ist jung, aber er kennt es sehr gut. Die Augen, die Nase, das Muttermal auf der linken Wange – er kennt alles. Tobias. Karl hat seinen Sohn seit sieben Jahren nicht gesehen. Tobias ist damals mit seiner Mutter nach München gegangen, weil die Scheidung sehr schwer war. Karl schaut vom Pass auf und schaut den jungen Mann an. Tobias schaut auf sein Handy und bemerkt Karl nicht. Karl hebt den Stempel und drückt ihn fest auf die Passseite. „Willkommen in Österreich", sagt er ruhig. Tobias nimmt den Pass, steckt ihn in die Tasche und geht weiter. Er sagt kein Wort und dreht sich nicht um. Karl schaut auf den Stempel im Pass. Das Datum steht klar da: 9. Oktober. „Nächster, bitte", sagt er. Die Schicht endet um 17:00 Uhr, und Karl fährt mit der U-Bahn nach Hause. Er wohnt in Floridsdorf, allein in einer kleinen, ruhigen Wohnung. Er hat sich Brot und Käse gemacht, aber er hat wenig gegessen. Danach hat er am Tisch gesessen und auf sein Telefon geschaut. Seine Mutter wohnt in Graz, aber sie telefonieren oft miteinander. Karl hat ihre Nummer gewählt. Das Telefon hat dreimal geklingelt, dann hat sie abgehoben. „Karl? Ist alles gut?" Karl hat langsam gesagt: „Ich habe heute Tobias gesehen." „Er ist durch meine Kontrollkabine gegangen." Seine Mutter hat lange nichts gesagt. Dann hat sie gefragt: „Hat er dich erkannt?" Karl hat geantwortet: „Nein. Er hat auf sein Handy geschaut." „Ach, Karl", hat seine Mutter gesagt. Karl hat aufgelegt und danach das Geschirr gespült. Er ist früh ins Bett gegangen, aber er hat lange nicht schlafen können. Am nächsten Morgen ist es noch dunkel, als Karl ankommt. Er geht in seine Kabine und zieht die Handschuhe an. Der Stempel liegt an seinem Platz auf dem Tresen. Er stempelt das Probeblatt, und die Tinte ist gleichmäßig. Um 6:30 Uhr öffnet die Grenze wieder. Der erste Reisende ist eine ältere Frau mit Koffer. Karl nimmt ihren Pass, prüft ihn und stempelt. „Guten Morgen", sagt er. Die Frau nickt und geht weiter. Karl schaut auf die Anzeigetafel an der Wand. Nächste Ankunft: München, 7:05, Gate B. Er nimmt seine Thermoskanne und trinkt einen Schluck Tee. Der Tee ist warm. Er stellt die Kanne wieder hin. „Nächster, bitte." ---------------------------------------------- 3 -------------------- -------------------- Petra M. ist 51 Jahre alt. Sie arbeitet seit dreizehn Jahren bei der Grenzkontrolle am Flughafen Frankfurt. Jeden Morgen kommt sie um 5:20 Uhr an, noch bevor ihre Kolleginnen eintreffen. Sie hängt ihre Jacke auf den Haken hinter der Kabine. Dann zieht sie die blauen Diensthandschuhe an. Der Stempel liegt immer auf der rechten Seite des Tisches. Das ist ihre Gewohnheit, und Gewohnheiten geben ihr Sicherheit. Sie stempelt einen Probebogen, damit die Tinte gleichmäßig sitzt. Alles muss stimmen, bevor die erste Maschine landet. Um 6:10 öffnet die Grenzspur. Die Reisenden kamen einzeln, manche schläfrig, manche ungeduldig. Petra schaute jeden Pass an, als wäre er der erste des Tages. Sie verglich das Foto mit dem Gesicht, prüfte das Datum, stempelte. „Guten Morgen." – „Schönen Aufenthalt." – „Nächster, bitte." Diese Sätze sagte sie hundert Mal pro Schicht. Der Vormittag verging ruhig. Am Dienstagnachmittag, kurz nach 15 Uhr, war die Grenze fast leer. Der nächste Reisende war jung, ungefähr 25. Er trug einen Rucksack und schaute auf sein Handy. Petra nahm den Pass entgegen. Das Heft war dunkelrot – österreichischer Reisepass. Sie schlug die Seite mit dem Foto auf. Kurze Haare, ein schmales Gesicht, ein kleines Muttermal an der rechten Schläfe. Sie kannte dieses Muttermal. Ihre Hand blieb kurz still. Philipp. Ihr Sohn war 25 Jahre alt, und sie hatte ihn seit neun Jahren nicht gesehen. Das letzte Mal war bei der Gerichtsverhandlung, als er mit seinem Vater mitgegangen ist. Sie schaute hoch. Philipp tippte auf seinem Handy. Er schaute nicht auf. Petra hob den Stempel. Sie drückte ihn auf die Seite – fest, gleichmäßig, ohne zu zögern. „Willkommen in Deutschland", sagte sie, wie zu jedem anderen auch. Philipp nahm den Pass, steckte ihn ein, ging weiter. Er drehte sich nicht um. Petra starrte auf den Stempelabdruck. Das Datum stand klar darauf: 17. April. Dann rief sie: „Nächster, bitte." Die Schicht endete um 18:00 Uhr. Petra fuhr mit der S-Bahn nach Sachsenhausen, wo sie seit der Scheidung allein lebte. Die Wohnung war klein, aber ordentlich. Sie wärmte sich eine Suppe auf, weil sie zu müde war für mehr. Nach dem Essen saß sie am Tisch und schaute auf ihr Telefon. Sie kannte die Nummer ihrer Schwester Brigitte noch auswendig. Brigitte hatte früher Philipp manchmal besucht, bevor auch das aufgehört hatte. Petra wählte die Nummer. Es klingelte zweimal. Dann meldete sich Brigitte: „Hallo?" Petra sagte: „Er ist heute durch meine Kontrolle gegangen." Brigitte sagte lange nichts. Dann fragte sie leise: „Habt ihr gesprochen?" „Nein. Er hat mich nicht erkannt." Petra legte das Telefon auf den Tisch. Sie stand auf, spülte die Suppenschüssel, stellte sie ins Regal. Dann ging sie ins Bett, weil morgen wieder um 5:20 der Wecker klingeln würde. Sie lag lange wach. Am nächsten Morgen war es noch dunkel, als sie ankam. Die Jacke hing am Haken. Die blauen Handschuhe saßen. Der Stempel lag auf der rechten Seite. Sie stempelte den Probebogen: Datum, Uhrzeit, Linie. Alles saß. Um 6:10 öffnete die Grenzspur wieder. Der erste Reisende war eine Frau mit zwei kleinen Kindern. Petra nahm die Pässe entgegen, prüfte die Fotos, stempelte. „Guten Morgen." Die Frau lächelte und sagte Danke. Petra nickte. Auf der Anzeigetafel draußen erschien eine neue Ankunft: Wien, 6:52, Gate D. Petra öffnete ihre Thermosflasche. Der Kaffee war noch warm. Sie trank einen Schluck. Dann legte sie die Flasche wieder hin, gerade. „Nächster, bitte." ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Thomas R. ist seit vierzehn Jahren Grenzbeamter am Frankfurter Flughafen. Er arbeitet in Halle B, Kontrollpunkt 3, und er kennt seinen Platz so gut, dass er ihn auch mit geschlossenen Augen finden würde. Jeden Morgen kommt er zwanzig Minuten früher als nötig. Er hängt den Mantel an den zweiten Haken, nicht den ersten, weil der erste wackelt. Er überprüft den Scanner, reinigt das Glasfeld mit einem Tuch und legt das Tuch danach genau gefaltet zurück. Er prüft den Stempelabdruck auf einem Blatt Papier und kontrolliert Datum und Uhrzeit. Dann setzt er sich und wartet auf den ersten Reisenden. Die Kollegen wissen, dass man ihn in dieser Zeit nicht anspricht. Das ist seine Art, den Tag zu beginnen. Es ist auch seine Art, nicht an das zu denken, was außerhalb dieses Raums passiert. Freitag, 18. Oktober, kurz vor 17 Uhr. Die letzte große Welle des Tages kommt aus dem Bereich der Langstreckenmaschinen. Thomas arbeitet seit acht Stunden, aber seine Bewegungen sind noch präzise. Ein Reisender nach dem anderen. Dann hält er inne. Ein junger Mann legt einen deutschen Pass auf den Tresen – und Thomas erkennt die Hände. Er kennt diese Hände, weil er sie einmal gehalten hat, klein und warm, als das Kind noch nicht laufen konnte. Thomas öffnet den Pass und sieht das Foto. Nico. Das Foto ist drei Jahre alt, aber der Blick ist derselbe: geradeaus, ohne Neugier, als wäre die Welt schon bekannt. Thomas schaut auf. Sein Sohn schaut durch die Kabinenscheibe hindurch, irgendwohin. Thomas legt die linke Hand flach auf den Tresen, damit das Zittern aufhört. Er drückt den Stempel. „Willkommen in Frankfurt", sagt er. Seine Stimme bricht nicht. Nico nimmt den Pass, nickt einmal, geht. Thomas schaut auf den Abdruck im Pass. Er ist sauber. Er hebt den Blick. Noch dreißig Reisende, schätzt er. Er arbeitet sie ab. Der Dienst endet um 18:15 Uhr. Thomas fährt mit der S-Bahn nach Sachsenhausen, wo er seit der Scheidung eine Zweizimmerwohnung hat. Die Wohnung ist ruhig, obwohl das Radio meistens läuft. Er stellt es heute Abend nicht an. Er setzt sich an den Küchentisch, auf dem ein leeres Notizheft liegt. Er hat es vor Monaten gekauft, weil er dachte, er würde anfangen zu schreiben. Er hat es bisher nicht aufgeschlagen. Heute Abend öffnet er es und hält den Kugelschreiber eine Weile in der Hand. Dann schreibt er einen Satz: „Nico war heute hier." Er schaut auf den Satz. Er schließt das Heft. Er denkt daran, Miriam anzurufen, aber er tut es nicht, weil er nicht weiß, was er sagen soll. Er geht ans Fenster. Unten auf der Straße ist normaler Abendverkehr. Er schaut eine Weile zu, dann dreht er sich um. Er kocht Reis, isst ihn mit etwas Gemüse und räumt danach ab. Er geht um 22 Uhr ins Bett, obwohl er nicht schläft. Am nächsten Morgen kommt er wieder zwanzig Minuten früher. Er hängt den Mantel an den zweiten Haken. Er reinigt das Glasfeld des Scanners. Das Tuch legt er danach genau gefaltet zurück. Kollegin Petra schaut kurz herein: „Schon wieder so früh?" Thomas antwortet: „Der Scanner läuft sonst nicht sauber an." Petra nickt und geht. Thomas setzt sich. Er öffnet die Schublade und holt die Ersatztinte für den Stempel heraus. Er wechselt sie, obwohl die alte noch gut wäre. Erste Ankunft: Wien, 6:05, Halle B. Er legt die Hände auf den Tresen. Er wartet. ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- Werner K., neunundvierzig Jahre alt, kennt den Rhythmus seiner Arbeit so genau, dass er ihn kaum noch als Rhythmus wahrnimmt. Achtzehn Jahre Passkontrolle haben ihn geformt wie Wasser den Stein – still, ohne dramatischen Schnitt, mit einem Ergebnis, das sich erst aus der Distanz abzeichnet. Um 5:20 Uhr betritt er Terminal 2 des Flughafens München. Er zieht die Latexhandschuhe glatt, drückt den Stempel einmal auf das Testpapier und prüft den Abdruck. Datum, Uhrzeit, Liniengenauigkeit – alles sitzt. Die Thermoskanne stellt er links, weil rechts der Scanner steht, eine Reihenfolge, die er vor Jahren einmal festgelegt hat, ohne sie seitdem je neu zu überdenken. Kollegin Sonja kommt vorbei und nickt ihm zu; er hebt kurz die Hand, ohne aufzublicken. Das ist kein Schweigen aus Abneigung. Es ist die Konzentration dessen, der weiß, dass die Aufmerksamkeit, die er hier aufbringt, die einzige Form von Kontrolle ist, die er noch hat. Mittwoch, 12. März, 11:47 Uhr. Die aus Hamburg mit zweiundzwanzig Minuten Verspätung angekommene Maschine schickt ihre Passagiere jetzt geballt durch den Kontrollkorridor. Werner arbeitet schnell: Foto, Gesicht, Datum, Stempel. Dann reicht jemand einen deutschen Reisepass über den Tresen. Werner schlägt ihn auf, und seine Hand hört auf, sich zu bewegen. Das Foto zeigt ein Gesicht, das er kennt – ein Gesicht, dessen Konturen er in sechs Jahren nicht hat vergessen können, obwohl er nie versucht hat, sie zu erinnern. Die Wangenknochen. Die gerade Nase. Das Muttermal knapp unterhalb des linken Ohrs, das er sich noch vorstellen kann, weil er es einmal mit dem Daumen berührt hatte, als sein Sohn noch klein war. Felix. Werner blickt auf, und was er sieht, ist ein junger Mann, der mit beiden Daumen auf ein Handy tippt, vollständig abwesend, vollständig jenseits dieser Kabine, dieses Flughafens, dieser Begegnung. Hätte Felix einen Moment gezögert oder zufällig aufgeblickt, wäre vielleicht irgendetwas möglich gewesen. Er blickt nicht auf. Werner hebt den Stempel. Er atmet aus, langsam, damit nichts davon zu hören ist. Er drückt ab. „Einreise genehmigt", sagt er, und seine Stimme klingt, als hätte er dasselbe gerade dem Gepäck vor Felix gesagt. Felix nimmt den Pass und steckt ihn in die Jackentasche. Werner lässt ihn gehen, ohne ein Wort zu sagen. Werner schaut auf den frischen Abdruck – das Datum steht da, tadellos, wie auf jedem anderen Pass. „Nächster, bitte." Die verbleibenden vier Stunden verstreichen, wie Dienstzeiten immer verstreichen, wenn man nicht auf sie achtet: unmerklich und zu schnell. Werner füllt die Protokolle aus, räumt das Stempelkissen ein, zieht die Handschuhe aus. Er spricht mit niemandem. Es gibt nichts zu sagen. Um 20:15 Uhr sitzt er in seiner Wohnung in Sendling. Die Wohnung ist nicht unordentlich, aber sie ist nicht bewohnt – das ist der Unterschied, der ihm gelegentlich auffällt, wenn er länger als nötig in einem Zimmer stehenbleibt. Er wählt Claudias Nummer, die er nie gespeichert hat, weil er sie auswendig kennt und sich irgendwann geschworen hatte, sie eines Tages zu vergessen. Vier Freizeichen. Die Mailbox. Er legt auf. Er sitzt still. Dann wählt er noch einmal. Dieselbe Stimme, dieselbe Ansage, die er in sechs Jahren nicht hat ändern hören. Er wartet, bis der Ton kommt, und spricht dann in das Gerät, als würde er einem schläfrigen Beamten einen Befund diktieren. „Er ist durchgekommen." „Er sieht gut aus." „Ich wollte das nur sagen." Er legt auf. Er weiß nicht, ob Claudia die Nachricht abhören wird. Er weiß nicht, ob Felix überhaupt weiß, wo sein Vater arbeitet – und wüsste Felix es, wäre damit nichts gewonnen und nichts erklärt. Er kocht Nudeln mit Tomatensauce, isst am Küchentisch, ohne das Radio einzuschalten. Er spült den Teller ab. Das Fenster zeigt auf einen Innenhof, in dem kein Licht brennt. Am nächsten Morgen betritt er den Kontrollbereich um 5:20 Uhr. Das Stempelkissen hat er am Vorabend neu getränkt, weil er wusste, dass der frühe Abdruck sonst zu hell ausfiele – und ein zu heller Abdruck ist ein Abdruck, den man anzweifeln kann. Er drückt den Stempel auf das Testpapier. Der Abdruck sitzt. Er sitzt, wie er immer sitzt. Kollege Bauer klopft an die Kabinenwand. „Alles okay?" Werner nickt. „Der Stempel könnte bald eine neue Farbe gebrauchen", sagt er. Bauer nickt, als wäre das eine Antwort auf eine Frage, die er nicht gestellt hat, und geht. Werner schaut auf die Anzeigetafel. Nächste Ankunft: Berlin, 6:40, Terminal 2, Gate D. Er öffnet die Thermoskanne. Der Kaffee ist noch heiß. Er trinkt. Er wartet. == 95 == 1 -------------------- -------------------- Erik geht jeden Morgen in die Werkstatt. Die Werkstatt ist klein. Sie gehört jetzt ihm. Früher hat sie seinem Vater gehört. Sein Vater ist gestorben. Das ist vor drei Monaten passiert. In der Werkstatt ist es kalt. Erik macht das Licht an. Er sieht die Säge. Die Säge steht an der Wand. Sein Vater hat die Säge oft benutzt. Erik hat sie noch nicht benutzt. Auf einem Tisch liegt ein Stück Holz. Sein Vater hat es angefangen zu schneiden. Es ist noch nicht fertig. „Das ist für eine Bank", hat sein Vater gesagt. Erik weiß das noch. Er macht Kaffee. Er trinkt den Kaffee. Er ist warm. Draußen liegt Schnee. Es ist sehr kalt draußen. Erik schaut auf das Holz. Er schaut auf die Säge. Er macht nichts. Er trinkt noch mehr Kaffee. An der Wand hängt ein Zettel. Sein Vater hat den Zettel geschrieben. Auf dem Zettel steht: „Bank fertig machen." Erik liest den Zettel. Er liest ihn jeden Morgen. Er nimmt ein anderes Werkzeug. Er schleift ein altes Brett. Das Brett ist schon glatt. Aber er schleift weiter, weil er etwas tun muss. Das Brett wird noch glatter. Um zwölf Uhr isst er Brot. Er hat Wurst draufgelegt. Er steht und isst. Durch das Fenster sieht er den See. Der See ist zugefroren. Der Schnee liegt auf dem Eis. Es ist alles weiß. „Schön", sagt er leise. Dann isst er weiter. Am Nachmittag geht er zur Säge. Er fasst sie an. Das Metall ist kalt. Er drückt den Knopf. Die Säge macht ein lautes Geräusch. Das Geräusch geht durch die Werkstatt. Erik macht die Säge wieder aus. Es ist wieder still. Er geht zu dem Holz auf dem Tisch. Er berührt es. Es ist glattes, gutes Holz. Sein Vater hat es gut ausgesucht. Um vier Uhr macht er die Werkstatt zu. Er geht nach Hause. Es ist schon dunkel. Er geht langsam. Zu Hause isst er Suppe. Er setzt sich an den Tisch. Er denkt an seinen Vater. Er denkt an die Säge. Er denkt an das Holz. „Morgen", sagt er. Er steht auf und geht ins Bett. Am nächsten Morgen geht er wieder in die Werkstatt. Er macht das Licht an. Die Säge steht noch an der Wand. Das Holz liegt noch auf dem Tisch. Alles ist wie gestern. Er macht Kaffee. Er wartet. Er weiß es nicht. ---------------------------------------------- 2 -------------------- -------------------- Olaf ist jeden Morgen um sieben Uhr in der Werkstatt. Die Werkstatt ist klein und liegt direkt am Hafen. Es ist Dezember und es ist kalt. Olaf hat früher mit seinem Vater hier gearbeitet. Jetzt arbeitet er allein. Sein Vater ist im Oktober gestorben. Im Hafen liegt ein altes Fischerboot. Es ist rot und blau, aber die Farbe ist alt und kaputt. Olaf muss den Rumpf neu streichen. Das hat sein Vater ihm gesagt. „Du musst das Boot streichen", hat sein Vater gesagt. Olaf hat ja gesagt. Aber er hat noch nicht angefangen. An der Wand in der Werkstatt ist eine Tafel. Auf der Tafel hat sein Vater „Rumpf streichen" geschrieben. Olaf sieht die Tafel jeden Morgen. Er hat die Schrift noch nicht weggewischt. Der große Pinsel liegt auf dem Tisch. Er liegt dort seit Oktober. Olaf hat ihn noch nicht benutzt. Er trinkt Kaffee und schaut zum Hafen. Das Wasser ist grau. Am Rand liegt Eis. Es hat gestern geschneit, und der Schnee liegt auf dem Steg. Das Boot liegt ruhig im Wasser. Es wartet. Olaf geht zu einem anderen Boot. Er reinigt die Anker und prüft die Seile. Das ist nicht nötig, aber er macht es trotzdem. Er arbeitet langsam. Er denkt nicht viel nach. Um zwölf Uhr isst er eine belegte Stulle. Er steht an der Werkbank und isst. Es gibt keinen Tisch in der Werkstatt. Sein Vater hat immer gesagt: „Ein Tisch ist Platzverschwendung." Olaf hat früher über diesen Satz gelacht. Heute lacht er nicht. Er denkt an seinen Vater. Am Nachmittag kommt ein bisschen Sonne. Sie kommt durch das Fenster und liegt auf dem Boden. Olaf sieht das und bleibt stehen. Er mag das. Er steht eine Weile da und macht nichts. Dann nimmt er den großen Pinsel in die Hand. Er hält ihn fest. Er schaut auf das Fischerboot draußen. Er legt den Pinsel wieder hin. Noch nicht. Um vier Uhr macht er die Werkstatt zu. Er geht nach Hause. Es ist schon dunkel. Der Schnee leuchtet ein bisschen im Dunkeln. Er geht langsam. Zu Hause zieht er die Jacke aus. Er kocht Tee und setzt sich an den Tisch. Er trinkt den Tee und schaut aus dem Fenster. Draußen ist nichts zu sehen, denn es ist zu dunkel. Er denkt an das Boot. Er denkt an seinen Vater. Er denkt: „Morgen mache ich es." Das denkt er schon lange. Aber er glaubt es noch. Das ist wichtig. Er geht früh ins Bett. Er schläft gut. Morgen früh steht er wieder auf. Er fährt wieder zur Werkstatt. Der Pinsel liegt auf dem Tisch. Das Boot liegt im Hafen. Alles ist wie immer. Das ist gut so. Oder vielleicht nicht. ---------------------------------------------- 3 -------------------- -------------------- Håkon öffnete die Werkstatttür und trat ein. Es war halb sieben, und draußen war es noch dunkel. Er zog seine Handschuhe aus und legte sie auf die Werkbank. Die Heizung lief schon – er hatte sie am Abend vorher eingeschaltet. Trotzdem war es kalt. Das Ruderboot stand vor ihm – alt, klein, mit einem gebrochenen Kiel. Sein Vater hatte es im Juni angefangen zu reparieren. Er hatte es nie fertiggemacht. Håkon holte die Thermoskanne aus der Tasche und goss sich Kaffee ein. Der Dampf stieg auf. An der Wand hing ein Stück Pappe mit einer Liste. Sein Vater hatte sie geschrieben, kurz bevor er ins Krankenhaus musste. Die Handschrift war klein und ein bisschen schief. Oben stand: „Kiel reparieren – dann Boden abdichten." Håkon las die Liste jeden Morgen. Er hatte sie noch nie abgehakt. „Das muss ich noch machen", sagte er manchmal laut vor sich hin. Aber er machte es nicht. Der Hobel lag auf einem Brett neben dem Boot. Er war scharf, sein Vater hatte ihn immer gut gepflegt. Håkon fasste ihn kurz an, dann ließ er ihn wieder los. Es war noch nicht Zeit. Warum er das dachte, wusste er selbst nicht. Er ging zu einem anderen Boot und fing an, die Ruder zu schleifen. Die Ruder brauchten das gar nicht, aber es gab ihm etwas zu tun. Das Schleifen machte ein gleichmäßiges Geräusch. Er arbeitete langsam und hörte dem Geräusch zu. Draußen war es noch immer dunkel. Manchmal hörte er das Eis am Hafen knacken. Es klang laut und trocken, wie ein Knall. Er drehte sich nicht um. Um zwölf aß er sein Brot. Er hatte Käse draufgelegt und etwas Butter. Er stand an der Werkbank und kaute langsam. Durch das Fenster sah er die Bucht. Das Wasser war grau, und am Rand lag Eis. Ein paar Möwen flogen tief über das Wasser. „Schöner Tag", sagte er, obwohl er das nicht wirklich meinte. Dann lachte er kurz und aß weiter. Sein Vater hatte diesen Witz oft gemacht. An schlechten Tagen hatte er immer „Schöner Tag" gesagt. Håkon hatte das als Kind nicht lustig gefunden. Jetzt fand er es ein bisschen lustig. Und ein bisschen nicht. Am Nachmittag wurde es heller. Ein schwaches Licht kam durch das Fenster und fiel auf das Ruderboot. Das Boot sah gut aus, auch wenn der Kiel noch kaputt war. Es war ein gutes Boot, sein Vater hatte es selbst gebaut. „Das Boot bleibt in der Familie", hatte er immer gesagt. Håkon dachte oft an diesen Satz. Er hatte damals nicht so viel darüber nachgedacht. Er stand jetzt vor dem Boot und sah es an. Dann ging er zurück zur Werkbank und ordnete die Werkzeuge. Die Werkzeuge brauchten das nicht, aber er tat es trotzdem. Gegen vier räumte er auf. Er legte alle Werkzeuge zurück an ihren Platz. Den Hobel legte er wieder auf das Brett neben dem Boot. Genau so, wie er ihn vorgefunden hatte. Er schaltete die Heizung aus und zog die Tür zu. Draußen war es schon wieder dunkel. Er ging den Weg zum Haus hinauf, es waren etwa zweihundert Meter. Der Schnee knirschte unter seinen Stiefeln. Er mochte dieses Geräusch. Zu Hause zog er die Stiefel aus und stellte sie neben die Tür. Er wärmte Suppe auf und aß sie am Küchentisch. Die Thermoskanne stand noch auf dem Tisch, er hatte sie vergessen mitzunehmen. Er schenkte sich den letzten Kaffee ein. Er war kalt. Er trank ihn trotzdem. Dann saß er eine Weile und tat nichts. Er dachte an das Boot. Er dachte an seinen Vater. Nicht an etwas Besonderes – nur so. „Morgen", sagte er schließlich, stand auf und ging ins Bett. Er wusste nicht genau, was er damit meinte. Aber das Wort fühlte sich richtig an. ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Petter fuhr jeden Morgen die gleiche Straße durch den Wald, sieben Kilometer von seinem Haus bis zur Werkstatt seines Onkels. Im Januar war es um halb acht noch dunkel. Die Scheinwerfer leuchteten die Birken an, und ihre Stämme sahen weiß aus wie frisch gehobelte Bretter. Er parkte auf dem gefrorenen Kiesplatz und saß dann immer einen Moment im Auto, bevor er ausstieg. Er wusste selbst nicht, warum. Die Werkstatt roch nach Holzstaub und Kälte, weil er die Heizung am Vorabend immer abstellte. Er drehte den Regler auf, und das Gebläse begann langsam zu laufen. Es würde eine halbe Stunde dauern, bis die Luft sich erwärmte. An der Wand neben dem Eingang hing ein Blatt Zeichenpapier, A2-Format, mit einem Bleistiftplan für einen Fensterrahmen aus Eichenholz. Der Plan war in der sauberen Handschrift seines Onkels beschriftet: Maße, Holzstärke, Verbindungstypen. Petter kannte sich mit Holzrahmen aus. Das war kein Problem. Das Problem war etwas anderes, aber er hätte nicht sagen können, was genau. Er hängte seine Jacke auf den Haken, trank einen Schluck Kaffee aus dem Becher, den er mitgebracht hatte, und stellte ihn auf die Werkbank. Dann ging er zu dem Eichenholzstapel, der seit Oktober in der hinteren Ecke lag. Er fasste ein Brett an und befühlte die Maserung mit dem Daumen. Gutes Holz. Trockenes Holz. Holz, das darauf wartete, etwas zu werden. Die Bandsäge stand links von der Werkbank, abgedeckt mit einem Stück Segeltuch. Sein Onkel hatte sie vor zwölf Jahren gekauft, gebraucht, von einem Tischler aus Karlstad. Sie lief gut, wenn man wusste, wie man sie einstellte. Petter wusste es. Er hatte als Lehrling in dieser Werkstatt begonnen, vor fast zwanzig Jahren. Später war er weggegangen, in die Stadt, und hatte andere Arbeit gemacht. Jetzt war er zurückgekommen, aber nicht so, wie er sich das vorgestellt hatte. Der Kirchenvorstand aus Torsby hatte sich zweimal gemeldet. Das erste Mal hatte Petter nicht geantwortet. Beim zweiten Anruf hatte er gesagt: „Ich kümmere mich darum." Er hatte nicht gesagt, wann. Um zehn Uhr begann er, Bretter für einen Schrank zu hobeln, der nichts mit dem Fensterrahmen zu tun hatte. Er brauchte einen Grund, die Maschinen laufen zu lassen. Das Hobeln machte Lärm, und Lärm war gut. Als er aufhörte, wurde es still, und in der Stille hörte er das Holz in den Balken knacken – ein leises Geräusch, das entstand, wenn die Temperatur wechselte. Sein Onkel hatte das früher das „Atmen des Hauses" genannt. Petter fand das zu poetisch, aber das Wort blieb trotzdem. Zum Mittagessen wärmte er Suppe auf der kleinen Herdplatte auf, die in der Ecke stand. Er aß stehend, mit dem Blick auf den Plan an der Wand. Die Maße stimmten. Die Verbindungen waren gut gedacht. Sein Onkel war kein Poet gewesen, aber ein solider Handwerker – das musste Petter zugeben, auch wenn er es früher nie gesagt hätte. Sie hatten sich selten gut verstanden, er und sein Onkel. Das war jetzt schwieriger zu denken als früher. Am Nachmittag fiel die Sonne so tief durch das Fenster, dass der Lichtstrahl direkt auf die abgedeckte Bandsäge traf. Das Segeltuch leuchtete auf, gelb und warm. Petter stand eine Weile da und sah hin. Dann zog er das Segeltuch weg. Die Säge stand da wie immer – schwarz, kompakt, das breite Sägeblatt leicht geölt und schimmernd. Er streckte die Hand aus und drückte den Einschaltknopf. Die Säge lief an, ruhig und gleichmäßig. Er hörte eine Weile zu. Dann schaltete er sie wieder aus. Er wusste nicht, ob das ein Fortschritt war. Wahrscheinlich schon. Wahrscheinlich auch nicht. Gegen halb fünf fegte er die Späne zusammen und schüttete sie in den Eimer. Die Heizung stellte er ab, und die Lichter löschte er nacheinander, vom hinteren Ende der Werkstatt bis zur Tür. So hatte es sein Onkel immer gemacht, und Petter merkte, dass er es genauso machte, ohne dass er das entschieden hatte. Das ärgerte ihn ein bisschen. Draußen war es inzwischen völlig dunkel. Der Schnee lag hoch auf dem Kiesplatz, und seine eigenen Fußabdrücke vom Morgen waren noch sichtbar, leicht eingesunken. Er blieb kurz stehen und sah sie an. Morgen würden wieder welche dazukommen. Im Auto schaltete er die Heizung ein und wartete, bis die Scheibe klar wurde. Er dachte an den Kirchenvorstand. Er dachte an das Holz in der Ecke. Er dachte daran, dass sein Onkel niemals einen Auftrag unfertig gelassen hatte – nicht einen einzigen, in über dreißig Jahren. Das wusste jeder in Torsby. Petter fuhr die sieben Kilometer nach Hause, durch den dunklen Wald, ohne Musik. Zu Hause aß er, was er noch im Kühlschrank hatte, und schlief früh ein. Morgen früh würde er wieder fahren, wieder ankommen, wieder den Kaffee auf die Werkbank stellen. Der Plan würde noch an der Wand hängen. Das Holz würde noch in der Ecke liegen. Und die Bandsäge würde da stehen, das Segeltuch jetzt weggeräumt, das Blatt blank und bereit. Er fragte sich nicht, wann er anfangen würde. Er fragte sich nur, wie es sich anfühlen würde, wenn er es tat. ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- Torben hatte die Schuppentür seit sechs Wochen nicht geölt, und sie schrie beim Öffnen wie etwas, das nicht öffnen wollte. Er ließ sie schreien. Die Lampe an der Decke brauchte drei Sekunden, bis sie anging – eine Eigenart, die sein Vater das „Überlegen der Lampe" genannt hatte. Torben nannte es gar nichts. Er stellte den Blechbecher auf die Werkbank und goss Kaffee aus der Thermoskanne, langsam, damit nichts schwappte. Draußen lag Herbstnebel über der Bucht von Marstal, dicht wie nasse Wolle. Die Jolle seines Vaters – eine Klinkerbauweise aus den siebziger Jahren, deren hinteres Drittel seit März unfertig geblieben war – lag auf zwei Böcken in der Mitte des Schuppens. Torben sah hin. Dann wandte er sich ab und begann, an einem Außenborder zu arbeiten, der einem Fischer aus dem Dorf gehörte und seit Wochen wartete. Das war wenigstens bezahlt. Das Schaben der Metallfeile gegen das Gehäuse füllte den Raum, bis der Lärm aufgehört hatte, Lärm zu sein, und nur noch Hintergrund war. Sein Vater hatte den Außenborder für ihn gekauft, als er zwölf war. Nein – das stimmte nicht. Das war ein anderer Außenborder gewesen, vor noch längerer Zeit. Torben legte die Feile ab. Er hatte in letzter Zeit öfter Dinge verwechselt, die sein Vater wirklich getan hatte, mit Dingen, die er sich nur wünschte, sein Vater hätte sie getan. Es schien wichtig, den Unterschied zu kennen. Am Brett neben der Tür hing, in die Holzoberfläche geritzt, eine Zeile in der Handschrift seines Vaters: „Klinker neu – dann Kalfatern." Darunter, mit Bleistift, der Zusatz: „nicht vergessen: Dachlatten." Torben hatte nie verstanden, was Dachlatten mit der Jolle zu tun hatten. Er hatte nicht gefragt. Er würde es nicht mehr fragen können. Gegen elf begann es zu regnen, leise zunächst, dann schwerer, bis das Trommeln auf dem Wellblechdach jeden anderen Gedanken übertönte. Er mochte den Regen auf Blech. Sein Vater hatte ihn nicht gemocht; er hatte immer gesagt, man könne dabei seinen eigenen Verstand nicht hören. Torben dachte, dass das vielleicht der Punkt sei. Um halb eins aß er, was er mitgebracht hatte: zwei Stücke Rugbrød mit Käse, in Backpapier gewickelt. Er setzte sich auf den umgestülpten Eimer, der seit Jahren für diesen Zweck dort stand. Die Jolle war jetzt direkt vor ihm. Er sah auf den rissigen Plankenbereich, der das Werk seines Vaters unterbrach, als hätte jemand mitten in einem Satz aufgehört zu schreiben. Der Spalt zwischen der letzten gesetzten Planke und dem Rohholz dahinter maß ungefähr vier Fingerbreit. Vier Fingerbreit. Das bedeutete, dass sein Vater an dem Tag, an dem er gestorben war, vier Fingerbreit Arbeit vor sich gehabt hatte. Oder mehr. Vielleicht war er müde gewesen und hatte früher aufgehört, als das Ziel wirklich nah war. Torben wusste es nicht, weil er nicht dabei gewesen war. Er hatte die Jolle seit der Übernahme des Schuppens dreimal angefasst – einmal, um Staub abzuwischen, einmal, um die Trockenheit des Holzes zu prüfen, und einmal ohne Grund. Das dritte Mal schien ihm rückblickend das ehrlichste. Das Rugbrød schmeckte nach nichts Besonderem. Nachmittags kam für eine halbe Stunde die Sonne durch, schräg und ohne Wärme, so wie sie im Oktober auf Ærø immer war – da, als entschuldigte sie sich für das Dasein. Torben schob die Schuppentür auf und stand draußen, die Hände in den Hosentaschen. Die Bucht lag blank und still. Ein Fischerboot irgendwo weit draußen bewegte sich nach Norden, fast zu langsam, um sich zu bewegen. Er dachte daran, dass sein Vater diesen Blick von derselben Stelle aus jahrzehntelang gehabt hatte. Er selbst hatte ihn als Kind nie interessant gefunden. Jetzt verstand er etwas daran, ohne genau benennen zu können, was. Drinnen stand er wieder vor der Jolle. Er griff in den Werkzeugkasten und holte den Dechsel heraus, den sein Vater immer benutzt hatte – das Blatt blank, der Stiel von langen Jahren abgegriffen. Er hielt ihn eine Weile, ohne etwas zu tun. Dann legte er ihn zurück. Noch nicht. Er wusste selbst nicht, warum er das dachte, aber er dachte es mit großer Bestimmtheit. Die Arbeit am Außenborder war gegen vier fertig. Er notierte die Stunden in das Heft, das seit dem Tod seines Vaters nur noch von ihm beschrieben wurde. Die Handschrift seines Vaters füllte die ersten zwei Drittel, seine eigene das letzte Drittel – die Buchstaben kleiner, eckiger, weniger zuversichtlich, obwohl er der Jüngere war. Er wischte die Werkbank ab, mit einem Lappen, den er danach so faltete, wie er ihn vorgefunden hatte. Ob sein Vater ihn so gefaltet hatte, wusste er nicht. Wahrscheinlich schon. Er löschte die Lampe – das Überlegen der Lampe galt auch beim Ausschalten, drei Sekunden Flackern –, zog die Tür zu und ließ sie kreischen. Auf dem Weg zum Haus regnete es wieder. Die Bucht war nicht mehr zu sehen. Er dachte: Morgen. Dann dachte er nichts mehr und konzentrierte sich auf den schlammigen Weg. Zu Hause hängte er die Jacke auf, wusch sich die Hände, setzte sich an den Küchentisch. Die Thermoskanne war noch halb voll; er goss sich einen ein. Er trank ihn kalt. In der Küche roch es nach dem Holz, das er den ganzen Tag berührt hatte, und nach nichts anderem. Er saß dort, bis es dunkel wurde. Dann stand er auf, ohne einen bestimmten Grund, außer dass es Zeit schien. Er wusste, dass er morgen früh wieder den Schuppen aufschließen würde. Er wusste, dass er wieder auf die Jolle sehen würde. Und er wusste, ohne sicher zu sein, ob das gut oder schlecht war, dass er das Werkzeug morgen nicht anfassen würde. Noch nicht. == 96 == 1 -------------------- -------------------- Klassenraum vier Anna putzt jeden Tag eine Grundschule. Sie fängt um fünfzehn Uhr an. Die Kinder sind dann schon weg. Die Schule heißt Grundschule am Park. Sie liegt in Erfurt. Anna arbeitet hier seit vier Jahren. Ihr Sohn Tim war hier Schüler. Er war in der Klasse 4a. Tim ist vor fünf Jahren gestorben. Er war acht Jahre alt. Er hat eine schwere Krankheit gehabt. Das war sehr schlimm. Anna hat lange geweint, als das passiert ist. Jetzt weint sie nicht mehr. Sie arbeitet. Jeden Tag putzt Anna zuerst die Flure. Dann kommen die Klassenzimmer. Sie hat einen Mopp und einen Eimer mit warmem Wasser. Das Wasser riecht nach Putzmittel. Anna kennt jeden Raum in der Schule. Sie weiß, wie lange sie für jeden Raum braucht. Am Ende putzt sie immer Zimmer vier. Das ist ihr letzter Raum. Das war das Klassenzimmer von Tim. Anna öffnet die Tür von Zimmer vier. Das Zimmer ist nicht groß. Es hat zwanzig Tische und zwanzig Stühle. Die Wände sind hellgelb. Vorne hängt eine große grüne Tafel. Anna stellt den Eimer ab. Sie setzt sich auf einen Stuhl. Tim hat hier vorne rechts gesessen. Das hat ihr die Lehrerin gesagt. Anna schaut auf diesen Platz. Sie weiß, dass Tim dieses Zimmer geliebt hat. Er hat seiner Mutter viel davon erzählt. Sie sitzt ein paar Minuten da. Sie sagt nichts. Sie denkt an Tim. Dann steht Anna auf. Sie nimmt den Mopp. Sie putzt den Boden. Die Kollegin Vera kommt kurz herein. „Ich gehe jetzt", sagt Vera. „Okay", sagt Anna. „Bis morgen." „Tschüss", sagt Vera. Anna winkt. Sie arbeitet alleine weiter. Um siebzehn Uhr ist Anna fertig. Sie hat alles sauber gemacht. Sie leert den Eimer aus. Sie stellt den Mopp in den Schrank. Dann zieht sie ihre Jacke an. Die Jacke ist grün. Anna geht durch den Schulhof. Es ist noch hell. Ein paar Blätter liegen auf dem Boden. Anna geht nach Hause. Der Weg dauert zehn Minuten. Zu Hause macht sie Tee. Sie sitzt am Tisch und trinkt. Sie hat ein Foto von Tim auf dem Tisch. Tim lacht auf dem Foto. Er hat ein rotes T-Shirt an. Anna schaut das Foto an. Morgen kommt sie wieder. ---------------------------------------------- 2 -------------------- -------------------- Zimmer fünfzehn Petra arbeitet jeden Abend im Altenheim Sonnenschein in Dresden. Sie fängt um siebzehn Uhr an und hört um zweiundzwanzig Uhr auf. Sie reinigt die Gänge, die Gemeinschaftsräume und die Bäder. Petra mag diese Arbeit, denn sie ist klar und hat ein Ende. Das Altenheim hat drei Stockwerke. Petra arbeitet am liebsten im zweiten Stock. Dort war Karl, ihr Mann. Karl ist vor zwei Jahren gestorben. Er hat ein Jahr lang in Zimmer fünfzehn gelebt, denn er konnte nicht mehr alleine sein. Er hatte Demenz und hat Petra manchmal nicht mehr erkannt. Das hat ihr sehr wehgetan. Aber sie ist trotzdem jeden Tag zu ihm gekommen. Petra hat nach Karls Tod lange nicht gearbeitet. Dann hat sie im Altenheim eine Stelle gefunden. Sie hat die Stelle genommen. Niemand hat gefragt warum. Jetzt wischt sie den Gang im zweiten Stock. Der Boden ist aus Linoleum und macht ein leises Geräusch. Die Türen der Zimmer sind meistens geschlossen. Manchmal hört sie Musik hinter den Türen, aber nachts ist es ruhig. Petra wischt von links nach rechts, Bahn für Bahn. Sie arbeitet langsam und sorgfältig. Vor Zimmer fünfzehn bleibt sie kurz stehen. Das Zimmer ist nicht leer, eine neue Bewohnerin schläft dort. Sie heißt Frau Winkler und hat weiße Haare. Petra kennt sie ein bisschen, denn sie putzt auch ihr Zimmer. Früher hat Petra dieses Zimmer auch gereinigt, als Karl noch dort war. Sie hat den Boden gewischt und das Fenster geputzt. Karl hat manchmal auf dem Bett gesessen und zugeschaut. Einmal hat er gesagt: „Wer bist du?" Petra hat geantwortet: „Ich bin deine Frau, Karl." Er hat gelächelt, aber er hat sie nicht erkannt. Sie denkt oft an diesen Moment. Jetzt geht sie in den Aufenthaltsraum am Ende des Ganges. Dort stehen zwei Sessel und ein kleiner Tisch. Petra setzt sich in den Sessel am Fenster. Sie sitzt drei Minuten. Durch das Fenster sieht sie die Straße und die Laternen. Es ist still. Dann steht sie auf und wischt den Aufenthaltsraum. Um acht Uhr kommt die Nachtschwester Birgit. „Frau Schreiber, möchten Sie Kaffee?", fragt sie. „Nein, danke", sagt Petra. „Ich bin gleich fertig." Birgit schaut sie kurz an. „Geht es Ihnen gut?" „Ja, es geht", sagt Petra. Birgit nickt und geht weiter. Petra wischt den letzten Gang fertig. Um zweiundzwanzig Uhr ist Petra fertig. Sie hat den Eimer geleert und alles aufgeräumt. Jetzt zieht sie ihre Jacke an. Die Jacke ist blau und ein bisschen alt. Petra geht durch den Haupteingang hinaus. Draußen ist es kalt und dunkel. Die Straße ist fast leer. Ein Bus fährt vorbei. Aber Petra geht lieber zu Fuß nach Hause. Der Weg dauert fünfzehn Minuten. Sie geht denselben Weg wie immer. Zu Hause hängt ein Foto von Karl an der Wand. Es ist ein altes Foto, Karl lacht darauf. Petra schaut es kurz an. Dann geht sie ins Bett. Manchmal schläft sie schnell ein. Manchmal liegt sie lange wach. Aber morgen kommt sie wieder. ---------------------------------------------- 3 -------------------- -------------------- Die Sporthalle Kemal kommt jeden Abend um acht Uhr zur Sporthalle der Carl-Schurz-Schule. Er schließt die Seitentür auf, stellt das Licht an und holt den Putzeimer aus dem Schrank. Das Wasser, das er in den Eimer füllt, riecht nach Desinfektionsmittel. Er mag diesen Geruch, weil dann die Arbeit gleich beginnt. Die Sporthalle ist groß und wirkt am Abend sehr still. Nur die Basketballkörbe hängen oben an den Wänden, im Halbdunkel. Kemal arbeitet seit drei Jahren hier, und er kennt jeden Winkel der Halle. Davor hat er in einer Fabrik gearbeitet, aber das ist lange vorbei. Er hat sich bei der Schule beworben, weil die Stelle frei war. Nicht nur deshalb. Lena hat in dieser Halle Volleyball gespielt, jeden Donnerstag nach der Schule. Sie war die Libero, die kleine Spielerin, die immer als erste beim Ball war. Kemal hat ihr oft zugeschaut, wenn er sie abgeholt hat. Vor drei Jahren ist sie hier zusammengebrochen, beim Schulsporttag. Es war ein Mittwoch im Oktober. Das Herz von Lena hat aufgehört zu schlagen. Sie war erst sechzehn Jahre alt. Der Notarzt kam in sieben Minuten, aber es hat nicht mehr geholfen. Kemal hat das nie vergessen. Er fängt in der Mitte der Halle an und wischt lange, gerade Bahnen. Der Mopp ist neu, erst seit einem Monat. Der alte hat nicht mehr gut gewischt. Kemal wischt gleichmäßig, ohne zu eilen. Er braucht keine Musik dabei. Die Stille in der leeren Halle stört ihn nicht. Wenn er bis zu den Zuschauerbänken kommt, wischt er langsamer. Hier war Lena, als sie fiel. Auf dem gelben Strich der Mittellinie, fast genau in der Mitte. Kemal stellt den Eimer ab und setzt sich auf die Trainerbank. Er schaut auf den Boden. Er denkt nicht in Worten, wenn er hier sitzt. Er schaut einfach. Eine Lehrerin hat ihm später erzählt, dass Lena kurz vorher noch gelacht hat. „Sie war so glücklich, Herr Yildiz", hat die Lehrerin gesagt. Kemal hat „Danke" gesagt und ist gegangen. Er bleibt fünf Minuten auf der Bank sitzen. Dann nimmt er den Mopp und wischt den gelben Strich. Er wischt zweimal darüber, einmal hin, einmal zurück. Dann wischt er weiter. Um halb zehn klopft es kurz an der Seitentür. Es ist Mehmet, sein Kollege aus der Turnhalle nebenan. „Alles okay?", fragt Mehmet. „Ja", sagt Kemal. „Ich mache gleich Pause. Kommst du mit?" „Später", sagt Kemal. „Ich bin noch nicht fertig." Mehmet nickt und schließt die Tür wieder. Kemal ist froh, dass Mehmet nicht mehr gefragt hat. Er trinkt einen Schluck Wasser aus seiner Flasche. Er wischt die Umkleidekabinen und die Gänge. Er kennt jeden Raum genau, weil er ihn schon so oft gereinigt hat. Um elf ist er fertig. Er leert den schmutzigen Eimer in den Abfluss. Das Wasser läuft rauschend ab. Er spült den Eimer aus und stellt ihn in den Schrank. Dann schaltet er das Licht aus. In der Halle ist es jetzt fast dunkel, nur das rote Notlicht brennt. Kemal steht kurz an der Tür und schaut in die Dunkelheit. Er kann den gelben Strich auf dem Boden nicht mehr sehen. Aber er weiß, wo er ist. Er zieht seine Jacke an. Es ist eine dünne Jacke, zu dünn für November. Er hat sie noch von früher und möchte sie nicht weggeben. Er schließt die Seitentür ab und geht. Draußen regnet es leise. Die Straße vor der Schule glänzt nass im Licht der Laternen. Kemal geht nach Hause. Der Weg dauert zwanzig Minuten zu Fuß. Er geht ihn jeden Abend. Heute denkt er an Lenas Lachen. Er kann es sich gut vorstellen, obwohl er es nicht selbst gesehen hat. Das ist seltsam, denkt er. Aber es stimmt. ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Der Saal Thomas schließt jeden Abend um neunzehn Uhr das Gemeindezentrum ab, wenn die letzten Gruppen gegangen sind. Er ist seit sieben Jahren Hausmeister hier, und er kennt jeden Schrank, jede Sicherung, jeden kaputten Türgriff. Die Reinigung des großen Saals macht er immer zuletzt. Das hat keinen praktischen Grund. Es ist einfach so. Der Saal fasst hundertdreißig Personen, wenn alle Stühle aufgestellt sind. Am Dienstag probt hier der Kirchenchor, am Donnerstag der Turnverein, am Samstag manchmal eine Hochzeitsgesellschaft. Thomas räumt nach jeder Veranstaltung die Stühle weg, schiebt die Tische zur Wand und wischt den Boden. Die Arbeit dauert ungefähr eine Stunde. Er braucht dabei kein Radio, keinen Podcast, keine Musik. Klara war vor zwei Jahren gestorben, an einem Dienstagabend im November. Sie hatte im Chor gesungen, Alt, seit zwanzig Jahren. Mitten in der Probe hatte sie sich hingesetzt, und die anderen hatten gedacht, sie brauche kurz eine Pause. Aber sie war nicht wieder aufgestanden. Der Notarzt war in neun Minuten da gewesen, hatte der Chorleiter später berichtet. Thomas hatte sich gemerkt, dass es neun Minuten gewesen waren. Manchmal rechnete er nach, was in diesen neun Minuten alles hätte anders sein können. Dann hörte er auf damit. Er wischte den Saal in langen, geraden Bahnen, während draußen die letzten Autos vom Parkplatz fuhren. Der Boden war Parkett, das er zweimal im Jahr einölen musste. Es war ein schöner Boden, sagte immer der Bürgermeister, wenn er vorbeikam. Thomas stimmte dann zu, weil es stimmte und weil es nichts kostete, zuzustimmen. Der Platz, an dem Klara gesessen hatte, war in der vierten Stuhlreihe von links, Sitz drei. Man konnte ihn nicht mehr genau bestimmen, weil die Stühle jedes Mal neu aufgestellt wurden. Aber Thomas wusste, wo die vierte Reihe gewesen war: direkt vor der kleinen Bühne, auf Höhe des zweiten Fensters. Er wischte diese Zone besonders sorgfältig, ohne es sich bewusst zu sagen. Wenn der Bereich sauber war, stellte er einen Stuhl hin und setzte sich. Drei Minuten, nicht mehr. Das Sitzen war kein Ritual. Es war eine Gewohnheit, die sich von selbst ergeben hatte. Klara hatte laut gesungen, lauter als die anderen im Chor. Der Chorleiter hatte das nie offen gesagt, aber Thomas hatte es bemerkt. Sie hatte immer behauptet, sie singe „mit Herz statt mit Technik", und das hatte er ihr geglaubt. Er glaubte es noch. Ihre Noten lagen zu Hause im Regal, in einem schmalen Ordner. Er hatte sie nicht weggeräumt, obwohl er zweimal angefangen hatte, es zu tun. Um halb acht kam Frau Haas von der Volkshochschule, die im selben Gebäude ihre Kurse abhielt. Sie hatte die Handtasche über die Schulter gehängt und den Schlüssel schon in der Hand. „Fertig für heute?", fragte sie. „Fast", sagte Thomas. Sie schaute sich kurz im Saal um, dann ihn an. „Der Boden sieht gut aus." „Er ist in Ordnung", sagte Thomas. Frau Haas sagte „Gute Nacht" und ging. Thomas hörte, wie die Eingangstür hinter ihr ins Schloss fiel. Dann war er allein. Er schob die letzten Stühle in den Nebenraum, sodass der Saal wieder leer dastand. Er schaltete die großen Deckenstrahler aus. Das Notlicht blieb an, ein schwaches Grün an der Wand. Thomas schob den Reinigungswagen in die Abstellkammer und leerte den Eimer. Das Wasser floss rauschend ab. Er wusch den Eimer, trocknete ihn mit einem Lappen, stellte ihn verkehrt auf das Regal. Danach zog er die Jacke an, die an einem Haken hing. Er schloss die Hintertür ab, dann die Seitentür, dann den Haupteingang. Alle drei Türen, immer in dieser Reihenfolge. Draußen roch die Luft nach nassem Gras und nach dem Regen, der am Nachmittag gefallen war. Das Gemeindezentrum lag am Rand des alten Ortsviertels, hinter der Kirche. Der Weg nach Hause dauerte sieben Minuten zu Fuß. Thomas kannte ihn so gut, dass er ihn im Dunkeln gehen konnte. Er ging ihn trotzdem langsam. In der Ferne bellte ein Hund, einmal, dann war es wieder still. Die Straße war leer, die Häuser dunkel bis auf einzelne Fenster. Thomas dachte nicht daran, ob er morgen wieder kommen würde. Natürlich würde er kommen. Jeden Abend, bis es anders wäre. Er bog in seine Straße ein. Das Küchenfenster seiner Wohnung leuchtete gelblich. Er hatte vergessen, das Licht auszumachen. Es war warm und unnötig. Thomas öffnete die Haustür, trat ein, ließ sie ins Schloss fallen. Er ließ das Licht brennen. ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- Reihe vierzehn Die Fähre nach Göteborg legt um Mitternacht ab, und Marta beginnt ihre Schicht immer dann, wenn das letzte Schiff den Hafen verlassen hat. Wartehalle B liegt im ältesten Teil des Terminals, ein langgestreckter Bau aus den frühen Siebzigern, dessen Betonkonstruktion man auch durch den neuen Verputz noch erahnt. Marta schiebt den Reinigungswagen aus dem Lagerraum, der nach Ammoniak und feuchtem Tuch riecht. Sie trägt keine Handschuhe mehr. Vor drei Jahren hat sie damit aufgehört, ohne es zunächst zu bemerken. Der Boden ist grauer Terrazzo mit weißen Einschlüssen, der sich bei Nässe wie Eis verhält und unter dem Mopp einen Glanz annimmt, der bis zum Morgen hält. Marta wischt ihn in langen, parallelen Bahnen, von der Fensterfront zur Ausgangstür, immer in dieser Richtung, nie anders. Es gibt eine Ordnung, und wer die Ordnung kennt, braucht nicht nachzudenken. Die Neonröhren über ihr surren auf einer Frequenz, die knapp unterhalb der bewussten Wahrnehmung liegt, aber trotzdem spürbar ist, wenn man lange genug stillsteht. Marta steht nie lange still. Sie hat gelernt, dass Stillstand ihr nichts Gutes lehrt. Die Sitzreihen sind aus hellgrauem Kunststoff, alle Sitze nach vorne weggeklappt, und in der Mitte eines jeden hat sich eine Mulde eingedrückt, die von dem Gewicht vieler wartender Körper spricht. Sieben Jahre sind vergangen, seit Helge hier saß. Er hatte auf die Fähre gewartet, die dreißig Minuten Verspätung hatte, und irgendwann – zwischen dem zweiten Kaffee und dem dritten Gang zur Anzeigetafel – war sein Herz aufgehört. Marta war nicht dabei. Sie hatte zu Hause auf ihn gewartet, mit dem Abendessen auf dem Herd, der Dunstabzugshaube auf niedriger Stufe. Eine Polizistin hatte angerufen, mit einer Stimme, die trainiert wirkte, als wäre das Überbringen schlechter Nachrichten eine handwerkliche Fertigkeit. „Er hat nicht gelitten", hatte sie gesagt. Marta hat das nie geglaubt. Aber sie sagt es sich manchmal trotzdem, wenn das Wasser im Eimer trüb wird und sie es noch nicht wechseln will. Die Halle riecht anders als andere Räume, in denen Menschen warten: nicht nach Schweiß oder Essen, sondern nach dem langen Stillsitzen selbst, nach einer Art aufgespartem Atem. Marta kennt diesen Geruch, ohne ihn benennen zu können. Reihe vierzehn beginnt am dritten Tragpfeiler, gegenüber der ehemaligen Wechselstube, die jetzt hinter einem angerosteten Rollgitter liegt. Sie wischt die Reihe davor aus, zieht den Mopp unter die Sitzflächen hindurch, und das Geräusch verändert sich, weil der Abstand zwischen den Stuhlbeinen hier enger ist als in den vorderen Reihen. Das fällt ihr erst heute wieder auf, obwohl sie es schon immer gewusst hat. Sie lehnt den Mopp an den Pfeiler, um einen Moment freie Hände zu haben, und setzt sich auf Sitz sechs. Der Kunstlederbezug ist kalt, auch im Sommer, auch nach Stunden mit hundert Menschen darauf. Helges Jacke hatte gerochen wie alle Jacken riechen, die man zu lange trägt – nach Tabak und nach dem eigenen Körper, nach dem, was von jemandem übrig bleibt, wenn er geht. Sie erinnert sich nicht mehr an sein Gesicht, wenn sie versucht, es zu erinnern – nur wenn sie es nicht versucht, erscheint manchmal etwas. Aber sie erinnert sich genau an das Muster seines Pullovers von jenem Abend: anthrazitgrau mit eingewirktem Strichmuster, das sie nie mochte. Sie hat ihn nicht behalten. Fünf Minuten. Das ist die Abmachung, die sie mit sich getroffen hat, und sie hat sie noch nie gebrochen, nicht einmal in dem Winter, als das Sitzen besonders schwer war. Dann nimmt sie den Mopp, wischt unter Sitz sechs hindurch, geht weiter. Das trübe Wasser hinterlässt eine dunklere Spur, die kurz sichtbar bleibt und dann trocknet. Um halb drei sitzt Marta im Pausenraum hinter der Sicherheitszentrale. Der Kaffee aus der Maschine schmeckt nach nichts Bestimmtem, aber er ist heiß. Der Wachmann Radek kommt herein, nickt, schenkt sich Wasser ein. Er ist seit zwei Jahren hier, ein großer Mann mit einem ruhigen Gang, dessen Unauffälligkeit etwas Beabsichtigtes zu haben scheint. „Halle A hatte heute Ärger", sagt er, ohne Marta anzusehen. „Was denn?" „Betrunkener." „Polizei?" „Ja", sagt Radek. Er setzt sich, öffnet sein Handy, legt es sofort wieder hin. Marta sieht, wie er kurz zu ihr hinüberblickt, direkt und ohne Umschweife, dann wegschaut. Er weiß von ihr, das weiß sie – in einer Nachtschicht erfahren die Menschen voneinander, ohne je danach gefragt zu haben. Marta trinkt den Kaffee aus, stellt den Becher in die Spüle, geht zurück in die Halle. Das Geräusch ihrer Schritte auf dem Terrazzo klingt nach mehr als sie ist. Um fünf beginnt das Terminal sich wieder zu füllen: zuerst das Reinigungsteam der Frühschicht, dann die ersten Passagiere für die Dänemarkfähre. Marta schiebt den Wagen zurück in den Lagerraum, kippt das schmutzige Wasser in den Bodenabfluss, der ein Geräusch macht wie ein kurzes, erschöpftes Ausatmen. Sie spült den Eimer aus, stellt ihn schräg zum Trocknen ab, hängt den Mopp über die Querstrebe. An ihrem Spind hängt die Jacke, die sie seit fünf Jahren trägt. Der Stoff hat an den Ärmeln eine Farbe angenommen, die zwischen Grau und Braun liegt und keinen Namen hat. Der Reißverschluss klemmt im letzten Zentimeter, und sie zieht ihn jedes Mal bis kurz davor. Sie nimmt ihre Tasche, geht durch den Seitenausgang in den Morgen. Die Luft riecht nach Salzwasser und Dieselabgasen, nach dem Hafen, der nie schläft. Drüben am Pier liegt die nächste Fähre noch im Schattenbereich der Hafenlampen, halb sichtbar, halb nicht. Marta geht zur Haltestelle, ohne sich umzudrehen. An der Haltestelle steht ein Schild, das seit Monaten einige Grad aus dem Lot ist. Niemand hat es gerichtet, und es spricht für die Ordnung der Dinge, dass das niemanden zu stören scheint. Der Bus kommt pünktlich, sie steigt ein, setzt sich ans Fenster. Der Hafen verschwindet hinter der Kurve. Sie schaut nicht hin. Das Grau des Himmels und das Grau des Meeres sind heute nicht zu unterscheiden, als hätte jemand vergessen, zwischen ihnen eine Linie zu ziehen. == 97 == 1 -------------------- -------------------- Das Feuer im Garten Toni kommt zurück ins Dorf. Er hat das Dorf lange nicht gesehen. Er will das alte Haus verkaufen. Das Haus gehört seiner Großmutter. Seine Großmutter ist tot. Vor dem Haus steht eine Frau. Sie hat schwarze Haare. Ihr Name ist Elena. „Was machst du hier?", fragt Toni. „Das ist unser Garten", sagt Elena. „Das stimmt nicht", sagt Toni. Elena geht weg. Toni schaut ihr nach. Am Abend sitzt Toni vor dem Haus. Es ist heiß. Die Sonne geht unter. Dann kommt Elena zurück. „Es tut mir leid", sagt sie. Toni sagt nichts. Elena setzt sich neben ihn. Toni gibt ihr ein Glas Wasser. Sie trinken zusammen. „Warum bist du hier?", fragt Elena. „Ich verkaufe das Haus", sagt Toni. „Und dann fährst du wieder weg?" „Ja." Es ist still. Elena schaut ihn an. Dann küsst sie ihn. Toni ist überrascht. „Das war falsch", sagt Elena. „Vielleicht", sagt Toni. Aber sie bleibt. Vier Tage lang treffen sie sich im alten Garten. Die Bäume sind groß und alt. Elena bringt Essen. Toni bringt Wein. Sie reden und lachen. Einmal fragt Elena: „Liebst du jemanden in Rom?" „Nein", sagt Toni. „Und du?" „Nein." Einmal zeigt Toni eine Narbe an der Hand. „Was ist das?", fragt Elena. „Alt. Nichts." Elena hält seine Hand. Sie liegen nebeneinander im Gras. Der Himmel ist blau. Toni denkt: Vielleicht bleibe ich länger. Aber er sagt es nicht. In der Nacht riecht Toni Rauch. Er geht zum Fenster. Der Garten brennt. Toni läuft hinaus. Er sieht Elenas Vater. Der Mann steht vor dem Feuer. Er macht nichts. „Was tust du da?", schreit Toni. Elena kommt auch raus. Sie sagt nichts. „Hat dein Vater das gemacht?", fragt Toni. Elena schaut ihn nicht an. Toni versteht. Er geht zurück ins Haus. Er packt seinen Koffer. Es geht schnell. Elena steht in der Tür. „Bleib", sagt sie. „Nein", sagt Toni. Er schaut sie an. Dann nimmt er den Koffer. Er geht raus. Er fährt los. Im Spiegel sieht er das Feuer. Er schaut nicht zurück. In Rom denkt er manchmal an Elena. Er schreibt ihr nicht. Sie schreibt auch nicht. Der Garten ist weg. ---------------------------------------------- 2 -------------------- -------------------- Der Orangenhain von Reggio Nico ist mit dem Zug nach Hause gefahren, weil er das alte Haus verkaufen will. Er hat das Haus seit sieben Jahren nicht mehr gesehen. Das Haus steht am Ende der Straße, neben dem alten Orangenhain. Vor dem Haus hat Nico ein Mädchen gesehen. Sie hat schwarze Haare und trägt alte Jeans. „Was machst du hier?", hat Nico gefragt. „Der Hain gehört meiner Familie", hat sie gesagt. Ihr Name ist Giulia, und ihr Vater heißt Ferretti. Nico kennt diesen Namen, denn sein Vater hat ihn gehasst. „Das stimmt nicht", hat Nico gesagt. „Doch", hat Giulia gesagt, und dann ist sie gegangen. Nico ist ihr nicht nachgelaufen. Am Abend hat Nico allein auf der Terrasse gesessen. Es war heiß, und die Grillen haben laut gezirpt. Dann hat er Schritte gehört. Giulia ist wieder da gewesen. „Ich wollte nicht so unhöflich sein", hat sie gesagt. „War es aber", hat Nico geantwortet. Sie hat sich hingesetzt, und er hat ihr Wasser gegeben. „Warum bist du wirklich hier?", hat sie gefragt. „Ich will das Haus verkaufen und dann wieder wegfahren." „Und der Hain?" „Den Hain behalte ich nicht, denn ich wohne nicht mehr hier." Giulia hat ihn angesehen, aber nichts gesagt. Es war sehr still. Dann hat sie ihn geküsst, und er hat sich nicht bewegt. „Das war falsch", hat sie gesagt. „Vielleicht", hat er geantwortet. Aber sie ist nicht weggegangen. Fünf Tage lang haben sie sich im Orangenhain getroffen. Die Orangen waren reif und haben gut gerochen. Sie haben zusammen gegessen und geredet. „Was willst du eigentlich machen?", hat Nico gefragt. „Ich weiß es nicht", hat sie gesagt. Einmal hat sie seine Hand gehalten und eine Narbe gesehen. „Was ist das?", hat sie gefragt. „Ein alter Unfall. Nichts Wichtiges." Sie haben nebeneinander unter den Bäumen gelegen. Der Himmel war blau und die Luft war warm. Giulia hat gesagt: „Ich bleibe immer hier." „Und wenn du woanders leben könntest?", hat Nico gefragt. Sie hat nicht geantwortet, denn die Antwort war schwer. In der letzten Nacht hat Nico ein lautes Geräusch gehört. Er ist aufgewacht und hat aus dem Fenster geschaut. Im Hain hat jemand die Bäume gefällt. Nico ist hinausgelaufen. Giulias Vater hat vor den gefällten Bäumen gestanden. Er hat eine Axt in der Hand gehabt. „Warum?", hat Nico geschrien. Giulia ist aus dem Nachbarhaus gekommen. Sie hat nichts gesagt. „Hat dein Vater das gemacht?", hat Nico gefragt. Giulia hat nicht geantwortet. Nico hat sie angeschaut und dann den alten Mann. Dann hat er alles verstanden. Er ist ins Haus gegangen und hat seinen Koffer gepackt. Das hat nicht lange gedauert. Giulia hat in der Tür gestanden. „Bleib bitte", hat sie gesagt. „Ich kann nicht", hat er geantwortet. Er hat sie kurz angeschaut. Dann hat er seinen Koffer genommen und ist losgefahren. Giulia hat sich nicht bewegt. Im Spiegel hat er die gefällten Bäume gesehen. Er hat nicht zurückgeschaut. In Neapel hat er drei Tage lang nicht gut geschlafen. Giulia hat ihm nicht geschrieben, und er hat ihr nicht geschrieben. Die Bäume haben auf dem Boden gelegen, und niemand hat sie weggeräumt. Nico hat nie mehr über den Hain gesprochen. ---------------------------------------------- 3 -------------------- -------------------- Das Weinfeld von Maratea Marco kam nach fünf Jahren zurück in sein Heimatdorf, weil er das Haus seiner Großmutter verkaufen musste. Er parkte das Mietauto vor dem alten Steinhaus und sah sofort, dass etwas nicht stimmte. Am Zaun des Weinfelds stand eine Frau. Sie hatte dunkle Augen und schwarze Haare, die ihr ins Gesicht fielen. „Das Weinfeld gehört uns jetzt", sagte sie, ohne Hallo zu sagen. Marco stieg aus und fragte: „Wer bist du?" „Sofia Marini. Mein Vater hat das Feld vor zwanzig Jahren bekommen." Marco kannte diesen Namen, denn seine Mutter hatte ihn oft verflucht. „Bekommen ist das falsche Wort", sagte er. Sofia zuckte mit den Schultern. Sie drehte sich um und ging langsam den Feldweg entlang. Marco schaute ihr nach, bis er sie nicht mehr sehen konnte. Am Abend saß er auf den Treppenstufen und trank einen Wein. Die Hügel waren dunkel, und die Sterne standen tief. Dann hörte er Schritte auf dem Kiesweg. Sofia stand plötzlich vor ihm, die Hände in den Taschen. „Ich wollte nicht unhöflich sein", sagte sie. „Warst du aber", antwortete er. Sie setzte sich neben ihn, ohne ihn zu fragen. Er schenkte ihr ein Glas ein, weil er nicht wusste, was er sonst tun sollte. Sie schwiegen eine Weile und hörten den Grillen zu. „Mein Vater sagt, deine Familie hat das Feld selbst verloren", sagte Sofia. „Dein Vater lügt", sagte Marco ruhig. Sofia antwortete nicht, aber sie widersprach auch nicht. Die Nacht war warm, und die Luft roch nach Thymian. Er weiß bis heute nicht, wer von beiden zuerst näherkam. Sie küsste ihn kurz und hart, als wollte sie damit etwas beweisen. Dann trat sie zurück und sah ihn an. „Das war ein Fehler", sagte sie. „Wahrscheinlich", sagte er. Aber keiner von beiden machte einen Schritt weg. Sechs Tage lang trafen sie sich im Weinfeld, wenn die Mittagshitze alle anderen ins Haus trieb. Die Reben waren verwildert, weil niemand sie seit Jahren gepflegt hatte. Sofia brachte Brot und Käse, er brachte Wein. Sie redeten über alles außer über ihre Familien. Einmal fragte Sofia: „Hast du in Bologna jemanden?" „Nein. Und du?" „Nein." Das war alles, was sie über ihr Leben außerhalb dieser Stunden sagten. Eines Nachmittags zeigte sie ihm eine Narbe an der linken Hand. „Vom Zaun", sagte sie. „Ich war zwölf." „Welcher Zaun?" „Der Zaun, den dein Vater zwischen unseren Feldern gesetzt hat." Er schwieg, weil er sich daran erinnerte. Sie lagen nebeneinander im hohen Gras, und die Sonne stand senkrecht über ihnen. Er dachte, dass er vielleicht zu lange geblieben war. Aber er blieb. In der letzten Nacht wachte er vom Geruch auf. Er roch Rauch, bevor er die Augen aufmachte. Durchs Fenster sah er, dass der Himmel orange war. Das Weinfeld brannte. Er rannte hinaus, barfuß, und sah Sofias Vater am Rand des Feldes stehen. Der alte Mann hatte die Arme verschränkt und schaute zu, wie die Reben brannten. Sofia stand ein paar Meter hinter ihm, ohne sich zu bewegen. „Was macht er da?", schrie Marco. Sofias Vater drehte sich nicht um. „Geh weg, Marco", sagte Sofia. „Das ist mein Land!" „Es ist nichts mehr da." Marco stand da und verstand, dass er schon verloren hatte. Er ging zurück ins Haus und packte seinen Koffer. Als er nach unten kam, stand Sofia in der Tür. „Bleib noch eine Nacht." „Nein." Er sah sie lange an, aber er sagte nichts mehr. Er warf den Koffer in den Kofferraum und startete den Motor. Im Rückspiegel sah er das Feuer hinter ihr. Sie wurde kleiner, bis er die Kurve nahm. Er fuhr die ganze Nacht durch, ohne anzuhalten. In Bologna hat sein Pullover noch nach Rauch gerochen. Er hat ihn zur Reinigung gebracht, aber der Geruch ist geblieben. Sofia hat ihm nicht geschrieben, und er hat ihr auch nicht geschrieben. Das Weinfeld ist weg, und er hat nie mehr darüber gesprochen. ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Das Meer von Tortolì Matteo Conti kam an einem Freitagmorgen in Tortolì an, als der Hafen noch nach Nacht und altem Fisch roch und die ersten Fischer ihre Netze ausbreiteten. Er war seit acht Jahren nicht mehr hier gewesen, weil er den Tod seines Vaters nicht hatte kommen sehen – und die Schuld daran trug nicht nur er allein. Das Boot seines Vaters lag am hinteren Steg, kleiner als er es in Erinnerung hatte, aber noch da. Chiara Soru saß auf dem Heck und flickte ein Netz, als gehörte ihr das Boot schon. „Was machst du hier?", fragte er. Sie sah nicht auf. „Ich arbeite." „Das ist das Boot meines Vaters." Jetzt sah sie auf, und ihre Augen waren dunkel und ruhig, fast gleichgültig. „War das Boot deines Vaters", sagte sie, ohne die Stimme zu heben. Er schluckte. „Wer hat dir erlaubt, hier zu sein?" „Das erkläre ich dir, wenn du ruhiger bist." Er war nicht ruhig, aber er setzte sich auf die Kaimauer und wartete, weil er keine bessere Wahl hatte. Sie erklärte es ihm in wenigen Sätzen: Ihr Vater hatte Schulden übernommen, als Matteos Vater nicht mehr zahlen konnte, und das Boot war die einzige Sicherheit gewesen. Das stimmte nicht ganz, und er wusste es – aber er hatte keine Unterlagen dabei, die das Gegenteil bewiesen hätten. Sie stand auf, streckte sich kurz und ging, ohne sich umzusehen. Am Abend saß er auf der Kaimauer und trank ein Bier, das viel zu warm war. Chiara setzte sich neben ihn, ohne ihn zu fragen, ob er das wollte. „Ich weiß, was du von meinem Vater denkst", sagte sie. „Dann brauch ich es dir nicht erklären." Sie schwieg kurz und sah auf das Wasser, das im Hafenlicht glänzte. „Mein Vater hatte keine andere Möglichkeit, als er deine Familie anzeigte – er hätte sonst seinen Betrieb verloren." „Jeder hat eine Möglichkeit." Das Wasser schlug ruhig und gleichmäßig gegen den Stein. Sie nahm ihm das Bier aus der Hand und trank einen Schluck, ohne ihn zu fragen, und er ließ es geschehen, weil er nicht wusste, was er sonst tun sollte. „Hättest du das auch getan?", fragte er. Sie gab ihm die Flasche zurück. „Nein." Das war alles, und es reichte, um ihn zu verwirren. Später, als die Hafenlampen angingen, küsste er sie – schnell und ohne nachzudenken, wie man etwas tut, bevor man es bereut. Sie wich nicht zurück. „Das solltest du nicht getan haben", sagte sie. Dann küsste sie ihn zurück. Drei Tage lang fuhren sie mit dem Boot hinaus, obwohl es eigentlich verkauft werden sollte. Die Bucht hinter dem Kap war so still, dass man das Wasser unter dem Rumpf fast hören konnte. Chiara schwamm besser als er, was ihn überraschte, obwohl er keinen Grund zur Überraschung gehabt hätte. Sie lagen auf dem Deck und trockneten in der Sonne, während die Möwen über ihnen kreisten. „Warum bist du noch hier?", fragte sie eines Morgens, als er längst hätte abreisen sollen. „Ich weiß es nicht mehr genau." Sie sah ihn an, ohne zu lächeln. „Das glaube ich dir." Er erzählte ihr von Genua, von dem Labor, von den Pr ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- Die Mandeln von Ispica Luca Ferraro kam an einem Dienstagnachmittag in Ispica an, als die Sonne so tief stand, dass sie die weißen Hausfassaden in leuchtendes Orange tauchte. Er hatte das Dorf seit siebenundzwanzig Jahren nicht betreten – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern wegen des Schweigens, das sein Vater statt eines Verbots eingesetzt hatte. Das Haus seiner Nonna stand am Ende der Via Corvo, hinter einem schmiedeeisernen Tor, dessen rostbraune Ornamente aussahen wie verheilte Wunden. Er stieg aus dem Leihwagen und blieb stehen. Viola Gattuso lehnte an dem Zitronenbaum, der in den Hof seiner Familie ragte, als gehörte ihr dieser Baum – und mit ihm alles darunter. Er kannte ihr Gesicht nicht, aber den Namen kannte er, seit er denken konnte: Gattuso. „Du bist der Ferraro-Sohn", sagte sie, ohne ihn anzusehen, als wäre seine Ankunft eine Kleinigkeit, die keiner besonderen Aufmerksamkeit bedurfte. „Und du bist die Tochter des Mannes, der meinen Großvater enteignet hat." Sie drehte sich zu ihm um, langsam, mit einem Ausdruck, den er nicht einordnen konnte. „Enteignet ist ein großes Wort für das, was dein Großvater selbst herbeigeführt hat." Er antwortete nicht. Sie pflückte eine Zitrone vom Ast, betrachtete sie einen Moment, als wöge sie eine Entscheidung, und ließ sie dann fallen. Dann verschwand sie durch die Hintertür in das angrenzende Grundstück, ohne sich noch einmal umzusehen. In der Nacht konnte er nicht schlafen. Das Haus roch nach dem Wachs alter Totenmessen und dem Staub von drei Jahrzehnten ungelebter Zeit. Er trat auf die Terrasse, und sie saß bereits auf der Bruchsteinmauer, die die Grundstücke trennte – als hätte sie gewusst, dass er kommen würde, oder als hätte sie die ganze Nacht dort gesessen. Sie hatte eine Flasche Nero d'Avola in der Hand, keine Gläser. Er setzte sich ihr gegenüber, ohne gefragt zu werden. Sie reichte ihm die Flasche; er trank, ohne zu zögern. „Warum bist du wirklich hier?", fragte sie. „Um das Haus zu verkaufen." „Und dann?" Er trank noch einmal. Der Wein schmeckte nach Erde und reifen Pflaumen, und er wusste, dass er lügen würde, wenn er antwortete – also schwieg er. Sie lachte, kurz und hart, ohne Fröhlichkeit. Das Lachen hörte auf, so abrupt, als hätte jemand eine Tür zugeworfen. Sie sah ihn an, und er sah sie an, und für einen Moment fühlte die Mauer zwischen ihnen sich an wie Luft. Er griff nach ihrer Hand – nicht zärtlich, sondern wie jemand, der sich festhält, bevor er fällt. Sie ließ es zu. Der erste Kuss schmeckte nach Wein und nach dem aufgestauten Zorn zweier Familien, der sich in etwas verwandelt hatte, ohne aufgehört zu haben, Zorn zu sein. Die Steine der Mauer waren rau an seiner Schulter. Er dachte an nichts, was ihn sonst bewegte. Fünf Tage lang trafen sie sich im alten Mandelgarten hinter dem Haus, der seit Jahren nicht mehr bewirtschaftet worden war. Die von jahrzehntelanger Vernachlässigung geschwärzten Stämme standen im Mittagslicht wie Figuren, die auf etwas warteten, das nicht mehr kam. Viola sprach wenig, aber wenn sie sprach, tat sie es mit einer Präzision, die ihn an die Architekturzeichnungen erinnerte, an denen er in Turin arbeitete – jede Linie gesetzt, keine überflüssig. Er erzählte ihr von seinem Büro im vierten Stock, von den Hochhäusern, die er entwarf, von dem Aufzug, der an heißen Tagen immer stecken blieb. Sie lachte das erste Mal wirklich. „Du entwirfst Häuser für andere und lässt das einzige deiner Familie verfallen." Er schwieg, weil sie recht hatte. An einem dieser Nachmittage lag sie mit dem Rücken auf dem Boden und starrte durch die verästelten Kronen in den weißen Himmel. „Weißt du, was mein Vater gesagt hat, als er dich ankommen sah?" „Ich will es nicht wissen." „Er sagte, der Ferraro-Junge würde kommen, um sich zu holen, was ihm nie gehört habe." Luca drehte sich auf die Seite, sah sie an. „Und du – was hast du gesagt?" Sie schwieg lange genug, dass die Zikaden die Stille füllen konnten. „Gar nichts." Das war die ehrlichste Antwort, die sie ihm je geben würde, und er wusste es in dem Moment, in dem sie es sagte. Sie liebten sich in der Nachmittagshitze, langsam und fast traurig, als begründen sie etwas, das keine Zukunft haben durfte. In der letzten Nacht wachte Luca gegen halb vier auf. Der Himmel vor dem Fensterladen hatte die Farbe von altem Kupfer. Er öffnete den Laden und roch es sofort: Rauch, schwer und süßlich, der unverwechselbare Geruch von brennendem Mandelholz. Er lief hinaus, barfuß auf dem noch heißen Pflaster, und sah Violas Vater am Rand des Feldes stehen – die Arme verschränkt, die Gestalt schwarz vor dem Feuer wie ein Scherenschnitt ohne Gesicht. Viola trat kurz darauf aus dem Haus ihrer Familie, das Haar offen, die Augen leer. Sie stellte sich nicht zwischen Luca und ihren Vater. „Das ist Brandstiftung", sagte er. Niemand antwortete. Er verstand, ohne dass jemand es ihm sagen musste, dass dieser Boden ihn nicht wollte – vielleicht nie gewollt hatte – und dass er sich diese Möglichkeit nur selbst erschaffen hatte. Er packte in zwanzig Minuten, was er in drei Tagen ausgebreitet hatte. Viola stand in der Tür, als er den Koffer herunterbrachte. „Bleib bis morgen." „Ich bin zu lange geblieben." Er küsste sie nicht. Er sah sie an – lange genug, um das Bild zu behalten, ohne zu wissen, wozu er es brauchen würde. Dann fuhr er. Auf der Autobahn nach Norden war der Himmel im Osten noch rötlich, als hätte sich das Feuer in die Wolken gefressen. Er hielt nicht an. In Turin roch sein Mantel noch zwei Wochen nach Rauch, und er brachte ihn nicht in die Reinigung. Viola schrieb ihm einmal – eine Nachricht, so kurz, dass er sie zweimal lesen musste. Er las sie, legte das Telefon auf den Tisch, antwortete nicht. Hätte er gewusst, dass der Boden brennen würde, wäre er vielleicht trotzdem gefahren. Das war der Gedanke, den er am längsten mit sich trug. == 98 == 1 -------------------- -------------------- Die Äpfel Anna steht im Garten. Sie pflückt Äpfel und legt sie in einen Korb. Der Baum ist groß und alt. Josef hat diesen Baum gepflanzt. Josef ist vor einem Jahr gestorben. Anna arbeitet jetzt allein. Heute kommt Karl. Karl ist Josefs jüngerer Bruder. Er hat gestern angerufen. Er will helfen. Karl kommt um zehn Uhr an. Er trägt eine blaue Jacke und hat einen Rucksack dabei. „Hallo, Anna", sagt er. „Hallo, Karl", sagt sie. Anna ist froh, dass er da ist. Aber sie sagt das nicht. Karl schaut den Baum an. „Das sind viele Äpfel", sagt er. „Ja", sagt Anna. Sie gibt ihm einen Korb. Sie arbeiten zusammen. Karl ist groß und stark. Er pflückt die hohen Äpfel. Anna pflückt die unteren. Es ist warm heute. Die Sonne scheint, und es ist heiß. Karl arbeitet gut und schnell. „Josef hat das auch so gemacht", sagt Anna. Karl hört kurz auf zu arbeiten. „Ich weiß", sagt er leise. Dann arbeiten sie weiter. Um zwölf machen sie Pause. Anna hat Brot und Käse dabei. Sie setzen sich unter den Baum. Es ist schön im Schatten. „Wie geht es dir?", fragt Karl. „Es geht", sagt Anna. Karl nickt. Sie essen und reden wenig. Das ist in Ordnung. Am Nachmittag sind die Körbe voll. Karl trägt sie alle ins Haus. „Du musst das nicht machen", sagt Anna. „Ich mache das gern", sagt Karl. Anna hat Kaffee gekocht. Sie trinken Kaffee zusammen in der Küche. Karl schaut sich um. Josefs Jacke hängt noch an der Tür. Karl sagt nichts. Anna auch nicht. Dann sagt Karl: „Er hat dich sehr geliebt." Anna schaut auf ihren Kaffee. „Ich weiß", sagt sie. Es wird still. Karl steht auf. „Ich muss jetzt gehen", sagt er. „Heute noch?", fragt Anna. „Ja, aber ich komme morgen früh wieder." „Bleib zum Abendessen", sagt Anna. „Gern", sagt Karl. Anna kocht Suppe und Nudeln. Sie essen zusammen am Tisch. Es ist schön. Karl erzählt von Josef – von früher. Anna lacht einmal. Das passiert nicht oft. Am nächsten Morgen fährt Karl. Anna steht vor dem Haus. „Komm bald wieder", sagt sie. „Ja", sagt Karl, „ich komme." Er fährt ab. Anna schaut ihm nach. Dann geht sie in den Garten. Der Baum steht noch da. Sie pflückt einen Apfel. Er ist rot und süß. Sie denkt an Josef. Und an Karl. Dann arbeitet sie weiter. ---------------------------------------------- 2 -------------------- -------------------- Am Hafen Inge hat am Hafen gesessen und Fischernetze geflickt. Das Wetter war gut, aber die Arbeit war schwer. Fritz hatte ihr das Flicken vor vielen Jahren beigebracht. Fritz war tot. Er hatte einen Herzinfarkt bekommen. Das war vor achtzehn Monaten. Werner ist an einem Dienstag angekommen. Er hat viele Jahre lang mit Fritz zusammen gearbeitet. Sie haben sich seit der Beerdigung nicht gesehen. Er hatte eine alte Jacke an und Stiefel. „Hallo, Inge", sagte er. „Hallo", sagte sie. Inge hat nicht gewusst, dass er kommt. „Ich wollte die Netze holen", sagte Werner. „Die sind da drüben", sagte Inge. Sie hat weiter gearbeitet, ohne aufzuschauen. Werner hat sich neben sie gesetzt. „Darf ich helfen?", fragte er. Inge hat kurz nachgedacht. „Wenn du willst", sagte sie. Werner hat die Arbeit gekannt, denn er war Fischer. Sie haben nebeneinander gearbeitet und wenig geredet. Das war gut so. Am Nachmittag hat Werner Kaffee aus seiner Thermoskanne geholt. „Möchtest du auch?", fragte er. „Ja, gerne", sagte Inge. Sie haben Kaffee getrunken und aufs Meer geschaut. Werner hat gesagt: „Fritz hat mich viel gelehrt." Inge hat eine Weile geschwiegen. Dann hat sie gesagt: „Mich auch." Werner hat kurz gelacht. Inge hat gelächelt, zum ersten Mal seit Wochen. Um fünf Uhr war die Arbeit fertig. Die Netze haben sauber nebeneinander gelegen. Werner hat die schweren Körbe getragen. „Das ist meine Arbeit", sagte Inge. „Heute nicht", sagte Werner. Sie sind zusammen zu Inges Haus gegangen. Inge hat Suppe und Brot gemacht. Werner hat am Tisch gesessen und zugeschaut. „Du musst nicht kochen", sagte er. „Ich koche gern", sagte Inge. Aber sie hat lange nicht mehr für zwei gekocht. Das Essen war gut, und Werner hat alles gegessen. Nach dem Essen haben sie draußen gesessen. Die Sonne ist untergegangen, und der Hafen war ruhig. Werner hat von Fritz erzählt – von einem alten Sturm und einem alten Witz. Inge hat zugehört und nichts gesagt. Sie hat Fritz nicht vergessen, aber das war in Ordnung. Werner ist bis zehn Uhr geblieben. Dann hat er sich verabschiedet. „Danke für das Essen", sagte er. „Danke für die Hilfe", sagte Inge. Werner hat an der Tür gestanden. Er wollte noch etwas sagen, aber er hat es nicht gesagt. Inge hat das gemerkt. „Komm wieder", sagte sie. „Wirklich?", fragte Werner. „Ja", sagte Inge, „wenn du willst." Werner hat genickt. Er ist gegangen. Inge hat ihm nachgeschaut. Dann hat sie die Tür zugemacht. Sie hat die Teller gespült. Sie hat an Fritz gedacht. Und auch an Werner. Das war neu. Sie ist früh schlafen gegangen. Am nächsten Morgen hat sie wieder Netze geflickt. Der Hafen war still. Das Meer war grau und ruhig. ---------------------------------------------- 3 -------------------- -------------------- Das Lavendelfeld Sylvie stand im Morgengrauen auf dem Hof und band Lavendelzweige zu kleinen Bündeln zusammen. Die Luft roch nach Kräutern und nach dem Tau auf den langen Reihen. Seit Marcs Tod hatte sie den Hof allein bewirtschaftet, ohne Klage und ohne Hilfe. Sein alter Hut hing noch an der Tür, genau da, wo er ihn immer hingehängt hatte. Am Mittwoch ist Jean-Paul aus Lyon angekommen, mit dem Zug und mit einem Stadtkoffer. Er war Marcs jüngerer Bruder, und Sylvie hatte ihn seit der Beerdigung nicht mehr gesehen. Er trug Schuhe, die für diesen Schotter nicht gemacht waren. „Ich bin da", sagte er am Hoftor. „Ich sehe das", antwortete Sylvie, ohne aufzuhören zu arbeiten. Jean-Paul hatte versprochen, ihr beim Verkauf des Hofes zu helfen. Aber als Erstes fragte er, ob er mithelfen dürfe. „Womit?", fragte Sylvie. „Mit dem Lavendel", sagte er. Sie gab ihm Handschuhe und einen Korb, ohne weitere Erklärung. Am Nachmittag gingen sie zusammen auf das große Feld hinter dem Haus. Die Sonne stand hoch, und die Hitze lag schwer über den lila Reihen. Jean-Paul arbeitete langsam, weil er die Technik noch nicht kannte. Sylvie zeigte ihm, wie man die Zweige schneidet, ohne die Pflanze zu verletzen. Ihre Hände kamen sich dabei nah, einen Moment zu lang. Sie wich einen Schritt zurück und sagte nichts. Jean-Paul arbeitete gut, besser als Sylvie erwartet hatte. Er hat früher schon auf dem Hof geholfen, sagte er – damals, als junger Mann. „Marc hat mich immer weggeschickt", lachte er kurz. Sylvie blieb stehen und sah ihn an. „Marc hat immer alles alleine gemacht", sagte sie. Jean-Paul nickte, als hätte er das schon immer gewusst. Am späten Nachmittag wurden die Körbe schwerer, und noch war die Arbeit nicht getan. Jean-Paul trug zwei Körbe auf einmal, damit Sylvie eine kurze Pause machen konnte. „Du musst das nicht tun", sagte sie. „Ich weiß", sagte er. Als die Sonne sank, setzten sie sich vor dem Haus auf die alte Steinbank. Sylvie holte zwei Gläser Rosé und etwas Brot. Sie aßen schweigend, und das war nicht unangenehm. Jean-Paul fragte, ob sie abends immer allein esse. „Immer", sagte Sylvie. Er sah sie an, und sie schaute auf ihr Glas. „Der Hof ist schön", sagte er nach einer Weile. „Ich weiß, dass ich ihn verkaufen soll", sagte Sylvie. „Das habe ich nicht gesagt." Die Nacht war warm, und die Grillen machten viel Lärm. Sylvie blieb lange sitzen, nachdem Jean-Paul ins Haus gegangen war. Sie dachte an Marc, aber nicht mit dem Schmerz, den sie erwartet hatte. Am nächsten Tag haben sie wieder zusammen auf dem Feld gearbeitet. Jean-Paul hat Schwielen bekommen, aber er hat kein Wort davon gesagt. „Du hast Marcs Ausdauer", sagte Sylvie, ohne ihn anzuschauen. Jean-Paul hat nicht sofort geantwortet. Dann sagte er: „Wir waren Brüder. Aber ich war immer der Andere." Sylvie verstand das. Am Abend regnete es kurz, dann war der Himmel klar und nah. Sie saßen wieder draußen, diesmal nebeneinander auf der Bank. Jean-Paul legte seinen Arm auf die Rückenlehne hinter ihr. Sylvie rückte nicht weg. „Ich bleibe noch ein paar Tage", sagte er. „Das habe ich nicht gefragt", sagte Sylvie. „Ich weiß." Er blieb noch drei Tage. Am letzten Morgen half er ihr, die letzten Körbe zu füllen, bevor er fuhr. Danach saßen sie in der Küche, sein gepackter Koffer an der Tür. Sylvie setzte sich ihm gegenüber und sagte zunächst nichts. Dann sagte sie: „Du kannst wiederkommen, wenn du willst." Jean-Paul sah sie eine Weile an. „Willst du das?", fragte er. „Ich habe es gesagt", antwortete sie. Er stand auf, nahm seinen Koffer und ging zur Tür. Am Hoftor drehte er sich noch einmal um. „Ich rufe an", sagte er. „Gut", sagte sie. Sie sah ihm nach, bis er um die Kurve verschwunden war. Dann ist sie auf das Feld gegangen, allein wie jeden Morgen. Der Lavendel duftete stark in der Sonne, so wie er es immer getan hatte. Marc war in diesem Duft, seit zwanzig Jahren. Jetzt war Jean-Paul auch darin. Sie arbeitete und dachte nichts weiter. ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Der Imker von Mecklenburg Hanne trug den Schleier, obwohl die Bienen sie schon lange kannten. Es war Karls Schleier – zu weit, zu alt, aber sie mochte den Geruch des Stoffs. Seit zwei Jahren arbeitete sie allein im Bienenhaus, und die Bienen hatten sich daran gewöhnt. Sie nicht. An einem Dienstag im August kam Jochen. Er hatte angerufen, aber Hanne hatte den Termin vergessen. Als sein Wagen auf den Hof fuhr, stand sie mitten in den Bienenkästen und konnte nicht weggehen. „Ich störe", rief er vom Tor aus. „Nein", sagte sie, obwohl er störte. Jochen war Karls jüngster Schüler gewesen – der Einzige, der nie aufgehört hatte zu fragen. Karl hatte ihn gemocht, mehr als er zugab. Jetzt stand Jochen am Zaun und sah nicht nach Imker aus, sondern nach Buchhalter. Aber seine Hände kannte Hanne noch: breit, ruhig, die Hände eines Mannes, der Bienen versteht. „Du willst die Ausrüstung", sagte Hanne. „Ich wollte fragen, ob du Hilfe brauchst", sagte er. Das war nicht dasselbe, aber Hanne ließ es so stehen. Er zog sich um, zog Karls alten Anzug an, der zu groß war, ohne zu klagen. Sie arbeiteten nebeneinander, die Kästen wurden geöffnet, die Waben geprüft. Jochen wusste, was er tat. Das überraschte Hanne mehr, als es sollte. Manchmal reichte er ihr ein Werkzeug, bevor sie danach greifen konnte – wie Karl es getan hatte. Sie sagte nichts dazu. Am Nachmittag fanden sie in einem der älteren Kästen eine Wabe mit Karls handschriftlicher Markierung. Hanne strich mit dem Daumen über das verblasste Datum: 14. Mai 2019. „Er hat immer Datum gemacht", sagte Jochen leise. „Er hat alles markiert", sagte Hanne, „als könnte er damit etwas festhalten." Die Bienen summten um sie herum, gleichmäßig, ohne Aufregung. Das Summen war der ruhigste Laut, den Hanne kannte. Als die Arbeit getan war, holte sie zwei Bier aus dem Kühlhaus. Sie setzten sich auf die Holzbank vor dem Bienenhaus, das Summen noch im Rücken. Jochen erzählte von seinem ersten Kurs bei Karl – wie er eine ganze Wabe umgekippt hatte und Karl nur gelacht hatte. „Er hat nicht viel gelacht", sagte Hanne. „Mit mir schon", sagte Jochen, „du hast ihn von einer anderen Seite gekannt." Das stimmte, und Hanne dachte eine Weile darüber nach. Die Sonne stand tief, und das Licht lag orange auf den Kästen. Hanne merkte, dass sie schon eine Stunde geredet hatten. Die Bienen hinter ihnen summten weiter, als hätte sich nichts verändert. „Bleib zum Essen", sagte Hanne. Es klang wie eine Frage, war aber keine. Nach dem Essen saßen sie noch draußen, als es schon dunkel war. Jochen hatte eine Flasche Wein mitgebracht, die er erst jetzt holte. „Ich dachte, es wäre vielleicht der richtige Moment", sagte er. Hanne goss sich ein Glas ein, ohne zu antworten. Irgendwann legte Jochen seine Hand auf ihren Arm, kurz und ohne Druck. Sie zog sich nicht zurück. Die Nacht war warm und still, nur die Bienen schliefen nicht ganz. „Ich vermisse ihn auch", sagte Jochen. Hanne nickte. Dann sagte sie: „Du bist nicht er." „Nein", sagte Jochen, „das weiß ich." Er blieb. Am nächsten Morgen saß Hanne schon früh am Küchentisch, als Jochen herunterkam. Er war höflich, ruhig, trank Kaffee und sah aus dem Fenster. Hanne schwieg, bis sein Kaffee leer war. „Du kannst die Ausrüstung nehmen", sagte sie dann, „die meiste." Jochen nickte, aber er bewegte sich nicht zur Tür. „Hanne." „Ich weiß", sagte sie, „fahr." Er stand auf, trug seine Tasche zum Wagen, kam noch einmal zurück. In der Tür umarmte er sie kurz und fest, wie man jemanden umarmt, den man nicht gehen lassen will. Dann fuhr er. Hanne stand auf dem Hof und hörte dem Motor nach. Als der Lärm verstummt war, ging sie zu den Kästen. Sie öffnete den alten Kasten mit Karls Datum und sah lange auf die Wabe. Die Bienen arbeiteten. Sie immer. Hanne schloss den Kasten und setzte den Schleier auf. Die Arbeit wartete. Der Sommer war noch nicht vorbei. ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- Die Korkeichen von Alentejo Vera hatte das Schweigen geerbt – nicht von Rui, sondern vom Boden selbst, der keine hastigen Fragen erlaubte. Achtzehn Monate lang war der Hof ihr gewesen, ganz, ohne Teilung, aber auch ohne Trost. Die Korkeichen standen wie Zeugen, die nie aussagen würden. Im August kam Manuel. Vera kannte ihn seit dreißig Jahren – den einzigen Freund, dem Rui nie gelogen hatte. Er fuhr in einem Mietwagen vor, zu glatt für diesen Schotter, zu neu für dieses Licht. „Ich soll dir helfen, einen Käufer zu finden", sagte er, als er ausstieg. Sie sah ihn an: das Leinenhemd, das nach Lissabon roch, die Augen, die älter wirkten als beim letzten Mal. „Du wirst keinen finden." „Ich weiß", sagte er, „ich bin trotzdem hier." Das Abendessen verlief schweigend, mit dem Wein, den Rui selbst abgefüllt hatte – in Flaschen ohne Etiketten. Manuel hielt sein Glas ins letzte Licht, als suche er darin nach einer Aufgabe. Vera beobachtete ihn dabei und erkannte, dass Rui dieselbe Geste gehabt hatte. Nicht zum ersten Mal fragte sie sich, was die Jahre aus zwei Männern machen, die sich einmal alles gewesen waren. Am nächsten Morgen zog sie ihn ohne Erklärung mit aufs Feld. Das Schälen der Korkeiche ist eine Arbeit, bei der die Hände wissen müssen, was der Verstand noch nicht entschieden hat. Sie führte seine Hand zum ersten Schnitt – damit er spürte, was das Werkzeug von einem verlangt, bevor man es versteht. Die Berührung dauerte eine Sekunde zu lang. Keiner sprach. Zwischen den Bäumen hing ein Geruch nach Harz und trockenem Gras, der Vera an den Sommer erinnerte, in dem sie Rui kennengelernt hatte. Wäre sie weniger müde gewesen, hätte sie sich vielleicht abgewendet. Aber die Müdigkeit, die Trauer hinterlässt, ist keine Schwäche – sie ist Ehrlichkeit. Manuel arbeitete gut, besser als erwartet, mit Händen, die das Gewicht einer Korkplatte einzuschätzen wussten. Das von Ruis jahrzehntelanger Arbeit abgegriffene Werkzeug lag zwischen ihnen wie eine stille Übereinkunft. Vera half ihm, die schwere Platte zu kippen, ohne zu fragen, ob er Hilfe brauche. Am Nachmittag, im Schatten des alten Baumes, sprach Manuel von der Wette aus dem dritten Semester – einer Schuld, die Rui nie beglichen hatte. Vera lachte – kurz, scharf, ein Laut, der ihr selbst wie ein Fremdkörper vorkam. Es war das erste Mal seit dem Begräbnis. Sie presste sofort die Hand auf den Mund. „Er wollte, dass du lachst", sagte Manuel. „Das sagen alle", erwiderte Vera, „keiner von euch weiß, was er wollte." Sie sagte es ohne Schärfe, nur als Feststellung, und Manuel nickte, als hätte er nichts anderes erwartet. Am Abend gingen sie zum alten Brunnen am östlichen Rand des Anwesens. Es war das erste Mal, dass Vera dorthin ging, seit Rui gestorben war. Sie wusste nicht, warum gerade jetzt – außer dass sie mit jemandem dort sein wollte, der Rui kannte. Manuel schöpfte Wasser, Vera lehnte am Mauerwerk, und der Abend legte sich über die Eichen wie eine Haut. Er fragte, ob sie vorhabe zu verkaufen. Sie antwortete mit einer Gegenfrage: „Was wäre das für ein Mensch, der von hier weggehen könnte, ohne sich selbst zu verlieren?" Manuel schwieg lange. Dann legte er seine Hand auf ihre – keine Geste der Zuneigung, eher die eines Menschen, der aufgehört hat, vorsichtig zu sein. Vera entzog sie nicht. Die Nacht sickerte in das Tal, und mit ihr kam der Geruch des Lavendels, der am Brunnenrand wild wuchs. Hätte einer von beiden ein Wort gesagt, wäre vielleicht nichts passiert. Keiner sagte etwas. Was folgte, war still und langsam und hatte nichts von dem, was Vera sich einst verboten hätte vorzustellen. Es war nicht Verrat. Es war etwas, wofür die Sprache noch nicht gebaut worden war – ein Wort, das noch nicht erfunden worden war. Am Morgen stand Manuel früh auf. Vera hörte ihn in der Küche – das Schaben des Stuhls, das Klirren des Kaffeegeschirrs, die vertrauten Geräusche einer fremden Anwesenheit. Sie blieb im Bett. Als sie herunterkam, saß er am Tisch, fertig angezogen, den Kaffee halb leer. Er hatte nicht auf sie gewartet. Das war richtig. „Ich werde keinen Preis nennen", sagte er, ohne aufzusehen. „Ich habe dich nicht darum gebeten." Er stand auf, nahm seinen Koffer, blieb einen Moment in der Tür. „Vera." „Fahr", sagte sie. Er sah sie an – mit dem Gesicht eines Mannes, der sich etwas aufhebt, weil er nicht weiß, ob er wiederkommt. Dann küsste er sie auf die Stirn – die Geste eines Menschen, der Abstand sucht und Nähe findet. Er ging. Der Mietwagen fuhr die Schotterstraße hinab, langsamer, als er gekommen war. Vera stand im Hof, die Arme an den Seiten, die Hände offen, bis der Staub sich legte. Dann ging sie aufs Feld. Sie schälte Kork, allein, methodisch, die Hände wissend wie immer. Rui war in jedem Schnitt, in der Art, wie die Rinde nachgab. Manuel auch. Das war das Neue. Nicht Schuld – aber ein Gewicht, das einen Namen hätte tragen können, wenn man ihm Zeit gegeben hätte. Die Korkeichen standen in der Augusthitze und ließen sich schälen, ohne Klage. Das war ihr Wesen: sich entblößen und weiterwachsen. Vera dachte, dass sie davon noch lernen könnte. == 99 == 1 -------------------- -------------------- Der Koffer Leone kommt aus Neapel in sein Heimatdorf zurück. Er hat das Dorf vor sieben Jahren verlassen. Das Dorf liegt in den Bergen in Kalabrien. Leone will das Haus seiner Großmutter verkaufen. Er steigt aus dem Auto aus. Es ist sehr heiß draußen. Vor dem Haus steht eine junge Frau. Sie hat lange schwarze Haare. Sie schaut Leone nicht freundlich an. „Das Haus gehört meinem Vater", sagt sie. Ihr Vater hat Leones Familie das Feld weggenommen. Das ist schon sehr lange her. Leone war damals noch sehr jung. „Ich heiße Fiora", sagt die Frau. Sie dreht sich um und geht weg. Leone schaut ihr lange nach. Das Haus ist alt und riecht nach Staub. Leone macht alle Fenster auf. Er setzt sich auf den Boden der alten Küche. Er hat lange nicht mehr hier gelebt. Alles ist kleiner als er gedacht hat. Am Abend klopft jemand an die Tür. Es ist Fiora, mit einer Flasche Wein. „Ich war heute nicht nett zu dir", sagt sie. Leone macht sofort die Tür auf. Sie setzen sich zusammen in den Hof. Sie trinken Wein und schauen den Mond an. „Dein Vater hat uns das Feld genommen", sagt Leone. „Das weiß ich", sagt Fiora. „Es tut mir leid." Sie nimmt seine Hand und schweigt. Am nächsten Morgen gehen sie zum alten Olivenfeld. Die Bäume dort sind sehr alt und groß. „Das Feld hat früher eurer Familie gehört", sagt Fiora. „Ja, das weiß ich noch", sagt Leone. Sie liegen auf dem trockenen Gras und reden. Leone hat Fiora noch nie so gut kennengelernt. Er weiß, dass er bald nach Neapel fahren muss. Aber er will noch nicht fahren. „Bleib noch ein bisschen", sagt Fiora eines Abends. „Ich weiß es nicht", sagt Leone. Er bleibt noch ein paar Tage. Eines Morgens riecht es nach Feuer. Leone schaut aus dem Fenster. Die Olivenbäume am Feld brennen. Leone läuft so schnell er kann hinaus. Am Feldrand steht ein alter Mann. Der Mann schaut nur auf das Feuer. Er tut gar nichts dagegen. Das ist der Vater von Fiora. Fiora steht auch daneben. Sie bewegt sich nicht und sagt nichts. Leone ruft so laut er kann. Aber niemand hat geantwortet. Leone geht zurück ins Haus. Er packt schnell seinen Koffer. Dann kommt Fiora auch herein. „Geh bitte nicht weg", sagt sie. „Ich muss nach Neapel fahren", sagt Leone. „Ich kann nicht hier bleiben." Fiora sagt kein Wort mehr. Leone trägt den Koffer zum Auto. Er schaut Fiora noch einmal an. Er startet das Auto und fährt los. Im Spiegel sieht er Fiora vor dem Haus. Hinter ihr ist der Himmel orange. Das Feuer brennt immer noch. Leone macht kein Radio an. Er fährt die ganze Nacht. Er kommt morgens in Neapel an. Er hängt seinen Mantel auf. Auf dem Mantel ist Asche. Er lässt die Asche einfach da. Fiora hat Leone nie angerufen. Er hat sie auch nicht angerufen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- -------------------- Die Asche Nico hat seit acht Jahren nicht mehr in seinem Heimatdorf gelebt. Das Dorf liegt direkt am Meer in Apulien. Er ist zurückgekommen, weil er das Haus seines Onkels verkaufen wollte. Er wollte schnell wieder nach Bologna fahren. Vor dem Haus hat eine junge Frau gestanden und eine Zigarette geraucht. Sie hat lange dunkle Haare und rote Lippen gehabt. „Das Haus gehört jetzt meinem Vater", hat sie gesagt. Nico hat sie nicht erkannt, aber er hat ihren Vater gut gekannt. Früher hat ihr Vater Nicos Familie das Boot weggenommen. Das ist schon viele Jahre her, aber Nico hat es nicht vergessen. „Mein Name ist Chiara", hat die Frau gesagt. Sie hat die Zigarette an der Mauer ausgedrückt und ist weggegangen. Nico hat ihr nachgeschaut, bis sie um die Ecke gebogen ist. Das Haus war alt und es hat nach Feuchtigkeit gerochen. Nico hat alle Fenster aufgemacht und sich umgeschaut. Es war alles kleiner als in seiner Erinnerung. Er hat an seine Kindheit gedacht und an das gestohlene Boot. Am Abend hat jemand an die Tür geklopft. Chiara hat an der Tür gestanden, eine Flasche Wein in der Hand. „Ich war heute unfreundlich zu dir, das tut mir leid", hat sie gesagt. Er hat die Tür aufgemacht und sie hereingelassen. Sie haben im Hof gesessen und zusammen Wein getrunken. „Dein Vater hat meiner Familie das Boot gestohlen", hat Nico gesagt. „Das weiß ich genau", hat Chiara gesagt. „Er ist wirklich kein guter Mensch", hat sie noch hinzugefügt. Der Abend war warm und der Mond hat aufs Meer geschienen. Chiara hat seine Hand genommen, und er hat sie nicht weggenommen. Am nächsten Tag haben sie sich am Strand getroffen. Sie sind zusammen geschwommen und haben am Wasser gegessen. Nico hat nicht mehr an den Verkauf gedacht. Er hat an seine Arbeit in Bologna gedacht, aber er wollte nicht fahren. „Bleibst du noch ein paar Tage?", hat Chiara gefragt. „Ich weiß es noch nicht", hat er gesagt. Aber am nächsten Tag ist er noch dort geblieben. Am zweiten Tag haben sie zusammen gekocht. Am dritten Tag sind sie aufs Dach des Hauses gestiegen. Von oben hat man das Meer und den kleinen Hafen gesehen. Chiara hat auf das Wasser gezeigt und gesagt: „Dort liegt das Boot." Das Boot hat noch immer ihrem Vater gehört. Er hat kurz gelacht, aber nur für einen Moment. An einem Morgen hat Nico Rauch gerochen. Er ist aufgestanden und hat aus dem Fenster geschaut. Das alte Fischerboot am Hafen hat gebrannt. Er ist so schnell wie möglich rausgelaufen. Am Hafen hat Chiaras Vater gestanden und zugeschaut. Der alte Mann hat nichts getan und niemanden gerufen. Chiara hat neben ihm gestanden und sich nicht bewegt. Nico hat laut gerufen, aber niemand hat geantwortet. Er ist zurückgegangen und hat seinen Koffer gepackt. Kurz danach ist Chiara auch hereingekommen. „Bitte geh nicht weg", hat sie leise gesagt. „Ich kann hier nicht bleiben", hat er gesagt. Sie hat ihn angeschaut, aber sie hat nichts mehr gesagt. Er hat den Koffer in den Wagen gestellt. Er hat Chiara ein letztes Mal angeschaut. Dann hat er den Motor gestartet und ist losgefahren. Im Spiegel hat er Chiara vor dem Haus gesehen. Hinter ihr hat der Himmel geleuchtet, denn das Feuer hat noch gebrannt. Er hat das Radio nicht angemacht, die ganze Fahrt nicht. Er ist die ganze Nacht bis nach Bologna gefahren. In Bologna hat er seinen Mantel aufgehängt. Auf dem Stoff seines Mantels war Asche. Chiara hat ihn in den folgenden Wochen nie angerufen. Er hat sie in dieser Zeit auch nicht angerufen. ---------------------------------------------- 3 -------------------- -------------------- Die Rückkehr Marco ist seit zehn Jahren nicht mehr in seinem Heimatdorf gewesen. Das Dorf liegt auf einem Hügel nahe Trapani, still und heiß im August. Er fuhr mit dem Mietwagen die enge Bergstraße hinauf. Er wollte nur das Haus seines Großvaters verkaufen, dann zurück nach Turin. Vor dem Haus stand eine junge Frau mit langen schwarzen Haaren. Sie hatte eine Zigarette im Mundwinkel und schaute ihn kalt an. Marco stieg aus dem Wagen und wartete, bis sie etwas sagte. „Du bist der Sohn von Donato", sagte sie, ohne zu lächeln. Er kannte diesen Ton – er gehörte zum Dorf wie der Staub auf den Straßen. Ihr Vater hatte vor dreißig Jahren Marcos Familie das Feld gestohlen. Alle im Dorf wussten das, aber niemand hatte je laut gesprochen. „Das Haus gehört meinem Vater", sagte sie. „Das stimmt nicht", sagte er. „Ich bin Sofia." Sie drückte die Zigarette an der Mauer aus und ging, ohne sich umzudrehen. Marco schaute ihr nach, bis die Gasse sie verschwinden ließ. Das alte Haus roch nach Staub, Holz und vergangenen Sommern. Die grünen Fensterläden blätterten ab, die Küche war leer bis auf einen Stuhl. Er stellte seinen Koffer auf den Boden und öffnete alle Fenster. Er hat in Turin selten an dieses Haus gedacht, aber jetzt war es wieder überall. Am Abend hörte er Schritte auf dem Pflaster des Hofes. Sofia stand draußen, ein Glas Wein in der Hand, das rote Tuch über der Schulter. „Mein Vater sagt, du sollst schnell verkaufen und verschwinden", sagte sie. „Was sagst du dazu?", fragte er. Sie trank einen Schluck Wein und antwortete nicht sofort. Die Nacht war warm, und der Mond schien auf die alten Steine des Hofes. Sie trat näher an die Mauer, er trat nicht zurück. Sie küsste ihn, bevor er etwas sagen konnte. Die Nacht war lang, und niemand im Dorf schlief ruhig. Die nächsten drei Tage trafen sie sich im alten Olivenhain. Die Bäume waren uralt, der Boden darunter trocken und rissig. Sofia brachte Brot und Käse mit, er brachte den Wein. Sie haben wenig geredet, aber sie haben lange nebeneinander gelegen. Einmal fragte Sofia: „Magst du das Dorf noch?" Er antwortete nicht sofort, weil er die Antwort nicht kannte. „Ich weiß es nicht mehr", sagte er. „Ich auch nicht", sagte sie, und es klang nicht traurig, nur müde. Er hat in diesen Tagen nicht an Turin gedacht. Er hat an Sofias Gesicht gedacht und an das, was sie nicht sagte. Am vierten Morgen roch die Luft nach Rauch. Marco öffnete das Fenster und sah, dass der Olivenhain brannte. Er rannte barfuß auf die Straße. Am Rand des Feldes stand ein alter Mann mit verschränkten Armen. Das war Sofias Vater – das hat Marco sofort gewusst. Der alte Mann schaute auf das Feuer, als wäre das sein gutes Recht. Sofia stand zwei Schritte hinter ihm und bewegte sich nicht. Marco schrie laut, aber niemand antwortete. Die Flammen fraßen die alten Äste schnell und ohne Lärm. Das war das Feld, das vor dreißig Jahren der Familie gehört hatte. Er ging zurück ins Haus und packte seinen Koffer. Sofia kam herein, bevor er mit dem Packen fertig war. „Geh nicht", sagte sie, und ihre Stimme war ruhig, fast sachlich. Er musste jetzt gehen, das wusste er. „Das hier ist nicht mehr mein Ort", sagte er. „Es könnte dein Ort werden", sagte sie leise. Er schloss den Koffer und trug ihn zur Tür. „Ich warte nicht auf dich", sagte Sofia. Er glaubte ihr. Es stimmte, und er wusste das schon vorher. Er fuhr los, ohne sich umzudrehen. Im Rückspiegel sah er sie vor dem Haus stehen. Hinter ihr war der Himmel orange vom Feuer. Er fuhr die ganze Nacht nach Norden, das Radio blieb aus. Wochen später fand er Asche auf seinem Mantel in Turin. Er hat sie nicht weggeklopft. ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Der letzte Samstag Sandra hatte sich das Wochenende freigehalten, obwohl sie sich gewünscht hätte, es noch ein bisschen aufschieben zu können. Es war Ende September, kühl und bewölkt, und die Kastanie vor dem Haus verlor bereits die ersten Blätter. Marco kam um zehn, wie sie es verabredet hatten. Er hatte seinen alten Transporter mitgebracht und parkte ihn auf der Einfahrt. Sandra öffnete die Tür, bevor er klingeln konnte. „Kaffee?", fragte sie. „Lieber nicht", sagte er. „Fangen wir einfach an." Sie hatten vereinbart, das Wohnzimmer zuerst zu machen, weil dort das meiste stand. Das Bücherregal nahm die ganze Wand ein und war von oben bis unten vollgestellt. Sandra hatte einen Block dabei und notierte alles, was aufgeteilt wurde. Marco trug die schweren Kisten, die er zum Transporter brachte. „Die Kochbücher nehme ich alle", sagte Marco. „Die habe ich selbst gekauft, bevor wir zusammengezogen sind." Sandra stimmte zu. Bei den Romanen war es schwieriger, weil sie sich nicht mehr erinnerten, wer welches Buch mitgebracht hatte. „Den Mankell habe ich dir zum Geburtstag geschenkt", sagte Sandra. „Dann nimm ihn zurück." „Nein, ich habe ihn dir geschenkt." Sie sahen sich an. Keiner wollte als Erster nachgeben. Schließlich legte Sandra das Buch auf Marcos Stapel, ohne noch etwas dazu zu sagen. Sie arbeiteten fast zwei Stunden lang. Meistens war es klar, wem ein Buch gehörte, und dann war die Entscheidung schnell. Manchmal war es unklar, und dann half es, alles aufzuschreiben, weil das Schreiben leichter war als das Reden darüber. Gegen Mittag hatten sie etwa zwei Drittel der Bücher aufgeteilt. Marco trug die letzte Kiste aus dem untersten Regalfach und stellte sie auf den Boden. Sie war schwerer als er gedacht hatte. Obenauf lagen alte Zeitschriften, und darunter steckte eine kleine Blechdose mit Blumenmuster. „Was ist das hier?", fragte Marco und hob sie hoch. Sandra kniete sich hin und öffnete den Deckel. Darin lagen drei Konzerttickets, ein gefaltetes Blatt Papier und ein Polaroidfoto, das leicht vergilbt war. Auf dem Foto waren sie beide zu sehen, jünger, in einer großen Menge, mit Bechern in der Hand. „Das war das Konzert in Straßburg", sagte Sandra. „Weißt du noch, welches Jahr?" „Ja", sagte Marco. „Ich weiß es noch." Er sagte das Jahr nicht laut. Das Blatt war eine handgeschriebene Notiz, die Sandra damals für Marco geschrieben hatte. Sie hatte vergessen, dass sie sie aufgehoben hatte. Marco faltete das Blatt auseinander, las kurz und faltete es wieder zusammen. Er legte die Dose auf den Tisch. „Behalt die Dose, wenn du möchtest", sagte Sandra. Marco überlegte kurz. „Wärst du sicher damit?" „Ja", sagte Sandra. Er steckte die Dose in seine Jackentasche. Sie machten noch eine Stunde weiter, aber die Stimmung war jetzt ein bisschen anders. Nicht schlechter, nur ruhiger – als ob die kleine Dose etwas in den Raum gebracht hätte, das vorher nicht da gewesen war. „Die Küche können wir nächste Woche machen", sagte Sandra schließlich. Marco nickte. „Passt mir auch besser." Er begann, die letzten Kisten zur Tür zu tragen. Sandra half ihm mit der schweren. Im Flur hingen noch zwei Jacken, die niemandem mehr zuzuordnen waren. „Die grüne ist von deiner Schwester", sagte Marco. „Stimmt", sagte Sandra und nahm sie vom Haken. „Die hat sie schon ewig nicht gesucht." Marco lachte kurz. Es war das erste Mal an diesem Tag, dass sie beide gleichzeitig lachten. An der Tür blieben sie kurz stehen. „Wann nächste Woche?", fragte Marco. „Samstag wieder, wenn es dir passt." „Passt." Er nickte und trug die erste Kiste zum Transporter. Sandra sah ihm aus dem Fenster nach. Dann nahm sie den Block und sah ihre Liste durch. Noch neunzehn Punkte offen. Sie strich drei durch, die sie vergessen hatte abzuhaken. Bevor sie die Wohnungstür schloss, sah sie noch einmal ins Wohnzimmer. Das Regal war halb leer, und die Lücken darin sahen merkwürdig aus – als würden sie auf etwas zeigen, für das es kein Wort gab. Sie schloss die Tür. Das Regal blieb, halb voll oder halb leer, je nachdem. ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- -------------------- Die Inventur Das Apartment lag im dritten Stock eines Gründerzeithauses in Leipzig, dessen Stuckdecke seit Jahren langsam abbröckelte. Marta hatte den Termin auf den Sonntagnachmittag gelegt, weil Sonntage ihr immer als die denkbar ungeeignetsten Tage für Auseinandersetzungen erschienen. Thomas kam pünktlich. Er stellte eine Flasche Mineralwasser auf den Tisch, ohne zu fragen, ob sie etwas anderes gewünscht hätte. Das Wohnzimmer roch noch nach dem Holzöl, das er alljährlich in die Regale eingearbeitet hatte, als wäre das Pflegen der Möbel eine stille Ersatzhandlung für alles, was zwischen ihnen hätte gepflegt werden müssen. Marta hatte eine handgeschriebene Liste mitgebracht – zweispaltig, Albumtitel links, Initiale rechts. „Ich habe alles nach Labelzugehörigkeit geordnet", sagte sie, als setze sie das als selbstverständlich voraus. Thomas zog seinen Mantel aus und hängte ihn über den Stuhl, auf dem er immer gesessen hatte. Jetzt saß er dort nicht mehr, aber der Stuhl war noch seiner. „Die ECM-Alben gehen alle an dich", sagte er. „Du hast sie immer häufiger aufgelegt als ich." Er kniete vor dem Regal, das die gesamte Westwand des Salons besetzte, und begann, die Platten herauszuziehen. Die ersten Entscheidungen waren leicht. Was er vor ihrer gemeinsamen Zeit gekauft hatte, blieb bei ihm; was sie mitgebracht hatte, blieb bei ihr. Beim dritten Fach verlangsamte sich der Prozess merklich. „Dieser Monk ist ein Weihnachtsgeschenk", sagte Thomas, ohne aufzusehen. „Von mir an dich oder umgekehrt?" Er überlegte kurz. „Keine Ahnung." Sie trugen das Album keiner Seite zu. Das Licht wurde früh gelb, wie es in Leipzig im Oktober wurde. Marta schaltete die Stehlampe ein, die Thomas stets für zu grell gehalten hatte. Sie stritten nicht. Das überraschte sie beide – nicht, weil sie Streit erwartet hätten, sondern weil die Stille, die sich stattdessen einstellte, von ganz anderer Qualität war als die Stille der letzten Monate. Thomas zog ein Album heraus, dessen Hülle er zunächst nicht einordnen konnte. Es war das Köln Concert von Keith Jarrett, das Originalvinyl von 1975, die linke obere Ecke leicht angestoßen. Er drehte es um. Zwischen Innenhülle und Vinyl war ein Foto geschoben worden, das er völlig vergessen hatte. Es zeigte sie beide auf einer Brücke in Porto, aufgenommen im Frühjahr 2008, kurz nachdem sie beschlossen hatten, es wäre jetzt ernst. Marta stand hinter ihm, die Arme locker über seine Schultern gelegt, und lachte an seiner Wange vorbei in eine Kamera, deren Besitzer er nicht mehr rekonstruieren konnte. Er hielt das Foto in beiden Händen, ohne etwas zu tun. „Marta." Sie kam ohne Nachfrage herüber. Er hielt das Foto hoch. Sie nahm es ihm aus der Hand, betrachtete es länger als nötig und legte es dann auf den Tisch – nicht in seinen Stapel, nicht in ihren, sondern genau zwischen beide. „Das hatte ich wirklich vergessen", sagte sie. Ihre Stimme hatte einen Ton, der sich schwer benennen ließ: keine Wehmut, kein Vorwurf, eher die sachliche Registrierung eines Verlustes, den man erst bemerkt, wenn man ihn plötzlich in den Händen hält. Thomas legte das Jarrett-Album kommentarlos zu seinem Stapel. Sie ließ es zu. Der Nachmittag zog sich hin, ohne schwerer zu werden. Um halb fünf hatten sie drei Viertel der Sammlung aufgeteilt. Die verbleibenden zwanzig Alben, deren Herkunft sich nicht mehr zweifelsfrei bestimmen ließ, schoben sie an den Rand. Thomas schlug vor, sie nach dem Zufallsprinzip zu vergeben. Marta schüttelte den Kopf. „Lass sie hier." „Hier ist aber bald nicht mehr meins." „Ich weiß." Sie sah das halbgeleerte Regal an. „Dann mach jemand anderem damit eine Freude." Thomas lachte kurz. Es war kein warmes Lachen, aber auch kein bitteres – eher das Lachen eines Menschen, der etwas begreift, das ihm nicht gefällt. Gegen halb sieben räumte Thomas seinen Stapel in drei Leinentaschen, die er vorausschauend mitgebracht hatte. Marta rollte ihre Liste zusammen und steckte sie ein. Das Foto lag noch auf dem Tisch. Keiner hob es auf. Thomas trug die erste Tasche zur Tür. Im Flur blieb er stehen. „Die Stehlampe." „Was ist damit?" „Du lässt sie immer zurück, wenn du gehst." Marta sah zur Lampe, dann zu ihm. „Diesmal nicht." Er nickte, als wäre das die Antwort auf eine Frage, die er schon länger mit sich herumgetragen hatte. Auf der Treppe hörte sie seine Schritte bis ins Erdgeschoss. Dann fiel die Haustür ins Schloss – nicht laut, aber mit dem bestimmten Ton des Endgültigen. Marta stand am Fenster und wartete, bis sein Wagen um die Ecke gebogen war. Das Regal wirkte jetzt seltsam leer, wie ein Satz, dem man die Hälfte der Wörter entnommen hat, ohne dass er aufgehört hätte, lesbar zu sein. Die zwanzig Alben standen ganz links, eine kurze Reihe ungelöster Fragen. Das Foto lag noch immer dort, wo sie es hingelegt hatte. Sie ließ es liegen und ging in die Küche. Das Foto blieb. == 100 == 1 -------------------- -------------------- Die rote Tasse Herr Berger ist Anwalt in Köln. Heute kommen Lisa und Marie zu ihm. Sie sind Schwestern. Ihre Mutter ist vor einem Monat gestorben. Herr Berger liest das Testament vor. Das Geld haben sie aufgeteilt. Dann kommt die Tasse. Die Tasse ist aus rotem Porzellan. Sie ist nicht groß und nicht teuer. Aber die Mutter hat sie jeden Morgen benutzt. Herr Berger sagt: „Die Tasse steht nicht im Testament." Marie spricht zuerst. „Ich will die Tasse." Lisa sieht Marie an. „Ich habe Mama drei Jahre lang gepflegt." „Das weiß ich", sagt Marie. „Aber ich will die Tasse." Lisa schüttelt den Kopf. „Nein. Die Tasse gehört mir." Herr Berger sagt: „Ich kann die Tasse verkaufen." Lisa und Marie sagen nichts. Marie denkt nach. Dann sagt sie: „Du kannst die Tasse haben." „Aber dann will ich das Kochbuch von Mama." Das Kochbuch liegt bei Lisa zu Hause. Lisa hat es genommen, weil Mama es ihr gegeben hat. Aber Lisa kocht nicht viel. „Das Kochbuch ist bei mir", sagt Lisa. „Ich weiß das." Herr Berger wartet. Lisa denkt kurz nach. „Gut", sagt sie. „Du bekommst das Kochbuch." „Ich bekomme die Tasse." Marie nickt. Herr Berger schreibt alles auf. Lisa und Marie unterschreiben. Draußen ist es kalt. Marie zieht ihren Mantel an. „Wann kann ich das Kochbuch holen?" „Ich rufe dich an." Marie nickt und geht. Lisa steht noch einen Moment vor dem Büro. Sie hält den Beutel mit der Tasse in der Hand. Lisa fährt mit dem Bus nach Hause. Sie hält den Beutel die ganze Zeit fest. Zu Hause stellt sie die Tasse auf den Tisch. Sie schaut die Tasse lange an. Die Tasse ist rot mit einem weißen Rand. Lisa trinkt keinen Kaffee. Sie trinkt Tee. Die Tasse ist für Kaffee. Lisa stellt die Tasse in den Schrank. Sie ruft Marie nicht an. Sie wartet. Marie ruft auch nicht an. Das Kochbuch liegt noch auf dem Regal. Lisa hat es nie aufgemacht. Die Tasse steht im Schrank. Lisa öffnet den Schrank manchmal. Dann sieht sie die Tasse. Dann macht sie den Schrank wieder zu. ---------------------------------------------- 2 -------------------- -------------------- Das Fahrrad Der Notar hieß Schreiber und sein Büro war in Hamburg. Paul Fischer ist zehn Minuten zu früh gekommen. Er hatte eine Tasche dabei, aber er hat sie nicht geöffnet. Stefan ist pünktlich gekommen und hat Paul die Hand gegeben. „Wie war die Fahrt?" „Sehr lang." Herr Schreiber hat seine Mappe geöffnet. Er hat das Testament vorgelesen. Das Haus haben sie schon verkauft. Auf dem Konto waren sechstausend Euro, und das Geld wird aufgeteilt. Dann hat Herr Schreiber gesagt: „Das Fahrrad steht nicht im Testament." Das Fahrrad hat seit vierzig Jahren im Keller gestanden. Der Vater ist jeden Samstag damit gefahren, bis er es nicht mehr konnte. Es war alt und grün und hatte vorne einen Korb. Paul hat das Fahrrad gepflegt, weil der Vater es nicht mehr konnte. Stefan hat in München gewohnt und ist nur zu Weihnachten gekommen. Herr Schreiber hat vorgeschlagen, das Fahrrad zu verkaufen. Paul und Stefan haben geschwiegen. Stefan hat zuerst gesprochen. „Ich will das Fahrrad haben." Paul hat ihn angeschaut. „Du warst nie da. Ich habe alles gemacht." „Das Fahrrad gehört uns beiden." „Nein", hat Paul gesagt. „Ich habe es drei Jahre lang gepflegt." Herr Schreiber hat seinen Stift auf den Tisch gelegt. Stefan hat kurz nachgedacht. Dann hat er gesagt: „Du kannst es haben. Aber dann will ich das Werkzeug von Vater." Das Werkzeug hat in Pauls Garage gestanden. Er hatte es mitgenommen, denn es sollte nicht verloren gehen. Er hat es nicht wirklich gebraucht. „Das Werkzeug ist bei mir", hat Paul gesagt. „Ich weiß." Herr Schreiber hat gewartet. Paul hat nachgedacht. Dann hat er gesagt: „Gut. Du bekommst das Werkzeug. Ich bekomme das Fahrrad." Stefan hat genickt. Herr Schreiber hat alles aufgeschrieben. Paul und Stefan haben unterschrieben. Draußen war die Straße nass. Stefan hat seinen Mantel angezogen. „Wann kann ich das Werkzeug holen?" „Ruf mich an." Stefan hat genickt und ist gegangen. Paul ist noch einen Moment vor dem Büro gestanden. Er hat an den Vater gedacht, der samstags zur Bäckerei gefahren ist. Er hat auch daran gedacht, dass er selbst kein Fahrrad fahren mochte. Aber das war nicht der Punkt. Er ist mit dem Bus nach Hause gefahren. Das Fahrrad hat er am nächsten Tag aus dem Keller geholt. Er hat es in seine Garage getragen. Es war jetzt neben seinem Auto. Er hat das Fahrrad angeschaut. Der Korb war verrostet und der Sattel war gerissen. Er hatte keinen Plan, was er damit machen sollte. Er hat eine alte Decke über das Fahrrad gelegt. Stefan ruft wegen des Werkzeugs nicht an. Paul ruft auch nicht an. Das Fahrrad steht in der Garage. Paul weiß nicht, warum er es wollte. Aber er weiß, warum Stefan es nicht bekommen durfte. ---------------------------------------------- 3 -------------------- -------------------- Das Bild im Flur Das Büro von Dr. Hess lag in der Dortmunder Innenstadt, im dritten Stock eines alten Backsteingebäudes. Anna Sommer, vierundfünfzig Jahre alt, saß bereits auf dem Sofa, als ihr Bruder Markus ankam. Sie hatte eine Tasche mit Unterlagen auf dem Stuhl neben sich abgestellt. Markus trug einen dunklen Anzug, der ihm etwas zu eng geworden war. „Ich dachte, du kommst zu spät", sagte er, ohne zu grüßen. „Ich komme nie zu spät", sagte Anna. Dr. Hess bat sie, Platz zu nehmen. Er war ein ruhiger Mann, der langsam und deutlich sprach. Er las das Testament vor, ohne Pause, ohne Kommentar. Das Haus war bereits verkauft worden, der Erlös wurde aufgeteilt. Das Konto: achttausend Euro, je zur Hälfte. Dann das Bild. Das Bild hing seit dreißig Jahren im Flur der elterlichen Wohnung in Bochum. Es war eine kleine Landschaft im Holzrahmen, nicht viel wert. Aber die Mutter hatte es jeden Morgen angeschaut, wenn sie zur Arbeit gegangen war. Dr. Hess sagte, dass kein Name im Testament stand. Markus sprach als erster. „Ich will das Bild haben." Anna sah ihn an. „Du warst zweimal im Jahr da. Ich war jeden Mittwoch bei ihr." „Das hat doch nichts mit dem Bild zu tun." „Doch", sagte Anna. „Das hat sehr viel damit zu tun." Markus lehnte sich zurück und verschränkte die Arme. „Ich habe das Bild als Kind jeden Tag gesehen." „Ich auch", sagte Anna. Dr. Hess räusperte sich. Er machte den Vorschlag, das Bild schätzen zu lassen und den Erlös zu teilen. Beide schwiegen. Anna öffnete ihre Tasche und holte einen Kalender heraus. Er war voll mit Notizen – Arzttermine, Medikamentenlisten, Telefonnummern des Pflegedienstes. Sie legte ihn auf den Tisch, ohne etwas zu sagen. Markus schaute ihn an, kurz, dann weg. Dann sagte er: „Du kannst das Bild haben. Aber dann will ich die Schallplatten von Vater." Anna blinzelte. Die Schallplatten standen in ihrer Wohnung, weil Markus keinen Plattenspieler mehr hatte. Sie hatte sie mitgenommen, damit sie nicht verloren gingen. „Die Schallplatten sind bei mir", sagte sie. „Das weiß ich." Dr. Hess wartete und drehte einen Stift zwischen den Fingern. Anna dachte einen Moment nach. Dann sagte sie: „Gut. Du bekommst die Schallplatten. Ich bekomme das Bild." Markus nickte. Dr. Hess schrieb alles auf. Sie unterschrieben beide, ohne sich dabei anzusehen. Auf der Straße vor dem Büro hatte es aufgehört zu regnen. Markus zündete sich sofort eine Zigarette an. „Wann kann ich die Schallplatten holen?" „Ruf mich an." „Okay." Sie standen nebeneinander auf dem feuchten Bürgersteig. Markus sagte: „Das Bild hat ihr wirklich gefallen, weißt du." „Ja", sagte Anna. „Gefällt es dir auch?" Anna überlegte kurz, bevor sie antwortete. „Nicht besonders." Markus lachte einmal auf, aber es klang nicht fröhlich. Er drückte die Zigarette aus. „Dann warum willst du es?" Anna antwortete nicht. Sie nickten sich kurz zu und gingen in verschiedene Richtungen. Zu Hause stellte Anna das Bild auf die Fensterbank im Wohnzimmer. Sie betrachtete es eine Weile. Die Farben waren verblasst und der Rahmen hatte an einer Seite einen Riss. Sie dachte daran, wie Markus den Kalender angeschaut hatte – eine Sekunde, dann weggeschaut. Das war der Grund. Sie trug das Bild in die Abstellkammer und stellte es gegen die Wand. Es würde dort stehen, bis sie entschied, was damit zu tun war. Sie würde nie entscheiden. ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Die Ballerina Das Büro des Anwalts Körner lag im Erdgeschoss eines Gebäudes am Stuttgarter Marktplatz, und es roch nach altem Papier. Sandra Weiß war zehn Minuten zu früh da. Sie kannte das Büro, weil sie hier schon einmal gewesen war, als ihr Vater noch selbst entscheiden konnte, was er wollte. Das war vor der Demenz. Petra kam mit nassen Schuhen und einem Lächeln, das zu breit war für die Situation. „Die Bahn", sagte sie, als Entschuldigung. Sandra nickte einmal. Herr Körner bat sie, Platz zu nehmen, und schlug seine Mappe auf. Er las vor, was ihr Vater hinterlassen hatte, ruhig und ohne Kommentar. Das Konto: neunzehnhundert Euro, aufzuteilen. Die Wohnung war bereits verkauft worden, der Erlös überwiesen. Dann die Figur. Die Porzellanballerina hatte auf der Fensterbank gestanden, solange Sandra denken konnte. Ihre Mutter hatte sie aus einer Reise nach Prag mitgebracht, vor vierzig Jahren. Als der Vater allein lebte, hatte er sie ins Wohnzimmer gestellt. Er hatte sie nicht weggeräumt, obwohl er sonst alles umgestellt hatte. Körner schloss seine Mappe kurz. „Ein Vermächtnisnehmer ist nicht angegeben." Petra sprach zuerst. „Mama hätte gewollt, dass ich sie bekomme." Sandra sah ihre Schwester an. „Du warst dreimal im Jahr hier. Ich war jeden Dienstag da." „Das hat nichts damit zu tun, wer die Figur bekommt." „Doch", sagte Sandra. „Das hat genau damit zu tun." Körner legte einen Stift auf den Tisch. „Es wäre möglich, die Figur schätzen zu lassen und den Wert hälftig aufzuteilen." Keine der Schwestern antwortete. Petra holte ein Foto aus ihrer Tasche und legte es auf den Tisch. Es zeigte die Mutter am Fenster, die Ballerina gut sichtbar dahinter. „Ich habe dieses Foto immer dabei." Sandra betrachtete es einen Moment, dann legte sie es zurück. „Ich habe zwanzig Monate lang den Pflegedienst organisiert, die Ärzte angerufen und die Abrechnung gemacht, während du in München warst." Petra sagte nichts. Es entstand eine Pause, in der Körner seinen Stift betrachtete, als hätte er ihn noch nie gesehen. Schließlich sagte Petra: „Du kannst sie haben. Aber dann will ich den Nähkasten von Mama." Sandra blinzelte. Der Nähkasten stand seit zwei Jahren in ihrer Wohnung. Sie hatte ihn mitgenommen, als die Mutter ins Pflegeheim kam, weil er sonst in den Müll gegangen wäre. Sie hatte noch nie genäht. „Der Nähkasten steht bei mir", sagte Sandra. „Ich weiß." Körner wartete, den Stift in der Hand. Sandra dachte nach. Dann sagte sie: „Gut. Du bekommst den Nähkasten. Ich bekomme die Ballerina." Petra nickte. Körner schrieb es auf und bat sie zu unterschreiben. Sie unterschrieben, ohne sich anzusehen. Draußen regnete es. Petra zog ihren Mantel zu und sah die Straße entlang. „Wann kann ich den Nähkasten abholen?" „Ich melde mich." „Gut." Sie standen einen Moment nebeneinander auf dem nassen Bürgersteig. Dann sagte Petra: „Sie hätte nicht gewollt, dass wir uns streiten." „Wir haben uns nicht gestritten", sagte Sandra. „Wir haben verhandelt." Petra lächelte kurz, dann ging sie. Sandra blieb noch einen Moment stehen. Sie hielt die Tasche, in der die Figur eingewickelt lag, mit beiden Händen. In der Straßenbahn legte sie die Tasche auf den Schoß und schaute aus dem Fenster. Sie dachte nicht daran, wohin sie die Ballerina stellen würde. Sie dachte daran, wie Petra das Foto aus der Tasche gezogen hatte, als wäre es ein Beweis. Zu Hause stellte Sandra die Figur auf den Küchentisch. Sie betrachtete sie eine Weile, ohne den Mantel auszuziehen. Dann schob sie sie in die Ecke zwischen Wand und Brotkasten. Sie würde morgen entscheiden, wohin die Figur gehörte. Wegen des Nähkastens würde sie nicht anrufen. Sie würde warten, bis Petra sich meldete. Petra würde sich nicht melden. ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- Die Standuhr Das Büro des Notars Albrecht Frenzel lag im dritten Stock eines gründerzeitlichen Hauses in der Lorenzgasse, dessen Fassade seit Jahren auf eine Sanierung wartete, die nie bewilligt worden war. Maximilian Bergner, fünfundfünfzig, Gymnasiallehrer für Geschichte, betrat es als erster. Er hatte die Uhrzeit mit Bedacht gewählt – zehn Minuten vor dem Termin. Eduard würde wissen, dass er gewartet hatte. Das war die Absicht. Die Sekretärin bot Kaffee an; er lehnte ab, obwohl er seit dem Frühstück nichts getrunken hatte. Er setzte sich auf den Stuhl nahe am Fenster und legte eine Akte auf seine Knie. Sie enthielt dreißig Seiten, auf denen er seit drei Jahren die Pflegeleistungen hatte dokumentieren lassen – Arztbesuche, Medikamentenpläne, die Kosten der Nachtpflege. Niemand hatte ihn darum gebeten. Eduard kam zwölf Minuten nach der vereinbarten Zeit, den Mantel noch nicht ausgezogen, die Krawatte zu locker. „Du warst schon immer der Pünktliche", sagte er, ohne zu grüßen. Maximilian antwortete nicht. Frenzel war ein kleiner, sorgfältiger Mann mit einer Brille, deren Gläser größer waren als sein Gesicht zu verlangen schien, und mit der Angewohnheit, bei Pausen an seinen Manschettenknöpfen zu drehen. Er verlas das Testament ohne Umschweife, mit der professionellen Müdigkeit eines Mannes, der diese Szene zu oft gesehen hat. Das Haus war bereits verkauft worden, der Erlös unter beiden aufzuteilen. Das Konto: vierzehntausend Euro, je zur Hälfte. Dann die Standuhr. Maximilian hatte gewusst, dass diese Stelle kommen würde – dieser Moment, in dem das Zimmer für drei Sekunden stillsteht. Die Uhr stand seit neunzig Jahren im Flur des elterlichen Hauses in Erlangen. Sie war schwer, dunkel, und ihr Schlag war so laut, dass Besucher zusammenzuckten. Die Mutter hatte sie jeden Morgen aufgezogen, mit einem Schlüssel an einem blauen Band. Eduard räusperte sich. „Du willst sie, nehme ich an." „Ich habe drei Jahre lang jeden Morgen zugesehen, wie Mutter sie aufgezogen hat", sagte Maximilian. „Das ist kein Argument." „Ich bin anderer Meinung." Frenzel drehte am linken Manschettenknopf. Er schlug vor, was er immer vorschlug: eine Schätzung, danach Versteigerung, Erlösteilung. Die Uhr war nicht viel wert – fünfhundert Euro, wenn man Glück hatte. Es ging nicht um die fünfhundert Euro. Eduard lehnte sich zurück, die Arme verschränkt. „Ich will sie nicht. Sie tickt. Meine Frau würde das nicht ertragen." „Dann hätten wir uns das Gespräch sparen können." „Nicht ganz. Wenn du sie nimmst, beanspruche ich die Schreibmaschine von Vater." Hätte Eduard das nicht gesagt, wäre Maximilian am selben Abend nach Hause gefahren, ohne nachzudenken. Die Schreibmaschine stand seit zwanzig Jahren in seinem Arbeitszimmer – mitgenommen nach dem Tod des Vaters, weil Eduard in Kanada gewesen war und weil niemand sonst sie gewollt hatte. Dass sein Bruder sie jetzt plötzlich beanspruchte, war so absurd, dass er einen Moment glaubte, falsch verstanden zu haben. „Die Schreibmaschine steht seit zwanzig Jahren bei mir." „Ohne mein Einverständnis." Frenzel schrieb etwas auf seinen Block, ohne aufzuschauen. Maximilian legte die Akte auf den Tisch. Er schob sie nicht hinüber; er ließ sie einfach liegen, sichtbar, beschriftet, mit der Jahreszahl auf dem Deckblatt. Eduard sah sie an, sagte aber nichts. Der Handel, den sie schließlich schlossen, war folgender: Maximilian bekäme die Standuhr, Eduard die Schreibmaschine. Dazu erhielte Eduard den Inhalt des Kellers – Werkzeug, Gartenmöbel, drei Kisten Bücher, die niemand zu lesen gedacht hatte. Maximilian unterschrieb. Eduard unterschrieb. Frenzel trug die Ergebnisse in das Protokoll ein, wie er es immer tat: sorgfältig, ohne Wertung. Auf der Treppe, die Tür des Büros bereits hinter ihnen geschlossen, fragte Eduard: „Willst du die Uhr wirklich?" Maximilian blieb auf der zweiten Stufe stehen. „Was soll das bedeuten?" „Sie tickt nachts. Du lebst allein." Maximilian sagte nichts darauf. Er dachte daran, wie die Mutter jeden Morgen um sechs den Schlüssel vom Haken genommen hatte, im Morgenmantel, und wie der erste Schlag der Uhr durch das ganze Haus gewandert war. Er dachte daran, dass er, wäre Eduard nicht gewesen, die Uhr nie begehrt hätte. „Sie steht dir gut", sagte Eduard – und es klang nicht wie ein Kompliment. Er stieg die restliche Treppe hinunter, ohne sich umzudrehen, und drückte unten die Außentür auf. Maximilian blieb noch einen Moment auf der Stufe stehen. Der Schlüssel mit dem blauen Band steckte in seiner Jackentasche. Er hatte ihn eingesteckt, als die Mutter ins Pflegeheim gekommen war, und nie zurückgelegt. Die Standuhr würde im Flur stehen. Sie würde ticken, laut, in der Nacht. Er würde den Schlüssel in die Schublade legen. Sie würde er nie aufziehen. pl5hqvu4id9v5unrthz2u4q3ud9gb3x 1085398 1085396 2026-05-11T11:12:36Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 /* 91 */ 1085398 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 5 b - ungarisch deutsch == 91 weiter bei unterpunkt 4 == 1 -------------------- :Der letzte Schichtplan - Az utolsó műszakbeosztás :1. Frank 47 éves. - Frank ist 47 Jahre alt. :2. Egy régi gyárban dolgozik. - Er arbeitet in einer alten Fabrik. :3. A gyár mezőgazdasági gépeket gyárt. - Die Fabrik stellt Landmaschinen her. :4. De tizenegy éve egyetlen gépet sem adott el. - Aber seit elf Jahren hat sie keine einzige Maschine mehr verkauft. :5. Frank minden reggel hatkor érkezik munkába. - Jeden Morgen um sechs kommt Frank zur Arbeit. :6. Felveszi a kék munkaköpenyét. - Er zieht seinen blauen Arbeitskittel an. :7. A csarnokban egy régi kombájn áll. - In der Halle steht ein alter Mähdrescher. :8. MTS-15-nek hívják, és 1988-ból való. - Er heißt MTS-15 und ist aus dem Jahr 1988. :9. Frank már hetek óta javítja. - Frank repariert ihn schon seit Wochen. :10. A motor beindul, de aztán újra lefullad. - Der Motor springt an, aber dann stirbt er wieder ab. :11. Frank még egyszer bekapcsolja. - Frank schaltet ihn noch einmal ein. :12. Ugyanez történik megint. - Das Gleiche passiert wieder. :13. Leül egy régi olajoshordóra. - Er setzt sich auf ein altes Ölfass. :14. Kávét iszik a termoszából. - Er trinkt Kaffee aus seiner Thermoskanne. :15. Odakint egyetlen autó sem hajt el. - Draußen fährt kein Auto vorbei. :16. A gyár messze kint fekszik, a város szélén. - Die Fabrik liegt weit draußen am Rand der Stadt. :17. Kollégája, Bernd, 53 éves. - Sein Kollege Bernd ist 53 Jahre alt. :18. Bernd régebben brigádvezető volt. - Bernd war früher Brigadeleiter. :19. Most keveset csinál. - Jetzt macht er wenig. :20. Gyakran fekszik egy régi matracon a csarnok sarkában. - Er liegt oft auf einer alten Matratze in der Ecke der Halle. :21. Fél tízkor egy sörösdobozzal Frankhez megy. - Um halb zehn kommt er mit einer Bierdose zu Frank. :22. Magasra tartja: „Kérsz?” - Er hält sie hoch: „Willste?“ :23. Frank megrázza a fejét. - Frank schüttelt den Kopf. :24. Bernd vállat von, és egyedül iszik. - Bernd zuckt mit den Schultern und trinkt allein. :25. Ulla 44 éves, és ő a művezető. - Ulla ist 44 Jahre alt und die Meisterin. :26. Nagy szemüveget visel. - Sie trägt eine große Brille. :27. Méret szerint válogatja a csavarokat – M8, M10, M12. - Sie sortiert Schrauben nach Größe – M8, M10, M12. :28. Ezt a munkát senki sem rendelte meg. - Niemand hat diese Arbeit bestellt. :29. De Ulla mégis megcsinálja. - Aber Ulla macht sie trotzdem. :30. Azt mondja: „Ha jön az ellenőr, legalább rend legyen nálunk.” - Sie sagt: „Wenn der Prüfer kommt, sollen wir wenigstens Ordnung haben.“ :31. Bernd röviden és szárazon nevet: „Az nem jön.” - Bernd lacht kurz und trocken: „Der kommt nicht.“ :32. Frank nem mond semmit. - Frank sagt nichts. :33. Délben Frank bemegy a kantinba. - Mittags geht Frank in die Kantine. :34. A kantin egy kis helyiség, egyetlen asztallal. - Die Kantine ist ein kleiner Raum mit einem einzigen Tisch. :35. A falon egy 2009-es naptár lóg. - An der Wand hängt ein Kalender von 2009. :36. Frank egy zacskó gulyáslevest melegít meg a mikrohullámú sütőben. - Frank wärmt eine Tüte Gulaschsuppe in der Mikrowelle. :37. Leül, és eszik. - Er setzt sich und isst. :38. Ulla egy vajas kenyérrel jön, és leül vele szemben. - Ulla kommt mit einem Butterbrot und setzt sich ihm gegenüber. :39. Nyugodtan azt mondja: „A könyvelés telefonált.” - Sie sagt ruhig: „Die Buchhaltung hat angerufen.“ :40. „Ebben a hónapban lesz utoljára bér.” - „Dieser Monat ist das letzte Mal Lohn.“ :41. Frank a kanállal turkál a levesben. - Frank stochert mit dem Löffel in der Suppe. :42. Azt mondja: „Ezt mondták múlt hónapban is.” - Er sagt: „Das hieß es letzten Monat auch.“ :43. Ulla megrázza a fejét: „Most tényleg komoly.” - Ulla schüttelt den Kopf: „Jetzt ist es wirklich ernst.“ :44. Frank tovább eszik. - Frank isst weiter. :45. Egy idő után halkan azt mondja: „Akkor hát vége a műszaknak.” - Nach einer Weile sagt er leise: „Dann ist eben Feierabend.“ :46. Ulla ránéz. - Ulla schaut ihn an. :47. „Tizenkét éve végzel a műszakkal, és mégis mindig visszajössz.” - „Seit zwölf Jahren machst du Feierabend und kommst trotzdem wieder.“ :48. Frank eltolja a tányért. - Frank schiebt den Teller weg. :49. Nem mond többé semmit. - Er sagt nichts mehr. :50. Egy reggel sötét a csarnok. - Eines Morgens ist die Halle dunkel. :51. Kikapcsolták az áramot. - Der Strom ist abgestellt. :52. Frank a sötétben áll, keze a zsebében. - Frank steht im Dunkeln, die Hände in den Taschen. :53. Bernd két sörösdobozzal jön. - Bernd kommt mit zwei Bierdosen. :54. Odaad egyet Franknek. - Er gibt Frank eine. :55. Ezúttal Frank elfogadja. - Diesmal nimmt Frank sie an. :56. Ulla leül a földre, és nekidől egy polcnak. - Ulla setzt sich auf den Boden und lehnt sich gegen ein Regal. :57. Halkan azt mondja: „Most tényleg vége.” - Sie sagt leise: „Jetzt ist wirklich Ende.“ :58. Bernd kinyitja a dobozát – hallani, ahogy szisszen. - Bernd öffnet seine Dose – man hört sie zischen. :59. Frank azt mondja: „Holnap talán visszajön az áram.” - Frank sagt: „Morgen kommt vielleicht der Strom wieder.“ :60. Senki sem válaszol. - Niemand antwortet. :61. Hallgatják az esőt a hullámbádog tetőn. - Sie hören den Regen auf das Wellblechdach. :62. Az eső hangos. - Der Regen ist laut. :63. Nem lesz világosabb. - Es wird nicht heller. :64. Délután háromkor hazamennek. - Um drei Uhr nachmittags gehen sie nach Hause. :65. Frank nem néz vissza. - Frank schaut nicht zurück. :66. Másnap reggel hatkor ott áll az ajtó előtt. - Am nächsten Morgen steht er um sechs Uhr vor der Tür. :67. A csarnok még mindig sötét. - Die Halle ist noch dunkel. :68. Leül a hideg betonlépcsőre. - Er setzt sich auf die kalte Betonstufe. :69. Vár. - Er wartet. :70. Az eső nem állt el. - Der Regen hat nicht aufgehört. :71. Frank ülve marad. - Frank bleibt sitzen. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Az utolsó műszakbeosztás - Der letzte Schichtplan :1. Frank 47 éves, és a rendszerváltás óta ugyanabban a gyárban dolgozik. - Frank ist 47 Jahre alt und arbeitet seit der Wende in derselben Fabrik. :2. A gyár régen mezőgazdasági gépeket gyártott, de az már rég elmúlt. - Die Fabrik hat früher Landmaschinen hergestellt, aber das ist lange vorbei. :3. Tizenegy éve egyetlen gépet sem adott el. - Seit elf Jahren hat sie keine einzige Maschine mehr verkauft. :4. Frank ennek ellenére minden reggel hat órakor megérkezik dolgozni. - Trotzdem kommt Frank jeden Morgen um sechs Uhr zur Arbeit. :5. Kinyitja a nehéz vaskaput, amely mindig egy kicsit szorul. - Er öffnet das schwere Eisentor, das immer ein bisschen klemmt. :6. Aztán felveszi a kék munkaköpenyét, és bemegy a csarnokba. - Dann zieht er seinen blauen Arbeitskittel an und geht in die Halle. :7. A csarnok közepén egy 1988-as évjáratú kombájn áll. - In der Mitte der Halle steht ein Mähdrescher aus dem Jahr 1988. :8. MTS-15-nek hívják, és Frank minden csavarját ismeri. - Er heißt MTS-15, und Frank kennt jede Schraube an ihm. :9. A fröccsöntött házhoz való pótalkatrészt tegnap hozta el a roncstelepről. - Das Ersatzteil für das Spritzgussgehäuse hat er gestern vom Schrottplatz geholt. :10. Beépíti, meghúzza a csavarokat, és beindítja a motort. - Er baut es ein, dreht die Schrauben fest und startet den Motor. :11. A motor rángatózik, egyszer hangosan köhög, aztán leáll. - Der Motor ruckelt, hustet einmal laut und stirbt dann ab. :12. Frank vár egy kicsit, újraindítja – ugyanaz az eredmény. - Frank wartet kurz, startet ihn wieder – dasselbe Ergebnis. :13. Leül egy olajoshordóra, és kávét iszik a termoszból. - Er setzt sich auf ein Ölfass und trinkt Kaffee aus der Thermoskanne. :14. Odakint csend van, egy autó sem hajt el, madarat sem hallani. - Draußen ist es still, kein Auto fährt vorbei, kein Vogel ist zu hören. :15. Bernd fél tíz körül jön elő a csarnoknak abból a sarkából, amely az övé. - Bernd kommt gegen halb zehn aus seiner Ecke der Halle. :16. 53 éves, régen brigádvezető volt, de ez ma már senkit sem érdekel. - Er ist 53 Jahre alt und war früher Brigadeleiter, aber das interessiert heute niemanden mehr. :17. Egy régi matracon berendezett magának egy helyet, régi polcok és szerszámosládák között. - Auf einer alten Matratze hat er sich einen Platz eingerichtet, zwischen alten Regalen und Werkzeugkisten. :18. Egy sörösdobozt nyújt Frank felé, és azt mondja: „Kérsz egyet?” - Er hält Frank eine Bierdose hin und sagt: „Willste eine?" :19. Frank megrázza a fejét, anélkül hogy felnézne. - Frank schüttelt den Kopf, ohne aufzuschauen. :20. Bernd vállat von, felnyitja a dobozt, és egyedül iszik. - Bernd zuckt mit den Schultern, öffnet die Dose und trinkt allein. :21. Nem iszik annyit, hogy igazán feltűnjön, de mindennap iszik. - Er trinkt nicht so viel, dass es wirklich auffällt, aber er trinkt jeden Tag. :22. Ulla eközben fel-alá járkál a polcok között. - Ulla geht in dieser Zeit zwischen den Regalen auf und ab. :23. 44 éves, nagy szemüveget visel, és ő az egyetlen művezetőnő, aki még ott van. - Sie ist 44, trägt eine große Brille und ist die einzige Meisterin, die noch da ist. :24. Ma méret szerint válogatja a csavarokat: M8, M10, M12, mindent kis dobozokba. - Heute sortiert sie Schrauben nach Größe: M8, M10, M12, alles in kleine Schachteln. :25. Senki sem rendelte meg ezt a munkát, és senkinek sem lesz rá szüksége. - Niemand hat diese Arbeit bestellt, und niemand wird sie brauchen. :26. Ulla mégis csinálja, mert különben semmi dolga nem lenne. - Aber Ulla macht sie, weil sie sonst nichts zu tun hätte. :27. Azt mondja Berndnek: „Ha jön az ellenőr, legalább rendet lásson.” - Sie sagt zu Bernd: „Wenn der Prüfer kommt, soll er wenigstens Ordnung sehen." :28. Bernd röviden és szárazon felnevet: „Az ellenőr nem jön, Ulla.” - Bernd lacht kurz und trocken: „Der Prüfer kommt nicht, Ulla." :29. Frank nem szól hozzá, tovább csavaroz a motoron. - Frank sagt nichts dazu, er schraubt weiter am Motor. :30. A kantinban van egy asztal, egy mikrohullámú sütő és egy 2009-es naptár. - In der Kantine gibt es einen Tisch, eine Mikrowelle und einen Kalender von 2009. :31. Frank megmelegít magának egy zacskó gulyáslevest, és egyedül leül. - Frank wärmt sich eine Tüte Gulaschsuppe auf und setzt sich allein hin. :32. Néhány perc múlva Ulla jön egy vajas kenyérrel, és leül vele szemben. - Nach ein paar Minuten kommt Ulla mit einem Butterbrot und setzt sich ihm gegenüber. :33. Leteszi a kenyeret az asztalra, és nyugodtan azt mondja: „Ma reggel telefonált a könyvelés.” - Sie legt das Brot auf den Tisch und sagt ruhig: „Die Buchhaltung hat heute Morgen angerufen." :34. Frank nem néz rá, csak turkál a levesben. - Frank schaut sie nicht an, er stochert in der Suppe. :35. Ulla azt mondja: „Ebben a hónapban van utoljára fizetés.” - Ulla sagt: „Diesen Monat gibt es das letzte Mal Lohn." :36. Frank így felel: „Ezt múlt hónapban is mondták nekünk.” - Frank antwortet: „Das hat man uns letzten Monat auch gesagt." :37. Ulla megrázza a fejét: „Ezúttal más. Ezúttal komolyan gondolják.” - Ulla schüttelt den Kopf: „Diesmal ist es anders. Diesmal meinen sie es ernst." :38. Frank tovább eszik, lassan, sietség nélkül. - Frank isst weiter, langsam, ohne Eile. :39. Aztán azt mondja: „Akkor hát vége a műszaknak.” - Dann sagt er: „Dann ist eben Feierabend." :40. Ulla hosszan néz rá, mielőtt válaszol: „Tizenkét éve fejezed be a műszakot, és másnap reggel mégis visszajössz.” - Ulla schaut ihn lange an, bevor sie antwortet: „Seit zwölf Jahren machst du Feierabend und kommst am nächsten Morgen wieder." :41. Frank félretolja a tányért, és feláll. - Frank schiebt den Teller zur Seite und steht auf. :42. Többet nem mond semmit, mert nincs már mit mondani. - Er sagt nichts mehr, weil es nichts mehr zu sagen gibt. :43. Egyik reggel Frank bemegy a csarnokba, és sötét van. - Eines Morgens kommt Frank in die Halle und es ist dunkel. :44. Valaki lekapcsolta a főbiztosítékot, nincs áram. - Jemand hat die Hauptsicherung gelöst, der Strom ist weg. :45. Megáll, és vár, amíg a szeme hozzászokik a sötétséghez. - Er bleibt stehen und wartet, bis seine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnen. :46. Bernd nem sokkal később megérkezik, ezúttal két sörösdobozzal egy helyett. - Bernd kommt bald danach, diesmal mit zwei Bierdosen statt einer. :47. Odaadja Franknek a második dobozt, anélkül hogy bármit kérdezne. - Er gibt Frank die zweite Dose, ohne etwas zu fragen. :48. Frank ezúttal elveszi. - Diesmal nimmt Frank sie. :49. Ulla érkezik utolsóként, röviden körülnéz, aztán leül a betonpadlóra. - Ulla kommt als letzte, schaut sich kurz um und setzt sich dann auf den Betonboden. :50. Nekidől egy régi polcnak, és azt mondja: „Most aztán tényleg ennyi volt.” - Sie lehnt sich gegen ein altes Regal und sagt: „Das war's jetzt wirklich." :51. Bernd felnyitja a dobozát, a szisszenés hangosan szól a csendes csarnokban. - Bernd öffnet seine Dose, das Zischen klingt laut in der stillen Halle. :52. Frank azt mondja: „Talán holnapra visszajön az áram.” - Frank sagt: „Vielleicht ist der Strom morgen wieder da." :53. Erre egyikük sem válaszol. - Keiner von ihnen antwortet darauf. :54. Odakint esni kezd, és hallani, ahogy az eső veri a hullámlemez tetőt. - Draußen fängt es an zu regnen, und man hört es auf dem Wellblechdach. :55. Egy ideig így ülnek, beszéd nélkül, és csak az esőt hallgatják. - Sie sitzen eine Weile so, ohne zu reden, und hören nur den Regen. :56. Délután háromkor felállnak, és hazamennek. - Um drei Uhr nachmittags stehen sie auf und gehen nach Hause. :57. Frank kifelé menet nem néz vissza. - Frank schaut beim Hinausgehen nicht zurück. :58. Másnap reggel hat órakor ott áll a vaskapu előtt. - Am nächsten Morgen steht er um sechs Uhr vor dem Eisentor. :59. A mögötte lévő csarnok még sötét, egyetlen lámpa sem ég. - Die Halle dahinter ist noch dunkel, kein Licht brennt. :60. Leül a betonlépcsőre, és könyökét a térdére támasztja. - Er setzt sich auf die Betonstufe und stützt die Ellbogen auf die Knie. :61. Az előző napi eső még nem múlt el egészen. - Der Regen vom Vortag ist noch nicht ganz vorbei. :62. Frank ül és vár, bár nem tudja, mire. - Frank sitzt und wartet, obwohl er nicht weiß, worauf. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :Az utolsó műszakterv - Der letzte Schichtplan :1. Frank minden reggel hat órakor belép a gyárba, noha pontosan tudja, hogy itt már évek óta semmit sem gyártanak. - Jeden Morgen um sechs Uhr betritt Frank die Fabrik, obwohl er genau weiß, dass hier seit Jahren nichts mehr produziert wird. :2. Negyvenhét éves, tanult lakatos, és ezt a csarnokot jobban ismeri, mint a saját lakását. - Er ist 47, gelernter Schlosser, und diese Halle kennt er besser als seine eigene Wohnung. :3. A kombinát régen mezőgazdasági gépeket gyártott, kombájnokat és traktorokat, amelyek az egész járás szövetkezeteiben jártak. - Das Kombinat hat früher Landmaschinen gebaut, Mähdrescher und Traktoren, die in den Kooperativen des ganzen Bezirks fuhren. :4. A rendszerváltás óta ennek vége, de a hivatalos leállítást soha nem határozták el, és ezért Frank jön. - Seit der Wende ist das vorbei, aber die offizielle Stilllegung wurde nie beschlossen, und so kommt Frank. :5. Felakasztja az autókulcsot az ajtó melletti kampóra, felveszi a kék munkaköpenyt, és odamegy a géphez. - Er hängt den Autoschlüssel an den Haken neben der Tür, zieht den blauen Kittel an und geht zur Maschine. :6. A csarnok közepén áll az MTS-15, egy 1988-as kombájn, amelyet legalább öt éve nem mozdítottak meg. - In der Mitte der Halle steht die MTS-15, ein Mähdrescher aus dem Jahr 1988, der seit mindestens fünf Jahren nicht mehr bewegt worden ist. :7. Frank tegnap beépített egy fröccsöntött házat, amelyet a gommerni roncstelepről szerzett, mert az eredeti már régen eltört. - Frank hat gestern ein Spritzgussgehäuse eingebaut, das er vom Schrottplatz in Gommern besorgt hat, weil das originale längst gebrochen war. :8. Beindítja a motort, amely röviden életre kel, aztán rángatni kezd és leáll. - Er startet den Motor, der kurz anspringt, dann ruckelt und stirbt. :9. Vár tíz másodpercet, aztán újra beindítja. - Er wartet zehn Sekunden, startet ihn wieder. :10. Ugyanaz történik. - Dasselbe. :11. Nem készít róla jegyzeteket, mert senki sem olvasná el őket. - Er macht sich keine Notizen darüber, denn niemand würde sie lesen. :12. Ehelyett leül egy olajoshordóra, lecsavarja a termosz kupakját, és kávét iszik, amely már túlságosan hideg. - Stattdessen setzt er sich auf ein Ölfass, schraubt den Deckel der Thermoskanne auf und trinkt Kaffee, der schon zu kalt ist. :13. Odakint, az évek óta meg nem tisztított ablakok előtt, semmi sem mozdul. - Draußen vor den Fenstern, die seit Jahren nicht geputzt worden sind, bewegt sich nichts. :14. Bernd fél tíz körül bukkan fel, mint mindennap, a csarnok hátsó sarkából, ahol egy régi matracon rendezkedett be. - Bernd taucht gegen halb zehn auf, wie jeden Tag, aus der hinteren Ecke der Halle, wo er sich auf einer alten Matratze eingerichtet hat. :15. Ötvenhárom éves, és régen brigádvezető volt, olyan beosztásban, amely a rendszerváltás után ugyanolyan gyorsan eltűnt, mint minden más. - Er ist 53 Jahre alt und war früher Brigadeleiter, eine Funktion, die nach der Wende so schnell verschwand wie alles andere. :16. Egy sörösdobozt nyújt Frank felé szó nélkül, Frank pedig megrázza a fejét. - Er hält Frank eine Bierdose hin, ohne ein Wort zu sagen, und Frank schüttelt den Kopf. :17. Bernd vállat von, mintha a válasz közömbös volna számára, és egyedül iszik. - Bernd zuckt mit den Schultern, als wäre die Antwort ihm gleichgültig, und trinkt allein. :18. Mindennap iszik, de nem annyit, hogy szóvá kellene tenni – ez a hallgatólagos megállapodás közöttük. - Er trinkt jeden Tag, aber nicht so viel, dass man ihn ansprechen müsste – das ist die stille Übereinkunft zwischen ihnen. :19. Ulla ezzel szemben teremtett magának egy feladatot, amelyet senki sem kért tőle. - Ulla dagegen hat sich eine Aufgabe geschaffen, die niemand von ihr verlangt hat. :20. Negyvennégy éves, széles, fekete keretes szemüveget visel, és méret szerint válogatja a csavarokat feliratozott dobozokba, mintha a jövő héten szállítmány érkezne. - Sie ist 44, trägt eine Brille mit breitem schwarzem Rahmen, und sortiert Schrauben nach Größe in beschriftete Schachteln, als ob nächste Woche eine Lieferung käme. :21. Miközben dolgozik, fejben kiszámolja, hány hónapig lehetséges még a bérfizetés, ha az ember ismeri azokat a tartalékokat, amelyeket ő ismer. - Während sie arbeitet, rechnet sie im Kopf aus, wie viele Monate die Lohnzahlungen noch möglich sind, wenn man die Rücklagen kennt, die sie kennt. :22. Fel sem nézve azt mondja Berndnek: „Ha jön az üzemellenőr, legalább ne legyen nálunk rendetlenség.” - Sie sagt zu Bernd, ohne aufzuschauen: „Wenn der Betriebsprüfer kommt, sollen wir wenigstens keine Unordnung haben." :23. Bernd szárazon válaszol: „Ulla, három éve nem jön, és most sem fog jönni.” - Bernd antwortet trocken: „Ulla, der kommt seit drei Jahren nicht, und er wird auch jetzt nicht kommen." :24. Frank hallgatja őket, de nem mond semmit, mert mindkettőjüknek igaza van, és ez mégsem változtat semmin. - Frank hört zu, aber er sagt nichts, weil beide recht haben und es trotzdem keinen Unterschied macht. :25. A kantinban, amely egy asztalból, egy mikrohullámú sütőből és egy 2009-es naptárból áll, Frank délben egyedül eszik. - In der Kantine, die aus einem Tisch, einer Mikrowelle und einem Kalender von 2009 besteht, isst Frank mittags allein. :26. Ulla odajön, leül vele szemben, és leteszi a vajas kenyerét az asztalra, mielőtt beszélni kezd. - Ulla kommt dazu, setzt sich ihm gegenüber und legt ihr Butterbrot auf den Tisch, bevor sie anfängt zu reden. :27. Azt mondja, hogy a könyvelés ma reggel telefonált, és hogy ebben a hónapban utalják át utoljára a bért. - Sie sagt, dass die Buchhaltung heute Morgen angerufen hat, und dass dieser Monat das letzte Mal Lohn überwiesen wird. :28. Frank a gulyáslevesében piszkál, és azt mondja, hogy ezt a múlt hónapban is mondták neki. - Frank stochert in seiner Gulaschsuppe und sagt, dass man ihm das letzten Monat auch gesagt hat. :29. Ulla megrázza a fejét: „Ezúttal számokat mondtak. Konkrét számokat.” - Ulla schüttelt den Kopf: „Diesmal haben sie Zahlen genannt. Konkrete Zahlen." :30. Ő tovább eszik, mert ez az egyetlen válasz, amely a rendelkezésére áll. - Er isst weiter, weil das die einzige Antwort ist, die er hat. :31. Hosszú szünet után azt mondja: „Akkor hát vége a műszaknak.” - Nach einer langen Pause sagt er: „Dann ist eben Feierabend." :32. Ulla úgy néz rá, mintha most látná őt először igazán. - Ulla schaut ihn so an, als ob sie ihn zum ersten Mal wirklich sieht. :33. „Te tizenkét éve fejezed be a műszakot, Frank, és másnap reggel mégis újra ott állsz a kapu előtt.” - „Du machst seit zwölf Jahren Feierabend, Frank, und am nächsten Morgen stehst du trotzdem wieder vor dem Tor." :34. Félretolja a tányért, feláll, és nem mond semmit, mert nem tudja, mit mondhatna anélkül, hogy hazudna. - Er schiebt den Teller weg, steht auf und sagt nichts, weil er nicht weiß, was er sagen könnte, ohne zu lügen. :35. A reggel, amikor lekapcsolják az áramot, egy kedd. - Der Morgen, an dem der Strom abgestellt wird, ist ein Dienstag. :36. Frank kinyitja a kaput, és belép egy csarnokba, amely teljesen sötét, mert valaki lekapcsolta a főbiztosítékot. - Frank öffnet das Tor und betritt eine Halle, die vollständig dunkel ist, weil jemand die Hauptsicherung gelöst hat. :37. Megáll, keze a munkáskabátja zsebében, és vár, amíg a szeme hozzászokik. - Er bleibt stehen, die Hände in den Taschen seiner Arbeitsjacke, und wartet, bis seine Augen sich angepasst haben. :38. Bernd nem sokkal később két sörösdobozzal jön a szokásos egy helyett, és szó nélkül Franknek adja az egyiket. - Bernd kommt kurz darauf mit zwei Bierdosen statt der üblichen einen, und gibt Frank wortlos eine davon. :39. Frank ezúttal elveszi, mert már nincs oka visszautasítani. - Diesmal nimmt Frank sie, weil es keinen Grund mehr gibt, sie abzulehnen. :40. Ulla jelenik meg utolsóként, röviden körülnéz a csarnokban, aztán leül a betonpadlóra, és nekidől egy polcnak. - Ulla erscheint als letzte, schaut sich kurz in der Halle um, dann setzt sie sich auf den Betonboden und lehnt sich gegen ein Regal. :41. Drámaiság nélkül mondja: „Ez most a vég.” - Sie sagt, ohne Dramatik: „Das ist jetzt das Ende." :42. Bernd kinyitja a dobozát, és a szisszenés aránytalanul hangosnak tűnik a csendben. - Bernd öffnet seine Dose, und das Zischen klingt unverhältnismäßig laut in der Stille. :43. Frank azt mondja: „Talán holnap valaki megint bekapcsolja az áramot.” - Frank sagt: „Vielleicht schaltet jemand den Strom morgen wieder ein." :44. Senki sem mond ellent neki, de senki sem hiszi el. - Keiner widerspricht ihm, aber keiner glaubt es auch. :45. A sötétben ülnek, és hallgatják az esőt, amely a hullámlemez tetőre verődik, és nem hagyja abba. - Sie sitzen im Dunkeln und hören dem Regen zu, der aufs Wellblechdach trifft und nicht aufhört. :46. Nem kellemetlen hallgatás ez, de nem is vigasztaló. - Es ist kein unangenehmes Schweigen, aber es ist auch kein tröstliches. :47. Délután három órakor felállnak anélkül, hogy ezt bárki javasolta volna, és hazamennek. - Um drei Uhr nachmittags stehen sie auf, ohne dass jemand das vorgeschlagen hat, und gehen nach Hause. :48. Frank kifelé menet nem fordul vissza, mert tudja, hogy a látvány nem vinné őt előrébb. - Frank dreht sich beim Hinausgehen nicht um, weil er weiß, dass der Anblick ihn nicht weiterbringen würde. :49. Másnap reggel hat órakor ott áll a kapu előtt. - Am nächsten Morgen steht er um sechs Uhr vor dem Tor. :50. A mögötte lévő csarnok még mindig sötét, az áram nem jött vissza. - Die Halle dahinter ist noch dunkel, der Strom ist nicht zurückgekommen. :51. Leül a betonlépcsőre, alkarját a térdére támasztja, és az udvar nedves aszfaltját nézi. - Er setzt sich auf die Betonstufe, stützt die Unterarme auf die Knie und schaut auf den nassen Asphalt des Hofes. :52. Az eső elállt, de a pocsolyák még ott állnak. - Der Regen hat aufgehört, aber die Pfützen stehen noch. :53. Frank vár, anélkül hogy tudná, tulajdonképpen mire vár. - Frank wartet, ohne zu wissen, worauf er eigentlich wartet. :54. De ülve marad, mert elmenni még hamisabbnak érződne. - Aber er bleibt sitzen, weil Gehen sich noch falscher anfühlen würde. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Der letzte Schichtplan Frank hat sich nie gefragt, ob das, was er tut, einen Sinn ergibt, weil die Frage selbst ihm gefährlicher erscheint als die Antwort. Er ist 47, gelernter Schlosser, geschieden seit neun Jahren, und fährt jeden Morgen um halb sechs denselben Weg zur Fabrik, den er seit der Wende fährt. Die Strecke dauert elf Minuten, und er kennt jede Kurve so gut, dass er sie vermutlich mit geschlossenen Augen fahren könnte. Was am Ziel auf ihn wartet, hat sich verändert – oder vielmehr: es hat sich nicht verändert, obwohl sich alles drum herum verändert hat, und genau das ist das Problem. Das Kombinat für Landmaschinenbau existiert noch, in dem Sinne, dass die Gebäude stehen und auf dem Papier niemand die Schließung beschlossen hat. Es verkauft seit elf Jahren keine Maschinen mehr, beschäftigt drei Menschen, die nicht beschäftigt werden, und zahlt Löhne, deren Herkunft Frank nicht nachfragt. Er zieht den Kittel an, geht zur MTS-15 – einem Mähdrescher, der älter ist als manche seiner Gedanken – und fängt an zu arbeiten. Das Ersatzteil, das er gestern eingebaut hat, stammt vom Schrottplatz in Gommern, wo ein freundlicher Mann namens Kaczmarek ihm keine Fragen gestellt hat. Der Motor springt an, läuft drei Sekunden lang, als ob er es ernst meinte, und bricht dann wieder zusammen. Frank lässt ihn abkühlen, startet ihn erneut. Dasselbe. Er notiert nichts, weil eine Notiz einen Adressaten voraussetzen würde. Bernd kommt gegen halb zehn, wie immer, aus der Richtung der alten Materiallagerhalle, wo er auf einer Matratze schläft, die er sich vor zwei Wintern dort hingelegt hat. Er war früher Brigadeleiter, ein Titel, der nach der Wende so schnell bedeutungslos wurde wie die meisten Titel, die vorher viel bedeutet hatten. Heute hält er Frank eine Dose hin, ohne Kommentar, mit der Geste eines Mannes, dem die Antwort gleichgültig ist, bevor sie kommt. Frank lehnt ab, Bernd trinkt allein, und zwischen ihnen entsteht das Schweigen, das keine Erklärung mehr braucht. Er trinkt täglich, aber kontrolliert genug, dass es offiziell ignoriert werden kann – eine Leistung, die Frank insgeheim respektiert. Ulla hat sich eine Ordnung geschaffen, die niemand von ihr verlangt hat und die niemand nach ihr aufrechterhalten wird. Sie sortiert Schrauben in Schachteln, beschriftet die Schachteln, kontrolliert die Beschriftung – M8, M10, M12 –, als wäre das ein Teil eines größeren Plans, der existiert, auch wenn er ihr nie mitgeteilt wurde. Nebenbei rechnet sie, denn Rechnen ist das Einzige, das ihr das Gefühl gibt, die Situation zu verstehen statt nur in ihr zu sitzen. Sie sagt zu Bernd, während sie eine Schachtel zuklebt: „Wenn der Prüfer kommt, soll er nicht denken, dass hier niemand mehr arbeitet." Bernd antwortet, ohne aufzuschauen: „Er kommt nicht, Ulla. Das weißt du." Sie weiß es, aber das ändert nichts daran, dass sie die Schraube in die richtige Schachtel legt. Frank hört zu und sagt nichts, weil der Satz, den er denkt, zu scharf wäre, um ihn auszusprechen. Die Kantine riecht nach altem Fett und kaltem Kaffee, und der Kalender an der Wand zeigt seit siebzehn Jahren denselben Monat. Frank wärmt die Gulaschsuppe auf, setzt sich, und als Ulla mit ihrem Butterbrot gegenüberkommt, weiß er schon am Ausdruck ihrer Augen, dass sie etwas sagen wird, das er nicht hören will. Sie sagt es trotzdem, ruhig und ohne Umschweife: die Buchhaltung hat angerufen, dieser Monat ist das letzte Mal Lohn, diesmal ist es keine Ankündigung mehr, sondern ein Datum. Frank stochert in der Suppe und sagt, dass man ihm das auch letzten Monat gesagt hat. Ulla schüttelt den Kopf, legt die Hände flach auf den Tisch: „Sie haben mir Zahlen genannt, Frank. Echte Zahlen." Er isst weiter, weil Essen eine Handlung ist, die keine Antwort verlangt. Dann, nach einer langen Pause, in der nur die Mikrowelle summt: „Dann ist eben Feierabend." Ulla schaut ihn an, und in ihrem Blick ist etwas, das keine Kritik ist, aber auch kein Verständnis. „Du machst seit zwölf Jahren Feierabend, und am nächsten Morgen kommst du trotzdem wieder. Ich weiß nicht mehr, ob das Stärke ist oder etwas anderes." Frank schiebt den Teller weg, steht auf, und das Geräusch des Stuhls auf dem Betonboden klingt lauter als nötig. Der Dienstag, an dem der Strom abgestellt wird, unterscheidet sich zunächst nicht von anderen Dienstagen. Frank öffnet das Tor, tritt in die Halle, und begreift erst nach ein paar Sekunden, dass die Dunkelheit nicht von der Jahreszeit kommt, sondern von einer Entscheidung, die ohne ihn getroffen wurde. Die Hauptsicherung ist gelöst worden – jemand war hier, ohne dass er es gewusst hat, und hat etwas getan, das sich nicht rückgängig machen lässt. Er bleibt stehen, die Hände tief in den Jackentaschen, und wartet auf nichts Bestimmtes. Bernd erscheint mit zwei Bierdosen, hält Frank wortlos eine hin, und diesmal nimmt Frank sie, ohne zu zögern, weil der Grund, sie abzulehnen, sich heute Morgen erledigt hat. Ulla kommt als letzte, schaut sich in der dunklen Halle um, als würde sie eine Inventur machen, und setzt sich dann auf den Betonboden, den Rücken gegen ein Regal gelehnt. Sie sagt: „Das ist jetzt das Ende, glaube ich." Sie sagt es nicht dramatisch, sondern so, wie man eine Wettervorhersage bespricht, die man schon seit Tagen erwartet hat. Bernd öffnet seine Dose, das Zischen hallt durch die Stille, und irgendwo tropft Wasser von der Decke. Frank sagt: „Vielleicht schaltet jemand den Strom morgen wieder ein." Keiner antwortet, nicht weil sie ihm widersprechen wollen, sondern weil die Antwort sich von selbst versteht. Der Regen beginnt gegen Mittag und trifft das Wellblechdach mit einer Lautstärke, die jedes Gespräch überflüssig macht. Sie sitzen in der Dunkelheit, jeder mit seiner Dose oder ohne, und hören dem Regen zu, der keine Rücksicht nimmt. Es ist kein tröstliches Schweigen, aber es ist auch kein feindseliges – es ist das Schweigen von Menschen, die zu lange am selben Ort waren, um noch viel erklären zu müssen. Um drei Uhr stehen sie auf, ohne dass jemand das vorgeschlagen hat, als wäre die Uhrzeit eine Verabredung, die schon lange gilt. Frank geht als letzter hinaus, dreht sich nicht um, weil er weiß, dass der Anblick der Halle im Dunkeln ihn nicht zu einem Entschluss bringen würde, den er noch nicht gefasst hat. Am nächsten Morgen steht er um sechs vor dem Tor. Die Halle dahinter ist noch dunkel. Er setzt sich auf die Betonstufe, die Ellbogen auf den Knien, und schaut auf den Hof, in dem die Pfützen vom gestrigen Regen langsam kleiner werden. Er hat keine Erklärung dafür, warum er hier sitzt, keine, die er laut aussprechen könnte, ohne sich selbst zu widersprechen. Aber das Sitzen fühlt sich weniger falsch an als das Gehen, und vorerst reicht ihm das. ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- Der letzte Schichtplan Es gibt Gewohnheiten, die so tief in den Körper eingeschrieben sind, dass sie aufhören, Entscheidungen zu sein, und Frank denkt nicht mehr darüber nach, warum er jeden Morgen um sechs Uhr auf denselben Parkplatz fährt, der seit Jahren kein Parkplatz mehr ist, sondern ein mit Moos überwachsenes Rechteck vor einem Gebäude, das auf keiner Gewerbemeldung mehr auftaucht. Er ist 47, und die Hälfte dieses Lebens hat er in Räumen verbracht, deren Zweck sich überlebt hat, bevor er es bemerkt hat. Das Eisentor klemmt, wie immer, und der Widerstand, den es bietet, hat für Frank längst den Charakter einer Begrüßung angenommen. Die MTS-15 steht in der Hallenmitte wie ein Denkmal, das niemand eingeweiht hat. Der Mähdrescher ist 1988 gebaut worden, in einem Land, das es nicht mehr gibt, für eine Landwirtschaft, die sich vollständig neu erfunden hat, und Frank repariert ihn, weil das die Arbeit ist, die er versteht, auch wenn sie nirgendwo hinführt. Das Spritzgussgehäuse, das er gestern eingebaut hat – ein Fund vom Schrottplatz in Gommern, herausgebrochen aus einer baugleichen Ruine –, sitzt sauber, aber der Motor springt an wie ein Mensch, der aus einem Albtraum hochschreckt: kurz, unkontrolliert, dann wieder in die Stille zurück. Frank startet ihn ein zweites Mal, ein drittes, und irgendwann hört er auf zu zählen, weil die Zahl nichts über den Ausgang verrät. Er setzt sich auf das Ölfass, das er vor Jahren hierher gestellt hat, schraubt den Deckel der Thermoskanne auf und trinkt den Kaffee, der kälter ist als beabsichtigt, und schaut durch die staubigen Fensterscheiben auf einen Hof, auf dem sich seit Monaten kein Fahrzeug bewegt hat. Die Stille ist hier keine Abwesenheit von Geräuschen, sondern eine eigene Substanz, etwas, das Raum einnimmt. Bernd kommt, wie er immer kommt: lautlos aus der hinteren Halle, als wäre er ein Teil der Anlage, der sich hin und wieder von selbst aktiviert. Er schläft seit zwei Wintern auf einer Matratze hinter den Hochregalen, ein Arrangement, über das nie gesprochen worden ist und das deshalb existiert, als wäre es schon immer so gewesen. Mit 53 trägt er das Gesicht eines Mannes, dem die Erschöpfung so vertraut geworden ist, dass man sie für Ruhe halten könnte, und er hält Frank eine Bierdose hin mit der Geste eines Menschen, der längst aufgehört hat, auf eine bestimmte Antwort zu hoffen. Frank lehnt ab, Bernd nimmt es zur Kenntnis, und zwischen ihnen entsteht das Schweigen, das keine Brüche hat, weil es aus zu vielen gemeinsamen Morgen zusammengewachsen ist. Er trinkt täglich, kontrolliert genug, um unterhalb jeder offiziellen Wahrnehmungsschwelle zu bleiben, und Frank hat sich irgendwann entschieden, das als eine Form von Disziplin zu respektieren. Ulla bewegt sich zwischen den Regalen mit der Konzentration einer Frau, die eine Aufgabe verteidigt, deren Sinn sie selbst nicht mehr vollständig glaubt, die sie aber aufzugeben sich weigert, weil das Aufgeben einen Eingeständnis wäre, zu dem sie noch nicht bereit ist. Sie sortiert Schrauben – M8 in diese Schachtel, M10 in jene –, beschriftet, kontrolliert, sortiert neu, und rechnet dabei im Kopf die Zahlen durch, die sie kennt und die niemanden sonst interessieren: Rücklagen, Lohnkosten, Restlaufzeit. Das Ergebnis ist jedes Mal dasselbe, und sie rechnet trotzdem, weil Rechnen das Einzige ist, das ihr das Gefühl gibt, die Realität zu berühren statt von ihr berührt zu werden. Als sie sagt, dass Ordnung vorhanden sein solle, wenn der Prüfer käme, klingt es nicht naiv, sondern wie das letzte Argument einer sehr langen Debatte, die sie mit sich selbst führt. Bernd antwortet, trocken und ohne Feindseligkeit: der Prüfer komme nicht, das wisse sie. Sie weiß es, legt die Schraube trotzdem in die richtige Schachtel, und Frank sagt nichts, weil der Satz, der ihm einfiele, zu viel zerstören würde, um ihn zu rechtfertigen. Die Kantine ist ein Raum, der sich selbst überlebt hat, und das fühlt man bei jedem Besuch neu: der Kalender von 2009, die Mikrowelle, die länger braucht als angegeben, der einzige Tisch, dessen Oberfläche die Abdrücke von mehr Mahlzeiten trägt als irgendjemand zählen könnte. Frank isst, und als Ulla sich ihm gegenübersetzt, erkennt er an der Art, wie sie die Hände auf den Tisch legt – flach, wie zur Stabilisierung –, dass das, was sie sagen wird, nicht aufgeschoben werden kann. Sie sagt es ohne Umschweife, weil Ulla die Einzige ist, die gelernt hat, dass Umschweife hier nur Aufwand ohne Ertrag sind: die Buchhaltung hat angerufen, dieser Monat ist das letzte Mal Lohn, und diesmal war eine Kontonummer dabei und ein Datum, also kein Gerücht mehr, sondern ein Vorgang. Frank sagt, dass man ihm das letzten Monat auch gesagt habe. Ulla schüttelt den Kopf mit der Geduld eines Menschen, der begreift, dass das Gegenüber nicht nicht versteht, sondern verstehen will und gleichzeitig nicht kann. Er isst weiter, und das Löffeln hat etwas Rituelles, etwas, das ihn im Körper hält, während der Raum unter ihm nachgibt. Dann: „Dann ist eben Feierabend." Ulla schaut ihn an, lange, und als sie antwortet, ist ihre Stimme weder kalt noch warm, sondern präzise: „Du machst seit zwölf Jahren Feierabend, Frank, und jeden Morgen stehst du trotzdem wieder vor dem Tor, und ich weiß inzwischen nicht mehr, ob das Beharrlichkeit ist oder ob du einfach keine andere Sprache kennst." Er schiebt den Teller weg, und das Geräusch des Porzellans auf dem Metall klingt wie ein Satzzeichen, das er nicht setzen wollte. Der Morgen, an dem der Strom abgestellt wird, hat keine Vorwarnung gegeben. Frank tritt in die Halle und braucht einen Moment, um zu begreifen, dass die Dunkelheit nicht von der Jahreszeit kommt, sondern von einer Handlung – jemand hat die Hauptsicherung gelöst, ist wieder gegangen, und hat dabei keine Nachricht hinterlassen, weil die Handlung selbst die Nachricht ist. Er bleibt stehen, die Hände in den Taschen, und in diesem Moment versteht er, dass alle vorherigen Momente – der ruckelnde Motor, der Schrottplatzkauf, die sortierten Schrauben, die Gulaschsuppe – Aufschübe waren, die jetzt aufgebraucht sind. Bernd erscheint mit zwei Dosen, gibt ihm eine, und Frank nimmt sie ohne Zögern, weil der Grund, sie abzulehnen, sich mit dem Strom erledigt hat. Ulla setzt sich auf den Betonboden, den Rücken gegen ein Regal, und sagt, ohne Dramatik, mit einer Sachlichkeit, die schwerer wiegt als jede Klage: „Das ist jetzt das Ende." Bernd öffnet seine Dose, das Zischen hallt durch die leere Halle wie eine unangemessene Antwort auf etwas, das keine Frage gestellt hat. Frank sagt: „Morgen ist vielleicht der Strom wieder da." Niemand widerspricht, und das ist schlimmer als Widerspruch, weil es bedeutet, dass alle drei wissen, dass er es selbst nicht glaubt. Der Regen beginnt gegen Mittag und trifft das Wellblechdach mit einer Beharrlichkeit, die keine Rücksicht auf das nimmt, was darunter sitzt. Sie hören ihm zu, ohne miteinander zu reden, weil das Reden sich verbraucht hat, und was bleibt, ist eine Gemeinschaft des Wartens, die keinen Namen hat, aber eine Form. Um drei Uhr nachmittags erheben sie sich, ohne Absprache, als hätte die Uhrzeit eine Autorität, die in diesem Raum noch gilt, wenn alles andere schon weggefallen ist. Frank geht als letzter, und er dreht sich nicht um, nicht weil er die Halle nicht noch einmal sehen will, sondern weil er weiß, dass der Anblick ihn in eine Entscheidung zwingen würde, die er noch nicht fassen kann. Am nächsten Morgen steht er um sechs Uhr vor dem geschlossenen Tor. Die Halle dahinter ist dunkel. Er setzt sich auf die Betonstufe, stützt die Unterarme auf die Knie, und schaut auf den Hof, in dem die Pfützen stehen wie kleine Spiegel, die den Himmel zeigen, der sich nicht entscheiden kann. Er hat keine Erklärung dafür, die er vor sich selbst bestehen könnte, und vielleicht ist das der Grund, warum er nicht versucht, eine zu finden. Das Sitzen ist keine Entscheidung. Aber es ist auch keine Niederlage. Es ist das Einzige, was er im Moment für wahr halten kann, und vorerst reicht ihm das. == 92 == 1 -------------------- -------------------- Die Laube Jens ist 52 Jahre alt. Er lebt allein in einer kleinen Wohnung. Seine Wohnung hat zwei Zimmer. Sein Vater ist gestorben. Der Vater hatte eine Gartenlaube. Die Laube steht am Rand von Magdeburg. Jens erbt die Laube. Er fährt an einem Samstag hin. Das Tor ist rostig. Jens tritt das Schloss auf. Das Tor quietscht laut. Hinter dem Tor wachsen Brombeeren. Ein alter Schuppen liegt umgefallen am Boden. Ein Fahrrad ohne Räder rostet im Gras. Jens zieht seine Handschuhe an. Er hebt eine leere Bierflasche auf. Er sagt nichts. Die Laube steht noch. Aber die Farbe blättert ab. Ein Fensterglas ist gesprungen. Jens geht hinein. Es riecht nach altem Holz und Staub. Er stellt die Bierflasche auf den Tisch. Dann fängt er an zu putzen. Zu Hause liest Jens einen Brief. Der Brief kommt vom Kleingartenverein. Der Verein heißt „Einheit". Der Verein soll aufgelöst werden. Es gibt zu wenige Mitglieder. Der Pachtvertrag läuft im September aus. Jens' Schwester heißt Heike. Sie ist 49 Jahre alt. Sie sitzt am Küchentisch. Sie trinkt Kaffee. „Reiß die Laube ab", sagt sie. „Das spart Geld." Jens faltet den Brief zusammen. Er steckt ihn in die Tasche. „Ich fahre am Samstag hin", sagt er. Heike schüttelt den Kopf. Sie wischt den Tisch ab. Sie sagt nichts mehr. Jens fährt jeden Samstag zur Laube. Er mäht den Rasen. Er streicht die Fensterbänke. Er arbeitet allein. Am Brunnen steht eine alte Pumpe. Die Pumpe gibt seit Jahren kein Wasser mehr. Jens schaut sie an. Er holt sein Werkzeug. Er schraubt und klopft. Er flucht leise. Nach zwei Stunden kommt Wasser. Zuerst ist es braun. Dann wird es klar. Jens lehnt sich an die Wand. Eine alte Frau schaut über den Zaun. Sie heißt Frau Kramer. Sie ist 78 Jahre alt. Sie ist die letzte Gärtnerin im Verein. „Läuft wieder?", fragt sie. Jens nickt. „Ihr Vater hat das auch immer gemacht", sagt sie. Jens dreht das Wasser ab. Es tropft noch ein bisschen nach. An einem Samstag räumt Jens die Laube aus. Unter dem Bett findet er eine Holzplatte. Darunter liegt eine Kiste. In der Kiste sind alte Flaschenetiketten. Er sieht auch eine alte Arbeitsjacke. Auf der Jacke steht „VEB Molkerei Magdeburg". Er hält die Jacke in der Hand. Sie riecht nach altem Tabak. Er hängt die Jacke über einen Stuhl. Heike kommt zur Tür. „Das kommt in die Tonne", sagt sie. Jens setzt sich neben den Stuhl. „Morgen", sagt er. Er schaut aus dem Fenster. Die Sonne geht unter. Die Plattenbauten werden orange. Jens bleibt sitzen. Er sitzt, bis es dunkel wird. Der Verein wird aufgelöst. Aber die Laube steht noch. Niemand kommt, um sie abzureißen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- -------------------- Die Laube Jens ist zweiundfünfzig Jahre alt und lebt allein in einer kleinen Wohnung am Stadtrand. Seit die Molkerei geschlossen hat, arbeitet er nicht mehr. Sein Vater ist vor drei Monaten gestorben und hat ihm eine Gartenlaube hinterlassen. Die Laube gehört zum Kleingartenverein „Einheit" am Rand von Magdeburg. Jens kennt die Laube gut, denn er war als Kind oft dort. Aber das ist lange her. Er fährt an einem Samstag mit dem Bus hin, weil sein Auto in der Werkstatt ist. Das Tor zum Garten ist verrostet und lässt sich kaum öffnen. Jens drückt dagegen, bis das Schloss aufbricht. Die Scharniere quietschen laut, und ein Vogel fliegt erschrocken davon. Hinter dem Tor sieht er Brombeersträucher, einen kaputten Schuppen und ein altes Fahrrad ohne Räder. Die Laube steht noch, aber die Farbe blättert von den Wänden. Ein Fensterglas ist gesprungen, und das Holz unter dem Sims ist dunkel vor Feuchtigkeit. Jens zieht seine Handschuhe an und fängt an zu arbeiten. Zu Hause hat er einen Brief vom Verein gelesen. Der Briefkopf zeigt noch das alte DDR-Wappen, und die Schrift ist altdeutsch. Der Verein soll aufgelöst werden, weil es zu wenige Mitglieder gibt. Der Pachtvertrag läuft am dreißigsten September aus. Jens hat den Brief nicht weggeworfen, sondern in seine Jackentasche gesteckt. Er denkt manchmal daran, wenn er abends wach liegt. Seine Schwester Heike hat gesagt, er soll die Laube abreißen lassen. „Das kostet nur Pacht und Zeit", hat sie gesagt. Heike ist neunundvierzig und arbeitet in einer Pflegeeinrichtung. Sie hat keine Zeit für alte Dinge. Jens hat ihr nicht widersprochen, aber er fährt trotzdem jeden Samstag hin. Im Garten ist eine alte Wasserpumpe, die seit Jahren nicht mehr funktioniert. Jens schaut sie an und holt dann sein Werkzeug aus der Tasche. Er hat zu viel Werkzeug dabei für so eine einfache Pumpe, aber das macht nichts. Er schraubt den Deckel auf und sieht, dass die Leitung verstopft und die Kolbenstange verrostet ist. Er arbeitet fast zwei Stunden, und es wird langsam heiß. Er flucht einmal leise, als er sich die Hand stößt. Dann kommt plötzlich Wasser – zuerst braun und schlammig, dann immer klarer. Jens hält die Hand darunter und schaut zu, wie das Wasser über seine Finger läuft. Er lehnt sich gegen die Laubenwand und atmet tief aus. Frau Kramer steht wie immer am Zaun. Sie ist achtundsiebzig Jahre alt und die letzte Gärtnerin, die noch kommt. Ihre zwei Reihen Salat wachsen kaum, aber sie beugt sich jeden Tag darüber. „Läuft wieder?", fragt sie, ohne ihn direkt anzusehen. „Ja", sagt Jens. „Ihr Vater hat das auch immer repariert", sagt sie. Jens dreht das Wasser ab und antwortet nicht. Es tropft noch langsam aus der Pumpe, aber das stört ihn nicht. Er denkt kurz an seinen Vater, dann hört er damit auf. An einem der letzten Samstage räumt Jens die Laube gründlich aus. Er schiebt das Bett zur Seite und findet darunter eine alte Holzplatte. Darunter liegt eine Kiste, die niemand in Jahren geöffnet hat. In der Kiste sind Flaschenetiketten der Brauerei Radeberg und zwei Packungen Kaffee Extra, abgelaufen 1990. Ganz unten liegt eine Arbeitsjacke mit dem Aufnäher „VEB Molkerei Magdeburg". Jens hebt die Jacke heraus und hält sie eine Weile in den Händen. Sie riecht nach altem Schweiß und Tabak, und der Stoff ist noch erstaunlich fest. Er hängt die Jacke über die Stuhllehne, als ob jemand sie gleich anziehen würde. Dann stellt er die Kaffeepackungen daneben auf den Tisch. Heike kommt kurz danach zur Tür herein. Sie schaut auf den Stuhl mit der Jacke und sagt: „Was soll das werden?" „Nichts", sagt Jens. „Das kommt alles in die Tonne", sagt sie. „Morgen", sagt Jens, und er meint es nicht so. Heike geht wieder, ohne die Tür richtig zu schließen. Jens setzt sich auf den Stuhl neben der Jacke und schaut aus dem Fenster. Draußen geht die Sonne unter, und die Plattenbauten werden für eine kurze Zeit orange. Er sitzt still, bis das Licht weg ist und es im Raum dunkel wird. Er macht kein Licht an. Der Verein wird im Oktober offiziell aufgelöst. Aber die Laube steht noch, weil niemand kommt, um sie abzureißen. ---------------------------------------------- 3 -------------------- -------------------- Die Laube Jens hatte nicht vorgehabt, den Garten zu behalten, als er den Schlüssel vom Notar bekam. Er hatte einfach Ja gesagt, weil er nicht Nein sagen konnte, nicht in dieser Situation. Drei Wochen nach der Beerdigung fuhr er zum ersten Mal hin. Die Anlage lag zwischen zwei Plattenbaublöcken am südlichen Stadtrand von Magdeburg, eingeklemmt zwischen einer Bahnlinie und einem Parkplatz. Das Eingangstor hing schief in den Angeln, und das Vorhängeschloss war so verrostet, dass Jens es auftreten musste. Er stand danach eine Weile still und schaute auf das, was dahinter lag. Ein umgefallener Schuppen, Brombeersträucher, die sich über den Weg gezogen hatten, und mittendrin das alte Fahrrad seines Vaters, das seit Jahren kein Mensch mehr angefasst hatte. Die Laube selbst wirkte kleiner, als er sie in Erinnerung hatte. Der Brief vom Kleingartenverein „Einheit" war zwei Tage zuvor in seinem Briefkasten gewesen. Er hatte ihn am Küchentisch gelesen, während Heike gegenüber saß und ihren löslichen Kaffee trank. Der Briefkopf trug noch das alte Vereinswappen, und die Mitteilung war sachlich formuliert: Auflösung zum dreißigsten September, zu wenige Mitglieder, zu hohe Kosten. „Dann ist das ja erledigt", hatte Heike gesagt, ohne aufzuschauen. Jens hatte den Brief gefaltet und eingesteckt, ohne etwas zu erwidern. Er wusste selbst nicht, warum. Jeden Samstag fuhr er hin, auch wenn das Wetter schlecht war. Er mähte den halb vertrockneten Rasen, strich die Fensterbänke mit einem Pinsel, den er in der Laube gefunden hatte, und kehrte den Weg vor dem Eingang. Es war keine Arbeit, die einen Sinn ergab, und er wusste das. Aber er kam wieder. Die Wasserpumpe am hinteren Ende des Gartens hatte seit mindestens fünf Jahren kein Wasser mehr gegeben. Jens kniete sich davor, öffnete das Gehäuse und sah sofort, warum sie nicht lief. Die Leitung war verstopft, die Kolbenstange so verrostet, dass sie sich kaum bewegen ließ. Er hatte sein Werkzeug dabei, mehr als nötig, aber das war seine Art. Er arbeitete im Schatten der Laubenwand, und der Schweiß lief ihm in den Nacken. Nach fast zwei Stunden gab die Pumpe nach – ein dünner, brauner Strahl, der langsam klarer wurde. Jens ließ das Wasser laufen und lehnte sich zurück, bis er seinen eigenen Atem hörte. Frau Kramer stand am Zaun, wie sie es immer tat, wenn Jens da war. Sie war achtundsiebzig und beugte sich täglich über ihre zwei Reihen Salat, die kaum wuchsen, aber das schien sie nicht zu stören. „Dein Vater hätte das nicht gewollt", sagte sie, ohne Vorwarnung. Jens schaute auf die kahlen Beete und antwortete nicht sofort. „Was hätte er nicht gewollt?", fragte er schließlich. „Das hier", sagte sie und machte eine Handbewegung, die alles bedeuten konnte. Jens nickte langsam, als ob er ihr zustimmte, obwohl er es nicht tat. „Mein Vater ist tot", sagte er. Frau Kramer schwieg, und Jens drehte die Pumpe ab. An einem der letzten Samstage räumte er die Laube systematisch aus. Er schob das alte Klappbett beiseite und bemerkte, dass eine der Bodendielen locker war. Darunter, in einer flachen Holzkiste, fand er Dinge, die er nicht erwartet hatte. Flaschenetiketten der Brauerei Radeberg, sauber gestapelt wie eine kleine Sammlung. Eine Arbeitsjacke mit dem Aufnäher „VEB Molkerei Magdeburg", der Stoff noch erstaunlich fest. Zwei Packungen Kaffee Extra, deren Verfallsdatum er sich nicht anschauen musste. Er hielt die Jacke lange in der Hand, bevor er sie über die Stuhllehne hängte. Der Geruch nach altem Tabak und Maschinenöl war noch da, schwach, aber eindeutig. Heike kam am späten Nachmittag vorbei, wie sie es angekündigt hatte. Sie stand in der Tür, schaute auf den Stuhl mit der Jacke und sagte nichts, eine Sekunde zu lang. „Das alles kommt in die Tonne", sagte sie dann. „Ich weiß", sagte Jens. „Dann mach es." „Morgen." Heike zog die Tür hinter sich zu, nicht laut, aber bestimmt. Jens setzte sich auf den Stuhl neben der Jacke und schaute aus dem Fenster. Die Sonne stand tief, und das Licht fiel orange über die Betonwände der Plattenbauten gegenüber. Er dachte nicht an seinen Vater, oder er versuchte es zumindest nicht. Er saß einfach, bis das Licht weg war und der Raum dunkel wurde. Er machte kein Licht an. Der Verein wurde im Oktober aufgelöst, pünktlich und ohne große Mitteilung. Jens bekam keinen weiteren Brief. Die Laube stand noch, als der erste Frost kam, und sie stand noch im Januar. Niemand schien sich dafür zu interessieren. Jens fuhr nicht mehr jeden Samstag hin, aber er fuhr noch. Er wusste selbst nicht genau, warum. ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Die Laube Jens hatte sich vorgenommen, nur einmal hinzufahren, um nachzusehen, was überhaupt noch da war. Das war im April gewesen, kurz nachdem der Notar ihm den Schlüssel überreicht hatte mit der beiläufigen Bemerkung, er müsse das ja nicht behalten. Jetzt war August, und er fuhr immer noch jeden Samstag hin. Die Anlage hieß offiziell „Kleingartenverein Einheit e.V.", aber auf dem Schild am Eingang fehlte seit Jahren ein Buchstabe, sodass es nun „Kleingartenverein Einhei" hieß, was Jens jedes Mal auffiel, ohne dass er etwas dagegen unternahm. Zwischen zwei Plattenbauriegel gezwängt, von einer stillgelegten Bahnlinie auf der einen und einem Supermarktparkplatz auf der anderen Seite begrenzt, hatte die Anlage etwas von einem vergessenen Einschluss, einem Stück Land, das niemand beansprucht hatte, weil niemand mehr wusste, wozu es gut sein sollte. Dreiundzwanzig Parzellen, von denen noch vier bewirtschaftet wurden, und auch das nur halbherzig. Den Brief vom Verein hatte Jens nicht weggeworfen. Er lag in der Innentasche seiner Jacke, gefaltet und schon ein wenig zerschlissen an den Kanten, weil er ihn gelegentlich herauszog und wieder einsteckte, ohne ihn zu lesen. Die Auflösung war für den dreißigsten September beschlossen worden, knapp, mit drei Stimmen, wobei Frau Kramer als einzige dagegen gestimmt hatte. Heike hatte gesagt, er solle froh sein, dass ihm die Entscheidung abgenommen werde. Jens hatte nicht erwidert, dass niemand ihm eine Entscheidung abnehmen konnte, die er nie getroffen hatte. Er arbeitete ohne Plan, was bedeutete, dass er meist mit dem anfing, was er zuerst sah. An einem Samstag war es der Rasen, an einem anderen die Fensterbänke, an einem dritten die Rinne, aus der das Herbstlaub des Vorjahres noch nicht entfernt worden war. Die Arbeit war nicht schön, und sie ergab keinen erkennbaren Fortschritt, aber sie hielt ihn in Bewegung, was er seit der Schließung der Molkerei schätzen gelernt hatte. Die Wasserpumpe hatte ihn am meisten Zeit gekostet. Sie stand am hinteren Ende der Parzelle, aus Gusseisen, mit einem langen geschwungenen Hebel, den sein Vater vermutlich noch selbst eingebaut hatte, und sie hatte nach allem Anschein seit mindestens fünf Jahren kein Wasser mehr gegeben. Jens hatte sie an drei aufeinanderfolgenden Samstagen auseinandergenommen, gereinigt, teils mit Teilen aus einem Eisenwarengeschäft in der Innenstadt repariert, und beim vierten Mal hatte sie funktioniert, widerwillig, mit einem metallischen Knirschen, das langsam nachließ. Er hatte das Wasser laufen lassen, bis es klar wurde, und war dann einfach stehen geblieben, die Hände in den Hosentaschen, als hätte er nicht erwartet, dass es tatsächlich klappen würde. Frau Kramer beobachtete ihn regelmäßig vom Zaun aus, mit der sachlichen Aufmerksamkeit einer Person, die nicht viel zu verlieren hat und sich deshalb erlauben kann, genau hinzuschauen. Sie hatte ihm einmal gesagt, sein Vater wäre stolz gewesen, und ein anderes Mal, sein Vater hätte das alles längst aufgegeben, und Jens hatte den Eindruck, dass beides gleichzeitig stimmen konnte. „Dein Vater hätte das nicht gewollt", sagte sie an dem Samstag, an dem er die Pumpe repariert hatte. Jens schaute auf die kahlen Beete, in denen sein Vater vermutlich zuletzt vor zehn Jahren etwas angebaut hatte. „Mein Vater ist tot", sagte er, nicht kalt, aber ohne die Absicht, das Gespräch weiterzuführen. Frau Kramer nickte, als hätte er etwas Vernünftiges gesagt. Die Kiste unter der losen Diele hatte er erst gefunden, nachdem er das Bett verrückt hatte, um den Boden zu fegen. Er hätte sie ohne weiteres übergehen können, aber der Hohlklang unter seinem Fuß hatte ihn innehalten lassen. Die Holzplatte ließ sich mit einem Schraubenzieher anheben, und darunter lag eine flache Obstkiste, die mit einem Stück Jutesack abgedeckt war. Die Flaschenetiketten der Brauerei Radeberg waren fein säuberlich gestapelt, als hätten sie einen dokumentarischen Wert, den nur der Sammler kannte. Die Arbeitsjacke mit dem Aufnäher „VEB Molkerei Magdeburg" war noch erstaunlich gut erhalten, der Stoff grau und schwer, die Nähte fest. Jens hob sie heraus und hielt sie so, als wolle er prüfen, ob sie noch passte, obwohl er wusste, dass er das nicht vorhatte. Sie roch nach altem Tabak, nach Maschinenöl und nach etwas, das er nicht benennen konnte, aber sofort erkannte. Er hängte sie über die Stuhllehne, stellte die zwei Packungen Kaffee Extra daneben, abgelaufen 1990, und trat einen Schritt zurück. Heike erschien gegen halb sechs, früher als angekündigt, und stand in der Tür mit dem Ausdruck einer Person, die bereits weiß, was sie sagen wird, und nur noch den richtigen Moment abwartet. „Das kommt alles weg", sagte sie, als sie die Kiste und die Jacke gesehen hatte. „Ich weiß", sagte Jens. „Dann tu es auch." Er setzte sich auf den Stuhl neben der Jacke, ohne zu antworten. Heike blieb einen Moment stehen, dann seufzte sie, nicht unfreundlich, aber mit der Erschöpfung von jemandem, der schon zu lang versucht, jemand anderen von etwas zu überzeugen, was er selbst längst aufgegeben hat. Sie zog die Tür hinter sich zu. Jens saß in der Laube, bis es dunkel war, was im August immer länger dauerte, als man dachte. Die Plattenbauten gegenüber wurden für eine kurze Zeit orange, dann grau, dann waren sie einfach nur dunkel. Er machte kein Licht an, nicht weil er es vergessen hätte, sondern weil das Dunkel ihn nicht störte. Er dachte an nichts Bestimmtes, oder er dachte an zu vieles, um es voneinander zu unterscheiden. Der Verein wurde im Oktober aufgelöst, formgerecht und ohne Aufsehen. Die meisten Parzellen blieben einfach stehen, wie sie waren, weil der bürokratische Aufwand des Abrisses offenbar größer war als der Nutzen. Jens fuhr im November noch zweimal hin, im Dezember einmal. Die Jacke hing noch immer über der Stuhllehne. Er hatte nicht das Gefühl, dass er sie aufheben wollte. Er hatte nur nicht das Gefühl, dass er sie wegwerfen konnte. ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- Die Laube Dass er überhaupt hingefahren war, hatte weniger mit Pflichtgefühl zu tun als mit dem schlechten Gewissen gegenüber einer Erbschaft, die er weder wollte noch zurückweisen konnte, ohne sich dabei irgendetwas einzugestehen. Der Schlüssel hatte auf dem Tisch des Notars gelegen wie ein Gegenstand, der schon lange auf jemanden wartet, der ihn abholt, ohne zu wissen, wozu. Jens hatte ihn eingesteckt. Die Anlage lag dort, wo Magdeburg aufhörte, sich Mühe zu geben: zwischen einer stillgelegten Güterbahntrasse und dem Rücken eines Supermarkts, dessen Lüftungsanlage man von der Parzelle seines Vaters aus hören konnte, wenn der Wind aus Süden kam. Dreiundzwanzig Gärten, von denen die meisten längst dem sukzessiven Rückzug ins Unkraut überlassen worden waren, als hätte sich die Natur hier nicht durchgesetzt, sondern einfach nachgerückt, weil die Menschen die Arbeit des Zurückdrängens irgendwann als aussichtslos erkannt hatten. Jens trat das Vorhängeschloss auf, und das Tor öffnete sich mit dem Geräusch von etwas, das lange nicht gefragt worden war. Den Brief hatte er nicht weggeworfen, und er hatte ihn auch nicht beantwortet, was auf dasselbe hinauslief, aber sich anders anfühlte. Die Auflösung des Vereins war zum dreißigsten September beschlossen worden, mit einer Knappheit, die den Vorgang weniger nach Entscheidung als nach Erschöpfung aussehen ließ. Heike hatte den Brief gelesen und zurückgelegt, mit der Präzision von jemandem, der keine Energie auf Dinge verwendet, die sich ohnehin von selbst erledigen. „Du machst dir das Leben schwerer als es ist", hatte sie gesagt, und Jens hatte nicht widersprochen, weil das Gegenteil zu kompliziert gewesen wäre. Er fuhr jeden Samstag hin, was er sich selbst nicht vollständig erklären konnte und deshalb gar nicht erst versuchte. Die Arbeit war nicht produktiv in einem Sinn, den er hätte vorweisen können: Er mähte Rasen, der verdorrte; er strich Holz, das verfaulte; er kehrte Wege, auf denen außer ihm niemand mehr ging. Aber die Stunden vergingen dabei anders als in seiner Wohnung, wo die Zeit keine Form hatte, sondern sich einfach anhäufte. Die Wasserpumpe aus Gusseisen, die sein Vater in den frühen achtziger Jahren selbst eingebaut hatte, stand hinten an der Parzelle wie ein Denkmal für eine Praxis des Selbermachens, die mit der Generation, die sie gepflegt hatte, größtenteils verschwunden war. Jens hatte vier Samstage gebraucht, um sie wieder zum Laufen zu bringen, nicht weil die Reparatur so schwierig gewesen wäre, sondern weil er nach jedem Fortschritt innehielt und nachdachte, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Als das Wasser schließlich floss, braun zunächst, dann zunehmend klar, stand er dabei wie jemand, der auf eine Antwort wartet, von der er nicht mehr sicher ist, ob er die Frage noch kennt. Frau Kramer erschien täglich, mit einer Beharrlichkeit, die nichts mit Hoffnung zu tun hatte, sondern eher mit dem Wissen, dass die Alternative schlechter wäre. Ihre zwei Reihen Salat wuchsen kaum, aber sie beugte sich jeden Morgen darüber, mit der konzentrierten Zuwendung einer Person, die verstanden hat, dass Aufmerksamkeit das Einzige ist, das man uneingeschränkt geben kann. „Dein Vater hätte das nicht gewollt", sagte sie eines Nachmittags, ohne anklagende Absicht, eher wie eine Feststellung, die sie schon länger mit sich herumgetragen hatte. Jens schaute auf die leeren Beete, die sein Vater zuletzt vielleicht vor einem Jahrzehnt bepflanzt hatte, und überlegte kurz, was er wissen müsste, um ihr zu widersprechen. „Mein Vater ist tot", sagte er schließlich, nicht als Einwand, sondern als Einräumung einer Tatsache, die alle anderen relativierte. Frau Kramer sah ihn an, als hätte er etwas Mutigeres gesagt, als er beabsichtigt hatte. Die Kiste unter den Dielen hatte er gefunden, weil eine der Bohlen unter seinem Gewicht nachgegeben hatte, ein leiser Hohlklang, der in der Stille der Laube ungewöhnlich deutlich klang. Er hätte einfach weitergehen können, aber er kniete sich hin, hob die Platte an und fand darunter eine flache Obstkiste, abgedeckt mit einem gefalteten Stück Jutesack, als wäre das Verstecken eine Geste der Fürsorge gewesen und nicht der Verbergung. Die Flaschenetiketten der Brauerei Radeberg lagen in einer Ordnung, die mehr über den Mann verriet, der sie hineingelegt hatte, als irgendein Gespräch es je getan hatte: sorgfältig, zwecklos, beharrlich. Die Arbeitsjacke mit dem Aufnäher „VEB Molkerei Magdeburg" war noch so gut erhalten, dass Jens einen Moment lang nicht sicher war, ob sie getragen oder nur aufbewahrt worden war. Er hob sie heraus und hielt sie vor sich, den Blick auf den verblassten Aufnäher gerichtet, während der Geruch nach Tabak und Maschinenöl sich im Raum ausbreitete wie etwas, das auf eine Gelegenheit gewartet hatte. Dann hängte er die Jacke über die Stuhllehne, mit einer Sorgfalt, die er selbst nicht kommentiert hätte. Er stellte den Stuhl so, dass er dem Fenster zugewandt war. Heike kam gegen Abend, mit der leicht ungeduldig vorwärtsgerichteten Energie einer Person, die bereits zu viele andere Verpflichtungen hinter sich hat. Sie stand in der Tür, sah den Stuhl mit der Jacke, sah die Kaffeepackungen auf dem Tisch, und Jens beobachtete, wie sie die Situation einordnete und verwarf, einordnete und wieder verwarf. „Das ist doch keine Art", sagte sie schließlich, was alles bedeuten konnte und deshalb nichts bedeutete. Jens antwortete nicht, und Heike zog die Tür zu, mit einer Zurückhaltung, die vielleicht Rücksicht war oder vielleicht nur Ermüdung. Er saß noch lange, nachdem das Licht draußen weggegangen war, in einem Raum, der sich langsam mit Dunkel füllte wie ein Behälter, der gekippt wird. Die Plattenbauten jenseits des Zauns wurden zu Silhouetten, dann zu Schatten, dann zu etwas, das man mehr ahnte als sah, und Jens saß dabei und tat nichts dagegen. Er dachte an seinen Vater in der Weise, wie man an jemanden denkt, dem man zu Lebzeiten nicht die richtigen Fragen gestellt hat, und der einem jetzt fehlt, nicht wegen dem, was er war, sondern wegen dem, was man nun nie mehr wird fragen können. Der Verein wurde aufgelöst, pünktlich und formgerecht, und das Vereinsvermögen, das aus einem Rasenmäher und einem Gartenschlauch bestand, wurde an einen benachbarten Verein übertragen. Die Lauben standen, weil niemand Interesse an dem hatte, was ihr Abriss kosten würde, und weil bürokratische Verfahren die Eigenschaft haben, sich selbst aufzuschieben, wenn niemand sie antreibt. Jens fuhr auch im Winter noch gelegentlich hin, nicht jeden Samstag, aber oft genug, um zu bemerken, dass die Jacke auf dem Stuhl keine Staubschicht ansetzte. Er wischte sie ab, wenn er kam. Er wusste nicht, ob das Gewohnheit war oder etwas anderes. Er ließ die Frage offen, weil sie sich dort besser hielt als irgendwo sonst. == 93 == 1 -------------------- -------------------- Jeden Morgen Nina hat einen kleinen Kiosk am Bahnhof. Sie öffnet jeden Tag um sechs Uhr früh. Herr Kohl kommt jeden Morgen. Er kauft immer die Neustaedter Zeitung. Er bezahlt und sagt: „Danke, Nina." Nina sagt: „Bitte, Herr Kohl." Das ist alles. Herr Kohl ist 73 Jahre alt. Er trägt immer eine braune Jacke. Nina kennt ihn seit drei Jahren. Sie reden nicht viel. Das ist kein Problem. Vor zwei Wochen ist Herr Kohl nicht gekommen. Nina hat die Zeitung für ihn zurückgelegt. Am nächsten Tag ist er auch nicht gekommen. Die Zeitung hat Nina weggeworfen. Aber am nächsten Morgen hat sie wieder eine Zeitung zurückgelegt. Das macht sie jetzt jeden Tag. Warum eigentlich? Sie weiß es nicht. Ihre Kollegin Hanna fragt: „Für wen ist die Zeitung?" Nina sagt: „Für einen Kunden." Hanna fragt: „Welchen?" Nina sagt: „Den mit der braunen Jacke." Hanna nickt. Sie kennt ihn auch. In der zweiten Woche hat Nina die Kundenliste angeschaut. Herr Kohl heißt Werner Kohl und wohnt in der Hauptstraße 12. Das ist nicht weit vom Bahnhof. Werner Kohl. Nina hat die Liste wieder zugeklappt. Am Montag kommt ein neuer Kunde. Er kauft auch eine Zeitung. Aber er kauft die Sportzeitung, nicht die Neustaedter Zeitung. Er sagt nichts und geht schnell wieder. Nina lächelt. Er lächelt nicht zurück. Das ist egal. Am Ende des Tages liegt die Neustaedter Zeitung noch da. Nina legt sie weg. Sie ist kurz traurig, aber sie sagt das nicht. Am nächsten Morgen legt sie wieder eine Zeitung zurück. Das ist jetzt ihre Gewohnheit, nicht seine. Das denkt sie kurz und macht dann weiter. Am Abend geht Nina an der Hauptstraße 12 vorbei. Das macht sie nicht extra. Sie geht einfach diese Straße nach Hause. Hinter einem Fenster im Erdgeschoss brennt Licht. Nina bleibt kurz stehen. Dann geht sie weiter. Sie weiß nicht, ob das sein Fenster ist. Sie weiß nicht viel über ihn. Nur: braune Jacke, Neustaedter Zeitung, „Danke, Nina." Das ist wenig. Aber es ist auch etwas. Am nächsten Morgen öffnet Nina den Kiosk um sechs. Die Neustaedter Zeitung liegt bereit. Herr Kohl kommt nicht. Hanna fragt: „Heute wieder keine Zeitung für ihn?" Nina sagt: „Doch." Sie legt die Zeitung auf die Seite. Hanna schüttelt den Kopf, aber nicht böse. Es ist sieben Uhr. Der erste Zug fährt ab. Herr Kohl ist nicht dabei. Der Kiosk ist offen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- -------------------- Die Semmel Monika hat eine kleine Bäckerei in Gröbming. Sie öffnet jeden Morgen um sechs Uhr. Herr Zimmermann kommt immer um sieben. Er kauft zwei Semmeln und einen Kaffee. Das macht er seit vier Jahren. Er setzt sich an den kleinen Tisch beim Fenster. Er liest keine Zeitung und schaut einfach raus. Nach einer halben Stunde geht er wieder. Monika kennt seinen Namen, denn er hat eine Kundenkarte. Aber sie redet nicht viel mit ihm. Er auch nicht. Das passt so. Vor zehn Tagen ist Herr Zimmermann nicht gekommen. Monika hat gedacht: Er schläft vielleicht länger. Am nächsten Morgen war er auch nicht da. Sie hatte seine zwei Semmeln schon aus dem Regal genommen, aber dann hat sie sie wieder zurückgelegt. Am dritten Morgen hat sie die Semmeln für ihn zur Seite gelegt. Sie hat einen kleinen Zettel dazugelegt: „Reserviert." Ihr Kollege Felix hat gefragt, für wen. Monika hat gesagt: „Für einen Stammkunden." Felix hat genickt und nichts weiter gefragt. Am fünften Morgen hat Monika die Semmeln nicht mehr reserviert. Die anderen Kunden kaufen sie sonst. Aber sie schaut immer noch um sieben Uhr auf die Tür. Das merkt Felix auch. Er sagt aber nichts. In der zweiten Woche ohne Herrn Zimmermann hat Monika seine Kundenkarte rausgesucht. Er heißt Karl Zimmermann und wohnt in der Bachgasse 4. Das wusste sie schon, aber jetzt hat sie es gelesen. Karl Zimmermann. Sie hat die Karte wieder in die Schublade gelegt. An einem Montag hat ein junger Mann zwei Semmeln und einen Kaffee bestellt. Er hat sich auch an den kleinen Tisch gesetzt. Aber er hat auf sein Handy geschaut. Monika hat ihm den Kaffee gebracht und gedacht: Das ist nicht dasselbe. Dann hat sie sich selbst gedacht: Natürlich nicht. Das muss auch nicht dasselbe sein. Am Ende des Tages hat Felix die Kaffeemaschine gereinigt. Monika hat die Theke abgewischt. Sie haben wenig geredet, wie immer. Als Felix gegangen ist, hat Monika kurz an die Bachgasse 4 gedacht. Sie kann kurz dort vorbeigehen, aber das macht man nicht einfach so. Man geht nicht zu einem Kunden nach Hause. Das wäre seltsam. Oder? Am nächsten Morgen hat Monika die Bäckerei um sechs geöffnet. Um sieben war die Tür zu. Um acht auch. Herr Zimmermann ist nicht gekommen. In ihrer kurzen Pause hat sie an seinem Stammplatz einen Kaffee getrunken. Das hat sie noch nie gemacht. Der Platz war warm, denn die Sonne hat reingeschienen. Das war alles. Am Abend hat sie Felix gefragt, ob er die Bachgasse kennt. Felix hat gesagt: „Die ist doch hinter der Kirche, oder?" Monika hat gesagt: „Ja, stimmt." Mehr nicht. Der nächste Morgen war wieder ein normaler Morgen. Zwei Semmeln und ein Kaffee für jemanden. Vielleicht für denselben, vielleicht nicht. Die Bäckerei ist um sechs geöffnet. Herr Zimmermann war nicht da. ---------------------------------------------- 3 -------------------- -------------------- Das leere Brett Thomas Bachner ist 42 Jahre alt und leitet den Schachklub Waldkirch seit acht Jahren. Er ist kein besonders guter Schachspieler, aber er ist zuverlässig. Das ist wichtiger, sagen die älteren Mitglieder. Jeden Dienstagabend um halb acht kam Herr Pfister in den Vereinsraum. Er hängte seinen Mantel an den zweiten Haken von links und setzte sich an Tisch drei. Herr Pfister war 72 Jahre alt und spielte seit vierzig Jahren Schach. Er spielte gegen jeden, der sich hinsetzte, und er verlor selten. Thomas hatte gegen ihn in drei Jahren kein einziges Mal gewonnen. Das war ihm nicht peinlich, denn Herr Pfister spielte wirklich gut. Herr Pfister sprach wenig während des Spiels. Manchmal sagte er „Das war ein Fehler" – und meinte damit seinen eigenen. Einmal hatte er nach dem Spiel gefragt, ob Thomas Tee möchte, und Thomas hatte ja gesagt. Das war das längste Gespräch zwischen ihnen. Vor drei Wochen kam Herr Pfister nicht. Thomas baute das Schachbrett trotzdem auf, weil er das jeden Dienstag tat. Er wartete bis halb neun, dann räumte er die Figuren weg. Am nächsten Dienstag war Herr Pfisters Platz wieder leer. Thomas dachte, er ist vielleicht krank. Er schrieb in sein Notizbuch: „HP – Abwesenheit 2 Wochen – Grund unbekannt." Das war seine Art, mit Unklarheiten umzugehen. In der dritten Woche stellte er das Brett wieder auf. Er stellte die Figuren so hin, wie sie in der letzten Partie nach dem siebten Zug gestanden hatten. Er wusste das noch auswendig. Dann saß er da und schaute auf das Brett. Nach zehn Minuten räumte er alles wieder weg, ohne ein Wort zu sagen. Sein Kollege Rainer sah es und fragte: „Wegen Pfister?" Thomas sagte: „Hab nur was getestet." Das glaubte Rainer nicht, aber er ließ es so stehen. Thomas hatte die Adresse von Herrn Pfister nicht. Er hatte in drei Jahren nie danach gefragt. Im Verein gab es eine Mitgliederliste, und die lag in einem Ordner im Schrank. Thomas öffnete den Ordner nicht. Er überlegte es kurz, dann schob er ihn wieder rein. Warum eigentlich nicht? Er wusste keine Antwort, die er sich hätte sagen wollen. Auf dem Heimweg ging Thomas an der alten Schule vorbei, wo er als Kind gelernt hatte. Die Schule war jetzt ein Ärztezentrum. Er dachte: Alles bleibt, bis es nicht mehr bleibt. Das war kein besonders kluger Gedanke, aber er passte. Zu Hause aß er Brot mit Käse und schaute eine Weile aus dem Fenster. Er stellte kein Schach auf. Am nächsten Dienstag rückte Thomas Tisch drei zurecht, wischte die Platte ab und stellte das Brett auf. Er baute die Figuren ordentlich auf: Weiß links, Schwarz rechts. Herr Pfister kam nicht. Um Viertel nach acht setzte sich Rainer hin und fragte: „Darf ich?" Thomas sagte: „Klar." Sie spielten eine Partie, die Thomas nach dreißig Zügen gewann. Das hatte er noch nie gegen jemanden in diesem Raum geschafft. Es war kein gutes Gefühl. Rainer sagte: „Gut gespielt." Thomas räumte die Figuren weg. Dann klappte er das Brett zusammen und legte es in den Schrank. Das Brett war ein altes Holzbrett, das Herrn Pfister gehörte. Es stand im Vereinsraum, weil Herr Pfister es vor Jahren mitgebracht hatte. Thomas schloss den Schrank. Er schrieb in sein Notizbuch: „HP – Abwesenheit 4 Wochen." Dann strich er die Zeile durch. Rainer zog seinen Mantel an und sagte: „Tschüss." Thomas antwortete: „Bis nächste Woche." Er löschte das Licht. Im Schrank stand das Brett. Der Haken, an dem Herr Pfisters Mantel gehangen hatte, war leer. Thomas ging nach Hause. Es war ein ganz normaler Dienstagabend. Das war das Schlimmste daran. ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Der freie Tisch Jeden Mittwochvormittag betrat ein Herr mit einem hellgrauen Fedora das Café Schlossberg in Tübingen und setzte sich an Tisch sieben, den Fensterplatz zur Neckarfront. Susanne Kettler führte das Café seit zwölf Jahren und kannte seine Gewohnheit besser als die Namen vieler Stammgäste. Er bestellte stets einen großen Milchkaffee und ein Glas stilles Wasser. Dann holte er die Tageszeitung aus der Ablage und las sie von vorne bis hinten. Er sprach beim Kommen und Gehen ein kurzes Wort, aber mehr nie. Das Trinkgeld betrug jedes Mal ein Euro zwanzig, auf den Tisch gelegt. Er war seit fünf Jahren Stammgast, immer mittwochs, immer zur selben Zeit. Susanne hatte sich angewöhnt, die Zeitung vor seiner Ankunft auf Tisch sieben zu legen. Benny, ihr Mitarbeiter, tat dasselbe, wenn Susanne im Lager war. Sie hatten das nie besprochen. Es hatte sich einfach so ergeben. Manche Gewohnheiten entstehen durch Wiederholung, nicht durch Absprache. Eines Mittwochs Mitte November kam er nicht. Die Zeitung lag bis kurz vor zwölf auf Tisch sieben, dann räumte Susanne sie wortlos weg. Am nächsten Mittwoch legte sie die Zeitung wieder dorthin und wartete erneut vergebens. Tisch sieben blieb leer bis kurz nach Mittag, als eine ältere Dame den Platz einnahm und Kamillentee bestellte. Susanne bediente sie höflich und räumte danach ab. Sie dachte dabei nicht an ihn – sie wusste damals noch nicht einmal, wie er hieß. In der zweiten Woche ohne ihn wischte Susanne Tisch sieben morgens und nachmittags, obwohl niemand dort saß. Benny bemerkte es und fragte nicht. In der dritten Woche bestellte Susanne die Tageszeitung neu, die sie vor zwei Jahren abbestellt hatte, weil kaum jemand sie las. Als Benny fragte warum, sagte sie, die Gäste würden in letzter Zeit wieder mehr lesen wollen. Benny glaubte ihr das nicht, sagte aber nichts. Am dritten mittwochlosen Vormittag setzte Susanne sich in einer ruhigen Stunde selbst an Tisch sieben und trank dort ihren Kaffee, was sie in zwölf Jahren noch nie getan hatte. Sie sah auf den Neckar, der grau und gleichmäßig hinter der Scheibe vorbeizog. Dieser Tisch hatte eine Stille, die die anderen nicht hatten. Es war nicht die Stille des Leerseins, sondern die eines Menschen, der gut schweigen konnte, ohne dass das Gespräch aufgehört hätte. Susanne hatte das erst jetzt bemerkt, da der Platz leer war. Nach fünf Minuten stand sie auf, weil eine Lieferung klingelte. Am Nachmittag holte sie die Stammkarte aus der Schublade. Er hieß Werner Büchel, Geburtstag Dezember, Adresse nicht eingetragen. Susanne schob die Karte zurück. Werner Büchel. Fünf Jahre hatte sie diesen Mann bedient, ohne ihn zu kennen. Das hatte sich damals richtig angefühlt. Jetzt wusste sie, dass es ein Versäumnis gewesen war, auch wenn sie nicht hätte erklären können, woraus genau. Hätte jemand sie nach Werner Büchel gefragt, hätte sie nur sagen können: hellgrauer Fedora, Milchkaffee, ein Euro zwanzig Trinkgeld. Das war das Einzige, was sie hatte. Am Abend überlegte sie kurz, ob man ihm hätte schreiben können, aber sie hatte keine Adresse und keinen Satz, der das gerechtfertigt hätte. Am nächsten Mittwoch öffnete Susanne das Café um acht, legte die Zeitung auf Tisch sieben und machte die Kaffeemaschine warm. Um zehn vor elf betrat ein junger Mann das Café und fragte, ob der Fensterplatz frei sei. Susanne sagte „Ja" und stellte, ohne nachzudenken, das Glas Wasser dazu. Er fragte, warum das Wasser schon da sei, und sie antwortete: „Macht man hier so." Das stimmte und stimmte nicht. Er bestellte grünen Tee, öffnete einen Laptop und las keine Zeitung. Er ließ kein Trinkgeld und grüßte beim Gehen. Alles war in Ordnung. Beim Abendaufräumen wischte Susanne Tisch sieben als letzten, obwohl er der erste in ihrer normalen Route war. Benny zog den Mantel an und fragte: „War er heute da?" Susanne sagte: „Nein." Benny sagte: „Dann halt nicht" und ging. Susanne räumte die Kasse ab und schaltete das Licht aus. Draußen zog der Neckar vorbei. Sie blieb kurz vor der Tür stehen. Die Zeitung war morgen wieder da. Tisch sieben war morgen wieder frei. Und der Mittwoch danach, und der danach. Susanne hatte fünf Jahre lang einen fremden Rhythmus mitgezählt, ohne es zu wissen. Erst sein Fehlen hatte ihr das gesagt. Manche Dinge zeigen sich nur im Wegfall. Sie schloss die Tür. Mittwoch war vorbei. ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- Non finito Zweimal im Monat trat an einem Freitag ein Herr aus Frankfurt in die Handschriftenabteilung der Stiftsbibliothek, und Dr. Elise Ranner hätte seinen Namen auf dem Bestellformular nachlesen können – sie hatte es vier Jahre lang nicht getan. Dieser Umstand war ihr nicht aufgefallen, solange er regelmäßig erschien. Er bestellte stets Signatur KR-Ms-073b: ein unvollständiges Klavierkonzert aus dem frühen achtzehnten Jahrhundert, dessen Komponist bis heute unidentifiziert geblieben war. Er trug einen Tweedmantel in abgenutztem Grau, dessen linkes Revers Elise auf zehn Meter erkannte. Er schrieb keine Notizen. Er saß am Fenster, schlug die Mappe auf und betrachtete die Seiten mit einer Aufmerksamkeit, die Elise weniger an Forschungsarbeit als an ein stilles, privates Gespräch erinnerte – mit jemandem, der nicht antwortete. Manchmal stand er auf, trat ans Fenster und sah in den Stiftsgarten. Dann kehrte er zurück. Er hatte nie etwas verlangt, was nicht auf dem Bestellformular stand. Elise hatte einmal die Zeit gemessen: selten kürzer als eineinhalb Stunden, nie länger als zwei. Einmal hatte er beim Gehen „Danke" gesagt, ohne sich umzudrehen, und sie hatte „Bitte" geantwortet, ohne aufzublicken. Das war die Natur dieser Räume. Im Oktober erschien er nicht. Elise vermerkte die Abweichung nicht – aber sie bemerkte sie mit der Genauigkeit, mit der man ein leises Ausbleiben bemerkt, ohne den Kopf zu heben. Auch der zweite und der dritte Freitag brachten ihn nicht. Ohne es zu entscheiden, hatte sie begonnen, die Handschriftenmappe donnerstags aus dem Magazin zu holen und auf die Ablage hinter dem Schalter zu legen. Das widersprach dem internen Verfahrenshandbuch. Als ihr das auffiel, schob sie die Mappe zurück und sagte sich, es bedeute nichts. Am nächsten Donnerstag holte sie sie erneut heraus. An einem Montag öffnete Elise die Archivschublade mit den Bestellformularen der letzten vier Jahre und suchte nach seinem Eintrag. Er hieß Ruprecht Voll. Sie las den Namen, legte das Formular zurück und schloss die Schublade, ohne sich etwas zu notieren. Ein gewöhnlicher Name für einen gewöhnlichen Menschen, der ihr vier Jahre lang selbstverständlich gewesen war. Der Name hatte die Unauffälligkeit des Mannes nicht verändert. Er hieß jetzt Ruprecht Voll und war immer noch fort. Am selben Abend rief sie die Digitalisierung der Mappe auf und blätterte zur siebten Seite – dem einzigen Abschnitt, den er laut Formularangaben je angefordert hatte. Es war ein Adagio, das unvermittelt abbrach. Darunter stand in einer anderen Handschrift, kaum entzifferbar: „Non finito." Nicht beendet. Elise saß lange vor dem Bildschirm. Sie dachte nicht an Ruprecht Voll, sondern an die Randnotiz, die jemand anderes hinterlassen hatte – als wäre das Unfertige ein Befund, keine Schuld. Auf dem Heimweg blieb sie an der Brücke über die Krems stehen und sah auf das Wasser, das in dieser Jahreszeit eine Farbe hatte, die keinem ihrer Archivbegriffe entsprach. Sie kannte viele Bezeichnungen für den Zustand von Papier: fragmentarisch, degradiert, unvollständig, verloren. Für das, was sie gerade empfand, hatte sie keine. Zu Hause erwärmte sie eine Suppe und aß sie stehend, was sie nur tat, wenn sie vergessen hatte, sich zu setzen. Dann spielte sie Scarlatti – nicht aus Freude, sondern weil die Hände es kannten und den Kopf dabei in Ruhe ließen. Nach zwanzig Minuten hörte sie auf. Die Frage, die sie vier Jahre lang nicht gestellt hatte, saß jetzt in der Stille wie ein Halbsatz, dem der zweite fehlt. In der Handschriftenabteilung fragten die Forschenden, und das Personal antwortete – nicht umgekehrt. Das war die Ordnung. Das war korrekt. Das war ein Käfig. Nicht weil jemand sie eingesperrt hätte, sondern weil die Ordnung so präzise passte, dass sie nicht gemerkt hatte, wann die Tür zugefallen war. Am nächsten Freitag öffnete sie die Bibliothek pünktlich um neun. Die Handschriftenmappe lag im Magazin, korrekt eingeordnet, Rücken bündig. Um halb elf bestellte jemand KR-Ms-073b: eine Musikwissenschaftlerin aus München, die sich den ganzen Vormittag Notizen machte und gelegentlich leise vor sich hin murmelte. Elise händigte die Mappe aus, quittierte und lächelte. Alles funktionierte. Um Mittag gab die junge Frau die Mappe zurück und fragte, ob der Komponist inzwischen identifiziert worden sei. Elise antwortete: „Nicht nach unserem Kenntnisstand." Die junge Frau nickte und ging. Elise schob die Mappe ins Regal. Sie hätte sagen können, dass ein Herr aus Frankfurt die siebte Seite vier Jahre lang studiert hatte, ohne eine Antwort zu hinterlassen. Das wäre keine Archivauskunft gewesen. Aber es wäre etwas gewesen. Sie schwieg. An der Brücke über die Krems blieb sie auf dem Heimweg wieder stehen. Das Wasser hatte dieselbe Farbe wie in der Woche davor. Dieser Freitag war vorbei. Kein Tweedmantel. Kein Frankfurt. Kein Non finito. Nur der nächste Donnerstag, an dem sie darauf achten würde, die Mappe nicht herauszulegen. Und der Freitag danach, an dem niemand käme. Und die Ordnung, die beides korrekt verbuchen würde. == 94 == 1 -------------------- -------------------- Mia S. ist 48 Jahre alt. Sie arbeitet am Flughafen Hamburg. Ihre Arbeit ist die Passkontrolle. Das macht sie schon seit zehn Jahren. Jeden Morgen kommt Mia früh ins Büro. Sie zieht ihre Handschuhe an und prüft dann den Stempel. Sie stempelt immer zuerst ein Probeblatt. Die Tinte muss gleichmäßig sein. Um 6:00 Uhr öffnet sie die Grenze. Mia ist bereit. Die ersten Reisenden kommen um 6:10 Uhr. Mia nimmt jeden Pass und schaut das Foto an. Sie prüft das Datum und stempelt dann. „Guten Morgen", sagt sie zu jedem Reisenden. Das sagt sie viele Male am Tag. Sie denkt dabei nicht viel. Der Morgen ist ruhig. Am Donnerstag ist es ruhig am Nachmittag. Es ist 15:30 Uhr. Der nächste Reisende ist jung. Er hat helle Haare und blaue Augen. Mia nimmt seinen Pass. Der Pass ist ein deutscher Reisepass. Sie öffnet den Pass und schaut das Foto an. Das Gesicht ist jung, aber sie kennt es. Die hellen Haare, die blauen Augen – das ist Leon. Leon. Ihr Sohn ist 19 Jahre alt. Mia hat ihn seit sechs Jahren nicht gesehen. Er lebt bei seinem Vater in Bremen, und Mia weiß das. Mia schaut auf. Leon schaut auf sein Handy. Er hat Mia nicht gesehen. Mia hebt den Stempel. Sie drückt ihn auf die Passseite. „Willkommen in Deutschland", sagt sie. Leon nimmt den Pass und geht. Er sagt nichts. Er dreht sich nicht um. Mia schaut auf den Stempel. Das Datum steht da: 3. März. „Nächster, bitte", sagt sie. Die Schicht ist um 18:00 Uhr zu Ende. Mia fährt mit dem Bus nach Hause. Sie wohnt in Stellingen, allein in einer kleinen Wohnung. Sie hat sich Reis mit Gemüse gekocht. Sie hat am Tisch gegessen. Danach sitzt sie auf dem Sofa. Das Telefon liegt vor ihr. Sie kennt die Nummer von Leons Vater. Aber sie ruft nicht an. Sie schreibt eine SMS: „Ich habe Leon heute gesehen." Sie schickt die SMS ab. Keine Antwort kommt. Mia spült das Geschirr. Sie geht früh ins Bett. Sie schläft nicht sofort. Am nächsten Morgen kommt Mia früh an. Es ist noch dunkel draußen. Sie zieht ihre Handschuhe an. Der Stempel liegt an seinem Platz. Sie stempelt das Probeblatt. Die Tinte ist gleichmäßig. Um 6:00 Uhr öffnet die Grenze. Der erste Reisende kommt. Mia nimmt seinen Pass und stempelt. „Guten Morgen", sagt sie. Der Mann nickt. Er geht weiter. Mia schaut auf die Anzeigetafel. Nächste Ankunft: Bremen, 6:55, Gate C. Sie holt ihre Wasserflasche. Das Wasser ist kalt. Sie trinkt einen Schluck. „Nächster, bitte." ---------------------------------------------- 2 -------------------- -------------------- Karl R. ist 53 Jahre alt und arbeitet am Flughafen Wien. Er kontrolliert dort jeden Tag Pässe an der Grenze. Diese Arbeit macht er schon seit elf Jahren. Jeden Morgen kommt er um 6:00 Uhr in seine Kontrollkabine. Er zieht seine Handschuhe an und prüft dann den Stempel. Er stempelt immer zuerst ein Probeblatt, damit die Tinte gleichmäßig ist. Alles muss fertig sein, bevor die Grenze um 6:30 Uhr öffnet. Karl ist bereit. Die Reisenden kommen nacheinander und legen ihre Pässe auf den Tresen. Karl nimmt jeden Pass, schaut das Foto an und prüft das Datum. Dann stempelt er und sagt: „Guten Morgen" oder „Nächster, bitte." Diese Worte sagt er den ganzen Tag, denn das ist seine Arbeit. Er denkt dabei nicht mehr nach. Der Morgen vergeht schnell und ruhig. Am Mittwochnachmittag ist es ruhig an der Grenze. Es ist kurz nach 14 Uhr, und der Wartebereich ist fast leer. Der nächste Reisende ist jung, vielleicht 21 oder 22 Jahre alt. Er hat dunkle Haare und trägt einen großen Rucksack auf dem Rücken. Karl nimmt seinen Pass und öffnet ihn. Es ist ein deutscher Reisepass, und das Foto ist fünf Jahre alt. Karl schaut das Foto an, und dann hält er inne. Das Gesicht ist jung, aber er kennt es sehr gut. Die Augen, die Nase, das Muttermal auf der linken Wange – er kennt alles. Tobias. Karl hat seinen Sohn seit sieben Jahren nicht gesehen. Tobias ist damals mit seiner Mutter nach München gegangen, weil die Scheidung sehr schwer war. Karl schaut vom Pass auf und schaut den jungen Mann an. Tobias schaut auf sein Handy und bemerkt Karl nicht. Karl hebt den Stempel und drückt ihn fest auf die Passseite. „Willkommen in Österreich", sagt er ruhig. Tobias nimmt den Pass, steckt ihn in die Tasche und geht weiter. Er sagt kein Wort und dreht sich nicht um. Karl schaut auf den Stempel im Pass. Das Datum steht klar da: 9. Oktober. „Nächster, bitte", sagt er. Die Schicht endet um 17:00 Uhr, und Karl fährt mit der U-Bahn nach Hause. Er wohnt in Floridsdorf, allein in einer kleinen, ruhigen Wohnung. Er hat sich Brot und Käse gemacht, aber er hat wenig gegessen. Danach hat er am Tisch gesessen und auf sein Telefon geschaut. Seine Mutter wohnt in Graz, aber sie telefonieren oft miteinander. Karl hat ihre Nummer gewählt. Das Telefon hat dreimal geklingelt, dann hat sie abgehoben. „Karl? Ist alles gut?" Karl hat langsam gesagt: „Ich habe heute Tobias gesehen." „Er ist durch meine Kontrollkabine gegangen." Seine Mutter hat lange nichts gesagt. Dann hat sie gefragt: „Hat er dich erkannt?" Karl hat geantwortet: „Nein. Er hat auf sein Handy geschaut." „Ach, Karl", hat seine Mutter gesagt. Karl hat aufgelegt und danach das Geschirr gespült. Er ist früh ins Bett gegangen, aber er hat lange nicht schlafen können. Am nächsten Morgen ist es noch dunkel, als Karl ankommt. Er geht in seine Kabine und zieht die Handschuhe an. Der Stempel liegt an seinem Platz auf dem Tresen. Er stempelt das Probeblatt, und die Tinte ist gleichmäßig. Um 6:30 Uhr öffnet die Grenze wieder. Der erste Reisende ist eine ältere Frau mit Koffer. Karl nimmt ihren Pass, prüft ihn und stempelt. „Guten Morgen", sagt er. Die Frau nickt und geht weiter. Karl schaut auf die Anzeigetafel an der Wand. Nächste Ankunft: München, 7:05, Gate B. Er nimmt seine Thermoskanne und trinkt einen Schluck Tee. Der Tee ist warm. Er stellt die Kanne wieder hin. „Nächster, bitte." ---------------------------------------------- 3 -------------------- -------------------- Petra M. ist 51 Jahre alt. Sie arbeitet seit dreizehn Jahren bei der Grenzkontrolle am Flughafen Frankfurt. Jeden Morgen kommt sie um 5:20 Uhr an, noch bevor ihre Kolleginnen eintreffen. Sie hängt ihre Jacke auf den Haken hinter der Kabine. Dann zieht sie die blauen Diensthandschuhe an. Der Stempel liegt immer auf der rechten Seite des Tisches. Das ist ihre Gewohnheit, und Gewohnheiten geben ihr Sicherheit. Sie stempelt einen Probebogen, damit die Tinte gleichmäßig sitzt. Alles muss stimmen, bevor die erste Maschine landet. Um 6:10 öffnet die Grenzspur. Die Reisenden kamen einzeln, manche schläfrig, manche ungeduldig. Petra schaute jeden Pass an, als wäre er der erste des Tages. Sie verglich das Foto mit dem Gesicht, prüfte das Datum, stempelte. „Guten Morgen." – „Schönen Aufenthalt." – „Nächster, bitte." Diese Sätze sagte sie hundert Mal pro Schicht. Der Vormittag verging ruhig. Am Dienstagnachmittag, kurz nach 15 Uhr, war die Grenze fast leer. Der nächste Reisende war jung, ungefähr 25. Er trug einen Rucksack und schaute auf sein Handy. Petra nahm den Pass entgegen. Das Heft war dunkelrot – österreichischer Reisepass. Sie schlug die Seite mit dem Foto auf. Kurze Haare, ein schmales Gesicht, ein kleines Muttermal an der rechten Schläfe. Sie kannte dieses Muttermal. Ihre Hand blieb kurz still. Philipp. Ihr Sohn war 25 Jahre alt, und sie hatte ihn seit neun Jahren nicht gesehen. Das letzte Mal war bei der Gerichtsverhandlung, als er mit seinem Vater mitgegangen ist. Sie schaute hoch. Philipp tippte auf seinem Handy. Er schaute nicht auf. Petra hob den Stempel. Sie drückte ihn auf die Seite – fest, gleichmäßig, ohne zu zögern. „Willkommen in Deutschland", sagte sie, wie zu jedem anderen auch. Philipp nahm den Pass, steckte ihn ein, ging weiter. Er drehte sich nicht um. Petra starrte auf den Stempelabdruck. Das Datum stand klar darauf: 17. April. Dann rief sie: „Nächster, bitte." Die Schicht endete um 18:00 Uhr. Petra fuhr mit der S-Bahn nach Sachsenhausen, wo sie seit der Scheidung allein lebte. Die Wohnung war klein, aber ordentlich. Sie wärmte sich eine Suppe auf, weil sie zu müde war für mehr. Nach dem Essen saß sie am Tisch und schaute auf ihr Telefon. Sie kannte die Nummer ihrer Schwester Brigitte noch auswendig. Brigitte hatte früher Philipp manchmal besucht, bevor auch das aufgehört hatte. Petra wählte die Nummer. Es klingelte zweimal. Dann meldete sich Brigitte: „Hallo?" Petra sagte: „Er ist heute durch meine Kontrolle gegangen." Brigitte sagte lange nichts. Dann fragte sie leise: „Habt ihr gesprochen?" „Nein. Er hat mich nicht erkannt." Petra legte das Telefon auf den Tisch. Sie stand auf, spülte die Suppenschüssel, stellte sie ins Regal. Dann ging sie ins Bett, weil morgen wieder um 5:20 der Wecker klingeln würde. Sie lag lange wach. Am nächsten Morgen war es noch dunkel, als sie ankam. Die Jacke hing am Haken. Die blauen Handschuhe saßen. Der Stempel lag auf der rechten Seite. Sie stempelte den Probebogen: Datum, Uhrzeit, Linie. Alles saß. Um 6:10 öffnete die Grenzspur wieder. Der erste Reisende war eine Frau mit zwei kleinen Kindern. Petra nahm die Pässe entgegen, prüfte die Fotos, stempelte. „Guten Morgen." Die Frau lächelte und sagte Danke. Petra nickte. Auf der Anzeigetafel draußen erschien eine neue Ankunft: Wien, 6:52, Gate D. Petra öffnete ihre Thermosflasche. Der Kaffee war noch warm. Sie trank einen Schluck. Dann legte sie die Flasche wieder hin, gerade. „Nächster, bitte." ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Thomas R. ist seit vierzehn Jahren Grenzbeamter am Frankfurter Flughafen. Er arbeitet in Halle B, Kontrollpunkt 3, und er kennt seinen Platz so gut, dass er ihn auch mit geschlossenen Augen finden würde. Jeden Morgen kommt er zwanzig Minuten früher als nötig. Er hängt den Mantel an den zweiten Haken, nicht den ersten, weil der erste wackelt. Er überprüft den Scanner, reinigt das Glasfeld mit einem Tuch und legt das Tuch danach genau gefaltet zurück. Er prüft den Stempelabdruck auf einem Blatt Papier und kontrolliert Datum und Uhrzeit. Dann setzt er sich und wartet auf den ersten Reisenden. Die Kollegen wissen, dass man ihn in dieser Zeit nicht anspricht. Das ist seine Art, den Tag zu beginnen. Es ist auch seine Art, nicht an das zu denken, was außerhalb dieses Raums passiert. Freitag, 18. Oktober, kurz vor 17 Uhr. Die letzte große Welle des Tages kommt aus dem Bereich der Langstreckenmaschinen. Thomas arbeitet seit acht Stunden, aber seine Bewegungen sind noch präzise. Ein Reisender nach dem anderen. Dann hält er inne. Ein junger Mann legt einen deutschen Pass auf den Tresen – und Thomas erkennt die Hände. Er kennt diese Hände, weil er sie einmal gehalten hat, klein und warm, als das Kind noch nicht laufen konnte. Thomas öffnet den Pass und sieht das Foto. Nico. Das Foto ist drei Jahre alt, aber der Blick ist derselbe: geradeaus, ohne Neugier, als wäre die Welt schon bekannt. Thomas schaut auf. Sein Sohn schaut durch die Kabinenscheibe hindurch, irgendwohin. Thomas legt die linke Hand flach auf den Tresen, damit das Zittern aufhört. Er drückt den Stempel. „Willkommen in Frankfurt", sagt er. Seine Stimme bricht nicht. Nico nimmt den Pass, nickt einmal, geht. Thomas schaut auf den Abdruck im Pass. Er ist sauber. Er hebt den Blick. Noch dreißig Reisende, schätzt er. Er arbeitet sie ab. Der Dienst endet um 18:15 Uhr. Thomas fährt mit der S-Bahn nach Sachsenhausen, wo er seit der Scheidung eine Zweizimmerwohnung hat. Die Wohnung ist ruhig, obwohl das Radio meistens läuft. Er stellt es heute Abend nicht an. Er setzt sich an den Küchentisch, auf dem ein leeres Notizheft liegt. Er hat es vor Monaten gekauft, weil er dachte, er würde anfangen zu schreiben. Er hat es bisher nicht aufgeschlagen. Heute Abend öffnet er es und hält den Kugelschreiber eine Weile in der Hand. Dann schreibt er einen Satz: „Nico war heute hier." Er schaut auf den Satz. Er schließt das Heft. Er denkt daran, Miriam anzurufen, aber er tut es nicht, weil er nicht weiß, was er sagen soll. Er geht ans Fenster. Unten auf der Straße ist normaler Abendverkehr. Er schaut eine Weile zu, dann dreht er sich um. Er kocht Reis, isst ihn mit etwas Gemüse und räumt danach ab. Er geht um 22 Uhr ins Bett, obwohl er nicht schläft. Am nächsten Morgen kommt er wieder zwanzig Minuten früher. Er hängt den Mantel an den zweiten Haken. Er reinigt das Glasfeld des Scanners. Das Tuch legt er danach genau gefaltet zurück. Kollegin Petra schaut kurz herein: „Schon wieder so früh?" Thomas antwortet: „Der Scanner läuft sonst nicht sauber an." Petra nickt und geht. Thomas setzt sich. Er öffnet die Schublade und holt die Ersatztinte für den Stempel heraus. Er wechselt sie, obwohl die alte noch gut wäre. Erste Ankunft: Wien, 6:05, Halle B. Er legt die Hände auf den Tresen. Er wartet. ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- Werner K., neunundvierzig Jahre alt, kennt den Rhythmus seiner Arbeit so genau, dass er ihn kaum noch als Rhythmus wahrnimmt. Achtzehn Jahre Passkontrolle haben ihn geformt wie Wasser den Stein – still, ohne dramatischen Schnitt, mit einem Ergebnis, das sich erst aus der Distanz abzeichnet. Um 5:20 Uhr betritt er Terminal 2 des Flughafens München. Er zieht die Latexhandschuhe glatt, drückt den Stempel einmal auf das Testpapier und prüft den Abdruck. Datum, Uhrzeit, Liniengenauigkeit – alles sitzt. Die Thermoskanne stellt er links, weil rechts der Scanner steht, eine Reihenfolge, die er vor Jahren einmal festgelegt hat, ohne sie seitdem je neu zu überdenken. Kollegin Sonja kommt vorbei und nickt ihm zu; er hebt kurz die Hand, ohne aufzublicken. Das ist kein Schweigen aus Abneigung. Es ist die Konzentration dessen, der weiß, dass die Aufmerksamkeit, die er hier aufbringt, die einzige Form von Kontrolle ist, die er noch hat. Mittwoch, 12. März, 11:47 Uhr. Die aus Hamburg mit zweiundzwanzig Minuten Verspätung angekommene Maschine schickt ihre Passagiere jetzt geballt durch den Kontrollkorridor. Werner arbeitet schnell: Foto, Gesicht, Datum, Stempel. Dann reicht jemand einen deutschen Reisepass über den Tresen. Werner schlägt ihn auf, und seine Hand hört auf, sich zu bewegen. Das Foto zeigt ein Gesicht, das er kennt – ein Gesicht, dessen Konturen er in sechs Jahren nicht hat vergessen können, obwohl er nie versucht hat, sie zu erinnern. Die Wangenknochen. Die gerade Nase. Das Muttermal knapp unterhalb des linken Ohrs, das er sich noch vorstellen kann, weil er es einmal mit dem Daumen berührt hatte, als sein Sohn noch klein war. Felix. Werner blickt auf, und was er sieht, ist ein junger Mann, der mit beiden Daumen auf ein Handy tippt, vollständig abwesend, vollständig jenseits dieser Kabine, dieses Flughafens, dieser Begegnung. Hätte Felix einen Moment gezögert oder zufällig aufgeblickt, wäre vielleicht irgendetwas möglich gewesen. Er blickt nicht auf. Werner hebt den Stempel. Er atmet aus, langsam, damit nichts davon zu hören ist. Er drückt ab. „Einreise genehmigt", sagt er, und seine Stimme klingt, als hätte er dasselbe gerade dem Gepäck vor Felix gesagt. Felix nimmt den Pass und steckt ihn in die Jackentasche. Werner lässt ihn gehen, ohne ein Wort zu sagen. Werner schaut auf den frischen Abdruck – das Datum steht da, tadellos, wie auf jedem anderen Pass. „Nächster, bitte." Die verbleibenden vier Stunden verstreichen, wie Dienstzeiten immer verstreichen, wenn man nicht auf sie achtet: unmerklich und zu schnell. Werner füllt die Protokolle aus, räumt das Stempelkissen ein, zieht die Handschuhe aus. Er spricht mit niemandem. Es gibt nichts zu sagen. Um 20:15 Uhr sitzt er in seiner Wohnung in Sendling. Die Wohnung ist nicht unordentlich, aber sie ist nicht bewohnt – das ist der Unterschied, der ihm gelegentlich auffällt, wenn er länger als nötig in einem Zimmer stehenbleibt. Er wählt Claudias Nummer, die er nie gespeichert hat, weil er sie auswendig kennt und sich irgendwann geschworen hatte, sie eines Tages zu vergessen. Vier Freizeichen. Die Mailbox. Er legt auf. Er sitzt still. Dann wählt er noch einmal. Dieselbe Stimme, dieselbe Ansage, die er in sechs Jahren nicht hat ändern hören. Er wartet, bis der Ton kommt, und spricht dann in das Gerät, als würde er einem schläfrigen Beamten einen Befund diktieren. „Er ist durchgekommen." „Er sieht gut aus." „Ich wollte das nur sagen." Er legt auf. Er weiß nicht, ob Claudia die Nachricht abhören wird. Er weiß nicht, ob Felix überhaupt weiß, wo sein Vater arbeitet – und wüsste Felix es, wäre damit nichts gewonnen und nichts erklärt. Er kocht Nudeln mit Tomatensauce, isst am Küchentisch, ohne das Radio einzuschalten. Er spült den Teller ab. Das Fenster zeigt auf einen Innenhof, in dem kein Licht brennt. Am nächsten Morgen betritt er den Kontrollbereich um 5:20 Uhr. Das Stempelkissen hat er am Vorabend neu getränkt, weil er wusste, dass der frühe Abdruck sonst zu hell ausfiele – und ein zu heller Abdruck ist ein Abdruck, den man anzweifeln kann. Er drückt den Stempel auf das Testpapier. Der Abdruck sitzt. Er sitzt, wie er immer sitzt. Kollege Bauer klopft an die Kabinenwand. „Alles okay?" Werner nickt. „Der Stempel könnte bald eine neue Farbe gebrauchen", sagt er. Bauer nickt, als wäre das eine Antwort auf eine Frage, die er nicht gestellt hat, und geht. Werner schaut auf die Anzeigetafel. Nächste Ankunft: Berlin, 6:40, Terminal 2, Gate D. Er öffnet die Thermoskanne. Der Kaffee ist noch heiß. Er trinkt. Er wartet. == 95 == 1 -------------------- -------------------- Erik geht jeden Morgen in die Werkstatt. Die Werkstatt ist klein. Sie gehört jetzt ihm. Früher hat sie seinem Vater gehört. Sein Vater ist gestorben. Das ist vor drei Monaten passiert. In der Werkstatt ist es kalt. Erik macht das Licht an. Er sieht die Säge. Die Säge steht an der Wand. Sein Vater hat die Säge oft benutzt. Erik hat sie noch nicht benutzt. Auf einem Tisch liegt ein Stück Holz. Sein Vater hat es angefangen zu schneiden. Es ist noch nicht fertig. „Das ist für eine Bank", hat sein Vater gesagt. Erik weiß das noch. Er macht Kaffee. Er trinkt den Kaffee. Er ist warm. Draußen liegt Schnee. Es ist sehr kalt draußen. Erik schaut auf das Holz. Er schaut auf die Säge. Er macht nichts. Er trinkt noch mehr Kaffee. An der Wand hängt ein Zettel. Sein Vater hat den Zettel geschrieben. Auf dem Zettel steht: „Bank fertig machen." Erik liest den Zettel. Er liest ihn jeden Morgen. Er nimmt ein anderes Werkzeug. Er schleift ein altes Brett. Das Brett ist schon glatt. Aber er schleift weiter, weil er etwas tun muss. Das Brett wird noch glatter. Um zwölf Uhr isst er Brot. Er hat Wurst draufgelegt. Er steht und isst. Durch das Fenster sieht er den See. Der See ist zugefroren. Der Schnee liegt auf dem Eis. Es ist alles weiß. „Schön", sagt er leise. Dann isst er weiter. Am Nachmittag geht er zur Säge. Er fasst sie an. Das Metall ist kalt. Er drückt den Knopf. Die Säge macht ein lautes Geräusch. Das Geräusch geht durch die Werkstatt. Erik macht die Säge wieder aus. Es ist wieder still. Er geht zu dem Holz auf dem Tisch. Er berührt es. Es ist glattes, gutes Holz. Sein Vater hat es gut ausgesucht. Um vier Uhr macht er die Werkstatt zu. Er geht nach Hause. Es ist schon dunkel. Er geht langsam. Zu Hause isst er Suppe. Er setzt sich an den Tisch. Er denkt an seinen Vater. Er denkt an die Säge. Er denkt an das Holz. „Morgen", sagt er. Er steht auf und geht ins Bett. Am nächsten Morgen geht er wieder in die Werkstatt. Er macht das Licht an. Die Säge steht noch an der Wand. Das Holz liegt noch auf dem Tisch. Alles ist wie gestern. Er macht Kaffee. Er wartet. Er weiß es nicht. ---------------------------------------------- 2 -------------------- -------------------- Olaf ist jeden Morgen um sieben Uhr in der Werkstatt. Die Werkstatt ist klein und liegt direkt am Hafen. Es ist Dezember und es ist kalt. Olaf hat früher mit seinem Vater hier gearbeitet. Jetzt arbeitet er allein. Sein Vater ist im Oktober gestorben. Im Hafen liegt ein altes Fischerboot. Es ist rot und blau, aber die Farbe ist alt und kaputt. Olaf muss den Rumpf neu streichen. Das hat sein Vater ihm gesagt. „Du musst das Boot streichen", hat sein Vater gesagt. Olaf hat ja gesagt. Aber er hat noch nicht angefangen. An der Wand in der Werkstatt ist eine Tafel. Auf der Tafel hat sein Vater „Rumpf streichen" geschrieben. Olaf sieht die Tafel jeden Morgen. Er hat die Schrift noch nicht weggewischt. Der große Pinsel liegt auf dem Tisch. Er liegt dort seit Oktober. Olaf hat ihn noch nicht benutzt. Er trinkt Kaffee und schaut zum Hafen. Das Wasser ist grau. Am Rand liegt Eis. Es hat gestern geschneit, und der Schnee liegt auf dem Steg. Das Boot liegt ruhig im Wasser. Es wartet. Olaf geht zu einem anderen Boot. Er reinigt die Anker und prüft die Seile. Das ist nicht nötig, aber er macht es trotzdem. Er arbeitet langsam. Er denkt nicht viel nach. Um zwölf Uhr isst er eine belegte Stulle. Er steht an der Werkbank und isst. Es gibt keinen Tisch in der Werkstatt. Sein Vater hat immer gesagt: „Ein Tisch ist Platzverschwendung." Olaf hat früher über diesen Satz gelacht. Heute lacht er nicht. Er denkt an seinen Vater. Am Nachmittag kommt ein bisschen Sonne. Sie kommt durch das Fenster und liegt auf dem Boden. Olaf sieht das und bleibt stehen. Er mag das. Er steht eine Weile da und macht nichts. Dann nimmt er den großen Pinsel in die Hand. Er hält ihn fest. Er schaut auf das Fischerboot draußen. Er legt den Pinsel wieder hin. Noch nicht. Um vier Uhr macht er die Werkstatt zu. Er geht nach Hause. Es ist schon dunkel. Der Schnee leuchtet ein bisschen im Dunkeln. Er geht langsam. Zu Hause zieht er die Jacke aus. Er kocht Tee und setzt sich an den Tisch. Er trinkt den Tee und schaut aus dem Fenster. Draußen ist nichts zu sehen, denn es ist zu dunkel. Er denkt an das Boot. Er denkt an seinen Vater. Er denkt: „Morgen mache ich es." Das denkt er schon lange. Aber er glaubt es noch. Das ist wichtig. Er geht früh ins Bett. Er schläft gut. Morgen früh steht er wieder auf. Er fährt wieder zur Werkstatt. Der Pinsel liegt auf dem Tisch. Das Boot liegt im Hafen. Alles ist wie immer. Das ist gut so. Oder vielleicht nicht. ---------------------------------------------- 3 -------------------- -------------------- Håkon öffnete die Werkstatttür und trat ein. Es war halb sieben, und draußen war es noch dunkel. Er zog seine Handschuhe aus und legte sie auf die Werkbank. Die Heizung lief schon – er hatte sie am Abend vorher eingeschaltet. Trotzdem war es kalt. Das Ruderboot stand vor ihm – alt, klein, mit einem gebrochenen Kiel. Sein Vater hatte es im Juni angefangen zu reparieren. Er hatte es nie fertiggemacht. Håkon holte die Thermoskanne aus der Tasche und goss sich Kaffee ein. Der Dampf stieg auf. An der Wand hing ein Stück Pappe mit einer Liste. Sein Vater hatte sie geschrieben, kurz bevor er ins Krankenhaus musste. Die Handschrift war klein und ein bisschen schief. Oben stand: „Kiel reparieren – dann Boden abdichten." Håkon las die Liste jeden Morgen. Er hatte sie noch nie abgehakt. „Das muss ich noch machen", sagte er manchmal laut vor sich hin. Aber er machte es nicht. Der Hobel lag auf einem Brett neben dem Boot. Er war scharf, sein Vater hatte ihn immer gut gepflegt. Håkon fasste ihn kurz an, dann ließ er ihn wieder los. Es war noch nicht Zeit. Warum er das dachte, wusste er selbst nicht. Er ging zu einem anderen Boot und fing an, die Ruder zu schleifen. Die Ruder brauchten das gar nicht, aber es gab ihm etwas zu tun. Das Schleifen machte ein gleichmäßiges Geräusch. Er arbeitete langsam und hörte dem Geräusch zu. Draußen war es noch immer dunkel. Manchmal hörte er das Eis am Hafen knacken. Es klang laut und trocken, wie ein Knall. Er drehte sich nicht um. Um zwölf aß er sein Brot. Er hatte Käse draufgelegt und etwas Butter. Er stand an der Werkbank und kaute langsam. Durch das Fenster sah er die Bucht. Das Wasser war grau, und am Rand lag Eis. Ein paar Möwen flogen tief über das Wasser. „Schöner Tag", sagte er, obwohl er das nicht wirklich meinte. Dann lachte er kurz und aß weiter. Sein Vater hatte diesen Witz oft gemacht. An schlechten Tagen hatte er immer „Schöner Tag" gesagt. Håkon hatte das als Kind nicht lustig gefunden. Jetzt fand er es ein bisschen lustig. Und ein bisschen nicht. Am Nachmittag wurde es heller. Ein schwaches Licht kam durch das Fenster und fiel auf das Ruderboot. Das Boot sah gut aus, auch wenn der Kiel noch kaputt war. Es war ein gutes Boot, sein Vater hatte es selbst gebaut. „Das Boot bleibt in der Familie", hatte er immer gesagt. Håkon dachte oft an diesen Satz. Er hatte damals nicht so viel darüber nachgedacht. Er stand jetzt vor dem Boot und sah es an. Dann ging er zurück zur Werkbank und ordnete die Werkzeuge. Die Werkzeuge brauchten das nicht, aber er tat es trotzdem. Gegen vier räumte er auf. Er legte alle Werkzeuge zurück an ihren Platz. Den Hobel legte er wieder auf das Brett neben dem Boot. Genau so, wie er ihn vorgefunden hatte. Er schaltete die Heizung aus und zog die Tür zu. Draußen war es schon wieder dunkel. Er ging den Weg zum Haus hinauf, es waren etwa zweihundert Meter. Der Schnee knirschte unter seinen Stiefeln. Er mochte dieses Geräusch. Zu Hause zog er die Stiefel aus und stellte sie neben die Tür. Er wärmte Suppe auf und aß sie am Küchentisch. Die Thermoskanne stand noch auf dem Tisch, er hatte sie vergessen mitzunehmen. Er schenkte sich den letzten Kaffee ein. Er war kalt. Er trank ihn trotzdem. Dann saß er eine Weile und tat nichts. Er dachte an das Boot. Er dachte an seinen Vater. Nicht an etwas Besonderes – nur so. „Morgen", sagte er schließlich, stand auf und ging ins Bett. Er wusste nicht genau, was er damit meinte. Aber das Wort fühlte sich richtig an. ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Petter fuhr jeden Morgen die gleiche Straße durch den Wald, sieben Kilometer von seinem Haus bis zur Werkstatt seines Onkels. Im Januar war es um halb acht noch dunkel. Die Scheinwerfer leuchteten die Birken an, und ihre Stämme sahen weiß aus wie frisch gehobelte Bretter. Er parkte auf dem gefrorenen Kiesplatz und saß dann immer einen Moment im Auto, bevor er ausstieg. Er wusste selbst nicht, warum. Die Werkstatt roch nach Holzstaub und Kälte, weil er die Heizung am Vorabend immer abstellte. Er drehte den Regler auf, und das Gebläse begann langsam zu laufen. Es würde eine halbe Stunde dauern, bis die Luft sich erwärmte. An der Wand neben dem Eingang hing ein Blatt Zeichenpapier, A2-Format, mit einem Bleistiftplan für einen Fensterrahmen aus Eichenholz. Der Plan war in der sauberen Handschrift seines Onkels beschriftet: Maße, Holzstärke, Verbindungstypen. Petter kannte sich mit Holzrahmen aus. Das war kein Problem. Das Problem war etwas anderes, aber er hätte nicht sagen können, was genau. Er hängte seine Jacke auf den Haken, trank einen Schluck Kaffee aus dem Becher, den er mitgebracht hatte, und stellte ihn auf die Werkbank. Dann ging er zu dem Eichenholzstapel, der seit Oktober in der hinteren Ecke lag. Er fasste ein Brett an und befühlte die Maserung mit dem Daumen. Gutes Holz. Trockenes Holz. Holz, das darauf wartete, etwas zu werden. Die Bandsäge stand links von der Werkbank, abgedeckt mit einem Stück Segeltuch. Sein Onkel hatte sie vor zwölf Jahren gekauft, gebraucht, von einem Tischler aus Karlstad. Sie lief gut, wenn man wusste, wie man sie einstellte. Petter wusste es. Er hatte als Lehrling in dieser Werkstatt begonnen, vor fast zwanzig Jahren. Später war er weggegangen, in die Stadt, und hatte andere Arbeit gemacht. Jetzt war er zurückgekommen, aber nicht so, wie er sich das vorgestellt hatte. Der Kirchenvorstand aus Torsby hatte sich zweimal gemeldet. Das erste Mal hatte Petter nicht geantwortet. Beim zweiten Anruf hatte er gesagt: „Ich kümmere mich darum." Er hatte nicht gesagt, wann. Um zehn Uhr begann er, Bretter für einen Schrank zu hobeln, der nichts mit dem Fensterrahmen zu tun hatte. Er brauchte einen Grund, die Maschinen laufen zu lassen. Das Hobeln machte Lärm, und Lärm war gut. Als er aufhörte, wurde es still, und in der Stille hörte er das Holz in den Balken knacken – ein leises Geräusch, das entstand, wenn die Temperatur wechselte. Sein Onkel hatte das früher das „Atmen des Hauses" genannt. Petter fand das zu poetisch, aber das Wort blieb trotzdem. Zum Mittagessen wärmte er Suppe auf der kleinen Herdplatte auf, die in der Ecke stand. Er aß stehend, mit dem Blick auf den Plan an der Wand. Die Maße stimmten. Die Verbindungen waren gut gedacht. Sein Onkel war kein Poet gewesen, aber ein solider Handwerker – das musste Petter zugeben, auch wenn er es früher nie gesagt hätte. Sie hatten sich selten gut verstanden, er und sein Onkel. Das war jetzt schwieriger zu denken als früher. Am Nachmittag fiel die Sonne so tief durch das Fenster, dass der Lichtstrahl direkt auf die abgedeckte Bandsäge traf. Das Segeltuch leuchtete auf, gelb und warm. Petter stand eine Weile da und sah hin. Dann zog er das Segeltuch weg. Die Säge stand da wie immer – schwarz, kompakt, das breite Sägeblatt leicht geölt und schimmernd. Er streckte die Hand aus und drückte den Einschaltknopf. Die Säge lief an, ruhig und gleichmäßig. Er hörte eine Weile zu. Dann schaltete er sie wieder aus. Er wusste nicht, ob das ein Fortschritt war. Wahrscheinlich schon. Wahrscheinlich auch nicht. Gegen halb fünf fegte er die Späne zusammen und schüttete sie in den Eimer. Die Heizung stellte er ab, und die Lichter löschte er nacheinander, vom hinteren Ende der Werkstatt bis zur Tür. So hatte es sein Onkel immer gemacht, und Petter merkte, dass er es genauso machte, ohne dass er das entschieden hatte. Das ärgerte ihn ein bisschen. Draußen war es inzwischen völlig dunkel. Der Schnee lag hoch auf dem Kiesplatz, und seine eigenen Fußabdrücke vom Morgen waren noch sichtbar, leicht eingesunken. Er blieb kurz stehen und sah sie an. Morgen würden wieder welche dazukommen. Im Auto schaltete er die Heizung ein und wartete, bis die Scheibe klar wurde. Er dachte an den Kirchenvorstand. Er dachte an das Holz in der Ecke. Er dachte daran, dass sein Onkel niemals einen Auftrag unfertig gelassen hatte – nicht einen einzigen, in über dreißig Jahren. Das wusste jeder in Torsby. Petter fuhr die sieben Kilometer nach Hause, durch den dunklen Wald, ohne Musik. Zu Hause aß er, was er noch im Kühlschrank hatte, und schlief früh ein. Morgen früh würde er wieder fahren, wieder ankommen, wieder den Kaffee auf die Werkbank stellen. Der Plan würde noch an der Wand hängen. Das Holz würde noch in der Ecke liegen. Und die Bandsäge würde da stehen, das Segeltuch jetzt weggeräumt, das Blatt blank und bereit. Er fragte sich nicht, wann er anfangen würde. Er fragte sich nur, wie es sich anfühlen würde, wenn er es tat. ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- Torben hatte die Schuppentür seit sechs Wochen nicht geölt, und sie schrie beim Öffnen wie etwas, das nicht öffnen wollte. Er ließ sie schreien. Die Lampe an der Decke brauchte drei Sekunden, bis sie anging – eine Eigenart, die sein Vater das „Überlegen der Lampe" genannt hatte. Torben nannte es gar nichts. Er stellte den Blechbecher auf die Werkbank und goss Kaffee aus der Thermoskanne, langsam, damit nichts schwappte. Draußen lag Herbstnebel über der Bucht von Marstal, dicht wie nasse Wolle. Die Jolle seines Vaters – eine Klinkerbauweise aus den siebziger Jahren, deren hinteres Drittel seit März unfertig geblieben war – lag auf zwei Böcken in der Mitte des Schuppens. Torben sah hin. Dann wandte er sich ab und begann, an einem Außenborder zu arbeiten, der einem Fischer aus dem Dorf gehörte und seit Wochen wartete. Das war wenigstens bezahlt. Das Schaben der Metallfeile gegen das Gehäuse füllte den Raum, bis der Lärm aufgehört hatte, Lärm zu sein, und nur noch Hintergrund war. Sein Vater hatte den Außenborder für ihn gekauft, als er zwölf war. Nein – das stimmte nicht. Das war ein anderer Außenborder gewesen, vor noch längerer Zeit. Torben legte die Feile ab. Er hatte in letzter Zeit öfter Dinge verwechselt, die sein Vater wirklich getan hatte, mit Dingen, die er sich nur wünschte, sein Vater hätte sie getan. Es schien wichtig, den Unterschied zu kennen. Am Brett neben der Tür hing, in die Holzoberfläche geritzt, eine Zeile in der Handschrift seines Vaters: „Klinker neu – dann Kalfatern." Darunter, mit Bleistift, der Zusatz: „nicht vergessen: Dachlatten." Torben hatte nie verstanden, was Dachlatten mit der Jolle zu tun hatten. Er hatte nicht gefragt. Er würde es nicht mehr fragen können. Gegen elf begann es zu regnen, leise zunächst, dann schwerer, bis das Trommeln auf dem Wellblechdach jeden anderen Gedanken übertönte. Er mochte den Regen auf Blech. Sein Vater hatte ihn nicht gemocht; er hatte immer gesagt, man könne dabei seinen eigenen Verstand nicht hören. Torben dachte, dass das vielleicht der Punkt sei. Um halb eins aß er, was er mitgebracht hatte: zwei Stücke Rugbrød mit Käse, in Backpapier gewickelt. Er setzte sich auf den umgestülpten Eimer, der seit Jahren für diesen Zweck dort stand. Die Jolle war jetzt direkt vor ihm. Er sah auf den rissigen Plankenbereich, der das Werk seines Vaters unterbrach, als hätte jemand mitten in einem Satz aufgehört zu schreiben. Der Spalt zwischen der letzten gesetzten Planke und dem Rohholz dahinter maß ungefähr vier Fingerbreit. Vier Fingerbreit. Das bedeutete, dass sein Vater an dem Tag, an dem er gestorben war, vier Fingerbreit Arbeit vor sich gehabt hatte. Oder mehr. Vielleicht war er müde gewesen und hatte früher aufgehört, als das Ziel wirklich nah war. Torben wusste es nicht, weil er nicht dabei gewesen war. Er hatte die Jolle seit der Übernahme des Schuppens dreimal angefasst – einmal, um Staub abzuwischen, einmal, um die Trockenheit des Holzes zu prüfen, und einmal ohne Grund. Das dritte Mal schien ihm rückblickend das ehrlichste. Das Rugbrød schmeckte nach nichts Besonderem. Nachmittags kam für eine halbe Stunde die Sonne durch, schräg und ohne Wärme, so wie sie im Oktober auf Ærø immer war – da, als entschuldigte sie sich für das Dasein. Torben schob die Schuppentür auf und stand draußen, die Hände in den Hosentaschen. Die Bucht lag blank und still. Ein Fischerboot irgendwo weit draußen bewegte sich nach Norden, fast zu langsam, um sich zu bewegen. Er dachte daran, dass sein Vater diesen Blick von derselben Stelle aus jahrzehntelang gehabt hatte. Er selbst hatte ihn als Kind nie interessant gefunden. Jetzt verstand er etwas daran, ohne genau benennen zu können, was. Drinnen stand er wieder vor der Jolle. Er griff in den Werkzeugkasten und holte den Dechsel heraus, den sein Vater immer benutzt hatte – das Blatt blank, der Stiel von langen Jahren abgegriffen. Er hielt ihn eine Weile, ohne etwas zu tun. Dann legte er ihn zurück. Noch nicht. Er wusste selbst nicht, warum er das dachte, aber er dachte es mit großer Bestimmtheit. Die Arbeit am Außenborder war gegen vier fertig. Er notierte die Stunden in das Heft, das seit dem Tod seines Vaters nur noch von ihm beschrieben wurde. Die Handschrift seines Vaters füllte die ersten zwei Drittel, seine eigene das letzte Drittel – die Buchstaben kleiner, eckiger, weniger zuversichtlich, obwohl er der Jüngere war. Er wischte die Werkbank ab, mit einem Lappen, den er danach so faltete, wie er ihn vorgefunden hatte. Ob sein Vater ihn so gefaltet hatte, wusste er nicht. Wahrscheinlich schon. Er löschte die Lampe – das Überlegen der Lampe galt auch beim Ausschalten, drei Sekunden Flackern –, zog die Tür zu und ließ sie kreischen. Auf dem Weg zum Haus regnete es wieder. Die Bucht war nicht mehr zu sehen. Er dachte: Morgen. Dann dachte er nichts mehr und konzentrierte sich auf den schlammigen Weg. Zu Hause hängte er die Jacke auf, wusch sich die Hände, setzte sich an den Küchentisch. Die Thermoskanne war noch halb voll; er goss sich einen ein. Er trank ihn kalt. In der Küche roch es nach dem Holz, das er den ganzen Tag berührt hatte, und nach nichts anderem. Er saß dort, bis es dunkel wurde. Dann stand er auf, ohne einen bestimmten Grund, außer dass es Zeit schien. Er wusste, dass er morgen früh wieder den Schuppen aufschließen würde. Er wusste, dass er wieder auf die Jolle sehen würde. Und er wusste, ohne sicher zu sein, ob das gut oder schlecht war, dass er das Werkzeug morgen nicht anfassen würde. Noch nicht. == 96 == 1 -------------------- -------------------- Klassenraum vier Anna putzt jeden Tag eine Grundschule. Sie fängt um fünfzehn Uhr an. Die Kinder sind dann schon weg. Die Schule heißt Grundschule am Park. Sie liegt in Erfurt. Anna arbeitet hier seit vier Jahren. Ihr Sohn Tim war hier Schüler. Er war in der Klasse 4a. Tim ist vor fünf Jahren gestorben. Er war acht Jahre alt. Er hat eine schwere Krankheit gehabt. Das war sehr schlimm. Anna hat lange geweint, als das passiert ist. Jetzt weint sie nicht mehr. Sie arbeitet. Jeden Tag putzt Anna zuerst die Flure. Dann kommen die Klassenzimmer. Sie hat einen Mopp und einen Eimer mit warmem Wasser. Das Wasser riecht nach Putzmittel. Anna kennt jeden Raum in der Schule. Sie weiß, wie lange sie für jeden Raum braucht. Am Ende putzt sie immer Zimmer vier. Das ist ihr letzter Raum. Das war das Klassenzimmer von Tim. Anna öffnet die Tür von Zimmer vier. Das Zimmer ist nicht groß. Es hat zwanzig Tische und zwanzig Stühle. Die Wände sind hellgelb. Vorne hängt eine große grüne Tafel. Anna stellt den Eimer ab. Sie setzt sich auf einen Stuhl. Tim hat hier vorne rechts gesessen. Das hat ihr die Lehrerin gesagt. Anna schaut auf diesen Platz. Sie weiß, dass Tim dieses Zimmer geliebt hat. Er hat seiner Mutter viel davon erzählt. Sie sitzt ein paar Minuten da. Sie sagt nichts. Sie denkt an Tim. Dann steht Anna auf. Sie nimmt den Mopp. Sie putzt den Boden. Die Kollegin Vera kommt kurz herein. „Ich gehe jetzt", sagt Vera. „Okay", sagt Anna. „Bis morgen." „Tschüss", sagt Vera. Anna winkt. Sie arbeitet alleine weiter. Um siebzehn Uhr ist Anna fertig. Sie hat alles sauber gemacht. Sie leert den Eimer aus. Sie stellt den Mopp in den Schrank. Dann zieht sie ihre Jacke an. Die Jacke ist grün. Anna geht durch den Schulhof. Es ist noch hell. Ein paar Blätter liegen auf dem Boden. Anna geht nach Hause. Der Weg dauert zehn Minuten. Zu Hause macht sie Tee. Sie sitzt am Tisch und trinkt. Sie hat ein Foto von Tim auf dem Tisch. Tim lacht auf dem Foto. Er hat ein rotes T-Shirt an. Anna schaut das Foto an. Morgen kommt sie wieder. ---------------------------------------------- 2 -------------------- -------------------- Zimmer fünfzehn Petra arbeitet jeden Abend im Altenheim Sonnenschein in Dresden. Sie fängt um siebzehn Uhr an und hört um zweiundzwanzig Uhr auf. Sie reinigt die Gänge, die Gemeinschaftsräume und die Bäder. Petra mag diese Arbeit, denn sie ist klar und hat ein Ende. Das Altenheim hat drei Stockwerke. Petra arbeitet am liebsten im zweiten Stock. Dort war Karl, ihr Mann. Karl ist vor zwei Jahren gestorben. Er hat ein Jahr lang in Zimmer fünfzehn gelebt, denn er konnte nicht mehr alleine sein. Er hatte Demenz und hat Petra manchmal nicht mehr erkannt. Das hat ihr sehr wehgetan. Aber sie ist trotzdem jeden Tag zu ihm gekommen. Petra hat nach Karls Tod lange nicht gearbeitet. Dann hat sie im Altenheim eine Stelle gefunden. Sie hat die Stelle genommen. Niemand hat gefragt warum. Jetzt wischt sie den Gang im zweiten Stock. Der Boden ist aus Linoleum und macht ein leises Geräusch. Die Türen der Zimmer sind meistens geschlossen. Manchmal hört sie Musik hinter den Türen, aber nachts ist es ruhig. Petra wischt von links nach rechts, Bahn für Bahn. Sie arbeitet langsam und sorgfältig. Vor Zimmer fünfzehn bleibt sie kurz stehen. Das Zimmer ist nicht leer, eine neue Bewohnerin schläft dort. Sie heißt Frau Winkler und hat weiße Haare. Petra kennt sie ein bisschen, denn sie putzt auch ihr Zimmer. Früher hat Petra dieses Zimmer auch gereinigt, als Karl noch dort war. Sie hat den Boden gewischt und das Fenster geputzt. Karl hat manchmal auf dem Bett gesessen und zugeschaut. Einmal hat er gesagt: „Wer bist du?" Petra hat geantwortet: „Ich bin deine Frau, Karl." Er hat gelächelt, aber er hat sie nicht erkannt. Sie denkt oft an diesen Moment. Jetzt geht sie in den Aufenthaltsraum am Ende des Ganges. Dort stehen zwei Sessel und ein kleiner Tisch. Petra setzt sich in den Sessel am Fenster. Sie sitzt drei Minuten. Durch das Fenster sieht sie die Straße und die Laternen. Es ist still. Dann steht sie auf und wischt den Aufenthaltsraum. Um acht Uhr kommt die Nachtschwester Birgit. „Frau Schreiber, möchten Sie Kaffee?", fragt sie. „Nein, danke", sagt Petra. „Ich bin gleich fertig." Birgit schaut sie kurz an. „Geht es Ihnen gut?" „Ja, es geht", sagt Petra. Birgit nickt und geht weiter. Petra wischt den letzten Gang fertig. Um zweiundzwanzig Uhr ist Petra fertig. Sie hat den Eimer geleert und alles aufgeräumt. Jetzt zieht sie ihre Jacke an. Die Jacke ist blau und ein bisschen alt. Petra geht durch den Haupteingang hinaus. Draußen ist es kalt und dunkel. Die Straße ist fast leer. Ein Bus fährt vorbei. Aber Petra geht lieber zu Fuß nach Hause. Der Weg dauert fünfzehn Minuten. Sie geht denselben Weg wie immer. Zu Hause hängt ein Foto von Karl an der Wand. Es ist ein altes Foto, Karl lacht darauf. Petra schaut es kurz an. Dann geht sie ins Bett. Manchmal schläft sie schnell ein. Manchmal liegt sie lange wach. Aber morgen kommt sie wieder. ---------------------------------------------- 3 -------------------- -------------------- Die Sporthalle Kemal kommt jeden Abend um acht Uhr zur Sporthalle der Carl-Schurz-Schule. Er schließt die Seitentür auf, stellt das Licht an und holt den Putzeimer aus dem Schrank. Das Wasser, das er in den Eimer füllt, riecht nach Desinfektionsmittel. Er mag diesen Geruch, weil dann die Arbeit gleich beginnt. Die Sporthalle ist groß und wirkt am Abend sehr still. Nur die Basketballkörbe hängen oben an den Wänden, im Halbdunkel. Kemal arbeitet seit drei Jahren hier, und er kennt jeden Winkel der Halle. Davor hat er in einer Fabrik gearbeitet, aber das ist lange vorbei. Er hat sich bei der Schule beworben, weil die Stelle frei war. Nicht nur deshalb. Lena hat in dieser Halle Volleyball gespielt, jeden Donnerstag nach der Schule. Sie war die Libero, die kleine Spielerin, die immer als erste beim Ball war. Kemal hat ihr oft zugeschaut, wenn er sie abgeholt hat. Vor drei Jahren ist sie hier zusammengebrochen, beim Schulsporttag. Es war ein Mittwoch im Oktober. Das Herz von Lena hat aufgehört zu schlagen. Sie war erst sechzehn Jahre alt. Der Notarzt kam in sieben Minuten, aber es hat nicht mehr geholfen. Kemal hat das nie vergessen. Er fängt in der Mitte der Halle an und wischt lange, gerade Bahnen. Der Mopp ist neu, erst seit einem Monat. Der alte hat nicht mehr gut gewischt. Kemal wischt gleichmäßig, ohne zu eilen. Er braucht keine Musik dabei. Die Stille in der leeren Halle stört ihn nicht. Wenn er bis zu den Zuschauerbänken kommt, wischt er langsamer. Hier war Lena, als sie fiel. Auf dem gelben Strich der Mittellinie, fast genau in der Mitte. Kemal stellt den Eimer ab und setzt sich auf die Trainerbank. Er schaut auf den Boden. Er denkt nicht in Worten, wenn er hier sitzt. Er schaut einfach. Eine Lehrerin hat ihm später erzählt, dass Lena kurz vorher noch gelacht hat. „Sie war so glücklich, Herr Yildiz", hat die Lehrerin gesagt. Kemal hat „Danke" gesagt und ist gegangen. Er bleibt fünf Minuten auf der Bank sitzen. Dann nimmt er den Mopp und wischt den gelben Strich. Er wischt zweimal darüber, einmal hin, einmal zurück. Dann wischt er weiter. Um halb zehn klopft es kurz an der Seitentür. Es ist Mehmet, sein Kollege aus der Turnhalle nebenan. „Alles okay?", fragt Mehmet. „Ja", sagt Kemal. „Ich mache gleich Pause. Kommst du mit?" „Später", sagt Kemal. „Ich bin noch nicht fertig." Mehmet nickt und schließt die Tür wieder. Kemal ist froh, dass Mehmet nicht mehr gefragt hat. Er trinkt einen Schluck Wasser aus seiner Flasche. Er wischt die Umkleidekabinen und die Gänge. Er kennt jeden Raum genau, weil er ihn schon so oft gereinigt hat. Um elf ist er fertig. Er leert den schmutzigen Eimer in den Abfluss. Das Wasser läuft rauschend ab. Er spült den Eimer aus und stellt ihn in den Schrank. Dann schaltet er das Licht aus. In der Halle ist es jetzt fast dunkel, nur das rote Notlicht brennt. Kemal steht kurz an der Tür und schaut in die Dunkelheit. Er kann den gelben Strich auf dem Boden nicht mehr sehen. Aber er weiß, wo er ist. Er zieht seine Jacke an. Es ist eine dünne Jacke, zu dünn für November. Er hat sie noch von früher und möchte sie nicht weggeben. Er schließt die Seitentür ab und geht. Draußen regnet es leise. Die Straße vor der Schule glänzt nass im Licht der Laternen. Kemal geht nach Hause. Der Weg dauert zwanzig Minuten zu Fuß. Er geht ihn jeden Abend. Heute denkt er an Lenas Lachen. Er kann es sich gut vorstellen, obwohl er es nicht selbst gesehen hat. Das ist seltsam, denkt er. Aber es stimmt. ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Der Saal Thomas schließt jeden Abend um neunzehn Uhr das Gemeindezentrum ab, wenn die letzten Gruppen gegangen sind. Er ist seit sieben Jahren Hausmeister hier, und er kennt jeden Schrank, jede Sicherung, jeden kaputten Türgriff. Die Reinigung des großen Saals macht er immer zuletzt. Das hat keinen praktischen Grund. Es ist einfach so. Der Saal fasst hundertdreißig Personen, wenn alle Stühle aufgestellt sind. Am Dienstag probt hier der Kirchenchor, am Donnerstag der Turnverein, am Samstag manchmal eine Hochzeitsgesellschaft. Thomas räumt nach jeder Veranstaltung die Stühle weg, schiebt die Tische zur Wand und wischt den Boden. Die Arbeit dauert ungefähr eine Stunde. Er braucht dabei kein Radio, keinen Podcast, keine Musik. Klara war vor zwei Jahren gestorben, an einem Dienstagabend im November. Sie hatte im Chor gesungen, Alt, seit zwanzig Jahren. Mitten in der Probe hatte sie sich hingesetzt, und die anderen hatten gedacht, sie brauche kurz eine Pause. Aber sie war nicht wieder aufgestanden. Der Notarzt war in neun Minuten da gewesen, hatte der Chorleiter später berichtet. Thomas hatte sich gemerkt, dass es neun Minuten gewesen waren. Manchmal rechnete er nach, was in diesen neun Minuten alles hätte anders sein können. Dann hörte er auf damit. Er wischte den Saal in langen, geraden Bahnen, während draußen die letzten Autos vom Parkplatz fuhren. Der Boden war Parkett, das er zweimal im Jahr einölen musste. Es war ein schöner Boden, sagte immer der Bürgermeister, wenn er vorbeikam. Thomas stimmte dann zu, weil es stimmte und weil es nichts kostete, zuzustimmen. Der Platz, an dem Klara gesessen hatte, war in der vierten Stuhlreihe von links, Sitz drei. Man konnte ihn nicht mehr genau bestimmen, weil die Stühle jedes Mal neu aufgestellt wurden. Aber Thomas wusste, wo die vierte Reihe gewesen war: direkt vor der kleinen Bühne, auf Höhe des zweiten Fensters. Er wischte diese Zone besonders sorgfältig, ohne es sich bewusst zu sagen. Wenn der Bereich sauber war, stellte er einen Stuhl hin und setzte sich. Drei Minuten, nicht mehr. Das Sitzen war kein Ritual. Es war eine Gewohnheit, die sich von selbst ergeben hatte. Klara hatte laut gesungen, lauter als die anderen im Chor. Der Chorleiter hatte das nie offen gesagt, aber Thomas hatte es bemerkt. Sie hatte immer behauptet, sie singe „mit Herz statt mit Technik", und das hatte er ihr geglaubt. Er glaubte es noch. Ihre Noten lagen zu Hause im Regal, in einem schmalen Ordner. Er hatte sie nicht weggeräumt, obwohl er zweimal angefangen hatte, es zu tun. Um halb acht kam Frau Haas von der Volkshochschule, die im selben Gebäude ihre Kurse abhielt. Sie hatte die Handtasche über die Schulter gehängt und den Schlüssel schon in der Hand. „Fertig für heute?", fragte sie. „Fast", sagte Thomas. Sie schaute sich kurz im Saal um, dann ihn an. „Der Boden sieht gut aus." „Er ist in Ordnung", sagte Thomas. Frau Haas sagte „Gute Nacht" und ging. Thomas hörte, wie die Eingangstür hinter ihr ins Schloss fiel. Dann war er allein. Er schob die letzten Stühle in den Nebenraum, sodass der Saal wieder leer dastand. Er schaltete die großen Deckenstrahler aus. Das Notlicht blieb an, ein schwaches Grün an der Wand. Thomas schob den Reinigungswagen in die Abstellkammer und leerte den Eimer. Das Wasser floss rauschend ab. Er wusch den Eimer, trocknete ihn mit einem Lappen, stellte ihn verkehrt auf das Regal. Danach zog er die Jacke an, die an einem Haken hing. Er schloss die Hintertür ab, dann die Seitentür, dann den Haupteingang. Alle drei Türen, immer in dieser Reihenfolge. Draußen roch die Luft nach nassem Gras und nach dem Regen, der am Nachmittag gefallen war. Das Gemeindezentrum lag am Rand des alten Ortsviertels, hinter der Kirche. Der Weg nach Hause dauerte sieben Minuten zu Fuß. Thomas kannte ihn so gut, dass er ihn im Dunkeln gehen konnte. Er ging ihn trotzdem langsam. In der Ferne bellte ein Hund, einmal, dann war es wieder still. Die Straße war leer, die Häuser dunkel bis auf einzelne Fenster. Thomas dachte nicht daran, ob er morgen wieder kommen würde. Natürlich würde er kommen. Jeden Abend, bis es anders wäre. Er bog in seine Straße ein. Das Küchenfenster seiner Wohnung leuchtete gelblich. Er hatte vergessen, das Licht auszumachen. Es war warm und unnötig. Thomas öffnete die Haustür, trat ein, ließ sie ins Schloss fallen. Er ließ das Licht brennen. ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- Reihe vierzehn Die Fähre nach Göteborg legt um Mitternacht ab, und Marta beginnt ihre Schicht immer dann, wenn das letzte Schiff den Hafen verlassen hat. Wartehalle B liegt im ältesten Teil des Terminals, ein langgestreckter Bau aus den frühen Siebzigern, dessen Betonkonstruktion man auch durch den neuen Verputz noch erahnt. Marta schiebt den Reinigungswagen aus dem Lagerraum, der nach Ammoniak und feuchtem Tuch riecht. Sie trägt keine Handschuhe mehr. Vor drei Jahren hat sie damit aufgehört, ohne es zunächst zu bemerken. Der Boden ist grauer Terrazzo mit weißen Einschlüssen, der sich bei Nässe wie Eis verhält und unter dem Mopp einen Glanz annimmt, der bis zum Morgen hält. Marta wischt ihn in langen, parallelen Bahnen, von der Fensterfront zur Ausgangstür, immer in dieser Richtung, nie anders. Es gibt eine Ordnung, und wer die Ordnung kennt, braucht nicht nachzudenken. Die Neonröhren über ihr surren auf einer Frequenz, die knapp unterhalb der bewussten Wahrnehmung liegt, aber trotzdem spürbar ist, wenn man lange genug stillsteht. Marta steht nie lange still. Sie hat gelernt, dass Stillstand ihr nichts Gutes lehrt. Die Sitzreihen sind aus hellgrauem Kunststoff, alle Sitze nach vorne weggeklappt, und in der Mitte eines jeden hat sich eine Mulde eingedrückt, die von dem Gewicht vieler wartender Körper spricht. Sieben Jahre sind vergangen, seit Helge hier saß. Er hatte auf die Fähre gewartet, die dreißig Minuten Verspätung hatte, und irgendwann – zwischen dem zweiten Kaffee und dem dritten Gang zur Anzeigetafel – war sein Herz aufgehört. Marta war nicht dabei. Sie hatte zu Hause auf ihn gewartet, mit dem Abendessen auf dem Herd, der Dunstabzugshaube auf niedriger Stufe. Eine Polizistin hatte angerufen, mit einer Stimme, die trainiert wirkte, als wäre das Überbringen schlechter Nachrichten eine handwerkliche Fertigkeit. „Er hat nicht gelitten", hatte sie gesagt. Marta hat das nie geglaubt. Aber sie sagt es sich manchmal trotzdem, wenn das Wasser im Eimer trüb wird und sie es noch nicht wechseln will. Die Halle riecht anders als andere Räume, in denen Menschen warten: nicht nach Schweiß oder Essen, sondern nach dem langen Stillsitzen selbst, nach einer Art aufgespartem Atem. Marta kennt diesen Geruch, ohne ihn benennen zu können. Reihe vierzehn beginnt am dritten Tragpfeiler, gegenüber der ehemaligen Wechselstube, die jetzt hinter einem angerosteten Rollgitter liegt. Sie wischt die Reihe davor aus, zieht den Mopp unter die Sitzflächen hindurch, und das Geräusch verändert sich, weil der Abstand zwischen den Stuhlbeinen hier enger ist als in den vorderen Reihen. Das fällt ihr erst heute wieder auf, obwohl sie es schon immer gewusst hat. Sie lehnt den Mopp an den Pfeiler, um einen Moment freie Hände zu haben, und setzt sich auf Sitz sechs. Der Kunstlederbezug ist kalt, auch im Sommer, auch nach Stunden mit hundert Menschen darauf. Helges Jacke hatte gerochen wie alle Jacken riechen, die man zu lange trägt – nach Tabak und nach dem eigenen Körper, nach dem, was von jemandem übrig bleibt, wenn er geht. Sie erinnert sich nicht mehr an sein Gesicht, wenn sie versucht, es zu erinnern – nur wenn sie es nicht versucht, erscheint manchmal etwas. Aber sie erinnert sich genau an das Muster seines Pullovers von jenem Abend: anthrazitgrau mit eingewirktem Strichmuster, das sie nie mochte. Sie hat ihn nicht behalten. Fünf Minuten. Das ist die Abmachung, die sie mit sich getroffen hat, und sie hat sie noch nie gebrochen, nicht einmal in dem Winter, als das Sitzen besonders schwer war. Dann nimmt sie den Mopp, wischt unter Sitz sechs hindurch, geht weiter. Das trübe Wasser hinterlässt eine dunklere Spur, die kurz sichtbar bleibt und dann trocknet. Um halb drei sitzt Marta im Pausenraum hinter der Sicherheitszentrale. Der Kaffee aus der Maschine schmeckt nach nichts Bestimmtem, aber er ist heiß. Der Wachmann Radek kommt herein, nickt, schenkt sich Wasser ein. Er ist seit zwei Jahren hier, ein großer Mann mit einem ruhigen Gang, dessen Unauffälligkeit etwas Beabsichtigtes zu haben scheint. „Halle A hatte heute Ärger", sagt er, ohne Marta anzusehen. „Was denn?" „Betrunkener." „Polizei?" „Ja", sagt Radek. Er setzt sich, öffnet sein Handy, legt es sofort wieder hin. Marta sieht, wie er kurz zu ihr hinüberblickt, direkt und ohne Umschweife, dann wegschaut. Er weiß von ihr, das weiß sie – in einer Nachtschicht erfahren die Menschen voneinander, ohne je danach gefragt zu haben. Marta trinkt den Kaffee aus, stellt den Becher in die Spüle, geht zurück in die Halle. Das Geräusch ihrer Schritte auf dem Terrazzo klingt nach mehr als sie ist. Um fünf beginnt das Terminal sich wieder zu füllen: zuerst das Reinigungsteam der Frühschicht, dann die ersten Passagiere für die Dänemarkfähre. Marta schiebt den Wagen zurück in den Lagerraum, kippt das schmutzige Wasser in den Bodenabfluss, der ein Geräusch macht wie ein kurzes, erschöpftes Ausatmen. Sie spült den Eimer aus, stellt ihn schräg zum Trocknen ab, hängt den Mopp über die Querstrebe. An ihrem Spind hängt die Jacke, die sie seit fünf Jahren trägt. Der Stoff hat an den Ärmeln eine Farbe angenommen, die zwischen Grau und Braun liegt und keinen Namen hat. Der Reißverschluss klemmt im letzten Zentimeter, und sie zieht ihn jedes Mal bis kurz davor. Sie nimmt ihre Tasche, geht durch den Seitenausgang in den Morgen. Die Luft riecht nach Salzwasser und Dieselabgasen, nach dem Hafen, der nie schläft. Drüben am Pier liegt die nächste Fähre noch im Schattenbereich der Hafenlampen, halb sichtbar, halb nicht. Marta geht zur Haltestelle, ohne sich umzudrehen. An der Haltestelle steht ein Schild, das seit Monaten einige Grad aus dem Lot ist. Niemand hat es gerichtet, und es spricht für die Ordnung der Dinge, dass das niemanden zu stören scheint. Der Bus kommt pünktlich, sie steigt ein, setzt sich ans Fenster. Der Hafen verschwindet hinter der Kurve. Sie schaut nicht hin. Das Grau des Himmels und das Grau des Meeres sind heute nicht zu unterscheiden, als hätte jemand vergessen, zwischen ihnen eine Linie zu ziehen. == 97 == 1 -------------------- -------------------- Das Feuer im Garten Toni kommt zurück ins Dorf. Er hat das Dorf lange nicht gesehen. Er will das alte Haus verkaufen. Das Haus gehört seiner Großmutter. Seine Großmutter ist tot. Vor dem Haus steht eine Frau. Sie hat schwarze Haare. Ihr Name ist Elena. „Was machst du hier?", fragt Toni. „Das ist unser Garten", sagt Elena. „Das stimmt nicht", sagt Toni. Elena geht weg. Toni schaut ihr nach. Am Abend sitzt Toni vor dem Haus. Es ist heiß. Die Sonne geht unter. Dann kommt Elena zurück. „Es tut mir leid", sagt sie. Toni sagt nichts. Elena setzt sich neben ihn. Toni gibt ihr ein Glas Wasser. Sie trinken zusammen. „Warum bist du hier?", fragt Elena. „Ich verkaufe das Haus", sagt Toni. „Und dann fährst du wieder weg?" „Ja." Es ist still. Elena schaut ihn an. Dann küsst sie ihn. Toni ist überrascht. „Das war falsch", sagt Elena. „Vielleicht", sagt Toni. Aber sie bleibt. Vier Tage lang treffen sie sich im alten Garten. Die Bäume sind groß und alt. Elena bringt Essen. Toni bringt Wein. Sie reden und lachen. Einmal fragt Elena: „Liebst du jemanden in Rom?" „Nein", sagt Toni. „Und du?" „Nein." Einmal zeigt Toni eine Narbe an der Hand. „Was ist das?", fragt Elena. „Alt. Nichts." Elena hält seine Hand. Sie liegen nebeneinander im Gras. Der Himmel ist blau. Toni denkt: Vielleicht bleibe ich länger. Aber er sagt es nicht. In der Nacht riecht Toni Rauch. Er geht zum Fenster. Der Garten brennt. Toni läuft hinaus. Er sieht Elenas Vater. Der Mann steht vor dem Feuer. Er macht nichts. „Was tust du da?", schreit Toni. Elena kommt auch raus. Sie sagt nichts. „Hat dein Vater das gemacht?", fragt Toni. Elena schaut ihn nicht an. Toni versteht. Er geht zurück ins Haus. Er packt seinen Koffer. Es geht schnell. Elena steht in der Tür. „Bleib", sagt sie. „Nein", sagt Toni. Er schaut sie an. Dann nimmt er den Koffer. Er geht raus. Er fährt los. Im Spiegel sieht er das Feuer. Er schaut nicht zurück. In Rom denkt er manchmal an Elena. Er schreibt ihr nicht. Sie schreibt auch nicht. Der Garten ist weg. ---------------------------------------------- 2 -------------------- -------------------- Der Orangenhain von Reggio Nico ist mit dem Zug nach Hause gefahren, weil er das alte Haus verkaufen will. Er hat das Haus seit sieben Jahren nicht mehr gesehen. Das Haus steht am Ende der Straße, neben dem alten Orangenhain. Vor dem Haus hat Nico ein Mädchen gesehen. Sie hat schwarze Haare und trägt alte Jeans. „Was machst du hier?", hat Nico gefragt. „Der Hain gehört meiner Familie", hat sie gesagt. Ihr Name ist Giulia, und ihr Vater heißt Ferretti. Nico kennt diesen Namen, denn sein Vater hat ihn gehasst. „Das stimmt nicht", hat Nico gesagt. „Doch", hat Giulia gesagt, und dann ist sie gegangen. Nico ist ihr nicht nachgelaufen. Am Abend hat Nico allein auf der Terrasse gesessen. Es war heiß, und die Grillen haben laut gezirpt. Dann hat er Schritte gehört. Giulia ist wieder da gewesen. „Ich wollte nicht so unhöflich sein", hat sie gesagt. „War es aber", hat Nico geantwortet. Sie hat sich hingesetzt, und er hat ihr Wasser gegeben. „Warum bist du wirklich hier?", hat sie gefragt. „Ich will das Haus verkaufen und dann wieder wegfahren." „Und der Hain?" „Den Hain behalte ich nicht, denn ich wohne nicht mehr hier." Giulia hat ihn angesehen, aber nichts gesagt. Es war sehr still. Dann hat sie ihn geküsst, und er hat sich nicht bewegt. „Das war falsch", hat sie gesagt. „Vielleicht", hat er geantwortet. Aber sie ist nicht weggegangen. Fünf Tage lang haben sie sich im Orangenhain getroffen. Die Orangen waren reif und haben gut gerochen. Sie haben zusammen gegessen und geredet. „Was willst du eigentlich machen?", hat Nico gefragt. „Ich weiß es nicht", hat sie gesagt. Einmal hat sie seine Hand gehalten und eine Narbe gesehen. „Was ist das?", hat sie gefragt. „Ein alter Unfall. Nichts Wichtiges." Sie haben nebeneinander unter den Bäumen gelegen. Der Himmel war blau und die Luft war warm. Giulia hat gesagt: „Ich bleibe immer hier." „Und wenn du woanders leben könntest?", hat Nico gefragt. Sie hat nicht geantwortet, denn die Antwort war schwer. In der letzten Nacht hat Nico ein lautes Geräusch gehört. Er ist aufgewacht und hat aus dem Fenster geschaut. Im Hain hat jemand die Bäume gefällt. Nico ist hinausgelaufen. Giulias Vater hat vor den gefällten Bäumen gestanden. Er hat eine Axt in der Hand gehabt. „Warum?", hat Nico geschrien. Giulia ist aus dem Nachbarhaus gekommen. Sie hat nichts gesagt. „Hat dein Vater das gemacht?", hat Nico gefragt. Giulia hat nicht geantwortet. Nico hat sie angeschaut und dann den alten Mann. Dann hat er alles verstanden. Er ist ins Haus gegangen und hat seinen Koffer gepackt. Das hat nicht lange gedauert. Giulia hat in der Tür gestanden. „Bleib bitte", hat sie gesagt. „Ich kann nicht", hat er geantwortet. Er hat sie kurz angeschaut. Dann hat er seinen Koffer genommen und ist losgefahren. Giulia hat sich nicht bewegt. Im Spiegel hat er die gefällten Bäume gesehen. Er hat nicht zurückgeschaut. In Neapel hat er drei Tage lang nicht gut geschlafen. Giulia hat ihm nicht geschrieben, und er hat ihr nicht geschrieben. Die Bäume haben auf dem Boden gelegen, und niemand hat sie weggeräumt. Nico hat nie mehr über den Hain gesprochen. ---------------------------------------------- 3 -------------------- -------------------- Das Weinfeld von Maratea Marco kam nach fünf Jahren zurück in sein Heimatdorf, weil er das Haus seiner Großmutter verkaufen musste. Er parkte das Mietauto vor dem alten Steinhaus und sah sofort, dass etwas nicht stimmte. Am Zaun des Weinfelds stand eine Frau. Sie hatte dunkle Augen und schwarze Haare, die ihr ins Gesicht fielen. „Das Weinfeld gehört uns jetzt", sagte sie, ohne Hallo zu sagen. Marco stieg aus und fragte: „Wer bist du?" „Sofia Marini. Mein Vater hat das Feld vor zwanzig Jahren bekommen." Marco kannte diesen Namen, denn seine Mutter hatte ihn oft verflucht. „Bekommen ist das falsche Wort", sagte er. Sofia zuckte mit den Schultern. Sie drehte sich um und ging langsam den Feldweg entlang. Marco schaute ihr nach, bis er sie nicht mehr sehen konnte. Am Abend saß er auf den Treppenstufen und trank einen Wein. Die Hügel waren dunkel, und die Sterne standen tief. Dann hörte er Schritte auf dem Kiesweg. Sofia stand plötzlich vor ihm, die Hände in den Taschen. „Ich wollte nicht unhöflich sein", sagte sie. „Warst du aber", antwortete er. Sie setzte sich neben ihn, ohne ihn zu fragen. Er schenkte ihr ein Glas ein, weil er nicht wusste, was er sonst tun sollte. Sie schwiegen eine Weile und hörten den Grillen zu. „Mein Vater sagt, deine Familie hat das Feld selbst verloren", sagte Sofia. „Dein Vater lügt", sagte Marco ruhig. Sofia antwortete nicht, aber sie widersprach auch nicht. Die Nacht war warm, und die Luft roch nach Thymian. Er weiß bis heute nicht, wer von beiden zuerst näherkam. Sie küsste ihn kurz und hart, als wollte sie damit etwas beweisen. Dann trat sie zurück und sah ihn an. „Das war ein Fehler", sagte sie. „Wahrscheinlich", sagte er. Aber keiner von beiden machte einen Schritt weg. Sechs Tage lang trafen sie sich im Weinfeld, wenn die Mittagshitze alle anderen ins Haus trieb. Die Reben waren verwildert, weil niemand sie seit Jahren gepflegt hatte. Sofia brachte Brot und Käse, er brachte Wein. Sie redeten über alles außer über ihre Familien. Einmal fragte Sofia: „Hast du in Bologna jemanden?" „Nein. Und du?" „Nein." Das war alles, was sie über ihr Leben außerhalb dieser Stunden sagten. Eines Nachmittags zeigte sie ihm eine Narbe an der linken Hand. „Vom Zaun", sagte sie. „Ich war zwölf." „Welcher Zaun?" „Der Zaun, den dein Vater zwischen unseren Feldern gesetzt hat." Er schwieg, weil er sich daran erinnerte. Sie lagen nebeneinander im hohen Gras, und die Sonne stand senkrecht über ihnen. Er dachte, dass er vielleicht zu lange geblieben war. Aber er blieb. In der letzten Nacht wachte er vom Geruch auf. Er roch Rauch, bevor er die Augen aufmachte. Durchs Fenster sah er, dass der Himmel orange war. Das Weinfeld brannte. Er rannte hinaus, barfuß, und sah Sofias Vater am Rand des Feldes stehen. Der alte Mann hatte die Arme verschränkt und schaute zu, wie die Reben brannten. Sofia stand ein paar Meter hinter ihm, ohne sich zu bewegen. „Was macht er da?", schrie Marco. Sofias Vater drehte sich nicht um. „Geh weg, Marco", sagte Sofia. „Das ist mein Land!" „Es ist nichts mehr da." Marco stand da und verstand, dass er schon verloren hatte. Er ging zurück ins Haus und packte seinen Koffer. Als er nach unten kam, stand Sofia in der Tür. „Bleib noch eine Nacht." „Nein." Er sah sie lange an, aber er sagte nichts mehr. Er warf den Koffer in den Kofferraum und startete den Motor. Im Rückspiegel sah er das Feuer hinter ihr. Sie wurde kleiner, bis er die Kurve nahm. Er fuhr die ganze Nacht durch, ohne anzuhalten. In Bologna hat sein Pullover noch nach Rauch gerochen. Er hat ihn zur Reinigung gebracht, aber der Geruch ist geblieben. Sofia hat ihm nicht geschrieben, und er hat ihr auch nicht geschrieben. Das Weinfeld ist weg, und er hat nie mehr darüber gesprochen. ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Das Meer von Tortolì Matteo Conti kam an einem Freitagmorgen in Tortolì an, als der Hafen noch nach Nacht und altem Fisch roch und die ersten Fischer ihre Netze ausbreiteten. Er war seit acht Jahren nicht mehr hier gewesen, weil er den Tod seines Vaters nicht hatte kommen sehen – und die Schuld daran trug nicht nur er allein. Das Boot seines Vaters lag am hinteren Steg, kleiner als er es in Erinnerung hatte, aber noch da. Chiara Soru saß auf dem Heck und flickte ein Netz, als gehörte ihr das Boot schon. „Was machst du hier?", fragte er. Sie sah nicht auf. „Ich arbeite." „Das ist das Boot meines Vaters." Jetzt sah sie auf, und ihre Augen waren dunkel und ruhig, fast gleichgültig. „War das Boot deines Vaters", sagte sie, ohne die Stimme zu heben. Er schluckte. „Wer hat dir erlaubt, hier zu sein?" „Das erkläre ich dir, wenn du ruhiger bist." Er war nicht ruhig, aber er setzte sich auf die Kaimauer und wartete, weil er keine bessere Wahl hatte. Sie erklärte es ihm in wenigen Sätzen: Ihr Vater hatte Schulden übernommen, als Matteos Vater nicht mehr zahlen konnte, und das Boot war die einzige Sicherheit gewesen. Das stimmte nicht ganz, und er wusste es – aber er hatte keine Unterlagen dabei, die das Gegenteil bewiesen hätten. Sie stand auf, streckte sich kurz und ging, ohne sich umzusehen. Am Abend saß er auf der Kaimauer und trank ein Bier, das viel zu warm war. Chiara setzte sich neben ihn, ohne ihn zu fragen, ob er das wollte. „Ich weiß, was du von meinem Vater denkst", sagte sie. „Dann brauch ich es dir nicht erklären." Sie schwieg kurz und sah auf das Wasser, das im Hafenlicht glänzte. „Mein Vater hatte keine andere Möglichkeit, als er deine Familie anzeigte – er hätte sonst seinen Betrieb verloren." „Jeder hat eine Möglichkeit." Das Wasser schlug ruhig und gleichmäßig gegen den Stein. Sie nahm ihm das Bier aus der Hand und trank einen Schluck, ohne ihn zu fragen, und er ließ es geschehen, weil er nicht wusste, was er sonst tun sollte. „Hättest du das auch getan?", fragte er. Sie gab ihm die Flasche zurück. „Nein." Das war alles, und es reichte, um ihn zu verwirren. Später, als die Hafenlampen angingen, küsste er sie – schnell und ohne nachzudenken, wie man etwas tut, bevor man es bereut. Sie wich nicht zurück. „Das solltest du nicht getan haben", sagte sie. Dann küsste sie ihn zurück. Drei Tage lang fuhren sie mit dem Boot hinaus, obwohl es eigentlich verkauft werden sollte. Die Bucht hinter dem Kap war so still, dass man das Wasser unter dem Rumpf fast hören konnte. Chiara schwamm besser als er, was ihn überraschte, obwohl er keinen Grund zur Überraschung gehabt hätte. Sie lagen auf dem Deck und trockneten in der Sonne, während die Möwen über ihnen kreisten. „Warum bist du noch hier?", fragte sie eines Morgens, als er längst hätte abreisen sollen. „Ich weiß es nicht mehr genau." Sie sah ihn an, ohne zu lächeln. „Das glaube ich dir." Er erzählte ihr von Genua, von dem Labor, von den Pr ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- Die Mandeln von Ispica Luca Ferraro kam an einem Dienstagnachmittag in Ispica an, als die Sonne so tief stand, dass sie die weißen Hausfassaden in leuchtendes Orange tauchte. Er hatte das Dorf seit siebenundzwanzig Jahren nicht betreten – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern wegen des Schweigens, das sein Vater statt eines Verbots eingesetzt hatte. Das Haus seiner Nonna stand am Ende der Via Corvo, hinter einem schmiedeeisernen Tor, dessen rostbraune Ornamente aussahen wie verheilte Wunden. Er stieg aus dem Leihwagen und blieb stehen. Viola Gattuso lehnte an dem Zitronenbaum, der in den Hof seiner Familie ragte, als gehörte ihr dieser Baum – und mit ihm alles darunter. Er kannte ihr Gesicht nicht, aber den Namen kannte er, seit er denken konnte: Gattuso. „Du bist der Ferraro-Sohn", sagte sie, ohne ihn anzusehen, als wäre seine Ankunft eine Kleinigkeit, die keiner besonderen Aufmerksamkeit bedurfte. „Und du bist die Tochter des Mannes, der meinen Großvater enteignet hat." Sie drehte sich zu ihm um, langsam, mit einem Ausdruck, den er nicht einordnen konnte. „Enteignet ist ein großes Wort für das, was dein Großvater selbst herbeigeführt hat." Er antwortete nicht. Sie pflückte eine Zitrone vom Ast, betrachtete sie einen Moment, als wöge sie eine Entscheidung, und ließ sie dann fallen. Dann verschwand sie durch die Hintertür in das angrenzende Grundstück, ohne sich noch einmal umzusehen. In der Nacht konnte er nicht schlafen. Das Haus roch nach dem Wachs alter Totenmessen und dem Staub von drei Jahrzehnten ungelebter Zeit. Er trat auf die Terrasse, und sie saß bereits auf der Bruchsteinmauer, die die Grundstücke trennte – als hätte sie gewusst, dass er kommen würde, oder als hätte sie die ganze Nacht dort gesessen. Sie hatte eine Flasche Nero d'Avola in der Hand, keine Gläser. Er setzte sich ihr gegenüber, ohne gefragt zu werden. Sie reichte ihm die Flasche; er trank, ohne zu zögern. „Warum bist du wirklich hier?", fragte sie. „Um das Haus zu verkaufen." „Und dann?" Er trank noch einmal. Der Wein schmeckte nach Erde und reifen Pflaumen, und er wusste, dass er lügen würde, wenn er antwortete – also schwieg er. Sie lachte, kurz und hart, ohne Fröhlichkeit. Das Lachen hörte auf, so abrupt, als hätte jemand eine Tür zugeworfen. Sie sah ihn an, und er sah sie an, und für einen Moment fühlte die Mauer zwischen ihnen sich an wie Luft. Er griff nach ihrer Hand – nicht zärtlich, sondern wie jemand, der sich festhält, bevor er fällt. Sie ließ es zu. Der erste Kuss schmeckte nach Wein und nach dem aufgestauten Zorn zweier Familien, der sich in etwas verwandelt hatte, ohne aufgehört zu haben, Zorn zu sein. Die Steine der Mauer waren rau an seiner Schulter. Er dachte an nichts, was ihn sonst bewegte. Fünf Tage lang trafen sie sich im alten Mandelgarten hinter dem Haus, der seit Jahren nicht mehr bewirtschaftet worden war. Die von jahrzehntelanger Vernachlässigung geschwärzten Stämme standen im Mittagslicht wie Figuren, die auf etwas warteten, das nicht mehr kam. Viola sprach wenig, aber wenn sie sprach, tat sie es mit einer Präzision, die ihn an die Architekturzeichnungen erinnerte, an denen er in Turin arbeitete – jede Linie gesetzt, keine überflüssig. Er erzählte ihr von seinem Büro im vierten Stock, von den Hochhäusern, die er entwarf, von dem Aufzug, der an heißen Tagen immer stecken blieb. Sie lachte das erste Mal wirklich. „Du entwirfst Häuser für andere und lässt das einzige deiner Familie verfallen." Er schwieg, weil sie recht hatte. An einem dieser Nachmittage lag sie mit dem Rücken auf dem Boden und starrte durch die verästelten Kronen in den weißen Himmel. „Weißt du, was mein Vater gesagt hat, als er dich ankommen sah?" „Ich will es nicht wissen." „Er sagte, der Ferraro-Junge würde kommen, um sich zu holen, was ihm nie gehört habe." Luca drehte sich auf die Seite, sah sie an. „Und du – was hast du gesagt?" Sie schwieg lange genug, dass die Zikaden die Stille füllen konnten. „Gar nichts." Das war die ehrlichste Antwort, die sie ihm je geben würde, und er wusste es in dem Moment, in dem sie es sagte. Sie liebten sich in der Nachmittagshitze, langsam und fast traurig, als begründen sie etwas, das keine Zukunft haben durfte. In der letzten Nacht wachte Luca gegen halb vier auf. Der Himmel vor dem Fensterladen hatte die Farbe von altem Kupfer. Er öffnete den Laden und roch es sofort: Rauch, schwer und süßlich, der unverwechselbare Geruch von brennendem Mandelholz. Er lief hinaus, barfuß auf dem noch heißen Pflaster, und sah Violas Vater am Rand des Feldes stehen – die Arme verschränkt, die Gestalt schwarz vor dem Feuer wie ein Scherenschnitt ohne Gesicht. Viola trat kurz darauf aus dem Haus ihrer Familie, das Haar offen, die Augen leer. Sie stellte sich nicht zwischen Luca und ihren Vater. „Das ist Brandstiftung", sagte er. Niemand antwortete. Er verstand, ohne dass jemand es ihm sagen musste, dass dieser Boden ihn nicht wollte – vielleicht nie gewollt hatte – und dass er sich diese Möglichkeit nur selbst erschaffen hatte. Er packte in zwanzig Minuten, was er in drei Tagen ausgebreitet hatte. Viola stand in der Tür, als er den Koffer herunterbrachte. „Bleib bis morgen." „Ich bin zu lange geblieben." Er küsste sie nicht. Er sah sie an – lange genug, um das Bild zu behalten, ohne zu wissen, wozu er es brauchen würde. Dann fuhr er. Auf der Autobahn nach Norden war der Himmel im Osten noch rötlich, als hätte sich das Feuer in die Wolken gefressen. Er hielt nicht an. In Turin roch sein Mantel noch zwei Wochen nach Rauch, und er brachte ihn nicht in die Reinigung. Viola schrieb ihm einmal – eine Nachricht, so kurz, dass er sie zweimal lesen musste. Er las sie, legte das Telefon auf den Tisch, antwortete nicht. Hätte er gewusst, dass der Boden brennen würde, wäre er vielleicht trotzdem gefahren. Das war der Gedanke, den er am längsten mit sich trug. == 98 == 1 -------------------- -------------------- Die Äpfel Anna steht im Garten. Sie pflückt Äpfel und legt sie in einen Korb. Der Baum ist groß und alt. Josef hat diesen Baum gepflanzt. Josef ist vor einem Jahr gestorben. Anna arbeitet jetzt allein. Heute kommt Karl. Karl ist Josefs jüngerer Bruder. Er hat gestern angerufen. Er will helfen. Karl kommt um zehn Uhr an. Er trägt eine blaue Jacke und hat einen Rucksack dabei. „Hallo, Anna", sagt er. „Hallo, Karl", sagt sie. Anna ist froh, dass er da ist. Aber sie sagt das nicht. Karl schaut den Baum an. „Das sind viele Äpfel", sagt er. „Ja", sagt Anna. Sie gibt ihm einen Korb. Sie arbeiten zusammen. Karl ist groß und stark. Er pflückt die hohen Äpfel. Anna pflückt die unteren. Es ist warm heute. Die Sonne scheint, und es ist heiß. Karl arbeitet gut und schnell. „Josef hat das auch so gemacht", sagt Anna. Karl hört kurz auf zu arbeiten. „Ich weiß", sagt er leise. Dann arbeiten sie weiter. Um zwölf machen sie Pause. Anna hat Brot und Käse dabei. Sie setzen sich unter den Baum. Es ist schön im Schatten. „Wie geht es dir?", fragt Karl. „Es geht", sagt Anna. Karl nickt. Sie essen und reden wenig. Das ist in Ordnung. Am Nachmittag sind die Körbe voll. Karl trägt sie alle ins Haus. „Du musst das nicht machen", sagt Anna. „Ich mache das gern", sagt Karl. Anna hat Kaffee gekocht. Sie trinken Kaffee zusammen in der Küche. Karl schaut sich um. Josefs Jacke hängt noch an der Tür. Karl sagt nichts. Anna auch nicht. Dann sagt Karl: „Er hat dich sehr geliebt." Anna schaut auf ihren Kaffee. „Ich weiß", sagt sie. Es wird still. Karl steht auf. „Ich muss jetzt gehen", sagt er. „Heute noch?", fragt Anna. „Ja, aber ich komme morgen früh wieder." „Bleib zum Abendessen", sagt Anna. „Gern", sagt Karl. Anna kocht Suppe und Nudeln. Sie essen zusammen am Tisch. Es ist schön. Karl erzählt von Josef – von früher. Anna lacht einmal. Das passiert nicht oft. Am nächsten Morgen fährt Karl. Anna steht vor dem Haus. „Komm bald wieder", sagt sie. „Ja", sagt Karl, „ich komme." Er fährt ab. Anna schaut ihm nach. Dann geht sie in den Garten. Der Baum steht noch da. Sie pflückt einen Apfel. Er ist rot und süß. Sie denkt an Josef. Und an Karl. Dann arbeitet sie weiter. ---------------------------------------------- 2 -------------------- -------------------- Am Hafen Inge hat am Hafen gesessen und Fischernetze geflickt. Das Wetter war gut, aber die Arbeit war schwer. Fritz hatte ihr das Flicken vor vielen Jahren beigebracht. Fritz war tot. Er hatte einen Herzinfarkt bekommen. Das war vor achtzehn Monaten. Werner ist an einem Dienstag angekommen. Er hat viele Jahre lang mit Fritz zusammen gearbeitet. Sie haben sich seit der Beerdigung nicht gesehen. Er hatte eine alte Jacke an und Stiefel. „Hallo, Inge", sagte er. „Hallo", sagte sie. Inge hat nicht gewusst, dass er kommt. „Ich wollte die Netze holen", sagte Werner. „Die sind da drüben", sagte Inge. Sie hat weiter gearbeitet, ohne aufzuschauen. Werner hat sich neben sie gesetzt. „Darf ich helfen?", fragte er. Inge hat kurz nachgedacht. „Wenn du willst", sagte sie. Werner hat die Arbeit gekannt, denn er war Fischer. Sie haben nebeneinander gearbeitet und wenig geredet. Das war gut so. Am Nachmittag hat Werner Kaffee aus seiner Thermoskanne geholt. „Möchtest du auch?", fragte er. „Ja, gerne", sagte Inge. Sie haben Kaffee getrunken und aufs Meer geschaut. Werner hat gesagt: „Fritz hat mich viel gelehrt." Inge hat eine Weile geschwiegen. Dann hat sie gesagt: „Mich auch." Werner hat kurz gelacht. Inge hat gelächelt, zum ersten Mal seit Wochen. Um fünf Uhr war die Arbeit fertig. Die Netze haben sauber nebeneinander gelegen. Werner hat die schweren Körbe getragen. „Das ist meine Arbeit", sagte Inge. „Heute nicht", sagte Werner. Sie sind zusammen zu Inges Haus gegangen. Inge hat Suppe und Brot gemacht. Werner hat am Tisch gesessen und zugeschaut. „Du musst nicht kochen", sagte er. „Ich koche gern", sagte Inge. Aber sie hat lange nicht mehr für zwei gekocht. Das Essen war gut, und Werner hat alles gegessen. Nach dem Essen haben sie draußen gesessen. Die Sonne ist untergegangen, und der Hafen war ruhig. Werner hat von Fritz erzählt – von einem alten Sturm und einem alten Witz. Inge hat zugehört und nichts gesagt. Sie hat Fritz nicht vergessen, aber das war in Ordnung. Werner ist bis zehn Uhr geblieben. Dann hat er sich verabschiedet. „Danke für das Essen", sagte er. „Danke für die Hilfe", sagte Inge. Werner hat an der Tür gestanden. Er wollte noch etwas sagen, aber er hat es nicht gesagt. Inge hat das gemerkt. „Komm wieder", sagte sie. „Wirklich?", fragte Werner. „Ja", sagte Inge, „wenn du willst." Werner hat genickt. Er ist gegangen. Inge hat ihm nachgeschaut. Dann hat sie die Tür zugemacht. Sie hat die Teller gespült. Sie hat an Fritz gedacht. Und auch an Werner. Das war neu. Sie ist früh schlafen gegangen. Am nächsten Morgen hat sie wieder Netze geflickt. Der Hafen war still. Das Meer war grau und ruhig. ---------------------------------------------- 3 -------------------- -------------------- Das Lavendelfeld Sylvie stand im Morgengrauen auf dem Hof und band Lavendelzweige zu kleinen Bündeln zusammen. Die Luft roch nach Kräutern und nach dem Tau auf den langen Reihen. Seit Marcs Tod hatte sie den Hof allein bewirtschaftet, ohne Klage und ohne Hilfe. Sein alter Hut hing noch an der Tür, genau da, wo er ihn immer hingehängt hatte. Am Mittwoch ist Jean-Paul aus Lyon angekommen, mit dem Zug und mit einem Stadtkoffer. Er war Marcs jüngerer Bruder, und Sylvie hatte ihn seit der Beerdigung nicht mehr gesehen. Er trug Schuhe, die für diesen Schotter nicht gemacht waren. „Ich bin da", sagte er am Hoftor. „Ich sehe das", antwortete Sylvie, ohne aufzuhören zu arbeiten. Jean-Paul hatte versprochen, ihr beim Verkauf des Hofes zu helfen. Aber als Erstes fragte er, ob er mithelfen dürfe. „Womit?", fragte Sylvie. „Mit dem Lavendel", sagte er. Sie gab ihm Handschuhe und einen Korb, ohne weitere Erklärung. Am Nachmittag gingen sie zusammen auf das große Feld hinter dem Haus. Die Sonne stand hoch, und die Hitze lag schwer über den lila Reihen. Jean-Paul arbeitete langsam, weil er die Technik noch nicht kannte. Sylvie zeigte ihm, wie man die Zweige schneidet, ohne die Pflanze zu verletzen. Ihre Hände kamen sich dabei nah, einen Moment zu lang. Sie wich einen Schritt zurück und sagte nichts. Jean-Paul arbeitete gut, besser als Sylvie erwartet hatte. Er hat früher schon auf dem Hof geholfen, sagte er – damals, als junger Mann. „Marc hat mich immer weggeschickt", lachte er kurz. Sylvie blieb stehen und sah ihn an. „Marc hat immer alles alleine gemacht", sagte sie. Jean-Paul nickte, als hätte er das schon immer gewusst. Am späten Nachmittag wurden die Körbe schwerer, und noch war die Arbeit nicht getan. Jean-Paul trug zwei Körbe auf einmal, damit Sylvie eine kurze Pause machen konnte. „Du musst das nicht tun", sagte sie. „Ich weiß", sagte er. Als die Sonne sank, setzten sie sich vor dem Haus auf die alte Steinbank. Sylvie holte zwei Gläser Rosé und etwas Brot. Sie aßen schweigend, und das war nicht unangenehm. Jean-Paul fragte, ob sie abends immer allein esse. „Immer", sagte Sylvie. Er sah sie an, und sie schaute auf ihr Glas. „Der Hof ist schön", sagte er nach einer Weile. „Ich weiß, dass ich ihn verkaufen soll", sagte Sylvie. „Das habe ich nicht gesagt." Die Nacht war warm, und die Grillen machten viel Lärm. Sylvie blieb lange sitzen, nachdem Jean-Paul ins Haus gegangen war. Sie dachte an Marc, aber nicht mit dem Schmerz, den sie erwartet hatte. Am nächsten Tag haben sie wieder zusammen auf dem Feld gearbeitet. Jean-Paul hat Schwielen bekommen, aber er hat kein Wort davon gesagt. „Du hast Marcs Ausdauer", sagte Sylvie, ohne ihn anzuschauen. Jean-Paul hat nicht sofort geantwortet. Dann sagte er: „Wir waren Brüder. Aber ich war immer der Andere." Sylvie verstand das. Am Abend regnete es kurz, dann war der Himmel klar und nah. Sie saßen wieder draußen, diesmal nebeneinander auf der Bank. Jean-Paul legte seinen Arm auf die Rückenlehne hinter ihr. Sylvie rückte nicht weg. „Ich bleibe noch ein paar Tage", sagte er. „Das habe ich nicht gefragt", sagte Sylvie. „Ich weiß." Er blieb noch drei Tage. Am letzten Morgen half er ihr, die letzten Körbe zu füllen, bevor er fuhr. Danach saßen sie in der Küche, sein gepackter Koffer an der Tür. Sylvie setzte sich ihm gegenüber und sagte zunächst nichts. Dann sagte sie: „Du kannst wiederkommen, wenn du willst." Jean-Paul sah sie eine Weile an. „Willst du das?", fragte er. „Ich habe es gesagt", antwortete sie. Er stand auf, nahm seinen Koffer und ging zur Tür. Am Hoftor drehte er sich noch einmal um. „Ich rufe an", sagte er. „Gut", sagte sie. Sie sah ihm nach, bis er um die Kurve verschwunden war. Dann ist sie auf das Feld gegangen, allein wie jeden Morgen. Der Lavendel duftete stark in der Sonne, so wie er es immer getan hatte. Marc war in diesem Duft, seit zwanzig Jahren. Jetzt war Jean-Paul auch darin. Sie arbeitete und dachte nichts weiter. ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Der Imker von Mecklenburg Hanne trug den Schleier, obwohl die Bienen sie schon lange kannten. Es war Karls Schleier – zu weit, zu alt, aber sie mochte den Geruch des Stoffs. Seit zwei Jahren arbeitete sie allein im Bienenhaus, und die Bienen hatten sich daran gewöhnt. Sie nicht. An einem Dienstag im August kam Jochen. Er hatte angerufen, aber Hanne hatte den Termin vergessen. Als sein Wagen auf den Hof fuhr, stand sie mitten in den Bienenkästen und konnte nicht weggehen. „Ich störe", rief er vom Tor aus. „Nein", sagte sie, obwohl er störte. Jochen war Karls jüngster Schüler gewesen – der Einzige, der nie aufgehört hatte zu fragen. Karl hatte ihn gemocht, mehr als er zugab. Jetzt stand Jochen am Zaun und sah nicht nach Imker aus, sondern nach Buchhalter. Aber seine Hände kannte Hanne noch: breit, ruhig, die Hände eines Mannes, der Bienen versteht. „Du willst die Ausrüstung", sagte Hanne. „Ich wollte fragen, ob du Hilfe brauchst", sagte er. Das war nicht dasselbe, aber Hanne ließ es so stehen. Er zog sich um, zog Karls alten Anzug an, der zu groß war, ohne zu klagen. Sie arbeiteten nebeneinander, die Kästen wurden geöffnet, die Waben geprüft. Jochen wusste, was er tat. Das überraschte Hanne mehr, als es sollte. Manchmal reichte er ihr ein Werkzeug, bevor sie danach greifen konnte – wie Karl es getan hatte. Sie sagte nichts dazu. Am Nachmittag fanden sie in einem der älteren Kästen eine Wabe mit Karls handschriftlicher Markierung. Hanne strich mit dem Daumen über das verblasste Datum: 14. Mai 2019. „Er hat immer Datum gemacht", sagte Jochen leise. „Er hat alles markiert", sagte Hanne, „als könnte er damit etwas festhalten." Die Bienen summten um sie herum, gleichmäßig, ohne Aufregung. Das Summen war der ruhigste Laut, den Hanne kannte. Als die Arbeit getan war, holte sie zwei Bier aus dem Kühlhaus. Sie setzten sich auf die Holzbank vor dem Bienenhaus, das Summen noch im Rücken. Jochen erzählte von seinem ersten Kurs bei Karl – wie er eine ganze Wabe umgekippt hatte und Karl nur gelacht hatte. „Er hat nicht viel gelacht", sagte Hanne. „Mit mir schon", sagte Jochen, „du hast ihn von einer anderen Seite gekannt." Das stimmte, und Hanne dachte eine Weile darüber nach. Die Sonne stand tief, und das Licht lag orange auf den Kästen. Hanne merkte, dass sie schon eine Stunde geredet hatten. Die Bienen hinter ihnen summten weiter, als hätte sich nichts verändert. „Bleib zum Essen", sagte Hanne. Es klang wie eine Frage, war aber keine. Nach dem Essen saßen sie noch draußen, als es schon dunkel war. Jochen hatte eine Flasche Wein mitgebracht, die er erst jetzt holte. „Ich dachte, es wäre vielleicht der richtige Moment", sagte er. Hanne goss sich ein Glas ein, ohne zu antworten. Irgendwann legte Jochen seine Hand auf ihren Arm, kurz und ohne Druck. Sie zog sich nicht zurück. Die Nacht war warm und still, nur die Bienen schliefen nicht ganz. „Ich vermisse ihn auch", sagte Jochen. Hanne nickte. Dann sagte sie: „Du bist nicht er." „Nein", sagte Jochen, „das weiß ich." Er blieb. Am nächsten Morgen saß Hanne schon früh am Küchentisch, als Jochen herunterkam. Er war höflich, ruhig, trank Kaffee und sah aus dem Fenster. Hanne schwieg, bis sein Kaffee leer war. „Du kannst die Ausrüstung nehmen", sagte sie dann, „die meiste." Jochen nickte, aber er bewegte sich nicht zur Tür. „Hanne." „Ich weiß", sagte sie, „fahr." Er stand auf, trug seine Tasche zum Wagen, kam noch einmal zurück. In der Tür umarmte er sie kurz und fest, wie man jemanden umarmt, den man nicht gehen lassen will. Dann fuhr er. Hanne stand auf dem Hof und hörte dem Motor nach. Als der Lärm verstummt war, ging sie zu den Kästen. Sie öffnete den alten Kasten mit Karls Datum und sah lange auf die Wabe. Die Bienen arbeiteten. Sie immer. Hanne schloss den Kasten und setzte den Schleier auf. Die Arbeit wartete. Der Sommer war noch nicht vorbei. ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- Die Korkeichen von Alentejo Vera hatte das Schweigen geerbt – nicht von Rui, sondern vom Boden selbst, der keine hastigen Fragen erlaubte. Achtzehn Monate lang war der Hof ihr gewesen, ganz, ohne Teilung, aber auch ohne Trost. Die Korkeichen standen wie Zeugen, die nie aussagen würden. Im August kam Manuel. Vera kannte ihn seit dreißig Jahren – den einzigen Freund, dem Rui nie gelogen hatte. Er fuhr in einem Mietwagen vor, zu glatt für diesen Schotter, zu neu für dieses Licht. „Ich soll dir helfen, einen Käufer zu finden", sagte er, als er ausstieg. Sie sah ihn an: das Leinenhemd, das nach Lissabon roch, die Augen, die älter wirkten als beim letzten Mal. „Du wirst keinen finden." „Ich weiß", sagte er, „ich bin trotzdem hier." Das Abendessen verlief schweigend, mit dem Wein, den Rui selbst abgefüllt hatte – in Flaschen ohne Etiketten. Manuel hielt sein Glas ins letzte Licht, als suche er darin nach einer Aufgabe. Vera beobachtete ihn dabei und erkannte, dass Rui dieselbe Geste gehabt hatte. Nicht zum ersten Mal fragte sie sich, was die Jahre aus zwei Männern machen, die sich einmal alles gewesen waren. Am nächsten Morgen zog sie ihn ohne Erklärung mit aufs Feld. Das Schälen der Korkeiche ist eine Arbeit, bei der die Hände wissen müssen, was der Verstand noch nicht entschieden hat. Sie führte seine Hand zum ersten Schnitt – damit er spürte, was das Werkzeug von einem verlangt, bevor man es versteht. Die Berührung dauerte eine Sekunde zu lang. Keiner sprach. Zwischen den Bäumen hing ein Geruch nach Harz und trockenem Gras, der Vera an den Sommer erinnerte, in dem sie Rui kennengelernt hatte. Wäre sie weniger müde gewesen, hätte sie sich vielleicht abgewendet. Aber die Müdigkeit, die Trauer hinterlässt, ist keine Schwäche – sie ist Ehrlichkeit. Manuel arbeitete gut, besser als erwartet, mit Händen, die das Gewicht einer Korkplatte einzuschätzen wussten. Das von Ruis jahrzehntelanger Arbeit abgegriffene Werkzeug lag zwischen ihnen wie eine stille Übereinkunft. Vera half ihm, die schwere Platte zu kippen, ohne zu fragen, ob er Hilfe brauche. Am Nachmittag, im Schatten des alten Baumes, sprach Manuel von der Wette aus dem dritten Semester – einer Schuld, die Rui nie beglichen hatte. Vera lachte – kurz, scharf, ein Laut, der ihr selbst wie ein Fremdkörper vorkam. Es war das erste Mal seit dem Begräbnis. Sie presste sofort die Hand auf den Mund. „Er wollte, dass du lachst", sagte Manuel. „Das sagen alle", erwiderte Vera, „keiner von euch weiß, was er wollte." Sie sagte es ohne Schärfe, nur als Feststellung, und Manuel nickte, als hätte er nichts anderes erwartet. Am Abend gingen sie zum alten Brunnen am östlichen Rand des Anwesens. Es war das erste Mal, dass Vera dorthin ging, seit Rui gestorben war. Sie wusste nicht, warum gerade jetzt – außer dass sie mit jemandem dort sein wollte, der Rui kannte. Manuel schöpfte Wasser, Vera lehnte am Mauerwerk, und der Abend legte sich über die Eichen wie eine Haut. Er fragte, ob sie vorhabe zu verkaufen. Sie antwortete mit einer Gegenfrage: „Was wäre das für ein Mensch, der von hier weggehen könnte, ohne sich selbst zu verlieren?" Manuel schwieg lange. Dann legte er seine Hand auf ihre – keine Geste der Zuneigung, eher die eines Menschen, der aufgehört hat, vorsichtig zu sein. Vera entzog sie nicht. Die Nacht sickerte in das Tal, und mit ihr kam der Geruch des Lavendels, der am Brunnenrand wild wuchs. Hätte einer von beiden ein Wort gesagt, wäre vielleicht nichts passiert. Keiner sagte etwas. Was folgte, war still und langsam und hatte nichts von dem, was Vera sich einst verboten hätte vorzustellen. Es war nicht Verrat. Es war etwas, wofür die Sprache noch nicht gebaut worden war – ein Wort, das noch nicht erfunden worden war. Am Morgen stand Manuel früh auf. Vera hörte ihn in der Küche – das Schaben des Stuhls, das Klirren des Kaffeegeschirrs, die vertrauten Geräusche einer fremden Anwesenheit. Sie blieb im Bett. Als sie herunterkam, saß er am Tisch, fertig angezogen, den Kaffee halb leer. Er hatte nicht auf sie gewartet. Das war richtig. „Ich werde keinen Preis nennen", sagte er, ohne aufzusehen. „Ich habe dich nicht darum gebeten." Er stand auf, nahm seinen Koffer, blieb einen Moment in der Tür. „Vera." „Fahr", sagte sie. Er sah sie an – mit dem Gesicht eines Mannes, der sich etwas aufhebt, weil er nicht weiß, ob er wiederkommt. Dann küsste er sie auf die Stirn – die Geste eines Menschen, der Abstand sucht und Nähe findet. Er ging. Der Mietwagen fuhr die Schotterstraße hinab, langsamer, als er gekommen war. Vera stand im Hof, die Arme an den Seiten, die Hände offen, bis der Staub sich legte. Dann ging sie aufs Feld. Sie schälte Kork, allein, methodisch, die Hände wissend wie immer. Rui war in jedem Schnitt, in der Art, wie die Rinde nachgab. Manuel auch. Das war das Neue. Nicht Schuld – aber ein Gewicht, das einen Namen hätte tragen können, wenn man ihm Zeit gegeben hätte. Die Korkeichen standen in der Augusthitze und ließen sich schälen, ohne Klage. Das war ihr Wesen: sich entblößen und weiterwachsen. Vera dachte, dass sie davon noch lernen könnte. == 99 == 1 -------------------- -------------------- Der Koffer Leone kommt aus Neapel in sein Heimatdorf zurück. Er hat das Dorf vor sieben Jahren verlassen. Das Dorf liegt in den Bergen in Kalabrien. Leone will das Haus seiner Großmutter verkaufen. Er steigt aus dem Auto aus. Es ist sehr heiß draußen. Vor dem Haus steht eine junge Frau. Sie hat lange schwarze Haare. Sie schaut Leone nicht freundlich an. „Das Haus gehört meinem Vater", sagt sie. Ihr Vater hat Leones Familie das Feld weggenommen. Das ist schon sehr lange her. Leone war damals noch sehr jung. „Ich heiße Fiora", sagt die Frau. Sie dreht sich um und geht weg. Leone schaut ihr lange nach. Das Haus ist alt und riecht nach Staub. Leone macht alle Fenster auf. Er setzt sich auf den Boden der alten Küche. Er hat lange nicht mehr hier gelebt. Alles ist kleiner als er gedacht hat. Am Abend klopft jemand an die Tür. Es ist Fiora, mit einer Flasche Wein. „Ich war heute nicht nett zu dir", sagt sie. Leone macht sofort die Tür auf. Sie setzen sich zusammen in den Hof. Sie trinken Wein und schauen den Mond an. „Dein Vater hat uns das Feld genommen", sagt Leone. „Das weiß ich", sagt Fiora. „Es tut mir leid." Sie nimmt seine Hand und schweigt. Am nächsten Morgen gehen sie zum alten Olivenfeld. Die Bäume dort sind sehr alt und groß. „Das Feld hat früher eurer Familie gehört", sagt Fiora. „Ja, das weiß ich noch", sagt Leone. Sie liegen auf dem trockenen Gras und reden. Leone hat Fiora noch nie so gut kennengelernt. Er weiß, dass er bald nach Neapel fahren muss. Aber er will noch nicht fahren. „Bleib noch ein bisschen", sagt Fiora eines Abends. „Ich weiß es nicht", sagt Leone. Er bleibt noch ein paar Tage. Eines Morgens riecht es nach Feuer. Leone schaut aus dem Fenster. Die Olivenbäume am Feld brennen. Leone läuft so schnell er kann hinaus. Am Feldrand steht ein alter Mann. Der Mann schaut nur auf das Feuer. Er tut gar nichts dagegen. Das ist der Vater von Fiora. Fiora steht auch daneben. Sie bewegt sich nicht und sagt nichts. Leone ruft so laut er kann. Aber niemand hat geantwortet. Leone geht zurück ins Haus. Er packt schnell seinen Koffer. Dann kommt Fiora auch herein. „Geh bitte nicht weg", sagt sie. „Ich muss nach Neapel fahren", sagt Leone. „Ich kann nicht hier bleiben." Fiora sagt kein Wort mehr. Leone trägt den Koffer zum Auto. Er schaut Fiora noch einmal an. Er startet das Auto und fährt los. Im Spiegel sieht er Fiora vor dem Haus. Hinter ihr ist der Himmel orange. Das Feuer brennt immer noch. Leone macht kein Radio an. Er fährt die ganze Nacht. Er kommt morgens in Neapel an. Er hängt seinen Mantel auf. Auf dem Mantel ist Asche. Er lässt die Asche einfach da. Fiora hat Leone nie angerufen. Er hat sie auch nicht angerufen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- -------------------- Die Asche Nico hat seit acht Jahren nicht mehr in seinem Heimatdorf gelebt. Das Dorf liegt direkt am Meer in Apulien. Er ist zurückgekommen, weil er das Haus seines Onkels verkaufen wollte. Er wollte schnell wieder nach Bologna fahren. Vor dem Haus hat eine junge Frau gestanden und eine Zigarette geraucht. Sie hat lange dunkle Haare und rote Lippen gehabt. „Das Haus gehört jetzt meinem Vater", hat sie gesagt. Nico hat sie nicht erkannt, aber er hat ihren Vater gut gekannt. Früher hat ihr Vater Nicos Familie das Boot weggenommen. Das ist schon viele Jahre her, aber Nico hat es nicht vergessen. „Mein Name ist Chiara", hat die Frau gesagt. Sie hat die Zigarette an der Mauer ausgedrückt und ist weggegangen. Nico hat ihr nachgeschaut, bis sie um die Ecke gebogen ist. Das Haus war alt und es hat nach Feuchtigkeit gerochen. Nico hat alle Fenster aufgemacht und sich umgeschaut. Es war alles kleiner als in seiner Erinnerung. Er hat an seine Kindheit gedacht und an das gestohlene Boot. Am Abend hat jemand an die Tür geklopft. Chiara hat an der Tür gestanden, eine Flasche Wein in der Hand. „Ich war heute unfreundlich zu dir, das tut mir leid", hat sie gesagt. Er hat die Tür aufgemacht und sie hereingelassen. Sie haben im Hof gesessen und zusammen Wein getrunken. „Dein Vater hat meiner Familie das Boot gestohlen", hat Nico gesagt. „Das weiß ich genau", hat Chiara gesagt. „Er ist wirklich kein guter Mensch", hat sie noch hinzugefügt. Der Abend war warm und der Mond hat aufs Meer geschienen. Chiara hat seine Hand genommen, und er hat sie nicht weggenommen. Am nächsten Tag haben sie sich am Strand getroffen. Sie sind zusammen geschwommen und haben am Wasser gegessen. Nico hat nicht mehr an den Verkauf gedacht. Er hat an seine Arbeit in Bologna gedacht, aber er wollte nicht fahren. „Bleibst du noch ein paar Tage?", hat Chiara gefragt. „Ich weiß es noch nicht", hat er gesagt. Aber am nächsten Tag ist er noch dort geblieben. Am zweiten Tag haben sie zusammen gekocht. Am dritten Tag sind sie aufs Dach des Hauses gestiegen. Von oben hat man das Meer und den kleinen Hafen gesehen. Chiara hat auf das Wasser gezeigt und gesagt: „Dort liegt das Boot." Das Boot hat noch immer ihrem Vater gehört. Er hat kurz gelacht, aber nur für einen Moment. An einem Morgen hat Nico Rauch gerochen. Er ist aufgestanden und hat aus dem Fenster geschaut. Das alte Fischerboot am Hafen hat gebrannt. Er ist so schnell wie möglich rausgelaufen. Am Hafen hat Chiaras Vater gestanden und zugeschaut. Der alte Mann hat nichts getan und niemanden gerufen. Chiara hat neben ihm gestanden und sich nicht bewegt. Nico hat laut gerufen, aber niemand hat geantwortet. Er ist zurückgegangen und hat seinen Koffer gepackt. Kurz danach ist Chiara auch hereingekommen. „Bitte geh nicht weg", hat sie leise gesagt. „Ich kann hier nicht bleiben", hat er gesagt. Sie hat ihn angeschaut, aber sie hat nichts mehr gesagt. Er hat den Koffer in den Wagen gestellt. Er hat Chiara ein letztes Mal angeschaut. Dann hat er den Motor gestartet und ist losgefahren. Im Spiegel hat er Chiara vor dem Haus gesehen. Hinter ihr hat der Himmel geleuchtet, denn das Feuer hat noch gebrannt. Er hat das Radio nicht angemacht, die ganze Fahrt nicht. Er ist die ganze Nacht bis nach Bologna gefahren. In Bologna hat er seinen Mantel aufgehängt. Auf dem Stoff seines Mantels war Asche. Chiara hat ihn in den folgenden Wochen nie angerufen. Er hat sie in dieser Zeit auch nicht angerufen. ---------------------------------------------- 3 -------------------- -------------------- Die Rückkehr Marco ist seit zehn Jahren nicht mehr in seinem Heimatdorf gewesen. Das Dorf liegt auf einem Hügel nahe Trapani, still und heiß im August. Er fuhr mit dem Mietwagen die enge Bergstraße hinauf. Er wollte nur das Haus seines Großvaters verkaufen, dann zurück nach Turin. Vor dem Haus stand eine junge Frau mit langen schwarzen Haaren. Sie hatte eine Zigarette im Mundwinkel und schaute ihn kalt an. Marco stieg aus dem Wagen und wartete, bis sie etwas sagte. „Du bist der Sohn von Donato", sagte sie, ohne zu lächeln. Er kannte diesen Ton – er gehörte zum Dorf wie der Staub auf den Straßen. Ihr Vater hatte vor dreißig Jahren Marcos Familie das Feld gestohlen. Alle im Dorf wussten das, aber niemand hatte je laut gesprochen. „Das Haus gehört meinem Vater", sagte sie. „Das stimmt nicht", sagte er. „Ich bin Sofia." Sie drückte die Zigarette an der Mauer aus und ging, ohne sich umzudrehen. Marco schaute ihr nach, bis die Gasse sie verschwinden ließ. Das alte Haus roch nach Staub, Holz und vergangenen Sommern. Die grünen Fensterläden blätterten ab, die Küche war leer bis auf einen Stuhl. Er stellte seinen Koffer auf den Boden und öffnete alle Fenster. Er hat in Turin selten an dieses Haus gedacht, aber jetzt war es wieder überall. Am Abend hörte er Schritte auf dem Pflaster des Hofes. Sofia stand draußen, ein Glas Wein in der Hand, das rote Tuch über der Schulter. „Mein Vater sagt, du sollst schnell verkaufen und verschwinden", sagte sie. „Was sagst du dazu?", fragte er. Sie trank einen Schluck Wein und antwortete nicht sofort. Die Nacht war warm, und der Mond schien auf die alten Steine des Hofes. Sie trat näher an die Mauer, er trat nicht zurück. Sie küsste ihn, bevor er etwas sagen konnte. Die Nacht war lang, und niemand im Dorf schlief ruhig. Die nächsten drei Tage trafen sie sich im alten Olivenhain. Die Bäume waren uralt, der Boden darunter trocken und rissig. Sofia brachte Brot und Käse mit, er brachte den Wein. Sie haben wenig geredet, aber sie haben lange nebeneinander gelegen. Einmal fragte Sofia: „Magst du das Dorf noch?" Er antwortete nicht sofort, weil er die Antwort nicht kannte. „Ich weiß es nicht mehr", sagte er. „Ich auch nicht", sagte sie, und es klang nicht traurig, nur müde. Er hat in diesen Tagen nicht an Turin gedacht. Er hat an Sofias Gesicht gedacht und an das, was sie nicht sagte. Am vierten Morgen roch die Luft nach Rauch. Marco öffnete das Fenster und sah, dass der Olivenhain brannte. Er rannte barfuß auf die Straße. Am Rand des Feldes stand ein alter Mann mit verschränkten Armen. Das war Sofias Vater – das hat Marco sofort gewusst. Der alte Mann schaute auf das Feuer, als wäre das sein gutes Recht. Sofia stand zwei Schritte hinter ihm und bewegte sich nicht. Marco schrie laut, aber niemand antwortete. Die Flammen fraßen die alten Äste schnell und ohne Lärm. Das war das Feld, das vor dreißig Jahren der Familie gehört hatte. Er ging zurück ins Haus und packte seinen Koffer. Sofia kam herein, bevor er mit dem Packen fertig war. „Geh nicht", sagte sie, und ihre Stimme war ruhig, fast sachlich. Er musste jetzt gehen, das wusste er. „Das hier ist nicht mehr mein Ort", sagte er. „Es könnte dein Ort werden", sagte sie leise. Er schloss den Koffer und trug ihn zur Tür. „Ich warte nicht auf dich", sagte Sofia. Er glaubte ihr. Es stimmte, und er wusste das schon vorher. Er fuhr los, ohne sich umzudrehen. Im Rückspiegel sah er sie vor dem Haus stehen. Hinter ihr war der Himmel orange vom Feuer. Er fuhr die ganze Nacht nach Norden, das Radio blieb aus. Wochen später fand er Asche auf seinem Mantel in Turin. Er hat sie nicht weggeklopft. ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Der letzte Samstag Sandra hatte sich das Wochenende freigehalten, obwohl sie sich gewünscht hätte, es noch ein bisschen aufschieben zu können. Es war Ende September, kühl und bewölkt, und die Kastanie vor dem Haus verlor bereits die ersten Blätter. Marco kam um zehn, wie sie es verabredet hatten. Er hatte seinen alten Transporter mitgebracht und parkte ihn auf der Einfahrt. Sandra öffnete die Tür, bevor er klingeln konnte. „Kaffee?", fragte sie. „Lieber nicht", sagte er. „Fangen wir einfach an." Sie hatten vereinbart, das Wohnzimmer zuerst zu machen, weil dort das meiste stand. Das Bücherregal nahm die ganze Wand ein und war von oben bis unten vollgestellt. Sandra hatte einen Block dabei und notierte alles, was aufgeteilt wurde. Marco trug die schweren Kisten, die er zum Transporter brachte. „Die Kochbücher nehme ich alle", sagte Marco. „Die habe ich selbst gekauft, bevor wir zusammengezogen sind." Sandra stimmte zu. Bei den Romanen war es schwieriger, weil sie sich nicht mehr erinnerten, wer welches Buch mitgebracht hatte. „Den Mankell habe ich dir zum Geburtstag geschenkt", sagte Sandra. „Dann nimm ihn zurück." „Nein, ich habe ihn dir geschenkt." Sie sahen sich an. Keiner wollte als Erster nachgeben. Schließlich legte Sandra das Buch auf Marcos Stapel, ohne noch etwas dazu zu sagen. Sie arbeiteten fast zwei Stunden lang. Meistens war es klar, wem ein Buch gehörte, und dann war die Entscheidung schnell. Manchmal war es unklar, und dann half es, alles aufzuschreiben, weil das Schreiben leichter war als das Reden darüber. Gegen Mittag hatten sie etwa zwei Drittel der Bücher aufgeteilt. Marco trug die letzte Kiste aus dem untersten Regalfach und stellte sie auf den Boden. Sie war schwerer als er gedacht hatte. Obenauf lagen alte Zeitschriften, und darunter steckte eine kleine Blechdose mit Blumenmuster. „Was ist das hier?", fragte Marco und hob sie hoch. Sandra kniete sich hin und öffnete den Deckel. Darin lagen drei Konzerttickets, ein gefaltetes Blatt Papier und ein Polaroidfoto, das leicht vergilbt war. Auf dem Foto waren sie beide zu sehen, jünger, in einer großen Menge, mit Bechern in der Hand. „Das war das Konzert in Straßburg", sagte Sandra. „Weißt du noch, welches Jahr?" „Ja", sagte Marco. „Ich weiß es noch." Er sagte das Jahr nicht laut. Das Blatt war eine handgeschriebene Notiz, die Sandra damals für Marco geschrieben hatte. Sie hatte vergessen, dass sie sie aufgehoben hatte. Marco faltete das Blatt auseinander, las kurz und faltete es wieder zusammen. Er legte die Dose auf den Tisch. „Behalt die Dose, wenn du möchtest", sagte Sandra. Marco überlegte kurz. „Wärst du sicher damit?" „Ja", sagte Sandra. Er steckte die Dose in seine Jackentasche. Sie machten noch eine Stunde weiter, aber die Stimmung war jetzt ein bisschen anders. Nicht schlechter, nur ruhiger – als ob die kleine Dose etwas in den Raum gebracht hätte, das vorher nicht da gewesen war. „Die Küche können wir nächste Woche machen", sagte Sandra schließlich. Marco nickte. „Passt mir auch besser." Er begann, die letzten Kisten zur Tür zu tragen. Sandra half ihm mit der schweren. Im Flur hingen noch zwei Jacken, die niemandem mehr zuzuordnen waren. „Die grüne ist von deiner Schwester", sagte Marco. „Stimmt", sagte Sandra und nahm sie vom Haken. „Die hat sie schon ewig nicht gesucht." Marco lachte kurz. Es war das erste Mal an diesem Tag, dass sie beide gleichzeitig lachten. An der Tür blieben sie kurz stehen. „Wann nächste Woche?", fragte Marco. „Samstag wieder, wenn es dir passt." „Passt." Er nickte und trug die erste Kiste zum Transporter. Sandra sah ihm aus dem Fenster nach. Dann nahm sie den Block und sah ihre Liste durch. Noch neunzehn Punkte offen. Sie strich drei durch, die sie vergessen hatte abzuhaken. Bevor sie die Wohnungstür schloss, sah sie noch einmal ins Wohnzimmer. Das Regal war halb leer, und die Lücken darin sahen merkwürdig aus – als würden sie auf etwas zeigen, für das es kein Wort gab. Sie schloss die Tür. Das Regal blieb, halb voll oder halb leer, je nachdem. ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- -------------------- Die Inventur Das Apartment lag im dritten Stock eines Gründerzeithauses in Leipzig, dessen Stuckdecke seit Jahren langsam abbröckelte. Marta hatte den Termin auf den Sonntagnachmittag gelegt, weil Sonntage ihr immer als die denkbar ungeeignetsten Tage für Auseinandersetzungen erschienen. Thomas kam pünktlich. Er stellte eine Flasche Mineralwasser auf den Tisch, ohne zu fragen, ob sie etwas anderes gewünscht hätte. Das Wohnzimmer roch noch nach dem Holzöl, das er alljährlich in die Regale eingearbeitet hatte, als wäre das Pflegen der Möbel eine stille Ersatzhandlung für alles, was zwischen ihnen hätte gepflegt werden müssen. Marta hatte eine handgeschriebene Liste mitgebracht – zweispaltig, Albumtitel links, Initiale rechts. „Ich habe alles nach Labelzugehörigkeit geordnet", sagte sie, als setze sie das als selbstverständlich voraus. Thomas zog seinen Mantel aus und hängte ihn über den Stuhl, auf dem er immer gesessen hatte. Jetzt saß er dort nicht mehr, aber der Stuhl war noch seiner. „Die ECM-Alben gehen alle an dich", sagte er. „Du hast sie immer häufiger aufgelegt als ich." Er kniete vor dem Regal, das die gesamte Westwand des Salons besetzte, und begann, die Platten herauszuziehen. Die ersten Entscheidungen waren leicht. Was er vor ihrer gemeinsamen Zeit gekauft hatte, blieb bei ihm; was sie mitgebracht hatte, blieb bei ihr. Beim dritten Fach verlangsamte sich der Prozess merklich. „Dieser Monk ist ein Weihnachtsgeschenk", sagte Thomas, ohne aufzusehen. „Von mir an dich oder umgekehrt?" Er überlegte kurz. „Keine Ahnung." Sie trugen das Album keiner Seite zu. Das Licht wurde früh gelb, wie es in Leipzig im Oktober wurde. Marta schaltete die Stehlampe ein, die Thomas stets für zu grell gehalten hatte. Sie stritten nicht. Das überraschte sie beide – nicht, weil sie Streit erwartet hätten, sondern weil die Stille, die sich stattdessen einstellte, von ganz anderer Qualität war als die Stille der letzten Monate. Thomas zog ein Album heraus, dessen Hülle er zunächst nicht einordnen konnte. Es war das Köln Concert von Keith Jarrett, das Originalvinyl von 1975, die linke obere Ecke leicht angestoßen. Er drehte es um. Zwischen Innenhülle und Vinyl war ein Foto geschoben worden, das er völlig vergessen hatte. Es zeigte sie beide auf einer Brücke in Porto, aufgenommen im Frühjahr 2008, kurz nachdem sie beschlossen hatten, es wäre jetzt ernst. Marta stand hinter ihm, die Arme locker über seine Schultern gelegt, und lachte an seiner Wange vorbei in eine Kamera, deren Besitzer er nicht mehr rekonstruieren konnte. Er hielt das Foto in beiden Händen, ohne etwas zu tun. „Marta." Sie kam ohne Nachfrage herüber. Er hielt das Foto hoch. Sie nahm es ihm aus der Hand, betrachtete es länger als nötig und legte es dann auf den Tisch – nicht in seinen Stapel, nicht in ihren, sondern genau zwischen beide. „Das hatte ich wirklich vergessen", sagte sie. Ihre Stimme hatte einen Ton, der sich schwer benennen ließ: keine Wehmut, kein Vorwurf, eher die sachliche Registrierung eines Verlustes, den man erst bemerkt, wenn man ihn plötzlich in den Händen hält. Thomas legte das Jarrett-Album kommentarlos zu seinem Stapel. Sie ließ es zu. Der Nachmittag zog sich hin, ohne schwerer zu werden. Um halb fünf hatten sie drei Viertel der Sammlung aufgeteilt. Die verbleibenden zwanzig Alben, deren Herkunft sich nicht mehr zweifelsfrei bestimmen ließ, schoben sie an den Rand. Thomas schlug vor, sie nach dem Zufallsprinzip zu vergeben. Marta schüttelte den Kopf. „Lass sie hier." „Hier ist aber bald nicht mehr meins." „Ich weiß." Sie sah das halbgeleerte Regal an. „Dann mach jemand anderem damit eine Freude." Thomas lachte kurz. Es war kein warmes Lachen, aber auch kein bitteres – eher das Lachen eines Menschen, der etwas begreift, das ihm nicht gefällt. Gegen halb sieben räumte Thomas seinen Stapel in drei Leinentaschen, die er vorausschauend mitgebracht hatte. Marta rollte ihre Liste zusammen und steckte sie ein. Das Foto lag noch auf dem Tisch. Keiner hob es auf. Thomas trug die erste Tasche zur Tür. Im Flur blieb er stehen. „Die Stehlampe." „Was ist damit?" „Du lässt sie immer zurück, wenn du gehst." Marta sah zur Lampe, dann zu ihm. „Diesmal nicht." Er nickte, als wäre das die Antwort auf eine Frage, die er schon länger mit sich herumgetragen hatte. Auf der Treppe hörte sie seine Schritte bis ins Erdgeschoss. Dann fiel die Haustür ins Schloss – nicht laut, aber mit dem bestimmten Ton des Endgültigen. Marta stand am Fenster und wartete, bis sein Wagen um die Ecke gebogen war. Das Regal wirkte jetzt seltsam leer, wie ein Satz, dem man die Hälfte der Wörter entnommen hat, ohne dass er aufgehört hätte, lesbar zu sein. Die zwanzig Alben standen ganz links, eine kurze Reihe ungelöster Fragen. Das Foto lag noch immer dort, wo sie es hingelegt hatte. Sie ließ es liegen und ging in die Küche. Das Foto blieb. == 100 == 1 -------------------- -------------------- Die rote Tasse Herr Berger ist Anwalt in Köln. Heute kommen Lisa und Marie zu ihm. Sie sind Schwestern. Ihre Mutter ist vor einem Monat gestorben. Herr Berger liest das Testament vor. Das Geld haben sie aufgeteilt. Dann kommt die Tasse. Die Tasse ist aus rotem Porzellan. Sie ist nicht groß und nicht teuer. Aber die Mutter hat sie jeden Morgen benutzt. Herr Berger sagt: „Die Tasse steht nicht im Testament." Marie spricht zuerst. „Ich will die Tasse." Lisa sieht Marie an. „Ich habe Mama drei Jahre lang gepflegt." „Das weiß ich", sagt Marie. „Aber ich will die Tasse." Lisa schüttelt den Kopf. „Nein. Die Tasse gehört mir." Herr Berger sagt: „Ich kann die Tasse verkaufen." Lisa und Marie sagen nichts. Marie denkt nach. Dann sagt sie: „Du kannst die Tasse haben." „Aber dann will ich das Kochbuch von Mama." Das Kochbuch liegt bei Lisa zu Hause. Lisa hat es genommen, weil Mama es ihr gegeben hat. Aber Lisa kocht nicht viel. „Das Kochbuch ist bei mir", sagt Lisa. „Ich weiß das." Herr Berger wartet. Lisa denkt kurz nach. „Gut", sagt sie. „Du bekommst das Kochbuch." „Ich bekomme die Tasse." Marie nickt. Herr Berger schreibt alles auf. Lisa und Marie unterschreiben. Draußen ist es kalt. Marie zieht ihren Mantel an. „Wann kann ich das Kochbuch holen?" „Ich rufe dich an." Marie nickt und geht. Lisa steht noch einen Moment vor dem Büro. Sie hält den Beutel mit der Tasse in der Hand. Lisa fährt mit dem Bus nach Hause. Sie hält den Beutel die ganze Zeit fest. Zu Hause stellt sie die Tasse auf den Tisch. Sie schaut die Tasse lange an. Die Tasse ist rot mit einem weißen Rand. Lisa trinkt keinen Kaffee. Sie trinkt Tee. Die Tasse ist für Kaffee. Lisa stellt die Tasse in den Schrank. Sie ruft Marie nicht an. Sie wartet. Marie ruft auch nicht an. Das Kochbuch liegt noch auf dem Regal. Lisa hat es nie aufgemacht. Die Tasse steht im Schrank. Lisa öffnet den Schrank manchmal. Dann sieht sie die Tasse. Dann macht sie den Schrank wieder zu. ---------------------------------------------- 2 -------------------- -------------------- Das Fahrrad Der Notar hieß Schreiber und sein Büro war in Hamburg. Paul Fischer ist zehn Minuten zu früh gekommen. Er hatte eine Tasche dabei, aber er hat sie nicht geöffnet. Stefan ist pünktlich gekommen und hat Paul die Hand gegeben. „Wie war die Fahrt?" „Sehr lang." Herr Schreiber hat seine Mappe geöffnet. Er hat das Testament vorgelesen. Das Haus haben sie schon verkauft. Auf dem Konto waren sechstausend Euro, und das Geld wird aufgeteilt. Dann hat Herr Schreiber gesagt: „Das Fahrrad steht nicht im Testament." Das Fahrrad hat seit vierzig Jahren im Keller gestanden. Der Vater ist jeden Samstag damit gefahren, bis er es nicht mehr konnte. Es war alt und grün und hatte vorne einen Korb. Paul hat das Fahrrad gepflegt, weil der Vater es nicht mehr konnte. Stefan hat in München gewohnt und ist nur zu Weihnachten gekommen. Herr Schreiber hat vorgeschlagen, das Fahrrad zu verkaufen. Paul und Stefan haben geschwiegen. Stefan hat zuerst gesprochen. „Ich will das Fahrrad haben." Paul hat ihn angeschaut. „Du warst nie da. Ich habe alles gemacht." „Das Fahrrad gehört uns beiden." „Nein", hat Paul gesagt. „Ich habe es drei Jahre lang gepflegt." Herr Schreiber hat seinen Stift auf den Tisch gelegt. Stefan hat kurz nachgedacht. Dann hat er gesagt: „Du kannst es haben. Aber dann will ich das Werkzeug von Vater." Das Werkzeug hat in Pauls Garage gestanden. Er hatte es mitgenommen, denn es sollte nicht verloren gehen. Er hat es nicht wirklich gebraucht. „Das Werkzeug ist bei mir", hat Paul gesagt. „Ich weiß." Herr Schreiber hat gewartet. Paul hat nachgedacht. Dann hat er gesagt: „Gut. Du bekommst das Werkzeug. Ich bekomme das Fahrrad." Stefan hat genickt. Herr Schreiber hat alles aufgeschrieben. Paul und Stefan haben unterschrieben. Draußen war die Straße nass. Stefan hat seinen Mantel angezogen. „Wann kann ich das Werkzeug holen?" „Ruf mich an." Stefan hat genickt und ist gegangen. Paul ist noch einen Moment vor dem Büro gestanden. Er hat an den Vater gedacht, der samstags zur Bäckerei gefahren ist. Er hat auch daran gedacht, dass er selbst kein Fahrrad fahren mochte. Aber das war nicht der Punkt. Er ist mit dem Bus nach Hause gefahren. Das Fahrrad hat er am nächsten Tag aus dem Keller geholt. Er hat es in seine Garage getragen. Es war jetzt neben seinem Auto. Er hat das Fahrrad angeschaut. Der Korb war verrostet und der Sattel war gerissen. Er hatte keinen Plan, was er damit machen sollte. Er hat eine alte Decke über das Fahrrad gelegt. Stefan ruft wegen des Werkzeugs nicht an. Paul ruft auch nicht an. Das Fahrrad steht in der Garage. Paul weiß nicht, warum er es wollte. Aber er weiß, warum Stefan es nicht bekommen durfte. ---------------------------------------------- 3 -------------------- -------------------- Das Bild im Flur Das Büro von Dr. Hess lag in der Dortmunder Innenstadt, im dritten Stock eines alten Backsteingebäudes. Anna Sommer, vierundfünfzig Jahre alt, saß bereits auf dem Sofa, als ihr Bruder Markus ankam. Sie hatte eine Tasche mit Unterlagen auf dem Stuhl neben sich abgestellt. Markus trug einen dunklen Anzug, der ihm etwas zu eng geworden war. „Ich dachte, du kommst zu spät", sagte er, ohne zu grüßen. „Ich komme nie zu spät", sagte Anna. Dr. Hess bat sie, Platz zu nehmen. Er war ein ruhiger Mann, der langsam und deutlich sprach. Er las das Testament vor, ohne Pause, ohne Kommentar. Das Haus war bereits verkauft worden, der Erlös wurde aufgeteilt. Das Konto: achttausend Euro, je zur Hälfte. Dann das Bild. Das Bild hing seit dreißig Jahren im Flur der elterlichen Wohnung in Bochum. Es war eine kleine Landschaft im Holzrahmen, nicht viel wert. Aber die Mutter hatte es jeden Morgen angeschaut, wenn sie zur Arbeit gegangen war. Dr. Hess sagte, dass kein Name im Testament stand. Markus sprach als erster. „Ich will das Bild haben." Anna sah ihn an. „Du warst zweimal im Jahr da. Ich war jeden Mittwoch bei ihr." „Das hat doch nichts mit dem Bild zu tun." „Doch", sagte Anna. „Das hat sehr viel damit zu tun." Markus lehnte sich zurück und verschränkte die Arme. „Ich habe das Bild als Kind jeden Tag gesehen." „Ich auch", sagte Anna. Dr. Hess räusperte sich. Er machte den Vorschlag, das Bild schätzen zu lassen und den Erlös zu teilen. Beide schwiegen. Anna öffnete ihre Tasche und holte einen Kalender heraus. Er war voll mit Notizen – Arzttermine, Medikamentenlisten, Telefonnummern des Pflegedienstes. Sie legte ihn auf den Tisch, ohne etwas zu sagen. Markus schaute ihn an, kurz, dann weg. Dann sagte er: „Du kannst das Bild haben. Aber dann will ich die Schallplatten von Vater." Anna blinzelte. Die Schallplatten standen in ihrer Wohnung, weil Markus keinen Plattenspieler mehr hatte. Sie hatte sie mitgenommen, damit sie nicht verloren gingen. „Die Schallplatten sind bei mir", sagte sie. „Das weiß ich." Dr. Hess wartete und drehte einen Stift zwischen den Fingern. Anna dachte einen Moment nach. Dann sagte sie: „Gut. Du bekommst die Schallplatten. Ich bekomme das Bild." Markus nickte. Dr. Hess schrieb alles auf. Sie unterschrieben beide, ohne sich dabei anzusehen. Auf der Straße vor dem Büro hatte es aufgehört zu regnen. Markus zündete sich sofort eine Zigarette an. „Wann kann ich die Schallplatten holen?" „Ruf mich an." „Okay." Sie standen nebeneinander auf dem feuchten Bürgersteig. Markus sagte: „Das Bild hat ihr wirklich gefallen, weißt du." „Ja", sagte Anna. „Gefällt es dir auch?" Anna überlegte kurz, bevor sie antwortete. „Nicht besonders." Markus lachte einmal auf, aber es klang nicht fröhlich. Er drückte die Zigarette aus. „Dann warum willst du es?" Anna antwortete nicht. Sie nickten sich kurz zu und gingen in verschiedene Richtungen. Zu Hause stellte Anna das Bild auf die Fensterbank im Wohnzimmer. Sie betrachtete es eine Weile. Die Farben waren verblasst und der Rahmen hatte an einer Seite einen Riss. Sie dachte daran, wie Markus den Kalender angeschaut hatte – eine Sekunde, dann weggeschaut. Das war der Grund. Sie trug das Bild in die Abstellkammer und stellte es gegen die Wand. Es würde dort stehen, bis sie entschied, was damit zu tun war. Sie würde nie entscheiden. ---------------------------------------------- 4 -------------------- -------------------- Die Ballerina Das Büro des Anwalts Körner lag im Erdgeschoss eines Gebäudes am Stuttgarter Marktplatz, und es roch nach altem Papier. Sandra Weiß war zehn Minuten zu früh da. Sie kannte das Büro, weil sie hier schon einmal gewesen war, als ihr Vater noch selbst entscheiden konnte, was er wollte. Das war vor der Demenz. Petra kam mit nassen Schuhen und einem Lächeln, das zu breit war für die Situation. „Die Bahn", sagte sie, als Entschuldigung. Sandra nickte einmal. Herr Körner bat sie, Platz zu nehmen, und schlug seine Mappe auf. Er las vor, was ihr Vater hinterlassen hatte, ruhig und ohne Kommentar. Das Konto: neunzehnhundert Euro, aufzuteilen. Die Wohnung war bereits verkauft worden, der Erlös überwiesen. Dann die Figur. Die Porzellanballerina hatte auf der Fensterbank gestanden, solange Sandra denken konnte. Ihre Mutter hatte sie aus einer Reise nach Prag mitgebracht, vor vierzig Jahren. Als der Vater allein lebte, hatte er sie ins Wohnzimmer gestellt. Er hatte sie nicht weggeräumt, obwohl er sonst alles umgestellt hatte. Körner schloss seine Mappe kurz. „Ein Vermächtnisnehmer ist nicht angegeben." Petra sprach zuerst. „Mama hätte gewollt, dass ich sie bekomme." Sandra sah ihre Schwester an. „Du warst dreimal im Jahr hier. Ich war jeden Dienstag da." „Das hat nichts damit zu tun, wer die Figur bekommt." „Doch", sagte Sandra. „Das hat genau damit zu tun." Körner legte einen Stift auf den Tisch. „Es wäre möglich, die Figur schätzen zu lassen und den Wert hälftig aufzuteilen." Keine der Schwestern antwortete. Petra holte ein Foto aus ihrer Tasche und legte es auf den Tisch. Es zeigte die Mutter am Fenster, die Ballerina gut sichtbar dahinter. „Ich habe dieses Foto immer dabei." Sandra betrachtete es einen Moment, dann legte sie es zurück. „Ich habe zwanzig Monate lang den Pflegedienst organisiert, die Ärzte angerufen und die Abrechnung gemacht, während du in München warst." Petra sagte nichts. Es entstand eine Pause, in der Körner seinen Stift betrachtete, als hätte er ihn noch nie gesehen. Schließlich sagte Petra: „Du kannst sie haben. Aber dann will ich den Nähkasten von Mama." Sandra blinzelte. Der Nähkasten stand seit zwei Jahren in ihrer Wohnung. Sie hatte ihn mitgenommen, als die Mutter ins Pflegeheim kam, weil er sonst in den Müll gegangen wäre. Sie hatte noch nie genäht. „Der Nähkasten steht bei mir", sagte Sandra. „Ich weiß." Körner wartete, den Stift in der Hand. Sandra dachte nach. Dann sagte sie: „Gut. Du bekommst den Nähkasten. Ich bekomme die Ballerina." Petra nickte. Körner schrieb es auf und bat sie zu unterschreiben. Sie unterschrieben, ohne sich anzusehen. Draußen regnete es. Petra zog ihren Mantel zu und sah die Straße entlang. „Wann kann ich den Nähkasten abholen?" „Ich melde mich." „Gut." Sie standen einen Moment nebeneinander auf dem nassen Bürgersteig. Dann sagte Petra: „Sie hätte nicht gewollt, dass wir uns streiten." „Wir haben uns nicht gestritten", sagte Sandra. „Wir haben verhandelt." Petra lächelte kurz, dann ging sie. Sandra blieb noch einen Moment stehen. Sie hielt die Tasche, in der die Figur eingewickelt lag, mit beiden Händen. In der Straßenbahn legte sie die Tasche auf den Schoß und schaute aus dem Fenster. Sie dachte nicht daran, wohin sie die Ballerina stellen würde. Sie dachte daran, wie Petra das Foto aus der Tasche gezogen hatte, als wäre es ein Beweis. Zu Hause stellte Sandra die Figur auf den Küchentisch. Sie betrachtete sie eine Weile, ohne den Mantel auszuziehen. Dann schob sie sie in die Ecke zwischen Wand und Brotkasten. Sie würde morgen entscheiden, wohin die Figur gehörte. Wegen des Nähkastens würde sie nicht anrufen. Sie würde warten, bis Petra sich meldete. Petra würde sich nicht melden. ---------------------------------------------- 5 -------------------- -------------------- Die Standuhr Das Büro des Notars Albrecht Frenzel lag im dritten Stock eines gründerzeitlichen Hauses in der Lorenzgasse, dessen Fassade seit Jahren auf eine Sanierung wartete, die nie bewilligt worden war. Maximilian Bergner, fünfundfünfzig, Gymnasiallehrer für Geschichte, betrat es als erster. Er hatte die Uhrzeit mit Bedacht gewählt – zehn Minuten vor dem Termin. Eduard würde wissen, dass er gewartet hatte. Das war die Absicht. Die Sekretärin bot Kaffee an; er lehnte ab, obwohl er seit dem Frühstück nichts getrunken hatte. Er setzte sich auf den Stuhl nahe am Fenster und legte eine Akte auf seine Knie. Sie enthielt dreißig Seiten, auf denen er seit drei Jahren die Pflegeleistungen hatte dokumentieren lassen – Arztbesuche, Medikamentenpläne, die Kosten der Nachtpflege. Niemand hatte ihn darum gebeten. Eduard kam zwölf Minuten nach der vereinbarten Zeit, den Mantel noch nicht ausgezogen, die Krawatte zu locker. „Du warst schon immer der Pünktliche", sagte er, ohne zu grüßen. Maximilian antwortete nicht. Frenzel war ein kleiner, sorgfältiger Mann mit einer Brille, deren Gläser größer waren als sein Gesicht zu verlangen schien, und mit der Angewohnheit, bei Pausen an seinen Manschettenknöpfen zu drehen. Er verlas das Testament ohne Umschweife, mit der professionellen Müdigkeit eines Mannes, der diese Szene zu oft gesehen hat. Das Haus war bereits verkauft worden, der Erlös unter beiden aufzuteilen. Das Konto: vierzehntausend Euro, je zur Hälfte. Dann die Standuhr. Maximilian hatte gewusst, dass diese Stelle kommen würde – dieser Moment, in dem das Zimmer für drei Sekunden stillsteht. Die Uhr stand seit neunzig Jahren im Flur des elterlichen Hauses in Erlangen. Sie war schwer, dunkel, und ihr Schlag war so laut, dass Besucher zusammenzuckten. Die Mutter hatte sie jeden Morgen aufgezogen, mit einem Schlüssel an einem blauen Band. Eduard räusperte sich. „Du willst sie, nehme ich an." „Ich habe drei Jahre lang jeden Morgen zugesehen, wie Mutter sie aufgezogen hat", sagte Maximilian. „Das ist kein Argument." „Ich bin anderer Meinung." Frenzel drehte am linken Manschettenknopf. Er schlug vor, was er immer vorschlug: eine Schätzung, danach Versteigerung, Erlösteilung. Die Uhr war nicht viel wert – fünfhundert Euro, wenn man Glück hatte. Es ging nicht um die fünfhundert Euro. Eduard lehnte sich zurück, die Arme verschränkt. „Ich will sie nicht. Sie tickt. Meine Frau würde das nicht ertragen." „Dann hätten wir uns das Gespräch sparen können." „Nicht ganz. Wenn du sie nimmst, beanspruche ich die Schreibmaschine von Vater." Hätte Eduard das nicht gesagt, wäre Maximilian am selben Abend nach Hause gefahren, ohne nachzudenken. Die Schreibmaschine stand seit zwanzig Jahren in seinem Arbeitszimmer – mitgenommen nach dem Tod des Vaters, weil Eduard in Kanada gewesen war und weil niemand sonst sie gewollt hatte. Dass sein Bruder sie jetzt plötzlich beanspruchte, war so absurd, dass er einen Moment glaubte, falsch verstanden zu haben. „Die Schreibmaschine steht seit zwanzig Jahren bei mir." „Ohne mein Einverständnis." Frenzel schrieb etwas auf seinen Block, ohne aufzuschauen. Maximilian legte die Akte auf den Tisch. Er schob sie nicht hinüber; er ließ sie einfach liegen, sichtbar, beschriftet, mit der Jahreszahl auf dem Deckblatt. Eduard sah sie an, sagte aber nichts. Der Handel, den sie schließlich schlossen, war folgender: Maximilian bekäme die Standuhr, Eduard die Schreibmaschine. Dazu erhielte Eduard den Inhalt des Kellers – Werkzeug, Gartenmöbel, drei Kisten Bücher, die niemand zu lesen gedacht hatte. Maximilian unterschrieb. Eduard unterschrieb. Frenzel trug die Ergebnisse in das Protokoll ein, wie er es immer tat: sorgfältig, ohne Wertung. Auf der Treppe, die Tür des Büros bereits hinter ihnen geschlossen, fragte Eduard: „Willst du die Uhr wirklich?" Maximilian blieb auf der zweiten Stufe stehen. „Was soll das bedeuten?" „Sie tickt nachts. Du lebst allein." Maximilian sagte nichts darauf. Er dachte daran, wie die Mutter jeden Morgen um sechs den Schlüssel vom Haken genommen hatte, im Morgenmantel, und wie der erste Schlag der Uhr durch das ganze Haus gewandert war. Er dachte daran, dass er, wäre Eduard nicht gewesen, die Uhr nie begehrt hätte. „Sie steht dir gut", sagte Eduard – und es klang nicht wie ein Kompliment. Er stieg die restliche Treppe hinunter, ohne sich umzudrehen, und drückte unten die Außentür auf. Maximilian blieb noch einen Moment auf der Stufe stehen. Der Schlüssel mit dem blauen Band steckte in seiner Jackentasche. Er hatte ihn eingesteckt, als die Mutter ins Pflegeheim gekommen war, und nie zurückgelegt. Die Standuhr würde im Flur stehen. Sie würde ticken, laut, in der Nacht. Er würde den Schlüssel in die Schublade legen. Sie würde er nie aufziehen. cqf1m8iae157gavyrcnk16tv2wvb3me Benutzer:Thirunavukkarasye-Raveendran/Kurzgeschichten 5a 2 122596 1085355 1085038 2026-05-10T14:32:17Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 1085355 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 5 a - ungarisch deutsch == 81 == 1 -------------------- Yuki ist achtundzwanzig Jahre alt. Sie arbeitet in einer Buchhandlung. Heute fährt sie mit dem Zug. Das Ziel ist ein kleiner Tempel. Dort hat ihre Großmutter früher gelebt. Die Großmutter ist seit drei Jahren tot. Yuki hat den Garten lange nicht besucht. Der Zug hält an einer kleinen Station. Yuki steigt aus und geht zu Fuß. Der Weg ist schmal und still. Bald steht sie vor dem alten Tor. Das Holz ist grau und verwittert. Sie zieht ihre Schuhe aus. Die Steine sind kalt und nass. Der Regen der letzten Nacht liegt noch auf dem Moos. Yuki geht langsam zum Teich. Das Wasser ist dunkel und trüb. Früher waren hier bunte Koi-Karpfen. Jetzt schwimmt nur ein einzelnes Blatt auf dem Wasser. Yuki schaut lange auf den Teich. Sie sagt nichts. Dann hört sie ein leises Geräusch. Ein alter Mann sitzt auf einer Holzbank. Sein Name ist Nao. Nao war früher der Gärtner des Tempels. Er ist ungefähr fünfundsiebzig Jahre alt. Ein Besen lehnt neben ihm an der Bank. Nao sieht Yuki an. Er sagt kein Wort. Er nickt nur einmal, ganz leicht. Yuki geht zur Bank und setzt sich. Sie setzt sich nicht zu nah. Die beiden sitzen still nebeneinander. Eine Libelle fliegt über den Teich. Sie setzt sich auf einen alten Seerosenschaft. Nao streicht mit dem Finger über das raue Holz der Bank. Es ist eine alte Gewohnheit. Yuki denkt an ihre Großmutter. Sie denkt an den Geruch von Tee und nassem Gras. Dann beginnt es zu regnen. Zuerst sind es nur wenige Tropfen. Dann regnet es stärker. Yuki und Nao stehen schnell auf. Sie laufen unter das Dach des kleinen Teehauses. Das Dach ist aus alten Ziegeln. Der Regen prasselt laut darauf. Yuki sieht einen kleinen Bambus-Brunnen. Das Wasser fällt tropf für tropf auf einen Stein. Der Stein ist mit Moos bedeckt. Nao schließt die Augen. Er atmet ruhig. Yuki sagt nichts, und Nao sagt auch nichts. Es gibt nichts zu sagen. Nach einer Weile hört der Regen auf. Ein schwaches Licht kommt durch die Wolken. Das nasse Moos leuchtet jetzt grün auf der Steinmauer. Yuki steht auf. Sie verbeugt sich leicht vor dem alten Mann. Nao öffnet die Augen. Er sagt leise: „Die Karpfen sind nicht tot." Yuki schaut ihn an. Nao sagt: „Sie schlafen nur unter dem Schlamm." Yuki nickt. Sie dreht sich um und geht. Der Weg zurück zum Tor ist still. Sie dreht sich nicht um. Nao bleibt auf der Bank sitzen. Er schaut auf das trübe Wasser. Yuki geht durch das alte Tor. Sie zieht ihre Schuhe wieder an. Der Zug fährt bald. Sie geht langsam zur Station. Im Herzen ist es ruhig, aber auch leer. Das ist in Ordnung. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Yuki kennt den Weg zum Tempel, obwohl sie ihn lange nicht gegangen ist. Drei Jahre sind vergangen, seit ihre Großmutter gestorben ist. Der Morgen ist kühl, und die Luft riecht nach feuchter Erde. Yuki trägt eine dunkle Jacke und hält eine kleine Tasche in der Hand. Als sie das verwitterte Holztor erreicht, bleibt sie kurz stehen. Sie legt die Hand auf das alte Holz, das sich kalt und rau anfühlt. Dann zieht sie die Schuhe aus, weil das hier so der Brauch ist. Die moosbewachsenen Steine sind noch nass vom Regen der letzten Nacht. Yuki geht langsam, weil sie nicht weiß, was sie fühlen soll. Der Garten sieht anders aus als in ihrer Erinnerung. Die Büsche sind wilder geworden, und das Gras wächst zwischen den Steinen. Am Ende des schmalen Weges liegt der Teich, dunkel und still. Das Wasser hat eine grünliche Farbe, fast wie altes Glas. Yuki erinnert sich, dass hier früher viele Koi-Karpfen geschwommen sind. Jetzt ist nur ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche zu sehen. Sie hockt sich ans Ufer und schaut lange in das trübe Wasser. Ein leises Geräusch lässt sie aufblicken. Auf einer alten Holzbank sitzt ein Mann, der sehr alt und sehr ruhig wirkt. Sein Name ist Nao, und er war viele Jahre lang der Gärtner dieses Tempels. Der Besen neben ihm lehnt gegen die Bank, als ob er gleich benutzt werden soll. Nao dreht den Kopf zu Yuki, sagt aber kein einziges Wort. Er nickt nur einmal, und das reicht als Begrüßung. Yuki geht zur Bank und setzt sich mit etwas Abstand neben ihn. Sie weiß nicht, warum sie sich setzt, aber es fühlt sich richtig an. Eine Libelle erscheint über dem Wasser und landet auf einem alten Seerosenschaft. Nao streicht mit dem Daumen über das raue Holz der Banklehne, immer wieder. Yuki beobachtet diese Geste und denkt, dass er das schon tausendmal getan hat. Sie denkt an ihre Großmutter, die hier oft gesessen und Tee getrunken hat. Das Bild ist klar, aber die Person darin fehlt. Nach einer langen Pause beginnt ein leiser Regen. Die ersten Tropfen fallen kaum hörbar auf die Blätter. Dann wird der Regen stärker, und Yuki steht schnell auf. Nao steht langsam auf, weil seine Knie nicht mehr so gut mitspielen. Sie gehen zusammen unter das überhängende Dach des kleinen Teehauses. Das Dach ist aus dunklen Ziegeln, und der Regen klingt darauf wie Trommelschläge. Yuki stellt sich an den Rand des Dachs und schaut in den Garten. Ein Bambus-Brunnen schöpft Wasser und lässt es in einen bemoosten Stein fallen. Tropf. Pause. Tropf. Das Geräusch ist gleichmäßig und irgendwie beruhigend. Nao lehnt mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses und schließt die Augen. Er atmet tief und regelmäßig, als ob er schläft. Yuki schaut ihn an und fragt sich, wie viele Regengusse er hier schon erlebt hat. Die Zeit scheint hier langsamer zu fließen als in der Stadt. Yuki denkt an ihren Alltag in der Buchhandlung, an Regale und Kassenzettel. Das alles wirkt weit weg, als ob es zu einem anderen Leben gehört. Der Regen füllt die kleinen Vertiefungen zwischen den Steinen. Das Moos nimmt das Wasser auf, langsam und lautlos. Yuki denkt: So ist das mit dem Verlust auch. Er kommt nicht auf einmal, sondern sickert ein, Tropfen für Tropfen. Dann, genauso plötzlich wie er begonnen hat, hört der Regen auf. Zwischen den Wolken bricht ein schmaler Streifen Licht hindurch. Das nasse Moos auf der alten Steinmauer leuchtet in einem tiefen Grün. Yuki findet, dass es schön ist, obwohl sie nicht weiß, warum. Sie dreht sich zu Nao um, der die Augen jetzt geöffnet hat. Sie verbeugt sich leicht, wie es sich gehört. Nao sieht sie an und sagt mit ruhiger Stimme: „Die Karpfen sind nicht fort." Yuki wartet, weil sie spürt, dass noch etwas kommt. „Sie liegen unten im Schlamm und warten auf den Frühling." Yuki nickt, obwohl sie nicht sicher ist, ob er nur von den Fischen spricht. Sie nimmt ihre Tasche und geht den Weg zurück zum Tor. Die Steine unter ihren Füßen sind noch kalt und glitschig. Sie dreht sich nicht um, aber sie hört, dass Nao sich wieder auf die Bank setzt. Am Tor zieht sie die Schuhe an und schaut einmal zurück in den Garten. Der Teich liegt still da, das trübe Wasser glänzt im schwachen Licht. Yuki atmet aus und geht. Der Weg zur Station ist kurz, und der Zug kommt bald. Im Zug sitzt sie am Fenster und schaut auf die vorbeiziehenden Felder. Sie denkt nicht an ihre Großmutter, aber sie fühlt sie irgendwie trotzdem. Die Leere ist da, aber sie drückt nicht mehr so schwer. Das Wasser fließt durch das Moos, ganz von allein. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Yuki hatte den Weg zum Tempel nicht vergessen, obwohl sie ihn seit drei Jahren nicht mehr gegangen war. Sie kannte jeden Stein, jede Biegung, jeden Geruch – und genau das machte den ersten Schritt so schwer. Der Morgen lag noch halb im Dunkel, als sie aus dem Zug stieg und die kühle Luft des frühen Herbstes einatmete. Es roch nach nassem Laub und nach etwas, das sie nicht benennen konnte, das sie aber sofort zurückbrachte. Am verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht weil sie zögerte, sondern weil der Moment es verlangte. Das Holz war grauer geworden, rauer, und trug die Spuren mehrerer Winter, die ohne sie vergangen waren. Sie zog die Schuhe aus, stellte sie ordentlich nebeneinander und trat auf den moosbewachsenen Stein davor. Die Kälte drang sofort durch die dünnen Socken, und Yuki ließ sie eine Weile stehen, ohne weiterzugehen. Der Garten hatte sich verändert, aber nicht so, wie Dinge sich verändern, wenn jemand sie vernachlässigt. Er wirkte eher wie jemand, der aufgehört hat, eine Haltung einzunehmen, und sich nun einfach gehen lässt. Die Büsche hatten ihre Form verloren, das Gras wuchs zwischen den Fugen der alten Steinplatten, und niemand hatte es zurückgedrängt. Yuki folgte dem schmalen Pfad, der noch erkennbar war, aber bald von den Rändern her aufgefressen zu werden drohte. Am Ende des Weges lag der Teich, und er war kleiner, als sie ihn in Erinnerung hatte. Das Wasser hatte eine dunkelgrüne Farbe, fast wie Tinte, und die Oberfläche bewegte sich kaum. Sie erinnerte sich an die Koi-Karpfen, die früher in leuchtenden Orangetönen darunter hindurchgeglitten waren wie lebende Flammen. Jetzt trieb ein einzelnes, halb zersetztes Blatt auf dem Wasser, und sonst war nichts. Yuki hockte sich ans Ufer, die Arme um die Knie geschlungen, und starrte in das Wasser, ohne etwas zu suchen. Sie saß so lange, dass ihre Beine kribbeln anfingen, aber sie stand nicht auf. Dann hörte sie hinter sich das leise Scharren von Holz auf Stein. Auf einer Bank, die unter dem Gewicht der Jahre leicht schief stand, saß ein alter Mann. Nao war ungefähr fünfundsiebzig, vielleicht älter, und trug eine schlichte Arbeitsjacke, die schon viele Sommer gesehen hatte. Der Besen neben ihm war nicht einfach abgestellt worden, sondern lehnte mit einer Selbstverständlichkeit dort, als hätte er dort immer gestanden. Nao drehte den Kopf zu ihr, ohne seinen Körper zu bewegen, und sah sie mit einem Blick an, der weder fragend noch begrüßend war. Er nickte einmal, ganz knapp, und Yuki nickte zurück, und damit war alles Notwendige gesagt. Sie stand auf und setzte sich mit etwas Abstand neben ihn, weil die Situation es so wollte, nicht weil sie Gesellschaft suchte. Über dem Teich erschien eine Libelle, die so still in der Luft hing, als wäre sie aufgemalt. Sie landete auf einem alten Seerosenschaft, der aus dem Wasser ragte wie ein übrig gebliebener Gedanke. Nao fuhr mit dem Daumen über die raue Holzlehne der Bank, immer in derselben Richtung, immer dieselbe Stelle. Yuki betrachtete seine Hand und dachte, dass Holz und Haut sich nach langer Zeit ähnlich werden. Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen hatte, Tee getrunken und nie viel erklärt hatte. Ihre Großmutter hatte Dinge gewusst, ohne darüber zu sprechen, und das hatte Yuki als Kind manchmal zur Verzweiflung gebracht. Jetzt verstand sie es besser, auch wenn das Verstehen nichts mehr nützte. Ein leiser Regen begann, so zögerlich, als ob er sich nicht sicher war, ob er willkommen wäre. Die ersten Tropfen verschwanden lautlos im Moos, dann auf dem Wasser, dann überall gleichzeitig. Yuki blieb sitzen, bis der Regen dichter wurde und ihr Haar zu kleben begann. Nao stand auf, langsam, mit der bedächtigen Sorgfalt eines Menschen, der seinen Körper gut kennt und respektiert. Sie gingen zusammen unter das Dach des Teehauses, ohne ein Wort darüber zu verlieren, dass sie es taten. Das Dach aus alten Ziegeln nahm den Regen laut auf, und dieses Geräusch füllte den Raum zwischen ihnen. Yuki stand am Rand des Dachs, einen Schritt vom Regen entfernt, und schaute auf den Bambus-Brunnen. Das Wasser fiel in gleichmäßigen Abständen auf einen bemoosten Stein, sickerte in die Vertiefungen, verschwand. Tropf. Stille. Tropf. Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand und schloss die Augen, als ob der Regen eine Musik wäre, die er auswendig kannte. Yuki überlegte, wie viele Regengusse er hier erlebt hatte, wie viele Menschen er hatte kommen und gehen sehen. Sie dachte an ihre eigene Stadt, an den Lärm und das Licht, das nachts nicht aufhörte. Hier schien selbst der Regen langsamer zu fallen, als ob er Zeit hatte. Der Gedanke an ihre Großmutter kam nicht als Bild, sondern als Gewicht – nicht schmerzhaft, nur vorhanden. Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte zu fühlen, sich nicht eingestellt hatte. Stattdessen war da etwas Ruhigeres, das sie noch nicht benennen konnte und das sie vorerst in Ruhe ließ. Das Moos an der Steinmauer trank das Wasser, das in dünnen Rinnsalen daran hinablief, ohne Eile und ohne Verlust. So ist das, dachte Yuki, aber sie sprach es nicht aus. Der Regen hörte auf, und das Schweigen danach war von anderer Qualität als das Schweigen davor. Ein schwaches Licht brach durch die auseinandertreibenden Wolken und fiel schräg auf die nasse Steinmauer. Das Moos leuchtete in einem Grün, das Yuki so noch nicht gesehen hatte, obwohl sie es schon oft hätte sehen können. Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ruhig ansah. Yuki verbeugte sich, weil es das Richtige war, auch wenn sie nicht genau erklären hätte können, wofür. Nao sah sie an und sagte, ohne Betonung und ohne Eile: „Die Karpfen sind nicht verschwunden." Yuki wartete, weil sie spürte, dass das nicht alles war. „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten, bis es wieder wärmer wird." Er sagte es so, als ob er eine Tatsache mitteilte, die bekannt und unbesorgniserregend war. Yuki nickte und dachte, dass er wahrscheinlich nicht nur von den Fischen sprach – oder vielleicht doch nur von ihnen, und das reichte. Sie nahm ihre Tasche, die noch etwas feucht war, und ging den Weg zurück zum Tor. Die Steine unter ihren nassen Socken waren glatt und kalt, und sie achtete auf jeden Schritt. Sie drehte sich nicht um, aber sie hörte, wie Nao sich wieder setzte und der Besen leise gegen die Bank stieß. Am Tor schlüpfte sie in ihre Schuhe und blieb einen Moment stehen, den Blick nach vorne gerichtet. Hinter ihr lag der Garten mit seinem trüben Teich, dem schiefen Teehaus und dem alten Mann auf der Bank. Das alles würde weiterexistieren, ob sie zurückkam oder nicht, und das war eine Erkenntnis ohne Schmerz. Yuki ging zur Station, und der Weg dorthin war kürzer, als sie erwartet hatte. Im Zug lehnte sie den Kopf gegen das Fenster und schaute zu, wie die Felder vorbeizogen. Sie dachte nicht viel, was ungewohnt war, aber auch nicht unangenehm. Die Leere, die sie gefürchtet hatte, war da – aber sie war nicht leer auf die Art, die wehtut. Sie war eher wie ein Teich im Herbst: still, dunkel, und darunter schläft etwas, das nicht tot ist. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Yuki hatte sich nicht vorgenommen, den Tempel zu besuchen – sie war einfach in den Zug gestiegen, wie man manchmal Dinge tut, bevor der Verstand sie verbieten kann. Drei Jahre hatte sie den Garten gemieden, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil manche Orte zu viel von einem verlangen, solange die Wunde noch frisch ist. Der Herbst hatte die Stadt bereits in ein blasses Licht getaucht, das weder kalt noch warm war, als der Zug an der kleinen Station hielt. Sie stieg aus in eine Stille, die nicht abweisend, sondern einfach vollständig war – eine Stille ohne Lücken, in die man Gedanken schieben konnte. Der Weg zum Tempel führte durch eine schmale Gasse zwischen alten Mauern, auf denen das Moos in dicken, ungleichmäßigen Polstern wuchs. Yuki kannte diesen Weg, ohne ihn zu kennen – er saß irgendwo unterhalb der Erinnerung, im Körper selbst, in der Art, wie die Füße ohne Zögern die Richtung wählten. Vor dem verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht um Mut zu sammeln, sondern weil der Übergang einen Moment der Sammlung verdiente. Das Holz hatte die Farbe von etwas, das viele Winter gesehen und keine Eile mehr kannte, und Yukis Hand ruhte kurz auf dem Pfosten, ohne Absicht. Sie zog die Schuhe aus, stellte sie mit einer Sorgfalt ab, die fast zeremonielle Züge annahm, und trat auf den ersten moosbewachsenen Stein. Die Kälte, die sofort durch den Stoff drang, hatte nichts Unangenehmes, sondern erinnerte sie daran, dass der Körper noch da war und wahrnahm. Der Garten empfing sie nicht – er war einfach da, in einem Zustand geduldiger Verwahrlosung, die würdevoller wirkte als jede gepflegte Ordnung. Die Hecken hatten ihre Konturen verloren, das Gras zwischen den Steinplatten stand hoch genug, um im leichten Wind zu schwingen, und irgendwo tropfte noch Wasser vom Nachttregen in eine Mulde. Yuki folgte dem Pfad, der sich noch als Pfad erkennen ließ, obwohl er zunehmend die Absicht aufzugeben schien, irgendwohin zu führen. Der Teich lag am Ende wie eine Antwort auf eine Frage, die sie sich nicht gestellt hatte – dunkel, reglos, von einer Stille bedeckt, die älter war als der Morgen. Das Wasser hatte eine Farbe, die zwischen Grün und Schwarz changierte, je nachdem, aus welchem Winkel man es betrachtete, und Yuki betrachtete es lange aus mehreren. Sie dachte an die Koi-Karpfen ihrer Kindheit, die in orangefarbenen und weißen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten waren, als ob das Wasser nur ein Medium war, das sie duldete. Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche, halb aufgelöst, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas, das Yuki nicht sofort in Worte fassen konnte. Sie ließ sich am Ufer nieder, die Knie an die Brust gezogen, und erlaubte sich, einfach zu schauen, ohne das Gesehene zu bewerten oder einzuordnen. Das war schwieriger, als es klang, weil der Verstand ständig bereit war, sich einzumischen und dem Schweigen Bedeutung aufzuzwingen. Ein Geräusch hinter ihr – kaum mehr als das Verschieben eines Gewichts auf altem Holz – ließ sie den Kopf wenden, ohne aufzufahren. Auf einer Bank, die leicht aus dem Lot geraten war, als hätte sie aufgehört, die Vertikale für wichtig zu halten, saß ein alter Mann in einer verwaschenen Arbeitsjacke. Nao war der Gärtner des Tempels gewesen, seit Jahrzehnten, lange bevor Yukis Großmutter den Garten zu ihrem eigenen gemacht hatte. Er sah Yuki an mit einem Blick, der weder Neugierde noch Distanz ausdrückte, sondern die besondere Ruhe eines Menschen, der aufgehört hat, von Begegnungen etwas zu wollen. Das einmalige, knappe Nicken, mit dem er sie begrüßte, war keine Geste der Kälte, sondern der Präzision – mehr war nicht nötig, also gab es nicht mehr. Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich, mit einem Abstand, der weder Nähe vortäuschte noch Distanz betonte, sondern einfach stimmte. Über dem Teich erschien eine Libelle, die mit jener mühelos wirkenden Präzision in der Luft stand, die nur Dinge besitzen, die vollständig im Moment leben. Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft und saß so still, dass man vergessen konnte, dass sie sich kurz davor noch bewegt hatte. Nao fuhr mit dem Daumen in einer gleichmäßigen Bewegung über die raue Lehne der Bank, immer dieselbe Bahn, immer dieselbe Richtung. Yuki beobachtete diese Geste und dachte, dass Gewohnheit und Gebet manchmal dieselbe Form annehmen. Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen und Tee getrunken hatte, ohne dabei irgendetwas beweisen oder festhalten zu wollen. Als Kind hatte Yukis Großmutter ihr gesagt, dass man einem Ort nicht erklären muss, warum man zurückkommt – er weiß es bereits oder er fragt nicht. Yuki hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da sie verstand, war niemand mehr da, dem sie hätte sagen können, dass sie es endlich tat. Der Regen begann ohne Ankündigung, wie es der Herbst manchmal tut, als hätte er vergessen, den Übergang auszuhandeln. Erst ein einzelner Tropfen auf dem Blatt des Teestrauchs, dann eine Handvoll, dann das gleichmäßige Rauschen, das Yuki sofort als etwas wiedererkannte, das hierher gehörte. Nao erhob sich mit der bedächtigen Entschiedenheit eines Menschen, dessen Körper Kompromisse eingegangen ist, aber nicht kapituliert hat, und Yuki folgte ihm unter das Dach des Teehauses. Das überhängende Ziegeldach verwandelte den Regen in Rhythmus, und dieser Rhythmus hatte die Qualität von etwas, dem man nicht widerstehen, sondern nur zuhören konnte. Yuki stellte sich an den Rand des Dachs, einen Schritt vom fallenden Wasser entfernt, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe still und ohne Unterlass erfüllte. Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein darunter, versickerte in Ritzen, wurde unsichtbar – und kam in einem anderen Zusammenhang irgendwann wieder. Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses, die Arme locker vor dem Körper, und schloss die Augen mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Erklärung brauchte. Yuki fragte sich, ob er schlief oder ob er einfach eine Art von Aufmerksamkeit praktizierte, die nach innen gerichtet war und keine Augen benötigte. Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Regale, die sie täglich ordnete, an die Menschen, die Bücher kauften, ohne zu wissen, welche Frage sie eigentlich beantworten wollten. Hier gab es keine Regale und keine Antworten und keine Fragen, die auf Antworten warteten – nur das Dach, den Regen, den alten Mann und sie selbst. Das Wasser, das vom Dach auf den nassen Boden fiel, schlug kleine Krater in das Moos und verschwand sofort wieder, ohne eine Spur zu hinterlassen. Yuki bemerkte, dass sie an ihrer Großmutter nicht wie an einem Verlust dachte, sondern wie an etwas, das eine andere Aggregatform angenommen hatte. Der Gedanke war nicht tröstlich im gewöhnlichen Sinn – er war einfach genau, und Genauigkeit hat manchmal eine eigene Art von Trost. Das Moos an der Steinmauer nahm das Wasser auf, das in dünnen, kaum sichtbaren Rinnsalen daran herabrann, langsam und vollständig, ohne Rest. Yuki dachte: So verlaufen Abschiede auch, wenn man ihnen Zeit gibt – nicht als Bruch, sondern als ein allmähliches Durchsickern, das erst endet, wenn alles aufgenommen ist. Der Regen hörte auf, wie er begonnen hatte – ohne Übergang, als ob eine Entscheidung gefallen wäre, die niemand mitgeteilt hatte. Das Licht, das danach durch die auseinanderdriftenden Wolken drang, war von jener spezifisch herbstlichen Qualität, die alles, was es trifft, für einen Moment aus der Zeit herauslöst. Das Moos auf der Mauer leuchtete in einem tiefen, satten Grün auf, das so intensiv war, dass Yuki kurz das Gefühl hatte, etwas zu sehen, das normalerweise nicht sichtbar war. Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie mit demselben ruhigen, nicht einordnenden Blick ansah wie zu Beginn. Yuki verbeugte sich – nicht tief, aber aufrichtig – und in dieser Geste steckte mehr als Höflichkeit, auch wenn sie nicht hätte sagen können, was genau. Nao erwiderte den Blick und sagte, nach einer Pause, die lange genug war, um keine Füllpause zu sein: „Die Karpfen sind nicht fort." Er sagte es nicht, um zu trösten, und nicht, um etwas zu erklären – er sagte es so, wie man eine Tatsache mitteilt, der man selbst seit Langem getraut hat. „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten auf das Frühjahr, das kommt, weil es immer kommt." Yuki sah ihn an und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, und vielleicht von etwas anderem, und dass beides wahr sein konnte, ohne dass man es entscheiden musste. Sie nahm ihre Tasche, die noch die Feuchtigkeit des Regens in sich trug, und ging den Weg zurück zum Tor, Stein für Stein. Sie drehte sich nicht um, weil Umdrehen etwas vorausgesetzt hätte, das hier nicht gefragt war – nicht Gleichgültigkeit, sondern Vertrauen in das, was hinter ihr blieb. Am Tor schlüpfte sie in die Schuhe und blieb stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu markieren, der Übergang verdiente. Hinter ihr existierte der Garten weiter – mit seinem trüben Teich, seinem stillwartenden Moos, seinem alten Gärtner auf der schiefen Bank – vollständig und ohne sie. Das war keine traurige Erkenntnis, sondern eine richtige, und richtige Erkenntnisse haben manchmal die Schwere und die Leichtigkeit von nassem Moos zugleich. Yuki ging zur Station, und der Weg war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal nicht ankam, sondern weiterging. Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das kühle Fensterglas und schaute auf die Felder, die im flachen Licht des Nachmittags an ihr vorüberzogen. Sie dachte an nichts Bestimmtes, was nicht Gedankenlosigkeit war, sondern eine Art von Aufmerksamkeit ohne Gegenstand. Die Leere, die sie erwartet hatte zu finden, war da – aber sie hatte die Kontur einer Schale, nicht eines Loches, und das machte den entscheidenden Unterschied. Darunter, in dem Schlamm, den man nicht sieht, wartet das, was nicht stirbt, sondern nur wartet – geduldig, still, ohne jeden Zweifel daran, dass das Frühjahr kommt. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Yuki hatte sich nicht entschieden, den Tempel zu besuchen – sie hatte sich lediglich nicht dagegen entschieden, was, wie sie auf der Zugfahrt bemerkte, möglicherweise dasselbe war. Drei Jahre sind eine Zeitspanne, die kurz genug ist, um einen Ort noch zu kennen, und lang genug, damit er aufgehört hat, auf einen zu warten. Die Station, an der sie ausstieg, hatte keinen Namen mehr auf dem Schild, oder der Name war verblasst – sie hatte nicht nachgeschaut, weil sie ihn ohnehin noch wusste. Der Herbst hatte sich an diesem Morgen mit jener eigentümlichen Zurückhaltung eingerichtet, die seine schönsten Tage kennzeichnet: viel Licht, wenig Wärme, keine Versprechen. Der Weg zum Tempel führte durch eine Gasse, in der die Mauern auf beiden Seiten so nah waren, dass man hätte meinen können, der Weg selbst wollte das Weitergehen verlangsamen. Das Moos auf dem Stein hatte in der Nacht getrunken und war nun von einer Sattheit, die fast obszön wirkte in ihrer stillen, bedürfnislosen Vollständigkeit. Yuki kannte diesen Weg nicht mehr mit dem Verstand, sondern mit dem Körper – eine Art von Wissen, das zuverlässiger ist und sich nicht darum schert, ob man es abrufen will oder nicht. Vor dem Tor hielt sie inne mit der Instinktivität von jemandem, der in einem fremden Haus vor einer geschlossenen Tür steht und einen Moment lauscht, bevor er anklopft. Das Holz des Tores hatte jenseits der Verwitterung eine Würde erreicht, die neue Materialien nicht kennen – die Würde des Dinge, die nicht versucht haben, jung zu bleiben. Sie zog die Schuhe aus, nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil der Akt sie auf eine Art vorbereitete, die sie nicht hätte erklären können, ohne das Falsche zu sagen. Die Kälte der moosbewachsenen Steine drang sofort und ohne Entschuldigung durch den Stoff, und Yuki ließ sie gewähren, weil manche Wahrnehmungen das Recht haben, sich aufzudrängen. Der Garten lag vor ihr in einem Zustand, den man Verfall hätte nennen können, wenn das Wort nicht etwas Unfreiwilliges implizierte, das hier nicht zutraf. Vielmehr hatte er aufgehört, eine bestimmte Absicht zu verfolgen, und nahm nun eine Form an, die seiner eigenen Logik folgte, nicht der menschlichen Vorstellung von Ordnung. Die Büsche hatten ihre Konturen in das Ungefähre entlassen, das Gras stand hoch zwischen den Fugen der Steinplatten, und die Luft roch nach dem langsamen, produktiven Arbeiten von Fäulnis und Wachstum. Yuki folgte dem Pfad in dem Maße, in dem er noch Pfad war, und ließ sich von ihm führen mit der Bereitschaft, die man für Dinge braucht, die man nicht mehr steuern, sondern nur noch begleiten kann. Der Teich lag am Ende wie eine Frage, auf die man nur dann antworten kann, wenn man aufgehört hat, eine Antwort zu erwarten. Das Wasser hatte eine Farbe, die sich zwischen tiefem Grün und absolutem Schwarz bewegte und je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel entschied, welche von beiden sie sein wollte – oder ob sie beide sein konnte. Yuki erinnerte sich an die Koi-Karpfen mit der Genauigkeit, mit der man sich an Dinge erinnert, die einem einmal das Herz geöffnet haben, ohne dass man es bemerkt hat. Sie hatten in weiten, langsamen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten wie Sätze, die man denkt, ohne sie zu Ende zu denken – vollständig in ihrer Bewegung, abgeschlossen in sich selbst. Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf dem Wasser, in einem fortgeschrittenen Stadium des Aufgelöstwerdens, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas wider, dem Yuki keinen Namen geben wollte, weil Benennen manchmal vertreibt. Sie ließ sich ans Ufer nieder mit der Geste von jemandem, der nicht sichtsitzen will, sondern bleiben – ein feiner, aber entscheidender Unterschied in der Körperhaltung. Das Wasser bewegte sich kaum, und die wenigen Bewegungen, die es gab, kamen von innen, von unter der Oberfläche, von Quellen, die man nicht sah. Hinter ihr – durch ein Geräusch angekündigt, das kaum mehr war als die Neupositionierung eines alten Gewichts auf altem Holz – saß ein Mann auf der schiefen Bank unter dem Zelkova-Baum. Nao hatte den Garten gepflegt, seit Jahrzehnten, mit jener beharrlichen, anspruchslosen Treue, die keine Anerkennung sucht, weil sie nicht weiß, dass Anerkennung etwas wäre, das man suchen könnte. Er sah Yuki an mit einem Blick, in dem keine der üblichen Transaktionen stattfanden – kein Taxieren, kein Einordnen, kein Bereitstellen einer Reaktion für den Fall, dass eine erwartet wurde. Das knappe Nicken, mit dem er ihre Anwesenheit bestätigte, hatte die Präzision von Dingen, die nur das sagen, was gemeint ist, und nichts dazu. Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich neben ihn in einem Abstand, der keiner Vereinbarung bedurft hatte, weil er sich von selbst ergab. Eine Libelle erschien über dem Wasser mit jener Plötzlichkeit, die nur Dinge haben, die sich schon immer dort befunden haben und nur jetzt bemerkt werden. Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft, dessen Unversehrtheit unter dem Winter paradox wirkte, und blieb so reglos, dass Bewegung für einen Moment als Ausnahme erschien. Nao fuhr mit dem Daumen über die Lehne der Bank, dieselbe Bahn, dieselbe Richtung, mit der Gleichmäßigkeit einer Geste, die aufgehört hat, auf einen Zweck hinzuweisen, und nun Zweck ist. Yuki betrachtete seine Hand – die Haut über den Knöcheln gespannt und fleckig, die Bewegung stetig – und dachte, dass manche Menschen mit dem Körper beten, ohne es zu wissen und ohne dass es dadurch weniger wahr würde. Sie dachte an ihre Großmutter, nicht als Bild, sondern als eine Art von Schwerkraft, die noch wirkte, obwohl ihre Quelle nicht mehr da war. Ihre Großmutter hatte nicht erklärt, sie hatte gezeigt – und das Gezeigte war das Hiesige: dieser Garten, dieser Teich, diese Art, in einem Ort zu sitzen, als ob er ausreichte. Die Erkenntnis, dass sie erst jetzt verstand, was damals gezeigt worden war, hatte die bittere Note aller Erkenntnisse, die zu spät kommen – aber auch die eigenartige Tröstlichkeit von etwas, das trotz allem angekommen ist. Der Regen begann, wie Dinge beginnen, wenn niemand zuschaut und keine Dramaturgie verlangt wird: unmerklich, dann unbestreitbar. Die ersten Tropfen verschwanden in dem Moos, das schon gesättigt war, und hinterließen keine Spur außer einer noch tieferen Stille. Dann mehr Tropfen, dann das gleichmäßige, vollständige Geräusch, das man entweder als Einschränkung oder als Befreiung wahrnehmen kann, je nachdem, wo man gerade steht. Nao erhob sich, und in dieser Bewegung war die ganze Geschichte eines Körpers lesbar, der Kompromisse eingegangen ist und gelernt hat, sie nicht als Niederlagen zu interpretieren. Sie gingen unter das Dach des Teehauses, ohne es zu besprechen, weil Dinge, die sich von selbst ergeben, keine Besprechung vertragen. Das Dach aus dunklen Ziegeln schluckte den Regen und gab ihn als Rhythmus zurück, und dieser Rhythmus hatte die Eigenschaft mancher Musik, den Gedanken nicht zu folgen, sondern ihnen voranzugehen. Yuki stand am Rand des Überdachten, dort, wo der Regen noch zu greifen war, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe seit Jahren ohne Kommentar erfüllte. Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein, versickerte, erschien irgendwann anderswo wieder – ein Kreislauf, der so vollständig in sich war, dass er keine Außenperspektive brauchte, um zu funktionieren. Nao hatte die Augen geschlossen und lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand, die Arme vor dem Körper gekreuzt mit der Entspanntheit von jemandem, dem der Regen nichts Unerwartetes mitteilt. Yuki fragte sich, ob Alter manchmal darin bestand, aufgehört zu haben, sich gegen das zu stellen, was ohnehin kommt – und ob das Resignation war oder etwas Genaueres, für das es kein gutes Wort gab. Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Bücher, die täglich ihre Hände passierten, an die Menschen, die nach Titeln fragten, ohne sagen zu können, wonach sie eigentlich suchten. Hier war das Gesuchte nicht in Titeln und nicht in Kategorien – es war in der Art, wie das Wasser das Moos durchtränkte, lautlos und vollständig und ohne den Wunsch, gesehen zu werden. Die Steinmauer gegenüber trug das Wasser, das an ihr herabrann, ohne sich davon affizieren zu lassen, weil Dinge, die alt genug sind, gelernt haben, was sie durchlässt und was nicht. Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte in diesem Garten zu finden, nicht ausgeblieben war, sondern eine andere Form angenommen hatte – keine akute, sondern eine chronische, die mit dem Blutkreislauf mitgeht und so selbstverständlich wird, dass man aufhört, zwischen ihr und sich selbst zu unterscheiden. Manche Abschiede, dachte sie, vollziehen sich nicht in einem Moment, sondern über Jahre, in kleinen, unbeobachteten Dosen, bis man eines Tages feststellt, dass man bereits abgeschlossen hat, ohne den Abschluss je aktiv vollzogen zu haben. Der Regen hörte auf, und die Stille, die danach eintrat, hatte eine andere Dichte als die Stille davor – komprimiert durch das, was sie aufgenommen hatte, und dadurch schwerer und haltbarer. Das Licht, das durch die aufbrechende Wolkendecke drang, fiel schräg und mit der eigentümlichen Intensität des Herbstes, der keine Energie verschwendet, weil er weiß, dass die Tage bereits kürzer werden. Das Moos auf der Steinmauer leuchtete in einem Grün, das so tief war, dass es weniger wie eine Farbe wirkte als wie eine Eigenschaft der Dinge selbst – als ob das Grün nicht auf dem Moos lag, sondern aus ihm heraus kam. Yuki wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ansah mit dem Blick eines Menschen, der keine Erwartungen an den Moment stellt und ihn deshalb vollständig bewohnen kann. Sie verbeugte sich – eine Geste, die in ihrer Knappheit mehr fasste als jede Formulierung es hätte tun können, weil sie keine Aussage machte, sondern eine Haltung einnahm. Nao erwiderte nichts, ließ eine Pause entstehen, die nicht leer war, sondern gefüllt mit der Selbstverständlichkeit von jemandem, der nie gelernt hat, Stille mit Worten zu verteidigen. Dann sagte er: „Die Karpfen sind nicht fort", und der Satz hatte die Ruhe von etwas, das nicht bewiesen werden muss, weil es wahr ist, und das weiß. Er sprach weiter, ohne die Stimme zu heben: „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund, im Dunkeln, und warten auf eine Wärme, die kommt, weil sie immer kam und weil das Wasser sich erinnert, auch wenn wir es vergessen." Yuki hörte den Satz und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, vielleicht von ihrer Großmutter, vielleicht von ihr selbst – und dass diese Unentscheidbarkeit nicht Unschärfe war, sondern Präzision. Sie nahm ihre Tasche und ging, weil Aufbrüche, wenn sie stimmen, keiner Vorbereitung bedürfen und keine Erklärung hinterlassen. Der Weg zurück zum Tor war derselbe Weg wie der Hinweg, aber er hatte die Qualität von etwas gewechselt, das man nicht beschreiben kann, ohne zu beschreiben, was man selbst getragen hat. Am Tor zog sie die Schuhe an mit Bewegungen, die sorgfältig waren, ohne dass sie es beabsichtigt hatte, und blieb einen Moment stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu registrieren. Hinter ihr bestand der Garten weiter, in seiner eigenen Zeit, nach seiner eigenen Logik, vollständig ohne sie – und das war nicht Verlassenheit, sondern eine Art von Freiheit, die beiden gehörte. Yuki ging, und der Weg zur Station war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal keinen Widerstand in sich trug, gegen den die Schritte ankämpfen mussten. Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das Fensterglas, dessen Kälte genau jener der Steine am Morgen entsprach, und schaute auf die Felder, die im flachen Oktoberlicht an ihr vorüberzogen. Sie dachte nicht nach, sie ließ denken – ein Modus, den die meisten Menschen erst lernen, wenn sie lange genug aufgehört haben, ihn zu erzwingen. Die Leere war da, wie sie gewusst hatte, dass sie da sein würde, aber sie hatte nicht die Form eines Lochs, sondern die Form eines Beckens – etwas, das halten kann, wenn man aufhört, es zu füllen. Darunter, im Dunkeln, im Schlamm, im Warten – das, was nicht stirbt, sondern die Form wechselt und auf einen Frühling wartet, der kommt, weil das Wasser es sich gemerkt hat, auch wenn man es vergessen hat. == 82 == 1 -------------------- Hana ist 29 Jahre alt. Sie arbeitet in einem Laden, der die ganze Nacht offen ist. Der Laden ist in Tokio. Hana kommt spät nach Hause. Es ist fast elf Uhr nachts. Die Wohnung ist klein. Sie hat nur ein Zimmer. Hana macht die Tür auf. Es ist still in der Wohnung. Nur der Kühlschrank macht ein Geräusch. Er summt leise, immer gleich. Hana zieht ihre Schuhe aus. Sie stellt sie ordentlich nebeneinander. Dann stellt sie noch ein anderes Paar daneben. Diese Schuhe sind schwarz und klein. Sie gehören nicht ihr. Sie gehören Ryo. Aber Ryo wohnt nicht mehr hier. Er ist vor einem halben Jahr gegangen. Hana macht kein Licht an. Sie braucht kein Licht. Der Kühlschrank leuchtet ein bisschen. Das Licht liegt hell auf dem Boden. Hana geht ins Bad. Es ist dunkel. Sie sucht mit der Hand nach dem Waschbecken. Dort stehen zwei Zahnbürsten in einem Becher. Eine ist ihre. Die andere ist Ryos Zahnbürste. Hana nimmt sie in die Hand. Die Borsten sind hart und trocken. Niemand hat sie seit Monaten benutzt. Hana hält sie eine Weile. Dann legt sie die Zahnbürste zurück. Sie putzt sich die Zähne. Sie spuckt aus und wäscht sich das Gesicht. Den Becher stellt sie nicht gerade. Er steht ein bisschen schief. Hana geht zurück in das Zimmer. Sie öffnet den Kühlschrank. Es ist nicht viel darin. Eine halbe Zitrone liegt ganz vorne. Sie ist in Folie eingewickelt. Dahinter stehen zwei Dosen Bier. Ein Stück Tofu schwimmt in Wasser. Ganz hinten liegt eine kleine Schachtel. Darin sind Kirschen. Die Kirschen sind schon weich. Hana nimmt eine Kirsche heraus. Sie isst sie langsam. Der Kern liegt jetzt in ihrer Hand. Sie geht zum Fenster. Sie legt den Kern auf die Fensterbank. Dort liegen schon mehr Kerne. Hana schaut sie an. Dann geht sie zum Bett. Sie legt sich hin, aber sie schläft nicht. Das Summen des Kühlschranks ist da. Dann hört es auf. Es ist ganz still. Hana wartet. Der Kühlschrank summt wieder. Draußen fährt ein Zug vorbei. Er ist weit weg. Es klingt leise, fast wie ein Atemzug. Hana denkt an nichts Bestimmtes. Sie denkt nicht an Ryo. Oder vielleicht doch ein bisschen. Sie weiß es nicht genau. Sie weiß nicht, warum die Zahnbürste noch da ist. Sie weiß nicht, warum sie die Kirschkerne aufhebt. Aber sie tut es trotzdem, jede Nacht. Der Kühlschrank summt weiter. Hana macht die Augen zu. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Hana ist neunundzwanzig Jahre alt und arbeitet in einem Kombini, einem kleinen Laden, der nie schließt. Der Laden liegt in Tokio, mitten in einem ruhigen Viertel, das nachts fast leer ist. Jeden Abend geht Hana nach der Spätschicht nach Hause, und meistens ist es schon nach elf. Die Wohnung ist sehr klein, aber Hana kennt jeden Winkel davon, auch im Dunkeln. Sie macht die Tür auf und hört sofort das vertraute Summen des Kühlschranks. Das Summen ist gleichmäßig und ruhig, wie immer, wie jeden Abend. Hana stellt ihre Schuhe ordentlich nebeneinander, dann stellt sie ein zweites Paar daneben. Die schwarzen Sneakers sind zu klein für sie, aber sie stellt sie trotzdem jeden Abend dorthin. Sie gehören Ryo, der vor einem halben Jahr ausgezogen ist und nie zurückgekommen ist. Hana macht kein Licht an, weil das Licht des Kühlschranks durch den Türspalt reicht. Es wirft ein helles Rechteck auf den Boden, und Hana schaut es kurz an, bevor sie weitergeht. Im Bad ist es dunkel, aber ihre Hand findet den Becher am Waschbecken sofort. Darin stehen zwei Zahnbürsten, eine rote und eine blaue, nebeneinander wie immer. Hana nimmt die blaue Zahnbürste, hält sie in der Hand und spürt, dass die Borsten ganz hart sind. Ryo hat sie seit Monaten nicht benutzt, aber Hana stellt sie jedes Mal wieder zurück. Sie putzt sich die Zähne, wäscht das Gesicht mit kaltem Wasser und geht zurück ins Zimmer. Dann setzt sie sich auf den Boden vor den offenen Kühlschrank und schaut hinein. Eine halbe Zitrone liegt vorne, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana sie schon lange nicht mehr braucht. Dahinter stehen zwei Dosen Bier, kalt und unberührt, weil Hana sie nicht wirklich trinken will. Ein Stück Tofu schwimmt in einem kleinen Behälter mit Wasser, und ganz hinten liegt eine Schachtel mit Kirschen. Die Kirschen sind weich geworden, aber noch nicht schlecht, also nimmt Hana eine heraus. Sie isst sie langsam, kaut, schluckt, und der Kern liegt dann in ihrer offenen Handfläche. Hana steht auf, geht zum Fenster und legt den Kern auf die Fensterbank. Dort liegen schon sieben oder acht Kerne in einer kleinen Reihe, alle von früheren Nächten. Sie schaut sie kurz an, dann lässt sie das Fenster geschlossen und geht zum Bett. Hana legt sich hin und starrt an die Decke, während das Summen des Kühlschranks durch die Wohnung trägt. Manchmal hört das Summen kurz auf, weil der Thermostat abschaltet, und dann ist es für ein paar Sekunden ganz still. In dieser Stille denkt Hana meistens nichts, oder sie denkt, dass sie nichts denkt, was vielleicht dasselbe ist. Dann schaltet der Kühlschrank wieder an, und das Summen kommt zurück, und Hana atmet langsam aus. Draußen fährt ein Nachtzug vorbei, weit weg, kaum zu hören, fast wie ein Geräusch aus einem Traum. Hana weiß nicht genau, warum die Zahnbürste noch im Becher steht, und sie fragt sich das auch nicht wirklich. Sie weiß nur, dass sie sie jeden Abend in die Hand nimmt und jeden Abend zurückstellt. Das ist ihre Art, die Zeit zu messen, nicht mit Kalender oder Uhr, sondern mit kleinen, stillen Gesten. Der Kühlschrank summt weiter, gleichmäßig und geduldig, und irgendwann macht Hana die Augen zu. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Hana kommt kurz nach halb zwölf nach Hause, und während sie die Wohnungstür aufschließt, hört sie schon das leise, gleichmäßige Summen, das sie jeden Abend erwartet. Der Kühlschrank läuft seit Jahren ohne Unterbrechung, auch wenn sonst nichts in der Wohnung funktioniert wie es soll. Sie zieht ihre Schuhe aus, stellt sie akkurat an die Wand, und daneben stellt sie, wie jeden Abend, Ryos schwarze Sneakers, als würde er gleich nach Hause kommen. Er kommt nicht. Das weiß sie, aber die Schuhe stehen trotzdem dort, weil es sich falsch anfühlt, sie wegzuräumen, als würde sie damit etwas endgültig machen, was noch nicht ganz fertig ist. Die Wohnung ist dunkel, aber Hana macht kein Licht an, weil das matte Leuchten des Kühlschranks durch den Türspalt ausreicht, um sich zu orientieren. Sie geht ins Bad, findet den Becher am Waschbecken mit der Hand, und ihr Finger berührt zuerst die rote, dann die blaue Zahnbürste, wie immer in dieser Reihenfolge. Die blaue gehört Ryo, und die Borsten sind so steif, dass man meinen könnte, sie wäre neu, dabei ist es fast sieben Monate her, seit jemand sie benutzt hat. Hana hält sie ein paar Sekunden in der Hand, ohne bestimmten Grund, oder vielleicht doch aus einem Grund, den sie sich selbst nicht erklären will. Dann legt sie die Bürste zurück, putzt sich die Zähne, spuckt aus, und das kalte Wasser beim Abwaschen weckt sie ein wenig aus der Stumpfheit des langen Abends. Zurück im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht weil sie Hunger hätte, sondern weil das Licht dort warm ist und der Kühlschrank zuverlässig summt, was in dieser Wohnung keine Selbstverständlichkeit ist. Drinnen liegt eine halbe Zitrone, seit Tagen schon, fest in Klarsichtfolie gewickelt, als würde Hana sie aufheben für eine Mahlzeit, die sie nie kocht. Zwei Bierdosen stehen im zweiten Fach, kalt und unbewegt, und Hana greift manchmal danach, stellt sie aber meistens wieder zurück, bevor sie die Dose öffnet. Heute auch. Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser leicht trüb geworden ist, liegt die kleine Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor vier Tagen gekauft hat, ohne genau zu wissen warum, denn Kirschen kauft man eigentlich nicht für sich allein. Sie nimmt eine, legt sie auf die Zunge, beißt langsam durch, und der Saft ist süß mit einem leichten Stich ins Saure, was Hana als angenehm empfindet. Den Kern legt sie in die Handfläche, geht zum Fenster, und stellt ihn auf die Fensterbank zu den anderen, die dort in einer ungeraden Reihe liegen wie kleine Zeugen vergangener Nächte. Sie zählt sie nicht. Irgendwann geht sie ins Bett, legt sich auf die Seite und hört auf das Summen, das durch die dünnen Wände trägt wie ein Ton, der keine Melodie ergibt, aber trotzdem nicht stört. Das Thermostat schaltet ab, die Stille ist plötzlich vollständig, und Hana merkt, wie sie auf das Wiedereinschalten wartet, ohne es zu wollen. Der Kühlschrank springt an. Draußen zieht ein Zug vorbei, so weit entfernt, dass man ihn eher ahnt als hört, ein dumpfes Rauschen, das schnell wieder verschwindet und die Stille noch stiller macht. Hana denkt nicht an Ryo. Zumindest sagt sie sich das, während sie an der Decke entlangschaut, die im schwachen Licht des Kühlschranks kaum zu sehen ist. Die Zahnbürste, die Schuhe, die Kirschen, das Summen, das Warten auf das Summen, das alles ist kein Trauern, denkt Hana, das ist einfach, wie die Tage jetzt aussehen. Der Kühlschrank summt. Hana macht die Augen zu. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch im Treppenhaus das gleichmäßige Summen des Kühlschranks hört, das durch die dünne Holztür dringt wie ein Herzschlag, der nicht aufgehört hat zu schlagen, obwohl der Körper, dem er gehörte, längst fort ist. Sie tritt ein, ohne Licht zu machen, weil die vertraute Dunkelheit ihr weniger abverlangt als der harte Schein der Deckenlampe, unter dem die Wohnung immer ein wenig zu leer aussieht. Die Schuhe zieht sie aus und stellt sie an ihren Platz, dann greift sie, fast ohne hinzusehen, nach Ryos schwarzen Sneakers, die sie jeden Morgen zur Seite räumt und jeden Abend wieder hinstellt, nicht aus Sentimentalität, wie sie sich sagt, sondern weil die Lücke daneben sonst zu auffällig wäre. Ryo ist seit sechs Monaten und elf Tagen weg, obwohl Hana vorgibt, die Tage nicht zu zählen, und es doch tut, weil das Zählen die einzige Form von Kontrolle ist, die ihr in dieser Sache geblieben ist. Der Kühlschrank wirft ein milchiges Rechteck Licht auf den Linoleumboden, das sich leicht verzerrt, wo die Folie an einer Ecke hochsteht, und Hana tritt bewusst darauf, wenn sie daran vorbeigeht, weil das Geräusch, das es macht, ihr für einen Moment das Gefühl gibt, etwas zu verändern. Im Bad tastet sie sich zum Waschbecken vor und findet den Becher ohne Licht, weil ihre Hand in den vergangenen Monaten eine eigene Erinnerung entwickelt hat, die unabhängig von ihr funktioniert und deshalb manchmal erschreckend präzise ist. Ryos Zahnbürste ist blau, und die Borsten sind so steif wie am Tag, an dem sie neu war, was bedeutet, dass er sie hier gelassen hat, nicht vergessen, sondern zurückgelassen, was ein Unterschied ist, auch wenn Hana sich nicht sicher ist, welcher der schlimmere wäre. Sie hält die Zahnbürste in der Hand, länger als nötig, spürt das glatte Plastik, das keine Information trägt außer der, dass es da ist, und stellt sie dann zurück, ohne den Becher geradzurücken, weil ein gerader Becher bedeuten würde, dass man sich kümmert. Sie putzt sich die Zähne mit methodischer Gleichgültigkeit, spuckt aus, betrachtet ihr Gesicht einen Moment im Spiegel, der im Dunkeln nur eine dunkle Fläche zurückwirft, und findet das ehrlicher als das, was sie bei Licht darin sieht. Dann lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, so wie man sich vor ein Feuer setzt, nicht aus Hunger, sondern wegen der Wärme und weil das Licht etwas Verlässliches hat in einer Wohnung, in der sich sonst sehr wenig verlässlich anfühlt. Die halbe Zitrone liegt seit einer Woche im ersten Fach, präzise in Klarsichtfolie gewickelt, und Hana fragt sich manchmal, für wen sie das eigentlich tut, dieses sorgfältige Aufbewahren von Dingen, die sie nicht mehr braucht und die sie trotzdem nicht wegwirft. Zwei Bierdosen stehen im zweiten Regal, und Hana greift heute tatsächlich nach einer, hält sie in der Hand, spürt die Kälte durch die Handfläche, und stellt sie dann doch zurück, weil Biertrinken allein um halb eins eine Geste wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen. Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser eine leichte Trübung angenommen hat, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana gekauft hat, obwohl Kirschen sich für eine Person kaum lohnen und die Schachtel eindeutig für zwei ausgelegt ist. Sie nimmt eine, isst sie mit der Konzentration, die sie allem gibt, was allein geschieht, und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein kleines, unnötiges Andenken. Sie geht zum Fenster und legt ihn zu den anderen, die dort in einer unregelmäßigen Reihe liegen, sieben oder acht, sie zählt sie heute nicht, weil das Zählen ihr zu deutlich sagen würde, wie viele Abende das bereits sind, und das ist eine Information, die sie gerade nicht braucht. Im Bett liegt sie auf dem Rücken, Augen offen, und hört dem Kühlschrank zu, der sein gleichmäßiges Summen durch die Wohnung schickt wie eine Botschaft ohne Inhalt, rein formal, rein mechanisch, und gerade deshalb irgendwie tröstlich. Das Thermostat schaltet ab, und die Stille, die folgt, ist von einer Qualität, die Hana körperlich wahrnimmt, eine Art Druck auf den Ohren, ein Innehalten des ganzen Raums, und sie merkt, dass sie die Luft anhält, bis der Kühlschrank wieder anspringt, was er nach einigen Sekunden tut, zuverlässig wie immer, und Hana atmet aus wie nach einer bestandenen Probe. Draußen gleitet ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen kaum mehr als eine Ahnung, ein Laut, der die Stille nicht bricht, sondern ihr eine Tiefe gibt, die sie ohne ihn nicht hätte. Hana denkt an Ryo, was sie sich eigentlich verboten hat, aber das Verbot funktioniert nicht besonders gut in den Stunden nach Mitternacht, wenn der Kühlschrank summt und die Zahnbürste im Bad steht und die Kirschen auf der Fensterbank liegen und alles gleichzeitig nichts bedeutet und zu viel bedeutet, was im Grunde dasselbe ist. Sie weiß nicht, wann das aufhören wird, dieses Nachtmessen der Zeit mit stillen Gesten, aber sie weiß, dass der Kühlschrank morgen früh noch summen wird, wenn sie aufsteht, und dass das, vorerst, genug sein muss. Der Kühlschrank summt. Hana schließt die Augen. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch bevor sie eintritt das Summen des Kühlschranks wahrnimmt, dieses dumpfe, gleichmäßige Brummen, das sich durch die Holztür ins Treppenhaus schiebt wie ein Beweis dafür, dass drinnen noch etwas am Leben ist, auch wenn das Leben, das sie sich darin vorgestellt hatte, sich inzwischen anders verteilt hat. Sie tritt ein. Die Dunkelheit der Wohnung empfängt sie nicht feindlich, sondern neutral, mit der Gleichgültigkeit von Räumen, die aufgehört haben zu warten, und Hana ist dankbar dafür, weil Gleichgültigkeit sich leichter tragen lässt als das Gegenteil. Sie macht kein Licht, nicht aus Gewohnheit, sondern weil das Licht die Proportionen verändert, die Leere sichtbarer macht, das zweite Kissen betont, den ungenutzten Haken neben der Tür, an dem seit einem halben Jahr keine fremde Jacke mehr hängt. Die Schuhe zieht sie aus, stellt sie mit der präzisen Beiläufigkeit hin, die entsteht, wenn man eine Handlung oft genug wiederholt, dass sie aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und daneben stellt sie Ryos Sneakers, schwarz, zu klein für ihre Füße, unberührt seit dem Tag, an dem er die Tür hinter sich zugezogen hat, ohne zu schlagen, was schlimmer war als schlagen. Der Kühlschrank wirft sein milchiges Licht durch den Türspalt und legt ein verzerrtes Rechteck auf den Linoleumboden, dessen angehobene Ecke Hana beim Vorbeigehen mit dem Zeh flachhält, eine kleine, sinnlose Geste, die sie trotzdem macht, weil der Körper Rituale entwickelt, wo der Geist keine Entscheidungen mehr treffen will. Im Bad navigiert sie ohne Licht zum Waschbecken, ihre Hand findet den Becher mit einer Sicherheit, die ihr manchmal unheimlich ist, weil sie zeigt, wie vollständig sich das Vermissen in die Motorik eingeschrieben hat, in die Muskelgedächtnisse kleiner Abende, die alle gleich aussehen und trotzdem nicht aufhören, etwas zu bedeuten. Zwei Zahnbürsten stehen im Becher, eine rote, eine blaue, und Hana nimmt die blaue mit einer Selbstverständlichkeit, die sie sich gleichzeitig verbietet und erlaubt, hält sie in der Hand und registriert die Härte der Borsten, die nichts vergessen haben, weil sie nichts zu vergessen haben, weil nichts an ihnen gebraucht wurde, seit Ryo sie hier zurückgelassen hat, nicht vergessen, gelassen, was ein Unterschied ist, den Hana seit Monaten hin und her wendet, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Sie stellt die Zahnbürste zurück, putzt sich die Zähne mit der mechanischen Präzision der Erschöpfung, und das kalte Wasser beim Abwaschen zieht sie für einen Moment aus der tauben Gleichförmigkeit der letzten Stunden heraus, gibt ihr Kontur, ohne ihr etwas Wichtiges mitzuteilen. Ihr Gesicht im Spiegel ist bei diesem Licht nicht zu sehen, was Hana als angemessen empfindet, weil das Gesicht, das sie dort meistens vorfindet, eine Frage stellt, auf die sie noch keine Antwort hat. Im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht aus Hunger, nicht aus Durst, sondern weil das Licht dort warm und beständig ist und das Summen aus dieser Nähe eine Körperlichkeit bekommt, die sich anfühlt wie Gesellschaft, was sie sofort für einen sentimentalen Gedanken hält und dann doch gelten lässt, weil es nach Mitternacht für Korrektheit zu spät ist. Der Kühlschrankinhalt hat sich seit Wochen kaum verändert: die halbe Zitrone im ersten Fach, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana nicht mehr kocht und die Zitrone irgendwann einfach da sein wird, ohne jemals gebraucht worden zu sein, wie manches andere auch. Zwei Bierdosen im zweiten Fach, unberührt und kalt, nach denen Hana greift und die sie zurückstellt, weil das Öffnen einer Dose allein um Mitternacht eine Aussage wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen, noch nicht, obwohl das noch nicht mit jedem Abend etwas kleiner wird. Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen trübes Wasser ihr sagt, dass sie morgen handeln müsste, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor fünf Tagen in einem Impuls gekauft hat, den sie sich nicht ganz erklären kann, außer dass die Schachtel so ausgesehen hat, als wäre sie für zwei Menschen gedacht, und dass sie sie trotzdem genommen hat, vielleicht gerade deshalb. Sie nimmt eine Kirsche, isst sie langsam, mit einer Aufmerksamkeit, die Einsamkeit erzeugt, wenn man ihr zu viel Raum gibt, und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein Argument, das sie nicht führen will, aber auch nicht ablegen kann. Am Fenster legt sie ihn zu den anderen, sieben oder acht, sie zählt sie nicht mehr, weil die Zahl aufgehört hat, Information zu sein, und eine Art Anklage geworden ist, gegen wen genau, weiß Hana nicht, was die Sache nicht besser macht. Im Bett liegt sie auf dem Rücken, die Augen an die Decke gerichtet, und folgt dem Summen des Kühlschranks, das durch die Wohnung trägt mit der Beharrlichkeit von Dingen, die keinen Grund brauchen weiterzumachen, weil ihre Funktion kein Bewusstsein voraussetzt, kein Wollen, keine Erinnerung an das, was einmal gewesen ist, und gerade darin liegt etwas, das Hana als Trost empfindet, obwohl sie das Wort dafür nicht verwenden würde, wenn sie gefragt würde. Das Thermostat schaltet ab. Die Stille, die folgt, ist von einer Vollständigkeit, die Hana körperlich wahrnimmt, ein Nachlassen von etwas, das sie nicht als Druck registriert hatte, solange es da war, und sie merkt, dass sie die Luft anhält, wartet, auf nichts Bestimmtes außer dem Einschalten, das nach einigen Sekunden kommt, zuverlässig, uninteressiert an ihr, und in diesem Gleichmut liegt die eigentliche Beruhigung: der Kühlschrank summt weiter, ohne dass sie etwas dafür tun muss. Draußen streicht ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen so weit gedämpft, dass es sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie eine Verdichtung der Stille, ein kurzes Zeichen, dass anderswo Bewegung stattfindet, Menschen von einem Ort zum anderen, mit Gepäck und Absichten, während Hana still liegt und das Summen eines Kühlschranks zählt. Sie denkt an Ryo, oder genauer: sie lässt zu, dass er in die Stille eintritt, die das Thermostat erzeugt hat, ein Gesicht ohne Schärfe, eine Stimme ohne Wortlaut, mehr Textur als Bild, und sie weiß, dass das, was hier im Dunkeln weiterläuft, kein Trauern ist in dem Sinne, den das Wort vorschlägt, sondern etwas Ruhigeres und Zäheres: das langsame Umorganisieren eines Lebens, dem ein Gegengewicht fehlt, das es nie explizit als Gegengewicht bezeichnet hat, solange es da war. Die Zahnbürste steht im Becher. Die Schuhe stehen an der Tür. Die Kirschkerne liegen auf der Fensterbank. Der Kühlschrank summt. Hana schließt die Augen, nicht weil sie schlafen will, sondern weil die Dunkelheit hinter den Lidern wenigstens eine ist, die sie selbst gewählt hat, und das, in dieser Nacht, genug ist. == 83 == 1 -------------------- Oktober Anders ist sechsunddreißig Jahre alt. Er wohnt in einer alten Holzkirche. Die Kirche liegt am Rand eines Fjords. Das Wasser ist grau und kalt. Anders hat die Kirche von seinem Onkel geerbt. Das Dach ist kaputt. Wenn es regnet, tropft das Wasser in einen Eimer. Plink. Plink. Plink. Anders hört den Tropfen zu. Er zählt sie nicht. Er hört nur zu. Die Heizung ist alt und laut. Am Morgen ist die Luft kalt im Haus. Anders steht auf und macht Kaffee. Er trinkt ihn am Küchentisch. Draußen regnet es. Der Regen kommt seitlich vom Meer. Es ist Oktober. Sein Nachbar heißt Lars. Lars ist achtundsechzig Jahre alt. Er kommt jeden zweiten Tag vorbei. Er klopft nicht an. Er setzt sich einfach auf die Bank. Er legt Tabak auf den Tisch. Lars sagt wenig. Anders auch. Das ist in Ordnung. Heute sagt Lars: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt. Lars steht auf und geht. Die Tür fällt zu. Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. Anders repariert Bootsmotoren. Das ist seine Arbeit. Die Nachbarn bezahlen ihn manchmal mit Kaffee. Manchmal sagen sie einfach danke. Das reicht ihm. Er war früher Bootsbauer. Das ist lange her. Jetzt ist er niemand Bestimmtes. Am Nachmittag kommt die Post. Anders nimmt einen Umschlag. Es ist keine Rechnung. Es ist eine Postkarte. Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. Die Farben sind sehr hell. Er dreht die Karte um. Da stehen nur wenige Wörter. „Komm nach Oslo." Die Karte ist von Mette. Mette war seine Freundin. Seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben. Anders liest die Karte einmal. Er liest sie zweimal. Er liest sie dreimal. Dann legt er sie auf den Fenstersims. Die Vorderseite zeigt nach unten. Er schaut auf den Fjord. Die Fähre fährt vorbei. Der Sound des Motors wird kleiner und kleiner. Dann ist es wieder still. Es wird früh dunkel. Um vier Uhr ist der Himmel schon schwarz. Anders zündet eine Kerze an. Er stellt sie auf das alte Klavier. Das Klavier spielt niemand. Aber es steht dort, seit Anders hier wohnt. Er setzt sich auf den Stuhl davor. Er schaut die Flamme an. Er denkt nicht viel. Er entscheidet nichts. Die Heizung tropft. Das Wasser schlägt gegen die Pfähle draußen. Anders sitzt still. Die Kerze wird kleiner. Dann geht sie aus. Im Dunkeln ist es ruhig. Draußen fängt es an zu schneien. Die Flocken fallen leise. Fast ohne Geräusch. Anders bleibt sitzen. Er wird nicht nach Oslo fahren. Er bleibt hier. Nicht weil er muss. Sondern weil er keinen Grund hat zu gehen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Oktober Anders wohnt seit zwei Jahren in einer alten Holzkirche am Rand eines norwegischen Fjords. Die Kirche hat er von seinem Onkel geerbt, aber er hat sie nie wirklich gewollt. Das Dach ist undicht, und wenn es regnet, stellt er einen Eimer in die Küche. Er hört dem Tropfen zu: plink, plink, plink. Er zählt sie nicht, aber er kennt den Rhythmus. Draußen ist das Wasser grau, und der Wind kommt direkt vom Meer. Es ist Oktober, und der Regen fliegt fast horizontal gegen die Fensterscheiben. Anders sitzt am Küchentisch mit einer Tasse Kaffee, die längst kalt ist. Er trinkt sie trotzdem, weil er aufstehen müsste, um eine neue zu machen. Das Haus ist still, nur die Heizung macht manchmal ein leises Geräusch. Lars kommt jeden zweiten Tag, immer ohne anzuklopfen. Er ist achtundsechzig Jahre alt und wohnt einen Kilometer weiter am Ufer. Er setzt sich auf die Bank, legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch und sagt nichts. Anders sagt auch nichts, und das ist zwischen ihnen vollkommen normal. Nach zehn Minuten sagt Lars nur: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt, und Lars steht auf und geht durch die Tür, ohne sich umzudrehen. Der Tabak bleibt auf dem Tisch, weil Lars ihn immer vergisst oder absichtlich dalässt. Anders repariert Bootsmotoren für die Leute in der Gegend. Manche bezahlen ihn mit Geld, andere bringen Kaffee oder sagen einfach nichts. Er war früher Bootsbauer in Bergen, aber das fühlt sich an wie ein anderes Leben. Jetzt ist er jemand, der hier wohnt und Dinge repariert, die andere wegwerfen würden. Am Nachmittag liegt eine Postkarte im Briefkasten zwischen zwei Rechnungen. Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Hafen von Oslo, die Farben sind zu grell für diesen Tag. Er dreht die Karte um und liest die Worte, die Mette geschrieben hat: „Komm nach Oslo." Mette war seine Freundin, aber seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben und nicht angerufen. Er liest die Karte dreimal, nicht weil er sie nicht versteht, sondern weil er Zeit braucht. Dann legt er sie mit der Vorderseite nach unten auf den Fenstersims. Draußen fährt gerade die Abendfähre vorbei, der Motor klingt tief und gleichmäßig. Das Geräusch wird kleiner, bis der Fjord wieder still ist. Um vier Uhr wird es dunkel, wie jeden Tag in diesem Monat. Anders zündet eine einzelne Kerze an und stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke. Das Klavier steht dort seit er einzog, und er hat es noch kein einziges Mal gespielt. Er setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die Flamme an, ohne einen bestimmten Gedanken. Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt regelmäßig gegen die Holzpfähle der Anlegestelle. Die Kerze wird kleiner und kleiner, bis sie ausgeht und das Zimmer dunkel ist. Er wird nicht nach Oslo fahren. Das weiß er nicht, weil er es entschieden hat, sondern weil er keinen Grund spürt zu gehen. Draußen beginnt es zu schneien, leise und fast ohne Übergang, wie alles hier. Anders bleibt sitzen im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der keinen Laut macht. Das Leben vergeht hier still, und das ist keine Klage, nur eine Beobachtung. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Oktober Anders ist sechsunddreißig, und er lebt seit zwei Jahren in einer Holzkirche, die eigentlich niemand mehr haben wollte. Sie steht am Ende einer unbefestigten Straße, wo der Fjord aufhört und das Nichts anfängt. Das Dach hat drei undichte Stellen, und je nachdem, wie stark der Wind steht, tropft es an verschiedenen Orten. Er hat gelernt, die Eimer richtig zu stellen, ohne darüber nachzudenken. Die Heizung ist alt, sie arbeitet laut und schlecht, aber sie arbeitet noch, und das zählt. Der Oktober ist hier kein Monat, er ist ein Zustand. Das Licht kommt nie wirklich an, es bleibt grau, flach, nah am Wasser hängend wie Nebel ohne Nebelcharakter. Anders sitzt morgens am Tisch mit kaltem Kaffee, schaut auf den Fjord und wartet auf nichts Bestimmtes. Er repariert Bootsmotoren für die Nachbarn, die meisten sind alt, die Motoren und die Nachbarn gleichermaßen. Bezahlt wird in Kaffee, in einem kurzen Nicken, oder gar nicht, und Anders hat keine Präferenz. Lars kommt jeden zweiten Tag, öffnet die Tür ohne zu klopfen und setzt sich auf die Bank unter dem Fenster. Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch, als würde er es ablegen wollen, und lehnt sich zurück. Sie schweigen gut zusammen, was seltener ist, als es klingt, weil Schweigen meistens Erwartung enthält. Zwischen Anders und Lars enthält es nichts, es ist einfach Luft, die niemand füllen muss. Heute sagt Lars nach einer Weile, ohne die Stimme zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt, Lars steht auf, geht, und der Tabak liegt noch auf dem Tisch, wie immer. Die Post kommt mit der alten Fähre, die zweimal täglich anlegt und meistens nichts bringt, was zählt. Heute bringt sie eine Postkarte, und Anders erkennt die Handschrift, bevor er den Namen liest. Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das hier nicht existiert, zu gelb, zu warm, zu gewollt. Er dreht die Karte um und liest: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." Er liest den Satz zweimal, nicht weil er schwer zu verstehen ist, sondern weil er irgendwo landet. Dann legt er die Karte mit der Bildseite nach unten auf den Fenstersims und schaut hinaus. Die Abendfähre zieht gerade durch den Fjord, ihr Motor trägt weit über das Wasser, dann ist er weg. Es wird dunkel um vier, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Licht nicht anmachen will. Er stellt sie auf das Klavier, das seit seinem Einzug dort steht und von niemandem gespielt wird, auch von ihm nicht. Er setzt sich davor und schaut in die Flamme, ohne dass ein Gedanke sich festsetzt oder eine Entscheidung sich formt. Draußen schlägt das Wasser gleichmäßig gegen die Pfähle, drinnen tropft die Heizung in den Eimer. Die Kerze brennt herunter, langsam, gleichmäßig, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen. Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt, und er weiß auch, dass es kein Entschluss ist. Es ist eher das Fehlen eines Grundes, der stark genug wäre, ihn von diesem Stuhl zu heben. Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne Übergang, wie hier immer die Dinge beginnen. Die Flocken fallen still auf den Fjord, der sie aufnimmt, ohne eine Spur zu zeigen. Anders hört zu, obwohl Schnee kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der Punkt. Manchmal ist das Leben ein stilles Vergehen, und manchmal reicht es, dabei zu sein. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Oktober Anders ist sechsunddreißig, bewohnt seit zwei Jahren eine geerbte Holzkirche am Ende einer Schotterstraße, und hat aufgehört, das als vorübergehend zu betrachten. Die Kirche liegt dort, wo der Fjord sich in eine schmale Bucht zurückzieht und die Straße aufgibt, ohne Erklärung. Das Dach hat drei Stellen, die bei Regen nachgeben, und Anders kennt sie so gut, dass er die Eimer im Halbschlaf richtig stellt. Nicht Gewöhnung, eher Kapitulation vor dem Zustand, den man irgendwann aufhört zu reparieren, weil er zum Haus gehört wie der Geruch nach Holz und altem Weihrauch. Die Heizung tropft in einen Blecheimer unter der Abzweigung des Heizkörpers, plink, und dieser Tropfen ist manchmal das einzige Geräusch im Haus, das zuverlässig wiederkehrt. Der Oktober an dieser Küste ist kein Monat, den man erlebt, sondern einer, den man aushält, weil das Licht nie wirklich ankommt und der Regen oft horizontal fliegt. Anders sitzt morgens am Küchentisch, die Hände um eine Tasse, die schon lange nicht mehr warm ist, und schaut durch das beschlagene Fenster auf das graugrüne Wasser. Er war Bootsbauer in Bergen, damals, aber das fühlt sich weniger wie eine Vergangenheit an als wie eine Biografie, die jemand anderem gehört. Jetzt repariert er die alten Außenbordmotoren der Nachbarn, er tut es gut und ohne Aufhebens, und die Bezahlung ist meistens Kaffee oder Schweigen, beides nimmt er. Lars ist achtundsechzig, wohnt einen Kilometer weiter am Ufer, und kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, als wäre die Tür seiner. Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch mit einer Geste, die Vertrautheit ausdrückt und gleichzeitig nichts verlangt, dann lehnt er sich zurück und schweigt. Das Schweigen zwischen den beiden hat eine Qualität, die Anders mit niemandem sonst kennt, weil es kein Warten enthält, keine unterschwellige Erwartung, nur Luft. Heute, nach vielleicht zehn Minuten, sagt Lars, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss, der Tabak bleibt auf dem Tisch, und alles ist wie vorher, nur mit einem Satz mehr in der Luft. Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und Anders holt sie selten sofort, weil sie meistens nichts enthält, das Eile rechtfertigt. Heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, und er erkennt Mettes Handschrift, noch bevor er die Karte vollständig aus dem Umschlag gezogen hat. Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das es hier nicht gibt, zu satt, zu zuversichtlich, als wäre die Stadt froh über sich selbst. Er dreht die Karte um und liest den Satz, den sie geschrieben hat: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." Sechs Monate Stille, und dann dieser Satz, knapp, ohne Anklage, aber mit einem Haken, der sitzt, weil er keine Antwort ist und keine Frage, sondern beides gleichzeitig. Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims, und die Abendfähre schiebt sich gerade durch den Fjord, ihr tiefes Motorgeräusch zieht über das Wasser und verweht. Er schaut ihr nach, bis das Geräusch weg ist, dann ist der Fjord wieder so still, als wäre nichts gewesen. Um vier ist der Himmel schwarz, was hier im Oktober kein Ereignis ist, sondern Tagesablauf. Anders zündet eine einzelne Kerze an, stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das seit seinem Einzug dort steht wie ein stilles Versprechen, das niemand einzulösen beabsichtigt. Er setzt sich auf den Hocker davor und schaut in die Flamme, nicht meditativ, nicht traurig, einfach schauend, weil der Abend nichts anderes verlangt. Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt in kurzen, gleichmäßigen Intervallen gegen die morschen Pfähle der alten Anlegestelle, und irgendwo hinter dem Fjord heult kurz der Wind. Die Kerze brennt langsam herunter, gleichmäßig, ohne Zug, und als die Flamme ausgeht, bleibt Anders im Dunkeln sitzen, ohne das Licht anzumachen. Er wird nicht nach Oslo fahren, aber es ist kein Entschluss, eher die Abwesenheit eines Grundes, der schwer genug wäre, ihn von diesem Ort zu heben. Mettes Satz hängt noch irgendwo im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die ehrliche Antwort ist, dass er keine Antwort hat, nicht weil er ausweicht, sondern weil die Frage selbst falsch gestellt ist. Draußen beginnt es zu schneien, lautlos, fast ohne Übergang, wie alle Dinge hier beginnen, die bleiben. Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden, ohne eine Spur zu hinterlassen, als hätte es sie nie gegeben. Anders hört zu, obwohl Schnee nichts hörbar macht, und vielleicht ist genau das der einzige Satz, der heute noch stimmt. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Oktober Anders ist sechsunddreißig, und er hat aufgehört, die Zeit zu messen, seit er begriffen hat, dass das Zählen von Tagen eine Aktivität für Menschen ist, die noch irgendwo hinmüssen. Die Kirche, die er vor zwei Jahren geerbt hat, ohne danach gefragt zu werden, steht am Ende einer Schotterstraße, die der Fjord auf drei Seiten einschließt wie ein Satz, der sich selbst widerspricht. Das Holz der Außenwände hat eine Farbe angenommen, die zwischen Grau und Vergessen liegt, und das Dach gibt nach, wo es immer nachgegeben hat, zuverlässig wie ein alter Charakter. Er kennt die drei undichten Stellen auswendig und stellt die Eimer im Dunkeln, nicht aus Routine, sondern weil der Körper manche Dinge übernimmt, wenn der Kopf aufgehört hat, sie für wichtig zu halten. Plink, und dann wieder, und die Heizung antwortet mit ihrem eigenen Rhythmus, sodass das Haus manchmal klingt wie ein Instrument, das niemand gestimmt hat und das trotzdem spielt. Der Oktober an dieser Küste ist keine Jahreszeit im üblichen Sinn, sondern eher ein Aggregatzustand, in dem das Licht nie ganz ankommt und der Regen aufgehört hat, sich zu entschuldigen. Anders sitzt am Morgen am Küchentisch, die Hände um eine längst erkaltete Tasse, und schaut auf den Fjord, der heute dieselbe Farbe hat wie gestern und vorgestern, ein Grau, das keine Nuancen braucht. Er war einmal Bootsbauer in Bergen, er hat gute Arbeit gemacht und das gewusst, aber diese Vergangenheit liegt so weit hinter ihm, dass er sie nur noch in der dritten Person denkt, als hätte jemand anders dieses Leben geführt. Jetzt repariert er die Außenbordmotoren der verbliebenen Nachbarn, er tut es gründlich und ohne Aufhebens, und die Frage der Bezahlung ist meist gar keine, weil beide Seiten wissen, dass Kaffee und Schweigen die ehrlicheren Währungen sind. Lars, achtundsechzig, kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, nicht aus Unverschämtheit, sondern weil eine Tür zwischen zwei Menschen, die nichts voneinander wollen als Anwesenheit, eine überflüssige Geste wäre. Er legt sein Tabakpäckchen auf den Küchentisch mit der Sorglosigkeit von jemandem, der nie etwas ablegt, um es zurückzubekommen, setzt sich auf die Bank und lehnt den Rücken gegen die rissige Wand. Das Schweigen, das sie teilen, ist von einer Qualität, die Anders früher nicht kannte und die er jetzt für eines der wenigen Dinge hält, die man nicht lernen kann, sondern nur findet, wenn man aufgehört hat, es zu suchen. Heute sagt Lars, nach einer Weile, die kein Gewicht hat, in den Raum hinein, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss mit dem dumpfen Laut von Holz auf Holz, und der Tabak liegt auf dem Tisch, vergessen oder hinterlassen, das ist dieselbe Frage. Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und meistens lohnt es sich nicht, deshalb zum Briefkasten zu gehen, aber heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, die er an der Handschrift erkennt, noch bevor er sie vollständig gedreht hat. Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das südlicher wirkt, als Oslo es verdient, zu warm, zu zuversichtlich, die Art von Bild, die Städte von sich machen, wenn sie Touristen meinen, nicht Wahrheit. Er dreht die Karte um, und Mette hat geschrieben: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." Der Satz ist kurz, was bedeutet, dass sie lange über ihn nachgedacht hat, denn Kürze dieser Art kommt nicht aus Eile, sondern aus dem langen Streichen von allem, was zu viel wäre. Sechs Monate Funkstille, und dann kein Vorwurf, keine Erklärung, nur dieser eine Satz, der keine Tür öffnet und keine schließt, sondern einfach zeigt, wo eine Wand ist. Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims wie etwas, das man nicht wegwirft und nicht aufbewahrt, sondern einfach irgendwo hinlegt, um zu sehen, was passiert. Die Abendfähre zieht durch den Fjord, ihr Motor trägt tief und gleichmäßig über das Wasser, und Anders schaut ihr nach, bis das Geräusch so klein geworden ist, dass er nicht mehr sicher ist, ob er es noch hört oder nur noch denkt. Um vier ist der Himmel schwarz, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Deckenlicht nicht mag, das alles gleich beleuchtet, ohne zu unterscheiden zwischen dem, was Licht verdient, und dem, was besser im Dunkeln bleibt. Er stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das dort steht, seit er eingezogen ist, ein Instrument ohne Geschichte in diesem Haus, oder mit einer Geschichte, die vor ihm endet und die er nie gefragt hat. Er setzt sich auf den Hocker davor, nicht um zu spielen, sondern weil der Hocker der einzige Platz im Zimmer ist, von dem aus man die Kerze sehen kann, ohne den Fjord im Rücken zu haben. Die Flamme brennt ruhig, kein Luftzug in diesem Haus um diese Stunde, und Anders schaut sie an, ohne einen Gedanken festzuhalten, weil die Gedanken heute flach sind wie das Licht draußen und genauso wenig ausrichten. Draußen schlägt das Wasser in kurzen, geduldigen Stößen gegen die Pfähle der alten Anlegestelle, drinnen antwortet die Heizung mit ihrem Tropfen, und das Haus atmet in einem Rhythmus, der nichts mit Anders zu tun hat und dem er trotzdem zuhört. Die Kerze brennt herunter, gleichmäßig, ohne Eile, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen und macht kein Licht, weil der Moment es nicht verlangt und weil er gelernt hat, Momente nicht zu überreden. Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist kein Entschluss, der gefällt wurde, sondern die stille Feststellung, dass der Grund zum Fahren nicht existiert, zumindest nicht in einer Form, die schwerer wiegt als der Grund zu bleiben, der auch nicht existiert. Mettes Satz hängt noch im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die Antwort, wenn es eine gibt, lautet nicht nichts, sondern genau das: dieses Haus, dieser Tropfen, dieser Fjord, diese Stille, die keine Abwesenheit von etwas ist, sondern eine Anwesenheit von allem, was übrigbleibt, wenn man aufgehört hat, es anders zu wollen. Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne den Übergang, den Schnee anderswo macht, einfach plötzlich da, als hätte der Himmel entschieden, dass Erklärungen heute nicht nötig sind. Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden in dem Moment, in dem sie ankommen, spurlos, als wäre das Fallen selbst der einzige Zweck, nicht das Liegen, nicht das Bleiben. Anders sitzt im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der klarste Satz, den dieser Abend anbietet: dass manches nur dann gehört werden kann, wenn man aufgehört hat, auf etwas Hörbares zu warten. == 84 == 1 -------------------- Die Angel Es ist Mittwoch. Der Himmel ist grau. Es regnet. Kari sitzt am Steuer. Jon sitzt neben ihr. Sie fahren schweigend. Der alte Volvo ist kalt. Der Scheibenwischer quietscht. Kari schaltet ihn auf schnell. Es hilft nicht viel. Jon öffnet das Fenster einen Spalt. Die Luft riecht nach Meer. Kari sagt nichts. Jon sagt auch nichts. Sie kennen die Straße gut. Sie sind hier aufgewachsen. Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. Sie müssen seine Sachen holen. Der Bootsschuppen steht am Wasser. Er ist alt und grau. Das Holz ist morsch. Kari parkt das Auto. Sie steigen aus. Der Regen ist kalt. Sie haben keinen Schirm. Die Tür des Schuppens klemmt. Jon tritt zweimal dagegen. Die Tür geht auf. Es riecht nach altem Holz. Es riecht nach Zigaretten. Kari bleibt an der Tür stehen. Jon geht hinein. An der Wand hängt eine Schwimmweste. Darunter stehen Gummistiefel. Größe 45 – die Größe des Vaters. Kari sieht auf den Boden. Der Regen trommelt auf das Blechdach. Jon dreht sich langsam um. An der Wand hängen zwei Nägel. An den Nägeln hängt eine Angel. Jon nimmt sie herunter. Die Schnur ist verwickelt. Der Haken ist rostig. Jon hält die Angel in beiden Händen. Er bewegt sich nicht. Kari tritt näher. Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. Sie fühlt das alte Holz. Sie gibt sie zurück. „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. Ihre Stimme ist ruhig. Jon nickt. Er legt die Angel auf die Werkbank. Dann sehen sie sich um. Ein Kalender hängt an der Wand – 2019. Ein Kanister steht in der Ecke. Zwei rostige Haken liegen auf dem Boden. Das ist alles. Jon geht zur Tür. Kari folgt ihm. Sie stehen wieder draußen im Regen. Jon schließt das Vorhängeschloss. Es klickt. Kari hält den Schlüssel in der Faust. Sie geht zum Wasser. Sie wirft den Schlüssel weit in den Fjord. Es macht ein leises Geräusch. Der kleine Kreis auf dem Wasser verschwindet sofort. Kari dreht sich nicht um. Jon auch nicht. Sie gehen zum Auto zurück. Jon setzt sich ans Steuer. Er startet den Motor. Der Scheibenwischer läuft wieder. Er quietscht wie vorher. Sie fahren. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Angel Es ist ein Mittwoch im November, und der Regen fällt seit dem Morgen. Kari fährt, weil Jon keinen Führerschein mehr hat. Der alte Volvo riecht nach feuchtem Stoff und kaltem Kaffee. Jon sitzt still auf dem Beifahrersitz und schaut aus dem Fenster. Die Straße ist leer, und die Bäume rechts und links sind schwarz vor Nässe. Der Scheibenwischer quietscht bei jeder dritten Bewegung. Kari stört das, aber sie sagt nichts. Sie denkt daran, dass sie diese Strecke als Kind oft gefahren ist. Damals hat sie sich auf dem Rücksitz gesetzt und die Wolken gezählt. Jetzt zählt sie die Minuten bis zum Schuppen. Jon öffnet das Fenster einen Spalt, obwohl es kalt ist. Die Luft, die hereinkommt, riecht nach Salz und nassem Gras. Kari schaltet den Wischer auf die schnelle Stufe, aber es hilft kaum. Sie parkt das Auto auf dem schmalen Weg vor dem Schuppen. Der Schuppen steht nah am Wasser, und seine Holzwände sind dunkel und feucht. Sie steigen aus, ohne etwas zu sagen. Der Regen trifft ihre Jacken sofort. Die Tür des Schuppens klemmt, wie immer. Jon tritt zweimal dagegen, und beim zweiten Mal geht sie auf. Der Geruch kommt sofort – altes Holz, feuchte Asche, Tabak. Kari bleibt einen Moment an der Schwelle stehen, weil sie atmen muss. Der Geruch ist nicht unangenehm, aber er trifft sie an einer Stelle, die sie nicht erwartet hat. Jon geht hinein, ohne sich umzusehen. An der Wand hängt eine alte Schwimmweste mit einem gerissenen Riemen. Darunter stehen Gummistiefel in Größe 45, und sie stehen gerade, als ob jemand sie gerade ausgezogen hat. Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste, die neben der Tür steht. Das Holz gibt ein leises Geräusch von sich, aber es hält. Der Regen trommelt auf das Wellblechdach, laut und gleichmäßig. Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um. An der Wand, zwischen zwei rostigen Nägeln, hängt eine Angel. Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich hin. Die Schnur ist verwickelt, und der Haken am Ende ist braun vor Rost. Er dreht die Angel in den Händen, als ob er sie zum ersten Mal sieht. Kari steht auf und tritt näher, weil sie sehen möchte, was er hält. Sie nimmt die Angel kurz aus seiner Hand, ohne zu fragen. Das Holz fühlt sich leicht und trocken an, obwohl alles andere im Schuppen feucht ist. Sie gibt sie zurück und sagt: „Den nehmen wir nicht mit." Ihre Stimme klingt ruhiger, als sie sich fühlt. Jon nickt einmal, ohne sie anzusehen. Er legt die Angel vorsichtig auf die alte Werkbank, die an der hinteren Wand steht. Dann sehen sie sich im Schuppen um, weil sie wissen, dass sie fertig sein müssen. Ein Kalender von 2019 hängt schief an einem Nagel neben der Tür. Ein halbleerer Benzinkanister steht in der Ecke, und zwei Haken liegen auf dem Boden. Das ist alles, was ihr Vater hier gelassen hat. Kari nimmt den Kalender und steckt ihn in ihre Jackentasche, ohne zu erklären warum. Jon sieht es, sagt aber nichts. Sie gehen gemeinsam nach draußen, und der Regen ist jetzt stärker als vorher. Jon zieht die Tür zu und legt das Vorhängeschloss ein. Es klickt mit einem kurzen, harten Geräusch. Kari steht ein paar Schritte weiter und schaut auf den Fjord. Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam, als ob es müde wäre. Sie holt den Schlüssel aus ihrer Tasche und hält ihn kurz in der Hand. Dann wirft sie ihn weit über das Wasser, mit dem ganzen Arm. Der Schlüssel macht ein leises Geräusch, als er auf die Oberfläche trifft. Ein kleiner Kreis entsteht auf dem Wasser, und er verschwindet sofort. Kari dreht sich um, ohne auf das Wasser zu warten. Jon ist schon beim Auto. Er setzt sich auf den Fahrersitz, und Kari setzt sich daneben. Er startet den Motor, ohne zu fragen, ob sie fertig ist. Sie ist fertig. Der Scheibenwischer läuft an, und er quietscht wie auf der Hinfahrt. Kari legt die Hände auf die Knie und schaut geradeaus. Jon fährt langsam zurück auf die Straße. Die Bäume stehen wieder rechts und links, nass und schwarz. Keiner spricht, aber diesmal fühlt sich das Schweigen anders an. Nicht leerer – nur stiller. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Angel Der Regen hatte seit dem frühen Morgen nicht aufgehört, und als Kari den Motor startete, wusste sie, dass der Tag nicht besser werden würde. Jon war pünktlich gewesen, was sie überrascht hatte, denn er war selten pünktlich. Er hatte eine Tasche dabei, die zu groß war für das, was sie holen würden. Kari hatte nichts gefragt. Sie fuhren die Küstenstraße, die sie beide auswendig kannten, ohne darüber zu reden. Der Fjord lag links von ihnen, grau und flach, und das Wasser sah aus wie altes Glas. Jon hatte das Fenster einen Spalt geöffnet, obwohl es kalt war, und Kari ließ es so. Der Scheibenwischer lief auf der zweiten Stufe und quietschte bei jeder Rückkehr, ein Geräusch, das sich nach einer Weile in den Hintergrund schob, ohne ganz zu verschwinden. Kari dachte daran, dass ihr Vater diesen Wischer nie hatte reparieren lassen, obwohl er es jedes Jahr vorhatte. Der Schuppen stand am Ende eines schmalen Feldwegs, der im Herbst immer aufweichte. Kari parkte, bevor der Weg zu schlammig wurde, und sie gingen den Rest zu Fuß. Der Regen traf sie sofort, kalt und gleichmäßig, wie etwas, das keine Meinung hat. Die Tür des Schuppens klemmte, wie sie es erwartet hatte. Jon trat einmal dagegen, dann nochmal fester, und beim zweiten Mal gab sie nach. Der Geruch kam wie ein Schlag – nicht unangenehm, aber dicht und unmittelbar: altes Holz, das sich vollgesogen hatte mit Jahren aus Tabakrauch und Salzluft, dazu etwas Süßliches, das Kari nicht benennen konnte und auch nicht benennen wollte. Sie blieb an der Schwelle stehen, während Jon hineinging. Er bewegte sich langsam, fast vorsichtig, als ob der Boden nachgeben könnte. An der Wand hing eine Schwimmweste mit einem langen Riss am Kragen. Darunter standen die Gummistiefel – Größe 45, aufrecht, als hätte sie jemand erst gestern dort hingestellt. Kari sah auf die Stiefel und dachte daran, wie oft sie als Kind auf diese Größe gewartet hatte, auf den Moment, wo die Schritte im Flur aufhörten und die Tür aufging. Jetzt würde die Tür nie mehr aufgehen. Jon stand in der Mitte des Raums und schaute zur hinteren Wand. Zwischen zwei Nägeln hing eine Angel, die Schnur lose aufgewickelt und verknotet, der Haken am Ende rotbraun vor Rost. Er nahm sie herunter, ohne zu zögern, und hielt sie mit beiden Händen, so wie man etwas hält, das man nicht fallen lassen will, obwohl man nicht weiß warum. Kari trat näher und sah ihm dabei zu. Er drehte die Angel langsam, betrachtete die Schnur, den Haken, das alte Holz des Griffs. Sie streckte die Hand aus, und er gab sie ihr, ohne aufzusehen. Das Holz war glatt und leicht, trockener als alles andere im Schuppen. Sie hielt sie einen Moment, länger als nötig, dann legte sie sie auf die Werkbank. „Den nehmen wir nicht mit", sagte sie. Es klang nicht wie eine Frage und nicht wie eine Erklärung. Jon sah kurz auf die Angel, dann nickte er. Sie durchsuchten den Rest des Schuppens schweigend und ohne Eile. Ein Kalender von 2019 hing schief an der Wand, aufgeschlagen auf März. Ein Benzinkanister, halb voll, stand in der Ecke neben einem Eimer ohne Boden. Zwei Haken lagen auf dem Boden, rostig wie der an der Angel. Kari steckte den Kalender ein, weil der März ihr Geburtsmonat war und weil sie es konnte. Als sie nach draußen traten, war der Regen stärker geworden. Jon zog die Tür zu und hängte das Vorhängeschloss ein, und das Klicken des Schlosses war das lauteste Geräusch seit Stunden. Kari stand ein paar Schritte vom Schuppen entfernt und schaute auf den Fjord, der jetzt dunkler war als auf der Hinfahrt, fast schwarz am Rand. Sie holte den Schlüssel aus der Tasche, wog ihn kurz in der Hand, und warf ihn dann mit einem weiten, entschlossenen Schwung ins Wasser. Er traf die Oberfläche ohne Lärm, fast zögerlich, und der Kreis, den er hinterließ, war klein und verschwand, bevor Kari ihn richtig gesehen hatte. Sie gingen zum Auto zurück, ohne sich umzudrehen. Jon setzte sich ans Steuer, und Kari ließ es zu, weil sie nicht mehr fahren wollte. Er startete den Motor, legte den Gang ein und fuhr langsam auf die Straße. Der Scheibenwischer lief wieder an, quietschte wieder, wie auf der Hinfahrt. Kari lehnte den Kopf gegen das Seitenfenster und spürte die Vibration des Motors. Draußen zog die Küste vorbei, grau und nass, und der Fjord blieb links von ihnen, breit und still, ohne Erinnerung an den Schlüssel. Jon schaltete das Radio ein, ließ es aber sofort wieder aus. Das Schweigen, das blieb, war kein schlechtes Schweigen. Es war das Schweigen von zwei Menschen, die dasselbe wissen und nichts mehr klären müssen. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Angel Der Regen hatte in der Nacht begonnen, leise und beharrlich, und als Kari am Morgen das Rollo hochzog, sah sie, dass die Straße vor dem Haus bereits blank und schwarz glänzte wie poliertes Leder. Sie hatte schlecht geschlafen, nicht wegen des Regens, sondern wegen des Termins, der seit drei Wochen in ihrem Kalender stand und sich in dieser Zeit nicht kleiner gemacht hatte. Jon hatte sie um acht angerufen, um zu sagen, dass er pünktlich sei, und Kari hatte sich dabei ertappt, dass sie gehofft hatte, er würde absagen. Die Fahrt verlief schweigend, so wie die meisten Dinge zwischen ihnen seit Jahren verliefen – nicht feindselig, aber mit einer Distanz, die so lang eingeübt war, dass keiner mehr wusste, wer sie zuerst eingeführt hatte oder warum. Der alte Volvo roch nach dem feuchten Stoff der Sitzbezüge und nach dem Kaffee, den Jon in einem Pappbecher mitgebracht und nach zwei Schlucken im Getränkehalter vergessen hatte. Kari fuhr die Küstenstraße, die sie seit ihrer Kindheit kannte, ohne darüber nachzudenken, die Kurven saßen in ihren Händen wie alte Texte, die man nicht mehr lesen, aber immer noch sprechen kann. Der Fjord lag linker Hand, ausgebreitet und beinahe reglos, seine Oberfläche von oben aufgehämmert durch den Regen, der auf dem Wasser ein gleichmäßiges, flaches Muster erzeugte, das kein Ende hatte. Jon hatte das Seitenfenster einen Spalt weit geöffnet und ließ die feuchte Luft hereinströmen, ohne zu fragen, und Kari drehte das Heizungsrad eine Kerbe höher, ohne es zu kommentieren. Der Scheibenwischer störte sie, weil er beim Rücklauf ein helles Quietschen erzeugte, das an einen Nagel erinnerte, der über eine Tafel gezogen wird, und weil ihr Vater diesen Wischer seit mindestens sechs Jahren nicht hatte reparieren lassen, obwohl er jedes Frühjahr davon gesprochen hatte. Kari hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da es keine Rolle mehr spielte, verstand sie es noch weniger. Sie parkten am Beginn des Feldwegs, weil der Schlamm zu tief war, um weiterzufahren, und gingen die letzten hundert Meter zu Fuß durch den Regen, der ihnen keine Möglichkeit ließ, trocken zu bleiben, und dem gegenüber ein Schirm nur eine Art höflichen Protest gewesen wäre. Der Schuppen stand am Wasserrand, kleiner als Kari ihn in Erinnerung hatte, obwohl sie wusste, dass sich nicht der Schuppen verändert hatte. Seine Holzwände hatten die Farbe von nassem Torf angenommen, und das Wellblechdach hatte an zwei Stellen Beulen, die wie geschlossene Augen aussahen. Die Tür klemmte, weil das Holz im feuchten Herbst quoll, wie es das immer getan hatte. Jon trat zweimal dagegen – konzentriert, ohne Wut – und beim zweiten Mal gab sie nach, mit einem Geräusch, das halb Stöhnen und halb Kapitulation war. Der Geruch, der ihnen entgegenkam, war so vollständig und so unvermittelt, dass Kari für einen Moment stillstand und nicht hineinging: Holz, das jahrelang Tabakrauch aufgesogen hatte, darunter Motoröl, Salz, und etwas Schweres, Süßliches, das sich nicht benennen ließ, das aber trotzdem sofort und eindeutig nach ihrem Vater roch. Jon trat ein, ohne sich umzusehen, und Kari folgte ihm nach einem Atemzug, den sie bewusst machte. An der Wand hing die Schwimmweste, die sie seit ihrer Kindheit kannte – orangefarben, inzwischen ausgeblichen zu einem stumpfen Lachsrosa, der Klettverschluss am Kragen gerissen und nie ersetzt, weil ihr Vater Dinge reparierte, die kaputt waren, und Dinge, die nutzlos waren, eben ließ. Darunter die Gummistiefel, Größe 45, gerade und aufrecht hingestellt mit einer Sorgfalt, die der Rest des Schuppens nicht kannte, und deren Anblick bei Kari etwas auslöste, das sie nicht als Trauer hätte bezeichnen wollen, das aber auch kein anderes Wort hatte. Jon stand an der hinteren Wand und schaute nach oben, und als Kari sah, was er sah, verstand sie sofort, warum er nicht weiterging. Zwischen zwei Nägeln hing die Angel – dieselbe Angel, die sie als Kinder auf dem Steg gesehen hatten, wenn ihr Vater früh aufstand und sie schliefen, und die er mitnahm ohne ein Wort, und die abends wieder an denselben Nägeln hing, wenn er zurückkam, schweigend und vollständig abwesend. Die Schnur war in losen, ungleichmäßigen Windungen aufgerollt und an mehreren Stellen verknotet, der Haken am Ende zu einem dunkelbraunen Rost oxidiert, der wie Kruste auf altem Brot aussah. Jon nahm sie herunter – langsam, mit beiden Händen – und hielt sie vor sich, nicht wie ein Werkzeug und nicht wie eine Erinnerung, sondern wie etwas, das sich noch nicht entschieden hatte, was es sein wollte. Kari beobachtete ihn, ohne sich zu bewegen, und sie sah an seiner Haltung, an der Art, wie seine Schultern leicht abfielen und wie er den Kopf neigte, dass er gerade versuchte, etwas in Worte zu fassen, dem er keine geben konnte. Sie trat näher und streckte die Hand aus, und er gab ihr die Angel ohne Zögern. Das Holz des Griffs war glatt und trocken, fast warm, und es war das einzige, was in diesem Schuppen so fühlte, als ob jemand es regelmäßig berührt hatte. Sie hielt die Angel länger, als sie vorgehabt hatte. Dann legte sie sie auf die Werkbank und sagte: „Den nehmen wir nicht mit." Es war kein Satz, der eine Antwort brauchte, und Jon gab keine. Er nickte nur, einmal, kurz, mit einer Endgültigkeit, die sie beide erleichterte. Sie durchsuchten den Schuppen ohne Plan und ohne Gespräch – öffneten eine Kiste, die leer war, kontrollierten den Benzinkanister, der halb voll war, sahen sich den Kalender an, der auf März 2019 stand und an dem niemand weitergeblättert hatte. Zwei rostige Haken lagen auf dem Boden, ohne erkennbaren Zweck, wie viele Dinge ihres Vaters. Kari nahm den Kalender, weil der März ihr Geburtsmonat war, und weil es das Einzige war, das sie mitnehmen konnte, ohne das Gewicht des ganzen Raums zu tragen. Draußen hatte der Regen zugenommen, und er fiel jetzt schräg und ohne Pause, so dass die Oberfläche des Fjords aussah wie aufgewühlter Schotter. Jon zog die Schuppentür zu und legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten des Schlosses war das sauberste, entschlossenste Geräusch des Tages. Kari stand einige Schritte entfernt am Ufer, den Schlüssel in der rechten Hand, und betrachtete den Fjord, der an diesem Tag keine Farbe hatte außer dem Grau, das alle anderen Graus enthielt. Sie ließ dem Moment keine Länge, holte mit dem Arm aus und warf den Schlüssel in einem weiten, gleichmäßigen Bogen über das Wasser, als hätte sie es geübt. Das Aufprallgeräusch war fast nichts, ein leises Tock, und der Kreis, den er hinterließ, weitete sich kurz aus und verschwand dann, als wäre er nie gewesen. Sie gingen zum Auto, und keiner von beiden drehte sich um. Jon nahm den Schlüssel, und Kari ließ ihn fahren, weil sie nicht mehr die Kraft hatte, die Hände auf dem Lenkrad zu halten und gleichzeitig geradeaus zu schauen. Er fuhr schweigend, ruhig, mit einer Sorgfalt, die er sonst selten zeigte. Der Scheibenwischer lief an und quietschte, wie auf der Hinfahrt, und Kari lehnte den Kopf gegen das Fenster und ließ das Geräusch zu, weil es das letzte war, das noch an nichts erinnerte außer an einen alten Wischer, der nie repariert worden war und es jetzt auch nicht mehr werden würde. Die Küste glitt am Fenster vorbei, nass und grau und vertraut, und der Fjord begleitete sie, breit und gleichgültig, bis die Straße ihn aus dem Blick nahm. Jon schaltete das Radio kurz ein, und als Musik kam, schaltete er es wieder aus. Das Schweigen, das zurückblieb, hatte eine andere Qualität als das der Hinfahrt – nicht die angespannte Stille zweier Menschen, die etwas vermeiden, sondern die ruhigere, schwerere Stille zweier Menschen, die dasselbe verloren haben und es jetzt wissen, ohne dass einer den anderen danach fragen müsste. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Angel Der Regen, der in der Nacht begonnen hatte, gehörte zu jener beharrlichen nordischen Art, die nicht stürmt und nicht dramatisiert, sondern einfach fällt, Stunde um Stunde, mit der gleichmütigen Ausdauer eines Phänomens, das keinen Grund braucht und keine Entschuldigung. Kari hatte ihn gehört, bevor sie wach war, hatte ihn in den letzten Schichten des Schlafs als etwas wahrgenommen, das von außen kommt und innen bleibt, und als sie schließlich aufstand und das Rollo hochzog, sah sie, dass er die Welt in etwas verwandelt hatte, das glatt und abweisend war wie eine Oberfläche, auf der nichts haftet. Jon saß bereits im Wagen, als sie hinunterkam, die Hände im Schoß, den Blick auf einen Punkt gerichtet, der außerhalb des Fahrzeugs und außerhalb des Augenblicks lag, und Kari bemerkte, dass er eine Tasche mitgebracht hatte, größer als nötig, so als hätte er sich in der Nacht eine Vorstellung davon gemacht, was er mitnehmen würde, und diese Vorstellung beim Aufwachen still und ohne Szene wieder aufgegeben. Sie fragte nicht danach. Es gab Fragen zwischen ihnen, die nicht gestellt wurden, weil beide die Antworten kannten, und solche, die nicht gestellt wurden, weil keine der Antworten etwas verändert hätte. Die Küstenstraße kannte Kari mit einer Körperlichkeit, die über das Gedächtnis hinausging – die leichte Neigung vor der zweiten Kurve, die kurze Gegensteigung danach, die Stelle, wo das Leitplankenmetall immer rostet, weil das Salzwasser dort hochzieht – und sie fuhr, ohne zu denken, während Jon neben ihr saß und das Fenster einen Spalt öffnete, die feuchte Luft hereinließ, die nach Seetang roch und nach etwas Mineralischem, das man nicht genau benennen kann und das trotzdem sofort und unweigerlich nach diesem Küstenstreifen riecht, nach diesem spezifischen Abschnitt Erde und Wasser zwischen dem ersten und dem neunten Lebensjahr. Kari drehte die Heizung höher, und Jon ließ das Fenster, wie es war, und dieser unausgesprochene Kompromiss war, ohne dass einer von ihnen es wusste, der einzige Moment auf der Hinfahrt, in dem sie dasselbe wollten. Der Scheibenwischer störte sie, weil er bei jedem Rückhub ein helles, schleifendes Quietschen erzeugte, das an die spezifische Unannehmlichkeit eines Geräusches erinnerte, das nicht wehtut, aber nicht aufhört, und weil dieser Wischer seit Jahren nicht repariert worden war, obwohl ihr Vater jedes Frühjahr, meistens im März, wenn das Licht wieder stärker wurde und man das Auto öfter brauchte, sagte, er müsse das erledigen, und es dann nicht erledigte, weil immer etwas anderes kam oder weil er, was wahrscheinlicher war, die kleinen unreparierten Dinge brauchte, um sich vorzustellen, dass noch Zeit war, sie zu reparieren. Sie parkten vor dem Feldweg, weil der Schlamm ab dort zu tief war, und gingen die letzten hundert Meter durch den Regen, der auf ihre Jacken fiel wie etwas, das keine Böswilligkeit kennt und daher auch keine Rücksicht – gleichmäßig, ausdauernd, vollkommen indifferent gegenüber dem Anlass ihrer Anwesenheit. Der Schuppen, den Kari zuletzt im Sommer gesehen hatte, war kleiner als in ihrer Erinnerung, was nicht stimmte und was sie trotzdem dachte, weil Erinnerungen nicht skalieren, sondern bedeuten, und weil dieser Schuppen in ihrer Kindheit mehr Raum eingenommen hatte als seine Grundfläche. Die Holzwände hatten die Farbe angenommen, die altes, feuchtes Holz annimmt – ein Graubraun, das sich nicht mehr steigert, das am Ende aller Verwitterungsprozesse liegt wie ein letzter, ruhiger Satz nach einem langen Text. Die Tür klemmte, weil das Holz im Herbstregen gequollen war, und Jon trat zweimal dagegen, nicht mit Ungeduld, sondern mit der präzisen, kraftsparenden Entschlossenheit eines Mannes, der seit zwanzig Jahren körperlich arbeitet und weiß, wie viel Kraft eine Tür braucht und wie viel davon Frustration wäre. Was ihnen entgegenkam, als die Tür nachgab, war weniger ein Geruch als ein Zustand – eine Dichte aus Jahrzehnten von Tabakrauch, der sich in die Holzfasern gefressen hatte, aus Motoröl, das irgendwann verschüttet worden war und nie ganz verschwunden war, aus Salzluft, die durch jede Ritze der Wände zog, und darunter, als Grundton, den man erst nach einem Moment wahrnahm, etwas Organisches, Schweres, das sich nicht aus seinen Bestandteilen zusammensetzen ließ und das Kari, ohne es zu wollen, als vollständig und untrennbar mit ihrem Vater verband. Sie blieb an der Schwelle stehen und atmete einmal durch, bewusst, fast methodisch, weil sie gelernt hatte, dass der erste Moment immer der ist, der entscheidet, wie viel Kontrolle man über den Rest des Tages behält. Jon stand vor der hinteren Wand, und Kari sah sofort, was er sah, noch bevor sie herangetreten war: die Angel, die zwischen zwei Nägeln hing, die Schnur in unregelmäßigen Windungen aufgerollt, an mehreren Stellen verknotet, wie etwas, das aufgehört hat, Ordnung zu behaupten, ohne aufgehört zu haben, da zu sein. Der Haken am Ende war zu einem tiefen, matten Rotbraun oxidiert, und die Farbe hatte die Gleichmäßigkeit und Endgültigkeit angenommen, die entsteht, wenn ein Prozess so lange läuft, dass er sich nicht mehr als Prozess zeigt, sondern als Zustand, als Eigenschaft, als das, was die Sache nun einmal ist. Jon nahm die Angel herunter – langsam, mit beiden Händen – und die Art, wie er sie hielt, sagte mehr als alles, was er an diesem Tag gesagt hatte: leicht vorgebeugt, die Schultern etwas abgefallen, den Kopf geneigt, als lauschte er auf etwas, das die Angel vielleicht noch sendete und das er vielleicht noch empfangen konnte. Kari sah ihm zu, ohne sich zu bewegen, und sie erkannte in seiner Haltung etwas, das sie an ihm nicht oft gesehen hatte – nicht Trauer, weil Trauer eine Richtung hat, und das hier hatte keine, es war eher ein Innehalten, ein kurzes Anhalten jener Bewegung vorwärts, die das Leben verlangt und die man irgendwann so automatisch vollzieht, dass man vergisst, dass es auch Momente gibt, in denen man steht. Sie trat neben ihn und streckte die Hand aus, ohne zu erklären, was sie damit vorhatte, und er gab ihr die Angel mit einer Selbstverständlichkeit, die bedeutete, dass er verstanden hatte, was gemeint war, bevor sie selbst es hätte benennen können. Das Holz des Griffs war glatt und trocken und leichter als sie erwartet hatte, und diese Leichtigkeit traf sie auf eine Weise, für die sie keine Kategorie besaß, weil das Leichte manchmal schwerer zu halten ist als das Schwere. Sie legte die Angel auf die Werkbank, ohne weiter darüber nachzudenken, und sagte: „Den nehmen wir nicht mit" – einen Satz, der keine Begründung enthielt, weil jede Begründung ihn kleiner gemacht hätte. Jon nickte einmal, und dieses Nicken war das Einverständnis mit etwas, das größer war als die Entscheidung über eine verrostete Angel in einem aufzulösenden Schuppen. Den Rest erledigten sie mit der stillen Effizienz zweier Menschen, die dasselbe gelernt haben, auch wenn sie es an verschiedenen Orten gelernt haben: eine leere Kiste, ein halbvoller Benzinkanister, zwei Haken ohne Verwendung, ein Kalender von 2019, aufgeschlagen auf März, der Monat, in dem Kari Geburtstag hatte und in dem ihr Vater in diesem Jahr, soweit sie wusste, nie daran gedacht hatte. Sie nahm den Kalender und steckte ihn ein, und es war keine sentimentale Geste, sondern das Gegenteil davon: der Versuch, etwas zu behalten, das noch keinen Schmerz hatte, bevor der Schmerz ankam und alles in seine Nähe zog. Draußen fiel der Regen jetzt schräg, getrieben von einem Wind, der aufgekommen war, während sie drinnen gewesen waren, und er peitschte gegen ihre Jacken mit einer Direktheit, die kein Mitgefühl kannte und keines zu kennen brauchte. Jon legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten, hart und endgültig, war genau das Geräusch, das dieser Moment gebraucht hatte, ohne dass jemand darum gebeten hatte – eine Schließung, die nicht laut sein musste, um vollständig zu sein. Kari stand einige Schritte entfernt, am Ufer des Fjords, und hielt den Schlüssel, der kalt war und kleiner wirkte, als er hätte wirken sollen für das, was er darstellte und was er ab jetzt nicht mehr darstellen würde. Sie warf ihn ohne Zögern und ohne Zeremonie, mit dem ganzen Arm, in einem langen, gleichmäßigen Bogen über das aufgewühlte Wasser, und das Geräusch, das er beim Aufprall machte, war kaum mehr als ein Flüstern – ein kurzes, sofortiges Verschwinden in einer Oberfläche, die sich sofort schloss, als wäre nichts gewesen, was eine Art Wahrheit war, wenn man bereit war, sie anzunehmen. Sie gingen zum Auto, ohne sich umzudrehen, und Kari ließ Jon fahren, weil sie die Hände nicht mehr auf dem Lenkrad haben wollte, nicht heute, nicht auf dieser Strecke. Er fuhr mit einer Sorgfalt, die er im Alltag selten zeigte, als ob er wüsste, dass dieser Rückweg etwas war, das man nicht unnötig erschüttern sollte. Der Scheibenwischer lief an und quietschte, genau wie auf der Hinfahrt, und Kari, die das Geräusch seit einer Stunde nicht mehr gehört hatte, bemerkte jetzt, dass es sie nicht mehr störte, oder dass sie beschlossen hatte, es nicht mehr stören zu lassen, was auf dasselbe hinauslief. Sie lehnte den Kopf gegen das Fenster und beobachtete, wie die Küste an ihr vorbeizog, nass und grau und vollständig vertraut, eine Landschaft, die keine Rücksicht auf die nahm, die durch sie fuhren, und die genau deshalb verlässlich war in einer Art, die Menschen es selten sind. Jon schaltete das Radio ein, drei Sekunden lang, und dann wieder aus, und die Stille, die zurückblieb, war nicht dieselbe, die sie auf der Hinfahrt gehabt hatten – keine vermiedene Stille, keine aufgeschobene, keine, die auf etwas wartete, sondern die ruhige, schwere, angemessene Stille zweier Menschen, die etwas getan haben, das getan werden musste, und die jetzt nebeneinander sitzen in dem Wissen, dass es erledigt ist, und in dem gleichzeitigen, stillen Wissen, dass erledigt nicht bedeutet, dass es aufhört. == 85 == 1 -------------------- Elena kommt mit dem Bus ins Dorf. Die Hitze trifft sie sofort. Es ist September, aber die Luft brennt noch. Sie trägt eine kleine Tasche und eine große Müdigkeit. Zehn Jahre ist sie nicht mehr hier gewesen. Die Gassen sind enger, als sie sie in Erinnerung hat. Die Häuser sind kleiner. Der Marktplatz riecht nach Tomaten und Staub. Elena bleibt stehen, weil sie Lachen hört. Es ist ein Lachen, das sie kennt. Carlo steht vor einer Werkstatt. Er hat die Ärmel hochgekrempelt. Seine Arme sind schwarz von Schmiere. Er lacht mit einem anderen Mann. Elena atmet tief. Sie dreht sich nicht weg, aber sie geht auch nicht hin. Ihr Magen zieht sich zusammen. Sie kauft Tomaten auf dem Markt, weil sie etwas tun muss. Die alte Frau am Stand sieht sie lange an. Dann sagt sie: „Du bist die Tochter von Lucia." Elena nickt nur. Am Abend geht sie zu Carlos Haus. Die Treppe knarrt, wie früher. Carlo öffnet die Tür. Er sieht sie an, und er sagt nichts. Dann sagt er leise: „Du siehst aus wie deine Mutter." Elena antwortet nicht. Sie schlägt ihn mit der flachen Hand ins Gesicht. Carlo hält sich nicht die Wange. Er schaut sie nur an, die Augen dunkel. Es gibt keine Entschuldigung in seinem Blick. Elena geht die Treppe wieder hinunter. Ihre Hände zittern ein bisschen. Sie raucht eine Zigarette vor dem Haus ihrer Mutter. Die Straße ist leer. Um ein Uhr in der Nacht klopft jemand an die Tür. Es ist Carlo. Er sagt kein Wort, er macht nur eine Geste. Sie folgt ihm, weil sie es immer getan hat. In der Garage stehen zwei alte Autositze. Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie. Sie trinken, und sie reden wenig. Dann greift Carlo nach ihrer Hand. Seine Finger sind rau und warm. Elena lässt es zu. Sie spürt ihren eigenen Herzschlag im Hals. „Matteo fragt nie nach mir", flüstert sie. Carlo sagt: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert." Er macht eine kurze Pause. Dann sagt er: „Das hat mir mein Vater nie gezeigt." Elena nimmt die Hand weg. Sie stellt das Weinglas auf den Boden. Sie sagt nichts mehr in dieser Nacht. Am nächsten Morgen wacht Elena früh auf. Es ist noch dunkel draußen. Sie packt ihre Tasche schnell. Dann geht sie nicht zum Bahnhof. Sie geht zum Haus von Signora Grazia. Das Licht in der Küche brennt schon. Elena schaut durch das Fenster. Matteo sitzt am Tisch. Er tunkt Brot in Milch. Er ist groß geworden. Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. Er lächelt. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas. Sie steht eine Minute lang so. Dann dreht sie sich um. Sie geht zum Bahnhof, ohne zu klingeln. Der Zug kommt pünktlich. Sie steigt ein. Die Sonne geht auf, als der Zug fährt. Elena schaut aus dem Fenster, aber sie sieht nichts. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Elena steigt aus dem Bus, und der Geruch des Dorfes trifft sie wie ein Schlag. Es riecht nach reifen Tomaten, nach heißem Stein und nach altem Öl. Sie weiß sofort, woher der Ölgeruch kommt. Die Werkstatt ist noch da, gleich um die Ecke, genau wie vor zehn Jahren. Elena stellt ihre Tasche auf den Boden und zündet sich eine Zigarette an. Sie raucht langsam, weil sie Zeit braucht, bevor sie weitergeht. Dann hört sie das Lachen, und ihre Hand hält kurz inne. Es ist Carlos Lachen, tief und ein bisschen zu laut, wie immer. Sie dreht den Kopf nicht, aber sie sieht ihn trotzdem. Er steht unter einer Motorhaube, die Arme voller Schmiere, und lacht mit einem jungen Kerl. Elena drückt die Zigarette aus und nimmt ihre Tasche wieder. Sie geht am Marktplatz vorbei, ohne links oder rechts zu schauen. Die alte Frau vom Gemüsestand ruft ihren Namen, aber Elena tut so, als hört sie es nicht. Das Haus ihrer Mutter riecht nach Staub und nach einem Leben, das aufgehört hat. Elena öffnet die Fenster, weil die Luft stickig ist und sie atmen muss. Sie setzt sich an den Küchentisch und legt die Hände flach auf das Holz. Das Holz ist kalt, obwohl draußen noch Hitze ist. Am Abend beschließt sie, zu Carlos Mutter zu gehen, weil das der Grund ist, warum sie wirklich hier ist. Die Treppe zum ersten Stock knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen, weil sie etwas zählen muss. Carlo öffnet die Tür, nicht seine Mutter, und für einen Moment sagen beide nichts. Er ist älter geworden, aber seine Augen sind gleich, dunkel und ruhig wie ein Tier. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und seine Stimme klingt fast freundlich. Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn. Die Hand trifft seine Wange, und das Geräusch ist lauter als erwartet. Carlo bewegt sich nicht, er hält sich nicht die Wange, er sagt kein Wort. Er schaut sie an, und in seinem Blick ist keine Reue, aber auch keine Wut. Das ist das Schlimmste, denkt Elena, die fehlende Wut. Sie dreht sich um und geht die Treppe hinunter, ohne auf eine Reaktion zu warten. Draußen ist die Luft jetzt kühler, und der Himmel ist voller Sterne. Elena geht zum Haus ihrer Mutter zurück und trinkt alleine ein Glas Wein. Sie schläft nicht, weil die Nacht zu still ist und ihre Gedanken zu laut. Um kurz nach eins klopft es an die Tür, leise, zweimal. Sie weiß, wer es ist, bevor sie aufmacht. Carlo steht im Dunkeln, eine Weinflasche in der Hand, und wartet einfach. Elena zieht die Tür weiter auf, weil sie keine Kraft mehr hat, Nein zu sagen. Sie gehen zusammen in die Werkstatt, ohne ein Wort darüber zu verlieren. In der Garage stehen zwei alte Autositze, die Carlo irgendwann aus einem Wrack geholt hat. Er öffnet die Flasche und gibt ihr das erste Glas, und sie trinken im Stehen. Dann setzen sie sich, und die Stille zwischen ihnen ist nicht unangenehm. Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen. Seine Finger sind rau, die Haut trocken und dunkel an den Knöcheln. Elena schaut auf ihre beiden Hände und denkt, dass sie früher jünger aussahen. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie, und ihre Stimme klingt flacher als sie möchte. Carlo trinkt einen Schluck, bevor er antwortet. „Ich bringe ihm bei, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt." Er macht eine kurze Pause und fügt hinzu: „Meinem Vater hat das niemand beigebracht." Elena nimmt ihre Hand weg und stellt das Glas neben den Autositz. Sie sagt nichts, weil es nichts zu sagen gibt, das nicht schon gesagt ist. Sie bleibt noch eine Stunde, dann geht sie alleine zurück. Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche, schnell und ohne zu zögern. Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter im Dunkeln besser kennt. Dann geht sie nicht zum Bahnhof, sondern zuerst zur Straße von Signora Grazia. Das Licht in der Küche brennt schon, obwohl es noch früh ist. Elena stellt sich ans Fenster und schaut hinein. Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch und schaut dabei auf nichts Bestimmtes. Er ist groß geworden, größer als sie erwartet hat, mit Carlos Schultern und ihrer Nase. Signora Grazia streicht ihm über den Kopf, und der Junge lässt es zu, ohne aufzublicken. Elena drückt die Stirn gegen das Glas, und das Glas ist kalt und fest. Sie bleibt genau eine Minute, dann löst sie sich und geht. Am Bahnhof kauft sie ein Ticket nach Mailand und wartet auf einer Metallbank. Der Zug kommt pünktlich, wie immer in dieser Richtung. Elena steigt ein, stellt die Tasche in die Ablage und setzt sich ans Fenster. Als der Zug anfährt, geht die Sonne gerade auf, orange und groß über den Hügeln. Sie schaut hin, weil sie hinschauen muss. Aber die Sonne wärmt sie nicht, und das Licht ist nur Licht. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Elena erinnert sich an den Geruch des Dorfes, aber sie hatte vergessen, wie körperlich er ist – wie er sich in die Nase drängt, bevor man überhaupt Zeit hat, sich zu wappnen. Der Bus hält am Rand des Platzes, und sie steigt als letzte aus. Reifen Tomaten, heißer Stein, Motoröl – das Dorf hat sich nicht verändert, nur sie. Sie zieht die Sonnenbrille tiefer ins Gesicht und geht langsam, weil schnelles Gehen hier verdächtig wirkt. Schon nach zwanzig Schritten hört sie sein Lachen, und ihr Körper reagiert schneller als ihr Verstand. Carlo steht vor der Werkstatt, die Ärmel bis zu den Ellbogen gekrempelt, Schmiere auf den Unterarmen, und erklärt einem jungen Kerl irgendetwas an einem Motor. Er hat zugenommen, aber er trägt es gut, wie Männer es manchmal tun, die körperlich arbeiten. Elena geht am Markt vorbei, kauft nichts, grüßt niemanden, und das Haus ihrer Mutter empfängt sie mit der besonderen Stille, die Wohnungen haben, in denen jemand gestorben ist. Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung und sitzt dann lange am Küchentisch, die Hände gefaltet wie in einer Kirche. Später am Abend steht sie vor Carlos Tür, in dem geblümten Kleid, das sie absichtlich mitgenommen hat, ohne sich selbst zu erklären, warum. Er öffnet, und sein Blick wandert einmal an ihr herunter und wieder hinauf, ruhig und ohne Eile. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und es klingt nicht gemein, aber es ist gemein. Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn, flach mit der Hand, so wie man jemanden schlägt, den man zehn Jahre lang nicht schlagen konnte. Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Hand gegen die Wange, er verändert nur leicht den Ausdruck. In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, als hätte er damit gerechnet, irgendwann, irgendwo. Elena dreht sich um und geht die Treppe hinunter, die Knie ein bisschen weich, die Hände fest zur Faust geschlossen. Sie raucht drei Zigaretten hintereinander auf der Bank vor dem Haus ihrer Mutter und schaut dabei in eine Gasse, die ins Nichts führt. Als er kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster und hat ihn schon die Straße heraufkommen sehen. Er hält eine Flasche Rotwein in der Hand wie eine Entschuldigung, die er nicht aussprechen will. Sie lässt ihn herein, ohne etwas zu sagen, weil Schweigen zwischen ihnen immer ehrlicher war als Reden. In der Garage sitzen sie auf zwei ausgedienten Autositzen, die nach altem Leder und Benzin riechen, und trinken aus Gläsern, die Carlo aus seiner Jacke zieht. Das Licht ist schwach, eine nackte Glühbirne, die mehr Schatten wirft als Helligkeit. Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen, ob sie das möchte. Elena schaut auf diese Hand, die rau ist und warm und so vertraut, dass es wehtut. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, weil der Satz seit Jahren in ihr wartet. Carlo trinkt, bevor er antwortet, und sie kennt diese Geste, dieses kurze Kaufen von Zeit. „Ich zeige ihm, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat." Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie trotzdem, weil sie sie hineinhört. Sie zieht die Hand langsam zurück und stellt ihr Glas auf den Betonboden. Sie bleibt noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet, und Entscheidungen Kraft kosten, die sie nicht hat. Dann geht sie, und er begleitet sie nicht, was das Richtige ist. Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit den schnellen, sicheren Bewegungen von jemandem, der sich lange auf diesen Moment vorbereitet hat. Das Haus ihrer Mutter wird sie verkaufen, das hat sie entschieden, aber heute denkt sie nicht daran. Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern den langen Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt. Das Licht brennt schon, wie immer zu dieser frühen Stunde, und durch das Glas sieht Elena ihren Sohn. Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, konzentriert auf diese kleine Handlung, als wäre sie die einzige Sache auf der Welt. Er hat Carlos Schultern und ihre Art, den Kopf leicht zu neigen, wenn er nachdenkt. Signora Grazia steht hinter ihm, legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses schläfrige Morgenlächeln. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und schließt die Augen für einen Moment. Sie atmet einmal, zweimal, und beim dritten Atemzug zieht sie sich zurück. Am Bahnhof kauft sie einen Kaffee aus dem Automaten, der schlecht schmeckt, und trinkt ihn trotzdem. Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, als würde sie verhindern wollen, dass sie wegfliegt. Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, groß und orange, und taucht die Felder in ein Licht, das man auf Postkarten druckt. Elena schaut hin, weil es schön ist und weil man hinschauen muss, wenn etwas schön ist. Aber das Licht erreicht sie nicht, es bleibt an der Fensterscheibe hängen wie an einer Grenze, die sie selbst gezogen hat. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Der Bus hält mit einem Seufzen, als wäre er selbst erleichtert, diese Strecke hinter sich gebracht zu haben, und Elena steigt als letzte aus, weil sie sich nicht beeilen will. Zehn Jahre sind eine lange Zeit, aber der Geruch des Dorfes wartet nicht auf Vorbereitung – er ist einfach da, sofort, körperlich, unverhandelbar. Tomaten, Staub, Motoröl, und darunter noch etwas, das sich nicht benennen lässt, vielleicht das Dorf selbst, seine besondere Art zu existieren. Elena schiebt die Sonnenbrille zurecht und geht langsam, mit der gleichgültigen Haltung von jemandem, der nur kurz durchreist und keine Geschichte hier hat. Das Lachen trifft sie nach zwanzig Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper erinnert sich, obwohl sie ihm das nicht erlaubt hat. Carlo steht vor der Werkstatt, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere bedeckt, und erklärt einem jungen Mann etwas an einem aufgeklappten Motor, mit dieser Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt. Er hat sich verändert, aber nur so, wie Dinge sich verändern, die von innen heraus wachsen, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm gehört. Elena kauft nichts auf dem Markt, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, als wäre es ein Recht. Das Haus ihrer Mutter hat die spezifische Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat. Sie öffnet die Fenster, trinkt Leitungswasser, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach aufs Holz legt, wirken ihr fremd, zu ruhig für das, was in ihr vorgeht. Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren schon hatte und das sie dennoch eingepackt hat, ohne sich selbst eine ehrliche Erklärung dafür zu geben. Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen nicht, weil sie sie auswendig kennt, ohne es zu wollen. Er öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, was schlimmer ist als Eile. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die nicht grausam klingt, was bedeutet, dass er nicht weiß, wie grausam es ist. Elena schlägt ihn, bevor sie entschieden hat, es zu tun, flach mit der Hand, mit der ganzen angesammelten Kraft von zehn Jahren, in denen sie es nicht konnte. Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die gerötete Wange, er verändert nur den Ausdruck leicht, als würde er eine Information verarbeiten. In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist das, was Elena am meisten trifft. Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter, die Knie merkwürdig weich, und draußen raucht sie drei Zigaretten in einer Reihe, ohne sie wirklich zu schmecken. Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür deswegen nicht abgesperrt hat. Carlo hält eine Weinflasche wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache. Die Werkstatt riecht nach altem Gummi, Benzin und dem speziellen Geruch von Metall, das lange bearbeitet wurde, und die nackte Glühbirne wirft mehr Schatten als Licht. Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, und das hat etwas Vertrautes, das wehtut. Als Carlo seine Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Verräter. Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel, und sie sind so unverändert, dass Elena einen Moment lang die Zeit vergisst. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn im Stillen so oft geprobt hat. Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Wählen von Worten, das bei ihm nie Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken. „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der nicht rückgängig zu machen ist." Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie, weil sie sie hineinlegt, weil sie nicht anders kann, seit zehn Jahren nicht. Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas auf den Betonboden, und die Bewegung hat die Endgültigkeit einer Entscheidung, auch wenn sie noch eine Stunde bleibt. Sie bleibt, weil Aufstehen Kraft kostet, die sie sich erst zusammensuchen muss, und weil die Nacht draußen zu still ist für das, was sie erwartet. Dann geht sie, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, was er je für sie getan hat. Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist. Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit besser kennt als im Hellen, was ihr, als sie es bemerkt, die Kehle zuschnürt. Dann geht sie den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und sie lügt sich nicht an, dass es Zufall ist. Das Licht in der Küche brennt bereits, orange und warm hinter dem beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche an den Körper gezogen. Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Schlaf ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer. Er hat Carlos Schultern, ihre Nase, und eine Art, den Kopf zu neigen, wenn er in Gedanken ist, die von keinem von beiden kommt und doch von beiden. Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf, lächelt dieses kurze, warme Morgenlächeln, das Kinder haben, bevor der Tag sie einholt. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment ist da nur das Glas, die Kälte, der Herzschlag. Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das die einzige Bewegung ist, die ihr noch gehört. Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen bedeuten würde, anzukommen. Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen. Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange, und taucht die Felder in das schwere, schöne Licht des frühen Morgens, das man auf Postkarten druckt und in Memoiren beschreibt. Elena schaut hin, weil es schön ist und weil Schönheit eine Pflicht hat, bemerkt zu werden, auch wenn man sie nicht empfangen kann. Das Licht bleibt an der Scheibe, es wärmt das Glas, aber nicht sie, und der Zug fährt weiter, durch Dörfer, die kleiner werden, bis sie verschwinden. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Der Bus hält mit einem hydraulischen Seufzen am Rand des Platzes, und Elena bleibt sitzen, bis die anderen Fahrgäste ausgestiegen sind, weil sie das Ankommen noch einen Moment lang aufschieben will. Zehn Jahre sind keine abstrakte Zahl, das weiß sie jetzt, da der Geruch des Dorfes durch die geöffnete Tür hereindrängt – Tomaten, Staub, warmer Stein und darunter, kaum wahrnehmbar, das Öl von Carlos Werkstatt, die gleich um die Ecke beginnt. Sie steigt als letzte aus, stellt die Tasche auf das Pflaster, und der September schlägt ihr die Hitze entgegen wie etwas, das auf sie gewartet hat. Das Lachen trifft sie nach wenigen Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper reagiert mit einer Unmittelbarkeit, die jeden Gedanken an Kontrolle vorläufig suspendiert. Carlo steht vor der offenen Werkstatttür, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere eingerieben, und erklärt einem jungen Mechaniker etwas an einem aufgeklappten Motor, mit jener gleichmütigen Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt und nie besessen hat. Er hat sich verändert auf die Weise, auf die Männer sich verändern, wenn die Zeit ihnen etwas gibt statt nimmt, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm selbstverständlich zusteht. Elena geht am Marktplatz vorbei, ohne innezuhalten, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, mit der Lautstärke und Berechtigung von jemandem, der glaubt, ein Recht auf Antworten zu haben. Das Haus ihrer Mutter hat die besondere Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat, und diese Stille ist keine Abwesenheit von Geräusch, sondern eine Anwesenheit von etwas Schwerem. Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach auf das alte Holz legt, kommen ihr fremd vor, zu ruhig, zu beherrscht für das, was darunter arbeitet. Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das vor zehn Jahren ihres war und das sie trotzdem eingepackt hat, ohne sich selbst die Ehrlichkeit zuzumuten, zu erklären, warum. Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt an denselben Stellen wie früher, und dieses Wissen, das ihr Körper besitzt ohne Erlaubnis ihres Verstands, macht ihr bewusst, wie tief einige Dinge sitzen. Carlo öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, wandert an ihr herunter und wieder hinauf mit einer Ruhe, die schlimmer ist als jede Eile, weil Ruhe bedeutet, dass er sich sicher fühlt. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die das nicht als Grausamkeit meint, was es zur vollständigsten Grausamkeit macht, die er ihr zufügen könnte. Elena schlägt ihn, bevor der Entschluss dazu fertig gedacht ist, flach mit der Hand, mit einer Kraft, die sich aus zehn Jahren aufgestaut hat, in denen sie es nicht konnte, nicht durfte, nicht wollte. Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die rote Stelle, er verändert nur minimal den Ausdruck, als würde er eine Information registrieren, die er irgendwann erwartet hat. In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist die eigentliche Verletzung, tiefer als alles, was sie sich vorgestellt hatte. Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter mit Knien, die merkwürdig nachgeben, und draußen raucht sie drei Zigaretten hintereinander, ohne sie zu schmecken, die Augen auf eine Gasse gerichtet, die nirgendwohin führt. Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür aus genau diesem Grund nicht abgesperrt hat, einer Tatsache, der sie sich nicht stellt. Carlo hält eine Flasche Rotwein wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat und dass das auch keine Lösung wäre, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache, die sie beiden beherrschten. Die Werkstatt riecht nach Gummi, Benzin und dem spezifischen Geruch von Metall, das über Jahre mit menschlichen Händen in Kontakt war, und die nackte Glühbirne an der Decke wirft Licht, das mehr erklärt als erhellt. Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, weil er nichts wegwirft, was noch Funktion hat, und trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, als wäre das normal. Als er die Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Körperverrat, der sich um keine ihrer Entscheidungen schert. Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel von eingearbeitetem Öl, das kein Waschen mehr vollständig entfernt, und sie sind so vollständig unverändert, dass die Zeit für einen Moment aufhört, linear zu sein. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn so viele Male im Stillen gesagt hat, dass er seine scharfen Kanten verloren hat, ohne seinen Inhalt zu verlieren. Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Abwiegen von Worten, das bei ihm keine Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken, was ihn, trotz allem, zu einem besseren Menschen macht als sie. „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er schließlich, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der sich nicht rückgängig machen lässt." Er meint es ohne Ironie, das weiß sie, aber sie kann nicht aufhören, sie zu hören, weil sie seit zehn Jahren in allem sucht, was er sagt, und weil das ihres ist, nicht seins. Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas mit einer Sorgfalt auf den Betonboden, als wäre das Glas zerbrechlich, obwohl sie weiß, dass sie es nicht ist, und dann bleibt sie noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet. Die Entscheidung kommt schließlich von selbst, wie Entscheidungen kommen, wenn man aufgehört hat, auf sie zu warten, und sie geht, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, das er je für sie getan hat, und das Traurigste. Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist, dem Zögern zu viel gekostet hat, über zu viele Jahre. Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit vollständiger kennt als im Hellen, und diese Erkenntnis, als sie sie formuliert, schnürt ihr die Kehle zu. Sie nimmt den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und lügt sich nicht an, dass es Zufall ist oder Gewohnheit oder irgendetwas anderes als das, was es ist. Das Licht in der Küche brennt bereits, warm und orange hinter dem leicht beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche fest an den Körper gezogen, als könnte das Festhalten an einem Gegenstand das Zittern verhindern. Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Traum ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer, mit Carlos Schultern und ihrer Nase und einer Art, den Kopf zu neigen, die von keinem von beiden kommt und von beiden. Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses kurze, vollständige Morgenlächeln von jemandem, dem die Welt noch in Ordnung ist. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment gibt es nur das Glas, die Kälte, den Herzschlag, und das genügt nicht, aber es ist alles. Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das Lösen die einzige Bewegung ist, die ihr noch vollständig gehört, und geht. Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch und Plastik schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen eine Ankunft bedeuten würde, zu der sie sich nicht bereit erklärt. Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die keine Geschichte mit uns haben, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen wie um etwas, das nicht entkommen soll. Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange und so schön, dass es fast eine Zumutung ist, und taucht die Felder und die weißen Häuser in das schwere, goldene Licht, das man auf Postkarten druckt, weil man es festhalten will, weil es sich nicht festhalten lässt. Elena schaut hin, weil Schönheit eine stille Pflicht hat, wahrgenommen zu werden, auch und gerade dann, wenn man sie nicht empfangen kann, wenn zwischen einem und der Welt ein Glas ist, das man selbst eingezogen hat. Der Zug fährt weiter, die Hügel werden kleiner und dann flacher und dann verschwinden sie, und die Sonne steigt höher und hört auf, schön zu sein und wird nur noch Licht, und das Licht wärmt die Scheibe, aber nicht sie. == 86 == 1 -------------------- Das Porzellan Maureen ist sechsundfünfzig Jahre alt. Sie putzt Wohnungen in London. Das macht sie seit zwanzig Jahren. Die Wohnungen sind in Kensington. Dort wohnen reiche Leute. Ihr neuer Kunde heißt Lord Archibald Pemberton. Alle nennen ihn Archie. Er ist achtundsiebzig Jahre alt. Seine Wohnung ist in der Montpelier Street. Archie hat einen alten Schlüssel an Maureen gegeben. Nein – er hat ihn ihr „geliehen". Das ist ein Unterschied für ihn. Maureen kommt jeden Montag. Sie schließt die Tür auf und geht hinein. In der Küche steht das Teegeschirr schon auf dem Tisch. Archie hat es hervorgeholt. Er macht das jedes Mal. Maureen hat aber keine Zeit für Tee. Sie bindet ihre Schürze um. Archie steht im Flur und lächelt. „Ah, Maureen. Der Kronleuchter wackelt wieder." Maureen schaut nach oben. Der Kronleuchter wackelt nicht. „Ich schau später", sagt sie. Dann geht sie ins Badezimmer. Sie schrubbt die Wanne und wischt den Boden. Archie kommt in die Tür. Er hat ein Glas Sherry in der Hand. Er erzählt von seinem Vater. Sein Vater hat mit Churchill gegessen. Er erzählt von einem Pferd. Das Pferd hieß Wellington. Er erzählt von früher. Maureen hört zu. Sie sagt „Mhm" und „Aha". Das macht sie seit Jahren so. Archie fragt: „Sind Sie zufrieden, Maureen?" Sie dreht sich um. „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie. Archie versteht nicht, dass das keine Antwort ist. Er lächelt und geht wieder in den Salon. Maureen wischt weiter. Eine Woche später kommt Maureen wieder. Archie sitzt am Esstisch. Er trägt seinen Morgenmantel. In seinen Händen ist ein Brief. Sein Gesicht ist rot. Die Hände zittern ein bisschen. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er. Giles ist sein Sohn. Er ist Banker in der City. Archies Stimme ist klein und kaputt. Maureen sieht ihn an. Dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard. Sie geht hin. Sie nimmt ein Glas. Sie schenkt sich Sherry ein. Das erste Mal in zwanzig Jahren. Sie setzt sich ihm gegenüber. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie. „Das ist nicht dasselbe, aber …" Sie trinkt. Archie schluchzt leise. Maureen sagt nichts mehr. Sie sitzt einfach da. Das ist genug. Eine Woche später klingelt Maureen an der Tür. Sie hat eine Tupperdose dabei. Darin sind Scones – selbst gebacken. Sie sind ein bisschen zu braun, aber sie sind warm. Archie öffnet die Tür. Seine Augen sind noch ein bisschen rot. Aber sein Kragen ist sauber gebügelt. Maureen stellt die Dose auf den Küchentisch. „Setzen Sie sich", sagt sie. „Ich mache Tee." Archie setzt sich. Er nimmt einen Scone und zerbröckelt ihn auf dem Teller. Maureen gießt den Tee ein – zuerst der Tee, dann die Milch. Sie setzt sich neben ihn. „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt sie. Archie lächelt. „Ich weiß", sagt er. Sie essen die Scones. Draußen fährt ein Bus vorbei. Die Wohnung ist still. Aber sie ist nicht mehr leer. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Das Porzellan Maureen ist sechsundfünfzig, und sie putzt seit zwanzig Jahren die Wohnungen reicher Leute. Die meisten ihrer Kunden wohnen in Kensington, wo die Straßen sauber und die Türen schwer sind. Ihr neuester Kunde ist Lord Archibald Pemberton, den alle nur Archie nennen. Er ist achtundsiebzig Jahre alt und wohnt allein in einer großen Wohnung in der Montpelier Street. Die Wohnung ist voller alter Möbel, alter Bilder und altem Porzellan, das niemand benutzt. Archie hat Maureen einen Schlüssel gegeben – oder besser gesagt: Er hat ihr einen Schlüssel „geliehen". Jeden Montag kommt Maureen, schließt die Tür auf und geht direkt in die Küche. Das Teegeschirr steht jedes Mal schon auf dem Tisch, obwohl Maureen nie Zeit für Tee hat. Sie bindet ihre Schürze um und beginnt zu arbeiten, während Archie aus dem Schlafzimmer kommt. „Ah, Maureen", sagt er, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" Maureen schaut kurz nach oben, aber der Kronleuchter hängt völlig ruhig an der Decke. „Ich schau später", sagt sie, und geht ins Badezimmer, bevor er weitersprechen kann. Sie schrubbt die Wanne, wischt den Spiegel und putzt den Boden, während Archie in der Tür steht. Er hat ein Sherryglas in der Hand und erzählt von seinem Vater, der einmal mit Churchill gegessen hat. Dann erzählt er von einem Pferd namens Wellington, das angeblich das schnellste in ganz Hampshire war. Maureen antwortet mit „Mhm" und „Aha", weil sie gelernt hat, dass das meistens reicht. Manchmal fragt Archie sie etwas, aber er wartet selten auf die Antwort. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?", fragt er plötzlich, und sie dreht sich um. „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie, und Archie nickt, als wäre das eine Antwort auf seine Frage. Er geht zurück in den Salon, und Maureen macht weiter – sie hat noch drei andere Kunden an diesem Tag. Das Porzellan im Regal staubt sie immer zuletzt ab, weil es viel Zeit kostet und sehr zerbrechlich ist. Die Tassen haben goldene Ränder, und manche sind schon leicht angeschlagen. Archie sagt nie, wem das Porzellan gehört hat, aber Maureen vermutet: seiner Frau. Eine Woche später kommt Maureen wie immer, aber diesmal ist es anders in der Wohnung. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, und auf dem Tisch liegt ein geöffneter Brief. Sein Gesicht ist gerötet, seine Hände zittern, und er schaut nicht auf, als Maureen reinkommt. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme klingt wie die eines alten Mannes. Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und Archie spricht selten gut über ihn. Maureen bleibt stehen, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard. Sie geht langsam zum Sideboard, nimmt ein Glas und schenkt sich ein – das erste Mal in zwanzig Jahren. Dann setzt sie sich Archie gegenüber und stellt das Glas auf den Tisch zwischen ihnen. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie ruhig. „Das ist natürlich nicht dasselbe, aber …" Sie trinkt einen Schluck, und Archie schluchzt leise, ohne das Gesicht zu heben. Maureen sagt nichts mehr, weil es nichts gibt, was in diesem Moment helfen würde. Sie sitzt einfach da, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille im Zimmer stehen. Draußen fährt ein Auto vorbei, und irgendwo in der Wohnung tickt eine alte Uhr. Nach einer Weile steht Maureen auf, bindet ihre Schürze um und fängt an zu putzen. Archie bleibt am Tisch sitzen, aber seine Hände zittern nicht mehr ganz so stark. In der nächsten Woche denkt Maureen manchmal an Archie, wenn sie in anderen Wohnungen putzt. Sie denkt daran, wie er am Tisch saß, und wie sein Kragen schief war, und wie er nicht weinte, sondern nur zitterte. Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie müde ist und eigentlich früh schlafen wollte. Sie werden ein bisschen zu braun, aber sie riechen gut, und das ist, wie Maureen entscheidet, genug. Am nächsten Montag klingelt sie an der Tür, weil es sich diesmal richtig anfühlt zu klingeln. Sie hat eine Tupperdose in der Hand, und als Archie öffnet, sieht er zuerst die Dose, dann sie. Seine Augen sind noch leicht gerötet, aber sein Kragen ist frisch gebügelt – das fällt Maureen sofort auf. „Setzen Sie sich", sagt sie, „ich mache Tee." Archie setzt sich ohne ein Wort, nimmt einen Scone aus der Dose und bricht ihn langsam auseinander. Maureen füllt den Wasserkocher, stellt Tassen hin und sucht kurz nach dem Tee, weil sie ihn nicht sofort findet. Sie gießt ein – zuerst den Tee, dann die Milch – und setzt sich neben Archie an den Tisch. Eine Weile sitzen sie so, essen die Scones und trinken Tee, ohne zu sprechen. Dann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an, und zum ersten Mal seit Wochen lächelt er – ein echtes, kleines Lächeln. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz, und dann ist es wieder still. Die Wohnung riecht nach Tee und warmen Scones, und das Porzellan im Regal steht ruhig in der Sonne. Es ist nicht viel, aber es ist genug. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie fragt, was sie beruflich macht, sagt sie „Reinigungskraft", weil „Putzhilfe" sich nach etwas anhört, das man verleiht. Seit zwanzig Jahren fährt sie jeden Morgen mit der U-Bahn nach Kensington, wo die Häuser so aussehen, als hätten sie nie etwas Schmutziges berührt – was natürlich eine Lüge ist. Ihre Kunden wechseln selten, weil Maureen sorgfältig ist, pünktlich ist und nie fragt, was nicht ihre Sache ist. Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, „eine eigene Kategorie". Er ist achtundsiebzig, trägt jeden Tag Krawatte, und seine Wohnung in der Montpelier Street riecht nach Bienenwachs, altem Leder und dem hartnäckigen Geruch von Sherry. Das Porzellan im Salon – weiß, goldgerändert, für mindestens sechzehn Personen – hat Maureen in einem Jahr nicht ein einziges Mal benutzt gesehen. Sie staubt es trotzdem jede Woche ab, weil es auf der Liste steht und weil Archie leise unruhig wird, wenn sie es überspringt. Der Schlüssel, den er ihr gegeben hat, liegt in ihrer Jackentasche neben dem Busticket – er hat ihn ihr „geliehen", wie er betont, was bedeutet, dass er sich die Möglichkeit offenhält, ihn zurückzufordern, obwohl alle wissen, dass er das nie tun wird. Wenn Maureen montagmorgens die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, obwohl Archie weiß, dass sie nie bleibt, und obwohl er das seit einem Jahr weiß. „Ah, Maureen", sagt er dann aus dem Flur, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, und jedes Mal hängt der Kronleuchter vollkommen reglos an der Decke, als hätte er noch nie gewackelt und als würde er es auch nie tun. „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und geht ins Badezimmer, weil das Bad immer zuerst kommt und weil sie keine Lust hat, über Kronleuchter zu sprechen. Archie folgt ihr bis in die Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen und fängt an zu erzählen, das Sherryglas schon in der Hand, obwohl es erst halb zehn Uhr morgens ist. Er erzählt von seinem Vater, der mit Churchill zu Abend gegessen haben soll, von einem Pferd namens Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal hintereinander gewonnen hat, von der Zentralheizung, die „entschieden zu warm" eingestellt sei, und von Zeiten, in denen man noch wusste, wie man sich benahm. Maureen schrubbt die Wanne und antwortet mit „Mhm" und „Aha" im richtigen Abstand, weil sie gelernt hat, dass Archie nicht wirklich eine Antwort will, sondern ein Gegenüber. Einmal fragt er sie unvermittelt: „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – und sie dreht sich um, sieht ihn an und sagt: „Das Putztuch ist langsam zu dünn." Er nickt ernsthaft, als hätte sie die Frage beantwortet, und geht zurück in den Salon. Das ist der Rhythmus, der sich zwischen ihnen eingespielt hat, und Maureen findet ihn nicht unangenehm – er ist vorhersehbar, und Vorhersehbarkeit ist unterschätzt. An einem Montag Mitte November ist alles anders, bevor Maureen noch die Schürze umgebunden hat. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was sie noch nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, dessen Umschlag auf den Boden gefallen ist. Seine Hände liegen flach auf dem Tisch, als müsste er sich festhalten, und sein Gesicht hat die Farbe von jemandem, der eine schlechte Nachricht noch nicht ganz aufgenommen hat, aber schon weiß, dass sie wahr ist. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken. Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und taucht in Archies Erzählungen fast nie auf – was Maureen, die viel beobachtet und wenig fragt, als Zeichen gewertet hat. Sie steht einen Moment in der Küche, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard, dann wieder Archie, und dann macht sie etwas, das sie selbst überrascht: Sie geht zum Sideboard, nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es und setzt sich ihm gegenüber. In zwanzig Jahren hat sie den Sherry immer abgelehnt – höflich, aber bestimmt – und Archie hat jedes Mal genickt, als hätte er nichts anderes erwartet. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch gerichtet. „Das ist natürlich nicht dasselbe – ich weiß, dass es nicht dasselbe ist –, aber …" Sie trinkt, und der Satz bleibt unfertig im Raum, was vielleicht das Ehrlichste ist, was sie in diesem Moment sagen kann. Archie schluchzt einmal, kurz und unterdrückt, wie jemand, dem Weinen unangenehm ist. Maureen sagt nichts mehr – nicht, weil ihr nichts einfällt, sondern weil sie weiß, dass Worte in solchen Momenten meistens mehr für den Sprechenden sind als für den Zuhörer. Sie sitzt, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille stehen, bis Archie sich mit dem Ärmel des Morgenmantels das Gesicht wischt und schweigend den Brief zusammenfaltet. In der darauffolgenden Woche denkt Maureen öfter an ihn als sonst – nicht mit Mitleid genau, eher mit der Art Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht ganz versteht, aber auch nicht vergessen kann. Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie seit dem Tod ihrer Mutter kaum noch gebacken hat und obwohl die Küche in ihrer kleinen Wohnung in Brixton nicht die richtige Größe dafür ist. Die Scones werden etwas zu braun, aber sie sind warm, als sie sie in die Tupperdose legt, und Wärme, denkt Maureen, ist meistens wichtiger als Aussehen. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie einen Schlüssel hat, weil es sich diesmal nicht richtig anfühlt, einfach reinzugehen. Archie öffnet die Tür, gekleidet, den Kragen frisch gebügelt, die Augen leicht gerötet, aber der Gesichtsausdruck derjenige eines Mannes, der beschlossen hat, weiterzumachen. Maureen stellt die Tupperdose wortlos auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher und sucht kurz nach dem Tee, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat. „Setzen Sie sich", sagt sie, und er setzt sich, ohne zu fragen warum. Sie trinken Tee und essen Scones, und keiner von beiden sagt etwas, was bedeutsam klingt oder bedeutsam sein will. Irgendwann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an – eine Sekunde, zwei –, und dann lächelt er, das erste echte Lächeln, das Maureen je bei ihm gesehen hat. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Scheiben zittern kurz, und in der Stille danach ist die Wohnung dieselbe wie immer – und doch nicht mehr ganz dieselbe. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, sagt sie „Reinigungskraft" mit einer Bestimmtheit, die jeden Nachfrage im Keim erstickt, weil das Wort „Putzhilfe" ihrer Meinung nach nach etwas klingt, das man stundenweise verleiht und das keine eigene Meinung haben muss. Sie kennt Kensington so gut wie ihren eigenen Handteller – die Risse im Pflaster der Onslow Gardens, den Geruch der Hecken nach Regen, die Art, wie die Fassaden dieser Gegend Würde vortäuschen, als wäre das eine Leistung. Seit zwanzig Jahren bewegt sie sich durch diese Straßen mit dem ruhigen Selbstbewusstsein einer Frau, die weiß, dass sie in den Häusern ihrer Kunden mehr sieht als diese jemals von sich selbst wissen werden. Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist die komplizierteste Aufgabe, die sie in zwei Jahrzehnten gehabt hat – nicht wegen der Arbeit, sondern wegen der Stille, die zwischen den Sätzen in dieser Wohnung hängt wie Staub, den man nicht wegwischen kann, ohne ihn aufzuwirbeln. Er ist achtundsiebzig, trägt täglich Krawatte mit einem Knoten, der Übung verrät, wohnt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die früher für eine Familie gedacht war und jetzt hauptsächlich die Abwesenheit eben dieser Familie dokumentiert. Das Porzellan im Salon – weißes Meißner Service, goldgerändert, für sechzehn Personen, hinter Glas in einem Schrank, der sich nur mit einem kleinen Messingschlüssel öffnet – ist Maureens aufwendigstes wöchentliches Ritual und das einzige Objekt in der Wohnung, bei dem Archie stumm wird, wenn sie es anfasst, stumm und sehr aufmerksam. Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat gesagt „meiner Frau", und das war das Ende des Gesprächs, so vollständig und endgültig, dass Maureen seitdem nicht mehr fragt, sondern einfach das Tuch nimmt und wischt und darauf achtet, die Tassen mit beiden Händen zu halten. Den Schlüssel, den Archie ihr gegeben hat, bezeichnet er beharrlich als „geliehen", ein Wort, das juristisch eine Rückgabepflicht impliziert, praktisch aber nur bedeutet, dass er die Vorstellung eines Besitzrechts braucht, das er nicht länger hat – über die Wohnung, über seinen Sohn, über seine Zeit. Wenn Maureen montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, trotz des Wissens beider Parteien, dass daraus nie Tee wird: ein kleines, hartnäckiges Missverständnis, das sich zwischen ihnen eingerichtet hat wie ein stiller Untermieter, den keiner offiziell eingeladen hat. „Ah, Maureen", sagt Archie aus dem Flur, und in dieser Begrüßung steckt die gesamte Erleichterung eines Mannes, dem der Montag lang geworden ist, „der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, weil sie jedes Mal hofft, dass er diesmal recht haben könnte, und jedes Mal hängt der Kronleuchter reglos und schwer wie ein Kronzeuge, der verweigert auszusagen. „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und betritt das Badezimmer, das mit seiner viktorianischen Armaturen und dem schweren Marmorboden mehr Pflege verlangt, als Archie je wissen wird. Er folgt ihr bis zur Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen mit der lässigen Selbstverständlichkeit eines Mannes, der keine Grenzen kennt, die er selbst nicht gezogen hat, und beginnt seinen Wochenbericht, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl die Sonne kaum über den Dächern steht. Seine Geschichten haben eine feste Dramaturgie: zuerst der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll bei einer Gelegenheit, die mit jeder Wiederholung illustrer wird; dann das Pferd Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal gewann; dann die Gegenwart, die er behandelt wie einen Hausgast, der zu lange geblieben ist und den man nicht direkt bitten kann zu gehen. Maureen schrubbt, wischt und hört zu mit der Disziplin einer Frau, die verstanden hat, dass Zuhören eine Form von Arbeit ist, die man leisten kann, ohne sich selbst dabei zu verbrauchen, solange man die Distanz wahrt zwischen dem, was gehört wird, und dem, was einen angeht. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er manchmal, und es ist die einzige, bei der sie kurz innehält, nicht weil sie die Antwort nicht wüsste, sondern weil die Frage von einem Mann kommt, der selbst keine befriedigende Antwort darauf hätte. „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt ernsthaft, als wäre das eine philosophische Position, die Respekt verdient, und geht zurück in den Salon. An einem Montag Mitte November, als der Himmel über Kensington die Farbe von altem Zeitungspapier hat, ist die Wohnung anders, bevor Maureen noch die Tür hinter sich geschlossen hat – eine Schwere in der Luft, die man nicht benennen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Wohnungen kennt wie sie: die Schwere von etwas, das bereits passiert ist. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was Maureen in einem Jahr nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, als hätte er ihn mit einer Geste aufgemacht, die keine Rücksicht auf den Inhalt nehmen wollte. Seine Hände liegen flach auf der Tischplatte, als brauchten sie den Widerstand der Oberfläche, und sein Gesicht zeigt den Ausdruck eines Mannes, der eine Niederlage noch nicht eingeräumt hat, obwohl er sie längst begriffen hat. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme hat die Textur von etwas, das lange trocken gelegen hat und beim ersten Anfassen zerbricht. Giles, den Maureen nur aus Archies gelegentlichen, stets abgebrochenen Erwähnungen kennt, ist Investmentbanker in der City und offenbar ein Mann, der Entscheidungen trifft, die sich wie Türen anfühlen, die man von innen zuwirft. Maureen steht in der Küche und betrachtet Archie mit der Aufmerksamkeit, die man Dingen widmet, deren Fragilität man erst in diesem Moment vollständig ermisst, dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und etwas in ihr trifft eine Entscheidung, die sie dem Verstand nicht vorlegt, weil sie weiß, dass er Einwände hätte. Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Präzision einer Frau, die keine Bewegung verschwendet, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren nicht als jemand, der bezahlt wird zu bleiben, sondern als jemand, der beschlossen hat, es trotzdem zu tun. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas zwischen beiden Händen haltend wie etwas, das Wärme bewahren soll, „das ist natürlich nicht dasselbe, und ich will nicht so tun, als wäre es dasselbe – aber es gibt Momente, in denen man versteht, dass Kinder uns so sehen, wie sie uns sehen wollen, und nicht so, wie wir sind." Der Satz endet nicht sauber, weil solche Sätze nie sauber enden, und Maureen trinkt, anstatt ihn fertigzustellen, weil das Unfertige manchmal ehrlicher ist als jede Pointe. Archie schluchzt einmal – kurz, fast unhörbar, wie jemand, der das Weinen als Schwäche gelernt hat und trotzdem gerade nicht anders kann –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet, nicht mit der gespannten Erwartung von jemandem, der helfen will, sondern mit der ruhigen Gegenwart von jemandem, der gelernt hat, dass Anwesenheit manchmal das Einzige ist, was man anbieten kann, das wirklich zählt. In der darauffolgenden Woche denkt sie öfter an ihn als an irgendeinen ihrer anderen Kunden – nicht mit Mitleid, das wäre zu einfach, und nicht mit Zuneigung, das wäre zu viel, sondern mit der Art stiller Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht vollständig versteht, und die man deshalb nicht loslässt. Am Donnerstagabend backt sie Scones in der kleinen Küche ihrer Wohnung in Brixton, nach dem Rezept ihrer Mutter, das sie auswendig kennt und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter lange nach Abschied schmeckte und weil Maureen keine Sentimentalitäten pflegt, die ihr nichts geben außer Schmerz. Die Scones werden etwas zu braun – das Backrohr in dieser Küche hat eine eigene Meinung –, aber sie sind warm, als sie sie verpackt, und Wärme ist, wie Maureen findet, eine Form von Argument, gegen die man schwer ankommt. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie den Schlüssel in der Tasche hat, weil Klingeln bedeutet, dass der andere die Wahl hat, und das scheint ihr diesmal richtig. Archie öffnet die Tür – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der beschlossen hat, die Niederlage anzunehmen ohne ihr mehr Raum zu geben, als sie verdient. Maureen stellt die Tupperdose auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher, und als sie den Tee nicht gleich findet, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat, sucht sie schweigend, bis sie ihn findet, weil das die Art ist, wie sie in fremden Küchen arbeitet: gründlich, ohne Drama, ohne Kommentar. Sie setzt sich zu ihm, und sie trinken Tee und essen die zu braunen Scones, und keiner sagt etwas, das bedeutsam klingen will oder bedeutsam sein soll, weil das Bedeutsame dieser Szene in ihrer Schlichtheit liegt und sich sofort auflösen würde, wenn man es benennte. Dann sagt Maureen, ohne besondere Betonung: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an – eine Sekunde lang, zwei –, und in seinem Gesicht entsteht etwas, das Maureen in einem Jahr nie gesehen hat: ein Lächeln, das nichts will, kein Wohlwollen erkaufen, keine Distanz überbrücken, kein Vergessen simulieren – ein Lächeln, das einfach da ist, weil gerade nichts dagegen spricht. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, und doch eine andere, weil Stille, wie Maureen weiß, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingetragen hat, und diesmal ist es nicht nur Abwesenheit. Das Porzellan im Regal steht in der blassen Novembersonne, die goldenen Ränder werfen kleine Lichter auf die Wand, und Maureen denkt, während sie in ihren Tee schaut, dass sie es nächste Woche besonders sorgfältig abstauben wird. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, antwortet sie mit einer Präzision, die jeden weiteren Kommentar überflüssig macht: „Reinigungskraft" – ein Wort, das sie mit derselben Selbstverständlichkeit ausspricht, mit der andere „Anwältin" oder „Ärztin" sagen würden, weil sie früh begriffen hat, dass der Stolz auf eine Tätigkeit nicht von der gesellschaftlichen Bewertung dieser Tätigkeit abhängen muss, wenn man nur entschieden genug ist, das nicht zuzulassen. In zwanzig Jahren hat sie gelernt, dass die Wohnungen reicher Leute selten so aussehen, wie die Leute selbst aussehen wollen – dass hinter den schweren Türen in Kensington eine Unordnung lauert, die mit Geld nicht zu kaufen ist und mit Schweigen nur notdürftig verwaltet werden kann, und dass derjenige, der wöchentlich mit dem Putztuch kommt, zwangsläufig zum einzigen Zeugen einer Wahrheit wird, die der Bewohner selbst nicht mehr wahrnehmen kann, weil er zu lange in ihr lebt. Lord Archibald Pemberton – achtundsiebzig Jahre alt, täglich im Anzug, Krawatte mit Windsorknoten – ist seit einem Jahr auf ihrer Liste und hat in dieser Zeit bewiesen, dass Aristokratie weniger ein Stand ist als eine Haltung, die man aufrechterhalten kann, solange man sich weigert, die Verhältnisse neu zu vermessen: Er lebt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die einst für eine Familie mit Personal ausgelegt war und die nun, von Familie und Personal gleichermaßen verlassen, die Abwesenheit all dessen dokumentiert, was sie hätte füllen sollen, mit einer Stille, die nicht Frieden ist, sondern der Nachhall von etwas, das aufgehört hat zu klingen, ohne dass jemand es ausgemacht hätte. Das Porzellan – Meißner Service, weiß mit kobaltblauen Ranken und Goldrand, für sechzehn Personen hinter Glas in einem Schrank mit Messingschloss – ist das einzige Objekt in dieser Wohnung, das Maureen wirklich beschäftigt, nicht weil es Arbeit macht, sondern weil Archie verstummt, wenn sie es anfasst: ein Verstummen, das anders ist als sein sonstiges Schweigen, konzentrierter, angespannter, wie das Schweigen von jemandem, der aufpasst, dass etwas nicht kaputtgeht, und dabei nicht ganz sicher ist, ob er das Porzellan meint oder sich selbst. Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat „meiner Frau" gesagt mit einer Kürze, die keine Folgefrage zuließ – nicht weil er unhöflich war, sondern weil manche Sätze vollständig sind, gerade weil sie nicht zu Ende geführt werden, und weil Maureen, die viel beobachtet und sehr wenig fragt, das sofort verstanden hat und seitdem beide Hände benutzt, wenn sie die Tassen nimmt. Den Schlüssel, den Archie ihr übergeben hat, nennt er bis heute „geliehen", und dieser semantische Eigensinn ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, kein Versehen und keine Marotte, sondern der letzte verbliebene Bereich, in dem er noch verfügt: über die Sprache, über die Bedeutung seiner Handlungen, über das Recht, Besitz und Gabe nicht zusammenfallen zu lassen, selbst wenn längst klar ist, dass er den Schlüssel nie zurückfordern wird. Wenn sie montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr auf dem Küchentisch – jedes Mal, ohne Ausnahme, mit einer Beharrlichkeit, die nicht auf Vergessen deutet, sondern auf Hoffnung, auf die Art Hoffnung, die nicht aufgibt, weil sie weiß, dass sie keine Grundlage hat, und die genau deswegen in einer eigentümlichen Würde fortbesteht, die Maureen, obwohl sie nie Tee trinkt und das seit einem Jahr nicht getan hat, nicht kommentiert, weil sie gespürt hat, dass das Teegeschirr nicht für sie bestimmt ist, sondern für die Vorstellung von ihr, die Archie braucht, um den Montag auszuhalten. „Ah, Maureen", sagt er aus dem Flur mit dem Ton eines Mannes, dem die Woche zu lang geworden ist und dem jetzt endlich jemand die Tür aufgemacht hat, „der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" Sie schaut jedes Mal nach oben, mit derselben kurzen Aufmerksamkeit, die eine Detektivin einem Tatort schenkt, der keine Spuren hinterlassen hat, und der Kronleuchter hängt jedes Mal in vollkommener Reglosigkeit, schwer und abweisend wie ein Objekt, das sich weigert, an einer Erzählung teilzunehmen, die es nicht selbst begonnen hat – weshalb Maureen jedes Mal „Ich schau später" sagt und ins Badezimmer geht, weil das eine Aussage ist, die niemanden zu irgendetwas verpflichtet. Archie folgt ihr bis zur Schwelle, lehnt sich in den Türrahmen mit der Lässigkeit eines Mannes, für den Grenzen immer die Grenzen anderer waren, und beginnt seinen wöchentlichen Monolog, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl es kaum halb zehn ist und obwohl der Sherry, das hat Maureen berechnet, auf ein Jahresvolumen kommt, das sie nachdenklich stimmt, aber das ist seine Sache. Seine Erzählungen folgen einer Dramaturgie, die sich über Monate kaum verändert hat: Der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll – die Gästeliste dieser Abendessen wächst mit jeder Wiederholung –, das Pferd Wellington, das dreimal in Hampshire siegte, und schließlich die Gegenwart, die er behandelt wie einen Besucher, dem man aus Höflichkeit öffnet und den man trotzdem am liebsten nicht hereingebeten hätte. Maureen hört zu, schrubbt die Armatur, wischt den Spiegel und antwortet im richtigen Takt, weil sie verstanden hat, dass aufmerksames Zuhören eine handwerkliche Fertigkeit ist wie jede andere – eine, die man perfektionieren kann, ohne sich selbst darin zu verlieren, solange man die Linie kennt zwischen dem, was gehört werden will, und dem, was einen angeht. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er gelegentlich, und es ist die einzige, bei der sie tatsächlich innehält, nicht aus Verlegenheit und nicht, weil die Antwort fehlte, sondern weil die Frage eine Intimität beansprucht, die aus dem Mund eines Mannes kommt, der sie nie gefragt hat, wie ihre Kinder heißen oder woher sie kommt, und der mit dieser Frage, ohne es zu wissen, das Einzige berührt, worüber Maureen wirklich nicht sprechen will: nicht das Zufriede-Sein, sondern die Frage, ob das Wort noch die richtige Einheit ist, um das, was das Leben geworden ist, daran zu messen. „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt, als hätte sie etwas Wichtiges gesagt. An einem Montag im November – grauer Himmel, nasse Straßen, der Geruch von Laub und Diesel, der durch die Türritze dringt – ist die Wohnung anders, noch bevor Maureen das Licht angemacht hat: eine Verdichtung der Luft, die man nicht messen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Räume kennt wie sie und wenn man gelernt hat, zuerst zu fühlen und erst dann hinzuschauen. Archie sitzt im Morgenmantel am Esstisch – das allein ist ungewöhnlich genug, um alles andere schon vorauszuahnen –, und vor ihm liegt ein aufgerissener Brief, der auf dem Boden seinen Umschlag verloren hat, als wäre das Öffnen eine Geste der Wut gewesen und das Lesen dann etwas ganz anderes. Seine Hände liegen flach auf dem Tisch mit dem Druck von Händen, die sich festhalten müssen an etwas, das selbst nicht fest ist, und sein Gesicht zeigt jenen eigentümlichen Ausdruck, den Maureen kennt von anderen Momenten in anderen Wohnungen: den Ausdruck eines Menschen, der die Nachricht bereits vollständig verstanden und noch nicht vollständig angenommen hat, weil beides zusammen zu viel auf einmal wäre. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken, und in diesem Satz – in seiner Kürze, in seinem vollständigen Verzicht auf Erklärung – steckt mehr als Trauer: da ist die Scham eines Mannes, der nicht versteht, wie man jemanden verlieren kann, den man nie wirklich zu kennen bereit war. Giles ist Investmentbanker, taucht in Archies Welt hauptsächlich als Leerstelle auf, und Maureen, die viel über Söhne nachgedacht hat in den letzten Jahren, versteht ohne weitere Erklärung, dass hier keine plötzliche Grausamkeit vorliegt, sondern das Ende einer langen Gleichgültigkeit, die auf beiden Seiten saß und die jetzt eines der beiden Seiten als Entscheidung formuliert hat. Sie steht in der Küche und sieht Archie an, und dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und in der Sekunde, in der sie beides gesehen hat, ist die Entscheidung bereits gefallen – nicht als Impuls, nicht als sentimentales Mitgefühl, sondern als die ruhige Erkenntnis, dass es Momente gibt, in denen man aufhört, Distanz zu verwalten, nicht weil die Distanz falsch war, sondern weil sie gerade nicht das Richtige ist. Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Sorgfalt einer Frau, die keine unnötigen Bewegungen macht, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren sitzend in der Wohnung eines Kunden, in der Arbeitszeit, und das Merkwürdigste daran ist, wie wenig merkwürdig es sich anfühlt. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch, nicht auf ihn – weil manche Sätze leichter fallen, wenn man nicht gesehen wird beim Sagen, „das ist natürlich nicht dasselbe, ich will nicht so tun als wäre es dasselbe – aber ich glaube, dass Kinder irgendwann aufhören, uns zu sehen, und anfangen, das zu sehen, was sie entlastet, wenn sie uns so sehen." Der Satz endet nicht mit einer Pointe, weil es keine gibt, und Maureen trinkt, weil das Unfertige dieses Satzes mehr sagt als jede Vollendung es könnte: es sagt, dass sie auch nicht weiß, wie das endet, und dass sie damit abgefunden hat, es nicht zu wissen. Archie schluchzt – einmal, kurz, halb unterdrückt, mit der Scham eines Mannes, dem das Gefühl immer zu groß war für den Raum, den er ihm zugebilligt hat –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet, nicht mit der gespannten Hilfsbereitschaft von jemandem, der eine Lösung anbieten will, sondern mit der stillen Solidarität von jemandem, der weiß, dass es keine gibt, und der trotzdem nicht aufsteht – oder gerade deswegen. In der Woche danach denkt sie öfter an ihn als je zuvor, aber nicht mit dem weichen Mitleid, das man sich manchmal gönnt, um sich selbst als mitfühlend zu erleben: eher mit jener distanzierten Aufmerksamkeit, die man in sich bemerkt, wenn etwas, das man glaubte zu verstehen, plötzlich eine Tiefe zeigt, die man nicht eingerechnet hatte, und die man nicht ignorieren kann, ohne sich selbst etwas zu verweigern. Am Donnerstagabend backt sie Scones nach dem Rezept ihrer Mutter – einem Rezept, das sie auswendig kann und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter nach Trauer schmeckte und nicht nach Küche, und weil Maureen keine Gewohnheit darin hat, Schmerz freiwillig aufzurufen. Sie backt trotzdem, und die Scones werden etwas zu braun, weil das Backrohr lügt, und sie legt sie in die Tupperdose, weil Wärme eine Aussage ist und weil sie keine andere machen will und keine bessere kennt. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl der Schlüssel in ihrer Tasche liegt – eine kleine Geste, aber eine bewusste, weil Klingeln dem anderen die Wahl gibt, und weil Maureen entschieden hat, dass Archie diese Wahl diesmal haben soll, ohne zu wissen, dass er sie sowieso nicht benutzen würde. Er öffnet – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der die Niederlage eingeräumt hat und nun herausfindet, dass das Leben danach weitergeht, was überraschend und nicht überraschend zugleich ist. Maureen stellt die Dose auf den Tisch, füllt den Wasserkocher, sucht den Tee, findet ihn im falschen Schränkchen, nimmt ihn heraus ohne Kommentar, und die Stille, die dabei entsteht, ist nicht leer, sondern dicht – dicht von den Dingen, die nicht gesagt werden müssen, weil sie beide da sind. Sie sitzen und trinken Tee und essen die Scones, und das Gespräch, das stattfindet, ist keines und doch mehr als die meisten: es hat die Konsistenz von etwas, das gewachsen ist ohne Plan, das nicht weiß, wie es heißt, und das gerade deswegen hält. „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt Maureen irgendwann, ohne Betonung, als Feststellung einer physikalischen Tatsache – und Archie sieht sie an, eine Sekunde, zwei, und dann lächelt er, ein Lächeln, das nichts will: kein Mitleid, keine Nachsicht, keine Verbundenheit, die man pflegen müsste – einfach ein Lächeln, das da ist, weil gerade nichts da ist, das es verhindert. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, und die alten Scheiben zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, mit denselben Möbeln, demselben Porzellan, demselben Licht, und doch eine andere, weil Stille, wie jeder weiß, der lange in ihr gesessen hat, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingebracht hat, und weil diesmal, zum ersten Mal, etwas Warmes darin ist. == 87 ??? weiter == Die Brücke Lucía ist 29 Jahre alt. Sie arbeitet in einer Fabrik. Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá. Jeden Tag näht sie Hemden. Ihre Finger sind oft müde. Nachts schläft sie in einer kleinen Pension. Dort wohnen noch fünf andere Frauen. Das Zimmer ist eng, aber es ist billig. Lucía spart ihr Geld. Sie will eines Tages wegfahren. Wohin, weiß sie noch nicht. Lucía hat einen Bruder. Er heißt Javier und ist 24 Jahre alt. Vor zwei Jahren ist er weggegangen. Die Nachbarin sagt: Er ist in den Bergen. Die Regierung sagt: Er ist tot. Lucía sagt nichts. Sie nennt es einfach: weg. Javier hatte lange Finger und eine leise Stimme. Sein Mund roch immer nach Zimt. Lucía denkt jeden Tag an ihn. Jeden Samstag fährt Lucía mit dem Bus. Der Bus ist alt und laut. Es gibt Hühner, Körbe und müde Menschen. Lucía sitzt am Fenster. Die heiße Luft kommt durch ein Loch in der Plane. Ein kleines Kind sitzt neben ihr. Das Kind hält eine Mandarine in der Hand. Es gibt Lucía die Hälfte. Lucía lächelt. Sie denkt: Javier hat Mandarinen immer mit den Zähnen geschält. Der Bus wird langsamer. Die Brücke kommt. Lucía kennt diese Brücke gut. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen. Sie und Javier, vor zwei Jahren. Jetzt steht sie jede Woche hier. Sie steht am Geländer und schaut auf das Wasser. Das Wasser ist braun und fließt schnell. Sie wartet auf nichts. Sie hofft auf nichts. Sie ist einfach da. An diesem Samstag ist ein alter Mann an der Brücke. Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer. Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug. Er verkauft Kaffee. Lucía nickt, als er sie fragt. Sie sucht das Kleingeld in ihrer Tasche. Dann sieht sie seine Hände. Die Finger sind lang, die Nägel schwarz. Der Knochen am Daumen sieht aus wie Javiers Knochen. Lucía wird kalt, obwohl die Sonne heiß ist. Sie will fragen: Wer sind Sie? Aber sie sagt kein Wort. Der alte Mann gibt ihr den Kaffee. Er sagt: „Vorsicht, heiß." Seine Stimme klingt fremd. Lucía trinkt den Kaffee langsam. Sie schaut den Mann an. Er schaut auf das Wasser. Sie stellt keine Fragen. Am nächsten Samstag fährt Lucía wieder zur Brücke. Der Eimer steht noch da. Aber der alte Mann ist weg. Ein anderer Verkäufer hat seinen Platz. Der verkauft Cola, keinen Kaffee. Lucía fragt: „Der alte Mann – wo ist er?" Der Verkäufer zuckt mit den Schultern. Er sagt: „Weitergegangen. Oder gestorben. Oder beides." Lucía setzt sich auf den Eimer. Sie trinkt eine Cola. Die Cola schmeckt nach nichts. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden. Lucía weiß nicht, wer ihn hingehängt hat. Sie nimmt einen Faden von ihrer Jacke. Sie knüpft ihn neben den roten Faden. Dann steht sie auf. Sie geht zum Bus. Sie setzt sich ans Fenster. Sie legt die Hand gegen das Glas. Draußen lösen sich die Berge in der Hitze auf. Der Kaffee von letzter Woche ist noch auf ihrer Zunge. Sie wird nächste Woche wiederkommen. Vielleicht. ---------------------------------------------- Die Brücke Lucía steht um ein Uhr nachts an ihrer Nähmaschine und hört, wie die anderen Frauen in der Pension schlafen. Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá, wo die Straßen aufhören und die Berge beginnen. Ihre Finger schmerzen unter den Nägeln, nicht stark, aber genug, dass sie es spürt. Sie schaut durch das vergitterte Fenster auf die schwarzen Berge draußen. Kein Licht brennt dort oben, kein Zeichen, nichts. Lucía denkt an ihren Bruder Javier, der vor zwei Jahren weggegangen ist, ohne ein Wort zu hinterlassen. Die Nachbarin sagt, er ist bei der Guerilla in den Bergen. Die Regierung sagt, er ist tot, aber sie hat keinen Beweis geschickt. Lucía sagt nichts davon laut, weil Worte manchmal mehr wegnehmen, als sie geben. Am Samstag früh steigt sie in den Bus, der nach Süden fährt, zum Río Sumapaz. Der Bus ist so voll, dass ein Huhn auf dem Sitz neben ihr sitzt und sie mit einem Auge anschaut. Durch ein Loch in der Plastikplane kommt die heiße Luft wie ein Atem herein. Ein kleines Kind, das keine Vorderzähne hat, hält ihr eine Mandarine hin. Lucía nimmt die Frucht, teilt sie ruhig in zwei Hälften und gibt dem Kind eine zurück. Das Kind lacht, und Lucía denkt sofort an Javier, der Mandarinen immer mit den Zähnen geschält hat. Sie schaut aus dem Fenster, damit das Kind ihre Augen nicht sieht. Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen. Lucía kennt jede Schraube an diesem Geländer. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, sie und Javier, an einem Morgen, der wie alle anderen aussah. Er hat sich nicht umgedreht, als er gegangen ist, oder vielleicht hat sie es nur nicht gesehen. Jetzt kommt sie jeden Samstag, steht zwei Stunden am Geländer und schaut auf das braune Wasser, das unter ihr fließt. Sie wartet auf nichts Bestimmtes und hofft auf nichts Bestimmtes. Sie ist einfach da, weil das der einzige Ort ist, wo sie nicht erklären muss, warum. An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer. Er ist vielleicht fünfundsechzig Jahre alt, hat ein Gesicht wie trockene Erde und Augen, die sehr weit weg schauen. Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug, und er fragt Lucía leise, ob sie einen Kaffee möchte. Sie nickt, sucht das Kleingeld in ihrer Jackentasche und sieht dabei seine Hände. Die Finger sind lang und knotig, die Nägel schwarz vom Dreck, aber die Form dieser Hände ist nicht fremd. Der lange Knochen am Daumen, die Art, wie die Sehnen unter der Haut liegen – das hat sie schon gesehen. Lucía hält die Münzen in ihrer Hand und kann sich nicht bewegen. Sie will fragen: Wer sind Sie, wo kommen Sie her, kennen Sie einen Mann namens Javier? Aber sie bringt kein einziges Wort heraus, weil sie Angst hat vor der Antwort. Der alte Mann gibt ihr den Kaffee in einer kleinen Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß." Seine Stimme klingt nach einer Sprache, die nicht Spanisch ist, oder nach Spanisch, das sehr lange geschwiegen hat. Lucía trinkt den Kaffee langsam und schaut auf das Wasser, genau wie er. Sie stellt keine Fragen, und er stellt keine Fragen, und das fühlt sich seltsam richtig an. Eine Woche später steigt Lucía wieder aus dem Bus und geht zur Brücke. Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann sitzt nicht darauf. Ein anderer Verkäufer hat den Platz übernommen, er verkauft Cola aus einer Kühltasche. Lucía fragt ihn: „Der alte Mann mit dem Kaffee – wissen Sie, wo er ist?" Der Verkäufer schaut sie kurz an und zuckt mit den Schultern. Er sagt: „Weitergegangen, glaube ich. Oder gestorben. Das ist hier meistens dasselbe." Lucía setzt sich auf den Eimer und kauft eine Cola, die warm und süß ist und nach gar nichts schmeckt. Sie trinkt sie trotzdem leer, weil sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, dünn und verblasst, als wäre er schon lange da. Niemand kann ihr sagen, wer ihn hingehängt hat oder warum. Lucía zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke, einen blauen, und knüpft ihn direkt neben den roten. Sie schaut kurz auf die beiden Fäden, dann dreht sie sich um und geht zum Bus. Sie setzt sich ans Fenster, legt die flache Hand gegen das warme Glas und schaut auf die Berge, die in der Hitze verschwimmen. Irgendwo dort ist Javier, oder er ist nirgends, oder das ist am Ende dasselbe. Der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, fremd und vertraut zugleich. Nächste Woche wird sie wiederkommen. Das ist keine Hoffnung. Das ist einfach, was sie tut. ---------------------------------------------- Die Brücke In der Nacht, wenn die Fabrik still wird und nur noch die Maschinen summen, denkt Lucía an Dinge, die sie tagsüber nicht denken kann. Sie näht seit sechs Jahren dieselben Hemden, und manchmal glaubt sie, die Nadel kennt den Weg schon besser als sie selbst. Ihre Hände arbeiten allein, während ihr Kopf woanders ist – bei Javier, bei den Bergen, bei einem Morgen vor zwei Jahren, der nie aufgehört hat. Javier ist ihr Bruder, er war vierundzwanzig, als er ging, und er hatte eine Stimme, die immer zu leise war, als wollte er nicht zu viel Platz nehmen. Die Nachbarin hat gesagt, er sei in den Bergen bei den Guerilleros, aber die Nachbarin sagt viele Dinge, die sich gut anhören und nichts bedeuten. Die Regierung hat einen Brief geschickt, der Javier für tot erklärt, aber kein Datum nennt, keinen Ort, keinen Beweis. Lucía hat den Brief in den Koffer gelegt, unter die Hemden, und seitdem nicht mehr herausgeholt, weil sie weder glauben noch aufhören will zu glauben. Jeden Samstag nimmt sie den frühen Bus, der nach Süden fährt und nach altem Öl und Tier riecht. Die Fahrt dauert über eine Stunde, und in dieser Zeit schaut Lucía aus dem Fenster, ohne wirklich zu sehen, was draußen vorbeizieht. An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält, als wäre sie etwas sehr Kostbares, und ihr ohne Worte die Hälfte anbietet. Lucía nimmt sie und denkt, noch bevor sie die Frucht berührt hat, an Javier, der Mandarinen nie schälte, sondern die Schale einfach mit den Zähnen aufriss. Sie schaut weg, bevor das Kind ihre Augen sehen kann, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint. Diese Brücke über den Río Sumapaz ist kein besonderer Ort, es gibt hundert solche Brücken in diesem Land. Aber hier haben sie sich zum letzten Mal gesehen, und das macht einen Ort zu etwas, das er vorher nicht war. Lucía stellt sich ans Geländer, schaut auf das braune Wasser, das gleichgültig unter ihr fließt, und wartet auf nichts, was sie benennen könnte. Sie kommt nicht, weil sie hofft – sie ist sich ziemlich sicher, dass Hoffnung das Falsche wäre, nach so langer Zeit. Sie kommt, weil dieser Ort der einzige ist, wo sie nicht erklären muss, wer Javier war, und warum seine Abwesenheit noch immer ein Gewicht hat. Zwei Stunden steht sie meistens hier, schaut auf das Wasser, auf die Berge, auf die Autos, die über die Brücke fahren, ohne anzuhalten. An diesem Samstag ist ein alter Mann da, den sie noch nie gesehen hat. Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer, als wäre das ein ganz gewöhnlicher Stuhl, und hält einen Thermoskrug zwischen den Knien. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie nicht sofort einordnen kann – als käme sie aus einer anderen Sprache, auch wenn die Worte Spanisch sind. Lucía nickt, greift in die Jackentasche nach Kleingeld, und in diesem Moment, als sie aufschaut, sieht sie seine Hände. Die Finger sind lang und knotig, die Gelenke aufgebrochen von Arbeit, die Nägel schwarz, aber die Grundform dieser Hände – die langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen – kennt sie aus tausend Erinnerungen. Sie zählt das Kleingeld nicht mehr, sie hält es einfach in der offenen Hand und kann sich nicht bewegen. In ihr formt sich eine Frage, eigentlich mehrere Fragen, aber keine kommt bis zu den Lippen, weil sie nicht weiß, was eine Antwort mit ihr machen würde. Der alte Mann wartet ruhig, nimmt die Münzen, füllt die Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß", als wäre das alles, was es zu sagen gibt. Seine Stimme klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs viel verloren hat. Lucía trinkt den Kaffee langsam, Schluck für Schluck, und schaut auf das Wasser statt auf den Mann, weil sie merkt, dass sein Blick sie in Stücke zerlegen würde, wenn sie ihn zu lange erwiderte. Sie kauft keinen zweiten Kaffee, sie stellt keine Fragen, sie sagt beim Gehen nicht einmal Danke – oder vielleicht sagt sie es doch, sie ist sich später nicht mehr sicher. Eine Woche vergeht, die sich anfühlt wie eine lange Stille zwischen zwei Sätzen, und dann ist Samstag. Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann ist nicht da, und an seiner Stelle verkauft jemand Jüngeres Cola aus einer zerbeulten Kühltasche. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie an, als wäre die Frage schwerer als sie klingt. Er sagt: „Weitergegangen, denke ich. Oder gestorben. In dieser Gegend ist das oft dasselbe, und man fragt nicht nach." Lucía setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß, und schaut auf das Geländer, als könnte es ihr etwas erklären. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, als wäre er schon seit Jahren da und hätte auf jemanden gewartet. Niemand weiß, wer ihn hingehängt hat, und die Frage stellt sich sowieso niemand außer Lucía. Sie zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein bisschen fransig – und knüpft ihn so nah an den roten, dass die beiden sich berühren. Sie schaut nicht lange hin, dann dreht sie sich um und geht. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das Fensterglas, das warm ist von der Sonne, und schaut auf die Berge, die in der Hitze ihre Konturen verlieren. Der Geschmack des Kaffees ist noch da, auf der Zunge, im Hals – fremd und gleichzeitig so vertraut, dass es ihr den Atem stocken lässt. Sie wird nächste Woche wiederkommen, nicht weil sie etwas erwartet, sondern weil dieser Ort sie festhält auf eine Art, die sie nicht loswerden will. Das ist keine Hoffnung. Aber es ist auch nicht nichts. ---------------------------------------------- Die Brücke Es gibt Nächte in der Fabrik, in denen Lucía das Gefühl hat, ihre Hände gehörten ihr nicht mehr, weil sie seit Stunden dasselbe tun, ohne dass der Kopf noch beteiligt ist. Die Maschine läuft, der Faden zieht sich durch den Stoff, und irgendwo hinter diesem gleichmäßigen Geräusch liegt Javier – nicht als Erinnerung, sondern als eine Art Dauerdruck, den sie gelernt hat zu tragen, ohne ihn zu benennen. Er ist vor zwei Jahren gegangen, vierundzwanzig Jahre alt, mit einer Stimme, die immer zu leise war, als wollte er die Welt nicht mehr belästigen, als nötig. Was aus ihm geworden ist, weiß sie nicht, und das ist keine Lücke mehr, die sich schließen lässt – es ist inzwischen ein fester Teil der Stille, in der sie lebt. Die Regierung hat ihn für tot erklärt, ohne Ort, ohne Datum, ohne irgendetwas, das ihr erlauben würde, diesem Wort zu glauben oder es zurückzuweisen. Samstag ist der einzige Tag, an dem Lucía nicht näht. Sie steigt in den Bus, der nach Süden fährt und in dem alte Männer schlafen, Hühner in Körben sitzen und die heiße Luft durch jeden Riss in der Karosserie kriecht, als wollte sie zeigen, dass es keine Grenze gibt, die sie aufhalten kann. Ein Kind bietet ihr eine Mandarine an, ganz selbstverständlich, als wären sie alte Bekannte, und Lucía nimmt die Hälfte und gibt die andere zurück, während sie gleichzeitig merkt, dass ihre Hand zittert – nicht stark, aber genug. Sie denkt an Javier, der Mandarinen nie mit den Fingern schälte, weil er zu ungeduldig war, und dreht das Gesicht zum Fenster, bevor das Kind sehen kann, was in ihren Augen steht. Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen, und Lucía atmet aus, als hätte sie die ganze Fahrt über die Luft angehalten. Die Brücke über den Río Sumapaz ist unspektakulär – Beton, Rost, braunes Wasser darunter, das gleichgültig fließt, egal was an seinen Ufern geschieht oder geschehen ist. Aber Lucía kommt trotzdem jeden Samstag hierher, stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser und bleibt zwei Stunden, ohne auf irgendetwas zu warten, das sie benennen könnte. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, und obwohl sie nicht mehr genau weiß, was gesagt wurde oder ob überhaupt etwas gesagt wurde, weiß sie noch genau, wie Javiers Schultern aussahen, als er wegging – leicht nach vorne gezogen, als trüge er etwas, das schwerer war als er. Dieser Ort hält sie fest, nicht durch Hoffnung, sondern durch eine Art stumpfe Treue, die sie sich nicht erklärt, weil sie Angst hat, dass sie aufhört, wenn sie anfängt, darüber nachzudenken. An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer, als hätte er dort immer gesessen und sie hätte ihn nur bisher nicht bemerkt. Er ist vielleicht fünfundsechzig, vielleicht älter, mit einem Gesicht, das so viele Schichten hat wie die Berge in der Ferne, und Augen, die etwas gesehen haben, worüber man nicht spricht, nicht weil es verboten wäre, sondern weil es keine Sprache dafür gibt. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme ist fremd – nicht wegen des Akzents, sondern wegen einer Qualität, die Lucía nicht sofort einordnen kann, als hätte diese Stimme jahrelang geschwiegen und sei noch nicht wieder ganz zurück. Sie nickt, greift nach dem Kleingeld in ihrer Tasche, und in dem Moment, als sie die Münzen herausschält, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Thermoskrug halten. Die Finger sind knotig, die Nägel geschwärzt, die Haut aufgerissen an den Gelenken, aber die Form dieser Hände – die ungewöhnlich langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger leicht absteht – das ist nicht fremd, das hat sie tausendmal gesehen, an einem Tisch, in einer Küche, an einem Morgen, der jetzt sehr weit weg ist. Lucía hört auf, die Münzen zu zählen. Sie steht einfach da, die Hand offen, und irgendwo hinter ihren Rippen zieht sich etwas zusammen, das keinen Namen hat, aber sehr viel Platz braucht. Die Fragen, die in ihr entstehen, sind so viele und so laut, dass keine davon es bis zu den Lippen schafft – als würden sie sich gegenseitig blockieren, weil jede Antwort, die möglich wäre, mehr zerstören könnte als das Schweigen. Der alte Mann wartet, ohne ungeduldig zu werden, füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß", mit einer Stimme, die klingt wie ein Stein, der ins tiefe Wasser fällt – einmal, dann nichts mehr. Lucía trinkt, und der Kaffee ist sehr stark und sehr bitter, und sie trinkt trotzdem bis zum Grund, weil das die einzige Handlung ist, die sie in diesem Moment vollständig ausführen kann. Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und als sie schließlich geht, ist sie nicht sicher, ob sie feige war oder weise, und ob es dazwischen überhaupt einen Unterschied gibt. In der Woche, die folgt, trägt Lucía den Geschmack dieses Kaffees mit sich herum wie einen Splitter, der nicht schmerzt, aber da ist, immer. Sie näht, sie schläft, sie isst, sie spricht mit den anderen Frauen in der Pension, und die ganze Zeit über liegt dieser Geschmack auf ihrer Zunge wie eine offene Frage, die sie nicht formulieren kann oder will. Am nächsten Samstag steigt sie früher als sonst in den Bus, als wäre Zeit ein Argument. Der Eimer steht noch an derselben Stelle am Geländer, aber der alte Mann ist nicht da, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, mit Cola und einem gleichgültigen Gesicht. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie einen Moment zu lang an, bevor er mit den Schultern zuckt und sagt: „Weitergegangen, irgendwohin. Oder gestorben. In dieser Gegend fragt man das nicht so genau nach." Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß und nach allem schmeckt außer nach dem, wonach sie sucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch gleichgültig fließt, unbeeindruckt von allem, was Menschen an seinen Ufern verlieren. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, den niemand bemerkt hat außer ihr, weil man nur sieht, wonach man schaut. Sie weiß nicht, wer ihn hingehängt hat, und die Frage interessiert sie weniger als die Tatsache, dass jemand den Gedanken gehabt hat, sich mit einem so kleinen Zeichen an einen Ort zu binden. Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig fransig – und knüpft ihn neben den roten, ohne zu wissen, für wen oder warum, aber mit dem ruhigen Gefühl, dass es das Richtige ist. Die zwei Fäden hängen nebeneinander im Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich zu verlieren. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze auflösen, bis ihre Konturen unscharf werden und man nicht mehr genau sagen kann, wo der Berg aufhört und der Himmel anfängt. Irgendwo dort ist Javier – das ist das Einzige, woran sie festhält, nicht als Tatsache, nicht als Hoffnung, sondern als eine Art innere Behauptung, die sie aufrechterhalten muss, weil sie ohne sie nicht wüsste, wohin sie die Augen richten soll. Der Kaffee ist noch auf ihrer Zunge, eine Woche später, fremdartig und vertraut zugleich, wie eine Sprache, die man einmal konnte und fast vergessen hat. Sie wird nächste Woche wiederkommen, und die Woche danach, nicht weil sie etwas erwartet oder noch auf eine Auflösung hofft, sondern weil Treue manchmal das Einzige ist, was man einem Menschen schuldet, der nicht mehr da ist, um sie einzufordern. ---------------------------------------------- Die Brücke Es gibt eine bestimmte Art von Erschöpfung, die nicht vom Schlafen kommt und nicht vom Wachen, sondern von dem langen, gleichmäßigen Druck eines Lebens, das man führt, ohne sich je ganz dazu entschieden zu haben – und genau diese Erschöpfung kennt Lucía, während ihre Hände um ein Uhr nachts noch immer die Nadel durch den Stoff führen, als hätten sie sich längst von ihr getrennt und arbeiten jetzt auf eigene Rechnung. Die Fabrik am Rand von Bogotá ist ein Ort, der nichts verspricht und nichts hält, und vielleicht ist das seine einzige Ehrlichkeit: Hier weiß man, woran man ist. Javier hat hier nie gearbeitet, er war nie jemand, der still an einem Platz blieb – er hatte diese ruhelose Qualität, die manche Menschen unruhig macht und andere anzieht, und Lucía hat beides an ihm erlebt, manchmal im selben Moment. Vor zwei Jahren ist er gegangen, ohne einen Abschied, der diesen Namen verdient hätte, und seitdem hat sie gelernt, mit einer Leerstelle zu leben, die sich weder durch Trauer noch durch Gewissheit füllen lässt, weil die Regierung einen Brief geschickt hat, der ihn für tot erklärt, ohne irgendetwas zu liefern, das dieses Wort ernstzunehmen erlauben würde. Was bleibt, ist kein Schmerz mehr im eigentlichen Sinne, sondern etwas Stumpferes und Beständigeres – eine Art strukturelle Abwesenheit, die Lucía inzwischen so verinnerlicht hat, dass sie sie manchmal erst dann bemerkt, wenn jemand fragt, ob sie Geschwister hat, und sie einen Moment zu lang braucht, um zu antworten. Der Samstag ist ihr Tag, nicht weil er sich von den anderen unterscheidet, sondern weil sie ihn durch eine Entscheidung zu dem gemacht hat, was er ist: dem einzigen Tag, an dem sie nicht näht, nicht in der Pension sitzt und auf die Decke schaut, sondern in den Bus steigt und fährt. Der Bus selbst ist ein eigenes kleines Universum, bevölkert von Menschen, die so früh am Morgen schon die Gesichter von Leuten tragen, die wissen, dass der Tag lang wird, und von Tieren, die ahnungslos mitreisen, und von einer Hitze, die durch jede Lücke in der verbeulten Karosserie kriecht, als wäre sie persönlich eingeladen. An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält mit der ernsthaften Sorgfalt, die Kinder manchmal für Gegenstände aufwenden, die Erwachsene längst für selbstverständlich halten, und das ihr wortlos die Hälfte anbietet, als wäre das die natürlichste Geste der Welt. Lucía nimmt die Frucht, und noch bevor sie die Schale berührt, ist Javier da – nicht als Bild, sondern als körperliche Reaktion, als eine Art Muskelgedächtnis des Verlustes – weil Javier Mandarinen immer mit den Zähnen aufriss, ungeduldig und lachend, als wäre das Schälen eine Zeitverschwendung, die er sich prinzipiell verweigerte. Sie dreht das Gesicht zum Fenster, damit das Kind die Augen nicht sieht, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint, genau dort, wo sie immer erscheint, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die nicht wissen, was sie bedeuten. Die Brücke über den Río Sumapaz ist, objektiv betrachtet, nichts Besonderes: Beton, der altert, Geländer, das rostet, braunes Wasser darunter, das fließt, ohne je zu fragen, was an seinen Ufern verloren geht oder wartet oder sich nicht entscheiden kann zwischen beidem. Aber Orte bedeuten nicht, was sie sind, sondern was in ihnen geschehen ist, und hier hat Lucía zum letzten Mal Javiers Schultern gesehen, die leicht nach vorne geneigt waren, als trüge er etwas, das von außen nicht zu sehen war, und das ist eine Erinnerung, die sich nicht abschwächt, sondern mit der Zeit eher präziser wird, schärfer in den Details, als würde das Gehirn versuchen, durch Genauigkeit zu ersetzen, was die Realität nicht mehr liefern kann. Sie stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser, und wartet – wobei das Wort Warten hier irreführend ist, weil es eine Richtung impliziert, auf die hin man wartet, und die hat Lucía längst aufgegeben, wenn sie sie je gehabt hat; was sie tut, ist eher ein stilles Aushalten von Zeit an einem Ort, der ihr gehört, auf eine Weise, die kein Besitztitel beschreiben könnte. An diesem Samstag ist ein alter Mann da, der auf einem umgedrehten Eimer sitzt, als wäre das eine vollkommen angemessene Art, sich in der Welt einzurichten, mit einem Thermoskrug zwischen den Knien und einem Gesicht, das so viele Schichten trägt, dass Lucía nicht einmal versucht, es zu lesen. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie einen Moment lang irritiert, bevor sie versteht, dass es nicht der Akzent ist und nicht die Lautstärke, sondern eine Art eingefrorene Distanz – als hätte diese Stimme sehr lange geschwiegen und sei noch nicht ganz wieder in der Gegenwart angekommen. Sie nickt, sucht das Kleingeld, und in dem Moment, als sie aufblickt, um ihm die Münzen zu geben, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Krug halten, und sie erstarrt auf eine Art, die nicht theatralisch ist, sondern still und absolut – die Art, in der ein Körper innehält, wenn er etwas erkennt, das der Verstand noch nicht eingeholt hat. Die Finger sind knotig, die Gelenke aufgebrochen, die Nägel geschwärzt, und das alles wäre nichts Ungewöhnliches in dieser Gegend; was Lucía erstarren lässt, ist die Geometrie dieser Hände – die ungewöhnliche Länge der Mittelsehne, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger sich minimal abspreizt, als wolle er immer das letzte Wort haben –, weil das eine Geometrie ist, die sie kennt, so gut wie ihre eigenen Hände, vielleicht besser. In ihr entstehen Fragen – so viele und so schnell und mit so unterschiedlichen und unmöglichen Konsequenzen, dass sie sich gegenseitig blockieren wie Autos in einer verstopften Kreuzung, und keine kommt durch bis zu den Lippen, weil jede mögliche Antwort etwas in ihr riskieren würde, das sie gerade noch zusammenhält. Der alte Mann wartet, ohne ihr dabei zuzusehen, wie man auf jemanden wartet, der Zeit braucht, und das ist in sich schon etwas, das Lucía nicht vergessen wird: dass er gewartet hat, als wüsste er, dass Warten hier das Richtige ist. Er füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß" – und das ist alles, drei Worte, aber seine Stimme dabei klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs aufgehört hat, mehr zu sagen als das Notwendigste. Lucía trinkt, langsam, und der Kaffee ist bitter und schwer und hat einen Nachgeschmack, den sie nicht einordnen kann und der deshalb in ihr hängen bleibt, lange nachdem die Tasse leer ist. Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und ob das Feigheit war oder eine Art von Weisheit, die man sich erst erarbeiten muss, bevor man erkennt, dass sie keine ist, weiß sie in diesem Moment nicht und wird es vielleicht nie wissen. Die Woche, die folgt, ist eine Woche wie jede andere, außer dass sie es nicht ist, weil Lucía durch jeden ihrer Tage geht wie durch Wasser, das leicht zäher ist als sonst, und der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, hartnäckig und stumm, wie eine Frage, die sich weigert, in Sprache übersetzt zu werden. Am nächsten Samstag steigt sie früher als gewöhnlich in den Bus, als könnten zwanzig Minuten irgendetwas entscheiden, das bereits entschieden ist, und als sie an der Brücke ankommt, steht der Eimer noch da, aber der alte Mann sitzt nicht darauf, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, der Cola verkauft und so aussieht, als hätte er noch nie jemanden vermisst. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie mit einem Blick an, der sagt, dass er diese Frage schon kennt, auch wenn er sie heute zum ersten Mal hört, und antwortet: „Weitergegangen. Oder gestorben. Hier fragt man das nicht so genau nach, weil die Antwort meistens beides ist." Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die warm und süß ist und nach allem schmeckt außer nach dem, was sie braucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch fließt, gleichgültig und unbeeindruckt, als wäre Gleichgültigkeit die einzig würdige Reaktion auf ein Land, das seinen Menschen so viel weggenommen hat. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn und von niemandem bemerkt außer von jemandem, der gelernt hat, auf die kleinen Zeichen zu achten, weil die großen Zeichen ausgeblieben sind. Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig ausgefranst, der Art von blau, das einmal kräftiger war – und knüpft ihn neben den roten, nicht aus Sentimentalität, sondern aus einem Impuls, den sie nicht analysiert, weil manche Handlungen ihre Bedeutung verlieren, wenn man sie zu genau anschaut. Die zwei Fäden hängen nebeneinander im leichten Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich voneinander zu entfernen, und das ist vielleicht das Genaueste, was Lucía jemals über ihre Beziehung zu Javier gesagt hat, auch wenn sie kein Wort dabei gesprochen hat. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze in etwas Unbestimmtes auflösen, in einen Übergang zwischen Form und Formlosigkeit, der ihr heute nicht beunruhigend vorkommt, sondern wie eine ehrliche Aussage darüber, wie die Dinge wirklich sind. Irgendwo in diesem Auflösen ist Javier – das ist keine Hoffnung mehr und keine Überzeugung, sondern eine innere Setzung, die sie aufrechterhält, weil ein Mensch irgendwo sein muss, auch wenn das Irgendwo sich jeder Verifikation entzieht. Der Kaffee ist noch da, eine Woche später, tief im Hals, auf der Zungenspitze, fremd und vertraut in einem Atemzug, wie eine Sprache, die man als Kind gesprochen hat und die jetzt nur noch in den Schichten sitzt, die tiefer liegen als das Bewusstsein. Lucía wird nächste Woche wiederkommen – nicht aus Hoffnung, nicht aus Gewohnheit im banalen Sinne, sondern weil Treue manchmal die einzige Form von Würde ist, die einem bleibt, wenn alles andere, worauf man gezählt hat, sich in Schweigen aufgelöst hat; und Würde, das hat sie gelernt, ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung, die man jeden Samstag von Neuem trifft. == 88 == Doña Clara steht früh auf. Es ist noch dunkel draußen. Sie macht das Feuer im Hof an. Ein großer Topf steht über den Flammen. Sie kocht Reis für das Fest. Heute ist die Taufe ihrer Enkelin. Viele Menschen werden kommen. Die Nachbarn bringen Tische und Stühle. Die Männer schleppen schwere Bierkästen. Die Frauen schälen Kartoffeln. Doña Clara rührt langsam im Topf. Asche fliegt ihr ins Gesicht. Sie wischt sie nicht ab. Elena kommt mit einem Korb. Der Korb ist voller Limonen. Elena ist ihre Tochter und sie ist Lehrerin. Sie setzt sich neben ihre Mutter. Sie schneidet die Früchte in Scheiben. Keine von beiden spricht. Ein Hahn schreit laut. Die Nachbarin ruft von gegenüber: „Wann geht es los?" Doña Clara antwortet ruhig: „Wenn die Sonne unten ist." Die Nachbarin nickt. Sie versteht nicht viel, aber sie nickt trotzdem. Elena sitzt auf einem alten Eimer. Sie schält Zwiebeln. Es sind sehr viele Zwiebeln. Die Tränen laufen ihr über das Gesicht. Aber sie hört nicht auf. Plötzlich wirft sie das Messer auf den Boden. „Mama, er kommt nicht", sagt sie. Doña Clara dreht sich nicht um. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter. Die Hand zittert ein bisschen. Elena öffnet den Mund, aber sie sagt nichts. Sie nimmt das Messer wieder vom Boden. Sie schält weiter. Am Abend ist das Haus voller Gäste. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen herum. Eine alte Ziehharmonika spielt Musik. Der Walzer klingt ein wenig traurig. Doña Clara geht allein in die Kammer. Sie öffnet einen alten Schrank. Dort steht eine Flasche Rum. Auf der Flasche liegt Staub. Das rote Band ist noch original und fest gebunden. Santiago hat ihr diese Flasche geschenkt. Es war zu ihrem letzten Geburtstag vor drei Jahren. Doña Clara nimmt die Flasche vorsichtig in beide Hände. Sie trägt sie in die Küche. Sie stellt sie in die Mitte des großen Tisches. Tante Rosa fragt laut: „Trinkst du das jetzt?" Doña Clara schüttelt den Kopf. „Ich habe es nicht allein gekauft, um es allein zu trinken", sagt sie. Der Ziehharmonika-Spieler hält kurz an. Dann spielt er weiter, als wäre nichts gewesen. Niemand trinkt aus der Flasche. Aber niemand stellt sie weg. Es ist nach Mitternacht. Die meisten Gäste sind schon gegangen. Doña Clara sitzt auf einer Holzbank vor dem Haus. Die Flasche steht neben ihr auf dem Boden. Sie ist noch geschlossen. Elena kommt mit einer Wolldecke. Sie legt sie ihrer Mutter sanft um die Schultern. Mutter und Tochter schauen auf den Weg. Der Weg führt ins Dunkle und endet irgendwo im Nichts. Irgendwo bellt ein Hund. Elena flüstert leise: „Er sieht die Kerzen." Doña Clara schaut nicht weg. „Er sieht sie", sagt sie. Sie sitzen lange zusammen auf der Bank. Die Kerzen brennen langsam herunter. Die Flasche bleibt stehen. Der Morgen kommt leise, ohne zu fragen. ---------------------------------------------- Doña Clara schläft schlecht, weil sie an die Taufe denkt. Schon vor dem Morgengrauen steht sie auf und geht in den Hof. Das Feuer brennt langsam, und der Rauch riecht nach feuchtem Holz. Sie rührt im großen Topf, obwohl der Reis noch nicht kocht. Heute kommen viele Menschen, und alles muss fertig sein. Die Nachbarn helfen gerne, denn das Dorf kennt Doña Clara seit vielen Jahren. Ein Mann schleppt Bierkästen, ein anderer trägt lange Holztische auf dem Rücken. Doña Clara schaut ihnen zu, aber sie denkt an jemand anderen. Elena kommt aus dem Haus und bringt einen schweren Korb mit Zwiebeln und Limonen. Sie setzt sich auf einen umgedrehten Eimer und fängt sofort an zu arbeiten. Ihre Augen werden rot, weil die Zwiebeln so scharf sind. Niemand fragt, ob es nur die Zwiebeln sind. Plötzlich legt Elena das Messer auf den Boden und sagt: „Mama, er kommt nicht zurück." Doña Clara dreht sich nicht um, aber ihre Hand hält kurz an. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie, ohne zu zögern. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter und schweigt. Sie nimmt das Messer wieder und schält weiter, weil es nichts anderes zu tun gibt. Am Nachmittag kommen die ersten Gäste, und das Haus wird schnell laut. Kinder rennen durch die Zimmer, und alte Männer sitzen draußen im Schatten. Eine Ziehharmonika spielt einen Walzer, der ein bisschen traurig klingt. Doña Clara geht allein in die Kammer, ohne dass jemand ihr folgt. Sie öffnet einen alten Holzschrank, der nach Lavendel und Zeit riecht. Ganz hinten steht eine Rumflasche mit einem roten Band und Staub auf dem Etikett. Santiago hat ihr diese Flasche zum letzten Geburtstag geschenkt, drei Jahre ist das jetzt her. Doña Clara hält die Flasche lange in beiden Händen, bevor sie geht. Sie trägt sie langsam in die Küche und stellt sie in die Mitte des Tisches. Tante Rosa sieht es sofort und fragt: „Willst du die jetzt aufmachen?" Doña Clara schüttelt den Kopf und sagt ruhig: „Ich habe sie nicht gekauft, um allein zu trinken." Die Ziehharmonika verstummt für einen Moment, dann geht die Musik weiter. Keiner greift nach der Flasche, aber keiner fragt noch einmal, warum sie da steht. Nach Mitternacht sind die meisten Gäste gegangen, und das Haus ist wieder still. Doña Clara sitzt auf der alten Holzbank vor dem Haus und schaut in die Dunkelheit. Die Rumflasche steht neben ihr auf dem Boden, noch immer geschlossen. Elena kommt mit einer dicken Decke und legt sie ihr schweigend um die Schultern. Sie setzt sich neben ihre Mutter, und beide schauen auf den unbefestigten Weg. Der Weg führt aus dem Dorf heraus, in eine Richtung, die niemand mehr benennt. Irgendwo im Dunkeln bellt ein Hund, und dann ist es wieder still. Elena flüstert: „Er sieht die Kerzen, weißt du." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Blick zu bewegen: „Er sieht sie." Sie sitzen nebeneinander, bis die letzten Kerzen heruntergebrannt sind. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht. Der Morgen kommt langsam, ohne dass jemand ihn eingeladen hat. ---------------------------------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum geschlafen, weil die Gedanken an das Fest sie nicht loslassen wollten. Als sie aufsteht, ist der Himmel noch dunkelblau, und das Dorf liegt still wie ein vergessenes Versprechen. Sie kniet neben dem offenen Feuer im Hof und rührt den Reis, obwohl er noch nicht heiß genug ist. Die Asche fliegt ihr ins Gesicht, und sie lässt es geschehen, ohne die Hand zu heben. Heute wird die kleine María getauft, und das ganze Dorf wird kommen, weil man sowas nicht alleine feiert. Nachbarn schleppen Tische über den Hof, Männer stapeln Bierkästen an die Hauswand, Frauen bringen Töpfe und Schüsseln. Es riecht nach Holzrauch, nach Fleisch, nach der feuchten Erde, die der Morgen immer mit sich bringt. Elena kommt mit einem schweren Korb aus dem Haus, setzt sich wortlos neben ihre Mutter und greift nach dem Messer. Sie schneidet Zwiebeln, eine nach der anderen, und die Tränen kommen so gleichmäßig, dass niemand fragt, ob es Schmerz ist. Irgendwann legt Elena das Messer hin und sagt mit leiser, harter Stimme: „Mama, er wird nicht kommen." Doña Clara rührt weiter, als hätte sie nichts gehört, aber ihre Schultern straffen sich für einen kurzen Moment. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und ihre Stimme lässt keinen Widerspruch zu. Elena will antworten, aber dann sieht sie, wie die Hand ihrer Mutter am Löffel zittert, ganz leicht, fast unsichtbar. Sie schweigt, nimmt das Messer wieder, und schält weiter, weil es das Einzige ist, was sie tun kann. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, erst einzeln, dann in kleinen Gruppen, laut und hungrig und gut gekleidet. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen hindurch, eine Ziehharmonika spielt, und das Haus füllt sich mit Wärme und Lärm. Doña Clara bewegt sich durch all das wie jemand, der ein Theaterstück kennt und trotzdem mitspielen muss. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, und antwortet kurz und freundlich, aber ihre Augen schauen immer ein Stück weiter. Als niemand sie beobachtet, geht sie in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und öffnet den alten Holzschrank. Die Rumflasche steht ganz hinten, hinter alten Tüchern, als hätte sie sich versteckt oder als hätte sie gewartet. Das rote Band ist noch original und unberührt, und der Staub auf dem Etikett erzählt, wie lange sie dort gestanden hat. Santiago hatte sie ihr zum Geburtstag gebracht, damals, als er noch da war, als er noch ein Gesicht hatte und eine Stimme. Doña Clara steht lange in der Kammer, die Flasche in den Händen, und atmet einmal tief durch, bevor sie geht. Sie trägt sie in die Küche und stellt sie ohne Erklärung in die Mitte des großen Tisches, zwischen Teller und Brot. Tante Rosa bemerkt es sofort, weil Tante Rosa immer alles bemerkt, und fragt: „Wird die heute aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, und der Satz klingt wie etwas, das man auswendig gelernt hat. Die Ziehharmonika hört für einen Atemzug auf, dann setzt sie wieder ein, und der Abend geht weiter wie geplant. Niemand trinkt aus der Flasche, aber niemand stellt sie weg, und nach einer Weile schaut auch niemand mehr hin. Nach Mitternacht sitzen die letzten Gäste auf den Bänken vor dem Haus, und die Stimmen werden leiser, eine nach der anderen. Doña Clara holt die Rumflasche aus der Küche und trägt sie nach draußen, als gehöre sie dorthin. Sie setzt sich auf die alte Holzbank, stellt die Flasche neben ihre Füße und schaut auf den unbefestigten Weg, der ins Dunkel führt. Elena kommt kurz darauf mit einer Decke, die sie ihr wortlos um die Schultern legt, bevor sie sich danebensetzt. Es ist eine dieser Nächte, in denen man redet, ohne zu sprechen, und trotzdem alles sagt, was gesagt werden muss. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund einmal kurz auf, dann ist es wieder still, und die Stille fühlt sich vollständig an. Elena flüstert, halb zu ihrer Mutter, halb zu niemandem: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch ist." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen: „Er sieht sie." Sie sitzen so, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht verlischt wie ein leises Wort. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht, ungeöffnet, unbewegt, genauso wie vor drei Jahren. Der Morgen kommt ohne Erlaubnis, wie er immer kommt, gleichgültig und unausweichlich und trotzdem irgendwie sanft. ---------------------------------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum die Augen zugetan, weil die Gedanken an das Fest sie mit einer Hartnäckigkeit verfolgten, die an Schuld grenzte. Sie steht auf, bevor der Himmel sich entschieden hat, welche Farbe er annehmen will, und geht in den Hof, als hätte sie dort etwas vergessen. Das Feuer unter dem großen Topf brennt ungleichmäßig, und sie kniet daneben und rührt, obwohl der Reis noch kalt ist und es keinen Sinn ergibt. Asche legt sich auf ihr Gesicht, und sie lässt es geschehen, mit der Gleichgültigkeit eines Menschen, der gelernt hat, kleine Unbequemlichkeiten nicht zu bemerken. Heute wird die kleine María getauft, das erste Kind von Santiagos Frau, ein neues Leben, das in eine Welt kommt, in der sein Vater schon drei Jahre lang fehlt. Die Nachbarn erscheinen früh, ohne gerufen zu werden, weil das Dorf weiß, was sich gehört, und weil schweigendes Mitarbeiten manchmal die einzige Form von Trost ist, die man anbieten kann. Männer schleppen Tische und Bierkästen, Frauen bringen Töpfe und Süßigkeiten, und über allem liegt dieser besondere Geruch von Holzrauch und Erwartung, der Feste ankündigt. Elena kommt aus dem Haus, einen schweren Korb am Arm, setzt sich ohne Gruß neben ihre Mutter und greift nach dem Messer, als wäre diese Stille zwischen ihnen ein alter Vertrag. Die Zwiebeln bringen ihr die Tränen, und weil niemand sie fragt, muss sie auch nicht antworten, was eine Erleichterung ist, die sie sich nicht eingestehen will. Nach einer Weile legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden und sagt, ohne ihre Mutter anzuschauen: „Er kommt nicht, Mama, er ist nicht mehr irgendwo, wo er kommen könnte." Doña Clara rührt weiter, und nur wer genau hinschaut, sieht, wie sich der Rhythmus ihrer Hand für eine Sekunde unterbricht, bevor sie antwortet: „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann." Es ist kein Glaube, was in diesem Satz liegt, und auch keine Hoffnung im üblichen Sinne, sondern etwas Älteres, etwas, das man nicht widerlegen kann, ohne grausam zu sein. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält wie jemand, der sich daran festhält, und beschließt zu schweigen, weil Schweigen manchmal das Klügste ist. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das ist jetzt egal, weil es sowieso niemanden interessiert, woher sie kommen. Die Gäste treffen am Nachmittag ein, zuerst zögerlich, dann in Wellen, und das Haus füllt sich mit Stimmen und Kinderlärm und dem traurig-fröhlichen Klagen einer alten Ziehharmonika. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie jemand, der die Choreographie einer Feier auswendig kennt und sie trotzdem zum ersten Mal aufführt, mit einem Lächeln, das nicht erreicht, was es erreichen soll. Sie antwortet auf Fragen, nimmt Umarmungen entgegen, lobt das Kleid der Nachbarstochter, und tut dabei alles, was eine Gastgeberin tun muss, ohne auch nur einen Moment wirklich da zu sein. Als die Gelegenheit kommt, löst sie sich unbemerkt aus der Menge, geht durch den schmalen Gang in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und lehnt einen Atemzug lang dagegen. Der alte Holzschrank riecht nach Lavendel und nach einer Zeit, die nicht mehr existiert, und ganz hinten, hinter gefalteten Tüchern, steht die Flasche Rum, als hätte sie auf genau diesen Moment gewartet. Das rote Band ist unberührt, das Etikett trägt eine dünne Staubschicht, und Santiago hatte die Flasche mit beiden Händen überreicht und gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben. Doña Clara hält sie lange, ohne sie zu öffnen, ohne sich zu bewegen, und in der Stille der Kammer ist der Abstand zwischen damals und heute mit Händen zu greifen. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Erklärung und ohne Zögern in die Mitte des großen Tisches, zwischen Brotteller und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin. Tante Rosa, die in ihrem Leben noch keine Geste unkommentiert gelassen hat, beugt sich vor und fragt mit einem Unterton, der Neugier und Vorwurf mischt: „Wird die heute Abend noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, ruhig und endgültig, und der Satz legt sich über den Tisch wie ein Tischtuch, das niemand wegziehen will. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, dann setzt sie wieder ein, und der Abend rollt weiter, als wäre nichts gesagt worden, was nicht schon alle wussten. Niemand greift nach der Flasche, nicht aus Respekt, nicht aus Scheu, sondern weil jeder am Tisch spürt, dass sie nicht zum Trinken dasteht, sondern als Zeichen für etwas, das keinen Namen hat. Nach Mitternacht leert sich das Haus langsam, wie Wasser aus einem Becken läuft, und zurück bleiben nur die Stühle, die Reste, und eine Stille, die sich anders anfühlt als die vom Morgen. Doña Clara nimmt die Flasche, trägt sie nach draußen in die kühle Nachtluft und setzt sich auf die alte Holzbank, die vor dem Haus steht, seit sie denken kann. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer dicken Wolldecke, legt sie ihr ohne ein Wort um die Schultern und lässt sich daneben nieder, nah genug, dass die Schultern sich berühren. Sie schauen beide auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist und auf dem er nie zurückgekommen ist. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund zweimal kurz auf, dann kehrt die Stille zurück, vollständig und dicht, wie eine zweite Decke über beiden Frauen. Elena flüstert, mit einer Stimme, die weder Frage noch Aussage ist: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet sofort, ohne zu zögern, ohne den Blick von dem dunklen Weg zu nehmen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht stirbt, leise und ohne Drama, wie Dinge sterben, die ihren Zweck erfüllt haben. Die Flasche Rum steht die ganze Zeit zwischen ihren Füßen, ungeöffnet und unbewegt, ein Versprechen in Glas, das niemand eingelöst hat und das vielleicht gerade deshalb noch gilt. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne zu fragen und ohne zu warten, gleichmäßig und unausweichlich und auf seine Art barmherzig. ---------------------------------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht keinen wirklichen Schlaf gefunden, sondern nur jene flache, unruhige Bewusstlosigkeit, die sich einstellt, wenn der Körper erschöpft ist, der Geist aber nicht aufhören will zu arbeiten. Sie steht auf, noch bevor das Licht sich entschieden hat, und tritt in den Hof hinaus, in die blaue Kälte des frühen Morgens, der nach nassem Gras und nach dem Holz des Feuers riecht, das sie nun entfacht, weil die Hände etwas brauchen, dem sie folgen können. Der Reis im großen Topf ist noch kalt, und sie rührt ihn trotzdem, mechanisch, mit jener ruhigen Hartnäckigkeit, die Menschen entwickeln, wenn das Tun wichtiger geworden ist als sein Ergebnis. Asche legt sich auf ihre Stirn und ihre Wangen, und sie wischt sie nicht ab, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil es eine Art ist, die Last des Tages schon am Morgen sichtbar zu tragen, bevor die Gäste kommen und alles hinter Freundlichkeit verschwinden muss. Heute wird Marías Taufe gefeiert, das erste Kind ihres Sohnes Santiago, ein kleines Leben, das in die Welt gekommen ist, ohne seinen Vater je gesehen zu haben, und das es vielleicht nie tun wird. Die Nachbarn erscheinen früh und ungebeten, weil das Dorf weiß, dass Doña Clara Hilfe braucht, und weil kollektives Arbeiten in solchen Momenten die einzige Sprache ist, die nicht lügt und nicht zu viel verlangt. Männer schleppen Tische über den holprigen Hof, stapeln Bierkästen unter dem Vordach, und über allem liegt dieser schwere, vertraute Geruch von Holzrauch und Kochfleisch, der Feste ankündigt und gleichzeitig an all die anderen Feste erinnert, die schon gewesen sind. Elena kommt aus dem Haus, den schweren Korb in der Armbeuge, und setzt sich neben ihre Mutter, ohne sie zu grüßen, weil zwischen Müttern und Töchtern, die sich kennen wie diese beiden, ein Gruß manchmal zu viel wäre. Sie greift nach dem Messer und beginnt die Zwiebeln zu schneiden, schweigend und gleichmäßig, und die Tränen, die ihr über das Gesicht laufen, sind aus einem Material, das man an diesem Morgen nicht voneinander unterscheiden will. Irgendwann legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden, schaut geradeaus in den Rauch, und sagt mit der Stimme eines Menschen, der eine Wahrheit lange aufbewahrt hat und nun nicht mehr kann: „Er kommt nicht, Mama, und du weißt es." Doña Clara rührt weiter, ohne die Geschwindigkeit zu verändern oder den Blick zu heben, und nur wer sie sehr genau kennt, erkennt am kurzen Innehalten ihrer Schultern, dass der Satz sie getroffen hat wie ein Stein, den man nicht kommen sieht. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und dieser Satz ist kein Glaube im religiösen Sinne und keine Hoffnung im rationalen, sondern jene dritte Sache, für die es kein gutes Wort gibt, das Festhalten an einer Möglichkeit, nicht weil sie wahrscheinlich ist, sondern weil das Gegenteil nicht auszuhalten wäre. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält und dabei ganz leicht zittert, kaum sichtbar, aber unübersehbar für jemanden, der diese Hand seit der Kindheit kennt, und das Widersprechen versiegt in ihr, bevor es zur Sprache findet. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das macht nichts, denn hier im Hof, mit dem Rauch und dem Geruch von Zwiebeln, braucht niemand zu erklären, warum Augen nass werden. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, zunächst zögerlich, dann in jener selbstverstärkenden Welle, die entsteht, wenn genug Menschen bereits da sind, um den Ankömmlingen das Gefühl zu geben, dass sie nichts verpassen dürfen. Das Haus füllt sich mit Stimmen, mit Kindergeschrei, mit dem traurig-festlichen Klagen einer alten Ziehharmonika, die einen Walzer spielt, der schon zu anderen Anlässen gespielt wurde und deshalb etwas Unstimmiges hat, etwas, das passt und nicht passt zugleich. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie eine Frau, die eine Rolle sehr gut gelernt hat und die weiß, dass Schwäche das Letzte wäre, was ihr die Gäste abnehmen würden, ohne es ihr vorzuwerfen. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, nimmt Umarmungen an, lobt das Essen und die Kinder, und tut das alles mit einer Präzision, die Herzlichkeit imitiert ohne sie zu fühlen, nicht aus Falschheit, sondern aus Erschöpfung. Als sich eine Gelegenheit öffnet, löst sie sich lautlos aus dem Gewebe der Feier, geht durch den schmalen Korridor in die Kammer und schließt die Tür hinter sich mit der Sorgfalt eines Menschen, der die Stille vor dem Geräusch schützen will. Der alte Holzschrank steht dort, wo er immer gestanden hat, und riecht nach Lavendel und nach der Zeit selbst, nach dem Staub aufgehobener Dinge, die man weder wegwerfen noch anfassen kann. Ganz hinten, hinter sorgfältig gefalteten Tüchern, die sie selbst dort abgelegt hat, steht die Rumflasche, das rote Band unberührt, das Etikett unter einer dünnen Staubschicht leserlich, ein Objekt, das drei Jahre lang auf seinen Moment gewartet hat, ohne zu wissen, was für ein Moment das sein würde. Santiago hatte ihr diese Flasche zum Geburtstag gebracht, mit beiden Händen, mit diesem Lächeln, das seine Augen faltig werden ließ, und hatte gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben, und nun ist ein besonderer Anlass, und er ist nicht da. Doña Clara steht lange in der Kammer, hält die Flasche in den Händen ohne sie zu öffnen, und in der Stille zwischen diesen vier Wänden erlaubt sie sich für einen einzigen Moment das, was sie sich den ganzen Tag nicht erlaubt hat: stillzuhalten und zu spüren, wie schwer das alles ist. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Ankündigung und ohne Erklärung in die genaue Mitte des großen Tisches, zwischen Brot und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie das schon immer gewusst. Tante Rosa, deren Leben aus dem Registrieren unausgesprochener Dinge besteht und die in dieser Fähigkeit eine Kunstfertigkeit entwickelt hat, die manchmal Grausamkeit berührt, beugt sich sofort vor und fragt: „Wird die heute noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara mit einer Ruhe, die keine Antwort erwartet und keine duldet, und der Satz hängt im Raum wie etwas, das alle schon immer gewusst haben, ohne es je formuliert zu haben. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, fast unmerklich, als hätte auch der Spieler zugehört, und dann setzt sie wieder ein, und der Abend trägt sich weiter, als wäre nichts geschehen, was nicht zum Fest gehörte. Niemand greift nach der Flasche, über den ganzen Abend nicht, nicht einmal die Trinkfreudigen, nicht einmal die Gedankenlosen, weil etwas in ihrer Aufstellung am Tisch und in der Art, wie Doña Clara sie hingestellt hat, unmissverständlich sagt, dass sie nicht zum Trinken da ist. Nach Mitternacht leert sich das Haus in jenem langsamen, unaufhaltsamen Prozess, der jeden Abend beschließt, wenn die Energie der Feier verbraucht ist und die Menschen wieder zu sich selbst zurückfinden müssen. Doña Clara nimmt die Flasche vom Tisch, trägt sie nach draußen in die kühle Stille der Nacht und setzt sich auf die alte Holzbank vor dem Haus, als wäre das eine Entscheidung, die sie schon am Morgen getroffen hat. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer schweren Wolldecke, legt sie ihr um die Schultern mit einer Geste, die zu zärtlich ist, um ein Wort daneben zu brauchen, und setzt sich so nah, dass die Schultern sich berühren. Beide schauen auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist an jenem Tag vor drei Jahren, ohne sich umzudrehen oder Bescheid zu sagen, und auf dem seither nur Abwesenheit zurückgekehrt ist. Irgendwo hinter dem Dorf bellt ein Hund zweimal, kurz und ohne Nachdruck, und dann kehrt die Stille zurück, vollständig und vertraut, wie ein Raum, in dem man schon lange wohnt. Elena flüstert, mit einer Stimme, die sich nicht entschieden hat, ob sie beten oder behaupten will: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen, ohne die Stille erst zu lassen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett in sich zusammengesunken ist und das Licht erlischt, leise und vollständig, mit jener Würde, die Dinge haben, die ihren Zweck erfüllt haben und nun aufhören dürfen. Die Rumflasche steht zwischen ihren Füßen, ungeöffnet, das rote Band noch immer gebunden, ein Versprechen in Glas und Ton, das niemand eingelöst hat, und das vielleicht gerade deswegen noch nicht erloschen ist. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne Erlaubnis und ohne Ankündigung, gleichmäßig und unerbittlich und in seiner Gleichgültigkeit auf eine Art, die man, wenn man will, auch Gnade nennen kann. == 89 == Die lateinischen Worte Es ist sieben Uhr morgens. Niall geht zur Kirche. Die Kirche steht am Ende des Dorfes. Das Dorf liegt an der Westküste. Es regnet schon seit drei Wochen. Die Straßen sind nass. Die Felder sind nass. Alles ist grau. Niall hat den Schlüssel in der Hand. Das Schloss quietscht laut. Es hat immer so gequietscht. Drinnen riecht es nach altem Stein. Es riecht auch nach Weihrauch. Niall mag diesen Geruch. Er zündet zwei Kerzen an. Nur zwei, nicht mehr. Der dritte Kerzenständer ist leer. Er war schon seit Ostern leer. Niall schaut kurz zur Muttergottes. Dann geht er wieder nach draußen. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus. Father Brennan steht schon im Flur. Der alte Priester ist 79 Jahre alt. Er hält das Messgewand über dem Arm. Er schaut Niall an und sagt: „Du bist zu spät." Niall sagt: „Es ist erst Viertel nach sieben." Brennan sagt: „Das ist zu spät." Sie gehen zusammen zurück zur Kirche. Brennan geht langsam. Seine Finger zittern ein wenig. Niall geht neben ihm. Er sagt nichts. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar. Er dreht dem Raum den Rücken zu. Er beginnt die Messe. Er spricht auf Latein. Die Worte sind alt und leise. Niall sitzt auf der ersten Bank. Die anderen Bänke sind alle leer. Früher saßen hier viele Menschen. Alte Frauen mit Kopftüchern. Männer, die nach Torf rochen. Das ist lange her. Brennan dreht sich um und sagt: „Dominus vobiscum." Niall antwortet: „Et cum spiritu tuo." Seine Stimme ist ruhig. Es ist genug. Sie machen weiter. Niall kennt alle Antworten. Er hat sie als Kind gelernt. Er war Ministrant, mit sieben Jahren. Dann kommt der wichtige Moment. Brennan hebt die Hostie. Er will die Worte sprechen. Aber sein Mund bleibt offen. Er sagt nichts. Seine Finger halten die Hostie fest. Sein Gesicht ist ruhig, aber seine Augen suchen. Niall sieht das. Er wartet eine Sekunde. Dann flüstert er leise: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Brennan schließt die Augen. Er nickt einmal. Er spricht weiter. Die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen. Sie gehen zusammen zum Pub. Sie sagen kein Wort auf dem Weg. Im Pub sind sie allein. Der Wirt bringt zwei Gläser Guinness. Er dreht das Radio leiser. Brennan sagt: „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt." Er sagt: „Das war der einzige Unterricht, der zählte." Er sagt: „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an. Draußen hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit Wochen. Keiner von beiden schaut zum Fenster. ---------------------------------------------- Die lateinischen Worte Um sieben Uhr morgens nimmt Niall den Schlüssel vom Haken und geht zur Kirche. Das Dorf liegt still da, wie es immer liegt, wenn es regnet. Es regnet seit drei Wochen, jeden Tag, ohne Pause. Die Kirche steht am Ende der Straße, grau und schwer, wie ein alter Mann. Das Schloss quietscht, als Niall die Tür aufdrückt – es hat immer so gequietscht. Der Geruch kommt sofort: feuchter Stein, Weihrauch, etwas Modernes, das er nicht benennen kann. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer ist. Niemand hat neue Kerzen gekauft, und niemand hat gefragt warum. Niall schaut kurz zur Statue der Muttergottes, dann dreht er sich um. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus, die Hände in den Taschen. Father Brennan steht schon im Flur, das Messgewand über dem linken Arm. „Du bist zu spät", sagt der alte Mann, ohne Niall anzuschauen. „Es ist Viertel nach sieben", sagt Niall, „die Glocke läutet um halb acht." Brennan antwortet nicht, er geht einfach los. Niall folgt ihm, einen halben Schritt hinter ihm, wie immer. Der alte Priester ist 79 Jahre alt, aber er geht noch geradeaus. Nur seine Finger zittern, das sieht man, wenn er den Kelch hält. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar und dreht dem Raum den Rücken zu. Die Bänke hinter Niall sind leer – alle, bis zur letzten Reihe. Früher saßen hier dreißig, vierzig Menschen, manchmal mehr. Alte Frauen in dunklen Kleidern, Männer mit roten Händen, Kinder, die nicht stillsitzen konnten. Das ist fünf Jahre her, als der junge Priester wegging und niemand mehr kam. Brennan hat trotzdem weitergemacht, jeden Sonntag, für niemanden. Niall ist gekommen, nicht weil er glaubt, sondern weil er nicht will, dass der alte Mann allein steht. Die Messe beginnt, und Brennans Stimme füllt die Stille. Die lateinischen Worte fallen langsam, einer nach dem anderen, wie Tropfen in einen Brunnen. Niall sitzt auf der ersten Bank und antwortet, wenn er dran ist. „Et cum spiritu tuo" – die Worte kommen automatisch, aus dem Gedächtnis eines Kindes. Er war sieben Jahre alt, als er sie zum ersten Mal sagte. Er erinnert sich nicht mehr, ob er damals verstanden hat, was sie bedeuten. Vielleicht spielt das keine Rolle. Brennan dreht sich um, schaut über Niall hinaus in die leeren Reihen. „Dominus vobiscum", sagt er, leise, fast fragend. Niall antwortet, und Brennan nickt einmal, kaum sichtbar. Die Messe geht weiter, Satz für Satz, wie ein altes Schiff, das seinen Kurs kennt. Dann kommt der Moment, den Niall nicht erwartet hat. Brennan hält die Hostie in den Händen und öffnet den Mund. Kein Wort kommt. Nur ein kurzer Laut, dann Stille. Brennans Gesicht bleibt ruhig, aber seine Finger drücken die Hostie ein bisschen zu fest. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes. Er sieht das blinde Auge, das nichts sieht, und das andere, das zu viel weiß. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine. Niall atmet einmal tief, und dann flüstert er: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus ihm heraus wie etwas, das er nie wirklich vergessen hat. Brennan schließt die Augen, nickt einmal, und spricht weiter. Die Hostie bewegt sich in der Stille, und die Messe geht weiter. Nach dem letzten Segen löscht Niall die Kerzen. Sie gehen zusammen aus der Kirche, ohne zu sprechen. Der Regen fällt leise auf das Pflaster, wie immer. Im Pub sind sie allein, außer dem Wirt, der schweigend den Tresen wischt. Zwei Gläser Guinness stehen vor ihnen, halb voll, noch nicht angerührt. Brennan schaut auf sein Glas und sagt: „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war." „Das war der einzige Unterricht, der wirklich gezählt hat", sagt er dann. „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt ruhig: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an, leise, ohne zu lachen. Draußen vor dem Fenster hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit drei Wochen ist es still. Keiner von beiden schaut hin. ---------------------------------------------- Die lateinischen Worte Niall kennt jeden Stein des Weges zur Kirche, jeden Riss im Pflaster, jede Stelle, wo das Gras zwischen den Platten wächst. Er geht diesen Weg jeden Sonntag, seit fünf Jahren, kurz vor sieben Uhr morgens, wenn das Dorf noch schläft. Der Regen fällt gleichmäßig, wie er es seit Wochen tut, ohne Unterbrechung, ohne Absicht. An der Westküste ist das so: Der Regen kommt nicht als Ereignis, er ist einfach da, wie die See, wie der Wind, wie die Stille. Das Schloss der Kirchentür quietscht, als er den Schlüssel dreht, und dieser Laut gehört für Niall zum Sonntag wie die Glocke selbst. Drinnen riecht es nach feuchtem Stein und altem Weihrauch, ein Geruch, der sich in den Wänden festgesetzt hat wie ein Gebet, das niemand mehr spricht. Er zündet zwei Kerzen an – nur zwei, weil der Ständer vor der Muttergottes seit Ostern leer steht und keiner der Mut hatte, das zu ändern. Das flackernde Licht wirft lange Schatten auf die leeren Bänke, und für einen Moment sieht die Kirche fast belebt aus. Dann holt er Father Brennan ab. Der alte Priester steht bereits im Flur des Pfarrhauses, das Messgewand sorgfältig über den linken Arm gelegt, als hätte er die ganze Nacht gewartet. „Du bist zu spät", sagt Brennan, ohne Niall anzusehen, mit der ruhigen Bestimmtheit eines Mannes, der nicht mehr streitet, sondern nur noch feststellt. Niall erklärt, dass es erst Viertel nach sieben ist und die Glocke erst um halb acht läutet, aber er weiß bereits, dass die Antwort keine Rolle spielt. Sie gehen den schmalen Weg zwischen den Hecken, Brennan einen halben Schritt voraus, Niall hinter ihm, wie es sich so ergeben hat. Der alte Mann geht langsamer als früher, aber er geht noch aufrecht, und das ist etwas, das Niall jedes Mal auffällt, ohne dass er weiß, warum. In der Kirche nimmt Brennan seinen Platz vor dem Altar ein, dreht der leeren Gemeinde den Rücken zu und beginnt. Die lateinischen Worte kommen ruhig und gleichmäßig, getragen von einer Stimme, die mit den Jahren brüchiger geworden ist, aber nie unsicher. Niall sitzt auf der ersten Bank und hört zu, wie man einem Fluss zuhört, der immer schon da war. Die Bänke hinter ihm sind leer, und trotzdem füllen sie den Raum irgendwie, mit dem Gewicht all der Sonntage, an denen hier Menschen saßen. Er erinnert sich noch an die alten Frauen in ihren dunklen Kleidern, an die Männer mit den rissigen Händen, an die Kinder, die auf der Holzbank rutschten und einen Blick zugeworfen bekamen. Das alles ist fünf Jahre her, seit der junge Priester die Gemeinde verlassen hat und die Sonntagsmesse zu einer Laienandacht wurde. Brennan hat davon nichts wissen wollen und hält seitdem seine eigene Messe, still, auf Latein, ohne Erlaubnis, ohne Publikum. Niall ist geblieben, nicht weil der Glaube ihn hält, sondern weil er den Gedanken nicht aushält, dass der alte Mann allein vor dem Altar steht. Er antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die er als Siebenjähriger auswendig gelernt hat und die in ihm geblieben sind wie eine Melodie, die man nicht mehr loswird. „Dominus vobiscum", sagt Brennan, und dreht sich kurz um, sein gutes Auge sucht Niall, findet ihn. „Et cum spiritu tuo", antwortet Niall, und das reicht. Sie kennen diesen Rhythmus, dieses Geben und Nehmen, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Dann kommt die Wandlung. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Finger zittern leicht, und öffnet den Mund. Nichts. Ein kurzer, gebrochener Laut, dann eine Stille, die sich anfühlt, als würde die Kirche den Atem anhalten. Brennans Gesicht zeigt keine Panik, nur eine Art erschöpftes Suchen, als blättere er in einem Buch, dessen Seiten er nicht mehr sehen kann. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes, die blinde Pupille, die ins Leere gerichtet ist, die Finger, die die Hostie zu fest halten. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkommen, wie sie es manchmal tun. Sie kommen nicht. Dann hört er sich selbst flüstern, fast ohne es zu wollen: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus einer Tiefe, die er nicht kannte, aus einem Teil von ihm, der offenbar nie aufgehört hat, Ministrant zu sein. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig, als wäre nichts gewesen. Die Hostie hebt sich, und die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand ab, sie verlassen die Kirche, ohne ein Wort darüber zu verlieren, was gerade passiert ist. Der Regen empfängt sie vor der Tür wie ein geduldiger Bekannter. Im Pub stellen sie ihre nassen Jacken auf die Stühle und setzen sich an den Tresen. Der Wirt bringt zwei halbe Guinness, dreht das Radio leiser und lässt sie in Ruhe, weil er gelernt hat, dass das das Richtige ist. Brennan starrt eine Weile in sein Glas, bevor er spricht. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich das Gefühl hatte, dass es um etwas geht." Er macht eine Pause, dreht das Glas langsam in den zitternden Händen. „Jetzt zählt nichts mehr davon." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, dann wieder auf Brennan. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie stoßen an, ohne Feierlichkeit, ohne Lächeln, mit der ruhigen Geste zweier Männer, die sich seit Jahren kennen und wenig erklären müssen. Draußen hört der Regen auf. Es geschieht einfach so, ohne Ankündigung, mitten in einem Augenblick, der ohnehin schon zu voll ist. Durch das beschlagene Fensterglas sieht man ein blasses Licht zwischen den Wolken. Keiner von beiden dreht sich um. ---------------------------------------------- Die lateinischen Worte Der Sonntag beginnt für Niall nicht mit dem Aufwachen, sondern mit dem Moment, in dem er den Schlüssel vom Haken nimmt und weiß, dass es wieder Zeit ist. Draußen hängt der Regen wie eine Wand zwischen den Häusern, dicht und gleichgültig, seit drei Wochen derselbe Regen, der sich längst nicht mehr wie Wetter anfühlt, sondern wie Zustand. Das Dorf liegt still, wie es an Sonntagen liegt, wenn die wenigen, die noch hier wohnen, hinter beschlagenen Fenstern bleiben und niemand erwartet, dass einer von ihnen zur Kirche geht. Niall geht trotzdem, nicht weil er müsste, sondern weil aufzuhören eine Entscheidung wäre, und er hat noch keine getroffen. Das Schloss quietscht, als er die schwere Eichentür aufdrückt, ein vertrauter Laut, der seit hundert Jahren derselbe ist und in seiner Beständigkeit etwas fast Tröstliches hat. Die Kirche riecht nach feuchtem Stein und Weihrauch und nach der spezifischen Kälte alter Gebäude, die selbst im Sommer nicht ganz weicht, als hätte sich die Temperatur in den Wänden verselbständigt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer – der vor der Muttergottes – seit Ostern leer steht, und weil niemand diesen Umstand je laut angesprochen hat, ist er zu einer Art stillschweigendem Einverständnis geworden. Das flackernde Licht fällt auf die leeren Bänke und zeichnet Schatten, die aussehen wie Personen, wenn man nicht genau hinschaut. Niall schaut nicht genau hin. Er holt Father Brennan ab, wie jeden Sonntag, den schmalen Weg zwischen den Hecken entlang, der nach Regen immer ein bisschen rutschig ist. Der alte Priester steht bereits im Flur, das Messgewand über dem Arm, die weißen Augenbrauen zusammengezogen, als hätte er auf etwas gewartet, das sich nicht beeilte. „Du bist zu spät", sagt Brennan, mit der Autorität eines Mannes, für den die Zeit nicht mehr eine Abfolge von Minuten ist, sondern eine Frage der Haltung. Niall erklärt sachlich, dass es Viertel nach sieben ist, dass die Glocke erst um halb acht läutet, dass sie in der Zeit sind – aber er weiß, während er es sagt, dass dieser Austausch nicht über Zeit handelt. Sie gehen nebeneinander, Brennan einen halben Schritt voraus, weil er es nicht anders kennt, Niall hinter ihm, weil er gelernt hat, dass manche Positionen keine Entscheidung, sondern eine Übereinkunft sind. Die Kirche empfängt sie mit der Kälte, die sie immer hat, und Brennan geht ohne Zögern zum Altar, als würde er einen Raum betreten, der ihm gehört, obwohl er das, streng genommen, nicht mehr tut. Er dreht dem Kirchenschiff den Rücken zu, streckt die zitternden Hände über den Kelch und beginnt zu sprechen. Das Latein kommt ruhig und kontinuierlich, brüchig in der Oberstimme, aber stabil in seinem Rhythmus, wie ein altes Seil, das mehr trägt, als man ihm ansieht. Niall sitzt auf der ersten Bank, die Hände zwischen den Knien, und antwortet auf die Rufe, die Antworten erfordern, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwanzig Jahre hinweg aufbewahrt hat, ohne je dazu aufgefordert worden zu sein. Die Bänke hinter ihm sind leer, aber ihre Leere ist nicht nichts – sie ist die Summe aller Sonntagmorgen, an denen hier Menschen saßen, die jetzt entweder fortgezogen oder gestorben sind, was an der Westküste auf dasselbe hinausläuft. Er erinnert sich an die alten Frauen, die den Rosenkranz zwischen den Fingern rollten wie Händler ihre Münzen, an die Männer, die nach Torf rochen und nach dem Gottesdienst wortlos aneinandervorbeigingen, als hätte die Stunde des Schweigens eine Verlängerung bekommen. Das Bistum hat vor fünf Jahren entschieden, dass eine Laienandacht genüge, und die Gemeinde hat sich, wie Gemeinden das tun, gefügt. Brennan hat sich nicht gefügt, er hat einfach weitergemacht, still, ohne Erlaubnis, ohne Publikum, weil ihm die Vorstellung, dass die Messe aufhört, absurder erschien als die Vorstellung, sie allein zu halten. Niall ist geblieben, nicht aus Glauben, sondern aus einer Art Pflichtgefühl, das keinen religiösen Kern hat, aber einen menschlichen, und das vielleicht dasselbe ist. „Dominus vobiscum", sagt Brennan und dreht sich halb um, sein gutes Auge findet Niall mit der Präzision langer Gewohnheit. „Et cum spiritu tuo" – Niall sagt es ohne Pause, und Brennan nickt, kaum wahrnehmbar, und dreht sich wieder zum Altar. Es gibt einen Austausch in diesem Ritual, der weder Gespräch ist noch Gebet, sondern etwas dazwischen, etwas, für das es kein passendes Wort gibt außer vielleicht: Anwesenheit. Die Messe trägt sich selbst vorwärts, Satz für Satz, und Niall lehnt sich ein wenig zurück und lässt die lateinischen Worte über sich hinweggehen wie Wasser. Dann kommt die Wandlung, und alles stockt. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Lippen formen sich zu einem Wort, das nicht kommt – ein offener Mund, ein abgebrochener Laut, eine Stille, die sich von anderen Stillen unterscheidet, weil in ihr etwas fehlt, das da sein sollte. Nialls Blick geht sofort zu den Händen des alten Mannes, die die Hostie mit einer Kraft halten, die wie Festhalten aussieht, nicht wie Darbringen. Er sieht den Schweiß, der sich auf Brennans Stirn gesammelt hat, das blinde Auge, das in eine Richtung zeigt, die keiner kennt, die erschöpfte Suche in den Zügen eines Gesichts, das gelernt hat, sich nichts anmerken zu lassen. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und Niall hält die Luft an, weil er nicht weiß, ob Eingreifen Hilfe ist oder Einmischung. Dann hört er sich selbst sprechen, leise, fast atemlos: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Es sind Worte, die er als Kind gelernt hat, in einer Zeit, in der man Dinge lernte, ohne zu verstehen, dass man sie behalten würde, und die jetzt aus ihm herauskommen wie etwas, das nie wirklich fort war. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er nicht erbeten hat, es aber trotzdem nimmt. Er öffnet sie wieder und spricht weiter, ruhig, gleichmäßig, als wäre nichts gewesen, und vielleicht ist das die eigentliche Kunst: nicht, dass man nie ins Stocken gerät, sondern dass man weiterspricht, wenn jemand den Faden hält. Die Messe endet ohne weiteren Zwischenfall. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Gewand ab mit der präzisen Sorgfalt eines Mannes, der weiß, dass Nachlässigkeit in kleinen Dingen eine Haltung ist, keine Effizienz. Sie verlassen die Kirche und sprechen kein Wort über das, was passiert ist, was die einzig mögliche Form ist, darüber zu sprechen. Der Regen nimmt sie schweigend in Empfang. Im Pub hängen ihre nassen Jacken an den Stühlen, und der Wirt stellt zwei halbe Guinness vor sie hin, ohne zu fragen, weil er seit Jahren weiß, was Sonntag bedeutet. Brennan sitzt eine Weile still, die Hände um das Glas, und schaut auf die dunkle Flüssigkeit, als läse er etwas darin. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, mit der ruhigen Sachlichkeit eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, „in einem Klassenzimmer, das nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich gespürt habe, dass die Sprache selbst etwas trägt, unabhängig davon, ob jemand zuhört." Er dreht das Glas langsam in den Händen, und Niall sieht, wie stark die Finger zittern, wenn sie nichts halten. „Jetzt zählt das alles nichts mehr", sagt Brennan, nicht bitter, sondern mit der Feststellung von jemandem, der einen Beweis für eine Theorie geliefert bekommen hat, die er nie beweisen wollte. Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, mit der Ruhe eines Mannes, der nicht nach Worten sucht, weil er weiß, dass die richtigen kurz sind. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit zweier Menschen, die so viele Sonntage geteilt haben, dass Gesten keine Erklärung mehr brauchen. Draußen vor dem beschlagenen Fenster hört der Regen auf. Er hört einfach auf, mitten in allem, ohne Ankündigung, und für einen Moment liegt das Dorf in einer Stille, die sich von der gewöhnlichen unterscheidet, weil sie nicht erwartet wurde. Ein blasses Licht schiebt sich zwischen den Wolken durch, fällt schräg auf die nasse Straße. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. ---------------------------------------------- Die lateinischen Worte Es gibt Gewohnheiten, die man nicht mehr begründet, weil die Begründung irgendwann in der Wiederholung selbst verschwunden ist, und Nialls Sonntage gehören seit fünf Jahren zu dieser Kategorie. Um kurz vor sieben nimmt er den Schlüssel vom Haken neben der Tür, zieht die Jacke über, ohne nachzudenken, und tritt in den Regen, der seit drei Wochen fällt, als wäre er kein meteorologisches Ereignis mehr, sondern ein Aggregatzustand der Westküste. Das Dorf liegt in jener spezifischen Sonntagsstille, die nicht Ruhe ist, sondern Abwesenheit – keine Menschen auf der Straße, keine Stimmen, nur das gleichmäßige Rauschen des Regens gegen Stein und Dach und die gelegentliche Möwe, die dagegen ankämpft, als wüsste sie es besser. Die Kirche am Ende der Straße ist ein Gebäude, das seine Zweckbestimmung überlebt hat, aber das macht es, wie Niall nach fünf Jahren Sonntagmorgen weiß, nicht weniger wahr, sondern nur schwerer zu erklären. Das Schloss quietscht, wie es seit Menschengedenken quietscht, und dieser Laut hat aufgehört, ihn zu stören, weil er gelernt hat, dass Beständigkeit in einem Ort, der von Aufgabe und Weggang durchzogen ist, ihren eigenen Wert hat. Drinnen empfängt ihn der Geruch, der sich in langen Jahren in die Poren des Steins eingegraben hat: Weihrauch, Feuchtigkeit, das stumpfe Holz der Bänke und darunter, kaum wahrnehmbar, etwas, das er als Kind für Heiligkeit hielt und das er heute nicht mehr benennt, weil jeder Name dafür falsch klingt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer steht und diese Leere inzwischen so selbstverständlich geworden ist, dass sie aufgehört hat, eine Aussage zu sein, und einfach Tatsache ist. Das flackernde Licht trifft die leeren Bänke und wirft Schatten, die sich bewegen wie Anwesende, und Niall lässt diesen Eindruck geschehen, ohne ihn zu korrigieren. Er geht den schmalen, regennassen Weg zum Pfarrhaus, und Father Brennan steht bereits im Flur, das Messgewand mit der zeremonösen Sorgfalt eines Mannes über den linken Arm gelegt, der weiß, dass Form das ist, was bleibt, wenn der Inhalt schwächer wird. „Du bist zu spät", sagt Brennan, und es ist keine Feststellung über Uhrzeiten, sondern eine Aussage über die Beschaffenheit der Welt, die der alte Priester seit Jahrzehnten zu langsam findet. Niall erklärt, was er erklären kann – Viertel nach sieben, Glocke um halb acht, alles im Rahmen –, aber er erklärt es mit der halbherzigen Überzeugung eines Mannes, der weiß, dass sein Gesprächspartner keine Gegenmeinung erwartet, sondern Gesellschaft. Sie gehen nebeneinander den Weg zur Kirche, Brennan einen halben Schritt voraus, und diese Anordnung ist so selbstverständlich geworden, dass sie nicht mehr Vorrang bedeutet, sondern einfach: so ist es. Der alte Mann geht langsamer als noch vor zwei Jahren, die Schultern ein wenig vorgezogen gegen den Regen, und Niall passt seinen Schritt an, ohne darüber nachzudenken, mit jener unbemerkten Rücksicht, die sich zwischen Menschen entwickelt, die regelmäßig Zeit miteinander verbringen, ohne viel zu reden. Im Kirchenraum nimmt Brennan sofort seinen Platz vor dem Altar ein, als existiere für ihn keine Übergangszeit zwischen Kommen und Beginnen, und Niall setzt sich auf die erste Bank, seinen angestammten Platz, während hinter ihm die leeren Reihen schweigen. Diese Leere hat Niall lange beschäftigt, in den ersten Monaten noch als Vorwurf, dann als Frage, und schließlich als etwas, das keiner Kategorisierung mehr bedarf, weil es einfach der Zustand ist, in dem die Messe stattfindet. Die verschwundene Gemeinde ist trotzdem anwesend, in einer Weise, die sich seiner Beschreibung entzieht: die alten Frauen, die den Rosenkranz wie eine Notwendigkeit in den Händen hielten, die Männer mit den vom Torf gefärbten Händen, die Kinder, die auf den Bänken rutschten und Seitenblicke der Mütter ernteten. Sie sind fort, die meisten gestorben, manche weggezogen, und der Unterschied ist an der Westküste geringer, als er anderswo wäre. Brennan hat auf all das nicht mit Resignation reagiert, sondern mit einer Sturheit, die Niall je länger, desto mehr bewundert: Er hat einfach weitergemacht, die Messe gehalten, still, auf Latein, ohne bischöfliche Genehmigung, ohne Publikum, weil die Alternative – aufzuhören – für ihn keine logische Konsequenz, sondern eine Kapitulation war, die er nicht zu vollziehen gedachte. Niall ist bei ihm geblieben, nicht aus Glauben, denn dazu wäre er zu ehrlich sich selbst gegenüber, sondern aus einem Pflichtgefühl, das keine religiöse Grundlage hat, aber eine menschliche, und das vielleicht nicht so weit auseinanderliegt, wie es klingt. Das Latein füllt die Kirche wie Wasser einen Behälter, das heißt: es nimmt die Form des Raumes an, ohne ihn zu verändern, gleichmäßig, kontinuierlich, Brennans Stimme altert hörbar mit jedem Jahr, aber ihr Rhythmus nicht. Niall antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwei Jahrzehnte bewahrt hat wie Dinge, die man in einem Keller einlagert und vergisst, bis man sie braucht: „Et cum spiritu tuo", „Sed libera nos a malo", die kurzen Antworten des Ministranten, die er mit sieben Jahren auswendig lernte, ohne zu wissen, dass er sie mit siebenundzwanzig noch sprechen würde. „Dominus vobiscum" – Brennan dreht sich kurz um, sein gutes Auge findet Niall mit der unbeirrten Sicherheit jahrzehntelanger Gewohnheit, und in diesem Blick liegt weder Frage noch Dank, nur die stille Erwartung, dass da ist, was da sein soll. „Et cum spiritu tuo" – Niall antwortet, und Brennan nickt und dreht sich zurück, und in diesem kleinen Austausch liegt so etwas wie Liturgie, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Die Messe bewegt sich vorwärts mit der Schwerkraft alter Strukturen, die nicht deswegen tragen, weil man an sie glaubt, sondern weil sie so oft wiederholt wurden, dass sie ein eigenes Gewicht entwickelt haben. Dann kommt die Wandlung, und Brennan hält die Hostie in den Händen, und sein Mund öffnet sich, und kein Wort kommt. Es ist kein dramatischer Moment, kein Zusammenbruch – nur ein offener Mund, ein abgebrochener Anlaut, und dahinter eine Stille, die sich von der Stille der leeren Bänke unterscheidet, weil sie nicht leer, sondern unterbrochen ist. Nialls Blick geht sofort zu Brennans Händen, die die Hostie mit einer Kraft umschließen, die wie Festhalten aussieht, als könnten die Finger halten, was der Geist nicht mehr findet, und er sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes und das blinde Auge, das ins Dunkel der Apsis gerichtet ist, als suchte es dort, was vorne nicht mehr greifbar ist. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkehren, wie sie es manchmal tun, wenn man ihnen Zeit lässt und nicht zieht. Sie kommen nicht. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und die Kirche hält den Atem an, und Niall hält ihn auch, und dann passiert etwas, das er im Nachhinein nicht erklären kann: Er hört sich selbst sprechen, leise, fast unhörbar, als wären die Worte nicht für Brennan bestimmt, sondern für den Raum: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Sie kommen ohne Abruf, ohne Anstrengung, aus einem Teil seiner selbst, der offenbar nie aufgehört hat, sieben Jahre alt und Ministrant zu sein, und der den Satz all diese Jahre getragen hat wie eine Schuld, die man nicht kennt, bis jemand nach ihr fragt. Brennan schließt die Augen, einen Moment lang, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er weder verdient noch erwartet hat, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig und gleichmäßig, als wäre der Riss in der Messe niemals gewesen. Die Hostie hebt sich, und der Rest der Wandlung vollzieht sich in der gewohnten Stille, und Niall bemerkt, dass seine Hände zittern, nicht seine. Die Messe endet, wie sie immer endet: ohne Aufsehen, ohne Publikum, ohne den Applaus, den keine Messe je hat und diese weniger als alle anderen. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand mit der akkuraten Langsamkeit eines Mannes ab, für den kein Handgriff gleichgültig ist, und sie verlassen die Kirche, und über das, was passiert ist, sagen sie nichts, weil alles, was man dazu sagen könnte, entweder zu wenig oder zu viel wäre. Der Regen hat nicht nachgelassen. Im Pub hängen ihre Jacken an den Stühlen und tropfen auf den Holzboden, und der Wirt stellt die Gläser ab und dreht das Radio leiser, ohne gefragt zu werden, weil er in zwanzig Jahren gelernt hat, was diese zwei Männer an Sonntagmorgen brauchen und was nicht. Brennan sitzt lange still, die Hände um das Glas gelegt, die Finger noch leicht zitternd, und schaut in das dunkle Bier mit dem Gesicht eines Mannes, der abwägt, ob sprechen oder schweigen das Richtigere ist. „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war", sagt er schließlich, mit der Stille eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, weil er zu alt ist, um Umwege zu machen, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde und nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war die einzige Sprache, bei der ich spürte, dass sie etwas trägt, das nicht von ihr selbst kommt – etwas, das die Worte benutzt, ohne in ihnen zu wohnen." Er macht eine kurze Pause, in der das Radiomurren und das entfernte Regenprasseln den Raum füllen. „Jetzt zählt das alles nichts mehr, und ich weiß nicht, ob das an der Sprache liegt oder an mir oder an dem, was zwischen den beiden verschwunden ist." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, und in diesem Schweigen liegt keine Verlegenheit, sondern das ruhige Einverständnis zweier Männer, die gelernt haben, dass die meisten Sätze keine Antwort brauchen, sondern nur Zeugen. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit einer Geste, die so oft wiederholt wurde, dass sie aufgehört hat, symbolisch zu sein, und einfach wahr ist. Draußen hört der Regen auf. Er hört einfach auf, nach drei Wochen, mitten in diesem unbetrachteten Moment, und das blasse Licht, das jetzt schräg durch die Wolkenlücke fällt, legt sich auf die nasse Straße wie eine Aussage, für die niemand die Sprache hat. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. == 90 == Die Wiese unter Wasser Der Regen fällt seit drei Tagen. Maeve fährt aus Dublin zurück in ihr altes Dorf. Die Straße ist nass und dunkel. Am Ende der Straße bleibt ihr Auto stehen. Sie steigt aus und geht zu Fuß weiter. Der Matsch zieht an ihren Stiefeln. Der Regen trifft ihr Gesicht. Sie trägt nur einen kleinen Koffer. Das Haus ihrer Mutter liegt am Fluss. Der Fluss ist über die Ufer getreten. Das Wasser steht im Hof. Declan steht in der offenen Haustür. Er hält eine Taschenlampe in der Hand. Das Licht zittert über die nasse Wand. „Du siehst aus wie eine ertrunkene Katze", sagt er. „Du siehst aus wie immer", sagt sie. Sie umarmen sich kurz. Es riecht nach nassem Holz und altem Tee. Im Haus ist es dunkel, weil der Strom weg ist. Ihre Mutter Bridie sitzt oben im Sessel. „Hast du den Gürtel deines Vaters gerettet?", fragt sie. Maeve schaut auf ihre leeren Hände. Declan nimmt den Gürtel aus seiner Jackentasche. Er legt ihn der Mutter auf den Schoß. Bridie streicht über das Leder und sagt nichts. Dann tragen Maeve und Declan die alte Kommode die Treppe hoch. Die Kommode ist schwer. Declan flucht auf Irisch. Maeve lacht zum ersten Mal an diesem Tag. Sie schleppen auch Stühle und Kartons nach oben. Das Wasser im Erdgeschoss steigt langsam. Alte Fotos vom Vater schwimmen auf dem Wasser. Declan sieht sie und sagt: „Papa macht jetzt eine Bootsfahrt." Maeve nimmt ein Foto und hält es fest. Draußen helfen die Nachbarn mit Sandsäcken. Maeve geht hinaus und hilft auch. Ihre Hände werden kalt. Nach einer Stunde ist die Linie gesichert. Die Nachbarin Aoife bringt heißen Tee in einer Thermoskanne. Es ist der beste Tee, den Maeve seit Jahren getrunken hat. Um Mitternacht ist es ruhiger. Declan klettert auf das Dach des Schuppens. Maeve klettert hinter ihm her. Das Dach ist aus Wellblech und kalt. Aber von hier oben sieht man alles. Das Wasser liegt schwarz und still im Hof. Die Birken am Ufer stehen halb im Wasser. Declan gibt ihr die Whiskeyflasche. Sie trinkt einen langen Schluck. „Warum bist du nie weggegangen?", fragt sie. Er zuckt mit den Schultern. „Weil jemand zusehen muss, wie das Wasser steigt." Sie sagen eine Weile nichts. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich bin hier fertig." Declan antwortet: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, leiser jetzt. Sie sitzen noch lange auf dem Dach. Am Morgen ist das Wasser etwas gesunken. Bridie steht am Fenster im ersten Stock. Sie winkt Maeve zu, als diese ihren Koffer aus dem Schlamm zieht. Declan lehnt an der Tür. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagt er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagt Maeve. Aber beide wissen: Es wird ein nächstes Mal geben. Sie steigt ins Auto. Das Radio spielt ein altes irisches Lied. Im Spiegel sieht sie Declan in der Tür stehen. Er hebt die Hand. Sie fährt los. Das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist nicht vorbei. Aber sie ist heute nicht gestorben. Das reicht. ---------------------------------------------- Die Wiese unter Wasser Maeve hat seit drei Tagen nicht geschlafen, weil die Nachrichten aus dem Dorf immer schlechter wurden. Sie packt einen Koffer, aber nur für zwei Tage. Auf der Fahrt aus Dublin ist die Autobahn leer, und der Regen schlägt hart auf die Windschutzscheibe. Am Ende der Schotterstraße steht das Wasser schon knietief. Sie stellt das Auto ab und geht den Rest zu Fuß. Der Matsch ist so weich, dass ihre Stiefel bei jedem Schritt einsinken. Das Haus sieht kleiner aus, als sie es in Erinnerung hat. Declan steht in der Tür mit einer Taschenlampe, weil der Strom seit dem Mittag ausgefallen ist. „Du bist nass bis auf die Knochen", sagt er, und das klingt fast wie eine Begrüßung. Sie umarmen sich kurz und klopfen sich auf den Rücken, wie man es macht, wenn man nicht weiß, was man sagen soll. Im Haus riecht es nach nassem Holz, altem Stein und dem Tee, den Bridie immer kocht, wenn sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Die Mutter sitzt oben im Sessel, die Hände im Schoß, und schaut auf die Tür, als sie Maeve sieht. „Das Wasser steigt noch", sagt Bridie, ohne Hallo zu sagen. Maeve setzt sich kurz zu ihr, aber Declan ruft schon von unten, dass man die Kommode retten muss. Die Kommode ist aus Eichenholz und wiegt so viel, dass Maeve versteht, warum Declan auf sie gewartet hat. Sie fluchen beide leise, als sie das Ding die enge Treppe hinaufschleppen. Oben angekommen lachen sie, weil das manchmal einfacher ist als nichts zu sagen. Declan holt eine Kerze aus der Küchenschublade, und jetzt sieht das Zimmer fast gemütlich aus. Aber das Wasser unten schlägt leise gegen die Wand, und das klingt nicht gemütlich. Maeve geht zurück nach unten und sieht, dass die alten Fotos vom Vater auf dem Wasser treiben. Sie nimmt eines und drückt es an sich, bevor es nass wird. Declan sieht das und sagt: „Papa hat uns immer gesagt, dass er gern schwimmt." Maeve lacht, obwohl ihr die Augen brennen. Draußen arbeiten die Nachbarn mit Sandsäcken, und Maeve geht hinaus, um zu helfen. Es ist kalt, und der Regen macht keine Pause. Aoife, die Nachbarin von gegenüber, schleppt Säcke, obwohl sie schon siebzig ist. „Du bist wieder da", sagt Aoife, als wäre das die natürlichste Sache der Welt. Maeve nickt und nimmt den nächsten Sack. Nach zwei Stunden ist die Linie fertig, und jemand bringt Tee in einer alten Kanne. Sie trinken im Regen und sagen nicht viel, weil die Arbeit schon alles gesagt hat. Um Mitternacht ist das Wasser für eine Weile ruhig. Declan klettert auf das Dach des Schuppens und streckt ihr die Hand entgegen. Von dort oben sieht man das ganze Ausmaß, weil das Mondlicht kurz durch die Wolken kommt. Der Schulweg, den Maeve als Kind gegangen ist, liegt jetzt unter schwarzem Wasser. Declan zieht eine Plastikflasche Whiskey aus der Jackentasche, weil er immer auf solche Nächte vorbereitet ist. Maeve trinkt und spürt, dass die Kälte ein bisschen nachlässt. „Warum bist du wirklich nie weggegangen?", fragt sie, weil sie das seit Jahren fragen will. Declan schaut auf das Wasser und sagt: „Weil ich dachte, dass jemand bleiben muss." „Für Mama?", fragt sie. „Für alles", sagt er. Eine Weile sagen sie nichts, und das ist in Ordnung. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich wäre hier fertig." Declan nimmt die Flasche zurück und sagt: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, aber leiser als vorher. Sie sitzen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer ist. Als Maeve am Morgen aufwacht, hat das Wasser ein Stück nachgegeben. Die Möbel im Erdgeschoss stehen im Schlamm, aber sie stehen noch. Bridie kocht Tee, weil der Strom wieder da ist und weil sie das immer macht, wenn der schlimmste Teil vorbei ist. „Bleibt du noch?", fragt die Mutter, ohne sich umzudrehen. „Ich muss morgen zurück", sagt Maeve. Bridie nickt, als hätte sie genau das erwartet. Declan isst Brot am Tisch und schaut auf sein Telefon, aber Maeve weiß, dass er zuhört. Sie verbringen den Tag damit, den Schlamm aus dem Erdgeschoss zu schaufeln. Es ist die schwerste Arbeit, die Maeve seit Jahren gemacht hat. Aber es ist auch die einzige Arbeit, bei der sie nicht nachdenken muss. Am Abend zieht Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus. Declan lehnt in der Tür und sagt: „Nächstes Mal ruf vorher an." „Es gibt kein nächstes Mal", sagt sie. Er lächelt, weil sie beide wissen, dass das eine Lüge ist. Bridie steht am Fenster im ersten Stock und winkt, als Maeve zum Auto geht. Das Radio spielt ein Lied, das Maeve aus ihrer Kindheit kennt. Im Rückspiegel sieht sie Declan, der immer noch in der Tür steht und den Regen ins Gesicht lässt. Sie fährt los, und das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist noch nicht ganz vorbei. Aber das Haus steht noch, und die Menschen darin auch. Das reicht für heute. ---------------------------------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam um halb vier morgens, kurz und ohne Ausrufezeichen: „Der Fluss steht im Hof." Maeve lag noch wach, weil sie es irgendwie gewusst hatte. Sie warf ein paar Sachen in den Koffer, nicht weil sie bleiben wollte, sondern weil man für solche Nächte gewappnet sein muss. Die Fahrt aus Dublin dauerte fast drei Stunden, weil ein Lastwagen quer auf der Nationalstraße stand und niemand zu wissen schien, warum. Der Regen ließ nicht nach, und die Scheibenwischer kämpften, als wären sie persönlich beleidigt. Am Ende der Schotterstraße, wo der Asphalt aufhörte und das Wasser anfing, stellte sie das Auto auf einen Grashügel und stieg aus. Die Stiefel sanken sofort ein, und der Matsch hatte einen Geruch, den sie seit Jahren nicht mehr gerochen hatte – nach nassem Torf und altem Gras und etwas, das sie nicht benennen konnte. Das Haus stand noch, aber es stand anders, als wäre es ein bisschen kleiner geworden. Declan wartete in der offenen Tür, eine Taschenlampe in der Hand, das Licht hinter ihm erloschen. „Ich dachte, du kommst nicht", sagte er, und das klang weder vorwurfsvoll noch erleichtert, sondern einfach wie eine Feststellung. Sie umarmten sich auf die Art, wie Geschwister das tun, wenn die Worte zu groß sind – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das bedeutete: Ich bin noch da. Im Haus roch es nach Kerzenrauch, nassem Stein und dem Tee, den Bridie gekocht hatte, obwohl kein Strom da war und sie vermutlich auf dem Campingkocher stand. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, nicht tief, aber genug, dass die unterste Treppenstufe verschwunden war. Maeve sah, wie ein altes Notizbuch ihres Vaters auf der Oberfläche trieb, aufgegangen wie eine kleine Blüte. Sie wollte es greifen, aber Declan war schneller und hielt es ihr hin, triefend und fast unleserlich. „Ich hab die wichtigen Sachen schon hochgetragen", sagte er, „aber die Kommode hat sich gewehrt." Sie lachten beide, weil die Kommode aus Eichenholz war und seit fünfzig Jahren an derselben Stelle stand und das auch noch weitere fünfzig Jahre vorhatte. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, eine Decke über den Knien, und zählte leise etwas, das Maeve nicht verstand. „Was zählst du?", fragte Maeve. „Die Flaschen unten", sagte Bridie. „Eine für jedes Jahr, das ich hier lebe." Maeve setzte sich kurz neben sie, bis Declan rief, dass man jetzt die Kommode anpacken müsse, weil das Wasser nicht auf sie warte. Das Tragen war mühsam und laut, und Declan fluchte auf Irisch, was er immer tat, wenn er sich wirklich ärgerte, weil er der Meinung war, das klang weniger schlimm. Oben stellten sie die Kommode an die Wand, und Maeve lehnte sich dagegen und atmete durch. Durchs Fenster sah sie, wie die Nachbarn draußen Sandsäcke schleppten, in Regenjacken, die glänzten wie nasses Leder. Sie ging hinaus und half, ohne zu fragen, wer sie brauchte oder wohin die Säcke mussten. Aoife, die seit vierzig Jahren neben ihnen wohnte, schaufelte Erde in Säcke, als wäre sie dreißig, und schaute kurz auf. „Du bist gut angezogen für eine Überschwemmung", sagte sie. „Ich bin Sozialarbeiterin", sagte Maeve. „Wir sind immer falsch angezogen." Die Arbeit hatte etwas Ruhiges, trotz der Kälte und trotz des Regens, der nicht aufhörte. Man musste nicht reden, man musste nicht denken, man musste nur die Säcke tragen und stapeln und wieder zurückgehen. Gegen Mitternacht stand das Wasser für eine Weile still, als würde es überlegen, ob es noch mehr wollte. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und reichte ihr die Hand, ohne sie zu fragen. Von dort oben lag alles offen: das schwarze Wasser, das den Hof gefüllt hatte, die Birken am Ufer, die bis zur Hälfte versunken waren, und weiter hinten die dunklen Felder, die aussahen wie ein Meer. „Das ist der Schulweg", sagte Maeve, obwohl man ihn nicht mehr sehen konnte. „Ich weiß", sagte Declan. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, die er anscheinend für genau diesen Moment aufgespart hatte. Der Whiskey brannte angenehm, und Maeve trank mehr, als sie wollte, weil die Nacht so still war und die Stille nach mehr verlangte. „Warum bist du wirklich geblieben?", fragte sie, weil man auf Dächern und in der Nacht ehrlicher redet als anderswo. Declan schwieg einen Moment, nicht weil er keine Antwort hatte, sondern weil er die richtige suchte. „Weil das hier meins ist", sagte er schließlich. „Nicht nur Mamas. Meins." Maeve schaute auf das Wasser, das still glänzte wie poliertes Glas, und dachte daran, wie lange sie gebraucht hatte, um zu verstehen, dass Weggehen und Fertigsein zwei verschiedene Dinge sind. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er. „Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fing wieder an, leiser als vorher, fast wie eine Antwort. Sie saßen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte durch die Jacken drang. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, nicht viel, aber genug, dass man wieder die unterste Treppenstufe sehen konnte. Bridie stand am Fenster im ersten Stock und trank ihren Tee, als wäre das eine ganz gewöhnliche Aussicht. Maeve und Declan schaufelten den Schlamm aus dem Erdgeschoss, langsam und ohne viel zu reden, weil die Arbeit wieder für sich sprach. Am frühen Nachmittag zog Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus und wischte ihn mit einem alten Handtuch ab. Declan lehnte an der Haustür und schaute zu, als wäre das seine Aufgabe. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, und beide wussten, dass das eine freundliche Lüge war. Bridie winkte vom Fenster, ein kleines, ruhiges Winken, das bedeutete: Ich hab dich gesehen. Maeve stieg ins Auto und ließ den Motor an. Das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und sie ließ es laufen, obwohl es wehtat. Im Rückspiegel sah sie Declan, der immer noch in der Tür stand und den Regen ins Gesicht ließ, als wäre das eine bewusste Entscheidung. Sie fuhr los, und das Wasser unter den Reifen platschte laut in der Stille des Morgens. Die Flut war noch nicht vorbei, das wusste sie. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das genug. ---------------------------------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam als Textnachricht, drei Wörter, kein Ausrufezeichen, und genau diese Nüchternheit war es, die Maeve sofort aufstehen ließ. Sie hatte seit Wochen auf irgendetwas gewartet, ohne zu wissen worauf, und jetzt wusste sie es. Der Koffer stand in zwanzig Minuten fertig am Flur – zu wenig für eine Woche, zu viel für jemanden, der nicht bleiben will. Die Fahrt nach Westen war lang und schweigend, die Felder zu beiden Seiten der Straße bereits in flaches Grau getaucht, als hätte die Landschaft selbst aufgehört, sich Mühe zu geben. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, parkte sie auf einem Erdwall und stieg aus, ohne den Motor ganz auszumachen, als bräuchte sie die Möglichkeit zur schnellen Flucht. Der Matsch schluckte ihre Schritte, der Regen traf ihr Gesicht mit der gleichmütigen Beständigkeit von etwas, das keinerlei persönliche Absichten hat. Das Haus stand im Dunkeln, nur in einem Fenster oben brannte Kerzenlicht, das durch das Glas flackerte und auf dem Wasser davor zitterte wie ein Tier, das sich nicht sicher ist. Declan öffnete die Tür, bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er einfach immer in Türnähe lebte. „Du hast zwei Stunden gebraucht länger als ich dachte", sagte er, und sie hörte darin weder Vorwurf noch Erleichterung, sondern die stille Anerkennung einer Tatsache. Sie umarmten sich auf die Art gereifter Geschwister – kurz, ohne Sentimentalität, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir sind noch da, das reicht. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im Kerzenlicht beinahe schön aussah, beinahe wie ein Interieur aus einem anderen Jahrhundert, wäre da nicht der Geruch nach nassem Stein und dem Moder von Dingen, die nicht für Wasser gedacht waren. Auf der Oberfläche trieb das Notizbuch ihres Vaters, aufgegangen wie ein kleines Buch ohne Anfang und Ende, die Tinte bereits verlaufen zu grauen Schlieren. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne es anzuschauen, weil manche Dinge Zeit brauchen, bevor man sie wirklich ansehen kann. Oben saß Bridie unter dem Dachfenster, die Hände gefaltet wie in einer Kirche, und zählte leise, die Lippen kaum bewegt. „Die Flaschen unten", sagte sie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe." Maeve setzte sich neben sie auf die Armlehne, weil es keinen zweiten Stuhl gab, und legte kurz die Hand auf die ihrer Mutter, die sich kalt anfühlte und ruhig. Dann rief Declan, weil die Kommode nicht von selbst die Treppe hochgehen würde, und das war das Ende der stillen Szene. Das Tragen war mühselig und lächerlich zugleich, weil die Kommode breiter war als das Treppenhaus es eigentlich erlaubte und weil Declan auf Irisch fluchte, was er für weniger schlimm hielt als auf Englisch, obwohl die Mutter beides verstand. Als sie das Möbelstück endlich oben abstellten, lehnte Maeve die Stirn gegen das kühle Holz und lachte, weil das manchmal das Einzige ist, das noch geht. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen, schweigenden Kette, die in der Dunkelheit fast feierlich aussah. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil solche Nächte keine Einladungen verschicken. Aoife, siebzig, wohnhaft seit vier Jahrzehnten im Nachbarhaus, schaufelte Erde mit einer Energie, die Maeve beschämte, und schaute dabei nur kurz auf. „Städtische Stiefel", sagte Aoife, „aber du hast sie wenigstens angezogen." Die Arbeit hatte etwas fast Meditatives, trotz Kälte und Regen und der Erschöpfung, die sich langsam in Maeves Arme fraß – man musste nicht denken, man musste nur tragen. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, als würde es tatsächlich überlegen, und diese Pause hatte etwas beinahe Würdevolles, als gehörte sie zum Ritual. Declan kletterte auf das Schuppendach und streckte ihr die Hand herunter, und Maeve nahm sie, ohne zu zögern, was sie selbst überraschte. Von oben lag die gesamte Verwandlung der Landschaft offen: der Hof ein schwarzer See, die Birken am Ufer versunken bis zur Brust, die Felder dahinter ohne Grenze zwischen Erde und Himmel. „Das ist der Weg zur Schule", sagte Maeve, obwohl nichts mehr davon zu sehen war. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesem Ich-weiß steckte alles, was er in all den Jahren nicht gesagt hatte. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, und der Whiskey war billig und wärmte trotzdem, vielleicht sogar deswegen. Die Flasche kreiste zwischen ihnen, und Maeve trank mehr als nötig, weil die Stille auf dem Dach von einer Qualität war, die nach Füllung verlangte. „Ich habe mich immer gefragt, ob du je bereut hast, dass du geblieben bist", sagte sie schließlich, weil man auf Dächern in der Nacht Dinge sagen kann, die am Küchentisch nicht möglich wären. Declan schwieg lange genug, dass sie dachte, er würde nicht antworten, und dann sagte er: „Reue setzt voraus, dass es eine andere Möglichkeit gegeben hätte, die ich mir wirklich vorstellen konnte." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, ohne sich umzudrehen, überzeugt, dass das Richtige immer das ist, was nach vorn geht. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er, ohne Pause, als hätte er das schon lange gewusst. „Aber fertig sein bedeutet nicht, dass man nicht zurückkommen darf." Der Regen setzte wieder ein, leiser diesmal, mit einer fast höflichen Zurückhaltung. Sie saßen noch lange auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte anfing, ernsthafter zu werden. Am Morgen hatte das Wasser drei Handbreit nachgegeben, was wenig war und gleichzeitig alles, was man sich für diesen Moment wünschen konnte. Bridie stand bereits am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete die Verwüstung im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve nicht sicher war, ob sie bewundern oder fürchten sollte. Sie schaufelten den Schlamm zu zweit, langsam und gleichmäßig, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte wie ein alter Takt. Am Nachmittag, als der schlimmste Teil geschafft war, zog Maeve ihren Koffer aus dem Matsch und wischte ihn mit einem Handtuch ab, das ohnehin schon verloren war. Declan beobachtete das, ohne etwas zu sagen, die Schulter an den Türrahmen gelehnt, auf die Art, die bedeutete: Ich sehe dich, und ich sage nichts dazu. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er schließlich. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte Maeve, und sie meinte es halb, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste. Bridie winkte vom Fenster, einmal, ruhig, ein Winken ohne Drama, das mehr sagte als eine Umarmung. Maeve fuhr los, das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater gemocht hatte, und sie ließ es laufen, bis es zu weh tat, und dann noch ein bisschen länger. Im Rückspiegel stand Declan in der Haustür, das Gesicht in den Regen gehoben, als wäre das eine bewusste Entscheidung gegen den Schutz. Das Wasser unter den Reifen platschte, die Straße war noch halb überschwemmt, und Maeve fuhr langsam, weil sie das Haus noch ein bisschen länger im Rückspiegel sehen wollte. Die Flut war nicht vorbei, das wusste sie, und das nächste Mal würde kommen, ob sie es nächstes Mal nannte oder nicht. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das, was bleibt, genau das, was man gebraucht hat. ---------------------------------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht war so kurz, dass Maeve sie zweimal lesen musste, nicht weil sie die Worte nicht verstand, sondern weil die Kürze selbst etwas mitteilte, das über die Worte hinausging. Sie lag seit Stunden wach, mit der besonderen Hellwachheit von jemandem, der auf etwas wartet, ohne sich eingestehen zu wollen, worauf. Der Koffer war in zwanzig Minuten gepackt, zu leicht für eine Woche, zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Auf der Fahrt nach Westen verwandelte sich die Landschaft in etwas Vorläufiges, Überganghaftes, als hätte die Gegend selbst die Entscheidung vertagt, was sie sein wollte. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, hielt sie an und saß noch einen Moment im abgewürgten Motor, der leise Wärme abgab wie ein Tier, das sich aus einer Umarmung löst. Der Matsch hatte die zähflüssige Geduld von etwas, das Zeit hat und das weiß, und er schluckte ihre Schritte mit einer Beiläufigkeit, die Maeve als persönlich empfand. Das Haus stand im Dunkel, nur ein einziges Fenster oben brannte, und das Kerzenlicht, das sich auf der Wasseroberfläche vor der Tür spiegelte, hatte etwas Unschlüssiges, als wüsste es selbst nicht, ob es Wärme oder Warnung signalisieren sollte. Declan stand in der Tür, noch bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er in dieser Nacht ohnehin nicht schlafen konnte – beides hätte sie nicht überrascht. „Du hättest früher fahren können", sagte er, und in diesem Satz lag alles: kein Vorwurf, keine Erleichterung, nur die stille Abrechnung von jemandem, der sich das Rechnen schon lange abgewöhnt hat. Sie umarmten sich auf die Art, die sich über Jahrzehnte einschleift, wenn das Gefühl zu groß ist und der Körper gelernt hat, damit umzugehen – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir stehen noch, das haben wir schon festgestellt, reden wir weiter. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im flackernden Kerzenschein eine fast beunruhigende Schönheit hatte, die Art von Schönheit, der man misstraut, weil man weiß, was darunter liegt. Das Notizbuch ihres Vaters trieb auf der Oberfläche, aufgeblättert und aufgequollen, die Handschrift zu grauen Wolken verlaufen, die an nichts Konkretes mehr erinnerten – oder vielleicht gerade deshalb an alles. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne hineinzusehen, weil manche Objekte zunächst als Gewicht getragen werden müssen, bevor man sie wirklich betrachten kann. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, die Hände übereinandergelegt mit einer Stille, die keine Erschöpfung war, sondern eine Art beschlossene Ruhe, die Maeve immer an Wasser erinnert hatte, das tief genug ist, um ruhig zu sein. „Ich zähle die Flaschen unten", sagte Bridie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe – das sind jetzt achtundsechzig, falls du mitgezählt hast." Maeve setzte sich auf die Armlehne des Sessels und legte die Hand auf die der Mutter, die sich kühl anfühlte und trocken wie Papier, das schon lange gelesen wurde. Dann rief Declan von unten, weil die Kommode noch stand und das Wasser nicht auf Sentimentalität wartete, und das war das Ende der stillen Szene. Das Schleppen der Kommode war mühselig auf eine Weise, die fast komisch war – das Ding hatte den entschlossenen Eigensinn alter Möbel, die sich entschieden haben, dass sie sich nicht mehr bewegen lassen –, und Declan fluchte auf Irisch, was er für weniger gotteslästerlich hielt als auf Englisch, obwohl Bridie beides hörte und beide Sprachen verstand. Als sie das Ding oben abstellten und Maeve die Stirn gegen das kühle Holz lehnte, lachten sie beide, weil Lachen manchmal das Einzige ist, das die Erschöpfung nicht beleidigt. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen schweigenden Kette durch den Regen, und in der Dunkelheit hatte das etwas fast Rituelles, als gehörte es zu einem Brauch, dessen Bedeutung man nicht mehr kennt, den man aber trotzdem vollzieht, weil er der Nacht eine Ordnung gibt. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil Nächte wie diese keine Einladungen versenden und keine Protokolle führen. Aoife, siebzig und seit vierzig Jahren Nachbarin, schaufelte Erde in Säcke mit einer Akkuratesse, die Maeve beschämte, und schaute dabei kaum auf. „Ich hab dich seit zwei Jahren nicht gesehen", sagte Aoife, in einem Ton, der weder anklagend noch herzlich war, sondern einfach präzise. Die Arbeit hatte die schweigende Würde von etwas, das getan werden muss und das keine Begleitung braucht, und Maeve empfand nach einer Weile etwas, das sie nicht gleich einordnen konnte – eine Art körperlicher Klarheit, die entsteht, wenn der Verstand aufhört, sich selbst zu kommentieren. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, mit einer Abruptheit, als wäre eine Entscheidung gefallen, und diese Pause hatte etwas fast Souveränes, als wäre das Wasser kein Naturereignis, sondern ein Akteur, der sich kurz besinnt. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und streckte ihr die Hand herunter – eine Geste ohne Erklärung, die keine brauchte. Von dort oben lag die gesamte Transformation offen: der Hof ein schwarzer Spiegel, in dem nichts sich spiegelte außer dem Himmel, die Birken am Ufer versunken bis zur Hälfte ihrer Stämme, die Felder dahinter ohne erkennbare Grenze zwischen dem, was Boden gewesen war, und dem, was Luft sein sollte. „Ich bin dort lang zur Schule gegangen", sagte Maeve, obwohl der Weg unter Wasser lag und sie selbst wusste, dass sie nicht über den Weg sprach. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesen zwei Wörtern lag die gesamte Asymmetrie ihrer Kindheit – er hatte alles behalten, sie hatte alles mitgenommen, und keines von beiden war ein Fehler. Er zog eine Plastikflasche aus der Jackentasche, und der Whiskey war von der Sorte, die man nicht beschreibt, weil der Moment wichtiger ist als der Geschmack. Die Flasche kreiste zwischen ihnen mit der ruhigen Regelmäßigkeit eines alten Rituals, und die Nacht legte sich um sie wie etwas, das nicht beendet werden will. „Ich habe mich immer gefragt", sagte Maeve schließlich, und dann ließ sie den Satz eine Weile stehen, bevor sie ihn vollendete, „ob du je einen Moment hattest, in dem du verstanden hast, warum du geblieben bist." Declan schwieg auf eine Art, die keine Verlegenheit war, sondern Sorgfalt, die Sorgfalt von jemandem, der gelernt hat, dass manche Fragen keine schnellen Antworten vertragen. „Das setzt voraus", sagte er schließlich, „dass Bleiben eine Entscheidung war, die man hätte anders treffen können – aber ich glaube, manche Menschen sind einfach von einer bestimmten Art Boden." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, das Dorf im Rückspiegel kleiner werden lassend, überzeugt, dass Distanz dasselbe sei wie Freiheit, und dass beides dasselbe sei wie Ankommen. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. Declan nahm die Flasche, trank, und dann sagte er, ohne sie anzusehen: „Du bist fertig. Aber das bedeutet nur, dass du weißt, wo du herkommst – nicht, dass du aufgehört hast, hierherzugehören." Der Regen setzte wieder ein, mit einer Zurückhaltung, die beinahe höflich wirkte, als hätte er das Gespräch abgewartet. Sie saßen noch lange auf dem Dach, die Flasche zwischen ihnen, das Wasser unter ihnen, und Maeve spürte, wie etwas, das sie lange für Abgeschlossenheit gehalten hatte, sich als etwas anderes herausstellte – als eine Art offene Rechnung, die keine Begleichung verlangte, sondern nur gelegentliche Aufmerksamkeit. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, wenig, aber mit einer Entschiedenheit, die wirkte wie ein Versprechen ohne Garantie. Bridie stand am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete den Schlamm im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve erst jetzt, nach all den Jahren, als das erkannte, was sie immer gewesen war: nicht Gleichmut, sondern eine sehr alte Form von Ausdauer. Sie schaufelten zu zweit, schweigend, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte, wie Atemzüge sich einstellen, ohne dass man es entscheidet. Am frühen Nachmittag zog Maeve den Koffer aus dem Schlamm, wischte ihn mit einem bereits verlorenen Handtuch ab und stellte ihn ans Auto, und diese kleine Handlung hatte etwas Endgültiges, das sie selbst nicht gemeint hatte. Declan stand in der Tür, die Schulter am Rahmen, und beobachtete das mit einer Stille, die keine Gleichgültigkeit war, sondern die besondere Aufmerksamkeit von jemandem, der sich etwas einprägt. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, in dem vollen Bewusstsein, dass sie log, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste, und das machte die Lüge zu einer Art Vereinbarung. Bridie winkte einmal, ohne Theatralik, ein kleines, ruhiges Winken vom Fenster, das mehr Inhalt hatte als die meisten Umarmungen. Das Radio im Auto spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und Maeve ließ es laufen, auch als es anfing wehzutun, weil manche Dinge nur vollständig sind, wenn man sie bis zum Ende hält. Im Rückspiegel stand Declan in der offenen Tür, das Gesicht dem Regen zugewandt, als wäre das eine Wahl und nicht nur eine Haltung – vielleicht war es beides. Sie fuhr langsam, weil die Straße noch halb überschwemmt war, aber auch weil sie das Bild im Spiegel eine Weile länger behalten wollte, bevor die Kurve es nahm. Das Wasser war nicht vorbei, und die nächste Flut würde kommen, mit derselben sachlichen Unausweichlichkeit wie diese, und Maeve würde wieder fahren, das stand jetzt fest, mit einem Koffer, der zu leicht war für eine Woche und zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen, und vielleicht war das die einzige Art von Fertigsein, die in der Welt wirklich gilt. 6pb5jazf8f55dpsp2hecexy4wl5xy0v 1085359 1085355 2026-05-10T14:57:55Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 1085359 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 5 a - ungarisch deutsch == 81 == 1 -------------------- Yuki ist achtundzwanzig Jahre alt. Sie arbeitet in einer Buchhandlung. Heute fährt sie mit dem Zug. Das Ziel ist ein kleiner Tempel. Dort hat ihre Großmutter früher gelebt. Die Großmutter ist seit drei Jahren tot. Yuki hat den Garten lange nicht besucht. Der Zug hält an einer kleinen Station. Yuki steigt aus und geht zu Fuß. Der Weg ist schmal und still. Bald steht sie vor dem alten Tor. Das Holz ist grau und verwittert. Sie zieht ihre Schuhe aus. Die Steine sind kalt und nass. Der Regen der letzten Nacht liegt noch auf dem Moos. Yuki geht langsam zum Teich. Das Wasser ist dunkel und trüb. Früher waren hier bunte Koi-Karpfen. Jetzt schwimmt nur ein einzelnes Blatt auf dem Wasser. Yuki schaut lange auf den Teich. Sie sagt nichts. Dann hört sie ein leises Geräusch. Ein alter Mann sitzt auf einer Holzbank. Sein Name ist Nao. Nao war früher der Gärtner des Tempels. Er ist ungefähr fünfundsiebzig Jahre alt. Ein Besen lehnt neben ihm an der Bank. Nao sieht Yuki an. Er sagt kein Wort. Er nickt nur einmal, ganz leicht. Yuki geht zur Bank und setzt sich. Sie setzt sich nicht zu nah. Die beiden sitzen still nebeneinander. Eine Libelle fliegt über den Teich. Sie setzt sich auf einen alten Seerosenschaft. Nao streicht mit dem Finger über das raue Holz der Bank. Es ist eine alte Gewohnheit. Yuki denkt an ihre Großmutter. Sie denkt an den Geruch von Tee und nassem Gras. Dann beginnt es zu regnen. Zuerst sind es nur wenige Tropfen. Dann regnet es stärker. Yuki und Nao stehen schnell auf. Sie laufen unter das Dach des kleinen Teehauses. Das Dach ist aus alten Ziegeln. Der Regen prasselt laut darauf. Yuki sieht einen kleinen Bambus-Brunnen. Das Wasser fällt tropf für tropf auf einen Stein. Der Stein ist mit Moos bedeckt. Nao schließt die Augen. Er atmet ruhig. Yuki sagt nichts, und Nao sagt auch nichts. Es gibt nichts zu sagen. Nach einer Weile hört der Regen auf. Ein schwaches Licht kommt durch die Wolken. Das nasse Moos leuchtet jetzt grün auf der Steinmauer. Yuki steht auf. Sie verbeugt sich leicht vor dem alten Mann. Nao öffnet die Augen. Er sagt leise: „Die Karpfen sind nicht tot." Yuki schaut ihn an. Nao sagt: „Sie schlafen nur unter dem Schlamm." Yuki nickt. Sie dreht sich um und geht. Der Weg zurück zum Tor ist still. Sie dreht sich nicht um. Nao bleibt auf der Bank sitzen. Er schaut auf das trübe Wasser. Yuki geht durch das alte Tor. Sie zieht ihre Schuhe wieder an. Der Zug fährt bald. Sie geht langsam zur Station. Im Herzen ist es ruhig, aber auch leer. Das ist in Ordnung. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Yuki kennt den Weg zum Tempel, obwohl sie ihn lange nicht gegangen ist. Drei Jahre sind vergangen, seit ihre Großmutter gestorben ist. Der Morgen ist kühl, und die Luft riecht nach feuchter Erde. Yuki trägt eine dunkle Jacke und hält eine kleine Tasche in der Hand. Als sie das verwitterte Holztor erreicht, bleibt sie kurz stehen. Sie legt die Hand auf das alte Holz, das sich kalt und rau anfühlt. Dann zieht sie die Schuhe aus, weil das hier so der Brauch ist. Die moosbewachsenen Steine sind noch nass vom Regen der letzten Nacht. Yuki geht langsam, weil sie nicht weiß, was sie fühlen soll. Der Garten sieht anders aus als in ihrer Erinnerung. Die Büsche sind wilder geworden, und das Gras wächst zwischen den Steinen. Am Ende des schmalen Weges liegt der Teich, dunkel und still. Das Wasser hat eine grünliche Farbe, fast wie altes Glas. Yuki erinnert sich, dass hier früher viele Koi-Karpfen geschwommen sind. Jetzt ist nur ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche zu sehen. Sie hockt sich ans Ufer und schaut lange in das trübe Wasser. Ein leises Geräusch lässt sie aufblicken. Auf einer alten Holzbank sitzt ein Mann, der sehr alt und sehr ruhig wirkt. Sein Name ist Nao, und er war viele Jahre lang der Gärtner dieses Tempels. Der Besen neben ihm lehnt gegen die Bank, als ob er gleich benutzt werden soll. Nao dreht den Kopf zu Yuki, sagt aber kein einziges Wort. Er nickt nur einmal, und das reicht als Begrüßung. Yuki geht zur Bank und setzt sich mit etwas Abstand neben ihn. Sie weiß nicht, warum sie sich setzt, aber es fühlt sich richtig an. Eine Libelle erscheint über dem Wasser und landet auf einem alten Seerosenschaft. Nao streicht mit dem Daumen über das raue Holz der Banklehne, immer wieder. Yuki beobachtet diese Geste und denkt, dass er das schon tausendmal getan hat. Sie denkt an ihre Großmutter, die hier oft gesessen und Tee getrunken hat. Das Bild ist klar, aber die Person darin fehlt. Nach einer langen Pause beginnt ein leiser Regen. Die ersten Tropfen fallen kaum hörbar auf die Blätter. Dann wird der Regen stärker, und Yuki steht schnell auf. Nao steht langsam auf, weil seine Knie nicht mehr so gut mitspielen. Sie gehen zusammen unter das überhängende Dach des kleinen Teehauses. Das Dach ist aus dunklen Ziegeln, und der Regen klingt darauf wie Trommelschläge. Yuki stellt sich an den Rand des Dachs und schaut in den Garten. Ein Bambus-Brunnen schöpft Wasser und lässt es in einen bemoosten Stein fallen. Tropf. Pause. Tropf. Das Geräusch ist gleichmäßig und irgendwie beruhigend. Nao lehnt mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses und schließt die Augen. Er atmet tief und regelmäßig, als ob er schläft. Yuki schaut ihn an und fragt sich, wie viele Regengusse er hier schon erlebt hat. Die Zeit scheint hier langsamer zu fließen als in der Stadt. Yuki denkt an ihren Alltag in der Buchhandlung, an Regale und Kassenzettel. Das alles wirkt weit weg, als ob es zu einem anderen Leben gehört. Der Regen füllt die kleinen Vertiefungen zwischen den Steinen. Das Moos nimmt das Wasser auf, langsam und lautlos. Yuki denkt: So ist das mit dem Verlust auch. Er kommt nicht auf einmal, sondern sickert ein, Tropfen für Tropfen. Dann, genauso plötzlich wie er begonnen hat, hört der Regen auf. Zwischen den Wolken bricht ein schmaler Streifen Licht hindurch. Das nasse Moos auf der alten Steinmauer leuchtet in einem tiefen Grün. Yuki findet, dass es schön ist, obwohl sie nicht weiß, warum. Sie dreht sich zu Nao um, der die Augen jetzt geöffnet hat. Sie verbeugt sich leicht, wie es sich gehört. Nao sieht sie an und sagt mit ruhiger Stimme: „Die Karpfen sind nicht fort." Yuki wartet, weil sie spürt, dass noch etwas kommt. „Sie liegen unten im Schlamm und warten auf den Frühling." Yuki nickt, obwohl sie nicht sicher ist, ob er nur von den Fischen spricht. Sie nimmt ihre Tasche und geht den Weg zurück zum Tor. Die Steine unter ihren Füßen sind noch kalt und glitschig. Sie dreht sich nicht um, aber sie hört, dass Nao sich wieder auf die Bank setzt. Am Tor zieht sie die Schuhe an und schaut einmal zurück in den Garten. Der Teich liegt still da, das trübe Wasser glänzt im schwachen Licht. Yuki atmet aus und geht. Der Weg zur Station ist kurz, und der Zug kommt bald. Im Zug sitzt sie am Fenster und schaut auf die vorbeiziehenden Felder. Sie denkt nicht an ihre Großmutter, aber sie fühlt sie irgendwie trotzdem. Die Leere ist da, aber sie drückt nicht mehr so schwer. Das Wasser fließt durch das Moos, ganz von allein. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Yuki hatte den Weg zum Tempel nicht vergessen, obwohl sie ihn seit drei Jahren nicht mehr gegangen war. Sie kannte jeden Stein, jede Biegung, jeden Geruch – und genau das machte den ersten Schritt so schwer. Der Morgen lag noch halb im Dunkel, als sie aus dem Zug stieg und die kühle Luft des frühen Herbstes einatmete. Es roch nach nassem Laub und nach etwas, das sie nicht benennen konnte, das sie aber sofort zurückbrachte. Am verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht weil sie zögerte, sondern weil der Moment es verlangte. Das Holz war grauer geworden, rauer, und trug die Spuren mehrerer Winter, die ohne sie vergangen waren. Sie zog die Schuhe aus, stellte sie ordentlich nebeneinander und trat auf den moosbewachsenen Stein davor. Die Kälte drang sofort durch die dünnen Socken, und Yuki ließ sie eine Weile stehen, ohne weiterzugehen. Der Garten hatte sich verändert, aber nicht so, wie Dinge sich verändern, wenn jemand sie vernachlässigt. Er wirkte eher wie jemand, der aufgehört hat, eine Haltung einzunehmen, und sich nun einfach gehen lässt. Die Büsche hatten ihre Form verloren, das Gras wuchs zwischen den Fugen der alten Steinplatten, und niemand hatte es zurückgedrängt. Yuki folgte dem schmalen Pfad, der noch erkennbar war, aber bald von den Rändern her aufgefressen zu werden drohte. Am Ende des Weges lag der Teich, und er war kleiner, als sie ihn in Erinnerung hatte. Das Wasser hatte eine dunkelgrüne Farbe, fast wie Tinte, und die Oberfläche bewegte sich kaum. Sie erinnerte sich an die Koi-Karpfen, die früher in leuchtenden Orangetönen darunter hindurchgeglitten waren wie lebende Flammen. Jetzt trieb ein einzelnes, halb zersetztes Blatt auf dem Wasser, und sonst war nichts. Yuki hockte sich ans Ufer, die Arme um die Knie geschlungen, und starrte in das Wasser, ohne etwas zu suchen. Sie saß so lange, dass ihre Beine kribbeln anfingen, aber sie stand nicht auf. Dann hörte sie hinter sich das leise Scharren von Holz auf Stein. Auf einer Bank, die unter dem Gewicht der Jahre leicht schief stand, saß ein alter Mann. Nao war ungefähr fünfundsiebzig, vielleicht älter, und trug eine schlichte Arbeitsjacke, die schon viele Sommer gesehen hatte. Der Besen neben ihm war nicht einfach abgestellt worden, sondern lehnte mit einer Selbstverständlichkeit dort, als hätte er dort immer gestanden. Nao drehte den Kopf zu ihr, ohne seinen Körper zu bewegen, und sah sie mit einem Blick an, der weder fragend noch begrüßend war. Er nickte einmal, ganz knapp, und Yuki nickte zurück, und damit war alles Notwendige gesagt. Sie stand auf und setzte sich mit etwas Abstand neben ihn, weil die Situation es so wollte, nicht weil sie Gesellschaft suchte. Über dem Teich erschien eine Libelle, die so still in der Luft hing, als wäre sie aufgemalt. Sie landete auf einem alten Seerosenschaft, der aus dem Wasser ragte wie ein übrig gebliebener Gedanke. Nao fuhr mit dem Daumen über die raue Holzlehne der Bank, immer in derselben Richtung, immer dieselbe Stelle. Yuki betrachtete seine Hand und dachte, dass Holz und Haut sich nach langer Zeit ähnlich werden. Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen hatte, Tee getrunken und nie viel erklärt hatte. Ihre Großmutter hatte Dinge gewusst, ohne darüber zu sprechen, und das hatte Yuki als Kind manchmal zur Verzweiflung gebracht. Jetzt verstand sie es besser, auch wenn das Verstehen nichts mehr nützte. Ein leiser Regen begann, so zögerlich, als ob er sich nicht sicher war, ob er willkommen wäre. Die ersten Tropfen verschwanden lautlos im Moos, dann auf dem Wasser, dann überall gleichzeitig. Yuki blieb sitzen, bis der Regen dichter wurde und ihr Haar zu kleben begann. Nao stand auf, langsam, mit der bedächtigen Sorgfalt eines Menschen, der seinen Körper gut kennt und respektiert. Sie gingen zusammen unter das Dach des Teehauses, ohne ein Wort darüber zu verlieren, dass sie es taten. Das Dach aus alten Ziegeln nahm den Regen laut auf, und dieses Geräusch füllte den Raum zwischen ihnen. Yuki stand am Rand des Dachs, einen Schritt vom Regen entfernt, und schaute auf den Bambus-Brunnen. Das Wasser fiel in gleichmäßigen Abständen auf einen bemoosten Stein, sickerte in die Vertiefungen, verschwand. Tropf. Stille. Tropf. Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand und schloss die Augen, als ob der Regen eine Musik wäre, die er auswendig kannte. Yuki überlegte, wie viele Regengusse er hier erlebt hatte, wie viele Menschen er hatte kommen und gehen sehen. Sie dachte an ihre eigene Stadt, an den Lärm und das Licht, das nachts nicht aufhörte. Hier schien selbst der Regen langsamer zu fallen, als ob er Zeit hatte. Der Gedanke an ihre Großmutter kam nicht als Bild, sondern als Gewicht – nicht schmerzhaft, nur vorhanden. Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte zu fühlen, sich nicht eingestellt hatte. Stattdessen war da etwas Ruhigeres, das sie noch nicht benennen konnte und das sie vorerst in Ruhe ließ. Das Moos an der Steinmauer trank das Wasser, das in dünnen Rinnsalen daran hinablief, ohne Eile und ohne Verlust. So ist das, dachte Yuki, aber sie sprach es nicht aus. Der Regen hörte auf, und das Schweigen danach war von anderer Qualität als das Schweigen davor. Ein schwaches Licht brach durch die auseinandertreibenden Wolken und fiel schräg auf die nasse Steinmauer. Das Moos leuchtete in einem Grün, das Yuki so noch nicht gesehen hatte, obwohl sie es schon oft hätte sehen können. Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ruhig ansah. Yuki verbeugte sich, weil es das Richtige war, auch wenn sie nicht genau erklären hätte können, wofür. Nao sah sie an und sagte, ohne Betonung und ohne Eile: „Die Karpfen sind nicht verschwunden." Yuki wartete, weil sie spürte, dass das nicht alles war. „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten, bis es wieder wärmer wird." Er sagte es so, als ob er eine Tatsache mitteilte, die bekannt und unbesorgniserregend war. Yuki nickte und dachte, dass er wahrscheinlich nicht nur von den Fischen sprach – oder vielleicht doch nur von ihnen, und das reichte. Sie nahm ihre Tasche, die noch etwas feucht war, und ging den Weg zurück zum Tor. Die Steine unter ihren nassen Socken waren glatt und kalt, und sie achtete auf jeden Schritt. Sie drehte sich nicht um, aber sie hörte, wie Nao sich wieder setzte und der Besen leise gegen die Bank stieß. Am Tor schlüpfte sie in ihre Schuhe und blieb einen Moment stehen, den Blick nach vorne gerichtet. Hinter ihr lag der Garten mit seinem trüben Teich, dem schiefen Teehaus und dem alten Mann auf der Bank. Das alles würde weiterexistieren, ob sie zurückkam oder nicht, und das war eine Erkenntnis ohne Schmerz. Yuki ging zur Station, und der Weg dorthin war kürzer, als sie erwartet hatte. Im Zug lehnte sie den Kopf gegen das Fenster und schaute zu, wie die Felder vorbeizogen. Sie dachte nicht viel, was ungewohnt war, aber auch nicht unangenehm. Die Leere, die sie gefürchtet hatte, war da – aber sie war nicht leer auf die Art, die wehtut. Sie war eher wie ein Teich im Herbst: still, dunkel, und darunter schläft etwas, das nicht tot ist. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Yuki hatte sich nicht vorgenommen, den Tempel zu besuchen – sie war einfach in den Zug gestiegen, wie man manchmal Dinge tut, bevor der Verstand sie verbieten kann. Drei Jahre hatte sie den Garten gemieden, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil manche Orte zu viel von einem verlangen, solange die Wunde noch frisch ist. Der Herbst hatte die Stadt bereits in ein blasses Licht getaucht, das weder kalt noch warm war, als der Zug an der kleinen Station hielt. Sie stieg aus in eine Stille, die nicht abweisend, sondern einfach vollständig war – eine Stille ohne Lücken, in die man Gedanken schieben konnte. Der Weg zum Tempel führte durch eine schmale Gasse zwischen alten Mauern, auf denen das Moos in dicken, ungleichmäßigen Polstern wuchs. Yuki kannte diesen Weg, ohne ihn zu kennen – er saß irgendwo unterhalb der Erinnerung, im Körper selbst, in der Art, wie die Füße ohne Zögern die Richtung wählten. Vor dem verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht um Mut zu sammeln, sondern weil der Übergang einen Moment der Sammlung verdiente. Das Holz hatte die Farbe von etwas, das viele Winter gesehen und keine Eile mehr kannte, und Yukis Hand ruhte kurz auf dem Pfosten, ohne Absicht. Sie zog die Schuhe aus, stellte sie mit einer Sorgfalt ab, die fast zeremonielle Züge annahm, und trat auf den ersten moosbewachsenen Stein. Die Kälte, die sofort durch den Stoff drang, hatte nichts Unangenehmes, sondern erinnerte sie daran, dass der Körper noch da war und wahrnahm. Der Garten empfing sie nicht – er war einfach da, in einem Zustand geduldiger Verwahrlosung, die würdevoller wirkte als jede gepflegte Ordnung. Die Hecken hatten ihre Konturen verloren, das Gras zwischen den Steinplatten stand hoch genug, um im leichten Wind zu schwingen, und irgendwo tropfte noch Wasser vom Nachttregen in eine Mulde. Yuki folgte dem Pfad, der sich noch als Pfad erkennen ließ, obwohl er zunehmend die Absicht aufzugeben schien, irgendwohin zu führen. Der Teich lag am Ende wie eine Antwort auf eine Frage, die sie sich nicht gestellt hatte – dunkel, reglos, von einer Stille bedeckt, die älter war als der Morgen. Das Wasser hatte eine Farbe, die zwischen Grün und Schwarz changierte, je nachdem, aus welchem Winkel man es betrachtete, und Yuki betrachtete es lange aus mehreren. Sie dachte an die Koi-Karpfen ihrer Kindheit, die in orangefarbenen und weißen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten waren, als ob das Wasser nur ein Medium war, das sie duldete. Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche, halb aufgelöst, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas, das Yuki nicht sofort in Worte fassen konnte. Sie ließ sich am Ufer nieder, die Knie an die Brust gezogen, und erlaubte sich, einfach zu schauen, ohne das Gesehene zu bewerten oder einzuordnen. Das war schwieriger, als es klang, weil der Verstand ständig bereit war, sich einzumischen und dem Schweigen Bedeutung aufzuzwingen. Ein Geräusch hinter ihr – kaum mehr als das Verschieben eines Gewichts auf altem Holz – ließ sie den Kopf wenden, ohne aufzufahren. Auf einer Bank, die leicht aus dem Lot geraten war, als hätte sie aufgehört, die Vertikale für wichtig zu halten, saß ein alter Mann in einer verwaschenen Arbeitsjacke. Nao war der Gärtner des Tempels gewesen, seit Jahrzehnten, lange bevor Yukis Großmutter den Garten zu ihrem eigenen gemacht hatte. Er sah Yuki an mit einem Blick, der weder Neugierde noch Distanz ausdrückte, sondern die besondere Ruhe eines Menschen, der aufgehört hat, von Begegnungen etwas zu wollen. Das einmalige, knappe Nicken, mit dem er sie begrüßte, war keine Geste der Kälte, sondern der Präzision – mehr war nicht nötig, also gab es nicht mehr. Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich, mit einem Abstand, der weder Nähe vortäuschte noch Distanz betonte, sondern einfach stimmte. Über dem Teich erschien eine Libelle, die mit jener mühelos wirkenden Präzision in der Luft stand, die nur Dinge besitzen, die vollständig im Moment leben. Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft und saß so still, dass man vergessen konnte, dass sie sich kurz davor noch bewegt hatte. Nao fuhr mit dem Daumen in einer gleichmäßigen Bewegung über die raue Lehne der Bank, immer dieselbe Bahn, immer dieselbe Richtung. Yuki beobachtete diese Geste und dachte, dass Gewohnheit und Gebet manchmal dieselbe Form annehmen. Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen und Tee getrunken hatte, ohne dabei irgendetwas beweisen oder festhalten zu wollen. Als Kind hatte Yukis Großmutter ihr gesagt, dass man einem Ort nicht erklären muss, warum man zurückkommt – er weiß es bereits oder er fragt nicht. Yuki hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da sie verstand, war niemand mehr da, dem sie hätte sagen können, dass sie es endlich tat. Der Regen begann ohne Ankündigung, wie es der Herbst manchmal tut, als hätte er vergessen, den Übergang auszuhandeln. Erst ein einzelner Tropfen auf dem Blatt des Teestrauchs, dann eine Handvoll, dann das gleichmäßige Rauschen, das Yuki sofort als etwas wiedererkannte, das hierher gehörte. Nao erhob sich mit der bedächtigen Entschiedenheit eines Menschen, dessen Körper Kompromisse eingegangen ist, aber nicht kapituliert hat, und Yuki folgte ihm unter das Dach des Teehauses. Das überhängende Ziegeldach verwandelte den Regen in Rhythmus, und dieser Rhythmus hatte die Qualität von etwas, dem man nicht widerstehen, sondern nur zuhören konnte. Yuki stellte sich an den Rand des Dachs, einen Schritt vom fallenden Wasser entfernt, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe still und ohne Unterlass erfüllte. Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein darunter, versickerte in Ritzen, wurde unsichtbar – und kam in einem anderen Zusammenhang irgendwann wieder. Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses, die Arme locker vor dem Körper, und schloss die Augen mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Erklärung brauchte. Yuki fragte sich, ob er schlief oder ob er einfach eine Art von Aufmerksamkeit praktizierte, die nach innen gerichtet war und keine Augen benötigte. Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Regale, die sie täglich ordnete, an die Menschen, die Bücher kauften, ohne zu wissen, welche Frage sie eigentlich beantworten wollten. Hier gab es keine Regale und keine Antworten und keine Fragen, die auf Antworten warteten – nur das Dach, den Regen, den alten Mann und sie selbst. Das Wasser, das vom Dach auf den nassen Boden fiel, schlug kleine Krater in das Moos und verschwand sofort wieder, ohne eine Spur zu hinterlassen. Yuki bemerkte, dass sie an ihrer Großmutter nicht wie an einem Verlust dachte, sondern wie an etwas, das eine andere Aggregatform angenommen hatte. Der Gedanke war nicht tröstlich im gewöhnlichen Sinn – er war einfach genau, und Genauigkeit hat manchmal eine eigene Art von Trost. Das Moos an der Steinmauer nahm das Wasser auf, das in dünnen, kaum sichtbaren Rinnsalen daran herabrann, langsam und vollständig, ohne Rest. Yuki dachte: So verlaufen Abschiede auch, wenn man ihnen Zeit gibt – nicht als Bruch, sondern als ein allmähliches Durchsickern, das erst endet, wenn alles aufgenommen ist. Der Regen hörte auf, wie er begonnen hatte – ohne Übergang, als ob eine Entscheidung gefallen wäre, die niemand mitgeteilt hatte. Das Licht, das danach durch die auseinanderdriftenden Wolken drang, war von jener spezifisch herbstlichen Qualität, die alles, was es trifft, für einen Moment aus der Zeit herauslöst. Das Moos auf der Mauer leuchtete in einem tiefen, satten Grün auf, das so intensiv war, dass Yuki kurz das Gefühl hatte, etwas zu sehen, das normalerweise nicht sichtbar war. Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie mit demselben ruhigen, nicht einordnenden Blick ansah wie zu Beginn. Yuki verbeugte sich – nicht tief, aber aufrichtig – und in dieser Geste steckte mehr als Höflichkeit, auch wenn sie nicht hätte sagen können, was genau. Nao erwiderte den Blick und sagte, nach einer Pause, die lange genug war, um keine Füllpause zu sein: „Die Karpfen sind nicht fort." Er sagte es nicht, um zu trösten, und nicht, um etwas zu erklären – er sagte es so, wie man eine Tatsache mitteilt, der man selbst seit Langem getraut hat. „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten auf das Frühjahr, das kommt, weil es immer kommt." Yuki sah ihn an und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, und vielleicht von etwas anderem, und dass beides wahr sein konnte, ohne dass man es entscheiden musste. Sie nahm ihre Tasche, die noch die Feuchtigkeit des Regens in sich trug, und ging den Weg zurück zum Tor, Stein für Stein. Sie drehte sich nicht um, weil Umdrehen etwas vorausgesetzt hätte, das hier nicht gefragt war – nicht Gleichgültigkeit, sondern Vertrauen in das, was hinter ihr blieb. Am Tor schlüpfte sie in die Schuhe und blieb stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu markieren, der Übergang verdiente. Hinter ihr existierte der Garten weiter – mit seinem trüben Teich, seinem stillwartenden Moos, seinem alten Gärtner auf der schiefen Bank – vollständig und ohne sie. Das war keine traurige Erkenntnis, sondern eine richtige, und richtige Erkenntnisse haben manchmal die Schwere und die Leichtigkeit von nassem Moos zugleich. Yuki ging zur Station, und der Weg war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal nicht ankam, sondern weiterging. Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das kühle Fensterglas und schaute auf die Felder, die im flachen Licht des Nachmittags an ihr vorüberzogen. Sie dachte an nichts Bestimmtes, was nicht Gedankenlosigkeit war, sondern eine Art von Aufmerksamkeit ohne Gegenstand. Die Leere, die sie erwartet hatte zu finden, war da – aber sie hatte die Kontur einer Schale, nicht eines Loches, und das machte den entscheidenden Unterschied. Darunter, in dem Schlamm, den man nicht sieht, wartet das, was nicht stirbt, sondern nur wartet – geduldig, still, ohne jeden Zweifel daran, dass das Frühjahr kommt. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Yuki hatte sich nicht entschieden, den Tempel zu besuchen – sie hatte sich lediglich nicht dagegen entschieden, was, wie sie auf der Zugfahrt bemerkte, möglicherweise dasselbe war. Drei Jahre sind eine Zeitspanne, die kurz genug ist, um einen Ort noch zu kennen, und lang genug, damit er aufgehört hat, auf einen zu warten. Die Station, an der sie ausstieg, hatte keinen Namen mehr auf dem Schild, oder der Name war verblasst – sie hatte nicht nachgeschaut, weil sie ihn ohnehin noch wusste. Der Herbst hatte sich an diesem Morgen mit jener eigentümlichen Zurückhaltung eingerichtet, die seine schönsten Tage kennzeichnet: viel Licht, wenig Wärme, keine Versprechen. Der Weg zum Tempel führte durch eine Gasse, in der die Mauern auf beiden Seiten so nah waren, dass man hätte meinen können, der Weg selbst wollte das Weitergehen verlangsamen. Das Moos auf dem Stein hatte in der Nacht getrunken und war nun von einer Sattheit, die fast obszön wirkte in ihrer stillen, bedürfnislosen Vollständigkeit. Yuki kannte diesen Weg nicht mehr mit dem Verstand, sondern mit dem Körper – eine Art von Wissen, das zuverlässiger ist und sich nicht darum schert, ob man es abrufen will oder nicht. Vor dem Tor hielt sie inne mit der Instinktivität von jemandem, der in einem fremden Haus vor einer geschlossenen Tür steht und einen Moment lauscht, bevor er anklopft. Das Holz des Tores hatte jenseits der Verwitterung eine Würde erreicht, die neue Materialien nicht kennen – die Würde des Dinge, die nicht versucht haben, jung zu bleiben. Sie zog die Schuhe aus, nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil der Akt sie auf eine Art vorbereitete, die sie nicht hätte erklären können, ohne das Falsche zu sagen. Die Kälte der moosbewachsenen Steine drang sofort und ohne Entschuldigung durch den Stoff, und Yuki ließ sie gewähren, weil manche Wahrnehmungen das Recht haben, sich aufzudrängen. Der Garten lag vor ihr in einem Zustand, den man Verfall hätte nennen können, wenn das Wort nicht etwas Unfreiwilliges implizierte, das hier nicht zutraf. Vielmehr hatte er aufgehört, eine bestimmte Absicht zu verfolgen, und nahm nun eine Form an, die seiner eigenen Logik folgte, nicht der menschlichen Vorstellung von Ordnung. Die Büsche hatten ihre Konturen in das Ungefähre entlassen, das Gras stand hoch zwischen den Fugen der Steinplatten, und die Luft roch nach dem langsamen, produktiven Arbeiten von Fäulnis und Wachstum. Yuki folgte dem Pfad in dem Maße, in dem er noch Pfad war, und ließ sich von ihm führen mit der Bereitschaft, die man für Dinge braucht, die man nicht mehr steuern, sondern nur noch begleiten kann. Der Teich lag am Ende wie eine Frage, auf die man nur dann antworten kann, wenn man aufgehört hat, eine Antwort zu erwarten. Das Wasser hatte eine Farbe, die sich zwischen tiefem Grün und absolutem Schwarz bewegte und je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel entschied, welche von beiden sie sein wollte – oder ob sie beide sein konnte. Yuki erinnerte sich an die Koi-Karpfen mit der Genauigkeit, mit der man sich an Dinge erinnert, die einem einmal das Herz geöffnet haben, ohne dass man es bemerkt hat. Sie hatten in weiten, langsamen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten wie Sätze, die man denkt, ohne sie zu Ende zu denken – vollständig in ihrer Bewegung, abgeschlossen in sich selbst. Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf dem Wasser, in einem fortgeschrittenen Stadium des Aufgelöstwerdens, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas wider, dem Yuki keinen Namen geben wollte, weil Benennen manchmal vertreibt. Sie ließ sich ans Ufer nieder mit der Geste von jemandem, der nicht sichtsitzen will, sondern bleiben – ein feiner, aber entscheidender Unterschied in der Körperhaltung. Das Wasser bewegte sich kaum, und die wenigen Bewegungen, die es gab, kamen von innen, von unter der Oberfläche, von Quellen, die man nicht sah. Hinter ihr – durch ein Geräusch angekündigt, das kaum mehr war als die Neupositionierung eines alten Gewichts auf altem Holz – saß ein Mann auf der schiefen Bank unter dem Zelkova-Baum. Nao hatte den Garten gepflegt, seit Jahrzehnten, mit jener beharrlichen, anspruchslosen Treue, die keine Anerkennung sucht, weil sie nicht weiß, dass Anerkennung etwas wäre, das man suchen könnte. Er sah Yuki an mit einem Blick, in dem keine der üblichen Transaktionen stattfanden – kein Taxieren, kein Einordnen, kein Bereitstellen einer Reaktion für den Fall, dass eine erwartet wurde. Das knappe Nicken, mit dem er ihre Anwesenheit bestätigte, hatte die Präzision von Dingen, die nur das sagen, was gemeint ist, und nichts dazu. Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich neben ihn in einem Abstand, der keiner Vereinbarung bedurft hatte, weil er sich von selbst ergab. Eine Libelle erschien über dem Wasser mit jener Plötzlichkeit, die nur Dinge haben, die sich schon immer dort befunden haben und nur jetzt bemerkt werden. Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft, dessen Unversehrtheit unter dem Winter paradox wirkte, und blieb so reglos, dass Bewegung für einen Moment als Ausnahme erschien. Nao fuhr mit dem Daumen über die Lehne der Bank, dieselbe Bahn, dieselbe Richtung, mit der Gleichmäßigkeit einer Geste, die aufgehört hat, auf einen Zweck hinzuweisen, und nun Zweck ist. Yuki betrachtete seine Hand – die Haut über den Knöcheln gespannt und fleckig, die Bewegung stetig – und dachte, dass manche Menschen mit dem Körper beten, ohne es zu wissen und ohne dass es dadurch weniger wahr würde. Sie dachte an ihre Großmutter, nicht als Bild, sondern als eine Art von Schwerkraft, die noch wirkte, obwohl ihre Quelle nicht mehr da war. Ihre Großmutter hatte nicht erklärt, sie hatte gezeigt – und das Gezeigte war das Hiesige: dieser Garten, dieser Teich, diese Art, in einem Ort zu sitzen, als ob er ausreichte. Die Erkenntnis, dass sie erst jetzt verstand, was damals gezeigt worden war, hatte die bittere Note aller Erkenntnisse, die zu spät kommen – aber auch die eigenartige Tröstlichkeit von etwas, das trotz allem angekommen ist. Der Regen begann, wie Dinge beginnen, wenn niemand zuschaut und keine Dramaturgie verlangt wird: unmerklich, dann unbestreitbar. Die ersten Tropfen verschwanden in dem Moos, das schon gesättigt war, und hinterließen keine Spur außer einer noch tieferen Stille. Dann mehr Tropfen, dann das gleichmäßige, vollständige Geräusch, das man entweder als Einschränkung oder als Befreiung wahrnehmen kann, je nachdem, wo man gerade steht. Nao erhob sich, und in dieser Bewegung war die ganze Geschichte eines Körpers lesbar, der Kompromisse eingegangen ist und gelernt hat, sie nicht als Niederlagen zu interpretieren. Sie gingen unter das Dach des Teehauses, ohne es zu besprechen, weil Dinge, die sich von selbst ergeben, keine Besprechung vertragen. Das Dach aus dunklen Ziegeln schluckte den Regen und gab ihn als Rhythmus zurück, und dieser Rhythmus hatte die Eigenschaft mancher Musik, den Gedanken nicht zu folgen, sondern ihnen voranzugehen. Yuki stand am Rand des Überdachten, dort, wo der Regen noch zu greifen war, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe seit Jahren ohne Kommentar erfüllte. Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein, versickerte, erschien irgendwann anderswo wieder – ein Kreislauf, der so vollständig in sich war, dass er keine Außenperspektive brauchte, um zu funktionieren. Nao hatte die Augen geschlossen und lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand, die Arme vor dem Körper gekreuzt mit der Entspanntheit von jemandem, dem der Regen nichts Unerwartetes mitteilt. Yuki fragte sich, ob Alter manchmal darin bestand, aufgehört zu haben, sich gegen das zu stellen, was ohnehin kommt – und ob das Resignation war oder etwas Genaueres, für das es kein gutes Wort gab. Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Bücher, die täglich ihre Hände passierten, an die Menschen, die nach Titeln fragten, ohne sagen zu können, wonach sie eigentlich suchten. Hier war das Gesuchte nicht in Titeln und nicht in Kategorien – es war in der Art, wie das Wasser das Moos durchtränkte, lautlos und vollständig und ohne den Wunsch, gesehen zu werden. Die Steinmauer gegenüber trug das Wasser, das an ihr herabrann, ohne sich davon affizieren zu lassen, weil Dinge, die alt genug sind, gelernt haben, was sie durchlässt und was nicht. Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte in diesem Garten zu finden, nicht ausgeblieben war, sondern eine andere Form angenommen hatte – keine akute, sondern eine chronische, die mit dem Blutkreislauf mitgeht und so selbstverständlich wird, dass man aufhört, zwischen ihr und sich selbst zu unterscheiden. Manche Abschiede, dachte sie, vollziehen sich nicht in einem Moment, sondern über Jahre, in kleinen, unbeobachteten Dosen, bis man eines Tages feststellt, dass man bereits abgeschlossen hat, ohne den Abschluss je aktiv vollzogen zu haben. Der Regen hörte auf, und die Stille, die danach eintrat, hatte eine andere Dichte als die Stille davor – komprimiert durch das, was sie aufgenommen hatte, und dadurch schwerer und haltbarer. Das Licht, das durch die aufbrechende Wolkendecke drang, fiel schräg und mit der eigentümlichen Intensität des Herbstes, der keine Energie verschwendet, weil er weiß, dass die Tage bereits kürzer werden. Das Moos auf der Steinmauer leuchtete in einem Grün, das so tief war, dass es weniger wie eine Farbe wirkte als wie eine Eigenschaft der Dinge selbst – als ob das Grün nicht auf dem Moos lag, sondern aus ihm heraus kam. Yuki wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ansah mit dem Blick eines Menschen, der keine Erwartungen an den Moment stellt und ihn deshalb vollständig bewohnen kann. Sie verbeugte sich – eine Geste, die in ihrer Knappheit mehr fasste als jede Formulierung es hätte tun können, weil sie keine Aussage machte, sondern eine Haltung einnahm. Nao erwiderte nichts, ließ eine Pause entstehen, die nicht leer war, sondern gefüllt mit der Selbstverständlichkeit von jemandem, der nie gelernt hat, Stille mit Worten zu verteidigen. Dann sagte er: „Die Karpfen sind nicht fort", und der Satz hatte die Ruhe von etwas, das nicht bewiesen werden muss, weil es wahr ist, und das weiß. Er sprach weiter, ohne die Stimme zu heben: „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund, im Dunkeln, und warten auf eine Wärme, die kommt, weil sie immer kam und weil das Wasser sich erinnert, auch wenn wir es vergessen." Yuki hörte den Satz und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, vielleicht von ihrer Großmutter, vielleicht von ihr selbst – und dass diese Unentscheidbarkeit nicht Unschärfe war, sondern Präzision. Sie nahm ihre Tasche und ging, weil Aufbrüche, wenn sie stimmen, keiner Vorbereitung bedürfen und keine Erklärung hinterlassen. Der Weg zurück zum Tor war derselbe Weg wie der Hinweg, aber er hatte die Qualität von etwas gewechselt, das man nicht beschreiben kann, ohne zu beschreiben, was man selbst getragen hat. Am Tor zog sie die Schuhe an mit Bewegungen, die sorgfältig waren, ohne dass sie es beabsichtigt hatte, und blieb einen Moment stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu registrieren. Hinter ihr bestand der Garten weiter, in seiner eigenen Zeit, nach seiner eigenen Logik, vollständig ohne sie – und das war nicht Verlassenheit, sondern eine Art von Freiheit, die beiden gehörte. Yuki ging, und der Weg zur Station war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal keinen Widerstand in sich trug, gegen den die Schritte ankämpfen mussten. Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das Fensterglas, dessen Kälte genau jener der Steine am Morgen entsprach, und schaute auf die Felder, die im flachen Oktoberlicht an ihr vorüberzogen. Sie dachte nicht nach, sie ließ denken – ein Modus, den die meisten Menschen erst lernen, wenn sie lange genug aufgehört haben, ihn zu erzwingen. Die Leere war da, wie sie gewusst hatte, dass sie da sein würde, aber sie hatte nicht die Form eines Lochs, sondern die Form eines Beckens – etwas, das halten kann, wenn man aufhört, es zu füllen. Darunter, im Dunkeln, im Schlamm, im Warten – das, was nicht stirbt, sondern die Form wechselt und auf einen Frühling wartet, der kommt, weil das Wasser es sich gemerkt hat, auch wenn man es vergessen hat. == 82 == 1 -------------------- Hana ist 29 Jahre alt. Sie arbeitet in einem Laden, der die ganze Nacht offen ist. Der Laden ist in Tokio. Hana kommt spät nach Hause. Es ist fast elf Uhr nachts. Die Wohnung ist klein. Sie hat nur ein Zimmer. Hana macht die Tür auf. Es ist still in der Wohnung. Nur der Kühlschrank macht ein Geräusch. Er summt leise, immer gleich. Hana zieht ihre Schuhe aus. Sie stellt sie ordentlich nebeneinander. Dann stellt sie noch ein anderes Paar daneben. Diese Schuhe sind schwarz und klein. Sie gehören nicht ihr. Sie gehören Ryo. Aber Ryo wohnt nicht mehr hier. Er ist vor einem halben Jahr gegangen. Hana macht kein Licht an. Sie braucht kein Licht. Der Kühlschrank leuchtet ein bisschen. Das Licht liegt hell auf dem Boden. Hana geht ins Bad. Es ist dunkel. Sie sucht mit der Hand nach dem Waschbecken. Dort stehen zwei Zahnbürsten in einem Becher. Eine ist ihre. Die andere ist Ryos Zahnbürste. Hana nimmt sie in die Hand. Die Borsten sind hart und trocken. Niemand hat sie seit Monaten benutzt. Hana hält sie eine Weile. Dann legt sie die Zahnbürste zurück. Sie putzt sich die Zähne. Sie spuckt aus und wäscht sich das Gesicht. Den Becher stellt sie nicht gerade. Er steht ein bisschen schief. Hana geht zurück in das Zimmer. Sie öffnet den Kühlschrank. Es ist nicht viel darin. Eine halbe Zitrone liegt ganz vorne. Sie ist in Folie eingewickelt. Dahinter stehen zwei Dosen Bier. Ein Stück Tofu schwimmt in Wasser. Ganz hinten liegt eine kleine Schachtel. Darin sind Kirschen. Die Kirschen sind schon weich. Hana nimmt eine Kirsche heraus. Sie isst sie langsam. Der Kern liegt jetzt in ihrer Hand. Sie geht zum Fenster. Sie legt den Kern auf die Fensterbank. Dort liegen schon mehr Kerne. Hana schaut sie an. Dann geht sie zum Bett. Sie legt sich hin, aber sie schläft nicht. Das Summen des Kühlschranks ist da. Dann hört es auf. Es ist ganz still. Hana wartet. Der Kühlschrank summt wieder. Draußen fährt ein Zug vorbei. Er ist weit weg. Es klingt leise, fast wie ein Atemzug. Hana denkt an nichts Bestimmtes. Sie denkt nicht an Ryo. Oder vielleicht doch ein bisschen. Sie weiß es nicht genau. Sie weiß nicht, warum die Zahnbürste noch da ist. Sie weiß nicht, warum sie die Kirschkerne aufhebt. Aber sie tut es trotzdem, jede Nacht. Der Kühlschrank summt weiter. Hana macht die Augen zu. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Hana ist neunundzwanzig Jahre alt und arbeitet in einem Kombini, einem kleinen Laden, der nie schließt. Der Laden liegt in Tokio, mitten in einem ruhigen Viertel, das nachts fast leer ist. Jeden Abend geht Hana nach der Spätschicht nach Hause, und meistens ist es schon nach elf. Die Wohnung ist sehr klein, aber Hana kennt jeden Winkel davon, auch im Dunkeln. Sie macht die Tür auf und hört sofort das vertraute Summen des Kühlschranks. Das Summen ist gleichmäßig und ruhig, wie immer, wie jeden Abend. Hana stellt ihre Schuhe ordentlich nebeneinander, dann stellt sie ein zweites Paar daneben. Die schwarzen Sneakers sind zu klein für sie, aber sie stellt sie trotzdem jeden Abend dorthin. Sie gehören Ryo, der vor einem halben Jahr ausgezogen ist und nie zurückgekommen ist. Hana macht kein Licht an, weil das Licht des Kühlschranks durch den Türspalt reicht. Es wirft ein helles Rechteck auf den Boden, und Hana schaut es kurz an, bevor sie weitergeht. Im Bad ist es dunkel, aber ihre Hand findet den Becher am Waschbecken sofort. Darin stehen zwei Zahnbürsten, eine rote und eine blaue, nebeneinander wie immer. Hana nimmt die blaue Zahnbürste, hält sie in der Hand und spürt, dass die Borsten ganz hart sind. Ryo hat sie seit Monaten nicht benutzt, aber Hana stellt sie jedes Mal wieder zurück. Sie putzt sich die Zähne, wäscht das Gesicht mit kaltem Wasser und geht zurück ins Zimmer. Dann setzt sie sich auf den Boden vor den offenen Kühlschrank und schaut hinein. Eine halbe Zitrone liegt vorne, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana sie schon lange nicht mehr braucht. Dahinter stehen zwei Dosen Bier, kalt und unberührt, weil Hana sie nicht wirklich trinken will. Ein Stück Tofu schwimmt in einem kleinen Behälter mit Wasser, und ganz hinten liegt eine Schachtel mit Kirschen. Die Kirschen sind weich geworden, aber noch nicht schlecht, also nimmt Hana eine heraus. Sie isst sie langsam, kaut, schluckt, und der Kern liegt dann in ihrer offenen Handfläche. Hana steht auf, geht zum Fenster und legt den Kern auf die Fensterbank. Dort liegen schon sieben oder acht Kerne in einer kleinen Reihe, alle von früheren Nächten. Sie schaut sie kurz an, dann lässt sie das Fenster geschlossen und geht zum Bett. Hana legt sich hin und starrt an die Decke, während das Summen des Kühlschranks durch die Wohnung trägt. Manchmal hört das Summen kurz auf, weil der Thermostat abschaltet, und dann ist es für ein paar Sekunden ganz still. In dieser Stille denkt Hana meistens nichts, oder sie denkt, dass sie nichts denkt, was vielleicht dasselbe ist. Dann schaltet der Kühlschrank wieder an, und das Summen kommt zurück, und Hana atmet langsam aus. Draußen fährt ein Nachtzug vorbei, weit weg, kaum zu hören, fast wie ein Geräusch aus einem Traum. Hana weiß nicht genau, warum die Zahnbürste noch im Becher steht, und sie fragt sich das auch nicht wirklich. Sie weiß nur, dass sie sie jeden Abend in die Hand nimmt und jeden Abend zurückstellt. Das ist ihre Art, die Zeit zu messen, nicht mit Kalender oder Uhr, sondern mit kleinen, stillen Gesten. Der Kühlschrank summt weiter, gleichmäßig und geduldig, und irgendwann macht Hana die Augen zu. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Hana kommt kurz nach halb zwölf nach Hause, und während sie die Wohnungstür aufschließt, hört sie schon das leise, gleichmäßige Summen, das sie jeden Abend erwartet. Der Kühlschrank läuft seit Jahren ohne Unterbrechung, auch wenn sonst nichts in der Wohnung funktioniert wie es soll. Sie zieht ihre Schuhe aus, stellt sie akkurat an die Wand, und daneben stellt sie, wie jeden Abend, Ryos schwarze Sneakers, als würde er gleich nach Hause kommen. Er kommt nicht. Das weiß sie, aber die Schuhe stehen trotzdem dort, weil es sich falsch anfühlt, sie wegzuräumen, als würde sie damit etwas endgültig machen, was noch nicht ganz fertig ist. Die Wohnung ist dunkel, aber Hana macht kein Licht an, weil das matte Leuchten des Kühlschranks durch den Türspalt ausreicht, um sich zu orientieren. Sie geht ins Bad, findet den Becher am Waschbecken mit der Hand, und ihr Finger berührt zuerst die rote, dann die blaue Zahnbürste, wie immer in dieser Reihenfolge. Die blaue gehört Ryo, und die Borsten sind so steif, dass man meinen könnte, sie wäre neu, dabei ist es fast sieben Monate her, seit jemand sie benutzt hat. Hana hält sie ein paar Sekunden in der Hand, ohne bestimmten Grund, oder vielleicht doch aus einem Grund, den sie sich selbst nicht erklären will. Dann legt sie die Bürste zurück, putzt sich die Zähne, spuckt aus, und das kalte Wasser beim Abwaschen weckt sie ein wenig aus der Stumpfheit des langen Abends. Zurück im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht weil sie Hunger hätte, sondern weil das Licht dort warm ist und der Kühlschrank zuverlässig summt, was in dieser Wohnung keine Selbstverständlichkeit ist. Drinnen liegt eine halbe Zitrone, seit Tagen schon, fest in Klarsichtfolie gewickelt, als würde Hana sie aufheben für eine Mahlzeit, die sie nie kocht. Zwei Bierdosen stehen im zweiten Fach, kalt und unbewegt, und Hana greift manchmal danach, stellt sie aber meistens wieder zurück, bevor sie die Dose öffnet. Heute auch. Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser leicht trüb geworden ist, liegt die kleine Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor vier Tagen gekauft hat, ohne genau zu wissen warum, denn Kirschen kauft man eigentlich nicht für sich allein. Sie nimmt eine, legt sie auf die Zunge, beißt langsam durch, und der Saft ist süß mit einem leichten Stich ins Saure, was Hana als angenehm empfindet. Den Kern legt sie in die Handfläche, geht zum Fenster, und stellt ihn auf die Fensterbank zu den anderen, die dort in einer ungeraden Reihe liegen wie kleine Zeugen vergangener Nächte. Sie zählt sie nicht. Irgendwann geht sie ins Bett, legt sich auf die Seite und hört auf das Summen, das durch die dünnen Wände trägt wie ein Ton, der keine Melodie ergibt, aber trotzdem nicht stört. Das Thermostat schaltet ab, die Stille ist plötzlich vollständig, und Hana merkt, wie sie auf das Wiedereinschalten wartet, ohne es zu wollen. Der Kühlschrank springt an. Draußen zieht ein Zug vorbei, so weit entfernt, dass man ihn eher ahnt als hört, ein dumpfes Rauschen, das schnell wieder verschwindet und die Stille noch stiller macht. Hana denkt nicht an Ryo. Zumindest sagt sie sich das, während sie an der Decke entlangschaut, die im schwachen Licht des Kühlschranks kaum zu sehen ist. Die Zahnbürste, die Schuhe, die Kirschen, das Summen, das Warten auf das Summen, das alles ist kein Trauern, denkt Hana, das ist einfach, wie die Tage jetzt aussehen. Der Kühlschrank summt. Hana macht die Augen zu. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch im Treppenhaus das gleichmäßige Summen des Kühlschranks hört, das durch die dünne Holztür dringt wie ein Herzschlag, der nicht aufgehört hat zu schlagen, obwohl der Körper, dem er gehörte, längst fort ist. Sie tritt ein, ohne Licht zu machen, weil die vertraute Dunkelheit ihr weniger abverlangt als der harte Schein der Deckenlampe, unter dem die Wohnung immer ein wenig zu leer aussieht. Die Schuhe zieht sie aus und stellt sie an ihren Platz, dann greift sie, fast ohne hinzusehen, nach Ryos schwarzen Sneakers, die sie jeden Morgen zur Seite räumt und jeden Abend wieder hinstellt, nicht aus Sentimentalität, wie sie sich sagt, sondern weil die Lücke daneben sonst zu auffällig wäre. Ryo ist seit sechs Monaten und elf Tagen weg, obwohl Hana vorgibt, die Tage nicht zu zählen, und es doch tut, weil das Zählen die einzige Form von Kontrolle ist, die ihr in dieser Sache geblieben ist. Der Kühlschrank wirft ein milchiges Rechteck Licht auf den Linoleumboden, das sich leicht verzerrt, wo die Folie an einer Ecke hochsteht, und Hana tritt bewusst darauf, wenn sie daran vorbeigeht, weil das Geräusch, das es macht, ihr für einen Moment das Gefühl gibt, etwas zu verändern. Im Bad tastet sie sich zum Waschbecken vor und findet den Becher ohne Licht, weil ihre Hand in den vergangenen Monaten eine eigene Erinnerung entwickelt hat, die unabhängig von ihr funktioniert und deshalb manchmal erschreckend präzise ist. Ryos Zahnbürste ist blau, und die Borsten sind so steif wie am Tag, an dem sie neu war, was bedeutet, dass er sie hier gelassen hat, nicht vergessen, sondern zurückgelassen, was ein Unterschied ist, auch wenn Hana sich nicht sicher ist, welcher der schlimmere wäre. Sie hält die Zahnbürste in der Hand, länger als nötig, spürt das glatte Plastik, das keine Information trägt außer der, dass es da ist, und stellt sie dann zurück, ohne den Becher geradzurücken, weil ein gerader Becher bedeuten würde, dass man sich kümmert. Sie putzt sich die Zähne mit methodischer Gleichgültigkeit, spuckt aus, betrachtet ihr Gesicht einen Moment im Spiegel, der im Dunkeln nur eine dunkle Fläche zurückwirft, und findet das ehrlicher als das, was sie bei Licht darin sieht. Dann lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, so wie man sich vor ein Feuer setzt, nicht aus Hunger, sondern wegen der Wärme und weil das Licht etwas Verlässliches hat in einer Wohnung, in der sich sonst sehr wenig verlässlich anfühlt. Die halbe Zitrone liegt seit einer Woche im ersten Fach, präzise in Klarsichtfolie gewickelt, und Hana fragt sich manchmal, für wen sie das eigentlich tut, dieses sorgfältige Aufbewahren von Dingen, die sie nicht mehr braucht und die sie trotzdem nicht wegwirft. Zwei Bierdosen stehen im zweiten Regal, und Hana greift heute tatsächlich nach einer, hält sie in der Hand, spürt die Kälte durch die Handfläche, und stellt sie dann doch zurück, weil Biertrinken allein um halb eins eine Geste wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen. Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser eine leichte Trübung angenommen hat, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana gekauft hat, obwohl Kirschen sich für eine Person kaum lohnen und die Schachtel eindeutig für zwei ausgelegt ist. Sie nimmt eine, isst sie mit der Konzentration, die sie allem gibt, was allein geschieht, und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein kleines, unnötiges Andenken. Sie geht zum Fenster und legt ihn zu den anderen, die dort in einer unregelmäßigen Reihe liegen, sieben oder acht, sie zählt sie heute nicht, weil das Zählen ihr zu deutlich sagen würde, wie viele Abende das bereits sind, und das ist eine Information, die sie gerade nicht braucht. Im Bett liegt sie auf dem Rücken, Augen offen, und hört dem Kühlschrank zu, der sein gleichmäßiges Summen durch die Wohnung schickt wie eine Botschaft ohne Inhalt, rein formal, rein mechanisch, und gerade deshalb irgendwie tröstlich. Das Thermostat schaltet ab, und die Stille, die folgt, ist von einer Qualität, die Hana körperlich wahrnimmt, eine Art Druck auf den Ohren, ein Innehalten des ganzen Raums, und sie merkt, dass sie die Luft anhält, bis der Kühlschrank wieder anspringt, was er nach einigen Sekunden tut, zuverlässig wie immer, und Hana atmet aus wie nach einer bestandenen Probe. Draußen gleitet ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen kaum mehr als eine Ahnung, ein Laut, der die Stille nicht bricht, sondern ihr eine Tiefe gibt, die sie ohne ihn nicht hätte. Hana denkt an Ryo, was sie sich eigentlich verboten hat, aber das Verbot funktioniert nicht besonders gut in den Stunden nach Mitternacht, wenn der Kühlschrank summt und die Zahnbürste im Bad steht und die Kirschen auf der Fensterbank liegen und alles gleichzeitig nichts bedeutet und zu viel bedeutet, was im Grunde dasselbe ist. Sie weiß nicht, wann das aufhören wird, dieses Nachtmessen der Zeit mit stillen Gesten, aber sie weiß, dass der Kühlschrank morgen früh noch summen wird, wenn sie aufsteht, und dass das, vorerst, genug sein muss. Der Kühlschrank summt. Hana schließt die Augen. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch bevor sie eintritt das Summen des Kühlschranks wahrnimmt, dieses dumpfe, gleichmäßige Brummen, das sich durch die Holztür ins Treppenhaus schiebt wie ein Beweis dafür, dass drinnen noch etwas am Leben ist, auch wenn das Leben, das sie sich darin vorgestellt hatte, sich inzwischen anders verteilt hat. Sie tritt ein. Die Dunkelheit der Wohnung empfängt sie nicht feindlich, sondern neutral, mit der Gleichgültigkeit von Räumen, die aufgehört haben zu warten, und Hana ist dankbar dafür, weil Gleichgültigkeit sich leichter tragen lässt als das Gegenteil. Sie macht kein Licht, nicht aus Gewohnheit, sondern weil das Licht die Proportionen verändert, die Leere sichtbarer macht, das zweite Kissen betont, den ungenutzten Haken neben der Tür, an dem seit einem halben Jahr keine fremde Jacke mehr hängt. Die Schuhe zieht sie aus, stellt sie mit der präzisen Beiläufigkeit hin, die entsteht, wenn man eine Handlung oft genug wiederholt, dass sie aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und daneben stellt sie Ryos Sneakers, schwarz, zu klein für ihre Füße, unberührt seit dem Tag, an dem er die Tür hinter sich zugezogen hat, ohne zu schlagen, was schlimmer war als schlagen. Der Kühlschrank wirft sein milchiges Licht durch den Türspalt und legt ein verzerrtes Rechteck auf den Linoleumboden, dessen angehobene Ecke Hana beim Vorbeigehen mit dem Zeh flachhält, eine kleine, sinnlose Geste, die sie trotzdem macht, weil der Körper Rituale entwickelt, wo der Geist keine Entscheidungen mehr treffen will. Im Bad navigiert sie ohne Licht zum Waschbecken, ihre Hand findet den Becher mit einer Sicherheit, die ihr manchmal unheimlich ist, weil sie zeigt, wie vollständig sich das Vermissen in die Motorik eingeschrieben hat, in die Muskelgedächtnisse kleiner Abende, die alle gleich aussehen und trotzdem nicht aufhören, etwas zu bedeuten. Zwei Zahnbürsten stehen im Becher, eine rote, eine blaue, und Hana nimmt die blaue mit einer Selbstverständlichkeit, die sie sich gleichzeitig verbietet und erlaubt, hält sie in der Hand und registriert die Härte der Borsten, die nichts vergessen haben, weil sie nichts zu vergessen haben, weil nichts an ihnen gebraucht wurde, seit Ryo sie hier zurückgelassen hat, nicht vergessen, gelassen, was ein Unterschied ist, den Hana seit Monaten hin und her wendet, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Sie stellt die Zahnbürste zurück, putzt sich die Zähne mit der mechanischen Präzision der Erschöpfung, und das kalte Wasser beim Abwaschen zieht sie für einen Moment aus der tauben Gleichförmigkeit der letzten Stunden heraus, gibt ihr Kontur, ohne ihr etwas Wichtiges mitzuteilen. Ihr Gesicht im Spiegel ist bei diesem Licht nicht zu sehen, was Hana als angemessen empfindet, weil das Gesicht, das sie dort meistens vorfindet, eine Frage stellt, auf die sie noch keine Antwort hat. Im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht aus Hunger, nicht aus Durst, sondern weil das Licht dort warm und beständig ist und das Summen aus dieser Nähe eine Körperlichkeit bekommt, die sich anfühlt wie Gesellschaft, was sie sofort für einen sentimentalen Gedanken hält und dann doch gelten lässt, weil es nach Mitternacht für Korrektheit zu spät ist. Der Kühlschrankinhalt hat sich seit Wochen kaum verändert: die halbe Zitrone im ersten Fach, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana nicht mehr kocht und die Zitrone irgendwann einfach da sein wird, ohne jemals gebraucht worden zu sein, wie manches andere auch. Zwei Bierdosen im zweiten Fach, unberührt und kalt, nach denen Hana greift und die sie zurückstellt, weil das Öffnen einer Dose allein um Mitternacht eine Aussage wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen, noch nicht, obwohl das noch nicht mit jedem Abend etwas kleiner wird. Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen trübes Wasser ihr sagt, dass sie morgen handeln müsste, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor fünf Tagen in einem Impuls gekauft hat, den sie sich nicht ganz erklären kann, außer dass die Schachtel so ausgesehen hat, als wäre sie für zwei Menschen gedacht, und dass sie sie trotzdem genommen hat, vielleicht gerade deshalb. Sie nimmt eine Kirsche, isst sie langsam, mit einer Aufmerksamkeit, die Einsamkeit erzeugt, wenn man ihr zu viel Raum gibt, und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein Argument, das sie nicht führen will, aber auch nicht ablegen kann. Am Fenster legt sie ihn zu den anderen, sieben oder acht, sie zählt sie nicht mehr, weil die Zahl aufgehört hat, Information zu sein, und eine Art Anklage geworden ist, gegen wen genau, weiß Hana nicht, was die Sache nicht besser macht. Im Bett liegt sie auf dem Rücken, die Augen an die Decke gerichtet, und folgt dem Summen des Kühlschranks, das durch die Wohnung trägt mit der Beharrlichkeit von Dingen, die keinen Grund brauchen weiterzumachen, weil ihre Funktion kein Bewusstsein voraussetzt, kein Wollen, keine Erinnerung an das, was einmal gewesen ist, und gerade darin liegt etwas, das Hana als Trost empfindet, obwohl sie das Wort dafür nicht verwenden würde, wenn sie gefragt würde. Das Thermostat schaltet ab. Die Stille, die folgt, ist von einer Vollständigkeit, die Hana körperlich wahrnimmt, ein Nachlassen von etwas, das sie nicht als Druck registriert hatte, solange es da war, und sie merkt, dass sie die Luft anhält, wartet, auf nichts Bestimmtes außer dem Einschalten, das nach einigen Sekunden kommt, zuverlässig, uninteressiert an ihr, und in diesem Gleichmut liegt die eigentliche Beruhigung: der Kühlschrank summt weiter, ohne dass sie etwas dafür tun muss. Draußen streicht ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen so weit gedämpft, dass es sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie eine Verdichtung der Stille, ein kurzes Zeichen, dass anderswo Bewegung stattfindet, Menschen von einem Ort zum anderen, mit Gepäck und Absichten, während Hana still liegt und das Summen eines Kühlschranks zählt. Sie denkt an Ryo, oder genauer: sie lässt zu, dass er in die Stille eintritt, die das Thermostat erzeugt hat, ein Gesicht ohne Schärfe, eine Stimme ohne Wortlaut, mehr Textur als Bild, und sie weiß, dass das, was hier im Dunkeln weiterläuft, kein Trauern ist in dem Sinne, den das Wort vorschlägt, sondern etwas Ruhigeres und Zäheres: das langsame Umorganisieren eines Lebens, dem ein Gegengewicht fehlt, das es nie explizit als Gegengewicht bezeichnet hat, solange es da war. Die Zahnbürste steht im Becher. Die Schuhe stehen an der Tür. Die Kirschkerne liegen auf der Fensterbank. Der Kühlschrank summt. Hana schließt die Augen, nicht weil sie schlafen will, sondern weil die Dunkelheit hinter den Lidern wenigstens eine ist, die sie selbst gewählt hat, und das, in dieser Nacht, genug ist. == 83 == 1 -------------------- Oktober Anders ist sechsunddreißig Jahre alt. Er wohnt in einer alten Holzkirche. Die Kirche liegt am Rand eines Fjords. Das Wasser ist grau und kalt. Anders hat die Kirche von seinem Onkel geerbt. Das Dach ist kaputt. Wenn es regnet, tropft das Wasser in einen Eimer. Plink. Plink. Plink. Anders hört den Tropfen zu. Er zählt sie nicht. Er hört nur zu. Die Heizung ist alt und laut. Am Morgen ist die Luft kalt im Haus. Anders steht auf und macht Kaffee. Er trinkt ihn am Küchentisch. Draußen regnet es. Der Regen kommt seitlich vom Meer. Es ist Oktober. Sein Nachbar heißt Lars. Lars ist achtundsechzig Jahre alt. Er kommt jeden zweiten Tag vorbei. Er klopft nicht an. Er setzt sich einfach auf die Bank. Er legt Tabak auf den Tisch. Lars sagt wenig. Anders auch. Das ist in Ordnung. Heute sagt Lars: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt. Lars steht auf und geht. Die Tür fällt zu. Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. Anders repariert Bootsmotoren. Das ist seine Arbeit. Die Nachbarn bezahlen ihn manchmal mit Kaffee. Manchmal sagen sie einfach danke. Das reicht ihm. Er war früher Bootsbauer. Das ist lange her. Jetzt ist er niemand Bestimmtes. Am Nachmittag kommt die Post. Anders nimmt einen Umschlag. Es ist keine Rechnung. Es ist eine Postkarte. Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. Die Farben sind sehr hell. Er dreht die Karte um. Da stehen nur wenige Wörter. „Komm nach Oslo." Die Karte ist von Mette. Mette war seine Freundin. Seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben. Anders liest die Karte einmal. Er liest sie zweimal. Er liest sie dreimal. Dann legt er sie auf den Fenstersims. Die Vorderseite zeigt nach unten. Er schaut auf den Fjord. Die Fähre fährt vorbei. Der Sound des Motors wird kleiner und kleiner. Dann ist es wieder still. Es wird früh dunkel. Um vier Uhr ist der Himmel schon schwarz. Anders zündet eine Kerze an. Er stellt sie auf das alte Klavier. Das Klavier spielt niemand. Aber es steht dort, seit Anders hier wohnt. Er setzt sich auf den Stuhl davor. Er schaut die Flamme an. Er denkt nicht viel. Er entscheidet nichts. Die Heizung tropft. Das Wasser schlägt gegen die Pfähle draußen. Anders sitzt still. Die Kerze wird kleiner. Dann geht sie aus. Im Dunkeln ist es ruhig. Draußen fängt es an zu schneien. Die Flocken fallen leise. Fast ohne Geräusch. Anders bleibt sitzen. Er wird nicht nach Oslo fahren. Er bleibt hier. Nicht weil er muss. Sondern weil er keinen Grund hat zu gehen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Oktober Anders wohnt seit zwei Jahren in einer alten Holzkirche am Rand eines norwegischen Fjords. Die Kirche hat er von seinem Onkel geerbt, aber er hat sie nie wirklich gewollt. Das Dach ist undicht, und wenn es regnet, stellt er einen Eimer in die Küche. Er hört dem Tropfen zu: plink, plink, plink. Er zählt sie nicht, aber er kennt den Rhythmus. Draußen ist das Wasser grau, und der Wind kommt direkt vom Meer. Es ist Oktober, und der Regen fliegt fast horizontal gegen die Fensterscheiben. Anders sitzt am Küchentisch mit einer Tasse Kaffee, die längst kalt ist. Er trinkt sie trotzdem, weil er aufstehen müsste, um eine neue zu machen. Das Haus ist still, nur die Heizung macht manchmal ein leises Geräusch. Lars kommt jeden zweiten Tag, immer ohne anzuklopfen. Er ist achtundsechzig Jahre alt und wohnt einen Kilometer weiter am Ufer. Er setzt sich auf die Bank, legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch und sagt nichts. Anders sagt auch nichts, und das ist zwischen ihnen vollkommen normal. Nach zehn Minuten sagt Lars nur: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt, und Lars steht auf und geht durch die Tür, ohne sich umzudrehen. Der Tabak bleibt auf dem Tisch, weil Lars ihn immer vergisst oder absichtlich dalässt. Anders repariert Bootsmotoren für die Leute in der Gegend. Manche bezahlen ihn mit Geld, andere bringen Kaffee oder sagen einfach nichts. Er war früher Bootsbauer in Bergen, aber das fühlt sich an wie ein anderes Leben. Jetzt ist er jemand, der hier wohnt und Dinge repariert, die andere wegwerfen würden. Am Nachmittag liegt eine Postkarte im Briefkasten zwischen zwei Rechnungen. Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Hafen von Oslo, die Farben sind zu grell für diesen Tag. Er dreht die Karte um und liest die Worte, die Mette geschrieben hat: „Komm nach Oslo." Mette war seine Freundin, aber seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben und nicht angerufen. Er liest die Karte dreimal, nicht weil er sie nicht versteht, sondern weil er Zeit braucht. Dann legt er sie mit der Vorderseite nach unten auf den Fenstersims. Draußen fährt gerade die Abendfähre vorbei, der Motor klingt tief und gleichmäßig. Das Geräusch wird kleiner, bis der Fjord wieder still ist. Um vier Uhr wird es dunkel, wie jeden Tag in diesem Monat. Anders zündet eine einzelne Kerze an und stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke. Das Klavier steht dort seit er einzog, und er hat es noch kein einziges Mal gespielt. Er setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die Flamme an, ohne einen bestimmten Gedanken. Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt regelmäßig gegen die Holzpfähle der Anlegestelle. Die Kerze wird kleiner und kleiner, bis sie ausgeht und das Zimmer dunkel ist. Er wird nicht nach Oslo fahren. Das weiß er nicht, weil er es entschieden hat, sondern weil er keinen Grund spürt zu gehen. Draußen beginnt es zu schneien, leise und fast ohne Übergang, wie alles hier. Anders bleibt sitzen im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der keinen Laut macht. Das Leben vergeht hier still, und das ist keine Klage, nur eine Beobachtung. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Oktober Anders ist sechsunddreißig, und er lebt seit zwei Jahren in einer Holzkirche, die eigentlich niemand mehr haben wollte. Sie steht am Ende einer unbefestigten Straße, wo der Fjord aufhört und das Nichts anfängt. Das Dach hat drei undichte Stellen, und je nachdem, wie stark der Wind steht, tropft es an verschiedenen Orten. Er hat gelernt, die Eimer richtig zu stellen, ohne darüber nachzudenken. Die Heizung ist alt, sie arbeitet laut und schlecht, aber sie arbeitet noch, und das zählt. Der Oktober ist hier kein Monat, er ist ein Zustand. Das Licht kommt nie wirklich an, es bleibt grau, flach, nah am Wasser hängend wie Nebel ohne Nebelcharakter. Anders sitzt morgens am Tisch mit kaltem Kaffee, schaut auf den Fjord und wartet auf nichts Bestimmtes. Er repariert Bootsmotoren für die Nachbarn, die meisten sind alt, die Motoren und die Nachbarn gleichermaßen. Bezahlt wird in Kaffee, in einem kurzen Nicken, oder gar nicht, und Anders hat keine Präferenz. Lars kommt jeden zweiten Tag, öffnet die Tür ohne zu klopfen und setzt sich auf die Bank unter dem Fenster. Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch, als würde er es ablegen wollen, und lehnt sich zurück. Sie schweigen gut zusammen, was seltener ist, als es klingt, weil Schweigen meistens Erwartung enthält. Zwischen Anders und Lars enthält es nichts, es ist einfach Luft, die niemand füllen muss. Heute sagt Lars nach einer Weile, ohne die Stimme zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt, Lars steht auf, geht, und der Tabak liegt noch auf dem Tisch, wie immer. Die Post kommt mit der alten Fähre, die zweimal täglich anlegt und meistens nichts bringt, was zählt. Heute bringt sie eine Postkarte, und Anders erkennt die Handschrift, bevor er den Namen liest. Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das hier nicht existiert, zu gelb, zu warm, zu gewollt. Er dreht die Karte um und liest: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." Er liest den Satz zweimal, nicht weil er schwer zu verstehen ist, sondern weil er irgendwo landet. Dann legt er die Karte mit der Bildseite nach unten auf den Fenstersims und schaut hinaus. Die Abendfähre zieht gerade durch den Fjord, ihr Motor trägt weit über das Wasser, dann ist er weg. Es wird dunkel um vier, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Licht nicht anmachen will. Er stellt sie auf das Klavier, das seit seinem Einzug dort steht und von niemandem gespielt wird, auch von ihm nicht. Er setzt sich davor und schaut in die Flamme, ohne dass ein Gedanke sich festsetzt oder eine Entscheidung sich formt. Draußen schlägt das Wasser gleichmäßig gegen die Pfähle, drinnen tropft die Heizung in den Eimer. Die Kerze brennt herunter, langsam, gleichmäßig, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen. Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt, und er weiß auch, dass es kein Entschluss ist. Es ist eher das Fehlen eines Grundes, der stark genug wäre, ihn von diesem Stuhl zu heben. Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne Übergang, wie hier immer die Dinge beginnen. Die Flocken fallen still auf den Fjord, der sie aufnimmt, ohne eine Spur zu zeigen. Anders hört zu, obwohl Schnee kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der Punkt. Manchmal ist das Leben ein stilles Vergehen, und manchmal reicht es, dabei zu sein. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Oktober Anders ist sechsunddreißig, bewohnt seit zwei Jahren eine geerbte Holzkirche am Ende einer Schotterstraße, und hat aufgehört, das als vorübergehend zu betrachten. Die Kirche liegt dort, wo der Fjord sich in eine schmale Bucht zurückzieht und die Straße aufgibt, ohne Erklärung. Das Dach hat drei Stellen, die bei Regen nachgeben, und Anders kennt sie so gut, dass er die Eimer im Halbschlaf richtig stellt. Nicht Gewöhnung, eher Kapitulation vor dem Zustand, den man irgendwann aufhört zu reparieren, weil er zum Haus gehört wie der Geruch nach Holz und altem Weihrauch. Die Heizung tropft in einen Blecheimer unter der Abzweigung des Heizkörpers, plink, und dieser Tropfen ist manchmal das einzige Geräusch im Haus, das zuverlässig wiederkehrt. Der Oktober an dieser Küste ist kein Monat, den man erlebt, sondern einer, den man aushält, weil das Licht nie wirklich ankommt und der Regen oft horizontal fliegt. Anders sitzt morgens am Küchentisch, die Hände um eine Tasse, die schon lange nicht mehr warm ist, und schaut durch das beschlagene Fenster auf das graugrüne Wasser. Er war Bootsbauer in Bergen, damals, aber das fühlt sich weniger wie eine Vergangenheit an als wie eine Biografie, die jemand anderem gehört. Jetzt repariert er die alten Außenbordmotoren der Nachbarn, er tut es gut und ohne Aufhebens, und die Bezahlung ist meistens Kaffee oder Schweigen, beides nimmt er. Lars ist achtundsechzig, wohnt einen Kilometer weiter am Ufer, und kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, als wäre die Tür seiner. Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch mit einer Geste, die Vertrautheit ausdrückt und gleichzeitig nichts verlangt, dann lehnt er sich zurück und schweigt. Das Schweigen zwischen den beiden hat eine Qualität, die Anders mit niemandem sonst kennt, weil es kein Warten enthält, keine unterschwellige Erwartung, nur Luft. Heute, nach vielleicht zehn Minuten, sagt Lars, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss, der Tabak bleibt auf dem Tisch, und alles ist wie vorher, nur mit einem Satz mehr in der Luft. Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und Anders holt sie selten sofort, weil sie meistens nichts enthält, das Eile rechtfertigt. Heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, und er erkennt Mettes Handschrift, noch bevor er die Karte vollständig aus dem Umschlag gezogen hat. Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das es hier nicht gibt, zu satt, zu zuversichtlich, als wäre die Stadt froh über sich selbst. Er dreht die Karte um und liest den Satz, den sie geschrieben hat: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." Sechs Monate Stille, und dann dieser Satz, knapp, ohne Anklage, aber mit einem Haken, der sitzt, weil er keine Antwort ist und keine Frage, sondern beides gleichzeitig. Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims, und die Abendfähre schiebt sich gerade durch den Fjord, ihr tiefes Motorgeräusch zieht über das Wasser und verweht. Er schaut ihr nach, bis das Geräusch weg ist, dann ist der Fjord wieder so still, als wäre nichts gewesen. Um vier ist der Himmel schwarz, was hier im Oktober kein Ereignis ist, sondern Tagesablauf. Anders zündet eine einzelne Kerze an, stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das seit seinem Einzug dort steht wie ein stilles Versprechen, das niemand einzulösen beabsichtigt. Er setzt sich auf den Hocker davor und schaut in die Flamme, nicht meditativ, nicht traurig, einfach schauend, weil der Abend nichts anderes verlangt. Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt in kurzen, gleichmäßigen Intervallen gegen die morschen Pfähle der alten Anlegestelle, und irgendwo hinter dem Fjord heult kurz der Wind. Die Kerze brennt langsam herunter, gleichmäßig, ohne Zug, und als die Flamme ausgeht, bleibt Anders im Dunkeln sitzen, ohne das Licht anzumachen. Er wird nicht nach Oslo fahren, aber es ist kein Entschluss, eher die Abwesenheit eines Grundes, der schwer genug wäre, ihn von diesem Ort zu heben. Mettes Satz hängt noch irgendwo im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die ehrliche Antwort ist, dass er keine Antwort hat, nicht weil er ausweicht, sondern weil die Frage selbst falsch gestellt ist. Draußen beginnt es zu schneien, lautlos, fast ohne Übergang, wie alle Dinge hier beginnen, die bleiben. Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden, ohne eine Spur zu hinterlassen, als hätte es sie nie gegeben. Anders hört zu, obwohl Schnee nichts hörbar macht, und vielleicht ist genau das der einzige Satz, der heute noch stimmt. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Oktober Anders ist sechsunddreißig, und er hat aufgehört, die Zeit zu messen, seit er begriffen hat, dass das Zählen von Tagen eine Aktivität für Menschen ist, die noch irgendwo hinmüssen. Die Kirche, die er vor zwei Jahren geerbt hat, ohne danach gefragt zu werden, steht am Ende einer Schotterstraße, die der Fjord auf drei Seiten einschließt wie ein Satz, der sich selbst widerspricht. Das Holz der Außenwände hat eine Farbe angenommen, die zwischen Grau und Vergessen liegt, und das Dach gibt nach, wo es immer nachgegeben hat, zuverlässig wie ein alter Charakter. Er kennt die drei undichten Stellen auswendig und stellt die Eimer im Dunkeln, nicht aus Routine, sondern weil der Körper manche Dinge übernimmt, wenn der Kopf aufgehört hat, sie für wichtig zu halten. Plink, und dann wieder, und die Heizung antwortet mit ihrem eigenen Rhythmus, sodass das Haus manchmal klingt wie ein Instrument, das niemand gestimmt hat und das trotzdem spielt. Der Oktober an dieser Küste ist keine Jahreszeit im üblichen Sinn, sondern eher ein Aggregatzustand, in dem das Licht nie ganz ankommt und der Regen aufgehört hat, sich zu entschuldigen. Anders sitzt am Morgen am Küchentisch, die Hände um eine längst erkaltete Tasse, und schaut auf den Fjord, der heute dieselbe Farbe hat wie gestern und vorgestern, ein Grau, das keine Nuancen braucht. Er war einmal Bootsbauer in Bergen, er hat gute Arbeit gemacht und das gewusst, aber diese Vergangenheit liegt so weit hinter ihm, dass er sie nur noch in der dritten Person denkt, als hätte jemand anders dieses Leben geführt. Jetzt repariert er die Außenbordmotoren der verbliebenen Nachbarn, er tut es gründlich und ohne Aufhebens, und die Frage der Bezahlung ist meist gar keine, weil beide Seiten wissen, dass Kaffee und Schweigen die ehrlicheren Währungen sind. Lars, achtundsechzig, kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, nicht aus Unverschämtheit, sondern weil eine Tür zwischen zwei Menschen, die nichts voneinander wollen als Anwesenheit, eine überflüssige Geste wäre. Er legt sein Tabakpäckchen auf den Küchentisch mit der Sorglosigkeit von jemandem, der nie etwas ablegt, um es zurückzubekommen, setzt sich auf die Bank und lehnt den Rücken gegen die rissige Wand. Das Schweigen, das sie teilen, ist von einer Qualität, die Anders früher nicht kannte und die er jetzt für eines der wenigen Dinge hält, die man nicht lernen kann, sondern nur findet, wenn man aufgehört hat, es zu suchen. Heute sagt Lars, nach einer Weile, die kein Gewicht hat, in den Raum hinein, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss mit dem dumpfen Laut von Holz auf Holz, und der Tabak liegt auf dem Tisch, vergessen oder hinterlassen, das ist dieselbe Frage. Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und meistens lohnt es sich nicht, deshalb zum Briefkasten zu gehen, aber heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, die er an der Handschrift erkennt, noch bevor er sie vollständig gedreht hat. Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das südlicher wirkt, als Oslo es verdient, zu warm, zu zuversichtlich, die Art von Bild, die Städte von sich machen, wenn sie Touristen meinen, nicht Wahrheit. Er dreht die Karte um, und Mette hat geschrieben: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." Der Satz ist kurz, was bedeutet, dass sie lange über ihn nachgedacht hat, denn Kürze dieser Art kommt nicht aus Eile, sondern aus dem langen Streichen von allem, was zu viel wäre. Sechs Monate Funkstille, und dann kein Vorwurf, keine Erklärung, nur dieser eine Satz, der keine Tür öffnet und keine schließt, sondern einfach zeigt, wo eine Wand ist. Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims wie etwas, das man nicht wegwirft und nicht aufbewahrt, sondern einfach irgendwo hinlegt, um zu sehen, was passiert. Die Abendfähre zieht durch den Fjord, ihr Motor trägt tief und gleichmäßig über das Wasser, und Anders schaut ihr nach, bis das Geräusch so klein geworden ist, dass er nicht mehr sicher ist, ob er es noch hört oder nur noch denkt. Um vier ist der Himmel schwarz, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Deckenlicht nicht mag, das alles gleich beleuchtet, ohne zu unterscheiden zwischen dem, was Licht verdient, und dem, was besser im Dunkeln bleibt. Er stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das dort steht, seit er eingezogen ist, ein Instrument ohne Geschichte in diesem Haus, oder mit einer Geschichte, die vor ihm endet und die er nie gefragt hat. Er setzt sich auf den Hocker davor, nicht um zu spielen, sondern weil der Hocker der einzige Platz im Zimmer ist, von dem aus man die Kerze sehen kann, ohne den Fjord im Rücken zu haben. Die Flamme brennt ruhig, kein Luftzug in diesem Haus um diese Stunde, und Anders schaut sie an, ohne einen Gedanken festzuhalten, weil die Gedanken heute flach sind wie das Licht draußen und genauso wenig ausrichten. Draußen schlägt das Wasser in kurzen, geduldigen Stößen gegen die Pfähle der alten Anlegestelle, drinnen antwortet die Heizung mit ihrem Tropfen, und das Haus atmet in einem Rhythmus, der nichts mit Anders zu tun hat und dem er trotzdem zuhört. Die Kerze brennt herunter, gleichmäßig, ohne Eile, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen und macht kein Licht, weil der Moment es nicht verlangt und weil er gelernt hat, Momente nicht zu überreden. Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist kein Entschluss, der gefällt wurde, sondern die stille Feststellung, dass der Grund zum Fahren nicht existiert, zumindest nicht in einer Form, die schwerer wiegt als der Grund zu bleiben, der auch nicht existiert. Mettes Satz hängt noch im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die Antwort, wenn es eine gibt, lautet nicht nichts, sondern genau das: dieses Haus, dieser Tropfen, dieser Fjord, diese Stille, die keine Abwesenheit von etwas ist, sondern eine Anwesenheit von allem, was übrigbleibt, wenn man aufgehört hat, es anders zu wollen. Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne den Übergang, den Schnee anderswo macht, einfach plötzlich da, als hätte der Himmel entschieden, dass Erklärungen heute nicht nötig sind. Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden in dem Moment, in dem sie ankommen, spurlos, als wäre das Fallen selbst der einzige Zweck, nicht das Liegen, nicht das Bleiben. Anders sitzt im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der klarste Satz, den dieser Abend anbietet: dass manches nur dann gehört werden kann, wenn man aufgehört hat, auf etwas Hörbares zu warten. == 84 == 1 -------------------- Die Angel Es ist Mittwoch. Der Himmel ist grau. Es regnet. Kari sitzt am Steuer. Jon sitzt neben ihr. Sie fahren schweigend. Der alte Volvo ist kalt. Der Scheibenwischer quietscht. Kari schaltet ihn auf schnell. Es hilft nicht viel. Jon öffnet das Fenster einen Spalt. Die Luft riecht nach Meer. Kari sagt nichts. Jon sagt auch nichts. Sie kennen die Straße gut. Sie sind hier aufgewachsen. Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. Sie müssen seine Sachen holen. Der Bootsschuppen steht am Wasser. Er ist alt und grau. Das Holz ist morsch. Kari parkt das Auto. Sie steigen aus. Der Regen ist kalt. Sie haben keinen Schirm. Die Tür des Schuppens klemmt. Jon tritt zweimal dagegen. Die Tür geht auf. Es riecht nach altem Holz. Es riecht nach Zigaretten. Kari bleibt an der Tür stehen. Jon geht hinein. An der Wand hängt eine Schwimmweste. Darunter stehen Gummistiefel. Größe 45 – die Größe des Vaters. Kari sieht auf den Boden. Der Regen trommelt auf das Blechdach. Jon dreht sich langsam um. An der Wand hängen zwei Nägel. An den Nägeln hängt eine Angel. Jon nimmt sie herunter. Die Schnur ist verwickelt. Der Haken ist rostig. Jon hält die Angel in beiden Händen. Er bewegt sich nicht. Kari tritt näher. Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. Sie fühlt das alte Holz. Sie gibt sie zurück. „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. Ihre Stimme ist ruhig. Jon nickt. Er legt die Angel auf die Werkbank. Dann sehen sie sich um. Ein Kalender hängt an der Wand – 2019. Ein Kanister steht in der Ecke. Zwei rostige Haken liegen auf dem Boden. Das ist alles. Jon geht zur Tür. Kari folgt ihm. Sie stehen wieder draußen im Regen. Jon schließt das Vorhängeschloss. Es klickt. Kari hält den Schlüssel in der Faust. Sie geht zum Wasser. Sie wirft den Schlüssel weit in den Fjord. Es macht ein leises Geräusch. Der kleine Kreis auf dem Wasser verschwindet sofort. Kari dreht sich nicht um. Jon auch nicht. Sie gehen zum Auto zurück. Jon setzt sich ans Steuer. Er startet den Motor. Der Scheibenwischer läuft wieder. Er quietscht wie vorher. Sie fahren. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Angel Es ist ein Mittwoch im November, und der Regen fällt seit dem Morgen. Kari fährt, weil Jon keinen Führerschein mehr hat. Der alte Volvo riecht nach feuchtem Stoff und kaltem Kaffee. Jon sitzt still auf dem Beifahrersitz und schaut aus dem Fenster. Die Straße ist leer, und die Bäume rechts und links sind schwarz vor Nässe. Der Scheibenwischer quietscht bei jeder dritten Bewegung. Kari stört das, aber sie sagt nichts. Sie denkt daran, dass sie diese Strecke als Kind oft gefahren ist. Damals hat sie sich auf dem Rücksitz gesetzt und die Wolken gezählt. Jetzt zählt sie die Minuten bis zum Schuppen. Jon öffnet das Fenster einen Spalt, obwohl es kalt ist. Die Luft, die hereinkommt, riecht nach Salz und nassem Gras. Kari schaltet den Wischer auf die schnelle Stufe, aber es hilft kaum. Sie parkt das Auto auf dem schmalen Weg vor dem Schuppen. Der Schuppen steht nah am Wasser, und seine Holzwände sind dunkel und feucht. Sie steigen aus, ohne etwas zu sagen. Der Regen trifft ihre Jacken sofort. Die Tür des Schuppens klemmt, wie immer. Jon tritt zweimal dagegen, und beim zweiten Mal geht sie auf. Der Geruch kommt sofort – altes Holz, feuchte Asche, Tabak. Kari bleibt einen Moment an der Schwelle stehen, weil sie atmen muss. Der Geruch ist nicht unangenehm, aber er trifft sie an einer Stelle, die sie nicht erwartet hat. Jon geht hinein, ohne sich umzusehen. An der Wand hängt eine alte Schwimmweste mit einem gerissenen Riemen. Darunter stehen Gummistiefel in Größe 45, und sie stehen gerade, als ob jemand sie gerade ausgezogen hat. Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste, die neben der Tür steht. Das Holz gibt ein leises Geräusch von sich, aber es hält. Der Regen trommelt auf das Wellblechdach, laut und gleichmäßig. Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um. An der Wand, zwischen zwei rostigen Nägeln, hängt eine Angel. Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich hin. Die Schnur ist verwickelt, und der Haken am Ende ist braun vor Rost. Er dreht die Angel in den Händen, als ob er sie zum ersten Mal sieht. Kari steht auf und tritt näher, weil sie sehen möchte, was er hält. Sie nimmt die Angel kurz aus seiner Hand, ohne zu fragen. Das Holz fühlt sich leicht und trocken an, obwohl alles andere im Schuppen feucht ist. Sie gibt sie zurück und sagt: „Den nehmen wir nicht mit." Ihre Stimme klingt ruhiger, als sie sich fühlt. Jon nickt einmal, ohne sie anzusehen. Er legt die Angel vorsichtig auf die alte Werkbank, die an der hinteren Wand steht. Dann sehen sie sich im Schuppen um, weil sie wissen, dass sie fertig sein müssen. Ein Kalender von 2019 hängt schief an einem Nagel neben der Tür. Ein halbleerer Benzinkanister steht in der Ecke, und zwei Haken liegen auf dem Boden. Das ist alles, was ihr Vater hier gelassen hat. Kari nimmt den Kalender und steckt ihn in ihre Jackentasche, ohne zu erklären warum. Jon sieht es, sagt aber nichts. Sie gehen gemeinsam nach draußen, und der Regen ist jetzt stärker als vorher. Jon zieht die Tür zu und legt das Vorhängeschloss ein. Es klickt mit einem kurzen, harten Geräusch. Kari steht ein paar Schritte weiter und schaut auf den Fjord. Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam, als ob es müde wäre. Sie holt den Schlüssel aus ihrer Tasche und hält ihn kurz in der Hand. Dann wirft sie ihn weit über das Wasser, mit dem ganzen Arm. Der Schlüssel macht ein leises Geräusch, als er auf die Oberfläche trifft. Ein kleiner Kreis entsteht auf dem Wasser, und er verschwindet sofort. Kari dreht sich um, ohne auf das Wasser zu warten. Jon ist schon beim Auto. Er setzt sich auf den Fahrersitz, und Kari setzt sich daneben. Er startet den Motor, ohne zu fragen, ob sie fertig ist. Sie ist fertig. Der Scheibenwischer läuft an, und er quietscht wie auf der Hinfahrt. Kari legt die Hände auf die Knie und schaut geradeaus. Jon fährt langsam zurück auf die Straße. Die Bäume stehen wieder rechts und links, nass und schwarz. Keiner spricht, aber diesmal fühlt sich das Schweigen anders an. Nicht leerer – nur stiller. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Angel Der Regen hatte seit dem frühen Morgen nicht aufgehört, und als Kari den Motor startete, wusste sie, dass der Tag nicht besser werden würde. Jon war pünktlich gewesen, was sie überrascht hatte, denn er war selten pünktlich. Er hatte eine Tasche dabei, die zu groß war für das, was sie holen würden. Kari hatte nichts gefragt. Sie fuhren die Küstenstraße, die sie beide auswendig kannten, ohne darüber zu reden. Der Fjord lag links von ihnen, grau und flach, und das Wasser sah aus wie altes Glas. Jon hatte das Fenster einen Spalt geöffnet, obwohl es kalt war, und Kari ließ es so. Der Scheibenwischer lief auf der zweiten Stufe und quietschte bei jeder Rückkehr, ein Geräusch, das sich nach einer Weile in den Hintergrund schob, ohne ganz zu verschwinden. Kari dachte daran, dass ihr Vater diesen Wischer nie hatte reparieren lassen, obwohl er es jedes Jahr vorhatte. Der Schuppen stand am Ende eines schmalen Feldwegs, der im Herbst immer aufweichte. Kari parkte, bevor der Weg zu schlammig wurde, und sie gingen den Rest zu Fuß. Der Regen traf sie sofort, kalt und gleichmäßig, wie etwas, das keine Meinung hat. Die Tür des Schuppens klemmte, wie sie es erwartet hatte. Jon trat einmal dagegen, dann nochmal fester, und beim zweiten Mal gab sie nach. Der Geruch kam wie ein Schlag – nicht unangenehm, aber dicht und unmittelbar: altes Holz, das sich vollgesogen hatte mit Jahren aus Tabakrauch und Salzluft, dazu etwas Süßliches, das Kari nicht benennen konnte und auch nicht benennen wollte. Sie blieb an der Schwelle stehen, während Jon hineinging. Er bewegte sich langsam, fast vorsichtig, als ob der Boden nachgeben könnte. An der Wand hing eine Schwimmweste mit einem langen Riss am Kragen. Darunter standen die Gummistiefel – Größe 45, aufrecht, als hätte sie jemand erst gestern dort hingestellt. Kari sah auf die Stiefel und dachte daran, wie oft sie als Kind auf diese Größe gewartet hatte, auf den Moment, wo die Schritte im Flur aufhörten und die Tür aufging. Jetzt würde die Tür nie mehr aufgehen. Jon stand in der Mitte des Raums und schaute zur hinteren Wand. Zwischen zwei Nägeln hing eine Angel, die Schnur lose aufgewickelt und verknotet, der Haken am Ende rotbraun vor Rost. Er nahm sie herunter, ohne zu zögern, und hielt sie mit beiden Händen, so wie man etwas hält, das man nicht fallen lassen will, obwohl man nicht weiß warum. Kari trat näher und sah ihm dabei zu. Er drehte die Angel langsam, betrachtete die Schnur, den Haken, das alte Holz des Griffs. Sie streckte die Hand aus, und er gab sie ihr, ohne aufzusehen. Das Holz war glatt und leicht, trockener als alles andere im Schuppen. Sie hielt sie einen Moment, länger als nötig, dann legte sie sie auf die Werkbank. „Den nehmen wir nicht mit", sagte sie. Es klang nicht wie eine Frage und nicht wie eine Erklärung. Jon sah kurz auf die Angel, dann nickte er. Sie durchsuchten den Rest des Schuppens schweigend und ohne Eile. Ein Kalender von 2019 hing schief an der Wand, aufgeschlagen auf März. Ein Benzinkanister, halb voll, stand in der Ecke neben einem Eimer ohne Boden. Zwei Haken lagen auf dem Boden, rostig wie der an der Angel. Kari steckte den Kalender ein, weil der März ihr Geburtsmonat war und weil sie es konnte. Als sie nach draußen traten, war der Regen stärker geworden. Jon zog die Tür zu und hängte das Vorhängeschloss ein, und das Klicken des Schlosses war das lauteste Geräusch seit Stunden. Kari stand ein paar Schritte vom Schuppen entfernt und schaute auf den Fjord, der jetzt dunkler war als auf der Hinfahrt, fast schwarz am Rand. Sie holte den Schlüssel aus der Tasche, wog ihn kurz in der Hand, und warf ihn dann mit einem weiten, entschlossenen Schwung ins Wasser. Er traf die Oberfläche ohne Lärm, fast zögerlich, und der Kreis, den er hinterließ, war klein und verschwand, bevor Kari ihn richtig gesehen hatte. Sie gingen zum Auto zurück, ohne sich umzudrehen. Jon setzte sich ans Steuer, und Kari ließ es zu, weil sie nicht mehr fahren wollte. Er startete den Motor, legte den Gang ein und fuhr langsam auf die Straße. Der Scheibenwischer lief wieder an, quietschte wieder, wie auf der Hinfahrt. Kari lehnte den Kopf gegen das Seitenfenster und spürte die Vibration des Motors. Draußen zog die Küste vorbei, grau und nass, und der Fjord blieb links von ihnen, breit und still, ohne Erinnerung an den Schlüssel. Jon schaltete das Radio ein, ließ es aber sofort wieder aus. Das Schweigen, das blieb, war kein schlechtes Schweigen. Es war das Schweigen von zwei Menschen, die dasselbe wissen und nichts mehr klären müssen. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Angel Der Regen hatte in der Nacht begonnen, leise und beharrlich, und als Kari am Morgen das Rollo hochzog, sah sie, dass die Straße vor dem Haus bereits blank und schwarz glänzte wie poliertes Leder. Sie hatte schlecht geschlafen, nicht wegen des Regens, sondern wegen des Termins, der seit drei Wochen in ihrem Kalender stand und sich in dieser Zeit nicht kleiner gemacht hatte. Jon hatte sie um acht angerufen, um zu sagen, dass er pünktlich sei, und Kari hatte sich dabei ertappt, dass sie gehofft hatte, er würde absagen. Die Fahrt verlief schweigend, so wie die meisten Dinge zwischen ihnen seit Jahren verliefen – nicht feindselig, aber mit einer Distanz, die so lang eingeübt war, dass keiner mehr wusste, wer sie zuerst eingeführt hatte oder warum. Der alte Volvo roch nach dem feuchten Stoff der Sitzbezüge und nach dem Kaffee, den Jon in einem Pappbecher mitgebracht und nach zwei Schlucken im Getränkehalter vergessen hatte. Kari fuhr die Küstenstraße, die sie seit ihrer Kindheit kannte, ohne darüber nachzudenken, die Kurven saßen in ihren Händen wie alte Texte, die man nicht mehr lesen, aber immer noch sprechen kann. Der Fjord lag linker Hand, ausgebreitet und beinahe reglos, seine Oberfläche von oben aufgehämmert durch den Regen, der auf dem Wasser ein gleichmäßiges, flaches Muster erzeugte, das kein Ende hatte. Jon hatte das Seitenfenster einen Spalt weit geöffnet und ließ die feuchte Luft hereinströmen, ohne zu fragen, und Kari drehte das Heizungsrad eine Kerbe höher, ohne es zu kommentieren. Der Scheibenwischer störte sie, weil er beim Rücklauf ein helles Quietschen erzeugte, das an einen Nagel erinnerte, der über eine Tafel gezogen wird, und weil ihr Vater diesen Wischer seit mindestens sechs Jahren nicht hatte reparieren lassen, obwohl er jedes Frühjahr davon gesprochen hatte. Kari hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da es keine Rolle mehr spielte, verstand sie es noch weniger. Sie parkten am Beginn des Feldwegs, weil der Schlamm zu tief war, um weiterzufahren, und gingen die letzten hundert Meter zu Fuß durch den Regen, der ihnen keine Möglichkeit ließ, trocken zu bleiben, und dem gegenüber ein Schirm nur eine Art höflichen Protest gewesen wäre. Der Schuppen stand am Wasserrand, kleiner als Kari ihn in Erinnerung hatte, obwohl sie wusste, dass sich nicht der Schuppen verändert hatte. Seine Holzwände hatten die Farbe von nassem Torf angenommen, und das Wellblechdach hatte an zwei Stellen Beulen, die wie geschlossene Augen aussahen. Die Tür klemmte, weil das Holz im feuchten Herbst quoll, wie es das immer getan hatte. Jon trat zweimal dagegen – konzentriert, ohne Wut – und beim zweiten Mal gab sie nach, mit einem Geräusch, das halb Stöhnen und halb Kapitulation war. Der Geruch, der ihnen entgegenkam, war so vollständig und so unvermittelt, dass Kari für einen Moment stillstand und nicht hineinging: Holz, das jahrelang Tabakrauch aufgesogen hatte, darunter Motoröl, Salz, und etwas Schweres, Süßliches, das sich nicht benennen ließ, das aber trotzdem sofort und eindeutig nach ihrem Vater roch. Jon trat ein, ohne sich umzusehen, und Kari folgte ihm nach einem Atemzug, den sie bewusst machte. An der Wand hing die Schwimmweste, die sie seit ihrer Kindheit kannte – orangefarben, inzwischen ausgeblichen zu einem stumpfen Lachsrosa, der Klettverschluss am Kragen gerissen und nie ersetzt, weil ihr Vater Dinge reparierte, die kaputt waren, und Dinge, die nutzlos waren, eben ließ. Darunter die Gummistiefel, Größe 45, gerade und aufrecht hingestellt mit einer Sorgfalt, die der Rest des Schuppens nicht kannte, und deren Anblick bei Kari etwas auslöste, das sie nicht als Trauer hätte bezeichnen wollen, das aber auch kein anderes Wort hatte. Jon stand an der hinteren Wand und schaute nach oben, und als Kari sah, was er sah, verstand sie sofort, warum er nicht weiterging. Zwischen zwei Nägeln hing die Angel – dieselbe Angel, die sie als Kinder auf dem Steg gesehen hatten, wenn ihr Vater früh aufstand und sie schliefen, und die er mitnahm ohne ein Wort, und die abends wieder an denselben Nägeln hing, wenn er zurückkam, schweigend und vollständig abwesend. Die Schnur war in losen, ungleichmäßigen Windungen aufgerollt und an mehreren Stellen verknotet, der Haken am Ende zu einem dunkelbraunen Rost oxidiert, der wie Kruste auf altem Brot aussah. Jon nahm sie herunter – langsam, mit beiden Händen – und hielt sie vor sich, nicht wie ein Werkzeug und nicht wie eine Erinnerung, sondern wie etwas, das sich noch nicht entschieden hatte, was es sein wollte. Kari beobachtete ihn, ohne sich zu bewegen, und sie sah an seiner Haltung, an der Art, wie seine Schultern leicht abfielen und wie er den Kopf neigte, dass er gerade versuchte, etwas in Worte zu fassen, dem er keine geben konnte. Sie trat näher und streckte die Hand aus, und er gab ihr die Angel ohne Zögern. Das Holz des Griffs war glatt und trocken, fast warm, und es war das einzige, was in diesem Schuppen so fühlte, als ob jemand es regelmäßig berührt hatte. Sie hielt die Angel länger, als sie vorgehabt hatte. Dann legte sie sie auf die Werkbank und sagte: „Den nehmen wir nicht mit." Es war kein Satz, der eine Antwort brauchte, und Jon gab keine. Er nickte nur, einmal, kurz, mit einer Endgültigkeit, die sie beide erleichterte. Sie durchsuchten den Schuppen ohne Plan und ohne Gespräch – öffneten eine Kiste, die leer war, kontrollierten den Benzinkanister, der halb voll war, sahen sich den Kalender an, der auf März 2019 stand und an dem niemand weitergeblättert hatte. Zwei rostige Haken lagen auf dem Boden, ohne erkennbaren Zweck, wie viele Dinge ihres Vaters. Kari nahm den Kalender, weil der März ihr Geburtsmonat war, und weil es das Einzige war, das sie mitnehmen konnte, ohne das Gewicht des ganzen Raums zu tragen. Draußen hatte der Regen zugenommen, und er fiel jetzt schräg und ohne Pause, so dass die Oberfläche des Fjords aussah wie aufgewühlter Schotter. Jon zog die Schuppentür zu und legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten des Schlosses war das sauberste, entschlossenste Geräusch des Tages. Kari stand einige Schritte entfernt am Ufer, den Schlüssel in der rechten Hand, und betrachtete den Fjord, der an diesem Tag keine Farbe hatte außer dem Grau, das alle anderen Graus enthielt. Sie ließ dem Moment keine Länge, holte mit dem Arm aus und warf den Schlüssel in einem weiten, gleichmäßigen Bogen über das Wasser, als hätte sie es geübt. Das Aufprallgeräusch war fast nichts, ein leises Tock, und der Kreis, den er hinterließ, weitete sich kurz aus und verschwand dann, als wäre er nie gewesen. Sie gingen zum Auto, und keiner von beiden drehte sich um. Jon nahm den Schlüssel, und Kari ließ ihn fahren, weil sie nicht mehr die Kraft hatte, die Hände auf dem Lenkrad zu halten und gleichzeitig geradeaus zu schauen. Er fuhr schweigend, ruhig, mit einer Sorgfalt, die er sonst selten zeigte. Der Scheibenwischer lief an und quietschte, wie auf der Hinfahrt, und Kari lehnte den Kopf gegen das Fenster und ließ das Geräusch zu, weil es das letzte war, das noch an nichts erinnerte außer an einen alten Wischer, der nie repariert worden war und es jetzt auch nicht mehr werden würde. Die Küste glitt am Fenster vorbei, nass und grau und vertraut, und der Fjord begleitete sie, breit und gleichgültig, bis die Straße ihn aus dem Blick nahm. Jon schaltete das Radio kurz ein, und als Musik kam, schaltete er es wieder aus. Das Schweigen, das zurückblieb, hatte eine andere Qualität als das der Hinfahrt – nicht die angespannte Stille zweier Menschen, die etwas vermeiden, sondern die ruhigere, schwerere Stille zweier Menschen, die dasselbe verloren haben und es jetzt wissen, ohne dass einer den anderen danach fragen müsste. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Angel Der Regen, der in der Nacht begonnen hatte, gehörte zu jener beharrlichen nordischen Art, die nicht stürmt und nicht dramatisiert, sondern einfach fällt, Stunde um Stunde, mit der gleichmütigen Ausdauer eines Phänomens, das keinen Grund braucht und keine Entschuldigung. Kari hatte ihn gehört, bevor sie wach war, hatte ihn in den letzten Schichten des Schlafs als etwas wahrgenommen, das von außen kommt und innen bleibt, und als sie schließlich aufstand und das Rollo hochzog, sah sie, dass er die Welt in etwas verwandelt hatte, das glatt und abweisend war wie eine Oberfläche, auf der nichts haftet. Jon saß bereits im Wagen, als sie hinunterkam, die Hände im Schoß, den Blick auf einen Punkt gerichtet, der außerhalb des Fahrzeugs und außerhalb des Augenblicks lag, und Kari bemerkte, dass er eine Tasche mitgebracht hatte, größer als nötig, so als hätte er sich in der Nacht eine Vorstellung davon gemacht, was er mitnehmen würde, und diese Vorstellung beim Aufwachen still und ohne Szene wieder aufgegeben. Sie fragte nicht danach. Es gab Fragen zwischen ihnen, die nicht gestellt wurden, weil beide die Antworten kannten, und solche, die nicht gestellt wurden, weil keine der Antworten etwas verändert hätte. Die Küstenstraße kannte Kari mit einer Körperlichkeit, die über das Gedächtnis hinausging – die leichte Neigung vor der zweiten Kurve, die kurze Gegensteigung danach, die Stelle, wo das Leitplankenmetall immer rostet, weil das Salzwasser dort hochzieht – und sie fuhr, ohne zu denken, während Jon neben ihr saß und das Fenster einen Spalt öffnete, die feuchte Luft hereinließ, die nach Seetang roch und nach etwas Mineralischem, das man nicht genau benennen kann und das trotzdem sofort und unweigerlich nach diesem Küstenstreifen riecht, nach diesem spezifischen Abschnitt Erde und Wasser zwischen dem ersten und dem neunten Lebensjahr. Kari drehte die Heizung höher, und Jon ließ das Fenster, wie es war, und dieser unausgesprochene Kompromiss war, ohne dass einer von ihnen es wusste, der einzige Moment auf der Hinfahrt, in dem sie dasselbe wollten. Der Scheibenwischer störte sie, weil er bei jedem Rückhub ein helles, schleifendes Quietschen erzeugte, das an die spezifische Unannehmlichkeit eines Geräusches erinnerte, das nicht wehtut, aber nicht aufhört, und weil dieser Wischer seit Jahren nicht repariert worden war, obwohl ihr Vater jedes Frühjahr, meistens im März, wenn das Licht wieder stärker wurde und man das Auto öfter brauchte, sagte, er müsse das erledigen, und es dann nicht erledigte, weil immer etwas anderes kam oder weil er, was wahrscheinlicher war, die kleinen unreparierten Dinge brauchte, um sich vorzustellen, dass noch Zeit war, sie zu reparieren. Sie parkten vor dem Feldweg, weil der Schlamm ab dort zu tief war, und gingen die letzten hundert Meter durch den Regen, der auf ihre Jacken fiel wie etwas, das keine Böswilligkeit kennt und daher auch keine Rücksicht – gleichmäßig, ausdauernd, vollkommen indifferent gegenüber dem Anlass ihrer Anwesenheit. Der Schuppen, den Kari zuletzt im Sommer gesehen hatte, war kleiner als in ihrer Erinnerung, was nicht stimmte und was sie trotzdem dachte, weil Erinnerungen nicht skalieren, sondern bedeuten, und weil dieser Schuppen in ihrer Kindheit mehr Raum eingenommen hatte als seine Grundfläche. Die Holzwände hatten die Farbe angenommen, die altes, feuchtes Holz annimmt – ein Graubraun, das sich nicht mehr steigert, das am Ende aller Verwitterungsprozesse liegt wie ein letzter, ruhiger Satz nach einem langen Text. Die Tür klemmte, weil das Holz im Herbstregen gequollen war, und Jon trat zweimal dagegen, nicht mit Ungeduld, sondern mit der präzisen, kraftsparenden Entschlossenheit eines Mannes, der seit zwanzig Jahren körperlich arbeitet und weiß, wie viel Kraft eine Tür braucht und wie viel davon Frustration wäre. Was ihnen entgegenkam, als die Tür nachgab, war weniger ein Geruch als ein Zustand – eine Dichte aus Jahrzehnten von Tabakrauch, der sich in die Holzfasern gefressen hatte, aus Motoröl, das irgendwann verschüttet worden war und nie ganz verschwunden war, aus Salzluft, die durch jede Ritze der Wände zog, und darunter, als Grundton, den man erst nach einem Moment wahrnahm, etwas Organisches, Schweres, das sich nicht aus seinen Bestandteilen zusammensetzen ließ und das Kari, ohne es zu wollen, als vollständig und untrennbar mit ihrem Vater verband. Sie blieb an der Schwelle stehen und atmete einmal durch, bewusst, fast methodisch, weil sie gelernt hatte, dass der erste Moment immer der ist, der entscheidet, wie viel Kontrolle man über den Rest des Tages behält. Jon stand vor der hinteren Wand, und Kari sah sofort, was er sah, noch bevor sie herangetreten war: die Angel, die zwischen zwei Nägeln hing, die Schnur in unregelmäßigen Windungen aufgerollt, an mehreren Stellen verknotet, wie etwas, das aufgehört hat, Ordnung zu behaupten, ohne aufgehört zu haben, da zu sein. Der Haken am Ende war zu einem tiefen, matten Rotbraun oxidiert, und die Farbe hatte die Gleichmäßigkeit und Endgültigkeit angenommen, die entsteht, wenn ein Prozess so lange läuft, dass er sich nicht mehr als Prozess zeigt, sondern als Zustand, als Eigenschaft, als das, was die Sache nun einmal ist. Jon nahm die Angel herunter – langsam, mit beiden Händen – und die Art, wie er sie hielt, sagte mehr als alles, was er an diesem Tag gesagt hatte: leicht vorgebeugt, die Schultern etwas abgefallen, den Kopf geneigt, als lauschte er auf etwas, das die Angel vielleicht noch sendete und das er vielleicht noch empfangen konnte. Kari sah ihm zu, ohne sich zu bewegen, und sie erkannte in seiner Haltung etwas, das sie an ihm nicht oft gesehen hatte – nicht Trauer, weil Trauer eine Richtung hat, und das hier hatte keine, es war eher ein Innehalten, ein kurzes Anhalten jener Bewegung vorwärts, die das Leben verlangt und die man irgendwann so automatisch vollzieht, dass man vergisst, dass es auch Momente gibt, in denen man steht. Sie trat neben ihn und streckte die Hand aus, ohne zu erklären, was sie damit vorhatte, und er gab ihr die Angel mit einer Selbstverständlichkeit, die bedeutete, dass er verstanden hatte, was gemeint war, bevor sie selbst es hätte benennen können. Das Holz des Griffs war glatt und trocken und leichter als sie erwartet hatte, und diese Leichtigkeit traf sie auf eine Weise, für die sie keine Kategorie besaß, weil das Leichte manchmal schwerer zu halten ist als das Schwere. Sie legte die Angel auf die Werkbank, ohne weiter darüber nachzudenken, und sagte: „Den nehmen wir nicht mit" – einen Satz, der keine Begründung enthielt, weil jede Begründung ihn kleiner gemacht hätte. Jon nickte einmal, und dieses Nicken war das Einverständnis mit etwas, das größer war als die Entscheidung über eine verrostete Angel in einem aufzulösenden Schuppen. Den Rest erledigten sie mit der stillen Effizienz zweier Menschen, die dasselbe gelernt haben, auch wenn sie es an verschiedenen Orten gelernt haben: eine leere Kiste, ein halbvoller Benzinkanister, zwei Haken ohne Verwendung, ein Kalender von 2019, aufgeschlagen auf März, der Monat, in dem Kari Geburtstag hatte und in dem ihr Vater in diesem Jahr, soweit sie wusste, nie daran gedacht hatte. Sie nahm den Kalender und steckte ihn ein, und es war keine sentimentale Geste, sondern das Gegenteil davon: der Versuch, etwas zu behalten, das noch keinen Schmerz hatte, bevor der Schmerz ankam und alles in seine Nähe zog. Draußen fiel der Regen jetzt schräg, getrieben von einem Wind, der aufgekommen war, während sie drinnen gewesen waren, und er peitschte gegen ihre Jacken mit einer Direktheit, die kein Mitgefühl kannte und keines zu kennen brauchte. Jon legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten, hart und endgültig, war genau das Geräusch, das dieser Moment gebraucht hatte, ohne dass jemand darum gebeten hatte – eine Schließung, die nicht laut sein musste, um vollständig zu sein. Kari stand einige Schritte entfernt, am Ufer des Fjords, und hielt den Schlüssel, der kalt war und kleiner wirkte, als er hätte wirken sollen für das, was er darstellte und was er ab jetzt nicht mehr darstellen würde. Sie warf ihn ohne Zögern und ohne Zeremonie, mit dem ganzen Arm, in einem langen, gleichmäßigen Bogen über das aufgewühlte Wasser, und das Geräusch, das er beim Aufprall machte, war kaum mehr als ein Flüstern – ein kurzes, sofortiges Verschwinden in einer Oberfläche, die sich sofort schloss, als wäre nichts gewesen, was eine Art Wahrheit war, wenn man bereit war, sie anzunehmen. Sie gingen zum Auto, ohne sich umzudrehen, und Kari ließ Jon fahren, weil sie die Hände nicht mehr auf dem Lenkrad haben wollte, nicht heute, nicht auf dieser Strecke. Er fuhr mit einer Sorgfalt, die er im Alltag selten zeigte, als ob er wüsste, dass dieser Rückweg etwas war, das man nicht unnötig erschüttern sollte. Der Scheibenwischer lief an und quietschte, genau wie auf der Hinfahrt, und Kari, die das Geräusch seit einer Stunde nicht mehr gehört hatte, bemerkte jetzt, dass es sie nicht mehr störte, oder dass sie beschlossen hatte, es nicht mehr stören zu lassen, was auf dasselbe hinauslief. Sie lehnte den Kopf gegen das Fenster und beobachtete, wie die Küste an ihr vorbeizog, nass und grau und vollständig vertraut, eine Landschaft, die keine Rücksicht auf die nahm, die durch sie fuhren, und die genau deshalb verlässlich war in einer Art, die Menschen es selten sind. Jon schaltete das Radio ein, drei Sekunden lang, und dann wieder aus, und die Stille, die zurückblieb, war nicht dieselbe, die sie auf der Hinfahrt gehabt hatten – keine vermiedene Stille, keine aufgeschobene, keine, die auf etwas wartete, sondern die ruhige, schwere, angemessene Stille zweier Menschen, die etwas getan haben, das getan werden musste, und die jetzt nebeneinander sitzen in dem Wissen, dass es erledigt ist, und in dem gleichzeitigen, stillen Wissen, dass erledigt nicht bedeutet, dass es aufhört. == 85 == 1 -------------------- Elena kommt mit dem Bus ins Dorf. Die Hitze trifft sie sofort. Es ist September, aber die Luft brennt noch. Sie trägt eine kleine Tasche und eine große Müdigkeit. Zehn Jahre ist sie nicht mehr hier gewesen. Die Gassen sind enger, als sie sie in Erinnerung hat. Die Häuser sind kleiner. Der Marktplatz riecht nach Tomaten und Staub. Elena bleibt stehen, weil sie Lachen hört. Es ist ein Lachen, das sie kennt. Carlo steht vor einer Werkstatt. Er hat die Ärmel hochgekrempelt. Seine Arme sind schwarz von Schmiere. Er lacht mit einem anderen Mann. Elena atmet tief. Sie dreht sich nicht weg, aber sie geht auch nicht hin. Ihr Magen zieht sich zusammen. Sie kauft Tomaten auf dem Markt, weil sie etwas tun muss. Die alte Frau am Stand sieht sie lange an. Dann sagt sie: „Du bist die Tochter von Lucia." Elena nickt nur. Am Abend geht sie zu Carlos Haus. Die Treppe knarrt, wie früher. Carlo öffnet die Tür. Er sieht sie an, und er sagt nichts. Dann sagt er leise: „Du siehst aus wie deine Mutter." Elena antwortet nicht. Sie schlägt ihn mit der flachen Hand ins Gesicht. Carlo hält sich nicht die Wange. Er schaut sie nur an, die Augen dunkel. Es gibt keine Entschuldigung in seinem Blick. Elena geht die Treppe wieder hinunter. Ihre Hände zittern ein bisschen. Sie raucht eine Zigarette vor dem Haus ihrer Mutter. Die Straße ist leer. Um ein Uhr in der Nacht klopft jemand an die Tür. Es ist Carlo. Er sagt kein Wort, er macht nur eine Geste. Sie folgt ihm, weil sie es immer getan hat. In der Garage stehen zwei alte Autositze. Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie. Sie trinken, und sie reden wenig. Dann greift Carlo nach ihrer Hand. Seine Finger sind rau und warm. Elena lässt es zu. Sie spürt ihren eigenen Herzschlag im Hals. „Matteo fragt nie nach mir", flüstert sie. Carlo sagt: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert." Er macht eine kurze Pause. Dann sagt er: „Das hat mir mein Vater nie gezeigt." Elena nimmt die Hand weg. Sie stellt das Weinglas auf den Boden. Sie sagt nichts mehr in dieser Nacht. Am nächsten Morgen wacht Elena früh auf. Es ist noch dunkel draußen. Sie packt ihre Tasche schnell. Dann geht sie nicht zum Bahnhof. Sie geht zum Haus von Signora Grazia. Das Licht in der Küche brennt schon. Elena schaut durch das Fenster. Matteo sitzt am Tisch. Er tunkt Brot in Milch. Er ist groß geworden. Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. Er lächelt. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas. Sie steht eine Minute lang so. Dann dreht sie sich um. Sie geht zum Bahnhof, ohne zu klingeln. Der Zug kommt pünktlich. Sie steigt ein. Die Sonne geht auf, als der Zug fährt. Elena schaut aus dem Fenster, aber sie sieht nichts. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Elena steigt aus dem Bus, und der Geruch des Dorfes trifft sie wie ein Schlag. Es riecht nach reifen Tomaten, nach heißem Stein und nach altem Öl. Sie weiß sofort, woher der Ölgeruch kommt. Die Werkstatt ist noch da, gleich um die Ecke, genau wie vor zehn Jahren. Elena stellt ihre Tasche auf den Boden und zündet sich eine Zigarette an. Sie raucht langsam, weil sie Zeit braucht, bevor sie weitergeht. Dann hört sie das Lachen, und ihre Hand hält kurz inne. Es ist Carlos Lachen, tief und ein bisschen zu laut, wie immer. Sie dreht den Kopf nicht, aber sie sieht ihn trotzdem. Er steht unter einer Motorhaube, die Arme voller Schmiere, und lacht mit einem jungen Kerl. Elena drückt die Zigarette aus und nimmt ihre Tasche wieder. Sie geht am Marktplatz vorbei, ohne links oder rechts zu schauen. Die alte Frau vom Gemüsestand ruft ihren Namen, aber Elena tut so, als hört sie es nicht. Das Haus ihrer Mutter riecht nach Staub und nach einem Leben, das aufgehört hat. Elena öffnet die Fenster, weil die Luft stickig ist und sie atmen muss. Sie setzt sich an den Küchentisch und legt die Hände flach auf das Holz. Das Holz ist kalt, obwohl draußen noch Hitze ist. Am Abend beschließt sie, zu Carlos Mutter zu gehen, weil das der Grund ist, warum sie wirklich hier ist. Die Treppe zum ersten Stock knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen, weil sie etwas zählen muss. Carlo öffnet die Tür, nicht seine Mutter, und für einen Moment sagen beide nichts. Er ist älter geworden, aber seine Augen sind gleich, dunkel und ruhig wie ein Tier. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und seine Stimme klingt fast freundlich. Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn. Die Hand trifft seine Wange, und das Geräusch ist lauter als erwartet. Carlo bewegt sich nicht, er hält sich nicht die Wange, er sagt kein Wort. Er schaut sie an, und in seinem Blick ist keine Reue, aber auch keine Wut. Das ist das Schlimmste, denkt Elena, die fehlende Wut. Sie dreht sich um und geht die Treppe hinunter, ohne auf eine Reaktion zu warten. Draußen ist die Luft jetzt kühler, und der Himmel ist voller Sterne. Elena geht zum Haus ihrer Mutter zurück und trinkt alleine ein Glas Wein. Sie schläft nicht, weil die Nacht zu still ist und ihre Gedanken zu laut. Um kurz nach eins klopft es an die Tür, leise, zweimal. Sie weiß, wer es ist, bevor sie aufmacht. Carlo steht im Dunkeln, eine Weinflasche in der Hand, und wartet einfach. Elena zieht die Tür weiter auf, weil sie keine Kraft mehr hat, Nein zu sagen. Sie gehen zusammen in die Werkstatt, ohne ein Wort darüber zu verlieren. In der Garage stehen zwei alte Autositze, die Carlo irgendwann aus einem Wrack geholt hat. Er öffnet die Flasche und gibt ihr das erste Glas, und sie trinken im Stehen. Dann setzen sie sich, und die Stille zwischen ihnen ist nicht unangenehm. Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen. Seine Finger sind rau, die Haut trocken und dunkel an den Knöcheln. Elena schaut auf ihre beiden Hände und denkt, dass sie früher jünger aussahen. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie, und ihre Stimme klingt flacher als sie möchte. Carlo trinkt einen Schluck, bevor er antwortet. „Ich bringe ihm bei, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt." Er macht eine kurze Pause und fügt hinzu: „Meinem Vater hat das niemand beigebracht." Elena nimmt ihre Hand weg und stellt das Glas neben den Autositz. Sie sagt nichts, weil es nichts zu sagen gibt, das nicht schon gesagt ist. Sie bleibt noch eine Stunde, dann geht sie alleine zurück. Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche, schnell und ohne zu zögern. Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter im Dunkeln besser kennt. Dann geht sie nicht zum Bahnhof, sondern zuerst zur Straße von Signora Grazia. Das Licht in der Küche brennt schon, obwohl es noch früh ist. Elena stellt sich ans Fenster und schaut hinein. Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch und schaut dabei auf nichts Bestimmtes. Er ist groß geworden, größer als sie erwartet hat, mit Carlos Schultern und ihrer Nase. Signora Grazia streicht ihm über den Kopf, und der Junge lässt es zu, ohne aufzublicken. Elena drückt die Stirn gegen das Glas, und das Glas ist kalt und fest. Sie bleibt genau eine Minute, dann löst sie sich und geht. Am Bahnhof kauft sie ein Ticket nach Mailand und wartet auf einer Metallbank. Der Zug kommt pünktlich, wie immer in dieser Richtung. Elena steigt ein, stellt die Tasche in die Ablage und setzt sich ans Fenster. Als der Zug anfährt, geht die Sonne gerade auf, orange und groß über den Hügeln. Sie schaut hin, weil sie hinschauen muss. Aber die Sonne wärmt sie nicht, und das Licht ist nur Licht. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Elena erinnert sich an den Geruch des Dorfes, aber sie hatte vergessen, wie körperlich er ist – wie er sich in die Nase drängt, bevor man überhaupt Zeit hat, sich zu wappnen. Der Bus hält am Rand des Platzes, und sie steigt als letzte aus. Reifen Tomaten, heißer Stein, Motoröl – das Dorf hat sich nicht verändert, nur sie. Sie zieht die Sonnenbrille tiefer ins Gesicht und geht langsam, weil schnelles Gehen hier verdächtig wirkt. Schon nach zwanzig Schritten hört sie sein Lachen, und ihr Körper reagiert schneller als ihr Verstand. Carlo steht vor der Werkstatt, die Ärmel bis zu den Ellbogen gekrempelt, Schmiere auf den Unterarmen, und erklärt einem jungen Kerl irgendetwas an einem Motor. Er hat zugenommen, aber er trägt es gut, wie Männer es manchmal tun, die körperlich arbeiten. Elena geht am Markt vorbei, kauft nichts, grüßt niemanden, und das Haus ihrer Mutter empfängt sie mit der besonderen Stille, die Wohnungen haben, in denen jemand gestorben ist. Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung und sitzt dann lange am Küchentisch, die Hände gefaltet wie in einer Kirche. Später am Abend steht sie vor Carlos Tür, in dem geblümten Kleid, das sie absichtlich mitgenommen hat, ohne sich selbst zu erklären, warum. Er öffnet, und sein Blick wandert einmal an ihr herunter und wieder hinauf, ruhig und ohne Eile. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und es klingt nicht gemein, aber es ist gemein. Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn, flach mit der Hand, so wie man jemanden schlägt, den man zehn Jahre lang nicht schlagen konnte. Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Hand gegen die Wange, er verändert nur leicht den Ausdruck. In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, als hätte er damit gerechnet, irgendwann, irgendwo. Elena dreht sich um und geht die Treppe hinunter, die Knie ein bisschen weich, die Hände fest zur Faust geschlossen. Sie raucht drei Zigaretten hintereinander auf der Bank vor dem Haus ihrer Mutter und schaut dabei in eine Gasse, die ins Nichts führt. Als er kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster und hat ihn schon die Straße heraufkommen sehen. Er hält eine Flasche Rotwein in der Hand wie eine Entschuldigung, die er nicht aussprechen will. Sie lässt ihn herein, ohne etwas zu sagen, weil Schweigen zwischen ihnen immer ehrlicher war als Reden. In der Garage sitzen sie auf zwei ausgedienten Autositzen, die nach altem Leder und Benzin riechen, und trinken aus Gläsern, die Carlo aus seiner Jacke zieht. Das Licht ist schwach, eine nackte Glühbirne, die mehr Schatten wirft als Helligkeit. Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen, ob sie das möchte. Elena schaut auf diese Hand, die rau ist und warm und so vertraut, dass es wehtut. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, weil der Satz seit Jahren in ihr wartet. Carlo trinkt, bevor er antwortet, und sie kennt diese Geste, dieses kurze Kaufen von Zeit. „Ich zeige ihm, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat." Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie trotzdem, weil sie sie hineinhört. Sie zieht die Hand langsam zurück und stellt ihr Glas auf den Betonboden. Sie bleibt noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet, und Entscheidungen Kraft kosten, die sie nicht hat. Dann geht sie, und er begleitet sie nicht, was das Richtige ist. Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit den schnellen, sicheren Bewegungen von jemandem, der sich lange auf diesen Moment vorbereitet hat. Das Haus ihrer Mutter wird sie verkaufen, das hat sie entschieden, aber heute denkt sie nicht daran. Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern den langen Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt. Das Licht brennt schon, wie immer zu dieser frühen Stunde, und durch das Glas sieht Elena ihren Sohn. Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, konzentriert auf diese kleine Handlung, als wäre sie die einzige Sache auf der Welt. Er hat Carlos Schultern und ihre Art, den Kopf leicht zu neigen, wenn er nachdenkt. Signora Grazia steht hinter ihm, legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses schläfrige Morgenlächeln. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und schließt die Augen für einen Moment. Sie atmet einmal, zweimal, und beim dritten Atemzug zieht sie sich zurück. Am Bahnhof kauft sie einen Kaffee aus dem Automaten, der schlecht schmeckt, und trinkt ihn trotzdem. Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, als würde sie verhindern wollen, dass sie wegfliegt. Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, groß und orange, und taucht die Felder in ein Licht, das man auf Postkarten druckt. Elena schaut hin, weil es schön ist und weil man hinschauen muss, wenn etwas schön ist. Aber das Licht erreicht sie nicht, es bleibt an der Fensterscheibe hängen wie an einer Grenze, die sie selbst gezogen hat. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Der Bus hält mit einem Seufzen, als wäre er selbst erleichtert, diese Strecke hinter sich gebracht zu haben, und Elena steigt als letzte aus, weil sie sich nicht beeilen will. Zehn Jahre sind eine lange Zeit, aber der Geruch des Dorfes wartet nicht auf Vorbereitung – er ist einfach da, sofort, körperlich, unverhandelbar. Tomaten, Staub, Motoröl, und darunter noch etwas, das sich nicht benennen lässt, vielleicht das Dorf selbst, seine besondere Art zu existieren. Elena schiebt die Sonnenbrille zurecht und geht langsam, mit der gleichgültigen Haltung von jemandem, der nur kurz durchreist und keine Geschichte hier hat. Das Lachen trifft sie nach zwanzig Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper erinnert sich, obwohl sie ihm das nicht erlaubt hat. Carlo steht vor der Werkstatt, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere bedeckt, und erklärt einem jungen Mann etwas an einem aufgeklappten Motor, mit dieser Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt. Er hat sich verändert, aber nur so, wie Dinge sich verändern, die von innen heraus wachsen, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm gehört. Elena kauft nichts auf dem Markt, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, als wäre es ein Recht. Das Haus ihrer Mutter hat die spezifische Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat. Sie öffnet die Fenster, trinkt Leitungswasser, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach aufs Holz legt, wirken ihr fremd, zu ruhig für das, was in ihr vorgeht. Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren schon hatte und das sie dennoch eingepackt hat, ohne sich selbst eine ehrliche Erklärung dafür zu geben. Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen nicht, weil sie sie auswendig kennt, ohne es zu wollen. Er öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, was schlimmer ist als Eile. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die nicht grausam klingt, was bedeutet, dass er nicht weiß, wie grausam es ist. Elena schlägt ihn, bevor sie entschieden hat, es zu tun, flach mit der Hand, mit der ganzen angesammelten Kraft von zehn Jahren, in denen sie es nicht konnte. Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die gerötete Wange, er verändert nur den Ausdruck leicht, als würde er eine Information verarbeiten. In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist das, was Elena am meisten trifft. Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter, die Knie merkwürdig weich, und draußen raucht sie drei Zigaretten in einer Reihe, ohne sie wirklich zu schmecken. Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür deswegen nicht abgesperrt hat. Carlo hält eine Weinflasche wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache. Die Werkstatt riecht nach altem Gummi, Benzin und dem speziellen Geruch von Metall, das lange bearbeitet wurde, und die nackte Glühbirne wirft mehr Schatten als Licht. Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, und das hat etwas Vertrautes, das wehtut. Als Carlo seine Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Verräter. Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel, und sie sind so unverändert, dass Elena einen Moment lang die Zeit vergisst. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn im Stillen so oft geprobt hat. Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Wählen von Worten, das bei ihm nie Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken. „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der nicht rückgängig zu machen ist." Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie, weil sie sie hineinlegt, weil sie nicht anders kann, seit zehn Jahren nicht. Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas auf den Betonboden, und die Bewegung hat die Endgültigkeit einer Entscheidung, auch wenn sie noch eine Stunde bleibt. Sie bleibt, weil Aufstehen Kraft kostet, die sie sich erst zusammensuchen muss, und weil die Nacht draußen zu still ist für das, was sie erwartet. Dann geht sie, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, was er je für sie getan hat. Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist. Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit besser kennt als im Hellen, was ihr, als sie es bemerkt, die Kehle zuschnürt. Dann geht sie den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und sie lügt sich nicht an, dass es Zufall ist. Das Licht in der Küche brennt bereits, orange und warm hinter dem beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche an den Körper gezogen. Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Schlaf ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer. Er hat Carlos Schultern, ihre Nase, und eine Art, den Kopf zu neigen, wenn er in Gedanken ist, die von keinem von beiden kommt und doch von beiden. Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf, lächelt dieses kurze, warme Morgenlächeln, das Kinder haben, bevor der Tag sie einholt. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment ist da nur das Glas, die Kälte, der Herzschlag. Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das die einzige Bewegung ist, die ihr noch gehört. Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen bedeuten würde, anzukommen. Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen. Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange, und taucht die Felder in das schwere, schöne Licht des frühen Morgens, das man auf Postkarten druckt und in Memoiren beschreibt. Elena schaut hin, weil es schön ist und weil Schönheit eine Pflicht hat, bemerkt zu werden, auch wenn man sie nicht empfangen kann. Das Licht bleibt an der Scheibe, es wärmt das Glas, aber nicht sie, und der Zug fährt weiter, durch Dörfer, die kleiner werden, bis sie verschwinden. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Der Bus hält mit einem hydraulischen Seufzen am Rand des Platzes, und Elena bleibt sitzen, bis die anderen Fahrgäste ausgestiegen sind, weil sie das Ankommen noch einen Moment lang aufschieben will. Zehn Jahre sind keine abstrakte Zahl, das weiß sie jetzt, da der Geruch des Dorfes durch die geöffnete Tür hereindrängt – Tomaten, Staub, warmer Stein und darunter, kaum wahrnehmbar, das Öl von Carlos Werkstatt, die gleich um die Ecke beginnt. Sie steigt als letzte aus, stellt die Tasche auf das Pflaster, und der September schlägt ihr die Hitze entgegen wie etwas, das auf sie gewartet hat. Das Lachen trifft sie nach wenigen Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper reagiert mit einer Unmittelbarkeit, die jeden Gedanken an Kontrolle vorläufig suspendiert. Carlo steht vor der offenen Werkstatttür, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere eingerieben, und erklärt einem jungen Mechaniker etwas an einem aufgeklappten Motor, mit jener gleichmütigen Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt und nie besessen hat. Er hat sich verändert auf die Weise, auf die Männer sich verändern, wenn die Zeit ihnen etwas gibt statt nimmt, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm selbstverständlich zusteht. Elena geht am Marktplatz vorbei, ohne innezuhalten, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, mit der Lautstärke und Berechtigung von jemandem, der glaubt, ein Recht auf Antworten zu haben. Das Haus ihrer Mutter hat die besondere Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat, und diese Stille ist keine Abwesenheit von Geräusch, sondern eine Anwesenheit von etwas Schwerem. Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach auf das alte Holz legt, kommen ihr fremd vor, zu ruhig, zu beherrscht für das, was darunter arbeitet. Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das vor zehn Jahren ihres war und das sie trotzdem eingepackt hat, ohne sich selbst die Ehrlichkeit zuzumuten, zu erklären, warum. Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt an denselben Stellen wie früher, und dieses Wissen, das ihr Körper besitzt ohne Erlaubnis ihres Verstands, macht ihr bewusst, wie tief einige Dinge sitzen. Carlo öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, wandert an ihr herunter und wieder hinauf mit einer Ruhe, die schlimmer ist als jede Eile, weil Ruhe bedeutet, dass er sich sicher fühlt. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die das nicht als Grausamkeit meint, was es zur vollständigsten Grausamkeit macht, die er ihr zufügen könnte. Elena schlägt ihn, bevor der Entschluss dazu fertig gedacht ist, flach mit der Hand, mit einer Kraft, die sich aus zehn Jahren aufgestaut hat, in denen sie es nicht konnte, nicht durfte, nicht wollte. Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die rote Stelle, er verändert nur minimal den Ausdruck, als würde er eine Information registrieren, die er irgendwann erwartet hat. In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist die eigentliche Verletzung, tiefer als alles, was sie sich vorgestellt hatte. Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter mit Knien, die merkwürdig nachgeben, und draußen raucht sie drei Zigaretten hintereinander, ohne sie zu schmecken, die Augen auf eine Gasse gerichtet, die nirgendwohin führt. Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür aus genau diesem Grund nicht abgesperrt hat, einer Tatsache, der sie sich nicht stellt. Carlo hält eine Flasche Rotwein wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat und dass das auch keine Lösung wäre, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache, die sie beiden beherrschten. Die Werkstatt riecht nach Gummi, Benzin und dem spezifischen Geruch von Metall, das über Jahre mit menschlichen Händen in Kontakt war, und die nackte Glühbirne an der Decke wirft Licht, das mehr erklärt als erhellt. Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, weil er nichts wegwirft, was noch Funktion hat, und trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, als wäre das normal. Als er die Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Körperverrat, der sich um keine ihrer Entscheidungen schert. Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel von eingearbeitetem Öl, das kein Waschen mehr vollständig entfernt, und sie sind so vollständig unverändert, dass die Zeit für einen Moment aufhört, linear zu sein. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn so viele Male im Stillen gesagt hat, dass er seine scharfen Kanten verloren hat, ohne seinen Inhalt zu verlieren. Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Abwiegen von Worten, das bei ihm keine Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken, was ihn, trotz allem, zu einem besseren Menschen macht als sie. „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er schließlich, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der sich nicht rückgängig machen lässt." Er meint es ohne Ironie, das weiß sie, aber sie kann nicht aufhören, sie zu hören, weil sie seit zehn Jahren in allem sucht, was er sagt, und weil das ihres ist, nicht seins. Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas mit einer Sorgfalt auf den Betonboden, als wäre das Glas zerbrechlich, obwohl sie weiß, dass sie es nicht ist, und dann bleibt sie noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet. Die Entscheidung kommt schließlich von selbst, wie Entscheidungen kommen, wenn man aufgehört hat, auf sie zu warten, und sie geht, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, das er je für sie getan hat, und das Traurigste. Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist, dem Zögern zu viel gekostet hat, über zu viele Jahre. Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit vollständiger kennt als im Hellen, und diese Erkenntnis, als sie sie formuliert, schnürt ihr die Kehle zu. Sie nimmt den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und lügt sich nicht an, dass es Zufall ist oder Gewohnheit oder irgendetwas anderes als das, was es ist. Das Licht in der Küche brennt bereits, warm und orange hinter dem leicht beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche fest an den Körper gezogen, als könnte das Festhalten an einem Gegenstand das Zittern verhindern. Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Traum ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer, mit Carlos Schultern und ihrer Nase und einer Art, den Kopf zu neigen, die von keinem von beiden kommt und von beiden. Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses kurze, vollständige Morgenlächeln von jemandem, dem die Welt noch in Ordnung ist. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment gibt es nur das Glas, die Kälte, den Herzschlag, und das genügt nicht, aber es ist alles. Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das Lösen die einzige Bewegung ist, die ihr noch vollständig gehört, und geht. Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch und Plastik schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen eine Ankunft bedeuten würde, zu der sie sich nicht bereit erklärt. Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die keine Geschichte mit uns haben, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen wie um etwas, das nicht entkommen soll. Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange und so schön, dass es fast eine Zumutung ist, und taucht die Felder und die weißen Häuser in das schwere, goldene Licht, das man auf Postkarten druckt, weil man es festhalten will, weil es sich nicht festhalten lässt. Elena schaut hin, weil Schönheit eine stille Pflicht hat, wahrgenommen zu werden, auch und gerade dann, wenn man sie nicht empfangen kann, wenn zwischen einem und der Welt ein Glas ist, das man selbst eingezogen hat. Der Zug fährt weiter, die Hügel werden kleiner und dann flacher und dann verschwinden sie, und die Sonne steigt höher und hört auf, schön zu sein und wird nur noch Licht, und das Licht wärmt die Scheibe, aber nicht sie. == 86 == 1 -------------------- Das Porzellan Maureen ist sechsundfünfzig Jahre alt. Sie putzt Wohnungen in London. Das macht sie seit zwanzig Jahren. Die Wohnungen sind in Kensington. Dort wohnen reiche Leute. Ihr neuer Kunde heißt Lord Archibald Pemberton. Alle nennen ihn Archie. Er ist achtundsiebzig Jahre alt. Seine Wohnung ist in der Montpelier Street. Archie hat einen alten Schlüssel an Maureen gegeben. Nein – er hat ihn ihr „geliehen". Das ist ein Unterschied für ihn. Maureen kommt jeden Montag. Sie schließt die Tür auf und geht hinein. In der Küche steht das Teegeschirr schon auf dem Tisch. Archie hat es hervorgeholt. Er macht das jedes Mal. Maureen hat aber keine Zeit für Tee. Sie bindet ihre Schürze um. Archie steht im Flur und lächelt. „Ah, Maureen. Der Kronleuchter wackelt wieder." Maureen schaut nach oben. Der Kronleuchter wackelt nicht. „Ich schau später", sagt sie. Dann geht sie ins Badezimmer. Sie schrubbt die Wanne und wischt den Boden. Archie kommt in die Tür. Er hat ein Glas Sherry in der Hand. Er erzählt von seinem Vater. Sein Vater hat mit Churchill gegessen. Er erzählt von einem Pferd. Das Pferd hieß Wellington. Er erzählt von früher. Maureen hört zu. Sie sagt „Mhm" und „Aha". Das macht sie seit Jahren so. Archie fragt: „Sind Sie zufrieden, Maureen?" Sie dreht sich um. „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie. Archie versteht nicht, dass das keine Antwort ist. Er lächelt und geht wieder in den Salon. Maureen wischt weiter. Eine Woche später kommt Maureen wieder. Archie sitzt am Esstisch. Er trägt seinen Morgenmantel. In seinen Händen ist ein Brief. Sein Gesicht ist rot. Die Hände zittern ein bisschen. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er. Giles ist sein Sohn. Er ist Banker in der City. Archies Stimme ist klein und kaputt. Maureen sieht ihn an. Dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard. Sie geht hin. Sie nimmt ein Glas. Sie schenkt sich Sherry ein. Das erste Mal in zwanzig Jahren. Sie setzt sich ihm gegenüber. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie. „Das ist nicht dasselbe, aber …" Sie trinkt. Archie schluchzt leise. Maureen sagt nichts mehr. Sie sitzt einfach da. Das ist genug. Eine Woche später klingelt Maureen an der Tür. Sie hat eine Tupperdose dabei. Darin sind Scones – selbst gebacken. Sie sind ein bisschen zu braun, aber sie sind warm. Archie öffnet die Tür. Seine Augen sind noch ein bisschen rot. Aber sein Kragen ist sauber gebügelt. Maureen stellt die Dose auf den Küchentisch. „Setzen Sie sich", sagt sie. „Ich mache Tee." Archie setzt sich. Er nimmt einen Scone und zerbröckelt ihn auf dem Teller. Maureen gießt den Tee ein – zuerst der Tee, dann die Milch. Sie setzt sich neben ihn. „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt sie. Archie lächelt. „Ich weiß", sagt er. Sie essen die Scones. Draußen fährt ein Bus vorbei. Die Wohnung ist still. Aber sie ist nicht mehr leer. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Das Porzellan Maureen ist sechsundfünfzig, und sie putzt seit zwanzig Jahren die Wohnungen reicher Leute. Die meisten ihrer Kunden wohnen in Kensington, wo die Straßen sauber und die Türen schwer sind. Ihr neuester Kunde ist Lord Archibald Pemberton, den alle nur Archie nennen. Er ist achtundsiebzig Jahre alt und wohnt allein in einer großen Wohnung in der Montpelier Street. Die Wohnung ist voller alter Möbel, alter Bilder und altem Porzellan, das niemand benutzt. Archie hat Maureen einen Schlüssel gegeben – oder besser gesagt: Er hat ihr einen Schlüssel „geliehen". Jeden Montag kommt Maureen, schließt die Tür auf und geht direkt in die Küche. Das Teegeschirr steht jedes Mal schon auf dem Tisch, obwohl Maureen nie Zeit für Tee hat. Sie bindet ihre Schürze um und beginnt zu arbeiten, während Archie aus dem Schlafzimmer kommt. „Ah, Maureen", sagt er, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" Maureen schaut kurz nach oben, aber der Kronleuchter hängt völlig ruhig an der Decke. „Ich schau später", sagt sie, und geht ins Badezimmer, bevor er weitersprechen kann. Sie schrubbt die Wanne, wischt den Spiegel und putzt den Boden, während Archie in der Tür steht. Er hat ein Sherryglas in der Hand und erzählt von seinem Vater, der einmal mit Churchill gegessen hat. Dann erzählt er von einem Pferd namens Wellington, das angeblich das schnellste in ganz Hampshire war. Maureen antwortet mit „Mhm" und „Aha", weil sie gelernt hat, dass das meistens reicht. Manchmal fragt Archie sie etwas, aber er wartet selten auf die Antwort. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?", fragt er plötzlich, und sie dreht sich um. „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie, und Archie nickt, als wäre das eine Antwort auf seine Frage. Er geht zurück in den Salon, und Maureen macht weiter – sie hat noch drei andere Kunden an diesem Tag. Das Porzellan im Regal staubt sie immer zuletzt ab, weil es viel Zeit kostet und sehr zerbrechlich ist. Die Tassen haben goldene Ränder, und manche sind schon leicht angeschlagen. Archie sagt nie, wem das Porzellan gehört hat, aber Maureen vermutet: seiner Frau. Eine Woche später kommt Maureen wie immer, aber diesmal ist es anders in der Wohnung. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, und auf dem Tisch liegt ein geöffneter Brief. Sein Gesicht ist gerötet, seine Hände zittern, und er schaut nicht auf, als Maureen reinkommt. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme klingt wie die eines alten Mannes. Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und Archie spricht selten gut über ihn. Maureen bleibt stehen, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard. Sie geht langsam zum Sideboard, nimmt ein Glas und schenkt sich ein – das erste Mal in zwanzig Jahren. Dann setzt sie sich Archie gegenüber und stellt das Glas auf den Tisch zwischen ihnen. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie ruhig. „Das ist natürlich nicht dasselbe, aber …" Sie trinkt einen Schluck, und Archie schluchzt leise, ohne das Gesicht zu heben. Maureen sagt nichts mehr, weil es nichts gibt, was in diesem Moment helfen würde. Sie sitzt einfach da, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille im Zimmer stehen. Draußen fährt ein Auto vorbei, und irgendwo in der Wohnung tickt eine alte Uhr. Nach einer Weile steht Maureen auf, bindet ihre Schürze um und fängt an zu putzen. Archie bleibt am Tisch sitzen, aber seine Hände zittern nicht mehr ganz so stark. In der nächsten Woche denkt Maureen manchmal an Archie, wenn sie in anderen Wohnungen putzt. Sie denkt daran, wie er am Tisch saß, und wie sein Kragen schief war, und wie er nicht weinte, sondern nur zitterte. Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie müde ist und eigentlich früh schlafen wollte. Sie werden ein bisschen zu braun, aber sie riechen gut, und das ist, wie Maureen entscheidet, genug. Am nächsten Montag klingelt sie an der Tür, weil es sich diesmal richtig anfühlt zu klingeln. Sie hat eine Tupperdose in der Hand, und als Archie öffnet, sieht er zuerst die Dose, dann sie. Seine Augen sind noch leicht gerötet, aber sein Kragen ist frisch gebügelt – das fällt Maureen sofort auf. „Setzen Sie sich", sagt sie, „ich mache Tee." Archie setzt sich ohne ein Wort, nimmt einen Scone aus der Dose und bricht ihn langsam auseinander. Maureen füllt den Wasserkocher, stellt Tassen hin und sucht kurz nach dem Tee, weil sie ihn nicht sofort findet. Sie gießt ein – zuerst den Tee, dann die Milch – und setzt sich neben Archie an den Tisch. Eine Weile sitzen sie so, essen die Scones und trinken Tee, ohne zu sprechen. Dann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an, und zum ersten Mal seit Wochen lächelt er – ein echtes, kleines Lächeln. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz, und dann ist es wieder still. Die Wohnung riecht nach Tee und warmen Scones, und das Porzellan im Regal steht ruhig in der Sonne. Es ist nicht viel, aber es ist genug. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie fragt, was sie beruflich macht, sagt sie „Reinigungskraft", weil „Putzhilfe" sich nach etwas anhört, das man verleiht. Seit zwanzig Jahren fährt sie jeden Morgen mit der U-Bahn nach Kensington, wo die Häuser so aussehen, als hätten sie nie etwas Schmutziges berührt – was natürlich eine Lüge ist. Ihre Kunden wechseln selten, weil Maureen sorgfältig ist, pünktlich ist und nie fragt, was nicht ihre Sache ist. Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, „eine eigene Kategorie". Er ist achtundsiebzig, trägt jeden Tag Krawatte, und seine Wohnung in der Montpelier Street riecht nach Bienenwachs, altem Leder und dem hartnäckigen Geruch von Sherry. Das Porzellan im Salon – weiß, goldgerändert, für mindestens sechzehn Personen – hat Maureen in einem Jahr nicht ein einziges Mal benutzt gesehen. Sie staubt es trotzdem jede Woche ab, weil es auf der Liste steht und weil Archie leise unruhig wird, wenn sie es überspringt. Der Schlüssel, den er ihr gegeben hat, liegt in ihrer Jackentasche neben dem Busticket – er hat ihn ihr „geliehen", wie er betont, was bedeutet, dass er sich die Möglichkeit offenhält, ihn zurückzufordern, obwohl alle wissen, dass er das nie tun wird. Wenn Maureen montagmorgens die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, obwohl Archie weiß, dass sie nie bleibt, und obwohl er das seit einem Jahr weiß. „Ah, Maureen", sagt er dann aus dem Flur, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, und jedes Mal hängt der Kronleuchter vollkommen reglos an der Decke, als hätte er noch nie gewackelt und als würde er es auch nie tun. „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und geht ins Badezimmer, weil das Bad immer zuerst kommt und weil sie keine Lust hat, über Kronleuchter zu sprechen. Archie folgt ihr bis in die Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen und fängt an zu erzählen, das Sherryglas schon in der Hand, obwohl es erst halb zehn Uhr morgens ist. Er erzählt von seinem Vater, der mit Churchill zu Abend gegessen haben soll, von einem Pferd namens Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal hintereinander gewonnen hat, von der Zentralheizung, die „entschieden zu warm" eingestellt sei, und von Zeiten, in denen man noch wusste, wie man sich benahm. Maureen schrubbt die Wanne und antwortet mit „Mhm" und „Aha" im richtigen Abstand, weil sie gelernt hat, dass Archie nicht wirklich eine Antwort will, sondern ein Gegenüber. Einmal fragt er sie unvermittelt: „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – und sie dreht sich um, sieht ihn an und sagt: „Das Putztuch ist langsam zu dünn." Er nickt ernsthaft, als hätte sie die Frage beantwortet, und geht zurück in den Salon. Das ist der Rhythmus, der sich zwischen ihnen eingespielt hat, und Maureen findet ihn nicht unangenehm – er ist vorhersehbar, und Vorhersehbarkeit ist unterschätzt. An einem Montag Mitte November ist alles anders, bevor Maureen noch die Schürze umgebunden hat. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was sie noch nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, dessen Umschlag auf den Boden gefallen ist. Seine Hände liegen flach auf dem Tisch, als müsste er sich festhalten, und sein Gesicht hat die Farbe von jemandem, der eine schlechte Nachricht noch nicht ganz aufgenommen hat, aber schon weiß, dass sie wahr ist. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken. Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und taucht in Archies Erzählungen fast nie auf – was Maureen, die viel beobachtet und wenig fragt, als Zeichen gewertet hat. Sie steht einen Moment in der Küche, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard, dann wieder Archie, und dann macht sie etwas, das sie selbst überrascht: Sie geht zum Sideboard, nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es und setzt sich ihm gegenüber. In zwanzig Jahren hat sie den Sherry immer abgelehnt – höflich, aber bestimmt – und Archie hat jedes Mal genickt, als hätte er nichts anderes erwartet. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch gerichtet. „Das ist natürlich nicht dasselbe – ich weiß, dass es nicht dasselbe ist –, aber …" Sie trinkt, und der Satz bleibt unfertig im Raum, was vielleicht das Ehrlichste ist, was sie in diesem Moment sagen kann. Archie schluchzt einmal, kurz und unterdrückt, wie jemand, dem Weinen unangenehm ist. Maureen sagt nichts mehr – nicht, weil ihr nichts einfällt, sondern weil sie weiß, dass Worte in solchen Momenten meistens mehr für den Sprechenden sind als für den Zuhörer. Sie sitzt, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille stehen, bis Archie sich mit dem Ärmel des Morgenmantels das Gesicht wischt und schweigend den Brief zusammenfaltet. In der darauffolgenden Woche denkt Maureen öfter an ihn als sonst – nicht mit Mitleid genau, eher mit der Art Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht ganz versteht, aber auch nicht vergessen kann. Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie seit dem Tod ihrer Mutter kaum noch gebacken hat und obwohl die Küche in ihrer kleinen Wohnung in Brixton nicht die richtige Größe dafür ist. Die Scones werden etwas zu braun, aber sie sind warm, als sie sie in die Tupperdose legt, und Wärme, denkt Maureen, ist meistens wichtiger als Aussehen. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie einen Schlüssel hat, weil es sich diesmal nicht richtig anfühlt, einfach reinzugehen. Archie öffnet die Tür, gekleidet, den Kragen frisch gebügelt, die Augen leicht gerötet, aber der Gesichtsausdruck derjenige eines Mannes, der beschlossen hat, weiterzumachen. Maureen stellt die Tupperdose wortlos auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher und sucht kurz nach dem Tee, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat. „Setzen Sie sich", sagt sie, und er setzt sich, ohne zu fragen warum. Sie trinken Tee und essen Scones, und keiner von beiden sagt etwas, was bedeutsam klingt oder bedeutsam sein will. Irgendwann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an – eine Sekunde, zwei –, und dann lächelt er, das erste echte Lächeln, das Maureen je bei ihm gesehen hat. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Scheiben zittern kurz, und in der Stille danach ist die Wohnung dieselbe wie immer – und doch nicht mehr ganz dieselbe. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, sagt sie „Reinigungskraft" mit einer Bestimmtheit, die jeden Nachfrage im Keim erstickt, weil das Wort „Putzhilfe" ihrer Meinung nach nach etwas klingt, das man stundenweise verleiht und das keine eigene Meinung haben muss. Sie kennt Kensington so gut wie ihren eigenen Handteller – die Risse im Pflaster der Onslow Gardens, den Geruch der Hecken nach Regen, die Art, wie die Fassaden dieser Gegend Würde vortäuschen, als wäre das eine Leistung. Seit zwanzig Jahren bewegt sie sich durch diese Straßen mit dem ruhigen Selbstbewusstsein einer Frau, die weiß, dass sie in den Häusern ihrer Kunden mehr sieht als diese jemals von sich selbst wissen werden. Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist die komplizierteste Aufgabe, die sie in zwei Jahrzehnten gehabt hat – nicht wegen der Arbeit, sondern wegen der Stille, die zwischen den Sätzen in dieser Wohnung hängt wie Staub, den man nicht wegwischen kann, ohne ihn aufzuwirbeln. Er ist achtundsiebzig, trägt täglich Krawatte mit einem Knoten, der Übung verrät, wohnt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die früher für eine Familie gedacht war und jetzt hauptsächlich die Abwesenheit eben dieser Familie dokumentiert. Das Porzellan im Salon – weißes Meißner Service, goldgerändert, für sechzehn Personen, hinter Glas in einem Schrank, der sich nur mit einem kleinen Messingschlüssel öffnet – ist Maureens aufwendigstes wöchentliches Ritual und das einzige Objekt in der Wohnung, bei dem Archie stumm wird, wenn sie es anfasst, stumm und sehr aufmerksam. Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat gesagt „meiner Frau", und das war das Ende des Gesprächs, so vollständig und endgültig, dass Maureen seitdem nicht mehr fragt, sondern einfach das Tuch nimmt und wischt und darauf achtet, die Tassen mit beiden Händen zu halten. Den Schlüssel, den Archie ihr gegeben hat, bezeichnet er beharrlich als „geliehen", ein Wort, das juristisch eine Rückgabepflicht impliziert, praktisch aber nur bedeutet, dass er die Vorstellung eines Besitzrechts braucht, das er nicht länger hat – über die Wohnung, über seinen Sohn, über seine Zeit. Wenn Maureen montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, trotz des Wissens beider Parteien, dass daraus nie Tee wird: ein kleines, hartnäckiges Missverständnis, das sich zwischen ihnen eingerichtet hat wie ein stiller Untermieter, den keiner offiziell eingeladen hat. „Ah, Maureen", sagt Archie aus dem Flur, und in dieser Begrüßung steckt die gesamte Erleichterung eines Mannes, dem der Montag lang geworden ist, „der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, weil sie jedes Mal hofft, dass er diesmal recht haben könnte, und jedes Mal hängt der Kronleuchter reglos und schwer wie ein Kronzeuge, der verweigert auszusagen. „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und betritt das Badezimmer, das mit seiner viktorianischen Armaturen und dem schweren Marmorboden mehr Pflege verlangt, als Archie je wissen wird. Er folgt ihr bis zur Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen mit der lässigen Selbstverständlichkeit eines Mannes, der keine Grenzen kennt, die er selbst nicht gezogen hat, und beginnt seinen Wochenbericht, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl die Sonne kaum über den Dächern steht. Seine Geschichten haben eine feste Dramaturgie: zuerst der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll bei einer Gelegenheit, die mit jeder Wiederholung illustrer wird; dann das Pferd Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal gewann; dann die Gegenwart, die er behandelt wie einen Hausgast, der zu lange geblieben ist und den man nicht direkt bitten kann zu gehen. Maureen schrubbt, wischt und hört zu mit der Disziplin einer Frau, die verstanden hat, dass Zuhören eine Form von Arbeit ist, die man leisten kann, ohne sich selbst dabei zu verbrauchen, solange man die Distanz wahrt zwischen dem, was gehört wird, und dem, was einen angeht. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er manchmal, und es ist die einzige, bei der sie kurz innehält, nicht weil sie die Antwort nicht wüsste, sondern weil die Frage von einem Mann kommt, der selbst keine befriedigende Antwort darauf hätte. „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt ernsthaft, als wäre das eine philosophische Position, die Respekt verdient, und geht zurück in den Salon. An einem Montag Mitte November, als der Himmel über Kensington die Farbe von altem Zeitungspapier hat, ist die Wohnung anders, bevor Maureen noch die Tür hinter sich geschlossen hat – eine Schwere in der Luft, die man nicht benennen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Wohnungen kennt wie sie: die Schwere von etwas, das bereits passiert ist. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was Maureen in einem Jahr nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, als hätte er ihn mit einer Geste aufgemacht, die keine Rücksicht auf den Inhalt nehmen wollte. Seine Hände liegen flach auf der Tischplatte, als brauchten sie den Widerstand der Oberfläche, und sein Gesicht zeigt den Ausdruck eines Mannes, der eine Niederlage noch nicht eingeräumt hat, obwohl er sie längst begriffen hat. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme hat die Textur von etwas, das lange trocken gelegen hat und beim ersten Anfassen zerbricht. Giles, den Maureen nur aus Archies gelegentlichen, stets abgebrochenen Erwähnungen kennt, ist Investmentbanker in der City und offenbar ein Mann, der Entscheidungen trifft, die sich wie Türen anfühlen, die man von innen zuwirft. Maureen steht in der Küche und betrachtet Archie mit der Aufmerksamkeit, die man Dingen widmet, deren Fragilität man erst in diesem Moment vollständig ermisst, dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und etwas in ihr trifft eine Entscheidung, die sie dem Verstand nicht vorlegt, weil sie weiß, dass er Einwände hätte. Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Präzision einer Frau, die keine Bewegung verschwendet, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren nicht als jemand, der bezahlt wird zu bleiben, sondern als jemand, der beschlossen hat, es trotzdem zu tun. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas zwischen beiden Händen haltend wie etwas, das Wärme bewahren soll, „das ist natürlich nicht dasselbe, und ich will nicht so tun, als wäre es dasselbe – aber es gibt Momente, in denen man versteht, dass Kinder uns so sehen, wie sie uns sehen wollen, und nicht so, wie wir sind." Der Satz endet nicht sauber, weil solche Sätze nie sauber enden, und Maureen trinkt, anstatt ihn fertigzustellen, weil das Unfertige manchmal ehrlicher ist als jede Pointe. Archie schluchzt einmal – kurz, fast unhörbar, wie jemand, der das Weinen als Schwäche gelernt hat und trotzdem gerade nicht anders kann –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet, nicht mit der gespannten Erwartung von jemandem, der helfen will, sondern mit der ruhigen Gegenwart von jemandem, der gelernt hat, dass Anwesenheit manchmal das Einzige ist, was man anbieten kann, das wirklich zählt. In der darauffolgenden Woche denkt sie öfter an ihn als an irgendeinen ihrer anderen Kunden – nicht mit Mitleid, das wäre zu einfach, und nicht mit Zuneigung, das wäre zu viel, sondern mit der Art stiller Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht vollständig versteht, und die man deshalb nicht loslässt. Am Donnerstagabend backt sie Scones in der kleinen Küche ihrer Wohnung in Brixton, nach dem Rezept ihrer Mutter, das sie auswendig kennt und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter lange nach Abschied schmeckte und weil Maureen keine Sentimentalitäten pflegt, die ihr nichts geben außer Schmerz. Die Scones werden etwas zu braun – das Backrohr in dieser Küche hat eine eigene Meinung –, aber sie sind warm, als sie sie verpackt, und Wärme ist, wie Maureen findet, eine Form von Argument, gegen die man schwer ankommt. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie den Schlüssel in der Tasche hat, weil Klingeln bedeutet, dass der andere die Wahl hat, und das scheint ihr diesmal richtig. Archie öffnet die Tür – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der beschlossen hat, die Niederlage anzunehmen ohne ihr mehr Raum zu geben, als sie verdient. Maureen stellt die Tupperdose auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher, und als sie den Tee nicht gleich findet, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat, sucht sie schweigend, bis sie ihn findet, weil das die Art ist, wie sie in fremden Küchen arbeitet: gründlich, ohne Drama, ohne Kommentar. Sie setzt sich zu ihm, und sie trinken Tee und essen die zu braunen Scones, und keiner sagt etwas, das bedeutsam klingen will oder bedeutsam sein soll, weil das Bedeutsame dieser Szene in ihrer Schlichtheit liegt und sich sofort auflösen würde, wenn man es benennte. Dann sagt Maureen, ohne besondere Betonung: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an – eine Sekunde lang, zwei –, und in seinem Gesicht entsteht etwas, das Maureen in einem Jahr nie gesehen hat: ein Lächeln, das nichts will, kein Wohlwollen erkaufen, keine Distanz überbrücken, kein Vergessen simulieren – ein Lächeln, das einfach da ist, weil gerade nichts dagegen spricht. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, und doch eine andere, weil Stille, wie Maureen weiß, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingetragen hat, und diesmal ist es nicht nur Abwesenheit. Das Porzellan im Regal steht in der blassen Novembersonne, die goldenen Ränder werfen kleine Lichter auf die Wand, und Maureen denkt, während sie in ihren Tee schaut, dass sie es nächste Woche besonders sorgfältig abstauben wird. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, antwortet sie mit einer Präzision, die jeden weiteren Kommentar überflüssig macht: „Reinigungskraft" – ein Wort, das sie mit derselben Selbstverständlichkeit ausspricht, mit der andere „Anwältin" oder „Ärztin" sagen würden, weil sie früh begriffen hat, dass der Stolz auf eine Tätigkeit nicht von der gesellschaftlichen Bewertung dieser Tätigkeit abhängen muss, wenn man nur entschieden genug ist, das nicht zuzulassen. In zwanzig Jahren hat sie gelernt, dass die Wohnungen reicher Leute selten so aussehen, wie die Leute selbst aussehen wollen – dass hinter den schweren Türen in Kensington eine Unordnung lauert, die mit Geld nicht zu kaufen ist und mit Schweigen nur notdürftig verwaltet werden kann, und dass derjenige, der wöchentlich mit dem Putztuch kommt, zwangsläufig zum einzigen Zeugen einer Wahrheit wird, die der Bewohner selbst nicht mehr wahrnehmen kann, weil er zu lange in ihr lebt. Lord Archibald Pemberton – achtundsiebzig Jahre alt, täglich im Anzug, Krawatte mit Windsorknoten – ist seit einem Jahr auf ihrer Liste und hat in dieser Zeit bewiesen, dass Aristokratie weniger ein Stand ist als eine Haltung, die man aufrechterhalten kann, solange man sich weigert, die Verhältnisse neu zu vermessen: Er lebt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die einst für eine Familie mit Personal ausgelegt war und die nun, von Familie und Personal gleichermaßen verlassen, die Abwesenheit all dessen dokumentiert, was sie hätte füllen sollen, mit einer Stille, die nicht Frieden ist, sondern der Nachhall von etwas, das aufgehört hat zu klingen, ohne dass jemand es ausgemacht hätte. Das Porzellan – Meißner Service, weiß mit kobaltblauen Ranken und Goldrand, für sechzehn Personen hinter Glas in einem Schrank mit Messingschloss – ist das einzige Objekt in dieser Wohnung, das Maureen wirklich beschäftigt, nicht weil es Arbeit macht, sondern weil Archie verstummt, wenn sie es anfasst: ein Verstummen, das anders ist als sein sonstiges Schweigen, konzentrierter, angespannter, wie das Schweigen von jemandem, der aufpasst, dass etwas nicht kaputtgeht, und dabei nicht ganz sicher ist, ob er das Porzellan meint oder sich selbst. Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat „meiner Frau" gesagt mit einer Kürze, die keine Folgefrage zuließ – nicht weil er unhöflich war, sondern weil manche Sätze vollständig sind, gerade weil sie nicht zu Ende geführt werden, und weil Maureen, die viel beobachtet und sehr wenig fragt, das sofort verstanden hat und seitdem beide Hände benutzt, wenn sie die Tassen nimmt. Den Schlüssel, den Archie ihr übergeben hat, nennt er bis heute „geliehen", und dieser semantische Eigensinn ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, kein Versehen und keine Marotte, sondern der letzte verbliebene Bereich, in dem er noch verfügt: über die Sprache, über die Bedeutung seiner Handlungen, über das Recht, Besitz und Gabe nicht zusammenfallen zu lassen, selbst wenn längst klar ist, dass er den Schlüssel nie zurückfordern wird. Wenn sie montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr auf dem Küchentisch – jedes Mal, ohne Ausnahme, mit einer Beharrlichkeit, die nicht auf Vergessen deutet, sondern auf Hoffnung, auf die Art Hoffnung, die nicht aufgibt, weil sie weiß, dass sie keine Grundlage hat, und die genau deswegen in einer eigentümlichen Würde fortbesteht, die Maureen, obwohl sie nie Tee trinkt und das seit einem Jahr nicht getan hat, nicht kommentiert, weil sie gespürt hat, dass das Teegeschirr nicht für sie bestimmt ist, sondern für die Vorstellung von ihr, die Archie braucht, um den Montag auszuhalten. „Ah, Maureen", sagt er aus dem Flur mit dem Ton eines Mannes, dem die Woche zu lang geworden ist und dem jetzt endlich jemand die Tür aufgemacht hat, „der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" Sie schaut jedes Mal nach oben, mit derselben kurzen Aufmerksamkeit, die eine Detektivin einem Tatort schenkt, der keine Spuren hinterlassen hat, und der Kronleuchter hängt jedes Mal in vollkommener Reglosigkeit, schwer und abweisend wie ein Objekt, das sich weigert, an einer Erzählung teilzunehmen, die es nicht selbst begonnen hat – weshalb Maureen jedes Mal „Ich schau später" sagt und ins Badezimmer geht, weil das eine Aussage ist, die niemanden zu irgendetwas verpflichtet. Archie folgt ihr bis zur Schwelle, lehnt sich in den Türrahmen mit der Lässigkeit eines Mannes, für den Grenzen immer die Grenzen anderer waren, und beginnt seinen wöchentlichen Monolog, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl es kaum halb zehn ist und obwohl der Sherry, das hat Maureen berechnet, auf ein Jahresvolumen kommt, das sie nachdenklich stimmt, aber das ist seine Sache. Seine Erzählungen folgen einer Dramaturgie, die sich über Monate kaum verändert hat: Der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll – die Gästeliste dieser Abendessen wächst mit jeder Wiederholung –, das Pferd Wellington, das dreimal in Hampshire siegte, und schließlich die Gegenwart, die er behandelt wie einen Besucher, dem man aus Höflichkeit öffnet und den man trotzdem am liebsten nicht hereingebeten hätte. Maureen hört zu, schrubbt die Armatur, wischt den Spiegel und antwortet im richtigen Takt, weil sie verstanden hat, dass aufmerksames Zuhören eine handwerkliche Fertigkeit ist wie jede andere – eine, die man perfektionieren kann, ohne sich selbst darin zu verlieren, solange man die Linie kennt zwischen dem, was gehört werden will, und dem, was einen angeht. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er gelegentlich, und es ist die einzige, bei der sie tatsächlich innehält, nicht aus Verlegenheit und nicht, weil die Antwort fehlte, sondern weil die Frage eine Intimität beansprucht, die aus dem Mund eines Mannes kommt, der sie nie gefragt hat, wie ihre Kinder heißen oder woher sie kommt, und der mit dieser Frage, ohne es zu wissen, das Einzige berührt, worüber Maureen wirklich nicht sprechen will: nicht das Zufriede-Sein, sondern die Frage, ob das Wort noch die richtige Einheit ist, um das, was das Leben geworden ist, daran zu messen. „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt, als hätte sie etwas Wichtiges gesagt. An einem Montag im November – grauer Himmel, nasse Straßen, der Geruch von Laub und Diesel, der durch die Türritze dringt – ist die Wohnung anders, noch bevor Maureen das Licht angemacht hat: eine Verdichtung der Luft, die man nicht messen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Räume kennt wie sie und wenn man gelernt hat, zuerst zu fühlen und erst dann hinzuschauen. Archie sitzt im Morgenmantel am Esstisch – das allein ist ungewöhnlich genug, um alles andere schon vorauszuahnen –, und vor ihm liegt ein aufgerissener Brief, der auf dem Boden seinen Umschlag verloren hat, als wäre das Öffnen eine Geste der Wut gewesen und das Lesen dann etwas ganz anderes. Seine Hände liegen flach auf dem Tisch mit dem Druck von Händen, die sich festhalten müssen an etwas, das selbst nicht fest ist, und sein Gesicht zeigt jenen eigentümlichen Ausdruck, den Maureen kennt von anderen Momenten in anderen Wohnungen: den Ausdruck eines Menschen, der die Nachricht bereits vollständig verstanden und noch nicht vollständig angenommen hat, weil beides zusammen zu viel auf einmal wäre. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken, und in diesem Satz – in seiner Kürze, in seinem vollständigen Verzicht auf Erklärung – steckt mehr als Trauer: da ist die Scham eines Mannes, der nicht versteht, wie man jemanden verlieren kann, den man nie wirklich zu kennen bereit war. Giles ist Investmentbanker, taucht in Archies Welt hauptsächlich als Leerstelle auf, und Maureen, die viel über Söhne nachgedacht hat in den letzten Jahren, versteht ohne weitere Erklärung, dass hier keine plötzliche Grausamkeit vorliegt, sondern das Ende einer langen Gleichgültigkeit, die auf beiden Seiten saß und die jetzt eines der beiden Seiten als Entscheidung formuliert hat. Sie steht in der Küche und sieht Archie an, und dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und in der Sekunde, in der sie beides gesehen hat, ist die Entscheidung bereits gefallen – nicht als Impuls, nicht als sentimentales Mitgefühl, sondern als die ruhige Erkenntnis, dass es Momente gibt, in denen man aufhört, Distanz zu verwalten, nicht weil die Distanz falsch war, sondern weil sie gerade nicht das Richtige ist. Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Sorgfalt einer Frau, die keine unnötigen Bewegungen macht, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren sitzend in der Wohnung eines Kunden, in der Arbeitszeit, und das Merkwürdigste daran ist, wie wenig merkwürdig es sich anfühlt. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch, nicht auf ihn – weil manche Sätze leichter fallen, wenn man nicht gesehen wird beim Sagen, „das ist natürlich nicht dasselbe, ich will nicht so tun als wäre es dasselbe – aber ich glaube, dass Kinder irgendwann aufhören, uns zu sehen, und anfangen, das zu sehen, was sie entlastet, wenn sie uns so sehen." Der Satz endet nicht mit einer Pointe, weil es keine gibt, und Maureen trinkt, weil das Unfertige dieses Satzes mehr sagt als jede Vollendung es könnte: es sagt, dass sie auch nicht weiß, wie das endet, und dass sie damit abgefunden hat, es nicht zu wissen. Archie schluchzt – einmal, kurz, halb unterdrückt, mit der Scham eines Mannes, dem das Gefühl immer zu groß war für den Raum, den er ihm zugebilligt hat –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet, nicht mit der gespannten Hilfsbereitschaft von jemandem, der eine Lösung anbieten will, sondern mit der stillen Solidarität von jemandem, der weiß, dass es keine gibt, und der trotzdem nicht aufsteht – oder gerade deswegen. In der Woche danach denkt sie öfter an ihn als je zuvor, aber nicht mit dem weichen Mitleid, das man sich manchmal gönnt, um sich selbst als mitfühlend zu erleben: eher mit jener distanzierten Aufmerksamkeit, die man in sich bemerkt, wenn etwas, das man glaubte zu verstehen, plötzlich eine Tiefe zeigt, die man nicht eingerechnet hatte, und die man nicht ignorieren kann, ohne sich selbst etwas zu verweigern. Am Donnerstagabend backt sie Scones nach dem Rezept ihrer Mutter – einem Rezept, das sie auswendig kann und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter nach Trauer schmeckte und nicht nach Küche, und weil Maureen keine Gewohnheit darin hat, Schmerz freiwillig aufzurufen. Sie backt trotzdem, und die Scones werden etwas zu braun, weil das Backrohr lügt, und sie legt sie in die Tupperdose, weil Wärme eine Aussage ist und weil sie keine andere machen will und keine bessere kennt. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl der Schlüssel in ihrer Tasche liegt – eine kleine Geste, aber eine bewusste, weil Klingeln dem anderen die Wahl gibt, und weil Maureen entschieden hat, dass Archie diese Wahl diesmal haben soll, ohne zu wissen, dass er sie sowieso nicht benutzen würde. Er öffnet – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der die Niederlage eingeräumt hat und nun herausfindet, dass das Leben danach weitergeht, was überraschend und nicht überraschend zugleich ist. Maureen stellt die Dose auf den Tisch, füllt den Wasserkocher, sucht den Tee, findet ihn im falschen Schränkchen, nimmt ihn heraus ohne Kommentar, und die Stille, die dabei entsteht, ist nicht leer, sondern dicht – dicht von den Dingen, die nicht gesagt werden müssen, weil sie beide da sind. Sie sitzen und trinken Tee und essen die Scones, und das Gespräch, das stattfindet, ist keines und doch mehr als die meisten: es hat die Konsistenz von etwas, das gewachsen ist ohne Plan, das nicht weiß, wie es heißt, und das gerade deswegen hält. „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt Maureen irgendwann, ohne Betonung, als Feststellung einer physikalischen Tatsache – und Archie sieht sie an, eine Sekunde, zwei, und dann lächelt er, ein Lächeln, das nichts will: kein Mitleid, keine Nachsicht, keine Verbundenheit, die man pflegen müsste – einfach ein Lächeln, das da ist, weil gerade nichts da ist, das es verhindert. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, und die alten Scheiben zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, mit denselben Möbeln, demselben Porzellan, demselben Licht, und doch eine andere, weil Stille, wie jeder weiß, der lange in ihr gesessen hat, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingebracht hat, und weil diesmal, zum ersten Mal, etwas Warmes darin ist. == 87 == 1 -------------------- Die Brücke Lucía ist 29 Jahre alt. Sie arbeitet in einer Fabrik. Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá. Jeden Tag näht sie Hemden. Ihre Finger sind oft müde. Nachts schläft sie in einer kleinen Pension. Dort wohnen noch fünf andere Frauen. Das Zimmer ist eng, aber es ist billig. Lucía spart ihr Geld. Sie will eines Tages wegfahren. Wohin, weiß sie noch nicht. Lucía hat einen Bruder. Er heißt Javier und ist 24 Jahre alt. Vor zwei Jahren ist er weggegangen. Die Nachbarin sagt: Er ist in den Bergen. Die Regierung sagt: Er ist tot. Lucía sagt nichts. Sie nennt es einfach: weg. Javier hatte lange Finger und eine leise Stimme. Sein Mund roch immer nach Zimt. Lucía denkt jeden Tag an ihn. Jeden Samstag fährt Lucía mit dem Bus. Der Bus ist alt und laut. Es gibt Hühner, Körbe und müde Menschen. Lucía sitzt am Fenster. Die heiße Luft kommt durch ein Loch in der Plane. Ein kleines Kind sitzt neben ihr. Das Kind hält eine Mandarine in der Hand. Es gibt Lucía die Hälfte. Lucía lächelt. Sie denkt: Javier hat Mandarinen immer mit den Zähnen geschält. Der Bus wird langsamer. Die Brücke kommt. Lucía kennt diese Brücke gut. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen. Sie und Javier, vor zwei Jahren. Jetzt steht sie jede Woche hier. Sie steht am Geländer und schaut auf das Wasser. Das Wasser ist braun und fließt schnell. Sie wartet auf nichts. Sie hofft auf nichts. Sie ist einfach da. An diesem Samstag ist ein alter Mann an der Brücke. Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer. Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug. Er verkauft Kaffee. Lucía nickt, als er sie fragt. Sie sucht das Kleingeld in ihrer Tasche. Dann sieht sie seine Hände. Die Finger sind lang, die Nägel schwarz. Der Knochen am Daumen sieht aus wie Javiers Knochen. Lucía wird kalt, obwohl die Sonne heiß ist. Sie will fragen: Wer sind Sie? Aber sie sagt kein Wort. Der alte Mann gibt ihr den Kaffee. Er sagt: „Vorsicht, heiß." Seine Stimme klingt fremd. Lucía trinkt den Kaffee langsam. Sie schaut den Mann an. Er schaut auf das Wasser. Sie stellt keine Fragen. Am nächsten Samstag fährt Lucía wieder zur Brücke. Der Eimer steht noch da. Aber der alte Mann ist weg. Ein anderer Verkäufer hat seinen Platz. Der verkauft Cola, keinen Kaffee. Lucía fragt: „Der alte Mann – wo ist er?" Der Verkäufer zuckt mit den Schultern. Er sagt: „Weitergegangen. Oder gestorben. Oder beides." Lucía setzt sich auf den Eimer. Sie trinkt eine Cola. Die Cola schmeckt nach nichts. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden. Lucía weiß nicht, wer ihn hingehängt hat. Sie nimmt einen Faden von ihrer Jacke. Sie knüpft ihn neben den roten Faden. Dann steht sie auf. Sie geht zum Bus. Sie setzt sich ans Fenster. Sie legt die Hand gegen das Glas. Draußen lösen sich die Berge in der Hitze auf. Der Kaffee von letzter Woche ist noch auf ihrer Zunge. Sie wird nächste Woche wiederkommen. Vielleicht. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Brücke Lucía steht um ein Uhr nachts an ihrer Nähmaschine und hört, wie die anderen Frauen in der Pension schlafen. Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá, wo die Straßen aufhören und die Berge beginnen. Ihre Finger schmerzen unter den Nägeln, nicht stark, aber genug, dass sie es spürt. Sie schaut durch das vergitterte Fenster auf die schwarzen Berge draußen. Kein Licht brennt dort oben, kein Zeichen, nichts. Lucía denkt an ihren Bruder Javier, der vor zwei Jahren weggegangen ist, ohne ein Wort zu hinterlassen. Die Nachbarin sagt, er ist bei der Guerilla in den Bergen. Die Regierung sagt, er ist tot, aber sie hat keinen Beweis geschickt. Lucía sagt nichts davon laut, weil Worte manchmal mehr wegnehmen, als sie geben. Am Samstag früh steigt sie in den Bus, der nach Süden fährt, zum Río Sumapaz. Der Bus ist so voll, dass ein Huhn auf dem Sitz neben ihr sitzt und sie mit einem Auge anschaut. Durch ein Loch in der Plastikplane kommt die heiße Luft wie ein Atem herein. Ein kleines Kind, das keine Vorderzähne hat, hält ihr eine Mandarine hin. Lucía nimmt die Frucht, teilt sie ruhig in zwei Hälften und gibt dem Kind eine zurück. Das Kind lacht, und Lucía denkt sofort an Javier, der Mandarinen immer mit den Zähnen geschält hat. Sie schaut aus dem Fenster, damit das Kind ihre Augen nicht sieht. Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen. Lucía kennt jede Schraube an diesem Geländer. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, sie und Javier, an einem Morgen, der wie alle anderen aussah. Er hat sich nicht umgedreht, als er gegangen ist, oder vielleicht hat sie es nur nicht gesehen. Jetzt kommt sie jeden Samstag, steht zwei Stunden am Geländer und schaut auf das braune Wasser, das unter ihr fließt. Sie wartet auf nichts Bestimmtes und hofft auf nichts Bestimmtes. Sie ist einfach da, weil das der einzige Ort ist, wo sie nicht erklären muss, warum. An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer. Er ist vielleicht fünfundsechzig Jahre alt, hat ein Gesicht wie trockene Erde und Augen, die sehr weit weg schauen. Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug, und er fragt Lucía leise, ob sie einen Kaffee möchte. Sie nickt, sucht das Kleingeld in ihrer Jackentasche und sieht dabei seine Hände. Die Finger sind lang und knotig, die Nägel schwarz vom Dreck, aber die Form dieser Hände ist nicht fremd. Der lange Knochen am Daumen, die Art, wie die Sehnen unter der Haut liegen – das hat sie schon gesehen. Lucía hält die Münzen in ihrer Hand und kann sich nicht bewegen. Sie will fragen: Wer sind Sie, wo kommen Sie her, kennen Sie einen Mann namens Javier? Aber sie bringt kein einziges Wort heraus, weil sie Angst hat vor der Antwort. Der alte Mann gibt ihr den Kaffee in einer kleinen Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß." Seine Stimme klingt nach einer Sprache, die nicht Spanisch ist, oder nach Spanisch, das sehr lange geschwiegen hat. Lucía trinkt den Kaffee langsam und schaut auf das Wasser, genau wie er. Sie stellt keine Fragen, und er stellt keine Fragen, und das fühlt sich seltsam richtig an. Eine Woche später steigt Lucía wieder aus dem Bus und geht zur Brücke. Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann sitzt nicht darauf. Ein anderer Verkäufer hat den Platz übernommen, er verkauft Cola aus einer Kühltasche. Lucía fragt ihn: „Der alte Mann mit dem Kaffee – wissen Sie, wo er ist?" Der Verkäufer schaut sie kurz an und zuckt mit den Schultern. Er sagt: „Weitergegangen, glaube ich. Oder gestorben. Das ist hier meistens dasselbe." Lucía setzt sich auf den Eimer und kauft eine Cola, die warm und süß ist und nach gar nichts schmeckt. Sie trinkt sie trotzdem leer, weil sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, dünn und verblasst, als wäre er schon lange da. Niemand kann ihr sagen, wer ihn hingehängt hat oder warum. Lucía zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke, einen blauen, und knüpft ihn direkt neben den roten. Sie schaut kurz auf die beiden Fäden, dann dreht sie sich um und geht zum Bus. Sie setzt sich ans Fenster, legt die flache Hand gegen das warme Glas und schaut auf die Berge, die in der Hitze verschwimmen. Irgendwo dort ist Javier, oder er ist nirgends, oder das ist am Ende dasselbe. Der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, fremd und vertraut zugleich. Nächste Woche wird sie wiederkommen. Das ist keine Hoffnung. Das ist einfach, was sie tut. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Brücke In der Nacht, wenn die Fabrik still wird und nur noch die Maschinen summen, denkt Lucía an Dinge, die sie tagsüber nicht denken kann. Sie näht seit sechs Jahren dieselben Hemden, und manchmal glaubt sie, die Nadel kennt den Weg schon besser als sie selbst. Ihre Hände arbeiten allein, während ihr Kopf woanders ist – bei Javier, bei den Bergen, bei einem Morgen vor zwei Jahren, der nie aufgehört hat. Javier ist ihr Bruder, er war vierundzwanzig, als er ging, und er hatte eine Stimme, die immer zu leise war, als wollte er nicht zu viel Platz nehmen. Die Nachbarin hat gesagt, er sei in den Bergen bei den Guerilleros, aber die Nachbarin sagt viele Dinge, die sich gut anhören und nichts bedeuten. Die Regierung hat einen Brief geschickt, der Javier für tot erklärt, aber kein Datum nennt, keinen Ort, keinen Beweis. Lucía hat den Brief in den Koffer gelegt, unter die Hemden, und seitdem nicht mehr herausgeholt, weil sie weder glauben noch aufhören will zu glauben. Jeden Samstag nimmt sie den frühen Bus, der nach Süden fährt und nach altem Öl und Tier riecht. Die Fahrt dauert über eine Stunde, und in dieser Zeit schaut Lucía aus dem Fenster, ohne wirklich zu sehen, was draußen vorbeizieht. An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält, als wäre sie etwas sehr Kostbares, und ihr ohne Worte die Hälfte anbietet. Lucía nimmt sie und denkt, noch bevor sie die Frucht berührt hat, an Javier, der Mandarinen nie schälte, sondern die Schale einfach mit den Zähnen aufriss. Sie schaut weg, bevor das Kind ihre Augen sehen kann, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint. Diese Brücke über den Río Sumapaz ist kein besonderer Ort, es gibt hundert solche Brücken in diesem Land. Aber hier haben sie sich zum letzten Mal gesehen, und das macht einen Ort zu etwas, das er vorher nicht war. Lucía stellt sich ans Geländer, schaut auf das braune Wasser, das gleichgültig unter ihr fließt, und wartet auf nichts, was sie benennen könnte. Sie kommt nicht, weil sie hofft – sie ist sich ziemlich sicher, dass Hoffnung das Falsche wäre, nach so langer Zeit. Sie kommt, weil dieser Ort der einzige ist, wo sie nicht erklären muss, wer Javier war, und warum seine Abwesenheit noch immer ein Gewicht hat. Zwei Stunden steht sie meistens hier, schaut auf das Wasser, auf die Berge, auf die Autos, die über die Brücke fahren, ohne anzuhalten. An diesem Samstag ist ein alter Mann da, den sie noch nie gesehen hat. Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer, als wäre das ein ganz gewöhnlicher Stuhl, und hält einen Thermoskrug zwischen den Knien. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie nicht sofort einordnen kann – als käme sie aus einer anderen Sprache, auch wenn die Worte Spanisch sind. Lucía nickt, greift in die Jackentasche nach Kleingeld, und in diesem Moment, als sie aufschaut, sieht sie seine Hände. Die Finger sind lang und knotig, die Gelenke aufgebrochen von Arbeit, die Nägel schwarz, aber die Grundform dieser Hände – die langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen – kennt sie aus tausend Erinnerungen. Sie zählt das Kleingeld nicht mehr, sie hält es einfach in der offenen Hand und kann sich nicht bewegen. In ihr formt sich eine Frage, eigentlich mehrere Fragen, aber keine kommt bis zu den Lippen, weil sie nicht weiß, was eine Antwort mit ihr machen würde. Der alte Mann wartet ruhig, nimmt die Münzen, füllt die Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß", als wäre das alles, was es zu sagen gibt. Seine Stimme klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs viel verloren hat. Lucía trinkt den Kaffee langsam, Schluck für Schluck, und schaut auf das Wasser statt auf den Mann, weil sie merkt, dass sein Blick sie in Stücke zerlegen würde, wenn sie ihn zu lange erwiderte. Sie kauft keinen zweiten Kaffee, sie stellt keine Fragen, sie sagt beim Gehen nicht einmal Danke – oder vielleicht sagt sie es doch, sie ist sich später nicht mehr sicher. Eine Woche vergeht, die sich anfühlt wie eine lange Stille zwischen zwei Sätzen, und dann ist Samstag. Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann ist nicht da, und an seiner Stelle verkauft jemand Jüngeres Cola aus einer zerbeulten Kühltasche. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie an, als wäre die Frage schwerer als sie klingt. Er sagt: „Weitergegangen, denke ich. Oder gestorben. In dieser Gegend ist das oft dasselbe, und man fragt nicht nach." Lucía setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß, und schaut auf das Geländer, als könnte es ihr etwas erklären. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, als wäre er schon seit Jahren da und hätte auf jemanden gewartet. Niemand weiß, wer ihn hingehängt hat, und die Frage stellt sich sowieso niemand außer Lucía. Sie zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein bisschen fransig – und knüpft ihn so nah an den roten, dass die beiden sich berühren. Sie schaut nicht lange hin, dann dreht sie sich um und geht. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das Fensterglas, das warm ist von der Sonne, und schaut auf die Berge, die in der Hitze ihre Konturen verlieren. Der Geschmack des Kaffees ist noch da, auf der Zunge, im Hals – fremd und gleichzeitig so vertraut, dass es ihr den Atem stocken lässt. Sie wird nächste Woche wiederkommen, nicht weil sie etwas erwartet, sondern weil dieser Ort sie festhält auf eine Art, die sie nicht loswerden will. Das ist keine Hoffnung. Aber es ist auch nicht nichts. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Brücke Es gibt Nächte in der Fabrik, in denen Lucía das Gefühl hat, ihre Hände gehörten ihr nicht mehr, weil sie seit Stunden dasselbe tun, ohne dass der Kopf noch beteiligt ist. Die Maschine läuft, der Faden zieht sich durch den Stoff, und irgendwo hinter diesem gleichmäßigen Geräusch liegt Javier – nicht als Erinnerung, sondern als eine Art Dauerdruck, den sie gelernt hat zu tragen, ohne ihn zu benennen. Er ist vor zwei Jahren gegangen, vierundzwanzig Jahre alt, mit einer Stimme, die immer zu leise war, als wollte er die Welt nicht mehr belästigen, als nötig. Was aus ihm geworden ist, weiß sie nicht, und das ist keine Lücke mehr, die sich schließen lässt – es ist inzwischen ein fester Teil der Stille, in der sie lebt. Die Regierung hat ihn für tot erklärt, ohne Ort, ohne Datum, ohne irgendetwas, das ihr erlauben würde, diesem Wort zu glauben oder es zurückzuweisen. Samstag ist der einzige Tag, an dem Lucía nicht näht. Sie steigt in den Bus, der nach Süden fährt und in dem alte Männer schlafen, Hühner in Körben sitzen und die heiße Luft durch jeden Riss in der Karosserie kriecht, als wollte sie zeigen, dass es keine Grenze gibt, die sie aufhalten kann. Ein Kind bietet ihr eine Mandarine an, ganz selbstverständlich, als wären sie alte Bekannte, und Lucía nimmt die Hälfte und gibt die andere zurück, während sie gleichzeitig merkt, dass ihre Hand zittert – nicht stark, aber genug. Sie denkt an Javier, der Mandarinen nie mit den Fingern schälte, weil er zu ungeduldig war, und dreht das Gesicht zum Fenster, bevor das Kind sehen kann, was in ihren Augen steht. Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen, und Lucía atmet aus, als hätte sie die ganze Fahrt über die Luft angehalten. Die Brücke über den Río Sumapaz ist unspektakulär – Beton, Rost, braunes Wasser darunter, das gleichgültig fließt, egal was an seinen Ufern geschieht oder geschehen ist. Aber Lucía kommt trotzdem jeden Samstag hierher, stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser und bleibt zwei Stunden, ohne auf irgendetwas zu warten, das sie benennen könnte. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, und obwohl sie nicht mehr genau weiß, was gesagt wurde oder ob überhaupt etwas gesagt wurde, weiß sie noch genau, wie Javiers Schultern aussahen, als er wegging – leicht nach vorne gezogen, als trüge er etwas, das schwerer war als er. Dieser Ort hält sie fest, nicht durch Hoffnung, sondern durch eine Art stumpfe Treue, die sie sich nicht erklärt, weil sie Angst hat, dass sie aufhört, wenn sie anfängt, darüber nachzudenken. An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer, als hätte er dort immer gesessen und sie hätte ihn nur bisher nicht bemerkt. Er ist vielleicht fünfundsechzig, vielleicht älter, mit einem Gesicht, das so viele Schichten hat wie die Berge in der Ferne, und Augen, die etwas gesehen haben, worüber man nicht spricht, nicht weil es verboten wäre, sondern weil es keine Sprache dafür gibt. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme ist fremd – nicht wegen des Akzents, sondern wegen einer Qualität, die Lucía nicht sofort einordnen kann, als hätte diese Stimme jahrelang geschwiegen und sei noch nicht wieder ganz zurück. Sie nickt, greift nach dem Kleingeld in ihrer Tasche, und in dem Moment, als sie die Münzen herausschält, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Thermoskrug halten. Die Finger sind knotig, die Nägel geschwärzt, die Haut aufgerissen an den Gelenken, aber die Form dieser Hände – die ungewöhnlich langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger leicht absteht – das ist nicht fremd, das hat sie tausendmal gesehen, an einem Tisch, in einer Küche, an einem Morgen, der jetzt sehr weit weg ist. Lucía hört auf, die Münzen zu zählen. Sie steht einfach da, die Hand offen, und irgendwo hinter ihren Rippen zieht sich etwas zusammen, das keinen Namen hat, aber sehr viel Platz braucht. Die Fragen, die in ihr entstehen, sind so viele und so laut, dass keine davon es bis zu den Lippen schafft – als würden sie sich gegenseitig blockieren, weil jede Antwort, die möglich wäre, mehr zerstören könnte als das Schweigen. Der alte Mann wartet, ohne ungeduldig zu werden, füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß", mit einer Stimme, die klingt wie ein Stein, der ins tiefe Wasser fällt – einmal, dann nichts mehr. Lucía trinkt, und der Kaffee ist sehr stark und sehr bitter, und sie trinkt trotzdem bis zum Grund, weil das die einzige Handlung ist, die sie in diesem Moment vollständig ausführen kann. Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und als sie schließlich geht, ist sie nicht sicher, ob sie feige war oder weise, und ob es dazwischen überhaupt einen Unterschied gibt. In der Woche, die folgt, trägt Lucía den Geschmack dieses Kaffees mit sich herum wie einen Splitter, der nicht schmerzt, aber da ist, immer. Sie näht, sie schläft, sie isst, sie spricht mit den anderen Frauen in der Pension, und die ganze Zeit über liegt dieser Geschmack auf ihrer Zunge wie eine offene Frage, die sie nicht formulieren kann oder will. Am nächsten Samstag steigt sie früher als sonst in den Bus, als wäre Zeit ein Argument. Der Eimer steht noch an derselben Stelle am Geländer, aber der alte Mann ist nicht da, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, mit Cola und einem gleichgültigen Gesicht. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie einen Moment zu lang an, bevor er mit den Schultern zuckt und sagt: „Weitergegangen, irgendwohin. Oder gestorben. In dieser Gegend fragt man das nicht so genau nach." Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß und nach allem schmeckt außer nach dem, wonach sie sucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch gleichgültig fließt, unbeeindruckt von allem, was Menschen an seinen Ufern verlieren. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, den niemand bemerkt hat außer ihr, weil man nur sieht, wonach man schaut. Sie weiß nicht, wer ihn hingehängt hat, und die Frage interessiert sie weniger als die Tatsache, dass jemand den Gedanken gehabt hat, sich mit einem so kleinen Zeichen an einen Ort zu binden. Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig fransig – und knüpft ihn neben den roten, ohne zu wissen, für wen oder warum, aber mit dem ruhigen Gefühl, dass es das Richtige ist. Die zwei Fäden hängen nebeneinander im Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich zu verlieren. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze auflösen, bis ihre Konturen unscharf werden und man nicht mehr genau sagen kann, wo der Berg aufhört und der Himmel anfängt. Irgendwo dort ist Javier – das ist das Einzige, woran sie festhält, nicht als Tatsache, nicht als Hoffnung, sondern als eine Art innere Behauptung, die sie aufrechterhalten muss, weil sie ohne sie nicht wüsste, wohin sie die Augen richten soll. Der Kaffee ist noch auf ihrer Zunge, eine Woche später, fremdartig und vertraut zugleich, wie eine Sprache, die man einmal konnte und fast vergessen hat. Sie wird nächste Woche wiederkommen, und die Woche danach, nicht weil sie etwas erwartet oder noch auf eine Auflösung hofft, sondern weil Treue manchmal das Einzige ist, was man einem Menschen schuldet, der nicht mehr da ist, um sie einzufordern. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Brücke Es gibt eine bestimmte Art von Erschöpfung, die nicht vom Schlafen kommt und nicht vom Wachen, sondern von dem langen, gleichmäßigen Druck eines Lebens, das man führt, ohne sich je ganz dazu entschieden zu haben – und genau diese Erschöpfung kennt Lucía, während ihre Hände um ein Uhr nachts noch immer die Nadel durch den Stoff führen, als hätten sie sich längst von ihr getrennt und arbeiten jetzt auf eigene Rechnung. Die Fabrik am Rand von Bogotá ist ein Ort, der nichts verspricht und nichts hält, und vielleicht ist das seine einzige Ehrlichkeit: Hier weiß man, woran man ist. Javier hat hier nie gearbeitet, er war nie jemand, der still an einem Platz blieb – er hatte diese ruhelose Qualität, die manche Menschen unruhig macht und andere anzieht, und Lucía hat beides an ihm erlebt, manchmal im selben Moment. Vor zwei Jahren ist er gegangen, ohne einen Abschied, der diesen Namen verdient hätte, und seitdem hat sie gelernt, mit einer Leerstelle zu leben, die sich weder durch Trauer noch durch Gewissheit füllen lässt, weil die Regierung einen Brief geschickt hat, der ihn für tot erklärt, ohne irgendetwas zu liefern, das dieses Wort ernstzunehmen erlauben würde. Was bleibt, ist kein Schmerz mehr im eigentlichen Sinne, sondern etwas Stumpferes und Beständigeres – eine Art strukturelle Abwesenheit, die Lucía inzwischen so verinnerlicht hat, dass sie sie manchmal erst dann bemerkt, wenn jemand fragt, ob sie Geschwister hat, und sie einen Moment zu lang braucht, um zu antworten. Der Samstag ist ihr Tag, nicht weil er sich von den anderen unterscheidet, sondern weil sie ihn durch eine Entscheidung zu dem gemacht hat, was er ist: dem einzigen Tag, an dem sie nicht näht, nicht in der Pension sitzt und auf die Decke schaut, sondern in den Bus steigt und fährt. Der Bus selbst ist ein eigenes kleines Universum, bevölkert von Menschen, die so früh am Morgen schon die Gesichter von Leuten tragen, die wissen, dass der Tag lang wird, und von Tieren, die ahnungslos mitreisen, und von einer Hitze, die durch jede Lücke in der verbeulten Karosserie kriecht, als wäre sie persönlich eingeladen. An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält mit der ernsthaften Sorgfalt, die Kinder manchmal für Gegenstände aufwenden, die Erwachsene längst für selbstverständlich halten, und das ihr wortlos die Hälfte anbietet, als wäre das die natürlichste Geste der Welt. Lucía nimmt die Frucht, und noch bevor sie die Schale berührt, ist Javier da – nicht als Bild, sondern als körperliche Reaktion, als eine Art Muskelgedächtnis des Verlustes – weil Javier Mandarinen immer mit den Zähnen aufriss, ungeduldig und lachend, als wäre das Schälen eine Zeitverschwendung, die er sich prinzipiell verweigerte. Sie dreht das Gesicht zum Fenster, damit das Kind die Augen nicht sieht, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint, genau dort, wo sie immer erscheint, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die nicht wissen, was sie bedeuten. Die Brücke über den Río Sumapaz ist, objektiv betrachtet, nichts Besonderes: Beton, der altert, Geländer, das rostet, braunes Wasser darunter, das fließt, ohne je zu fragen, was an seinen Ufern verloren geht oder wartet oder sich nicht entscheiden kann zwischen beidem. Aber Orte bedeuten nicht, was sie sind, sondern was in ihnen geschehen ist, und hier hat Lucía zum letzten Mal Javiers Schultern gesehen, die leicht nach vorne geneigt waren, als trüge er etwas, das von außen nicht zu sehen war, und das ist eine Erinnerung, die sich nicht abschwächt, sondern mit der Zeit eher präziser wird, schärfer in den Details, als würde das Gehirn versuchen, durch Genauigkeit zu ersetzen, was die Realität nicht mehr liefern kann. Sie stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser, und wartet – wobei das Wort Warten hier irreführend ist, weil es eine Richtung impliziert, auf die hin man wartet, und die hat Lucía längst aufgegeben, wenn sie sie je gehabt hat; was sie tut, ist eher ein stilles Aushalten von Zeit an einem Ort, der ihr gehört, auf eine Weise, die kein Besitztitel beschreiben könnte. An diesem Samstag ist ein alter Mann da, der auf einem umgedrehten Eimer sitzt, als wäre das eine vollkommen angemessene Art, sich in der Welt einzurichten, mit einem Thermoskrug zwischen den Knien und einem Gesicht, das so viele Schichten trägt, dass Lucía nicht einmal versucht, es zu lesen. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie einen Moment lang irritiert, bevor sie versteht, dass es nicht der Akzent ist und nicht die Lautstärke, sondern eine Art eingefrorene Distanz – als hätte diese Stimme sehr lange geschwiegen und sei noch nicht ganz wieder in der Gegenwart angekommen. Sie nickt, sucht das Kleingeld, und in dem Moment, als sie aufblickt, um ihm die Münzen zu geben, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Krug halten, und sie erstarrt auf eine Art, die nicht theatralisch ist, sondern still und absolut – die Art, in der ein Körper innehält, wenn er etwas erkennt, das der Verstand noch nicht eingeholt hat. Die Finger sind knotig, die Gelenke aufgebrochen, die Nägel geschwärzt, und das alles wäre nichts Ungewöhnliches in dieser Gegend; was Lucía erstarren lässt, ist die Geometrie dieser Hände – die ungewöhnliche Länge der Mittelsehne, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger sich minimal abspreizt, als wolle er immer das letzte Wort haben –, weil das eine Geometrie ist, die sie kennt, so gut wie ihre eigenen Hände, vielleicht besser. In ihr entstehen Fragen – so viele und so schnell und mit so unterschiedlichen und unmöglichen Konsequenzen, dass sie sich gegenseitig blockieren wie Autos in einer verstopften Kreuzung, und keine kommt durch bis zu den Lippen, weil jede mögliche Antwort etwas in ihr riskieren würde, das sie gerade noch zusammenhält. Der alte Mann wartet, ohne ihr dabei zuzusehen, wie man auf jemanden wartet, der Zeit braucht, und das ist in sich schon etwas, das Lucía nicht vergessen wird: dass er gewartet hat, als wüsste er, dass Warten hier das Richtige ist. Er füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß" – und das ist alles, drei Worte, aber seine Stimme dabei klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs aufgehört hat, mehr zu sagen als das Notwendigste. Lucía trinkt, langsam, und der Kaffee ist bitter und schwer und hat einen Nachgeschmack, den sie nicht einordnen kann und der deshalb in ihr hängen bleibt, lange nachdem die Tasse leer ist. Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und ob das Feigheit war oder eine Art von Weisheit, die man sich erst erarbeiten muss, bevor man erkennt, dass sie keine ist, weiß sie in diesem Moment nicht und wird es vielleicht nie wissen. Die Woche, die folgt, ist eine Woche wie jede andere, außer dass sie es nicht ist, weil Lucía durch jeden ihrer Tage geht wie durch Wasser, das leicht zäher ist als sonst, und der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, hartnäckig und stumm, wie eine Frage, die sich weigert, in Sprache übersetzt zu werden. Am nächsten Samstag steigt sie früher als gewöhnlich in den Bus, als könnten zwanzig Minuten irgendetwas entscheiden, das bereits entschieden ist, und als sie an der Brücke ankommt, steht der Eimer noch da, aber der alte Mann sitzt nicht darauf, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, der Cola verkauft und so aussieht, als hätte er noch nie jemanden vermisst. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie mit einem Blick an, der sagt, dass er diese Frage schon kennt, auch wenn er sie heute zum ersten Mal hört, und antwortet: „Weitergegangen. Oder gestorben. Hier fragt man das nicht so genau nach, weil die Antwort meistens beides ist." Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die warm und süß ist und nach allem schmeckt außer nach dem, was sie braucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch fließt, gleichgültig und unbeeindruckt, als wäre Gleichgültigkeit die einzig würdige Reaktion auf ein Land, das seinen Menschen so viel weggenommen hat. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn und von niemandem bemerkt außer von jemandem, der gelernt hat, auf die kleinen Zeichen zu achten, weil die großen Zeichen ausgeblieben sind. Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig ausgefranst, der Art von blau, das einmal kräftiger war – und knüpft ihn neben den roten, nicht aus Sentimentalität, sondern aus einem Impuls, den sie nicht analysiert, weil manche Handlungen ihre Bedeutung verlieren, wenn man sie zu genau anschaut. Die zwei Fäden hängen nebeneinander im leichten Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich voneinander zu entfernen, und das ist vielleicht das Genaueste, was Lucía jemals über ihre Beziehung zu Javier gesagt hat, auch wenn sie kein Wort dabei gesprochen hat. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze in etwas Unbestimmtes auflösen, in einen Übergang zwischen Form und Formlosigkeit, der ihr heute nicht beunruhigend vorkommt, sondern wie eine ehrliche Aussage darüber, wie die Dinge wirklich sind. Irgendwo in diesem Auflösen ist Javier – das ist keine Hoffnung mehr und keine Überzeugung, sondern eine innere Setzung, die sie aufrechterhält, weil ein Mensch irgendwo sein muss, auch wenn das Irgendwo sich jeder Verifikation entzieht. Der Kaffee ist noch da, eine Woche später, tief im Hals, auf der Zungenspitze, fremd und vertraut in einem Atemzug, wie eine Sprache, die man als Kind gesprochen hat und die jetzt nur noch in den Schichten sitzt, die tiefer liegen als das Bewusstsein. Lucía wird nächste Woche wiederkommen – nicht aus Hoffnung, nicht aus Gewohnheit im banalen Sinne, sondern weil Treue manchmal die einzige Form von Würde ist, die einem bleibt, wenn alles andere, worauf man gezählt hat, sich in Schweigen aufgelöst hat; und Würde, das hat sie gelernt, ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung, die man jeden Samstag von Neuem trifft. == 88 == 1 -------------------- Doña Clara steht früh auf. Es ist noch dunkel draußen. Sie macht das Feuer im Hof an. Ein großer Topf steht über den Flammen. Sie kocht Reis für das Fest. Heute ist die Taufe ihrer Enkelin. Viele Menschen werden kommen. Die Nachbarn bringen Tische und Stühle. Die Männer schleppen schwere Bierkästen. Die Frauen schälen Kartoffeln. Doña Clara rührt langsam im Topf. Asche fliegt ihr ins Gesicht. Sie wischt sie nicht ab. Elena kommt mit einem Korb. Der Korb ist voller Limonen. Elena ist ihre Tochter und sie ist Lehrerin. Sie setzt sich neben ihre Mutter. Sie schneidet die Früchte in Scheiben. Keine von beiden spricht. Ein Hahn schreit laut. Die Nachbarin ruft von gegenüber: „Wann geht es los?" Doña Clara antwortet ruhig: „Wenn die Sonne unten ist." Die Nachbarin nickt. Sie versteht nicht viel, aber sie nickt trotzdem. Elena sitzt auf einem alten Eimer. Sie schält Zwiebeln. Es sind sehr viele Zwiebeln. Die Tränen laufen ihr über das Gesicht. Aber sie hört nicht auf. Plötzlich wirft sie das Messer auf den Boden. „Mama, er kommt nicht", sagt sie. Doña Clara dreht sich nicht um. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter. Die Hand zittert ein bisschen. Elena öffnet den Mund, aber sie sagt nichts. Sie nimmt das Messer wieder vom Boden. Sie schält weiter. Am Abend ist das Haus voller Gäste. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen herum. Eine alte Ziehharmonika spielt Musik. Der Walzer klingt ein wenig traurig. Doña Clara geht allein in die Kammer. Sie öffnet einen alten Schrank. Dort steht eine Flasche Rum. Auf der Flasche liegt Staub. Das rote Band ist noch original und fest gebunden. Santiago hat ihr diese Flasche geschenkt. Es war zu ihrem letzten Geburtstag vor drei Jahren. Doña Clara nimmt die Flasche vorsichtig in beide Hände. Sie trägt sie in die Küche. Sie stellt sie in die Mitte des großen Tisches. Tante Rosa fragt laut: „Trinkst du das jetzt?" Doña Clara schüttelt den Kopf. „Ich habe es nicht allein gekauft, um es allein zu trinken", sagt sie. Der Ziehharmonika-Spieler hält kurz an. Dann spielt er weiter, als wäre nichts gewesen. Niemand trinkt aus der Flasche. Aber niemand stellt sie weg. Es ist nach Mitternacht. Die meisten Gäste sind schon gegangen. Doña Clara sitzt auf einer Holzbank vor dem Haus. Die Flasche steht neben ihr auf dem Boden. Sie ist noch geschlossen. Elena kommt mit einer Wolldecke. Sie legt sie ihrer Mutter sanft um die Schultern. Mutter und Tochter schauen auf den Weg. Der Weg führt ins Dunkle und endet irgendwo im Nichts. Irgendwo bellt ein Hund. Elena flüstert leise: „Er sieht die Kerzen." Doña Clara schaut nicht weg. „Er sieht sie", sagt sie. Sie sitzen lange zusammen auf der Bank. Die Kerzen brennen langsam herunter. Die Flasche bleibt stehen. Der Morgen kommt leise, ohne zu fragen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Doña Clara schläft schlecht, weil sie an die Taufe denkt. Schon vor dem Morgengrauen steht sie auf und geht in den Hof. Das Feuer brennt langsam, und der Rauch riecht nach feuchtem Holz. Sie rührt im großen Topf, obwohl der Reis noch nicht kocht. Heute kommen viele Menschen, und alles muss fertig sein. Die Nachbarn helfen gerne, denn das Dorf kennt Doña Clara seit vielen Jahren. Ein Mann schleppt Bierkästen, ein anderer trägt lange Holztische auf dem Rücken. Doña Clara schaut ihnen zu, aber sie denkt an jemand anderen. Elena kommt aus dem Haus und bringt einen schweren Korb mit Zwiebeln und Limonen. Sie setzt sich auf einen umgedrehten Eimer und fängt sofort an zu arbeiten. Ihre Augen werden rot, weil die Zwiebeln so scharf sind. Niemand fragt, ob es nur die Zwiebeln sind. Plötzlich legt Elena das Messer auf den Boden und sagt: „Mama, er kommt nicht zurück." Doña Clara dreht sich nicht um, aber ihre Hand hält kurz an. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie, ohne zu zögern. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter und schweigt. Sie nimmt das Messer wieder und schält weiter, weil es nichts anderes zu tun gibt. Am Nachmittag kommen die ersten Gäste, und das Haus wird schnell laut. Kinder rennen durch die Zimmer, und alte Männer sitzen draußen im Schatten. Eine Ziehharmonika spielt einen Walzer, der ein bisschen traurig klingt. Doña Clara geht allein in die Kammer, ohne dass jemand ihr folgt. Sie öffnet einen alten Holzschrank, der nach Lavendel und Zeit riecht. Ganz hinten steht eine Rumflasche mit einem roten Band und Staub auf dem Etikett. Santiago hat ihr diese Flasche zum letzten Geburtstag geschenkt, drei Jahre ist das jetzt her. Doña Clara hält die Flasche lange in beiden Händen, bevor sie geht. Sie trägt sie langsam in die Küche und stellt sie in die Mitte des Tisches. Tante Rosa sieht es sofort und fragt: „Willst du die jetzt aufmachen?" Doña Clara schüttelt den Kopf und sagt ruhig: „Ich habe sie nicht gekauft, um allein zu trinken." Die Ziehharmonika verstummt für einen Moment, dann geht die Musik weiter. Keiner greift nach der Flasche, aber keiner fragt noch einmal, warum sie da steht. Nach Mitternacht sind die meisten Gäste gegangen, und das Haus ist wieder still. Doña Clara sitzt auf der alten Holzbank vor dem Haus und schaut in die Dunkelheit. Die Rumflasche steht neben ihr auf dem Boden, noch immer geschlossen. Elena kommt mit einer dicken Decke und legt sie ihr schweigend um die Schultern. Sie setzt sich neben ihre Mutter, und beide schauen auf den unbefestigten Weg. Der Weg führt aus dem Dorf heraus, in eine Richtung, die niemand mehr benennt. Irgendwo im Dunkeln bellt ein Hund, und dann ist es wieder still. Elena flüstert: „Er sieht die Kerzen, weißt du." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Blick zu bewegen: „Er sieht sie." Sie sitzen nebeneinander, bis die letzten Kerzen heruntergebrannt sind. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht. Der Morgen kommt langsam, ohne dass jemand ihn eingeladen hat. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum geschlafen, weil die Gedanken an das Fest sie nicht loslassen wollten. Als sie aufsteht, ist der Himmel noch dunkelblau, und das Dorf liegt still wie ein vergessenes Versprechen. Sie kniet neben dem offenen Feuer im Hof und rührt den Reis, obwohl er noch nicht heiß genug ist. Die Asche fliegt ihr ins Gesicht, und sie lässt es geschehen, ohne die Hand zu heben. Heute wird die kleine María getauft, und das ganze Dorf wird kommen, weil man sowas nicht alleine feiert. Nachbarn schleppen Tische über den Hof, Männer stapeln Bierkästen an die Hauswand, Frauen bringen Töpfe und Schüsseln. Es riecht nach Holzrauch, nach Fleisch, nach der feuchten Erde, die der Morgen immer mit sich bringt. Elena kommt mit einem schweren Korb aus dem Haus, setzt sich wortlos neben ihre Mutter und greift nach dem Messer. Sie schneidet Zwiebeln, eine nach der anderen, und die Tränen kommen so gleichmäßig, dass niemand fragt, ob es Schmerz ist. Irgendwann legt Elena das Messer hin und sagt mit leiser, harter Stimme: „Mama, er wird nicht kommen." Doña Clara rührt weiter, als hätte sie nichts gehört, aber ihre Schultern straffen sich für einen kurzen Moment. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und ihre Stimme lässt keinen Widerspruch zu. Elena will antworten, aber dann sieht sie, wie die Hand ihrer Mutter am Löffel zittert, ganz leicht, fast unsichtbar. Sie schweigt, nimmt das Messer wieder, und schält weiter, weil es das Einzige ist, was sie tun kann. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, erst einzeln, dann in kleinen Gruppen, laut und hungrig und gut gekleidet. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen hindurch, eine Ziehharmonika spielt, und das Haus füllt sich mit Wärme und Lärm. Doña Clara bewegt sich durch all das wie jemand, der ein Theaterstück kennt und trotzdem mitspielen muss. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, und antwortet kurz und freundlich, aber ihre Augen schauen immer ein Stück weiter. Als niemand sie beobachtet, geht sie in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und öffnet den alten Holzschrank. Die Rumflasche steht ganz hinten, hinter alten Tüchern, als hätte sie sich versteckt oder als hätte sie gewartet. Das rote Band ist noch original und unberührt, und der Staub auf dem Etikett erzählt, wie lange sie dort gestanden hat. Santiago hatte sie ihr zum Geburtstag gebracht, damals, als er noch da war, als er noch ein Gesicht hatte und eine Stimme. Doña Clara steht lange in der Kammer, die Flasche in den Händen, und atmet einmal tief durch, bevor sie geht. Sie trägt sie in die Küche und stellt sie ohne Erklärung in die Mitte des großen Tisches, zwischen Teller und Brot. Tante Rosa bemerkt es sofort, weil Tante Rosa immer alles bemerkt, und fragt: „Wird die heute aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, und der Satz klingt wie etwas, das man auswendig gelernt hat. Die Ziehharmonika hört für einen Atemzug auf, dann setzt sie wieder ein, und der Abend geht weiter wie geplant. Niemand trinkt aus der Flasche, aber niemand stellt sie weg, und nach einer Weile schaut auch niemand mehr hin. Nach Mitternacht sitzen die letzten Gäste auf den Bänken vor dem Haus, und die Stimmen werden leiser, eine nach der anderen. Doña Clara holt die Rumflasche aus der Küche und trägt sie nach draußen, als gehöre sie dorthin. Sie setzt sich auf die alte Holzbank, stellt die Flasche neben ihre Füße und schaut auf den unbefestigten Weg, der ins Dunkel führt. Elena kommt kurz darauf mit einer Decke, die sie ihr wortlos um die Schultern legt, bevor sie sich danebensetzt. Es ist eine dieser Nächte, in denen man redet, ohne zu sprechen, und trotzdem alles sagt, was gesagt werden muss. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund einmal kurz auf, dann ist es wieder still, und die Stille fühlt sich vollständig an. Elena flüstert, halb zu ihrer Mutter, halb zu niemandem: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch ist." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen: „Er sieht sie." Sie sitzen so, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht verlischt wie ein leises Wort. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht, ungeöffnet, unbewegt, genauso wie vor drei Jahren. Der Morgen kommt ohne Erlaubnis, wie er immer kommt, gleichgültig und unausweichlich und trotzdem irgendwie sanft. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum die Augen zugetan, weil die Gedanken an das Fest sie mit einer Hartnäckigkeit verfolgten, die an Schuld grenzte. Sie steht auf, bevor der Himmel sich entschieden hat, welche Farbe er annehmen will, und geht in den Hof, als hätte sie dort etwas vergessen. Das Feuer unter dem großen Topf brennt ungleichmäßig, und sie kniet daneben und rührt, obwohl der Reis noch kalt ist und es keinen Sinn ergibt. Asche legt sich auf ihr Gesicht, und sie lässt es geschehen, mit der Gleichgültigkeit eines Menschen, der gelernt hat, kleine Unbequemlichkeiten nicht zu bemerken. Heute wird die kleine María getauft, das erste Kind von Santiagos Frau, ein neues Leben, das in eine Welt kommt, in der sein Vater schon drei Jahre lang fehlt. Die Nachbarn erscheinen früh, ohne gerufen zu werden, weil das Dorf weiß, was sich gehört, und weil schweigendes Mitarbeiten manchmal die einzige Form von Trost ist, die man anbieten kann. Männer schleppen Tische und Bierkästen, Frauen bringen Töpfe und Süßigkeiten, und über allem liegt dieser besondere Geruch von Holzrauch und Erwartung, der Feste ankündigt. Elena kommt aus dem Haus, einen schweren Korb am Arm, setzt sich ohne Gruß neben ihre Mutter und greift nach dem Messer, als wäre diese Stille zwischen ihnen ein alter Vertrag. Die Zwiebeln bringen ihr die Tränen, und weil niemand sie fragt, muss sie auch nicht antworten, was eine Erleichterung ist, die sie sich nicht eingestehen will. Nach einer Weile legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden und sagt, ohne ihre Mutter anzuschauen: „Er kommt nicht, Mama, er ist nicht mehr irgendwo, wo er kommen könnte." Doña Clara rührt weiter, und nur wer genau hinschaut, sieht, wie sich der Rhythmus ihrer Hand für eine Sekunde unterbricht, bevor sie antwortet: „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann." Es ist kein Glaube, was in diesem Satz liegt, und auch keine Hoffnung im üblichen Sinne, sondern etwas Älteres, etwas, das man nicht widerlegen kann, ohne grausam zu sein. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält wie jemand, der sich daran festhält, und beschließt zu schweigen, weil Schweigen manchmal das Klügste ist. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das ist jetzt egal, weil es sowieso niemanden interessiert, woher sie kommen. Die Gäste treffen am Nachmittag ein, zuerst zögerlich, dann in Wellen, und das Haus füllt sich mit Stimmen und Kinderlärm und dem traurig-fröhlichen Klagen einer alten Ziehharmonika. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie jemand, der die Choreographie einer Feier auswendig kennt und sie trotzdem zum ersten Mal aufführt, mit einem Lächeln, das nicht erreicht, was es erreichen soll. Sie antwortet auf Fragen, nimmt Umarmungen entgegen, lobt das Kleid der Nachbarstochter, und tut dabei alles, was eine Gastgeberin tun muss, ohne auch nur einen Moment wirklich da zu sein. Als die Gelegenheit kommt, löst sie sich unbemerkt aus der Menge, geht durch den schmalen Gang in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und lehnt einen Atemzug lang dagegen. Der alte Holzschrank riecht nach Lavendel und nach einer Zeit, die nicht mehr existiert, und ganz hinten, hinter gefalteten Tüchern, steht die Flasche Rum, als hätte sie auf genau diesen Moment gewartet. Das rote Band ist unberührt, das Etikett trägt eine dünne Staubschicht, und Santiago hatte die Flasche mit beiden Händen überreicht und gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben. Doña Clara hält sie lange, ohne sie zu öffnen, ohne sich zu bewegen, und in der Stille der Kammer ist der Abstand zwischen damals und heute mit Händen zu greifen. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Erklärung und ohne Zögern in die Mitte des großen Tisches, zwischen Brotteller und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin. Tante Rosa, die in ihrem Leben noch keine Geste unkommentiert gelassen hat, beugt sich vor und fragt mit einem Unterton, der Neugier und Vorwurf mischt: „Wird die heute Abend noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, ruhig und endgültig, und der Satz legt sich über den Tisch wie ein Tischtuch, das niemand wegziehen will. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, dann setzt sie wieder ein, und der Abend rollt weiter, als wäre nichts gesagt worden, was nicht schon alle wussten. Niemand greift nach der Flasche, nicht aus Respekt, nicht aus Scheu, sondern weil jeder am Tisch spürt, dass sie nicht zum Trinken dasteht, sondern als Zeichen für etwas, das keinen Namen hat. Nach Mitternacht leert sich das Haus langsam, wie Wasser aus einem Becken läuft, und zurück bleiben nur die Stühle, die Reste, und eine Stille, die sich anders anfühlt als die vom Morgen. Doña Clara nimmt die Flasche, trägt sie nach draußen in die kühle Nachtluft und setzt sich auf die alte Holzbank, die vor dem Haus steht, seit sie denken kann. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer dicken Wolldecke, legt sie ihr ohne ein Wort um die Schultern und lässt sich daneben nieder, nah genug, dass die Schultern sich berühren. Sie schauen beide auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist und auf dem er nie zurückgekommen ist. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund zweimal kurz auf, dann kehrt die Stille zurück, vollständig und dicht, wie eine zweite Decke über beiden Frauen. Elena flüstert, mit einer Stimme, die weder Frage noch Aussage ist: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet sofort, ohne zu zögern, ohne den Blick von dem dunklen Weg zu nehmen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht stirbt, leise und ohne Drama, wie Dinge sterben, die ihren Zweck erfüllt haben. Die Flasche Rum steht die ganze Zeit zwischen ihren Füßen, ungeöffnet und unbewegt, ein Versprechen in Glas, das niemand eingelöst hat und das vielleicht gerade deshalb noch gilt. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne zu fragen und ohne zu warten, gleichmäßig und unausweichlich und auf seine Art barmherzig. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht keinen wirklichen Schlaf gefunden, sondern nur jene flache, unruhige Bewusstlosigkeit, die sich einstellt, wenn der Körper erschöpft ist, der Geist aber nicht aufhören will zu arbeiten. Sie steht auf, noch bevor das Licht sich entschieden hat, und tritt in den Hof hinaus, in die blaue Kälte des frühen Morgens, der nach nassem Gras und nach dem Holz des Feuers riecht, das sie nun entfacht, weil die Hände etwas brauchen, dem sie folgen können. Der Reis im großen Topf ist noch kalt, und sie rührt ihn trotzdem, mechanisch, mit jener ruhigen Hartnäckigkeit, die Menschen entwickeln, wenn das Tun wichtiger geworden ist als sein Ergebnis. Asche legt sich auf ihre Stirn und ihre Wangen, und sie wischt sie nicht ab, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil es eine Art ist, die Last des Tages schon am Morgen sichtbar zu tragen, bevor die Gäste kommen und alles hinter Freundlichkeit verschwinden muss. Heute wird Marías Taufe gefeiert, das erste Kind ihres Sohnes Santiago, ein kleines Leben, das in die Welt gekommen ist, ohne seinen Vater je gesehen zu haben, und das es vielleicht nie tun wird. Die Nachbarn erscheinen früh und ungebeten, weil das Dorf weiß, dass Doña Clara Hilfe braucht, und weil kollektives Arbeiten in solchen Momenten die einzige Sprache ist, die nicht lügt und nicht zu viel verlangt. Männer schleppen Tische über den holprigen Hof, stapeln Bierkästen unter dem Vordach, und über allem liegt dieser schwere, vertraute Geruch von Holzrauch und Kochfleisch, der Feste ankündigt und gleichzeitig an all die anderen Feste erinnert, die schon gewesen sind. Elena kommt aus dem Haus, den schweren Korb in der Armbeuge, und setzt sich neben ihre Mutter, ohne sie zu grüßen, weil zwischen Müttern und Töchtern, die sich kennen wie diese beiden, ein Gruß manchmal zu viel wäre. Sie greift nach dem Messer und beginnt die Zwiebeln zu schneiden, schweigend und gleichmäßig, und die Tränen, die ihr über das Gesicht laufen, sind aus einem Material, das man an diesem Morgen nicht voneinander unterscheiden will. Irgendwann legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden, schaut geradeaus in den Rauch, und sagt mit der Stimme eines Menschen, der eine Wahrheit lange aufbewahrt hat und nun nicht mehr kann: „Er kommt nicht, Mama, und du weißt es." Doña Clara rührt weiter, ohne die Geschwindigkeit zu verändern oder den Blick zu heben, und nur wer sie sehr genau kennt, erkennt am kurzen Innehalten ihrer Schultern, dass der Satz sie getroffen hat wie ein Stein, den man nicht kommen sieht. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und dieser Satz ist kein Glaube im religiösen Sinne und keine Hoffnung im rationalen, sondern jene dritte Sache, für die es kein gutes Wort gibt, das Festhalten an einer Möglichkeit, nicht weil sie wahrscheinlich ist, sondern weil das Gegenteil nicht auszuhalten wäre. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält und dabei ganz leicht zittert, kaum sichtbar, aber unübersehbar für jemanden, der diese Hand seit der Kindheit kennt, und das Widersprechen versiegt in ihr, bevor es zur Sprache findet. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das macht nichts, denn hier im Hof, mit dem Rauch und dem Geruch von Zwiebeln, braucht niemand zu erklären, warum Augen nass werden. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, zunächst zögerlich, dann in jener selbstverstärkenden Welle, die entsteht, wenn genug Menschen bereits da sind, um den Ankömmlingen das Gefühl zu geben, dass sie nichts verpassen dürfen. Das Haus füllt sich mit Stimmen, mit Kindergeschrei, mit dem traurig-festlichen Klagen einer alten Ziehharmonika, die einen Walzer spielt, der schon zu anderen Anlässen gespielt wurde und deshalb etwas Unstimmiges hat, etwas, das passt und nicht passt zugleich. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie eine Frau, die eine Rolle sehr gut gelernt hat und die weiß, dass Schwäche das Letzte wäre, was ihr die Gäste abnehmen würden, ohne es ihr vorzuwerfen. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, nimmt Umarmungen an, lobt das Essen und die Kinder, und tut das alles mit einer Präzision, die Herzlichkeit imitiert ohne sie zu fühlen, nicht aus Falschheit, sondern aus Erschöpfung. Als sich eine Gelegenheit öffnet, löst sie sich lautlos aus dem Gewebe der Feier, geht durch den schmalen Korridor in die Kammer und schließt die Tür hinter sich mit der Sorgfalt eines Menschen, der die Stille vor dem Geräusch schützen will. Der alte Holzschrank steht dort, wo er immer gestanden hat, und riecht nach Lavendel und nach der Zeit selbst, nach dem Staub aufgehobener Dinge, die man weder wegwerfen noch anfassen kann. Ganz hinten, hinter sorgfältig gefalteten Tüchern, die sie selbst dort abgelegt hat, steht die Rumflasche, das rote Band unberührt, das Etikett unter einer dünnen Staubschicht leserlich, ein Objekt, das drei Jahre lang auf seinen Moment gewartet hat, ohne zu wissen, was für ein Moment das sein würde. Santiago hatte ihr diese Flasche zum Geburtstag gebracht, mit beiden Händen, mit diesem Lächeln, das seine Augen faltig werden ließ, und hatte gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben, und nun ist ein besonderer Anlass, und er ist nicht da. Doña Clara steht lange in der Kammer, hält die Flasche in den Händen ohne sie zu öffnen, und in der Stille zwischen diesen vier Wänden erlaubt sie sich für einen einzigen Moment das, was sie sich den ganzen Tag nicht erlaubt hat: stillzuhalten und zu spüren, wie schwer das alles ist. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Ankündigung und ohne Erklärung in die genaue Mitte des großen Tisches, zwischen Brot und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie das schon immer gewusst. Tante Rosa, deren Leben aus dem Registrieren unausgesprochener Dinge besteht und die in dieser Fähigkeit eine Kunstfertigkeit entwickelt hat, die manchmal Grausamkeit berührt, beugt sich sofort vor und fragt: „Wird die heute noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara mit einer Ruhe, die keine Antwort erwartet und keine duldet, und der Satz hängt im Raum wie etwas, das alle schon immer gewusst haben, ohne es je formuliert zu haben. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, fast unmerklich, als hätte auch der Spieler zugehört, und dann setzt sie wieder ein, und der Abend trägt sich weiter, als wäre nichts geschehen, was nicht zum Fest gehörte. Niemand greift nach der Flasche, über den ganzen Abend nicht, nicht einmal die Trinkfreudigen, nicht einmal die Gedankenlosen, weil etwas in ihrer Aufstellung am Tisch und in der Art, wie Doña Clara sie hingestellt hat, unmissverständlich sagt, dass sie nicht zum Trinken da ist. Nach Mitternacht leert sich das Haus in jenem langsamen, unaufhaltsamen Prozess, der jeden Abend beschließt, wenn die Energie der Feier verbraucht ist und die Menschen wieder zu sich selbst zurückfinden müssen. Doña Clara nimmt die Flasche vom Tisch, trägt sie nach draußen in die kühle Stille der Nacht und setzt sich auf die alte Holzbank vor dem Haus, als wäre das eine Entscheidung, die sie schon am Morgen getroffen hat. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer schweren Wolldecke, legt sie ihr um die Schultern mit einer Geste, die zu zärtlich ist, um ein Wort daneben zu brauchen, und setzt sich so nah, dass die Schultern sich berühren. Beide schauen auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist an jenem Tag vor drei Jahren, ohne sich umzudrehen oder Bescheid zu sagen, und auf dem seither nur Abwesenheit zurückgekehrt ist. Irgendwo hinter dem Dorf bellt ein Hund zweimal, kurz und ohne Nachdruck, und dann kehrt die Stille zurück, vollständig und vertraut, wie ein Raum, in dem man schon lange wohnt. Elena flüstert, mit einer Stimme, die sich nicht entschieden hat, ob sie beten oder behaupten will: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen, ohne die Stille erst zu lassen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett in sich zusammengesunken ist und das Licht erlischt, leise und vollständig, mit jener Würde, die Dinge haben, die ihren Zweck erfüllt haben und nun aufhören dürfen. Die Rumflasche steht zwischen ihren Füßen, ungeöffnet, das rote Band noch immer gebunden, ein Versprechen in Glas und Ton, das niemand eingelöst hat, und das vielleicht gerade deswegen noch nicht erloschen ist. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne Erlaubnis und ohne Ankündigung, gleichmäßig und unerbittlich und in seiner Gleichgültigkeit auf eine Art, die man, wenn man will, auch Gnade nennen kann. == 89 == 1 -------------------- Die lateinischen Worte Es ist sieben Uhr morgens. Niall geht zur Kirche. Die Kirche steht am Ende des Dorfes. Das Dorf liegt an der Westküste. Es regnet schon seit drei Wochen. Die Straßen sind nass. Die Felder sind nass. Alles ist grau. Niall hat den Schlüssel in der Hand. Das Schloss quietscht laut. Es hat immer so gequietscht. Drinnen riecht es nach altem Stein. Es riecht auch nach Weihrauch. Niall mag diesen Geruch. Er zündet zwei Kerzen an. Nur zwei, nicht mehr. Der dritte Kerzenständer ist leer. Er war schon seit Ostern leer. Niall schaut kurz zur Muttergottes. Dann geht er wieder nach draußen. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus. Father Brennan steht schon im Flur. Der alte Priester ist 79 Jahre alt. Er hält das Messgewand über dem Arm. Er schaut Niall an und sagt: „Du bist zu spät." Niall sagt: „Es ist erst Viertel nach sieben." Brennan sagt: „Das ist zu spät." Sie gehen zusammen zurück zur Kirche. Brennan geht langsam. Seine Finger zittern ein wenig. Niall geht neben ihm. Er sagt nichts. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar. Er dreht dem Raum den Rücken zu. Er beginnt die Messe. Er spricht auf Latein. Die Worte sind alt und leise. Niall sitzt auf der ersten Bank. Die anderen Bänke sind alle leer. Früher saßen hier viele Menschen. Alte Frauen mit Kopftüchern. Männer, die nach Torf rochen. Das ist lange her. Brennan dreht sich um und sagt: „Dominus vobiscum." Niall antwortet: „Et cum spiritu tuo." Seine Stimme ist ruhig. Es ist genug. Sie machen weiter. Niall kennt alle Antworten. Er hat sie als Kind gelernt. Er war Ministrant, mit sieben Jahren. Dann kommt der wichtige Moment. Brennan hebt die Hostie. Er will die Worte sprechen. Aber sein Mund bleibt offen. Er sagt nichts. Seine Finger halten die Hostie fest. Sein Gesicht ist ruhig, aber seine Augen suchen. Niall sieht das. Er wartet eine Sekunde. Dann flüstert er leise: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Brennan schließt die Augen. Er nickt einmal. Er spricht weiter. Die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen. Sie gehen zusammen zum Pub. Sie sagen kein Wort auf dem Weg. Im Pub sind sie allein. Der Wirt bringt zwei Gläser Guinness. Er dreht das Radio leiser. Brennan sagt: „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt." Er sagt: „Das war der einzige Unterricht, der zählte." Er sagt: „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an. Draußen hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit Wochen. Keiner von beiden schaut zum Fenster. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die lateinischen Worte Um sieben Uhr morgens nimmt Niall den Schlüssel vom Haken und geht zur Kirche. Das Dorf liegt still da, wie es immer liegt, wenn es regnet. Es regnet seit drei Wochen, jeden Tag, ohne Pause. Die Kirche steht am Ende der Straße, grau und schwer, wie ein alter Mann. Das Schloss quietscht, als Niall die Tür aufdrückt – es hat immer so gequietscht. Der Geruch kommt sofort: feuchter Stein, Weihrauch, etwas Modernes, das er nicht benennen kann. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer ist. Niemand hat neue Kerzen gekauft, und niemand hat gefragt warum. Niall schaut kurz zur Statue der Muttergottes, dann dreht er sich um. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus, die Hände in den Taschen. Father Brennan steht schon im Flur, das Messgewand über dem linken Arm. „Du bist zu spät", sagt der alte Mann, ohne Niall anzuschauen. „Es ist Viertel nach sieben", sagt Niall, „die Glocke läutet um halb acht." Brennan antwortet nicht, er geht einfach los. Niall folgt ihm, einen halben Schritt hinter ihm, wie immer. Der alte Priester ist 79 Jahre alt, aber er geht noch geradeaus. Nur seine Finger zittern, das sieht man, wenn er den Kelch hält. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar und dreht dem Raum den Rücken zu. Die Bänke hinter Niall sind leer – alle, bis zur letzten Reihe. Früher saßen hier dreißig, vierzig Menschen, manchmal mehr. Alte Frauen in dunklen Kleidern, Männer mit roten Händen, Kinder, die nicht stillsitzen konnten. Das ist fünf Jahre her, als der junge Priester wegging und niemand mehr kam. Brennan hat trotzdem weitergemacht, jeden Sonntag, für niemanden. Niall ist gekommen, nicht weil er glaubt, sondern weil er nicht will, dass der alte Mann allein steht. Die Messe beginnt, und Brennans Stimme füllt die Stille. Die lateinischen Worte fallen langsam, einer nach dem anderen, wie Tropfen in einen Brunnen. Niall sitzt auf der ersten Bank und antwortet, wenn er dran ist. „Et cum spiritu tuo" – die Worte kommen automatisch, aus dem Gedächtnis eines Kindes. Er war sieben Jahre alt, als er sie zum ersten Mal sagte. Er erinnert sich nicht mehr, ob er damals verstanden hat, was sie bedeuten. Vielleicht spielt das keine Rolle. Brennan dreht sich um, schaut über Niall hinaus in die leeren Reihen. „Dominus vobiscum", sagt er, leise, fast fragend. Niall antwortet, und Brennan nickt einmal, kaum sichtbar. Die Messe geht weiter, Satz für Satz, wie ein altes Schiff, das seinen Kurs kennt. Dann kommt der Moment, den Niall nicht erwartet hat. Brennan hält die Hostie in den Händen und öffnet den Mund. Kein Wort kommt. Nur ein kurzer Laut, dann Stille. Brennans Gesicht bleibt ruhig, aber seine Finger drücken die Hostie ein bisschen zu fest. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes. Er sieht das blinde Auge, das nichts sieht, und das andere, das zu viel weiß. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine. Niall atmet einmal tief, und dann flüstert er: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus ihm heraus wie etwas, das er nie wirklich vergessen hat. Brennan schließt die Augen, nickt einmal, und spricht weiter. Die Hostie bewegt sich in der Stille, und die Messe geht weiter. Nach dem letzten Segen löscht Niall die Kerzen. Sie gehen zusammen aus der Kirche, ohne zu sprechen. Der Regen fällt leise auf das Pflaster, wie immer. Im Pub sind sie allein, außer dem Wirt, der schweigend den Tresen wischt. Zwei Gläser Guinness stehen vor ihnen, halb voll, noch nicht angerührt. Brennan schaut auf sein Glas und sagt: „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war." „Das war der einzige Unterricht, der wirklich gezählt hat", sagt er dann. „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt ruhig: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an, leise, ohne zu lachen. Draußen vor dem Fenster hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit drei Wochen ist es still. Keiner von beiden schaut hin. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die lateinischen Worte Niall kennt jeden Stein des Weges zur Kirche, jeden Riss im Pflaster, jede Stelle, wo das Gras zwischen den Platten wächst. Er geht diesen Weg jeden Sonntag, seit fünf Jahren, kurz vor sieben Uhr morgens, wenn das Dorf noch schläft. Der Regen fällt gleichmäßig, wie er es seit Wochen tut, ohne Unterbrechung, ohne Absicht. An der Westküste ist das so: Der Regen kommt nicht als Ereignis, er ist einfach da, wie die See, wie der Wind, wie die Stille. Das Schloss der Kirchentür quietscht, als er den Schlüssel dreht, und dieser Laut gehört für Niall zum Sonntag wie die Glocke selbst. Drinnen riecht es nach feuchtem Stein und altem Weihrauch, ein Geruch, der sich in den Wänden festgesetzt hat wie ein Gebet, das niemand mehr spricht. Er zündet zwei Kerzen an – nur zwei, weil der Ständer vor der Muttergottes seit Ostern leer steht und keiner der Mut hatte, das zu ändern. Das flackernde Licht wirft lange Schatten auf die leeren Bänke, und für einen Moment sieht die Kirche fast belebt aus. Dann holt er Father Brennan ab. Der alte Priester steht bereits im Flur des Pfarrhauses, das Messgewand sorgfältig über den linken Arm gelegt, als hätte er die ganze Nacht gewartet. „Du bist zu spät", sagt Brennan, ohne Niall anzusehen, mit der ruhigen Bestimmtheit eines Mannes, der nicht mehr streitet, sondern nur noch feststellt. Niall erklärt, dass es erst Viertel nach sieben ist und die Glocke erst um halb acht läutet, aber er weiß bereits, dass die Antwort keine Rolle spielt. Sie gehen den schmalen Weg zwischen den Hecken, Brennan einen halben Schritt voraus, Niall hinter ihm, wie es sich so ergeben hat. Der alte Mann geht langsamer als früher, aber er geht noch aufrecht, und das ist etwas, das Niall jedes Mal auffällt, ohne dass er weiß, warum. In der Kirche nimmt Brennan seinen Platz vor dem Altar ein, dreht der leeren Gemeinde den Rücken zu und beginnt. Die lateinischen Worte kommen ruhig und gleichmäßig, getragen von einer Stimme, die mit den Jahren brüchiger geworden ist, aber nie unsicher. Niall sitzt auf der ersten Bank und hört zu, wie man einem Fluss zuhört, der immer schon da war. Die Bänke hinter ihm sind leer, und trotzdem füllen sie den Raum irgendwie, mit dem Gewicht all der Sonntage, an denen hier Menschen saßen. Er erinnert sich noch an die alten Frauen in ihren dunklen Kleidern, an die Männer mit den rissigen Händen, an die Kinder, die auf der Holzbank rutschten und einen Blick zugeworfen bekamen. Das alles ist fünf Jahre her, seit der junge Priester die Gemeinde verlassen hat und die Sonntagsmesse zu einer Laienandacht wurde. Brennan hat davon nichts wissen wollen und hält seitdem seine eigene Messe, still, auf Latein, ohne Erlaubnis, ohne Publikum. Niall ist geblieben, nicht weil der Glaube ihn hält, sondern weil er den Gedanken nicht aushält, dass der alte Mann allein vor dem Altar steht. Er antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die er als Siebenjähriger auswendig gelernt hat und die in ihm geblieben sind wie eine Melodie, die man nicht mehr loswird. „Dominus vobiscum", sagt Brennan, und dreht sich kurz um, sein gutes Auge sucht Niall, findet ihn. „Et cum spiritu tuo", antwortet Niall, und das reicht. Sie kennen diesen Rhythmus, dieses Geben und Nehmen, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Dann kommt die Wandlung. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Finger zittern leicht, und öffnet den Mund. Nichts. Ein kurzer, gebrochener Laut, dann eine Stille, die sich anfühlt, als würde die Kirche den Atem anhalten. Brennans Gesicht zeigt keine Panik, nur eine Art erschöpftes Suchen, als blättere er in einem Buch, dessen Seiten er nicht mehr sehen kann. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes, die blinde Pupille, die ins Leere gerichtet ist, die Finger, die die Hostie zu fest halten. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkommen, wie sie es manchmal tun. Sie kommen nicht. Dann hört er sich selbst flüstern, fast ohne es zu wollen: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus einer Tiefe, die er nicht kannte, aus einem Teil von ihm, der offenbar nie aufgehört hat, Ministrant zu sein. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig, als wäre nichts gewesen. Die Hostie hebt sich, und die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand ab, sie verlassen die Kirche, ohne ein Wort darüber zu verlieren, was gerade passiert ist. Der Regen empfängt sie vor der Tür wie ein geduldiger Bekannter. Im Pub stellen sie ihre nassen Jacken auf die Stühle und setzen sich an den Tresen. Der Wirt bringt zwei halbe Guinness, dreht das Radio leiser und lässt sie in Ruhe, weil er gelernt hat, dass das das Richtige ist. Brennan starrt eine Weile in sein Glas, bevor er spricht. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich das Gefühl hatte, dass es um etwas geht." Er macht eine Pause, dreht das Glas langsam in den zitternden Händen. „Jetzt zählt nichts mehr davon." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, dann wieder auf Brennan. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie stoßen an, ohne Feierlichkeit, ohne Lächeln, mit der ruhigen Geste zweier Männer, die sich seit Jahren kennen und wenig erklären müssen. Draußen hört der Regen auf. Es geschieht einfach so, ohne Ankündigung, mitten in einem Augenblick, der ohnehin schon zu voll ist. Durch das beschlagene Fensterglas sieht man ein blasses Licht zwischen den Wolken. Keiner von beiden dreht sich um. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die lateinischen Worte Der Sonntag beginnt für Niall nicht mit dem Aufwachen, sondern mit dem Moment, in dem er den Schlüssel vom Haken nimmt und weiß, dass es wieder Zeit ist. Draußen hängt der Regen wie eine Wand zwischen den Häusern, dicht und gleichgültig, seit drei Wochen derselbe Regen, der sich längst nicht mehr wie Wetter anfühlt, sondern wie Zustand. Das Dorf liegt still, wie es an Sonntagen liegt, wenn die wenigen, die noch hier wohnen, hinter beschlagenen Fenstern bleiben und niemand erwartet, dass einer von ihnen zur Kirche geht. Niall geht trotzdem, nicht weil er müsste, sondern weil aufzuhören eine Entscheidung wäre, und er hat noch keine getroffen. Das Schloss quietscht, als er die schwere Eichentür aufdrückt, ein vertrauter Laut, der seit hundert Jahren derselbe ist und in seiner Beständigkeit etwas fast Tröstliches hat. Die Kirche riecht nach feuchtem Stein und Weihrauch und nach der spezifischen Kälte alter Gebäude, die selbst im Sommer nicht ganz weicht, als hätte sich die Temperatur in den Wänden verselbständigt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer – der vor der Muttergottes – seit Ostern leer steht, und weil niemand diesen Umstand je laut angesprochen hat, ist er zu einer Art stillschweigendem Einverständnis geworden. Das flackernde Licht fällt auf die leeren Bänke und zeichnet Schatten, die aussehen wie Personen, wenn man nicht genau hinschaut. Niall schaut nicht genau hin. Er holt Father Brennan ab, wie jeden Sonntag, den schmalen Weg zwischen den Hecken entlang, der nach Regen immer ein bisschen rutschig ist. Der alte Priester steht bereits im Flur, das Messgewand über dem Arm, die weißen Augenbrauen zusammengezogen, als hätte er auf etwas gewartet, das sich nicht beeilte. „Du bist zu spät", sagt Brennan, mit der Autorität eines Mannes, für den die Zeit nicht mehr eine Abfolge von Minuten ist, sondern eine Frage der Haltung. Niall erklärt sachlich, dass es Viertel nach sieben ist, dass die Glocke erst um halb acht läutet, dass sie in der Zeit sind – aber er weiß, während er es sagt, dass dieser Austausch nicht über Zeit handelt. Sie gehen nebeneinander, Brennan einen halben Schritt voraus, weil er es nicht anders kennt, Niall hinter ihm, weil er gelernt hat, dass manche Positionen keine Entscheidung, sondern eine Übereinkunft sind. Die Kirche empfängt sie mit der Kälte, die sie immer hat, und Brennan geht ohne Zögern zum Altar, als würde er einen Raum betreten, der ihm gehört, obwohl er das, streng genommen, nicht mehr tut. Er dreht dem Kirchenschiff den Rücken zu, streckt die zitternden Hände über den Kelch und beginnt zu sprechen. Das Latein kommt ruhig und kontinuierlich, brüchig in der Oberstimme, aber stabil in seinem Rhythmus, wie ein altes Seil, das mehr trägt, als man ihm ansieht. Niall sitzt auf der ersten Bank, die Hände zwischen den Knien, und antwortet auf die Rufe, die Antworten erfordern, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwanzig Jahre hinweg aufbewahrt hat, ohne je dazu aufgefordert worden zu sein. Die Bänke hinter ihm sind leer, aber ihre Leere ist nicht nichts – sie ist die Summe aller Sonntagmorgen, an denen hier Menschen saßen, die jetzt entweder fortgezogen oder gestorben sind, was an der Westküste auf dasselbe hinausläuft. Er erinnert sich an die alten Frauen, die den Rosenkranz zwischen den Fingern rollten wie Händler ihre Münzen, an die Männer, die nach Torf rochen und nach dem Gottesdienst wortlos aneinandervorbeigingen, als hätte die Stunde des Schweigens eine Verlängerung bekommen. Das Bistum hat vor fünf Jahren entschieden, dass eine Laienandacht genüge, und die Gemeinde hat sich, wie Gemeinden das tun, gefügt. Brennan hat sich nicht gefügt, er hat einfach weitergemacht, still, ohne Erlaubnis, ohne Publikum, weil ihm die Vorstellung, dass die Messe aufhört, absurder erschien als die Vorstellung, sie allein zu halten. Niall ist geblieben, nicht aus Glauben, sondern aus einer Art Pflichtgefühl, das keinen religiösen Kern hat, aber einen menschlichen, und das vielleicht dasselbe ist. „Dominus vobiscum", sagt Brennan und dreht sich halb um, sein gutes Auge findet Niall mit der Präzision langer Gewohnheit. „Et cum spiritu tuo" – Niall sagt es ohne Pause, und Brennan nickt, kaum wahrnehmbar, und dreht sich wieder zum Altar. Es gibt einen Austausch in diesem Ritual, der weder Gespräch ist noch Gebet, sondern etwas dazwischen, etwas, für das es kein passendes Wort gibt außer vielleicht: Anwesenheit. Die Messe trägt sich selbst vorwärts, Satz für Satz, und Niall lehnt sich ein wenig zurück und lässt die lateinischen Worte über sich hinweggehen wie Wasser. Dann kommt die Wandlung, und alles stockt. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Lippen formen sich zu einem Wort, das nicht kommt – ein offener Mund, ein abgebrochener Laut, eine Stille, die sich von anderen Stillen unterscheidet, weil in ihr etwas fehlt, das da sein sollte. Nialls Blick geht sofort zu den Händen des alten Mannes, die die Hostie mit einer Kraft halten, die wie Festhalten aussieht, nicht wie Darbringen. Er sieht den Schweiß, der sich auf Brennans Stirn gesammelt hat, das blinde Auge, das in eine Richtung zeigt, die keiner kennt, die erschöpfte Suche in den Zügen eines Gesichts, das gelernt hat, sich nichts anmerken zu lassen. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und Niall hält die Luft an, weil er nicht weiß, ob Eingreifen Hilfe ist oder Einmischung. Dann hört er sich selbst sprechen, leise, fast atemlos: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Es sind Worte, die er als Kind gelernt hat, in einer Zeit, in der man Dinge lernte, ohne zu verstehen, dass man sie behalten würde, und die jetzt aus ihm herauskommen wie etwas, das nie wirklich fort war. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er nicht erbeten hat, es aber trotzdem nimmt. Er öffnet sie wieder und spricht weiter, ruhig, gleichmäßig, als wäre nichts gewesen, und vielleicht ist das die eigentliche Kunst: nicht, dass man nie ins Stocken gerät, sondern dass man weiterspricht, wenn jemand den Faden hält. Die Messe endet ohne weiteren Zwischenfall. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Gewand ab mit der präzisen Sorgfalt eines Mannes, der weiß, dass Nachlässigkeit in kleinen Dingen eine Haltung ist, keine Effizienz. Sie verlassen die Kirche und sprechen kein Wort über das, was passiert ist, was die einzig mögliche Form ist, darüber zu sprechen. Der Regen nimmt sie schweigend in Empfang. Im Pub hängen ihre nassen Jacken an den Stühlen, und der Wirt stellt zwei halbe Guinness vor sie hin, ohne zu fragen, weil er seit Jahren weiß, was Sonntag bedeutet. Brennan sitzt eine Weile still, die Hände um das Glas, und schaut auf die dunkle Flüssigkeit, als läse er etwas darin. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, mit der ruhigen Sachlichkeit eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, „in einem Klassenzimmer, das nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich gespürt habe, dass die Sprache selbst etwas trägt, unabhängig davon, ob jemand zuhört." Er dreht das Glas langsam in den Händen, und Niall sieht, wie stark die Finger zittern, wenn sie nichts halten. „Jetzt zählt das alles nichts mehr", sagt Brennan, nicht bitter, sondern mit der Feststellung von jemandem, der einen Beweis für eine Theorie geliefert bekommen hat, die er nie beweisen wollte. Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, mit der Ruhe eines Mannes, der nicht nach Worten sucht, weil er weiß, dass die richtigen kurz sind. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit zweier Menschen, die so viele Sonntage geteilt haben, dass Gesten keine Erklärung mehr brauchen. Draußen vor dem beschlagenen Fenster hört der Regen auf. Er hört einfach auf, mitten in allem, ohne Ankündigung, und für einen Moment liegt das Dorf in einer Stille, die sich von der gewöhnlichen unterscheidet, weil sie nicht erwartet wurde. Ein blasses Licht schiebt sich zwischen den Wolken durch, fällt schräg auf die nasse Straße. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die lateinischen Worte Es gibt Gewohnheiten, die man nicht mehr begründet, weil die Begründung irgendwann in der Wiederholung selbst verschwunden ist, und Nialls Sonntage gehören seit fünf Jahren zu dieser Kategorie. Um kurz vor sieben nimmt er den Schlüssel vom Haken neben der Tür, zieht die Jacke über, ohne nachzudenken, und tritt in den Regen, der seit drei Wochen fällt, als wäre er kein meteorologisches Ereignis mehr, sondern ein Aggregatzustand der Westküste. Das Dorf liegt in jener spezifischen Sonntagsstille, die nicht Ruhe ist, sondern Abwesenheit – keine Menschen auf der Straße, keine Stimmen, nur das gleichmäßige Rauschen des Regens gegen Stein und Dach und die gelegentliche Möwe, die dagegen ankämpft, als wüsste sie es besser. Die Kirche am Ende der Straße ist ein Gebäude, das seine Zweckbestimmung überlebt hat, aber das macht es, wie Niall nach fünf Jahren Sonntagmorgen weiß, nicht weniger wahr, sondern nur schwerer zu erklären. Das Schloss quietscht, wie es seit Menschengedenken quietscht, und dieser Laut hat aufgehört, ihn zu stören, weil er gelernt hat, dass Beständigkeit in einem Ort, der von Aufgabe und Weggang durchzogen ist, ihren eigenen Wert hat. Drinnen empfängt ihn der Geruch, der sich in langen Jahren in die Poren des Steins eingegraben hat: Weihrauch, Feuchtigkeit, das stumpfe Holz der Bänke und darunter, kaum wahrnehmbar, etwas, das er als Kind für Heiligkeit hielt und das er heute nicht mehr benennt, weil jeder Name dafür falsch klingt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer steht und diese Leere inzwischen so selbstverständlich geworden ist, dass sie aufgehört hat, eine Aussage zu sein, und einfach Tatsache ist. Das flackernde Licht trifft die leeren Bänke und wirft Schatten, die sich bewegen wie Anwesende, und Niall lässt diesen Eindruck geschehen, ohne ihn zu korrigieren. Er geht den schmalen, regennassen Weg zum Pfarrhaus, und Father Brennan steht bereits im Flur, das Messgewand mit der zeremonösen Sorgfalt eines Mannes über den linken Arm gelegt, der weiß, dass Form das ist, was bleibt, wenn der Inhalt schwächer wird. „Du bist zu spät", sagt Brennan, und es ist keine Feststellung über Uhrzeiten, sondern eine Aussage über die Beschaffenheit der Welt, die der alte Priester seit Jahrzehnten zu langsam findet. Niall erklärt, was er erklären kann – Viertel nach sieben, Glocke um halb acht, alles im Rahmen –, aber er erklärt es mit der halbherzigen Überzeugung eines Mannes, der weiß, dass sein Gesprächspartner keine Gegenmeinung erwartet, sondern Gesellschaft. Sie gehen nebeneinander den Weg zur Kirche, Brennan einen halben Schritt voraus, und diese Anordnung ist so selbstverständlich geworden, dass sie nicht mehr Vorrang bedeutet, sondern einfach: so ist es. Der alte Mann geht langsamer als noch vor zwei Jahren, die Schultern ein wenig vorgezogen gegen den Regen, und Niall passt seinen Schritt an, ohne darüber nachzudenken, mit jener unbemerkten Rücksicht, die sich zwischen Menschen entwickelt, die regelmäßig Zeit miteinander verbringen, ohne viel zu reden. Im Kirchenraum nimmt Brennan sofort seinen Platz vor dem Altar ein, als existiere für ihn keine Übergangszeit zwischen Kommen und Beginnen, und Niall setzt sich auf die erste Bank, seinen angestammten Platz, während hinter ihm die leeren Reihen schweigen. Diese Leere hat Niall lange beschäftigt, in den ersten Monaten noch als Vorwurf, dann als Frage, und schließlich als etwas, das keiner Kategorisierung mehr bedarf, weil es einfach der Zustand ist, in dem die Messe stattfindet. Die verschwundene Gemeinde ist trotzdem anwesend, in einer Weise, die sich seiner Beschreibung entzieht: die alten Frauen, die den Rosenkranz wie eine Notwendigkeit in den Händen hielten, die Männer mit den vom Torf gefärbten Händen, die Kinder, die auf den Bänken rutschten und Seitenblicke der Mütter ernteten. Sie sind fort, die meisten gestorben, manche weggezogen, und der Unterschied ist an der Westküste geringer, als er anderswo wäre. Brennan hat auf all das nicht mit Resignation reagiert, sondern mit einer Sturheit, die Niall je länger, desto mehr bewundert: Er hat einfach weitergemacht, die Messe gehalten, still, auf Latein, ohne bischöfliche Genehmigung, ohne Publikum, weil die Alternative – aufzuhören – für ihn keine logische Konsequenz, sondern eine Kapitulation war, die er nicht zu vollziehen gedachte. Niall ist bei ihm geblieben, nicht aus Glauben, denn dazu wäre er zu ehrlich sich selbst gegenüber, sondern aus einem Pflichtgefühl, das keine religiöse Grundlage hat, aber eine menschliche, und das vielleicht nicht so weit auseinanderliegt, wie es klingt. Das Latein füllt die Kirche wie Wasser einen Behälter, das heißt: es nimmt die Form des Raumes an, ohne ihn zu verändern, gleichmäßig, kontinuierlich, Brennans Stimme altert hörbar mit jedem Jahr, aber ihr Rhythmus nicht. Niall antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwei Jahrzehnte bewahrt hat wie Dinge, die man in einem Keller einlagert und vergisst, bis man sie braucht: „Et cum spiritu tuo", „Sed libera nos a malo", die kurzen Antworten des Ministranten, die er mit sieben Jahren auswendig lernte, ohne zu wissen, dass er sie mit siebenundzwanzig noch sprechen würde. „Dominus vobiscum" – Brennan dreht sich kurz um, sein gutes Auge findet Niall mit der unbeirrten Sicherheit jahrzehntelanger Gewohnheit, und in diesem Blick liegt weder Frage noch Dank, nur die stille Erwartung, dass da ist, was da sein soll. „Et cum spiritu tuo" – Niall antwortet, und Brennan nickt und dreht sich zurück, und in diesem kleinen Austausch liegt so etwas wie Liturgie, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Die Messe bewegt sich vorwärts mit der Schwerkraft alter Strukturen, die nicht deswegen tragen, weil man an sie glaubt, sondern weil sie so oft wiederholt wurden, dass sie ein eigenes Gewicht entwickelt haben. Dann kommt die Wandlung, und Brennan hält die Hostie in den Händen, und sein Mund öffnet sich, und kein Wort kommt. Es ist kein dramatischer Moment, kein Zusammenbruch – nur ein offener Mund, ein abgebrochener Anlaut, und dahinter eine Stille, die sich von der Stille der leeren Bänke unterscheidet, weil sie nicht leer, sondern unterbrochen ist. Nialls Blick geht sofort zu Brennans Händen, die die Hostie mit einer Kraft umschließen, die wie Festhalten aussieht, als könnten die Finger halten, was der Geist nicht mehr findet, und er sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes und das blinde Auge, das ins Dunkel der Apsis gerichtet ist, als suchte es dort, was vorne nicht mehr greifbar ist. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkehren, wie sie es manchmal tun, wenn man ihnen Zeit lässt und nicht zieht. Sie kommen nicht. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und die Kirche hält den Atem an, und Niall hält ihn auch, und dann passiert etwas, das er im Nachhinein nicht erklären kann: Er hört sich selbst sprechen, leise, fast unhörbar, als wären die Worte nicht für Brennan bestimmt, sondern für den Raum: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Sie kommen ohne Abruf, ohne Anstrengung, aus einem Teil seiner selbst, der offenbar nie aufgehört hat, sieben Jahre alt und Ministrant zu sein, und der den Satz all diese Jahre getragen hat wie eine Schuld, die man nicht kennt, bis jemand nach ihr fragt. Brennan schließt die Augen, einen Moment lang, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er weder verdient noch erwartet hat, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig und gleichmäßig, als wäre der Riss in der Messe niemals gewesen. Die Hostie hebt sich, und der Rest der Wandlung vollzieht sich in der gewohnten Stille, und Niall bemerkt, dass seine Hände zittern, nicht seine. Die Messe endet, wie sie immer endet: ohne Aufsehen, ohne Publikum, ohne den Applaus, den keine Messe je hat und diese weniger als alle anderen. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand mit der akkuraten Langsamkeit eines Mannes ab, für den kein Handgriff gleichgültig ist, und sie verlassen die Kirche, und über das, was passiert ist, sagen sie nichts, weil alles, was man dazu sagen könnte, entweder zu wenig oder zu viel wäre. Der Regen hat nicht nachgelassen. Im Pub hängen ihre Jacken an den Stühlen und tropfen auf den Holzboden, und der Wirt stellt die Gläser ab und dreht das Radio leiser, ohne gefragt zu werden, weil er in zwanzig Jahren gelernt hat, was diese zwei Männer an Sonntagmorgen brauchen und was nicht. Brennan sitzt lange still, die Hände um das Glas gelegt, die Finger noch leicht zitternd, und schaut in das dunkle Bier mit dem Gesicht eines Mannes, der abwägt, ob sprechen oder schweigen das Richtigere ist. „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war", sagt er schließlich, mit der Stille eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, weil er zu alt ist, um Umwege zu machen, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde und nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war die einzige Sprache, bei der ich spürte, dass sie etwas trägt, das nicht von ihr selbst kommt – etwas, das die Worte benutzt, ohne in ihnen zu wohnen." Er macht eine kurze Pause, in der das Radiomurren und das entfernte Regenprasseln den Raum füllen. „Jetzt zählt das alles nichts mehr, und ich weiß nicht, ob das an der Sprache liegt oder an mir oder an dem, was zwischen den beiden verschwunden ist." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, und in diesem Schweigen liegt keine Verlegenheit, sondern das ruhige Einverständnis zweier Männer, die gelernt haben, dass die meisten Sätze keine Antwort brauchen, sondern nur Zeugen. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit einer Geste, die so oft wiederholt wurde, dass sie aufgehört hat, symbolisch zu sein, und einfach wahr ist. Draußen hört der Regen auf. Er hört einfach auf, nach drei Wochen, mitten in diesem unbetrachteten Moment, und das blasse Licht, das jetzt schräg durch die Wolkenlücke fällt, legt sich auf die nasse Straße wie eine Aussage, für die niemand die Sprache hat. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. == 90 == 1 -------------------- Die Wiese unter Wasser Der Regen fällt seit drei Tagen. Maeve fährt aus Dublin zurück in ihr altes Dorf. Die Straße ist nass und dunkel. Am Ende der Straße bleibt ihr Auto stehen. Sie steigt aus und geht zu Fuß weiter. Der Matsch zieht an ihren Stiefeln. Der Regen trifft ihr Gesicht. Sie trägt nur einen kleinen Koffer. Das Haus ihrer Mutter liegt am Fluss. Der Fluss ist über die Ufer getreten. Das Wasser steht im Hof. Declan steht in der offenen Haustür. Er hält eine Taschenlampe in der Hand. Das Licht zittert über die nasse Wand. „Du siehst aus wie eine ertrunkene Katze", sagt er. „Du siehst aus wie immer", sagt sie. Sie umarmen sich kurz. Es riecht nach nassem Holz und altem Tee. Im Haus ist es dunkel, weil der Strom weg ist. Ihre Mutter Bridie sitzt oben im Sessel. „Hast du den Gürtel deines Vaters gerettet?", fragt sie. Maeve schaut auf ihre leeren Hände. Declan nimmt den Gürtel aus seiner Jackentasche. Er legt ihn der Mutter auf den Schoß. Bridie streicht über das Leder und sagt nichts. Dann tragen Maeve und Declan die alte Kommode die Treppe hoch. Die Kommode ist schwer. Declan flucht auf Irisch. Maeve lacht zum ersten Mal an diesem Tag. Sie schleppen auch Stühle und Kartons nach oben. Das Wasser im Erdgeschoss steigt langsam. Alte Fotos vom Vater schwimmen auf dem Wasser. Declan sieht sie und sagt: „Papa macht jetzt eine Bootsfahrt." Maeve nimmt ein Foto und hält es fest. Draußen helfen die Nachbarn mit Sandsäcken. Maeve geht hinaus und hilft auch. Ihre Hände werden kalt. Nach einer Stunde ist die Linie gesichert. Die Nachbarin Aoife bringt heißen Tee in einer Thermoskanne. Es ist der beste Tee, den Maeve seit Jahren getrunken hat. Um Mitternacht ist es ruhiger. Declan klettert auf das Dach des Schuppens. Maeve klettert hinter ihm her. Das Dach ist aus Wellblech und kalt. Aber von hier oben sieht man alles. Das Wasser liegt schwarz und still im Hof. Die Birken am Ufer stehen halb im Wasser. Declan gibt ihr die Whiskeyflasche. Sie trinkt einen langen Schluck. „Warum bist du nie weggegangen?", fragt sie. Er zuckt mit den Schultern. „Weil jemand zusehen muss, wie das Wasser steigt." Sie sagen eine Weile nichts. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich bin hier fertig." Declan antwortet: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, leiser jetzt. Sie sitzen noch lange auf dem Dach. Am Morgen ist das Wasser etwas gesunken. Bridie steht am Fenster im ersten Stock. Sie winkt Maeve zu, als diese ihren Koffer aus dem Schlamm zieht. Declan lehnt an der Tür. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagt er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagt Maeve. Aber beide wissen: Es wird ein nächstes Mal geben. Sie steigt ins Auto. Das Radio spielt ein altes irisches Lied. Im Spiegel sieht sie Declan in der Tür stehen. Er hebt die Hand. Sie fährt los. Das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist nicht vorbei. Aber sie ist heute nicht gestorben. Das reicht. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Wiese unter Wasser Maeve hat seit drei Tagen nicht geschlafen, weil die Nachrichten aus dem Dorf immer schlechter wurden. Sie packt einen Koffer, aber nur für zwei Tage. Auf der Fahrt aus Dublin ist die Autobahn leer, und der Regen schlägt hart auf die Windschutzscheibe. Am Ende der Schotterstraße steht das Wasser schon knietief. Sie stellt das Auto ab und geht den Rest zu Fuß. Der Matsch ist so weich, dass ihre Stiefel bei jedem Schritt einsinken. Das Haus sieht kleiner aus, als sie es in Erinnerung hat. Declan steht in der Tür mit einer Taschenlampe, weil der Strom seit dem Mittag ausgefallen ist. „Du bist nass bis auf die Knochen", sagt er, und das klingt fast wie eine Begrüßung. Sie umarmen sich kurz und klopfen sich auf den Rücken, wie man es macht, wenn man nicht weiß, was man sagen soll. Im Haus riecht es nach nassem Holz, altem Stein und dem Tee, den Bridie immer kocht, wenn sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Die Mutter sitzt oben im Sessel, die Hände im Schoß, und schaut auf die Tür, als sie Maeve sieht. „Das Wasser steigt noch", sagt Bridie, ohne Hallo zu sagen. Maeve setzt sich kurz zu ihr, aber Declan ruft schon von unten, dass man die Kommode retten muss. Die Kommode ist aus Eichenholz und wiegt so viel, dass Maeve versteht, warum Declan auf sie gewartet hat. Sie fluchen beide leise, als sie das Ding die enge Treppe hinaufschleppen. Oben angekommen lachen sie, weil das manchmal einfacher ist als nichts zu sagen. Declan holt eine Kerze aus der Küchenschublade, und jetzt sieht das Zimmer fast gemütlich aus. Aber das Wasser unten schlägt leise gegen die Wand, und das klingt nicht gemütlich. Maeve geht zurück nach unten und sieht, dass die alten Fotos vom Vater auf dem Wasser treiben. Sie nimmt eines und drückt es an sich, bevor es nass wird. Declan sieht das und sagt: „Papa hat uns immer gesagt, dass er gern schwimmt." Maeve lacht, obwohl ihr die Augen brennen. Draußen arbeiten die Nachbarn mit Sandsäcken, und Maeve geht hinaus, um zu helfen. Es ist kalt, und der Regen macht keine Pause. Aoife, die Nachbarin von gegenüber, schleppt Säcke, obwohl sie schon siebzig ist. „Du bist wieder da", sagt Aoife, als wäre das die natürlichste Sache der Welt. Maeve nickt und nimmt den nächsten Sack. Nach zwei Stunden ist die Linie fertig, und jemand bringt Tee in einer alten Kanne. Sie trinken im Regen und sagen nicht viel, weil die Arbeit schon alles gesagt hat. Um Mitternacht ist das Wasser für eine Weile ruhig. Declan klettert auf das Dach des Schuppens und streckt ihr die Hand entgegen. Von dort oben sieht man das ganze Ausmaß, weil das Mondlicht kurz durch die Wolken kommt. Der Schulweg, den Maeve als Kind gegangen ist, liegt jetzt unter schwarzem Wasser. Declan zieht eine Plastikflasche Whiskey aus der Jackentasche, weil er immer auf solche Nächte vorbereitet ist. Maeve trinkt und spürt, dass die Kälte ein bisschen nachlässt. „Warum bist du wirklich nie weggegangen?", fragt sie, weil sie das seit Jahren fragen will. Declan schaut auf das Wasser und sagt: „Weil ich dachte, dass jemand bleiben muss." „Für Mama?", fragt sie. „Für alles", sagt er. Eine Weile sagen sie nichts, und das ist in Ordnung. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich wäre hier fertig." Declan nimmt die Flasche zurück und sagt: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, aber leiser als vorher. Sie sitzen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer ist. Als Maeve am Morgen aufwacht, hat das Wasser ein Stück nachgegeben. Die Möbel im Erdgeschoss stehen im Schlamm, aber sie stehen noch. Bridie kocht Tee, weil der Strom wieder da ist und weil sie das immer macht, wenn der schlimmste Teil vorbei ist. „Bleibt du noch?", fragt die Mutter, ohne sich umzudrehen. „Ich muss morgen zurück", sagt Maeve. Bridie nickt, als hätte sie genau das erwartet. Declan isst Brot am Tisch und schaut auf sein Telefon, aber Maeve weiß, dass er zuhört. Sie verbringen den Tag damit, den Schlamm aus dem Erdgeschoss zu schaufeln. Es ist die schwerste Arbeit, die Maeve seit Jahren gemacht hat. Aber es ist auch die einzige Arbeit, bei der sie nicht nachdenken muss. Am Abend zieht Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus. Declan lehnt in der Tür und sagt: „Nächstes Mal ruf vorher an." „Es gibt kein nächstes Mal", sagt sie. Er lächelt, weil sie beide wissen, dass das eine Lüge ist. Bridie steht am Fenster im ersten Stock und winkt, als Maeve zum Auto geht. Das Radio spielt ein Lied, das Maeve aus ihrer Kindheit kennt. Im Rückspiegel sieht sie Declan, der immer noch in der Tür steht und den Regen ins Gesicht lässt. Sie fährt los, und das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist noch nicht ganz vorbei. Aber das Haus steht noch, und die Menschen darin auch. Das reicht für heute. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam um halb vier morgens, kurz und ohne Ausrufezeichen: „Der Fluss steht im Hof." Maeve lag noch wach, weil sie es irgendwie gewusst hatte. Sie warf ein paar Sachen in den Koffer, nicht weil sie bleiben wollte, sondern weil man für solche Nächte gewappnet sein muss. Die Fahrt aus Dublin dauerte fast drei Stunden, weil ein Lastwagen quer auf der Nationalstraße stand und niemand zu wissen schien, warum. Der Regen ließ nicht nach, und die Scheibenwischer kämpften, als wären sie persönlich beleidigt. Am Ende der Schotterstraße, wo der Asphalt aufhörte und das Wasser anfing, stellte sie das Auto auf einen Grashügel und stieg aus. Die Stiefel sanken sofort ein, und der Matsch hatte einen Geruch, den sie seit Jahren nicht mehr gerochen hatte – nach nassem Torf und altem Gras und etwas, das sie nicht benennen konnte. Das Haus stand noch, aber es stand anders, als wäre es ein bisschen kleiner geworden. Declan wartete in der offenen Tür, eine Taschenlampe in der Hand, das Licht hinter ihm erloschen. „Ich dachte, du kommst nicht", sagte er, und das klang weder vorwurfsvoll noch erleichtert, sondern einfach wie eine Feststellung. Sie umarmten sich auf die Art, wie Geschwister das tun, wenn die Worte zu groß sind – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das bedeutete: Ich bin noch da. Im Haus roch es nach Kerzenrauch, nassem Stein und dem Tee, den Bridie gekocht hatte, obwohl kein Strom da war und sie vermutlich auf dem Campingkocher stand. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, nicht tief, aber genug, dass die unterste Treppenstufe verschwunden war. Maeve sah, wie ein altes Notizbuch ihres Vaters auf der Oberfläche trieb, aufgegangen wie eine kleine Blüte. Sie wollte es greifen, aber Declan war schneller und hielt es ihr hin, triefend und fast unleserlich. „Ich hab die wichtigen Sachen schon hochgetragen", sagte er, „aber die Kommode hat sich gewehrt." Sie lachten beide, weil die Kommode aus Eichenholz war und seit fünfzig Jahren an derselben Stelle stand und das auch noch weitere fünfzig Jahre vorhatte. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, eine Decke über den Knien, und zählte leise etwas, das Maeve nicht verstand. „Was zählst du?", fragte Maeve. „Die Flaschen unten", sagte Bridie. „Eine für jedes Jahr, das ich hier lebe." Maeve setzte sich kurz neben sie, bis Declan rief, dass man jetzt die Kommode anpacken müsse, weil das Wasser nicht auf sie warte. Das Tragen war mühsam und laut, und Declan fluchte auf Irisch, was er immer tat, wenn er sich wirklich ärgerte, weil er der Meinung war, das klang weniger schlimm. Oben stellten sie die Kommode an die Wand, und Maeve lehnte sich dagegen und atmete durch. Durchs Fenster sah sie, wie die Nachbarn draußen Sandsäcke schleppten, in Regenjacken, die glänzten wie nasses Leder. Sie ging hinaus und half, ohne zu fragen, wer sie brauchte oder wohin die Säcke mussten. Aoife, die seit vierzig Jahren neben ihnen wohnte, schaufelte Erde in Säcke, als wäre sie dreißig, und schaute kurz auf. „Du bist gut angezogen für eine Überschwemmung", sagte sie. „Ich bin Sozialarbeiterin", sagte Maeve. „Wir sind immer falsch angezogen." Die Arbeit hatte etwas Ruhiges, trotz der Kälte und trotz des Regens, der nicht aufhörte. Man musste nicht reden, man musste nicht denken, man musste nur die Säcke tragen und stapeln und wieder zurückgehen. Gegen Mitternacht stand das Wasser für eine Weile still, als würde es überlegen, ob es noch mehr wollte. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und reichte ihr die Hand, ohne sie zu fragen. Von dort oben lag alles offen: das schwarze Wasser, das den Hof gefüllt hatte, die Birken am Ufer, die bis zur Hälfte versunken waren, und weiter hinten die dunklen Felder, die aussahen wie ein Meer. „Das ist der Schulweg", sagte Maeve, obwohl man ihn nicht mehr sehen konnte. „Ich weiß", sagte Declan. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, die er anscheinend für genau diesen Moment aufgespart hatte. Der Whiskey brannte angenehm, und Maeve trank mehr, als sie wollte, weil die Nacht so still war und die Stille nach mehr verlangte. „Warum bist du wirklich geblieben?", fragte sie, weil man auf Dächern und in der Nacht ehrlicher redet als anderswo. Declan schwieg einen Moment, nicht weil er keine Antwort hatte, sondern weil er die richtige suchte. „Weil das hier meins ist", sagte er schließlich. „Nicht nur Mamas. Meins." Maeve schaute auf das Wasser, das still glänzte wie poliertes Glas, und dachte daran, wie lange sie gebraucht hatte, um zu verstehen, dass Weggehen und Fertigsein zwei verschiedene Dinge sind. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er. „Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fing wieder an, leiser als vorher, fast wie eine Antwort. Sie saßen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte durch die Jacken drang. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, nicht viel, aber genug, dass man wieder die unterste Treppenstufe sehen konnte. Bridie stand am Fenster im ersten Stock und trank ihren Tee, als wäre das eine ganz gewöhnliche Aussicht. Maeve und Declan schaufelten den Schlamm aus dem Erdgeschoss, langsam und ohne viel zu reden, weil die Arbeit wieder für sich sprach. Am frühen Nachmittag zog Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus und wischte ihn mit einem alten Handtuch ab. Declan lehnte an der Haustür und schaute zu, als wäre das seine Aufgabe. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, und beide wussten, dass das eine freundliche Lüge war. Bridie winkte vom Fenster, ein kleines, ruhiges Winken, das bedeutete: Ich hab dich gesehen. Maeve stieg ins Auto und ließ den Motor an. Das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und sie ließ es laufen, obwohl es wehtat. Im Rückspiegel sah sie Declan, der immer noch in der Tür stand und den Regen ins Gesicht ließ, als wäre das eine bewusste Entscheidung. Sie fuhr los, und das Wasser unter den Reifen platschte laut in der Stille des Morgens. Die Flut war noch nicht vorbei, das wusste sie. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das genug. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam als Textnachricht, drei Wörter, kein Ausrufezeichen, und genau diese Nüchternheit war es, die Maeve sofort aufstehen ließ. Sie hatte seit Wochen auf irgendetwas gewartet, ohne zu wissen worauf, und jetzt wusste sie es. Der Koffer stand in zwanzig Minuten fertig am Flur – zu wenig für eine Woche, zu viel für jemanden, der nicht bleiben will. Die Fahrt nach Westen war lang und schweigend, die Felder zu beiden Seiten der Straße bereits in flaches Grau getaucht, als hätte die Landschaft selbst aufgehört, sich Mühe zu geben. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, parkte sie auf einem Erdwall und stieg aus, ohne den Motor ganz auszumachen, als bräuchte sie die Möglichkeit zur schnellen Flucht. Der Matsch schluckte ihre Schritte, der Regen traf ihr Gesicht mit der gleichmütigen Beständigkeit von etwas, das keinerlei persönliche Absichten hat. Das Haus stand im Dunkeln, nur in einem Fenster oben brannte Kerzenlicht, das durch das Glas flackerte und auf dem Wasser davor zitterte wie ein Tier, das sich nicht sicher ist. Declan öffnete die Tür, bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er einfach immer in Türnähe lebte. „Du hast zwei Stunden gebraucht länger als ich dachte", sagte er, und sie hörte darin weder Vorwurf noch Erleichterung, sondern die stille Anerkennung einer Tatsache. Sie umarmten sich auf die Art gereifter Geschwister – kurz, ohne Sentimentalität, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir sind noch da, das reicht. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im Kerzenlicht beinahe schön aussah, beinahe wie ein Interieur aus einem anderen Jahrhundert, wäre da nicht der Geruch nach nassem Stein und dem Moder von Dingen, die nicht für Wasser gedacht waren. Auf der Oberfläche trieb das Notizbuch ihres Vaters, aufgegangen wie ein kleines Buch ohne Anfang und Ende, die Tinte bereits verlaufen zu grauen Schlieren. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne es anzuschauen, weil manche Dinge Zeit brauchen, bevor man sie wirklich ansehen kann. Oben saß Bridie unter dem Dachfenster, die Hände gefaltet wie in einer Kirche, und zählte leise, die Lippen kaum bewegt. „Die Flaschen unten", sagte sie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe." Maeve setzte sich neben sie auf die Armlehne, weil es keinen zweiten Stuhl gab, und legte kurz die Hand auf die ihrer Mutter, die sich kalt anfühlte und ruhig. Dann rief Declan, weil die Kommode nicht von selbst die Treppe hochgehen würde, und das war das Ende der stillen Szene. Das Tragen war mühselig und lächerlich zugleich, weil die Kommode breiter war als das Treppenhaus es eigentlich erlaubte und weil Declan auf Irisch fluchte, was er für weniger schlimm hielt als auf Englisch, obwohl die Mutter beides verstand. Als sie das Möbelstück endlich oben abstellten, lehnte Maeve die Stirn gegen das kühle Holz und lachte, weil das manchmal das Einzige ist, das noch geht. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen, schweigenden Kette, die in der Dunkelheit fast feierlich aussah. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil solche Nächte keine Einladungen verschicken. Aoife, siebzig, wohnhaft seit vier Jahrzehnten im Nachbarhaus, schaufelte Erde mit einer Energie, die Maeve beschämte, und schaute dabei nur kurz auf. „Städtische Stiefel", sagte Aoife, „aber du hast sie wenigstens angezogen." Die Arbeit hatte etwas fast Meditatives, trotz Kälte und Regen und der Erschöpfung, die sich langsam in Maeves Arme fraß – man musste nicht denken, man musste nur tragen. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, als würde es tatsächlich überlegen, und diese Pause hatte etwas beinahe Würdevolles, als gehörte sie zum Ritual. Declan kletterte auf das Schuppendach und streckte ihr die Hand herunter, und Maeve nahm sie, ohne zu zögern, was sie selbst überraschte. Von oben lag die gesamte Verwandlung der Landschaft offen: der Hof ein schwarzer See, die Birken am Ufer versunken bis zur Brust, die Felder dahinter ohne Grenze zwischen Erde und Himmel. „Das ist der Weg zur Schule", sagte Maeve, obwohl nichts mehr davon zu sehen war. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesem Ich-weiß steckte alles, was er in all den Jahren nicht gesagt hatte. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, und der Whiskey war billig und wärmte trotzdem, vielleicht sogar deswegen. Die Flasche kreiste zwischen ihnen, und Maeve trank mehr als nötig, weil die Stille auf dem Dach von einer Qualität war, die nach Füllung verlangte. „Ich habe mich immer gefragt, ob du je bereut hast, dass du geblieben bist", sagte sie schließlich, weil man auf Dächern in der Nacht Dinge sagen kann, die am Küchentisch nicht möglich wären. Declan schwieg lange genug, dass sie dachte, er würde nicht antworten, und dann sagte er: „Reue setzt voraus, dass es eine andere Möglichkeit gegeben hätte, die ich mir wirklich vorstellen konnte." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, ohne sich umzudrehen, überzeugt, dass das Richtige immer das ist, was nach vorn geht. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er, ohne Pause, als hätte er das schon lange gewusst. „Aber fertig sein bedeutet nicht, dass man nicht zurückkommen darf." Der Regen setzte wieder ein, leiser diesmal, mit einer fast höflichen Zurückhaltung. Sie saßen noch lange auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte anfing, ernsthafter zu werden. Am Morgen hatte das Wasser drei Handbreit nachgegeben, was wenig war und gleichzeitig alles, was man sich für diesen Moment wünschen konnte. Bridie stand bereits am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete die Verwüstung im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve nicht sicher war, ob sie bewundern oder fürchten sollte. Sie schaufelten den Schlamm zu zweit, langsam und gleichmäßig, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte wie ein alter Takt. Am Nachmittag, als der schlimmste Teil geschafft war, zog Maeve ihren Koffer aus dem Matsch und wischte ihn mit einem Handtuch ab, das ohnehin schon verloren war. Declan beobachtete das, ohne etwas zu sagen, die Schulter an den Türrahmen gelehnt, auf die Art, die bedeutete: Ich sehe dich, und ich sage nichts dazu. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er schließlich. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte Maeve, und sie meinte es halb, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste. Bridie winkte vom Fenster, einmal, ruhig, ein Winken ohne Drama, das mehr sagte als eine Umarmung. Maeve fuhr los, das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater gemocht hatte, und sie ließ es laufen, bis es zu weh tat, und dann noch ein bisschen länger. Im Rückspiegel stand Declan in der Haustür, das Gesicht in den Regen gehoben, als wäre das eine bewusste Entscheidung gegen den Schutz. Das Wasser unter den Reifen platschte, die Straße war noch halb überschwemmt, und Maeve fuhr langsam, weil sie das Haus noch ein bisschen länger im Rückspiegel sehen wollte. Die Flut war nicht vorbei, das wusste sie, und das nächste Mal würde kommen, ob sie es nächstes Mal nannte oder nicht. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das, was bleibt, genau das, was man gebraucht hat. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht war so kurz, dass Maeve sie zweimal lesen musste, nicht weil sie die Worte nicht verstand, sondern weil die Kürze selbst etwas mitteilte, das über die Worte hinausging. Sie lag seit Stunden wach, mit der besonderen Hellwachheit von jemandem, der auf etwas wartet, ohne sich eingestehen zu wollen, worauf. Der Koffer war in zwanzig Minuten gepackt, zu leicht für eine Woche, zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Auf der Fahrt nach Westen verwandelte sich die Landschaft in etwas Vorläufiges, Überganghaftes, als hätte die Gegend selbst die Entscheidung vertagt, was sie sein wollte. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, hielt sie an und saß noch einen Moment im abgewürgten Motor, der leise Wärme abgab wie ein Tier, das sich aus einer Umarmung löst. Der Matsch hatte die zähflüssige Geduld von etwas, das Zeit hat und das weiß, und er schluckte ihre Schritte mit einer Beiläufigkeit, die Maeve als persönlich empfand. Das Haus stand im Dunkel, nur ein einziges Fenster oben brannte, und das Kerzenlicht, das sich auf der Wasseroberfläche vor der Tür spiegelte, hatte etwas Unschlüssiges, als wüsste es selbst nicht, ob es Wärme oder Warnung signalisieren sollte. Declan stand in der Tür, noch bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er in dieser Nacht ohnehin nicht schlafen konnte – beides hätte sie nicht überrascht. „Du hättest früher fahren können", sagte er, und in diesem Satz lag alles: kein Vorwurf, keine Erleichterung, nur die stille Abrechnung von jemandem, der sich das Rechnen schon lange abgewöhnt hat. Sie umarmten sich auf die Art, die sich über Jahrzehnte einschleift, wenn das Gefühl zu groß ist und der Körper gelernt hat, damit umzugehen – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir stehen noch, das haben wir schon festgestellt, reden wir weiter. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im flackernden Kerzenschein eine fast beunruhigende Schönheit hatte, die Art von Schönheit, der man misstraut, weil man weiß, was darunter liegt. Das Notizbuch ihres Vaters trieb auf der Oberfläche, aufgeblättert und aufgequollen, die Handschrift zu grauen Wolken verlaufen, die an nichts Konkretes mehr erinnerten – oder vielleicht gerade deshalb an alles. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne hineinzusehen, weil manche Objekte zunächst als Gewicht getragen werden müssen, bevor man sie wirklich betrachten kann. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, die Hände übereinandergelegt mit einer Stille, die keine Erschöpfung war, sondern eine Art beschlossene Ruhe, die Maeve immer an Wasser erinnert hatte, das tief genug ist, um ruhig zu sein. „Ich zähle die Flaschen unten", sagte Bridie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe – das sind jetzt achtundsechzig, falls du mitgezählt hast." Maeve setzte sich auf die Armlehne des Sessels und legte die Hand auf die der Mutter, die sich kühl anfühlte und trocken wie Papier, das schon lange gelesen wurde. Dann rief Declan von unten, weil die Kommode noch stand und das Wasser nicht auf Sentimentalität wartete, und das war das Ende der stillen Szene. Das Schleppen der Kommode war mühselig auf eine Weise, die fast komisch war – das Ding hatte den entschlossenen Eigensinn alter Möbel, die sich entschieden haben, dass sie sich nicht mehr bewegen lassen –, und Declan fluchte auf Irisch, was er für weniger gotteslästerlich hielt als auf Englisch, obwohl Bridie beides hörte und beide Sprachen verstand. Als sie das Ding oben abstellten und Maeve die Stirn gegen das kühle Holz lehnte, lachten sie beide, weil Lachen manchmal das Einzige ist, das die Erschöpfung nicht beleidigt. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen schweigenden Kette durch den Regen, und in der Dunkelheit hatte das etwas fast Rituelles, als gehörte es zu einem Brauch, dessen Bedeutung man nicht mehr kennt, den man aber trotzdem vollzieht, weil er der Nacht eine Ordnung gibt. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil Nächte wie diese keine Einladungen versenden und keine Protokolle führen. Aoife, siebzig und seit vierzig Jahren Nachbarin, schaufelte Erde in Säcke mit einer Akkuratesse, die Maeve beschämte, und schaute dabei kaum auf. „Ich hab dich seit zwei Jahren nicht gesehen", sagte Aoife, in einem Ton, der weder anklagend noch herzlich war, sondern einfach präzise. Die Arbeit hatte die schweigende Würde von etwas, das getan werden muss und das keine Begleitung braucht, und Maeve empfand nach einer Weile etwas, das sie nicht gleich einordnen konnte – eine Art körperlicher Klarheit, die entsteht, wenn der Verstand aufhört, sich selbst zu kommentieren. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, mit einer Abruptheit, als wäre eine Entscheidung gefallen, und diese Pause hatte etwas fast Souveränes, als wäre das Wasser kein Naturereignis, sondern ein Akteur, der sich kurz besinnt. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und streckte ihr die Hand herunter – eine Geste ohne Erklärung, die keine brauchte. Von dort oben lag die gesamte Transformation offen: der Hof ein schwarzer Spiegel, in dem nichts sich spiegelte außer dem Himmel, die Birken am Ufer versunken bis zur Hälfte ihrer Stämme, die Felder dahinter ohne erkennbare Grenze zwischen dem, was Boden gewesen war, und dem, was Luft sein sollte. „Ich bin dort lang zur Schule gegangen", sagte Maeve, obwohl der Weg unter Wasser lag und sie selbst wusste, dass sie nicht über den Weg sprach. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesen zwei Wörtern lag die gesamte Asymmetrie ihrer Kindheit – er hatte alles behalten, sie hatte alles mitgenommen, und keines von beiden war ein Fehler. Er zog eine Plastikflasche aus der Jackentasche, und der Whiskey war von der Sorte, die man nicht beschreibt, weil der Moment wichtiger ist als der Geschmack. Die Flasche kreiste zwischen ihnen mit der ruhigen Regelmäßigkeit eines alten Rituals, und die Nacht legte sich um sie wie etwas, das nicht beendet werden will. „Ich habe mich immer gefragt", sagte Maeve schließlich, und dann ließ sie den Satz eine Weile stehen, bevor sie ihn vollendete, „ob du je einen Moment hattest, in dem du verstanden hast, warum du geblieben bist." Declan schwieg auf eine Art, die keine Verlegenheit war, sondern Sorgfalt, die Sorgfalt von jemandem, der gelernt hat, dass manche Fragen keine schnellen Antworten vertragen. „Das setzt voraus", sagte er schließlich, „dass Bleiben eine Entscheidung war, die man hätte anders treffen können – aber ich glaube, manche Menschen sind einfach von einer bestimmten Art Boden." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, das Dorf im Rückspiegel kleiner werden lassend, überzeugt, dass Distanz dasselbe sei wie Freiheit, und dass beides dasselbe sei wie Ankommen. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. Declan nahm die Flasche, trank, und dann sagte er, ohne sie anzusehen: „Du bist fertig. Aber das bedeutet nur, dass du weißt, wo du herkommst – nicht, dass du aufgehört hast, hierherzugehören." Der Regen setzte wieder ein, mit einer Zurückhaltung, die beinahe höflich wirkte, als hätte er das Gespräch abgewartet. Sie saßen noch lange auf dem Dach, die Flasche zwischen ihnen, das Wasser unter ihnen, und Maeve spürte, wie etwas, das sie lange für Abgeschlossenheit gehalten hatte, sich als etwas anderes herausstellte – als eine Art offene Rechnung, die keine Begleichung verlangte, sondern nur gelegentliche Aufmerksamkeit. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, wenig, aber mit einer Entschiedenheit, die wirkte wie ein Versprechen ohne Garantie. Bridie stand am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete den Schlamm im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve erst jetzt, nach all den Jahren, als das erkannte, was sie immer gewesen war: nicht Gleichmut, sondern eine sehr alte Form von Ausdauer. Sie schaufelten zu zweit, schweigend, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte, wie Atemzüge sich einstellen, ohne dass man es entscheidet. Am frühen Nachmittag zog Maeve den Koffer aus dem Schlamm, wischte ihn mit einem bereits verlorenen Handtuch ab und stellte ihn ans Auto, und diese kleine Handlung hatte etwas Endgültiges, das sie selbst nicht gemeint hatte. Declan stand in der Tür, die Schulter am Rahmen, und beobachtete das mit einer Stille, die keine Gleichgültigkeit war, sondern die besondere Aufmerksamkeit von jemandem, der sich etwas einprägt. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, in dem vollen Bewusstsein, dass sie log, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste, und das machte die Lüge zu einer Art Vereinbarung. Bridie winkte einmal, ohne Theatralik, ein kleines, ruhiges Winken vom Fenster, das mehr Inhalt hatte als die meisten Umarmungen. Das Radio im Auto spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und Maeve ließ es laufen, auch als es anfing wehzutun, weil manche Dinge nur vollständig sind, wenn man sie bis zum Ende hält. Im Rückspiegel stand Declan in der offenen Tür, das Gesicht dem Regen zugewandt, als wäre das eine Wahl und nicht nur eine Haltung – vielleicht war es beides. Sie fuhr langsam, weil die Straße noch halb überschwemmt war, aber auch weil sie das Bild im Spiegel eine Weile länger behalten wollte, bevor die Kurve es nahm. Das Wasser war nicht vorbei, und die nächste Flut würde kommen, mit derselben sachlichen Unausweichlichkeit wie diese, und Maeve würde wieder fahren, das stand jetzt fest, mit einem Koffer, der zu leicht war für eine Woche und zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen, und vielleicht war das die einzige Art von Fertigsein, die in der Welt wirklich gilt. k73914pbthm8qj8l1w8gczu0ka1b8rw 1085362 1085359 2026-05-10T15:33:29Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 /* 81 */ 1085362 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 5 a - ungarisch deutsch == 81 == 1 -------------------- :A kis templom - Der kleine Tempel :1. Yuki huszonnyolc éves. - Yuki ist achtundzwanzig Jahre alt. :2. Egy könyvesboltban dolgozik. - Sie arbeitet in einer Buchhandlung. :3. Ma vonattal utazik. - Heute fährt sie mit dem Zug. :4. Az úti cél egy kis templom. - Das Ziel ist ein kleiner Tempel. :5. Ott élt régen a nagyanyja. - Dort hat ihre Großmutter früher gelebt. :6. A nagyanya három éve halott. - Die Großmutter ist seit drei Jahren tot. :7. Yuki régóta nem látogatta meg a kertet. - Yuki hat den Garten lange nicht besucht. :8. A vonat megáll egy kis állomáson. - Der Zug hält an einer kleinen Station. :9. Yuki leszáll, és gyalog megy tovább. - Yuki steigt aus und geht zu Fuß. :10. Az út keskeny és csendes. - Der Weg ist schmal und still. :11. Hamarosan ott áll a régi kapu előtt. - Bald steht sie vor dem alten Tor. :12. A fa szürke és mállott. - Das Holz ist grau und verwittert. :13. Leveszi a cipőjét. - Sie zieht ihre Schuhe aus. :14. A kövek hidegek és nedvesek. - Die Steine sind kalt und nass. :15. Az előző éjszaka esője még ott fekszik a mohán. - Der Regen der letzten Nacht liegt noch auf dem Moos. :16. Yuki lassan a tóhoz megy. - Yuki geht langsam zum Teich. :17. A víz sötét és zavaros. - Das Wasser ist dunkel und trüb. :18. Régen itt színes koi-pontyok voltak. - Früher waren hier bunte Koi-Karpfen. :19. Most csak egyetlen levél úszik a vízen. - Jetzt schwimmt nur ein einzelnes Blatt auf dem Wasser. :20. Yuki sokáig nézi a tavat. - Yuki schaut lange auf den Teich. :21. Nem mond semmit. - Sie sagt nichts. :22. Aztán halk zajt hall. - Dann hört sie ein leises Geräusch. :23. Egy öregember ül egy fapadon. - Ein alter Mann sitzt auf einer Holzbank. :24. A neve Nao. - Sein Name ist Nao. :25. Nao régen a templom kertésze volt. - Nao war früher der Gärtner des Tempels. :26. Körülbelül hetvenöt éves. - Er ist ungefähr fünfundsiebzig Jahre alt. :27. Egy seprű támaszkodik mellette a padnak. - Ein Besen lehnt neben ihm an der Bank. :28. Nao Yukira néz. - Nao sieht Yuki an. :29. Egy szót sem szól. - Er sagt kein Wort. :30. Csak egyszer bólint, egészen enyhén. - Er nickt nur einmal, ganz leicht. :31. Yuki odamegy a padhoz, és leül. - Yuki geht zur Bank und setzt sich. :32. Nem ül túl közel. - Sie setzt sich nicht zu nah. :33. Ketten csendben ülnek egymás mellett. - Die beiden sitzen still nebeneinander. :34. Egy szitakötő repül át a tó fölött. - Eine Libelle fliegt über den Teich. :35. Leszáll egy régi tavirózsaszárra. - Sie setzt sich auf einen alten Seerosenschaft. :36. Nao végighúzza az ujját a pad érdes fáján. - Nao streicht mit dem Finger über das raue Holz der Bank. :37. Ez régi szokás. - Es ist eine alte Gewohnheit. :38. Yuki a nagyanyjára gondol. - Yuki denkt an ihre Großmutter. :39. A tea és a nedves fű illatára gondol. - Sie denkt an den Geruch von Tee und nassem Gras. :40. Aztán esni kezd. - Dann beginnt es zu regnen. :41. Először csak néhány csepp hullik. - Zuerst sind es nur wenige Tropfen. :42. Aztán erősebben esik. - Dann regnet es stärker. :43. Yuki és Nao gyorsan felállnak. - Yuki und Nao stehen schnell auf. :44. Befutnak a kis teaház teteje alá. - Sie laufen unter das Dach des kleinen Teehauses. :45. A tető régi cserepekből van. - Das Dach ist aus alten Ziegeln. :46. Az eső hangosan dobol rajta. - Der Regen prasselt laut darauf. :47. Yuki meglát egy kis bambuszkutat. - Yuki sieht einen kleinen Bambus-Brunnen. :48. A víz cseppről cseppre hullik egy kőre. - Das Wasser fällt tropf für tropf auf einen Stein. :49. A követ moha borítja. - Der Stein ist mit Moos bedeckt. :50. Nao lehunyja a szemét. - Nao schließt die Augen. :51. Nyugodtan lélegzik. - Er atmet ruhig. :52. Yuki nem mond semmit, és Nao sem mond semmit. - Yuki sagt nichts, und Nao sagt auch nichts. :53. Nincs mit mondani. - Es gibt nichts zu sagen. :54. Egy idő után eláll az eső. - Nach einer Weile hört der Regen auf. :55. Gyenge fény tör át a felhőkön. - Ein schwaches Licht kommt durch die Wolken. :56. A nedves moha most zölden felragyog a kőfalon. - Das nasse Moos leuchtet jetzt grün auf der Steinmauer. :57. Yuki feláll. - Yuki steht auf. :58. Enyhén meghajol az öregember előtt. - Sie verbeugt sich leicht vor dem alten Mann. :59. Nao kinyitja a szemét. - Nao öffnet die Augen. :60. Halkan azt mondja: „A pontyok nem haltak meg.” - Er sagt leise: „Die Karpfen sind nicht tot." :61. Yuki ránéz. - Yuki schaut ihn an. :62. Nao azt mondja: „Csak alszanak az iszap alatt.” - Nao sagt: „Sie schlafen nur unter dem Schlamm." :63. Yuki bólint. - Yuki nickt. :64. Megfordul, és elindul. - Sie dreht sich um und geht. :65. A kapuhoz visszavezető út csendes. - Der Weg zurück zum Tor ist still. :66. Nem fordul vissza. - Sie dreht sich nicht um. :67. Nao a padon ülve marad. - Nao bleibt auf der Bank sitzen. :68. A zavaros vizet nézi. - Er schaut auf das trübe Wasser. :69. Yuki átmegy a régi kapun. - Yuki geht durch das alte Tor. :70. Újra felveszi a cipőjét. - Sie zieht ihre Schuhe wieder an. :71. A vonat hamarosan indul. - Der Zug fährt bald. :72. Lassan megy az állomás felé. - Sie geht langsam zur Station. :73. A szívében nyugalom van, de üresség is. - Im Herzen ist es ruhig, aber auch leer. :74. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. -------------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki ismeri a templomhoz vezető utat, bár régóta nem járt rajta. - Yuki kennt den Weg zum Tempel, obwohl sie ihn lange nicht gegangen ist. :2. Három év telt el azóta, hogy a nagyanyja meghalt. - Drei Jahre sind vergangen, seit ihre Großmutter gestorben ist. :3. A reggel hűvös, és a levegő nedves föld illatát hordozza. - Der Morgen ist kühl, und die Luft riecht nach feuchter Erde. :4. Yuki sötét kabátot visel, és egy kis táskát tart a kezében. - Yuki trägt eine dunkle Jacke und hält eine kleine Tasche in der Hand. :5. Amikor eléri a mállott fakaput, rövid időre megáll. - Als sie das verwitterte Holztor erreicht, bleibt sie kurz stehen. :6. Ráteszi a kezét a régi fára, amely hidegnek és érdesnek érződik. - Sie legt die Hand auf das alte Holz, das sich kalt und rau anfühlt. :7. Aztán leveszi a cipőjét, mert itt ez a szokás. - Dann zieht sie die Schuhe aus, weil das hier so der Brauch ist. :8. A mohával benőtt kövek még nedvesek az előző éjszaka esőjétől. - Die moosbewachsenen Steine sind noch nass vom Regen der letzten Nacht. :9. Yuki lassan megy, mert nem tudja, mit kellene éreznie. - Yuki geht langsam, weil sie nicht weiß, was sie fühlen soll. :10. A kert másképp néz ki, mint az emlékeiben. - Der Garten sieht anders aus als in ihrer Erinnerung. :11. A bokrok vadabbak lettek, és a fű a kövek között nő. - Die Büsche sind wilder geworden, und das Gras wächst zwischen den Steinen. :12. A keskeny út végén ott fekszik a tó, sötéten és csendesen. - Am Ende des schmalen Weges liegt der Teich, dunkel und still. :13. A víz zöldes színű, majdnem olyan, mint a régi üveg. - Das Wasser hat eine grünliche Farbe, fast wie altes Glas. :14. Yuki emlékszik rá, hogy régen sok koi-ponty úszott itt. - Yuki erinnert sich, dass hier früher viele Koi-Karpfen geschwommen sind. :15. Most csak egyetlen levél látható a felszínen. - Jetzt ist nur ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche zu sehen. :16. Leguggol a partra, és sokáig nézi a zavaros vizet. - Sie hockt sich ans Ufer und schaut lange in das trübe Wasser. :17. Egy halk zajtól felnéz. - Ein leises Geräusch lässt sie aufblicken. :18. Egy régi fapadon egy férfi ül, aki nagyon öregnek és nagyon nyugodtnak tűnik. - Auf einer alten Holzbank sitzt ein Mann, der sehr alt und sehr ruhig wirkt. :19. A neve Nao, és sok éven át ennek a templomnak a kertésze volt. - Sein Name ist Nao, und er war viele Jahre lang der Gärtner dieses Tempels. :20. A mellette lévő seprű a padnak támaszkodik, mintha mindjárt használni kellene. - Der Besen neben ihm lehnt gegen die Bank, als ob er gleich benutzt werden soll. :21. Nao Yuki felé fordítja a fejét, de egyetlen szót sem mond. - Nao dreht den Kopf zu Yuki, sagt aber kein einziges Wort. :22. Csak egyszer bólint, és ez elég üdvözlésnek. - Er nickt nur einmal, und das reicht als Begrüßung. :23. Yuki odamegy a padhoz, és némi távolsággal leül mellé. - Yuki geht zur Bank und setzt sich mit etwas Abstand neben ihn. :24. Nem tudja, miért ül le, de helyesnek érzi. - Sie weiß nicht, warum sie sich setzt, aber es fühlt sich richtig an. :25. Egy szitakötő jelenik meg a víz fölött, és leszáll egy régi tavirózsaszárra. - Eine Libelle erscheint über dem Wasser und landet auf einem alten Seerosenschaft. :26. Nao a hüvelykujjával újra meg újra végigsimít a pad háttámlájának érdes fáján. - Nao streicht mit dem Daumen über das raue Holz der Banklehne, immer wieder. :27. Yuki figyeli ezt a mozdulatot, és arra gondol, hogy ezt már ezerszer megtette. - Yuki beobachtet diese Geste und denkt, dass er das schon tausendmal getan hat. :28. A nagyanyjára gondol, aki gyakran ült itt, és teát ivott. - Sie denkt an ihre Großmutter, die hier oft gesessen und Tee getrunken hat. :29. A kép világos, de a benne lévő személy hiányzik. - Das Bild ist klar, aber die Person darin fehlt. :30. Hosszú szünet után halk eső kezdődik. - Nach einer langen Pause beginnt ein leiser Regen. :31. Az első cseppek alig hallhatóan hullanak a levelekre. - Die ersten Tropfen fallen kaum hörbar auf die Blätter. :32. Aztán az eső erősebb lesz, és Yuki gyorsan feláll. - Dann wird der Regen stärker, und Yuki steht schnell auf. :33. Nao lassan áll fel, mert a térdei már nem működnek olyan jól. - Nao steht langsam auf, weil seine Knie nicht mehr so gut mitspielen. :34. Együtt mennek a kis teaház kiugró teteje alá. - Sie gehen zusammen unter das überhängende Dach des kleinen Teehauses. :35. A tető sötét cserepekből van, és az eső úgy hangzik rajta, mint a dobszó. - Das Dach ist aus dunklen Ziegeln, und der Regen klingt darauf wie Trommelschläge. :36. Yuki a tető széléhez áll, és a kertbe néz. - Yuki stellt sich an den Rand des Dachs und schaut in den Garten. :37. Egy bambuszkút vizet merít, és egy mohával benőtt kőre ejti. - Ein Bambus-Brunnen schöpft Wasser und lässt es in einen bemoosten Stein fallen. :38. Csepp. Szünet. Csepp. - Tropf. Pause. Tropf. :39. A hang egyenletes és valahogy megnyugtató. - Das Geräusch ist gleichmäßig und irgendwie beruhigend. :40. Nao háttal a teaház falának támaszkodik, és lehunyja a szemét. - Nao lehnt mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses und schließt die Augen. :41. Mélyen és szabályosan lélegzik, mintha aludna. - Er atmet tief und regelmäßig, als ob er schläft. :42. Yuki ránéz, és azon töpreng, hány záport élt már át itt. - Yuki schaut ihn an und fragt sich, wie viele Regengusse er hier schon erlebt hat. :43. Úgy tűnik, itt lassabban folyik az idő, mint a városban. - Die Zeit scheint hier langsamer zu fließen als in der Stadt. :44. Yuki a könyvesboltban töltött mindennapjaira gondol, a polcokra és a pénztári blokkokra. - Yuki denkt an ihren Alltag in der Buchhandlung, an Regale und Kassenzettel. :45. Mindez távolinak tűnik, mintha egy másik élethez tartozna. - Das alles wirkt weit weg, als ob es zu einem anderen Leben gehört. :46. Az eső megtölti a kövek közötti kis mélyedéseket. - Der Regen füllt die kleinen Vertiefungen zwischen den Steinen. :47. A moha lassan és hangtalanul magába szívja a vizet. - Das Moos nimmt das Wasser auf, langsam und lautlos. :48. Yuki arra gondol: a veszteséggel is így van ez. - Yuki denkt: So ist das mit dem Verlust auch. :49. Nem egyszerre jön, hanem beszivárog, cseppről cseppre. - Er kommt nicht auf einmal, sondern sickert ein, Tropfen für Tropfen. :50. Aztán éppolyan hirtelen, ahogy elkezdődött, eláll az eső. - Dann, genauso plötzlich wie er begonnen hat, hört der Regen auf. :51. A felhők között keskeny fénycsík tör át. - Zwischen den Wolken bricht ein schmaler Streifen Licht hindurch. :52. A régi kőfalon a nedves moha mély zölden ragyog. - Das nasse Moos auf der alten Steinmauer leuchtet in einem tiefen Grün. :53. Yuki szépnek találja, bár nem tudja, miért. - Yuki findet, dass es schön ist, obwohl sie nicht weiß, warum. :54. Megfordul Nao felé, aki most már kinyitotta a szemét. - Sie dreht sich zu Nao um, der die Augen jetzt geöffnet hat. :55. Enyhén meghajol, ahogy illik. - Sie verbeugt sich leicht, wie es sich gehört. :56. Nao ránéz, és nyugodt hangon azt mondja: „A pontyok nem mentek el.” - Nao sieht sie an und sagt mit ruhiger Stimme: „Die Karpfen sind nicht fort." :57. Yuki vár, mert érzi, hogy még jön valami. - Yuki wartet, weil sie spürt, dass noch etwas kommt. :58. „Lent fekszenek az iszapban, és várják a tavaszt.” - „Sie liegen unten im Schlamm und warten auf den Frühling." :59. Yuki bólint, bár nem biztos benne, hogy Nao csak a halakról beszél. - Yuki nickt, obwohl sie nicht sicher ist, ob er nur von den Fischen spricht. :60. Fogja a táskáját, és visszamegy az úton a kapu felé. - Sie nimmt ihre Tasche und geht den Weg zurück zum Tor. :61. A kövek a lába alatt még hidegek és csúszósak. - Die Steine unter ihren Füßen sind noch kalt und glitschig. :62. Nem fordul meg, de hallja, hogy Nao újra leül a padra. - Sie dreht sich nicht um, aber sie hört, dass Nao sich wieder auf die Bank setzt. :63. A kapunál felveszi a cipőjét, és egyszer visszanéz a kertbe. - Am Tor zieht sie die Schuhe an und schaut einmal zurück in den Garten. :64. A tó csendesen fekszik ott, a zavaros víz gyengén csillog a fényben. - Der Teich liegt still da, das trübe Wasser glänzt im schwachen Licht. :65. Yuki kifújja a levegőt, és elindul. - Yuki atmet aus und geht. :66. Az állomáshoz vezető út rövid, és a vonat hamarosan jön. - Der Weg zur Station ist kurz, und der Zug kommt bald. :67. A vonaton az ablaknál ül, és az elsuhanó mezőket nézi. - Im Zug sitzt sie am Fenster und schaut auf die vorbeiziehenden Felder. :68. Nem gondol a nagyanyjára, de valahogy mégis érzi őt. - Sie denkt nicht an ihre Großmutter, aber sie fühlt sie irgendwie trotzdem. :69. Az üresség ott van, de már nem nyom olyan nehezen. - Die Leere ist da, aber sie drückt nicht mehr so schwer. :70. A víz egészen magától folyik át a mohán. - Das Wasser fließt durch das Moos, ganz von allein. ---------------------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki nem felejtette el a templomhoz vezető utat, bár három éve nem járt már rajta. - Yuki hatte den Weg zum Tempel nicht vergessen, obwohl sie ihn seit drei Jahren nicht mehr gegangen war. :2. Ismert minden követ, minden kanyart, minden szagot – és éppen ez tette olyan nehézzé az első lépést. - Sie kannte jeden Stein, jede Biegung, jeden Geruch – und genau das machte den ersten Schritt so schwer. :3. A reggel még félig sötétben feküdt, amikor leszállt a vonatról, és beszívta a kora őszi hűvös levegőt. - Der Morgen lag noch halb im Dunkel, als sie aus dem Zug stieg und die kühle Luft des frühen Herbstes einatmete. :4. Nedves lomb illata volt a levegőben, és valamié, amit nem tudott megnevezni, ami azonban azonnal visszavitte őt. - Es roch nach nassem Laub und nach etwas, das sie nicht benennen konnte, das sie aber sofort zurückbrachte. :5. A megviselt fakapunál megállt, nem azért, mert habozott, hanem mert a pillanat ezt kívánta. - Am verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht weil sie zögerte, sondern weil der Moment es verlangte. :6. A fa szürkébb lett, érdesebb, és magán hordta több olyan tél nyomát, amely nélküle múlt el. - Das Holz war grauer geworden, rauer, und trug die Spuren mehrerer Winter, die ohne sie vergangen waren. :7. Levetette a cipőjét, rendesen egymás mellé állította őket, és rálépett az előtte lévő mohával benőtt kőre. - Sie zog die Schuhe aus, stellte sie ordentlich nebeneinander und trat auf den moosbewachsenen Stein davor. :8. A hideg azonnal áthatolt a vékony zoknin, és Yuki egy ideig hagyta ott állni, anélkül hogy továbbment volna. - Die Kälte drang sofort durch die dünnen Socken, und Yuki ließ sie eine Weile stehen, ohne weiterzugehen. :9. A kert megváltozott, de nem úgy, ahogy a dolgok akkor változnak meg, ha valaki elhanyagolja őket. - Der Garten hatte sich verändert, aber nicht so, wie Dinge sich verändern, wenn jemand sie vernachlässigt. :10. Inkább úgy hatott, mint valaki, aki felhagyott azzal, hogy tartást vegyen fel, és most egyszerűen elengedi magát. - Er wirkte eher wie jemand, der aufgehört hat, eine Haltung einzunehmen, und sich nun einfach gehen lässt. :11. A bokrok elvesztették formájukat, a fű kinőtt a régi kőlapok fugái között, és senki sem szorította vissza. - Die Büsche hatten ihre Form verloren, das Gras wuchs zwischen den Fugen der alten Steinplatten, und niemand hatte es zurückgedrängt. :12. Yuki követte a keskeny ösvényt, amely még felismerhető volt, de amelyet hamarosan a szélek felől elnyeléssel fenyegetett a növényzet. - Yuki folgte dem schmalen Pfad, der noch erkennbar war, aber bald von den Rändern her aufgefressen zu werden drohte. :13. Az út végén ott feküdt a tó, és kisebb volt, mint amilyennek emlékezetében élt. - Am Ende des Weges lag der Teich, und er war kleiner, als sie ihn in Erinnerung hatte. :14. A víz sötétzöld színű volt, majdnem olyan, mint a tinta, és a felszíne alig mozdult. - Das Wasser hatte eine dunkelgrüne Farbe, fast wie Tinte, und die Oberfläche bewegte sich kaum. :15. Eszébe jutottak a koi pontyok, amelyek régebben élénk narancsszínben siklottak át alatta, mint élő lángok. - Sie erinnerte sich an die Koi-Karpfen, die früher in leuchtenden Orangetönen darunter hindurchgeglitten waren wie lebende Flammen. :16. Most egyetlen, félig lebomlott levél sodródott a vízen, és különben semmi. - Jetzt trieb ein einzelnes, halb zersetztes Blatt auf dem Wasser, und sonst war nichts. :17. Yuki leguggolt a part mellé, karját a térde köré fonta, és a vízbe meredt, anélkül hogy bármit keresett volna. - Yuki hockte sich ans Ufer, die Arme um die Knie geschlungen, und starrte in das Wasser, ohne etwas zu suchen. :18. Olyan sokáig ült így, hogy a lábai bizseregni kezdtek, de nem állt fel. - Sie saß so lange, dass ihre Beine kribbeln anfingen, aber sie stand nicht auf. :19. Akkor halk fakaparászást hallott maga mögött, ahogy fa súrlódik kövön. - Dann hörte sie hinter sich das leise Scharren von Holz auf Stein. :20. Egy padon, amely az évek súlya alatt kissé ferdén állt, egy öreg férfi ült. - Auf einer Bank, die unter dem Gewicht der Jahre leicht schief stand, saß ein alter Mann. :21. Nao körülbelül hetvenöt éves volt, talán idősebb, és egyszerű munkakabátot viselt, amely már sok nyarat látott. - Nao war ungefähr fünfundsiebzig, vielleicht älter, und trug eine schlichte Arbeitsjacke, die schon viele Sommer gesehen hatte. :22. A mellette álló seprűt nem egyszerűen letették, hanem olyan magától értetődően támaszkodott ott, mintha mindig is ott állt volna. - Der Besen neben ihm war nicht einfach abgestellt worden, sondern lehnte mit einer Selbstverständlichkeit dort, als hätte er dort immer gestanden. :23. Nao a fejét felé fordította, anélkül hogy a testét megmozdította volna, és olyan tekintettel nézett rá, amely sem kérdező, sem üdvözlő nem volt. - Nao drehte den Kopf zu ihr, ohne seinen Körper zu bewegen, und sah sie mit einem Blick an, der weder fragend noch begrüßend war. :24. Egyszer bólintott, egészen röviden, Yuki pedig visszabólintott, és ezzel minden szükséges elhangzott. - Er nickte einmal, ganz knapp, und Yuki nickte zurück, und damit war alles Notwendige gesagt. :25. Felállt, és némi távolsággal mellé ült, mert a helyzet így kívánta, nem azért, mert társaságot keresett. - Sie stand auf und setzte sich mit etwas Abstand neben ihn, weil die Situation es so wollte, nicht weil sie Gesellschaft suchte. :26. A tó fölött megjelent egy szitakötő, amely olyan mozdulatlanul függött a levegőben, mintha odafestették volna. - Über dem Teich erschien eine Libelle, die so still in der Luft hing, als wäre sie aufgemalt. :27. Leszállt egy régi tavirózsa szárára, amely úgy állt ki a vízből, mint egy megmaradt gondolat. - Sie landete auf einem alten Seerosenschaft, der aus dem Wasser ragte wie ein übrig gebliebener Gedanke. :28. Nao hüvelykujjával végigsimított a pad érdes fatámláján, mindig ugyanabba az irányba, mindig ugyanazon a helyen. - Nao fuhr mit dem Daumen über die raue Holzlehne der Bank, immer in derselben Richtung, immer dieselbe Stelle. :29. Yuki nézte a kezét, és arra gondolt, hogy a fa és a bőr hosszú idő után hasonlóvá válik. - Yuki betrachtete seine Hand und dachte, dass Holz und Haut sich nach langer Zeit ähnlich werden. :30. A nagyanyjára gondolt, aki itt ült, teát ivott, és soha nem magyarázott sokat. - Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen hatte, Tee getrunken und nie viel erklärt hatte. :31. A nagyanyja úgy tudott dolgokat, hogy nem beszélt róluk, és ez Yukit gyerekként néha kétségbeesésbe kergette. - Ihre Großmutter hatte Dinge gewusst, ohne darüber zu sprechen, und das hatte Yuki als Kind manchmal zur Verzweiflung gebracht. :32. Most már jobban értette ezt, még ha az értés már semmit sem használt. - Jetzt verstand sie es besser, auch wenn das Verstehen nichts mehr nützte. :33. Halk eső kezdődött, olyan tétován, mintha nem volna biztos benne, szívesen látják-e. - Ein leiser Regen begann, so zögerlich, als ob er sich nicht sicher war, ob er willkommen wäre. :34. Az első cseppek hangtalanul eltűntek a mohában, aztán a vízen, aztán egyszerre mindenütt. - Die ersten Tropfen verschwanden lautlos im Moos, dann auf dem Wasser, dann überall gleichzeitig. :35. Yuki ülve maradt, amíg az eső sűrűbbé nem vált, és a haja tapadni nem kezdett. - Yuki blieb sitzen, bis der Regen dichter wurde und ihr Haar zu kleben begann. :36. Nao felállt, lassan, egy olyan ember megfontolt gondosságával, aki jól ismeri és tiszteli a testét. - Nao stand auf, langsam, mit der bedächtigen Sorgfalt eines Menschen, der seinen Körper gut kennt und respektiert. :37. Együtt mentek a teaház teteje alá, anélkül hogy egy szót is vesztegettek volna arra, hogy ezt teszik. - Sie gingen zusammen unter das Dach des Teehauses, ohne ein Wort darüber zu verlieren, dass sie es taten. :38. A régi cserepekből álló tető hangosan fogadta az esőt, és ez a zaj kitöltötte a köztük lévő teret. - Das Dach aus alten Ziegeln nahm den Regen laut auf, und dieses Geräusch füllte den Raum zwischen ihnen. :39. Yuki a tető szélén állt, egy lépésnyire az esőtől, és a bambusz szökőkútra nézett. - Yuki stand am Rand des Dachs, einen Schritt vom Regen entfernt, und schaute auf den Bambus-Brunnen. :40. A víz egyenletes időközönként hullott egy mohás kőre, beszivárgott a mélyedésekbe, eltűnt. - Das Wasser fiel in gleichmäßigen Abständen auf einen bemoosten Stein, sickerte in die Vertiefungen, verschwand. :41. Csepp. Csend. Csepp. - Tropf. Stille. Tropf. :42. Nao háttal a fafalnak támaszkodott, és lehunyta a szemét, mintha az eső olyan zene volna, amelyet kívülről ismer. - Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand und schloss die Augen, als ob der Regen eine Musik wäre, die er auswendig kannte. :43. Yuki azon töprengett, hány esőzést élt át itt, hány embert látott jönni és menni. - Yuki überlegte, wie viele Regengusse er hier erlebt hatte, wie viele Menschen er hatte kommen und gehen sehen. :44. A saját városára gondolt, a zajra és a fényre, amely éjszaka sem szűnt meg. - Sie dachte an ihre eigene Stadt, an den Lärm und das Licht, das nachts nicht aufhörte. :45. Itt még az eső is lassabban hullani látszott, mintha volna ideje. - Hier schien selbst der Regen langsamer zu fallen, als ob er Zeit hatte. :46. A nagyanyja gondolata nem képként jött, hanem súlyként – nem fájdalmasan, csak jelenlévőn. - Der Gedanke an ihre Großmutter kam nicht als Bild, sondern als Gewicht – nicht schmerzhaft, nur vorhanden. :47. Yuki észrevette, hogy a fájdalom, amelynek érzésére számított, nem jelentkezett. - Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte zu fühlen, sich nicht eingestellt hatte. :48. Helyette volt ott valami nyugodtabb, amit még nem tudott megnevezni, és ami egyelőre békén hagyta őt. - Stattdessen war da etwas Ruhigeres, das sie noch nicht benennen konnte und das sie vorerst in Ruhe ließ. :49. A kőfal mohája itta a vizet, amely vékony erekben folyt le rajta, sietség és veszteség nélkül. - Das Moos an der Steinmauer trank das Wasser, das in dünnen Rinnsalen daran hinablief, ohne Eile und ohne Verlust. :50. Így van ez, gondolta Yuki, de nem mondta ki. - So ist das, dachte Yuki, aber sie sprach es nicht aus. :51. Az eső elállt, és az utána következő hallgatás más minőségű volt, mint az előtte lévő hallgatás. - Der Regen hörte auf, und das Schweigen danach war von anderer Qualität als das Schweigen davor. :52. Halvány fény tört át a szétúszó felhőkön, és ferdén esett a nedves kőfalra. - Ein schwaches Licht brach durch die auseinandertreibenden Wolken und fiel schräg auf die nasse Steinmauer. :53. A moha olyan zöldben ragyogott, amilyet Yuki így még nem látott, bár már gyakran láthatta volna. - Das Moos leuchtete in einem Grün, das Yuki so noch nicht gesehen hatte, obwohl sie es schon oft hätte sehen können. :54. Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és nyugodtan nézett rá. - Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ruhig ansah. :55. Yuki meghajolt, mert ez volt a helyes, még ha pontosan nem is tudta volna megmagyarázni, miért. - Yuki verbeugte sich, weil es das Richtige war, auch wenn sie nicht genau erklären hätte können, wofür. :56. Nao ránézett, és hangsúly nélkül, sietség nélkül azt mondta: „A pontyok nem tűntek el.” - Nao sah sie an und sagte, ohne Betonung und ohne Eile: „Die Karpfen sind nicht verschwunden." :57. Yuki várt, mert érezte, hogy ez még nem minden. - Yuki wartete, weil sie spürte, dass das nicht alles war. :58. „Az iszapban fekszenek a fenéken, és várják, hogy újra melegebb legyen.” - „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten, bis es wieder wärmer wird." :59. Úgy mondta ezt, mintha egy ismert és aggodalomra okot nem adó tényt közölne. - Er sagte es so, als ob er eine Tatsache mitteilte, die bekannt und unbesorgniserregend war. :60. Yuki bólintott, és arra gondolt, hogy valószínűleg nemcsak a halakról beszélt – vagy talán mégis csak róluk, és ez elég volt. - Yuki nickte und dachte, dass er wahrscheinlich nicht nur von den Fischen sprach – oder vielleicht doch nur von ihnen, und das reichte. :61. Felvette a táskáját, amely még kissé nedves volt, és visszament az úton a kapuhoz. - Sie nahm ihre Tasche, die noch etwas feucht war, und ging den Weg zurück zum Tor. :62. A kövek a nedves zoknija alatt simák és hidegek voltak, és minden lépésére figyelt. - Die Steine unter ihren nassen Socken waren glatt und kalt, und sie achtete auf jeden Schritt. :63. Nem fordult meg, de hallotta, ahogy Nao újra leül, és a seprű halkan a padhoz ütődik. - Sie drehte sich nicht um, aber sie hörte, wie Nao sich wieder setzte und der Besen leise gegen die Bank stieß. :64. A kapunál belebújt a cipőjébe, és egy pillanatra megállt, tekintetét előre szegezve. - Am Tor schlüpfte sie in ihre Schuhe und blieb einen Moment stehen, den Blick nach vorne gerichtet. :65. Mögötte ott feküdt a kert a zavaros tavával, a ferde teaházzal és az öreg férfival a padon. - Hinter ihr lag der Garten mit seinem trüben Teich, dem schiefen Teehaus und dem alten Mann auf der Bank. :66. Mindez tovább fog létezni, akár visszatér, akár nem, és ez fájdalom nélküli felismerés volt. - Das alles würde weiterexistieren, ob sie zurückkam oder nicht, und das war eine Erkenntnis ohne Schmerz. :67. Yuki az állomásra ment, és az oda vezető út rövidebb volt, mint várta. - Yuki ging zur Station, und der Weg dorthin war kürzer, als sie erwartet hatte. :68. A vonaton a fejét az ablaknak támasztotta, és nézte, ahogy a mezők elvonulnak mellette. - Im Zug lehnte sie den Kopf gegen das Fenster und schaute zu, wie die Felder vorbeizogen. :69. Nem gondolt sokat, ami szokatlan volt, de nem is kellemetlen. - Sie dachte nicht viel, was ungewohnt war, aber auch nicht unangenehm. :70. Az üresség, amelytől félt, ott volt – de nem úgy volt üres, ahogy az fáj. - Die Leere, die sie gefürchtet hatte, war da – aber sie war nicht leer auf die Art, die wehtut. :71. Inkább olyan volt, mint egy tó ősszel: csendes, sötét, és alatta alszik valami, ami nem halott. - Sie war eher wie ein Teich im Herbst: still, dunkel, und darunter schläft etwas, das nicht tot ist. ----------------------------- ---------------------------------------------- 4 ??? -------------------- Yuki hatte sich nicht vorgenommen, den Tempel zu besuchen – sie war einfach in den Zug gestiegen, wie man manchmal Dinge tut, bevor der Verstand sie verbieten kann. Drei Jahre hatte sie den Garten gemieden, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil manche Orte zu viel von einem verlangen, solange die Wunde noch frisch ist. Der Herbst hatte die Stadt bereits in ein blasses Licht getaucht, das weder kalt noch warm war, als der Zug an der kleinen Station hielt. Sie stieg aus in eine Stille, die nicht abweisend, sondern einfach vollständig war – eine Stille ohne Lücken, in die man Gedanken schieben konnte. Der Weg zum Tempel führte durch eine schmale Gasse zwischen alten Mauern, auf denen das Moos in dicken, ungleichmäßigen Polstern wuchs. Yuki kannte diesen Weg, ohne ihn zu kennen – er saß irgendwo unterhalb der Erinnerung, im Körper selbst, in der Art, wie die Füße ohne Zögern die Richtung wählten. Vor dem verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht um Mut zu sammeln, sondern weil der Übergang einen Moment der Sammlung verdiente. Das Holz hatte die Farbe von etwas, das viele Winter gesehen und keine Eile mehr kannte, und Yukis Hand ruhte kurz auf dem Pfosten, ohne Absicht. Sie zog die Schuhe aus, stellte sie mit einer Sorgfalt ab, die fast zeremonielle Züge annahm, und trat auf den ersten moosbewachsenen Stein. Die Kälte, die sofort durch den Stoff drang, hatte nichts Unangenehmes, sondern erinnerte sie daran, dass der Körper noch da war und wahrnahm. Der Garten empfing sie nicht – er war einfach da, in einem Zustand geduldiger Verwahrlosung, die würdevoller wirkte als jede gepflegte Ordnung. Die Hecken hatten ihre Konturen verloren, das Gras zwischen den Steinplatten stand hoch genug, um im leichten Wind zu schwingen, und irgendwo tropfte noch Wasser vom Nachttregen in eine Mulde. Yuki folgte dem Pfad, der sich noch als Pfad erkennen ließ, obwohl er zunehmend die Absicht aufzugeben schien, irgendwohin zu führen. Der Teich lag am Ende wie eine Antwort auf eine Frage, die sie sich nicht gestellt hatte – dunkel, reglos, von einer Stille bedeckt, die älter war als der Morgen. Das Wasser hatte eine Farbe, die zwischen Grün und Schwarz changierte, je nachdem, aus welchem Winkel man es betrachtete, und Yuki betrachtete es lange aus mehreren. Sie dachte an die Koi-Karpfen ihrer Kindheit, die in orangefarbenen und weißen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten waren, als ob das Wasser nur ein Medium war, das sie duldete. Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche, halb aufgelöst, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas, das Yuki nicht sofort in Worte fassen konnte. Sie ließ sich am Ufer nieder, die Knie an die Brust gezogen, und erlaubte sich, einfach zu schauen, ohne das Gesehene zu bewerten oder einzuordnen. Das war schwieriger, als es klang, weil der Verstand ständig bereit war, sich einzumischen und dem Schweigen Bedeutung aufzuzwingen. Ein Geräusch hinter ihr – kaum mehr als das Verschieben eines Gewichts auf altem Holz – ließ sie den Kopf wenden, ohne aufzufahren. Auf einer Bank, die leicht aus dem Lot geraten war, als hätte sie aufgehört, die Vertikale für wichtig zu halten, saß ein alter Mann in einer verwaschenen Arbeitsjacke. Nao war der Gärtner des Tempels gewesen, seit Jahrzehnten, lange bevor Yukis Großmutter den Garten zu ihrem eigenen gemacht hatte. Er sah Yuki an mit einem Blick, der weder Neugierde noch Distanz ausdrückte, sondern die besondere Ruhe eines Menschen, der aufgehört hat, von Begegnungen etwas zu wollen. Das einmalige, knappe Nicken, mit dem er sie begrüßte, war keine Geste der Kälte, sondern der Präzision – mehr war nicht nötig, also gab es nicht mehr. Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich, mit einem Abstand, der weder Nähe vortäuschte noch Distanz betonte, sondern einfach stimmte. Über dem Teich erschien eine Libelle, die mit jener mühelos wirkenden Präzision in der Luft stand, die nur Dinge besitzen, die vollständig im Moment leben. Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft und saß so still, dass man vergessen konnte, dass sie sich kurz davor noch bewegt hatte. Nao fuhr mit dem Daumen in einer gleichmäßigen Bewegung über die raue Lehne der Bank, immer dieselbe Bahn, immer dieselbe Richtung. Yuki beobachtete diese Geste und dachte, dass Gewohnheit und Gebet manchmal dieselbe Form annehmen. Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen und Tee getrunken hatte, ohne dabei irgendetwas beweisen oder festhalten zu wollen. Als Kind hatte Yukis Großmutter ihr gesagt, dass man einem Ort nicht erklären muss, warum man zurückkommt – er weiß es bereits oder er fragt nicht. Yuki hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da sie verstand, war niemand mehr da, dem sie hätte sagen können, dass sie es endlich tat. Der Regen begann ohne Ankündigung, wie es der Herbst manchmal tut, als hätte er vergessen, den Übergang auszuhandeln. Erst ein einzelner Tropfen auf dem Blatt des Teestrauchs, dann eine Handvoll, dann das gleichmäßige Rauschen, das Yuki sofort als etwas wiedererkannte, das hierher gehörte. Nao erhob sich mit der bedächtigen Entschiedenheit eines Menschen, dessen Körper Kompromisse eingegangen ist, aber nicht kapituliert hat, und Yuki folgte ihm unter das Dach des Teehauses. Das überhängende Ziegeldach verwandelte den Regen in Rhythmus, und dieser Rhythmus hatte die Qualität von etwas, dem man nicht widerstehen, sondern nur zuhören konnte. Yuki stellte sich an den Rand des Dachs, einen Schritt vom fallenden Wasser entfernt, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe still und ohne Unterlass erfüllte. Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein darunter, versickerte in Ritzen, wurde unsichtbar – und kam in einem anderen Zusammenhang irgendwann wieder. Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses, die Arme locker vor dem Körper, und schloss die Augen mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Erklärung brauchte. Yuki fragte sich, ob er schlief oder ob er einfach eine Art von Aufmerksamkeit praktizierte, die nach innen gerichtet war und keine Augen benötigte. Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Regale, die sie täglich ordnete, an die Menschen, die Bücher kauften, ohne zu wissen, welche Frage sie eigentlich beantworten wollten. Hier gab es keine Regale und keine Antworten und keine Fragen, die auf Antworten warteten – nur das Dach, den Regen, den alten Mann und sie selbst. Das Wasser, das vom Dach auf den nassen Boden fiel, schlug kleine Krater in das Moos und verschwand sofort wieder, ohne eine Spur zu hinterlassen. Yuki bemerkte, dass sie an ihrer Großmutter nicht wie an einem Verlust dachte, sondern wie an etwas, das eine andere Aggregatform angenommen hatte. Der Gedanke war nicht tröstlich im gewöhnlichen Sinn – er war einfach genau, und Genauigkeit hat manchmal eine eigene Art von Trost. Das Moos an der Steinmauer nahm das Wasser auf, das in dünnen, kaum sichtbaren Rinnsalen daran herabrann, langsam und vollständig, ohne Rest. Yuki dachte: So verlaufen Abschiede auch, wenn man ihnen Zeit gibt – nicht als Bruch, sondern als ein allmähliches Durchsickern, das erst endet, wenn alles aufgenommen ist. Der Regen hörte auf, wie er begonnen hatte – ohne Übergang, als ob eine Entscheidung gefallen wäre, die niemand mitgeteilt hatte. Das Licht, das danach durch die auseinanderdriftenden Wolken drang, war von jener spezifisch herbstlichen Qualität, die alles, was es trifft, für einen Moment aus der Zeit herauslöst. Das Moos auf der Mauer leuchtete in einem tiefen, satten Grün auf, das so intensiv war, dass Yuki kurz das Gefühl hatte, etwas zu sehen, das normalerweise nicht sichtbar war. Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie mit demselben ruhigen, nicht einordnenden Blick ansah wie zu Beginn. Yuki verbeugte sich – nicht tief, aber aufrichtig – und in dieser Geste steckte mehr als Höflichkeit, auch wenn sie nicht hätte sagen können, was genau. Nao erwiderte den Blick und sagte, nach einer Pause, die lange genug war, um keine Füllpause zu sein: „Die Karpfen sind nicht fort." Er sagte es nicht, um zu trösten, und nicht, um etwas zu erklären – er sagte es so, wie man eine Tatsache mitteilt, der man selbst seit Langem getraut hat. „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten auf das Frühjahr, das kommt, weil es immer kommt." Yuki sah ihn an und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, und vielleicht von etwas anderem, und dass beides wahr sein konnte, ohne dass man es entscheiden musste. Sie nahm ihre Tasche, die noch die Feuchtigkeit des Regens in sich trug, und ging den Weg zurück zum Tor, Stein für Stein. Sie drehte sich nicht um, weil Umdrehen etwas vorausgesetzt hätte, das hier nicht gefragt war – nicht Gleichgültigkeit, sondern Vertrauen in das, was hinter ihr blieb. Am Tor schlüpfte sie in die Schuhe und blieb stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu markieren, der Übergang verdiente. Hinter ihr existierte der Garten weiter – mit seinem trüben Teich, seinem stillwartenden Moos, seinem alten Gärtner auf der schiefen Bank – vollständig und ohne sie. Das war keine traurige Erkenntnis, sondern eine richtige, und richtige Erkenntnisse haben manchmal die Schwere und die Leichtigkeit von nassem Moos zugleich. Yuki ging zur Station, und der Weg war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal nicht ankam, sondern weiterging. Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das kühle Fensterglas und schaute auf die Felder, die im flachen Licht des Nachmittags an ihr vorüberzogen. Sie dachte an nichts Bestimmtes, was nicht Gedankenlosigkeit war, sondern eine Art von Aufmerksamkeit ohne Gegenstand. Die Leere, die sie erwartet hatte zu finden, war da – aber sie hatte die Kontur einer Schale, nicht eines Loches, und das machte den entscheidenden Unterschied. Darunter, in dem Schlamm, den man nicht sieht, wartet das, was nicht stirbt, sondern nur wartet – geduldig, still, ohne jeden Zweifel daran, dass das Frühjahr kommt. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Yuki hatte sich nicht entschieden, den Tempel zu besuchen – sie hatte sich lediglich nicht dagegen entschieden, was, wie sie auf der Zugfahrt bemerkte, möglicherweise dasselbe war. Drei Jahre sind eine Zeitspanne, die kurz genug ist, um einen Ort noch zu kennen, und lang genug, damit er aufgehört hat, auf einen zu warten. Die Station, an der sie ausstieg, hatte keinen Namen mehr auf dem Schild, oder der Name war verblasst – sie hatte nicht nachgeschaut, weil sie ihn ohnehin noch wusste. Der Herbst hatte sich an diesem Morgen mit jener eigentümlichen Zurückhaltung eingerichtet, die seine schönsten Tage kennzeichnet: viel Licht, wenig Wärme, keine Versprechen. Der Weg zum Tempel führte durch eine Gasse, in der die Mauern auf beiden Seiten so nah waren, dass man hätte meinen können, der Weg selbst wollte das Weitergehen verlangsamen. Das Moos auf dem Stein hatte in der Nacht getrunken und war nun von einer Sattheit, die fast obszön wirkte in ihrer stillen, bedürfnislosen Vollständigkeit. Yuki kannte diesen Weg nicht mehr mit dem Verstand, sondern mit dem Körper – eine Art von Wissen, das zuverlässiger ist und sich nicht darum schert, ob man es abrufen will oder nicht. Vor dem Tor hielt sie inne mit der Instinktivität von jemandem, der in einem fremden Haus vor einer geschlossenen Tür steht und einen Moment lauscht, bevor er anklopft. Das Holz des Tores hatte jenseits der Verwitterung eine Würde erreicht, die neue Materialien nicht kennen – die Würde des Dinge, die nicht versucht haben, jung zu bleiben. Sie zog die Schuhe aus, nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil der Akt sie auf eine Art vorbereitete, die sie nicht hätte erklären können, ohne das Falsche zu sagen. Die Kälte der moosbewachsenen Steine drang sofort und ohne Entschuldigung durch den Stoff, und Yuki ließ sie gewähren, weil manche Wahrnehmungen das Recht haben, sich aufzudrängen. Der Garten lag vor ihr in einem Zustand, den man Verfall hätte nennen können, wenn das Wort nicht etwas Unfreiwilliges implizierte, das hier nicht zutraf. Vielmehr hatte er aufgehört, eine bestimmte Absicht zu verfolgen, und nahm nun eine Form an, die seiner eigenen Logik folgte, nicht der menschlichen Vorstellung von Ordnung. Die Büsche hatten ihre Konturen in das Ungefähre entlassen, das Gras stand hoch zwischen den Fugen der Steinplatten, und die Luft roch nach dem langsamen, produktiven Arbeiten von Fäulnis und Wachstum. Yuki folgte dem Pfad in dem Maße, in dem er noch Pfad war, und ließ sich von ihm führen mit der Bereitschaft, die man für Dinge braucht, die man nicht mehr steuern, sondern nur noch begleiten kann. Der Teich lag am Ende wie eine Frage, auf die man nur dann antworten kann, wenn man aufgehört hat, eine Antwort zu erwarten. Das Wasser hatte eine Farbe, die sich zwischen tiefem Grün und absolutem Schwarz bewegte und je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel entschied, welche von beiden sie sein wollte – oder ob sie beide sein konnte. Yuki erinnerte sich an die Koi-Karpfen mit der Genauigkeit, mit der man sich an Dinge erinnert, die einem einmal das Herz geöffnet haben, ohne dass man es bemerkt hat. Sie hatten in weiten, langsamen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten wie Sätze, die man denkt, ohne sie zu Ende zu denken – vollständig in ihrer Bewegung, abgeschlossen in sich selbst. Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf dem Wasser, in einem fortgeschrittenen Stadium des Aufgelöstwerdens, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas wider, dem Yuki keinen Namen geben wollte, weil Benennen manchmal vertreibt. Sie ließ sich ans Ufer nieder mit der Geste von jemandem, der nicht sichtsitzen will, sondern bleiben – ein feiner, aber entscheidender Unterschied in der Körperhaltung. Das Wasser bewegte sich kaum, und die wenigen Bewegungen, die es gab, kamen von innen, von unter der Oberfläche, von Quellen, die man nicht sah. Hinter ihr – durch ein Geräusch angekündigt, das kaum mehr war als die Neupositionierung eines alten Gewichts auf altem Holz – saß ein Mann auf der schiefen Bank unter dem Zelkova-Baum. Nao hatte den Garten gepflegt, seit Jahrzehnten, mit jener beharrlichen, anspruchslosen Treue, die keine Anerkennung sucht, weil sie nicht weiß, dass Anerkennung etwas wäre, das man suchen könnte. Er sah Yuki an mit einem Blick, in dem keine der üblichen Transaktionen stattfanden – kein Taxieren, kein Einordnen, kein Bereitstellen einer Reaktion für den Fall, dass eine erwartet wurde. Das knappe Nicken, mit dem er ihre Anwesenheit bestätigte, hatte die Präzision von Dingen, die nur das sagen, was gemeint ist, und nichts dazu. Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich neben ihn in einem Abstand, der keiner Vereinbarung bedurft hatte, weil er sich von selbst ergab. Eine Libelle erschien über dem Wasser mit jener Plötzlichkeit, die nur Dinge haben, die sich schon immer dort befunden haben und nur jetzt bemerkt werden. Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft, dessen Unversehrtheit unter dem Winter paradox wirkte, und blieb so reglos, dass Bewegung für einen Moment als Ausnahme erschien. Nao fuhr mit dem Daumen über die Lehne der Bank, dieselbe Bahn, dieselbe Richtung, mit der Gleichmäßigkeit einer Geste, die aufgehört hat, auf einen Zweck hinzuweisen, und nun Zweck ist. Yuki betrachtete seine Hand – die Haut über den Knöcheln gespannt und fleckig, die Bewegung stetig – und dachte, dass manche Menschen mit dem Körper beten, ohne es zu wissen und ohne dass es dadurch weniger wahr würde. Sie dachte an ihre Großmutter, nicht als Bild, sondern als eine Art von Schwerkraft, die noch wirkte, obwohl ihre Quelle nicht mehr da war. Ihre Großmutter hatte nicht erklärt, sie hatte gezeigt – und das Gezeigte war das Hiesige: dieser Garten, dieser Teich, diese Art, in einem Ort zu sitzen, als ob er ausreichte. Die Erkenntnis, dass sie erst jetzt verstand, was damals gezeigt worden war, hatte die bittere Note aller Erkenntnisse, die zu spät kommen – aber auch die eigenartige Tröstlichkeit von etwas, das trotz allem angekommen ist. Der Regen begann, wie Dinge beginnen, wenn niemand zuschaut und keine Dramaturgie verlangt wird: unmerklich, dann unbestreitbar. Die ersten Tropfen verschwanden in dem Moos, das schon gesättigt war, und hinterließen keine Spur außer einer noch tieferen Stille. Dann mehr Tropfen, dann das gleichmäßige, vollständige Geräusch, das man entweder als Einschränkung oder als Befreiung wahrnehmen kann, je nachdem, wo man gerade steht. Nao erhob sich, und in dieser Bewegung war die ganze Geschichte eines Körpers lesbar, der Kompromisse eingegangen ist und gelernt hat, sie nicht als Niederlagen zu interpretieren. Sie gingen unter das Dach des Teehauses, ohne es zu besprechen, weil Dinge, die sich von selbst ergeben, keine Besprechung vertragen. Das Dach aus dunklen Ziegeln schluckte den Regen und gab ihn als Rhythmus zurück, und dieser Rhythmus hatte die Eigenschaft mancher Musik, den Gedanken nicht zu folgen, sondern ihnen voranzugehen. Yuki stand am Rand des Überdachten, dort, wo der Regen noch zu greifen war, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe seit Jahren ohne Kommentar erfüllte. Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein, versickerte, erschien irgendwann anderswo wieder – ein Kreislauf, der so vollständig in sich war, dass er keine Außenperspektive brauchte, um zu funktionieren. Nao hatte die Augen geschlossen und lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand, die Arme vor dem Körper gekreuzt mit der Entspanntheit von jemandem, dem der Regen nichts Unerwartetes mitteilt. Yuki fragte sich, ob Alter manchmal darin bestand, aufgehört zu haben, sich gegen das zu stellen, was ohnehin kommt – und ob das Resignation war oder etwas Genaueres, für das es kein gutes Wort gab. Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Bücher, die täglich ihre Hände passierten, an die Menschen, die nach Titeln fragten, ohne sagen zu können, wonach sie eigentlich suchten. Hier war das Gesuchte nicht in Titeln und nicht in Kategorien – es war in der Art, wie das Wasser das Moos durchtränkte, lautlos und vollständig und ohne den Wunsch, gesehen zu werden. Die Steinmauer gegenüber trug das Wasser, das an ihr herabrann, ohne sich davon affizieren zu lassen, weil Dinge, die alt genug sind, gelernt haben, was sie durchlässt und was nicht. Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte in diesem Garten zu finden, nicht ausgeblieben war, sondern eine andere Form angenommen hatte – keine akute, sondern eine chronische, die mit dem Blutkreislauf mitgeht und so selbstverständlich wird, dass man aufhört, zwischen ihr und sich selbst zu unterscheiden. Manche Abschiede, dachte sie, vollziehen sich nicht in einem Moment, sondern über Jahre, in kleinen, unbeobachteten Dosen, bis man eines Tages feststellt, dass man bereits abgeschlossen hat, ohne den Abschluss je aktiv vollzogen zu haben. Der Regen hörte auf, und die Stille, die danach eintrat, hatte eine andere Dichte als die Stille davor – komprimiert durch das, was sie aufgenommen hatte, und dadurch schwerer und haltbarer. Das Licht, das durch die aufbrechende Wolkendecke drang, fiel schräg und mit der eigentümlichen Intensität des Herbstes, der keine Energie verschwendet, weil er weiß, dass die Tage bereits kürzer werden. Das Moos auf der Steinmauer leuchtete in einem Grün, das so tief war, dass es weniger wie eine Farbe wirkte als wie eine Eigenschaft der Dinge selbst – als ob das Grün nicht auf dem Moos lag, sondern aus ihm heraus kam. Yuki wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ansah mit dem Blick eines Menschen, der keine Erwartungen an den Moment stellt und ihn deshalb vollständig bewohnen kann. Sie verbeugte sich – eine Geste, die in ihrer Knappheit mehr fasste als jede Formulierung es hätte tun können, weil sie keine Aussage machte, sondern eine Haltung einnahm. Nao erwiderte nichts, ließ eine Pause entstehen, die nicht leer war, sondern gefüllt mit der Selbstverständlichkeit von jemandem, der nie gelernt hat, Stille mit Worten zu verteidigen. Dann sagte er: „Die Karpfen sind nicht fort", und der Satz hatte die Ruhe von etwas, das nicht bewiesen werden muss, weil es wahr ist, und das weiß. Er sprach weiter, ohne die Stimme zu heben: „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund, im Dunkeln, und warten auf eine Wärme, die kommt, weil sie immer kam und weil das Wasser sich erinnert, auch wenn wir es vergessen." Yuki hörte den Satz und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, vielleicht von ihrer Großmutter, vielleicht von ihr selbst – und dass diese Unentscheidbarkeit nicht Unschärfe war, sondern Präzision. Sie nahm ihre Tasche und ging, weil Aufbrüche, wenn sie stimmen, keiner Vorbereitung bedürfen und keine Erklärung hinterlassen. Der Weg zurück zum Tor war derselbe Weg wie der Hinweg, aber er hatte die Qualität von etwas gewechselt, das man nicht beschreiben kann, ohne zu beschreiben, was man selbst getragen hat. Am Tor zog sie die Schuhe an mit Bewegungen, die sorgfältig waren, ohne dass sie es beabsichtigt hatte, und blieb einen Moment stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu registrieren. Hinter ihr bestand der Garten weiter, in seiner eigenen Zeit, nach seiner eigenen Logik, vollständig ohne sie – und das war nicht Verlassenheit, sondern eine Art von Freiheit, die beiden gehörte. Yuki ging, und der Weg zur Station war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal keinen Widerstand in sich trug, gegen den die Schritte ankämpfen mussten. Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das Fensterglas, dessen Kälte genau jener der Steine am Morgen entsprach, und schaute auf die Felder, die im flachen Oktoberlicht an ihr vorüberzogen. Sie dachte nicht nach, sie ließ denken – ein Modus, den die meisten Menschen erst lernen, wenn sie lange genug aufgehört haben, ihn zu erzwingen. Die Leere war da, wie sie gewusst hatte, dass sie da sein würde, aber sie hatte nicht die Form eines Lochs, sondern die Form eines Beckens – etwas, das halten kann, wenn man aufhört, es zu füllen. Darunter, im Dunkeln, im Schlamm, im Warten – das, was nicht stirbt, sondern die Form wechselt und auf einen Frühling wartet, der kommt, weil das Wasser es sich gemerkt hat, auch wenn man es vergessen hat. == 82 == 1 -------------------- Hana ist 29 Jahre alt. Sie arbeitet in einem Laden, der die ganze Nacht offen ist. Der Laden ist in Tokio. Hana kommt spät nach Hause. Es ist fast elf Uhr nachts. Die Wohnung ist klein. Sie hat nur ein Zimmer. Hana macht die Tür auf. Es ist still in der Wohnung. Nur der Kühlschrank macht ein Geräusch. Er summt leise, immer gleich. Hana zieht ihre Schuhe aus. Sie stellt sie ordentlich nebeneinander. Dann stellt sie noch ein anderes Paar daneben. Diese Schuhe sind schwarz und klein. Sie gehören nicht ihr. Sie gehören Ryo. Aber Ryo wohnt nicht mehr hier. Er ist vor einem halben Jahr gegangen. Hana macht kein Licht an. Sie braucht kein Licht. Der Kühlschrank leuchtet ein bisschen. Das Licht liegt hell auf dem Boden. Hana geht ins Bad. Es ist dunkel. Sie sucht mit der Hand nach dem Waschbecken. Dort stehen zwei Zahnbürsten in einem Becher. Eine ist ihre. Die andere ist Ryos Zahnbürste. Hana nimmt sie in die Hand. Die Borsten sind hart und trocken. Niemand hat sie seit Monaten benutzt. Hana hält sie eine Weile. Dann legt sie die Zahnbürste zurück. Sie putzt sich die Zähne. Sie spuckt aus und wäscht sich das Gesicht. Den Becher stellt sie nicht gerade. Er steht ein bisschen schief. Hana geht zurück in das Zimmer. Sie öffnet den Kühlschrank. Es ist nicht viel darin. Eine halbe Zitrone liegt ganz vorne. Sie ist in Folie eingewickelt. Dahinter stehen zwei Dosen Bier. Ein Stück Tofu schwimmt in Wasser. Ganz hinten liegt eine kleine Schachtel. Darin sind Kirschen. Die Kirschen sind schon weich. Hana nimmt eine Kirsche heraus. Sie isst sie langsam. Der Kern liegt jetzt in ihrer Hand. Sie geht zum Fenster. Sie legt den Kern auf die Fensterbank. Dort liegen schon mehr Kerne. Hana schaut sie an. Dann geht sie zum Bett. Sie legt sich hin, aber sie schläft nicht. Das Summen des Kühlschranks ist da. Dann hört es auf. Es ist ganz still. Hana wartet. Der Kühlschrank summt wieder. Draußen fährt ein Zug vorbei. Er ist weit weg. Es klingt leise, fast wie ein Atemzug. Hana denkt an nichts Bestimmtes. Sie denkt nicht an Ryo. Oder vielleicht doch ein bisschen. Sie weiß es nicht genau. Sie weiß nicht, warum die Zahnbürste noch da ist. Sie weiß nicht, warum sie die Kirschkerne aufhebt. Aber sie tut es trotzdem, jede Nacht. Der Kühlschrank summt weiter. Hana macht die Augen zu. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Hana ist neunundzwanzig Jahre alt und arbeitet in einem Kombini, einem kleinen Laden, der nie schließt. Der Laden liegt in Tokio, mitten in einem ruhigen Viertel, das nachts fast leer ist. Jeden Abend geht Hana nach der Spätschicht nach Hause, und meistens ist es schon nach elf. Die Wohnung ist sehr klein, aber Hana kennt jeden Winkel davon, auch im Dunkeln. Sie macht die Tür auf und hört sofort das vertraute Summen des Kühlschranks. Das Summen ist gleichmäßig und ruhig, wie immer, wie jeden Abend. Hana stellt ihre Schuhe ordentlich nebeneinander, dann stellt sie ein zweites Paar daneben. Die schwarzen Sneakers sind zu klein für sie, aber sie stellt sie trotzdem jeden Abend dorthin. Sie gehören Ryo, der vor einem halben Jahr ausgezogen ist und nie zurückgekommen ist. Hana macht kein Licht an, weil das Licht des Kühlschranks durch den Türspalt reicht. Es wirft ein helles Rechteck auf den Boden, und Hana schaut es kurz an, bevor sie weitergeht. Im Bad ist es dunkel, aber ihre Hand findet den Becher am Waschbecken sofort. Darin stehen zwei Zahnbürsten, eine rote und eine blaue, nebeneinander wie immer. Hana nimmt die blaue Zahnbürste, hält sie in der Hand und spürt, dass die Borsten ganz hart sind. Ryo hat sie seit Monaten nicht benutzt, aber Hana stellt sie jedes Mal wieder zurück. Sie putzt sich die Zähne, wäscht das Gesicht mit kaltem Wasser und geht zurück ins Zimmer. Dann setzt sie sich auf den Boden vor den offenen Kühlschrank und schaut hinein. Eine halbe Zitrone liegt vorne, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana sie schon lange nicht mehr braucht. Dahinter stehen zwei Dosen Bier, kalt und unberührt, weil Hana sie nicht wirklich trinken will. Ein Stück Tofu schwimmt in einem kleinen Behälter mit Wasser, und ganz hinten liegt eine Schachtel mit Kirschen. Die Kirschen sind weich geworden, aber noch nicht schlecht, also nimmt Hana eine heraus. Sie isst sie langsam, kaut, schluckt, und der Kern liegt dann in ihrer offenen Handfläche. Hana steht auf, geht zum Fenster und legt den Kern auf die Fensterbank. Dort liegen schon sieben oder acht Kerne in einer kleinen Reihe, alle von früheren Nächten. Sie schaut sie kurz an, dann lässt sie das Fenster geschlossen und geht zum Bett. Hana legt sich hin und starrt an die Decke, während das Summen des Kühlschranks durch die Wohnung trägt. Manchmal hört das Summen kurz auf, weil der Thermostat abschaltet, und dann ist es für ein paar Sekunden ganz still. In dieser Stille denkt Hana meistens nichts, oder sie denkt, dass sie nichts denkt, was vielleicht dasselbe ist. Dann schaltet der Kühlschrank wieder an, und das Summen kommt zurück, und Hana atmet langsam aus. Draußen fährt ein Nachtzug vorbei, weit weg, kaum zu hören, fast wie ein Geräusch aus einem Traum. Hana weiß nicht genau, warum die Zahnbürste noch im Becher steht, und sie fragt sich das auch nicht wirklich. Sie weiß nur, dass sie sie jeden Abend in die Hand nimmt und jeden Abend zurückstellt. Das ist ihre Art, die Zeit zu messen, nicht mit Kalender oder Uhr, sondern mit kleinen, stillen Gesten. Der Kühlschrank summt weiter, gleichmäßig und geduldig, und irgendwann macht Hana die Augen zu. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Hana kommt kurz nach halb zwölf nach Hause, und während sie die Wohnungstür aufschließt, hört sie schon das leise, gleichmäßige Summen, das sie jeden Abend erwartet. Der Kühlschrank läuft seit Jahren ohne Unterbrechung, auch wenn sonst nichts in der Wohnung funktioniert wie es soll. Sie zieht ihre Schuhe aus, stellt sie akkurat an die Wand, und daneben stellt sie, wie jeden Abend, Ryos schwarze Sneakers, als würde er gleich nach Hause kommen. Er kommt nicht. Das weiß sie, aber die Schuhe stehen trotzdem dort, weil es sich falsch anfühlt, sie wegzuräumen, als würde sie damit etwas endgültig machen, was noch nicht ganz fertig ist. Die Wohnung ist dunkel, aber Hana macht kein Licht an, weil das matte Leuchten des Kühlschranks durch den Türspalt ausreicht, um sich zu orientieren. Sie geht ins Bad, findet den Becher am Waschbecken mit der Hand, und ihr Finger berührt zuerst die rote, dann die blaue Zahnbürste, wie immer in dieser Reihenfolge. Die blaue gehört Ryo, und die Borsten sind so steif, dass man meinen könnte, sie wäre neu, dabei ist es fast sieben Monate her, seit jemand sie benutzt hat. Hana hält sie ein paar Sekunden in der Hand, ohne bestimmten Grund, oder vielleicht doch aus einem Grund, den sie sich selbst nicht erklären will. Dann legt sie die Bürste zurück, putzt sich die Zähne, spuckt aus, und das kalte Wasser beim Abwaschen weckt sie ein wenig aus der Stumpfheit des langen Abends. Zurück im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht weil sie Hunger hätte, sondern weil das Licht dort warm ist und der Kühlschrank zuverlässig summt, was in dieser Wohnung keine Selbstverständlichkeit ist. Drinnen liegt eine halbe Zitrone, seit Tagen schon, fest in Klarsichtfolie gewickelt, als würde Hana sie aufheben für eine Mahlzeit, die sie nie kocht. Zwei Bierdosen stehen im zweiten Fach, kalt und unbewegt, und Hana greift manchmal danach, stellt sie aber meistens wieder zurück, bevor sie die Dose öffnet. Heute auch. Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser leicht trüb geworden ist, liegt die kleine Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor vier Tagen gekauft hat, ohne genau zu wissen warum, denn Kirschen kauft man eigentlich nicht für sich allein. Sie nimmt eine, legt sie auf die Zunge, beißt langsam durch, und der Saft ist süß mit einem leichten Stich ins Saure, was Hana als angenehm empfindet. Den Kern legt sie in die Handfläche, geht zum Fenster, und stellt ihn auf die Fensterbank zu den anderen, die dort in einer ungeraden Reihe liegen wie kleine Zeugen vergangener Nächte. Sie zählt sie nicht. Irgendwann geht sie ins Bett, legt sich auf die Seite und hört auf das Summen, das durch die dünnen Wände trägt wie ein Ton, der keine Melodie ergibt, aber trotzdem nicht stört. Das Thermostat schaltet ab, die Stille ist plötzlich vollständig, und Hana merkt, wie sie auf das Wiedereinschalten wartet, ohne es zu wollen. Der Kühlschrank springt an. Draußen zieht ein Zug vorbei, so weit entfernt, dass man ihn eher ahnt als hört, ein dumpfes Rauschen, das schnell wieder verschwindet und die Stille noch stiller macht. Hana denkt nicht an Ryo. Zumindest sagt sie sich das, während sie an der Decke entlangschaut, die im schwachen Licht des Kühlschranks kaum zu sehen ist. Die Zahnbürste, die Schuhe, die Kirschen, das Summen, das Warten auf das Summen, das alles ist kein Trauern, denkt Hana, das ist einfach, wie die Tage jetzt aussehen. Der Kühlschrank summt. Hana macht die Augen zu. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch im Treppenhaus das gleichmäßige Summen des Kühlschranks hört, das durch die dünne Holztür dringt wie ein Herzschlag, der nicht aufgehört hat zu schlagen, obwohl der Körper, dem er gehörte, längst fort ist. Sie tritt ein, ohne Licht zu machen, weil die vertraute Dunkelheit ihr weniger abverlangt als der harte Schein der Deckenlampe, unter dem die Wohnung immer ein wenig zu leer aussieht. Die Schuhe zieht sie aus und stellt sie an ihren Platz, dann greift sie, fast ohne hinzusehen, nach Ryos schwarzen Sneakers, die sie jeden Morgen zur Seite räumt und jeden Abend wieder hinstellt, nicht aus Sentimentalität, wie sie sich sagt, sondern weil die Lücke daneben sonst zu auffällig wäre. Ryo ist seit sechs Monaten und elf Tagen weg, obwohl Hana vorgibt, die Tage nicht zu zählen, und es doch tut, weil das Zählen die einzige Form von Kontrolle ist, die ihr in dieser Sache geblieben ist. Der Kühlschrank wirft ein milchiges Rechteck Licht auf den Linoleumboden, das sich leicht verzerrt, wo die Folie an einer Ecke hochsteht, und Hana tritt bewusst darauf, wenn sie daran vorbeigeht, weil das Geräusch, das es macht, ihr für einen Moment das Gefühl gibt, etwas zu verändern. Im Bad tastet sie sich zum Waschbecken vor und findet den Becher ohne Licht, weil ihre Hand in den vergangenen Monaten eine eigene Erinnerung entwickelt hat, die unabhängig von ihr funktioniert und deshalb manchmal erschreckend präzise ist. Ryos Zahnbürste ist blau, und die Borsten sind so steif wie am Tag, an dem sie neu war, was bedeutet, dass er sie hier gelassen hat, nicht vergessen, sondern zurückgelassen, was ein Unterschied ist, auch wenn Hana sich nicht sicher ist, welcher der schlimmere wäre. Sie hält die Zahnbürste in der Hand, länger als nötig, spürt das glatte Plastik, das keine Information trägt außer der, dass es da ist, und stellt sie dann zurück, ohne den Becher geradzurücken, weil ein gerader Becher bedeuten würde, dass man sich kümmert. Sie putzt sich die Zähne mit methodischer Gleichgültigkeit, spuckt aus, betrachtet ihr Gesicht einen Moment im Spiegel, der im Dunkeln nur eine dunkle Fläche zurückwirft, und findet das ehrlicher als das, was sie bei Licht darin sieht. Dann lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, so wie man sich vor ein Feuer setzt, nicht aus Hunger, sondern wegen der Wärme und weil das Licht etwas Verlässliches hat in einer Wohnung, in der sich sonst sehr wenig verlässlich anfühlt. Die halbe Zitrone liegt seit einer Woche im ersten Fach, präzise in Klarsichtfolie gewickelt, und Hana fragt sich manchmal, für wen sie das eigentlich tut, dieses sorgfältige Aufbewahren von Dingen, die sie nicht mehr braucht und die sie trotzdem nicht wegwirft. Zwei Bierdosen stehen im zweiten Regal, und Hana greift heute tatsächlich nach einer, hält sie in der Hand, spürt die Kälte durch die Handfläche, und stellt sie dann doch zurück, weil Biertrinken allein um halb eins eine Geste wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen. Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser eine leichte Trübung angenommen hat, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana gekauft hat, obwohl Kirschen sich für eine Person kaum lohnen und die Schachtel eindeutig für zwei ausgelegt ist. Sie nimmt eine, isst sie mit der Konzentration, die sie allem gibt, was allein geschieht, und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein kleines, unnötiges Andenken. Sie geht zum Fenster und legt ihn zu den anderen, die dort in einer unregelmäßigen Reihe liegen, sieben oder acht, sie zählt sie heute nicht, weil das Zählen ihr zu deutlich sagen würde, wie viele Abende das bereits sind, und das ist eine Information, die sie gerade nicht braucht. Im Bett liegt sie auf dem Rücken, Augen offen, und hört dem Kühlschrank zu, der sein gleichmäßiges Summen durch die Wohnung schickt wie eine Botschaft ohne Inhalt, rein formal, rein mechanisch, und gerade deshalb irgendwie tröstlich. Das Thermostat schaltet ab, und die Stille, die folgt, ist von einer Qualität, die Hana körperlich wahrnimmt, eine Art Druck auf den Ohren, ein Innehalten des ganzen Raums, und sie merkt, dass sie die Luft anhält, bis der Kühlschrank wieder anspringt, was er nach einigen Sekunden tut, zuverlässig wie immer, und Hana atmet aus wie nach einer bestandenen Probe. Draußen gleitet ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen kaum mehr als eine Ahnung, ein Laut, der die Stille nicht bricht, sondern ihr eine Tiefe gibt, die sie ohne ihn nicht hätte. Hana denkt an Ryo, was sie sich eigentlich verboten hat, aber das Verbot funktioniert nicht besonders gut in den Stunden nach Mitternacht, wenn der Kühlschrank summt und die Zahnbürste im Bad steht und die Kirschen auf der Fensterbank liegen und alles gleichzeitig nichts bedeutet und zu viel bedeutet, was im Grunde dasselbe ist. Sie weiß nicht, wann das aufhören wird, dieses Nachtmessen der Zeit mit stillen Gesten, aber sie weiß, dass der Kühlschrank morgen früh noch summen wird, wenn sie aufsteht, und dass das, vorerst, genug sein muss. Der Kühlschrank summt. Hana schließt die Augen. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch bevor sie eintritt das Summen des Kühlschranks wahrnimmt, dieses dumpfe, gleichmäßige Brummen, das sich durch die Holztür ins Treppenhaus schiebt wie ein Beweis dafür, dass drinnen noch etwas am Leben ist, auch wenn das Leben, das sie sich darin vorgestellt hatte, sich inzwischen anders verteilt hat. Sie tritt ein. Die Dunkelheit der Wohnung empfängt sie nicht feindlich, sondern neutral, mit der Gleichgültigkeit von Räumen, die aufgehört haben zu warten, und Hana ist dankbar dafür, weil Gleichgültigkeit sich leichter tragen lässt als das Gegenteil. Sie macht kein Licht, nicht aus Gewohnheit, sondern weil das Licht die Proportionen verändert, die Leere sichtbarer macht, das zweite Kissen betont, den ungenutzten Haken neben der Tür, an dem seit einem halben Jahr keine fremde Jacke mehr hängt. Die Schuhe zieht sie aus, stellt sie mit der präzisen Beiläufigkeit hin, die entsteht, wenn man eine Handlung oft genug wiederholt, dass sie aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und daneben stellt sie Ryos Sneakers, schwarz, zu klein für ihre Füße, unberührt seit dem Tag, an dem er die Tür hinter sich zugezogen hat, ohne zu schlagen, was schlimmer war als schlagen. Der Kühlschrank wirft sein milchiges Licht durch den Türspalt und legt ein verzerrtes Rechteck auf den Linoleumboden, dessen angehobene Ecke Hana beim Vorbeigehen mit dem Zeh flachhält, eine kleine, sinnlose Geste, die sie trotzdem macht, weil der Körper Rituale entwickelt, wo der Geist keine Entscheidungen mehr treffen will. Im Bad navigiert sie ohne Licht zum Waschbecken, ihre Hand findet den Becher mit einer Sicherheit, die ihr manchmal unheimlich ist, weil sie zeigt, wie vollständig sich das Vermissen in die Motorik eingeschrieben hat, in die Muskelgedächtnisse kleiner Abende, die alle gleich aussehen und trotzdem nicht aufhören, etwas zu bedeuten. Zwei Zahnbürsten stehen im Becher, eine rote, eine blaue, und Hana nimmt die blaue mit einer Selbstverständlichkeit, die sie sich gleichzeitig verbietet und erlaubt, hält sie in der Hand und registriert die Härte der Borsten, die nichts vergessen haben, weil sie nichts zu vergessen haben, weil nichts an ihnen gebraucht wurde, seit Ryo sie hier zurückgelassen hat, nicht vergessen, gelassen, was ein Unterschied ist, den Hana seit Monaten hin und her wendet, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Sie stellt die Zahnbürste zurück, putzt sich die Zähne mit der mechanischen Präzision der Erschöpfung, und das kalte Wasser beim Abwaschen zieht sie für einen Moment aus der tauben Gleichförmigkeit der letzten Stunden heraus, gibt ihr Kontur, ohne ihr etwas Wichtiges mitzuteilen. Ihr Gesicht im Spiegel ist bei diesem Licht nicht zu sehen, was Hana als angemessen empfindet, weil das Gesicht, das sie dort meistens vorfindet, eine Frage stellt, auf die sie noch keine Antwort hat. Im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht aus Hunger, nicht aus Durst, sondern weil das Licht dort warm und beständig ist und das Summen aus dieser Nähe eine Körperlichkeit bekommt, die sich anfühlt wie Gesellschaft, was sie sofort für einen sentimentalen Gedanken hält und dann doch gelten lässt, weil es nach Mitternacht für Korrektheit zu spät ist. Der Kühlschrankinhalt hat sich seit Wochen kaum verändert: die halbe Zitrone im ersten Fach, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana nicht mehr kocht und die Zitrone irgendwann einfach da sein wird, ohne jemals gebraucht worden zu sein, wie manches andere auch. Zwei Bierdosen im zweiten Fach, unberührt und kalt, nach denen Hana greift und die sie zurückstellt, weil das Öffnen einer Dose allein um Mitternacht eine Aussage wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen, noch nicht, obwohl das noch nicht mit jedem Abend etwas kleiner wird. Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen trübes Wasser ihr sagt, dass sie morgen handeln müsste, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor fünf Tagen in einem Impuls gekauft hat, den sie sich nicht ganz erklären kann, außer dass die Schachtel so ausgesehen hat, als wäre sie für zwei Menschen gedacht, und dass sie sie trotzdem genommen hat, vielleicht gerade deshalb. Sie nimmt eine Kirsche, isst sie langsam, mit einer Aufmerksamkeit, die Einsamkeit erzeugt, wenn man ihr zu viel Raum gibt, und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein Argument, das sie nicht führen will, aber auch nicht ablegen kann. Am Fenster legt sie ihn zu den anderen, sieben oder acht, sie zählt sie nicht mehr, weil die Zahl aufgehört hat, Information zu sein, und eine Art Anklage geworden ist, gegen wen genau, weiß Hana nicht, was die Sache nicht besser macht. Im Bett liegt sie auf dem Rücken, die Augen an die Decke gerichtet, und folgt dem Summen des Kühlschranks, das durch die Wohnung trägt mit der Beharrlichkeit von Dingen, die keinen Grund brauchen weiterzumachen, weil ihre Funktion kein Bewusstsein voraussetzt, kein Wollen, keine Erinnerung an das, was einmal gewesen ist, und gerade darin liegt etwas, das Hana als Trost empfindet, obwohl sie das Wort dafür nicht verwenden würde, wenn sie gefragt würde. Das Thermostat schaltet ab. Die Stille, die folgt, ist von einer Vollständigkeit, die Hana körperlich wahrnimmt, ein Nachlassen von etwas, das sie nicht als Druck registriert hatte, solange es da war, und sie merkt, dass sie die Luft anhält, wartet, auf nichts Bestimmtes außer dem Einschalten, das nach einigen Sekunden kommt, zuverlässig, uninteressiert an ihr, und in diesem Gleichmut liegt die eigentliche Beruhigung: der Kühlschrank summt weiter, ohne dass sie etwas dafür tun muss. Draußen streicht ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen so weit gedämpft, dass es sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie eine Verdichtung der Stille, ein kurzes Zeichen, dass anderswo Bewegung stattfindet, Menschen von einem Ort zum anderen, mit Gepäck und Absichten, während Hana still liegt und das Summen eines Kühlschranks zählt. Sie denkt an Ryo, oder genauer: sie lässt zu, dass er in die Stille eintritt, die das Thermostat erzeugt hat, ein Gesicht ohne Schärfe, eine Stimme ohne Wortlaut, mehr Textur als Bild, und sie weiß, dass das, was hier im Dunkeln weiterläuft, kein Trauern ist in dem Sinne, den das Wort vorschlägt, sondern etwas Ruhigeres und Zäheres: das langsame Umorganisieren eines Lebens, dem ein Gegengewicht fehlt, das es nie explizit als Gegengewicht bezeichnet hat, solange es da war. Die Zahnbürste steht im Becher. Die Schuhe stehen an der Tür. Die Kirschkerne liegen auf der Fensterbank. Der Kühlschrank summt. Hana schließt die Augen, nicht weil sie schlafen will, sondern weil die Dunkelheit hinter den Lidern wenigstens eine ist, die sie selbst gewählt hat, und das, in dieser Nacht, genug ist. == 83 == 1 -------------------- Oktober Anders ist sechsunddreißig Jahre alt. Er wohnt in einer alten Holzkirche. Die Kirche liegt am Rand eines Fjords. Das Wasser ist grau und kalt. Anders hat die Kirche von seinem Onkel geerbt. Das Dach ist kaputt. Wenn es regnet, tropft das Wasser in einen Eimer. Plink. Plink. Plink. Anders hört den Tropfen zu. Er zählt sie nicht. Er hört nur zu. Die Heizung ist alt und laut. Am Morgen ist die Luft kalt im Haus. Anders steht auf und macht Kaffee. Er trinkt ihn am Küchentisch. Draußen regnet es. Der Regen kommt seitlich vom Meer. Es ist Oktober. Sein Nachbar heißt Lars. Lars ist achtundsechzig Jahre alt. Er kommt jeden zweiten Tag vorbei. Er klopft nicht an. Er setzt sich einfach auf die Bank. Er legt Tabak auf den Tisch. Lars sagt wenig. Anders auch. Das ist in Ordnung. Heute sagt Lars: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt. Lars steht auf und geht. Die Tür fällt zu. Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. Anders repariert Bootsmotoren. Das ist seine Arbeit. Die Nachbarn bezahlen ihn manchmal mit Kaffee. Manchmal sagen sie einfach danke. Das reicht ihm. Er war früher Bootsbauer. Das ist lange her. Jetzt ist er niemand Bestimmtes. Am Nachmittag kommt die Post. Anders nimmt einen Umschlag. Es ist keine Rechnung. Es ist eine Postkarte. Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. Die Farben sind sehr hell. Er dreht die Karte um. Da stehen nur wenige Wörter. „Komm nach Oslo." Die Karte ist von Mette. Mette war seine Freundin. Seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben. Anders liest die Karte einmal. Er liest sie zweimal. Er liest sie dreimal. Dann legt er sie auf den Fenstersims. Die Vorderseite zeigt nach unten. Er schaut auf den Fjord. Die Fähre fährt vorbei. Der Sound des Motors wird kleiner und kleiner. Dann ist es wieder still. Es wird früh dunkel. Um vier Uhr ist der Himmel schon schwarz. Anders zündet eine Kerze an. Er stellt sie auf das alte Klavier. Das Klavier spielt niemand. Aber es steht dort, seit Anders hier wohnt. Er setzt sich auf den Stuhl davor. Er schaut die Flamme an. Er denkt nicht viel. Er entscheidet nichts. Die Heizung tropft. Das Wasser schlägt gegen die Pfähle draußen. Anders sitzt still. Die Kerze wird kleiner. Dann geht sie aus. Im Dunkeln ist es ruhig. Draußen fängt es an zu schneien. Die Flocken fallen leise. Fast ohne Geräusch. Anders bleibt sitzen. Er wird nicht nach Oslo fahren. Er bleibt hier. Nicht weil er muss. Sondern weil er keinen Grund hat zu gehen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Oktober Anders wohnt seit zwei Jahren in einer alten Holzkirche am Rand eines norwegischen Fjords. Die Kirche hat er von seinem Onkel geerbt, aber er hat sie nie wirklich gewollt. Das Dach ist undicht, und wenn es regnet, stellt er einen Eimer in die Küche. Er hört dem Tropfen zu: plink, plink, plink. Er zählt sie nicht, aber er kennt den Rhythmus. Draußen ist das Wasser grau, und der Wind kommt direkt vom Meer. Es ist Oktober, und der Regen fliegt fast horizontal gegen die Fensterscheiben. Anders sitzt am Küchentisch mit einer Tasse Kaffee, die längst kalt ist. Er trinkt sie trotzdem, weil er aufstehen müsste, um eine neue zu machen. Das Haus ist still, nur die Heizung macht manchmal ein leises Geräusch. Lars kommt jeden zweiten Tag, immer ohne anzuklopfen. Er ist achtundsechzig Jahre alt und wohnt einen Kilometer weiter am Ufer. Er setzt sich auf die Bank, legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch und sagt nichts. Anders sagt auch nichts, und das ist zwischen ihnen vollkommen normal. Nach zehn Minuten sagt Lars nur: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt, und Lars steht auf und geht durch die Tür, ohne sich umzudrehen. Der Tabak bleibt auf dem Tisch, weil Lars ihn immer vergisst oder absichtlich dalässt. Anders repariert Bootsmotoren für die Leute in der Gegend. Manche bezahlen ihn mit Geld, andere bringen Kaffee oder sagen einfach nichts. Er war früher Bootsbauer in Bergen, aber das fühlt sich an wie ein anderes Leben. Jetzt ist er jemand, der hier wohnt und Dinge repariert, die andere wegwerfen würden. Am Nachmittag liegt eine Postkarte im Briefkasten zwischen zwei Rechnungen. Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Hafen von Oslo, die Farben sind zu grell für diesen Tag. Er dreht die Karte um und liest die Worte, die Mette geschrieben hat: „Komm nach Oslo." Mette war seine Freundin, aber seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben und nicht angerufen. Er liest die Karte dreimal, nicht weil er sie nicht versteht, sondern weil er Zeit braucht. Dann legt er sie mit der Vorderseite nach unten auf den Fenstersims. Draußen fährt gerade die Abendfähre vorbei, der Motor klingt tief und gleichmäßig. Das Geräusch wird kleiner, bis der Fjord wieder still ist. Um vier Uhr wird es dunkel, wie jeden Tag in diesem Monat. Anders zündet eine einzelne Kerze an und stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke. Das Klavier steht dort seit er einzog, und er hat es noch kein einziges Mal gespielt. Er setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die Flamme an, ohne einen bestimmten Gedanken. Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt regelmäßig gegen die Holzpfähle der Anlegestelle. Die Kerze wird kleiner und kleiner, bis sie ausgeht und das Zimmer dunkel ist. Er wird nicht nach Oslo fahren. Das weiß er nicht, weil er es entschieden hat, sondern weil er keinen Grund spürt zu gehen. Draußen beginnt es zu schneien, leise und fast ohne Übergang, wie alles hier. Anders bleibt sitzen im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der keinen Laut macht. Das Leben vergeht hier still, und das ist keine Klage, nur eine Beobachtung. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Oktober Anders ist sechsunddreißig, und er lebt seit zwei Jahren in einer Holzkirche, die eigentlich niemand mehr haben wollte. Sie steht am Ende einer unbefestigten Straße, wo der Fjord aufhört und das Nichts anfängt. Das Dach hat drei undichte Stellen, und je nachdem, wie stark der Wind steht, tropft es an verschiedenen Orten. Er hat gelernt, die Eimer richtig zu stellen, ohne darüber nachzudenken. Die Heizung ist alt, sie arbeitet laut und schlecht, aber sie arbeitet noch, und das zählt. Der Oktober ist hier kein Monat, er ist ein Zustand. Das Licht kommt nie wirklich an, es bleibt grau, flach, nah am Wasser hängend wie Nebel ohne Nebelcharakter. Anders sitzt morgens am Tisch mit kaltem Kaffee, schaut auf den Fjord und wartet auf nichts Bestimmtes. Er repariert Bootsmotoren für die Nachbarn, die meisten sind alt, die Motoren und die Nachbarn gleichermaßen. Bezahlt wird in Kaffee, in einem kurzen Nicken, oder gar nicht, und Anders hat keine Präferenz. Lars kommt jeden zweiten Tag, öffnet die Tür ohne zu klopfen und setzt sich auf die Bank unter dem Fenster. Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch, als würde er es ablegen wollen, und lehnt sich zurück. Sie schweigen gut zusammen, was seltener ist, als es klingt, weil Schweigen meistens Erwartung enthält. Zwischen Anders und Lars enthält es nichts, es ist einfach Luft, die niemand füllen muss. Heute sagt Lars nach einer Weile, ohne die Stimme zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt, Lars steht auf, geht, und der Tabak liegt noch auf dem Tisch, wie immer. Die Post kommt mit der alten Fähre, die zweimal täglich anlegt und meistens nichts bringt, was zählt. Heute bringt sie eine Postkarte, und Anders erkennt die Handschrift, bevor er den Namen liest. Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das hier nicht existiert, zu gelb, zu warm, zu gewollt. Er dreht die Karte um und liest: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." Er liest den Satz zweimal, nicht weil er schwer zu verstehen ist, sondern weil er irgendwo landet. Dann legt er die Karte mit der Bildseite nach unten auf den Fenstersims und schaut hinaus. Die Abendfähre zieht gerade durch den Fjord, ihr Motor trägt weit über das Wasser, dann ist er weg. Es wird dunkel um vier, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Licht nicht anmachen will. Er stellt sie auf das Klavier, das seit seinem Einzug dort steht und von niemandem gespielt wird, auch von ihm nicht. Er setzt sich davor und schaut in die Flamme, ohne dass ein Gedanke sich festsetzt oder eine Entscheidung sich formt. Draußen schlägt das Wasser gleichmäßig gegen die Pfähle, drinnen tropft die Heizung in den Eimer. Die Kerze brennt herunter, langsam, gleichmäßig, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen. Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt, und er weiß auch, dass es kein Entschluss ist. Es ist eher das Fehlen eines Grundes, der stark genug wäre, ihn von diesem Stuhl zu heben. Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne Übergang, wie hier immer die Dinge beginnen. Die Flocken fallen still auf den Fjord, der sie aufnimmt, ohne eine Spur zu zeigen. Anders hört zu, obwohl Schnee kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der Punkt. Manchmal ist das Leben ein stilles Vergehen, und manchmal reicht es, dabei zu sein. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Oktober Anders ist sechsunddreißig, bewohnt seit zwei Jahren eine geerbte Holzkirche am Ende einer Schotterstraße, und hat aufgehört, das als vorübergehend zu betrachten. Die Kirche liegt dort, wo der Fjord sich in eine schmale Bucht zurückzieht und die Straße aufgibt, ohne Erklärung. Das Dach hat drei Stellen, die bei Regen nachgeben, und Anders kennt sie so gut, dass er die Eimer im Halbschlaf richtig stellt. Nicht Gewöhnung, eher Kapitulation vor dem Zustand, den man irgendwann aufhört zu reparieren, weil er zum Haus gehört wie der Geruch nach Holz und altem Weihrauch. Die Heizung tropft in einen Blecheimer unter der Abzweigung des Heizkörpers, plink, und dieser Tropfen ist manchmal das einzige Geräusch im Haus, das zuverlässig wiederkehrt. Der Oktober an dieser Küste ist kein Monat, den man erlebt, sondern einer, den man aushält, weil das Licht nie wirklich ankommt und der Regen oft horizontal fliegt. Anders sitzt morgens am Küchentisch, die Hände um eine Tasse, die schon lange nicht mehr warm ist, und schaut durch das beschlagene Fenster auf das graugrüne Wasser. Er war Bootsbauer in Bergen, damals, aber das fühlt sich weniger wie eine Vergangenheit an als wie eine Biografie, die jemand anderem gehört. Jetzt repariert er die alten Außenbordmotoren der Nachbarn, er tut es gut und ohne Aufhebens, und die Bezahlung ist meistens Kaffee oder Schweigen, beides nimmt er. Lars ist achtundsechzig, wohnt einen Kilometer weiter am Ufer, und kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, als wäre die Tür seiner. Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch mit einer Geste, die Vertrautheit ausdrückt und gleichzeitig nichts verlangt, dann lehnt er sich zurück und schweigt. Das Schweigen zwischen den beiden hat eine Qualität, die Anders mit niemandem sonst kennt, weil es kein Warten enthält, keine unterschwellige Erwartung, nur Luft. Heute, nach vielleicht zehn Minuten, sagt Lars, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss, der Tabak bleibt auf dem Tisch, und alles ist wie vorher, nur mit einem Satz mehr in der Luft. Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und Anders holt sie selten sofort, weil sie meistens nichts enthält, das Eile rechtfertigt. Heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, und er erkennt Mettes Handschrift, noch bevor er die Karte vollständig aus dem Umschlag gezogen hat. Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das es hier nicht gibt, zu satt, zu zuversichtlich, als wäre die Stadt froh über sich selbst. Er dreht die Karte um und liest den Satz, den sie geschrieben hat: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." Sechs Monate Stille, und dann dieser Satz, knapp, ohne Anklage, aber mit einem Haken, der sitzt, weil er keine Antwort ist und keine Frage, sondern beides gleichzeitig. Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims, und die Abendfähre schiebt sich gerade durch den Fjord, ihr tiefes Motorgeräusch zieht über das Wasser und verweht. Er schaut ihr nach, bis das Geräusch weg ist, dann ist der Fjord wieder so still, als wäre nichts gewesen. Um vier ist der Himmel schwarz, was hier im Oktober kein Ereignis ist, sondern Tagesablauf. Anders zündet eine einzelne Kerze an, stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das seit seinem Einzug dort steht wie ein stilles Versprechen, das niemand einzulösen beabsichtigt. Er setzt sich auf den Hocker davor und schaut in die Flamme, nicht meditativ, nicht traurig, einfach schauend, weil der Abend nichts anderes verlangt. Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt in kurzen, gleichmäßigen Intervallen gegen die morschen Pfähle der alten Anlegestelle, und irgendwo hinter dem Fjord heult kurz der Wind. Die Kerze brennt langsam herunter, gleichmäßig, ohne Zug, und als die Flamme ausgeht, bleibt Anders im Dunkeln sitzen, ohne das Licht anzumachen. Er wird nicht nach Oslo fahren, aber es ist kein Entschluss, eher die Abwesenheit eines Grundes, der schwer genug wäre, ihn von diesem Ort zu heben. Mettes Satz hängt noch irgendwo im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die ehrliche Antwort ist, dass er keine Antwort hat, nicht weil er ausweicht, sondern weil die Frage selbst falsch gestellt ist. Draußen beginnt es zu schneien, lautlos, fast ohne Übergang, wie alle Dinge hier beginnen, die bleiben. Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden, ohne eine Spur zu hinterlassen, als hätte es sie nie gegeben. Anders hört zu, obwohl Schnee nichts hörbar macht, und vielleicht ist genau das der einzige Satz, der heute noch stimmt. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Oktober Anders ist sechsunddreißig, und er hat aufgehört, die Zeit zu messen, seit er begriffen hat, dass das Zählen von Tagen eine Aktivität für Menschen ist, die noch irgendwo hinmüssen. Die Kirche, die er vor zwei Jahren geerbt hat, ohne danach gefragt zu werden, steht am Ende einer Schotterstraße, die der Fjord auf drei Seiten einschließt wie ein Satz, der sich selbst widerspricht. Das Holz der Außenwände hat eine Farbe angenommen, die zwischen Grau und Vergessen liegt, und das Dach gibt nach, wo es immer nachgegeben hat, zuverlässig wie ein alter Charakter. Er kennt die drei undichten Stellen auswendig und stellt die Eimer im Dunkeln, nicht aus Routine, sondern weil der Körper manche Dinge übernimmt, wenn der Kopf aufgehört hat, sie für wichtig zu halten. Plink, und dann wieder, und die Heizung antwortet mit ihrem eigenen Rhythmus, sodass das Haus manchmal klingt wie ein Instrument, das niemand gestimmt hat und das trotzdem spielt. Der Oktober an dieser Küste ist keine Jahreszeit im üblichen Sinn, sondern eher ein Aggregatzustand, in dem das Licht nie ganz ankommt und der Regen aufgehört hat, sich zu entschuldigen. Anders sitzt am Morgen am Küchentisch, die Hände um eine längst erkaltete Tasse, und schaut auf den Fjord, der heute dieselbe Farbe hat wie gestern und vorgestern, ein Grau, das keine Nuancen braucht. Er war einmal Bootsbauer in Bergen, er hat gute Arbeit gemacht und das gewusst, aber diese Vergangenheit liegt so weit hinter ihm, dass er sie nur noch in der dritten Person denkt, als hätte jemand anders dieses Leben geführt. Jetzt repariert er die Außenbordmotoren der verbliebenen Nachbarn, er tut es gründlich und ohne Aufhebens, und die Frage der Bezahlung ist meist gar keine, weil beide Seiten wissen, dass Kaffee und Schweigen die ehrlicheren Währungen sind. Lars, achtundsechzig, kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, nicht aus Unverschämtheit, sondern weil eine Tür zwischen zwei Menschen, die nichts voneinander wollen als Anwesenheit, eine überflüssige Geste wäre. Er legt sein Tabakpäckchen auf den Küchentisch mit der Sorglosigkeit von jemandem, der nie etwas ablegt, um es zurückzubekommen, setzt sich auf die Bank und lehnt den Rücken gegen die rissige Wand. Das Schweigen, das sie teilen, ist von einer Qualität, die Anders früher nicht kannte und die er jetzt für eines der wenigen Dinge hält, die man nicht lernen kann, sondern nur findet, wenn man aufgehört hat, es zu suchen. Heute sagt Lars, nach einer Weile, die kein Gewicht hat, in den Raum hinein, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss mit dem dumpfen Laut von Holz auf Holz, und der Tabak liegt auf dem Tisch, vergessen oder hinterlassen, das ist dieselbe Frage. Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und meistens lohnt es sich nicht, deshalb zum Briefkasten zu gehen, aber heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, die er an der Handschrift erkennt, noch bevor er sie vollständig gedreht hat. Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das südlicher wirkt, als Oslo es verdient, zu warm, zu zuversichtlich, die Art von Bild, die Städte von sich machen, wenn sie Touristen meinen, nicht Wahrheit. Er dreht die Karte um, und Mette hat geschrieben: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." Der Satz ist kurz, was bedeutet, dass sie lange über ihn nachgedacht hat, denn Kürze dieser Art kommt nicht aus Eile, sondern aus dem langen Streichen von allem, was zu viel wäre. Sechs Monate Funkstille, und dann kein Vorwurf, keine Erklärung, nur dieser eine Satz, der keine Tür öffnet und keine schließt, sondern einfach zeigt, wo eine Wand ist. Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims wie etwas, das man nicht wegwirft und nicht aufbewahrt, sondern einfach irgendwo hinlegt, um zu sehen, was passiert. Die Abendfähre zieht durch den Fjord, ihr Motor trägt tief und gleichmäßig über das Wasser, und Anders schaut ihr nach, bis das Geräusch so klein geworden ist, dass er nicht mehr sicher ist, ob er es noch hört oder nur noch denkt. Um vier ist der Himmel schwarz, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Deckenlicht nicht mag, das alles gleich beleuchtet, ohne zu unterscheiden zwischen dem, was Licht verdient, und dem, was besser im Dunkeln bleibt. Er stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das dort steht, seit er eingezogen ist, ein Instrument ohne Geschichte in diesem Haus, oder mit einer Geschichte, die vor ihm endet und die er nie gefragt hat. Er setzt sich auf den Hocker davor, nicht um zu spielen, sondern weil der Hocker der einzige Platz im Zimmer ist, von dem aus man die Kerze sehen kann, ohne den Fjord im Rücken zu haben. Die Flamme brennt ruhig, kein Luftzug in diesem Haus um diese Stunde, und Anders schaut sie an, ohne einen Gedanken festzuhalten, weil die Gedanken heute flach sind wie das Licht draußen und genauso wenig ausrichten. Draußen schlägt das Wasser in kurzen, geduldigen Stößen gegen die Pfähle der alten Anlegestelle, drinnen antwortet die Heizung mit ihrem Tropfen, und das Haus atmet in einem Rhythmus, der nichts mit Anders zu tun hat und dem er trotzdem zuhört. Die Kerze brennt herunter, gleichmäßig, ohne Eile, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen und macht kein Licht, weil der Moment es nicht verlangt und weil er gelernt hat, Momente nicht zu überreden. Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist kein Entschluss, der gefällt wurde, sondern die stille Feststellung, dass der Grund zum Fahren nicht existiert, zumindest nicht in einer Form, die schwerer wiegt als der Grund zu bleiben, der auch nicht existiert. Mettes Satz hängt noch im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die Antwort, wenn es eine gibt, lautet nicht nichts, sondern genau das: dieses Haus, dieser Tropfen, dieser Fjord, diese Stille, die keine Abwesenheit von etwas ist, sondern eine Anwesenheit von allem, was übrigbleibt, wenn man aufgehört hat, es anders zu wollen. Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne den Übergang, den Schnee anderswo macht, einfach plötzlich da, als hätte der Himmel entschieden, dass Erklärungen heute nicht nötig sind. Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden in dem Moment, in dem sie ankommen, spurlos, als wäre das Fallen selbst der einzige Zweck, nicht das Liegen, nicht das Bleiben. Anders sitzt im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der klarste Satz, den dieser Abend anbietet: dass manches nur dann gehört werden kann, wenn man aufgehört hat, auf etwas Hörbares zu warten. == 84 == 1 -------------------- Die Angel Es ist Mittwoch. Der Himmel ist grau. Es regnet. Kari sitzt am Steuer. Jon sitzt neben ihr. Sie fahren schweigend. Der alte Volvo ist kalt. Der Scheibenwischer quietscht. Kari schaltet ihn auf schnell. Es hilft nicht viel. Jon öffnet das Fenster einen Spalt. Die Luft riecht nach Meer. Kari sagt nichts. Jon sagt auch nichts. Sie kennen die Straße gut. Sie sind hier aufgewachsen. Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. Sie müssen seine Sachen holen. Der Bootsschuppen steht am Wasser. Er ist alt und grau. Das Holz ist morsch. Kari parkt das Auto. Sie steigen aus. Der Regen ist kalt. Sie haben keinen Schirm. Die Tür des Schuppens klemmt. Jon tritt zweimal dagegen. Die Tür geht auf. Es riecht nach altem Holz. Es riecht nach Zigaretten. Kari bleibt an der Tür stehen. Jon geht hinein. An der Wand hängt eine Schwimmweste. Darunter stehen Gummistiefel. Größe 45 – die Größe des Vaters. Kari sieht auf den Boden. Der Regen trommelt auf das Blechdach. Jon dreht sich langsam um. An der Wand hängen zwei Nägel. An den Nägeln hängt eine Angel. Jon nimmt sie herunter. Die Schnur ist verwickelt. Der Haken ist rostig. Jon hält die Angel in beiden Händen. Er bewegt sich nicht. Kari tritt näher. Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. Sie fühlt das alte Holz. Sie gibt sie zurück. „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. Ihre Stimme ist ruhig. Jon nickt. Er legt die Angel auf die Werkbank. Dann sehen sie sich um. Ein Kalender hängt an der Wand – 2019. Ein Kanister steht in der Ecke. Zwei rostige Haken liegen auf dem Boden. Das ist alles. Jon geht zur Tür. Kari folgt ihm. Sie stehen wieder draußen im Regen. Jon schließt das Vorhängeschloss. Es klickt. Kari hält den Schlüssel in der Faust. Sie geht zum Wasser. Sie wirft den Schlüssel weit in den Fjord. Es macht ein leises Geräusch. Der kleine Kreis auf dem Wasser verschwindet sofort. Kari dreht sich nicht um. Jon auch nicht. Sie gehen zum Auto zurück. Jon setzt sich ans Steuer. Er startet den Motor. Der Scheibenwischer läuft wieder. Er quietscht wie vorher. Sie fahren. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Angel Es ist ein Mittwoch im November, und der Regen fällt seit dem Morgen. Kari fährt, weil Jon keinen Führerschein mehr hat. Der alte Volvo riecht nach feuchtem Stoff und kaltem Kaffee. Jon sitzt still auf dem Beifahrersitz und schaut aus dem Fenster. Die Straße ist leer, und die Bäume rechts und links sind schwarz vor Nässe. Der Scheibenwischer quietscht bei jeder dritten Bewegung. Kari stört das, aber sie sagt nichts. Sie denkt daran, dass sie diese Strecke als Kind oft gefahren ist. Damals hat sie sich auf dem Rücksitz gesetzt und die Wolken gezählt. Jetzt zählt sie die Minuten bis zum Schuppen. Jon öffnet das Fenster einen Spalt, obwohl es kalt ist. Die Luft, die hereinkommt, riecht nach Salz und nassem Gras. Kari schaltet den Wischer auf die schnelle Stufe, aber es hilft kaum. Sie parkt das Auto auf dem schmalen Weg vor dem Schuppen. Der Schuppen steht nah am Wasser, und seine Holzwände sind dunkel und feucht. Sie steigen aus, ohne etwas zu sagen. Der Regen trifft ihre Jacken sofort. Die Tür des Schuppens klemmt, wie immer. Jon tritt zweimal dagegen, und beim zweiten Mal geht sie auf. Der Geruch kommt sofort – altes Holz, feuchte Asche, Tabak. Kari bleibt einen Moment an der Schwelle stehen, weil sie atmen muss. Der Geruch ist nicht unangenehm, aber er trifft sie an einer Stelle, die sie nicht erwartet hat. Jon geht hinein, ohne sich umzusehen. An der Wand hängt eine alte Schwimmweste mit einem gerissenen Riemen. Darunter stehen Gummistiefel in Größe 45, und sie stehen gerade, als ob jemand sie gerade ausgezogen hat. Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste, die neben der Tür steht. Das Holz gibt ein leises Geräusch von sich, aber es hält. Der Regen trommelt auf das Wellblechdach, laut und gleichmäßig. Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um. An der Wand, zwischen zwei rostigen Nägeln, hängt eine Angel. Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich hin. Die Schnur ist verwickelt, und der Haken am Ende ist braun vor Rost. Er dreht die Angel in den Händen, als ob er sie zum ersten Mal sieht. Kari steht auf und tritt näher, weil sie sehen möchte, was er hält. Sie nimmt die Angel kurz aus seiner Hand, ohne zu fragen. Das Holz fühlt sich leicht und trocken an, obwohl alles andere im Schuppen feucht ist. Sie gibt sie zurück und sagt: „Den nehmen wir nicht mit." Ihre Stimme klingt ruhiger, als sie sich fühlt. Jon nickt einmal, ohne sie anzusehen. Er legt die Angel vorsichtig auf die alte Werkbank, die an der hinteren Wand steht. Dann sehen sie sich im Schuppen um, weil sie wissen, dass sie fertig sein müssen. Ein Kalender von 2019 hängt schief an einem Nagel neben der Tür. Ein halbleerer Benzinkanister steht in der Ecke, und zwei Haken liegen auf dem Boden. Das ist alles, was ihr Vater hier gelassen hat. Kari nimmt den Kalender und steckt ihn in ihre Jackentasche, ohne zu erklären warum. Jon sieht es, sagt aber nichts. Sie gehen gemeinsam nach draußen, und der Regen ist jetzt stärker als vorher. Jon zieht die Tür zu und legt das Vorhängeschloss ein. Es klickt mit einem kurzen, harten Geräusch. Kari steht ein paar Schritte weiter und schaut auf den Fjord. Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam, als ob es müde wäre. Sie holt den Schlüssel aus ihrer Tasche und hält ihn kurz in der Hand. Dann wirft sie ihn weit über das Wasser, mit dem ganzen Arm. Der Schlüssel macht ein leises Geräusch, als er auf die Oberfläche trifft. Ein kleiner Kreis entsteht auf dem Wasser, und er verschwindet sofort. Kari dreht sich um, ohne auf das Wasser zu warten. Jon ist schon beim Auto. Er setzt sich auf den Fahrersitz, und Kari setzt sich daneben. Er startet den Motor, ohne zu fragen, ob sie fertig ist. Sie ist fertig. Der Scheibenwischer läuft an, und er quietscht wie auf der Hinfahrt. Kari legt die Hände auf die Knie und schaut geradeaus. Jon fährt langsam zurück auf die Straße. Die Bäume stehen wieder rechts und links, nass und schwarz. Keiner spricht, aber diesmal fühlt sich das Schweigen anders an. Nicht leerer – nur stiller. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Angel Der Regen hatte seit dem frühen Morgen nicht aufgehört, und als Kari den Motor startete, wusste sie, dass der Tag nicht besser werden würde. Jon war pünktlich gewesen, was sie überrascht hatte, denn er war selten pünktlich. Er hatte eine Tasche dabei, die zu groß war für das, was sie holen würden. Kari hatte nichts gefragt. Sie fuhren die Küstenstraße, die sie beide auswendig kannten, ohne darüber zu reden. Der Fjord lag links von ihnen, grau und flach, und das Wasser sah aus wie altes Glas. Jon hatte das Fenster einen Spalt geöffnet, obwohl es kalt war, und Kari ließ es so. Der Scheibenwischer lief auf der zweiten Stufe und quietschte bei jeder Rückkehr, ein Geräusch, das sich nach einer Weile in den Hintergrund schob, ohne ganz zu verschwinden. Kari dachte daran, dass ihr Vater diesen Wischer nie hatte reparieren lassen, obwohl er es jedes Jahr vorhatte. Der Schuppen stand am Ende eines schmalen Feldwegs, der im Herbst immer aufweichte. Kari parkte, bevor der Weg zu schlammig wurde, und sie gingen den Rest zu Fuß. Der Regen traf sie sofort, kalt und gleichmäßig, wie etwas, das keine Meinung hat. Die Tür des Schuppens klemmte, wie sie es erwartet hatte. Jon trat einmal dagegen, dann nochmal fester, und beim zweiten Mal gab sie nach. Der Geruch kam wie ein Schlag – nicht unangenehm, aber dicht und unmittelbar: altes Holz, das sich vollgesogen hatte mit Jahren aus Tabakrauch und Salzluft, dazu etwas Süßliches, das Kari nicht benennen konnte und auch nicht benennen wollte. Sie blieb an der Schwelle stehen, während Jon hineinging. Er bewegte sich langsam, fast vorsichtig, als ob der Boden nachgeben könnte. An der Wand hing eine Schwimmweste mit einem langen Riss am Kragen. Darunter standen die Gummistiefel – Größe 45, aufrecht, als hätte sie jemand erst gestern dort hingestellt. Kari sah auf die Stiefel und dachte daran, wie oft sie als Kind auf diese Größe gewartet hatte, auf den Moment, wo die Schritte im Flur aufhörten und die Tür aufging. Jetzt würde die Tür nie mehr aufgehen. Jon stand in der Mitte des Raums und schaute zur hinteren Wand. Zwischen zwei Nägeln hing eine Angel, die Schnur lose aufgewickelt und verknotet, der Haken am Ende rotbraun vor Rost. Er nahm sie herunter, ohne zu zögern, und hielt sie mit beiden Händen, so wie man etwas hält, das man nicht fallen lassen will, obwohl man nicht weiß warum. Kari trat näher und sah ihm dabei zu. Er drehte die Angel langsam, betrachtete die Schnur, den Haken, das alte Holz des Griffs. Sie streckte die Hand aus, und er gab sie ihr, ohne aufzusehen. Das Holz war glatt und leicht, trockener als alles andere im Schuppen. Sie hielt sie einen Moment, länger als nötig, dann legte sie sie auf die Werkbank. „Den nehmen wir nicht mit", sagte sie. Es klang nicht wie eine Frage und nicht wie eine Erklärung. Jon sah kurz auf die Angel, dann nickte er. Sie durchsuchten den Rest des Schuppens schweigend und ohne Eile. Ein Kalender von 2019 hing schief an der Wand, aufgeschlagen auf März. Ein Benzinkanister, halb voll, stand in der Ecke neben einem Eimer ohne Boden. Zwei Haken lagen auf dem Boden, rostig wie der an der Angel. Kari steckte den Kalender ein, weil der März ihr Geburtsmonat war und weil sie es konnte. Als sie nach draußen traten, war der Regen stärker geworden. Jon zog die Tür zu und hängte das Vorhängeschloss ein, und das Klicken des Schlosses war das lauteste Geräusch seit Stunden. Kari stand ein paar Schritte vom Schuppen entfernt und schaute auf den Fjord, der jetzt dunkler war als auf der Hinfahrt, fast schwarz am Rand. Sie holte den Schlüssel aus der Tasche, wog ihn kurz in der Hand, und warf ihn dann mit einem weiten, entschlossenen Schwung ins Wasser. Er traf die Oberfläche ohne Lärm, fast zögerlich, und der Kreis, den er hinterließ, war klein und verschwand, bevor Kari ihn richtig gesehen hatte. Sie gingen zum Auto zurück, ohne sich umzudrehen. Jon setzte sich ans Steuer, und Kari ließ es zu, weil sie nicht mehr fahren wollte. Er startete den Motor, legte den Gang ein und fuhr langsam auf die Straße. Der Scheibenwischer lief wieder an, quietschte wieder, wie auf der Hinfahrt. Kari lehnte den Kopf gegen das Seitenfenster und spürte die Vibration des Motors. Draußen zog die Küste vorbei, grau und nass, und der Fjord blieb links von ihnen, breit und still, ohne Erinnerung an den Schlüssel. Jon schaltete das Radio ein, ließ es aber sofort wieder aus. Das Schweigen, das blieb, war kein schlechtes Schweigen. Es war das Schweigen von zwei Menschen, die dasselbe wissen und nichts mehr klären müssen. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Angel Der Regen hatte in der Nacht begonnen, leise und beharrlich, und als Kari am Morgen das Rollo hochzog, sah sie, dass die Straße vor dem Haus bereits blank und schwarz glänzte wie poliertes Leder. Sie hatte schlecht geschlafen, nicht wegen des Regens, sondern wegen des Termins, der seit drei Wochen in ihrem Kalender stand und sich in dieser Zeit nicht kleiner gemacht hatte. Jon hatte sie um acht angerufen, um zu sagen, dass er pünktlich sei, und Kari hatte sich dabei ertappt, dass sie gehofft hatte, er würde absagen. Die Fahrt verlief schweigend, so wie die meisten Dinge zwischen ihnen seit Jahren verliefen – nicht feindselig, aber mit einer Distanz, die so lang eingeübt war, dass keiner mehr wusste, wer sie zuerst eingeführt hatte oder warum. Der alte Volvo roch nach dem feuchten Stoff der Sitzbezüge und nach dem Kaffee, den Jon in einem Pappbecher mitgebracht und nach zwei Schlucken im Getränkehalter vergessen hatte. Kari fuhr die Küstenstraße, die sie seit ihrer Kindheit kannte, ohne darüber nachzudenken, die Kurven saßen in ihren Händen wie alte Texte, die man nicht mehr lesen, aber immer noch sprechen kann. Der Fjord lag linker Hand, ausgebreitet und beinahe reglos, seine Oberfläche von oben aufgehämmert durch den Regen, der auf dem Wasser ein gleichmäßiges, flaches Muster erzeugte, das kein Ende hatte. Jon hatte das Seitenfenster einen Spalt weit geöffnet und ließ die feuchte Luft hereinströmen, ohne zu fragen, und Kari drehte das Heizungsrad eine Kerbe höher, ohne es zu kommentieren. Der Scheibenwischer störte sie, weil er beim Rücklauf ein helles Quietschen erzeugte, das an einen Nagel erinnerte, der über eine Tafel gezogen wird, und weil ihr Vater diesen Wischer seit mindestens sechs Jahren nicht hatte reparieren lassen, obwohl er jedes Frühjahr davon gesprochen hatte. Kari hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da es keine Rolle mehr spielte, verstand sie es noch weniger. Sie parkten am Beginn des Feldwegs, weil der Schlamm zu tief war, um weiterzufahren, und gingen die letzten hundert Meter zu Fuß durch den Regen, der ihnen keine Möglichkeit ließ, trocken zu bleiben, und dem gegenüber ein Schirm nur eine Art höflichen Protest gewesen wäre. Der Schuppen stand am Wasserrand, kleiner als Kari ihn in Erinnerung hatte, obwohl sie wusste, dass sich nicht der Schuppen verändert hatte. Seine Holzwände hatten die Farbe von nassem Torf angenommen, und das Wellblechdach hatte an zwei Stellen Beulen, die wie geschlossene Augen aussahen. Die Tür klemmte, weil das Holz im feuchten Herbst quoll, wie es das immer getan hatte. Jon trat zweimal dagegen – konzentriert, ohne Wut – und beim zweiten Mal gab sie nach, mit einem Geräusch, das halb Stöhnen und halb Kapitulation war. Der Geruch, der ihnen entgegenkam, war so vollständig und so unvermittelt, dass Kari für einen Moment stillstand und nicht hineinging: Holz, das jahrelang Tabakrauch aufgesogen hatte, darunter Motoröl, Salz, und etwas Schweres, Süßliches, das sich nicht benennen ließ, das aber trotzdem sofort und eindeutig nach ihrem Vater roch. Jon trat ein, ohne sich umzusehen, und Kari folgte ihm nach einem Atemzug, den sie bewusst machte. An der Wand hing die Schwimmweste, die sie seit ihrer Kindheit kannte – orangefarben, inzwischen ausgeblichen zu einem stumpfen Lachsrosa, der Klettverschluss am Kragen gerissen und nie ersetzt, weil ihr Vater Dinge reparierte, die kaputt waren, und Dinge, die nutzlos waren, eben ließ. Darunter die Gummistiefel, Größe 45, gerade und aufrecht hingestellt mit einer Sorgfalt, die der Rest des Schuppens nicht kannte, und deren Anblick bei Kari etwas auslöste, das sie nicht als Trauer hätte bezeichnen wollen, das aber auch kein anderes Wort hatte. Jon stand an der hinteren Wand und schaute nach oben, und als Kari sah, was er sah, verstand sie sofort, warum er nicht weiterging. Zwischen zwei Nägeln hing die Angel – dieselbe Angel, die sie als Kinder auf dem Steg gesehen hatten, wenn ihr Vater früh aufstand und sie schliefen, und die er mitnahm ohne ein Wort, und die abends wieder an denselben Nägeln hing, wenn er zurückkam, schweigend und vollständig abwesend. Die Schnur war in losen, ungleichmäßigen Windungen aufgerollt und an mehreren Stellen verknotet, der Haken am Ende zu einem dunkelbraunen Rost oxidiert, der wie Kruste auf altem Brot aussah. Jon nahm sie herunter – langsam, mit beiden Händen – und hielt sie vor sich, nicht wie ein Werkzeug und nicht wie eine Erinnerung, sondern wie etwas, das sich noch nicht entschieden hatte, was es sein wollte. Kari beobachtete ihn, ohne sich zu bewegen, und sie sah an seiner Haltung, an der Art, wie seine Schultern leicht abfielen und wie er den Kopf neigte, dass er gerade versuchte, etwas in Worte zu fassen, dem er keine geben konnte. Sie trat näher und streckte die Hand aus, und er gab ihr die Angel ohne Zögern. Das Holz des Griffs war glatt und trocken, fast warm, und es war das einzige, was in diesem Schuppen so fühlte, als ob jemand es regelmäßig berührt hatte. Sie hielt die Angel länger, als sie vorgehabt hatte. Dann legte sie sie auf die Werkbank und sagte: „Den nehmen wir nicht mit." Es war kein Satz, der eine Antwort brauchte, und Jon gab keine. Er nickte nur, einmal, kurz, mit einer Endgültigkeit, die sie beide erleichterte. Sie durchsuchten den Schuppen ohne Plan und ohne Gespräch – öffneten eine Kiste, die leer war, kontrollierten den Benzinkanister, der halb voll war, sahen sich den Kalender an, der auf März 2019 stand und an dem niemand weitergeblättert hatte. Zwei rostige Haken lagen auf dem Boden, ohne erkennbaren Zweck, wie viele Dinge ihres Vaters. Kari nahm den Kalender, weil der März ihr Geburtsmonat war, und weil es das Einzige war, das sie mitnehmen konnte, ohne das Gewicht des ganzen Raums zu tragen. Draußen hatte der Regen zugenommen, und er fiel jetzt schräg und ohne Pause, so dass die Oberfläche des Fjords aussah wie aufgewühlter Schotter. Jon zog die Schuppentür zu und legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten des Schlosses war das sauberste, entschlossenste Geräusch des Tages. Kari stand einige Schritte entfernt am Ufer, den Schlüssel in der rechten Hand, und betrachtete den Fjord, der an diesem Tag keine Farbe hatte außer dem Grau, das alle anderen Graus enthielt. Sie ließ dem Moment keine Länge, holte mit dem Arm aus und warf den Schlüssel in einem weiten, gleichmäßigen Bogen über das Wasser, als hätte sie es geübt. Das Aufprallgeräusch war fast nichts, ein leises Tock, und der Kreis, den er hinterließ, weitete sich kurz aus und verschwand dann, als wäre er nie gewesen. Sie gingen zum Auto, und keiner von beiden drehte sich um. Jon nahm den Schlüssel, und Kari ließ ihn fahren, weil sie nicht mehr die Kraft hatte, die Hände auf dem Lenkrad zu halten und gleichzeitig geradeaus zu schauen. Er fuhr schweigend, ruhig, mit einer Sorgfalt, die er sonst selten zeigte. Der Scheibenwischer lief an und quietschte, wie auf der Hinfahrt, und Kari lehnte den Kopf gegen das Fenster und ließ das Geräusch zu, weil es das letzte war, das noch an nichts erinnerte außer an einen alten Wischer, der nie repariert worden war und es jetzt auch nicht mehr werden würde. Die Küste glitt am Fenster vorbei, nass und grau und vertraut, und der Fjord begleitete sie, breit und gleichgültig, bis die Straße ihn aus dem Blick nahm. Jon schaltete das Radio kurz ein, und als Musik kam, schaltete er es wieder aus. Das Schweigen, das zurückblieb, hatte eine andere Qualität als das der Hinfahrt – nicht die angespannte Stille zweier Menschen, die etwas vermeiden, sondern die ruhigere, schwerere Stille zweier Menschen, die dasselbe verloren haben und es jetzt wissen, ohne dass einer den anderen danach fragen müsste. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Angel Der Regen, der in der Nacht begonnen hatte, gehörte zu jener beharrlichen nordischen Art, die nicht stürmt und nicht dramatisiert, sondern einfach fällt, Stunde um Stunde, mit der gleichmütigen Ausdauer eines Phänomens, das keinen Grund braucht und keine Entschuldigung. Kari hatte ihn gehört, bevor sie wach war, hatte ihn in den letzten Schichten des Schlafs als etwas wahrgenommen, das von außen kommt und innen bleibt, und als sie schließlich aufstand und das Rollo hochzog, sah sie, dass er die Welt in etwas verwandelt hatte, das glatt und abweisend war wie eine Oberfläche, auf der nichts haftet. Jon saß bereits im Wagen, als sie hinunterkam, die Hände im Schoß, den Blick auf einen Punkt gerichtet, der außerhalb des Fahrzeugs und außerhalb des Augenblicks lag, und Kari bemerkte, dass er eine Tasche mitgebracht hatte, größer als nötig, so als hätte er sich in der Nacht eine Vorstellung davon gemacht, was er mitnehmen würde, und diese Vorstellung beim Aufwachen still und ohne Szene wieder aufgegeben. Sie fragte nicht danach. Es gab Fragen zwischen ihnen, die nicht gestellt wurden, weil beide die Antworten kannten, und solche, die nicht gestellt wurden, weil keine der Antworten etwas verändert hätte. Die Küstenstraße kannte Kari mit einer Körperlichkeit, die über das Gedächtnis hinausging – die leichte Neigung vor der zweiten Kurve, die kurze Gegensteigung danach, die Stelle, wo das Leitplankenmetall immer rostet, weil das Salzwasser dort hochzieht – und sie fuhr, ohne zu denken, während Jon neben ihr saß und das Fenster einen Spalt öffnete, die feuchte Luft hereinließ, die nach Seetang roch und nach etwas Mineralischem, das man nicht genau benennen kann und das trotzdem sofort und unweigerlich nach diesem Küstenstreifen riecht, nach diesem spezifischen Abschnitt Erde und Wasser zwischen dem ersten und dem neunten Lebensjahr. Kari drehte die Heizung höher, und Jon ließ das Fenster, wie es war, und dieser unausgesprochene Kompromiss war, ohne dass einer von ihnen es wusste, der einzige Moment auf der Hinfahrt, in dem sie dasselbe wollten. Der Scheibenwischer störte sie, weil er bei jedem Rückhub ein helles, schleifendes Quietschen erzeugte, das an die spezifische Unannehmlichkeit eines Geräusches erinnerte, das nicht wehtut, aber nicht aufhört, und weil dieser Wischer seit Jahren nicht repariert worden war, obwohl ihr Vater jedes Frühjahr, meistens im März, wenn das Licht wieder stärker wurde und man das Auto öfter brauchte, sagte, er müsse das erledigen, und es dann nicht erledigte, weil immer etwas anderes kam oder weil er, was wahrscheinlicher war, die kleinen unreparierten Dinge brauchte, um sich vorzustellen, dass noch Zeit war, sie zu reparieren. Sie parkten vor dem Feldweg, weil der Schlamm ab dort zu tief war, und gingen die letzten hundert Meter durch den Regen, der auf ihre Jacken fiel wie etwas, das keine Böswilligkeit kennt und daher auch keine Rücksicht – gleichmäßig, ausdauernd, vollkommen indifferent gegenüber dem Anlass ihrer Anwesenheit. Der Schuppen, den Kari zuletzt im Sommer gesehen hatte, war kleiner als in ihrer Erinnerung, was nicht stimmte und was sie trotzdem dachte, weil Erinnerungen nicht skalieren, sondern bedeuten, und weil dieser Schuppen in ihrer Kindheit mehr Raum eingenommen hatte als seine Grundfläche. Die Holzwände hatten die Farbe angenommen, die altes, feuchtes Holz annimmt – ein Graubraun, das sich nicht mehr steigert, das am Ende aller Verwitterungsprozesse liegt wie ein letzter, ruhiger Satz nach einem langen Text. Die Tür klemmte, weil das Holz im Herbstregen gequollen war, und Jon trat zweimal dagegen, nicht mit Ungeduld, sondern mit der präzisen, kraftsparenden Entschlossenheit eines Mannes, der seit zwanzig Jahren körperlich arbeitet und weiß, wie viel Kraft eine Tür braucht und wie viel davon Frustration wäre. Was ihnen entgegenkam, als die Tür nachgab, war weniger ein Geruch als ein Zustand – eine Dichte aus Jahrzehnten von Tabakrauch, der sich in die Holzfasern gefressen hatte, aus Motoröl, das irgendwann verschüttet worden war und nie ganz verschwunden war, aus Salzluft, die durch jede Ritze der Wände zog, und darunter, als Grundton, den man erst nach einem Moment wahrnahm, etwas Organisches, Schweres, das sich nicht aus seinen Bestandteilen zusammensetzen ließ und das Kari, ohne es zu wollen, als vollständig und untrennbar mit ihrem Vater verband. Sie blieb an der Schwelle stehen und atmete einmal durch, bewusst, fast methodisch, weil sie gelernt hatte, dass der erste Moment immer der ist, der entscheidet, wie viel Kontrolle man über den Rest des Tages behält. Jon stand vor der hinteren Wand, und Kari sah sofort, was er sah, noch bevor sie herangetreten war: die Angel, die zwischen zwei Nägeln hing, die Schnur in unregelmäßigen Windungen aufgerollt, an mehreren Stellen verknotet, wie etwas, das aufgehört hat, Ordnung zu behaupten, ohne aufgehört zu haben, da zu sein. Der Haken am Ende war zu einem tiefen, matten Rotbraun oxidiert, und die Farbe hatte die Gleichmäßigkeit und Endgültigkeit angenommen, die entsteht, wenn ein Prozess so lange läuft, dass er sich nicht mehr als Prozess zeigt, sondern als Zustand, als Eigenschaft, als das, was die Sache nun einmal ist. Jon nahm die Angel herunter – langsam, mit beiden Händen – und die Art, wie er sie hielt, sagte mehr als alles, was er an diesem Tag gesagt hatte: leicht vorgebeugt, die Schultern etwas abgefallen, den Kopf geneigt, als lauschte er auf etwas, das die Angel vielleicht noch sendete und das er vielleicht noch empfangen konnte. Kari sah ihm zu, ohne sich zu bewegen, und sie erkannte in seiner Haltung etwas, das sie an ihm nicht oft gesehen hatte – nicht Trauer, weil Trauer eine Richtung hat, und das hier hatte keine, es war eher ein Innehalten, ein kurzes Anhalten jener Bewegung vorwärts, die das Leben verlangt und die man irgendwann so automatisch vollzieht, dass man vergisst, dass es auch Momente gibt, in denen man steht. Sie trat neben ihn und streckte die Hand aus, ohne zu erklären, was sie damit vorhatte, und er gab ihr die Angel mit einer Selbstverständlichkeit, die bedeutete, dass er verstanden hatte, was gemeint war, bevor sie selbst es hätte benennen können. Das Holz des Griffs war glatt und trocken und leichter als sie erwartet hatte, und diese Leichtigkeit traf sie auf eine Weise, für die sie keine Kategorie besaß, weil das Leichte manchmal schwerer zu halten ist als das Schwere. Sie legte die Angel auf die Werkbank, ohne weiter darüber nachzudenken, und sagte: „Den nehmen wir nicht mit" – einen Satz, der keine Begründung enthielt, weil jede Begründung ihn kleiner gemacht hätte. Jon nickte einmal, und dieses Nicken war das Einverständnis mit etwas, das größer war als die Entscheidung über eine verrostete Angel in einem aufzulösenden Schuppen. Den Rest erledigten sie mit der stillen Effizienz zweier Menschen, die dasselbe gelernt haben, auch wenn sie es an verschiedenen Orten gelernt haben: eine leere Kiste, ein halbvoller Benzinkanister, zwei Haken ohne Verwendung, ein Kalender von 2019, aufgeschlagen auf März, der Monat, in dem Kari Geburtstag hatte und in dem ihr Vater in diesem Jahr, soweit sie wusste, nie daran gedacht hatte. Sie nahm den Kalender und steckte ihn ein, und es war keine sentimentale Geste, sondern das Gegenteil davon: der Versuch, etwas zu behalten, das noch keinen Schmerz hatte, bevor der Schmerz ankam und alles in seine Nähe zog. Draußen fiel der Regen jetzt schräg, getrieben von einem Wind, der aufgekommen war, während sie drinnen gewesen waren, und er peitschte gegen ihre Jacken mit einer Direktheit, die kein Mitgefühl kannte und keines zu kennen brauchte. Jon legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten, hart und endgültig, war genau das Geräusch, das dieser Moment gebraucht hatte, ohne dass jemand darum gebeten hatte – eine Schließung, die nicht laut sein musste, um vollständig zu sein. Kari stand einige Schritte entfernt, am Ufer des Fjords, und hielt den Schlüssel, der kalt war und kleiner wirkte, als er hätte wirken sollen für das, was er darstellte und was er ab jetzt nicht mehr darstellen würde. Sie warf ihn ohne Zögern und ohne Zeremonie, mit dem ganzen Arm, in einem langen, gleichmäßigen Bogen über das aufgewühlte Wasser, und das Geräusch, das er beim Aufprall machte, war kaum mehr als ein Flüstern – ein kurzes, sofortiges Verschwinden in einer Oberfläche, die sich sofort schloss, als wäre nichts gewesen, was eine Art Wahrheit war, wenn man bereit war, sie anzunehmen. Sie gingen zum Auto, ohne sich umzudrehen, und Kari ließ Jon fahren, weil sie die Hände nicht mehr auf dem Lenkrad haben wollte, nicht heute, nicht auf dieser Strecke. Er fuhr mit einer Sorgfalt, die er im Alltag selten zeigte, als ob er wüsste, dass dieser Rückweg etwas war, das man nicht unnötig erschüttern sollte. Der Scheibenwischer lief an und quietschte, genau wie auf der Hinfahrt, und Kari, die das Geräusch seit einer Stunde nicht mehr gehört hatte, bemerkte jetzt, dass es sie nicht mehr störte, oder dass sie beschlossen hatte, es nicht mehr stören zu lassen, was auf dasselbe hinauslief. Sie lehnte den Kopf gegen das Fenster und beobachtete, wie die Küste an ihr vorbeizog, nass und grau und vollständig vertraut, eine Landschaft, die keine Rücksicht auf die nahm, die durch sie fuhren, und die genau deshalb verlässlich war in einer Art, die Menschen es selten sind. Jon schaltete das Radio ein, drei Sekunden lang, und dann wieder aus, und die Stille, die zurückblieb, war nicht dieselbe, die sie auf der Hinfahrt gehabt hatten – keine vermiedene Stille, keine aufgeschobene, keine, die auf etwas wartete, sondern die ruhige, schwere, angemessene Stille zweier Menschen, die etwas getan haben, das getan werden musste, und die jetzt nebeneinander sitzen in dem Wissen, dass es erledigt ist, und in dem gleichzeitigen, stillen Wissen, dass erledigt nicht bedeutet, dass es aufhört. == 85 == 1 -------------------- Elena kommt mit dem Bus ins Dorf. Die Hitze trifft sie sofort. Es ist September, aber die Luft brennt noch. Sie trägt eine kleine Tasche und eine große Müdigkeit. Zehn Jahre ist sie nicht mehr hier gewesen. Die Gassen sind enger, als sie sie in Erinnerung hat. Die Häuser sind kleiner. Der Marktplatz riecht nach Tomaten und Staub. Elena bleibt stehen, weil sie Lachen hört. Es ist ein Lachen, das sie kennt. Carlo steht vor einer Werkstatt. Er hat die Ärmel hochgekrempelt. Seine Arme sind schwarz von Schmiere. Er lacht mit einem anderen Mann. Elena atmet tief. Sie dreht sich nicht weg, aber sie geht auch nicht hin. Ihr Magen zieht sich zusammen. Sie kauft Tomaten auf dem Markt, weil sie etwas tun muss. Die alte Frau am Stand sieht sie lange an. Dann sagt sie: „Du bist die Tochter von Lucia." Elena nickt nur. Am Abend geht sie zu Carlos Haus. Die Treppe knarrt, wie früher. Carlo öffnet die Tür. Er sieht sie an, und er sagt nichts. Dann sagt er leise: „Du siehst aus wie deine Mutter." Elena antwortet nicht. Sie schlägt ihn mit der flachen Hand ins Gesicht. Carlo hält sich nicht die Wange. Er schaut sie nur an, die Augen dunkel. Es gibt keine Entschuldigung in seinem Blick. Elena geht die Treppe wieder hinunter. Ihre Hände zittern ein bisschen. Sie raucht eine Zigarette vor dem Haus ihrer Mutter. Die Straße ist leer. Um ein Uhr in der Nacht klopft jemand an die Tür. Es ist Carlo. Er sagt kein Wort, er macht nur eine Geste. Sie folgt ihm, weil sie es immer getan hat. In der Garage stehen zwei alte Autositze. Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie. Sie trinken, und sie reden wenig. Dann greift Carlo nach ihrer Hand. Seine Finger sind rau und warm. Elena lässt es zu. Sie spürt ihren eigenen Herzschlag im Hals. „Matteo fragt nie nach mir", flüstert sie. Carlo sagt: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert." Er macht eine kurze Pause. Dann sagt er: „Das hat mir mein Vater nie gezeigt." Elena nimmt die Hand weg. Sie stellt das Weinglas auf den Boden. Sie sagt nichts mehr in dieser Nacht. Am nächsten Morgen wacht Elena früh auf. Es ist noch dunkel draußen. Sie packt ihre Tasche schnell. Dann geht sie nicht zum Bahnhof. Sie geht zum Haus von Signora Grazia. Das Licht in der Küche brennt schon. Elena schaut durch das Fenster. Matteo sitzt am Tisch. Er tunkt Brot in Milch. Er ist groß geworden. Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. Er lächelt. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas. Sie steht eine Minute lang so. Dann dreht sie sich um. Sie geht zum Bahnhof, ohne zu klingeln. Der Zug kommt pünktlich. Sie steigt ein. Die Sonne geht auf, als der Zug fährt. Elena schaut aus dem Fenster, aber sie sieht nichts. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Elena steigt aus dem Bus, und der Geruch des Dorfes trifft sie wie ein Schlag. Es riecht nach reifen Tomaten, nach heißem Stein und nach altem Öl. Sie weiß sofort, woher der Ölgeruch kommt. Die Werkstatt ist noch da, gleich um die Ecke, genau wie vor zehn Jahren. Elena stellt ihre Tasche auf den Boden und zündet sich eine Zigarette an. Sie raucht langsam, weil sie Zeit braucht, bevor sie weitergeht. Dann hört sie das Lachen, und ihre Hand hält kurz inne. Es ist Carlos Lachen, tief und ein bisschen zu laut, wie immer. Sie dreht den Kopf nicht, aber sie sieht ihn trotzdem. Er steht unter einer Motorhaube, die Arme voller Schmiere, und lacht mit einem jungen Kerl. Elena drückt die Zigarette aus und nimmt ihre Tasche wieder. Sie geht am Marktplatz vorbei, ohne links oder rechts zu schauen. Die alte Frau vom Gemüsestand ruft ihren Namen, aber Elena tut so, als hört sie es nicht. Das Haus ihrer Mutter riecht nach Staub und nach einem Leben, das aufgehört hat. Elena öffnet die Fenster, weil die Luft stickig ist und sie atmen muss. Sie setzt sich an den Küchentisch und legt die Hände flach auf das Holz. Das Holz ist kalt, obwohl draußen noch Hitze ist. Am Abend beschließt sie, zu Carlos Mutter zu gehen, weil das der Grund ist, warum sie wirklich hier ist. Die Treppe zum ersten Stock knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen, weil sie etwas zählen muss. Carlo öffnet die Tür, nicht seine Mutter, und für einen Moment sagen beide nichts. Er ist älter geworden, aber seine Augen sind gleich, dunkel und ruhig wie ein Tier. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und seine Stimme klingt fast freundlich. Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn. Die Hand trifft seine Wange, und das Geräusch ist lauter als erwartet. Carlo bewegt sich nicht, er hält sich nicht die Wange, er sagt kein Wort. Er schaut sie an, und in seinem Blick ist keine Reue, aber auch keine Wut. Das ist das Schlimmste, denkt Elena, die fehlende Wut. Sie dreht sich um und geht die Treppe hinunter, ohne auf eine Reaktion zu warten. Draußen ist die Luft jetzt kühler, und der Himmel ist voller Sterne. Elena geht zum Haus ihrer Mutter zurück und trinkt alleine ein Glas Wein. Sie schläft nicht, weil die Nacht zu still ist und ihre Gedanken zu laut. Um kurz nach eins klopft es an die Tür, leise, zweimal. Sie weiß, wer es ist, bevor sie aufmacht. Carlo steht im Dunkeln, eine Weinflasche in der Hand, und wartet einfach. Elena zieht die Tür weiter auf, weil sie keine Kraft mehr hat, Nein zu sagen. Sie gehen zusammen in die Werkstatt, ohne ein Wort darüber zu verlieren. In der Garage stehen zwei alte Autositze, die Carlo irgendwann aus einem Wrack geholt hat. Er öffnet die Flasche und gibt ihr das erste Glas, und sie trinken im Stehen. Dann setzen sie sich, und die Stille zwischen ihnen ist nicht unangenehm. Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen. Seine Finger sind rau, die Haut trocken und dunkel an den Knöcheln. Elena schaut auf ihre beiden Hände und denkt, dass sie früher jünger aussahen. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie, und ihre Stimme klingt flacher als sie möchte. Carlo trinkt einen Schluck, bevor er antwortet. „Ich bringe ihm bei, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt." Er macht eine kurze Pause und fügt hinzu: „Meinem Vater hat das niemand beigebracht." Elena nimmt ihre Hand weg und stellt das Glas neben den Autositz. Sie sagt nichts, weil es nichts zu sagen gibt, das nicht schon gesagt ist. Sie bleibt noch eine Stunde, dann geht sie alleine zurück. Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche, schnell und ohne zu zögern. Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter im Dunkeln besser kennt. Dann geht sie nicht zum Bahnhof, sondern zuerst zur Straße von Signora Grazia. Das Licht in der Küche brennt schon, obwohl es noch früh ist. Elena stellt sich ans Fenster und schaut hinein. Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch und schaut dabei auf nichts Bestimmtes. Er ist groß geworden, größer als sie erwartet hat, mit Carlos Schultern und ihrer Nase. Signora Grazia streicht ihm über den Kopf, und der Junge lässt es zu, ohne aufzublicken. Elena drückt die Stirn gegen das Glas, und das Glas ist kalt und fest. Sie bleibt genau eine Minute, dann löst sie sich und geht. Am Bahnhof kauft sie ein Ticket nach Mailand und wartet auf einer Metallbank. Der Zug kommt pünktlich, wie immer in dieser Richtung. Elena steigt ein, stellt die Tasche in die Ablage und setzt sich ans Fenster. Als der Zug anfährt, geht die Sonne gerade auf, orange und groß über den Hügeln. Sie schaut hin, weil sie hinschauen muss. Aber die Sonne wärmt sie nicht, und das Licht ist nur Licht. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Elena erinnert sich an den Geruch des Dorfes, aber sie hatte vergessen, wie körperlich er ist – wie er sich in die Nase drängt, bevor man überhaupt Zeit hat, sich zu wappnen. Der Bus hält am Rand des Platzes, und sie steigt als letzte aus. Reifen Tomaten, heißer Stein, Motoröl – das Dorf hat sich nicht verändert, nur sie. Sie zieht die Sonnenbrille tiefer ins Gesicht und geht langsam, weil schnelles Gehen hier verdächtig wirkt. Schon nach zwanzig Schritten hört sie sein Lachen, und ihr Körper reagiert schneller als ihr Verstand. Carlo steht vor der Werkstatt, die Ärmel bis zu den Ellbogen gekrempelt, Schmiere auf den Unterarmen, und erklärt einem jungen Kerl irgendetwas an einem Motor. Er hat zugenommen, aber er trägt es gut, wie Männer es manchmal tun, die körperlich arbeiten. Elena geht am Markt vorbei, kauft nichts, grüßt niemanden, und das Haus ihrer Mutter empfängt sie mit der besonderen Stille, die Wohnungen haben, in denen jemand gestorben ist. Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung und sitzt dann lange am Küchentisch, die Hände gefaltet wie in einer Kirche. Später am Abend steht sie vor Carlos Tür, in dem geblümten Kleid, das sie absichtlich mitgenommen hat, ohne sich selbst zu erklären, warum. Er öffnet, und sein Blick wandert einmal an ihr herunter und wieder hinauf, ruhig und ohne Eile. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und es klingt nicht gemein, aber es ist gemein. Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn, flach mit der Hand, so wie man jemanden schlägt, den man zehn Jahre lang nicht schlagen konnte. Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Hand gegen die Wange, er verändert nur leicht den Ausdruck. In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, als hätte er damit gerechnet, irgendwann, irgendwo. Elena dreht sich um und geht die Treppe hinunter, die Knie ein bisschen weich, die Hände fest zur Faust geschlossen. Sie raucht drei Zigaretten hintereinander auf der Bank vor dem Haus ihrer Mutter und schaut dabei in eine Gasse, die ins Nichts führt. Als er kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster und hat ihn schon die Straße heraufkommen sehen. Er hält eine Flasche Rotwein in der Hand wie eine Entschuldigung, die er nicht aussprechen will. Sie lässt ihn herein, ohne etwas zu sagen, weil Schweigen zwischen ihnen immer ehrlicher war als Reden. In der Garage sitzen sie auf zwei ausgedienten Autositzen, die nach altem Leder und Benzin riechen, und trinken aus Gläsern, die Carlo aus seiner Jacke zieht. Das Licht ist schwach, eine nackte Glühbirne, die mehr Schatten wirft als Helligkeit. Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen, ob sie das möchte. Elena schaut auf diese Hand, die rau ist und warm und so vertraut, dass es wehtut. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, weil der Satz seit Jahren in ihr wartet. Carlo trinkt, bevor er antwortet, und sie kennt diese Geste, dieses kurze Kaufen von Zeit. „Ich zeige ihm, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat." Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie trotzdem, weil sie sie hineinhört. Sie zieht die Hand langsam zurück und stellt ihr Glas auf den Betonboden. Sie bleibt noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet, und Entscheidungen Kraft kosten, die sie nicht hat. Dann geht sie, und er begleitet sie nicht, was das Richtige ist. Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit den schnellen, sicheren Bewegungen von jemandem, der sich lange auf diesen Moment vorbereitet hat. Das Haus ihrer Mutter wird sie verkaufen, das hat sie entschieden, aber heute denkt sie nicht daran. Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern den langen Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt. Das Licht brennt schon, wie immer zu dieser frühen Stunde, und durch das Glas sieht Elena ihren Sohn. Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, konzentriert auf diese kleine Handlung, als wäre sie die einzige Sache auf der Welt. Er hat Carlos Schultern und ihre Art, den Kopf leicht zu neigen, wenn er nachdenkt. Signora Grazia steht hinter ihm, legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses schläfrige Morgenlächeln. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und schließt die Augen für einen Moment. Sie atmet einmal, zweimal, und beim dritten Atemzug zieht sie sich zurück. Am Bahnhof kauft sie einen Kaffee aus dem Automaten, der schlecht schmeckt, und trinkt ihn trotzdem. Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, als würde sie verhindern wollen, dass sie wegfliegt. Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, groß und orange, und taucht die Felder in ein Licht, das man auf Postkarten druckt. Elena schaut hin, weil es schön ist und weil man hinschauen muss, wenn etwas schön ist. Aber das Licht erreicht sie nicht, es bleibt an der Fensterscheibe hängen wie an einer Grenze, die sie selbst gezogen hat. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Der Bus hält mit einem Seufzen, als wäre er selbst erleichtert, diese Strecke hinter sich gebracht zu haben, und Elena steigt als letzte aus, weil sie sich nicht beeilen will. Zehn Jahre sind eine lange Zeit, aber der Geruch des Dorfes wartet nicht auf Vorbereitung – er ist einfach da, sofort, körperlich, unverhandelbar. Tomaten, Staub, Motoröl, und darunter noch etwas, das sich nicht benennen lässt, vielleicht das Dorf selbst, seine besondere Art zu existieren. Elena schiebt die Sonnenbrille zurecht und geht langsam, mit der gleichgültigen Haltung von jemandem, der nur kurz durchreist und keine Geschichte hier hat. Das Lachen trifft sie nach zwanzig Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper erinnert sich, obwohl sie ihm das nicht erlaubt hat. Carlo steht vor der Werkstatt, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere bedeckt, und erklärt einem jungen Mann etwas an einem aufgeklappten Motor, mit dieser Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt. Er hat sich verändert, aber nur so, wie Dinge sich verändern, die von innen heraus wachsen, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm gehört. Elena kauft nichts auf dem Markt, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, als wäre es ein Recht. Das Haus ihrer Mutter hat die spezifische Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat. Sie öffnet die Fenster, trinkt Leitungswasser, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach aufs Holz legt, wirken ihr fremd, zu ruhig für das, was in ihr vorgeht. Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren schon hatte und das sie dennoch eingepackt hat, ohne sich selbst eine ehrliche Erklärung dafür zu geben. Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen nicht, weil sie sie auswendig kennt, ohne es zu wollen. Er öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, was schlimmer ist als Eile. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die nicht grausam klingt, was bedeutet, dass er nicht weiß, wie grausam es ist. Elena schlägt ihn, bevor sie entschieden hat, es zu tun, flach mit der Hand, mit der ganzen angesammelten Kraft von zehn Jahren, in denen sie es nicht konnte. Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die gerötete Wange, er verändert nur den Ausdruck leicht, als würde er eine Information verarbeiten. In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist das, was Elena am meisten trifft. Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter, die Knie merkwürdig weich, und draußen raucht sie drei Zigaretten in einer Reihe, ohne sie wirklich zu schmecken. Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür deswegen nicht abgesperrt hat. Carlo hält eine Weinflasche wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache. Die Werkstatt riecht nach altem Gummi, Benzin und dem speziellen Geruch von Metall, das lange bearbeitet wurde, und die nackte Glühbirne wirft mehr Schatten als Licht. Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, und das hat etwas Vertrautes, das wehtut. Als Carlo seine Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Verräter. Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel, und sie sind so unverändert, dass Elena einen Moment lang die Zeit vergisst. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn im Stillen so oft geprobt hat. Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Wählen von Worten, das bei ihm nie Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken. „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der nicht rückgängig zu machen ist." Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie, weil sie sie hineinlegt, weil sie nicht anders kann, seit zehn Jahren nicht. Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas auf den Betonboden, und die Bewegung hat die Endgültigkeit einer Entscheidung, auch wenn sie noch eine Stunde bleibt. Sie bleibt, weil Aufstehen Kraft kostet, die sie sich erst zusammensuchen muss, und weil die Nacht draußen zu still ist für das, was sie erwartet. Dann geht sie, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, was er je für sie getan hat. Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist. Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit besser kennt als im Hellen, was ihr, als sie es bemerkt, die Kehle zuschnürt. Dann geht sie den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und sie lügt sich nicht an, dass es Zufall ist. Das Licht in der Küche brennt bereits, orange und warm hinter dem beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche an den Körper gezogen. Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Schlaf ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer. Er hat Carlos Schultern, ihre Nase, und eine Art, den Kopf zu neigen, wenn er in Gedanken ist, die von keinem von beiden kommt und doch von beiden. Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf, lächelt dieses kurze, warme Morgenlächeln, das Kinder haben, bevor der Tag sie einholt. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment ist da nur das Glas, die Kälte, der Herzschlag. Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das die einzige Bewegung ist, die ihr noch gehört. Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen bedeuten würde, anzukommen. Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen. Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange, und taucht die Felder in das schwere, schöne Licht des frühen Morgens, das man auf Postkarten druckt und in Memoiren beschreibt. Elena schaut hin, weil es schön ist und weil Schönheit eine Pflicht hat, bemerkt zu werden, auch wenn man sie nicht empfangen kann. Das Licht bleibt an der Scheibe, es wärmt das Glas, aber nicht sie, und der Zug fährt weiter, durch Dörfer, die kleiner werden, bis sie verschwinden. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Der Bus hält mit einem hydraulischen Seufzen am Rand des Platzes, und Elena bleibt sitzen, bis die anderen Fahrgäste ausgestiegen sind, weil sie das Ankommen noch einen Moment lang aufschieben will. Zehn Jahre sind keine abstrakte Zahl, das weiß sie jetzt, da der Geruch des Dorfes durch die geöffnete Tür hereindrängt – Tomaten, Staub, warmer Stein und darunter, kaum wahrnehmbar, das Öl von Carlos Werkstatt, die gleich um die Ecke beginnt. Sie steigt als letzte aus, stellt die Tasche auf das Pflaster, und der September schlägt ihr die Hitze entgegen wie etwas, das auf sie gewartet hat. Das Lachen trifft sie nach wenigen Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper reagiert mit einer Unmittelbarkeit, die jeden Gedanken an Kontrolle vorläufig suspendiert. Carlo steht vor der offenen Werkstatttür, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere eingerieben, und erklärt einem jungen Mechaniker etwas an einem aufgeklappten Motor, mit jener gleichmütigen Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt und nie besessen hat. Er hat sich verändert auf die Weise, auf die Männer sich verändern, wenn die Zeit ihnen etwas gibt statt nimmt, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm selbstverständlich zusteht. Elena geht am Marktplatz vorbei, ohne innezuhalten, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, mit der Lautstärke und Berechtigung von jemandem, der glaubt, ein Recht auf Antworten zu haben. Das Haus ihrer Mutter hat die besondere Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat, und diese Stille ist keine Abwesenheit von Geräusch, sondern eine Anwesenheit von etwas Schwerem. Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach auf das alte Holz legt, kommen ihr fremd vor, zu ruhig, zu beherrscht für das, was darunter arbeitet. Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das vor zehn Jahren ihres war und das sie trotzdem eingepackt hat, ohne sich selbst die Ehrlichkeit zuzumuten, zu erklären, warum. Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt an denselben Stellen wie früher, und dieses Wissen, das ihr Körper besitzt ohne Erlaubnis ihres Verstands, macht ihr bewusst, wie tief einige Dinge sitzen. Carlo öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, wandert an ihr herunter und wieder hinauf mit einer Ruhe, die schlimmer ist als jede Eile, weil Ruhe bedeutet, dass er sich sicher fühlt. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die das nicht als Grausamkeit meint, was es zur vollständigsten Grausamkeit macht, die er ihr zufügen könnte. Elena schlägt ihn, bevor der Entschluss dazu fertig gedacht ist, flach mit der Hand, mit einer Kraft, die sich aus zehn Jahren aufgestaut hat, in denen sie es nicht konnte, nicht durfte, nicht wollte. Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die rote Stelle, er verändert nur minimal den Ausdruck, als würde er eine Information registrieren, die er irgendwann erwartet hat. In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist die eigentliche Verletzung, tiefer als alles, was sie sich vorgestellt hatte. Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter mit Knien, die merkwürdig nachgeben, und draußen raucht sie drei Zigaretten hintereinander, ohne sie zu schmecken, die Augen auf eine Gasse gerichtet, die nirgendwohin führt. Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür aus genau diesem Grund nicht abgesperrt hat, einer Tatsache, der sie sich nicht stellt. Carlo hält eine Flasche Rotwein wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat und dass das auch keine Lösung wäre, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache, die sie beiden beherrschten. Die Werkstatt riecht nach Gummi, Benzin und dem spezifischen Geruch von Metall, das über Jahre mit menschlichen Händen in Kontakt war, und die nackte Glühbirne an der Decke wirft Licht, das mehr erklärt als erhellt. Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, weil er nichts wegwirft, was noch Funktion hat, und trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, als wäre das normal. Als er die Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Körperverrat, der sich um keine ihrer Entscheidungen schert. Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel von eingearbeitetem Öl, das kein Waschen mehr vollständig entfernt, und sie sind so vollständig unverändert, dass die Zeit für einen Moment aufhört, linear zu sein. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn so viele Male im Stillen gesagt hat, dass er seine scharfen Kanten verloren hat, ohne seinen Inhalt zu verlieren. Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Abwiegen von Worten, das bei ihm keine Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken, was ihn, trotz allem, zu einem besseren Menschen macht als sie. „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er schließlich, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der sich nicht rückgängig machen lässt." Er meint es ohne Ironie, das weiß sie, aber sie kann nicht aufhören, sie zu hören, weil sie seit zehn Jahren in allem sucht, was er sagt, und weil das ihres ist, nicht seins. Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas mit einer Sorgfalt auf den Betonboden, als wäre das Glas zerbrechlich, obwohl sie weiß, dass sie es nicht ist, und dann bleibt sie noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet. Die Entscheidung kommt schließlich von selbst, wie Entscheidungen kommen, wenn man aufgehört hat, auf sie zu warten, und sie geht, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, das er je für sie getan hat, und das Traurigste. Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist, dem Zögern zu viel gekostet hat, über zu viele Jahre. Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit vollständiger kennt als im Hellen, und diese Erkenntnis, als sie sie formuliert, schnürt ihr die Kehle zu. Sie nimmt den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und lügt sich nicht an, dass es Zufall ist oder Gewohnheit oder irgendetwas anderes als das, was es ist. Das Licht in der Küche brennt bereits, warm und orange hinter dem leicht beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche fest an den Körper gezogen, als könnte das Festhalten an einem Gegenstand das Zittern verhindern. Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Traum ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer, mit Carlos Schultern und ihrer Nase und einer Art, den Kopf zu neigen, die von keinem von beiden kommt und von beiden. Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses kurze, vollständige Morgenlächeln von jemandem, dem die Welt noch in Ordnung ist. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment gibt es nur das Glas, die Kälte, den Herzschlag, und das genügt nicht, aber es ist alles. Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das Lösen die einzige Bewegung ist, die ihr noch vollständig gehört, und geht. Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch und Plastik schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen eine Ankunft bedeuten würde, zu der sie sich nicht bereit erklärt. Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die keine Geschichte mit uns haben, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen wie um etwas, das nicht entkommen soll. Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange und so schön, dass es fast eine Zumutung ist, und taucht die Felder und die weißen Häuser in das schwere, goldene Licht, das man auf Postkarten druckt, weil man es festhalten will, weil es sich nicht festhalten lässt. Elena schaut hin, weil Schönheit eine stille Pflicht hat, wahrgenommen zu werden, auch und gerade dann, wenn man sie nicht empfangen kann, wenn zwischen einem und der Welt ein Glas ist, das man selbst eingezogen hat. Der Zug fährt weiter, die Hügel werden kleiner und dann flacher und dann verschwinden sie, und die Sonne steigt höher und hört auf, schön zu sein und wird nur noch Licht, und das Licht wärmt die Scheibe, aber nicht sie. == 86 == 1 -------------------- Das Porzellan Maureen ist sechsundfünfzig Jahre alt. Sie putzt Wohnungen in London. Das macht sie seit zwanzig Jahren. Die Wohnungen sind in Kensington. Dort wohnen reiche Leute. Ihr neuer Kunde heißt Lord Archibald Pemberton. Alle nennen ihn Archie. Er ist achtundsiebzig Jahre alt. Seine Wohnung ist in der Montpelier Street. Archie hat einen alten Schlüssel an Maureen gegeben. Nein – er hat ihn ihr „geliehen". Das ist ein Unterschied für ihn. Maureen kommt jeden Montag. Sie schließt die Tür auf und geht hinein. In der Küche steht das Teegeschirr schon auf dem Tisch. Archie hat es hervorgeholt. Er macht das jedes Mal. Maureen hat aber keine Zeit für Tee. Sie bindet ihre Schürze um. Archie steht im Flur und lächelt. „Ah, Maureen. Der Kronleuchter wackelt wieder." Maureen schaut nach oben. Der Kronleuchter wackelt nicht. „Ich schau später", sagt sie. Dann geht sie ins Badezimmer. Sie schrubbt die Wanne und wischt den Boden. Archie kommt in die Tür. Er hat ein Glas Sherry in der Hand. Er erzählt von seinem Vater. Sein Vater hat mit Churchill gegessen. Er erzählt von einem Pferd. Das Pferd hieß Wellington. Er erzählt von früher. Maureen hört zu. Sie sagt „Mhm" und „Aha". Das macht sie seit Jahren so. Archie fragt: „Sind Sie zufrieden, Maureen?" Sie dreht sich um. „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie. Archie versteht nicht, dass das keine Antwort ist. Er lächelt und geht wieder in den Salon. Maureen wischt weiter. Eine Woche später kommt Maureen wieder. Archie sitzt am Esstisch. Er trägt seinen Morgenmantel. In seinen Händen ist ein Brief. Sein Gesicht ist rot. Die Hände zittern ein bisschen. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er. Giles ist sein Sohn. Er ist Banker in der City. Archies Stimme ist klein und kaputt. Maureen sieht ihn an. Dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard. Sie geht hin. Sie nimmt ein Glas. Sie schenkt sich Sherry ein. Das erste Mal in zwanzig Jahren. Sie setzt sich ihm gegenüber. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie. „Das ist nicht dasselbe, aber …" Sie trinkt. Archie schluchzt leise. Maureen sagt nichts mehr. Sie sitzt einfach da. Das ist genug. Eine Woche später klingelt Maureen an der Tür. Sie hat eine Tupperdose dabei. Darin sind Scones – selbst gebacken. Sie sind ein bisschen zu braun, aber sie sind warm. Archie öffnet die Tür. Seine Augen sind noch ein bisschen rot. Aber sein Kragen ist sauber gebügelt. Maureen stellt die Dose auf den Küchentisch. „Setzen Sie sich", sagt sie. „Ich mache Tee." Archie setzt sich. Er nimmt einen Scone und zerbröckelt ihn auf dem Teller. Maureen gießt den Tee ein – zuerst der Tee, dann die Milch. Sie setzt sich neben ihn. „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt sie. Archie lächelt. „Ich weiß", sagt er. Sie essen die Scones. Draußen fährt ein Bus vorbei. Die Wohnung ist still. Aber sie ist nicht mehr leer. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Das Porzellan Maureen ist sechsundfünfzig, und sie putzt seit zwanzig Jahren die Wohnungen reicher Leute. Die meisten ihrer Kunden wohnen in Kensington, wo die Straßen sauber und die Türen schwer sind. Ihr neuester Kunde ist Lord Archibald Pemberton, den alle nur Archie nennen. Er ist achtundsiebzig Jahre alt und wohnt allein in einer großen Wohnung in der Montpelier Street. Die Wohnung ist voller alter Möbel, alter Bilder und altem Porzellan, das niemand benutzt. Archie hat Maureen einen Schlüssel gegeben – oder besser gesagt: Er hat ihr einen Schlüssel „geliehen". Jeden Montag kommt Maureen, schließt die Tür auf und geht direkt in die Küche. Das Teegeschirr steht jedes Mal schon auf dem Tisch, obwohl Maureen nie Zeit für Tee hat. Sie bindet ihre Schürze um und beginnt zu arbeiten, während Archie aus dem Schlafzimmer kommt. „Ah, Maureen", sagt er, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" Maureen schaut kurz nach oben, aber der Kronleuchter hängt völlig ruhig an der Decke. „Ich schau später", sagt sie, und geht ins Badezimmer, bevor er weitersprechen kann. Sie schrubbt die Wanne, wischt den Spiegel und putzt den Boden, während Archie in der Tür steht. Er hat ein Sherryglas in der Hand und erzählt von seinem Vater, der einmal mit Churchill gegessen hat. Dann erzählt er von einem Pferd namens Wellington, das angeblich das schnellste in ganz Hampshire war. Maureen antwortet mit „Mhm" und „Aha", weil sie gelernt hat, dass das meistens reicht. Manchmal fragt Archie sie etwas, aber er wartet selten auf die Antwort. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?", fragt er plötzlich, und sie dreht sich um. „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie, und Archie nickt, als wäre das eine Antwort auf seine Frage. Er geht zurück in den Salon, und Maureen macht weiter – sie hat noch drei andere Kunden an diesem Tag. Das Porzellan im Regal staubt sie immer zuletzt ab, weil es viel Zeit kostet und sehr zerbrechlich ist. Die Tassen haben goldene Ränder, und manche sind schon leicht angeschlagen. Archie sagt nie, wem das Porzellan gehört hat, aber Maureen vermutet: seiner Frau. Eine Woche später kommt Maureen wie immer, aber diesmal ist es anders in der Wohnung. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, und auf dem Tisch liegt ein geöffneter Brief. Sein Gesicht ist gerötet, seine Hände zittern, und er schaut nicht auf, als Maureen reinkommt. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme klingt wie die eines alten Mannes. Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und Archie spricht selten gut über ihn. Maureen bleibt stehen, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard. Sie geht langsam zum Sideboard, nimmt ein Glas und schenkt sich ein – das erste Mal in zwanzig Jahren. Dann setzt sie sich Archie gegenüber und stellt das Glas auf den Tisch zwischen ihnen. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie ruhig. „Das ist natürlich nicht dasselbe, aber …" Sie trinkt einen Schluck, und Archie schluchzt leise, ohne das Gesicht zu heben. Maureen sagt nichts mehr, weil es nichts gibt, was in diesem Moment helfen würde. Sie sitzt einfach da, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille im Zimmer stehen. Draußen fährt ein Auto vorbei, und irgendwo in der Wohnung tickt eine alte Uhr. Nach einer Weile steht Maureen auf, bindet ihre Schürze um und fängt an zu putzen. Archie bleibt am Tisch sitzen, aber seine Hände zittern nicht mehr ganz so stark. In der nächsten Woche denkt Maureen manchmal an Archie, wenn sie in anderen Wohnungen putzt. Sie denkt daran, wie er am Tisch saß, und wie sein Kragen schief war, und wie er nicht weinte, sondern nur zitterte. Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie müde ist und eigentlich früh schlafen wollte. Sie werden ein bisschen zu braun, aber sie riechen gut, und das ist, wie Maureen entscheidet, genug. Am nächsten Montag klingelt sie an der Tür, weil es sich diesmal richtig anfühlt zu klingeln. Sie hat eine Tupperdose in der Hand, und als Archie öffnet, sieht er zuerst die Dose, dann sie. Seine Augen sind noch leicht gerötet, aber sein Kragen ist frisch gebügelt – das fällt Maureen sofort auf. „Setzen Sie sich", sagt sie, „ich mache Tee." Archie setzt sich ohne ein Wort, nimmt einen Scone aus der Dose und bricht ihn langsam auseinander. Maureen füllt den Wasserkocher, stellt Tassen hin und sucht kurz nach dem Tee, weil sie ihn nicht sofort findet. Sie gießt ein – zuerst den Tee, dann die Milch – und setzt sich neben Archie an den Tisch. Eine Weile sitzen sie so, essen die Scones und trinken Tee, ohne zu sprechen. Dann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an, und zum ersten Mal seit Wochen lächelt er – ein echtes, kleines Lächeln. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz, und dann ist es wieder still. Die Wohnung riecht nach Tee und warmen Scones, und das Porzellan im Regal steht ruhig in der Sonne. Es ist nicht viel, aber es ist genug. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie fragt, was sie beruflich macht, sagt sie „Reinigungskraft", weil „Putzhilfe" sich nach etwas anhört, das man verleiht. Seit zwanzig Jahren fährt sie jeden Morgen mit der U-Bahn nach Kensington, wo die Häuser so aussehen, als hätten sie nie etwas Schmutziges berührt – was natürlich eine Lüge ist. Ihre Kunden wechseln selten, weil Maureen sorgfältig ist, pünktlich ist und nie fragt, was nicht ihre Sache ist. Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, „eine eigene Kategorie". Er ist achtundsiebzig, trägt jeden Tag Krawatte, und seine Wohnung in der Montpelier Street riecht nach Bienenwachs, altem Leder und dem hartnäckigen Geruch von Sherry. Das Porzellan im Salon – weiß, goldgerändert, für mindestens sechzehn Personen – hat Maureen in einem Jahr nicht ein einziges Mal benutzt gesehen. Sie staubt es trotzdem jede Woche ab, weil es auf der Liste steht und weil Archie leise unruhig wird, wenn sie es überspringt. Der Schlüssel, den er ihr gegeben hat, liegt in ihrer Jackentasche neben dem Busticket – er hat ihn ihr „geliehen", wie er betont, was bedeutet, dass er sich die Möglichkeit offenhält, ihn zurückzufordern, obwohl alle wissen, dass er das nie tun wird. Wenn Maureen montagmorgens die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, obwohl Archie weiß, dass sie nie bleibt, und obwohl er das seit einem Jahr weiß. „Ah, Maureen", sagt er dann aus dem Flur, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, und jedes Mal hängt der Kronleuchter vollkommen reglos an der Decke, als hätte er noch nie gewackelt und als würde er es auch nie tun. „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und geht ins Badezimmer, weil das Bad immer zuerst kommt und weil sie keine Lust hat, über Kronleuchter zu sprechen. Archie folgt ihr bis in die Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen und fängt an zu erzählen, das Sherryglas schon in der Hand, obwohl es erst halb zehn Uhr morgens ist. Er erzählt von seinem Vater, der mit Churchill zu Abend gegessen haben soll, von einem Pferd namens Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal hintereinander gewonnen hat, von der Zentralheizung, die „entschieden zu warm" eingestellt sei, und von Zeiten, in denen man noch wusste, wie man sich benahm. Maureen schrubbt die Wanne und antwortet mit „Mhm" und „Aha" im richtigen Abstand, weil sie gelernt hat, dass Archie nicht wirklich eine Antwort will, sondern ein Gegenüber. Einmal fragt er sie unvermittelt: „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – und sie dreht sich um, sieht ihn an und sagt: „Das Putztuch ist langsam zu dünn." Er nickt ernsthaft, als hätte sie die Frage beantwortet, und geht zurück in den Salon. Das ist der Rhythmus, der sich zwischen ihnen eingespielt hat, und Maureen findet ihn nicht unangenehm – er ist vorhersehbar, und Vorhersehbarkeit ist unterschätzt. An einem Montag Mitte November ist alles anders, bevor Maureen noch die Schürze umgebunden hat. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was sie noch nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, dessen Umschlag auf den Boden gefallen ist. Seine Hände liegen flach auf dem Tisch, als müsste er sich festhalten, und sein Gesicht hat die Farbe von jemandem, der eine schlechte Nachricht noch nicht ganz aufgenommen hat, aber schon weiß, dass sie wahr ist. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken. Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und taucht in Archies Erzählungen fast nie auf – was Maureen, die viel beobachtet und wenig fragt, als Zeichen gewertet hat. Sie steht einen Moment in der Küche, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard, dann wieder Archie, und dann macht sie etwas, das sie selbst überrascht: Sie geht zum Sideboard, nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es und setzt sich ihm gegenüber. In zwanzig Jahren hat sie den Sherry immer abgelehnt – höflich, aber bestimmt – und Archie hat jedes Mal genickt, als hätte er nichts anderes erwartet. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch gerichtet. „Das ist natürlich nicht dasselbe – ich weiß, dass es nicht dasselbe ist –, aber …" Sie trinkt, und der Satz bleibt unfertig im Raum, was vielleicht das Ehrlichste ist, was sie in diesem Moment sagen kann. Archie schluchzt einmal, kurz und unterdrückt, wie jemand, dem Weinen unangenehm ist. Maureen sagt nichts mehr – nicht, weil ihr nichts einfällt, sondern weil sie weiß, dass Worte in solchen Momenten meistens mehr für den Sprechenden sind als für den Zuhörer. Sie sitzt, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille stehen, bis Archie sich mit dem Ärmel des Morgenmantels das Gesicht wischt und schweigend den Brief zusammenfaltet. In der darauffolgenden Woche denkt Maureen öfter an ihn als sonst – nicht mit Mitleid genau, eher mit der Art Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht ganz versteht, aber auch nicht vergessen kann. Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie seit dem Tod ihrer Mutter kaum noch gebacken hat und obwohl die Küche in ihrer kleinen Wohnung in Brixton nicht die richtige Größe dafür ist. Die Scones werden etwas zu braun, aber sie sind warm, als sie sie in die Tupperdose legt, und Wärme, denkt Maureen, ist meistens wichtiger als Aussehen. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie einen Schlüssel hat, weil es sich diesmal nicht richtig anfühlt, einfach reinzugehen. Archie öffnet die Tür, gekleidet, den Kragen frisch gebügelt, die Augen leicht gerötet, aber der Gesichtsausdruck derjenige eines Mannes, der beschlossen hat, weiterzumachen. Maureen stellt die Tupperdose wortlos auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher und sucht kurz nach dem Tee, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat. „Setzen Sie sich", sagt sie, und er setzt sich, ohne zu fragen warum. Sie trinken Tee und essen Scones, und keiner von beiden sagt etwas, was bedeutsam klingt oder bedeutsam sein will. Irgendwann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an – eine Sekunde, zwei –, und dann lächelt er, das erste echte Lächeln, das Maureen je bei ihm gesehen hat. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Scheiben zittern kurz, und in der Stille danach ist die Wohnung dieselbe wie immer – und doch nicht mehr ganz dieselbe. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, sagt sie „Reinigungskraft" mit einer Bestimmtheit, die jeden Nachfrage im Keim erstickt, weil das Wort „Putzhilfe" ihrer Meinung nach nach etwas klingt, das man stundenweise verleiht und das keine eigene Meinung haben muss. Sie kennt Kensington so gut wie ihren eigenen Handteller – die Risse im Pflaster der Onslow Gardens, den Geruch der Hecken nach Regen, die Art, wie die Fassaden dieser Gegend Würde vortäuschen, als wäre das eine Leistung. Seit zwanzig Jahren bewegt sie sich durch diese Straßen mit dem ruhigen Selbstbewusstsein einer Frau, die weiß, dass sie in den Häusern ihrer Kunden mehr sieht als diese jemals von sich selbst wissen werden. Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist die komplizierteste Aufgabe, die sie in zwei Jahrzehnten gehabt hat – nicht wegen der Arbeit, sondern wegen der Stille, die zwischen den Sätzen in dieser Wohnung hängt wie Staub, den man nicht wegwischen kann, ohne ihn aufzuwirbeln. Er ist achtundsiebzig, trägt täglich Krawatte mit einem Knoten, der Übung verrät, wohnt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die früher für eine Familie gedacht war und jetzt hauptsächlich die Abwesenheit eben dieser Familie dokumentiert. Das Porzellan im Salon – weißes Meißner Service, goldgerändert, für sechzehn Personen, hinter Glas in einem Schrank, der sich nur mit einem kleinen Messingschlüssel öffnet – ist Maureens aufwendigstes wöchentliches Ritual und das einzige Objekt in der Wohnung, bei dem Archie stumm wird, wenn sie es anfasst, stumm und sehr aufmerksam. Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat gesagt „meiner Frau", und das war das Ende des Gesprächs, so vollständig und endgültig, dass Maureen seitdem nicht mehr fragt, sondern einfach das Tuch nimmt und wischt und darauf achtet, die Tassen mit beiden Händen zu halten. Den Schlüssel, den Archie ihr gegeben hat, bezeichnet er beharrlich als „geliehen", ein Wort, das juristisch eine Rückgabepflicht impliziert, praktisch aber nur bedeutet, dass er die Vorstellung eines Besitzrechts braucht, das er nicht länger hat – über die Wohnung, über seinen Sohn, über seine Zeit. Wenn Maureen montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, trotz des Wissens beider Parteien, dass daraus nie Tee wird: ein kleines, hartnäckiges Missverständnis, das sich zwischen ihnen eingerichtet hat wie ein stiller Untermieter, den keiner offiziell eingeladen hat. „Ah, Maureen", sagt Archie aus dem Flur, und in dieser Begrüßung steckt die gesamte Erleichterung eines Mannes, dem der Montag lang geworden ist, „der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, weil sie jedes Mal hofft, dass er diesmal recht haben könnte, und jedes Mal hängt der Kronleuchter reglos und schwer wie ein Kronzeuge, der verweigert auszusagen. „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und betritt das Badezimmer, das mit seiner viktorianischen Armaturen und dem schweren Marmorboden mehr Pflege verlangt, als Archie je wissen wird. Er folgt ihr bis zur Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen mit der lässigen Selbstverständlichkeit eines Mannes, der keine Grenzen kennt, die er selbst nicht gezogen hat, und beginnt seinen Wochenbericht, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl die Sonne kaum über den Dächern steht. Seine Geschichten haben eine feste Dramaturgie: zuerst der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll bei einer Gelegenheit, die mit jeder Wiederholung illustrer wird; dann das Pferd Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal gewann; dann die Gegenwart, die er behandelt wie einen Hausgast, der zu lange geblieben ist und den man nicht direkt bitten kann zu gehen. Maureen schrubbt, wischt und hört zu mit der Disziplin einer Frau, die verstanden hat, dass Zuhören eine Form von Arbeit ist, die man leisten kann, ohne sich selbst dabei zu verbrauchen, solange man die Distanz wahrt zwischen dem, was gehört wird, und dem, was einen angeht. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er manchmal, und es ist die einzige, bei der sie kurz innehält, nicht weil sie die Antwort nicht wüsste, sondern weil die Frage von einem Mann kommt, der selbst keine befriedigende Antwort darauf hätte. „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt ernsthaft, als wäre das eine philosophische Position, die Respekt verdient, und geht zurück in den Salon. An einem Montag Mitte November, als der Himmel über Kensington die Farbe von altem Zeitungspapier hat, ist die Wohnung anders, bevor Maureen noch die Tür hinter sich geschlossen hat – eine Schwere in der Luft, die man nicht benennen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Wohnungen kennt wie sie: die Schwere von etwas, das bereits passiert ist. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was Maureen in einem Jahr nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, als hätte er ihn mit einer Geste aufgemacht, die keine Rücksicht auf den Inhalt nehmen wollte. Seine Hände liegen flach auf der Tischplatte, als brauchten sie den Widerstand der Oberfläche, und sein Gesicht zeigt den Ausdruck eines Mannes, der eine Niederlage noch nicht eingeräumt hat, obwohl er sie längst begriffen hat. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme hat die Textur von etwas, das lange trocken gelegen hat und beim ersten Anfassen zerbricht. Giles, den Maureen nur aus Archies gelegentlichen, stets abgebrochenen Erwähnungen kennt, ist Investmentbanker in der City und offenbar ein Mann, der Entscheidungen trifft, die sich wie Türen anfühlen, die man von innen zuwirft. Maureen steht in der Küche und betrachtet Archie mit der Aufmerksamkeit, die man Dingen widmet, deren Fragilität man erst in diesem Moment vollständig ermisst, dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und etwas in ihr trifft eine Entscheidung, die sie dem Verstand nicht vorlegt, weil sie weiß, dass er Einwände hätte. Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Präzision einer Frau, die keine Bewegung verschwendet, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren nicht als jemand, der bezahlt wird zu bleiben, sondern als jemand, der beschlossen hat, es trotzdem zu tun. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas zwischen beiden Händen haltend wie etwas, das Wärme bewahren soll, „das ist natürlich nicht dasselbe, und ich will nicht so tun, als wäre es dasselbe – aber es gibt Momente, in denen man versteht, dass Kinder uns so sehen, wie sie uns sehen wollen, und nicht so, wie wir sind." Der Satz endet nicht sauber, weil solche Sätze nie sauber enden, und Maureen trinkt, anstatt ihn fertigzustellen, weil das Unfertige manchmal ehrlicher ist als jede Pointe. Archie schluchzt einmal – kurz, fast unhörbar, wie jemand, der das Weinen als Schwäche gelernt hat und trotzdem gerade nicht anders kann –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet, nicht mit der gespannten Erwartung von jemandem, der helfen will, sondern mit der ruhigen Gegenwart von jemandem, der gelernt hat, dass Anwesenheit manchmal das Einzige ist, was man anbieten kann, das wirklich zählt. In der darauffolgenden Woche denkt sie öfter an ihn als an irgendeinen ihrer anderen Kunden – nicht mit Mitleid, das wäre zu einfach, und nicht mit Zuneigung, das wäre zu viel, sondern mit der Art stiller Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht vollständig versteht, und die man deshalb nicht loslässt. Am Donnerstagabend backt sie Scones in der kleinen Küche ihrer Wohnung in Brixton, nach dem Rezept ihrer Mutter, das sie auswendig kennt und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter lange nach Abschied schmeckte und weil Maureen keine Sentimentalitäten pflegt, die ihr nichts geben außer Schmerz. Die Scones werden etwas zu braun – das Backrohr in dieser Küche hat eine eigene Meinung –, aber sie sind warm, als sie sie verpackt, und Wärme ist, wie Maureen findet, eine Form von Argument, gegen die man schwer ankommt. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie den Schlüssel in der Tasche hat, weil Klingeln bedeutet, dass der andere die Wahl hat, und das scheint ihr diesmal richtig. Archie öffnet die Tür – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der beschlossen hat, die Niederlage anzunehmen ohne ihr mehr Raum zu geben, als sie verdient. Maureen stellt die Tupperdose auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher, und als sie den Tee nicht gleich findet, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat, sucht sie schweigend, bis sie ihn findet, weil das die Art ist, wie sie in fremden Küchen arbeitet: gründlich, ohne Drama, ohne Kommentar. Sie setzt sich zu ihm, und sie trinken Tee und essen die zu braunen Scones, und keiner sagt etwas, das bedeutsam klingen will oder bedeutsam sein soll, weil das Bedeutsame dieser Szene in ihrer Schlichtheit liegt und sich sofort auflösen würde, wenn man es benennte. Dann sagt Maureen, ohne besondere Betonung: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an – eine Sekunde lang, zwei –, und in seinem Gesicht entsteht etwas, das Maureen in einem Jahr nie gesehen hat: ein Lächeln, das nichts will, kein Wohlwollen erkaufen, keine Distanz überbrücken, kein Vergessen simulieren – ein Lächeln, das einfach da ist, weil gerade nichts dagegen spricht. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, und doch eine andere, weil Stille, wie Maureen weiß, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingetragen hat, und diesmal ist es nicht nur Abwesenheit. Das Porzellan im Regal steht in der blassen Novembersonne, die goldenen Ränder werfen kleine Lichter auf die Wand, und Maureen denkt, während sie in ihren Tee schaut, dass sie es nächste Woche besonders sorgfältig abstauben wird. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, antwortet sie mit einer Präzision, die jeden weiteren Kommentar überflüssig macht: „Reinigungskraft" – ein Wort, das sie mit derselben Selbstverständlichkeit ausspricht, mit der andere „Anwältin" oder „Ärztin" sagen würden, weil sie früh begriffen hat, dass der Stolz auf eine Tätigkeit nicht von der gesellschaftlichen Bewertung dieser Tätigkeit abhängen muss, wenn man nur entschieden genug ist, das nicht zuzulassen. In zwanzig Jahren hat sie gelernt, dass die Wohnungen reicher Leute selten so aussehen, wie die Leute selbst aussehen wollen – dass hinter den schweren Türen in Kensington eine Unordnung lauert, die mit Geld nicht zu kaufen ist und mit Schweigen nur notdürftig verwaltet werden kann, und dass derjenige, der wöchentlich mit dem Putztuch kommt, zwangsläufig zum einzigen Zeugen einer Wahrheit wird, die der Bewohner selbst nicht mehr wahrnehmen kann, weil er zu lange in ihr lebt. Lord Archibald Pemberton – achtundsiebzig Jahre alt, täglich im Anzug, Krawatte mit Windsorknoten – ist seit einem Jahr auf ihrer Liste und hat in dieser Zeit bewiesen, dass Aristokratie weniger ein Stand ist als eine Haltung, die man aufrechterhalten kann, solange man sich weigert, die Verhältnisse neu zu vermessen: Er lebt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die einst für eine Familie mit Personal ausgelegt war und die nun, von Familie und Personal gleichermaßen verlassen, die Abwesenheit all dessen dokumentiert, was sie hätte füllen sollen, mit einer Stille, die nicht Frieden ist, sondern der Nachhall von etwas, das aufgehört hat zu klingen, ohne dass jemand es ausgemacht hätte. Das Porzellan – Meißner Service, weiß mit kobaltblauen Ranken und Goldrand, für sechzehn Personen hinter Glas in einem Schrank mit Messingschloss – ist das einzige Objekt in dieser Wohnung, das Maureen wirklich beschäftigt, nicht weil es Arbeit macht, sondern weil Archie verstummt, wenn sie es anfasst: ein Verstummen, das anders ist als sein sonstiges Schweigen, konzentrierter, angespannter, wie das Schweigen von jemandem, der aufpasst, dass etwas nicht kaputtgeht, und dabei nicht ganz sicher ist, ob er das Porzellan meint oder sich selbst. Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat „meiner Frau" gesagt mit einer Kürze, die keine Folgefrage zuließ – nicht weil er unhöflich war, sondern weil manche Sätze vollständig sind, gerade weil sie nicht zu Ende geführt werden, und weil Maureen, die viel beobachtet und sehr wenig fragt, das sofort verstanden hat und seitdem beide Hände benutzt, wenn sie die Tassen nimmt. Den Schlüssel, den Archie ihr übergeben hat, nennt er bis heute „geliehen", und dieser semantische Eigensinn ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, kein Versehen und keine Marotte, sondern der letzte verbliebene Bereich, in dem er noch verfügt: über die Sprache, über die Bedeutung seiner Handlungen, über das Recht, Besitz und Gabe nicht zusammenfallen zu lassen, selbst wenn längst klar ist, dass er den Schlüssel nie zurückfordern wird. Wenn sie montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr auf dem Küchentisch – jedes Mal, ohne Ausnahme, mit einer Beharrlichkeit, die nicht auf Vergessen deutet, sondern auf Hoffnung, auf die Art Hoffnung, die nicht aufgibt, weil sie weiß, dass sie keine Grundlage hat, und die genau deswegen in einer eigentümlichen Würde fortbesteht, die Maureen, obwohl sie nie Tee trinkt und das seit einem Jahr nicht getan hat, nicht kommentiert, weil sie gespürt hat, dass das Teegeschirr nicht für sie bestimmt ist, sondern für die Vorstellung von ihr, die Archie braucht, um den Montag auszuhalten. „Ah, Maureen", sagt er aus dem Flur mit dem Ton eines Mannes, dem die Woche zu lang geworden ist und dem jetzt endlich jemand die Tür aufgemacht hat, „der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" Sie schaut jedes Mal nach oben, mit derselben kurzen Aufmerksamkeit, die eine Detektivin einem Tatort schenkt, der keine Spuren hinterlassen hat, und der Kronleuchter hängt jedes Mal in vollkommener Reglosigkeit, schwer und abweisend wie ein Objekt, das sich weigert, an einer Erzählung teilzunehmen, die es nicht selbst begonnen hat – weshalb Maureen jedes Mal „Ich schau später" sagt und ins Badezimmer geht, weil das eine Aussage ist, die niemanden zu irgendetwas verpflichtet. Archie folgt ihr bis zur Schwelle, lehnt sich in den Türrahmen mit der Lässigkeit eines Mannes, für den Grenzen immer die Grenzen anderer waren, und beginnt seinen wöchentlichen Monolog, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl es kaum halb zehn ist und obwohl der Sherry, das hat Maureen berechnet, auf ein Jahresvolumen kommt, das sie nachdenklich stimmt, aber das ist seine Sache. Seine Erzählungen folgen einer Dramaturgie, die sich über Monate kaum verändert hat: Der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll – die Gästeliste dieser Abendessen wächst mit jeder Wiederholung –, das Pferd Wellington, das dreimal in Hampshire siegte, und schließlich die Gegenwart, die er behandelt wie einen Besucher, dem man aus Höflichkeit öffnet und den man trotzdem am liebsten nicht hereingebeten hätte. Maureen hört zu, schrubbt die Armatur, wischt den Spiegel und antwortet im richtigen Takt, weil sie verstanden hat, dass aufmerksames Zuhören eine handwerkliche Fertigkeit ist wie jede andere – eine, die man perfektionieren kann, ohne sich selbst darin zu verlieren, solange man die Linie kennt zwischen dem, was gehört werden will, und dem, was einen angeht. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er gelegentlich, und es ist die einzige, bei der sie tatsächlich innehält, nicht aus Verlegenheit und nicht, weil die Antwort fehlte, sondern weil die Frage eine Intimität beansprucht, die aus dem Mund eines Mannes kommt, der sie nie gefragt hat, wie ihre Kinder heißen oder woher sie kommt, und der mit dieser Frage, ohne es zu wissen, das Einzige berührt, worüber Maureen wirklich nicht sprechen will: nicht das Zufriede-Sein, sondern die Frage, ob das Wort noch die richtige Einheit ist, um das, was das Leben geworden ist, daran zu messen. „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt, als hätte sie etwas Wichtiges gesagt. An einem Montag im November – grauer Himmel, nasse Straßen, der Geruch von Laub und Diesel, der durch die Türritze dringt – ist die Wohnung anders, noch bevor Maureen das Licht angemacht hat: eine Verdichtung der Luft, die man nicht messen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Räume kennt wie sie und wenn man gelernt hat, zuerst zu fühlen und erst dann hinzuschauen. Archie sitzt im Morgenmantel am Esstisch – das allein ist ungewöhnlich genug, um alles andere schon vorauszuahnen –, und vor ihm liegt ein aufgerissener Brief, der auf dem Boden seinen Umschlag verloren hat, als wäre das Öffnen eine Geste der Wut gewesen und das Lesen dann etwas ganz anderes. Seine Hände liegen flach auf dem Tisch mit dem Druck von Händen, die sich festhalten müssen an etwas, das selbst nicht fest ist, und sein Gesicht zeigt jenen eigentümlichen Ausdruck, den Maureen kennt von anderen Momenten in anderen Wohnungen: den Ausdruck eines Menschen, der die Nachricht bereits vollständig verstanden und noch nicht vollständig angenommen hat, weil beides zusammen zu viel auf einmal wäre. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken, und in diesem Satz – in seiner Kürze, in seinem vollständigen Verzicht auf Erklärung – steckt mehr als Trauer: da ist die Scham eines Mannes, der nicht versteht, wie man jemanden verlieren kann, den man nie wirklich zu kennen bereit war. Giles ist Investmentbanker, taucht in Archies Welt hauptsächlich als Leerstelle auf, und Maureen, die viel über Söhne nachgedacht hat in den letzten Jahren, versteht ohne weitere Erklärung, dass hier keine plötzliche Grausamkeit vorliegt, sondern das Ende einer langen Gleichgültigkeit, die auf beiden Seiten saß und die jetzt eines der beiden Seiten als Entscheidung formuliert hat. Sie steht in der Küche und sieht Archie an, und dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und in der Sekunde, in der sie beides gesehen hat, ist die Entscheidung bereits gefallen – nicht als Impuls, nicht als sentimentales Mitgefühl, sondern als die ruhige Erkenntnis, dass es Momente gibt, in denen man aufhört, Distanz zu verwalten, nicht weil die Distanz falsch war, sondern weil sie gerade nicht das Richtige ist. Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Sorgfalt einer Frau, die keine unnötigen Bewegungen macht, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren sitzend in der Wohnung eines Kunden, in der Arbeitszeit, und das Merkwürdigste daran ist, wie wenig merkwürdig es sich anfühlt. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch, nicht auf ihn – weil manche Sätze leichter fallen, wenn man nicht gesehen wird beim Sagen, „das ist natürlich nicht dasselbe, ich will nicht so tun als wäre es dasselbe – aber ich glaube, dass Kinder irgendwann aufhören, uns zu sehen, und anfangen, das zu sehen, was sie entlastet, wenn sie uns so sehen." Der Satz endet nicht mit einer Pointe, weil es keine gibt, und Maureen trinkt, weil das Unfertige dieses Satzes mehr sagt als jede Vollendung es könnte: es sagt, dass sie auch nicht weiß, wie das endet, und dass sie damit abgefunden hat, es nicht zu wissen. Archie schluchzt – einmal, kurz, halb unterdrückt, mit der Scham eines Mannes, dem das Gefühl immer zu groß war für den Raum, den er ihm zugebilligt hat –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet, nicht mit der gespannten Hilfsbereitschaft von jemandem, der eine Lösung anbieten will, sondern mit der stillen Solidarität von jemandem, der weiß, dass es keine gibt, und der trotzdem nicht aufsteht – oder gerade deswegen. In der Woche danach denkt sie öfter an ihn als je zuvor, aber nicht mit dem weichen Mitleid, das man sich manchmal gönnt, um sich selbst als mitfühlend zu erleben: eher mit jener distanzierten Aufmerksamkeit, die man in sich bemerkt, wenn etwas, das man glaubte zu verstehen, plötzlich eine Tiefe zeigt, die man nicht eingerechnet hatte, und die man nicht ignorieren kann, ohne sich selbst etwas zu verweigern. Am Donnerstagabend backt sie Scones nach dem Rezept ihrer Mutter – einem Rezept, das sie auswendig kann und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter nach Trauer schmeckte und nicht nach Küche, und weil Maureen keine Gewohnheit darin hat, Schmerz freiwillig aufzurufen. Sie backt trotzdem, und die Scones werden etwas zu braun, weil das Backrohr lügt, und sie legt sie in die Tupperdose, weil Wärme eine Aussage ist und weil sie keine andere machen will und keine bessere kennt. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl der Schlüssel in ihrer Tasche liegt – eine kleine Geste, aber eine bewusste, weil Klingeln dem anderen die Wahl gibt, und weil Maureen entschieden hat, dass Archie diese Wahl diesmal haben soll, ohne zu wissen, dass er sie sowieso nicht benutzen würde. Er öffnet – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der die Niederlage eingeräumt hat und nun herausfindet, dass das Leben danach weitergeht, was überraschend und nicht überraschend zugleich ist. Maureen stellt die Dose auf den Tisch, füllt den Wasserkocher, sucht den Tee, findet ihn im falschen Schränkchen, nimmt ihn heraus ohne Kommentar, und die Stille, die dabei entsteht, ist nicht leer, sondern dicht – dicht von den Dingen, die nicht gesagt werden müssen, weil sie beide da sind. Sie sitzen und trinken Tee und essen die Scones, und das Gespräch, das stattfindet, ist keines und doch mehr als die meisten: es hat die Konsistenz von etwas, das gewachsen ist ohne Plan, das nicht weiß, wie es heißt, und das gerade deswegen hält. „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt Maureen irgendwann, ohne Betonung, als Feststellung einer physikalischen Tatsache – und Archie sieht sie an, eine Sekunde, zwei, und dann lächelt er, ein Lächeln, das nichts will: kein Mitleid, keine Nachsicht, keine Verbundenheit, die man pflegen müsste – einfach ein Lächeln, das da ist, weil gerade nichts da ist, das es verhindert. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, und die alten Scheiben zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, mit denselben Möbeln, demselben Porzellan, demselben Licht, und doch eine andere, weil Stille, wie jeder weiß, der lange in ihr gesessen hat, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingebracht hat, und weil diesmal, zum ersten Mal, etwas Warmes darin ist. == 87 == 1 -------------------- Die Brücke Lucía ist 29 Jahre alt. Sie arbeitet in einer Fabrik. Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá. Jeden Tag näht sie Hemden. Ihre Finger sind oft müde. Nachts schläft sie in einer kleinen Pension. Dort wohnen noch fünf andere Frauen. Das Zimmer ist eng, aber es ist billig. Lucía spart ihr Geld. Sie will eines Tages wegfahren. Wohin, weiß sie noch nicht. Lucía hat einen Bruder. Er heißt Javier und ist 24 Jahre alt. Vor zwei Jahren ist er weggegangen. Die Nachbarin sagt: Er ist in den Bergen. Die Regierung sagt: Er ist tot. Lucía sagt nichts. Sie nennt es einfach: weg. Javier hatte lange Finger und eine leise Stimme. Sein Mund roch immer nach Zimt. Lucía denkt jeden Tag an ihn. Jeden Samstag fährt Lucía mit dem Bus. Der Bus ist alt und laut. Es gibt Hühner, Körbe und müde Menschen. Lucía sitzt am Fenster. Die heiße Luft kommt durch ein Loch in der Plane. Ein kleines Kind sitzt neben ihr. Das Kind hält eine Mandarine in der Hand. Es gibt Lucía die Hälfte. Lucía lächelt. Sie denkt: Javier hat Mandarinen immer mit den Zähnen geschält. Der Bus wird langsamer. Die Brücke kommt. Lucía kennt diese Brücke gut. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen. Sie und Javier, vor zwei Jahren. Jetzt steht sie jede Woche hier. Sie steht am Geländer und schaut auf das Wasser. Das Wasser ist braun und fließt schnell. Sie wartet auf nichts. Sie hofft auf nichts. Sie ist einfach da. An diesem Samstag ist ein alter Mann an der Brücke. Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer. Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug. Er verkauft Kaffee. Lucía nickt, als er sie fragt. Sie sucht das Kleingeld in ihrer Tasche. Dann sieht sie seine Hände. Die Finger sind lang, die Nägel schwarz. Der Knochen am Daumen sieht aus wie Javiers Knochen. Lucía wird kalt, obwohl die Sonne heiß ist. Sie will fragen: Wer sind Sie? Aber sie sagt kein Wort. Der alte Mann gibt ihr den Kaffee. Er sagt: „Vorsicht, heiß." Seine Stimme klingt fremd. Lucía trinkt den Kaffee langsam. Sie schaut den Mann an. Er schaut auf das Wasser. Sie stellt keine Fragen. Am nächsten Samstag fährt Lucía wieder zur Brücke. Der Eimer steht noch da. Aber der alte Mann ist weg. Ein anderer Verkäufer hat seinen Platz. Der verkauft Cola, keinen Kaffee. Lucía fragt: „Der alte Mann – wo ist er?" Der Verkäufer zuckt mit den Schultern. Er sagt: „Weitergegangen. Oder gestorben. Oder beides." Lucía setzt sich auf den Eimer. Sie trinkt eine Cola. Die Cola schmeckt nach nichts. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden. Lucía weiß nicht, wer ihn hingehängt hat. Sie nimmt einen Faden von ihrer Jacke. Sie knüpft ihn neben den roten Faden. Dann steht sie auf. Sie geht zum Bus. Sie setzt sich ans Fenster. Sie legt die Hand gegen das Glas. Draußen lösen sich die Berge in der Hitze auf. Der Kaffee von letzter Woche ist noch auf ihrer Zunge. Sie wird nächste Woche wiederkommen. Vielleicht. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Brücke Lucía steht um ein Uhr nachts an ihrer Nähmaschine und hört, wie die anderen Frauen in der Pension schlafen. Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá, wo die Straßen aufhören und die Berge beginnen. Ihre Finger schmerzen unter den Nägeln, nicht stark, aber genug, dass sie es spürt. Sie schaut durch das vergitterte Fenster auf die schwarzen Berge draußen. Kein Licht brennt dort oben, kein Zeichen, nichts. Lucía denkt an ihren Bruder Javier, der vor zwei Jahren weggegangen ist, ohne ein Wort zu hinterlassen. Die Nachbarin sagt, er ist bei der Guerilla in den Bergen. Die Regierung sagt, er ist tot, aber sie hat keinen Beweis geschickt. Lucía sagt nichts davon laut, weil Worte manchmal mehr wegnehmen, als sie geben. Am Samstag früh steigt sie in den Bus, der nach Süden fährt, zum Río Sumapaz. Der Bus ist so voll, dass ein Huhn auf dem Sitz neben ihr sitzt und sie mit einem Auge anschaut. Durch ein Loch in der Plastikplane kommt die heiße Luft wie ein Atem herein. Ein kleines Kind, das keine Vorderzähne hat, hält ihr eine Mandarine hin. Lucía nimmt die Frucht, teilt sie ruhig in zwei Hälften und gibt dem Kind eine zurück. Das Kind lacht, und Lucía denkt sofort an Javier, der Mandarinen immer mit den Zähnen geschält hat. Sie schaut aus dem Fenster, damit das Kind ihre Augen nicht sieht. Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen. Lucía kennt jede Schraube an diesem Geländer. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, sie und Javier, an einem Morgen, der wie alle anderen aussah. Er hat sich nicht umgedreht, als er gegangen ist, oder vielleicht hat sie es nur nicht gesehen. Jetzt kommt sie jeden Samstag, steht zwei Stunden am Geländer und schaut auf das braune Wasser, das unter ihr fließt. Sie wartet auf nichts Bestimmtes und hofft auf nichts Bestimmtes. Sie ist einfach da, weil das der einzige Ort ist, wo sie nicht erklären muss, warum. An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer. Er ist vielleicht fünfundsechzig Jahre alt, hat ein Gesicht wie trockene Erde und Augen, die sehr weit weg schauen. Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug, und er fragt Lucía leise, ob sie einen Kaffee möchte. Sie nickt, sucht das Kleingeld in ihrer Jackentasche und sieht dabei seine Hände. Die Finger sind lang und knotig, die Nägel schwarz vom Dreck, aber die Form dieser Hände ist nicht fremd. Der lange Knochen am Daumen, die Art, wie die Sehnen unter der Haut liegen – das hat sie schon gesehen. Lucía hält die Münzen in ihrer Hand und kann sich nicht bewegen. Sie will fragen: Wer sind Sie, wo kommen Sie her, kennen Sie einen Mann namens Javier? Aber sie bringt kein einziges Wort heraus, weil sie Angst hat vor der Antwort. Der alte Mann gibt ihr den Kaffee in einer kleinen Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß." Seine Stimme klingt nach einer Sprache, die nicht Spanisch ist, oder nach Spanisch, das sehr lange geschwiegen hat. Lucía trinkt den Kaffee langsam und schaut auf das Wasser, genau wie er. Sie stellt keine Fragen, und er stellt keine Fragen, und das fühlt sich seltsam richtig an. Eine Woche später steigt Lucía wieder aus dem Bus und geht zur Brücke. Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann sitzt nicht darauf. Ein anderer Verkäufer hat den Platz übernommen, er verkauft Cola aus einer Kühltasche. Lucía fragt ihn: „Der alte Mann mit dem Kaffee – wissen Sie, wo er ist?" Der Verkäufer schaut sie kurz an und zuckt mit den Schultern. Er sagt: „Weitergegangen, glaube ich. Oder gestorben. Das ist hier meistens dasselbe." Lucía setzt sich auf den Eimer und kauft eine Cola, die warm und süß ist und nach gar nichts schmeckt. Sie trinkt sie trotzdem leer, weil sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, dünn und verblasst, als wäre er schon lange da. Niemand kann ihr sagen, wer ihn hingehängt hat oder warum. Lucía zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke, einen blauen, und knüpft ihn direkt neben den roten. Sie schaut kurz auf die beiden Fäden, dann dreht sie sich um und geht zum Bus. Sie setzt sich ans Fenster, legt die flache Hand gegen das warme Glas und schaut auf die Berge, die in der Hitze verschwimmen. Irgendwo dort ist Javier, oder er ist nirgends, oder das ist am Ende dasselbe. Der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, fremd und vertraut zugleich. Nächste Woche wird sie wiederkommen. Das ist keine Hoffnung. Das ist einfach, was sie tut. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Brücke In der Nacht, wenn die Fabrik still wird und nur noch die Maschinen summen, denkt Lucía an Dinge, die sie tagsüber nicht denken kann. Sie näht seit sechs Jahren dieselben Hemden, und manchmal glaubt sie, die Nadel kennt den Weg schon besser als sie selbst. Ihre Hände arbeiten allein, während ihr Kopf woanders ist – bei Javier, bei den Bergen, bei einem Morgen vor zwei Jahren, der nie aufgehört hat. Javier ist ihr Bruder, er war vierundzwanzig, als er ging, und er hatte eine Stimme, die immer zu leise war, als wollte er nicht zu viel Platz nehmen. Die Nachbarin hat gesagt, er sei in den Bergen bei den Guerilleros, aber die Nachbarin sagt viele Dinge, die sich gut anhören und nichts bedeuten. Die Regierung hat einen Brief geschickt, der Javier für tot erklärt, aber kein Datum nennt, keinen Ort, keinen Beweis. Lucía hat den Brief in den Koffer gelegt, unter die Hemden, und seitdem nicht mehr herausgeholt, weil sie weder glauben noch aufhören will zu glauben. Jeden Samstag nimmt sie den frühen Bus, der nach Süden fährt und nach altem Öl und Tier riecht. Die Fahrt dauert über eine Stunde, und in dieser Zeit schaut Lucía aus dem Fenster, ohne wirklich zu sehen, was draußen vorbeizieht. An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält, als wäre sie etwas sehr Kostbares, und ihr ohne Worte die Hälfte anbietet. Lucía nimmt sie und denkt, noch bevor sie die Frucht berührt hat, an Javier, der Mandarinen nie schälte, sondern die Schale einfach mit den Zähnen aufriss. Sie schaut weg, bevor das Kind ihre Augen sehen kann, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint. Diese Brücke über den Río Sumapaz ist kein besonderer Ort, es gibt hundert solche Brücken in diesem Land. Aber hier haben sie sich zum letzten Mal gesehen, und das macht einen Ort zu etwas, das er vorher nicht war. Lucía stellt sich ans Geländer, schaut auf das braune Wasser, das gleichgültig unter ihr fließt, und wartet auf nichts, was sie benennen könnte. Sie kommt nicht, weil sie hofft – sie ist sich ziemlich sicher, dass Hoffnung das Falsche wäre, nach so langer Zeit. Sie kommt, weil dieser Ort der einzige ist, wo sie nicht erklären muss, wer Javier war, und warum seine Abwesenheit noch immer ein Gewicht hat. Zwei Stunden steht sie meistens hier, schaut auf das Wasser, auf die Berge, auf die Autos, die über die Brücke fahren, ohne anzuhalten. An diesem Samstag ist ein alter Mann da, den sie noch nie gesehen hat. Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer, als wäre das ein ganz gewöhnlicher Stuhl, und hält einen Thermoskrug zwischen den Knien. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie nicht sofort einordnen kann – als käme sie aus einer anderen Sprache, auch wenn die Worte Spanisch sind. Lucía nickt, greift in die Jackentasche nach Kleingeld, und in diesem Moment, als sie aufschaut, sieht sie seine Hände. Die Finger sind lang und knotig, die Gelenke aufgebrochen von Arbeit, die Nägel schwarz, aber die Grundform dieser Hände – die langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen – kennt sie aus tausend Erinnerungen. Sie zählt das Kleingeld nicht mehr, sie hält es einfach in der offenen Hand und kann sich nicht bewegen. In ihr formt sich eine Frage, eigentlich mehrere Fragen, aber keine kommt bis zu den Lippen, weil sie nicht weiß, was eine Antwort mit ihr machen würde. Der alte Mann wartet ruhig, nimmt die Münzen, füllt die Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß", als wäre das alles, was es zu sagen gibt. Seine Stimme klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs viel verloren hat. Lucía trinkt den Kaffee langsam, Schluck für Schluck, und schaut auf das Wasser statt auf den Mann, weil sie merkt, dass sein Blick sie in Stücke zerlegen würde, wenn sie ihn zu lange erwiderte. Sie kauft keinen zweiten Kaffee, sie stellt keine Fragen, sie sagt beim Gehen nicht einmal Danke – oder vielleicht sagt sie es doch, sie ist sich später nicht mehr sicher. Eine Woche vergeht, die sich anfühlt wie eine lange Stille zwischen zwei Sätzen, und dann ist Samstag. Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann ist nicht da, und an seiner Stelle verkauft jemand Jüngeres Cola aus einer zerbeulten Kühltasche. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie an, als wäre die Frage schwerer als sie klingt. Er sagt: „Weitergegangen, denke ich. Oder gestorben. In dieser Gegend ist das oft dasselbe, und man fragt nicht nach." Lucía setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß, und schaut auf das Geländer, als könnte es ihr etwas erklären. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, als wäre er schon seit Jahren da und hätte auf jemanden gewartet. Niemand weiß, wer ihn hingehängt hat, und die Frage stellt sich sowieso niemand außer Lucía. Sie zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein bisschen fransig – und knüpft ihn so nah an den roten, dass die beiden sich berühren. Sie schaut nicht lange hin, dann dreht sie sich um und geht. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das Fensterglas, das warm ist von der Sonne, und schaut auf die Berge, die in der Hitze ihre Konturen verlieren. Der Geschmack des Kaffees ist noch da, auf der Zunge, im Hals – fremd und gleichzeitig so vertraut, dass es ihr den Atem stocken lässt. Sie wird nächste Woche wiederkommen, nicht weil sie etwas erwartet, sondern weil dieser Ort sie festhält auf eine Art, die sie nicht loswerden will. Das ist keine Hoffnung. Aber es ist auch nicht nichts. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Brücke Es gibt Nächte in der Fabrik, in denen Lucía das Gefühl hat, ihre Hände gehörten ihr nicht mehr, weil sie seit Stunden dasselbe tun, ohne dass der Kopf noch beteiligt ist. Die Maschine läuft, der Faden zieht sich durch den Stoff, und irgendwo hinter diesem gleichmäßigen Geräusch liegt Javier – nicht als Erinnerung, sondern als eine Art Dauerdruck, den sie gelernt hat zu tragen, ohne ihn zu benennen. Er ist vor zwei Jahren gegangen, vierundzwanzig Jahre alt, mit einer Stimme, die immer zu leise war, als wollte er die Welt nicht mehr belästigen, als nötig. Was aus ihm geworden ist, weiß sie nicht, und das ist keine Lücke mehr, die sich schließen lässt – es ist inzwischen ein fester Teil der Stille, in der sie lebt. Die Regierung hat ihn für tot erklärt, ohne Ort, ohne Datum, ohne irgendetwas, das ihr erlauben würde, diesem Wort zu glauben oder es zurückzuweisen. Samstag ist der einzige Tag, an dem Lucía nicht näht. Sie steigt in den Bus, der nach Süden fährt und in dem alte Männer schlafen, Hühner in Körben sitzen und die heiße Luft durch jeden Riss in der Karosserie kriecht, als wollte sie zeigen, dass es keine Grenze gibt, die sie aufhalten kann. Ein Kind bietet ihr eine Mandarine an, ganz selbstverständlich, als wären sie alte Bekannte, und Lucía nimmt die Hälfte und gibt die andere zurück, während sie gleichzeitig merkt, dass ihre Hand zittert – nicht stark, aber genug. Sie denkt an Javier, der Mandarinen nie mit den Fingern schälte, weil er zu ungeduldig war, und dreht das Gesicht zum Fenster, bevor das Kind sehen kann, was in ihren Augen steht. Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen, und Lucía atmet aus, als hätte sie die ganze Fahrt über die Luft angehalten. Die Brücke über den Río Sumapaz ist unspektakulär – Beton, Rost, braunes Wasser darunter, das gleichgültig fließt, egal was an seinen Ufern geschieht oder geschehen ist. Aber Lucía kommt trotzdem jeden Samstag hierher, stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser und bleibt zwei Stunden, ohne auf irgendetwas zu warten, das sie benennen könnte. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, und obwohl sie nicht mehr genau weiß, was gesagt wurde oder ob überhaupt etwas gesagt wurde, weiß sie noch genau, wie Javiers Schultern aussahen, als er wegging – leicht nach vorne gezogen, als trüge er etwas, das schwerer war als er. Dieser Ort hält sie fest, nicht durch Hoffnung, sondern durch eine Art stumpfe Treue, die sie sich nicht erklärt, weil sie Angst hat, dass sie aufhört, wenn sie anfängt, darüber nachzudenken. An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer, als hätte er dort immer gesessen und sie hätte ihn nur bisher nicht bemerkt. Er ist vielleicht fünfundsechzig, vielleicht älter, mit einem Gesicht, das so viele Schichten hat wie die Berge in der Ferne, und Augen, die etwas gesehen haben, worüber man nicht spricht, nicht weil es verboten wäre, sondern weil es keine Sprache dafür gibt. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme ist fremd – nicht wegen des Akzents, sondern wegen einer Qualität, die Lucía nicht sofort einordnen kann, als hätte diese Stimme jahrelang geschwiegen und sei noch nicht wieder ganz zurück. Sie nickt, greift nach dem Kleingeld in ihrer Tasche, und in dem Moment, als sie die Münzen herausschält, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Thermoskrug halten. Die Finger sind knotig, die Nägel geschwärzt, die Haut aufgerissen an den Gelenken, aber die Form dieser Hände – die ungewöhnlich langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger leicht absteht – das ist nicht fremd, das hat sie tausendmal gesehen, an einem Tisch, in einer Küche, an einem Morgen, der jetzt sehr weit weg ist. Lucía hört auf, die Münzen zu zählen. Sie steht einfach da, die Hand offen, und irgendwo hinter ihren Rippen zieht sich etwas zusammen, das keinen Namen hat, aber sehr viel Platz braucht. Die Fragen, die in ihr entstehen, sind so viele und so laut, dass keine davon es bis zu den Lippen schafft – als würden sie sich gegenseitig blockieren, weil jede Antwort, die möglich wäre, mehr zerstören könnte als das Schweigen. Der alte Mann wartet, ohne ungeduldig zu werden, füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß", mit einer Stimme, die klingt wie ein Stein, der ins tiefe Wasser fällt – einmal, dann nichts mehr. Lucía trinkt, und der Kaffee ist sehr stark und sehr bitter, und sie trinkt trotzdem bis zum Grund, weil das die einzige Handlung ist, die sie in diesem Moment vollständig ausführen kann. Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und als sie schließlich geht, ist sie nicht sicher, ob sie feige war oder weise, und ob es dazwischen überhaupt einen Unterschied gibt. In der Woche, die folgt, trägt Lucía den Geschmack dieses Kaffees mit sich herum wie einen Splitter, der nicht schmerzt, aber da ist, immer. Sie näht, sie schläft, sie isst, sie spricht mit den anderen Frauen in der Pension, und die ganze Zeit über liegt dieser Geschmack auf ihrer Zunge wie eine offene Frage, die sie nicht formulieren kann oder will. Am nächsten Samstag steigt sie früher als sonst in den Bus, als wäre Zeit ein Argument. Der Eimer steht noch an derselben Stelle am Geländer, aber der alte Mann ist nicht da, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, mit Cola und einem gleichgültigen Gesicht. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie einen Moment zu lang an, bevor er mit den Schultern zuckt und sagt: „Weitergegangen, irgendwohin. Oder gestorben. In dieser Gegend fragt man das nicht so genau nach." Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß und nach allem schmeckt außer nach dem, wonach sie sucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch gleichgültig fließt, unbeeindruckt von allem, was Menschen an seinen Ufern verlieren. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, den niemand bemerkt hat außer ihr, weil man nur sieht, wonach man schaut. Sie weiß nicht, wer ihn hingehängt hat, und die Frage interessiert sie weniger als die Tatsache, dass jemand den Gedanken gehabt hat, sich mit einem so kleinen Zeichen an einen Ort zu binden. Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig fransig – und knüpft ihn neben den roten, ohne zu wissen, für wen oder warum, aber mit dem ruhigen Gefühl, dass es das Richtige ist. Die zwei Fäden hängen nebeneinander im Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich zu verlieren. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze auflösen, bis ihre Konturen unscharf werden und man nicht mehr genau sagen kann, wo der Berg aufhört und der Himmel anfängt. Irgendwo dort ist Javier – das ist das Einzige, woran sie festhält, nicht als Tatsache, nicht als Hoffnung, sondern als eine Art innere Behauptung, die sie aufrechterhalten muss, weil sie ohne sie nicht wüsste, wohin sie die Augen richten soll. Der Kaffee ist noch auf ihrer Zunge, eine Woche später, fremdartig und vertraut zugleich, wie eine Sprache, die man einmal konnte und fast vergessen hat. Sie wird nächste Woche wiederkommen, und die Woche danach, nicht weil sie etwas erwartet oder noch auf eine Auflösung hofft, sondern weil Treue manchmal das Einzige ist, was man einem Menschen schuldet, der nicht mehr da ist, um sie einzufordern. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Brücke Es gibt eine bestimmte Art von Erschöpfung, die nicht vom Schlafen kommt und nicht vom Wachen, sondern von dem langen, gleichmäßigen Druck eines Lebens, das man führt, ohne sich je ganz dazu entschieden zu haben – und genau diese Erschöpfung kennt Lucía, während ihre Hände um ein Uhr nachts noch immer die Nadel durch den Stoff führen, als hätten sie sich längst von ihr getrennt und arbeiten jetzt auf eigene Rechnung. Die Fabrik am Rand von Bogotá ist ein Ort, der nichts verspricht und nichts hält, und vielleicht ist das seine einzige Ehrlichkeit: Hier weiß man, woran man ist. Javier hat hier nie gearbeitet, er war nie jemand, der still an einem Platz blieb – er hatte diese ruhelose Qualität, die manche Menschen unruhig macht und andere anzieht, und Lucía hat beides an ihm erlebt, manchmal im selben Moment. Vor zwei Jahren ist er gegangen, ohne einen Abschied, der diesen Namen verdient hätte, und seitdem hat sie gelernt, mit einer Leerstelle zu leben, die sich weder durch Trauer noch durch Gewissheit füllen lässt, weil die Regierung einen Brief geschickt hat, der ihn für tot erklärt, ohne irgendetwas zu liefern, das dieses Wort ernstzunehmen erlauben würde. Was bleibt, ist kein Schmerz mehr im eigentlichen Sinne, sondern etwas Stumpferes und Beständigeres – eine Art strukturelle Abwesenheit, die Lucía inzwischen so verinnerlicht hat, dass sie sie manchmal erst dann bemerkt, wenn jemand fragt, ob sie Geschwister hat, und sie einen Moment zu lang braucht, um zu antworten. Der Samstag ist ihr Tag, nicht weil er sich von den anderen unterscheidet, sondern weil sie ihn durch eine Entscheidung zu dem gemacht hat, was er ist: dem einzigen Tag, an dem sie nicht näht, nicht in der Pension sitzt und auf die Decke schaut, sondern in den Bus steigt und fährt. Der Bus selbst ist ein eigenes kleines Universum, bevölkert von Menschen, die so früh am Morgen schon die Gesichter von Leuten tragen, die wissen, dass der Tag lang wird, und von Tieren, die ahnungslos mitreisen, und von einer Hitze, die durch jede Lücke in der verbeulten Karosserie kriecht, als wäre sie persönlich eingeladen. An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält mit der ernsthaften Sorgfalt, die Kinder manchmal für Gegenstände aufwenden, die Erwachsene längst für selbstverständlich halten, und das ihr wortlos die Hälfte anbietet, als wäre das die natürlichste Geste der Welt. Lucía nimmt die Frucht, und noch bevor sie die Schale berührt, ist Javier da – nicht als Bild, sondern als körperliche Reaktion, als eine Art Muskelgedächtnis des Verlustes – weil Javier Mandarinen immer mit den Zähnen aufriss, ungeduldig und lachend, als wäre das Schälen eine Zeitverschwendung, die er sich prinzipiell verweigerte. Sie dreht das Gesicht zum Fenster, damit das Kind die Augen nicht sieht, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint, genau dort, wo sie immer erscheint, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die nicht wissen, was sie bedeuten. Die Brücke über den Río Sumapaz ist, objektiv betrachtet, nichts Besonderes: Beton, der altert, Geländer, das rostet, braunes Wasser darunter, das fließt, ohne je zu fragen, was an seinen Ufern verloren geht oder wartet oder sich nicht entscheiden kann zwischen beidem. Aber Orte bedeuten nicht, was sie sind, sondern was in ihnen geschehen ist, und hier hat Lucía zum letzten Mal Javiers Schultern gesehen, die leicht nach vorne geneigt waren, als trüge er etwas, das von außen nicht zu sehen war, und das ist eine Erinnerung, die sich nicht abschwächt, sondern mit der Zeit eher präziser wird, schärfer in den Details, als würde das Gehirn versuchen, durch Genauigkeit zu ersetzen, was die Realität nicht mehr liefern kann. Sie stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser, und wartet – wobei das Wort Warten hier irreführend ist, weil es eine Richtung impliziert, auf die hin man wartet, und die hat Lucía längst aufgegeben, wenn sie sie je gehabt hat; was sie tut, ist eher ein stilles Aushalten von Zeit an einem Ort, der ihr gehört, auf eine Weise, die kein Besitztitel beschreiben könnte. An diesem Samstag ist ein alter Mann da, der auf einem umgedrehten Eimer sitzt, als wäre das eine vollkommen angemessene Art, sich in der Welt einzurichten, mit einem Thermoskrug zwischen den Knien und einem Gesicht, das so viele Schichten trägt, dass Lucía nicht einmal versucht, es zu lesen. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie einen Moment lang irritiert, bevor sie versteht, dass es nicht der Akzent ist und nicht die Lautstärke, sondern eine Art eingefrorene Distanz – als hätte diese Stimme sehr lange geschwiegen und sei noch nicht ganz wieder in der Gegenwart angekommen. Sie nickt, sucht das Kleingeld, und in dem Moment, als sie aufblickt, um ihm die Münzen zu geben, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Krug halten, und sie erstarrt auf eine Art, die nicht theatralisch ist, sondern still und absolut – die Art, in der ein Körper innehält, wenn er etwas erkennt, das der Verstand noch nicht eingeholt hat. Die Finger sind knotig, die Gelenke aufgebrochen, die Nägel geschwärzt, und das alles wäre nichts Ungewöhnliches in dieser Gegend; was Lucía erstarren lässt, ist die Geometrie dieser Hände – die ungewöhnliche Länge der Mittelsehne, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger sich minimal abspreizt, als wolle er immer das letzte Wort haben –, weil das eine Geometrie ist, die sie kennt, so gut wie ihre eigenen Hände, vielleicht besser. In ihr entstehen Fragen – so viele und so schnell und mit so unterschiedlichen und unmöglichen Konsequenzen, dass sie sich gegenseitig blockieren wie Autos in einer verstopften Kreuzung, und keine kommt durch bis zu den Lippen, weil jede mögliche Antwort etwas in ihr riskieren würde, das sie gerade noch zusammenhält. Der alte Mann wartet, ohne ihr dabei zuzusehen, wie man auf jemanden wartet, der Zeit braucht, und das ist in sich schon etwas, das Lucía nicht vergessen wird: dass er gewartet hat, als wüsste er, dass Warten hier das Richtige ist. Er füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß" – und das ist alles, drei Worte, aber seine Stimme dabei klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs aufgehört hat, mehr zu sagen als das Notwendigste. Lucía trinkt, langsam, und der Kaffee ist bitter und schwer und hat einen Nachgeschmack, den sie nicht einordnen kann und der deshalb in ihr hängen bleibt, lange nachdem die Tasse leer ist. Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und ob das Feigheit war oder eine Art von Weisheit, die man sich erst erarbeiten muss, bevor man erkennt, dass sie keine ist, weiß sie in diesem Moment nicht und wird es vielleicht nie wissen. Die Woche, die folgt, ist eine Woche wie jede andere, außer dass sie es nicht ist, weil Lucía durch jeden ihrer Tage geht wie durch Wasser, das leicht zäher ist als sonst, und der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, hartnäckig und stumm, wie eine Frage, die sich weigert, in Sprache übersetzt zu werden. Am nächsten Samstag steigt sie früher als gewöhnlich in den Bus, als könnten zwanzig Minuten irgendetwas entscheiden, das bereits entschieden ist, und als sie an der Brücke ankommt, steht der Eimer noch da, aber der alte Mann sitzt nicht darauf, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, der Cola verkauft und so aussieht, als hätte er noch nie jemanden vermisst. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie mit einem Blick an, der sagt, dass er diese Frage schon kennt, auch wenn er sie heute zum ersten Mal hört, und antwortet: „Weitergegangen. Oder gestorben. Hier fragt man das nicht so genau nach, weil die Antwort meistens beides ist." Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die warm und süß ist und nach allem schmeckt außer nach dem, was sie braucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch fließt, gleichgültig und unbeeindruckt, als wäre Gleichgültigkeit die einzig würdige Reaktion auf ein Land, das seinen Menschen so viel weggenommen hat. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn und von niemandem bemerkt außer von jemandem, der gelernt hat, auf die kleinen Zeichen zu achten, weil die großen Zeichen ausgeblieben sind. Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig ausgefranst, der Art von blau, das einmal kräftiger war – und knüpft ihn neben den roten, nicht aus Sentimentalität, sondern aus einem Impuls, den sie nicht analysiert, weil manche Handlungen ihre Bedeutung verlieren, wenn man sie zu genau anschaut. Die zwei Fäden hängen nebeneinander im leichten Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich voneinander zu entfernen, und das ist vielleicht das Genaueste, was Lucía jemals über ihre Beziehung zu Javier gesagt hat, auch wenn sie kein Wort dabei gesprochen hat. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze in etwas Unbestimmtes auflösen, in einen Übergang zwischen Form und Formlosigkeit, der ihr heute nicht beunruhigend vorkommt, sondern wie eine ehrliche Aussage darüber, wie die Dinge wirklich sind. Irgendwo in diesem Auflösen ist Javier – das ist keine Hoffnung mehr und keine Überzeugung, sondern eine innere Setzung, die sie aufrechterhält, weil ein Mensch irgendwo sein muss, auch wenn das Irgendwo sich jeder Verifikation entzieht. Der Kaffee ist noch da, eine Woche später, tief im Hals, auf der Zungenspitze, fremd und vertraut in einem Atemzug, wie eine Sprache, die man als Kind gesprochen hat und die jetzt nur noch in den Schichten sitzt, die tiefer liegen als das Bewusstsein. Lucía wird nächste Woche wiederkommen – nicht aus Hoffnung, nicht aus Gewohnheit im banalen Sinne, sondern weil Treue manchmal die einzige Form von Würde ist, die einem bleibt, wenn alles andere, worauf man gezählt hat, sich in Schweigen aufgelöst hat; und Würde, das hat sie gelernt, ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung, die man jeden Samstag von Neuem trifft. == 88 == 1 -------------------- Doña Clara steht früh auf. Es ist noch dunkel draußen. Sie macht das Feuer im Hof an. Ein großer Topf steht über den Flammen. Sie kocht Reis für das Fest. Heute ist die Taufe ihrer Enkelin. Viele Menschen werden kommen. Die Nachbarn bringen Tische und Stühle. Die Männer schleppen schwere Bierkästen. Die Frauen schälen Kartoffeln. Doña Clara rührt langsam im Topf. Asche fliegt ihr ins Gesicht. Sie wischt sie nicht ab. Elena kommt mit einem Korb. Der Korb ist voller Limonen. Elena ist ihre Tochter und sie ist Lehrerin. Sie setzt sich neben ihre Mutter. Sie schneidet die Früchte in Scheiben. Keine von beiden spricht. Ein Hahn schreit laut. Die Nachbarin ruft von gegenüber: „Wann geht es los?" Doña Clara antwortet ruhig: „Wenn die Sonne unten ist." Die Nachbarin nickt. Sie versteht nicht viel, aber sie nickt trotzdem. Elena sitzt auf einem alten Eimer. Sie schält Zwiebeln. Es sind sehr viele Zwiebeln. Die Tränen laufen ihr über das Gesicht. Aber sie hört nicht auf. Plötzlich wirft sie das Messer auf den Boden. „Mama, er kommt nicht", sagt sie. Doña Clara dreht sich nicht um. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter. Die Hand zittert ein bisschen. Elena öffnet den Mund, aber sie sagt nichts. Sie nimmt das Messer wieder vom Boden. Sie schält weiter. Am Abend ist das Haus voller Gäste. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen herum. Eine alte Ziehharmonika spielt Musik. Der Walzer klingt ein wenig traurig. Doña Clara geht allein in die Kammer. Sie öffnet einen alten Schrank. Dort steht eine Flasche Rum. Auf der Flasche liegt Staub. Das rote Band ist noch original und fest gebunden. Santiago hat ihr diese Flasche geschenkt. Es war zu ihrem letzten Geburtstag vor drei Jahren. Doña Clara nimmt die Flasche vorsichtig in beide Hände. Sie trägt sie in die Küche. Sie stellt sie in die Mitte des großen Tisches. Tante Rosa fragt laut: „Trinkst du das jetzt?" Doña Clara schüttelt den Kopf. „Ich habe es nicht allein gekauft, um es allein zu trinken", sagt sie. Der Ziehharmonika-Spieler hält kurz an. Dann spielt er weiter, als wäre nichts gewesen. Niemand trinkt aus der Flasche. Aber niemand stellt sie weg. Es ist nach Mitternacht. Die meisten Gäste sind schon gegangen. Doña Clara sitzt auf einer Holzbank vor dem Haus. Die Flasche steht neben ihr auf dem Boden. Sie ist noch geschlossen. Elena kommt mit einer Wolldecke. Sie legt sie ihrer Mutter sanft um die Schultern. Mutter und Tochter schauen auf den Weg. Der Weg führt ins Dunkle und endet irgendwo im Nichts. Irgendwo bellt ein Hund. Elena flüstert leise: „Er sieht die Kerzen." Doña Clara schaut nicht weg. „Er sieht sie", sagt sie. Sie sitzen lange zusammen auf der Bank. Die Kerzen brennen langsam herunter. Die Flasche bleibt stehen. Der Morgen kommt leise, ohne zu fragen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Doña Clara schläft schlecht, weil sie an die Taufe denkt. Schon vor dem Morgengrauen steht sie auf und geht in den Hof. Das Feuer brennt langsam, und der Rauch riecht nach feuchtem Holz. Sie rührt im großen Topf, obwohl der Reis noch nicht kocht. Heute kommen viele Menschen, und alles muss fertig sein. Die Nachbarn helfen gerne, denn das Dorf kennt Doña Clara seit vielen Jahren. Ein Mann schleppt Bierkästen, ein anderer trägt lange Holztische auf dem Rücken. Doña Clara schaut ihnen zu, aber sie denkt an jemand anderen. Elena kommt aus dem Haus und bringt einen schweren Korb mit Zwiebeln und Limonen. Sie setzt sich auf einen umgedrehten Eimer und fängt sofort an zu arbeiten. Ihre Augen werden rot, weil die Zwiebeln so scharf sind. Niemand fragt, ob es nur die Zwiebeln sind. Plötzlich legt Elena das Messer auf den Boden und sagt: „Mama, er kommt nicht zurück." Doña Clara dreht sich nicht um, aber ihre Hand hält kurz an. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie, ohne zu zögern. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter und schweigt. Sie nimmt das Messer wieder und schält weiter, weil es nichts anderes zu tun gibt. Am Nachmittag kommen die ersten Gäste, und das Haus wird schnell laut. Kinder rennen durch die Zimmer, und alte Männer sitzen draußen im Schatten. Eine Ziehharmonika spielt einen Walzer, der ein bisschen traurig klingt. Doña Clara geht allein in die Kammer, ohne dass jemand ihr folgt. Sie öffnet einen alten Holzschrank, der nach Lavendel und Zeit riecht. Ganz hinten steht eine Rumflasche mit einem roten Band und Staub auf dem Etikett. Santiago hat ihr diese Flasche zum letzten Geburtstag geschenkt, drei Jahre ist das jetzt her. Doña Clara hält die Flasche lange in beiden Händen, bevor sie geht. Sie trägt sie langsam in die Küche und stellt sie in die Mitte des Tisches. Tante Rosa sieht es sofort und fragt: „Willst du die jetzt aufmachen?" Doña Clara schüttelt den Kopf und sagt ruhig: „Ich habe sie nicht gekauft, um allein zu trinken." Die Ziehharmonika verstummt für einen Moment, dann geht die Musik weiter. Keiner greift nach der Flasche, aber keiner fragt noch einmal, warum sie da steht. Nach Mitternacht sind die meisten Gäste gegangen, und das Haus ist wieder still. Doña Clara sitzt auf der alten Holzbank vor dem Haus und schaut in die Dunkelheit. Die Rumflasche steht neben ihr auf dem Boden, noch immer geschlossen. Elena kommt mit einer dicken Decke und legt sie ihr schweigend um die Schultern. Sie setzt sich neben ihre Mutter, und beide schauen auf den unbefestigten Weg. Der Weg führt aus dem Dorf heraus, in eine Richtung, die niemand mehr benennt. Irgendwo im Dunkeln bellt ein Hund, und dann ist es wieder still. Elena flüstert: „Er sieht die Kerzen, weißt du." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Blick zu bewegen: „Er sieht sie." Sie sitzen nebeneinander, bis die letzten Kerzen heruntergebrannt sind. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht. Der Morgen kommt langsam, ohne dass jemand ihn eingeladen hat. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum geschlafen, weil die Gedanken an das Fest sie nicht loslassen wollten. Als sie aufsteht, ist der Himmel noch dunkelblau, und das Dorf liegt still wie ein vergessenes Versprechen. Sie kniet neben dem offenen Feuer im Hof und rührt den Reis, obwohl er noch nicht heiß genug ist. Die Asche fliegt ihr ins Gesicht, und sie lässt es geschehen, ohne die Hand zu heben. Heute wird die kleine María getauft, und das ganze Dorf wird kommen, weil man sowas nicht alleine feiert. Nachbarn schleppen Tische über den Hof, Männer stapeln Bierkästen an die Hauswand, Frauen bringen Töpfe und Schüsseln. Es riecht nach Holzrauch, nach Fleisch, nach der feuchten Erde, die der Morgen immer mit sich bringt. Elena kommt mit einem schweren Korb aus dem Haus, setzt sich wortlos neben ihre Mutter und greift nach dem Messer. Sie schneidet Zwiebeln, eine nach der anderen, und die Tränen kommen so gleichmäßig, dass niemand fragt, ob es Schmerz ist. Irgendwann legt Elena das Messer hin und sagt mit leiser, harter Stimme: „Mama, er wird nicht kommen." Doña Clara rührt weiter, als hätte sie nichts gehört, aber ihre Schultern straffen sich für einen kurzen Moment. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und ihre Stimme lässt keinen Widerspruch zu. Elena will antworten, aber dann sieht sie, wie die Hand ihrer Mutter am Löffel zittert, ganz leicht, fast unsichtbar. Sie schweigt, nimmt das Messer wieder, und schält weiter, weil es das Einzige ist, was sie tun kann. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, erst einzeln, dann in kleinen Gruppen, laut und hungrig und gut gekleidet. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen hindurch, eine Ziehharmonika spielt, und das Haus füllt sich mit Wärme und Lärm. Doña Clara bewegt sich durch all das wie jemand, der ein Theaterstück kennt und trotzdem mitspielen muss. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, und antwortet kurz und freundlich, aber ihre Augen schauen immer ein Stück weiter. Als niemand sie beobachtet, geht sie in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und öffnet den alten Holzschrank. Die Rumflasche steht ganz hinten, hinter alten Tüchern, als hätte sie sich versteckt oder als hätte sie gewartet. Das rote Band ist noch original und unberührt, und der Staub auf dem Etikett erzählt, wie lange sie dort gestanden hat. Santiago hatte sie ihr zum Geburtstag gebracht, damals, als er noch da war, als er noch ein Gesicht hatte und eine Stimme. Doña Clara steht lange in der Kammer, die Flasche in den Händen, und atmet einmal tief durch, bevor sie geht. Sie trägt sie in die Küche und stellt sie ohne Erklärung in die Mitte des großen Tisches, zwischen Teller und Brot. Tante Rosa bemerkt es sofort, weil Tante Rosa immer alles bemerkt, und fragt: „Wird die heute aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, und der Satz klingt wie etwas, das man auswendig gelernt hat. Die Ziehharmonika hört für einen Atemzug auf, dann setzt sie wieder ein, und der Abend geht weiter wie geplant. Niemand trinkt aus der Flasche, aber niemand stellt sie weg, und nach einer Weile schaut auch niemand mehr hin. Nach Mitternacht sitzen die letzten Gäste auf den Bänken vor dem Haus, und die Stimmen werden leiser, eine nach der anderen. Doña Clara holt die Rumflasche aus der Küche und trägt sie nach draußen, als gehöre sie dorthin. Sie setzt sich auf die alte Holzbank, stellt die Flasche neben ihre Füße und schaut auf den unbefestigten Weg, der ins Dunkel führt. Elena kommt kurz darauf mit einer Decke, die sie ihr wortlos um die Schultern legt, bevor sie sich danebensetzt. Es ist eine dieser Nächte, in denen man redet, ohne zu sprechen, und trotzdem alles sagt, was gesagt werden muss. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund einmal kurz auf, dann ist es wieder still, und die Stille fühlt sich vollständig an. Elena flüstert, halb zu ihrer Mutter, halb zu niemandem: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch ist." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen: „Er sieht sie." Sie sitzen so, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht verlischt wie ein leises Wort. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht, ungeöffnet, unbewegt, genauso wie vor drei Jahren. Der Morgen kommt ohne Erlaubnis, wie er immer kommt, gleichgültig und unausweichlich und trotzdem irgendwie sanft. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum die Augen zugetan, weil die Gedanken an das Fest sie mit einer Hartnäckigkeit verfolgten, die an Schuld grenzte. Sie steht auf, bevor der Himmel sich entschieden hat, welche Farbe er annehmen will, und geht in den Hof, als hätte sie dort etwas vergessen. Das Feuer unter dem großen Topf brennt ungleichmäßig, und sie kniet daneben und rührt, obwohl der Reis noch kalt ist und es keinen Sinn ergibt. Asche legt sich auf ihr Gesicht, und sie lässt es geschehen, mit der Gleichgültigkeit eines Menschen, der gelernt hat, kleine Unbequemlichkeiten nicht zu bemerken. Heute wird die kleine María getauft, das erste Kind von Santiagos Frau, ein neues Leben, das in eine Welt kommt, in der sein Vater schon drei Jahre lang fehlt. Die Nachbarn erscheinen früh, ohne gerufen zu werden, weil das Dorf weiß, was sich gehört, und weil schweigendes Mitarbeiten manchmal die einzige Form von Trost ist, die man anbieten kann. Männer schleppen Tische und Bierkästen, Frauen bringen Töpfe und Süßigkeiten, und über allem liegt dieser besondere Geruch von Holzrauch und Erwartung, der Feste ankündigt. Elena kommt aus dem Haus, einen schweren Korb am Arm, setzt sich ohne Gruß neben ihre Mutter und greift nach dem Messer, als wäre diese Stille zwischen ihnen ein alter Vertrag. Die Zwiebeln bringen ihr die Tränen, und weil niemand sie fragt, muss sie auch nicht antworten, was eine Erleichterung ist, die sie sich nicht eingestehen will. Nach einer Weile legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden und sagt, ohne ihre Mutter anzuschauen: „Er kommt nicht, Mama, er ist nicht mehr irgendwo, wo er kommen könnte." Doña Clara rührt weiter, und nur wer genau hinschaut, sieht, wie sich der Rhythmus ihrer Hand für eine Sekunde unterbricht, bevor sie antwortet: „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann." Es ist kein Glaube, was in diesem Satz liegt, und auch keine Hoffnung im üblichen Sinne, sondern etwas Älteres, etwas, das man nicht widerlegen kann, ohne grausam zu sein. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält wie jemand, der sich daran festhält, und beschließt zu schweigen, weil Schweigen manchmal das Klügste ist. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das ist jetzt egal, weil es sowieso niemanden interessiert, woher sie kommen. Die Gäste treffen am Nachmittag ein, zuerst zögerlich, dann in Wellen, und das Haus füllt sich mit Stimmen und Kinderlärm und dem traurig-fröhlichen Klagen einer alten Ziehharmonika. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie jemand, der die Choreographie einer Feier auswendig kennt und sie trotzdem zum ersten Mal aufführt, mit einem Lächeln, das nicht erreicht, was es erreichen soll. Sie antwortet auf Fragen, nimmt Umarmungen entgegen, lobt das Kleid der Nachbarstochter, und tut dabei alles, was eine Gastgeberin tun muss, ohne auch nur einen Moment wirklich da zu sein. Als die Gelegenheit kommt, löst sie sich unbemerkt aus der Menge, geht durch den schmalen Gang in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und lehnt einen Atemzug lang dagegen. Der alte Holzschrank riecht nach Lavendel und nach einer Zeit, die nicht mehr existiert, und ganz hinten, hinter gefalteten Tüchern, steht die Flasche Rum, als hätte sie auf genau diesen Moment gewartet. Das rote Band ist unberührt, das Etikett trägt eine dünne Staubschicht, und Santiago hatte die Flasche mit beiden Händen überreicht und gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben. Doña Clara hält sie lange, ohne sie zu öffnen, ohne sich zu bewegen, und in der Stille der Kammer ist der Abstand zwischen damals und heute mit Händen zu greifen. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Erklärung und ohne Zögern in die Mitte des großen Tisches, zwischen Brotteller und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin. Tante Rosa, die in ihrem Leben noch keine Geste unkommentiert gelassen hat, beugt sich vor und fragt mit einem Unterton, der Neugier und Vorwurf mischt: „Wird die heute Abend noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, ruhig und endgültig, und der Satz legt sich über den Tisch wie ein Tischtuch, das niemand wegziehen will. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, dann setzt sie wieder ein, und der Abend rollt weiter, als wäre nichts gesagt worden, was nicht schon alle wussten. Niemand greift nach der Flasche, nicht aus Respekt, nicht aus Scheu, sondern weil jeder am Tisch spürt, dass sie nicht zum Trinken dasteht, sondern als Zeichen für etwas, das keinen Namen hat. Nach Mitternacht leert sich das Haus langsam, wie Wasser aus einem Becken läuft, und zurück bleiben nur die Stühle, die Reste, und eine Stille, die sich anders anfühlt als die vom Morgen. Doña Clara nimmt die Flasche, trägt sie nach draußen in die kühle Nachtluft und setzt sich auf die alte Holzbank, die vor dem Haus steht, seit sie denken kann. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer dicken Wolldecke, legt sie ihr ohne ein Wort um die Schultern und lässt sich daneben nieder, nah genug, dass die Schultern sich berühren. Sie schauen beide auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist und auf dem er nie zurückgekommen ist. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund zweimal kurz auf, dann kehrt die Stille zurück, vollständig und dicht, wie eine zweite Decke über beiden Frauen. Elena flüstert, mit einer Stimme, die weder Frage noch Aussage ist: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet sofort, ohne zu zögern, ohne den Blick von dem dunklen Weg zu nehmen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht stirbt, leise und ohne Drama, wie Dinge sterben, die ihren Zweck erfüllt haben. Die Flasche Rum steht die ganze Zeit zwischen ihren Füßen, ungeöffnet und unbewegt, ein Versprechen in Glas, das niemand eingelöst hat und das vielleicht gerade deshalb noch gilt. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne zu fragen und ohne zu warten, gleichmäßig und unausweichlich und auf seine Art barmherzig. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht keinen wirklichen Schlaf gefunden, sondern nur jene flache, unruhige Bewusstlosigkeit, die sich einstellt, wenn der Körper erschöpft ist, der Geist aber nicht aufhören will zu arbeiten. Sie steht auf, noch bevor das Licht sich entschieden hat, und tritt in den Hof hinaus, in die blaue Kälte des frühen Morgens, der nach nassem Gras und nach dem Holz des Feuers riecht, das sie nun entfacht, weil die Hände etwas brauchen, dem sie folgen können. Der Reis im großen Topf ist noch kalt, und sie rührt ihn trotzdem, mechanisch, mit jener ruhigen Hartnäckigkeit, die Menschen entwickeln, wenn das Tun wichtiger geworden ist als sein Ergebnis. Asche legt sich auf ihre Stirn und ihre Wangen, und sie wischt sie nicht ab, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil es eine Art ist, die Last des Tages schon am Morgen sichtbar zu tragen, bevor die Gäste kommen und alles hinter Freundlichkeit verschwinden muss. Heute wird Marías Taufe gefeiert, das erste Kind ihres Sohnes Santiago, ein kleines Leben, das in die Welt gekommen ist, ohne seinen Vater je gesehen zu haben, und das es vielleicht nie tun wird. Die Nachbarn erscheinen früh und ungebeten, weil das Dorf weiß, dass Doña Clara Hilfe braucht, und weil kollektives Arbeiten in solchen Momenten die einzige Sprache ist, die nicht lügt und nicht zu viel verlangt. Männer schleppen Tische über den holprigen Hof, stapeln Bierkästen unter dem Vordach, und über allem liegt dieser schwere, vertraute Geruch von Holzrauch und Kochfleisch, der Feste ankündigt und gleichzeitig an all die anderen Feste erinnert, die schon gewesen sind. Elena kommt aus dem Haus, den schweren Korb in der Armbeuge, und setzt sich neben ihre Mutter, ohne sie zu grüßen, weil zwischen Müttern und Töchtern, die sich kennen wie diese beiden, ein Gruß manchmal zu viel wäre. Sie greift nach dem Messer und beginnt die Zwiebeln zu schneiden, schweigend und gleichmäßig, und die Tränen, die ihr über das Gesicht laufen, sind aus einem Material, das man an diesem Morgen nicht voneinander unterscheiden will. Irgendwann legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden, schaut geradeaus in den Rauch, und sagt mit der Stimme eines Menschen, der eine Wahrheit lange aufbewahrt hat und nun nicht mehr kann: „Er kommt nicht, Mama, und du weißt es." Doña Clara rührt weiter, ohne die Geschwindigkeit zu verändern oder den Blick zu heben, und nur wer sie sehr genau kennt, erkennt am kurzen Innehalten ihrer Schultern, dass der Satz sie getroffen hat wie ein Stein, den man nicht kommen sieht. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und dieser Satz ist kein Glaube im religiösen Sinne und keine Hoffnung im rationalen, sondern jene dritte Sache, für die es kein gutes Wort gibt, das Festhalten an einer Möglichkeit, nicht weil sie wahrscheinlich ist, sondern weil das Gegenteil nicht auszuhalten wäre. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält und dabei ganz leicht zittert, kaum sichtbar, aber unübersehbar für jemanden, der diese Hand seit der Kindheit kennt, und das Widersprechen versiegt in ihr, bevor es zur Sprache findet. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das macht nichts, denn hier im Hof, mit dem Rauch und dem Geruch von Zwiebeln, braucht niemand zu erklären, warum Augen nass werden. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, zunächst zögerlich, dann in jener selbstverstärkenden Welle, die entsteht, wenn genug Menschen bereits da sind, um den Ankömmlingen das Gefühl zu geben, dass sie nichts verpassen dürfen. Das Haus füllt sich mit Stimmen, mit Kindergeschrei, mit dem traurig-festlichen Klagen einer alten Ziehharmonika, die einen Walzer spielt, der schon zu anderen Anlässen gespielt wurde und deshalb etwas Unstimmiges hat, etwas, das passt und nicht passt zugleich. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie eine Frau, die eine Rolle sehr gut gelernt hat und die weiß, dass Schwäche das Letzte wäre, was ihr die Gäste abnehmen würden, ohne es ihr vorzuwerfen. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, nimmt Umarmungen an, lobt das Essen und die Kinder, und tut das alles mit einer Präzision, die Herzlichkeit imitiert ohne sie zu fühlen, nicht aus Falschheit, sondern aus Erschöpfung. Als sich eine Gelegenheit öffnet, löst sie sich lautlos aus dem Gewebe der Feier, geht durch den schmalen Korridor in die Kammer und schließt die Tür hinter sich mit der Sorgfalt eines Menschen, der die Stille vor dem Geräusch schützen will. Der alte Holzschrank steht dort, wo er immer gestanden hat, und riecht nach Lavendel und nach der Zeit selbst, nach dem Staub aufgehobener Dinge, die man weder wegwerfen noch anfassen kann. Ganz hinten, hinter sorgfältig gefalteten Tüchern, die sie selbst dort abgelegt hat, steht die Rumflasche, das rote Band unberührt, das Etikett unter einer dünnen Staubschicht leserlich, ein Objekt, das drei Jahre lang auf seinen Moment gewartet hat, ohne zu wissen, was für ein Moment das sein würde. Santiago hatte ihr diese Flasche zum Geburtstag gebracht, mit beiden Händen, mit diesem Lächeln, das seine Augen faltig werden ließ, und hatte gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben, und nun ist ein besonderer Anlass, und er ist nicht da. Doña Clara steht lange in der Kammer, hält die Flasche in den Händen ohne sie zu öffnen, und in der Stille zwischen diesen vier Wänden erlaubt sie sich für einen einzigen Moment das, was sie sich den ganzen Tag nicht erlaubt hat: stillzuhalten und zu spüren, wie schwer das alles ist. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Ankündigung und ohne Erklärung in die genaue Mitte des großen Tisches, zwischen Brot und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie das schon immer gewusst. Tante Rosa, deren Leben aus dem Registrieren unausgesprochener Dinge besteht und die in dieser Fähigkeit eine Kunstfertigkeit entwickelt hat, die manchmal Grausamkeit berührt, beugt sich sofort vor und fragt: „Wird die heute noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara mit einer Ruhe, die keine Antwort erwartet und keine duldet, und der Satz hängt im Raum wie etwas, das alle schon immer gewusst haben, ohne es je formuliert zu haben. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, fast unmerklich, als hätte auch der Spieler zugehört, und dann setzt sie wieder ein, und der Abend trägt sich weiter, als wäre nichts geschehen, was nicht zum Fest gehörte. Niemand greift nach der Flasche, über den ganzen Abend nicht, nicht einmal die Trinkfreudigen, nicht einmal die Gedankenlosen, weil etwas in ihrer Aufstellung am Tisch und in der Art, wie Doña Clara sie hingestellt hat, unmissverständlich sagt, dass sie nicht zum Trinken da ist. Nach Mitternacht leert sich das Haus in jenem langsamen, unaufhaltsamen Prozess, der jeden Abend beschließt, wenn die Energie der Feier verbraucht ist und die Menschen wieder zu sich selbst zurückfinden müssen. Doña Clara nimmt die Flasche vom Tisch, trägt sie nach draußen in die kühle Stille der Nacht und setzt sich auf die alte Holzbank vor dem Haus, als wäre das eine Entscheidung, die sie schon am Morgen getroffen hat. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer schweren Wolldecke, legt sie ihr um die Schultern mit einer Geste, die zu zärtlich ist, um ein Wort daneben zu brauchen, und setzt sich so nah, dass die Schultern sich berühren. Beide schauen auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist an jenem Tag vor drei Jahren, ohne sich umzudrehen oder Bescheid zu sagen, und auf dem seither nur Abwesenheit zurückgekehrt ist. Irgendwo hinter dem Dorf bellt ein Hund zweimal, kurz und ohne Nachdruck, und dann kehrt die Stille zurück, vollständig und vertraut, wie ein Raum, in dem man schon lange wohnt. Elena flüstert, mit einer Stimme, die sich nicht entschieden hat, ob sie beten oder behaupten will: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen, ohne die Stille erst zu lassen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett in sich zusammengesunken ist und das Licht erlischt, leise und vollständig, mit jener Würde, die Dinge haben, die ihren Zweck erfüllt haben und nun aufhören dürfen. Die Rumflasche steht zwischen ihren Füßen, ungeöffnet, das rote Band noch immer gebunden, ein Versprechen in Glas und Ton, das niemand eingelöst hat, und das vielleicht gerade deswegen noch nicht erloschen ist. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne Erlaubnis und ohne Ankündigung, gleichmäßig und unerbittlich und in seiner Gleichgültigkeit auf eine Art, die man, wenn man will, auch Gnade nennen kann. == 89 == 1 -------------------- Die lateinischen Worte Es ist sieben Uhr morgens. Niall geht zur Kirche. Die Kirche steht am Ende des Dorfes. Das Dorf liegt an der Westküste. Es regnet schon seit drei Wochen. Die Straßen sind nass. Die Felder sind nass. Alles ist grau. Niall hat den Schlüssel in der Hand. Das Schloss quietscht laut. Es hat immer so gequietscht. Drinnen riecht es nach altem Stein. Es riecht auch nach Weihrauch. Niall mag diesen Geruch. Er zündet zwei Kerzen an. Nur zwei, nicht mehr. Der dritte Kerzenständer ist leer. Er war schon seit Ostern leer. Niall schaut kurz zur Muttergottes. Dann geht er wieder nach draußen. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus. Father Brennan steht schon im Flur. Der alte Priester ist 79 Jahre alt. Er hält das Messgewand über dem Arm. Er schaut Niall an und sagt: „Du bist zu spät." Niall sagt: „Es ist erst Viertel nach sieben." Brennan sagt: „Das ist zu spät." Sie gehen zusammen zurück zur Kirche. Brennan geht langsam. Seine Finger zittern ein wenig. Niall geht neben ihm. Er sagt nichts. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar. Er dreht dem Raum den Rücken zu. Er beginnt die Messe. Er spricht auf Latein. Die Worte sind alt und leise. Niall sitzt auf der ersten Bank. Die anderen Bänke sind alle leer. Früher saßen hier viele Menschen. Alte Frauen mit Kopftüchern. Männer, die nach Torf rochen. Das ist lange her. Brennan dreht sich um und sagt: „Dominus vobiscum." Niall antwortet: „Et cum spiritu tuo." Seine Stimme ist ruhig. Es ist genug. Sie machen weiter. Niall kennt alle Antworten. Er hat sie als Kind gelernt. Er war Ministrant, mit sieben Jahren. Dann kommt der wichtige Moment. Brennan hebt die Hostie. Er will die Worte sprechen. Aber sein Mund bleibt offen. Er sagt nichts. Seine Finger halten die Hostie fest. Sein Gesicht ist ruhig, aber seine Augen suchen. Niall sieht das. Er wartet eine Sekunde. Dann flüstert er leise: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Brennan schließt die Augen. Er nickt einmal. Er spricht weiter. Die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen. Sie gehen zusammen zum Pub. Sie sagen kein Wort auf dem Weg. Im Pub sind sie allein. Der Wirt bringt zwei Gläser Guinness. Er dreht das Radio leiser. Brennan sagt: „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt." Er sagt: „Das war der einzige Unterricht, der zählte." Er sagt: „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an. Draußen hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit Wochen. Keiner von beiden schaut zum Fenster. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die lateinischen Worte Um sieben Uhr morgens nimmt Niall den Schlüssel vom Haken und geht zur Kirche. Das Dorf liegt still da, wie es immer liegt, wenn es regnet. Es regnet seit drei Wochen, jeden Tag, ohne Pause. Die Kirche steht am Ende der Straße, grau und schwer, wie ein alter Mann. Das Schloss quietscht, als Niall die Tür aufdrückt – es hat immer so gequietscht. Der Geruch kommt sofort: feuchter Stein, Weihrauch, etwas Modernes, das er nicht benennen kann. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer ist. Niemand hat neue Kerzen gekauft, und niemand hat gefragt warum. Niall schaut kurz zur Statue der Muttergottes, dann dreht er sich um. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus, die Hände in den Taschen. Father Brennan steht schon im Flur, das Messgewand über dem linken Arm. „Du bist zu spät", sagt der alte Mann, ohne Niall anzuschauen. „Es ist Viertel nach sieben", sagt Niall, „die Glocke läutet um halb acht." Brennan antwortet nicht, er geht einfach los. Niall folgt ihm, einen halben Schritt hinter ihm, wie immer. Der alte Priester ist 79 Jahre alt, aber er geht noch geradeaus. Nur seine Finger zittern, das sieht man, wenn er den Kelch hält. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar und dreht dem Raum den Rücken zu. Die Bänke hinter Niall sind leer – alle, bis zur letzten Reihe. Früher saßen hier dreißig, vierzig Menschen, manchmal mehr. Alte Frauen in dunklen Kleidern, Männer mit roten Händen, Kinder, die nicht stillsitzen konnten. Das ist fünf Jahre her, als der junge Priester wegging und niemand mehr kam. Brennan hat trotzdem weitergemacht, jeden Sonntag, für niemanden. Niall ist gekommen, nicht weil er glaubt, sondern weil er nicht will, dass der alte Mann allein steht. Die Messe beginnt, und Brennans Stimme füllt die Stille. Die lateinischen Worte fallen langsam, einer nach dem anderen, wie Tropfen in einen Brunnen. Niall sitzt auf der ersten Bank und antwortet, wenn er dran ist. „Et cum spiritu tuo" – die Worte kommen automatisch, aus dem Gedächtnis eines Kindes. Er war sieben Jahre alt, als er sie zum ersten Mal sagte. Er erinnert sich nicht mehr, ob er damals verstanden hat, was sie bedeuten. Vielleicht spielt das keine Rolle. Brennan dreht sich um, schaut über Niall hinaus in die leeren Reihen. „Dominus vobiscum", sagt er, leise, fast fragend. Niall antwortet, und Brennan nickt einmal, kaum sichtbar. Die Messe geht weiter, Satz für Satz, wie ein altes Schiff, das seinen Kurs kennt. Dann kommt der Moment, den Niall nicht erwartet hat. Brennan hält die Hostie in den Händen und öffnet den Mund. Kein Wort kommt. Nur ein kurzer Laut, dann Stille. Brennans Gesicht bleibt ruhig, aber seine Finger drücken die Hostie ein bisschen zu fest. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes. Er sieht das blinde Auge, das nichts sieht, und das andere, das zu viel weiß. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine. Niall atmet einmal tief, und dann flüstert er: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus ihm heraus wie etwas, das er nie wirklich vergessen hat. Brennan schließt die Augen, nickt einmal, und spricht weiter. Die Hostie bewegt sich in der Stille, und die Messe geht weiter. Nach dem letzten Segen löscht Niall die Kerzen. Sie gehen zusammen aus der Kirche, ohne zu sprechen. Der Regen fällt leise auf das Pflaster, wie immer. Im Pub sind sie allein, außer dem Wirt, der schweigend den Tresen wischt. Zwei Gläser Guinness stehen vor ihnen, halb voll, noch nicht angerührt. Brennan schaut auf sein Glas und sagt: „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war." „Das war der einzige Unterricht, der wirklich gezählt hat", sagt er dann. „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt ruhig: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an, leise, ohne zu lachen. Draußen vor dem Fenster hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit drei Wochen ist es still. Keiner von beiden schaut hin. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die lateinischen Worte Niall kennt jeden Stein des Weges zur Kirche, jeden Riss im Pflaster, jede Stelle, wo das Gras zwischen den Platten wächst. Er geht diesen Weg jeden Sonntag, seit fünf Jahren, kurz vor sieben Uhr morgens, wenn das Dorf noch schläft. Der Regen fällt gleichmäßig, wie er es seit Wochen tut, ohne Unterbrechung, ohne Absicht. An der Westküste ist das so: Der Regen kommt nicht als Ereignis, er ist einfach da, wie die See, wie der Wind, wie die Stille. Das Schloss der Kirchentür quietscht, als er den Schlüssel dreht, und dieser Laut gehört für Niall zum Sonntag wie die Glocke selbst. Drinnen riecht es nach feuchtem Stein und altem Weihrauch, ein Geruch, der sich in den Wänden festgesetzt hat wie ein Gebet, das niemand mehr spricht. Er zündet zwei Kerzen an – nur zwei, weil der Ständer vor der Muttergottes seit Ostern leer steht und keiner der Mut hatte, das zu ändern. Das flackernde Licht wirft lange Schatten auf die leeren Bänke, und für einen Moment sieht die Kirche fast belebt aus. Dann holt er Father Brennan ab. Der alte Priester steht bereits im Flur des Pfarrhauses, das Messgewand sorgfältig über den linken Arm gelegt, als hätte er die ganze Nacht gewartet. „Du bist zu spät", sagt Brennan, ohne Niall anzusehen, mit der ruhigen Bestimmtheit eines Mannes, der nicht mehr streitet, sondern nur noch feststellt. Niall erklärt, dass es erst Viertel nach sieben ist und die Glocke erst um halb acht läutet, aber er weiß bereits, dass die Antwort keine Rolle spielt. Sie gehen den schmalen Weg zwischen den Hecken, Brennan einen halben Schritt voraus, Niall hinter ihm, wie es sich so ergeben hat. Der alte Mann geht langsamer als früher, aber er geht noch aufrecht, und das ist etwas, das Niall jedes Mal auffällt, ohne dass er weiß, warum. In der Kirche nimmt Brennan seinen Platz vor dem Altar ein, dreht der leeren Gemeinde den Rücken zu und beginnt. Die lateinischen Worte kommen ruhig und gleichmäßig, getragen von einer Stimme, die mit den Jahren brüchiger geworden ist, aber nie unsicher. Niall sitzt auf der ersten Bank und hört zu, wie man einem Fluss zuhört, der immer schon da war. Die Bänke hinter ihm sind leer, und trotzdem füllen sie den Raum irgendwie, mit dem Gewicht all der Sonntage, an denen hier Menschen saßen. Er erinnert sich noch an die alten Frauen in ihren dunklen Kleidern, an die Männer mit den rissigen Händen, an die Kinder, die auf der Holzbank rutschten und einen Blick zugeworfen bekamen. Das alles ist fünf Jahre her, seit der junge Priester die Gemeinde verlassen hat und die Sonntagsmesse zu einer Laienandacht wurde. Brennan hat davon nichts wissen wollen und hält seitdem seine eigene Messe, still, auf Latein, ohne Erlaubnis, ohne Publikum. Niall ist geblieben, nicht weil der Glaube ihn hält, sondern weil er den Gedanken nicht aushält, dass der alte Mann allein vor dem Altar steht. Er antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die er als Siebenjähriger auswendig gelernt hat und die in ihm geblieben sind wie eine Melodie, die man nicht mehr loswird. „Dominus vobiscum", sagt Brennan, und dreht sich kurz um, sein gutes Auge sucht Niall, findet ihn. „Et cum spiritu tuo", antwortet Niall, und das reicht. Sie kennen diesen Rhythmus, dieses Geben und Nehmen, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Dann kommt die Wandlung. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Finger zittern leicht, und öffnet den Mund. Nichts. Ein kurzer, gebrochener Laut, dann eine Stille, die sich anfühlt, als würde die Kirche den Atem anhalten. Brennans Gesicht zeigt keine Panik, nur eine Art erschöpftes Suchen, als blättere er in einem Buch, dessen Seiten er nicht mehr sehen kann. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes, die blinde Pupille, die ins Leere gerichtet ist, die Finger, die die Hostie zu fest halten. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkommen, wie sie es manchmal tun. Sie kommen nicht. Dann hört er sich selbst flüstern, fast ohne es zu wollen: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus einer Tiefe, die er nicht kannte, aus einem Teil von ihm, der offenbar nie aufgehört hat, Ministrant zu sein. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig, als wäre nichts gewesen. Die Hostie hebt sich, und die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand ab, sie verlassen die Kirche, ohne ein Wort darüber zu verlieren, was gerade passiert ist. Der Regen empfängt sie vor der Tür wie ein geduldiger Bekannter. Im Pub stellen sie ihre nassen Jacken auf die Stühle und setzen sich an den Tresen. Der Wirt bringt zwei halbe Guinness, dreht das Radio leiser und lässt sie in Ruhe, weil er gelernt hat, dass das das Richtige ist. Brennan starrt eine Weile in sein Glas, bevor er spricht. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich das Gefühl hatte, dass es um etwas geht." Er macht eine Pause, dreht das Glas langsam in den zitternden Händen. „Jetzt zählt nichts mehr davon." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, dann wieder auf Brennan. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie stoßen an, ohne Feierlichkeit, ohne Lächeln, mit der ruhigen Geste zweier Männer, die sich seit Jahren kennen und wenig erklären müssen. Draußen hört der Regen auf. Es geschieht einfach so, ohne Ankündigung, mitten in einem Augenblick, der ohnehin schon zu voll ist. Durch das beschlagene Fensterglas sieht man ein blasses Licht zwischen den Wolken. Keiner von beiden dreht sich um. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die lateinischen Worte Der Sonntag beginnt für Niall nicht mit dem Aufwachen, sondern mit dem Moment, in dem er den Schlüssel vom Haken nimmt und weiß, dass es wieder Zeit ist. Draußen hängt der Regen wie eine Wand zwischen den Häusern, dicht und gleichgültig, seit drei Wochen derselbe Regen, der sich längst nicht mehr wie Wetter anfühlt, sondern wie Zustand. Das Dorf liegt still, wie es an Sonntagen liegt, wenn die wenigen, die noch hier wohnen, hinter beschlagenen Fenstern bleiben und niemand erwartet, dass einer von ihnen zur Kirche geht. Niall geht trotzdem, nicht weil er müsste, sondern weil aufzuhören eine Entscheidung wäre, und er hat noch keine getroffen. Das Schloss quietscht, als er die schwere Eichentür aufdrückt, ein vertrauter Laut, der seit hundert Jahren derselbe ist und in seiner Beständigkeit etwas fast Tröstliches hat. Die Kirche riecht nach feuchtem Stein und Weihrauch und nach der spezifischen Kälte alter Gebäude, die selbst im Sommer nicht ganz weicht, als hätte sich die Temperatur in den Wänden verselbständigt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer – der vor der Muttergottes – seit Ostern leer steht, und weil niemand diesen Umstand je laut angesprochen hat, ist er zu einer Art stillschweigendem Einverständnis geworden. Das flackernde Licht fällt auf die leeren Bänke und zeichnet Schatten, die aussehen wie Personen, wenn man nicht genau hinschaut. Niall schaut nicht genau hin. Er holt Father Brennan ab, wie jeden Sonntag, den schmalen Weg zwischen den Hecken entlang, der nach Regen immer ein bisschen rutschig ist. Der alte Priester steht bereits im Flur, das Messgewand über dem Arm, die weißen Augenbrauen zusammengezogen, als hätte er auf etwas gewartet, das sich nicht beeilte. „Du bist zu spät", sagt Brennan, mit der Autorität eines Mannes, für den die Zeit nicht mehr eine Abfolge von Minuten ist, sondern eine Frage der Haltung. Niall erklärt sachlich, dass es Viertel nach sieben ist, dass die Glocke erst um halb acht läutet, dass sie in der Zeit sind – aber er weiß, während er es sagt, dass dieser Austausch nicht über Zeit handelt. Sie gehen nebeneinander, Brennan einen halben Schritt voraus, weil er es nicht anders kennt, Niall hinter ihm, weil er gelernt hat, dass manche Positionen keine Entscheidung, sondern eine Übereinkunft sind. Die Kirche empfängt sie mit der Kälte, die sie immer hat, und Brennan geht ohne Zögern zum Altar, als würde er einen Raum betreten, der ihm gehört, obwohl er das, streng genommen, nicht mehr tut. Er dreht dem Kirchenschiff den Rücken zu, streckt die zitternden Hände über den Kelch und beginnt zu sprechen. Das Latein kommt ruhig und kontinuierlich, brüchig in der Oberstimme, aber stabil in seinem Rhythmus, wie ein altes Seil, das mehr trägt, als man ihm ansieht. Niall sitzt auf der ersten Bank, die Hände zwischen den Knien, und antwortet auf die Rufe, die Antworten erfordern, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwanzig Jahre hinweg aufbewahrt hat, ohne je dazu aufgefordert worden zu sein. Die Bänke hinter ihm sind leer, aber ihre Leere ist nicht nichts – sie ist die Summe aller Sonntagmorgen, an denen hier Menschen saßen, die jetzt entweder fortgezogen oder gestorben sind, was an der Westküste auf dasselbe hinausläuft. Er erinnert sich an die alten Frauen, die den Rosenkranz zwischen den Fingern rollten wie Händler ihre Münzen, an die Männer, die nach Torf rochen und nach dem Gottesdienst wortlos aneinandervorbeigingen, als hätte die Stunde des Schweigens eine Verlängerung bekommen. Das Bistum hat vor fünf Jahren entschieden, dass eine Laienandacht genüge, und die Gemeinde hat sich, wie Gemeinden das tun, gefügt. Brennan hat sich nicht gefügt, er hat einfach weitergemacht, still, ohne Erlaubnis, ohne Publikum, weil ihm die Vorstellung, dass die Messe aufhört, absurder erschien als die Vorstellung, sie allein zu halten. Niall ist geblieben, nicht aus Glauben, sondern aus einer Art Pflichtgefühl, das keinen religiösen Kern hat, aber einen menschlichen, und das vielleicht dasselbe ist. „Dominus vobiscum", sagt Brennan und dreht sich halb um, sein gutes Auge findet Niall mit der Präzision langer Gewohnheit. „Et cum spiritu tuo" – Niall sagt es ohne Pause, und Brennan nickt, kaum wahrnehmbar, und dreht sich wieder zum Altar. Es gibt einen Austausch in diesem Ritual, der weder Gespräch ist noch Gebet, sondern etwas dazwischen, etwas, für das es kein passendes Wort gibt außer vielleicht: Anwesenheit. Die Messe trägt sich selbst vorwärts, Satz für Satz, und Niall lehnt sich ein wenig zurück und lässt die lateinischen Worte über sich hinweggehen wie Wasser. Dann kommt die Wandlung, und alles stockt. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Lippen formen sich zu einem Wort, das nicht kommt – ein offener Mund, ein abgebrochener Laut, eine Stille, die sich von anderen Stillen unterscheidet, weil in ihr etwas fehlt, das da sein sollte. Nialls Blick geht sofort zu den Händen des alten Mannes, die die Hostie mit einer Kraft halten, die wie Festhalten aussieht, nicht wie Darbringen. Er sieht den Schweiß, der sich auf Brennans Stirn gesammelt hat, das blinde Auge, das in eine Richtung zeigt, die keiner kennt, die erschöpfte Suche in den Zügen eines Gesichts, das gelernt hat, sich nichts anmerken zu lassen. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und Niall hält die Luft an, weil er nicht weiß, ob Eingreifen Hilfe ist oder Einmischung. Dann hört er sich selbst sprechen, leise, fast atemlos: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Es sind Worte, die er als Kind gelernt hat, in einer Zeit, in der man Dinge lernte, ohne zu verstehen, dass man sie behalten würde, und die jetzt aus ihm herauskommen wie etwas, das nie wirklich fort war. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er nicht erbeten hat, es aber trotzdem nimmt. Er öffnet sie wieder und spricht weiter, ruhig, gleichmäßig, als wäre nichts gewesen, und vielleicht ist das die eigentliche Kunst: nicht, dass man nie ins Stocken gerät, sondern dass man weiterspricht, wenn jemand den Faden hält. Die Messe endet ohne weiteren Zwischenfall. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Gewand ab mit der präzisen Sorgfalt eines Mannes, der weiß, dass Nachlässigkeit in kleinen Dingen eine Haltung ist, keine Effizienz. Sie verlassen die Kirche und sprechen kein Wort über das, was passiert ist, was die einzig mögliche Form ist, darüber zu sprechen. Der Regen nimmt sie schweigend in Empfang. Im Pub hängen ihre nassen Jacken an den Stühlen, und der Wirt stellt zwei halbe Guinness vor sie hin, ohne zu fragen, weil er seit Jahren weiß, was Sonntag bedeutet. Brennan sitzt eine Weile still, die Hände um das Glas, und schaut auf die dunkle Flüssigkeit, als läse er etwas darin. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, mit der ruhigen Sachlichkeit eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, „in einem Klassenzimmer, das nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich gespürt habe, dass die Sprache selbst etwas trägt, unabhängig davon, ob jemand zuhört." Er dreht das Glas langsam in den Händen, und Niall sieht, wie stark die Finger zittern, wenn sie nichts halten. „Jetzt zählt das alles nichts mehr", sagt Brennan, nicht bitter, sondern mit der Feststellung von jemandem, der einen Beweis für eine Theorie geliefert bekommen hat, die er nie beweisen wollte. Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, mit der Ruhe eines Mannes, der nicht nach Worten sucht, weil er weiß, dass die richtigen kurz sind. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit zweier Menschen, die so viele Sonntage geteilt haben, dass Gesten keine Erklärung mehr brauchen. Draußen vor dem beschlagenen Fenster hört der Regen auf. Er hört einfach auf, mitten in allem, ohne Ankündigung, und für einen Moment liegt das Dorf in einer Stille, die sich von der gewöhnlichen unterscheidet, weil sie nicht erwartet wurde. Ein blasses Licht schiebt sich zwischen den Wolken durch, fällt schräg auf die nasse Straße. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die lateinischen Worte Es gibt Gewohnheiten, die man nicht mehr begründet, weil die Begründung irgendwann in der Wiederholung selbst verschwunden ist, und Nialls Sonntage gehören seit fünf Jahren zu dieser Kategorie. Um kurz vor sieben nimmt er den Schlüssel vom Haken neben der Tür, zieht die Jacke über, ohne nachzudenken, und tritt in den Regen, der seit drei Wochen fällt, als wäre er kein meteorologisches Ereignis mehr, sondern ein Aggregatzustand der Westküste. Das Dorf liegt in jener spezifischen Sonntagsstille, die nicht Ruhe ist, sondern Abwesenheit – keine Menschen auf der Straße, keine Stimmen, nur das gleichmäßige Rauschen des Regens gegen Stein und Dach und die gelegentliche Möwe, die dagegen ankämpft, als wüsste sie es besser. Die Kirche am Ende der Straße ist ein Gebäude, das seine Zweckbestimmung überlebt hat, aber das macht es, wie Niall nach fünf Jahren Sonntagmorgen weiß, nicht weniger wahr, sondern nur schwerer zu erklären. Das Schloss quietscht, wie es seit Menschengedenken quietscht, und dieser Laut hat aufgehört, ihn zu stören, weil er gelernt hat, dass Beständigkeit in einem Ort, der von Aufgabe und Weggang durchzogen ist, ihren eigenen Wert hat. Drinnen empfängt ihn der Geruch, der sich in langen Jahren in die Poren des Steins eingegraben hat: Weihrauch, Feuchtigkeit, das stumpfe Holz der Bänke und darunter, kaum wahrnehmbar, etwas, das er als Kind für Heiligkeit hielt und das er heute nicht mehr benennt, weil jeder Name dafür falsch klingt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer steht und diese Leere inzwischen so selbstverständlich geworden ist, dass sie aufgehört hat, eine Aussage zu sein, und einfach Tatsache ist. Das flackernde Licht trifft die leeren Bänke und wirft Schatten, die sich bewegen wie Anwesende, und Niall lässt diesen Eindruck geschehen, ohne ihn zu korrigieren. Er geht den schmalen, regennassen Weg zum Pfarrhaus, und Father Brennan steht bereits im Flur, das Messgewand mit der zeremonösen Sorgfalt eines Mannes über den linken Arm gelegt, der weiß, dass Form das ist, was bleibt, wenn der Inhalt schwächer wird. „Du bist zu spät", sagt Brennan, und es ist keine Feststellung über Uhrzeiten, sondern eine Aussage über die Beschaffenheit der Welt, die der alte Priester seit Jahrzehnten zu langsam findet. Niall erklärt, was er erklären kann – Viertel nach sieben, Glocke um halb acht, alles im Rahmen –, aber er erklärt es mit der halbherzigen Überzeugung eines Mannes, der weiß, dass sein Gesprächspartner keine Gegenmeinung erwartet, sondern Gesellschaft. Sie gehen nebeneinander den Weg zur Kirche, Brennan einen halben Schritt voraus, und diese Anordnung ist so selbstverständlich geworden, dass sie nicht mehr Vorrang bedeutet, sondern einfach: so ist es. Der alte Mann geht langsamer als noch vor zwei Jahren, die Schultern ein wenig vorgezogen gegen den Regen, und Niall passt seinen Schritt an, ohne darüber nachzudenken, mit jener unbemerkten Rücksicht, die sich zwischen Menschen entwickelt, die regelmäßig Zeit miteinander verbringen, ohne viel zu reden. Im Kirchenraum nimmt Brennan sofort seinen Platz vor dem Altar ein, als existiere für ihn keine Übergangszeit zwischen Kommen und Beginnen, und Niall setzt sich auf die erste Bank, seinen angestammten Platz, während hinter ihm die leeren Reihen schweigen. Diese Leere hat Niall lange beschäftigt, in den ersten Monaten noch als Vorwurf, dann als Frage, und schließlich als etwas, das keiner Kategorisierung mehr bedarf, weil es einfach der Zustand ist, in dem die Messe stattfindet. Die verschwundene Gemeinde ist trotzdem anwesend, in einer Weise, die sich seiner Beschreibung entzieht: die alten Frauen, die den Rosenkranz wie eine Notwendigkeit in den Händen hielten, die Männer mit den vom Torf gefärbten Händen, die Kinder, die auf den Bänken rutschten und Seitenblicke der Mütter ernteten. Sie sind fort, die meisten gestorben, manche weggezogen, und der Unterschied ist an der Westküste geringer, als er anderswo wäre. Brennan hat auf all das nicht mit Resignation reagiert, sondern mit einer Sturheit, die Niall je länger, desto mehr bewundert: Er hat einfach weitergemacht, die Messe gehalten, still, auf Latein, ohne bischöfliche Genehmigung, ohne Publikum, weil die Alternative – aufzuhören – für ihn keine logische Konsequenz, sondern eine Kapitulation war, die er nicht zu vollziehen gedachte. Niall ist bei ihm geblieben, nicht aus Glauben, denn dazu wäre er zu ehrlich sich selbst gegenüber, sondern aus einem Pflichtgefühl, das keine religiöse Grundlage hat, aber eine menschliche, und das vielleicht nicht so weit auseinanderliegt, wie es klingt. Das Latein füllt die Kirche wie Wasser einen Behälter, das heißt: es nimmt die Form des Raumes an, ohne ihn zu verändern, gleichmäßig, kontinuierlich, Brennans Stimme altert hörbar mit jedem Jahr, aber ihr Rhythmus nicht. Niall antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwei Jahrzehnte bewahrt hat wie Dinge, die man in einem Keller einlagert und vergisst, bis man sie braucht: „Et cum spiritu tuo", „Sed libera nos a malo", die kurzen Antworten des Ministranten, die er mit sieben Jahren auswendig lernte, ohne zu wissen, dass er sie mit siebenundzwanzig noch sprechen würde. „Dominus vobiscum" – Brennan dreht sich kurz um, sein gutes Auge findet Niall mit der unbeirrten Sicherheit jahrzehntelanger Gewohnheit, und in diesem Blick liegt weder Frage noch Dank, nur die stille Erwartung, dass da ist, was da sein soll. „Et cum spiritu tuo" – Niall antwortet, und Brennan nickt und dreht sich zurück, und in diesem kleinen Austausch liegt so etwas wie Liturgie, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Die Messe bewegt sich vorwärts mit der Schwerkraft alter Strukturen, die nicht deswegen tragen, weil man an sie glaubt, sondern weil sie so oft wiederholt wurden, dass sie ein eigenes Gewicht entwickelt haben. Dann kommt die Wandlung, und Brennan hält die Hostie in den Händen, und sein Mund öffnet sich, und kein Wort kommt. Es ist kein dramatischer Moment, kein Zusammenbruch – nur ein offener Mund, ein abgebrochener Anlaut, und dahinter eine Stille, die sich von der Stille der leeren Bänke unterscheidet, weil sie nicht leer, sondern unterbrochen ist. Nialls Blick geht sofort zu Brennans Händen, die die Hostie mit einer Kraft umschließen, die wie Festhalten aussieht, als könnten die Finger halten, was der Geist nicht mehr findet, und er sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes und das blinde Auge, das ins Dunkel der Apsis gerichtet ist, als suchte es dort, was vorne nicht mehr greifbar ist. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkehren, wie sie es manchmal tun, wenn man ihnen Zeit lässt und nicht zieht. Sie kommen nicht. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und die Kirche hält den Atem an, und Niall hält ihn auch, und dann passiert etwas, das er im Nachhinein nicht erklären kann: Er hört sich selbst sprechen, leise, fast unhörbar, als wären die Worte nicht für Brennan bestimmt, sondern für den Raum: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Sie kommen ohne Abruf, ohne Anstrengung, aus einem Teil seiner selbst, der offenbar nie aufgehört hat, sieben Jahre alt und Ministrant zu sein, und der den Satz all diese Jahre getragen hat wie eine Schuld, die man nicht kennt, bis jemand nach ihr fragt. Brennan schließt die Augen, einen Moment lang, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er weder verdient noch erwartet hat, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig und gleichmäßig, als wäre der Riss in der Messe niemals gewesen. Die Hostie hebt sich, und der Rest der Wandlung vollzieht sich in der gewohnten Stille, und Niall bemerkt, dass seine Hände zittern, nicht seine. Die Messe endet, wie sie immer endet: ohne Aufsehen, ohne Publikum, ohne den Applaus, den keine Messe je hat und diese weniger als alle anderen. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand mit der akkuraten Langsamkeit eines Mannes ab, für den kein Handgriff gleichgültig ist, und sie verlassen die Kirche, und über das, was passiert ist, sagen sie nichts, weil alles, was man dazu sagen könnte, entweder zu wenig oder zu viel wäre. Der Regen hat nicht nachgelassen. Im Pub hängen ihre Jacken an den Stühlen und tropfen auf den Holzboden, und der Wirt stellt die Gläser ab und dreht das Radio leiser, ohne gefragt zu werden, weil er in zwanzig Jahren gelernt hat, was diese zwei Männer an Sonntagmorgen brauchen und was nicht. Brennan sitzt lange still, die Hände um das Glas gelegt, die Finger noch leicht zitternd, und schaut in das dunkle Bier mit dem Gesicht eines Mannes, der abwägt, ob sprechen oder schweigen das Richtigere ist. „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war", sagt er schließlich, mit der Stille eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, weil er zu alt ist, um Umwege zu machen, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde und nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war die einzige Sprache, bei der ich spürte, dass sie etwas trägt, das nicht von ihr selbst kommt – etwas, das die Worte benutzt, ohne in ihnen zu wohnen." Er macht eine kurze Pause, in der das Radiomurren und das entfernte Regenprasseln den Raum füllen. „Jetzt zählt das alles nichts mehr, und ich weiß nicht, ob das an der Sprache liegt oder an mir oder an dem, was zwischen den beiden verschwunden ist." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, und in diesem Schweigen liegt keine Verlegenheit, sondern das ruhige Einverständnis zweier Männer, die gelernt haben, dass die meisten Sätze keine Antwort brauchen, sondern nur Zeugen. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit einer Geste, die so oft wiederholt wurde, dass sie aufgehört hat, symbolisch zu sein, und einfach wahr ist. Draußen hört der Regen auf. Er hört einfach auf, nach drei Wochen, mitten in diesem unbetrachteten Moment, und das blasse Licht, das jetzt schräg durch die Wolkenlücke fällt, legt sich auf die nasse Straße wie eine Aussage, für die niemand die Sprache hat. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. == 90 == 1 -------------------- Die Wiese unter Wasser Der Regen fällt seit drei Tagen. Maeve fährt aus Dublin zurück in ihr altes Dorf. Die Straße ist nass und dunkel. Am Ende der Straße bleibt ihr Auto stehen. Sie steigt aus und geht zu Fuß weiter. Der Matsch zieht an ihren Stiefeln. Der Regen trifft ihr Gesicht. Sie trägt nur einen kleinen Koffer. Das Haus ihrer Mutter liegt am Fluss. Der Fluss ist über die Ufer getreten. Das Wasser steht im Hof. Declan steht in der offenen Haustür. Er hält eine Taschenlampe in der Hand. Das Licht zittert über die nasse Wand. „Du siehst aus wie eine ertrunkene Katze", sagt er. „Du siehst aus wie immer", sagt sie. Sie umarmen sich kurz. Es riecht nach nassem Holz und altem Tee. Im Haus ist es dunkel, weil der Strom weg ist. Ihre Mutter Bridie sitzt oben im Sessel. „Hast du den Gürtel deines Vaters gerettet?", fragt sie. Maeve schaut auf ihre leeren Hände. Declan nimmt den Gürtel aus seiner Jackentasche. Er legt ihn der Mutter auf den Schoß. Bridie streicht über das Leder und sagt nichts. Dann tragen Maeve und Declan die alte Kommode die Treppe hoch. Die Kommode ist schwer. Declan flucht auf Irisch. Maeve lacht zum ersten Mal an diesem Tag. Sie schleppen auch Stühle und Kartons nach oben. Das Wasser im Erdgeschoss steigt langsam. Alte Fotos vom Vater schwimmen auf dem Wasser. Declan sieht sie und sagt: „Papa macht jetzt eine Bootsfahrt." Maeve nimmt ein Foto und hält es fest. Draußen helfen die Nachbarn mit Sandsäcken. Maeve geht hinaus und hilft auch. Ihre Hände werden kalt. Nach einer Stunde ist die Linie gesichert. Die Nachbarin Aoife bringt heißen Tee in einer Thermoskanne. Es ist der beste Tee, den Maeve seit Jahren getrunken hat. Um Mitternacht ist es ruhiger. Declan klettert auf das Dach des Schuppens. Maeve klettert hinter ihm her. Das Dach ist aus Wellblech und kalt. Aber von hier oben sieht man alles. Das Wasser liegt schwarz und still im Hof. Die Birken am Ufer stehen halb im Wasser. Declan gibt ihr die Whiskeyflasche. Sie trinkt einen langen Schluck. „Warum bist du nie weggegangen?", fragt sie. Er zuckt mit den Schultern. „Weil jemand zusehen muss, wie das Wasser steigt." Sie sagen eine Weile nichts. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich bin hier fertig." Declan antwortet: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, leiser jetzt. Sie sitzen noch lange auf dem Dach. Am Morgen ist das Wasser etwas gesunken. Bridie steht am Fenster im ersten Stock. Sie winkt Maeve zu, als diese ihren Koffer aus dem Schlamm zieht. Declan lehnt an der Tür. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagt er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagt Maeve. Aber beide wissen: Es wird ein nächstes Mal geben. Sie steigt ins Auto. Das Radio spielt ein altes irisches Lied. Im Spiegel sieht sie Declan in der Tür stehen. Er hebt die Hand. Sie fährt los. Das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist nicht vorbei. Aber sie ist heute nicht gestorben. Das reicht. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Wiese unter Wasser Maeve hat seit drei Tagen nicht geschlafen, weil die Nachrichten aus dem Dorf immer schlechter wurden. Sie packt einen Koffer, aber nur für zwei Tage. Auf der Fahrt aus Dublin ist die Autobahn leer, und der Regen schlägt hart auf die Windschutzscheibe. Am Ende der Schotterstraße steht das Wasser schon knietief. Sie stellt das Auto ab und geht den Rest zu Fuß. Der Matsch ist so weich, dass ihre Stiefel bei jedem Schritt einsinken. Das Haus sieht kleiner aus, als sie es in Erinnerung hat. Declan steht in der Tür mit einer Taschenlampe, weil der Strom seit dem Mittag ausgefallen ist. „Du bist nass bis auf die Knochen", sagt er, und das klingt fast wie eine Begrüßung. Sie umarmen sich kurz und klopfen sich auf den Rücken, wie man es macht, wenn man nicht weiß, was man sagen soll. Im Haus riecht es nach nassem Holz, altem Stein und dem Tee, den Bridie immer kocht, wenn sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Die Mutter sitzt oben im Sessel, die Hände im Schoß, und schaut auf die Tür, als sie Maeve sieht. „Das Wasser steigt noch", sagt Bridie, ohne Hallo zu sagen. Maeve setzt sich kurz zu ihr, aber Declan ruft schon von unten, dass man die Kommode retten muss. Die Kommode ist aus Eichenholz und wiegt so viel, dass Maeve versteht, warum Declan auf sie gewartet hat. Sie fluchen beide leise, als sie das Ding die enge Treppe hinaufschleppen. Oben angekommen lachen sie, weil das manchmal einfacher ist als nichts zu sagen. Declan holt eine Kerze aus der Küchenschublade, und jetzt sieht das Zimmer fast gemütlich aus. Aber das Wasser unten schlägt leise gegen die Wand, und das klingt nicht gemütlich. Maeve geht zurück nach unten und sieht, dass die alten Fotos vom Vater auf dem Wasser treiben. Sie nimmt eines und drückt es an sich, bevor es nass wird. Declan sieht das und sagt: „Papa hat uns immer gesagt, dass er gern schwimmt." Maeve lacht, obwohl ihr die Augen brennen. Draußen arbeiten die Nachbarn mit Sandsäcken, und Maeve geht hinaus, um zu helfen. Es ist kalt, und der Regen macht keine Pause. Aoife, die Nachbarin von gegenüber, schleppt Säcke, obwohl sie schon siebzig ist. „Du bist wieder da", sagt Aoife, als wäre das die natürlichste Sache der Welt. Maeve nickt und nimmt den nächsten Sack. Nach zwei Stunden ist die Linie fertig, und jemand bringt Tee in einer alten Kanne. Sie trinken im Regen und sagen nicht viel, weil die Arbeit schon alles gesagt hat. Um Mitternacht ist das Wasser für eine Weile ruhig. Declan klettert auf das Dach des Schuppens und streckt ihr die Hand entgegen. Von dort oben sieht man das ganze Ausmaß, weil das Mondlicht kurz durch die Wolken kommt. Der Schulweg, den Maeve als Kind gegangen ist, liegt jetzt unter schwarzem Wasser. Declan zieht eine Plastikflasche Whiskey aus der Jackentasche, weil er immer auf solche Nächte vorbereitet ist. Maeve trinkt und spürt, dass die Kälte ein bisschen nachlässt. „Warum bist du wirklich nie weggegangen?", fragt sie, weil sie das seit Jahren fragen will. Declan schaut auf das Wasser und sagt: „Weil ich dachte, dass jemand bleiben muss." „Für Mama?", fragt sie. „Für alles", sagt er. Eine Weile sagen sie nichts, und das ist in Ordnung. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich wäre hier fertig." Declan nimmt die Flasche zurück und sagt: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, aber leiser als vorher. Sie sitzen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer ist. Als Maeve am Morgen aufwacht, hat das Wasser ein Stück nachgegeben. Die Möbel im Erdgeschoss stehen im Schlamm, aber sie stehen noch. Bridie kocht Tee, weil der Strom wieder da ist und weil sie das immer macht, wenn der schlimmste Teil vorbei ist. „Bleibt du noch?", fragt die Mutter, ohne sich umzudrehen. „Ich muss morgen zurück", sagt Maeve. Bridie nickt, als hätte sie genau das erwartet. Declan isst Brot am Tisch und schaut auf sein Telefon, aber Maeve weiß, dass er zuhört. Sie verbringen den Tag damit, den Schlamm aus dem Erdgeschoss zu schaufeln. Es ist die schwerste Arbeit, die Maeve seit Jahren gemacht hat. Aber es ist auch die einzige Arbeit, bei der sie nicht nachdenken muss. Am Abend zieht Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus. Declan lehnt in der Tür und sagt: „Nächstes Mal ruf vorher an." „Es gibt kein nächstes Mal", sagt sie. Er lächelt, weil sie beide wissen, dass das eine Lüge ist. Bridie steht am Fenster im ersten Stock und winkt, als Maeve zum Auto geht. Das Radio spielt ein Lied, das Maeve aus ihrer Kindheit kennt. Im Rückspiegel sieht sie Declan, der immer noch in der Tür steht und den Regen ins Gesicht lässt. Sie fährt los, und das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist noch nicht ganz vorbei. Aber das Haus steht noch, und die Menschen darin auch. Das reicht für heute. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam um halb vier morgens, kurz und ohne Ausrufezeichen: „Der Fluss steht im Hof." Maeve lag noch wach, weil sie es irgendwie gewusst hatte. Sie warf ein paar Sachen in den Koffer, nicht weil sie bleiben wollte, sondern weil man für solche Nächte gewappnet sein muss. Die Fahrt aus Dublin dauerte fast drei Stunden, weil ein Lastwagen quer auf der Nationalstraße stand und niemand zu wissen schien, warum. Der Regen ließ nicht nach, und die Scheibenwischer kämpften, als wären sie persönlich beleidigt. Am Ende der Schotterstraße, wo der Asphalt aufhörte und das Wasser anfing, stellte sie das Auto auf einen Grashügel und stieg aus. Die Stiefel sanken sofort ein, und der Matsch hatte einen Geruch, den sie seit Jahren nicht mehr gerochen hatte – nach nassem Torf und altem Gras und etwas, das sie nicht benennen konnte. Das Haus stand noch, aber es stand anders, als wäre es ein bisschen kleiner geworden. Declan wartete in der offenen Tür, eine Taschenlampe in der Hand, das Licht hinter ihm erloschen. „Ich dachte, du kommst nicht", sagte er, und das klang weder vorwurfsvoll noch erleichtert, sondern einfach wie eine Feststellung. Sie umarmten sich auf die Art, wie Geschwister das tun, wenn die Worte zu groß sind – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das bedeutete: Ich bin noch da. Im Haus roch es nach Kerzenrauch, nassem Stein und dem Tee, den Bridie gekocht hatte, obwohl kein Strom da war und sie vermutlich auf dem Campingkocher stand. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, nicht tief, aber genug, dass die unterste Treppenstufe verschwunden war. Maeve sah, wie ein altes Notizbuch ihres Vaters auf der Oberfläche trieb, aufgegangen wie eine kleine Blüte. Sie wollte es greifen, aber Declan war schneller und hielt es ihr hin, triefend und fast unleserlich. „Ich hab die wichtigen Sachen schon hochgetragen", sagte er, „aber die Kommode hat sich gewehrt." Sie lachten beide, weil die Kommode aus Eichenholz war und seit fünfzig Jahren an derselben Stelle stand und das auch noch weitere fünfzig Jahre vorhatte. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, eine Decke über den Knien, und zählte leise etwas, das Maeve nicht verstand. „Was zählst du?", fragte Maeve. „Die Flaschen unten", sagte Bridie. „Eine für jedes Jahr, das ich hier lebe." Maeve setzte sich kurz neben sie, bis Declan rief, dass man jetzt die Kommode anpacken müsse, weil das Wasser nicht auf sie warte. Das Tragen war mühsam und laut, und Declan fluchte auf Irisch, was er immer tat, wenn er sich wirklich ärgerte, weil er der Meinung war, das klang weniger schlimm. Oben stellten sie die Kommode an die Wand, und Maeve lehnte sich dagegen und atmete durch. Durchs Fenster sah sie, wie die Nachbarn draußen Sandsäcke schleppten, in Regenjacken, die glänzten wie nasses Leder. Sie ging hinaus und half, ohne zu fragen, wer sie brauchte oder wohin die Säcke mussten. Aoife, die seit vierzig Jahren neben ihnen wohnte, schaufelte Erde in Säcke, als wäre sie dreißig, und schaute kurz auf. „Du bist gut angezogen für eine Überschwemmung", sagte sie. „Ich bin Sozialarbeiterin", sagte Maeve. „Wir sind immer falsch angezogen." Die Arbeit hatte etwas Ruhiges, trotz der Kälte und trotz des Regens, der nicht aufhörte. Man musste nicht reden, man musste nicht denken, man musste nur die Säcke tragen und stapeln und wieder zurückgehen. Gegen Mitternacht stand das Wasser für eine Weile still, als würde es überlegen, ob es noch mehr wollte. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und reichte ihr die Hand, ohne sie zu fragen. Von dort oben lag alles offen: das schwarze Wasser, das den Hof gefüllt hatte, die Birken am Ufer, die bis zur Hälfte versunken waren, und weiter hinten die dunklen Felder, die aussahen wie ein Meer. „Das ist der Schulweg", sagte Maeve, obwohl man ihn nicht mehr sehen konnte. „Ich weiß", sagte Declan. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, die er anscheinend für genau diesen Moment aufgespart hatte. Der Whiskey brannte angenehm, und Maeve trank mehr, als sie wollte, weil die Nacht so still war und die Stille nach mehr verlangte. „Warum bist du wirklich geblieben?", fragte sie, weil man auf Dächern und in der Nacht ehrlicher redet als anderswo. Declan schwieg einen Moment, nicht weil er keine Antwort hatte, sondern weil er die richtige suchte. „Weil das hier meins ist", sagte er schließlich. „Nicht nur Mamas. Meins." Maeve schaute auf das Wasser, das still glänzte wie poliertes Glas, und dachte daran, wie lange sie gebraucht hatte, um zu verstehen, dass Weggehen und Fertigsein zwei verschiedene Dinge sind. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er. „Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fing wieder an, leiser als vorher, fast wie eine Antwort. Sie saßen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte durch die Jacken drang. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, nicht viel, aber genug, dass man wieder die unterste Treppenstufe sehen konnte. Bridie stand am Fenster im ersten Stock und trank ihren Tee, als wäre das eine ganz gewöhnliche Aussicht. Maeve und Declan schaufelten den Schlamm aus dem Erdgeschoss, langsam und ohne viel zu reden, weil die Arbeit wieder für sich sprach. Am frühen Nachmittag zog Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus und wischte ihn mit einem alten Handtuch ab. Declan lehnte an der Haustür und schaute zu, als wäre das seine Aufgabe. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, und beide wussten, dass das eine freundliche Lüge war. Bridie winkte vom Fenster, ein kleines, ruhiges Winken, das bedeutete: Ich hab dich gesehen. Maeve stieg ins Auto und ließ den Motor an. Das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und sie ließ es laufen, obwohl es wehtat. Im Rückspiegel sah sie Declan, der immer noch in der Tür stand und den Regen ins Gesicht ließ, als wäre das eine bewusste Entscheidung. Sie fuhr los, und das Wasser unter den Reifen platschte laut in der Stille des Morgens. Die Flut war noch nicht vorbei, das wusste sie. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das genug. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam als Textnachricht, drei Wörter, kein Ausrufezeichen, und genau diese Nüchternheit war es, die Maeve sofort aufstehen ließ. Sie hatte seit Wochen auf irgendetwas gewartet, ohne zu wissen worauf, und jetzt wusste sie es. Der Koffer stand in zwanzig Minuten fertig am Flur – zu wenig für eine Woche, zu viel für jemanden, der nicht bleiben will. Die Fahrt nach Westen war lang und schweigend, die Felder zu beiden Seiten der Straße bereits in flaches Grau getaucht, als hätte die Landschaft selbst aufgehört, sich Mühe zu geben. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, parkte sie auf einem Erdwall und stieg aus, ohne den Motor ganz auszumachen, als bräuchte sie die Möglichkeit zur schnellen Flucht. Der Matsch schluckte ihre Schritte, der Regen traf ihr Gesicht mit der gleichmütigen Beständigkeit von etwas, das keinerlei persönliche Absichten hat. Das Haus stand im Dunkeln, nur in einem Fenster oben brannte Kerzenlicht, das durch das Glas flackerte und auf dem Wasser davor zitterte wie ein Tier, das sich nicht sicher ist. Declan öffnete die Tür, bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er einfach immer in Türnähe lebte. „Du hast zwei Stunden gebraucht länger als ich dachte", sagte er, und sie hörte darin weder Vorwurf noch Erleichterung, sondern die stille Anerkennung einer Tatsache. Sie umarmten sich auf die Art gereifter Geschwister – kurz, ohne Sentimentalität, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir sind noch da, das reicht. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im Kerzenlicht beinahe schön aussah, beinahe wie ein Interieur aus einem anderen Jahrhundert, wäre da nicht der Geruch nach nassem Stein und dem Moder von Dingen, die nicht für Wasser gedacht waren. Auf der Oberfläche trieb das Notizbuch ihres Vaters, aufgegangen wie ein kleines Buch ohne Anfang und Ende, die Tinte bereits verlaufen zu grauen Schlieren. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne es anzuschauen, weil manche Dinge Zeit brauchen, bevor man sie wirklich ansehen kann. Oben saß Bridie unter dem Dachfenster, die Hände gefaltet wie in einer Kirche, und zählte leise, die Lippen kaum bewegt. „Die Flaschen unten", sagte sie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe." Maeve setzte sich neben sie auf die Armlehne, weil es keinen zweiten Stuhl gab, und legte kurz die Hand auf die ihrer Mutter, die sich kalt anfühlte und ruhig. Dann rief Declan, weil die Kommode nicht von selbst die Treppe hochgehen würde, und das war das Ende der stillen Szene. Das Tragen war mühselig und lächerlich zugleich, weil die Kommode breiter war als das Treppenhaus es eigentlich erlaubte und weil Declan auf Irisch fluchte, was er für weniger schlimm hielt als auf Englisch, obwohl die Mutter beides verstand. Als sie das Möbelstück endlich oben abstellten, lehnte Maeve die Stirn gegen das kühle Holz und lachte, weil das manchmal das Einzige ist, das noch geht. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen, schweigenden Kette, die in der Dunkelheit fast feierlich aussah. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil solche Nächte keine Einladungen verschicken. Aoife, siebzig, wohnhaft seit vier Jahrzehnten im Nachbarhaus, schaufelte Erde mit einer Energie, die Maeve beschämte, und schaute dabei nur kurz auf. „Städtische Stiefel", sagte Aoife, „aber du hast sie wenigstens angezogen." Die Arbeit hatte etwas fast Meditatives, trotz Kälte und Regen und der Erschöpfung, die sich langsam in Maeves Arme fraß – man musste nicht denken, man musste nur tragen. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, als würde es tatsächlich überlegen, und diese Pause hatte etwas beinahe Würdevolles, als gehörte sie zum Ritual. Declan kletterte auf das Schuppendach und streckte ihr die Hand herunter, und Maeve nahm sie, ohne zu zögern, was sie selbst überraschte. Von oben lag die gesamte Verwandlung der Landschaft offen: der Hof ein schwarzer See, die Birken am Ufer versunken bis zur Brust, die Felder dahinter ohne Grenze zwischen Erde und Himmel. „Das ist der Weg zur Schule", sagte Maeve, obwohl nichts mehr davon zu sehen war. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesem Ich-weiß steckte alles, was er in all den Jahren nicht gesagt hatte. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, und der Whiskey war billig und wärmte trotzdem, vielleicht sogar deswegen. Die Flasche kreiste zwischen ihnen, und Maeve trank mehr als nötig, weil die Stille auf dem Dach von einer Qualität war, die nach Füllung verlangte. „Ich habe mich immer gefragt, ob du je bereut hast, dass du geblieben bist", sagte sie schließlich, weil man auf Dächern in der Nacht Dinge sagen kann, die am Küchentisch nicht möglich wären. Declan schwieg lange genug, dass sie dachte, er würde nicht antworten, und dann sagte er: „Reue setzt voraus, dass es eine andere Möglichkeit gegeben hätte, die ich mir wirklich vorstellen konnte." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, ohne sich umzudrehen, überzeugt, dass das Richtige immer das ist, was nach vorn geht. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er, ohne Pause, als hätte er das schon lange gewusst. „Aber fertig sein bedeutet nicht, dass man nicht zurückkommen darf." Der Regen setzte wieder ein, leiser diesmal, mit einer fast höflichen Zurückhaltung. Sie saßen noch lange auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte anfing, ernsthafter zu werden. Am Morgen hatte das Wasser drei Handbreit nachgegeben, was wenig war und gleichzeitig alles, was man sich für diesen Moment wünschen konnte. Bridie stand bereits am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete die Verwüstung im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve nicht sicher war, ob sie bewundern oder fürchten sollte. Sie schaufelten den Schlamm zu zweit, langsam und gleichmäßig, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte wie ein alter Takt. Am Nachmittag, als der schlimmste Teil geschafft war, zog Maeve ihren Koffer aus dem Matsch und wischte ihn mit einem Handtuch ab, das ohnehin schon verloren war. Declan beobachtete das, ohne etwas zu sagen, die Schulter an den Türrahmen gelehnt, auf die Art, die bedeutete: Ich sehe dich, und ich sage nichts dazu. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er schließlich. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte Maeve, und sie meinte es halb, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste. Bridie winkte vom Fenster, einmal, ruhig, ein Winken ohne Drama, das mehr sagte als eine Umarmung. Maeve fuhr los, das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater gemocht hatte, und sie ließ es laufen, bis es zu weh tat, und dann noch ein bisschen länger. Im Rückspiegel stand Declan in der Haustür, das Gesicht in den Regen gehoben, als wäre das eine bewusste Entscheidung gegen den Schutz. Das Wasser unter den Reifen platschte, die Straße war noch halb überschwemmt, und Maeve fuhr langsam, weil sie das Haus noch ein bisschen länger im Rückspiegel sehen wollte. Die Flut war nicht vorbei, das wusste sie, und das nächste Mal würde kommen, ob sie es nächstes Mal nannte oder nicht. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das, was bleibt, genau das, was man gebraucht hat. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht war so kurz, dass Maeve sie zweimal lesen musste, nicht weil sie die Worte nicht verstand, sondern weil die Kürze selbst etwas mitteilte, das über die Worte hinausging. Sie lag seit Stunden wach, mit der besonderen Hellwachheit von jemandem, der auf etwas wartet, ohne sich eingestehen zu wollen, worauf. Der Koffer war in zwanzig Minuten gepackt, zu leicht für eine Woche, zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Auf der Fahrt nach Westen verwandelte sich die Landschaft in etwas Vorläufiges, Überganghaftes, als hätte die Gegend selbst die Entscheidung vertagt, was sie sein wollte. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, hielt sie an und saß noch einen Moment im abgewürgten Motor, der leise Wärme abgab wie ein Tier, das sich aus einer Umarmung löst. Der Matsch hatte die zähflüssige Geduld von etwas, das Zeit hat und das weiß, und er schluckte ihre Schritte mit einer Beiläufigkeit, die Maeve als persönlich empfand. Das Haus stand im Dunkel, nur ein einziges Fenster oben brannte, und das Kerzenlicht, das sich auf der Wasseroberfläche vor der Tür spiegelte, hatte etwas Unschlüssiges, als wüsste es selbst nicht, ob es Wärme oder Warnung signalisieren sollte. Declan stand in der Tür, noch bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er in dieser Nacht ohnehin nicht schlafen konnte – beides hätte sie nicht überrascht. „Du hättest früher fahren können", sagte er, und in diesem Satz lag alles: kein Vorwurf, keine Erleichterung, nur die stille Abrechnung von jemandem, der sich das Rechnen schon lange abgewöhnt hat. Sie umarmten sich auf die Art, die sich über Jahrzehnte einschleift, wenn das Gefühl zu groß ist und der Körper gelernt hat, damit umzugehen – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir stehen noch, das haben wir schon festgestellt, reden wir weiter. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im flackernden Kerzenschein eine fast beunruhigende Schönheit hatte, die Art von Schönheit, der man misstraut, weil man weiß, was darunter liegt. Das Notizbuch ihres Vaters trieb auf der Oberfläche, aufgeblättert und aufgequollen, die Handschrift zu grauen Wolken verlaufen, die an nichts Konkretes mehr erinnerten – oder vielleicht gerade deshalb an alles. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne hineinzusehen, weil manche Objekte zunächst als Gewicht getragen werden müssen, bevor man sie wirklich betrachten kann. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, die Hände übereinandergelegt mit einer Stille, die keine Erschöpfung war, sondern eine Art beschlossene Ruhe, die Maeve immer an Wasser erinnert hatte, das tief genug ist, um ruhig zu sein. „Ich zähle die Flaschen unten", sagte Bridie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe – das sind jetzt achtundsechzig, falls du mitgezählt hast." Maeve setzte sich auf die Armlehne des Sessels und legte die Hand auf die der Mutter, die sich kühl anfühlte und trocken wie Papier, das schon lange gelesen wurde. Dann rief Declan von unten, weil die Kommode noch stand und das Wasser nicht auf Sentimentalität wartete, und das war das Ende der stillen Szene. Das Schleppen der Kommode war mühselig auf eine Weise, die fast komisch war – das Ding hatte den entschlossenen Eigensinn alter Möbel, die sich entschieden haben, dass sie sich nicht mehr bewegen lassen –, und Declan fluchte auf Irisch, was er für weniger gotteslästerlich hielt als auf Englisch, obwohl Bridie beides hörte und beide Sprachen verstand. Als sie das Ding oben abstellten und Maeve die Stirn gegen das kühle Holz lehnte, lachten sie beide, weil Lachen manchmal das Einzige ist, das die Erschöpfung nicht beleidigt. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen schweigenden Kette durch den Regen, und in der Dunkelheit hatte das etwas fast Rituelles, als gehörte es zu einem Brauch, dessen Bedeutung man nicht mehr kennt, den man aber trotzdem vollzieht, weil er der Nacht eine Ordnung gibt. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil Nächte wie diese keine Einladungen versenden und keine Protokolle führen. Aoife, siebzig und seit vierzig Jahren Nachbarin, schaufelte Erde in Säcke mit einer Akkuratesse, die Maeve beschämte, und schaute dabei kaum auf. „Ich hab dich seit zwei Jahren nicht gesehen", sagte Aoife, in einem Ton, der weder anklagend noch herzlich war, sondern einfach präzise. Die Arbeit hatte die schweigende Würde von etwas, das getan werden muss und das keine Begleitung braucht, und Maeve empfand nach einer Weile etwas, das sie nicht gleich einordnen konnte – eine Art körperlicher Klarheit, die entsteht, wenn der Verstand aufhört, sich selbst zu kommentieren. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, mit einer Abruptheit, als wäre eine Entscheidung gefallen, und diese Pause hatte etwas fast Souveränes, als wäre das Wasser kein Naturereignis, sondern ein Akteur, der sich kurz besinnt. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und streckte ihr die Hand herunter – eine Geste ohne Erklärung, die keine brauchte. Von dort oben lag die gesamte Transformation offen: der Hof ein schwarzer Spiegel, in dem nichts sich spiegelte außer dem Himmel, die Birken am Ufer versunken bis zur Hälfte ihrer Stämme, die Felder dahinter ohne erkennbare Grenze zwischen dem, was Boden gewesen war, und dem, was Luft sein sollte. „Ich bin dort lang zur Schule gegangen", sagte Maeve, obwohl der Weg unter Wasser lag und sie selbst wusste, dass sie nicht über den Weg sprach. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesen zwei Wörtern lag die gesamte Asymmetrie ihrer Kindheit – er hatte alles behalten, sie hatte alles mitgenommen, und keines von beiden war ein Fehler. Er zog eine Plastikflasche aus der Jackentasche, und der Whiskey war von der Sorte, die man nicht beschreibt, weil der Moment wichtiger ist als der Geschmack. Die Flasche kreiste zwischen ihnen mit der ruhigen Regelmäßigkeit eines alten Rituals, und die Nacht legte sich um sie wie etwas, das nicht beendet werden will. „Ich habe mich immer gefragt", sagte Maeve schließlich, und dann ließ sie den Satz eine Weile stehen, bevor sie ihn vollendete, „ob du je einen Moment hattest, in dem du verstanden hast, warum du geblieben bist." Declan schwieg auf eine Art, die keine Verlegenheit war, sondern Sorgfalt, die Sorgfalt von jemandem, der gelernt hat, dass manche Fragen keine schnellen Antworten vertragen. „Das setzt voraus", sagte er schließlich, „dass Bleiben eine Entscheidung war, die man hätte anders treffen können – aber ich glaube, manche Menschen sind einfach von einer bestimmten Art Boden." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, das Dorf im Rückspiegel kleiner werden lassend, überzeugt, dass Distanz dasselbe sei wie Freiheit, und dass beides dasselbe sei wie Ankommen. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. Declan nahm die Flasche, trank, und dann sagte er, ohne sie anzusehen: „Du bist fertig. Aber das bedeutet nur, dass du weißt, wo du herkommst – nicht, dass du aufgehört hast, hierherzugehören." Der Regen setzte wieder ein, mit einer Zurückhaltung, die beinahe höflich wirkte, als hätte er das Gespräch abgewartet. Sie saßen noch lange auf dem Dach, die Flasche zwischen ihnen, das Wasser unter ihnen, und Maeve spürte, wie etwas, das sie lange für Abgeschlossenheit gehalten hatte, sich als etwas anderes herausstellte – als eine Art offene Rechnung, die keine Begleichung verlangte, sondern nur gelegentliche Aufmerksamkeit. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, wenig, aber mit einer Entschiedenheit, die wirkte wie ein Versprechen ohne Garantie. Bridie stand am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete den Schlamm im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve erst jetzt, nach all den Jahren, als das erkannte, was sie immer gewesen war: nicht Gleichmut, sondern eine sehr alte Form von Ausdauer. Sie schaufelten zu zweit, schweigend, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte, wie Atemzüge sich einstellen, ohne dass man es entscheidet. Am frühen Nachmittag zog Maeve den Koffer aus dem Schlamm, wischte ihn mit einem bereits verlorenen Handtuch ab und stellte ihn ans Auto, und diese kleine Handlung hatte etwas Endgültiges, das sie selbst nicht gemeint hatte. Declan stand in der Tür, die Schulter am Rahmen, und beobachtete das mit einer Stille, die keine Gleichgültigkeit war, sondern die besondere Aufmerksamkeit von jemandem, der sich etwas einprägt. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, in dem vollen Bewusstsein, dass sie log, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste, und das machte die Lüge zu einer Art Vereinbarung. Bridie winkte einmal, ohne Theatralik, ein kleines, ruhiges Winken vom Fenster, das mehr Inhalt hatte als die meisten Umarmungen. Das Radio im Auto spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und Maeve ließ es laufen, auch als es anfing wehzutun, weil manche Dinge nur vollständig sind, wenn man sie bis zum Ende hält. Im Rückspiegel stand Declan in der offenen Tür, das Gesicht dem Regen zugewandt, als wäre das eine Wahl und nicht nur eine Haltung – vielleicht war es beides. Sie fuhr langsam, weil die Straße noch halb überschwemmt war, aber auch weil sie das Bild im Spiegel eine Weile länger behalten wollte, bevor die Kurve es nahm. Das Wasser war nicht vorbei, und die nächste Flut würde kommen, mit derselben sachlichen Unausweichlichkeit wie diese, und Maeve würde wieder fahren, das stand jetzt fest, mit einem Koffer, der zu leicht war für eine Woche und zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen, und vielleicht war das die einzige Art von Fertigsein, die in der Welt wirklich gilt. m32p48mj24wp284kuoj5tdhjedzj66p 1085370 1085362 2026-05-10T18:41:55Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 1085370 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 5 a - ungarisch deutsch == 81 == 1 -------------------- :A kis templom - Der kleine Tempel :1. Yuki huszonnyolc éves. - Yuki ist achtundzwanzig Jahre alt. :2. Egy könyvesboltban dolgozik. - Sie arbeitet in einer Buchhandlung. :3. Ma vonattal utazik. - Heute fährt sie mit dem Zug. :4. Az úti cél egy kis templom. - Das Ziel ist ein kleiner Tempel. :5. Ott élt régen a nagyanyja. - Dort hat ihre Großmutter früher gelebt. :6. A nagyanya három éve halott. - Die Großmutter ist seit drei Jahren tot. :7. Yuki régóta nem látogatta meg a kertet. - Yuki hat den Garten lange nicht besucht. :8. A vonat megáll egy kis állomáson. - Der Zug hält an einer kleinen Station. :9. Yuki leszáll, és gyalog megy tovább. - Yuki steigt aus und geht zu Fuß. :10. Az út keskeny és csendes. - Der Weg ist schmal und still. :11. Hamarosan ott áll a régi kapu előtt. - Bald steht sie vor dem alten Tor. :12. A fa szürke és mállott. - Das Holz ist grau und verwittert. :13. Leveszi a cipőjét. - Sie zieht ihre Schuhe aus. :14. A kövek hidegek és nedvesek. - Die Steine sind kalt und nass. :15. Az előző éjszaka esője még ott fekszik a mohán. - Der Regen der letzten Nacht liegt noch auf dem Moos. :16. Yuki lassan a tóhoz megy. - Yuki geht langsam zum Teich. :17. A víz sötét és zavaros. - Das Wasser ist dunkel und trüb. :18. Régen itt színes koi-pontyok voltak. - Früher waren hier bunte Koi-Karpfen. :19. Most csak egyetlen levél úszik a vízen. - Jetzt schwimmt nur ein einzelnes Blatt auf dem Wasser. :20. Yuki sokáig nézi a tavat. - Yuki schaut lange auf den Teich. :21. Nem mond semmit. - Sie sagt nichts. :22. Aztán halk zajt hall. - Dann hört sie ein leises Geräusch. :23. Egy öregember ül egy fapadon. - Ein alter Mann sitzt auf einer Holzbank. :24. A neve Nao. - Sein Name ist Nao. :25. Nao régen a templom kertésze volt. - Nao war früher der Gärtner des Tempels. :26. Körülbelül hetvenöt éves. - Er ist ungefähr fünfundsiebzig Jahre alt. :27. Egy seprű támaszkodik mellette a padnak. - Ein Besen lehnt neben ihm an der Bank. :28. Nao Yukira néz. - Nao sieht Yuki an. :29. Egy szót sem szól. - Er sagt kein Wort. :30. Csak egyszer bólint, egészen enyhén. - Er nickt nur einmal, ganz leicht. :31. Yuki odamegy a padhoz, és leül. - Yuki geht zur Bank und setzt sich. :32. Nem ül túl közel. - Sie setzt sich nicht zu nah. :33. Ketten csendben ülnek egymás mellett. - Die beiden sitzen still nebeneinander. :34. Egy szitakötő repül át a tó fölött. - Eine Libelle fliegt über den Teich. :35. Leszáll egy régi tavirózsaszárra. - Sie setzt sich auf einen alten Seerosenschaft. :36. Nao végighúzza az ujját a pad érdes fáján. - Nao streicht mit dem Finger über das raue Holz der Bank. :37. Ez régi szokás. - Es ist eine alte Gewohnheit. :38. Yuki a nagyanyjára gondol. - Yuki denkt an ihre Großmutter. :39. A tea és a nedves fű illatára gondol. - Sie denkt an den Geruch von Tee und nassem Gras. :40. Aztán esni kezd. - Dann beginnt es zu regnen. :41. Először csak néhány csepp hullik. - Zuerst sind es nur wenige Tropfen. :42. Aztán erősebben esik. - Dann regnet es stärker. :43. Yuki és Nao gyorsan felállnak. - Yuki und Nao stehen schnell auf. :44. Befutnak a kis teaház teteje alá. - Sie laufen unter das Dach des kleinen Teehauses. :45. A tető régi cserepekből van. - Das Dach ist aus alten Ziegeln. :46. Az eső hangosan dobol rajta. - Der Regen prasselt laut darauf. :47. Yuki meglát egy kis bambuszkutat. - Yuki sieht einen kleinen Bambus-Brunnen. :48. A víz cseppről cseppre hullik egy kőre. - Das Wasser fällt tropf für tropf auf einen Stein. :49. A követ moha borítja. - Der Stein ist mit Moos bedeckt. :50. Nao lehunyja a szemét. - Nao schließt die Augen. :51. Nyugodtan lélegzik. - Er atmet ruhig. :52. Yuki nem mond semmit, és Nao sem mond semmit. - Yuki sagt nichts, und Nao sagt auch nichts. :53. Nincs mit mondani. - Es gibt nichts zu sagen. :54. Egy idő után eláll az eső. - Nach einer Weile hört der Regen auf. :55. Gyenge fény tör át a felhőkön. - Ein schwaches Licht kommt durch die Wolken. :56. A nedves moha most zölden felragyog a kőfalon. - Das nasse Moos leuchtet jetzt grün auf der Steinmauer. :57. Yuki feláll. - Yuki steht auf. :58. Enyhén meghajol az öregember előtt. - Sie verbeugt sich leicht vor dem alten Mann. :59. Nao kinyitja a szemét. - Nao öffnet die Augen. :60. Halkan azt mondja: „A pontyok nem haltak meg.” - Er sagt leise: „Die Karpfen sind nicht tot." :61. Yuki ránéz. - Yuki schaut ihn an. :62. Nao azt mondja: „Csak alszanak az iszap alatt.” - Nao sagt: „Sie schlafen nur unter dem Schlamm." :63. Yuki bólint. - Yuki nickt. :64. Megfordul, és elindul. - Sie dreht sich um und geht. :65. A kapuhoz visszavezető út csendes. - Der Weg zurück zum Tor ist still. :66. Nem fordul vissza. - Sie dreht sich nicht um. :67. Nao a padon ülve marad. - Nao bleibt auf der Bank sitzen. :68. A zavaros vizet nézi. - Er schaut auf das trübe Wasser. :69. Yuki átmegy a régi kapun. - Yuki geht durch das alte Tor. :70. Újra felveszi a cipőjét. - Sie zieht ihre Schuhe wieder an. :71. A vonat hamarosan indul. - Der Zug fährt bald. :72. Lassan megy az állomás felé. - Sie geht langsam zur Station. :73. A szívében nyugalom van, de üresség is. - Im Herzen ist es ruhig, aber auch leer. :74. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. -------------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki ismeri a templomhoz vezető utat, bár régóta nem járt rajta. - Yuki kennt den Weg zum Tempel, obwohl sie ihn lange nicht gegangen ist. :2. Három év telt el azóta, hogy a nagyanyja meghalt. - Drei Jahre sind vergangen, seit ihre Großmutter gestorben ist. :3. A reggel hűvös, és a levegő nedves föld illatát hordozza. - Der Morgen ist kühl, und die Luft riecht nach feuchter Erde. :4. Yuki sötét kabátot visel, és egy kis táskát tart a kezében. - Yuki trägt eine dunkle Jacke und hält eine kleine Tasche in der Hand. :5. Amikor eléri a mállott fakaput, rövid időre megáll. - Als sie das verwitterte Holztor erreicht, bleibt sie kurz stehen. :6. Ráteszi a kezét a régi fára, amely hidegnek és érdesnek érződik. - Sie legt die Hand auf das alte Holz, das sich kalt und rau anfühlt. :7. Aztán leveszi a cipőjét, mert itt ez a szokás. - Dann zieht sie die Schuhe aus, weil das hier so der Brauch ist. :8. A mohával benőtt kövek még nedvesek az előző éjszaka esőjétől. - Die moosbewachsenen Steine sind noch nass vom Regen der letzten Nacht. :9. Yuki lassan megy, mert nem tudja, mit kellene éreznie. - Yuki geht langsam, weil sie nicht weiß, was sie fühlen soll. :10. A kert másképp néz ki, mint az emlékeiben. - Der Garten sieht anders aus als in ihrer Erinnerung. :11. A bokrok vadabbak lettek, és a fű a kövek között nő. - Die Büsche sind wilder geworden, und das Gras wächst zwischen den Steinen. :12. A keskeny út végén ott fekszik a tó, sötéten és csendesen. - Am Ende des schmalen Weges liegt der Teich, dunkel und still. :13. A víz zöldes színű, majdnem olyan, mint a régi üveg. - Das Wasser hat eine grünliche Farbe, fast wie altes Glas. :14. Yuki emlékszik rá, hogy régen sok koi-ponty úszott itt. - Yuki erinnert sich, dass hier früher viele Koi-Karpfen geschwommen sind. :15. Most csak egyetlen levél látható a felszínen. - Jetzt ist nur ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche zu sehen. :16. Leguggol a partra, és sokáig nézi a zavaros vizet. - Sie hockt sich ans Ufer und schaut lange in das trübe Wasser. :17. Egy halk zajtól felnéz. - Ein leises Geräusch lässt sie aufblicken. :18. Egy régi fapadon egy férfi ül, aki nagyon öregnek és nagyon nyugodtnak tűnik. - Auf einer alten Holzbank sitzt ein Mann, der sehr alt und sehr ruhig wirkt. :19. A neve Nao, és sok éven át ennek a templomnak a kertésze volt. - Sein Name ist Nao, und er war viele Jahre lang der Gärtner dieses Tempels. :20. A mellette lévő seprű a padnak támaszkodik, mintha mindjárt használni kellene. - Der Besen neben ihm lehnt gegen die Bank, als ob er gleich benutzt werden soll. :21. Nao Yuki felé fordítja a fejét, de egyetlen szót sem mond. - Nao dreht den Kopf zu Yuki, sagt aber kein einziges Wort. :22. Csak egyszer bólint, és ez elég üdvözlésnek. - Er nickt nur einmal, und das reicht als Begrüßung. :23. Yuki odamegy a padhoz, és némi távolsággal leül mellé. - Yuki geht zur Bank und setzt sich mit etwas Abstand neben ihn. :24. Nem tudja, miért ül le, de helyesnek érzi. - Sie weiß nicht, warum sie sich setzt, aber es fühlt sich richtig an. :25. Egy szitakötő jelenik meg a víz fölött, és leszáll egy régi tavirózsaszárra. - Eine Libelle erscheint über dem Wasser und landet auf einem alten Seerosenschaft. :26. Nao a hüvelykujjával újra meg újra végigsimít a pad háttámlájának érdes fáján. - Nao streicht mit dem Daumen über das raue Holz der Banklehne, immer wieder. :27. Yuki figyeli ezt a mozdulatot, és arra gondol, hogy ezt már ezerszer megtette. - Yuki beobachtet diese Geste und denkt, dass er das schon tausendmal getan hat. :28. A nagyanyjára gondol, aki gyakran ült itt, és teát ivott. - Sie denkt an ihre Großmutter, die hier oft gesessen und Tee getrunken hat. :29. A kép világos, de a benne lévő személy hiányzik. - Das Bild ist klar, aber die Person darin fehlt. :30. Hosszú szünet után halk eső kezdődik. - Nach einer langen Pause beginnt ein leiser Regen. :31. Az első cseppek alig hallhatóan hullanak a levelekre. - Die ersten Tropfen fallen kaum hörbar auf die Blätter. :32. Aztán az eső erősebb lesz, és Yuki gyorsan feláll. - Dann wird der Regen stärker, und Yuki steht schnell auf. :33. Nao lassan áll fel, mert a térdei már nem működnek olyan jól. - Nao steht langsam auf, weil seine Knie nicht mehr so gut mitspielen. :34. Együtt mennek a kis teaház kiugró teteje alá. - Sie gehen zusammen unter das überhängende Dach des kleinen Teehauses. :35. A tető sötét cserepekből van, és az eső úgy hangzik rajta, mint a dobszó. - Das Dach ist aus dunklen Ziegeln, und der Regen klingt darauf wie Trommelschläge. :36. Yuki a tető széléhez áll, és a kertbe néz. - Yuki stellt sich an den Rand des Dachs und schaut in den Garten. :37. Egy bambuszkút vizet merít, és egy mohával benőtt kőre ejti. - Ein Bambus-Brunnen schöpft Wasser und lässt es in einen bemoosten Stein fallen. :38. Csepp. Szünet. Csepp. - Tropf. Pause. Tropf. :39. A hang egyenletes és valahogy megnyugtató. - Das Geräusch ist gleichmäßig und irgendwie beruhigend. :40. Nao háttal a teaház falának támaszkodik, és lehunyja a szemét. - Nao lehnt mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses und schließt die Augen. :41. Mélyen és szabályosan lélegzik, mintha aludna. - Er atmet tief und regelmäßig, als ob er schläft. :42. Yuki ránéz, és azon töpreng, hány záport élt már át itt. - Yuki schaut ihn an und fragt sich, wie viele Regengusse er hier schon erlebt hat. :43. Úgy tűnik, itt lassabban folyik az idő, mint a városban. - Die Zeit scheint hier langsamer zu fließen als in der Stadt. :44. Yuki a könyvesboltban töltött mindennapjaira gondol, a polcokra és a pénztári blokkokra. - Yuki denkt an ihren Alltag in der Buchhandlung, an Regale und Kassenzettel. :45. Mindez távolinak tűnik, mintha egy másik élethez tartozna. - Das alles wirkt weit weg, als ob es zu einem anderen Leben gehört. :46. Az eső megtölti a kövek közötti kis mélyedéseket. - Der Regen füllt die kleinen Vertiefungen zwischen den Steinen. :47. A moha lassan és hangtalanul magába szívja a vizet. - Das Moos nimmt das Wasser auf, langsam und lautlos. :48. Yuki arra gondol: a veszteséggel is így van ez. - Yuki denkt: So ist das mit dem Verlust auch. :49. Nem egyszerre jön, hanem beszivárog, cseppről cseppre. - Er kommt nicht auf einmal, sondern sickert ein, Tropfen für Tropfen. :50. Aztán éppolyan hirtelen, ahogy elkezdődött, eláll az eső. - Dann, genauso plötzlich wie er begonnen hat, hört der Regen auf. :51. A felhők között keskeny fénycsík tör át. - Zwischen den Wolken bricht ein schmaler Streifen Licht hindurch. :52. A régi kőfalon a nedves moha mély zölden ragyog. - Das nasse Moos auf der alten Steinmauer leuchtet in einem tiefen Grün. :53. Yuki szépnek találja, bár nem tudja, miért. - Yuki findet, dass es schön ist, obwohl sie nicht weiß, warum. :54. Megfordul Nao felé, aki most már kinyitotta a szemét. - Sie dreht sich zu Nao um, der die Augen jetzt geöffnet hat. :55. Enyhén meghajol, ahogy illik. - Sie verbeugt sich leicht, wie es sich gehört. :56. Nao ránéz, és nyugodt hangon azt mondja: „A pontyok nem mentek el.” - Nao sieht sie an und sagt mit ruhiger Stimme: „Die Karpfen sind nicht fort." :57. Yuki vár, mert érzi, hogy még jön valami. - Yuki wartet, weil sie spürt, dass noch etwas kommt. :58. „Lent fekszenek az iszapban, és várják a tavaszt.” - „Sie liegen unten im Schlamm und warten auf den Frühling." :59. Yuki bólint, bár nem biztos benne, hogy Nao csak a halakról beszél. - Yuki nickt, obwohl sie nicht sicher ist, ob er nur von den Fischen spricht. :60. Fogja a táskáját, és visszamegy az úton a kapu felé. - Sie nimmt ihre Tasche und geht den Weg zurück zum Tor. :61. A kövek a lába alatt még hidegek és csúszósak. - Die Steine unter ihren Füßen sind noch kalt und glitschig. :62. Nem fordul meg, de hallja, hogy Nao újra leül a padra. - Sie dreht sich nicht um, aber sie hört, dass Nao sich wieder auf die Bank setzt. :63. A kapunál felveszi a cipőjét, és egyszer visszanéz a kertbe. - Am Tor zieht sie die Schuhe an und schaut einmal zurück in den Garten. :64. A tó csendesen fekszik ott, a zavaros víz gyengén csillog a fényben. - Der Teich liegt still da, das trübe Wasser glänzt im schwachen Licht. :65. Yuki kifújja a levegőt, és elindul. - Yuki atmet aus und geht. :66. Az állomáshoz vezető út rövid, és a vonat hamarosan jön. - Der Weg zur Station ist kurz, und der Zug kommt bald. :67. A vonaton az ablaknál ül, és az elsuhanó mezőket nézi. - Im Zug sitzt sie am Fenster und schaut auf die vorbeiziehenden Felder. :68. Nem gondol a nagyanyjára, de valahogy mégis érzi őt. - Sie denkt nicht an ihre Großmutter, aber sie fühlt sie irgendwie trotzdem. :69. Az üresség ott van, de már nem nyom olyan nehezen. - Die Leere ist da, aber sie drückt nicht mehr so schwer. :70. A víz egészen magától folyik át a mohán. - Das Wasser fließt durch das Moos, ganz von allein. ---------------------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki nem felejtette el a templomhoz vezető utat, bár három éve nem járt már rajta. - Yuki hatte den Weg zum Tempel nicht vergessen, obwohl sie ihn seit drei Jahren nicht mehr gegangen war. :2. Ismert minden követ, minden kanyart, minden szagot – és éppen ez tette olyan nehézzé az első lépést. - Sie kannte jeden Stein, jede Biegung, jeden Geruch – und genau das machte den ersten Schritt so schwer. :3. A reggel még félig sötétben feküdt, amikor leszállt a vonatról, és beszívta a kora őszi hűvös levegőt. - Der Morgen lag noch halb im Dunkel, als sie aus dem Zug stieg und die kühle Luft des frühen Herbstes einatmete. :4. Nedves lomb illata volt a levegőben, és valamié, amit nem tudott megnevezni, ami azonban azonnal visszavitte őt. - Es roch nach nassem Laub und nach etwas, das sie nicht benennen konnte, das sie aber sofort zurückbrachte. :5. A megviselt fakapunál megállt, nem azért, mert habozott, hanem mert a pillanat ezt kívánta. - Am verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht weil sie zögerte, sondern weil der Moment es verlangte. :6. A fa szürkébb lett, érdesebb, és magán hordta több olyan tél nyomát, amely nélküle múlt el. - Das Holz war grauer geworden, rauer, und trug die Spuren mehrerer Winter, die ohne sie vergangen waren. :7. Levetette a cipőjét, rendesen egymás mellé állította őket, és rálépett az előtte lévő mohával benőtt kőre. - Sie zog die Schuhe aus, stellte sie ordentlich nebeneinander und trat auf den moosbewachsenen Stein davor. :8. A hideg azonnal áthatolt a vékony zoknin, és Yuki egy ideig hagyta ott állni, anélkül hogy továbbment volna. - Die Kälte drang sofort durch die dünnen Socken, und Yuki ließ sie eine Weile stehen, ohne weiterzugehen. :9. A kert megváltozott, de nem úgy, ahogy a dolgok akkor változnak meg, ha valaki elhanyagolja őket. - Der Garten hatte sich verändert, aber nicht so, wie Dinge sich verändern, wenn jemand sie vernachlässigt. :10. Inkább úgy hatott, mint valaki, aki felhagyott azzal, hogy tartást vegyen fel, és most egyszerűen elengedi magát. - Er wirkte eher wie jemand, der aufgehört hat, eine Haltung einzunehmen, und sich nun einfach gehen lässt. :11. A bokrok elvesztették formájukat, a fű kinőtt a régi kőlapok fugái között, és senki sem szorította vissza. - Die Büsche hatten ihre Form verloren, das Gras wuchs zwischen den Fugen der alten Steinplatten, und niemand hatte es zurückgedrängt. :12. Yuki követte a keskeny ösvényt, amely még felismerhető volt, de amelyet hamarosan a szélek felől elnyeléssel fenyegetett a növényzet. - Yuki folgte dem schmalen Pfad, der noch erkennbar war, aber bald von den Rändern her aufgefressen zu werden drohte. :13. Az út végén ott feküdt a tó, és kisebb volt, mint amilyennek emlékezetében élt. - Am Ende des Weges lag der Teich, und er war kleiner, als sie ihn in Erinnerung hatte. :14. A víz sötétzöld színű volt, majdnem olyan, mint a tinta, és a felszíne alig mozdult. - Das Wasser hatte eine dunkelgrüne Farbe, fast wie Tinte, und die Oberfläche bewegte sich kaum. :15. Eszébe jutottak a koi pontyok, amelyek régebben élénk narancsszínben siklottak át alatta, mint élő lángok. - Sie erinnerte sich an die Koi-Karpfen, die früher in leuchtenden Orangetönen darunter hindurchgeglitten waren wie lebende Flammen. :16. Most egyetlen, félig lebomlott levél sodródott a vízen, és különben semmi. - Jetzt trieb ein einzelnes, halb zersetztes Blatt auf dem Wasser, und sonst war nichts. :17. Yuki leguggolt a part mellé, karját a térde köré fonta, és a vízbe meredt, anélkül hogy bármit keresett volna. - Yuki hockte sich ans Ufer, die Arme um die Knie geschlungen, und starrte in das Wasser, ohne etwas zu suchen. :18. Olyan sokáig ült így, hogy a lábai bizseregni kezdtek, de nem állt fel. - Sie saß so lange, dass ihre Beine kribbeln anfingen, aber sie stand nicht auf. :19. Akkor halk fakaparászást hallott maga mögött, ahogy fa súrlódik kövön. - Dann hörte sie hinter sich das leise Scharren von Holz auf Stein. :20. Egy padon, amely az évek súlya alatt kissé ferdén állt, egy öreg férfi ült. - Auf einer Bank, die unter dem Gewicht der Jahre leicht schief stand, saß ein alter Mann. :21. Nao körülbelül hetvenöt éves volt, talán idősebb, és egyszerű munkakabátot viselt, amely már sok nyarat látott. - Nao war ungefähr fünfundsiebzig, vielleicht älter, und trug eine schlichte Arbeitsjacke, die schon viele Sommer gesehen hatte. :22. A mellette álló seprűt nem egyszerűen letették, hanem olyan magától értetődően támaszkodott ott, mintha mindig is ott állt volna. - Der Besen neben ihm war nicht einfach abgestellt worden, sondern lehnte mit einer Selbstverständlichkeit dort, als hätte er dort immer gestanden. :23. Nao a fejét felé fordította, anélkül hogy a testét megmozdította volna, és olyan tekintettel nézett rá, amely sem kérdező, sem üdvözlő nem volt. - Nao drehte den Kopf zu ihr, ohne seinen Körper zu bewegen, und sah sie mit einem Blick an, der weder fragend noch begrüßend war. :24. Egyszer bólintott, egészen röviden, Yuki pedig visszabólintott, és ezzel minden szükséges elhangzott. - Er nickte einmal, ganz knapp, und Yuki nickte zurück, und damit war alles Notwendige gesagt. :25. Felállt, és némi távolsággal mellé ült, mert a helyzet így kívánta, nem azért, mert társaságot keresett. - Sie stand auf und setzte sich mit etwas Abstand neben ihn, weil die Situation es so wollte, nicht weil sie Gesellschaft suchte. :26. A tó fölött megjelent egy szitakötő, amely olyan mozdulatlanul függött a levegőben, mintha odafestették volna. - Über dem Teich erschien eine Libelle, die so still in der Luft hing, als wäre sie aufgemalt. :27. Leszállt egy régi tavirózsa szárára, amely úgy állt ki a vízből, mint egy megmaradt gondolat. - Sie landete auf einem alten Seerosenschaft, der aus dem Wasser ragte wie ein übrig gebliebener Gedanke. :28. Nao hüvelykujjával végigsimított a pad érdes fatámláján, mindig ugyanabba az irányba, mindig ugyanazon a helyen. - Nao fuhr mit dem Daumen über die raue Holzlehne der Bank, immer in derselben Richtung, immer dieselbe Stelle. :29. Yuki nézte a kezét, és arra gondolt, hogy a fa és a bőr hosszú idő után hasonlóvá válik. - Yuki betrachtete seine Hand und dachte, dass Holz und Haut sich nach langer Zeit ähnlich werden. :30. A nagyanyjára gondolt, aki itt ült, teát ivott, és soha nem magyarázott sokat. - Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen hatte, Tee getrunken und nie viel erklärt hatte. :31. A nagyanyja úgy tudott dolgokat, hogy nem beszélt róluk, és ez Yukit gyerekként néha kétségbeesésbe kergette. - Ihre Großmutter hatte Dinge gewusst, ohne darüber zu sprechen, und das hatte Yuki als Kind manchmal zur Verzweiflung gebracht. :32. Most már jobban értette ezt, még ha az értés már semmit sem használt. - Jetzt verstand sie es besser, auch wenn das Verstehen nichts mehr nützte. :33. Halk eső kezdődött, olyan tétován, mintha nem volna biztos benne, szívesen látják-e. - Ein leiser Regen begann, so zögerlich, als ob er sich nicht sicher war, ob er willkommen wäre. :34. Az első cseppek hangtalanul eltűntek a mohában, aztán a vízen, aztán egyszerre mindenütt. - Die ersten Tropfen verschwanden lautlos im Moos, dann auf dem Wasser, dann überall gleichzeitig. :35. Yuki ülve maradt, amíg az eső sűrűbbé nem vált, és a haja tapadni nem kezdett. - Yuki blieb sitzen, bis der Regen dichter wurde und ihr Haar zu kleben begann. :36. Nao felállt, lassan, egy olyan ember megfontolt gondosságával, aki jól ismeri és tiszteli a testét. - Nao stand auf, langsam, mit der bedächtigen Sorgfalt eines Menschen, der seinen Körper gut kennt und respektiert. :37. Együtt mentek a teaház teteje alá, anélkül hogy egy szót is vesztegettek volna arra, hogy ezt teszik. - Sie gingen zusammen unter das Dach des Teehauses, ohne ein Wort darüber zu verlieren, dass sie es taten. :38. A régi cserepekből álló tető hangosan fogadta az esőt, és ez a zaj kitöltötte a köztük lévő teret. - Das Dach aus alten Ziegeln nahm den Regen laut auf, und dieses Geräusch füllte den Raum zwischen ihnen. :39. Yuki a tető szélén állt, egy lépésnyire az esőtől, és a bambusz szökőkútra nézett. - Yuki stand am Rand des Dachs, einen Schritt vom Regen entfernt, und schaute auf den Bambus-Brunnen. :40. A víz egyenletes időközönként hullott egy mohás kőre, beszivárgott a mélyedésekbe, eltűnt. - Das Wasser fiel in gleichmäßigen Abständen auf einen bemoosten Stein, sickerte in die Vertiefungen, verschwand. :41. Csepp. Csend. Csepp. - Tropf. Stille. Tropf. :42. Nao háttal a fafalnak támaszkodott, és lehunyta a szemét, mintha az eső olyan zene volna, amelyet kívülről ismer. - Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand und schloss die Augen, als ob der Regen eine Musik wäre, die er auswendig kannte. :43. Yuki azon töprengett, hány esőzést élt át itt, hány embert látott jönni és menni. - Yuki überlegte, wie viele Regengusse er hier erlebt hatte, wie viele Menschen er hatte kommen und gehen sehen. :44. A saját városára gondolt, a zajra és a fényre, amely éjszaka sem szűnt meg. - Sie dachte an ihre eigene Stadt, an den Lärm und das Licht, das nachts nicht aufhörte. :45. Itt még az eső is lassabban hullani látszott, mintha volna ideje. - Hier schien selbst der Regen langsamer zu fallen, als ob er Zeit hatte. :46. A nagyanyja gondolata nem képként jött, hanem súlyként – nem fájdalmasan, csak jelenlévőn. - Der Gedanke an ihre Großmutter kam nicht als Bild, sondern als Gewicht – nicht schmerzhaft, nur vorhanden. :47. Yuki észrevette, hogy a fájdalom, amelynek érzésére számított, nem jelentkezett. - Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte zu fühlen, sich nicht eingestellt hatte. :48. Helyette volt ott valami nyugodtabb, amit még nem tudott megnevezni, és ami egyelőre békén hagyta őt. - Stattdessen war da etwas Ruhigeres, das sie noch nicht benennen konnte und das sie vorerst in Ruhe ließ. :49. A kőfal mohája itta a vizet, amely vékony erekben folyt le rajta, sietség és veszteség nélkül. - Das Moos an der Steinmauer trank das Wasser, das in dünnen Rinnsalen daran hinablief, ohne Eile und ohne Verlust. :50. Így van ez, gondolta Yuki, de nem mondta ki. - So ist das, dachte Yuki, aber sie sprach es nicht aus. :51. Az eső elállt, és az utána következő hallgatás más minőségű volt, mint az előtte lévő hallgatás. - Der Regen hörte auf, und das Schweigen danach war von anderer Qualität als das Schweigen davor. :52. Halvány fény tört át a szétúszó felhőkön, és ferdén esett a nedves kőfalra. - Ein schwaches Licht brach durch die auseinandertreibenden Wolken und fiel schräg auf die nasse Steinmauer. :53. A moha olyan zöldben ragyogott, amilyet Yuki így még nem látott, bár már gyakran láthatta volna. - Das Moos leuchtete in einem Grün, das Yuki so noch nicht gesehen hatte, obwohl sie es schon oft hätte sehen können. :54. Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és nyugodtan nézett rá. - Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ruhig ansah. :55. Yuki meghajolt, mert ez volt a helyes, még ha pontosan nem is tudta volna megmagyarázni, miért. - Yuki verbeugte sich, weil es das Richtige war, auch wenn sie nicht genau erklären hätte können, wofür. :56. Nao ránézett, és hangsúly nélkül, sietség nélkül azt mondta: „A pontyok nem tűntek el.” - Nao sah sie an und sagte, ohne Betonung und ohne Eile: „Die Karpfen sind nicht verschwunden." :57. Yuki várt, mert érezte, hogy ez még nem minden. - Yuki wartete, weil sie spürte, dass das nicht alles war. :58. „Az iszapban fekszenek a fenéken, és várják, hogy újra melegebb legyen.” - „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten, bis es wieder wärmer wird." :59. Úgy mondta ezt, mintha egy ismert és aggodalomra okot nem adó tényt közölne. - Er sagte es so, als ob er eine Tatsache mitteilte, die bekannt und unbesorgniserregend war. :60. Yuki bólintott, és arra gondolt, hogy valószínűleg nemcsak a halakról beszélt – vagy talán mégis csak róluk, és ez elég volt. - Yuki nickte und dachte, dass er wahrscheinlich nicht nur von den Fischen sprach – oder vielleicht doch nur von ihnen, und das reichte. :61. Felvette a táskáját, amely még kissé nedves volt, és visszament az úton a kapuhoz. - Sie nahm ihre Tasche, die noch etwas feucht war, und ging den Weg zurück zum Tor. :62. A kövek a nedves zoknija alatt simák és hidegek voltak, és minden lépésére figyelt. - Die Steine unter ihren nassen Socken waren glatt und kalt, und sie achtete auf jeden Schritt. :63. Nem fordult meg, de hallotta, ahogy Nao újra leül, és a seprű halkan a padhoz ütődik. - Sie drehte sich nicht um, aber sie hörte, wie Nao sich wieder setzte und der Besen leise gegen die Bank stieß. :64. A kapunál belebújt a cipőjébe, és egy pillanatra megállt, tekintetét előre szegezve. - Am Tor schlüpfte sie in ihre Schuhe und blieb einen Moment stehen, den Blick nach vorne gerichtet. :65. Mögötte ott feküdt a kert a zavaros tavával, a ferde teaházzal és az öreg férfival a padon. - Hinter ihr lag der Garten mit seinem trüben Teich, dem schiefen Teehaus und dem alten Mann auf der Bank. :66. Mindez tovább fog létezni, akár visszatér, akár nem, és ez fájdalom nélküli felismerés volt. - Das alles würde weiterexistieren, ob sie zurückkam oder nicht, und das war eine Erkenntnis ohne Schmerz. :67. Yuki az állomásra ment, és az oda vezető út rövidebb volt, mint várta. - Yuki ging zur Station, und der Weg dorthin war kürzer, als sie erwartet hatte. :68. A vonaton a fejét az ablaknak támasztotta, és nézte, ahogy a mezők elvonulnak mellette. - Im Zug lehnte sie den Kopf gegen das Fenster und schaute zu, wie die Felder vorbeizogen. :69. Nem gondolt sokat, ami szokatlan volt, de nem is kellemetlen. - Sie dachte nicht viel, was ungewohnt war, aber auch nicht unangenehm. :70. Az üresség, amelytől félt, ott volt – de nem úgy volt üres, ahogy az fáj. - Die Leere, die sie gefürchtet hatte, war da – aber sie war nicht leer auf die Art, die wehtut. :71. Inkább olyan volt, mint egy tó ősszel: csendes, sötét, és alatta alszik valami, ami nem halott. - Sie war eher wie ein Teich im Herbst: still, dunkel, und darunter schläft etwas, das nicht tot ist. ----------------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :A templomkert - Der Tempelgarten :1. Yuki nem tervezte, hogy felkeresi a templomot – egyszerűen felszállt a vonatra, ahogyan az ember néha megtesz dolgokat, mielőtt az értelem megtilthatná őket. - Yuki hatte sich nicht vorgenommen, den Tempel zu besuchen – sie war einfach in den Zug gestiegen, wie man manchmal Dinge tut, bevor der Verstand sie verbieten kann. :2. Három évig kerülte a kertet, nem közönyből, hanem mert vannak helyek, amelyek túl sokat követelnek az embertől, amíg a seb még friss. - Drei Jahre hatte sie den Garten gemieden, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil manche Orte zu viel von einem verlangen, solange die Wunde noch frisch ist. :3. Az ősz már sápadt fénybe merítette a várost, amely se nem hideg, se nem meleg volt, amikor a vonat megállt a kis állomáson. - Der Herbst hatte die Stadt bereits in ein blasses Licht getaucht, das weder kalt noch warm war, als der Zug an der kleinen Station hielt. :4. Olyan csendbe szállt ki, amely nem elutasító volt, hanem egyszerűen teljes – hézagtalan csendbe, amelybe az ember gondolatokat tolhatott volna. - Sie stieg aus in eine Stille, die nicht abweisend, sondern einfach vollständig war – eine Stille ohne Lücken, in die man Gedanken schieben konnte. :5. A templomhoz vezető út egy szűk sikátoron haladt át régi falak között, amelyeken a moha vastag, egyenetlen párnákban nőtt. - Der Weg zum Tempel führte durch eine schmale Gasse zwischen alten Mauern, auf denen das Moos in dicken, ungleichmäßigen Polstern wuchs. :6. Yuki ismerte ezt az utat anélkül, hogy ismerte volna – valahol az emlékezet alatt ült, magában a testben, abban, ahogyan a lábak habozás nélkül választották az irányt. - Yuki kannte diesen Weg, ohne ihn zu kennen – er saß irgendwo unterhalb der Erinnerung, im Körper selbst, in der Art, wie die Füße ohne Zögern die Richtung wählten. :7. A megviselt fakapu előtt megállt, nem azért, hogy bátorságot gyűjtsön, hanem mert az átmenet megérdemelt egy pillanatnyi összeszedettséget. - Vor dem verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht um Mut zu sammeln, sondern weil der Übergang einen Moment der Sammlung verdiente. :8. A fának olyan színe volt, mint valaminek, ami sok telet látott és már nem ismert sietséget, és Yuki keze rövid ideig szándék nélkül pihent az oszlopon. - Das Holz hatte die Farbe von etwas, das viele Winter gesehen und keine Eile mehr kannte, und Yukis Hand ruhte kurz auf dem Pfosten, ohne Absicht. :9. Levetette a cipőjét, olyan gondossággal tette le, amely már-már szertartásos vonásokat öltött, és rálépett az első mohával benőtt kőre. - Sie zog die Schuhe aus, stellte sie mit einer Sorgfalt ab, die fast zeremonielle Züge annahm, und trat auf den ersten moosbewachsenen Stein. :10. A hideg, amely azonnal áthatolt a szöveten, nem volt kellemetlen, hanem arra emlékeztette, hogy a test még ott van és érzékel. - Die Kälte, die sofort durch den Stoff drang, hatte nichts Unangenehmes, sondern erinnerte sie daran, dass der Körper noch da war und wahrnahm. :11. A kert nem fogadta őt – egyszerűen ott volt, türelmes elhanyagoltság állapotában, amely méltóságteljesebbnek hatott minden gondozott rendnél. - Der Garten empfing sie nicht – er war einfach da, in einem Zustand geduldiger Verwahrlosung, die würdevoller wirkte als jede gepflegte Ordnung. :12. A sövények elveszítették körvonalaikat, a fű a kőlapok között elég magasra nőtt ahhoz, hogy a könnyű szélben lengjen, és valahol még víz csöpögött az éjszakai esőből egy mélyedésbe. - Die Hecken hatten ihre Konturen verloren, das Gras zwischen den Steinplatten stand hoch genug, um im leichten Wind zu schwingen, und irgendwo tropfte noch Wasser vom Nachttregen in eine Mulde. :13. Yuki követte az ösvényt, amelyet még ösvényként fel lehetett ismerni, bár egyre inkább úgy tűnt, feladja azt a szándékát, hogy bárhová is vezessen. - Yuki folgte dem Pfad, der sich noch als Pfad erkennen ließ, obwohl er zunehmend die Absicht aufzugeben schien, irgendwohin zu führen. :14. A tó a végén úgy feküdt ott, mint válasz egy kérdésre, amelyet nem tett fel magának – sötéten, mozdulatlanul, olyan csenddel borítva, amely idősebb volt a reggelnél. - Der Teich lag am Ende wie eine Antwort auf eine Frage, die sie sich nicht gestellt hatte – dunkel, reglos, von einer Stille bedeckt, die älter war als der Morgen. :15. A víz színe zöld és fekete között váltakozott, attól függően, milyen szögből nézte az ember, és Yuki sokáig nézte többféle szögből. - Das Wasser hatte eine Farbe, die zwischen Grün und Schwarz changierte, je nachdem, aus welchem Winkel man es betrachtete, und Yuki betrachtete es lange aus mehreren. :16. Gyermekkora koi-pontyaira gondolt, amelyek narancssárga és fehér ívekben siklottak át a felszín alatt, mintha a víz csak egy közeg lett volna, amelyet megtűrtek. - Sie dachte an die Koi-Karpfen ihrer Kindheit, die in orangefarbenen und weißen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten waren, als ob das Wasser nur ein Medium war, das sie duldete. :17. Most egyetlen levél sodródott a felszínen, félig feloldódva, és tökéletlenségében valamit tükrözött, amit Yuki nem tudott azonnal szavakba foglalni. - Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche, halb aufgelöst, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas, das Yuki nicht sofort in Worte fassen konnte. :18. Leült a parton, térdét a mellkasához húzva, és megengedte magának, hogy egyszerűen csak nézzen, anélkül hogy értékelné vagy besorolná, amit látott. - Sie ließ sich am Ufer nieder, die Knie an die Brust gezogen, und erlaubte sich, einfach zu schauen, ohne das Gesehene zu bewerten oder einzuordnen. :19. Ez nehezebb volt, mint amilyennek hangzott, mert az értelem állandóan készen állt arra, hogy közbeavatkozzon, és jelentést kényszerítsen a hallgatásra. - Das war schwieriger, als es klang, weil der Verstand ständig bereit war, sich einzumischen und dem Schweigen Bedeutung aufzuzwingen. :20. Egy zaj mögötte – alig több, mint egy súly elmozdulása régi fán – arra késztette, hogy hátrafordítsa a fejét, anélkül hogy összerezzent volna. - Ein Geräusch hinter ihr – kaum mehr als das Verschieben eines Gewichts auf altem Holz – ließ sie den Kopf wenden, ohne aufzufahren. :21. Egy padon, amely kissé kibillent a helyes állásából, mintha felhagyott volna azzal, hogy a függőlegest fontosnak tartsa, egy öreg férfi ült kifakult munkakabátban. - Auf einer Bank, die leicht aus dem Lot geraten war, als hätte sie aufgehört, die Vertikale für wichtig zu halten, saß ein alter Mann in einer verwaschenen Arbeitsjacke. :22. Nao volt a templom kertésze, évtizedek óta, jóval azelőtt, hogy Yuki nagyanyja a kertet a magáévá tette volna. - Nao war der Gärtner des Tempels gewesen, seit Jahrzehnten, lange bevor Yukis Großmutter den Garten zu ihrem eigenen gemacht hatte. :23. Olyan tekintettel nézett Yukira, amely sem kíváncsiságot, sem távolságtartást nem fejezett ki, hanem annak az embernek a különös nyugalmát, aki már felhagyott azzal, hogy találkozásoktól bármit akarjon. - Er sah Yuki an mit einem Blick, der weder Neugierde noch Distanz ausdrückte, sondern die besondere Ruhe eines Menschen, der aufgehört hat, von Begegnungen etwas zu wollen. :24. Az az egyszeri, szűkszavú biccentés, amellyel üdvözölte, nem a hidegség gesztusa volt, hanem a pontosságé – több nem volt szükséges, tehát több nem is volt. - Das einmalige, knappe Nicken, mit dem er sie begrüßte, war keine Geste der Kälte, sondern der Präzision – mehr war nicht nötig, also gab es nicht mehr. :25. Yuki felállt, odament a padhoz, és leült, olyan távolságban, amely sem közelséget nem színlelt, sem távolságot nem hangsúlyozott, hanem egyszerűen helyes volt. - Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich, mit einem Abstand, der weder Nähe vortäuschte noch Distanz betonte, sondern einfach stimmte. :26. A tó fölött megjelent egy szitakötő, amely azzal a látszólag erőfeszítés nélküli pontossággal állt a levegőben, amely csak azoknak a dolgoknak sajátja, amelyek teljesen a pillanatban élnek. - Über dem Teich erschien eine Libelle, die mit jener mühelos wirkenden Präzision in der Luft stand, die nur Dinge besitzen, die vollständig im Moment leben. :27. Leszállt egy elszáradt tavirózsaszárra, és olyan mozdulatlanul ült, hogy az ember elfelejthette, hogy nem sokkal korábban még mozgott. - Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft und saß so still, dass man vergessen konnte, dass sie sich kurz davor noch bewegt hatte. :28. Nao hüvelykujjával egyenletes mozdulattal végigsimított a pad érdes támláján, mindig ugyanazon a pályán, mindig ugyanabba az irányba. - Nao fuhr mit dem Daumen in einer gleichmäßigen Bewegung über die raue Lehne der Bank, immer dieselbe Bahn, immer dieselbe Richtung. :29. Yuki figyelte ezt a mozdulatot, és arra gondolt, hogy a szokás és az ima néha ugyanazt a formát ölti. - Yuki beobachtete diese Geste und dachte, dass Gewohnheit und Gebet manchmal dieselbe Form annehmen. :30. A nagyanyjára gondolt, aki itt ült és teát ivott, anélkül hogy közben bármit bizonyítani vagy megtartani akart volna. - Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen und Tee getrunken hatte, ohne dabei irgendetwas beweisen oder festhalten zu wollen. :31. Gyermekként Yuki nagyanyja azt mondta neki, hogy egy helynek nem kell megmagyarázni, miért tér vissza az ember – vagy már tudja, vagy nem kérdezi. - Als Kind hatte Yukis Großmutter ihr gesagt, dass man einem Ort nicht erklären muss, warum man zurückkommt – er weiß es bereits oder er fragt nicht. :32. Yuki akkor ezt nem értette, és most, amikor értette, már senki sem volt ott, akinek elmondhatta volna, hogy végre megértette. - Yuki hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da sie verstand, war niemand mehr da, dem sie hätte sagen können, dass sie es endlich tat. :33. Az eső bejelentés nélkül kezdődött, ahogyan az ősz néha teszi, mintha elfelejtette volna kialkudni az átmenetet. - Der Regen begann ohne Ankündigung, wie es der Herbst manchmal tut, als hätte er vergessen, den Übergang auszuhandeln. :34. Először egyetlen csepp a teacserje levelén, aztán egy maréknyi, aztán az egyenletes zúgás, amelyet Yuki azonnal olyasminek ismert fel, ami ide tartozott. - Erst ein einzelner Tropfen auf dem Blatt des Teestrauchs, dann eine Handvoll, dann das gleichmäßige Rauschen, das Yuki sofort als etwas wiedererkannte, das hierher gehörte. :35. Nao annak az embernek a megfontolt határozottságával emelkedett fel, akinek a teste kompromisszumokat kötött, de nem kapitulált, és Yuki követte őt a teaház teteje alá. - Nao erhob sich mit der bedächtigen Entschiedenheit eines Menschen, dessen Körper Kompromisse eingegangen ist, aber nicht kapituliert hat, und Yuki folgte ihm unter das Dach des Teehauses. :36. A túlnyúló cseréptető ritmussá alakította az esőt, és ennek a ritmusnak olyan minősége volt, aminek nem ellenállni lehetett, hanem csak hallgatni. - Das überhängende Ziegeldach verwandelte den Regen in Rhythmus, und dieser Rhythmus hatte die Qualität von etwas, dem man nicht widerstehen, sondern nur zuhören konnte. :37. Yuki a tető széléhez állt, egy lépésre a hulló víztől, és nézte a bambuszkutat, amely csendben és szüntelenül végezte a feladatát. - Yuki stellte sich an den Rand des Dachs, einen Schritt vom fallenden Wasser entfernt, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe still und ohne Unterlass erfüllte. :38. A víz ráhullott az alatta lévő mohás kőre, beszivárgott a repedésekbe, láthatatlanná vált – és valamikor más összefüggésben újra visszatért. - Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein darunter, versickerte in Ritzen, wurde unsichtbar – und kam in einem anderen Zusammenhang irgendwann wieder. :39. Nao háttal a teaház falának támaszkodott, karjait lazán a teste előtt tartotta, és olyan magától értetődőséggel csukta be a szemét, amely nem igényelt magyarázatot. - Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses, die Arme locker vor dem Körper, und schloss die Augen mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Erklärung brauchte. :40. Yuki azon tűnődött, vajon alszik-e, vagy egyszerűen a figyelem egy olyan fajtáját gyakorolja, amely befelé irányul, és nincs szüksége szemekre. - Yuki fragte sich, ob er schlief oder ob er einfach eine Art von Aufmerksamkeit praktizierte, die nach innen gerichtet war und keine Augen benötigte. :41. A könyvesboltjára gondolt, a polcokra, amelyeket naponta rendezett, az emberekre, akik könyveket vásároltak, anélkül hogy tudták volna, valójában melyik kérdésre akarnak választ kapni. - Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Regale, die sie täglich ordnete, an die Menschen, die Bücher kauften, ohne zu wissen, welche Frage sie eigentlich beantworten wollten. :42. Itt nem voltak polcok, és nem voltak válaszok, és nem voltak kérdések, amelyek válaszokra vártak – csak a tető, az eső, az öreg férfi és ő maga. - Hier gab es keine Regale und keine Antworten und keine Fragen, die auf Antworten warteten – nur das Dach, den Regen, den alten Mann und sie selbst. :43. A víz, amely a tetőről a nedves földre hullott, apró krátereket ütött a mohába, és azonnal újra eltűnt, anélkül hogy nyomot hagyott volna. - Das Wasser, das vom Dach auf den nassen Boden fiel, schlug kleine Krater in das Moos und verschwand sofort wieder, ohne eine Spur zu hinterlassen. :44. Yuki észrevette, hogy a nagyanyjára nem úgy gondol, mint veszteségre, hanem mint valamire, ami más halmazállapotot vett fel. - Yuki bemerkte, dass sie an ihrer Großmutter nicht wie an einem Verlust dachte, sondern wie an etwas, das eine andere Aggregatform angenommen hatte. :45. A gondolat nem volt vigasztaló a szokványos értelemben – egyszerűen pontos volt, és a pontosságnak néha megvan a maga sajátos vigasza. - Der Gedanke war nicht tröstlich im gewöhnlichen Sinn – er war einfach genau, und Genauigkeit hat manchmal eine eigene Art von Trost. :46. A kőfalon lévő moha magába szívta a vizet, amely vékony, alig látható erecskékben csorgott le rajta, lassan és teljesen, maradék nélkül. - Das Moos an der Steinmauer nahm das Wasser auf, das in dünnen, kaum sichtbaren Rinnsalen daran herabrann, langsam und vollständig, ohne Rest. :47. Yuki arra gondolt: így zajlanak a búcsúk is, ha az ember időt ad nekik – nem törésként, hanem fokozatos átszivárgásként, amely csak akkor ér véget, amikor minden felszívódott. - Yuki dachte: So verlaufen Abschiede auch, wenn man ihnen Zeit gibt – nicht als Bruch, sondern als ein allmähliches Durchsickern, das erst endet, wenn alles aufgenommen ist. :48. Az eső úgy állt el, ahogyan elkezdődött – átmenet nélkül, mintha született volna egy döntés, amelyet senkivel sem közöltek. - Der Regen hörte auf, wie er begonnen hatte – ohne Übergang, als ob eine Entscheidung gefallen wäre, die niemand mitgeteilt hatte. :49. A fény, amely ezután áthatolt a szétsodródó felhők között, annak a sajátosan őszi minőségnek volt a fénye, amely mindent, amit ér, egy pillanatra kiemel az időből. - Das Licht, das danach durch die auseinanderdriftenden Wolken drang, war von jener spezifisch herbstlichen Qualität, die alles, was es trifft, für einen Moment aus der Zeit herauslöst. :50. A falon a moha mély, telt zöldben felragyogott, olyan intenzíven, hogy Yukinak rövid időre az az érzése támadt, valami olyat lát, ami általában nem látható. - Das Moos auf der Mauer leuchtete in einem tiefen, satten Grün auf, das so intensiv war, dass Yuki kurz das Gefühl hatte, etwas zu sehen, das normalerweise nicht sichtbar war. :51. Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és ugyanazzal a nyugodt, be nem soroló tekintettel nézett rá, mint kezdetben. - Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie mit demselben ruhigen, nicht einordnenden Blick ansah wie zu Beginn. :52. Yuki meghajolt – nem mélyen, de őszintén –, és ebben a gesztusban több volt, mint udvariasság, még ha nem is tudta volna megmondani, pontosan mi. - Yuki verbeugte sich – nicht tief, aber aufrichtig – und in dieser Geste steckte mehr als Höflichkeit, auch wenn sie nicht hätte sagen können, was genau. :53. Nao viszonozta a tekintetét, és egy olyan szünet után, amely elég hosszú volt ahhoz, hogy ne puszta kitöltő szünet legyen, ezt mondta: „A pontyok nem tűntek el.” - Nao erwiderte den Blick und sagte, nach einer Pause, die lange genug war, um keine Füllpause zu sein: „Die Karpfen sind nicht fort." :54. Nem azért mondta, hogy vigasztaljon, és nem azért, hogy megmagyarázzon valamit – úgy mondta, ahogyan az ember egy tényt közöl, amelyben ő maga már régóta megbízik. - Er sagte es nicht, um zu trösten, und nicht, um etwas zu erklären – er sagte es so, wie man eine Tatsache mitteilt, der man selbst seit Langem getraut hat. :55. „Lenn fekszenek az iszapban, a fenéken, és várják a tavaszt, amely eljön, mert mindig eljön.” - „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten auf das Frühjahr, das kommt, weil es immer kommt." :56. Yuki ránézett, és arra gondolt, hogy talán a halakról beszél, talán valami másról, és hogy mindkettő igaz lehet anélkül, hogy dönteni kellene róla. - Yuki sah ihn an und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, und vielleicht von etwas anderem, und dass beides wahr sein konnte, ohne dass man es entscheiden musste. :57. Felvette a táskáját, amely még magában hordozta az eső nedvességét, és visszaindult az úton a kapu felé, kőről kőre. - Sie nahm ihre Tasche, die noch die Feuchtigkeit des Regens in sich trug, und ging den Weg zurück zum Tor, Stein für Stein. :58. Nem fordult vissza, mert a visszafordulás feltételezett volna valamit, amire itt nem volt szükség – nem közönyt, hanem bizalmat abban, ami mögötte maradt. - Sie drehte sich nicht um, weil Umdrehen etwas vorausgesetzt hätte, das hier nicht gefragt war – nicht Gleichgültigkeit, sondern Vertrauen in das, was hinter ihr blieb. :59. A kapunál belebújt a cipőjébe, és megállt, nem azért, hogy visszanézzen, hanem hogy megjelölje az átmenetet, amelyet az átmenet megérdemelt. - Am Tor schlüpfte sie in die Schuhe und blieb stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu markieren, der Übergang verdiente. :60. Mögötte a kert tovább létezett – zavaros tavával, csendben várakozó mohájával, öreg kertészével a ferde padon –, teljesen és nélküle. - Hinter ihr existierte der Garten weiter – mit seinem trüben Teich, seinem stillwartenden Moos, seinem alten Gärtner auf der schiefen Bank – vollständig und ohne sie. :61. Ez nem szomorú felismerés volt, hanem helyes, és a helyes felismeréseknek néha egyszerre van meg a nedves moha súlya és könnyűsége. - Das war keine traurige Erkenntnis, sondern eine richtige, und richtige Erkenntnisse haben manchmal die Schwere und die Leichtigkeit von nassem Moos zugleich. :62. Yuki az állomásra ment, és az út rövidebb volt, mint odafelé, mert ezúttal nem megérkezett, hanem továbbment. - Yuki ging zur Station, und der Weg war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal nicht ankam, sondern weiterging. :63. A vonaton homlokát a hűvös ablaküvegnek támasztotta, és nézte a mezőket, amelyek a délután lapos fényében elsuhantak mellette. - Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das kühle Fensterglas und schaute auf die Felder, die im flachen Licht des Nachmittags an ihr vorüberzogen. :64. Nem gondolt semmi meghatározottra, ami nem gondolattalanság volt, hanem a figyelem egyfajta tárgy nélküli formája. - Sie dachte an nichts Bestimmtes, was nicht Gedankenlosigkeit war, sondern eine Art von Aufmerksamkeit ohne Gegenstand. :65. Az üresség, amelyet várhatóan megtalálni vélt, ott volt – de egy tál körvonalát viselte, nem egy lyukét, és ez jelentette a döntő különbséget. - Die Leere, die sie erwartet hatte zu finden, war da – aber sie hatte die Kontur einer Schale, nicht eines Loches, und das machte den entscheidenden Unterschied. :66. Alatta, az iszapban, amelyet nem lát az ember, várakozik az, ami nem hal meg, hanem csak vár – türelmesen, csendben, minden kétség nélkül afelől, hogy a tavasz eljön. - Darunter, in dem Schlamm, den man nicht sieht, wartet das, was nicht stirbt, sondern nur wartet – geduldig, still, ohne jeden Zweifel daran, dass das Frühjahr kommt. ------------------------ ---------------------------------------------- 5 ------------------------ :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki nem döntötte el, hogy meglátogatja a templomot – csupán nem döntött ellene, ami, ahogy a vonatúton észrevette, talán ugyanaz volt. - Yuki hatte sich nicht entschieden, den Tempel zu besuchen – sie hatte sich lediglich nicht dagegen entschieden, was, wie sie auf der Zugfahrt bemerkte, möglicherweise dasselbe war. :2. Három év olyan időtartam, amely elég rövid ahhoz, hogy az ember még ismerjen egy helyet, és elég hosszú ahhoz, hogy az a hely már ne várjon rá. - Drei Jahre sind eine Zeitspanne, die kurz genug ist, um einen Ort noch zu kennen, und lang genug, damit er aufgehört hat, auf einen zu warten. :3. Az állomásnak, ahol leszállt, már nem volt neve a táblán, vagy a név kifakult – nem nézte meg, mert úgyis még tudta. - Die Station, an der sie ausstieg, hatte keinen Namen mehr auf dem Schild, oder der Name war verblasst – sie hatte nicht nachgeschaut, weil sie ihn ohnehin noch wusste. :4. Az ősz ezen a reggelen azzal a különös visszafogottsággal rendezkedett be, amely a legszebb napjait jellemzi: sok fény, kevés meleg, semmi ígéret. - Der Herbst hatte sich an diesem Morgen mit jener eigentümlichen Zurückhaltung eingerichtet, die seine schönsten Tage kennzeichnet: viel Licht, wenig Wärme, keine Versprechen. :5. A templomhoz vezető út egy sikátoron vitt keresztül, ahol a falak kétoldalt olyan közel voltak egymáshoz, hogy azt hihette volna az ember, maga az út akarja lelassítani a továbbhaladást. - Der Weg zum Tempel führte durch eine Gasse, in der die Mauern auf beiden Seiten so nah waren, dass man hätte meinen können, der Weg selbst wollte das Weitergehen verlangsamen. :6. A kövön lévő moha éjjel ivott, és most olyan jóllakottság áradt belőle, amely csendes, szükségtelen teljességében szinte obszcénnek hatott. - Das Moos auf dem Stein hatte in der Nacht getrunken und war nun von einer Sattheit, die fast obszön wirkte in ihrer stillen, bedürfnislosen Vollständigkeit. :7. Yuki ezt az utat már nem az értelmével ismerte, hanem a testével – a tudás egy olyan fajtájával, amely megbízhatóbb, és nem törődik azzal, hogy az ember elő akarja-e hívni vagy sem. - Yuki kannte diesen Weg nicht mehr mit dem Verstand, sondern mit dem Körper – eine Art von Wissen, das zuverlässiger ist und sich nicht darum schert, ob man es abrufen will oder nicht. :8. A kapu előtt megállt, annak ösztönösségével, aki egy idegen házban egy csukott ajtó előtt áll, és egy pillanatig hallgatózik, mielőtt kopogna. - Vor dem Tor hielt sie inne mit der Instinktivität von jemandem, der in einem fremden Haus vor einer geschlossenen Tür steht und einen Moment lauscht, bevor er anklopft. :9. A kapu fája a korhadáson túl olyan méltóságot ért el, amelyet az új anyagok nem ismernek – azoknak a dolgoknak a méltóságát, amelyek nem próbáltak fiatalok maradni. - Das Holz des Tores hatte jenseits der Verwitterung eine Würde erreicht, die neue Materialien nicht kennen – die Würde des Dinge, die nicht versucht haben, jung zu bleiben. :10. Levette a cipőjét, nem kötelességtudatból, hanem mert ez a cselekedet olyan módon készítette fel, amelyet nem tudott volna elmagyarázni anélkül, hogy hamisat mondana. - Sie zog die Schuhe aus, nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil der Akt sie auf eine Art vorbereitete, die sie nicht hätte erklären können, ohne das Falsche zu sagen. :11. A mohával benőtt kövek hidege azonnal és mentegetőzés nélkül hatolt át az anyagon, és Yuki hagyta, hogy tegye, mert némely érzékelésnek joga van rá, hogy ráerőltesse magát az emberre. - Die Kälte der moosbewachsenen Steine drang sofort und ohne Entschuldigung durch den Stoff, und Yuki ließ sie gewähren, weil manche Wahrnehmungen das Recht haben, sich aufzudrängen. :12. A kert olyan állapotban feküdt előtte, amelyet hanyatlásnak lehetett volna nevezni, ha a szó nem sugallna valami akaratlant, ami itt nem volt igaz. - Der Garten lag vor ihr in einem Zustand, den man Verfall hätte nennen können, wenn das Wort nicht etwas Unfreiwilliges implizierte, das hier nicht zutraf. :13. Inkább arról volt szó, hogy felhagyott egy bizonyos szándék követésével, és most olyan formát vett fel, amely a saját logikáját követte, nem az emberi rendképzetet. - Vielmehr hatte er aufgehört, eine bestimmte Absicht zu verfolgen, und nahm nun eine Form an, die seiner eigenen Logik folgte, nicht der menschlichen Vorstellung von Ordnung. :14. A bokrok elengedték körvonalaikat a bizonytalanba, a fű magasan állt a kőlapok hézagai között, és a levegő a rothadás és a növekedés lassú, termékeny munkájának szagát hordozta. - Die Büsche hatten ihre Konturen in das Ungefähre entlassen, das Gras stand hoch zwischen den Fugen der Steinplatten, und die Luft roch nach dem langsamen, produktiven Arbeiten von Fäulnis und Wachstum. :15. Yuki annyiban követte az ösvényt, amennyiben az még ösvény volt, és hagyta, hogy vezesse, azzal a készséggel, amely azokhoz a dolgokhoz kell, amelyeket már nem irányítani, hanem csak kísérni lehet. - Yuki folgte dem Pfad in dem Maße, in dem er noch Pfad war, und ließ sich von ihm führen mit der Bereitschaft, die man für Dinge braucht, die man nicht mehr steuern, sondern nur noch begleiten kann. :16. A tó a végén úgy feküdt ott, mint egy kérdés, amelyre csak akkor lehet válaszolni, ha az ember már felhagyott azzal, hogy választ várjon. - Der Teich lag am Ende wie eine Frage, auf die man nur dann antworten kann, wenn man aufgehört hat, eine Antwort zu erwarten. :17. A víz színe a mélyzöld és a teljes fekete között mozgott, és a fény beesésétől meg a nézőponttól függően döntötte el, melyik akar lenni a kettő közül – vagy lehet-e mindkettő egyszerre. - Das Wasser hatte eine Farbe, die sich zwischen tiefem Grün und absolutem Schwarz bewegte und je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel entschied, welche von beiden sie sein wollte – oder ob sie beide sein konnte. :18. Yuki olyan pontossággal emlékezett a koi-pontyokra, amellyel az ember azokra a dolgokra emlékszik, amelyek egyszer megnyitották a szívét, anélkül hogy észrevette volna. - Yuki erinnerte sich an die Koi-Karpfen mit der Genauigkeit, mit der man sich an Dinge erinnert, die einem einmal das Herz geöffnet haben, ohne dass man es bemerkt hat. :19. Széles, lassú ívekben siklottak át a felszín alatt, mint mondatok, amelyeket az ember gondol, anélkül hogy végiggondolná őket – mozgásukban teljesek, önmagukban lezártak. - Sie hatten in weiten, langsamen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten wie Sätze, die man denkt, ohne sie zu Ende zu denken – vollständig in ihrer Bewegung, abgeschlossen in sich selbst. :20. Most egyetlen levél sodródott a vízen, a feloldódás előrehaladott állapotában, és töredékességében valamit tükrözött vissza, aminek Yuki nem akart nevet adni, mert a megnevezés néha elűz. - Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf dem Wasser, in einem fortgeschrittenen Stadium des Aufgelöstwerdens, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas wider, dem Yuki keinen Namen geben wollte, weil Benennen manchmal vertreibt. :21. Leereszkedett a partra annak a mozdulatával, aki nem leülni akar, hanem maradni – finom, de döntő különbség a testtartásban. - Sie ließ sich ans Ufer nieder mit der Geste von jemandem, der nicht sichtsitzen will, sondern bleiben – ein feiner, aber entscheidender Unterschied in der Körperhaltung. :22. A víz alig mozdult, és az a kevés mozgás, ami volt benne, belülről jött, a felszín alól, olyan forrásokból, amelyeket nem lehetett látni. - Das Wasser bewegte sich kaum, und die wenigen Bewegungen, die es gab, kamen von innen, von unter der Oberfläche, von Quellen, die man nicht sah. :23. Mögötte – egy olyan zaj jelezte, amely alig volt több, mint egy régi súly újraelhelyezkedése régi fán – egy férfi ült a zelkova-fa alatti ferde padon. - Hinter ihr – durch ein Geräusch angekündigt, das kaum mehr war als die Neupositionierung eines alten Gewichts auf altem Holz – saß ein Mann auf der schiefen Bank unter dem Zelkova-Baum. :24. Nao évtizedek óta gondozta a kertet, azzal a kitartó, igénytelen hűséggel, amely nem keres elismerést, mert nem tudja, hogy az elismerés olyasmi volna, amit keresni lehetne. - Nao hatte den Garten gepflegt, seit Jahrzehnten, mit jener beharrlichen, anspruchslosen Treue, die keine Anerkennung sucht, weil sie nicht weiß, dass Anerkennung etwas wäre, das man suchen könnte. :25. Yuki felé nézett olyan tekintettel, amelyben nem zajlottak le a szokásos tranzakciók – sem felmérés, sem besorolás, sem egy reakció előkészítése arra az esetre, ha azt várnák. - Er sah Yuki an mit einem Blick, in dem keine der üblichen Transaktionen stattfanden – kein Taxieren, kein Einordnen, kein Bereitstellen einer Reaktion für den Fall, dass eine erwartet wurde. :26. A rövid biccentés, amellyel tudomásul vette jelenlétét, azoknak a dolgoknak a pontosságával bírt, amelyek csak azt mondják, amit jelentenek, és semmi többet. - Das knappe Nicken, mit dem er ihre Anwesenheit bestätigte, hatte die Präzision von Dingen, die nur das sagen, was gemeint ist, und nichts dazu. :27. Yuki felállt, odament a padhoz, és mellé ült olyan távolságban, amely nem igényelt megállapodást, mert magától adódott. - Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich neben ihn in einem Abstand, der keiner Vereinbarung bedurft hatte, weil er sich von selbst ergab. :28. Egy szitakötő jelent meg a víz fölött azzal a hirtelenséggel, amely csak azoknak a dolgoknak sajátja, amelyek mindig is ott voltak, és csak most veszik észre őket. - Eine Libelle erschien über dem Wasser mit jener Plötzlichkeit, die nur Dinge haben, die sich schon immer dort befunden haben und nur jetzt bemerkt werden. :29. Leszállt egy kiszáradt tavirózsaszárra, amelynek épsége a tél alatt paradoxnak hatott, és olyan mozdulatlanul maradt, hogy a mozgás egy pillanatra kivételnek tűnt. - Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft, dessen Unversehrtheit unter dem Winter paradox wirkte, und blieb so reglos, dass Bewegung für einen Moment als Ausnahme erschien. :30. Nao hüvelykujjával végigsimított a pad támláján, ugyanazon a pályán, ugyanabba az irányba, egy olyan mozdulat egyenletességével, amely már nem utal célra, hanem maga lett a cél. - Nao fuhr mit dem Daumen über die Lehne der Bank, dieselbe Bahn, dieselbe Richtung, mit der Gleichmäßigkeit einer Geste, die aufgehört hat, auf einen Zweck hinzuweisen, und nun Zweck ist. :31. Yuki a kezét nézte – a bőr a bütykök fölött feszes és foltos volt, a mozdulat egyenletes –, és arra gondolt, hogy némely ember a testével imádkozik, anélkül hogy tudná, és anélkül hogy ettől kevésbé volna igaz. - Yuki betrachtete seine Hand – die Haut über den Knöcheln gespannt und fleckig, die Bewegung stetig – und dachte, dass manche Menschen mit dem Körper beten, ohne es zu wissen und ohne dass es dadurch weniger wahr würde. :32. A nagyanyjára gondolt, nem képként, hanem valamiféle gravitációként, amely még hatott, noha a forrása már nem volt ott. - Sie dachte an ihre Großmutter, nicht als Bild, sondern als eine Art von Schwerkraft, die noch wirkte, obwohl ihre Quelle nicht mehr da war. :33. A nagyanyja nem magyarázott, hanem megmutatott – és amit megmutatott, az az itteni volt: ez a kert, ez a tó, ez a mód, ahogy az ember úgy ül egy helyen, mintha az elég volna. - Ihre Großmutter hatte nicht erklärt, sie hatte gezeigt – und das Gezeigte war das Hiesige: dieser Garten, dieser Teich, diese Art, in einem Ort zu sitzen, als ob er ausreichte. :34. A felismerésben, hogy csak most értette meg, mit mutattak meg akkor, benne volt minden túl későn érkező felismerés keserű hangja – de annak különös vigasztaló ereje is, ami mindennek ellenére megérkezett. - Die Erkenntnis, dass sie erst jetzt verstand, was damals gezeigt worden war, hatte die bittere Note aller Erkenntnisse, die zu spät kommen – aber auch die eigenartige Tröstlichkeit von etwas, das trotz allem angekommen ist. :35. Az eső úgy kezdődött, ahogy a dolgok kezdődnek, amikor senki sem figyeli őket, és nincs szükség dramaturgiára: észrevétlenül, aztán tagadhatatlanul. - Der Regen begann, wie Dinge beginnen, wenn niemand zuschaut und keine Dramaturgie verlangt wird: unmerklich, dann unbestreitbar. :36. Az első cseppek eltűntek a mohában, amely már telített volt, és nem hagytak nyomot, csak még mélyebb csendet. - Die ersten Tropfen verschwanden in dem Moos, das schon gesättigt war, und hinterließen keine Spur außer einer noch tieferen Stille. :37. Aztán több csepp jött, majd az az egyenletes, teljes hang, amelyet az ember vagy korlátozásként, vagy felszabadulásként érzékelhet, attól függően, éppen hol áll. - Dann mehr Tropfen, dann das gleichmäßige, vollständige Geräusch, das man entweder als Einschränkung oder als Befreiung wahrnehmen kann, je nachdem, wo man gerade steht. :38. Nao felemelkedett, és ebben a mozdulatban olvasható volt egy test egész története, amely kompromisszumokat kötött, és megtanulta, hogy ezeket ne vereségként értelmezze. - Nao erhob sich, und in dieser Bewegung war die ganze Geschichte eines Körpers lesbar, der Kompromisse eingegangen ist und gelernt hat, sie nicht als Niederlagen zu interpretieren. :39. Bementek a teaház teteje alá, anélkül hogy megbeszélték volna, mert azok a dolgok, amelyek maguktól adódnak, nem tűrik a megbeszélést. - Sie gingen unter das Dach des Teehauses, ohne es zu besprechen, weil Dinge, die sich von selbst ergeben, keine Besprechung vertragen. :40. A sötét cserepekből álló tető elnyelte az esőt, és ritmusként adta vissza, és ennek a ritmusnak megvolt némely zene tulajdonsága: nem követte a gondolatokat, hanem előttük járt. - Das Dach aus dunklen Ziegeln schluckte den Regen und gab ihn als Rhythmus zurück, und dieser Rhythmus hatte die Eigenschaft mancher Musik, den Gedanken nicht zu folgen, sondern ihnen voranzugehen. :41. Yuki a fedett rész szélén állt, ott, ahol az eső még elérhető volt, és a bambuszcsorgót nézte, amely évek óta megjegyzés nélkül teljesítette feladatát. - Yuki stand am Rand des Überdachten, dort, wo der Regen noch zu greifen war, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe seit Jahren ohne Kommentar erfüllte. :42. A víz a mohával borított kőre hullott, elszivárgott, valamikor máshol újra megjelent – egy körforgás, amely annyira teljes volt önmagában, hogy nem volt szüksége külső nézőpontra ahhoz, hogy működjön. - Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein, versickerte, erschien irgendwann anderswo wieder – ein Kreislauf, der so vollständig in sich war, dass er keine Außenperspektive brauchte, um zu funktionieren. :43. Nao lehunyta a szemét, hátát a fafalnak támasztotta, karját a teste előtt keresztezte annak az embernek az ellazultságával, akinek az eső semmi váratlant nem közöl. - Nao hatte die Augen geschlossen und lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand, die Arme vor dem Körper gekreuzt mit der Entspanntheit von jemandem, dem der Regen nichts Unerwartetes mitteilt. :44. Yuki azon tűnődött, vajon az öregség néha abból áll-e, hogy az ember felhagy azzal, hogy szembeszegüljön azzal, ami úgyis jön – és hogy ez beletörődés-e, vagy valami pontosabb, amire nincs jó szó. - Yuki fragte sich, ob Alter manchmal darin bestand, aufgehört zu haben, sich gegen das zu stellen, was ohnehin kommt – und ob das Resignation war oder etwas Genaueres, für das es kein gutes Wort gab. :45. A könyvesboltjára gondolt, a könyvekre, amelyek nap mint nap átmentek a kezén, az emberekre, akik címek után kérdeztek, anélkül hogy meg tudták volna mondani, valójában mit keresnek. - Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Bücher, die täglich ihre Hände passierten, an die Menschen, die nach Titeln fragten, ohne sagen zu können, wonach sie eigentlich suchten. :46. Itt a keresett dolog nem címekben volt és nem kategóriákban – hanem abban, ahogy a víz átitatta a mohát, hangtalanul és teljesen, és anélkül a vágy nélkül, hogy lássák. - Hier war das Gesuchte nicht in Titeln und nicht in Kategorien – es war in der Art, wie das Wasser das Moos durchtränkte, lautlos und vollständig und ohne den Wunsch, gesehen zu werden. :47. A szemközti kőfal hordozta a rajta lecsorgó vizet, anélkül hogy az megérintette volna, mert a dolgok, ha elég régiek, megtanulták, mit engednek át magukon és mit nem. - Die Steinmauer gegenüber trug das Wasser, das an ihr herabrann, ohne sich davon affizieren zu lassen, weil Dinge, die alt genug sind, gelernt haben, was sie durchlässt und was nicht. :48. Yuki észrevette, hogy a fájdalom, amelyet ebben a kertben várt megtalálni, nem maradt el, hanem más formát vett fel – nem hevenyet, hanem idültet, amely együtt jár a vérkeringéssel, és annyira magától értetődővé válik, hogy az ember már nem tesz különbséget közte és önmaga között. - Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte in diesem Garten zu finden, nicht ausgeblieben war, sondern eine andere Form angenommen hatte – keine akute, sondern eine chronische, die mit dem Blutkreislauf mitgeht und so selbstverständlich wird, dass man aufhört, zwischen ihr und sich selbst zu unterscheiden. :49. Némely búcsú, gondolta, nem egyetlen pillanatban megy végbe, hanem éveken át, kis, megfigyeletlen adagokban, míg az ember egy napon megállapítja, hogy már lezárt valamit, anélkül hogy a lezárást valaha aktívan végrehajtotta volna. - Manche Abschiede, dachte sie, vollziehen sich nicht in einem Moment, sondern über Jahre, in kleinen, unbeobachteten Dosen, bis man eines Tages feststellt, dass man bereits abgeschlossen hat, ohne den Abschluss je aktiv vollzogen zu haben. :50. Az eső elállt, és a csend, amely utána beállt, más sűrűségű volt, mint az előtte lévő csend – összenyomta az, amit magába fogadott, és ezáltal nehezebb és tartósabb lett. - Der Regen hörte auf, und die Stille, die danach eintrat, hatte eine andere Dichte als die Stille davor – komprimiert durch das, was sie aufgenommen hatte, und dadurch schwerer und haltbarer. :51. A fény, amely áttört a felszakadozó felhőtakarón, ferdén hullott be, az ősz sajátos intenzitásával, amely nem pazarol energiát, mert tudja, hogy a napok már rövidülnek. - Das Licht, das durch die aufbrechende Wolkendecke drang, fiel schräg und mit der eigentümlichen Intensität des Herbstes, der keine Energie verschwendet, weil er weiß, dass die Tage bereits kürzer werden. :52. A kőfalon lévő moha olyan zöldben ragyogott, amely annyira mély volt, hogy kevésbé színnek tűnt, mint inkább maguknak a dolgoknak egy tulajdonságának – mintha a zöld nem a mohán feküdne, hanem belőle jönne elő. - Das Moos auf der Steinmauer leuchtete in einem Grün, das so tief war, dass es weniger wie eine Farbe wirkte als wie eine Eigenschaft der Dinge selbst – als ob das Grün nicht auf dem Moos lag, sondern aus ihm heraus kam. :53. Yuki Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és olyan ember tekintetével nézett rá, aki nem támaszt elvárásokat a pillanattal szemben, és ezért teljesen benne tud lakni. - Yuki wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ansah mit dem Blick eines Menschen, der keine Erwartungen an den Moment stellt und ihn deshalb vollständig bewohnen kann. :54. Meghajolt – egy mozdulat, amely rövidségében többet fogott össze, mint bármely megfogalmazás képes lett volna, mert nem állítást tett, hanem tartást vett fel. - Sie verbeugte sich – eine Geste, die in ihrer Knappheit mehr fasste als jede Formulierung es hätte tun können, weil sie keine Aussage machte, sondern eine Haltung einnahm. :55. Nao nem viszonozta semmivel, hagyott létrejönni egy szünetet, amely nem üres volt, hanem annak az embernek a magától értetődőségével telt meg, aki soha nem tanulta meg szavakkal védeni a csendet. - Nao erwiderte nichts, ließ eine Pause entstehen, die nicht leer war, sondern gefüllt mit der Selbstverständlichkeit von jemandem, der nie gelernt hat, Stille mit Worten zu verteidigen. :56. Aztán azt mondta: „A pontyok nem tűntek el", és a mondatban ott volt valami nyugalma, amit nem kell bizonyítani, mert igaz, és ezt tudja. - Dann sagte er: „Die Karpfen sind nicht fort", und der Satz hatte die Ruhe von etwas, das nicht bewiesen werden muss, weil es wahr ist, und das weiß. :57. Tovább beszélt, anélkül hogy felemelte volna a hangját: „Az iszapban fekszenek a fenéken, a sötétben, és várják a meleget, amely eljön, mert mindig eljött, és mert a víz emlékszik, még akkor is, ha mi elfelejtjük." - Er sprach weiter, ohne die Stimme zu heben: „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund, im Dunkeln, und warten auf eine Wärme, die kommt, weil sie immer kam und weil das Wasser sich erinnert, auch wenn wir es vergessen." :58. Yuki hallotta a mondatot, és arra gondolt, hogy talán a halakról beszél, talán a nagyanyjáról, talán róla magáról – és hogy ez az eldönthetetlenség nem elmosódottság volt, hanem pontosság. - Yuki hörte den Satz und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, vielleicht von ihrer Großmutter, vielleicht von ihr selbst – und dass diese Unentscheidbarkeit nicht Unschärfe war, sondern Präzision. :59. Felvette a táskáját, és elindult, mert az indulásoknak, ha helyesek, nincs szükségük előkészületre, és nem hagynak maguk után magyarázatot. - Sie nahm ihre Tasche und ging, weil Aufbrüche, wenn sie stimmen, keiner Vorbereitung bedürfen und keine Erklärung hinterlassen. :60. A kapuhoz visszavezető út ugyanaz az út volt, mint az odafelé vezető, de megváltozott benne valaminek a minősége, amit nem lehet leírni anélkül, hogy az ember leírná, mit hordozott magában. - Der Weg zurück zum Tor war derselbe Weg wie der Hinweg, aber er hatte die Qualität von etwas gewechselt, das man nicht beschreiben kann, ohne zu beschreiben, was man selbst getragen hat. :61. A kapunál olyan mozdulatokkal vette fel a cipőjét, amelyek gondosak voltak, anélkül hogy ezt szándékosan tette volna, és egy pillanatra megállt, nem azért, hogy visszanézzen, hanem hogy regisztrálja az átmenetet. - Am Tor zog sie die Schuhe an mit Bewegungen, die sorgfältig waren, ohne dass sie es beabsichtigt hatte, und blieb einen Moment stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu registrieren. :62. Mögötte a kert tovább létezett, a saját idejében, a saját logikája szerint, teljesen nélküle – és ez nem elhagyatottság volt, hanem valamiféle szabadság, amely mindkettejüké volt. - Hinter ihr bestand der Garten weiter, in seiner eigenen Zeit, nach seiner eigenen Logik, vollständig ohne sie – und das war nicht Verlassenheit, sondern eine Art von Freiheit, die beiden gehörte. :63. Yuki ment tovább, és az állomáshoz vezető út rövidebb volt, mint odafelé, mert ezúttal nem hordozott magában ellenállást, amely ellen a lépéseinek küzdeniük kellett volna. - Yuki ging, und der Weg zur Station war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal keinen Widerstand in sich trug, gegen den die Schritte ankämpfen mussten. :64. A vonaton homlokát az ablaküvegnek támasztotta, amelynek hidege pontosan megfelelt a reggeli kövek hidegének, és nézte a mezőket, amelyek a lapos októberi fényben elvonultak mellette. - Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das Fensterglas, dessen Kälte genau jener der Steine am Morgen entsprach, und schaute auf die Felder, die im flachen Oktoberlicht an ihr vorüberzogen. :65. Nem gondolkodott, hanem hagyta, hogy gondolkodjon benne valami – egy mód, amelyet a legtöbb ember csak akkor tanul meg, amikor elég régóta felhagyott azzal, hogy kikényszerítse. - Sie dachte nicht nach, sie ließ denken – ein Modus, den die meisten Menschen erst lernen, wenn sie lange genug aufgehört haben, ihn zu erzwingen. :66. Az üresség ott volt, ahogy tudta, hogy ott lesz, de nem lyuk formáját öltötte, hanem medencéét – valamiét, ami tartani tud, ha az ember felhagy azzal, hogy megtöltse. - Die Leere war da, wie sie gewusst hatte, dass sie da sein würde, aber sie hatte nicht die Form eines Lochs, sondern die Form eines Beckens – etwas, das halten kann, wenn man aufhört, es zu füllen. :67. Alatta, a sötétben, az iszapban, a várakozásban – az, ami nem hal meg, hanem alakot vált, és vár egy tavaszra, amely eljön, mert a víz megjegyezte magának, még akkor is, ha az ember elfelejtette. - Darunter, im Dunkeln, im Schlamm, im Warten – das, was nicht stirbt, sondern die Form wechselt und auf einen Frühling wartet, der kommt, weil das Wasser es sich gemerkt hat, auch wenn man es vergessen hat. -------------------- == 82 == 1 -------------------- :A csendes lakás - Die stille Wohnung. :1. Hana huszonkilenc éves. - Hana ist 29 Jahre alt. :2. Egy olyan boltban dolgozik, amely egész éjjel nyitva van. - Sie arbeitet in einem Laden, der die ganze Nacht offen ist. :3. A bolt Tokióban van. - Der Laden ist in Tokio. :4. Hana későn ér haza. - Hana kommt spät nach Hause. :5. Már majdnem este tizenegy óra van. - Es ist fast elf Uhr nachts. :6. A lakás kicsi. - Die Wohnung ist klein. :7. Csak egyetlen szobája van. - Sie hat nur ein Zimmer. :8. Hana kinyitja az ajtót. - Hana macht die Tür auf. :9. Csend van a lakásban. - Es ist still in der Wohnung. :10. Csak a hűtőszekrény ad ki valamilyen hangot. - Nur der Kühlschrank macht ein Geräusch. :11. Halkan zúg, mindig ugyanúgy. - Er summt leise, immer gleich. :12. Hana leveszi a cipőjét. - Hana zieht ihre Schuhe aus. :13. Rendesen egymás mellé teszi őket. - Sie stellt sie ordentlich nebeneinander. :14. Aztán még egy másik párt is melléjük tesz. - Dann stellt sie noch ein anderes Paar daneben. :15. Ezek a cipők feketék és kicsik. - Diese Schuhe sind schwarz und klein. :16. Nem az övéi. - Sie gehören nicht ihr. :17. Ryóéi. - Sie gehören Ryo. :18. De Ryo már nem lakik itt. - Aber Ryo wohnt nicht mehr hier. :19. Fél évvel ezelőtt elment. - Er ist vor einem halben Jahr gegangen. :20. Hana nem kapcsol villanyt. - Hana macht kein Licht an. :21. Nincs szüksége fényre. - Sie braucht kein Licht. :22. A hűtőszekrény egy kicsit világít. - Der Kühlschrank leuchtet ein bisschen. :23. A fény világosan fekszik a padlón. - Das Licht liegt hell auf dem Boden. :24. Hana bemegy a fürdőszobába. - Hana geht ins Bad. :25. Sötét van. - Es ist dunkel. :26. A kezével keresi a mosdókagylót. - Sie sucht mit der Hand nach dem Waschbecken. :27. Ott két fogkefe áll egy pohárban. - Dort stehen zwei Zahnbürsten in einem Becher. :28. Az egyik az övé. - Eine ist ihre. :29. A másik Ryo fogkeféje. - Die andere ist Ryos Zahnbürste. :30. Hana a kezébe veszi. - Hana nimmt sie in die Hand. :31. A sörték kemények és szárazak. - Die Borsten sind hart und trocken. :32. Hónapok óta senki sem használta. - Niemand hat sie seit Monaten benutzt. :33. Hana egy ideig tartja. - Hana hält sie eine Weile. :34. Aztán visszateszi a fogkefét. - Dann legt sie die Zahnbürste zurück. :35. Megmossa a fogát. - Sie putzt sich die Zähne. :36. Kiköpi, és megmossa az arcát. - Sie spuckt aus und wäscht sich das Gesicht. :37. A poharat nem állítja egyenesre. - Den Becher stellt sie nicht gerade. :38. Egy kicsit ferdén áll. - Er steht ein bisschen schief. :39. Hana visszamegy a szobába. - Hana geht zurück in das Zimmer. :40. Kinyitja a hűtőszekrényt. - Sie öffnet den Kühlschrank. :41. Nincs benne sok minden. - Es ist nicht viel darin. :42. Elöl egészen elöl egy fél citrom fekszik. - Eine halbe Zitrone liegt ganz vorne. :43. Fóliába van csomagolva. - Sie ist in Folie eingewickelt. :44. Mögötte két doboz sör áll. - Dahinter stehen zwei Dosen Bier. :45. Egy darab tofu vízben úszik. - Ein Stück Tofu schwimmt in Wasser. :46. Leghátul egy kis doboz fekszik. - Ganz hinten liegt eine kleine Schachtel. :47. Cseresznyék vannak benne. - Darin sind Kirschen. :48. A cseresznyék már puhák. - Die Kirschen sind schon weich. :49. Hana kivesz egy cseresznyét. - Hana nimmt eine Kirsche heraus. :50. Lassan megeszi. - Sie isst sie langsam. :51. A mag most a kezében fekszik. - Der Kern liegt jetzt in ihrer Hand. :52. Az ablakhoz megy. - Sie geht zum Fenster. :53. A magot az ablakpárkányra teszi. - Sie legt den Kern auf die Fensterbank. :54. Ott már több mag is fekszik. - Dort liegen schon mehr Kerne. :55. Hana nézi őket. - Hana schaut sie an. :56. Aztán az ágyhoz megy. - Dann geht sie zum Bett. :57. Lefekszik, de nem alszik el. - Sie legt sich hin, aber sie schläft nicht. :58. A hűtőszekrény zúgása ott van. - Das Summen des Kühlschranks ist da. :59. Aztán elhallgat. - Dann hört es auf. :60. Teljes csend van. - Es ist ganz still. :61. Hana vár. - Hana wartet. :62. A hűtőszekrény újra zúg. - Der Kühlschrank summt wieder. :63. Odakint elhalad egy vonat. - Draußen fährt ein Zug vorbei. :64. Messze van. - Er ist weit weg. :65. Halkan hangzik, majdnem olyan, mint egy lélegzetvétel. - Es klingt leise, fast wie ein Atemzug. :66. Hana semmi meghatározottra nem gondol. - Hana denkt an nichts Bestimmtes. :67. Nem gondol Ryóra. - Sie denkt nicht an Ryo. :68. Vagy talán mégis egy kicsit. - Oder vielleicht doch ein bisschen. :69. Nem tudja pontosan. - Sie weiß es nicht genau. :70. Nem tudja, miért van még ott a fogkefe. - Sie weiß nicht, warum die Zahnbürste noch da ist. :71. Nem tudja, miért őrzi meg a cseresznyemagokat. - Sie weiß nicht, warum sie die Kirschkerne aufhebt. :72. De mégis megteszi, minden éjjel. - Aber sie tut es trotzdem, jede Nacht. :73. A hűtőszekrény tovább zúg. - Der Kühlschrank summt weiter. :74. Hana becsukja a szemét. - Hana macht die Augen zu. ----------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Nyugodt lakás - Eine ruhige Wohnung :1. Hana huszonkilenc éves, és egy kombiniben dolgozik, egy kis boltban, amely soha nem zár be. - Hana ist neunundzwanzig Jahre alt und arbeitet in einem Kombini, einem kleinen Laden, der nie schließt. :2. A bolt Tokióban van, egy csendes városrész közepén, amely éjszaka szinte üres. - Der Laden liegt in Tokio, mitten in einem ruhigen Viertel, das nachts fast leer ist. :3. Hana minden este hazamegy a késői műszak után, és többnyire már tizenegy után jár az idő. - Jeden Abend geht Hana nach der Spätschicht nach Hause, und meistens ist es schon nach elf. :4. A lakás nagyon kicsi, de Hana minden zugát ismeri, még sötétben is. - Die Wohnung ist sehr klein, aber Hana kennt jeden Winkel davon, auch im Dunkeln. :5. Kinyitja az ajtót, és azonnal meghallja a hűtőszekrény ismerős zúgását. - Sie macht die Tür auf und hört sofort das vertraute Summen des Kühlschranks. :6. A zúgás egyenletes és nyugodt, mint mindig, mint minden este. - Das Summen ist gleichmäßig und ruhig, wie immer, wie jeden Abend. :7. Hana rendesen egymás mellé teszi a cipőit, aztán melléjük tesz egy második párat. - Hana stellt ihre Schuhe ordentlich nebeneinander, dann stellt sie ein zweites Paar daneben. :8. A fekete sportcipő túl kicsi neki, de mégis minden este odateszi. - Die schwarzen Sneakers sind zu klein für sie, aber sie stellt sie trotzdem jeden Abend dorthin. :9. Ryóhoz tartoznak, aki fél évvel ezelőtt elköltözött, és soha nem jött vissza. - Sie gehören Ryo, der vor einem halben Jahr ausgezogen ist und nie zurückgekommen ist. :10. Hana nem kapcsol villanyt, mert a hűtőszekrény fénye elég, amely az ajtórésen át kiszűrődik. - Hana macht kein Licht an, weil das Licht des Kühlschranks durch den Türspalt reicht. :11. Világos téglalapot vet a padlóra, és Hana röviden ránéz, mielőtt továbbmegy. - Es wirft ein helles Rechteck auf den Boden, und Hana schaut es kurz an, bevor sie weitergeht. :12. A fürdőszobában sötét van, de a keze azonnal megtalálja a poharat a mosdónál. - Im Bad ist es dunkel, aber ihre Hand findet den Becher am Waschbecken sofort. :13. Két fogkefe áll benne, egy piros és egy kék, egymás mellett, mint mindig. - Darin stehen zwei Zahnbürsten, eine rote und eine blaue, nebeneinander wie immer. :14. Hana elveszi a kék fogkefét, a kezében tartja, és érzi, hogy a sörtéi egészen kemények. - Hana nimmt die blaue Zahnbürste, hält sie in der Hand und spürt, dass die Borsten ganz hart sind. :15. Ryo hónapok óta nem használta, de Hana minden alkalommal újra visszateszi. - Ryo hat sie seit Monaten nicht benutzt, aber Hana stellt sie jedes Mal wieder zurück. :16. Fogat mos, hideg vízzel megmossa az arcát, és visszamegy a szobába. - Sie putzt sich die Zähne, wäscht das Gesicht mit kaltem Wasser und geht zurück ins Zimmer. :17. Aztán leül a földre a nyitott hűtőszekrény elé, és benéz. - Dann setzt sie sich auf den Boden vor den offenen Kühlschrank und schaut hinein. :18. Elöl egy fél citrom fekszik, gondosan átlátszó fóliába csomagolva, bár Hanának már régóta nincs rá szüksége. - Eine halbe Zitrone liegt vorne, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana sie schon lange nicht mehr braucht. :19. Mögötte két doboz sör áll, hidegen és érintetlenül, mert Hana valójában nem akarja meginni őket. - Dahinter stehen zwei Dosen Bier, kalt und unberührt, weil Hana sie nicht wirklich trinken will. :20. Egy darab tofu úszik egy kis vízzel teli edényben, és egészen hátul egy doboz cseresznye fekszik. - Ein Stück Tofu schwimmt in einem kleinen Behälter mit Wasser, und ganz hinten liegt eine Schachtel mit Kirschen. :21. A cseresznyék megpuhultak, de még nem rosszak, ezért Hana kivesz egyet. - Die Kirschen sind weich geworden, aber noch nicht schlecht, also nimmt Hana eine heraus. :22. Lassan megeszi, rág, nyel, és a mag aztán a nyitott tenyerében fekszik. - Sie isst sie langsam, kaut, schluckt, und der Kern liegt dann in ihrer offenen Handfläche. :23. Hana feláll, odamegy az ablakhoz, és a magot az ablakpárkányra teszi. - Hana steht auf, geht zum Fenster und legt den Kern auf die Fensterbank. :24. Ott már hét vagy nyolc mag fekszik egy kis sorban, mind korábbi éjszakákról. - Dort liegen schon sieben oder acht Kerne in einer kleinen Reihe, alle von früheren Nächten. :25. Röviden rájuk néz, aztán csukva hagyja az ablakot, és az ágyhoz megy. - Sie schaut sie kurz an, dann lässt sie das Fenster geschlossen und geht zum Bett. :26. Hana lefekszik, és a mennyezetet bámulja, miközben a hűtőszekrény zúgása betölti a lakást. - Hana legt sich hin und starrt an die Decke, während das Summen des Kühlschranks durch die Wohnung trägt. :27. Néha a zúgás rövid időre elhallgat, mert a termosztát kikapcsol, és akkor néhány másodpercig teljes csend van. - Manchmal hört das Summen kurz auf, weil der Thermostat abschaltet, und dann ist es für ein paar Sekunden ganz still. :28. Ebben a csendben Hana többnyire semmire sem gondol, vagy arra gondol, hogy nem gondol semmire, ami talán ugyanaz. - In dieser Stille denkt Hana meistens nichts, oder sie denkt, dass sie nichts denkt, was vielleicht dasselbe ist. :29. Aztán a hűtőszekrény újra bekapcsol, és a zúgás visszatér, Hana pedig lassan kifújja a levegőt. - Dann schaltet der Kühlschrank wieder an, und das Summen kommt zurück, und Hana atmet langsam aus. :30. Odakint elhalad egy éjszakai vonat, messze, alig hallhatóan, majdnem úgy, mint egy álomból származó zaj. - Draußen fährt ein Nachtzug vorbei, weit weg, kaum zu hören, fast wie ein Geräusch aus einem Traum. :31. Hana nem tudja pontosan, miért áll még mindig a fogkefe a pohárban, és igazából nem is kérdezi ezt magától. - Hana weiß nicht genau, warum die Zahnbürste noch im Becher steht, und sie fragt sich das auch nicht wirklich. :32. Csak azt tudja, hogy minden este a kezébe veszi, és minden este visszateszi. - Sie weiß nur, dass sie sie jeden Abend in die Hand nimmt und jeden Abend zurückstellt. :33. Ez az ő módja arra, hogy mérje az időt, nem naptárral vagy órával, hanem apró, csendes mozdulatokkal. - Das ist ihre Art, die Zeit zu messen, nicht mit Kalender oder Uhr, sondern mit kleinen, stillen Gesten. :34. A hűtőszekrény tovább zúg, egyenletesen és türelmesen, és Hana valamikor behunyja a szemét. - Der Kühlschrank summt weiter, gleichmäßig und geduldig, und irgendwann macht Hana die Augen zu. ------------------------------ ---------------------------------------------- 3 ------------------------------ :A halk zúgás - Das leise Summen :1. Hana nem sokkal fél tizenkettő után ér haza, és miközben kinyitja a lakás ajtaját, már hallja is azt a halk, egyenletes zúgást, amely minden este várja. - Hana kommt kurz nach halb zwölf nach Hause, und während sie die Wohnungstür aufschließt, hört sie schon das leise, gleichmäßige Summen, das sie jeden Abend erwartet. :2. A hűtőszekrény évek óta megszakítás nélkül jár, még akkor is, ha a lakásban egyébként semmi sem működik úgy, ahogyan kellene. - Der Kühlschrank läuft seit Jahren ohne Unterbrechung, auch wenn sonst nichts in der Wohnung funktioniert wie es soll. :3. Leveszi a cipőjét, pontosan a fal mellé állítja, és mellé teszi, mint minden este, Ryo fekete sportcipőjét, mintha mindjárt hazajönne. - Sie zieht ihre Schuhe aus, stellt sie akkurat an die Wand, und daneben stellt sie, wie jeden Abend, Ryos schwarze Sneakers, als würde er gleich nach Hause kommen. :4. Nem jön. - Er kommt nicht. :5. Ezt tudja, de a cipők mégis ott állnak, mert rossznak érezné elrakni őket, mintha ezzel véglegessé tenne valamit, ami még nincs egészen befejezve. - Das weiß sie, aber die Schuhe stehen trotzdem dort, weil es sich falsch anfühlt, sie wegzuräumen, als würde sie damit etwas endgültig machen, was noch nicht ganz fertig ist. :6. A lakás sötét, de Hana nem kapcsol villanyt, mert a hűtőszekrény matt fénye az ajtórésen át elég ahhoz, hogy tájékozódjon. - Die Wohnung ist dunkel, aber Hana macht kein Licht an, weil das matte Leuchten des Kühlschranks durch den Türspalt ausreicht, um sich zu orientieren. :7. Bemegy a fürdőszobába, kezével megtalálja a poharat a mosdókagylónál, és az ujja először a piros, aztán a kék fogkefét érinti meg, mint mindig, ebben a sorrendben. - Sie geht ins Bad, findet den Becher am Waschbecken mit der Hand, und ihr Finger berührt zuerst die rote, dann die blaue Zahnbürste, wie immer in dieser Reihenfolge. :8. A kék Ryóé, és a sörtéi olyan merevek, hogy azt lehetne hinni, új, pedig már majdnem hét hónapja annak, hogy valaki használta. - Die blaue gehört Ryo, und die Borsten sind so steif, dass man meinen könnte, sie wäre neu, dabei ist es fast sieben Monate her, seit jemand sie benutzt hat. :9. Hana néhány másodpercig a kezében tartja, különösebb ok nélkül, vagy talán mégis olyan okból, amelyet önmagának sem akar megmagyarázni. - Hana hält sie ein paar Sekunden in der Hand, ohne bestimmten Grund, oder vielleicht doch aus einem Grund, den sie sich selbst nicht erklären will. :10. Aztán visszateszi a kefét, fogat mos, kiköp, és a hideg víz, amikor leöblíti, egy kicsit felébreszti a hosszú este tompaságából. - Dann legt sie die Bürste zurück, putzt sich die Zähne, spuckt aus, und das kalte Wasser beim Abwaschen weckt sie ein wenig aus der Stumpfheit des langen Abends. :11. Visszatérve a szobába leereszkedik a földre a nyitott hűtőszekrény elé, nem azért, mert éhes volna, hanem mert ott meleg a fény, és a hűtőszekrény megbízhatóan zúg, ami ebben a lakásban nem magától értetődő. - Zurück im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht weil sie Hunger hätte, sondern weil das Licht dort warm ist und der Kühlschrank zuverlässig summt, was in dieser Wohnung keine Selbstverständlichkeit ist. :12. Odabent egy fél citrom fekszik, már napok óta, szorosan átlátszó fóliába csomagolva, mintha Hana egy olyan étkezéshez őrizné, amelyet soha nem főz meg. - Drinnen liegt eine halbe Zitrone, seit Tagen schon, fest in Klarsichtfolie gewickelt, als würde Hana sie aufheben für eine Mahlzeit, die sie nie kocht. :13. Két sörösdoboz áll a második polcon, hidegen és mozdulatlanul, és Hana néha utánuk nyúl, de többnyire visszateszi őket, mielőtt kinyitná a dobozt. - Zwei Bierdosen stehen im zweiten Fach, kalt und unbewegt, und Hana greift manchmal danach, stellt sie aber meistens wieder zurück, bevor sie die Dose öffnet. :14. Ma is. - Heute auch. :15. Leghátul, a tofutartó mögött, amelynek vize kissé zavarossá vált, ott fekszik a kis kartondoboz a cseresznyékkel, amelyeket Hana négy nappal ezelőtt vett, anélkül hogy pontosan tudta volna, miért, mert cseresznyét tulajdonképpen nem magának vesz az ember egyedül. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser leicht trüb geworden ist, liegt die kleine Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor vier Tagen gekauft hat, ohne genau zu wissen warum, denn Kirschen kauft man eigentlich nicht für sich allein. :16. Kivesz egyet, a nyelvére teszi, lassan ráharap, és a leve édes, egy enyhe savanykás csípéssel, amit Hana kellemesnek érez. - Sie nimmt eine, legt sie auf die Zunge, beißt langsam durch, und der Saft ist süß mit einem leichten Stich ins Saure, was Hana als angenehm empfindet. :17. A magot a tenyerébe teszi, odamegy az ablakhoz, és felrakja az ablakpárkányra a többihez, amelyek ott fekszenek egy páratlan sorban, mint elmúlt éjszakák apró tanúi. - Den Kern legt sie in die Handfläche, geht zum Fenster, und stellt ihn auf die Fensterbank zu den anderen, die dort in einer ungeraden Reihe liegen wie kleine Zeugen vergangener Nächte. :18. Nem számolja meg őket. - Sie zählt sie nicht. :19. Valamikor lefekszik az ágyba, az oldalára fordul, és hallgatja a zúgást, amely a vékony falakon át úgy terjed, mint egy hang, amelyből nem lesz dallam, de mégsem zavar. - Irgendwann geht sie ins Bett, legt sich auf die Seite und hört auf das Summen, das durch die dünnen Wände trägt wie ein Ton, der keine Melodie ergibt, aber trotzdem nicht stört. :20. A termosztát kikapcsol, a csend hirtelen teljessé válik, és Hana észreveszi, hogy várja az újbóli bekapcsolást, anélkül hogy akarná. - Das Thermostat schaltet ab, die Stille ist plötzlich vollständig, und Hana merkt, wie sie auf das Wiedereinschalten wartet, ohne es zu wollen. :21. A hűtőszekrény beindul. - Der Kühlschrank springt an. :22. Odakint elhalad egy vonat, olyan messze, hogy inkább sejteni lehet, mint hallani, tompa zúgás, amely gyorsan újra eltűnik, és a csendet még csendesebbé teszi. - Draußen zieht ein Zug vorbei, so weit entfernt, dass man ihn eher ahnt als hört, ein dumpfes Rauschen, das schnell wieder verschwindet und die Stille noch stiller macht. :23. Hana nem gondol Ryóra. - Hana denkt nicht an Ryo. :24. Legalábbis ezt mondja magának, miközben a mennyezetet nézi végig, amely a hűtőszekrény gyenge fényében alig látható. - Zumindest sagt sie sich das, während sie an der Decke entlangschaut, die im schwachen Licht des Kühlschranks kaum zu sehen ist. :25. A fogkefe, a cipők, a cseresznyék, a zúgás, a várakozás a zúgásra, mindez nem gyász, gondolja Hana, egyszerűen csak ilyenek most a napok. - Die Zahnbürste, die Schuhe, die Kirschen, das Summen, das Warten auf das Summen, das alles ist kein Trauern, denkt Hana, das ist einfach, wie die Tage jetzt aussehen. :26. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :27. Hana becsukja a szemét. - Hana macht die Augen zu. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :A hűtőszekrény zúgása - Das Summen des Kühlschranks :1. Kevéssel éjfél előtt van, amikor Hana kinyitja a lakás ajtaját, és még a lépcsőházban meghallja a hűtőszekrény egyenletes zúgását. - Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch im Treppenhaus das gleichmäßige Summen des Kühlschranks hört. :2. A hang úgy hatol át a vékony faajtón, mint egy szívverés, amely nem szűnt meg dobogni, bár a test, amelyhez tartozott, már rég nincs ott. - Das dringt durch die dünne Holztür wie ein Herzschlag, der nicht aufgehört hat zu schlagen, obwohl der Körper, dem er gehörte, längst fort ist. :3. Belép anélkül, hogy villanyt gyújtana, mert az ismerős sötétség kevesebbet követel tőle, mint a mennyezeti lámpa kemény fénye. - Sie tritt ein, ohne Licht zu machen, weil die vertraute Dunkelheit ihr weniger abverlangt als der harte Schein der Deckenlampe. :4. Abban a fényben a lakás mindig egy kicsit túl üresnek látszik. - Unter dem sieht die Wohnung immer ein wenig zu leer aus. :5. Leveszi a cipőjét, és a helyére teszi, aztán, szinte anélkül, hogy odanézne, Ryo fekete tornacipői után nyúl. - Die Schuhe zieht sie aus und stellt sie an ihren Platz, dann greift sie, fast ohne hinzusehen, nach Ryos schwarzen Sneakers. :6. Ezeket minden reggel félreteszi, és minden este újra visszaállítja, nem érzelgősségből, ahogy magának mondja, hanem mert különben a mellettük lévő rés túl feltűnő lenne. - Die räumt sie jeden Morgen zur Seite und stellt sie jeden Abend wieder hin, nicht aus Sentimentalität, wie sie sich sagt, sondern weil die Lücke daneben sonst zu auffällig wäre. :7. Ryo hat hónapja és tizenegy napja nincs itt, bár Hana úgy tesz, mintha nem számolná a napokat. - Ryo ist seit sechs Monaten und elf Tagen weg, obwohl Hana vorgibt, die Tage nicht zu zählen. :8. És mégis számolja őket, mert ebben az ügyben a számolás az egyetlen formája az ellenőrzésnek, amely megmaradt neki. - Und es doch tut, weil das Zählen die einzige Form von Kontrolle ist, die ihr in dieser Sache geblieben ist. :9. A hűtőszekrény tejszerű fényű négyszöget vet a linóleumpadlóra, amely kissé eltorzul ott, ahol a fólia az egyik saroknál felpúposodik. - Der Kühlschrank wirft ein milchiges Rechteck Licht auf den Linoleumboden, das sich leicht verzerrt, wo die Folie an einer Ecke hochsteht. :10. Hana tudatosan rálép, amikor elmegy mellette, mert a hang, amelyet ad, egy pillanatra azt az érzést kelti benne, hogy valamit megváltoztat. - Hana tritt bewusst darauf, wenn sie daran vorbeigeht, weil das Geräusch, das es macht, ihr für einen Moment das Gefühl gibt, etwas zu verändern. :11. A fürdőszobában kitapogatja az utat a mosdókagylóig, és fény nélkül is megtalálja a poharat. - Im Bad tastet sie sich zum Waschbecken vor und findet den Becher ohne Licht. :12. Mert a keze az elmúlt hónapokban saját emlékezetet fejlesztett ki, amely tőle függetlenül működik, és ezért néha ijesztően pontos. - Weil ihre Hand in den vergangenen Monaten eine eigene Erinnerung entwickelt hat, die unabhängig von ihr funktioniert und deshalb manchmal erschreckend präzise ist. :13. Ryo fogkeféje kék, és a sörtéi ugyanolyan merevek, mint azon a napon, amikor új volt. - Ryos Zahnbürste ist blau, und die Borsten sind so steif wie am Tag, an dem sie neu war. :14. Ez azt jelenti, hogy itt hagyta, nem elfelejtette, hanem hátrahagyta, ami különbség, még ha Hana nem is biztos benne, melyik volna a rosszabb. - Was bedeutet, dass er sie hier gelassen hat, nicht vergessen, sondern zurückgelassen, was ein Unterschied ist, auch wenn Hana sich nicht sicher ist, welcher der schlimmere wäre. :15. A fogkefét a kezében tartja, tovább, mint szükséges volna, érzi a sima műanyagot, amely semmilyen információt nem hordoz azon kívül, hogy ott van. - Sie hält die Zahnbürste in der Hand, länger als nötig, spürt das glatte Plastik, das keine Information trägt außer der, dass es da ist. :16. Aztán visszateszi, anélkül, hogy kiegyenesítené a poharat, mert egy egyenesen álló pohár azt jelentené, hogy az ember törődik vele. - Und stellt sie dann zurück, ohne den Becher geradzurücken, weil ein gerader Becher bedeuten würde, dass man sich kümmert. :17. Módszeres közönnyel fogat mos, kiköp, és egy pillanatig a tükörben nézi az arcát. - Sie putzt sich die Zähne mit methodischer Gleichgültigkeit, spuckt aus, betrachtet ihr Gesicht einen Moment im Spiegel. :18. A tükör a sötétben csak egy sötét felületet ver vissza, és Hana ezt őszintébbnek találja annál, amit fényben lát benne. - Der wirft im Dunkeln nur eine dunkle Fläche zurück, und sie findet das ehrlicher als das, was sie bei Licht darin sieht. :19. Aztán leereszkedik a padlóra a nyitott hűtőszekrény elé, úgy, ahogy az ember egy tűz elé ül. - Dann lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, so wie man sich vor ein Feuer setzt. :20. Nem éhségből, hanem a melegség miatt, és mert a fényben van valami megbízható egy lakásban, ahol különben nagyon kevés dolog érződik megbízhatónak. - Nicht aus Hunger, sondern wegen der Wärme und weil das Licht etwas Verlässliches hat in einer Wohnung, in der sich sonst sehr wenig verlässlich anfühlt. :21. A fél citrom egy hete fekszik az első rekeszben, pontosan folpackba csomagolva. - Die halbe Zitrone liegt seit einer Woche im ersten Fach, präzise in Klarsichtfolie gewickelt. :22. Hana néha azon tűnődik, kinek is csinálja ezt tulajdonképpen, ezt a gondos megőrzését olyan dolgoknak, amelyekre már nincs szüksége, és amelyeket mégsem dob ki. - Hana fragt sich manchmal, für wen sie das eigentlich tut, dieses sorgfältige Aufbewahren von Dingen, die sie nicht mehr braucht und die sie trotzdem nicht wegwirft. :23. Két sörösdoboz áll a második polcon, és Hana ma valóban az egyik után nyúl. - Zwei Bierdosen stehen im zweiten Regal, und Hana greift heute tatsächlich nach einer. :24. A kezében tartja, érzi a hideget a tenyerén át, aztán mégis visszateszi, mert egyedül sört inni fél egykor olyan mozdulat volna, amelyre még nem áll készen. - Hält sie in der Hand, spürt die Kälte durch die Handfläche, und stellt sie dann doch zurück, weil Biertrinken allein um halb eins eine Geste wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen. :25. Egészen hátul, a tofutartó mögött, amelynek vize enyhén zavarossá vált, ott fekszik a papírdoboz a cseresznyékkel. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser eine leichte Trübung angenommen hat, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen. :26. Hana megvette őket, bár a cseresznye egy embernek alig éri meg, és a dobozt egyértelműen két személyre tervezték. - Hana hat sie gekauft, obwohl Kirschen sich für eine Person kaum lohnen und die Schachtel eindeutig für zwei ausgelegt ist. :27. Kivesz egyet, olyan összpontosítással eszi meg, amelyet mindennek megad, ami egyedül történik. - Sie nimmt eine, isst sie mit der Konzentration, die sie allem gibt, was allein geschieht. :28. A mag aztán ott fekszik a tenyerében, mint egy kicsi, fölösleges emlék. - Und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein kleines, unnötiges Andenken. :29. Az ablakhoz megy, és odateszi a többihez, amelyek ott fekszenek egy szabálytalan sorban. - Sie geht zum Fenster und legt ihn zu den anderen, die dort in einer unregelmäßigen Reihe liegen. :30. Hét vagy nyolc, ma nem számolja meg őket, mert a számolás túl világosan megmondaná neki, hány este telt már így. - Sieben oder acht, sie zählt sie heute nicht, weil das Zählen ihr zu deutlich sagen würde, wie viele Abende das bereits sind. :31. Ez pedig olyan információ, amelyre éppen nincs szüksége. - Und das ist eine Information, die sie gerade nicht braucht. :32. Az ágyban a hátán fekszik, nyitott szemmel, és a hűtőszekrényt hallgatja. - Im Bett liegt sie auf dem Rücken, Augen offen, und hört dem Kühlschrank zu. :33. Az egyenletes zúgását úgy küldi végig a lakáson, mint egy tartalom nélküli üzenetet, tisztán formait, tisztán mechanikusat, és éppen ezért valahogy vigasztalót. - Der schickt sein gleichmäßiges Summen durch die Wohnung wie eine Botschaft ohne Inhalt, rein formal, rein mechanisch, und gerade deshalb irgendwie tröstlich. :34. A termosztát kikapcsol, és az ezt követő csend olyan minőségű, amelyet Hana testileg érzékel. - Das Thermostat schaltet ab, und die Stille, die folgt, ist von einer Qualität, die Hana körperlich wahrnimmt. :35. Olyan, mint valamiféle nyomás a fülén, az egész szoba megtorpanása. - Eine Art Druck auf den Ohren, ein Innehalten des ganzen Raums. :36. És észreveszi, hogy visszatartja a lélegzetét, amíg a hűtőszekrény újra be nem indul. - Und sie merkt, dass sie die Luft anhält, bis der Kühlschrank wieder anspringt. :37. Ez néhány másodperc múlva meg is történik, megbízhatóan, mint mindig, és Hana úgy fújja ki a levegőt, mint egy sikeresen kiállt próba után. - Was er nach einigen Sekunden tut, zuverlässig wie immer, und Hana atmet aus wie nach einer bestandenen Probe. :38. Odakint egy éjszakai vonat siklik át a távoli pályaudvaron, zúgása alig több sejtelemnél. - Draußen gleitet ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen kaum mehr als eine Ahnung. :39. Olyan hang ez, amely nem töri meg a csendet, hanem olyan mélységet ad neki, amely nélküle nem volna meg. - Ein Laut, der die Stille nicht bricht, sondern ihr eine Tiefe gibt, die sie ohne ihn nicht hätte. :40. Hana Ryóra gondol, amit tulajdonképpen megtiltott magának, de a tilalom az éjfél utáni órákban nem működik különösebben jól. - Hana denkt an Ryo, was sie sich eigentlich verboten hat, aber das Verbot funktioniert nicht besonders gut in den Stunden nach Mitternacht. :41. Amikor a hűtőszekrény zúg, és a fogkefe a fürdőszobában áll, és a cseresznyemagok az ablakpárkányon fekszenek. - Wenn der Kühlschrank summt und die Zahnbürste im Bad steht und die Kirschen auf der Fensterbank liegen. :42. És minden egyszerre nem jelent semmit és túl sokat jelent, ami alapjában véve ugyanaz. - Und alles gleichzeitig nichts bedeutet und zu viel bedeutet, was im Grunde dasselbe ist. :43. Nem tudja, mikor fog ez megszűnni, az időnek ez az éjszakai mérése csendes mozdulatokkal. - Sie weiß nicht, wann das aufhören wird, dieses Nachtmessen der Zeit mit stillen Gesten. :44. De tudja, hogy a hűtőszekrény holnap reggel még zúgni fog, amikor felkel. - Aber sie weiß, dass der Kühlschrank morgen früh noch summen wird, wenn sie aufsteht. :45. És hogy ennek egyelőre elégnek kell lennie. - Und dass das, vorerst, genug sein muss. :46. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :47. Hana lehunyja a szemét. - Hana schließt die Augen. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :A hűtőszekrény zúgása - Das Summen des Kühlschranks :1. Nem sokkal éjfél előtt van, amikor Hana kinyitja a lakás ajtaját, és még mielőtt belépne, meghallja a hűtőszekrény zúgását, azt a tompa, egyenletes brummogást, amely átnyomul a faajtón a lépcsőházba, mintha bizonyítéka volna annak, hogy odabent még valami életben van, még ha az az élet, amelyet ő oda elképzelt magának, időközben máshová rendeződött is. - Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch bevor sie eintritt das Summen des Kühlschranks wahrnimmt, dieses dumpfe, gleichmäßige Brummen, das sich durch die Holztür ins Treppenhaus schiebt wie ein Beweis dafür, dass drinnen noch etwas am Leben ist, auch wenn das Leben, das sie sich darin vorgestellt hatte, sich inzwischen anders verteilt hat. :2. Belép. - Sie tritt ein. :3. A lakás sötétsége nem ellenségesen fogadja, hanem semlegesen, azoknak a tereknek a közönyével, amelyek már felhagytak a várakozással, és Hana hálás ezért, mert a közönyt könnyebb elviselni, mint az ellenkezőjét. - Die Dunkelheit der Wohnung empfängt sie nicht feindlich, sondern neutral, mit der Gleichgültigkeit von Räumen, die aufgehört haben zu warten, und Hana ist dankbar dafür, weil Gleichgültigkeit sich leichter tragen lässt als das Gegenteil. :4. Nem kapcsol lámpát, nem megszokásból, hanem mert a fény megváltoztatja az arányokat, láthatóbbá teszi az ürességet, kiemeli a második párnát, az ajtó melletti használatlan akasztót, amelyen fél éve nem lógott már idegen kabát. - Sie macht kein Licht, nicht aus Gewohnheit, sondern weil das Licht die Proportionen verändert, die Leere sichtbarer macht, das zweite Kissen betont, den ungenutzten Haken neben der Tür, an dem seit einem halben Jahr keine fremde Jacke mehr hängt. :5. Leveszi a cipőjét, azzal a pontos mellékességgel állítja oda, amely akkor keletkezik, ha az ember egy cselekvést elég gyakran ismétel ahhoz, hogy az megszűnjön döntés lenni, és melléjük teszi Ryo tornacipőit, feketéket, az ő lábára túl kicsiket, érintetlenül azóta a nap óta, amikor Ryo behúzta maga mögött az ajtót anélkül, hogy becsapta volna, ami rosszabb volt, mint ha becsapta volna. - Die Schuhe zieht sie aus, stellt sie mit der präzisen Beiläufigkeit hin, die entsteht, wenn man eine Handlung oft genug wiederholt, dass sie aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und daneben stellt sie Ryos Sneakers, schwarz, zu klein für ihre Füße, unberührt seit dem Tag, an dem er die Tür hinter sich zugezogen hat, ohne zu schlagen, was schlimmer war als schlagen. :6. A hűtőszekrény tejszerű fénye kiszűrődik az ajtórésen, és torz téglalapot vet a linóleumpadlóra, amelynek felpúposodott sarkát Hana elhaladtában a lábujjával lapítja le, egy kicsi, értelmetlen mozdulattal, amelyet mégis megtesz, mert a test rítusokat fejleszt ki ott, ahol a szellem már nem akar döntéseket hozni. - Der Kühlschrank wirft sein milchiges Licht durch den Türspalt und legt ein verzerrtes Rechteck auf den Linoleumboden, dessen angehobene Ecke Hana beim Vorbeigehen mit dem Zeh flachhält, eine kleine, sinnlose Geste, die sie trotzdem macht, weil der Körper Rituale entwickelt, wo der Geist keine Entscheidungen mehr treffen will. :7. A fürdőszobában fény nélkül talál oda a mosdókagylóhoz, keze olyan biztonsággal találja meg a poharat, amely néha kísérteties számára, mert megmutatja, milyen teljesen írta bele magát a hiányzás a mozgásába, a kis esték izomemlékezeteibe, amelyek mind ugyanúgy néznek ki, és mégsem szűnnek meg jelenteni valamit. - Im Bad navigiert sie ohne Licht zum Waschbecken, ihre Hand findet den Becher mit einer Sicherheit, die ihr manchmal unheimlich ist, weil sie zeigt, wie vollständig sich das Vermissen in die Motorik eingeschrieben hat, in die Muskelgedächtnisse kleiner Abende, die alle gleich aussehen und trotzdem nicht aufhören, etwas zu bedeuten. :8. Két fogkefe áll a pohárban, egy piros és egy kék, és Hana olyan magától értetődőséggel veszi el a kéket, amelyet egyszerre tilt meg és enged meg magának, a kezében tartja, és érzékeli a sörték keménységét, amelyek semmit sem felejtettek el, mert nincs mit elfelejteniük, mert semmit sem használtak rajtuk azóta, hogy Ryo itt hagyta őket, nem elfelejtette, hanem hagyta, ami különbség, amelyet Hana hónapok óta ide-oda forgat magában, anélkül hogy eredményre jutna. - Zwei Zahnbürsten stehen im Becher, eine rote, eine blaue, und Hana nimmt die blaue mit einer Selbstverständlichkeit, die sie sich gleichzeitig verbietet und erlaubt, hält sie in der Hand und registriert die Härte der Borsten, die nichts vergessen haben, weil sie nichts zu vergessen haben, weil nichts an ihnen gebraucht wurde, seit Ryo sie hier zurückgelassen hat, nicht vergessen, gelassen, was ein Unterschied ist, den Hana seit Monaten hin und her wendet, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. :9. Visszateszi a fogkefét, a kimerültség mechanikus pontosságával fogat mos, és az öblítéskor a hideg víz egy pillanatra kirántja az elmúlt órák tompa egyformaságából, körvonalat ad neki, anélkül hogy bármi fontosat közölne vele. - Sie stellt die Zahnbürste zurück, putzt sich die Zähne mit der mechanischen Präzision der Erschöpfung, und das kalte Wasser beim Abwaschen zieht sie für einen Moment aus der tauben Gleichförmigkeit der letzten Stunden heraus, gibt ihr Kontur, ohne ihr etwas Wichtiges mitzuteilen. :10. Az arcát ebben a fényben nem látni a tükörben, amit Hana helyénvalónak érez, mert az az arc, amelyet ott többnyire találni szokott, olyan kérdést tesz fel, amelyre még nincs válasza. - Ihr Gesicht im Spiegel ist bei diesem Licht nicht zu sehen, was Hana als angemessen empfindet, weil das Gesicht, das sie dort meistens vorfindet, eine Frage stellt, auf die sie noch keine Antwort hat. :11. A szobában leereszkedik a padlóra a nyitott hűtőszekrény elé, nem éhségből, nem szomjúságból, hanem mert ott a fény meleg és állandó, és a zúgás ilyen közelségből testiséget kap, amely társaságnak érződik, amit azonnal szentimentális gondolatnak tart, aztán mégis érvényben hagy, mert éjfél után már túl késő van a korrektséghez. - Im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht aus Hunger, nicht aus Durst, sondern weil das Licht dort warm und beständig ist und das Summen aus dieser Nähe eine Körperlichkeit bekommt, die sich anfühlt wie Gesellschaft, was sie sofort für einen sentimentalen Gedanken hält und dann doch gelten lässt, weil es nach Mitternacht für Korrektheit zu spät ist. :12. A hűtőszekrény tartalma hetek óta alig változott: a fél citrom az első polcon, gondosan folpackba csomagolva, bár Hana már nem főz, és a citrom egyszer majd egyszerűen ott lesz, anélkül hogy valaha használták volna, mint némely más dolog is. - Der Kühlschrankinhalt hat sich seit Wochen kaum verändert: die halbe Zitrone im ersten Fach, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana nicht mehr kocht und die Zitrone irgendwann einfach da sein wird, ohne jemals gebraucht worden zu sein, wie manches andere auch. :13. Két sörösdoboz a második polcon, érintetlenül és hidegen, amelyek után Hana nyúl, majd visszateszi őket, mert egy dobozt egyedül kinyitni éjfélkor kijelentés volna, amelyet még nem kész megtenni, még nem, bár ez a még nem minden estével valamivel kisebb lesz. - Zwei Bierdosen im zweiten Fach, unberührt und kalt, nach denen Hana greift und die sie zurückstellt, weil das Öffnen einer Dose allein um Mitternacht eine Aussage wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen, noch nicht, obwohl das noch nicht mit jedem Abend etwas kleiner wird. :14. Leghátul, a tofutartó mögött, amelynek zavaros vize azt mondja neki, hogy holnap cselekednie kellene, ott fekszik a kartondoboz a cseresznyékkel, amelyeket Hana öt napja egy hirtelen indíttatásból vett, amelyet nem tud egészen megmagyarázni magának, azon kívül, hogy a doboz úgy nézett ki, mintha két embernek szánták volna, és hogy mégis elvette, talán éppen ezért. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen trübes Wasser ihr sagt, dass sie morgen handeln müsste, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor fünf Tagen in einem Impuls gekauft hat, den sie sich nicht ganz erklären kann, außer dass die Schachtel so ausgesehen hat, als wäre sie für zwei Menschen gedacht, und dass sie sie trotzdem genommen hat, vielleicht gerade deshalb. :15. Elvesz egy cseresznyét, lassan eszi meg, olyan figyelemmel, amely magányt teremt, ha túl sok teret adnak neki, és a mag aztán úgy fekszik a tenyerében, mint egy érv, amelyet nem akar lefolytatni, de letenni sem tud. - Sie nimmt eine Kirsche, isst sie langsam, mit einer Aufmerksamkeit, die Einsamkeit erzeugt, wenn man ihr zu viel Raum gibt, und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein Argument, das sie nicht führen will, aber auch nicht ablegen kann. :16. Az ablaknál odateszi a többiekhez, hét vagy nyolc, már nem számolja őket, mert a szám megszűnt információnak lenni, és valamiféle váddá vált, hogy pontosan ki ellen, azt Hana nem tudja, ami nem teszi jobbá a dolgot. - Am Fenster legt sie ihn zu den anderen, sieben oder acht, sie zählt sie nicht mehr, weil die Zahl aufgehört hat, Information zu sein, und eine Art Anklage geworden ist, gegen wen genau, weiß Hana nicht, was die Sache nicht besser macht. :17. Az ágyban a hátán fekszik, szemét a mennyezetre szegezve, és követi a hűtőszekrény zúgását, amely az egész lakáson átviszi magát azoknak a dolgoknak a makacsságával, amelyeknek nincs szükségük okra ahhoz, hogy folytassák, mert a működésük nem feltételez tudatot, nem feltételez akaratot, nem feltételez emléket arról, ami egyszer volt, és éppen ebben van valami, amit Hana vigasznak érez, bár nem használná rá ezt a szót, ha megkérdeznék. - Im Bett liegt sie auf dem Rücken, die Augen an die Decke gerichtet, und folgt dem Summen des Kühlschranks, das durch die Wohnung trägt mit der Beharrlichkeit von Dingen, die keinen Grund brauchen weiterzumachen, weil ihre Funktion kein Bewusstsein voraussetzt, kein Wollen, keine Erinnerung an das, was einmal gewesen ist, und gerade darin liegt etwas, das Hana als Trost empfindet, obwohl sie das Wort dafür nicht verwenden würde, wenn sie gefragt würde. :18. A termosztát kikapcsol. - Das Thermostat schaltet ab. :19. A csend, amely ezután következik, olyan teljességű, hogy Hana testileg érzékeli, valaminek az enyhülése, amit nem érzékelt nyomásként, amíg ott volt, és észreveszi, hogy visszatartja a lélegzetét, vár, semmi meghatározottra, csak a bekapcsolásra, amely néhány másodperc múlva megérkezik, megbízhatóan, iránta érdektelenül, és ebben a közönyös nyugalomban rejlik a valódi megnyugvás: a hűtőszekrény tovább zúg, anélkül hogy neki bármit tennie kellene érte. - Die Stille, die folgt, ist von einer Vollständigkeit, die Hana körperlich wahrnimmt, ein Nachlassen von etwas, das sie nicht als Druck registriert hatte, solange es da war, und sie merkt, dass sie die Luft anhält, wartet, auf nichts Bestimmtes außer dem Einschalten, das nach einigen Sekunden kommt, zuverlässig, uninteressiert an ihr, und in diesem Gleichmut liegt die eigentliche Beruhigung: der Kühlschrank summt weiter, ohne dass sie etwas dafür tun muss. :20. Odakint egy éjszakai vonat siklik át a távoli állomáson, zaja annyira tompított, hogy kevésbé hangnak érződik, mint a csend besűrűsödésének, rövid jelnek, hogy máshol mozgás történik, emberek egyik helyről a másikra, csomaggal és szándékokkal, miközben Hana mozdulatlanul fekszik, és egy hűtőszekrény zúgását számolja. - Draußen streicht ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen so weit gedämpft, dass es sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie eine Verdichtung der Stille, ein kurzes Zeichen, dass anderswo Bewegung stattfindet, Menschen von einem Ort zum anderen, mit Gepäck und Absichten, während Hana still liegt und das Summen eines Kühlschranks zählt. :21. Ryóra gondol, vagy pontosabban: megengedi, hogy Ryo belépjen abba a csendbe, amelyet a termosztát létrehozott, egy arc élesség nélkül, egy hang szöveg nélkül, inkább textúra, mint kép, és tudja, hogy ami itt a sötétben tovább működik, nem gyász abban az értelemben, amelyet a szó sugall, hanem valami csendesebb és szívósabb: egy élet lassú átszerveződése, amelyből hiányzik egy ellensúly, amelyet soha nem nevezett kifejezetten ellensúlynak, amíg ott volt. - Sie denkt an Ryo, oder genauer: sie lässt zu, dass er in die Stille eintritt, die das Thermostat erzeugt hat, ein Gesicht ohne Schärfe, eine Stimme ohne Wortlaut, mehr Textur als Bild, und sie weiß, dass das, was hier im Dunkeln weiterläuft, kein Trauern ist in dem Sinne, den das Wort vorschlägt, sondern etwas Ruhigeres und Zäheres: das langsame Umorganisieren eines Lebens, dem ein Gegengewicht fehlt, das es nie explizit als Gegengewicht bezeichnet hat, solange es da war. :22. A fogkefe a pohárban áll. - Die Zahnbürste steht im Becher. :23. A cipők az ajtónál állnak. - Die Schuhe stehen an der Tür. :24. A cseresznyemagok az ablakpárkányon fekszenek. - Die Kirschkerne liegen auf der Fensterbank. :25. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :26. Hana lehunyja a szemét, nem azért, mert aludni akar, hanem mert a szemhéja mögötti sötétség legalább olyan sötétség, amelyet ő maga választott, és ez ezen az éjszakán elég. - Hana schließt die Augen, nicht weil sie schlafen will, sondern weil die Dunkelheit hinter den Lidern wenigstens eine ist, die sie selbst gewählt hat, und das, in dieser Nacht, genug ist. -------------------- == 83 - hier weiter == 1 -------------------- Oktober Anders ist sechsunddreißig Jahre alt. Er wohnt in einer alten Holzkirche. Die Kirche liegt am Rand eines Fjords. Das Wasser ist grau und kalt. Anders hat die Kirche von seinem Onkel geerbt. Das Dach ist kaputt. Wenn es regnet, tropft das Wasser in einen Eimer. Plink. Plink. Plink. Anders hört den Tropfen zu. Er zählt sie nicht. Er hört nur zu. Die Heizung ist alt und laut. Am Morgen ist die Luft kalt im Haus. Anders steht auf und macht Kaffee. Er trinkt ihn am Küchentisch. Draußen regnet es. Der Regen kommt seitlich vom Meer. Es ist Oktober. Sein Nachbar heißt Lars. Lars ist achtundsechzig Jahre alt. Er kommt jeden zweiten Tag vorbei. Er klopft nicht an. Er setzt sich einfach auf die Bank. Er legt Tabak auf den Tisch. Lars sagt wenig. Anders auch. Das ist in Ordnung. Heute sagt Lars: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt. Lars steht auf und geht. Die Tür fällt zu. Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. Anders repariert Bootsmotoren. Das ist seine Arbeit. Die Nachbarn bezahlen ihn manchmal mit Kaffee. Manchmal sagen sie einfach danke. Das reicht ihm. Er war früher Bootsbauer. Das ist lange her. Jetzt ist er niemand Bestimmtes. Am Nachmittag kommt die Post. Anders nimmt einen Umschlag. Es ist keine Rechnung. Es ist eine Postkarte. Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. Die Farben sind sehr hell. Er dreht die Karte um. Da stehen nur wenige Wörter. „Komm nach Oslo." Die Karte ist von Mette. Mette war seine Freundin. Seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben. Anders liest die Karte einmal. Er liest sie zweimal. Er liest sie dreimal. Dann legt er sie auf den Fenstersims. Die Vorderseite zeigt nach unten. Er schaut auf den Fjord. Die Fähre fährt vorbei. Der Sound des Motors wird kleiner und kleiner. Dann ist es wieder still. Es wird früh dunkel. Um vier Uhr ist der Himmel schon schwarz. Anders zündet eine Kerze an. Er stellt sie auf das alte Klavier. Das Klavier spielt niemand. Aber es steht dort, seit Anders hier wohnt. Er setzt sich auf den Stuhl davor. Er schaut die Flamme an. Er denkt nicht viel. Er entscheidet nichts. Die Heizung tropft. Das Wasser schlägt gegen die Pfähle draußen. Anders sitzt still. Die Kerze wird kleiner. Dann geht sie aus. Im Dunkeln ist es ruhig. Draußen fängt es an zu schneien. Die Flocken fallen leise. Fast ohne Geräusch. Anders bleibt sitzen. Er wird nicht nach Oslo fahren. Er bleibt hier. Nicht weil er muss. Sondern weil er keinen Grund hat zu gehen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Oktober Anders wohnt seit zwei Jahren in einer alten Holzkirche am Rand eines norwegischen Fjords. Die Kirche hat er von seinem Onkel geerbt, aber er hat sie nie wirklich gewollt. Das Dach ist undicht, und wenn es regnet, stellt er einen Eimer in die Küche. Er hört dem Tropfen zu: plink, plink, plink. Er zählt sie nicht, aber er kennt den Rhythmus. Draußen ist das Wasser grau, und der Wind kommt direkt vom Meer. Es ist Oktober, und der Regen fliegt fast horizontal gegen die Fensterscheiben. Anders sitzt am Küchentisch mit einer Tasse Kaffee, die längst kalt ist. Er trinkt sie trotzdem, weil er aufstehen müsste, um eine neue zu machen. Das Haus ist still, nur die Heizung macht manchmal ein leises Geräusch. Lars kommt jeden zweiten Tag, immer ohne anzuklopfen. Er ist achtundsechzig Jahre alt und wohnt einen Kilometer weiter am Ufer. Er setzt sich auf die Bank, legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch und sagt nichts. Anders sagt auch nichts, und das ist zwischen ihnen vollkommen normal. Nach zehn Minuten sagt Lars nur: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt, und Lars steht auf und geht durch die Tür, ohne sich umzudrehen. Der Tabak bleibt auf dem Tisch, weil Lars ihn immer vergisst oder absichtlich dalässt. Anders repariert Bootsmotoren für die Leute in der Gegend. Manche bezahlen ihn mit Geld, andere bringen Kaffee oder sagen einfach nichts. Er war früher Bootsbauer in Bergen, aber das fühlt sich an wie ein anderes Leben. Jetzt ist er jemand, der hier wohnt und Dinge repariert, die andere wegwerfen würden. Am Nachmittag liegt eine Postkarte im Briefkasten zwischen zwei Rechnungen. Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Hafen von Oslo, die Farben sind zu grell für diesen Tag. Er dreht die Karte um und liest die Worte, die Mette geschrieben hat: „Komm nach Oslo." Mette war seine Freundin, aber seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben und nicht angerufen. Er liest die Karte dreimal, nicht weil er sie nicht versteht, sondern weil er Zeit braucht. Dann legt er sie mit der Vorderseite nach unten auf den Fenstersims. Draußen fährt gerade die Abendfähre vorbei, der Motor klingt tief und gleichmäßig. Das Geräusch wird kleiner, bis der Fjord wieder still ist. Um vier Uhr wird es dunkel, wie jeden Tag in diesem Monat. Anders zündet eine einzelne Kerze an und stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke. Das Klavier steht dort seit er einzog, und er hat es noch kein einziges Mal gespielt. Er setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die Flamme an, ohne einen bestimmten Gedanken. Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt regelmäßig gegen die Holzpfähle der Anlegestelle. Die Kerze wird kleiner und kleiner, bis sie ausgeht und das Zimmer dunkel ist. Er wird nicht nach Oslo fahren. Das weiß er nicht, weil er es entschieden hat, sondern weil er keinen Grund spürt zu gehen. Draußen beginnt es zu schneien, leise und fast ohne Übergang, wie alles hier. Anders bleibt sitzen im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der keinen Laut macht. Das Leben vergeht hier still, und das ist keine Klage, nur eine Beobachtung. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Oktober Anders ist sechsunddreißig, und er lebt seit zwei Jahren in einer Holzkirche, die eigentlich niemand mehr haben wollte. Sie steht am Ende einer unbefestigten Straße, wo der Fjord aufhört und das Nichts anfängt. Das Dach hat drei undichte Stellen, und je nachdem, wie stark der Wind steht, tropft es an verschiedenen Orten. Er hat gelernt, die Eimer richtig zu stellen, ohne darüber nachzudenken. Die Heizung ist alt, sie arbeitet laut und schlecht, aber sie arbeitet noch, und das zählt. Der Oktober ist hier kein Monat, er ist ein Zustand. Das Licht kommt nie wirklich an, es bleibt grau, flach, nah am Wasser hängend wie Nebel ohne Nebelcharakter. Anders sitzt morgens am Tisch mit kaltem Kaffee, schaut auf den Fjord und wartet auf nichts Bestimmtes. Er repariert Bootsmotoren für die Nachbarn, die meisten sind alt, die Motoren und die Nachbarn gleichermaßen. Bezahlt wird in Kaffee, in einem kurzen Nicken, oder gar nicht, und Anders hat keine Präferenz. Lars kommt jeden zweiten Tag, öffnet die Tür ohne zu klopfen und setzt sich auf die Bank unter dem Fenster. Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch, als würde er es ablegen wollen, und lehnt sich zurück. Sie schweigen gut zusammen, was seltener ist, als es klingt, weil Schweigen meistens Erwartung enthält. Zwischen Anders und Lars enthält es nichts, es ist einfach Luft, die niemand füllen muss. Heute sagt Lars nach einer Weile, ohne die Stimme zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt, Lars steht auf, geht, und der Tabak liegt noch auf dem Tisch, wie immer. Die Post kommt mit der alten Fähre, die zweimal täglich anlegt und meistens nichts bringt, was zählt. Heute bringt sie eine Postkarte, und Anders erkennt die Handschrift, bevor er den Namen liest. Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das hier nicht existiert, zu gelb, zu warm, zu gewollt. Er dreht die Karte um und liest: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." Er liest den Satz zweimal, nicht weil er schwer zu verstehen ist, sondern weil er irgendwo landet. Dann legt er die Karte mit der Bildseite nach unten auf den Fenstersims und schaut hinaus. Die Abendfähre zieht gerade durch den Fjord, ihr Motor trägt weit über das Wasser, dann ist er weg. Es wird dunkel um vier, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Licht nicht anmachen will. Er stellt sie auf das Klavier, das seit seinem Einzug dort steht und von niemandem gespielt wird, auch von ihm nicht. Er setzt sich davor und schaut in die Flamme, ohne dass ein Gedanke sich festsetzt oder eine Entscheidung sich formt. Draußen schlägt das Wasser gleichmäßig gegen die Pfähle, drinnen tropft die Heizung in den Eimer. Die Kerze brennt herunter, langsam, gleichmäßig, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen. Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt, und er weiß auch, dass es kein Entschluss ist. Es ist eher das Fehlen eines Grundes, der stark genug wäre, ihn von diesem Stuhl zu heben. Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne Übergang, wie hier immer die Dinge beginnen. Die Flocken fallen still auf den Fjord, der sie aufnimmt, ohne eine Spur zu zeigen. Anders hört zu, obwohl Schnee kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der Punkt. Manchmal ist das Leben ein stilles Vergehen, und manchmal reicht es, dabei zu sein. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Oktober Anders ist sechsunddreißig, bewohnt seit zwei Jahren eine geerbte Holzkirche am Ende einer Schotterstraße, und hat aufgehört, das als vorübergehend zu betrachten. Die Kirche liegt dort, wo der Fjord sich in eine schmale Bucht zurückzieht und die Straße aufgibt, ohne Erklärung. Das Dach hat drei Stellen, die bei Regen nachgeben, und Anders kennt sie so gut, dass er die Eimer im Halbschlaf richtig stellt. Nicht Gewöhnung, eher Kapitulation vor dem Zustand, den man irgendwann aufhört zu reparieren, weil er zum Haus gehört wie der Geruch nach Holz und altem Weihrauch. Die Heizung tropft in einen Blecheimer unter der Abzweigung des Heizkörpers, plink, und dieser Tropfen ist manchmal das einzige Geräusch im Haus, das zuverlässig wiederkehrt. Der Oktober an dieser Küste ist kein Monat, den man erlebt, sondern einer, den man aushält, weil das Licht nie wirklich ankommt und der Regen oft horizontal fliegt. Anders sitzt morgens am Küchentisch, die Hände um eine Tasse, die schon lange nicht mehr warm ist, und schaut durch das beschlagene Fenster auf das graugrüne Wasser. Er war Bootsbauer in Bergen, damals, aber das fühlt sich weniger wie eine Vergangenheit an als wie eine Biografie, die jemand anderem gehört. Jetzt repariert er die alten Außenbordmotoren der Nachbarn, er tut es gut und ohne Aufhebens, und die Bezahlung ist meistens Kaffee oder Schweigen, beides nimmt er. Lars ist achtundsechzig, wohnt einen Kilometer weiter am Ufer, und kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, als wäre die Tür seiner. Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch mit einer Geste, die Vertrautheit ausdrückt und gleichzeitig nichts verlangt, dann lehnt er sich zurück und schweigt. Das Schweigen zwischen den beiden hat eine Qualität, die Anders mit niemandem sonst kennt, weil es kein Warten enthält, keine unterschwellige Erwartung, nur Luft. Heute, nach vielleicht zehn Minuten, sagt Lars, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss, der Tabak bleibt auf dem Tisch, und alles ist wie vorher, nur mit einem Satz mehr in der Luft. Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und Anders holt sie selten sofort, weil sie meistens nichts enthält, das Eile rechtfertigt. Heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, und er erkennt Mettes Handschrift, noch bevor er die Karte vollständig aus dem Umschlag gezogen hat. Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das es hier nicht gibt, zu satt, zu zuversichtlich, als wäre die Stadt froh über sich selbst. Er dreht die Karte um und liest den Satz, den sie geschrieben hat: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." Sechs Monate Stille, und dann dieser Satz, knapp, ohne Anklage, aber mit einem Haken, der sitzt, weil er keine Antwort ist und keine Frage, sondern beides gleichzeitig. Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims, und die Abendfähre schiebt sich gerade durch den Fjord, ihr tiefes Motorgeräusch zieht über das Wasser und verweht. Er schaut ihr nach, bis das Geräusch weg ist, dann ist der Fjord wieder so still, als wäre nichts gewesen. Um vier ist der Himmel schwarz, was hier im Oktober kein Ereignis ist, sondern Tagesablauf. Anders zündet eine einzelne Kerze an, stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das seit seinem Einzug dort steht wie ein stilles Versprechen, das niemand einzulösen beabsichtigt. Er setzt sich auf den Hocker davor und schaut in die Flamme, nicht meditativ, nicht traurig, einfach schauend, weil der Abend nichts anderes verlangt. Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt in kurzen, gleichmäßigen Intervallen gegen die morschen Pfähle der alten Anlegestelle, und irgendwo hinter dem Fjord heult kurz der Wind. Die Kerze brennt langsam herunter, gleichmäßig, ohne Zug, und als die Flamme ausgeht, bleibt Anders im Dunkeln sitzen, ohne das Licht anzumachen. Er wird nicht nach Oslo fahren, aber es ist kein Entschluss, eher die Abwesenheit eines Grundes, der schwer genug wäre, ihn von diesem Ort zu heben. Mettes Satz hängt noch irgendwo im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die ehrliche Antwort ist, dass er keine Antwort hat, nicht weil er ausweicht, sondern weil die Frage selbst falsch gestellt ist. Draußen beginnt es zu schneien, lautlos, fast ohne Übergang, wie alle Dinge hier beginnen, die bleiben. Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden, ohne eine Spur zu hinterlassen, als hätte es sie nie gegeben. Anders hört zu, obwohl Schnee nichts hörbar macht, und vielleicht ist genau das der einzige Satz, der heute noch stimmt. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Oktober Anders ist sechsunddreißig, und er hat aufgehört, die Zeit zu messen, seit er begriffen hat, dass das Zählen von Tagen eine Aktivität für Menschen ist, die noch irgendwo hinmüssen. Die Kirche, die er vor zwei Jahren geerbt hat, ohne danach gefragt zu werden, steht am Ende einer Schotterstraße, die der Fjord auf drei Seiten einschließt wie ein Satz, der sich selbst widerspricht. Das Holz der Außenwände hat eine Farbe angenommen, die zwischen Grau und Vergessen liegt, und das Dach gibt nach, wo es immer nachgegeben hat, zuverlässig wie ein alter Charakter. Er kennt die drei undichten Stellen auswendig und stellt die Eimer im Dunkeln, nicht aus Routine, sondern weil der Körper manche Dinge übernimmt, wenn der Kopf aufgehört hat, sie für wichtig zu halten. Plink, und dann wieder, und die Heizung antwortet mit ihrem eigenen Rhythmus, sodass das Haus manchmal klingt wie ein Instrument, das niemand gestimmt hat und das trotzdem spielt. Der Oktober an dieser Küste ist keine Jahreszeit im üblichen Sinn, sondern eher ein Aggregatzustand, in dem das Licht nie ganz ankommt und der Regen aufgehört hat, sich zu entschuldigen. Anders sitzt am Morgen am Küchentisch, die Hände um eine längst erkaltete Tasse, und schaut auf den Fjord, der heute dieselbe Farbe hat wie gestern und vorgestern, ein Grau, das keine Nuancen braucht. Er war einmal Bootsbauer in Bergen, er hat gute Arbeit gemacht und das gewusst, aber diese Vergangenheit liegt so weit hinter ihm, dass er sie nur noch in der dritten Person denkt, als hätte jemand anders dieses Leben geführt. Jetzt repariert er die Außenbordmotoren der verbliebenen Nachbarn, er tut es gründlich und ohne Aufhebens, und die Frage der Bezahlung ist meist gar keine, weil beide Seiten wissen, dass Kaffee und Schweigen die ehrlicheren Währungen sind. Lars, achtundsechzig, kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, nicht aus Unverschämtheit, sondern weil eine Tür zwischen zwei Menschen, die nichts voneinander wollen als Anwesenheit, eine überflüssige Geste wäre. Er legt sein Tabakpäckchen auf den Küchentisch mit der Sorglosigkeit von jemandem, der nie etwas ablegt, um es zurückzubekommen, setzt sich auf die Bank und lehnt den Rücken gegen die rissige Wand. Das Schweigen, das sie teilen, ist von einer Qualität, die Anders früher nicht kannte und die er jetzt für eines der wenigen Dinge hält, die man nicht lernen kann, sondern nur findet, wenn man aufgehört hat, es zu suchen. Heute sagt Lars, nach einer Weile, die kein Gewicht hat, in den Raum hinein, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss mit dem dumpfen Laut von Holz auf Holz, und der Tabak liegt auf dem Tisch, vergessen oder hinterlassen, das ist dieselbe Frage. Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und meistens lohnt es sich nicht, deshalb zum Briefkasten zu gehen, aber heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, die er an der Handschrift erkennt, noch bevor er sie vollständig gedreht hat. Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das südlicher wirkt, als Oslo es verdient, zu warm, zu zuversichtlich, die Art von Bild, die Städte von sich machen, wenn sie Touristen meinen, nicht Wahrheit. Er dreht die Karte um, und Mette hat geschrieben: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." Der Satz ist kurz, was bedeutet, dass sie lange über ihn nachgedacht hat, denn Kürze dieser Art kommt nicht aus Eile, sondern aus dem langen Streichen von allem, was zu viel wäre. Sechs Monate Funkstille, und dann kein Vorwurf, keine Erklärung, nur dieser eine Satz, der keine Tür öffnet und keine schließt, sondern einfach zeigt, wo eine Wand ist. Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims wie etwas, das man nicht wegwirft und nicht aufbewahrt, sondern einfach irgendwo hinlegt, um zu sehen, was passiert. Die Abendfähre zieht durch den Fjord, ihr Motor trägt tief und gleichmäßig über das Wasser, und Anders schaut ihr nach, bis das Geräusch so klein geworden ist, dass er nicht mehr sicher ist, ob er es noch hört oder nur noch denkt. Um vier ist der Himmel schwarz, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Deckenlicht nicht mag, das alles gleich beleuchtet, ohne zu unterscheiden zwischen dem, was Licht verdient, und dem, was besser im Dunkeln bleibt. Er stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das dort steht, seit er eingezogen ist, ein Instrument ohne Geschichte in diesem Haus, oder mit einer Geschichte, die vor ihm endet und die er nie gefragt hat. Er setzt sich auf den Hocker davor, nicht um zu spielen, sondern weil der Hocker der einzige Platz im Zimmer ist, von dem aus man die Kerze sehen kann, ohne den Fjord im Rücken zu haben. Die Flamme brennt ruhig, kein Luftzug in diesem Haus um diese Stunde, und Anders schaut sie an, ohne einen Gedanken festzuhalten, weil die Gedanken heute flach sind wie das Licht draußen und genauso wenig ausrichten. Draußen schlägt das Wasser in kurzen, geduldigen Stößen gegen die Pfähle der alten Anlegestelle, drinnen antwortet die Heizung mit ihrem Tropfen, und das Haus atmet in einem Rhythmus, der nichts mit Anders zu tun hat und dem er trotzdem zuhört. Die Kerze brennt herunter, gleichmäßig, ohne Eile, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen und macht kein Licht, weil der Moment es nicht verlangt und weil er gelernt hat, Momente nicht zu überreden. Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist kein Entschluss, der gefällt wurde, sondern die stille Feststellung, dass der Grund zum Fahren nicht existiert, zumindest nicht in einer Form, die schwerer wiegt als der Grund zu bleiben, der auch nicht existiert. Mettes Satz hängt noch im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die Antwort, wenn es eine gibt, lautet nicht nichts, sondern genau das: dieses Haus, dieser Tropfen, dieser Fjord, diese Stille, die keine Abwesenheit von etwas ist, sondern eine Anwesenheit von allem, was übrigbleibt, wenn man aufgehört hat, es anders zu wollen. Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne den Übergang, den Schnee anderswo macht, einfach plötzlich da, als hätte der Himmel entschieden, dass Erklärungen heute nicht nötig sind. Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden in dem Moment, in dem sie ankommen, spurlos, als wäre das Fallen selbst der einzige Zweck, nicht das Liegen, nicht das Bleiben. Anders sitzt im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der klarste Satz, den dieser Abend anbietet: dass manches nur dann gehört werden kann, wenn man aufgehört hat, auf etwas Hörbares zu warten. == 84 == 1 -------------------- Die Angel Es ist Mittwoch. Der Himmel ist grau. Es regnet. Kari sitzt am Steuer. Jon sitzt neben ihr. Sie fahren schweigend. Der alte Volvo ist kalt. Der Scheibenwischer quietscht. Kari schaltet ihn auf schnell. Es hilft nicht viel. Jon öffnet das Fenster einen Spalt. Die Luft riecht nach Meer. Kari sagt nichts. Jon sagt auch nichts. Sie kennen die Straße gut. Sie sind hier aufgewachsen. Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. Sie müssen seine Sachen holen. Der Bootsschuppen steht am Wasser. Er ist alt und grau. Das Holz ist morsch. Kari parkt das Auto. Sie steigen aus. Der Regen ist kalt. Sie haben keinen Schirm. Die Tür des Schuppens klemmt. Jon tritt zweimal dagegen. Die Tür geht auf. Es riecht nach altem Holz. Es riecht nach Zigaretten. Kari bleibt an der Tür stehen. Jon geht hinein. An der Wand hängt eine Schwimmweste. Darunter stehen Gummistiefel. Größe 45 – die Größe des Vaters. Kari sieht auf den Boden. Der Regen trommelt auf das Blechdach. Jon dreht sich langsam um. An der Wand hängen zwei Nägel. An den Nägeln hängt eine Angel. Jon nimmt sie herunter. Die Schnur ist verwickelt. Der Haken ist rostig. Jon hält die Angel in beiden Händen. Er bewegt sich nicht. Kari tritt näher. Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. Sie fühlt das alte Holz. Sie gibt sie zurück. „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. Ihre Stimme ist ruhig. Jon nickt. Er legt die Angel auf die Werkbank. Dann sehen sie sich um. Ein Kalender hängt an der Wand – 2019. Ein Kanister steht in der Ecke. Zwei rostige Haken liegen auf dem Boden. Das ist alles. Jon geht zur Tür. Kari folgt ihm. Sie stehen wieder draußen im Regen. Jon schließt das Vorhängeschloss. Es klickt. Kari hält den Schlüssel in der Faust. Sie geht zum Wasser. Sie wirft den Schlüssel weit in den Fjord. Es macht ein leises Geräusch. Der kleine Kreis auf dem Wasser verschwindet sofort. Kari dreht sich nicht um. Jon auch nicht. Sie gehen zum Auto zurück. Jon setzt sich ans Steuer. Er startet den Motor. Der Scheibenwischer läuft wieder. Er quietscht wie vorher. Sie fahren. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Angel Es ist ein Mittwoch im November, und der Regen fällt seit dem Morgen. Kari fährt, weil Jon keinen Führerschein mehr hat. Der alte Volvo riecht nach feuchtem Stoff und kaltem Kaffee. Jon sitzt still auf dem Beifahrersitz und schaut aus dem Fenster. Die Straße ist leer, und die Bäume rechts und links sind schwarz vor Nässe. Der Scheibenwischer quietscht bei jeder dritten Bewegung. Kari stört das, aber sie sagt nichts. Sie denkt daran, dass sie diese Strecke als Kind oft gefahren ist. Damals hat sie sich auf dem Rücksitz gesetzt und die Wolken gezählt. Jetzt zählt sie die Minuten bis zum Schuppen. Jon öffnet das Fenster einen Spalt, obwohl es kalt ist. Die Luft, die hereinkommt, riecht nach Salz und nassem Gras. Kari schaltet den Wischer auf die schnelle Stufe, aber es hilft kaum. Sie parkt das Auto auf dem schmalen Weg vor dem Schuppen. Der Schuppen steht nah am Wasser, und seine Holzwände sind dunkel und feucht. Sie steigen aus, ohne etwas zu sagen. Der Regen trifft ihre Jacken sofort. Die Tür des Schuppens klemmt, wie immer. Jon tritt zweimal dagegen, und beim zweiten Mal geht sie auf. Der Geruch kommt sofort – altes Holz, feuchte Asche, Tabak. Kari bleibt einen Moment an der Schwelle stehen, weil sie atmen muss. Der Geruch ist nicht unangenehm, aber er trifft sie an einer Stelle, die sie nicht erwartet hat. Jon geht hinein, ohne sich umzusehen. An der Wand hängt eine alte Schwimmweste mit einem gerissenen Riemen. Darunter stehen Gummistiefel in Größe 45, und sie stehen gerade, als ob jemand sie gerade ausgezogen hat. Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste, die neben der Tür steht. Das Holz gibt ein leises Geräusch von sich, aber es hält. Der Regen trommelt auf das Wellblechdach, laut und gleichmäßig. Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um. An der Wand, zwischen zwei rostigen Nägeln, hängt eine Angel. Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich hin. Die Schnur ist verwickelt, und der Haken am Ende ist braun vor Rost. Er dreht die Angel in den Händen, als ob er sie zum ersten Mal sieht. Kari steht auf und tritt näher, weil sie sehen möchte, was er hält. Sie nimmt die Angel kurz aus seiner Hand, ohne zu fragen. Das Holz fühlt sich leicht und trocken an, obwohl alles andere im Schuppen feucht ist. Sie gibt sie zurück und sagt: „Den nehmen wir nicht mit." Ihre Stimme klingt ruhiger, als sie sich fühlt. Jon nickt einmal, ohne sie anzusehen. Er legt die Angel vorsichtig auf die alte Werkbank, die an der hinteren Wand steht. Dann sehen sie sich im Schuppen um, weil sie wissen, dass sie fertig sein müssen. Ein Kalender von 2019 hängt schief an einem Nagel neben der Tür. Ein halbleerer Benzinkanister steht in der Ecke, und zwei Haken liegen auf dem Boden. Das ist alles, was ihr Vater hier gelassen hat. Kari nimmt den Kalender und steckt ihn in ihre Jackentasche, ohne zu erklären warum. Jon sieht es, sagt aber nichts. Sie gehen gemeinsam nach draußen, und der Regen ist jetzt stärker als vorher. Jon zieht die Tür zu und legt das Vorhängeschloss ein. Es klickt mit einem kurzen, harten Geräusch. Kari steht ein paar Schritte weiter und schaut auf den Fjord. Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam, als ob es müde wäre. Sie holt den Schlüssel aus ihrer Tasche und hält ihn kurz in der Hand. Dann wirft sie ihn weit über das Wasser, mit dem ganzen Arm. Der Schlüssel macht ein leises Geräusch, als er auf die Oberfläche trifft. Ein kleiner Kreis entsteht auf dem Wasser, und er verschwindet sofort. Kari dreht sich um, ohne auf das Wasser zu warten. Jon ist schon beim Auto. Er setzt sich auf den Fahrersitz, und Kari setzt sich daneben. Er startet den Motor, ohne zu fragen, ob sie fertig ist. Sie ist fertig. Der Scheibenwischer läuft an, und er quietscht wie auf der Hinfahrt. Kari legt die Hände auf die Knie und schaut geradeaus. Jon fährt langsam zurück auf die Straße. Die Bäume stehen wieder rechts und links, nass und schwarz. Keiner spricht, aber diesmal fühlt sich das Schweigen anders an. Nicht leerer – nur stiller. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Angel Der Regen hatte seit dem frühen Morgen nicht aufgehört, und als Kari den Motor startete, wusste sie, dass der Tag nicht besser werden würde. Jon war pünktlich gewesen, was sie überrascht hatte, denn er war selten pünktlich. Er hatte eine Tasche dabei, die zu groß war für das, was sie holen würden. Kari hatte nichts gefragt. Sie fuhren die Küstenstraße, die sie beide auswendig kannten, ohne darüber zu reden. Der Fjord lag links von ihnen, grau und flach, und das Wasser sah aus wie altes Glas. Jon hatte das Fenster einen Spalt geöffnet, obwohl es kalt war, und Kari ließ es so. Der Scheibenwischer lief auf der zweiten Stufe und quietschte bei jeder Rückkehr, ein Geräusch, das sich nach einer Weile in den Hintergrund schob, ohne ganz zu verschwinden. Kari dachte daran, dass ihr Vater diesen Wischer nie hatte reparieren lassen, obwohl er es jedes Jahr vorhatte. Der Schuppen stand am Ende eines schmalen Feldwegs, der im Herbst immer aufweichte. Kari parkte, bevor der Weg zu schlammig wurde, und sie gingen den Rest zu Fuß. Der Regen traf sie sofort, kalt und gleichmäßig, wie etwas, das keine Meinung hat. Die Tür des Schuppens klemmte, wie sie es erwartet hatte. Jon trat einmal dagegen, dann nochmal fester, und beim zweiten Mal gab sie nach. Der Geruch kam wie ein Schlag – nicht unangenehm, aber dicht und unmittelbar: altes Holz, das sich vollgesogen hatte mit Jahren aus Tabakrauch und Salzluft, dazu etwas Süßliches, das Kari nicht benennen konnte und auch nicht benennen wollte. Sie blieb an der Schwelle stehen, während Jon hineinging. Er bewegte sich langsam, fast vorsichtig, als ob der Boden nachgeben könnte. An der Wand hing eine Schwimmweste mit einem langen Riss am Kragen. Darunter standen die Gummistiefel – Größe 45, aufrecht, als hätte sie jemand erst gestern dort hingestellt. Kari sah auf die Stiefel und dachte daran, wie oft sie als Kind auf diese Größe gewartet hatte, auf den Moment, wo die Schritte im Flur aufhörten und die Tür aufging. Jetzt würde die Tür nie mehr aufgehen. Jon stand in der Mitte des Raums und schaute zur hinteren Wand. Zwischen zwei Nägeln hing eine Angel, die Schnur lose aufgewickelt und verknotet, der Haken am Ende rotbraun vor Rost. Er nahm sie herunter, ohne zu zögern, und hielt sie mit beiden Händen, so wie man etwas hält, das man nicht fallen lassen will, obwohl man nicht weiß warum. Kari trat näher und sah ihm dabei zu. Er drehte die Angel langsam, betrachtete die Schnur, den Haken, das alte Holz des Griffs. Sie streckte die Hand aus, und er gab sie ihr, ohne aufzusehen. Das Holz war glatt und leicht, trockener als alles andere im Schuppen. Sie hielt sie einen Moment, länger als nötig, dann legte sie sie auf die Werkbank. „Den nehmen wir nicht mit", sagte sie. Es klang nicht wie eine Frage und nicht wie eine Erklärung. Jon sah kurz auf die Angel, dann nickte er. Sie durchsuchten den Rest des Schuppens schweigend und ohne Eile. Ein Kalender von 2019 hing schief an der Wand, aufgeschlagen auf März. Ein Benzinkanister, halb voll, stand in der Ecke neben einem Eimer ohne Boden. Zwei Haken lagen auf dem Boden, rostig wie der an der Angel. Kari steckte den Kalender ein, weil der März ihr Geburtsmonat war und weil sie es konnte. Als sie nach draußen traten, war der Regen stärker geworden. Jon zog die Tür zu und hängte das Vorhängeschloss ein, und das Klicken des Schlosses war das lauteste Geräusch seit Stunden. Kari stand ein paar Schritte vom Schuppen entfernt und schaute auf den Fjord, der jetzt dunkler war als auf der Hinfahrt, fast schwarz am Rand. Sie holte den Schlüssel aus der Tasche, wog ihn kurz in der Hand, und warf ihn dann mit einem weiten, entschlossenen Schwung ins Wasser. Er traf die Oberfläche ohne Lärm, fast zögerlich, und der Kreis, den er hinterließ, war klein und verschwand, bevor Kari ihn richtig gesehen hatte. Sie gingen zum Auto zurück, ohne sich umzudrehen. Jon setzte sich ans Steuer, und Kari ließ es zu, weil sie nicht mehr fahren wollte. Er startete den Motor, legte den Gang ein und fuhr langsam auf die Straße. Der Scheibenwischer lief wieder an, quietschte wieder, wie auf der Hinfahrt. Kari lehnte den Kopf gegen das Seitenfenster und spürte die Vibration des Motors. Draußen zog die Küste vorbei, grau und nass, und der Fjord blieb links von ihnen, breit und still, ohne Erinnerung an den Schlüssel. Jon schaltete das Radio ein, ließ es aber sofort wieder aus. Das Schweigen, das blieb, war kein schlechtes Schweigen. Es war das Schweigen von zwei Menschen, die dasselbe wissen und nichts mehr klären müssen. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Angel Der Regen hatte in der Nacht begonnen, leise und beharrlich, und als Kari am Morgen das Rollo hochzog, sah sie, dass die Straße vor dem Haus bereits blank und schwarz glänzte wie poliertes Leder. Sie hatte schlecht geschlafen, nicht wegen des Regens, sondern wegen des Termins, der seit drei Wochen in ihrem Kalender stand und sich in dieser Zeit nicht kleiner gemacht hatte. Jon hatte sie um acht angerufen, um zu sagen, dass er pünktlich sei, und Kari hatte sich dabei ertappt, dass sie gehofft hatte, er würde absagen. Die Fahrt verlief schweigend, so wie die meisten Dinge zwischen ihnen seit Jahren verliefen – nicht feindselig, aber mit einer Distanz, die so lang eingeübt war, dass keiner mehr wusste, wer sie zuerst eingeführt hatte oder warum. Der alte Volvo roch nach dem feuchten Stoff der Sitzbezüge und nach dem Kaffee, den Jon in einem Pappbecher mitgebracht und nach zwei Schlucken im Getränkehalter vergessen hatte. Kari fuhr die Küstenstraße, die sie seit ihrer Kindheit kannte, ohne darüber nachzudenken, die Kurven saßen in ihren Händen wie alte Texte, die man nicht mehr lesen, aber immer noch sprechen kann. Der Fjord lag linker Hand, ausgebreitet und beinahe reglos, seine Oberfläche von oben aufgehämmert durch den Regen, der auf dem Wasser ein gleichmäßiges, flaches Muster erzeugte, das kein Ende hatte. Jon hatte das Seitenfenster einen Spalt weit geöffnet und ließ die feuchte Luft hereinströmen, ohne zu fragen, und Kari drehte das Heizungsrad eine Kerbe höher, ohne es zu kommentieren. Der Scheibenwischer störte sie, weil er beim Rücklauf ein helles Quietschen erzeugte, das an einen Nagel erinnerte, der über eine Tafel gezogen wird, und weil ihr Vater diesen Wischer seit mindestens sechs Jahren nicht hatte reparieren lassen, obwohl er jedes Frühjahr davon gesprochen hatte. Kari hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da es keine Rolle mehr spielte, verstand sie es noch weniger. Sie parkten am Beginn des Feldwegs, weil der Schlamm zu tief war, um weiterzufahren, und gingen die letzten hundert Meter zu Fuß durch den Regen, der ihnen keine Möglichkeit ließ, trocken zu bleiben, und dem gegenüber ein Schirm nur eine Art höflichen Protest gewesen wäre. Der Schuppen stand am Wasserrand, kleiner als Kari ihn in Erinnerung hatte, obwohl sie wusste, dass sich nicht der Schuppen verändert hatte. Seine Holzwände hatten die Farbe von nassem Torf angenommen, und das Wellblechdach hatte an zwei Stellen Beulen, die wie geschlossene Augen aussahen. Die Tür klemmte, weil das Holz im feuchten Herbst quoll, wie es das immer getan hatte. Jon trat zweimal dagegen – konzentriert, ohne Wut – und beim zweiten Mal gab sie nach, mit einem Geräusch, das halb Stöhnen und halb Kapitulation war. Der Geruch, der ihnen entgegenkam, war so vollständig und so unvermittelt, dass Kari für einen Moment stillstand und nicht hineinging: Holz, das jahrelang Tabakrauch aufgesogen hatte, darunter Motoröl, Salz, und etwas Schweres, Süßliches, das sich nicht benennen ließ, das aber trotzdem sofort und eindeutig nach ihrem Vater roch. Jon trat ein, ohne sich umzusehen, und Kari folgte ihm nach einem Atemzug, den sie bewusst machte. An der Wand hing die Schwimmweste, die sie seit ihrer Kindheit kannte – orangefarben, inzwischen ausgeblichen zu einem stumpfen Lachsrosa, der Klettverschluss am Kragen gerissen und nie ersetzt, weil ihr Vater Dinge reparierte, die kaputt waren, und Dinge, die nutzlos waren, eben ließ. Darunter die Gummistiefel, Größe 45, gerade und aufrecht hingestellt mit einer Sorgfalt, die der Rest des Schuppens nicht kannte, und deren Anblick bei Kari etwas auslöste, das sie nicht als Trauer hätte bezeichnen wollen, das aber auch kein anderes Wort hatte. Jon stand an der hinteren Wand und schaute nach oben, und als Kari sah, was er sah, verstand sie sofort, warum er nicht weiterging. Zwischen zwei Nägeln hing die Angel – dieselbe Angel, die sie als Kinder auf dem Steg gesehen hatten, wenn ihr Vater früh aufstand und sie schliefen, und die er mitnahm ohne ein Wort, und die abends wieder an denselben Nägeln hing, wenn er zurückkam, schweigend und vollständig abwesend. Die Schnur war in losen, ungleichmäßigen Windungen aufgerollt und an mehreren Stellen verknotet, der Haken am Ende zu einem dunkelbraunen Rost oxidiert, der wie Kruste auf altem Brot aussah. Jon nahm sie herunter – langsam, mit beiden Händen – und hielt sie vor sich, nicht wie ein Werkzeug und nicht wie eine Erinnerung, sondern wie etwas, das sich noch nicht entschieden hatte, was es sein wollte. Kari beobachtete ihn, ohne sich zu bewegen, und sie sah an seiner Haltung, an der Art, wie seine Schultern leicht abfielen und wie er den Kopf neigte, dass er gerade versuchte, etwas in Worte zu fassen, dem er keine geben konnte. Sie trat näher und streckte die Hand aus, und er gab ihr die Angel ohne Zögern. Das Holz des Griffs war glatt und trocken, fast warm, und es war das einzige, was in diesem Schuppen so fühlte, als ob jemand es regelmäßig berührt hatte. Sie hielt die Angel länger, als sie vorgehabt hatte. Dann legte sie sie auf die Werkbank und sagte: „Den nehmen wir nicht mit." Es war kein Satz, der eine Antwort brauchte, und Jon gab keine. Er nickte nur, einmal, kurz, mit einer Endgültigkeit, die sie beide erleichterte. Sie durchsuchten den Schuppen ohne Plan und ohne Gespräch – öffneten eine Kiste, die leer war, kontrollierten den Benzinkanister, der halb voll war, sahen sich den Kalender an, der auf März 2019 stand und an dem niemand weitergeblättert hatte. Zwei rostige Haken lagen auf dem Boden, ohne erkennbaren Zweck, wie viele Dinge ihres Vaters. Kari nahm den Kalender, weil der März ihr Geburtsmonat war, und weil es das Einzige war, das sie mitnehmen konnte, ohne das Gewicht des ganzen Raums zu tragen. Draußen hatte der Regen zugenommen, und er fiel jetzt schräg und ohne Pause, so dass die Oberfläche des Fjords aussah wie aufgewühlter Schotter. Jon zog die Schuppentür zu und legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten des Schlosses war das sauberste, entschlossenste Geräusch des Tages. Kari stand einige Schritte entfernt am Ufer, den Schlüssel in der rechten Hand, und betrachtete den Fjord, der an diesem Tag keine Farbe hatte außer dem Grau, das alle anderen Graus enthielt. Sie ließ dem Moment keine Länge, holte mit dem Arm aus und warf den Schlüssel in einem weiten, gleichmäßigen Bogen über das Wasser, als hätte sie es geübt. Das Aufprallgeräusch war fast nichts, ein leises Tock, und der Kreis, den er hinterließ, weitete sich kurz aus und verschwand dann, als wäre er nie gewesen. Sie gingen zum Auto, und keiner von beiden drehte sich um. Jon nahm den Schlüssel, und Kari ließ ihn fahren, weil sie nicht mehr die Kraft hatte, die Hände auf dem Lenkrad zu halten und gleichzeitig geradeaus zu schauen. Er fuhr schweigend, ruhig, mit einer Sorgfalt, die er sonst selten zeigte. Der Scheibenwischer lief an und quietschte, wie auf der Hinfahrt, und Kari lehnte den Kopf gegen das Fenster und ließ das Geräusch zu, weil es das letzte war, das noch an nichts erinnerte außer an einen alten Wischer, der nie repariert worden war und es jetzt auch nicht mehr werden würde. Die Küste glitt am Fenster vorbei, nass und grau und vertraut, und der Fjord begleitete sie, breit und gleichgültig, bis die Straße ihn aus dem Blick nahm. Jon schaltete das Radio kurz ein, und als Musik kam, schaltete er es wieder aus. Das Schweigen, das zurückblieb, hatte eine andere Qualität als das der Hinfahrt – nicht die angespannte Stille zweier Menschen, die etwas vermeiden, sondern die ruhigere, schwerere Stille zweier Menschen, die dasselbe verloren haben und es jetzt wissen, ohne dass einer den anderen danach fragen müsste. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Angel Der Regen, der in der Nacht begonnen hatte, gehörte zu jener beharrlichen nordischen Art, die nicht stürmt und nicht dramatisiert, sondern einfach fällt, Stunde um Stunde, mit der gleichmütigen Ausdauer eines Phänomens, das keinen Grund braucht und keine Entschuldigung. Kari hatte ihn gehört, bevor sie wach war, hatte ihn in den letzten Schichten des Schlafs als etwas wahrgenommen, das von außen kommt und innen bleibt, und als sie schließlich aufstand und das Rollo hochzog, sah sie, dass er die Welt in etwas verwandelt hatte, das glatt und abweisend war wie eine Oberfläche, auf der nichts haftet. Jon saß bereits im Wagen, als sie hinunterkam, die Hände im Schoß, den Blick auf einen Punkt gerichtet, der außerhalb des Fahrzeugs und außerhalb des Augenblicks lag, und Kari bemerkte, dass er eine Tasche mitgebracht hatte, größer als nötig, so als hätte er sich in der Nacht eine Vorstellung davon gemacht, was er mitnehmen würde, und diese Vorstellung beim Aufwachen still und ohne Szene wieder aufgegeben. Sie fragte nicht danach. Es gab Fragen zwischen ihnen, die nicht gestellt wurden, weil beide die Antworten kannten, und solche, die nicht gestellt wurden, weil keine der Antworten etwas verändert hätte. Die Küstenstraße kannte Kari mit einer Körperlichkeit, die über das Gedächtnis hinausging – die leichte Neigung vor der zweiten Kurve, die kurze Gegensteigung danach, die Stelle, wo das Leitplankenmetall immer rostet, weil das Salzwasser dort hochzieht – und sie fuhr, ohne zu denken, während Jon neben ihr saß und das Fenster einen Spalt öffnete, die feuchte Luft hereinließ, die nach Seetang roch und nach etwas Mineralischem, das man nicht genau benennen kann und das trotzdem sofort und unweigerlich nach diesem Küstenstreifen riecht, nach diesem spezifischen Abschnitt Erde und Wasser zwischen dem ersten und dem neunten Lebensjahr. Kari drehte die Heizung höher, und Jon ließ das Fenster, wie es war, und dieser unausgesprochene Kompromiss war, ohne dass einer von ihnen es wusste, der einzige Moment auf der Hinfahrt, in dem sie dasselbe wollten. Der Scheibenwischer störte sie, weil er bei jedem Rückhub ein helles, schleifendes Quietschen erzeugte, das an die spezifische Unannehmlichkeit eines Geräusches erinnerte, das nicht wehtut, aber nicht aufhört, und weil dieser Wischer seit Jahren nicht repariert worden war, obwohl ihr Vater jedes Frühjahr, meistens im März, wenn das Licht wieder stärker wurde und man das Auto öfter brauchte, sagte, er müsse das erledigen, und es dann nicht erledigte, weil immer etwas anderes kam oder weil er, was wahrscheinlicher war, die kleinen unreparierten Dinge brauchte, um sich vorzustellen, dass noch Zeit war, sie zu reparieren. Sie parkten vor dem Feldweg, weil der Schlamm ab dort zu tief war, und gingen die letzten hundert Meter durch den Regen, der auf ihre Jacken fiel wie etwas, das keine Böswilligkeit kennt und daher auch keine Rücksicht – gleichmäßig, ausdauernd, vollkommen indifferent gegenüber dem Anlass ihrer Anwesenheit. Der Schuppen, den Kari zuletzt im Sommer gesehen hatte, war kleiner als in ihrer Erinnerung, was nicht stimmte und was sie trotzdem dachte, weil Erinnerungen nicht skalieren, sondern bedeuten, und weil dieser Schuppen in ihrer Kindheit mehr Raum eingenommen hatte als seine Grundfläche. Die Holzwände hatten die Farbe angenommen, die altes, feuchtes Holz annimmt – ein Graubraun, das sich nicht mehr steigert, das am Ende aller Verwitterungsprozesse liegt wie ein letzter, ruhiger Satz nach einem langen Text. Die Tür klemmte, weil das Holz im Herbstregen gequollen war, und Jon trat zweimal dagegen, nicht mit Ungeduld, sondern mit der präzisen, kraftsparenden Entschlossenheit eines Mannes, der seit zwanzig Jahren körperlich arbeitet und weiß, wie viel Kraft eine Tür braucht und wie viel davon Frustration wäre. Was ihnen entgegenkam, als die Tür nachgab, war weniger ein Geruch als ein Zustand – eine Dichte aus Jahrzehnten von Tabakrauch, der sich in die Holzfasern gefressen hatte, aus Motoröl, das irgendwann verschüttet worden war und nie ganz verschwunden war, aus Salzluft, die durch jede Ritze der Wände zog, und darunter, als Grundton, den man erst nach einem Moment wahrnahm, etwas Organisches, Schweres, das sich nicht aus seinen Bestandteilen zusammensetzen ließ und das Kari, ohne es zu wollen, als vollständig und untrennbar mit ihrem Vater verband. Sie blieb an der Schwelle stehen und atmete einmal durch, bewusst, fast methodisch, weil sie gelernt hatte, dass der erste Moment immer der ist, der entscheidet, wie viel Kontrolle man über den Rest des Tages behält. Jon stand vor der hinteren Wand, und Kari sah sofort, was er sah, noch bevor sie herangetreten war: die Angel, die zwischen zwei Nägeln hing, die Schnur in unregelmäßigen Windungen aufgerollt, an mehreren Stellen verknotet, wie etwas, das aufgehört hat, Ordnung zu behaupten, ohne aufgehört zu haben, da zu sein. Der Haken am Ende war zu einem tiefen, matten Rotbraun oxidiert, und die Farbe hatte die Gleichmäßigkeit und Endgültigkeit angenommen, die entsteht, wenn ein Prozess so lange läuft, dass er sich nicht mehr als Prozess zeigt, sondern als Zustand, als Eigenschaft, als das, was die Sache nun einmal ist. Jon nahm die Angel herunter – langsam, mit beiden Händen – und die Art, wie er sie hielt, sagte mehr als alles, was er an diesem Tag gesagt hatte: leicht vorgebeugt, die Schultern etwas abgefallen, den Kopf geneigt, als lauschte er auf etwas, das die Angel vielleicht noch sendete und das er vielleicht noch empfangen konnte. Kari sah ihm zu, ohne sich zu bewegen, und sie erkannte in seiner Haltung etwas, das sie an ihm nicht oft gesehen hatte – nicht Trauer, weil Trauer eine Richtung hat, und das hier hatte keine, es war eher ein Innehalten, ein kurzes Anhalten jener Bewegung vorwärts, die das Leben verlangt und die man irgendwann so automatisch vollzieht, dass man vergisst, dass es auch Momente gibt, in denen man steht. Sie trat neben ihn und streckte die Hand aus, ohne zu erklären, was sie damit vorhatte, und er gab ihr die Angel mit einer Selbstverständlichkeit, die bedeutete, dass er verstanden hatte, was gemeint war, bevor sie selbst es hätte benennen können. Das Holz des Griffs war glatt und trocken und leichter als sie erwartet hatte, und diese Leichtigkeit traf sie auf eine Weise, für die sie keine Kategorie besaß, weil das Leichte manchmal schwerer zu halten ist als das Schwere. Sie legte die Angel auf die Werkbank, ohne weiter darüber nachzudenken, und sagte: „Den nehmen wir nicht mit" – einen Satz, der keine Begründung enthielt, weil jede Begründung ihn kleiner gemacht hätte. Jon nickte einmal, und dieses Nicken war das Einverständnis mit etwas, das größer war als die Entscheidung über eine verrostete Angel in einem aufzulösenden Schuppen. Den Rest erledigten sie mit der stillen Effizienz zweier Menschen, die dasselbe gelernt haben, auch wenn sie es an verschiedenen Orten gelernt haben: eine leere Kiste, ein halbvoller Benzinkanister, zwei Haken ohne Verwendung, ein Kalender von 2019, aufgeschlagen auf März, der Monat, in dem Kari Geburtstag hatte und in dem ihr Vater in diesem Jahr, soweit sie wusste, nie daran gedacht hatte. Sie nahm den Kalender und steckte ihn ein, und es war keine sentimentale Geste, sondern das Gegenteil davon: der Versuch, etwas zu behalten, das noch keinen Schmerz hatte, bevor der Schmerz ankam und alles in seine Nähe zog. Draußen fiel der Regen jetzt schräg, getrieben von einem Wind, der aufgekommen war, während sie drinnen gewesen waren, und er peitschte gegen ihre Jacken mit einer Direktheit, die kein Mitgefühl kannte und keines zu kennen brauchte. Jon legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten, hart und endgültig, war genau das Geräusch, das dieser Moment gebraucht hatte, ohne dass jemand darum gebeten hatte – eine Schließung, die nicht laut sein musste, um vollständig zu sein. Kari stand einige Schritte entfernt, am Ufer des Fjords, und hielt den Schlüssel, der kalt war und kleiner wirkte, als er hätte wirken sollen für das, was er darstellte und was er ab jetzt nicht mehr darstellen würde. Sie warf ihn ohne Zögern und ohne Zeremonie, mit dem ganzen Arm, in einem langen, gleichmäßigen Bogen über das aufgewühlte Wasser, und das Geräusch, das er beim Aufprall machte, war kaum mehr als ein Flüstern – ein kurzes, sofortiges Verschwinden in einer Oberfläche, die sich sofort schloss, als wäre nichts gewesen, was eine Art Wahrheit war, wenn man bereit war, sie anzunehmen. Sie gingen zum Auto, ohne sich umzudrehen, und Kari ließ Jon fahren, weil sie die Hände nicht mehr auf dem Lenkrad haben wollte, nicht heute, nicht auf dieser Strecke. Er fuhr mit einer Sorgfalt, die er im Alltag selten zeigte, als ob er wüsste, dass dieser Rückweg etwas war, das man nicht unnötig erschüttern sollte. Der Scheibenwischer lief an und quietschte, genau wie auf der Hinfahrt, und Kari, die das Geräusch seit einer Stunde nicht mehr gehört hatte, bemerkte jetzt, dass es sie nicht mehr störte, oder dass sie beschlossen hatte, es nicht mehr stören zu lassen, was auf dasselbe hinauslief. Sie lehnte den Kopf gegen das Fenster und beobachtete, wie die Küste an ihr vorbeizog, nass und grau und vollständig vertraut, eine Landschaft, die keine Rücksicht auf die nahm, die durch sie fuhren, und die genau deshalb verlässlich war in einer Art, die Menschen es selten sind. Jon schaltete das Radio ein, drei Sekunden lang, und dann wieder aus, und die Stille, die zurückblieb, war nicht dieselbe, die sie auf der Hinfahrt gehabt hatten – keine vermiedene Stille, keine aufgeschobene, keine, die auf etwas wartete, sondern die ruhige, schwere, angemessene Stille zweier Menschen, die etwas getan haben, das getan werden musste, und die jetzt nebeneinander sitzen in dem Wissen, dass es erledigt ist, und in dem gleichzeitigen, stillen Wissen, dass erledigt nicht bedeutet, dass es aufhört. == 85 == 1 -------------------- Elena kommt mit dem Bus ins Dorf. Die Hitze trifft sie sofort. Es ist September, aber die Luft brennt noch. Sie trägt eine kleine Tasche und eine große Müdigkeit. Zehn Jahre ist sie nicht mehr hier gewesen. Die Gassen sind enger, als sie sie in Erinnerung hat. Die Häuser sind kleiner. Der Marktplatz riecht nach Tomaten und Staub. Elena bleibt stehen, weil sie Lachen hört. Es ist ein Lachen, das sie kennt. Carlo steht vor einer Werkstatt. Er hat die Ärmel hochgekrempelt. Seine Arme sind schwarz von Schmiere. Er lacht mit einem anderen Mann. Elena atmet tief. Sie dreht sich nicht weg, aber sie geht auch nicht hin. Ihr Magen zieht sich zusammen. Sie kauft Tomaten auf dem Markt, weil sie etwas tun muss. Die alte Frau am Stand sieht sie lange an. Dann sagt sie: „Du bist die Tochter von Lucia." Elena nickt nur. Am Abend geht sie zu Carlos Haus. Die Treppe knarrt, wie früher. Carlo öffnet die Tür. Er sieht sie an, und er sagt nichts. Dann sagt er leise: „Du siehst aus wie deine Mutter." Elena antwortet nicht. Sie schlägt ihn mit der flachen Hand ins Gesicht. Carlo hält sich nicht die Wange. Er schaut sie nur an, die Augen dunkel. Es gibt keine Entschuldigung in seinem Blick. Elena geht die Treppe wieder hinunter. Ihre Hände zittern ein bisschen. Sie raucht eine Zigarette vor dem Haus ihrer Mutter. Die Straße ist leer. Um ein Uhr in der Nacht klopft jemand an die Tür. Es ist Carlo. Er sagt kein Wort, er macht nur eine Geste. Sie folgt ihm, weil sie es immer getan hat. In der Garage stehen zwei alte Autositze. Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie. Sie trinken, und sie reden wenig. Dann greift Carlo nach ihrer Hand. Seine Finger sind rau und warm. Elena lässt es zu. Sie spürt ihren eigenen Herzschlag im Hals. „Matteo fragt nie nach mir", flüstert sie. Carlo sagt: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert." Er macht eine kurze Pause. Dann sagt er: „Das hat mir mein Vater nie gezeigt." Elena nimmt die Hand weg. Sie stellt das Weinglas auf den Boden. Sie sagt nichts mehr in dieser Nacht. Am nächsten Morgen wacht Elena früh auf. Es ist noch dunkel draußen. Sie packt ihre Tasche schnell. Dann geht sie nicht zum Bahnhof. Sie geht zum Haus von Signora Grazia. Das Licht in der Küche brennt schon. Elena schaut durch das Fenster. Matteo sitzt am Tisch. Er tunkt Brot in Milch. Er ist groß geworden. Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. Er lächelt. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas. Sie steht eine Minute lang so. Dann dreht sie sich um. Sie geht zum Bahnhof, ohne zu klingeln. Der Zug kommt pünktlich. Sie steigt ein. Die Sonne geht auf, als der Zug fährt. Elena schaut aus dem Fenster, aber sie sieht nichts. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Elena steigt aus dem Bus, und der Geruch des Dorfes trifft sie wie ein Schlag. Es riecht nach reifen Tomaten, nach heißem Stein und nach altem Öl. Sie weiß sofort, woher der Ölgeruch kommt. Die Werkstatt ist noch da, gleich um die Ecke, genau wie vor zehn Jahren. Elena stellt ihre Tasche auf den Boden und zündet sich eine Zigarette an. Sie raucht langsam, weil sie Zeit braucht, bevor sie weitergeht. Dann hört sie das Lachen, und ihre Hand hält kurz inne. Es ist Carlos Lachen, tief und ein bisschen zu laut, wie immer. Sie dreht den Kopf nicht, aber sie sieht ihn trotzdem. Er steht unter einer Motorhaube, die Arme voller Schmiere, und lacht mit einem jungen Kerl. Elena drückt die Zigarette aus und nimmt ihre Tasche wieder. Sie geht am Marktplatz vorbei, ohne links oder rechts zu schauen. Die alte Frau vom Gemüsestand ruft ihren Namen, aber Elena tut so, als hört sie es nicht. Das Haus ihrer Mutter riecht nach Staub und nach einem Leben, das aufgehört hat. Elena öffnet die Fenster, weil die Luft stickig ist und sie atmen muss. Sie setzt sich an den Küchentisch und legt die Hände flach auf das Holz. Das Holz ist kalt, obwohl draußen noch Hitze ist. Am Abend beschließt sie, zu Carlos Mutter zu gehen, weil das der Grund ist, warum sie wirklich hier ist. Die Treppe zum ersten Stock knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen, weil sie etwas zählen muss. Carlo öffnet die Tür, nicht seine Mutter, und für einen Moment sagen beide nichts. Er ist älter geworden, aber seine Augen sind gleich, dunkel und ruhig wie ein Tier. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und seine Stimme klingt fast freundlich. Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn. Die Hand trifft seine Wange, und das Geräusch ist lauter als erwartet. Carlo bewegt sich nicht, er hält sich nicht die Wange, er sagt kein Wort. Er schaut sie an, und in seinem Blick ist keine Reue, aber auch keine Wut. Das ist das Schlimmste, denkt Elena, die fehlende Wut. Sie dreht sich um und geht die Treppe hinunter, ohne auf eine Reaktion zu warten. Draußen ist die Luft jetzt kühler, und der Himmel ist voller Sterne. Elena geht zum Haus ihrer Mutter zurück und trinkt alleine ein Glas Wein. Sie schläft nicht, weil die Nacht zu still ist und ihre Gedanken zu laut. Um kurz nach eins klopft es an die Tür, leise, zweimal. Sie weiß, wer es ist, bevor sie aufmacht. Carlo steht im Dunkeln, eine Weinflasche in der Hand, und wartet einfach. Elena zieht die Tür weiter auf, weil sie keine Kraft mehr hat, Nein zu sagen. Sie gehen zusammen in die Werkstatt, ohne ein Wort darüber zu verlieren. In der Garage stehen zwei alte Autositze, die Carlo irgendwann aus einem Wrack geholt hat. Er öffnet die Flasche und gibt ihr das erste Glas, und sie trinken im Stehen. Dann setzen sie sich, und die Stille zwischen ihnen ist nicht unangenehm. Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen. Seine Finger sind rau, die Haut trocken und dunkel an den Knöcheln. Elena schaut auf ihre beiden Hände und denkt, dass sie früher jünger aussahen. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie, und ihre Stimme klingt flacher als sie möchte. Carlo trinkt einen Schluck, bevor er antwortet. „Ich bringe ihm bei, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt." Er macht eine kurze Pause und fügt hinzu: „Meinem Vater hat das niemand beigebracht." Elena nimmt ihre Hand weg und stellt das Glas neben den Autositz. Sie sagt nichts, weil es nichts zu sagen gibt, das nicht schon gesagt ist. Sie bleibt noch eine Stunde, dann geht sie alleine zurück. Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche, schnell und ohne zu zögern. Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter im Dunkeln besser kennt. Dann geht sie nicht zum Bahnhof, sondern zuerst zur Straße von Signora Grazia. Das Licht in der Küche brennt schon, obwohl es noch früh ist. Elena stellt sich ans Fenster und schaut hinein. Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch und schaut dabei auf nichts Bestimmtes. Er ist groß geworden, größer als sie erwartet hat, mit Carlos Schultern und ihrer Nase. Signora Grazia streicht ihm über den Kopf, und der Junge lässt es zu, ohne aufzublicken. Elena drückt die Stirn gegen das Glas, und das Glas ist kalt und fest. Sie bleibt genau eine Minute, dann löst sie sich und geht. Am Bahnhof kauft sie ein Ticket nach Mailand und wartet auf einer Metallbank. Der Zug kommt pünktlich, wie immer in dieser Richtung. Elena steigt ein, stellt die Tasche in die Ablage und setzt sich ans Fenster. Als der Zug anfährt, geht die Sonne gerade auf, orange und groß über den Hügeln. Sie schaut hin, weil sie hinschauen muss. Aber die Sonne wärmt sie nicht, und das Licht ist nur Licht. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Elena erinnert sich an den Geruch des Dorfes, aber sie hatte vergessen, wie körperlich er ist – wie er sich in die Nase drängt, bevor man überhaupt Zeit hat, sich zu wappnen. Der Bus hält am Rand des Platzes, und sie steigt als letzte aus. Reifen Tomaten, heißer Stein, Motoröl – das Dorf hat sich nicht verändert, nur sie. Sie zieht die Sonnenbrille tiefer ins Gesicht und geht langsam, weil schnelles Gehen hier verdächtig wirkt. Schon nach zwanzig Schritten hört sie sein Lachen, und ihr Körper reagiert schneller als ihr Verstand. Carlo steht vor der Werkstatt, die Ärmel bis zu den Ellbogen gekrempelt, Schmiere auf den Unterarmen, und erklärt einem jungen Kerl irgendetwas an einem Motor. Er hat zugenommen, aber er trägt es gut, wie Männer es manchmal tun, die körperlich arbeiten. Elena geht am Markt vorbei, kauft nichts, grüßt niemanden, und das Haus ihrer Mutter empfängt sie mit der besonderen Stille, die Wohnungen haben, in denen jemand gestorben ist. Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung und sitzt dann lange am Küchentisch, die Hände gefaltet wie in einer Kirche. Später am Abend steht sie vor Carlos Tür, in dem geblümten Kleid, das sie absichtlich mitgenommen hat, ohne sich selbst zu erklären, warum. Er öffnet, und sein Blick wandert einmal an ihr herunter und wieder hinauf, ruhig und ohne Eile. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und es klingt nicht gemein, aber es ist gemein. Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn, flach mit der Hand, so wie man jemanden schlägt, den man zehn Jahre lang nicht schlagen konnte. Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Hand gegen die Wange, er verändert nur leicht den Ausdruck. In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, als hätte er damit gerechnet, irgendwann, irgendwo. Elena dreht sich um und geht die Treppe hinunter, die Knie ein bisschen weich, die Hände fest zur Faust geschlossen. Sie raucht drei Zigaretten hintereinander auf der Bank vor dem Haus ihrer Mutter und schaut dabei in eine Gasse, die ins Nichts führt. Als er kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster und hat ihn schon die Straße heraufkommen sehen. Er hält eine Flasche Rotwein in der Hand wie eine Entschuldigung, die er nicht aussprechen will. Sie lässt ihn herein, ohne etwas zu sagen, weil Schweigen zwischen ihnen immer ehrlicher war als Reden. In der Garage sitzen sie auf zwei ausgedienten Autositzen, die nach altem Leder und Benzin riechen, und trinken aus Gläsern, die Carlo aus seiner Jacke zieht. Das Licht ist schwach, eine nackte Glühbirne, die mehr Schatten wirft als Helligkeit. Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen, ob sie das möchte. Elena schaut auf diese Hand, die rau ist und warm und so vertraut, dass es wehtut. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, weil der Satz seit Jahren in ihr wartet. Carlo trinkt, bevor er antwortet, und sie kennt diese Geste, dieses kurze Kaufen von Zeit. „Ich zeige ihm, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat." Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie trotzdem, weil sie sie hineinhört. Sie zieht die Hand langsam zurück und stellt ihr Glas auf den Betonboden. Sie bleibt noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet, und Entscheidungen Kraft kosten, die sie nicht hat. Dann geht sie, und er begleitet sie nicht, was das Richtige ist. Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit den schnellen, sicheren Bewegungen von jemandem, der sich lange auf diesen Moment vorbereitet hat. Das Haus ihrer Mutter wird sie verkaufen, das hat sie entschieden, aber heute denkt sie nicht daran. Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern den langen Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt. Das Licht brennt schon, wie immer zu dieser frühen Stunde, und durch das Glas sieht Elena ihren Sohn. Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, konzentriert auf diese kleine Handlung, als wäre sie die einzige Sache auf der Welt. Er hat Carlos Schultern und ihre Art, den Kopf leicht zu neigen, wenn er nachdenkt. Signora Grazia steht hinter ihm, legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses schläfrige Morgenlächeln. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und schließt die Augen für einen Moment. Sie atmet einmal, zweimal, und beim dritten Atemzug zieht sie sich zurück. Am Bahnhof kauft sie einen Kaffee aus dem Automaten, der schlecht schmeckt, und trinkt ihn trotzdem. Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, als würde sie verhindern wollen, dass sie wegfliegt. Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, groß und orange, und taucht die Felder in ein Licht, das man auf Postkarten druckt. Elena schaut hin, weil es schön ist und weil man hinschauen muss, wenn etwas schön ist. Aber das Licht erreicht sie nicht, es bleibt an der Fensterscheibe hängen wie an einer Grenze, die sie selbst gezogen hat. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Der Bus hält mit einem Seufzen, als wäre er selbst erleichtert, diese Strecke hinter sich gebracht zu haben, und Elena steigt als letzte aus, weil sie sich nicht beeilen will. Zehn Jahre sind eine lange Zeit, aber der Geruch des Dorfes wartet nicht auf Vorbereitung – er ist einfach da, sofort, körperlich, unverhandelbar. Tomaten, Staub, Motoröl, und darunter noch etwas, das sich nicht benennen lässt, vielleicht das Dorf selbst, seine besondere Art zu existieren. Elena schiebt die Sonnenbrille zurecht und geht langsam, mit der gleichgültigen Haltung von jemandem, der nur kurz durchreist und keine Geschichte hier hat. Das Lachen trifft sie nach zwanzig Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper erinnert sich, obwohl sie ihm das nicht erlaubt hat. Carlo steht vor der Werkstatt, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere bedeckt, und erklärt einem jungen Mann etwas an einem aufgeklappten Motor, mit dieser Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt. Er hat sich verändert, aber nur so, wie Dinge sich verändern, die von innen heraus wachsen, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm gehört. Elena kauft nichts auf dem Markt, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, als wäre es ein Recht. Das Haus ihrer Mutter hat die spezifische Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat. Sie öffnet die Fenster, trinkt Leitungswasser, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach aufs Holz legt, wirken ihr fremd, zu ruhig für das, was in ihr vorgeht. Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren schon hatte und das sie dennoch eingepackt hat, ohne sich selbst eine ehrliche Erklärung dafür zu geben. Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen nicht, weil sie sie auswendig kennt, ohne es zu wollen. Er öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, was schlimmer ist als Eile. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die nicht grausam klingt, was bedeutet, dass er nicht weiß, wie grausam es ist. Elena schlägt ihn, bevor sie entschieden hat, es zu tun, flach mit der Hand, mit der ganzen angesammelten Kraft von zehn Jahren, in denen sie es nicht konnte. Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die gerötete Wange, er verändert nur den Ausdruck leicht, als würde er eine Information verarbeiten. In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist das, was Elena am meisten trifft. Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter, die Knie merkwürdig weich, und draußen raucht sie drei Zigaretten in einer Reihe, ohne sie wirklich zu schmecken. Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür deswegen nicht abgesperrt hat. Carlo hält eine Weinflasche wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache. Die Werkstatt riecht nach altem Gummi, Benzin und dem speziellen Geruch von Metall, das lange bearbeitet wurde, und die nackte Glühbirne wirft mehr Schatten als Licht. Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, und das hat etwas Vertrautes, das wehtut. Als Carlo seine Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Verräter. Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel, und sie sind so unverändert, dass Elena einen Moment lang die Zeit vergisst. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn im Stillen so oft geprobt hat. Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Wählen von Worten, das bei ihm nie Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken. „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der nicht rückgängig zu machen ist." Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie, weil sie sie hineinlegt, weil sie nicht anders kann, seit zehn Jahren nicht. Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas auf den Betonboden, und die Bewegung hat die Endgültigkeit einer Entscheidung, auch wenn sie noch eine Stunde bleibt. Sie bleibt, weil Aufstehen Kraft kostet, die sie sich erst zusammensuchen muss, und weil die Nacht draußen zu still ist für das, was sie erwartet. Dann geht sie, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, was er je für sie getan hat. Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist. Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit besser kennt als im Hellen, was ihr, als sie es bemerkt, die Kehle zuschnürt. Dann geht sie den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und sie lügt sich nicht an, dass es Zufall ist. Das Licht in der Küche brennt bereits, orange und warm hinter dem beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche an den Körper gezogen. Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Schlaf ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer. Er hat Carlos Schultern, ihre Nase, und eine Art, den Kopf zu neigen, wenn er in Gedanken ist, die von keinem von beiden kommt und doch von beiden. Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf, lächelt dieses kurze, warme Morgenlächeln, das Kinder haben, bevor der Tag sie einholt. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment ist da nur das Glas, die Kälte, der Herzschlag. Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das die einzige Bewegung ist, die ihr noch gehört. Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen bedeuten würde, anzukommen. Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen. Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange, und taucht die Felder in das schwere, schöne Licht des frühen Morgens, das man auf Postkarten druckt und in Memoiren beschreibt. Elena schaut hin, weil es schön ist und weil Schönheit eine Pflicht hat, bemerkt zu werden, auch wenn man sie nicht empfangen kann. Das Licht bleibt an der Scheibe, es wärmt das Glas, aber nicht sie, und der Zug fährt weiter, durch Dörfer, die kleiner werden, bis sie verschwinden. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Der Bus hält mit einem hydraulischen Seufzen am Rand des Platzes, und Elena bleibt sitzen, bis die anderen Fahrgäste ausgestiegen sind, weil sie das Ankommen noch einen Moment lang aufschieben will. Zehn Jahre sind keine abstrakte Zahl, das weiß sie jetzt, da der Geruch des Dorfes durch die geöffnete Tür hereindrängt – Tomaten, Staub, warmer Stein und darunter, kaum wahrnehmbar, das Öl von Carlos Werkstatt, die gleich um die Ecke beginnt. Sie steigt als letzte aus, stellt die Tasche auf das Pflaster, und der September schlägt ihr die Hitze entgegen wie etwas, das auf sie gewartet hat. Das Lachen trifft sie nach wenigen Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper reagiert mit einer Unmittelbarkeit, die jeden Gedanken an Kontrolle vorläufig suspendiert. Carlo steht vor der offenen Werkstatttür, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere eingerieben, und erklärt einem jungen Mechaniker etwas an einem aufgeklappten Motor, mit jener gleichmütigen Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt und nie besessen hat. Er hat sich verändert auf die Weise, auf die Männer sich verändern, wenn die Zeit ihnen etwas gibt statt nimmt, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm selbstverständlich zusteht. Elena geht am Marktplatz vorbei, ohne innezuhalten, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, mit der Lautstärke und Berechtigung von jemandem, der glaubt, ein Recht auf Antworten zu haben. Das Haus ihrer Mutter hat die besondere Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat, und diese Stille ist keine Abwesenheit von Geräusch, sondern eine Anwesenheit von etwas Schwerem. Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach auf das alte Holz legt, kommen ihr fremd vor, zu ruhig, zu beherrscht für das, was darunter arbeitet. Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das vor zehn Jahren ihres war und das sie trotzdem eingepackt hat, ohne sich selbst die Ehrlichkeit zuzumuten, zu erklären, warum. Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt an denselben Stellen wie früher, und dieses Wissen, das ihr Körper besitzt ohne Erlaubnis ihres Verstands, macht ihr bewusst, wie tief einige Dinge sitzen. Carlo öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, wandert an ihr herunter und wieder hinauf mit einer Ruhe, die schlimmer ist als jede Eile, weil Ruhe bedeutet, dass er sich sicher fühlt. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die das nicht als Grausamkeit meint, was es zur vollständigsten Grausamkeit macht, die er ihr zufügen könnte. Elena schlägt ihn, bevor der Entschluss dazu fertig gedacht ist, flach mit der Hand, mit einer Kraft, die sich aus zehn Jahren aufgestaut hat, in denen sie es nicht konnte, nicht durfte, nicht wollte. Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die rote Stelle, er verändert nur minimal den Ausdruck, als würde er eine Information registrieren, die er irgendwann erwartet hat. In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist die eigentliche Verletzung, tiefer als alles, was sie sich vorgestellt hatte. Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter mit Knien, die merkwürdig nachgeben, und draußen raucht sie drei Zigaretten hintereinander, ohne sie zu schmecken, die Augen auf eine Gasse gerichtet, die nirgendwohin führt. Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür aus genau diesem Grund nicht abgesperrt hat, einer Tatsache, der sie sich nicht stellt. Carlo hält eine Flasche Rotwein wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat und dass das auch keine Lösung wäre, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache, die sie beiden beherrschten. Die Werkstatt riecht nach Gummi, Benzin und dem spezifischen Geruch von Metall, das über Jahre mit menschlichen Händen in Kontakt war, und die nackte Glühbirne an der Decke wirft Licht, das mehr erklärt als erhellt. Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, weil er nichts wegwirft, was noch Funktion hat, und trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, als wäre das normal. Als er die Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Körperverrat, der sich um keine ihrer Entscheidungen schert. Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel von eingearbeitetem Öl, das kein Waschen mehr vollständig entfernt, und sie sind so vollständig unverändert, dass die Zeit für einen Moment aufhört, linear zu sein. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn so viele Male im Stillen gesagt hat, dass er seine scharfen Kanten verloren hat, ohne seinen Inhalt zu verlieren. Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Abwiegen von Worten, das bei ihm keine Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken, was ihn, trotz allem, zu einem besseren Menschen macht als sie. „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er schließlich, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der sich nicht rückgängig machen lässt." Er meint es ohne Ironie, das weiß sie, aber sie kann nicht aufhören, sie zu hören, weil sie seit zehn Jahren in allem sucht, was er sagt, und weil das ihres ist, nicht seins. Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas mit einer Sorgfalt auf den Betonboden, als wäre das Glas zerbrechlich, obwohl sie weiß, dass sie es nicht ist, und dann bleibt sie noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet. Die Entscheidung kommt schließlich von selbst, wie Entscheidungen kommen, wenn man aufgehört hat, auf sie zu warten, und sie geht, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, das er je für sie getan hat, und das Traurigste. Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist, dem Zögern zu viel gekostet hat, über zu viele Jahre. Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit vollständiger kennt als im Hellen, und diese Erkenntnis, als sie sie formuliert, schnürt ihr die Kehle zu. Sie nimmt den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und lügt sich nicht an, dass es Zufall ist oder Gewohnheit oder irgendetwas anderes als das, was es ist. Das Licht in der Küche brennt bereits, warm und orange hinter dem leicht beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche fest an den Körper gezogen, als könnte das Festhalten an einem Gegenstand das Zittern verhindern. Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Traum ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer, mit Carlos Schultern und ihrer Nase und einer Art, den Kopf zu neigen, die von keinem von beiden kommt und von beiden. Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses kurze, vollständige Morgenlächeln von jemandem, dem die Welt noch in Ordnung ist. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment gibt es nur das Glas, die Kälte, den Herzschlag, und das genügt nicht, aber es ist alles. Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das Lösen die einzige Bewegung ist, die ihr noch vollständig gehört, und geht. Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch und Plastik schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen eine Ankunft bedeuten würde, zu der sie sich nicht bereit erklärt. Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die keine Geschichte mit uns haben, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen wie um etwas, das nicht entkommen soll. Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange und so schön, dass es fast eine Zumutung ist, und taucht die Felder und die weißen Häuser in das schwere, goldene Licht, das man auf Postkarten druckt, weil man es festhalten will, weil es sich nicht festhalten lässt. Elena schaut hin, weil Schönheit eine stille Pflicht hat, wahrgenommen zu werden, auch und gerade dann, wenn man sie nicht empfangen kann, wenn zwischen einem und der Welt ein Glas ist, das man selbst eingezogen hat. Der Zug fährt weiter, die Hügel werden kleiner und dann flacher und dann verschwinden sie, und die Sonne steigt höher und hört auf, schön zu sein und wird nur noch Licht, und das Licht wärmt die Scheibe, aber nicht sie. == 86 == 1 -------------------- Das Porzellan Maureen ist sechsundfünfzig Jahre alt. Sie putzt Wohnungen in London. Das macht sie seit zwanzig Jahren. Die Wohnungen sind in Kensington. Dort wohnen reiche Leute. Ihr neuer Kunde heißt Lord Archibald Pemberton. Alle nennen ihn Archie. Er ist achtundsiebzig Jahre alt. Seine Wohnung ist in der Montpelier Street. Archie hat einen alten Schlüssel an Maureen gegeben. Nein – er hat ihn ihr „geliehen". Das ist ein Unterschied für ihn. Maureen kommt jeden Montag. Sie schließt die Tür auf und geht hinein. In der Küche steht das Teegeschirr schon auf dem Tisch. Archie hat es hervorgeholt. Er macht das jedes Mal. Maureen hat aber keine Zeit für Tee. Sie bindet ihre Schürze um. Archie steht im Flur und lächelt. „Ah, Maureen. Der Kronleuchter wackelt wieder." Maureen schaut nach oben. Der Kronleuchter wackelt nicht. „Ich schau später", sagt sie. Dann geht sie ins Badezimmer. Sie schrubbt die Wanne und wischt den Boden. Archie kommt in die Tür. Er hat ein Glas Sherry in der Hand. Er erzählt von seinem Vater. Sein Vater hat mit Churchill gegessen. Er erzählt von einem Pferd. Das Pferd hieß Wellington. Er erzählt von früher. Maureen hört zu. Sie sagt „Mhm" und „Aha". Das macht sie seit Jahren so. Archie fragt: „Sind Sie zufrieden, Maureen?" Sie dreht sich um. „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie. Archie versteht nicht, dass das keine Antwort ist. Er lächelt und geht wieder in den Salon. Maureen wischt weiter. Eine Woche später kommt Maureen wieder. Archie sitzt am Esstisch. Er trägt seinen Morgenmantel. In seinen Händen ist ein Brief. Sein Gesicht ist rot. Die Hände zittern ein bisschen. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er. Giles ist sein Sohn. Er ist Banker in der City. Archies Stimme ist klein und kaputt. Maureen sieht ihn an. Dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard. Sie geht hin. Sie nimmt ein Glas. Sie schenkt sich Sherry ein. Das erste Mal in zwanzig Jahren. Sie setzt sich ihm gegenüber. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie. „Das ist nicht dasselbe, aber …" Sie trinkt. Archie schluchzt leise. Maureen sagt nichts mehr. Sie sitzt einfach da. Das ist genug. Eine Woche später klingelt Maureen an der Tür. Sie hat eine Tupperdose dabei. Darin sind Scones – selbst gebacken. Sie sind ein bisschen zu braun, aber sie sind warm. Archie öffnet die Tür. Seine Augen sind noch ein bisschen rot. Aber sein Kragen ist sauber gebügelt. Maureen stellt die Dose auf den Küchentisch. „Setzen Sie sich", sagt sie. „Ich mache Tee." Archie setzt sich. Er nimmt einen Scone und zerbröckelt ihn auf dem Teller. Maureen gießt den Tee ein – zuerst der Tee, dann die Milch. Sie setzt sich neben ihn. „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt sie. Archie lächelt. „Ich weiß", sagt er. Sie essen die Scones. Draußen fährt ein Bus vorbei. Die Wohnung ist still. Aber sie ist nicht mehr leer. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Das Porzellan Maureen ist sechsundfünfzig, und sie putzt seit zwanzig Jahren die Wohnungen reicher Leute. Die meisten ihrer Kunden wohnen in Kensington, wo die Straßen sauber und die Türen schwer sind. Ihr neuester Kunde ist Lord Archibald Pemberton, den alle nur Archie nennen. Er ist achtundsiebzig Jahre alt und wohnt allein in einer großen Wohnung in der Montpelier Street. Die Wohnung ist voller alter Möbel, alter Bilder und altem Porzellan, das niemand benutzt. Archie hat Maureen einen Schlüssel gegeben – oder besser gesagt: Er hat ihr einen Schlüssel „geliehen". Jeden Montag kommt Maureen, schließt die Tür auf und geht direkt in die Küche. Das Teegeschirr steht jedes Mal schon auf dem Tisch, obwohl Maureen nie Zeit für Tee hat. Sie bindet ihre Schürze um und beginnt zu arbeiten, während Archie aus dem Schlafzimmer kommt. „Ah, Maureen", sagt er, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" Maureen schaut kurz nach oben, aber der Kronleuchter hängt völlig ruhig an der Decke. „Ich schau später", sagt sie, und geht ins Badezimmer, bevor er weitersprechen kann. Sie schrubbt die Wanne, wischt den Spiegel und putzt den Boden, während Archie in der Tür steht. Er hat ein Sherryglas in der Hand und erzählt von seinem Vater, der einmal mit Churchill gegessen hat. Dann erzählt er von einem Pferd namens Wellington, das angeblich das schnellste in ganz Hampshire war. Maureen antwortet mit „Mhm" und „Aha", weil sie gelernt hat, dass das meistens reicht. Manchmal fragt Archie sie etwas, aber er wartet selten auf die Antwort. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?", fragt er plötzlich, und sie dreht sich um. „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie, und Archie nickt, als wäre das eine Antwort auf seine Frage. Er geht zurück in den Salon, und Maureen macht weiter – sie hat noch drei andere Kunden an diesem Tag. Das Porzellan im Regal staubt sie immer zuletzt ab, weil es viel Zeit kostet und sehr zerbrechlich ist. Die Tassen haben goldene Ränder, und manche sind schon leicht angeschlagen. Archie sagt nie, wem das Porzellan gehört hat, aber Maureen vermutet: seiner Frau. Eine Woche später kommt Maureen wie immer, aber diesmal ist es anders in der Wohnung. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, und auf dem Tisch liegt ein geöffneter Brief. Sein Gesicht ist gerötet, seine Hände zittern, und er schaut nicht auf, als Maureen reinkommt. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme klingt wie die eines alten Mannes. Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und Archie spricht selten gut über ihn. Maureen bleibt stehen, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard. Sie geht langsam zum Sideboard, nimmt ein Glas und schenkt sich ein – das erste Mal in zwanzig Jahren. Dann setzt sie sich Archie gegenüber und stellt das Glas auf den Tisch zwischen ihnen. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie ruhig. „Das ist natürlich nicht dasselbe, aber …" Sie trinkt einen Schluck, und Archie schluchzt leise, ohne das Gesicht zu heben. Maureen sagt nichts mehr, weil es nichts gibt, was in diesem Moment helfen würde. Sie sitzt einfach da, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille im Zimmer stehen. Draußen fährt ein Auto vorbei, und irgendwo in der Wohnung tickt eine alte Uhr. Nach einer Weile steht Maureen auf, bindet ihre Schürze um und fängt an zu putzen. Archie bleibt am Tisch sitzen, aber seine Hände zittern nicht mehr ganz so stark. In der nächsten Woche denkt Maureen manchmal an Archie, wenn sie in anderen Wohnungen putzt. Sie denkt daran, wie er am Tisch saß, und wie sein Kragen schief war, und wie er nicht weinte, sondern nur zitterte. Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie müde ist und eigentlich früh schlafen wollte. Sie werden ein bisschen zu braun, aber sie riechen gut, und das ist, wie Maureen entscheidet, genug. Am nächsten Montag klingelt sie an der Tür, weil es sich diesmal richtig anfühlt zu klingeln. Sie hat eine Tupperdose in der Hand, und als Archie öffnet, sieht er zuerst die Dose, dann sie. Seine Augen sind noch leicht gerötet, aber sein Kragen ist frisch gebügelt – das fällt Maureen sofort auf. „Setzen Sie sich", sagt sie, „ich mache Tee." Archie setzt sich ohne ein Wort, nimmt einen Scone aus der Dose und bricht ihn langsam auseinander. Maureen füllt den Wasserkocher, stellt Tassen hin und sucht kurz nach dem Tee, weil sie ihn nicht sofort findet. Sie gießt ein – zuerst den Tee, dann die Milch – und setzt sich neben Archie an den Tisch. Eine Weile sitzen sie so, essen die Scones und trinken Tee, ohne zu sprechen. Dann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an, und zum ersten Mal seit Wochen lächelt er – ein echtes, kleines Lächeln. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz, und dann ist es wieder still. Die Wohnung riecht nach Tee und warmen Scones, und das Porzellan im Regal steht ruhig in der Sonne. Es ist nicht viel, aber es ist genug. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie fragt, was sie beruflich macht, sagt sie „Reinigungskraft", weil „Putzhilfe" sich nach etwas anhört, das man verleiht. Seit zwanzig Jahren fährt sie jeden Morgen mit der U-Bahn nach Kensington, wo die Häuser so aussehen, als hätten sie nie etwas Schmutziges berührt – was natürlich eine Lüge ist. Ihre Kunden wechseln selten, weil Maureen sorgfältig ist, pünktlich ist und nie fragt, was nicht ihre Sache ist. Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, „eine eigene Kategorie". Er ist achtundsiebzig, trägt jeden Tag Krawatte, und seine Wohnung in der Montpelier Street riecht nach Bienenwachs, altem Leder und dem hartnäckigen Geruch von Sherry. Das Porzellan im Salon – weiß, goldgerändert, für mindestens sechzehn Personen – hat Maureen in einem Jahr nicht ein einziges Mal benutzt gesehen. Sie staubt es trotzdem jede Woche ab, weil es auf der Liste steht und weil Archie leise unruhig wird, wenn sie es überspringt. Der Schlüssel, den er ihr gegeben hat, liegt in ihrer Jackentasche neben dem Busticket – er hat ihn ihr „geliehen", wie er betont, was bedeutet, dass er sich die Möglichkeit offenhält, ihn zurückzufordern, obwohl alle wissen, dass er das nie tun wird. Wenn Maureen montagmorgens die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, obwohl Archie weiß, dass sie nie bleibt, und obwohl er das seit einem Jahr weiß. „Ah, Maureen", sagt er dann aus dem Flur, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, und jedes Mal hängt der Kronleuchter vollkommen reglos an der Decke, als hätte er noch nie gewackelt und als würde er es auch nie tun. „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und geht ins Badezimmer, weil das Bad immer zuerst kommt und weil sie keine Lust hat, über Kronleuchter zu sprechen. Archie folgt ihr bis in die Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen und fängt an zu erzählen, das Sherryglas schon in der Hand, obwohl es erst halb zehn Uhr morgens ist. Er erzählt von seinem Vater, der mit Churchill zu Abend gegessen haben soll, von einem Pferd namens Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal hintereinander gewonnen hat, von der Zentralheizung, die „entschieden zu warm" eingestellt sei, und von Zeiten, in denen man noch wusste, wie man sich benahm. Maureen schrubbt die Wanne und antwortet mit „Mhm" und „Aha" im richtigen Abstand, weil sie gelernt hat, dass Archie nicht wirklich eine Antwort will, sondern ein Gegenüber. Einmal fragt er sie unvermittelt: „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – und sie dreht sich um, sieht ihn an und sagt: „Das Putztuch ist langsam zu dünn." Er nickt ernsthaft, als hätte sie die Frage beantwortet, und geht zurück in den Salon. Das ist der Rhythmus, der sich zwischen ihnen eingespielt hat, und Maureen findet ihn nicht unangenehm – er ist vorhersehbar, und Vorhersehbarkeit ist unterschätzt. An einem Montag Mitte November ist alles anders, bevor Maureen noch die Schürze umgebunden hat. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was sie noch nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, dessen Umschlag auf den Boden gefallen ist. Seine Hände liegen flach auf dem Tisch, als müsste er sich festhalten, und sein Gesicht hat die Farbe von jemandem, der eine schlechte Nachricht noch nicht ganz aufgenommen hat, aber schon weiß, dass sie wahr ist. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken. Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und taucht in Archies Erzählungen fast nie auf – was Maureen, die viel beobachtet und wenig fragt, als Zeichen gewertet hat. Sie steht einen Moment in der Küche, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard, dann wieder Archie, und dann macht sie etwas, das sie selbst überrascht: Sie geht zum Sideboard, nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es und setzt sich ihm gegenüber. In zwanzig Jahren hat sie den Sherry immer abgelehnt – höflich, aber bestimmt – und Archie hat jedes Mal genickt, als hätte er nichts anderes erwartet. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch gerichtet. „Das ist natürlich nicht dasselbe – ich weiß, dass es nicht dasselbe ist –, aber …" Sie trinkt, und der Satz bleibt unfertig im Raum, was vielleicht das Ehrlichste ist, was sie in diesem Moment sagen kann. Archie schluchzt einmal, kurz und unterdrückt, wie jemand, dem Weinen unangenehm ist. Maureen sagt nichts mehr – nicht, weil ihr nichts einfällt, sondern weil sie weiß, dass Worte in solchen Momenten meistens mehr für den Sprechenden sind als für den Zuhörer. Sie sitzt, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille stehen, bis Archie sich mit dem Ärmel des Morgenmantels das Gesicht wischt und schweigend den Brief zusammenfaltet. In der darauffolgenden Woche denkt Maureen öfter an ihn als sonst – nicht mit Mitleid genau, eher mit der Art Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht ganz versteht, aber auch nicht vergessen kann. Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie seit dem Tod ihrer Mutter kaum noch gebacken hat und obwohl die Küche in ihrer kleinen Wohnung in Brixton nicht die richtige Größe dafür ist. Die Scones werden etwas zu braun, aber sie sind warm, als sie sie in die Tupperdose legt, und Wärme, denkt Maureen, ist meistens wichtiger als Aussehen. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie einen Schlüssel hat, weil es sich diesmal nicht richtig anfühlt, einfach reinzugehen. Archie öffnet die Tür, gekleidet, den Kragen frisch gebügelt, die Augen leicht gerötet, aber der Gesichtsausdruck derjenige eines Mannes, der beschlossen hat, weiterzumachen. Maureen stellt die Tupperdose wortlos auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher und sucht kurz nach dem Tee, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat. „Setzen Sie sich", sagt sie, und er setzt sich, ohne zu fragen warum. Sie trinken Tee und essen Scones, und keiner von beiden sagt etwas, was bedeutsam klingt oder bedeutsam sein will. Irgendwann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an – eine Sekunde, zwei –, und dann lächelt er, das erste echte Lächeln, das Maureen je bei ihm gesehen hat. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Scheiben zittern kurz, und in der Stille danach ist die Wohnung dieselbe wie immer – und doch nicht mehr ganz dieselbe. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, sagt sie „Reinigungskraft" mit einer Bestimmtheit, die jeden Nachfrage im Keim erstickt, weil das Wort „Putzhilfe" ihrer Meinung nach nach etwas klingt, das man stundenweise verleiht und das keine eigene Meinung haben muss. Sie kennt Kensington so gut wie ihren eigenen Handteller – die Risse im Pflaster der Onslow Gardens, den Geruch der Hecken nach Regen, die Art, wie die Fassaden dieser Gegend Würde vortäuschen, als wäre das eine Leistung. Seit zwanzig Jahren bewegt sie sich durch diese Straßen mit dem ruhigen Selbstbewusstsein einer Frau, die weiß, dass sie in den Häusern ihrer Kunden mehr sieht als diese jemals von sich selbst wissen werden. Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist die komplizierteste Aufgabe, die sie in zwei Jahrzehnten gehabt hat – nicht wegen der Arbeit, sondern wegen der Stille, die zwischen den Sätzen in dieser Wohnung hängt wie Staub, den man nicht wegwischen kann, ohne ihn aufzuwirbeln. Er ist achtundsiebzig, trägt täglich Krawatte mit einem Knoten, der Übung verrät, wohnt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die früher für eine Familie gedacht war und jetzt hauptsächlich die Abwesenheit eben dieser Familie dokumentiert. Das Porzellan im Salon – weißes Meißner Service, goldgerändert, für sechzehn Personen, hinter Glas in einem Schrank, der sich nur mit einem kleinen Messingschlüssel öffnet – ist Maureens aufwendigstes wöchentliches Ritual und das einzige Objekt in der Wohnung, bei dem Archie stumm wird, wenn sie es anfasst, stumm und sehr aufmerksam. Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat gesagt „meiner Frau", und das war das Ende des Gesprächs, so vollständig und endgültig, dass Maureen seitdem nicht mehr fragt, sondern einfach das Tuch nimmt und wischt und darauf achtet, die Tassen mit beiden Händen zu halten. Den Schlüssel, den Archie ihr gegeben hat, bezeichnet er beharrlich als „geliehen", ein Wort, das juristisch eine Rückgabepflicht impliziert, praktisch aber nur bedeutet, dass er die Vorstellung eines Besitzrechts braucht, das er nicht länger hat – über die Wohnung, über seinen Sohn, über seine Zeit. Wenn Maureen montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, trotz des Wissens beider Parteien, dass daraus nie Tee wird: ein kleines, hartnäckiges Missverständnis, das sich zwischen ihnen eingerichtet hat wie ein stiller Untermieter, den keiner offiziell eingeladen hat. „Ah, Maureen", sagt Archie aus dem Flur, und in dieser Begrüßung steckt die gesamte Erleichterung eines Mannes, dem der Montag lang geworden ist, „der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, weil sie jedes Mal hofft, dass er diesmal recht haben könnte, und jedes Mal hängt der Kronleuchter reglos und schwer wie ein Kronzeuge, der verweigert auszusagen. „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und betritt das Badezimmer, das mit seiner viktorianischen Armaturen und dem schweren Marmorboden mehr Pflege verlangt, als Archie je wissen wird. Er folgt ihr bis zur Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen mit der lässigen Selbstverständlichkeit eines Mannes, der keine Grenzen kennt, die er selbst nicht gezogen hat, und beginnt seinen Wochenbericht, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl die Sonne kaum über den Dächern steht. Seine Geschichten haben eine feste Dramaturgie: zuerst der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll bei einer Gelegenheit, die mit jeder Wiederholung illustrer wird; dann das Pferd Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal gewann; dann die Gegenwart, die er behandelt wie einen Hausgast, der zu lange geblieben ist und den man nicht direkt bitten kann zu gehen. Maureen schrubbt, wischt und hört zu mit der Disziplin einer Frau, die verstanden hat, dass Zuhören eine Form von Arbeit ist, die man leisten kann, ohne sich selbst dabei zu verbrauchen, solange man die Distanz wahrt zwischen dem, was gehört wird, und dem, was einen angeht. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er manchmal, und es ist die einzige, bei der sie kurz innehält, nicht weil sie die Antwort nicht wüsste, sondern weil die Frage von einem Mann kommt, der selbst keine befriedigende Antwort darauf hätte. „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt ernsthaft, als wäre das eine philosophische Position, die Respekt verdient, und geht zurück in den Salon. An einem Montag Mitte November, als der Himmel über Kensington die Farbe von altem Zeitungspapier hat, ist die Wohnung anders, bevor Maureen noch die Tür hinter sich geschlossen hat – eine Schwere in der Luft, die man nicht benennen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Wohnungen kennt wie sie: die Schwere von etwas, das bereits passiert ist. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was Maureen in einem Jahr nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, als hätte er ihn mit einer Geste aufgemacht, die keine Rücksicht auf den Inhalt nehmen wollte. Seine Hände liegen flach auf der Tischplatte, als brauchten sie den Widerstand der Oberfläche, und sein Gesicht zeigt den Ausdruck eines Mannes, der eine Niederlage noch nicht eingeräumt hat, obwohl er sie längst begriffen hat. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme hat die Textur von etwas, das lange trocken gelegen hat und beim ersten Anfassen zerbricht. Giles, den Maureen nur aus Archies gelegentlichen, stets abgebrochenen Erwähnungen kennt, ist Investmentbanker in der City und offenbar ein Mann, der Entscheidungen trifft, die sich wie Türen anfühlen, die man von innen zuwirft. Maureen steht in der Küche und betrachtet Archie mit der Aufmerksamkeit, die man Dingen widmet, deren Fragilität man erst in diesem Moment vollständig ermisst, dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und etwas in ihr trifft eine Entscheidung, die sie dem Verstand nicht vorlegt, weil sie weiß, dass er Einwände hätte. Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Präzision einer Frau, die keine Bewegung verschwendet, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren nicht als jemand, der bezahlt wird zu bleiben, sondern als jemand, der beschlossen hat, es trotzdem zu tun. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas zwischen beiden Händen haltend wie etwas, das Wärme bewahren soll, „das ist natürlich nicht dasselbe, und ich will nicht so tun, als wäre es dasselbe – aber es gibt Momente, in denen man versteht, dass Kinder uns so sehen, wie sie uns sehen wollen, und nicht so, wie wir sind." Der Satz endet nicht sauber, weil solche Sätze nie sauber enden, und Maureen trinkt, anstatt ihn fertigzustellen, weil das Unfertige manchmal ehrlicher ist als jede Pointe. Archie schluchzt einmal – kurz, fast unhörbar, wie jemand, der das Weinen als Schwäche gelernt hat und trotzdem gerade nicht anders kann –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet, nicht mit der gespannten Erwartung von jemandem, der helfen will, sondern mit der ruhigen Gegenwart von jemandem, der gelernt hat, dass Anwesenheit manchmal das Einzige ist, was man anbieten kann, das wirklich zählt. In der darauffolgenden Woche denkt sie öfter an ihn als an irgendeinen ihrer anderen Kunden – nicht mit Mitleid, das wäre zu einfach, und nicht mit Zuneigung, das wäre zu viel, sondern mit der Art stiller Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht vollständig versteht, und die man deshalb nicht loslässt. Am Donnerstagabend backt sie Scones in der kleinen Küche ihrer Wohnung in Brixton, nach dem Rezept ihrer Mutter, das sie auswendig kennt und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter lange nach Abschied schmeckte und weil Maureen keine Sentimentalitäten pflegt, die ihr nichts geben außer Schmerz. Die Scones werden etwas zu braun – das Backrohr in dieser Küche hat eine eigene Meinung –, aber sie sind warm, als sie sie verpackt, und Wärme ist, wie Maureen findet, eine Form von Argument, gegen die man schwer ankommt. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie den Schlüssel in der Tasche hat, weil Klingeln bedeutet, dass der andere die Wahl hat, und das scheint ihr diesmal richtig. Archie öffnet die Tür – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der beschlossen hat, die Niederlage anzunehmen ohne ihr mehr Raum zu geben, als sie verdient. Maureen stellt die Tupperdose auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher, und als sie den Tee nicht gleich findet, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat, sucht sie schweigend, bis sie ihn findet, weil das die Art ist, wie sie in fremden Küchen arbeitet: gründlich, ohne Drama, ohne Kommentar. Sie setzt sich zu ihm, und sie trinken Tee und essen die zu braunen Scones, und keiner sagt etwas, das bedeutsam klingen will oder bedeutsam sein soll, weil das Bedeutsame dieser Szene in ihrer Schlichtheit liegt und sich sofort auflösen würde, wenn man es benennte. Dann sagt Maureen, ohne besondere Betonung: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an – eine Sekunde lang, zwei –, und in seinem Gesicht entsteht etwas, das Maureen in einem Jahr nie gesehen hat: ein Lächeln, das nichts will, kein Wohlwollen erkaufen, keine Distanz überbrücken, kein Vergessen simulieren – ein Lächeln, das einfach da ist, weil gerade nichts dagegen spricht. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, und doch eine andere, weil Stille, wie Maureen weiß, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingetragen hat, und diesmal ist es nicht nur Abwesenheit. Das Porzellan im Regal steht in der blassen Novembersonne, die goldenen Ränder werfen kleine Lichter auf die Wand, und Maureen denkt, während sie in ihren Tee schaut, dass sie es nächste Woche besonders sorgfältig abstauben wird. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, antwortet sie mit einer Präzision, die jeden weiteren Kommentar überflüssig macht: „Reinigungskraft" – ein Wort, das sie mit derselben Selbstverständlichkeit ausspricht, mit der andere „Anwältin" oder „Ärztin" sagen würden, weil sie früh begriffen hat, dass der Stolz auf eine Tätigkeit nicht von der gesellschaftlichen Bewertung dieser Tätigkeit abhängen muss, wenn man nur entschieden genug ist, das nicht zuzulassen. In zwanzig Jahren hat sie gelernt, dass die Wohnungen reicher Leute selten so aussehen, wie die Leute selbst aussehen wollen – dass hinter den schweren Türen in Kensington eine Unordnung lauert, die mit Geld nicht zu kaufen ist und mit Schweigen nur notdürftig verwaltet werden kann, und dass derjenige, der wöchentlich mit dem Putztuch kommt, zwangsläufig zum einzigen Zeugen einer Wahrheit wird, die der Bewohner selbst nicht mehr wahrnehmen kann, weil er zu lange in ihr lebt. Lord Archibald Pemberton – achtundsiebzig Jahre alt, täglich im Anzug, Krawatte mit Windsorknoten – ist seit einem Jahr auf ihrer Liste und hat in dieser Zeit bewiesen, dass Aristokratie weniger ein Stand ist als eine Haltung, die man aufrechterhalten kann, solange man sich weigert, die Verhältnisse neu zu vermessen: Er lebt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die einst für eine Familie mit Personal ausgelegt war und die nun, von Familie und Personal gleichermaßen verlassen, die Abwesenheit all dessen dokumentiert, was sie hätte füllen sollen, mit einer Stille, die nicht Frieden ist, sondern der Nachhall von etwas, das aufgehört hat zu klingen, ohne dass jemand es ausgemacht hätte. Das Porzellan – Meißner Service, weiß mit kobaltblauen Ranken und Goldrand, für sechzehn Personen hinter Glas in einem Schrank mit Messingschloss – ist das einzige Objekt in dieser Wohnung, das Maureen wirklich beschäftigt, nicht weil es Arbeit macht, sondern weil Archie verstummt, wenn sie es anfasst: ein Verstummen, das anders ist als sein sonstiges Schweigen, konzentrierter, angespannter, wie das Schweigen von jemandem, der aufpasst, dass etwas nicht kaputtgeht, und dabei nicht ganz sicher ist, ob er das Porzellan meint oder sich selbst. Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat „meiner Frau" gesagt mit einer Kürze, die keine Folgefrage zuließ – nicht weil er unhöflich war, sondern weil manche Sätze vollständig sind, gerade weil sie nicht zu Ende geführt werden, und weil Maureen, die viel beobachtet und sehr wenig fragt, das sofort verstanden hat und seitdem beide Hände benutzt, wenn sie die Tassen nimmt. Den Schlüssel, den Archie ihr übergeben hat, nennt er bis heute „geliehen", und dieser semantische Eigensinn ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, kein Versehen und keine Marotte, sondern der letzte verbliebene Bereich, in dem er noch verfügt: über die Sprache, über die Bedeutung seiner Handlungen, über das Recht, Besitz und Gabe nicht zusammenfallen zu lassen, selbst wenn längst klar ist, dass er den Schlüssel nie zurückfordern wird. Wenn sie montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr auf dem Küchentisch – jedes Mal, ohne Ausnahme, mit einer Beharrlichkeit, die nicht auf Vergessen deutet, sondern auf Hoffnung, auf die Art Hoffnung, die nicht aufgibt, weil sie weiß, dass sie keine Grundlage hat, und die genau deswegen in einer eigentümlichen Würde fortbesteht, die Maureen, obwohl sie nie Tee trinkt und das seit einem Jahr nicht getan hat, nicht kommentiert, weil sie gespürt hat, dass das Teegeschirr nicht für sie bestimmt ist, sondern für die Vorstellung von ihr, die Archie braucht, um den Montag auszuhalten. „Ah, Maureen", sagt er aus dem Flur mit dem Ton eines Mannes, dem die Woche zu lang geworden ist und dem jetzt endlich jemand die Tür aufgemacht hat, „der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" Sie schaut jedes Mal nach oben, mit derselben kurzen Aufmerksamkeit, die eine Detektivin einem Tatort schenkt, der keine Spuren hinterlassen hat, und der Kronleuchter hängt jedes Mal in vollkommener Reglosigkeit, schwer und abweisend wie ein Objekt, das sich weigert, an einer Erzählung teilzunehmen, die es nicht selbst begonnen hat – weshalb Maureen jedes Mal „Ich schau später" sagt und ins Badezimmer geht, weil das eine Aussage ist, die niemanden zu irgendetwas verpflichtet. Archie folgt ihr bis zur Schwelle, lehnt sich in den Türrahmen mit der Lässigkeit eines Mannes, für den Grenzen immer die Grenzen anderer waren, und beginnt seinen wöchentlichen Monolog, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl es kaum halb zehn ist und obwohl der Sherry, das hat Maureen berechnet, auf ein Jahresvolumen kommt, das sie nachdenklich stimmt, aber das ist seine Sache. Seine Erzählungen folgen einer Dramaturgie, die sich über Monate kaum verändert hat: Der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll – die Gästeliste dieser Abendessen wächst mit jeder Wiederholung –, das Pferd Wellington, das dreimal in Hampshire siegte, und schließlich die Gegenwart, die er behandelt wie einen Besucher, dem man aus Höflichkeit öffnet und den man trotzdem am liebsten nicht hereingebeten hätte. Maureen hört zu, schrubbt die Armatur, wischt den Spiegel und antwortet im richtigen Takt, weil sie verstanden hat, dass aufmerksames Zuhören eine handwerkliche Fertigkeit ist wie jede andere – eine, die man perfektionieren kann, ohne sich selbst darin zu verlieren, solange man die Linie kennt zwischen dem, was gehört werden will, und dem, was einen angeht. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er gelegentlich, und es ist die einzige, bei der sie tatsächlich innehält, nicht aus Verlegenheit und nicht, weil die Antwort fehlte, sondern weil die Frage eine Intimität beansprucht, die aus dem Mund eines Mannes kommt, der sie nie gefragt hat, wie ihre Kinder heißen oder woher sie kommt, und der mit dieser Frage, ohne es zu wissen, das Einzige berührt, worüber Maureen wirklich nicht sprechen will: nicht das Zufriede-Sein, sondern die Frage, ob das Wort noch die richtige Einheit ist, um das, was das Leben geworden ist, daran zu messen. „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt, als hätte sie etwas Wichtiges gesagt. An einem Montag im November – grauer Himmel, nasse Straßen, der Geruch von Laub und Diesel, der durch die Türritze dringt – ist die Wohnung anders, noch bevor Maureen das Licht angemacht hat: eine Verdichtung der Luft, die man nicht messen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Räume kennt wie sie und wenn man gelernt hat, zuerst zu fühlen und erst dann hinzuschauen. Archie sitzt im Morgenmantel am Esstisch – das allein ist ungewöhnlich genug, um alles andere schon vorauszuahnen –, und vor ihm liegt ein aufgerissener Brief, der auf dem Boden seinen Umschlag verloren hat, als wäre das Öffnen eine Geste der Wut gewesen und das Lesen dann etwas ganz anderes. Seine Hände liegen flach auf dem Tisch mit dem Druck von Händen, die sich festhalten müssen an etwas, das selbst nicht fest ist, und sein Gesicht zeigt jenen eigentümlichen Ausdruck, den Maureen kennt von anderen Momenten in anderen Wohnungen: den Ausdruck eines Menschen, der die Nachricht bereits vollständig verstanden und noch nicht vollständig angenommen hat, weil beides zusammen zu viel auf einmal wäre. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken, und in diesem Satz – in seiner Kürze, in seinem vollständigen Verzicht auf Erklärung – steckt mehr als Trauer: da ist die Scham eines Mannes, der nicht versteht, wie man jemanden verlieren kann, den man nie wirklich zu kennen bereit war. Giles ist Investmentbanker, taucht in Archies Welt hauptsächlich als Leerstelle auf, und Maureen, die viel über Söhne nachgedacht hat in den letzten Jahren, versteht ohne weitere Erklärung, dass hier keine plötzliche Grausamkeit vorliegt, sondern das Ende einer langen Gleichgültigkeit, die auf beiden Seiten saß und die jetzt eines der beiden Seiten als Entscheidung formuliert hat. Sie steht in der Küche und sieht Archie an, und dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und in der Sekunde, in der sie beides gesehen hat, ist die Entscheidung bereits gefallen – nicht als Impuls, nicht als sentimentales Mitgefühl, sondern als die ruhige Erkenntnis, dass es Momente gibt, in denen man aufhört, Distanz zu verwalten, nicht weil die Distanz falsch war, sondern weil sie gerade nicht das Richtige ist. Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Sorgfalt einer Frau, die keine unnötigen Bewegungen macht, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren sitzend in der Wohnung eines Kunden, in der Arbeitszeit, und das Merkwürdigste daran ist, wie wenig merkwürdig es sich anfühlt. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch, nicht auf ihn – weil manche Sätze leichter fallen, wenn man nicht gesehen wird beim Sagen, „das ist natürlich nicht dasselbe, ich will nicht so tun als wäre es dasselbe – aber ich glaube, dass Kinder irgendwann aufhören, uns zu sehen, und anfangen, das zu sehen, was sie entlastet, wenn sie uns so sehen." Der Satz endet nicht mit einer Pointe, weil es keine gibt, und Maureen trinkt, weil das Unfertige dieses Satzes mehr sagt als jede Vollendung es könnte: es sagt, dass sie auch nicht weiß, wie das endet, und dass sie damit abgefunden hat, es nicht zu wissen. Archie schluchzt – einmal, kurz, halb unterdrückt, mit der Scham eines Mannes, dem das Gefühl immer zu groß war für den Raum, den er ihm zugebilligt hat –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet, nicht mit der gespannten Hilfsbereitschaft von jemandem, der eine Lösung anbieten will, sondern mit der stillen Solidarität von jemandem, der weiß, dass es keine gibt, und der trotzdem nicht aufsteht – oder gerade deswegen. In der Woche danach denkt sie öfter an ihn als je zuvor, aber nicht mit dem weichen Mitleid, das man sich manchmal gönnt, um sich selbst als mitfühlend zu erleben: eher mit jener distanzierten Aufmerksamkeit, die man in sich bemerkt, wenn etwas, das man glaubte zu verstehen, plötzlich eine Tiefe zeigt, die man nicht eingerechnet hatte, und die man nicht ignorieren kann, ohne sich selbst etwas zu verweigern. Am Donnerstagabend backt sie Scones nach dem Rezept ihrer Mutter – einem Rezept, das sie auswendig kann und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter nach Trauer schmeckte und nicht nach Küche, und weil Maureen keine Gewohnheit darin hat, Schmerz freiwillig aufzurufen. Sie backt trotzdem, und die Scones werden etwas zu braun, weil das Backrohr lügt, und sie legt sie in die Tupperdose, weil Wärme eine Aussage ist und weil sie keine andere machen will und keine bessere kennt. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl der Schlüssel in ihrer Tasche liegt – eine kleine Geste, aber eine bewusste, weil Klingeln dem anderen die Wahl gibt, und weil Maureen entschieden hat, dass Archie diese Wahl diesmal haben soll, ohne zu wissen, dass er sie sowieso nicht benutzen würde. Er öffnet – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der die Niederlage eingeräumt hat und nun herausfindet, dass das Leben danach weitergeht, was überraschend und nicht überraschend zugleich ist. Maureen stellt die Dose auf den Tisch, füllt den Wasserkocher, sucht den Tee, findet ihn im falschen Schränkchen, nimmt ihn heraus ohne Kommentar, und die Stille, die dabei entsteht, ist nicht leer, sondern dicht – dicht von den Dingen, die nicht gesagt werden müssen, weil sie beide da sind. Sie sitzen und trinken Tee und essen die Scones, und das Gespräch, das stattfindet, ist keines und doch mehr als die meisten: es hat die Konsistenz von etwas, das gewachsen ist ohne Plan, das nicht weiß, wie es heißt, und das gerade deswegen hält. „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt Maureen irgendwann, ohne Betonung, als Feststellung einer physikalischen Tatsache – und Archie sieht sie an, eine Sekunde, zwei, und dann lächelt er, ein Lächeln, das nichts will: kein Mitleid, keine Nachsicht, keine Verbundenheit, die man pflegen müsste – einfach ein Lächeln, das da ist, weil gerade nichts da ist, das es verhindert. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, und die alten Scheiben zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, mit denselben Möbeln, demselben Porzellan, demselben Licht, und doch eine andere, weil Stille, wie jeder weiß, der lange in ihr gesessen hat, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingebracht hat, und weil diesmal, zum ersten Mal, etwas Warmes darin ist. == 87 == 1 -------------------- Die Brücke Lucía ist 29 Jahre alt. Sie arbeitet in einer Fabrik. Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá. Jeden Tag näht sie Hemden. Ihre Finger sind oft müde. Nachts schläft sie in einer kleinen Pension. Dort wohnen noch fünf andere Frauen. Das Zimmer ist eng, aber es ist billig. Lucía spart ihr Geld. Sie will eines Tages wegfahren. Wohin, weiß sie noch nicht. Lucía hat einen Bruder. Er heißt Javier und ist 24 Jahre alt. Vor zwei Jahren ist er weggegangen. Die Nachbarin sagt: Er ist in den Bergen. Die Regierung sagt: Er ist tot. Lucía sagt nichts. Sie nennt es einfach: weg. Javier hatte lange Finger und eine leise Stimme. Sein Mund roch immer nach Zimt. Lucía denkt jeden Tag an ihn. Jeden Samstag fährt Lucía mit dem Bus. Der Bus ist alt und laut. Es gibt Hühner, Körbe und müde Menschen. Lucía sitzt am Fenster. Die heiße Luft kommt durch ein Loch in der Plane. Ein kleines Kind sitzt neben ihr. Das Kind hält eine Mandarine in der Hand. Es gibt Lucía die Hälfte. Lucía lächelt. Sie denkt: Javier hat Mandarinen immer mit den Zähnen geschält. Der Bus wird langsamer. Die Brücke kommt. Lucía kennt diese Brücke gut. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen. Sie und Javier, vor zwei Jahren. Jetzt steht sie jede Woche hier. Sie steht am Geländer und schaut auf das Wasser. Das Wasser ist braun und fließt schnell. Sie wartet auf nichts. Sie hofft auf nichts. Sie ist einfach da. An diesem Samstag ist ein alter Mann an der Brücke. Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer. Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug. Er verkauft Kaffee. Lucía nickt, als er sie fragt. Sie sucht das Kleingeld in ihrer Tasche. Dann sieht sie seine Hände. Die Finger sind lang, die Nägel schwarz. Der Knochen am Daumen sieht aus wie Javiers Knochen. Lucía wird kalt, obwohl die Sonne heiß ist. Sie will fragen: Wer sind Sie? Aber sie sagt kein Wort. Der alte Mann gibt ihr den Kaffee. Er sagt: „Vorsicht, heiß." Seine Stimme klingt fremd. Lucía trinkt den Kaffee langsam. Sie schaut den Mann an. Er schaut auf das Wasser. Sie stellt keine Fragen. Am nächsten Samstag fährt Lucía wieder zur Brücke. Der Eimer steht noch da. Aber der alte Mann ist weg. Ein anderer Verkäufer hat seinen Platz. Der verkauft Cola, keinen Kaffee. Lucía fragt: „Der alte Mann – wo ist er?" Der Verkäufer zuckt mit den Schultern. Er sagt: „Weitergegangen. Oder gestorben. Oder beides." Lucía setzt sich auf den Eimer. Sie trinkt eine Cola. Die Cola schmeckt nach nichts. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden. Lucía weiß nicht, wer ihn hingehängt hat. Sie nimmt einen Faden von ihrer Jacke. Sie knüpft ihn neben den roten Faden. Dann steht sie auf. Sie geht zum Bus. Sie setzt sich ans Fenster. Sie legt die Hand gegen das Glas. Draußen lösen sich die Berge in der Hitze auf. Der Kaffee von letzter Woche ist noch auf ihrer Zunge. Sie wird nächste Woche wiederkommen. Vielleicht. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Brücke Lucía steht um ein Uhr nachts an ihrer Nähmaschine und hört, wie die anderen Frauen in der Pension schlafen. Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá, wo die Straßen aufhören und die Berge beginnen. Ihre Finger schmerzen unter den Nägeln, nicht stark, aber genug, dass sie es spürt. Sie schaut durch das vergitterte Fenster auf die schwarzen Berge draußen. Kein Licht brennt dort oben, kein Zeichen, nichts. Lucía denkt an ihren Bruder Javier, der vor zwei Jahren weggegangen ist, ohne ein Wort zu hinterlassen. Die Nachbarin sagt, er ist bei der Guerilla in den Bergen. Die Regierung sagt, er ist tot, aber sie hat keinen Beweis geschickt. Lucía sagt nichts davon laut, weil Worte manchmal mehr wegnehmen, als sie geben. Am Samstag früh steigt sie in den Bus, der nach Süden fährt, zum Río Sumapaz. Der Bus ist so voll, dass ein Huhn auf dem Sitz neben ihr sitzt und sie mit einem Auge anschaut. Durch ein Loch in der Plastikplane kommt die heiße Luft wie ein Atem herein. Ein kleines Kind, das keine Vorderzähne hat, hält ihr eine Mandarine hin. Lucía nimmt die Frucht, teilt sie ruhig in zwei Hälften und gibt dem Kind eine zurück. Das Kind lacht, und Lucía denkt sofort an Javier, der Mandarinen immer mit den Zähnen geschält hat. Sie schaut aus dem Fenster, damit das Kind ihre Augen nicht sieht. Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen. Lucía kennt jede Schraube an diesem Geländer. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, sie und Javier, an einem Morgen, der wie alle anderen aussah. Er hat sich nicht umgedreht, als er gegangen ist, oder vielleicht hat sie es nur nicht gesehen. Jetzt kommt sie jeden Samstag, steht zwei Stunden am Geländer und schaut auf das braune Wasser, das unter ihr fließt. Sie wartet auf nichts Bestimmtes und hofft auf nichts Bestimmtes. Sie ist einfach da, weil das der einzige Ort ist, wo sie nicht erklären muss, warum. An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer. Er ist vielleicht fünfundsechzig Jahre alt, hat ein Gesicht wie trockene Erde und Augen, die sehr weit weg schauen. Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug, und er fragt Lucía leise, ob sie einen Kaffee möchte. Sie nickt, sucht das Kleingeld in ihrer Jackentasche und sieht dabei seine Hände. Die Finger sind lang und knotig, die Nägel schwarz vom Dreck, aber die Form dieser Hände ist nicht fremd. Der lange Knochen am Daumen, die Art, wie die Sehnen unter der Haut liegen – das hat sie schon gesehen. Lucía hält die Münzen in ihrer Hand und kann sich nicht bewegen. Sie will fragen: Wer sind Sie, wo kommen Sie her, kennen Sie einen Mann namens Javier? Aber sie bringt kein einziges Wort heraus, weil sie Angst hat vor der Antwort. Der alte Mann gibt ihr den Kaffee in einer kleinen Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß." Seine Stimme klingt nach einer Sprache, die nicht Spanisch ist, oder nach Spanisch, das sehr lange geschwiegen hat. Lucía trinkt den Kaffee langsam und schaut auf das Wasser, genau wie er. Sie stellt keine Fragen, und er stellt keine Fragen, und das fühlt sich seltsam richtig an. Eine Woche später steigt Lucía wieder aus dem Bus und geht zur Brücke. Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann sitzt nicht darauf. Ein anderer Verkäufer hat den Platz übernommen, er verkauft Cola aus einer Kühltasche. Lucía fragt ihn: „Der alte Mann mit dem Kaffee – wissen Sie, wo er ist?" Der Verkäufer schaut sie kurz an und zuckt mit den Schultern. Er sagt: „Weitergegangen, glaube ich. Oder gestorben. Das ist hier meistens dasselbe." Lucía setzt sich auf den Eimer und kauft eine Cola, die warm und süß ist und nach gar nichts schmeckt. Sie trinkt sie trotzdem leer, weil sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, dünn und verblasst, als wäre er schon lange da. Niemand kann ihr sagen, wer ihn hingehängt hat oder warum. Lucía zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke, einen blauen, und knüpft ihn direkt neben den roten. Sie schaut kurz auf die beiden Fäden, dann dreht sie sich um und geht zum Bus. Sie setzt sich ans Fenster, legt die flache Hand gegen das warme Glas und schaut auf die Berge, die in der Hitze verschwimmen. Irgendwo dort ist Javier, oder er ist nirgends, oder das ist am Ende dasselbe. Der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, fremd und vertraut zugleich. Nächste Woche wird sie wiederkommen. Das ist keine Hoffnung. Das ist einfach, was sie tut. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Brücke In der Nacht, wenn die Fabrik still wird und nur noch die Maschinen summen, denkt Lucía an Dinge, die sie tagsüber nicht denken kann. Sie näht seit sechs Jahren dieselben Hemden, und manchmal glaubt sie, die Nadel kennt den Weg schon besser als sie selbst. Ihre Hände arbeiten allein, während ihr Kopf woanders ist – bei Javier, bei den Bergen, bei einem Morgen vor zwei Jahren, der nie aufgehört hat. Javier ist ihr Bruder, er war vierundzwanzig, als er ging, und er hatte eine Stimme, die immer zu leise war, als wollte er nicht zu viel Platz nehmen. Die Nachbarin hat gesagt, er sei in den Bergen bei den Guerilleros, aber die Nachbarin sagt viele Dinge, die sich gut anhören und nichts bedeuten. Die Regierung hat einen Brief geschickt, der Javier für tot erklärt, aber kein Datum nennt, keinen Ort, keinen Beweis. Lucía hat den Brief in den Koffer gelegt, unter die Hemden, und seitdem nicht mehr herausgeholt, weil sie weder glauben noch aufhören will zu glauben. Jeden Samstag nimmt sie den frühen Bus, der nach Süden fährt und nach altem Öl und Tier riecht. Die Fahrt dauert über eine Stunde, und in dieser Zeit schaut Lucía aus dem Fenster, ohne wirklich zu sehen, was draußen vorbeizieht. An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält, als wäre sie etwas sehr Kostbares, und ihr ohne Worte die Hälfte anbietet. Lucía nimmt sie und denkt, noch bevor sie die Frucht berührt hat, an Javier, der Mandarinen nie schälte, sondern die Schale einfach mit den Zähnen aufriss. Sie schaut weg, bevor das Kind ihre Augen sehen kann, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint. Diese Brücke über den Río Sumapaz ist kein besonderer Ort, es gibt hundert solche Brücken in diesem Land. Aber hier haben sie sich zum letzten Mal gesehen, und das macht einen Ort zu etwas, das er vorher nicht war. Lucía stellt sich ans Geländer, schaut auf das braune Wasser, das gleichgültig unter ihr fließt, und wartet auf nichts, was sie benennen könnte. Sie kommt nicht, weil sie hofft – sie ist sich ziemlich sicher, dass Hoffnung das Falsche wäre, nach so langer Zeit. Sie kommt, weil dieser Ort der einzige ist, wo sie nicht erklären muss, wer Javier war, und warum seine Abwesenheit noch immer ein Gewicht hat. Zwei Stunden steht sie meistens hier, schaut auf das Wasser, auf die Berge, auf die Autos, die über die Brücke fahren, ohne anzuhalten. An diesem Samstag ist ein alter Mann da, den sie noch nie gesehen hat. Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer, als wäre das ein ganz gewöhnlicher Stuhl, und hält einen Thermoskrug zwischen den Knien. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie nicht sofort einordnen kann – als käme sie aus einer anderen Sprache, auch wenn die Worte Spanisch sind. Lucía nickt, greift in die Jackentasche nach Kleingeld, und in diesem Moment, als sie aufschaut, sieht sie seine Hände. Die Finger sind lang und knotig, die Gelenke aufgebrochen von Arbeit, die Nägel schwarz, aber die Grundform dieser Hände – die langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen – kennt sie aus tausend Erinnerungen. Sie zählt das Kleingeld nicht mehr, sie hält es einfach in der offenen Hand und kann sich nicht bewegen. In ihr formt sich eine Frage, eigentlich mehrere Fragen, aber keine kommt bis zu den Lippen, weil sie nicht weiß, was eine Antwort mit ihr machen würde. Der alte Mann wartet ruhig, nimmt die Münzen, füllt die Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß", als wäre das alles, was es zu sagen gibt. Seine Stimme klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs viel verloren hat. Lucía trinkt den Kaffee langsam, Schluck für Schluck, und schaut auf das Wasser statt auf den Mann, weil sie merkt, dass sein Blick sie in Stücke zerlegen würde, wenn sie ihn zu lange erwiderte. Sie kauft keinen zweiten Kaffee, sie stellt keine Fragen, sie sagt beim Gehen nicht einmal Danke – oder vielleicht sagt sie es doch, sie ist sich später nicht mehr sicher. Eine Woche vergeht, die sich anfühlt wie eine lange Stille zwischen zwei Sätzen, und dann ist Samstag. Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann ist nicht da, und an seiner Stelle verkauft jemand Jüngeres Cola aus einer zerbeulten Kühltasche. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie an, als wäre die Frage schwerer als sie klingt. Er sagt: „Weitergegangen, denke ich. Oder gestorben. In dieser Gegend ist das oft dasselbe, und man fragt nicht nach." Lucía setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß, und schaut auf das Geländer, als könnte es ihr etwas erklären. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, als wäre er schon seit Jahren da und hätte auf jemanden gewartet. Niemand weiß, wer ihn hingehängt hat, und die Frage stellt sich sowieso niemand außer Lucía. Sie zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein bisschen fransig – und knüpft ihn so nah an den roten, dass die beiden sich berühren. Sie schaut nicht lange hin, dann dreht sie sich um und geht. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das Fensterglas, das warm ist von der Sonne, und schaut auf die Berge, die in der Hitze ihre Konturen verlieren. Der Geschmack des Kaffees ist noch da, auf der Zunge, im Hals – fremd und gleichzeitig so vertraut, dass es ihr den Atem stocken lässt. Sie wird nächste Woche wiederkommen, nicht weil sie etwas erwartet, sondern weil dieser Ort sie festhält auf eine Art, die sie nicht loswerden will. Das ist keine Hoffnung. Aber es ist auch nicht nichts. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Brücke Es gibt Nächte in der Fabrik, in denen Lucía das Gefühl hat, ihre Hände gehörten ihr nicht mehr, weil sie seit Stunden dasselbe tun, ohne dass der Kopf noch beteiligt ist. Die Maschine läuft, der Faden zieht sich durch den Stoff, und irgendwo hinter diesem gleichmäßigen Geräusch liegt Javier – nicht als Erinnerung, sondern als eine Art Dauerdruck, den sie gelernt hat zu tragen, ohne ihn zu benennen. Er ist vor zwei Jahren gegangen, vierundzwanzig Jahre alt, mit einer Stimme, die immer zu leise war, als wollte er die Welt nicht mehr belästigen, als nötig. Was aus ihm geworden ist, weiß sie nicht, und das ist keine Lücke mehr, die sich schließen lässt – es ist inzwischen ein fester Teil der Stille, in der sie lebt. Die Regierung hat ihn für tot erklärt, ohne Ort, ohne Datum, ohne irgendetwas, das ihr erlauben würde, diesem Wort zu glauben oder es zurückzuweisen. Samstag ist der einzige Tag, an dem Lucía nicht näht. Sie steigt in den Bus, der nach Süden fährt und in dem alte Männer schlafen, Hühner in Körben sitzen und die heiße Luft durch jeden Riss in der Karosserie kriecht, als wollte sie zeigen, dass es keine Grenze gibt, die sie aufhalten kann. Ein Kind bietet ihr eine Mandarine an, ganz selbstverständlich, als wären sie alte Bekannte, und Lucía nimmt die Hälfte und gibt die andere zurück, während sie gleichzeitig merkt, dass ihre Hand zittert – nicht stark, aber genug. Sie denkt an Javier, der Mandarinen nie mit den Fingern schälte, weil er zu ungeduldig war, und dreht das Gesicht zum Fenster, bevor das Kind sehen kann, was in ihren Augen steht. Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen, und Lucía atmet aus, als hätte sie die ganze Fahrt über die Luft angehalten. Die Brücke über den Río Sumapaz ist unspektakulär – Beton, Rost, braunes Wasser darunter, das gleichgültig fließt, egal was an seinen Ufern geschieht oder geschehen ist. Aber Lucía kommt trotzdem jeden Samstag hierher, stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser und bleibt zwei Stunden, ohne auf irgendetwas zu warten, das sie benennen könnte. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, und obwohl sie nicht mehr genau weiß, was gesagt wurde oder ob überhaupt etwas gesagt wurde, weiß sie noch genau, wie Javiers Schultern aussahen, als er wegging – leicht nach vorne gezogen, als trüge er etwas, das schwerer war als er. Dieser Ort hält sie fest, nicht durch Hoffnung, sondern durch eine Art stumpfe Treue, die sie sich nicht erklärt, weil sie Angst hat, dass sie aufhört, wenn sie anfängt, darüber nachzudenken. An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer, als hätte er dort immer gesessen und sie hätte ihn nur bisher nicht bemerkt. Er ist vielleicht fünfundsechzig, vielleicht älter, mit einem Gesicht, das so viele Schichten hat wie die Berge in der Ferne, und Augen, die etwas gesehen haben, worüber man nicht spricht, nicht weil es verboten wäre, sondern weil es keine Sprache dafür gibt. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme ist fremd – nicht wegen des Akzents, sondern wegen einer Qualität, die Lucía nicht sofort einordnen kann, als hätte diese Stimme jahrelang geschwiegen und sei noch nicht wieder ganz zurück. Sie nickt, greift nach dem Kleingeld in ihrer Tasche, und in dem Moment, als sie die Münzen herausschält, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Thermoskrug halten. Die Finger sind knotig, die Nägel geschwärzt, die Haut aufgerissen an den Gelenken, aber die Form dieser Hände – die ungewöhnlich langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger leicht absteht – das ist nicht fremd, das hat sie tausendmal gesehen, an einem Tisch, in einer Küche, an einem Morgen, der jetzt sehr weit weg ist. Lucía hört auf, die Münzen zu zählen. Sie steht einfach da, die Hand offen, und irgendwo hinter ihren Rippen zieht sich etwas zusammen, das keinen Namen hat, aber sehr viel Platz braucht. Die Fragen, die in ihr entstehen, sind so viele und so laut, dass keine davon es bis zu den Lippen schafft – als würden sie sich gegenseitig blockieren, weil jede Antwort, die möglich wäre, mehr zerstören könnte als das Schweigen. Der alte Mann wartet, ohne ungeduldig zu werden, füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß", mit einer Stimme, die klingt wie ein Stein, der ins tiefe Wasser fällt – einmal, dann nichts mehr. Lucía trinkt, und der Kaffee ist sehr stark und sehr bitter, und sie trinkt trotzdem bis zum Grund, weil das die einzige Handlung ist, die sie in diesem Moment vollständig ausführen kann. Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und als sie schließlich geht, ist sie nicht sicher, ob sie feige war oder weise, und ob es dazwischen überhaupt einen Unterschied gibt. In der Woche, die folgt, trägt Lucía den Geschmack dieses Kaffees mit sich herum wie einen Splitter, der nicht schmerzt, aber da ist, immer. Sie näht, sie schläft, sie isst, sie spricht mit den anderen Frauen in der Pension, und die ganze Zeit über liegt dieser Geschmack auf ihrer Zunge wie eine offene Frage, die sie nicht formulieren kann oder will. Am nächsten Samstag steigt sie früher als sonst in den Bus, als wäre Zeit ein Argument. Der Eimer steht noch an derselben Stelle am Geländer, aber der alte Mann ist nicht da, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, mit Cola und einem gleichgültigen Gesicht. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie einen Moment zu lang an, bevor er mit den Schultern zuckt und sagt: „Weitergegangen, irgendwohin. Oder gestorben. In dieser Gegend fragt man das nicht so genau nach." Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß und nach allem schmeckt außer nach dem, wonach sie sucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch gleichgültig fließt, unbeeindruckt von allem, was Menschen an seinen Ufern verlieren. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, den niemand bemerkt hat außer ihr, weil man nur sieht, wonach man schaut. Sie weiß nicht, wer ihn hingehängt hat, und die Frage interessiert sie weniger als die Tatsache, dass jemand den Gedanken gehabt hat, sich mit einem so kleinen Zeichen an einen Ort zu binden. Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig fransig – und knüpft ihn neben den roten, ohne zu wissen, für wen oder warum, aber mit dem ruhigen Gefühl, dass es das Richtige ist. Die zwei Fäden hängen nebeneinander im Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich zu verlieren. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze auflösen, bis ihre Konturen unscharf werden und man nicht mehr genau sagen kann, wo der Berg aufhört und der Himmel anfängt. Irgendwo dort ist Javier – das ist das Einzige, woran sie festhält, nicht als Tatsache, nicht als Hoffnung, sondern als eine Art innere Behauptung, die sie aufrechterhalten muss, weil sie ohne sie nicht wüsste, wohin sie die Augen richten soll. Der Kaffee ist noch auf ihrer Zunge, eine Woche später, fremdartig und vertraut zugleich, wie eine Sprache, die man einmal konnte und fast vergessen hat. Sie wird nächste Woche wiederkommen, und die Woche danach, nicht weil sie etwas erwartet oder noch auf eine Auflösung hofft, sondern weil Treue manchmal das Einzige ist, was man einem Menschen schuldet, der nicht mehr da ist, um sie einzufordern. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Brücke Es gibt eine bestimmte Art von Erschöpfung, die nicht vom Schlafen kommt und nicht vom Wachen, sondern von dem langen, gleichmäßigen Druck eines Lebens, das man führt, ohne sich je ganz dazu entschieden zu haben – und genau diese Erschöpfung kennt Lucía, während ihre Hände um ein Uhr nachts noch immer die Nadel durch den Stoff führen, als hätten sie sich längst von ihr getrennt und arbeiten jetzt auf eigene Rechnung. Die Fabrik am Rand von Bogotá ist ein Ort, der nichts verspricht und nichts hält, und vielleicht ist das seine einzige Ehrlichkeit: Hier weiß man, woran man ist. Javier hat hier nie gearbeitet, er war nie jemand, der still an einem Platz blieb – er hatte diese ruhelose Qualität, die manche Menschen unruhig macht und andere anzieht, und Lucía hat beides an ihm erlebt, manchmal im selben Moment. Vor zwei Jahren ist er gegangen, ohne einen Abschied, der diesen Namen verdient hätte, und seitdem hat sie gelernt, mit einer Leerstelle zu leben, die sich weder durch Trauer noch durch Gewissheit füllen lässt, weil die Regierung einen Brief geschickt hat, der ihn für tot erklärt, ohne irgendetwas zu liefern, das dieses Wort ernstzunehmen erlauben würde. Was bleibt, ist kein Schmerz mehr im eigentlichen Sinne, sondern etwas Stumpferes und Beständigeres – eine Art strukturelle Abwesenheit, die Lucía inzwischen so verinnerlicht hat, dass sie sie manchmal erst dann bemerkt, wenn jemand fragt, ob sie Geschwister hat, und sie einen Moment zu lang braucht, um zu antworten. Der Samstag ist ihr Tag, nicht weil er sich von den anderen unterscheidet, sondern weil sie ihn durch eine Entscheidung zu dem gemacht hat, was er ist: dem einzigen Tag, an dem sie nicht näht, nicht in der Pension sitzt und auf die Decke schaut, sondern in den Bus steigt und fährt. Der Bus selbst ist ein eigenes kleines Universum, bevölkert von Menschen, die so früh am Morgen schon die Gesichter von Leuten tragen, die wissen, dass der Tag lang wird, und von Tieren, die ahnungslos mitreisen, und von einer Hitze, die durch jede Lücke in der verbeulten Karosserie kriecht, als wäre sie persönlich eingeladen. An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält mit der ernsthaften Sorgfalt, die Kinder manchmal für Gegenstände aufwenden, die Erwachsene längst für selbstverständlich halten, und das ihr wortlos die Hälfte anbietet, als wäre das die natürlichste Geste der Welt. Lucía nimmt die Frucht, und noch bevor sie die Schale berührt, ist Javier da – nicht als Bild, sondern als körperliche Reaktion, als eine Art Muskelgedächtnis des Verlustes – weil Javier Mandarinen immer mit den Zähnen aufriss, ungeduldig und lachend, als wäre das Schälen eine Zeitverschwendung, die er sich prinzipiell verweigerte. Sie dreht das Gesicht zum Fenster, damit das Kind die Augen nicht sieht, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint, genau dort, wo sie immer erscheint, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die nicht wissen, was sie bedeuten. Die Brücke über den Río Sumapaz ist, objektiv betrachtet, nichts Besonderes: Beton, der altert, Geländer, das rostet, braunes Wasser darunter, das fließt, ohne je zu fragen, was an seinen Ufern verloren geht oder wartet oder sich nicht entscheiden kann zwischen beidem. Aber Orte bedeuten nicht, was sie sind, sondern was in ihnen geschehen ist, und hier hat Lucía zum letzten Mal Javiers Schultern gesehen, die leicht nach vorne geneigt waren, als trüge er etwas, das von außen nicht zu sehen war, und das ist eine Erinnerung, die sich nicht abschwächt, sondern mit der Zeit eher präziser wird, schärfer in den Details, als würde das Gehirn versuchen, durch Genauigkeit zu ersetzen, was die Realität nicht mehr liefern kann. Sie stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser, und wartet – wobei das Wort Warten hier irreführend ist, weil es eine Richtung impliziert, auf die hin man wartet, und die hat Lucía längst aufgegeben, wenn sie sie je gehabt hat; was sie tut, ist eher ein stilles Aushalten von Zeit an einem Ort, der ihr gehört, auf eine Weise, die kein Besitztitel beschreiben könnte. An diesem Samstag ist ein alter Mann da, der auf einem umgedrehten Eimer sitzt, als wäre das eine vollkommen angemessene Art, sich in der Welt einzurichten, mit einem Thermoskrug zwischen den Knien und einem Gesicht, das so viele Schichten trägt, dass Lucía nicht einmal versucht, es zu lesen. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie einen Moment lang irritiert, bevor sie versteht, dass es nicht der Akzent ist und nicht die Lautstärke, sondern eine Art eingefrorene Distanz – als hätte diese Stimme sehr lange geschwiegen und sei noch nicht ganz wieder in der Gegenwart angekommen. Sie nickt, sucht das Kleingeld, und in dem Moment, als sie aufblickt, um ihm die Münzen zu geben, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Krug halten, und sie erstarrt auf eine Art, die nicht theatralisch ist, sondern still und absolut – die Art, in der ein Körper innehält, wenn er etwas erkennt, das der Verstand noch nicht eingeholt hat. Die Finger sind knotig, die Gelenke aufgebrochen, die Nägel geschwärzt, und das alles wäre nichts Ungewöhnliches in dieser Gegend; was Lucía erstarren lässt, ist die Geometrie dieser Hände – die ungewöhnliche Länge der Mittelsehne, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger sich minimal abspreizt, als wolle er immer das letzte Wort haben –, weil das eine Geometrie ist, die sie kennt, so gut wie ihre eigenen Hände, vielleicht besser. In ihr entstehen Fragen – so viele und so schnell und mit so unterschiedlichen und unmöglichen Konsequenzen, dass sie sich gegenseitig blockieren wie Autos in einer verstopften Kreuzung, und keine kommt durch bis zu den Lippen, weil jede mögliche Antwort etwas in ihr riskieren würde, das sie gerade noch zusammenhält. Der alte Mann wartet, ohne ihr dabei zuzusehen, wie man auf jemanden wartet, der Zeit braucht, und das ist in sich schon etwas, das Lucía nicht vergessen wird: dass er gewartet hat, als wüsste er, dass Warten hier das Richtige ist. Er füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß" – und das ist alles, drei Worte, aber seine Stimme dabei klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs aufgehört hat, mehr zu sagen als das Notwendigste. Lucía trinkt, langsam, und der Kaffee ist bitter und schwer und hat einen Nachgeschmack, den sie nicht einordnen kann und der deshalb in ihr hängen bleibt, lange nachdem die Tasse leer ist. Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und ob das Feigheit war oder eine Art von Weisheit, die man sich erst erarbeiten muss, bevor man erkennt, dass sie keine ist, weiß sie in diesem Moment nicht und wird es vielleicht nie wissen. Die Woche, die folgt, ist eine Woche wie jede andere, außer dass sie es nicht ist, weil Lucía durch jeden ihrer Tage geht wie durch Wasser, das leicht zäher ist als sonst, und der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, hartnäckig und stumm, wie eine Frage, die sich weigert, in Sprache übersetzt zu werden. Am nächsten Samstag steigt sie früher als gewöhnlich in den Bus, als könnten zwanzig Minuten irgendetwas entscheiden, das bereits entschieden ist, und als sie an der Brücke ankommt, steht der Eimer noch da, aber der alte Mann sitzt nicht darauf, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, der Cola verkauft und so aussieht, als hätte er noch nie jemanden vermisst. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie mit einem Blick an, der sagt, dass er diese Frage schon kennt, auch wenn er sie heute zum ersten Mal hört, und antwortet: „Weitergegangen. Oder gestorben. Hier fragt man das nicht so genau nach, weil die Antwort meistens beides ist." Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die warm und süß ist und nach allem schmeckt außer nach dem, was sie braucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch fließt, gleichgültig und unbeeindruckt, als wäre Gleichgültigkeit die einzig würdige Reaktion auf ein Land, das seinen Menschen so viel weggenommen hat. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn und von niemandem bemerkt außer von jemandem, der gelernt hat, auf die kleinen Zeichen zu achten, weil die großen Zeichen ausgeblieben sind. Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig ausgefranst, der Art von blau, das einmal kräftiger war – und knüpft ihn neben den roten, nicht aus Sentimentalität, sondern aus einem Impuls, den sie nicht analysiert, weil manche Handlungen ihre Bedeutung verlieren, wenn man sie zu genau anschaut. Die zwei Fäden hängen nebeneinander im leichten Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich voneinander zu entfernen, und das ist vielleicht das Genaueste, was Lucía jemals über ihre Beziehung zu Javier gesagt hat, auch wenn sie kein Wort dabei gesprochen hat. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze in etwas Unbestimmtes auflösen, in einen Übergang zwischen Form und Formlosigkeit, der ihr heute nicht beunruhigend vorkommt, sondern wie eine ehrliche Aussage darüber, wie die Dinge wirklich sind. Irgendwo in diesem Auflösen ist Javier – das ist keine Hoffnung mehr und keine Überzeugung, sondern eine innere Setzung, die sie aufrechterhält, weil ein Mensch irgendwo sein muss, auch wenn das Irgendwo sich jeder Verifikation entzieht. Der Kaffee ist noch da, eine Woche später, tief im Hals, auf der Zungenspitze, fremd und vertraut in einem Atemzug, wie eine Sprache, die man als Kind gesprochen hat und die jetzt nur noch in den Schichten sitzt, die tiefer liegen als das Bewusstsein. Lucía wird nächste Woche wiederkommen – nicht aus Hoffnung, nicht aus Gewohnheit im banalen Sinne, sondern weil Treue manchmal die einzige Form von Würde ist, die einem bleibt, wenn alles andere, worauf man gezählt hat, sich in Schweigen aufgelöst hat; und Würde, das hat sie gelernt, ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung, die man jeden Samstag von Neuem trifft. == 88 == 1 -------------------- Doña Clara steht früh auf. Es ist noch dunkel draußen. Sie macht das Feuer im Hof an. Ein großer Topf steht über den Flammen. Sie kocht Reis für das Fest. Heute ist die Taufe ihrer Enkelin. Viele Menschen werden kommen. Die Nachbarn bringen Tische und Stühle. Die Männer schleppen schwere Bierkästen. Die Frauen schälen Kartoffeln. Doña Clara rührt langsam im Topf. Asche fliegt ihr ins Gesicht. Sie wischt sie nicht ab. Elena kommt mit einem Korb. Der Korb ist voller Limonen. Elena ist ihre Tochter und sie ist Lehrerin. Sie setzt sich neben ihre Mutter. Sie schneidet die Früchte in Scheiben. Keine von beiden spricht. Ein Hahn schreit laut. Die Nachbarin ruft von gegenüber: „Wann geht es los?" Doña Clara antwortet ruhig: „Wenn die Sonne unten ist." Die Nachbarin nickt. Sie versteht nicht viel, aber sie nickt trotzdem. Elena sitzt auf einem alten Eimer. Sie schält Zwiebeln. Es sind sehr viele Zwiebeln. Die Tränen laufen ihr über das Gesicht. Aber sie hört nicht auf. Plötzlich wirft sie das Messer auf den Boden. „Mama, er kommt nicht", sagt sie. Doña Clara dreht sich nicht um. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter. Die Hand zittert ein bisschen. Elena öffnet den Mund, aber sie sagt nichts. Sie nimmt das Messer wieder vom Boden. Sie schält weiter. Am Abend ist das Haus voller Gäste. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen herum. Eine alte Ziehharmonika spielt Musik. Der Walzer klingt ein wenig traurig. Doña Clara geht allein in die Kammer. Sie öffnet einen alten Schrank. Dort steht eine Flasche Rum. Auf der Flasche liegt Staub. Das rote Band ist noch original und fest gebunden. Santiago hat ihr diese Flasche geschenkt. Es war zu ihrem letzten Geburtstag vor drei Jahren. Doña Clara nimmt die Flasche vorsichtig in beide Hände. Sie trägt sie in die Küche. Sie stellt sie in die Mitte des großen Tisches. Tante Rosa fragt laut: „Trinkst du das jetzt?" Doña Clara schüttelt den Kopf. „Ich habe es nicht allein gekauft, um es allein zu trinken", sagt sie. Der Ziehharmonika-Spieler hält kurz an. Dann spielt er weiter, als wäre nichts gewesen. Niemand trinkt aus der Flasche. Aber niemand stellt sie weg. Es ist nach Mitternacht. Die meisten Gäste sind schon gegangen. Doña Clara sitzt auf einer Holzbank vor dem Haus. Die Flasche steht neben ihr auf dem Boden. Sie ist noch geschlossen. Elena kommt mit einer Wolldecke. Sie legt sie ihrer Mutter sanft um die Schultern. Mutter und Tochter schauen auf den Weg. Der Weg führt ins Dunkle und endet irgendwo im Nichts. Irgendwo bellt ein Hund. Elena flüstert leise: „Er sieht die Kerzen." Doña Clara schaut nicht weg. „Er sieht sie", sagt sie. Sie sitzen lange zusammen auf der Bank. Die Kerzen brennen langsam herunter. Die Flasche bleibt stehen. Der Morgen kommt leise, ohne zu fragen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Doña Clara schläft schlecht, weil sie an die Taufe denkt. Schon vor dem Morgengrauen steht sie auf und geht in den Hof. Das Feuer brennt langsam, und der Rauch riecht nach feuchtem Holz. Sie rührt im großen Topf, obwohl der Reis noch nicht kocht. Heute kommen viele Menschen, und alles muss fertig sein. Die Nachbarn helfen gerne, denn das Dorf kennt Doña Clara seit vielen Jahren. Ein Mann schleppt Bierkästen, ein anderer trägt lange Holztische auf dem Rücken. Doña Clara schaut ihnen zu, aber sie denkt an jemand anderen. Elena kommt aus dem Haus und bringt einen schweren Korb mit Zwiebeln und Limonen. Sie setzt sich auf einen umgedrehten Eimer und fängt sofort an zu arbeiten. Ihre Augen werden rot, weil die Zwiebeln so scharf sind. Niemand fragt, ob es nur die Zwiebeln sind. Plötzlich legt Elena das Messer auf den Boden und sagt: „Mama, er kommt nicht zurück." Doña Clara dreht sich nicht um, aber ihre Hand hält kurz an. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie, ohne zu zögern. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter und schweigt. Sie nimmt das Messer wieder und schält weiter, weil es nichts anderes zu tun gibt. Am Nachmittag kommen die ersten Gäste, und das Haus wird schnell laut. Kinder rennen durch die Zimmer, und alte Männer sitzen draußen im Schatten. Eine Ziehharmonika spielt einen Walzer, der ein bisschen traurig klingt. Doña Clara geht allein in die Kammer, ohne dass jemand ihr folgt. Sie öffnet einen alten Holzschrank, der nach Lavendel und Zeit riecht. Ganz hinten steht eine Rumflasche mit einem roten Band und Staub auf dem Etikett. Santiago hat ihr diese Flasche zum letzten Geburtstag geschenkt, drei Jahre ist das jetzt her. Doña Clara hält die Flasche lange in beiden Händen, bevor sie geht. Sie trägt sie langsam in die Küche und stellt sie in die Mitte des Tisches. Tante Rosa sieht es sofort und fragt: „Willst du die jetzt aufmachen?" Doña Clara schüttelt den Kopf und sagt ruhig: „Ich habe sie nicht gekauft, um allein zu trinken." Die Ziehharmonika verstummt für einen Moment, dann geht die Musik weiter. Keiner greift nach der Flasche, aber keiner fragt noch einmal, warum sie da steht. Nach Mitternacht sind die meisten Gäste gegangen, und das Haus ist wieder still. Doña Clara sitzt auf der alten Holzbank vor dem Haus und schaut in die Dunkelheit. Die Rumflasche steht neben ihr auf dem Boden, noch immer geschlossen. Elena kommt mit einer dicken Decke und legt sie ihr schweigend um die Schultern. Sie setzt sich neben ihre Mutter, und beide schauen auf den unbefestigten Weg. Der Weg führt aus dem Dorf heraus, in eine Richtung, die niemand mehr benennt. Irgendwo im Dunkeln bellt ein Hund, und dann ist es wieder still. Elena flüstert: „Er sieht die Kerzen, weißt du." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Blick zu bewegen: „Er sieht sie." Sie sitzen nebeneinander, bis die letzten Kerzen heruntergebrannt sind. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht. Der Morgen kommt langsam, ohne dass jemand ihn eingeladen hat. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum geschlafen, weil die Gedanken an das Fest sie nicht loslassen wollten. Als sie aufsteht, ist der Himmel noch dunkelblau, und das Dorf liegt still wie ein vergessenes Versprechen. Sie kniet neben dem offenen Feuer im Hof und rührt den Reis, obwohl er noch nicht heiß genug ist. Die Asche fliegt ihr ins Gesicht, und sie lässt es geschehen, ohne die Hand zu heben. Heute wird die kleine María getauft, und das ganze Dorf wird kommen, weil man sowas nicht alleine feiert. Nachbarn schleppen Tische über den Hof, Männer stapeln Bierkästen an die Hauswand, Frauen bringen Töpfe und Schüsseln. Es riecht nach Holzrauch, nach Fleisch, nach der feuchten Erde, die der Morgen immer mit sich bringt. Elena kommt mit einem schweren Korb aus dem Haus, setzt sich wortlos neben ihre Mutter und greift nach dem Messer. Sie schneidet Zwiebeln, eine nach der anderen, und die Tränen kommen so gleichmäßig, dass niemand fragt, ob es Schmerz ist. Irgendwann legt Elena das Messer hin und sagt mit leiser, harter Stimme: „Mama, er wird nicht kommen." Doña Clara rührt weiter, als hätte sie nichts gehört, aber ihre Schultern straffen sich für einen kurzen Moment. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und ihre Stimme lässt keinen Widerspruch zu. Elena will antworten, aber dann sieht sie, wie die Hand ihrer Mutter am Löffel zittert, ganz leicht, fast unsichtbar. Sie schweigt, nimmt das Messer wieder, und schält weiter, weil es das Einzige ist, was sie tun kann. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, erst einzeln, dann in kleinen Gruppen, laut und hungrig und gut gekleidet. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen hindurch, eine Ziehharmonika spielt, und das Haus füllt sich mit Wärme und Lärm. Doña Clara bewegt sich durch all das wie jemand, der ein Theaterstück kennt und trotzdem mitspielen muss. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, und antwortet kurz und freundlich, aber ihre Augen schauen immer ein Stück weiter. Als niemand sie beobachtet, geht sie in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und öffnet den alten Holzschrank. Die Rumflasche steht ganz hinten, hinter alten Tüchern, als hätte sie sich versteckt oder als hätte sie gewartet. Das rote Band ist noch original und unberührt, und der Staub auf dem Etikett erzählt, wie lange sie dort gestanden hat. Santiago hatte sie ihr zum Geburtstag gebracht, damals, als er noch da war, als er noch ein Gesicht hatte und eine Stimme. Doña Clara steht lange in der Kammer, die Flasche in den Händen, und atmet einmal tief durch, bevor sie geht. Sie trägt sie in die Küche und stellt sie ohne Erklärung in die Mitte des großen Tisches, zwischen Teller und Brot. Tante Rosa bemerkt es sofort, weil Tante Rosa immer alles bemerkt, und fragt: „Wird die heute aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, und der Satz klingt wie etwas, das man auswendig gelernt hat. Die Ziehharmonika hört für einen Atemzug auf, dann setzt sie wieder ein, und der Abend geht weiter wie geplant. Niemand trinkt aus der Flasche, aber niemand stellt sie weg, und nach einer Weile schaut auch niemand mehr hin. Nach Mitternacht sitzen die letzten Gäste auf den Bänken vor dem Haus, und die Stimmen werden leiser, eine nach der anderen. Doña Clara holt die Rumflasche aus der Küche und trägt sie nach draußen, als gehöre sie dorthin. Sie setzt sich auf die alte Holzbank, stellt die Flasche neben ihre Füße und schaut auf den unbefestigten Weg, der ins Dunkel führt. Elena kommt kurz darauf mit einer Decke, die sie ihr wortlos um die Schultern legt, bevor sie sich danebensetzt. Es ist eine dieser Nächte, in denen man redet, ohne zu sprechen, und trotzdem alles sagt, was gesagt werden muss. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund einmal kurz auf, dann ist es wieder still, und die Stille fühlt sich vollständig an. Elena flüstert, halb zu ihrer Mutter, halb zu niemandem: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch ist." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen: „Er sieht sie." Sie sitzen so, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht verlischt wie ein leises Wort. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht, ungeöffnet, unbewegt, genauso wie vor drei Jahren. Der Morgen kommt ohne Erlaubnis, wie er immer kommt, gleichgültig und unausweichlich und trotzdem irgendwie sanft. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum die Augen zugetan, weil die Gedanken an das Fest sie mit einer Hartnäckigkeit verfolgten, die an Schuld grenzte. Sie steht auf, bevor der Himmel sich entschieden hat, welche Farbe er annehmen will, und geht in den Hof, als hätte sie dort etwas vergessen. Das Feuer unter dem großen Topf brennt ungleichmäßig, und sie kniet daneben und rührt, obwohl der Reis noch kalt ist und es keinen Sinn ergibt. Asche legt sich auf ihr Gesicht, und sie lässt es geschehen, mit der Gleichgültigkeit eines Menschen, der gelernt hat, kleine Unbequemlichkeiten nicht zu bemerken. Heute wird die kleine María getauft, das erste Kind von Santiagos Frau, ein neues Leben, das in eine Welt kommt, in der sein Vater schon drei Jahre lang fehlt. Die Nachbarn erscheinen früh, ohne gerufen zu werden, weil das Dorf weiß, was sich gehört, und weil schweigendes Mitarbeiten manchmal die einzige Form von Trost ist, die man anbieten kann. Männer schleppen Tische und Bierkästen, Frauen bringen Töpfe und Süßigkeiten, und über allem liegt dieser besondere Geruch von Holzrauch und Erwartung, der Feste ankündigt. Elena kommt aus dem Haus, einen schweren Korb am Arm, setzt sich ohne Gruß neben ihre Mutter und greift nach dem Messer, als wäre diese Stille zwischen ihnen ein alter Vertrag. Die Zwiebeln bringen ihr die Tränen, und weil niemand sie fragt, muss sie auch nicht antworten, was eine Erleichterung ist, die sie sich nicht eingestehen will. Nach einer Weile legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden und sagt, ohne ihre Mutter anzuschauen: „Er kommt nicht, Mama, er ist nicht mehr irgendwo, wo er kommen könnte." Doña Clara rührt weiter, und nur wer genau hinschaut, sieht, wie sich der Rhythmus ihrer Hand für eine Sekunde unterbricht, bevor sie antwortet: „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann." Es ist kein Glaube, was in diesem Satz liegt, und auch keine Hoffnung im üblichen Sinne, sondern etwas Älteres, etwas, das man nicht widerlegen kann, ohne grausam zu sein. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält wie jemand, der sich daran festhält, und beschließt zu schweigen, weil Schweigen manchmal das Klügste ist. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das ist jetzt egal, weil es sowieso niemanden interessiert, woher sie kommen. Die Gäste treffen am Nachmittag ein, zuerst zögerlich, dann in Wellen, und das Haus füllt sich mit Stimmen und Kinderlärm und dem traurig-fröhlichen Klagen einer alten Ziehharmonika. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie jemand, der die Choreographie einer Feier auswendig kennt und sie trotzdem zum ersten Mal aufführt, mit einem Lächeln, das nicht erreicht, was es erreichen soll. Sie antwortet auf Fragen, nimmt Umarmungen entgegen, lobt das Kleid der Nachbarstochter, und tut dabei alles, was eine Gastgeberin tun muss, ohne auch nur einen Moment wirklich da zu sein. Als die Gelegenheit kommt, löst sie sich unbemerkt aus der Menge, geht durch den schmalen Gang in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und lehnt einen Atemzug lang dagegen. Der alte Holzschrank riecht nach Lavendel und nach einer Zeit, die nicht mehr existiert, und ganz hinten, hinter gefalteten Tüchern, steht die Flasche Rum, als hätte sie auf genau diesen Moment gewartet. Das rote Band ist unberührt, das Etikett trägt eine dünne Staubschicht, und Santiago hatte die Flasche mit beiden Händen überreicht und gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben. Doña Clara hält sie lange, ohne sie zu öffnen, ohne sich zu bewegen, und in der Stille der Kammer ist der Abstand zwischen damals und heute mit Händen zu greifen. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Erklärung und ohne Zögern in die Mitte des großen Tisches, zwischen Brotteller und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin. Tante Rosa, die in ihrem Leben noch keine Geste unkommentiert gelassen hat, beugt sich vor und fragt mit einem Unterton, der Neugier und Vorwurf mischt: „Wird die heute Abend noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, ruhig und endgültig, und der Satz legt sich über den Tisch wie ein Tischtuch, das niemand wegziehen will. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, dann setzt sie wieder ein, und der Abend rollt weiter, als wäre nichts gesagt worden, was nicht schon alle wussten. Niemand greift nach der Flasche, nicht aus Respekt, nicht aus Scheu, sondern weil jeder am Tisch spürt, dass sie nicht zum Trinken dasteht, sondern als Zeichen für etwas, das keinen Namen hat. Nach Mitternacht leert sich das Haus langsam, wie Wasser aus einem Becken läuft, und zurück bleiben nur die Stühle, die Reste, und eine Stille, die sich anders anfühlt als die vom Morgen. Doña Clara nimmt die Flasche, trägt sie nach draußen in die kühle Nachtluft und setzt sich auf die alte Holzbank, die vor dem Haus steht, seit sie denken kann. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer dicken Wolldecke, legt sie ihr ohne ein Wort um die Schultern und lässt sich daneben nieder, nah genug, dass die Schultern sich berühren. Sie schauen beide auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist und auf dem er nie zurückgekommen ist. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund zweimal kurz auf, dann kehrt die Stille zurück, vollständig und dicht, wie eine zweite Decke über beiden Frauen. Elena flüstert, mit einer Stimme, die weder Frage noch Aussage ist: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet sofort, ohne zu zögern, ohne den Blick von dem dunklen Weg zu nehmen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht stirbt, leise und ohne Drama, wie Dinge sterben, die ihren Zweck erfüllt haben. Die Flasche Rum steht die ganze Zeit zwischen ihren Füßen, ungeöffnet und unbewegt, ein Versprechen in Glas, das niemand eingelöst hat und das vielleicht gerade deshalb noch gilt. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne zu fragen und ohne zu warten, gleichmäßig und unausweichlich und auf seine Art barmherzig. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht keinen wirklichen Schlaf gefunden, sondern nur jene flache, unruhige Bewusstlosigkeit, die sich einstellt, wenn der Körper erschöpft ist, der Geist aber nicht aufhören will zu arbeiten. Sie steht auf, noch bevor das Licht sich entschieden hat, und tritt in den Hof hinaus, in die blaue Kälte des frühen Morgens, der nach nassem Gras und nach dem Holz des Feuers riecht, das sie nun entfacht, weil die Hände etwas brauchen, dem sie folgen können. Der Reis im großen Topf ist noch kalt, und sie rührt ihn trotzdem, mechanisch, mit jener ruhigen Hartnäckigkeit, die Menschen entwickeln, wenn das Tun wichtiger geworden ist als sein Ergebnis. Asche legt sich auf ihre Stirn und ihre Wangen, und sie wischt sie nicht ab, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil es eine Art ist, die Last des Tages schon am Morgen sichtbar zu tragen, bevor die Gäste kommen und alles hinter Freundlichkeit verschwinden muss. Heute wird Marías Taufe gefeiert, das erste Kind ihres Sohnes Santiago, ein kleines Leben, das in die Welt gekommen ist, ohne seinen Vater je gesehen zu haben, und das es vielleicht nie tun wird. Die Nachbarn erscheinen früh und ungebeten, weil das Dorf weiß, dass Doña Clara Hilfe braucht, und weil kollektives Arbeiten in solchen Momenten die einzige Sprache ist, die nicht lügt und nicht zu viel verlangt. Männer schleppen Tische über den holprigen Hof, stapeln Bierkästen unter dem Vordach, und über allem liegt dieser schwere, vertraute Geruch von Holzrauch und Kochfleisch, der Feste ankündigt und gleichzeitig an all die anderen Feste erinnert, die schon gewesen sind. Elena kommt aus dem Haus, den schweren Korb in der Armbeuge, und setzt sich neben ihre Mutter, ohne sie zu grüßen, weil zwischen Müttern und Töchtern, die sich kennen wie diese beiden, ein Gruß manchmal zu viel wäre. Sie greift nach dem Messer und beginnt die Zwiebeln zu schneiden, schweigend und gleichmäßig, und die Tränen, die ihr über das Gesicht laufen, sind aus einem Material, das man an diesem Morgen nicht voneinander unterscheiden will. Irgendwann legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden, schaut geradeaus in den Rauch, und sagt mit der Stimme eines Menschen, der eine Wahrheit lange aufbewahrt hat und nun nicht mehr kann: „Er kommt nicht, Mama, und du weißt es." Doña Clara rührt weiter, ohne die Geschwindigkeit zu verändern oder den Blick zu heben, und nur wer sie sehr genau kennt, erkennt am kurzen Innehalten ihrer Schultern, dass der Satz sie getroffen hat wie ein Stein, den man nicht kommen sieht. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und dieser Satz ist kein Glaube im religiösen Sinne und keine Hoffnung im rationalen, sondern jene dritte Sache, für die es kein gutes Wort gibt, das Festhalten an einer Möglichkeit, nicht weil sie wahrscheinlich ist, sondern weil das Gegenteil nicht auszuhalten wäre. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält und dabei ganz leicht zittert, kaum sichtbar, aber unübersehbar für jemanden, der diese Hand seit der Kindheit kennt, und das Widersprechen versiegt in ihr, bevor es zur Sprache findet. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das macht nichts, denn hier im Hof, mit dem Rauch und dem Geruch von Zwiebeln, braucht niemand zu erklären, warum Augen nass werden. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, zunächst zögerlich, dann in jener selbstverstärkenden Welle, die entsteht, wenn genug Menschen bereits da sind, um den Ankömmlingen das Gefühl zu geben, dass sie nichts verpassen dürfen. Das Haus füllt sich mit Stimmen, mit Kindergeschrei, mit dem traurig-festlichen Klagen einer alten Ziehharmonika, die einen Walzer spielt, der schon zu anderen Anlässen gespielt wurde und deshalb etwas Unstimmiges hat, etwas, das passt und nicht passt zugleich. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie eine Frau, die eine Rolle sehr gut gelernt hat und die weiß, dass Schwäche das Letzte wäre, was ihr die Gäste abnehmen würden, ohne es ihr vorzuwerfen. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, nimmt Umarmungen an, lobt das Essen und die Kinder, und tut das alles mit einer Präzision, die Herzlichkeit imitiert ohne sie zu fühlen, nicht aus Falschheit, sondern aus Erschöpfung. Als sich eine Gelegenheit öffnet, löst sie sich lautlos aus dem Gewebe der Feier, geht durch den schmalen Korridor in die Kammer und schließt die Tür hinter sich mit der Sorgfalt eines Menschen, der die Stille vor dem Geräusch schützen will. Der alte Holzschrank steht dort, wo er immer gestanden hat, und riecht nach Lavendel und nach der Zeit selbst, nach dem Staub aufgehobener Dinge, die man weder wegwerfen noch anfassen kann. Ganz hinten, hinter sorgfältig gefalteten Tüchern, die sie selbst dort abgelegt hat, steht die Rumflasche, das rote Band unberührt, das Etikett unter einer dünnen Staubschicht leserlich, ein Objekt, das drei Jahre lang auf seinen Moment gewartet hat, ohne zu wissen, was für ein Moment das sein würde. Santiago hatte ihr diese Flasche zum Geburtstag gebracht, mit beiden Händen, mit diesem Lächeln, das seine Augen faltig werden ließ, und hatte gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben, und nun ist ein besonderer Anlass, und er ist nicht da. Doña Clara steht lange in der Kammer, hält die Flasche in den Händen ohne sie zu öffnen, und in der Stille zwischen diesen vier Wänden erlaubt sie sich für einen einzigen Moment das, was sie sich den ganzen Tag nicht erlaubt hat: stillzuhalten und zu spüren, wie schwer das alles ist. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Ankündigung und ohne Erklärung in die genaue Mitte des großen Tisches, zwischen Brot und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie das schon immer gewusst. Tante Rosa, deren Leben aus dem Registrieren unausgesprochener Dinge besteht und die in dieser Fähigkeit eine Kunstfertigkeit entwickelt hat, die manchmal Grausamkeit berührt, beugt sich sofort vor und fragt: „Wird die heute noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara mit einer Ruhe, die keine Antwort erwartet und keine duldet, und der Satz hängt im Raum wie etwas, das alle schon immer gewusst haben, ohne es je formuliert zu haben. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, fast unmerklich, als hätte auch der Spieler zugehört, und dann setzt sie wieder ein, und der Abend trägt sich weiter, als wäre nichts geschehen, was nicht zum Fest gehörte. Niemand greift nach der Flasche, über den ganzen Abend nicht, nicht einmal die Trinkfreudigen, nicht einmal die Gedankenlosen, weil etwas in ihrer Aufstellung am Tisch und in der Art, wie Doña Clara sie hingestellt hat, unmissverständlich sagt, dass sie nicht zum Trinken da ist. Nach Mitternacht leert sich das Haus in jenem langsamen, unaufhaltsamen Prozess, der jeden Abend beschließt, wenn die Energie der Feier verbraucht ist und die Menschen wieder zu sich selbst zurückfinden müssen. Doña Clara nimmt die Flasche vom Tisch, trägt sie nach draußen in die kühle Stille der Nacht und setzt sich auf die alte Holzbank vor dem Haus, als wäre das eine Entscheidung, die sie schon am Morgen getroffen hat. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer schweren Wolldecke, legt sie ihr um die Schultern mit einer Geste, die zu zärtlich ist, um ein Wort daneben zu brauchen, und setzt sich so nah, dass die Schultern sich berühren. Beide schauen auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist an jenem Tag vor drei Jahren, ohne sich umzudrehen oder Bescheid zu sagen, und auf dem seither nur Abwesenheit zurückgekehrt ist. Irgendwo hinter dem Dorf bellt ein Hund zweimal, kurz und ohne Nachdruck, und dann kehrt die Stille zurück, vollständig und vertraut, wie ein Raum, in dem man schon lange wohnt. Elena flüstert, mit einer Stimme, die sich nicht entschieden hat, ob sie beten oder behaupten will: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen, ohne die Stille erst zu lassen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett in sich zusammengesunken ist und das Licht erlischt, leise und vollständig, mit jener Würde, die Dinge haben, die ihren Zweck erfüllt haben und nun aufhören dürfen. Die Rumflasche steht zwischen ihren Füßen, ungeöffnet, das rote Band noch immer gebunden, ein Versprechen in Glas und Ton, das niemand eingelöst hat, und das vielleicht gerade deswegen noch nicht erloschen ist. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne Erlaubnis und ohne Ankündigung, gleichmäßig und unerbittlich und in seiner Gleichgültigkeit auf eine Art, die man, wenn man will, auch Gnade nennen kann. == 89 == 1 -------------------- Die lateinischen Worte Es ist sieben Uhr morgens. Niall geht zur Kirche. Die Kirche steht am Ende des Dorfes. Das Dorf liegt an der Westküste. Es regnet schon seit drei Wochen. Die Straßen sind nass. Die Felder sind nass. Alles ist grau. Niall hat den Schlüssel in der Hand. Das Schloss quietscht laut. Es hat immer so gequietscht. Drinnen riecht es nach altem Stein. Es riecht auch nach Weihrauch. Niall mag diesen Geruch. Er zündet zwei Kerzen an. Nur zwei, nicht mehr. Der dritte Kerzenständer ist leer. Er war schon seit Ostern leer. Niall schaut kurz zur Muttergottes. Dann geht er wieder nach draußen. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus. Father Brennan steht schon im Flur. Der alte Priester ist 79 Jahre alt. Er hält das Messgewand über dem Arm. Er schaut Niall an und sagt: „Du bist zu spät." Niall sagt: „Es ist erst Viertel nach sieben." Brennan sagt: „Das ist zu spät." Sie gehen zusammen zurück zur Kirche. Brennan geht langsam. Seine Finger zittern ein wenig. Niall geht neben ihm. Er sagt nichts. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar. Er dreht dem Raum den Rücken zu. Er beginnt die Messe. Er spricht auf Latein. Die Worte sind alt und leise. Niall sitzt auf der ersten Bank. Die anderen Bänke sind alle leer. Früher saßen hier viele Menschen. Alte Frauen mit Kopftüchern. Männer, die nach Torf rochen. Das ist lange her. Brennan dreht sich um und sagt: „Dominus vobiscum." Niall antwortet: „Et cum spiritu tuo." Seine Stimme ist ruhig. Es ist genug. Sie machen weiter. Niall kennt alle Antworten. Er hat sie als Kind gelernt. Er war Ministrant, mit sieben Jahren. Dann kommt der wichtige Moment. Brennan hebt die Hostie. Er will die Worte sprechen. Aber sein Mund bleibt offen. Er sagt nichts. Seine Finger halten die Hostie fest. Sein Gesicht ist ruhig, aber seine Augen suchen. Niall sieht das. Er wartet eine Sekunde. Dann flüstert er leise: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Brennan schließt die Augen. Er nickt einmal. Er spricht weiter. Die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen. Sie gehen zusammen zum Pub. Sie sagen kein Wort auf dem Weg. Im Pub sind sie allein. Der Wirt bringt zwei Gläser Guinness. Er dreht das Radio leiser. Brennan sagt: „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt." Er sagt: „Das war der einzige Unterricht, der zählte." Er sagt: „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an. Draußen hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit Wochen. Keiner von beiden schaut zum Fenster. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die lateinischen Worte Um sieben Uhr morgens nimmt Niall den Schlüssel vom Haken und geht zur Kirche. Das Dorf liegt still da, wie es immer liegt, wenn es regnet. Es regnet seit drei Wochen, jeden Tag, ohne Pause. Die Kirche steht am Ende der Straße, grau und schwer, wie ein alter Mann. Das Schloss quietscht, als Niall die Tür aufdrückt – es hat immer so gequietscht. Der Geruch kommt sofort: feuchter Stein, Weihrauch, etwas Modernes, das er nicht benennen kann. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer ist. Niemand hat neue Kerzen gekauft, und niemand hat gefragt warum. Niall schaut kurz zur Statue der Muttergottes, dann dreht er sich um. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus, die Hände in den Taschen. Father Brennan steht schon im Flur, das Messgewand über dem linken Arm. „Du bist zu spät", sagt der alte Mann, ohne Niall anzuschauen. „Es ist Viertel nach sieben", sagt Niall, „die Glocke läutet um halb acht." Brennan antwortet nicht, er geht einfach los. Niall folgt ihm, einen halben Schritt hinter ihm, wie immer. Der alte Priester ist 79 Jahre alt, aber er geht noch geradeaus. Nur seine Finger zittern, das sieht man, wenn er den Kelch hält. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar und dreht dem Raum den Rücken zu. Die Bänke hinter Niall sind leer – alle, bis zur letzten Reihe. Früher saßen hier dreißig, vierzig Menschen, manchmal mehr. Alte Frauen in dunklen Kleidern, Männer mit roten Händen, Kinder, die nicht stillsitzen konnten. Das ist fünf Jahre her, als der junge Priester wegging und niemand mehr kam. Brennan hat trotzdem weitergemacht, jeden Sonntag, für niemanden. Niall ist gekommen, nicht weil er glaubt, sondern weil er nicht will, dass der alte Mann allein steht. Die Messe beginnt, und Brennans Stimme füllt die Stille. Die lateinischen Worte fallen langsam, einer nach dem anderen, wie Tropfen in einen Brunnen. Niall sitzt auf der ersten Bank und antwortet, wenn er dran ist. „Et cum spiritu tuo" – die Worte kommen automatisch, aus dem Gedächtnis eines Kindes. Er war sieben Jahre alt, als er sie zum ersten Mal sagte. Er erinnert sich nicht mehr, ob er damals verstanden hat, was sie bedeuten. Vielleicht spielt das keine Rolle. Brennan dreht sich um, schaut über Niall hinaus in die leeren Reihen. „Dominus vobiscum", sagt er, leise, fast fragend. Niall antwortet, und Brennan nickt einmal, kaum sichtbar. Die Messe geht weiter, Satz für Satz, wie ein altes Schiff, das seinen Kurs kennt. Dann kommt der Moment, den Niall nicht erwartet hat. Brennan hält die Hostie in den Händen und öffnet den Mund. Kein Wort kommt. Nur ein kurzer Laut, dann Stille. Brennans Gesicht bleibt ruhig, aber seine Finger drücken die Hostie ein bisschen zu fest. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes. Er sieht das blinde Auge, das nichts sieht, und das andere, das zu viel weiß. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine. Niall atmet einmal tief, und dann flüstert er: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus ihm heraus wie etwas, das er nie wirklich vergessen hat. Brennan schließt die Augen, nickt einmal, und spricht weiter. Die Hostie bewegt sich in der Stille, und die Messe geht weiter. Nach dem letzten Segen löscht Niall die Kerzen. Sie gehen zusammen aus der Kirche, ohne zu sprechen. Der Regen fällt leise auf das Pflaster, wie immer. Im Pub sind sie allein, außer dem Wirt, der schweigend den Tresen wischt. Zwei Gläser Guinness stehen vor ihnen, halb voll, noch nicht angerührt. Brennan schaut auf sein Glas und sagt: „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war." „Das war der einzige Unterricht, der wirklich gezählt hat", sagt er dann. „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt ruhig: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an, leise, ohne zu lachen. Draußen vor dem Fenster hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit drei Wochen ist es still. Keiner von beiden schaut hin. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die lateinischen Worte Niall kennt jeden Stein des Weges zur Kirche, jeden Riss im Pflaster, jede Stelle, wo das Gras zwischen den Platten wächst. Er geht diesen Weg jeden Sonntag, seit fünf Jahren, kurz vor sieben Uhr morgens, wenn das Dorf noch schläft. Der Regen fällt gleichmäßig, wie er es seit Wochen tut, ohne Unterbrechung, ohne Absicht. An der Westküste ist das so: Der Regen kommt nicht als Ereignis, er ist einfach da, wie die See, wie der Wind, wie die Stille. Das Schloss der Kirchentür quietscht, als er den Schlüssel dreht, und dieser Laut gehört für Niall zum Sonntag wie die Glocke selbst. Drinnen riecht es nach feuchtem Stein und altem Weihrauch, ein Geruch, der sich in den Wänden festgesetzt hat wie ein Gebet, das niemand mehr spricht. Er zündet zwei Kerzen an – nur zwei, weil der Ständer vor der Muttergottes seit Ostern leer steht und keiner der Mut hatte, das zu ändern. Das flackernde Licht wirft lange Schatten auf die leeren Bänke, und für einen Moment sieht die Kirche fast belebt aus. Dann holt er Father Brennan ab. Der alte Priester steht bereits im Flur des Pfarrhauses, das Messgewand sorgfältig über den linken Arm gelegt, als hätte er die ganze Nacht gewartet. „Du bist zu spät", sagt Brennan, ohne Niall anzusehen, mit der ruhigen Bestimmtheit eines Mannes, der nicht mehr streitet, sondern nur noch feststellt. Niall erklärt, dass es erst Viertel nach sieben ist und die Glocke erst um halb acht läutet, aber er weiß bereits, dass die Antwort keine Rolle spielt. Sie gehen den schmalen Weg zwischen den Hecken, Brennan einen halben Schritt voraus, Niall hinter ihm, wie es sich so ergeben hat. Der alte Mann geht langsamer als früher, aber er geht noch aufrecht, und das ist etwas, das Niall jedes Mal auffällt, ohne dass er weiß, warum. In der Kirche nimmt Brennan seinen Platz vor dem Altar ein, dreht der leeren Gemeinde den Rücken zu und beginnt. Die lateinischen Worte kommen ruhig und gleichmäßig, getragen von einer Stimme, die mit den Jahren brüchiger geworden ist, aber nie unsicher. Niall sitzt auf der ersten Bank und hört zu, wie man einem Fluss zuhört, der immer schon da war. Die Bänke hinter ihm sind leer, und trotzdem füllen sie den Raum irgendwie, mit dem Gewicht all der Sonntage, an denen hier Menschen saßen. Er erinnert sich noch an die alten Frauen in ihren dunklen Kleidern, an die Männer mit den rissigen Händen, an die Kinder, die auf der Holzbank rutschten und einen Blick zugeworfen bekamen. Das alles ist fünf Jahre her, seit der junge Priester die Gemeinde verlassen hat und die Sonntagsmesse zu einer Laienandacht wurde. Brennan hat davon nichts wissen wollen und hält seitdem seine eigene Messe, still, auf Latein, ohne Erlaubnis, ohne Publikum. Niall ist geblieben, nicht weil der Glaube ihn hält, sondern weil er den Gedanken nicht aushält, dass der alte Mann allein vor dem Altar steht. Er antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die er als Siebenjähriger auswendig gelernt hat und die in ihm geblieben sind wie eine Melodie, die man nicht mehr loswird. „Dominus vobiscum", sagt Brennan, und dreht sich kurz um, sein gutes Auge sucht Niall, findet ihn. „Et cum spiritu tuo", antwortet Niall, und das reicht. Sie kennen diesen Rhythmus, dieses Geben und Nehmen, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Dann kommt die Wandlung. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Finger zittern leicht, und öffnet den Mund. Nichts. Ein kurzer, gebrochener Laut, dann eine Stille, die sich anfühlt, als würde die Kirche den Atem anhalten. Brennans Gesicht zeigt keine Panik, nur eine Art erschöpftes Suchen, als blättere er in einem Buch, dessen Seiten er nicht mehr sehen kann. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes, die blinde Pupille, die ins Leere gerichtet ist, die Finger, die die Hostie zu fest halten. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkommen, wie sie es manchmal tun. Sie kommen nicht. Dann hört er sich selbst flüstern, fast ohne es zu wollen: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus einer Tiefe, die er nicht kannte, aus einem Teil von ihm, der offenbar nie aufgehört hat, Ministrant zu sein. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig, als wäre nichts gewesen. Die Hostie hebt sich, und die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand ab, sie verlassen die Kirche, ohne ein Wort darüber zu verlieren, was gerade passiert ist. Der Regen empfängt sie vor der Tür wie ein geduldiger Bekannter. Im Pub stellen sie ihre nassen Jacken auf die Stühle und setzen sich an den Tresen. Der Wirt bringt zwei halbe Guinness, dreht das Radio leiser und lässt sie in Ruhe, weil er gelernt hat, dass das das Richtige ist. Brennan starrt eine Weile in sein Glas, bevor er spricht. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich das Gefühl hatte, dass es um etwas geht." Er macht eine Pause, dreht das Glas langsam in den zitternden Händen. „Jetzt zählt nichts mehr davon." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, dann wieder auf Brennan. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie stoßen an, ohne Feierlichkeit, ohne Lächeln, mit der ruhigen Geste zweier Männer, die sich seit Jahren kennen und wenig erklären müssen. Draußen hört der Regen auf. Es geschieht einfach so, ohne Ankündigung, mitten in einem Augenblick, der ohnehin schon zu voll ist. Durch das beschlagene Fensterglas sieht man ein blasses Licht zwischen den Wolken. Keiner von beiden dreht sich um. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die lateinischen Worte Der Sonntag beginnt für Niall nicht mit dem Aufwachen, sondern mit dem Moment, in dem er den Schlüssel vom Haken nimmt und weiß, dass es wieder Zeit ist. Draußen hängt der Regen wie eine Wand zwischen den Häusern, dicht und gleichgültig, seit drei Wochen derselbe Regen, der sich längst nicht mehr wie Wetter anfühlt, sondern wie Zustand. Das Dorf liegt still, wie es an Sonntagen liegt, wenn die wenigen, die noch hier wohnen, hinter beschlagenen Fenstern bleiben und niemand erwartet, dass einer von ihnen zur Kirche geht. Niall geht trotzdem, nicht weil er müsste, sondern weil aufzuhören eine Entscheidung wäre, und er hat noch keine getroffen. Das Schloss quietscht, als er die schwere Eichentür aufdrückt, ein vertrauter Laut, der seit hundert Jahren derselbe ist und in seiner Beständigkeit etwas fast Tröstliches hat. Die Kirche riecht nach feuchtem Stein und Weihrauch und nach der spezifischen Kälte alter Gebäude, die selbst im Sommer nicht ganz weicht, als hätte sich die Temperatur in den Wänden verselbständigt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer – der vor der Muttergottes – seit Ostern leer steht, und weil niemand diesen Umstand je laut angesprochen hat, ist er zu einer Art stillschweigendem Einverständnis geworden. Das flackernde Licht fällt auf die leeren Bänke und zeichnet Schatten, die aussehen wie Personen, wenn man nicht genau hinschaut. Niall schaut nicht genau hin. Er holt Father Brennan ab, wie jeden Sonntag, den schmalen Weg zwischen den Hecken entlang, der nach Regen immer ein bisschen rutschig ist. Der alte Priester steht bereits im Flur, das Messgewand über dem Arm, die weißen Augenbrauen zusammengezogen, als hätte er auf etwas gewartet, das sich nicht beeilte. „Du bist zu spät", sagt Brennan, mit der Autorität eines Mannes, für den die Zeit nicht mehr eine Abfolge von Minuten ist, sondern eine Frage der Haltung. Niall erklärt sachlich, dass es Viertel nach sieben ist, dass die Glocke erst um halb acht läutet, dass sie in der Zeit sind – aber er weiß, während er es sagt, dass dieser Austausch nicht über Zeit handelt. Sie gehen nebeneinander, Brennan einen halben Schritt voraus, weil er es nicht anders kennt, Niall hinter ihm, weil er gelernt hat, dass manche Positionen keine Entscheidung, sondern eine Übereinkunft sind. Die Kirche empfängt sie mit der Kälte, die sie immer hat, und Brennan geht ohne Zögern zum Altar, als würde er einen Raum betreten, der ihm gehört, obwohl er das, streng genommen, nicht mehr tut. Er dreht dem Kirchenschiff den Rücken zu, streckt die zitternden Hände über den Kelch und beginnt zu sprechen. Das Latein kommt ruhig und kontinuierlich, brüchig in der Oberstimme, aber stabil in seinem Rhythmus, wie ein altes Seil, das mehr trägt, als man ihm ansieht. Niall sitzt auf der ersten Bank, die Hände zwischen den Knien, und antwortet auf die Rufe, die Antworten erfordern, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwanzig Jahre hinweg aufbewahrt hat, ohne je dazu aufgefordert worden zu sein. Die Bänke hinter ihm sind leer, aber ihre Leere ist nicht nichts – sie ist die Summe aller Sonntagmorgen, an denen hier Menschen saßen, die jetzt entweder fortgezogen oder gestorben sind, was an der Westküste auf dasselbe hinausläuft. Er erinnert sich an die alten Frauen, die den Rosenkranz zwischen den Fingern rollten wie Händler ihre Münzen, an die Männer, die nach Torf rochen und nach dem Gottesdienst wortlos aneinandervorbeigingen, als hätte die Stunde des Schweigens eine Verlängerung bekommen. Das Bistum hat vor fünf Jahren entschieden, dass eine Laienandacht genüge, und die Gemeinde hat sich, wie Gemeinden das tun, gefügt. Brennan hat sich nicht gefügt, er hat einfach weitergemacht, still, ohne Erlaubnis, ohne Publikum, weil ihm die Vorstellung, dass die Messe aufhört, absurder erschien als die Vorstellung, sie allein zu halten. Niall ist geblieben, nicht aus Glauben, sondern aus einer Art Pflichtgefühl, das keinen religiösen Kern hat, aber einen menschlichen, und das vielleicht dasselbe ist. „Dominus vobiscum", sagt Brennan und dreht sich halb um, sein gutes Auge findet Niall mit der Präzision langer Gewohnheit. „Et cum spiritu tuo" – Niall sagt es ohne Pause, und Brennan nickt, kaum wahrnehmbar, und dreht sich wieder zum Altar. Es gibt einen Austausch in diesem Ritual, der weder Gespräch ist noch Gebet, sondern etwas dazwischen, etwas, für das es kein passendes Wort gibt außer vielleicht: Anwesenheit. Die Messe trägt sich selbst vorwärts, Satz für Satz, und Niall lehnt sich ein wenig zurück und lässt die lateinischen Worte über sich hinweggehen wie Wasser. Dann kommt die Wandlung, und alles stockt. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Lippen formen sich zu einem Wort, das nicht kommt – ein offener Mund, ein abgebrochener Laut, eine Stille, die sich von anderen Stillen unterscheidet, weil in ihr etwas fehlt, das da sein sollte. Nialls Blick geht sofort zu den Händen des alten Mannes, die die Hostie mit einer Kraft halten, die wie Festhalten aussieht, nicht wie Darbringen. Er sieht den Schweiß, der sich auf Brennans Stirn gesammelt hat, das blinde Auge, das in eine Richtung zeigt, die keiner kennt, die erschöpfte Suche in den Zügen eines Gesichts, das gelernt hat, sich nichts anmerken zu lassen. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und Niall hält die Luft an, weil er nicht weiß, ob Eingreifen Hilfe ist oder Einmischung. Dann hört er sich selbst sprechen, leise, fast atemlos: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Es sind Worte, die er als Kind gelernt hat, in einer Zeit, in der man Dinge lernte, ohne zu verstehen, dass man sie behalten würde, und die jetzt aus ihm herauskommen wie etwas, das nie wirklich fort war. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er nicht erbeten hat, es aber trotzdem nimmt. Er öffnet sie wieder und spricht weiter, ruhig, gleichmäßig, als wäre nichts gewesen, und vielleicht ist das die eigentliche Kunst: nicht, dass man nie ins Stocken gerät, sondern dass man weiterspricht, wenn jemand den Faden hält. Die Messe endet ohne weiteren Zwischenfall. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Gewand ab mit der präzisen Sorgfalt eines Mannes, der weiß, dass Nachlässigkeit in kleinen Dingen eine Haltung ist, keine Effizienz. Sie verlassen die Kirche und sprechen kein Wort über das, was passiert ist, was die einzig mögliche Form ist, darüber zu sprechen. Der Regen nimmt sie schweigend in Empfang. Im Pub hängen ihre nassen Jacken an den Stühlen, und der Wirt stellt zwei halbe Guinness vor sie hin, ohne zu fragen, weil er seit Jahren weiß, was Sonntag bedeutet. Brennan sitzt eine Weile still, die Hände um das Glas, und schaut auf die dunkle Flüssigkeit, als läse er etwas darin. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, mit der ruhigen Sachlichkeit eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, „in einem Klassenzimmer, das nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich gespürt habe, dass die Sprache selbst etwas trägt, unabhängig davon, ob jemand zuhört." Er dreht das Glas langsam in den Händen, und Niall sieht, wie stark die Finger zittern, wenn sie nichts halten. „Jetzt zählt das alles nichts mehr", sagt Brennan, nicht bitter, sondern mit der Feststellung von jemandem, der einen Beweis für eine Theorie geliefert bekommen hat, die er nie beweisen wollte. Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, mit der Ruhe eines Mannes, der nicht nach Worten sucht, weil er weiß, dass die richtigen kurz sind. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit zweier Menschen, die so viele Sonntage geteilt haben, dass Gesten keine Erklärung mehr brauchen. Draußen vor dem beschlagenen Fenster hört der Regen auf. Er hört einfach auf, mitten in allem, ohne Ankündigung, und für einen Moment liegt das Dorf in einer Stille, die sich von der gewöhnlichen unterscheidet, weil sie nicht erwartet wurde. Ein blasses Licht schiebt sich zwischen den Wolken durch, fällt schräg auf die nasse Straße. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die lateinischen Worte Es gibt Gewohnheiten, die man nicht mehr begründet, weil die Begründung irgendwann in der Wiederholung selbst verschwunden ist, und Nialls Sonntage gehören seit fünf Jahren zu dieser Kategorie. Um kurz vor sieben nimmt er den Schlüssel vom Haken neben der Tür, zieht die Jacke über, ohne nachzudenken, und tritt in den Regen, der seit drei Wochen fällt, als wäre er kein meteorologisches Ereignis mehr, sondern ein Aggregatzustand der Westküste. Das Dorf liegt in jener spezifischen Sonntagsstille, die nicht Ruhe ist, sondern Abwesenheit – keine Menschen auf der Straße, keine Stimmen, nur das gleichmäßige Rauschen des Regens gegen Stein und Dach und die gelegentliche Möwe, die dagegen ankämpft, als wüsste sie es besser. Die Kirche am Ende der Straße ist ein Gebäude, das seine Zweckbestimmung überlebt hat, aber das macht es, wie Niall nach fünf Jahren Sonntagmorgen weiß, nicht weniger wahr, sondern nur schwerer zu erklären. Das Schloss quietscht, wie es seit Menschengedenken quietscht, und dieser Laut hat aufgehört, ihn zu stören, weil er gelernt hat, dass Beständigkeit in einem Ort, der von Aufgabe und Weggang durchzogen ist, ihren eigenen Wert hat. Drinnen empfängt ihn der Geruch, der sich in langen Jahren in die Poren des Steins eingegraben hat: Weihrauch, Feuchtigkeit, das stumpfe Holz der Bänke und darunter, kaum wahrnehmbar, etwas, das er als Kind für Heiligkeit hielt und das er heute nicht mehr benennt, weil jeder Name dafür falsch klingt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer steht und diese Leere inzwischen so selbstverständlich geworden ist, dass sie aufgehört hat, eine Aussage zu sein, und einfach Tatsache ist. Das flackernde Licht trifft die leeren Bänke und wirft Schatten, die sich bewegen wie Anwesende, und Niall lässt diesen Eindruck geschehen, ohne ihn zu korrigieren. Er geht den schmalen, regennassen Weg zum Pfarrhaus, und Father Brennan steht bereits im Flur, das Messgewand mit der zeremonösen Sorgfalt eines Mannes über den linken Arm gelegt, der weiß, dass Form das ist, was bleibt, wenn der Inhalt schwächer wird. „Du bist zu spät", sagt Brennan, und es ist keine Feststellung über Uhrzeiten, sondern eine Aussage über die Beschaffenheit der Welt, die der alte Priester seit Jahrzehnten zu langsam findet. Niall erklärt, was er erklären kann – Viertel nach sieben, Glocke um halb acht, alles im Rahmen –, aber er erklärt es mit der halbherzigen Überzeugung eines Mannes, der weiß, dass sein Gesprächspartner keine Gegenmeinung erwartet, sondern Gesellschaft. Sie gehen nebeneinander den Weg zur Kirche, Brennan einen halben Schritt voraus, und diese Anordnung ist so selbstverständlich geworden, dass sie nicht mehr Vorrang bedeutet, sondern einfach: so ist es. Der alte Mann geht langsamer als noch vor zwei Jahren, die Schultern ein wenig vorgezogen gegen den Regen, und Niall passt seinen Schritt an, ohne darüber nachzudenken, mit jener unbemerkten Rücksicht, die sich zwischen Menschen entwickelt, die regelmäßig Zeit miteinander verbringen, ohne viel zu reden. Im Kirchenraum nimmt Brennan sofort seinen Platz vor dem Altar ein, als existiere für ihn keine Übergangszeit zwischen Kommen und Beginnen, und Niall setzt sich auf die erste Bank, seinen angestammten Platz, während hinter ihm die leeren Reihen schweigen. Diese Leere hat Niall lange beschäftigt, in den ersten Monaten noch als Vorwurf, dann als Frage, und schließlich als etwas, das keiner Kategorisierung mehr bedarf, weil es einfach der Zustand ist, in dem die Messe stattfindet. Die verschwundene Gemeinde ist trotzdem anwesend, in einer Weise, die sich seiner Beschreibung entzieht: die alten Frauen, die den Rosenkranz wie eine Notwendigkeit in den Händen hielten, die Männer mit den vom Torf gefärbten Händen, die Kinder, die auf den Bänken rutschten und Seitenblicke der Mütter ernteten. Sie sind fort, die meisten gestorben, manche weggezogen, und der Unterschied ist an der Westküste geringer, als er anderswo wäre. Brennan hat auf all das nicht mit Resignation reagiert, sondern mit einer Sturheit, die Niall je länger, desto mehr bewundert: Er hat einfach weitergemacht, die Messe gehalten, still, auf Latein, ohne bischöfliche Genehmigung, ohne Publikum, weil die Alternative – aufzuhören – für ihn keine logische Konsequenz, sondern eine Kapitulation war, die er nicht zu vollziehen gedachte. Niall ist bei ihm geblieben, nicht aus Glauben, denn dazu wäre er zu ehrlich sich selbst gegenüber, sondern aus einem Pflichtgefühl, das keine religiöse Grundlage hat, aber eine menschliche, und das vielleicht nicht so weit auseinanderliegt, wie es klingt. Das Latein füllt die Kirche wie Wasser einen Behälter, das heißt: es nimmt die Form des Raumes an, ohne ihn zu verändern, gleichmäßig, kontinuierlich, Brennans Stimme altert hörbar mit jedem Jahr, aber ihr Rhythmus nicht. Niall antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwei Jahrzehnte bewahrt hat wie Dinge, die man in einem Keller einlagert und vergisst, bis man sie braucht: „Et cum spiritu tuo", „Sed libera nos a malo", die kurzen Antworten des Ministranten, die er mit sieben Jahren auswendig lernte, ohne zu wissen, dass er sie mit siebenundzwanzig noch sprechen würde. „Dominus vobiscum" – Brennan dreht sich kurz um, sein gutes Auge findet Niall mit der unbeirrten Sicherheit jahrzehntelanger Gewohnheit, und in diesem Blick liegt weder Frage noch Dank, nur die stille Erwartung, dass da ist, was da sein soll. „Et cum spiritu tuo" – Niall antwortet, und Brennan nickt und dreht sich zurück, und in diesem kleinen Austausch liegt so etwas wie Liturgie, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Die Messe bewegt sich vorwärts mit der Schwerkraft alter Strukturen, die nicht deswegen tragen, weil man an sie glaubt, sondern weil sie so oft wiederholt wurden, dass sie ein eigenes Gewicht entwickelt haben. Dann kommt die Wandlung, und Brennan hält die Hostie in den Händen, und sein Mund öffnet sich, und kein Wort kommt. Es ist kein dramatischer Moment, kein Zusammenbruch – nur ein offener Mund, ein abgebrochener Anlaut, und dahinter eine Stille, die sich von der Stille der leeren Bänke unterscheidet, weil sie nicht leer, sondern unterbrochen ist. Nialls Blick geht sofort zu Brennans Händen, die die Hostie mit einer Kraft umschließen, die wie Festhalten aussieht, als könnten die Finger halten, was der Geist nicht mehr findet, und er sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes und das blinde Auge, das ins Dunkel der Apsis gerichtet ist, als suchte es dort, was vorne nicht mehr greifbar ist. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkehren, wie sie es manchmal tun, wenn man ihnen Zeit lässt und nicht zieht. Sie kommen nicht. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und die Kirche hält den Atem an, und Niall hält ihn auch, und dann passiert etwas, das er im Nachhinein nicht erklären kann: Er hört sich selbst sprechen, leise, fast unhörbar, als wären die Worte nicht für Brennan bestimmt, sondern für den Raum: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Sie kommen ohne Abruf, ohne Anstrengung, aus einem Teil seiner selbst, der offenbar nie aufgehört hat, sieben Jahre alt und Ministrant zu sein, und der den Satz all diese Jahre getragen hat wie eine Schuld, die man nicht kennt, bis jemand nach ihr fragt. Brennan schließt die Augen, einen Moment lang, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er weder verdient noch erwartet hat, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig und gleichmäßig, als wäre der Riss in der Messe niemals gewesen. Die Hostie hebt sich, und der Rest der Wandlung vollzieht sich in der gewohnten Stille, und Niall bemerkt, dass seine Hände zittern, nicht seine. Die Messe endet, wie sie immer endet: ohne Aufsehen, ohne Publikum, ohne den Applaus, den keine Messe je hat und diese weniger als alle anderen. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand mit der akkuraten Langsamkeit eines Mannes ab, für den kein Handgriff gleichgültig ist, und sie verlassen die Kirche, und über das, was passiert ist, sagen sie nichts, weil alles, was man dazu sagen könnte, entweder zu wenig oder zu viel wäre. Der Regen hat nicht nachgelassen. Im Pub hängen ihre Jacken an den Stühlen und tropfen auf den Holzboden, und der Wirt stellt die Gläser ab und dreht das Radio leiser, ohne gefragt zu werden, weil er in zwanzig Jahren gelernt hat, was diese zwei Männer an Sonntagmorgen brauchen und was nicht. Brennan sitzt lange still, die Hände um das Glas gelegt, die Finger noch leicht zitternd, und schaut in das dunkle Bier mit dem Gesicht eines Mannes, der abwägt, ob sprechen oder schweigen das Richtigere ist. „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war", sagt er schließlich, mit der Stille eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, weil er zu alt ist, um Umwege zu machen, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde und nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war die einzige Sprache, bei der ich spürte, dass sie etwas trägt, das nicht von ihr selbst kommt – etwas, das die Worte benutzt, ohne in ihnen zu wohnen." Er macht eine kurze Pause, in der das Radiomurren und das entfernte Regenprasseln den Raum füllen. „Jetzt zählt das alles nichts mehr, und ich weiß nicht, ob das an der Sprache liegt oder an mir oder an dem, was zwischen den beiden verschwunden ist." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, und in diesem Schweigen liegt keine Verlegenheit, sondern das ruhige Einverständnis zweier Männer, die gelernt haben, dass die meisten Sätze keine Antwort brauchen, sondern nur Zeugen. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit einer Geste, die so oft wiederholt wurde, dass sie aufgehört hat, symbolisch zu sein, und einfach wahr ist. Draußen hört der Regen auf. Er hört einfach auf, nach drei Wochen, mitten in diesem unbetrachteten Moment, und das blasse Licht, das jetzt schräg durch die Wolkenlücke fällt, legt sich auf die nasse Straße wie eine Aussage, für die niemand die Sprache hat. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. == 90 == 1 -------------------- Die Wiese unter Wasser Der Regen fällt seit drei Tagen. Maeve fährt aus Dublin zurück in ihr altes Dorf. Die Straße ist nass und dunkel. Am Ende der Straße bleibt ihr Auto stehen. Sie steigt aus und geht zu Fuß weiter. Der Matsch zieht an ihren Stiefeln. Der Regen trifft ihr Gesicht. Sie trägt nur einen kleinen Koffer. Das Haus ihrer Mutter liegt am Fluss. Der Fluss ist über die Ufer getreten. Das Wasser steht im Hof. Declan steht in der offenen Haustür. Er hält eine Taschenlampe in der Hand. Das Licht zittert über die nasse Wand. „Du siehst aus wie eine ertrunkene Katze", sagt er. „Du siehst aus wie immer", sagt sie. Sie umarmen sich kurz. Es riecht nach nassem Holz und altem Tee. Im Haus ist es dunkel, weil der Strom weg ist. Ihre Mutter Bridie sitzt oben im Sessel. „Hast du den Gürtel deines Vaters gerettet?", fragt sie. Maeve schaut auf ihre leeren Hände. Declan nimmt den Gürtel aus seiner Jackentasche. Er legt ihn der Mutter auf den Schoß. Bridie streicht über das Leder und sagt nichts. Dann tragen Maeve und Declan die alte Kommode die Treppe hoch. Die Kommode ist schwer. Declan flucht auf Irisch. Maeve lacht zum ersten Mal an diesem Tag. Sie schleppen auch Stühle und Kartons nach oben. Das Wasser im Erdgeschoss steigt langsam. Alte Fotos vom Vater schwimmen auf dem Wasser. Declan sieht sie und sagt: „Papa macht jetzt eine Bootsfahrt." Maeve nimmt ein Foto und hält es fest. Draußen helfen die Nachbarn mit Sandsäcken. Maeve geht hinaus und hilft auch. Ihre Hände werden kalt. Nach einer Stunde ist die Linie gesichert. Die Nachbarin Aoife bringt heißen Tee in einer Thermoskanne. Es ist der beste Tee, den Maeve seit Jahren getrunken hat. Um Mitternacht ist es ruhiger. Declan klettert auf das Dach des Schuppens. Maeve klettert hinter ihm her. Das Dach ist aus Wellblech und kalt. Aber von hier oben sieht man alles. Das Wasser liegt schwarz und still im Hof. Die Birken am Ufer stehen halb im Wasser. Declan gibt ihr die Whiskeyflasche. Sie trinkt einen langen Schluck. „Warum bist du nie weggegangen?", fragt sie. Er zuckt mit den Schultern. „Weil jemand zusehen muss, wie das Wasser steigt." Sie sagen eine Weile nichts. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich bin hier fertig." Declan antwortet: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, leiser jetzt. Sie sitzen noch lange auf dem Dach. Am Morgen ist das Wasser etwas gesunken. Bridie steht am Fenster im ersten Stock. Sie winkt Maeve zu, als diese ihren Koffer aus dem Schlamm zieht. Declan lehnt an der Tür. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagt er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagt Maeve. Aber beide wissen: Es wird ein nächstes Mal geben. Sie steigt ins Auto. Das Radio spielt ein altes irisches Lied. Im Spiegel sieht sie Declan in der Tür stehen. Er hebt die Hand. Sie fährt los. Das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist nicht vorbei. Aber sie ist heute nicht gestorben. Das reicht. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Wiese unter Wasser Maeve hat seit drei Tagen nicht geschlafen, weil die Nachrichten aus dem Dorf immer schlechter wurden. Sie packt einen Koffer, aber nur für zwei Tage. Auf der Fahrt aus Dublin ist die Autobahn leer, und der Regen schlägt hart auf die Windschutzscheibe. Am Ende der Schotterstraße steht das Wasser schon knietief. Sie stellt das Auto ab und geht den Rest zu Fuß. Der Matsch ist so weich, dass ihre Stiefel bei jedem Schritt einsinken. Das Haus sieht kleiner aus, als sie es in Erinnerung hat. Declan steht in der Tür mit einer Taschenlampe, weil der Strom seit dem Mittag ausgefallen ist. „Du bist nass bis auf die Knochen", sagt er, und das klingt fast wie eine Begrüßung. Sie umarmen sich kurz und klopfen sich auf den Rücken, wie man es macht, wenn man nicht weiß, was man sagen soll. Im Haus riecht es nach nassem Holz, altem Stein und dem Tee, den Bridie immer kocht, wenn sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Die Mutter sitzt oben im Sessel, die Hände im Schoß, und schaut auf die Tür, als sie Maeve sieht. „Das Wasser steigt noch", sagt Bridie, ohne Hallo zu sagen. Maeve setzt sich kurz zu ihr, aber Declan ruft schon von unten, dass man die Kommode retten muss. Die Kommode ist aus Eichenholz und wiegt so viel, dass Maeve versteht, warum Declan auf sie gewartet hat. Sie fluchen beide leise, als sie das Ding die enge Treppe hinaufschleppen. Oben angekommen lachen sie, weil das manchmal einfacher ist als nichts zu sagen. Declan holt eine Kerze aus der Küchenschublade, und jetzt sieht das Zimmer fast gemütlich aus. Aber das Wasser unten schlägt leise gegen die Wand, und das klingt nicht gemütlich. Maeve geht zurück nach unten und sieht, dass die alten Fotos vom Vater auf dem Wasser treiben. Sie nimmt eines und drückt es an sich, bevor es nass wird. Declan sieht das und sagt: „Papa hat uns immer gesagt, dass er gern schwimmt." Maeve lacht, obwohl ihr die Augen brennen. Draußen arbeiten die Nachbarn mit Sandsäcken, und Maeve geht hinaus, um zu helfen. Es ist kalt, und der Regen macht keine Pause. Aoife, die Nachbarin von gegenüber, schleppt Säcke, obwohl sie schon siebzig ist. „Du bist wieder da", sagt Aoife, als wäre das die natürlichste Sache der Welt. Maeve nickt und nimmt den nächsten Sack. Nach zwei Stunden ist die Linie fertig, und jemand bringt Tee in einer alten Kanne. Sie trinken im Regen und sagen nicht viel, weil die Arbeit schon alles gesagt hat. Um Mitternacht ist das Wasser für eine Weile ruhig. Declan klettert auf das Dach des Schuppens und streckt ihr die Hand entgegen. Von dort oben sieht man das ganze Ausmaß, weil das Mondlicht kurz durch die Wolken kommt. Der Schulweg, den Maeve als Kind gegangen ist, liegt jetzt unter schwarzem Wasser. Declan zieht eine Plastikflasche Whiskey aus der Jackentasche, weil er immer auf solche Nächte vorbereitet ist. Maeve trinkt und spürt, dass die Kälte ein bisschen nachlässt. „Warum bist du wirklich nie weggegangen?", fragt sie, weil sie das seit Jahren fragen will. Declan schaut auf das Wasser und sagt: „Weil ich dachte, dass jemand bleiben muss." „Für Mama?", fragt sie. „Für alles", sagt er. Eine Weile sagen sie nichts, und das ist in Ordnung. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich wäre hier fertig." Declan nimmt die Flasche zurück und sagt: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, aber leiser als vorher. Sie sitzen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer ist. Als Maeve am Morgen aufwacht, hat das Wasser ein Stück nachgegeben. Die Möbel im Erdgeschoss stehen im Schlamm, aber sie stehen noch. Bridie kocht Tee, weil der Strom wieder da ist und weil sie das immer macht, wenn der schlimmste Teil vorbei ist. „Bleibt du noch?", fragt die Mutter, ohne sich umzudrehen. „Ich muss morgen zurück", sagt Maeve. Bridie nickt, als hätte sie genau das erwartet. Declan isst Brot am Tisch und schaut auf sein Telefon, aber Maeve weiß, dass er zuhört. Sie verbringen den Tag damit, den Schlamm aus dem Erdgeschoss zu schaufeln. Es ist die schwerste Arbeit, die Maeve seit Jahren gemacht hat. Aber es ist auch die einzige Arbeit, bei der sie nicht nachdenken muss. Am Abend zieht Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus. Declan lehnt in der Tür und sagt: „Nächstes Mal ruf vorher an." „Es gibt kein nächstes Mal", sagt sie. Er lächelt, weil sie beide wissen, dass das eine Lüge ist. Bridie steht am Fenster im ersten Stock und winkt, als Maeve zum Auto geht. Das Radio spielt ein Lied, das Maeve aus ihrer Kindheit kennt. Im Rückspiegel sieht sie Declan, der immer noch in der Tür steht und den Regen ins Gesicht lässt. Sie fährt los, und das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist noch nicht ganz vorbei. Aber das Haus steht noch, und die Menschen darin auch. Das reicht für heute. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam um halb vier morgens, kurz und ohne Ausrufezeichen: „Der Fluss steht im Hof." Maeve lag noch wach, weil sie es irgendwie gewusst hatte. Sie warf ein paar Sachen in den Koffer, nicht weil sie bleiben wollte, sondern weil man für solche Nächte gewappnet sein muss. Die Fahrt aus Dublin dauerte fast drei Stunden, weil ein Lastwagen quer auf der Nationalstraße stand und niemand zu wissen schien, warum. Der Regen ließ nicht nach, und die Scheibenwischer kämpften, als wären sie persönlich beleidigt. Am Ende der Schotterstraße, wo der Asphalt aufhörte und das Wasser anfing, stellte sie das Auto auf einen Grashügel und stieg aus. Die Stiefel sanken sofort ein, und der Matsch hatte einen Geruch, den sie seit Jahren nicht mehr gerochen hatte – nach nassem Torf und altem Gras und etwas, das sie nicht benennen konnte. Das Haus stand noch, aber es stand anders, als wäre es ein bisschen kleiner geworden. Declan wartete in der offenen Tür, eine Taschenlampe in der Hand, das Licht hinter ihm erloschen. „Ich dachte, du kommst nicht", sagte er, und das klang weder vorwurfsvoll noch erleichtert, sondern einfach wie eine Feststellung. Sie umarmten sich auf die Art, wie Geschwister das tun, wenn die Worte zu groß sind – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das bedeutete: Ich bin noch da. Im Haus roch es nach Kerzenrauch, nassem Stein und dem Tee, den Bridie gekocht hatte, obwohl kein Strom da war und sie vermutlich auf dem Campingkocher stand. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, nicht tief, aber genug, dass die unterste Treppenstufe verschwunden war. Maeve sah, wie ein altes Notizbuch ihres Vaters auf der Oberfläche trieb, aufgegangen wie eine kleine Blüte. Sie wollte es greifen, aber Declan war schneller und hielt es ihr hin, triefend und fast unleserlich. „Ich hab die wichtigen Sachen schon hochgetragen", sagte er, „aber die Kommode hat sich gewehrt." Sie lachten beide, weil die Kommode aus Eichenholz war und seit fünfzig Jahren an derselben Stelle stand und das auch noch weitere fünfzig Jahre vorhatte. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, eine Decke über den Knien, und zählte leise etwas, das Maeve nicht verstand. „Was zählst du?", fragte Maeve. „Die Flaschen unten", sagte Bridie. „Eine für jedes Jahr, das ich hier lebe." Maeve setzte sich kurz neben sie, bis Declan rief, dass man jetzt die Kommode anpacken müsse, weil das Wasser nicht auf sie warte. Das Tragen war mühsam und laut, und Declan fluchte auf Irisch, was er immer tat, wenn er sich wirklich ärgerte, weil er der Meinung war, das klang weniger schlimm. Oben stellten sie die Kommode an die Wand, und Maeve lehnte sich dagegen und atmete durch. Durchs Fenster sah sie, wie die Nachbarn draußen Sandsäcke schleppten, in Regenjacken, die glänzten wie nasses Leder. Sie ging hinaus und half, ohne zu fragen, wer sie brauchte oder wohin die Säcke mussten. Aoife, die seit vierzig Jahren neben ihnen wohnte, schaufelte Erde in Säcke, als wäre sie dreißig, und schaute kurz auf. „Du bist gut angezogen für eine Überschwemmung", sagte sie. „Ich bin Sozialarbeiterin", sagte Maeve. „Wir sind immer falsch angezogen." Die Arbeit hatte etwas Ruhiges, trotz der Kälte und trotz des Regens, der nicht aufhörte. Man musste nicht reden, man musste nicht denken, man musste nur die Säcke tragen und stapeln und wieder zurückgehen. Gegen Mitternacht stand das Wasser für eine Weile still, als würde es überlegen, ob es noch mehr wollte. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und reichte ihr die Hand, ohne sie zu fragen. Von dort oben lag alles offen: das schwarze Wasser, das den Hof gefüllt hatte, die Birken am Ufer, die bis zur Hälfte versunken waren, und weiter hinten die dunklen Felder, die aussahen wie ein Meer. „Das ist der Schulweg", sagte Maeve, obwohl man ihn nicht mehr sehen konnte. „Ich weiß", sagte Declan. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, die er anscheinend für genau diesen Moment aufgespart hatte. Der Whiskey brannte angenehm, und Maeve trank mehr, als sie wollte, weil die Nacht so still war und die Stille nach mehr verlangte. „Warum bist du wirklich geblieben?", fragte sie, weil man auf Dächern und in der Nacht ehrlicher redet als anderswo. Declan schwieg einen Moment, nicht weil er keine Antwort hatte, sondern weil er die richtige suchte. „Weil das hier meins ist", sagte er schließlich. „Nicht nur Mamas. Meins." Maeve schaute auf das Wasser, das still glänzte wie poliertes Glas, und dachte daran, wie lange sie gebraucht hatte, um zu verstehen, dass Weggehen und Fertigsein zwei verschiedene Dinge sind. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er. „Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fing wieder an, leiser als vorher, fast wie eine Antwort. Sie saßen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte durch die Jacken drang. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, nicht viel, aber genug, dass man wieder die unterste Treppenstufe sehen konnte. Bridie stand am Fenster im ersten Stock und trank ihren Tee, als wäre das eine ganz gewöhnliche Aussicht. Maeve und Declan schaufelten den Schlamm aus dem Erdgeschoss, langsam und ohne viel zu reden, weil die Arbeit wieder für sich sprach. Am frühen Nachmittag zog Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus und wischte ihn mit einem alten Handtuch ab. Declan lehnte an der Haustür und schaute zu, als wäre das seine Aufgabe. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, und beide wussten, dass das eine freundliche Lüge war. Bridie winkte vom Fenster, ein kleines, ruhiges Winken, das bedeutete: Ich hab dich gesehen. Maeve stieg ins Auto und ließ den Motor an. Das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und sie ließ es laufen, obwohl es wehtat. Im Rückspiegel sah sie Declan, der immer noch in der Tür stand und den Regen ins Gesicht ließ, als wäre das eine bewusste Entscheidung. Sie fuhr los, und das Wasser unter den Reifen platschte laut in der Stille des Morgens. Die Flut war noch nicht vorbei, das wusste sie. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das genug. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam als Textnachricht, drei Wörter, kein Ausrufezeichen, und genau diese Nüchternheit war es, die Maeve sofort aufstehen ließ. Sie hatte seit Wochen auf irgendetwas gewartet, ohne zu wissen worauf, und jetzt wusste sie es. Der Koffer stand in zwanzig Minuten fertig am Flur – zu wenig für eine Woche, zu viel für jemanden, der nicht bleiben will. Die Fahrt nach Westen war lang und schweigend, die Felder zu beiden Seiten der Straße bereits in flaches Grau getaucht, als hätte die Landschaft selbst aufgehört, sich Mühe zu geben. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, parkte sie auf einem Erdwall und stieg aus, ohne den Motor ganz auszumachen, als bräuchte sie die Möglichkeit zur schnellen Flucht. Der Matsch schluckte ihre Schritte, der Regen traf ihr Gesicht mit der gleichmütigen Beständigkeit von etwas, das keinerlei persönliche Absichten hat. Das Haus stand im Dunkeln, nur in einem Fenster oben brannte Kerzenlicht, das durch das Glas flackerte und auf dem Wasser davor zitterte wie ein Tier, das sich nicht sicher ist. Declan öffnete die Tür, bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er einfach immer in Türnähe lebte. „Du hast zwei Stunden gebraucht länger als ich dachte", sagte er, und sie hörte darin weder Vorwurf noch Erleichterung, sondern die stille Anerkennung einer Tatsache. Sie umarmten sich auf die Art gereifter Geschwister – kurz, ohne Sentimentalität, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir sind noch da, das reicht. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im Kerzenlicht beinahe schön aussah, beinahe wie ein Interieur aus einem anderen Jahrhundert, wäre da nicht der Geruch nach nassem Stein und dem Moder von Dingen, die nicht für Wasser gedacht waren. Auf der Oberfläche trieb das Notizbuch ihres Vaters, aufgegangen wie ein kleines Buch ohne Anfang und Ende, die Tinte bereits verlaufen zu grauen Schlieren. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne es anzuschauen, weil manche Dinge Zeit brauchen, bevor man sie wirklich ansehen kann. Oben saß Bridie unter dem Dachfenster, die Hände gefaltet wie in einer Kirche, und zählte leise, die Lippen kaum bewegt. „Die Flaschen unten", sagte sie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe." Maeve setzte sich neben sie auf die Armlehne, weil es keinen zweiten Stuhl gab, und legte kurz die Hand auf die ihrer Mutter, die sich kalt anfühlte und ruhig. Dann rief Declan, weil die Kommode nicht von selbst die Treppe hochgehen würde, und das war das Ende der stillen Szene. Das Tragen war mühselig und lächerlich zugleich, weil die Kommode breiter war als das Treppenhaus es eigentlich erlaubte und weil Declan auf Irisch fluchte, was er für weniger schlimm hielt als auf Englisch, obwohl die Mutter beides verstand. Als sie das Möbelstück endlich oben abstellten, lehnte Maeve die Stirn gegen das kühle Holz und lachte, weil das manchmal das Einzige ist, das noch geht. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen, schweigenden Kette, die in der Dunkelheit fast feierlich aussah. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil solche Nächte keine Einladungen verschicken. Aoife, siebzig, wohnhaft seit vier Jahrzehnten im Nachbarhaus, schaufelte Erde mit einer Energie, die Maeve beschämte, und schaute dabei nur kurz auf. „Städtische Stiefel", sagte Aoife, „aber du hast sie wenigstens angezogen." Die Arbeit hatte etwas fast Meditatives, trotz Kälte und Regen und der Erschöpfung, die sich langsam in Maeves Arme fraß – man musste nicht denken, man musste nur tragen. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, als würde es tatsächlich überlegen, und diese Pause hatte etwas beinahe Würdevolles, als gehörte sie zum Ritual. Declan kletterte auf das Schuppendach und streckte ihr die Hand herunter, und Maeve nahm sie, ohne zu zögern, was sie selbst überraschte. Von oben lag die gesamte Verwandlung der Landschaft offen: der Hof ein schwarzer See, die Birken am Ufer versunken bis zur Brust, die Felder dahinter ohne Grenze zwischen Erde und Himmel. „Das ist der Weg zur Schule", sagte Maeve, obwohl nichts mehr davon zu sehen war. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesem Ich-weiß steckte alles, was er in all den Jahren nicht gesagt hatte. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, und der Whiskey war billig und wärmte trotzdem, vielleicht sogar deswegen. Die Flasche kreiste zwischen ihnen, und Maeve trank mehr als nötig, weil die Stille auf dem Dach von einer Qualität war, die nach Füllung verlangte. „Ich habe mich immer gefragt, ob du je bereut hast, dass du geblieben bist", sagte sie schließlich, weil man auf Dächern in der Nacht Dinge sagen kann, die am Küchentisch nicht möglich wären. Declan schwieg lange genug, dass sie dachte, er würde nicht antworten, und dann sagte er: „Reue setzt voraus, dass es eine andere Möglichkeit gegeben hätte, die ich mir wirklich vorstellen konnte." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, ohne sich umzudrehen, überzeugt, dass das Richtige immer das ist, was nach vorn geht. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er, ohne Pause, als hätte er das schon lange gewusst. „Aber fertig sein bedeutet nicht, dass man nicht zurückkommen darf." Der Regen setzte wieder ein, leiser diesmal, mit einer fast höflichen Zurückhaltung. Sie saßen noch lange auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte anfing, ernsthafter zu werden. Am Morgen hatte das Wasser drei Handbreit nachgegeben, was wenig war und gleichzeitig alles, was man sich für diesen Moment wünschen konnte. Bridie stand bereits am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete die Verwüstung im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve nicht sicher war, ob sie bewundern oder fürchten sollte. Sie schaufelten den Schlamm zu zweit, langsam und gleichmäßig, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte wie ein alter Takt. Am Nachmittag, als der schlimmste Teil geschafft war, zog Maeve ihren Koffer aus dem Matsch und wischte ihn mit einem Handtuch ab, das ohnehin schon verloren war. Declan beobachtete das, ohne etwas zu sagen, die Schulter an den Türrahmen gelehnt, auf die Art, die bedeutete: Ich sehe dich, und ich sage nichts dazu. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er schließlich. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte Maeve, und sie meinte es halb, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste. Bridie winkte vom Fenster, einmal, ruhig, ein Winken ohne Drama, das mehr sagte als eine Umarmung. Maeve fuhr los, das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater gemocht hatte, und sie ließ es laufen, bis es zu weh tat, und dann noch ein bisschen länger. Im Rückspiegel stand Declan in der Haustür, das Gesicht in den Regen gehoben, als wäre das eine bewusste Entscheidung gegen den Schutz. Das Wasser unter den Reifen platschte, die Straße war noch halb überschwemmt, und Maeve fuhr langsam, weil sie das Haus noch ein bisschen länger im Rückspiegel sehen wollte. Die Flut war nicht vorbei, das wusste sie, und das nächste Mal würde kommen, ob sie es nächstes Mal nannte oder nicht. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das, was bleibt, genau das, was man gebraucht hat. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht war so kurz, dass Maeve sie zweimal lesen musste, nicht weil sie die Worte nicht verstand, sondern weil die Kürze selbst etwas mitteilte, das über die Worte hinausging. Sie lag seit Stunden wach, mit der besonderen Hellwachheit von jemandem, der auf etwas wartet, ohne sich eingestehen zu wollen, worauf. Der Koffer war in zwanzig Minuten gepackt, zu leicht für eine Woche, zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Auf der Fahrt nach Westen verwandelte sich die Landschaft in etwas Vorläufiges, Überganghaftes, als hätte die Gegend selbst die Entscheidung vertagt, was sie sein wollte. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, hielt sie an und saß noch einen Moment im abgewürgten Motor, der leise Wärme abgab wie ein Tier, das sich aus einer Umarmung löst. Der Matsch hatte die zähflüssige Geduld von etwas, das Zeit hat und das weiß, und er schluckte ihre Schritte mit einer Beiläufigkeit, die Maeve als persönlich empfand. Das Haus stand im Dunkel, nur ein einziges Fenster oben brannte, und das Kerzenlicht, das sich auf der Wasseroberfläche vor der Tür spiegelte, hatte etwas Unschlüssiges, als wüsste es selbst nicht, ob es Wärme oder Warnung signalisieren sollte. Declan stand in der Tür, noch bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er in dieser Nacht ohnehin nicht schlafen konnte – beides hätte sie nicht überrascht. „Du hättest früher fahren können", sagte er, und in diesem Satz lag alles: kein Vorwurf, keine Erleichterung, nur die stille Abrechnung von jemandem, der sich das Rechnen schon lange abgewöhnt hat. Sie umarmten sich auf die Art, die sich über Jahrzehnte einschleift, wenn das Gefühl zu groß ist und der Körper gelernt hat, damit umzugehen – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir stehen noch, das haben wir schon festgestellt, reden wir weiter. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im flackernden Kerzenschein eine fast beunruhigende Schönheit hatte, die Art von Schönheit, der man misstraut, weil man weiß, was darunter liegt. Das Notizbuch ihres Vaters trieb auf der Oberfläche, aufgeblättert und aufgequollen, die Handschrift zu grauen Wolken verlaufen, die an nichts Konkretes mehr erinnerten – oder vielleicht gerade deshalb an alles. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne hineinzusehen, weil manche Objekte zunächst als Gewicht getragen werden müssen, bevor man sie wirklich betrachten kann. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, die Hände übereinandergelegt mit einer Stille, die keine Erschöpfung war, sondern eine Art beschlossene Ruhe, die Maeve immer an Wasser erinnert hatte, das tief genug ist, um ruhig zu sein. „Ich zähle die Flaschen unten", sagte Bridie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe – das sind jetzt achtundsechzig, falls du mitgezählt hast." Maeve setzte sich auf die Armlehne des Sessels und legte die Hand auf die der Mutter, die sich kühl anfühlte und trocken wie Papier, das schon lange gelesen wurde. Dann rief Declan von unten, weil die Kommode noch stand und das Wasser nicht auf Sentimentalität wartete, und das war das Ende der stillen Szene. Das Schleppen der Kommode war mühselig auf eine Weise, die fast komisch war – das Ding hatte den entschlossenen Eigensinn alter Möbel, die sich entschieden haben, dass sie sich nicht mehr bewegen lassen –, und Declan fluchte auf Irisch, was er für weniger gotteslästerlich hielt als auf Englisch, obwohl Bridie beides hörte und beide Sprachen verstand. Als sie das Ding oben abstellten und Maeve die Stirn gegen das kühle Holz lehnte, lachten sie beide, weil Lachen manchmal das Einzige ist, das die Erschöpfung nicht beleidigt. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen schweigenden Kette durch den Regen, und in der Dunkelheit hatte das etwas fast Rituelles, als gehörte es zu einem Brauch, dessen Bedeutung man nicht mehr kennt, den man aber trotzdem vollzieht, weil er der Nacht eine Ordnung gibt. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil Nächte wie diese keine Einladungen versenden und keine Protokolle führen. Aoife, siebzig und seit vierzig Jahren Nachbarin, schaufelte Erde in Säcke mit einer Akkuratesse, die Maeve beschämte, und schaute dabei kaum auf. „Ich hab dich seit zwei Jahren nicht gesehen", sagte Aoife, in einem Ton, der weder anklagend noch herzlich war, sondern einfach präzise. Die Arbeit hatte die schweigende Würde von etwas, das getan werden muss und das keine Begleitung braucht, und Maeve empfand nach einer Weile etwas, das sie nicht gleich einordnen konnte – eine Art körperlicher Klarheit, die entsteht, wenn der Verstand aufhört, sich selbst zu kommentieren. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, mit einer Abruptheit, als wäre eine Entscheidung gefallen, und diese Pause hatte etwas fast Souveränes, als wäre das Wasser kein Naturereignis, sondern ein Akteur, der sich kurz besinnt. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und streckte ihr die Hand herunter – eine Geste ohne Erklärung, die keine brauchte. Von dort oben lag die gesamte Transformation offen: der Hof ein schwarzer Spiegel, in dem nichts sich spiegelte außer dem Himmel, die Birken am Ufer versunken bis zur Hälfte ihrer Stämme, die Felder dahinter ohne erkennbare Grenze zwischen dem, was Boden gewesen war, und dem, was Luft sein sollte. „Ich bin dort lang zur Schule gegangen", sagte Maeve, obwohl der Weg unter Wasser lag und sie selbst wusste, dass sie nicht über den Weg sprach. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesen zwei Wörtern lag die gesamte Asymmetrie ihrer Kindheit – er hatte alles behalten, sie hatte alles mitgenommen, und keines von beiden war ein Fehler. Er zog eine Plastikflasche aus der Jackentasche, und der Whiskey war von der Sorte, die man nicht beschreibt, weil der Moment wichtiger ist als der Geschmack. Die Flasche kreiste zwischen ihnen mit der ruhigen Regelmäßigkeit eines alten Rituals, und die Nacht legte sich um sie wie etwas, das nicht beendet werden will. „Ich habe mich immer gefragt", sagte Maeve schließlich, und dann ließ sie den Satz eine Weile stehen, bevor sie ihn vollendete, „ob du je einen Moment hattest, in dem du verstanden hast, warum du geblieben bist." Declan schwieg auf eine Art, die keine Verlegenheit war, sondern Sorgfalt, die Sorgfalt von jemandem, der gelernt hat, dass manche Fragen keine schnellen Antworten vertragen. „Das setzt voraus", sagte er schließlich, „dass Bleiben eine Entscheidung war, die man hätte anders treffen können – aber ich glaube, manche Menschen sind einfach von einer bestimmten Art Boden." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, das Dorf im Rückspiegel kleiner werden lassend, überzeugt, dass Distanz dasselbe sei wie Freiheit, und dass beides dasselbe sei wie Ankommen. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. Declan nahm die Flasche, trank, und dann sagte er, ohne sie anzusehen: „Du bist fertig. Aber das bedeutet nur, dass du weißt, wo du herkommst – nicht, dass du aufgehört hast, hierherzugehören." Der Regen setzte wieder ein, mit einer Zurückhaltung, die beinahe höflich wirkte, als hätte er das Gespräch abgewartet. Sie saßen noch lange auf dem Dach, die Flasche zwischen ihnen, das Wasser unter ihnen, und Maeve spürte, wie etwas, das sie lange für Abgeschlossenheit gehalten hatte, sich als etwas anderes herausstellte – als eine Art offene Rechnung, die keine Begleichung verlangte, sondern nur gelegentliche Aufmerksamkeit. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, wenig, aber mit einer Entschiedenheit, die wirkte wie ein Versprechen ohne Garantie. Bridie stand am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete den Schlamm im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve erst jetzt, nach all den Jahren, als das erkannte, was sie immer gewesen war: nicht Gleichmut, sondern eine sehr alte Form von Ausdauer. Sie schaufelten zu zweit, schweigend, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte, wie Atemzüge sich einstellen, ohne dass man es entscheidet. Am frühen Nachmittag zog Maeve den Koffer aus dem Schlamm, wischte ihn mit einem bereits verlorenen Handtuch ab und stellte ihn ans Auto, und diese kleine Handlung hatte etwas Endgültiges, das sie selbst nicht gemeint hatte. Declan stand in der Tür, die Schulter am Rahmen, und beobachtete das mit einer Stille, die keine Gleichgültigkeit war, sondern die besondere Aufmerksamkeit von jemandem, der sich etwas einprägt. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, in dem vollen Bewusstsein, dass sie log, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste, und das machte die Lüge zu einer Art Vereinbarung. Bridie winkte einmal, ohne Theatralik, ein kleines, ruhiges Winken vom Fenster, das mehr Inhalt hatte als die meisten Umarmungen. Das Radio im Auto spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und Maeve ließ es laufen, auch als es anfing wehzutun, weil manche Dinge nur vollständig sind, wenn man sie bis zum Ende hält. Im Rückspiegel stand Declan in der offenen Tür, das Gesicht dem Regen zugewandt, als wäre das eine Wahl und nicht nur eine Haltung – vielleicht war es beides. Sie fuhr langsam, weil die Straße noch halb überschwemmt war, aber auch weil sie das Bild im Spiegel eine Weile länger behalten wollte, bevor die Kurve es nahm. Das Wasser war nicht vorbei, und die nächste Flut würde kommen, mit derselben sachlichen Unausweichlichkeit wie diese, und Maeve würde wieder fahren, das stand jetzt fest, mit einem Koffer, der zu leicht war für eine Woche und zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen, und vielleicht war das die einzige Art von Fertigsein, die in der Welt wirklich gilt. 2yt0j4b8jpxz4zl30bhttpdtjefur9m 1085371 1085370 2026-05-10T19:03:35Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 /* 83 - hier weiter */ 1085371 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 5 a - ungarisch deutsch == 81 == 1 -------------------- :A kis templom - Der kleine Tempel :1. Yuki huszonnyolc éves. - Yuki ist achtundzwanzig Jahre alt. :2. Egy könyvesboltban dolgozik. - Sie arbeitet in einer Buchhandlung. :3. Ma vonattal utazik. - Heute fährt sie mit dem Zug. :4. Az úti cél egy kis templom. - Das Ziel ist ein kleiner Tempel. :5. Ott élt régen a nagyanyja. - Dort hat ihre Großmutter früher gelebt. :6. A nagyanya három éve halott. - Die Großmutter ist seit drei Jahren tot. :7. Yuki régóta nem látogatta meg a kertet. - Yuki hat den Garten lange nicht besucht. :8. A vonat megáll egy kis állomáson. - Der Zug hält an einer kleinen Station. :9. Yuki leszáll, és gyalog megy tovább. - Yuki steigt aus und geht zu Fuß. :10. Az út keskeny és csendes. - Der Weg ist schmal und still. :11. Hamarosan ott áll a régi kapu előtt. - Bald steht sie vor dem alten Tor. :12. A fa szürke és mállott. - Das Holz ist grau und verwittert. :13. Leveszi a cipőjét. - Sie zieht ihre Schuhe aus. :14. A kövek hidegek és nedvesek. - Die Steine sind kalt und nass. :15. Az előző éjszaka esője még ott fekszik a mohán. - Der Regen der letzten Nacht liegt noch auf dem Moos. :16. Yuki lassan a tóhoz megy. - Yuki geht langsam zum Teich. :17. A víz sötét és zavaros. - Das Wasser ist dunkel und trüb. :18. Régen itt színes koi-pontyok voltak. - Früher waren hier bunte Koi-Karpfen. :19. Most csak egyetlen levél úszik a vízen. - Jetzt schwimmt nur ein einzelnes Blatt auf dem Wasser. :20. Yuki sokáig nézi a tavat. - Yuki schaut lange auf den Teich. :21. Nem mond semmit. - Sie sagt nichts. :22. Aztán halk zajt hall. - Dann hört sie ein leises Geräusch. :23. Egy öregember ül egy fapadon. - Ein alter Mann sitzt auf einer Holzbank. :24. A neve Nao. - Sein Name ist Nao. :25. Nao régen a templom kertésze volt. - Nao war früher der Gärtner des Tempels. :26. Körülbelül hetvenöt éves. - Er ist ungefähr fünfundsiebzig Jahre alt. :27. Egy seprű támaszkodik mellette a padnak. - Ein Besen lehnt neben ihm an der Bank. :28. Nao Yukira néz. - Nao sieht Yuki an. :29. Egy szót sem szól. - Er sagt kein Wort. :30. Csak egyszer bólint, egészen enyhén. - Er nickt nur einmal, ganz leicht. :31. Yuki odamegy a padhoz, és leül. - Yuki geht zur Bank und setzt sich. :32. Nem ül túl közel. - Sie setzt sich nicht zu nah. :33. Ketten csendben ülnek egymás mellett. - Die beiden sitzen still nebeneinander. :34. Egy szitakötő repül át a tó fölött. - Eine Libelle fliegt über den Teich. :35. Leszáll egy régi tavirózsaszárra. - Sie setzt sich auf einen alten Seerosenschaft. :36. Nao végighúzza az ujját a pad érdes fáján. - Nao streicht mit dem Finger über das raue Holz der Bank. :37. Ez régi szokás. - Es ist eine alte Gewohnheit. :38. Yuki a nagyanyjára gondol. - Yuki denkt an ihre Großmutter. :39. A tea és a nedves fű illatára gondol. - Sie denkt an den Geruch von Tee und nassem Gras. :40. Aztán esni kezd. - Dann beginnt es zu regnen. :41. Először csak néhány csepp hullik. - Zuerst sind es nur wenige Tropfen. :42. Aztán erősebben esik. - Dann regnet es stärker. :43. Yuki és Nao gyorsan felállnak. - Yuki und Nao stehen schnell auf. :44. Befutnak a kis teaház teteje alá. - Sie laufen unter das Dach des kleinen Teehauses. :45. A tető régi cserepekből van. - Das Dach ist aus alten Ziegeln. :46. Az eső hangosan dobol rajta. - Der Regen prasselt laut darauf. :47. Yuki meglát egy kis bambuszkutat. - Yuki sieht einen kleinen Bambus-Brunnen. :48. A víz cseppről cseppre hullik egy kőre. - Das Wasser fällt tropf für tropf auf einen Stein. :49. A követ moha borítja. - Der Stein ist mit Moos bedeckt. :50. Nao lehunyja a szemét. - Nao schließt die Augen. :51. Nyugodtan lélegzik. - Er atmet ruhig. :52. Yuki nem mond semmit, és Nao sem mond semmit. - Yuki sagt nichts, und Nao sagt auch nichts. :53. Nincs mit mondani. - Es gibt nichts zu sagen. :54. Egy idő után eláll az eső. - Nach einer Weile hört der Regen auf. :55. Gyenge fény tör át a felhőkön. - Ein schwaches Licht kommt durch die Wolken. :56. A nedves moha most zölden felragyog a kőfalon. - Das nasse Moos leuchtet jetzt grün auf der Steinmauer. :57. Yuki feláll. - Yuki steht auf. :58. Enyhén meghajol az öregember előtt. - Sie verbeugt sich leicht vor dem alten Mann. :59. Nao kinyitja a szemét. - Nao öffnet die Augen. :60. Halkan azt mondja: „A pontyok nem haltak meg.” - Er sagt leise: „Die Karpfen sind nicht tot." :61. Yuki ránéz. - Yuki schaut ihn an. :62. Nao azt mondja: „Csak alszanak az iszap alatt.” - Nao sagt: „Sie schlafen nur unter dem Schlamm." :63. Yuki bólint. - Yuki nickt. :64. Megfordul, és elindul. - Sie dreht sich um und geht. :65. A kapuhoz visszavezető út csendes. - Der Weg zurück zum Tor ist still. :66. Nem fordul vissza. - Sie dreht sich nicht um. :67. Nao a padon ülve marad. - Nao bleibt auf der Bank sitzen. :68. A zavaros vizet nézi. - Er schaut auf das trübe Wasser. :69. Yuki átmegy a régi kapun. - Yuki geht durch das alte Tor. :70. Újra felveszi a cipőjét. - Sie zieht ihre Schuhe wieder an. :71. A vonat hamarosan indul. - Der Zug fährt bald. :72. Lassan megy az állomás felé. - Sie geht langsam zur Station. :73. A szívében nyugalom van, de üresség is. - Im Herzen ist es ruhig, aber auch leer. :74. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. -------------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki ismeri a templomhoz vezető utat, bár régóta nem járt rajta. - Yuki kennt den Weg zum Tempel, obwohl sie ihn lange nicht gegangen ist. :2. Három év telt el azóta, hogy a nagyanyja meghalt. - Drei Jahre sind vergangen, seit ihre Großmutter gestorben ist. :3. A reggel hűvös, és a levegő nedves föld illatát hordozza. - Der Morgen ist kühl, und die Luft riecht nach feuchter Erde. :4. Yuki sötét kabátot visel, és egy kis táskát tart a kezében. - Yuki trägt eine dunkle Jacke und hält eine kleine Tasche in der Hand. :5. Amikor eléri a mállott fakaput, rövid időre megáll. - Als sie das verwitterte Holztor erreicht, bleibt sie kurz stehen. :6. Ráteszi a kezét a régi fára, amely hidegnek és érdesnek érződik. - Sie legt die Hand auf das alte Holz, das sich kalt und rau anfühlt. :7. Aztán leveszi a cipőjét, mert itt ez a szokás. - Dann zieht sie die Schuhe aus, weil das hier so der Brauch ist. :8. A mohával benőtt kövek még nedvesek az előző éjszaka esőjétől. - Die moosbewachsenen Steine sind noch nass vom Regen der letzten Nacht. :9. Yuki lassan megy, mert nem tudja, mit kellene éreznie. - Yuki geht langsam, weil sie nicht weiß, was sie fühlen soll. :10. A kert másképp néz ki, mint az emlékeiben. - Der Garten sieht anders aus als in ihrer Erinnerung. :11. A bokrok vadabbak lettek, és a fű a kövek között nő. - Die Büsche sind wilder geworden, und das Gras wächst zwischen den Steinen. :12. A keskeny út végén ott fekszik a tó, sötéten és csendesen. - Am Ende des schmalen Weges liegt der Teich, dunkel und still. :13. A víz zöldes színű, majdnem olyan, mint a régi üveg. - Das Wasser hat eine grünliche Farbe, fast wie altes Glas. :14. Yuki emlékszik rá, hogy régen sok koi-ponty úszott itt. - Yuki erinnert sich, dass hier früher viele Koi-Karpfen geschwommen sind. :15. Most csak egyetlen levél látható a felszínen. - Jetzt ist nur ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche zu sehen. :16. Leguggol a partra, és sokáig nézi a zavaros vizet. - Sie hockt sich ans Ufer und schaut lange in das trübe Wasser. :17. Egy halk zajtól felnéz. - Ein leises Geräusch lässt sie aufblicken. :18. Egy régi fapadon egy férfi ül, aki nagyon öregnek és nagyon nyugodtnak tűnik. - Auf einer alten Holzbank sitzt ein Mann, der sehr alt und sehr ruhig wirkt. :19. A neve Nao, és sok éven át ennek a templomnak a kertésze volt. - Sein Name ist Nao, und er war viele Jahre lang der Gärtner dieses Tempels. :20. A mellette lévő seprű a padnak támaszkodik, mintha mindjárt használni kellene. - Der Besen neben ihm lehnt gegen die Bank, als ob er gleich benutzt werden soll. :21. Nao Yuki felé fordítja a fejét, de egyetlen szót sem mond. - Nao dreht den Kopf zu Yuki, sagt aber kein einziges Wort. :22. Csak egyszer bólint, és ez elég üdvözlésnek. - Er nickt nur einmal, und das reicht als Begrüßung. :23. Yuki odamegy a padhoz, és némi távolsággal leül mellé. - Yuki geht zur Bank und setzt sich mit etwas Abstand neben ihn. :24. Nem tudja, miért ül le, de helyesnek érzi. - Sie weiß nicht, warum sie sich setzt, aber es fühlt sich richtig an. :25. Egy szitakötő jelenik meg a víz fölött, és leszáll egy régi tavirózsaszárra. - Eine Libelle erscheint über dem Wasser und landet auf einem alten Seerosenschaft. :26. Nao a hüvelykujjával újra meg újra végigsimít a pad háttámlájának érdes fáján. - Nao streicht mit dem Daumen über das raue Holz der Banklehne, immer wieder. :27. Yuki figyeli ezt a mozdulatot, és arra gondol, hogy ezt már ezerszer megtette. - Yuki beobachtet diese Geste und denkt, dass er das schon tausendmal getan hat. :28. A nagyanyjára gondol, aki gyakran ült itt, és teát ivott. - Sie denkt an ihre Großmutter, die hier oft gesessen und Tee getrunken hat. :29. A kép világos, de a benne lévő személy hiányzik. - Das Bild ist klar, aber die Person darin fehlt. :30. Hosszú szünet után halk eső kezdődik. - Nach einer langen Pause beginnt ein leiser Regen. :31. Az első cseppek alig hallhatóan hullanak a levelekre. - Die ersten Tropfen fallen kaum hörbar auf die Blätter. :32. Aztán az eső erősebb lesz, és Yuki gyorsan feláll. - Dann wird der Regen stärker, und Yuki steht schnell auf. :33. Nao lassan áll fel, mert a térdei már nem működnek olyan jól. - Nao steht langsam auf, weil seine Knie nicht mehr so gut mitspielen. :34. Együtt mennek a kis teaház kiugró teteje alá. - Sie gehen zusammen unter das überhängende Dach des kleinen Teehauses. :35. A tető sötét cserepekből van, és az eső úgy hangzik rajta, mint a dobszó. - Das Dach ist aus dunklen Ziegeln, und der Regen klingt darauf wie Trommelschläge. :36. Yuki a tető széléhez áll, és a kertbe néz. - Yuki stellt sich an den Rand des Dachs und schaut in den Garten. :37. Egy bambuszkút vizet merít, és egy mohával benőtt kőre ejti. - Ein Bambus-Brunnen schöpft Wasser und lässt es in einen bemoosten Stein fallen. :38. Csepp. Szünet. Csepp. - Tropf. Pause. Tropf. :39. A hang egyenletes és valahogy megnyugtató. - Das Geräusch ist gleichmäßig und irgendwie beruhigend. :40. Nao háttal a teaház falának támaszkodik, és lehunyja a szemét. - Nao lehnt mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses und schließt die Augen. :41. Mélyen és szabályosan lélegzik, mintha aludna. - Er atmet tief und regelmäßig, als ob er schläft. :42. Yuki ránéz, és azon töpreng, hány záport élt már át itt. - Yuki schaut ihn an und fragt sich, wie viele Regengusse er hier schon erlebt hat. :43. Úgy tűnik, itt lassabban folyik az idő, mint a városban. - Die Zeit scheint hier langsamer zu fließen als in der Stadt. :44. Yuki a könyvesboltban töltött mindennapjaira gondol, a polcokra és a pénztári blokkokra. - Yuki denkt an ihren Alltag in der Buchhandlung, an Regale und Kassenzettel. :45. Mindez távolinak tűnik, mintha egy másik élethez tartozna. - Das alles wirkt weit weg, als ob es zu einem anderen Leben gehört. :46. Az eső megtölti a kövek közötti kis mélyedéseket. - Der Regen füllt die kleinen Vertiefungen zwischen den Steinen. :47. A moha lassan és hangtalanul magába szívja a vizet. - Das Moos nimmt das Wasser auf, langsam und lautlos. :48. Yuki arra gondol: a veszteséggel is így van ez. - Yuki denkt: So ist das mit dem Verlust auch. :49. Nem egyszerre jön, hanem beszivárog, cseppről cseppre. - Er kommt nicht auf einmal, sondern sickert ein, Tropfen für Tropfen. :50. Aztán éppolyan hirtelen, ahogy elkezdődött, eláll az eső. - Dann, genauso plötzlich wie er begonnen hat, hört der Regen auf. :51. A felhők között keskeny fénycsík tör át. - Zwischen den Wolken bricht ein schmaler Streifen Licht hindurch. :52. A régi kőfalon a nedves moha mély zölden ragyog. - Das nasse Moos auf der alten Steinmauer leuchtet in einem tiefen Grün. :53. Yuki szépnek találja, bár nem tudja, miért. - Yuki findet, dass es schön ist, obwohl sie nicht weiß, warum. :54. Megfordul Nao felé, aki most már kinyitotta a szemét. - Sie dreht sich zu Nao um, der die Augen jetzt geöffnet hat. :55. Enyhén meghajol, ahogy illik. - Sie verbeugt sich leicht, wie es sich gehört. :56. Nao ránéz, és nyugodt hangon azt mondja: „A pontyok nem mentek el.” - Nao sieht sie an und sagt mit ruhiger Stimme: „Die Karpfen sind nicht fort." :57. Yuki vár, mert érzi, hogy még jön valami. - Yuki wartet, weil sie spürt, dass noch etwas kommt. :58. „Lent fekszenek az iszapban, és várják a tavaszt.” - „Sie liegen unten im Schlamm und warten auf den Frühling." :59. Yuki bólint, bár nem biztos benne, hogy Nao csak a halakról beszél. - Yuki nickt, obwohl sie nicht sicher ist, ob er nur von den Fischen spricht. :60. Fogja a táskáját, és visszamegy az úton a kapu felé. - Sie nimmt ihre Tasche und geht den Weg zurück zum Tor. :61. A kövek a lába alatt még hidegek és csúszósak. - Die Steine unter ihren Füßen sind noch kalt und glitschig. :62. Nem fordul meg, de hallja, hogy Nao újra leül a padra. - Sie dreht sich nicht um, aber sie hört, dass Nao sich wieder auf die Bank setzt. :63. A kapunál felveszi a cipőjét, és egyszer visszanéz a kertbe. - Am Tor zieht sie die Schuhe an und schaut einmal zurück in den Garten. :64. A tó csendesen fekszik ott, a zavaros víz gyengén csillog a fényben. - Der Teich liegt still da, das trübe Wasser glänzt im schwachen Licht. :65. Yuki kifújja a levegőt, és elindul. - Yuki atmet aus und geht. :66. Az állomáshoz vezető út rövid, és a vonat hamarosan jön. - Der Weg zur Station ist kurz, und der Zug kommt bald. :67. A vonaton az ablaknál ül, és az elsuhanó mezőket nézi. - Im Zug sitzt sie am Fenster und schaut auf die vorbeiziehenden Felder. :68. Nem gondol a nagyanyjára, de valahogy mégis érzi őt. - Sie denkt nicht an ihre Großmutter, aber sie fühlt sie irgendwie trotzdem. :69. Az üresség ott van, de már nem nyom olyan nehezen. - Die Leere ist da, aber sie drückt nicht mehr so schwer. :70. A víz egészen magától folyik át a mohán. - Das Wasser fließt durch das Moos, ganz von allein. ---------------------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki nem felejtette el a templomhoz vezető utat, bár három éve nem járt már rajta. - Yuki hatte den Weg zum Tempel nicht vergessen, obwohl sie ihn seit drei Jahren nicht mehr gegangen war. :2. Ismert minden követ, minden kanyart, minden szagot – és éppen ez tette olyan nehézzé az első lépést. - Sie kannte jeden Stein, jede Biegung, jeden Geruch – und genau das machte den ersten Schritt so schwer. :3. A reggel még félig sötétben feküdt, amikor leszállt a vonatról, és beszívta a kora őszi hűvös levegőt. - Der Morgen lag noch halb im Dunkel, als sie aus dem Zug stieg und die kühle Luft des frühen Herbstes einatmete. :4. Nedves lomb illata volt a levegőben, és valamié, amit nem tudott megnevezni, ami azonban azonnal visszavitte őt. - Es roch nach nassem Laub und nach etwas, das sie nicht benennen konnte, das sie aber sofort zurückbrachte. :5. A megviselt fakapunál megállt, nem azért, mert habozott, hanem mert a pillanat ezt kívánta. - Am verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht weil sie zögerte, sondern weil der Moment es verlangte. :6. A fa szürkébb lett, érdesebb, és magán hordta több olyan tél nyomát, amely nélküle múlt el. - Das Holz war grauer geworden, rauer, und trug die Spuren mehrerer Winter, die ohne sie vergangen waren. :7. Levetette a cipőjét, rendesen egymás mellé állította őket, és rálépett az előtte lévő mohával benőtt kőre. - Sie zog die Schuhe aus, stellte sie ordentlich nebeneinander und trat auf den moosbewachsenen Stein davor. :8. A hideg azonnal áthatolt a vékony zoknin, és Yuki egy ideig hagyta ott állni, anélkül hogy továbbment volna. - Die Kälte drang sofort durch die dünnen Socken, und Yuki ließ sie eine Weile stehen, ohne weiterzugehen. :9. A kert megváltozott, de nem úgy, ahogy a dolgok akkor változnak meg, ha valaki elhanyagolja őket. - Der Garten hatte sich verändert, aber nicht so, wie Dinge sich verändern, wenn jemand sie vernachlässigt. :10. Inkább úgy hatott, mint valaki, aki felhagyott azzal, hogy tartást vegyen fel, és most egyszerűen elengedi magát. - Er wirkte eher wie jemand, der aufgehört hat, eine Haltung einzunehmen, und sich nun einfach gehen lässt. :11. A bokrok elvesztették formájukat, a fű kinőtt a régi kőlapok fugái között, és senki sem szorította vissza. - Die Büsche hatten ihre Form verloren, das Gras wuchs zwischen den Fugen der alten Steinplatten, und niemand hatte es zurückgedrängt. :12. Yuki követte a keskeny ösvényt, amely még felismerhető volt, de amelyet hamarosan a szélek felől elnyeléssel fenyegetett a növényzet. - Yuki folgte dem schmalen Pfad, der noch erkennbar war, aber bald von den Rändern her aufgefressen zu werden drohte. :13. Az út végén ott feküdt a tó, és kisebb volt, mint amilyennek emlékezetében élt. - Am Ende des Weges lag der Teich, und er war kleiner, als sie ihn in Erinnerung hatte. :14. A víz sötétzöld színű volt, majdnem olyan, mint a tinta, és a felszíne alig mozdult. - Das Wasser hatte eine dunkelgrüne Farbe, fast wie Tinte, und die Oberfläche bewegte sich kaum. :15. Eszébe jutottak a koi pontyok, amelyek régebben élénk narancsszínben siklottak át alatta, mint élő lángok. - Sie erinnerte sich an die Koi-Karpfen, die früher in leuchtenden Orangetönen darunter hindurchgeglitten waren wie lebende Flammen. :16. Most egyetlen, félig lebomlott levél sodródott a vízen, és különben semmi. - Jetzt trieb ein einzelnes, halb zersetztes Blatt auf dem Wasser, und sonst war nichts. :17. Yuki leguggolt a part mellé, karját a térde köré fonta, és a vízbe meredt, anélkül hogy bármit keresett volna. - Yuki hockte sich ans Ufer, die Arme um die Knie geschlungen, und starrte in das Wasser, ohne etwas zu suchen. :18. Olyan sokáig ült így, hogy a lábai bizseregni kezdtek, de nem állt fel. - Sie saß so lange, dass ihre Beine kribbeln anfingen, aber sie stand nicht auf. :19. Akkor halk fakaparászást hallott maga mögött, ahogy fa súrlódik kövön. - Dann hörte sie hinter sich das leise Scharren von Holz auf Stein. :20. Egy padon, amely az évek súlya alatt kissé ferdén állt, egy öreg férfi ült. - Auf einer Bank, die unter dem Gewicht der Jahre leicht schief stand, saß ein alter Mann. :21. Nao körülbelül hetvenöt éves volt, talán idősebb, és egyszerű munkakabátot viselt, amely már sok nyarat látott. - Nao war ungefähr fünfundsiebzig, vielleicht älter, und trug eine schlichte Arbeitsjacke, die schon viele Sommer gesehen hatte. :22. A mellette álló seprűt nem egyszerűen letették, hanem olyan magától értetődően támaszkodott ott, mintha mindig is ott állt volna. - Der Besen neben ihm war nicht einfach abgestellt worden, sondern lehnte mit einer Selbstverständlichkeit dort, als hätte er dort immer gestanden. :23. Nao a fejét felé fordította, anélkül hogy a testét megmozdította volna, és olyan tekintettel nézett rá, amely sem kérdező, sem üdvözlő nem volt. - Nao drehte den Kopf zu ihr, ohne seinen Körper zu bewegen, und sah sie mit einem Blick an, der weder fragend noch begrüßend war. :24. Egyszer bólintott, egészen röviden, Yuki pedig visszabólintott, és ezzel minden szükséges elhangzott. - Er nickte einmal, ganz knapp, und Yuki nickte zurück, und damit war alles Notwendige gesagt. :25. Felállt, és némi távolsággal mellé ült, mert a helyzet így kívánta, nem azért, mert társaságot keresett. - Sie stand auf und setzte sich mit etwas Abstand neben ihn, weil die Situation es so wollte, nicht weil sie Gesellschaft suchte. :26. A tó fölött megjelent egy szitakötő, amely olyan mozdulatlanul függött a levegőben, mintha odafestették volna. - Über dem Teich erschien eine Libelle, die so still in der Luft hing, als wäre sie aufgemalt. :27. Leszállt egy régi tavirózsa szárára, amely úgy állt ki a vízből, mint egy megmaradt gondolat. - Sie landete auf einem alten Seerosenschaft, der aus dem Wasser ragte wie ein übrig gebliebener Gedanke. :28. Nao hüvelykujjával végigsimított a pad érdes fatámláján, mindig ugyanabba az irányba, mindig ugyanazon a helyen. - Nao fuhr mit dem Daumen über die raue Holzlehne der Bank, immer in derselben Richtung, immer dieselbe Stelle. :29. Yuki nézte a kezét, és arra gondolt, hogy a fa és a bőr hosszú idő után hasonlóvá válik. - Yuki betrachtete seine Hand und dachte, dass Holz und Haut sich nach langer Zeit ähnlich werden. :30. A nagyanyjára gondolt, aki itt ült, teát ivott, és soha nem magyarázott sokat. - Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen hatte, Tee getrunken und nie viel erklärt hatte. :31. A nagyanyja úgy tudott dolgokat, hogy nem beszélt róluk, és ez Yukit gyerekként néha kétségbeesésbe kergette. - Ihre Großmutter hatte Dinge gewusst, ohne darüber zu sprechen, und das hatte Yuki als Kind manchmal zur Verzweiflung gebracht. :32. Most már jobban értette ezt, még ha az értés már semmit sem használt. - Jetzt verstand sie es besser, auch wenn das Verstehen nichts mehr nützte. :33. Halk eső kezdődött, olyan tétován, mintha nem volna biztos benne, szívesen látják-e. - Ein leiser Regen begann, so zögerlich, als ob er sich nicht sicher war, ob er willkommen wäre. :34. Az első cseppek hangtalanul eltűntek a mohában, aztán a vízen, aztán egyszerre mindenütt. - Die ersten Tropfen verschwanden lautlos im Moos, dann auf dem Wasser, dann überall gleichzeitig. :35. Yuki ülve maradt, amíg az eső sűrűbbé nem vált, és a haja tapadni nem kezdett. - Yuki blieb sitzen, bis der Regen dichter wurde und ihr Haar zu kleben begann. :36. Nao felállt, lassan, egy olyan ember megfontolt gondosságával, aki jól ismeri és tiszteli a testét. - Nao stand auf, langsam, mit der bedächtigen Sorgfalt eines Menschen, der seinen Körper gut kennt und respektiert. :37. Együtt mentek a teaház teteje alá, anélkül hogy egy szót is vesztegettek volna arra, hogy ezt teszik. - Sie gingen zusammen unter das Dach des Teehauses, ohne ein Wort darüber zu verlieren, dass sie es taten. :38. A régi cserepekből álló tető hangosan fogadta az esőt, és ez a zaj kitöltötte a köztük lévő teret. - Das Dach aus alten Ziegeln nahm den Regen laut auf, und dieses Geräusch füllte den Raum zwischen ihnen. :39. Yuki a tető szélén állt, egy lépésnyire az esőtől, és a bambusz szökőkútra nézett. - Yuki stand am Rand des Dachs, einen Schritt vom Regen entfernt, und schaute auf den Bambus-Brunnen. :40. A víz egyenletes időközönként hullott egy mohás kőre, beszivárgott a mélyedésekbe, eltűnt. - Das Wasser fiel in gleichmäßigen Abständen auf einen bemoosten Stein, sickerte in die Vertiefungen, verschwand. :41. Csepp. Csend. Csepp. - Tropf. Stille. Tropf. :42. Nao háttal a fafalnak támaszkodott, és lehunyta a szemét, mintha az eső olyan zene volna, amelyet kívülről ismer. - Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand und schloss die Augen, als ob der Regen eine Musik wäre, die er auswendig kannte. :43. Yuki azon töprengett, hány esőzést élt át itt, hány embert látott jönni és menni. - Yuki überlegte, wie viele Regengusse er hier erlebt hatte, wie viele Menschen er hatte kommen und gehen sehen. :44. A saját városára gondolt, a zajra és a fényre, amely éjszaka sem szűnt meg. - Sie dachte an ihre eigene Stadt, an den Lärm und das Licht, das nachts nicht aufhörte. :45. Itt még az eső is lassabban hullani látszott, mintha volna ideje. - Hier schien selbst der Regen langsamer zu fallen, als ob er Zeit hatte. :46. A nagyanyja gondolata nem képként jött, hanem súlyként – nem fájdalmasan, csak jelenlévőn. - Der Gedanke an ihre Großmutter kam nicht als Bild, sondern als Gewicht – nicht schmerzhaft, nur vorhanden. :47. Yuki észrevette, hogy a fájdalom, amelynek érzésére számított, nem jelentkezett. - Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte zu fühlen, sich nicht eingestellt hatte. :48. Helyette volt ott valami nyugodtabb, amit még nem tudott megnevezni, és ami egyelőre békén hagyta őt. - Stattdessen war da etwas Ruhigeres, das sie noch nicht benennen konnte und das sie vorerst in Ruhe ließ. :49. A kőfal mohája itta a vizet, amely vékony erekben folyt le rajta, sietség és veszteség nélkül. - Das Moos an der Steinmauer trank das Wasser, das in dünnen Rinnsalen daran hinablief, ohne Eile und ohne Verlust. :50. Így van ez, gondolta Yuki, de nem mondta ki. - So ist das, dachte Yuki, aber sie sprach es nicht aus. :51. Az eső elállt, és az utána következő hallgatás más minőségű volt, mint az előtte lévő hallgatás. - Der Regen hörte auf, und das Schweigen danach war von anderer Qualität als das Schweigen davor. :52. Halvány fény tört át a szétúszó felhőkön, és ferdén esett a nedves kőfalra. - Ein schwaches Licht brach durch die auseinandertreibenden Wolken und fiel schräg auf die nasse Steinmauer. :53. A moha olyan zöldben ragyogott, amilyet Yuki így még nem látott, bár már gyakran láthatta volna. - Das Moos leuchtete in einem Grün, das Yuki so noch nicht gesehen hatte, obwohl sie es schon oft hätte sehen können. :54. Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és nyugodtan nézett rá. - Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ruhig ansah. :55. Yuki meghajolt, mert ez volt a helyes, még ha pontosan nem is tudta volna megmagyarázni, miért. - Yuki verbeugte sich, weil es das Richtige war, auch wenn sie nicht genau erklären hätte können, wofür. :56. Nao ránézett, és hangsúly nélkül, sietség nélkül azt mondta: „A pontyok nem tűntek el.” - Nao sah sie an und sagte, ohne Betonung und ohne Eile: „Die Karpfen sind nicht verschwunden." :57. Yuki várt, mert érezte, hogy ez még nem minden. - Yuki wartete, weil sie spürte, dass das nicht alles war. :58. „Az iszapban fekszenek a fenéken, és várják, hogy újra melegebb legyen.” - „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten, bis es wieder wärmer wird." :59. Úgy mondta ezt, mintha egy ismert és aggodalomra okot nem adó tényt közölne. - Er sagte es so, als ob er eine Tatsache mitteilte, die bekannt und unbesorgniserregend war. :60. Yuki bólintott, és arra gondolt, hogy valószínűleg nemcsak a halakról beszélt – vagy talán mégis csak róluk, és ez elég volt. - Yuki nickte und dachte, dass er wahrscheinlich nicht nur von den Fischen sprach – oder vielleicht doch nur von ihnen, und das reichte. :61. Felvette a táskáját, amely még kissé nedves volt, és visszament az úton a kapuhoz. - Sie nahm ihre Tasche, die noch etwas feucht war, und ging den Weg zurück zum Tor. :62. A kövek a nedves zoknija alatt simák és hidegek voltak, és minden lépésére figyelt. - Die Steine unter ihren nassen Socken waren glatt und kalt, und sie achtete auf jeden Schritt. :63. Nem fordult meg, de hallotta, ahogy Nao újra leül, és a seprű halkan a padhoz ütődik. - Sie drehte sich nicht um, aber sie hörte, wie Nao sich wieder setzte und der Besen leise gegen die Bank stieß. :64. A kapunál belebújt a cipőjébe, és egy pillanatra megállt, tekintetét előre szegezve. - Am Tor schlüpfte sie in ihre Schuhe und blieb einen Moment stehen, den Blick nach vorne gerichtet. :65. Mögötte ott feküdt a kert a zavaros tavával, a ferde teaházzal és az öreg férfival a padon. - Hinter ihr lag der Garten mit seinem trüben Teich, dem schiefen Teehaus und dem alten Mann auf der Bank. :66. Mindez tovább fog létezni, akár visszatér, akár nem, és ez fájdalom nélküli felismerés volt. - Das alles würde weiterexistieren, ob sie zurückkam oder nicht, und das war eine Erkenntnis ohne Schmerz. :67. Yuki az állomásra ment, és az oda vezető út rövidebb volt, mint várta. - Yuki ging zur Station, und der Weg dorthin war kürzer, als sie erwartet hatte. :68. A vonaton a fejét az ablaknak támasztotta, és nézte, ahogy a mezők elvonulnak mellette. - Im Zug lehnte sie den Kopf gegen das Fenster und schaute zu, wie die Felder vorbeizogen. :69. Nem gondolt sokat, ami szokatlan volt, de nem is kellemetlen. - Sie dachte nicht viel, was ungewohnt war, aber auch nicht unangenehm. :70. Az üresség, amelytől félt, ott volt – de nem úgy volt üres, ahogy az fáj. - Die Leere, die sie gefürchtet hatte, war da – aber sie war nicht leer auf die Art, die wehtut. :71. Inkább olyan volt, mint egy tó ősszel: csendes, sötét, és alatta alszik valami, ami nem halott. - Sie war eher wie ein Teich im Herbst: still, dunkel, und darunter schläft etwas, das nicht tot ist. ----------------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :A templomkert - Der Tempelgarten :1. Yuki nem tervezte, hogy felkeresi a templomot – egyszerűen felszállt a vonatra, ahogyan az ember néha megtesz dolgokat, mielőtt az értelem megtilthatná őket. - Yuki hatte sich nicht vorgenommen, den Tempel zu besuchen – sie war einfach in den Zug gestiegen, wie man manchmal Dinge tut, bevor der Verstand sie verbieten kann. :2. Három évig kerülte a kertet, nem közönyből, hanem mert vannak helyek, amelyek túl sokat követelnek az embertől, amíg a seb még friss. - Drei Jahre hatte sie den Garten gemieden, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil manche Orte zu viel von einem verlangen, solange die Wunde noch frisch ist. :3. Az ősz már sápadt fénybe merítette a várost, amely se nem hideg, se nem meleg volt, amikor a vonat megállt a kis állomáson. - Der Herbst hatte die Stadt bereits in ein blasses Licht getaucht, das weder kalt noch warm war, als der Zug an der kleinen Station hielt. :4. Olyan csendbe szállt ki, amely nem elutasító volt, hanem egyszerűen teljes – hézagtalan csendbe, amelybe az ember gondolatokat tolhatott volna. - Sie stieg aus in eine Stille, die nicht abweisend, sondern einfach vollständig war – eine Stille ohne Lücken, in die man Gedanken schieben konnte. :5. A templomhoz vezető út egy szűk sikátoron haladt át régi falak között, amelyeken a moha vastag, egyenetlen párnákban nőtt. - Der Weg zum Tempel führte durch eine schmale Gasse zwischen alten Mauern, auf denen das Moos in dicken, ungleichmäßigen Polstern wuchs. :6. Yuki ismerte ezt az utat anélkül, hogy ismerte volna – valahol az emlékezet alatt ült, magában a testben, abban, ahogyan a lábak habozás nélkül választották az irányt. - Yuki kannte diesen Weg, ohne ihn zu kennen – er saß irgendwo unterhalb der Erinnerung, im Körper selbst, in der Art, wie die Füße ohne Zögern die Richtung wählten. :7. A megviselt fakapu előtt megállt, nem azért, hogy bátorságot gyűjtsön, hanem mert az átmenet megérdemelt egy pillanatnyi összeszedettséget. - Vor dem verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht um Mut zu sammeln, sondern weil der Übergang einen Moment der Sammlung verdiente. :8. A fának olyan színe volt, mint valaminek, ami sok telet látott és már nem ismert sietséget, és Yuki keze rövid ideig szándék nélkül pihent az oszlopon. - Das Holz hatte die Farbe von etwas, das viele Winter gesehen und keine Eile mehr kannte, und Yukis Hand ruhte kurz auf dem Pfosten, ohne Absicht. :9. Levetette a cipőjét, olyan gondossággal tette le, amely már-már szertartásos vonásokat öltött, és rálépett az első mohával benőtt kőre. - Sie zog die Schuhe aus, stellte sie mit einer Sorgfalt ab, die fast zeremonielle Züge annahm, und trat auf den ersten moosbewachsenen Stein. :10. A hideg, amely azonnal áthatolt a szöveten, nem volt kellemetlen, hanem arra emlékeztette, hogy a test még ott van és érzékel. - Die Kälte, die sofort durch den Stoff drang, hatte nichts Unangenehmes, sondern erinnerte sie daran, dass der Körper noch da war und wahrnahm. :11. A kert nem fogadta őt – egyszerűen ott volt, türelmes elhanyagoltság állapotában, amely méltóságteljesebbnek hatott minden gondozott rendnél. - Der Garten empfing sie nicht – er war einfach da, in einem Zustand geduldiger Verwahrlosung, die würdevoller wirkte als jede gepflegte Ordnung. :12. A sövények elveszítették körvonalaikat, a fű a kőlapok között elég magasra nőtt ahhoz, hogy a könnyű szélben lengjen, és valahol még víz csöpögött az éjszakai esőből egy mélyedésbe. - Die Hecken hatten ihre Konturen verloren, das Gras zwischen den Steinplatten stand hoch genug, um im leichten Wind zu schwingen, und irgendwo tropfte noch Wasser vom Nachttregen in eine Mulde. :13. Yuki követte az ösvényt, amelyet még ösvényként fel lehetett ismerni, bár egyre inkább úgy tűnt, feladja azt a szándékát, hogy bárhová is vezessen. - Yuki folgte dem Pfad, der sich noch als Pfad erkennen ließ, obwohl er zunehmend die Absicht aufzugeben schien, irgendwohin zu führen. :14. A tó a végén úgy feküdt ott, mint válasz egy kérdésre, amelyet nem tett fel magának – sötéten, mozdulatlanul, olyan csenddel borítva, amely idősebb volt a reggelnél. - Der Teich lag am Ende wie eine Antwort auf eine Frage, die sie sich nicht gestellt hatte – dunkel, reglos, von einer Stille bedeckt, die älter war als der Morgen. :15. A víz színe zöld és fekete között váltakozott, attól függően, milyen szögből nézte az ember, és Yuki sokáig nézte többféle szögből. - Das Wasser hatte eine Farbe, die zwischen Grün und Schwarz changierte, je nachdem, aus welchem Winkel man es betrachtete, und Yuki betrachtete es lange aus mehreren. :16. Gyermekkora koi-pontyaira gondolt, amelyek narancssárga és fehér ívekben siklottak át a felszín alatt, mintha a víz csak egy közeg lett volna, amelyet megtűrtek. - Sie dachte an die Koi-Karpfen ihrer Kindheit, die in orangefarbenen und weißen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten waren, als ob das Wasser nur ein Medium war, das sie duldete. :17. Most egyetlen levél sodródott a felszínen, félig feloldódva, és tökéletlenségében valamit tükrözött, amit Yuki nem tudott azonnal szavakba foglalni. - Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche, halb aufgelöst, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas, das Yuki nicht sofort in Worte fassen konnte. :18. Leült a parton, térdét a mellkasához húzva, és megengedte magának, hogy egyszerűen csak nézzen, anélkül hogy értékelné vagy besorolná, amit látott. - Sie ließ sich am Ufer nieder, die Knie an die Brust gezogen, und erlaubte sich, einfach zu schauen, ohne das Gesehene zu bewerten oder einzuordnen. :19. Ez nehezebb volt, mint amilyennek hangzott, mert az értelem állandóan készen állt arra, hogy közbeavatkozzon, és jelentést kényszerítsen a hallgatásra. - Das war schwieriger, als es klang, weil der Verstand ständig bereit war, sich einzumischen und dem Schweigen Bedeutung aufzuzwingen. :20. Egy zaj mögötte – alig több, mint egy súly elmozdulása régi fán – arra késztette, hogy hátrafordítsa a fejét, anélkül hogy összerezzent volna. - Ein Geräusch hinter ihr – kaum mehr als das Verschieben eines Gewichts auf altem Holz – ließ sie den Kopf wenden, ohne aufzufahren. :21. Egy padon, amely kissé kibillent a helyes állásából, mintha felhagyott volna azzal, hogy a függőlegest fontosnak tartsa, egy öreg férfi ült kifakult munkakabátban. - Auf einer Bank, die leicht aus dem Lot geraten war, als hätte sie aufgehört, die Vertikale für wichtig zu halten, saß ein alter Mann in einer verwaschenen Arbeitsjacke. :22. Nao volt a templom kertésze, évtizedek óta, jóval azelőtt, hogy Yuki nagyanyja a kertet a magáévá tette volna. - Nao war der Gärtner des Tempels gewesen, seit Jahrzehnten, lange bevor Yukis Großmutter den Garten zu ihrem eigenen gemacht hatte. :23. Olyan tekintettel nézett Yukira, amely sem kíváncsiságot, sem távolságtartást nem fejezett ki, hanem annak az embernek a különös nyugalmát, aki már felhagyott azzal, hogy találkozásoktól bármit akarjon. - Er sah Yuki an mit einem Blick, der weder Neugierde noch Distanz ausdrückte, sondern die besondere Ruhe eines Menschen, der aufgehört hat, von Begegnungen etwas zu wollen. :24. Az az egyszeri, szűkszavú biccentés, amellyel üdvözölte, nem a hidegség gesztusa volt, hanem a pontosságé – több nem volt szükséges, tehát több nem is volt. - Das einmalige, knappe Nicken, mit dem er sie begrüßte, war keine Geste der Kälte, sondern der Präzision – mehr war nicht nötig, also gab es nicht mehr. :25. Yuki felállt, odament a padhoz, és leült, olyan távolságban, amely sem közelséget nem színlelt, sem távolságot nem hangsúlyozott, hanem egyszerűen helyes volt. - Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich, mit einem Abstand, der weder Nähe vortäuschte noch Distanz betonte, sondern einfach stimmte. :26. A tó fölött megjelent egy szitakötő, amely azzal a látszólag erőfeszítés nélküli pontossággal állt a levegőben, amely csak azoknak a dolgoknak sajátja, amelyek teljesen a pillanatban élnek. - Über dem Teich erschien eine Libelle, die mit jener mühelos wirkenden Präzision in der Luft stand, die nur Dinge besitzen, die vollständig im Moment leben. :27. Leszállt egy elszáradt tavirózsaszárra, és olyan mozdulatlanul ült, hogy az ember elfelejthette, hogy nem sokkal korábban még mozgott. - Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft und saß so still, dass man vergessen konnte, dass sie sich kurz davor noch bewegt hatte. :28. Nao hüvelykujjával egyenletes mozdulattal végigsimított a pad érdes támláján, mindig ugyanazon a pályán, mindig ugyanabba az irányba. - Nao fuhr mit dem Daumen in einer gleichmäßigen Bewegung über die raue Lehne der Bank, immer dieselbe Bahn, immer dieselbe Richtung. :29. Yuki figyelte ezt a mozdulatot, és arra gondolt, hogy a szokás és az ima néha ugyanazt a formát ölti. - Yuki beobachtete diese Geste und dachte, dass Gewohnheit und Gebet manchmal dieselbe Form annehmen. :30. A nagyanyjára gondolt, aki itt ült és teát ivott, anélkül hogy közben bármit bizonyítani vagy megtartani akart volna. - Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen und Tee getrunken hatte, ohne dabei irgendetwas beweisen oder festhalten zu wollen. :31. Gyermekként Yuki nagyanyja azt mondta neki, hogy egy helynek nem kell megmagyarázni, miért tér vissza az ember – vagy már tudja, vagy nem kérdezi. - Als Kind hatte Yukis Großmutter ihr gesagt, dass man einem Ort nicht erklären muss, warum man zurückkommt – er weiß es bereits oder er fragt nicht. :32. Yuki akkor ezt nem értette, és most, amikor értette, már senki sem volt ott, akinek elmondhatta volna, hogy végre megértette. - Yuki hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da sie verstand, war niemand mehr da, dem sie hätte sagen können, dass sie es endlich tat. :33. Az eső bejelentés nélkül kezdődött, ahogyan az ősz néha teszi, mintha elfelejtette volna kialkudni az átmenetet. - Der Regen begann ohne Ankündigung, wie es der Herbst manchmal tut, als hätte er vergessen, den Übergang auszuhandeln. :34. Először egyetlen csepp a teacserje levelén, aztán egy maréknyi, aztán az egyenletes zúgás, amelyet Yuki azonnal olyasminek ismert fel, ami ide tartozott. - Erst ein einzelner Tropfen auf dem Blatt des Teestrauchs, dann eine Handvoll, dann das gleichmäßige Rauschen, das Yuki sofort als etwas wiedererkannte, das hierher gehörte. :35. Nao annak az embernek a megfontolt határozottságával emelkedett fel, akinek a teste kompromisszumokat kötött, de nem kapitulált, és Yuki követte őt a teaház teteje alá. - Nao erhob sich mit der bedächtigen Entschiedenheit eines Menschen, dessen Körper Kompromisse eingegangen ist, aber nicht kapituliert hat, und Yuki folgte ihm unter das Dach des Teehauses. :36. A túlnyúló cseréptető ritmussá alakította az esőt, és ennek a ritmusnak olyan minősége volt, aminek nem ellenállni lehetett, hanem csak hallgatni. - Das überhängende Ziegeldach verwandelte den Regen in Rhythmus, und dieser Rhythmus hatte die Qualität von etwas, dem man nicht widerstehen, sondern nur zuhören konnte. :37. Yuki a tető széléhez állt, egy lépésre a hulló víztől, és nézte a bambuszkutat, amely csendben és szüntelenül végezte a feladatát. - Yuki stellte sich an den Rand des Dachs, einen Schritt vom fallenden Wasser entfernt, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe still und ohne Unterlass erfüllte. :38. A víz ráhullott az alatta lévő mohás kőre, beszivárgott a repedésekbe, láthatatlanná vált – és valamikor más összefüggésben újra visszatért. - Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein darunter, versickerte in Ritzen, wurde unsichtbar – und kam in einem anderen Zusammenhang irgendwann wieder. :39. Nao háttal a teaház falának támaszkodott, karjait lazán a teste előtt tartotta, és olyan magától értetődőséggel csukta be a szemét, amely nem igényelt magyarázatot. - Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses, die Arme locker vor dem Körper, und schloss die Augen mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Erklärung brauchte. :40. Yuki azon tűnődött, vajon alszik-e, vagy egyszerűen a figyelem egy olyan fajtáját gyakorolja, amely befelé irányul, és nincs szüksége szemekre. - Yuki fragte sich, ob er schlief oder ob er einfach eine Art von Aufmerksamkeit praktizierte, die nach innen gerichtet war und keine Augen benötigte. :41. A könyvesboltjára gondolt, a polcokra, amelyeket naponta rendezett, az emberekre, akik könyveket vásároltak, anélkül hogy tudták volna, valójában melyik kérdésre akarnak választ kapni. - Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Regale, die sie täglich ordnete, an die Menschen, die Bücher kauften, ohne zu wissen, welche Frage sie eigentlich beantworten wollten. :42. Itt nem voltak polcok, és nem voltak válaszok, és nem voltak kérdések, amelyek válaszokra vártak – csak a tető, az eső, az öreg férfi és ő maga. - Hier gab es keine Regale und keine Antworten und keine Fragen, die auf Antworten warteten – nur das Dach, den Regen, den alten Mann und sie selbst. :43. A víz, amely a tetőről a nedves földre hullott, apró krátereket ütött a mohába, és azonnal újra eltűnt, anélkül hogy nyomot hagyott volna. - Das Wasser, das vom Dach auf den nassen Boden fiel, schlug kleine Krater in das Moos und verschwand sofort wieder, ohne eine Spur zu hinterlassen. :44. Yuki észrevette, hogy a nagyanyjára nem úgy gondol, mint veszteségre, hanem mint valamire, ami más halmazállapotot vett fel. - Yuki bemerkte, dass sie an ihrer Großmutter nicht wie an einem Verlust dachte, sondern wie an etwas, das eine andere Aggregatform angenommen hatte. :45. A gondolat nem volt vigasztaló a szokványos értelemben – egyszerűen pontos volt, és a pontosságnak néha megvan a maga sajátos vigasza. - Der Gedanke war nicht tröstlich im gewöhnlichen Sinn – er war einfach genau, und Genauigkeit hat manchmal eine eigene Art von Trost. :46. A kőfalon lévő moha magába szívta a vizet, amely vékony, alig látható erecskékben csorgott le rajta, lassan és teljesen, maradék nélkül. - Das Moos an der Steinmauer nahm das Wasser auf, das in dünnen, kaum sichtbaren Rinnsalen daran herabrann, langsam und vollständig, ohne Rest. :47. Yuki arra gondolt: így zajlanak a búcsúk is, ha az ember időt ad nekik – nem törésként, hanem fokozatos átszivárgásként, amely csak akkor ér véget, amikor minden felszívódott. - Yuki dachte: So verlaufen Abschiede auch, wenn man ihnen Zeit gibt – nicht als Bruch, sondern als ein allmähliches Durchsickern, das erst endet, wenn alles aufgenommen ist. :48. Az eső úgy állt el, ahogyan elkezdődött – átmenet nélkül, mintha született volna egy döntés, amelyet senkivel sem közöltek. - Der Regen hörte auf, wie er begonnen hatte – ohne Übergang, als ob eine Entscheidung gefallen wäre, die niemand mitgeteilt hatte. :49. A fény, amely ezután áthatolt a szétsodródó felhők között, annak a sajátosan őszi minőségnek volt a fénye, amely mindent, amit ér, egy pillanatra kiemel az időből. - Das Licht, das danach durch die auseinanderdriftenden Wolken drang, war von jener spezifisch herbstlichen Qualität, die alles, was es trifft, für einen Moment aus der Zeit herauslöst. :50. A falon a moha mély, telt zöldben felragyogott, olyan intenzíven, hogy Yukinak rövid időre az az érzése támadt, valami olyat lát, ami általában nem látható. - Das Moos auf der Mauer leuchtete in einem tiefen, satten Grün auf, das so intensiv war, dass Yuki kurz das Gefühl hatte, etwas zu sehen, das normalerweise nicht sichtbar war. :51. Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és ugyanazzal a nyugodt, be nem soroló tekintettel nézett rá, mint kezdetben. - Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie mit demselben ruhigen, nicht einordnenden Blick ansah wie zu Beginn. :52. Yuki meghajolt – nem mélyen, de őszintén –, és ebben a gesztusban több volt, mint udvariasság, még ha nem is tudta volna megmondani, pontosan mi. - Yuki verbeugte sich – nicht tief, aber aufrichtig – und in dieser Geste steckte mehr als Höflichkeit, auch wenn sie nicht hätte sagen können, was genau. :53. Nao viszonozta a tekintetét, és egy olyan szünet után, amely elég hosszú volt ahhoz, hogy ne puszta kitöltő szünet legyen, ezt mondta: „A pontyok nem tűntek el.” - Nao erwiderte den Blick und sagte, nach einer Pause, die lange genug war, um keine Füllpause zu sein: „Die Karpfen sind nicht fort." :54. Nem azért mondta, hogy vigasztaljon, és nem azért, hogy megmagyarázzon valamit – úgy mondta, ahogyan az ember egy tényt közöl, amelyben ő maga már régóta megbízik. - Er sagte es nicht, um zu trösten, und nicht, um etwas zu erklären – er sagte es so, wie man eine Tatsache mitteilt, der man selbst seit Langem getraut hat. :55. „Lenn fekszenek az iszapban, a fenéken, és várják a tavaszt, amely eljön, mert mindig eljön.” - „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten auf das Frühjahr, das kommt, weil es immer kommt." :56. Yuki ránézett, és arra gondolt, hogy talán a halakról beszél, talán valami másról, és hogy mindkettő igaz lehet anélkül, hogy dönteni kellene róla. - Yuki sah ihn an und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, und vielleicht von etwas anderem, und dass beides wahr sein konnte, ohne dass man es entscheiden musste. :57. Felvette a táskáját, amely még magában hordozta az eső nedvességét, és visszaindult az úton a kapu felé, kőről kőre. - Sie nahm ihre Tasche, die noch die Feuchtigkeit des Regens in sich trug, und ging den Weg zurück zum Tor, Stein für Stein. :58. Nem fordult vissza, mert a visszafordulás feltételezett volna valamit, amire itt nem volt szükség – nem közönyt, hanem bizalmat abban, ami mögötte maradt. - Sie drehte sich nicht um, weil Umdrehen etwas vorausgesetzt hätte, das hier nicht gefragt war – nicht Gleichgültigkeit, sondern Vertrauen in das, was hinter ihr blieb. :59. A kapunál belebújt a cipőjébe, és megállt, nem azért, hogy visszanézzen, hanem hogy megjelölje az átmenetet, amelyet az átmenet megérdemelt. - Am Tor schlüpfte sie in die Schuhe und blieb stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu markieren, der Übergang verdiente. :60. Mögötte a kert tovább létezett – zavaros tavával, csendben várakozó mohájával, öreg kertészével a ferde padon –, teljesen és nélküle. - Hinter ihr existierte der Garten weiter – mit seinem trüben Teich, seinem stillwartenden Moos, seinem alten Gärtner auf der schiefen Bank – vollständig und ohne sie. :61. Ez nem szomorú felismerés volt, hanem helyes, és a helyes felismeréseknek néha egyszerre van meg a nedves moha súlya és könnyűsége. - Das war keine traurige Erkenntnis, sondern eine richtige, und richtige Erkenntnisse haben manchmal die Schwere und die Leichtigkeit von nassem Moos zugleich. :62. Yuki az állomásra ment, és az út rövidebb volt, mint odafelé, mert ezúttal nem megérkezett, hanem továbbment. - Yuki ging zur Station, und der Weg war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal nicht ankam, sondern weiterging. :63. A vonaton homlokát a hűvös ablaküvegnek támasztotta, és nézte a mezőket, amelyek a délután lapos fényében elsuhantak mellette. - Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das kühle Fensterglas und schaute auf die Felder, die im flachen Licht des Nachmittags an ihr vorüberzogen. :64. Nem gondolt semmi meghatározottra, ami nem gondolattalanság volt, hanem a figyelem egyfajta tárgy nélküli formája. - Sie dachte an nichts Bestimmtes, was nicht Gedankenlosigkeit war, sondern eine Art von Aufmerksamkeit ohne Gegenstand. :65. Az üresség, amelyet várhatóan megtalálni vélt, ott volt – de egy tál körvonalát viselte, nem egy lyukét, és ez jelentette a döntő különbséget. - Die Leere, die sie erwartet hatte zu finden, war da – aber sie hatte die Kontur einer Schale, nicht eines Loches, und das machte den entscheidenden Unterschied. :66. Alatta, az iszapban, amelyet nem lát az ember, várakozik az, ami nem hal meg, hanem csak vár – türelmesen, csendben, minden kétség nélkül afelől, hogy a tavasz eljön. - Darunter, in dem Schlamm, den man nicht sieht, wartet das, was nicht stirbt, sondern nur wartet – geduldig, still, ohne jeden Zweifel daran, dass das Frühjahr kommt. ------------------------ ---------------------------------------------- 5 ------------------------ :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki nem döntötte el, hogy meglátogatja a templomot – csupán nem döntött ellene, ami, ahogy a vonatúton észrevette, talán ugyanaz volt. - Yuki hatte sich nicht entschieden, den Tempel zu besuchen – sie hatte sich lediglich nicht dagegen entschieden, was, wie sie auf der Zugfahrt bemerkte, möglicherweise dasselbe war. :2. Három év olyan időtartam, amely elég rövid ahhoz, hogy az ember még ismerjen egy helyet, és elég hosszú ahhoz, hogy az a hely már ne várjon rá. - Drei Jahre sind eine Zeitspanne, die kurz genug ist, um einen Ort noch zu kennen, und lang genug, damit er aufgehört hat, auf einen zu warten. :3. Az állomásnak, ahol leszállt, már nem volt neve a táblán, vagy a név kifakult – nem nézte meg, mert úgyis még tudta. - Die Station, an der sie ausstieg, hatte keinen Namen mehr auf dem Schild, oder der Name war verblasst – sie hatte nicht nachgeschaut, weil sie ihn ohnehin noch wusste. :4. Az ősz ezen a reggelen azzal a különös visszafogottsággal rendezkedett be, amely a legszebb napjait jellemzi: sok fény, kevés meleg, semmi ígéret. - Der Herbst hatte sich an diesem Morgen mit jener eigentümlichen Zurückhaltung eingerichtet, die seine schönsten Tage kennzeichnet: viel Licht, wenig Wärme, keine Versprechen. :5. A templomhoz vezető út egy sikátoron vitt keresztül, ahol a falak kétoldalt olyan közel voltak egymáshoz, hogy azt hihette volna az ember, maga az út akarja lelassítani a továbbhaladást. - Der Weg zum Tempel führte durch eine Gasse, in der die Mauern auf beiden Seiten so nah waren, dass man hätte meinen können, der Weg selbst wollte das Weitergehen verlangsamen. :6. A kövön lévő moha éjjel ivott, és most olyan jóllakottság áradt belőle, amely csendes, szükségtelen teljességében szinte obszcénnek hatott. - Das Moos auf dem Stein hatte in der Nacht getrunken und war nun von einer Sattheit, die fast obszön wirkte in ihrer stillen, bedürfnislosen Vollständigkeit. :7. Yuki ezt az utat már nem az értelmével ismerte, hanem a testével – a tudás egy olyan fajtájával, amely megbízhatóbb, és nem törődik azzal, hogy az ember elő akarja-e hívni vagy sem. - Yuki kannte diesen Weg nicht mehr mit dem Verstand, sondern mit dem Körper – eine Art von Wissen, das zuverlässiger ist und sich nicht darum schert, ob man es abrufen will oder nicht. :8. A kapu előtt megállt, annak ösztönösségével, aki egy idegen házban egy csukott ajtó előtt áll, és egy pillanatig hallgatózik, mielőtt kopogna. - Vor dem Tor hielt sie inne mit der Instinktivität von jemandem, der in einem fremden Haus vor einer geschlossenen Tür steht und einen Moment lauscht, bevor er anklopft. :9. A kapu fája a korhadáson túl olyan méltóságot ért el, amelyet az új anyagok nem ismernek – azoknak a dolgoknak a méltóságát, amelyek nem próbáltak fiatalok maradni. - Das Holz des Tores hatte jenseits der Verwitterung eine Würde erreicht, die neue Materialien nicht kennen – die Würde des Dinge, die nicht versucht haben, jung zu bleiben. :10. Levette a cipőjét, nem kötelességtudatból, hanem mert ez a cselekedet olyan módon készítette fel, amelyet nem tudott volna elmagyarázni anélkül, hogy hamisat mondana. - Sie zog die Schuhe aus, nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil der Akt sie auf eine Art vorbereitete, die sie nicht hätte erklären können, ohne das Falsche zu sagen. :11. A mohával benőtt kövek hidege azonnal és mentegetőzés nélkül hatolt át az anyagon, és Yuki hagyta, hogy tegye, mert némely érzékelésnek joga van rá, hogy ráerőltesse magát az emberre. - Die Kälte der moosbewachsenen Steine drang sofort und ohne Entschuldigung durch den Stoff, und Yuki ließ sie gewähren, weil manche Wahrnehmungen das Recht haben, sich aufzudrängen. :12. A kert olyan állapotban feküdt előtte, amelyet hanyatlásnak lehetett volna nevezni, ha a szó nem sugallna valami akaratlant, ami itt nem volt igaz. - Der Garten lag vor ihr in einem Zustand, den man Verfall hätte nennen können, wenn das Wort nicht etwas Unfreiwilliges implizierte, das hier nicht zutraf. :13. Inkább arról volt szó, hogy felhagyott egy bizonyos szándék követésével, és most olyan formát vett fel, amely a saját logikáját követte, nem az emberi rendképzetet. - Vielmehr hatte er aufgehört, eine bestimmte Absicht zu verfolgen, und nahm nun eine Form an, die seiner eigenen Logik folgte, nicht der menschlichen Vorstellung von Ordnung. :14. A bokrok elengedték körvonalaikat a bizonytalanba, a fű magasan állt a kőlapok hézagai között, és a levegő a rothadás és a növekedés lassú, termékeny munkájának szagát hordozta. - Die Büsche hatten ihre Konturen in das Ungefähre entlassen, das Gras stand hoch zwischen den Fugen der Steinplatten, und die Luft roch nach dem langsamen, produktiven Arbeiten von Fäulnis und Wachstum. :15. Yuki annyiban követte az ösvényt, amennyiben az még ösvény volt, és hagyta, hogy vezesse, azzal a készséggel, amely azokhoz a dolgokhoz kell, amelyeket már nem irányítani, hanem csak kísérni lehet. - Yuki folgte dem Pfad in dem Maße, in dem er noch Pfad war, und ließ sich von ihm führen mit der Bereitschaft, die man für Dinge braucht, die man nicht mehr steuern, sondern nur noch begleiten kann. :16. A tó a végén úgy feküdt ott, mint egy kérdés, amelyre csak akkor lehet válaszolni, ha az ember már felhagyott azzal, hogy választ várjon. - Der Teich lag am Ende wie eine Frage, auf die man nur dann antworten kann, wenn man aufgehört hat, eine Antwort zu erwarten. :17. A víz színe a mélyzöld és a teljes fekete között mozgott, és a fény beesésétől meg a nézőponttól függően döntötte el, melyik akar lenni a kettő közül – vagy lehet-e mindkettő egyszerre. - Das Wasser hatte eine Farbe, die sich zwischen tiefem Grün und absolutem Schwarz bewegte und je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel entschied, welche von beiden sie sein wollte – oder ob sie beide sein konnte. :18. Yuki olyan pontossággal emlékezett a koi-pontyokra, amellyel az ember azokra a dolgokra emlékszik, amelyek egyszer megnyitották a szívét, anélkül hogy észrevette volna. - Yuki erinnerte sich an die Koi-Karpfen mit der Genauigkeit, mit der man sich an Dinge erinnert, die einem einmal das Herz geöffnet haben, ohne dass man es bemerkt hat. :19. Széles, lassú ívekben siklottak át a felszín alatt, mint mondatok, amelyeket az ember gondol, anélkül hogy végiggondolná őket – mozgásukban teljesek, önmagukban lezártak. - Sie hatten in weiten, langsamen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten wie Sätze, die man denkt, ohne sie zu Ende zu denken – vollständig in ihrer Bewegung, abgeschlossen in sich selbst. :20. Most egyetlen levél sodródott a vízen, a feloldódás előrehaladott állapotában, és töredékességében valamit tükrözött vissza, aminek Yuki nem akart nevet adni, mert a megnevezés néha elűz. - Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf dem Wasser, in einem fortgeschrittenen Stadium des Aufgelöstwerdens, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas wider, dem Yuki keinen Namen geben wollte, weil Benennen manchmal vertreibt. :21. Leereszkedett a partra annak a mozdulatával, aki nem leülni akar, hanem maradni – finom, de döntő különbség a testtartásban. - Sie ließ sich ans Ufer nieder mit der Geste von jemandem, der nicht sichtsitzen will, sondern bleiben – ein feiner, aber entscheidender Unterschied in der Körperhaltung. :22. A víz alig mozdult, és az a kevés mozgás, ami volt benne, belülről jött, a felszín alól, olyan forrásokból, amelyeket nem lehetett látni. - Das Wasser bewegte sich kaum, und die wenigen Bewegungen, die es gab, kamen von innen, von unter der Oberfläche, von Quellen, die man nicht sah. :23. Mögötte – egy olyan zaj jelezte, amely alig volt több, mint egy régi súly újraelhelyezkedése régi fán – egy férfi ült a zelkova-fa alatti ferde padon. - Hinter ihr – durch ein Geräusch angekündigt, das kaum mehr war als die Neupositionierung eines alten Gewichts auf altem Holz – saß ein Mann auf der schiefen Bank unter dem Zelkova-Baum. :24. Nao évtizedek óta gondozta a kertet, azzal a kitartó, igénytelen hűséggel, amely nem keres elismerést, mert nem tudja, hogy az elismerés olyasmi volna, amit keresni lehetne. - Nao hatte den Garten gepflegt, seit Jahrzehnten, mit jener beharrlichen, anspruchslosen Treue, die keine Anerkennung sucht, weil sie nicht weiß, dass Anerkennung etwas wäre, das man suchen könnte. :25. Yuki felé nézett olyan tekintettel, amelyben nem zajlottak le a szokásos tranzakciók – sem felmérés, sem besorolás, sem egy reakció előkészítése arra az esetre, ha azt várnák. - Er sah Yuki an mit einem Blick, in dem keine der üblichen Transaktionen stattfanden – kein Taxieren, kein Einordnen, kein Bereitstellen einer Reaktion für den Fall, dass eine erwartet wurde. :26. A rövid biccentés, amellyel tudomásul vette jelenlétét, azoknak a dolgoknak a pontosságával bírt, amelyek csak azt mondják, amit jelentenek, és semmi többet. - Das knappe Nicken, mit dem er ihre Anwesenheit bestätigte, hatte die Präzision von Dingen, die nur das sagen, was gemeint ist, und nichts dazu. :27. Yuki felállt, odament a padhoz, és mellé ült olyan távolságban, amely nem igényelt megállapodást, mert magától adódott. - Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich neben ihn in einem Abstand, der keiner Vereinbarung bedurft hatte, weil er sich von selbst ergab. :28. Egy szitakötő jelent meg a víz fölött azzal a hirtelenséggel, amely csak azoknak a dolgoknak sajátja, amelyek mindig is ott voltak, és csak most veszik észre őket. - Eine Libelle erschien über dem Wasser mit jener Plötzlichkeit, die nur Dinge haben, die sich schon immer dort befunden haben und nur jetzt bemerkt werden. :29. Leszállt egy kiszáradt tavirózsaszárra, amelynek épsége a tél alatt paradoxnak hatott, és olyan mozdulatlanul maradt, hogy a mozgás egy pillanatra kivételnek tűnt. - Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft, dessen Unversehrtheit unter dem Winter paradox wirkte, und blieb so reglos, dass Bewegung für einen Moment als Ausnahme erschien. :30. Nao hüvelykujjával végigsimított a pad támláján, ugyanazon a pályán, ugyanabba az irányba, egy olyan mozdulat egyenletességével, amely már nem utal célra, hanem maga lett a cél. - Nao fuhr mit dem Daumen über die Lehne der Bank, dieselbe Bahn, dieselbe Richtung, mit der Gleichmäßigkeit einer Geste, die aufgehört hat, auf einen Zweck hinzuweisen, und nun Zweck ist. :31. Yuki a kezét nézte – a bőr a bütykök fölött feszes és foltos volt, a mozdulat egyenletes –, és arra gondolt, hogy némely ember a testével imádkozik, anélkül hogy tudná, és anélkül hogy ettől kevésbé volna igaz. - Yuki betrachtete seine Hand – die Haut über den Knöcheln gespannt und fleckig, die Bewegung stetig – und dachte, dass manche Menschen mit dem Körper beten, ohne es zu wissen und ohne dass es dadurch weniger wahr würde. :32. A nagyanyjára gondolt, nem képként, hanem valamiféle gravitációként, amely még hatott, noha a forrása már nem volt ott. - Sie dachte an ihre Großmutter, nicht als Bild, sondern als eine Art von Schwerkraft, die noch wirkte, obwohl ihre Quelle nicht mehr da war. :33. A nagyanyja nem magyarázott, hanem megmutatott – és amit megmutatott, az az itteni volt: ez a kert, ez a tó, ez a mód, ahogy az ember úgy ül egy helyen, mintha az elég volna. - Ihre Großmutter hatte nicht erklärt, sie hatte gezeigt – und das Gezeigte war das Hiesige: dieser Garten, dieser Teich, diese Art, in einem Ort zu sitzen, als ob er ausreichte. :34. A felismerésben, hogy csak most értette meg, mit mutattak meg akkor, benne volt minden túl későn érkező felismerés keserű hangja – de annak különös vigasztaló ereje is, ami mindennek ellenére megérkezett. - Die Erkenntnis, dass sie erst jetzt verstand, was damals gezeigt worden war, hatte die bittere Note aller Erkenntnisse, die zu spät kommen – aber auch die eigenartige Tröstlichkeit von etwas, das trotz allem angekommen ist. :35. Az eső úgy kezdődött, ahogy a dolgok kezdődnek, amikor senki sem figyeli őket, és nincs szükség dramaturgiára: észrevétlenül, aztán tagadhatatlanul. - Der Regen begann, wie Dinge beginnen, wenn niemand zuschaut und keine Dramaturgie verlangt wird: unmerklich, dann unbestreitbar. :36. Az első cseppek eltűntek a mohában, amely már telített volt, és nem hagytak nyomot, csak még mélyebb csendet. - Die ersten Tropfen verschwanden in dem Moos, das schon gesättigt war, und hinterließen keine Spur außer einer noch tieferen Stille. :37. Aztán több csepp jött, majd az az egyenletes, teljes hang, amelyet az ember vagy korlátozásként, vagy felszabadulásként érzékelhet, attól függően, éppen hol áll. - Dann mehr Tropfen, dann das gleichmäßige, vollständige Geräusch, das man entweder als Einschränkung oder als Befreiung wahrnehmen kann, je nachdem, wo man gerade steht. :38. Nao felemelkedett, és ebben a mozdulatban olvasható volt egy test egész története, amely kompromisszumokat kötött, és megtanulta, hogy ezeket ne vereségként értelmezze. - Nao erhob sich, und in dieser Bewegung war die ganze Geschichte eines Körpers lesbar, der Kompromisse eingegangen ist und gelernt hat, sie nicht als Niederlagen zu interpretieren. :39. Bementek a teaház teteje alá, anélkül hogy megbeszélték volna, mert azok a dolgok, amelyek maguktól adódnak, nem tűrik a megbeszélést. - Sie gingen unter das Dach des Teehauses, ohne es zu besprechen, weil Dinge, die sich von selbst ergeben, keine Besprechung vertragen. :40. A sötét cserepekből álló tető elnyelte az esőt, és ritmusként adta vissza, és ennek a ritmusnak megvolt némely zene tulajdonsága: nem követte a gondolatokat, hanem előttük járt. - Das Dach aus dunklen Ziegeln schluckte den Regen und gab ihn als Rhythmus zurück, und dieser Rhythmus hatte die Eigenschaft mancher Musik, den Gedanken nicht zu folgen, sondern ihnen voranzugehen. :41. Yuki a fedett rész szélén állt, ott, ahol az eső még elérhető volt, és a bambuszcsorgót nézte, amely évek óta megjegyzés nélkül teljesítette feladatát. - Yuki stand am Rand des Überdachten, dort, wo der Regen noch zu greifen war, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe seit Jahren ohne Kommentar erfüllte. :42. A víz a mohával borított kőre hullott, elszivárgott, valamikor máshol újra megjelent – egy körforgás, amely annyira teljes volt önmagában, hogy nem volt szüksége külső nézőpontra ahhoz, hogy működjön. - Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein, versickerte, erschien irgendwann anderswo wieder – ein Kreislauf, der so vollständig in sich war, dass er keine Außenperspektive brauchte, um zu funktionieren. :43. Nao lehunyta a szemét, hátát a fafalnak támasztotta, karját a teste előtt keresztezte annak az embernek az ellazultságával, akinek az eső semmi váratlant nem közöl. - Nao hatte die Augen geschlossen und lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand, die Arme vor dem Körper gekreuzt mit der Entspanntheit von jemandem, dem der Regen nichts Unerwartetes mitteilt. :44. Yuki azon tűnődött, vajon az öregség néha abból áll-e, hogy az ember felhagy azzal, hogy szembeszegüljön azzal, ami úgyis jön – és hogy ez beletörődés-e, vagy valami pontosabb, amire nincs jó szó. - Yuki fragte sich, ob Alter manchmal darin bestand, aufgehört zu haben, sich gegen das zu stellen, was ohnehin kommt – und ob das Resignation war oder etwas Genaueres, für das es kein gutes Wort gab. :45. A könyvesboltjára gondolt, a könyvekre, amelyek nap mint nap átmentek a kezén, az emberekre, akik címek után kérdeztek, anélkül hogy meg tudták volna mondani, valójában mit keresnek. - Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Bücher, die täglich ihre Hände passierten, an die Menschen, die nach Titeln fragten, ohne sagen zu können, wonach sie eigentlich suchten. :46. Itt a keresett dolog nem címekben volt és nem kategóriákban – hanem abban, ahogy a víz átitatta a mohát, hangtalanul és teljesen, és anélkül a vágy nélkül, hogy lássák. - Hier war das Gesuchte nicht in Titeln und nicht in Kategorien – es war in der Art, wie das Wasser das Moos durchtränkte, lautlos und vollständig und ohne den Wunsch, gesehen zu werden. :47. A szemközti kőfal hordozta a rajta lecsorgó vizet, anélkül hogy az megérintette volna, mert a dolgok, ha elég régiek, megtanulták, mit engednek át magukon és mit nem. - Die Steinmauer gegenüber trug das Wasser, das an ihr herabrann, ohne sich davon affizieren zu lassen, weil Dinge, die alt genug sind, gelernt haben, was sie durchlässt und was nicht. :48. Yuki észrevette, hogy a fájdalom, amelyet ebben a kertben várt megtalálni, nem maradt el, hanem más formát vett fel – nem hevenyet, hanem idültet, amely együtt jár a vérkeringéssel, és annyira magától értetődővé válik, hogy az ember már nem tesz különbséget közte és önmaga között. - Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte in diesem Garten zu finden, nicht ausgeblieben war, sondern eine andere Form angenommen hatte – keine akute, sondern eine chronische, die mit dem Blutkreislauf mitgeht und so selbstverständlich wird, dass man aufhört, zwischen ihr und sich selbst zu unterscheiden. :49. Némely búcsú, gondolta, nem egyetlen pillanatban megy végbe, hanem éveken át, kis, megfigyeletlen adagokban, míg az ember egy napon megállapítja, hogy már lezárt valamit, anélkül hogy a lezárást valaha aktívan végrehajtotta volna. - Manche Abschiede, dachte sie, vollziehen sich nicht in einem Moment, sondern über Jahre, in kleinen, unbeobachteten Dosen, bis man eines Tages feststellt, dass man bereits abgeschlossen hat, ohne den Abschluss je aktiv vollzogen zu haben. :50. Az eső elállt, és a csend, amely utána beállt, más sűrűségű volt, mint az előtte lévő csend – összenyomta az, amit magába fogadott, és ezáltal nehezebb és tartósabb lett. - Der Regen hörte auf, und die Stille, die danach eintrat, hatte eine andere Dichte als die Stille davor – komprimiert durch das, was sie aufgenommen hatte, und dadurch schwerer und haltbarer. :51. A fény, amely áttört a felszakadozó felhőtakarón, ferdén hullott be, az ősz sajátos intenzitásával, amely nem pazarol energiát, mert tudja, hogy a napok már rövidülnek. - Das Licht, das durch die aufbrechende Wolkendecke drang, fiel schräg und mit der eigentümlichen Intensität des Herbstes, der keine Energie verschwendet, weil er weiß, dass die Tage bereits kürzer werden. :52. A kőfalon lévő moha olyan zöldben ragyogott, amely annyira mély volt, hogy kevésbé színnek tűnt, mint inkább maguknak a dolgoknak egy tulajdonságának – mintha a zöld nem a mohán feküdne, hanem belőle jönne elő. - Das Moos auf der Steinmauer leuchtete in einem Grün, das so tief war, dass es weniger wie eine Farbe wirkte als wie eine Eigenschaft der Dinge selbst – als ob das Grün nicht auf dem Moos lag, sondern aus ihm heraus kam. :53. Yuki Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és olyan ember tekintetével nézett rá, aki nem támaszt elvárásokat a pillanattal szemben, és ezért teljesen benne tud lakni. - Yuki wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ansah mit dem Blick eines Menschen, der keine Erwartungen an den Moment stellt und ihn deshalb vollständig bewohnen kann. :54. Meghajolt – egy mozdulat, amely rövidségében többet fogott össze, mint bármely megfogalmazás képes lett volna, mert nem állítást tett, hanem tartást vett fel. - Sie verbeugte sich – eine Geste, die in ihrer Knappheit mehr fasste als jede Formulierung es hätte tun können, weil sie keine Aussage machte, sondern eine Haltung einnahm. :55. Nao nem viszonozta semmivel, hagyott létrejönni egy szünetet, amely nem üres volt, hanem annak az embernek a magától értetődőségével telt meg, aki soha nem tanulta meg szavakkal védeni a csendet. - Nao erwiderte nichts, ließ eine Pause entstehen, die nicht leer war, sondern gefüllt mit der Selbstverständlichkeit von jemandem, der nie gelernt hat, Stille mit Worten zu verteidigen. :56. Aztán azt mondta: „A pontyok nem tűntek el", és a mondatban ott volt valami nyugalma, amit nem kell bizonyítani, mert igaz, és ezt tudja. - Dann sagte er: „Die Karpfen sind nicht fort", und der Satz hatte die Ruhe von etwas, das nicht bewiesen werden muss, weil es wahr ist, und das weiß. :57. Tovább beszélt, anélkül hogy felemelte volna a hangját: „Az iszapban fekszenek a fenéken, a sötétben, és várják a meleget, amely eljön, mert mindig eljött, és mert a víz emlékszik, még akkor is, ha mi elfelejtjük." - Er sprach weiter, ohne die Stimme zu heben: „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund, im Dunkeln, und warten auf eine Wärme, die kommt, weil sie immer kam und weil das Wasser sich erinnert, auch wenn wir es vergessen." :58. Yuki hallotta a mondatot, és arra gondolt, hogy talán a halakról beszél, talán a nagyanyjáról, talán róla magáról – és hogy ez az eldönthetetlenség nem elmosódottság volt, hanem pontosság. - Yuki hörte den Satz und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, vielleicht von ihrer Großmutter, vielleicht von ihr selbst – und dass diese Unentscheidbarkeit nicht Unschärfe war, sondern Präzision. :59. Felvette a táskáját, és elindult, mert az indulásoknak, ha helyesek, nincs szükségük előkészületre, és nem hagynak maguk után magyarázatot. - Sie nahm ihre Tasche und ging, weil Aufbrüche, wenn sie stimmen, keiner Vorbereitung bedürfen und keine Erklärung hinterlassen. :60. A kapuhoz visszavezető út ugyanaz az út volt, mint az odafelé vezető, de megváltozott benne valaminek a minősége, amit nem lehet leírni anélkül, hogy az ember leírná, mit hordozott magában. - Der Weg zurück zum Tor war derselbe Weg wie der Hinweg, aber er hatte die Qualität von etwas gewechselt, das man nicht beschreiben kann, ohne zu beschreiben, was man selbst getragen hat. :61. A kapunál olyan mozdulatokkal vette fel a cipőjét, amelyek gondosak voltak, anélkül hogy ezt szándékosan tette volna, és egy pillanatra megállt, nem azért, hogy visszanézzen, hanem hogy regisztrálja az átmenetet. - Am Tor zog sie die Schuhe an mit Bewegungen, die sorgfältig waren, ohne dass sie es beabsichtigt hatte, und blieb einen Moment stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu registrieren. :62. Mögötte a kert tovább létezett, a saját idejében, a saját logikája szerint, teljesen nélküle – és ez nem elhagyatottság volt, hanem valamiféle szabadság, amely mindkettejüké volt. - Hinter ihr bestand der Garten weiter, in seiner eigenen Zeit, nach seiner eigenen Logik, vollständig ohne sie – und das war nicht Verlassenheit, sondern eine Art von Freiheit, die beiden gehörte. :63. Yuki ment tovább, és az állomáshoz vezető út rövidebb volt, mint odafelé, mert ezúttal nem hordozott magában ellenállást, amely ellen a lépéseinek küzdeniük kellett volna. - Yuki ging, und der Weg zur Station war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal keinen Widerstand in sich trug, gegen den die Schritte ankämpfen mussten. :64. A vonaton homlokát az ablaküvegnek támasztotta, amelynek hidege pontosan megfelelt a reggeli kövek hidegének, és nézte a mezőket, amelyek a lapos októberi fényben elvonultak mellette. - Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das Fensterglas, dessen Kälte genau jener der Steine am Morgen entsprach, und schaute auf die Felder, die im flachen Oktoberlicht an ihr vorüberzogen. :65. Nem gondolkodott, hanem hagyta, hogy gondolkodjon benne valami – egy mód, amelyet a legtöbb ember csak akkor tanul meg, amikor elég régóta felhagyott azzal, hogy kikényszerítse. - Sie dachte nicht nach, sie ließ denken – ein Modus, den die meisten Menschen erst lernen, wenn sie lange genug aufgehört haben, ihn zu erzwingen. :66. Az üresség ott volt, ahogy tudta, hogy ott lesz, de nem lyuk formáját öltötte, hanem medencéét – valamiét, ami tartani tud, ha az ember felhagy azzal, hogy megtöltse. - Die Leere war da, wie sie gewusst hatte, dass sie da sein würde, aber sie hatte nicht die Form eines Lochs, sondern die Form eines Beckens – etwas, das halten kann, wenn man aufhört, es zu füllen. :67. Alatta, a sötétben, az iszapban, a várakozásban – az, ami nem hal meg, hanem alakot vált, és vár egy tavaszra, amely eljön, mert a víz megjegyezte magának, még akkor is, ha az ember elfelejtette. - Darunter, im Dunkeln, im Schlamm, im Warten – das, was nicht stirbt, sondern die Form wechselt und auf einen Frühling wartet, der kommt, weil das Wasser es sich gemerkt hat, auch wenn man es vergessen hat. -------------------- == 82 == 1 -------------------- :A csendes lakás - Die stille Wohnung. :1. Hana huszonkilenc éves. - Hana ist 29 Jahre alt. :2. Egy olyan boltban dolgozik, amely egész éjjel nyitva van. - Sie arbeitet in einem Laden, der die ganze Nacht offen ist. :3. A bolt Tokióban van. - Der Laden ist in Tokio. :4. Hana későn ér haza. - Hana kommt spät nach Hause. :5. Már majdnem este tizenegy óra van. - Es ist fast elf Uhr nachts. :6. A lakás kicsi. - Die Wohnung ist klein. :7. Csak egyetlen szobája van. - Sie hat nur ein Zimmer. :8. Hana kinyitja az ajtót. - Hana macht die Tür auf. :9. Csend van a lakásban. - Es ist still in der Wohnung. :10. Csak a hűtőszekrény ad ki valamilyen hangot. - Nur der Kühlschrank macht ein Geräusch. :11. Halkan zúg, mindig ugyanúgy. - Er summt leise, immer gleich. :12. Hana leveszi a cipőjét. - Hana zieht ihre Schuhe aus. :13. Rendesen egymás mellé teszi őket. - Sie stellt sie ordentlich nebeneinander. :14. Aztán még egy másik párt is melléjük tesz. - Dann stellt sie noch ein anderes Paar daneben. :15. Ezek a cipők feketék és kicsik. - Diese Schuhe sind schwarz und klein. :16. Nem az övéi. - Sie gehören nicht ihr. :17. Ryóéi. - Sie gehören Ryo. :18. De Ryo már nem lakik itt. - Aber Ryo wohnt nicht mehr hier. :19. Fél évvel ezelőtt elment. - Er ist vor einem halben Jahr gegangen. :20. Hana nem kapcsol villanyt. - Hana macht kein Licht an. :21. Nincs szüksége fényre. - Sie braucht kein Licht. :22. A hűtőszekrény egy kicsit világít. - Der Kühlschrank leuchtet ein bisschen. :23. A fény világosan fekszik a padlón. - Das Licht liegt hell auf dem Boden. :24. Hana bemegy a fürdőszobába. - Hana geht ins Bad. :25. Sötét van. - Es ist dunkel. :26. A kezével keresi a mosdókagylót. - Sie sucht mit der Hand nach dem Waschbecken. :27. Ott két fogkefe áll egy pohárban. - Dort stehen zwei Zahnbürsten in einem Becher. :28. Az egyik az övé. - Eine ist ihre. :29. A másik Ryo fogkeféje. - Die andere ist Ryos Zahnbürste. :30. Hana a kezébe veszi. - Hana nimmt sie in die Hand. :31. A sörték kemények és szárazak. - Die Borsten sind hart und trocken. :32. Hónapok óta senki sem használta. - Niemand hat sie seit Monaten benutzt. :33. Hana egy ideig tartja. - Hana hält sie eine Weile. :34. Aztán visszateszi a fogkefét. - Dann legt sie die Zahnbürste zurück. :35. Megmossa a fogát. - Sie putzt sich die Zähne. :36. Kiköpi, és megmossa az arcát. - Sie spuckt aus und wäscht sich das Gesicht. :37. A poharat nem állítja egyenesre. - Den Becher stellt sie nicht gerade. :38. Egy kicsit ferdén áll. - Er steht ein bisschen schief. :39. Hana visszamegy a szobába. - Hana geht zurück in das Zimmer. :40. Kinyitja a hűtőszekrényt. - Sie öffnet den Kühlschrank. :41. Nincs benne sok minden. - Es ist nicht viel darin. :42. Elöl egészen elöl egy fél citrom fekszik. - Eine halbe Zitrone liegt ganz vorne. :43. Fóliába van csomagolva. - Sie ist in Folie eingewickelt. :44. Mögötte két doboz sör áll. - Dahinter stehen zwei Dosen Bier. :45. Egy darab tofu vízben úszik. - Ein Stück Tofu schwimmt in Wasser. :46. Leghátul egy kis doboz fekszik. - Ganz hinten liegt eine kleine Schachtel. :47. Cseresznyék vannak benne. - Darin sind Kirschen. :48. A cseresznyék már puhák. - Die Kirschen sind schon weich. :49. Hana kivesz egy cseresznyét. - Hana nimmt eine Kirsche heraus. :50. Lassan megeszi. - Sie isst sie langsam. :51. A mag most a kezében fekszik. - Der Kern liegt jetzt in ihrer Hand. :52. Az ablakhoz megy. - Sie geht zum Fenster. :53. A magot az ablakpárkányra teszi. - Sie legt den Kern auf die Fensterbank. :54. Ott már több mag is fekszik. - Dort liegen schon mehr Kerne. :55. Hana nézi őket. - Hana schaut sie an. :56. Aztán az ágyhoz megy. - Dann geht sie zum Bett. :57. Lefekszik, de nem alszik el. - Sie legt sich hin, aber sie schläft nicht. :58. A hűtőszekrény zúgása ott van. - Das Summen des Kühlschranks ist da. :59. Aztán elhallgat. - Dann hört es auf. :60. Teljes csend van. - Es ist ganz still. :61. Hana vár. - Hana wartet. :62. A hűtőszekrény újra zúg. - Der Kühlschrank summt wieder. :63. Odakint elhalad egy vonat. - Draußen fährt ein Zug vorbei. :64. Messze van. - Er ist weit weg. :65. Halkan hangzik, majdnem olyan, mint egy lélegzetvétel. - Es klingt leise, fast wie ein Atemzug. :66. Hana semmi meghatározottra nem gondol. - Hana denkt an nichts Bestimmtes. :67. Nem gondol Ryóra. - Sie denkt nicht an Ryo. :68. Vagy talán mégis egy kicsit. - Oder vielleicht doch ein bisschen. :69. Nem tudja pontosan. - Sie weiß es nicht genau. :70. Nem tudja, miért van még ott a fogkefe. - Sie weiß nicht, warum die Zahnbürste noch da ist. :71. Nem tudja, miért őrzi meg a cseresznyemagokat. - Sie weiß nicht, warum sie die Kirschkerne aufhebt. :72. De mégis megteszi, minden éjjel. - Aber sie tut es trotzdem, jede Nacht. :73. A hűtőszekrény tovább zúg. - Der Kühlschrank summt weiter. :74. Hana becsukja a szemét. - Hana macht die Augen zu. ----------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Nyugodt lakás - Eine ruhige Wohnung :1. Hana huszonkilenc éves, és egy kombiniben dolgozik, egy kis boltban, amely soha nem zár be. - Hana ist neunundzwanzig Jahre alt und arbeitet in einem Kombini, einem kleinen Laden, der nie schließt. :2. A bolt Tokióban van, egy csendes városrész közepén, amely éjszaka szinte üres. - Der Laden liegt in Tokio, mitten in einem ruhigen Viertel, das nachts fast leer ist. :3. Hana minden este hazamegy a késői műszak után, és többnyire már tizenegy után jár az idő. - Jeden Abend geht Hana nach der Spätschicht nach Hause, und meistens ist es schon nach elf. :4. A lakás nagyon kicsi, de Hana minden zugát ismeri, még sötétben is. - Die Wohnung ist sehr klein, aber Hana kennt jeden Winkel davon, auch im Dunkeln. :5. Kinyitja az ajtót, és azonnal meghallja a hűtőszekrény ismerős zúgását. - Sie macht die Tür auf und hört sofort das vertraute Summen des Kühlschranks. :6. A zúgás egyenletes és nyugodt, mint mindig, mint minden este. - Das Summen ist gleichmäßig und ruhig, wie immer, wie jeden Abend. :7. Hana rendesen egymás mellé teszi a cipőit, aztán melléjük tesz egy második párat. - Hana stellt ihre Schuhe ordentlich nebeneinander, dann stellt sie ein zweites Paar daneben. :8. A fekete sportcipő túl kicsi neki, de mégis minden este odateszi. - Die schwarzen Sneakers sind zu klein für sie, aber sie stellt sie trotzdem jeden Abend dorthin. :9. Ryóhoz tartoznak, aki fél évvel ezelőtt elköltözött, és soha nem jött vissza. - Sie gehören Ryo, der vor einem halben Jahr ausgezogen ist und nie zurückgekommen ist. :10. Hana nem kapcsol villanyt, mert a hűtőszekrény fénye elég, amely az ajtórésen át kiszűrődik. - Hana macht kein Licht an, weil das Licht des Kühlschranks durch den Türspalt reicht. :11. Világos téglalapot vet a padlóra, és Hana röviden ránéz, mielőtt továbbmegy. - Es wirft ein helles Rechteck auf den Boden, und Hana schaut es kurz an, bevor sie weitergeht. :12. A fürdőszobában sötét van, de a keze azonnal megtalálja a poharat a mosdónál. - Im Bad ist es dunkel, aber ihre Hand findet den Becher am Waschbecken sofort. :13. Két fogkefe áll benne, egy piros és egy kék, egymás mellett, mint mindig. - Darin stehen zwei Zahnbürsten, eine rote und eine blaue, nebeneinander wie immer. :14. Hana elveszi a kék fogkefét, a kezében tartja, és érzi, hogy a sörtéi egészen kemények. - Hana nimmt die blaue Zahnbürste, hält sie in der Hand und spürt, dass die Borsten ganz hart sind. :15. Ryo hónapok óta nem használta, de Hana minden alkalommal újra visszateszi. - Ryo hat sie seit Monaten nicht benutzt, aber Hana stellt sie jedes Mal wieder zurück. :16. Fogat mos, hideg vízzel megmossa az arcát, és visszamegy a szobába. - Sie putzt sich die Zähne, wäscht das Gesicht mit kaltem Wasser und geht zurück ins Zimmer. :17. Aztán leül a földre a nyitott hűtőszekrény elé, és benéz. - Dann setzt sie sich auf den Boden vor den offenen Kühlschrank und schaut hinein. :18. Elöl egy fél citrom fekszik, gondosan átlátszó fóliába csomagolva, bár Hanának már régóta nincs rá szüksége. - Eine halbe Zitrone liegt vorne, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana sie schon lange nicht mehr braucht. :19. Mögötte két doboz sör áll, hidegen és érintetlenül, mert Hana valójában nem akarja meginni őket. - Dahinter stehen zwei Dosen Bier, kalt und unberührt, weil Hana sie nicht wirklich trinken will. :20. Egy darab tofu úszik egy kis vízzel teli edényben, és egészen hátul egy doboz cseresznye fekszik. - Ein Stück Tofu schwimmt in einem kleinen Behälter mit Wasser, und ganz hinten liegt eine Schachtel mit Kirschen. :21. A cseresznyék megpuhultak, de még nem rosszak, ezért Hana kivesz egyet. - Die Kirschen sind weich geworden, aber noch nicht schlecht, also nimmt Hana eine heraus. :22. Lassan megeszi, rág, nyel, és a mag aztán a nyitott tenyerében fekszik. - Sie isst sie langsam, kaut, schluckt, und der Kern liegt dann in ihrer offenen Handfläche. :23. Hana feláll, odamegy az ablakhoz, és a magot az ablakpárkányra teszi. - Hana steht auf, geht zum Fenster und legt den Kern auf die Fensterbank. :24. Ott már hét vagy nyolc mag fekszik egy kis sorban, mind korábbi éjszakákról. - Dort liegen schon sieben oder acht Kerne in einer kleinen Reihe, alle von früheren Nächten. :25. Röviden rájuk néz, aztán csukva hagyja az ablakot, és az ágyhoz megy. - Sie schaut sie kurz an, dann lässt sie das Fenster geschlossen und geht zum Bett. :26. Hana lefekszik, és a mennyezetet bámulja, miközben a hűtőszekrény zúgása betölti a lakást. - Hana legt sich hin und starrt an die Decke, während das Summen des Kühlschranks durch die Wohnung trägt. :27. Néha a zúgás rövid időre elhallgat, mert a termosztát kikapcsol, és akkor néhány másodpercig teljes csend van. - Manchmal hört das Summen kurz auf, weil der Thermostat abschaltet, und dann ist es für ein paar Sekunden ganz still. :28. Ebben a csendben Hana többnyire semmire sem gondol, vagy arra gondol, hogy nem gondol semmire, ami talán ugyanaz. - In dieser Stille denkt Hana meistens nichts, oder sie denkt, dass sie nichts denkt, was vielleicht dasselbe ist. :29. Aztán a hűtőszekrény újra bekapcsol, és a zúgás visszatér, Hana pedig lassan kifújja a levegőt. - Dann schaltet der Kühlschrank wieder an, und das Summen kommt zurück, und Hana atmet langsam aus. :30. Odakint elhalad egy éjszakai vonat, messze, alig hallhatóan, majdnem úgy, mint egy álomból származó zaj. - Draußen fährt ein Nachtzug vorbei, weit weg, kaum zu hören, fast wie ein Geräusch aus einem Traum. :31. Hana nem tudja pontosan, miért áll még mindig a fogkefe a pohárban, és igazából nem is kérdezi ezt magától. - Hana weiß nicht genau, warum die Zahnbürste noch im Becher steht, und sie fragt sich das auch nicht wirklich. :32. Csak azt tudja, hogy minden este a kezébe veszi, és minden este visszateszi. - Sie weiß nur, dass sie sie jeden Abend in die Hand nimmt und jeden Abend zurückstellt. :33. Ez az ő módja arra, hogy mérje az időt, nem naptárral vagy órával, hanem apró, csendes mozdulatokkal. - Das ist ihre Art, die Zeit zu messen, nicht mit Kalender oder Uhr, sondern mit kleinen, stillen Gesten. :34. A hűtőszekrény tovább zúg, egyenletesen és türelmesen, és Hana valamikor behunyja a szemét. - Der Kühlschrank summt weiter, gleichmäßig und geduldig, und irgendwann macht Hana die Augen zu. ------------------------------ ---------------------------------------------- 3 ------------------------------ :A halk zúgás - Das leise Summen :1. Hana nem sokkal fél tizenkettő után ér haza, és miközben kinyitja a lakás ajtaját, már hallja is azt a halk, egyenletes zúgást, amely minden este várja. - Hana kommt kurz nach halb zwölf nach Hause, und während sie die Wohnungstür aufschließt, hört sie schon das leise, gleichmäßige Summen, das sie jeden Abend erwartet. :2. A hűtőszekrény évek óta megszakítás nélkül jár, még akkor is, ha a lakásban egyébként semmi sem működik úgy, ahogyan kellene. - Der Kühlschrank läuft seit Jahren ohne Unterbrechung, auch wenn sonst nichts in der Wohnung funktioniert wie es soll. :3. Leveszi a cipőjét, pontosan a fal mellé állítja, és mellé teszi, mint minden este, Ryo fekete sportcipőjét, mintha mindjárt hazajönne. - Sie zieht ihre Schuhe aus, stellt sie akkurat an die Wand, und daneben stellt sie, wie jeden Abend, Ryos schwarze Sneakers, als würde er gleich nach Hause kommen. :4. Nem jön. - Er kommt nicht. :5. Ezt tudja, de a cipők mégis ott állnak, mert rossznak érezné elrakni őket, mintha ezzel véglegessé tenne valamit, ami még nincs egészen befejezve. - Das weiß sie, aber die Schuhe stehen trotzdem dort, weil es sich falsch anfühlt, sie wegzuräumen, als würde sie damit etwas endgültig machen, was noch nicht ganz fertig ist. :6. A lakás sötét, de Hana nem kapcsol villanyt, mert a hűtőszekrény matt fénye az ajtórésen át elég ahhoz, hogy tájékozódjon. - Die Wohnung ist dunkel, aber Hana macht kein Licht an, weil das matte Leuchten des Kühlschranks durch den Türspalt ausreicht, um sich zu orientieren. :7. Bemegy a fürdőszobába, kezével megtalálja a poharat a mosdókagylónál, és az ujja először a piros, aztán a kék fogkefét érinti meg, mint mindig, ebben a sorrendben. - Sie geht ins Bad, findet den Becher am Waschbecken mit der Hand, und ihr Finger berührt zuerst die rote, dann die blaue Zahnbürste, wie immer in dieser Reihenfolge. :8. A kék Ryóé, és a sörtéi olyan merevek, hogy azt lehetne hinni, új, pedig már majdnem hét hónapja annak, hogy valaki használta. - Die blaue gehört Ryo, und die Borsten sind so steif, dass man meinen könnte, sie wäre neu, dabei ist es fast sieben Monate her, seit jemand sie benutzt hat. :9. Hana néhány másodpercig a kezében tartja, különösebb ok nélkül, vagy talán mégis olyan okból, amelyet önmagának sem akar megmagyarázni. - Hana hält sie ein paar Sekunden in der Hand, ohne bestimmten Grund, oder vielleicht doch aus einem Grund, den sie sich selbst nicht erklären will. :10. Aztán visszateszi a kefét, fogat mos, kiköp, és a hideg víz, amikor leöblíti, egy kicsit felébreszti a hosszú este tompaságából. - Dann legt sie die Bürste zurück, putzt sich die Zähne, spuckt aus, und das kalte Wasser beim Abwaschen weckt sie ein wenig aus der Stumpfheit des langen Abends. :11. Visszatérve a szobába leereszkedik a földre a nyitott hűtőszekrény elé, nem azért, mert éhes volna, hanem mert ott meleg a fény, és a hűtőszekrény megbízhatóan zúg, ami ebben a lakásban nem magától értetődő. - Zurück im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht weil sie Hunger hätte, sondern weil das Licht dort warm ist und der Kühlschrank zuverlässig summt, was in dieser Wohnung keine Selbstverständlichkeit ist. :12. Odabent egy fél citrom fekszik, már napok óta, szorosan átlátszó fóliába csomagolva, mintha Hana egy olyan étkezéshez őrizné, amelyet soha nem főz meg. - Drinnen liegt eine halbe Zitrone, seit Tagen schon, fest in Klarsichtfolie gewickelt, als würde Hana sie aufheben für eine Mahlzeit, die sie nie kocht. :13. Két sörösdoboz áll a második polcon, hidegen és mozdulatlanul, és Hana néha utánuk nyúl, de többnyire visszateszi őket, mielőtt kinyitná a dobozt. - Zwei Bierdosen stehen im zweiten Fach, kalt und unbewegt, und Hana greift manchmal danach, stellt sie aber meistens wieder zurück, bevor sie die Dose öffnet. :14. Ma is. - Heute auch. :15. Leghátul, a tofutartó mögött, amelynek vize kissé zavarossá vált, ott fekszik a kis kartondoboz a cseresznyékkel, amelyeket Hana négy nappal ezelőtt vett, anélkül hogy pontosan tudta volna, miért, mert cseresznyét tulajdonképpen nem magának vesz az ember egyedül. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser leicht trüb geworden ist, liegt die kleine Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor vier Tagen gekauft hat, ohne genau zu wissen warum, denn Kirschen kauft man eigentlich nicht für sich allein. :16. Kivesz egyet, a nyelvére teszi, lassan ráharap, és a leve édes, egy enyhe savanykás csípéssel, amit Hana kellemesnek érez. - Sie nimmt eine, legt sie auf die Zunge, beißt langsam durch, und der Saft ist süß mit einem leichten Stich ins Saure, was Hana als angenehm empfindet. :17. A magot a tenyerébe teszi, odamegy az ablakhoz, és felrakja az ablakpárkányra a többihez, amelyek ott fekszenek egy páratlan sorban, mint elmúlt éjszakák apró tanúi. - Den Kern legt sie in die Handfläche, geht zum Fenster, und stellt ihn auf die Fensterbank zu den anderen, die dort in einer ungeraden Reihe liegen wie kleine Zeugen vergangener Nächte. :18. Nem számolja meg őket. - Sie zählt sie nicht. :19. Valamikor lefekszik az ágyba, az oldalára fordul, és hallgatja a zúgást, amely a vékony falakon át úgy terjed, mint egy hang, amelyből nem lesz dallam, de mégsem zavar. - Irgendwann geht sie ins Bett, legt sich auf die Seite und hört auf das Summen, das durch die dünnen Wände trägt wie ein Ton, der keine Melodie ergibt, aber trotzdem nicht stört. :20. A termosztát kikapcsol, a csend hirtelen teljessé válik, és Hana észreveszi, hogy várja az újbóli bekapcsolást, anélkül hogy akarná. - Das Thermostat schaltet ab, die Stille ist plötzlich vollständig, und Hana merkt, wie sie auf das Wiedereinschalten wartet, ohne es zu wollen. :21. A hűtőszekrény beindul. - Der Kühlschrank springt an. :22. Odakint elhalad egy vonat, olyan messze, hogy inkább sejteni lehet, mint hallani, tompa zúgás, amely gyorsan újra eltűnik, és a csendet még csendesebbé teszi. - Draußen zieht ein Zug vorbei, so weit entfernt, dass man ihn eher ahnt als hört, ein dumpfes Rauschen, das schnell wieder verschwindet und die Stille noch stiller macht. :23. Hana nem gondol Ryóra. - Hana denkt nicht an Ryo. :24. Legalábbis ezt mondja magának, miközben a mennyezetet nézi végig, amely a hűtőszekrény gyenge fényében alig látható. - Zumindest sagt sie sich das, während sie an der Decke entlangschaut, die im schwachen Licht des Kühlschranks kaum zu sehen ist. :25. A fogkefe, a cipők, a cseresznyék, a zúgás, a várakozás a zúgásra, mindez nem gyász, gondolja Hana, egyszerűen csak ilyenek most a napok. - Die Zahnbürste, die Schuhe, die Kirschen, das Summen, das Warten auf das Summen, das alles ist kein Trauern, denkt Hana, das ist einfach, wie die Tage jetzt aussehen. :26. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :27. Hana becsukja a szemét. - Hana macht die Augen zu. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :A hűtőszekrény zúgása - Das Summen des Kühlschranks :1. Kevéssel éjfél előtt van, amikor Hana kinyitja a lakás ajtaját, és még a lépcsőházban meghallja a hűtőszekrény egyenletes zúgását. - Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch im Treppenhaus das gleichmäßige Summen des Kühlschranks hört. :2. A hang úgy hatol át a vékony faajtón, mint egy szívverés, amely nem szűnt meg dobogni, bár a test, amelyhez tartozott, már rég nincs ott. - Das dringt durch die dünne Holztür wie ein Herzschlag, der nicht aufgehört hat zu schlagen, obwohl der Körper, dem er gehörte, längst fort ist. :3. Belép anélkül, hogy villanyt gyújtana, mert az ismerős sötétség kevesebbet követel tőle, mint a mennyezeti lámpa kemény fénye. - Sie tritt ein, ohne Licht zu machen, weil die vertraute Dunkelheit ihr weniger abverlangt als der harte Schein der Deckenlampe. :4. Abban a fényben a lakás mindig egy kicsit túl üresnek látszik. - Unter dem sieht die Wohnung immer ein wenig zu leer aus. :5. Leveszi a cipőjét, és a helyére teszi, aztán, szinte anélkül, hogy odanézne, Ryo fekete tornacipői után nyúl. - Die Schuhe zieht sie aus und stellt sie an ihren Platz, dann greift sie, fast ohne hinzusehen, nach Ryos schwarzen Sneakers. :6. Ezeket minden reggel félreteszi, és minden este újra visszaállítja, nem érzelgősségből, ahogy magának mondja, hanem mert különben a mellettük lévő rés túl feltűnő lenne. - Die räumt sie jeden Morgen zur Seite und stellt sie jeden Abend wieder hin, nicht aus Sentimentalität, wie sie sich sagt, sondern weil die Lücke daneben sonst zu auffällig wäre. :7. Ryo hat hónapja és tizenegy napja nincs itt, bár Hana úgy tesz, mintha nem számolná a napokat. - Ryo ist seit sechs Monaten und elf Tagen weg, obwohl Hana vorgibt, die Tage nicht zu zählen. :8. És mégis számolja őket, mert ebben az ügyben a számolás az egyetlen formája az ellenőrzésnek, amely megmaradt neki. - Und es doch tut, weil das Zählen die einzige Form von Kontrolle ist, die ihr in dieser Sache geblieben ist. :9. A hűtőszekrény tejszerű fényű négyszöget vet a linóleumpadlóra, amely kissé eltorzul ott, ahol a fólia az egyik saroknál felpúposodik. - Der Kühlschrank wirft ein milchiges Rechteck Licht auf den Linoleumboden, das sich leicht verzerrt, wo die Folie an einer Ecke hochsteht. :10. Hana tudatosan rálép, amikor elmegy mellette, mert a hang, amelyet ad, egy pillanatra azt az érzést kelti benne, hogy valamit megváltoztat. - Hana tritt bewusst darauf, wenn sie daran vorbeigeht, weil das Geräusch, das es macht, ihr für einen Moment das Gefühl gibt, etwas zu verändern. :11. A fürdőszobában kitapogatja az utat a mosdókagylóig, és fény nélkül is megtalálja a poharat. - Im Bad tastet sie sich zum Waschbecken vor und findet den Becher ohne Licht. :12. Mert a keze az elmúlt hónapokban saját emlékezetet fejlesztett ki, amely tőle függetlenül működik, és ezért néha ijesztően pontos. - Weil ihre Hand in den vergangenen Monaten eine eigene Erinnerung entwickelt hat, die unabhängig von ihr funktioniert und deshalb manchmal erschreckend präzise ist. :13. Ryo fogkeféje kék, és a sörtéi ugyanolyan merevek, mint azon a napon, amikor új volt. - Ryos Zahnbürste ist blau, und die Borsten sind so steif wie am Tag, an dem sie neu war. :14. Ez azt jelenti, hogy itt hagyta, nem elfelejtette, hanem hátrahagyta, ami különbség, még ha Hana nem is biztos benne, melyik volna a rosszabb. - Was bedeutet, dass er sie hier gelassen hat, nicht vergessen, sondern zurückgelassen, was ein Unterschied ist, auch wenn Hana sich nicht sicher ist, welcher der schlimmere wäre. :15. A fogkefét a kezében tartja, tovább, mint szükséges volna, érzi a sima műanyagot, amely semmilyen információt nem hordoz azon kívül, hogy ott van. - Sie hält die Zahnbürste in der Hand, länger als nötig, spürt das glatte Plastik, das keine Information trägt außer der, dass es da ist. :16. Aztán visszateszi, anélkül, hogy kiegyenesítené a poharat, mert egy egyenesen álló pohár azt jelentené, hogy az ember törődik vele. - Und stellt sie dann zurück, ohne den Becher geradzurücken, weil ein gerader Becher bedeuten würde, dass man sich kümmert. :17. Módszeres közönnyel fogat mos, kiköp, és egy pillanatig a tükörben nézi az arcát. - Sie putzt sich die Zähne mit methodischer Gleichgültigkeit, spuckt aus, betrachtet ihr Gesicht einen Moment im Spiegel. :18. A tükör a sötétben csak egy sötét felületet ver vissza, és Hana ezt őszintébbnek találja annál, amit fényben lát benne. - Der wirft im Dunkeln nur eine dunkle Fläche zurück, und sie findet das ehrlicher als das, was sie bei Licht darin sieht. :19. Aztán leereszkedik a padlóra a nyitott hűtőszekrény elé, úgy, ahogy az ember egy tűz elé ül. - Dann lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, so wie man sich vor ein Feuer setzt. :20. Nem éhségből, hanem a melegség miatt, és mert a fényben van valami megbízható egy lakásban, ahol különben nagyon kevés dolog érződik megbízhatónak. - Nicht aus Hunger, sondern wegen der Wärme und weil das Licht etwas Verlässliches hat in einer Wohnung, in der sich sonst sehr wenig verlässlich anfühlt. :21. A fél citrom egy hete fekszik az első rekeszben, pontosan folpackba csomagolva. - Die halbe Zitrone liegt seit einer Woche im ersten Fach, präzise in Klarsichtfolie gewickelt. :22. Hana néha azon tűnődik, kinek is csinálja ezt tulajdonképpen, ezt a gondos megőrzését olyan dolgoknak, amelyekre már nincs szüksége, és amelyeket mégsem dob ki. - Hana fragt sich manchmal, für wen sie das eigentlich tut, dieses sorgfältige Aufbewahren von Dingen, die sie nicht mehr braucht und die sie trotzdem nicht wegwirft. :23. Két sörösdoboz áll a második polcon, és Hana ma valóban az egyik után nyúl. - Zwei Bierdosen stehen im zweiten Regal, und Hana greift heute tatsächlich nach einer. :24. A kezében tartja, érzi a hideget a tenyerén át, aztán mégis visszateszi, mert egyedül sört inni fél egykor olyan mozdulat volna, amelyre még nem áll készen. - Hält sie in der Hand, spürt die Kälte durch die Handfläche, und stellt sie dann doch zurück, weil Biertrinken allein um halb eins eine Geste wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen. :25. Egészen hátul, a tofutartó mögött, amelynek vize enyhén zavarossá vált, ott fekszik a papírdoboz a cseresznyékkel. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser eine leichte Trübung angenommen hat, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen. :26. Hana megvette őket, bár a cseresznye egy embernek alig éri meg, és a dobozt egyértelműen két személyre tervezték. - Hana hat sie gekauft, obwohl Kirschen sich für eine Person kaum lohnen und die Schachtel eindeutig für zwei ausgelegt ist. :27. Kivesz egyet, olyan összpontosítással eszi meg, amelyet mindennek megad, ami egyedül történik. - Sie nimmt eine, isst sie mit der Konzentration, die sie allem gibt, was allein geschieht. :28. A mag aztán ott fekszik a tenyerében, mint egy kicsi, fölösleges emlék. - Und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein kleines, unnötiges Andenken. :29. Az ablakhoz megy, és odateszi a többihez, amelyek ott fekszenek egy szabálytalan sorban. - Sie geht zum Fenster und legt ihn zu den anderen, die dort in einer unregelmäßigen Reihe liegen. :30. Hét vagy nyolc, ma nem számolja meg őket, mert a számolás túl világosan megmondaná neki, hány este telt már így. - Sieben oder acht, sie zählt sie heute nicht, weil das Zählen ihr zu deutlich sagen würde, wie viele Abende das bereits sind. :31. Ez pedig olyan információ, amelyre éppen nincs szüksége. - Und das ist eine Information, die sie gerade nicht braucht. :32. Az ágyban a hátán fekszik, nyitott szemmel, és a hűtőszekrényt hallgatja. - Im Bett liegt sie auf dem Rücken, Augen offen, und hört dem Kühlschrank zu. :33. Az egyenletes zúgását úgy küldi végig a lakáson, mint egy tartalom nélküli üzenetet, tisztán formait, tisztán mechanikusat, és éppen ezért valahogy vigasztalót. - Der schickt sein gleichmäßiges Summen durch die Wohnung wie eine Botschaft ohne Inhalt, rein formal, rein mechanisch, und gerade deshalb irgendwie tröstlich. :34. A termosztát kikapcsol, és az ezt követő csend olyan minőségű, amelyet Hana testileg érzékel. - Das Thermostat schaltet ab, und die Stille, die folgt, ist von einer Qualität, die Hana körperlich wahrnimmt. :35. Olyan, mint valamiféle nyomás a fülén, az egész szoba megtorpanása. - Eine Art Druck auf den Ohren, ein Innehalten des ganzen Raums. :36. És észreveszi, hogy visszatartja a lélegzetét, amíg a hűtőszekrény újra be nem indul. - Und sie merkt, dass sie die Luft anhält, bis der Kühlschrank wieder anspringt. :37. Ez néhány másodperc múlva meg is történik, megbízhatóan, mint mindig, és Hana úgy fújja ki a levegőt, mint egy sikeresen kiállt próba után. - Was er nach einigen Sekunden tut, zuverlässig wie immer, und Hana atmet aus wie nach einer bestandenen Probe. :38. Odakint egy éjszakai vonat siklik át a távoli pályaudvaron, zúgása alig több sejtelemnél. - Draußen gleitet ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen kaum mehr als eine Ahnung. :39. Olyan hang ez, amely nem töri meg a csendet, hanem olyan mélységet ad neki, amely nélküle nem volna meg. - Ein Laut, der die Stille nicht bricht, sondern ihr eine Tiefe gibt, die sie ohne ihn nicht hätte. :40. Hana Ryóra gondol, amit tulajdonképpen megtiltott magának, de a tilalom az éjfél utáni órákban nem működik különösebben jól. - Hana denkt an Ryo, was sie sich eigentlich verboten hat, aber das Verbot funktioniert nicht besonders gut in den Stunden nach Mitternacht. :41. Amikor a hűtőszekrény zúg, és a fogkefe a fürdőszobában áll, és a cseresznyemagok az ablakpárkányon fekszenek. - Wenn der Kühlschrank summt und die Zahnbürste im Bad steht und die Kirschen auf der Fensterbank liegen. :42. És minden egyszerre nem jelent semmit és túl sokat jelent, ami alapjában véve ugyanaz. - Und alles gleichzeitig nichts bedeutet und zu viel bedeutet, was im Grunde dasselbe ist. :43. Nem tudja, mikor fog ez megszűnni, az időnek ez az éjszakai mérése csendes mozdulatokkal. - Sie weiß nicht, wann das aufhören wird, dieses Nachtmessen der Zeit mit stillen Gesten. :44. De tudja, hogy a hűtőszekrény holnap reggel még zúgni fog, amikor felkel. - Aber sie weiß, dass der Kühlschrank morgen früh noch summen wird, wenn sie aufsteht. :45. És hogy ennek egyelőre elégnek kell lennie. - Und dass das, vorerst, genug sein muss. :46. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :47. Hana lehunyja a szemét. - Hana schließt die Augen. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :A hűtőszekrény zúgása - Das Summen des Kühlschranks :1. Nem sokkal éjfél előtt van, amikor Hana kinyitja a lakás ajtaját, és még mielőtt belépne, meghallja a hűtőszekrény zúgását, azt a tompa, egyenletes brummogást, amely átnyomul a faajtón a lépcsőházba, mintha bizonyítéka volna annak, hogy odabent még valami életben van, még ha az az élet, amelyet ő oda elképzelt magának, időközben máshová rendeződött is. - Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch bevor sie eintritt das Summen des Kühlschranks wahrnimmt, dieses dumpfe, gleichmäßige Brummen, das sich durch die Holztür ins Treppenhaus schiebt wie ein Beweis dafür, dass drinnen noch etwas am Leben ist, auch wenn das Leben, das sie sich darin vorgestellt hatte, sich inzwischen anders verteilt hat. :2. Belép. - Sie tritt ein. :3. A lakás sötétsége nem ellenségesen fogadja, hanem semlegesen, azoknak a tereknek a közönyével, amelyek már felhagytak a várakozással, és Hana hálás ezért, mert a közönyt könnyebb elviselni, mint az ellenkezőjét. - Die Dunkelheit der Wohnung empfängt sie nicht feindlich, sondern neutral, mit der Gleichgültigkeit von Räumen, die aufgehört haben zu warten, und Hana ist dankbar dafür, weil Gleichgültigkeit sich leichter tragen lässt als das Gegenteil. :4. Nem kapcsol lámpát, nem megszokásból, hanem mert a fény megváltoztatja az arányokat, láthatóbbá teszi az ürességet, kiemeli a második párnát, az ajtó melletti használatlan akasztót, amelyen fél éve nem lógott már idegen kabát. - Sie macht kein Licht, nicht aus Gewohnheit, sondern weil das Licht die Proportionen verändert, die Leere sichtbarer macht, das zweite Kissen betont, den ungenutzten Haken neben der Tür, an dem seit einem halben Jahr keine fremde Jacke mehr hängt. :5. Leveszi a cipőjét, azzal a pontos mellékességgel állítja oda, amely akkor keletkezik, ha az ember egy cselekvést elég gyakran ismétel ahhoz, hogy az megszűnjön döntés lenni, és melléjük teszi Ryo tornacipőit, feketéket, az ő lábára túl kicsiket, érintetlenül azóta a nap óta, amikor Ryo behúzta maga mögött az ajtót anélkül, hogy becsapta volna, ami rosszabb volt, mint ha becsapta volna. - Die Schuhe zieht sie aus, stellt sie mit der präzisen Beiläufigkeit hin, die entsteht, wenn man eine Handlung oft genug wiederholt, dass sie aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und daneben stellt sie Ryos Sneakers, schwarz, zu klein für ihre Füße, unberührt seit dem Tag, an dem er die Tür hinter sich zugezogen hat, ohne zu schlagen, was schlimmer war als schlagen. :6. A hűtőszekrény tejszerű fénye kiszűrődik az ajtórésen, és torz téglalapot vet a linóleumpadlóra, amelynek felpúposodott sarkát Hana elhaladtában a lábujjával lapítja le, egy kicsi, értelmetlen mozdulattal, amelyet mégis megtesz, mert a test rítusokat fejleszt ki ott, ahol a szellem már nem akar döntéseket hozni. - Der Kühlschrank wirft sein milchiges Licht durch den Türspalt und legt ein verzerrtes Rechteck auf den Linoleumboden, dessen angehobene Ecke Hana beim Vorbeigehen mit dem Zeh flachhält, eine kleine, sinnlose Geste, die sie trotzdem macht, weil der Körper Rituale entwickelt, wo der Geist keine Entscheidungen mehr treffen will. :7. A fürdőszobában fény nélkül talál oda a mosdókagylóhoz, keze olyan biztonsággal találja meg a poharat, amely néha kísérteties számára, mert megmutatja, milyen teljesen írta bele magát a hiányzás a mozgásába, a kis esték izomemlékezeteibe, amelyek mind ugyanúgy néznek ki, és mégsem szűnnek meg jelenteni valamit. - Im Bad navigiert sie ohne Licht zum Waschbecken, ihre Hand findet den Becher mit einer Sicherheit, die ihr manchmal unheimlich ist, weil sie zeigt, wie vollständig sich das Vermissen in die Motorik eingeschrieben hat, in die Muskelgedächtnisse kleiner Abende, die alle gleich aussehen und trotzdem nicht aufhören, etwas zu bedeuten. :8. Két fogkefe áll a pohárban, egy piros és egy kék, és Hana olyan magától értetődőséggel veszi el a kéket, amelyet egyszerre tilt meg és enged meg magának, a kezében tartja, és érzékeli a sörték keménységét, amelyek semmit sem felejtettek el, mert nincs mit elfelejteniük, mert semmit sem használtak rajtuk azóta, hogy Ryo itt hagyta őket, nem elfelejtette, hanem hagyta, ami különbség, amelyet Hana hónapok óta ide-oda forgat magában, anélkül hogy eredményre jutna. - Zwei Zahnbürsten stehen im Becher, eine rote, eine blaue, und Hana nimmt die blaue mit einer Selbstverständlichkeit, die sie sich gleichzeitig verbietet und erlaubt, hält sie in der Hand und registriert die Härte der Borsten, die nichts vergessen haben, weil sie nichts zu vergessen haben, weil nichts an ihnen gebraucht wurde, seit Ryo sie hier zurückgelassen hat, nicht vergessen, gelassen, was ein Unterschied ist, den Hana seit Monaten hin und her wendet, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. :9. Visszateszi a fogkefét, a kimerültség mechanikus pontosságával fogat mos, és az öblítéskor a hideg víz egy pillanatra kirántja az elmúlt órák tompa egyformaságából, körvonalat ad neki, anélkül hogy bármi fontosat közölne vele. - Sie stellt die Zahnbürste zurück, putzt sich die Zähne mit der mechanischen Präzision der Erschöpfung, und das kalte Wasser beim Abwaschen zieht sie für einen Moment aus der tauben Gleichförmigkeit der letzten Stunden heraus, gibt ihr Kontur, ohne ihr etwas Wichtiges mitzuteilen. :10. Az arcát ebben a fényben nem látni a tükörben, amit Hana helyénvalónak érez, mert az az arc, amelyet ott többnyire találni szokott, olyan kérdést tesz fel, amelyre még nincs válasza. - Ihr Gesicht im Spiegel ist bei diesem Licht nicht zu sehen, was Hana als angemessen empfindet, weil das Gesicht, das sie dort meistens vorfindet, eine Frage stellt, auf die sie noch keine Antwort hat. :11. A szobában leereszkedik a padlóra a nyitott hűtőszekrény elé, nem éhségből, nem szomjúságból, hanem mert ott a fény meleg és állandó, és a zúgás ilyen közelségből testiséget kap, amely társaságnak érződik, amit azonnal szentimentális gondolatnak tart, aztán mégis érvényben hagy, mert éjfél után már túl késő van a korrektséghez. - Im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht aus Hunger, nicht aus Durst, sondern weil das Licht dort warm und beständig ist und das Summen aus dieser Nähe eine Körperlichkeit bekommt, die sich anfühlt wie Gesellschaft, was sie sofort für einen sentimentalen Gedanken hält und dann doch gelten lässt, weil es nach Mitternacht für Korrektheit zu spät ist. :12. A hűtőszekrény tartalma hetek óta alig változott: a fél citrom az első polcon, gondosan folpackba csomagolva, bár Hana már nem főz, és a citrom egyszer majd egyszerűen ott lesz, anélkül hogy valaha használták volna, mint némely más dolog is. - Der Kühlschrankinhalt hat sich seit Wochen kaum verändert: die halbe Zitrone im ersten Fach, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana nicht mehr kocht und die Zitrone irgendwann einfach da sein wird, ohne jemals gebraucht worden zu sein, wie manches andere auch. :13. Két sörösdoboz a második polcon, érintetlenül és hidegen, amelyek után Hana nyúl, majd visszateszi őket, mert egy dobozt egyedül kinyitni éjfélkor kijelentés volna, amelyet még nem kész megtenni, még nem, bár ez a még nem minden estével valamivel kisebb lesz. - Zwei Bierdosen im zweiten Fach, unberührt und kalt, nach denen Hana greift und die sie zurückstellt, weil das Öffnen einer Dose allein um Mitternacht eine Aussage wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen, noch nicht, obwohl das noch nicht mit jedem Abend etwas kleiner wird. :14. Leghátul, a tofutartó mögött, amelynek zavaros vize azt mondja neki, hogy holnap cselekednie kellene, ott fekszik a kartondoboz a cseresznyékkel, amelyeket Hana öt napja egy hirtelen indíttatásból vett, amelyet nem tud egészen megmagyarázni magának, azon kívül, hogy a doboz úgy nézett ki, mintha két embernek szánták volna, és hogy mégis elvette, talán éppen ezért. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen trübes Wasser ihr sagt, dass sie morgen handeln müsste, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor fünf Tagen in einem Impuls gekauft hat, den sie sich nicht ganz erklären kann, außer dass die Schachtel so ausgesehen hat, als wäre sie für zwei Menschen gedacht, und dass sie sie trotzdem genommen hat, vielleicht gerade deshalb. :15. Elvesz egy cseresznyét, lassan eszi meg, olyan figyelemmel, amely magányt teremt, ha túl sok teret adnak neki, és a mag aztán úgy fekszik a tenyerében, mint egy érv, amelyet nem akar lefolytatni, de letenni sem tud. - Sie nimmt eine Kirsche, isst sie langsam, mit einer Aufmerksamkeit, die Einsamkeit erzeugt, wenn man ihr zu viel Raum gibt, und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein Argument, das sie nicht führen will, aber auch nicht ablegen kann. :16. Az ablaknál odateszi a többiekhez, hét vagy nyolc, már nem számolja őket, mert a szám megszűnt információnak lenni, és valamiféle váddá vált, hogy pontosan ki ellen, azt Hana nem tudja, ami nem teszi jobbá a dolgot. - Am Fenster legt sie ihn zu den anderen, sieben oder acht, sie zählt sie nicht mehr, weil die Zahl aufgehört hat, Information zu sein, und eine Art Anklage geworden ist, gegen wen genau, weiß Hana nicht, was die Sache nicht besser macht. :17. Az ágyban a hátán fekszik, szemét a mennyezetre szegezve, és követi a hűtőszekrény zúgását, amely az egész lakáson átviszi magát azoknak a dolgoknak a makacsságával, amelyeknek nincs szükségük okra ahhoz, hogy folytassák, mert a működésük nem feltételez tudatot, nem feltételez akaratot, nem feltételez emléket arról, ami egyszer volt, és éppen ebben van valami, amit Hana vigasznak érez, bár nem használná rá ezt a szót, ha megkérdeznék. - Im Bett liegt sie auf dem Rücken, die Augen an die Decke gerichtet, und folgt dem Summen des Kühlschranks, das durch die Wohnung trägt mit der Beharrlichkeit von Dingen, die keinen Grund brauchen weiterzumachen, weil ihre Funktion kein Bewusstsein voraussetzt, kein Wollen, keine Erinnerung an das, was einmal gewesen ist, und gerade darin liegt etwas, das Hana als Trost empfindet, obwohl sie das Wort dafür nicht verwenden würde, wenn sie gefragt würde. :18. A termosztát kikapcsol. - Das Thermostat schaltet ab. :19. A csend, amely ezután következik, olyan teljességű, hogy Hana testileg érzékeli, valaminek az enyhülése, amit nem érzékelt nyomásként, amíg ott volt, és észreveszi, hogy visszatartja a lélegzetét, vár, semmi meghatározottra, csak a bekapcsolásra, amely néhány másodperc múlva megérkezik, megbízhatóan, iránta érdektelenül, és ebben a közönyös nyugalomban rejlik a valódi megnyugvás: a hűtőszekrény tovább zúg, anélkül hogy neki bármit tennie kellene érte. - Die Stille, die folgt, ist von einer Vollständigkeit, die Hana körperlich wahrnimmt, ein Nachlassen von etwas, das sie nicht als Druck registriert hatte, solange es da war, und sie merkt, dass sie die Luft anhält, wartet, auf nichts Bestimmtes außer dem Einschalten, das nach einigen Sekunden kommt, zuverlässig, uninteressiert an ihr, und in diesem Gleichmut liegt die eigentliche Beruhigung: der Kühlschrank summt weiter, ohne dass sie etwas dafür tun muss. :20. Odakint egy éjszakai vonat siklik át a távoli állomáson, zaja annyira tompított, hogy kevésbé hangnak érződik, mint a csend besűrűsödésének, rövid jelnek, hogy máshol mozgás történik, emberek egyik helyről a másikra, csomaggal és szándékokkal, miközben Hana mozdulatlanul fekszik, és egy hűtőszekrény zúgását számolja. - Draußen streicht ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen so weit gedämpft, dass es sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie eine Verdichtung der Stille, ein kurzes Zeichen, dass anderswo Bewegung stattfindet, Menschen von einem Ort zum anderen, mit Gepäck und Absichten, während Hana still liegt und das Summen eines Kühlschranks zählt. :21. Ryóra gondol, vagy pontosabban: megengedi, hogy Ryo belépjen abba a csendbe, amelyet a termosztát létrehozott, egy arc élesség nélkül, egy hang szöveg nélkül, inkább textúra, mint kép, és tudja, hogy ami itt a sötétben tovább működik, nem gyász abban az értelemben, amelyet a szó sugall, hanem valami csendesebb és szívósabb: egy élet lassú átszerveződése, amelyből hiányzik egy ellensúly, amelyet soha nem nevezett kifejezetten ellensúlynak, amíg ott volt. - Sie denkt an Ryo, oder genauer: sie lässt zu, dass er in die Stille eintritt, die das Thermostat erzeugt hat, ein Gesicht ohne Schärfe, eine Stimme ohne Wortlaut, mehr Textur als Bild, und sie weiß, dass das, was hier im Dunkeln weiterläuft, kein Trauern ist in dem Sinne, den das Wort vorschlägt, sondern etwas Ruhigeres und Zäheres: das langsame Umorganisieren eines Lebens, dem ein Gegengewicht fehlt, das es nie explizit als Gegengewicht bezeichnet hat, solange es da war. :22. A fogkefe a pohárban áll. - Die Zahnbürste steht im Becher. :23. A cipők az ajtónál állnak. - Die Schuhe stehen an der Tür. :24. A cseresznyemagok az ablakpárkányon fekszenek. - Die Kirschkerne liegen auf der Fensterbank. :25. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :26. Hana lehunyja a szemét, nem azért, mert aludni akar, hanem mert a szemhéja mögötti sötétség legalább olyan sötétség, amelyet ő maga választott, és ez ezen az éjszakán elég. - Hana schließt die Augen, nicht weil sie schlafen will, sondern weil die Dunkelheit hinter den Lidern wenigstens eine ist, die sie selbst gewählt hat, und das, in dieser Nacht, genug ist. -------------------- == 83 == 1 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves. - Anders ist sechsunddreißig Jahre alt. :2. Egy régi fatemplomban lakik. - Er wohnt in einer alten Holzkirche. :3. A templom egy fjord szélén áll. - Die Kirche liegt am Rand eines Fjords. :4. A víz szürke és hideg. - Das Wasser ist grau und kalt. :5. Anders a templomot a nagybátyjától örökölte. - Anders hat die Kirche von seinem Onkel geerbt. :6. A tető rossz állapotban van. - Das Dach ist kaputt. :7. Amikor esik az eső, a víz egy vödörbe csöpög. - Wenn es regnet, tropft das Wasser in einen Eimer. :8. Plink. Plink. Plink. - Plink. Plink. Plink. :9. Anders hallgatja a cseppeket. - Anders hört den Tropfen zu. :10. Nem számolja őket. Csak hallgatja. - Er zählt sie nicht. Er hört nur zu. :11. A fűtés régi és hangos. - Die Heizung ist alt und laut. :12. Reggel hideg a levegő a házban. - Am Morgen ist die Luft kalt im Haus. :13. Anders felkel, és kávét főz. - Anders steht auf und macht Kaffee. :14. A konyhaasztalnál issza meg. - Er trinkt ihn am Küchentisch. :15. Odakint esik az eső. - Draußen regnet es. :16. Az eső oldalról jön a tenger felől. - Der Regen kommt seitlich vom Meer. :17. Október van. - Es ist Oktober. :18. A szomszédját Larsnak hívják. - Sein Nachbar heißt Lars. :19. Lars hatvannyolc éves. - Lars ist achtundsechzig Jahre alt. :20. Minden második nap benéz hozzá. - Er kommt jeden zweiten Tag vorbei. :21. Nem kopog be. - Er klopft nicht an. :22. Egyszerűen leül a padra. - Er setzt sich einfach auf die Bank. :23. Dohányt tesz az asztalra. - Er legt Tabak auf den Tisch. :24. Lars keveset beszél. - Lars sagt wenig. :25. Anders is. - Anders auch. :26. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. :27. Ma Lars ezt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute sagt Lars: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :28. Anders bólint. - Anders nickt. :29. Lars feláll és elmegy. - Lars steht auf und geht. :30. Az ajtó becsapódik. - Die Tür fällt zu. :31. A dohány még mindig az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :32. Anders csónakmotorokat javít. - Anders repariert Bootsmotoren. :33. Ez a munkája. - Das ist seine Arbeit. :34. A szomszédok néha kávéval fizetnek neki. - Die Nachbarn bezahlen ihn manchmal mit Kaffee. :35. Néha egyszerűen csak köszönetet mondanak. - Manchmal sagen sie einfach danke. :36. Ez elég neki. - Das reicht ihm. :37. Régebben csónaképítő volt. - Er war früher Bootsbauer. :38. Ez már régen volt. - Das ist lange her. :39. Most nem valaki meghatározott ember. - Jetzt ist er niemand Bestimmtes. :40. Délután megjön a posta. - Am Nachmittag kommt die Post. :41. Anders kézbe vesz egy borítékot. - Anders nimmt einen Umschlag. :42. Nem számla. - Es ist keine Rechnung. :43. Egy képeslap. - Es ist eine Postkarte. :44. A képen Oslo kikötője látható. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. :45. A színek nagyon világosak. - Die Farben sind sehr hell. :46. Megfordítja a lapot. - Er dreht die Karte um. :47. Csak néhány szó áll rajta. - Da stehen nur wenige Wörter. :48. „Gyere Oslóba.” - „Komm nach Oslo." :49. A lap Mettétől van. - Die Karte ist von Mette. :50. Mette a barátnője volt. - Mette war seine Freundin. :51. Hat hónapja nem írt. - Seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben. :52. Anders egyszer elolvassa a lapot. - Anders liest die Karte einmal. :53. Elolvassa kétszer. - Er liest sie zweimal. :54. Elolvassa háromszor. - Er liest sie dreimal. :55. Aztán leteszi az ablakpárkányra. - Dann legt er sie auf den Fenstersims. :56. Az elülső oldala lefelé néz. - Die Vorderseite zeigt nach unten. :57. Kinéz a fjordra. - Er schaut auf den Fjord. :58. A komp elhalad. - Die Fähre fährt vorbei. :59. A motor hangja egyre kisebb és kisebb lesz. - Der Sound des Motors wird kleiner und kleiner. :60. Aztán megint csend van. - Dann ist es wieder still. :61. Korán besötétedik. - Es wird früh dunkel. :62. Négy órakor az ég már fekete. - Um vier Uhr ist der Himmel schon schwarz. :63. Anders meggyújt egy gyertyát. - Anders zündet eine Kerze an. :64. Ráteszi a régi zongorára. - Er stellt sie auf das alte Klavier. :65. A zongorán senki sem játszik. - Das Klavier spielt niemand. :66. De ott áll, amióta Anders itt lakik. - Aber es steht dort, seit Anders hier wohnt. :67. Leül az előtte álló székre. - Er setzt sich auf den Stuhl davor. :68. Nézi a lángot. - Er schaut die Flamme an. :69. Nem gondolkodik sokat. - Er denkt nicht viel. :70. Nem dönt el semmit. - Er entscheidet nichts. :71. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :72. A víz odakint a cölöpöknek csapódik. - Das Wasser schlägt gegen die Pfähle draußen. :73. Anders csendben ül. - Anders sitzt still. :74. A gyertya egyre kisebb lesz. - Die Kerze wird kleiner. :75. Aztán kialszik. - Dann geht sie aus. :76. A sötétben nyugalom van. - Im Dunkeln ist es ruhig. :77. Odakint havazni kezd. - Draußen fängt es an zu schneien. :78. A pelyhek halkan hullanak. - Die Flocken fallen leise. :79. Szinte hangtalanul. - Fast ohne Geräusch. :80. Anders ülve marad. - Anders bleibt sitzen. :81. Nem fog Oslóba utazni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :82. Itt marad. - Er bleibt hier. :83. Nem azért, mert muszáj. - Nicht weil er muss. :84. Hanem mert nincs oka elmenni. - Sondern weil er keinen Grund hat zu gehen. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders két éve lakik egy régi fatemplomban egy norvég fjord szélén. - Anders wohnt seit zwei Jahren in einer alten Holzkirche am Rand eines norwegischen Fjords. :2. A templomot a nagybátyjától örökölte, de igazán soha nem akarta. - Die Kirche hat er von seinem Onkel geerbt, aber er hat sie nie wirklich gewollt. :3. A tető beázik, és amikor esik, egy vödröt állít a konyhába. - Das Dach ist undicht, und wenn es regnet, stellt er einen Eimer in die Küche. :4. Hallgatja a csöpögést: plink, plink, plink. - Er hört dem Tropfen zu: plink, plink, plink. :5. Nem számolja őket, de ismeri a ritmust. - Er zählt sie nicht, aber er kennt den Rhythmus. :6. Odakint szürke a víz, és a szél egyenesen a tenger felől jön. - Draußen ist das Wasser grau, und der Wind kommt direkt vom Meer. :7. Október van, és az eső szinte vízszintesen veri az ablaküvegeket. - Es ist Oktober, und der Regen fliegt fast horizontal gegen die Fensterscheiben. :8. Anders a konyhaasztalnál ül egy csésze kávéval, amely már rég kihűlt. - Anders sitzt am Küchentisch mit einer Tasse Kaffee, die längst kalt ist. :9. Mégis megissza, mert fel kellene állnia, hogy újat készítsen. - Er trinkt sie trotzdem, weil er aufstehen müsste, um eine neue zu machen. :10. A ház csendes, csak a fűtés ad néha halk hangot. - Das Haus ist still, nur die Heizung macht manchmal ein leises Geräusch. :11. Lars minden második nap jön, mindig kopogás nélkül. - Lars kommt jeden zweiten Tag, immer ohne anzuklopfen. :12. Hatvannyolc éves, és egy kilométerrel arrébb lakik a parton. - Er ist achtundsechzig Jahre alt und wohnt einen Kilometer weiter am Ufer. :13. Leül a padra, az asztalra teszi a dohányzacskóját, és nem mond semmit. - Er setzt sich auf die Bank, legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch und sagt nichts. :14. Anders sem mond semmit, és ez közöttük teljesen normális. - Anders sagt auch nichts, und das ist zwischen ihnen vollkommen normal. :15. Tíz perc múlva Lars csak ennyit mond: „Björn kuttere megint jár.” - Nach zehn Minuten sagt Lars nur: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :16. Anders bólint, Lars pedig feláll, és kimegy az ajtón anélkül, hogy visszafordulna. - Anders nickt, und Lars steht auf und geht durch die Tür, ohne sich umzudrehen. :17. A dohány az asztalon marad, mert Lars mindig elfelejti, vagy szándékosan hagyja ott. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch, weil Lars ihn immer vergisst oder absichtlich dalässt. :18. Anders csónakmotorokat javít a környékbeli embereknek. - Anders repariert Bootsmotoren für die Leute in der Gegend. :19. Néhányan pénzzel fizetnek neki, mások kávét hoznak, vagy egyszerűen nem mondanak semmit. - Manche bezahlen ihn mit Geld, andere bringen Kaffee oder sagen einfach nichts. :20. Régebben hajóépítő volt Bergenben, de ez olyan érzés, mintha egy másik élet lett volna. - Er war früher Bootsbauer in Bergen, aber das fühlt sich an wie ein anderes Leben. :21. Most olyan valaki, aki itt lakik, és olyan dolgokat javít meg, amelyeket mások kidobnának. - Jetzt ist er jemand, der hier wohnt und Dinge repariert, die andere wegwerfen würden. :22. Délután egy képeslap fekszik a postaládában két számla között. - Am Nachmittag liegt eine Postkarte im Briefkasten zwischen zwei Rechnungen. :23. Az elülső oldal képe Oslo kikötőjét mutatja, a színek túl rikítóak ehhez a naphoz. - Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Hafen von Oslo, die Farben sind zu grell für diesen Tag. :24. Megfordítja a lapot, és elolvassa a szavakat, amelyeket Mette írt: „Gyere Oslóba.” - Er dreht die Karte um und liest die Worte, die Mette geschrieben hat: „Komm nach Oslo." :25. Mette a barátnője volt, de hat hónapja nem írt és nem telefonált. - Mette war seine Freundin, aber seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben und nicht angerufen. :26. Háromszor olvassa el a lapot, nem azért, mert nem érti, hanem mert időre van szüksége. - Er liest die Karte dreimal, nicht weil er sie nicht versteht, sondern weil er Zeit braucht. :27. Aztán képpel lefelé az ablakpárkányra teszi. - Dann legt er sie mit der Vorderseite nach unten auf den Fenstersims. :28. Odakint éppen elhalad az esti komp, a motor mélyen és egyenletesen hangzik. - Draußen fährt gerade die Abendfähre vorbei, der Motor klingt tief und gleichmäßig. :29. A hang egyre kisebb lesz, míg a fjord újra csendes nem lesz. - Das Geräusch wird kleiner, bis der Fjord wieder still ist. :30. Négy órakor besötétedik, mint ebben a hónapban minden nap. - Um vier Uhr wird es dunkel, wie jeden Tag in diesem Monat. :31. Anders meggyújt egyetlen gyertyát, és a sarokban álló régi zongorára teszi. - Anders zündet eine einzelne Kerze an und stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke. :32. A zongora ott áll, amióta beköltözött, és még egyetlenegyszer sem játszott rajta. - Das Klavier steht dort seit er einzog, und er hat es noch kein einziges Mal gespielt. :33. Leül az előtte álló székre, és nézi a lángot anélkül, hogy bármilyen meghatározott gondolata volna. - Er setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die Flamme an, ohne einen bestimmten Gedanken. :34. A fűtés csöpög, odakint a víz szabályosan csapódik a kikötőhely facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt regelmäßig gegen die Holzpfähle der Anlegestelle. :35. A gyertya egyre kisebb és kisebb lesz, míg kialszik, és a szoba sötét lesz. - Die Kerze wird kleiner und kleiner, bis sie ausgeht und das Zimmer dunkel ist. :36. Nem fog Oslóba menni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :37. Ezt nem azért tudja, mert eldöntötte, hanem mert nem érez okot arra, hogy elmenjen. - Das weiß er nicht, weil er es entschieden hat, sondern weil er keinen Grund spürt zu gehen. :38. Odakint havazni kezd, halkan és szinte átmenet nélkül, mint itt minden. - Draußen beginnt es zu schneien, leise und fast ohne Übergang, wie alles hier. :39. Anders ülve marad a sötétben, és hallgatja a havat, amely nem ad ki hangot. - Anders bleibt sitzen im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der keinen Laut macht. :40. Az élet itt csendben múlik el, és ez nem panasz, csak megfigyelés. - Das Leben vergeht hier still, und das ist keine Klage, nur eine Beobachtung. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, és két éve él egy fatemplomban, amelyet tulajdonképpen már senki sem akart. - Anders ist sechsunddreißig, und er lebt seit zwei Jahren in einer Holzkirche, die eigentlich niemand mehr haben wollte. :2. Egy burkolatlan út végén áll, ott, ahol a fjord véget ér, és a semmi elkezdődik. - Sie steht am Ende einer unbefestigten Straße, wo der Fjord aufhört und das Nichts anfängt. :3. A tetőn három beázó hely van, és attól függően, milyen erősen fúj a szél, különböző helyeken csöpög. - Das Dach hat drei undichte Stellen, und je nachdem, wie stark der Wind steht, tropft es an verschiedenen Orten. :4. Megtanulta úgy a megfelelő helyre tenni a vödröket, hogy közben nem is gondolkodik rajta. - Er hat gelernt, die Eimer richtig zu stellen, ohne darüber nachzudenken. :5. A fűtés öreg, hangosan és rosszul működik, de még működik, és ez számít. - Die Heizung ist alt, sie arbeitet laut und schlecht, aber sie arbeitet noch, und das zählt. :6. Az október itt nem hónap, hanem állapot. - Der Oktober ist hier kein Monat, er ist ein Zustand. :7. A fény sosem érkezik meg igazán, szürke marad, lapos, a víz közelében függve, mint köd ködjelleg nélkül. - Das Licht kommt nie wirklich an, es bleibt grau, flach, nah am Wasser hängend wie Nebel ohne Nebelcharakter. :8. Anders reggelente hideg kávéval ül az asztalnál, a fjordot nézi, és nem vár semmi meghatározottra. - Anders sitzt morgens am Tisch mit kaltem Kaffee, schaut auf den Fjord und wartet auf nichts Bestimmtes. :9. Csónakmotorokat javít a szomszédoknak, a legtöbbjük öreg, a motorok és a szomszédok egyaránt. - Er repariert Bootsmotoren für die Nachbarn, die meisten sind alt, die Motoren und die Nachbarn gleichermaßen. :10. Fizetség kávéban jár, egy rövid bólintásban, vagy egyáltalán nem jár, és Andersnek nincs előnyben részesített változata. - Bezahlt wird in Kaffee, in einem kurzen Nicken, oder gar nicht, und Anders hat keine Präferenz. :11. Lars minden második nap jön, kopogás nélkül kinyitja az ajtót, és leül az ablak alatti padra. - Lars kommt jeden zweiten Tag, öffnet die Tür ohne zu klopfen und setzt sich auf die Bank unter dem Fenster. :12. Leteszi a dohányzacskóját az asztalra, mintha le akarná tenni magáról, és hátradől. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch, als würde er es ablegen wollen, und lehnt sich zurück. :13. Jól tudnak együtt hallgatni, ami ritkább, mint amilyennek hangzik, mert a hallgatás többnyire várakozást tartalmaz. - Sie schweigen gut zusammen, was seltener ist, als es klingt, weil Schweigen meistens Erwartung enthält. :14. Anders és Lars között nem tartalmaz semmit, egyszerűen levegő, amelyet senkinek sem kell kitöltenie. - Zwischen Anders und Lars enthält es nichts, es ist einfach Luft, die niemand füllen muss. :15. Ma Lars egy idő után, anélkül hogy felemelné a hangját, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute sagt Lars nach einer Weile, ohne die Stimme zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :16. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, és a dohány még mindig az asztalon fekszik, mint mindig. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, und der Tabak liegt noch auf dem Tisch, wie immer. :17. A posta a régi komppal érkezik, amely naponta kétszer köt ki, és többnyire semmi olyat nem hoz, ami számítana. - Die Post kommt mit der alten Fähre, die zweimal täglich anlegt und meistens nichts bringt, was zählt. :18. Ma egy képeslapot hoz, és Anders felismeri a kézírást, még mielőtt elolvasná a nevet. - Heute bringt sie eine Postkarte, und Anders erkennt die Handschrift, bevor er den Namen liest. :19. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely itt nem létezik, túl sárgán, túl melegen, túl szándékoltan. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das hier nicht existiert, zu gelb, zu warm, zu gewollt. :20. Megfordítja a lapot, és ezt olvassa: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um und liest: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :21. Kétszer olvassa el a mondatot, nem azért, mert nehéz megérteni, hanem mert valahol célba ér. - Er liest den Satz zweimal, nicht weil er schwer zu verstehen ist, sondern weil er irgendwo landet. :22. Aztán a képeslapot képes oldalával lefelé az ablakpárkányra teszi, és kinéz. - Dann legt er die Karte mit der Bildseite nach unten auf den Fenstersims und schaut hinaus. :23. Az esti komp éppen átvág a fjordon, motorjának hangja messzire visz a víz fölött, aztán eltűnik. - Die Abendfähre zieht gerade durch den Fjord, ihr Motor trägt weit über das Wasser, dann ist er weg. :24. Négykor besötétedik, és Anders gyertyát gyújt, mert nem akarja felkapcsolni a villanyt. - Es wird dunkel um vier, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Licht nicht anmachen will. :25. A zongorára teszi, amely beköltözése óta ott áll, és amelyen senki sem játszik, ő sem. - Er stellt sie auf das Klavier, das seit seinem Einzug dort steht und von niemandem gespielt wird, auch von ihm nicht. :26. Leül elé, és a lángba néz, anélkül hogy egy gondolat megragadna benne, vagy egy döntés formát öltene. - Er setzt sich davor und schaut in die Flamme, ohne dass ein Gedanke sich festsetzt oder eine Entscheidung sich formt. :27. Odakint a víz egyenletesen csapódik a cölöpöknek, odabent a fűtés csöpög a vödörbe. - Draußen schlägt das Wasser gleichmäßig gegen die Pfähle, drinnen tropft die Heizung in den Eimer. :28. A gyertya leég, lassan, egyenletesen, és amikor kialszik, ő ülve marad a sötétben. - Die Kerze brennt herunter, langsam, gleichmäßig, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen. :29. Nem fog Oslóba utazni, ezt most már tudja, és azt is tudja, hogy ez nem elhatározás. - Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt, und er weiß auch, dass es kein Entschluss ist. :30. Inkább egy olyan ok hiánya, amely elég erős volna ahhoz, hogy felemelje őt erről a székről. - Es ist eher das Fehlen eines Grundes, der stark genug wäre, ihn von diesem Stuhl zu heben. :31. Odakint havazni kezd, bejelentés nélkül, átmenet nélkül, ahogy itt mindig elkezdődnek a dolgok. - Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne Übergang, wie hier immer die Dinge beginnen. :32. A pelyhek csendben hullanak a fjordra, amely befogadja őket, anélkül hogy nyomot mutatna. - Die Flocken fallen still auf den Fjord, der sie aufnimmt, ohne eine Spur zu zeigen. :33. Anders hallgatja, bár a hó nem ad hangot, és talán éppen ez a lényeg. - Anders hört zu, obwohl Schnee kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der Punkt. :34. Néha az élet csendes elmúlás, és néha elég jelen lenni benne. - Manchmal ist das Leben ein stilles Vergehen, und manchmal reicht es, dabei zu sein. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, két éve lakik egy örökölt fatemplomban egy kavicsos út végén, és már nem tekinti ezt átmenetinek. - Anders ist sechsunddreißig, bewohnt seit zwei Jahren eine geerbte Holzkirche am Ende einer Schotterstraße, und hat aufgehört, das als vorübergehend zu betrachten. :2. A templom ott áll, ahol a fjord egy keskeny öbölbe húzódik vissza, és az út minden magyarázat nélkül feladja. - Die Kirche liegt dort, wo der Fjord sich in eine schmale Bucht zurückzieht und die Straße aufgibt, ohne Erklärung. :3. A tetőnek három olyan pontja van, amely esőben enged, és Anders olyan jól ismeri őket, hogy félálomban is helyesen teszi alájuk a vödröket. - Das Dach hat drei Stellen, die bei Regen nachgeben, und Anders kennt sie so gut, dass er die Eimer im Halbschlaf richtig stellt. :4. Nem megszokás ez, inkább kapituláció egy állapot előtt, amelyet az ember egy idő után már nem javít meg, mert úgy tartozik a házhoz, mint a fa és a régi tömjén szaga. - Nicht Gewöhnung, eher Kapitulation vor dem Zustand, den man irgendwann aufhört zu reparieren, weil er zum Haus gehört wie der Geruch nach Holz und altem Weihrauch. :5. A fűtés a radiátor elágazása alatt álló bádogvödörbe csöpög, plink, és ez a csepp néha az egyetlen hang a házban, amely megbízhatóan visszatér. - Die Heizung tropft in einen Blecheimer unter der Abzweigung des Heizkörpers, plink, und dieser Tropfen ist manchmal das einzige Geräusch im Haus, das zuverlässig wiederkehrt. :6. Az október ezen a parton nem olyan hónap, amelyet az ember átél, hanem olyan, amelyet kibír, mert a fény soha nem érkezik meg igazán, és az eső gyakran vízszintesen repül. - Der Oktober an dieser Küste ist kein Monat, den man erlebt, sondern einer, den man aushält, weil das Licht nie wirklich ankommt und der Regen oft horizontal fliegt. :7. Anders reggelente a konyhaasztalnál ül, kezei egy csésze körül, amely már rég nem meleg, és a párás ablakon át a szürkészöld vízre néz. - Anders sitzt morgens am Küchentisch, die Hände um eine Tasse, die schon lange nicht mehr warm ist, und schaut durch das beschlagene Fenster auf das graugrüne Wasser. :8. Valaha hajóépítő volt Bergenben, akkoriban, de ez kevésbé érződik múltnak, mint inkább olyan életrajznak, amely valaki másé. - Er war Bootsbauer in Bergen, damals, aber das fühlt sich weniger wie eine Vergangenheit an als wie eine Biografie, die jemand anderem gehört. :9. Most a szomszédok régi külmotorjait javítja, jól és feltűnés nélkül végzi, és a fizetség többnyire kávé vagy hallgatás, mindkettőt elfogadja. - Jetzt repariert er die alten Außenbordmotoren der Nachbarn, er tut es gut und ohne Aufhebens, und die Bezahlung ist meistens Kaffee oder Schweigen, beides nimmt er. :10. Lars hatvannyolc éves, egy kilométerrel arrébb lakik a parton, és minden második nap bejön kopogás nélkül, mintha az ajtó az övé volna. - Lars ist achtundsechzig, wohnt einen Kilometer weiter am Ufer, und kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, als wäre die Tür seiner. :11. Dohányzacskóját olyan mozdulattal teszi az asztalra, amely bizalmasságot fejez ki, és közben semmit sem követel, aztán hátradől és hallgat. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch mit einer Geste, die Vertrautheit ausdrückt und gleichzeitig nichts verlangt, dann lehnt er sich zurück und schweigt. :12. A hallgatás kettejük között olyan minőségű, amilyet Anders senki mással nem ismer, mert nincs benne várakozás, nincs rejtett elvárás, csak levegő. - Das Schweigen zwischen den beiden hat eine Qualität, die Anders mit niemandem sonst kennt, weil es kein Warten enthält, keine unterschwellige Erwartung, nur Luft. :13. Ma, talán tíz perc után, Lars anélkül, hogy felemelné a fejét, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute, nach vielleicht zehn Minuten, sagt Lars, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :14. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, az ajtó becsapódik a zárba, a dohány az asztalon marad, és minden olyan, mint korábban, csak eggyel több mondat van a levegőben. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss, der Tabak bleibt auf dem Tisch, und alles ist wie vorher, nur mit einem Satz mehr in der Luft. :15. A posta a délutáni komppal érkezik, és Anders ritkán hozza el azonnal, mert többnyire semmi sincs benne, ami sietséget indokolna. - Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und Anders holt sie selten sofort, weil sie meistens nichts enthält, das Eile rechtfertigt. :16. Ma két számla között egy képeslap fekszik, és ő felismeri Mette kézírását, még mielőtt a lapot teljesen kihúzta volna a borítékból. - Heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, und er erkennt Mettes Handschrift, noch bevor er die Karte vollständig aus dem Umschlag gezogen hat. :17. Az elülső oldalon lévő kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely itt nem létezik, túl telt, túl bizakodó, mintha a város örülne önmagának. - Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das es hier nicht gibt, zu satt, zu zuversichtlich, als wäre die Stadt froh über sich selbst. :18. Megfordítja a lapot, és elolvassa a mondatot, amelyet a nő írt: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um und liest den Satz, den sie geschrieben hat: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :19. Hat hónap csend, és aztán ez a mondat, röviden, vád nélkül, de egy olyan horoggal, amely ül, mert nem válasz és nem kérdés, hanem mindkettő egyszerre. - Sechs Monate Stille, und dann dieser Satz, knapp, ohne Anklage, aber mit einem Haken, der sitzt, weil er keine Antwort ist und keine Frage, sondern beides gleichzeitig. :20. Háromszor elolvassa, a lapot képpel lefelé az ablakpárkányra teszi, és az esti komp éppen átnyomul a fjordon, mély motorhangja végighúzódik a vízen, majd elszáll. - Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims, und die Abendfähre schiebt sich gerade durch den Fjord, ihr tiefes Motorgeräusch zieht über das Wasser und verweht. :21. Utánanéz, amíg a hang el nem tűnik, aztán a fjord megint olyan csendes, mintha semmi sem történt volna. - Er schaut ihr nach, bis das Geräusch weg ist, dann ist der Fjord wieder so still, als wäre nichts gewesen. :22. Négykor fekete az ég, ami itt októberben nem esemény, hanem napi rend. - Um vier ist der Himmel schwarz, was hier im Oktober kein Ereignis ist, sondern Tagesablauf. :23. Anders meggyújt egyetlen gyertyát, az öreg zongorára állítja a sarokban, amely beköltözése óta ott áll, mint egy csendes ígéret, amelyet senki sem szándékozik beváltani. - Anders zündet eine einzelne Kerze an, stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das seit seinem Einzug dort steht wie ein stilles Versprechen, das niemand einzulösen beabsichtigt. :24. Leül az előtte álló székre, és a lángba néz, nem meditatívan, nem szomorúan, egyszerűen csak nézve, mert az este semmi mást nem kíván. - Er setzt sich auf den Hocker davor und schaut in die Flamme, nicht meditativ, nicht traurig, einfach schauend, weil der Abend nichts anderes verlangt. :25. A fűtés csöpög, odakint a víz rövid, egyenletes időközönként veri a régi kikötőhely korhadt cölöpjeit, és valahol a fjord mögött röviden felüvölt a szél. - Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt in kurzen, gleichmäßigen Intervallen gegen die morschen Pfähle der alten Anlegestelle, und irgendwo hinter dem Fjord heult kurz der Wind. :26. A gyertya lassan ég le, egyenletesen, huzat nélkül, és amikor a láng kialszik, Anders a sötétben ülve marad, anélkül hogy felkapcsolná a villanyt. - Die Kerze brennt langsam herunter, gleichmäßig, ohne Zug, und als die Flamme ausgeht, bleibt Anders im Dunkeln sitzen, ohne das Licht anzumachen. :27. Nem fog Oslóba utazni, de ez nem elhatározás, inkább egy olyan ok hiánya, amely elég súlyos volna ahhoz, hogy felemelje őt erről a helyről. - Er wird nicht nach Oslo fahren, aber es ist kein Entschluss, eher die Abwesenheit eines Grundes, der schwer genug wäre, ihn von diesem Ort zu heben. :28. Mette mondata még valahol ott függ a szobában, „kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt”, és az őszinte válasz az, hogy nincs válasza, nem azért, mert kitér előle, hanem mert maga a kérdés van rosszul feltéve. - Mettes Satz hängt noch irgendwo im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die ehrliche Antwort ist, dass er keine Antwort hat, nicht weil er ausweicht, sondern weil die Frage selbst falsch gestellt ist. :29. Odakint havazni kezd, hangtalanul, szinte átmenet nélkül, ahogy itt minden olyan dolog kezdődik, amely megmarad. - Draußen beginnt es zu schneien, lautlos, fast ohne Übergang, wie alle Dinge hier beginnen, die bleiben. :30. A pelyhek a fjord fekete vizére hullanak, és eltűnnek, anélkül hogy nyomot hagynának, mintha soha nem is léteztek volna. - Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden, ohne eine Spur zu hinterlassen, als hätte es sie nie gegeben. :31. Anders figyel, bár a hó semmit sem tesz hallhatóvá, és talán éppen ez az egyetlen mondat, amely ma még igaz. - Anders hört zu, obwohl Schnee nichts hörbar macht, und vielleicht ist genau das der einzige Satz, der heute noch stimmt. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, és azóta felhagyott az idő mérésével, mióta megértette, hogy a napok számolása olyan emberek tevékenysége, akiknek még el kell jutniuk valahová. - Anders ist sechsunddreißig, und er hat aufgehört, die Zeit zu messen, seit er begriffen hat, dass das Zählen von Tagen eine Aktivität für Menschen ist, die noch irgendwo hinmüssen. :2. A templom, amelyet két évvel ezelőtt örökölt anélkül, hogy megkérdezték volna róla, egy kavicsos út végén áll, amelyet a fjord három oldalról fog közre, mint egy mondatot, amely önmagának mond ellent. - Die Kirche, die er vor zwei Jahren geerbt hat, ohne danach gefragt zu werden, steht am Ende einer Schotterstraße, die der Fjord auf drei Seiten einschließt wie ein Satz, der sich selbst widerspricht. :3. A külső falak fája olyan színt vett fel, amely valahol a szürke és a felejtés között van, és a tető ott enged meg, ahol mindig is engedett, megbízhatóan, mint egy régi jellem. - Das Holz der Außenwände hat eine Farbe angenommen, die zwischen Grau und Vergessen liegt, und das Dach gibt nach, wo es immer nachgegeben hat, zuverlässig wie ein alter Charakter. :4. A három beázó helyet kívülről tudja, és sötétben teszi oda a vödröket, nem megszokásból, hanem mert a test átvesz bizonyos dolgokat, amikor a fej már nem tartja őket fontosnak. - Er kennt die drei undichten Stellen auswendig und stellt die Eimer im Dunkeln, nicht aus Routine, sondern weil der Körper manche Dinge übernimmt, wenn der Kopf aufgehört hat, sie für wichtig zu halten. :5. Plink, aztán megint, és a fűtés a maga saját ritmusával válaszol, úgyhogy a ház néha úgy hangzik, mint egy hangszer, amelyet senki sem hangolt fel, és amely mégis játszik. - Plink, und dann wieder, und die Heizung antwortet mit ihrem eigenen Rhythmus, sodass das Haus manchmal klingt wie ein Instrument, das niemand gestimmt hat und das trotzdem spielt. :6. Az október ezen a parton nem évszak a szokásos értelemben, hanem inkább halmazállapot, amelyben a fény soha nem érkezik meg egészen, és az eső már felhagyott azzal, hogy bocsánatot kérjen. - Der Oktober an dieser Küste ist keine Jahreszeit im üblichen Sinn, sondern eher ein Aggregatzustand, in dem das Licht nie ganz ankommt und der Regen aufgehört hat, sich zu entschuldigen. :7. Anders reggel a konyhaasztalnál ül, kezét egy régen kihűlt csésze köré fonva, és a fjordot nézi, amelynek ma ugyanaz a színe van, mint tegnap és tegnapelőtt, egy szürke, amelynek nincs szüksége árnyalatokra. - Anders sitzt am Morgen am Küchentisch, die Hände um eine längst erkaltete Tasse, und schaut auf den Fjord, der heute dieselbe Farbe hat wie gestern und vorgestern, ein Grau, das keine Nuancen braucht. :8. Valaha hajóépítő volt Bergenben, jó munkát végzett, és ezt tudta is, de ez a múlt olyan messze van mögötte, hogy már csak harmadik személyben gondol rá, mintha valaki más élte volna azt az életet. - Er war einmal Bootsbauer in Bergen, er hat gute Arbeit gemacht und das gewusst, aber diese Vergangenheit liegt so weit hinter ihm, dass er sie nur noch in der dritten Person denkt, als hätte jemand anders dieses Leben geführt. :9. Most a megmaradt szomszédok külmotorjait javítja, alaposan és minden felhajtás nélkül teszi, és a fizetség kérdése többnyire fel sem merül, mert mindkét oldal tudja, hogy a kávé és a hallgatás az őszintébb valuták. - Jetzt repariert er die Außenbordmotoren der verbliebenen Nachbarn, er tut es gründlich und ohne Aufhebens, und die Frage der Bezahlung ist meist gar keine, weil beide Seiten wissen, dass Kaffee und Schweigen die ehrlicheren Währungen sind. :10. Lars, hatvannyolc éves, minden második nap bejön kopogás nélkül, nem szemtelenségből, hanem mert egy ajtó két olyan ember között, akik semmit sem akarnak egymástól a jelenléten kívül, fölösleges gesztus volna. - Lars, achtundsechzig, kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, nicht aus Unverschämtheit, sondern weil eine Tür zwischen zwei Menschen, die nichts voneinander wollen als Anwesenheit, eine überflüssige Geste wäre. :11. A dohányos zacskóját annak az embernek a gondtalanságával teszi a konyhaasztalra, aki soha semmit nem azért tesz le, hogy visszakapja, leül a padra, és hátát a repedezett falnak veti. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Küchentisch mit der Sorglosigkeit von jemandem, der nie etwas ablegt, um es zurückzubekommen, setzt sich auf die Bank und lehnt den Rücken gegen die rissige Wand. :12. A hallgatás, amelyen osztoznak, olyan minőségű, amelyet Anders korábban nem ismert, és amelyet most azon kevés dolgok egyikének tart, amelyeket nem megtanulni lehet, hanem csak megtalálni, amikor az ember felhagyott a keresésükkel. - Das Schweigen, das sie teilen, ist von einer Qualität, die Anders früher nicht kannte und die er jetzt für eines der wenigen Dinge hält, die man nicht lernen kann, sondern nur findet, wenn man aufgehört hat, es zu suchen. :13. Ma Lars egy súlytalan idő után a szobába mondja, anélkül hogy felemelné a fejét: „Björn kuttere megint működik.” - Heute sagt Lars, nach einer Weile, die kein Gewicht hat, in den Raum hinein, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :14. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, az ajtó tompa fa-a-fán hanggal becsapódik a zárba, és a dohány az asztalon marad, elfelejtve vagy otthagyva, ez ugyanaz a kérdés. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss mit dem dumpfen Laut von Holz auf Holz, und der Tabak liegt auf dem Tisch, vergessen oder hinterlassen, das ist dieselbe Frage. :15. A posta a délutáni komppal érkezik, és többnyire nem éri meg emiatt kimenni a postaládához, de ma két számla között egy képeslap fekszik, amelyet a kézírásról felismer, még mielőtt teljesen megfordította volna. - Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und meistens lohnt es sich nicht, deshalb zum Briefkasten zu gehen, aber heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, die er an der Handschrift erkennt, noch bevor er sie vollständig gedreht hat. :16. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely délibbnek hat, mint Oslo megérdemelné, túl melegnek, túl bizakodónak, olyan képként, amelyet városok készítenek magukról, amikor turistákra gondolnak, nem igazságra. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das südlicher wirkt, als Oslo es verdient, zu warm, zu zuversichtlich, die Art von Bild, die Städte von sich machen, wenn sie Touristen meinen, nicht Wahrheit. :17. Megfordítja a lapot, és Mette ezt írta: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um, und Mette hat geschrieben: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :18. A mondat rövid, ami azt jelenti, hogy sokáig gondolkodott rajta, mert az efféle rövidség nem sietségből fakad, hanem mindannak hosszú kihúzásából, ami túl sok volna. - Der Satz ist kurz, was bedeutet, dass sie lange über ihn nachgedacht hat, denn Kürze dieser Art kommt nicht aus Eile, sondern aus dem langen Streichen von allem, was zu viel wäre. :19. Hat hónap rádiócsend, és aztán semmi szemrehányás, semmi magyarázat, csak ez az egy mondat, amely nem nyit ki ajtót és nem is zár be, hanem egyszerűen megmutatja, hol van egy fal. - Sechs Monate Funkstille, und dann kein Vorwurf, keine Erklärung, nur dieser eine Satz, der keine Tür öffnet und keine schließt, sondern einfach zeigt, wo eine Wand ist. :20. Háromszor elolvassa, a lapot képpel lefelé az ablakpárkányra teszi, mint valamit, amit az ember nem dob el és nem is őriz meg, hanem egyszerűen letesz valahová, hogy lássa, mi történik. - Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims wie etwas, das man nicht wegwirft und nicht aufbewahrt, sondern einfach irgendwo hinlegt, um zu sehen, was passiert. :21. Az esti komp átvág a fjordon, motorja mélyen és egyenletesen hordja hangját a víz fölött, és Anders addig néz utána, amíg a zaj olyan kicsivé nem válik, hogy már nem biztos benne, hallja-e még, vagy csak gondolja. - Die Abendfähre zieht durch den Fjord, ihr Motor trägt tief und gleichmäßig über das Wasser, und Anders schaut ihr nach, bis das Geräusch so klein geworden ist, dass er nicht mehr sicher ist, ob er es noch hört oder nur noch denkt. :22. Négykor fekete az ég, és Anders gyertyát gyújt, mert nem szereti a mennyezeti lámpát, amely mindent egyformán világít meg, anélkül hogy különbséget tenne aközött, ami fényt érdemel, és aközött, aminek jobb sötétben maradnia. - Um vier ist der Himmel schwarz, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Deckenlicht nicht mag, das alles gleich beleuchtet, ohne zu unterscheiden zwischen dem, was Licht verdient, und dem, was besser im Dunkeln bleibt. :23. A régi zongorára teszi a sarokban, amely ott áll, mióta beköltözött, egy hangszer történet nélkül ebben a házban, vagy olyan történettel, amely előtte ér véget, és amelyről soha nem kérdezett. - Er stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das dort steht, seit er eingezogen ist, ein Instrument ohne Geschichte in diesem Haus, oder mit einer Geschichte, die vor ihm endet und die er nie gefragt hat. :24. Leül az előtte álló székre, nem azért, hogy játsszon, hanem mert a szék az egyetlen hely a szobában, ahonnan látni lehet a gyertyát anélkül, hogy a fjord az ember háta mögött volna. - Er setzt sich auf den Hocker davor, nicht um zu spielen, sondern weil der Hocker der einzige Platz im Zimmer ist, von dem aus man die Kerze sehen kann, ohne den Fjord im Rücken zu haben. :25. A láng nyugodtan ég, ebben a házban ebben az órában nincs huzat, és Anders nézi anélkül, hogy egyetlen gondolatot is megtartana, mert a gondolatok ma laposak, mint odakint a fény, és ugyanilyen keveset érnek el. - Die Flamme brennt ruhig, kein Luftzug in diesem Haus um diese Stunde, und Anders schaut sie an, ohne einen Gedanken festzuhalten, weil die Gedanken heute flach sind wie das Licht draußen und genauso wenig ausrichten. :26. Odakint a víz rövid, türelmes lökésekkel veri az öreg kikötőhely cölöpjeit, bent a fűtés válaszol a maga cseppjeivel, és a ház olyan ritmusban lélegzik, amelynek semmi köze Andershez, ő mégis hallgatja. - Draußen schlägt das Wasser in kurzen, geduldigen Stößen gegen die Pfähle der alten Anlegestelle, drinnen antwortet die Heizung mit ihrem Tropfen, und das Haus atmet in einem Rhythmus, der nichts mit Anders zu tun hat und dem er trotzdem zuhört. :27. A gyertya leég, egyenletesen, sietség nélkül, és amikor kialszik, ő ülve marad a sötétben, és nem gyújt világot, mert a pillanat nem kívánja, és mert megtanulta, hogy a pillanatokat nem kell rábeszélni. - Die Kerze brennt herunter, gleichmäßig, ohne Eile, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen und macht kein Licht, weil der Moment es nicht verlangt und weil er gelernt hat, Momente nicht zu überreden. :28. Nem fog Oslóba utazni, és ez nem meghozott döntés, hanem annak csendes megállapítása, hogy az utazás oka nem létezik, legalábbis nem olyan formában, amely nehezebben nyomna a latban, mint a maradás oka, amely szintén nem létezik. - Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist kein Entschluss, der gefällt wurde, sondern die stille Feststellung, dass der Grund zum Fahren nicht existiert, zumindest nicht in einer Form, die schwerer wiegt als der Grund zu bleiben, der auch nicht existiert. :29. Mette mondata még ott függ a szobában, „kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt”, és a válasz, ha van ilyen, nem az, hogy semmit, hanem pontosan ez: ez a ház, ez a csepp, ez a fjord, ez a csend, amely nem valaminek a hiánya, hanem mindannak a jelenléte, ami megmarad, amikor az ember felhagyott azzal, hogy másként akarja. - Mettes Satz hängt noch im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die Antwort, wenn es eine gibt, lautet nicht nichts, sondern genau das: dieses Haus, dieser Tropfen, dieser Fjord, diese Stille, die keine Abwesenheit von etwas ist, sondern eine Anwesenheit von allem, was übrigbleibt, wenn man aufgehört hat, es anders zu wollen. :30. Odakint havazni kezd, bejelentés nélkül, anélkül az átmenet nélkül, amelyet a hó máshol megtesz, egyszerűen hirtelen ott van, mintha az ég úgy döntött volna, hogy ma nincs szükség magyarázatokra. - Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne den Übergang, den Schnee anderswo macht, einfach plötzlich da, als hätte der Himmel entschieden, dass Erklärungen heute nicht nötig sind. :31. A pelyhek a fjord fekete vizére hullanak, és abban a pillanatban eltűnnek, amelyben megérkeznek, nyomtalanul, mintha maga a hullás volna az egyetlen cél, nem a fekvés, nem a maradás. - Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden in dem Moment, in dem sie ankommen, spurlos, als wäre das Fallen selbst der einzige Zweck, nicht das Liegen, nicht das Bleiben. :32. Anders a sötétben ül, és a havat hallgatja, amely semmilyen hangot nem ad, és talán ez a legtisztább mondat, amelyet ez az este kínál: hogy némely dolgot csak akkor lehet meghallani, amikor az ember felhagyott azzal, hogy valami hallhatóra várjon. - Anders sitzt im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der klarste Satz, den dieser Abend anbietet: dass manches nur dann gehört werden kann, wenn man aufgehört hat, auf etwas Hörbares zu warten. -------------------- == 84 == 1 -------------------- Die Angel Es ist Mittwoch. Der Himmel ist grau. Es regnet. Kari sitzt am Steuer. Jon sitzt neben ihr. Sie fahren schweigend. Der alte Volvo ist kalt. Der Scheibenwischer quietscht. Kari schaltet ihn auf schnell. Es hilft nicht viel. Jon öffnet das Fenster einen Spalt. Die Luft riecht nach Meer. Kari sagt nichts. Jon sagt auch nichts. Sie kennen die Straße gut. Sie sind hier aufgewachsen. Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. Sie müssen seine Sachen holen. Der Bootsschuppen steht am Wasser. Er ist alt und grau. Das Holz ist morsch. Kari parkt das Auto. Sie steigen aus. Der Regen ist kalt. Sie haben keinen Schirm. Die Tür des Schuppens klemmt. Jon tritt zweimal dagegen. Die Tür geht auf. Es riecht nach altem Holz. Es riecht nach Zigaretten. Kari bleibt an der Tür stehen. Jon geht hinein. An der Wand hängt eine Schwimmweste. Darunter stehen Gummistiefel. Größe 45 – die Größe des Vaters. Kari sieht auf den Boden. Der Regen trommelt auf das Blechdach. Jon dreht sich langsam um. An der Wand hängen zwei Nägel. An den Nägeln hängt eine Angel. Jon nimmt sie herunter. Die Schnur ist verwickelt. Der Haken ist rostig. Jon hält die Angel in beiden Händen. Er bewegt sich nicht. Kari tritt näher. Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. Sie fühlt das alte Holz. Sie gibt sie zurück. „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. Ihre Stimme ist ruhig. Jon nickt. Er legt die Angel auf die Werkbank. Dann sehen sie sich um. Ein Kalender hängt an der Wand – 2019. Ein Kanister steht in der Ecke. Zwei rostige Haken liegen auf dem Boden. Das ist alles. Jon geht zur Tür. Kari folgt ihm. Sie stehen wieder draußen im Regen. Jon schließt das Vorhängeschloss. Es klickt. Kari hält den Schlüssel in der Faust. Sie geht zum Wasser. Sie wirft den Schlüssel weit in den Fjord. Es macht ein leises Geräusch. Der kleine Kreis auf dem Wasser verschwindet sofort. Kari dreht sich nicht um. Jon auch nicht. Sie gehen zum Auto zurück. Jon setzt sich ans Steuer. Er startet den Motor. Der Scheibenwischer läuft wieder. Er quietscht wie vorher. Sie fahren. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Angel Es ist ein Mittwoch im November, und der Regen fällt seit dem Morgen. Kari fährt, weil Jon keinen Führerschein mehr hat. Der alte Volvo riecht nach feuchtem Stoff und kaltem Kaffee. Jon sitzt still auf dem Beifahrersitz und schaut aus dem Fenster. Die Straße ist leer, und die Bäume rechts und links sind schwarz vor Nässe. Der Scheibenwischer quietscht bei jeder dritten Bewegung. Kari stört das, aber sie sagt nichts. Sie denkt daran, dass sie diese Strecke als Kind oft gefahren ist. Damals hat sie sich auf dem Rücksitz gesetzt und die Wolken gezählt. Jetzt zählt sie die Minuten bis zum Schuppen. Jon öffnet das Fenster einen Spalt, obwohl es kalt ist. Die Luft, die hereinkommt, riecht nach Salz und nassem Gras. Kari schaltet den Wischer auf die schnelle Stufe, aber es hilft kaum. Sie parkt das Auto auf dem schmalen Weg vor dem Schuppen. Der Schuppen steht nah am Wasser, und seine Holzwände sind dunkel und feucht. Sie steigen aus, ohne etwas zu sagen. Der Regen trifft ihre Jacken sofort. Die Tür des Schuppens klemmt, wie immer. Jon tritt zweimal dagegen, und beim zweiten Mal geht sie auf. Der Geruch kommt sofort – altes Holz, feuchte Asche, Tabak. Kari bleibt einen Moment an der Schwelle stehen, weil sie atmen muss. Der Geruch ist nicht unangenehm, aber er trifft sie an einer Stelle, die sie nicht erwartet hat. Jon geht hinein, ohne sich umzusehen. An der Wand hängt eine alte Schwimmweste mit einem gerissenen Riemen. Darunter stehen Gummistiefel in Größe 45, und sie stehen gerade, als ob jemand sie gerade ausgezogen hat. Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste, die neben der Tür steht. Das Holz gibt ein leises Geräusch von sich, aber es hält. Der Regen trommelt auf das Wellblechdach, laut und gleichmäßig. Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um. An der Wand, zwischen zwei rostigen Nägeln, hängt eine Angel. Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich hin. Die Schnur ist verwickelt, und der Haken am Ende ist braun vor Rost. Er dreht die Angel in den Händen, als ob er sie zum ersten Mal sieht. Kari steht auf und tritt näher, weil sie sehen möchte, was er hält. Sie nimmt die Angel kurz aus seiner Hand, ohne zu fragen. Das Holz fühlt sich leicht und trocken an, obwohl alles andere im Schuppen feucht ist. Sie gibt sie zurück und sagt: „Den nehmen wir nicht mit." Ihre Stimme klingt ruhiger, als sie sich fühlt. Jon nickt einmal, ohne sie anzusehen. Er legt die Angel vorsichtig auf die alte Werkbank, die an der hinteren Wand steht. Dann sehen sie sich im Schuppen um, weil sie wissen, dass sie fertig sein müssen. Ein Kalender von 2019 hängt schief an einem Nagel neben der Tür. Ein halbleerer Benzinkanister steht in der Ecke, und zwei Haken liegen auf dem Boden. Das ist alles, was ihr Vater hier gelassen hat. Kari nimmt den Kalender und steckt ihn in ihre Jackentasche, ohne zu erklären warum. Jon sieht es, sagt aber nichts. Sie gehen gemeinsam nach draußen, und der Regen ist jetzt stärker als vorher. Jon zieht die Tür zu und legt das Vorhängeschloss ein. Es klickt mit einem kurzen, harten Geräusch. Kari steht ein paar Schritte weiter und schaut auf den Fjord. Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam, als ob es müde wäre. Sie holt den Schlüssel aus ihrer Tasche und hält ihn kurz in der Hand. Dann wirft sie ihn weit über das Wasser, mit dem ganzen Arm. Der Schlüssel macht ein leises Geräusch, als er auf die Oberfläche trifft. Ein kleiner Kreis entsteht auf dem Wasser, und er verschwindet sofort. Kari dreht sich um, ohne auf das Wasser zu warten. Jon ist schon beim Auto. Er setzt sich auf den Fahrersitz, und Kari setzt sich daneben. Er startet den Motor, ohne zu fragen, ob sie fertig ist. Sie ist fertig. Der Scheibenwischer läuft an, und er quietscht wie auf der Hinfahrt. Kari legt die Hände auf die Knie und schaut geradeaus. Jon fährt langsam zurück auf die Straße. Die Bäume stehen wieder rechts und links, nass und schwarz. Keiner spricht, aber diesmal fühlt sich das Schweigen anders an. Nicht leerer – nur stiller. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Angel Der Regen hatte seit dem frühen Morgen nicht aufgehört, und als Kari den Motor startete, wusste sie, dass der Tag nicht besser werden würde. Jon war pünktlich gewesen, was sie überrascht hatte, denn er war selten pünktlich. Er hatte eine Tasche dabei, die zu groß war für das, was sie holen würden. Kari hatte nichts gefragt. Sie fuhren die Küstenstraße, die sie beide auswendig kannten, ohne darüber zu reden. Der Fjord lag links von ihnen, grau und flach, und das Wasser sah aus wie altes Glas. Jon hatte das Fenster einen Spalt geöffnet, obwohl es kalt war, und Kari ließ es so. Der Scheibenwischer lief auf der zweiten Stufe und quietschte bei jeder Rückkehr, ein Geräusch, das sich nach einer Weile in den Hintergrund schob, ohne ganz zu verschwinden. Kari dachte daran, dass ihr Vater diesen Wischer nie hatte reparieren lassen, obwohl er es jedes Jahr vorhatte. Der Schuppen stand am Ende eines schmalen Feldwegs, der im Herbst immer aufweichte. Kari parkte, bevor der Weg zu schlammig wurde, und sie gingen den Rest zu Fuß. Der Regen traf sie sofort, kalt und gleichmäßig, wie etwas, das keine Meinung hat. Die Tür des Schuppens klemmte, wie sie es erwartet hatte. Jon trat einmal dagegen, dann nochmal fester, und beim zweiten Mal gab sie nach. Der Geruch kam wie ein Schlag – nicht unangenehm, aber dicht und unmittelbar: altes Holz, das sich vollgesogen hatte mit Jahren aus Tabakrauch und Salzluft, dazu etwas Süßliches, das Kari nicht benennen konnte und auch nicht benennen wollte. Sie blieb an der Schwelle stehen, während Jon hineinging. Er bewegte sich langsam, fast vorsichtig, als ob der Boden nachgeben könnte. An der Wand hing eine Schwimmweste mit einem langen Riss am Kragen. Darunter standen die Gummistiefel – Größe 45, aufrecht, als hätte sie jemand erst gestern dort hingestellt. Kari sah auf die Stiefel und dachte daran, wie oft sie als Kind auf diese Größe gewartet hatte, auf den Moment, wo die Schritte im Flur aufhörten und die Tür aufging. Jetzt würde die Tür nie mehr aufgehen. Jon stand in der Mitte des Raums und schaute zur hinteren Wand. Zwischen zwei Nägeln hing eine Angel, die Schnur lose aufgewickelt und verknotet, der Haken am Ende rotbraun vor Rost. Er nahm sie herunter, ohne zu zögern, und hielt sie mit beiden Händen, so wie man etwas hält, das man nicht fallen lassen will, obwohl man nicht weiß warum. Kari trat näher und sah ihm dabei zu. Er drehte die Angel langsam, betrachtete die Schnur, den Haken, das alte Holz des Griffs. Sie streckte die Hand aus, und er gab sie ihr, ohne aufzusehen. Das Holz war glatt und leicht, trockener als alles andere im Schuppen. Sie hielt sie einen Moment, länger als nötig, dann legte sie sie auf die Werkbank. „Den nehmen wir nicht mit", sagte sie. Es klang nicht wie eine Frage und nicht wie eine Erklärung. Jon sah kurz auf die Angel, dann nickte er. Sie durchsuchten den Rest des Schuppens schweigend und ohne Eile. Ein Kalender von 2019 hing schief an der Wand, aufgeschlagen auf März. Ein Benzinkanister, halb voll, stand in der Ecke neben einem Eimer ohne Boden. Zwei Haken lagen auf dem Boden, rostig wie der an der Angel. Kari steckte den Kalender ein, weil der März ihr Geburtsmonat war und weil sie es konnte. Als sie nach draußen traten, war der Regen stärker geworden. Jon zog die Tür zu und hängte das Vorhängeschloss ein, und das Klicken des Schlosses war das lauteste Geräusch seit Stunden. Kari stand ein paar Schritte vom Schuppen entfernt und schaute auf den Fjord, der jetzt dunkler war als auf der Hinfahrt, fast schwarz am Rand. Sie holte den Schlüssel aus der Tasche, wog ihn kurz in der Hand, und warf ihn dann mit einem weiten, entschlossenen Schwung ins Wasser. Er traf die Oberfläche ohne Lärm, fast zögerlich, und der Kreis, den er hinterließ, war klein und verschwand, bevor Kari ihn richtig gesehen hatte. Sie gingen zum Auto zurück, ohne sich umzudrehen. Jon setzte sich ans Steuer, und Kari ließ es zu, weil sie nicht mehr fahren wollte. Er startete den Motor, legte den Gang ein und fuhr langsam auf die Straße. Der Scheibenwischer lief wieder an, quietschte wieder, wie auf der Hinfahrt. Kari lehnte den Kopf gegen das Seitenfenster und spürte die Vibration des Motors. Draußen zog die Küste vorbei, grau und nass, und der Fjord blieb links von ihnen, breit und still, ohne Erinnerung an den Schlüssel. Jon schaltete das Radio ein, ließ es aber sofort wieder aus. Das Schweigen, das blieb, war kein schlechtes Schweigen. Es war das Schweigen von zwei Menschen, die dasselbe wissen und nichts mehr klären müssen. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Angel Der Regen hatte in der Nacht begonnen, leise und beharrlich, und als Kari am Morgen das Rollo hochzog, sah sie, dass die Straße vor dem Haus bereits blank und schwarz glänzte wie poliertes Leder. Sie hatte schlecht geschlafen, nicht wegen des Regens, sondern wegen des Termins, der seit drei Wochen in ihrem Kalender stand und sich in dieser Zeit nicht kleiner gemacht hatte. Jon hatte sie um acht angerufen, um zu sagen, dass er pünktlich sei, und Kari hatte sich dabei ertappt, dass sie gehofft hatte, er würde absagen. Die Fahrt verlief schweigend, so wie die meisten Dinge zwischen ihnen seit Jahren verliefen – nicht feindselig, aber mit einer Distanz, die so lang eingeübt war, dass keiner mehr wusste, wer sie zuerst eingeführt hatte oder warum. Der alte Volvo roch nach dem feuchten Stoff der Sitzbezüge und nach dem Kaffee, den Jon in einem Pappbecher mitgebracht und nach zwei Schlucken im Getränkehalter vergessen hatte. Kari fuhr die Küstenstraße, die sie seit ihrer Kindheit kannte, ohne darüber nachzudenken, die Kurven saßen in ihren Händen wie alte Texte, die man nicht mehr lesen, aber immer noch sprechen kann. Der Fjord lag linker Hand, ausgebreitet und beinahe reglos, seine Oberfläche von oben aufgehämmert durch den Regen, der auf dem Wasser ein gleichmäßiges, flaches Muster erzeugte, das kein Ende hatte. Jon hatte das Seitenfenster einen Spalt weit geöffnet und ließ die feuchte Luft hereinströmen, ohne zu fragen, und Kari drehte das Heizungsrad eine Kerbe höher, ohne es zu kommentieren. Der Scheibenwischer störte sie, weil er beim Rücklauf ein helles Quietschen erzeugte, das an einen Nagel erinnerte, der über eine Tafel gezogen wird, und weil ihr Vater diesen Wischer seit mindestens sechs Jahren nicht hatte reparieren lassen, obwohl er jedes Frühjahr davon gesprochen hatte. Kari hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da es keine Rolle mehr spielte, verstand sie es noch weniger. Sie parkten am Beginn des Feldwegs, weil der Schlamm zu tief war, um weiterzufahren, und gingen die letzten hundert Meter zu Fuß durch den Regen, der ihnen keine Möglichkeit ließ, trocken zu bleiben, und dem gegenüber ein Schirm nur eine Art höflichen Protest gewesen wäre. Der Schuppen stand am Wasserrand, kleiner als Kari ihn in Erinnerung hatte, obwohl sie wusste, dass sich nicht der Schuppen verändert hatte. Seine Holzwände hatten die Farbe von nassem Torf angenommen, und das Wellblechdach hatte an zwei Stellen Beulen, die wie geschlossene Augen aussahen. Die Tür klemmte, weil das Holz im feuchten Herbst quoll, wie es das immer getan hatte. Jon trat zweimal dagegen – konzentriert, ohne Wut – und beim zweiten Mal gab sie nach, mit einem Geräusch, das halb Stöhnen und halb Kapitulation war. Der Geruch, der ihnen entgegenkam, war so vollständig und so unvermittelt, dass Kari für einen Moment stillstand und nicht hineinging: Holz, das jahrelang Tabakrauch aufgesogen hatte, darunter Motoröl, Salz, und etwas Schweres, Süßliches, das sich nicht benennen ließ, das aber trotzdem sofort und eindeutig nach ihrem Vater roch. Jon trat ein, ohne sich umzusehen, und Kari folgte ihm nach einem Atemzug, den sie bewusst machte. An der Wand hing die Schwimmweste, die sie seit ihrer Kindheit kannte – orangefarben, inzwischen ausgeblichen zu einem stumpfen Lachsrosa, der Klettverschluss am Kragen gerissen und nie ersetzt, weil ihr Vater Dinge reparierte, die kaputt waren, und Dinge, die nutzlos waren, eben ließ. Darunter die Gummistiefel, Größe 45, gerade und aufrecht hingestellt mit einer Sorgfalt, die der Rest des Schuppens nicht kannte, und deren Anblick bei Kari etwas auslöste, das sie nicht als Trauer hätte bezeichnen wollen, das aber auch kein anderes Wort hatte. Jon stand an der hinteren Wand und schaute nach oben, und als Kari sah, was er sah, verstand sie sofort, warum er nicht weiterging. Zwischen zwei Nägeln hing die Angel – dieselbe Angel, die sie als Kinder auf dem Steg gesehen hatten, wenn ihr Vater früh aufstand und sie schliefen, und die er mitnahm ohne ein Wort, und die abends wieder an denselben Nägeln hing, wenn er zurückkam, schweigend und vollständig abwesend. Die Schnur war in losen, ungleichmäßigen Windungen aufgerollt und an mehreren Stellen verknotet, der Haken am Ende zu einem dunkelbraunen Rost oxidiert, der wie Kruste auf altem Brot aussah. Jon nahm sie herunter – langsam, mit beiden Händen – und hielt sie vor sich, nicht wie ein Werkzeug und nicht wie eine Erinnerung, sondern wie etwas, das sich noch nicht entschieden hatte, was es sein wollte. Kari beobachtete ihn, ohne sich zu bewegen, und sie sah an seiner Haltung, an der Art, wie seine Schultern leicht abfielen und wie er den Kopf neigte, dass er gerade versuchte, etwas in Worte zu fassen, dem er keine geben konnte. Sie trat näher und streckte die Hand aus, und er gab ihr die Angel ohne Zögern. Das Holz des Griffs war glatt und trocken, fast warm, und es war das einzige, was in diesem Schuppen so fühlte, als ob jemand es regelmäßig berührt hatte. Sie hielt die Angel länger, als sie vorgehabt hatte. Dann legte sie sie auf die Werkbank und sagte: „Den nehmen wir nicht mit." Es war kein Satz, der eine Antwort brauchte, und Jon gab keine. Er nickte nur, einmal, kurz, mit einer Endgültigkeit, die sie beide erleichterte. Sie durchsuchten den Schuppen ohne Plan und ohne Gespräch – öffneten eine Kiste, die leer war, kontrollierten den Benzinkanister, der halb voll war, sahen sich den Kalender an, der auf März 2019 stand und an dem niemand weitergeblättert hatte. Zwei rostige Haken lagen auf dem Boden, ohne erkennbaren Zweck, wie viele Dinge ihres Vaters. Kari nahm den Kalender, weil der März ihr Geburtsmonat war, und weil es das Einzige war, das sie mitnehmen konnte, ohne das Gewicht des ganzen Raums zu tragen. Draußen hatte der Regen zugenommen, und er fiel jetzt schräg und ohne Pause, so dass die Oberfläche des Fjords aussah wie aufgewühlter Schotter. Jon zog die Schuppentür zu und legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten des Schlosses war das sauberste, entschlossenste Geräusch des Tages. Kari stand einige Schritte entfernt am Ufer, den Schlüssel in der rechten Hand, und betrachtete den Fjord, der an diesem Tag keine Farbe hatte außer dem Grau, das alle anderen Graus enthielt. Sie ließ dem Moment keine Länge, holte mit dem Arm aus und warf den Schlüssel in einem weiten, gleichmäßigen Bogen über das Wasser, als hätte sie es geübt. Das Aufprallgeräusch war fast nichts, ein leises Tock, und der Kreis, den er hinterließ, weitete sich kurz aus und verschwand dann, als wäre er nie gewesen. Sie gingen zum Auto, und keiner von beiden drehte sich um. Jon nahm den Schlüssel, und Kari ließ ihn fahren, weil sie nicht mehr die Kraft hatte, die Hände auf dem Lenkrad zu halten und gleichzeitig geradeaus zu schauen. Er fuhr schweigend, ruhig, mit einer Sorgfalt, die er sonst selten zeigte. Der Scheibenwischer lief an und quietschte, wie auf der Hinfahrt, und Kari lehnte den Kopf gegen das Fenster und ließ das Geräusch zu, weil es das letzte war, das noch an nichts erinnerte außer an einen alten Wischer, der nie repariert worden war und es jetzt auch nicht mehr werden würde. Die Küste glitt am Fenster vorbei, nass und grau und vertraut, und der Fjord begleitete sie, breit und gleichgültig, bis die Straße ihn aus dem Blick nahm. Jon schaltete das Radio kurz ein, und als Musik kam, schaltete er es wieder aus. Das Schweigen, das zurückblieb, hatte eine andere Qualität als das der Hinfahrt – nicht die angespannte Stille zweier Menschen, die etwas vermeiden, sondern die ruhigere, schwerere Stille zweier Menschen, die dasselbe verloren haben und es jetzt wissen, ohne dass einer den anderen danach fragen müsste. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Angel Der Regen, der in der Nacht begonnen hatte, gehörte zu jener beharrlichen nordischen Art, die nicht stürmt und nicht dramatisiert, sondern einfach fällt, Stunde um Stunde, mit der gleichmütigen Ausdauer eines Phänomens, das keinen Grund braucht und keine Entschuldigung. Kari hatte ihn gehört, bevor sie wach war, hatte ihn in den letzten Schichten des Schlafs als etwas wahrgenommen, das von außen kommt und innen bleibt, und als sie schließlich aufstand und das Rollo hochzog, sah sie, dass er die Welt in etwas verwandelt hatte, das glatt und abweisend war wie eine Oberfläche, auf der nichts haftet. Jon saß bereits im Wagen, als sie hinunterkam, die Hände im Schoß, den Blick auf einen Punkt gerichtet, der außerhalb des Fahrzeugs und außerhalb des Augenblicks lag, und Kari bemerkte, dass er eine Tasche mitgebracht hatte, größer als nötig, so als hätte er sich in der Nacht eine Vorstellung davon gemacht, was er mitnehmen würde, und diese Vorstellung beim Aufwachen still und ohne Szene wieder aufgegeben. Sie fragte nicht danach. Es gab Fragen zwischen ihnen, die nicht gestellt wurden, weil beide die Antworten kannten, und solche, die nicht gestellt wurden, weil keine der Antworten etwas verändert hätte. Die Küstenstraße kannte Kari mit einer Körperlichkeit, die über das Gedächtnis hinausging – die leichte Neigung vor der zweiten Kurve, die kurze Gegensteigung danach, die Stelle, wo das Leitplankenmetall immer rostet, weil das Salzwasser dort hochzieht – und sie fuhr, ohne zu denken, während Jon neben ihr saß und das Fenster einen Spalt öffnete, die feuchte Luft hereinließ, die nach Seetang roch und nach etwas Mineralischem, das man nicht genau benennen kann und das trotzdem sofort und unweigerlich nach diesem Küstenstreifen riecht, nach diesem spezifischen Abschnitt Erde und Wasser zwischen dem ersten und dem neunten Lebensjahr. Kari drehte die Heizung höher, und Jon ließ das Fenster, wie es war, und dieser unausgesprochene Kompromiss war, ohne dass einer von ihnen es wusste, der einzige Moment auf der Hinfahrt, in dem sie dasselbe wollten. Der Scheibenwischer störte sie, weil er bei jedem Rückhub ein helles, schleifendes Quietschen erzeugte, das an die spezifische Unannehmlichkeit eines Geräusches erinnerte, das nicht wehtut, aber nicht aufhört, und weil dieser Wischer seit Jahren nicht repariert worden war, obwohl ihr Vater jedes Frühjahr, meistens im März, wenn das Licht wieder stärker wurde und man das Auto öfter brauchte, sagte, er müsse das erledigen, und es dann nicht erledigte, weil immer etwas anderes kam oder weil er, was wahrscheinlicher war, die kleinen unreparierten Dinge brauchte, um sich vorzustellen, dass noch Zeit war, sie zu reparieren. Sie parkten vor dem Feldweg, weil der Schlamm ab dort zu tief war, und gingen die letzten hundert Meter durch den Regen, der auf ihre Jacken fiel wie etwas, das keine Böswilligkeit kennt und daher auch keine Rücksicht – gleichmäßig, ausdauernd, vollkommen indifferent gegenüber dem Anlass ihrer Anwesenheit. Der Schuppen, den Kari zuletzt im Sommer gesehen hatte, war kleiner als in ihrer Erinnerung, was nicht stimmte und was sie trotzdem dachte, weil Erinnerungen nicht skalieren, sondern bedeuten, und weil dieser Schuppen in ihrer Kindheit mehr Raum eingenommen hatte als seine Grundfläche. Die Holzwände hatten die Farbe angenommen, die altes, feuchtes Holz annimmt – ein Graubraun, das sich nicht mehr steigert, das am Ende aller Verwitterungsprozesse liegt wie ein letzter, ruhiger Satz nach einem langen Text. Die Tür klemmte, weil das Holz im Herbstregen gequollen war, und Jon trat zweimal dagegen, nicht mit Ungeduld, sondern mit der präzisen, kraftsparenden Entschlossenheit eines Mannes, der seit zwanzig Jahren körperlich arbeitet und weiß, wie viel Kraft eine Tür braucht und wie viel davon Frustration wäre. Was ihnen entgegenkam, als die Tür nachgab, war weniger ein Geruch als ein Zustand – eine Dichte aus Jahrzehnten von Tabakrauch, der sich in die Holzfasern gefressen hatte, aus Motoröl, das irgendwann verschüttet worden war und nie ganz verschwunden war, aus Salzluft, die durch jede Ritze der Wände zog, und darunter, als Grundton, den man erst nach einem Moment wahrnahm, etwas Organisches, Schweres, das sich nicht aus seinen Bestandteilen zusammensetzen ließ und das Kari, ohne es zu wollen, als vollständig und untrennbar mit ihrem Vater verband. Sie blieb an der Schwelle stehen und atmete einmal durch, bewusst, fast methodisch, weil sie gelernt hatte, dass der erste Moment immer der ist, der entscheidet, wie viel Kontrolle man über den Rest des Tages behält. Jon stand vor der hinteren Wand, und Kari sah sofort, was er sah, noch bevor sie herangetreten war: die Angel, die zwischen zwei Nägeln hing, die Schnur in unregelmäßigen Windungen aufgerollt, an mehreren Stellen verknotet, wie etwas, das aufgehört hat, Ordnung zu behaupten, ohne aufgehört zu haben, da zu sein. Der Haken am Ende war zu einem tiefen, matten Rotbraun oxidiert, und die Farbe hatte die Gleichmäßigkeit und Endgültigkeit angenommen, die entsteht, wenn ein Prozess so lange läuft, dass er sich nicht mehr als Prozess zeigt, sondern als Zustand, als Eigenschaft, als das, was die Sache nun einmal ist. Jon nahm die Angel herunter – langsam, mit beiden Händen – und die Art, wie er sie hielt, sagte mehr als alles, was er an diesem Tag gesagt hatte: leicht vorgebeugt, die Schultern etwas abgefallen, den Kopf geneigt, als lauschte er auf etwas, das die Angel vielleicht noch sendete und das er vielleicht noch empfangen konnte. Kari sah ihm zu, ohne sich zu bewegen, und sie erkannte in seiner Haltung etwas, das sie an ihm nicht oft gesehen hatte – nicht Trauer, weil Trauer eine Richtung hat, und das hier hatte keine, es war eher ein Innehalten, ein kurzes Anhalten jener Bewegung vorwärts, die das Leben verlangt und die man irgendwann so automatisch vollzieht, dass man vergisst, dass es auch Momente gibt, in denen man steht. Sie trat neben ihn und streckte die Hand aus, ohne zu erklären, was sie damit vorhatte, und er gab ihr die Angel mit einer Selbstverständlichkeit, die bedeutete, dass er verstanden hatte, was gemeint war, bevor sie selbst es hätte benennen können. Das Holz des Griffs war glatt und trocken und leichter als sie erwartet hatte, und diese Leichtigkeit traf sie auf eine Weise, für die sie keine Kategorie besaß, weil das Leichte manchmal schwerer zu halten ist als das Schwere. Sie legte die Angel auf die Werkbank, ohne weiter darüber nachzudenken, und sagte: „Den nehmen wir nicht mit" – einen Satz, der keine Begründung enthielt, weil jede Begründung ihn kleiner gemacht hätte. Jon nickte einmal, und dieses Nicken war das Einverständnis mit etwas, das größer war als die Entscheidung über eine verrostete Angel in einem aufzulösenden Schuppen. Den Rest erledigten sie mit der stillen Effizienz zweier Menschen, die dasselbe gelernt haben, auch wenn sie es an verschiedenen Orten gelernt haben: eine leere Kiste, ein halbvoller Benzinkanister, zwei Haken ohne Verwendung, ein Kalender von 2019, aufgeschlagen auf März, der Monat, in dem Kari Geburtstag hatte und in dem ihr Vater in diesem Jahr, soweit sie wusste, nie daran gedacht hatte. Sie nahm den Kalender und steckte ihn ein, und es war keine sentimentale Geste, sondern das Gegenteil davon: der Versuch, etwas zu behalten, das noch keinen Schmerz hatte, bevor der Schmerz ankam und alles in seine Nähe zog. Draußen fiel der Regen jetzt schräg, getrieben von einem Wind, der aufgekommen war, während sie drinnen gewesen waren, und er peitschte gegen ihre Jacken mit einer Direktheit, die kein Mitgefühl kannte und keines zu kennen brauchte. Jon legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten, hart und endgültig, war genau das Geräusch, das dieser Moment gebraucht hatte, ohne dass jemand darum gebeten hatte – eine Schließung, die nicht laut sein musste, um vollständig zu sein. Kari stand einige Schritte entfernt, am Ufer des Fjords, und hielt den Schlüssel, der kalt war und kleiner wirkte, als er hätte wirken sollen für das, was er darstellte und was er ab jetzt nicht mehr darstellen würde. Sie warf ihn ohne Zögern und ohne Zeremonie, mit dem ganzen Arm, in einem langen, gleichmäßigen Bogen über das aufgewühlte Wasser, und das Geräusch, das er beim Aufprall machte, war kaum mehr als ein Flüstern – ein kurzes, sofortiges Verschwinden in einer Oberfläche, die sich sofort schloss, als wäre nichts gewesen, was eine Art Wahrheit war, wenn man bereit war, sie anzunehmen. Sie gingen zum Auto, ohne sich umzudrehen, und Kari ließ Jon fahren, weil sie die Hände nicht mehr auf dem Lenkrad haben wollte, nicht heute, nicht auf dieser Strecke. Er fuhr mit einer Sorgfalt, die er im Alltag selten zeigte, als ob er wüsste, dass dieser Rückweg etwas war, das man nicht unnötig erschüttern sollte. Der Scheibenwischer lief an und quietschte, genau wie auf der Hinfahrt, und Kari, die das Geräusch seit einer Stunde nicht mehr gehört hatte, bemerkte jetzt, dass es sie nicht mehr störte, oder dass sie beschlossen hatte, es nicht mehr stören zu lassen, was auf dasselbe hinauslief. Sie lehnte den Kopf gegen das Fenster und beobachtete, wie die Küste an ihr vorbeizog, nass und grau und vollständig vertraut, eine Landschaft, die keine Rücksicht auf die nahm, die durch sie fuhren, und die genau deshalb verlässlich war in einer Art, die Menschen es selten sind. Jon schaltete das Radio ein, drei Sekunden lang, und dann wieder aus, und die Stille, die zurückblieb, war nicht dieselbe, die sie auf der Hinfahrt gehabt hatten – keine vermiedene Stille, keine aufgeschobene, keine, die auf etwas wartete, sondern die ruhige, schwere, angemessene Stille zweier Menschen, die etwas getan haben, das getan werden musste, und die jetzt nebeneinander sitzen in dem Wissen, dass es erledigt ist, und in dem gleichzeitigen, stillen Wissen, dass erledigt nicht bedeutet, dass es aufhört. == 85 == 1 -------------------- Elena kommt mit dem Bus ins Dorf. Die Hitze trifft sie sofort. Es ist September, aber die Luft brennt noch. Sie trägt eine kleine Tasche und eine große Müdigkeit. Zehn Jahre ist sie nicht mehr hier gewesen. Die Gassen sind enger, als sie sie in Erinnerung hat. Die Häuser sind kleiner. Der Marktplatz riecht nach Tomaten und Staub. Elena bleibt stehen, weil sie Lachen hört. Es ist ein Lachen, das sie kennt. Carlo steht vor einer Werkstatt. Er hat die Ärmel hochgekrempelt. Seine Arme sind schwarz von Schmiere. Er lacht mit einem anderen Mann. Elena atmet tief. Sie dreht sich nicht weg, aber sie geht auch nicht hin. Ihr Magen zieht sich zusammen. Sie kauft Tomaten auf dem Markt, weil sie etwas tun muss. Die alte Frau am Stand sieht sie lange an. Dann sagt sie: „Du bist die Tochter von Lucia." Elena nickt nur. Am Abend geht sie zu Carlos Haus. Die Treppe knarrt, wie früher. Carlo öffnet die Tür. Er sieht sie an, und er sagt nichts. Dann sagt er leise: „Du siehst aus wie deine Mutter." Elena antwortet nicht. Sie schlägt ihn mit der flachen Hand ins Gesicht. Carlo hält sich nicht die Wange. Er schaut sie nur an, die Augen dunkel. Es gibt keine Entschuldigung in seinem Blick. Elena geht die Treppe wieder hinunter. Ihre Hände zittern ein bisschen. Sie raucht eine Zigarette vor dem Haus ihrer Mutter. Die Straße ist leer. Um ein Uhr in der Nacht klopft jemand an die Tür. Es ist Carlo. Er sagt kein Wort, er macht nur eine Geste. Sie folgt ihm, weil sie es immer getan hat. In der Garage stehen zwei alte Autositze. Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie. Sie trinken, und sie reden wenig. Dann greift Carlo nach ihrer Hand. Seine Finger sind rau und warm. Elena lässt es zu. Sie spürt ihren eigenen Herzschlag im Hals. „Matteo fragt nie nach mir", flüstert sie. Carlo sagt: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert." Er macht eine kurze Pause. Dann sagt er: „Das hat mir mein Vater nie gezeigt." Elena nimmt die Hand weg. Sie stellt das Weinglas auf den Boden. Sie sagt nichts mehr in dieser Nacht. Am nächsten Morgen wacht Elena früh auf. Es ist noch dunkel draußen. Sie packt ihre Tasche schnell. Dann geht sie nicht zum Bahnhof. Sie geht zum Haus von Signora Grazia. Das Licht in der Küche brennt schon. Elena schaut durch das Fenster. Matteo sitzt am Tisch. Er tunkt Brot in Milch. Er ist groß geworden. Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. Er lächelt. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas. Sie steht eine Minute lang so. Dann dreht sie sich um. Sie geht zum Bahnhof, ohne zu klingeln. Der Zug kommt pünktlich. Sie steigt ein. Die Sonne geht auf, als der Zug fährt. Elena schaut aus dem Fenster, aber sie sieht nichts. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Elena steigt aus dem Bus, und der Geruch des Dorfes trifft sie wie ein Schlag. Es riecht nach reifen Tomaten, nach heißem Stein und nach altem Öl. Sie weiß sofort, woher der Ölgeruch kommt. Die Werkstatt ist noch da, gleich um die Ecke, genau wie vor zehn Jahren. Elena stellt ihre Tasche auf den Boden und zündet sich eine Zigarette an. Sie raucht langsam, weil sie Zeit braucht, bevor sie weitergeht. Dann hört sie das Lachen, und ihre Hand hält kurz inne. Es ist Carlos Lachen, tief und ein bisschen zu laut, wie immer. Sie dreht den Kopf nicht, aber sie sieht ihn trotzdem. Er steht unter einer Motorhaube, die Arme voller Schmiere, und lacht mit einem jungen Kerl. Elena drückt die Zigarette aus und nimmt ihre Tasche wieder. Sie geht am Marktplatz vorbei, ohne links oder rechts zu schauen. Die alte Frau vom Gemüsestand ruft ihren Namen, aber Elena tut so, als hört sie es nicht. Das Haus ihrer Mutter riecht nach Staub und nach einem Leben, das aufgehört hat. Elena öffnet die Fenster, weil die Luft stickig ist und sie atmen muss. Sie setzt sich an den Küchentisch und legt die Hände flach auf das Holz. Das Holz ist kalt, obwohl draußen noch Hitze ist. Am Abend beschließt sie, zu Carlos Mutter zu gehen, weil das der Grund ist, warum sie wirklich hier ist. Die Treppe zum ersten Stock knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen, weil sie etwas zählen muss. Carlo öffnet die Tür, nicht seine Mutter, und für einen Moment sagen beide nichts. Er ist älter geworden, aber seine Augen sind gleich, dunkel und ruhig wie ein Tier. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und seine Stimme klingt fast freundlich. Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn. Die Hand trifft seine Wange, und das Geräusch ist lauter als erwartet. Carlo bewegt sich nicht, er hält sich nicht die Wange, er sagt kein Wort. Er schaut sie an, und in seinem Blick ist keine Reue, aber auch keine Wut. Das ist das Schlimmste, denkt Elena, die fehlende Wut. Sie dreht sich um und geht die Treppe hinunter, ohne auf eine Reaktion zu warten. Draußen ist die Luft jetzt kühler, und der Himmel ist voller Sterne. Elena geht zum Haus ihrer Mutter zurück und trinkt alleine ein Glas Wein. Sie schläft nicht, weil die Nacht zu still ist und ihre Gedanken zu laut. Um kurz nach eins klopft es an die Tür, leise, zweimal. Sie weiß, wer es ist, bevor sie aufmacht. Carlo steht im Dunkeln, eine Weinflasche in der Hand, und wartet einfach. Elena zieht die Tür weiter auf, weil sie keine Kraft mehr hat, Nein zu sagen. Sie gehen zusammen in die Werkstatt, ohne ein Wort darüber zu verlieren. In der Garage stehen zwei alte Autositze, die Carlo irgendwann aus einem Wrack geholt hat. Er öffnet die Flasche und gibt ihr das erste Glas, und sie trinken im Stehen. Dann setzen sie sich, und die Stille zwischen ihnen ist nicht unangenehm. Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen. Seine Finger sind rau, die Haut trocken und dunkel an den Knöcheln. Elena schaut auf ihre beiden Hände und denkt, dass sie früher jünger aussahen. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie, und ihre Stimme klingt flacher als sie möchte. Carlo trinkt einen Schluck, bevor er antwortet. „Ich bringe ihm bei, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt." Er macht eine kurze Pause und fügt hinzu: „Meinem Vater hat das niemand beigebracht." Elena nimmt ihre Hand weg und stellt das Glas neben den Autositz. Sie sagt nichts, weil es nichts zu sagen gibt, das nicht schon gesagt ist. Sie bleibt noch eine Stunde, dann geht sie alleine zurück. Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche, schnell und ohne zu zögern. Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter im Dunkeln besser kennt. Dann geht sie nicht zum Bahnhof, sondern zuerst zur Straße von Signora Grazia. Das Licht in der Küche brennt schon, obwohl es noch früh ist. Elena stellt sich ans Fenster und schaut hinein. Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch und schaut dabei auf nichts Bestimmtes. Er ist groß geworden, größer als sie erwartet hat, mit Carlos Schultern und ihrer Nase. Signora Grazia streicht ihm über den Kopf, und der Junge lässt es zu, ohne aufzublicken. Elena drückt die Stirn gegen das Glas, und das Glas ist kalt und fest. Sie bleibt genau eine Minute, dann löst sie sich und geht. Am Bahnhof kauft sie ein Ticket nach Mailand und wartet auf einer Metallbank. Der Zug kommt pünktlich, wie immer in dieser Richtung. Elena steigt ein, stellt die Tasche in die Ablage und setzt sich ans Fenster. Als der Zug anfährt, geht die Sonne gerade auf, orange und groß über den Hügeln. Sie schaut hin, weil sie hinschauen muss. Aber die Sonne wärmt sie nicht, und das Licht ist nur Licht. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Elena erinnert sich an den Geruch des Dorfes, aber sie hatte vergessen, wie körperlich er ist – wie er sich in die Nase drängt, bevor man überhaupt Zeit hat, sich zu wappnen. Der Bus hält am Rand des Platzes, und sie steigt als letzte aus. Reifen Tomaten, heißer Stein, Motoröl – das Dorf hat sich nicht verändert, nur sie. Sie zieht die Sonnenbrille tiefer ins Gesicht und geht langsam, weil schnelles Gehen hier verdächtig wirkt. Schon nach zwanzig Schritten hört sie sein Lachen, und ihr Körper reagiert schneller als ihr Verstand. Carlo steht vor der Werkstatt, die Ärmel bis zu den Ellbogen gekrempelt, Schmiere auf den Unterarmen, und erklärt einem jungen Kerl irgendetwas an einem Motor. Er hat zugenommen, aber er trägt es gut, wie Männer es manchmal tun, die körperlich arbeiten. Elena geht am Markt vorbei, kauft nichts, grüßt niemanden, und das Haus ihrer Mutter empfängt sie mit der besonderen Stille, die Wohnungen haben, in denen jemand gestorben ist. Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung und sitzt dann lange am Küchentisch, die Hände gefaltet wie in einer Kirche. Später am Abend steht sie vor Carlos Tür, in dem geblümten Kleid, das sie absichtlich mitgenommen hat, ohne sich selbst zu erklären, warum. Er öffnet, und sein Blick wandert einmal an ihr herunter und wieder hinauf, ruhig und ohne Eile. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und es klingt nicht gemein, aber es ist gemein. Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn, flach mit der Hand, so wie man jemanden schlägt, den man zehn Jahre lang nicht schlagen konnte. Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Hand gegen die Wange, er verändert nur leicht den Ausdruck. In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, als hätte er damit gerechnet, irgendwann, irgendwo. Elena dreht sich um und geht die Treppe hinunter, die Knie ein bisschen weich, die Hände fest zur Faust geschlossen. Sie raucht drei Zigaretten hintereinander auf der Bank vor dem Haus ihrer Mutter und schaut dabei in eine Gasse, die ins Nichts führt. Als er kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster und hat ihn schon die Straße heraufkommen sehen. Er hält eine Flasche Rotwein in der Hand wie eine Entschuldigung, die er nicht aussprechen will. Sie lässt ihn herein, ohne etwas zu sagen, weil Schweigen zwischen ihnen immer ehrlicher war als Reden. In der Garage sitzen sie auf zwei ausgedienten Autositzen, die nach altem Leder und Benzin riechen, und trinken aus Gläsern, die Carlo aus seiner Jacke zieht. Das Licht ist schwach, eine nackte Glühbirne, die mehr Schatten wirft als Helligkeit. Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen, ob sie das möchte. Elena schaut auf diese Hand, die rau ist und warm und so vertraut, dass es wehtut. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, weil der Satz seit Jahren in ihr wartet. Carlo trinkt, bevor er antwortet, und sie kennt diese Geste, dieses kurze Kaufen von Zeit. „Ich zeige ihm, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat." Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie trotzdem, weil sie sie hineinhört. Sie zieht die Hand langsam zurück und stellt ihr Glas auf den Betonboden. Sie bleibt noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet, und Entscheidungen Kraft kosten, die sie nicht hat. Dann geht sie, und er begleitet sie nicht, was das Richtige ist. Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit den schnellen, sicheren Bewegungen von jemandem, der sich lange auf diesen Moment vorbereitet hat. Das Haus ihrer Mutter wird sie verkaufen, das hat sie entschieden, aber heute denkt sie nicht daran. Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern den langen Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt. Das Licht brennt schon, wie immer zu dieser frühen Stunde, und durch das Glas sieht Elena ihren Sohn. Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, konzentriert auf diese kleine Handlung, als wäre sie die einzige Sache auf der Welt. Er hat Carlos Schultern und ihre Art, den Kopf leicht zu neigen, wenn er nachdenkt. Signora Grazia steht hinter ihm, legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses schläfrige Morgenlächeln. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und schließt die Augen für einen Moment. Sie atmet einmal, zweimal, und beim dritten Atemzug zieht sie sich zurück. Am Bahnhof kauft sie einen Kaffee aus dem Automaten, der schlecht schmeckt, und trinkt ihn trotzdem. Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, als würde sie verhindern wollen, dass sie wegfliegt. Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, groß und orange, und taucht die Felder in ein Licht, das man auf Postkarten druckt. Elena schaut hin, weil es schön ist und weil man hinschauen muss, wenn etwas schön ist. Aber das Licht erreicht sie nicht, es bleibt an der Fensterscheibe hängen wie an einer Grenze, die sie selbst gezogen hat. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Der Bus hält mit einem Seufzen, als wäre er selbst erleichtert, diese Strecke hinter sich gebracht zu haben, und Elena steigt als letzte aus, weil sie sich nicht beeilen will. Zehn Jahre sind eine lange Zeit, aber der Geruch des Dorfes wartet nicht auf Vorbereitung – er ist einfach da, sofort, körperlich, unverhandelbar. Tomaten, Staub, Motoröl, und darunter noch etwas, das sich nicht benennen lässt, vielleicht das Dorf selbst, seine besondere Art zu existieren. Elena schiebt die Sonnenbrille zurecht und geht langsam, mit der gleichgültigen Haltung von jemandem, der nur kurz durchreist und keine Geschichte hier hat. Das Lachen trifft sie nach zwanzig Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper erinnert sich, obwohl sie ihm das nicht erlaubt hat. Carlo steht vor der Werkstatt, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere bedeckt, und erklärt einem jungen Mann etwas an einem aufgeklappten Motor, mit dieser Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt. Er hat sich verändert, aber nur so, wie Dinge sich verändern, die von innen heraus wachsen, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm gehört. Elena kauft nichts auf dem Markt, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, als wäre es ein Recht. Das Haus ihrer Mutter hat die spezifische Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat. Sie öffnet die Fenster, trinkt Leitungswasser, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach aufs Holz legt, wirken ihr fremd, zu ruhig für das, was in ihr vorgeht. Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren schon hatte und das sie dennoch eingepackt hat, ohne sich selbst eine ehrliche Erklärung dafür zu geben. Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen nicht, weil sie sie auswendig kennt, ohne es zu wollen. Er öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, was schlimmer ist als Eile. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die nicht grausam klingt, was bedeutet, dass er nicht weiß, wie grausam es ist. Elena schlägt ihn, bevor sie entschieden hat, es zu tun, flach mit der Hand, mit der ganzen angesammelten Kraft von zehn Jahren, in denen sie es nicht konnte. Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die gerötete Wange, er verändert nur den Ausdruck leicht, als würde er eine Information verarbeiten. In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist das, was Elena am meisten trifft. Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter, die Knie merkwürdig weich, und draußen raucht sie drei Zigaretten in einer Reihe, ohne sie wirklich zu schmecken. Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür deswegen nicht abgesperrt hat. Carlo hält eine Weinflasche wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache. Die Werkstatt riecht nach altem Gummi, Benzin und dem speziellen Geruch von Metall, das lange bearbeitet wurde, und die nackte Glühbirne wirft mehr Schatten als Licht. Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, und das hat etwas Vertrautes, das wehtut. Als Carlo seine Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Verräter. Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel, und sie sind so unverändert, dass Elena einen Moment lang die Zeit vergisst. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn im Stillen so oft geprobt hat. Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Wählen von Worten, das bei ihm nie Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken. „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der nicht rückgängig zu machen ist." Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie, weil sie sie hineinlegt, weil sie nicht anders kann, seit zehn Jahren nicht. Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas auf den Betonboden, und die Bewegung hat die Endgültigkeit einer Entscheidung, auch wenn sie noch eine Stunde bleibt. Sie bleibt, weil Aufstehen Kraft kostet, die sie sich erst zusammensuchen muss, und weil die Nacht draußen zu still ist für das, was sie erwartet. Dann geht sie, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, was er je für sie getan hat. Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist. Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit besser kennt als im Hellen, was ihr, als sie es bemerkt, die Kehle zuschnürt. Dann geht sie den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und sie lügt sich nicht an, dass es Zufall ist. Das Licht in der Küche brennt bereits, orange und warm hinter dem beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche an den Körper gezogen. Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Schlaf ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer. Er hat Carlos Schultern, ihre Nase, und eine Art, den Kopf zu neigen, wenn er in Gedanken ist, die von keinem von beiden kommt und doch von beiden. Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf, lächelt dieses kurze, warme Morgenlächeln, das Kinder haben, bevor der Tag sie einholt. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment ist da nur das Glas, die Kälte, der Herzschlag. Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das die einzige Bewegung ist, die ihr noch gehört. Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen bedeuten würde, anzukommen. Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen. Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange, und taucht die Felder in das schwere, schöne Licht des frühen Morgens, das man auf Postkarten druckt und in Memoiren beschreibt. Elena schaut hin, weil es schön ist und weil Schönheit eine Pflicht hat, bemerkt zu werden, auch wenn man sie nicht empfangen kann. Das Licht bleibt an der Scheibe, es wärmt das Glas, aber nicht sie, und der Zug fährt weiter, durch Dörfer, die kleiner werden, bis sie verschwinden. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Der Bus hält mit einem hydraulischen Seufzen am Rand des Platzes, und Elena bleibt sitzen, bis die anderen Fahrgäste ausgestiegen sind, weil sie das Ankommen noch einen Moment lang aufschieben will. Zehn Jahre sind keine abstrakte Zahl, das weiß sie jetzt, da der Geruch des Dorfes durch die geöffnete Tür hereindrängt – Tomaten, Staub, warmer Stein und darunter, kaum wahrnehmbar, das Öl von Carlos Werkstatt, die gleich um die Ecke beginnt. Sie steigt als letzte aus, stellt die Tasche auf das Pflaster, und der September schlägt ihr die Hitze entgegen wie etwas, das auf sie gewartet hat. Das Lachen trifft sie nach wenigen Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper reagiert mit einer Unmittelbarkeit, die jeden Gedanken an Kontrolle vorläufig suspendiert. Carlo steht vor der offenen Werkstatttür, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere eingerieben, und erklärt einem jungen Mechaniker etwas an einem aufgeklappten Motor, mit jener gleichmütigen Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt und nie besessen hat. Er hat sich verändert auf die Weise, auf die Männer sich verändern, wenn die Zeit ihnen etwas gibt statt nimmt, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm selbstverständlich zusteht. Elena geht am Marktplatz vorbei, ohne innezuhalten, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, mit der Lautstärke und Berechtigung von jemandem, der glaubt, ein Recht auf Antworten zu haben. Das Haus ihrer Mutter hat die besondere Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat, und diese Stille ist keine Abwesenheit von Geräusch, sondern eine Anwesenheit von etwas Schwerem. Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach auf das alte Holz legt, kommen ihr fremd vor, zu ruhig, zu beherrscht für das, was darunter arbeitet. Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das vor zehn Jahren ihres war und das sie trotzdem eingepackt hat, ohne sich selbst die Ehrlichkeit zuzumuten, zu erklären, warum. Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt an denselben Stellen wie früher, und dieses Wissen, das ihr Körper besitzt ohne Erlaubnis ihres Verstands, macht ihr bewusst, wie tief einige Dinge sitzen. Carlo öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, wandert an ihr herunter und wieder hinauf mit einer Ruhe, die schlimmer ist als jede Eile, weil Ruhe bedeutet, dass er sich sicher fühlt. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die das nicht als Grausamkeit meint, was es zur vollständigsten Grausamkeit macht, die er ihr zufügen könnte. Elena schlägt ihn, bevor der Entschluss dazu fertig gedacht ist, flach mit der Hand, mit einer Kraft, die sich aus zehn Jahren aufgestaut hat, in denen sie es nicht konnte, nicht durfte, nicht wollte. Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die rote Stelle, er verändert nur minimal den Ausdruck, als würde er eine Information registrieren, die er irgendwann erwartet hat. In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist die eigentliche Verletzung, tiefer als alles, was sie sich vorgestellt hatte. Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter mit Knien, die merkwürdig nachgeben, und draußen raucht sie drei Zigaretten hintereinander, ohne sie zu schmecken, die Augen auf eine Gasse gerichtet, die nirgendwohin führt. Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür aus genau diesem Grund nicht abgesperrt hat, einer Tatsache, der sie sich nicht stellt. Carlo hält eine Flasche Rotwein wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat und dass das auch keine Lösung wäre, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache, die sie beiden beherrschten. Die Werkstatt riecht nach Gummi, Benzin und dem spezifischen Geruch von Metall, das über Jahre mit menschlichen Händen in Kontakt war, und die nackte Glühbirne an der Decke wirft Licht, das mehr erklärt als erhellt. Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, weil er nichts wegwirft, was noch Funktion hat, und trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, als wäre das normal. Als er die Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Körperverrat, der sich um keine ihrer Entscheidungen schert. Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel von eingearbeitetem Öl, das kein Waschen mehr vollständig entfernt, und sie sind so vollständig unverändert, dass die Zeit für einen Moment aufhört, linear zu sein. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn so viele Male im Stillen gesagt hat, dass er seine scharfen Kanten verloren hat, ohne seinen Inhalt zu verlieren. Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Abwiegen von Worten, das bei ihm keine Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken, was ihn, trotz allem, zu einem besseren Menschen macht als sie. „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er schließlich, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der sich nicht rückgängig machen lässt." Er meint es ohne Ironie, das weiß sie, aber sie kann nicht aufhören, sie zu hören, weil sie seit zehn Jahren in allem sucht, was er sagt, und weil das ihres ist, nicht seins. Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas mit einer Sorgfalt auf den Betonboden, als wäre das Glas zerbrechlich, obwohl sie weiß, dass sie es nicht ist, und dann bleibt sie noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet. Die Entscheidung kommt schließlich von selbst, wie Entscheidungen kommen, wenn man aufgehört hat, auf sie zu warten, und sie geht, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, das er je für sie getan hat, und das Traurigste. Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist, dem Zögern zu viel gekostet hat, über zu viele Jahre. Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit vollständiger kennt als im Hellen, und diese Erkenntnis, als sie sie formuliert, schnürt ihr die Kehle zu. Sie nimmt den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und lügt sich nicht an, dass es Zufall ist oder Gewohnheit oder irgendetwas anderes als das, was es ist. Das Licht in der Küche brennt bereits, warm und orange hinter dem leicht beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche fest an den Körper gezogen, als könnte das Festhalten an einem Gegenstand das Zittern verhindern. Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Traum ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer, mit Carlos Schultern und ihrer Nase und einer Art, den Kopf zu neigen, die von keinem von beiden kommt und von beiden. Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses kurze, vollständige Morgenlächeln von jemandem, dem die Welt noch in Ordnung ist. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment gibt es nur das Glas, die Kälte, den Herzschlag, und das genügt nicht, aber es ist alles. Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das Lösen die einzige Bewegung ist, die ihr noch vollständig gehört, und geht. Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch und Plastik schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen eine Ankunft bedeuten würde, zu der sie sich nicht bereit erklärt. Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die keine Geschichte mit uns haben, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen wie um etwas, das nicht entkommen soll. Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange und so schön, dass es fast eine Zumutung ist, und taucht die Felder und die weißen Häuser in das schwere, goldene Licht, das man auf Postkarten druckt, weil man es festhalten will, weil es sich nicht festhalten lässt. Elena schaut hin, weil Schönheit eine stille Pflicht hat, wahrgenommen zu werden, auch und gerade dann, wenn man sie nicht empfangen kann, wenn zwischen einem und der Welt ein Glas ist, das man selbst eingezogen hat. Der Zug fährt weiter, die Hügel werden kleiner und dann flacher und dann verschwinden sie, und die Sonne steigt höher und hört auf, schön zu sein und wird nur noch Licht, und das Licht wärmt die Scheibe, aber nicht sie. == 86 == 1 -------------------- Das Porzellan Maureen ist sechsundfünfzig Jahre alt. Sie putzt Wohnungen in London. Das macht sie seit zwanzig Jahren. Die Wohnungen sind in Kensington. Dort wohnen reiche Leute. Ihr neuer Kunde heißt Lord Archibald Pemberton. Alle nennen ihn Archie. Er ist achtundsiebzig Jahre alt. Seine Wohnung ist in der Montpelier Street. Archie hat einen alten Schlüssel an Maureen gegeben. Nein – er hat ihn ihr „geliehen". Das ist ein Unterschied für ihn. Maureen kommt jeden Montag. Sie schließt die Tür auf und geht hinein. In der Küche steht das Teegeschirr schon auf dem Tisch. Archie hat es hervorgeholt. Er macht das jedes Mal. Maureen hat aber keine Zeit für Tee. Sie bindet ihre Schürze um. Archie steht im Flur und lächelt. „Ah, Maureen. Der Kronleuchter wackelt wieder." Maureen schaut nach oben. Der Kronleuchter wackelt nicht. „Ich schau später", sagt sie. Dann geht sie ins Badezimmer. Sie schrubbt die Wanne und wischt den Boden. Archie kommt in die Tür. Er hat ein Glas Sherry in der Hand. Er erzählt von seinem Vater. Sein Vater hat mit Churchill gegessen. Er erzählt von einem Pferd. Das Pferd hieß Wellington. Er erzählt von früher. Maureen hört zu. Sie sagt „Mhm" und „Aha". Das macht sie seit Jahren so. Archie fragt: „Sind Sie zufrieden, Maureen?" Sie dreht sich um. „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie. Archie versteht nicht, dass das keine Antwort ist. Er lächelt und geht wieder in den Salon. Maureen wischt weiter. Eine Woche später kommt Maureen wieder. Archie sitzt am Esstisch. Er trägt seinen Morgenmantel. In seinen Händen ist ein Brief. Sein Gesicht ist rot. Die Hände zittern ein bisschen. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er. Giles ist sein Sohn. Er ist Banker in der City. Archies Stimme ist klein und kaputt. Maureen sieht ihn an. Dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard. Sie geht hin. Sie nimmt ein Glas. Sie schenkt sich Sherry ein. Das erste Mal in zwanzig Jahren. Sie setzt sich ihm gegenüber. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie. „Das ist nicht dasselbe, aber …" Sie trinkt. Archie schluchzt leise. Maureen sagt nichts mehr. Sie sitzt einfach da. Das ist genug. Eine Woche später klingelt Maureen an der Tür. Sie hat eine Tupperdose dabei. Darin sind Scones – selbst gebacken. Sie sind ein bisschen zu braun, aber sie sind warm. Archie öffnet die Tür. Seine Augen sind noch ein bisschen rot. Aber sein Kragen ist sauber gebügelt. Maureen stellt die Dose auf den Küchentisch. „Setzen Sie sich", sagt sie. „Ich mache Tee." Archie setzt sich. Er nimmt einen Scone und zerbröckelt ihn auf dem Teller. Maureen gießt den Tee ein – zuerst der Tee, dann die Milch. Sie setzt sich neben ihn. „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt sie. Archie lächelt. „Ich weiß", sagt er. Sie essen die Scones. Draußen fährt ein Bus vorbei. Die Wohnung ist still. Aber sie ist nicht mehr leer. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Das Porzellan Maureen ist sechsundfünfzig, und sie putzt seit zwanzig Jahren die Wohnungen reicher Leute. Die meisten ihrer Kunden wohnen in Kensington, wo die Straßen sauber und die Türen schwer sind. Ihr neuester Kunde ist Lord Archibald Pemberton, den alle nur Archie nennen. Er ist achtundsiebzig Jahre alt und wohnt allein in einer großen Wohnung in der Montpelier Street. Die Wohnung ist voller alter Möbel, alter Bilder und altem Porzellan, das niemand benutzt. Archie hat Maureen einen Schlüssel gegeben – oder besser gesagt: Er hat ihr einen Schlüssel „geliehen". Jeden Montag kommt Maureen, schließt die Tür auf und geht direkt in die Küche. Das Teegeschirr steht jedes Mal schon auf dem Tisch, obwohl Maureen nie Zeit für Tee hat. Sie bindet ihre Schürze um und beginnt zu arbeiten, während Archie aus dem Schlafzimmer kommt. „Ah, Maureen", sagt er, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" Maureen schaut kurz nach oben, aber der Kronleuchter hängt völlig ruhig an der Decke. „Ich schau später", sagt sie, und geht ins Badezimmer, bevor er weitersprechen kann. Sie schrubbt die Wanne, wischt den Spiegel und putzt den Boden, während Archie in der Tür steht. Er hat ein Sherryglas in der Hand und erzählt von seinem Vater, der einmal mit Churchill gegessen hat. Dann erzählt er von einem Pferd namens Wellington, das angeblich das schnellste in ganz Hampshire war. Maureen antwortet mit „Mhm" und „Aha", weil sie gelernt hat, dass das meistens reicht. Manchmal fragt Archie sie etwas, aber er wartet selten auf die Antwort. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?", fragt er plötzlich, und sie dreht sich um. „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie, und Archie nickt, als wäre das eine Antwort auf seine Frage. Er geht zurück in den Salon, und Maureen macht weiter – sie hat noch drei andere Kunden an diesem Tag. Das Porzellan im Regal staubt sie immer zuletzt ab, weil es viel Zeit kostet und sehr zerbrechlich ist. Die Tassen haben goldene Ränder, und manche sind schon leicht angeschlagen. Archie sagt nie, wem das Porzellan gehört hat, aber Maureen vermutet: seiner Frau. Eine Woche später kommt Maureen wie immer, aber diesmal ist es anders in der Wohnung. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, und auf dem Tisch liegt ein geöffneter Brief. Sein Gesicht ist gerötet, seine Hände zittern, und er schaut nicht auf, als Maureen reinkommt. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme klingt wie die eines alten Mannes. Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und Archie spricht selten gut über ihn. Maureen bleibt stehen, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard. Sie geht langsam zum Sideboard, nimmt ein Glas und schenkt sich ein – das erste Mal in zwanzig Jahren. Dann setzt sie sich Archie gegenüber und stellt das Glas auf den Tisch zwischen ihnen. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie ruhig. „Das ist natürlich nicht dasselbe, aber …" Sie trinkt einen Schluck, und Archie schluchzt leise, ohne das Gesicht zu heben. Maureen sagt nichts mehr, weil es nichts gibt, was in diesem Moment helfen würde. Sie sitzt einfach da, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille im Zimmer stehen. Draußen fährt ein Auto vorbei, und irgendwo in der Wohnung tickt eine alte Uhr. Nach einer Weile steht Maureen auf, bindet ihre Schürze um und fängt an zu putzen. Archie bleibt am Tisch sitzen, aber seine Hände zittern nicht mehr ganz so stark. In der nächsten Woche denkt Maureen manchmal an Archie, wenn sie in anderen Wohnungen putzt. Sie denkt daran, wie er am Tisch saß, und wie sein Kragen schief war, und wie er nicht weinte, sondern nur zitterte. Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie müde ist und eigentlich früh schlafen wollte. Sie werden ein bisschen zu braun, aber sie riechen gut, und das ist, wie Maureen entscheidet, genug. Am nächsten Montag klingelt sie an der Tür, weil es sich diesmal richtig anfühlt zu klingeln. Sie hat eine Tupperdose in der Hand, und als Archie öffnet, sieht er zuerst die Dose, dann sie. Seine Augen sind noch leicht gerötet, aber sein Kragen ist frisch gebügelt – das fällt Maureen sofort auf. „Setzen Sie sich", sagt sie, „ich mache Tee." Archie setzt sich ohne ein Wort, nimmt einen Scone aus der Dose und bricht ihn langsam auseinander. Maureen füllt den Wasserkocher, stellt Tassen hin und sucht kurz nach dem Tee, weil sie ihn nicht sofort findet. Sie gießt ein – zuerst den Tee, dann die Milch – und setzt sich neben Archie an den Tisch. Eine Weile sitzen sie so, essen die Scones und trinken Tee, ohne zu sprechen. Dann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an, und zum ersten Mal seit Wochen lächelt er – ein echtes, kleines Lächeln. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz, und dann ist es wieder still. Die Wohnung riecht nach Tee und warmen Scones, und das Porzellan im Regal steht ruhig in der Sonne. Es ist nicht viel, aber es ist genug. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie fragt, was sie beruflich macht, sagt sie „Reinigungskraft", weil „Putzhilfe" sich nach etwas anhört, das man verleiht. Seit zwanzig Jahren fährt sie jeden Morgen mit der U-Bahn nach Kensington, wo die Häuser so aussehen, als hätten sie nie etwas Schmutziges berührt – was natürlich eine Lüge ist. Ihre Kunden wechseln selten, weil Maureen sorgfältig ist, pünktlich ist und nie fragt, was nicht ihre Sache ist. Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, „eine eigene Kategorie". Er ist achtundsiebzig, trägt jeden Tag Krawatte, und seine Wohnung in der Montpelier Street riecht nach Bienenwachs, altem Leder und dem hartnäckigen Geruch von Sherry. Das Porzellan im Salon – weiß, goldgerändert, für mindestens sechzehn Personen – hat Maureen in einem Jahr nicht ein einziges Mal benutzt gesehen. Sie staubt es trotzdem jede Woche ab, weil es auf der Liste steht und weil Archie leise unruhig wird, wenn sie es überspringt. Der Schlüssel, den er ihr gegeben hat, liegt in ihrer Jackentasche neben dem Busticket – er hat ihn ihr „geliehen", wie er betont, was bedeutet, dass er sich die Möglichkeit offenhält, ihn zurückzufordern, obwohl alle wissen, dass er das nie tun wird. Wenn Maureen montagmorgens die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, obwohl Archie weiß, dass sie nie bleibt, und obwohl er das seit einem Jahr weiß. „Ah, Maureen", sagt er dann aus dem Flur, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, und jedes Mal hängt der Kronleuchter vollkommen reglos an der Decke, als hätte er noch nie gewackelt und als würde er es auch nie tun. „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und geht ins Badezimmer, weil das Bad immer zuerst kommt und weil sie keine Lust hat, über Kronleuchter zu sprechen. Archie folgt ihr bis in die Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen und fängt an zu erzählen, das Sherryglas schon in der Hand, obwohl es erst halb zehn Uhr morgens ist. Er erzählt von seinem Vater, der mit Churchill zu Abend gegessen haben soll, von einem Pferd namens Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal hintereinander gewonnen hat, von der Zentralheizung, die „entschieden zu warm" eingestellt sei, und von Zeiten, in denen man noch wusste, wie man sich benahm. Maureen schrubbt die Wanne und antwortet mit „Mhm" und „Aha" im richtigen Abstand, weil sie gelernt hat, dass Archie nicht wirklich eine Antwort will, sondern ein Gegenüber. Einmal fragt er sie unvermittelt: „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – und sie dreht sich um, sieht ihn an und sagt: „Das Putztuch ist langsam zu dünn." Er nickt ernsthaft, als hätte sie die Frage beantwortet, und geht zurück in den Salon. Das ist der Rhythmus, der sich zwischen ihnen eingespielt hat, und Maureen findet ihn nicht unangenehm – er ist vorhersehbar, und Vorhersehbarkeit ist unterschätzt. An einem Montag Mitte November ist alles anders, bevor Maureen noch die Schürze umgebunden hat. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was sie noch nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, dessen Umschlag auf den Boden gefallen ist. Seine Hände liegen flach auf dem Tisch, als müsste er sich festhalten, und sein Gesicht hat die Farbe von jemandem, der eine schlechte Nachricht noch nicht ganz aufgenommen hat, aber schon weiß, dass sie wahr ist. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken. Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und taucht in Archies Erzählungen fast nie auf – was Maureen, die viel beobachtet und wenig fragt, als Zeichen gewertet hat. Sie steht einen Moment in der Küche, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard, dann wieder Archie, und dann macht sie etwas, das sie selbst überrascht: Sie geht zum Sideboard, nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es und setzt sich ihm gegenüber. In zwanzig Jahren hat sie den Sherry immer abgelehnt – höflich, aber bestimmt – und Archie hat jedes Mal genickt, als hätte er nichts anderes erwartet. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch gerichtet. „Das ist natürlich nicht dasselbe – ich weiß, dass es nicht dasselbe ist –, aber …" Sie trinkt, und der Satz bleibt unfertig im Raum, was vielleicht das Ehrlichste ist, was sie in diesem Moment sagen kann. Archie schluchzt einmal, kurz und unterdrückt, wie jemand, dem Weinen unangenehm ist. Maureen sagt nichts mehr – nicht, weil ihr nichts einfällt, sondern weil sie weiß, dass Worte in solchen Momenten meistens mehr für den Sprechenden sind als für den Zuhörer. Sie sitzt, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille stehen, bis Archie sich mit dem Ärmel des Morgenmantels das Gesicht wischt und schweigend den Brief zusammenfaltet. In der darauffolgenden Woche denkt Maureen öfter an ihn als sonst – nicht mit Mitleid genau, eher mit der Art Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht ganz versteht, aber auch nicht vergessen kann. Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie seit dem Tod ihrer Mutter kaum noch gebacken hat und obwohl die Küche in ihrer kleinen Wohnung in Brixton nicht die richtige Größe dafür ist. Die Scones werden etwas zu braun, aber sie sind warm, als sie sie in die Tupperdose legt, und Wärme, denkt Maureen, ist meistens wichtiger als Aussehen. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie einen Schlüssel hat, weil es sich diesmal nicht richtig anfühlt, einfach reinzugehen. Archie öffnet die Tür, gekleidet, den Kragen frisch gebügelt, die Augen leicht gerötet, aber der Gesichtsausdruck derjenige eines Mannes, der beschlossen hat, weiterzumachen. Maureen stellt die Tupperdose wortlos auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher und sucht kurz nach dem Tee, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat. „Setzen Sie sich", sagt sie, und er setzt sich, ohne zu fragen warum. Sie trinken Tee und essen Scones, und keiner von beiden sagt etwas, was bedeutsam klingt oder bedeutsam sein will. Irgendwann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an – eine Sekunde, zwei –, und dann lächelt er, das erste echte Lächeln, das Maureen je bei ihm gesehen hat. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Scheiben zittern kurz, und in der Stille danach ist die Wohnung dieselbe wie immer – und doch nicht mehr ganz dieselbe. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, sagt sie „Reinigungskraft" mit einer Bestimmtheit, die jeden Nachfrage im Keim erstickt, weil das Wort „Putzhilfe" ihrer Meinung nach nach etwas klingt, das man stundenweise verleiht und das keine eigene Meinung haben muss. Sie kennt Kensington so gut wie ihren eigenen Handteller – die Risse im Pflaster der Onslow Gardens, den Geruch der Hecken nach Regen, die Art, wie die Fassaden dieser Gegend Würde vortäuschen, als wäre das eine Leistung. Seit zwanzig Jahren bewegt sie sich durch diese Straßen mit dem ruhigen Selbstbewusstsein einer Frau, die weiß, dass sie in den Häusern ihrer Kunden mehr sieht als diese jemals von sich selbst wissen werden. Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist die komplizierteste Aufgabe, die sie in zwei Jahrzehnten gehabt hat – nicht wegen der Arbeit, sondern wegen der Stille, die zwischen den Sätzen in dieser Wohnung hängt wie Staub, den man nicht wegwischen kann, ohne ihn aufzuwirbeln. Er ist achtundsiebzig, trägt täglich Krawatte mit einem Knoten, der Übung verrät, wohnt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die früher für eine Familie gedacht war und jetzt hauptsächlich die Abwesenheit eben dieser Familie dokumentiert. Das Porzellan im Salon – weißes Meißner Service, goldgerändert, für sechzehn Personen, hinter Glas in einem Schrank, der sich nur mit einem kleinen Messingschlüssel öffnet – ist Maureens aufwendigstes wöchentliches Ritual und das einzige Objekt in der Wohnung, bei dem Archie stumm wird, wenn sie es anfasst, stumm und sehr aufmerksam. Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat gesagt „meiner Frau", und das war das Ende des Gesprächs, so vollständig und endgültig, dass Maureen seitdem nicht mehr fragt, sondern einfach das Tuch nimmt und wischt und darauf achtet, die Tassen mit beiden Händen zu halten. Den Schlüssel, den Archie ihr gegeben hat, bezeichnet er beharrlich als „geliehen", ein Wort, das juristisch eine Rückgabepflicht impliziert, praktisch aber nur bedeutet, dass er die Vorstellung eines Besitzrechts braucht, das er nicht länger hat – über die Wohnung, über seinen Sohn, über seine Zeit. Wenn Maureen montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, trotz des Wissens beider Parteien, dass daraus nie Tee wird: ein kleines, hartnäckiges Missverständnis, das sich zwischen ihnen eingerichtet hat wie ein stiller Untermieter, den keiner offiziell eingeladen hat. „Ah, Maureen", sagt Archie aus dem Flur, und in dieser Begrüßung steckt die gesamte Erleichterung eines Mannes, dem der Montag lang geworden ist, „der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, weil sie jedes Mal hofft, dass er diesmal recht haben könnte, und jedes Mal hängt der Kronleuchter reglos und schwer wie ein Kronzeuge, der verweigert auszusagen. „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und betritt das Badezimmer, das mit seiner viktorianischen Armaturen und dem schweren Marmorboden mehr Pflege verlangt, als Archie je wissen wird. Er folgt ihr bis zur Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen mit der lässigen Selbstverständlichkeit eines Mannes, der keine Grenzen kennt, die er selbst nicht gezogen hat, und beginnt seinen Wochenbericht, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl die Sonne kaum über den Dächern steht. Seine Geschichten haben eine feste Dramaturgie: zuerst der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll bei einer Gelegenheit, die mit jeder Wiederholung illustrer wird; dann das Pferd Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal gewann; dann die Gegenwart, die er behandelt wie einen Hausgast, der zu lange geblieben ist und den man nicht direkt bitten kann zu gehen. Maureen schrubbt, wischt und hört zu mit der Disziplin einer Frau, die verstanden hat, dass Zuhören eine Form von Arbeit ist, die man leisten kann, ohne sich selbst dabei zu verbrauchen, solange man die Distanz wahrt zwischen dem, was gehört wird, und dem, was einen angeht. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er manchmal, und es ist die einzige, bei der sie kurz innehält, nicht weil sie die Antwort nicht wüsste, sondern weil die Frage von einem Mann kommt, der selbst keine befriedigende Antwort darauf hätte. „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt ernsthaft, als wäre das eine philosophische Position, die Respekt verdient, und geht zurück in den Salon. An einem Montag Mitte November, als der Himmel über Kensington die Farbe von altem Zeitungspapier hat, ist die Wohnung anders, bevor Maureen noch die Tür hinter sich geschlossen hat – eine Schwere in der Luft, die man nicht benennen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Wohnungen kennt wie sie: die Schwere von etwas, das bereits passiert ist. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was Maureen in einem Jahr nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, als hätte er ihn mit einer Geste aufgemacht, die keine Rücksicht auf den Inhalt nehmen wollte. Seine Hände liegen flach auf der Tischplatte, als brauchten sie den Widerstand der Oberfläche, und sein Gesicht zeigt den Ausdruck eines Mannes, der eine Niederlage noch nicht eingeräumt hat, obwohl er sie längst begriffen hat. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme hat die Textur von etwas, das lange trocken gelegen hat und beim ersten Anfassen zerbricht. Giles, den Maureen nur aus Archies gelegentlichen, stets abgebrochenen Erwähnungen kennt, ist Investmentbanker in der City und offenbar ein Mann, der Entscheidungen trifft, die sich wie Türen anfühlen, die man von innen zuwirft. Maureen steht in der Küche und betrachtet Archie mit der Aufmerksamkeit, die man Dingen widmet, deren Fragilität man erst in diesem Moment vollständig ermisst, dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und etwas in ihr trifft eine Entscheidung, die sie dem Verstand nicht vorlegt, weil sie weiß, dass er Einwände hätte. Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Präzision einer Frau, die keine Bewegung verschwendet, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren nicht als jemand, der bezahlt wird zu bleiben, sondern als jemand, der beschlossen hat, es trotzdem zu tun. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas zwischen beiden Händen haltend wie etwas, das Wärme bewahren soll, „das ist natürlich nicht dasselbe, und ich will nicht so tun, als wäre es dasselbe – aber es gibt Momente, in denen man versteht, dass Kinder uns so sehen, wie sie uns sehen wollen, und nicht so, wie wir sind." Der Satz endet nicht sauber, weil solche Sätze nie sauber enden, und Maureen trinkt, anstatt ihn fertigzustellen, weil das Unfertige manchmal ehrlicher ist als jede Pointe. Archie schluchzt einmal – kurz, fast unhörbar, wie jemand, der das Weinen als Schwäche gelernt hat und trotzdem gerade nicht anders kann –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet, nicht mit der gespannten Erwartung von jemandem, der helfen will, sondern mit der ruhigen Gegenwart von jemandem, der gelernt hat, dass Anwesenheit manchmal das Einzige ist, was man anbieten kann, das wirklich zählt. In der darauffolgenden Woche denkt sie öfter an ihn als an irgendeinen ihrer anderen Kunden – nicht mit Mitleid, das wäre zu einfach, und nicht mit Zuneigung, das wäre zu viel, sondern mit der Art stiller Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht vollständig versteht, und die man deshalb nicht loslässt. Am Donnerstagabend backt sie Scones in der kleinen Küche ihrer Wohnung in Brixton, nach dem Rezept ihrer Mutter, das sie auswendig kennt und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter lange nach Abschied schmeckte und weil Maureen keine Sentimentalitäten pflegt, die ihr nichts geben außer Schmerz. Die Scones werden etwas zu braun – das Backrohr in dieser Küche hat eine eigene Meinung –, aber sie sind warm, als sie sie verpackt, und Wärme ist, wie Maureen findet, eine Form von Argument, gegen die man schwer ankommt. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie den Schlüssel in der Tasche hat, weil Klingeln bedeutet, dass der andere die Wahl hat, und das scheint ihr diesmal richtig. Archie öffnet die Tür – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der beschlossen hat, die Niederlage anzunehmen ohne ihr mehr Raum zu geben, als sie verdient. Maureen stellt die Tupperdose auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher, und als sie den Tee nicht gleich findet, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat, sucht sie schweigend, bis sie ihn findet, weil das die Art ist, wie sie in fremden Küchen arbeitet: gründlich, ohne Drama, ohne Kommentar. Sie setzt sich zu ihm, und sie trinken Tee und essen die zu braunen Scones, und keiner sagt etwas, das bedeutsam klingen will oder bedeutsam sein soll, weil das Bedeutsame dieser Szene in ihrer Schlichtheit liegt und sich sofort auflösen würde, wenn man es benennte. Dann sagt Maureen, ohne besondere Betonung: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an – eine Sekunde lang, zwei –, und in seinem Gesicht entsteht etwas, das Maureen in einem Jahr nie gesehen hat: ein Lächeln, das nichts will, kein Wohlwollen erkaufen, keine Distanz überbrücken, kein Vergessen simulieren – ein Lächeln, das einfach da ist, weil gerade nichts dagegen spricht. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, und doch eine andere, weil Stille, wie Maureen weiß, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingetragen hat, und diesmal ist es nicht nur Abwesenheit. Das Porzellan im Regal steht in der blassen Novembersonne, die goldenen Ränder werfen kleine Lichter auf die Wand, und Maureen denkt, während sie in ihren Tee schaut, dass sie es nächste Woche besonders sorgfältig abstauben wird. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, antwortet sie mit einer Präzision, die jeden weiteren Kommentar überflüssig macht: „Reinigungskraft" – ein Wort, das sie mit derselben Selbstverständlichkeit ausspricht, mit der andere „Anwältin" oder „Ärztin" sagen würden, weil sie früh begriffen hat, dass der Stolz auf eine Tätigkeit nicht von der gesellschaftlichen Bewertung dieser Tätigkeit abhängen muss, wenn man nur entschieden genug ist, das nicht zuzulassen. In zwanzig Jahren hat sie gelernt, dass die Wohnungen reicher Leute selten so aussehen, wie die Leute selbst aussehen wollen – dass hinter den schweren Türen in Kensington eine Unordnung lauert, die mit Geld nicht zu kaufen ist und mit Schweigen nur notdürftig verwaltet werden kann, und dass derjenige, der wöchentlich mit dem Putztuch kommt, zwangsläufig zum einzigen Zeugen einer Wahrheit wird, die der Bewohner selbst nicht mehr wahrnehmen kann, weil er zu lange in ihr lebt. Lord Archibald Pemberton – achtundsiebzig Jahre alt, täglich im Anzug, Krawatte mit Windsorknoten – ist seit einem Jahr auf ihrer Liste und hat in dieser Zeit bewiesen, dass Aristokratie weniger ein Stand ist als eine Haltung, die man aufrechterhalten kann, solange man sich weigert, die Verhältnisse neu zu vermessen: Er lebt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die einst für eine Familie mit Personal ausgelegt war und die nun, von Familie und Personal gleichermaßen verlassen, die Abwesenheit all dessen dokumentiert, was sie hätte füllen sollen, mit einer Stille, die nicht Frieden ist, sondern der Nachhall von etwas, das aufgehört hat zu klingen, ohne dass jemand es ausgemacht hätte. Das Porzellan – Meißner Service, weiß mit kobaltblauen Ranken und Goldrand, für sechzehn Personen hinter Glas in einem Schrank mit Messingschloss – ist das einzige Objekt in dieser Wohnung, das Maureen wirklich beschäftigt, nicht weil es Arbeit macht, sondern weil Archie verstummt, wenn sie es anfasst: ein Verstummen, das anders ist als sein sonstiges Schweigen, konzentrierter, angespannter, wie das Schweigen von jemandem, der aufpasst, dass etwas nicht kaputtgeht, und dabei nicht ganz sicher ist, ob er das Porzellan meint oder sich selbst. Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat „meiner Frau" gesagt mit einer Kürze, die keine Folgefrage zuließ – nicht weil er unhöflich war, sondern weil manche Sätze vollständig sind, gerade weil sie nicht zu Ende geführt werden, und weil Maureen, die viel beobachtet und sehr wenig fragt, das sofort verstanden hat und seitdem beide Hände benutzt, wenn sie die Tassen nimmt. Den Schlüssel, den Archie ihr übergeben hat, nennt er bis heute „geliehen", und dieser semantische Eigensinn ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, kein Versehen und keine Marotte, sondern der letzte verbliebene Bereich, in dem er noch verfügt: über die Sprache, über die Bedeutung seiner Handlungen, über das Recht, Besitz und Gabe nicht zusammenfallen zu lassen, selbst wenn längst klar ist, dass er den Schlüssel nie zurückfordern wird. Wenn sie montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr auf dem Küchentisch – jedes Mal, ohne Ausnahme, mit einer Beharrlichkeit, die nicht auf Vergessen deutet, sondern auf Hoffnung, auf die Art Hoffnung, die nicht aufgibt, weil sie weiß, dass sie keine Grundlage hat, und die genau deswegen in einer eigentümlichen Würde fortbesteht, die Maureen, obwohl sie nie Tee trinkt und das seit einem Jahr nicht getan hat, nicht kommentiert, weil sie gespürt hat, dass das Teegeschirr nicht für sie bestimmt ist, sondern für die Vorstellung von ihr, die Archie braucht, um den Montag auszuhalten. „Ah, Maureen", sagt er aus dem Flur mit dem Ton eines Mannes, dem die Woche zu lang geworden ist und dem jetzt endlich jemand die Tür aufgemacht hat, „der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" Sie schaut jedes Mal nach oben, mit derselben kurzen Aufmerksamkeit, die eine Detektivin einem Tatort schenkt, der keine Spuren hinterlassen hat, und der Kronleuchter hängt jedes Mal in vollkommener Reglosigkeit, schwer und abweisend wie ein Objekt, das sich weigert, an einer Erzählung teilzunehmen, die es nicht selbst begonnen hat – weshalb Maureen jedes Mal „Ich schau später" sagt und ins Badezimmer geht, weil das eine Aussage ist, die niemanden zu irgendetwas verpflichtet. Archie folgt ihr bis zur Schwelle, lehnt sich in den Türrahmen mit der Lässigkeit eines Mannes, für den Grenzen immer die Grenzen anderer waren, und beginnt seinen wöchentlichen Monolog, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl es kaum halb zehn ist und obwohl der Sherry, das hat Maureen berechnet, auf ein Jahresvolumen kommt, das sie nachdenklich stimmt, aber das ist seine Sache. Seine Erzählungen folgen einer Dramaturgie, die sich über Monate kaum verändert hat: Der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll – die Gästeliste dieser Abendessen wächst mit jeder Wiederholung –, das Pferd Wellington, das dreimal in Hampshire siegte, und schließlich die Gegenwart, die er behandelt wie einen Besucher, dem man aus Höflichkeit öffnet und den man trotzdem am liebsten nicht hereingebeten hätte. Maureen hört zu, schrubbt die Armatur, wischt den Spiegel und antwortet im richtigen Takt, weil sie verstanden hat, dass aufmerksames Zuhören eine handwerkliche Fertigkeit ist wie jede andere – eine, die man perfektionieren kann, ohne sich selbst darin zu verlieren, solange man die Linie kennt zwischen dem, was gehört werden will, und dem, was einen angeht. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er gelegentlich, und es ist die einzige, bei der sie tatsächlich innehält, nicht aus Verlegenheit und nicht, weil die Antwort fehlte, sondern weil die Frage eine Intimität beansprucht, die aus dem Mund eines Mannes kommt, der sie nie gefragt hat, wie ihre Kinder heißen oder woher sie kommt, und der mit dieser Frage, ohne es zu wissen, das Einzige berührt, worüber Maureen wirklich nicht sprechen will: nicht das Zufriede-Sein, sondern die Frage, ob das Wort noch die richtige Einheit ist, um das, was das Leben geworden ist, daran zu messen. „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt, als hätte sie etwas Wichtiges gesagt. An einem Montag im November – grauer Himmel, nasse Straßen, der Geruch von Laub und Diesel, der durch die Türritze dringt – ist die Wohnung anders, noch bevor Maureen das Licht angemacht hat: eine Verdichtung der Luft, die man nicht messen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Räume kennt wie sie und wenn man gelernt hat, zuerst zu fühlen und erst dann hinzuschauen. Archie sitzt im Morgenmantel am Esstisch – das allein ist ungewöhnlich genug, um alles andere schon vorauszuahnen –, und vor ihm liegt ein aufgerissener Brief, der auf dem Boden seinen Umschlag verloren hat, als wäre das Öffnen eine Geste der Wut gewesen und das Lesen dann etwas ganz anderes. Seine Hände liegen flach auf dem Tisch mit dem Druck von Händen, die sich festhalten müssen an etwas, das selbst nicht fest ist, und sein Gesicht zeigt jenen eigentümlichen Ausdruck, den Maureen kennt von anderen Momenten in anderen Wohnungen: den Ausdruck eines Menschen, der die Nachricht bereits vollständig verstanden und noch nicht vollständig angenommen hat, weil beides zusammen zu viel auf einmal wäre. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken, und in diesem Satz – in seiner Kürze, in seinem vollständigen Verzicht auf Erklärung – steckt mehr als Trauer: da ist die Scham eines Mannes, der nicht versteht, wie man jemanden verlieren kann, den man nie wirklich zu kennen bereit war. Giles ist Investmentbanker, taucht in Archies Welt hauptsächlich als Leerstelle auf, und Maureen, die viel über Söhne nachgedacht hat in den letzten Jahren, versteht ohne weitere Erklärung, dass hier keine plötzliche Grausamkeit vorliegt, sondern das Ende einer langen Gleichgültigkeit, die auf beiden Seiten saß und die jetzt eines der beiden Seiten als Entscheidung formuliert hat. Sie steht in der Küche und sieht Archie an, und dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und in der Sekunde, in der sie beides gesehen hat, ist die Entscheidung bereits gefallen – nicht als Impuls, nicht als sentimentales Mitgefühl, sondern als die ruhige Erkenntnis, dass es Momente gibt, in denen man aufhört, Distanz zu verwalten, nicht weil die Distanz falsch war, sondern weil sie gerade nicht das Richtige ist. Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Sorgfalt einer Frau, die keine unnötigen Bewegungen macht, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren sitzend in der Wohnung eines Kunden, in der Arbeitszeit, und das Merkwürdigste daran ist, wie wenig merkwürdig es sich anfühlt. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch, nicht auf ihn – weil manche Sätze leichter fallen, wenn man nicht gesehen wird beim Sagen, „das ist natürlich nicht dasselbe, ich will nicht so tun als wäre es dasselbe – aber ich glaube, dass Kinder irgendwann aufhören, uns zu sehen, und anfangen, das zu sehen, was sie entlastet, wenn sie uns so sehen." Der Satz endet nicht mit einer Pointe, weil es keine gibt, und Maureen trinkt, weil das Unfertige dieses Satzes mehr sagt als jede Vollendung es könnte: es sagt, dass sie auch nicht weiß, wie das endet, und dass sie damit abgefunden hat, es nicht zu wissen. Archie schluchzt – einmal, kurz, halb unterdrückt, mit der Scham eines Mannes, dem das Gefühl immer zu groß war für den Raum, den er ihm zugebilligt hat –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet, nicht mit der gespannten Hilfsbereitschaft von jemandem, der eine Lösung anbieten will, sondern mit der stillen Solidarität von jemandem, der weiß, dass es keine gibt, und der trotzdem nicht aufsteht – oder gerade deswegen. In der Woche danach denkt sie öfter an ihn als je zuvor, aber nicht mit dem weichen Mitleid, das man sich manchmal gönnt, um sich selbst als mitfühlend zu erleben: eher mit jener distanzierten Aufmerksamkeit, die man in sich bemerkt, wenn etwas, das man glaubte zu verstehen, plötzlich eine Tiefe zeigt, die man nicht eingerechnet hatte, und die man nicht ignorieren kann, ohne sich selbst etwas zu verweigern. Am Donnerstagabend backt sie Scones nach dem Rezept ihrer Mutter – einem Rezept, das sie auswendig kann und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter nach Trauer schmeckte und nicht nach Küche, und weil Maureen keine Gewohnheit darin hat, Schmerz freiwillig aufzurufen. Sie backt trotzdem, und die Scones werden etwas zu braun, weil das Backrohr lügt, und sie legt sie in die Tupperdose, weil Wärme eine Aussage ist und weil sie keine andere machen will und keine bessere kennt. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl der Schlüssel in ihrer Tasche liegt – eine kleine Geste, aber eine bewusste, weil Klingeln dem anderen die Wahl gibt, und weil Maureen entschieden hat, dass Archie diese Wahl diesmal haben soll, ohne zu wissen, dass er sie sowieso nicht benutzen würde. Er öffnet – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der die Niederlage eingeräumt hat und nun herausfindet, dass das Leben danach weitergeht, was überraschend und nicht überraschend zugleich ist. Maureen stellt die Dose auf den Tisch, füllt den Wasserkocher, sucht den Tee, findet ihn im falschen Schränkchen, nimmt ihn heraus ohne Kommentar, und die Stille, die dabei entsteht, ist nicht leer, sondern dicht – dicht von den Dingen, die nicht gesagt werden müssen, weil sie beide da sind. Sie sitzen und trinken Tee und essen die Scones, und das Gespräch, das stattfindet, ist keines und doch mehr als die meisten: es hat die Konsistenz von etwas, das gewachsen ist ohne Plan, das nicht weiß, wie es heißt, und das gerade deswegen hält. „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt Maureen irgendwann, ohne Betonung, als Feststellung einer physikalischen Tatsache – und Archie sieht sie an, eine Sekunde, zwei, und dann lächelt er, ein Lächeln, das nichts will: kein Mitleid, keine Nachsicht, keine Verbundenheit, die man pflegen müsste – einfach ein Lächeln, das da ist, weil gerade nichts da ist, das es verhindert. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, und die alten Scheiben zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, mit denselben Möbeln, demselben Porzellan, demselben Licht, und doch eine andere, weil Stille, wie jeder weiß, der lange in ihr gesessen hat, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingebracht hat, und weil diesmal, zum ersten Mal, etwas Warmes darin ist. == 87 == 1 -------------------- Die Brücke Lucía ist 29 Jahre alt. Sie arbeitet in einer Fabrik. Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá. Jeden Tag näht sie Hemden. Ihre Finger sind oft müde. Nachts schläft sie in einer kleinen Pension. Dort wohnen noch fünf andere Frauen. Das Zimmer ist eng, aber es ist billig. Lucía spart ihr Geld. Sie will eines Tages wegfahren. Wohin, weiß sie noch nicht. Lucía hat einen Bruder. Er heißt Javier und ist 24 Jahre alt. Vor zwei Jahren ist er weggegangen. Die Nachbarin sagt: Er ist in den Bergen. Die Regierung sagt: Er ist tot. Lucía sagt nichts. Sie nennt es einfach: weg. Javier hatte lange Finger und eine leise Stimme. Sein Mund roch immer nach Zimt. Lucía denkt jeden Tag an ihn. Jeden Samstag fährt Lucía mit dem Bus. Der Bus ist alt und laut. Es gibt Hühner, Körbe und müde Menschen. Lucía sitzt am Fenster. Die heiße Luft kommt durch ein Loch in der Plane. Ein kleines Kind sitzt neben ihr. Das Kind hält eine Mandarine in der Hand. Es gibt Lucía die Hälfte. Lucía lächelt. Sie denkt: Javier hat Mandarinen immer mit den Zähnen geschält. Der Bus wird langsamer. Die Brücke kommt. Lucía kennt diese Brücke gut. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen. Sie und Javier, vor zwei Jahren. Jetzt steht sie jede Woche hier. Sie steht am Geländer und schaut auf das Wasser. Das Wasser ist braun und fließt schnell. Sie wartet auf nichts. Sie hofft auf nichts. Sie ist einfach da. An diesem Samstag ist ein alter Mann an der Brücke. Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer. Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug. Er verkauft Kaffee. Lucía nickt, als er sie fragt. Sie sucht das Kleingeld in ihrer Tasche. Dann sieht sie seine Hände. Die Finger sind lang, die Nägel schwarz. Der Knochen am Daumen sieht aus wie Javiers Knochen. Lucía wird kalt, obwohl die Sonne heiß ist. Sie will fragen: Wer sind Sie? Aber sie sagt kein Wort. Der alte Mann gibt ihr den Kaffee. Er sagt: „Vorsicht, heiß." Seine Stimme klingt fremd. Lucía trinkt den Kaffee langsam. Sie schaut den Mann an. Er schaut auf das Wasser. Sie stellt keine Fragen. Am nächsten Samstag fährt Lucía wieder zur Brücke. Der Eimer steht noch da. Aber der alte Mann ist weg. Ein anderer Verkäufer hat seinen Platz. Der verkauft Cola, keinen Kaffee. Lucía fragt: „Der alte Mann – wo ist er?" Der Verkäufer zuckt mit den Schultern. Er sagt: „Weitergegangen. Oder gestorben. Oder beides." Lucía setzt sich auf den Eimer. Sie trinkt eine Cola. Die Cola schmeckt nach nichts. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden. Lucía weiß nicht, wer ihn hingehängt hat. Sie nimmt einen Faden von ihrer Jacke. Sie knüpft ihn neben den roten Faden. Dann steht sie auf. Sie geht zum Bus. Sie setzt sich ans Fenster. Sie legt die Hand gegen das Glas. Draußen lösen sich die Berge in der Hitze auf. Der Kaffee von letzter Woche ist noch auf ihrer Zunge. Sie wird nächste Woche wiederkommen. Vielleicht. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Brücke Lucía steht um ein Uhr nachts an ihrer Nähmaschine und hört, wie die anderen Frauen in der Pension schlafen. Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá, wo die Straßen aufhören und die Berge beginnen. Ihre Finger schmerzen unter den Nägeln, nicht stark, aber genug, dass sie es spürt. Sie schaut durch das vergitterte Fenster auf die schwarzen Berge draußen. Kein Licht brennt dort oben, kein Zeichen, nichts. Lucía denkt an ihren Bruder Javier, der vor zwei Jahren weggegangen ist, ohne ein Wort zu hinterlassen. Die Nachbarin sagt, er ist bei der Guerilla in den Bergen. Die Regierung sagt, er ist tot, aber sie hat keinen Beweis geschickt. Lucía sagt nichts davon laut, weil Worte manchmal mehr wegnehmen, als sie geben. Am Samstag früh steigt sie in den Bus, der nach Süden fährt, zum Río Sumapaz. Der Bus ist so voll, dass ein Huhn auf dem Sitz neben ihr sitzt und sie mit einem Auge anschaut. Durch ein Loch in der Plastikplane kommt die heiße Luft wie ein Atem herein. Ein kleines Kind, das keine Vorderzähne hat, hält ihr eine Mandarine hin. Lucía nimmt die Frucht, teilt sie ruhig in zwei Hälften und gibt dem Kind eine zurück. Das Kind lacht, und Lucía denkt sofort an Javier, der Mandarinen immer mit den Zähnen geschält hat. Sie schaut aus dem Fenster, damit das Kind ihre Augen nicht sieht. Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen. Lucía kennt jede Schraube an diesem Geländer. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, sie und Javier, an einem Morgen, der wie alle anderen aussah. Er hat sich nicht umgedreht, als er gegangen ist, oder vielleicht hat sie es nur nicht gesehen. Jetzt kommt sie jeden Samstag, steht zwei Stunden am Geländer und schaut auf das braune Wasser, das unter ihr fließt. Sie wartet auf nichts Bestimmtes und hofft auf nichts Bestimmtes. Sie ist einfach da, weil das der einzige Ort ist, wo sie nicht erklären muss, warum. An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer. Er ist vielleicht fünfundsechzig Jahre alt, hat ein Gesicht wie trockene Erde und Augen, die sehr weit weg schauen. Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug, und er fragt Lucía leise, ob sie einen Kaffee möchte. Sie nickt, sucht das Kleingeld in ihrer Jackentasche und sieht dabei seine Hände. Die Finger sind lang und knotig, die Nägel schwarz vom Dreck, aber die Form dieser Hände ist nicht fremd. Der lange Knochen am Daumen, die Art, wie die Sehnen unter der Haut liegen – das hat sie schon gesehen. Lucía hält die Münzen in ihrer Hand und kann sich nicht bewegen. Sie will fragen: Wer sind Sie, wo kommen Sie her, kennen Sie einen Mann namens Javier? Aber sie bringt kein einziges Wort heraus, weil sie Angst hat vor der Antwort. Der alte Mann gibt ihr den Kaffee in einer kleinen Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß." Seine Stimme klingt nach einer Sprache, die nicht Spanisch ist, oder nach Spanisch, das sehr lange geschwiegen hat. Lucía trinkt den Kaffee langsam und schaut auf das Wasser, genau wie er. Sie stellt keine Fragen, und er stellt keine Fragen, und das fühlt sich seltsam richtig an. Eine Woche später steigt Lucía wieder aus dem Bus und geht zur Brücke. Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann sitzt nicht darauf. Ein anderer Verkäufer hat den Platz übernommen, er verkauft Cola aus einer Kühltasche. Lucía fragt ihn: „Der alte Mann mit dem Kaffee – wissen Sie, wo er ist?" Der Verkäufer schaut sie kurz an und zuckt mit den Schultern. Er sagt: „Weitergegangen, glaube ich. Oder gestorben. Das ist hier meistens dasselbe." Lucía setzt sich auf den Eimer und kauft eine Cola, die warm und süß ist und nach gar nichts schmeckt. Sie trinkt sie trotzdem leer, weil sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, dünn und verblasst, als wäre er schon lange da. Niemand kann ihr sagen, wer ihn hingehängt hat oder warum. Lucía zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke, einen blauen, und knüpft ihn direkt neben den roten. Sie schaut kurz auf die beiden Fäden, dann dreht sie sich um und geht zum Bus. Sie setzt sich ans Fenster, legt die flache Hand gegen das warme Glas und schaut auf die Berge, die in der Hitze verschwimmen. Irgendwo dort ist Javier, oder er ist nirgends, oder das ist am Ende dasselbe. Der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, fremd und vertraut zugleich. Nächste Woche wird sie wiederkommen. Das ist keine Hoffnung. Das ist einfach, was sie tut. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Brücke In der Nacht, wenn die Fabrik still wird und nur noch die Maschinen summen, denkt Lucía an Dinge, die sie tagsüber nicht denken kann. Sie näht seit sechs Jahren dieselben Hemden, und manchmal glaubt sie, die Nadel kennt den Weg schon besser als sie selbst. Ihre Hände arbeiten allein, während ihr Kopf woanders ist – bei Javier, bei den Bergen, bei einem Morgen vor zwei Jahren, der nie aufgehört hat. Javier ist ihr Bruder, er war vierundzwanzig, als er ging, und er hatte eine Stimme, die immer zu leise war, als wollte er nicht zu viel Platz nehmen. Die Nachbarin hat gesagt, er sei in den Bergen bei den Guerilleros, aber die Nachbarin sagt viele Dinge, die sich gut anhören und nichts bedeuten. Die Regierung hat einen Brief geschickt, der Javier für tot erklärt, aber kein Datum nennt, keinen Ort, keinen Beweis. Lucía hat den Brief in den Koffer gelegt, unter die Hemden, und seitdem nicht mehr herausgeholt, weil sie weder glauben noch aufhören will zu glauben. Jeden Samstag nimmt sie den frühen Bus, der nach Süden fährt und nach altem Öl und Tier riecht. Die Fahrt dauert über eine Stunde, und in dieser Zeit schaut Lucía aus dem Fenster, ohne wirklich zu sehen, was draußen vorbeizieht. An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält, als wäre sie etwas sehr Kostbares, und ihr ohne Worte die Hälfte anbietet. Lucía nimmt sie und denkt, noch bevor sie die Frucht berührt hat, an Javier, der Mandarinen nie schälte, sondern die Schale einfach mit den Zähnen aufriss. Sie schaut weg, bevor das Kind ihre Augen sehen kann, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint. Diese Brücke über den Río Sumapaz ist kein besonderer Ort, es gibt hundert solche Brücken in diesem Land. Aber hier haben sie sich zum letzten Mal gesehen, und das macht einen Ort zu etwas, das er vorher nicht war. Lucía stellt sich ans Geländer, schaut auf das braune Wasser, das gleichgültig unter ihr fließt, und wartet auf nichts, was sie benennen könnte. Sie kommt nicht, weil sie hofft – sie ist sich ziemlich sicher, dass Hoffnung das Falsche wäre, nach so langer Zeit. Sie kommt, weil dieser Ort der einzige ist, wo sie nicht erklären muss, wer Javier war, und warum seine Abwesenheit noch immer ein Gewicht hat. Zwei Stunden steht sie meistens hier, schaut auf das Wasser, auf die Berge, auf die Autos, die über die Brücke fahren, ohne anzuhalten. An diesem Samstag ist ein alter Mann da, den sie noch nie gesehen hat. Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer, als wäre das ein ganz gewöhnlicher Stuhl, und hält einen Thermoskrug zwischen den Knien. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie nicht sofort einordnen kann – als käme sie aus einer anderen Sprache, auch wenn die Worte Spanisch sind. Lucía nickt, greift in die Jackentasche nach Kleingeld, und in diesem Moment, als sie aufschaut, sieht sie seine Hände. Die Finger sind lang und knotig, die Gelenke aufgebrochen von Arbeit, die Nägel schwarz, aber die Grundform dieser Hände – die langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen – kennt sie aus tausend Erinnerungen. Sie zählt das Kleingeld nicht mehr, sie hält es einfach in der offenen Hand und kann sich nicht bewegen. In ihr formt sich eine Frage, eigentlich mehrere Fragen, aber keine kommt bis zu den Lippen, weil sie nicht weiß, was eine Antwort mit ihr machen würde. Der alte Mann wartet ruhig, nimmt die Münzen, füllt die Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß", als wäre das alles, was es zu sagen gibt. Seine Stimme klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs viel verloren hat. Lucía trinkt den Kaffee langsam, Schluck für Schluck, und schaut auf das Wasser statt auf den Mann, weil sie merkt, dass sein Blick sie in Stücke zerlegen würde, wenn sie ihn zu lange erwiderte. Sie kauft keinen zweiten Kaffee, sie stellt keine Fragen, sie sagt beim Gehen nicht einmal Danke – oder vielleicht sagt sie es doch, sie ist sich später nicht mehr sicher. Eine Woche vergeht, die sich anfühlt wie eine lange Stille zwischen zwei Sätzen, und dann ist Samstag. Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann ist nicht da, und an seiner Stelle verkauft jemand Jüngeres Cola aus einer zerbeulten Kühltasche. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie an, als wäre die Frage schwerer als sie klingt. Er sagt: „Weitergegangen, denke ich. Oder gestorben. In dieser Gegend ist das oft dasselbe, und man fragt nicht nach." Lucía setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß, und schaut auf das Geländer, als könnte es ihr etwas erklären. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, als wäre er schon seit Jahren da und hätte auf jemanden gewartet. Niemand weiß, wer ihn hingehängt hat, und die Frage stellt sich sowieso niemand außer Lucía. Sie zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein bisschen fransig – und knüpft ihn so nah an den roten, dass die beiden sich berühren. Sie schaut nicht lange hin, dann dreht sie sich um und geht. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das Fensterglas, das warm ist von der Sonne, und schaut auf die Berge, die in der Hitze ihre Konturen verlieren. Der Geschmack des Kaffees ist noch da, auf der Zunge, im Hals – fremd und gleichzeitig so vertraut, dass es ihr den Atem stocken lässt. Sie wird nächste Woche wiederkommen, nicht weil sie etwas erwartet, sondern weil dieser Ort sie festhält auf eine Art, die sie nicht loswerden will. Das ist keine Hoffnung. Aber es ist auch nicht nichts. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Brücke Es gibt Nächte in der Fabrik, in denen Lucía das Gefühl hat, ihre Hände gehörten ihr nicht mehr, weil sie seit Stunden dasselbe tun, ohne dass der Kopf noch beteiligt ist. Die Maschine läuft, der Faden zieht sich durch den Stoff, und irgendwo hinter diesem gleichmäßigen Geräusch liegt Javier – nicht als Erinnerung, sondern als eine Art Dauerdruck, den sie gelernt hat zu tragen, ohne ihn zu benennen. Er ist vor zwei Jahren gegangen, vierundzwanzig Jahre alt, mit einer Stimme, die immer zu leise war, als wollte er die Welt nicht mehr belästigen, als nötig. Was aus ihm geworden ist, weiß sie nicht, und das ist keine Lücke mehr, die sich schließen lässt – es ist inzwischen ein fester Teil der Stille, in der sie lebt. Die Regierung hat ihn für tot erklärt, ohne Ort, ohne Datum, ohne irgendetwas, das ihr erlauben würde, diesem Wort zu glauben oder es zurückzuweisen. Samstag ist der einzige Tag, an dem Lucía nicht näht. Sie steigt in den Bus, der nach Süden fährt und in dem alte Männer schlafen, Hühner in Körben sitzen und die heiße Luft durch jeden Riss in der Karosserie kriecht, als wollte sie zeigen, dass es keine Grenze gibt, die sie aufhalten kann. Ein Kind bietet ihr eine Mandarine an, ganz selbstverständlich, als wären sie alte Bekannte, und Lucía nimmt die Hälfte und gibt die andere zurück, während sie gleichzeitig merkt, dass ihre Hand zittert – nicht stark, aber genug. Sie denkt an Javier, der Mandarinen nie mit den Fingern schälte, weil er zu ungeduldig war, und dreht das Gesicht zum Fenster, bevor das Kind sehen kann, was in ihren Augen steht. Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen, und Lucía atmet aus, als hätte sie die ganze Fahrt über die Luft angehalten. Die Brücke über den Río Sumapaz ist unspektakulär – Beton, Rost, braunes Wasser darunter, das gleichgültig fließt, egal was an seinen Ufern geschieht oder geschehen ist. Aber Lucía kommt trotzdem jeden Samstag hierher, stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser und bleibt zwei Stunden, ohne auf irgendetwas zu warten, das sie benennen könnte. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, und obwohl sie nicht mehr genau weiß, was gesagt wurde oder ob überhaupt etwas gesagt wurde, weiß sie noch genau, wie Javiers Schultern aussahen, als er wegging – leicht nach vorne gezogen, als trüge er etwas, das schwerer war als er. Dieser Ort hält sie fest, nicht durch Hoffnung, sondern durch eine Art stumpfe Treue, die sie sich nicht erklärt, weil sie Angst hat, dass sie aufhört, wenn sie anfängt, darüber nachzudenken. An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer, als hätte er dort immer gesessen und sie hätte ihn nur bisher nicht bemerkt. Er ist vielleicht fünfundsechzig, vielleicht älter, mit einem Gesicht, das so viele Schichten hat wie die Berge in der Ferne, und Augen, die etwas gesehen haben, worüber man nicht spricht, nicht weil es verboten wäre, sondern weil es keine Sprache dafür gibt. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme ist fremd – nicht wegen des Akzents, sondern wegen einer Qualität, die Lucía nicht sofort einordnen kann, als hätte diese Stimme jahrelang geschwiegen und sei noch nicht wieder ganz zurück. Sie nickt, greift nach dem Kleingeld in ihrer Tasche, und in dem Moment, als sie die Münzen herausschält, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Thermoskrug halten. Die Finger sind knotig, die Nägel geschwärzt, die Haut aufgerissen an den Gelenken, aber die Form dieser Hände – die ungewöhnlich langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger leicht absteht – das ist nicht fremd, das hat sie tausendmal gesehen, an einem Tisch, in einer Küche, an einem Morgen, der jetzt sehr weit weg ist. Lucía hört auf, die Münzen zu zählen. Sie steht einfach da, die Hand offen, und irgendwo hinter ihren Rippen zieht sich etwas zusammen, das keinen Namen hat, aber sehr viel Platz braucht. Die Fragen, die in ihr entstehen, sind so viele und so laut, dass keine davon es bis zu den Lippen schafft – als würden sie sich gegenseitig blockieren, weil jede Antwort, die möglich wäre, mehr zerstören könnte als das Schweigen. Der alte Mann wartet, ohne ungeduldig zu werden, füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß", mit einer Stimme, die klingt wie ein Stein, der ins tiefe Wasser fällt – einmal, dann nichts mehr. Lucía trinkt, und der Kaffee ist sehr stark und sehr bitter, und sie trinkt trotzdem bis zum Grund, weil das die einzige Handlung ist, die sie in diesem Moment vollständig ausführen kann. Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und als sie schließlich geht, ist sie nicht sicher, ob sie feige war oder weise, und ob es dazwischen überhaupt einen Unterschied gibt. In der Woche, die folgt, trägt Lucía den Geschmack dieses Kaffees mit sich herum wie einen Splitter, der nicht schmerzt, aber da ist, immer. Sie näht, sie schläft, sie isst, sie spricht mit den anderen Frauen in der Pension, und die ganze Zeit über liegt dieser Geschmack auf ihrer Zunge wie eine offene Frage, die sie nicht formulieren kann oder will. Am nächsten Samstag steigt sie früher als sonst in den Bus, als wäre Zeit ein Argument. Der Eimer steht noch an derselben Stelle am Geländer, aber der alte Mann ist nicht da, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, mit Cola und einem gleichgültigen Gesicht. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie einen Moment zu lang an, bevor er mit den Schultern zuckt und sagt: „Weitergegangen, irgendwohin. Oder gestorben. In dieser Gegend fragt man das nicht so genau nach." Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß und nach allem schmeckt außer nach dem, wonach sie sucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch gleichgültig fließt, unbeeindruckt von allem, was Menschen an seinen Ufern verlieren. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, den niemand bemerkt hat außer ihr, weil man nur sieht, wonach man schaut. Sie weiß nicht, wer ihn hingehängt hat, und die Frage interessiert sie weniger als die Tatsache, dass jemand den Gedanken gehabt hat, sich mit einem so kleinen Zeichen an einen Ort zu binden. Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig fransig – und knüpft ihn neben den roten, ohne zu wissen, für wen oder warum, aber mit dem ruhigen Gefühl, dass es das Richtige ist. Die zwei Fäden hängen nebeneinander im Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich zu verlieren. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze auflösen, bis ihre Konturen unscharf werden und man nicht mehr genau sagen kann, wo der Berg aufhört und der Himmel anfängt. Irgendwo dort ist Javier – das ist das Einzige, woran sie festhält, nicht als Tatsache, nicht als Hoffnung, sondern als eine Art innere Behauptung, die sie aufrechterhalten muss, weil sie ohne sie nicht wüsste, wohin sie die Augen richten soll. Der Kaffee ist noch auf ihrer Zunge, eine Woche später, fremdartig und vertraut zugleich, wie eine Sprache, die man einmal konnte und fast vergessen hat. Sie wird nächste Woche wiederkommen, und die Woche danach, nicht weil sie etwas erwartet oder noch auf eine Auflösung hofft, sondern weil Treue manchmal das Einzige ist, was man einem Menschen schuldet, der nicht mehr da ist, um sie einzufordern. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Brücke Es gibt eine bestimmte Art von Erschöpfung, die nicht vom Schlafen kommt und nicht vom Wachen, sondern von dem langen, gleichmäßigen Druck eines Lebens, das man führt, ohne sich je ganz dazu entschieden zu haben – und genau diese Erschöpfung kennt Lucía, während ihre Hände um ein Uhr nachts noch immer die Nadel durch den Stoff führen, als hätten sie sich längst von ihr getrennt und arbeiten jetzt auf eigene Rechnung. Die Fabrik am Rand von Bogotá ist ein Ort, der nichts verspricht und nichts hält, und vielleicht ist das seine einzige Ehrlichkeit: Hier weiß man, woran man ist. Javier hat hier nie gearbeitet, er war nie jemand, der still an einem Platz blieb – er hatte diese ruhelose Qualität, die manche Menschen unruhig macht und andere anzieht, und Lucía hat beides an ihm erlebt, manchmal im selben Moment. Vor zwei Jahren ist er gegangen, ohne einen Abschied, der diesen Namen verdient hätte, und seitdem hat sie gelernt, mit einer Leerstelle zu leben, die sich weder durch Trauer noch durch Gewissheit füllen lässt, weil die Regierung einen Brief geschickt hat, der ihn für tot erklärt, ohne irgendetwas zu liefern, das dieses Wort ernstzunehmen erlauben würde. Was bleibt, ist kein Schmerz mehr im eigentlichen Sinne, sondern etwas Stumpferes und Beständigeres – eine Art strukturelle Abwesenheit, die Lucía inzwischen so verinnerlicht hat, dass sie sie manchmal erst dann bemerkt, wenn jemand fragt, ob sie Geschwister hat, und sie einen Moment zu lang braucht, um zu antworten. Der Samstag ist ihr Tag, nicht weil er sich von den anderen unterscheidet, sondern weil sie ihn durch eine Entscheidung zu dem gemacht hat, was er ist: dem einzigen Tag, an dem sie nicht näht, nicht in der Pension sitzt und auf die Decke schaut, sondern in den Bus steigt und fährt. Der Bus selbst ist ein eigenes kleines Universum, bevölkert von Menschen, die so früh am Morgen schon die Gesichter von Leuten tragen, die wissen, dass der Tag lang wird, und von Tieren, die ahnungslos mitreisen, und von einer Hitze, die durch jede Lücke in der verbeulten Karosserie kriecht, als wäre sie persönlich eingeladen. An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält mit der ernsthaften Sorgfalt, die Kinder manchmal für Gegenstände aufwenden, die Erwachsene längst für selbstverständlich halten, und das ihr wortlos die Hälfte anbietet, als wäre das die natürlichste Geste der Welt. Lucía nimmt die Frucht, und noch bevor sie die Schale berührt, ist Javier da – nicht als Bild, sondern als körperliche Reaktion, als eine Art Muskelgedächtnis des Verlustes – weil Javier Mandarinen immer mit den Zähnen aufriss, ungeduldig und lachend, als wäre das Schälen eine Zeitverschwendung, die er sich prinzipiell verweigerte. Sie dreht das Gesicht zum Fenster, damit das Kind die Augen nicht sieht, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint, genau dort, wo sie immer erscheint, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die nicht wissen, was sie bedeuten. Die Brücke über den Río Sumapaz ist, objektiv betrachtet, nichts Besonderes: Beton, der altert, Geländer, das rostet, braunes Wasser darunter, das fließt, ohne je zu fragen, was an seinen Ufern verloren geht oder wartet oder sich nicht entscheiden kann zwischen beidem. Aber Orte bedeuten nicht, was sie sind, sondern was in ihnen geschehen ist, und hier hat Lucía zum letzten Mal Javiers Schultern gesehen, die leicht nach vorne geneigt waren, als trüge er etwas, das von außen nicht zu sehen war, und das ist eine Erinnerung, die sich nicht abschwächt, sondern mit der Zeit eher präziser wird, schärfer in den Details, als würde das Gehirn versuchen, durch Genauigkeit zu ersetzen, was die Realität nicht mehr liefern kann. Sie stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser, und wartet – wobei das Wort Warten hier irreführend ist, weil es eine Richtung impliziert, auf die hin man wartet, und die hat Lucía längst aufgegeben, wenn sie sie je gehabt hat; was sie tut, ist eher ein stilles Aushalten von Zeit an einem Ort, der ihr gehört, auf eine Weise, die kein Besitztitel beschreiben könnte. An diesem Samstag ist ein alter Mann da, der auf einem umgedrehten Eimer sitzt, als wäre das eine vollkommen angemessene Art, sich in der Welt einzurichten, mit einem Thermoskrug zwischen den Knien und einem Gesicht, das so viele Schichten trägt, dass Lucía nicht einmal versucht, es zu lesen. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie einen Moment lang irritiert, bevor sie versteht, dass es nicht der Akzent ist und nicht die Lautstärke, sondern eine Art eingefrorene Distanz – als hätte diese Stimme sehr lange geschwiegen und sei noch nicht ganz wieder in der Gegenwart angekommen. Sie nickt, sucht das Kleingeld, und in dem Moment, als sie aufblickt, um ihm die Münzen zu geben, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Krug halten, und sie erstarrt auf eine Art, die nicht theatralisch ist, sondern still und absolut – die Art, in der ein Körper innehält, wenn er etwas erkennt, das der Verstand noch nicht eingeholt hat. Die Finger sind knotig, die Gelenke aufgebrochen, die Nägel geschwärzt, und das alles wäre nichts Ungewöhnliches in dieser Gegend; was Lucía erstarren lässt, ist die Geometrie dieser Hände – die ungewöhnliche Länge der Mittelsehne, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger sich minimal abspreizt, als wolle er immer das letzte Wort haben –, weil das eine Geometrie ist, die sie kennt, so gut wie ihre eigenen Hände, vielleicht besser. In ihr entstehen Fragen – so viele und so schnell und mit so unterschiedlichen und unmöglichen Konsequenzen, dass sie sich gegenseitig blockieren wie Autos in einer verstopften Kreuzung, und keine kommt durch bis zu den Lippen, weil jede mögliche Antwort etwas in ihr riskieren würde, das sie gerade noch zusammenhält. Der alte Mann wartet, ohne ihr dabei zuzusehen, wie man auf jemanden wartet, der Zeit braucht, und das ist in sich schon etwas, das Lucía nicht vergessen wird: dass er gewartet hat, als wüsste er, dass Warten hier das Richtige ist. Er füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß" – und das ist alles, drei Worte, aber seine Stimme dabei klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs aufgehört hat, mehr zu sagen als das Notwendigste. Lucía trinkt, langsam, und der Kaffee ist bitter und schwer und hat einen Nachgeschmack, den sie nicht einordnen kann und der deshalb in ihr hängen bleibt, lange nachdem die Tasse leer ist. Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und ob das Feigheit war oder eine Art von Weisheit, die man sich erst erarbeiten muss, bevor man erkennt, dass sie keine ist, weiß sie in diesem Moment nicht und wird es vielleicht nie wissen. Die Woche, die folgt, ist eine Woche wie jede andere, außer dass sie es nicht ist, weil Lucía durch jeden ihrer Tage geht wie durch Wasser, das leicht zäher ist als sonst, und der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, hartnäckig und stumm, wie eine Frage, die sich weigert, in Sprache übersetzt zu werden. Am nächsten Samstag steigt sie früher als gewöhnlich in den Bus, als könnten zwanzig Minuten irgendetwas entscheiden, das bereits entschieden ist, und als sie an der Brücke ankommt, steht der Eimer noch da, aber der alte Mann sitzt nicht darauf, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, der Cola verkauft und so aussieht, als hätte er noch nie jemanden vermisst. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie mit einem Blick an, der sagt, dass er diese Frage schon kennt, auch wenn er sie heute zum ersten Mal hört, und antwortet: „Weitergegangen. Oder gestorben. Hier fragt man das nicht so genau nach, weil die Antwort meistens beides ist." Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die warm und süß ist und nach allem schmeckt außer nach dem, was sie braucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch fließt, gleichgültig und unbeeindruckt, als wäre Gleichgültigkeit die einzig würdige Reaktion auf ein Land, das seinen Menschen so viel weggenommen hat. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn und von niemandem bemerkt außer von jemandem, der gelernt hat, auf die kleinen Zeichen zu achten, weil die großen Zeichen ausgeblieben sind. Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig ausgefranst, der Art von blau, das einmal kräftiger war – und knüpft ihn neben den roten, nicht aus Sentimentalität, sondern aus einem Impuls, den sie nicht analysiert, weil manche Handlungen ihre Bedeutung verlieren, wenn man sie zu genau anschaut. Die zwei Fäden hängen nebeneinander im leichten Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich voneinander zu entfernen, und das ist vielleicht das Genaueste, was Lucía jemals über ihre Beziehung zu Javier gesagt hat, auch wenn sie kein Wort dabei gesprochen hat. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze in etwas Unbestimmtes auflösen, in einen Übergang zwischen Form und Formlosigkeit, der ihr heute nicht beunruhigend vorkommt, sondern wie eine ehrliche Aussage darüber, wie die Dinge wirklich sind. Irgendwo in diesem Auflösen ist Javier – das ist keine Hoffnung mehr und keine Überzeugung, sondern eine innere Setzung, die sie aufrechterhält, weil ein Mensch irgendwo sein muss, auch wenn das Irgendwo sich jeder Verifikation entzieht. Der Kaffee ist noch da, eine Woche später, tief im Hals, auf der Zungenspitze, fremd und vertraut in einem Atemzug, wie eine Sprache, die man als Kind gesprochen hat und die jetzt nur noch in den Schichten sitzt, die tiefer liegen als das Bewusstsein. Lucía wird nächste Woche wiederkommen – nicht aus Hoffnung, nicht aus Gewohnheit im banalen Sinne, sondern weil Treue manchmal die einzige Form von Würde ist, die einem bleibt, wenn alles andere, worauf man gezählt hat, sich in Schweigen aufgelöst hat; und Würde, das hat sie gelernt, ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung, die man jeden Samstag von Neuem trifft. == 88 == 1 -------------------- Doña Clara steht früh auf. Es ist noch dunkel draußen. Sie macht das Feuer im Hof an. Ein großer Topf steht über den Flammen. Sie kocht Reis für das Fest. Heute ist die Taufe ihrer Enkelin. Viele Menschen werden kommen. Die Nachbarn bringen Tische und Stühle. Die Männer schleppen schwere Bierkästen. Die Frauen schälen Kartoffeln. Doña Clara rührt langsam im Topf. Asche fliegt ihr ins Gesicht. Sie wischt sie nicht ab. Elena kommt mit einem Korb. Der Korb ist voller Limonen. Elena ist ihre Tochter und sie ist Lehrerin. Sie setzt sich neben ihre Mutter. Sie schneidet die Früchte in Scheiben. Keine von beiden spricht. Ein Hahn schreit laut. Die Nachbarin ruft von gegenüber: „Wann geht es los?" Doña Clara antwortet ruhig: „Wenn die Sonne unten ist." Die Nachbarin nickt. Sie versteht nicht viel, aber sie nickt trotzdem. Elena sitzt auf einem alten Eimer. Sie schält Zwiebeln. Es sind sehr viele Zwiebeln. Die Tränen laufen ihr über das Gesicht. Aber sie hört nicht auf. Plötzlich wirft sie das Messer auf den Boden. „Mama, er kommt nicht", sagt sie. Doña Clara dreht sich nicht um. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter. Die Hand zittert ein bisschen. Elena öffnet den Mund, aber sie sagt nichts. Sie nimmt das Messer wieder vom Boden. Sie schält weiter. Am Abend ist das Haus voller Gäste. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen herum. Eine alte Ziehharmonika spielt Musik. Der Walzer klingt ein wenig traurig. Doña Clara geht allein in die Kammer. Sie öffnet einen alten Schrank. Dort steht eine Flasche Rum. Auf der Flasche liegt Staub. Das rote Band ist noch original und fest gebunden. Santiago hat ihr diese Flasche geschenkt. Es war zu ihrem letzten Geburtstag vor drei Jahren. Doña Clara nimmt die Flasche vorsichtig in beide Hände. Sie trägt sie in die Küche. Sie stellt sie in die Mitte des großen Tisches. Tante Rosa fragt laut: „Trinkst du das jetzt?" Doña Clara schüttelt den Kopf. „Ich habe es nicht allein gekauft, um es allein zu trinken", sagt sie. Der Ziehharmonika-Spieler hält kurz an. Dann spielt er weiter, als wäre nichts gewesen. Niemand trinkt aus der Flasche. Aber niemand stellt sie weg. Es ist nach Mitternacht. Die meisten Gäste sind schon gegangen. Doña Clara sitzt auf einer Holzbank vor dem Haus. Die Flasche steht neben ihr auf dem Boden. Sie ist noch geschlossen. Elena kommt mit einer Wolldecke. Sie legt sie ihrer Mutter sanft um die Schultern. Mutter und Tochter schauen auf den Weg. Der Weg führt ins Dunkle und endet irgendwo im Nichts. Irgendwo bellt ein Hund. Elena flüstert leise: „Er sieht die Kerzen." Doña Clara schaut nicht weg. „Er sieht sie", sagt sie. Sie sitzen lange zusammen auf der Bank. Die Kerzen brennen langsam herunter. Die Flasche bleibt stehen. Der Morgen kommt leise, ohne zu fragen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Doña Clara schläft schlecht, weil sie an die Taufe denkt. Schon vor dem Morgengrauen steht sie auf und geht in den Hof. Das Feuer brennt langsam, und der Rauch riecht nach feuchtem Holz. Sie rührt im großen Topf, obwohl der Reis noch nicht kocht. Heute kommen viele Menschen, und alles muss fertig sein. Die Nachbarn helfen gerne, denn das Dorf kennt Doña Clara seit vielen Jahren. Ein Mann schleppt Bierkästen, ein anderer trägt lange Holztische auf dem Rücken. Doña Clara schaut ihnen zu, aber sie denkt an jemand anderen. Elena kommt aus dem Haus und bringt einen schweren Korb mit Zwiebeln und Limonen. Sie setzt sich auf einen umgedrehten Eimer und fängt sofort an zu arbeiten. Ihre Augen werden rot, weil die Zwiebeln so scharf sind. Niemand fragt, ob es nur die Zwiebeln sind. Plötzlich legt Elena das Messer auf den Boden und sagt: „Mama, er kommt nicht zurück." Doña Clara dreht sich nicht um, aber ihre Hand hält kurz an. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie, ohne zu zögern. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter und schweigt. Sie nimmt das Messer wieder und schält weiter, weil es nichts anderes zu tun gibt. Am Nachmittag kommen die ersten Gäste, und das Haus wird schnell laut. Kinder rennen durch die Zimmer, und alte Männer sitzen draußen im Schatten. Eine Ziehharmonika spielt einen Walzer, der ein bisschen traurig klingt. Doña Clara geht allein in die Kammer, ohne dass jemand ihr folgt. Sie öffnet einen alten Holzschrank, der nach Lavendel und Zeit riecht. Ganz hinten steht eine Rumflasche mit einem roten Band und Staub auf dem Etikett. Santiago hat ihr diese Flasche zum letzten Geburtstag geschenkt, drei Jahre ist das jetzt her. Doña Clara hält die Flasche lange in beiden Händen, bevor sie geht. Sie trägt sie langsam in die Küche und stellt sie in die Mitte des Tisches. Tante Rosa sieht es sofort und fragt: „Willst du die jetzt aufmachen?" Doña Clara schüttelt den Kopf und sagt ruhig: „Ich habe sie nicht gekauft, um allein zu trinken." Die Ziehharmonika verstummt für einen Moment, dann geht die Musik weiter. Keiner greift nach der Flasche, aber keiner fragt noch einmal, warum sie da steht. Nach Mitternacht sind die meisten Gäste gegangen, und das Haus ist wieder still. Doña Clara sitzt auf der alten Holzbank vor dem Haus und schaut in die Dunkelheit. Die Rumflasche steht neben ihr auf dem Boden, noch immer geschlossen. Elena kommt mit einer dicken Decke und legt sie ihr schweigend um die Schultern. Sie setzt sich neben ihre Mutter, und beide schauen auf den unbefestigten Weg. Der Weg führt aus dem Dorf heraus, in eine Richtung, die niemand mehr benennt. Irgendwo im Dunkeln bellt ein Hund, und dann ist es wieder still. Elena flüstert: „Er sieht die Kerzen, weißt du." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Blick zu bewegen: „Er sieht sie." Sie sitzen nebeneinander, bis die letzten Kerzen heruntergebrannt sind. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht. Der Morgen kommt langsam, ohne dass jemand ihn eingeladen hat. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum geschlafen, weil die Gedanken an das Fest sie nicht loslassen wollten. Als sie aufsteht, ist der Himmel noch dunkelblau, und das Dorf liegt still wie ein vergessenes Versprechen. Sie kniet neben dem offenen Feuer im Hof und rührt den Reis, obwohl er noch nicht heiß genug ist. Die Asche fliegt ihr ins Gesicht, und sie lässt es geschehen, ohne die Hand zu heben. Heute wird die kleine María getauft, und das ganze Dorf wird kommen, weil man sowas nicht alleine feiert. Nachbarn schleppen Tische über den Hof, Männer stapeln Bierkästen an die Hauswand, Frauen bringen Töpfe und Schüsseln. Es riecht nach Holzrauch, nach Fleisch, nach der feuchten Erde, die der Morgen immer mit sich bringt. Elena kommt mit einem schweren Korb aus dem Haus, setzt sich wortlos neben ihre Mutter und greift nach dem Messer. Sie schneidet Zwiebeln, eine nach der anderen, und die Tränen kommen so gleichmäßig, dass niemand fragt, ob es Schmerz ist. Irgendwann legt Elena das Messer hin und sagt mit leiser, harter Stimme: „Mama, er wird nicht kommen." Doña Clara rührt weiter, als hätte sie nichts gehört, aber ihre Schultern straffen sich für einen kurzen Moment. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und ihre Stimme lässt keinen Widerspruch zu. Elena will antworten, aber dann sieht sie, wie die Hand ihrer Mutter am Löffel zittert, ganz leicht, fast unsichtbar. Sie schweigt, nimmt das Messer wieder, und schält weiter, weil es das Einzige ist, was sie tun kann. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, erst einzeln, dann in kleinen Gruppen, laut und hungrig und gut gekleidet. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen hindurch, eine Ziehharmonika spielt, und das Haus füllt sich mit Wärme und Lärm. Doña Clara bewegt sich durch all das wie jemand, der ein Theaterstück kennt und trotzdem mitspielen muss. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, und antwortet kurz und freundlich, aber ihre Augen schauen immer ein Stück weiter. Als niemand sie beobachtet, geht sie in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und öffnet den alten Holzschrank. Die Rumflasche steht ganz hinten, hinter alten Tüchern, als hätte sie sich versteckt oder als hätte sie gewartet. Das rote Band ist noch original und unberührt, und der Staub auf dem Etikett erzählt, wie lange sie dort gestanden hat. Santiago hatte sie ihr zum Geburtstag gebracht, damals, als er noch da war, als er noch ein Gesicht hatte und eine Stimme. Doña Clara steht lange in der Kammer, die Flasche in den Händen, und atmet einmal tief durch, bevor sie geht. Sie trägt sie in die Küche und stellt sie ohne Erklärung in die Mitte des großen Tisches, zwischen Teller und Brot. Tante Rosa bemerkt es sofort, weil Tante Rosa immer alles bemerkt, und fragt: „Wird die heute aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, und der Satz klingt wie etwas, das man auswendig gelernt hat. Die Ziehharmonika hört für einen Atemzug auf, dann setzt sie wieder ein, und der Abend geht weiter wie geplant. Niemand trinkt aus der Flasche, aber niemand stellt sie weg, und nach einer Weile schaut auch niemand mehr hin. Nach Mitternacht sitzen die letzten Gäste auf den Bänken vor dem Haus, und die Stimmen werden leiser, eine nach der anderen. Doña Clara holt die Rumflasche aus der Küche und trägt sie nach draußen, als gehöre sie dorthin. Sie setzt sich auf die alte Holzbank, stellt die Flasche neben ihre Füße und schaut auf den unbefestigten Weg, der ins Dunkel führt. Elena kommt kurz darauf mit einer Decke, die sie ihr wortlos um die Schultern legt, bevor sie sich danebensetzt. Es ist eine dieser Nächte, in denen man redet, ohne zu sprechen, und trotzdem alles sagt, was gesagt werden muss. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund einmal kurz auf, dann ist es wieder still, und die Stille fühlt sich vollständig an. Elena flüstert, halb zu ihrer Mutter, halb zu niemandem: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch ist." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen: „Er sieht sie." Sie sitzen so, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht verlischt wie ein leises Wort. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht, ungeöffnet, unbewegt, genauso wie vor drei Jahren. Der Morgen kommt ohne Erlaubnis, wie er immer kommt, gleichgültig und unausweichlich und trotzdem irgendwie sanft. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum die Augen zugetan, weil die Gedanken an das Fest sie mit einer Hartnäckigkeit verfolgten, die an Schuld grenzte. Sie steht auf, bevor der Himmel sich entschieden hat, welche Farbe er annehmen will, und geht in den Hof, als hätte sie dort etwas vergessen. Das Feuer unter dem großen Topf brennt ungleichmäßig, und sie kniet daneben und rührt, obwohl der Reis noch kalt ist und es keinen Sinn ergibt. Asche legt sich auf ihr Gesicht, und sie lässt es geschehen, mit der Gleichgültigkeit eines Menschen, der gelernt hat, kleine Unbequemlichkeiten nicht zu bemerken. Heute wird die kleine María getauft, das erste Kind von Santiagos Frau, ein neues Leben, das in eine Welt kommt, in der sein Vater schon drei Jahre lang fehlt. Die Nachbarn erscheinen früh, ohne gerufen zu werden, weil das Dorf weiß, was sich gehört, und weil schweigendes Mitarbeiten manchmal die einzige Form von Trost ist, die man anbieten kann. Männer schleppen Tische und Bierkästen, Frauen bringen Töpfe und Süßigkeiten, und über allem liegt dieser besondere Geruch von Holzrauch und Erwartung, der Feste ankündigt. Elena kommt aus dem Haus, einen schweren Korb am Arm, setzt sich ohne Gruß neben ihre Mutter und greift nach dem Messer, als wäre diese Stille zwischen ihnen ein alter Vertrag. Die Zwiebeln bringen ihr die Tränen, und weil niemand sie fragt, muss sie auch nicht antworten, was eine Erleichterung ist, die sie sich nicht eingestehen will. Nach einer Weile legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden und sagt, ohne ihre Mutter anzuschauen: „Er kommt nicht, Mama, er ist nicht mehr irgendwo, wo er kommen könnte." Doña Clara rührt weiter, und nur wer genau hinschaut, sieht, wie sich der Rhythmus ihrer Hand für eine Sekunde unterbricht, bevor sie antwortet: „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann." Es ist kein Glaube, was in diesem Satz liegt, und auch keine Hoffnung im üblichen Sinne, sondern etwas Älteres, etwas, das man nicht widerlegen kann, ohne grausam zu sein. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält wie jemand, der sich daran festhält, und beschließt zu schweigen, weil Schweigen manchmal das Klügste ist. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das ist jetzt egal, weil es sowieso niemanden interessiert, woher sie kommen. Die Gäste treffen am Nachmittag ein, zuerst zögerlich, dann in Wellen, und das Haus füllt sich mit Stimmen und Kinderlärm und dem traurig-fröhlichen Klagen einer alten Ziehharmonika. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie jemand, der die Choreographie einer Feier auswendig kennt und sie trotzdem zum ersten Mal aufführt, mit einem Lächeln, das nicht erreicht, was es erreichen soll. Sie antwortet auf Fragen, nimmt Umarmungen entgegen, lobt das Kleid der Nachbarstochter, und tut dabei alles, was eine Gastgeberin tun muss, ohne auch nur einen Moment wirklich da zu sein. Als die Gelegenheit kommt, löst sie sich unbemerkt aus der Menge, geht durch den schmalen Gang in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und lehnt einen Atemzug lang dagegen. Der alte Holzschrank riecht nach Lavendel und nach einer Zeit, die nicht mehr existiert, und ganz hinten, hinter gefalteten Tüchern, steht die Flasche Rum, als hätte sie auf genau diesen Moment gewartet. Das rote Band ist unberührt, das Etikett trägt eine dünne Staubschicht, und Santiago hatte die Flasche mit beiden Händen überreicht und gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben. Doña Clara hält sie lange, ohne sie zu öffnen, ohne sich zu bewegen, und in der Stille der Kammer ist der Abstand zwischen damals und heute mit Händen zu greifen. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Erklärung und ohne Zögern in die Mitte des großen Tisches, zwischen Brotteller und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin. Tante Rosa, die in ihrem Leben noch keine Geste unkommentiert gelassen hat, beugt sich vor und fragt mit einem Unterton, der Neugier und Vorwurf mischt: „Wird die heute Abend noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, ruhig und endgültig, und der Satz legt sich über den Tisch wie ein Tischtuch, das niemand wegziehen will. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, dann setzt sie wieder ein, und der Abend rollt weiter, als wäre nichts gesagt worden, was nicht schon alle wussten. Niemand greift nach der Flasche, nicht aus Respekt, nicht aus Scheu, sondern weil jeder am Tisch spürt, dass sie nicht zum Trinken dasteht, sondern als Zeichen für etwas, das keinen Namen hat. Nach Mitternacht leert sich das Haus langsam, wie Wasser aus einem Becken läuft, und zurück bleiben nur die Stühle, die Reste, und eine Stille, die sich anders anfühlt als die vom Morgen. Doña Clara nimmt die Flasche, trägt sie nach draußen in die kühle Nachtluft und setzt sich auf die alte Holzbank, die vor dem Haus steht, seit sie denken kann. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer dicken Wolldecke, legt sie ihr ohne ein Wort um die Schultern und lässt sich daneben nieder, nah genug, dass die Schultern sich berühren. Sie schauen beide auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist und auf dem er nie zurückgekommen ist. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund zweimal kurz auf, dann kehrt die Stille zurück, vollständig und dicht, wie eine zweite Decke über beiden Frauen. Elena flüstert, mit einer Stimme, die weder Frage noch Aussage ist: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet sofort, ohne zu zögern, ohne den Blick von dem dunklen Weg zu nehmen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht stirbt, leise und ohne Drama, wie Dinge sterben, die ihren Zweck erfüllt haben. Die Flasche Rum steht die ganze Zeit zwischen ihren Füßen, ungeöffnet und unbewegt, ein Versprechen in Glas, das niemand eingelöst hat und das vielleicht gerade deshalb noch gilt. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne zu fragen und ohne zu warten, gleichmäßig und unausweichlich und auf seine Art barmherzig. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht keinen wirklichen Schlaf gefunden, sondern nur jene flache, unruhige Bewusstlosigkeit, die sich einstellt, wenn der Körper erschöpft ist, der Geist aber nicht aufhören will zu arbeiten. Sie steht auf, noch bevor das Licht sich entschieden hat, und tritt in den Hof hinaus, in die blaue Kälte des frühen Morgens, der nach nassem Gras und nach dem Holz des Feuers riecht, das sie nun entfacht, weil die Hände etwas brauchen, dem sie folgen können. Der Reis im großen Topf ist noch kalt, und sie rührt ihn trotzdem, mechanisch, mit jener ruhigen Hartnäckigkeit, die Menschen entwickeln, wenn das Tun wichtiger geworden ist als sein Ergebnis. Asche legt sich auf ihre Stirn und ihre Wangen, und sie wischt sie nicht ab, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil es eine Art ist, die Last des Tages schon am Morgen sichtbar zu tragen, bevor die Gäste kommen und alles hinter Freundlichkeit verschwinden muss. Heute wird Marías Taufe gefeiert, das erste Kind ihres Sohnes Santiago, ein kleines Leben, das in die Welt gekommen ist, ohne seinen Vater je gesehen zu haben, und das es vielleicht nie tun wird. Die Nachbarn erscheinen früh und ungebeten, weil das Dorf weiß, dass Doña Clara Hilfe braucht, und weil kollektives Arbeiten in solchen Momenten die einzige Sprache ist, die nicht lügt und nicht zu viel verlangt. Männer schleppen Tische über den holprigen Hof, stapeln Bierkästen unter dem Vordach, und über allem liegt dieser schwere, vertraute Geruch von Holzrauch und Kochfleisch, der Feste ankündigt und gleichzeitig an all die anderen Feste erinnert, die schon gewesen sind. Elena kommt aus dem Haus, den schweren Korb in der Armbeuge, und setzt sich neben ihre Mutter, ohne sie zu grüßen, weil zwischen Müttern und Töchtern, die sich kennen wie diese beiden, ein Gruß manchmal zu viel wäre. Sie greift nach dem Messer und beginnt die Zwiebeln zu schneiden, schweigend und gleichmäßig, und die Tränen, die ihr über das Gesicht laufen, sind aus einem Material, das man an diesem Morgen nicht voneinander unterscheiden will. Irgendwann legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden, schaut geradeaus in den Rauch, und sagt mit der Stimme eines Menschen, der eine Wahrheit lange aufbewahrt hat und nun nicht mehr kann: „Er kommt nicht, Mama, und du weißt es." Doña Clara rührt weiter, ohne die Geschwindigkeit zu verändern oder den Blick zu heben, und nur wer sie sehr genau kennt, erkennt am kurzen Innehalten ihrer Schultern, dass der Satz sie getroffen hat wie ein Stein, den man nicht kommen sieht. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und dieser Satz ist kein Glaube im religiösen Sinne und keine Hoffnung im rationalen, sondern jene dritte Sache, für die es kein gutes Wort gibt, das Festhalten an einer Möglichkeit, nicht weil sie wahrscheinlich ist, sondern weil das Gegenteil nicht auszuhalten wäre. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält und dabei ganz leicht zittert, kaum sichtbar, aber unübersehbar für jemanden, der diese Hand seit der Kindheit kennt, und das Widersprechen versiegt in ihr, bevor es zur Sprache findet. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das macht nichts, denn hier im Hof, mit dem Rauch und dem Geruch von Zwiebeln, braucht niemand zu erklären, warum Augen nass werden. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, zunächst zögerlich, dann in jener selbstverstärkenden Welle, die entsteht, wenn genug Menschen bereits da sind, um den Ankömmlingen das Gefühl zu geben, dass sie nichts verpassen dürfen. Das Haus füllt sich mit Stimmen, mit Kindergeschrei, mit dem traurig-festlichen Klagen einer alten Ziehharmonika, die einen Walzer spielt, der schon zu anderen Anlässen gespielt wurde und deshalb etwas Unstimmiges hat, etwas, das passt und nicht passt zugleich. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie eine Frau, die eine Rolle sehr gut gelernt hat und die weiß, dass Schwäche das Letzte wäre, was ihr die Gäste abnehmen würden, ohne es ihr vorzuwerfen. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, nimmt Umarmungen an, lobt das Essen und die Kinder, und tut das alles mit einer Präzision, die Herzlichkeit imitiert ohne sie zu fühlen, nicht aus Falschheit, sondern aus Erschöpfung. Als sich eine Gelegenheit öffnet, löst sie sich lautlos aus dem Gewebe der Feier, geht durch den schmalen Korridor in die Kammer und schließt die Tür hinter sich mit der Sorgfalt eines Menschen, der die Stille vor dem Geräusch schützen will. Der alte Holzschrank steht dort, wo er immer gestanden hat, und riecht nach Lavendel und nach der Zeit selbst, nach dem Staub aufgehobener Dinge, die man weder wegwerfen noch anfassen kann. Ganz hinten, hinter sorgfältig gefalteten Tüchern, die sie selbst dort abgelegt hat, steht die Rumflasche, das rote Band unberührt, das Etikett unter einer dünnen Staubschicht leserlich, ein Objekt, das drei Jahre lang auf seinen Moment gewartet hat, ohne zu wissen, was für ein Moment das sein würde. Santiago hatte ihr diese Flasche zum Geburtstag gebracht, mit beiden Händen, mit diesem Lächeln, das seine Augen faltig werden ließ, und hatte gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben, und nun ist ein besonderer Anlass, und er ist nicht da. Doña Clara steht lange in der Kammer, hält die Flasche in den Händen ohne sie zu öffnen, und in der Stille zwischen diesen vier Wänden erlaubt sie sich für einen einzigen Moment das, was sie sich den ganzen Tag nicht erlaubt hat: stillzuhalten und zu spüren, wie schwer das alles ist. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Ankündigung und ohne Erklärung in die genaue Mitte des großen Tisches, zwischen Brot und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie das schon immer gewusst. Tante Rosa, deren Leben aus dem Registrieren unausgesprochener Dinge besteht und die in dieser Fähigkeit eine Kunstfertigkeit entwickelt hat, die manchmal Grausamkeit berührt, beugt sich sofort vor und fragt: „Wird die heute noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara mit einer Ruhe, die keine Antwort erwartet und keine duldet, und der Satz hängt im Raum wie etwas, das alle schon immer gewusst haben, ohne es je formuliert zu haben. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, fast unmerklich, als hätte auch der Spieler zugehört, und dann setzt sie wieder ein, und der Abend trägt sich weiter, als wäre nichts geschehen, was nicht zum Fest gehörte. Niemand greift nach der Flasche, über den ganzen Abend nicht, nicht einmal die Trinkfreudigen, nicht einmal die Gedankenlosen, weil etwas in ihrer Aufstellung am Tisch und in der Art, wie Doña Clara sie hingestellt hat, unmissverständlich sagt, dass sie nicht zum Trinken da ist. Nach Mitternacht leert sich das Haus in jenem langsamen, unaufhaltsamen Prozess, der jeden Abend beschließt, wenn die Energie der Feier verbraucht ist und die Menschen wieder zu sich selbst zurückfinden müssen. Doña Clara nimmt die Flasche vom Tisch, trägt sie nach draußen in die kühle Stille der Nacht und setzt sich auf die alte Holzbank vor dem Haus, als wäre das eine Entscheidung, die sie schon am Morgen getroffen hat. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer schweren Wolldecke, legt sie ihr um die Schultern mit einer Geste, die zu zärtlich ist, um ein Wort daneben zu brauchen, und setzt sich so nah, dass die Schultern sich berühren. Beide schauen auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist an jenem Tag vor drei Jahren, ohne sich umzudrehen oder Bescheid zu sagen, und auf dem seither nur Abwesenheit zurückgekehrt ist. Irgendwo hinter dem Dorf bellt ein Hund zweimal, kurz und ohne Nachdruck, und dann kehrt die Stille zurück, vollständig und vertraut, wie ein Raum, in dem man schon lange wohnt. Elena flüstert, mit einer Stimme, die sich nicht entschieden hat, ob sie beten oder behaupten will: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen, ohne die Stille erst zu lassen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett in sich zusammengesunken ist und das Licht erlischt, leise und vollständig, mit jener Würde, die Dinge haben, die ihren Zweck erfüllt haben und nun aufhören dürfen. Die Rumflasche steht zwischen ihren Füßen, ungeöffnet, das rote Band noch immer gebunden, ein Versprechen in Glas und Ton, das niemand eingelöst hat, und das vielleicht gerade deswegen noch nicht erloschen ist. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne Erlaubnis und ohne Ankündigung, gleichmäßig und unerbittlich und in seiner Gleichgültigkeit auf eine Art, die man, wenn man will, auch Gnade nennen kann. == 89 == 1 -------------------- Die lateinischen Worte Es ist sieben Uhr morgens. Niall geht zur Kirche. Die Kirche steht am Ende des Dorfes. Das Dorf liegt an der Westküste. Es regnet schon seit drei Wochen. Die Straßen sind nass. Die Felder sind nass. Alles ist grau. Niall hat den Schlüssel in der Hand. Das Schloss quietscht laut. Es hat immer so gequietscht. Drinnen riecht es nach altem Stein. Es riecht auch nach Weihrauch. Niall mag diesen Geruch. Er zündet zwei Kerzen an. Nur zwei, nicht mehr. Der dritte Kerzenständer ist leer. Er war schon seit Ostern leer. Niall schaut kurz zur Muttergottes. Dann geht er wieder nach draußen. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus. Father Brennan steht schon im Flur. Der alte Priester ist 79 Jahre alt. Er hält das Messgewand über dem Arm. Er schaut Niall an und sagt: „Du bist zu spät." Niall sagt: „Es ist erst Viertel nach sieben." Brennan sagt: „Das ist zu spät." Sie gehen zusammen zurück zur Kirche. Brennan geht langsam. Seine Finger zittern ein wenig. Niall geht neben ihm. Er sagt nichts. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar. Er dreht dem Raum den Rücken zu. Er beginnt die Messe. Er spricht auf Latein. Die Worte sind alt und leise. Niall sitzt auf der ersten Bank. Die anderen Bänke sind alle leer. Früher saßen hier viele Menschen. Alte Frauen mit Kopftüchern. Männer, die nach Torf rochen. Das ist lange her. Brennan dreht sich um und sagt: „Dominus vobiscum." Niall antwortet: „Et cum spiritu tuo." Seine Stimme ist ruhig. Es ist genug. Sie machen weiter. Niall kennt alle Antworten. Er hat sie als Kind gelernt. Er war Ministrant, mit sieben Jahren. Dann kommt der wichtige Moment. Brennan hebt die Hostie. Er will die Worte sprechen. Aber sein Mund bleibt offen. Er sagt nichts. Seine Finger halten die Hostie fest. Sein Gesicht ist ruhig, aber seine Augen suchen. Niall sieht das. Er wartet eine Sekunde. Dann flüstert er leise: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Brennan schließt die Augen. Er nickt einmal. Er spricht weiter. Die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen. Sie gehen zusammen zum Pub. Sie sagen kein Wort auf dem Weg. Im Pub sind sie allein. Der Wirt bringt zwei Gläser Guinness. Er dreht das Radio leiser. Brennan sagt: „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt." Er sagt: „Das war der einzige Unterricht, der zählte." Er sagt: „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an. Draußen hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit Wochen. Keiner von beiden schaut zum Fenster. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die lateinischen Worte Um sieben Uhr morgens nimmt Niall den Schlüssel vom Haken und geht zur Kirche. Das Dorf liegt still da, wie es immer liegt, wenn es regnet. Es regnet seit drei Wochen, jeden Tag, ohne Pause. Die Kirche steht am Ende der Straße, grau und schwer, wie ein alter Mann. Das Schloss quietscht, als Niall die Tür aufdrückt – es hat immer so gequietscht. Der Geruch kommt sofort: feuchter Stein, Weihrauch, etwas Modernes, das er nicht benennen kann. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer ist. Niemand hat neue Kerzen gekauft, und niemand hat gefragt warum. Niall schaut kurz zur Statue der Muttergottes, dann dreht er sich um. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus, die Hände in den Taschen. Father Brennan steht schon im Flur, das Messgewand über dem linken Arm. „Du bist zu spät", sagt der alte Mann, ohne Niall anzuschauen. „Es ist Viertel nach sieben", sagt Niall, „die Glocke läutet um halb acht." Brennan antwortet nicht, er geht einfach los. Niall folgt ihm, einen halben Schritt hinter ihm, wie immer. Der alte Priester ist 79 Jahre alt, aber er geht noch geradeaus. Nur seine Finger zittern, das sieht man, wenn er den Kelch hält. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar und dreht dem Raum den Rücken zu. Die Bänke hinter Niall sind leer – alle, bis zur letzten Reihe. Früher saßen hier dreißig, vierzig Menschen, manchmal mehr. Alte Frauen in dunklen Kleidern, Männer mit roten Händen, Kinder, die nicht stillsitzen konnten. Das ist fünf Jahre her, als der junge Priester wegging und niemand mehr kam. Brennan hat trotzdem weitergemacht, jeden Sonntag, für niemanden. Niall ist gekommen, nicht weil er glaubt, sondern weil er nicht will, dass der alte Mann allein steht. Die Messe beginnt, und Brennans Stimme füllt die Stille. Die lateinischen Worte fallen langsam, einer nach dem anderen, wie Tropfen in einen Brunnen. Niall sitzt auf der ersten Bank und antwortet, wenn er dran ist. „Et cum spiritu tuo" – die Worte kommen automatisch, aus dem Gedächtnis eines Kindes. Er war sieben Jahre alt, als er sie zum ersten Mal sagte. Er erinnert sich nicht mehr, ob er damals verstanden hat, was sie bedeuten. Vielleicht spielt das keine Rolle. Brennan dreht sich um, schaut über Niall hinaus in die leeren Reihen. „Dominus vobiscum", sagt er, leise, fast fragend. Niall antwortet, und Brennan nickt einmal, kaum sichtbar. Die Messe geht weiter, Satz für Satz, wie ein altes Schiff, das seinen Kurs kennt. Dann kommt der Moment, den Niall nicht erwartet hat. Brennan hält die Hostie in den Händen und öffnet den Mund. Kein Wort kommt. Nur ein kurzer Laut, dann Stille. Brennans Gesicht bleibt ruhig, aber seine Finger drücken die Hostie ein bisschen zu fest. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes. Er sieht das blinde Auge, das nichts sieht, und das andere, das zu viel weiß. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine. Niall atmet einmal tief, und dann flüstert er: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus ihm heraus wie etwas, das er nie wirklich vergessen hat. Brennan schließt die Augen, nickt einmal, und spricht weiter. Die Hostie bewegt sich in der Stille, und die Messe geht weiter. Nach dem letzten Segen löscht Niall die Kerzen. Sie gehen zusammen aus der Kirche, ohne zu sprechen. Der Regen fällt leise auf das Pflaster, wie immer. Im Pub sind sie allein, außer dem Wirt, der schweigend den Tresen wischt. Zwei Gläser Guinness stehen vor ihnen, halb voll, noch nicht angerührt. Brennan schaut auf sein Glas und sagt: „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war." „Das war der einzige Unterricht, der wirklich gezählt hat", sagt er dann. „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt ruhig: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an, leise, ohne zu lachen. Draußen vor dem Fenster hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit drei Wochen ist es still. Keiner von beiden schaut hin. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die lateinischen Worte Niall kennt jeden Stein des Weges zur Kirche, jeden Riss im Pflaster, jede Stelle, wo das Gras zwischen den Platten wächst. Er geht diesen Weg jeden Sonntag, seit fünf Jahren, kurz vor sieben Uhr morgens, wenn das Dorf noch schläft. Der Regen fällt gleichmäßig, wie er es seit Wochen tut, ohne Unterbrechung, ohne Absicht. An der Westküste ist das so: Der Regen kommt nicht als Ereignis, er ist einfach da, wie die See, wie der Wind, wie die Stille. Das Schloss der Kirchentür quietscht, als er den Schlüssel dreht, und dieser Laut gehört für Niall zum Sonntag wie die Glocke selbst. Drinnen riecht es nach feuchtem Stein und altem Weihrauch, ein Geruch, der sich in den Wänden festgesetzt hat wie ein Gebet, das niemand mehr spricht. Er zündet zwei Kerzen an – nur zwei, weil der Ständer vor der Muttergottes seit Ostern leer steht und keiner der Mut hatte, das zu ändern. Das flackernde Licht wirft lange Schatten auf die leeren Bänke, und für einen Moment sieht die Kirche fast belebt aus. Dann holt er Father Brennan ab. Der alte Priester steht bereits im Flur des Pfarrhauses, das Messgewand sorgfältig über den linken Arm gelegt, als hätte er die ganze Nacht gewartet. „Du bist zu spät", sagt Brennan, ohne Niall anzusehen, mit der ruhigen Bestimmtheit eines Mannes, der nicht mehr streitet, sondern nur noch feststellt. Niall erklärt, dass es erst Viertel nach sieben ist und die Glocke erst um halb acht läutet, aber er weiß bereits, dass die Antwort keine Rolle spielt. Sie gehen den schmalen Weg zwischen den Hecken, Brennan einen halben Schritt voraus, Niall hinter ihm, wie es sich so ergeben hat. Der alte Mann geht langsamer als früher, aber er geht noch aufrecht, und das ist etwas, das Niall jedes Mal auffällt, ohne dass er weiß, warum. In der Kirche nimmt Brennan seinen Platz vor dem Altar ein, dreht der leeren Gemeinde den Rücken zu und beginnt. Die lateinischen Worte kommen ruhig und gleichmäßig, getragen von einer Stimme, die mit den Jahren brüchiger geworden ist, aber nie unsicher. Niall sitzt auf der ersten Bank und hört zu, wie man einem Fluss zuhört, der immer schon da war. Die Bänke hinter ihm sind leer, und trotzdem füllen sie den Raum irgendwie, mit dem Gewicht all der Sonntage, an denen hier Menschen saßen. Er erinnert sich noch an die alten Frauen in ihren dunklen Kleidern, an die Männer mit den rissigen Händen, an die Kinder, die auf der Holzbank rutschten und einen Blick zugeworfen bekamen. Das alles ist fünf Jahre her, seit der junge Priester die Gemeinde verlassen hat und die Sonntagsmesse zu einer Laienandacht wurde. Brennan hat davon nichts wissen wollen und hält seitdem seine eigene Messe, still, auf Latein, ohne Erlaubnis, ohne Publikum. Niall ist geblieben, nicht weil der Glaube ihn hält, sondern weil er den Gedanken nicht aushält, dass der alte Mann allein vor dem Altar steht. Er antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die er als Siebenjähriger auswendig gelernt hat und die in ihm geblieben sind wie eine Melodie, die man nicht mehr loswird. „Dominus vobiscum", sagt Brennan, und dreht sich kurz um, sein gutes Auge sucht Niall, findet ihn. „Et cum spiritu tuo", antwortet Niall, und das reicht. Sie kennen diesen Rhythmus, dieses Geben und Nehmen, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Dann kommt die Wandlung. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Finger zittern leicht, und öffnet den Mund. Nichts. Ein kurzer, gebrochener Laut, dann eine Stille, die sich anfühlt, als würde die Kirche den Atem anhalten. Brennans Gesicht zeigt keine Panik, nur eine Art erschöpftes Suchen, als blättere er in einem Buch, dessen Seiten er nicht mehr sehen kann. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes, die blinde Pupille, die ins Leere gerichtet ist, die Finger, die die Hostie zu fest halten. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkommen, wie sie es manchmal tun. Sie kommen nicht. Dann hört er sich selbst flüstern, fast ohne es zu wollen: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus einer Tiefe, die er nicht kannte, aus einem Teil von ihm, der offenbar nie aufgehört hat, Ministrant zu sein. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig, als wäre nichts gewesen. Die Hostie hebt sich, und die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand ab, sie verlassen die Kirche, ohne ein Wort darüber zu verlieren, was gerade passiert ist. Der Regen empfängt sie vor der Tür wie ein geduldiger Bekannter. Im Pub stellen sie ihre nassen Jacken auf die Stühle und setzen sich an den Tresen. Der Wirt bringt zwei halbe Guinness, dreht das Radio leiser und lässt sie in Ruhe, weil er gelernt hat, dass das das Richtige ist. Brennan starrt eine Weile in sein Glas, bevor er spricht. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich das Gefühl hatte, dass es um etwas geht." Er macht eine Pause, dreht das Glas langsam in den zitternden Händen. „Jetzt zählt nichts mehr davon." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, dann wieder auf Brennan. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie stoßen an, ohne Feierlichkeit, ohne Lächeln, mit der ruhigen Geste zweier Männer, die sich seit Jahren kennen und wenig erklären müssen. Draußen hört der Regen auf. Es geschieht einfach so, ohne Ankündigung, mitten in einem Augenblick, der ohnehin schon zu voll ist. Durch das beschlagene Fensterglas sieht man ein blasses Licht zwischen den Wolken. Keiner von beiden dreht sich um. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die lateinischen Worte Der Sonntag beginnt für Niall nicht mit dem Aufwachen, sondern mit dem Moment, in dem er den Schlüssel vom Haken nimmt und weiß, dass es wieder Zeit ist. Draußen hängt der Regen wie eine Wand zwischen den Häusern, dicht und gleichgültig, seit drei Wochen derselbe Regen, der sich längst nicht mehr wie Wetter anfühlt, sondern wie Zustand. Das Dorf liegt still, wie es an Sonntagen liegt, wenn die wenigen, die noch hier wohnen, hinter beschlagenen Fenstern bleiben und niemand erwartet, dass einer von ihnen zur Kirche geht. Niall geht trotzdem, nicht weil er müsste, sondern weil aufzuhören eine Entscheidung wäre, und er hat noch keine getroffen. Das Schloss quietscht, als er die schwere Eichentür aufdrückt, ein vertrauter Laut, der seit hundert Jahren derselbe ist und in seiner Beständigkeit etwas fast Tröstliches hat. Die Kirche riecht nach feuchtem Stein und Weihrauch und nach der spezifischen Kälte alter Gebäude, die selbst im Sommer nicht ganz weicht, als hätte sich die Temperatur in den Wänden verselbständigt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer – der vor der Muttergottes – seit Ostern leer steht, und weil niemand diesen Umstand je laut angesprochen hat, ist er zu einer Art stillschweigendem Einverständnis geworden. Das flackernde Licht fällt auf die leeren Bänke und zeichnet Schatten, die aussehen wie Personen, wenn man nicht genau hinschaut. Niall schaut nicht genau hin. Er holt Father Brennan ab, wie jeden Sonntag, den schmalen Weg zwischen den Hecken entlang, der nach Regen immer ein bisschen rutschig ist. Der alte Priester steht bereits im Flur, das Messgewand über dem Arm, die weißen Augenbrauen zusammengezogen, als hätte er auf etwas gewartet, das sich nicht beeilte. „Du bist zu spät", sagt Brennan, mit der Autorität eines Mannes, für den die Zeit nicht mehr eine Abfolge von Minuten ist, sondern eine Frage der Haltung. Niall erklärt sachlich, dass es Viertel nach sieben ist, dass die Glocke erst um halb acht läutet, dass sie in der Zeit sind – aber er weiß, während er es sagt, dass dieser Austausch nicht über Zeit handelt. Sie gehen nebeneinander, Brennan einen halben Schritt voraus, weil er es nicht anders kennt, Niall hinter ihm, weil er gelernt hat, dass manche Positionen keine Entscheidung, sondern eine Übereinkunft sind. Die Kirche empfängt sie mit der Kälte, die sie immer hat, und Brennan geht ohne Zögern zum Altar, als würde er einen Raum betreten, der ihm gehört, obwohl er das, streng genommen, nicht mehr tut. Er dreht dem Kirchenschiff den Rücken zu, streckt die zitternden Hände über den Kelch und beginnt zu sprechen. Das Latein kommt ruhig und kontinuierlich, brüchig in der Oberstimme, aber stabil in seinem Rhythmus, wie ein altes Seil, das mehr trägt, als man ihm ansieht. Niall sitzt auf der ersten Bank, die Hände zwischen den Knien, und antwortet auf die Rufe, die Antworten erfordern, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwanzig Jahre hinweg aufbewahrt hat, ohne je dazu aufgefordert worden zu sein. Die Bänke hinter ihm sind leer, aber ihre Leere ist nicht nichts – sie ist die Summe aller Sonntagmorgen, an denen hier Menschen saßen, die jetzt entweder fortgezogen oder gestorben sind, was an der Westküste auf dasselbe hinausläuft. Er erinnert sich an die alten Frauen, die den Rosenkranz zwischen den Fingern rollten wie Händler ihre Münzen, an die Männer, die nach Torf rochen und nach dem Gottesdienst wortlos aneinandervorbeigingen, als hätte die Stunde des Schweigens eine Verlängerung bekommen. Das Bistum hat vor fünf Jahren entschieden, dass eine Laienandacht genüge, und die Gemeinde hat sich, wie Gemeinden das tun, gefügt. Brennan hat sich nicht gefügt, er hat einfach weitergemacht, still, ohne Erlaubnis, ohne Publikum, weil ihm die Vorstellung, dass die Messe aufhört, absurder erschien als die Vorstellung, sie allein zu halten. Niall ist geblieben, nicht aus Glauben, sondern aus einer Art Pflichtgefühl, das keinen religiösen Kern hat, aber einen menschlichen, und das vielleicht dasselbe ist. „Dominus vobiscum", sagt Brennan und dreht sich halb um, sein gutes Auge findet Niall mit der Präzision langer Gewohnheit. „Et cum spiritu tuo" – Niall sagt es ohne Pause, und Brennan nickt, kaum wahrnehmbar, und dreht sich wieder zum Altar. Es gibt einen Austausch in diesem Ritual, der weder Gespräch ist noch Gebet, sondern etwas dazwischen, etwas, für das es kein passendes Wort gibt außer vielleicht: Anwesenheit. Die Messe trägt sich selbst vorwärts, Satz für Satz, und Niall lehnt sich ein wenig zurück und lässt die lateinischen Worte über sich hinweggehen wie Wasser. Dann kommt die Wandlung, und alles stockt. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Lippen formen sich zu einem Wort, das nicht kommt – ein offener Mund, ein abgebrochener Laut, eine Stille, die sich von anderen Stillen unterscheidet, weil in ihr etwas fehlt, das da sein sollte. Nialls Blick geht sofort zu den Händen des alten Mannes, die die Hostie mit einer Kraft halten, die wie Festhalten aussieht, nicht wie Darbringen. Er sieht den Schweiß, der sich auf Brennans Stirn gesammelt hat, das blinde Auge, das in eine Richtung zeigt, die keiner kennt, die erschöpfte Suche in den Zügen eines Gesichts, das gelernt hat, sich nichts anmerken zu lassen. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und Niall hält die Luft an, weil er nicht weiß, ob Eingreifen Hilfe ist oder Einmischung. Dann hört er sich selbst sprechen, leise, fast atemlos: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Es sind Worte, die er als Kind gelernt hat, in einer Zeit, in der man Dinge lernte, ohne zu verstehen, dass man sie behalten würde, und die jetzt aus ihm herauskommen wie etwas, das nie wirklich fort war. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er nicht erbeten hat, es aber trotzdem nimmt. Er öffnet sie wieder und spricht weiter, ruhig, gleichmäßig, als wäre nichts gewesen, und vielleicht ist das die eigentliche Kunst: nicht, dass man nie ins Stocken gerät, sondern dass man weiterspricht, wenn jemand den Faden hält. Die Messe endet ohne weiteren Zwischenfall. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Gewand ab mit der präzisen Sorgfalt eines Mannes, der weiß, dass Nachlässigkeit in kleinen Dingen eine Haltung ist, keine Effizienz. Sie verlassen die Kirche und sprechen kein Wort über das, was passiert ist, was die einzig mögliche Form ist, darüber zu sprechen. Der Regen nimmt sie schweigend in Empfang. Im Pub hängen ihre nassen Jacken an den Stühlen, und der Wirt stellt zwei halbe Guinness vor sie hin, ohne zu fragen, weil er seit Jahren weiß, was Sonntag bedeutet. Brennan sitzt eine Weile still, die Hände um das Glas, und schaut auf die dunkle Flüssigkeit, als läse er etwas darin. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, mit der ruhigen Sachlichkeit eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, „in einem Klassenzimmer, das nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich gespürt habe, dass die Sprache selbst etwas trägt, unabhängig davon, ob jemand zuhört." Er dreht das Glas langsam in den Händen, und Niall sieht, wie stark die Finger zittern, wenn sie nichts halten. „Jetzt zählt das alles nichts mehr", sagt Brennan, nicht bitter, sondern mit der Feststellung von jemandem, der einen Beweis für eine Theorie geliefert bekommen hat, die er nie beweisen wollte. Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, mit der Ruhe eines Mannes, der nicht nach Worten sucht, weil er weiß, dass die richtigen kurz sind. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit zweier Menschen, die so viele Sonntage geteilt haben, dass Gesten keine Erklärung mehr brauchen. Draußen vor dem beschlagenen Fenster hört der Regen auf. Er hört einfach auf, mitten in allem, ohne Ankündigung, und für einen Moment liegt das Dorf in einer Stille, die sich von der gewöhnlichen unterscheidet, weil sie nicht erwartet wurde. Ein blasses Licht schiebt sich zwischen den Wolken durch, fällt schräg auf die nasse Straße. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die lateinischen Worte Es gibt Gewohnheiten, die man nicht mehr begründet, weil die Begründung irgendwann in der Wiederholung selbst verschwunden ist, und Nialls Sonntage gehören seit fünf Jahren zu dieser Kategorie. Um kurz vor sieben nimmt er den Schlüssel vom Haken neben der Tür, zieht die Jacke über, ohne nachzudenken, und tritt in den Regen, der seit drei Wochen fällt, als wäre er kein meteorologisches Ereignis mehr, sondern ein Aggregatzustand der Westküste. Das Dorf liegt in jener spezifischen Sonntagsstille, die nicht Ruhe ist, sondern Abwesenheit – keine Menschen auf der Straße, keine Stimmen, nur das gleichmäßige Rauschen des Regens gegen Stein und Dach und die gelegentliche Möwe, die dagegen ankämpft, als wüsste sie es besser. Die Kirche am Ende der Straße ist ein Gebäude, das seine Zweckbestimmung überlebt hat, aber das macht es, wie Niall nach fünf Jahren Sonntagmorgen weiß, nicht weniger wahr, sondern nur schwerer zu erklären. Das Schloss quietscht, wie es seit Menschengedenken quietscht, und dieser Laut hat aufgehört, ihn zu stören, weil er gelernt hat, dass Beständigkeit in einem Ort, der von Aufgabe und Weggang durchzogen ist, ihren eigenen Wert hat. Drinnen empfängt ihn der Geruch, der sich in langen Jahren in die Poren des Steins eingegraben hat: Weihrauch, Feuchtigkeit, das stumpfe Holz der Bänke und darunter, kaum wahrnehmbar, etwas, das er als Kind für Heiligkeit hielt und das er heute nicht mehr benennt, weil jeder Name dafür falsch klingt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer steht und diese Leere inzwischen so selbstverständlich geworden ist, dass sie aufgehört hat, eine Aussage zu sein, und einfach Tatsache ist. Das flackernde Licht trifft die leeren Bänke und wirft Schatten, die sich bewegen wie Anwesende, und Niall lässt diesen Eindruck geschehen, ohne ihn zu korrigieren. Er geht den schmalen, regennassen Weg zum Pfarrhaus, und Father Brennan steht bereits im Flur, das Messgewand mit der zeremonösen Sorgfalt eines Mannes über den linken Arm gelegt, der weiß, dass Form das ist, was bleibt, wenn der Inhalt schwächer wird. „Du bist zu spät", sagt Brennan, und es ist keine Feststellung über Uhrzeiten, sondern eine Aussage über die Beschaffenheit der Welt, die der alte Priester seit Jahrzehnten zu langsam findet. Niall erklärt, was er erklären kann – Viertel nach sieben, Glocke um halb acht, alles im Rahmen –, aber er erklärt es mit der halbherzigen Überzeugung eines Mannes, der weiß, dass sein Gesprächspartner keine Gegenmeinung erwartet, sondern Gesellschaft. Sie gehen nebeneinander den Weg zur Kirche, Brennan einen halben Schritt voraus, und diese Anordnung ist so selbstverständlich geworden, dass sie nicht mehr Vorrang bedeutet, sondern einfach: so ist es. Der alte Mann geht langsamer als noch vor zwei Jahren, die Schultern ein wenig vorgezogen gegen den Regen, und Niall passt seinen Schritt an, ohne darüber nachzudenken, mit jener unbemerkten Rücksicht, die sich zwischen Menschen entwickelt, die regelmäßig Zeit miteinander verbringen, ohne viel zu reden. Im Kirchenraum nimmt Brennan sofort seinen Platz vor dem Altar ein, als existiere für ihn keine Übergangszeit zwischen Kommen und Beginnen, und Niall setzt sich auf die erste Bank, seinen angestammten Platz, während hinter ihm die leeren Reihen schweigen. Diese Leere hat Niall lange beschäftigt, in den ersten Monaten noch als Vorwurf, dann als Frage, und schließlich als etwas, das keiner Kategorisierung mehr bedarf, weil es einfach der Zustand ist, in dem die Messe stattfindet. Die verschwundene Gemeinde ist trotzdem anwesend, in einer Weise, die sich seiner Beschreibung entzieht: die alten Frauen, die den Rosenkranz wie eine Notwendigkeit in den Händen hielten, die Männer mit den vom Torf gefärbten Händen, die Kinder, die auf den Bänken rutschten und Seitenblicke der Mütter ernteten. Sie sind fort, die meisten gestorben, manche weggezogen, und der Unterschied ist an der Westküste geringer, als er anderswo wäre. Brennan hat auf all das nicht mit Resignation reagiert, sondern mit einer Sturheit, die Niall je länger, desto mehr bewundert: Er hat einfach weitergemacht, die Messe gehalten, still, auf Latein, ohne bischöfliche Genehmigung, ohne Publikum, weil die Alternative – aufzuhören – für ihn keine logische Konsequenz, sondern eine Kapitulation war, die er nicht zu vollziehen gedachte. Niall ist bei ihm geblieben, nicht aus Glauben, denn dazu wäre er zu ehrlich sich selbst gegenüber, sondern aus einem Pflichtgefühl, das keine religiöse Grundlage hat, aber eine menschliche, und das vielleicht nicht so weit auseinanderliegt, wie es klingt. Das Latein füllt die Kirche wie Wasser einen Behälter, das heißt: es nimmt die Form des Raumes an, ohne ihn zu verändern, gleichmäßig, kontinuierlich, Brennans Stimme altert hörbar mit jedem Jahr, aber ihr Rhythmus nicht. Niall antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwei Jahrzehnte bewahrt hat wie Dinge, die man in einem Keller einlagert und vergisst, bis man sie braucht: „Et cum spiritu tuo", „Sed libera nos a malo", die kurzen Antworten des Ministranten, die er mit sieben Jahren auswendig lernte, ohne zu wissen, dass er sie mit siebenundzwanzig noch sprechen würde. „Dominus vobiscum" – Brennan dreht sich kurz um, sein gutes Auge findet Niall mit der unbeirrten Sicherheit jahrzehntelanger Gewohnheit, und in diesem Blick liegt weder Frage noch Dank, nur die stille Erwartung, dass da ist, was da sein soll. „Et cum spiritu tuo" – Niall antwortet, und Brennan nickt und dreht sich zurück, und in diesem kleinen Austausch liegt so etwas wie Liturgie, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Die Messe bewegt sich vorwärts mit der Schwerkraft alter Strukturen, die nicht deswegen tragen, weil man an sie glaubt, sondern weil sie so oft wiederholt wurden, dass sie ein eigenes Gewicht entwickelt haben. Dann kommt die Wandlung, und Brennan hält die Hostie in den Händen, und sein Mund öffnet sich, und kein Wort kommt. Es ist kein dramatischer Moment, kein Zusammenbruch – nur ein offener Mund, ein abgebrochener Anlaut, und dahinter eine Stille, die sich von der Stille der leeren Bänke unterscheidet, weil sie nicht leer, sondern unterbrochen ist. Nialls Blick geht sofort zu Brennans Händen, die die Hostie mit einer Kraft umschließen, die wie Festhalten aussieht, als könnten die Finger halten, was der Geist nicht mehr findet, und er sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes und das blinde Auge, das ins Dunkel der Apsis gerichtet ist, als suchte es dort, was vorne nicht mehr greifbar ist. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkehren, wie sie es manchmal tun, wenn man ihnen Zeit lässt und nicht zieht. Sie kommen nicht. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und die Kirche hält den Atem an, und Niall hält ihn auch, und dann passiert etwas, das er im Nachhinein nicht erklären kann: Er hört sich selbst sprechen, leise, fast unhörbar, als wären die Worte nicht für Brennan bestimmt, sondern für den Raum: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Sie kommen ohne Abruf, ohne Anstrengung, aus einem Teil seiner selbst, der offenbar nie aufgehört hat, sieben Jahre alt und Ministrant zu sein, und der den Satz all diese Jahre getragen hat wie eine Schuld, die man nicht kennt, bis jemand nach ihr fragt. Brennan schließt die Augen, einen Moment lang, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er weder verdient noch erwartet hat, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig und gleichmäßig, als wäre der Riss in der Messe niemals gewesen. Die Hostie hebt sich, und der Rest der Wandlung vollzieht sich in der gewohnten Stille, und Niall bemerkt, dass seine Hände zittern, nicht seine. Die Messe endet, wie sie immer endet: ohne Aufsehen, ohne Publikum, ohne den Applaus, den keine Messe je hat und diese weniger als alle anderen. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand mit der akkuraten Langsamkeit eines Mannes ab, für den kein Handgriff gleichgültig ist, und sie verlassen die Kirche, und über das, was passiert ist, sagen sie nichts, weil alles, was man dazu sagen könnte, entweder zu wenig oder zu viel wäre. Der Regen hat nicht nachgelassen. Im Pub hängen ihre Jacken an den Stühlen und tropfen auf den Holzboden, und der Wirt stellt die Gläser ab und dreht das Radio leiser, ohne gefragt zu werden, weil er in zwanzig Jahren gelernt hat, was diese zwei Männer an Sonntagmorgen brauchen und was nicht. Brennan sitzt lange still, die Hände um das Glas gelegt, die Finger noch leicht zitternd, und schaut in das dunkle Bier mit dem Gesicht eines Mannes, der abwägt, ob sprechen oder schweigen das Richtigere ist. „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war", sagt er schließlich, mit der Stille eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, weil er zu alt ist, um Umwege zu machen, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde und nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war die einzige Sprache, bei der ich spürte, dass sie etwas trägt, das nicht von ihr selbst kommt – etwas, das die Worte benutzt, ohne in ihnen zu wohnen." Er macht eine kurze Pause, in der das Radiomurren und das entfernte Regenprasseln den Raum füllen. „Jetzt zählt das alles nichts mehr, und ich weiß nicht, ob das an der Sprache liegt oder an mir oder an dem, was zwischen den beiden verschwunden ist." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, und in diesem Schweigen liegt keine Verlegenheit, sondern das ruhige Einverständnis zweier Männer, die gelernt haben, dass die meisten Sätze keine Antwort brauchen, sondern nur Zeugen. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit einer Geste, die so oft wiederholt wurde, dass sie aufgehört hat, symbolisch zu sein, und einfach wahr ist. Draußen hört der Regen auf. Er hört einfach auf, nach drei Wochen, mitten in diesem unbetrachteten Moment, und das blasse Licht, das jetzt schräg durch die Wolkenlücke fällt, legt sich auf die nasse Straße wie eine Aussage, für die niemand die Sprache hat. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. == 90 == 1 -------------------- Die Wiese unter Wasser Der Regen fällt seit drei Tagen. Maeve fährt aus Dublin zurück in ihr altes Dorf. Die Straße ist nass und dunkel. Am Ende der Straße bleibt ihr Auto stehen. Sie steigt aus und geht zu Fuß weiter. Der Matsch zieht an ihren Stiefeln. Der Regen trifft ihr Gesicht. Sie trägt nur einen kleinen Koffer. Das Haus ihrer Mutter liegt am Fluss. Der Fluss ist über die Ufer getreten. Das Wasser steht im Hof. Declan steht in der offenen Haustür. Er hält eine Taschenlampe in der Hand. Das Licht zittert über die nasse Wand. „Du siehst aus wie eine ertrunkene Katze", sagt er. „Du siehst aus wie immer", sagt sie. Sie umarmen sich kurz. Es riecht nach nassem Holz und altem Tee. Im Haus ist es dunkel, weil der Strom weg ist. Ihre Mutter Bridie sitzt oben im Sessel. „Hast du den Gürtel deines Vaters gerettet?", fragt sie. Maeve schaut auf ihre leeren Hände. Declan nimmt den Gürtel aus seiner Jackentasche. Er legt ihn der Mutter auf den Schoß. Bridie streicht über das Leder und sagt nichts. Dann tragen Maeve und Declan die alte Kommode die Treppe hoch. Die Kommode ist schwer. Declan flucht auf Irisch. Maeve lacht zum ersten Mal an diesem Tag. Sie schleppen auch Stühle und Kartons nach oben. Das Wasser im Erdgeschoss steigt langsam. Alte Fotos vom Vater schwimmen auf dem Wasser. Declan sieht sie und sagt: „Papa macht jetzt eine Bootsfahrt." Maeve nimmt ein Foto und hält es fest. Draußen helfen die Nachbarn mit Sandsäcken. Maeve geht hinaus und hilft auch. Ihre Hände werden kalt. Nach einer Stunde ist die Linie gesichert. Die Nachbarin Aoife bringt heißen Tee in einer Thermoskanne. Es ist der beste Tee, den Maeve seit Jahren getrunken hat. Um Mitternacht ist es ruhiger. Declan klettert auf das Dach des Schuppens. Maeve klettert hinter ihm her. Das Dach ist aus Wellblech und kalt. Aber von hier oben sieht man alles. Das Wasser liegt schwarz und still im Hof. Die Birken am Ufer stehen halb im Wasser. Declan gibt ihr die Whiskeyflasche. Sie trinkt einen langen Schluck. „Warum bist du nie weggegangen?", fragt sie. Er zuckt mit den Schultern. „Weil jemand zusehen muss, wie das Wasser steigt." Sie sagen eine Weile nichts. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich bin hier fertig." Declan antwortet: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, leiser jetzt. Sie sitzen noch lange auf dem Dach. Am Morgen ist das Wasser etwas gesunken. Bridie steht am Fenster im ersten Stock. Sie winkt Maeve zu, als diese ihren Koffer aus dem Schlamm zieht. Declan lehnt an der Tür. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagt er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagt Maeve. Aber beide wissen: Es wird ein nächstes Mal geben. Sie steigt ins Auto. Das Radio spielt ein altes irisches Lied. Im Spiegel sieht sie Declan in der Tür stehen. Er hebt die Hand. Sie fährt los. Das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist nicht vorbei. Aber sie ist heute nicht gestorben. Das reicht. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Wiese unter Wasser Maeve hat seit drei Tagen nicht geschlafen, weil die Nachrichten aus dem Dorf immer schlechter wurden. Sie packt einen Koffer, aber nur für zwei Tage. Auf der Fahrt aus Dublin ist die Autobahn leer, und der Regen schlägt hart auf die Windschutzscheibe. Am Ende der Schotterstraße steht das Wasser schon knietief. Sie stellt das Auto ab und geht den Rest zu Fuß. Der Matsch ist so weich, dass ihre Stiefel bei jedem Schritt einsinken. Das Haus sieht kleiner aus, als sie es in Erinnerung hat. Declan steht in der Tür mit einer Taschenlampe, weil der Strom seit dem Mittag ausgefallen ist. „Du bist nass bis auf die Knochen", sagt er, und das klingt fast wie eine Begrüßung. Sie umarmen sich kurz und klopfen sich auf den Rücken, wie man es macht, wenn man nicht weiß, was man sagen soll. Im Haus riecht es nach nassem Holz, altem Stein und dem Tee, den Bridie immer kocht, wenn sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Die Mutter sitzt oben im Sessel, die Hände im Schoß, und schaut auf die Tür, als sie Maeve sieht. „Das Wasser steigt noch", sagt Bridie, ohne Hallo zu sagen. Maeve setzt sich kurz zu ihr, aber Declan ruft schon von unten, dass man die Kommode retten muss. Die Kommode ist aus Eichenholz und wiegt so viel, dass Maeve versteht, warum Declan auf sie gewartet hat. Sie fluchen beide leise, als sie das Ding die enge Treppe hinaufschleppen. Oben angekommen lachen sie, weil das manchmal einfacher ist als nichts zu sagen. Declan holt eine Kerze aus der Küchenschublade, und jetzt sieht das Zimmer fast gemütlich aus. Aber das Wasser unten schlägt leise gegen die Wand, und das klingt nicht gemütlich. Maeve geht zurück nach unten und sieht, dass die alten Fotos vom Vater auf dem Wasser treiben. Sie nimmt eines und drückt es an sich, bevor es nass wird. Declan sieht das und sagt: „Papa hat uns immer gesagt, dass er gern schwimmt." Maeve lacht, obwohl ihr die Augen brennen. Draußen arbeiten die Nachbarn mit Sandsäcken, und Maeve geht hinaus, um zu helfen. Es ist kalt, und der Regen macht keine Pause. Aoife, die Nachbarin von gegenüber, schleppt Säcke, obwohl sie schon siebzig ist. „Du bist wieder da", sagt Aoife, als wäre das die natürlichste Sache der Welt. Maeve nickt und nimmt den nächsten Sack. Nach zwei Stunden ist die Linie fertig, und jemand bringt Tee in einer alten Kanne. Sie trinken im Regen und sagen nicht viel, weil die Arbeit schon alles gesagt hat. Um Mitternacht ist das Wasser für eine Weile ruhig. Declan klettert auf das Dach des Schuppens und streckt ihr die Hand entgegen. Von dort oben sieht man das ganze Ausmaß, weil das Mondlicht kurz durch die Wolken kommt. Der Schulweg, den Maeve als Kind gegangen ist, liegt jetzt unter schwarzem Wasser. Declan zieht eine Plastikflasche Whiskey aus der Jackentasche, weil er immer auf solche Nächte vorbereitet ist. Maeve trinkt und spürt, dass die Kälte ein bisschen nachlässt. „Warum bist du wirklich nie weggegangen?", fragt sie, weil sie das seit Jahren fragen will. Declan schaut auf das Wasser und sagt: „Weil ich dachte, dass jemand bleiben muss." „Für Mama?", fragt sie. „Für alles", sagt er. Eine Weile sagen sie nichts, und das ist in Ordnung. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich wäre hier fertig." Declan nimmt die Flasche zurück und sagt: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, aber leiser als vorher. Sie sitzen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer ist. Als Maeve am Morgen aufwacht, hat das Wasser ein Stück nachgegeben. Die Möbel im Erdgeschoss stehen im Schlamm, aber sie stehen noch. Bridie kocht Tee, weil der Strom wieder da ist und weil sie das immer macht, wenn der schlimmste Teil vorbei ist. „Bleibt du noch?", fragt die Mutter, ohne sich umzudrehen. „Ich muss morgen zurück", sagt Maeve. Bridie nickt, als hätte sie genau das erwartet. Declan isst Brot am Tisch und schaut auf sein Telefon, aber Maeve weiß, dass er zuhört. Sie verbringen den Tag damit, den Schlamm aus dem Erdgeschoss zu schaufeln. Es ist die schwerste Arbeit, die Maeve seit Jahren gemacht hat. Aber es ist auch die einzige Arbeit, bei der sie nicht nachdenken muss. Am Abend zieht Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus. Declan lehnt in der Tür und sagt: „Nächstes Mal ruf vorher an." „Es gibt kein nächstes Mal", sagt sie. Er lächelt, weil sie beide wissen, dass das eine Lüge ist. Bridie steht am Fenster im ersten Stock und winkt, als Maeve zum Auto geht. Das Radio spielt ein Lied, das Maeve aus ihrer Kindheit kennt. Im Rückspiegel sieht sie Declan, der immer noch in der Tür steht und den Regen ins Gesicht lässt. Sie fährt los, und das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist noch nicht ganz vorbei. Aber das Haus steht noch, und die Menschen darin auch. Das reicht für heute. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam um halb vier morgens, kurz und ohne Ausrufezeichen: „Der Fluss steht im Hof." Maeve lag noch wach, weil sie es irgendwie gewusst hatte. Sie warf ein paar Sachen in den Koffer, nicht weil sie bleiben wollte, sondern weil man für solche Nächte gewappnet sein muss. Die Fahrt aus Dublin dauerte fast drei Stunden, weil ein Lastwagen quer auf der Nationalstraße stand und niemand zu wissen schien, warum. Der Regen ließ nicht nach, und die Scheibenwischer kämpften, als wären sie persönlich beleidigt. Am Ende der Schotterstraße, wo der Asphalt aufhörte und das Wasser anfing, stellte sie das Auto auf einen Grashügel und stieg aus. Die Stiefel sanken sofort ein, und der Matsch hatte einen Geruch, den sie seit Jahren nicht mehr gerochen hatte – nach nassem Torf und altem Gras und etwas, das sie nicht benennen konnte. Das Haus stand noch, aber es stand anders, als wäre es ein bisschen kleiner geworden. Declan wartete in der offenen Tür, eine Taschenlampe in der Hand, das Licht hinter ihm erloschen. „Ich dachte, du kommst nicht", sagte er, und das klang weder vorwurfsvoll noch erleichtert, sondern einfach wie eine Feststellung. Sie umarmten sich auf die Art, wie Geschwister das tun, wenn die Worte zu groß sind – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das bedeutete: Ich bin noch da. Im Haus roch es nach Kerzenrauch, nassem Stein und dem Tee, den Bridie gekocht hatte, obwohl kein Strom da war und sie vermutlich auf dem Campingkocher stand. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, nicht tief, aber genug, dass die unterste Treppenstufe verschwunden war. Maeve sah, wie ein altes Notizbuch ihres Vaters auf der Oberfläche trieb, aufgegangen wie eine kleine Blüte. Sie wollte es greifen, aber Declan war schneller und hielt es ihr hin, triefend und fast unleserlich. „Ich hab die wichtigen Sachen schon hochgetragen", sagte er, „aber die Kommode hat sich gewehrt." Sie lachten beide, weil die Kommode aus Eichenholz war und seit fünfzig Jahren an derselben Stelle stand und das auch noch weitere fünfzig Jahre vorhatte. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, eine Decke über den Knien, und zählte leise etwas, das Maeve nicht verstand. „Was zählst du?", fragte Maeve. „Die Flaschen unten", sagte Bridie. „Eine für jedes Jahr, das ich hier lebe." Maeve setzte sich kurz neben sie, bis Declan rief, dass man jetzt die Kommode anpacken müsse, weil das Wasser nicht auf sie warte. Das Tragen war mühsam und laut, und Declan fluchte auf Irisch, was er immer tat, wenn er sich wirklich ärgerte, weil er der Meinung war, das klang weniger schlimm. Oben stellten sie die Kommode an die Wand, und Maeve lehnte sich dagegen und atmete durch. Durchs Fenster sah sie, wie die Nachbarn draußen Sandsäcke schleppten, in Regenjacken, die glänzten wie nasses Leder. Sie ging hinaus und half, ohne zu fragen, wer sie brauchte oder wohin die Säcke mussten. Aoife, die seit vierzig Jahren neben ihnen wohnte, schaufelte Erde in Säcke, als wäre sie dreißig, und schaute kurz auf. „Du bist gut angezogen für eine Überschwemmung", sagte sie. „Ich bin Sozialarbeiterin", sagte Maeve. „Wir sind immer falsch angezogen." Die Arbeit hatte etwas Ruhiges, trotz der Kälte und trotz des Regens, der nicht aufhörte. Man musste nicht reden, man musste nicht denken, man musste nur die Säcke tragen und stapeln und wieder zurückgehen. Gegen Mitternacht stand das Wasser für eine Weile still, als würde es überlegen, ob es noch mehr wollte. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und reichte ihr die Hand, ohne sie zu fragen. Von dort oben lag alles offen: das schwarze Wasser, das den Hof gefüllt hatte, die Birken am Ufer, die bis zur Hälfte versunken waren, und weiter hinten die dunklen Felder, die aussahen wie ein Meer. „Das ist der Schulweg", sagte Maeve, obwohl man ihn nicht mehr sehen konnte. „Ich weiß", sagte Declan. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, die er anscheinend für genau diesen Moment aufgespart hatte. Der Whiskey brannte angenehm, und Maeve trank mehr, als sie wollte, weil die Nacht so still war und die Stille nach mehr verlangte. „Warum bist du wirklich geblieben?", fragte sie, weil man auf Dächern und in der Nacht ehrlicher redet als anderswo. Declan schwieg einen Moment, nicht weil er keine Antwort hatte, sondern weil er die richtige suchte. „Weil das hier meins ist", sagte er schließlich. „Nicht nur Mamas. Meins." Maeve schaute auf das Wasser, das still glänzte wie poliertes Glas, und dachte daran, wie lange sie gebraucht hatte, um zu verstehen, dass Weggehen und Fertigsein zwei verschiedene Dinge sind. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er. „Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fing wieder an, leiser als vorher, fast wie eine Antwort. Sie saßen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte durch die Jacken drang. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, nicht viel, aber genug, dass man wieder die unterste Treppenstufe sehen konnte. Bridie stand am Fenster im ersten Stock und trank ihren Tee, als wäre das eine ganz gewöhnliche Aussicht. Maeve und Declan schaufelten den Schlamm aus dem Erdgeschoss, langsam und ohne viel zu reden, weil die Arbeit wieder für sich sprach. Am frühen Nachmittag zog Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus und wischte ihn mit einem alten Handtuch ab. Declan lehnte an der Haustür und schaute zu, als wäre das seine Aufgabe. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, und beide wussten, dass das eine freundliche Lüge war. Bridie winkte vom Fenster, ein kleines, ruhiges Winken, das bedeutete: Ich hab dich gesehen. Maeve stieg ins Auto und ließ den Motor an. Das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und sie ließ es laufen, obwohl es wehtat. Im Rückspiegel sah sie Declan, der immer noch in der Tür stand und den Regen ins Gesicht ließ, als wäre das eine bewusste Entscheidung. Sie fuhr los, und das Wasser unter den Reifen platschte laut in der Stille des Morgens. Die Flut war noch nicht vorbei, das wusste sie. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das genug. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam als Textnachricht, drei Wörter, kein Ausrufezeichen, und genau diese Nüchternheit war es, die Maeve sofort aufstehen ließ. Sie hatte seit Wochen auf irgendetwas gewartet, ohne zu wissen worauf, und jetzt wusste sie es. Der Koffer stand in zwanzig Minuten fertig am Flur – zu wenig für eine Woche, zu viel für jemanden, der nicht bleiben will. Die Fahrt nach Westen war lang und schweigend, die Felder zu beiden Seiten der Straße bereits in flaches Grau getaucht, als hätte die Landschaft selbst aufgehört, sich Mühe zu geben. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, parkte sie auf einem Erdwall und stieg aus, ohne den Motor ganz auszumachen, als bräuchte sie die Möglichkeit zur schnellen Flucht. Der Matsch schluckte ihre Schritte, der Regen traf ihr Gesicht mit der gleichmütigen Beständigkeit von etwas, das keinerlei persönliche Absichten hat. Das Haus stand im Dunkeln, nur in einem Fenster oben brannte Kerzenlicht, das durch das Glas flackerte und auf dem Wasser davor zitterte wie ein Tier, das sich nicht sicher ist. Declan öffnete die Tür, bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er einfach immer in Türnähe lebte. „Du hast zwei Stunden gebraucht länger als ich dachte", sagte er, und sie hörte darin weder Vorwurf noch Erleichterung, sondern die stille Anerkennung einer Tatsache. Sie umarmten sich auf die Art gereifter Geschwister – kurz, ohne Sentimentalität, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir sind noch da, das reicht. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im Kerzenlicht beinahe schön aussah, beinahe wie ein Interieur aus einem anderen Jahrhundert, wäre da nicht der Geruch nach nassem Stein und dem Moder von Dingen, die nicht für Wasser gedacht waren. Auf der Oberfläche trieb das Notizbuch ihres Vaters, aufgegangen wie ein kleines Buch ohne Anfang und Ende, die Tinte bereits verlaufen zu grauen Schlieren. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne es anzuschauen, weil manche Dinge Zeit brauchen, bevor man sie wirklich ansehen kann. Oben saß Bridie unter dem Dachfenster, die Hände gefaltet wie in einer Kirche, und zählte leise, die Lippen kaum bewegt. „Die Flaschen unten", sagte sie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe." Maeve setzte sich neben sie auf die Armlehne, weil es keinen zweiten Stuhl gab, und legte kurz die Hand auf die ihrer Mutter, die sich kalt anfühlte und ruhig. Dann rief Declan, weil die Kommode nicht von selbst die Treppe hochgehen würde, und das war das Ende der stillen Szene. Das Tragen war mühselig und lächerlich zugleich, weil die Kommode breiter war als das Treppenhaus es eigentlich erlaubte und weil Declan auf Irisch fluchte, was er für weniger schlimm hielt als auf Englisch, obwohl die Mutter beides verstand. Als sie das Möbelstück endlich oben abstellten, lehnte Maeve die Stirn gegen das kühle Holz und lachte, weil das manchmal das Einzige ist, das noch geht. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen, schweigenden Kette, die in der Dunkelheit fast feierlich aussah. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil solche Nächte keine Einladungen verschicken. Aoife, siebzig, wohnhaft seit vier Jahrzehnten im Nachbarhaus, schaufelte Erde mit einer Energie, die Maeve beschämte, und schaute dabei nur kurz auf. „Städtische Stiefel", sagte Aoife, „aber du hast sie wenigstens angezogen." Die Arbeit hatte etwas fast Meditatives, trotz Kälte und Regen und der Erschöpfung, die sich langsam in Maeves Arme fraß – man musste nicht denken, man musste nur tragen. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, als würde es tatsächlich überlegen, und diese Pause hatte etwas beinahe Würdevolles, als gehörte sie zum Ritual. Declan kletterte auf das Schuppendach und streckte ihr die Hand herunter, und Maeve nahm sie, ohne zu zögern, was sie selbst überraschte. Von oben lag die gesamte Verwandlung der Landschaft offen: der Hof ein schwarzer See, die Birken am Ufer versunken bis zur Brust, die Felder dahinter ohne Grenze zwischen Erde und Himmel. „Das ist der Weg zur Schule", sagte Maeve, obwohl nichts mehr davon zu sehen war. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesem Ich-weiß steckte alles, was er in all den Jahren nicht gesagt hatte. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, und der Whiskey war billig und wärmte trotzdem, vielleicht sogar deswegen. Die Flasche kreiste zwischen ihnen, und Maeve trank mehr als nötig, weil die Stille auf dem Dach von einer Qualität war, die nach Füllung verlangte. „Ich habe mich immer gefragt, ob du je bereut hast, dass du geblieben bist", sagte sie schließlich, weil man auf Dächern in der Nacht Dinge sagen kann, die am Küchentisch nicht möglich wären. Declan schwieg lange genug, dass sie dachte, er würde nicht antworten, und dann sagte er: „Reue setzt voraus, dass es eine andere Möglichkeit gegeben hätte, die ich mir wirklich vorstellen konnte." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, ohne sich umzudrehen, überzeugt, dass das Richtige immer das ist, was nach vorn geht. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er, ohne Pause, als hätte er das schon lange gewusst. „Aber fertig sein bedeutet nicht, dass man nicht zurückkommen darf." Der Regen setzte wieder ein, leiser diesmal, mit einer fast höflichen Zurückhaltung. Sie saßen noch lange auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte anfing, ernsthafter zu werden. Am Morgen hatte das Wasser drei Handbreit nachgegeben, was wenig war und gleichzeitig alles, was man sich für diesen Moment wünschen konnte. Bridie stand bereits am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete die Verwüstung im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve nicht sicher war, ob sie bewundern oder fürchten sollte. Sie schaufelten den Schlamm zu zweit, langsam und gleichmäßig, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte wie ein alter Takt. Am Nachmittag, als der schlimmste Teil geschafft war, zog Maeve ihren Koffer aus dem Matsch und wischte ihn mit einem Handtuch ab, das ohnehin schon verloren war. Declan beobachtete das, ohne etwas zu sagen, die Schulter an den Türrahmen gelehnt, auf die Art, die bedeutete: Ich sehe dich, und ich sage nichts dazu. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er schließlich. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte Maeve, und sie meinte es halb, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste. Bridie winkte vom Fenster, einmal, ruhig, ein Winken ohne Drama, das mehr sagte als eine Umarmung. Maeve fuhr los, das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater gemocht hatte, und sie ließ es laufen, bis es zu weh tat, und dann noch ein bisschen länger. Im Rückspiegel stand Declan in der Haustür, das Gesicht in den Regen gehoben, als wäre das eine bewusste Entscheidung gegen den Schutz. Das Wasser unter den Reifen platschte, die Straße war noch halb überschwemmt, und Maeve fuhr langsam, weil sie das Haus noch ein bisschen länger im Rückspiegel sehen wollte. Die Flut war nicht vorbei, das wusste sie, und das nächste Mal würde kommen, ob sie es nächstes Mal nannte oder nicht. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das, was bleibt, genau das, was man gebraucht hat. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht war so kurz, dass Maeve sie zweimal lesen musste, nicht weil sie die Worte nicht verstand, sondern weil die Kürze selbst etwas mitteilte, das über die Worte hinausging. Sie lag seit Stunden wach, mit der besonderen Hellwachheit von jemandem, der auf etwas wartet, ohne sich eingestehen zu wollen, worauf. Der Koffer war in zwanzig Minuten gepackt, zu leicht für eine Woche, zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Auf der Fahrt nach Westen verwandelte sich die Landschaft in etwas Vorläufiges, Überganghaftes, als hätte die Gegend selbst die Entscheidung vertagt, was sie sein wollte. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, hielt sie an und saß noch einen Moment im abgewürgten Motor, der leise Wärme abgab wie ein Tier, das sich aus einer Umarmung löst. Der Matsch hatte die zähflüssige Geduld von etwas, das Zeit hat und das weiß, und er schluckte ihre Schritte mit einer Beiläufigkeit, die Maeve als persönlich empfand. Das Haus stand im Dunkel, nur ein einziges Fenster oben brannte, und das Kerzenlicht, das sich auf der Wasseroberfläche vor der Tür spiegelte, hatte etwas Unschlüssiges, als wüsste es selbst nicht, ob es Wärme oder Warnung signalisieren sollte. Declan stand in der Tür, noch bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er in dieser Nacht ohnehin nicht schlafen konnte – beides hätte sie nicht überrascht. „Du hättest früher fahren können", sagte er, und in diesem Satz lag alles: kein Vorwurf, keine Erleichterung, nur die stille Abrechnung von jemandem, der sich das Rechnen schon lange abgewöhnt hat. Sie umarmten sich auf die Art, die sich über Jahrzehnte einschleift, wenn das Gefühl zu groß ist und der Körper gelernt hat, damit umzugehen – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir stehen noch, das haben wir schon festgestellt, reden wir weiter. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im flackernden Kerzenschein eine fast beunruhigende Schönheit hatte, die Art von Schönheit, der man misstraut, weil man weiß, was darunter liegt. Das Notizbuch ihres Vaters trieb auf der Oberfläche, aufgeblättert und aufgequollen, die Handschrift zu grauen Wolken verlaufen, die an nichts Konkretes mehr erinnerten – oder vielleicht gerade deshalb an alles. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne hineinzusehen, weil manche Objekte zunächst als Gewicht getragen werden müssen, bevor man sie wirklich betrachten kann. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, die Hände übereinandergelegt mit einer Stille, die keine Erschöpfung war, sondern eine Art beschlossene Ruhe, die Maeve immer an Wasser erinnert hatte, das tief genug ist, um ruhig zu sein. „Ich zähle die Flaschen unten", sagte Bridie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe – das sind jetzt achtundsechzig, falls du mitgezählt hast." Maeve setzte sich auf die Armlehne des Sessels und legte die Hand auf die der Mutter, die sich kühl anfühlte und trocken wie Papier, das schon lange gelesen wurde. Dann rief Declan von unten, weil die Kommode noch stand und das Wasser nicht auf Sentimentalität wartete, und das war das Ende der stillen Szene. Das Schleppen der Kommode war mühselig auf eine Weise, die fast komisch war – das Ding hatte den entschlossenen Eigensinn alter Möbel, die sich entschieden haben, dass sie sich nicht mehr bewegen lassen –, und Declan fluchte auf Irisch, was er für weniger gotteslästerlich hielt als auf Englisch, obwohl Bridie beides hörte und beide Sprachen verstand. Als sie das Ding oben abstellten und Maeve die Stirn gegen das kühle Holz lehnte, lachten sie beide, weil Lachen manchmal das Einzige ist, das die Erschöpfung nicht beleidigt. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen schweigenden Kette durch den Regen, und in der Dunkelheit hatte das etwas fast Rituelles, als gehörte es zu einem Brauch, dessen Bedeutung man nicht mehr kennt, den man aber trotzdem vollzieht, weil er der Nacht eine Ordnung gibt. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil Nächte wie diese keine Einladungen versenden und keine Protokolle führen. Aoife, siebzig und seit vierzig Jahren Nachbarin, schaufelte Erde in Säcke mit einer Akkuratesse, die Maeve beschämte, und schaute dabei kaum auf. „Ich hab dich seit zwei Jahren nicht gesehen", sagte Aoife, in einem Ton, der weder anklagend noch herzlich war, sondern einfach präzise. Die Arbeit hatte die schweigende Würde von etwas, das getan werden muss und das keine Begleitung braucht, und Maeve empfand nach einer Weile etwas, das sie nicht gleich einordnen konnte – eine Art körperlicher Klarheit, die entsteht, wenn der Verstand aufhört, sich selbst zu kommentieren. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, mit einer Abruptheit, als wäre eine Entscheidung gefallen, und diese Pause hatte etwas fast Souveränes, als wäre das Wasser kein Naturereignis, sondern ein Akteur, der sich kurz besinnt. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und streckte ihr die Hand herunter – eine Geste ohne Erklärung, die keine brauchte. Von dort oben lag die gesamte Transformation offen: der Hof ein schwarzer Spiegel, in dem nichts sich spiegelte außer dem Himmel, die Birken am Ufer versunken bis zur Hälfte ihrer Stämme, die Felder dahinter ohne erkennbare Grenze zwischen dem, was Boden gewesen war, und dem, was Luft sein sollte. „Ich bin dort lang zur Schule gegangen", sagte Maeve, obwohl der Weg unter Wasser lag und sie selbst wusste, dass sie nicht über den Weg sprach. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesen zwei Wörtern lag die gesamte Asymmetrie ihrer Kindheit – er hatte alles behalten, sie hatte alles mitgenommen, und keines von beiden war ein Fehler. Er zog eine Plastikflasche aus der Jackentasche, und der Whiskey war von der Sorte, die man nicht beschreibt, weil der Moment wichtiger ist als der Geschmack. Die Flasche kreiste zwischen ihnen mit der ruhigen Regelmäßigkeit eines alten Rituals, und die Nacht legte sich um sie wie etwas, das nicht beendet werden will. „Ich habe mich immer gefragt", sagte Maeve schließlich, und dann ließ sie den Satz eine Weile stehen, bevor sie ihn vollendete, „ob du je einen Moment hattest, in dem du verstanden hast, warum du geblieben bist." Declan schwieg auf eine Art, die keine Verlegenheit war, sondern Sorgfalt, die Sorgfalt von jemandem, der gelernt hat, dass manche Fragen keine schnellen Antworten vertragen. „Das setzt voraus", sagte er schließlich, „dass Bleiben eine Entscheidung war, die man hätte anders treffen können – aber ich glaube, manche Menschen sind einfach von einer bestimmten Art Boden." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, das Dorf im Rückspiegel kleiner werden lassend, überzeugt, dass Distanz dasselbe sei wie Freiheit, und dass beides dasselbe sei wie Ankommen. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. Declan nahm die Flasche, trank, und dann sagte er, ohne sie anzusehen: „Du bist fertig. Aber das bedeutet nur, dass du weißt, wo du herkommst – nicht, dass du aufgehört hast, hierherzugehören." Der Regen setzte wieder ein, mit einer Zurückhaltung, die beinahe höflich wirkte, als hätte er das Gespräch abgewartet. Sie saßen noch lange auf dem Dach, die Flasche zwischen ihnen, das Wasser unter ihnen, und Maeve spürte, wie etwas, das sie lange für Abgeschlossenheit gehalten hatte, sich als etwas anderes herausstellte – als eine Art offene Rechnung, die keine Begleichung verlangte, sondern nur gelegentliche Aufmerksamkeit. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, wenig, aber mit einer Entschiedenheit, die wirkte wie ein Versprechen ohne Garantie. Bridie stand am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete den Schlamm im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve erst jetzt, nach all den Jahren, als das erkannte, was sie immer gewesen war: nicht Gleichmut, sondern eine sehr alte Form von Ausdauer. Sie schaufelten zu zweit, schweigend, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte, wie Atemzüge sich einstellen, ohne dass man es entscheidet. Am frühen Nachmittag zog Maeve den Koffer aus dem Schlamm, wischte ihn mit einem bereits verlorenen Handtuch ab und stellte ihn ans Auto, und diese kleine Handlung hatte etwas Endgültiges, das sie selbst nicht gemeint hatte. Declan stand in der Tür, die Schulter am Rahmen, und beobachtete das mit einer Stille, die keine Gleichgültigkeit war, sondern die besondere Aufmerksamkeit von jemandem, der sich etwas einprägt. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, in dem vollen Bewusstsein, dass sie log, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste, und das machte die Lüge zu einer Art Vereinbarung. Bridie winkte einmal, ohne Theatralik, ein kleines, ruhiges Winken vom Fenster, das mehr Inhalt hatte als die meisten Umarmungen. Das Radio im Auto spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und Maeve ließ es laufen, auch als es anfing wehzutun, weil manche Dinge nur vollständig sind, wenn man sie bis zum Ende hält. Im Rückspiegel stand Declan in der offenen Tür, das Gesicht dem Regen zugewandt, als wäre das eine Wahl und nicht nur eine Haltung – vielleicht war es beides. Sie fuhr langsam, weil die Straße noch halb überschwemmt war, aber auch weil sie das Bild im Spiegel eine Weile länger behalten wollte, bevor die Kurve es nahm. Das Wasser war nicht vorbei, und die nächste Flut würde kommen, mit derselben sachlichen Unausweichlichkeit wie diese, und Maeve würde wieder fahren, das stand jetzt fest, mit einem Koffer, der zu leicht war für eine Woche und zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen, und vielleicht war das die einzige Art von Fertigsein, die in der Welt wirklich gilt. atu73nny86ufbk2urunlhr4jh8pv69g 1085372 1085371 2026-05-10T19:11:44Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 /* 84 */ 1085372 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 5 a - ungarisch deutsch == 81 == 1 -------------------- :A kis templom - Der kleine Tempel :1. Yuki huszonnyolc éves. - Yuki ist achtundzwanzig Jahre alt. :2. Egy könyvesboltban dolgozik. - Sie arbeitet in einer Buchhandlung. :3. Ma vonattal utazik. - Heute fährt sie mit dem Zug. :4. Az úti cél egy kis templom. - Das Ziel ist ein kleiner Tempel. :5. Ott élt régen a nagyanyja. - Dort hat ihre Großmutter früher gelebt. :6. A nagyanya három éve halott. - Die Großmutter ist seit drei Jahren tot. :7. Yuki régóta nem látogatta meg a kertet. - Yuki hat den Garten lange nicht besucht. :8. A vonat megáll egy kis állomáson. - Der Zug hält an einer kleinen Station. :9. Yuki leszáll, és gyalog megy tovább. - Yuki steigt aus und geht zu Fuß. :10. Az út keskeny és csendes. - Der Weg ist schmal und still. :11. Hamarosan ott áll a régi kapu előtt. - Bald steht sie vor dem alten Tor. :12. A fa szürke és mállott. - Das Holz ist grau und verwittert. :13. Leveszi a cipőjét. - Sie zieht ihre Schuhe aus. :14. A kövek hidegek és nedvesek. - Die Steine sind kalt und nass. :15. Az előző éjszaka esője még ott fekszik a mohán. - Der Regen der letzten Nacht liegt noch auf dem Moos. :16. Yuki lassan a tóhoz megy. - Yuki geht langsam zum Teich. :17. A víz sötét és zavaros. - Das Wasser ist dunkel und trüb. :18. Régen itt színes koi-pontyok voltak. - Früher waren hier bunte Koi-Karpfen. :19. Most csak egyetlen levél úszik a vízen. - Jetzt schwimmt nur ein einzelnes Blatt auf dem Wasser. :20. Yuki sokáig nézi a tavat. - Yuki schaut lange auf den Teich. :21. Nem mond semmit. - Sie sagt nichts. :22. Aztán halk zajt hall. - Dann hört sie ein leises Geräusch. :23. Egy öregember ül egy fapadon. - Ein alter Mann sitzt auf einer Holzbank. :24. A neve Nao. - Sein Name ist Nao. :25. Nao régen a templom kertésze volt. - Nao war früher der Gärtner des Tempels. :26. Körülbelül hetvenöt éves. - Er ist ungefähr fünfundsiebzig Jahre alt. :27. Egy seprű támaszkodik mellette a padnak. - Ein Besen lehnt neben ihm an der Bank. :28. Nao Yukira néz. - Nao sieht Yuki an. :29. Egy szót sem szól. - Er sagt kein Wort. :30. Csak egyszer bólint, egészen enyhén. - Er nickt nur einmal, ganz leicht. :31. Yuki odamegy a padhoz, és leül. - Yuki geht zur Bank und setzt sich. :32. Nem ül túl közel. - Sie setzt sich nicht zu nah. :33. Ketten csendben ülnek egymás mellett. - Die beiden sitzen still nebeneinander. :34. Egy szitakötő repül át a tó fölött. - Eine Libelle fliegt über den Teich. :35. Leszáll egy régi tavirózsaszárra. - Sie setzt sich auf einen alten Seerosenschaft. :36. Nao végighúzza az ujját a pad érdes fáján. - Nao streicht mit dem Finger über das raue Holz der Bank. :37. Ez régi szokás. - Es ist eine alte Gewohnheit. :38. Yuki a nagyanyjára gondol. - Yuki denkt an ihre Großmutter. :39. A tea és a nedves fű illatára gondol. - Sie denkt an den Geruch von Tee und nassem Gras. :40. Aztán esni kezd. - Dann beginnt es zu regnen. :41. Először csak néhány csepp hullik. - Zuerst sind es nur wenige Tropfen. :42. Aztán erősebben esik. - Dann regnet es stärker. :43. Yuki és Nao gyorsan felállnak. - Yuki und Nao stehen schnell auf. :44. Befutnak a kis teaház teteje alá. - Sie laufen unter das Dach des kleinen Teehauses. :45. A tető régi cserepekből van. - Das Dach ist aus alten Ziegeln. :46. Az eső hangosan dobol rajta. - Der Regen prasselt laut darauf. :47. Yuki meglát egy kis bambuszkutat. - Yuki sieht einen kleinen Bambus-Brunnen. :48. A víz cseppről cseppre hullik egy kőre. - Das Wasser fällt tropf für tropf auf einen Stein. :49. A követ moha borítja. - Der Stein ist mit Moos bedeckt. :50. Nao lehunyja a szemét. - Nao schließt die Augen. :51. Nyugodtan lélegzik. - Er atmet ruhig. :52. Yuki nem mond semmit, és Nao sem mond semmit. - Yuki sagt nichts, und Nao sagt auch nichts. :53. Nincs mit mondani. - Es gibt nichts zu sagen. :54. Egy idő után eláll az eső. - Nach einer Weile hört der Regen auf. :55. Gyenge fény tör át a felhőkön. - Ein schwaches Licht kommt durch die Wolken. :56. A nedves moha most zölden felragyog a kőfalon. - Das nasse Moos leuchtet jetzt grün auf der Steinmauer. :57. Yuki feláll. - Yuki steht auf. :58. Enyhén meghajol az öregember előtt. - Sie verbeugt sich leicht vor dem alten Mann. :59. Nao kinyitja a szemét. - Nao öffnet die Augen. :60. Halkan azt mondja: „A pontyok nem haltak meg.” - Er sagt leise: „Die Karpfen sind nicht tot." :61. Yuki ránéz. - Yuki schaut ihn an. :62. Nao azt mondja: „Csak alszanak az iszap alatt.” - Nao sagt: „Sie schlafen nur unter dem Schlamm." :63. Yuki bólint. - Yuki nickt. :64. Megfordul, és elindul. - Sie dreht sich um und geht. :65. A kapuhoz visszavezető út csendes. - Der Weg zurück zum Tor ist still. :66. Nem fordul vissza. - Sie dreht sich nicht um. :67. Nao a padon ülve marad. - Nao bleibt auf der Bank sitzen. :68. A zavaros vizet nézi. - Er schaut auf das trübe Wasser. :69. Yuki átmegy a régi kapun. - Yuki geht durch das alte Tor. :70. Újra felveszi a cipőjét. - Sie zieht ihre Schuhe wieder an. :71. A vonat hamarosan indul. - Der Zug fährt bald. :72. Lassan megy az állomás felé. - Sie geht langsam zur Station. :73. A szívében nyugalom van, de üresség is. - Im Herzen ist es ruhig, aber auch leer. :74. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. -------------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki ismeri a templomhoz vezető utat, bár régóta nem járt rajta. - Yuki kennt den Weg zum Tempel, obwohl sie ihn lange nicht gegangen ist. :2. Három év telt el azóta, hogy a nagyanyja meghalt. - Drei Jahre sind vergangen, seit ihre Großmutter gestorben ist. :3. A reggel hűvös, és a levegő nedves föld illatát hordozza. - Der Morgen ist kühl, und die Luft riecht nach feuchter Erde. :4. Yuki sötét kabátot visel, és egy kis táskát tart a kezében. - Yuki trägt eine dunkle Jacke und hält eine kleine Tasche in der Hand. :5. Amikor eléri a mállott fakaput, rövid időre megáll. - Als sie das verwitterte Holztor erreicht, bleibt sie kurz stehen. :6. Ráteszi a kezét a régi fára, amely hidegnek és érdesnek érződik. - Sie legt die Hand auf das alte Holz, das sich kalt und rau anfühlt. :7. Aztán leveszi a cipőjét, mert itt ez a szokás. - Dann zieht sie die Schuhe aus, weil das hier so der Brauch ist. :8. A mohával benőtt kövek még nedvesek az előző éjszaka esőjétől. - Die moosbewachsenen Steine sind noch nass vom Regen der letzten Nacht. :9. Yuki lassan megy, mert nem tudja, mit kellene éreznie. - Yuki geht langsam, weil sie nicht weiß, was sie fühlen soll. :10. A kert másképp néz ki, mint az emlékeiben. - Der Garten sieht anders aus als in ihrer Erinnerung. :11. A bokrok vadabbak lettek, és a fű a kövek között nő. - Die Büsche sind wilder geworden, und das Gras wächst zwischen den Steinen. :12. A keskeny út végén ott fekszik a tó, sötéten és csendesen. - Am Ende des schmalen Weges liegt der Teich, dunkel und still. :13. A víz zöldes színű, majdnem olyan, mint a régi üveg. - Das Wasser hat eine grünliche Farbe, fast wie altes Glas. :14. Yuki emlékszik rá, hogy régen sok koi-ponty úszott itt. - Yuki erinnert sich, dass hier früher viele Koi-Karpfen geschwommen sind. :15. Most csak egyetlen levél látható a felszínen. - Jetzt ist nur ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche zu sehen. :16. Leguggol a partra, és sokáig nézi a zavaros vizet. - Sie hockt sich ans Ufer und schaut lange in das trübe Wasser. :17. Egy halk zajtól felnéz. - Ein leises Geräusch lässt sie aufblicken. :18. Egy régi fapadon egy férfi ül, aki nagyon öregnek és nagyon nyugodtnak tűnik. - Auf einer alten Holzbank sitzt ein Mann, der sehr alt und sehr ruhig wirkt. :19. A neve Nao, és sok éven át ennek a templomnak a kertésze volt. - Sein Name ist Nao, und er war viele Jahre lang der Gärtner dieses Tempels. :20. A mellette lévő seprű a padnak támaszkodik, mintha mindjárt használni kellene. - Der Besen neben ihm lehnt gegen die Bank, als ob er gleich benutzt werden soll. :21. Nao Yuki felé fordítja a fejét, de egyetlen szót sem mond. - Nao dreht den Kopf zu Yuki, sagt aber kein einziges Wort. :22. Csak egyszer bólint, és ez elég üdvözlésnek. - Er nickt nur einmal, und das reicht als Begrüßung. :23. Yuki odamegy a padhoz, és némi távolsággal leül mellé. - Yuki geht zur Bank und setzt sich mit etwas Abstand neben ihn. :24. Nem tudja, miért ül le, de helyesnek érzi. - Sie weiß nicht, warum sie sich setzt, aber es fühlt sich richtig an. :25. Egy szitakötő jelenik meg a víz fölött, és leszáll egy régi tavirózsaszárra. - Eine Libelle erscheint über dem Wasser und landet auf einem alten Seerosenschaft. :26. Nao a hüvelykujjával újra meg újra végigsimít a pad háttámlájának érdes fáján. - Nao streicht mit dem Daumen über das raue Holz der Banklehne, immer wieder. :27. Yuki figyeli ezt a mozdulatot, és arra gondol, hogy ezt már ezerszer megtette. - Yuki beobachtet diese Geste und denkt, dass er das schon tausendmal getan hat. :28. A nagyanyjára gondol, aki gyakran ült itt, és teát ivott. - Sie denkt an ihre Großmutter, die hier oft gesessen und Tee getrunken hat. :29. A kép világos, de a benne lévő személy hiányzik. - Das Bild ist klar, aber die Person darin fehlt. :30. Hosszú szünet után halk eső kezdődik. - Nach einer langen Pause beginnt ein leiser Regen. :31. Az első cseppek alig hallhatóan hullanak a levelekre. - Die ersten Tropfen fallen kaum hörbar auf die Blätter. :32. Aztán az eső erősebb lesz, és Yuki gyorsan feláll. - Dann wird der Regen stärker, und Yuki steht schnell auf. :33. Nao lassan áll fel, mert a térdei már nem működnek olyan jól. - Nao steht langsam auf, weil seine Knie nicht mehr so gut mitspielen. :34. Együtt mennek a kis teaház kiugró teteje alá. - Sie gehen zusammen unter das überhängende Dach des kleinen Teehauses. :35. A tető sötét cserepekből van, és az eső úgy hangzik rajta, mint a dobszó. - Das Dach ist aus dunklen Ziegeln, und der Regen klingt darauf wie Trommelschläge. :36. Yuki a tető széléhez áll, és a kertbe néz. - Yuki stellt sich an den Rand des Dachs und schaut in den Garten. :37. Egy bambuszkút vizet merít, és egy mohával benőtt kőre ejti. - Ein Bambus-Brunnen schöpft Wasser und lässt es in einen bemoosten Stein fallen. :38. Csepp. Szünet. Csepp. - Tropf. Pause. Tropf. :39. A hang egyenletes és valahogy megnyugtató. - Das Geräusch ist gleichmäßig und irgendwie beruhigend. :40. Nao háttal a teaház falának támaszkodik, és lehunyja a szemét. - Nao lehnt mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses und schließt die Augen. :41. Mélyen és szabályosan lélegzik, mintha aludna. - Er atmet tief und regelmäßig, als ob er schläft. :42. Yuki ránéz, és azon töpreng, hány záport élt már át itt. - Yuki schaut ihn an und fragt sich, wie viele Regengusse er hier schon erlebt hat. :43. Úgy tűnik, itt lassabban folyik az idő, mint a városban. - Die Zeit scheint hier langsamer zu fließen als in der Stadt. :44. Yuki a könyvesboltban töltött mindennapjaira gondol, a polcokra és a pénztári blokkokra. - Yuki denkt an ihren Alltag in der Buchhandlung, an Regale und Kassenzettel. :45. Mindez távolinak tűnik, mintha egy másik élethez tartozna. - Das alles wirkt weit weg, als ob es zu einem anderen Leben gehört. :46. Az eső megtölti a kövek közötti kis mélyedéseket. - Der Regen füllt die kleinen Vertiefungen zwischen den Steinen. :47. A moha lassan és hangtalanul magába szívja a vizet. - Das Moos nimmt das Wasser auf, langsam und lautlos. :48. Yuki arra gondol: a veszteséggel is így van ez. - Yuki denkt: So ist das mit dem Verlust auch. :49. Nem egyszerre jön, hanem beszivárog, cseppről cseppre. - Er kommt nicht auf einmal, sondern sickert ein, Tropfen für Tropfen. :50. Aztán éppolyan hirtelen, ahogy elkezdődött, eláll az eső. - Dann, genauso plötzlich wie er begonnen hat, hört der Regen auf. :51. A felhők között keskeny fénycsík tör át. - Zwischen den Wolken bricht ein schmaler Streifen Licht hindurch. :52. A régi kőfalon a nedves moha mély zölden ragyog. - Das nasse Moos auf der alten Steinmauer leuchtet in einem tiefen Grün. :53. Yuki szépnek találja, bár nem tudja, miért. - Yuki findet, dass es schön ist, obwohl sie nicht weiß, warum. :54. Megfordul Nao felé, aki most már kinyitotta a szemét. - Sie dreht sich zu Nao um, der die Augen jetzt geöffnet hat. :55. Enyhén meghajol, ahogy illik. - Sie verbeugt sich leicht, wie es sich gehört. :56. Nao ránéz, és nyugodt hangon azt mondja: „A pontyok nem mentek el.” - Nao sieht sie an und sagt mit ruhiger Stimme: „Die Karpfen sind nicht fort." :57. Yuki vár, mert érzi, hogy még jön valami. - Yuki wartet, weil sie spürt, dass noch etwas kommt. :58. „Lent fekszenek az iszapban, és várják a tavaszt.” - „Sie liegen unten im Schlamm und warten auf den Frühling." :59. Yuki bólint, bár nem biztos benne, hogy Nao csak a halakról beszél. - Yuki nickt, obwohl sie nicht sicher ist, ob er nur von den Fischen spricht. :60. Fogja a táskáját, és visszamegy az úton a kapu felé. - Sie nimmt ihre Tasche und geht den Weg zurück zum Tor. :61. A kövek a lába alatt még hidegek és csúszósak. - Die Steine unter ihren Füßen sind noch kalt und glitschig. :62. Nem fordul meg, de hallja, hogy Nao újra leül a padra. - Sie dreht sich nicht um, aber sie hört, dass Nao sich wieder auf die Bank setzt. :63. A kapunál felveszi a cipőjét, és egyszer visszanéz a kertbe. - Am Tor zieht sie die Schuhe an und schaut einmal zurück in den Garten. :64. A tó csendesen fekszik ott, a zavaros víz gyengén csillog a fényben. - Der Teich liegt still da, das trübe Wasser glänzt im schwachen Licht. :65. Yuki kifújja a levegőt, és elindul. - Yuki atmet aus und geht. :66. Az állomáshoz vezető út rövid, és a vonat hamarosan jön. - Der Weg zur Station ist kurz, und der Zug kommt bald. :67. A vonaton az ablaknál ül, és az elsuhanó mezőket nézi. - Im Zug sitzt sie am Fenster und schaut auf die vorbeiziehenden Felder. :68. Nem gondol a nagyanyjára, de valahogy mégis érzi őt. - Sie denkt nicht an ihre Großmutter, aber sie fühlt sie irgendwie trotzdem. :69. Az üresség ott van, de már nem nyom olyan nehezen. - Die Leere ist da, aber sie drückt nicht mehr so schwer. :70. A víz egészen magától folyik át a mohán. - Das Wasser fließt durch das Moos, ganz von allein. ---------------------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki nem felejtette el a templomhoz vezető utat, bár három éve nem járt már rajta. - Yuki hatte den Weg zum Tempel nicht vergessen, obwohl sie ihn seit drei Jahren nicht mehr gegangen war. :2. Ismert minden követ, minden kanyart, minden szagot – és éppen ez tette olyan nehézzé az első lépést. - Sie kannte jeden Stein, jede Biegung, jeden Geruch – und genau das machte den ersten Schritt so schwer. :3. A reggel még félig sötétben feküdt, amikor leszállt a vonatról, és beszívta a kora őszi hűvös levegőt. - Der Morgen lag noch halb im Dunkel, als sie aus dem Zug stieg und die kühle Luft des frühen Herbstes einatmete. :4. Nedves lomb illata volt a levegőben, és valamié, amit nem tudott megnevezni, ami azonban azonnal visszavitte őt. - Es roch nach nassem Laub und nach etwas, das sie nicht benennen konnte, das sie aber sofort zurückbrachte. :5. A megviselt fakapunál megállt, nem azért, mert habozott, hanem mert a pillanat ezt kívánta. - Am verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht weil sie zögerte, sondern weil der Moment es verlangte. :6. A fa szürkébb lett, érdesebb, és magán hordta több olyan tél nyomát, amely nélküle múlt el. - Das Holz war grauer geworden, rauer, und trug die Spuren mehrerer Winter, die ohne sie vergangen waren. :7. Levetette a cipőjét, rendesen egymás mellé állította őket, és rálépett az előtte lévő mohával benőtt kőre. - Sie zog die Schuhe aus, stellte sie ordentlich nebeneinander und trat auf den moosbewachsenen Stein davor. :8. A hideg azonnal áthatolt a vékony zoknin, és Yuki egy ideig hagyta ott állni, anélkül hogy továbbment volna. - Die Kälte drang sofort durch die dünnen Socken, und Yuki ließ sie eine Weile stehen, ohne weiterzugehen. :9. A kert megváltozott, de nem úgy, ahogy a dolgok akkor változnak meg, ha valaki elhanyagolja őket. - Der Garten hatte sich verändert, aber nicht so, wie Dinge sich verändern, wenn jemand sie vernachlässigt. :10. Inkább úgy hatott, mint valaki, aki felhagyott azzal, hogy tartást vegyen fel, és most egyszerűen elengedi magát. - Er wirkte eher wie jemand, der aufgehört hat, eine Haltung einzunehmen, und sich nun einfach gehen lässt. :11. A bokrok elvesztették formájukat, a fű kinőtt a régi kőlapok fugái között, és senki sem szorította vissza. - Die Büsche hatten ihre Form verloren, das Gras wuchs zwischen den Fugen der alten Steinplatten, und niemand hatte es zurückgedrängt. :12. Yuki követte a keskeny ösvényt, amely még felismerhető volt, de amelyet hamarosan a szélek felől elnyeléssel fenyegetett a növényzet. - Yuki folgte dem schmalen Pfad, der noch erkennbar war, aber bald von den Rändern her aufgefressen zu werden drohte. :13. Az út végén ott feküdt a tó, és kisebb volt, mint amilyennek emlékezetében élt. - Am Ende des Weges lag der Teich, und er war kleiner, als sie ihn in Erinnerung hatte. :14. A víz sötétzöld színű volt, majdnem olyan, mint a tinta, és a felszíne alig mozdult. - Das Wasser hatte eine dunkelgrüne Farbe, fast wie Tinte, und die Oberfläche bewegte sich kaum. :15. Eszébe jutottak a koi pontyok, amelyek régebben élénk narancsszínben siklottak át alatta, mint élő lángok. - Sie erinnerte sich an die Koi-Karpfen, die früher in leuchtenden Orangetönen darunter hindurchgeglitten waren wie lebende Flammen. :16. Most egyetlen, félig lebomlott levél sodródott a vízen, és különben semmi. - Jetzt trieb ein einzelnes, halb zersetztes Blatt auf dem Wasser, und sonst war nichts. :17. Yuki leguggolt a part mellé, karját a térde köré fonta, és a vízbe meredt, anélkül hogy bármit keresett volna. - Yuki hockte sich ans Ufer, die Arme um die Knie geschlungen, und starrte in das Wasser, ohne etwas zu suchen. :18. Olyan sokáig ült így, hogy a lábai bizseregni kezdtek, de nem állt fel. - Sie saß so lange, dass ihre Beine kribbeln anfingen, aber sie stand nicht auf. :19. Akkor halk fakaparászást hallott maga mögött, ahogy fa súrlódik kövön. - Dann hörte sie hinter sich das leise Scharren von Holz auf Stein. :20. Egy padon, amely az évek súlya alatt kissé ferdén állt, egy öreg férfi ült. - Auf einer Bank, die unter dem Gewicht der Jahre leicht schief stand, saß ein alter Mann. :21. Nao körülbelül hetvenöt éves volt, talán idősebb, és egyszerű munkakabátot viselt, amely már sok nyarat látott. - Nao war ungefähr fünfundsiebzig, vielleicht älter, und trug eine schlichte Arbeitsjacke, die schon viele Sommer gesehen hatte. :22. A mellette álló seprűt nem egyszerűen letették, hanem olyan magától értetődően támaszkodott ott, mintha mindig is ott állt volna. - Der Besen neben ihm war nicht einfach abgestellt worden, sondern lehnte mit einer Selbstverständlichkeit dort, als hätte er dort immer gestanden. :23. Nao a fejét felé fordította, anélkül hogy a testét megmozdította volna, és olyan tekintettel nézett rá, amely sem kérdező, sem üdvözlő nem volt. - Nao drehte den Kopf zu ihr, ohne seinen Körper zu bewegen, und sah sie mit einem Blick an, der weder fragend noch begrüßend war. :24. Egyszer bólintott, egészen röviden, Yuki pedig visszabólintott, és ezzel minden szükséges elhangzott. - Er nickte einmal, ganz knapp, und Yuki nickte zurück, und damit war alles Notwendige gesagt. :25. Felállt, és némi távolsággal mellé ült, mert a helyzet így kívánta, nem azért, mert társaságot keresett. - Sie stand auf und setzte sich mit etwas Abstand neben ihn, weil die Situation es so wollte, nicht weil sie Gesellschaft suchte. :26. A tó fölött megjelent egy szitakötő, amely olyan mozdulatlanul függött a levegőben, mintha odafestették volna. - Über dem Teich erschien eine Libelle, die so still in der Luft hing, als wäre sie aufgemalt. :27. Leszállt egy régi tavirózsa szárára, amely úgy állt ki a vízből, mint egy megmaradt gondolat. - Sie landete auf einem alten Seerosenschaft, der aus dem Wasser ragte wie ein übrig gebliebener Gedanke. :28. Nao hüvelykujjával végigsimított a pad érdes fatámláján, mindig ugyanabba az irányba, mindig ugyanazon a helyen. - Nao fuhr mit dem Daumen über die raue Holzlehne der Bank, immer in derselben Richtung, immer dieselbe Stelle. :29. Yuki nézte a kezét, és arra gondolt, hogy a fa és a bőr hosszú idő után hasonlóvá válik. - Yuki betrachtete seine Hand und dachte, dass Holz und Haut sich nach langer Zeit ähnlich werden. :30. A nagyanyjára gondolt, aki itt ült, teát ivott, és soha nem magyarázott sokat. - Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen hatte, Tee getrunken und nie viel erklärt hatte. :31. A nagyanyja úgy tudott dolgokat, hogy nem beszélt róluk, és ez Yukit gyerekként néha kétségbeesésbe kergette. - Ihre Großmutter hatte Dinge gewusst, ohne darüber zu sprechen, und das hatte Yuki als Kind manchmal zur Verzweiflung gebracht. :32. Most már jobban értette ezt, még ha az értés már semmit sem használt. - Jetzt verstand sie es besser, auch wenn das Verstehen nichts mehr nützte. :33. Halk eső kezdődött, olyan tétován, mintha nem volna biztos benne, szívesen látják-e. - Ein leiser Regen begann, so zögerlich, als ob er sich nicht sicher war, ob er willkommen wäre. :34. Az első cseppek hangtalanul eltűntek a mohában, aztán a vízen, aztán egyszerre mindenütt. - Die ersten Tropfen verschwanden lautlos im Moos, dann auf dem Wasser, dann überall gleichzeitig. :35. Yuki ülve maradt, amíg az eső sűrűbbé nem vált, és a haja tapadni nem kezdett. - Yuki blieb sitzen, bis der Regen dichter wurde und ihr Haar zu kleben begann. :36. Nao felállt, lassan, egy olyan ember megfontolt gondosságával, aki jól ismeri és tiszteli a testét. - Nao stand auf, langsam, mit der bedächtigen Sorgfalt eines Menschen, der seinen Körper gut kennt und respektiert. :37. Együtt mentek a teaház teteje alá, anélkül hogy egy szót is vesztegettek volna arra, hogy ezt teszik. - Sie gingen zusammen unter das Dach des Teehauses, ohne ein Wort darüber zu verlieren, dass sie es taten. :38. A régi cserepekből álló tető hangosan fogadta az esőt, és ez a zaj kitöltötte a köztük lévő teret. - Das Dach aus alten Ziegeln nahm den Regen laut auf, und dieses Geräusch füllte den Raum zwischen ihnen. :39. Yuki a tető szélén állt, egy lépésnyire az esőtől, és a bambusz szökőkútra nézett. - Yuki stand am Rand des Dachs, einen Schritt vom Regen entfernt, und schaute auf den Bambus-Brunnen. :40. A víz egyenletes időközönként hullott egy mohás kőre, beszivárgott a mélyedésekbe, eltűnt. - Das Wasser fiel in gleichmäßigen Abständen auf einen bemoosten Stein, sickerte in die Vertiefungen, verschwand. :41. Csepp. Csend. Csepp. - Tropf. Stille. Tropf. :42. Nao háttal a fafalnak támaszkodott, és lehunyta a szemét, mintha az eső olyan zene volna, amelyet kívülről ismer. - Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand und schloss die Augen, als ob der Regen eine Musik wäre, die er auswendig kannte. :43. Yuki azon töprengett, hány esőzést élt át itt, hány embert látott jönni és menni. - Yuki überlegte, wie viele Regengusse er hier erlebt hatte, wie viele Menschen er hatte kommen und gehen sehen. :44. A saját városára gondolt, a zajra és a fényre, amely éjszaka sem szűnt meg. - Sie dachte an ihre eigene Stadt, an den Lärm und das Licht, das nachts nicht aufhörte. :45. Itt még az eső is lassabban hullani látszott, mintha volna ideje. - Hier schien selbst der Regen langsamer zu fallen, als ob er Zeit hatte. :46. A nagyanyja gondolata nem képként jött, hanem súlyként – nem fájdalmasan, csak jelenlévőn. - Der Gedanke an ihre Großmutter kam nicht als Bild, sondern als Gewicht – nicht schmerzhaft, nur vorhanden. :47. Yuki észrevette, hogy a fájdalom, amelynek érzésére számított, nem jelentkezett. - Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte zu fühlen, sich nicht eingestellt hatte. :48. Helyette volt ott valami nyugodtabb, amit még nem tudott megnevezni, és ami egyelőre békén hagyta őt. - Stattdessen war da etwas Ruhigeres, das sie noch nicht benennen konnte und das sie vorerst in Ruhe ließ. :49. A kőfal mohája itta a vizet, amely vékony erekben folyt le rajta, sietség és veszteség nélkül. - Das Moos an der Steinmauer trank das Wasser, das in dünnen Rinnsalen daran hinablief, ohne Eile und ohne Verlust. :50. Így van ez, gondolta Yuki, de nem mondta ki. - So ist das, dachte Yuki, aber sie sprach es nicht aus. :51. Az eső elállt, és az utána következő hallgatás más minőségű volt, mint az előtte lévő hallgatás. - Der Regen hörte auf, und das Schweigen danach war von anderer Qualität als das Schweigen davor. :52. Halvány fény tört át a szétúszó felhőkön, és ferdén esett a nedves kőfalra. - Ein schwaches Licht brach durch die auseinandertreibenden Wolken und fiel schräg auf die nasse Steinmauer. :53. A moha olyan zöldben ragyogott, amilyet Yuki így még nem látott, bár már gyakran láthatta volna. - Das Moos leuchtete in einem Grün, das Yuki so noch nicht gesehen hatte, obwohl sie es schon oft hätte sehen können. :54. Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és nyugodtan nézett rá. - Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ruhig ansah. :55. Yuki meghajolt, mert ez volt a helyes, még ha pontosan nem is tudta volna megmagyarázni, miért. - Yuki verbeugte sich, weil es das Richtige war, auch wenn sie nicht genau erklären hätte können, wofür. :56. Nao ránézett, és hangsúly nélkül, sietség nélkül azt mondta: „A pontyok nem tűntek el.” - Nao sah sie an und sagte, ohne Betonung und ohne Eile: „Die Karpfen sind nicht verschwunden." :57. Yuki várt, mert érezte, hogy ez még nem minden. - Yuki wartete, weil sie spürte, dass das nicht alles war. :58. „Az iszapban fekszenek a fenéken, és várják, hogy újra melegebb legyen.” - „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten, bis es wieder wärmer wird." :59. Úgy mondta ezt, mintha egy ismert és aggodalomra okot nem adó tényt közölne. - Er sagte es so, als ob er eine Tatsache mitteilte, die bekannt und unbesorgniserregend war. :60. Yuki bólintott, és arra gondolt, hogy valószínűleg nemcsak a halakról beszélt – vagy talán mégis csak róluk, és ez elég volt. - Yuki nickte und dachte, dass er wahrscheinlich nicht nur von den Fischen sprach – oder vielleicht doch nur von ihnen, und das reichte. :61. Felvette a táskáját, amely még kissé nedves volt, és visszament az úton a kapuhoz. - Sie nahm ihre Tasche, die noch etwas feucht war, und ging den Weg zurück zum Tor. :62. A kövek a nedves zoknija alatt simák és hidegek voltak, és minden lépésére figyelt. - Die Steine unter ihren nassen Socken waren glatt und kalt, und sie achtete auf jeden Schritt. :63. Nem fordult meg, de hallotta, ahogy Nao újra leül, és a seprű halkan a padhoz ütődik. - Sie drehte sich nicht um, aber sie hörte, wie Nao sich wieder setzte und der Besen leise gegen die Bank stieß. :64. A kapunál belebújt a cipőjébe, és egy pillanatra megállt, tekintetét előre szegezve. - Am Tor schlüpfte sie in ihre Schuhe und blieb einen Moment stehen, den Blick nach vorne gerichtet. :65. Mögötte ott feküdt a kert a zavaros tavával, a ferde teaházzal és az öreg férfival a padon. - Hinter ihr lag der Garten mit seinem trüben Teich, dem schiefen Teehaus und dem alten Mann auf der Bank. :66. Mindez tovább fog létezni, akár visszatér, akár nem, és ez fájdalom nélküli felismerés volt. - Das alles würde weiterexistieren, ob sie zurückkam oder nicht, und das war eine Erkenntnis ohne Schmerz. :67. Yuki az állomásra ment, és az oda vezető út rövidebb volt, mint várta. - Yuki ging zur Station, und der Weg dorthin war kürzer, als sie erwartet hatte. :68. A vonaton a fejét az ablaknak támasztotta, és nézte, ahogy a mezők elvonulnak mellette. - Im Zug lehnte sie den Kopf gegen das Fenster und schaute zu, wie die Felder vorbeizogen. :69. Nem gondolt sokat, ami szokatlan volt, de nem is kellemetlen. - Sie dachte nicht viel, was ungewohnt war, aber auch nicht unangenehm. :70. Az üresség, amelytől félt, ott volt – de nem úgy volt üres, ahogy az fáj. - Die Leere, die sie gefürchtet hatte, war da – aber sie war nicht leer auf die Art, die wehtut. :71. Inkább olyan volt, mint egy tó ősszel: csendes, sötét, és alatta alszik valami, ami nem halott. - Sie war eher wie ein Teich im Herbst: still, dunkel, und darunter schläft etwas, das nicht tot ist. ----------------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :A templomkert - Der Tempelgarten :1. Yuki nem tervezte, hogy felkeresi a templomot – egyszerűen felszállt a vonatra, ahogyan az ember néha megtesz dolgokat, mielőtt az értelem megtilthatná őket. - Yuki hatte sich nicht vorgenommen, den Tempel zu besuchen – sie war einfach in den Zug gestiegen, wie man manchmal Dinge tut, bevor der Verstand sie verbieten kann. :2. Három évig kerülte a kertet, nem közönyből, hanem mert vannak helyek, amelyek túl sokat követelnek az embertől, amíg a seb még friss. - Drei Jahre hatte sie den Garten gemieden, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil manche Orte zu viel von einem verlangen, solange die Wunde noch frisch ist. :3. Az ősz már sápadt fénybe merítette a várost, amely se nem hideg, se nem meleg volt, amikor a vonat megállt a kis állomáson. - Der Herbst hatte die Stadt bereits in ein blasses Licht getaucht, das weder kalt noch warm war, als der Zug an der kleinen Station hielt. :4. Olyan csendbe szállt ki, amely nem elutasító volt, hanem egyszerűen teljes – hézagtalan csendbe, amelybe az ember gondolatokat tolhatott volna. - Sie stieg aus in eine Stille, die nicht abweisend, sondern einfach vollständig war – eine Stille ohne Lücken, in die man Gedanken schieben konnte. :5. A templomhoz vezető út egy szűk sikátoron haladt át régi falak között, amelyeken a moha vastag, egyenetlen párnákban nőtt. - Der Weg zum Tempel führte durch eine schmale Gasse zwischen alten Mauern, auf denen das Moos in dicken, ungleichmäßigen Polstern wuchs. :6. Yuki ismerte ezt az utat anélkül, hogy ismerte volna – valahol az emlékezet alatt ült, magában a testben, abban, ahogyan a lábak habozás nélkül választották az irányt. - Yuki kannte diesen Weg, ohne ihn zu kennen – er saß irgendwo unterhalb der Erinnerung, im Körper selbst, in der Art, wie die Füße ohne Zögern die Richtung wählten. :7. A megviselt fakapu előtt megállt, nem azért, hogy bátorságot gyűjtsön, hanem mert az átmenet megérdemelt egy pillanatnyi összeszedettséget. - Vor dem verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht um Mut zu sammeln, sondern weil der Übergang einen Moment der Sammlung verdiente. :8. A fának olyan színe volt, mint valaminek, ami sok telet látott és már nem ismert sietséget, és Yuki keze rövid ideig szándék nélkül pihent az oszlopon. - Das Holz hatte die Farbe von etwas, das viele Winter gesehen und keine Eile mehr kannte, und Yukis Hand ruhte kurz auf dem Pfosten, ohne Absicht. :9. Levetette a cipőjét, olyan gondossággal tette le, amely már-már szertartásos vonásokat öltött, és rálépett az első mohával benőtt kőre. - Sie zog die Schuhe aus, stellte sie mit einer Sorgfalt ab, die fast zeremonielle Züge annahm, und trat auf den ersten moosbewachsenen Stein. :10. A hideg, amely azonnal áthatolt a szöveten, nem volt kellemetlen, hanem arra emlékeztette, hogy a test még ott van és érzékel. - Die Kälte, die sofort durch den Stoff drang, hatte nichts Unangenehmes, sondern erinnerte sie daran, dass der Körper noch da war und wahrnahm. :11. A kert nem fogadta őt – egyszerűen ott volt, türelmes elhanyagoltság állapotában, amely méltóságteljesebbnek hatott minden gondozott rendnél. - Der Garten empfing sie nicht – er war einfach da, in einem Zustand geduldiger Verwahrlosung, die würdevoller wirkte als jede gepflegte Ordnung. :12. A sövények elveszítették körvonalaikat, a fű a kőlapok között elég magasra nőtt ahhoz, hogy a könnyű szélben lengjen, és valahol még víz csöpögött az éjszakai esőből egy mélyedésbe. - Die Hecken hatten ihre Konturen verloren, das Gras zwischen den Steinplatten stand hoch genug, um im leichten Wind zu schwingen, und irgendwo tropfte noch Wasser vom Nachttregen in eine Mulde. :13. Yuki követte az ösvényt, amelyet még ösvényként fel lehetett ismerni, bár egyre inkább úgy tűnt, feladja azt a szándékát, hogy bárhová is vezessen. - Yuki folgte dem Pfad, der sich noch als Pfad erkennen ließ, obwohl er zunehmend die Absicht aufzugeben schien, irgendwohin zu führen. :14. A tó a végén úgy feküdt ott, mint válasz egy kérdésre, amelyet nem tett fel magának – sötéten, mozdulatlanul, olyan csenddel borítva, amely idősebb volt a reggelnél. - Der Teich lag am Ende wie eine Antwort auf eine Frage, die sie sich nicht gestellt hatte – dunkel, reglos, von einer Stille bedeckt, die älter war als der Morgen. :15. A víz színe zöld és fekete között váltakozott, attól függően, milyen szögből nézte az ember, és Yuki sokáig nézte többféle szögből. - Das Wasser hatte eine Farbe, die zwischen Grün und Schwarz changierte, je nachdem, aus welchem Winkel man es betrachtete, und Yuki betrachtete es lange aus mehreren. :16. Gyermekkora koi-pontyaira gondolt, amelyek narancssárga és fehér ívekben siklottak át a felszín alatt, mintha a víz csak egy közeg lett volna, amelyet megtűrtek. - Sie dachte an die Koi-Karpfen ihrer Kindheit, die in orangefarbenen und weißen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten waren, als ob das Wasser nur ein Medium war, das sie duldete. :17. Most egyetlen levél sodródott a felszínen, félig feloldódva, és tökéletlenségében valamit tükrözött, amit Yuki nem tudott azonnal szavakba foglalni. - Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche, halb aufgelöst, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas, das Yuki nicht sofort in Worte fassen konnte. :18. Leült a parton, térdét a mellkasához húzva, és megengedte magának, hogy egyszerűen csak nézzen, anélkül hogy értékelné vagy besorolná, amit látott. - Sie ließ sich am Ufer nieder, die Knie an die Brust gezogen, und erlaubte sich, einfach zu schauen, ohne das Gesehene zu bewerten oder einzuordnen. :19. Ez nehezebb volt, mint amilyennek hangzott, mert az értelem állandóan készen állt arra, hogy közbeavatkozzon, és jelentést kényszerítsen a hallgatásra. - Das war schwieriger, als es klang, weil der Verstand ständig bereit war, sich einzumischen und dem Schweigen Bedeutung aufzuzwingen. :20. Egy zaj mögötte – alig több, mint egy súly elmozdulása régi fán – arra késztette, hogy hátrafordítsa a fejét, anélkül hogy összerezzent volna. - Ein Geräusch hinter ihr – kaum mehr als das Verschieben eines Gewichts auf altem Holz – ließ sie den Kopf wenden, ohne aufzufahren. :21. Egy padon, amely kissé kibillent a helyes állásából, mintha felhagyott volna azzal, hogy a függőlegest fontosnak tartsa, egy öreg férfi ült kifakult munkakabátban. - Auf einer Bank, die leicht aus dem Lot geraten war, als hätte sie aufgehört, die Vertikale für wichtig zu halten, saß ein alter Mann in einer verwaschenen Arbeitsjacke. :22. Nao volt a templom kertésze, évtizedek óta, jóval azelőtt, hogy Yuki nagyanyja a kertet a magáévá tette volna. - Nao war der Gärtner des Tempels gewesen, seit Jahrzehnten, lange bevor Yukis Großmutter den Garten zu ihrem eigenen gemacht hatte. :23. Olyan tekintettel nézett Yukira, amely sem kíváncsiságot, sem távolságtartást nem fejezett ki, hanem annak az embernek a különös nyugalmát, aki már felhagyott azzal, hogy találkozásoktól bármit akarjon. - Er sah Yuki an mit einem Blick, der weder Neugierde noch Distanz ausdrückte, sondern die besondere Ruhe eines Menschen, der aufgehört hat, von Begegnungen etwas zu wollen. :24. Az az egyszeri, szűkszavú biccentés, amellyel üdvözölte, nem a hidegség gesztusa volt, hanem a pontosságé – több nem volt szükséges, tehát több nem is volt. - Das einmalige, knappe Nicken, mit dem er sie begrüßte, war keine Geste der Kälte, sondern der Präzision – mehr war nicht nötig, also gab es nicht mehr. :25. Yuki felállt, odament a padhoz, és leült, olyan távolságban, amely sem közelséget nem színlelt, sem távolságot nem hangsúlyozott, hanem egyszerűen helyes volt. - Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich, mit einem Abstand, der weder Nähe vortäuschte noch Distanz betonte, sondern einfach stimmte. :26. A tó fölött megjelent egy szitakötő, amely azzal a látszólag erőfeszítés nélküli pontossággal állt a levegőben, amely csak azoknak a dolgoknak sajátja, amelyek teljesen a pillanatban élnek. - Über dem Teich erschien eine Libelle, die mit jener mühelos wirkenden Präzision in der Luft stand, die nur Dinge besitzen, die vollständig im Moment leben. :27. Leszállt egy elszáradt tavirózsaszárra, és olyan mozdulatlanul ült, hogy az ember elfelejthette, hogy nem sokkal korábban még mozgott. - Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft und saß so still, dass man vergessen konnte, dass sie sich kurz davor noch bewegt hatte. :28. Nao hüvelykujjával egyenletes mozdulattal végigsimított a pad érdes támláján, mindig ugyanazon a pályán, mindig ugyanabba az irányba. - Nao fuhr mit dem Daumen in einer gleichmäßigen Bewegung über die raue Lehne der Bank, immer dieselbe Bahn, immer dieselbe Richtung. :29. Yuki figyelte ezt a mozdulatot, és arra gondolt, hogy a szokás és az ima néha ugyanazt a formát ölti. - Yuki beobachtete diese Geste und dachte, dass Gewohnheit und Gebet manchmal dieselbe Form annehmen. :30. A nagyanyjára gondolt, aki itt ült és teát ivott, anélkül hogy közben bármit bizonyítani vagy megtartani akart volna. - Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen und Tee getrunken hatte, ohne dabei irgendetwas beweisen oder festhalten zu wollen. :31. Gyermekként Yuki nagyanyja azt mondta neki, hogy egy helynek nem kell megmagyarázni, miért tér vissza az ember – vagy már tudja, vagy nem kérdezi. - Als Kind hatte Yukis Großmutter ihr gesagt, dass man einem Ort nicht erklären muss, warum man zurückkommt – er weiß es bereits oder er fragt nicht. :32. Yuki akkor ezt nem értette, és most, amikor értette, már senki sem volt ott, akinek elmondhatta volna, hogy végre megértette. - Yuki hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da sie verstand, war niemand mehr da, dem sie hätte sagen können, dass sie es endlich tat. :33. Az eső bejelentés nélkül kezdődött, ahogyan az ősz néha teszi, mintha elfelejtette volna kialkudni az átmenetet. - Der Regen begann ohne Ankündigung, wie es der Herbst manchmal tut, als hätte er vergessen, den Übergang auszuhandeln. :34. Először egyetlen csepp a teacserje levelén, aztán egy maréknyi, aztán az egyenletes zúgás, amelyet Yuki azonnal olyasminek ismert fel, ami ide tartozott. - Erst ein einzelner Tropfen auf dem Blatt des Teestrauchs, dann eine Handvoll, dann das gleichmäßige Rauschen, das Yuki sofort als etwas wiedererkannte, das hierher gehörte. :35. Nao annak az embernek a megfontolt határozottságával emelkedett fel, akinek a teste kompromisszumokat kötött, de nem kapitulált, és Yuki követte őt a teaház teteje alá. - Nao erhob sich mit der bedächtigen Entschiedenheit eines Menschen, dessen Körper Kompromisse eingegangen ist, aber nicht kapituliert hat, und Yuki folgte ihm unter das Dach des Teehauses. :36. A túlnyúló cseréptető ritmussá alakította az esőt, és ennek a ritmusnak olyan minősége volt, aminek nem ellenállni lehetett, hanem csak hallgatni. - Das überhängende Ziegeldach verwandelte den Regen in Rhythmus, und dieser Rhythmus hatte die Qualität von etwas, dem man nicht widerstehen, sondern nur zuhören konnte. :37. Yuki a tető széléhez állt, egy lépésre a hulló víztől, és nézte a bambuszkutat, amely csendben és szüntelenül végezte a feladatát. - Yuki stellte sich an den Rand des Dachs, einen Schritt vom fallenden Wasser entfernt, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe still und ohne Unterlass erfüllte. :38. A víz ráhullott az alatta lévő mohás kőre, beszivárgott a repedésekbe, láthatatlanná vált – és valamikor más összefüggésben újra visszatért. - Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein darunter, versickerte in Ritzen, wurde unsichtbar – und kam in einem anderen Zusammenhang irgendwann wieder. :39. Nao háttal a teaház falának támaszkodott, karjait lazán a teste előtt tartotta, és olyan magától értetődőséggel csukta be a szemét, amely nem igényelt magyarázatot. - Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses, die Arme locker vor dem Körper, und schloss die Augen mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Erklärung brauchte. :40. Yuki azon tűnődött, vajon alszik-e, vagy egyszerűen a figyelem egy olyan fajtáját gyakorolja, amely befelé irányul, és nincs szüksége szemekre. - Yuki fragte sich, ob er schlief oder ob er einfach eine Art von Aufmerksamkeit praktizierte, die nach innen gerichtet war und keine Augen benötigte. :41. A könyvesboltjára gondolt, a polcokra, amelyeket naponta rendezett, az emberekre, akik könyveket vásároltak, anélkül hogy tudták volna, valójában melyik kérdésre akarnak választ kapni. - Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Regale, die sie täglich ordnete, an die Menschen, die Bücher kauften, ohne zu wissen, welche Frage sie eigentlich beantworten wollten. :42. Itt nem voltak polcok, és nem voltak válaszok, és nem voltak kérdések, amelyek válaszokra vártak – csak a tető, az eső, az öreg férfi és ő maga. - Hier gab es keine Regale und keine Antworten und keine Fragen, die auf Antworten warteten – nur das Dach, den Regen, den alten Mann und sie selbst. :43. A víz, amely a tetőről a nedves földre hullott, apró krátereket ütött a mohába, és azonnal újra eltűnt, anélkül hogy nyomot hagyott volna. - Das Wasser, das vom Dach auf den nassen Boden fiel, schlug kleine Krater in das Moos und verschwand sofort wieder, ohne eine Spur zu hinterlassen. :44. Yuki észrevette, hogy a nagyanyjára nem úgy gondol, mint veszteségre, hanem mint valamire, ami más halmazállapotot vett fel. - Yuki bemerkte, dass sie an ihrer Großmutter nicht wie an einem Verlust dachte, sondern wie an etwas, das eine andere Aggregatform angenommen hatte. :45. A gondolat nem volt vigasztaló a szokványos értelemben – egyszerűen pontos volt, és a pontosságnak néha megvan a maga sajátos vigasza. - Der Gedanke war nicht tröstlich im gewöhnlichen Sinn – er war einfach genau, und Genauigkeit hat manchmal eine eigene Art von Trost. :46. A kőfalon lévő moha magába szívta a vizet, amely vékony, alig látható erecskékben csorgott le rajta, lassan és teljesen, maradék nélkül. - Das Moos an der Steinmauer nahm das Wasser auf, das in dünnen, kaum sichtbaren Rinnsalen daran herabrann, langsam und vollständig, ohne Rest. :47. Yuki arra gondolt: így zajlanak a búcsúk is, ha az ember időt ad nekik – nem törésként, hanem fokozatos átszivárgásként, amely csak akkor ér véget, amikor minden felszívódott. - Yuki dachte: So verlaufen Abschiede auch, wenn man ihnen Zeit gibt – nicht als Bruch, sondern als ein allmähliches Durchsickern, das erst endet, wenn alles aufgenommen ist. :48. Az eső úgy állt el, ahogyan elkezdődött – átmenet nélkül, mintha született volna egy döntés, amelyet senkivel sem közöltek. - Der Regen hörte auf, wie er begonnen hatte – ohne Übergang, als ob eine Entscheidung gefallen wäre, die niemand mitgeteilt hatte. :49. A fény, amely ezután áthatolt a szétsodródó felhők között, annak a sajátosan őszi minőségnek volt a fénye, amely mindent, amit ér, egy pillanatra kiemel az időből. - Das Licht, das danach durch die auseinanderdriftenden Wolken drang, war von jener spezifisch herbstlichen Qualität, die alles, was es trifft, für einen Moment aus der Zeit herauslöst. :50. A falon a moha mély, telt zöldben felragyogott, olyan intenzíven, hogy Yukinak rövid időre az az érzése támadt, valami olyat lát, ami általában nem látható. - Das Moos auf der Mauer leuchtete in einem tiefen, satten Grün auf, das so intensiv war, dass Yuki kurz das Gefühl hatte, etwas zu sehen, das normalerweise nicht sichtbar war. :51. Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és ugyanazzal a nyugodt, be nem soroló tekintettel nézett rá, mint kezdetben. - Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie mit demselben ruhigen, nicht einordnenden Blick ansah wie zu Beginn. :52. Yuki meghajolt – nem mélyen, de őszintén –, és ebben a gesztusban több volt, mint udvariasság, még ha nem is tudta volna megmondani, pontosan mi. - Yuki verbeugte sich – nicht tief, aber aufrichtig – und in dieser Geste steckte mehr als Höflichkeit, auch wenn sie nicht hätte sagen können, was genau. :53. Nao viszonozta a tekintetét, és egy olyan szünet után, amely elég hosszú volt ahhoz, hogy ne puszta kitöltő szünet legyen, ezt mondta: „A pontyok nem tűntek el.” - Nao erwiderte den Blick und sagte, nach einer Pause, die lange genug war, um keine Füllpause zu sein: „Die Karpfen sind nicht fort." :54. Nem azért mondta, hogy vigasztaljon, és nem azért, hogy megmagyarázzon valamit – úgy mondta, ahogyan az ember egy tényt közöl, amelyben ő maga már régóta megbízik. - Er sagte es nicht, um zu trösten, und nicht, um etwas zu erklären – er sagte es so, wie man eine Tatsache mitteilt, der man selbst seit Langem getraut hat. :55. „Lenn fekszenek az iszapban, a fenéken, és várják a tavaszt, amely eljön, mert mindig eljön.” - „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten auf das Frühjahr, das kommt, weil es immer kommt." :56. Yuki ránézett, és arra gondolt, hogy talán a halakról beszél, talán valami másról, és hogy mindkettő igaz lehet anélkül, hogy dönteni kellene róla. - Yuki sah ihn an und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, und vielleicht von etwas anderem, und dass beides wahr sein konnte, ohne dass man es entscheiden musste. :57. Felvette a táskáját, amely még magában hordozta az eső nedvességét, és visszaindult az úton a kapu felé, kőről kőre. - Sie nahm ihre Tasche, die noch die Feuchtigkeit des Regens in sich trug, und ging den Weg zurück zum Tor, Stein für Stein. :58. Nem fordult vissza, mert a visszafordulás feltételezett volna valamit, amire itt nem volt szükség – nem közönyt, hanem bizalmat abban, ami mögötte maradt. - Sie drehte sich nicht um, weil Umdrehen etwas vorausgesetzt hätte, das hier nicht gefragt war – nicht Gleichgültigkeit, sondern Vertrauen in das, was hinter ihr blieb. :59. A kapunál belebújt a cipőjébe, és megállt, nem azért, hogy visszanézzen, hanem hogy megjelölje az átmenetet, amelyet az átmenet megérdemelt. - Am Tor schlüpfte sie in die Schuhe und blieb stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu markieren, der Übergang verdiente. :60. Mögötte a kert tovább létezett – zavaros tavával, csendben várakozó mohájával, öreg kertészével a ferde padon –, teljesen és nélküle. - Hinter ihr existierte der Garten weiter – mit seinem trüben Teich, seinem stillwartenden Moos, seinem alten Gärtner auf der schiefen Bank – vollständig und ohne sie. :61. Ez nem szomorú felismerés volt, hanem helyes, és a helyes felismeréseknek néha egyszerre van meg a nedves moha súlya és könnyűsége. - Das war keine traurige Erkenntnis, sondern eine richtige, und richtige Erkenntnisse haben manchmal die Schwere und die Leichtigkeit von nassem Moos zugleich. :62. Yuki az állomásra ment, és az út rövidebb volt, mint odafelé, mert ezúttal nem megérkezett, hanem továbbment. - Yuki ging zur Station, und der Weg war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal nicht ankam, sondern weiterging. :63. A vonaton homlokát a hűvös ablaküvegnek támasztotta, és nézte a mezőket, amelyek a délután lapos fényében elsuhantak mellette. - Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das kühle Fensterglas und schaute auf die Felder, die im flachen Licht des Nachmittags an ihr vorüberzogen. :64. Nem gondolt semmi meghatározottra, ami nem gondolattalanság volt, hanem a figyelem egyfajta tárgy nélküli formája. - Sie dachte an nichts Bestimmtes, was nicht Gedankenlosigkeit war, sondern eine Art von Aufmerksamkeit ohne Gegenstand. :65. Az üresség, amelyet várhatóan megtalálni vélt, ott volt – de egy tál körvonalát viselte, nem egy lyukét, és ez jelentette a döntő különbséget. - Die Leere, die sie erwartet hatte zu finden, war da – aber sie hatte die Kontur einer Schale, nicht eines Loches, und das machte den entscheidenden Unterschied. :66. Alatta, az iszapban, amelyet nem lát az ember, várakozik az, ami nem hal meg, hanem csak vár – türelmesen, csendben, minden kétség nélkül afelől, hogy a tavasz eljön. - Darunter, in dem Schlamm, den man nicht sieht, wartet das, was nicht stirbt, sondern nur wartet – geduldig, still, ohne jeden Zweifel daran, dass das Frühjahr kommt. ------------------------ ---------------------------------------------- 5 ------------------------ :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki nem döntötte el, hogy meglátogatja a templomot – csupán nem döntött ellene, ami, ahogy a vonatúton észrevette, talán ugyanaz volt. - Yuki hatte sich nicht entschieden, den Tempel zu besuchen – sie hatte sich lediglich nicht dagegen entschieden, was, wie sie auf der Zugfahrt bemerkte, möglicherweise dasselbe war. :2. Három év olyan időtartam, amely elég rövid ahhoz, hogy az ember még ismerjen egy helyet, és elég hosszú ahhoz, hogy az a hely már ne várjon rá. - Drei Jahre sind eine Zeitspanne, die kurz genug ist, um einen Ort noch zu kennen, und lang genug, damit er aufgehört hat, auf einen zu warten. :3. Az állomásnak, ahol leszállt, már nem volt neve a táblán, vagy a név kifakult – nem nézte meg, mert úgyis még tudta. - Die Station, an der sie ausstieg, hatte keinen Namen mehr auf dem Schild, oder der Name war verblasst – sie hatte nicht nachgeschaut, weil sie ihn ohnehin noch wusste. :4. Az ősz ezen a reggelen azzal a különös visszafogottsággal rendezkedett be, amely a legszebb napjait jellemzi: sok fény, kevés meleg, semmi ígéret. - Der Herbst hatte sich an diesem Morgen mit jener eigentümlichen Zurückhaltung eingerichtet, die seine schönsten Tage kennzeichnet: viel Licht, wenig Wärme, keine Versprechen. :5. A templomhoz vezető út egy sikátoron vitt keresztül, ahol a falak kétoldalt olyan közel voltak egymáshoz, hogy azt hihette volna az ember, maga az út akarja lelassítani a továbbhaladást. - Der Weg zum Tempel führte durch eine Gasse, in der die Mauern auf beiden Seiten so nah waren, dass man hätte meinen können, der Weg selbst wollte das Weitergehen verlangsamen. :6. A kövön lévő moha éjjel ivott, és most olyan jóllakottság áradt belőle, amely csendes, szükségtelen teljességében szinte obszcénnek hatott. - Das Moos auf dem Stein hatte in der Nacht getrunken und war nun von einer Sattheit, die fast obszön wirkte in ihrer stillen, bedürfnislosen Vollständigkeit. :7. Yuki ezt az utat már nem az értelmével ismerte, hanem a testével – a tudás egy olyan fajtájával, amely megbízhatóbb, és nem törődik azzal, hogy az ember elő akarja-e hívni vagy sem. - Yuki kannte diesen Weg nicht mehr mit dem Verstand, sondern mit dem Körper – eine Art von Wissen, das zuverlässiger ist und sich nicht darum schert, ob man es abrufen will oder nicht. :8. A kapu előtt megállt, annak ösztönösségével, aki egy idegen házban egy csukott ajtó előtt áll, és egy pillanatig hallgatózik, mielőtt kopogna. - Vor dem Tor hielt sie inne mit der Instinktivität von jemandem, der in einem fremden Haus vor einer geschlossenen Tür steht und einen Moment lauscht, bevor er anklopft. :9. A kapu fája a korhadáson túl olyan méltóságot ért el, amelyet az új anyagok nem ismernek – azoknak a dolgoknak a méltóságát, amelyek nem próbáltak fiatalok maradni. - Das Holz des Tores hatte jenseits der Verwitterung eine Würde erreicht, die neue Materialien nicht kennen – die Würde des Dinge, die nicht versucht haben, jung zu bleiben. :10. Levette a cipőjét, nem kötelességtudatból, hanem mert ez a cselekedet olyan módon készítette fel, amelyet nem tudott volna elmagyarázni anélkül, hogy hamisat mondana. - Sie zog die Schuhe aus, nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil der Akt sie auf eine Art vorbereitete, die sie nicht hätte erklären können, ohne das Falsche zu sagen. :11. A mohával benőtt kövek hidege azonnal és mentegetőzés nélkül hatolt át az anyagon, és Yuki hagyta, hogy tegye, mert némely érzékelésnek joga van rá, hogy ráerőltesse magát az emberre. - Die Kälte der moosbewachsenen Steine drang sofort und ohne Entschuldigung durch den Stoff, und Yuki ließ sie gewähren, weil manche Wahrnehmungen das Recht haben, sich aufzudrängen. :12. A kert olyan állapotban feküdt előtte, amelyet hanyatlásnak lehetett volna nevezni, ha a szó nem sugallna valami akaratlant, ami itt nem volt igaz. - Der Garten lag vor ihr in einem Zustand, den man Verfall hätte nennen können, wenn das Wort nicht etwas Unfreiwilliges implizierte, das hier nicht zutraf. :13. Inkább arról volt szó, hogy felhagyott egy bizonyos szándék követésével, és most olyan formát vett fel, amely a saját logikáját követte, nem az emberi rendképzetet. - Vielmehr hatte er aufgehört, eine bestimmte Absicht zu verfolgen, und nahm nun eine Form an, die seiner eigenen Logik folgte, nicht der menschlichen Vorstellung von Ordnung. :14. A bokrok elengedték körvonalaikat a bizonytalanba, a fű magasan állt a kőlapok hézagai között, és a levegő a rothadás és a növekedés lassú, termékeny munkájának szagát hordozta. - Die Büsche hatten ihre Konturen in das Ungefähre entlassen, das Gras stand hoch zwischen den Fugen der Steinplatten, und die Luft roch nach dem langsamen, produktiven Arbeiten von Fäulnis und Wachstum. :15. Yuki annyiban követte az ösvényt, amennyiben az még ösvény volt, és hagyta, hogy vezesse, azzal a készséggel, amely azokhoz a dolgokhoz kell, amelyeket már nem irányítani, hanem csak kísérni lehet. - Yuki folgte dem Pfad in dem Maße, in dem er noch Pfad war, und ließ sich von ihm führen mit der Bereitschaft, die man für Dinge braucht, die man nicht mehr steuern, sondern nur noch begleiten kann. :16. A tó a végén úgy feküdt ott, mint egy kérdés, amelyre csak akkor lehet válaszolni, ha az ember már felhagyott azzal, hogy választ várjon. - Der Teich lag am Ende wie eine Frage, auf die man nur dann antworten kann, wenn man aufgehört hat, eine Antwort zu erwarten. :17. A víz színe a mélyzöld és a teljes fekete között mozgott, és a fény beesésétől meg a nézőponttól függően döntötte el, melyik akar lenni a kettő közül – vagy lehet-e mindkettő egyszerre. - Das Wasser hatte eine Farbe, die sich zwischen tiefem Grün und absolutem Schwarz bewegte und je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel entschied, welche von beiden sie sein wollte – oder ob sie beide sein konnte. :18. Yuki olyan pontossággal emlékezett a koi-pontyokra, amellyel az ember azokra a dolgokra emlékszik, amelyek egyszer megnyitották a szívét, anélkül hogy észrevette volna. - Yuki erinnerte sich an die Koi-Karpfen mit der Genauigkeit, mit der man sich an Dinge erinnert, die einem einmal das Herz geöffnet haben, ohne dass man es bemerkt hat. :19. Széles, lassú ívekben siklottak át a felszín alatt, mint mondatok, amelyeket az ember gondol, anélkül hogy végiggondolná őket – mozgásukban teljesek, önmagukban lezártak. - Sie hatten in weiten, langsamen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten wie Sätze, die man denkt, ohne sie zu Ende zu denken – vollständig in ihrer Bewegung, abgeschlossen in sich selbst. :20. Most egyetlen levél sodródott a vízen, a feloldódás előrehaladott állapotában, és töredékességében valamit tükrözött vissza, aminek Yuki nem akart nevet adni, mert a megnevezés néha elűz. - Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf dem Wasser, in einem fortgeschrittenen Stadium des Aufgelöstwerdens, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas wider, dem Yuki keinen Namen geben wollte, weil Benennen manchmal vertreibt. :21. Leereszkedett a partra annak a mozdulatával, aki nem leülni akar, hanem maradni – finom, de döntő különbség a testtartásban. - Sie ließ sich ans Ufer nieder mit der Geste von jemandem, der nicht sichtsitzen will, sondern bleiben – ein feiner, aber entscheidender Unterschied in der Körperhaltung. :22. A víz alig mozdult, és az a kevés mozgás, ami volt benne, belülről jött, a felszín alól, olyan forrásokból, amelyeket nem lehetett látni. - Das Wasser bewegte sich kaum, und die wenigen Bewegungen, die es gab, kamen von innen, von unter der Oberfläche, von Quellen, die man nicht sah. :23. Mögötte – egy olyan zaj jelezte, amely alig volt több, mint egy régi súly újraelhelyezkedése régi fán – egy férfi ült a zelkova-fa alatti ferde padon. - Hinter ihr – durch ein Geräusch angekündigt, das kaum mehr war als die Neupositionierung eines alten Gewichts auf altem Holz – saß ein Mann auf der schiefen Bank unter dem Zelkova-Baum. :24. Nao évtizedek óta gondozta a kertet, azzal a kitartó, igénytelen hűséggel, amely nem keres elismerést, mert nem tudja, hogy az elismerés olyasmi volna, amit keresni lehetne. - Nao hatte den Garten gepflegt, seit Jahrzehnten, mit jener beharrlichen, anspruchslosen Treue, die keine Anerkennung sucht, weil sie nicht weiß, dass Anerkennung etwas wäre, das man suchen könnte. :25. Yuki felé nézett olyan tekintettel, amelyben nem zajlottak le a szokásos tranzakciók – sem felmérés, sem besorolás, sem egy reakció előkészítése arra az esetre, ha azt várnák. - Er sah Yuki an mit einem Blick, in dem keine der üblichen Transaktionen stattfanden – kein Taxieren, kein Einordnen, kein Bereitstellen einer Reaktion für den Fall, dass eine erwartet wurde. :26. A rövid biccentés, amellyel tudomásul vette jelenlétét, azoknak a dolgoknak a pontosságával bírt, amelyek csak azt mondják, amit jelentenek, és semmi többet. - Das knappe Nicken, mit dem er ihre Anwesenheit bestätigte, hatte die Präzision von Dingen, die nur das sagen, was gemeint ist, und nichts dazu. :27. Yuki felállt, odament a padhoz, és mellé ült olyan távolságban, amely nem igényelt megállapodást, mert magától adódott. - Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich neben ihn in einem Abstand, der keiner Vereinbarung bedurft hatte, weil er sich von selbst ergab. :28. Egy szitakötő jelent meg a víz fölött azzal a hirtelenséggel, amely csak azoknak a dolgoknak sajátja, amelyek mindig is ott voltak, és csak most veszik észre őket. - Eine Libelle erschien über dem Wasser mit jener Plötzlichkeit, die nur Dinge haben, die sich schon immer dort befunden haben und nur jetzt bemerkt werden. :29. Leszállt egy kiszáradt tavirózsaszárra, amelynek épsége a tél alatt paradoxnak hatott, és olyan mozdulatlanul maradt, hogy a mozgás egy pillanatra kivételnek tűnt. - Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft, dessen Unversehrtheit unter dem Winter paradox wirkte, und blieb so reglos, dass Bewegung für einen Moment als Ausnahme erschien. :30. Nao hüvelykujjával végigsimított a pad támláján, ugyanazon a pályán, ugyanabba az irányba, egy olyan mozdulat egyenletességével, amely már nem utal célra, hanem maga lett a cél. - Nao fuhr mit dem Daumen über die Lehne der Bank, dieselbe Bahn, dieselbe Richtung, mit der Gleichmäßigkeit einer Geste, die aufgehört hat, auf einen Zweck hinzuweisen, und nun Zweck ist. :31. Yuki a kezét nézte – a bőr a bütykök fölött feszes és foltos volt, a mozdulat egyenletes –, és arra gondolt, hogy némely ember a testével imádkozik, anélkül hogy tudná, és anélkül hogy ettől kevésbé volna igaz. - Yuki betrachtete seine Hand – die Haut über den Knöcheln gespannt und fleckig, die Bewegung stetig – und dachte, dass manche Menschen mit dem Körper beten, ohne es zu wissen und ohne dass es dadurch weniger wahr würde. :32. A nagyanyjára gondolt, nem képként, hanem valamiféle gravitációként, amely még hatott, noha a forrása már nem volt ott. - Sie dachte an ihre Großmutter, nicht als Bild, sondern als eine Art von Schwerkraft, die noch wirkte, obwohl ihre Quelle nicht mehr da war. :33. A nagyanyja nem magyarázott, hanem megmutatott – és amit megmutatott, az az itteni volt: ez a kert, ez a tó, ez a mód, ahogy az ember úgy ül egy helyen, mintha az elég volna. - Ihre Großmutter hatte nicht erklärt, sie hatte gezeigt – und das Gezeigte war das Hiesige: dieser Garten, dieser Teich, diese Art, in einem Ort zu sitzen, als ob er ausreichte. :34. A felismerésben, hogy csak most értette meg, mit mutattak meg akkor, benne volt minden túl későn érkező felismerés keserű hangja – de annak különös vigasztaló ereje is, ami mindennek ellenére megérkezett. - Die Erkenntnis, dass sie erst jetzt verstand, was damals gezeigt worden war, hatte die bittere Note aller Erkenntnisse, die zu spät kommen – aber auch die eigenartige Tröstlichkeit von etwas, das trotz allem angekommen ist. :35. Az eső úgy kezdődött, ahogy a dolgok kezdődnek, amikor senki sem figyeli őket, és nincs szükség dramaturgiára: észrevétlenül, aztán tagadhatatlanul. - Der Regen begann, wie Dinge beginnen, wenn niemand zuschaut und keine Dramaturgie verlangt wird: unmerklich, dann unbestreitbar. :36. Az első cseppek eltűntek a mohában, amely már telített volt, és nem hagytak nyomot, csak még mélyebb csendet. - Die ersten Tropfen verschwanden in dem Moos, das schon gesättigt war, und hinterließen keine Spur außer einer noch tieferen Stille. :37. Aztán több csepp jött, majd az az egyenletes, teljes hang, amelyet az ember vagy korlátozásként, vagy felszabadulásként érzékelhet, attól függően, éppen hol áll. - Dann mehr Tropfen, dann das gleichmäßige, vollständige Geräusch, das man entweder als Einschränkung oder als Befreiung wahrnehmen kann, je nachdem, wo man gerade steht. :38. Nao felemelkedett, és ebben a mozdulatban olvasható volt egy test egész története, amely kompromisszumokat kötött, és megtanulta, hogy ezeket ne vereségként értelmezze. - Nao erhob sich, und in dieser Bewegung war die ganze Geschichte eines Körpers lesbar, der Kompromisse eingegangen ist und gelernt hat, sie nicht als Niederlagen zu interpretieren. :39. Bementek a teaház teteje alá, anélkül hogy megbeszélték volna, mert azok a dolgok, amelyek maguktól adódnak, nem tűrik a megbeszélést. - Sie gingen unter das Dach des Teehauses, ohne es zu besprechen, weil Dinge, die sich von selbst ergeben, keine Besprechung vertragen. :40. A sötét cserepekből álló tető elnyelte az esőt, és ritmusként adta vissza, és ennek a ritmusnak megvolt némely zene tulajdonsága: nem követte a gondolatokat, hanem előttük járt. - Das Dach aus dunklen Ziegeln schluckte den Regen und gab ihn als Rhythmus zurück, und dieser Rhythmus hatte die Eigenschaft mancher Musik, den Gedanken nicht zu folgen, sondern ihnen voranzugehen. :41. Yuki a fedett rész szélén állt, ott, ahol az eső még elérhető volt, és a bambuszcsorgót nézte, amely évek óta megjegyzés nélkül teljesítette feladatát. - Yuki stand am Rand des Überdachten, dort, wo der Regen noch zu greifen war, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe seit Jahren ohne Kommentar erfüllte. :42. A víz a mohával borított kőre hullott, elszivárgott, valamikor máshol újra megjelent – egy körforgás, amely annyira teljes volt önmagában, hogy nem volt szüksége külső nézőpontra ahhoz, hogy működjön. - Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein, versickerte, erschien irgendwann anderswo wieder – ein Kreislauf, der so vollständig in sich war, dass er keine Außenperspektive brauchte, um zu funktionieren. :43. Nao lehunyta a szemét, hátát a fafalnak támasztotta, karját a teste előtt keresztezte annak az embernek az ellazultságával, akinek az eső semmi váratlant nem közöl. - Nao hatte die Augen geschlossen und lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand, die Arme vor dem Körper gekreuzt mit der Entspanntheit von jemandem, dem der Regen nichts Unerwartetes mitteilt. :44. Yuki azon tűnődött, vajon az öregség néha abból áll-e, hogy az ember felhagy azzal, hogy szembeszegüljön azzal, ami úgyis jön – és hogy ez beletörődés-e, vagy valami pontosabb, amire nincs jó szó. - Yuki fragte sich, ob Alter manchmal darin bestand, aufgehört zu haben, sich gegen das zu stellen, was ohnehin kommt – und ob das Resignation war oder etwas Genaueres, für das es kein gutes Wort gab. :45. A könyvesboltjára gondolt, a könyvekre, amelyek nap mint nap átmentek a kezén, az emberekre, akik címek után kérdeztek, anélkül hogy meg tudták volna mondani, valójában mit keresnek. - Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Bücher, die täglich ihre Hände passierten, an die Menschen, die nach Titeln fragten, ohne sagen zu können, wonach sie eigentlich suchten. :46. Itt a keresett dolog nem címekben volt és nem kategóriákban – hanem abban, ahogy a víz átitatta a mohát, hangtalanul és teljesen, és anélkül a vágy nélkül, hogy lássák. - Hier war das Gesuchte nicht in Titeln und nicht in Kategorien – es war in der Art, wie das Wasser das Moos durchtränkte, lautlos und vollständig und ohne den Wunsch, gesehen zu werden. :47. A szemközti kőfal hordozta a rajta lecsorgó vizet, anélkül hogy az megérintette volna, mert a dolgok, ha elég régiek, megtanulták, mit engednek át magukon és mit nem. - Die Steinmauer gegenüber trug das Wasser, das an ihr herabrann, ohne sich davon affizieren zu lassen, weil Dinge, die alt genug sind, gelernt haben, was sie durchlässt und was nicht. :48. Yuki észrevette, hogy a fájdalom, amelyet ebben a kertben várt megtalálni, nem maradt el, hanem más formát vett fel – nem hevenyet, hanem idültet, amely együtt jár a vérkeringéssel, és annyira magától értetődővé válik, hogy az ember már nem tesz különbséget közte és önmaga között. - Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte in diesem Garten zu finden, nicht ausgeblieben war, sondern eine andere Form angenommen hatte – keine akute, sondern eine chronische, die mit dem Blutkreislauf mitgeht und so selbstverständlich wird, dass man aufhört, zwischen ihr und sich selbst zu unterscheiden. :49. Némely búcsú, gondolta, nem egyetlen pillanatban megy végbe, hanem éveken át, kis, megfigyeletlen adagokban, míg az ember egy napon megállapítja, hogy már lezárt valamit, anélkül hogy a lezárást valaha aktívan végrehajtotta volna. - Manche Abschiede, dachte sie, vollziehen sich nicht in einem Moment, sondern über Jahre, in kleinen, unbeobachteten Dosen, bis man eines Tages feststellt, dass man bereits abgeschlossen hat, ohne den Abschluss je aktiv vollzogen zu haben. :50. Az eső elállt, és a csend, amely utána beállt, más sűrűségű volt, mint az előtte lévő csend – összenyomta az, amit magába fogadott, és ezáltal nehezebb és tartósabb lett. - Der Regen hörte auf, und die Stille, die danach eintrat, hatte eine andere Dichte als die Stille davor – komprimiert durch das, was sie aufgenommen hatte, und dadurch schwerer und haltbarer. :51. A fény, amely áttört a felszakadozó felhőtakarón, ferdén hullott be, az ősz sajátos intenzitásával, amely nem pazarol energiát, mert tudja, hogy a napok már rövidülnek. - Das Licht, das durch die aufbrechende Wolkendecke drang, fiel schräg und mit der eigentümlichen Intensität des Herbstes, der keine Energie verschwendet, weil er weiß, dass die Tage bereits kürzer werden. :52. A kőfalon lévő moha olyan zöldben ragyogott, amely annyira mély volt, hogy kevésbé színnek tűnt, mint inkább maguknak a dolgoknak egy tulajdonságának – mintha a zöld nem a mohán feküdne, hanem belőle jönne elő. - Das Moos auf der Steinmauer leuchtete in einem Grün, das so tief war, dass es weniger wie eine Farbe wirkte als wie eine Eigenschaft der Dinge selbst – als ob das Grün nicht auf dem Moos lag, sondern aus ihm heraus kam. :53. Yuki Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és olyan ember tekintetével nézett rá, aki nem támaszt elvárásokat a pillanattal szemben, és ezért teljesen benne tud lakni. - Yuki wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ansah mit dem Blick eines Menschen, der keine Erwartungen an den Moment stellt und ihn deshalb vollständig bewohnen kann. :54. Meghajolt – egy mozdulat, amely rövidségében többet fogott össze, mint bármely megfogalmazás képes lett volna, mert nem állítást tett, hanem tartást vett fel. - Sie verbeugte sich – eine Geste, die in ihrer Knappheit mehr fasste als jede Formulierung es hätte tun können, weil sie keine Aussage machte, sondern eine Haltung einnahm. :55. Nao nem viszonozta semmivel, hagyott létrejönni egy szünetet, amely nem üres volt, hanem annak az embernek a magától értetődőségével telt meg, aki soha nem tanulta meg szavakkal védeni a csendet. - Nao erwiderte nichts, ließ eine Pause entstehen, die nicht leer war, sondern gefüllt mit der Selbstverständlichkeit von jemandem, der nie gelernt hat, Stille mit Worten zu verteidigen. :56. Aztán azt mondta: „A pontyok nem tűntek el", és a mondatban ott volt valami nyugalma, amit nem kell bizonyítani, mert igaz, és ezt tudja. - Dann sagte er: „Die Karpfen sind nicht fort", und der Satz hatte die Ruhe von etwas, das nicht bewiesen werden muss, weil es wahr ist, und das weiß. :57. Tovább beszélt, anélkül hogy felemelte volna a hangját: „Az iszapban fekszenek a fenéken, a sötétben, és várják a meleget, amely eljön, mert mindig eljött, és mert a víz emlékszik, még akkor is, ha mi elfelejtjük." - Er sprach weiter, ohne die Stimme zu heben: „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund, im Dunkeln, und warten auf eine Wärme, die kommt, weil sie immer kam und weil das Wasser sich erinnert, auch wenn wir es vergessen." :58. Yuki hallotta a mondatot, és arra gondolt, hogy talán a halakról beszél, talán a nagyanyjáról, talán róla magáról – és hogy ez az eldönthetetlenség nem elmosódottság volt, hanem pontosság. - Yuki hörte den Satz und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, vielleicht von ihrer Großmutter, vielleicht von ihr selbst – und dass diese Unentscheidbarkeit nicht Unschärfe war, sondern Präzision. :59. Felvette a táskáját, és elindult, mert az indulásoknak, ha helyesek, nincs szükségük előkészületre, és nem hagynak maguk után magyarázatot. - Sie nahm ihre Tasche und ging, weil Aufbrüche, wenn sie stimmen, keiner Vorbereitung bedürfen und keine Erklärung hinterlassen. :60. A kapuhoz visszavezető út ugyanaz az út volt, mint az odafelé vezető, de megváltozott benne valaminek a minősége, amit nem lehet leírni anélkül, hogy az ember leírná, mit hordozott magában. - Der Weg zurück zum Tor war derselbe Weg wie der Hinweg, aber er hatte die Qualität von etwas gewechselt, das man nicht beschreiben kann, ohne zu beschreiben, was man selbst getragen hat. :61. A kapunál olyan mozdulatokkal vette fel a cipőjét, amelyek gondosak voltak, anélkül hogy ezt szándékosan tette volna, és egy pillanatra megállt, nem azért, hogy visszanézzen, hanem hogy regisztrálja az átmenetet. - Am Tor zog sie die Schuhe an mit Bewegungen, die sorgfältig waren, ohne dass sie es beabsichtigt hatte, und blieb einen Moment stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu registrieren. :62. Mögötte a kert tovább létezett, a saját idejében, a saját logikája szerint, teljesen nélküle – és ez nem elhagyatottság volt, hanem valamiféle szabadság, amely mindkettejüké volt. - Hinter ihr bestand der Garten weiter, in seiner eigenen Zeit, nach seiner eigenen Logik, vollständig ohne sie – und das war nicht Verlassenheit, sondern eine Art von Freiheit, die beiden gehörte. :63. Yuki ment tovább, és az állomáshoz vezető út rövidebb volt, mint odafelé, mert ezúttal nem hordozott magában ellenállást, amely ellen a lépéseinek küzdeniük kellett volna. - Yuki ging, und der Weg zur Station war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal keinen Widerstand in sich trug, gegen den die Schritte ankämpfen mussten. :64. A vonaton homlokát az ablaküvegnek támasztotta, amelynek hidege pontosan megfelelt a reggeli kövek hidegének, és nézte a mezőket, amelyek a lapos októberi fényben elvonultak mellette. - Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das Fensterglas, dessen Kälte genau jener der Steine am Morgen entsprach, und schaute auf die Felder, die im flachen Oktoberlicht an ihr vorüberzogen. :65. Nem gondolkodott, hanem hagyta, hogy gondolkodjon benne valami – egy mód, amelyet a legtöbb ember csak akkor tanul meg, amikor elég régóta felhagyott azzal, hogy kikényszerítse. - Sie dachte nicht nach, sie ließ denken – ein Modus, den die meisten Menschen erst lernen, wenn sie lange genug aufgehört haben, ihn zu erzwingen. :66. Az üresség ott volt, ahogy tudta, hogy ott lesz, de nem lyuk formáját öltötte, hanem medencéét – valamiét, ami tartani tud, ha az ember felhagy azzal, hogy megtöltse. - Die Leere war da, wie sie gewusst hatte, dass sie da sein würde, aber sie hatte nicht die Form eines Lochs, sondern die Form eines Beckens – etwas, das halten kann, wenn man aufhört, es zu füllen. :67. Alatta, a sötétben, az iszapban, a várakozásban – az, ami nem hal meg, hanem alakot vált, és vár egy tavaszra, amely eljön, mert a víz megjegyezte magának, még akkor is, ha az ember elfelejtette. - Darunter, im Dunkeln, im Schlamm, im Warten – das, was nicht stirbt, sondern die Form wechselt und auf einen Frühling wartet, der kommt, weil das Wasser es sich gemerkt hat, auch wenn man es vergessen hat. -------------------- == 82 == 1 -------------------- :A csendes lakás - Die stille Wohnung. :1. Hana huszonkilenc éves. - Hana ist 29 Jahre alt. :2. Egy olyan boltban dolgozik, amely egész éjjel nyitva van. - Sie arbeitet in einem Laden, der die ganze Nacht offen ist. :3. A bolt Tokióban van. - Der Laden ist in Tokio. :4. Hana későn ér haza. - Hana kommt spät nach Hause. :5. Már majdnem este tizenegy óra van. - Es ist fast elf Uhr nachts. :6. A lakás kicsi. - Die Wohnung ist klein. :7. Csak egyetlen szobája van. - Sie hat nur ein Zimmer. :8. Hana kinyitja az ajtót. - Hana macht die Tür auf. :9. Csend van a lakásban. - Es ist still in der Wohnung. :10. Csak a hűtőszekrény ad ki valamilyen hangot. - Nur der Kühlschrank macht ein Geräusch. :11. Halkan zúg, mindig ugyanúgy. - Er summt leise, immer gleich. :12. Hana leveszi a cipőjét. - Hana zieht ihre Schuhe aus. :13. Rendesen egymás mellé teszi őket. - Sie stellt sie ordentlich nebeneinander. :14. Aztán még egy másik párt is melléjük tesz. - Dann stellt sie noch ein anderes Paar daneben. :15. Ezek a cipők feketék és kicsik. - Diese Schuhe sind schwarz und klein. :16. Nem az övéi. - Sie gehören nicht ihr. :17. Ryóéi. - Sie gehören Ryo. :18. De Ryo már nem lakik itt. - Aber Ryo wohnt nicht mehr hier. :19. Fél évvel ezelőtt elment. - Er ist vor einem halben Jahr gegangen. :20. Hana nem kapcsol villanyt. - Hana macht kein Licht an. :21. Nincs szüksége fényre. - Sie braucht kein Licht. :22. A hűtőszekrény egy kicsit világít. - Der Kühlschrank leuchtet ein bisschen. :23. A fény világosan fekszik a padlón. - Das Licht liegt hell auf dem Boden. :24. Hana bemegy a fürdőszobába. - Hana geht ins Bad. :25. Sötét van. - Es ist dunkel. :26. A kezével keresi a mosdókagylót. - Sie sucht mit der Hand nach dem Waschbecken. :27. Ott két fogkefe áll egy pohárban. - Dort stehen zwei Zahnbürsten in einem Becher. :28. Az egyik az övé. - Eine ist ihre. :29. A másik Ryo fogkeféje. - Die andere ist Ryos Zahnbürste. :30. Hana a kezébe veszi. - Hana nimmt sie in die Hand. :31. A sörték kemények és szárazak. - Die Borsten sind hart und trocken. :32. Hónapok óta senki sem használta. - Niemand hat sie seit Monaten benutzt. :33. Hana egy ideig tartja. - Hana hält sie eine Weile. :34. Aztán visszateszi a fogkefét. - Dann legt sie die Zahnbürste zurück. :35. Megmossa a fogát. - Sie putzt sich die Zähne. :36. Kiköpi, és megmossa az arcát. - Sie spuckt aus und wäscht sich das Gesicht. :37. A poharat nem állítja egyenesre. - Den Becher stellt sie nicht gerade. :38. Egy kicsit ferdén áll. - Er steht ein bisschen schief. :39. Hana visszamegy a szobába. - Hana geht zurück in das Zimmer. :40. Kinyitja a hűtőszekrényt. - Sie öffnet den Kühlschrank. :41. Nincs benne sok minden. - Es ist nicht viel darin. :42. Elöl egészen elöl egy fél citrom fekszik. - Eine halbe Zitrone liegt ganz vorne. :43. Fóliába van csomagolva. - Sie ist in Folie eingewickelt. :44. Mögötte két doboz sör áll. - Dahinter stehen zwei Dosen Bier. :45. Egy darab tofu vízben úszik. - Ein Stück Tofu schwimmt in Wasser. :46. Leghátul egy kis doboz fekszik. - Ganz hinten liegt eine kleine Schachtel. :47. Cseresznyék vannak benne. - Darin sind Kirschen. :48. A cseresznyék már puhák. - Die Kirschen sind schon weich. :49. Hana kivesz egy cseresznyét. - Hana nimmt eine Kirsche heraus. :50. Lassan megeszi. - Sie isst sie langsam. :51. A mag most a kezében fekszik. - Der Kern liegt jetzt in ihrer Hand. :52. Az ablakhoz megy. - Sie geht zum Fenster. :53. A magot az ablakpárkányra teszi. - Sie legt den Kern auf die Fensterbank. :54. Ott már több mag is fekszik. - Dort liegen schon mehr Kerne. :55. Hana nézi őket. - Hana schaut sie an. :56. Aztán az ágyhoz megy. - Dann geht sie zum Bett. :57. Lefekszik, de nem alszik el. - Sie legt sich hin, aber sie schläft nicht. :58. A hűtőszekrény zúgása ott van. - Das Summen des Kühlschranks ist da. :59. Aztán elhallgat. - Dann hört es auf. :60. Teljes csend van. - Es ist ganz still. :61. Hana vár. - Hana wartet. :62. A hűtőszekrény újra zúg. - Der Kühlschrank summt wieder. :63. Odakint elhalad egy vonat. - Draußen fährt ein Zug vorbei. :64. Messze van. - Er ist weit weg. :65. Halkan hangzik, majdnem olyan, mint egy lélegzetvétel. - Es klingt leise, fast wie ein Atemzug. :66. Hana semmi meghatározottra nem gondol. - Hana denkt an nichts Bestimmtes. :67. Nem gondol Ryóra. - Sie denkt nicht an Ryo. :68. Vagy talán mégis egy kicsit. - Oder vielleicht doch ein bisschen. :69. Nem tudja pontosan. - Sie weiß es nicht genau. :70. Nem tudja, miért van még ott a fogkefe. - Sie weiß nicht, warum die Zahnbürste noch da ist. :71. Nem tudja, miért őrzi meg a cseresznyemagokat. - Sie weiß nicht, warum sie die Kirschkerne aufhebt. :72. De mégis megteszi, minden éjjel. - Aber sie tut es trotzdem, jede Nacht. :73. A hűtőszekrény tovább zúg. - Der Kühlschrank summt weiter. :74. Hana becsukja a szemét. - Hana macht die Augen zu. ----------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Nyugodt lakás - Eine ruhige Wohnung :1. Hana huszonkilenc éves, és egy kombiniben dolgozik, egy kis boltban, amely soha nem zár be. - Hana ist neunundzwanzig Jahre alt und arbeitet in einem Kombini, einem kleinen Laden, der nie schließt. :2. A bolt Tokióban van, egy csendes városrész közepén, amely éjszaka szinte üres. - Der Laden liegt in Tokio, mitten in einem ruhigen Viertel, das nachts fast leer ist. :3. Hana minden este hazamegy a késői műszak után, és többnyire már tizenegy után jár az idő. - Jeden Abend geht Hana nach der Spätschicht nach Hause, und meistens ist es schon nach elf. :4. A lakás nagyon kicsi, de Hana minden zugát ismeri, még sötétben is. - Die Wohnung ist sehr klein, aber Hana kennt jeden Winkel davon, auch im Dunkeln. :5. Kinyitja az ajtót, és azonnal meghallja a hűtőszekrény ismerős zúgását. - Sie macht die Tür auf und hört sofort das vertraute Summen des Kühlschranks. :6. A zúgás egyenletes és nyugodt, mint mindig, mint minden este. - Das Summen ist gleichmäßig und ruhig, wie immer, wie jeden Abend. :7. Hana rendesen egymás mellé teszi a cipőit, aztán melléjük tesz egy második párat. - Hana stellt ihre Schuhe ordentlich nebeneinander, dann stellt sie ein zweites Paar daneben. :8. A fekete sportcipő túl kicsi neki, de mégis minden este odateszi. - Die schwarzen Sneakers sind zu klein für sie, aber sie stellt sie trotzdem jeden Abend dorthin. :9. Ryóhoz tartoznak, aki fél évvel ezelőtt elköltözött, és soha nem jött vissza. - Sie gehören Ryo, der vor einem halben Jahr ausgezogen ist und nie zurückgekommen ist. :10. Hana nem kapcsol villanyt, mert a hűtőszekrény fénye elég, amely az ajtórésen át kiszűrődik. - Hana macht kein Licht an, weil das Licht des Kühlschranks durch den Türspalt reicht. :11. Világos téglalapot vet a padlóra, és Hana röviden ránéz, mielőtt továbbmegy. - Es wirft ein helles Rechteck auf den Boden, und Hana schaut es kurz an, bevor sie weitergeht. :12. A fürdőszobában sötét van, de a keze azonnal megtalálja a poharat a mosdónál. - Im Bad ist es dunkel, aber ihre Hand findet den Becher am Waschbecken sofort. :13. Két fogkefe áll benne, egy piros és egy kék, egymás mellett, mint mindig. - Darin stehen zwei Zahnbürsten, eine rote und eine blaue, nebeneinander wie immer. :14. Hana elveszi a kék fogkefét, a kezében tartja, és érzi, hogy a sörtéi egészen kemények. - Hana nimmt die blaue Zahnbürste, hält sie in der Hand und spürt, dass die Borsten ganz hart sind. :15. Ryo hónapok óta nem használta, de Hana minden alkalommal újra visszateszi. - Ryo hat sie seit Monaten nicht benutzt, aber Hana stellt sie jedes Mal wieder zurück. :16. Fogat mos, hideg vízzel megmossa az arcát, és visszamegy a szobába. - Sie putzt sich die Zähne, wäscht das Gesicht mit kaltem Wasser und geht zurück ins Zimmer. :17. Aztán leül a földre a nyitott hűtőszekrény elé, és benéz. - Dann setzt sie sich auf den Boden vor den offenen Kühlschrank und schaut hinein. :18. Elöl egy fél citrom fekszik, gondosan átlátszó fóliába csomagolva, bár Hanának már régóta nincs rá szüksége. - Eine halbe Zitrone liegt vorne, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana sie schon lange nicht mehr braucht. :19. Mögötte két doboz sör áll, hidegen és érintetlenül, mert Hana valójában nem akarja meginni őket. - Dahinter stehen zwei Dosen Bier, kalt und unberührt, weil Hana sie nicht wirklich trinken will. :20. Egy darab tofu úszik egy kis vízzel teli edényben, és egészen hátul egy doboz cseresznye fekszik. - Ein Stück Tofu schwimmt in einem kleinen Behälter mit Wasser, und ganz hinten liegt eine Schachtel mit Kirschen. :21. A cseresznyék megpuhultak, de még nem rosszak, ezért Hana kivesz egyet. - Die Kirschen sind weich geworden, aber noch nicht schlecht, also nimmt Hana eine heraus. :22. Lassan megeszi, rág, nyel, és a mag aztán a nyitott tenyerében fekszik. - Sie isst sie langsam, kaut, schluckt, und der Kern liegt dann in ihrer offenen Handfläche. :23. Hana feláll, odamegy az ablakhoz, és a magot az ablakpárkányra teszi. - Hana steht auf, geht zum Fenster und legt den Kern auf die Fensterbank. :24. Ott már hét vagy nyolc mag fekszik egy kis sorban, mind korábbi éjszakákról. - Dort liegen schon sieben oder acht Kerne in einer kleinen Reihe, alle von früheren Nächten. :25. Röviden rájuk néz, aztán csukva hagyja az ablakot, és az ágyhoz megy. - Sie schaut sie kurz an, dann lässt sie das Fenster geschlossen und geht zum Bett. :26. Hana lefekszik, és a mennyezetet bámulja, miközben a hűtőszekrény zúgása betölti a lakást. - Hana legt sich hin und starrt an die Decke, während das Summen des Kühlschranks durch die Wohnung trägt. :27. Néha a zúgás rövid időre elhallgat, mert a termosztát kikapcsol, és akkor néhány másodpercig teljes csend van. - Manchmal hört das Summen kurz auf, weil der Thermostat abschaltet, und dann ist es für ein paar Sekunden ganz still. :28. Ebben a csendben Hana többnyire semmire sem gondol, vagy arra gondol, hogy nem gondol semmire, ami talán ugyanaz. - In dieser Stille denkt Hana meistens nichts, oder sie denkt, dass sie nichts denkt, was vielleicht dasselbe ist. :29. Aztán a hűtőszekrény újra bekapcsol, és a zúgás visszatér, Hana pedig lassan kifújja a levegőt. - Dann schaltet der Kühlschrank wieder an, und das Summen kommt zurück, und Hana atmet langsam aus. :30. Odakint elhalad egy éjszakai vonat, messze, alig hallhatóan, majdnem úgy, mint egy álomból származó zaj. - Draußen fährt ein Nachtzug vorbei, weit weg, kaum zu hören, fast wie ein Geräusch aus einem Traum. :31. Hana nem tudja pontosan, miért áll még mindig a fogkefe a pohárban, és igazából nem is kérdezi ezt magától. - Hana weiß nicht genau, warum die Zahnbürste noch im Becher steht, und sie fragt sich das auch nicht wirklich. :32. Csak azt tudja, hogy minden este a kezébe veszi, és minden este visszateszi. - Sie weiß nur, dass sie sie jeden Abend in die Hand nimmt und jeden Abend zurückstellt. :33. Ez az ő módja arra, hogy mérje az időt, nem naptárral vagy órával, hanem apró, csendes mozdulatokkal. - Das ist ihre Art, die Zeit zu messen, nicht mit Kalender oder Uhr, sondern mit kleinen, stillen Gesten. :34. A hűtőszekrény tovább zúg, egyenletesen és türelmesen, és Hana valamikor behunyja a szemét. - Der Kühlschrank summt weiter, gleichmäßig und geduldig, und irgendwann macht Hana die Augen zu. ------------------------------ ---------------------------------------------- 3 ------------------------------ :A halk zúgás - Das leise Summen :1. Hana nem sokkal fél tizenkettő után ér haza, és miközben kinyitja a lakás ajtaját, már hallja is azt a halk, egyenletes zúgást, amely minden este várja. - Hana kommt kurz nach halb zwölf nach Hause, und während sie die Wohnungstür aufschließt, hört sie schon das leise, gleichmäßige Summen, das sie jeden Abend erwartet. :2. A hűtőszekrény évek óta megszakítás nélkül jár, még akkor is, ha a lakásban egyébként semmi sem működik úgy, ahogyan kellene. - Der Kühlschrank läuft seit Jahren ohne Unterbrechung, auch wenn sonst nichts in der Wohnung funktioniert wie es soll. :3. Leveszi a cipőjét, pontosan a fal mellé állítja, és mellé teszi, mint minden este, Ryo fekete sportcipőjét, mintha mindjárt hazajönne. - Sie zieht ihre Schuhe aus, stellt sie akkurat an die Wand, und daneben stellt sie, wie jeden Abend, Ryos schwarze Sneakers, als würde er gleich nach Hause kommen. :4. Nem jön. - Er kommt nicht. :5. Ezt tudja, de a cipők mégis ott állnak, mert rossznak érezné elrakni őket, mintha ezzel véglegessé tenne valamit, ami még nincs egészen befejezve. - Das weiß sie, aber die Schuhe stehen trotzdem dort, weil es sich falsch anfühlt, sie wegzuräumen, als würde sie damit etwas endgültig machen, was noch nicht ganz fertig ist. :6. A lakás sötét, de Hana nem kapcsol villanyt, mert a hűtőszekrény matt fénye az ajtórésen át elég ahhoz, hogy tájékozódjon. - Die Wohnung ist dunkel, aber Hana macht kein Licht an, weil das matte Leuchten des Kühlschranks durch den Türspalt ausreicht, um sich zu orientieren. :7. Bemegy a fürdőszobába, kezével megtalálja a poharat a mosdókagylónál, és az ujja először a piros, aztán a kék fogkefét érinti meg, mint mindig, ebben a sorrendben. - Sie geht ins Bad, findet den Becher am Waschbecken mit der Hand, und ihr Finger berührt zuerst die rote, dann die blaue Zahnbürste, wie immer in dieser Reihenfolge. :8. A kék Ryóé, és a sörtéi olyan merevek, hogy azt lehetne hinni, új, pedig már majdnem hét hónapja annak, hogy valaki használta. - Die blaue gehört Ryo, und die Borsten sind so steif, dass man meinen könnte, sie wäre neu, dabei ist es fast sieben Monate her, seit jemand sie benutzt hat. :9. Hana néhány másodpercig a kezében tartja, különösebb ok nélkül, vagy talán mégis olyan okból, amelyet önmagának sem akar megmagyarázni. - Hana hält sie ein paar Sekunden in der Hand, ohne bestimmten Grund, oder vielleicht doch aus einem Grund, den sie sich selbst nicht erklären will. :10. Aztán visszateszi a kefét, fogat mos, kiköp, és a hideg víz, amikor leöblíti, egy kicsit felébreszti a hosszú este tompaságából. - Dann legt sie die Bürste zurück, putzt sich die Zähne, spuckt aus, und das kalte Wasser beim Abwaschen weckt sie ein wenig aus der Stumpfheit des langen Abends. :11. Visszatérve a szobába leereszkedik a földre a nyitott hűtőszekrény elé, nem azért, mert éhes volna, hanem mert ott meleg a fény, és a hűtőszekrény megbízhatóan zúg, ami ebben a lakásban nem magától értetődő. - Zurück im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht weil sie Hunger hätte, sondern weil das Licht dort warm ist und der Kühlschrank zuverlässig summt, was in dieser Wohnung keine Selbstverständlichkeit ist. :12. Odabent egy fél citrom fekszik, már napok óta, szorosan átlátszó fóliába csomagolva, mintha Hana egy olyan étkezéshez őrizné, amelyet soha nem főz meg. - Drinnen liegt eine halbe Zitrone, seit Tagen schon, fest in Klarsichtfolie gewickelt, als würde Hana sie aufheben für eine Mahlzeit, die sie nie kocht. :13. Két sörösdoboz áll a második polcon, hidegen és mozdulatlanul, és Hana néha utánuk nyúl, de többnyire visszateszi őket, mielőtt kinyitná a dobozt. - Zwei Bierdosen stehen im zweiten Fach, kalt und unbewegt, und Hana greift manchmal danach, stellt sie aber meistens wieder zurück, bevor sie die Dose öffnet. :14. Ma is. - Heute auch. :15. Leghátul, a tofutartó mögött, amelynek vize kissé zavarossá vált, ott fekszik a kis kartondoboz a cseresznyékkel, amelyeket Hana négy nappal ezelőtt vett, anélkül hogy pontosan tudta volna, miért, mert cseresznyét tulajdonképpen nem magának vesz az ember egyedül. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser leicht trüb geworden ist, liegt die kleine Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor vier Tagen gekauft hat, ohne genau zu wissen warum, denn Kirschen kauft man eigentlich nicht für sich allein. :16. Kivesz egyet, a nyelvére teszi, lassan ráharap, és a leve édes, egy enyhe savanykás csípéssel, amit Hana kellemesnek érez. - Sie nimmt eine, legt sie auf die Zunge, beißt langsam durch, und der Saft ist süß mit einem leichten Stich ins Saure, was Hana als angenehm empfindet. :17. A magot a tenyerébe teszi, odamegy az ablakhoz, és felrakja az ablakpárkányra a többihez, amelyek ott fekszenek egy páratlan sorban, mint elmúlt éjszakák apró tanúi. - Den Kern legt sie in die Handfläche, geht zum Fenster, und stellt ihn auf die Fensterbank zu den anderen, die dort in einer ungeraden Reihe liegen wie kleine Zeugen vergangener Nächte. :18. Nem számolja meg őket. - Sie zählt sie nicht. :19. Valamikor lefekszik az ágyba, az oldalára fordul, és hallgatja a zúgást, amely a vékony falakon át úgy terjed, mint egy hang, amelyből nem lesz dallam, de mégsem zavar. - Irgendwann geht sie ins Bett, legt sich auf die Seite und hört auf das Summen, das durch die dünnen Wände trägt wie ein Ton, der keine Melodie ergibt, aber trotzdem nicht stört. :20. A termosztát kikapcsol, a csend hirtelen teljessé válik, és Hana észreveszi, hogy várja az újbóli bekapcsolást, anélkül hogy akarná. - Das Thermostat schaltet ab, die Stille ist plötzlich vollständig, und Hana merkt, wie sie auf das Wiedereinschalten wartet, ohne es zu wollen. :21. A hűtőszekrény beindul. - Der Kühlschrank springt an. :22. Odakint elhalad egy vonat, olyan messze, hogy inkább sejteni lehet, mint hallani, tompa zúgás, amely gyorsan újra eltűnik, és a csendet még csendesebbé teszi. - Draußen zieht ein Zug vorbei, so weit entfernt, dass man ihn eher ahnt als hört, ein dumpfes Rauschen, das schnell wieder verschwindet und die Stille noch stiller macht. :23. Hana nem gondol Ryóra. - Hana denkt nicht an Ryo. :24. Legalábbis ezt mondja magának, miközben a mennyezetet nézi végig, amely a hűtőszekrény gyenge fényében alig látható. - Zumindest sagt sie sich das, während sie an der Decke entlangschaut, die im schwachen Licht des Kühlschranks kaum zu sehen ist. :25. A fogkefe, a cipők, a cseresznyék, a zúgás, a várakozás a zúgásra, mindez nem gyász, gondolja Hana, egyszerűen csak ilyenek most a napok. - Die Zahnbürste, die Schuhe, die Kirschen, das Summen, das Warten auf das Summen, das alles ist kein Trauern, denkt Hana, das ist einfach, wie die Tage jetzt aussehen. :26. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :27. Hana becsukja a szemét. - Hana macht die Augen zu. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :A hűtőszekrény zúgása - Das Summen des Kühlschranks :1. Kevéssel éjfél előtt van, amikor Hana kinyitja a lakás ajtaját, és még a lépcsőházban meghallja a hűtőszekrény egyenletes zúgását. - Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch im Treppenhaus das gleichmäßige Summen des Kühlschranks hört. :2. A hang úgy hatol át a vékony faajtón, mint egy szívverés, amely nem szűnt meg dobogni, bár a test, amelyhez tartozott, már rég nincs ott. - Das dringt durch die dünne Holztür wie ein Herzschlag, der nicht aufgehört hat zu schlagen, obwohl der Körper, dem er gehörte, längst fort ist. :3. Belép anélkül, hogy villanyt gyújtana, mert az ismerős sötétség kevesebbet követel tőle, mint a mennyezeti lámpa kemény fénye. - Sie tritt ein, ohne Licht zu machen, weil die vertraute Dunkelheit ihr weniger abverlangt als der harte Schein der Deckenlampe. :4. Abban a fényben a lakás mindig egy kicsit túl üresnek látszik. - Unter dem sieht die Wohnung immer ein wenig zu leer aus. :5. Leveszi a cipőjét, és a helyére teszi, aztán, szinte anélkül, hogy odanézne, Ryo fekete tornacipői után nyúl. - Die Schuhe zieht sie aus und stellt sie an ihren Platz, dann greift sie, fast ohne hinzusehen, nach Ryos schwarzen Sneakers. :6. Ezeket minden reggel félreteszi, és minden este újra visszaállítja, nem érzelgősségből, ahogy magának mondja, hanem mert különben a mellettük lévő rés túl feltűnő lenne. - Die räumt sie jeden Morgen zur Seite und stellt sie jeden Abend wieder hin, nicht aus Sentimentalität, wie sie sich sagt, sondern weil die Lücke daneben sonst zu auffällig wäre. :7. Ryo hat hónapja és tizenegy napja nincs itt, bár Hana úgy tesz, mintha nem számolná a napokat. - Ryo ist seit sechs Monaten und elf Tagen weg, obwohl Hana vorgibt, die Tage nicht zu zählen. :8. És mégis számolja őket, mert ebben az ügyben a számolás az egyetlen formája az ellenőrzésnek, amely megmaradt neki. - Und es doch tut, weil das Zählen die einzige Form von Kontrolle ist, die ihr in dieser Sache geblieben ist. :9. A hűtőszekrény tejszerű fényű négyszöget vet a linóleumpadlóra, amely kissé eltorzul ott, ahol a fólia az egyik saroknál felpúposodik. - Der Kühlschrank wirft ein milchiges Rechteck Licht auf den Linoleumboden, das sich leicht verzerrt, wo die Folie an einer Ecke hochsteht. :10. Hana tudatosan rálép, amikor elmegy mellette, mert a hang, amelyet ad, egy pillanatra azt az érzést kelti benne, hogy valamit megváltoztat. - Hana tritt bewusst darauf, wenn sie daran vorbeigeht, weil das Geräusch, das es macht, ihr für einen Moment das Gefühl gibt, etwas zu verändern. :11. A fürdőszobában kitapogatja az utat a mosdókagylóig, és fény nélkül is megtalálja a poharat. - Im Bad tastet sie sich zum Waschbecken vor und findet den Becher ohne Licht. :12. Mert a keze az elmúlt hónapokban saját emlékezetet fejlesztett ki, amely tőle függetlenül működik, és ezért néha ijesztően pontos. - Weil ihre Hand in den vergangenen Monaten eine eigene Erinnerung entwickelt hat, die unabhängig von ihr funktioniert und deshalb manchmal erschreckend präzise ist. :13. Ryo fogkeféje kék, és a sörtéi ugyanolyan merevek, mint azon a napon, amikor új volt. - Ryos Zahnbürste ist blau, und die Borsten sind so steif wie am Tag, an dem sie neu war. :14. Ez azt jelenti, hogy itt hagyta, nem elfelejtette, hanem hátrahagyta, ami különbség, még ha Hana nem is biztos benne, melyik volna a rosszabb. - Was bedeutet, dass er sie hier gelassen hat, nicht vergessen, sondern zurückgelassen, was ein Unterschied ist, auch wenn Hana sich nicht sicher ist, welcher der schlimmere wäre. :15. A fogkefét a kezében tartja, tovább, mint szükséges volna, érzi a sima műanyagot, amely semmilyen információt nem hordoz azon kívül, hogy ott van. - Sie hält die Zahnbürste in der Hand, länger als nötig, spürt das glatte Plastik, das keine Information trägt außer der, dass es da ist. :16. Aztán visszateszi, anélkül, hogy kiegyenesítené a poharat, mert egy egyenesen álló pohár azt jelentené, hogy az ember törődik vele. - Und stellt sie dann zurück, ohne den Becher geradzurücken, weil ein gerader Becher bedeuten würde, dass man sich kümmert. :17. Módszeres közönnyel fogat mos, kiköp, és egy pillanatig a tükörben nézi az arcát. - Sie putzt sich die Zähne mit methodischer Gleichgültigkeit, spuckt aus, betrachtet ihr Gesicht einen Moment im Spiegel. :18. A tükör a sötétben csak egy sötét felületet ver vissza, és Hana ezt őszintébbnek találja annál, amit fényben lát benne. - Der wirft im Dunkeln nur eine dunkle Fläche zurück, und sie findet das ehrlicher als das, was sie bei Licht darin sieht. :19. Aztán leereszkedik a padlóra a nyitott hűtőszekrény elé, úgy, ahogy az ember egy tűz elé ül. - Dann lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, so wie man sich vor ein Feuer setzt. :20. Nem éhségből, hanem a melegség miatt, és mert a fényben van valami megbízható egy lakásban, ahol különben nagyon kevés dolog érződik megbízhatónak. - Nicht aus Hunger, sondern wegen der Wärme und weil das Licht etwas Verlässliches hat in einer Wohnung, in der sich sonst sehr wenig verlässlich anfühlt. :21. A fél citrom egy hete fekszik az első rekeszben, pontosan folpackba csomagolva. - Die halbe Zitrone liegt seit einer Woche im ersten Fach, präzise in Klarsichtfolie gewickelt. :22. Hana néha azon tűnődik, kinek is csinálja ezt tulajdonképpen, ezt a gondos megőrzését olyan dolgoknak, amelyekre már nincs szüksége, és amelyeket mégsem dob ki. - Hana fragt sich manchmal, für wen sie das eigentlich tut, dieses sorgfältige Aufbewahren von Dingen, die sie nicht mehr braucht und die sie trotzdem nicht wegwirft. :23. Két sörösdoboz áll a második polcon, és Hana ma valóban az egyik után nyúl. - Zwei Bierdosen stehen im zweiten Regal, und Hana greift heute tatsächlich nach einer. :24. A kezében tartja, érzi a hideget a tenyerén át, aztán mégis visszateszi, mert egyedül sört inni fél egykor olyan mozdulat volna, amelyre még nem áll készen. - Hält sie in der Hand, spürt die Kälte durch die Handfläche, und stellt sie dann doch zurück, weil Biertrinken allein um halb eins eine Geste wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen. :25. Egészen hátul, a tofutartó mögött, amelynek vize enyhén zavarossá vált, ott fekszik a papírdoboz a cseresznyékkel. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser eine leichte Trübung angenommen hat, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen. :26. Hana megvette őket, bár a cseresznye egy embernek alig éri meg, és a dobozt egyértelműen két személyre tervezték. - Hana hat sie gekauft, obwohl Kirschen sich für eine Person kaum lohnen und die Schachtel eindeutig für zwei ausgelegt ist. :27. Kivesz egyet, olyan összpontosítással eszi meg, amelyet mindennek megad, ami egyedül történik. - Sie nimmt eine, isst sie mit der Konzentration, die sie allem gibt, was allein geschieht. :28. A mag aztán ott fekszik a tenyerében, mint egy kicsi, fölösleges emlék. - Und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein kleines, unnötiges Andenken. :29. Az ablakhoz megy, és odateszi a többihez, amelyek ott fekszenek egy szabálytalan sorban. - Sie geht zum Fenster und legt ihn zu den anderen, die dort in einer unregelmäßigen Reihe liegen. :30. Hét vagy nyolc, ma nem számolja meg őket, mert a számolás túl világosan megmondaná neki, hány este telt már így. - Sieben oder acht, sie zählt sie heute nicht, weil das Zählen ihr zu deutlich sagen würde, wie viele Abende das bereits sind. :31. Ez pedig olyan információ, amelyre éppen nincs szüksége. - Und das ist eine Information, die sie gerade nicht braucht. :32. Az ágyban a hátán fekszik, nyitott szemmel, és a hűtőszekrényt hallgatja. - Im Bett liegt sie auf dem Rücken, Augen offen, und hört dem Kühlschrank zu. :33. Az egyenletes zúgását úgy küldi végig a lakáson, mint egy tartalom nélküli üzenetet, tisztán formait, tisztán mechanikusat, és éppen ezért valahogy vigasztalót. - Der schickt sein gleichmäßiges Summen durch die Wohnung wie eine Botschaft ohne Inhalt, rein formal, rein mechanisch, und gerade deshalb irgendwie tröstlich. :34. A termosztát kikapcsol, és az ezt követő csend olyan minőségű, amelyet Hana testileg érzékel. - Das Thermostat schaltet ab, und die Stille, die folgt, ist von einer Qualität, die Hana körperlich wahrnimmt. :35. Olyan, mint valamiféle nyomás a fülén, az egész szoba megtorpanása. - Eine Art Druck auf den Ohren, ein Innehalten des ganzen Raums. :36. És észreveszi, hogy visszatartja a lélegzetét, amíg a hűtőszekrény újra be nem indul. - Und sie merkt, dass sie die Luft anhält, bis der Kühlschrank wieder anspringt. :37. Ez néhány másodperc múlva meg is történik, megbízhatóan, mint mindig, és Hana úgy fújja ki a levegőt, mint egy sikeresen kiállt próba után. - Was er nach einigen Sekunden tut, zuverlässig wie immer, und Hana atmet aus wie nach einer bestandenen Probe. :38. Odakint egy éjszakai vonat siklik át a távoli pályaudvaron, zúgása alig több sejtelemnél. - Draußen gleitet ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen kaum mehr als eine Ahnung. :39. Olyan hang ez, amely nem töri meg a csendet, hanem olyan mélységet ad neki, amely nélküle nem volna meg. - Ein Laut, der die Stille nicht bricht, sondern ihr eine Tiefe gibt, die sie ohne ihn nicht hätte. :40. Hana Ryóra gondol, amit tulajdonképpen megtiltott magának, de a tilalom az éjfél utáni órákban nem működik különösebben jól. - Hana denkt an Ryo, was sie sich eigentlich verboten hat, aber das Verbot funktioniert nicht besonders gut in den Stunden nach Mitternacht. :41. Amikor a hűtőszekrény zúg, és a fogkefe a fürdőszobában áll, és a cseresznyemagok az ablakpárkányon fekszenek. - Wenn der Kühlschrank summt und die Zahnbürste im Bad steht und die Kirschen auf der Fensterbank liegen. :42. És minden egyszerre nem jelent semmit és túl sokat jelent, ami alapjában véve ugyanaz. - Und alles gleichzeitig nichts bedeutet und zu viel bedeutet, was im Grunde dasselbe ist. :43. Nem tudja, mikor fog ez megszűnni, az időnek ez az éjszakai mérése csendes mozdulatokkal. - Sie weiß nicht, wann das aufhören wird, dieses Nachtmessen der Zeit mit stillen Gesten. :44. De tudja, hogy a hűtőszekrény holnap reggel még zúgni fog, amikor felkel. - Aber sie weiß, dass der Kühlschrank morgen früh noch summen wird, wenn sie aufsteht. :45. És hogy ennek egyelőre elégnek kell lennie. - Und dass das, vorerst, genug sein muss. :46. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :47. Hana lehunyja a szemét. - Hana schließt die Augen. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :A hűtőszekrény zúgása - Das Summen des Kühlschranks :1. Nem sokkal éjfél előtt van, amikor Hana kinyitja a lakás ajtaját, és még mielőtt belépne, meghallja a hűtőszekrény zúgását, azt a tompa, egyenletes brummogást, amely átnyomul a faajtón a lépcsőházba, mintha bizonyítéka volna annak, hogy odabent még valami életben van, még ha az az élet, amelyet ő oda elképzelt magának, időközben máshová rendeződött is. - Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch bevor sie eintritt das Summen des Kühlschranks wahrnimmt, dieses dumpfe, gleichmäßige Brummen, das sich durch die Holztür ins Treppenhaus schiebt wie ein Beweis dafür, dass drinnen noch etwas am Leben ist, auch wenn das Leben, das sie sich darin vorgestellt hatte, sich inzwischen anders verteilt hat. :2. Belép. - Sie tritt ein. :3. A lakás sötétsége nem ellenségesen fogadja, hanem semlegesen, azoknak a tereknek a közönyével, amelyek már felhagytak a várakozással, és Hana hálás ezért, mert a közönyt könnyebb elviselni, mint az ellenkezőjét. - Die Dunkelheit der Wohnung empfängt sie nicht feindlich, sondern neutral, mit der Gleichgültigkeit von Räumen, die aufgehört haben zu warten, und Hana ist dankbar dafür, weil Gleichgültigkeit sich leichter tragen lässt als das Gegenteil. :4. Nem kapcsol lámpát, nem megszokásból, hanem mert a fény megváltoztatja az arányokat, láthatóbbá teszi az ürességet, kiemeli a második párnát, az ajtó melletti használatlan akasztót, amelyen fél éve nem lógott már idegen kabát. - Sie macht kein Licht, nicht aus Gewohnheit, sondern weil das Licht die Proportionen verändert, die Leere sichtbarer macht, das zweite Kissen betont, den ungenutzten Haken neben der Tür, an dem seit einem halben Jahr keine fremde Jacke mehr hängt. :5. Leveszi a cipőjét, azzal a pontos mellékességgel állítja oda, amely akkor keletkezik, ha az ember egy cselekvést elég gyakran ismétel ahhoz, hogy az megszűnjön döntés lenni, és melléjük teszi Ryo tornacipőit, feketéket, az ő lábára túl kicsiket, érintetlenül azóta a nap óta, amikor Ryo behúzta maga mögött az ajtót anélkül, hogy becsapta volna, ami rosszabb volt, mint ha becsapta volna. - Die Schuhe zieht sie aus, stellt sie mit der präzisen Beiläufigkeit hin, die entsteht, wenn man eine Handlung oft genug wiederholt, dass sie aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und daneben stellt sie Ryos Sneakers, schwarz, zu klein für ihre Füße, unberührt seit dem Tag, an dem er die Tür hinter sich zugezogen hat, ohne zu schlagen, was schlimmer war als schlagen. :6. A hűtőszekrény tejszerű fénye kiszűrődik az ajtórésen, és torz téglalapot vet a linóleumpadlóra, amelynek felpúposodott sarkát Hana elhaladtában a lábujjával lapítja le, egy kicsi, értelmetlen mozdulattal, amelyet mégis megtesz, mert a test rítusokat fejleszt ki ott, ahol a szellem már nem akar döntéseket hozni. - Der Kühlschrank wirft sein milchiges Licht durch den Türspalt und legt ein verzerrtes Rechteck auf den Linoleumboden, dessen angehobene Ecke Hana beim Vorbeigehen mit dem Zeh flachhält, eine kleine, sinnlose Geste, die sie trotzdem macht, weil der Körper Rituale entwickelt, wo der Geist keine Entscheidungen mehr treffen will. :7. A fürdőszobában fény nélkül talál oda a mosdókagylóhoz, keze olyan biztonsággal találja meg a poharat, amely néha kísérteties számára, mert megmutatja, milyen teljesen írta bele magát a hiányzás a mozgásába, a kis esték izomemlékezeteibe, amelyek mind ugyanúgy néznek ki, és mégsem szűnnek meg jelenteni valamit. - Im Bad navigiert sie ohne Licht zum Waschbecken, ihre Hand findet den Becher mit einer Sicherheit, die ihr manchmal unheimlich ist, weil sie zeigt, wie vollständig sich das Vermissen in die Motorik eingeschrieben hat, in die Muskelgedächtnisse kleiner Abende, die alle gleich aussehen und trotzdem nicht aufhören, etwas zu bedeuten. :8. Két fogkefe áll a pohárban, egy piros és egy kék, és Hana olyan magától értetődőséggel veszi el a kéket, amelyet egyszerre tilt meg és enged meg magának, a kezében tartja, és érzékeli a sörték keménységét, amelyek semmit sem felejtettek el, mert nincs mit elfelejteniük, mert semmit sem használtak rajtuk azóta, hogy Ryo itt hagyta őket, nem elfelejtette, hanem hagyta, ami különbség, amelyet Hana hónapok óta ide-oda forgat magában, anélkül hogy eredményre jutna. - Zwei Zahnbürsten stehen im Becher, eine rote, eine blaue, und Hana nimmt die blaue mit einer Selbstverständlichkeit, die sie sich gleichzeitig verbietet und erlaubt, hält sie in der Hand und registriert die Härte der Borsten, die nichts vergessen haben, weil sie nichts zu vergessen haben, weil nichts an ihnen gebraucht wurde, seit Ryo sie hier zurückgelassen hat, nicht vergessen, gelassen, was ein Unterschied ist, den Hana seit Monaten hin und her wendet, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. :9. Visszateszi a fogkefét, a kimerültség mechanikus pontosságával fogat mos, és az öblítéskor a hideg víz egy pillanatra kirántja az elmúlt órák tompa egyformaságából, körvonalat ad neki, anélkül hogy bármi fontosat közölne vele. - Sie stellt die Zahnbürste zurück, putzt sich die Zähne mit der mechanischen Präzision der Erschöpfung, und das kalte Wasser beim Abwaschen zieht sie für einen Moment aus der tauben Gleichförmigkeit der letzten Stunden heraus, gibt ihr Kontur, ohne ihr etwas Wichtiges mitzuteilen. :10. Az arcát ebben a fényben nem látni a tükörben, amit Hana helyénvalónak érez, mert az az arc, amelyet ott többnyire találni szokott, olyan kérdést tesz fel, amelyre még nincs válasza. - Ihr Gesicht im Spiegel ist bei diesem Licht nicht zu sehen, was Hana als angemessen empfindet, weil das Gesicht, das sie dort meistens vorfindet, eine Frage stellt, auf die sie noch keine Antwort hat. :11. A szobában leereszkedik a padlóra a nyitott hűtőszekrény elé, nem éhségből, nem szomjúságból, hanem mert ott a fény meleg és állandó, és a zúgás ilyen közelségből testiséget kap, amely társaságnak érződik, amit azonnal szentimentális gondolatnak tart, aztán mégis érvényben hagy, mert éjfél után már túl késő van a korrektséghez. - Im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht aus Hunger, nicht aus Durst, sondern weil das Licht dort warm und beständig ist und das Summen aus dieser Nähe eine Körperlichkeit bekommt, die sich anfühlt wie Gesellschaft, was sie sofort für einen sentimentalen Gedanken hält und dann doch gelten lässt, weil es nach Mitternacht für Korrektheit zu spät ist. :12. A hűtőszekrény tartalma hetek óta alig változott: a fél citrom az első polcon, gondosan folpackba csomagolva, bár Hana már nem főz, és a citrom egyszer majd egyszerűen ott lesz, anélkül hogy valaha használták volna, mint némely más dolog is. - Der Kühlschrankinhalt hat sich seit Wochen kaum verändert: die halbe Zitrone im ersten Fach, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana nicht mehr kocht und die Zitrone irgendwann einfach da sein wird, ohne jemals gebraucht worden zu sein, wie manches andere auch. :13. Két sörösdoboz a második polcon, érintetlenül és hidegen, amelyek után Hana nyúl, majd visszateszi őket, mert egy dobozt egyedül kinyitni éjfélkor kijelentés volna, amelyet még nem kész megtenni, még nem, bár ez a még nem minden estével valamivel kisebb lesz. - Zwei Bierdosen im zweiten Fach, unberührt und kalt, nach denen Hana greift und die sie zurückstellt, weil das Öffnen einer Dose allein um Mitternacht eine Aussage wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen, noch nicht, obwohl das noch nicht mit jedem Abend etwas kleiner wird. :14. Leghátul, a tofutartó mögött, amelynek zavaros vize azt mondja neki, hogy holnap cselekednie kellene, ott fekszik a kartondoboz a cseresznyékkel, amelyeket Hana öt napja egy hirtelen indíttatásból vett, amelyet nem tud egészen megmagyarázni magának, azon kívül, hogy a doboz úgy nézett ki, mintha két embernek szánták volna, és hogy mégis elvette, talán éppen ezért. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen trübes Wasser ihr sagt, dass sie morgen handeln müsste, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor fünf Tagen in einem Impuls gekauft hat, den sie sich nicht ganz erklären kann, außer dass die Schachtel so ausgesehen hat, als wäre sie für zwei Menschen gedacht, und dass sie sie trotzdem genommen hat, vielleicht gerade deshalb. :15. Elvesz egy cseresznyét, lassan eszi meg, olyan figyelemmel, amely magányt teremt, ha túl sok teret adnak neki, és a mag aztán úgy fekszik a tenyerében, mint egy érv, amelyet nem akar lefolytatni, de letenni sem tud. - Sie nimmt eine Kirsche, isst sie langsam, mit einer Aufmerksamkeit, die Einsamkeit erzeugt, wenn man ihr zu viel Raum gibt, und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein Argument, das sie nicht führen will, aber auch nicht ablegen kann. :16. Az ablaknál odateszi a többiekhez, hét vagy nyolc, már nem számolja őket, mert a szám megszűnt információnak lenni, és valamiféle váddá vált, hogy pontosan ki ellen, azt Hana nem tudja, ami nem teszi jobbá a dolgot. - Am Fenster legt sie ihn zu den anderen, sieben oder acht, sie zählt sie nicht mehr, weil die Zahl aufgehört hat, Information zu sein, und eine Art Anklage geworden ist, gegen wen genau, weiß Hana nicht, was die Sache nicht besser macht. :17. Az ágyban a hátán fekszik, szemét a mennyezetre szegezve, és követi a hűtőszekrény zúgását, amely az egész lakáson átviszi magát azoknak a dolgoknak a makacsságával, amelyeknek nincs szükségük okra ahhoz, hogy folytassák, mert a működésük nem feltételez tudatot, nem feltételez akaratot, nem feltételez emléket arról, ami egyszer volt, és éppen ebben van valami, amit Hana vigasznak érez, bár nem használná rá ezt a szót, ha megkérdeznék. - Im Bett liegt sie auf dem Rücken, die Augen an die Decke gerichtet, und folgt dem Summen des Kühlschranks, das durch die Wohnung trägt mit der Beharrlichkeit von Dingen, die keinen Grund brauchen weiterzumachen, weil ihre Funktion kein Bewusstsein voraussetzt, kein Wollen, keine Erinnerung an das, was einmal gewesen ist, und gerade darin liegt etwas, das Hana als Trost empfindet, obwohl sie das Wort dafür nicht verwenden würde, wenn sie gefragt würde. :18. A termosztát kikapcsol. - Das Thermostat schaltet ab. :19. A csend, amely ezután következik, olyan teljességű, hogy Hana testileg érzékeli, valaminek az enyhülése, amit nem érzékelt nyomásként, amíg ott volt, és észreveszi, hogy visszatartja a lélegzetét, vár, semmi meghatározottra, csak a bekapcsolásra, amely néhány másodperc múlva megérkezik, megbízhatóan, iránta érdektelenül, és ebben a közönyös nyugalomban rejlik a valódi megnyugvás: a hűtőszekrény tovább zúg, anélkül hogy neki bármit tennie kellene érte. - Die Stille, die folgt, ist von einer Vollständigkeit, die Hana körperlich wahrnimmt, ein Nachlassen von etwas, das sie nicht als Druck registriert hatte, solange es da war, und sie merkt, dass sie die Luft anhält, wartet, auf nichts Bestimmtes außer dem Einschalten, das nach einigen Sekunden kommt, zuverlässig, uninteressiert an ihr, und in diesem Gleichmut liegt die eigentliche Beruhigung: der Kühlschrank summt weiter, ohne dass sie etwas dafür tun muss. :20. Odakint egy éjszakai vonat siklik át a távoli állomáson, zaja annyira tompított, hogy kevésbé hangnak érződik, mint a csend besűrűsödésének, rövid jelnek, hogy máshol mozgás történik, emberek egyik helyről a másikra, csomaggal és szándékokkal, miközben Hana mozdulatlanul fekszik, és egy hűtőszekrény zúgását számolja. - Draußen streicht ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen so weit gedämpft, dass es sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie eine Verdichtung der Stille, ein kurzes Zeichen, dass anderswo Bewegung stattfindet, Menschen von einem Ort zum anderen, mit Gepäck und Absichten, während Hana still liegt und das Summen eines Kühlschranks zählt. :21. Ryóra gondol, vagy pontosabban: megengedi, hogy Ryo belépjen abba a csendbe, amelyet a termosztát létrehozott, egy arc élesség nélkül, egy hang szöveg nélkül, inkább textúra, mint kép, és tudja, hogy ami itt a sötétben tovább működik, nem gyász abban az értelemben, amelyet a szó sugall, hanem valami csendesebb és szívósabb: egy élet lassú átszerveződése, amelyből hiányzik egy ellensúly, amelyet soha nem nevezett kifejezetten ellensúlynak, amíg ott volt. - Sie denkt an Ryo, oder genauer: sie lässt zu, dass er in die Stille eintritt, die das Thermostat erzeugt hat, ein Gesicht ohne Schärfe, eine Stimme ohne Wortlaut, mehr Textur als Bild, und sie weiß, dass das, was hier im Dunkeln weiterläuft, kein Trauern ist in dem Sinne, den das Wort vorschlägt, sondern etwas Ruhigeres und Zäheres: das langsame Umorganisieren eines Lebens, dem ein Gegengewicht fehlt, das es nie explizit als Gegengewicht bezeichnet hat, solange es da war. :22. A fogkefe a pohárban áll. - Die Zahnbürste steht im Becher. :23. A cipők az ajtónál állnak. - Die Schuhe stehen an der Tür. :24. A cseresznyemagok az ablakpárkányon fekszenek. - Die Kirschkerne liegen auf der Fensterbank. :25. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :26. Hana lehunyja a szemét, nem azért, mert aludni akar, hanem mert a szemhéja mögötti sötétség legalább olyan sötétség, amelyet ő maga választott, és ez ezen az éjszakán elég. - Hana schließt die Augen, nicht weil sie schlafen will, sondern weil die Dunkelheit hinter den Lidern wenigstens eine ist, die sie selbst gewählt hat, und das, in dieser Nacht, genug ist. -------------------- == 83 == 1 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves. - Anders ist sechsunddreißig Jahre alt. :2. Egy régi fatemplomban lakik. - Er wohnt in einer alten Holzkirche. :3. A templom egy fjord szélén áll. - Die Kirche liegt am Rand eines Fjords. :4. A víz szürke és hideg. - Das Wasser ist grau und kalt. :5. Anders a templomot a nagybátyjától örökölte. - Anders hat die Kirche von seinem Onkel geerbt. :6. A tető rossz állapotban van. - Das Dach ist kaputt. :7. Amikor esik az eső, a víz egy vödörbe csöpög. - Wenn es regnet, tropft das Wasser in einen Eimer. :8. Plink. Plink. Plink. - Plink. Plink. Plink. :9. Anders hallgatja a cseppeket. - Anders hört den Tropfen zu. :10. Nem számolja őket. Csak hallgatja. - Er zählt sie nicht. Er hört nur zu. :11. A fűtés régi és hangos. - Die Heizung ist alt und laut. :12. Reggel hideg a levegő a házban. - Am Morgen ist die Luft kalt im Haus. :13. Anders felkel, és kávét főz. - Anders steht auf und macht Kaffee. :14. A konyhaasztalnál issza meg. - Er trinkt ihn am Küchentisch. :15. Odakint esik az eső. - Draußen regnet es. :16. Az eső oldalról jön a tenger felől. - Der Regen kommt seitlich vom Meer. :17. Október van. - Es ist Oktober. :18. A szomszédját Larsnak hívják. - Sein Nachbar heißt Lars. :19. Lars hatvannyolc éves. - Lars ist achtundsechzig Jahre alt. :20. Minden második nap benéz hozzá. - Er kommt jeden zweiten Tag vorbei. :21. Nem kopog be. - Er klopft nicht an. :22. Egyszerűen leül a padra. - Er setzt sich einfach auf die Bank. :23. Dohányt tesz az asztalra. - Er legt Tabak auf den Tisch. :24. Lars keveset beszél. - Lars sagt wenig. :25. Anders is. - Anders auch. :26. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. :27. Ma Lars ezt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute sagt Lars: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :28. Anders bólint. - Anders nickt. :29. Lars feláll és elmegy. - Lars steht auf und geht. :30. Az ajtó becsapódik. - Die Tür fällt zu. :31. A dohány még mindig az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :32. Anders csónakmotorokat javít. - Anders repariert Bootsmotoren. :33. Ez a munkája. - Das ist seine Arbeit. :34. A szomszédok néha kávéval fizetnek neki. - Die Nachbarn bezahlen ihn manchmal mit Kaffee. :35. Néha egyszerűen csak köszönetet mondanak. - Manchmal sagen sie einfach danke. :36. Ez elég neki. - Das reicht ihm. :37. Régebben csónaképítő volt. - Er war früher Bootsbauer. :38. Ez már régen volt. - Das ist lange her. :39. Most nem valaki meghatározott ember. - Jetzt ist er niemand Bestimmtes. :40. Délután megjön a posta. - Am Nachmittag kommt die Post. :41. Anders kézbe vesz egy borítékot. - Anders nimmt einen Umschlag. :42. Nem számla. - Es ist keine Rechnung. :43. Egy képeslap. - Es ist eine Postkarte. :44. A képen Oslo kikötője látható. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. :45. A színek nagyon világosak. - Die Farben sind sehr hell. :46. Megfordítja a lapot. - Er dreht die Karte um. :47. Csak néhány szó áll rajta. - Da stehen nur wenige Wörter. :48. „Gyere Oslóba.” - „Komm nach Oslo." :49. A lap Mettétől van. - Die Karte ist von Mette. :50. Mette a barátnője volt. - Mette war seine Freundin. :51. Hat hónapja nem írt. - Seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben. :52. Anders egyszer elolvassa a lapot. - Anders liest die Karte einmal. :53. Elolvassa kétszer. - Er liest sie zweimal. :54. Elolvassa háromszor. - Er liest sie dreimal. :55. Aztán leteszi az ablakpárkányra. - Dann legt er sie auf den Fenstersims. :56. Az elülső oldala lefelé néz. - Die Vorderseite zeigt nach unten. :57. Kinéz a fjordra. - Er schaut auf den Fjord. :58. A komp elhalad. - Die Fähre fährt vorbei. :59. A motor hangja egyre kisebb és kisebb lesz. - Der Sound des Motors wird kleiner und kleiner. :60. Aztán megint csend van. - Dann ist es wieder still. :61. Korán besötétedik. - Es wird früh dunkel. :62. Négy órakor az ég már fekete. - Um vier Uhr ist der Himmel schon schwarz. :63. Anders meggyújt egy gyertyát. - Anders zündet eine Kerze an. :64. Ráteszi a régi zongorára. - Er stellt sie auf das alte Klavier. :65. A zongorán senki sem játszik. - Das Klavier spielt niemand. :66. De ott áll, amióta Anders itt lakik. - Aber es steht dort, seit Anders hier wohnt. :67. Leül az előtte álló székre. - Er setzt sich auf den Stuhl davor. :68. Nézi a lángot. - Er schaut die Flamme an. :69. Nem gondolkodik sokat. - Er denkt nicht viel. :70. Nem dönt el semmit. - Er entscheidet nichts. :71. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :72. A víz odakint a cölöpöknek csapódik. - Das Wasser schlägt gegen die Pfähle draußen. :73. Anders csendben ül. - Anders sitzt still. :74. A gyertya egyre kisebb lesz. - Die Kerze wird kleiner. :75. Aztán kialszik. - Dann geht sie aus. :76. A sötétben nyugalom van. - Im Dunkeln ist es ruhig. :77. Odakint havazni kezd. - Draußen fängt es an zu schneien. :78. A pelyhek halkan hullanak. - Die Flocken fallen leise. :79. Szinte hangtalanul. - Fast ohne Geräusch. :80. Anders ülve marad. - Anders bleibt sitzen. :81. Nem fog Oslóba utazni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :82. Itt marad. - Er bleibt hier. :83. Nem azért, mert muszáj. - Nicht weil er muss. :84. Hanem mert nincs oka elmenni. - Sondern weil er keinen Grund hat zu gehen. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders két éve lakik egy régi fatemplomban egy norvég fjord szélén. - Anders wohnt seit zwei Jahren in einer alten Holzkirche am Rand eines norwegischen Fjords. :2. A templomot a nagybátyjától örökölte, de igazán soha nem akarta. - Die Kirche hat er von seinem Onkel geerbt, aber er hat sie nie wirklich gewollt. :3. A tető beázik, és amikor esik, egy vödröt állít a konyhába. - Das Dach ist undicht, und wenn es regnet, stellt er einen Eimer in die Küche. :4. Hallgatja a csöpögést: plink, plink, plink. - Er hört dem Tropfen zu: plink, plink, plink. :5. Nem számolja őket, de ismeri a ritmust. - Er zählt sie nicht, aber er kennt den Rhythmus. :6. Odakint szürke a víz, és a szél egyenesen a tenger felől jön. - Draußen ist das Wasser grau, und der Wind kommt direkt vom Meer. :7. Október van, és az eső szinte vízszintesen veri az ablaküvegeket. - Es ist Oktober, und der Regen fliegt fast horizontal gegen die Fensterscheiben. :8. Anders a konyhaasztalnál ül egy csésze kávéval, amely már rég kihűlt. - Anders sitzt am Küchentisch mit einer Tasse Kaffee, die längst kalt ist. :9. Mégis megissza, mert fel kellene állnia, hogy újat készítsen. - Er trinkt sie trotzdem, weil er aufstehen müsste, um eine neue zu machen. :10. A ház csendes, csak a fűtés ad néha halk hangot. - Das Haus ist still, nur die Heizung macht manchmal ein leises Geräusch. :11. Lars minden második nap jön, mindig kopogás nélkül. - Lars kommt jeden zweiten Tag, immer ohne anzuklopfen. :12. Hatvannyolc éves, és egy kilométerrel arrébb lakik a parton. - Er ist achtundsechzig Jahre alt und wohnt einen Kilometer weiter am Ufer. :13. Leül a padra, az asztalra teszi a dohányzacskóját, és nem mond semmit. - Er setzt sich auf die Bank, legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch und sagt nichts. :14. Anders sem mond semmit, és ez közöttük teljesen normális. - Anders sagt auch nichts, und das ist zwischen ihnen vollkommen normal. :15. Tíz perc múlva Lars csak ennyit mond: „Björn kuttere megint jár.” - Nach zehn Minuten sagt Lars nur: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :16. Anders bólint, Lars pedig feláll, és kimegy az ajtón anélkül, hogy visszafordulna. - Anders nickt, und Lars steht auf und geht durch die Tür, ohne sich umzudrehen. :17. A dohány az asztalon marad, mert Lars mindig elfelejti, vagy szándékosan hagyja ott. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch, weil Lars ihn immer vergisst oder absichtlich dalässt. :18. Anders csónakmotorokat javít a környékbeli embereknek. - Anders repariert Bootsmotoren für die Leute in der Gegend. :19. Néhányan pénzzel fizetnek neki, mások kávét hoznak, vagy egyszerűen nem mondanak semmit. - Manche bezahlen ihn mit Geld, andere bringen Kaffee oder sagen einfach nichts. :20. Régebben hajóépítő volt Bergenben, de ez olyan érzés, mintha egy másik élet lett volna. - Er war früher Bootsbauer in Bergen, aber das fühlt sich an wie ein anderes Leben. :21. Most olyan valaki, aki itt lakik, és olyan dolgokat javít meg, amelyeket mások kidobnának. - Jetzt ist er jemand, der hier wohnt und Dinge repariert, die andere wegwerfen würden. :22. Délután egy képeslap fekszik a postaládában két számla között. - Am Nachmittag liegt eine Postkarte im Briefkasten zwischen zwei Rechnungen. :23. Az elülső oldal képe Oslo kikötőjét mutatja, a színek túl rikítóak ehhez a naphoz. - Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Hafen von Oslo, die Farben sind zu grell für diesen Tag. :24. Megfordítja a lapot, és elolvassa a szavakat, amelyeket Mette írt: „Gyere Oslóba.” - Er dreht die Karte um und liest die Worte, die Mette geschrieben hat: „Komm nach Oslo." :25. Mette a barátnője volt, de hat hónapja nem írt és nem telefonált. - Mette war seine Freundin, aber seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben und nicht angerufen. :26. Háromszor olvassa el a lapot, nem azért, mert nem érti, hanem mert időre van szüksége. - Er liest die Karte dreimal, nicht weil er sie nicht versteht, sondern weil er Zeit braucht. :27. Aztán képpel lefelé az ablakpárkányra teszi. - Dann legt er sie mit der Vorderseite nach unten auf den Fenstersims. :28. Odakint éppen elhalad az esti komp, a motor mélyen és egyenletesen hangzik. - Draußen fährt gerade die Abendfähre vorbei, der Motor klingt tief und gleichmäßig. :29. A hang egyre kisebb lesz, míg a fjord újra csendes nem lesz. - Das Geräusch wird kleiner, bis der Fjord wieder still ist. :30. Négy órakor besötétedik, mint ebben a hónapban minden nap. - Um vier Uhr wird es dunkel, wie jeden Tag in diesem Monat. :31. Anders meggyújt egyetlen gyertyát, és a sarokban álló régi zongorára teszi. - Anders zündet eine einzelne Kerze an und stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke. :32. A zongora ott áll, amióta beköltözött, és még egyetlenegyszer sem játszott rajta. - Das Klavier steht dort seit er einzog, und er hat es noch kein einziges Mal gespielt. :33. Leül az előtte álló székre, és nézi a lángot anélkül, hogy bármilyen meghatározott gondolata volna. - Er setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die Flamme an, ohne einen bestimmten Gedanken. :34. A fűtés csöpög, odakint a víz szabályosan csapódik a kikötőhely facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt regelmäßig gegen die Holzpfähle der Anlegestelle. :35. A gyertya egyre kisebb és kisebb lesz, míg kialszik, és a szoba sötét lesz. - Die Kerze wird kleiner und kleiner, bis sie ausgeht und das Zimmer dunkel ist. :36. Nem fog Oslóba menni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :37. Ezt nem azért tudja, mert eldöntötte, hanem mert nem érez okot arra, hogy elmenjen. - Das weiß er nicht, weil er es entschieden hat, sondern weil er keinen Grund spürt zu gehen. :38. Odakint havazni kezd, halkan és szinte átmenet nélkül, mint itt minden. - Draußen beginnt es zu schneien, leise und fast ohne Übergang, wie alles hier. :39. Anders ülve marad a sötétben, és hallgatja a havat, amely nem ad ki hangot. - Anders bleibt sitzen im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der keinen Laut macht. :40. Az élet itt csendben múlik el, és ez nem panasz, csak megfigyelés. - Das Leben vergeht hier still, und das ist keine Klage, nur eine Beobachtung. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, és két éve él egy fatemplomban, amelyet tulajdonképpen már senki sem akart. - Anders ist sechsunddreißig, und er lebt seit zwei Jahren in einer Holzkirche, die eigentlich niemand mehr haben wollte. :2. Egy burkolatlan út végén áll, ott, ahol a fjord véget ér, és a semmi elkezdődik. - Sie steht am Ende einer unbefestigten Straße, wo der Fjord aufhört und das Nichts anfängt. :3. A tetőn három beázó hely van, és attól függően, milyen erősen fúj a szél, különböző helyeken csöpög. - Das Dach hat drei undichte Stellen, und je nachdem, wie stark der Wind steht, tropft es an verschiedenen Orten. :4. Megtanulta úgy a megfelelő helyre tenni a vödröket, hogy közben nem is gondolkodik rajta. - Er hat gelernt, die Eimer richtig zu stellen, ohne darüber nachzudenken. :5. A fűtés öreg, hangosan és rosszul működik, de még működik, és ez számít. - Die Heizung ist alt, sie arbeitet laut und schlecht, aber sie arbeitet noch, und das zählt. :6. Az október itt nem hónap, hanem állapot. - Der Oktober ist hier kein Monat, er ist ein Zustand. :7. A fény sosem érkezik meg igazán, szürke marad, lapos, a víz közelében függve, mint köd ködjelleg nélkül. - Das Licht kommt nie wirklich an, es bleibt grau, flach, nah am Wasser hängend wie Nebel ohne Nebelcharakter. :8. Anders reggelente hideg kávéval ül az asztalnál, a fjordot nézi, és nem vár semmi meghatározottra. - Anders sitzt morgens am Tisch mit kaltem Kaffee, schaut auf den Fjord und wartet auf nichts Bestimmtes. :9. Csónakmotorokat javít a szomszédoknak, a legtöbbjük öreg, a motorok és a szomszédok egyaránt. - Er repariert Bootsmotoren für die Nachbarn, die meisten sind alt, die Motoren und die Nachbarn gleichermaßen. :10. Fizetség kávéban jár, egy rövid bólintásban, vagy egyáltalán nem jár, és Andersnek nincs előnyben részesített változata. - Bezahlt wird in Kaffee, in einem kurzen Nicken, oder gar nicht, und Anders hat keine Präferenz. :11. Lars minden második nap jön, kopogás nélkül kinyitja az ajtót, és leül az ablak alatti padra. - Lars kommt jeden zweiten Tag, öffnet die Tür ohne zu klopfen und setzt sich auf die Bank unter dem Fenster. :12. Leteszi a dohányzacskóját az asztalra, mintha le akarná tenni magáról, és hátradől. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch, als würde er es ablegen wollen, und lehnt sich zurück. :13. Jól tudnak együtt hallgatni, ami ritkább, mint amilyennek hangzik, mert a hallgatás többnyire várakozást tartalmaz. - Sie schweigen gut zusammen, was seltener ist, als es klingt, weil Schweigen meistens Erwartung enthält. :14. Anders és Lars között nem tartalmaz semmit, egyszerűen levegő, amelyet senkinek sem kell kitöltenie. - Zwischen Anders und Lars enthält es nichts, es ist einfach Luft, die niemand füllen muss. :15. Ma Lars egy idő után, anélkül hogy felemelné a hangját, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute sagt Lars nach einer Weile, ohne die Stimme zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :16. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, és a dohány még mindig az asztalon fekszik, mint mindig. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, und der Tabak liegt noch auf dem Tisch, wie immer. :17. A posta a régi komppal érkezik, amely naponta kétszer köt ki, és többnyire semmi olyat nem hoz, ami számítana. - Die Post kommt mit der alten Fähre, die zweimal täglich anlegt und meistens nichts bringt, was zählt. :18. Ma egy képeslapot hoz, és Anders felismeri a kézírást, még mielőtt elolvasná a nevet. - Heute bringt sie eine Postkarte, und Anders erkennt die Handschrift, bevor er den Namen liest. :19. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely itt nem létezik, túl sárgán, túl melegen, túl szándékoltan. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das hier nicht existiert, zu gelb, zu warm, zu gewollt. :20. Megfordítja a lapot, és ezt olvassa: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um und liest: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :21. Kétszer olvassa el a mondatot, nem azért, mert nehéz megérteni, hanem mert valahol célba ér. - Er liest den Satz zweimal, nicht weil er schwer zu verstehen ist, sondern weil er irgendwo landet. :22. Aztán a képeslapot képes oldalával lefelé az ablakpárkányra teszi, és kinéz. - Dann legt er die Karte mit der Bildseite nach unten auf den Fenstersims und schaut hinaus. :23. Az esti komp éppen átvág a fjordon, motorjának hangja messzire visz a víz fölött, aztán eltűnik. - Die Abendfähre zieht gerade durch den Fjord, ihr Motor trägt weit über das Wasser, dann ist er weg. :24. Négykor besötétedik, és Anders gyertyát gyújt, mert nem akarja felkapcsolni a villanyt. - Es wird dunkel um vier, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Licht nicht anmachen will. :25. A zongorára teszi, amely beköltözése óta ott áll, és amelyen senki sem játszik, ő sem. - Er stellt sie auf das Klavier, das seit seinem Einzug dort steht und von niemandem gespielt wird, auch von ihm nicht. :26. Leül elé, és a lángba néz, anélkül hogy egy gondolat megragadna benne, vagy egy döntés formát öltene. - Er setzt sich davor und schaut in die Flamme, ohne dass ein Gedanke sich festsetzt oder eine Entscheidung sich formt. :27. Odakint a víz egyenletesen csapódik a cölöpöknek, odabent a fűtés csöpög a vödörbe. - Draußen schlägt das Wasser gleichmäßig gegen die Pfähle, drinnen tropft die Heizung in den Eimer. :28. A gyertya leég, lassan, egyenletesen, és amikor kialszik, ő ülve marad a sötétben. - Die Kerze brennt herunter, langsam, gleichmäßig, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen. :29. Nem fog Oslóba utazni, ezt most már tudja, és azt is tudja, hogy ez nem elhatározás. - Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt, und er weiß auch, dass es kein Entschluss ist. :30. Inkább egy olyan ok hiánya, amely elég erős volna ahhoz, hogy felemelje őt erről a székről. - Es ist eher das Fehlen eines Grundes, der stark genug wäre, ihn von diesem Stuhl zu heben. :31. Odakint havazni kezd, bejelentés nélkül, átmenet nélkül, ahogy itt mindig elkezdődnek a dolgok. - Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne Übergang, wie hier immer die Dinge beginnen. :32. A pelyhek csendben hullanak a fjordra, amely befogadja őket, anélkül hogy nyomot mutatna. - Die Flocken fallen still auf den Fjord, der sie aufnimmt, ohne eine Spur zu zeigen. :33. Anders hallgatja, bár a hó nem ad hangot, és talán éppen ez a lényeg. - Anders hört zu, obwohl Schnee kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der Punkt. :34. Néha az élet csendes elmúlás, és néha elég jelen lenni benne. - Manchmal ist das Leben ein stilles Vergehen, und manchmal reicht es, dabei zu sein. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, két éve lakik egy örökölt fatemplomban egy kavicsos út végén, és már nem tekinti ezt átmenetinek. - Anders ist sechsunddreißig, bewohnt seit zwei Jahren eine geerbte Holzkirche am Ende einer Schotterstraße, und hat aufgehört, das als vorübergehend zu betrachten. :2. A templom ott áll, ahol a fjord egy keskeny öbölbe húzódik vissza, és az út minden magyarázat nélkül feladja. - Die Kirche liegt dort, wo der Fjord sich in eine schmale Bucht zurückzieht und die Straße aufgibt, ohne Erklärung. :3. A tetőnek három olyan pontja van, amely esőben enged, és Anders olyan jól ismeri őket, hogy félálomban is helyesen teszi alájuk a vödröket. - Das Dach hat drei Stellen, die bei Regen nachgeben, und Anders kennt sie so gut, dass er die Eimer im Halbschlaf richtig stellt. :4. Nem megszokás ez, inkább kapituláció egy állapot előtt, amelyet az ember egy idő után már nem javít meg, mert úgy tartozik a házhoz, mint a fa és a régi tömjén szaga. - Nicht Gewöhnung, eher Kapitulation vor dem Zustand, den man irgendwann aufhört zu reparieren, weil er zum Haus gehört wie der Geruch nach Holz und altem Weihrauch. :5. A fűtés a radiátor elágazása alatt álló bádogvödörbe csöpög, plink, és ez a csepp néha az egyetlen hang a házban, amely megbízhatóan visszatér. - Die Heizung tropft in einen Blecheimer unter der Abzweigung des Heizkörpers, plink, und dieser Tropfen ist manchmal das einzige Geräusch im Haus, das zuverlässig wiederkehrt. :6. Az október ezen a parton nem olyan hónap, amelyet az ember átél, hanem olyan, amelyet kibír, mert a fény soha nem érkezik meg igazán, és az eső gyakran vízszintesen repül. - Der Oktober an dieser Küste ist kein Monat, den man erlebt, sondern einer, den man aushält, weil das Licht nie wirklich ankommt und der Regen oft horizontal fliegt. :7. Anders reggelente a konyhaasztalnál ül, kezei egy csésze körül, amely már rég nem meleg, és a párás ablakon át a szürkészöld vízre néz. - Anders sitzt morgens am Küchentisch, die Hände um eine Tasse, die schon lange nicht mehr warm ist, und schaut durch das beschlagene Fenster auf das graugrüne Wasser. :8. Valaha hajóépítő volt Bergenben, akkoriban, de ez kevésbé érződik múltnak, mint inkább olyan életrajznak, amely valaki másé. - Er war Bootsbauer in Bergen, damals, aber das fühlt sich weniger wie eine Vergangenheit an als wie eine Biografie, die jemand anderem gehört. :9. Most a szomszédok régi külmotorjait javítja, jól és feltűnés nélkül végzi, és a fizetség többnyire kávé vagy hallgatás, mindkettőt elfogadja. - Jetzt repariert er die alten Außenbordmotoren der Nachbarn, er tut es gut und ohne Aufhebens, und die Bezahlung ist meistens Kaffee oder Schweigen, beides nimmt er. :10. Lars hatvannyolc éves, egy kilométerrel arrébb lakik a parton, és minden második nap bejön kopogás nélkül, mintha az ajtó az övé volna. - Lars ist achtundsechzig, wohnt einen Kilometer weiter am Ufer, und kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, als wäre die Tür seiner. :11. Dohányzacskóját olyan mozdulattal teszi az asztalra, amely bizalmasságot fejez ki, és közben semmit sem követel, aztán hátradől és hallgat. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch mit einer Geste, die Vertrautheit ausdrückt und gleichzeitig nichts verlangt, dann lehnt er sich zurück und schweigt. :12. A hallgatás kettejük között olyan minőségű, amilyet Anders senki mással nem ismer, mert nincs benne várakozás, nincs rejtett elvárás, csak levegő. - Das Schweigen zwischen den beiden hat eine Qualität, die Anders mit niemandem sonst kennt, weil es kein Warten enthält, keine unterschwellige Erwartung, nur Luft. :13. Ma, talán tíz perc után, Lars anélkül, hogy felemelné a fejét, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute, nach vielleicht zehn Minuten, sagt Lars, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :14. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, az ajtó becsapódik a zárba, a dohány az asztalon marad, és minden olyan, mint korábban, csak eggyel több mondat van a levegőben. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss, der Tabak bleibt auf dem Tisch, und alles ist wie vorher, nur mit einem Satz mehr in der Luft. :15. A posta a délutáni komppal érkezik, és Anders ritkán hozza el azonnal, mert többnyire semmi sincs benne, ami sietséget indokolna. - Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und Anders holt sie selten sofort, weil sie meistens nichts enthält, das Eile rechtfertigt. :16. Ma két számla között egy képeslap fekszik, és ő felismeri Mette kézírását, még mielőtt a lapot teljesen kihúzta volna a borítékból. - Heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, und er erkennt Mettes Handschrift, noch bevor er die Karte vollständig aus dem Umschlag gezogen hat. :17. Az elülső oldalon lévő kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely itt nem létezik, túl telt, túl bizakodó, mintha a város örülne önmagának. - Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das es hier nicht gibt, zu satt, zu zuversichtlich, als wäre die Stadt froh über sich selbst. :18. Megfordítja a lapot, és elolvassa a mondatot, amelyet a nő írt: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um und liest den Satz, den sie geschrieben hat: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :19. Hat hónap csend, és aztán ez a mondat, röviden, vád nélkül, de egy olyan horoggal, amely ül, mert nem válasz és nem kérdés, hanem mindkettő egyszerre. - Sechs Monate Stille, und dann dieser Satz, knapp, ohne Anklage, aber mit einem Haken, der sitzt, weil er keine Antwort ist und keine Frage, sondern beides gleichzeitig. :20. Háromszor elolvassa, a lapot képpel lefelé az ablakpárkányra teszi, és az esti komp éppen átnyomul a fjordon, mély motorhangja végighúzódik a vízen, majd elszáll. - Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims, und die Abendfähre schiebt sich gerade durch den Fjord, ihr tiefes Motorgeräusch zieht über das Wasser und verweht. :21. Utánanéz, amíg a hang el nem tűnik, aztán a fjord megint olyan csendes, mintha semmi sem történt volna. - Er schaut ihr nach, bis das Geräusch weg ist, dann ist der Fjord wieder so still, als wäre nichts gewesen. :22. Négykor fekete az ég, ami itt októberben nem esemény, hanem napi rend. - Um vier ist der Himmel schwarz, was hier im Oktober kein Ereignis ist, sondern Tagesablauf. :23. Anders meggyújt egyetlen gyertyát, az öreg zongorára állítja a sarokban, amely beköltözése óta ott áll, mint egy csendes ígéret, amelyet senki sem szándékozik beváltani. - Anders zündet eine einzelne Kerze an, stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das seit seinem Einzug dort steht wie ein stilles Versprechen, das niemand einzulösen beabsichtigt. :24. Leül az előtte álló székre, és a lángba néz, nem meditatívan, nem szomorúan, egyszerűen csak nézve, mert az este semmi mást nem kíván. - Er setzt sich auf den Hocker davor und schaut in die Flamme, nicht meditativ, nicht traurig, einfach schauend, weil der Abend nichts anderes verlangt. :25. A fűtés csöpög, odakint a víz rövid, egyenletes időközönként veri a régi kikötőhely korhadt cölöpjeit, és valahol a fjord mögött röviden felüvölt a szél. - Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt in kurzen, gleichmäßigen Intervallen gegen die morschen Pfähle der alten Anlegestelle, und irgendwo hinter dem Fjord heult kurz der Wind. :26. A gyertya lassan ég le, egyenletesen, huzat nélkül, és amikor a láng kialszik, Anders a sötétben ülve marad, anélkül hogy felkapcsolná a villanyt. - Die Kerze brennt langsam herunter, gleichmäßig, ohne Zug, und als die Flamme ausgeht, bleibt Anders im Dunkeln sitzen, ohne das Licht anzumachen. :27. Nem fog Oslóba utazni, de ez nem elhatározás, inkább egy olyan ok hiánya, amely elég súlyos volna ahhoz, hogy felemelje őt erről a helyről. - Er wird nicht nach Oslo fahren, aber es ist kein Entschluss, eher die Abwesenheit eines Grundes, der schwer genug wäre, ihn von diesem Ort zu heben. :28. Mette mondata még valahol ott függ a szobában, „kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt”, és az őszinte válasz az, hogy nincs válasza, nem azért, mert kitér előle, hanem mert maga a kérdés van rosszul feltéve. - Mettes Satz hängt noch irgendwo im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die ehrliche Antwort ist, dass er keine Antwort hat, nicht weil er ausweicht, sondern weil die Frage selbst falsch gestellt ist. :29. Odakint havazni kezd, hangtalanul, szinte átmenet nélkül, ahogy itt minden olyan dolog kezdődik, amely megmarad. - Draußen beginnt es zu schneien, lautlos, fast ohne Übergang, wie alle Dinge hier beginnen, die bleiben. :30. A pelyhek a fjord fekete vizére hullanak, és eltűnnek, anélkül hogy nyomot hagynának, mintha soha nem is léteztek volna. - Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden, ohne eine Spur zu hinterlassen, als hätte es sie nie gegeben. :31. Anders figyel, bár a hó semmit sem tesz hallhatóvá, és talán éppen ez az egyetlen mondat, amely ma még igaz. - Anders hört zu, obwohl Schnee nichts hörbar macht, und vielleicht ist genau das der einzige Satz, der heute noch stimmt. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, és azóta felhagyott az idő mérésével, mióta megértette, hogy a napok számolása olyan emberek tevékenysége, akiknek még el kell jutniuk valahová. - Anders ist sechsunddreißig, und er hat aufgehört, die Zeit zu messen, seit er begriffen hat, dass das Zählen von Tagen eine Aktivität für Menschen ist, die noch irgendwo hinmüssen. :2. A templom, amelyet két évvel ezelőtt örökölt anélkül, hogy megkérdezték volna róla, egy kavicsos út végén áll, amelyet a fjord három oldalról fog közre, mint egy mondatot, amely önmagának mond ellent. - Die Kirche, die er vor zwei Jahren geerbt hat, ohne danach gefragt zu werden, steht am Ende einer Schotterstraße, die der Fjord auf drei Seiten einschließt wie ein Satz, der sich selbst widerspricht. :3. A külső falak fája olyan színt vett fel, amely valahol a szürke és a felejtés között van, és a tető ott enged meg, ahol mindig is engedett, megbízhatóan, mint egy régi jellem. - Das Holz der Außenwände hat eine Farbe angenommen, die zwischen Grau und Vergessen liegt, und das Dach gibt nach, wo es immer nachgegeben hat, zuverlässig wie ein alter Charakter. :4. A három beázó helyet kívülről tudja, és sötétben teszi oda a vödröket, nem megszokásból, hanem mert a test átvesz bizonyos dolgokat, amikor a fej már nem tartja őket fontosnak. - Er kennt die drei undichten Stellen auswendig und stellt die Eimer im Dunkeln, nicht aus Routine, sondern weil der Körper manche Dinge übernimmt, wenn der Kopf aufgehört hat, sie für wichtig zu halten. :5. Plink, aztán megint, és a fűtés a maga saját ritmusával válaszol, úgyhogy a ház néha úgy hangzik, mint egy hangszer, amelyet senki sem hangolt fel, és amely mégis játszik. - Plink, und dann wieder, und die Heizung antwortet mit ihrem eigenen Rhythmus, sodass das Haus manchmal klingt wie ein Instrument, das niemand gestimmt hat und das trotzdem spielt. :6. Az október ezen a parton nem évszak a szokásos értelemben, hanem inkább halmazállapot, amelyben a fény soha nem érkezik meg egészen, és az eső már felhagyott azzal, hogy bocsánatot kérjen. - Der Oktober an dieser Küste ist keine Jahreszeit im üblichen Sinn, sondern eher ein Aggregatzustand, in dem das Licht nie ganz ankommt und der Regen aufgehört hat, sich zu entschuldigen. :7. Anders reggel a konyhaasztalnál ül, kezét egy régen kihűlt csésze köré fonva, és a fjordot nézi, amelynek ma ugyanaz a színe van, mint tegnap és tegnapelőtt, egy szürke, amelynek nincs szüksége árnyalatokra. - Anders sitzt am Morgen am Küchentisch, die Hände um eine längst erkaltete Tasse, und schaut auf den Fjord, der heute dieselbe Farbe hat wie gestern und vorgestern, ein Grau, das keine Nuancen braucht. :8. Valaha hajóépítő volt Bergenben, jó munkát végzett, és ezt tudta is, de ez a múlt olyan messze van mögötte, hogy már csak harmadik személyben gondol rá, mintha valaki más élte volna azt az életet. - Er war einmal Bootsbauer in Bergen, er hat gute Arbeit gemacht und das gewusst, aber diese Vergangenheit liegt so weit hinter ihm, dass er sie nur noch in der dritten Person denkt, als hätte jemand anders dieses Leben geführt. :9. Most a megmaradt szomszédok külmotorjait javítja, alaposan és minden felhajtás nélkül teszi, és a fizetség kérdése többnyire fel sem merül, mert mindkét oldal tudja, hogy a kávé és a hallgatás az őszintébb valuták. - Jetzt repariert er die Außenbordmotoren der verbliebenen Nachbarn, er tut es gründlich und ohne Aufhebens, und die Frage der Bezahlung ist meist gar keine, weil beide Seiten wissen, dass Kaffee und Schweigen die ehrlicheren Währungen sind. :10. Lars, hatvannyolc éves, minden második nap bejön kopogás nélkül, nem szemtelenségből, hanem mert egy ajtó két olyan ember között, akik semmit sem akarnak egymástól a jelenléten kívül, fölösleges gesztus volna. - Lars, achtundsechzig, kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, nicht aus Unverschämtheit, sondern weil eine Tür zwischen zwei Menschen, die nichts voneinander wollen als Anwesenheit, eine überflüssige Geste wäre. :11. A dohányos zacskóját annak az embernek a gondtalanságával teszi a konyhaasztalra, aki soha semmit nem azért tesz le, hogy visszakapja, leül a padra, és hátát a repedezett falnak veti. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Küchentisch mit der Sorglosigkeit von jemandem, der nie etwas ablegt, um es zurückzubekommen, setzt sich auf die Bank und lehnt den Rücken gegen die rissige Wand. :12. A hallgatás, amelyen osztoznak, olyan minőségű, amelyet Anders korábban nem ismert, és amelyet most azon kevés dolgok egyikének tart, amelyeket nem megtanulni lehet, hanem csak megtalálni, amikor az ember felhagyott a keresésükkel. - Das Schweigen, das sie teilen, ist von einer Qualität, die Anders früher nicht kannte und die er jetzt für eines der wenigen Dinge hält, die man nicht lernen kann, sondern nur findet, wenn man aufgehört hat, es zu suchen. :13. Ma Lars egy súlytalan idő után a szobába mondja, anélkül hogy felemelné a fejét: „Björn kuttere megint működik.” - Heute sagt Lars, nach einer Weile, die kein Gewicht hat, in den Raum hinein, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :14. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, az ajtó tompa fa-a-fán hanggal becsapódik a zárba, és a dohány az asztalon marad, elfelejtve vagy otthagyva, ez ugyanaz a kérdés. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss mit dem dumpfen Laut von Holz auf Holz, und der Tabak liegt auf dem Tisch, vergessen oder hinterlassen, das ist dieselbe Frage. :15. A posta a délutáni komppal érkezik, és többnyire nem éri meg emiatt kimenni a postaládához, de ma két számla között egy képeslap fekszik, amelyet a kézírásról felismer, még mielőtt teljesen megfordította volna. - Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und meistens lohnt es sich nicht, deshalb zum Briefkasten zu gehen, aber heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, die er an der Handschrift erkennt, noch bevor er sie vollständig gedreht hat. :16. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely délibbnek hat, mint Oslo megérdemelné, túl melegnek, túl bizakodónak, olyan képként, amelyet városok készítenek magukról, amikor turistákra gondolnak, nem igazságra. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das südlicher wirkt, als Oslo es verdient, zu warm, zu zuversichtlich, die Art von Bild, die Städte von sich machen, wenn sie Touristen meinen, nicht Wahrheit. :17. Megfordítja a lapot, és Mette ezt írta: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um, und Mette hat geschrieben: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :18. A mondat rövid, ami azt jelenti, hogy sokáig gondolkodott rajta, mert az efféle rövidség nem sietségből fakad, hanem mindannak hosszú kihúzásából, ami túl sok volna. - Der Satz ist kurz, was bedeutet, dass sie lange über ihn nachgedacht hat, denn Kürze dieser Art kommt nicht aus Eile, sondern aus dem langen Streichen von allem, was zu viel wäre. :19. Hat hónap rádiócsend, és aztán semmi szemrehányás, semmi magyarázat, csak ez az egy mondat, amely nem nyit ki ajtót és nem is zár be, hanem egyszerűen megmutatja, hol van egy fal. - Sechs Monate Funkstille, und dann kein Vorwurf, keine Erklärung, nur dieser eine Satz, der keine Tür öffnet und keine schließt, sondern einfach zeigt, wo eine Wand ist. :20. Háromszor elolvassa, a lapot képpel lefelé az ablakpárkányra teszi, mint valamit, amit az ember nem dob el és nem is őriz meg, hanem egyszerűen letesz valahová, hogy lássa, mi történik. - Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims wie etwas, das man nicht wegwirft und nicht aufbewahrt, sondern einfach irgendwo hinlegt, um zu sehen, was passiert. :21. Az esti komp átvág a fjordon, motorja mélyen és egyenletesen hordja hangját a víz fölött, és Anders addig néz utána, amíg a zaj olyan kicsivé nem válik, hogy már nem biztos benne, hallja-e még, vagy csak gondolja. - Die Abendfähre zieht durch den Fjord, ihr Motor trägt tief und gleichmäßig über das Wasser, und Anders schaut ihr nach, bis das Geräusch so klein geworden ist, dass er nicht mehr sicher ist, ob er es noch hört oder nur noch denkt. :22. Négykor fekete az ég, és Anders gyertyát gyújt, mert nem szereti a mennyezeti lámpát, amely mindent egyformán világít meg, anélkül hogy különbséget tenne aközött, ami fényt érdemel, és aközött, aminek jobb sötétben maradnia. - Um vier ist der Himmel schwarz, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Deckenlicht nicht mag, das alles gleich beleuchtet, ohne zu unterscheiden zwischen dem, was Licht verdient, und dem, was besser im Dunkeln bleibt. :23. A régi zongorára teszi a sarokban, amely ott áll, mióta beköltözött, egy hangszer történet nélkül ebben a házban, vagy olyan történettel, amely előtte ér véget, és amelyről soha nem kérdezett. - Er stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das dort steht, seit er eingezogen ist, ein Instrument ohne Geschichte in diesem Haus, oder mit einer Geschichte, die vor ihm endet und die er nie gefragt hat. :24. Leül az előtte álló székre, nem azért, hogy játsszon, hanem mert a szék az egyetlen hely a szobában, ahonnan látni lehet a gyertyát anélkül, hogy a fjord az ember háta mögött volna. - Er setzt sich auf den Hocker davor, nicht um zu spielen, sondern weil der Hocker der einzige Platz im Zimmer ist, von dem aus man die Kerze sehen kann, ohne den Fjord im Rücken zu haben. :25. A láng nyugodtan ég, ebben a házban ebben az órában nincs huzat, és Anders nézi anélkül, hogy egyetlen gondolatot is megtartana, mert a gondolatok ma laposak, mint odakint a fény, és ugyanilyen keveset érnek el. - Die Flamme brennt ruhig, kein Luftzug in diesem Haus um diese Stunde, und Anders schaut sie an, ohne einen Gedanken festzuhalten, weil die Gedanken heute flach sind wie das Licht draußen und genauso wenig ausrichten. :26. Odakint a víz rövid, türelmes lökésekkel veri az öreg kikötőhely cölöpjeit, bent a fűtés válaszol a maga cseppjeivel, és a ház olyan ritmusban lélegzik, amelynek semmi köze Andershez, ő mégis hallgatja. - Draußen schlägt das Wasser in kurzen, geduldigen Stößen gegen die Pfähle der alten Anlegestelle, drinnen antwortet die Heizung mit ihrem Tropfen, und das Haus atmet in einem Rhythmus, der nichts mit Anders zu tun hat und dem er trotzdem zuhört. :27. A gyertya leég, egyenletesen, sietség nélkül, és amikor kialszik, ő ülve marad a sötétben, és nem gyújt világot, mert a pillanat nem kívánja, és mert megtanulta, hogy a pillanatokat nem kell rábeszélni. - Die Kerze brennt herunter, gleichmäßig, ohne Eile, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen und macht kein Licht, weil der Moment es nicht verlangt und weil er gelernt hat, Momente nicht zu überreden. :28. Nem fog Oslóba utazni, és ez nem meghozott döntés, hanem annak csendes megállapítása, hogy az utazás oka nem létezik, legalábbis nem olyan formában, amely nehezebben nyomna a latban, mint a maradás oka, amely szintén nem létezik. - Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist kein Entschluss, der gefällt wurde, sondern die stille Feststellung, dass der Grund zum Fahren nicht existiert, zumindest nicht in einer Form, die schwerer wiegt als der Grund zu bleiben, der auch nicht existiert. :29. Mette mondata még ott függ a szobában, „kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt”, és a válasz, ha van ilyen, nem az, hogy semmit, hanem pontosan ez: ez a ház, ez a csepp, ez a fjord, ez a csend, amely nem valaminek a hiánya, hanem mindannak a jelenléte, ami megmarad, amikor az ember felhagyott azzal, hogy másként akarja. - Mettes Satz hängt noch im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die Antwort, wenn es eine gibt, lautet nicht nichts, sondern genau das: dieses Haus, dieser Tropfen, dieser Fjord, diese Stille, die keine Abwesenheit von etwas ist, sondern eine Anwesenheit von allem, was übrigbleibt, wenn man aufgehört hat, es anders zu wollen. :30. Odakint havazni kezd, bejelentés nélkül, anélkül az átmenet nélkül, amelyet a hó máshol megtesz, egyszerűen hirtelen ott van, mintha az ég úgy döntött volna, hogy ma nincs szükség magyarázatokra. - Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne den Übergang, den Schnee anderswo macht, einfach plötzlich da, als hätte der Himmel entschieden, dass Erklärungen heute nicht nötig sind. :31. A pelyhek a fjord fekete vizére hullanak, és abban a pillanatban eltűnnek, amelyben megérkeznek, nyomtalanul, mintha maga a hullás volna az egyetlen cél, nem a fekvés, nem a maradás. - Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden in dem Moment, in dem sie ankommen, spurlos, als wäre das Fallen selbst der einzige Zweck, nicht das Liegen, nicht das Bleiben. :32. Anders a sötétben ül, és a havat hallgatja, amely semmilyen hangot nem ad, és talán ez a legtisztább mondat, amelyet ez az este kínál: hogy némely dolgot csak akkor lehet meghallani, amikor az ember felhagyott azzal, hogy valami hallhatóra várjon. - Anders sitzt im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der klarste Satz, den dieser Abend anbietet: dass manches nur dann gehört werden kann, wenn man aufgehört hat, auf etwas Hörbares zu warten. -------------------- == 84 == 1 -------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Szerda van. - Es ist Mittwoch. :2. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :3. Esik az eső. - Es regnet. :4. Kari ül a volánnál. - Kari sitzt am Steuer. :5. Jon mellette ül. - Jon sitzt neben ihr. :6. Némán haladnak. - Sie fahren schweigend. :7. A régi Volvo hideg. - Der alte Volvo ist kalt. :8. Az ablaktörlő nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht. :9. Kari gyors fokozatra kapcsolja. - Kari schaltet ihn auf schnell. :10. Nem sokat segít. - Es hilft nicht viel. :11. Jon résnyire kinyitja az ablakot. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt. :12. A levegő tengerszagú. - Die Luft riecht nach Meer. :13. Kari nem mond semmit. - Kari sagt nichts. :14. Jon sem mond semmit. - Jon sagt auch nichts. :15. Jól ismerik az utat. - Sie kennen die Straße gut. :16. Itt nőttek fel. - Sie sind hier aufgewachsen. :17. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :18. El kell hozniuk a holmijait. - Sie müssen seine Sachen holen. :19. A csónakház a víznél áll. - Der Bootsschuppen steht am Wasser. :20. Öreg és szürke. - Er ist alt und grau. :21. A fa korhadt. - Das Holz ist morsch. :22. Kari leparkolja az autót. - Kari parkt das Auto. :23. Kiszállnak. - Sie steigen aus. :24. Az eső hideg. - Der Regen ist kalt. :25. Nincs náluk esernyő. - Sie haben keinen Schirm. :26. A fészer ajtaja szorul. - Die Tür des Schuppens klemmt. :27. Jon kétszer belerúg. - Jon tritt zweimal dagegen. :28. Az ajtó kinyílik. - Die Tür geht auf. :29. Régi fa szaga van. - Es riecht nach altem Holz. :30. Cigarettaszag van. - Es riecht nach Zigaretten. :31. Kari megáll az ajtóban. - Kari bleibt an der Tür stehen. :32. Jon bemegy. - Jon geht hinein. :33. A falon mentőmellény lóg. - An der Wand hängt eine Schwimmweste. :34. Alatta gumicsizmák állnak. - Darunter stehen Gummistiefel. :35. Negyvenötös méret – az apjuk mérete. - Größe 45 – die Größe des Vaters. :36. Kari a padlóra néz. - Kari sieht auf den Boden. :37. Az eső dobol a bádogtetőn. - Der Regen trommelt auf das Blechdach. :38. Jon lassan megfordul. - Jon dreht sich langsam um. :39. A falon két szög van. - An der Wand hängen zwei Nägel. :40. A szögeken egy horgászbot lóg. - An den Nägeln hängt eine Angel. :41. Jon leveszi. - Jon nimmt sie herunter. :42. A zsinór összegubancolódott. - Die Schnur ist verwickelt. :43. A horog rozsdás. - Der Haken ist rostig. :44. Jon két kézzel tartja a horgászbotot. - Jon hält die Angel in beiden Händen. :45. Nem mozdul. - Er bewegt sich nicht. :46. Kari közelebb lép. - Kari tritt näher. :47. Röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. :48. Érzi a régi fát. - Sie fühlt das alte Holz. :49. Visszaadja. - Sie gibt sie zurück. :50. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :51. A hangja nyugodt. - Ihre Stimme ist ruhig. :52. Jon bólint. - Jon nickt. :53. Leteszi a horgászbotot a munkapadra. - Er legt die Angel auf die Werkbank. :54. Aztán körülnéznek. - Dann sehen sie sich um. :55. Egy naptár lóg a falon – 2019. - Ein Kalender hängt an der Wand – 2019. :56. Egy kanna áll a sarokban. - Ein Kanister steht in der Ecke. :57. Két rozsdás horog hever a padlón. - Zwei rostige Haken liegen auf dem Boden. :58. Ennyi az egész. - Das ist alles. :59. Jon az ajtóhoz megy. - Jon geht zur Tür. :60. Kari követi. - Kari folgt ihm. :61. Megint kint állnak az esőben. - Sie stehen wieder draußen im Regen. :62. Jon bezárja a lakatot. - Jon schließt das Vorhängeschloss. :63. Kattan. - Es klickt. :64. Kari ökölbe zárt kezében tartja a kulcsot. - Kari hält den Schlüssel in der Faust. :65. A vízhez megy. - Sie geht zum Wasser. :66. Messzire behajítja a kulcsot a fjordba. - Sie wirft den Schlüssel weit in den Fjord. :67. Halk hangot ad. - Es macht ein leises Geräusch. :68. A kis kör a vízen azonnal eltűnik. - Der kleine Kreis auf dem Wasser verschwindet sofort. :69. Kari nem fordul meg. - Kari dreht sich nicht um. :70. Jon sem. - Jon auch nicht. :71. Visszamennek az autóhoz. - Sie gehen zum Auto zurück. :72. Jon ül a volánhoz. - Jon setzt sich ans Steuer. :73. Beindítja a motort. - Er startet den Motor. :74. Az ablaktörlő megint jár. - Der Scheibenwischer läuft wieder. :75. Ugyanúgy nyikorog, mint korábban. - Er quietscht wie vorher. :76. Elindulnak. - Sie fahren. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Novemberi szerda van, és az eső reggel óta esik. - Es ist ein Mittwoch im November, und der Regen fällt seit dem Morgen. :2. Kari vezet, mert Jonnak már nincs jogosítványa. - Kari fährt, weil Jon keinen Führerschein mehr hat. :3. A régi Volvo nedves szövet és hideg kávé szagát árasztja. - Der alte Volvo riecht nach feuchtem Stoff und kaltem Kaffee. :4. Jon csendben ül az anyósülésen, és kinéz az ablakon. - Jon sitzt still auf dem Beifahrersitz und schaut aus dem Fenster. :5. Az út üres, és a jobb és bal oldalon álló fák feketék a nedvességtől. - Die Straße ist leer, und die Bäume rechts und links sind schwarz vor Nässe. :6. Az ablaktörlő minden harmadik mozdulatnál nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht bei jeder dritten Bewegung. :7. Karit zavarja ez, de nem mond semmit. - Kari stört das, aber sie sagt nichts. :8. Arra gondol, hogy gyerekként gyakran járt ezen az úton. - Sie denkt daran, dass sie diese Strecke als Kind oft gefahren ist. :9. Akkoriban a hátsó ülésre ült, és a felhőket számolta. - Damals hat sie sich auf dem Rücksitz gesetzt und die Wolken gezählt. :10. Most a perceket számolja a fészerig. - Jetzt zählt sie die Minuten bis zum Schuppen. :11. Jon résnyire kinyitja az ablakot, pedig hideg van. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt, obwohl es kalt ist. :12. A beáramló levegő só és nedves fű szagát hozza. - Die Luft, die hereinkommt, riecht nach Salz und nassem Gras. :13. Kari gyors fokozatra kapcsolja az ablaktörlőt, de ez alig segít. - Kari schaltet den Wischer auf die schnelle Stufe, aber es hilft kaum. :14. Leparkolja az autót a fészer előtti keskeny úton. - Sie parkt das Auto auf dem schmalen Weg vor dem Schuppen. :15. A fészer közel áll a vízhez, és a fafalai sötétek és nedvesek. - Der Schuppen steht nah am Wasser, und seine Holzwände sind dunkel und feucht. :16. Kiszállnak anélkül, hogy bármit mondanának. - Sie steigen aus, ohne etwas zu sagen. :17. Az eső azonnal veri a kabátjukat. - Der Regen trifft ihre Jacken sofort. :18. A fészer ajtaja szorul, mint mindig. - Die Tür des Schuppens klemmt, wie immer. :19. Jon kétszer belerúg, és másodszorra kinyílik. - Jon tritt zweimal dagegen, und beim zweiten Mal geht sie auf. :20. A szag azonnal megcsapja őket – régi fa, nedves hamu, dohány. - Der Geruch kommt sofort – altes Holz, feuchte Asche, Tabak. :21. Kari egy pillanatra megáll a küszöbön, mert levegőt kell vennie. - Kari bleibt einen Moment an der Schwelle stehen, weil sie atmen muss. :22. A szag nem kellemetlen, de olyan helyen találja el, ahol nem számított rá. - Der Geruch ist nicht unangenehm, aber er trifft sie an einer Stelle, die sie nicht erwartet hat. :23. Jon bemegy, anélkül hogy hátranézne. - Jon geht hinein, ohne sich umzusehen. :24. A falon egy régi mentőmellény lóg, szakadt szíjjal. - An der Wand hängt eine alte Schwimmweste mit einem gerissenen Riemen. :25. Alatta 45-ös gumicsizmák állnak, és egyenesen állnak, mintha valaki éppen most húzta volna le őket. - Darunter stehen Gummistiefel in Größe 45, und sie stehen gerade, als ob jemand sie gerade ausgezogen hat. :26. Kari leül egy üres faládára, amely az ajtó mellett áll. - Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste, die neben der Tür steht. :27. A fa halk hangot ad ki magából, de tart. - Das Holz gibt ein leises Geräusch von sich, aber es hält. :28. Az eső dobol a hullámlemez tetőn, hangosan és egyenletesen. - Der Regen trommelt auf das Wellblechdach, laut und gleichmäßig. :29. Jon a fészer közepén áll, és lassan körbefordul. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um. :30. A falon, két rozsdás szög között, egy horgászbot lóg. - An der Wand, zwischen zwei rostigen Nägeln, hängt eine Angel. :31. Jon leveszi, és maga elé tartja. - Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich hin. :32. A zsinór összegabalyodott, és a végén lévő horog barna a rozsdától. - Die Schnur ist verwickelt, und der Haken am Ende ist braun vor Rost. :33. A kezében forgatja a horgászbotot, mintha először látná. - Er dreht die Angel in den Händen, als ob er sie zum ersten Mal sieht. :34. Kari feláll, és közelebb lép, mert látni akarja, mit tart a kezében. - Kari steht auf und tritt näher, weil sie sehen möchte, was er hält. :35. Kérdezés nélkül rövid időre kiveszi a kezéből a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz aus seiner Hand, ohne zu fragen. :36. A fa könnyűnek és száraznak érződik, pedig a fészerben minden más nedves. - Das Holz fühlt sich leicht und trocken an, obwohl alles andere im Schuppen feucht ist. :37. Visszaadja, és azt mondja: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Sie gibt sie zurück und sagt: „Den nehmen wir nicht mit." :38. A hangja nyugodtabban szól, mint ahogy érzi magát. - Ihre Stimme klingt ruhiger, als sie sich fühlt. :39. Jon egyszer bólint, anélkül hogy ránézne. - Jon nickt einmal, ohne sie anzusehen. :40. Óvatosan leteszi a horgászbotot a régi munkapadra, amely a hátsó falnál áll. - Er legt die Angel vorsichtig auf die alte Werkbank, die an der hinteren Wand steht. :41. Aztán körülnéznek a fészerben, mert tudják, hogy végezniük kell. - Dann sehen sie sich im Schuppen um, weil sie wissen, dass sie fertig sein müssen. :42. Egy 2019-es naptár ferdén lóg egy szögön az ajtó mellett. - Ein Kalender von 2019 hängt schief an einem Nagel neben der Tür. :43. Egy félig üres benzineskanna áll a sarokban, és két horog fekszik a földön. - Ein halbleerer Benzinkanister steht in der Ecke, und zwei Haken liegen auf dem Boden. :44. Ennyi minden, amit az apjuk itt hagyott. - Das ist alles, was ihr Vater hier gelassen hat. :45. Kari leveszi a naptárat, és bedugja a kabátzsebébe, anélkül hogy megmagyarázná, miért. - Kari nimmt den Kalender und steckt ihn in ihre Jackentasche, ohne zu erklären warum. :46. Jon látja, de nem mond semmit. - Jon sieht es, sagt aber nichts. :47. Együtt kimennek, és az eső most erősebb, mint korábban. - Sie gehen gemeinsam nach draußen, und der Regen ist jetzt stärker als vorher. :48. Jon behúzza az ajtót, és ráteszi a lakatot. - Jon zieht die Tür zu und legt das Vorhängeschloss ein. :49. Rövid, kemény hanggal kattan. - Es klickt mit einem kurzen, harten Geräusch. :50. Kari néhány lépéssel odébb áll, és a fjordra néz. - Kari steht ein paar Schritte weiter und schaut auf den Fjord. :51. A víz szürke, és lassan mozog, mintha fáradt volna. - Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam, als ob es müde wäre. :52. Előveszi a kulcsot a zsebéből, és rövid ideig a kezében tartja. - Sie holt den Schlüssel aus ihrer Tasche und hält ihn kurz in der Hand. :53. Aztán messzire dobja a víz fölé, egész karjával. - Dann wirft sie ihn weit über das Wasser, mit dem ganzen Arm. :54. A kulcs halk hangot ad, amikor a felszínre ér. - Der Schlüssel macht ein leises Geräusch, als er auf die Oberfläche trifft. :55. Egy kis kör keletkezik a vízen, és azonnal eltűnik. - Ein kleiner Kreis entsteht auf dem Wasser, und er verschwindet sofort. :56. Kari megfordul, anélkül hogy megvárná a vizet. - Kari dreht sich um, ohne auf das Wasser zu warten. :57. Jon már az autónál van. - Jon ist schon beim Auto. :58. Beül a vezetőülésre, Kari pedig mellé ül. - Er setzt sich auf den Fahrersitz, und Kari setzt sich daneben. :59. Beindítja a motort, anélkül hogy megkérdezné, készen van-e. - Er startet den Motor, ohne zu fragen, ob sie fertig ist. :60. Készen van. - Sie ist fertig. :61. Az ablaktörlő elindul, és ugyanúgy nyikorog, mint odafelé. - Der Scheibenwischer läuft an, und er quietscht wie auf der Hinfahrt. :62. Kari a térdére teszi a kezét, és egyenesen előrenéz. - Kari legt die Hände auf die Knie und schaut geradeaus. :63. Jon lassan visszahajt az útra. - Jon fährt langsam zurück auf die Straße. :64. A fák újra jobb és bal oldalon állnak, nedvesen és feketén. - Die Bäume stehen wieder rechts und links, nass und schwarz. :65. Egyikük sem beszél, de ezúttal a csend másnak érződik. - Keiner spricht, aber diesmal fühlt sich das Schweigen anders an. :66. Nem üresebbnek – csak csendesebbnek. - Nicht leerer – nur stiller. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. A eső kora reggel óta nem állt el, és amikor Kari beindította a motort, tudta, hogy ez a nap nem fog jobbá válni. - Der Regen hatte seit dem frühen Morgen nicht aufgehört, und als Kari den Motor startete, wusste sie, dass der Tag nicht besser werden würde. :2. Jon pontos volt, ami meglepte őt, mert Jon ritkán volt pontos. - Jon war pünktlich gewesen, was sie überrascht hatte, denn er war selten pünktlich. :3. Volt nála egy táska, amely túl nagy volt ahhoz képest, amit majd elhoznak. - Er hatte eine Tasche dabei, die zu groß war für das, was sie holen würden. :4. Kari nem kérdezett semmit. - Kari hatte nichts gefragt. :5. A parti úton mentek, amelyet mindketten kívülről ismertek, anélkül, hogy beszéltek volna róla. - Sie fuhren die Küstenstraße, die sie beide auswendig kannten, ohne darüber zu reden. :6. A fjord balra feküdt tőlük, szürkén és laposan, és a víz olyan volt, mint a régi üveg. - Der Fjord lag links von ihnen, grau und flach, und das Wasser sah aus wie altes Glas. :7. Jon résnyire kinyitotta az ablakot, noha hideg volt, és Kari úgy hagyta. - Jon hatte das Fenster einen Spalt geöffnet, obwohl es kalt war, und Kari ließ es so. :8. Az ablaktörlő a második fokozaton járt, és minden visszatérésnél csikorgott, olyan hangot adva, amely egy idő után háttérbe húzódott, anélkül hogy egészen eltűnt volna. - Der Scheibenwischer lief auf der zweiten Stufe und quietschte bei jeder Rückkehr, ein Geräusch, das sich nach einer Weile in den Hintergrund schob, ohne ganz zu verschwinden. :9. Kari arra gondolt, hogy az apja ezt az ablaktörlőt soha nem javíttatta meg, bár minden évben szándékában állt. - Kari dachte daran, dass ihr Vater diesen Wischer nie hatte reparieren lassen, obwohl er es jedes Jahr vorhatte. :10. A fészer egy keskeny mezei út végén állt, amely ősszel mindig felázott. - Der Schuppen stand am Ende eines schmalen Feldwegs, der im Herbst immer aufweichte. :11. Kari leparkolt, mielőtt az út túl sárossá vált volna, és a maradékot gyalog tették meg. - Kari parkte, bevor der Weg zu schlammig wurde, und sie gingen den Rest zu Fuß. :12. Az eső azonnal elérte őket, hidegen és egyenletesen, mint valami, aminek nincs véleménye. - Der Regen traf sie sofort, kalt und gleichmäßig, wie etwas, das keine Meinung hat. :13. A fészer ajtaja szorult, ahogy Kari számított rá. - Die Tür des Schuppens klemmte, wie sie es erwartet hatte. :14. Jon egyszer belerúgott, aztán még egyszer erősebben, és másodszorra engedett. - Jon trat einmal dagegen, dann nochmal fester, und beim zweiten Mal gab sie nach. :15. A szag úgy érkezett, mint egy ütés – nem kellemetlenül, de sűrűn és közvetlenül: régi fa, amely magába szívta a dohányfüst és a sós levegő éveit. - Der Geruch kam wie ein Schlag – nicht unangenehm, aber dicht und unmittelbar: altes Holz, das sich vollgesogen hatte mit Jahren aus Tabakrauch und Salzluft. :16. Ehhez járult még valami édeskés, amit Kari nem tudott megnevezni, és nem is akart megnevezni. - Dazu etwas Süßliches, das Kari nicht benennen konnte und auch nicht benennen wollte. :17. Megállt a küszöbnél, miközben Jon bement. - Sie blieb an der Schwelle stehen, während Jon hineinging. :18. Lassan mozgott, szinte óvatosan, mintha a padló engedhetne alatta. - Er bewegte sich langsam, fast vorsichtig, als ob der Boden nachgeben könnte. :19. A falon egy mentőmellény lógott, hosszú szakadással a gallérján. - An der Wand hing eine Schwimmweste mit einem langen Riss am Kragen. :20. Alatta álltak a gumicsizmák – 45-ös méret, egyenesen, mintha valaki csak tegnap tette volna oda őket. - Darunter standen die Gummistiefel – Größe 45, aufrecht, als hätte sie jemand erst gestern dort hingestellt. :21. Kari a csizmákra nézett, és arra gondolt, gyerekként hányszor várt erre a méretre, arra a pillanatra, amikor a lépések a folyosón elhallgattak, és kinyílt az ajtó. - Kari sah auf die Stiefel und dachte daran, wie oft sie als Kind auf diese Größe gewartet hatte, auf den Moment, wo die Schritte im Flur aufhörten und die Tür aufging. :22. Most az ajtó soha többé nem fog kinyílni. - Jetzt würde die Tür nie mehr aufgehen. :23. Jon a helyiség közepén állt, és a hátsó fal felé nézett. - Jon stand in der Mitte des Raums und schaute zur hinteren Wand. :24. Két szög között egy horgászbot lógott, a zsinór lazán feltekerve és összecsomózódva, a végén a horog rozsdától vörösbarnán. - Zwischen zwei Nägeln hing eine Angel, die Schnur lose aufgewickelt und verknotet, der Haken am Ende rotbraun vor Rost. :25. Habozás nélkül levette, és két kézzel tartotta, úgy, ahogy az ember olyasmit tart, amit nem akar elejteni, bár nem tudja, miért. - Er nahm sie herunter, ohne zu zögern, und hielt sie mit beiden Händen, so wie man etwas hält, das man nicht fallen lassen will, obwohl man nicht weiß warum. :26. Kari közelebb lépett, és figyelte őt közben. - Kari trat näher und sah ihm dabei zu. :27. Jon lassan forgatta a horgászbotot, nézte a zsinórt, a horgot, a markolat régi fáját. - Er drehte die Angel langsam, betrachtete die Schnur, den Haken, das alte Holz des Griffs. :28. Kari kinyújtotta a kezét, és Jon odaadta neki anélkül, hogy felnézett volna. - Sie streckte die Hand aus, und er gab sie ihr, ohne aufzusehen. :29. A fa sima volt és könnyű, szárazabb, mint bármi más a fészerben. - Das Holz war glatt und leicht, trockener als alles andere im Schuppen. :30. Egy pillanatig tartotta, tovább, mint szükséges lett volna, aztán letette a munkapadra. - Sie hielt sie einen Moment, länger als nötig, dann legte sie sie auf die Werkbank. :31. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondta. - „Den nehmen wir nicht mit", sagte sie. :32. Nem kérdésnek hangzott, és nem is magyarázatnak. - Es klang nicht wie eine Frage und nicht wie eine Erklärung. :33. Jon röviden a horgászbotra nézett, aztán bólintott. - Jon sah kurz auf die Angel, dann nickte er. :34. Csendben és sietség nélkül átkutatták a fészer többi részét. - Sie durchsuchten den Rest des Schuppens schweigend und ohne Eile. :35. Egy 2019-es naptár ferdén lógott a falon, márciusnál kinyitva. - Ein Kalender von 2019 hing schief an der Wand, aufgeschlagen auf März. :36. Egy félig teli benzines kanna állt a sarokban egy fenék nélküli vödör mellett. - Ein Benzinkanister, halb voll, stand in der Ecke neben einem Eimer ohne Boden. :37. Két horog feküdt a padlón, rozsdásan, mint az a horgászboton. - Zwei Haken lagen auf dem Boden, rostig wie der an der Angel. :38. Kari zsebre tette a naptárt, mert a március volt a születési hónapja, és mert megtehette. - Kari steckte den Kalender ein, weil der März ihr Geburtsmonat war und weil sie es konnte. :39. Amikor kiléptek, az eső erősebb lett. - Als sie nach draußen traten, war der Regen stärker geworden. :40. Jon behúzta az ajtót, és felakasztotta a lakatot, és a zár kattanása volt órák óta a leghangosabb zaj. - Jon zog die Tür zu und hängte das Vorhängeschloss ein, und das Klicken des Schlosses war das lauteste Geräusch seit Stunden. :41. Kari néhány lépésre állt a fészertől, és a fjordra nézett, amely most sötétebb volt, mint odafelé, a szélén majdnem fekete. - Kari stand ein paar Schritte vom Schuppen entfernt und schaute auf den Fjord, der jetzt dunkler war als auf der Hinfahrt, fast schwarz am Rand. :42. Kivette a kulcsot a zsebéből, röviden megmérte a kezében, aztán széles, elszánt lendülettel a vízbe dobta. - Sie holte den Schlüssel aus der Tasche, wog ihn kurz in der Hand, und warf ihn dann mit einem weiten, entschlossenen Schwung ins Wasser. :43. Zaj nélkül érte a felszínt, szinte tétován, és a kör, amelyet maga után hagyott, kicsi volt, és eltűnt, mielőtt Kari igazán látta volna. - Er traf die Oberfläche ohne Lärm, fast zögerlich, und der Kreis, den er hinterließ, war klein und verschwand, bevor Kari ihn richtig gesehen hatte. :44. Visszamentek az autóhoz anélkül, hogy hátrafordultak volna. - Sie gingen zum Auto zurück, ohne sich umzudrehen. :45. Jon ült a volánhoz, és Kari hagyta, mert már nem akart vezetni. - Jon setzte sich ans Steuer, und Kari ließ es zu, weil sie nicht mehr fahren wollte. :46. Beindította a motort, sebességbe tette, és lassan kihajtott az útra. - Er startete den Motor, legte den Gang ein und fuhr langsam auf die Straße. :47. Az ablaktörlő újra elindult, újra csikorgott, mint odafelé. - Der Scheibenwischer lief wieder an, quietschte wieder, wie auf der Hinfahrt. :48. Kari az oldalablaknak támasztotta a fejét, és érezte a motor rezgését. - Kari lehnte den Kopf gegen das Seitenfenster und spürte die Vibration des Motors. :49. Odakint elvonult mellettük a part, szürkén és nedvesen, és a fjord balra maradt tőlük, szélesen és csendesen, emlék nélkül a kulcsról. - Draußen zog die Küste vorbei, grau und nass, und der Fjord blieb links von ihnen, breit und still, ohne Erinnerung an den Schlüssel. :50. Jon bekapcsolta a rádiót, de azonnal újra kikapcsolta. - Jon schaltete das Radio ein, ließ es aber sofort wieder aus. :51. A csend, amely megmaradt, nem rossz csend volt. - Das Schweigen, das blieb, war kein schlechtes Schweigen. :52. Két ember csendje volt, akik ugyanazt tudják, és már semmit sem kell tisztázniuk. - Es war das Schweigen von zwei Menschen, die dasselbe wissen und nichts mehr klären müssen. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- : A horgászbot - Die Angel :1. Az eső éjszaka kezdődött, halkan és kitartóan, és amikor Kari reggel felhúzta a rolót, látta, hogy a ház előtti utca már simán és feketén csillogott, mint a polírozott bőr. - Der Regen hatte in der Nacht begonnen, leise und beharrlich, und als Kari am Morgen das Rollo hochzog, sah sie, dass die Straße vor dem Haus bereits blank und schwarz glänzte wie poliertes Leder. :2. Rosszul aludt, nem az eső miatt, hanem a találkozó miatt, amely három hete állt a naptárában, és ez idő alatt nem lett kisebb. - Sie hatte schlecht geschlafen, nicht wegen des Regens, sondern wegen des Termins, der seit drei Wochen in ihrem Kalender stand und sich in dieser Zeit nicht kleiner gemacht hatte. :3. Jon nyolckor felhívta, hogy megmondja, pontos lesz, és Kari azon kapta magát, hogy remélte, le fogja mondani. - Jon hatte sie um acht angerufen, um zu sagen, dass er pünktlich sei, und Kari hatte sich dabei ertappt, dass sie gehofft hatte, er würde absagen. :4. Az út némán telt, ahogy évek óta a legtöbb dolog közöttük – nem ellenségesen, hanem olyan távolsággal, amelyet olyan régóta gyakoroltak, hogy már egyikük sem tudta, ki vezette be először, vagy miért. - Die Fahrt verlief schweigend, so wie die meisten Dinge zwischen ihnen seit Jahren verliefen – nicht feindselig, aber mit einer Distanz, die so lang eingeübt war, dass keiner mehr wusste, wer sie zuerst eingeführt hatte oder warum. :5. Az öreg Volvo a huzatok nedves szövetének szagát árasztotta, meg annak a kávénak az illatát, amelyet Jon papírpohárban hozott magával, és két korty után a pohártartóban felejtett. - Der alte Volvo roch nach dem feuchten Stoff der Sitzbezüge und nach dem Kaffee, den Jon in einem Pappbecher mitgebracht und nach zwei Schlucken im Getränkehalter vergessen hatte. :6. Kari a parti úton vezetett, amelyet gyermekkora óta ismert, anélkül hogy gondolkodott volna rajta; a kanyarok úgy ültek a kezében, mint régi szövegek, amelyeket az ember már nem olvas, de még mindig el tud mondani. - Kari fuhr die Küstenstraße, die sie seit ihrer Kindheit kannte, ohne darüber nachzudenken, die Kurven saßen in ihren Händen wie alte Texte, die man nicht mehr lesen, aber immer noch sprechen kann. :7. A fjord bal kéz felől feküdt, kiterülve és szinte mozdulatlanul, felszínét felülről verte az eső, amely a vízen egyenletes, lapos mintát rajzolt, amelynek nem volt vége. - Der Fjord lag linker Hand, ausgebreitet und beinahe reglos, seine Oberfläche von oben aufgehämmert durch den Regen, der auf dem Wasser ein gleichmäßiges, flaches Muster erzeugte, das kein Ende hatte. :8. Jon résnyire kinyitotta az oldalablakot, és kérdezés nélkül beengedte a nyirkos levegőt, Kari pedig egy fokkal feljebb tekerte a fűtést, anélkül hogy megjegyzést tett volna rá. - Jon hatte das Seitenfenster einen Spalt weit geöffnet und ließ die feuchte Luft hereinströmen, ohne zu fragen, und Kari drehte das Heizungsrad eine Kerbe höher, ohne es zu kommentieren. :9. Zavarta az ablaktörlő, mert visszafelé menet éles nyikorgást adott ki, amely arra emlékeztetett, amikor egy szöget húznak végig a táblán, és mert az apja ezt a törlőt legalább hat éve nem javíttatta meg, noha minden tavasszal beszélt róla. - Der Scheibenwischer störte sie, weil er beim Rücklauf ein helles Quietschen erzeugte, das an einen Nagel erinnerte, der über eine Tafel gezogen wird, und weil ihr Vater diesen Wischer seit mindestens sechs Jahren nicht hatte reparieren lassen, obwohl er jedes Frühjahr davon gesprochen hatte. :10. Kari ezt akkoriban nem értette, és most, amikor már nem számított, még kevésbé értette. - Kari hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da es keine Rolle mehr spielte, verstand sie es noch weniger. :11. A földút elején parkoltak le, mert a sár túl mély volt ahhoz, hogy továbbmenjenek, és az utolsó száz métert gyalog tették meg az esőben, amely semmilyen lehetőséget nem hagyott nekik arra, hogy szárazak maradjanak, és amellyel szemben egy esernyő csak valamiféle udvarias tiltakozás lett volna. - Sie parkten am Beginn des Feldwegs, weil der Schlamm zu tief war, um weiterzufahren, und gingen die letzten hundert Meter zu Fuß durch den Regen, der ihnen keine Möglichkeit ließ, trocken zu bleiben, und dem gegenüber ein Schirm nur eine Art höflichen Protest gewesen wäre. :12. A fészer a vízparton állt, kisebbnek tűnt, mint ahogy Kari emlékezett rá, bár tudta, hogy nem a fészer változott meg. - Der Schuppen stand am Wasserrand, kleiner als Kari ihn in Erinnerung hatte, obwohl sie wusste, dass sich nicht der Schuppen verändert hatte. :13. Fafalai a nedves tőzeg színét vették fel, és a hullámlemeztetőn két helyen horpadások voltak, amelyek úgy néztek ki, mint csukott szemek. - Seine Holzwände hatten die Farbe von nassem Torf angenommen, und das Wellblechdach hatte an zwei Stellen Beulen, die wie geschlossene Augen aussahen. :14. Az ajtó szorult, mert a fa a nyirkos őszben megduzzadt, ahogy mindig is tette. - Die Tür klemmte, weil das Holz im feuchten Herbst quoll, wie es das immer getan hatte. :15. Jon kétszer belerúgott – összpontosítva, harag nélkül –, és másodszorra engedett, olyan hanggal, amely félig nyögés, félig kapituláció volt. - Jon trat zweimal dagegen – konzentriert, ohne Wut – und beim zweiten Mal gab sie nach, mit einem Geräusch, das halb Stöhnen und halb Kapitulation war. :16. A szag, amely szembecsapta őket, olyan teljes és olyan hirtelen volt, hogy Kari egy pillanatra megállt, és nem ment be: fa, amely éveken át magába szívta a dohányfüstöt, alatta motorolaj, só és valami nehéz, édeskés dolog, amelyet nem lehetett megnevezni, de amely mégis azonnal és egyértelműen az apja szagát idézte. - Der Geruch, der ihnen entgegenkam, war so vollständig und so unvermittelt, dass Kari für einen Moment stillstand und nicht hineinging: Holz, das jahrelang Tabakrauch aufgesogen hatte, darunter Motoröl, Salz, und etwas Schweres, Süßliches, das sich nicht benennen ließ, das aber trotzdem sofort und eindeutig nach ihrem Vater roch. :17. Jon belépett, anélkül hogy hátranézett volna, Kari pedig követte őt egy lélegzetvétel után, amelyet tudatosan vett. - Jon trat ein, ohne sich umzusehen, und Kari folgte ihm nach einem Atemzug, den sie bewusst machte. :18. A falon ott lógott a mentőmellény, amelyet gyermekkora óta ismert – narancssárga volt, időközben tompa lazacrózsaszínre fakult, a gallérján a tépőzár elszakadt, és soha nem cserélték ki, mert az apja megjavította azokat a dolgokat, amelyek elromlottak, azokat pedig, amelyek haszontalanok voltak, egyszerűen úgy hagyta. - An der Wand hing die Schwimmweste, die sie seit ihrer Kindheit kannte – orangefarben, inzwischen ausgeblichen zu einem stumpfen Lachsrosa, der Klettverschluss am Kragen gerissen und nie ersetzt, weil ihr Vater Dinge reparierte, die kaputt waren, und Dinge, die nutzlos waren, eben ließ. :19. Alatta a gumicsizmák, 45-ös méretben, egyenesen és függőlegesen odaállítva olyan gondossággal, amelyet a fészer többi része nem ismert, és látványuk Kariban valamit kiváltott, amit nem akart volna gyásznak nevezni, de amire más szava sem volt. - Darunter die Gummistiefel, Größe 45, gerade und aufrecht hingestellt mit einer Sorgfalt, die der Rest des Schuppens nicht kannte, und deren Anblick bei Kari etwas auslöste, das sie nicht als Trauer hätte bezeichnen wollen, das aber auch kein anderes Wort hatte. :20. Jon a hátsó falnál állt, és felfelé nézett, és amikor Kari meglátta, amit ő látott, azonnal megértette, miért nem ment tovább. - Jon stand an der hinteren Wand und schaute nach oben, und als Kari sah, was er sah, verstand sie sofort, warum er nicht weiterging. :21. Két szög között ott lógott a horgászbot – ugyanaz a horgászbot, amelyet gyerekként láttak a stégen, amikor az apjuk korán felkelt, ők pedig aludtak, és amelyet szó nélkül magával vitt, és amely este újra ugyanazokon a szögeken lógott, amikor visszatért, némán és teljesen távollévőn. - Zwischen zwei Nägeln hing die Angel – dieselbe Angel, die sie als Kinder auf dem Steg gesehen hatten, wenn ihr Vater früh aufstand und sie schliefen, und die er mitnahm ohne ein Wort, und die abends wieder an denselben Nägeln hing, wenn er zurückkam, schweigend und vollständig abwesend. :22. A zsinór laza, egyenetlen menetekben volt feltekerve, és több helyen összecsomózódott; a végén lévő horog sötétbarna rozsdává oxidálódott, amely úgy nézett ki, mint kéreg a régi kenyéren. - Die Schnur war in losen, ungleichmäßigen Windungen aufgerollt und an mehreren Stellen verknotet, der Haken am Ende zu einem dunkelbraunen Rost oxidiert, der wie Kruste auf altem Brot aussah. :23. Jon levette – lassan, két kézzel –, és maga előtt tartotta, nem úgy, mint egy szerszámot, és nem úgy, mint egy emléket, hanem mint valamit, ami még nem döntötte el, mi akar lenni. - Jon nahm sie herunter – langsam, mit beiden Händen – und hielt sie vor sich, nicht wie ein Werkzeug und nicht wie eine Erinnerung, sondern wie etwas, das sich noch nicht entschieden hatte, was es sein wollte. :24. Kari mozdulatlanul figyelte, és látta a tartásán, azon, ahogy a válla enyhén leereszkedett, és ahogy félrehajtotta a fejét, hogy éppen megpróbál szavakba foglalni valamit, aminek nem tud szavakat adni. - Kari beobachtete ihn, ohne sich zu bewegen, und sie sah an seiner Haltung, an der Art, wie seine Schultern leicht abfielen und wie er den Kopf neigte, dass er gerade versuchte, etwas in Worte zu fassen, dem er keine geben konnte. :25. Közelebb lépett, kinyújtotta a kezét, és Jon habozás nélkül odaadta neki a horgászbotot. - Sie trat näher und streckte die Hand aus, und er gab ihr die Angel ohne Zögern. :26. A nyél fája sima és száraz volt, majdnem meleg, és ez volt az egyetlen dolog ebben a fészerben, amely olyan érzést keltett, mintha valaki rendszeresen megérintette volna. - Das Holz des Griffs war glatt und trocken, fast warm, und es war das einzige, was in diesem Schuppen so fühlte, als ob jemand es regelmäßig berührt hatte. :27. Tovább tartotta a horgászbotot, mint ahogy tervezte. - Sie hielt die Angel länger, als sie vorgehabt hatte. :28. Aztán letette a munkapadra, és azt mondta: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Dann legte sie sie auf die Werkbank und sagte: „Den nehmen wir nicht mit." :29. Nem olyan mondat volt, amely választ igényelt volna, és Jon nem is adott választ. - Es war kein Satz, der eine Antwort brauchte, und Jon gab keine. :30. Csak bólintott, egyszer, röviden, olyan véglegességgel, amely mindkettőjüknek megkönnyebbülést hozott. - Er nickte nur, einmal, kurz, mit einer Endgültigkeit, die sie beide erleichterte. :31. Terv és beszélgetés nélkül kutatták át a fészert – kinyitottak egy ládát, amely üres volt, ellenőrizték a benzineskannát, amely félig tele volt, megnézték a naptárt, amely 2019 márciusán állt, és amelyen senki nem lapozott tovább. - Sie durchsuchten den Schuppen ohne Plan und ohne Gespräch – öffneten eine Kiste, die leer war, kontrollierten den Benzinkanister, der halb voll war, sahen sich den Kalender an, der auf März 2019 stand und an dem niemand weitergeblättert hatte. :32. Két rozsdás horog feküdt a földön, felismerhető cél nélkül, mint apjuk sok dolga. - Zwei rostige Haken lagen auf dem Boden, ohne erkennbaren Zweck, wie viele Dinge ihres Vaters. :33. Kari magához vette a naptárt, mert március volt a születési hónapja, és mert ez volt az egyetlen dolog, amelyet magával vihetett anélkül, hogy az egész helyiség súlyát vinnie kellett volna. - Kari nahm den Kalender, weil der März ihr Geburtsmonat war, und weil es das Einzige war, das sie mitnehmen konnte, ohne das Gewicht des ganzen Raums zu tragen. :34. Odakint erősödött az eső, és most ferdén és szünet nélkül esett, úgyhogy a fjord felszíne felkavart zúzottkőnek látszott. - Draußen hatte der Regen zugenommen, und er fiel jetzt schräg und ohne Pause, so dass die Oberfläche des Fjords aussah wie aufgewühlter Schotter. :35. Jon behúzta a fészer ajtaját, rátette a lakatot, és a zár kattanása volt a nap legtisztább, leghatározottabb hangja. - Jon zog die Schuppentür zu und legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten des Schlosses war das sauberste, entschlossenste Geräusch des Tages. :36. Kari néhány lépésnyire állt a parton, a kulccsal a jobb kezében, és a fjordot nézte, amelynek ezen a napon nem volt más színe, csak az a szürke, amely az összes többi szürkét magában foglalta. - Kari stand einige Schritte entfernt am Ufer, den Schlüssel in der rechten Hand, und betrachtete den Fjord, der an diesem Tag keine Farbe hatte außer dem Grau, das alle anderen Graus enthielt. :37. Nem adott hosszúságot a pillanatnak, lendületet vett a karjával, és a kulcsot széles, egyenletes ívben a víz fölé hajította, mintha gyakorolta volna. - Sie ließ dem Moment keine Länge, holte mit dem Arm aus und warf den Schlüssel in einem weiten, gleichmäßigen Bogen über das Wasser, als hätte sie es geübt. :38. A becsapódás hangja szinte semmi volt, egy halk koppanás, és a kör, amelyet maga után hagyott, röviden kitágult, majd eltűnt, mintha soha nem is lett volna. - Das Aufprallgeräusch war fast nichts, ein leises Tock, und der Kreis, den er hinterließ, weitete sich kurz aus und verschwand dann, als wäre er nie gewesen. :39. Az autóhoz mentek, és egyikük sem fordult hátra. - Sie gingen zum Auto, und keiner von beiden drehte sich um. :40. Jon átvette a kulcsot, Kari pedig hagyta vezetni, mert már nem volt ereje ahhoz, hogy a kezét a kormányon tartsa, és közben egyenesen előre nézzen. - Jon nahm den Schlüssel, und Kari ließ ihn fahren, weil sie nicht mehr die Kraft hatte, die Hände auf dem Lenkrad zu halten und gleichzeitig geradeaus zu schauen. :41. Jon némán vezetett, nyugodtan, olyan gondossággal, amelyet egyébként ritkán mutatott. - Er fuhr schweigend, ruhig, mit einer Sorgfalt, die er sonst selten zeigte. :42. Az ablaktörlő elindult, és nyikorgott, mint odafelé, Kari pedig az ablaknak döntötte a fejét, és hagyta a hangot, mert ez volt az utolsó, ami még semmire nem emlékeztette, csak egy öreg ablaktörlőre, amelyet soha nem javítottak meg, és most már nem is fognak. - Der Scheibenwischer lief an und quietschte, wie auf der Hinfahrt, und Kari lehnte den Kopf gegen das Fenster und ließ das Geräusch zu, weil es das letzte war, das noch an nichts erinnerte außer an einen alten Wischer, der nie repariert worden war und es jetzt auch nicht mehr werden würde. :43. A part elcsúszott az ablak mellett, nedvesen, szürkén és ismerősen, és a fjord kísérte őket, szélesen és közönyösen, amíg az út ki nem vette a látóterükből. - Die Küste glitt am Fenster vorbei, nass und grau und vertraut, und der Fjord begleitete sie, breit und gleichgültig, bis die Straße ihn aus dem Blick nahm. :44. Jon röviden bekapcsolta a rádiót, és amikor zene szólt, újra kikapcsolta. - Jon schaltete das Radio kurz ein, und als Musik kam, schaltete er es wieder aus. :45. A csend, amely visszamaradt, más minőségű volt, mint az odafelé vezető úton – nem két ember feszült hallgatása, akik valamit elkerülnek, hanem két ember nyugodtabb, súlyosabb csendje, akik ugyanazt veszítették el, és most tudják, anélkül hogy egyiküknek meg kellene kérdeznie róla a másikat. - Das Schweigen, das zurückblieb, hatte eine andere Qualität als das der Hinfahrt – nicht die angespannte Stille zweier Menschen, die etwas vermeiden, sondern die ruhigere, schwerere Stille zweier Menschen, die dasselbe verloren haben und es jetzt wissen, ohne dass einer den anderen danach fragen müsste. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Az eső, amely éjszaka kezdődött, ahhoz a makacs északi fajtához tartozott, amely nem tombol és nem dramatizál, hanem egyszerűen hull, óráról órára, egy olyan jelenség közönyös kitartásával, amelynek nincs szüksége okra és nincs szüksége mentségre. - Der Regen, der in der Nacht begonnen hatte, gehörte zu jener beharrlichen nordischen Art, die nicht stürmt und nicht dramatisiert, sondern einfach fällt, Stunde um Stunde, mit der gleichmütigen Ausdauer eines Phänomens, das keinen Grund braucht und keine Entschuldigung. :2. Kari már azelőtt hallotta, hogy ébren lett volna, az álom utolsó rétegeiben valamiként érzékelte, ami kívülről jön és belül marad, és amikor végül felkelt és felhúzta a rolót, látta, hogy az eső a világot olyasmivé változtatta, ami sima és elutasító volt, mint egy felület, amelyen semmi sem tapad meg. - Kari hatte ihn gehört, bevor sie wach war, hatte ihn in den letzten Schichten des Schlafs als etwas wahrgenommen, das von außen kommt und innen bleibt, und als sie schließlich aufstand und das Rollo hochzog, sah sie, dass er die Welt in etwas verwandelt hatte, das glatt und abweisend war wie eine Oberfläche, auf der nichts haftet. :3. Jon már a kocsiban ült, amikor Kari leért, kezei az ölében, tekintete egy pontra szegezve, amely a járművön és a pillanaton kívül feküdt, és Kari észrevette, hogy Jon hozott magával egy táskát, nagyobbat a szükségesnél, mintha éjjel elképzelte volna, mit fog magával vinni, majd ezt az elképzelést ébredéskor csendben és jelenet nélkül újra feladta volna. - Jon saß bereits im Wagen, als sie hinunterkam, die Hände im Schoß, den Blick auf einen Punkt gerichtet, der außerhalb des Fahrzeugs und außerhalb des Augenblicks lag, und Kari bemerkte, dass er eine Tasche mitgebracht hatte, größer als nötig, so als hätte er sich in der Nacht eine Vorstellung davon gemacht, was er mitnehmen würde, und diese Vorstellung beim Aufwachen still und ohne Szene wieder aufgegeben. :4. Nem kérdezett rá. - Sie fragte nicht danach. :5. Voltak közöttük kérdések, amelyeket azért nem tettek fel, mert mindketten ismerték a válaszokat, és olyanok is, amelyeket azért nem tettek fel, mert egyik válasz sem változtatott volna semmin. - Es gab Fragen zwischen ihnen, die nicht gestellt wurden, weil beide die Antworten kannten, und solche, die nicht gestellt wurden, weil keine der Antworten etwas verändert hätte. :6. Kari olyan testiségében ismerte a parti utat, amely túlment az emlékezeten – a második kanyar előtti enyhe lejtést, az utána következő rövid emelkedőt, azt a helyet, ahol a szalagkorlát féme mindig rozsdásodik, mert ott felhúzódik a sós víz –, és gondolkodás nélkül vezetett, miközben Jon mellette ült, résnyire kinyitotta az ablakot, beengedte a nedves levegőt, amely tengeri moszat szagú volt és valami ásványié, amit nem lehet pontosan megnevezni, mégis azonnal és elkerülhetetlenül ennek a partsávnak az illatát hordozza, ennek a sajátos föld- és vízszakasznak az első és a kilencedik életév között. - Die Küstenstraße kannte Kari mit einer Körperlichkeit, die über das Gedächtnis hinausging – die leichte Neigung vor der zweiten Kurve, die kurze Gegensteigung danach, die Stelle, wo das Leitplankenmetall immer rostet, weil das Salzwasser dort hochzieht – und sie fuhr, ohne zu denken, während Jon neben ihr saß und das Fenster einen Spalt öffnete, die feuchte Luft hereinließ, die nach Seetang roch und nach etwas Mineralischem, das man nicht genau benennen kann und das trotzdem sofort und unweigerlich nach diesem Küstenstreifen riecht, nach diesem spezifischen Abschnitt Erde und Wasser zwischen dem ersten und dem neunten Lebensjahr. :7. Kari feljebb tekerte a fűtést, Jon pedig úgy hagyta az ablakot, ahogy volt, és ez a kimondatlan kompromisszum, anélkül hogy bármelyikük tudta volna, az odaúton az egyetlen pillanat volt, amikor ugyanazt akarták. - Kari drehte die Heizung höher, und Jon ließ das Fenster, wie es war, und dieser unausgesprochene Kompromiss war, ohne dass einer von ihnen es wusste, der einzige Moment auf der Hinfahrt, in dem sie dasselbe wollten. :8. Az ablaktörlő zavarta, mert minden visszamenetnél világos, súrlódó nyikorgást adott ki, amely annak a sajátos kellemetlenségére emlékeztetett, amikor egy hang nem fáj, de nem hagyja abba, és mert ezt az ablaktörlőt évek óta nem javították meg, noha az apja minden tavasszal, többnyire márciusban, amikor a fény újra erősebb lett és az autóra gyakrabban volt szükség, azt mondta, ezt el kell intéznie, aztán mégsem intézte el, mert mindig közbejött valami más, vagy mert – ami valószínűbb volt – szüksége volt az apró, megjavítatlan dolgokra ahhoz, hogy elképzelhesse, még van idő megjavítani őket. - Der Scheibenwischer störte sie, weil er bei jedem Rückhub ein helles, schleifendes Quietschen erzeugte, das an die spezifische Unannehmlichkeit eines Geräusches erinnerte, das nicht wehtut, aber nicht aufhört, und weil dieser Wischer seit Jahren nicht repariert worden war, obwohl ihr Vater jedes Frühjahr, meistens im März, wenn das Licht wieder stärker wurde und man das Auto öfter brauchte, sagte, er müsse das erledigen, und es dann nicht erledigte, weil immer etwas anderes kam oder weil er, was wahrscheinlicher war, die kleinen unreparierten Dinge brauchte, um sich vorzustellen, dass noch Zeit war, sie zu reparieren. :9. A földút előtt parkoltak le, mert onnantól túl mély volt a sár, és az utolsó száz métert az esőben tették meg, amely úgy hullott a kabátjukra, mint valami, ami nem ismeri a rosszindulatot, és ezért a tekintetet sem – egyenletesen, kitartóan, teljesen közömbösen jelenlétük oka iránt. - Sie parkten vor dem Feldweg, weil der Schlamm ab dort zu tief war, und gingen die letzten hundert Meter durch den Regen, der auf ihre Jacken fiel wie etwas, das keine Böswilligkeit kennt und daher auch keine Rücksicht – gleichmäßig, ausdauernd, vollkommen indifferent gegenüber dem Anlass ihrer Anwesenheit. :10. A fészer, amelyet Kari utoljára nyáron látott, kisebb volt, mint az emlékezetében, ami nem volt igaz, és ő mégis ezt gondolta, mert az emlékek nem méreteznek, hanem jelentenek, és mert ez a fészer gyermekkorában nagyobb helyet foglalt el, mint az alapterülete. - Der Schuppen, den Kari zuletzt im Sommer gesehen hatte, war kleiner als in ihrer Erinnerung, was nicht stimmte und was sie trotzdem dachte, weil Erinnerungen nicht skalieren, sondern bedeuten, und weil dieser Schuppen in ihrer Kindheit mehr Raum eingenommen hatte als seine Grundfläche. :11. A falapok azt a színt vették fel, amelyet az öreg, nedves fa vesz fel – egy szürkésbarnát, amely már nem fokozódik tovább, amely minden mállási folyamat végén áll, mint egy utolsó, nyugodt mondat egy hosszú szöveg után. - Die Holzwände hatten die Farbe angenommen, die altes, feuchtes Holz annimmt – ein Graubraun, das sich nicht mehr steigert, das am Ende aller Verwitterungsprozesse liegt wie ein letzter, ruhiger Satz nach einem langen Text. :12. Az ajtó szorult, mert a fa az őszi esőben megdagadt, és Jon kétszer belerúgott, nem türelmetlenséggel, hanem egy húsz éve fizikai munkát végző férfi pontos, erőtakarékos elszántságával, aki tudja, mennyi erő kell egy ajtónak, és mennyi lenne belőle puszta frusztráció. - Die Tür klemmte, weil das Holz im Herbstregen gequollen war, und Jon trat zweimal dagegen, nicht mit Ungeduld, sondern mit der präzisen, kraftsparenden Entschlossenheit eines Mannes, der seit zwanzig Jahren körperlich arbeitet und weiß, wie viel Kraft eine Tür braucht und wie viel davon Frustration wäre. :13. Ami eléjük áradt, amikor az ajtó engedett, kevésbé volt szag, mint inkább állapot – évtizedek dohányfüstjének sűrűsége, amely beleette magát a farostokba, motorolajé, amelyet valamikor kiöntöttek, és amely soha nem tűnt el egészen, sós levegőé, amely a falak minden repedésén áthúzott, és alatta, alapzöngéként, amelyet csak egy pillanat után vett észre az ember, valami organikus, nehéz, amit nem lehetett összerakni az alkotórészeiből, és amit Kari akarata ellenére teljesen és elválaszthatatlanul az apjával kapcsolt össze. - Was ihnen entgegenkam, als die Tür nachgab, war weniger ein Geruch als ein Zustand – eine Dichte aus Jahrzehnten von Tabakrauch, der sich in die Holzfasern gefressen hatte, aus Motoröl, das irgendwann verschüttet worden war und nie ganz verschwunden war, aus Salzluft, die durch jede Ritze der Wände zog, und darunter, als Grundton, den man erst nach einem Moment wahrnahm, etwas Organisches, Schweres, das sich nicht aus seinen Bestandteilen zusammensetzen ließ und das Kari, ohne es zu wollen, als vollständig und untrennbar mit ihrem Vater verband. :14. Megállt a küszöbön, és egyszer mély levegőt vett, tudatosan, szinte módszeresen, mert megtanulta, hogy mindig az első pillanat dönti el, mennyi ellenőrzést tart meg az ember a nap hátralévő része fölött. - Sie blieb an der Schwelle stehen und atmete einmal durch, bewusst, fast methodisch, weil sie gelernt hatte, dass der erste Moment immer der ist, der entscheidet, wie viel Kontrolle man über den Rest des Tages behält. :15. Jon a hátsó fal előtt állt, és Kari azonnal látta, amit ő látott, még mielőtt odalépett volna: a horgászbotot, amely két szög között lógott, a zsinórt szabálytalan menetekben feltekerve, több helyen összecsomózva, mint valami, ami felhagyott azzal, hogy rendet állítson, anélkül hogy megszűnt volna ott lenni. - Jon stand vor der hinteren Wand, und Kari sah sofort, was er sah, noch bevor sie herangetreten war: die Angel, die zwischen zwei Nägeln hing, die Schnur in unregelmäßigen Windungen aufgerollt, an mehreren Stellen verknotet, wie etwas, das aufgehört hat, Ordnung zu behaupten, ohne aufgehört zu haben, da zu sein. :16. A végén lévő horog mély, tompa vörösbarnára oxidálódott, és a szín felvette azt az egyenletességet és véglegességet, amely akkor keletkezik, amikor egy folyamat olyan sokáig tart, hogy már nem folyamatként mutatkozik, hanem állapotként, tulajdonságként, akként, ami a dolog egyszerűen most már. - Der Haken am Ende war zu einem tiefen, matten Rotbraun oxidiert, und die Farbe hatte die Gleichmäßigkeit und Endgültigkeit angenommen, die entsteht, wenn ein Prozess so lange läuft, dass er sich nicht mehr als Prozess zeigt, sondern als Zustand, als Eigenschaft, als das, was die Sache nun einmal ist. :17. Jon levette a horgászbotot – lassan, két kézzel –, és ahogyan tartotta, többet mondott mindennél, amit ezen a napon mondott: kissé előrehajolva, vállát valamelyest leejtve, fejét megdöntve, mintha valamire figyelne, amit a bot talán még sugároz, és amit ő talán még fogni tud. - Jon nahm die Angel herunter – langsam, mit beiden Händen – und die Art, wie er sie hielt, sagte mehr als alles, was er an diesem Tag gesagt hatte: leicht vorgebeugt, die Schultern etwas abgefallen, den Kopf geneigt, als lauschte er auf etwas, das die Angel vielleicht noch sendete und das er vielleicht noch empfangen konnte. :18. Kari mozdulatlanul nézte őt, és felismerte a tartásában valamit, amit nem gyakran látott rajta – nem gyászt, mert a gyásznak iránya van, ennek pedig nem volt, inkább megállás volt, rövid felfüggesztése annak az előrehaladásnak, amelyet az élet követel, és amelyet az ember valamikor már olyan automatikusan végez, hogy elfelejti, vannak pillanatok, amikor áll. - Kari sah ihm zu, ohne sich zu bewegen, und sie erkannte in seiner Haltung etwas, das sie an ihm nicht oft gesehen hatte – nicht Trauer, weil Trauer eine Richtung hat, und das hier hatte keine, es war eher ein Innehalten, ein kurzes Anhalten jener Bewegung vorwärts, die das Leben verlangt und die man irgendwann so automatisch vollzieht, dass man vergisst, dass es auch Momente gibt, in denen man steht. :19. Mellé lépett, és kinyújtotta a kezét anélkül, hogy elmagyarázta volna, mit akar vele, ő pedig olyan magától értetődőséggel adta át neki a horgászbotot, amely azt jelentette, hogy megértette, mire gondol, még mielőtt Kari maga meg tudta volna nevezni. - Sie trat neben ihn und streckte die Hand aus, ohne zu erklären, was sie damit vorhatte, und er gab ihr die Angel mit einer Selbstverständlichkeit, die bedeutete, dass er verstanden hatte, was gemeint war, bevor sie selbst es hätte benennen können. :20. A markolat fája sima és száraz volt és könnyebb, mint várta, és ez a könnyűség olyan módon érte, amelyre nem volt kategóriája, mert a könnyűt néha nehezebb tartani, mint a nehezet. - Das Holz des Griffs war glatt und trocken und leichter als sie erwartet hatte, und diese Leichtigkeit traf sie auf eine Weise, für die sie keine Kategorie besaß, weil das Leichte manchmal schwerer zu halten ist als das Schwere. :21. Letette a horgászbotot a munkapadra, anélkül hogy tovább gondolkodott volna rajta, és azt mondta: „Ezt nem visszük magunkkal” – egy mondatot, amely nem tartalmazott indoklást, mert minden indoklás kisebbé tette volna. - Sie legte die Angel auf die Werkbank, ohne weiter darüber nachzudenken, und sagte: „Den nehmen wir nicht mit" – einen Satz, der keine Begründung enthielt, weil jede Begründung ihn kleiner gemacht hätte. :22. Jon egyszer bólintott, és ez a bólintás egyetértés volt valamivel, ami nagyobb volt, mint a döntés egy rozsdás horgászbotról egy felszámolandó fészerben. - Jon nickte einmal, und dieses Nicken war das Einverständnis mit etwas, das größer war als die Entscheidung über eine verrostete Angel in einem aufzulösenden Schuppen. :23. A többit két ember csendes hatékonyságával intézték el, akik ugyanazt tanulták meg, még ha különböző helyeken tanulták is: egy üres láda, egy félig teli benzineskanna, két használhatatlan kampó, egy 2019-es naptár, márciusnál kinyitva, annál a hónapnál, amelyben Kari születésnapja volt, és amelyben az apja abban az évben, amennyire tudta, egyszer sem gondolt rá. - Den Rest erledigten sie mit der stillen Effizienz zweier Menschen, die dasselbe gelernt haben, auch wenn sie es an verschiedenen Orten gelernt haben: eine leere Kiste, ein halbvoller Benzinkanister, zwei Haken ohne Verwendung, ein Kalender von 2019, aufgeschlagen auf März, der Monat, in dem Kari Geburtstag hatte und in dem ihr Vater in diesem Jahr, soweit sie wusste, nie daran gedacht hatte. :24. Fogta a naptárt, és betette a táskájába, és ez nem szentimentális gesztus volt, hanem az ellenkezője: kísérlet arra, hogy megtartson valamit, aminek még nem volt fájdalma, mielőtt a fájdalom megérkezett volna, és mindent a közelébe vont volna. - Sie nahm den Kalender und steckte ihn ein, und es war keine sentimentale Geste, sondern das Gegenteil davon: der Versuch, etwas zu behalten, das noch keinen Schmerz hatte, bevor der Schmerz ankam und alles in seine Nähe zog. :25. Kint az eső most ferdén hullott, hajtotta egy szél, amely akkor támadt fel, amíg ők bent voltak, és olyan közvetlenséggel csapódott a kabátjukhoz, amely nem ismert együttérzést, és nem is kellett ismernie. - Draußen fiel der Regen jetzt schräg, getrieben von einem Wind, der aufgekommen war, während sie drinnen gewesen waren, und er peitschte gegen ihre Jacken mit einer Direktheit, die kein Mitgefühl kannte und keines zu kennen brauchte. :26. Jon feltette a lakatot, és a kattanás, keményen és véglegesen, pontosan az a hang volt, amelyre ennek a pillanatnak szüksége volt, anélkül hogy bárki kérte volna – egy lezárás, amelynek nem kellett hangosnak lennie ahhoz, hogy teljes legyen. - Jon legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten, hart und endgültig, war genau das Geräusch, das dieser Moment gebraucht hatte, ohne dass jemand darum gebeten hatte – eine Schließung, die nicht laut sein musste, um vollständig zu sein. :27. Kari néhány lépéssel távolabb állt, a fjord partján, és a kulcsot tartotta, amely hideg volt és kisebbnek tűnt, mint amekkorának tűnnie kellett volna ahhoz képest, amit jelképezett, és amit mostantól már nem fog jelképezni. - Kari stand einige Schritte entfernt, am Ufer des Fjords, und hielt den Schlüssel, der kalt war und kleiner wirkte, als er hätte wirken sollen für das, was er darstellte und was er ab jetzt nicht mehr darstellen würde. :28. Habozás és szertartás nélkül dobta el, egész karjával, hosszú, egyenletes ívben a felkavart víz fölé, és a hang, amelyet becsapódáskor adott, alig volt több suttogásnál – rövid, azonnali eltűnés egy felületen, amely rögtön újra bezárult, mintha semmi sem történt volna, ami egyfajta igazság volt, ha az ember kész volt elfogadni. - Sie warf ihn ohne Zögern und ohne Zeremonie, mit dem ganzen Arm, in einem langen, gleichmäßigen Bogen über das aufgewühlte Wasser, und das Geräusch, das er beim Aufprall machte, war kaum mehr als ein Flüstern – ein kurzes, sofortiges Verschwinden in einer Oberfläche, die sich sofort schloss, als wäre nichts gewesen, was eine Art Wahrheit war, wenn man bereit war, sie anzunehmen. :29. Visszafordulás nélkül mentek az autóhoz, és Kari hagyta Jont vezetni, mert nem akarta többé a kezét a kormányon tartani, nem ma, nem ezen az útszakaszon. - Sie gingen zum Auto, ohne sich umzudrehen, und Kari ließ Jon fahren, weil sie die Hände nicht mehr auf dem Lenkrad haben wollte, nicht heute, nicht auf dieser Strecke. :30. Jon olyan gondossággal vezetett, amilyet a hétköznapokban ritkán mutatott, mintha tudná, hogy ez a visszaút olyasmi, amit nem szabad fölöslegesen megrázni. - Er fuhr mit einer Sorgfalt, die er im Alltag selten zeigte, als ob er wüsste, dass dieser Rückweg etwas war, das man nicht unnötig erschüttern sollte. :31. Az ablaktörlő elindult és nyikorgott, pontosan úgy, mint az odaúton, és Kari, aki egy órája nem hallotta ezt a hangot, most észrevette, hogy már nem zavarja, vagy hogy elhatározta, nem hagyja többé zavarni, ami ugyanarra ment ki. - Der Scheibenwischer lief an und quietschte, genau wie auf der Hinfahrt, und Kari, die das Geräusch seit einer Stunde nicht mehr gehört hatte, bemerkte jetzt, dass es sie nicht mehr störte, oder dass sie beschlossen hatte, es nicht mehr stören zu lassen, was auf dasselbe hinauslief. :32. A fejét az ablaknak támasztotta, és figyelte, ahogy a part elvonul mellette, nedvesen, szürkén és teljesen ismerősen, egy tájként, amely nincs tekintettel azokra, akik áthaladnak rajta, és éppen ezért megbízható olyan módon, ahogyan az emberek ritkán azok. - Sie lehnte den Kopf gegen das Fenster und beobachtete, wie die Küste an ihr vorbeizog, nass und grau und vollständig vertraut, eine Landschaft, die keine Rücksicht auf die nahm, die durch sie fuhren, und die genau deshalb verlässlich war in einer Art, die Menschen es selten sind. :33. Jon bekapcsolta a rádiót, három másodpercre, aztán újra kikapcsolta, és a csend, amely hátramaradt, nem ugyanaz volt, mint amely az odaúton velük volt – nem elkerült csend, nem elhalasztott csend, nem olyan, amely valamire vár, hanem két ember nyugodt, nehéz, megfelelő csendje, akik megtettek valamit, amit meg kellett tenni, és most egymás mellett ülnek annak tudatában, hogy el van intézve, és abban az egyidejű, csendes tudásban, hogy az elintézve nem jelenti azt, hogy megszűnik. - Jon schaltete das Radio ein, drei Sekunden lang, und dann wieder aus, und die Stille, die zurückblieb, war nicht dieselbe, die sie auf der Hinfahrt gehabt hatten – keine vermiedene Stille, keine aufgeschobene, keine, die auf etwas wartete, sondern die ruhige, schwere, angemessene Stille zweier Menschen, die etwas getan haben, das getan werden musste, und die jetzt nebeneinander sitzen in dem Wissen, dass es erledigt ist, und in dem gleichzeitigen, stillen Wissen, dass erledigt nicht bedeutet, dass es aufhört. -------------------- == 85 == 1 -------------------- Elena kommt mit dem Bus ins Dorf. Die Hitze trifft sie sofort. Es ist September, aber die Luft brennt noch. Sie trägt eine kleine Tasche und eine große Müdigkeit. Zehn Jahre ist sie nicht mehr hier gewesen. Die Gassen sind enger, als sie sie in Erinnerung hat. Die Häuser sind kleiner. Der Marktplatz riecht nach Tomaten und Staub. Elena bleibt stehen, weil sie Lachen hört. Es ist ein Lachen, das sie kennt. Carlo steht vor einer Werkstatt. Er hat die Ärmel hochgekrempelt. Seine Arme sind schwarz von Schmiere. Er lacht mit einem anderen Mann. Elena atmet tief. Sie dreht sich nicht weg, aber sie geht auch nicht hin. Ihr Magen zieht sich zusammen. Sie kauft Tomaten auf dem Markt, weil sie etwas tun muss. Die alte Frau am Stand sieht sie lange an. Dann sagt sie: „Du bist die Tochter von Lucia." Elena nickt nur. Am Abend geht sie zu Carlos Haus. Die Treppe knarrt, wie früher. Carlo öffnet die Tür. Er sieht sie an, und er sagt nichts. Dann sagt er leise: „Du siehst aus wie deine Mutter." Elena antwortet nicht. Sie schlägt ihn mit der flachen Hand ins Gesicht. Carlo hält sich nicht die Wange. Er schaut sie nur an, die Augen dunkel. Es gibt keine Entschuldigung in seinem Blick. Elena geht die Treppe wieder hinunter. Ihre Hände zittern ein bisschen. Sie raucht eine Zigarette vor dem Haus ihrer Mutter. Die Straße ist leer. Um ein Uhr in der Nacht klopft jemand an die Tür. Es ist Carlo. Er sagt kein Wort, er macht nur eine Geste. Sie folgt ihm, weil sie es immer getan hat. In der Garage stehen zwei alte Autositze. Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie. Sie trinken, und sie reden wenig. Dann greift Carlo nach ihrer Hand. Seine Finger sind rau und warm. Elena lässt es zu. Sie spürt ihren eigenen Herzschlag im Hals. „Matteo fragt nie nach mir", flüstert sie. Carlo sagt: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert." Er macht eine kurze Pause. Dann sagt er: „Das hat mir mein Vater nie gezeigt." Elena nimmt die Hand weg. Sie stellt das Weinglas auf den Boden. Sie sagt nichts mehr in dieser Nacht. Am nächsten Morgen wacht Elena früh auf. Es ist noch dunkel draußen. Sie packt ihre Tasche schnell. Dann geht sie nicht zum Bahnhof. Sie geht zum Haus von Signora Grazia. Das Licht in der Küche brennt schon. Elena schaut durch das Fenster. Matteo sitzt am Tisch. Er tunkt Brot in Milch. Er ist groß geworden. Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. Er lächelt. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas. Sie steht eine Minute lang so. Dann dreht sie sich um. Sie geht zum Bahnhof, ohne zu klingeln. Der Zug kommt pünktlich. Sie steigt ein. Die Sonne geht auf, als der Zug fährt. Elena schaut aus dem Fenster, aber sie sieht nichts. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Elena steigt aus dem Bus, und der Geruch des Dorfes trifft sie wie ein Schlag. Es riecht nach reifen Tomaten, nach heißem Stein und nach altem Öl. Sie weiß sofort, woher der Ölgeruch kommt. Die Werkstatt ist noch da, gleich um die Ecke, genau wie vor zehn Jahren. Elena stellt ihre Tasche auf den Boden und zündet sich eine Zigarette an. Sie raucht langsam, weil sie Zeit braucht, bevor sie weitergeht. Dann hört sie das Lachen, und ihre Hand hält kurz inne. Es ist Carlos Lachen, tief und ein bisschen zu laut, wie immer. Sie dreht den Kopf nicht, aber sie sieht ihn trotzdem. Er steht unter einer Motorhaube, die Arme voller Schmiere, und lacht mit einem jungen Kerl. Elena drückt die Zigarette aus und nimmt ihre Tasche wieder. Sie geht am Marktplatz vorbei, ohne links oder rechts zu schauen. Die alte Frau vom Gemüsestand ruft ihren Namen, aber Elena tut so, als hört sie es nicht. Das Haus ihrer Mutter riecht nach Staub und nach einem Leben, das aufgehört hat. Elena öffnet die Fenster, weil die Luft stickig ist und sie atmen muss. Sie setzt sich an den Küchentisch und legt die Hände flach auf das Holz. Das Holz ist kalt, obwohl draußen noch Hitze ist. Am Abend beschließt sie, zu Carlos Mutter zu gehen, weil das der Grund ist, warum sie wirklich hier ist. Die Treppe zum ersten Stock knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen, weil sie etwas zählen muss. Carlo öffnet die Tür, nicht seine Mutter, und für einen Moment sagen beide nichts. Er ist älter geworden, aber seine Augen sind gleich, dunkel und ruhig wie ein Tier. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und seine Stimme klingt fast freundlich. Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn. Die Hand trifft seine Wange, und das Geräusch ist lauter als erwartet. Carlo bewegt sich nicht, er hält sich nicht die Wange, er sagt kein Wort. Er schaut sie an, und in seinem Blick ist keine Reue, aber auch keine Wut. Das ist das Schlimmste, denkt Elena, die fehlende Wut. Sie dreht sich um und geht die Treppe hinunter, ohne auf eine Reaktion zu warten. Draußen ist die Luft jetzt kühler, und der Himmel ist voller Sterne. Elena geht zum Haus ihrer Mutter zurück und trinkt alleine ein Glas Wein. Sie schläft nicht, weil die Nacht zu still ist und ihre Gedanken zu laut. Um kurz nach eins klopft es an die Tür, leise, zweimal. Sie weiß, wer es ist, bevor sie aufmacht. Carlo steht im Dunkeln, eine Weinflasche in der Hand, und wartet einfach. Elena zieht die Tür weiter auf, weil sie keine Kraft mehr hat, Nein zu sagen. Sie gehen zusammen in die Werkstatt, ohne ein Wort darüber zu verlieren. In der Garage stehen zwei alte Autositze, die Carlo irgendwann aus einem Wrack geholt hat. Er öffnet die Flasche und gibt ihr das erste Glas, und sie trinken im Stehen. Dann setzen sie sich, und die Stille zwischen ihnen ist nicht unangenehm. Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen. Seine Finger sind rau, die Haut trocken und dunkel an den Knöcheln. Elena schaut auf ihre beiden Hände und denkt, dass sie früher jünger aussahen. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie, und ihre Stimme klingt flacher als sie möchte. Carlo trinkt einen Schluck, bevor er antwortet. „Ich bringe ihm bei, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt." Er macht eine kurze Pause und fügt hinzu: „Meinem Vater hat das niemand beigebracht." Elena nimmt ihre Hand weg und stellt das Glas neben den Autositz. Sie sagt nichts, weil es nichts zu sagen gibt, das nicht schon gesagt ist. Sie bleibt noch eine Stunde, dann geht sie alleine zurück. Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche, schnell und ohne zu zögern. Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter im Dunkeln besser kennt. Dann geht sie nicht zum Bahnhof, sondern zuerst zur Straße von Signora Grazia. Das Licht in der Küche brennt schon, obwohl es noch früh ist. Elena stellt sich ans Fenster und schaut hinein. Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch und schaut dabei auf nichts Bestimmtes. Er ist groß geworden, größer als sie erwartet hat, mit Carlos Schultern und ihrer Nase. Signora Grazia streicht ihm über den Kopf, und der Junge lässt es zu, ohne aufzublicken. Elena drückt die Stirn gegen das Glas, und das Glas ist kalt und fest. Sie bleibt genau eine Minute, dann löst sie sich und geht. Am Bahnhof kauft sie ein Ticket nach Mailand und wartet auf einer Metallbank. Der Zug kommt pünktlich, wie immer in dieser Richtung. Elena steigt ein, stellt die Tasche in die Ablage und setzt sich ans Fenster. Als der Zug anfährt, geht die Sonne gerade auf, orange und groß über den Hügeln. Sie schaut hin, weil sie hinschauen muss. Aber die Sonne wärmt sie nicht, und das Licht ist nur Licht. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Elena erinnert sich an den Geruch des Dorfes, aber sie hatte vergessen, wie körperlich er ist – wie er sich in die Nase drängt, bevor man überhaupt Zeit hat, sich zu wappnen. Der Bus hält am Rand des Platzes, und sie steigt als letzte aus. Reifen Tomaten, heißer Stein, Motoröl – das Dorf hat sich nicht verändert, nur sie. Sie zieht die Sonnenbrille tiefer ins Gesicht und geht langsam, weil schnelles Gehen hier verdächtig wirkt. Schon nach zwanzig Schritten hört sie sein Lachen, und ihr Körper reagiert schneller als ihr Verstand. Carlo steht vor der Werkstatt, die Ärmel bis zu den Ellbogen gekrempelt, Schmiere auf den Unterarmen, und erklärt einem jungen Kerl irgendetwas an einem Motor. Er hat zugenommen, aber er trägt es gut, wie Männer es manchmal tun, die körperlich arbeiten. Elena geht am Markt vorbei, kauft nichts, grüßt niemanden, und das Haus ihrer Mutter empfängt sie mit der besonderen Stille, die Wohnungen haben, in denen jemand gestorben ist. Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung und sitzt dann lange am Küchentisch, die Hände gefaltet wie in einer Kirche. Später am Abend steht sie vor Carlos Tür, in dem geblümten Kleid, das sie absichtlich mitgenommen hat, ohne sich selbst zu erklären, warum. Er öffnet, und sein Blick wandert einmal an ihr herunter und wieder hinauf, ruhig und ohne Eile. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und es klingt nicht gemein, aber es ist gemein. Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn, flach mit der Hand, so wie man jemanden schlägt, den man zehn Jahre lang nicht schlagen konnte. Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Hand gegen die Wange, er verändert nur leicht den Ausdruck. In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, als hätte er damit gerechnet, irgendwann, irgendwo. Elena dreht sich um und geht die Treppe hinunter, die Knie ein bisschen weich, die Hände fest zur Faust geschlossen. Sie raucht drei Zigaretten hintereinander auf der Bank vor dem Haus ihrer Mutter und schaut dabei in eine Gasse, die ins Nichts führt. Als er kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster und hat ihn schon die Straße heraufkommen sehen. Er hält eine Flasche Rotwein in der Hand wie eine Entschuldigung, die er nicht aussprechen will. Sie lässt ihn herein, ohne etwas zu sagen, weil Schweigen zwischen ihnen immer ehrlicher war als Reden. In der Garage sitzen sie auf zwei ausgedienten Autositzen, die nach altem Leder und Benzin riechen, und trinken aus Gläsern, die Carlo aus seiner Jacke zieht. Das Licht ist schwach, eine nackte Glühbirne, die mehr Schatten wirft als Helligkeit. Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen, ob sie das möchte. Elena schaut auf diese Hand, die rau ist und warm und so vertraut, dass es wehtut. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, weil der Satz seit Jahren in ihr wartet. Carlo trinkt, bevor er antwortet, und sie kennt diese Geste, dieses kurze Kaufen von Zeit. „Ich zeige ihm, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat." Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie trotzdem, weil sie sie hineinhört. Sie zieht die Hand langsam zurück und stellt ihr Glas auf den Betonboden. Sie bleibt noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet, und Entscheidungen Kraft kosten, die sie nicht hat. Dann geht sie, und er begleitet sie nicht, was das Richtige ist. Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit den schnellen, sicheren Bewegungen von jemandem, der sich lange auf diesen Moment vorbereitet hat. Das Haus ihrer Mutter wird sie verkaufen, das hat sie entschieden, aber heute denkt sie nicht daran. Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern den langen Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt. Das Licht brennt schon, wie immer zu dieser frühen Stunde, und durch das Glas sieht Elena ihren Sohn. Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, konzentriert auf diese kleine Handlung, als wäre sie die einzige Sache auf der Welt. Er hat Carlos Schultern und ihre Art, den Kopf leicht zu neigen, wenn er nachdenkt. Signora Grazia steht hinter ihm, legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses schläfrige Morgenlächeln. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und schließt die Augen für einen Moment. Sie atmet einmal, zweimal, und beim dritten Atemzug zieht sie sich zurück. Am Bahnhof kauft sie einen Kaffee aus dem Automaten, der schlecht schmeckt, und trinkt ihn trotzdem. Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, als würde sie verhindern wollen, dass sie wegfliegt. Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, groß und orange, und taucht die Felder in ein Licht, das man auf Postkarten druckt. Elena schaut hin, weil es schön ist und weil man hinschauen muss, wenn etwas schön ist. Aber das Licht erreicht sie nicht, es bleibt an der Fensterscheibe hängen wie an einer Grenze, die sie selbst gezogen hat. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Der Bus hält mit einem Seufzen, als wäre er selbst erleichtert, diese Strecke hinter sich gebracht zu haben, und Elena steigt als letzte aus, weil sie sich nicht beeilen will. Zehn Jahre sind eine lange Zeit, aber der Geruch des Dorfes wartet nicht auf Vorbereitung – er ist einfach da, sofort, körperlich, unverhandelbar. Tomaten, Staub, Motoröl, und darunter noch etwas, das sich nicht benennen lässt, vielleicht das Dorf selbst, seine besondere Art zu existieren. Elena schiebt die Sonnenbrille zurecht und geht langsam, mit der gleichgültigen Haltung von jemandem, der nur kurz durchreist und keine Geschichte hier hat. Das Lachen trifft sie nach zwanzig Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper erinnert sich, obwohl sie ihm das nicht erlaubt hat. Carlo steht vor der Werkstatt, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere bedeckt, und erklärt einem jungen Mann etwas an einem aufgeklappten Motor, mit dieser Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt. Er hat sich verändert, aber nur so, wie Dinge sich verändern, die von innen heraus wachsen, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm gehört. Elena kauft nichts auf dem Markt, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, als wäre es ein Recht. Das Haus ihrer Mutter hat die spezifische Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat. Sie öffnet die Fenster, trinkt Leitungswasser, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach aufs Holz legt, wirken ihr fremd, zu ruhig für das, was in ihr vorgeht. Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren schon hatte und das sie dennoch eingepackt hat, ohne sich selbst eine ehrliche Erklärung dafür zu geben. Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen nicht, weil sie sie auswendig kennt, ohne es zu wollen. Er öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, was schlimmer ist als Eile. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die nicht grausam klingt, was bedeutet, dass er nicht weiß, wie grausam es ist. Elena schlägt ihn, bevor sie entschieden hat, es zu tun, flach mit der Hand, mit der ganzen angesammelten Kraft von zehn Jahren, in denen sie es nicht konnte. Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die gerötete Wange, er verändert nur den Ausdruck leicht, als würde er eine Information verarbeiten. In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist das, was Elena am meisten trifft. Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter, die Knie merkwürdig weich, und draußen raucht sie drei Zigaretten in einer Reihe, ohne sie wirklich zu schmecken. Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür deswegen nicht abgesperrt hat. Carlo hält eine Weinflasche wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache. Die Werkstatt riecht nach altem Gummi, Benzin und dem speziellen Geruch von Metall, das lange bearbeitet wurde, und die nackte Glühbirne wirft mehr Schatten als Licht. Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, und das hat etwas Vertrautes, das wehtut. Als Carlo seine Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Verräter. Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel, und sie sind so unverändert, dass Elena einen Moment lang die Zeit vergisst. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn im Stillen so oft geprobt hat. Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Wählen von Worten, das bei ihm nie Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken. „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der nicht rückgängig zu machen ist." Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie, weil sie sie hineinlegt, weil sie nicht anders kann, seit zehn Jahren nicht. Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas auf den Betonboden, und die Bewegung hat die Endgültigkeit einer Entscheidung, auch wenn sie noch eine Stunde bleibt. Sie bleibt, weil Aufstehen Kraft kostet, die sie sich erst zusammensuchen muss, und weil die Nacht draußen zu still ist für das, was sie erwartet. Dann geht sie, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, was er je für sie getan hat. Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist. Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit besser kennt als im Hellen, was ihr, als sie es bemerkt, die Kehle zuschnürt. Dann geht sie den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und sie lügt sich nicht an, dass es Zufall ist. Das Licht in der Küche brennt bereits, orange und warm hinter dem beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche an den Körper gezogen. Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Schlaf ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer. Er hat Carlos Schultern, ihre Nase, und eine Art, den Kopf zu neigen, wenn er in Gedanken ist, die von keinem von beiden kommt und doch von beiden. Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf, lächelt dieses kurze, warme Morgenlächeln, das Kinder haben, bevor der Tag sie einholt. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment ist da nur das Glas, die Kälte, der Herzschlag. Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das die einzige Bewegung ist, die ihr noch gehört. Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen bedeuten würde, anzukommen. Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen. Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange, und taucht die Felder in das schwere, schöne Licht des frühen Morgens, das man auf Postkarten druckt und in Memoiren beschreibt. Elena schaut hin, weil es schön ist und weil Schönheit eine Pflicht hat, bemerkt zu werden, auch wenn man sie nicht empfangen kann. Das Licht bleibt an der Scheibe, es wärmt das Glas, aber nicht sie, und der Zug fährt weiter, durch Dörfer, die kleiner werden, bis sie verschwinden. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Der Bus hält mit einem hydraulischen Seufzen am Rand des Platzes, und Elena bleibt sitzen, bis die anderen Fahrgäste ausgestiegen sind, weil sie das Ankommen noch einen Moment lang aufschieben will. Zehn Jahre sind keine abstrakte Zahl, das weiß sie jetzt, da der Geruch des Dorfes durch die geöffnete Tür hereindrängt – Tomaten, Staub, warmer Stein und darunter, kaum wahrnehmbar, das Öl von Carlos Werkstatt, die gleich um die Ecke beginnt. Sie steigt als letzte aus, stellt die Tasche auf das Pflaster, und der September schlägt ihr die Hitze entgegen wie etwas, das auf sie gewartet hat. Das Lachen trifft sie nach wenigen Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper reagiert mit einer Unmittelbarkeit, die jeden Gedanken an Kontrolle vorläufig suspendiert. Carlo steht vor der offenen Werkstatttür, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere eingerieben, und erklärt einem jungen Mechaniker etwas an einem aufgeklappten Motor, mit jener gleichmütigen Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt und nie besessen hat. Er hat sich verändert auf die Weise, auf die Männer sich verändern, wenn die Zeit ihnen etwas gibt statt nimmt, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm selbstverständlich zusteht. Elena geht am Marktplatz vorbei, ohne innezuhalten, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, mit der Lautstärke und Berechtigung von jemandem, der glaubt, ein Recht auf Antworten zu haben. Das Haus ihrer Mutter hat die besondere Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat, und diese Stille ist keine Abwesenheit von Geräusch, sondern eine Anwesenheit von etwas Schwerem. Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach auf das alte Holz legt, kommen ihr fremd vor, zu ruhig, zu beherrscht für das, was darunter arbeitet. Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das vor zehn Jahren ihres war und das sie trotzdem eingepackt hat, ohne sich selbst die Ehrlichkeit zuzumuten, zu erklären, warum. Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt an denselben Stellen wie früher, und dieses Wissen, das ihr Körper besitzt ohne Erlaubnis ihres Verstands, macht ihr bewusst, wie tief einige Dinge sitzen. Carlo öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, wandert an ihr herunter und wieder hinauf mit einer Ruhe, die schlimmer ist als jede Eile, weil Ruhe bedeutet, dass er sich sicher fühlt. „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die das nicht als Grausamkeit meint, was es zur vollständigsten Grausamkeit macht, die er ihr zufügen könnte. Elena schlägt ihn, bevor der Entschluss dazu fertig gedacht ist, flach mit der Hand, mit einer Kraft, die sich aus zehn Jahren aufgestaut hat, in denen sie es nicht konnte, nicht durfte, nicht wollte. Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die rote Stelle, er verändert nur minimal den Ausdruck, als würde er eine Information registrieren, die er irgendwann erwartet hat. In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist die eigentliche Verletzung, tiefer als alles, was sie sich vorgestellt hatte. Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter mit Knien, die merkwürdig nachgeben, und draußen raucht sie drei Zigaretten hintereinander, ohne sie zu schmecken, die Augen auf eine Gasse gerichtet, die nirgendwohin führt. Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür aus genau diesem Grund nicht abgesperrt hat, einer Tatsache, der sie sich nicht stellt. Carlo hält eine Flasche Rotwein wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat und dass das auch keine Lösung wäre, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache, die sie beiden beherrschten. Die Werkstatt riecht nach Gummi, Benzin und dem spezifischen Geruch von Metall, das über Jahre mit menschlichen Händen in Kontakt war, und die nackte Glühbirne an der Decke wirft Licht, das mehr erklärt als erhellt. Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, weil er nichts wegwirft, was noch Funktion hat, und trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, als wäre das normal. Als er die Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Körperverrat, der sich um keine ihrer Entscheidungen schert. Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel von eingearbeitetem Öl, das kein Waschen mehr vollständig entfernt, und sie sind so vollständig unverändert, dass die Zeit für einen Moment aufhört, linear zu sein. „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn so viele Male im Stillen gesagt hat, dass er seine scharfen Kanten verloren hat, ohne seinen Inhalt zu verlieren. Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Abwiegen von Worten, das bei ihm keine Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken, was ihn, trotz allem, zu einem besseren Menschen macht als sie. „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er schließlich, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der sich nicht rückgängig machen lässt." Er meint es ohne Ironie, das weiß sie, aber sie kann nicht aufhören, sie zu hören, weil sie seit zehn Jahren in allem sucht, was er sagt, und weil das ihres ist, nicht seins. Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas mit einer Sorgfalt auf den Betonboden, als wäre das Glas zerbrechlich, obwohl sie weiß, dass sie es nicht ist, und dann bleibt sie noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet. Die Entscheidung kommt schließlich von selbst, wie Entscheidungen kommen, wenn man aufgehört hat, auf sie zu warten, und sie geht, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, das er je für sie getan hat, und das Traurigste. Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist, dem Zögern zu viel gekostet hat, über zu viele Jahre. Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit vollständiger kennt als im Hellen, und diese Erkenntnis, als sie sie formuliert, schnürt ihr die Kehle zu. Sie nimmt den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und lügt sich nicht an, dass es Zufall ist oder Gewohnheit oder irgendetwas anderes als das, was es ist. Das Licht in der Küche brennt bereits, warm und orange hinter dem leicht beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche fest an den Körper gezogen, als könnte das Festhalten an einem Gegenstand das Zittern verhindern. Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Traum ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer, mit Carlos Schultern und ihrer Nase und einer Art, den Kopf zu neigen, die von keinem von beiden kommt und von beiden. Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses kurze, vollständige Morgenlächeln von jemandem, dem die Welt noch in Ordnung ist. Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment gibt es nur das Glas, die Kälte, den Herzschlag, und das genügt nicht, aber es ist alles. Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das Lösen die einzige Bewegung ist, die ihr noch vollständig gehört, und geht. Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch und Plastik schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen eine Ankunft bedeuten würde, zu der sie sich nicht bereit erklärt. Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die keine Geschichte mit uns haben, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen wie um etwas, das nicht entkommen soll. Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange und so schön, dass es fast eine Zumutung ist, und taucht die Felder und die weißen Häuser in das schwere, goldene Licht, das man auf Postkarten druckt, weil man es festhalten will, weil es sich nicht festhalten lässt. Elena schaut hin, weil Schönheit eine stille Pflicht hat, wahrgenommen zu werden, auch und gerade dann, wenn man sie nicht empfangen kann, wenn zwischen einem und der Welt ein Glas ist, das man selbst eingezogen hat. Der Zug fährt weiter, die Hügel werden kleiner und dann flacher und dann verschwinden sie, und die Sonne steigt höher und hört auf, schön zu sein und wird nur noch Licht, und das Licht wärmt die Scheibe, aber nicht sie. == 86 == 1 -------------------- Das Porzellan Maureen ist sechsundfünfzig Jahre alt. Sie putzt Wohnungen in London. Das macht sie seit zwanzig Jahren. Die Wohnungen sind in Kensington. Dort wohnen reiche Leute. Ihr neuer Kunde heißt Lord Archibald Pemberton. Alle nennen ihn Archie. Er ist achtundsiebzig Jahre alt. Seine Wohnung ist in der Montpelier Street. Archie hat einen alten Schlüssel an Maureen gegeben. Nein – er hat ihn ihr „geliehen". Das ist ein Unterschied für ihn. Maureen kommt jeden Montag. Sie schließt die Tür auf und geht hinein. In der Küche steht das Teegeschirr schon auf dem Tisch. Archie hat es hervorgeholt. Er macht das jedes Mal. Maureen hat aber keine Zeit für Tee. Sie bindet ihre Schürze um. Archie steht im Flur und lächelt. „Ah, Maureen. Der Kronleuchter wackelt wieder." Maureen schaut nach oben. Der Kronleuchter wackelt nicht. „Ich schau später", sagt sie. Dann geht sie ins Badezimmer. Sie schrubbt die Wanne und wischt den Boden. Archie kommt in die Tür. Er hat ein Glas Sherry in der Hand. Er erzählt von seinem Vater. Sein Vater hat mit Churchill gegessen. Er erzählt von einem Pferd. Das Pferd hieß Wellington. Er erzählt von früher. Maureen hört zu. Sie sagt „Mhm" und „Aha". Das macht sie seit Jahren so. Archie fragt: „Sind Sie zufrieden, Maureen?" Sie dreht sich um. „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie. Archie versteht nicht, dass das keine Antwort ist. Er lächelt und geht wieder in den Salon. Maureen wischt weiter. Eine Woche später kommt Maureen wieder. Archie sitzt am Esstisch. Er trägt seinen Morgenmantel. In seinen Händen ist ein Brief. Sein Gesicht ist rot. Die Hände zittern ein bisschen. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er. Giles ist sein Sohn. Er ist Banker in der City. Archies Stimme ist klein und kaputt. Maureen sieht ihn an. Dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard. Sie geht hin. Sie nimmt ein Glas. Sie schenkt sich Sherry ein. Das erste Mal in zwanzig Jahren. Sie setzt sich ihm gegenüber. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie. „Das ist nicht dasselbe, aber …" Sie trinkt. Archie schluchzt leise. Maureen sagt nichts mehr. Sie sitzt einfach da. Das ist genug. Eine Woche später klingelt Maureen an der Tür. Sie hat eine Tupperdose dabei. Darin sind Scones – selbst gebacken. Sie sind ein bisschen zu braun, aber sie sind warm. Archie öffnet die Tür. Seine Augen sind noch ein bisschen rot. Aber sein Kragen ist sauber gebügelt. Maureen stellt die Dose auf den Küchentisch. „Setzen Sie sich", sagt sie. „Ich mache Tee." Archie setzt sich. Er nimmt einen Scone und zerbröckelt ihn auf dem Teller. Maureen gießt den Tee ein – zuerst der Tee, dann die Milch. Sie setzt sich neben ihn. „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt sie. Archie lächelt. „Ich weiß", sagt er. Sie essen die Scones. Draußen fährt ein Bus vorbei. Die Wohnung ist still. Aber sie ist nicht mehr leer. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Das Porzellan Maureen ist sechsundfünfzig, und sie putzt seit zwanzig Jahren die Wohnungen reicher Leute. Die meisten ihrer Kunden wohnen in Kensington, wo die Straßen sauber und die Türen schwer sind. Ihr neuester Kunde ist Lord Archibald Pemberton, den alle nur Archie nennen. Er ist achtundsiebzig Jahre alt und wohnt allein in einer großen Wohnung in der Montpelier Street. Die Wohnung ist voller alter Möbel, alter Bilder und altem Porzellan, das niemand benutzt. Archie hat Maureen einen Schlüssel gegeben – oder besser gesagt: Er hat ihr einen Schlüssel „geliehen". Jeden Montag kommt Maureen, schließt die Tür auf und geht direkt in die Küche. Das Teegeschirr steht jedes Mal schon auf dem Tisch, obwohl Maureen nie Zeit für Tee hat. Sie bindet ihre Schürze um und beginnt zu arbeiten, während Archie aus dem Schlafzimmer kommt. „Ah, Maureen", sagt er, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" Maureen schaut kurz nach oben, aber der Kronleuchter hängt völlig ruhig an der Decke. „Ich schau später", sagt sie, und geht ins Badezimmer, bevor er weitersprechen kann. Sie schrubbt die Wanne, wischt den Spiegel und putzt den Boden, während Archie in der Tür steht. Er hat ein Sherryglas in der Hand und erzählt von seinem Vater, der einmal mit Churchill gegessen hat. Dann erzählt er von einem Pferd namens Wellington, das angeblich das schnellste in ganz Hampshire war. Maureen antwortet mit „Mhm" und „Aha", weil sie gelernt hat, dass das meistens reicht. Manchmal fragt Archie sie etwas, aber er wartet selten auf die Antwort. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?", fragt er plötzlich, und sie dreht sich um. „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie, und Archie nickt, als wäre das eine Antwort auf seine Frage. Er geht zurück in den Salon, und Maureen macht weiter – sie hat noch drei andere Kunden an diesem Tag. Das Porzellan im Regal staubt sie immer zuletzt ab, weil es viel Zeit kostet und sehr zerbrechlich ist. Die Tassen haben goldene Ränder, und manche sind schon leicht angeschlagen. Archie sagt nie, wem das Porzellan gehört hat, aber Maureen vermutet: seiner Frau. Eine Woche später kommt Maureen wie immer, aber diesmal ist es anders in der Wohnung. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, und auf dem Tisch liegt ein geöffneter Brief. Sein Gesicht ist gerötet, seine Hände zittern, und er schaut nicht auf, als Maureen reinkommt. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme klingt wie die eines alten Mannes. Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und Archie spricht selten gut über ihn. Maureen bleibt stehen, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard. Sie geht langsam zum Sideboard, nimmt ein Glas und schenkt sich ein – das erste Mal in zwanzig Jahren. Dann setzt sie sich Archie gegenüber und stellt das Glas auf den Tisch zwischen ihnen. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie ruhig. „Das ist natürlich nicht dasselbe, aber …" Sie trinkt einen Schluck, und Archie schluchzt leise, ohne das Gesicht zu heben. Maureen sagt nichts mehr, weil es nichts gibt, was in diesem Moment helfen würde. Sie sitzt einfach da, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille im Zimmer stehen. Draußen fährt ein Auto vorbei, und irgendwo in der Wohnung tickt eine alte Uhr. Nach einer Weile steht Maureen auf, bindet ihre Schürze um und fängt an zu putzen. Archie bleibt am Tisch sitzen, aber seine Hände zittern nicht mehr ganz so stark. In der nächsten Woche denkt Maureen manchmal an Archie, wenn sie in anderen Wohnungen putzt. Sie denkt daran, wie er am Tisch saß, und wie sein Kragen schief war, und wie er nicht weinte, sondern nur zitterte. Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie müde ist und eigentlich früh schlafen wollte. Sie werden ein bisschen zu braun, aber sie riechen gut, und das ist, wie Maureen entscheidet, genug. Am nächsten Montag klingelt sie an der Tür, weil es sich diesmal richtig anfühlt zu klingeln. Sie hat eine Tupperdose in der Hand, und als Archie öffnet, sieht er zuerst die Dose, dann sie. Seine Augen sind noch leicht gerötet, aber sein Kragen ist frisch gebügelt – das fällt Maureen sofort auf. „Setzen Sie sich", sagt sie, „ich mache Tee." Archie setzt sich ohne ein Wort, nimmt einen Scone aus der Dose und bricht ihn langsam auseinander. Maureen füllt den Wasserkocher, stellt Tassen hin und sucht kurz nach dem Tee, weil sie ihn nicht sofort findet. Sie gießt ein – zuerst den Tee, dann die Milch – und setzt sich neben Archie an den Tisch. Eine Weile sitzen sie so, essen die Scones und trinken Tee, ohne zu sprechen. Dann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an, und zum ersten Mal seit Wochen lächelt er – ein echtes, kleines Lächeln. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz, und dann ist es wieder still. Die Wohnung riecht nach Tee und warmen Scones, und das Porzellan im Regal steht ruhig in der Sonne. Es ist nicht viel, aber es ist genug. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie fragt, was sie beruflich macht, sagt sie „Reinigungskraft", weil „Putzhilfe" sich nach etwas anhört, das man verleiht. Seit zwanzig Jahren fährt sie jeden Morgen mit der U-Bahn nach Kensington, wo die Häuser so aussehen, als hätten sie nie etwas Schmutziges berührt – was natürlich eine Lüge ist. Ihre Kunden wechseln selten, weil Maureen sorgfältig ist, pünktlich ist und nie fragt, was nicht ihre Sache ist. Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, „eine eigene Kategorie". Er ist achtundsiebzig, trägt jeden Tag Krawatte, und seine Wohnung in der Montpelier Street riecht nach Bienenwachs, altem Leder und dem hartnäckigen Geruch von Sherry. Das Porzellan im Salon – weiß, goldgerändert, für mindestens sechzehn Personen – hat Maureen in einem Jahr nicht ein einziges Mal benutzt gesehen. Sie staubt es trotzdem jede Woche ab, weil es auf der Liste steht und weil Archie leise unruhig wird, wenn sie es überspringt. Der Schlüssel, den er ihr gegeben hat, liegt in ihrer Jackentasche neben dem Busticket – er hat ihn ihr „geliehen", wie er betont, was bedeutet, dass er sich die Möglichkeit offenhält, ihn zurückzufordern, obwohl alle wissen, dass er das nie tun wird. Wenn Maureen montagmorgens die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, obwohl Archie weiß, dass sie nie bleibt, und obwohl er das seit einem Jahr weiß. „Ah, Maureen", sagt er dann aus dem Flur, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, und jedes Mal hängt der Kronleuchter vollkommen reglos an der Decke, als hätte er noch nie gewackelt und als würde er es auch nie tun. „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und geht ins Badezimmer, weil das Bad immer zuerst kommt und weil sie keine Lust hat, über Kronleuchter zu sprechen. Archie folgt ihr bis in die Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen und fängt an zu erzählen, das Sherryglas schon in der Hand, obwohl es erst halb zehn Uhr morgens ist. Er erzählt von seinem Vater, der mit Churchill zu Abend gegessen haben soll, von einem Pferd namens Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal hintereinander gewonnen hat, von der Zentralheizung, die „entschieden zu warm" eingestellt sei, und von Zeiten, in denen man noch wusste, wie man sich benahm. Maureen schrubbt die Wanne und antwortet mit „Mhm" und „Aha" im richtigen Abstand, weil sie gelernt hat, dass Archie nicht wirklich eine Antwort will, sondern ein Gegenüber. Einmal fragt er sie unvermittelt: „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – und sie dreht sich um, sieht ihn an und sagt: „Das Putztuch ist langsam zu dünn." Er nickt ernsthaft, als hätte sie die Frage beantwortet, und geht zurück in den Salon. Das ist der Rhythmus, der sich zwischen ihnen eingespielt hat, und Maureen findet ihn nicht unangenehm – er ist vorhersehbar, und Vorhersehbarkeit ist unterschätzt. An einem Montag Mitte November ist alles anders, bevor Maureen noch die Schürze umgebunden hat. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was sie noch nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, dessen Umschlag auf den Boden gefallen ist. Seine Hände liegen flach auf dem Tisch, als müsste er sich festhalten, und sein Gesicht hat die Farbe von jemandem, der eine schlechte Nachricht noch nicht ganz aufgenommen hat, aber schon weiß, dass sie wahr ist. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken. Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und taucht in Archies Erzählungen fast nie auf – was Maureen, die viel beobachtet und wenig fragt, als Zeichen gewertet hat. Sie steht einen Moment in der Küche, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard, dann wieder Archie, und dann macht sie etwas, das sie selbst überrascht: Sie geht zum Sideboard, nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es und setzt sich ihm gegenüber. In zwanzig Jahren hat sie den Sherry immer abgelehnt – höflich, aber bestimmt – und Archie hat jedes Mal genickt, als hätte er nichts anderes erwartet. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch gerichtet. „Das ist natürlich nicht dasselbe – ich weiß, dass es nicht dasselbe ist –, aber …" Sie trinkt, und der Satz bleibt unfertig im Raum, was vielleicht das Ehrlichste ist, was sie in diesem Moment sagen kann. Archie schluchzt einmal, kurz und unterdrückt, wie jemand, dem Weinen unangenehm ist. Maureen sagt nichts mehr – nicht, weil ihr nichts einfällt, sondern weil sie weiß, dass Worte in solchen Momenten meistens mehr für den Sprechenden sind als für den Zuhörer. Sie sitzt, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille stehen, bis Archie sich mit dem Ärmel des Morgenmantels das Gesicht wischt und schweigend den Brief zusammenfaltet. In der darauffolgenden Woche denkt Maureen öfter an ihn als sonst – nicht mit Mitleid genau, eher mit der Art Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht ganz versteht, aber auch nicht vergessen kann. Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie seit dem Tod ihrer Mutter kaum noch gebacken hat und obwohl die Küche in ihrer kleinen Wohnung in Brixton nicht die richtige Größe dafür ist. Die Scones werden etwas zu braun, aber sie sind warm, als sie sie in die Tupperdose legt, und Wärme, denkt Maureen, ist meistens wichtiger als Aussehen. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie einen Schlüssel hat, weil es sich diesmal nicht richtig anfühlt, einfach reinzugehen. Archie öffnet die Tür, gekleidet, den Kragen frisch gebügelt, die Augen leicht gerötet, aber der Gesichtsausdruck derjenige eines Mannes, der beschlossen hat, weiterzumachen. Maureen stellt die Tupperdose wortlos auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher und sucht kurz nach dem Tee, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat. „Setzen Sie sich", sagt sie, und er setzt sich, ohne zu fragen warum. Sie trinken Tee und essen Scones, und keiner von beiden sagt etwas, was bedeutsam klingt oder bedeutsam sein will. Irgendwann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an – eine Sekunde, zwei –, und dann lächelt er, das erste echte Lächeln, das Maureen je bei ihm gesehen hat. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Scheiben zittern kurz, und in der Stille danach ist die Wohnung dieselbe wie immer – und doch nicht mehr ganz dieselbe. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, sagt sie „Reinigungskraft" mit einer Bestimmtheit, die jeden Nachfrage im Keim erstickt, weil das Wort „Putzhilfe" ihrer Meinung nach nach etwas klingt, das man stundenweise verleiht und das keine eigene Meinung haben muss. Sie kennt Kensington so gut wie ihren eigenen Handteller – die Risse im Pflaster der Onslow Gardens, den Geruch der Hecken nach Regen, die Art, wie die Fassaden dieser Gegend Würde vortäuschen, als wäre das eine Leistung. Seit zwanzig Jahren bewegt sie sich durch diese Straßen mit dem ruhigen Selbstbewusstsein einer Frau, die weiß, dass sie in den Häusern ihrer Kunden mehr sieht als diese jemals von sich selbst wissen werden. Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist die komplizierteste Aufgabe, die sie in zwei Jahrzehnten gehabt hat – nicht wegen der Arbeit, sondern wegen der Stille, die zwischen den Sätzen in dieser Wohnung hängt wie Staub, den man nicht wegwischen kann, ohne ihn aufzuwirbeln. Er ist achtundsiebzig, trägt täglich Krawatte mit einem Knoten, der Übung verrät, wohnt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die früher für eine Familie gedacht war und jetzt hauptsächlich die Abwesenheit eben dieser Familie dokumentiert. Das Porzellan im Salon – weißes Meißner Service, goldgerändert, für sechzehn Personen, hinter Glas in einem Schrank, der sich nur mit einem kleinen Messingschlüssel öffnet – ist Maureens aufwendigstes wöchentliches Ritual und das einzige Objekt in der Wohnung, bei dem Archie stumm wird, wenn sie es anfasst, stumm und sehr aufmerksam. Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat gesagt „meiner Frau", und das war das Ende des Gesprächs, so vollständig und endgültig, dass Maureen seitdem nicht mehr fragt, sondern einfach das Tuch nimmt und wischt und darauf achtet, die Tassen mit beiden Händen zu halten. Den Schlüssel, den Archie ihr gegeben hat, bezeichnet er beharrlich als „geliehen", ein Wort, das juristisch eine Rückgabepflicht impliziert, praktisch aber nur bedeutet, dass er die Vorstellung eines Besitzrechts braucht, das er nicht länger hat – über die Wohnung, über seinen Sohn, über seine Zeit. Wenn Maureen montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, trotz des Wissens beider Parteien, dass daraus nie Tee wird: ein kleines, hartnäckiges Missverständnis, das sich zwischen ihnen eingerichtet hat wie ein stiller Untermieter, den keiner offiziell eingeladen hat. „Ah, Maureen", sagt Archie aus dem Flur, und in dieser Begrüßung steckt die gesamte Erleichterung eines Mannes, dem der Montag lang geworden ist, „der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, weil sie jedes Mal hofft, dass er diesmal recht haben könnte, und jedes Mal hängt der Kronleuchter reglos und schwer wie ein Kronzeuge, der verweigert auszusagen. „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und betritt das Badezimmer, das mit seiner viktorianischen Armaturen und dem schweren Marmorboden mehr Pflege verlangt, als Archie je wissen wird. Er folgt ihr bis zur Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen mit der lässigen Selbstverständlichkeit eines Mannes, der keine Grenzen kennt, die er selbst nicht gezogen hat, und beginnt seinen Wochenbericht, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl die Sonne kaum über den Dächern steht. Seine Geschichten haben eine feste Dramaturgie: zuerst der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll bei einer Gelegenheit, die mit jeder Wiederholung illustrer wird; dann das Pferd Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal gewann; dann die Gegenwart, die er behandelt wie einen Hausgast, der zu lange geblieben ist und den man nicht direkt bitten kann zu gehen. Maureen schrubbt, wischt und hört zu mit der Disziplin einer Frau, die verstanden hat, dass Zuhören eine Form von Arbeit ist, die man leisten kann, ohne sich selbst dabei zu verbrauchen, solange man die Distanz wahrt zwischen dem, was gehört wird, und dem, was einen angeht. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er manchmal, und es ist die einzige, bei der sie kurz innehält, nicht weil sie die Antwort nicht wüsste, sondern weil die Frage von einem Mann kommt, der selbst keine befriedigende Antwort darauf hätte. „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt ernsthaft, als wäre das eine philosophische Position, die Respekt verdient, und geht zurück in den Salon. An einem Montag Mitte November, als der Himmel über Kensington die Farbe von altem Zeitungspapier hat, ist die Wohnung anders, bevor Maureen noch die Tür hinter sich geschlossen hat – eine Schwere in der Luft, die man nicht benennen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Wohnungen kennt wie sie: die Schwere von etwas, das bereits passiert ist. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was Maureen in einem Jahr nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, als hätte er ihn mit einer Geste aufgemacht, die keine Rücksicht auf den Inhalt nehmen wollte. Seine Hände liegen flach auf der Tischplatte, als brauchten sie den Widerstand der Oberfläche, und sein Gesicht zeigt den Ausdruck eines Mannes, der eine Niederlage noch nicht eingeräumt hat, obwohl er sie längst begriffen hat. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme hat die Textur von etwas, das lange trocken gelegen hat und beim ersten Anfassen zerbricht. Giles, den Maureen nur aus Archies gelegentlichen, stets abgebrochenen Erwähnungen kennt, ist Investmentbanker in der City und offenbar ein Mann, der Entscheidungen trifft, die sich wie Türen anfühlen, die man von innen zuwirft. Maureen steht in der Küche und betrachtet Archie mit der Aufmerksamkeit, die man Dingen widmet, deren Fragilität man erst in diesem Moment vollständig ermisst, dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und etwas in ihr trifft eine Entscheidung, die sie dem Verstand nicht vorlegt, weil sie weiß, dass er Einwände hätte. Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Präzision einer Frau, die keine Bewegung verschwendet, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren nicht als jemand, der bezahlt wird zu bleiben, sondern als jemand, der beschlossen hat, es trotzdem zu tun. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas zwischen beiden Händen haltend wie etwas, das Wärme bewahren soll, „das ist natürlich nicht dasselbe, und ich will nicht so tun, als wäre es dasselbe – aber es gibt Momente, in denen man versteht, dass Kinder uns so sehen, wie sie uns sehen wollen, und nicht so, wie wir sind." Der Satz endet nicht sauber, weil solche Sätze nie sauber enden, und Maureen trinkt, anstatt ihn fertigzustellen, weil das Unfertige manchmal ehrlicher ist als jede Pointe. Archie schluchzt einmal – kurz, fast unhörbar, wie jemand, der das Weinen als Schwäche gelernt hat und trotzdem gerade nicht anders kann –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet, nicht mit der gespannten Erwartung von jemandem, der helfen will, sondern mit der ruhigen Gegenwart von jemandem, der gelernt hat, dass Anwesenheit manchmal das Einzige ist, was man anbieten kann, das wirklich zählt. In der darauffolgenden Woche denkt sie öfter an ihn als an irgendeinen ihrer anderen Kunden – nicht mit Mitleid, das wäre zu einfach, und nicht mit Zuneigung, das wäre zu viel, sondern mit der Art stiller Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht vollständig versteht, und die man deshalb nicht loslässt. Am Donnerstagabend backt sie Scones in der kleinen Küche ihrer Wohnung in Brixton, nach dem Rezept ihrer Mutter, das sie auswendig kennt und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter lange nach Abschied schmeckte und weil Maureen keine Sentimentalitäten pflegt, die ihr nichts geben außer Schmerz. Die Scones werden etwas zu braun – das Backrohr in dieser Küche hat eine eigene Meinung –, aber sie sind warm, als sie sie verpackt, und Wärme ist, wie Maureen findet, eine Form von Argument, gegen die man schwer ankommt. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie den Schlüssel in der Tasche hat, weil Klingeln bedeutet, dass der andere die Wahl hat, und das scheint ihr diesmal richtig. Archie öffnet die Tür – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der beschlossen hat, die Niederlage anzunehmen ohne ihr mehr Raum zu geben, als sie verdient. Maureen stellt die Tupperdose auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher, und als sie den Tee nicht gleich findet, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat, sucht sie schweigend, bis sie ihn findet, weil das die Art ist, wie sie in fremden Küchen arbeitet: gründlich, ohne Drama, ohne Kommentar. Sie setzt sich zu ihm, und sie trinken Tee und essen die zu braunen Scones, und keiner sagt etwas, das bedeutsam klingen will oder bedeutsam sein soll, weil das Bedeutsame dieser Szene in ihrer Schlichtheit liegt und sich sofort auflösen würde, wenn man es benennte. Dann sagt Maureen, ohne besondere Betonung: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an – eine Sekunde lang, zwei –, und in seinem Gesicht entsteht etwas, das Maureen in einem Jahr nie gesehen hat: ein Lächeln, das nichts will, kein Wohlwollen erkaufen, keine Distanz überbrücken, kein Vergessen simulieren – ein Lächeln, das einfach da ist, weil gerade nichts dagegen spricht. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, und doch eine andere, weil Stille, wie Maureen weiß, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingetragen hat, und diesmal ist es nicht nur Abwesenheit. Das Porzellan im Regal steht in der blassen Novembersonne, die goldenen Ränder werfen kleine Lichter auf die Wand, und Maureen denkt, während sie in ihren Tee schaut, dass sie es nächste Woche besonders sorgfältig abstauben wird. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, antwortet sie mit einer Präzision, die jeden weiteren Kommentar überflüssig macht: „Reinigungskraft" – ein Wort, das sie mit derselben Selbstverständlichkeit ausspricht, mit der andere „Anwältin" oder „Ärztin" sagen würden, weil sie früh begriffen hat, dass der Stolz auf eine Tätigkeit nicht von der gesellschaftlichen Bewertung dieser Tätigkeit abhängen muss, wenn man nur entschieden genug ist, das nicht zuzulassen. In zwanzig Jahren hat sie gelernt, dass die Wohnungen reicher Leute selten so aussehen, wie die Leute selbst aussehen wollen – dass hinter den schweren Türen in Kensington eine Unordnung lauert, die mit Geld nicht zu kaufen ist und mit Schweigen nur notdürftig verwaltet werden kann, und dass derjenige, der wöchentlich mit dem Putztuch kommt, zwangsläufig zum einzigen Zeugen einer Wahrheit wird, die der Bewohner selbst nicht mehr wahrnehmen kann, weil er zu lange in ihr lebt. Lord Archibald Pemberton – achtundsiebzig Jahre alt, täglich im Anzug, Krawatte mit Windsorknoten – ist seit einem Jahr auf ihrer Liste und hat in dieser Zeit bewiesen, dass Aristokratie weniger ein Stand ist als eine Haltung, die man aufrechterhalten kann, solange man sich weigert, die Verhältnisse neu zu vermessen: Er lebt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die einst für eine Familie mit Personal ausgelegt war und die nun, von Familie und Personal gleichermaßen verlassen, die Abwesenheit all dessen dokumentiert, was sie hätte füllen sollen, mit einer Stille, die nicht Frieden ist, sondern der Nachhall von etwas, das aufgehört hat zu klingen, ohne dass jemand es ausgemacht hätte. Das Porzellan – Meißner Service, weiß mit kobaltblauen Ranken und Goldrand, für sechzehn Personen hinter Glas in einem Schrank mit Messingschloss – ist das einzige Objekt in dieser Wohnung, das Maureen wirklich beschäftigt, nicht weil es Arbeit macht, sondern weil Archie verstummt, wenn sie es anfasst: ein Verstummen, das anders ist als sein sonstiges Schweigen, konzentrierter, angespannter, wie das Schweigen von jemandem, der aufpasst, dass etwas nicht kaputtgeht, und dabei nicht ganz sicher ist, ob er das Porzellan meint oder sich selbst. Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat „meiner Frau" gesagt mit einer Kürze, die keine Folgefrage zuließ – nicht weil er unhöflich war, sondern weil manche Sätze vollständig sind, gerade weil sie nicht zu Ende geführt werden, und weil Maureen, die viel beobachtet und sehr wenig fragt, das sofort verstanden hat und seitdem beide Hände benutzt, wenn sie die Tassen nimmt. Den Schlüssel, den Archie ihr übergeben hat, nennt er bis heute „geliehen", und dieser semantische Eigensinn ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, kein Versehen und keine Marotte, sondern der letzte verbliebene Bereich, in dem er noch verfügt: über die Sprache, über die Bedeutung seiner Handlungen, über das Recht, Besitz und Gabe nicht zusammenfallen zu lassen, selbst wenn längst klar ist, dass er den Schlüssel nie zurückfordern wird. Wenn sie montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr auf dem Küchentisch – jedes Mal, ohne Ausnahme, mit einer Beharrlichkeit, die nicht auf Vergessen deutet, sondern auf Hoffnung, auf die Art Hoffnung, die nicht aufgibt, weil sie weiß, dass sie keine Grundlage hat, und die genau deswegen in einer eigentümlichen Würde fortbesteht, die Maureen, obwohl sie nie Tee trinkt und das seit einem Jahr nicht getan hat, nicht kommentiert, weil sie gespürt hat, dass das Teegeschirr nicht für sie bestimmt ist, sondern für die Vorstellung von ihr, die Archie braucht, um den Montag auszuhalten. „Ah, Maureen", sagt er aus dem Flur mit dem Ton eines Mannes, dem die Woche zu lang geworden ist und dem jetzt endlich jemand die Tür aufgemacht hat, „der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" Sie schaut jedes Mal nach oben, mit derselben kurzen Aufmerksamkeit, die eine Detektivin einem Tatort schenkt, der keine Spuren hinterlassen hat, und der Kronleuchter hängt jedes Mal in vollkommener Reglosigkeit, schwer und abweisend wie ein Objekt, das sich weigert, an einer Erzählung teilzunehmen, die es nicht selbst begonnen hat – weshalb Maureen jedes Mal „Ich schau später" sagt und ins Badezimmer geht, weil das eine Aussage ist, die niemanden zu irgendetwas verpflichtet. Archie folgt ihr bis zur Schwelle, lehnt sich in den Türrahmen mit der Lässigkeit eines Mannes, für den Grenzen immer die Grenzen anderer waren, und beginnt seinen wöchentlichen Monolog, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl es kaum halb zehn ist und obwohl der Sherry, das hat Maureen berechnet, auf ein Jahresvolumen kommt, das sie nachdenklich stimmt, aber das ist seine Sache. Seine Erzählungen folgen einer Dramaturgie, die sich über Monate kaum verändert hat: Der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll – die Gästeliste dieser Abendessen wächst mit jeder Wiederholung –, das Pferd Wellington, das dreimal in Hampshire siegte, und schließlich die Gegenwart, die er behandelt wie einen Besucher, dem man aus Höflichkeit öffnet und den man trotzdem am liebsten nicht hereingebeten hätte. Maureen hört zu, schrubbt die Armatur, wischt den Spiegel und antwortet im richtigen Takt, weil sie verstanden hat, dass aufmerksames Zuhören eine handwerkliche Fertigkeit ist wie jede andere – eine, die man perfektionieren kann, ohne sich selbst darin zu verlieren, solange man die Linie kennt zwischen dem, was gehört werden will, und dem, was einen angeht. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er gelegentlich, und es ist die einzige, bei der sie tatsächlich innehält, nicht aus Verlegenheit und nicht, weil die Antwort fehlte, sondern weil die Frage eine Intimität beansprucht, die aus dem Mund eines Mannes kommt, der sie nie gefragt hat, wie ihre Kinder heißen oder woher sie kommt, und der mit dieser Frage, ohne es zu wissen, das Einzige berührt, worüber Maureen wirklich nicht sprechen will: nicht das Zufriede-Sein, sondern die Frage, ob das Wort noch die richtige Einheit ist, um das, was das Leben geworden ist, daran zu messen. „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt, als hätte sie etwas Wichtiges gesagt. An einem Montag im November – grauer Himmel, nasse Straßen, der Geruch von Laub und Diesel, der durch die Türritze dringt – ist die Wohnung anders, noch bevor Maureen das Licht angemacht hat: eine Verdichtung der Luft, die man nicht messen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Räume kennt wie sie und wenn man gelernt hat, zuerst zu fühlen und erst dann hinzuschauen. Archie sitzt im Morgenmantel am Esstisch – das allein ist ungewöhnlich genug, um alles andere schon vorauszuahnen –, und vor ihm liegt ein aufgerissener Brief, der auf dem Boden seinen Umschlag verloren hat, als wäre das Öffnen eine Geste der Wut gewesen und das Lesen dann etwas ganz anderes. Seine Hände liegen flach auf dem Tisch mit dem Druck von Händen, die sich festhalten müssen an etwas, das selbst nicht fest ist, und sein Gesicht zeigt jenen eigentümlichen Ausdruck, den Maureen kennt von anderen Momenten in anderen Wohnungen: den Ausdruck eines Menschen, der die Nachricht bereits vollständig verstanden und noch nicht vollständig angenommen hat, weil beides zusammen zu viel auf einmal wäre. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken, und in diesem Satz – in seiner Kürze, in seinem vollständigen Verzicht auf Erklärung – steckt mehr als Trauer: da ist die Scham eines Mannes, der nicht versteht, wie man jemanden verlieren kann, den man nie wirklich zu kennen bereit war. Giles ist Investmentbanker, taucht in Archies Welt hauptsächlich als Leerstelle auf, und Maureen, die viel über Söhne nachgedacht hat in den letzten Jahren, versteht ohne weitere Erklärung, dass hier keine plötzliche Grausamkeit vorliegt, sondern das Ende einer langen Gleichgültigkeit, die auf beiden Seiten saß und die jetzt eines der beiden Seiten als Entscheidung formuliert hat. Sie steht in der Küche und sieht Archie an, und dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und in der Sekunde, in der sie beides gesehen hat, ist die Entscheidung bereits gefallen – nicht als Impuls, nicht als sentimentales Mitgefühl, sondern als die ruhige Erkenntnis, dass es Momente gibt, in denen man aufhört, Distanz zu verwalten, nicht weil die Distanz falsch war, sondern weil sie gerade nicht das Richtige ist. Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Sorgfalt einer Frau, die keine unnötigen Bewegungen macht, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren sitzend in der Wohnung eines Kunden, in der Arbeitszeit, und das Merkwürdigste daran ist, wie wenig merkwürdig es sich anfühlt. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch, nicht auf ihn – weil manche Sätze leichter fallen, wenn man nicht gesehen wird beim Sagen, „das ist natürlich nicht dasselbe, ich will nicht so tun als wäre es dasselbe – aber ich glaube, dass Kinder irgendwann aufhören, uns zu sehen, und anfangen, das zu sehen, was sie entlastet, wenn sie uns so sehen." Der Satz endet nicht mit einer Pointe, weil es keine gibt, und Maureen trinkt, weil das Unfertige dieses Satzes mehr sagt als jede Vollendung es könnte: es sagt, dass sie auch nicht weiß, wie das endet, und dass sie damit abgefunden hat, es nicht zu wissen. Archie schluchzt – einmal, kurz, halb unterdrückt, mit der Scham eines Mannes, dem das Gefühl immer zu groß war für den Raum, den er ihm zugebilligt hat –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet, nicht mit der gespannten Hilfsbereitschaft von jemandem, der eine Lösung anbieten will, sondern mit der stillen Solidarität von jemandem, der weiß, dass es keine gibt, und der trotzdem nicht aufsteht – oder gerade deswegen. In der Woche danach denkt sie öfter an ihn als je zuvor, aber nicht mit dem weichen Mitleid, das man sich manchmal gönnt, um sich selbst als mitfühlend zu erleben: eher mit jener distanzierten Aufmerksamkeit, die man in sich bemerkt, wenn etwas, das man glaubte zu verstehen, plötzlich eine Tiefe zeigt, die man nicht eingerechnet hatte, und die man nicht ignorieren kann, ohne sich selbst etwas zu verweigern. Am Donnerstagabend backt sie Scones nach dem Rezept ihrer Mutter – einem Rezept, das sie auswendig kann und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter nach Trauer schmeckte und nicht nach Küche, und weil Maureen keine Gewohnheit darin hat, Schmerz freiwillig aufzurufen. Sie backt trotzdem, und die Scones werden etwas zu braun, weil das Backrohr lügt, und sie legt sie in die Tupperdose, weil Wärme eine Aussage ist und weil sie keine andere machen will und keine bessere kennt. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl der Schlüssel in ihrer Tasche liegt – eine kleine Geste, aber eine bewusste, weil Klingeln dem anderen die Wahl gibt, und weil Maureen entschieden hat, dass Archie diese Wahl diesmal haben soll, ohne zu wissen, dass er sie sowieso nicht benutzen würde. Er öffnet – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der die Niederlage eingeräumt hat und nun herausfindet, dass das Leben danach weitergeht, was überraschend und nicht überraschend zugleich ist. Maureen stellt die Dose auf den Tisch, füllt den Wasserkocher, sucht den Tee, findet ihn im falschen Schränkchen, nimmt ihn heraus ohne Kommentar, und die Stille, die dabei entsteht, ist nicht leer, sondern dicht – dicht von den Dingen, die nicht gesagt werden müssen, weil sie beide da sind. Sie sitzen und trinken Tee und essen die Scones, und das Gespräch, das stattfindet, ist keines und doch mehr als die meisten: es hat die Konsistenz von etwas, das gewachsen ist ohne Plan, das nicht weiß, wie es heißt, und das gerade deswegen hält. „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt Maureen irgendwann, ohne Betonung, als Feststellung einer physikalischen Tatsache – und Archie sieht sie an, eine Sekunde, zwei, und dann lächelt er, ein Lächeln, das nichts will: kein Mitleid, keine Nachsicht, keine Verbundenheit, die man pflegen müsste – einfach ein Lächeln, das da ist, weil gerade nichts da ist, das es verhindert. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, und die alten Scheiben zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, mit denselben Möbeln, demselben Porzellan, demselben Licht, und doch eine andere, weil Stille, wie jeder weiß, der lange in ihr gesessen hat, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingebracht hat, und weil diesmal, zum ersten Mal, etwas Warmes darin ist. == 87 == 1 -------------------- Die Brücke Lucía ist 29 Jahre alt. Sie arbeitet in einer Fabrik. Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá. Jeden Tag näht sie Hemden. Ihre Finger sind oft müde. Nachts schläft sie in einer kleinen Pension. Dort wohnen noch fünf andere Frauen. Das Zimmer ist eng, aber es ist billig. Lucía spart ihr Geld. Sie will eines Tages wegfahren. Wohin, weiß sie noch nicht. Lucía hat einen Bruder. Er heißt Javier und ist 24 Jahre alt. Vor zwei Jahren ist er weggegangen. Die Nachbarin sagt: Er ist in den Bergen. Die Regierung sagt: Er ist tot. Lucía sagt nichts. Sie nennt es einfach: weg. Javier hatte lange Finger und eine leise Stimme. Sein Mund roch immer nach Zimt. Lucía denkt jeden Tag an ihn. Jeden Samstag fährt Lucía mit dem Bus. Der Bus ist alt und laut. Es gibt Hühner, Körbe und müde Menschen. Lucía sitzt am Fenster. Die heiße Luft kommt durch ein Loch in der Plane. Ein kleines Kind sitzt neben ihr. Das Kind hält eine Mandarine in der Hand. Es gibt Lucía die Hälfte. Lucía lächelt. Sie denkt: Javier hat Mandarinen immer mit den Zähnen geschält. Der Bus wird langsamer. Die Brücke kommt. Lucía kennt diese Brücke gut. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen. Sie und Javier, vor zwei Jahren. Jetzt steht sie jede Woche hier. Sie steht am Geländer und schaut auf das Wasser. Das Wasser ist braun und fließt schnell. Sie wartet auf nichts. Sie hofft auf nichts. Sie ist einfach da. An diesem Samstag ist ein alter Mann an der Brücke. Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer. Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug. Er verkauft Kaffee. Lucía nickt, als er sie fragt. Sie sucht das Kleingeld in ihrer Tasche. Dann sieht sie seine Hände. Die Finger sind lang, die Nägel schwarz. Der Knochen am Daumen sieht aus wie Javiers Knochen. Lucía wird kalt, obwohl die Sonne heiß ist. Sie will fragen: Wer sind Sie? Aber sie sagt kein Wort. Der alte Mann gibt ihr den Kaffee. Er sagt: „Vorsicht, heiß." Seine Stimme klingt fremd. Lucía trinkt den Kaffee langsam. Sie schaut den Mann an. Er schaut auf das Wasser. Sie stellt keine Fragen. Am nächsten Samstag fährt Lucía wieder zur Brücke. Der Eimer steht noch da. Aber der alte Mann ist weg. Ein anderer Verkäufer hat seinen Platz. Der verkauft Cola, keinen Kaffee. Lucía fragt: „Der alte Mann – wo ist er?" Der Verkäufer zuckt mit den Schultern. Er sagt: „Weitergegangen. Oder gestorben. Oder beides." Lucía setzt sich auf den Eimer. Sie trinkt eine Cola. Die Cola schmeckt nach nichts. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden. Lucía weiß nicht, wer ihn hingehängt hat. Sie nimmt einen Faden von ihrer Jacke. Sie knüpft ihn neben den roten Faden. Dann steht sie auf. Sie geht zum Bus. Sie setzt sich ans Fenster. Sie legt die Hand gegen das Glas. Draußen lösen sich die Berge in der Hitze auf. Der Kaffee von letzter Woche ist noch auf ihrer Zunge. Sie wird nächste Woche wiederkommen. Vielleicht. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Brücke Lucía steht um ein Uhr nachts an ihrer Nähmaschine und hört, wie die anderen Frauen in der Pension schlafen. Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá, wo die Straßen aufhören und die Berge beginnen. Ihre Finger schmerzen unter den Nägeln, nicht stark, aber genug, dass sie es spürt. Sie schaut durch das vergitterte Fenster auf die schwarzen Berge draußen. Kein Licht brennt dort oben, kein Zeichen, nichts. Lucía denkt an ihren Bruder Javier, der vor zwei Jahren weggegangen ist, ohne ein Wort zu hinterlassen. Die Nachbarin sagt, er ist bei der Guerilla in den Bergen. Die Regierung sagt, er ist tot, aber sie hat keinen Beweis geschickt. Lucía sagt nichts davon laut, weil Worte manchmal mehr wegnehmen, als sie geben. Am Samstag früh steigt sie in den Bus, der nach Süden fährt, zum Río Sumapaz. Der Bus ist so voll, dass ein Huhn auf dem Sitz neben ihr sitzt und sie mit einem Auge anschaut. Durch ein Loch in der Plastikplane kommt die heiße Luft wie ein Atem herein. Ein kleines Kind, das keine Vorderzähne hat, hält ihr eine Mandarine hin. Lucía nimmt die Frucht, teilt sie ruhig in zwei Hälften und gibt dem Kind eine zurück. Das Kind lacht, und Lucía denkt sofort an Javier, der Mandarinen immer mit den Zähnen geschält hat. Sie schaut aus dem Fenster, damit das Kind ihre Augen nicht sieht. Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen. Lucía kennt jede Schraube an diesem Geländer. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, sie und Javier, an einem Morgen, der wie alle anderen aussah. Er hat sich nicht umgedreht, als er gegangen ist, oder vielleicht hat sie es nur nicht gesehen. Jetzt kommt sie jeden Samstag, steht zwei Stunden am Geländer und schaut auf das braune Wasser, das unter ihr fließt. Sie wartet auf nichts Bestimmtes und hofft auf nichts Bestimmtes. Sie ist einfach da, weil das der einzige Ort ist, wo sie nicht erklären muss, warum. An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer. Er ist vielleicht fünfundsechzig Jahre alt, hat ein Gesicht wie trockene Erde und Augen, die sehr weit weg schauen. Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug, und er fragt Lucía leise, ob sie einen Kaffee möchte. Sie nickt, sucht das Kleingeld in ihrer Jackentasche und sieht dabei seine Hände. Die Finger sind lang und knotig, die Nägel schwarz vom Dreck, aber die Form dieser Hände ist nicht fremd. Der lange Knochen am Daumen, die Art, wie die Sehnen unter der Haut liegen – das hat sie schon gesehen. Lucía hält die Münzen in ihrer Hand und kann sich nicht bewegen. Sie will fragen: Wer sind Sie, wo kommen Sie her, kennen Sie einen Mann namens Javier? Aber sie bringt kein einziges Wort heraus, weil sie Angst hat vor der Antwort. Der alte Mann gibt ihr den Kaffee in einer kleinen Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß." Seine Stimme klingt nach einer Sprache, die nicht Spanisch ist, oder nach Spanisch, das sehr lange geschwiegen hat. Lucía trinkt den Kaffee langsam und schaut auf das Wasser, genau wie er. Sie stellt keine Fragen, und er stellt keine Fragen, und das fühlt sich seltsam richtig an. Eine Woche später steigt Lucía wieder aus dem Bus und geht zur Brücke. Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann sitzt nicht darauf. Ein anderer Verkäufer hat den Platz übernommen, er verkauft Cola aus einer Kühltasche. Lucía fragt ihn: „Der alte Mann mit dem Kaffee – wissen Sie, wo er ist?" Der Verkäufer schaut sie kurz an und zuckt mit den Schultern. Er sagt: „Weitergegangen, glaube ich. Oder gestorben. Das ist hier meistens dasselbe." Lucía setzt sich auf den Eimer und kauft eine Cola, die warm und süß ist und nach gar nichts schmeckt. Sie trinkt sie trotzdem leer, weil sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, dünn und verblasst, als wäre er schon lange da. Niemand kann ihr sagen, wer ihn hingehängt hat oder warum. Lucía zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke, einen blauen, und knüpft ihn direkt neben den roten. Sie schaut kurz auf die beiden Fäden, dann dreht sie sich um und geht zum Bus. Sie setzt sich ans Fenster, legt die flache Hand gegen das warme Glas und schaut auf die Berge, die in der Hitze verschwimmen. Irgendwo dort ist Javier, oder er ist nirgends, oder das ist am Ende dasselbe. Der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, fremd und vertraut zugleich. Nächste Woche wird sie wiederkommen. Das ist keine Hoffnung. Das ist einfach, was sie tut. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Brücke In der Nacht, wenn die Fabrik still wird und nur noch die Maschinen summen, denkt Lucía an Dinge, die sie tagsüber nicht denken kann. Sie näht seit sechs Jahren dieselben Hemden, und manchmal glaubt sie, die Nadel kennt den Weg schon besser als sie selbst. Ihre Hände arbeiten allein, während ihr Kopf woanders ist – bei Javier, bei den Bergen, bei einem Morgen vor zwei Jahren, der nie aufgehört hat. Javier ist ihr Bruder, er war vierundzwanzig, als er ging, und er hatte eine Stimme, die immer zu leise war, als wollte er nicht zu viel Platz nehmen. Die Nachbarin hat gesagt, er sei in den Bergen bei den Guerilleros, aber die Nachbarin sagt viele Dinge, die sich gut anhören und nichts bedeuten. Die Regierung hat einen Brief geschickt, der Javier für tot erklärt, aber kein Datum nennt, keinen Ort, keinen Beweis. Lucía hat den Brief in den Koffer gelegt, unter die Hemden, und seitdem nicht mehr herausgeholt, weil sie weder glauben noch aufhören will zu glauben. Jeden Samstag nimmt sie den frühen Bus, der nach Süden fährt und nach altem Öl und Tier riecht. Die Fahrt dauert über eine Stunde, und in dieser Zeit schaut Lucía aus dem Fenster, ohne wirklich zu sehen, was draußen vorbeizieht. An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält, als wäre sie etwas sehr Kostbares, und ihr ohne Worte die Hälfte anbietet. Lucía nimmt sie und denkt, noch bevor sie die Frucht berührt hat, an Javier, der Mandarinen nie schälte, sondern die Schale einfach mit den Zähnen aufriss. Sie schaut weg, bevor das Kind ihre Augen sehen kann, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint. Diese Brücke über den Río Sumapaz ist kein besonderer Ort, es gibt hundert solche Brücken in diesem Land. Aber hier haben sie sich zum letzten Mal gesehen, und das macht einen Ort zu etwas, das er vorher nicht war. Lucía stellt sich ans Geländer, schaut auf das braune Wasser, das gleichgültig unter ihr fließt, und wartet auf nichts, was sie benennen könnte. Sie kommt nicht, weil sie hofft – sie ist sich ziemlich sicher, dass Hoffnung das Falsche wäre, nach so langer Zeit. Sie kommt, weil dieser Ort der einzige ist, wo sie nicht erklären muss, wer Javier war, und warum seine Abwesenheit noch immer ein Gewicht hat. Zwei Stunden steht sie meistens hier, schaut auf das Wasser, auf die Berge, auf die Autos, die über die Brücke fahren, ohne anzuhalten. An diesem Samstag ist ein alter Mann da, den sie noch nie gesehen hat. Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer, als wäre das ein ganz gewöhnlicher Stuhl, und hält einen Thermoskrug zwischen den Knien. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie nicht sofort einordnen kann – als käme sie aus einer anderen Sprache, auch wenn die Worte Spanisch sind. Lucía nickt, greift in die Jackentasche nach Kleingeld, und in diesem Moment, als sie aufschaut, sieht sie seine Hände. Die Finger sind lang und knotig, die Gelenke aufgebrochen von Arbeit, die Nägel schwarz, aber die Grundform dieser Hände – die langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen – kennt sie aus tausend Erinnerungen. Sie zählt das Kleingeld nicht mehr, sie hält es einfach in der offenen Hand und kann sich nicht bewegen. In ihr formt sich eine Frage, eigentlich mehrere Fragen, aber keine kommt bis zu den Lippen, weil sie nicht weiß, was eine Antwort mit ihr machen würde. Der alte Mann wartet ruhig, nimmt die Münzen, füllt die Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß", als wäre das alles, was es zu sagen gibt. Seine Stimme klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs viel verloren hat. Lucía trinkt den Kaffee langsam, Schluck für Schluck, und schaut auf das Wasser statt auf den Mann, weil sie merkt, dass sein Blick sie in Stücke zerlegen würde, wenn sie ihn zu lange erwiderte. Sie kauft keinen zweiten Kaffee, sie stellt keine Fragen, sie sagt beim Gehen nicht einmal Danke – oder vielleicht sagt sie es doch, sie ist sich später nicht mehr sicher. Eine Woche vergeht, die sich anfühlt wie eine lange Stille zwischen zwei Sätzen, und dann ist Samstag. Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann ist nicht da, und an seiner Stelle verkauft jemand Jüngeres Cola aus einer zerbeulten Kühltasche. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie an, als wäre die Frage schwerer als sie klingt. Er sagt: „Weitergegangen, denke ich. Oder gestorben. In dieser Gegend ist das oft dasselbe, und man fragt nicht nach." Lucía setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß, und schaut auf das Geländer, als könnte es ihr etwas erklären. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, als wäre er schon seit Jahren da und hätte auf jemanden gewartet. Niemand weiß, wer ihn hingehängt hat, und die Frage stellt sich sowieso niemand außer Lucía. Sie zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein bisschen fransig – und knüpft ihn so nah an den roten, dass die beiden sich berühren. Sie schaut nicht lange hin, dann dreht sie sich um und geht. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das Fensterglas, das warm ist von der Sonne, und schaut auf die Berge, die in der Hitze ihre Konturen verlieren. Der Geschmack des Kaffees ist noch da, auf der Zunge, im Hals – fremd und gleichzeitig so vertraut, dass es ihr den Atem stocken lässt. Sie wird nächste Woche wiederkommen, nicht weil sie etwas erwartet, sondern weil dieser Ort sie festhält auf eine Art, die sie nicht loswerden will. Das ist keine Hoffnung. Aber es ist auch nicht nichts. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Brücke Es gibt Nächte in der Fabrik, in denen Lucía das Gefühl hat, ihre Hände gehörten ihr nicht mehr, weil sie seit Stunden dasselbe tun, ohne dass der Kopf noch beteiligt ist. Die Maschine läuft, der Faden zieht sich durch den Stoff, und irgendwo hinter diesem gleichmäßigen Geräusch liegt Javier – nicht als Erinnerung, sondern als eine Art Dauerdruck, den sie gelernt hat zu tragen, ohne ihn zu benennen. Er ist vor zwei Jahren gegangen, vierundzwanzig Jahre alt, mit einer Stimme, die immer zu leise war, als wollte er die Welt nicht mehr belästigen, als nötig. Was aus ihm geworden ist, weiß sie nicht, und das ist keine Lücke mehr, die sich schließen lässt – es ist inzwischen ein fester Teil der Stille, in der sie lebt. Die Regierung hat ihn für tot erklärt, ohne Ort, ohne Datum, ohne irgendetwas, das ihr erlauben würde, diesem Wort zu glauben oder es zurückzuweisen. Samstag ist der einzige Tag, an dem Lucía nicht näht. Sie steigt in den Bus, der nach Süden fährt und in dem alte Männer schlafen, Hühner in Körben sitzen und die heiße Luft durch jeden Riss in der Karosserie kriecht, als wollte sie zeigen, dass es keine Grenze gibt, die sie aufhalten kann. Ein Kind bietet ihr eine Mandarine an, ganz selbstverständlich, als wären sie alte Bekannte, und Lucía nimmt die Hälfte und gibt die andere zurück, während sie gleichzeitig merkt, dass ihre Hand zittert – nicht stark, aber genug. Sie denkt an Javier, der Mandarinen nie mit den Fingern schälte, weil er zu ungeduldig war, und dreht das Gesicht zum Fenster, bevor das Kind sehen kann, was in ihren Augen steht. Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen, und Lucía atmet aus, als hätte sie die ganze Fahrt über die Luft angehalten. Die Brücke über den Río Sumapaz ist unspektakulär – Beton, Rost, braunes Wasser darunter, das gleichgültig fließt, egal was an seinen Ufern geschieht oder geschehen ist. Aber Lucía kommt trotzdem jeden Samstag hierher, stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser und bleibt zwei Stunden, ohne auf irgendetwas zu warten, das sie benennen könnte. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, und obwohl sie nicht mehr genau weiß, was gesagt wurde oder ob überhaupt etwas gesagt wurde, weiß sie noch genau, wie Javiers Schultern aussahen, als er wegging – leicht nach vorne gezogen, als trüge er etwas, das schwerer war als er. Dieser Ort hält sie fest, nicht durch Hoffnung, sondern durch eine Art stumpfe Treue, die sie sich nicht erklärt, weil sie Angst hat, dass sie aufhört, wenn sie anfängt, darüber nachzudenken. An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer, als hätte er dort immer gesessen und sie hätte ihn nur bisher nicht bemerkt. Er ist vielleicht fünfundsechzig, vielleicht älter, mit einem Gesicht, das so viele Schichten hat wie die Berge in der Ferne, und Augen, die etwas gesehen haben, worüber man nicht spricht, nicht weil es verboten wäre, sondern weil es keine Sprache dafür gibt. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme ist fremd – nicht wegen des Akzents, sondern wegen einer Qualität, die Lucía nicht sofort einordnen kann, als hätte diese Stimme jahrelang geschwiegen und sei noch nicht wieder ganz zurück. Sie nickt, greift nach dem Kleingeld in ihrer Tasche, und in dem Moment, als sie die Münzen herausschält, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Thermoskrug halten. Die Finger sind knotig, die Nägel geschwärzt, die Haut aufgerissen an den Gelenken, aber die Form dieser Hände – die ungewöhnlich langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger leicht absteht – das ist nicht fremd, das hat sie tausendmal gesehen, an einem Tisch, in einer Küche, an einem Morgen, der jetzt sehr weit weg ist. Lucía hört auf, die Münzen zu zählen. Sie steht einfach da, die Hand offen, und irgendwo hinter ihren Rippen zieht sich etwas zusammen, das keinen Namen hat, aber sehr viel Platz braucht. Die Fragen, die in ihr entstehen, sind so viele und so laut, dass keine davon es bis zu den Lippen schafft – als würden sie sich gegenseitig blockieren, weil jede Antwort, die möglich wäre, mehr zerstören könnte als das Schweigen. Der alte Mann wartet, ohne ungeduldig zu werden, füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß", mit einer Stimme, die klingt wie ein Stein, der ins tiefe Wasser fällt – einmal, dann nichts mehr. Lucía trinkt, und der Kaffee ist sehr stark und sehr bitter, und sie trinkt trotzdem bis zum Grund, weil das die einzige Handlung ist, die sie in diesem Moment vollständig ausführen kann. Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und als sie schließlich geht, ist sie nicht sicher, ob sie feige war oder weise, und ob es dazwischen überhaupt einen Unterschied gibt. In der Woche, die folgt, trägt Lucía den Geschmack dieses Kaffees mit sich herum wie einen Splitter, der nicht schmerzt, aber da ist, immer. Sie näht, sie schläft, sie isst, sie spricht mit den anderen Frauen in der Pension, und die ganze Zeit über liegt dieser Geschmack auf ihrer Zunge wie eine offene Frage, die sie nicht formulieren kann oder will. Am nächsten Samstag steigt sie früher als sonst in den Bus, als wäre Zeit ein Argument. Der Eimer steht noch an derselben Stelle am Geländer, aber der alte Mann ist nicht da, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, mit Cola und einem gleichgültigen Gesicht. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie einen Moment zu lang an, bevor er mit den Schultern zuckt und sagt: „Weitergegangen, irgendwohin. Oder gestorben. In dieser Gegend fragt man das nicht so genau nach." Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß und nach allem schmeckt außer nach dem, wonach sie sucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch gleichgültig fließt, unbeeindruckt von allem, was Menschen an seinen Ufern verlieren. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, den niemand bemerkt hat außer ihr, weil man nur sieht, wonach man schaut. Sie weiß nicht, wer ihn hingehängt hat, und die Frage interessiert sie weniger als die Tatsache, dass jemand den Gedanken gehabt hat, sich mit einem so kleinen Zeichen an einen Ort zu binden. Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig fransig – und knüpft ihn neben den roten, ohne zu wissen, für wen oder warum, aber mit dem ruhigen Gefühl, dass es das Richtige ist. Die zwei Fäden hängen nebeneinander im Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich zu verlieren. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze auflösen, bis ihre Konturen unscharf werden und man nicht mehr genau sagen kann, wo der Berg aufhört und der Himmel anfängt. Irgendwo dort ist Javier – das ist das Einzige, woran sie festhält, nicht als Tatsache, nicht als Hoffnung, sondern als eine Art innere Behauptung, die sie aufrechterhalten muss, weil sie ohne sie nicht wüsste, wohin sie die Augen richten soll. Der Kaffee ist noch auf ihrer Zunge, eine Woche später, fremdartig und vertraut zugleich, wie eine Sprache, die man einmal konnte und fast vergessen hat. Sie wird nächste Woche wiederkommen, und die Woche danach, nicht weil sie etwas erwartet oder noch auf eine Auflösung hofft, sondern weil Treue manchmal das Einzige ist, was man einem Menschen schuldet, der nicht mehr da ist, um sie einzufordern. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Brücke Es gibt eine bestimmte Art von Erschöpfung, die nicht vom Schlafen kommt und nicht vom Wachen, sondern von dem langen, gleichmäßigen Druck eines Lebens, das man führt, ohne sich je ganz dazu entschieden zu haben – und genau diese Erschöpfung kennt Lucía, während ihre Hände um ein Uhr nachts noch immer die Nadel durch den Stoff führen, als hätten sie sich längst von ihr getrennt und arbeiten jetzt auf eigene Rechnung. Die Fabrik am Rand von Bogotá ist ein Ort, der nichts verspricht und nichts hält, und vielleicht ist das seine einzige Ehrlichkeit: Hier weiß man, woran man ist. Javier hat hier nie gearbeitet, er war nie jemand, der still an einem Platz blieb – er hatte diese ruhelose Qualität, die manche Menschen unruhig macht und andere anzieht, und Lucía hat beides an ihm erlebt, manchmal im selben Moment. Vor zwei Jahren ist er gegangen, ohne einen Abschied, der diesen Namen verdient hätte, und seitdem hat sie gelernt, mit einer Leerstelle zu leben, die sich weder durch Trauer noch durch Gewissheit füllen lässt, weil die Regierung einen Brief geschickt hat, der ihn für tot erklärt, ohne irgendetwas zu liefern, das dieses Wort ernstzunehmen erlauben würde. Was bleibt, ist kein Schmerz mehr im eigentlichen Sinne, sondern etwas Stumpferes und Beständigeres – eine Art strukturelle Abwesenheit, die Lucía inzwischen so verinnerlicht hat, dass sie sie manchmal erst dann bemerkt, wenn jemand fragt, ob sie Geschwister hat, und sie einen Moment zu lang braucht, um zu antworten. Der Samstag ist ihr Tag, nicht weil er sich von den anderen unterscheidet, sondern weil sie ihn durch eine Entscheidung zu dem gemacht hat, was er ist: dem einzigen Tag, an dem sie nicht näht, nicht in der Pension sitzt und auf die Decke schaut, sondern in den Bus steigt und fährt. Der Bus selbst ist ein eigenes kleines Universum, bevölkert von Menschen, die so früh am Morgen schon die Gesichter von Leuten tragen, die wissen, dass der Tag lang wird, und von Tieren, die ahnungslos mitreisen, und von einer Hitze, die durch jede Lücke in der verbeulten Karosserie kriecht, als wäre sie persönlich eingeladen. An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält mit der ernsthaften Sorgfalt, die Kinder manchmal für Gegenstände aufwenden, die Erwachsene längst für selbstverständlich halten, und das ihr wortlos die Hälfte anbietet, als wäre das die natürlichste Geste der Welt. Lucía nimmt die Frucht, und noch bevor sie die Schale berührt, ist Javier da – nicht als Bild, sondern als körperliche Reaktion, als eine Art Muskelgedächtnis des Verlustes – weil Javier Mandarinen immer mit den Zähnen aufriss, ungeduldig und lachend, als wäre das Schälen eine Zeitverschwendung, die er sich prinzipiell verweigerte. Sie dreht das Gesicht zum Fenster, damit das Kind die Augen nicht sieht, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint, genau dort, wo sie immer erscheint, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die nicht wissen, was sie bedeuten. Die Brücke über den Río Sumapaz ist, objektiv betrachtet, nichts Besonderes: Beton, der altert, Geländer, das rostet, braunes Wasser darunter, das fließt, ohne je zu fragen, was an seinen Ufern verloren geht oder wartet oder sich nicht entscheiden kann zwischen beidem. Aber Orte bedeuten nicht, was sie sind, sondern was in ihnen geschehen ist, und hier hat Lucía zum letzten Mal Javiers Schultern gesehen, die leicht nach vorne geneigt waren, als trüge er etwas, das von außen nicht zu sehen war, und das ist eine Erinnerung, die sich nicht abschwächt, sondern mit der Zeit eher präziser wird, schärfer in den Details, als würde das Gehirn versuchen, durch Genauigkeit zu ersetzen, was die Realität nicht mehr liefern kann. Sie stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser, und wartet – wobei das Wort Warten hier irreführend ist, weil es eine Richtung impliziert, auf die hin man wartet, und die hat Lucía längst aufgegeben, wenn sie sie je gehabt hat; was sie tut, ist eher ein stilles Aushalten von Zeit an einem Ort, der ihr gehört, auf eine Weise, die kein Besitztitel beschreiben könnte. An diesem Samstag ist ein alter Mann da, der auf einem umgedrehten Eimer sitzt, als wäre das eine vollkommen angemessene Art, sich in der Welt einzurichten, mit einem Thermoskrug zwischen den Knien und einem Gesicht, das so viele Schichten trägt, dass Lucía nicht einmal versucht, es zu lesen. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie einen Moment lang irritiert, bevor sie versteht, dass es nicht der Akzent ist und nicht die Lautstärke, sondern eine Art eingefrorene Distanz – als hätte diese Stimme sehr lange geschwiegen und sei noch nicht ganz wieder in der Gegenwart angekommen. Sie nickt, sucht das Kleingeld, und in dem Moment, als sie aufblickt, um ihm die Münzen zu geben, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Krug halten, und sie erstarrt auf eine Art, die nicht theatralisch ist, sondern still und absolut – die Art, in der ein Körper innehält, wenn er etwas erkennt, das der Verstand noch nicht eingeholt hat. Die Finger sind knotig, die Gelenke aufgebrochen, die Nägel geschwärzt, und das alles wäre nichts Ungewöhnliches in dieser Gegend; was Lucía erstarren lässt, ist die Geometrie dieser Hände – die ungewöhnliche Länge der Mittelsehne, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger sich minimal abspreizt, als wolle er immer das letzte Wort haben –, weil das eine Geometrie ist, die sie kennt, so gut wie ihre eigenen Hände, vielleicht besser. In ihr entstehen Fragen – so viele und so schnell und mit so unterschiedlichen und unmöglichen Konsequenzen, dass sie sich gegenseitig blockieren wie Autos in einer verstopften Kreuzung, und keine kommt durch bis zu den Lippen, weil jede mögliche Antwort etwas in ihr riskieren würde, das sie gerade noch zusammenhält. Der alte Mann wartet, ohne ihr dabei zuzusehen, wie man auf jemanden wartet, der Zeit braucht, und das ist in sich schon etwas, das Lucía nicht vergessen wird: dass er gewartet hat, als wüsste er, dass Warten hier das Richtige ist. Er füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß" – und das ist alles, drei Worte, aber seine Stimme dabei klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs aufgehört hat, mehr zu sagen als das Notwendigste. Lucía trinkt, langsam, und der Kaffee ist bitter und schwer und hat einen Nachgeschmack, den sie nicht einordnen kann und der deshalb in ihr hängen bleibt, lange nachdem die Tasse leer ist. Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und ob das Feigheit war oder eine Art von Weisheit, die man sich erst erarbeiten muss, bevor man erkennt, dass sie keine ist, weiß sie in diesem Moment nicht und wird es vielleicht nie wissen. Die Woche, die folgt, ist eine Woche wie jede andere, außer dass sie es nicht ist, weil Lucía durch jeden ihrer Tage geht wie durch Wasser, das leicht zäher ist als sonst, und der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, hartnäckig und stumm, wie eine Frage, die sich weigert, in Sprache übersetzt zu werden. Am nächsten Samstag steigt sie früher als gewöhnlich in den Bus, als könnten zwanzig Minuten irgendetwas entscheiden, das bereits entschieden ist, und als sie an der Brücke ankommt, steht der Eimer noch da, aber der alte Mann sitzt nicht darauf, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, der Cola verkauft und so aussieht, als hätte er noch nie jemanden vermisst. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie mit einem Blick an, der sagt, dass er diese Frage schon kennt, auch wenn er sie heute zum ersten Mal hört, und antwortet: „Weitergegangen. Oder gestorben. Hier fragt man das nicht so genau nach, weil die Antwort meistens beides ist." Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die warm und süß ist und nach allem schmeckt außer nach dem, was sie braucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch fließt, gleichgültig und unbeeindruckt, als wäre Gleichgültigkeit die einzig würdige Reaktion auf ein Land, das seinen Menschen so viel weggenommen hat. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn und von niemandem bemerkt außer von jemandem, der gelernt hat, auf die kleinen Zeichen zu achten, weil die großen Zeichen ausgeblieben sind. Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig ausgefranst, der Art von blau, das einmal kräftiger war – und knüpft ihn neben den roten, nicht aus Sentimentalität, sondern aus einem Impuls, den sie nicht analysiert, weil manche Handlungen ihre Bedeutung verlieren, wenn man sie zu genau anschaut. Die zwei Fäden hängen nebeneinander im leichten Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich voneinander zu entfernen, und das ist vielleicht das Genaueste, was Lucía jemals über ihre Beziehung zu Javier gesagt hat, auch wenn sie kein Wort dabei gesprochen hat. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze in etwas Unbestimmtes auflösen, in einen Übergang zwischen Form und Formlosigkeit, der ihr heute nicht beunruhigend vorkommt, sondern wie eine ehrliche Aussage darüber, wie die Dinge wirklich sind. Irgendwo in diesem Auflösen ist Javier – das ist keine Hoffnung mehr und keine Überzeugung, sondern eine innere Setzung, die sie aufrechterhält, weil ein Mensch irgendwo sein muss, auch wenn das Irgendwo sich jeder Verifikation entzieht. Der Kaffee ist noch da, eine Woche später, tief im Hals, auf der Zungenspitze, fremd und vertraut in einem Atemzug, wie eine Sprache, die man als Kind gesprochen hat und die jetzt nur noch in den Schichten sitzt, die tiefer liegen als das Bewusstsein. Lucía wird nächste Woche wiederkommen – nicht aus Hoffnung, nicht aus Gewohnheit im banalen Sinne, sondern weil Treue manchmal die einzige Form von Würde ist, die einem bleibt, wenn alles andere, worauf man gezählt hat, sich in Schweigen aufgelöst hat; und Würde, das hat sie gelernt, ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung, die man jeden Samstag von Neuem trifft. == 88 == 1 -------------------- Doña Clara steht früh auf. Es ist noch dunkel draußen. Sie macht das Feuer im Hof an. Ein großer Topf steht über den Flammen. Sie kocht Reis für das Fest. Heute ist die Taufe ihrer Enkelin. Viele Menschen werden kommen. Die Nachbarn bringen Tische und Stühle. Die Männer schleppen schwere Bierkästen. Die Frauen schälen Kartoffeln. Doña Clara rührt langsam im Topf. Asche fliegt ihr ins Gesicht. Sie wischt sie nicht ab. Elena kommt mit einem Korb. Der Korb ist voller Limonen. Elena ist ihre Tochter und sie ist Lehrerin. Sie setzt sich neben ihre Mutter. Sie schneidet die Früchte in Scheiben. Keine von beiden spricht. Ein Hahn schreit laut. Die Nachbarin ruft von gegenüber: „Wann geht es los?" Doña Clara antwortet ruhig: „Wenn die Sonne unten ist." Die Nachbarin nickt. Sie versteht nicht viel, aber sie nickt trotzdem. Elena sitzt auf einem alten Eimer. Sie schält Zwiebeln. Es sind sehr viele Zwiebeln. Die Tränen laufen ihr über das Gesicht. Aber sie hört nicht auf. Plötzlich wirft sie das Messer auf den Boden. „Mama, er kommt nicht", sagt sie. Doña Clara dreht sich nicht um. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter. Die Hand zittert ein bisschen. Elena öffnet den Mund, aber sie sagt nichts. Sie nimmt das Messer wieder vom Boden. Sie schält weiter. Am Abend ist das Haus voller Gäste. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen herum. Eine alte Ziehharmonika spielt Musik. Der Walzer klingt ein wenig traurig. Doña Clara geht allein in die Kammer. Sie öffnet einen alten Schrank. Dort steht eine Flasche Rum. Auf der Flasche liegt Staub. Das rote Band ist noch original und fest gebunden. Santiago hat ihr diese Flasche geschenkt. Es war zu ihrem letzten Geburtstag vor drei Jahren. Doña Clara nimmt die Flasche vorsichtig in beide Hände. Sie trägt sie in die Küche. Sie stellt sie in die Mitte des großen Tisches. Tante Rosa fragt laut: „Trinkst du das jetzt?" Doña Clara schüttelt den Kopf. „Ich habe es nicht allein gekauft, um es allein zu trinken", sagt sie. Der Ziehharmonika-Spieler hält kurz an. Dann spielt er weiter, als wäre nichts gewesen. Niemand trinkt aus der Flasche. Aber niemand stellt sie weg. Es ist nach Mitternacht. Die meisten Gäste sind schon gegangen. Doña Clara sitzt auf einer Holzbank vor dem Haus. Die Flasche steht neben ihr auf dem Boden. Sie ist noch geschlossen. Elena kommt mit einer Wolldecke. Sie legt sie ihrer Mutter sanft um die Schultern. Mutter und Tochter schauen auf den Weg. Der Weg führt ins Dunkle und endet irgendwo im Nichts. Irgendwo bellt ein Hund. Elena flüstert leise: „Er sieht die Kerzen." Doña Clara schaut nicht weg. „Er sieht sie", sagt sie. Sie sitzen lange zusammen auf der Bank. Die Kerzen brennen langsam herunter. Die Flasche bleibt stehen. Der Morgen kommt leise, ohne zu fragen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Doña Clara schläft schlecht, weil sie an die Taufe denkt. Schon vor dem Morgengrauen steht sie auf und geht in den Hof. Das Feuer brennt langsam, und der Rauch riecht nach feuchtem Holz. Sie rührt im großen Topf, obwohl der Reis noch nicht kocht. Heute kommen viele Menschen, und alles muss fertig sein. Die Nachbarn helfen gerne, denn das Dorf kennt Doña Clara seit vielen Jahren. Ein Mann schleppt Bierkästen, ein anderer trägt lange Holztische auf dem Rücken. Doña Clara schaut ihnen zu, aber sie denkt an jemand anderen. Elena kommt aus dem Haus und bringt einen schweren Korb mit Zwiebeln und Limonen. Sie setzt sich auf einen umgedrehten Eimer und fängt sofort an zu arbeiten. Ihre Augen werden rot, weil die Zwiebeln so scharf sind. Niemand fragt, ob es nur die Zwiebeln sind. Plötzlich legt Elena das Messer auf den Boden und sagt: „Mama, er kommt nicht zurück." Doña Clara dreht sich nicht um, aber ihre Hand hält kurz an. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie, ohne zu zögern. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter und schweigt. Sie nimmt das Messer wieder und schält weiter, weil es nichts anderes zu tun gibt. Am Nachmittag kommen die ersten Gäste, und das Haus wird schnell laut. Kinder rennen durch die Zimmer, und alte Männer sitzen draußen im Schatten. Eine Ziehharmonika spielt einen Walzer, der ein bisschen traurig klingt. Doña Clara geht allein in die Kammer, ohne dass jemand ihr folgt. Sie öffnet einen alten Holzschrank, der nach Lavendel und Zeit riecht. Ganz hinten steht eine Rumflasche mit einem roten Band und Staub auf dem Etikett. Santiago hat ihr diese Flasche zum letzten Geburtstag geschenkt, drei Jahre ist das jetzt her. Doña Clara hält die Flasche lange in beiden Händen, bevor sie geht. Sie trägt sie langsam in die Küche und stellt sie in die Mitte des Tisches. Tante Rosa sieht es sofort und fragt: „Willst du die jetzt aufmachen?" Doña Clara schüttelt den Kopf und sagt ruhig: „Ich habe sie nicht gekauft, um allein zu trinken." Die Ziehharmonika verstummt für einen Moment, dann geht die Musik weiter. Keiner greift nach der Flasche, aber keiner fragt noch einmal, warum sie da steht. Nach Mitternacht sind die meisten Gäste gegangen, und das Haus ist wieder still. Doña Clara sitzt auf der alten Holzbank vor dem Haus und schaut in die Dunkelheit. Die Rumflasche steht neben ihr auf dem Boden, noch immer geschlossen. Elena kommt mit einer dicken Decke und legt sie ihr schweigend um die Schultern. Sie setzt sich neben ihre Mutter, und beide schauen auf den unbefestigten Weg. Der Weg führt aus dem Dorf heraus, in eine Richtung, die niemand mehr benennt. Irgendwo im Dunkeln bellt ein Hund, und dann ist es wieder still. Elena flüstert: „Er sieht die Kerzen, weißt du." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Blick zu bewegen: „Er sieht sie." Sie sitzen nebeneinander, bis die letzten Kerzen heruntergebrannt sind. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht. Der Morgen kommt langsam, ohne dass jemand ihn eingeladen hat. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum geschlafen, weil die Gedanken an das Fest sie nicht loslassen wollten. Als sie aufsteht, ist der Himmel noch dunkelblau, und das Dorf liegt still wie ein vergessenes Versprechen. Sie kniet neben dem offenen Feuer im Hof und rührt den Reis, obwohl er noch nicht heiß genug ist. Die Asche fliegt ihr ins Gesicht, und sie lässt es geschehen, ohne die Hand zu heben. Heute wird die kleine María getauft, und das ganze Dorf wird kommen, weil man sowas nicht alleine feiert. Nachbarn schleppen Tische über den Hof, Männer stapeln Bierkästen an die Hauswand, Frauen bringen Töpfe und Schüsseln. Es riecht nach Holzrauch, nach Fleisch, nach der feuchten Erde, die der Morgen immer mit sich bringt. Elena kommt mit einem schweren Korb aus dem Haus, setzt sich wortlos neben ihre Mutter und greift nach dem Messer. Sie schneidet Zwiebeln, eine nach der anderen, und die Tränen kommen so gleichmäßig, dass niemand fragt, ob es Schmerz ist. Irgendwann legt Elena das Messer hin und sagt mit leiser, harter Stimme: „Mama, er wird nicht kommen." Doña Clara rührt weiter, als hätte sie nichts gehört, aber ihre Schultern straffen sich für einen kurzen Moment. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und ihre Stimme lässt keinen Widerspruch zu. Elena will antworten, aber dann sieht sie, wie die Hand ihrer Mutter am Löffel zittert, ganz leicht, fast unsichtbar. Sie schweigt, nimmt das Messer wieder, und schält weiter, weil es das Einzige ist, was sie tun kann. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, erst einzeln, dann in kleinen Gruppen, laut und hungrig und gut gekleidet. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen hindurch, eine Ziehharmonika spielt, und das Haus füllt sich mit Wärme und Lärm. Doña Clara bewegt sich durch all das wie jemand, der ein Theaterstück kennt und trotzdem mitspielen muss. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, und antwortet kurz und freundlich, aber ihre Augen schauen immer ein Stück weiter. Als niemand sie beobachtet, geht sie in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und öffnet den alten Holzschrank. Die Rumflasche steht ganz hinten, hinter alten Tüchern, als hätte sie sich versteckt oder als hätte sie gewartet. Das rote Band ist noch original und unberührt, und der Staub auf dem Etikett erzählt, wie lange sie dort gestanden hat. Santiago hatte sie ihr zum Geburtstag gebracht, damals, als er noch da war, als er noch ein Gesicht hatte und eine Stimme. Doña Clara steht lange in der Kammer, die Flasche in den Händen, und atmet einmal tief durch, bevor sie geht. Sie trägt sie in die Küche und stellt sie ohne Erklärung in die Mitte des großen Tisches, zwischen Teller und Brot. Tante Rosa bemerkt es sofort, weil Tante Rosa immer alles bemerkt, und fragt: „Wird die heute aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, und der Satz klingt wie etwas, das man auswendig gelernt hat. Die Ziehharmonika hört für einen Atemzug auf, dann setzt sie wieder ein, und der Abend geht weiter wie geplant. Niemand trinkt aus der Flasche, aber niemand stellt sie weg, und nach einer Weile schaut auch niemand mehr hin. Nach Mitternacht sitzen die letzten Gäste auf den Bänken vor dem Haus, und die Stimmen werden leiser, eine nach der anderen. Doña Clara holt die Rumflasche aus der Küche und trägt sie nach draußen, als gehöre sie dorthin. Sie setzt sich auf die alte Holzbank, stellt die Flasche neben ihre Füße und schaut auf den unbefestigten Weg, der ins Dunkel führt. Elena kommt kurz darauf mit einer Decke, die sie ihr wortlos um die Schultern legt, bevor sie sich danebensetzt. Es ist eine dieser Nächte, in denen man redet, ohne zu sprechen, und trotzdem alles sagt, was gesagt werden muss. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund einmal kurz auf, dann ist es wieder still, und die Stille fühlt sich vollständig an. Elena flüstert, halb zu ihrer Mutter, halb zu niemandem: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch ist." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen: „Er sieht sie." Sie sitzen so, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht verlischt wie ein leises Wort. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht, ungeöffnet, unbewegt, genauso wie vor drei Jahren. Der Morgen kommt ohne Erlaubnis, wie er immer kommt, gleichgültig und unausweichlich und trotzdem irgendwie sanft. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum die Augen zugetan, weil die Gedanken an das Fest sie mit einer Hartnäckigkeit verfolgten, die an Schuld grenzte. Sie steht auf, bevor der Himmel sich entschieden hat, welche Farbe er annehmen will, und geht in den Hof, als hätte sie dort etwas vergessen. Das Feuer unter dem großen Topf brennt ungleichmäßig, und sie kniet daneben und rührt, obwohl der Reis noch kalt ist und es keinen Sinn ergibt. Asche legt sich auf ihr Gesicht, und sie lässt es geschehen, mit der Gleichgültigkeit eines Menschen, der gelernt hat, kleine Unbequemlichkeiten nicht zu bemerken. Heute wird die kleine María getauft, das erste Kind von Santiagos Frau, ein neues Leben, das in eine Welt kommt, in der sein Vater schon drei Jahre lang fehlt. Die Nachbarn erscheinen früh, ohne gerufen zu werden, weil das Dorf weiß, was sich gehört, und weil schweigendes Mitarbeiten manchmal die einzige Form von Trost ist, die man anbieten kann. Männer schleppen Tische und Bierkästen, Frauen bringen Töpfe und Süßigkeiten, und über allem liegt dieser besondere Geruch von Holzrauch und Erwartung, der Feste ankündigt. Elena kommt aus dem Haus, einen schweren Korb am Arm, setzt sich ohne Gruß neben ihre Mutter und greift nach dem Messer, als wäre diese Stille zwischen ihnen ein alter Vertrag. Die Zwiebeln bringen ihr die Tränen, und weil niemand sie fragt, muss sie auch nicht antworten, was eine Erleichterung ist, die sie sich nicht eingestehen will. Nach einer Weile legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden und sagt, ohne ihre Mutter anzuschauen: „Er kommt nicht, Mama, er ist nicht mehr irgendwo, wo er kommen könnte." Doña Clara rührt weiter, und nur wer genau hinschaut, sieht, wie sich der Rhythmus ihrer Hand für eine Sekunde unterbricht, bevor sie antwortet: „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann." Es ist kein Glaube, was in diesem Satz liegt, und auch keine Hoffnung im üblichen Sinne, sondern etwas Älteres, etwas, das man nicht widerlegen kann, ohne grausam zu sein. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält wie jemand, der sich daran festhält, und beschließt zu schweigen, weil Schweigen manchmal das Klügste ist. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das ist jetzt egal, weil es sowieso niemanden interessiert, woher sie kommen. Die Gäste treffen am Nachmittag ein, zuerst zögerlich, dann in Wellen, und das Haus füllt sich mit Stimmen und Kinderlärm und dem traurig-fröhlichen Klagen einer alten Ziehharmonika. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie jemand, der die Choreographie einer Feier auswendig kennt und sie trotzdem zum ersten Mal aufführt, mit einem Lächeln, das nicht erreicht, was es erreichen soll. Sie antwortet auf Fragen, nimmt Umarmungen entgegen, lobt das Kleid der Nachbarstochter, und tut dabei alles, was eine Gastgeberin tun muss, ohne auch nur einen Moment wirklich da zu sein. Als die Gelegenheit kommt, löst sie sich unbemerkt aus der Menge, geht durch den schmalen Gang in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und lehnt einen Atemzug lang dagegen. Der alte Holzschrank riecht nach Lavendel und nach einer Zeit, die nicht mehr existiert, und ganz hinten, hinter gefalteten Tüchern, steht die Flasche Rum, als hätte sie auf genau diesen Moment gewartet. Das rote Band ist unberührt, das Etikett trägt eine dünne Staubschicht, und Santiago hatte die Flasche mit beiden Händen überreicht und gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben. Doña Clara hält sie lange, ohne sie zu öffnen, ohne sich zu bewegen, und in der Stille der Kammer ist der Abstand zwischen damals und heute mit Händen zu greifen. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Erklärung und ohne Zögern in die Mitte des großen Tisches, zwischen Brotteller und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin. Tante Rosa, die in ihrem Leben noch keine Geste unkommentiert gelassen hat, beugt sich vor und fragt mit einem Unterton, der Neugier und Vorwurf mischt: „Wird die heute Abend noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, ruhig und endgültig, und der Satz legt sich über den Tisch wie ein Tischtuch, das niemand wegziehen will. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, dann setzt sie wieder ein, und der Abend rollt weiter, als wäre nichts gesagt worden, was nicht schon alle wussten. Niemand greift nach der Flasche, nicht aus Respekt, nicht aus Scheu, sondern weil jeder am Tisch spürt, dass sie nicht zum Trinken dasteht, sondern als Zeichen für etwas, das keinen Namen hat. Nach Mitternacht leert sich das Haus langsam, wie Wasser aus einem Becken läuft, und zurück bleiben nur die Stühle, die Reste, und eine Stille, die sich anders anfühlt als die vom Morgen. Doña Clara nimmt die Flasche, trägt sie nach draußen in die kühle Nachtluft und setzt sich auf die alte Holzbank, die vor dem Haus steht, seit sie denken kann. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer dicken Wolldecke, legt sie ihr ohne ein Wort um die Schultern und lässt sich daneben nieder, nah genug, dass die Schultern sich berühren. Sie schauen beide auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist und auf dem er nie zurückgekommen ist. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund zweimal kurz auf, dann kehrt die Stille zurück, vollständig und dicht, wie eine zweite Decke über beiden Frauen. Elena flüstert, mit einer Stimme, die weder Frage noch Aussage ist: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet sofort, ohne zu zögern, ohne den Blick von dem dunklen Weg zu nehmen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht stirbt, leise und ohne Drama, wie Dinge sterben, die ihren Zweck erfüllt haben. Die Flasche Rum steht die ganze Zeit zwischen ihren Füßen, ungeöffnet und unbewegt, ein Versprechen in Glas, das niemand eingelöst hat und das vielleicht gerade deshalb noch gilt. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne zu fragen und ohne zu warten, gleichmäßig und unausweichlich und auf seine Art barmherzig. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht keinen wirklichen Schlaf gefunden, sondern nur jene flache, unruhige Bewusstlosigkeit, die sich einstellt, wenn der Körper erschöpft ist, der Geist aber nicht aufhören will zu arbeiten. Sie steht auf, noch bevor das Licht sich entschieden hat, und tritt in den Hof hinaus, in die blaue Kälte des frühen Morgens, der nach nassem Gras und nach dem Holz des Feuers riecht, das sie nun entfacht, weil die Hände etwas brauchen, dem sie folgen können. Der Reis im großen Topf ist noch kalt, und sie rührt ihn trotzdem, mechanisch, mit jener ruhigen Hartnäckigkeit, die Menschen entwickeln, wenn das Tun wichtiger geworden ist als sein Ergebnis. Asche legt sich auf ihre Stirn und ihre Wangen, und sie wischt sie nicht ab, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil es eine Art ist, die Last des Tages schon am Morgen sichtbar zu tragen, bevor die Gäste kommen und alles hinter Freundlichkeit verschwinden muss. Heute wird Marías Taufe gefeiert, das erste Kind ihres Sohnes Santiago, ein kleines Leben, das in die Welt gekommen ist, ohne seinen Vater je gesehen zu haben, und das es vielleicht nie tun wird. Die Nachbarn erscheinen früh und ungebeten, weil das Dorf weiß, dass Doña Clara Hilfe braucht, und weil kollektives Arbeiten in solchen Momenten die einzige Sprache ist, die nicht lügt und nicht zu viel verlangt. Männer schleppen Tische über den holprigen Hof, stapeln Bierkästen unter dem Vordach, und über allem liegt dieser schwere, vertraute Geruch von Holzrauch und Kochfleisch, der Feste ankündigt und gleichzeitig an all die anderen Feste erinnert, die schon gewesen sind. Elena kommt aus dem Haus, den schweren Korb in der Armbeuge, und setzt sich neben ihre Mutter, ohne sie zu grüßen, weil zwischen Müttern und Töchtern, die sich kennen wie diese beiden, ein Gruß manchmal zu viel wäre. Sie greift nach dem Messer und beginnt die Zwiebeln zu schneiden, schweigend und gleichmäßig, und die Tränen, die ihr über das Gesicht laufen, sind aus einem Material, das man an diesem Morgen nicht voneinander unterscheiden will. Irgendwann legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden, schaut geradeaus in den Rauch, und sagt mit der Stimme eines Menschen, der eine Wahrheit lange aufbewahrt hat und nun nicht mehr kann: „Er kommt nicht, Mama, und du weißt es." Doña Clara rührt weiter, ohne die Geschwindigkeit zu verändern oder den Blick zu heben, und nur wer sie sehr genau kennt, erkennt am kurzen Innehalten ihrer Schultern, dass der Satz sie getroffen hat wie ein Stein, den man nicht kommen sieht. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und dieser Satz ist kein Glaube im religiösen Sinne und keine Hoffnung im rationalen, sondern jene dritte Sache, für die es kein gutes Wort gibt, das Festhalten an einer Möglichkeit, nicht weil sie wahrscheinlich ist, sondern weil das Gegenteil nicht auszuhalten wäre. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält und dabei ganz leicht zittert, kaum sichtbar, aber unübersehbar für jemanden, der diese Hand seit der Kindheit kennt, und das Widersprechen versiegt in ihr, bevor es zur Sprache findet. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das macht nichts, denn hier im Hof, mit dem Rauch und dem Geruch von Zwiebeln, braucht niemand zu erklären, warum Augen nass werden. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, zunächst zögerlich, dann in jener selbstverstärkenden Welle, die entsteht, wenn genug Menschen bereits da sind, um den Ankömmlingen das Gefühl zu geben, dass sie nichts verpassen dürfen. Das Haus füllt sich mit Stimmen, mit Kindergeschrei, mit dem traurig-festlichen Klagen einer alten Ziehharmonika, die einen Walzer spielt, der schon zu anderen Anlässen gespielt wurde und deshalb etwas Unstimmiges hat, etwas, das passt und nicht passt zugleich. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie eine Frau, die eine Rolle sehr gut gelernt hat und die weiß, dass Schwäche das Letzte wäre, was ihr die Gäste abnehmen würden, ohne es ihr vorzuwerfen. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, nimmt Umarmungen an, lobt das Essen und die Kinder, und tut das alles mit einer Präzision, die Herzlichkeit imitiert ohne sie zu fühlen, nicht aus Falschheit, sondern aus Erschöpfung. Als sich eine Gelegenheit öffnet, löst sie sich lautlos aus dem Gewebe der Feier, geht durch den schmalen Korridor in die Kammer und schließt die Tür hinter sich mit der Sorgfalt eines Menschen, der die Stille vor dem Geräusch schützen will. Der alte Holzschrank steht dort, wo er immer gestanden hat, und riecht nach Lavendel und nach der Zeit selbst, nach dem Staub aufgehobener Dinge, die man weder wegwerfen noch anfassen kann. Ganz hinten, hinter sorgfältig gefalteten Tüchern, die sie selbst dort abgelegt hat, steht die Rumflasche, das rote Band unberührt, das Etikett unter einer dünnen Staubschicht leserlich, ein Objekt, das drei Jahre lang auf seinen Moment gewartet hat, ohne zu wissen, was für ein Moment das sein würde. Santiago hatte ihr diese Flasche zum Geburtstag gebracht, mit beiden Händen, mit diesem Lächeln, das seine Augen faltig werden ließ, und hatte gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben, und nun ist ein besonderer Anlass, und er ist nicht da. Doña Clara steht lange in der Kammer, hält die Flasche in den Händen ohne sie zu öffnen, und in der Stille zwischen diesen vier Wänden erlaubt sie sich für einen einzigen Moment das, was sie sich den ganzen Tag nicht erlaubt hat: stillzuhalten und zu spüren, wie schwer das alles ist. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Ankündigung und ohne Erklärung in die genaue Mitte des großen Tisches, zwischen Brot und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie das schon immer gewusst. Tante Rosa, deren Leben aus dem Registrieren unausgesprochener Dinge besteht und die in dieser Fähigkeit eine Kunstfertigkeit entwickelt hat, die manchmal Grausamkeit berührt, beugt sich sofort vor und fragt: „Wird die heute noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara mit einer Ruhe, die keine Antwort erwartet und keine duldet, und der Satz hängt im Raum wie etwas, das alle schon immer gewusst haben, ohne es je formuliert zu haben. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, fast unmerklich, als hätte auch der Spieler zugehört, und dann setzt sie wieder ein, und der Abend trägt sich weiter, als wäre nichts geschehen, was nicht zum Fest gehörte. Niemand greift nach der Flasche, über den ganzen Abend nicht, nicht einmal die Trinkfreudigen, nicht einmal die Gedankenlosen, weil etwas in ihrer Aufstellung am Tisch und in der Art, wie Doña Clara sie hingestellt hat, unmissverständlich sagt, dass sie nicht zum Trinken da ist. Nach Mitternacht leert sich das Haus in jenem langsamen, unaufhaltsamen Prozess, der jeden Abend beschließt, wenn die Energie der Feier verbraucht ist und die Menschen wieder zu sich selbst zurückfinden müssen. Doña Clara nimmt die Flasche vom Tisch, trägt sie nach draußen in die kühle Stille der Nacht und setzt sich auf die alte Holzbank vor dem Haus, als wäre das eine Entscheidung, die sie schon am Morgen getroffen hat. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer schweren Wolldecke, legt sie ihr um die Schultern mit einer Geste, die zu zärtlich ist, um ein Wort daneben zu brauchen, und setzt sich so nah, dass die Schultern sich berühren. Beide schauen auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist an jenem Tag vor drei Jahren, ohne sich umzudrehen oder Bescheid zu sagen, und auf dem seither nur Abwesenheit zurückgekehrt ist. Irgendwo hinter dem Dorf bellt ein Hund zweimal, kurz und ohne Nachdruck, und dann kehrt die Stille zurück, vollständig und vertraut, wie ein Raum, in dem man schon lange wohnt. Elena flüstert, mit einer Stimme, die sich nicht entschieden hat, ob sie beten oder behaupten will: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen, ohne die Stille erst zu lassen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett in sich zusammengesunken ist und das Licht erlischt, leise und vollständig, mit jener Würde, die Dinge haben, die ihren Zweck erfüllt haben und nun aufhören dürfen. Die Rumflasche steht zwischen ihren Füßen, ungeöffnet, das rote Band noch immer gebunden, ein Versprechen in Glas und Ton, das niemand eingelöst hat, und das vielleicht gerade deswegen noch nicht erloschen ist. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne Erlaubnis und ohne Ankündigung, gleichmäßig und unerbittlich und in seiner Gleichgültigkeit auf eine Art, die man, wenn man will, auch Gnade nennen kann. == 89 == 1 -------------------- Die lateinischen Worte Es ist sieben Uhr morgens. Niall geht zur Kirche. Die Kirche steht am Ende des Dorfes. Das Dorf liegt an der Westküste. Es regnet schon seit drei Wochen. Die Straßen sind nass. Die Felder sind nass. Alles ist grau. Niall hat den Schlüssel in der Hand. Das Schloss quietscht laut. Es hat immer so gequietscht. Drinnen riecht es nach altem Stein. Es riecht auch nach Weihrauch. Niall mag diesen Geruch. Er zündet zwei Kerzen an. Nur zwei, nicht mehr. Der dritte Kerzenständer ist leer. Er war schon seit Ostern leer. Niall schaut kurz zur Muttergottes. Dann geht er wieder nach draußen. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus. Father Brennan steht schon im Flur. Der alte Priester ist 79 Jahre alt. Er hält das Messgewand über dem Arm. Er schaut Niall an und sagt: „Du bist zu spät." Niall sagt: „Es ist erst Viertel nach sieben." Brennan sagt: „Das ist zu spät." Sie gehen zusammen zurück zur Kirche. Brennan geht langsam. Seine Finger zittern ein wenig. Niall geht neben ihm. Er sagt nichts. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar. Er dreht dem Raum den Rücken zu. Er beginnt die Messe. Er spricht auf Latein. Die Worte sind alt und leise. Niall sitzt auf der ersten Bank. Die anderen Bänke sind alle leer. Früher saßen hier viele Menschen. Alte Frauen mit Kopftüchern. Männer, die nach Torf rochen. Das ist lange her. Brennan dreht sich um und sagt: „Dominus vobiscum." Niall antwortet: „Et cum spiritu tuo." Seine Stimme ist ruhig. Es ist genug. Sie machen weiter. Niall kennt alle Antworten. Er hat sie als Kind gelernt. Er war Ministrant, mit sieben Jahren. Dann kommt der wichtige Moment. Brennan hebt die Hostie. Er will die Worte sprechen. Aber sein Mund bleibt offen. Er sagt nichts. Seine Finger halten die Hostie fest. Sein Gesicht ist ruhig, aber seine Augen suchen. Niall sieht das. Er wartet eine Sekunde. Dann flüstert er leise: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Brennan schließt die Augen. Er nickt einmal. Er spricht weiter. Die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen. Sie gehen zusammen zum Pub. Sie sagen kein Wort auf dem Weg. Im Pub sind sie allein. Der Wirt bringt zwei Gläser Guinness. Er dreht das Radio leiser. Brennan sagt: „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt." Er sagt: „Das war der einzige Unterricht, der zählte." Er sagt: „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an. Draußen hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit Wochen. Keiner von beiden schaut zum Fenster. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die lateinischen Worte Um sieben Uhr morgens nimmt Niall den Schlüssel vom Haken und geht zur Kirche. Das Dorf liegt still da, wie es immer liegt, wenn es regnet. Es regnet seit drei Wochen, jeden Tag, ohne Pause. Die Kirche steht am Ende der Straße, grau und schwer, wie ein alter Mann. Das Schloss quietscht, als Niall die Tür aufdrückt – es hat immer so gequietscht. Der Geruch kommt sofort: feuchter Stein, Weihrauch, etwas Modernes, das er nicht benennen kann. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer ist. Niemand hat neue Kerzen gekauft, und niemand hat gefragt warum. Niall schaut kurz zur Statue der Muttergottes, dann dreht er sich um. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus, die Hände in den Taschen. Father Brennan steht schon im Flur, das Messgewand über dem linken Arm. „Du bist zu spät", sagt der alte Mann, ohne Niall anzuschauen. „Es ist Viertel nach sieben", sagt Niall, „die Glocke läutet um halb acht." Brennan antwortet nicht, er geht einfach los. Niall folgt ihm, einen halben Schritt hinter ihm, wie immer. Der alte Priester ist 79 Jahre alt, aber er geht noch geradeaus. Nur seine Finger zittern, das sieht man, wenn er den Kelch hält. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar und dreht dem Raum den Rücken zu. Die Bänke hinter Niall sind leer – alle, bis zur letzten Reihe. Früher saßen hier dreißig, vierzig Menschen, manchmal mehr. Alte Frauen in dunklen Kleidern, Männer mit roten Händen, Kinder, die nicht stillsitzen konnten. Das ist fünf Jahre her, als der junge Priester wegging und niemand mehr kam. Brennan hat trotzdem weitergemacht, jeden Sonntag, für niemanden. Niall ist gekommen, nicht weil er glaubt, sondern weil er nicht will, dass der alte Mann allein steht. Die Messe beginnt, und Brennans Stimme füllt die Stille. Die lateinischen Worte fallen langsam, einer nach dem anderen, wie Tropfen in einen Brunnen. Niall sitzt auf der ersten Bank und antwortet, wenn er dran ist. „Et cum spiritu tuo" – die Worte kommen automatisch, aus dem Gedächtnis eines Kindes. Er war sieben Jahre alt, als er sie zum ersten Mal sagte. Er erinnert sich nicht mehr, ob er damals verstanden hat, was sie bedeuten. Vielleicht spielt das keine Rolle. Brennan dreht sich um, schaut über Niall hinaus in die leeren Reihen. „Dominus vobiscum", sagt er, leise, fast fragend. Niall antwortet, und Brennan nickt einmal, kaum sichtbar. Die Messe geht weiter, Satz für Satz, wie ein altes Schiff, das seinen Kurs kennt. Dann kommt der Moment, den Niall nicht erwartet hat. Brennan hält die Hostie in den Händen und öffnet den Mund. Kein Wort kommt. Nur ein kurzer Laut, dann Stille. Brennans Gesicht bleibt ruhig, aber seine Finger drücken die Hostie ein bisschen zu fest. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes. Er sieht das blinde Auge, das nichts sieht, und das andere, das zu viel weiß. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine. Niall atmet einmal tief, und dann flüstert er: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus ihm heraus wie etwas, das er nie wirklich vergessen hat. Brennan schließt die Augen, nickt einmal, und spricht weiter. Die Hostie bewegt sich in der Stille, und die Messe geht weiter. Nach dem letzten Segen löscht Niall die Kerzen. Sie gehen zusammen aus der Kirche, ohne zu sprechen. Der Regen fällt leise auf das Pflaster, wie immer. Im Pub sind sie allein, außer dem Wirt, der schweigend den Tresen wischt. Zwei Gläser Guinness stehen vor ihnen, halb voll, noch nicht angerührt. Brennan schaut auf sein Glas und sagt: „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war." „Das war der einzige Unterricht, der wirklich gezählt hat", sagt er dann. „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt ruhig: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an, leise, ohne zu lachen. Draußen vor dem Fenster hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit drei Wochen ist es still. Keiner von beiden schaut hin. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die lateinischen Worte Niall kennt jeden Stein des Weges zur Kirche, jeden Riss im Pflaster, jede Stelle, wo das Gras zwischen den Platten wächst. Er geht diesen Weg jeden Sonntag, seit fünf Jahren, kurz vor sieben Uhr morgens, wenn das Dorf noch schläft. Der Regen fällt gleichmäßig, wie er es seit Wochen tut, ohne Unterbrechung, ohne Absicht. An der Westküste ist das so: Der Regen kommt nicht als Ereignis, er ist einfach da, wie die See, wie der Wind, wie die Stille. Das Schloss der Kirchentür quietscht, als er den Schlüssel dreht, und dieser Laut gehört für Niall zum Sonntag wie die Glocke selbst. Drinnen riecht es nach feuchtem Stein und altem Weihrauch, ein Geruch, der sich in den Wänden festgesetzt hat wie ein Gebet, das niemand mehr spricht. Er zündet zwei Kerzen an – nur zwei, weil der Ständer vor der Muttergottes seit Ostern leer steht und keiner der Mut hatte, das zu ändern. Das flackernde Licht wirft lange Schatten auf die leeren Bänke, und für einen Moment sieht die Kirche fast belebt aus. Dann holt er Father Brennan ab. Der alte Priester steht bereits im Flur des Pfarrhauses, das Messgewand sorgfältig über den linken Arm gelegt, als hätte er die ganze Nacht gewartet. „Du bist zu spät", sagt Brennan, ohne Niall anzusehen, mit der ruhigen Bestimmtheit eines Mannes, der nicht mehr streitet, sondern nur noch feststellt. Niall erklärt, dass es erst Viertel nach sieben ist und die Glocke erst um halb acht läutet, aber er weiß bereits, dass die Antwort keine Rolle spielt. Sie gehen den schmalen Weg zwischen den Hecken, Brennan einen halben Schritt voraus, Niall hinter ihm, wie es sich so ergeben hat. Der alte Mann geht langsamer als früher, aber er geht noch aufrecht, und das ist etwas, das Niall jedes Mal auffällt, ohne dass er weiß, warum. In der Kirche nimmt Brennan seinen Platz vor dem Altar ein, dreht der leeren Gemeinde den Rücken zu und beginnt. Die lateinischen Worte kommen ruhig und gleichmäßig, getragen von einer Stimme, die mit den Jahren brüchiger geworden ist, aber nie unsicher. Niall sitzt auf der ersten Bank und hört zu, wie man einem Fluss zuhört, der immer schon da war. Die Bänke hinter ihm sind leer, und trotzdem füllen sie den Raum irgendwie, mit dem Gewicht all der Sonntage, an denen hier Menschen saßen. Er erinnert sich noch an die alten Frauen in ihren dunklen Kleidern, an die Männer mit den rissigen Händen, an die Kinder, die auf der Holzbank rutschten und einen Blick zugeworfen bekamen. Das alles ist fünf Jahre her, seit der junge Priester die Gemeinde verlassen hat und die Sonntagsmesse zu einer Laienandacht wurde. Brennan hat davon nichts wissen wollen und hält seitdem seine eigene Messe, still, auf Latein, ohne Erlaubnis, ohne Publikum. Niall ist geblieben, nicht weil der Glaube ihn hält, sondern weil er den Gedanken nicht aushält, dass der alte Mann allein vor dem Altar steht. Er antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die er als Siebenjähriger auswendig gelernt hat und die in ihm geblieben sind wie eine Melodie, die man nicht mehr loswird. „Dominus vobiscum", sagt Brennan, und dreht sich kurz um, sein gutes Auge sucht Niall, findet ihn. „Et cum spiritu tuo", antwortet Niall, und das reicht. Sie kennen diesen Rhythmus, dieses Geben und Nehmen, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Dann kommt die Wandlung. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Finger zittern leicht, und öffnet den Mund. Nichts. Ein kurzer, gebrochener Laut, dann eine Stille, die sich anfühlt, als würde die Kirche den Atem anhalten. Brennans Gesicht zeigt keine Panik, nur eine Art erschöpftes Suchen, als blättere er in einem Buch, dessen Seiten er nicht mehr sehen kann. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes, die blinde Pupille, die ins Leere gerichtet ist, die Finger, die die Hostie zu fest halten. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkommen, wie sie es manchmal tun. Sie kommen nicht. Dann hört er sich selbst flüstern, fast ohne es zu wollen: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus einer Tiefe, die er nicht kannte, aus einem Teil von ihm, der offenbar nie aufgehört hat, Ministrant zu sein. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig, als wäre nichts gewesen. Die Hostie hebt sich, und die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand ab, sie verlassen die Kirche, ohne ein Wort darüber zu verlieren, was gerade passiert ist. Der Regen empfängt sie vor der Tür wie ein geduldiger Bekannter. Im Pub stellen sie ihre nassen Jacken auf die Stühle und setzen sich an den Tresen. Der Wirt bringt zwei halbe Guinness, dreht das Radio leiser und lässt sie in Ruhe, weil er gelernt hat, dass das das Richtige ist. Brennan starrt eine Weile in sein Glas, bevor er spricht. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich das Gefühl hatte, dass es um etwas geht." Er macht eine Pause, dreht das Glas langsam in den zitternden Händen. „Jetzt zählt nichts mehr davon." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, dann wieder auf Brennan. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie stoßen an, ohne Feierlichkeit, ohne Lächeln, mit der ruhigen Geste zweier Männer, die sich seit Jahren kennen und wenig erklären müssen. Draußen hört der Regen auf. Es geschieht einfach so, ohne Ankündigung, mitten in einem Augenblick, der ohnehin schon zu voll ist. Durch das beschlagene Fensterglas sieht man ein blasses Licht zwischen den Wolken. Keiner von beiden dreht sich um. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die lateinischen Worte Der Sonntag beginnt für Niall nicht mit dem Aufwachen, sondern mit dem Moment, in dem er den Schlüssel vom Haken nimmt und weiß, dass es wieder Zeit ist. Draußen hängt der Regen wie eine Wand zwischen den Häusern, dicht und gleichgültig, seit drei Wochen derselbe Regen, der sich längst nicht mehr wie Wetter anfühlt, sondern wie Zustand. Das Dorf liegt still, wie es an Sonntagen liegt, wenn die wenigen, die noch hier wohnen, hinter beschlagenen Fenstern bleiben und niemand erwartet, dass einer von ihnen zur Kirche geht. Niall geht trotzdem, nicht weil er müsste, sondern weil aufzuhören eine Entscheidung wäre, und er hat noch keine getroffen. Das Schloss quietscht, als er die schwere Eichentür aufdrückt, ein vertrauter Laut, der seit hundert Jahren derselbe ist und in seiner Beständigkeit etwas fast Tröstliches hat. Die Kirche riecht nach feuchtem Stein und Weihrauch und nach der spezifischen Kälte alter Gebäude, die selbst im Sommer nicht ganz weicht, als hätte sich die Temperatur in den Wänden verselbständigt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer – der vor der Muttergottes – seit Ostern leer steht, und weil niemand diesen Umstand je laut angesprochen hat, ist er zu einer Art stillschweigendem Einverständnis geworden. Das flackernde Licht fällt auf die leeren Bänke und zeichnet Schatten, die aussehen wie Personen, wenn man nicht genau hinschaut. Niall schaut nicht genau hin. Er holt Father Brennan ab, wie jeden Sonntag, den schmalen Weg zwischen den Hecken entlang, der nach Regen immer ein bisschen rutschig ist. Der alte Priester steht bereits im Flur, das Messgewand über dem Arm, die weißen Augenbrauen zusammengezogen, als hätte er auf etwas gewartet, das sich nicht beeilte. „Du bist zu spät", sagt Brennan, mit der Autorität eines Mannes, für den die Zeit nicht mehr eine Abfolge von Minuten ist, sondern eine Frage der Haltung. Niall erklärt sachlich, dass es Viertel nach sieben ist, dass die Glocke erst um halb acht läutet, dass sie in der Zeit sind – aber er weiß, während er es sagt, dass dieser Austausch nicht über Zeit handelt. Sie gehen nebeneinander, Brennan einen halben Schritt voraus, weil er es nicht anders kennt, Niall hinter ihm, weil er gelernt hat, dass manche Positionen keine Entscheidung, sondern eine Übereinkunft sind. Die Kirche empfängt sie mit der Kälte, die sie immer hat, und Brennan geht ohne Zögern zum Altar, als würde er einen Raum betreten, der ihm gehört, obwohl er das, streng genommen, nicht mehr tut. Er dreht dem Kirchenschiff den Rücken zu, streckt die zitternden Hände über den Kelch und beginnt zu sprechen. Das Latein kommt ruhig und kontinuierlich, brüchig in der Oberstimme, aber stabil in seinem Rhythmus, wie ein altes Seil, das mehr trägt, als man ihm ansieht. Niall sitzt auf der ersten Bank, die Hände zwischen den Knien, und antwortet auf die Rufe, die Antworten erfordern, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwanzig Jahre hinweg aufbewahrt hat, ohne je dazu aufgefordert worden zu sein. Die Bänke hinter ihm sind leer, aber ihre Leere ist nicht nichts – sie ist die Summe aller Sonntagmorgen, an denen hier Menschen saßen, die jetzt entweder fortgezogen oder gestorben sind, was an der Westküste auf dasselbe hinausläuft. Er erinnert sich an die alten Frauen, die den Rosenkranz zwischen den Fingern rollten wie Händler ihre Münzen, an die Männer, die nach Torf rochen und nach dem Gottesdienst wortlos aneinandervorbeigingen, als hätte die Stunde des Schweigens eine Verlängerung bekommen. Das Bistum hat vor fünf Jahren entschieden, dass eine Laienandacht genüge, und die Gemeinde hat sich, wie Gemeinden das tun, gefügt. Brennan hat sich nicht gefügt, er hat einfach weitergemacht, still, ohne Erlaubnis, ohne Publikum, weil ihm die Vorstellung, dass die Messe aufhört, absurder erschien als die Vorstellung, sie allein zu halten. Niall ist geblieben, nicht aus Glauben, sondern aus einer Art Pflichtgefühl, das keinen religiösen Kern hat, aber einen menschlichen, und das vielleicht dasselbe ist. „Dominus vobiscum", sagt Brennan und dreht sich halb um, sein gutes Auge findet Niall mit der Präzision langer Gewohnheit. „Et cum spiritu tuo" – Niall sagt es ohne Pause, und Brennan nickt, kaum wahrnehmbar, und dreht sich wieder zum Altar. Es gibt einen Austausch in diesem Ritual, der weder Gespräch ist noch Gebet, sondern etwas dazwischen, etwas, für das es kein passendes Wort gibt außer vielleicht: Anwesenheit. Die Messe trägt sich selbst vorwärts, Satz für Satz, und Niall lehnt sich ein wenig zurück und lässt die lateinischen Worte über sich hinweggehen wie Wasser. Dann kommt die Wandlung, und alles stockt. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Lippen formen sich zu einem Wort, das nicht kommt – ein offener Mund, ein abgebrochener Laut, eine Stille, die sich von anderen Stillen unterscheidet, weil in ihr etwas fehlt, das da sein sollte. Nialls Blick geht sofort zu den Händen des alten Mannes, die die Hostie mit einer Kraft halten, die wie Festhalten aussieht, nicht wie Darbringen. Er sieht den Schweiß, der sich auf Brennans Stirn gesammelt hat, das blinde Auge, das in eine Richtung zeigt, die keiner kennt, die erschöpfte Suche in den Zügen eines Gesichts, das gelernt hat, sich nichts anmerken zu lassen. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und Niall hält die Luft an, weil er nicht weiß, ob Eingreifen Hilfe ist oder Einmischung. Dann hört er sich selbst sprechen, leise, fast atemlos: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Es sind Worte, die er als Kind gelernt hat, in einer Zeit, in der man Dinge lernte, ohne zu verstehen, dass man sie behalten würde, und die jetzt aus ihm herauskommen wie etwas, das nie wirklich fort war. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er nicht erbeten hat, es aber trotzdem nimmt. Er öffnet sie wieder und spricht weiter, ruhig, gleichmäßig, als wäre nichts gewesen, und vielleicht ist das die eigentliche Kunst: nicht, dass man nie ins Stocken gerät, sondern dass man weiterspricht, wenn jemand den Faden hält. Die Messe endet ohne weiteren Zwischenfall. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Gewand ab mit der präzisen Sorgfalt eines Mannes, der weiß, dass Nachlässigkeit in kleinen Dingen eine Haltung ist, keine Effizienz. Sie verlassen die Kirche und sprechen kein Wort über das, was passiert ist, was die einzig mögliche Form ist, darüber zu sprechen. Der Regen nimmt sie schweigend in Empfang. Im Pub hängen ihre nassen Jacken an den Stühlen, und der Wirt stellt zwei halbe Guinness vor sie hin, ohne zu fragen, weil er seit Jahren weiß, was Sonntag bedeutet. Brennan sitzt eine Weile still, die Hände um das Glas, und schaut auf die dunkle Flüssigkeit, als läse er etwas darin. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, mit der ruhigen Sachlichkeit eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, „in einem Klassenzimmer, das nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich gespürt habe, dass die Sprache selbst etwas trägt, unabhängig davon, ob jemand zuhört." Er dreht das Glas langsam in den Händen, und Niall sieht, wie stark die Finger zittern, wenn sie nichts halten. „Jetzt zählt das alles nichts mehr", sagt Brennan, nicht bitter, sondern mit der Feststellung von jemandem, der einen Beweis für eine Theorie geliefert bekommen hat, die er nie beweisen wollte. Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, mit der Ruhe eines Mannes, der nicht nach Worten sucht, weil er weiß, dass die richtigen kurz sind. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit zweier Menschen, die so viele Sonntage geteilt haben, dass Gesten keine Erklärung mehr brauchen. Draußen vor dem beschlagenen Fenster hört der Regen auf. Er hört einfach auf, mitten in allem, ohne Ankündigung, und für einen Moment liegt das Dorf in einer Stille, die sich von der gewöhnlichen unterscheidet, weil sie nicht erwartet wurde. Ein blasses Licht schiebt sich zwischen den Wolken durch, fällt schräg auf die nasse Straße. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die lateinischen Worte Es gibt Gewohnheiten, die man nicht mehr begründet, weil die Begründung irgendwann in der Wiederholung selbst verschwunden ist, und Nialls Sonntage gehören seit fünf Jahren zu dieser Kategorie. Um kurz vor sieben nimmt er den Schlüssel vom Haken neben der Tür, zieht die Jacke über, ohne nachzudenken, und tritt in den Regen, der seit drei Wochen fällt, als wäre er kein meteorologisches Ereignis mehr, sondern ein Aggregatzustand der Westküste. Das Dorf liegt in jener spezifischen Sonntagsstille, die nicht Ruhe ist, sondern Abwesenheit – keine Menschen auf der Straße, keine Stimmen, nur das gleichmäßige Rauschen des Regens gegen Stein und Dach und die gelegentliche Möwe, die dagegen ankämpft, als wüsste sie es besser. Die Kirche am Ende der Straße ist ein Gebäude, das seine Zweckbestimmung überlebt hat, aber das macht es, wie Niall nach fünf Jahren Sonntagmorgen weiß, nicht weniger wahr, sondern nur schwerer zu erklären. Das Schloss quietscht, wie es seit Menschengedenken quietscht, und dieser Laut hat aufgehört, ihn zu stören, weil er gelernt hat, dass Beständigkeit in einem Ort, der von Aufgabe und Weggang durchzogen ist, ihren eigenen Wert hat. Drinnen empfängt ihn der Geruch, der sich in langen Jahren in die Poren des Steins eingegraben hat: Weihrauch, Feuchtigkeit, das stumpfe Holz der Bänke und darunter, kaum wahrnehmbar, etwas, das er als Kind für Heiligkeit hielt und das er heute nicht mehr benennt, weil jeder Name dafür falsch klingt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer steht und diese Leere inzwischen so selbstverständlich geworden ist, dass sie aufgehört hat, eine Aussage zu sein, und einfach Tatsache ist. Das flackernde Licht trifft die leeren Bänke und wirft Schatten, die sich bewegen wie Anwesende, und Niall lässt diesen Eindruck geschehen, ohne ihn zu korrigieren. Er geht den schmalen, regennassen Weg zum Pfarrhaus, und Father Brennan steht bereits im Flur, das Messgewand mit der zeremonösen Sorgfalt eines Mannes über den linken Arm gelegt, der weiß, dass Form das ist, was bleibt, wenn der Inhalt schwächer wird. „Du bist zu spät", sagt Brennan, und es ist keine Feststellung über Uhrzeiten, sondern eine Aussage über die Beschaffenheit der Welt, die der alte Priester seit Jahrzehnten zu langsam findet. Niall erklärt, was er erklären kann – Viertel nach sieben, Glocke um halb acht, alles im Rahmen –, aber er erklärt es mit der halbherzigen Überzeugung eines Mannes, der weiß, dass sein Gesprächspartner keine Gegenmeinung erwartet, sondern Gesellschaft. Sie gehen nebeneinander den Weg zur Kirche, Brennan einen halben Schritt voraus, und diese Anordnung ist so selbstverständlich geworden, dass sie nicht mehr Vorrang bedeutet, sondern einfach: so ist es. Der alte Mann geht langsamer als noch vor zwei Jahren, die Schultern ein wenig vorgezogen gegen den Regen, und Niall passt seinen Schritt an, ohne darüber nachzudenken, mit jener unbemerkten Rücksicht, die sich zwischen Menschen entwickelt, die regelmäßig Zeit miteinander verbringen, ohne viel zu reden. Im Kirchenraum nimmt Brennan sofort seinen Platz vor dem Altar ein, als existiere für ihn keine Übergangszeit zwischen Kommen und Beginnen, und Niall setzt sich auf die erste Bank, seinen angestammten Platz, während hinter ihm die leeren Reihen schweigen. Diese Leere hat Niall lange beschäftigt, in den ersten Monaten noch als Vorwurf, dann als Frage, und schließlich als etwas, das keiner Kategorisierung mehr bedarf, weil es einfach der Zustand ist, in dem die Messe stattfindet. Die verschwundene Gemeinde ist trotzdem anwesend, in einer Weise, die sich seiner Beschreibung entzieht: die alten Frauen, die den Rosenkranz wie eine Notwendigkeit in den Händen hielten, die Männer mit den vom Torf gefärbten Händen, die Kinder, die auf den Bänken rutschten und Seitenblicke der Mütter ernteten. Sie sind fort, die meisten gestorben, manche weggezogen, und der Unterschied ist an der Westküste geringer, als er anderswo wäre. Brennan hat auf all das nicht mit Resignation reagiert, sondern mit einer Sturheit, die Niall je länger, desto mehr bewundert: Er hat einfach weitergemacht, die Messe gehalten, still, auf Latein, ohne bischöfliche Genehmigung, ohne Publikum, weil die Alternative – aufzuhören – für ihn keine logische Konsequenz, sondern eine Kapitulation war, die er nicht zu vollziehen gedachte. Niall ist bei ihm geblieben, nicht aus Glauben, denn dazu wäre er zu ehrlich sich selbst gegenüber, sondern aus einem Pflichtgefühl, das keine religiöse Grundlage hat, aber eine menschliche, und das vielleicht nicht so weit auseinanderliegt, wie es klingt. Das Latein füllt die Kirche wie Wasser einen Behälter, das heißt: es nimmt die Form des Raumes an, ohne ihn zu verändern, gleichmäßig, kontinuierlich, Brennans Stimme altert hörbar mit jedem Jahr, aber ihr Rhythmus nicht. Niall antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwei Jahrzehnte bewahrt hat wie Dinge, die man in einem Keller einlagert und vergisst, bis man sie braucht: „Et cum spiritu tuo", „Sed libera nos a malo", die kurzen Antworten des Ministranten, die er mit sieben Jahren auswendig lernte, ohne zu wissen, dass er sie mit siebenundzwanzig noch sprechen würde. „Dominus vobiscum" – Brennan dreht sich kurz um, sein gutes Auge findet Niall mit der unbeirrten Sicherheit jahrzehntelanger Gewohnheit, und in diesem Blick liegt weder Frage noch Dank, nur die stille Erwartung, dass da ist, was da sein soll. „Et cum spiritu tuo" – Niall antwortet, und Brennan nickt und dreht sich zurück, und in diesem kleinen Austausch liegt so etwas wie Liturgie, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Die Messe bewegt sich vorwärts mit der Schwerkraft alter Strukturen, die nicht deswegen tragen, weil man an sie glaubt, sondern weil sie so oft wiederholt wurden, dass sie ein eigenes Gewicht entwickelt haben. Dann kommt die Wandlung, und Brennan hält die Hostie in den Händen, und sein Mund öffnet sich, und kein Wort kommt. Es ist kein dramatischer Moment, kein Zusammenbruch – nur ein offener Mund, ein abgebrochener Anlaut, und dahinter eine Stille, die sich von der Stille der leeren Bänke unterscheidet, weil sie nicht leer, sondern unterbrochen ist. Nialls Blick geht sofort zu Brennans Händen, die die Hostie mit einer Kraft umschließen, die wie Festhalten aussieht, als könnten die Finger halten, was der Geist nicht mehr findet, und er sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes und das blinde Auge, das ins Dunkel der Apsis gerichtet ist, als suchte es dort, was vorne nicht mehr greifbar ist. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkehren, wie sie es manchmal tun, wenn man ihnen Zeit lässt und nicht zieht. Sie kommen nicht. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und die Kirche hält den Atem an, und Niall hält ihn auch, und dann passiert etwas, das er im Nachhinein nicht erklären kann: Er hört sich selbst sprechen, leise, fast unhörbar, als wären die Worte nicht für Brennan bestimmt, sondern für den Raum: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Sie kommen ohne Abruf, ohne Anstrengung, aus einem Teil seiner selbst, der offenbar nie aufgehört hat, sieben Jahre alt und Ministrant zu sein, und der den Satz all diese Jahre getragen hat wie eine Schuld, die man nicht kennt, bis jemand nach ihr fragt. Brennan schließt die Augen, einen Moment lang, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er weder verdient noch erwartet hat, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig und gleichmäßig, als wäre der Riss in der Messe niemals gewesen. Die Hostie hebt sich, und der Rest der Wandlung vollzieht sich in der gewohnten Stille, und Niall bemerkt, dass seine Hände zittern, nicht seine. Die Messe endet, wie sie immer endet: ohne Aufsehen, ohne Publikum, ohne den Applaus, den keine Messe je hat und diese weniger als alle anderen. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand mit der akkuraten Langsamkeit eines Mannes ab, für den kein Handgriff gleichgültig ist, und sie verlassen die Kirche, und über das, was passiert ist, sagen sie nichts, weil alles, was man dazu sagen könnte, entweder zu wenig oder zu viel wäre. Der Regen hat nicht nachgelassen. Im Pub hängen ihre Jacken an den Stühlen und tropfen auf den Holzboden, und der Wirt stellt die Gläser ab und dreht das Radio leiser, ohne gefragt zu werden, weil er in zwanzig Jahren gelernt hat, was diese zwei Männer an Sonntagmorgen brauchen und was nicht. Brennan sitzt lange still, die Hände um das Glas gelegt, die Finger noch leicht zitternd, und schaut in das dunkle Bier mit dem Gesicht eines Mannes, der abwägt, ob sprechen oder schweigen das Richtigere ist. „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war", sagt er schließlich, mit der Stille eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, weil er zu alt ist, um Umwege zu machen, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde und nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war die einzige Sprache, bei der ich spürte, dass sie etwas trägt, das nicht von ihr selbst kommt – etwas, das die Worte benutzt, ohne in ihnen zu wohnen." Er macht eine kurze Pause, in der das Radiomurren und das entfernte Regenprasseln den Raum füllen. „Jetzt zählt das alles nichts mehr, und ich weiß nicht, ob das an der Sprache liegt oder an mir oder an dem, was zwischen den beiden verschwunden ist." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, und in diesem Schweigen liegt keine Verlegenheit, sondern das ruhige Einverständnis zweier Männer, die gelernt haben, dass die meisten Sätze keine Antwort brauchen, sondern nur Zeugen. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit einer Geste, die so oft wiederholt wurde, dass sie aufgehört hat, symbolisch zu sein, und einfach wahr ist. Draußen hört der Regen auf. Er hört einfach auf, nach drei Wochen, mitten in diesem unbetrachteten Moment, und das blasse Licht, das jetzt schräg durch die Wolkenlücke fällt, legt sich auf die nasse Straße wie eine Aussage, für die niemand die Sprache hat. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. == 90 == 1 -------------------- Die Wiese unter Wasser Der Regen fällt seit drei Tagen. Maeve fährt aus Dublin zurück in ihr altes Dorf. Die Straße ist nass und dunkel. Am Ende der Straße bleibt ihr Auto stehen. Sie steigt aus und geht zu Fuß weiter. Der Matsch zieht an ihren Stiefeln. Der Regen trifft ihr Gesicht. Sie trägt nur einen kleinen Koffer. Das Haus ihrer Mutter liegt am Fluss. Der Fluss ist über die Ufer getreten. Das Wasser steht im Hof. Declan steht in der offenen Haustür. Er hält eine Taschenlampe in der Hand. Das Licht zittert über die nasse Wand. „Du siehst aus wie eine ertrunkene Katze", sagt er. „Du siehst aus wie immer", sagt sie. Sie umarmen sich kurz. Es riecht nach nassem Holz und altem Tee. Im Haus ist es dunkel, weil der Strom weg ist. Ihre Mutter Bridie sitzt oben im Sessel. „Hast du den Gürtel deines Vaters gerettet?", fragt sie. Maeve schaut auf ihre leeren Hände. Declan nimmt den Gürtel aus seiner Jackentasche. Er legt ihn der Mutter auf den Schoß. Bridie streicht über das Leder und sagt nichts. Dann tragen Maeve und Declan die alte Kommode die Treppe hoch. Die Kommode ist schwer. Declan flucht auf Irisch. Maeve lacht zum ersten Mal an diesem Tag. Sie schleppen auch Stühle und Kartons nach oben. Das Wasser im Erdgeschoss steigt langsam. Alte Fotos vom Vater schwimmen auf dem Wasser. Declan sieht sie und sagt: „Papa macht jetzt eine Bootsfahrt." Maeve nimmt ein Foto und hält es fest. Draußen helfen die Nachbarn mit Sandsäcken. Maeve geht hinaus und hilft auch. Ihre Hände werden kalt. Nach einer Stunde ist die Linie gesichert. Die Nachbarin Aoife bringt heißen Tee in einer Thermoskanne. Es ist der beste Tee, den Maeve seit Jahren getrunken hat. Um Mitternacht ist es ruhiger. Declan klettert auf das Dach des Schuppens. Maeve klettert hinter ihm her. Das Dach ist aus Wellblech und kalt. Aber von hier oben sieht man alles. Das Wasser liegt schwarz und still im Hof. Die Birken am Ufer stehen halb im Wasser. Declan gibt ihr die Whiskeyflasche. Sie trinkt einen langen Schluck. „Warum bist du nie weggegangen?", fragt sie. Er zuckt mit den Schultern. „Weil jemand zusehen muss, wie das Wasser steigt." Sie sagen eine Weile nichts. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich bin hier fertig." Declan antwortet: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, leiser jetzt. Sie sitzen noch lange auf dem Dach. Am Morgen ist das Wasser etwas gesunken. Bridie steht am Fenster im ersten Stock. Sie winkt Maeve zu, als diese ihren Koffer aus dem Schlamm zieht. Declan lehnt an der Tür. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagt er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagt Maeve. Aber beide wissen: Es wird ein nächstes Mal geben. Sie steigt ins Auto. Das Radio spielt ein altes irisches Lied. Im Spiegel sieht sie Declan in der Tür stehen. Er hebt die Hand. Sie fährt los. Das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist nicht vorbei. Aber sie ist heute nicht gestorben. Das reicht. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Wiese unter Wasser Maeve hat seit drei Tagen nicht geschlafen, weil die Nachrichten aus dem Dorf immer schlechter wurden. Sie packt einen Koffer, aber nur für zwei Tage. Auf der Fahrt aus Dublin ist die Autobahn leer, und der Regen schlägt hart auf die Windschutzscheibe. Am Ende der Schotterstraße steht das Wasser schon knietief. Sie stellt das Auto ab und geht den Rest zu Fuß. Der Matsch ist so weich, dass ihre Stiefel bei jedem Schritt einsinken. Das Haus sieht kleiner aus, als sie es in Erinnerung hat. Declan steht in der Tür mit einer Taschenlampe, weil der Strom seit dem Mittag ausgefallen ist. „Du bist nass bis auf die Knochen", sagt er, und das klingt fast wie eine Begrüßung. Sie umarmen sich kurz und klopfen sich auf den Rücken, wie man es macht, wenn man nicht weiß, was man sagen soll. Im Haus riecht es nach nassem Holz, altem Stein und dem Tee, den Bridie immer kocht, wenn sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Die Mutter sitzt oben im Sessel, die Hände im Schoß, und schaut auf die Tür, als sie Maeve sieht. „Das Wasser steigt noch", sagt Bridie, ohne Hallo zu sagen. Maeve setzt sich kurz zu ihr, aber Declan ruft schon von unten, dass man die Kommode retten muss. Die Kommode ist aus Eichenholz und wiegt so viel, dass Maeve versteht, warum Declan auf sie gewartet hat. Sie fluchen beide leise, als sie das Ding die enge Treppe hinaufschleppen. Oben angekommen lachen sie, weil das manchmal einfacher ist als nichts zu sagen. Declan holt eine Kerze aus der Küchenschublade, und jetzt sieht das Zimmer fast gemütlich aus. Aber das Wasser unten schlägt leise gegen die Wand, und das klingt nicht gemütlich. Maeve geht zurück nach unten und sieht, dass die alten Fotos vom Vater auf dem Wasser treiben. Sie nimmt eines und drückt es an sich, bevor es nass wird. Declan sieht das und sagt: „Papa hat uns immer gesagt, dass er gern schwimmt." Maeve lacht, obwohl ihr die Augen brennen. Draußen arbeiten die Nachbarn mit Sandsäcken, und Maeve geht hinaus, um zu helfen. Es ist kalt, und der Regen macht keine Pause. Aoife, die Nachbarin von gegenüber, schleppt Säcke, obwohl sie schon siebzig ist. „Du bist wieder da", sagt Aoife, als wäre das die natürlichste Sache der Welt. Maeve nickt und nimmt den nächsten Sack. Nach zwei Stunden ist die Linie fertig, und jemand bringt Tee in einer alten Kanne. Sie trinken im Regen und sagen nicht viel, weil die Arbeit schon alles gesagt hat. Um Mitternacht ist das Wasser für eine Weile ruhig. Declan klettert auf das Dach des Schuppens und streckt ihr die Hand entgegen. Von dort oben sieht man das ganze Ausmaß, weil das Mondlicht kurz durch die Wolken kommt. Der Schulweg, den Maeve als Kind gegangen ist, liegt jetzt unter schwarzem Wasser. Declan zieht eine Plastikflasche Whiskey aus der Jackentasche, weil er immer auf solche Nächte vorbereitet ist. Maeve trinkt und spürt, dass die Kälte ein bisschen nachlässt. „Warum bist du wirklich nie weggegangen?", fragt sie, weil sie das seit Jahren fragen will. Declan schaut auf das Wasser und sagt: „Weil ich dachte, dass jemand bleiben muss." „Für Mama?", fragt sie. „Für alles", sagt er. Eine Weile sagen sie nichts, und das ist in Ordnung. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich wäre hier fertig." Declan nimmt die Flasche zurück und sagt: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, aber leiser als vorher. Sie sitzen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer ist. Als Maeve am Morgen aufwacht, hat das Wasser ein Stück nachgegeben. Die Möbel im Erdgeschoss stehen im Schlamm, aber sie stehen noch. Bridie kocht Tee, weil der Strom wieder da ist und weil sie das immer macht, wenn der schlimmste Teil vorbei ist. „Bleibt du noch?", fragt die Mutter, ohne sich umzudrehen. „Ich muss morgen zurück", sagt Maeve. Bridie nickt, als hätte sie genau das erwartet. Declan isst Brot am Tisch und schaut auf sein Telefon, aber Maeve weiß, dass er zuhört. Sie verbringen den Tag damit, den Schlamm aus dem Erdgeschoss zu schaufeln. Es ist die schwerste Arbeit, die Maeve seit Jahren gemacht hat. Aber es ist auch die einzige Arbeit, bei der sie nicht nachdenken muss. Am Abend zieht Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus. Declan lehnt in der Tür und sagt: „Nächstes Mal ruf vorher an." „Es gibt kein nächstes Mal", sagt sie. Er lächelt, weil sie beide wissen, dass das eine Lüge ist. Bridie steht am Fenster im ersten Stock und winkt, als Maeve zum Auto geht. Das Radio spielt ein Lied, das Maeve aus ihrer Kindheit kennt. Im Rückspiegel sieht sie Declan, der immer noch in der Tür steht und den Regen ins Gesicht lässt. Sie fährt los, und das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist noch nicht ganz vorbei. Aber das Haus steht noch, und die Menschen darin auch. Das reicht für heute. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam um halb vier morgens, kurz und ohne Ausrufezeichen: „Der Fluss steht im Hof." Maeve lag noch wach, weil sie es irgendwie gewusst hatte. Sie warf ein paar Sachen in den Koffer, nicht weil sie bleiben wollte, sondern weil man für solche Nächte gewappnet sein muss. Die Fahrt aus Dublin dauerte fast drei Stunden, weil ein Lastwagen quer auf der Nationalstraße stand und niemand zu wissen schien, warum. Der Regen ließ nicht nach, und die Scheibenwischer kämpften, als wären sie persönlich beleidigt. Am Ende der Schotterstraße, wo der Asphalt aufhörte und das Wasser anfing, stellte sie das Auto auf einen Grashügel und stieg aus. Die Stiefel sanken sofort ein, und der Matsch hatte einen Geruch, den sie seit Jahren nicht mehr gerochen hatte – nach nassem Torf und altem Gras und etwas, das sie nicht benennen konnte. Das Haus stand noch, aber es stand anders, als wäre es ein bisschen kleiner geworden. Declan wartete in der offenen Tür, eine Taschenlampe in der Hand, das Licht hinter ihm erloschen. „Ich dachte, du kommst nicht", sagte er, und das klang weder vorwurfsvoll noch erleichtert, sondern einfach wie eine Feststellung. Sie umarmten sich auf die Art, wie Geschwister das tun, wenn die Worte zu groß sind – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das bedeutete: Ich bin noch da. Im Haus roch es nach Kerzenrauch, nassem Stein und dem Tee, den Bridie gekocht hatte, obwohl kein Strom da war und sie vermutlich auf dem Campingkocher stand. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, nicht tief, aber genug, dass die unterste Treppenstufe verschwunden war. Maeve sah, wie ein altes Notizbuch ihres Vaters auf der Oberfläche trieb, aufgegangen wie eine kleine Blüte. Sie wollte es greifen, aber Declan war schneller und hielt es ihr hin, triefend und fast unleserlich. „Ich hab die wichtigen Sachen schon hochgetragen", sagte er, „aber die Kommode hat sich gewehrt." Sie lachten beide, weil die Kommode aus Eichenholz war und seit fünfzig Jahren an derselben Stelle stand und das auch noch weitere fünfzig Jahre vorhatte. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, eine Decke über den Knien, und zählte leise etwas, das Maeve nicht verstand. „Was zählst du?", fragte Maeve. „Die Flaschen unten", sagte Bridie. „Eine für jedes Jahr, das ich hier lebe." Maeve setzte sich kurz neben sie, bis Declan rief, dass man jetzt die Kommode anpacken müsse, weil das Wasser nicht auf sie warte. Das Tragen war mühsam und laut, und Declan fluchte auf Irisch, was er immer tat, wenn er sich wirklich ärgerte, weil er der Meinung war, das klang weniger schlimm. Oben stellten sie die Kommode an die Wand, und Maeve lehnte sich dagegen und atmete durch. Durchs Fenster sah sie, wie die Nachbarn draußen Sandsäcke schleppten, in Regenjacken, die glänzten wie nasses Leder. Sie ging hinaus und half, ohne zu fragen, wer sie brauchte oder wohin die Säcke mussten. Aoife, die seit vierzig Jahren neben ihnen wohnte, schaufelte Erde in Säcke, als wäre sie dreißig, und schaute kurz auf. „Du bist gut angezogen für eine Überschwemmung", sagte sie. „Ich bin Sozialarbeiterin", sagte Maeve. „Wir sind immer falsch angezogen." Die Arbeit hatte etwas Ruhiges, trotz der Kälte und trotz des Regens, der nicht aufhörte. Man musste nicht reden, man musste nicht denken, man musste nur die Säcke tragen und stapeln und wieder zurückgehen. Gegen Mitternacht stand das Wasser für eine Weile still, als würde es überlegen, ob es noch mehr wollte. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und reichte ihr die Hand, ohne sie zu fragen. Von dort oben lag alles offen: das schwarze Wasser, das den Hof gefüllt hatte, die Birken am Ufer, die bis zur Hälfte versunken waren, und weiter hinten die dunklen Felder, die aussahen wie ein Meer. „Das ist der Schulweg", sagte Maeve, obwohl man ihn nicht mehr sehen konnte. „Ich weiß", sagte Declan. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, die er anscheinend für genau diesen Moment aufgespart hatte. Der Whiskey brannte angenehm, und Maeve trank mehr, als sie wollte, weil die Nacht so still war und die Stille nach mehr verlangte. „Warum bist du wirklich geblieben?", fragte sie, weil man auf Dächern und in der Nacht ehrlicher redet als anderswo. Declan schwieg einen Moment, nicht weil er keine Antwort hatte, sondern weil er die richtige suchte. „Weil das hier meins ist", sagte er schließlich. „Nicht nur Mamas. Meins." Maeve schaute auf das Wasser, das still glänzte wie poliertes Glas, und dachte daran, wie lange sie gebraucht hatte, um zu verstehen, dass Weggehen und Fertigsein zwei verschiedene Dinge sind. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er. „Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fing wieder an, leiser als vorher, fast wie eine Antwort. Sie saßen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte durch die Jacken drang. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, nicht viel, aber genug, dass man wieder die unterste Treppenstufe sehen konnte. Bridie stand am Fenster im ersten Stock und trank ihren Tee, als wäre das eine ganz gewöhnliche Aussicht. Maeve und Declan schaufelten den Schlamm aus dem Erdgeschoss, langsam und ohne viel zu reden, weil die Arbeit wieder für sich sprach. Am frühen Nachmittag zog Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus und wischte ihn mit einem alten Handtuch ab. Declan lehnte an der Haustür und schaute zu, als wäre das seine Aufgabe. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, und beide wussten, dass das eine freundliche Lüge war. Bridie winkte vom Fenster, ein kleines, ruhiges Winken, das bedeutete: Ich hab dich gesehen. Maeve stieg ins Auto und ließ den Motor an. Das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und sie ließ es laufen, obwohl es wehtat. Im Rückspiegel sah sie Declan, der immer noch in der Tür stand und den Regen ins Gesicht ließ, als wäre das eine bewusste Entscheidung. Sie fuhr los, und das Wasser unter den Reifen platschte laut in der Stille des Morgens. Die Flut war noch nicht vorbei, das wusste sie. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das genug. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam als Textnachricht, drei Wörter, kein Ausrufezeichen, und genau diese Nüchternheit war es, die Maeve sofort aufstehen ließ. Sie hatte seit Wochen auf irgendetwas gewartet, ohne zu wissen worauf, und jetzt wusste sie es. Der Koffer stand in zwanzig Minuten fertig am Flur – zu wenig für eine Woche, zu viel für jemanden, der nicht bleiben will. Die Fahrt nach Westen war lang und schweigend, die Felder zu beiden Seiten der Straße bereits in flaches Grau getaucht, als hätte die Landschaft selbst aufgehört, sich Mühe zu geben. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, parkte sie auf einem Erdwall und stieg aus, ohne den Motor ganz auszumachen, als bräuchte sie die Möglichkeit zur schnellen Flucht. Der Matsch schluckte ihre Schritte, der Regen traf ihr Gesicht mit der gleichmütigen Beständigkeit von etwas, das keinerlei persönliche Absichten hat. Das Haus stand im Dunkeln, nur in einem Fenster oben brannte Kerzenlicht, das durch das Glas flackerte und auf dem Wasser davor zitterte wie ein Tier, das sich nicht sicher ist. Declan öffnete die Tür, bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er einfach immer in Türnähe lebte. „Du hast zwei Stunden gebraucht länger als ich dachte", sagte er, und sie hörte darin weder Vorwurf noch Erleichterung, sondern die stille Anerkennung einer Tatsache. Sie umarmten sich auf die Art gereifter Geschwister – kurz, ohne Sentimentalität, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir sind noch da, das reicht. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im Kerzenlicht beinahe schön aussah, beinahe wie ein Interieur aus einem anderen Jahrhundert, wäre da nicht der Geruch nach nassem Stein und dem Moder von Dingen, die nicht für Wasser gedacht waren. Auf der Oberfläche trieb das Notizbuch ihres Vaters, aufgegangen wie ein kleines Buch ohne Anfang und Ende, die Tinte bereits verlaufen zu grauen Schlieren. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne es anzuschauen, weil manche Dinge Zeit brauchen, bevor man sie wirklich ansehen kann. Oben saß Bridie unter dem Dachfenster, die Hände gefaltet wie in einer Kirche, und zählte leise, die Lippen kaum bewegt. „Die Flaschen unten", sagte sie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe." Maeve setzte sich neben sie auf die Armlehne, weil es keinen zweiten Stuhl gab, und legte kurz die Hand auf die ihrer Mutter, die sich kalt anfühlte und ruhig. Dann rief Declan, weil die Kommode nicht von selbst die Treppe hochgehen würde, und das war das Ende der stillen Szene. Das Tragen war mühselig und lächerlich zugleich, weil die Kommode breiter war als das Treppenhaus es eigentlich erlaubte und weil Declan auf Irisch fluchte, was er für weniger schlimm hielt als auf Englisch, obwohl die Mutter beides verstand. Als sie das Möbelstück endlich oben abstellten, lehnte Maeve die Stirn gegen das kühle Holz und lachte, weil das manchmal das Einzige ist, das noch geht. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen, schweigenden Kette, die in der Dunkelheit fast feierlich aussah. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil solche Nächte keine Einladungen verschicken. Aoife, siebzig, wohnhaft seit vier Jahrzehnten im Nachbarhaus, schaufelte Erde mit einer Energie, die Maeve beschämte, und schaute dabei nur kurz auf. „Städtische Stiefel", sagte Aoife, „aber du hast sie wenigstens angezogen." Die Arbeit hatte etwas fast Meditatives, trotz Kälte und Regen und der Erschöpfung, die sich langsam in Maeves Arme fraß – man musste nicht denken, man musste nur tragen. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, als würde es tatsächlich überlegen, und diese Pause hatte etwas beinahe Würdevolles, als gehörte sie zum Ritual. Declan kletterte auf das Schuppendach und streckte ihr die Hand herunter, und Maeve nahm sie, ohne zu zögern, was sie selbst überraschte. Von oben lag die gesamte Verwandlung der Landschaft offen: der Hof ein schwarzer See, die Birken am Ufer versunken bis zur Brust, die Felder dahinter ohne Grenze zwischen Erde und Himmel. „Das ist der Weg zur Schule", sagte Maeve, obwohl nichts mehr davon zu sehen war. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesem Ich-weiß steckte alles, was er in all den Jahren nicht gesagt hatte. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, und der Whiskey war billig und wärmte trotzdem, vielleicht sogar deswegen. Die Flasche kreiste zwischen ihnen, und Maeve trank mehr als nötig, weil die Stille auf dem Dach von einer Qualität war, die nach Füllung verlangte. „Ich habe mich immer gefragt, ob du je bereut hast, dass du geblieben bist", sagte sie schließlich, weil man auf Dächern in der Nacht Dinge sagen kann, die am Küchentisch nicht möglich wären. Declan schwieg lange genug, dass sie dachte, er würde nicht antworten, und dann sagte er: „Reue setzt voraus, dass es eine andere Möglichkeit gegeben hätte, die ich mir wirklich vorstellen konnte." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, ohne sich umzudrehen, überzeugt, dass das Richtige immer das ist, was nach vorn geht. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er, ohne Pause, als hätte er das schon lange gewusst. „Aber fertig sein bedeutet nicht, dass man nicht zurückkommen darf." Der Regen setzte wieder ein, leiser diesmal, mit einer fast höflichen Zurückhaltung. Sie saßen noch lange auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte anfing, ernsthafter zu werden. Am Morgen hatte das Wasser drei Handbreit nachgegeben, was wenig war und gleichzeitig alles, was man sich für diesen Moment wünschen konnte. Bridie stand bereits am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete die Verwüstung im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve nicht sicher war, ob sie bewundern oder fürchten sollte. Sie schaufelten den Schlamm zu zweit, langsam und gleichmäßig, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte wie ein alter Takt. Am Nachmittag, als der schlimmste Teil geschafft war, zog Maeve ihren Koffer aus dem Matsch und wischte ihn mit einem Handtuch ab, das ohnehin schon verloren war. Declan beobachtete das, ohne etwas zu sagen, die Schulter an den Türrahmen gelehnt, auf die Art, die bedeutete: Ich sehe dich, und ich sage nichts dazu. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er schließlich. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte Maeve, und sie meinte es halb, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste. Bridie winkte vom Fenster, einmal, ruhig, ein Winken ohne Drama, das mehr sagte als eine Umarmung. Maeve fuhr los, das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater gemocht hatte, und sie ließ es laufen, bis es zu weh tat, und dann noch ein bisschen länger. Im Rückspiegel stand Declan in der Haustür, das Gesicht in den Regen gehoben, als wäre das eine bewusste Entscheidung gegen den Schutz. Das Wasser unter den Reifen platschte, die Straße war noch halb überschwemmt, und Maeve fuhr langsam, weil sie das Haus noch ein bisschen länger im Rückspiegel sehen wollte. Die Flut war nicht vorbei, das wusste sie, und das nächste Mal würde kommen, ob sie es nächstes Mal nannte oder nicht. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das, was bleibt, genau das, was man gebraucht hat. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht war so kurz, dass Maeve sie zweimal lesen musste, nicht weil sie die Worte nicht verstand, sondern weil die Kürze selbst etwas mitteilte, das über die Worte hinausging. Sie lag seit Stunden wach, mit der besonderen Hellwachheit von jemandem, der auf etwas wartet, ohne sich eingestehen zu wollen, worauf. Der Koffer war in zwanzig Minuten gepackt, zu leicht für eine Woche, zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Auf der Fahrt nach Westen verwandelte sich die Landschaft in etwas Vorläufiges, Überganghaftes, als hätte die Gegend selbst die Entscheidung vertagt, was sie sein wollte. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, hielt sie an und saß noch einen Moment im abgewürgten Motor, der leise Wärme abgab wie ein Tier, das sich aus einer Umarmung löst. Der Matsch hatte die zähflüssige Geduld von etwas, das Zeit hat und das weiß, und er schluckte ihre Schritte mit einer Beiläufigkeit, die Maeve als persönlich empfand. Das Haus stand im Dunkel, nur ein einziges Fenster oben brannte, und das Kerzenlicht, das sich auf der Wasseroberfläche vor der Tür spiegelte, hatte etwas Unschlüssiges, als wüsste es selbst nicht, ob es Wärme oder Warnung signalisieren sollte. Declan stand in der Tür, noch bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er in dieser Nacht ohnehin nicht schlafen konnte – beides hätte sie nicht überrascht. „Du hättest früher fahren können", sagte er, und in diesem Satz lag alles: kein Vorwurf, keine Erleichterung, nur die stille Abrechnung von jemandem, der sich das Rechnen schon lange abgewöhnt hat. Sie umarmten sich auf die Art, die sich über Jahrzehnte einschleift, wenn das Gefühl zu groß ist und der Körper gelernt hat, damit umzugehen – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir stehen noch, das haben wir schon festgestellt, reden wir weiter. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im flackernden Kerzenschein eine fast beunruhigende Schönheit hatte, die Art von Schönheit, der man misstraut, weil man weiß, was darunter liegt. Das Notizbuch ihres Vaters trieb auf der Oberfläche, aufgeblättert und aufgequollen, die Handschrift zu grauen Wolken verlaufen, die an nichts Konkretes mehr erinnerten – oder vielleicht gerade deshalb an alles. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne hineinzusehen, weil manche Objekte zunächst als Gewicht getragen werden müssen, bevor man sie wirklich betrachten kann. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, die Hände übereinandergelegt mit einer Stille, die keine Erschöpfung war, sondern eine Art beschlossene Ruhe, die Maeve immer an Wasser erinnert hatte, das tief genug ist, um ruhig zu sein. „Ich zähle die Flaschen unten", sagte Bridie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe – das sind jetzt achtundsechzig, falls du mitgezählt hast." Maeve setzte sich auf die Armlehne des Sessels und legte die Hand auf die der Mutter, die sich kühl anfühlte und trocken wie Papier, das schon lange gelesen wurde. Dann rief Declan von unten, weil die Kommode noch stand und das Wasser nicht auf Sentimentalität wartete, und das war das Ende der stillen Szene. Das Schleppen der Kommode war mühselig auf eine Weise, die fast komisch war – das Ding hatte den entschlossenen Eigensinn alter Möbel, die sich entschieden haben, dass sie sich nicht mehr bewegen lassen –, und Declan fluchte auf Irisch, was er für weniger gotteslästerlich hielt als auf Englisch, obwohl Bridie beides hörte und beide Sprachen verstand. Als sie das Ding oben abstellten und Maeve die Stirn gegen das kühle Holz lehnte, lachten sie beide, weil Lachen manchmal das Einzige ist, das die Erschöpfung nicht beleidigt. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen schweigenden Kette durch den Regen, und in der Dunkelheit hatte das etwas fast Rituelles, als gehörte es zu einem Brauch, dessen Bedeutung man nicht mehr kennt, den man aber trotzdem vollzieht, weil er der Nacht eine Ordnung gibt. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil Nächte wie diese keine Einladungen versenden und keine Protokolle führen. Aoife, siebzig und seit vierzig Jahren Nachbarin, schaufelte Erde in Säcke mit einer Akkuratesse, die Maeve beschämte, und schaute dabei kaum auf. „Ich hab dich seit zwei Jahren nicht gesehen", sagte Aoife, in einem Ton, der weder anklagend noch herzlich war, sondern einfach präzise. Die Arbeit hatte die schweigende Würde von etwas, das getan werden muss und das keine Begleitung braucht, und Maeve empfand nach einer Weile etwas, das sie nicht gleich einordnen konnte – eine Art körperlicher Klarheit, die entsteht, wenn der Verstand aufhört, sich selbst zu kommentieren. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, mit einer Abruptheit, als wäre eine Entscheidung gefallen, und diese Pause hatte etwas fast Souveränes, als wäre das Wasser kein Naturereignis, sondern ein Akteur, der sich kurz besinnt. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und streckte ihr die Hand herunter – eine Geste ohne Erklärung, die keine brauchte. Von dort oben lag die gesamte Transformation offen: der Hof ein schwarzer Spiegel, in dem nichts sich spiegelte außer dem Himmel, die Birken am Ufer versunken bis zur Hälfte ihrer Stämme, die Felder dahinter ohne erkennbare Grenze zwischen dem, was Boden gewesen war, und dem, was Luft sein sollte. „Ich bin dort lang zur Schule gegangen", sagte Maeve, obwohl der Weg unter Wasser lag und sie selbst wusste, dass sie nicht über den Weg sprach. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesen zwei Wörtern lag die gesamte Asymmetrie ihrer Kindheit – er hatte alles behalten, sie hatte alles mitgenommen, und keines von beiden war ein Fehler. Er zog eine Plastikflasche aus der Jackentasche, und der Whiskey war von der Sorte, die man nicht beschreibt, weil der Moment wichtiger ist als der Geschmack. Die Flasche kreiste zwischen ihnen mit der ruhigen Regelmäßigkeit eines alten Rituals, und die Nacht legte sich um sie wie etwas, das nicht beendet werden will. „Ich habe mich immer gefragt", sagte Maeve schließlich, und dann ließ sie den Satz eine Weile stehen, bevor sie ihn vollendete, „ob du je einen Moment hattest, in dem du verstanden hast, warum du geblieben bist." Declan schwieg auf eine Art, die keine Verlegenheit war, sondern Sorgfalt, die Sorgfalt von jemandem, der gelernt hat, dass manche Fragen keine schnellen Antworten vertragen. „Das setzt voraus", sagte er schließlich, „dass Bleiben eine Entscheidung war, die man hätte anders treffen können – aber ich glaube, manche Menschen sind einfach von einer bestimmten Art Boden." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, das Dorf im Rückspiegel kleiner werden lassend, überzeugt, dass Distanz dasselbe sei wie Freiheit, und dass beides dasselbe sei wie Ankommen. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. Declan nahm die Flasche, trank, und dann sagte er, ohne sie anzusehen: „Du bist fertig. Aber das bedeutet nur, dass du weißt, wo du herkommst – nicht, dass du aufgehört hast, hierherzugehören." Der Regen setzte wieder ein, mit einer Zurückhaltung, die beinahe höflich wirkte, als hätte er das Gespräch abgewartet. Sie saßen noch lange auf dem Dach, die Flasche zwischen ihnen, das Wasser unter ihnen, und Maeve spürte, wie etwas, das sie lange für Abgeschlossenheit gehalten hatte, sich als etwas anderes herausstellte – als eine Art offene Rechnung, die keine Begleichung verlangte, sondern nur gelegentliche Aufmerksamkeit. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, wenig, aber mit einer Entschiedenheit, die wirkte wie ein Versprechen ohne Garantie. Bridie stand am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete den Schlamm im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve erst jetzt, nach all den Jahren, als das erkannte, was sie immer gewesen war: nicht Gleichmut, sondern eine sehr alte Form von Ausdauer. Sie schaufelten zu zweit, schweigend, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte, wie Atemzüge sich einstellen, ohne dass man es entscheidet. Am frühen Nachmittag zog Maeve den Koffer aus dem Schlamm, wischte ihn mit einem bereits verlorenen Handtuch ab und stellte ihn ans Auto, und diese kleine Handlung hatte etwas Endgültiges, das sie selbst nicht gemeint hatte. Declan stand in der Tür, die Schulter am Rahmen, und beobachtete das mit einer Stille, die keine Gleichgültigkeit war, sondern die besondere Aufmerksamkeit von jemandem, der sich etwas einprägt. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, in dem vollen Bewusstsein, dass sie log, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste, und das machte die Lüge zu einer Art Vereinbarung. Bridie winkte einmal, ohne Theatralik, ein kleines, ruhiges Winken vom Fenster, das mehr Inhalt hatte als die meisten Umarmungen. Das Radio im Auto spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und Maeve ließ es laufen, auch als es anfing wehzutun, weil manche Dinge nur vollständig sind, wenn man sie bis zum Ende hält. Im Rückspiegel stand Declan in der offenen Tür, das Gesicht dem Regen zugewandt, als wäre das eine Wahl und nicht nur eine Haltung – vielleicht war es beides. Sie fuhr langsam, weil die Straße noch halb überschwemmt war, aber auch weil sie das Bild im Spiegel eine Weile länger behalten wollte, bevor die Kurve es nahm. Das Wasser war nicht vorbei, und die nächste Flut würde kommen, mit derselben sachlichen Unausweichlichkeit wie diese, und Maeve würde wieder fahren, das stand jetzt fest, mit einem Koffer, der zu leicht war für eine Woche und zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen, und vielleicht war das die einzige Art von Fertigsein, die in der Welt wirklich gilt. 780t1sdliofjm5g2r2ccl2i9jr24j2m 1085375 1085372 2026-05-10T19:19:49Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 /* 85 */ 1085375 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 5 a - ungarisch deutsch == 81 == 1 -------------------- :A kis templom - Der kleine Tempel :1. Yuki huszonnyolc éves. - Yuki ist achtundzwanzig Jahre alt. :2. Egy könyvesboltban dolgozik. - Sie arbeitet in einer Buchhandlung. :3. Ma vonattal utazik. - Heute fährt sie mit dem Zug. :4. Az úti cél egy kis templom. - Das Ziel ist ein kleiner Tempel. :5. Ott élt régen a nagyanyja. - Dort hat ihre Großmutter früher gelebt. :6. A nagyanya három éve halott. - Die Großmutter ist seit drei Jahren tot. :7. Yuki régóta nem látogatta meg a kertet. - Yuki hat den Garten lange nicht besucht. :8. A vonat megáll egy kis állomáson. - Der Zug hält an einer kleinen Station. :9. Yuki leszáll, és gyalog megy tovább. - Yuki steigt aus und geht zu Fuß. :10. Az út keskeny és csendes. - Der Weg ist schmal und still. :11. Hamarosan ott áll a régi kapu előtt. - Bald steht sie vor dem alten Tor. :12. A fa szürke és mállott. - Das Holz ist grau und verwittert. :13. Leveszi a cipőjét. - Sie zieht ihre Schuhe aus. :14. A kövek hidegek és nedvesek. - Die Steine sind kalt und nass. :15. Az előző éjszaka esője még ott fekszik a mohán. - Der Regen der letzten Nacht liegt noch auf dem Moos. :16. Yuki lassan a tóhoz megy. - Yuki geht langsam zum Teich. :17. A víz sötét és zavaros. - Das Wasser ist dunkel und trüb. :18. Régen itt színes koi-pontyok voltak. - Früher waren hier bunte Koi-Karpfen. :19. Most csak egyetlen levél úszik a vízen. - Jetzt schwimmt nur ein einzelnes Blatt auf dem Wasser. :20. Yuki sokáig nézi a tavat. - Yuki schaut lange auf den Teich. :21. Nem mond semmit. - Sie sagt nichts. :22. Aztán halk zajt hall. - Dann hört sie ein leises Geräusch. :23. Egy öregember ül egy fapadon. - Ein alter Mann sitzt auf einer Holzbank. :24. A neve Nao. - Sein Name ist Nao. :25. Nao régen a templom kertésze volt. - Nao war früher der Gärtner des Tempels. :26. Körülbelül hetvenöt éves. - Er ist ungefähr fünfundsiebzig Jahre alt. :27. Egy seprű támaszkodik mellette a padnak. - Ein Besen lehnt neben ihm an der Bank. :28. Nao Yukira néz. - Nao sieht Yuki an. :29. Egy szót sem szól. - Er sagt kein Wort. :30. Csak egyszer bólint, egészen enyhén. - Er nickt nur einmal, ganz leicht. :31. Yuki odamegy a padhoz, és leül. - Yuki geht zur Bank und setzt sich. :32. Nem ül túl közel. - Sie setzt sich nicht zu nah. :33. Ketten csendben ülnek egymás mellett. - Die beiden sitzen still nebeneinander. :34. Egy szitakötő repül át a tó fölött. - Eine Libelle fliegt über den Teich. :35. Leszáll egy régi tavirózsaszárra. - Sie setzt sich auf einen alten Seerosenschaft. :36. Nao végighúzza az ujját a pad érdes fáján. - Nao streicht mit dem Finger über das raue Holz der Bank. :37. Ez régi szokás. - Es ist eine alte Gewohnheit. :38. Yuki a nagyanyjára gondol. - Yuki denkt an ihre Großmutter. :39. A tea és a nedves fű illatára gondol. - Sie denkt an den Geruch von Tee und nassem Gras. :40. Aztán esni kezd. - Dann beginnt es zu regnen. :41. Először csak néhány csepp hullik. - Zuerst sind es nur wenige Tropfen. :42. Aztán erősebben esik. - Dann regnet es stärker. :43. Yuki és Nao gyorsan felállnak. - Yuki und Nao stehen schnell auf. :44. Befutnak a kis teaház teteje alá. - Sie laufen unter das Dach des kleinen Teehauses. :45. A tető régi cserepekből van. - Das Dach ist aus alten Ziegeln. :46. Az eső hangosan dobol rajta. - Der Regen prasselt laut darauf. :47. Yuki meglát egy kis bambuszkutat. - Yuki sieht einen kleinen Bambus-Brunnen. :48. A víz cseppről cseppre hullik egy kőre. - Das Wasser fällt tropf für tropf auf einen Stein. :49. A követ moha borítja. - Der Stein ist mit Moos bedeckt. :50. Nao lehunyja a szemét. - Nao schließt die Augen. :51. Nyugodtan lélegzik. - Er atmet ruhig. :52. Yuki nem mond semmit, és Nao sem mond semmit. - Yuki sagt nichts, und Nao sagt auch nichts. :53. Nincs mit mondani. - Es gibt nichts zu sagen. :54. Egy idő után eláll az eső. - Nach einer Weile hört der Regen auf. :55. Gyenge fény tör át a felhőkön. - Ein schwaches Licht kommt durch die Wolken. :56. A nedves moha most zölden felragyog a kőfalon. - Das nasse Moos leuchtet jetzt grün auf der Steinmauer. :57. Yuki feláll. - Yuki steht auf. :58. Enyhén meghajol az öregember előtt. - Sie verbeugt sich leicht vor dem alten Mann. :59. Nao kinyitja a szemét. - Nao öffnet die Augen. :60. Halkan azt mondja: „A pontyok nem haltak meg.” - Er sagt leise: „Die Karpfen sind nicht tot." :61. Yuki ránéz. - Yuki schaut ihn an. :62. Nao azt mondja: „Csak alszanak az iszap alatt.” - Nao sagt: „Sie schlafen nur unter dem Schlamm." :63. Yuki bólint. - Yuki nickt. :64. Megfordul, és elindul. - Sie dreht sich um und geht. :65. A kapuhoz visszavezető út csendes. - Der Weg zurück zum Tor ist still. :66. Nem fordul vissza. - Sie dreht sich nicht um. :67. Nao a padon ülve marad. - Nao bleibt auf der Bank sitzen. :68. A zavaros vizet nézi. - Er schaut auf das trübe Wasser. :69. Yuki átmegy a régi kapun. - Yuki geht durch das alte Tor. :70. Újra felveszi a cipőjét. - Sie zieht ihre Schuhe wieder an. :71. A vonat hamarosan indul. - Der Zug fährt bald. :72. Lassan megy az állomás felé. - Sie geht langsam zur Station. :73. A szívében nyugalom van, de üresség is. - Im Herzen ist es ruhig, aber auch leer. :74. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. -------------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki ismeri a templomhoz vezető utat, bár régóta nem járt rajta. - Yuki kennt den Weg zum Tempel, obwohl sie ihn lange nicht gegangen ist. :2. Három év telt el azóta, hogy a nagyanyja meghalt. - Drei Jahre sind vergangen, seit ihre Großmutter gestorben ist. :3. A reggel hűvös, és a levegő nedves föld illatát hordozza. - Der Morgen ist kühl, und die Luft riecht nach feuchter Erde. :4. Yuki sötét kabátot visel, és egy kis táskát tart a kezében. - Yuki trägt eine dunkle Jacke und hält eine kleine Tasche in der Hand. :5. Amikor eléri a mállott fakaput, rövid időre megáll. - Als sie das verwitterte Holztor erreicht, bleibt sie kurz stehen. :6. Ráteszi a kezét a régi fára, amely hidegnek és érdesnek érződik. - Sie legt die Hand auf das alte Holz, das sich kalt und rau anfühlt. :7. Aztán leveszi a cipőjét, mert itt ez a szokás. - Dann zieht sie die Schuhe aus, weil das hier so der Brauch ist. :8. A mohával benőtt kövek még nedvesek az előző éjszaka esőjétől. - Die moosbewachsenen Steine sind noch nass vom Regen der letzten Nacht. :9. Yuki lassan megy, mert nem tudja, mit kellene éreznie. - Yuki geht langsam, weil sie nicht weiß, was sie fühlen soll. :10. A kert másképp néz ki, mint az emlékeiben. - Der Garten sieht anders aus als in ihrer Erinnerung. :11. A bokrok vadabbak lettek, és a fű a kövek között nő. - Die Büsche sind wilder geworden, und das Gras wächst zwischen den Steinen. :12. A keskeny út végén ott fekszik a tó, sötéten és csendesen. - Am Ende des schmalen Weges liegt der Teich, dunkel und still. :13. A víz zöldes színű, majdnem olyan, mint a régi üveg. - Das Wasser hat eine grünliche Farbe, fast wie altes Glas. :14. Yuki emlékszik rá, hogy régen sok koi-ponty úszott itt. - Yuki erinnert sich, dass hier früher viele Koi-Karpfen geschwommen sind. :15. Most csak egyetlen levél látható a felszínen. - Jetzt ist nur ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche zu sehen. :16. Leguggol a partra, és sokáig nézi a zavaros vizet. - Sie hockt sich ans Ufer und schaut lange in das trübe Wasser. :17. Egy halk zajtól felnéz. - Ein leises Geräusch lässt sie aufblicken. :18. Egy régi fapadon egy férfi ül, aki nagyon öregnek és nagyon nyugodtnak tűnik. - Auf einer alten Holzbank sitzt ein Mann, der sehr alt und sehr ruhig wirkt. :19. A neve Nao, és sok éven át ennek a templomnak a kertésze volt. - Sein Name ist Nao, und er war viele Jahre lang der Gärtner dieses Tempels. :20. A mellette lévő seprű a padnak támaszkodik, mintha mindjárt használni kellene. - Der Besen neben ihm lehnt gegen die Bank, als ob er gleich benutzt werden soll. :21. Nao Yuki felé fordítja a fejét, de egyetlen szót sem mond. - Nao dreht den Kopf zu Yuki, sagt aber kein einziges Wort. :22. Csak egyszer bólint, és ez elég üdvözlésnek. - Er nickt nur einmal, und das reicht als Begrüßung. :23. Yuki odamegy a padhoz, és némi távolsággal leül mellé. - Yuki geht zur Bank und setzt sich mit etwas Abstand neben ihn. :24. Nem tudja, miért ül le, de helyesnek érzi. - Sie weiß nicht, warum sie sich setzt, aber es fühlt sich richtig an. :25. Egy szitakötő jelenik meg a víz fölött, és leszáll egy régi tavirózsaszárra. - Eine Libelle erscheint über dem Wasser und landet auf einem alten Seerosenschaft. :26. Nao a hüvelykujjával újra meg újra végigsimít a pad háttámlájának érdes fáján. - Nao streicht mit dem Daumen über das raue Holz der Banklehne, immer wieder. :27. Yuki figyeli ezt a mozdulatot, és arra gondol, hogy ezt már ezerszer megtette. - Yuki beobachtet diese Geste und denkt, dass er das schon tausendmal getan hat. :28. A nagyanyjára gondol, aki gyakran ült itt, és teát ivott. - Sie denkt an ihre Großmutter, die hier oft gesessen und Tee getrunken hat. :29. A kép világos, de a benne lévő személy hiányzik. - Das Bild ist klar, aber die Person darin fehlt. :30. Hosszú szünet után halk eső kezdődik. - Nach einer langen Pause beginnt ein leiser Regen. :31. Az első cseppek alig hallhatóan hullanak a levelekre. - Die ersten Tropfen fallen kaum hörbar auf die Blätter. :32. Aztán az eső erősebb lesz, és Yuki gyorsan feláll. - Dann wird der Regen stärker, und Yuki steht schnell auf. :33. Nao lassan áll fel, mert a térdei már nem működnek olyan jól. - Nao steht langsam auf, weil seine Knie nicht mehr so gut mitspielen. :34. Együtt mennek a kis teaház kiugró teteje alá. - Sie gehen zusammen unter das überhängende Dach des kleinen Teehauses. :35. A tető sötét cserepekből van, és az eső úgy hangzik rajta, mint a dobszó. - Das Dach ist aus dunklen Ziegeln, und der Regen klingt darauf wie Trommelschläge. :36. Yuki a tető széléhez áll, és a kertbe néz. - Yuki stellt sich an den Rand des Dachs und schaut in den Garten. :37. Egy bambuszkút vizet merít, és egy mohával benőtt kőre ejti. - Ein Bambus-Brunnen schöpft Wasser und lässt es in einen bemoosten Stein fallen. :38. Csepp. Szünet. Csepp. - Tropf. Pause. Tropf. :39. A hang egyenletes és valahogy megnyugtató. - Das Geräusch ist gleichmäßig und irgendwie beruhigend. :40. Nao háttal a teaház falának támaszkodik, és lehunyja a szemét. - Nao lehnt mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses und schließt die Augen. :41. Mélyen és szabályosan lélegzik, mintha aludna. - Er atmet tief und regelmäßig, als ob er schläft. :42. Yuki ránéz, és azon töpreng, hány záport élt már át itt. - Yuki schaut ihn an und fragt sich, wie viele Regengusse er hier schon erlebt hat. :43. Úgy tűnik, itt lassabban folyik az idő, mint a városban. - Die Zeit scheint hier langsamer zu fließen als in der Stadt. :44. Yuki a könyvesboltban töltött mindennapjaira gondol, a polcokra és a pénztári blokkokra. - Yuki denkt an ihren Alltag in der Buchhandlung, an Regale und Kassenzettel. :45. Mindez távolinak tűnik, mintha egy másik élethez tartozna. - Das alles wirkt weit weg, als ob es zu einem anderen Leben gehört. :46. Az eső megtölti a kövek közötti kis mélyedéseket. - Der Regen füllt die kleinen Vertiefungen zwischen den Steinen. :47. A moha lassan és hangtalanul magába szívja a vizet. - Das Moos nimmt das Wasser auf, langsam und lautlos. :48. Yuki arra gondol: a veszteséggel is így van ez. - Yuki denkt: So ist das mit dem Verlust auch. :49. Nem egyszerre jön, hanem beszivárog, cseppről cseppre. - Er kommt nicht auf einmal, sondern sickert ein, Tropfen für Tropfen. :50. Aztán éppolyan hirtelen, ahogy elkezdődött, eláll az eső. - Dann, genauso plötzlich wie er begonnen hat, hört der Regen auf. :51. A felhők között keskeny fénycsík tör át. - Zwischen den Wolken bricht ein schmaler Streifen Licht hindurch. :52. A régi kőfalon a nedves moha mély zölden ragyog. - Das nasse Moos auf der alten Steinmauer leuchtet in einem tiefen Grün. :53. Yuki szépnek találja, bár nem tudja, miért. - Yuki findet, dass es schön ist, obwohl sie nicht weiß, warum. :54. Megfordul Nao felé, aki most már kinyitotta a szemét. - Sie dreht sich zu Nao um, der die Augen jetzt geöffnet hat. :55. Enyhén meghajol, ahogy illik. - Sie verbeugt sich leicht, wie es sich gehört. :56. Nao ránéz, és nyugodt hangon azt mondja: „A pontyok nem mentek el.” - Nao sieht sie an und sagt mit ruhiger Stimme: „Die Karpfen sind nicht fort." :57. Yuki vár, mert érzi, hogy még jön valami. - Yuki wartet, weil sie spürt, dass noch etwas kommt. :58. „Lent fekszenek az iszapban, és várják a tavaszt.” - „Sie liegen unten im Schlamm und warten auf den Frühling." :59. Yuki bólint, bár nem biztos benne, hogy Nao csak a halakról beszél. - Yuki nickt, obwohl sie nicht sicher ist, ob er nur von den Fischen spricht. :60. Fogja a táskáját, és visszamegy az úton a kapu felé. - Sie nimmt ihre Tasche und geht den Weg zurück zum Tor. :61. A kövek a lába alatt még hidegek és csúszósak. - Die Steine unter ihren Füßen sind noch kalt und glitschig. :62. Nem fordul meg, de hallja, hogy Nao újra leül a padra. - Sie dreht sich nicht um, aber sie hört, dass Nao sich wieder auf die Bank setzt. :63. A kapunál felveszi a cipőjét, és egyszer visszanéz a kertbe. - Am Tor zieht sie die Schuhe an und schaut einmal zurück in den Garten. :64. A tó csendesen fekszik ott, a zavaros víz gyengén csillog a fényben. - Der Teich liegt still da, das trübe Wasser glänzt im schwachen Licht. :65. Yuki kifújja a levegőt, és elindul. - Yuki atmet aus und geht. :66. Az állomáshoz vezető út rövid, és a vonat hamarosan jön. - Der Weg zur Station ist kurz, und der Zug kommt bald. :67. A vonaton az ablaknál ül, és az elsuhanó mezőket nézi. - Im Zug sitzt sie am Fenster und schaut auf die vorbeiziehenden Felder. :68. Nem gondol a nagyanyjára, de valahogy mégis érzi őt. - Sie denkt nicht an ihre Großmutter, aber sie fühlt sie irgendwie trotzdem. :69. Az üresség ott van, de már nem nyom olyan nehezen. - Die Leere ist da, aber sie drückt nicht mehr so schwer. :70. A víz egészen magától folyik át a mohán. - Das Wasser fließt durch das Moos, ganz von allein. ---------------------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki nem felejtette el a templomhoz vezető utat, bár három éve nem járt már rajta. - Yuki hatte den Weg zum Tempel nicht vergessen, obwohl sie ihn seit drei Jahren nicht mehr gegangen war. :2. Ismert minden követ, minden kanyart, minden szagot – és éppen ez tette olyan nehézzé az első lépést. - Sie kannte jeden Stein, jede Biegung, jeden Geruch – und genau das machte den ersten Schritt so schwer. :3. A reggel még félig sötétben feküdt, amikor leszállt a vonatról, és beszívta a kora őszi hűvös levegőt. - Der Morgen lag noch halb im Dunkel, als sie aus dem Zug stieg und die kühle Luft des frühen Herbstes einatmete. :4. Nedves lomb illata volt a levegőben, és valamié, amit nem tudott megnevezni, ami azonban azonnal visszavitte őt. - Es roch nach nassem Laub und nach etwas, das sie nicht benennen konnte, das sie aber sofort zurückbrachte. :5. A megviselt fakapunál megállt, nem azért, mert habozott, hanem mert a pillanat ezt kívánta. - Am verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht weil sie zögerte, sondern weil der Moment es verlangte. :6. A fa szürkébb lett, érdesebb, és magán hordta több olyan tél nyomát, amely nélküle múlt el. - Das Holz war grauer geworden, rauer, und trug die Spuren mehrerer Winter, die ohne sie vergangen waren. :7. Levetette a cipőjét, rendesen egymás mellé állította őket, és rálépett az előtte lévő mohával benőtt kőre. - Sie zog die Schuhe aus, stellte sie ordentlich nebeneinander und trat auf den moosbewachsenen Stein davor. :8. A hideg azonnal áthatolt a vékony zoknin, és Yuki egy ideig hagyta ott állni, anélkül hogy továbbment volna. - Die Kälte drang sofort durch die dünnen Socken, und Yuki ließ sie eine Weile stehen, ohne weiterzugehen. :9. A kert megváltozott, de nem úgy, ahogy a dolgok akkor változnak meg, ha valaki elhanyagolja őket. - Der Garten hatte sich verändert, aber nicht so, wie Dinge sich verändern, wenn jemand sie vernachlässigt. :10. Inkább úgy hatott, mint valaki, aki felhagyott azzal, hogy tartást vegyen fel, és most egyszerűen elengedi magát. - Er wirkte eher wie jemand, der aufgehört hat, eine Haltung einzunehmen, und sich nun einfach gehen lässt. :11. A bokrok elvesztették formájukat, a fű kinőtt a régi kőlapok fugái között, és senki sem szorította vissza. - Die Büsche hatten ihre Form verloren, das Gras wuchs zwischen den Fugen der alten Steinplatten, und niemand hatte es zurückgedrängt. :12. Yuki követte a keskeny ösvényt, amely még felismerhető volt, de amelyet hamarosan a szélek felől elnyeléssel fenyegetett a növényzet. - Yuki folgte dem schmalen Pfad, der noch erkennbar war, aber bald von den Rändern her aufgefressen zu werden drohte. :13. Az út végén ott feküdt a tó, és kisebb volt, mint amilyennek emlékezetében élt. - Am Ende des Weges lag der Teich, und er war kleiner, als sie ihn in Erinnerung hatte. :14. A víz sötétzöld színű volt, majdnem olyan, mint a tinta, és a felszíne alig mozdult. - Das Wasser hatte eine dunkelgrüne Farbe, fast wie Tinte, und die Oberfläche bewegte sich kaum. :15. Eszébe jutottak a koi pontyok, amelyek régebben élénk narancsszínben siklottak át alatta, mint élő lángok. - Sie erinnerte sich an die Koi-Karpfen, die früher in leuchtenden Orangetönen darunter hindurchgeglitten waren wie lebende Flammen. :16. Most egyetlen, félig lebomlott levél sodródott a vízen, és különben semmi. - Jetzt trieb ein einzelnes, halb zersetztes Blatt auf dem Wasser, und sonst war nichts. :17. Yuki leguggolt a part mellé, karját a térde köré fonta, és a vízbe meredt, anélkül hogy bármit keresett volna. - Yuki hockte sich ans Ufer, die Arme um die Knie geschlungen, und starrte in das Wasser, ohne etwas zu suchen. :18. Olyan sokáig ült így, hogy a lábai bizseregni kezdtek, de nem állt fel. - Sie saß so lange, dass ihre Beine kribbeln anfingen, aber sie stand nicht auf. :19. Akkor halk fakaparászást hallott maga mögött, ahogy fa súrlódik kövön. - Dann hörte sie hinter sich das leise Scharren von Holz auf Stein. :20. Egy padon, amely az évek súlya alatt kissé ferdén állt, egy öreg férfi ült. - Auf einer Bank, die unter dem Gewicht der Jahre leicht schief stand, saß ein alter Mann. :21. Nao körülbelül hetvenöt éves volt, talán idősebb, és egyszerű munkakabátot viselt, amely már sok nyarat látott. - Nao war ungefähr fünfundsiebzig, vielleicht älter, und trug eine schlichte Arbeitsjacke, die schon viele Sommer gesehen hatte. :22. A mellette álló seprűt nem egyszerűen letették, hanem olyan magától értetődően támaszkodott ott, mintha mindig is ott állt volna. - Der Besen neben ihm war nicht einfach abgestellt worden, sondern lehnte mit einer Selbstverständlichkeit dort, als hätte er dort immer gestanden. :23. Nao a fejét felé fordította, anélkül hogy a testét megmozdította volna, és olyan tekintettel nézett rá, amely sem kérdező, sem üdvözlő nem volt. - Nao drehte den Kopf zu ihr, ohne seinen Körper zu bewegen, und sah sie mit einem Blick an, der weder fragend noch begrüßend war. :24. Egyszer bólintott, egészen röviden, Yuki pedig visszabólintott, és ezzel minden szükséges elhangzott. - Er nickte einmal, ganz knapp, und Yuki nickte zurück, und damit war alles Notwendige gesagt. :25. Felállt, és némi távolsággal mellé ült, mert a helyzet így kívánta, nem azért, mert társaságot keresett. - Sie stand auf und setzte sich mit etwas Abstand neben ihn, weil die Situation es so wollte, nicht weil sie Gesellschaft suchte. :26. A tó fölött megjelent egy szitakötő, amely olyan mozdulatlanul függött a levegőben, mintha odafestették volna. - Über dem Teich erschien eine Libelle, die so still in der Luft hing, als wäre sie aufgemalt. :27. Leszállt egy régi tavirózsa szárára, amely úgy állt ki a vízből, mint egy megmaradt gondolat. - Sie landete auf einem alten Seerosenschaft, der aus dem Wasser ragte wie ein übrig gebliebener Gedanke. :28. Nao hüvelykujjával végigsimított a pad érdes fatámláján, mindig ugyanabba az irányba, mindig ugyanazon a helyen. - Nao fuhr mit dem Daumen über die raue Holzlehne der Bank, immer in derselben Richtung, immer dieselbe Stelle. :29. Yuki nézte a kezét, és arra gondolt, hogy a fa és a bőr hosszú idő után hasonlóvá válik. - Yuki betrachtete seine Hand und dachte, dass Holz und Haut sich nach langer Zeit ähnlich werden. :30. A nagyanyjára gondolt, aki itt ült, teát ivott, és soha nem magyarázott sokat. - Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen hatte, Tee getrunken und nie viel erklärt hatte. :31. A nagyanyja úgy tudott dolgokat, hogy nem beszélt róluk, és ez Yukit gyerekként néha kétségbeesésbe kergette. - Ihre Großmutter hatte Dinge gewusst, ohne darüber zu sprechen, und das hatte Yuki als Kind manchmal zur Verzweiflung gebracht. :32. Most már jobban értette ezt, még ha az értés már semmit sem használt. - Jetzt verstand sie es besser, auch wenn das Verstehen nichts mehr nützte. :33. Halk eső kezdődött, olyan tétován, mintha nem volna biztos benne, szívesen látják-e. - Ein leiser Regen begann, so zögerlich, als ob er sich nicht sicher war, ob er willkommen wäre. :34. Az első cseppek hangtalanul eltűntek a mohában, aztán a vízen, aztán egyszerre mindenütt. - Die ersten Tropfen verschwanden lautlos im Moos, dann auf dem Wasser, dann überall gleichzeitig. :35. Yuki ülve maradt, amíg az eső sűrűbbé nem vált, és a haja tapadni nem kezdett. - Yuki blieb sitzen, bis der Regen dichter wurde und ihr Haar zu kleben begann. :36. Nao felállt, lassan, egy olyan ember megfontolt gondosságával, aki jól ismeri és tiszteli a testét. - Nao stand auf, langsam, mit der bedächtigen Sorgfalt eines Menschen, der seinen Körper gut kennt und respektiert. :37. Együtt mentek a teaház teteje alá, anélkül hogy egy szót is vesztegettek volna arra, hogy ezt teszik. - Sie gingen zusammen unter das Dach des Teehauses, ohne ein Wort darüber zu verlieren, dass sie es taten. :38. A régi cserepekből álló tető hangosan fogadta az esőt, és ez a zaj kitöltötte a köztük lévő teret. - Das Dach aus alten Ziegeln nahm den Regen laut auf, und dieses Geräusch füllte den Raum zwischen ihnen. :39. Yuki a tető szélén állt, egy lépésnyire az esőtől, és a bambusz szökőkútra nézett. - Yuki stand am Rand des Dachs, einen Schritt vom Regen entfernt, und schaute auf den Bambus-Brunnen. :40. A víz egyenletes időközönként hullott egy mohás kőre, beszivárgott a mélyedésekbe, eltűnt. - Das Wasser fiel in gleichmäßigen Abständen auf einen bemoosten Stein, sickerte in die Vertiefungen, verschwand. :41. Csepp. Csend. Csepp. - Tropf. Stille. Tropf. :42. Nao háttal a fafalnak támaszkodott, és lehunyta a szemét, mintha az eső olyan zene volna, amelyet kívülről ismer. - Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand und schloss die Augen, als ob der Regen eine Musik wäre, die er auswendig kannte. :43. Yuki azon töprengett, hány esőzést élt át itt, hány embert látott jönni és menni. - Yuki überlegte, wie viele Regengusse er hier erlebt hatte, wie viele Menschen er hatte kommen und gehen sehen. :44. A saját városára gondolt, a zajra és a fényre, amely éjszaka sem szűnt meg. - Sie dachte an ihre eigene Stadt, an den Lärm und das Licht, das nachts nicht aufhörte. :45. Itt még az eső is lassabban hullani látszott, mintha volna ideje. - Hier schien selbst der Regen langsamer zu fallen, als ob er Zeit hatte. :46. A nagyanyja gondolata nem képként jött, hanem súlyként – nem fájdalmasan, csak jelenlévőn. - Der Gedanke an ihre Großmutter kam nicht als Bild, sondern als Gewicht – nicht schmerzhaft, nur vorhanden. :47. Yuki észrevette, hogy a fájdalom, amelynek érzésére számított, nem jelentkezett. - Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte zu fühlen, sich nicht eingestellt hatte. :48. Helyette volt ott valami nyugodtabb, amit még nem tudott megnevezni, és ami egyelőre békén hagyta őt. - Stattdessen war da etwas Ruhigeres, das sie noch nicht benennen konnte und das sie vorerst in Ruhe ließ. :49. A kőfal mohája itta a vizet, amely vékony erekben folyt le rajta, sietség és veszteség nélkül. - Das Moos an der Steinmauer trank das Wasser, das in dünnen Rinnsalen daran hinablief, ohne Eile und ohne Verlust. :50. Így van ez, gondolta Yuki, de nem mondta ki. - So ist das, dachte Yuki, aber sie sprach es nicht aus. :51. Az eső elállt, és az utána következő hallgatás más minőségű volt, mint az előtte lévő hallgatás. - Der Regen hörte auf, und das Schweigen danach war von anderer Qualität als das Schweigen davor. :52. Halvány fény tört át a szétúszó felhőkön, és ferdén esett a nedves kőfalra. - Ein schwaches Licht brach durch die auseinandertreibenden Wolken und fiel schräg auf die nasse Steinmauer. :53. A moha olyan zöldben ragyogott, amilyet Yuki így még nem látott, bár már gyakran láthatta volna. - Das Moos leuchtete in einem Grün, das Yuki so noch nicht gesehen hatte, obwohl sie es schon oft hätte sehen können. :54. Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és nyugodtan nézett rá. - Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ruhig ansah. :55. Yuki meghajolt, mert ez volt a helyes, még ha pontosan nem is tudta volna megmagyarázni, miért. - Yuki verbeugte sich, weil es das Richtige war, auch wenn sie nicht genau erklären hätte können, wofür. :56. Nao ránézett, és hangsúly nélkül, sietség nélkül azt mondta: „A pontyok nem tűntek el.” - Nao sah sie an und sagte, ohne Betonung und ohne Eile: „Die Karpfen sind nicht verschwunden." :57. Yuki várt, mert érezte, hogy ez még nem minden. - Yuki wartete, weil sie spürte, dass das nicht alles war. :58. „Az iszapban fekszenek a fenéken, és várják, hogy újra melegebb legyen.” - „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten, bis es wieder wärmer wird." :59. Úgy mondta ezt, mintha egy ismert és aggodalomra okot nem adó tényt közölne. - Er sagte es so, als ob er eine Tatsache mitteilte, die bekannt und unbesorgniserregend war. :60. Yuki bólintott, és arra gondolt, hogy valószínűleg nemcsak a halakról beszélt – vagy talán mégis csak róluk, és ez elég volt. - Yuki nickte und dachte, dass er wahrscheinlich nicht nur von den Fischen sprach – oder vielleicht doch nur von ihnen, und das reichte. :61. Felvette a táskáját, amely még kissé nedves volt, és visszament az úton a kapuhoz. - Sie nahm ihre Tasche, die noch etwas feucht war, und ging den Weg zurück zum Tor. :62. A kövek a nedves zoknija alatt simák és hidegek voltak, és minden lépésére figyelt. - Die Steine unter ihren nassen Socken waren glatt und kalt, und sie achtete auf jeden Schritt. :63. Nem fordult meg, de hallotta, ahogy Nao újra leül, és a seprű halkan a padhoz ütődik. - Sie drehte sich nicht um, aber sie hörte, wie Nao sich wieder setzte und der Besen leise gegen die Bank stieß. :64. A kapunál belebújt a cipőjébe, és egy pillanatra megállt, tekintetét előre szegezve. - Am Tor schlüpfte sie in ihre Schuhe und blieb einen Moment stehen, den Blick nach vorne gerichtet. :65. Mögötte ott feküdt a kert a zavaros tavával, a ferde teaházzal és az öreg férfival a padon. - Hinter ihr lag der Garten mit seinem trüben Teich, dem schiefen Teehaus und dem alten Mann auf der Bank. :66. Mindez tovább fog létezni, akár visszatér, akár nem, és ez fájdalom nélküli felismerés volt. - Das alles würde weiterexistieren, ob sie zurückkam oder nicht, und das war eine Erkenntnis ohne Schmerz. :67. Yuki az állomásra ment, és az oda vezető út rövidebb volt, mint várta. - Yuki ging zur Station, und der Weg dorthin war kürzer, als sie erwartet hatte. :68. A vonaton a fejét az ablaknak támasztotta, és nézte, ahogy a mezők elvonulnak mellette. - Im Zug lehnte sie den Kopf gegen das Fenster und schaute zu, wie die Felder vorbeizogen. :69. Nem gondolt sokat, ami szokatlan volt, de nem is kellemetlen. - Sie dachte nicht viel, was ungewohnt war, aber auch nicht unangenehm. :70. Az üresség, amelytől félt, ott volt – de nem úgy volt üres, ahogy az fáj. - Die Leere, die sie gefürchtet hatte, war da – aber sie war nicht leer auf die Art, die wehtut. :71. Inkább olyan volt, mint egy tó ősszel: csendes, sötét, és alatta alszik valami, ami nem halott. - Sie war eher wie ein Teich im Herbst: still, dunkel, und darunter schläft etwas, das nicht tot ist. ----------------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :A templomkert - Der Tempelgarten :1. Yuki nem tervezte, hogy felkeresi a templomot – egyszerűen felszállt a vonatra, ahogyan az ember néha megtesz dolgokat, mielőtt az értelem megtilthatná őket. - Yuki hatte sich nicht vorgenommen, den Tempel zu besuchen – sie war einfach in den Zug gestiegen, wie man manchmal Dinge tut, bevor der Verstand sie verbieten kann. :2. Három évig kerülte a kertet, nem közönyből, hanem mert vannak helyek, amelyek túl sokat követelnek az embertől, amíg a seb még friss. - Drei Jahre hatte sie den Garten gemieden, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil manche Orte zu viel von einem verlangen, solange die Wunde noch frisch ist. :3. Az ősz már sápadt fénybe merítette a várost, amely se nem hideg, se nem meleg volt, amikor a vonat megállt a kis állomáson. - Der Herbst hatte die Stadt bereits in ein blasses Licht getaucht, das weder kalt noch warm war, als der Zug an der kleinen Station hielt. :4. Olyan csendbe szállt ki, amely nem elutasító volt, hanem egyszerűen teljes – hézagtalan csendbe, amelybe az ember gondolatokat tolhatott volna. - Sie stieg aus in eine Stille, die nicht abweisend, sondern einfach vollständig war – eine Stille ohne Lücken, in die man Gedanken schieben konnte. :5. A templomhoz vezető út egy szűk sikátoron haladt át régi falak között, amelyeken a moha vastag, egyenetlen párnákban nőtt. - Der Weg zum Tempel führte durch eine schmale Gasse zwischen alten Mauern, auf denen das Moos in dicken, ungleichmäßigen Polstern wuchs. :6. Yuki ismerte ezt az utat anélkül, hogy ismerte volna – valahol az emlékezet alatt ült, magában a testben, abban, ahogyan a lábak habozás nélkül választották az irányt. - Yuki kannte diesen Weg, ohne ihn zu kennen – er saß irgendwo unterhalb der Erinnerung, im Körper selbst, in der Art, wie die Füße ohne Zögern die Richtung wählten. :7. A megviselt fakapu előtt megállt, nem azért, hogy bátorságot gyűjtsön, hanem mert az átmenet megérdemelt egy pillanatnyi összeszedettséget. - Vor dem verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht um Mut zu sammeln, sondern weil der Übergang einen Moment der Sammlung verdiente. :8. A fának olyan színe volt, mint valaminek, ami sok telet látott és már nem ismert sietséget, és Yuki keze rövid ideig szándék nélkül pihent az oszlopon. - Das Holz hatte die Farbe von etwas, das viele Winter gesehen und keine Eile mehr kannte, und Yukis Hand ruhte kurz auf dem Pfosten, ohne Absicht. :9. Levetette a cipőjét, olyan gondossággal tette le, amely már-már szertartásos vonásokat öltött, és rálépett az első mohával benőtt kőre. - Sie zog die Schuhe aus, stellte sie mit einer Sorgfalt ab, die fast zeremonielle Züge annahm, und trat auf den ersten moosbewachsenen Stein. :10. A hideg, amely azonnal áthatolt a szöveten, nem volt kellemetlen, hanem arra emlékeztette, hogy a test még ott van és érzékel. - Die Kälte, die sofort durch den Stoff drang, hatte nichts Unangenehmes, sondern erinnerte sie daran, dass der Körper noch da war und wahrnahm. :11. A kert nem fogadta őt – egyszerűen ott volt, türelmes elhanyagoltság állapotában, amely méltóságteljesebbnek hatott minden gondozott rendnél. - Der Garten empfing sie nicht – er war einfach da, in einem Zustand geduldiger Verwahrlosung, die würdevoller wirkte als jede gepflegte Ordnung. :12. A sövények elveszítették körvonalaikat, a fű a kőlapok között elég magasra nőtt ahhoz, hogy a könnyű szélben lengjen, és valahol még víz csöpögött az éjszakai esőből egy mélyedésbe. - Die Hecken hatten ihre Konturen verloren, das Gras zwischen den Steinplatten stand hoch genug, um im leichten Wind zu schwingen, und irgendwo tropfte noch Wasser vom Nachttregen in eine Mulde. :13. Yuki követte az ösvényt, amelyet még ösvényként fel lehetett ismerni, bár egyre inkább úgy tűnt, feladja azt a szándékát, hogy bárhová is vezessen. - Yuki folgte dem Pfad, der sich noch als Pfad erkennen ließ, obwohl er zunehmend die Absicht aufzugeben schien, irgendwohin zu führen. :14. A tó a végén úgy feküdt ott, mint válasz egy kérdésre, amelyet nem tett fel magának – sötéten, mozdulatlanul, olyan csenddel borítva, amely idősebb volt a reggelnél. - Der Teich lag am Ende wie eine Antwort auf eine Frage, die sie sich nicht gestellt hatte – dunkel, reglos, von einer Stille bedeckt, die älter war als der Morgen. :15. A víz színe zöld és fekete között váltakozott, attól függően, milyen szögből nézte az ember, és Yuki sokáig nézte többféle szögből. - Das Wasser hatte eine Farbe, die zwischen Grün und Schwarz changierte, je nachdem, aus welchem Winkel man es betrachtete, und Yuki betrachtete es lange aus mehreren. :16. Gyermekkora koi-pontyaira gondolt, amelyek narancssárga és fehér ívekben siklottak át a felszín alatt, mintha a víz csak egy közeg lett volna, amelyet megtűrtek. - Sie dachte an die Koi-Karpfen ihrer Kindheit, die in orangefarbenen und weißen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten waren, als ob das Wasser nur ein Medium war, das sie duldete. :17. Most egyetlen levél sodródott a felszínen, félig feloldódva, és tökéletlenségében valamit tükrözött, amit Yuki nem tudott azonnal szavakba foglalni. - Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche, halb aufgelöst, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas, das Yuki nicht sofort in Worte fassen konnte. :18. Leült a parton, térdét a mellkasához húzva, és megengedte magának, hogy egyszerűen csak nézzen, anélkül hogy értékelné vagy besorolná, amit látott. - Sie ließ sich am Ufer nieder, die Knie an die Brust gezogen, und erlaubte sich, einfach zu schauen, ohne das Gesehene zu bewerten oder einzuordnen. :19. Ez nehezebb volt, mint amilyennek hangzott, mert az értelem állandóan készen állt arra, hogy közbeavatkozzon, és jelentést kényszerítsen a hallgatásra. - Das war schwieriger, als es klang, weil der Verstand ständig bereit war, sich einzumischen und dem Schweigen Bedeutung aufzuzwingen. :20. Egy zaj mögötte – alig több, mint egy súly elmozdulása régi fán – arra késztette, hogy hátrafordítsa a fejét, anélkül hogy összerezzent volna. - Ein Geräusch hinter ihr – kaum mehr als das Verschieben eines Gewichts auf altem Holz – ließ sie den Kopf wenden, ohne aufzufahren. :21. Egy padon, amely kissé kibillent a helyes állásából, mintha felhagyott volna azzal, hogy a függőlegest fontosnak tartsa, egy öreg férfi ült kifakult munkakabátban. - Auf einer Bank, die leicht aus dem Lot geraten war, als hätte sie aufgehört, die Vertikale für wichtig zu halten, saß ein alter Mann in einer verwaschenen Arbeitsjacke. :22. Nao volt a templom kertésze, évtizedek óta, jóval azelőtt, hogy Yuki nagyanyja a kertet a magáévá tette volna. - Nao war der Gärtner des Tempels gewesen, seit Jahrzehnten, lange bevor Yukis Großmutter den Garten zu ihrem eigenen gemacht hatte. :23. Olyan tekintettel nézett Yukira, amely sem kíváncsiságot, sem távolságtartást nem fejezett ki, hanem annak az embernek a különös nyugalmát, aki már felhagyott azzal, hogy találkozásoktól bármit akarjon. - Er sah Yuki an mit einem Blick, der weder Neugierde noch Distanz ausdrückte, sondern die besondere Ruhe eines Menschen, der aufgehört hat, von Begegnungen etwas zu wollen. :24. Az az egyszeri, szűkszavú biccentés, amellyel üdvözölte, nem a hidegség gesztusa volt, hanem a pontosságé – több nem volt szükséges, tehát több nem is volt. - Das einmalige, knappe Nicken, mit dem er sie begrüßte, war keine Geste der Kälte, sondern der Präzision – mehr war nicht nötig, also gab es nicht mehr. :25. Yuki felállt, odament a padhoz, és leült, olyan távolságban, amely sem közelséget nem színlelt, sem távolságot nem hangsúlyozott, hanem egyszerűen helyes volt. - Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich, mit einem Abstand, der weder Nähe vortäuschte noch Distanz betonte, sondern einfach stimmte. :26. A tó fölött megjelent egy szitakötő, amely azzal a látszólag erőfeszítés nélküli pontossággal állt a levegőben, amely csak azoknak a dolgoknak sajátja, amelyek teljesen a pillanatban élnek. - Über dem Teich erschien eine Libelle, die mit jener mühelos wirkenden Präzision in der Luft stand, die nur Dinge besitzen, die vollständig im Moment leben. :27. Leszállt egy elszáradt tavirózsaszárra, és olyan mozdulatlanul ült, hogy az ember elfelejthette, hogy nem sokkal korábban még mozgott. - Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft und saß so still, dass man vergessen konnte, dass sie sich kurz davor noch bewegt hatte. :28. Nao hüvelykujjával egyenletes mozdulattal végigsimított a pad érdes támláján, mindig ugyanazon a pályán, mindig ugyanabba az irányba. - Nao fuhr mit dem Daumen in einer gleichmäßigen Bewegung über die raue Lehne der Bank, immer dieselbe Bahn, immer dieselbe Richtung. :29. Yuki figyelte ezt a mozdulatot, és arra gondolt, hogy a szokás és az ima néha ugyanazt a formát ölti. - Yuki beobachtete diese Geste und dachte, dass Gewohnheit und Gebet manchmal dieselbe Form annehmen. :30. A nagyanyjára gondolt, aki itt ült és teát ivott, anélkül hogy közben bármit bizonyítani vagy megtartani akart volna. - Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen und Tee getrunken hatte, ohne dabei irgendetwas beweisen oder festhalten zu wollen. :31. Gyermekként Yuki nagyanyja azt mondta neki, hogy egy helynek nem kell megmagyarázni, miért tér vissza az ember – vagy már tudja, vagy nem kérdezi. - Als Kind hatte Yukis Großmutter ihr gesagt, dass man einem Ort nicht erklären muss, warum man zurückkommt – er weiß es bereits oder er fragt nicht. :32. Yuki akkor ezt nem értette, és most, amikor értette, már senki sem volt ott, akinek elmondhatta volna, hogy végre megértette. - Yuki hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da sie verstand, war niemand mehr da, dem sie hätte sagen können, dass sie es endlich tat. :33. Az eső bejelentés nélkül kezdődött, ahogyan az ősz néha teszi, mintha elfelejtette volna kialkudni az átmenetet. - Der Regen begann ohne Ankündigung, wie es der Herbst manchmal tut, als hätte er vergessen, den Übergang auszuhandeln. :34. Először egyetlen csepp a teacserje levelén, aztán egy maréknyi, aztán az egyenletes zúgás, amelyet Yuki azonnal olyasminek ismert fel, ami ide tartozott. - Erst ein einzelner Tropfen auf dem Blatt des Teestrauchs, dann eine Handvoll, dann das gleichmäßige Rauschen, das Yuki sofort als etwas wiedererkannte, das hierher gehörte. :35. Nao annak az embernek a megfontolt határozottságával emelkedett fel, akinek a teste kompromisszumokat kötött, de nem kapitulált, és Yuki követte őt a teaház teteje alá. - Nao erhob sich mit der bedächtigen Entschiedenheit eines Menschen, dessen Körper Kompromisse eingegangen ist, aber nicht kapituliert hat, und Yuki folgte ihm unter das Dach des Teehauses. :36. A túlnyúló cseréptető ritmussá alakította az esőt, és ennek a ritmusnak olyan minősége volt, aminek nem ellenállni lehetett, hanem csak hallgatni. - Das überhängende Ziegeldach verwandelte den Regen in Rhythmus, und dieser Rhythmus hatte die Qualität von etwas, dem man nicht widerstehen, sondern nur zuhören konnte. :37. Yuki a tető széléhez állt, egy lépésre a hulló víztől, és nézte a bambuszkutat, amely csendben és szüntelenül végezte a feladatát. - Yuki stellte sich an den Rand des Dachs, einen Schritt vom fallenden Wasser entfernt, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe still und ohne Unterlass erfüllte. :38. A víz ráhullott az alatta lévő mohás kőre, beszivárgott a repedésekbe, láthatatlanná vált – és valamikor más összefüggésben újra visszatért. - Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein darunter, versickerte in Ritzen, wurde unsichtbar – und kam in einem anderen Zusammenhang irgendwann wieder. :39. Nao háttal a teaház falának támaszkodott, karjait lazán a teste előtt tartotta, és olyan magától értetődőséggel csukta be a szemét, amely nem igényelt magyarázatot. - Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses, die Arme locker vor dem Körper, und schloss die Augen mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Erklärung brauchte. :40. Yuki azon tűnődött, vajon alszik-e, vagy egyszerűen a figyelem egy olyan fajtáját gyakorolja, amely befelé irányul, és nincs szüksége szemekre. - Yuki fragte sich, ob er schlief oder ob er einfach eine Art von Aufmerksamkeit praktizierte, die nach innen gerichtet war und keine Augen benötigte. :41. A könyvesboltjára gondolt, a polcokra, amelyeket naponta rendezett, az emberekre, akik könyveket vásároltak, anélkül hogy tudták volna, valójában melyik kérdésre akarnak választ kapni. - Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Regale, die sie täglich ordnete, an die Menschen, die Bücher kauften, ohne zu wissen, welche Frage sie eigentlich beantworten wollten. :42. Itt nem voltak polcok, és nem voltak válaszok, és nem voltak kérdések, amelyek válaszokra vártak – csak a tető, az eső, az öreg férfi és ő maga. - Hier gab es keine Regale und keine Antworten und keine Fragen, die auf Antworten warteten – nur das Dach, den Regen, den alten Mann und sie selbst. :43. A víz, amely a tetőről a nedves földre hullott, apró krátereket ütött a mohába, és azonnal újra eltűnt, anélkül hogy nyomot hagyott volna. - Das Wasser, das vom Dach auf den nassen Boden fiel, schlug kleine Krater in das Moos und verschwand sofort wieder, ohne eine Spur zu hinterlassen. :44. Yuki észrevette, hogy a nagyanyjára nem úgy gondol, mint veszteségre, hanem mint valamire, ami más halmazállapotot vett fel. - Yuki bemerkte, dass sie an ihrer Großmutter nicht wie an einem Verlust dachte, sondern wie an etwas, das eine andere Aggregatform angenommen hatte. :45. A gondolat nem volt vigasztaló a szokványos értelemben – egyszerűen pontos volt, és a pontosságnak néha megvan a maga sajátos vigasza. - Der Gedanke war nicht tröstlich im gewöhnlichen Sinn – er war einfach genau, und Genauigkeit hat manchmal eine eigene Art von Trost. :46. A kőfalon lévő moha magába szívta a vizet, amely vékony, alig látható erecskékben csorgott le rajta, lassan és teljesen, maradék nélkül. - Das Moos an der Steinmauer nahm das Wasser auf, das in dünnen, kaum sichtbaren Rinnsalen daran herabrann, langsam und vollständig, ohne Rest. :47. Yuki arra gondolt: így zajlanak a búcsúk is, ha az ember időt ad nekik – nem törésként, hanem fokozatos átszivárgásként, amely csak akkor ér véget, amikor minden felszívódott. - Yuki dachte: So verlaufen Abschiede auch, wenn man ihnen Zeit gibt – nicht als Bruch, sondern als ein allmähliches Durchsickern, das erst endet, wenn alles aufgenommen ist. :48. Az eső úgy állt el, ahogyan elkezdődött – átmenet nélkül, mintha született volna egy döntés, amelyet senkivel sem közöltek. - Der Regen hörte auf, wie er begonnen hatte – ohne Übergang, als ob eine Entscheidung gefallen wäre, die niemand mitgeteilt hatte. :49. A fény, amely ezután áthatolt a szétsodródó felhők között, annak a sajátosan őszi minőségnek volt a fénye, amely mindent, amit ér, egy pillanatra kiemel az időből. - Das Licht, das danach durch die auseinanderdriftenden Wolken drang, war von jener spezifisch herbstlichen Qualität, die alles, was es trifft, für einen Moment aus der Zeit herauslöst. :50. A falon a moha mély, telt zöldben felragyogott, olyan intenzíven, hogy Yukinak rövid időre az az érzése támadt, valami olyat lát, ami általában nem látható. - Das Moos auf der Mauer leuchtete in einem tiefen, satten Grün auf, das so intensiv war, dass Yuki kurz das Gefühl hatte, etwas zu sehen, das normalerweise nicht sichtbar war. :51. Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és ugyanazzal a nyugodt, be nem soroló tekintettel nézett rá, mint kezdetben. - Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie mit demselben ruhigen, nicht einordnenden Blick ansah wie zu Beginn. :52. Yuki meghajolt – nem mélyen, de őszintén –, és ebben a gesztusban több volt, mint udvariasság, még ha nem is tudta volna megmondani, pontosan mi. - Yuki verbeugte sich – nicht tief, aber aufrichtig – und in dieser Geste steckte mehr als Höflichkeit, auch wenn sie nicht hätte sagen können, was genau. :53. Nao viszonozta a tekintetét, és egy olyan szünet után, amely elég hosszú volt ahhoz, hogy ne puszta kitöltő szünet legyen, ezt mondta: „A pontyok nem tűntek el.” - Nao erwiderte den Blick und sagte, nach einer Pause, die lange genug war, um keine Füllpause zu sein: „Die Karpfen sind nicht fort." :54. Nem azért mondta, hogy vigasztaljon, és nem azért, hogy megmagyarázzon valamit – úgy mondta, ahogyan az ember egy tényt közöl, amelyben ő maga már régóta megbízik. - Er sagte es nicht, um zu trösten, und nicht, um etwas zu erklären – er sagte es so, wie man eine Tatsache mitteilt, der man selbst seit Langem getraut hat. :55. „Lenn fekszenek az iszapban, a fenéken, és várják a tavaszt, amely eljön, mert mindig eljön.” - „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten auf das Frühjahr, das kommt, weil es immer kommt." :56. Yuki ránézett, és arra gondolt, hogy talán a halakról beszél, talán valami másról, és hogy mindkettő igaz lehet anélkül, hogy dönteni kellene róla. - Yuki sah ihn an und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, und vielleicht von etwas anderem, und dass beides wahr sein konnte, ohne dass man es entscheiden musste. :57. Felvette a táskáját, amely még magában hordozta az eső nedvességét, és visszaindult az úton a kapu felé, kőről kőre. - Sie nahm ihre Tasche, die noch die Feuchtigkeit des Regens in sich trug, und ging den Weg zurück zum Tor, Stein für Stein. :58. Nem fordult vissza, mert a visszafordulás feltételezett volna valamit, amire itt nem volt szükség – nem közönyt, hanem bizalmat abban, ami mögötte maradt. - Sie drehte sich nicht um, weil Umdrehen etwas vorausgesetzt hätte, das hier nicht gefragt war – nicht Gleichgültigkeit, sondern Vertrauen in das, was hinter ihr blieb. :59. A kapunál belebújt a cipőjébe, és megállt, nem azért, hogy visszanézzen, hanem hogy megjelölje az átmenetet, amelyet az átmenet megérdemelt. - Am Tor schlüpfte sie in die Schuhe und blieb stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu markieren, der Übergang verdiente. :60. Mögötte a kert tovább létezett – zavaros tavával, csendben várakozó mohájával, öreg kertészével a ferde padon –, teljesen és nélküle. - Hinter ihr existierte der Garten weiter – mit seinem trüben Teich, seinem stillwartenden Moos, seinem alten Gärtner auf der schiefen Bank – vollständig und ohne sie. :61. Ez nem szomorú felismerés volt, hanem helyes, és a helyes felismeréseknek néha egyszerre van meg a nedves moha súlya és könnyűsége. - Das war keine traurige Erkenntnis, sondern eine richtige, und richtige Erkenntnisse haben manchmal die Schwere und die Leichtigkeit von nassem Moos zugleich. :62. Yuki az állomásra ment, és az út rövidebb volt, mint odafelé, mert ezúttal nem megérkezett, hanem továbbment. - Yuki ging zur Station, und der Weg war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal nicht ankam, sondern weiterging. :63. A vonaton homlokát a hűvös ablaküvegnek támasztotta, és nézte a mezőket, amelyek a délután lapos fényében elsuhantak mellette. - Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das kühle Fensterglas und schaute auf die Felder, die im flachen Licht des Nachmittags an ihr vorüberzogen. :64. Nem gondolt semmi meghatározottra, ami nem gondolattalanság volt, hanem a figyelem egyfajta tárgy nélküli formája. - Sie dachte an nichts Bestimmtes, was nicht Gedankenlosigkeit war, sondern eine Art von Aufmerksamkeit ohne Gegenstand. :65. Az üresség, amelyet várhatóan megtalálni vélt, ott volt – de egy tál körvonalát viselte, nem egy lyukét, és ez jelentette a döntő különbséget. - Die Leere, die sie erwartet hatte zu finden, war da – aber sie hatte die Kontur einer Schale, nicht eines Loches, und das machte den entscheidenden Unterschied. :66. Alatta, az iszapban, amelyet nem lát az ember, várakozik az, ami nem hal meg, hanem csak vár – türelmesen, csendben, minden kétség nélkül afelől, hogy a tavasz eljön. - Darunter, in dem Schlamm, den man nicht sieht, wartet das, was nicht stirbt, sondern nur wartet – geduldig, still, ohne jeden Zweifel daran, dass das Frühjahr kommt. ------------------------ ---------------------------------------------- 5 ------------------------ :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki nem döntötte el, hogy meglátogatja a templomot – csupán nem döntött ellene, ami, ahogy a vonatúton észrevette, talán ugyanaz volt. - Yuki hatte sich nicht entschieden, den Tempel zu besuchen – sie hatte sich lediglich nicht dagegen entschieden, was, wie sie auf der Zugfahrt bemerkte, möglicherweise dasselbe war. :2. Három év olyan időtartam, amely elég rövid ahhoz, hogy az ember még ismerjen egy helyet, és elég hosszú ahhoz, hogy az a hely már ne várjon rá. - Drei Jahre sind eine Zeitspanne, die kurz genug ist, um einen Ort noch zu kennen, und lang genug, damit er aufgehört hat, auf einen zu warten. :3. Az állomásnak, ahol leszállt, már nem volt neve a táblán, vagy a név kifakult – nem nézte meg, mert úgyis még tudta. - Die Station, an der sie ausstieg, hatte keinen Namen mehr auf dem Schild, oder der Name war verblasst – sie hatte nicht nachgeschaut, weil sie ihn ohnehin noch wusste. :4. Az ősz ezen a reggelen azzal a különös visszafogottsággal rendezkedett be, amely a legszebb napjait jellemzi: sok fény, kevés meleg, semmi ígéret. - Der Herbst hatte sich an diesem Morgen mit jener eigentümlichen Zurückhaltung eingerichtet, die seine schönsten Tage kennzeichnet: viel Licht, wenig Wärme, keine Versprechen. :5. A templomhoz vezető út egy sikátoron vitt keresztül, ahol a falak kétoldalt olyan közel voltak egymáshoz, hogy azt hihette volna az ember, maga az út akarja lelassítani a továbbhaladást. - Der Weg zum Tempel führte durch eine Gasse, in der die Mauern auf beiden Seiten so nah waren, dass man hätte meinen können, der Weg selbst wollte das Weitergehen verlangsamen. :6. A kövön lévő moha éjjel ivott, és most olyan jóllakottság áradt belőle, amely csendes, szükségtelen teljességében szinte obszcénnek hatott. - Das Moos auf dem Stein hatte in der Nacht getrunken und war nun von einer Sattheit, die fast obszön wirkte in ihrer stillen, bedürfnislosen Vollständigkeit. :7. Yuki ezt az utat már nem az értelmével ismerte, hanem a testével – a tudás egy olyan fajtájával, amely megbízhatóbb, és nem törődik azzal, hogy az ember elő akarja-e hívni vagy sem. - Yuki kannte diesen Weg nicht mehr mit dem Verstand, sondern mit dem Körper – eine Art von Wissen, das zuverlässiger ist und sich nicht darum schert, ob man es abrufen will oder nicht. :8. A kapu előtt megállt, annak ösztönösségével, aki egy idegen házban egy csukott ajtó előtt áll, és egy pillanatig hallgatózik, mielőtt kopogna. - Vor dem Tor hielt sie inne mit der Instinktivität von jemandem, der in einem fremden Haus vor einer geschlossenen Tür steht und einen Moment lauscht, bevor er anklopft. :9. A kapu fája a korhadáson túl olyan méltóságot ért el, amelyet az új anyagok nem ismernek – azoknak a dolgoknak a méltóságát, amelyek nem próbáltak fiatalok maradni. - Das Holz des Tores hatte jenseits der Verwitterung eine Würde erreicht, die neue Materialien nicht kennen – die Würde des Dinge, die nicht versucht haben, jung zu bleiben. :10. Levette a cipőjét, nem kötelességtudatból, hanem mert ez a cselekedet olyan módon készítette fel, amelyet nem tudott volna elmagyarázni anélkül, hogy hamisat mondana. - Sie zog die Schuhe aus, nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil der Akt sie auf eine Art vorbereitete, die sie nicht hätte erklären können, ohne das Falsche zu sagen. :11. A mohával benőtt kövek hidege azonnal és mentegetőzés nélkül hatolt át az anyagon, és Yuki hagyta, hogy tegye, mert némely érzékelésnek joga van rá, hogy ráerőltesse magát az emberre. - Die Kälte der moosbewachsenen Steine drang sofort und ohne Entschuldigung durch den Stoff, und Yuki ließ sie gewähren, weil manche Wahrnehmungen das Recht haben, sich aufzudrängen. :12. A kert olyan állapotban feküdt előtte, amelyet hanyatlásnak lehetett volna nevezni, ha a szó nem sugallna valami akaratlant, ami itt nem volt igaz. - Der Garten lag vor ihr in einem Zustand, den man Verfall hätte nennen können, wenn das Wort nicht etwas Unfreiwilliges implizierte, das hier nicht zutraf. :13. Inkább arról volt szó, hogy felhagyott egy bizonyos szándék követésével, és most olyan formát vett fel, amely a saját logikáját követte, nem az emberi rendképzetet. - Vielmehr hatte er aufgehört, eine bestimmte Absicht zu verfolgen, und nahm nun eine Form an, die seiner eigenen Logik folgte, nicht der menschlichen Vorstellung von Ordnung. :14. A bokrok elengedték körvonalaikat a bizonytalanba, a fű magasan állt a kőlapok hézagai között, és a levegő a rothadás és a növekedés lassú, termékeny munkájának szagát hordozta. - Die Büsche hatten ihre Konturen in das Ungefähre entlassen, das Gras stand hoch zwischen den Fugen der Steinplatten, und die Luft roch nach dem langsamen, produktiven Arbeiten von Fäulnis und Wachstum. :15. Yuki annyiban követte az ösvényt, amennyiben az még ösvény volt, és hagyta, hogy vezesse, azzal a készséggel, amely azokhoz a dolgokhoz kell, amelyeket már nem irányítani, hanem csak kísérni lehet. - Yuki folgte dem Pfad in dem Maße, in dem er noch Pfad war, und ließ sich von ihm führen mit der Bereitschaft, die man für Dinge braucht, die man nicht mehr steuern, sondern nur noch begleiten kann. :16. A tó a végén úgy feküdt ott, mint egy kérdés, amelyre csak akkor lehet válaszolni, ha az ember már felhagyott azzal, hogy választ várjon. - Der Teich lag am Ende wie eine Frage, auf die man nur dann antworten kann, wenn man aufgehört hat, eine Antwort zu erwarten. :17. A víz színe a mélyzöld és a teljes fekete között mozgott, és a fény beesésétől meg a nézőponttól függően döntötte el, melyik akar lenni a kettő közül – vagy lehet-e mindkettő egyszerre. - Das Wasser hatte eine Farbe, die sich zwischen tiefem Grün und absolutem Schwarz bewegte und je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel entschied, welche von beiden sie sein wollte – oder ob sie beide sein konnte. :18. Yuki olyan pontossággal emlékezett a koi-pontyokra, amellyel az ember azokra a dolgokra emlékszik, amelyek egyszer megnyitották a szívét, anélkül hogy észrevette volna. - Yuki erinnerte sich an die Koi-Karpfen mit der Genauigkeit, mit der man sich an Dinge erinnert, die einem einmal das Herz geöffnet haben, ohne dass man es bemerkt hat. :19. Széles, lassú ívekben siklottak át a felszín alatt, mint mondatok, amelyeket az ember gondol, anélkül hogy végiggondolná őket – mozgásukban teljesek, önmagukban lezártak. - Sie hatten in weiten, langsamen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten wie Sätze, die man denkt, ohne sie zu Ende zu denken – vollständig in ihrer Bewegung, abgeschlossen in sich selbst. :20. Most egyetlen levél sodródott a vízen, a feloldódás előrehaladott állapotában, és töredékességében valamit tükrözött vissza, aminek Yuki nem akart nevet adni, mert a megnevezés néha elűz. - Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf dem Wasser, in einem fortgeschrittenen Stadium des Aufgelöstwerdens, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas wider, dem Yuki keinen Namen geben wollte, weil Benennen manchmal vertreibt. :21. Leereszkedett a partra annak a mozdulatával, aki nem leülni akar, hanem maradni – finom, de döntő különbség a testtartásban. - Sie ließ sich ans Ufer nieder mit der Geste von jemandem, der nicht sichtsitzen will, sondern bleiben – ein feiner, aber entscheidender Unterschied in der Körperhaltung. :22. A víz alig mozdult, és az a kevés mozgás, ami volt benne, belülről jött, a felszín alól, olyan forrásokból, amelyeket nem lehetett látni. - Das Wasser bewegte sich kaum, und die wenigen Bewegungen, die es gab, kamen von innen, von unter der Oberfläche, von Quellen, die man nicht sah. :23. Mögötte – egy olyan zaj jelezte, amely alig volt több, mint egy régi súly újraelhelyezkedése régi fán – egy férfi ült a zelkova-fa alatti ferde padon. - Hinter ihr – durch ein Geräusch angekündigt, das kaum mehr war als die Neupositionierung eines alten Gewichts auf altem Holz – saß ein Mann auf der schiefen Bank unter dem Zelkova-Baum. :24. Nao évtizedek óta gondozta a kertet, azzal a kitartó, igénytelen hűséggel, amely nem keres elismerést, mert nem tudja, hogy az elismerés olyasmi volna, amit keresni lehetne. - Nao hatte den Garten gepflegt, seit Jahrzehnten, mit jener beharrlichen, anspruchslosen Treue, die keine Anerkennung sucht, weil sie nicht weiß, dass Anerkennung etwas wäre, das man suchen könnte. :25. Yuki felé nézett olyan tekintettel, amelyben nem zajlottak le a szokásos tranzakciók – sem felmérés, sem besorolás, sem egy reakció előkészítése arra az esetre, ha azt várnák. - Er sah Yuki an mit einem Blick, in dem keine der üblichen Transaktionen stattfanden – kein Taxieren, kein Einordnen, kein Bereitstellen einer Reaktion für den Fall, dass eine erwartet wurde. :26. A rövid biccentés, amellyel tudomásul vette jelenlétét, azoknak a dolgoknak a pontosságával bírt, amelyek csak azt mondják, amit jelentenek, és semmi többet. - Das knappe Nicken, mit dem er ihre Anwesenheit bestätigte, hatte die Präzision von Dingen, die nur das sagen, was gemeint ist, und nichts dazu. :27. Yuki felállt, odament a padhoz, és mellé ült olyan távolságban, amely nem igényelt megállapodást, mert magától adódott. - Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich neben ihn in einem Abstand, der keiner Vereinbarung bedurft hatte, weil er sich von selbst ergab. :28. Egy szitakötő jelent meg a víz fölött azzal a hirtelenséggel, amely csak azoknak a dolgoknak sajátja, amelyek mindig is ott voltak, és csak most veszik észre őket. - Eine Libelle erschien über dem Wasser mit jener Plötzlichkeit, die nur Dinge haben, die sich schon immer dort befunden haben und nur jetzt bemerkt werden. :29. Leszállt egy kiszáradt tavirózsaszárra, amelynek épsége a tél alatt paradoxnak hatott, és olyan mozdulatlanul maradt, hogy a mozgás egy pillanatra kivételnek tűnt. - Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft, dessen Unversehrtheit unter dem Winter paradox wirkte, und blieb so reglos, dass Bewegung für einen Moment als Ausnahme erschien. :30. Nao hüvelykujjával végigsimított a pad támláján, ugyanazon a pályán, ugyanabba az irányba, egy olyan mozdulat egyenletességével, amely már nem utal célra, hanem maga lett a cél. - Nao fuhr mit dem Daumen über die Lehne der Bank, dieselbe Bahn, dieselbe Richtung, mit der Gleichmäßigkeit einer Geste, die aufgehört hat, auf einen Zweck hinzuweisen, und nun Zweck ist. :31. Yuki a kezét nézte – a bőr a bütykök fölött feszes és foltos volt, a mozdulat egyenletes –, és arra gondolt, hogy némely ember a testével imádkozik, anélkül hogy tudná, és anélkül hogy ettől kevésbé volna igaz. - Yuki betrachtete seine Hand – die Haut über den Knöcheln gespannt und fleckig, die Bewegung stetig – und dachte, dass manche Menschen mit dem Körper beten, ohne es zu wissen und ohne dass es dadurch weniger wahr würde. :32. A nagyanyjára gondolt, nem képként, hanem valamiféle gravitációként, amely még hatott, noha a forrása már nem volt ott. - Sie dachte an ihre Großmutter, nicht als Bild, sondern als eine Art von Schwerkraft, die noch wirkte, obwohl ihre Quelle nicht mehr da war. :33. A nagyanyja nem magyarázott, hanem megmutatott – és amit megmutatott, az az itteni volt: ez a kert, ez a tó, ez a mód, ahogy az ember úgy ül egy helyen, mintha az elég volna. - Ihre Großmutter hatte nicht erklärt, sie hatte gezeigt – und das Gezeigte war das Hiesige: dieser Garten, dieser Teich, diese Art, in einem Ort zu sitzen, als ob er ausreichte. :34. A felismerésben, hogy csak most értette meg, mit mutattak meg akkor, benne volt minden túl későn érkező felismerés keserű hangja – de annak különös vigasztaló ereje is, ami mindennek ellenére megérkezett. - Die Erkenntnis, dass sie erst jetzt verstand, was damals gezeigt worden war, hatte die bittere Note aller Erkenntnisse, die zu spät kommen – aber auch die eigenartige Tröstlichkeit von etwas, das trotz allem angekommen ist. :35. Az eső úgy kezdődött, ahogy a dolgok kezdődnek, amikor senki sem figyeli őket, és nincs szükség dramaturgiára: észrevétlenül, aztán tagadhatatlanul. - Der Regen begann, wie Dinge beginnen, wenn niemand zuschaut und keine Dramaturgie verlangt wird: unmerklich, dann unbestreitbar. :36. Az első cseppek eltűntek a mohában, amely már telített volt, és nem hagytak nyomot, csak még mélyebb csendet. - Die ersten Tropfen verschwanden in dem Moos, das schon gesättigt war, und hinterließen keine Spur außer einer noch tieferen Stille. :37. Aztán több csepp jött, majd az az egyenletes, teljes hang, amelyet az ember vagy korlátozásként, vagy felszabadulásként érzékelhet, attól függően, éppen hol áll. - Dann mehr Tropfen, dann das gleichmäßige, vollständige Geräusch, das man entweder als Einschränkung oder als Befreiung wahrnehmen kann, je nachdem, wo man gerade steht. :38. Nao felemelkedett, és ebben a mozdulatban olvasható volt egy test egész története, amely kompromisszumokat kötött, és megtanulta, hogy ezeket ne vereségként értelmezze. - Nao erhob sich, und in dieser Bewegung war die ganze Geschichte eines Körpers lesbar, der Kompromisse eingegangen ist und gelernt hat, sie nicht als Niederlagen zu interpretieren. :39. Bementek a teaház teteje alá, anélkül hogy megbeszélték volna, mert azok a dolgok, amelyek maguktól adódnak, nem tűrik a megbeszélést. - Sie gingen unter das Dach des Teehauses, ohne es zu besprechen, weil Dinge, die sich von selbst ergeben, keine Besprechung vertragen. :40. A sötét cserepekből álló tető elnyelte az esőt, és ritmusként adta vissza, és ennek a ritmusnak megvolt némely zene tulajdonsága: nem követte a gondolatokat, hanem előttük járt. - Das Dach aus dunklen Ziegeln schluckte den Regen und gab ihn als Rhythmus zurück, und dieser Rhythmus hatte die Eigenschaft mancher Musik, den Gedanken nicht zu folgen, sondern ihnen voranzugehen. :41. Yuki a fedett rész szélén állt, ott, ahol az eső még elérhető volt, és a bambuszcsorgót nézte, amely évek óta megjegyzés nélkül teljesítette feladatát. - Yuki stand am Rand des Überdachten, dort, wo der Regen noch zu greifen war, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe seit Jahren ohne Kommentar erfüllte. :42. A víz a mohával borított kőre hullott, elszivárgott, valamikor máshol újra megjelent – egy körforgás, amely annyira teljes volt önmagában, hogy nem volt szüksége külső nézőpontra ahhoz, hogy működjön. - Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein, versickerte, erschien irgendwann anderswo wieder – ein Kreislauf, der so vollständig in sich war, dass er keine Außenperspektive brauchte, um zu funktionieren. :43. Nao lehunyta a szemét, hátát a fafalnak támasztotta, karját a teste előtt keresztezte annak az embernek az ellazultságával, akinek az eső semmi váratlant nem közöl. - Nao hatte die Augen geschlossen und lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand, die Arme vor dem Körper gekreuzt mit der Entspanntheit von jemandem, dem der Regen nichts Unerwartetes mitteilt. :44. Yuki azon tűnődött, vajon az öregség néha abból áll-e, hogy az ember felhagy azzal, hogy szembeszegüljön azzal, ami úgyis jön – és hogy ez beletörődés-e, vagy valami pontosabb, amire nincs jó szó. - Yuki fragte sich, ob Alter manchmal darin bestand, aufgehört zu haben, sich gegen das zu stellen, was ohnehin kommt – und ob das Resignation war oder etwas Genaueres, für das es kein gutes Wort gab. :45. A könyvesboltjára gondolt, a könyvekre, amelyek nap mint nap átmentek a kezén, az emberekre, akik címek után kérdeztek, anélkül hogy meg tudták volna mondani, valójában mit keresnek. - Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Bücher, die täglich ihre Hände passierten, an die Menschen, die nach Titeln fragten, ohne sagen zu können, wonach sie eigentlich suchten. :46. Itt a keresett dolog nem címekben volt és nem kategóriákban – hanem abban, ahogy a víz átitatta a mohát, hangtalanul és teljesen, és anélkül a vágy nélkül, hogy lássák. - Hier war das Gesuchte nicht in Titeln und nicht in Kategorien – es war in der Art, wie das Wasser das Moos durchtränkte, lautlos und vollständig und ohne den Wunsch, gesehen zu werden. :47. A szemközti kőfal hordozta a rajta lecsorgó vizet, anélkül hogy az megérintette volna, mert a dolgok, ha elég régiek, megtanulták, mit engednek át magukon és mit nem. - Die Steinmauer gegenüber trug das Wasser, das an ihr herabrann, ohne sich davon affizieren zu lassen, weil Dinge, die alt genug sind, gelernt haben, was sie durchlässt und was nicht. :48. Yuki észrevette, hogy a fájdalom, amelyet ebben a kertben várt megtalálni, nem maradt el, hanem más formát vett fel – nem hevenyet, hanem idültet, amely együtt jár a vérkeringéssel, és annyira magától értetődővé válik, hogy az ember már nem tesz különbséget közte és önmaga között. - Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte in diesem Garten zu finden, nicht ausgeblieben war, sondern eine andere Form angenommen hatte – keine akute, sondern eine chronische, die mit dem Blutkreislauf mitgeht und so selbstverständlich wird, dass man aufhört, zwischen ihr und sich selbst zu unterscheiden. :49. Némely búcsú, gondolta, nem egyetlen pillanatban megy végbe, hanem éveken át, kis, megfigyeletlen adagokban, míg az ember egy napon megállapítja, hogy már lezárt valamit, anélkül hogy a lezárást valaha aktívan végrehajtotta volna. - Manche Abschiede, dachte sie, vollziehen sich nicht in einem Moment, sondern über Jahre, in kleinen, unbeobachteten Dosen, bis man eines Tages feststellt, dass man bereits abgeschlossen hat, ohne den Abschluss je aktiv vollzogen zu haben. :50. Az eső elállt, és a csend, amely utána beállt, más sűrűségű volt, mint az előtte lévő csend – összenyomta az, amit magába fogadott, és ezáltal nehezebb és tartósabb lett. - Der Regen hörte auf, und die Stille, die danach eintrat, hatte eine andere Dichte als die Stille davor – komprimiert durch das, was sie aufgenommen hatte, und dadurch schwerer und haltbarer. :51. A fény, amely áttört a felszakadozó felhőtakarón, ferdén hullott be, az ősz sajátos intenzitásával, amely nem pazarol energiát, mert tudja, hogy a napok már rövidülnek. - Das Licht, das durch die aufbrechende Wolkendecke drang, fiel schräg und mit der eigentümlichen Intensität des Herbstes, der keine Energie verschwendet, weil er weiß, dass die Tage bereits kürzer werden. :52. A kőfalon lévő moha olyan zöldben ragyogott, amely annyira mély volt, hogy kevésbé színnek tűnt, mint inkább maguknak a dolgoknak egy tulajdonságának – mintha a zöld nem a mohán feküdne, hanem belőle jönne elő. - Das Moos auf der Steinmauer leuchtete in einem Grün, das so tief war, dass es weniger wie eine Farbe wirkte als wie eine Eigenschaft der Dinge selbst – als ob das Grün nicht auf dem Moos lag, sondern aus ihm heraus kam. :53. Yuki Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és olyan ember tekintetével nézett rá, aki nem támaszt elvárásokat a pillanattal szemben, és ezért teljesen benne tud lakni. - Yuki wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ansah mit dem Blick eines Menschen, der keine Erwartungen an den Moment stellt und ihn deshalb vollständig bewohnen kann. :54. Meghajolt – egy mozdulat, amely rövidségében többet fogott össze, mint bármely megfogalmazás képes lett volna, mert nem állítást tett, hanem tartást vett fel. - Sie verbeugte sich – eine Geste, die in ihrer Knappheit mehr fasste als jede Formulierung es hätte tun können, weil sie keine Aussage machte, sondern eine Haltung einnahm. :55. Nao nem viszonozta semmivel, hagyott létrejönni egy szünetet, amely nem üres volt, hanem annak az embernek a magától értetődőségével telt meg, aki soha nem tanulta meg szavakkal védeni a csendet. - Nao erwiderte nichts, ließ eine Pause entstehen, die nicht leer war, sondern gefüllt mit der Selbstverständlichkeit von jemandem, der nie gelernt hat, Stille mit Worten zu verteidigen. :56. Aztán azt mondta: „A pontyok nem tűntek el", és a mondatban ott volt valami nyugalma, amit nem kell bizonyítani, mert igaz, és ezt tudja. - Dann sagte er: „Die Karpfen sind nicht fort", und der Satz hatte die Ruhe von etwas, das nicht bewiesen werden muss, weil es wahr ist, und das weiß. :57. Tovább beszélt, anélkül hogy felemelte volna a hangját: „Az iszapban fekszenek a fenéken, a sötétben, és várják a meleget, amely eljön, mert mindig eljött, és mert a víz emlékszik, még akkor is, ha mi elfelejtjük." - Er sprach weiter, ohne die Stimme zu heben: „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund, im Dunkeln, und warten auf eine Wärme, die kommt, weil sie immer kam und weil das Wasser sich erinnert, auch wenn wir es vergessen." :58. Yuki hallotta a mondatot, és arra gondolt, hogy talán a halakról beszél, talán a nagyanyjáról, talán róla magáról – és hogy ez az eldönthetetlenség nem elmosódottság volt, hanem pontosság. - Yuki hörte den Satz und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, vielleicht von ihrer Großmutter, vielleicht von ihr selbst – und dass diese Unentscheidbarkeit nicht Unschärfe war, sondern Präzision. :59. Felvette a táskáját, és elindult, mert az indulásoknak, ha helyesek, nincs szükségük előkészületre, és nem hagynak maguk után magyarázatot. - Sie nahm ihre Tasche und ging, weil Aufbrüche, wenn sie stimmen, keiner Vorbereitung bedürfen und keine Erklärung hinterlassen. :60. A kapuhoz visszavezető út ugyanaz az út volt, mint az odafelé vezető, de megváltozott benne valaminek a minősége, amit nem lehet leírni anélkül, hogy az ember leírná, mit hordozott magában. - Der Weg zurück zum Tor war derselbe Weg wie der Hinweg, aber er hatte die Qualität von etwas gewechselt, das man nicht beschreiben kann, ohne zu beschreiben, was man selbst getragen hat. :61. A kapunál olyan mozdulatokkal vette fel a cipőjét, amelyek gondosak voltak, anélkül hogy ezt szándékosan tette volna, és egy pillanatra megállt, nem azért, hogy visszanézzen, hanem hogy regisztrálja az átmenetet. - Am Tor zog sie die Schuhe an mit Bewegungen, die sorgfältig waren, ohne dass sie es beabsichtigt hatte, und blieb einen Moment stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu registrieren. :62. Mögötte a kert tovább létezett, a saját idejében, a saját logikája szerint, teljesen nélküle – és ez nem elhagyatottság volt, hanem valamiféle szabadság, amely mindkettejüké volt. - Hinter ihr bestand der Garten weiter, in seiner eigenen Zeit, nach seiner eigenen Logik, vollständig ohne sie – und das war nicht Verlassenheit, sondern eine Art von Freiheit, die beiden gehörte. :63. Yuki ment tovább, és az állomáshoz vezető út rövidebb volt, mint odafelé, mert ezúttal nem hordozott magában ellenállást, amely ellen a lépéseinek küzdeniük kellett volna. - Yuki ging, und der Weg zur Station war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal keinen Widerstand in sich trug, gegen den die Schritte ankämpfen mussten. :64. A vonaton homlokát az ablaküvegnek támasztotta, amelynek hidege pontosan megfelelt a reggeli kövek hidegének, és nézte a mezőket, amelyek a lapos októberi fényben elvonultak mellette. - Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das Fensterglas, dessen Kälte genau jener der Steine am Morgen entsprach, und schaute auf die Felder, die im flachen Oktoberlicht an ihr vorüberzogen. :65. Nem gondolkodott, hanem hagyta, hogy gondolkodjon benne valami – egy mód, amelyet a legtöbb ember csak akkor tanul meg, amikor elég régóta felhagyott azzal, hogy kikényszerítse. - Sie dachte nicht nach, sie ließ denken – ein Modus, den die meisten Menschen erst lernen, wenn sie lange genug aufgehört haben, ihn zu erzwingen. :66. Az üresség ott volt, ahogy tudta, hogy ott lesz, de nem lyuk formáját öltötte, hanem medencéét – valamiét, ami tartani tud, ha az ember felhagy azzal, hogy megtöltse. - Die Leere war da, wie sie gewusst hatte, dass sie da sein würde, aber sie hatte nicht die Form eines Lochs, sondern die Form eines Beckens – etwas, das halten kann, wenn man aufhört, es zu füllen. :67. Alatta, a sötétben, az iszapban, a várakozásban – az, ami nem hal meg, hanem alakot vált, és vár egy tavaszra, amely eljön, mert a víz megjegyezte magának, még akkor is, ha az ember elfelejtette. - Darunter, im Dunkeln, im Schlamm, im Warten – das, was nicht stirbt, sondern die Form wechselt und auf einen Frühling wartet, der kommt, weil das Wasser es sich gemerkt hat, auch wenn man es vergessen hat. -------------------- == 82 == 1 -------------------- :A csendes lakás - Die stille Wohnung. :1. Hana huszonkilenc éves. - Hana ist 29 Jahre alt. :2. Egy olyan boltban dolgozik, amely egész éjjel nyitva van. - Sie arbeitet in einem Laden, der die ganze Nacht offen ist. :3. A bolt Tokióban van. - Der Laden ist in Tokio. :4. Hana későn ér haza. - Hana kommt spät nach Hause. :5. Már majdnem este tizenegy óra van. - Es ist fast elf Uhr nachts. :6. A lakás kicsi. - Die Wohnung ist klein. :7. Csak egyetlen szobája van. - Sie hat nur ein Zimmer. :8. Hana kinyitja az ajtót. - Hana macht die Tür auf. :9. Csend van a lakásban. - Es ist still in der Wohnung. :10. Csak a hűtőszekrény ad ki valamilyen hangot. - Nur der Kühlschrank macht ein Geräusch. :11. Halkan zúg, mindig ugyanúgy. - Er summt leise, immer gleich. :12. Hana leveszi a cipőjét. - Hana zieht ihre Schuhe aus. :13. Rendesen egymás mellé teszi őket. - Sie stellt sie ordentlich nebeneinander. :14. Aztán még egy másik párt is melléjük tesz. - Dann stellt sie noch ein anderes Paar daneben. :15. Ezek a cipők feketék és kicsik. - Diese Schuhe sind schwarz und klein. :16. Nem az övéi. - Sie gehören nicht ihr. :17. Ryóéi. - Sie gehören Ryo. :18. De Ryo már nem lakik itt. - Aber Ryo wohnt nicht mehr hier. :19. Fél évvel ezelőtt elment. - Er ist vor einem halben Jahr gegangen. :20. Hana nem kapcsol villanyt. - Hana macht kein Licht an. :21. Nincs szüksége fényre. - Sie braucht kein Licht. :22. A hűtőszekrény egy kicsit világít. - Der Kühlschrank leuchtet ein bisschen. :23. A fény világosan fekszik a padlón. - Das Licht liegt hell auf dem Boden. :24. Hana bemegy a fürdőszobába. - Hana geht ins Bad. :25. Sötét van. - Es ist dunkel. :26. A kezével keresi a mosdókagylót. - Sie sucht mit der Hand nach dem Waschbecken. :27. Ott két fogkefe áll egy pohárban. - Dort stehen zwei Zahnbürsten in einem Becher. :28. Az egyik az övé. - Eine ist ihre. :29. A másik Ryo fogkeféje. - Die andere ist Ryos Zahnbürste. :30. Hana a kezébe veszi. - Hana nimmt sie in die Hand. :31. A sörték kemények és szárazak. - Die Borsten sind hart und trocken. :32. Hónapok óta senki sem használta. - Niemand hat sie seit Monaten benutzt. :33. Hana egy ideig tartja. - Hana hält sie eine Weile. :34. Aztán visszateszi a fogkefét. - Dann legt sie die Zahnbürste zurück. :35. Megmossa a fogát. - Sie putzt sich die Zähne. :36. Kiköpi, és megmossa az arcát. - Sie spuckt aus und wäscht sich das Gesicht. :37. A poharat nem állítja egyenesre. - Den Becher stellt sie nicht gerade. :38. Egy kicsit ferdén áll. - Er steht ein bisschen schief. :39. Hana visszamegy a szobába. - Hana geht zurück in das Zimmer. :40. Kinyitja a hűtőszekrényt. - Sie öffnet den Kühlschrank. :41. Nincs benne sok minden. - Es ist nicht viel darin. :42. Elöl egészen elöl egy fél citrom fekszik. - Eine halbe Zitrone liegt ganz vorne. :43. Fóliába van csomagolva. - Sie ist in Folie eingewickelt. :44. Mögötte két doboz sör áll. - Dahinter stehen zwei Dosen Bier. :45. Egy darab tofu vízben úszik. - Ein Stück Tofu schwimmt in Wasser. :46. Leghátul egy kis doboz fekszik. - Ganz hinten liegt eine kleine Schachtel. :47. Cseresznyék vannak benne. - Darin sind Kirschen. :48. A cseresznyék már puhák. - Die Kirschen sind schon weich. :49. Hana kivesz egy cseresznyét. - Hana nimmt eine Kirsche heraus. :50. Lassan megeszi. - Sie isst sie langsam. :51. A mag most a kezében fekszik. - Der Kern liegt jetzt in ihrer Hand. :52. Az ablakhoz megy. - Sie geht zum Fenster. :53. A magot az ablakpárkányra teszi. - Sie legt den Kern auf die Fensterbank. :54. Ott már több mag is fekszik. - Dort liegen schon mehr Kerne. :55. Hana nézi őket. - Hana schaut sie an. :56. Aztán az ágyhoz megy. - Dann geht sie zum Bett. :57. Lefekszik, de nem alszik el. - Sie legt sich hin, aber sie schläft nicht. :58. A hűtőszekrény zúgása ott van. - Das Summen des Kühlschranks ist da. :59. Aztán elhallgat. - Dann hört es auf. :60. Teljes csend van. - Es ist ganz still. :61. Hana vár. - Hana wartet. :62. A hűtőszekrény újra zúg. - Der Kühlschrank summt wieder. :63. Odakint elhalad egy vonat. - Draußen fährt ein Zug vorbei. :64. Messze van. - Er ist weit weg. :65. Halkan hangzik, majdnem olyan, mint egy lélegzetvétel. - Es klingt leise, fast wie ein Atemzug. :66. Hana semmi meghatározottra nem gondol. - Hana denkt an nichts Bestimmtes. :67. Nem gondol Ryóra. - Sie denkt nicht an Ryo. :68. Vagy talán mégis egy kicsit. - Oder vielleicht doch ein bisschen. :69. Nem tudja pontosan. - Sie weiß es nicht genau. :70. Nem tudja, miért van még ott a fogkefe. - Sie weiß nicht, warum die Zahnbürste noch da ist. :71. Nem tudja, miért őrzi meg a cseresznyemagokat. - Sie weiß nicht, warum sie die Kirschkerne aufhebt. :72. De mégis megteszi, minden éjjel. - Aber sie tut es trotzdem, jede Nacht. :73. A hűtőszekrény tovább zúg. - Der Kühlschrank summt weiter. :74. Hana becsukja a szemét. - Hana macht die Augen zu. ----------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Nyugodt lakás - Eine ruhige Wohnung :1. Hana huszonkilenc éves, és egy kombiniben dolgozik, egy kis boltban, amely soha nem zár be. - Hana ist neunundzwanzig Jahre alt und arbeitet in einem Kombini, einem kleinen Laden, der nie schließt. :2. A bolt Tokióban van, egy csendes városrész közepén, amely éjszaka szinte üres. - Der Laden liegt in Tokio, mitten in einem ruhigen Viertel, das nachts fast leer ist. :3. Hana minden este hazamegy a késői műszak után, és többnyire már tizenegy után jár az idő. - Jeden Abend geht Hana nach der Spätschicht nach Hause, und meistens ist es schon nach elf. :4. A lakás nagyon kicsi, de Hana minden zugát ismeri, még sötétben is. - Die Wohnung ist sehr klein, aber Hana kennt jeden Winkel davon, auch im Dunkeln. :5. Kinyitja az ajtót, és azonnal meghallja a hűtőszekrény ismerős zúgását. - Sie macht die Tür auf und hört sofort das vertraute Summen des Kühlschranks. :6. A zúgás egyenletes és nyugodt, mint mindig, mint minden este. - Das Summen ist gleichmäßig und ruhig, wie immer, wie jeden Abend. :7. Hana rendesen egymás mellé teszi a cipőit, aztán melléjük tesz egy második párat. - Hana stellt ihre Schuhe ordentlich nebeneinander, dann stellt sie ein zweites Paar daneben. :8. A fekete sportcipő túl kicsi neki, de mégis minden este odateszi. - Die schwarzen Sneakers sind zu klein für sie, aber sie stellt sie trotzdem jeden Abend dorthin. :9. Ryóhoz tartoznak, aki fél évvel ezelőtt elköltözött, és soha nem jött vissza. - Sie gehören Ryo, der vor einem halben Jahr ausgezogen ist und nie zurückgekommen ist. :10. Hana nem kapcsol villanyt, mert a hűtőszekrény fénye elég, amely az ajtórésen át kiszűrődik. - Hana macht kein Licht an, weil das Licht des Kühlschranks durch den Türspalt reicht. :11. Világos téglalapot vet a padlóra, és Hana röviden ránéz, mielőtt továbbmegy. - Es wirft ein helles Rechteck auf den Boden, und Hana schaut es kurz an, bevor sie weitergeht. :12. A fürdőszobában sötét van, de a keze azonnal megtalálja a poharat a mosdónál. - Im Bad ist es dunkel, aber ihre Hand findet den Becher am Waschbecken sofort. :13. Két fogkefe áll benne, egy piros és egy kék, egymás mellett, mint mindig. - Darin stehen zwei Zahnbürsten, eine rote und eine blaue, nebeneinander wie immer. :14. Hana elveszi a kék fogkefét, a kezében tartja, és érzi, hogy a sörtéi egészen kemények. - Hana nimmt die blaue Zahnbürste, hält sie in der Hand und spürt, dass die Borsten ganz hart sind. :15. Ryo hónapok óta nem használta, de Hana minden alkalommal újra visszateszi. - Ryo hat sie seit Monaten nicht benutzt, aber Hana stellt sie jedes Mal wieder zurück. :16. Fogat mos, hideg vízzel megmossa az arcát, és visszamegy a szobába. - Sie putzt sich die Zähne, wäscht das Gesicht mit kaltem Wasser und geht zurück ins Zimmer. :17. Aztán leül a földre a nyitott hűtőszekrény elé, és benéz. - Dann setzt sie sich auf den Boden vor den offenen Kühlschrank und schaut hinein. :18. Elöl egy fél citrom fekszik, gondosan átlátszó fóliába csomagolva, bár Hanának már régóta nincs rá szüksége. - Eine halbe Zitrone liegt vorne, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana sie schon lange nicht mehr braucht. :19. Mögötte két doboz sör áll, hidegen és érintetlenül, mert Hana valójában nem akarja meginni őket. - Dahinter stehen zwei Dosen Bier, kalt und unberührt, weil Hana sie nicht wirklich trinken will. :20. Egy darab tofu úszik egy kis vízzel teli edényben, és egészen hátul egy doboz cseresznye fekszik. - Ein Stück Tofu schwimmt in einem kleinen Behälter mit Wasser, und ganz hinten liegt eine Schachtel mit Kirschen. :21. A cseresznyék megpuhultak, de még nem rosszak, ezért Hana kivesz egyet. - Die Kirschen sind weich geworden, aber noch nicht schlecht, also nimmt Hana eine heraus. :22. Lassan megeszi, rág, nyel, és a mag aztán a nyitott tenyerében fekszik. - Sie isst sie langsam, kaut, schluckt, und der Kern liegt dann in ihrer offenen Handfläche. :23. Hana feláll, odamegy az ablakhoz, és a magot az ablakpárkányra teszi. - Hana steht auf, geht zum Fenster und legt den Kern auf die Fensterbank. :24. Ott már hét vagy nyolc mag fekszik egy kis sorban, mind korábbi éjszakákról. - Dort liegen schon sieben oder acht Kerne in einer kleinen Reihe, alle von früheren Nächten. :25. Röviden rájuk néz, aztán csukva hagyja az ablakot, és az ágyhoz megy. - Sie schaut sie kurz an, dann lässt sie das Fenster geschlossen und geht zum Bett. :26. Hana lefekszik, és a mennyezetet bámulja, miközben a hűtőszekrény zúgása betölti a lakást. - Hana legt sich hin und starrt an die Decke, während das Summen des Kühlschranks durch die Wohnung trägt. :27. Néha a zúgás rövid időre elhallgat, mert a termosztát kikapcsol, és akkor néhány másodpercig teljes csend van. - Manchmal hört das Summen kurz auf, weil der Thermostat abschaltet, und dann ist es für ein paar Sekunden ganz still. :28. Ebben a csendben Hana többnyire semmire sem gondol, vagy arra gondol, hogy nem gondol semmire, ami talán ugyanaz. - In dieser Stille denkt Hana meistens nichts, oder sie denkt, dass sie nichts denkt, was vielleicht dasselbe ist. :29. Aztán a hűtőszekrény újra bekapcsol, és a zúgás visszatér, Hana pedig lassan kifújja a levegőt. - Dann schaltet der Kühlschrank wieder an, und das Summen kommt zurück, und Hana atmet langsam aus. :30. Odakint elhalad egy éjszakai vonat, messze, alig hallhatóan, majdnem úgy, mint egy álomból származó zaj. - Draußen fährt ein Nachtzug vorbei, weit weg, kaum zu hören, fast wie ein Geräusch aus einem Traum. :31. Hana nem tudja pontosan, miért áll még mindig a fogkefe a pohárban, és igazából nem is kérdezi ezt magától. - Hana weiß nicht genau, warum die Zahnbürste noch im Becher steht, und sie fragt sich das auch nicht wirklich. :32. Csak azt tudja, hogy minden este a kezébe veszi, és minden este visszateszi. - Sie weiß nur, dass sie sie jeden Abend in die Hand nimmt und jeden Abend zurückstellt. :33. Ez az ő módja arra, hogy mérje az időt, nem naptárral vagy órával, hanem apró, csendes mozdulatokkal. - Das ist ihre Art, die Zeit zu messen, nicht mit Kalender oder Uhr, sondern mit kleinen, stillen Gesten. :34. A hűtőszekrény tovább zúg, egyenletesen és türelmesen, és Hana valamikor behunyja a szemét. - Der Kühlschrank summt weiter, gleichmäßig und geduldig, und irgendwann macht Hana die Augen zu. ------------------------------ ---------------------------------------------- 3 ------------------------------ :A halk zúgás - Das leise Summen :1. Hana nem sokkal fél tizenkettő után ér haza, és miközben kinyitja a lakás ajtaját, már hallja is azt a halk, egyenletes zúgást, amely minden este várja. - Hana kommt kurz nach halb zwölf nach Hause, und während sie die Wohnungstür aufschließt, hört sie schon das leise, gleichmäßige Summen, das sie jeden Abend erwartet. :2. A hűtőszekrény évek óta megszakítás nélkül jár, még akkor is, ha a lakásban egyébként semmi sem működik úgy, ahogyan kellene. - Der Kühlschrank läuft seit Jahren ohne Unterbrechung, auch wenn sonst nichts in der Wohnung funktioniert wie es soll. :3. Leveszi a cipőjét, pontosan a fal mellé állítja, és mellé teszi, mint minden este, Ryo fekete sportcipőjét, mintha mindjárt hazajönne. - Sie zieht ihre Schuhe aus, stellt sie akkurat an die Wand, und daneben stellt sie, wie jeden Abend, Ryos schwarze Sneakers, als würde er gleich nach Hause kommen. :4. Nem jön. - Er kommt nicht. :5. Ezt tudja, de a cipők mégis ott állnak, mert rossznak érezné elrakni őket, mintha ezzel véglegessé tenne valamit, ami még nincs egészen befejezve. - Das weiß sie, aber die Schuhe stehen trotzdem dort, weil es sich falsch anfühlt, sie wegzuräumen, als würde sie damit etwas endgültig machen, was noch nicht ganz fertig ist. :6. A lakás sötét, de Hana nem kapcsol villanyt, mert a hűtőszekrény matt fénye az ajtórésen át elég ahhoz, hogy tájékozódjon. - Die Wohnung ist dunkel, aber Hana macht kein Licht an, weil das matte Leuchten des Kühlschranks durch den Türspalt ausreicht, um sich zu orientieren. :7. Bemegy a fürdőszobába, kezével megtalálja a poharat a mosdókagylónál, és az ujja először a piros, aztán a kék fogkefét érinti meg, mint mindig, ebben a sorrendben. - Sie geht ins Bad, findet den Becher am Waschbecken mit der Hand, und ihr Finger berührt zuerst die rote, dann die blaue Zahnbürste, wie immer in dieser Reihenfolge. :8. A kék Ryóé, és a sörtéi olyan merevek, hogy azt lehetne hinni, új, pedig már majdnem hét hónapja annak, hogy valaki használta. - Die blaue gehört Ryo, und die Borsten sind so steif, dass man meinen könnte, sie wäre neu, dabei ist es fast sieben Monate her, seit jemand sie benutzt hat. :9. Hana néhány másodpercig a kezében tartja, különösebb ok nélkül, vagy talán mégis olyan okból, amelyet önmagának sem akar megmagyarázni. - Hana hält sie ein paar Sekunden in der Hand, ohne bestimmten Grund, oder vielleicht doch aus einem Grund, den sie sich selbst nicht erklären will. :10. Aztán visszateszi a kefét, fogat mos, kiköp, és a hideg víz, amikor leöblíti, egy kicsit felébreszti a hosszú este tompaságából. - Dann legt sie die Bürste zurück, putzt sich die Zähne, spuckt aus, und das kalte Wasser beim Abwaschen weckt sie ein wenig aus der Stumpfheit des langen Abends. :11. Visszatérve a szobába leereszkedik a földre a nyitott hűtőszekrény elé, nem azért, mert éhes volna, hanem mert ott meleg a fény, és a hűtőszekrény megbízhatóan zúg, ami ebben a lakásban nem magától értetődő. - Zurück im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht weil sie Hunger hätte, sondern weil das Licht dort warm ist und der Kühlschrank zuverlässig summt, was in dieser Wohnung keine Selbstverständlichkeit ist. :12. Odabent egy fél citrom fekszik, már napok óta, szorosan átlátszó fóliába csomagolva, mintha Hana egy olyan étkezéshez őrizné, amelyet soha nem főz meg. - Drinnen liegt eine halbe Zitrone, seit Tagen schon, fest in Klarsichtfolie gewickelt, als würde Hana sie aufheben für eine Mahlzeit, die sie nie kocht. :13. Két sörösdoboz áll a második polcon, hidegen és mozdulatlanul, és Hana néha utánuk nyúl, de többnyire visszateszi őket, mielőtt kinyitná a dobozt. - Zwei Bierdosen stehen im zweiten Fach, kalt und unbewegt, und Hana greift manchmal danach, stellt sie aber meistens wieder zurück, bevor sie die Dose öffnet. :14. Ma is. - Heute auch. :15. Leghátul, a tofutartó mögött, amelynek vize kissé zavarossá vált, ott fekszik a kis kartondoboz a cseresznyékkel, amelyeket Hana négy nappal ezelőtt vett, anélkül hogy pontosan tudta volna, miért, mert cseresznyét tulajdonképpen nem magának vesz az ember egyedül. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser leicht trüb geworden ist, liegt die kleine Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor vier Tagen gekauft hat, ohne genau zu wissen warum, denn Kirschen kauft man eigentlich nicht für sich allein. :16. Kivesz egyet, a nyelvére teszi, lassan ráharap, és a leve édes, egy enyhe savanykás csípéssel, amit Hana kellemesnek érez. - Sie nimmt eine, legt sie auf die Zunge, beißt langsam durch, und der Saft ist süß mit einem leichten Stich ins Saure, was Hana als angenehm empfindet. :17. A magot a tenyerébe teszi, odamegy az ablakhoz, és felrakja az ablakpárkányra a többihez, amelyek ott fekszenek egy páratlan sorban, mint elmúlt éjszakák apró tanúi. - Den Kern legt sie in die Handfläche, geht zum Fenster, und stellt ihn auf die Fensterbank zu den anderen, die dort in einer ungeraden Reihe liegen wie kleine Zeugen vergangener Nächte. :18. Nem számolja meg őket. - Sie zählt sie nicht. :19. Valamikor lefekszik az ágyba, az oldalára fordul, és hallgatja a zúgást, amely a vékony falakon át úgy terjed, mint egy hang, amelyből nem lesz dallam, de mégsem zavar. - Irgendwann geht sie ins Bett, legt sich auf die Seite und hört auf das Summen, das durch die dünnen Wände trägt wie ein Ton, der keine Melodie ergibt, aber trotzdem nicht stört. :20. A termosztát kikapcsol, a csend hirtelen teljessé válik, és Hana észreveszi, hogy várja az újbóli bekapcsolást, anélkül hogy akarná. - Das Thermostat schaltet ab, die Stille ist plötzlich vollständig, und Hana merkt, wie sie auf das Wiedereinschalten wartet, ohne es zu wollen. :21. A hűtőszekrény beindul. - Der Kühlschrank springt an. :22. Odakint elhalad egy vonat, olyan messze, hogy inkább sejteni lehet, mint hallani, tompa zúgás, amely gyorsan újra eltűnik, és a csendet még csendesebbé teszi. - Draußen zieht ein Zug vorbei, so weit entfernt, dass man ihn eher ahnt als hört, ein dumpfes Rauschen, das schnell wieder verschwindet und die Stille noch stiller macht. :23. Hana nem gondol Ryóra. - Hana denkt nicht an Ryo. :24. Legalábbis ezt mondja magának, miközben a mennyezetet nézi végig, amely a hűtőszekrény gyenge fényében alig látható. - Zumindest sagt sie sich das, während sie an der Decke entlangschaut, die im schwachen Licht des Kühlschranks kaum zu sehen ist. :25. A fogkefe, a cipők, a cseresznyék, a zúgás, a várakozás a zúgásra, mindez nem gyász, gondolja Hana, egyszerűen csak ilyenek most a napok. - Die Zahnbürste, die Schuhe, die Kirschen, das Summen, das Warten auf das Summen, das alles ist kein Trauern, denkt Hana, das ist einfach, wie die Tage jetzt aussehen. :26. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :27. Hana becsukja a szemét. - Hana macht die Augen zu. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :A hűtőszekrény zúgása - Das Summen des Kühlschranks :1. Kevéssel éjfél előtt van, amikor Hana kinyitja a lakás ajtaját, és még a lépcsőházban meghallja a hűtőszekrény egyenletes zúgását. - Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch im Treppenhaus das gleichmäßige Summen des Kühlschranks hört. :2. A hang úgy hatol át a vékony faajtón, mint egy szívverés, amely nem szűnt meg dobogni, bár a test, amelyhez tartozott, már rég nincs ott. - Das dringt durch die dünne Holztür wie ein Herzschlag, der nicht aufgehört hat zu schlagen, obwohl der Körper, dem er gehörte, längst fort ist. :3. Belép anélkül, hogy villanyt gyújtana, mert az ismerős sötétség kevesebbet követel tőle, mint a mennyezeti lámpa kemény fénye. - Sie tritt ein, ohne Licht zu machen, weil die vertraute Dunkelheit ihr weniger abverlangt als der harte Schein der Deckenlampe. :4. Abban a fényben a lakás mindig egy kicsit túl üresnek látszik. - Unter dem sieht die Wohnung immer ein wenig zu leer aus. :5. Leveszi a cipőjét, és a helyére teszi, aztán, szinte anélkül, hogy odanézne, Ryo fekete tornacipői után nyúl. - Die Schuhe zieht sie aus und stellt sie an ihren Platz, dann greift sie, fast ohne hinzusehen, nach Ryos schwarzen Sneakers. :6. Ezeket minden reggel félreteszi, és minden este újra visszaállítja, nem érzelgősségből, ahogy magának mondja, hanem mert különben a mellettük lévő rés túl feltűnő lenne. - Die räumt sie jeden Morgen zur Seite und stellt sie jeden Abend wieder hin, nicht aus Sentimentalität, wie sie sich sagt, sondern weil die Lücke daneben sonst zu auffällig wäre. :7. Ryo hat hónapja és tizenegy napja nincs itt, bár Hana úgy tesz, mintha nem számolná a napokat. - Ryo ist seit sechs Monaten und elf Tagen weg, obwohl Hana vorgibt, die Tage nicht zu zählen. :8. És mégis számolja őket, mert ebben az ügyben a számolás az egyetlen formája az ellenőrzésnek, amely megmaradt neki. - Und es doch tut, weil das Zählen die einzige Form von Kontrolle ist, die ihr in dieser Sache geblieben ist. :9. A hűtőszekrény tejszerű fényű négyszöget vet a linóleumpadlóra, amely kissé eltorzul ott, ahol a fólia az egyik saroknál felpúposodik. - Der Kühlschrank wirft ein milchiges Rechteck Licht auf den Linoleumboden, das sich leicht verzerrt, wo die Folie an einer Ecke hochsteht. :10. Hana tudatosan rálép, amikor elmegy mellette, mert a hang, amelyet ad, egy pillanatra azt az érzést kelti benne, hogy valamit megváltoztat. - Hana tritt bewusst darauf, wenn sie daran vorbeigeht, weil das Geräusch, das es macht, ihr für einen Moment das Gefühl gibt, etwas zu verändern. :11. A fürdőszobában kitapogatja az utat a mosdókagylóig, és fény nélkül is megtalálja a poharat. - Im Bad tastet sie sich zum Waschbecken vor und findet den Becher ohne Licht. :12. Mert a keze az elmúlt hónapokban saját emlékezetet fejlesztett ki, amely tőle függetlenül működik, és ezért néha ijesztően pontos. - Weil ihre Hand in den vergangenen Monaten eine eigene Erinnerung entwickelt hat, die unabhängig von ihr funktioniert und deshalb manchmal erschreckend präzise ist. :13. Ryo fogkeféje kék, és a sörtéi ugyanolyan merevek, mint azon a napon, amikor új volt. - Ryos Zahnbürste ist blau, und die Borsten sind so steif wie am Tag, an dem sie neu war. :14. Ez azt jelenti, hogy itt hagyta, nem elfelejtette, hanem hátrahagyta, ami különbség, még ha Hana nem is biztos benne, melyik volna a rosszabb. - Was bedeutet, dass er sie hier gelassen hat, nicht vergessen, sondern zurückgelassen, was ein Unterschied ist, auch wenn Hana sich nicht sicher ist, welcher der schlimmere wäre. :15. A fogkefét a kezében tartja, tovább, mint szükséges volna, érzi a sima műanyagot, amely semmilyen információt nem hordoz azon kívül, hogy ott van. - Sie hält die Zahnbürste in der Hand, länger als nötig, spürt das glatte Plastik, das keine Information trägt außer der, dass es da ist. :16. Aztán visszateszi, anélkül, hogy kiegyenesítené a poharat, mert egy egyenesen álló pohár azt jelentené, hogy az ember törődik vele. - Und stellt sie dann zurück, ohne den Becher geradzurücken, weil ein gerader Becher bedeuten würde, dass man sich kümmert. :17. Módszeres közönnyel fogat mos, kiköp, és egy pillanatig a tükörben nézi az arcát. - Sie putzt sich die Zähne mit methodischer Gleichgültigkeit, spuckt aus, betrachtet ihr Gesicht einen Moment im Spiegel. :18. A tükör a sötétben csak egy sötét felületet ver vissza, és Hana ezt őszintébbnek találja annál, amit fényben lát benne. - Der wirft im Dunkeln nur eine dunkle Fläche zurück, und sie findet das ehrlicher als das, was sie bei Licht darin sieht. :19. Aztán leereszkedik a padlóra a nyitott hűtőszekrény elé, úgy, ahogy az ember egy tűz elé ül. - Dann lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, so wie man sich vor ein Feuer setzt. :20. Nem éhségből, hanem a melegség miatt, és mert a fényben van valami megbízható egy lakásban, ahol különben nagyon kevés dolog érződik megbízhatónak. - Nicht aus Hunger, sondern wegen der Wärme und weil das Licht etwas Verlässliches hat in einer Wohnung, in der sich sonst sehr wenig verlässlich anfühlt. :21. A fél citrom egy hete fekszik az első rekeszben, pontosan folpackba csomagolva. - Die halbe Zitrone liegt seit einer Woche im ersten Fach, präzise in Klarsichtfolie gewickelt. :22. Hana néha azon tűnődik, kinek is csinálja ezt tulajdonképpen, ezt a gondos megőrzését olyan dolgoknak, amelyekre már nincs szüksége, és amelyeket mégsem dob ki. - Hana fragt sich manchmal, für wen sie das eigentlich tut, dieses sorgfältige Aufbewahren von Dingen, die sie nicht mehr braucht und die sie trotzdem nicht wegwirft. :23. Két sörösdoboz áll a második polcon, és Hana ma valóban az egyik után nyúl. - Zwei Bierdosen stehen im zweiten Regal, und Hana greift heute tatsächlich nach einer. :24. A kezében tartja, érzi a hideget a tenyerén át, aztán mégis visszateszi, mert egyedül sört inni fél egykor olyan mozdulat volna, amelyre még nem áll készen. - Hält sie in der Hand, spürt die Kälte durch die Handfläche, und stellt sie dann doch zurück, weil Biertrinken allein um halb eins eine Geste wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen. :25. Egészen hátul, a tofutartó mögött, amelynek vize enyhén zavarossá vált, ott fekszik a papírdoboz a cseresznyékkel. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser eine leichte Trübung angenommen hat, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen. :26. Hana megvette őket, bár a cseresznye egy embernek alig éri meg, és a dobozt egyértelműen két személyre tervezték. - Hana hat sie gekauft, obwohl Kirschen sich für eine Person kaum lohnen und die Schachtel eindeutig für zwei ausgelegt ist. :27. Kivesz egyet, olyan összpontosítással eszi meg, amelyet mindennek megad, ami egyedül történik. - Sie nimmt eine, isst sie mit der Konzentration, die sie allem gibt, was allein geschieht. :28. A mag aztán ott fekszik a tenyerében, mint egy kicsi, fölösleges emlék. - Und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein kleines, unnötiges Andenken. :29. Az ablakhoz megy, és odateszi a többihez, amelyek ott fekszenek egy szabálytalan sorban. - Sie geht zum Fenster und legt ihn zu den anderen, die dort in einer unregelmäßigen Reihe liegen. :30. Hét vagy nyolc, ma nem számolja meg őket, mert a számolás túl világosan megmondaná neki, hány este telt már így. - Sieben oder acht, sie zählt sie heute nicht, weil das Zählen ihr zu deutlich sagen würde, wie viele Abende das bereits sind. :31. Ez pedig olyan információ, amelyre éppen nincs szüksége. - Und das ist eine Information, die sie gerade nicht braucht. :32. Az ágyban a hátán fekszik, nyitott szemmel, és a hűtőszekrényt hallgatja. - Im Bett liegt sie auf dem Rücken, Augen offen, und hört dem Kühlschrank zu. :33. Az egyenletes zúgását úgy küldi végig a lakáson, mint egy tartalom nélküli üzenetet, tisztán formait, tisztán mechanikusat, és éppen ezért valahogy vigasztalót. - Der schickt sein gleichmäßiges Summen durch die Wohnung wie eine Botschaft ohne Inhalt, rein formal, rein mechanisch, und gerade deshalb irgendwie tröstlich. :34. A termosztát kikapcsol, és az ezt követő csend olyan minőségű, amelyet Hana testileg érzékel. - Das Thermostat schaltet ab, und die Stille, die folgt, ist von einer Qualität, die Hana körperlich wahrnimmt. :35. Olyan, mint valamiféle nyomás a fülén, az egész szoba megtorpanása. - Eine Art Druck auf den Ohren, ein Innehalten des ganzen Raums. :36. És észreveszi, hogy visszatartja a lélegzetét, amíg a hűtőszekrény újra be nem indul. - Und sie merkt, dass sie die Luft anhält, bis der Kühlschrank wieder anspringt. :37. Ez néhány másodperc múlva meg is történik, megbízhatóan, mint mindig, és Hana úgy fújja ki a levegőt, mint egy sikeresen kiállt próba után. - Was er nach einigen Sekunden tut, zuverlässig wie immer, und Hana atmet aus wie nach einer bestandenen Probe. :38. Odakint egy éjszakai vonat siklik át a távoli pályaudvaron, zúgása alig több sejtelemnél. - Draußen gleitet ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen kaum mehr als eine Ahnung. :39. Olyan hang ez, amely nem töri meg a csendet, hanem olyan mélységet ad neki, amely nélküle nem volna meg. - Ein Laut, der die Stille nicht bricht, sondern ihr eine Tiefe gibt, die sie ohne ihn nicht hätte. :40. Hana Ryóra gondol, amit tulajdonképpen megtiltott magának, de a tilalom az éjfél utáni órákban nem működik különösebben jól. - Hana denkt an Ryo, was sie sich eigentlich verboten hat, aber das Verbot funktioniert nicht besonders gut in den Stunden nach Mitternacht. :41. Amikor a hűtőszekrény zúg, és a fogkefe a fürdőszobában áll, és a cseresznyemagok az ablakpárkányon fekszenek. - Wenn der Kühlschrank summt und die Zahnbürste im Bad steht und die Kirschen auf der Fensterbank liegen. :42. És minden egyszerre nem jelent semmit és túl sokat jelent, ami alapjában véve ugyanaz. - Und alles gleichzeitig nichts bedeutet und zu viel bedeutet, was im Grunde dasselbe ist. :43. Nem tudja, mikor fog ez megszűnni, az időnek ez az éjszakai mérése csendes mozdulatokkal. - Sie weiß nicht, wann das aufhören wird, dieses Nachtmessen der Zeit mit stillen Gesten. :44. De tudja, hogy a hűtőszekrény holnap reggel még zúgni fog, amikor felkel. - Aber sie weiß, dass der Kühlschrank morgen früh noch summen wird, wenn sie aufsteht. :45. És hogy ennek egyelőre elégnek kell lennie. - Und dass das, vorerst, genug sein muss. :46. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :47. Hana lehunyja a szemét. - Hana schließt die Augen. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :A hűtőszekrény zúgása - Das Summen des Kühlschranks :1. Nem sokkal éjfél előtt van, amikor Hana kinyitja a lakás ajtaját, és még mielőtt belépne, meghallja a hűtőszekrény zúgását, azt a tompa, egyenletes brummogást, amely átnyomul a faajtón a lépcsőházba, mintha bizonyítéka volna annak, hogy odabent még valami életben van, még ha az az élet, amelyet ő oda elképzelt magának, időközben máshová rendeződött is. - Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch bevor sie eintritt das Summen des Kühlschranks wahrnimmt, dieses dumpfe, gleichmäßige Brummen, das sich durch die Holztür ins Treppenhaus schiebt wie ein Beweis dafür, dass drinnen noch etwas am Leben ist, auch wenn das Leben, das sie sich darin vorgestellt hatte, sich inzwischen anders verteilt hat. :2. Belép. - Sie tritt ein. :3. A lakás sötétsége nem ellenségesen fogadja, hanem semlegesen, azoknak a tereknek a közönyével, amelyek már felhagytak a várakozással, és Hana hálás ezért, mert a közönyt könnyebb elviselni, mint az ellenkezőjét. - Die Dunkelheit der Wohnung empfängt sie nicht feindlich, sondern neutral, mit der Gleichgültigkeit von Räumen, die aufgehört haben zu warten, und Hana ist dankbar dafür, weil Gleichgültigkeit sich leichter tragen lässt als das Gegenteil. :4. Nem kapcsol lámpát, nem megszokásból, hanem mert a fény megváltoztatja az arányokat, láthatóbbá teszi az ürességet, kiemeli a második párnát, az ajtó melletti használatlan akasztót, amelyen fél éve nem lógott már idegen kabát. - Sie macht kein Licht, nicht aus Gewohnheit, sondern weil das Licht die Proportionen verändert, die Leere sichtbarer macht, das zweite Kissen betont, den ungenutzten Haken neben der Tür, an dem seit einem halben Jahr keine fremde Jacke mehr hängt. :5. Leveszi a cipőjét, azzal a pontos mellékességgel állítja oda, amely akkor keletkezik, ha az ember egy cselekvést elég gyakran ismétel ahhoz, hogy az megszűnjön döntés lenni, és melléjük teszi Ryo tornacipőit, feketéket, az ő lábára túl kicsiket, érintetlenül azóta a nap óta, amikor Ryo behúzta maga mögött az ajtót anélkül, hogy becsapta volna, ami rosszabb volt, mint ha becsapta volna. - Die Schuhe zieht sie aus, stellt sie mit der präzisen Beiläufigkeit hin, die entsteht, wenn man eine Handlung oft genug wiederholt, dass sie aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und daneben stellt sie Ryos Sneakers, schwarz, zu klein für ihre Füße, unberührt seit dem Tag, an dem er die Tür hinter sich zugezogen hat, ohne zu schlagen, was schlimmer war als schlagen. :6. A hűtőszekrény tejszerű fénye kiszűrődik az ajtórésen, és torz téglalapot vet a linóleumpadlóra, amelynek felpúposodott sarkát Hana elhaladtában a lábujjával lapítja le, egy kicsi, értelmetlen mozdulattal, amelyet mégis megtesz, mert a test rítusokat fejleszt ki ott, ahol a szellem már nem akar döntéseket hozni. - Der Kühlschrank wirft sein milchiges Licht durch den Türspalt und legt ein verzerrtes Rechteck auf den Linoleumboden, dessen angehobene Ecke Hana beim Vorbeigehen mit dem Zeh flachhält, eine kleine, sinnlose Geste, die sie trotzdem macht, weil der Körper Rituale entwickelt, wo der Geist keine Entscheidungen mehr treffen will. :7. A fürdőszobában fény nélkül talál oda a mosdókagylóhoz, keze olyan biztonsággal találja meg a poharat, amely néha kísérteties számára, mert megmutatja, milyen teljesen írta bele magát a hiányzás a mozgásába, a kis esték izomemlékezeteibe, amelyek mind ugyanúgy néznek ki, és mégsem szűnnek meg jelenteni valamit. - Im Bad navigiert sie ohne Licht zum Waschbecken, ihre Hand findet den Becher mit einer Sicherheit, die ihr manchmal unheimlich ist, weil sie zeigt, wie vollständig sich das Vermissen in die Motorik eingeschrieben hat, in die Muskelgedächtnisse kleiner Abende, die alle gleich aussehen und trotzdem nicht aufhören, etwas zu bedeuten. :8. Két fogkefe áll a pohárban, egy piros és egy kék, és Hana olyan magától értetődőséggel veszi el a kéket, amelyet egyszerre tilt meg és enged meg magának, a kezében tartja, és érzékeli a sörték keménységét, amelyek semmit sem felejtettek el, mert nincs mit elfelejteniük, mert semmit sem használtak rajtuk azóta, hogy Ryo itt hagyta őket, nem elfelejtette, hanem hagyta, ami különbség, amelyet Hana hónapok óta ide-oda forgat magában, anélkül hogy eredményre jutna. - Zwei Zahnbürsten stehen im Becher, eine rote, eine blaue, und Hana nimmt die blaue mit einer Selbstverständlichkeit, die sie sich gleichzeitig verbietet und erlaubt, hält sie in der Hand und registriert die Härte der Borsten, die nichts vergessen haben, weil sie nichts zu vergessen haben, weil nichts an ihnen gebraucht wurde, seit Ryo sie hier zurückgelassen hat, nicht vergessen, gelassen, was ein Unterschied ist, den Hana seit Monaten hin und her wendet, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. :9. Visszateszi a fogkefét, a kimerültség mechanikus pontosságával fogat mos, és az öblítéskor a hideg víz egy pillanatra kirántja az elmúlt órák tompa egyformaságából, körvonalat ad neki, anélkül hogy bármi fontosat közölne vele. - Sie stellt die Zahnbürste zurück, putzt sich die Zähne mit der mechanischen Präzision der Erschöpfung, und das kalte Wasser beim Abwaschen zieht sie für einen Moment aus der tauben Gleichförmigkeit der letzten Stunden heraus, gibt ihr Kontur, ohne ihr etwas Wichtiges mitzuteilen. :10. Az arcát ebben a fényben nem látni a tükörben, amit Hana helyénvalónak érez, mert az az arc, amelyet ott többnyire találni szokott, olyan kérdést tesz fel, amelyre még nincs válasza. - Ihr Gesicht im Spiegel ist bei diesem Licht nicht zu sehen, was Hana als angemessen empfindet, weil das Gesicht, das sie dort meistens vorfindet, eine Frage stellt, auf die sie noch keine Antwort hat. :11. A szobában leereszkedik a padlóra a nyitott hűtőszekrény elé, nem éhségből, nem szomjúságból, hanem mert ott a fény meleg és állandó, és a zúgás ilyen közelségből testiséget kap, amely társaságnak érződik, amit azonnal szentimentális gondolatnak tart, aztán mégis érvényben hagy, mert éjfél után már túl késő van a korrektséghez. - Im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht aus Hunger, nicht aus Durst, sondern weil das Licht dort warm und beständig ist und das Summen aus dieser Nähe eine Körperlichkeit bekommt, die sich anfühlt wie Gesellschaft, was sie sofort für einen sentimentalen Gedanken hält und dann doch gelten lässt, weil es nach Mitternacht für Korrektheit zu spät ist. :12. A hűtőszekrény tartalma hetek óta alig változott: a fél citrom az első polcon, gondosan folpackba csomagolva, bár Hana már nem főz, és a citrom egyszer majd egyszerűen ott lesz, anélkül hogy valaha használták volna, mint némely más dolog is. - Der Kühlschrankinhalt hat sich seit Wochen kaum verändert: die halbe Zitrone im ersten Fach, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana nicht mehr kocht und die Zitrone irgendwann einfach da sein wird, ohne jemals gebraucht worden zu sein, wie manches andere auch. :13. Két sörösdoboz a második polcon, érintetlenül és hidegen, amelyek után Hana nyúl, majd visszateszi őket, mert egy dobozt egyedül kinyitni éjfélkor kijelentés volna, amelyet még nem kész megtenni, még nem, bár ez a még nem minden estével valamivel kisebb lesz. - Zwei Bierdosen im zweiten Fach, unberührt und kalt, nach denen Hana greift und die sie zurückstellt, weil das Öffnen einer Dose allein um Mitternacht eine Aussage wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen, noch nicht, obwohl das noch nicht mit jedem Abend etwas kleiner wird. :14. Leghátul, a tofutartó mögött, amelynek zavaros vize azt mondja neki, hogy holnap cselekednie kellene, ott fekszik a kartondoboz a cseresznyékkel, amelyeket Hana öt napja egy hirtelen indíttatásból vett, amelyet nem tud egészen megmagyarázni magának, azon kívül, hogy a doboz úgy nézett ki, mintha két embernek szánták volna, és hogy mégis elvette, talán éppen ezért. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen trübes Wasser ihr sagt, dass sie morgen handeln müsste, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor fünf Tagen in einem Impuls gekauft hat, den sie sich nicht ganz erklären kann, außer dass die Schachtel so ausgesehen hat, als wäre sie für zwei Menschen gedacht, und dass sie sie trotzdem genommen hat, vielleicht gerade deshalb. :15. Elvesz egy cseresznyét, lassan eszi meg, olyan figyelemmel, amely magányt teremt, ha túl sok teret adnak neki, és a mag aztán úgy fekszik a tenyerében, mint egy érv, amelyet nem akar lefolytatni, de letenni sem tud. - Sie nimmt eine Kirsche, isst sie langsam, mit einer Aufmerksamkeit, die Einsamkeit erzeugt, wenn man ihr zu viel Raum gibt, und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein Argument, das sie nicht führen will, aber auch nicht ablegen kann. :16. Az ablaknál odateszi a többiekhez, hét vagy nyolc, már nem számolja őket, mert a szám megszűnt információnak lenni, és valamiféle váddá vált, hogy pontosan ki ellen, azt Hana nem tudja, ami nem teszi jobbá a dolgot. - Am Fenster legt sie ihn zu den anderen, sieben oder acht, sie zählt sie nicht mehr, weil die Zahl aufgehört hat, Information zu sein, und eine Art Anklage geworden ist, gegen wen genau, weiß Hana nicht, was die Sache nicht besser macht. :17. Az ágyban a hátán fekszik, szemét a mennyezetre szegezve, és követi a hűtőszekrény zúgását, amely az egész lakáson átviszi magát azoknak a dolgoknak a makacsságával, amelyeknek nincs szükségük okra ahhoz, hogy folytassák, mert a működésük nem feltételez tudatot, nem feltételez akaratot, nem feltételez emléket arról, ami egyszer volt, és éppen ebben van valami, amit Hana vigasznak érez, bár nem használná rá ezt a szót, ha megkérdeznék. - Im Bett liegt sie auf dem Rücken, die Augen an die Decke gerichtet, und folgt dem Summen des Kühlschranks, das durch die Wohnung trägt mit der Beharrlichkeit von Dingen, die keinen Grund brauchen weiterzumachen, weil ihre Funktion kein Bewusstsein voraussetzt, kein Wollen, keine Erinnerung an das, was einmal gewesen ist, und gerade darin liegt etwas, das Hana als Trost empfindet, obwohl sie das Wort dafür nicht verwenden würde, wenn sie gefragt würde. :18. A termosztát kikapcsol. - Das Thermostat schaltet ab. :19. A csend, amely ezután következik, olyan teljességű, hogy Hana testileg érzékeli, valaminek az enyhülése, amit nem érzékelt nyomásként, amíg ott volt, és észreveszi, hogy visszatartja a lélegzetét, vár, semmi meghatározottra, csak a bekapcsolásra, amely néhány másodperc múlva megérkezik, megbízhatóan, iránta érdektelenül, és ebben a közönyös nyugalomban rejlik a valódi megnyugvás: a hűtőszekrény tovább zúg, anélkül hogy neki bármit tennie kellene érte. - Die Stille, die folgt, ist von einer Vollständigkeit, die Hana körperlich wahrnimmt, ein Nachlassen von etwas, das sie nicht als Druck registriert hatte, solange es da war, und sie merkt, dass sie die Luft anhält, wartet, auf nichts Bestimmtes außer dem Einschalten, das nach einigen Sekunden kommt, zuverlässig, uninteressiert an ihr, und in diesem Gleichmut liegt die eigentliche Beruhigung: der Kühlschrank summt weiter, ohne dass sie etwas dafür tun muss. :20. Odakint egy éjszakai vonat siklik át a távoli állomáson, zaja annyira tompított, hogy kevésbé hangnak érződik, mint a csend besűrűsödésének, rövid jelnek, hogy máshol mozgás történik, emberek egyik helyről a másikra, csomaggal és szándékokkal, miközben Hana mozdulatlanul fekszik, és egy hűtőszekrény zúgását számolja. - Draußen streicht ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen so weit gedämpft, dass es sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie eine Verdichtung der Stille, ein kurzes Zeichen, dass anderswo Bewegung stattfindet, Menschen von einem Ort zum anderen, mit Gepäck und Absichten, während Hana still liegt und das Summen eines Kühlschranks zählt. :21. Ryóra gondol, vagy pontosabban: megengedi, hogy Ryo belépjen abba a csendbe, amelyet a termosztát létrehozott, egy arc élesség nélkül, egy hang szöveg nélkül, inkább textúra, mint kép, és tudja, hogy ami itt a sötétben tovább működik, nem gyász abban az értelemben, amelyet a szó sugall, hanem valami csendesebb és szívósabb: egy élet lassú átszerveződése, amelyből hiányzik egy ellensúly, amelyet soha nem nevezett kifejezetten ellensúlynak, amíg ott volt. - Sie denkt an Ryo, oder genauer: sie lässt zu, dass er in die Stille eintritt, die das Thermostat erzeugt hat, ein Gesicht ohne Schärfe, eine Stimme ohne Wortlaut, mehr Textur als Bild, und sie weiß, dass das, was hier im Dunkeln weiterläuft, kein Trauern ist in dem Sinne, den das Wort vorschlägt, sondern etwas Ruhigeres und Zäheres: das langsame Umorganisieren eines Lebens, dem ein Gegengewicht fehlt, das es nie explizit als Gegengewicht bezeichnet hat, solange es da war. :22. A fogkefe a pohárban áll. - Die Zahnbürste steht im Becher. :23. A cipők az ajtónál állnak. - Die Schuhe stehen an der Tür. :24. A cseresznyemagok az ablakpárkányon fekszenek. - Die Kirschkerne liegen auf der Fensterbank. :25. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :26. Hana lehunyja a szemét, nem azért, mert aludni akar, hanem mert a szemhéja mögötti sötétség legalább olyan sötétség, amelyet ő maga választott, és ez ezen az éjszakán elég. - Hana schließt die Augen, nicht weil sie schlafen will, sondern weil die Dunkelheit hinter den Lidern wenigstens eine ist, die sie selbst gewählt hat, und das, in dieser Nacht, genug ist. -------------------- == 83 == 1 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves. - Anders ist sechsunddreißig Jahre alt. :2. Egy régi fatemplomban lakik. - Er wohnt in einer alten Holzkirche. :3. A templom egy fjord szélén áll. - Die Kirche liegt am Rand eines Fjords. :4. A víz szürke és hideg. - Das Wasser ist grau und kalt. :5. Anders a templomot a nagybátyjától örökölte. - Anders hat die Kirche von seinem Onkel geerbt. :6. A tető rossz állapotban van. - Das Dach ist kaputt. :7. Amikor esik az eső, a víz egy vödörbe csöpög. - Wenn es regnet, tropft das Wasser in einen Eimer. :8. Plink. Plink. Plink. - Plink. Plink. Plink. :9. Anders hallgatja a cseppeket. - Anders hört den Tropfen zu. :10. Nem számolja őket. Csak hallgatja. - Er zählt sie nicht. Er hört nur zu. :11. A fűtés régi és hangos. - Die Heizung ist alt und laut. :12. Reggel hideg a levegő a házban. - Am Morgen ist die Luft kalt im Haus. :13. Anders felkel, és kávét főz. - Anders steht auf und macht Kaffee. :14. A konyhaasztalnál issza meg. - Er trinkt ihn am Küchentisch. :15. Odakint esik az eső. - Draußen regnet es. :16. Az eső oldalról jön a tenger felől. - Der Regen kommt seitlich vom Meer. :17. Október van. - Es ist Oktober. :18. A szomszédját Larsnak hívják. - Sein Nachbar heißt Lars. :19. Lars hatvannyolc éves. - Lars ist achtundsechzig Jahre alt. :20. Minden második nap benéz hozzá. - Er kommt jeden zweiten Tag vorbei. :21. Nem kopog be. - Er klopft nicht an. :22. Egyszerűen leül a padra. - Er setzt sich einfach auf die Bank. :23. Dohányt tesz az asztalra. - Er legt Tabak auf den Tisch. :24. Lars keveset beszél. - Lars sagt wenig. :25. Anders is. - Anders auch. :26. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. :27. Ma Lars ezt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute sagt Lars: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :28. Anders bólint. - Anders nickt. :29. Lars feláll és elmegy. - Lars steht auf und geht. :30. Az ajtó becsapódik. - Die Tür fällt zu. :31. A dohány még mindig az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :32. Anders csónakmotorokat javít. - Anders repariert Bootsmotoren. :33. Ez a munkája. - Das ist seine Arbeit. :34. A szomszédok néha kávéval fizetnek neki. - Die Nachbarn bezahlen ihn manchmal mit Kaffee. :35. Néha egyszerűen csak köszönetet mondanak. - Manchmal sagen sie einfach danke. :36. Ez elég neki. - Das reicht ihm. :37. Régebben csónaképítő volt. - Er war früher Bootsbauer. :38. Ez már régen volt. - Das ist lange her. :39. Most nem valaki meghatározott ember. - Jetzt ist er niemand Bestimmtes. :40. Délután megjön a posta. - Am Nachmittag kommt die Post. :41. Anders kézbe vesz egy borítékot. - Anders nimmt einen Umschlag. :42. Nem számla. - Es ist keine Rechnung. :43. Egy képeslap. - Es ist eine Postkarte. :44. A képen Oslo kikötője látható. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. :45. A színek nagyon világosak. - Die Farben sind sehr hell. :46. Megfordítja a lapot. - Er dreht die Karte um. :47. Csak néhány szó áll rajta. - Da stehen nur wenige Wörter. :48. „Gyere Oslóba.” - „Komm nach Oslo." :49. A lap Mettétől van. - Die Karte ist von Mette. :50. Mette a barátnője volt. - Mette war seine Freundin. :51. Hat hónapja nem írt. - Seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben. :52. Anders egyszer elolvassa a lapot. - Anders liest die Karte einmal. :53. Elolvassa kétszer. - Er liest sie zweimal. :54. Elolvassa háromszor. - Er liest sie dreimal. :55. Aztán leteszi az ablakpárkányra. - Dann legt er sie auf den Fenstersims. :56. Az elülső oldala lefelé néz. - Die Vorderseite zeigt nach unten. :57. Kinéz a fjordra. - Er schaut auf den Fjord. :58. A komp elhalad. - Die Fähre fährt vorbei. :59. A motor hangja egyre kisebb és kisebb lesz. - Der Sound des Motors wird kleiner und kleiner. :60. Aztán megint csend van. - Dann ist es wieder still. :61. Korán besötétedik. - Es wird früh dunkel. :62. Négy órakor az ég már fekete. - Um vier Uhr ist der Himmel schon schwarz. :63. Anders meggyújt egy gyertyát. - Anders zündet eine Kerze an. :64. Ráteszi a régi zongorára. - Er stellt sie auf das alte Klavier. :65. A zongorán senki sem játszik. - Das Klavier spielt niemand. :66. De ott áll, amióta Anders itt lakik. - Aber es steht dort, seit Anders hier wohnt. :67. Leül az előtte álló székre. - Er setzt sich auf den Stuhl davor. :68. Nézi a lángot. - Er schaut die Flamme an. :69. Nem gondolkodik sokat. - Er denkt nicht viel. :70. Nem dönt el semmit. - Er entscheidet nichts. :71. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :72. A víz odakint a cölöpöknek csapódik. - Das Wasser schlägt gegen die Pfähle draußen. :73. Anders csendben ül. - Anders sitzt still. :74. A gyertya egyre kisebb lesz. - Die Kerze wird kleiner. :75. Aztán kialszik. - Dann geht sie aus. :76. A sötétben nyugalom van. - Im Dunkeln ist es ruhig. :77. Odakint havazni kezd. - Draußen fängt es an zu schneien. :78. A pelyhek halkan hullanak. - Die Flocken fallen leise. :79. Szinte hangtalanul. - Fast ohne Geräusch. :80. Anders ülve marad. - Anders bleibt sitzen. :81. Nem fog Oslóba utazni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :82. Itt marad. - Er bleibt hier. :83. Nem azért, mert muszáj. - Nicht weil er muss. :84. Hanem mert nincs oka elmenni. - Sondern weil er keinen Grund hat zu gehen. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders két éve lakik egy régi fatemplomban egy norvég fjord szélén. - Anders wohnt seit zwei Jahren in einer alten Holzkirche am Rand eines norwegischen Fjords. :2. A templomot a nagybátyjától örökölte, de igazán soha nem akarta. - Die Kirche hat er von seinem Onkel geerbt, aber er hat sie nie wirklich gewollt. :3. A tető beázik, és amikor esik, egy vödröt állít a konyhába. - Das Dach ist undicht, und wenn es regnet, stellt er einen Eimer in die Küche. :4. Hallgatja a csöpögést: plink, plink, plink. - Er hört dem Tropfen zu: plink, plink, plink. :5. Nem számolja őket, de ismeri a ritmust. - Er zählt sie nicht, aber er kennt den Rhythmus. :6. Odakint szürke a víz, és a szél egyenesen a tenger felől jön. - Draußen ist das Wasser grau, und der Wind kommt direkt vom Meer. :7. Október van, és az eső szinte vízszintesen veri az ablaküvegeket. - Es ist Oktober, und der Regen fliegt fast horizontal gegen die Fensterscheiben. :8. Anders a konyhaasztalnál ül egy csésze kávéval, amely már rég kihűlt. - Anders sitzt am Küchentisch mit einer Tasse Kaffee, die längst kalt ist. :9. Mégis megissza, mert fel kellene állnia, hogy újat készítsen. - Er trinkt sie trotzdem, weil er aufstehen müsste, um eine neue zu machen. :10. A ház csendes, csak a fűtés ad néha halk hangot. - Das Haus ist still, nur die Heizung macht manchmal ein leises Geräusch. :11. Lars minden második nap jön, mindig kopogás nélkül. - Lars kommt jeden zweiten Tag, immer ohne anzuklopfen. :12. Hatvannyolc éves, és egy kilométerrel arrébb lakik a parton. - Er ist achtundsechzig Jahre alt und wohnt einen Kilometer weiter am Ufer. :13. Leül a padra, az asztalra teszi a dohányzacskóját, és nem mond semmit. - Er setzt sich auf die Bank, legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch und sagt nichts. :14. Anders sem mond semmit, és ez közöttük teljesen normális. - Anders sagt auch nichts, und das ist zwischen ihnen vollkommen normal. :15. Tíz perc múlva Lars csak ennyit mond: „Björn kuttere megint jár.” - Nach zehn Minuten sagt Lars nur: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :16. Anders bólint, Lars pedig feláll, és kimegy az ajtón anélkül, hogy visszafordulna. - Anders nickt, und Lars steht auf und geht durch die Tür, ohne sich umzudrehen. :17. A dohány az asztalon marad, mert Lars mindig elfelejti, vagy szándékosan hagyja ott. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch, weil Lars ihn immer vergisst oder absichtlich dalässt. :18. Anders csónakmotorokat javít a környékbeli embereknek. - Anders repariert Bootsmotoren für die Leute in der Gegend. :19. Néhányan pénzzel fizetnek neki, mások kávét hoznak, vagy egyszerűen nem mondanak semmit. - Manche bezahlen ihn mit Geld, andere bringen Kaffee oder sagen einfach nichts. :20. Régebben hajóépítő volt Bergenben, de ez olyan érzés, mintha egy másik élet lett volna. - Er war früher Bootsbauer in Bergen, aber das fühlt sich an wie ein anderes Leben. :21. Most olyan valaki, aki itt lakik, és olyan dolgokat javít meg, amelyeket mások kidobnának. - Jetzt ist er jemand, der hier wohnt und Dinge repariert, die andere wegwerfen würden. :22. Délután egy képeslap fekszik a postaládában két számla között. - Am Nachmittag liegt eine Postkarte im Briefkasten zwischen zwei Rechnungen. :23. Az elülső oldal képe Oslo kikötőjét mutatja, a színek túl rikítóak ehhez a naphoz. - Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Hafen von Oslo, die Farben sind zu grell für diesen Tag. :24. Megfordítja a lapot, és elolvassa a szavakat, amelyeket Mette írt: „Gyere Oslóba.” - Er dreht die Karte um und liest die Worte, die Mette geschrieben hat: „Komm nach Oslo." :25. Mette a barátnője volt, de hat hónapja nem írt és nem telefonált. - Mette war seine Freundin, aber seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben und nicht angerufen. :26. Háromszor olvassa el a lapot, nem azért, mert nem érti, hanem mert időre van szüksége. - Er liest die Karte dreimal, nicht weil er sie nicht versteht, sondern weil er Zeit braucht. :27. Aztán képpel lefelé az ablakpárkányra teszi. - Dann legt er sie mit der Vorderseite nach unten auf den Fenstersims. :28. Odakint éppen elhalad az esti komp, a motor mélyen és egyenletesen hangzik. - Draußen fährt gerade die Abendfähre vorbei, der Motor klingt tief und gleichmäßig. :29. A hang egyre kisebb lesz, míg a fjord újra csendes nem lesz. - Das Geräusch wird kleiner, bis der Fjord wieder still ist. :30. Négy órakor besötétedik, mint ebben a hónapban minden nap. - Um vier Uhr wird es dunkel, wie jeden Tag in diesem Monat. :31. Anders meggyújt egyetlen gyertyát, és a sarokban álló régi zongorára teszi. - Anders zündet eine einzelne Kerze an und stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke. :32. A zongora ott áll, amióta beköltözött, és még egyetlenegyszer sem játszott rajta. - Das Klavier steht dort seit er einzog, und er hat es noch kein einziges Mal gespielt. :33. Leül az előtte álló székre, és nézi a lángot anélkül, hogy bármilyen meghatározott gondolata volna. - Er setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die Flamme an, ohne einen bestimmten Gedanken. :34. A fűtés csöpög, odakint a víz szabályosan csapódik a kikötőhely facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt regelmäßig gegen die Holzpfähle der Anlegestelle. :35. A gyertya egyre kisebb és kisebb lesz, míg kialszik, és a szoba sötét lesz. - Die Kerze wird kleiner und kleiner, bis sie ausgeht und das Zimmer dunkel ist. :36. Nem fog Oslóba menni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :37. Ezt nem azért tudja, mert eldöntötte, hanem mert nem érez okot arra, hogy elmenjen. - Das weiß er nicht, weil er es entschieden hat, sondern weil er keinen Grund spürt zu gehen. :38. Odakint havazni kezd, halkan és szinte átmenet nélkül, mint itt minden. - Draußen beginnt es zu schneien, leise und fast ohne Übergang, wie alles hier. :39. Anders ülve marad a sötétben, és hallgatja a havat, amely nem ad ki hangot. - Anders bleibt sitzen im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der keinen Laut macht. :40. Az élet itt csendben múlik el, és ez nem panasz, csak megfigyelés. - Das Leben vergeht hier still, und das ist keine Klage, nur eine Beobachtung. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, és két éve él egy fatemplomban, amelyet tulajdonképpen már senki sem akart. - Anders ist sechsunddreißig, und er lebt seit zwei Jahren in einer Holzkirche, die eigentlich niemand mehr haben wollte. :2. Egy burkolatlan út végén áll, ott, ahol a fjord véget ér, és a semmi elkezdődik. - Sie steht am Ende einer unbefestigten Straße, wo der Fjord aufhört und das Nichts anfängt. :3. A tetőn három beázó hely van, és attól függően, milyen erősen fúj a szél, különböző helyeken csöpög. - Das Dach hat drei undichte Stellen, und je nachdem, wie stark der Wind steht, tropft es an verschiedenen Orten. :4. Megtanulta úgy a megfelelő helyre tenni a vödröket, hogy közben nem is gondolkodik rajta. - Er hat gelernt, die Eimer richtig zu stellen, ohne darüber nachzudenken. :5. A fűtés öreg, hangosan és rosszul működik, de még működik, és ez számít. - Die Heizung ist alt, sie arbeitet laut und schlecht, aber sie arbeitet noch, und das zählt. :6. Az október itt nem hónap, hanem állapot. - Der Oktober ist hier kein Monat, er ist ein Zustand. :7. A fény sosem érkezik meg igazán, szürke marad, lapos, a víz közelében függve, mint köd ködjelleg nélkül. - Das Licht kommt nie wirklich an, es bleibt grau, flach, nah am Wasser hängend wie Nebel ohne Nebelcharakter. :8. Anders reggelente hideg kávéval ül az asztalnál, a fjordot nézi, és nem vár semmi meghatározottra. - Anders sitzt morgens am Tisch mit kaltem Kaffee, schaut auf den Fjord und wartet auf nichts Bestimmtes. :9. Csónakmotorokat javít a szomszédoknak, a legtöbbjük öreg, a motorok és a szomszédok egyaránt. - Er repariert Bootsmotoren für die Nachbarn, die meisten sind alt, die Motoren und die Nachbarn gleichermaßen. :10. Fizetség kávéban jár, egy rövid bólintásban, vagy egyáltalán nem jár, és Andersnek nincs előnyben részesített változata. - Bezahlt wird in Kaffee, in einem kurzen Nicken, oder gar nicht, und Anders hat keine Präferenz. :11. Lars minden második nap jön, kopogás nélkül kinyitja az ajtót, és leül az ablak alatti padra. - Lars kommt jeden zweiten Tag, öffnet die Tür ohne zu klopfen und setzt sich auf die Bank unter dem Fenster. :12. Leteszi a dohányzacskóját az asztalra, mintha le akarná tenni magáról, és hátradől. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch, als würde er es ablegen wollen, und lehnt sich zurück. :13. Jól tudnak együtt hallgatni, ami ritkább, mint amilyennek hangzik, mert a hallgatás többnyire várakozást tartalmaz. - Sie schweigen gut zusammen, was seltener ist, als es klingt, weil Schweigen meistens Erwartung enthält. :14. Anders és Lars között nem tartalmaz semmit, egyszerűen levegő, amelyet senkinek sem kell kitöltenie. - Zwischen Anders und Lars enthält es nichts, es ist einfach Luft, die niemand füllen muss. :15. Ma Lars egy idő után, anélkül hogy felemelné a hangját, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute sagt Lars nach einer Weile, ohne die Stimme zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :16. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, és a dohány még mindig az asztalon fekszik, mint mindig. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, und der Tabak liegt noch auf dem Tisch, wie immer. :17. A posta a régi komppal érkezik, amely naponta kétszer köt ki, és többnyire semmi olyat nem hoz, ami számítana. - Die Post kommt mit der alten Fähre, die zweimal täglich anlegt und meistens nichts bringt, was zählt. :18. Ma egy képeslapot hoz, és Anders felismeri a kézírást, még mielőtt elolvasná a nevet. - Heute bringt sie eine Postkarte, und Anders erkennt die Handschrift, bevor er den Namen liest. :19. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely itt nem létezik, túl sárgán, túl melegen, túl szándékoltan. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das hier nicht existiert, zu gelb, zu warm, zu gewollt. :20. Megfordítja a lapot, és ezt olvassa: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um und liest: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :21. Kétszer olvassa el a mondatot, nem azért, mert nehéz megérteni, hanem mert valahol célba ér. - Er liest den Satz zweimal, nicht weil er schwer zu verstehen ist, sondern weil er irgendwo landet. :22. Aztán a képeslapot képes oldalával lefelé az ablakpárkányra teszi, és kinéz. - Dann legt er die Karte mit der Bildseite nach unten auf den Fenstersims und schaut hinaus. :23. Az esti komp éppen átvág a fjordon, motorjának hangja messzire visz a víz fölött, aztán eltűnik. - Die Abendfähre zieht gerade durch den Fjord, ihr Motor trägt weit über das Wasser, dann ist er weg. :24. Négykor besötétedik, és Anders gyertyát gyújt, mert nem akarja felkapcsolni a villanyt. - Es wird dunkel um vier, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Licht nicht anmachen will. :25. A zongorára teszi, amely beköltözése óta ott áll, és amelyen senki sem játszik, ő sem. - Er stellt sie auf das Klavier, das seit seinem Einzug dort steht und von niemandem gespielt wird, auch von ihm nicht. :26. Leül elé, és a lángba néz, anélkül hogy egy gondolat megragadna benne, vagy egy döntés formát öltene. - Er setzt sich davor und schaut in die Flamme, ohne dass ein Gedanke sich festsetzt oder eine Entscheidung sich formt. :27. Odakint a víz egyenletesen csapódik a cölöpöknek, odabent a fűtés csöpög a vödörbe. - Draußen schlägt das Wasser gleichmäßig gegen die Pfähle, drinnen tropft die Heizung in den Eimer. :28. A gyertya leég, lassan, egyenletesen, és amikor kialszik, ő ülve marad a sötétben. - Die Kerze brennt herunter, langsam, gleichmäßig, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen. :29. Nem fog Oslóba utazni, ezt most már tudja, és azt is tudja, hogy ez nem elhatározás. - Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt, und er weiß auch, dass es kein Entschluss ist. :30. Inkább egy olyan ok hiánya, amely elég erős volna ahhoz, hogy felemelje őt erről a székről. - Es ist eher das Fehlen eines Grundes, der stark genug wäre, ihn von diesem Stuhl zu heben. :31. Odakint havazni kezd, bejelentés nélkül, átmenet nélkül, ahogy itt mindig elkezdődnek a dolgok. - Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne Übergang, wie hier immer die Dinge beginnen. :32. A pelyhek csendben hullanak a fjordra, amely befogadja őket, anélkül hogy nyomot mutatna. - Die Flocken fallen still auf den Fjord, der sie aufnimmt, ohne eine Spur zu zeigen. :33. Anders hallgatja, bár a hó nem ad hangot, és talán éppen ez a lényeg. - Anders hört zu, obwohl Schnee kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der Punkt. :34. Néha az élet csendes elmúlás, és néha elég jelen lenni benne. - Manchmal ist das Leben ein stilles Vergehen, und manchmal reicht es, dabei zu sein. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, két éve lakik egy örökölt fatemplomban egy kavicsos út végén, és már nem tekinti ezt átmenetinek. - Anders ist sechsunddreißig, bewohnt seit zwei Jahren eine geerbte Holzkirche am Ende einer Schotterstraße, und hat aufgehört, das als vorübergehend zu betrachten. :2. A templom ott áll, ahol a fjord egy keskeny öbölbe húzódik vissza, és az út minden magyarázat nélkül feladja. - Die Kirche liegt dort, wo der Fjord sich in eine schmale Bucht zurückzieht und die Straße aufgibt, ohne Erklärung. :3. A tetőnek három olyan pontja van, amely esőben enged, és Anders olyan jól ismeri őket, hogy félálomban is helyesen teszi alájuk a vödröket. - Das Dach hat drei Stellen, die bei Regen nachgeben, und Anders kennt sie so gut, dass er die Eimer im Halbschlaf richtig stellt. :4. Nem megszokás ez, inkább kapituláció egy állapot előtt, amelyet az ember egy idő után már nem javít meg, mert úgy tartozik a házhoz, mint a fa és a régi tömjén szaga. - Nicht Gewöhnung, eher Kapitulation vor dem Zustand, den man irgendwann aufhört zu reparieren, weil er zum Haus gehört wie der Geruch nach Holz und altem Weihrauch. :5. A fűtés a radiátor elágazása alatt álló bádogvödörbe csöpög, plink, és ez a csepp néha az egyetlen hang a házban, amely megbízhatóan visszatér. - Die Heizung tropft in einen Blecheimer unter der Abzweigung des Heizkörpers, plink, und dieser Tropfen ist manchmal das einzige Geräusch im Haus, das zuverlässig wiederkehrt. :6. Az október ezen a parton nem olyan hónap, amelyet az ember átél, hanem olyan, amelyet kibír, mert a fény soha nem érkezik meg igazán, és az eső gyakran vízszintesen repül. - Der Oktober an dieser Küste ist kein Monat, den man erlebt, sondern einer, den man aushält, weil das Licht nie wirklich ankommt und der Regen oft horizontal fliegt. :7. Anders reggelente a konyhaasztalnál ül, kezei egy csésze körül, amely már rég nem meleg, és a párás ablakon át a szürkészöld vízre néz. - Anders sitzt morgens am Küchentisch, die Hände um eine Tasse, die schon lange nicht mehr warm ist, und schaut durch das beschlagene Fenster auf das graugrüne Wasser. :8. Valaha hajóépítő volt Bergenben, akkoriban, de ez kevésbé érződik múltnak, mint inkább olyan életrajznak, amely valaki másé. - Er war Bootsbauer in Bergen, damals, aber das fühlt sich weniger wie eine Vergangenheit an als wie eine Biografie, die jemand anderem gehört. :9. Most a szomszédok régi külmotorjait javítja, jól és feltűnés nélkül végzi, és a fizetség többnyire kávé vagy hallgatás, mindkettőt elfogadja. - Jetzt repariert er die alten Außenbordmotoren der Nachbarn, er tut es gut und ohne Aufhebens, und die Bezahlung ist meistens Kaffee oder Schweigen, beides nimmt er. :10. Lars hatvannyolc éves, egy kilométerrel arrébb lakik a parton, és minden második nap bejön kopogás nélkül, mintha az ajtó az övé volna. - Lars ist achtundsechzig, wohnt einen Kilometer weiter am Ufer, und kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, als wäre die Tür seiner. :11. Dohányzacskóját olyan mozdulattal teszi az asztalra, amely bizalmasságot fejez ki, és közben semmit sem követel, aztán hátradől és hallgat. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch mit einer Geste, die Vertrautheit ausdrückt und gleichzeitig nichts verlangt, dann lehnt er sich zurück und schweigt. :12. A hallgatás kettejük között olyan minőségű, amilyet Anders senki mással nem ismer, mert nincs benne várakozás, nincs rejtett elvárás, csak levegő. - Das Schweigen zwischen den beiden hat eine Qualität, die Anders mit niemandem sonst kennt, weil es kein Warten enthält, keine unterschwellige Erwartung, nur Luft. :13. Ma, talán tíz perc után, Lars anélkül, hogy felemelné a fejét, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute, nach vielleicht zehn Minuten, sagt Lars, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :14. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, az ajtó becsapódik a zárba, a dohány az asztalon marad, és minden olyan, mint korábban, csak eggyel több mondat van a levegőben. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss, der Tabak bleibt auf dem Tisch, und alles ist wie vorher, nur mit einem Satz mehr in der Luft. :15. A posta a délutáni komppal érkezik, és Anders ritkán hozza el azonnal, mert többnyire semmi sincs benne, ami sietséget indokolna. - Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und Anders holt sie selten sofort, weil sie meistens nichts enthält, das Eile rechtfertigt. :16. Ma két számla között egy képeslap fekszik, és ő felismeri Mette kézírását, még mielőtt a lapot teljesen kihúzta volna a borítékból. - Heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, und er erkennt Mettes Handschrift, noch bevor er die Karte vollständig aus dem Umschlag gezogen hat. :17. Az elülső oldalon lévő kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely itt nem létezik, túl telt, túl bizakodó, mintha a város örülne önmagának. - Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das es hier nicht gibt, zu satt, zu zuversichtlich, als wäre die Stadt froh über sich selbst. :18. Megfordítja a lapot, és elolvassa a mondatot, amelyet a nő írt: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um und liest den Satz, den sie geschrieben hat: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :19. Hat hónap csend, és aztán ez a mondat, röviden, vád nélkül, de egy olyan horoggal, amely ül, mert nem válasz és nem kérdés, hanem mindkettő egyszerre. - Sechs Monate Stille, und dann dieser Satz, knapp, ohne Anklage, aber mit einem Haken, der sitzt, weil er keine Antwort ist und keine Frage, sondern beides gleichzeitig. :20. Háromszor elolvassa, a lapot képpel lefelé az ablakpárkányra teszi, és az esti komp éppen átnyomul a fjordon, mély motorhangja végighúzódik a vízen, majd elszáll. - Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims, und die Abendfähre schiebt sich gerade durch den Fjord, ihr tiefes Motorgeräusch zieht über das Wasser und verweht. :21. Utánanéz, amíg a hang el nem tűnik, aztán a fjord megint olyan csendes, mintha semmi sem történt volna. - Er schaut ihr nach, bis das Geräusch weg ist, dann ist der Fjord wieder so still, als wäre nichts gewesen. :22. Négykor fekete az ég, ami itt októberben nem esemény, hanem napi rend. - Um vier ist der Himmel schwarz, was hier im Oktober kein Ereignis ist, sondern Tagesablauf. :23. Anders meggyújt egyetlen gyertyát, az öreg zongorára állítja a sarokban, amely beköltözése óta ott áll, mint egy csendes ígéret, amelyet senki sem szándékozik beváltani. - Anders zündet eine einzelne Kerze an, stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das seit seinem Einzug dort steht wie ein stilles Versprechen, das niemand einzulösen beabsichtigt. :24. Leül az előtte álló székre, és a lángba néz, nem meditatívan, nem szomorúan, egyszerűen csak nézve, mert az este semmi mást nem kíván. - Er setzt sich auf den Hocker davor und schaut in die Flamme, nicht meditativ, nicht traurig, einfach schauend, weil der Abend nichts anderes verlangt. :25. A fűtés csöpög, odakint a víz rövid, egyenletes időközönként veri a régi kikötőhely korhadt cölöpjeit, és valahol a fjord mögött röviden felüvölt a szél. - Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt in kurzen, gleichmäßigen Intervallen gegen die morschen Pfähle der alten Anlegestelle, und irgendwo hinter dem Fjord heult kurz der Wind. :26. A gyertya lassan ég le, egyenletesen, huzat nélkül, és amikor a láng kialszik, Anders a sötétben ülve marad, anélkül hogy felkapcsolná a villanyt. - Die Kerze brennt langsam herunter, gleichmäßig, ohne Zug, und als die Flamme ausgeht, bleibt Anders im Dunkeln sitzen, ohne das Licht anzumachen. :27. Nem fog Oslóba utazni, de ez nem elhatározás, inkább egy olyan ok hiánya, amely elég súlyos volna ahhoz, hogy felemelje őt erről a helyről. - Er wird nicht nach Oslo fahren, aber es ist kein Entschluss, eher die Abwesenheit eines Grundes, der schwer genug wäre, ihn von diesem Ort zu heben. :28. Mette mondata még valahol ott függ a szobában, „kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt”, és az őszinte válasz az, hogy nincs válasza, nem azért, mert kitér előle, hanem mert maga a kérdés van rosszul feltéve. - Mettes Satz hängt noch irgendwo im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die ehrliche Antwort ist, dass er keine Antwort hat, nicht weil er ausweicht, sondern weil die Frage selbst falsch gestellt ist. :29. Odakint havazni kezd, hangtalanul, szinte átmenet nélkül, ahogy itt minden olyan dolog kezdődik, amely megmarad. - Draußen beginnt es zu schneien, lautlos, fast ohne Übergang, wie alle Dinge hier beginnen, die bleiben. :30. A pelyhek a fjord fekete vizére hullanak, és eltűnnek, anélkül hogy nyomot hagynának, mintha soha nem is léteztek volna. - Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden, ohne eine Spur zu hinterlassen, als hätte es sie nie gegeben. :31. Anders figyel, bár a hó semmit sem tesz hallhatóvá, és talán éppen ez az egyetlen mondat, amely ma még igaz. - Anders hört zu, obwohl Schnee nichts hörbar macht, und vielleicht ist genau das der einzige Satz, der heute noch stimmt. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, és azóta felhagyott az idő mérésével, mióta megértette, hogy a napok számolása olyan emberek tevékenysége, akiknek még el kell jutniuk valahová. - Anders ist sechsunddreißig, und er hat aufgehört, die Zeit zu messen, seit er begriffen hat, dass das Zählen von Tagen eine Aktivität für Menschen ist, die noch irgendwo hinmüssen. :2. A templom, amelyet két évvel ezelőtt örökölt anélkül, hogy megkérdezték volna róla, egy kavicsos út végén áll, amelyet a fjord három oldalról fog közre, mint egy mondatot, amely önmagának mond ellent. - Die Kirche, die er vor zwei Jahren geerbt hat, ohne danach gefragt zu werden, steht am Ende einer Schotterstraße, die der Fjord auf drei Seiten einschließt wie ein Satz, der sich selbst widerspricht. :3. A külső falak fája olyan színt vett fel, amely valahol a szürke és a felejtés között van, és a tető ott enged meg, ahol mindig is engedett, megbízhatóan, mint egy régi jellem. - Das Holz der Außenwände hat eine Farbe angenommen, die zwischen Grau und Vergessen liegt, und das Dach gibt nach, wo es immer nachgegeben hat, zuverlässig wie ein alter Charakter. :4. A három beázó helyet kívülről tudja, és sötétben teszi oda a vödröket, nem megszokásból, hanem mert a test átvesz bizonyos dolgokat, amikor a fej már nem tartja őket fontosnak. - Er kennt die drei undichten Stellen auswendig und stellt die Eimer im Dunkeln, nicht aus Routine, sondern weil der Körper manche Dinge übernimmt, wenn der Kopf aufgehört hat, sie für wichtig zu halten. :5. Plink, aztán megint, és a fűtés a maga saját ritmusával válaszol, úgyhogy a ház néha úgy hangzik, mint egy hangszer, amelyet senki sem hangolt fel, és amely mégis játszik. - Plink, und dann wieder, und die Heizung antwortet mit ihrem eigenen Rhythmus, sodass das Haus manchmal klingt wie ein Instrument, das niemand gestimmt hat und das trotzdem spielt. :6. Az október ezen a parton nem évszak a szokásos értelemben, hanem inkább halmazállapot, amelyben a fény soha nem érkezik meg egészen, és az eső már felhagyott azzal, hogy bocsánatot kérjen. - Der Oktober an dieser Küste ist keine Jahreszeit im üblichen Sinn, sondern eher ein Aggregatzustand, in dem das Licht nie ganz ankommt und der Regen aufgehört hat, sich zu entschuldigen. :7. Anders reggel a konyhaasztalnál ül, kezét egy régen kihűlt csésze köré fonva, és a fjordot nézi, amelynek ma ugyanaz a színe van, mint tegnap és tegnapelőtt, egy szürke, amelynek nincs szüksége árnyalatokra. - Anders sitzt am Morgen am Küchentisch, die Hände um eine längst erkaltete Tasse, und schaut auf den Fjord, der heute dieselbe Farbe hat wie gestern und vorgestern, ein Grau, das keine Nuancen braucht. :8. Valaha hajóépítő volt Bergenben, jó munkát végzett, és ezt tudta is, de ez a múlt olyan messze van mögötte, hogy már csak harmadik személyben gondol rá, mintha valaki más élte volna azt az életet. - Er war einmal Bootsbauer in Bergen, er hat gute Arbeit gemacht und das gewusst, aber diese Vergangenheit liegt so weit hinter ihm, dass er sie nur noch in der dritten Person denkt, als hätte jemand anders dieses Leben geführt. :9. Most a megmaradt szomszédok külmotorjait javítja, alaposan és minden felhajtás nélkül teszi, és a fizetség kérdése többnyire fel sem merül, mert mindkét oldal tudja, hogy a kávé és a hallgatás az őszintébb valuták. - Jetzt repariert er die Außenbordmotoren der verbliebenen Nachbarn, er tut es gründlich und ohne Aufhebens, und die Frage der Bezahlung ist meist gar keine, weil beide Seiten wissen, dass Kaffee und Schweigen die ehrlicheren Währungen sind. :10. Lars, hatvannyolc éves, minden második nap bejön kopogás nélkül, nem szemtelenségből, hanem mert egy ajtó két olyan ember között, akik semmit sem akarnak egymástól a jelenléten kívül, fölösleges gesztus volna. - Lars, achtundsechzig, kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, nicht aus Unverschämtheit, sondern weil eine Tür zwischen zwei Menschen, die nichts voneinander wollen als Anwesenheit, eine überflüssige Geste wäre. :11. A dohányos zacskóját annak az embernek a gondtalanságával teszi a konyhaasztalra, aki soha semmit nem azért tesz le, hogy visszakapja, leül a padra, és hátát a repedezett falnak veti. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Küchentisch mit der Sorglosigkeit von jemandem, der nie etwas ablegt, um es zurückzubekommen, setzt sich auf die Bank und lehnt den Rücken gegen die rissige Wand. :12. A hallgatás, amelyen osztoznak, olyan minőségű, amelyet Anders korábban nem ismert, és amelyet most azon kevés dolgok egyikének tart, amelyeket nem megtanulni lehet, hanem csak megtalálni, amikor az ember felhagyott a keresésükkel. - Das Schweigen, das sie teilen, ist von einer Qualität, die Anders früher nicht kannte und die er jetzt für eines der wenigen Dinge hält, die man nicht lernen kann, sondern nur findet, wenn man aufgehört hat, es zu suchen. :13. Ma Lars egy súlytalan idő után a szobába mondja, anélkül hogy felemelné a fejét: „Björn kuttere megint működik.” - Heute sagt Lars, nach einer Weile, die kein Gewicht hat, in den Raum hinein, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :14. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, az ajtó tompa fa-a-fán hanggal becsapódik a zárba, és a dohány az asztalon marad, elfelejtve vagy otthagyva, ez ugyanaz a kérdés. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss mit dem dumpfen Laut von Holz auf Holz, und der Tabak liegt auf dem Tisch, vergessen oder hinterlassen, das ist dieselbe Frage. :15. A posta a délutáni komppal érkezik, és többnyire nem éri meg emiatt kimenni a postaládához, de ma két számla között egy képeslap fekszik, amelyet a kézírásról felismer, még mielőtt teljesen megfordította volna. - Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und meistens lohnt es sich nicht, deshalb zum Briefkasten zu gehen, aber heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, die er an der Handschrift erkennt, noch bevor er sie vollständig gedreht hat. :16. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely délibbnek hat, mint Oslo megérdemelné, túl melegnek, túl bizakodónak, olyan képként, amelyet városok készítenek magukról, amikor turistákra gondolnak, nem igazságra. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das südlicher wirkt, als Oslo es verdient, zu warm, zu zuversichtlich, die Art von Bild, die Städte von sich machen, wenn sie Touristen meinen, nicht Wahrheit. :17. Megfordítja a lapot, és Mette ezt írta: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um, und Mette hat geschrieben: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :18. A mondat rövid, ami azt jelenti, hogy sokáig gondolkodott rajta, mert az efféle rövidség nem sietségből fakad, hanem mindannak hosszú kihúzásából, ami túl sok volna. - Der Satz ist kurz, was bedeutet, dass sie lange über ihn nachgedacht hat, denn Kürze dieser Art kommt nicht aus Eile, sondern aus dem langen Streichen von allem, was zu viel wäre. :19. Hat hónap rádiócsend, és aztán semmi szemrehányás, semmi magyarázat, csak ez az egy mondat, amely nem nyit ki ajtót és nem is zár be, hanem egyszerűen megmutatja, hol van egy fal. - Sechs Monate Funkstille, und dann kein Vorwurf, keine Erklärung, nur dieser eine Satz, der keine Tür öffnet und keine schließt, sondern einfach zeigt, wo eine Wand ist. :20. Háromszor elolvassa, a lapot képpel lefelé az ablakpárkányra teszi, mint valamit, amit az ember nem dob el és nem is őriz meg, hanem egyszerűen letesz valahová, hogy lássa, mi történik. - Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims wie etwas, das man nicht wegwirft und nicht aufbewahrt, sondern einfach irgendwo hinlegt, um zu sehen, was passiert. :21. Az esti komp átvág a fjordon, motorja mélyen és egyenletesen hordja hangját a víz fölött, és Anders addig néz utána, amíg a zaj olyan kicsivé nem válik, hogy már nem biztos benne, hallja-e még, vagy csak gondolja. - Die Abendfähre zieht durch den Fjord, ihr Motor trägt tief und gleichmäßig über das Wasser, und Anders schaut ihr nach, bis das Geräusch so klein geworden ist, dass er nicht mehr sicher ist, ob er es noch hört oder nur noch denkt. :22. Négykor fekete az ég, és Anders gyertyát gyújt, mert nem szereti a mennyezeti lámpát, amely mindent egyformán világít meg, anélkül hogy különbséget tenne aközött, ami fényt érdemel, és aközött, aminek jobb sötétben maradnia. - Um vier ist der Himmel schwarz, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Deckenlicht nicht mag, das alles gleich beleuchtet, ohne zu unterscheiden zwischen dem, was Licht verdient, und dem, was besser im Dunkeln bleibt. :23. A régi zongorára teszi a sarokban, amely ott áll, mióta beköltözött, egy hangszer történet nélkül ebben a házban, vagy olyan történettel, amely előtte ér véget, és amelyről soha nem kérdezett. - Er stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das dort steht, seit er eingezogen ist, ein Instrument ohne Geschichte in diesem Haus, oder mit einer Geschichte, die vor ihm endet und die er nie gefragt hat. :24. Leül az előtte álló székre, nem azért, hogy játsszon, hanem mert a szék az egyetlen hely a szobában, ahonnan látni lehet a gyertyát anélkül, hogy a fjord az ember háta mögött volna. - Er setzt sich auf den Hocker davor, nicht um zu spielen, sondern weil der Hocker der einzige Platz im Zimmer ist, von dem aus man die Kerze sehen kann, ohne den Fjord im Rücken zu haben. :25. A láng nyugodtan ég, ebben a házban ebben az órában nincs huzat, és Anders nézi anélkül, hogy egyetlen gondolatot is megtartana, mert a gondolatok ma laposak, mint odakint a fény, és ugyanilyen keveset érnek el. - Die Flamme brennt ruhig, kein Luftzug in diesem Haus um diese Stunde, und Anders schaut sie an, ohne einen Gedanken festzuhalten, weil die Gedanken heute flach sind wie das Licht draußen und genauso wenig ausrichten. :26. Odakint a víz rövid, türelmes lökésekkel veri az öreg kikötőhely cölöpjeit, bent a fűtés válaszol a maga cseppjeivel, és a ház olyan ritmusban lélegzik, amelynek semmi köze Andershez, ő mégis hallgatja. - Draußen schlägt das Wasser in kurzen, geduldigen Stößen gegen die Pfähle der alten Anlegestelle, drinnen antwortet die Heizung mit ihrem Tropfen, und das Haus atmet in einem Rhythmus, der nichts mit Anders zu tun hat und dem er trotzdem zuhört. :27. A gyertya leég, egyenletesen, sietség nélkül, és amikor kialszik, ő ülve marad a sötétben, és nem gyújt világot, mert a pillanat nem kívánja, és mert megtanulta, hogy a pillanatokat nem kell rábeszélni. - Die Kerze brennt herunter, gleichmäßig, ohne Eile, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen und macht kein Licht, weil der Moment es nicht verlangt und weil er gelernt hat, Momente nicht zu überreden. :28. Nem fog Oslóba utazni, és ez nem meghozott döntés, hanem annak csendes megállapítása, hogy az utazás oka nem létezik, legalábbis nem olyan formában, amely nehezebben nyomna a latban, mint a maradás oka, amely szintén nem létezik. - Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist kein Entschluss, der gefällt wurde, sondern die stille Feststellung, dass der Grund zum Fahren nicht existiert, zumindest nicht in einer Form, die schwerer wiegt als der Grund zu bleiben, der auch nicht existiert. :29. Mette mondata még ott függ a szobában, „kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt”, és a válasz, ha van ilyen, nem az, hogy semmit, hanem pontosan ez: ez a ház, ez a csepp, ez a fjord, ez a csend, amely nem valaminek a hiánya, hanem mindannak a jelenléte, ami megmarad, amikor az ember felhagyott azzal, hogy másként akarja. - Mettes Satz hängt noch im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die Antwort, wenn es eine gibt, lautet nicht nichts, sondern genau das: dieses Haus, dieser Tropfen, dieser Fjord, diese Stille, die keine Abwesenheit von etwas ist, sondern eine Anwesenheit von allem, was übrigbleibt, wenn man aufgehört hat, es anders zu wollen. :30. Odakint havazni kezd, bejelentés nélkül, anélkül az átmenet nélkül, amelyet a hó máshol megtesz, egyszerűen hirtelen ott van, mintha az ég úgy döntött volna, hogy ma nincs szükség magyarázatokra. - Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne den Übergang, den Schnee anderswo macht, einfach plötzlich da, als hätte der Himmel entschieden, dass Erklärungen heute nicht nötig sind. :31. A pelyhek a fjord fekete vizére hullanak, és abban a pillanatban eltűnnek, amelyben megérkeznek, nyomtalanul, mintha maga a hullás volna az egyetlen cél, nem a fekvés, nem a maradás. - Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden in dem Moment, in dem sie ankommen, spurlos, als wäre das Fallen selbst der einzige Zweck, nicht das Liegen, nicht das Bleiben. :32. Anders a sötétben ül, és a havat hallgatja, amely semmilyen hangot nem ad, és talán ez a legtisztább mondat, amelyet ez az este kínál: hogy némely dolgot csak akkor lehet meghallani, amikor az ember felhagyott azzal, hogy valami hallhatóra várjon. - Anders sitzt im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der klarste Satz, den dieser Abend anbietet: dass manches nur dann gehört werden kann, wenn man aufgehört hat, auf etwas Hörbares zu warten. -------------------- == 84 == 1 -------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Szerda van. - Es ist Mittwoch. :2. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :3. Esik az eső. - Es regnet. :4. Kari ül a volánnál. - Kari sitzt am Steuer. :5. Jon mellette ül. - Jon sitzt neben ihr. :6. Némán haladnak. - Sie fahren schweigend. :7. A régi Volvo hideg. - Der alte Volvo ist kalt. :8. Az ablaktörlő nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht. :9. Kari gyors fokozatra kapcsolja. - Kari schaltet ihn auf schnell. :10. Nem sokat segít. - Es hilft nicht viel. :11. Jon résnyire kinyitja az ablakot. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt. :12. A levegő tengerszagú. - Die Luft riecht nach Meer. :13. Kari nem mond semmit. - Kari sagt nichts. :14. Jon sem mond semmit. - Jon sagt auch nichts. :15. Jól ismerik az utat. - Sie kennen die Straße gut. :16. Itt nőttek fel. - Sie sind hier aufgewachsen. :17. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :18. El kell hozniuk a holmijait. - Sie müssen seine Sachen holen. :19. A csónakház a víznél áll. - Der Bootsschuppen steht am Wasser. :20. Öreg és szürke. - Er ist alt und grau. :21. A fa korhadt. - Das Holz ist morsch. :22. Kari leparkolja az autót. - Kari parkt das Auto. :23. Kiszállnak. - Sie steigen aus. :24. Az eső hideg. - Der Regen ist kalt. :25. Nincs náluk esernyő. - Sie haben keinen Schirm. :26. A fészer ajtaja szorul. - Die Tür des Schuppens klemmt. :27. Jon kétszer belerúg. - Jon tritt zweimal dagegen. :28. Az ajtó kinyílik. - Die Tür geht auf. :29. Régi fa szaga van. - Es riecht nach altem Holz. :30. Cigarettaszag van. - Es riecht nach Zigaretten. :31. Kari megáll az ajtóban. - Kari bleibt an der Tür stehen. :32. Jon bemegy. - Jon geht hinein. :33. A falon mentőmellény lóg. - An der Wand hängt eine Schwimmweste. :34. Alatta gumicsizmák állnak. - Darunter stehen Gummistiefel. :35. Negyvenötös méret – az apjuk mérete. - Größe 45 – die Größe des Vaters. :36. Kari a padlóra néz. - Kari sieht auf den Boden. :37. Az eső dobol a bádogtetőn. - Der Regen trommelt auf das Blechdach. :38. Jon lassan megfordul. - Jon dreht sich langsam um. :39. A falon két szög van. - An der Wand hängen zwei Nägel. :40. A szögeken egy horgászbot lóg. - An den Nägeln hängt eine Angel. :41. Jon leveszi. - Jon nimmt sie herunter. :42. A zsinór összegubancolódott. - Die Schnur ist verwickelt. :43. A horog rozsdás. - Der Haken ist rostig. :44. Jon két kézzel tartja a horgászbotot. - Jon hält die Angel in beiden Händen. :45. Nem mozdul. - Er bewegt sich nicht. :46. Kari közelebb lép. - Kari tritt näher. :47. Röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. :48. Érzi a régi fát. - Sie fühlt das alte Holz. :49. Visszaadja. - Sie gibt sie zurück. :50. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :51. A hangja nyugodt. - Ihre Stimme ist ruhig. :52. Jon bólint. - Jon nickt. :53. Leteszi a horgászbotot a munkapadra. - Er legt die Angel auf die Werkbank. :54. Aztán körülnéznek. - Dann sehen sie sich um. :55. Egy naptár lóg a falon – 2019. - Ein Kalender hängt an der Wand – 2019. :56. Egy kanna áll a sarokban. - Ein Kanister steht in der Ecke. :57. Két rozsdás horog hever a padlón. - Zwei rostige Haken liegen auf dem Boden. :58. Ennyi az egész. - Das ist alles. :59. Jon az ajtóhoz megy. - Jon geht zur Tür. :60. Kari követi. - Kari folgt ihm. :61. Megint kint állnak az esőben. - Sie stehen wieder draußen im Regen. :62. Jon bezárja a lakatot. - Jon schließt das Vorhängeschloss. :63. Kattan. - Es klickt. :64. Kari ökölbe zárt kezében tartja a kulcsot. - Kari hält den Schlüssel in der Faust. :65. A vízhez megy. - Sie geht zum Wasser. :66. Messzire behajítja a kulcsot a fjordba. - Sie wirft den Schlüssel weit in den Fjord. :67. Halk hangot ad. - Es macht ein leises Geräusch. :68. A kis kör a vízen azonnal eltűnik. - Der kleine Kreis auf dem Wasser verschwindet sofort. :69. Kari nem fordul meg. - Kari dreht sich nicht um. :70. Jon sem. - Jon auch nicht. :71. Visszamennek az autóhoz. - Sie gehen zum Auto zurück. :72. Jon ül a volánhoz. - Jon setzt sich ans Steuer. :73. Beindítja a motort. - Er startet den Motor. :74. Az ablaktörlő megint jár. - Der Scheibenwischer läuft wieder. :75. Ugyanúgy nyikorog, mint korábban. - Er quietscht wie vorher. :76. Elindulnak. - Sie fahren. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Novemberi szerda van, és az eső reggel óta esik. - Es ist ein Mittwoch im November, und der Regen fällt seit dem Morgen. :2. Kari vezet, mert Jonnak már nincs jogosítványa. - Kari fährt, weil Jon keinen Führerschein mehr hat. :3. A régi Volvo nedves szövet és hideg kávé szagát árasztja. - Der alte Volvo riecht nach feuchtem Stoff und kaltem Kaffee. :4. Jon csendben ül az anyósülésen, és kinéz az ablakon. - Jon sitzt still auf dem Beifahrersitz und schaut aus dem Fenster. :5. Az út üres, és a jobb és bal oldalon álló fák feketék a nedvességtől. - Die Straße ist leer, und die Bäume rechts und links sind schwarz vor Nässe. :6. Az ablaktörlő minden harmadik mozdulatnál nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht bei jeder dritten Bewegung. :7. Karit zavarja ez, de nem mond semmit. - Kari stört das, aber sie sagt nichts. :8. Arra gondol, hogy gyerekként gyakran járt ezen az úton. - Sie denkt daran, dass sie diese Strecke als Kind oft gefahren ist. :9. Akkoriban a hátsó ülésre ült, és a felhőket számolta. - Damals hat sie sich auf dem Rücksitz gesetzt und die Wolken gezählt. :10. Most a perceket számolja a fészerig. - Jetzt zählt sie die Minuten bis zum Schuppen. :11. Jon résnyire kinyitja az ablakot, pedig hideg van. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt, obwohl es kalt ist. :12. A beáramló levegő só és nedves fű szagát hozza. - Die Luft, die hereinkommt, riecht nach Salz und nassem Gras. :13. Kari gyors fokozatra kapcsolja az ablaktörlőt, de ez alig segít. - Kari schaltet den Wischer auf die schnelle Stufe, aber es hilft kaum. :14. Leparkolja az autót a fészer előtti keskeny úton. - Sie parkt das Auto auf dem schmalen Weg vor dem Schuppen. :15. A fészer közel áll a vízhez, és a fafalai sötétek és nedvesek. - Der Schuppen steht nah am Wasser, und seine Holzwände sind dunkel und feucht. :16. Kiszállnak anélkül, hogy bármit mondanának. - Sie steigen aus, ohne etwas zu sagen. :17. Az eső azonnal veri a kabátjukat. - Der Regen trifft ihre Jacken sofort. :18. A fészer ajtaja szorul, mint mindig. - Die Tür des Schuppens klemmt, wie immer. :19. Jon kétszer belerúg, és másodszorra kinyílik. - Jon tritt zweimal dagegen, und beim zweiten Mal geht sie auf. :20. A szag azonnal megcsapja őket – régi fa, nedves hamu, dohány. - Der Geruch kommt sofort – altes Holz, feuchte Asche, Tabak. :21. Kari egy pillanatra megáll a küszöbön, mert levegőt kell vennie. - Kari bleibt einen Moment an der Schwelle stehen, weil sie atmen muss. :22. A szag nem kellemetlen, de olyan helyen találja el, ahol nem számított rá. - Der Geruch ist nicht unangenehm, aber er trifft sie an einer Stelle, die sie nicht erwartet hat. :23. Jon bemegy, anélkül hogy hátranézne. - Jon geht hinein, ohne sich umzusehen. :24. A falon egy régi mentőmellény lóg, szakadt szíjjal. - An der Wand hängt eine alte Schwimmweste mit einem gerissenen Riemen. :25. Alatta 45-ös gumicsizmák állnak, és egyenesen állnak, mintha valaki éppen most húzta volna le őket. - Darunter stehen Gummistiefel in Größe 45, und sie stehen gerade, als ob jemand sie gerade ausgezogen hat. :26. Kari leül egy üres faládára, amely az ajtó mellett áll. - Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste, die neben der Tür steht. :27. A fa halk hangot ad ki magából, de tart. - Das Holz gibt ein leises Geräusch von sich, aber es hält. :28. Az eső dobol a hullámlemez tetőn, hangosan és egyenletesen. - Der Regen trommelt auf das Wellblechdach, laut und gleichmäßig. :29. Jon a fészer közepén áll, és lassan körbefordul. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um. :30. A falon, két rozsdás szög között, egy horgászbot lóg. - An der Wand, zwischen zwei rostigen Nägeln, hängt eine Angel. :31. Jon leveszi, és maga elé tartja. - Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich hin. :32. A zsinór összegabalyodott, és a végén lévő horog barna a rozsdától. - Die Schnur ist verwickelt, und der Haken am Ende ist braun vor Rost. :33. A kezében forgatja a horgászbotot, mintha először látná. - Er dreht die Angel in den Händen, als ob er sie zum ersten Mal sieht. :34. Kari feláll, és közelebb lép, mert látni akarja, mit tart a kezében. - Kari steht auf und tritt näher, weil sie sehen möchte, was er hält. :35. Kérdezés nélkül rövid időre kiveszi a kezéből a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz aus seiner Hand, ohne zu fragen. :36. A fa könnyűnek és száraznak érződik, pedig a fészerben minden más nedves. - Das Holz fühlt sich leicht und trocken an, obwohl alles andere im Schuppen feucht ist. :37. Visszaadja, és azt mondja: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Sie gibt sie zurück und sagt: „Den nehmen wir nicht mit." :38. A hangja nyugodtabban szól, mint ahogy érzi magát. - Ihre Stimme klingt ruhiger, als sie sich fühlt. :39. Jon egyszer bólint, anélkül hogy ránézne. - Jon nickt einmal, ohne sie anzusehen. :40. Óvatosan leteszi a horgászbotot a régi munkapadra, amely a hátsó falnál áll. - Er legt die Angel vorsichtig auf die alte Werkbank, die an der hinteren Wand steht. :41. Aztán körülnéznek a fészerben, mert tudják, hogy végezniük kell. - Dann sehen sie sich im Schuppen um, weil sie wissen, dass sie fertig sein müssen. :42. Egy 2019-es naptár ferdén lóg egy szögön az ajtó mellett. - Ein Kalender von 2019 hängt schief an einem Nagel neben der Tür. :43. Egy félig üres benzineskanna áll a sarokban, és két horog fekszik a földön. - Ein halbleerer Benzinkanister steht in der Ecke, und zwei Haken liegen auf dem Boden. :44. Ennyi minden, amit az apjuk itt hagyott. - Das ist alles, was ihr Vater hier gelassen hat. :45. Kari leveszi a naptárat, és bedugja a kabátzsebébe, anélkül hogy megmagyarázná, miért. - Kari nimmt den Kalender und steckt ihn in ihre Jackentasche, ohne zu erklären warum. :46. Jon látja, de nem mond semmit. - Jon sieht es, sagt aber nichts. :47. Együtt kimennek, és az eső most erősebb, mint korábban. - Sie gehen gemeinsam nach draußen, und der Regen ist jetzt stärker als vorher. :48. Jon behúzza az ajtót, és ráteszi a lakatot. - Jon zieht die Tür zu und legt das Vorhängeschloss ein. :49. Rövid, kemény hanggal kattan. - Es klickt mit einem kurzen, harten Geräusch. :50. Kari néhány lépéssel odébb áll, és a fjordra néz. - Kari steht ein paar Schritte weiter und schaut auf den Fjord. :51. A víz szürke, és lassan mozog, mintha fáradt volna. - Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam, als ob es müde wäre. :52. Előveszi a kulcsot a zsebéből, és rövid ideig a kezében tartja. - Sie holt den Schlüssel aus ihrer Tasche und hält ihn kurz in der Hand. :53. Aztán messzire dobja a víz fölé, egész karjával. - Dann wirft sie ihn weit über das Wasser, mit dem ganzen Arm. :54. A kulcs halk hangot ad, amikor a felszínre ér. - Der Schlüssel macht ein leises Geräusch, als er auf die Oberfläche trifft. :55. Egy kis kör keletkezik a vízen, és azonnal eltűnik. - Ein kleiner Kreis entsteht auf dem Wasser, und er verschwindet sofort. :56. Kari megfordul, anélkül hogy megvárná a vizet. - Kari dreht sich um, ohne auf das Wasser zu warten. :57. Jon már az autónál van. - Jon ist schon beim Auto. :58. Beül a vezetőülésre, Kari pedig mellé ül. - Er setzt sich auf den Fahrersitz, und Kari setzt sich daneben. :59. Beindítja a motort, anélkül hogy megkérdezné, készen van-e. - Er startet den Motor, ohne zu fragen, ob sie fertig ist. :60. Készen van. - Sie ist fertig. :61. Az ablaktörlő elindul, és ugyanúgy nyikorog, mint odafelé. - Der Scheibenwischer läuft an, und er quietscht wie auf der Hinfahrt. :62. Kari a térdére teszi a kezét, és egyenesen előrenéz. - Kari legt die Hände auf die Knie und schaut geradeaus. :63. Jon lassan visszahajt az útra. - Jon fährt langsam zurück auf die Straße. :64. A fák újra jobb és bal oldalon állnak, nedvesen és feketén. - Die Bäume stehen wieder rechts und links, nass und schwarz. :65. Egyikük sem beszél, de ezúttal a csend másnak érződik. - Keiner spricht, aber diesmal fühlt sich das Schweigen anders an. :66. Nem üresebbnek – csak csendesebbnek. - Nicht leerer – nur stiller. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. A eső kora reggel óta nem állt el, és amikor Kari beindította a motort, tudta, hogy ez a nap nem fog jobbá válni. - Der Regen hatte seit dem frühen Morgen nicht aufgehört, und als Kari den Motor startete, wusste sie, dass der Tag nicht besser werden würde. :2. Jon pontos volt, ami meglepte őt, mert Jon ritkán volt pontos. - Jon war pünktlich gewesen, was sie überrascht hatte, denn er war selten pünktlich. :3. Volt nála egy táska, amely túl nagy volt ahhoz képest, amit majd elhoznak. - Er hatte eine Tasche dabei, die zu groß war für das, was sie holen würden. :4. Kari nem kérdezett semmit. - Kari hatte nichts gefragt. :5. A parti úton mentek, amelyet mindketten kívülről ismertek, anélkül, hogy beszéltek volna róla. - Sie fuhren die Küstenstraße, die sie beide auswendig kannten, ohne darüber zu reden. :6. A fjord balra feküdt tőlük, szürkén és laposan, és a víz olyan volt, mint a régi üveg. - Der Fjord lag links von ihnen, grau und flach, und das Wasser sah aus wie altes Glas. :7. Jon résnyire kinyitotta az ablakot, noha hideg volt, és Kari úgy hagyta. - Jon hatte das Fenster einen Spalt geöffnet, obwohl es kalt war, und Kari ließ es so. :8. Az ablaktörlő a második fokozaton járt, és minden visszatérésnél csikorgott, olyan hangot adva, amely egy idő után háttérbe húzódott, anélkül hogy egészen eltűnt volna. - Der Scheibenwischer lief auf der zweiten Stufe und quietschte bei jeder Rückkehr, ein Geräusch, das sich nach einer Weile in den Hintergrund schob, ohne ganz zu verschwinden. :9. Kari arra gondolt, hogy az apja ezt az ablaktörlőt soha nem javíttatta meg, bár minden évben szándékában állt. - Kari dachte daran, dass ihr Vater diesen Wischer nie hatte reparieren lassen, obwohl er es jedes Jahr vorhatte. :10. A fészer egy keskeny mezei út végén állt, amely ősszel mindig felázott. - Der Schuppen stand am Ende eines schmalen Feldwegs, der im Herbst immer aufweichte. :11. Kari leparkolt, mielőtt az út túl sárossá vált volna, és a maradékot gyalog tették meg. - Kari parkte, bevor der Weg zu schlammig wurde, und sie gingen den Rest zu Fuß. :12. Az eső azonnal elérte őket, hidegen és egyenletesen, mint valami, aminek nincs véleménye. - Der Regen traf sie sofort, kalt und gleichmäßig, wie etwas, das keine Meinung hat. :13. A fészer ajtaja szorult, ahogy Kari számított rá. - Die Tür des Schuppens klemmte, wie sie es erwartet hatte. :14. Jon egyszer belerúgott, aztán még egyszer erősebben, és másodszorra engedett. - Jon trat einmal dagegen, dann nochmal fester, und beim zweiten Mal gab sie nach. :15. A szag úgy érkezett, mint egy ütés – nem kellemetlenül, de sűrűn és közvetlenül: régi fa, amely magába szívta a dohányfüst és a sós levegő éveit. - Der Geruch kam wie ein Schlag – nicht unangenehm, aber dicht und unmittelbar: altes Holz, das sich vollgesogen hatte mit Jahren aus Tabakrauch und Salzluft. :16. Ehhez járult még valami édeskés, amit Kari nem tudott megnevezni, és nem is akart megnevezni. - Dazu etwas Süßliches, das Kari nicht benennen konnte und auch nicht benennen wollte. :17. Megállt a küszöbnél, miközben Jon bement. - Sie blieb an der Schwelle stehen, während Jon hineinging. :18. Lassan mozgott, szinte óvatosan, mintha a padló engedhetne alatta. - Er bewegte sich langsam, fast vorsichtig, als ob der Boden nachgeben könnte. :19. A falon egy mentőmellény lógott, hosszú szakadással a gallérján. - An der Wand hing eine Schwimmweste mit einem langen Riss am Kragen. :20. Alatta álltak a gumicsizmák – 45-ös méret, egyenesen, mintha valaki csak tegnap tette volna oda őket. - Darunter standen die Gummistiefel – Größe 45, aufrecht, als hätte sie jemand erst gestern dort hingestellt. :21. Kari a csizmákra nézett, és arra gondolt, gyerekként hányszor várt erre a méretre, arra a pillanatra, amikor a lépések a folyosón elhallgattak, és kinyílt az ajtó. - Kari sah auf die Stiefel und dachte daran, wie oft sie als Kind auf diese Größe gewartet hatte, auf den Moment, wo die Schritte im Flur aufhörten und die Tür aufging. :22. Most az ajtó soha többé nem fog kinyílni. - Jetzt würde die Tür nie mehr aufgehen. :23. Jon a helyiség közepén állt, és a hátsó fal felé nézett. - Jon stand in der Mitte des Raums und schaute zur hinteren Wand. :24. Két szög között egy horgászbot lógott, a zsinór lazán feltekerve és összecsomózódva, a végén a horog rozsdától vörösbarnán. - Zwischen zwei Nägeln hing eine Angel, die Schnur lose aufgewickelt und verknotet, der Haken am Ende rotbraun vor Rost. :25. Habozás nélkül levette, és két kézzel tartotta, úgy, ahogy az ember olyasmit tart, amit nem akar elejteni, bár nem tudja, miért. - Er nahm sie herunter, ohne zu zögern, und hielt sie mit beiden Händen, so wie man etwas hält, das man nicht fallen lassen will, obwohl man nicht weiß warum. :26. Kari közelebb lépett, és figyelte őt közben. - Kari trat näher und sah ihm dabei zu. :27. Jon lassan forgatta a horgászbotot, nézte a zsinórt, a horgot, a markolat régi fáját. - Er drehte die Angel langsam, betrachtete die Schnur, den Haken, das alte Holz des Griffs. :28. Kari kinyújtotta a kezét, és Jon odaadta neki anélkül, hogy felnézett volna. - Sie streckte die Hand aus, und er gab sie ihr, ohne aufzusehen. :29. A fa sima volt és könnyű, szárazabb, mint bármi más a fészerben. - Das Holz war glatt und leicht, trockener als alles andere im Schuppen. :30. Egy pillanatig tartotta, tovább, mint szükséges lett volna, aztán letette a munkapadra. - Sie hielt sie einen Moment, länger als nötig, dann legte sie sie auf die Werkbank. :31. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondta. - „Den nehmen wir nicht mit", sagte sie. :32. Nem kérdésnek hangzott, és nem is magyarázatnak. - Es klang nicht wie eine Frage und nicht wie eine Erklärung. :33. Jon röviden a horgászbotra nézett, aztán bólintott. - Jon sah kurz auf die Angel, dann nickte er. :34. Csendben és sietség nélkül átkutatták a fészer többi részét. - Sie durchsuchten den Rest des Schuppens schweigend und ohne Eile. :35. Egy 2019-es naptár ferdén lógott a falon, márciusnál kinyitva. - Ein Kalender von 2019 hing schief an der Wand, aufgeschlagen auf März. :36. Egy félig teli benzines kanna állt a sarokban egy fenék nélküli vödör mellett. - Ein Benzinkanister, halb voll, stand in der Ecke neben einem Eimer ohne Boden. :37. Két horog feküdt a padlón, rozsdásan, mint az a horgászboton. - Zwei Haken lagen auf dem Boden, rostig wie der an der Angel. :38. Kari zsebre tette a naptárt, mert a március volt a születési hónapja, és mert megtehette. - Kari steckte den Kalender ein, weil der März ihr Geburtsmonat war und weil sie es konnte. :39. Amikor kiléptek, az eső erősebb lett. - Als sie nach draußen traten, war der Regen stärker geworden. :40. Jon behúzta az ajtót, és felakasztotta a lakatot, és a zár kattanása volt órák óta a leghangosabb zaj. - Jon zog die Tür zu und hängte das Vorhängeschloss ein, und das Klicken des Schlosses war das lauteste Geräusch seit Stunden. :41. Kari néhány lépésre állt a fészertől, és a fjordra nézett, amely most sötétebb volt, mint odafelé, a szélén majdnem fekete. - Kari stand ein paar Schritte vom Schuppen entfernt und schaute auf den Fjord, der jetzt dunkler war als auf der Hinfahrt, fast schwarz am Rand. :42. Kivette a kulcsot a zsebéből, röviden megmérte a kezében, aztán széles, elszánt lendülettel a vízbe dobta. - Sie holte den Schlüssel aus der Tasche, wog ihn kurz in der Hand, und warf ihn dann mit einem weiten, entschlossenen Schwung ins Wasser. :43. Zaj nélkül érte a felszínt, szinte tétován, és a kör, amelyet maga után hagyott, kicsi volt, és eltűnt, mielőtt Kari igazán látta volna. - Er traf die Oberfläche ohne Lärm, fast zögerlich, und der Kreis, den er hinterließ, war klein und verschwand, bevor Kari ihn richtig gesehen hatte. :44. Visszamentek az autóhoz anélkül, hogy hátrafordultak volna. - Sie gingen zum Auto zurück, ohne sich umzudrehen. :45. Jon ült a volánhoz, és Kari hagyta, mert már nem akart vezetni. - Jon setzte sich ans Steuer, und Kari ließ es zu, weil sie nicht mehr fahren wollte. :46. Beindította a motort, sebességbe tette, és lassan kihajtott az útra. - Er startete den Motor, legte den Gang ein und fuhr langsam auf die Straße. :47. Az ablaktörlő újra elindult, újra csikorgott, mint odafelé. - Der Scheibenwischer lief wieder an, quietschte wieder, wie auf der Hinfahrt. :48. Kari az oldalablaknak támasztotta a fejét, és érezte a motor rezgését. - Kari lehnte den Kopf gegen das Seitenfenster und spürte die Vibration des Motors. :49. Odakint elvonult mellettük a part, szürkén és nedvesen, és a fjord balra maradt tőlük, szélesen és csendesen, emlék nélkül a kulcsról. - Draußen zog die Küste vorbei, grau und nass, und der Fjord blieb links von ihnen, breit und still, ohne Erinnerung an den Schlüssel. :50. Jon bekapcsolta a rádiót, de azonnal újra kikapcsolta. - Jon schaltete das Radio ein, ließ es aber sofort wieder aus. :51. A csend, amely megmaradt, nem rossz csend volt. - Das Schweigen, das blieb, war kein schlechtes Schweigen. :52. Két ember csendje volt, akik ugyanazt tudják, és már semmit sem kell tisztázniuk. - Es war das Schweigen von zwei Menschen, die dasselbe wissen und nichts mehr klären müssen. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- : A horgászbot - Die Angel :1. Az eső éjszaka kezdődött, halkan és kitartóan, és amikor Kari reggel felhúzta a rolót, látta, hogy a ház előtti utca már simán és feketén csillogott, mint a polírozott bőr. - Der Regen hatte in der Nacht begonnen, leise und beharrlich, und als Kari am Morgen das Rollo hochzog, sah sie, dass die Straße vor dem Haus bereits blank und schwarz glänzte wie poliertes Leder. :2. Rosszul aludt, nem az eső miatt, hanem a találkozó miatt, amely három hete állt a naptárában, és ez idő alatt nem lett kisebb. - Sie hatte schlecht geschlafen, nicht wegen des Regens, sondern wegen des Termins, der seit drei Wochen in ihrem Kalender stand und sich in dieser Zeit nicht kleiner gemacht hatte. :3. Jon nyolckor felhívta, hogy megmondja, pontos lesz, és Kari azon kapta magát, hogy remélte, le fogja mondani. - Jon hatte sie um acht angerufen, um zu sagen, dass er pünktlich sei, und Kari hatte sich dabei ertappt, dass sie gehofft hatte, er würde absagen. :4. Az út némán telt, ahogy évek óta a legtöbb dolog közöttük – nem ellenségesen, hanem olyan távolsággal, amelyet olyan régóta gyakoroltak, hogy már egyikük sem tudta, ki vezette be először, vagy miért. - Die Fahrt verlief schweigend, so wie die meisten Dinge zwischen ihnen seit Jahren verliefen – nicht feindselig, aber mit einer Distanz, die so lang eingeübt war, dass keiner mehr wusste, wer sie zuerst eingeführt hatte oder warum. :5. Az öreg Volvo a huzatok nedves szövetének szagát árasztotta, meg annak a kávénak az illatát, amelyet Jon papírpohárban hozott magával, és két korty után a pohártartóban felejtett. - Der alte Volvo roch nach dem feuchten Stoff der Sitzbezüge und nach dem Kaffee, den Jon in einem Pappbecher mitgebracht und nach zwei Schlucken im Getränkehalter vergessen hatte. :6. Kari a parti úton vezetett, amelyet gyermekkora óta ismert, anélkül hogy gondolkodott volna rajta; a kanyarok úgy ültek a kezében, mint régi szövegek, amelyeket az ember már nem olvas, de még mindig el tud mondani. - Kari fuhr die Küstenstraße, die sie seit ihrer Kindheit kannte, ohne darüber nachzudenken, die Kurven saßen in ihren Händen wie alte Texte, die man nicht mehr lesen, aber immer noch sprechen kann. :7. A fjord bal kéz felől feküdt, kiterülve és szinte mozdulatlanul, felszínét felülről verte az eső, amely a vízen egyenletes, lapos mintát rajzolt, amelynek nem volt vége. - Der Fjord lag linker Hand, ausgebreitet und beinahe reglos, seine Oberfläche von oben aufgehämmert durch den Regen, der auf dem Wasser ein gleichmäßiges, flaches Muster erzeugte, das kein Ende hatte. :8. Jon résnyire kinyitotta az oldalablakot, és kérdezés nélkül beengedte a nyirkos levegőt, Kari pedig egy fokkal feljebb tekerte a fűtést, anélkül hogy megjegyzést tett volna rá. - Jon hatte das Seitenfenster einen Spalt weit geöffnet und ließ die feuchte Luft hereinströmen, ohne zu fragen, und Kari drehte das Heizungsrad eine Kerbe höher, ohne es zu kommentieren. :9. Zavarta az ablaktörlő, mert visszafelé menet éles nyikorgást adott ki, amely arra emlékeztetett, amikor egy szöget húznak végig a táblán, és mert az apja ezt a törlőt legalább hat éve nem javíttatta meg, noha minden tavasszal beszélt róla. - Der Scheibenwischer störte sie, weil er beim Rücklauf ein helles Quietschen erzeugte, das an einen Nagel erinnerte, der über eine Tafel gezogen wird, und weil ihr Vater diesen Wischer seit mindestens sechs Jahren nicht hatte reparieren lassen, obwohl er jedes Frühjahr davon gesprochen hatte. :10. Kari ezt akkoriban nem értette, és most, amikor már nem számított, még kevésbé értette. - Kari hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da es keine Rolle mehr spielte, verstand sie es noch weniger. :11. A földút elején parkoltak le, mert a sár túl mély volt ahhoz, hogy továbbmenjenek, és az utolsó száz métert gyalog tették meg az esőben, amely semmilyen lehetőséget nem hagyott nekik arra, hogy szárazak maradjanak, és amellyel szemben egy esernyő csak valamiféle udvarias tiltakozás lett volna. - Sie parkten am Beginn des Feldwegs, weil der Schlamm zu tief war, um weiterzufahren, und gingen die letzten hundert Meter zu Fuß durch den Regen, der ihnen keine Möglichkeit ließ, trocken zu bleiben, und dem gegenüber ein Schirm nur eine Art höflichen Protest gewesen wäre. :12. A fészer a vízparton állt, kisebbnek tűnt, mint ahogy Kari emlékezett rá, bár tudta, hogy nem a fészer változott meg. - Der Schuppen stand am Wasserrand, kleiner als Kari ihn in Erinnerung hatte, obwohl sie wusste, dass sich nicht der Schuppen verändert hatte. :13. Fafalai a nedves tőzeg színét vették fel, és a hullámlemeztetőn két helyen horpadások voltak, amelyek úgy néztek ki, mint csukott szemek. - Seine Holzwände hatten die Farbe von nassem Torf angenommen, und das Wellblechdach hatte an zwei Stellen Beulen, die wie geschlossene Augen aussahen. :14. Az ajtó szorult, mert a fa a nyirkos őszben megduzzadt, ahogy mindig is tette. - Die Tür klemmte, weil das Holz im feuchten Herbst quoll, wie es das immer getan hatte. :15. Jon kétszer belerúgott – összpontosítva, harag nélkül –, és másodszorra engedett, olyan hanggal, amely félig nyögés, félig kapituláció volt. - Jon trat zweimal dagegen – konzentriert, ohne Wut – und beim zweiten Mal gab sie nach, mit einem Geräusch, das halb Stöhnen und halb Kapitulation war. :16. A szag, amely szembecsapta őket, olyan teljes és olyan hirtelen volt, hogy Kari egy pillanatra megállt, és nem ment be: fa, amely éveken át magába szívta a dohányfüstöt, alatta motorolaj, só és valami nehéz, édeskés dolog, amelyet nem lehetett megnevezni, de amely mégis azonnal és egyértelműen az apja szagát idézte. - Der Geruch, der ihnen entgegenkam, war so vollständig und so unvermittelt, dass Kari für einen Moment stillstand und nicht hineinging: Holz, das jahrelang Tabakrauch aufgesogen hatte, darunter Motoröl, Salz, und etwas Schweres, Süßliches, das sich nicht benennen ließ, das aber trotzdem sofort und eindeutig nach ihrem Vater roch. :17. Jon belépett, anélkül hogy hátranézett volna, Kari pedig követte őt egy lélegzetvétel után, amelyet tudatosan vett. - Jon trat ein, ohne sich umzusehen, und Kari folgte ihm nach einem Atemzug, den sie bewusst machte. :18. A falon ott lógott a mentőmellény, amelyet gyermekkora óta ismert – narancssárga volt, időközben tompa lazacrózsaszínre fakult, a gallérján a tépőzár elszakadt, és soha nem cserélték ki, mert az apja megjavította azokat a dolgokat, amelyek elromlottak, azokat pedig, amelyek haszontalanok voltak, egyszerűen úgy hagyta. - An der Wand hing die Schwimmweste, die sie seit ihrer Kindheit kannte – orangefarben, inzwischen ausgeblichen zu einem stumpfen Lachsrosa, der Klettverschluss am Kragen gerissen und nie ersetzt, weil ihr Vater Dinge reparierte, die kaputt waren, und Dinge, die nutzlos waren, eben ließ. :19. Alatta a gumicsizmák, 45-ös méretben, egyenesen és függőlegesen odaállítva olyan gondossággal, amelyet a fészer többi része nem ismert, és látványuk Kariban valamit kiváltott, amit nem akart volna gyásznak nevezni, de amire más szava sem volt. - Darunter die Gummistiefel, Größe 45, gerade und aufrecht hingestellt mit einer Sorgfalt, die der Rest des Schuppens nicht kannte, und deren Anblick bei Kari etwas auslöste, das sie nicht als Trauer hätte bezeichnen wollen, das aber auch kein anderes Wort hatte. :20. Jon a hátsó falnál állt, és felfelé nézett, és amikor Kari meglátta, amit ő látott, azonnal megértette, miért nem ment tovább. - Jon stand an der hinteren Wand und schaute nach oben, und als Kari sah, was er sah, verstand sie sofort, warum er nicht weiterging. :21. Két szög között ott lógott a horgászbot – ugyanaz a horgászbot, amelyet gyerekként láttak a stégen, amikor az apjuk korán felkelt, ők pedig aludtak, és amelyet szó nélkül magával vitt, és amely este újra ugyanazokon a szögeken lógott, amikor visszatért, némán és teljesen távollévőn. - Zwischen zwei Nägeln hing die Angel – dieselbe Angel, die sie als Kinder auf dem Steg gesehen hatten, wenn ihr Vater früh aufstand und sie schliefen, und die er mitnahm ohne ein Wort, und die abends wieder an denselben Nägeln hing, wenn er zurückkam, schweigend und vollständig abwesend. :22. A zsinór laza, egyenetlen menetekben volt feltekerve, és több helyen összecsomózódott; a végén lévő horog sötétbarna rozsdává oxidálódott, amely úgy nézett ki, mint kéreg a régi kenyéren. - Die Schnur war in losen, ungleichmäßigen Windungen aufgerollt und an mehreren Stellen verknotet, der Haken am Ende zu einem dunkelbraunen Rost oxidiert, der wie Kruste auf altem Brot aussah. :23. Jon levette – lassan, két kézzel –, és maga előtt tartotta, nem úgy, mint egy szerszámot, és nem úgy, mint egy emléket, hanem mint valamit, ami még nem döntötte el, mi akar lenni. - Jon nahm sie herunter – langsam, mit beiden Händen – und hielt sie vor sich, nicht wie ein Werkzeug und nicht wie eine Erinnerung, sondern wie etwas, das sich noch nicht entschieden hatte, was es sein wollte. :24. Kari mozdulatlanul figyelte, és látta a tartásán, azon, ahogy a válla enyhén leereszkedett, és ahogy félrehajtotta a fejét, hogy éppen megpróbál szavakba foglalni valamit, aminek nem tud szavakat adni. - Kari beobachtete ihn, ohne sich zu bewegen, und sie sah an seiner Haltung, an der Art, wie seine Schultern leicht abfielen und wie er den Kopf neigte, dass er gerade versuchte, etwas in Worte zu fassen, dem er keine geben konnte. :25. Közelebb lépett, kinyújtotta a kezét, és Jon habozás nélkül odaadta neki a horgászbotot. - Sie trat näher und streckte die Hand aus, und er gab ihr die Angel ohne Zögern. :26. A nyél fája sima és száraz volt, majdnem meleg, és ez volt az egyetlen dolog ebben a fészerben, amely olyan érzést keltett, mintha valaki rendszeresen megérintette volna. - Das Holz des Griffs war glatt und trocken, fast warm, und es war das einzige, was in diesem Schuppen so fühlte, als ob jemand es regelmäßig berührt hatte. :27. Tovább tartotta a horgászbotot, mint ahogy tervezte. - Sie hielt die Angel länger, als sie vorgehabt hatte. :28. Aztán letette a munkapadra, és azt mondta: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Dann legte sie sie auf die Werkbank und sagte: „Den nehmen wir nicht mit." :29. Nem olyan mondat volt, amely választ igényelt volna, és Jon nem is adott választ. - Es war kein Satz, der eine Antwort brauchte, und Jon gab keine. :30. Csak bólintott, egyszer, röviden, olyan véglegességgel, amely mindkettőjüknek megkönnyebbülést hozott. - Er nickte nur, einmal, kurz, mit einer Endgültigkeit, die sie beide erleichterte. :31. Terv és beszélgetés nélkül kutatták át a fészert – kinyitottak egy ládát, amely üres volt, ellenőrizték a benzineskannát, amely félig tele volt, megnézték a naptárt, amely 2019 márciusán állt, és amelyen senki nem lapozott tovább. - Sie durchsuchten den Schuppen ohne Plan und ohne Gespräch – öffneten eine Kiste, die leer war, kontrollierten den Benzinkanister, der halb voll war, sahen sich den Kalender an, der auf März 2019 stand und an dem niemand weitergeblättert hatte. :32. Két rozsdás horog feküdt a földön, felismerhető cél nélkül, mint apjuk sok dolga. - Zwei rostige Haken lagen auf dem Boden, ohne erkennbaren Zweck, wie viele Dinge ihres Vaters. :33. Kari magához vette a naptárt, mert március volt a születési hónapja, és mert ez volt az egyetlen dolog, amelyet magával vihetett anélkül, hogy az egész helyiség súlyát vinnie kellett volna. - Kari nahm den Kalender, weil der März ihr Geburtsmonat war, und weil es das Einzige war, das sie mitnehmen konnte, ohne das Gewicht des ganzen Raums zu tragen. :34. Odakint erősödött az eső, és most ferdén és szünet nélkül esett, úgyhogy a fjord felszíne felkavart zúzottkőnek látszott. - Draußen hatte der Regen zugenommen, und er fiel jetzt schräg und ohne Pause, so dass die Oberfläche des Fjords aussah wie aufgewühlter Schotter. :35. Jon behúzta a fészer ajtaját, rátette a lakatot, és a zár kattanása volt a nap legtisztább, leghatározottabb hangja. - Jon zog die Schuppentür zu und legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten des Schlosses war das sauberste, entschlossenste Geräusch des Tages. :36. Kari néhány lépésnyire állt a parton, a kulccsal a jobb kezében, és a fjordot nézte, amelynek ezen a napon nem volt más színe, csak az a szürke, amely az összes többi szürkét magában foglalta. - Kari stand einige Schritte entfernt am Ufer, den Schlüssel in der rechten Hand, und betrachtete den Fjord, der an diesem Tag keine Farbe hatte außer dem Grau, das alle anderen Graus enthielt. :37. Nem adott hosszúságot a pillanatnak, lendületet vett a karjával, és a kulcsot széles, egyenletes ívben a víz fölé hajította, mintha gyakorolta volna. - Sie ließ dem Moment keine Länge, holte mit dem Arm aus und warf den Schlüssel in einem weiten, gleichmäßigen Bogen über das Wasser, als hätte sie es geübt. :38. A becsapódás hangja szinte semmi volt, egy halk koppanás, és a kör, amelyet maga után hagyott, röviden kitágult, majd eltűnt, mintha soha nem is lett volna. - Das Aufprallgeräusch war fast nichts, ein leises Tock, und der Kreis, den er hinterließ, weitete sich kurz aus und verschwand dann, als wäre er nie gewesen. :39. Az autóhoz mentek, és egyikük sem fordult hátra. - Sie gingen zum Auto, und keiner von beiden drehte sich um. :40. Jon átvette a kulcsot, Kari pedig hagyta vezetni, mert már nem volt ereje ahhoz, hogy a kezét a kormányon tartsa, és közben egyenesen előre nézzen. - Jon nahm den Schlüssel, und Kari ließ ihn fahren, weil sie nicht mehr die Kraft hatte, die Hände auf dem Lenkrad zu halten und gleichzeitig geradeaus zu schauen. :41. Jon némán vezetett, nyugodtan, olyan gondossággal, amelyet egyébként ritkán mutatott. - Er fuhr schweigend, ruhig, mit einer Sorgfalt, die er sonst selten zeigte. :42. Az ablaktörlő elindult, és nyikorgott, mint odafelé, Kari pedig az ablaknak döntötte a fejét, és hagyta a hangot, mert ez volt az utolsó, ami még semmire nem emlékeztette, csak egy öreg ablaktörlőre, amelyet soha nem javítottak meg, és most már nem is fognak. - Der Scheibenwischer lief an und quietschte, wie auf der Hinfahrt, und Kari lehnte den Kopf gegen das Fenster und ließ das Geräusch zu, weil es das letzte war, das noch an nichts erinnerte außer an einen alten Wischer, der nie repariert worden war und es jetzt auch nicht mehr werden würde. :43. A part elcsúszott az ablak mellett, nedvesen, szürkén és ismerősen, és a fjord kísérte őket, szélesen és közönyösen, amíg az út ki nem vette a látóterükből. - Die Küste glitt am Fenster vorbei, nass und grau und vertraut, und der Fjord begleitete sie, breit und gleichgültig, bis die Straße ihn aus dem Blick nahm. :44. Jon röviden bekapcsolta a rádiót, és amikor zene szólt, újra kikapcsolta. - Jon schaltete das Radio kurz ein, und als Musik kam, schaltete er es wieder aus. :45. A csend, amely visszamaradt, más minőségű volt, mint az odafelé vezető úton – nem két ember feszült hallgatása, akik valamit elkerülnek, hanem két ember nyugodtabb, súlyosabb csendje, akik ugyanazt veszítették el, és most tudják, anélkül hogy egyiküknek meg kellene kérdeznie róla a másikat. - Das Schweigen, das zurückblieb, hatte eine andere Qualität als das der Hinfahrt – nicht die angespannte Stille zweier Menschen, die etwas vermeiden, sondern die ruhigere, schwerere Stille zweier Menschen, die dasselbe verloren haben und es jetzt wissen, ohne dass einer den anderen danach fragen müsste. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Az eső, amely éjszaka kezdődött, ahhoz a makacs északi fajtához tartozott, amely nem tombol és nem dramatizál, hanem egyszerűen hull, óráról órára, egy olyan jelenség közönyös kitartásával, amelynek nincs szüksége okra és nincs szüksége mentségre. - Der Regen, der in der Nacht begonnen hatte, gehörte zu jener beharrlichen nordischen Art, die nicht stürmt und nicht dramatisiert, sondern einfach fällt, Stunde um Stunde, mit der gleichmütigen Ausdauer eines Phänomens, das keinen Grund braucht und keine Entschuldigung. :2. Kari már azelőtt hallotta, hogy ébren lett volna, az álom utolsó rétegeiben valamiként érzékelte, ami kívülről jön és belül marad, és amikor végül felkelt és felhúzta a rolót, látta, hogy az eső a világot olyasmivé változtatta, ami sima és elutasító volt, mint egy felület, amelyen semmi sem tapad meg. - Kari hatte ihn gehört, bevor sie wach war, hatte ihn in den letzten Schichten des Schlafs als etwas wahrgenommen, das von außen kommt und innen bleibt, und als sie schließlich aufstand und das Rollo hochzog, sah sie, dass er die Welt in etwas verwandelt hatte, das glatt und abweisend war wie eine Oberfläche, auf der nichts haftet. :3. Jon már a kocsiban ült, amikor Kari leért, kezei az ölében, tekintete egy pontra szegezve, amely a járművön és a pillanaton kívül feküdt, és Kari észrevette, hogy Jon hozott magával egy táskát, nagyobbat a szükségesnél, mintha éjjel elképzelte volna, mit fog magával vinni, majd ezt az elképzelést ébredéskor csendben és jelenet nélkül újra feladta volna. - Jon saß bereits im Wagen, als sie hinunterkam, die Hände im Schoß, den Blick auf einen Punkt gerichtet, der außerhalb des Fahrzeugs und außerhalb des Augenblicks lag, und Kari bemerkte, dass er eine Tasche mitgebracht hatte, größer als nötig, so als hätte er sich in der Nacht eine Vorstellung davon gemacht, was er mitnehmen würde, und diese Vorstellung beim Aufwachen still und ohne Szene wieder aufgegeben. :4. Nem kérdezett rá. - Sie fragte nicht danach. :5. Voltak közöttük kérdések, amelyeket azért nem tettek fel, mert mindketten ismerték a válaszokat, és olyanok is, amelyeket azért nem tettek fel, mert egyik válasz sem változtatott volna semmin. - Es gab Fragen zwischen ihnen, die nicht gestellt wurden, weil beide die Antworten kannten, und solche, die nicht gestellt wurden, weil keine der Antworten etwas verändert hätte. :6. Kari olyan testiségében ismerte a parti utat, amely túlment az emlékezeten – a második kanyar előtti enyhe lejtést, az utána következő rövid emelkedőt, azt a helyet, ahol a szalagkorlát féme mindig rozsdásodik, mert ott felhúzódik a sós víz –, és gondolkodás nélkül vezetett, miközben Jon mellette ült, résnyire kinyitotta az ablakot, beengedte a nedves levegőt, amely tengeri moszat szagú volt és valami ásványié, amit nem lehet pontosan megnevezni, mégis azonnal és elkerülhetetlenül ennek a partsávnak az illatát hordozza, ennek a sajátos föld- és vízszakasznak az első és a kilencedik életév között. - Die Küstenstraße kannte Kari mit einer Körperlichkeit, die über das Gedächtnis hinausging – die leichte Neigung vor der zweiten Kurve, die kurze Gegensteigung danach, die Stelle, wo das Leitplankenmetall immer rostet, weil das Salzwasser dort hochzieht – und sie fuhr, ohne zu denken, während Jon neben ihr saß und das Fenster einen Spalt öffnete, die feuchte Luft hereinließ, die nach Seetang roch und nach etwas Mineralischem, das man nicht genau benennen kann und das trotzdem sofort und unweigerlich nach diesem Küstenstreifen riecht, nach diesem spezifischen Abschnitt Erde und Wasser zwischen dem ersten und dem neunten Lebensjahr. :7. Kari feljebb tekerte a fűtést, Jon pedig úgy hagyta az ablakot, ahogy volt, és ez a kimondatlan kompromisszum, anélkül hogy bármelyikük tudta volna, az odaúton az egyetlen pillanat volt, amikor ugyanazt akarták. - Kari drehte die Heizung höher, und Jon ließ das Fenster, wie es war, und dieser unausgesprochene Kompromiss war, ohne dass einer von ihnen es wusste, der einzige Moment auf der Hinfahrt, in dem sie dasselbe wollten. :8. Az ablaktörlő zavarta, mert minden visszamenetnél világos, súrlódó nyikorgást adott ki, amely annak a sajátos kellemetlenségére emlékeztetett, amikor egy hang nem fáj, de nem hagyja abba, és mert ezt az ablaktörlőt évek óta nem javították meg, noha az apja minden tavasszal, többnyire márciusban, amikor a fény újra erősebb lett és az autóra gyakrabban volt szükség, azt mondta, ezt el kell intéznie, aztán mégsem intézte el, mert mindig közbejött valami más, vagy mert – ami valószínűbb volt – szüksége volt az apró, megjavítatlan dolgokra ahhoz, hogy elképzelhesse, még van idő megjavítani őket. - Der Scheibenwischer störte sie, weil er bei jedem Rückhub ein helles, schleifendes Quietschen erzeugte, das an die spezifische Unannehmlichkeit eines Geräusches erinnerte, das nicht wehtut, aber nicht aufhört, und weil dieser Wischer seit Jahren nicht repariert worden war, obwohl ihr Vater jedes Frühjahr, meistens im März, wenn das Licht wieder stärker wurde und man das Auto öfter brauchte, sagte, er müsse das erledigen, und es dann nicht erledigte, weil immer etwas anderes kam oder weil er, was wahrscheinlicher war, die kleinen unreparierten Dinge brauchte, um sich vorzustellen, dass noch Zeit war, sie zu reparieren. :9. A földút előtt parkoltak le, mert onnantól túl mély volt a sár, és az utolsó száz métert az esőben tették meg, amely úgy hullott a kabátjukra, mint valami, ami nem ismeri a rosszindulatot, és ezért a tekintetet sem – egyenletesen, kitartóan, teljesen közömbösen jelenlétük oka iránt. - Sie parkten vor dem Feldweg, weil der Schlamm ab dort zu tief war, und gingen die letzten hundert Meter durch den Regen, der auf ihre Jacken fiel wie etwas, das keine Böswilligkeit kennt und daher auch keine Rücksicht – gleichmäßig, ausdauernd, vollkommen indifferent gegenüber dem Anlass ihrer Anwesenheit. :10. A fészer, amelyet Kari utoljára nyáron látott, kisebb volt, mint az emlékezetében, ami nem volt igaz, és ő mégis ezt gondolta, mert az emlékek nem méreteznek, hanem jelentenek, és mert ez a fészer gyermekkorában nagyobb helyet foglalt el, mint az alapterülete. - Der Schuppen, den Kari zuletzt im Sommer gesehen hatte, war kleiner als in ihrer Erinnerung, was nicht stimmte und was sie trotzdem dachte, weil Erinnerungen nicht skalieren, sondern bedeuten, und weil dieser Schuppen in ihrer Kindheit mehr Raum eingenommen hatte als seine Grundfläche. :11. A falapok azt a színt vették fel, amelyet az öreg, nedves fa vesz fel – egy szürkésbarnát, amely már nem fokozódik tovább, amely minden mállási folyamat végén áll, mint egy utolsó, nyugodt mondat egy hosszú szöveg után. - Die Holzwände hatten die Farbe angenommen, die altes, feuchtes Holz annimmt – ein Graubraun, das sich nicht mehr steigert, das am Ende aller Verwitterungsprozesse liegt wie ein letzter, ruhiger Satz nach einem langen Text. :12. Az ajtó szorult, mert a fa az őszi esőben megdagadt, és Jon kétszer belerúgott, nem türelmetlenséggel, hanem egy húsz éve fizikai munkát végző férfi pontos, erőtakarékos elszántságával, aki tudja, mennyi erő kell egy ajtónak, és mennyi lenne belőle puszta frusztráció. - Die Tür klemmte, weil das Holz im Herbstregen gequollen war, und Jon trat zweimal dagegen, nicht mit Ungeduld, sondern mit der präzisen, kraftsparenden Entschlossenheit eines Mannes, der seit zwanzig Jahren körperlich arbeitet und weiß, wie viel Kraft eine Tür braucht und wie viel davon Frustration wäre. :13. Ami eléjük áradt, amikor az ajtó engedett, kevésbé volt szag, mint inkább állapot – évtizedek dohányfüstjének sűrűsége, amely beleette magát a farostokba, motorolajé, amelyet valamikor kiöntöttek, és amely soha nem tűnt el egészen, sós levegőé, amely a falak minden repedésén áthúzott, és alatta, alapzöngéként, amelyet csak egy pillanat után vett észre az ember, valami organikus, nehéz, amit nem lehetett összerakni az alkotórészeiből, és amit Kari akarata ellenére teljesen és elválaszthatatlanul az apjával kapcsolt össze. - Was ihnen entgegenkam, als die Tür nachgab, war weniger ein Geruch als ein Zustand – eine Dichte aus Jahrzehnten von Tabakrauch, der sich in die Holzfasern gefressen hatte, aus Motoröl, das irgendwann verschüttet worden war und nie ganz verschwunden war, aus Salzluft, die durch jede Ritze der Wände zog, und darunter, als Grundton, den man erst nach einem Moment wahrnahm, etwas Organisches, Schweres, das sich nicht aus seinen Bestandteilen zusammensetzen ließ und das Kari, ohne es zu wollen, als vollständig und untrennbar mit ihrem Vater verband. :14. Megállt a küszöbön, és egyszer mély levegőt vett, tudatosan, szinte módszeresen, mert megtanulta, hogy mindig az első pillanat dönti el, mennyi ellenőrzést tart meg az ember a nap hátralévő része fölött. - Sie blieb an der Schwelle stehen und atmete einmal durch, bewusst, fast methodisch, weil sie gelernt hatte, dass der erste Moment immer der ist, der entscheidet, wie viel Kontrolle man über den Rest des Tages behält. :15. Jon a hátsó fal előtt állt, és Kari azonnal látta, amit ő látott, még mielőtt odalépett volna: a horgászbotot, amely két szög között lógott, a zsinórt szabálytalan menetekben feltekerve, több helyen összecsomózva, mint valami, ami felhagyott azzal, hogy rendet állítson, anélkül hogy megszűnt volna ott lenni. - Jon stand vor der hinteren Wand, und Kari sah sofort, was er sah, noch bevor sie herangetreten war: die Angel, die zwischen zwei Nägeln hing, die Schnur in unregelmäßigen Windungen aufgerollt, an mehreren Stellen verknotet, wie etwas, das aufgehört hat, Ordnung zu behaupten, ohne aufgehört zu haben, da zu sein. :16. A végén lévő horog mély, tompa vörösbarnára oxidálódott, és a szín felvette azt az egyenletességet és véglegességet, amely akkor keletkezik, amikor egy folyamat olyan sokáig tart, hogy már nem folyamatként mutatkozik, hanem állapotként, tulajdonságként, akként, ami a dolog egyszerűen most már. - Der Haken am Ende war zu einem tiefen, matten Rotbraun oxidiert, und die Farbe hatte die Gleichmäßigkeit und Endgültigkeit angenommen, die entsteht, wenn ein Prozess so lange läuft, dass er sich nicht mehr als Prozess zeigt, sondern als Zustand, als Eigenschaft, als das, was die Sache nun einmal ist. :17. Jon levette a horgászbotot – lassan, két kézzel –, és ahogyan tartotta, többet mondott mindennél, amit ezen a napon mondott: kissé előrehajolva, vállát valamelyest leejtve, fejét megdöntve, mintha valamire figyelne, amit a bot talán még sugároz, és amit ő talán még fogni tud. - Jon nahm die Angel herunter – langsam, mit beiden Händen – und die Art, wie er sie hielt, sagte mehr als alles, was er an diesem Tag gesagt hatte: leicht vorgebeugt, die Schultern etwas abgefallen, den Kopf geneigt, als lauschte er auf etwas, das die Angel vielleicht noch sendete und das er vielleicht noch empfangen konnte. :18. Kari mozdulatlanul nézte őt, és felismerte a tartásában valamit, amit nem gyakran látott rajta – nem gyászt, mert a gyásznak iránya van, ennek pedig nem volt, inkább megállás volt, rövid felfüggesztése annak az előrehaladásnak, amelyet az élet követel, és amelyet az ember valamikor már olyan automatikusan végez, hogy elfelejti, vannak pillanatok, amikor áll. - Kari sah ihm zu, ohne sich zu bewegen, und sie erkannte in seiner Haltung etwas, das sie an ihm nicht oft gesehen hatte – nicht Trauer, weil Trauer eine Richtung hat, und das hier hatte keine, es war eher ein Innehalten, ein kurzes Anhalten jener Bewegung vorwärts, die das Leben verlangt und die man irgendwann so automatisch vollzieht, dass man vergisst, dass es auch Momente gibt, in denen man steht. :19. Mellé lépett, és kinyújtotta a kezét anélkül, hogy elmagyarázta volna, mit akar vele, ő pedig olyan magától értetődőséggel adta át neki a horgászbotot, amely azt jelentette, hogy megértette, mire gondol, még mielőtt Kari maga meg tudta volna nevezni. - Sie trat neben ihn und streckte die Hand aus, ohne zu erklären, was sie damit vorhatte, und er gab ihr die Angel mit einer Selbstverständlichkeit, die bedeutete, dass er verstanden hatte, was gemeint war, bevor sie selbst es hätte benennen können. :20. A markolat fája sima és száraz volt és könnyebb, mint várta, és ez a könnyűség olyan módon érte, amelyre nem volt kategóriája, mert a könnyűt néha nehezebb tartani, mint a nehezet. - Das Holz des Griffs war glatt und trocken und leichter als sie erwartet hatte, und diese Leichtigkeit traf sie auf eine Weise, für die sie keine Kategorie besaß, weil das Leichte manchmal schwerer zu halten ist als das Schwere. :21. Letette a horgászbotot a munkapadra, anélkül hogy tovább gondolkodott volna rajta, és azt mondta: „Ezt nem visszük magunkkal” – egy mondatot, amely nem tartalmazott indoklást, mert minden indoklás kisebbé tette volna. - Sie legte die Angel auf die Werkbank, ohne weiter darüber nachzudenken, und sagte: „Den nehmen wir nicht mit" – einen Satz, der keine Begründung enthielt, weil jede Begründung ihn kleiner gemacht hätte. :22. Jon egyszer bólintott, és ez a bólintás egyetértés volt valamivel, ami nagyobb volt, mint a döntés egy rozsdás horgászbotról egy felszámolandó fészerben. - Jon nickte einmal, und dieses Nicken war das Einverständnis mit etwas, das größer war als die Entscheidung über eine verrostete Angel in einem aufzulösenden Schuppen. :23. A többit két ember csendes hatékonyságával intézték el, akik ugyanazt tanulták meg, még ha különböző helyeken tanulták is: egy üres láda, egy félig teli benzineskanna, két használhatatlan kampó, egy 2019-es naptár, márciusnál kinyitva, annál a hónapnál, amelyben Kari születésnapja volt, és amelyben az apja abban az évben, amennyire tudta, egyszer sem gondolt rá. - Den Rest erledigten sie mit der stillen Effizienz zweier Menschen, die dasselbe gelernt haben, auch wenn sie es an verschiedenen Orten gelernt haben: eine leere Kiste, ein halbvoller Benzinkanister, zwei Haken ohne Verwendung, ein Kalender von 2019, aufgeschlagen auf März, der Monat, in dem Kari Geburtstag hatte und in dem ihr Vater in diesem Jahr, soweit sie wusste, nie daran gedacht hatte. :24. Fogta a naptárt, és betette a táskájába, és ez nem szentimentális gesztus volt, hanem az ellenkezője: kísérlet arra, hogy megtartson valamit, aminek még nem volt fájdalma, mielőtt a fájdalom megérkezett volna, és mindent a közelébe vont volna. - Sie nahm den Kalender und steckte ihn ein, und es war keine sentimentale Geste, sondern das Gegenteil davon: der Versuch, etwas zu behalten, das noch keinen Schmerz hatte, bevor der Schmerz ankam und alles in seine Nähe zog. :25. Kint az eső most ferdén hullott, hajtotta egy szél, amely akkor támadt fel, amíg ők bent voltak, és olyan közvetlenséggel csapódott a kabátjukhoz, amely nem ismert együttérzést, és nem is kellett ismernie. - Draußen fiel der Regen jetzt schräg, getrieben von einem Wind, der aufgekommen war, während sie drinnen gewesen waren, und er peitschte gegen ihre Jacken mit einer Direktheit, die kein Mitgefühl kannte und keines zu kennen brauchte. :26. Jon feltette a lakatot, és a kattanás, keményen és véglegesen, pontosan az a hang volt, amelyre ennek a pillanatnak szüksége volt, anélkül hogy bárki kérte volna – egy lezárás, amelynek nem kellett hangosnak lennie ahhoz, hogy teljes legyen. - Jon legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten, hart und endgültig, war genau das Geräusch, das dieser Moment gebraucht hatte, ohne dass jemand darum gebeten hatte – eine Schließung, die nicht laut sein musste, um vollständig zu sein. :27. Kari néhány lépéssel távolabb állt, a fjord partján, és a kulcsot tartotta, amely hideg volt és kisebbnek tűnt, mint amekkorának tűnnie kellett volna ahhoz képest, amit jelképezett, és amit mostantól már nem fog jelképezni. - Kari stand einige Schritte entfernt, am Ufer des Fjords, und hielt den Schlüssel, der kalt war und kleiner wirkte, als er hätte wirken sollen für das, was er darstellte und was er ab jetzt nicht mehr darstellen würde. :28. Habozás és szertartás nélkül dobta el, egész karjával, hosszú, egyenletes ívben a felkavart víz fölé, és a hang, amelyet becsapódáskor adott, alig volt több suttogásnál – rövid, azonnali eltűnés egy felületen, amely rögtön újra bezárult, mintha semmi sem történt volna, ami egyfajta igazság volt, ha az ember kész volt elfogadni. - Sie warf ihn ohne Zögern und ohne Zeremonie, mit dem ganzen Arm, in einem langen, gleichmäßigen Bogen über das aufgewühlte Wasser, und das Geräusch, das er beim Aufprall machte, war kaum mehr als ein Flüstern – ein kurzes, sofortiges Verschwinden in einer Oberfläche, die sich sofort schloss, als wäre nichts gewesen, was eine Art Wahrheit war, wenn man bereit war, sie anzunehmen. :29. Visszafordulás nélkül mentek az autóhoz, és Kari hagyta Jont vezetni, mert nem akarta többé a kezét a kormányon tartani, nem ma, nem ezen az útszakaszon. - Sie gingen zum Auto, ohne sich umzudrehen, und Kari ließ Jon fahren, weil sie die Hände nicht mehr auf dem Lenkrad haben wollte, nicht heute, nicht auf dieser Strecke. :30. Jon olyan gondossággal vezetett, amilyet a hétköznapokban ritkán mutatott, mintha tudná, hogy ez a visszaút olyasmi, amit nem szabad fölöslegesen megrázni. - Er fuhr mit einer Sorgfalt, die er im Alltag selten zeigte, als ob er wüsste, dass dieser Rückweg etwas war, das man nicht unnötig erschüttern sollte. :31. Az ablaktörlő elindult és nyikorgott, pontosan úgy, mint az odaúton, és Kari, aki egy órája nem hallotta ezt a hangot, most észrevette, hogy már nem zavarja, vagy hogy elhatározta, nem hagyja többé zavarni, ami ugyanarra ment ki. - Der Scheibenwischer lief an und quietschte, genau wie auf der Hinfahrt, und Kari, die das Geräusch seit einer Stunde nicht mehr gehört hatte, bemerkte jetzt, dass es sie nicht mehr störte, oder dass sie beschlossen hatte, es nicht mehr stören zu lassen, was auf dasselbe hinauslief. :32. A fejét az ablaknak támasztotta, és figyelte, ahogy a part elvonul mellette, nedvesen, szürkén és teljesen ismerősen, egy tájként, amely nincs tekintettel azokra, akik áthaladnak rajta, és éppen ezért megbízható olyan módon, ahogyan az emberek ritkán azok. - Sie lehnte den Kopf gegen das Fenster und beobachtete, wie die Küste an ihr vorbeizog, nass und grau und vollständig vertraut, eine Landschaft, die keine Rücksicht auf die nahm, die durch sie fuhren, und die genau deshalb verlässlich war in einer Art, die Menschen es selten sind. :33. Jon bekapcsolta a rádiót, három másodpercre, aztán újra kikapcsolta, és a csend, amely hátramaradt, nem ugyanaz volt, mint amely az odaúton velük volt – nem elkerült csend, nem elhalasztott csend, nem olyan, amely valamire vár, hanem két ember nyugodt, nehéz, megfelelő csendje, akik megtettek valamit, amit meg kellett tenni, és most egymás mellett ülnek annak tudatában, hogy el van intézve, és abban az egyidejű, csendes tudásban, hogy az elintézve nem jelenti azt, hogy megszűnik. - Jon schaltete das Radio ein, drei Sekunden lang, und dann wieder aus, und die Stille, die zurückblieb, war nicht dieselbe, die sie auf der Hinfahrt gehabt hatten – keine vermiedene Stille, keine aufgeschobene, keine, die auf etwas wartete, sondern die ruhige, schwere, angemessene Stille zweier Menschen, die etwas getan haben, das getan werden musste, und die jetzt nebeneinander sitzen in dem Wissen, dass es erledigt ist, und in dem gleichzeitigen, stillen Wissen, dass erledigt nicht bedeutet, dass es aufhört. -------------------- == 85 == 1 -------------------- :Elena busszal érkezik a faluba. - Elena kommt mit dem Bus ins Dorf. :1. A hőség azonnal megüti. - Die Hitze trifft sie sofort. :2. Szeptember van, de a levegő még mindig éget. - Es ist September, aber die Luft brennt noch. :3. Egy kis táskát visz magával és egy nagy fáradtságot. - Sie trägt eine kleine Tasche und eine große Müdigkeit. :4. Tíz éve nem járt már itt. - Zehn Jahre ist sie nicht mehr hier gewesen. :5. A sikátorok szűkebbek, mint ahogy emlékezetében éltek. - Die Gassen sind enger, als sie sie in Erinnerung hat. :6. A házak kisebbek. - Die Häuser sind kleiner. :7. A piactér paradicsom és por szagát árasztja. - Der Marktplatz riecht nach Tomaten und Staub. :8. Elena megáll, mert nevetést hall. - Elena bleibt stehen, weil sie Lachen hört. :9. Olyan nevetés ez, amelyet ismer. - Es ist ein Lachen, das sie kennt. :10. Carlo egy műhely előtt áll. - Carlo steht vor einer Werkstatt. :11. Felgyűrte az ingujját. - Er hat die Ärmel hochgekrempelt. :12. A karja fekete a gépzsírtól. - Seine Arme sind schwarz von Schmiere. :13. Egy másik férfival nevet. - Er lacht mit einem anderen Mann. :14. Elena mély levegőt vesz. - Elena atmet tief. :15. Nem fordul el, de oda sem megy. - Sie dreht sich nicht weg, aber sie geht auch nicht hin. :16. Összeszorul a gyomra. - Ihr Magen zieht sich zusammen. :17. Paradicsomot vesz a piacon, mert valamit tennie kell. - Sie kauft Tomaten auf dem Markt, weil sie etwas tun muss. :18. Az öregasszony a standnál sokáig nézi őt. - Die alte Frau am Stand sieht sie lange an. :19. Aztán azt mondja: „Te Lucia lánya vagy.” - Dann sagt sie: „Du bist die Tochter von Lucia." :20. Elena csak bólint. - Elena nickt nur. :21. Este elmegy Carlo házához. - Am Abend geht sie zu Carlos Haus. :22. A lépcső nyikorog, mint régen. - Die Treppe knarrt, wie früher. :23. Carlo ajtót nyit. - Carlo öffnet die Tür. :24. Ránéz, és nem mond semmit. - Er sieht sie an, und er sagt nichts. :25. Aztán halkan azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Dann sagt er leise: „Du siehst aus wie deine Mutter." :26. Elena nem válaszol. - Elena antwortet nicht. :27. Nyitott tenyérrel arcul üti. - Sie schlägt ihn mit der flachen Hand ins Gesicht. :28. Carlo nem kap az arcához. - Carlo hält sich nicht die Wange. :29. Csak nézi őt, sötét szemmel. - Er schaut sie nur an, die Augen dunkel. :30. Nincs bocsánatkérés a tekintetében. - Es gibt keine Entschuldigung in seinem Blick. :31. Elena újra lemegy a lépcsőn. - Elena geht die Treppe wieder hinunter. :32. A keze kissé remeg. - Ihre Hände zittern ein bisschen. :33. Elsív egy cigarettát az anyja háza előtt. - Sie raucht eine Zigarette vor dem Haus ihrer Mutter. :34. Az utca üres. - Die Straße ist leer. :35. Éjjel egy órakor valaki kopog az ajtón. - Um ein Uhr in der Nacht klopft jemand an die Tür. :36. Carlo az. - Es ist Carlo. :37. Egy szót sem szól, csak int egyet. - Er sagt kein Wort, er macht nur eine Geste. :38. Követi őt, mert mindig is ezt tette. - Sie folgt ihm, weil sie es immer getan hat. :39. A garázsban két régi autóülés áll. - In der Garage stehen zwei alte Autositze. :40. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie. :41. Isznak, és keveset beszélnek. - Sie trinken, und sie reden wenig. :42. Aztán Carlo a keze után nyúl. - Dann greift Carlo nach ihrer Hand. :43. Az ujjai érdesek és melegek. - Seine Finger sind rau und warm. :44. Elena hagyja. - Elena lässt es zu. :45. A saját szívverését érzi a torkában. - Sie spürt ihren eigenen Herzschlag im Hals. :46. „Matteo soha nem kérdez rólam”, suttogja. - „Matteo fragt nie nach mir", flüstert sie. :47. Carlo azt mondja: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani.” - Carlo sagt: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert." :48. Rövid szünetet tart. - Er macht eine kurze Pause. :49. Aztán azt mondja: „Ezt nekem az apám soha nem mutatta meg.” - Dann sagt er: „Das hat mir mein Vater nie gezeigt." :50. Elena elveszi a kezét. - Elena nimmt die Hand weg. :51. A borospoharat a földre teszi. - Sie stellt das Weinglas auf den Boden. :52. Azon az éjszakán már nem mond semmit. - Sie sagt nichts mehr in dieser Nacht. :53. Másnap reggel Elena korán ébred. - Am nächsten Morgen wacht Elena früh auf. :54. Odakint még sötét van. - Es ist noch dunkel draußen. :55. Gyorsan bepakolja a táskáját. - Sie packt ihre Tasche schnell. :56. Aztán nem az állomásra megy. - Dann geht sie nicht zum Bahnhof. :57. Signora Grazia házához megy. - Sie geht zum Haus von Signora Grazia. :58. A konyhában már ég a fény. - Das Licht in der Küche brennt schon. :59. Elena benéz az ablakon. - Elena schaut durch das Fenster. :60. Matteo az asztalnál ül. - Matteo sitzt am Tisch. :61. Kenyeret márt tejbe. - Er tunkt Brot in Milch. :62. Nagyra nőtt. - Er ist groß geworden. :63. A nagymama megsimítja a fejét. - Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. :64. Mosolyog. - Er lächelt. :65. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas. :66. Egy percig így áll. - Sie steht eine Minute lang so. :67. Aztán megfordul. - Dann dreht sie sich um. :68. Az állomásra megy anélkül, hogy becsengetne. - Sie geht zum Bahnhof, ohne zu klingeln. :69. A vonat pontosan érkezik. - Der Zug kommt pünktlich. :70. Felszáll. - Sie steigt ein. :71. A nap felkel, amikor a vonat elindul. - Die Sonne geht auf, als der Zug fährt. :72. Elena kinéz az ablakon, de nem lát semmit. - Elena schaut aus dem Fenster, aber sie sieht nichts. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Elena - Elena :1. Elena leszáll a buszról, és a falu szaga úgy csapja meg, mint egy ütés. - Elena steigt aus dem Bus, und der Geruch des Dorfes trifft sie wie ein Schlag. :2. Érett paradicsom, forró kő és régi olaj szaga van. - Es riecht nach reifen Tomaten, nach heißem Stein und nach altem Öl. :3. Azonnal tudja, honnan jön az olajszag. - Sie weiß sofort, woher der Ölgeruch kommt. :4. A műhely még mindig ott van, mindjárt a sarkon túl, pontosan úgy, mint tíz évvel ezelőtt. - Die Werkstatt ist noch da, gleich um die Ecke, genau wie vor zehn Jahren. :5. Elena leteszi a táskáját a földre, és rágyújt egy cigarettára. - Elena stellt ihre Tasche auf den Boden und zündet sich eine Zigarette an. :6. Lassan dohányzik, mert időre van szüksége, mielőtt továbbmegy. - Sie raucht langsam, weil sie Zeit braucht, bevor sie weitergeht. :7. Aztán meghallja a nevetést, és a keze egy pillanatra megáll. - Dann hört sie das Lachen, und ihre Hand hält kurz inne. :8. Carlo nevetése az, mély és egy kicsit túl hangos, mint mindig. - Es ist Carlos Lachen, tief und ein bisschen zu laut, wie immer. :9. Nem fordítja el a fejét, de mégis látja őt. - Sie dreht den Kopf nicht, aber sie sieht ihn trotzdem. :10. Egy motorháztető alatt áll, a karja tele kenőanyaggal, és egy fiatal fickóval nevet. - Er steht unter einer Motorhaube, die Arme voller Schmiere, und lacht mit einem jungen Kerl. :11. Elena elnyomja a cigarettát, és újra felveszi a táskáját. - Elena drückt die Zigarette aus und nimmt ihre Tasche wieder. :12. Elmegy a piactér mellett, anélkül hogy balra vagy jobbra nézne. - Sie geht am Marktplatz vorbei, ohne links oder rechts zu schauen. :13. A zöldségesstand öregasszonya a nevét kiáltja, de Elena úgy tesz, mintha nem hallaná. - Die alte Frau vom Gemüsestand ruft ihren Namen, aber Elena tut so, als hört sie es nicht. :14. Az anyja háza pornak és egy olyan életnek a szagát árasztja, amely véget ért. - Das Haus ihrer Mutter riecht nach Staub und nach einem Leben, das aufgehört hat. :15. Elena kinyitja az ablakokat, mert a levegő fülledt, és levegőt kell vennie. - Elena öffnet die Fenster, weil die Luft stickig ist und sie atmen muss. :16. Leül a konyhaasztalhoz, és a kezét laposan a fára teszi. - Sie setzt sich an den Küchentisch und legt die Hände flach auf das Holz. :17. A fa hideg, bár odakint még hőség van. - Das Holz ist kalt, obwohl draußen noch Hitze ist. :18. Este elhatározza, hogy elmegy Carlo anyjához, mert valójában ez az oka annak, hogy itt van. - Am Abend beschließt sie, zu Carlos Mutter zu gehen, weil das der Grund ist, warum sie wirklich hier ist. :19. Az első emeletre vezető lépcső minden lépésnél nyikorog, és Elena számolja a fokokat, mert valamit számolnia kell. - Die Treppe zum ersten Stock knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen, weil sie etwas zählen muss. :20. Carlo nyitja ki az ajtót, nem az anyja, és egy pillanatig egyikük sem szól semmit. - Carlo öffnet die Tür, nicht seine Mutter, und für einen Moment sagen beide nichts. :21. Idősebb lett, de a szeme ugyanolyan, sötét és nyugodt, mint egy állaté. - Er ist älter geworden, aber seine Augen sind gleich, dunkel und ruhig wie ein Tier. :22. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja, és a hangja szinte barátságosan cseng. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und seine Stimme klingt fast freundlich. :23. Elena levegőt vesz, aztán megüti őt. - Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn. :24. A keze eltalálja az arcát, és a hang hangosabb, mint várta. - Die Hand trifft seine Wange, und das Geräusch ist lauter als erwartet. :25. Carlo nem mozdul, nem fogja meg az arcát, egy szót sem szól. - Carlo bewegt sich nicht, er hält sich nicht die Wange, er sagt kein Wort. :26. Ránéz, és a tekintetében nincs megbánás, de harag sincs. - Er schaut sie an, und in seinem Blick ist keine Reue, aber auch keine Wut. :27. Ez a legrosszabb, gondolja Elena, a hiányzó harag. - Das ist das Schlimmste, denkt Elena, die fehlende Wut. :28. Megfordul, és lemegy a lépcsőn, anélkül hogy reakcióra várna. - Sie dreht sich um und geht die Treppe hinunter, ohne auf eine Reaktion zu warten. :29. Odakint most hűvösebb a levegő, és az ég tele van csillagokkal. - Draußen ist die Luft jetzt kühler, und der Himmel ist voller Sterne. :30. Elena visszamegy az anyja házába, és egyedül megiszik egy pohár bort. - Elena geht zum Haus ihrer Mutter zurück und trinkt alleine ein Glas Wein. :31. Nem alszik, mert az éjszaka túl csendes, a gondolatai pedig túl hangosak. - Sie schläft nicht, weil die Nacht zu still ist und ihre Gedanken zu laut. :32. Nem sokkal egy után kopognak az ajtón, halkan, kétszer. - Um kurz nach eins klopft es an die Tür, leise, zweimal. :33. Tudja, ki az, mielőtt kinyitná. - Sie weiß, wer es ist, bevor sie aufmacht. :34. Carlo áll a sötétben, egy borosüveggel a kezében, és egyszerűen vár. - Carlo steht im Dunkeln, eine Weinflasche in der Hand, und wartet einfach. :35. Elena szélesebbre húzza az ajtót, mert már nincs ereje nemet mondani. - Elena zieht die Tür weiter auf, weil sie keine Kraft mehr hat, Nein zu sagen. :36. Együtt mennek a műhelybe, anélkül hogy egy szót is ejtenének róla. - Sie gehen zusammen in die Werkstatt, ohne ein Wort darüber zu verlieren. :37. A garázsban két régi autóülés áll, amelyeket Carlo valamikor egy roncsból szedett ki. - In der Garage stehen zwei alte Autositze, die Carlo irgendwann aus einem Wrack geholt hat. :38. Kinyitja az üveget, neki adja az első poharat, és állva isznak. - Er öffnet die Flasche und gibt ihr das erste Glas, und sie trinken im Stehen. :39. Aztán leülnek, és a köztük lévő csend nem kellemetlen. - Dann setzen sie sich, und die Stille zwischen ihnen ist nicht unangenehm. :40. Carlo kinyújtja a kezét, és kérdezés nélkül az övére teszi. - Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen. :41. Az ujjai érdesek, a bőre száraz és sötét az ujjperceknél. - Seine Finger sind rau, die Haut trocken und dunkel an den Knöcheln. :42. Elena a két kezükre néz, és arra gondol, hogy régebben fiatalabbnak látszottak. - Elena schaut auf ihre beiden Hände und denkt, dass sie früher jünger aussahen. :43. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja, és a hangja laposabbnak hangzik, mint szeretné. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie, und ihre Stimme klingt flacher als sie möchte. :44. Carlo iszik egy kortyot, mielőtt válaszol. - Carlo trinkt einen Schluck, bevor er antwortet. :45. „Megtanítom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja, „és hogyan kell újra összerakni.” - „Ich bringe ihm bei, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt." :46. Rövid szünetet tart, majd hozzáteszi: „Az apámnak ezt senki sem tanította meg.” - Er macht eine kurze Pause und fügt hinzu: „Meinem Vater hat das niemand beigebracht." :47. Elena elveszi a kezét, és a poharat az autóülés mellé teszi. - Elena nimmt ihre Hand weg und stellt das Glas neben den Autositz. :48. Nem mond semmit, mert nincs mit mondani, ami ne volna már kimondva. - Sie sagt nichts, weil es nichts zu sagen gibt, das nicht schon gesagt ist. :49. Még egy órát marad, aztán egyedül megy vissza. - Sie bleibt noch eine Stunde, dann geht sie alleine zurück. :50. Napkelte előtt Elena gyorsan és habozás nélkül összepakolja a táskáját. - Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche, schnell und ohne zu zögern. :51. Nem kapcsolja fel a villanyt, mert sötétben jobban ismeri az anyja szobáját. - Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter im Dunkeln besser kennt. :52. Aztán nem a pályaudvarra megy, hanem először Signora Grazia utcájába. - Dann geht sie nicht zum Bahnhof, sondern zuerst zur Straße von Signora Grazia. :53. A konyhában már ég a fény, bár még korán van. - Das Licht in der Küche brennt schon, obwohl es noch früh ist. :54. Elena odaáll az ablakhoz, és benéz. - Elena stellt sich ans Fenster und schaut hinein. :55. Matteo az asztalnál ül, kenyeret márt tejbe, és közben semmi meghatározottat nem néz. - Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch und schaut dabei auf nichts Bestimmtes. :56. Nagy lett, nagyobb, mint várta, Carlo vállával és az ő orrával. - Er ist groß geworden, größer als sie erwartet hat, mit Carlos Schultern und ihrer Nase. :57. Signora Grazia megsimogatja a fejét, és a fiú hagyja, anélkül hogy felnézne. - Signora Grazia streicht ihm über den Kopf, und der Junge lässt es zu, ohne aufzublicken. :58. Elena a homlokát az üvegnek nyomja, és az üveg hideg és szilárd. - Elena drückt die Stirn gegen das Glas, und das Glas ist kalt und fest. :59. Pontosan egy percig marad, aztán elszakad tőle, és elmegy. - Sie bleibt genau eine Minute, dann löst sie sich und geht. :60. A pályaudvaron vesz egy jegyet Milánóba, és egy fémpadon vár. - Am Bahnhof kauft sie ein Ticket nach Mailand und wartet auf einer Metallbank. :61. A vonat pontosan érkezik, mint mindig ebben az irányban. - Der Zug kommt pünktlich, wie immer in dieser Richtung. :62. Elena felszáll, beteszi a táskát a csomagtartóba, és leül az ablak mellé. - Elena steigt ein, stellt die Tasche in die Ablage und setzt sich ans Fenster. :63. Amikor a vonat elindul, a nap éppen felkel, narancssárgán és nagy korongként a dombok fölött. - Als der Zug anfährt, geht die Sonne gerade auf, orange und groß über den Hügeln. :64. Odanéz, mert oda kell néznie. - Sie schaut hin, weil sie hinschauen muss. :65. De a nap nem melegíti, és a fény csak fény. - Aber die Sonne wärmt sie nicht, und das Licht ist nur Licht. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :Elena visszatér - Elena kehrt zurück :1. Elena emlékszik a falu szagára, de elfelejtette, mennyire testi ez a szag – hogyan nyomul be az ember orrába, még mielőtt egyáltalán ideje volna felvértezni magát. - Elena erinnert sich an den Geruch des Dorfes, aber sie hatte vergessen, wie körperlich er ist – wie er sich in die Nase drängt, bevor man überhaupt Zeit hat, sich zu wappnen. :2. A busz megáll a tér szélén, és ő utolsóként száll le. - Der Bus hält am Rand des Platzes, und sie steigt als letzte aus. :3. Érett paradicsom, forró kő, motorolaj – a falu nem változott meg, csak ő. - Reifen Tomaten, heißer Stein, Motoröl – das Dorf hat sich nicht verändert, nur sie. :4. Mélyebbre húzza a napszemüveget az arcába, és lassan megy, mert a gyors járás itt gyanúsnak hat. - Sie zieht die Sonnenbrille tiefer ins Gesicht und geht langsam, weil schnelles Gehen hier verdächtig wirkt. :5. Már húsz lépés után meghallja a nevetését, és a teste gyorsabban reagál, mint az értelme. - Schon nach zwanzig Schritten hört sie sein Lachen, und ihr Körper reagiert schneller als ihr Verstand. :6. Carlo a műhely előtt áll, ingujja könyékig feltűrve, alkarján gépzsírral, és valamit magyaráz egy fiatal fickónak egy motornál. - Carlo steht vor der Werkstatt, die Ärmel bis zu den Ellbogen gekrempelt, Schmiere auf den Unterarmen, und erklärt einem jungen Kerl irgendetwas an einem Motor. :7. Meghízott, de jól áll neki, ahogy néha azoknak a férfiaknak áll jól, akik testi munkát végeznek. - Er hat zugenommen, aber er trägt es gut, wie Männer es manchmal tun, die körperlich arbeiten. :8. Elena elmegy a piac mellett, nem vesz semmit, nem köszön senkinek, és anyja háza azzal a különös csönddel fogadja, amely azokban a lakásokban van, ahol valaki meghalt. - Elena geht am Markt vorbei, kauft nichts, grüßt niemanden, und das Haus ihrer Mutter empfängt sie mit der besonderen Stille, die Wohnungen haben, in denen jemand gestorben ist. :9. Kinyitja az összes ablakot, vizet iszik a csapból, aztán sokáig ül a konyhaasztalnál, összekulcsolt kézzel, mint egy templomban. - Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung und sitzt dann lange am Küchentisch, die Hände gefaltet wie in einer Kirche. :10. Később este Carlo ajtaja előtt áll, abban a virágos ruhában, amelyet szándékosan hozott magával, anélkül hogy megmagyarázta volna magának, miért. - Später am Abend steht sie vor Carlos Tür, in dem geblümten Kleid, das sie absichtlich mitgenommen hat, ohne sich selbst zu erklären, warum. :11. A férfi ajtót nyit, és tekintete egyszer végigvándorol rajta lefelé, majd újra felfelé, nyugodtan és sietség nélkül. - Er öffnet, und sein Blick wandert einmal an ihr herunter und wieder hinauf, ruhig und ohne Eile. :12. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja, és ez nem hangzik gonoszul, de gonosz. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und es klingt nicht gemein, aber es ist gemein. :13. Elena levegőt vesz, aztán megüti, tenyérrel, laposan, úgy, ahogy az ember azt üti meg, akit tíz éven át nem tudott megütni. - Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn, flach mit der Hand, so wie man jemanden schlägt, den man zehn Jahre lang nicht schlagen konnte. :14. Carlo nem hátrál meg, nem szorítja a kezét az arcára, csak kissé megváltozik az arckifejezése. - Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Hand gegen die Wange, er verändert nur leicht den Ausdruck. :15. A szemében nincs megbánás, de meglepetés sincs, mintha számított volna erre, egyszer, valamikor, valahol. - In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, als hätte er damit gerechnet, irgendwann, irgendwo. :16. Elena megfordul, és lemegy a lépcsőn, a térde kissé remeg, a keze szorosan ökölbe zárva. - Elena dreht sich um und geht die Treppe hinunter, die Knie ein bisschen weich, die Hände fest zur Faust geschlossen. :17. Három cigarettát szív el egymás után az anyja háza előtti padon, és közben egy sikátorba néz, amely a semmibe vezet. - Sie raucht drei Zigaretten hintereinander auf der Bank vor dem Haus ihrer Mutter und schaut dabei in eine Gasse, die ins Nichts führt. :18. Amikor nem sokkal éjfél után kopog, Elena már az ablaknál áll, és látta őt feljönni az utcán. - Als er kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster und hat ihn schon die Straße heraufkommen sehen. :19. Egy üveg vörösbort tart a kezében, mint egy bocsánatkérést, amelyet nem akar kimondani. - Er hält eine Flasche Rotwein in der Hand wie eine Entschuldigung, die er nicht aussprechen will. :20. Elena beengedi, anélkül hogy bármit mondana, mert a hallgatás közöttük mindig őszintébb volt, mint a beszéd. - Sie lässt ihn herein, ohne etwas zu sagen, weil Schweigen zwischen ihnen immer ehrlicher war als Reden. :21. A garázsban két kiszuperált autóülésen ülnek, amelyek régi bőr és benzin szagát árasztják, és olyan poharakból isznak, amelyeket Carlo a dzsekijéből húz elő. - In der Garage sitzen sie auf zwei ausgedienten Autositzen, die nach altem Leder und Benzin riechen, und trinken aus Gläsern, die Carlo aus seiner Jacke zieht. :22. A fény gyenge, egy csupasz villanykörte, amely több árnyékot vet, mint világosságot. - Das Licht ist schwach, eine nackte Glühbirne, die mehr Schatten wirft als Helligkeit. :23. Carlo kinyújtja a kezét, és az övére teszi, anélkül hogy megkérdezné, akarja-e ezt. - Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen, ob sie das möchte. :24. Elena erre a kézre néz, amely érdes és meleg, és annyira ismerős, hogy fáj. - Elena schaut auf diese Hand, die rau ist und warm und so vertraut, dass es wehtut. :25. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja végül, mert ez a mondat évek óta vár benne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, weil der Satz seit Jahren in ihr wartet. :26. Carlo iszik, mielőtt válaszolna, és Elena ismeri ezt a mozdulatot, ezt a rövid idővásárlást. - Carlo trinkt, bevor er antwortet, und sie kennt diese Geste, dieses kurze Kaufen von Zeit. :27. „Megmutatom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja, „és hogyan kell újra összerakni, ha az ember hibát követett el.” - „Ich zeige ihm, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat." :28. Irónia nélkül mondja, de Elena mégis hallja benne az iróniát, mert ő hallja bele. - Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie trotzdem, weil sie sie hineinhört. :29. Lassan visszahúzza a kezét, és leteszi a poharát a betonpadlóra. - Sie zieht die Hand langsam zurück und stellt ihr Glas auf den Betonboden. :30. Még egy órát marad, mert a felállás döntést jelent, és a döntések olyan erőbe kerülnek, amellyel nem rendelkezik. - Sie bleibt noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet, und Entscheidungen Kraft kosten, die sie nicht hat. :31. Aztán elmegy, és ő nem kíséri el, ami helyes. - Dann geht sie, und er begleitet sie nicht, was das Richtige ist. :32. Napkelte előtt Elena olyan valakinek a gyors, biztos mozdulataival pakolja össze a táskáját, aki régóta készült erre a pillanatra. - Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit den schnellen, sicheren Bewegungen von jemandem, der sich lange auf diesen Moment vorbereitet hat. :33. Anyja házát el fogja adni, ezt eldöntötte, de ma nem gondol rá. - Das Haus ihrer Mutter wird sie verkaufen, das hat sie entschieden, aber heute denkt sie nicht daran. :34. Nem közvetlenül a pályaudvarra megy, hanem a hosszú úton, amely Signora Grazia konyhaablaka előtt vezet el. - Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern den langen Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt. :35. A lámpa már ég, mint mindig ebben a korai órában, és az üvegen át Elena meglátja a fiát. - Das Licht brennt schon, wie immer zu dieser frühen Stunde, und durch das Glas sieht Elena ihren Sohn. :36. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret márt tejbe, erre a kis cselekvésre összpontosítva, mintha ez volna az egyetlen dolog a világon. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, konzentriert auf diese kleine Handlung, als wäre sie die einzige Sache auf der Welt. :37. Carlo válla van neki, és az ő módja, ahogy kissé félrebillenti a fejét, amikor gondolkodik. - Er hat Carlos Schultern und ihre Art, den Kopf leicht zu neigen, wenn er nachdenkt. :38. Signora Grazia mögötte áll, a kezét a fejére teszi, Matteo pedig röviden felnéz, és elmosolyodik, ezzel az álmos reggeli mosollyal. - Signora Grazia steht hinter ihm, legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses schläfrige Morgenlächeln. :39. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és egy pillanatra lehunyja a szemét. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und schließt die Augen für einen Moment. :40. Egyszer lélegzik, kétszer, és a harmadik lélegzetvételnél visszahúzódik. - Sie atmet einmal, zweimal, und beim dritten Atemzug zieht sie sich zurück. :41. A pályaudvaron kávét vesz az automatából, amely rossz ízű, mégis megissza. - Am Bahnhof kauft sie einen Kaffee aus dem Automaten, der schlecht schmeckt, und trinkt ihn trotzdem. :42. A milánói vonat pontosan indul, Elena pedig az ablaknál ül, táskájával az ölében, mintha meg akarná akadályozni, hogy elrepüljön. - Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, als würde sie verhindern wollen, dass sie wegfliegt. :43. A nap felkel Basilicata dombjai fölött, nagy és narancsszínű, és olyan fénybe meríti a mezőket, amilyet képeslapokra nyomtatnak. - Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, groß und orange, und taucht die Felder in ein Licht, das man auf Postkarten druckt. :44. Elena odanéz, mert szép, és mert oda kell nézni, ha valami szép. - Elena schaut hin, weil es schön ist und weil man hinschauen muss, wenn etwas schön ist. :45. De a fény nem éri el őt, megakad az ablaküvegen, mint egy határon, amelyet ő maga húzott meg. - Aber das Licht erreicht sie nicht, es bleibt an der Fensterscheibe hängen wie an einer Grenze, die sie selbst gezogen hat. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :Elena visszatérése - Elenas Rückkehr :1. A busz sóhajtva áll meg, mintha maga is megkönnyebbült volna, hogy maga mögött tudhatja ezt az utat, és Elena utolsóként száll le, mert nem akar sietni. - Der Bus hält mit einem Seufzen, als wäre er selbst erleichtert, diese Strecke hinter sich gebracht zu haben, und Elena steigt als letzte aus, weil sie sich nicht beeilen will. :2. Tíz év hosszú idő, de a falu szaga nem vár felkészülésre – egyszerűen ott van, azonnal, testileg, megalkuvást nem tűrően. - Zehn Jahre sind eine lange Zeit, aber der Geruch des Dorfes wartet nicht auf Vorbereitung – er ist einfach da, sofort, körperlich, unverhandelbar. :3. Paradicsom, por, motorolaj, és alattuk még valami, amit nem lehet megnevezni, talán maga a falu, a létezésének sajátos módja. - Tomaten, Staub, Motoröl, und darunter noch etwas, das sich nicht benennen lässt, vielleicht das Dorf selbst, seine besondere Art zu existieren. :4. Elena megigazítja a napszemüvegét, és lassan megy tovább, annak közönyös tartásával, aki csak röviden átutazik, és nincs itt története. - Elena schiebt die Sonnenbrille zurecht und geht langsam, mit der gleichgültigen Haltung von jemandem, der nur kurz durchreist und keine Geschichte hier hat. :5. A nevetés húsz lépés után találja el, még mielőtt meglátná őt, és a teste emlékszik, bár ő ezt nem engedte meg neki. - Das Lachen trifft sie nach zwanzig Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper erinnert sich, obwohl sie ihm das nicht erlaubt hat. :6. Carlo a műhely előtt áll, alkarja könyökig zsírral borítva, és egy fiatalembernek magyaráz valamit egy felnyitott motornál, azzal a türelemmel, amelyet Elena mindig gyűlölt benne, mert neki magának nincs belőle. - Carlo steht vor der Werkstatt, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere bedeckt, und erklärt einem jungen Mann etwas an einem aufgeklappten Motor, mit dieser Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt. :7. Megváltozott, de csak úgy, ahogy azok a dolgok változnak, amelyek belülről kifelé nőnek, és úgy viseli a kort, mint valamit, ami hozzá tartozik. - Er hat sich verändert, aber nur so, wie Dinge sich verändern, die von innen heraus wachsen, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm gehört. :8. Elena nem vesz semmit a piacon, nem köszön senkinek, figyelmen kívül hagyja a nőt a zöldséges standnál, aki úgy kiáltja a nevét, mintha joga volna hozzá. - Elena kauft nichts auf dem Markt, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, als wäre es ein Recht. :9. Anyja háza azt a sajátos csendet vette fel, amelyet a szobák akkor fejlesztenek ki, amikor hiányzik az ember, aki jelentést adott nekik. - Das Haus ihrer Mutter hat die spezifische Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat. :10. Kinyitja az ablakokat, csapvizet iszik, leül a konyhaasztalhoz, és a kezei, amelyeket laposan a fára tesz, idegennek tűnnek neki, túl nyugodtnak ahhoz képest, ami benne történik. - Sie öffnet die Fenster, trinkt Leitungswasser, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach aufs Holz legt, wirken ihr fremd, zu ruhig für das, was in ihr vorgeht. :11. Este felveszi a virágos ruhát, amely már tíz évvel ezelőtt is megvolt neki, és amelyet mégis becsomagolt, anélkül hogy őszinte magyarázatot adott volna rá önmagának. - Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren schon hatte und das sie dennoch eingepackt hat, ohne sich selbst eine ehrliche Erklärung dafür zu geben. :12. A lépcső Carlo lakásához minden lépésnél nyikorog, és Elena nem számolja a fokokat, mert kívülről tudja őket, akarata ellenére. - Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen nicht, weil sie sie auswendig kennt, ohne es zu wollen. :13. Carlo ajtót nyit, és a tekintete időt hagy magának, ami rosszabb, mint a sietség. - Er öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, was schlimmer ist als Eile. :14. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja olyan hangon, amely nem hangzik kegyetlennek, ami azt jelenti, hogy nem tudja, mennyire kegyetlen. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die nicht grausam klingt, was bedeutet, dass er nicht weiß, wie grausam es ist. :15. Elena megüti, mielőtt eldöntötte volna, hogy megteszi, nyitott tenyérrel, tíz év teljes felgyülemlett erejével, amely alatt nem volt képes rá. - Elena schlägt ihn, bevor sie entschieden hat, es zu tun, flach mit der Hand, mit der ganzen angesammelten Kraft von zehn Jahren, in denen sie es nicht konnte. :16. Carlo nem hátrál meg, nem szorítja tenyerét a kipirult arcához, csak kissé megváltoztatja az arckifejezését, mintha egy információt dolgozna fel. - Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die gerötete Wange, er verändert nur den Ausdruck leicht, als würde er eine Information verarbeiten. :17. A szemében nincs megbánás, de meglepetés sincs, és a meglepetés hiánya az, ami Elenát a leginkább eltalálja. - In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist das, was Elena am meisten trifft. :18. Megfordul, lemegy a lépcsőn, a térde különösen puhának érzi magát, és odakint egymás után három cigarettát szív el, anélkül hogy igazán érezné az ízüket. - Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter, die Knie merkwürdig weich, und draußen raucht sie drei Zigaretten in einer Reihe, ohne sie wirklich zu schmecken. :19. Amikor nem sokkal éjfél után kopognak, ő már az ablaknál áll, mert tudta, hogy Carlo el fog jönni, és mert éppen ezért nem zárta be az ajtót. - Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür deswegen nicht abgesperrt hat. :20. Carlo úgy tart egy borosüveget, mint valaki, aki tudja, hogy nem hozott magával szavakat, és Elena beszéd nélkül engedi be, mert a csend közöttük mindig pontosabb volt, mint bármely nyelv. - Carlo hält eine Weinflasche wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache. :21. A műhely régi gumi, benzin és a hosszú ideig megmunkált fém sajátos szagát árasztja, és a csupasz izzó több árnyékot vet, mint fényt. - Die Werkstatt riecht nach altem Gummi, Benzin und dem speziellen Geruch von Metall, das lange bearbeitet wurde, und die nackte Glühbirne wirft mehr Schatten als Licht. :22. Két autóülésen ülnek, amelyeket Carlo valamilyen roncsból mentett ki, olyan poharakból isznak, amelyeket a kabátjából húz elő, és ebben van valami ismerős, ami fáj. - Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, und das hat etwas Vertrautes, das wehtut. :23. Amikor Carlo kérdezés nélkül, a tekintetét fel sem emelve a kezére teszi a kezét, Elena érzi a pulzust a torkában, ezt a régi, megbízhatatlan árulót. - Als Carlo seine Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Verräter. :24. Carlo kezei érdesek, a bőr az ujjpercein repedezett és sötét, és annyira változatlanok, hogy Elena egy pillanatra megfeledkezik az időről. - Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel, und sie sind so unverändert, dass Elena einen Moment lang die Zeit vergisst. :25. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja végül, és a mondat nyugodtabbnak hangzik, mint amilyen, mert magában olyan sokszor elpróbálta. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn im Stillen so oft geprobt hat. :26. Carlo hosszút kortyol, mielőtt válaszol, és Elena ismeri ezt a szünetet, ezt a gondos szóválasztást, amely nála soha nem számítás, hanem valódi gondolkodás. - Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Wählen von Worten, das bei ihm nie Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken. :27. „Megmutatom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja, „és hogyan kell újra összerakni, ha az ember olyan hibát követett el, amelyet nem lehet visszacsinálni.” - „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der nicht rückgängig zu machen ist." :28. Irónia nélkül mondja, de Elena hallja az iróniát, mert ő teszi bele, mert tíz éve nem tud másképp. - Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie, weil sie sie hineinlegt, weil sie nicht anders kann, seit zehn Jahren nicht. :29. Visszahúzza a kezét, leteszi a poharat a betonpadlóra, és a mozdulatnak egy döntés véglegessége van, még akkor is, ha még egy órát marad. - Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas auf den Betonboden, und die Bewegung hat die Endgültigkeit einer Entscheidung, auch wenn sie noch eine Stunde bleibt. :30. Marad, mert felállni olyan erőbe kerül, amelyet előbb össze kell szednie, és mert odakint az éjszaka túl csendes ahhoz, ami vár rá. - Sie bleibt, weil Aufstehen Kraft kostet, die sie sich erst zusammensuchen muss, und weil die Nacht draußen zu still ist für das, was sie erwartet. :31. Aztán búcsú nélkül elmegy, és Carlo hagyja elmenni, ami a legokosabb dolog, amit valaha érte tett. - Dann geht sie, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, was er je für sie getan hat. :32. Elena még napkelte előtt becsomagolja a táskáját annak koncentrált hatékonyságával, akinek a tétovázás túl drágává vált. - Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist. :33. Nem kapcsolja fel a villanyt, mert anyja szobáját a sötétben jobban ismeri, mint világosban, ami, amikor észreveszi, elszorítja a torkát. - Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit besser kennt als im Hellen, was ihr, als sie es bemerkt, die Kehle zuschnürt. :34. Aztán elindul a hosszú úton az állomás felé, azon az úton, amely Signora Grazia konyhaablaka előtt vezet el, és nem hazudja magának, hogy ez véletlen. - Dann geht sie den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und sie lügt sich nicht an, dass es Zufall ist. :35. A konyhában már ég a fény, narancssárgán és melegen a bepárásodott üveg mögött, és Elena megáll, a táskát a testéhez húzva. - Das Licht in der Küche brennt bereits, orange und warm hinter dem beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche an den Körper gezogen. :36. Matteo az asztalnál ül, kenyeret márt tejbe annak álmos koncentrációjával, aki még félig alvásban van, és nagyobb, mint ahogy Elena várta, sokkal nagyobb. - Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Schlaf ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer. :37. Carlo válla van meg benne, Elena orra, és az a mód, ahogy gondolataiba merülve félrebillenti a fejét, egyiküktől sem származik, és mégis mindkettőjüktől. - Er hat Carlos Schultern, ihre Nase, und eine Art, den Kopf zu neigen, wenn er in Gedanken ist, die von keinem von beiden kommt und doch von beiden. :38. Signora Grazia a kezét Matteo fejére teszi, Matteo pedig röviden felpillant, elmosolyodik azzal a rövid, meleg reggeli mosollyal, amely a gyerekeké, mielőtt a nap utoléri őket. - Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf, lächelt dieses kurze, warme Morgenlächeln, das Kinder haben, bevor der Tag sie einholt. :39. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, lehunyja a szemét, és egy pillanatig csak az üveg van, a hideg, a szívverés. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment ist da nur das Glas, die Kälte, der Herzschlag. :40. Aztán elszakítja magát tőle, mert el kell szakadni, mert ez az egyetlen mozdulat, amely még az övé. - Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das die einzige Bewegung ist, die ihr noch gehört. :41. Az állomáson kávét vesz az automatából, amely égett tej ízű, és állva issza meg, mert leülni azt jelentené, hogy megérkezett. - Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen bedeuten würde, anzukommen. :42. A Milánóba tartó vonat pontosan indul, Elena pedig az ablaknál ül, a táska az ölében, kezei a hevederek köré zárva. - Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen. :43. A nap szélesen és narancssárgán kel fel Basilicata dombjai fölött, és a kora reggel súlyos, szép fényébe meríti a mezőket, abba a fénybe, amelyet képeslapokra nyomtatnak és memoárokban írnak le. - Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange, und taucht die Felder in das schwere, schöne Licht des frühen Morgens, das man auf Postkarten druckt und in Memoiren beschreibt. :44. Elena odanéz, mert szép, és mert a szépségnek kötelessége, hogy észrevegyék, még akkor is, ha az ember nem tudja befogadni. - Elena schaut hin, weil es schön ist und weil Schönheit eine Pflicht hat, bemerkt zu werden, auch wenn man sie nicht empfangen kann. :45. A fény az üvegen marad, melegíti az ablakot, de nem őt, és a vonat továbbhalad falvakon át, amelyek egyre kisebbek lesznek, míg el nem tűnnek. - Das Licht bleibt an der Scheibe, es wärmt das Glas, aber nicht sie, und der Zug fährt weiter, durch Dörfer, die kleiner werden, bis sie verschwinden. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :Elena visszatérése - Elenas Rückkehr :1. A busz hidraulikus sóhajjal áll meg a tér szélén, és Elena ülve marad, amíg a többi utas le nem száll, mert még egy pillanattal el akarja halasztani a megérkezést. - Der Bus hält mit einem hydraulischen Seufzen am Rand des Platzes, und Elena bleibt sitzen, bis die anderen Fahrgäste ausgestiegen sind, weil sie das Ankommen noch einen Moment lang aufschieben will. :2. Tíz év nem elvont szám, ezt most már tudja, ahogy a falu szaga betolakszik a nyitott ajtón – paradicsom, por, meleg kő, és alatta, alig észrevehetően, Carlos műhelyének olaja, amely mindjárt a sarkon kezdődik. - Zehn Jahre sind keine abstrakte Zahl, das weiß sie jetzt, da der Geruch des Dorfes durch die geöffnete Tür hereindrängt – Tomaten, Staub, warmer Stein und darunter, kaum wahrnehmbar, das Öl von Carlos Werkstatt, die gleich um die Ecke beginnt. :3. Utolsóként száll le, leteszi a táskát a kövezetre, és a szeptember úgy csapja felé a hőséget, mint valamit, ami rá várt. - Sie steigt als letzte aus, stellt die Tasche auf das Pflaster, und der September schlägt ihr die Hitze entgegen wie etwas, das auf sie gewartet hat. :4. A nevetés néhány lépés után éri el, még mielőtt meglátná őt, és a teste olyan közvetlenséggel reagál, amely átmenetileg felfüggeszti az önuralom minden gondolatát. - Das Lachen trifft sie nach wenigen Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper reagiert mit einer Unmittelbarkeit, die jeden Gedanken an Kontrolle vorläufig suspendiert. :5. Carlo a nyitott műhelyajtó előtt áll, alkarja könyékig bekenve zsírral, és egy fiatal szerelőnek magyaráz valamit egy felnyitott motornál, azzal a higgadt türelemmel, amelyet Elena mindig gyűlölt benne, mert neki magának nincs, és soha nem is volt. - Carlo steht vor der offenen Werkstatttür, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere eingerieben, und erklärt einem jungen Mechaniker etwas an einem aufgeklappten Motor, mit jener gleichmütigen Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt und nie besessen hat. :6. Úgy változott meg, ahogyan a férfiak változnak, amikor az idő inkább ad nekik valamit, mintsem elvesz, és úgy viseli a kort, mint valamit, ami magától értetődően megilleti. - Er hat sich verändert auf die Weise, auf die Männer sich verändern, wenn die Zeit ihnen etwas gibt statt nimmt, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm selbstverständlich zusteht. :7. Elena elmegy a piactér mellett anélkül, hogy megállna, nem köszön senkinek, figyelmen kívül hagyja a zöldségesstandnál álló nőt, aki a nevét kiáltja, olyan hangerővel és jogosultságérzettel, mint valaki, aki azt hiszi, joga van válaszokat kapni. - Elena geht am Marktplatz vorbei, ohne innezuhalten, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, mit der Lautstärke und Berechtigung von jemandem, der glaubt, ein Recht auf Antworten zu haben. :8. Anyja háza azt a különös csendet vette fel, amelyet a szobák akkor fejlesztenek ki, amikor hiányzik belőlük az ember, aki jelentést adott nekik, és ez a csend nem a zaj hiánya, hanem valami nehéznek a jelenléte. - Das Haus ihrer Mutter hat die besondere Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat, und diese Stille ist keine Abwesenheit von Geräusch, sondern eine Anwesenheit von etwas Schwerem. :9. Kinyitja az összes ablakot, vizet iszik a csapból, leül a konyhaasztalhoz, és a kezek, amelyeket laposan az öreg fára tesz, idegennek tűnnek számára, túl nyugodtnak, túl fegyelmezettnek ahhoz képest, ami alattuk dolgozik. - Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach auf das alte Holz legt, kommen ihr fremd vor, zu ruhig, zu beherrscht für das, was darunter arbeitet. :10. Este felveszi a virágos ruhát, amely tíz évvel ezelőtt az övé volt, és amelyet ennek ellenére becsomagolt anélkül, hogy rákényszerítette volna magát arra az őszinteségre, hogy megmagyarázza, miért. - Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das vor zehn Jahren ihres war und das sie trotzdem eingepackt hat, ohne sich selbst die Ehrlichkeit zuzumuten, zu erklären, warum. :11. A Carlos lakásához vezető lépcső minden lépésnél ugyanazokon a helyeken nyikorog, mint régen, és ez a tudás, amelyet a teste az értelme engedélye nélkül birtokol, tudatosítja benne, milyen mélyen ülnek bizonyos dolgok. - Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt an denselben Stellen wie früher, und dieses Wissen, das ihr Körper besitzt ohne Erlaubnis ihres Verstands, macht ihr bewusst, wie tief einige Dinge sitzen. :12. Carlo ajtót nyit, és a tekintete időt vesz magának, végigvándorol rajta lefelé, majd vissza felfelé olyan nyugalommal, amely rosszabb minden sietségnél, mert a nyugalom azt jelenti, hogy biztosnak érzi magát. - Carlo öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, wandert an ihr herunter und wieder hinauf mit einer Ruhe, die schlimmer ist als jede Eile, weil Ruhe bedeutet, dass er sich sicher fühlt. :13. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja olyan hangon, amely ezt nem kegyetlenségnek szánja, és éppen ez teszi a legteljesebb kegyetlenséggé, amelyet elkövethet vele. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die das nicht als Grausamkeit meint, was es zur vollständigsten Grausamkeit macht, die er ihr zufügen könnte. :14. Elena megüti, mielőtt az erre vonatkozó elhatározás teljesen végiggondolódna benne, tenyérrel, laposan, olyan erővel, amely tíz évből torlódott fel, amely alatt nem tudta, nem volt szabad, nem akarta. - Elena schlägt ihn, bevor der Entschluss dazu fertig gedacht ist, flach mit der Hand, mit einer Kraft, die sich aus zehn Jahren aufgestaut hat, in denen sie es nicht konnte, nicht durfte, nicht wollte. :15. Carlo nem hátrál meg, nem szorítja a tenyerét a piros foltra, csak minimálisan változtatja meg az arckifejezését, mintha egy információt venne tudomásul, amelyre valamikor számított. - Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die rote Stelle, er verändert nur minimal den Ausdruck, als würde er eine Information registrieren, die er irgendwann erwartet hat. :16. A szemében nincs megbánás, de meglepetés sincs, és a meglepetés hiánya az igazi sérülés, mélyebb mindennél, amit elképzelt magának. - In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist die eigentliche Verletzung, tiefer als alles, was sie sich vorgestellt hatte. :17. Megfordul, lemegy a lépcsőn furcsán engedő térdekkel, és odakint egymás után három cigarettát szív el anélkül, hogy érezné az ízüket, tekintetét egy sikátorra szegezve, amely sehová sem vezet. - Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter mit Knien, die merkwürdig nachgeben, und draußen raucht sie drei Zigaretten hintereinander, ohne sie zu schmecken, die Augen auf eine Gasse gerichtet, die nirgendwohin führt. :18. Amikor nem sokkal éjfél után kopognak, már az ablaknál áll, mert tudta, hogy a férfi el fog jönni, és mert pontosan ezért nem zárta be az ajtót, egy ténnyel, amellyel nem néz szembe. - Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür aus genau diesem Grund nicht abgesperrt hat, einer Tatsache, der sie sich nicht stellt. :19. Carlo úgy tart egy üveg vörösbort, mint valaki, aki tudja, hogy nem hozott magával szavakat, és hogy az sem volna megoldás, Elena pedig szó nélkül beengedi, mert a csend közöttük mindig pontosabb volt minden nyelvnél, amelyet mindketten uraltak. - Carlo hält eine Flasche Rotwein wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat und dass das auch keine Lösung wäre, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache, die sie beiden beherrschten. :20. A műhely gumi, benzin és annak a fémnek a sajátos szagát árasztja, amely évekig emberi kezekkel érintkezett, és a mennyezeten lógó csupasz villanykörte olyan fényt vet, amely inkább magyaráz, mint megvilágít. - Die Werkstatt riecht nach Gummi, Benzin und dem spezifischen Geruch von Metall, das über Jahre mit menschlichen Händen in Kontakt war, und die nackte Glühbirne an der Decke wirft Licht, das mehr erklärt als erhellt. :21. Két autóülésen ülnek, amelyeket Carlo valamilyen roncsból mentett ki, mert semmit nem dob ki, aminek még funkciója van, és poharakból isznak, amelyeket úgy húz elő a kabátjából, mintha ez normális volna. - Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, weil er nichts wegwirft, was noch Funktion hat, und trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, als wäre das normal. :22. Amikor a férfi kérdés nélkül, anélkül, hogy felemelné a tekintetét, a kezére teszi a kezét, Elena érzi a pulzust a torkában, ezt a régi, megbízhatatlan testi árulást, amely semmit sem törődik a döntéseivel. - Als er die Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Körperverrat, der sich um keine ihrer Entscheidungen schert. :23. A keze érdes, a bőr az ujjízületein repedezett és sötét a beledolgozódott olajtól, amelyet semmilyen mosás nem távolít el többé teljesen, és annyira teljesen változatlan, hogy az idő egy pillanatra megszűnik lineárisnak lenni. - Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel von eingearbeitetem Öl, das kein Waschen mehr vollständig entfernt, und sie sind so vollständig unverändert, dass die Zeit für einen Moment aufhört, linear zu sein. :24. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja végül, és a mondat nyugodtabbnak hangzik, mint amilyen, mert olyan sokszor mondta ki magában csendben, hogy elveszítette éles széleit anélkül, hogy elveszítette volna a tartalmát. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn so viele Male im Stillen gesagt hat, dass er seine scharfen Kanten verloren hat, ohne seinen Inhalt zu verlieren. :25. Carlo hosszút kortyol, mielőtt válaszol, és Elena ismeri ezt a szünetet, ezt a szavak gondos mérlegelését, amely nála nem számítás, hanem valódi gondolkodás, ami őt minden ellenére jobb emberré teszi, mint őt. - Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Abwiegen von Worten, das bei ihm keine Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken, was ihn, trotz allem, zu einem besseren Menschen macht als sie. :26. „Megmutatom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja végül, „és hogyan kell újra összerakni, ha az ember olyan hibát követett el, amelyet nem lehet visszavonni.” - „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er schließlich, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der sich nicht rückgängig machen lässt." :27. Irónia nélkül mondja, ezt Elena tudja, de nem tudja abbahagyni, hogy mégis hallja benne, mert tíz éve mindenben keres valamit, amit a férfi mond, és mert ez az övé, nem a férfié. - Er meint es ohne Ironie, das weiß sie, aber sie kann nicht aufhören, sie zu hören, weil sie seit zehn Jahren in allem sucht, was er sagt, und weil das ihres ist, nicht seins. :28. Visszahúzza a kezét, a poharat olyan gondossággal teszi a betonpadlóra, mintha a pohár törékeny volna, noha tudja, hogy nem az, aztán még egy órát marad, mert felállni döntést jelentene. - Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas mit einer Sorgfalt auf den Betonboden, als wäre das Glas zerbrechlich, obwohl sie weiß, dass sie es nicht ist, und dann bleibt sie noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet. :29. A döntés végül magától jön, ahogyan a döntések jönnek, amikor az ember már felhagyott azzal, hogy várjon rájuk, és Elena búcsú nélkül megy el, Carlo pedig hagyja elmenni, ami a legokosabb dolog, amit valaha érte tett, és a legszomorúbb. - Die Entscheidung kommt schließlich von selbst, wie Entscheidungen kommen, wenn man aufgehört hat, auf sie zu warten, und sie geht, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, das er je für sie getan hat, und das Traurigste. :30. Elena még napfelkelte előtt összepakolja a táskáját annak koncentrált hatékonyságával, akinek a habozás túl drágává vált, akinek a habozás túl sokba került, túl sok éven át. - Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist, dem Zögern zu viel gekostet hat, über zu viele Jahre. :31. Nem kapcsol villanyt, mert anyja szobáját a sötétben teljesebben ismeri, mint világosban, és ez a felismerés, amikor megfogalmazza, összeszorítja a torkát. - Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit vollständiger kennt als im Hellen, und diese Erkenntnis, als sie sie formuliert, schnürt ihr die Kehle zu. :32. A hosszú utat választja az állomásig, azt az utat, amely Signora Grazia konyhaablaka mellett vezet el, és nem hazudja magának, hogy ez véletlen vagy megszokás vagy bármi más, mint ami. - Sie nimmt den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und lügt sich nicht an, dass es Zufall ist oder Gewohnheit oder irgendetwas anderes als das, was es ist. :33. A konyhában már ég a lámpa, melegen és narancssárgán a kissé bepárásodott üveg mögött, Elena pedig megáll, a táskát szorosan a testéhez húzva, mintha egy tárgyba kapaszkodni megakadályozhatná a remegést. - Das Licht in der Küche brennt bereits, warm und orange hinter dem leicht beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche fest an den Körper gezogen, als könnte das Festhalten an einem Gegenstand das Zittern verhindern. :34. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe annak álmos összpontosításával, aki még félig az álomban van, és nagyobb, mint várta, sokkal nagyobb, Carlos vállaival és az ő orrával és a fejbillentés olyan módjával, amely egyiküktől sem jön, és mégis mindkettőjüktől. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Traum ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer, mit Carlos Schultern und ihrer Nase und einer Art, den Kopf zu neigen, die von keinem von beiden kommt und von beiden. :35. Signora Grazia a kezét a fejére teszi, Matteo pedig röviden felnéz és elmosolyodik, ezzel a rövid, teljes reggeli mosollyal, amely olyan valakié, akinek a világ még rendben van. - Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses kurze, vollständige Morgenlächeln von jemandem, dem die Welt noch in Ordnung ist. :36. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, lehunyja a szemét, és egy pillanatra csak az üveg van, a hideg, a szívverés, és ez nem elég, de ez minden. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment gibt es nur das Glas, die Kälte, den Herzschlag, und das genügt nicht, aber es ist alles. :37. Aztán elszakítja magát, mert az embernek el kell szakadnia, mert az elszakadás az egyetlen mozdulat, amely még teljesen az övé, és elmegy. - Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das Lösen die einzige Bewegung ist, die ihr noch vollständig gehört, und geht. :38. Az állomáson kávét vesz az automatából, amely égett tej és műanyag ízű, és állva issza meg, mert leülni olyan megérkezést jelentene, amelybe nem egyezett bele. - Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch und Plastik schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen eine Ankunft bedeuten würde, zu der sie sich nicht bereit erklärt. :39. A milánói vonat pontosan indul, azoknak a dolgoknak a közömbös megbízhatóságával, amelyeknek nincs történetük velünk, Elena pedig az ablaknál ül, a táska az ölében, kezei úgy záródnak a pántokra, mint valami köré, aminek nem szabad megszöknie. - Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die keine Geschichte mit uns haben, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen wie um etwas, das nicht entkommen soll. :40. A nap felkel Basilicata dombjai fölött, szélesen és narancssárgán és olyan szépen, hogy ez már szinte sértés, és a mezőket meg a fehér házakat abba a súlyos, arany fénybe meríti, amelyet képeslapokra nyomtatnak, mert meg akarják tartani, mert nem lehet megtartani. - Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange und so schön, dass es fast eine Zumutung ist, und taucht die Felder und die weißen Häuser in das schwere, goldene Licht, das man auf Postkarten druckt, weil man es festhalten will, weil es sich nicht festhalten lässt. :41. Elena odanéz, mert a szépségnek csendes kötelessége van, hogy észrevegyék, akkor is, sőt éppen akkor, amikor az ember nem tudja befogadni, amikor közte és a világ között egy üveg van, amelyet ő maga húzott fel. - Elena schaut hin, weil Schönheit eine stille Pflicht hat, wahrgenommen zu werden, auch und gerade dann, wenn man sie nicht empfangen kann, wenn zwischen einem und der Welt ein Glas ist, das man selbst eingezogen hat. :42. A vonat továbbhalad, a dombok kisebbek lesznek, aztán laposabbak, aztán eltűnnek, és a nap magasabbra emelkedik, megszűnik szépnek lenni, és már csak fény lesz, és a fény felmelegíti az ablaküveget, de őt nem. - Der Zug fährt weiter, die Hügel werden kleiner und dann flacher und dann verschwinden sie, und die Sonne steigt höher und hört auf, schön zu sein und wird nur noch Licht, und das Licht wärmt die Scheibe, aber nicht sie. -------------------- == 86 == 1 -------------------- Das Porzellan Maureen ist sechsundfünfzig Jahre alt. Sie putzt Wohnungen in London. Das macht sie seit zwanzig Jahren. Die Wohnungen sind in Kensington. Dort wohnen reiche Leute. Ihr neuer Kunde heißt Lord Archibald Pemberton. Alle nennen ihn Archie. Er ist achtundsiebzig Jahre alt. Seine Wohnung ist in der Montpelier Street. Archie hat einen alten Schlüssel an Maureen gegeben. Nein – er hat ihn ihr „geliehen". Das ist ein Unterschied für ihn. Maureen kommt jeden Montag. Sie schließt die Tür auf und geht hinein. In der Küche steht das Teegeschirr schon auf dem Tisch. Archie hat es hervorgeholt. Er macht das jedes Mal. Maureen hat aber keine Zeit für Tee. Sie bindet ihre Schürze um. Archie steht im Flur und lächelt. „Ah, Maureen. Der Kronleuchter wackelt wieder." Maureen schaut nach oben. Der Kronleuchter wackelt nicht. „Ich schau später", sagt sie. Dann geht sie ins Badezimmer. Sie schrubbt die Wanne und wischt den Boden. Archie kommt in die Tür. Er hat ein Glas Sherry in der Hand. Er erzählt von seinem Vater. Sein Vater hat mit Churchill gegessen. Er erzählt von einem Pferd. Das Pferd hieß Wellington. Er erzählt von früher. Maureen hört zu. Sie sagt „Mhm" und „Aha". Das macht sie seit Jahren so. Archie fragt: „Sind Sie zufrieden, Maureen?" Sie dreht sich um. „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie. Archie versteht nicht, dass das keine Antwort ist. Er lächelt und geht wieder in den Salon. Maureen wischt weiter. Eine Woche später kommt Maureen wieder. Archie sitzt am Esstisch. Er trägt seinen Morgenmantel. In seinen Händen ist ein Brief. Sein Gesicht ist rot. Die Hände zittern ein bisschen. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er. Giles ist sein Sohn. Er ist Banker in der City. Archies Stimme ist klein und kaputt. Maureen sieht ihn an. Dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard. Sie geht hin. Sie nimmt ein Glas. Sie schenkt sich Sherry ein. Das erste Mal in zwanzig Jahren. Sie setzt sich ihm gegenüber. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie. „Das ist nicht dasselbe, aber …" Sie trinkt. Archie schluchzt leise. Maureen sagt nichts mehr. Sie sitzt einfach da. Das ist genug. Eine Woche später klingelt Maureen an der Tür. Sie hat eine Tupperdose dabei. Darin sind Scones – selbst gebacken. Sie sind ein bisschen zu braun, aber sie sind warm. Archie öffnet die Tür. Seine Augen sind noch ein bisschen rot. Aber sein Kragen ist sauber gebügelt. Maureen stellt die Dose auf den Küchentisch. „Setzen Sie sich", sagt sie. „Ich mache Tee." Archie setzt sich. Er nimmt einen Scone und zerbröckelt ihn auf dem Teller. Maureen gießt den Tee ein – zuerst der Tee, dann die Milch. Sie setzt sich neben ihn. „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt sie. Archie lächelt. „Ich weiß", sagt er. Sie essen die Scones. Draußen fährt ein Bus vorbei. Die Wohnung ist still. Aber sie ist nicht mehr leer. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Das Porzellan Maureen ist sechsundfünfzig, und sie putzt seit zwanzig Jahren die Wohnungen reicher Leute. Die meisten ihrer Kunden wohnen in Kensington, wo die Straßen sauber und die Türen schwer sind. Ihr neuester Kunde ist Lord Archibald Pemberton, den alle nur Archie nennen. Er ist achtundsiebzig Jahre alt und wohnt allein in einer großen Wohnung in der Montpelier Street. Die Wohnung ist voller alter Möbel, alter Bilder und altem Porzellan, das niemand benutzt. Archie hat Maureen einen Schlüssel gegeben – oder besser gesagt: Er hat ihr einen Schlüssel „geliehen". Jeden Montag kommt Maureen, schließt die Tür auf und geht direkt in die Küche. Das Teegeschirr steht jedes Mal schon auf dem Tisch, obwohl Maureen nie Zeit für Tee hat. Sie bindet ihre Schürze um und beginnt zu arbeiten, während Archie aus dem Schlafzimmer kommt. „Ah, Maureen", sagt er, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" Maureen schaut kurz nach oben, aber der Kronleuchter hängt völlig ruhig an der Decke. „Ich schau später", sagt sie, und geht ins Badezimmer, bevor er weitersprechen kann. Sie schrubbt die Wanne, wischt den Spiegel und putzt den Boden, während Archie in der Tür steht. Er hat ein Sherryglas in der Hand und erzählt von seinem Vater, der einmal mit Churchill gegessen hat. Dann erzählt er von einem Pferd namens Wellington, das angeblich das schnellste in ganz Hampshire war. Maureen antwortet mit „Mhm" und „Aha", weil sie gelernt hat, dass das meistens reicht. Manchmal fragt Archie sie etwas, aber er wartet selten auf die Antwort. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?", fragt er plötzlich, und sie dreht sich um. „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie, und Archie nickt, als wäre das eine Antwort auf seine Frage. Er geht zurück in den Salon, und Maureen macht weiter – sie hat noch drei andere Kunden an diesem Tag. Das Porzellan im Regal staubt sie immer zuletzt ab, weil es viel Zeit kostet und sehr zerbrechlich ist. Die Tassen haben goldene Ränder, und manche sind schon leicht angeschlagen. Archie sagt nie, wem das Porzellan gehört hat, aber Maureen vermutet: seiner Frau. Eine Woche später kommt Maureen wie immer, aber diesmal ist es anders in der Wohnung. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, und auf dem Tisch liegt ein geöffneter Brief. Sein Gesicht ist gerötet, seine Hände zittern, und er schaut nicht auf, als Maureen reinkommt. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme klingt wie die eines alten Mannes. Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und Archie spricht selten gut über ihn. Maureen bleibt stehen, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard. Sie geht langsam zum Sideboard, nimmt ein Glas und schenkt sich ein – das erste Mal in zwanzig Jahren. Dann setzt sie sich Archie gegenüber und stellt das Glas auf den Tisch zwischen ihnen. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie ruhig. „Das ist natürlich nicht dasselbe, aber …" Sie trinkt einen Schluck, und Archie schluchzt leise, ohne das Gesicht zu heben. Maureen sagt nichts mehr, weil es nichts gibt, was in diesem Moment helfen würde. Sie sitzt einfach da, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille im Zimmer stehen. Draußen fährt ein Auto vorbei, und irgendwo in der Wohnung tickt eine alte Uhr. Nach einer Weile steht Maureen auf, bindet ihre Schürze um und fängt an zu putzen. Archie bleibt am Tisch sitzen, aber seine Hände zittern nicht mehr ganz so stark. In der nächsten Woche denkt Maureen manchmal an Archie, wenn sie in anderen Wohnungen putzt. Sie denkt daran, wie er am Tisch saß, und wie sein Kragen schief war, und wie er nicht weinte, sondern nur zitterte. Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie müde ist und eigentlich früh schlafen wollte. Sie werden ein bisschen zu braun, aber sie riechen gut, und das ist, wie Maureen entscheidet, genug. Am nächsten Montag klingelt sie an der Tür, weil es sich diesmal richtig anfühlt zu klingeln. Sie hat eine Tupperdose in der Hand, und als Archie öffnet, sieht er zuerst die Dose, dann sie. Seine Augen sind noch leicht gerötet, aber sein Kragen ist frisch gebügelt – das fällt Maureen sofort auf. „Setzen Sie sich", sagt sie, „ich mache Tee." Archie setzt sich ohne ein Wort, nimmt einen Scone aus der Dose und bricht ihn langsam auseinander. Maureen füllt den Wasserkocher, stellt Tassen hin und sucht kurz nach dem Tee, weil sie ihn nicht sofort findet. Sie gießt ein – zuerst den Tee, dann die Milch – und setzt sich neben Archie an den Tisch. Eine Weile sitzen sie so, essen die Scones und trinken Tee, ohne zu sprechen. Dann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an, und zum ersten Mal seit Wochen lächelt er – ein echtes, kleines Lächeln. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz, und dann ist es wieder still. Die Wohnung riecht nach Tee und warmen Scones, und das Porzellan im Regal steht ruhig in der Sonne. Es ist nicht viel, aber es ist genug. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie fragt, was sie beruflich macht, sagt sie „Reinigungskraft", weil „Putzhilfe" sich nach etwas anhört, das man verleiht. Seit zwanzig Jahren fährt sie jeden Morgen mit der U-Bahn nach Kensington, wo die Häuser so aussehen, als hätten sie nie etwas Schmutziges berührt – was natürlich eine Lüge ist. Ihre Kunden wechseln selten, weil Maureen sorgfältig ist, pünktlich ist und nie fragt, was nicht ihre Sache ist. Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, „eine eigene Kategorie". Er ist achtundsiebzig, trägt jeden Tag Krawatte, und seine Wohnung in der Montpelier Street riecht nach Bienenwachs, altem Leder und dem hartnäckigen Geruch von Sherry. Das Porzellan im Salon – weiß, goldgerändert, für mindestens sechzehn Personen – hat Maureen in einem Jahr nicht ein einziges Mal benutzt gesehen. Sie staubt es trotzdem jede Woche ab, weil es auf der Liste steht und weil Archie leise unruhig wird, wenn sie es überspringt. Der Schlüssel, den er ihr gegeben hat, liegt in ihrer Jackentasche neben dem Busticket – er hat ihn ihr „geliehen", wie er betont, was bedeutet, dass er sich die Möglichkeit offenhält, ihn zurückzufordern, obwohl alle wissen, dass er das nie tun wird. Wenn Maureen montagmorgens die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, obwohl Archie weiß, dass sie nie bleibt, und obwohl er das seit einem Jahr weiß. „Ah, Maureen", sagt er dann aus dem Flur, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, und jedes Mal hängt der Kronleuchter vollkommen reglos an der Decke, als hätte er noch nie gewackelt und als würde er es auch nie tun. „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und geht ins Badezimmer, weil das Bad immer zuerst kommt und weil sie keine Lust hat, über Kronleuchter zu sprechen. Archie folgt ihr bis in die Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen und fängt an zu erzählen, das Sherryglas schon in der Hand, obwohl es erst halb zehn Uhr morgens ist. Er erzählt von seinem Vater, der mit Churchill zu Abend gegessen haben soll, von einem Pferd namens Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal hintereinander gewonnen hat, von der Zentralheizung, die „entschieden zu warm" eingestellt sei, und von Zeiten, in denen man noch wusste, wie man sich benahm. Maureen schrubbt die Wanne und antwortet mit „Mhm" und „Aha" im richtigen Abstand, weil sie gelernt hat, dass Archie nicht wirklich eine Antwort will, sondern ein Gegenüber. Einmal fragt er sie unvermittelt: „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – und sie dreht sich um, sieht ihn an und sagt: „Das Putztuch ist langsam zu dünn." Er nickt ernsthaft, als hätte sie die Frage beantwortet, und geht zurück in den Salon. Das ist der Rhythmus, der sich zwischen ihnen eingespielt hat, und Maureen findet ihn nicht unangenehm – er ist vorhersehbar, und Vorhersehbarkeit ist unterschätzt. An einem Montag Mitte November ist alles anders, bevor Maureen noch die Schürze umgebunden hat. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was sie noch nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, dessen Umschlag auf den Boden gefallen ist. Seine Hände liegen flach auf dem Tisch, als müsste er sich festhalten, und sein Gesicht hat die Farbe von jemandem, der eine schlechte Nachricht noch nicht ganz aufgenommen hat, aber schon weiß, dass sie wahr ist. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken. Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und taucht in Archies Erzählungen fast nie auf – was Maureen, die viel beobachtet und wenig fragt, als Zeichen gewertet hat. Sie steht einen Moment in der Küche, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard, dann wieder Archie, und dann macht sie etwas, das sie selbst überrascht: Sie geht zum Sideboard, nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es und setzt sich ihm gegenüber. In zwanzig Jahren hat sie den Sherry immer abgelehnt – höflich, aber bestimmt – und Archie hat jedes Mal genickt, als hätte er nichts anderes erwartet. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch gerichtet. „Das ist natürlich nicht dasselbe – ich weiß, dass es nicht dasselbe ist –, aber …" Sie trinkt, und der Satz bleibt unfertig im Raum, was vielleicht das Ehrlichste ist, was sie in diesem Moment sagen kann. Archie schluchzt einmal, kurz und unterdrückt, wie jemand, dem Weinen unangenehm ist. Maureen sagt nichts mehr – nicht, weil ihr nichts einfällt, sondern weil sie weiß, dass Worte in solchen Momenten meistens mehr für den Sprechenden sind als für den Zuhörer. Sie sitzt, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille stehen, bis Archie sich mit dem Ärmel des Morgenmantels das Gesicht wischt und schweigend den Brief zusammenfaltet. In der darauffolgenden Woche denkt Maureen öfter an ihn als sonst – nicht mit Mitleid genau, eher mit der Art Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht ganz versteht, aber auch nicht vergessen kann. Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie seit dem Tod ihrer Mutter kaum noch gebacken hat und obwohl die Küche in ihrer kleinen Wohnung in Brixton nicht die richtige Größe dafür ist. Die Scones werden etwas zu braun, aber sie sind warm, als sie sie in die Tupperdose legt, und Wärme, denkt Maureen, ist meistens wichtiger als Aussehen. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie einen Schlüssel hat, weil es sich diesmal nicht richtig anfühlt, einfach reinzugehen. Archie öffnet die Tür, gekleidet, den Kragen frisch gebügelt, die Augen leicht gerötet, aber der Gesichtsausdruck derjenige eines Mannes, der beschlossen hat, weiterzumachen. Maureen stellt die Tupperdose wortlos auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher und sucht kurz nach dem Tee, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat. „Setzen Sie sich", sagt sie, und er setzt sich, ohne zu fragen warum. Sie trinken Tee und essen Scones, und keiner von beiden sagt etwas, was bedeutsam klingt oder bedeutsam sein will. Irgendwann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an – eine Sekunde, zwei –, und dann lächelt er, das erste echte Lächeln, das Maureen je bei ihm gesehen hat. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Scheiben zittern kurz, und in der Stille danach ist die Wohnung dieselbe wie immer – und doch nicht mehr ganz dieselbe. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, sagt sie „Reinigungskraft" mit einer Bestimmtheit, die jeden Nachfrage im Keim erstickt, weil das Wort „Putzhilfe" ihrer Meinung nach nach etwas klingt, das man stundenweise verleiht und das keine eigene Meinung haben muss. Sie kennt Kensington so gut wie ihren eigenen Handteller – die Risse im Pflaster der Onslow Gardens, den Geruch der Hecken nach Regen, die Art, wie die Fassaden dieser Gegend Würde vortäuschen, als wäre das eine Leistung. Seit zwanzig Jahren bewegt sie sich durch diese Straßen mit dem ruhigen Selbstbewusstsein einer Frau, die weiß, dass sie in den Häusern ihrer Kunden mehr sieht als diese jemals von sich selbst wissen werden. Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist die komplizierteste Aufgabe, die sie in zwei Jahrzehnten gehabt hat – nicht wegen der Arbeit, sondern wegen der Stille, die zwischen den Sätzen in dieser Wohnung hängt wie Staub, den man nicht wegwischen kann, ohne ihn aufzuwirbeln. Er ist achtundsiebzig, trägt täglich Krawatte mit einem Knoten, der Übung verrät, wohnt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die früher für eine Familie gedacht war und jetzt hauptsächlich die Abwesenheit eben dieser Familie dokumentiert. Das Porzellan im Salon – weißes Meißner Service, goldgerändert, für sechzehn Personen, hinter Glas in einem Schrank, der sich nur mit einem kleinen Messingschlüssel öffnet – ist Maureens aufwendigstes wöchentliches Ritual und das einzige Objekt in der Wohnung, bei dem Archie stumm wird, wenn sie es anfasst, stumm und sehr aufmerksam. Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat gesagt „meiner Frau", und das war das Ende des Gesprächs, so vollständig und endgültig, dass Maureen seitdem nicht mehr fragt, sondern einfach das Tuch nimmt und wischt und darauf achtet, die Tassen mit beiden Händen zu halten. Den Schlüssel, den Archie ihr gegeben hat, bezeichnet er beharrlich als „geliehen", ein Wort, das juristisch eine Rückgabepflicht impliziert, praktisch aber nur bedeutet, dass er die Vorstellung eines Besitzrechts braucht, das er nicht länger hat – über die Wohnung, über seinen Sohn, über seine Zeit. Wenn Maureen montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, trotz des Wissens beider Parteien, dass daraus nie Tee wird: ein kleines, hartnäckiges Missverständnis, das sich zwischen ihnen eingerichtet hat wie ein stiller Untermieter, den keiner offiziell eingeladen hat. „Ah, Maureen", sagt Archie aus dem Flur, und in dieser Begrüßung steckt die gesamte Erleichterung eines Mannes, dem der Montag lang geworden ist, „der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, weil sie jedes Mal hofft, dass er diesmal recht haben könnte, und jedes Mal hängt der Kronleuchter reglos und schwer wie ein Kronzeuge, der verweigert auszusagen. „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und betritt das Badezimmer, das mit seiner viktorianischen Armaturen und dem schweren Marmorboden mehr Pflege verlangt, als Archie je wissen wird. Er folgt ihr bis zur Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen mit der lässigen Selbstverständlichkeit eines Mannes, der keine Grenzen kennt, die er selbst nicht gezogen hat, und beginnt seinen Wochenbericht, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl die Sonne kaum über den Dächern steht. Seine Geschichten haben eine feste Dramaturgie: zuerst der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll bei einer Gelegenheit, die mit jeder Wiederholung illustrer wird; dann das Pferd Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal gewann; dann die Gegenwart, die er behandelt wie einen Hausgast, der zu lange geblieben ist und den man nicht direkt bitten kann zu gehen. Maureen schrubbt, wischt und hört zu mit der Disziplin einer Frau, die verstanden hat, dass Zuhören eine Form von Arbeit ist, die man leisten kann, ohne sich selbst dabei zu verbrauchen, solange man die Distanz wahrt zwischen dem, was gehört wird, und dem, was einen angeht. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er manchmal, und es ist die einzige, bei der sie kurz innehält, nicht weil sie die Antwort nicht wüsste, sondern weil die Frage von einem Mann kommt, der selbst keine befriedigende Antwort darauf hätte. „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt ernsthaft, als wäre das eine philosophische Position, die Respekt verdient, und geht zurück in den Salon. An einem Montag Mitte November, als der Himmel über Kensington die Farbe von altem Zeitungspapier hat, ist die Wohnung anders, bevor Maureen noch die Tür hinter sich geschlossen hat – eine Schwere in der Luft, die man nicht benennen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Wohnungen kennt wie sie: die Schwere von etwas, das bereits passiert ist. Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was Maureen in einem Jahr nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, als hätte er ihn mit einer Geste aufgemacht, die keine Rücksicht auf den Inhalt nehmen wollte. Seine Hände liegen flach auf der Tischplatte, als brauchten sie den Widerstand der Oberfläche, und sein Gesicht zeigt den Ausdruck eines Mannes, der eine Niederlage noch nicht eingeräumt hat, obwohl er sie längst begriffen hat. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme hat die Textur von etwas, das lange trocken gelegen hat und beim ersten Anfassen zerbricht. Giles, den Maureen nur aus Archies gelegentlichen, stets abgebrochenen Erwähnungen kennt, ist Investmentbanker in der City und offenbar ein Mann, der Entscheidungen trifft, die sich wie Türen anfühlen, die man von innen zuwirft. Maureen steht in der Küche und betrachtet Archie mit der Aufmerksamkeit, die man Dingen widmet, deren Fragilität man erst in diesem Moment vollständig ermisst, dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und etwas in ihr trifft eine Entscheidung, die sie dem Verstand nicht vorlegt, weil sie weiß, dass er Einwände hätte. Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Präzision einer Frau, die keine Bewegung verschwendet, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren nicht als jemand, der bezahlt wird zu bleiben, sondern als jemand, der beschlossen hat, es trotzdem zu tun. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas zwischen beiden Händen haltend wie etwas, das Wärme bewahren soll, „das ist natürlich nicht dasselbe, und ich will nicht so tun, als wäre es dasselbe – aber es gibt Momente, in denen man versteht, dass Kinder uns so sehen, wie sie uns sehen wollen, und nicht so, wie wir sind." Der Satz endet nicht sauber, weil solche Sätze nie sauber enden, und Maureen trinkt, anstatt ihn fertigzustellen, weil das Unfertige manchmal ehrlicher ist als jede Pointe. Archie schluchzt einmal – kurz, fast unhörbar, wie jemand, der das Weinen als Schwäche gelernt hat und trotzdem gerade nicht anders kann –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet, nicht mit der gespannten Erwartung von jemandem, der helfen will, sondern mit der ruhigen Gegenwart von jemandem, der gelernt hat, dass Anwesenheit manchmal das Einzige ist, was man anbieten kann, das wirklich zählt. In der darauffolgenden Woche denkt sie öfter an ihn als an irgendeinen ihrer anderen Kunden – nicht mit Mitleid, das wäre zu einfach, und nicht mit Zuneigung, das wäre zu viel, sondern mit der Art stiller Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht vollständig versteht, und die man deshalb nicht loslässt. Am Donnerstagabend backt sie Scones in der kleinen Küche ihrer Wohnung in Brixton, nach dem Rezept ihrer Mutter, das sie auswendig kennt und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter lange nach Abschied schmeckte und weil Maureen keine Sentimentalitäten pflegt, die ihr nichts geben außer Schmerz. Die Scones werden etwas zu braun – das Backrohr in dieser Küche hat eine eigene Meinung –, aber sie sind warm, als sie sie verpackt, und Wärme ist, wie Maureen findet, eine Form von Argument, gegen die man schwer ankommt. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie den Schlüssel in der Tasche hat, weil Klingeln bedeutet, dass der andere die Wahl hat, und das scheint ihr diesmal richtig. Archie öffnet die Tür – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der beschlossen hat, die Niederlage anzunehmen ohne ihr mehr Raum zu geben, als sie verdient. Maureen stellt die Tupperdose auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher, und als sie den Tee nicht gleich findet, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat, sucht sie schweigend, bis sie ihn findet, weil das die Art ist, wie sie in fremden Küchen arbeitet: gründlich, ohne Drama, ohne Kommentar. Sie setzt sich zu ihm, und sie trinken Tee und essen die zu braunen Scones, und keiner sagt etwas, das bedeutsam klingen will oder bedeutsam sein soll, weil das Bedeutsame dieser Szene in ihrer Schlichtheit liegt und sich sofort auflösen würde, wenn man es benennte. Dann sagt Maureen, ohne besondere Betonung: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." Archie sieht sie an – eine Sekunde lang, zwei –, und in seinem Gesicht entsteht etwas, das Maureen in einem Jahr nie gesehen hat: ein Lächeln, das nichts will, kein Wohlwollen erkaufen, keine Distanz überbrücken, kein Vergessen simulieren – ein Lächeln, das einfach da ist, weil gerade nichts dagegen spricht. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, und doch eine andere, weil Stille, wie Maureen weiß, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingetragen hat, und diesmal ist es nicht nur Abwesenheit. Das Porzellan im Regal steht in der blassen Novembersonne, die goldenen Ränder werfen kleine Lichter auf die Wand, und Maureen denkt, während sie in ihren Tee schaut, dass sie es nächste Woche besonders sorgfältig abstauben wird. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Das Porzellan Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, antwortet sie mit einer Präzision, die jeden weiteren Kommentar überflüssig macht: „Reinigungskraft" – ein Wort, das sie mit derselben Selbstverständlichkeit ausspricht, mit der andere „Anwältin" oder „Ärztin" sagen würden, weil sie früh begriffen hat, dass der Stolz auf eine Tätigkeit nicht von der gesellschaftlichen Bewertung dieser Tätigkeit abhängen muss, wenn man nur entschieden genug ist, das nicht zuzulassen. In zwanzig Jahren hat sie gelernt, dass die Wohnungen reicher Leute selten so aussehen, wie die Leute selbst aussehen wollen – dass hinter den schweren Türen in Kensington eine Unordnung lauert, die mit Geld nicht zu kaufen ist und mit Schweigen nur notdürftig verwaltet werden kann, und dass derjenige, der wöchentlich mit dem Putztuch kommt, zwangsläufig zum einzigen Zeugen einer Wahrheit wird, die der Bewohner selbst nicht mehr wahrnehmen kann, weil er zu lange in ihr lebt. Lord Archibald Pemberton – achtundsiebzig Jahre alt, täglich im Anzug, Krawatte mit Windsorknoten – ist seit einem Jahr auf ihrer Liste und hat in dieser Zeit bewiesen, dass Aristokratie weniger ein Stand ist als eine Haltung, die man aufrechterhalten kann, solange man sich weigert, die Verhältnisse neu zu vermessen: Er lebt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die einst für eine Familie mit Personal ausgelegt war und die nun, von Familie und Personal gleichermaßen verlassen, die Abwesenheit all dessen dokumentiert, was sie hätte füllen sollen, mit einer Stille, die nicht Frieden ist, sondern der Nachhall von etwas, das aufgehört hat zu klingen, ohne dass jemand es ausgemacht hätte. Das Porzellan – Meißner Service, weiß mit kobaltblauen Ranken und Goldrand, für sechzehn Personen hinter Glas in einem Schrank mit Messingschloss – ist das einzige Objekt in dieser Wohnung, das Maureen wirklich beschäftigt, nicht weil es Arbeit macht, sondern weil Archie verstummt, wenn sie es anfasst: ein Verstummen, das anders ist als sein sonstiges Schweigen, konzentrierter, angespannter, wie das Schweigen von jemandem, der aufpasst, dass etwas nicht kaputtgeht, und dabei nicht ganz sicher ist, ob er das Porzellan meint oder sich selbst. Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat „meiner Frau" gesagt mit einer Kürze, die keine Folgefrage zuließ – nicht weil er unhöflich war, sondern weil manche Sätze vollständig sind, gerade weil sie nicht zu Ende geführt werden, und weil Maureen, die viel beobachtet und sehr wenig fragt, das sofort verstanden hat und seitdem beide Hände benutzt, wenn sie die Tassen nimmt. Den Schlüssel, den Archie ihr übergeben hat, nennt er bis heute „geliehen", und dieser semantische Eigensinn ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, kein Versehen und keine Marotte, sondern der letzte verbliebene Bereich, in dem er noch verfügt: über die Sprache, über die Bedeutung seiner Handlungen, über das Recht, Besitz und Gabe nicht zusammenfallen zu lassen, selbst wenn längst klar ist, dass er den Schlüssel nie zurückfordern wird. Wenn sie montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr auf dem Küchentisch – jedes Mal, ohne Ausnahme, mit einer Beharrlichkeit, die nicht auf Vergessen deutet, sondern auf Hoffnung, auf die Art Hoffnung, die nicht aufgibt, weil sie weiß, dass sie keine Grundlage hat, und die genau deswegen in einer eigentümlichen Würde fortbesteht, die Maureen, obwohl sie nie Tee trinkt und das seit einem Jahr nicht getan hat, nicht kommentiert, weil sie gespürt hat, dass das Teegeschirr nicht für sie bestimmt ist, sondern für die Vorstellung von ihr, die Archie braucht, um den Montag auszuhalten. „Ah, Maureen", sagt er aus dem Flur mit dem Ton eines Mannes, dem die Woche zu lang geworden ist und dem jetzt endlich jemand die Tür aufgemacht hat, „der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" Sie schaut jedes Mal nach oben, mit derselben kurzen Aufmerksamkeit, die eine Detektivin einem Tatort schenkt, der keine Spuren hinterlassen hat, und der Kronleuchter hängt jedes Mal in vollkommener Reglosigkeit, schwer und abweisend wie ein Objekt, das sich weigert, an einer Erzählung teilzunehmen, die es nicht selbst begonnen hat – weshalb Maureen jedes Mal „Ich schau später" sagt und ins Badezimmer geht, weil das eine Aussage ist, die niemanden zu irgendetwas verpflichtet. Archie folgt ihr bis zur Schwelle, lehnt sich in den Türrahmen mit der Lässigkeit eines Mannes, für den Grenzen immer die Grenzen anderer waren, und beginnt seinen wöchentlichen Monolog, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl es kaum halb zehn ist und obwohl der Sherry, das hat Maureen berechnet, auf ein Jahresvolumen kommt, das sie nachdenklich stimmt, aber das ist seine Sache. Seine Erzählungen folgen einer Dramaturgie, die sich über Monate kaum verändert hat: Der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll – die Gästeliste dieser Abendessen wächst mit jeder Wiederholung –, das Pferd Wellington, das dreimal in Hampshire siegte, und schließlich die Gegenwart, die er behandelt wie einen Besucher, dem man aus Höflichkeit öffnet und den man trotzdem am liebsten nicht hereingebeten hätte. Maureen hört zu, schrubbt die Armatur, wischt den Spiegel und antwortet im richtigen Takt, weil sie verstanden hat, dass aufmerksames Zuhören eine handwerkliche Fertigkeit ist wie jede andere – eine, die man perfektionieren kann, ohne sich selbst darin zu verlieren, solange man die Linie kennt zwischen dem, was gehört werden will, und dem, was einen angeht. „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er gelegentlich, und es ist die einzige, bei der sie tatsächlich innehält, nicht aus Verlegenheit und nicht, weil die Antwort fehlte, sondern weil die Frage eine Intimität beansprucht, die aus dem Mund eines Mannes kommt, der sie nie gefragt hat, wie ihre Kinder heißen oder woher sie kommt, und der mit dieser Frage, ohne es zu wissen, das Einzige berührt, worüber Maureen wirklich nicht sprechen will: nicht das Zufriede-Sein, sondern die Frage, ob das Wort noch die richtige Einheit ist, um das, was das Leben geworden ist, daran zu messen. „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt, als hätte sie etwas Wichtiges gesagt. An einem Montag im November – grauer Himmel, nasse Straßen, der Geruch von Laub und Diesel, der durch die Türritze dringt – ist die Wohnung anders, noch bevor Maureen das Licht angemacht hat: eine Verdichtung der Luft, die man nicht messen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Räume kennt wie sie und wenn man gelernt hat, zuerst zu fühlen und erst dann hinzuschauen. Archie sitzt im Morgenmantel am Esstisch – das allein ist ungewöhnlich genug, um alles andere schon vorauszuahnen –, und vor ihm liegt ein aufgerissener Brief, der auf dem Boden seinen Umschlag verloren hat, als wäre das Öffnen eine Geste der Wut gewesen und das Lesen dann etwas ganz anderes. Seine Hände liegen flach auf dem Tisch mit dem Druck von Händen, die sich festhalten müssen an etwas, das selbst nicht fest ist, und sein Gesicht zeigt jenen eigentümlichen Ausdruck, den Maureen kennt von anderen Momenten in anderen Wohnungen: den Ausdruck eines Menschen, der die Nachricht bereits vollständig verstanden und noch nicht vollständig angenommen hat, weil beides zusammen zu viel auf einmal wäre. „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken, und in diesem Satz – in seiner Kürze, in seinem vollständigen Verzicht auf Erklärung – steckt mehr als Trauer: da ist die Scham eines Mannes, der nicht versteht, wie man jemanden verlieren kann, den man nie wirklich zu kennen bereit war. Giles ist Investmentbanker, taucht in Archies Welt hauptsächlich als Leerstelle auf, und Maureen, die viel über Söhne nachgedacht hat in den letzten Jahren, versteht ohne weitere Erklärung, dass hier keine plötzliche Grausamkeit vorliegt, sondern das Ende einer langen Gleichgültigkeit, die auf beiden Seiten saß und die jetzt eines der beiden Seiten als Entscheidung formuliert hat. Sie steht in der Küche und sieht Archie an, und dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und in der Sekunde, in der sie beides gesehen hat, ist die Entscheidung bereits gefallen – nicht als Impuls, nicht als sentimentales Mitgefühl, sondern als die ruhige Erkenntnis, dass es Momente gibt, in denen man aufhört, Distanz zu verwalten, nicht weil die Distanz falsch war, sondern weil sie gerade nicht das Richtige ist. Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Sorgfalt einer Frau, die keine unnötigen Bewegungen macht, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren sitzend in der Wohnung eines Kunden, in der Arbeitszeit, und das Merkwürdigste daran ist, wie wenig merkwürdig es sich anfühlt. „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch, nicht auf ihn – weil manche Sätze leichter fallen, wenn man nicht gesehen wird beim Sagen, „das ist natürlich nicht dasselbe, ich will nicht so tun als wäre es dasselbe – aber ich glaube, dass Kinder irgendwann aufhören, uns zu sehen, und anfangen, das zu sehen, was sie entlastet, wenn sie uns so sehen." Der Satz endet nicht mit einer Pointe, weil es keine gibt, und Maureen trinkt, weil das Unfertige dieses Satzes mehr sagt als jede Vollendung es könnte: es sagt, dass sie auch nicht weiß, wie das endet, und dass sie damit abgefunden hat, es nicht zu wissen. Archie schluchzt – einmal, kurz, halb unterdrückt, mit der Scham eines Mannes, dem das Gefühl immer zu groß war für den Raum, den er ihm zugebilligt hat –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet, nicht mit der gespannten Hilfsbereitschaft von jemandem, der eine Lösung anbieten will, sondern mit der stillen Solidarität von jemandem, der weiß, dass es keine gibt, und der trotzdem nicht aufsteht – oder gerade deswegen. In der Woche danach denkt sie öfter an ihn als je zuvor, aber nicht mit dem weichen Mitleid, das man sich manchmal gönnt, um sich selbst als mitfühlend zu erleben: eher mit jener distanzierten Aufmerksamkeit, die man in sich bemerkt, wenn etwas, das man glaubte zu verstehen, plötzlich eine Tiefe zeigt, die man nicht eingerechnet hatte, und die man nicht ignorieren kann, ohne sich selbst etwas zu verweigern. Am Donnerstagabend backt sie Scones nach dem Rezept ihrer Mutter – einem Rezept, das sie auswendig kann und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter nach Trauer schmeckte und nicht nach Küche, und weil Maureen keine Gewohnheit darin hat, Schmerz freiwillig aufzurufen. Sie backt trotzdem, und die Scones werden etwas zu braun, weil das Backrohr lügt, und sie legt sie in die Tupperdose, weil Wärme eine Aussage ist und weil sie keine andere machen will und keine bessere kennt. Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl der Schlüssel in ihrer Tasche liegt – eine kleine Geste, aber eine bewusste, weil Klingeln dem anderen die Wahl gibt, und weil Maureen entschieden hat, dass Archie diese Wahl diesmal haben soll, ohne zu wissen, dass er sie sowieso nicht benutzen würde. Er öffnet – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der die Niederlage eingeräumt hat und nun herausfindet, dass das Leben danach weitergeht, was überraschend und nicht überraschend zugleich ist. Maureen stellt die Dose auf den Tisch, füllt den Wasserkocher, sucht den Tee, findet ihn im falschen Schränkchen, nimmt ihn heraus ohne Kommentar, und die Stille, die dabei entsteht, ist nicht leer, sondern dicht – dicht von den Dingen, die nicht gesagt werden müssen, weil sie beide da sind. Sie sitzen und trinken Tee und essen die Scones, und das Gespräch, das stattfindet, ist keines und doch mehr als die meisten: es hat die Konsistenz von etwas, das gewachsen ist ohne Plan, das nicht weiß, wie es heißt, und das gerade deswegen hält. „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt Maureen irgendwann, ohne Betonung, als Feststellung einer physikalischen Tatsache – und Archie sieht sie an, eine Sekunde, zwei, und dann lächelt er, ein Lächeln, das nichts will: kein Mitleid, keine Nachsicht, keine Verbundenheit, die man pflegen müsste – einfach ein Lächeln, das da ist, weil gerade nichts da ist, das es verhindert. „Ich weiß", sagt er. Draußen fährt ein Bus vorbei, und die alten Scheiben zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, mit denselben Möbeln, demselben Porzellan, demselben Licht, und doch eine andere, weil Stille, wie jeder weiß, der lange in ihr gesessen hat, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingebracht hat, und weil diesmal, zum ersten Mal, etwas Warmes darin ist. == 87 == 1 -------------------- Die Brücke Lucía ist 29 Jahre alt. Sie arbeitet in einer Fabrik. Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá. Jeden Tag näht sie Hemden. Ihre Finger sind oft müde. Nachts schläft sie in einer kleinen Pension. Dort wohnen noch fünf andere Frauen. Das Zimmer ist eng, aber es ist billig. Lucía spart ihr Geld. Sie will eines Tages wegfahren. Wohin, weiß sie noch nicht. Lucía hat einen Bruder. Er heißt Javier und ist 24 Jahre alt. Vor zwei Jahren ist er weggegangen. Die Nachbarin sagt: Er ist in den Bergen. Die Regierung sagt: Er ist tot. Lucía sagt nichts. Sie nennt es einfach: weg. Javier hatte lange Finger und eine leise Stimme. Sein Mund roch immer nach Zimt. Lucía denkt jeden Tag an ihn. Jeden Samstag fährt Lucía mit dem Bus. Der Bus ist alt und laut. Es gibt Hühner, Körbe und müde Menschen. Lucía sitzt am Fenster. Die heiße Luft kommt durch ein Loch in der Plane. Ein kleines Kind sitzt neben ihr. Das Kind hält eine Mandarine in der Hand. Es gibt Lucía die Hälfte. Lucía lächelt. Sie denkt: Javier hat Mandarinen immer mit den Zähnen geschält. Der Bus wird langsamer. Die Brücke kommt. Lucía kennt diese Brücke gut. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen. Sie und Javier, vor zwei Jahren. Jetzt steht sie jede Woche hier. Sie steht am Geländer und schaut auf das Wasser. Das Wasser ist braun und fließt schnell. Sie wartet auf nichts. Sie hofft auf nichts. Sie ist einfach da. An diesem Samstag ist ein alter Mann an der Brücke. Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer. Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug. Er verkauft Kaffee. Lucía nickt, als er sie fragt. Sie sucht das Kleingeld in ihrer Tasche. Dann sieht sie seine Hände. Die Finger sind lang, die Nägel schwarz. Der Knochen am Daumen sieht aus wie Javiers Knochen. Lucía wird kalt, obwohl die Sonne heiß ist. Sie will fragen: Wer sind Sie? Aber sie sagt kein Wort. Der alte Mann gibt ihr den Kaffee. Er sagt: „Vorsicht, heiß." Seine Stimme klingt fremd. Lucía trinkt den Kaffee langsam. Sie schaut den Mann an. Er schaut auf das Wasser. Sie stellt keine Fragen. Am nächsten Samstag fährt Lucía wieder zur Brücke. Der Eimer steht noch da. Aber der alte Mann ist weg. Ein anderer Verkäufer hat seinen Platz. Der verkauft Cola, keinen Kaffee. Lucía fragt: „Der alte Mann – wo ist er?" Der Verkäufer zuckt mit den Schultern. Er sagt: „Weitergegangen. Oder gestorben. Oder beides." Lucía setzt sich auf den Eimer. Sie trinkt eine Cola. Die Cola schmeckt nach nichts. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden. Lucía weiß nicht, wer ihn hingehängt hat. Sie nimmt einen Faden von ihrer Jacke. Sie knüpft ihn neben den roten Faden. Dann steht sie auf. Sie geht zum Bus. Sie setzt sich ans Fenster. Sie legt die Hand gegen das Glas. Draußen lösen sich die Berge in der Hitze auf. Der Kaffee von letzter Woche ist noch auf ihrer Zunge. Sie wird nächste Woche wiederkommen. Vielleicht. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Brücke Lucía steht um ein Uhr nachts an ihrer Nähmaschine und hört, wie die anderen Frauen in der Pension schlafen. Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá, wo die Straßen aufhören und die Berge beginnen. Ihre Finger schmerzen unter den Nägeln, nicht stark, aber genug, dass sie es spürt. Sie schaut durch das vergitterte Fenster auf die schwarzen Berge draußen. Kein Licht brennt dort oben, kein Zeichen, nichts. Lucía denkt an ihren Bruder Javier, der vor zwei Jahren weggegangen ist, ohne ein Wort zu hinterlassen. Die Nachbarin sagt, er ist bei der Guerilla in den Bergen. Die Regierung sagt, er ist tot, aber sie hat keinen Beweis geschickt. Lucía sagt nichts davon laut, weil Worte manchmal mehr wegnehmen, als sie geben. Am Samstag früh steigt sie in den Bus, der nach Süden fährt, zum Río Sumapaz. Der Bus ist so voll, dass ein Huhn auf dem Sitz neben ihr sitzt und sie mit einem Auge anschaut. Durch ein Loch in der Plastikplane kommt die heiße Luft wie ein Atem herein. Ein kleines Kind, das keine Vorderzähne hat, hält ihr eine Mandarine hin. Lucía nimmt die Frucht, teilt sie ruhig in zwei Hälften und gibt dem Kind eine zurück. Das Kind lacht, und Lucía denkt sofort an Javier, der Mandarinen immer mit den Zähnen geschält hat. Sie schaut aus dem Fenster, damit das Kind ihre Augen nicht sieht. Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen. Lucía kennt jede Schraube an diesem Geländer. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, sie und Javier, an einem Morgen, der wie alle anderen aussah. Er hat sich nicht umgedreht, als er gegangen ist, oder vielleicht hat sie es nur nicht gesehen. Jetzt kommt sie jeden Samstag, steht zwei Stunden am Geländer und schaut auf das braune Wasser, das unter ihr fließt. Sie wartet auf nichts Bestimmtes und hofft auf nichts Bestimmtes. Sie ist einfach da, weil das der einzige Ort ist, wo sie nicht erklären muss, warum. An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer. Er ist vielleicht fünfundsechzig Jahre alt, hat ein Gesicht wie trockene Erde und Augen, die sehr weit weg schauen. Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug, und er fragt Lucía leise, ob sie einen Kaffee möchte. Sie nickt, sucht das Kleingeld in ihrer Jackentasche und sieht dabei seine Hände. Die Finger sind lang und knotig, die Nägel schwarz vom Dreck, aber die Form dieser Hände ist nicht fremd. Der lange Knochen am Daumen, die Art, wie die Sehnen unter der Haut liegen – das hat sie schon gesehen. Lucía hält die Münzen in ihrer Hand und kann sich nicht bewegen. Sie will fragen: Wer sind Sie, wo kommen Sie her, kennen Sie einen Mann namens Javier? Aber sie bringt kein einziges Wort heraus, weil sie Angst hat vor der Antwort. Der alte Mann gibt ihr den Kaffee in einer kleinen Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß." Seine Stimme klingt nach einer Sprache, die nicht Spanisch ist, oder nach Spanisch, das sehr lange geschwiegen hat. Lucía trinkt den Kaffee langsam und schaut auf das Wasser, genau wie er. Sie stellt keine Fragen, und er stellt keine Fragen, und das fühlt sich seltsam richtig an. Eine Woche später steigt Lucía wieder aus dem Bus und geht zur Brücke. Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann sitzt nicht darauf. Ein anderer Verkäufer hat den Platz übernommen, er verkauft Cola aus einer Kühltasche. Lucía fragt ihn: „Der alte Mann mit dem Kaffee – wissen Sie, wo er ist?" Der Verkäufer schaut sie kurz an und zuckt mit den Schultern. Er sagt: „Weitergegangen, glaube ich. Oder gestorben. Das ist hier meistens dasselbe." Lucía setzt sich auf den Eimer und kauft eine Cola, die warm und süß ist und nach gar nichts schmeckt. Sie trinkt sie trotzdem leer, weil sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, dünn und verblasst, als wäre er schon lange da. Niemand kann ihr sagen, wer ihn hingehängt hat oder warum. Lucía zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke, einen blauen, und knüpft ihn direkt neben den roten. Sie schaut kurz auf die beiden Fäden, dann dreht sie sich um und geht zum Bus. Sie setzt sich ans Fenster, legt die flache Hand gegen das warme Glas und schaut auf die Berge, die in der Hitze verschwimmen. Irgendwo dort ist Javier, oder er ist nirgends, oder das ist am Ende dasselbe. Der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, fremd und vertraut zugleich. Nächste Woche wird sie wiederkommen. Das ist keine Hoffnung. Das ist einfach, was sie tut. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Brücke In der Nacht, wenn die Fabrik still wird und nur noch die Maschinen summen, denkt Lucía an Dinge, die sie tagsüber nicht denken kann. Sie näht seit sechs Jahren dieselben Hemden, und manchmal glaubt sie, die Nadel kennt den Weg schon besser als sie selbst. Ihre Hände arbeiten allein, während ihr Kopf woanders ist – bei Javier, bei den Bergen, bei einem Morgen vor zwei Jahren, der nie aufgehört hat. Javier ist ihr Bruder, er war vierundzwanzig, als er ging, und er hatte eine Stimme, die immer zu leise war, als wollte er nicht zu viel Platz nehmen. Die Nachbarin hat gesagt, er sei in den Bergen bei den Guerilleros, aber die Nachbarin sagt viele Dinge, die sich gut anhören und nichts bedeuten. Die Regierung hat einen Brief geschickt, der Javier für tot erklärt, aber kein Datum nennt, keinen Ort, keinen Beweis. Lucía hat den Brief in den Koffer gelegt, unter die Hemden, und seitdem nicht mehr herausgeholt, weil sie weder glauben noch aufhören will zu glauben. Jeden Samstag nimmt sie den frühen Bus, der nach Süden fährt und nach altem Öl und Tier riecht. Die Fahrt dauert über eine Stunde, und in dieser Zeit schaut Lucía aus dem Fenster, ohne wirklich zu sehen, was draußen vorbeizieht. An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält, als wäre sie etwas sehr Kostbares, und ihr ohne Worte die Hälfte anbietet. Lucía nimmt sie und denkt, noch bevor sie die Frucht berührt hat, an Javier, der Mandarinen nie schälte, sondern die Schale einfach mit den Zähnen aufriss. Sie schaut weg, bevor das Kind ihre Augen sehen kann, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint. Diese Brücke über den Río Sumapaz ist kein besonderer Ort, es gibt hundert solche Brücken in diesem Land. Aber hier haben sie sich zum letzten Mal gesehen, und das macht einen Ort zu etwas, das er vorher nicht war. Lucía stellt sich ans Geländer, schaut auf das braune Wasser, das gleichgültig unter ihr fließt, und wartet auf nichts, was sie benennen könnte. Sie kommt nicht, weil sie hofft – sie ist sich ziemlich sicher, dass Hoffnung das Falsche wäre, nach so langer Zeit. Sie kommt, weil dieser Ort der einzige ist, wo sie nicht erklären muss, wer Javier war, und warum seine Abwesenheit noch immer ein Gewicht hat. Zwei Stunden steht sie meistens hier, schaut auf das Wasser, auf die Berge, auf die Autos, die über die Brücke fahren, ohne anzuhalten. An diesem Samstag ist ein alter Mann da, den sie noch nie gesehen hat. Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer, als wäre das ein ganz gewöhnlicher Stuhl, und hält einen Thermoskrug zwischen den Knien. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie nicht sofort einordnen kann – als käme sie aus einer anderen Sprache, auch wenn die Worte Spanisch sind. Lucía nickt, greift in die Jackentasche nach Kleingeld, und in diesem Moment, als sie aufschaut, sieht sie seine Hände. Die Finger sind lang und knotig, die Gelenke aufgebrochen von Arbeit, die Nägel schwarz, aber die Grundform dieser Hände – die langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen – kennt sie aus tausend Erinnerungen. Sie zählt das Kleingeld nicht mehr, sie hält es einfach in der offenen Hand und kann sich nicht bewegen. In ihr formt sich eine Frage, eigentlich mehrere Fragen, aber keine kommt bis zu den Lippen, weil sie nicht weiß, was eine Antwort mit ihr machen würde. Der alte Mann wartet ruhig, nimmt die Münzen, füllt die Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß", als wäre das alles, was es zu sagen gibt. Seine Stimme klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs viel verloren hat. Lucía trinkt den Kaffee langsam, Schluck für Schluck, und schaut auf das Wasser statt auf den Mann, weil sie merkt, dass sein Blick sie in Stücke zerlegen würde, wenn sie ihn zu lange erwiderte. Sie kauft keinen zweiten Kaffee, sie stellt keine Fragen, sie sagt beim Gehen nicht einmal Danke – oder vielleicht sagt sie es doch, sie ist sich später nicht mehr sicher. Eine Woche vergeht, die sich anfühlt wie eine lange Stille zwischen zwei Sätzen, und dann ist Samstag. Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann ist nicht da, und an seiner Stelle verkauft jemand Jüngeres Cola aus einer zerbeulten Kühltasche. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie an, als wäre die Frage schwerer als sie klingt. Er sagt: „Weitergegangen, denke ich. Oder gestorben. In dieser Gegend ist das oft dasselbe, und man fragt nicht nach." Lucía setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß, und schaut auf das Geländer, als könnte es ihr etwas erklären. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, als wäre er schon seit Jahren da und hätte auf jemanden gewartet. Niemand weiß, wer ihn hingehängt hat, und die Frage stellt sich sowieso niemand außer Lucía. Sie zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein bisschen fransig – und knüpft ihn so nah an den roten, dass die beiden sich berühren. Sie schaut nicht lange hin, dann dreht sie sich um und geht. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das Fensterglas, das warm ist von der Sonne, und schaut auf die Berge, die in der Hitze ihre Konturen verlieren. Der Geschmack des Kaffees ist noch da, auf der Zunge, im Hals – fremd und gleichzeitig so vertraut, dass es ihr den Atem stocken lässt. Sie wird nächste Woche wiederkommen, nicht weil sie etwas erwartet, sondern weil dieser Ort sie festhält auf eine Art, die sie nicht loswerden will. Das ist keine Hoffnung. Aber es ist auch nicht nichts. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Brücke Es gibt Nächte in der Fabrik, in denen Lucía das Gefühl hat, ihre Hände gehörten ihr nicht mehr, weil sie seit Stunden dasselbe tun, ohne dass der Kopf noch beteiligt ist. Die Maschine läuft, der Faden zieht sich durch den Stoff, und irgendwo hinter diesem gleichmäßigen Geräusch liegt Javier – nicht als Erinnerung, sondern als eine Art Dauerdruck, den sie gelernt hat zu tragen, ohne ihn zu benennen. Er ist vor zwei Jahren gegangen, vierundzwanzig Jahre alt, mit einer Stimme, die immer zu leise war, als wollte er die Welt nicht mehr belästigen, als nötig. Was aus ihm geworden ist, weiß sie nicht, und das ist keine Lücke mehr, die sich schließen lässt – es ist inzwischen ein fester Teil der Stille, in der sie lebt. Die Regierung hat ihn für tot erklärt, ohne Ort, ohne Datum, ohne irgendetwas, das ihr erlauben würde, diesem Wort zu glauben oder es zurückzuweisen. Samstag ist der einzige Tag, an dem Lucía nicht näht. Sie steigt in den Bus, der nach Süden fährt und in dem alte Männer schlafen, Hühner in Körben sitzen und die heiße Luft durch jeden Riss in der Karosserie kriecht, als wollte sie zeigen, dass es keine Grenze gibt, die sie aufhalten kann. Ein Kind bietet ihr eine Mandarine an, ganz selbstverständlich, als wären sie alte Bekannte, und Lucía nimmt die Hälfte und gibt die andere zurück, während sie gleichzeitig merkt, dass ihre Hand zittert – nicht stark, aber genug. Sie denkt an Javier, der Mandarinen nie mit den Fingern schälte, weil er zu ungeduldig war, und dreht das Gesicht zum Fenster, bevor das Kind sehen kann, was in ihren Augen steht. Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen, und Lucía atmet aus, als hätte sie die ganze Fahrt über die Luft angehalten. Die Brücke über den Río Sumapaz ist unspektakulär – Beton, Rost, braunes Wasser darunter, das gleichgültig fließt, egal was an seinen Ufern geschieht oder geschehen ist. Aber Lucía kommt trotzdem jeden Samstag hierher, stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser und bleibt zwei Stunden, ohne auf irgendetwas zu warten, das sie benennen könnte. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, und obwohl sie nicht mehr genau weiß, was gesagt wurde oder ob überhaupt etwas gesagt wurde, weiß sie noch genau, wie Javiers Schultern aussahen, als er wegging – leicht nach vorne gezogen, als trüge er etwas, das schwerer war als er. Dieser Ort hält sie fest, nicht durch Hoffnung, sondern durch eine Art stumpfe Treue, die sie sich nicht erklärt, weil sie Angst hat, dass sie aufhört, wenn sie anfängt, darüber nachzudenken. An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer, als hätte er dort immer gesessen und sie hätte ihn nur bisher nicht bemerkt. Er ist vielleicht fünfundsechzig, vielleicht älter, mit einem Gesicht, das so viele Schichten hat wie die Berge in der Ferne, und Augen, die etwas gesehen haben, worüber man nicht spricht, nicht weil es verboten wäre, sondern weil es keine Sprache dafür gibt. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme ist fremd – nicht wegen des Akzents, sondern wegen einer Qualität, die Lucía nicht sofort einordnen kann, als hätte diese Stimme jahrelang geschwiegen und sei noch nicht wieder ganz zurück. Sie nickt, greift nach dem Kleingeld in ihrer Tasche, und in dem Moment, als sie die Münzen herausschält, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Thermoskrug halten. Die Finger sind knotig, die Nägel geschwärzt, die Haut aufgerissen an den Gelenken, aber die Form dieser Hände – die ungewöhnlich langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger leicht absteht – das ist nicht fremd, das hat sie tausendmal gesehen, an einem Tisch, in einer Küche, an einem Morgen, der jetzt sehr weit weg ist. Lucía hört auf, die Münzen zu zählen. Sie steht einfach da, die Hand offen, und irgendwo hinter ihren Rippen zieht sich etwas zusammen, das keinen Namen hat, aber sehr viel Platz braucht. Die Fragen, die in ihr entstehen, sind so viele und so laut, dass keine davon es bis zu den Lippen schafft – als würden sie sich gegenseitig blockieren, weil jede Antwort, die möglich wäre, mehr zerstören könnte als das Schweigen. Der alte Mann wartet, ohne ungeduldig zu werden, füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß", mit einer Stimme, die klingt wie ein Stein, der ins tiefe Wasser fällt – einmal, dann nichts mehr. Lucía trinkt, und der Kaffee ist sehr stark und sehr bitter, und sie trinkt trotzdem bis zum Grund, weil das die einzige Handlung ist, die sie in diesem Moment vollständig ausführen kann. Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und als sie schließlich geht, ist sie nicht sicher, ob sie feige war oder weise, und ob es dazwischen überhaupt einen Unterschied gibt. In der Woche, die folgt, trägt Lucía den Geschmack dieses Kaffees mit sich herum wie einen Splitter, der nicht schmerzt, aber da ist, immer. Sie näht, sie schläft, sie isst, sie spricht mit den anderen Frauen in der Pension, und die ganze Zeit über liegt dieser Geschmack auf ihrer Zunge wie eine offene Frage, die sie nicht formulieren kann oder will. Am nächsten Samstag steigt sie früher als sonst in den Bus, als wäre Zeit ein Argument. Der Eimer steht noch an derselben Stelle am Geländer, aber der alte Mann ist nicht da, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, mit Cola und einem gleichgültigen Gesicht. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie einen Moment zu lang an, bevor er mit den Schultern zuckt und sagt: „Weitergegangen, irgendwohin. Oder gestorben. In dieser Gegend fragt man das nicht so genau nach." Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß und nach allem schmeckt außer nach dem, wonach sie sucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch gleichgültig fließt, unbeeindruckt von allem, was Menschen an seinen Ufern verlieren. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, den niemand bemerkt hat außer ihr, weil man nur sieht, wonach man schaut. Sie weiß nicht, wer ihn hingehängt hat, und die Frage interessiert sie weniger als die Tatsache, dass jemand den Gedanken gehabt hat, sich mit einem so kleinen Zeichen an einen Ort zu binden. Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig fransig – und knüpft ihn neben den roten, ohne zu wissen, für wen oder warum, aber mit dem ruhigen Gefühl, dass es das Richtige ist. Die zwei Fäden hängen nebeneinander im Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich zu verlieren. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze auflösen, bis ihre Konturen unscharf werden und man nicht mehr genau sagen kann, wo der Berg aufhört und der Himmel anfängt. Irgendwo dort ist Javier – das ist das Einzige, woran sie festhält, nicht als Tatsache, nicht als Hoffnung, sondern als eine Art innere Behauptung, die sie aufrechterhalten muss, weil sie ohne sie nicht wüsste, wohin sie die Augen richten soll. Der Kaffee ist noch auf ihrer Zunge, eine Woche später, fremdartig und vertraut zugleich, wie eine Sprache, die man einmal konnte und fast vergessen hat. Sie wird nächste Woche wiederkommen, und die Woche danach, nicht weil sie etwas erwartet oder noch auf eine Auflösung hofft, sondern weil Treue manchmal das Einzige ist, was man einem Menschen schuldet, der nicht mehr da ist, um sie einzufordern. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Brücke Es gibt eine bestimmte Art von Erschöpfung, die nicht vom Schlafen kommt und nicht vom Wachen, sondern von dem langen, gleichmäßigen Druck eines Lebens, das man führt, ohne sich je ganz dazu entschieden zu haben – und genau diese Erschöpfung kennt Lucía, während ihre Hände um ein Uhr nachts noch immer die Nadel durch den Stoff führen, als hätten sie sich längst von ihr getrennt und arbeiten jetzt auf eigene Rechnung. Die Fabrik am Rand von Bogotá ist ein Ort, der nichts verspricht und nichts hält, und vielleicht ist das seine einzige Ehrlichkeit: Hier weiß man, woran man ist. Javier hat hier nie gearbeitet, er war nie jemand, der still an einem Platz blieb – er hatte diese ruhelose Qualität, die manche Menschen unruhig macht und andere anzieht, und Lucía hat beides an ihm erlebt, manchmal im selben Moment. Vor zwei Jahren ist er gegangen, ohne einen Abschied, der diesen Namen verdient hätte, und seitdem hat sie gelernt, mit einer Leerstelle zu leben, die sich weder durch Trauer noch durch Gewissheit füllen lässt, weil die Regierung einen Brief geschickt hat, der ihn für tot erklärt, ohne irgendetwas zu liefern, das dieses Wort ernstzunehmen erlauben würde. Was bleibt, ist kein Schmerz mehr im eigentlichen Sinne, sondern etwas Stumpferes und Beständigeres – eine Art strukturelle Abwesenheit, die Lucía inzwischen so verinnerlicht hat, dass sie sie manchmal erst dann bemerkt, wenn jemand fragt, ob sie Geschwister hat, und sie einen Moment zu lang braucht, um zu antworten. Der Samstag ist ihr Tag, nicht weil er sich von den anderen unterscheidet, sondern weil sie ihn durch eine Entscheidung zu dem gemacht hat, was er ist: dem einzigen Tag, an dem sie nicht näht, nicht in der Pension sitzt und auf die Decke schaut, sondern in den Bus steigt und fährt. Der Bus selbst ist ein eigenes kleines Universum, bevölkert von Menschen, die so früh am Morgen schon die Gesichter von Leuten tragen, die wissen, dass der Tag lang wird, und von Tieren, die ahnungslos mitreisen, und von einer Hitze, die durch jede Lücke in der verbeulten Karosserie kriecht, als wäre sie persönlich eingeladen. An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält mit der ernsthaften Sorgfalt, die Kinder manchmal für Gegenstände aufwenden, die Erwachsene längst für selbstverständlich halten, und das ihr wortlos die Hälfte anbietet, als wäre das die natürlichste Geste der Welt. Lucía nimmt die Frucht, und noch bevor sie die Schale berührt, ist Javier da – nicht als Bild, sondern als körperliche Reaktion, als eine Art Muskelgedächtnis des Verlustes – weil Javier Mandarinen immer mit den Zähnen aufriss, ungeduldig und lachend, als wäre das Schälen eine Zeitverschwendung, die er sich prinzipiell verweigerte. Sie dreht das Gesicht zum Fenster, damit das Kind die Augen nicht sieht, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint, genau dort, wo sie immer erscheint, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die nicht wissen, was sie bedeuten. Die Brücke über den Río Sumapaz ist, objektiv betrachtet, nichts Besonderes: Beton, der altert, Geländer, das rostet, braunes Wasser darunter, das fließt, ohne je zu fragen, was an seinen Ufern verloren geht oder wartet oder sich nicht entscheiden kann zwischen beidem. Aber Orte bedeuten nicht, was sie sind, sondern was in ihnen geschehen ist, und hier hat Lucía zum letzten Mal Javiers Schultern gesehen, die leicht nach vorne geneigt waren, als trüge er etwas, das von außen nicht zu sehen war, und das ist eine Erinnerung, die sich nicht abschwächt, sondern mit der Zeit eher präziser wird, schärfer in den Details, als würde das Gehirn versuchen, durch Genauigkeit zu ersetzen, was die Realität nicht mehr liefern kann. Sie stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser, und wartet – wobei das Wort Warten hier irreführend ist, weil es eine Richtung impliziert, auf die hin man wartet, und die hat Lucía längst aufgegeben, wenn sie sie je gehabt hat; was sie tut, ist eher ein stilles Aushalten von Zeit an einem Ort, der ihr gehört, auf eine Weise, die kein Besitztitel beschreiben könnte. An diesem Samstag ist ein alter Mann da, der auf einem umgedrehten Eimer sitzt, als wäre das eine vollkommen angemessene Art, sich in der Welt einzurichten, mit einem Thermoskrug zwischen den Knien und einem Gesicht, das so viele Schichten trägt, dass Lucía nicht einmal versucht, es zu lesen. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie einen Moment lang irritiert, bevor sie versteht, dass es nicht der Akzent ist und nicht die Lautstärke, sondern eine Art eingefrorene Distanz – als hätte diese Stimme sehr lange geschwiegen und sei noch nicht ganz wieder in der Gegenwart angekommen. Sie nickt, sucht das Kleingeld, und in dem Moment, als sie aufblickt, um ihm die Münzen zu geben, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Krug halten, und sie erstarrt auf eine Art, die nicht theatralisch ist, sondern still und absolut – die Art, in der ein Körper innehält, wenn er etwas erkennt, das der Verstand noch nicht eingeholt hat. Die Finger sind knotig, die Gelenke aufgebrochen, die Nägel geschwärzt, und das alles wäre nichts Ungewöhnliches in dieser Gegend; was Lucía erstarren lässt, ist die Geometrie dieser Hände – die ungewöhnliche Länge der Mittelsehne, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger sich minimal abspreizt, als wolle er immer das letzte Wort haben –, weil das eine Geometrie ist, die sie kennt, so gut wie ihre eigenen Hände, vielleicht besser. In ihr entstehen Fragen – so viele und so schnell und mit so unterschiedlichen und unmöglichen Konsequenzen, dass sie sich gegenseitig blockieren wie Autos in einer verstopften Kreuzung, und keine kommt durch bis zu den Lippen, weil jede mögliche Antwort etwas in ihr riskieren würde, das sie gerade noch zusammenhält. Der alte Mann wartet, ohne ihr dabei zuzusehen, wie man auf jemanden wartet, der Zeit braucht, und das ist in sich schon etwas, das Lucía nicht vergessen wird: dass er gewartet hat, als wüsste er, dass Warten hier das Richtige ist. Er füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß" – und das ist alles, drei Worte, aber seine Stimme dabei klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs aufgehört hat, mehr zu sagen als das Notwendigste. Lucía trinkt, langsam, und der Kaffee ist bitter und schwer und hat einen Nachgeschmack, den sie nicht einordnen kann und der deshalb in ihr hängen bleibt, lange nachdem die Tasse leer ist. Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und ob das Feigheit war oder eine Art von Weisheit, die man sich erst erarbeiten muss, bevor man erkennt, dass sie keine ist, weiß sie in diesem Moment nicht und wird es vielleicht nie wissen. Die Woche, die folgt, ist eine Woche wie jede andere, außer dass sie es nicht ist, weil Lucía durch jeden ihrer Tage geht wie durch Wasser, das leicht zäher ist als sonst, und der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, hartnäckig und stumm, wie eine Frage, die sich weigert, in Sprache übersetzt zu werden. Am nächsten Samstag steigt sie früher als gewöhnlich in den Bus, als könnten zwanzig Minuten irgendetwas entscheiden, das bereits entschieden ist, und als sie an der Brücke ankommt, steht der Eimer noch da, aber der alte Mann sitzt nicht darauf, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, der Cola verkauft und so aussieht, als hätte er noch nie jemanden vermisst. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie mit einem Blick an, der sagt, dass er diese Frage schon kennt, auch wenn er sie heute zum ersten Mal hört, und antwortet: „Weitergegangen. Oder gestorben. Hier fragt man das nicht so genau nach, weil die Antwort meistens beides ist." Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die warm und süß ist und nach allem schmeckt außer nach dem, was sie braucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch fließt, gleichgültig und unbeeindruckt, als wäre Gleichgültigkeit die einzig würdige Reaktion auf ein Land, das seinen Menschen so viel weggenommen hat. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn und von niemandem bemerkt außer von jemandem, der gelernt hat, auf die kleinen Zeichen zu achten, weil die großen Zeichen ausgeblieben sind. Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig ausgefranst, der Art von blau, das einmal kräftiger war – und knüpft ihn neben den roten, nicht aus Sentimentalität, sondern aus einem Impuls, den sie nicht analysiert, weil manche Handlungen ihre Bedeutung verlieren, wenn man sie zu genau anschaut. Die zwei Fäden hängen nebeneinander im leichten Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich voneinander zu entfernen, und das ist vielleicht das Genaueste, was Lucía jemals über ihre Beziehung zu Javier gesagt hat, auch wenn sie kein Wort dabei gesprochen hat. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze in etwas Unbestimmtes auflösen, in einen Übergang zwischen Form und Formlosigkeit, der ihr heute nicht beunruhigend vorkommt, sondern wie eine ehrliche Aussage darüber, wie die Dinge wirklich sind. Irgendwo in diesem Auflösen ist Javier – das ist keine Hoffnung mehr und keine Überzeugung, sondern eine innere Setzung, die sie aufrechterhält, weil ein Mensch irgendwo sein muss, auch wenn das Irgendwo sich jeder Verifikation entzieht. Der Kaffee ist noch da, eine Woche später, tief im Hals, auf der Zungenspitze, fremd und vertraut in einem Atemzug, wie eine Sprache, die man als Kind gesprochen hat und die jetzt nur noch in den Schichten sitzt, die tiefer liegen als das Bewusstsein. Lucía wird nächste Woche wiederkommen – nicht aus Hoffnung, nicht aus Gewohnheit im banalen Sinne, sondern weil Treue manchmal die einzige Form von Würde ist, die einem bleibt, wenn alles andere, worauf man gezählt hat, sich in Schweigen aufgelöst hat; und Würde, das hat sie gelernt, ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung, die man jeden Samstag von Neuem trifft. == 88 == 1 -------------------- Doña Clara steht früh auf. Es ist noch dunkel draußen. Sie macht das Feuer im Hof an. Ein großer Topf steht über den Flammen. Sie kocht Reis für das Fest. Heute ist die Taufe ihrer Enkelin. Viele Menschen werden kommen. Die Nachbarn bringen Tische und Stühle. Die Männer schleppen schwere Bierkästen. Die Frauen schälen Kartoffeln. Doña Clara rührt langsam im Topf. Asche fliegt ihr ins Gesicht. Sie wischt sie nicht ab. Elena kommt mit einem Korb. Der Korb ist voller Limonen. Elena ist ihre Tochter und sie ist Lehrerin. Sie setzt sich neben ihre Mutter. Sie schneidet die Früchte in Scheiben. Keine von beiden spricht. Ein Hahn schreit laut. Die Nachbarin ruft von gegenüber: „Wann geht es los?" Doña Clara antwortet ruhig: „Wenn die Sonne unten ist." Die Nachbarin nickt. Sie versteht nicht viel, aber sie nickt trotzdem. Elena sitzt auf einem alten Eimer. Sie schält Zwiebeln. Es sind sehr viele Zwiebeln. Die Tränen laufen ihr über das Gesicht. Aber sie hört nicht auf. Plötzlich wirft sie das Messer auf den Boden. „Mama, er kommt nicht", sagt sie. Doña Clara dreht sich nicht um. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter. Die Hand zittert ein bisschen. Elena öffnet den Mund, aber sie sagt nichts. Sie nimmt das Messer wieder vom Boden. Sie schält weiter. Am Abend ist das Haus voller Gäste. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen herum. Eine alte Ziehharmonika spielt Musik. Der Walzer klingt ein wenig traurig. Doña Clara geht allein in die Kammer. Sie öffnet einen alten Schrank. Dort steht eine Flasche Rum. Auf der Flasche liegt Staub. Das rote Band ist noch original und fest gebunden. Santiago hat ihr diese Flasche geschenkt. Es war zu ihrem letzten Geburtstag vor drei Jahren. Doña Clara nimmt die Flasche vorsichtig in beide Hände. Sie trägt sie in die Küche. Sie stellt sie in die Mitte des großen Tisches. Tante Rosa fragt laut: „Trinkst du das jetzt?" Doña Clara schüttelt den Kopf. „Ich habe es nicht allein gekauft, um es allein zu trinken", sagt sie. Der Ziehharmonika-Spieler hält kurz an. Dann spielt er weiter, als wäre nichts gewesen. Niemand trinkt aus der Flasche. Aber niemand stellt sie weg. Es ist nach Mitternacht. Die meisten Gäste sind schon gegangen. Doña Clara sitzt auf einer Holzbank vor dem Haus. Die Flasche steht neben ihr auf dem Boden. Sie ist noch geschlossen. Elena kommt mit einer Wolldecke. Sie legt sie ihrer Mutter sanft um die Schultern. Mutter und Tochter schauen auf den Weg. Der Weg führt ins Dunkle und endet irgendwo im Nichts. Irgendwo bellt ein Hund. Elena flüstert leise: „Er sieht die Kerzen." Doña Clara schaut nicht weg. „Er sieht sie", sagt sie. Sie sitzen lange zusammen auf der Bank. Die Kerzen brennen langsam herunter. Die Flasche bleibt stehen. Der Morgen kommt leise, ohne zu fragen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Doña Clara schläft schlecht, weil sie an die Taufe denkt. Schon vor dem Morgengrauen steht sie auf und geht in den Hof. Das Feuer brennt langsam, und der Rauch riecht nach feuchtem Holz. Sie rührt im großen Topf, obwohl der Reis noch nicht kocht. Heute kommen viele Menschen, und alles muss fertig sein. Die Nachbarn helfen gerne, denn das Dorf kennt Doña Clara seit vielen Jahren. Ein Mann schleppt Bierkästen, ein anderer trägt lange Holztische auf dem Rücken. Doña Clara schaut ihnen zu, aber sie denkt an jemand anderen. Elena kommt aus dem Haus und bringt einen schweren Korb mit Zwiebeln und Limonen. Sie setzt sich auf einen umgedrehten Eimer und fängt sofort an zu arbeiten. Ihre Augen werden rot, weil die Zwiebeln so scharf sind. Niemand fragt, ob es nur die Zwiebeln sind. Plötzlich legt Elena das Messer auf den Boden und sagt: „Mama, er kommt nicht zurück." Doña Clara dreht sich nicht um, aber ihre Hand hält kurz an. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie, ohne zu zögern. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter und schweigt. Sie nimmt das Messer wieder und schält weiter, weil es nichts anderes zu tun gibt. Am Nachmittag kommen die ersten Gäste, und das Haus wird schnell laut. Kinder rennen durch die Zimmer, und alte Männer sitzen draußen im Schatten. Eine Ziehharmonika spielt einen Walzer, der ein bisschen traurig klingt. Doña Clara geht allein in die Kammer, ohne dass jemand ihr folgt. Sie öffnet einen alten Holzschrank, der nach Lavendel und Zeit riecht. Ganz hinten steht eine Rumflasche mit einem roten Band und Staub auf dem Etikett. Santiago hat ihr diese Flasche zum letzten Geburtstag geschenkt, drei Jahre ist das jetzt her. Doña Clara hält die Flasche lange in beiden Händen, bevor sie geht. Sie trägt sie langsam in die Küche und stellt sie in die Mitte des Tisches. Tante Rosa sieht es sofort und fragt: „Willst du die jetzt aufmachen?" Doña Clara schüttelt den Kopf und sagt ruhig: „Ich habe sie nicht gekauft, um allein zu trinken." Die Ziehharmonika verstummt für einen Moment, dann geht die Musik weiter. Keiner greift nach der Flasche, aber keiner fragt noch einmal, warum sie da steht. Nach Mitternacht sind die meisten Gäste gegangen, und das Haus ist wieder still. Doña Clara sitzt auf der alten Holzbank vor dem Haus und schaut in die Dunkelheit. Die Rumflasche steht neben ihr auf dem Boden, noch immer geschlossen. Elena kommt mit einer dicken Decke und legt sie ihr schweigend um die Schultern. Sie setzt sich neben ihre Mutter, und beide schauen auf den unbefestigten Weg. Der Weg führt aus dem Dorf heraus, in eine Richtung, die niemand mehr benennt. Irgendwo im Dunkeln bellt ein Hund, und dann ist es wieder still. Elena flüstert: „Er sieht die Kerzen, weißt du." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Blick zu bewegen: „Er sieht sie." Sie sitzen nebeneinander, bis die letzten Kerzen heruntergebrannt sind. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht. Der Morgen kommt langsam, ohne dass jemand ihn eingeladen hat. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum geschlafen, weil die Gedanken an das Fest sie nicht loslassen wollten. Als sie aufsteht, ist der Himmel noch dunkelblau, und das Dorf liegt still wie ein vergessenes Versprechen. Sie kniet neben dem offenen Feuer im Hof und rührt den Reis, obwohl er noch nicht heiß genug ist. Die Asche fliegt ihr ins Gesicht, und sie lässt es geschehen, ohne die Hand zu heben. Heute wird die kleine María getauft, und das ganze Dorf wird kommen, weil man sowas nicht alleine feiert. Nachbarn schleppen Tische über den Hof, Männer stapeln Bierkästen an die Hauswand, Frauen bringen Töpfe und Schüsseln. Es riecht nach Holzrauch, nach Fleisch, nach der feuchten Erde, die der Morgen immer mit sich bringt. Elena kommt mit einem schweren Korb aus dem Haus, setzt sich wortlos neben ihre Mutter und greift nach dem Messer. Sie schneidet Zwiebeln, eine nach der anderen, und die Tränen kommen so gleichmäßig, dass niemand fragt, ob es Schmerz ist. Irgendwann legt Elena das Messer hin und sagt mit leiser, harter Stimme: „Mama, er wird nicht kommen." Doña Clara rührt weiter, als hätte sie nichts gehört, aber ihre Schultern straffen sich für einen kurzen Moment. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und ihre Stimme lässt keinen Widerspruch zu. Elena will antworten, aber dann sieht sie, wie die Hand ihrer Mutter am Löffel zittert, ganz leicht, fast unsichtbar. Sie schweigt, nimmt das Messer wieder, und schält weiter, weil es das Einzige ist, was sie tun kann. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, erst einzeln, dann in kleinen Gruppen, laut und hungrig und gut gekleidet. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen hindurch, eine Ziehharmonika spielt, und das Haus füllt sich mit Wärme und Lärm. Doña Clara bewegt sich durch all das wie jemand, der ein Theaterstück kennt und trotzdem mitspielen muss. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, und antwortet kurz und freundlich, aber ihre Augen schauen immer ein Stück weiter. Als niemand sie beobachtet, geht sie in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und öffnet den alten Holzschrank. Die Rumflasche steht ganz hinten, hinter alten Tüchern, als hätte sie sich versteckt oder als hätte sie gewartet. Das rote Band ist noch original und unberührt, und der Staub auf dem Etikett erzählt, wie lange sie dort gestanden hat. Santiago hatte sie ihr zum Geburtstag gebracht, damals, als er noch da war, als er noch ein Gesicht hatte und eine Stimme. Doña Clara steht lange in der Kammer, die Flasche in den Händen, und atmet einmal tief durch, bevor sie geht. Sie trägt sie in die Küche und stellt sie ohne Erklärung in die Mitte des großen Tisches, zwischen Teller und Brot. Tante Rosa bemerkt es sofort, weil Tante Rosa immer alles bemerkt, und fragt: „Wird die heute aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, und der Satz klingt wie etwas, das man auswendig gelernt hat. Die Ziehharmonika hört für einen Atemzug auf, dann setzt sie wieder ein, und der Abend geht weiter wie geplant. Niemand trinkt aus der Flasche, aber niemand stellt sie weg, und nach einer Weile schaut auch niemand mehr hin. Nach Mitternacht sitzen die letzten Gäste auf den Bänken vor dem Haus, und die Stimmen werden leiser, eine nach der anderen. Doña Clara holt die Rumflasche aus der Küche und trägt sie nach draußen, als gehöre sie dorthin. Sie setzt sich auf die alte Holzbank, stellt die Flasche neben ihre Füße und schaut auf den unbefestigten Weg, der ins Dunkel führt. Elena kommt kurz darauf mit einer Decke, die sie ihr wortlos um die Schultern legt, bevor sie sich danebensetzt. Es ist eine dieser Nächte, in denen man redet, ohne zu sprechen, und trotzdem alles sagt, was gesagt werden muss. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund einmal kurz auf, dann ist es wieder still, und die Stille fühlt sich vollständig an. Elena flüstert, halb zu ihrer Mutter, halb zu niemandem: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch ist." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen: „Er sieht sie." Sie sitzen so, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht verlischt wie ein leises Wort. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht, ungeöffnet, unbewegt, genauso wie vor drei Jahren. Der Morgen kommt ohne Erlaubnis, wie er immer kommt, gleichgültig und unausweichlich und trotzdem irgendwie sanft. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum die Augen zugetan, weil die Gedanken an das Fest sie mit einer Hartnäckigkeit verfolgten, die an Schuld grenzte. Sie steht auf, bevor der Himmel sich entschieden hat, welche Farbe er annehmen will, und geht in den Hof, als hätte sie dort etwas vergessen. Das Feuer unter dem großen Topf brennt ungleichmäßig, und sie kniet daneben und rührt, obwohl der Reis noch kalt ist und es keinen Sinn ergibt. Asche legt sich auf ihr Gesicht, und sie lässt es geschehen, mit der Gleichgültigkeit eines Menschen, der gelernt hat, kleine Unbequemlichkeiten nicht zu bemerken. Heute wird die kleine María getauft, das erste Kind von Santiagos Frau, ein neues Leben, das in eine Welt kommt, in der sein Vater schon drei Jahre lang fehlt. Die Nachbarn erscheinen früh, ohne gerufen zu werden, weil das Dorf weiß, was sich gehört, und weil schweigendes Mitarbeiten manchmal die einzige Form von Trost ist, die man anbieten kann. Männer schleppen Tische und Bierkästen, Frauen bringen Töpfe und Süßigkeiten, und über allem liegt dieser besondere Geruch von Holzrauch und Erwartung, der Feste ankündigt. Elena kommt aus dem Haus, einen schweren Korb am Arm, setzt sich ohne Gruß neben ihre Mutter und greift nach dem Messer, als wäre diese Stille zwischen ihnen ein alter Vertrag. Die Zwiebeln bringen ihr die Tränen, und weil niemand sie fragt, muss sie auch nicht antworten, was eine Erleichterung ist, die sie sich nicht eingestehen will. Nach einer Weile legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden und sagt, ohne ihre Mutter anzuschauen: „Er kommt nicht, Mama, er ist nicht mehr irgendwo, wo er kommen könnte." Doña Clara rührt weiter, und nur wer genau hinschaut, sieht, wie sich der Rhythmus ihrer Hand für eine Sekunde unterbricht, bevor sie antwortet: „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann." Es ist kein Glaube, was in diesem Satz liegt, und auch keine Hoffnung im üblichen Sinne, sondern etwas Älteres, etwas, das man nicht widerlegen kann, ohne grausam zu sein. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält wie jemand, der sich daran festhält, und beschließt zu schweigen, weil Schweigen manchmal das Klügste ist. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das ist jetzt egal, weil es sowieso niemanden interessiert, woher sie kommen. Die Gäste treffen am Nachmittag ein, zuerst zögerlich, dann in Wellen, und das Haus füllt sich mit Stimmen und Kinderlärm und dem traurig-fröhlichen Klagen einer alten Ziehharmonika. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie jemand, der die Choreographie einer Feier auswendig kennt und sie trotzdem zum ersten Mal aufführt, mit einem Lächeln, das nicht erreicht, was es erreichen soll. Sie antwortet auf Fragen, nimmt Umarmungen entgegen, lobt das Kleid der Nachbarstochter, und tut dabei alles, was eine Gastgeberin tun muss, ohne auch nur einen Moment wirklich da zu sein. Als die Gelegenheit kommt, löst sie sich unbemerkt aus der Menge, geht durch den schmalen Gang in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und lehnt einen Atemzug lang dagegen. Der alte Holzschrank riecht nach Lavendel und nach einer Zeit, die nicht mehr existiert, und ganz hinten, hinter gefalteten Tüchern, steht die Flasche Rum, als hätte sie auf genau diesen Moment gewartet. Das rote Band ist unberührt, das Etikett trägt eine dünne Staubschicht, und Santiago hatte die Flasche mit beiden Händen überreicht und gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben. Doña Clara hält sie lange, ohne sie zu öffnen, ohne sich zu bewegen, und in der Stille der Kammer ist der Abstand zwischen damals und heute mit Händen zu greifen. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Erklärung und ohne Zögern in die Mitte des großen Tisches, zwischen Brotteller und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin. Tante Rosa, die in ihrem Leben noch keine Geste unkommentiert gelassen hat, beugt sich vor und fragt mit einem Unterton, der Neugier und Vorwurf mischt: „Wird die heute Abend noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, ruhig und endgültig, und der Satz legt sich über den Tisch wie ein Tischtuch, das niemand wegziehen will. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, dann setzt sie wieder ein, und der Abend rollt weiter, als wäre nichts gesagt worden, was nicht schon alle wussten. Niemand greift nach der Flasche, nicht aus Respekt, nicht aus Scheu, sondern weil jeder am Tisch spürt, dass sie nicht zum Trinken dasteht, sondern als Zeichen für etwas, das keinen Namen hat. Nach Mitternacht leert sich das Haus langsam, wie Wasser aus einem Becken läuft, und zurück bleiben nur die Stühle, die Reste, und eine Stille, die sich anders anfühlt als die vom Morgen. Doña Clara nimmt die Flasche, trägt sie nach draußen in die kühle Nachtluft und setzt sich auf die alte Holzbank, die vor dem Haus steht, seit sie denken kann. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer dicken Wolldecke, legt sie ihr ohne ein Wort um die Schultern und lässt sich daneben nieder, nah genug, dass die Schultern sich berühren. Sie schauen beide auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist und auf dem er nie zurückgekommen ist. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund zweimal kurz auf, dann kehrt die Stille zurück, vollständig und dicht, wie eine zweite Decke über beiden Frauen. Elena flüstert, mit einer Stimme, die weder Frage noch Aussage ist: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet sofort, ohne zu zögern, ohne den Blick von dem dunklen Weg zu nehmen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht stirbt, leise und ohne Drama, wie Dinge sterben, die ihren Zweck erfüllt haben. Die Flasche Rum steht die ganze Zeit zwischen ihren Füßen, ungeöffnet und unbewegt, ein Versprechen in Glas, das niemand eingelöst hat und das vielleicht gerade deshalb noch gilt. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne zu fragen und ohne zu warten, gleichmäßig und unausweichlich und auf seine Art barmherzig. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht keinen wirklichen Schlaf gefunden, sondern nur jene flache, unruhige Bewusstlosigkeit, die sich einstellt, wenn der Körper erschöpft ist, der Geist aber nicht aufhören will zu arbeiten. Sie steht auf, noch bevor das Licht sich entschieden hat, und tritt in den Hof hinaus, in die blaue Kälte des frühen Morgens, der nach nassem Gras und nach dem Holz des Feuers riecht, das sie nun entfacht, weil die Hände etwas brauchen, dem sie folgen können. Der Reis im großen Topf ist noch kalt, und sie rührt ihn trotzdem, mechanisch, mit jener ruhigen Hartnäckigkeit, die Menschen entwickeln, wenn das Tun wichtiger geworden ist als sein Ergebnis. Asche legt sich auf ihre Stirn und ihre Wangen, und sie wischt sie nicht ab, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil es eine Art ist, die Last des Tages schon am Morgen sichtbar zu tragen, bevor die Gäste kommen und alles hinter Freundlichkeit verschwinden muss. Heute wird Marías Taufe gefeiert, das erste Kind ihres Sohnes Santiago, ein kleines Leben, das in die Welt gekommen ist, ohne seinen Vater je gesehen zu haben, und das es vielleicht nie tun wird. Die Nachbarn erscheinen früh und ungebeten, weil das Dorf weiß, dass Doña Clara Hilfe braucht, und weil kollektives Arbeiten in solchen Momenten die einzige Sprache ist, die nicht lügt und nicht zu viel verlangt. Männer schleppen Tische über den holprigen Hof, stapeln Bierkästen unter dem Vordach, und über allem liegt dieser schwere, vertraute Geruch von Holzrauch und Kochfleisch, der Feste ankündigt und gleichzeitig an all die anderen Feste erinnert, die schon gewesen sind. Elena kommt aus dem Haus, den schweren Korb in der Armbeuge, und setzt sich neben ihre Mutter, ohne sie zu grüßen, weil zwischen Müttern und Töchtern, die sich kennen wie diese beiden, ein Gruß manchmal zu viel wäre. Sie greift nach dem Messer und beginnt die Zwiebeln zu schneiden, schweigend und gleichmäßig, und die Tränen, die ihr über das Gesicht laufen, sind aus einem Material, das man an diesem Morgen nicht voneinander unterscheiden will. Irgendwann legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden, schaut geradeaus in den Rauch, und sagt mit der Stimme eines Menschen, der eine Wahrheit lange aufbewahrt hat und nun nicht mehr kann: „Er kommt nicht, Mama, und du weißt es." Doña Clara rührt weiter, ohne die Geschwindigkeit zu verändern oder den Blick zu heben, und nur wer sie sehr genau kennt, erkennt am kurzen Innehalten ihrer Schultern, dass der Satz sie getroffen hat wie ein Stein, den man nicht kommen sieht. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und dieser Satz ist kein Glaube im religiösen Sinne und keine Hoffnung im rationalen, sondern jene dritte Sache, für die es kein gutes Wort gibt, das Festhalten an einer Möglichkeit, nicht weil sie wahrscheinlich ist, sondern weil das Gegenteil nicht auszuhalten wäre. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält und dabei ganz leicht zittert, kaum sichtbar, aber unübersehbar für jemanden, der diese Hand seit der Kindheit kennt, und das Widersprechen versiegt in ihr, bevor es zur Sprache findet. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das macht nichts, denn hier im Hof, mit dem Rauch und dem Geruch von Zwiebeln, braucht niemand zu erklären, warum Augen nass werden. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, zunächst zögerlich, dann in jener selbstverstärkenden Welle, die entsteht, wenn genug Menschen bereits da sind, um den Ankömmlingen das Gefühl zu geben, dass sie nichts verpassen dürfen. Das Haus füllt sich mit Stimmen, mit Kindergeschrei, mit dem traurig-festlichen Klagen einer alten Ziehharmonika, die einen Walzer spielt, der schon zu anderen Anlässen gespielt wurde und deshalb etwas Unstimmiges hat, etwas, das passt und nicht passt zugleich. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie eine Frau, die eine Rolle sehr gut gelernt hat und die weiß, dass Schwäche das Letzte wäre, was ihr die Gäste abnehmen würden, ohne es ihr vorzuwerfen. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, nimmt Umarmungen an, lobt das Essen und die Kinder, und tut das alles mit einer Präzision, die Herzlichkeit imitiert ohne sie zu fühlen, nicht aus Falschheit, sondern aus Erschöpfung. Als sich eine Gelegenheit öffnet, löst sie sich lautlos aus dem Gewebe der Feier, geht durch den schmalen Korridor in die Kammer und schließt die Tür hinter sich mit der Sorgfalt eines Menschen, der die Stille vor dem Geräusch schützen will. Der alte Holzschrank steht dort, wo er immer gestanden hat, und riecht nach Lavendel und nach der Zeit selbst, nach dem Staub aufgehobener Dinge, die man weder wegwerfen noch anfassen kann. Ganz hinten, hinter sorgfältig gefalteten Tüchern, die sie selbst dort abgelegt hat, steht die Rumflasche, das rote Band unberührt, das Etikett unter einer dünnen Staubschicht leserlich, ein Objekt, das drei Jahre lang auf seinen Moment gewartet hat, ohne zu wissen, was für ein Moment das sein würde. Santiago hatte ihr diese Flasche zum Geburtstag gebracht, mit beiden Händen, mit diesem Lächeln, das seine Augen faltig werden ließ, und hatte gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben, und nun ist ein besonderer Anlass, und er ist nicht da. Doña Clara steht lange in der Kammer, hält die Flasche in den Händen ohne sie zu öffnen, und in der Stille zwischen diesen vier Wänden erlaubt sie sich für einen einzigen Moment das, was sie sich den ganzen Tag nicht erlaubt hat: stillzuhalten und zu spüren, wie schwer das alles ist. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Ankündigung und ohne Erklärung in die genaue Mitte des großen Tisches, zwischen Brot und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie das schon immer gewusst. Tante Rosa, deren Leben aus dem Registrieren unausgesprochener Dinge besteht und die in dieser Fähigkeit eine Kunstfertigkeit entwickelt hat, die manchmal Grausamkeit berührt, beugt sich sofort vor und fragt: „Wird die heute noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara mit einer Ruhe, die keine Antwort erwartet und keine duldet, und der Satz hängt im Raum wie etwas, das alle schon immer gewusst haben, ohne es je formuliert zu haben. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, fast unmerklich, als hätte auch der Spieler zugehört, und dann setzt sie wieder ein, und der Abend trägt sich weiter, als wäre nichts geschehen, was nicht zum Fest gehörte. Niemand greift nach der Flasche, über den ganzen Abend nicht, nicht einmal die Trinkfreudigen, nicht einmal die Gedankenlosen, weil etwas in ihrer Aufstellung am Tisch und in der Art, wie Doña Clara sie hingestellt hat, unmissverständlich sagt, dass sie nicht zum Trinken da ist. Nach Mitternacht leert sich das Haus in jenem langsamen, unaufhaltsamen Prozess, der jeden Abend beschließt, wenn die Energie der Feier verbraucht ist und die Menschen wieder zu sich selbst zurückfinden müssen. Doña Clara nimmt die Flasche vom Tisch, trägt sie nach draußen in die kühle Stille der Nacht und setzt sich auf die alte Holzbank vor dem Haus, als wäre das eine Entscheidung, die sie schon am Morgen getroffen hat. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer schweren Wolldecke, legt sie ihr um die Schultern mit einer Geste, die zu zärtlich ist, um ein Wort daneben zu brauchen, und setzt sich so nah, dass die Schultern sich berühren. Beide schauen auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist an jenem Tag vor drei Jahren, ohne sich umzudrehen oder Bescheid zu sagen, und auf dem seither nur Abwesenheit zurückgekehrt ist. Irgendwo hinter dem Dorf bellt ein Hund zweimal, kurz und ohne Nachdruck, und dann kehrt die Stille zurück, vollständig und vertraut, wie ein Raum, in dem man schon lange wohnt. Elena flüstert, mit einer Stimme, die sich nicht entschieden hat, ob sie beten oder behaupten will: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen, ohne die Stille erst zu lassen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett in sich zusammengesunken ist und das Licht erlischt, leise und vollständig, mit jener Würde, die Dinge haben, die ihren Zweck erfüllt haben und nun aufhören dürfen. Die Rumflasche steht zwischen ihren Füßen, ungeöffnet, das rote Band noch immer gebunden, ein Versprechen in Glas und Ton, das niemand eingelöst hat, und das vielleicht gerade deswegen noch nicht erloschen ist. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne Erlaubnis und ohne Ankündigung, gleichmäßig und unerbittlich und in seiner Gleichgültigkeit auf eine Art, die man, wenn man will, auch Gnade nennen kann. == 89 == 1 -------------------- Die lateinischen Worte Es ist sieben Uhr morgens. Niall geht zur Kirche. Die Kirche steht am Ende des Dorfes. Das Dorf liegt an der Westküste. Es regnet schon seit drei Wochen. Die Straßen sind nass. Die Felder sind nass. Alles ist grau. Niall hat den Schlüssel in der Hand. Das Schloss quietscht laut. Es hat immer so gequietscht. Drinnen riecht es nach altem Stein. Es riecht auch nach Weihrauch. Niall mag diesen Geruch. Er zündet zwei Kerzen an. Nur zwei, nicht mehr. Der dritte Kerzenständer ist leer. Er war schon seit Ostern leer. Niall schaut kurz zur Muttergottes. Dann geht er wieder nach draußen. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus. Father Brennan steht schon im Flur. Der alte Priester ist 79 Jahre alt. Er hält das Messgewand über dem Arm. Er schaut Niall an und sagt: „Du bist zu spät." Niall sagt: „Es ist erst Viertel nach sieben." Brennan sagt: „Das ist zu spät." Sie gehen zusammen zurück zur Kirche. Brennan geht langsam. Seine Finger zittern ein wenig. Niall geht neben ihm. Er sagt nichts. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar. Er dreht dem Raum den Rücken zu. Er beginnt die Messe. Er spricht auf Latein. Die Worte sind alt und leise. Niall sitzt auf der ersten Bank. Die anderen Bänke sind alle leer. Früher saßen hier viele Menschen. Alte Frauen mit Kopftüchern. Männer, die nach Torf rochen. Das ist lange her. Brennan dreht sich um und sagt: „Dominus vobiscum." Niall antwortet: „Et cum spiritu tuo." Seine Stimme ist ruhig. Es ist genug. Sie machen weiter. Niall kennt alle Antworten. Er hat sie als Kind gelernt. Er war Ministrant, mit sieben Jahren. Dann kommt der wichtige Moment. Brennan hebt die Hostie. Er will die Worte sprechen. Aber sein Mund bleibt offen. Er sagt nichts. Seine Finger halten die Hostie fest. Sein Gesicht ist ruhig, aber seine Augen suchen. Niall sieht das. Er wartet eine Sekunde. Dann flüstert er leise: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Brennan schließt die Augen. Er nickt einmal. Er spricht weiter. Die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen. Sie gehen zusammen zum Pub. Sie sagen kein Wort auf dem Weg. Im Pub sind sie allein. Der Wirt bringt zwei Gläser Guinness. Er dreht das Radio leiser. Brennan sagt: „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt." Er sagt: „Das war der einzige Unterricht, der zählte." Er sagt: „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an. Draußen hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit Wochen. Keiner von beiden schaut zum Fenster. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die lateinischen Worte Um sieben Uhr morgens nimmt Niall den Schlüssel vom Haken und geht zur Kirche. Das Dorf liegt still da, wie es immer liegt, wenn es regnet. Es regnet seit drei Wochen, jeden Tag, ohne Pause. Die Kirche steht am Ende der Straße, grau und schwer, wie ein alter Mann. Das Schloss quietscht, als Niall die Tür aufdrückt – es hat immer so gequietscht. Der Geruch kommt sofort: feuchter Stein, Weihrauch, etwas Modernes, das er nicht benennen kann. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer ist. Niemand hat neue Kerzen gekauft, und niemand hat gefragt warum. Niall schaut kurz zur Statue der Muttergottes, dann dreht er sich um. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus, die Hände in den Taschen. Father Brennan steht schon im Flur, das Messgewand über dem linken Arm. „Du bist zu spät", sagt der alte Mann, ohne Niall anzuschauen. „Es ist Viertel nach sieben", sagt Niall, „die Glocke läutet um halb acht." Brennan antwortet nicht, er geht einfach los. Niall folgt ihm, einen halben Schritt hinter ihm, wie immer. Der alte Priester ist 79 Jahre alt, aber er geht noch geradeaus. Nur seine Finger zittern, das sieht man, wenn er den Kelch hält. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar und dreht dem Raum den Rücken zu. Die Bänke hinter Niall sind leer – alle, bis zur letzten Reihe. Früher saßen hier dreißig, vierzig Menschen, manchmal mehr. Alte Frauen in dunklen Kleidern, Männer mit roten Händen, Kinder, die nicht stillsitzen konnten. Das ist fünf Jahre her, als der junge Priester wegging und niemand mehr kam. Brennan hat trotzdem weitergemacht, jeden Sonntag, für niemanden. Niall ist gekommen, nicht weil er glaubt, sondern weil er nicht will, dass der alte Mann allein steht. Die Messe beginnt, und Brennans Stimme füllt die Stille. Die lateinischen Worte fallen langsam, einer nach dem anderen, wie Tropfen in einen Brunnen. Niall sitzt auf der ersten Bank und antwortet, wenn er dran ist. „Et cum spiritu tuo" – die Worte kommen automatisch, aus dem Gedächtnis eines Kindes. Er war sieben Jahre alt, als er sie zum ersten Mal sagte. Er erinnert sich nicht mehr, ob er damals verstanden hat, was sie bedeuten. Vielleicht spielt das keine Rolle. Brennan dreht sich um, schaut über Niall hinaus in die leeren Reihen. „Dominus vobiscum", sagt er, leise, fast fragend. Niall antwortet, und Brennan nickt einmal, kaum sichtbar. Die Messe geht weiter, Satz für Satz, wie ein altes Schiff, das seinen Kurs kennt. Dann kommt der Moment, den Niall nicht erwartet hat. Brennan hält die Hostie in den Händen und öffnet den Mund. Kein Wort kommt. Nur ein kurzer Laut, dann Stille. Brennans Gesicht bleibt ruhig, aber seine Finger drücken die Hostie ein bisschen zu fest. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes. Er sieht das blinde Auge, das nichts sieht, und das andere, das zu viel weiß. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine. Niall atmet einmal tief, und dann flüstert er: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus ihm heraus wie etwas, das er nie wirklich vergessen hat. Brennan schließt die Augen, nickt einmal, und spricht weiter. Die Hostie bewegt sich in der Stille, und die Messe geht weiter. Nach dem letzten Segen löscht Niall die Kerzen. Sie gehen zusammen aus der Kirche, ohne zu sprechen. Der Regen fällt leise auf das Pflaster, wie immer. Im Pub sind sie allein, außer dem Wirt, der schweigend den Tresen wischt. Zwei Gläser Guinness stehen vor ihnen, halb voll, noch nicht angerührt. Brennan schaut auf sein Glas und sagt: „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war." „Das war der einzige Unterricht, der wirklich gezählt hat", sagt er dann. „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt ruhig: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an, leise, ohne zu lachen. Draußen vor dem Fenster hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit drei Wochen ist es still. Keiner von beiden schaut hin. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die lateinischen Worte Niall kennt jeden Stein des Weges zur Kirche, jeden Riss im Pflaster, jede Stelle, wo das Gras zwischen den Platten wächst. Er geht diesen Weg jeden Sonntag, seit fünf Jahren, kurz vor sieben Uhr morgens, wenn das Dorf noch schläft. Der Regen fällt gleichmäßig, wie er es seit Wochen tut, ohne Unterbrechung, ohne Absicht. An der Westküste ist das so: Der Regen kommt nicht als Ereignis, er ist einfach da, wie die See, wie der Wind, wie die Stille. Das Schloss der Kirchentür quietscht, als er den Schlüssel dreht, und dieser Laut gehört für Niall zum Sonntag wie die Glocke selbst. Drinnen riecht es nach feuchtem Stein und altem Weihrauch, ein Geruch, der sich in den Wänden festgesetzt hat wie ein Gebet, das niemand mehr spricht. Er zündet zwei Kerzen an – nur zwei, weil der Ständer vor der Muttergottes seit Ostern leer steht und keiner der Mut hatte, das zu ändern. Das flackernde Licht wirft lange Schatten auf die leeren Bänke, und für einen Moment sieht die Kirche fast belebt aus. Dann holt er Father Brennan ab. Der alte Priester steht bereits im Flur des Pfarrhauses, das Messgewand sorgfältig über den linken Arm gelegt, als hätte er die ganze Nacht gewartet. „Du bist zu spät", sagt Brennan, ohne Niall anzusehen, mit der ruhigen Bestimmtheit eines Mannes, der nicht mehr streitet, sondern nur noch feststellt. Niall erklärt, dass es erst Viertel nach sieben ist und die Glocke erst um halb acht läutet, aber er weiß bereits, dass die Antwort keine Rolle spielt. Sie gehen den schmalen Weg zwischen den Hecken, Brennan einen halben Schritt voraus, Niall hinter ihm, wie es sich so ergeben hat. Der alte Mann geht langsamer als früher, aber er geht noch aufrecht, und das ist etwas, das Niall jedes Mal auffällt, ohne dass er weiß, warum. In der Kirche nimmt Brennan seinen Platz vor dem Altar ein, dreht der leeren Gemeinde den Rücken zu und beginnt. Die lateinischen Worte kommen ruhig und gleichmäßig, getragen von einer Stimme, die mit den Jahren brüchiger geworden ist, aber nie unsicher. Niall sitzt auf der ersten Bank und hört zu, wie man einem Fluss zuhört, der immer schon da war. Die Bänke hinter ihm sind leer, und trotzdem füllen sie den Raum irgendwie, mit dem Gewicht all der Sonntage, an denen hier Menschen saßen. Er erinnert sich noch an die alten Frauen in ihren dunklen Kleidern, an die Männer mit den rissigen Händen, an die Kinder, die auf der Holzbank rutschten und einen Blick zugeworfen bekamen. Das alles ist fünf Jahre her, seit der junge Priester die Gemeinde verlassen hat und die Sonntagsmesse zu einer Laienandacht wurde. Brennan hat davon nichts wissen wollen und hält seitdem seine eigene Messe, still, auf Latein, ohne Erlaubnis, ohne Publikum. Niall ist geblieben, nicht weil der Glaube ihn hält, sondern weil er den Gedanken nicht aushält, dass der alte Mann allein vor dem Altar steht. Er antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die er als Siebenjähriger auswendig gelernt hat und die in ihm geblieben sind wie eine Melodie, die man nicht mehr loswird. „Dominus vobiscum", sagt Brennan, und dreht sich kurz um, sein gutes Auge sucht Niall, findet ihn. „Et cum spiritu tuo", antwortet Niall, und das reicht. Sie kennen diesen Rhythmus, dieses Geben und Nehmen, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Dann kommt die Wandlung. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Finger zittern leicht, und öffnet den Mund. Nichts. Ein kurzer, gebrochener Laut, dann eine Stille, die sich anfühlt, als würde die Kirche den Atem anhalten. Brennans Gesicht zeigt keine Panik, nur eine Art erschöpftes Suchen, als blättere er in einem Buch, dessen Seiten er nicht mehr sehen kann. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes, die blinde Pupille, die ins Leere gerichtet ist, die Finger, die die Hostie zu fest halten. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkommen, wie sie es manchmal tun. Sie kommen nicht. Dann hört er sich selbst flüstern, fast ohne es zu wollen: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus einer Tiefe, die er nicht kannte, aus einem Teil von ihm, der offenbar nie aufgehört hat, Ministrant zu sein. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig, als wäre nichts gewesen. Die Hostie hebt sich, und die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand ab, sie verlassen die Kirche, ohne ein Wort darüber zu verlieren, was gerade passiert ist. Der Regen empfängt sie vor der Tür wie ein geduldiger Bekannter. Im Pub stellen sie ihre nassen Jacken auf die Stühle und setzen sich an den Tresen. Der Wirt bringt zwei halbe Guinness, dreht das Radio leiser und lässt sie in Ruhe, weil er gelernt hat, dass das das Richtige ist. Brennan starrt eine Weile in sein Glas, bevor er spricht. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich das Gefühl hatte, dass es um etwas geht." Er macht eine Pause, dreht das Glas langsam in den zitternden Händen. „Jetzt zählt nichts mehr davon." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, dann wieder auf Brennan. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie stoßen an, ohne Feierlichkeit, ohne Lächeln, mit der ruhigen Geste zweier Männer, die sich seit Jahren kennen und wenig erklären müssen. Draußen hört der Regen auf. Es geschieht einfach so, ohne Ankündigung, mitten in einem Augenblick, der ohnehin schon zu voll ist. Durch das beschlagene Fensterglas sieht man ein blasses Licht zwischen den Wolken. Keiner von beiden dreht sich um. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die lateinischen Worte Der Sonntag beginnt für Niall nicht mit dem Aufwachen, sondern mit dem Moment, in dem er den Schlüssel vom Haken nimmt und weiß, dass es wieder Zeit ist. Draußen hängt der Regen wie eine Wand zwischen den Häusern, dicht und gleichgültig, seit drei Wochen derselbe Regen, der sich längst nicht mehr wie Wetter anfühlt, sondern wie Zustand. Das Dorf liegt still, wie es an Sonntagen liegt, wenn die wenigen, die noch hier wohnen, hinter beschlagenen Fenstern bleiben und niemand erwartet, dass einer von ihnen zur Kirche geht. Niall geht trotzdem, nicht weil er müsste, sondern weil aufzuhören eine Entscheidung wäre, und er hat noch keine getroffen. Das Schloss quietscht, als er die schwere Eichentür aufdrückt, ein vertrauter Laut, der seit hundert Jahren derselbe ist und in seiner Beständigkeit etwas fast Tröstliches hat. Die Kirche riecht nach feuchtem Stein und Weihrauch und nach der spezifischen Kälte alter Gebäude, die selbst im Sommer nicht ganz weicht, als hätte sich die Temperatur in den Wänden verselbständigt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer – der vor der Muttergottes – seit Ostern leer steht, und weil niemand diesen Umstand je laut angesprochen hat, ist er zu einer Art stillschweigendem Einverständnis geworden. Das flackernde Licht fällt auf die leeren Bänke und zeichnet Schatten, die aussehen wie Personen, wenn man nicht genau hinschaut. Niall schaut nicht genau hin. Er holt Father Brennan ab, wie jeden Sonntag, den schmalen Weg zwischen den Hecken entlang, der nach Regen immer ein bisschen rutschig ist. Der alte Priester steht bereits im Flur, das Messgewand über dem Arm, die weißen Augenbrauen zusammengezogen, als hätte er auf etwas gewartet, das sich nicht beeilte. „Du bist zu spät", sagt Brennan, mit der Autorität eines Mannes, für den die Zeit nicht mehr eine Abfolge von Minuten ist, sondern eine Frage der Haltung. Niall erklärt sachlich, dass es Viertel nach sieben ist, dass die Glocke erst um halb acht läutet, dass sie in der Zeit sind – aber er weiß, während er es sagt, dass dieser Austausch nicht über Zeit handelt. Sie gehen nebeneinander, Brennan einen halben Schritt voraus, weil er es nicht anders kennt, Niall hinter ihm, weil er gelernt hat, dass manche Positionen keine Entscheidung, sondern eine Übereinkunft sind. Die Kirche empfängt sie mit der Kälte, die sie immer hat, und Brennan geht ohne Zögern zum Altar, als würde er einen Raum betreten, der ihm gehört, obwohl er das, streng genommen, nicht mehr tut. Er dreht dem Kirchenschiff den Rücken zu, streckt die zitternden Hände über den Kelch und beginnt zu sprechen. Das Latein kommt ruhig und kontinuierlich, brüchig in der Oberstimme, aber stabil in seinem Rhythmus, wie ein altes Seil, das mehr trägt, als man ihm ansieht. Niall sitzt auf der ersten Bank, die Hände zwischen den Knien, und antwortet auf die Rufe, die Antworten erfordern, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwanzig Jahre hinweg aufbewahrt hat, ohne je dazu aufgefordert worden zu sein. Die Bänke hinter ihm sind leer, aber ihre Leere ist nicht nichts – sie ist die Summe aller Sonntagmorgen, an denen hier Menschen saßen, die jetzt entweder fortgezogen oder gestorben sind, was an der Westküste auf dasselbe hinausläuft. Er erinnert sich an die alten Frauen, die den Rosenkranz zwischen den Fingern rollten wie Händler ihre Münzen, an die Männer, die nach Torf rochen und nach dem Gottesdienst wortlos aneinandervorbeigingen, als hätte die Stunde des Schweigens eine Verlängerung bekommen. Das Bistum hat vor fünf Jahren entschieden, dass eine Laienandacht genüge, und die Gemeinde hat sich, wie Gemeinden das tun, gefügt. Brennan hat sich nicht gefügt, er hat einfach weitergemacht, still, ohne Erlaubnis, ohne Publikum, weil ihm die Vorstellung, dass die Messe aufhört, absurder erschien als die Vorstellung, sie allein zu halten. Niall ist geblieben, nicht aus Glauben, sondern aus einer Art Pflichtgefühl, das keinen religiösen Kern hat, aber einen menschlichen, und das vielleicht dasselbe ist. „Dominus vobiscum", sagt Brennan und dreht sich halb um, sein gutes Auge findet Niall mit der Präzision langer Gewohnheit. „Et cum spiritu tuo" – Niall sagt es ohne Pause, und Brennan nickt, kaum wahrnehmbar, und dreht sich wieder zum Altar. Es gibt einen Austausch in diesem Ritual, der weder Gespräch ist noch Gebet, sondern etwas dazwischen, etwas, für das es kein passendes Wort gibt außer vielleicht: Anwesenheit. Die Messe trägt sich selbst vorwärts, Satz für Satz, und Niall lehnt sich ein wenig zurück und lässt die lateinischen Worte über sich hinweggehen wie Wasser. Dann kommt die Wandlung, und alles stockt. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Lippen formen sich zu einem Wort, das nicht kommt – ein offener Mund, ein abgebrochener Laut, eine Stille, die sich von anderen Stillen unterscheidet, weil in ihr etwas fehlt, das da sein sollte. Nialls Blick geht sofort zu den Händen des alten Mannes, die die Hostie mit einer Kraft halten, die wie Festhalten aussieht, nicht wie Darbringen. Er sieht den Schweiß, der sich auf Brennans Stirn gesammelt hat, das blinde Auge, das in eine Richtung zeigt, die keiner kennt, die erschöpfte Suche in den Zügen eines Gesichts, das gelernt hat, sich nichts anmerken zu lassen. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und Niall hält die Luft an, weil er nicht weiß, ob Eingreifen Hilfe ist oder Einmischung. Dann hört er sich selbst sprechen, leise, fast atemlos: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Es sind Worte, die er als Kind gelernt hat, in einer Zeit, in der man Dinge lernte, ohne zu verstehen, dass man sie behalten würde, und die jetzt aus ihm herauskommen wie etwas, das nie wirklich fort war. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er nicht erbeten hat, es aber trotzdem nimmt. Er öffnet sie wieder und spricht weiter, ruhig, gleichmäßig, als wäre nichts gewesen, und vielleicht ist das die eigentliche Kunst: nicht, dass man nie ins Stocken gerät, sondern dass man weiterspricht, wenn jemand den Faden hält. Die Messe endet ohne weiteren Zwischenfall. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Gewand ab mit der präzisen Sorgfalt eines Mannes, der weiß, dass Nachlässigkeit in kleinen Dingen eine Haltung ist, keine Effizienz. Sie verlassen die Kirche und sprechen kein Wort über das, was passiert ist, was die einzig mögliche Form ist, darüber zu sprechen. Der Regen nimmt sie schweigend in Empfang. Im Pub hängen ihre nassen Jacken an den Stühlen, und der Wirt stellt zwei halbe Guinness vor sie hin, ohne zu fragen, weil er seit Jahren weiß, was Sonntag bedeutet. Brennan sitzt eine Weile still, die Hände um das Glas, und schaut auf die dunkle Flüssigkeit, als läse er etwas darin. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, mit der ruhigen Sachlichkeit eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, „in einem Klassenzimmer, das nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich gespürt habe, dass die Sprache selbst etwas trägt, unabhängig davon, ob jemand zuhört." Er dreht das Glas langsam in den Händen, und Niall sieht, wie stark die Finger zittern, wenn sie nichts halten. „Jetzt zählt das alles nichts mehr", sagt Brennan, nicht bitter, sondern mit der Feststellung von jemandem, der einen Beweis für eine Theorie geliefert bekommen hat, die er nie beweisen wollte. Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, mit der Ruhe eines Mannes, der nicht nach Worten sucht, weil er weiß, dass die richtigen kurz sind. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit zweier Menschen, die so viele Sonntage geteilt haben, dass Gesten keine Erklärung mehr brauchen. Draußen vor dem beschlagenen Fenster hört der Regen auf. Er hört einfach auf, mitten in allem, ohne Ankündigung, und für einen Moment liegt das Dorf in einer Stille, die sich von der gewöhnlichen unterscheidet, weil sie nicht erwartet wurde. Ein blasses Licht schiebt sich zwischen den Wolken durch, fällt schräg auf die nasse Straße. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die lateinischen Worte Es gibt Gewohnheiten, die man nicht mehr begründet, weil die Begründung irgendwann in der Wiederholung selbst verschwunden ist, und Nialls Sonntage gehören seit fünf Jahren zu dieser Kategorie. Um kurz vor sieben nimmt er den Schlüssel vom Haken neben der Tür, zieht die Jacke über, ohne nachzudenken, und tritt in den Regen, der seit drei Wochen fällt, als wäre er kein meteorologisches Ereignis mehr, sondern ein Aggregatzustand der Westküste. Das Dorf liegt in jener spezifischen Sonntagsstille, die nicht Ruhe ist, sondern Abwesenheit – keine Menschen auf der Straße, keine Stimmen, nur das gleichmäßige Rauschen des Regens gegen Stein und Dach und die gelegentliche Möwe, die dagegen ankämpft, als wüsste sie es besser. Die Kirche am Ende der Straße ist ein Gebäude, das seine Zweckbestimmung überlebt hat, aber das macht es, wie Niall nach fünf Jahren Sonntagmorgen weiß, nicht weniger wahr, sondern nur schwerer zu erklären. Das Schloss quietscht, wie es seit Menschengedenken quietscht, und dieser Laut hat aufgehört, ihn zu stören, weil er gelernt hat, dass Beständigkeit in einem Ort, der von Aufgabe und Weggang durchzogen ist, ihren eigenen Wert hat. Drinnen empfängt ihn der Geruch, der sich in langen Jahren in die Poren des Steins eingegraben hat: Weihrauch, Feuchtigkeit, das stumpfe Holz der Bänke und darunter, kaum wahrnehmbar, etwas, das er als Kind für Heiligkeit hielt und das er heute nicht mehr benennt, weil jeder Name dafür falsch klingt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer steht und diese Leere inzwischen so selbstverständlich geworden ist, dass sie aufgehört hat, eine Aussage zu sein, und einfach Tatsache ist. Das flackernde Licht trifft die leeren Bänke und wirft Schatten, die sich bewegen wie Anwesende, und Niall lässt diesen Eindruck geschehen, ohne ihn zu korrigieren. Er geht den schmalen, regennassen Weg zum Pfarrhaus, und Father Brennan steht bereits im Flur, das Messgewand mit der zeremonösen Sorgfalt eines Mannes über den linken Arm gelegt, der weiß, dass Form das ist, was bleibt, wenn der Inhalt schwächer wird. „Du bist zu spät", sagt Brennan, und es ist keine Feststellung über Uhrzeiten, sondern eine Aussage über die Beschaffenheit der Welt, die der alte Priester seit Jahrzehnten zu langsam findet. Niall erklärt, was er erklären kann – Viertel nach sieben, Glocke um halb acht, alles im Rahmen –, aber er erklärt es mit der halbherzigen Überzeugung eines Mannes, der weiß, dass sein Gesprächspartner keine Gegenmeinung erwartet, sondern Gesellschaft. Sie gehen nebeneinander den Weg zur Kirche, Brennan einen halben Schritt voraus, und diese Anordnung ist so selbstverständlich geworden, dass sie nicht mehr Vorrang bedeutet, sondern einfach: so ist es. Der alte Mann geht langsamer als noch vor zwei Jahren, die Schultern ein wenig vorgezogen gegen den Regen, und Niall passt seinen Schritt an, ohne darüber nachzudenken, mit jener unbemerkten Rücksicht, die sich zwischen Menschen entwickelt, die regelmäßig Zeit miteinander verbringen, ohne viel zu reden. Im Kirchenraum nimmt Brennan sofort seinen Platz vor dem Altar ein, als existiere für ihn keine Übergangszeit zwischen Kommen und Beginnen, und Niall setzt sich auf die erste Bank, seinen angestammten Platz, während hinter ihm die leeren Reihen schweigen. Diese Leere hat Niall lange beschäftigt, in den ersten Monaten noch als Vorwurf, dann als Frage, und schließlich als etwas, das keiner Kategorisierung mehr bedarf, weil es einfach der Zustand ist, in dem die Messe stattfindet. Die verschwundene Gemeinde ist trotzdem anwesend, in einer Weise, die sich seiner Beschreibung entzieht: die alten Frauen, die den Rosenkranz wie eine Notwendigkeit in den Händen hielten, die Männer mit den vom Torf gefärbten Händen, die Kinder, die auf den Bänken rutschten und Seitenblicke der Mütter ernteten. Sie sind fort, die meisten gestorben, manche weggezogen, und der Unterschied ist an der Westküste geringer, als er anderswo wäre. Brennan hat auf all das nicht mit Resignation reagiert, sondern mit einer Sturheit, die Niall je länger, desto mehr bewundert: Er hat einfach weitergemacht, die Messe gehalten, still, auf Latein, ohne bischöfliche Genehmigung, ohne Publikum, weil die Alternative – aufzuhören – für ihn keine logische Konsequenz, sondern eine Kapitulation war, die er nicht zu vollziehen gedachte. Niall ist bei ihm geblieben, nicht aus Glauben, denn dazu wäre er zu ehrlich sich selbst gegenüber, sondern aus einem Pflichtgefühl, das keine religiöse Grundlage hat, aber eine menschliche, und das vielleicht nicht so weit auseinanderliegt, wie es klingt. Das Latein füllt die Kirche wie Wasser einen Behälter, das heißt: es nimmt die Form des Raumes an, ohne ihn zu verändern, gleichmäßig, kontinuierlich, Brennans Stimme altert hörbar mit jedem Jahr, aber ihr Rhythmus nicht. Niall antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwei Jahrzehnte bewahrt hat wie Dinge, die man in einem Keller einlagert und vergisst, bis man sie braucht: „Et cum spiritu tuo", „Sed libera nos a malo", die kurzen Antworten des Ministranten, die er mit sieben Jahren auswendig lernte, ohne zu wissen, dass er sie mit siebenundzwanzig noch sprechen würde. „Dominus vobiscum" – Brennan dreht sich kurz um, sein gutes Auge findet Niall mit der unbeirrten Sicherheit jahrzehntelanger Gewohnheit, und in diesem Blick liegt weder Frage noch Dank, nur die stille Erwartung, dass da ist, was da sein soll. „Et cum spiritu tuo" – Niall antwortet, und Brennan nickt und dreht sich zurück, und in diesem kleinen Austausch liegt so etwas wie Liturgie, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Die Messe bewegt sich vorwärts mit der Schwerkraft alter Strukturen, die nicht deswegen tragen, weil man an sie glaubt, sondern weil sie so oft wiederholt wurden, dass sie ein eigenes Gewicht entwickelt haben. Dann kommt die Wandlung, und Brennan hält die Hostie in den Händen, und sein Mund öffnet sich, und kein Wort kommt. Es ist kein dramatischer Moment, kein Zusammenbruch – nur ein offener Mund, ein abgebrochener Anlaut, und dahinter eine Stille, die sich von der Stille der leeren Bänke unterscheidet, weil sie nicht leer, sondern unterbrochen ist. Nialls Blick geht sofort zu Brennans Händen, die die Hostie mit einer Kraft umschließen, die wie Festhalten aussieht, als könnten die Finger halten, was der Geist nicht mehr findet, und er sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes und das blinde Auge, das ins Dunkel der Apsis gerichtet ist, als suchte es dort, was vorne nicht mehr greifbar ist. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkehren, wie sie es manchmal tun, wenn man ihnen Zeit lässt und nicht zieht. Sie kommen nicht. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und die Kirche hält den Atem an, und Niall hält ihn auch, und dann passiert etwas, das er im Nachhinein nicht erklären kann: Er hört sich selbst sprechen, leise, fast unhörbar, als wären die Worte nicht für Brennan bestimmt, sondern für den Raum: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Sie kommen ohne Abruf, ohne Anstrengung, aus einem Teil seiner selbst, der offenbar nie aufgehört hat, sieben Jahre alt und Ministrant zu sein, und der den Satz all diese Jahre getragen hat wie eine Schuld, die man nicht kennt, bis jemand nach ihr fragt. Brennan schließt die Augen, einen Moment lang, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er weder verdient noch erwartet hat, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig und gleichmäßig, als wäre der Riss in der Messe niemals gewesen. Die Hostie hebt sich, und der Rest der Wandlung vollzieht sich in der gewohnten Stille, und Niall bemerkt, dass seine Hände zittern, nicht seine. Die Messe endet, wie sie immer endet: ohne Aufsehen, ohne Publikum, ohne den Applaus, den keine Messe je hat und diese weniger als alle anderen. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand mit der akkuraten Langsamkeit eines Mannes ab, für den kein Handgriff gleichgültig ist, und sie verlassen die Kirche, und über das, was passiert ist, sagen sie nichts, weil alles, was man dazu sagen könnte, entweder zu wenig oder zu viel wäre. Der Regen hat nicht nachgelassen. Im Pub hängen ihre Jacken an den Stühlen und tropfen auf den Holzboden, und der Wirt stellt die Gläser ab und dreht das Radio leiser, ohne gefragt zu werden, weil er in zwanzig Jahren gelernt hat, was diese zwei Männer an Sonntagmorgen brauchen und was nicht. Brennan sitzt lange still, die Hände um das Glas gelegt, die Finger noch leicht zitternd, und schaut in das dunkle Bier mit dem Gesicht eines Mannes, der abwägt, ob sprechen oder schweigen das Richtigere ist. „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war", sagt er schließlich, mit der Stille eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, weil er zu alt ist, um Umwege zu machen, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde und nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war die einzige Sprache, bei der ich spürte, dass sie etwas trägt, das nicht von ihr selbst kommt – etwas, das die Worte benutzt, ohne in ihnen zu wohnen." Er macht eine kurze Pause, in der das Radiomurren und das entfernte Regenprasseln den Raum füllen. „Jetzt zählt das alles nichts mehr, und ich weiß nicht, ob das an der Sprache liegt oder an mir oder an dem, was zwischen den beiden verschwunden ist." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, und in diesem Schweigen liegt keine Verlegenheit, sondern das ruhige Einverständnis zweier Männer, die gelernt haben, dass die meisten Sätze keine Antwort brauchen, sondern nur Zeugen. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit einer Geste, die so oft wiederholt wurde, dass sie aufgehört hat, symbolisch zu sein, und einfach wahr ist. Draußen hört der Regen auf. Er hört einfach auf, nach drei Wochen, mitten in diesem unbetrachteten Moment, und das blasse Licht, das jetzt schräg durch die Wolkenlücke fällt, legt sich auf die nasse Straße wie eine Aussage, für die niemand die Sprache hat. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. == 90 == 1 -------------------- Die Wiese unter Wasser Der Regen fällt seit drei Tagen. Maeve fährt aus Dublin zurück in ihr altes Dorf. Die Straße ist nass und dunkel. Am Ende der Straße bleibt ihr Auto stehen. Sie steigt aus und geht zu Fuß weiter. Der Matsch zieht an ihren Stiefeln. Der Regen trifft ihr Gesicht. Sie trägt nur einen kleinen Koffer. Das Haus ihrer Mutter liegt am Fluss. Der Fluss ist über die Ufer getreten. Das Wasser steht im Hof. Declan steht in der offenen Haustür. Er hält eine Taschenlampe in der Hand. Das Licht zittert über die nasse Wand. „Du siehst aus wie eine ertrunkene Katze", sagt er. „Du siehst aus wie immer", sagt sie. Sie umarmen sich kurz. Es riecht nach nassem Holz und altem Tee. Im Haus ist es dunkel, weil der Strom weg ist. Ihre Mutter Bridie sitzt oben im Sessel. „Hast du den Gürtel deines Vaters gerettet?", fragt sie. Maeve schaut auf ihre leeren Hände. Declan nimmt den Gürtel aus seiner Jackentasche. Er legt ihn der Mutter auf den Schoß. Bridie streicht über das Leder und sagt nichts. Dann tragen Maeve und Declan die alte Kommode die Treppe hoch. Die Kommode ist schwer. Declan flucht auf Irisch. Maeve lacht zum ersten Mal an diesem Tag. Sie schleppen auch Stühle und Kartons nach oben. Das Wasser im Erdgeschoss steigt langsam. Alte Fotos vom Vater schwimmen auf dem Wasser. Declan sieht sie und sagt: „Papa macht jetzt eine Bootsfahrt." Maeve nimmt ein Foto und hält es fest. Draußen helfen die Nachbarn mit Sandsäcken. Maeve geht hinaus und hilft auch. Ihre Hände werden kalt. Nach einer Stunde ist die Linie gesichert. Die Nachbarin Aoife bringt heißen Tee in einer Thermoskanne. Es ist der beste Tee, den Maeve seit Jahren getrunken hat. Um Mitternacht ist es ruhiger. Declan klettert auf das Dach des Schuppens. Maeve klettert hinter ihm her. Das Dach ist aus Wellblech und kalt. Aber von hier oben sieht man alles. Das Wasser liegt schwarz und still im Hof. Die Birken am Ufer stehen halb im Wasser. Declan gibt ihr die Whiskeyflasche. Sie trinkt einen langen Schluck. „Warum bist du nie weggegangen?", fragt sie. Er zuckt mit den Schultern. „Weil jemand zusehen muss, wie das Wasser steigt." Sie sagen eine Weile nichts. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich bin hier fertig." Declan antwortet: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, leiser jetzt. Sie sitzen noch lange auf dem Dach. Am Morgen ist das Wasser etwas gesunken. Bridie steht am Fenster im ersten Stock. Sie winkt Maeve zu, als diese ihren Koffer aus dem Schlamm zieht. Declan lehnt an der Tür. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagt er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagt Maeve. Aber beide wissen: Es wird ein nächstes Mal geben. Sie steigt ins Auto. Das Radio spielt ein altes irisches Lied. Im Spiegel sieht sie Declan in der Tür stehen. Er hebt die Hand. Sie fährt los. Das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist nicht vorbei. Aber sie ist heute nicht gestorben. Das reicht. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Wiese unter Wasser Maeve hat seit drei Tagen nicht geschlafen, weil die Nachrichten aus dem Dorf immer schlechter wurden. Sie packt einen Koffer, aber nur für zwei Tage. Auf der Fahrt aus Dublin ist die Autobahn leer, und der Regen schlägt hart auf die Windschutzscheibe. Am Ende der Schotterstraße steht das Wasser schon knietief. Sie stellt das Auto ab und geht den Rest zu Fuß. Der Matsch ist so weich, dass ihre Stiefel bei jedem Schritt einsinken. Das Haus sieht kleiner aus, als sie es in Erinnerung hat. Declan steht in der Tür mit einer Taschenlampe, weil der Strom seit dem Mittag ausgefallen ist. „Du bist nass bis auf die Knochen", sagt er, und das klingt fast wie eine Begrüßung. Sie umarmen sich kurz und klopfen sich auf den Rücken, wie man es macht, wenn man nicht weiß, was man sagen soll. Im Haus riecht es nach nassem Holz, altem Stein und dem Tee, den Bridie immer kocht, wenn sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Die Mutter sitzt oben im Sessel, die Hände im Schoß, und schaut auf die Tür, als sie Maeve sieht. „Das Wasser steigt noch", sagt Bridie, ohne Hallo zu sagen. Maeve setzt sich kurz zu ihr, aber Declan ruft schon von unten, dass man die Kommode retten muss. Die Kommode ist aus Eichenholz und wiegt so viel, dass Maeve versteht, warum Declan auf sie gewartet hat. Sie fluchen beide leise, als sie das Ding die enge Treppe hinaufschleppen. Oben angekommen lachen sie, weil das manchmal einfacher ist als nichts zu sagen. Declan holt eine Kerze aus der Küchenschublade, und jetzt sieht das Zimmer fast gemütlich aus. Aber das Wasser unten schlägt leise gegen die Wand, und das klingt nicht gemütlich. Maeve geht zurück nach unten und sieht, dass die alten Fotos vom Vater auf dem Wasser treiben. Sie nimmt eines und drückt es an sich, bevor es nass wird. Declan sieht das und sagt: „Papa hat uns immer gesagt, dass er gern schwimmt." Maeve lacht, obwohl ihr die Augen brennen. Draußen arbeiten die Nachbarn mit Sandsäcken, und Maeve geht hinaus, um zu helfen. Es ist kalt, und der Regen macht keine Pause. Aoife, die Nachbarin von gegenüber, schleppt Säcke, obwohl sie schon siebzig ist. „Du bist wieder da", sagt Aoife, als wäre das die natürlichste Sache der Welt. Maeve nickt und nimmt den nächsten Sack. Nach zwei Stunden ist die Linie fertig, und jemand bringt Tee in einer alten Kanne. Sie trinken im Regen und sagen nicht viel, weil die Arbeit schon alles gesagt hat. Um Mitternacht ist das Wasser für eine Weile ruhig. Declan klettert auf das Dach des Schuppens und streckt ihr die Hand entgegen. Von dort oben sieht man das ganze Ausmaß, weil das Mondlicht kurz durch die Wolken kommt. Der Schulweg, den Maeve als Kind gegangen ist, liegt jetzt unter schwarzem Wasser. Declan zieht eine Plastikflasche Whiskey aus der Jackentasche, weil er immer auf solche Nächte vorbereitet ist. Maeve trinkt und spürt, dass die Kälte ein bisschen nachlässt. „Warum bist du wirklich nie weggegangen?", fragt sie, weil sie das seit Jahren fragen will. Declan schaut auf das Wasser und sagt: „Weil ich dachte, dass jemand bleiben muss." „Für Mama?", fragt sie. „Für alles", sagt er. Eine Weile sagen sie nichts, und das ist in Ordnung. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich wäre hier fertig." Declan nimmt die Flasche zurück und sagt: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, aber leiser als vorher. Sie sitzen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer ist. Als Maeve am Morgen aufwacht, hat das Wasser ein Stück nachgegeben. Die Möbel im Erdgeschoss stehen im Schlamm, aber sie stehen noch. Bridie kocht Tee, weil der Strom wieder da ist und weil sie das immer macht, wenn der schlimmste Teil vorbei ist. „Bleibt du noch?", fragt die Mutter, ohne sich umzudrehen. „Ich muss morgen zurück", sagt Maeve. Bridie nickt, als hätte sie genau das erwartet. Declan isst Brot am Tisch und schaut auf sein Telefon, aber Maeve weiß, dass er zuhört. Sie verbringen den Tag damit, den Schlamm aus dem Erdgeschoss zu schaufeln. Es ist die schwerste Arbeit, die Maeve seit Jahren gemacht hat. Aber es ist auch die einzige Arbeit, bei der sie nicht nachdenken muss. Am Abend zieht Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus. Declan lehnt in der Tür und sagt: „Nächstes Mal ruf vorher an." „Es gibt kein nächstes Mal", sagt sie. Er lächelt, weil sie beide wissen, dass das eine Lüge ist. Bridie steht am Fenster im ersten Stock und winkt, als Maeve zum Auto geht. Das Radio spielt ein Lied, das Maeve aus ihrer Kindheit kennt. Im Rückspiegel sieht sie Declan, der immer noch in der Tür steht und den Regen ins Gesicht lässt. Sie fährt los, und das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist noch nicht ganz vorbei. Aber das Haus steht noch, und die Menschen darin auch. Das reicht für heute. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam um halb vier morgens, kurz und ohne Ausrufezeichen: „Der Fluss steht im Hof." Maeve lag noch wach, weil sie es irgendwie gewusst hatte. Sie warf ein paar Sachen in den Koffer, nicht weil sie bleiben wollte, sondern weil man für solche Nächte gewappnet sein muss. Die Fahrt aus Dublin dauerte fast drei Stunden, weil ein Lastwagen quer auf der Nationalstraße stand und niemand zu wissen schien, warum. Der Regen ließ nicht nach, und die Scheibenwischer kämpften, als wären sie persönlich beleidigt. Am Ende der Schotterstraße, wo der Asphalt aufhörte und das Wasser anfing, stellte sie das Auto auf einen Grashügel und stieg aus. Die Stiefel sanken sofort ein, und der Matsch hatte einen Geruch, den sie seit Jahren nicht mehr gerochen hatte – nach nassem Torf und altem Gras und etwas, das sie nicht benennen konnte. Das Haus stand noch, aber es stand anders, als wäre es ein bisschen kleiner geworden. Declan wartete in der offenen Tür, eine Taschenlampe in der Hand, das Licht hinter ihm erloschen. „Ich dachte, du kommst nicht", sagte er, und das klang weder vorwurfsvoll noch erleichtert, sondern einfach wie eine Feststellung. Sie umarmten sich auf die Art, wie Geschwister das tun, wenn die Worte zu groß sind – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das bedeutete: Ich bin noch da. Im Haus roch es nach Kerzenrauch, nassem Stein und dem Tee, den Bridie gekocht hatte, obwohl kein Strom da war und sie vermutlich auf dem Campingkocher stand. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, nicht tief, aber genug, dass die unterste Treppenstufe verschwunden war. Maeve sah, wie ein altes Notizbuch ihres Vaters auf der Oberfläche trieb, aufgegangen wie eine kleine Blüte. Sie wollte es greifen, aber Declan war schneller und hielt es ihr hin, triefend und fast unleserlich. „Ich hab die wichtigen Sachen schon hochgetragen", sagte er, „aber die Kommode hat sich gewehrt." Sie lachten beide, weil die Kommode aus Eichenholz war und seit fünfzig Jahren an derselben Stelle stand und das auch noch weitere fünfzig Jahre vorhatte. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, eine Decke über den Knien, und zählte leise etwas, das Maeve nicht verstand. „Was zählst du?", fragte Maeve. „Die Flaschen unten", sagte Bridie. „Eine für jedes Jahr, das ich hier lebe." Maeve setzte sich kurz neben sie, bis Declan rief, dass man jetzt die Kommode anpacken müsse, weil das Wasser nicht auf sie warte. Das Tragen war mühsam und laut, und Declan fluchte auf Irisch, was er immer tat, wenn er sich wirklich ärgerte, weil er der Meinung war, das klang weniger schlimm. Oben stellten sie die Kommode an die Wand, und Maeve lehnte sich dagegen und atmete durch. Durchs Fenster sah sie, wie die Nachbarn draußen Sandsäcke schleppten, in Regenjacken, die glänzten wie nasses Leder. Sie ging hinaus und half, ohne zu fragen, wer sie brauchte oder wohin die Säcke mussten. Aoife, die seit vierzig Jahren neben ihnen wohnte, schaufelte Erde in Säcke, als wäre sie dreißig, und schaute kurz auf. „Du bist gut angezogen für eine Überschwemmung", sagte sie. „Ich bin Sozialarbeiterin", sagte Maeve. „Wir sind immer falsch angezogen." Die Arbeit hatte etwas Ruhiges, trotz der Kälte und trotz des Regens, der nicht aufhörte. Man musste nicht reden, man musste nicht denken, man musste nur die Säcke tragen und stapeln und wieder zurückgehen. Gegen Mitternacht stand das Wasser für eine Weile still, als würde es überlegen, ob es noch mehr wollte. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und reichte ihr die Hand, ohne sie zu fragen. Von dort oben lag alles offen: das schwarze Wasser, das den Hof gefüllt hatte, die Birken am Ufer, die bis zur Hälfte versunken waren, und weiter hinten die dunklen Felder, die aussahen wie ein Meer. „Das ist der Schulweg", sagte Maeve, obwohl man ihn nicht mehr sehen konnte. „Ich weiß", sagte Declan. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, die er anscheinend für genau diesen Moment aufgespart hatte. Der Whiskey brannte angenehm, und Maeve trank mehr, als sie wollte, weil die Nacht so still war und die Stille nach mehr verlangte. „Warum bist du wirklich geblieben?", fragte sie, weil man auf Dächern und in der Nacht ehrlicher redet als anderswo. Declan schwieg einen Moment, nicht weil er keine Antwort hatte, sondern weil er die richtige suchte. „Weil das hier meins ist", sagte er schließlich. „Nicht nur Mamas. Meins." Maeve schaute auf das Wasser, das still glänzte wie poliertes Glas, und dachte daran, wie lange sie gebraucht hatte, um zu verstehen, dass Weggehen und Fertigsein zwei verschiedene Dinge sind. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er. „Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fing wieder an, leiser als vorher, fast wie eine Antwort. Sie saßen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte durch die Jacken drang. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, nicht viel, aber genug, dass man wieder die unterste Treppenstufe sehen konnte. Bridie stand am Fenster im ersten Stock und trank ihren Tee, als wäre das eine ganz gewöhnliche Aussicht. Maeve und Declan schaufelten den Schlamm aus dem Erdgeschoss, langsam und ohne viel zu reden, weil die Arbeit wieder für sich sprach. Am frühen Nachmittag zog Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus und wischte ihn mit einem alten Handtuch ab. Declan lehnte an der Haustür und schaute zu, als wäre das seine Aufgabe. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, und beide wussten, dass das eine freundliche Lüge war. Bridie winkte vom Fenster, ein kleines, ruhiges Winken, das bedeutete: Ich hab dich gesehen. Maeve stieg ins Auto und ließ den Motor an. Das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und sie ließ es laufen, obwohl es wehtat. Im Rückspiegel sah sie Declan, der immer noch in der Tür stand und den Regen ins Gesicht ließ, als wäre das eine bewusste Entscheidung. Sie fuhr los, und das Wasser unter den Reifen platschte laut in der Stille des Morgens. Die Flut war noch nicht vorbei, das wusste sie. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das genug. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam als Textnachricht, drei Wörter, kein Ausrufezeichen, und genau diese Nüchternheit war es, die Maeve sofort aufstehen ließ. Sie hatte seit Wochen auf irgendetwas gewartet, ohne zu wissen worauf, und jetzt wusste sie es. Der Koffer stand in zwanzig Minuten fertig am Flur – zu wenig für eine Woche, zu viel für jemanden, der nicht bleiben will. Die Fahrt nach Westen war lang und schweigend, die Felder zu beiden Seiten der Straße bereits in flaches Grau getaucht, als hätte die Landschaft selbst aufgehört, sich Mühe zu geben. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, parkte sie auf einem Erdwall und stieg aus, ohne den Motor ganz auszumachen, als bräuchte sie die Möglichkeit zur schnellen Flucht. Der Matsch schluckte ihre Schritte, der Regen traf ihr Gesicht mit der gleichmütigen Beständigkeit von etwas, das keinerlei persönliche Absichten hat. Das Haus stand im Dunkeln, nur in einem Fenster oben brannte Kerzenlicht, das durch das Glas flackerte und auf dem Wasser davor zitterte wie ein Tier, das sich nicht sicher ist. Declan öffnete die Tür, bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er einfach immer in Türnähe lebte. „Du hast zwei Stunden gebraucht länger als ich dachte", sagte er, und sie hörte darin weder Vorwurf noch Erleichterung, sondern die stille Anerkennung einer Tatsache. Sie umarmten sich auf die Art gereifter Geschwister – kurz, ohne Sentimentalität, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir sind noch da, das reicht. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im Kerzenlicht beinahe schön aussah, beinahe wie ein Interieur aus einem anderen Jahrhundert, wäre da nicht der Geruch nach nassem Stein und dem Moder von Dingen, die nicht für Wasser gedacht waren. Auf der Oberfläche trieb das Notizbuch ihres Vaters, aufgegangen wie ein kleines Buch ohne Anfang und Ende, die Tinte bereits verlaufen zu grauen Schlieren. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne es anzuschauen, weil manche Dinge Zeit brauchen, bevor man sie wirklich ansehen kann. Oben saß Bridie unter dem Dachfenster, die Hände gefaltet wie in einer Kirche, und zählte leise, die Lippen kaum bewegt. „Die Flaschen unten", sagte sie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe." Maeve setzte sich neben sie auf die Armlehne, weil es keinen zweiten Stuhl gab, und legte kurz die Hand auf die ihrer Mutter, die sich kalt anfühlte und ruhig. Dann rief Declan, weil die Kommode nicht von selbst die Treppe hochgehen würde, und das war das Ende der stillen Szene. Das Tragen war mühselig und lächerlich zugleich, weil die Kommode breiter war als das Treppenhaus es eigentlich erlaubte und weil Declan auf Irisch fluchte, was er für weniger schlimm hielt als auf Englisch, obwohl die Mutter beides verstand. Als sie das Möbelstück endlich oben abstellten, lehnte Maeve die Stirn gegen das kühle Holz und lachte, weil das manchmal das Einzige ist, das noch geht. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen, schweigenden Kette, die in der Dunkelheit fast feierlich aussah. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil solche Nächte keine Einladungen verschicken. Aoife, siebzig, wohnhaft seit vier Jahrzehnten im Nachbarhaus, schaufelte Erde mit einer Energie, die Maeve beschämte, und schaute dabei nur kurz auf. „Städtische Stiefel", sagte Aoife, „aber du hast sie wenigstens angezogen." Die Arbeit hatte etwas fast Meditatives, trotz Kälte und Regen und der Erschöpfung, die sich langsam in Maeves Arme fraß – man musste nicht denken, man musste nur tragen. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, als würde es tatsächlich überlegen, und diese Pause hatte etwas beinahe Würdevolles, als gehörte sie zum Ritual. Declan kletterte auf das Schuppendach und streckte ihr die Hand herunter, und Maeve nahm sie, ohne zu zögern, was sie selbst überraschte. Von oben lag die gesamte Verwandlung der Landschaft offen: der Hof ein schwarzer See, die Birken am Ufer versunken bis zur Brust, die Felder dahinter ohne Grenze zwischen Erde und Himmel. „Das ist der Weg zur Schule", sagte Maeve, obwohl nichts mehr davon zu sehen war. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesem Ich-weiß steckte alles, was er in all den Jahren nicht gesagt hatte. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, und der Whiskey war billig und wärmte trotzdem, vielleicht sogar deswegen. Die Flasche kreiste zwischen ihnen, und Maeve trank mehr als nötig, weil die Stille auf dem Dach von einer Qualität war, die nach Füllung verlangte. „Ich habe mich immer gefragt, ob du je bereut hast, dass du geblieben bist", sagte sie schließlich, weil man auf Dächern in der Nacht Dinge sagen kann, die am Küchentisch nicht möglich wären. Declan schwieg lange genug, dass sie dachte, er würde nicht antworten, und dann sagte er: „Reue setzt voraus, dass es eine andere Möglichkeit gegeben hätte, die ich mir wirklich vorstellen konnte." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, ohne sich umzudrehen, überzeugt, dass das Richtige immer das ist, was nach vorn geht. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er, ohne Pause, als hätte er das schon lange gewusst. „Aber fertig sein bedeutet nicht, dass man nicht zurückkommen darf." Der Regen setzte wieder ein, leiser diesmal, mit einer fast höflichen Zurückhaltung. Sie saßen noch lange auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte anfing, ernsthafter zu werden. Am Morgen hatte das Wasser drei Handbreit nachgegeben, was wenig war und gleichzeitig alles, was man sich für diesen Moment wünschen konnte. Bridie stand bereits am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete die Verwüstung im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve nicht sicher war, ob sie bewundern oder fürchten sollte. Sie schaufelten den Schlamm zu zweit, langsam und gleichmäßig, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte wie ein alter Takt. Am Nachmittag, als der schlimmste Teil geschafft war, zog Maeve ihren Koffer aus dem Matsch und wischte ihn mit einem Handtuch ab, das ohnehin schon verloren war. Declan beobachtete das, ohne etwas zu sagen, die Schulter an den Türrahmen gelehnt, auf die Art, die bedeutete: Ich sehe dich, und ich sage nichts dazu. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er schließlich. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte Maeve, und sie meinte es halb, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste. Bridie winkte vom Fenster, einmal, ruhig, ein Winken ohne Drama, das mehr sagte als eine Umarmung. Maeve fuhr los, das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater gemocht hatte, und sie ließ es laufen, bis es zu weh tat, und dann noch ein bisschen länger. Im Rückspiegel stand Declan in der Haustür, das Gesicht in den Regen gehoben, als wäre das eine bewusste Entscheidung gegen den Schutz. Das Wasser unter den Reifen platschte, die Straße war noch halb überschwemmt, und Maeve fuhr langsam, weil sie das Haus noch ein bisschen länger im Rückspiegel sehen wollte. Die Flut war nicht vorbei, das wusste sie, und das nächste Mal würde kommen, ob sie es nächstes Mal nannte oder nicht. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das, was bleibt, genau das, was man gebraucht hat. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht war so kurz, dass Maeve sie zweimal lesen musste, nicht weil sie die Worte nicht verstand, sondern weil die Kürze selbst etwas mitteilte, das über die Worte hinausging. Sie lag seit Stunden wach, mit der besonderen Hellwachheit von jemandem, der auf etwas wartet, ohne sich eingestehen zu wollen, worauf. Der Koffer war in zwanzig Minuten gepackt, zu leicht für eine Woche, zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Auf der Fahrt nach Westen verwandelte sich die Landschaft in etwas Vorläufiges, Überganghaftes, als hätte die Gegend selbst die Entscheidung vertagt, was sie sein wollte. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, hielt sie an und saß noch einen Moment im abgewürgten Motor, der leise Wärme abgab wie ein Tier, das sich aus einer Umarmung löst. Der Matsch hatte die zähflüssige Geduld von etwas, das Zeit hat und das weiß, und er schluckte ihre Schritte mit einer Beiläufigkeit, die Maeve als persönlich empfand. Das Haus stand im Dunkel, nur ein einziges Fenster oben brannte, und das Kerzenlicht, das sich auf der Wasseroberfläche vor der Tür spiegelte, hatte etwas Unschlüssiges, als wüsste es selbst nicht, ob es Wärme oder Warnung signalisieren sollte. Declan stand in der Tür, noch bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er in dieser Nacht ohnehin nicht schlafen konnte – beides hätte sie nicht überrascht. „Du hättest früher fahren können", sagte er, und in diesem Satz lag alles: kein Vorwurf, keine Erleichterung, nur die stille Abrechnung von jemandem, der sich das Rechnen schon lange abgewöhnt hat. Sie umarmten sich auf die Art, die sich über Jahrzehnte einschleift, wenn das Gefühl zu groß ist und der Körper gelernt hat, damit umzugehen – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir stehen noch, das haben wir schon festgestellt, reden wir weiter. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im flackernden Kerzenschein eine fast beunruhigende Schönheit hatte, die Art von Schönheit, der man misstraut, weil man weiß, was darunter liegt. Das Notizbuch ihres Vaters trieb auf der Oberfläche, aufgeblättert und aufgequollen, die Handschrift zu grauen Wolken verlaufen, die an nichts Konkretes mehr erinnerten – oder vielleicht gerade deshalb an alles. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne hineinzusehen, weil manche Objekte zunächst als Gewicht getragen werden müssen, bevor man sie wirklich betrachten kann. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, die Hände übereinandergelegt mit einer Stille, die keine Erschöpfung war, sondern eine Art beschlossene Ruhe, die Maeve immer an Wasser erinnert hatte, das tief genug ist, um ruhig zu sein. „Ich zähle die Flaschen unten", sagte Bridie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe – das sind jetzt achtundsechzig, falls du mitgezählt hast." Maeve setzte sich auf die Armlehne des Sessels und legte die Hand auf die der Mutter, die sich kühl anfühlte und trocken wie Papier, das schon lange gelesen wurde. Dann rief Declan von unten, weil die Kommode noch stand und das Wasser nicht auf Sentimentalität wartete, und das war das Ende der stillen Szene. Das Schleppen der Kommode war mühselig auf eine Weise, die fast komisch war – das Ding hatte den entschlossenen Eigensinn alter Möbel, die sich entschieden haben, dass sie sich nicht mehr bewegen lassen –, und Declan fluchte auf Irisch, was er für weniger gotteslästerlich hielt als auf Englisch, obwohl Bridie beides hörte und beide Sprachen verstand. Als sie das Ding oben abstellten und Maeve die Stirn gegen das kühle Holz lehnte, lachten sie beide, weil Lachen manchmal das Einzige ist, das die Erschöpfung nicht beleidigt. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen schweigenden Kette durch den Regen, und in der Dunkelheit hatte das etwas fast Rituelles, als gehörte es zu einem Brauch, dessen Bedeutung man nicht mehr kennt, den man aber trotzdem vollzieht, weil er der Nacht eine Ordnung gibt. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil Nächte wie diese keine Einladungen versenden und keine Protokolle führen. Aoife, siebzig und seit vierzig Jahren Nachbarin, schaufelte Erde in Säcke mit einer Akkuratesse, die Maeve beschämte, und schaute dabei kaum auf. „Ich hab dich seit zwei Jahren nicht gesehen", sagte Aoife, in einem Ton, der weder anklagend noch herzlich war, sondern einfach präzise. Die Arbeit hatte die schweigende Würde von etwas, das getan werden muss und das keine Begleitung braucht, und Maeve empfand nach einer Weile etwas, das sie nicht gleich einordnen konnte – eine Art körperlicher Klarheit, die entsteht, wenn der Verstand aufhört, sich selbst zu kommentieren. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, mit einer Abruptheit, als wäre eine Entscheidung gefallen, und diese Pause hatte etwas fast Souveränes, als wäre das Wasser kein Naturereignis, sondern ein Akteur, der sich kurz besinnt. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und streckte ihr die Hand herunter – eine Geste ohne Erklärung, die keine brauchte. Von dort oben lag die gesamte Transformation offen: der Hof ein schwarzer Spiegel, in dem nichts sich spiegelte außer dem Himmel, die Birken am Ufer versunken bis zur Hälfte ihrer Stämme, die Felder dahinter ohne erkennbare Grenze zwischen dem, was Boden gewesen war, und dem, was Luft sein sollte. „Ich bin dort lang zur Schule gegangen", sagte Maeve, obwohl der Weg unter Wasser lag und sie selbst wusste, dass sie nicht über den Weg sprach. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesen zwei Wörtern lag die gesamte Asymmetrie ihrer Kindheit – er hatte alles behalten, sie hatte alles mitgenommen, und keines von beiden war ein Fehler. Er zog eine Plastikflasche aus der Jackentasche, und der Whiskey war von der Sorte, die man nicht beschreibt, weil der Moment wichtiger ist als der Geschmack. Die Flasche kreiste zwischen ihnen mit der ruhigen Regelmäßigkeit eines alten Rituals, und die Nacht legte sich um sie wie etwas, das nicht beendet werden will. „Ich habe mich immer gefragt", sagte Maeve schließlich, und dann ließ sie den Satz eine Weile stehen, bevor sie ihn vollendete, „ob du je einen Moment hattest, in dem du verstanden hast, warum du geblieben bist." Declan schwieg auf eine Art, die keine Verlegenheit war, sondern Sorgfalt, die Sorgfalt von jemandem, der gelernt hat, dass manche Fragen keine schnellen Antworten vertragen. „Das setzt voraus", sagte er schließlich, „dass Bleiben eine Entscheidung war, die man hätte anders treffen können – aber ich glaube, manche Menschen sind einfach von einer bestimmten Art Boden." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, das Dorf im Rückspiegel kleiner werden lassend, überzeugt, dass Distanz dasselbe sei wie Freiheit, und dass beides dasselbe sei wie Ankommen. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. Declan nahm die Flasche, trank, und dann sagte er, ohne sie anzusehen: „Du bist fertig. Aber das bedeutet nur, dass du weißt, wo du herkommst – nicht, dass du aufgehört hast, hierherzugehören." Der Regen setzte wieder ein, mit einer Zurückhaltung, die beinahe höflich wirkte, als hätte er das Gespräch abgewartet. Sie saßen noch lange auf dem Dach, die Flasche zwischen ihnen, das Wasser unter ihnen, und Maeve spürte, wie etwas, das sie lange für Abgeschlossenheit gehalten hatte, sich als etwas anderes herausstellte – als eine Art offene Rechnung, die keine Begleichung verlangte, sondern nur gelegentliche Aufmerksamkeit. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, wenig, aber mit einer Entschiedenheit, die wirkte wie ein Versprechen ohne Garantie. Bridie stand am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete den Schlamm im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve erst jetzt, nach all den Jahren, als das erkannte, was sie immer gewesen war: nicht Gleichmut, sondern eine sehr alte Form von Ausdauer. Sie schaufelten zu zweit, schweigend, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte, wie Atemzüge sich einstellen, ohne dass man es entscheidet. Am frühen Nachmittag zog Maeve den Koffer aus dem Schlamm, wischte ihn mit einem bereits verlorenen Handtuch ab und stellte ihn ans Auto, und diese kleine Handlung hatte etwas Endgültiges, das sie selbst nicht gemeint hatte. Declan stand in der Tür, die Schulter am Rahmen, und beobachtete das mit einer Stille, die keine Gleichgültigkeit war, sondern die besondere Aufmerksamkeit von jemandem, der sich etwas einprägt. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, in dem vollen Bewusstsein, dass sie log, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste, und das machte die Lüge zu einer Art Vereinbarung. Bridie winkte einmal, ohne Theatralik, ein kleines, ruhiges Winken vom Fenster, das mehr Inhalt hatte als die meisten Umarmungen. Das Radio im Auto spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und Maeve ließ es laufen, auch als es anfing wehzutun, weil manche Dinge nur vollständig sind, wenn man sie bis zum Ende hält. Im Rückspiegel stand Declan in der offenen Tür, das Gesicht dem Regen zugewandt, als wäre das eine Wahl und nicht nur eine Haltung – vielleicht war es beides. Sie fuhr langsam, weil die Straße noch halb überschwemmt war, aber auch weil sie das Bild im Spiegel eine Weile länger behalten wollte, bevor die Kurve es nahm. Das Wasser war nicht vorbei, und die nächste Flut würde kommen, mit derselben sachlichen Unausweichlichkeit wie diese, und Maeve würde wieder fahren, das stand jetzt fest, mit einem Koffer, der zu leicht war für eine Woche und zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen, und vielleicht war das die einzige Art von Fertigsein, die in der Welt wirklich gilt. hpic9jt8fwm2ccnafgm64ltvxevfwxa 1085376 1085375 2026-05-10T19:30:02Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 /* 86 */ 1085376 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 5 a - ungarisch deutsch == 81 == 1 -------------------- :A kis templom - Der kleine Tempel :1. Yuki huszonnyolc éves. - Yuki ist achtundzwanzig Jahre alt. :2. Egy könyvesboltban dolgozik. - Sie arbeitet in einer Buchhandlung. :3. Ma vonattal utazik. - Heute fährt sie mit dem Zug. :4. Az úti cél egy kis templom. - Das Ziel ist ein kleiner Tempel. :5. Ott élt régen a nagyanyja. - Dort hat ihre Großmutter früher gelebt. :6. A nagyanya három éve halott. - Die Großmutter ist seit drei Jahren tot. :7. Yuki régóta nem látogatta meg a kertet. - Yuki hat den Garten lange nicht besucht. :8. A vonat megáll egy kis állomáson. - Der Zug hält an einer kleinen Station. :9. Yuki leszáll, és gyalog megy tovább. - Yuki steigt aus und geht zu Fuß. :10. Az út keskeny és csendes. - Der Weg ist schmal und still. :11. Hamarosan ott áll a régi kapu előtt. - Bald steht sie vor dem alten Tor. :12. A fa szürke és mállott. - Das Holz ist grau und verwittert. :13. Leveszi a cipőjét. - Sie zieht ihre Schuhe aus. :14. A kövek hidegek és nedvesek. - Die Steine sind kalt und nass. :15. Az előző éjszaka esője még ott fekszik a mohán. - Der Regen der letzten Nacht liegt noch auf dem Moos. :16. Yuki lassan a tóhoz megy. - Yuki geht langsam zum Teich. :17. A víz sötét és zavaros. - Das Wasser ist dunkel und trüb. :18. Régen itt színes koi-pontyok voltak. - Früher waren hier bunte Koi-Karpfen. :19. Most csak egyetlen levél úszik a vízen. - Jetzt schwimmt nur ein einzelnes Blatt auf dem Wasser. :20. Yuki sokáig nézi a tavat. - Yuki schaut lange auf den Teich. :21. Nem mond semmit. - Sie sagt nichts. :22. Aztán halk zajt hall. - Dann hört sie ein leises Geräusch. :23. Egy öregember ül egy fapadon. - Ein alter Mann sitzt auf einer Holzbank. :24. A neve Nao. - Sein Name ist Nao. :25. Nao régen a templom kertésze volt. - Nao war früher der Gärtner des Tempels. :26. Körülbelül hetvenöt éves. - Er ist ungefähr fünfundsiebzig Jahre alt. :27. Egy seprű támaszkodik mellette a padnak. - Ein Besen lehnt neben ihm an der Bank. :28. Nao Yukira néz. - Nao sieht Yuki an. :29. Egy szót sem szól. - Er sagt kein Wort. :30. Csak egyszer bólint, egészen enyhén. - Er nickt nur einmal, ganz leicht. :31. Yuki odamegy a padhoz, és leül. - Yuki geht zur Bank und setzt sich. :32. Nem ül túl közel. - Sie setzt sich nicht zu nah. :33. Ketten csendben ülnek egymás mellett. - Die beiden sitzen still nebeneinander. :34. Egy szitakötő repül át a tó fölött. - Eine Libelle fliegt über den Teich. :35. Leszáll egy régi tavirózsaszárra. - Sie setzt sich auf einen alten Seerosenschaft. :36. Nao végighúzza az ujját a pad érdes fáján. - Nao streicht mit dem Finger über das raue Holz der Bank. :37. Ez régi szokás. - Es ist eine alte Gewohnheit. :38. Yuki a nagyanyjára gondol. - Yuki denkt an ihre Großmutter. :39. A tea és a nedves fű illatára gondol. - Sie denkt an den Geruch von Tee und nassem Gras. :40. Aztán esni kezd. - Dann beginnt es zu regnen. :41. Először csak néhány csepp hullik. - Zuerst sind es nur wenige Tropfen. :42. Aztán erősebben esik. - Dann regnet es stärker. :43. Yuki és Nao gyorsan felállnak. - Yuki und Nao stehen schnell auf. :44. Befutnak a kis teaház teteje alá. - Sie laufen unter das Dach des kleinen Teehauses. :45. A tető régi cserepekből van. - Das Dach ist aus alten Ziegeln. :46. Az eső hangosan dobol rajta. - Der Regen prasselt laut darauf. :47. Yuki meglát egy kis bambuszkutat. - Yuki sieht einen kleinen Bambus-Brunnen. :48. A víz cseppről cseppre hullik egy kőre. - Das Wasser fällt tropf für tropf auf einen Stein. :49. A követ moha borítja. - Der Stein ist mit Moos bedeckt. :50. Nao lehunyja a szemét. - Nao schließt die Augen. :51. Nyugodtan lélegzik. - Er atmet ruhig. :52. Yuki nem mond semmit, és Nao sem mond semmit. - Yuki sagt nichts, und Nao sagt auch nichts. :53. Nincs mit mondani. - Es gibt nichts zu sagen. :54. Egy idő után eláll az eső. - Nach einer Weile hört der Regen auf. :55. Gyenge fény tör át a felhőkön. - Ein schwaches Licht kommt durch die Wolken. :56. A nedves moha most zölden felragyog a kőfalon. - Das nasse Moos leuchtet jetzt grün auf der Steinmauer. :57. Yuki feláll. - Yuki steht auf. :58. Enyhén meghajol az öregember előtt. - Sie verbeugt sich leicht vor dem alten Mann. :59. Nao kinyitja a szemét. - Nao öffnet die Augen. :60. Halkan azt mondja: „A pontyok nem haltak meg.” - Er sagt leise: „Die Karpfen sind nicht tot." :61. Yuki ránéz. - Yuki schaut ihn an. :62. Nao azt mondja: „Csak alszanak az iszap alatt.” - Nao sagt: „Sie schlafen nur unter dem Schlamm." :63. Yuki bólint. - Yuki nickt. :64. Megfordul, és elindul. - Sie dreht sich um und geht. :65. A kapuhoz visszavezető út csendes. - Der Weg zurück zum Tor ist still. :66. Nem fordul vissza. - Sie dreht sich nicht um. :67. Nao a padon ülve marad. - Nao bleibt auf der Bank sitzen. :68. A zavaros vizet nézi. - Er schaut auf das trübe Wasser. :69. Yuki átmegy a régi kapun. - Yuki geht durch das alte Tor. :70. Újra felveszi a cipőjét. - Sie zieht ihre Schuhe wieder an. :71. A vonat hamarosan indul. - Der Zug fährt bald. :72. Lassan megy az állomás felé. - Sie geht langsam zur Station. :73. A szívében nyugalom van, de üresség is. - Im Herzen ist es ruhig, aber auch leer. :74. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. -------------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki ismeri a templomhoz vezető utat, bár régóta nem járt rajta. - Yuki kennt den Weg zum Tempel, obwohl sie ihn lange nicht gegangen ist. :2. Három év telt el azóta, hogy a nagyanyja meghalt. - Drei Jahre sind vergangen, seit ihre Großmutter gestorben ist. :3. A reggel hűvös, és a levegő nedves föld illatát hordozza. - Der Morgen ist kühl, und die Luft riecht nach feuchter Erde. :4. Yuki sötét kabátot visel, és egy kis táskát tart a kezében. - Yuki trägt eine dunkle Jacke und hält eine kleine Tasche in der Hand. :5. Amikor eléri a mállott fakaput, rövid időre megáll. - Als sie das verwitterte Holztor erreicht, bleibt sie kurz stehen. :6. Ráteszi a kezét a régi fára, amely hidegnek és érdesnek érződik. - Sie legt die Hand auf das alte Holz, das sich kalt und rau anfühlt. :7. Aztán leveszi a cipőjét, mert itt ez a szokás. - Dann zieht sie die Schuhe aus, weil das hier so der Brauch ist. :8. A mohával benőtt kövek még nedvesek az előző éjszaka esőjétől. - Die moosbewachsenen Steine sind noch nass vom Regen der letzten Nacht. :9. Yuki lassan megy, mert nem tudja, mit kellene éreznie. - Yuki geht langsam, weil sie nicht weiß, was sie fühlen soll. :10. A kert másképp néz ki, mint az emlékeiben. - Der Garten sieht anders aus als in ihrer Erinnerung. :11. A bokrok vadabbak lettek, és a fű a kövek között nő. - Die Büsche sind wilder geworden, und das Gras wächst zwischen den Steinen. :12. A keskeny út végén ott fekszik a tó, sötéten és csendesen. - Am Ende des schmalen Weges liegt der Teich, dunkel und still. :13. A víz zöldes színű, majdnem olyan, mint a régi üveg. - Das Wasser hat eine grünliche Farbe, fast wie altes Glas. :14. Yuki emlékszik rá, hogy régen sok koi-ponty úszott itt. - Yuki erinnert sich, dass hier früher viele Koi-Karpfen geschwommen sind. :15. Most csak egyetlen levél látható a felszínen. - Jetzt ist nur ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche zu sehen. :16. Leguggol a partra, és sokáig nézi a zavaros vizet. - Sie hockt sich ans Ufer und schaut lange in das trübe Wasser. :17. Egy halk zajtól felnéz. - Ein leises Geräusch lässt sie aufblicken. :18. Egy régi fapadon egy férfi ül, aki nagyon öregnek és nagyon nyugodtnak tűnik. - Auf einer alten Holzbank sitzt ein Mann, der sehr alt und sehr ruhig wirkt. :19. A neve Nao, és sok éven át ennek a templomnak a kertésze volt. - Sein Name ist Nao, und er war viele Jahre lang der Gärtner dieses Tempels. :20. A mellette lévő seprű a padnak támaszkodik, mintha mindjárt használni kellene. - Der Besen neben ihm lehnt gegen die Bank, als ob er gleich benutzt werden soll. :21. Nao Yuki felé fordítja a fejét, de egyetlen szót sem mond. - Nao dreht den Kopf zu Yuki, sagt aber kein einziges Wort. :22. Csak egyszer bólint, és ez elég üdvözlésnek. - Er nickt nur einmal, und das reicht als Begrüßung. :23. Yuki odamegy a padhoz, és némi távolsággal leül mellé. - Yuki geht zur Bank und setzt sich mit etwas Abstand neben ihn. :24. Nem tudja, miért ül le, de helyesnek érzi. - Sie weiß nicht, warum sie sich setzt, aber es fühlt sich richtig an. :25. Egy szitakötő jelenik meg a víz fölött, és leszáll egy régi tavirózsaszárra. - Eine Libelle erscheint über dem Wasser und landet auf einem alten Seerosenschaft. :26. Nao a hüvelykujjával újra meg újra végigsimít a pad háttámlájának érdes fáján. - Nao streicht mit dem Daumen über das raue Holz der Banklehne, immer wieder. :27. Yuki figyeli ezt a mozdulatot, és arra gondol, hogy ezt már ezerszer megtette. - Yuki beobachtet diese Geste und denkt, dass er das schon tausendmal getan hat. :28. A nagyanyjára gondol, aki gyakran ült itt, és teát ivott. - Sie denkt an ihre Großmutter, die hier oft gesessen und Tee getrunken hat. :29. A kép világos, de a benne lévő személy hiányzik. - Das Bild ist klar, aber die Person darin fehlt. :30. Hosszú szünet után halk eső kezdődik. - Nach einer langen Pause beginnt ein leiser Regen. :31. Az első cseppek alig hallhatóan hullanak a levelekre. - Die ersten Tropfen fallen kaum hörbar auf die Blätter. :32. Aztán az eső erősebb lesz, és Yuki gyorsan feláll. - Dann wird der Regen stärker, und Yuki steht schnell auf. :33. Nao lassan áll fel, mert a térdei már nem működnek olyan jól. - Nao steht langsam auf, weil seine Knie nicht mehr so gut mitspielen. :34. Együtt mennek a kis teaház kiugró teteje alá. - Sie gehen zusammen unter das überhängende Dach des kleinen Teehauses. :35. A tető sötét cserepekből van, és az eső úgy hangzik rajta, mint a dobszó. - Das Dach ist aus dunklen Ziegeln, und der Regen klingt darauf wie Trommelschläge. :36. Yuki a tető széléhez áll, és a kertbe néz. - Yuki stellt sich an den Rand des Dachs und schaut in den Garten. :37. Egy bambuszkút vizet merít, és egy mohával benőtt kőre ejti. - Ein Bambus-Brunnen schöpft Wasser und lässt es in einen bemoosten Stein fallen. :38. Csepp. Szünet. Csepp. - Tropf. Pause. Tropf. :39. A hang egyenletes és valahogy megnyugtató. - Das Geräusch ist gleichmäßig und irgendwie beruhigend. :40. Nao háttal a teaház falának támaszkodik, és lehunyja a szemét. - Nao lehnt mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses und schließt die Augen. :41. Mélyen és szabályosan lélegzik, mintha aludna. - Er atmet tief und regelmäßig, als ob er schläft. :42. Yuki ránéz, és azon töpreng, hány záport élt már át itt. - Yuki schaut ihn an und fragt sich, wie viele Regengusse er hier schon erlebt hat. :43. Úgy tűnik, itt lassabban folyik az idő, mint a városban. - Die Zeit scheint hier langsamer zu fließen als in der Stadt. :44. Yuki a könyvesboltban töltött mindennapjaira gondol, a polcokra és a pénztári blokkokra. - Yuki denkt an ihren Alltag in der Buchhandlung, an Regale und Kassenzettel. :45. Mindez távolinak tűnik, mintha egy másik élethez tartozna. - Das alles wirkt weit weg, als ob es zu einem anderen Leben gehört. :46. Az eső megtölti a kövek közötti kis mélyedéseket. - Der Regen füllt die kleinen Vertiefungen zwischen den Steinen. :47. A moha lassan és hangtalanul magába szívja a vizet. - Das Moos nimmt das Wasser auf, langsam und lautlos. :48. Yuki arra gondol: a veszteséggel is így van ez. - Yuki denkt: So ist das mit dem Verlust auch. :49. Nem egyszerre jön, hanem beszivárog, cseppről cseppre. - Er kommt nicht auf einmal, sondern sickert ein, Tropfen für Tropfen. :50. Aztán éppolyan hirtelen, ahogy elkezdődött, eláll az eső. - Dann, genauso plötzlich wie er begonnen hat, hört der Regen auf. :51. A felhők között keskeny fénycsík tör át. - Zwischen den Wolken bricht ein schmaler Streifen Licht hindurch. :52. A régi kőfalon a nedves moha mély zölden ragyog. - Das nasse Moos auf der alten Steinmauer leuchtet in einem tiefen Grün. :53. Yuki szépnek találja, bár nem tudja, miért. - Yuki findet, dass es schön ist, obwohl sie nicht weiß, warum. :54. Megfordul Nao felé, aki most már kinyitotta a szemét. - Sie dreht sich zu Nao um, der die Augen jetzt geöffnet hat. :55. Enyhén meghajol, ahogy illik. - Sie verbeugt sich leicht, wie es sich gehört. :56. Nao ránéz, és nyugodt hangon azt mondja: „A pontyok nem mentek el.” - Nao sieht sie an und sagt mit ruhiger Stimme: „Die Karpfen sind nicht fort." :57. Yuki vár, mert érzi, hogy még jön valami. - Yuki wartet, weil sie spürt, dass noch etwas kommt. :58. „Lent fekszenek az iszapban, és várják a tavaszt.” - „Sie liegen unten im Schlamm und warten auf den Frühling." :59. Yuki bólint, bár nem biztos benne, hogy Nao csak a halakról beszél. - Yuki nickt, obwohl sie nicht sicher ist, ob er nur von den Fischen spricht. :60. Fogja a táskáját, és visszamegy az úton a kapu felé. - Sie nimmt ihre Tasche und geht den Weg zurück zum Tor. :61. A kövek a lába alatt még hidegek és csúszósak. - Die Steine unter ihren Füßen sind noch kalt und glitschig. :62. Nem fordul meg, de hallja, hogy Nao újra leül a padra. - Sie dreht sich nicht um, aber sie hört, dass Nao sich wieder auf die Bank setzt. :63. A kapunál felveszi a cipőjét, és egyszer visszanéz a kertbe. - Am Tor zieht sie die Schuhe an und schaut einmal zurück in den Garten. :64. A tó csendesen fekszik ott, a zavaros víz gyengén csillog a fényben. - Der Teich liegt still da, das trübe Wasser glänzt im schwachen Licht. :65. Yuki kifújja a levegőt, és elindul. - Yuki atmet aus und geht. :66. Az állomáshoz vezető út rövid, és a vonat hamarosan jön. - Der Weg zur Station ist kurz, und der Zug kommt bald. :67. A vonaton az ablaknál ül, és az elsuhanó mezőket nézi. - Im Zug sitzt sie am Fenster und schaut auf die vorbeiziehenden Felder. :68. Nem gondol a nagyanyjára, de valahogy mégis érzi őt. - Sie denkt nicht an ihre Großmutter, aber sie fühlt sie irgendwie trotzdem. :69. Az üresség ott van, de már nem nyom olyan nehezen. - Die Leere ist da, aber sie drückt nicht mehr so schwer. :70. A víz egészen magától folyik át a mohán. - Das Wasser fließt durch das Moos, ganz von allein. ---------------------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki nem felejtette el a templomhoz vezető utat, bár három éve nem járt már rajta. - Yuki hatte den Weg zum Tempel nicht vergessen, obwohl sie ihn seit drei Jahren nicht mehr gegangen war. :2. Ismert minden követ, minden kanyart, minden szagot – és éppen ez tette olyan nehézzé az első lépést. - Sie kannte jeden Stein, jede Biegung, jeden Geruch – und genau das machte den ersten Schritt so schwer. :3. A reggel még félig sötétben feküdt, amikor leszállt a vonatról, és beszívta a kora őszi hűvös levegőt. - Der Morgen lag noch halb im Dunkel, als sie aus dem Zug stieg und die kühle Luft des frühen Herbstes einatmete. :4. Nedves lomb illata volt a levegőben, és valamié, amit nem tudott megnevezni, ami azonban azonnal visszavitte őt. - Es roch nach nassem Laub und nach etwas, das sie nicht benennen konnte, das sie aber sofort zurückbrachte. :5. A megviselt fakapunál megállt, nem azért, mert habozott, hanem mert a pillanat ezt kívánta. - Am verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht weil sie zögerte, sondern weil der Moment es verlangte. :6. A fa szürkébb lett, érdesebb, és magán hordta több olyan tél nyomát, amely nélküle múlt el. - Das Holz war grauer geworden, rauer, und trug die Spuren mehrerer Winter, die ohne sie vergangen waren. :7. Levetette a cipőjét, rendesen egymás mellé állította őket, és rálépett az előtte lévő mohával benőtt kőre. - Sie zog die Schuhe aus, stellte sie ordentlich nebeneinander und trat auf den moosbewachsenen Stein davor. :8. A hideg azonnal áthatolt a vékony zoknin, és Yuki egy ideig hagyta ott állni, anélkül hogy továbbment volna. - Die Kälte drang sofort durch die dünnen Socken, und Yuki ließ sie eine Weile stehen, ohne weiterzugehen. :9. A kert megváltozott, de nem úgy, ahogy a dolgok akkor változnak meg, ha valaki elhanyagolja őket. - Der Garten hatte sich verändert, aber nicht so, wie Dinge sich verändern, wenn jemand sie vernachlässigt. :10. Inkább úgy hatott, mint valaki, aki felhagyott azzal, hogy tartást vegyen fel, és most egyszerűen elengedi magát. - Er wirkte eher wie jemand, der aufgehört hat, eine Haltung einzunehmen, und sich nun einfach gehen lässt. :11. A bokrok elvesztették formájukat, a fű kinőtt a régi kőlapok fugái között, és senki sem szorította vissza. - Die Büsche hatten ihre Form verloren, das Gras wuchs zwischen den Fugen der alten Steinplatten, und niemand hatte es zurückgedrängt. :12. Yuki követte a keskeny ösvényt, amely még felismerhető volt, de amelyet hamarosan a szélek felől elnyeléssel fenyegetett a növényzet. - Yuki folgte dem schmalen Pfad, der noch erkennbar war, aber bald von den Rändern her aufgefressen zu werden drohte. :13. Az út végén ott feküdt a tó, és kisebb volt, mint amilyennek emlékezetében élt. - Am Ende des Weges lag der Teich, und er war kleiner, als sie ihn in Erinnerung hatte. :14. A víz sötétzöld színű volt, majdnem olyan, mint a tinta, és a felszíne alig mozdult. - Das Wasser hatte eine dunkelgrüne Farbe, fast wie Tinte, und die Oberfläche bewegte sich kaum. :15. Eszébe jutottak a koi pontyok, amelyek régebben élénk narancsszínben siklottak át alatta, mint élő lángok. - Sie erinnerte sich an die Koi-Karpfen, die früher in leuchtenden Orangetönen darunter hindurchgeglitten waren wie lebende Flammen. :16. Most egyetlen, félig lebomlott levél sodródott a vízen, és különben semmi. - Jetzt trieb ein einzelnes, halb zersetztes Blatt auf dem Wasser, und sonst war nichts. :17. Yuki leguggolt a part mellé, karját a térde köré fonta, és a vízbe meredt, anélkül hogy bármit keresett volna. - Yuki hockte sich ans Ufer, die Arme um die Knie geschlungen, und starrte in das Wasser, ohne etwas zu suchen. :18. Olyan sokáig ült így, hogy a lábai bizseregni kezdtek, de nem állt fel. - Sie saß so lange, dass ihre Beine kribbeln anfingen, aber sie stand nicht auf. :19. Akkor halk fakaparászást hallott maga mögött, ahogy fa súrlódik kövön. - Dann hörte sie hinter sich das leise Scharren von Holz auf Stein. :20. Egy padon, amely az évek súlya alatt kissé ferdén állt, egy öreg férfi ült. - Auf einer Bank, die unter dem Gewicht der Jahre leicht schief stand, saß ein alter Mann. :21. Nao körülbelül hetvenöt éves volt, talán idősebb, és egyszerű munkakabátot viselt, amely már sok nyarat látott. - Nao war ungefähr fünfundsiebzig, vielleicht älter, und trug eine schlichte Arbeitsjacke, die schon viele Sommer gesehen hatte. :22. A mellette álló seprűt nem egyszerűen letették, hanem olyan magától értetődően támaszkodott ott, mintha mindig is ott állt volna. - Der Besen neben ihm war nicht einfach abgestellt worden, sondern lehnte mit einer Selbstverständlichkeit dort, als hätte er dort immer gestanden. :23. Nao a fejét felé fordította, anélkül hogy a testét megmozdította volna, és olyan tekintettel nézett rá, amely sem kérdező, sem üdvözlő nem volt. - Nao drehte den Kopf zu ihr, ohne seinen Körper zu bewegen, und sah sie mit einem Blick an, der weder fragend noch begrüßend war. :24. Egyszer bólintott, egészen röviden, Yuki pedig visszabólintott, és ezzel minden szükséges elhangzott. - Er nickte einmal, ganz knapp, und Yuki nickte zurück, und damit war alles Notwendige gesagt. :25. Felállt, és némi távolsággal mellé ült, mert a helyzet így kívánta, nem azért, mert társaságot keresett. - Sie stand auf und setzte sich mit etwas Abstand neben ihn, weil die Situation es so wollte, nicht weil sie Gesellschaft suchte. :26. A tó fölött megjelent egy szitakötő, amely olyan mozdulatlanul függött a levegőben, mintha odafestették volna. - Über dem Teich erschien eine Libelle, die so still in der Luft hing, als wäre sie aufgemalt. :27. Leszállt egy régi tavirózsa szárára, amely úgy állt ki a vízből, mint egy megmaradt gondolat. - Sie landete auf einem alten Seerosenschaft, der aus dem Wasser ragte wie ein übrig gebliebener Gedanke. :28. Nao hüvelykujjával végigsimított a pad érdes fatámláján, mindig ugyanabba az irányba, mindig ugyanazon a helyen. - Nao fuhr mit dem Daumen über die raue Holzlehne der Bank, immer in derselben Richtung, immer dieselbe Stelle. :29. Yuki nézte a kezét, és arra gondolt, hogy a fa és a bőr hosszú idő után hasonlóvá válik. - Yuki betrachtete seine Hand und dachte, dass Holz und Haut sich nach langer Zeit ähnlich werden. :30. A nagyanyjára gondolt, aki itt ült, teát ivott, és soha nem magyarázott sokat. - Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen hatte, Tee getrunken und nie viel erklärt hatte. :31. A nagyanyja úgy tudott dolgokat, hogy nem beszélt róluk, és ez Yukit gyerekként néha kétségbeesésbe kergette. - Ihre Großmutter hatte Dinge gewusst, ohne darüber zu sprechen, und das hatte Yuki als Kind manchmal zur Verzweiflung gebracht. :32. Most már jobban értette ezt, még ha az értés már semmit sem használt. - Jetzt verstand sie es besser, auch wenn das Verstehen nichts mehr nützte. :33. Halk eső kezdődött, olyan tétován, mintha nem volna biztos benne, szívesen látják-e. - Ein leiser Regen begann, so zögerlich, als ob er sich nicht sicher war, ob er willkommen wäre. :34. Az első cseppek hangtalanul eltűntek a mohában, aztán a vízen, aztán egyszerre mindenütt. - Die ersten Tropfen verschwanden lautlos im Moos, dann auf dem Wasser, dann überall gleichzeitig. :35. Yuki ülve maradt, amíg az eső sűrűbbé nem vált, és a haja tapadni nem kezdett. - Yuki blieb sitzen, bis der Regen dichter wurde und ihr Haar zu kleben begann. :36. Nao felállt, lassan, egy olyan ember megfontolt gondosságával, aki jól ismeri és tiszteli a testét. - Nao stand auf, langsam, mit der bedächtigen Sorgfalt eines Menschen, der seinen Körper gut kennt und respektiert. :37. Együtt mentek a teaház teteje alá, anélkül hogy egy szót is vesztegettek volna arra, hogy ezt teszik. - Sie gingen zusammen unter das Dach des Teehauses, ohne ein Wort darüber zu verlieren, dass sie es taten. :38. A régi cserepekből álló tető hangosan fogadta az esőt, és ez a zaj kitöltötte a köztük lévő teret. - Das Dach aus alten Ziegeln nahm den Regen laut auf, und dieses Geräusch füllte den Raum zwischen ihnen. :39. Yuki a tető szélén állt, egy lépésnyire az esőtől, és a bambusz szökőkútra nézett. - Yuki stand am Rand des Dachs, einen Schritt vom Regen entfernt, und schaute auf den Bambus-Brunnen. :40. A víz egyenletes időközönként hullott egy mohás kőre, beszivárgott a mélyedésekbe, eltűnt. - Das Wasser fiel in gleichmäßigen Abständen auf einen bemoosten Stein, sickerte in die Vertiefungen, verschwand. :41. Csepp. Csend. Csepp. - Tropf. Stille. Tropf. :42. Nao háttal a fafalnak támaszkodott, és lehunyta a szemét, mintha az eső olyan zene volna, amelyet kívülről ismer. - Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand und schloss die Augen, als ob der Regen eine Musik wäre, die er auswendig kannte. :43. Yuki azon töprengett, hány esőzést élt át itt, hány embert látott jönni és menni. - Yuki überlegte, wie viele Regengusse er hier erlebt hatte, wie viele Menschen er hatte kommen und gehen sehen. :44. A saját városára gondolt, a zajra és a fényre, amely éjszaka sem szűnt meg. - Sie dachte an ihre eigene Stadt, an den Lärm und das Licht, das nachts nicht aufhörte. :45. Itt még az eső is lassabban hullani látszott, mintha volna ideje. - Hier schien selbst der Regen langsamer zu fallen, als ob er Zeit hatte. :46. A nagyanyja gondolata nem képként jött, hanem súlyként – nem fájdalmasan, csak jelenlévőn. - Der Gedanke an ihre Großmutter kam nicht als Bild, sondern als Gewicht – nicht schmerzhaft, nur vorhanden. :47. Yuki észrevette, hogy a fájdalom, amelynek érzésére számított, nem jelentkezett. - Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte zu fühlen, sich nicht eingestellt hatte. :48. Helyette volt ott valami nyugodtabb, amit még nem tudott megnevezni, és ami egyelőre békén hagyta őt. - Stattdessen war da etwas Ruhigeres, das sie noch nicht benennen konnte und das sie vorerst in Ruhe ließ. :49. A kőfal mohája itta a vizet, amely vékony erekben folyt le rajta, sietség és veszteség nélkül. - Das Moos an der Steinmauer trank das Wasser, das in dünnen Rinnsalen daran hinablief, ohne Eile und ohne Verlust. :50. Így van ez, gondolta Yuki, de nem mondta ki. - So ist das, dachte Yuki, aber sie sprach es nicht aus. :51. Az eső elállt, és az utána következő hallgatás más minőségű volt, mint az előtte lévő hallgatás. - Der Regen hörte auf, und das Schweigen danach war von anderer Qualität als das Schweigen davor. :52. Halvány fény tört át a szétúszó felhőkön, és ferdén esett a nedves kőfalra. - Ein schwaches Licht brach durch die auseinandertreibenden Wolken und fiel schräg auf die nasse Steinmauer. :53. A moha olyan zöldben ragyogott, amilyet Yuki így még nem látott, bár már gyakran láthatta volna. - Das Moos leuchtete in einem Grün, das Yuki so noch nicht gesehen hatte, obwohl sie es schon oft hätte sehen können. :54. Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és nyugodtan nézett rá. - Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ruhig ansah. :55. Yuki meghajolt, mert ez volt a helyes, még ha pontosan nem is tudta volna megmagyarázni, miért. - Yuki verbeugte sich, weil es das Richtige war, auch wenn sie nicht genau erklären hätte können, wofür. :56. Nao ránézett, és hangsúly nélkül, sietség nélkül azt mondta: „A pontyok nem tűntek el.” - Nao sah sie an und sagte, ohne Betonung und ohne Eile: „Die Karpfen sind nicht verschwunden." :57. Yuki várt, mert érezte, hogy ez még nem minden. - Yuki wartete, weil sie spürte, dass das nicht alles war. :58. „Az iszapban fekszenek a fenéken, és várják, hogy újra melegebb legyen.” - „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten, bis es wieder wärmer wird." :59. Úgy mondta ezt, mintha egy ismert és aggodalomra okot nem adó tényt közölne. - Er sagte es so, als ob er eine Tatsache mitteilte, die bekannt und unbesorgniserregend war. :60. Yuki bólintott, és arra gondolt, hogy valószínűleg nemcsak a halakról beszélt – vagy talán mégis csak róluk, és ez elég volt. - Yuki nickte und dachte, dass er wahrscheinlich nicht nur von den Fischen sprach – oder vielleicht doch nur von ihnen, und das reichte. :61. Felvette a táskáját, amely még kissé nedves volt, és visszament az úton a kapuhoz. - Sie nahm ihre Tasche, die noch etwas feucht war, und ging den Weg zurück zum Tor. :62. A kövek a nedves zoknija alatt simák és hidegek voltak, és minden lépésére figyelt. - Die Steine unter ihren nassen Socken waren glatt und kalt, und sie achtete auf jeden Schritt. :63. Nem fordult meg, de hallotta, ahogy Nao újra leül, és a seprű halkan a padhoz ütődik. - Sie drehte sich nicht um, aber sie hörte, wie Nao sich wieder setzte und der Besen leise gegen die Bank stieß. :64. A kapunál belebújt a cipőjébe, és egy pillanatra megállt, tekintetét előre szegezve. - Am Tor schlüpfte sie in ihre Schuhe und blieb einen Moment stehen, den Blick nach vorne gerichtet. :65. Mögötte ott feküdt a kert a zavaros tavával, a ferde teaházzal és az öreg férfival a padon. - Hinter ihr lag der Garten mit seinem trüben Teich, dem schiefen Teehaus und dem alten Mann auf der Bank. :66. Mindez tovább fog létezni, akár visszatér, akár nem, és ez fájdalom nélküli felismerés volt. - Das alles würde weiterexistieren, ob sie zurückkam oder nicht, und das war eine Erkenntnis ohne Schmerz. :67. Yuki az állomásra ment, és az oda vezető út rövidebb volt, mint várta. - Yuki ging zur Station, und der Weg dorthin war kürzer, als sie erwartet hatte. :68. A vonaton a fejét az ablaknak támasztotta, és nézte, ahogy a mezők elvonulnak mellette. - Im Zug lehnte sie den Kopf gegen das Fenster und schaute zu, wie die Felder vorbeizogen. :69. Nem gondolt sokat, ami szokatlan volt, de nem is kellemetlen. - Sie dachte nicht viel, was ungewohnt war, aber auch nicht unangenehm. :70. Az üresség, amelytől félt, ott volt – de nem úgy volt üres, ahogy az fáj. - Die Leere, die sie gefürchtet hatte, war da – aber sie war nicht leer auf die Art, die wehtut. :71. Inkább olyan volt, mint egy tó ősszel: csendes, sötét, és alatta alszik valami, ami nem halott. - Sie war eher wie ein Teich im Herbst: still, dunkel, und darunter schläft etwas, das nicht tot ist. ----------------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :A templomkert - Der Tempelgarten :1. Yuki nem tervezte, hogy felkeresi a templomot – egyszerűen felszállt a vonatra, ahogyan az ember néha megtesz dolgokat, mielőtt az értelem megtilthatná őket. - Yuki hatte sich nicht vorgenommen, den Tempel zu besuchen – sie war einfach in den Zug gestiegen, wie man manchmal Dinge tut, bevor der Verstand sie verbieten kann. :2. Három évig kerülte a kertet, nem közönyből, hanem mert vannak helyek, amelyek túl sokat követelnek az embertől, amíg a seb még friss. - Drei Jahre hatte sie den Garten gemieden, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil manche Orte zu viel von einem verlangen, solange die Wunde noch frisch ist. :3. Az ősz már sápadt fénybe merítette a várost, amely se nem hideg, se nem meleg volt, amikor a vonat megállt a kis állomáson. - Der Herbst hatte die Stadt bereits in ein blasses Licht getaucht, das weder kalt noch warm war, als der Zug an der kleinen Station hielt. :4. Olyan csendbe szállt ki, amely nem elutasító volt, hanem egyszerűen teljes – hézagtalan csendbe, amelybe az ember gondolatokat tolhatott volna. - Sie stieg aus in eine Stille, die nicht abweisend, sondern einfach vollständig war – eine Stille ohne Lücken, in die man Gedanken schieben konnte. :5. A templomhoz vezető út egy szűk sikátoron haladt át régi falak között, amelyeken a moha vastag, egyenetlen párnákban nőtt. - Der Weg zum Tempel führte durch eine schmale Gasse zwischen alten Mauern, auf denen das Moos in dicken, ungleichmäßigen Polstern wuchs. :6. Yuki ismerte ezt az utat anélkül, hogy ismerte volna – valahol az emlékezet alatt ült, magában a testben, abban, ahogyan a lábak habozás nélkül választották az irányt. - Yuki kannte diesen Weg, ohne ihn zu kennen – er saß irgendwo unterhalb der Erinnerung, im Körper selbst, in der Art, wie die Füße ohne Zögern die Richtung wählten. :7. A megviselt fakapu előtt megállt, nem azért, hogy bátorságot gyűjtsön, hanem mert az átmenet megérdemelt egy pillanatnyi összeszedettséget. - Vor dem verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht um Mut zu sammeln, sondern weil der Übergang einen Moment der Sammlung verdiente. :8. A fának olyan színe volt, mint valaminek, ami sok telet látott és már nem ismert sietséget, és Yuki keze rövid ideig szándék nélkül pihent az oszlopon. - Das Holz hatte die Farbe von etwas, das viele Winter gesehen und keine Eile mehr kannte, und Yukis Hand ruhte kurz auf dem Pfosten, ohne Absicht. :9. Levetette a cipőjét, olyan gondossággal tette le, amely már-már szertartásos vonásokat öltött, és rálépett az első mohával benőtt kőre. - Sie zog die Schuhe aus, stellte sie mit einer Sorgfalt ab, die fast zeremonielle Züge annahm, und trat auf den ersten moosbewachsenen Stein. :10. A hideg, amely azonnal áthatolt a szöveten, nem volt kellemetlen, hanem arra emlékeztette, hogy a test még ott van és érzékel. - Die Kälte, die sofort durch den Stoff drang, hatte nichts Unangenehmes, sondern erinnerte sie daran, dass der Körper noch da war und wahrnahm. :11. A kert nem fogadta őt – egyszerűen ott volt, türelmes elhanyagoltság állapotában, amely méltóságteljesebbnek hatott minden gondozott rendnél. - Der Garten empfing sie nicht – er war einfach da, in einem Zustand geduldiger Verwahrlosung, die würdevoller wirkte als jede gepflegte Ordnung. :12. A sövények elveszítették körvonalaikat, a fű a kőlapok között elég magasra nőtt ahhoz, hogy a könnyű szélben lengjen, és valahol még víz csöpögött az éjszakai esőből egy mélyedésbe. - Die Hecken hatten ihre Konturen verloren, das Gras zwischen den Steinplatten stand hoch genug, um im leichten Wind zu schwingen, und irgendwo tropfte noch Wasser vom Nachttregen in eine Mulde. :13. Yuki követte az ösvényt, amelyet még ösvényként fel lehetett ismerni, bár egyre inkább úgy tűnt, feladja azt a szándékát, hogy bárhová is vezessen. - Yuki folgte dem Pfad, der sich noch als Pfad erkennen ließ, obwohl er zunehmend die Absicht aufzugeben schien, irgendwohin zu führen. :14. A tó a végén úgy feküdt ott, mint válasz egy kérdésre, amelyet nem tett fel magának – sötéten, mozdulatlanul, olyan csenddel borítva, amely idősebb volt a reggelnél. - Der Teich lag am Ende wie eine Antwort auf eine Frage, die sie sich nicht gestellt hatte – dunkel, reglos, von einer Stille bedeckt, die älter war als der Morgen. :15. A víz színe zöld és fekete között váltakozott, attól függően, milyen szögből nézte az ember, és Yuki sokáig nézte többféle szögből. - Das Wasser hatte eine Farbe, die zwischen Grün und Schwarz changierte, je nachdem, aus welchem Winkel man es betrachtete, und Yuki betrachtete es lange aus mehreren. :16. Gyermekkora koi-pontyaira gondolt, amelyek narancssárga és fehér ívekben siklottak át a felszín alatt, mintha a víz csak egy közeg lett volna, amelyet megtűrtek. - Sie dachte an die Koi-Karpfen ihrer Kindheit, die in orangefarbenen und weißen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten waren, als ob das Wasser nur ein Medium war, das sie duldete. :17. Most egyetlen levél sodródott a felszínen, félig feloldódva, és tökéletlenségében valamit tükrözött, amit Yuki nem tudott azonnal szavakba foglalni. - Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche, halb aufgelöst, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas, das Yuki nicht sofort in Worte fassen konnte. :18. Leült a parton, térdét a mellkasához húzva, és megengedte magának, hogy egyszerűen csak nézzen, anélkül hogy értékelné vagy besorolná, amit látott. - Sie ließ sich am Ufer nieder, die Knie an die Brust gezogen, und erlaubte sich, einfach zu schauen, ohne das Gesehene zu bewerten oder einzuordnen. :19. Ez nehezebb volt, mint amilyennek hangzott, mert az értelem állandóan készen állt arra, hogy közbeavatkozzon, és jelentést kényszerítsen a hallgatásra. - Das war schwieriger, als es klang, weil der Verstand ständig bereit war, sich einzumischen und dem Schweigen Bedeutung aufzuzwingen. :20. Egy zaj mögötte – alig több, mint egy súly elmozdulása régi fán – arra késztette, hogy hátrafordítsa a fejét, anélkül hogy összerezzent volna. - Ein Geräusch hinter ihr – kaum mehr als das Verschieben eines Gewichts auf altem Holz – ließ sie den Kopf wenden, ohne aufzufahren. :21. Egy padon, amely kissé kibillent a helyes állásából, mintha felhagyott volna azzal, hogy a függőlegest fontosnak tartsa, egy öreg férfi ült kifakult munkakabátban. - Auf einer Bank, die leicht aus dem Lot geraten war, als hätte sie aufgehört, die Vertikale für wichtig zu halten, saß ein alter Mann in einer verwaschenen Arbeitsjacke. :22. Nao volt a templom kertésze, évtizedek óta, jóval azelőtt, hogy Yuki nagyanyja a kertet a magáévá tette volna. - Nao war der Gärtner des Tempels gewesen, seit Jahrzehnten, lange bevor Yukis Großmutter den Garten zu ihrem eigenen gemacht hatte. :23. Olyan tekintettel nézett Yukira, amely sem kíváncsiságot, sem távolságtartást nem fejezett ki, hanem annak az embernek a különös nyugalmát, aki már felhagyott azzal, hogy találkozásoktól bármit akarjon. - Er sah Yuki an mit einem Blick, der weder Neugierde noch Distanz ausdrückte, sondern die besondere Ruhe eines Menschen, der aufgehört hat, von Begegnungen etwas zu wollen. :24. Az az egyszeri, szűkszavú biccentés, amellyel üdvözölte, nem a hidegség gesztusa volt, hanem a pontosságé – több nem volt szükséges, tehát több nem is volt. - Das einmalige, knappe Nicken, mit dem er sie begrüßte, war keine Geste der Kälte, sondern der Präzision – mehr war nicht nötig, also gab es nicht mehr. :25. Yuki felállt, odament a padhoz, és leült, olyan távolságban, amely sem közelséget nem színlelt, sem távolságot nem hangsúlyozott, hanem egyszerűen helyes volt. - Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich, mit einem Abstand, der weder Nähe vortäuschte noch Distanz betonte, sondern einfach stimmte. :26. A tó fölött megjelent egy szitakötő, amely azzal a látszólag erőfeszítés nélküli pontossággal állt a levegőben, amely csak azoknak a dolgoknak sajátja, amelyek teljesen a pillanatban élnek. - Über dem Teich erschien eine Libelle, die mit jener mühelos wirkenden Präzision in der Luft stand, die nur Dinge besitzen, die vollständig im Moment leben. :27. Leszállt egy elszáradt tavirózsaszárra, és olyan mozdulatlanul ült, hogy az ember elfelejthette, hogy nem sokkal korábban még mozgott. - Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft und saß so still, dass man vergessen konnte, dass sie sich kurz davor noch bewegt hatte. :28. Nao hüvelykujjával egyenletes mozdulattal végigsimított a pad érdes támláján, mindig ugyanazon a pályán, mindig ugyanabba az irányba. - Nao fuhr mit dem Daumen in einer gleichmäßigen Bewegung über die raue Lehne der Bank, immer dieselbe Bahn, immer dieselbe Richtung. :29. Yuki figyelte ezt a mozdulatot, és arra gondolt, hogy a szokás és az ima néha ugyanazt a formát ölti. - Yuki beobachtete diese Geste und dachte, dass Gewohnheit und Gebet manchmal dieselbe Form annehmen. :30. A nagyanyjára gondolt, aki itt ült és teát ivott, anélkül hogy közben bármit bizonyítani vagy megtartani akart volna. - Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen und Tee getrunken hatte, ohne dabei irgendetwas beweisen oder festhalten zu wollen. :31. Gyermekként Yuki nagyanyja azt mondta neki, hogy egy helynek nem kell megmagyarázni, miért tér vissza az ember – vagy már tudja, vagy nem kérdezi. - Als Kind hatte Yukis Großmutter ihr gesagt, dass man einem Ort nicht erklären muss, warum man zurückkommt – er weiß es bereits oder er fragt nicht. :32. Yuki akkor ezt nem értette, és most, amikor értette, már senki sem volt ott, akinek elmondhatta volna, hogy végre megértette. - Yuki hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da sie verstand, war niemand mehr da, dem sie hätte sagen können, dass sie es endlich tat. :33. Az eső bejelentés nélkül kezdődött, ahogyan az ősz néha teszi, mintha elfelejtette volna kialkudni az átmenetet. - Der Regen begann ohne Ankündigung, wie es der Herbst manchmal tut, als hätte er vergessen, den Übergang auszuhandeln. :34. Először egyetlen csepp a teacserje levelén, aztán egy maréknyi, aztán az egyenletes zúgás, amelyet Yuki azonnal olyasminek ismert fel, ami ide tartozott. - Erst ein einzelner Tropfen auf dem Blatt des Teestrauchs, dann eine Handvoll, dann das gleichmäßige Rauschen, das Yuki sofort als etwas wiedererkannte, das hierher gehörte. :35. Nao annak az embernek a megfontolt határozottságával emelkedett fel, akinek a teste kompromisszumokat kötött, de nem kapitulált, és Yuki követte őt a teaház teteje alá. - Nao erhob sich mit der bedächtigen Entschiedenheit eines Menschen, dessen Körper Kompromisse eingegangen ist, aber nicht kapituliert hat, und Yuki folgte ihm unter das Dach des Teehauses. :36. A túlnyúló cseréptető ritmussá alakította az esőt, és ennek a ritmusnak olyan minősége volt, aminek nem ellenállni lehetett, hanem csak hallgatni. - Das überhängende Ziegeldach verwandelte den Regen in Rhythmus, und dieser Rhythmus hatte die Qualität von etwas, dem man nicht widerstehen, sondern nur zuhören konnte. :37. Yuki a tető széléhez állt, egy lépésre a hulló víztől, és nézte a bambuszkutat, amely csendben és szüntelenül végezte a feladatát. - Yuki stellte sich an den Rand des Dachs, einen Schritt vom fallenden Wasser entfernt, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe still und ohne Unterlass erfüllte. :38. A víz ráhullott az alatta lévő mohás kőre, beszivárgott a repedésekbe, láthatatlanná vált – és valamikor más összefüggésben újra visszatért. - Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein darunter, versickerte in Ritzen, wurde unsichtbar – und kam in einem anderen Zusammenhang irgendwann wieder. :39. Nao háttal a teaház falának támaszkodott, karjait lazán a teste előtt tartotta, és olyan magától értetődőséggel csukta be a szemét, amely nem igényelt magyarázatot. - Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses, die Arme locker vor dem Körper, und schloss die Augen mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Erklärung brauchte. :40. Yuki azon tűnődött, vajon alszik-e, vagy egyszerűen a figyelem egy olyan fajtáját gyakorolja, amely befelé irányul, és nincs szüksége szemekre. - Yuki fragte sich, ob er schlief oder ob er einfach eine Art von Aufmerksamkeit praktizierte, die nach innen gerichtet war und keine Augen benötigte. :41. A könyvesboltjára gondolt, a polcokra, amelyeket naponta rendezett, az emberekre, akik könyveket vásároltak, anélkül hogy tudták volna, valójában melyik kérdésre akarnak választ kapni. - Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Regale, die sie täglich ordnete, an die Menschen, die Bücher kauften, ohne zu wissen, welche Frage sie eigentlich beantworten wollten. :42. Itt nem voltak polcok, és nem voltak válaszok, és nem voltak kérdések, amelyek válaszokra vártak – csak a tető, az eső, az öreg férfi és ő maga. - Hier gab es keine Regale und keine Antworten und keine Fragen, die auf Antworten warteten – nur das Dach, den Regen, den alten Mann und sie selbst. :43. A víz, amely a tetőről a nedves földre hullott, apró krátereket ütött a mohába, és azonnal újra eltűnt, anélkül hogy nyomot hagyott volna. - Das Wasser, das vom Dach auf den nassen Boden fiel, schlug kleine Krater in das Moos und verschwand sofort wieder, ohne eine Spur zu hinterlassen. :44. Yuki észrevette, hogy a nagyanyjára nem úgy gondol, mint veszteségre, hanem mint valamire, ami más halmazállapotot vett fel. - Yuki bemerkte, dass sie an ihrer Großmutter nicht wie an einem Verlust dachte, sondern wie an etwas, das eine andere Aggregatform angenommen hatte. :45. A gondolat nem volt vigasztaló a szokványos értelemben – egyszerűen pontos volt, és a pontosságnak néha megvan a maga sajátos vigasza. - Der Gedanke war nicht tröstlich im gewöhnlichen Sinn – er war einfach genau, und Genauigkeit hat manchmal eine eigene Art von Trost. :46. A kőfalon lévő moha magába szívta a vizet, amely vékony, alig látható erecskékben csorgott le rajta, lassan és teljesen, maradék nélkül. - Das Moos an der Steinmauer nahm das Wasser auf, das in dünnen, kaum sichtbaren Rinnsalen daran herabrann, langsam und vollständig, ohne Rest. :47. Yuki arra gondolt: így zajlanak a búcsúk is, ha az ember időt ad nekik – nem törésként, hanem fokozatos átszivárgásként, amely csak akkor ér véget, amikor minden felszívódott. - Yuki dachte: So verlaufen Abschiede auch, wenn man ihnen Zeit gibt – nicht als Bruch, sondern als ein allmähliches Durchsickern, das erst endet, wenn alles aufgenommen ist. :48. Az eső úgy állt el, ahogyan elkezdődött – átmenet nélkül, mintha született volna egy döntés, amelyet senkivel sem közöltek. - Der Regen hörte auf, wie er begonnen hatte – ohne Übergang, als ob eine Entscheidung gefallen wäre, die niemand mitgeteilt hatte. :49. A fény, amely ezután áthatolt a szétsodródó felhők között, annak a sajátosan őszi minőségnek volt a fénye, amely mindent, amit ér, egy pillanatra kiemel az időből. - Das Licht, das danach durch die auseinanderdriftenden Wolken drang, war von jener spezifisch herbstlichen Qualität, die alles, was es trifft, für einen Moment aus der Zeit herauslöst. :50. A falon a moha mély, telt zöldben felragyogott, olyan intenzíven, hogy Yukinak rövid időre az az érzése támadt, valami olyat lát, ami általában nem látható. - Das Moos auf der Mauer leuchtete in einem tiefen, satten Grün auf, das so intensiv war, dass Yuki kurz das Gefühl hatte, etwas zu sehen, das normalerweise nicht sichtbar war. :51. Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és ugyanazzal a nyugodt, be nem soroló tekintettel nézett rá, mint kezdetben. - Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie mit demselben ruhigen, nicht einordnenden Blick ansah wie zu Beginn. :52. Yuki meghajolt – nem mélyen, de őszintén –, és ebben a gesztusban több volt, mint udvariasság, még ha nem is tudta volna megmondani, pontosan mi. - Yuki verbeugte sich – nicht tief, aber aufrichtig – und in dieser Geste steckte mehr als Höflichkeit, auch wenn sie nicht hätte sagen können, was genau. :53. Nao viszonozta a tekintetét, és egy olyan szünet után, amely elég hosszú volt ahhoz, hogy ne puszta kitöltő szünet legyen, ezt mondta: „A pontyok nem tűntek el.” - Nao erwiderte den Blick und sagte, nach einer Pause, die lange genug war, um keine Füllpause zu sein: „Die Karpfen sind nicht fort." :54. Nem azért mondta, hogy vigasztaljon, és nem azért, hogy megmagyarázzon valamit – úgy mondta, ahogyan az ember egy tényt közöl, amelyben ő maga már régóta megbízik. - Er sagte es nicht, um zu trösten, und nicht, um etwas zu erklären – er sagte es so, wie man eine Tatsache mitteilt, der man selbst seit Langem getraut hat. :55. „Lenn fekszenek az iszapban, a fenéken, és várják a tavaszt, amely eljön, mert mindig eljön.” - „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten auf das Frühjahr, das kommt, weil es immer kommt." :56. Yuki ránézett, és arra gondolt, hogy talán a halakról beszél, talán valami másról, és hogy mindkettő igaz lehet anélkül, hogy dönteni kellene róla. - Yuki sah ihn an und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, und vielleicht von etwas anderem, und dass beides wahr sein konnte, ohne dass man es entscheiden musste. :57. Felvette a táskáját, amely még magában hordozta az eső nedvességét, és visszaindult az úton a kapu felé, kőről kőre. - Sie nahm ihre Tasche, die noch die Feuchtigkeit des Regens in sich trug, und ging den Weg zurück zum Tor, Stein für Stein. :58. Nem fordult vissza, mert a visszafordulás feltételezett volna valamit, amire itt nem volt szükség – nem közönyt, hanem bizalmat abban, ami mögötte maradt. - Sie drehte sich nicht um, weil Umdrehen etwas vorausgesetzt hätte, das hier nicht gefragt war – nicht Gleichgültigkeit, sondern Vertrauen in das, was hinter ihr blieb. :59. A kapunál belebújt a cipőjébe, és megállt, nem azért, hogy visszanézzen, hanem hogy megjelölje az átmenetet, amelyet az átmenet megérdemelt. - Am Tor schlüpfte sie in die Schuhe und blieb stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu markieren, der Übergang verdiente. :60. Mögötte a kert tovább létezett – zavaros tavával, csendben várakozó mohájával, öreg kertészével a ferde padon –, teljesen és nélküle. - Hinter ihr existierte der Garten weiter – mit seinem trüben Teich, seinem stillwartenden Moos, seinem alten Gärtner auf der schiefen Bank – vollständig und ohne sie. :61. Ez nem szomorú felismerés volt, hanem helyes, és a helyes felismeréseknek néha egyszerre van meg a nedves moha súlya és könnyűsége. - Das war keine traurige Erkenntnis, sondern eine richtige, und richtige Erkenntnisse haben manchmal die Schwere und die Leichtigkeit von nassem Moos zugleich. :62. Yuki az állomásra ment, és az út rövidebb volt, mint odafelé, mert ezúttal nem megérkezett, hanem továbbment. - Yuki ging zur Station, und der Weg war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal nicht ankam, sondern weiterging. :63. A vonaton homlokát a hűvös ablaküvegnek támasztotta, és nézte a mezőket, amelyek a délután lapos fényében elsuhantak mellette. - Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das kühle Fensterglas und schaute auf die Felder, die im flachen Licht des Nachmittags an ihr vorüberzogen. :64. Nem gondolt semmi meghatározottra, ami nem gondolattalanság volt, hanem a figyelem egyfajta tárgy nélküli formája. - Sie dachte an nichts Bestimmtes, was nicht Gedankenlosigkeit war, sondern eine Art von Aufmerksamkeit ohne Gegenstand. :65. Az üresség, amelyet várhatóan megtalálni vélt, ott volt – de egy tál körvonalát viselte, nem egy lyukét, és ez jelentette a döntő különbséget. - Die Leere, die sie erwartet hatte zu finden, war da – aber sie hatte die Kontur einer Schale, nicht eines Loches, und das machte den entscheidenden Unterschied. :66. Alatta, az iszapban, amelyet nem lát az ember, várakozik az, ami nem hal meg, hanem csak vár – türelmesen, csendben, minden kétség nélkül afelől, hogy a tavasz eljön. - Darunter, in dem Schlamm, den man nicht sieht, wartet das, was nicht stirbt, sondern nur wartet – geduldig, still, ohne jeden Zweifel daran, dass das Frühjahr kommt. ------------------------ ---------------------------------------------- 5 ------------------------ :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki nem döntötte el, hogy meglátogatja a templomot – csupán nem döntött ellene, ami, ahogy a vonatúton észrevette, talán ugyanaz volt. - Yuki hatte sich nicht entschieden, den Tempel zu besuchen – sie hatte sich lediglich nicht dagegen entschieden, was, wie sie auf der Zugfahrt bemerkte, möglicherweise dasselbe war. :2. Három év olyan időtartam, amely elég rövid ahhoz, hogy az ember még ismerjen egy helyet, és elég hosszú ahhoz, hogy az a hely már ne várjon rá. - Drei Jahre sind eine Zeitspanne, die kurz genug ist, um einen Ort noch zu kennen, und lang genug, damit er aufgehört hat, auf einen zu warten. :3. Az állomásnak, ahol leszállt, már nem volt neve a táblán, vagy a név kifakult – nem nézte meg, mert úgyis még tudta. - Die Station, an der sie ausstieg, hatte keinen Namen mehr auf dem Schild, oder der Name war verblasst – sie hatte nicht nachgeschaut, weil sie ihn ohnehin noch wusste. :4. Az ősz ezen a reggelen azzal a különös visszafogottsággal rendezkedett be, amely a legszebb napjait jellemzi: sok fény, kevés meleg, semmi ígéret. - Der Herbst hatte sich an diesem Morgen mit jener eigentümlichen Zurückhaltung eingerichtet, die seine schönsten Tage kennzeichnet: viel Licht, wenig Wärme, keine Versprechen. :5. A templomhoz vezető út egy sikátoron vitt keresztül, ahol a falak kétoldalt olyan közel voltak egymáshoz, hogy azt hihette volna az ember, maga az út akarja lelassítani a továbbhaladást. - Der Weg zum Tempel führte durch eine Gasse, in der die Mauern auf beiden Seiten so nah waren, dass man hätte meinen können, der Weg selbst wollte das Weitergehen verlangsamen. :6. A kövön lévő moha éjjel ivott, és most olyan jóllakottság áradt belőle, amely csendes, szükségtelen teljességében szinte obszcénnek hatott. - Das Moos auf dem Stein hatte in der Nacht getrunken und war nun von einer Sattheit, die fast obszön wirkte in ihrer stillen, bedürfnislosen Vollständigkeit. :7. Yuki ezt az utat már nem az értelmével ismerte, hanem a testével – a tudás egy olyan fajtájával, amely megbízhatóbb, és nem törődik azzal, hogy az ember elő akarja-e hívni vagy sem. - Yuki kannte diesen Weg nicht mehr mit dem Verstand, sondern mit dem Körper – eine Art von Wissen, das zuverlässiger ist und sich nicht darum schert, ob man es abrufen will oder nicht. :8. A kapu előtt megállt, annak ösztönösségével, aki egy idegen házban egy csukott ajtó előtt áll, és egy pillanatig hallgatózik, mielőtt kopogna. - Vor dem Tor hielt sie inne mit der Instinktivität von jemandem, der in einem fremden Haus vor einer geschlossenen Tür steht und einen Moment lauscht, bevor er anklopft. :9. A kapu fája a korhadáson túl olyan méltóságot ért el, amelyet az új anyagok nem ismernek – azoknak a dolgoknak a méltóságát, amelyek nem próbáltak fiatalok maradni. - Das Holz des Tores hatte jenseits der Verwitterung eine Würde erreicht, die neue Materialien nicht kennen – die Würde des Dinge, die nicht versucht haben, jung zu bleiben. :10. Levette a cipőjét, nem kötelességtudatból, hanem mert ez a cselekedet olyan módon készítette fel, amelyet nem tudott volna elmagyarázni anélkül, hogy hamisat mondana. - Sie zog die Schuhe aus, nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil der Akt sie auf eine Art vorbereitete, die sie nicht hätte erklären können, ohne das Falsche zu sagen. :11. A mohával benőtt kövek hidege azonnal és mentegetőzés nélkül hatolt át az anyagon, és Yuki hagyta, hogy tegye, mert némely érzékelésnek joga van rá, hogy ráerőltesse magát az emberre. - Die Kälte der moosbewachsenen Steine drang sofort und ohne Entschuldigung durch den Stoff, und Yuki ließ sie gewähren, weil manche Wahrnehmungen das Recht haben, sich aufzudrängen. :12. A kert olyan állapotban feküdt előtte, amelyet hanyatlásnak lehetett volna nevezni, ha a szó nem sugallna valami akaratlant, ami itt nem volt igaz. - Der Garten lag vor ihr in einem Zustand, den man Verfall hätte nennen können, wenn das Wort nicht etwas Unfreiwilliges implizierte, das hier nicht zutraf. :13. Inkább arról volt szó, hogy felhagyott egy bizonyos szándék követésével, és most olyan formát vett fel, amely a saját logikáját követte, nem az emberi rendképzetet. - Vielmehr hatte er aufgehört, eine bestimmte Absicht zu verfolgen, und nahm nun eine Form an, die seiner eigenen Logik folgte, nicht der menschlichen Vorstellung von Ordnung. :14. A bokrok elengedték körvonalaikat a bizonytalanba, a fű magasan állt a kőlapok hézagai között, és a levegő a rothadás és a növekedés lassú, termékeny munkájának szagát hordozta. - Die Büsche hatten ihre Konturen in das Ungefähre entlassen, das Gras stand hoch zwischen den Fugen der Steinplatten, und die Luft roch nach dem langsamen, produktiven Arbeiten von Fäulnis und Wachstum. :15. Yuki annyiban követte az ösvényt, amennyiben az még ösvény volt, és hagyta, hogy vezesse, azzal a készséggel, amely azokhoz a dolgokhoz kell, amelyeket már nem irányítani, hanem csak kísérni lehet. - Yuki folgte dem Pfad in dem Maße, in dem er noch Pfad war, und ließ sich von ihm führen mit der Bereitschaft, die man für Dinge braucht, die man nicht mehr steuern, sondern nur noch begleiten kann. :16. A tó a végén úgy feküdt ott, mint egy kérdés, amelyre csak akkor lehet válaszolni, ha az ember már felhagyott azzal, hogy választ várjon. - Der Teich lag am Ende wie eine Frage, auf die man nur dann antworten kann, wenn man aufgehört hat, eine Antwort zu erwarten. :17. A víz színe a mélyzöld és a teljes fekete között mozgott, és a fény beesésétől meg a nézőponttól függően döntötte el, melyik akar lenni a kettő közül – vagy lehet-e mindkettő egyszerre. - Das Wasser hatte eine Farbe, die sich zwischen tiefem Grün und absolutem Schwarz bewegte und je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel entschied, welche von beiden sie sein wollte – oder ob sie beide sein konnte. :18. Yuki olyan pontossággal emlékezett a koi-pontyokra, amellyel az ember azokra a dolgokra emlékszik, amelyek egyszer megnyitották a szívét, anélkül hogy észrevette volna. - Yuki erinnerte sich an die Koi-Karpfen mit der Genauigkeit, mit der man sich an Dinge erinnert, die einem einmal das Herz geöffnet haben, ohne dass man es bemerkt hat. :19. Széles, lassú ívekben siklottak át a felszín alatt, mint mondatok, amelyeket az ember gondol, anélkül hogy végiggondolná őket – mozgásukban teljesek, önmagukban lezártak. - Sie hatten in weiten, langsamen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten wie Sätze, die man denkt, ohne sie zu Ende zu denken – vollständig in ihrer Bewegung, abgeschlossen in sich selbst. :20. Most egyetlen levél sodródott a vízen, a feloldódás előrehaladott állapotában, és töredékességében valamit tükrözött vissza, aminek Yuki nem akart nevet adni, mert a megnevezés néha elűz. - Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf dem Wasser, in einem fortgeschrittenen Stadium des Aufgelöstwerdens, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas wider, dem Yuki keinen Namen geben wollte, weil Benennen manchmal vertreibt. :21. Leereszkedett a partra annak a mozdulatával, aki nem leülni akar, hanem maradni – finom, de döntő különbség a testtartásban. - Sie ließ sich ans Ufer nieder mit der Geste von jemandem, der nicht sichtsitzen will, sondern bleiben – ein feiner, aber entscheidender Unterschied in der Körperhaltung. :22. A víz alig mozdult, és az a kevés mozgás, ami volt benne, belülről jött, a felszín alól, olyan forrásokból, amelyeket nem lehetett látni. - Das Wasser bewegte sich kaum, und die wenigen Bewegungen, die es gab, kamen von innen, von unter der Oberfläche, von Quellen, die man nicht sah. :23. Mögötte – egy olyan zaj jelezte, amely alig volt több, mint egy régi súly újraelhelyezkedése régi fán – egy férfi ült a zelkova-fa alatti ferde padon. - Hinter ihr – durch ein Geräusch angekündigt, das kaum mehr war als die Neupositionierung eines alten Gewichts auf altem Holz – saß ein Mann auf der schiefen Bank unter dem Zelkova-Baum. :24. Nao évtizedek óta gondozta a kertet, azzal a kitartó, igénytelen hűséggel, amely nem keres elismerést, mert nem tudja, hogy az elismerés olyasmi volna, amit keresni lehetne. - Nao hatte den Garten gepflegt, seit Jahrzehnten, mit jener beharrlichen, anspruchslosen Treue, die keine Anerkennung sucht, weil sie nicht weiß, dass Anerkennung etwas wäre, das man suchen könnte. :25. Yuki felé nézett olyan tekintettel, amelyben nem zajlottak le a szokásos tranzakciók – sem felmérés, sem besorolás, sem egy reakció előkészítése arra az esetre, ha azt várnák. - Er sah Yuki an mit einem Blick, in dem keine der üblichen Transaktionen stattfanden – kein Taxieren, kein Einordnen, kein Bereitstellen einer Reaktion für den Fall, dass eine erwartet wurde. :26. A rövid biccentés, amellyel tudomásul vette jelenlétét, azoknak a dolgoknak a pontosságával bírt, amelyek csak azt mondják, amit jelentenek, és semmi többet. - Das knappe Nicken, mit dem er ihre Anwesenheit bestätigte, hatte die Präzision von Dingen, die nur das sagen, was gemeint ist, und nichts dazu. :27. Yuki felállt, odament a padhoz, és mellé ült olyan távolságban, amely nem igényelt megállapodást, mert magától adódott. - Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich neben ihn in einem Abstand, der keiner Vereinbarung bedurft hatte, weil er sich von selbst ergab. :28. Egy szitakötő jelent meg a víz fölött azzal a hirtelenséggel, amely csak azoknak a dolgoknak sajátja, amelyek mindig is ott voltak, és csak most veszik észre őket. - Eine Libelle erschien über dem Wasser mit jener Plötzlichkeit, die nur Dinge haben, die sich schon immer dort befunden haben und nur jetzt bemerkt werden. :29. Leszállt egy kiszáradt tavirózsaszárra, amelynek épsége a tél alatt paradoxnak hatott, és olyan mozdulatlanul maradt, hogy a mozgás egy pillanatra kivételnek tűnt. - Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft, dessen Unversehrtheit unter dem Winter paradox wirkte, und blieb so reglos, dass Bewegung für einen Moment als Ausnahme erschien. :30. Nao hüvelykujjával végigsimított a pad támláján, ugyanazon a pályán, ugyanabba az irányba, egy olyan mozdulat egyenletességével, amely már nem utal célra, hanem maga lett a cél. - Nao fuhr mit dem Daumen über die Lehne der Bank, dieselbe Bahn, dieselbe Richtung, mit der Gleichmäßigkeit einer Geste, die aufgehört hat, auf einen Zweck hinzuweisen, und nun Zweck ist. :31. Yuki a kezét nézte – a bőr a bütykök fölött feszes és foltos volt, a mozdulat egyenletes –, és arra gondolt, hogy némely ember a testével imádkozik, anélkül hogy tudná, és anélkül hogy ettől kevésbé volna igaz. - Yuki betrachtete seine Hand – die Haut über den Knöcheln gespannt und fleckig, die Bewegung stetig – und dachte, dass manche Menschen mit dem Körper beten, ohne es zu wissen und ohne dass es dadurch weniger wahr würde. :32. A nagyanyjára gondolt, nem képként, hanem valamiféle gravitációként, amely még hatott, noha a forrása már nem volt ott. - Sie dachte an ihre Großmutter, nicht als Bild, sondern als eine Art von Schwerkraft, die noch wirkte, obwohl ihre Quelle nicht mehr da war. :33. A nagyanyja nem magyarázott, hanem megmutatott – és amit megmutatott, az az itteni volt: ez a kert, ez a tó, ez a mód, ahogy az ember úgy ül egy helyen, mintha az elég volna. - Ihre Großmutter hatte nicht erklärt, sie hatte gezeigt – und das Gezeigte war das Hiesige: dieser Garten, dieser Teich, diese Art, in einem Ort zu sitzen, als ob er ausreichte. :34. A felismerésben, hogy csak most értette meg, mit mutattak meg akkor, benne volt minden túl későn érkező felismerés keserű hangja – de annak különös vigasztaló ereje is, ami mindennek ellenére megérkezett. - Die Erkenntnis, dass sie erst jetzt verstand, was damals gezeigt worden war, hatte die bittere Note aller Erkenntnisse, die zu spät kommen – aber auch die eigenartige Tröstlichkeit von etwas, das trotz allem angekommen ist. :35. Az eső úgy kezdődött, ahogy a dolgok kezdődnek, amikor senki sem figyeli őket, és nincs szükség dramaturgiára: észrevétlenül, aztán tagadhatatlanul. - Der Regen begann, wie Dinge beginnen, wenn niemand zuschaut und keine Dramaturgie verlangt wird: unmerklich, dann unbestreitbar. :36. Az első cseppek eltűntek a mohában, amely már telített volt, és nem hagytak nyomot, csak még mélyebb csendet. - Die ersten Tropfen verschwanden in dem Moos, das schon gesättigt war, und hinterließen keine Spur außer einer noch tieferen Stille. :37. Aztán több csepp jött, majd az az egyenletes, teljes hang, amelyet az ember vagy korlátozásként, vagy felszabadulásként érzékelhet, attól függően, éppen hol áll. - Dann mehr Tropfen, dann das gleichmäßige, vollständige Geräusch, das man entweder als Einschränkung oder als Befreiung wahrnehmen kann, je nachdem, wo man gerade steht. :38. Nao felemelkedett, és ebben a mozdulatban olvasható volt egy test egész története, amely kompromisszumokat kötött, és megtanulta, hogy ezeket ne vereségként értelmezze. - Nao erhob sich, und in dieser Bewegung war die ganze Geschichte eines Körpers lesbar, der Kompromisse eingegangen ist und gelernt hat, sie nicht als Niederlagen zu interpretieren. :39. Bementek a teaház teteje alá, anélkül hogy megbeszélték volna, mert azok a dolgok, amelyek maguktól adódnak, nem tűrik a megbeszélést. - Sie gingen unter das Dach des Teehauses, ohne es zu besprechen, weil Dinge, die sich von selbst ergeben, keine Besprechung vertragen. :40. A sötét cserepekből álló tető elnyelte az esőt, és ritmusként adta vissza, és ennek a ritmusnak megvolt némely zene tulajdonsága: nem követte a gondolatokat, hanem előttük járt. - Das Dach aus dunklen Ziegeln schluckte den Regen und gab ihn als Rhythmus zurück, und dieser Rhythmus hatte die Eigenschaft mancher Musik, den Gedanken nicht zu folgen, sondern ihnen voranzugehen. :41. Yuki a fedett rész szélén állt, ott, ahol az eső még elérhető volt, és a bambuszcsorgót nézte, amely évek óta megjegyzés nélkül teljesítette feladatát. - Yuki stand am Rand des Überdachten, dort, wo der Regen noch zu greifen war, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe seit Jahren ohne Kommentar erfüllte. :42. A víz a mohával borított kőre hullott, elszivárgott, valamikor máshol újra megjelent – egy körforgás, amely annyira teljes volt önmagában, hogy nem volt szüksége külső nézőpontra ahhoz, hogy működjön. - Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein, versickerte, erschien irgendwann anderswo wieder – ein Kreislauf, der so vollständig in sich war, dass er keine Außenperspektive brauchte, um zu funktionieren. :43. Nao lehunyta a szemét, hátát a fafalnak támasztotta, karját a teste előtt keresztezte annak az embernek az ellazultságával, akinek az eső semmi váratlant nem közöl. - Nao hatte die Augen geschlossen und lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand, die Arme vor dem Körper gekreuzt mit der Entspanntheit von jemandem, dem der Regen nichts Unerwartetes mitteilt. :44. Yuki azon tűnődött, vajon az öregség néha abból áll-e, hogy az ember felhagy azzal, hogy szembeszegüljön azzal, ami úgyis jön – és hogy ez beletörődés-e, vagy valami pontosabb, amire nincs jó szó. - Yuki fragte sich, ob Alter manchmal darin bestand, aufgehört zu haben, sich gegen das zu stellen, was ohnehin kommt – und ob das Resignation war oder etwas Genaueres, für das es kein gutes Wort gab. :45. A könyvesboltjára gondolt, a könyvekre, amelyek nap mint nap átmentek a kezén, az emberekre, akik címek után kérdeztek, anélkül hogy meg tudták volna mondani, valójában mit keresnek. - Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Bücher, die täglich ihre Hände passierten, an die Menschen, die nach Titeln fragten, ohne sagen zu können, wonach sie eigentlich suchten. :46. Itt a keresett dolog nem címekben volt és nem kategóriákban – hanem abban, ahogy a víz átitatta a mohát, hangtalanul és teljesen, és anélkül a vágy nélkül, hogy lássák. - Hier war das Gesuchte nicht in Titeln und nicht in Kategorien – es war in der Art, wie das Wasser das Moos durchtränkte, lautlos und vollständig und ohne den Wunsch, gesehen zu werden. :47. A szemközti kőfal hordozta a rajta lecsorgó vizet, anélkül hogy az megérintette volna, mert a dolgok, ha elég régiek, megtanulták, mit engednek át magukon és mit nem. - Die Steinmauer gegenüber trug das Wasser, das an ihr herabrann, ohne sich davon affizieren zu lassen, weil Dinge, die alt genug sind, gelernt haben, was sie durchlässt und was nicht. :48. Yuki észrevette, hogy a fájdalom, amelyet ebben a kertben várt megtalálni, nem maradt el, hanem más formát vett fel – nem hevenyet, hanem idültet, amely együtt jár a vérkeringéssel, és annyira magától értetődővé válik, hogy az ember már nem tesz különbséget közte és önmaga között. - Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte in diesem Garten zu finden, nicht ausgeblieben war, sondern eine andere Form angenommen hatte – keine akute, sondern eine chronische, die mit dem Blutkreislauf mitgeht und so selbstverständlich wird, dass man aufhört, zwischen ihr und sich selbst zu unterscheiden. :49. Némely búcsú, gondolta, nem egyetlen pillanatban megy végbe, hanem éveken át, kis, megfigyeletlen adagokban, míg az ember egy napon megállapítja, hogy már lezárt valamit, anélkül hogy a lezárást valaha aktívan végrehajtotta volna. - Manche Abschiede, dachte sie, vollziehen sich nicht in einem Moment, sondern über Jahre, in kleinen, unbeobachteten Dosen, bis man eines Tages feststellt, dass man bereits abgeschlossen hat, ohne den Abschluss je aktiv vollzogen zu haben. :50. Az eső elállt, és a csend, amely utána beállt, más sűrűségű volt, mint az előtte lévő csend – összenyomta az, amit magába fogadott, és ezáltal nehezebb és tartósabb lett. - Der Regen hörte auf, und die Stille, die danach eintrat, hatte eine andere Dichte als die Stille davor – komprimiert durch das, was sie aufgenommen hatte, und dadurch schwerer und haltbarer. :51. A fény, amely áttört a felszakadozó felhőtakarón, ferdén hullott be, az ősz sajátos intenzitásával, amely nem pazarol energiát, mert tudja, hogy a napok már rövidülnek. - Das Licht, das durch die aufbrechende Wolkendecke drang, fiel schräg und mit der eigentümlichen Intensität des Herbstes, der keine Energie verschwendet, weil er weiß, dass die Tage bereits kürzer werden. :52. A kőfalon lévő moha olyan zöldben ragyogott, amely annyira mély volt, hogy kevésbé színnek tűnt, mint inkább maguknak a dolgoknak egy tulajdonságának – mintha a zöld nem a mohán feküdne, hanem belőle jönne elő. - Das Moos auf der Steinmauer leuchtete in einem Grün, das so tief war, dass es weniger wie eine Farbe wirkte als wie eine Eigenschaft der Dinge selbst – als ob das Grün nicht auf dem Moos lag, sondern aus ihm heraus kam. :53. Yuki Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és olyan ember tekintetével nézett rá, aki nem támaszt elvárásokat a pillanattal szemben, és ezért teljesen benne tud lakni. - Yuki wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ansah mit dem Blick eines Menschen, der keine Erwartungen an den Moment stellt und ihn deshalb vollständig bewohnen kann. :54. Meghajolt – egy mozdulat, amely rövidségében többet fogott össze, mint bármely megfogalmazás képes lett volna, mert nem állítást tett, hanem tartást vett fel. - Sie verbeugte sich – eine Geste, die in ihrer Knappheit mehr fasste als jede Formulierung es hätte tun können, weil sie keine Aussage machte, sondern eine Haltung einnahm. :55. Nao nem viszonozta semmivel, hagyott létrejönni egy szünetet, amely nem üres volt, hanem annak az embernek a magától értetődőségével telt meg, aki soha nem tanulta meg szavakkal védeni a csendet. - Nao erwiderte nichts, ließ eine Pause entstehen, die nicht leer war, sondern gefüllt mit der Selbstverständlichkeit von jemandem, der nie gelernt hat, Stille mit Worten zu verteidigen. :56. Aztán azt mondta: „A pontyok nem tűntek el", és a mondatban ott volt valami nyugalma, amit nem kell bizonyítani, mert igaz, és ezt tudja. - Dann sagte er: „Die Karpfen sind nicht fort", und der Satz hatte die Ruhe von etwas, das nicht bewiesen werden muss, weil es wahr ist, und das weiß. :57. Tovább beszélt, anélkül hogy felemelte volna a hangját: „Az iszapban fekszenek a fenéken, a sötétben, és várják a meleget, amely eljön, mert mindig eljött, és mert a víz emlékszik, még akkor is, ha mi elfelejtjük." - Er sprach weiter, ohne die Stimme zu heben: „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund, im Dunkeln, und warten auf eine Wärme, die kommt, weil sie immer kam und weil das Wasser sich erinnert, auch wenn wir es vergessen." :58. Yuki hallotta a mondatot, és arra gondolt, hogy talán a halakról beszél, talán a nagyanyjáról, talán róla magáról – és hogy ez az eldönthetetlenség nem elmosódottság volt, hanem pontosság. - Yuki hörte den Satz und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, vielleicht von ihrer Großmutter, vielleicht von ihr selbst – und dass diese Unentscheidbarkeit nicht Unschärfe war, sondern Präzision. :59. Felvette a táskáját, és elindult, mert az indulásoknak, ha helyesek, nincs szükségük előkészületre, és nem hagynak maguk után magyarázatot. - Sie nahm ihre Tasche und ging, weil Aufbrüche, wenn sie stimmen, keiner Vorbereitung bedürfen und keine Erklärung hinterlassen. :60. A kapuhoz visszavezető út ugyanaz az út volt, mint az odafelé vezető, de megváltozott benne valaminek a minősége, amit nem lehet leírni anélkül, hogy az ember leírná, mit hordozott magában. - Der Weg zurück zum Tor war derselbe Weg wie der Hinweg, aber er hatte die Qualität von etwas gewechselt, das man nicht beschreiben kann, ohne zu beschreiben, was man selbst getragen hat. :61. A kapunál olyan mozdulatokkal vette fel a cipőjét, amelyek gondosak voltak, anélkül hogy ezt szándékosan tette volna, és egy pillanatra megállt, nem azért, hogy visszanézzen, hanem hogy regisztrálja az átmenetet. - Am Tor zog sie die Schuhe an mit Bewegungen, die sorgfältig waren, ohne dass sie es beabsichtigt hatte, und blieb einen Moment stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu registrieren. :62. Mögötte a kert tovább létezett, a saját idejében, a saját logikája szerint, teljesen nélküle – és ez nem elhagyatottság volt, hanem valamiféle szabadság, amely mindkettejüké volt. - Hinter ihr bestand der Garten weiter, in seiner eigenen Zeit, nach seiner eigenen Logik, vollständig ohne sie – und das war nicht Verlassenheit, sondern eine Art von Freiheit, die beiden gehörte. :63. Yuki ment tovább, és az állomáshoz vezető út rövidebb volt, mint odafelé, mert ezúttal nem hordozott magában ellenállást, amely ellen a lépéseinek küzdeniük kellett volna. - Yuki ging, und der Weg zur Station war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal keinen Widerstand in sich trug, gegen den die Schritte ankämpfen mussten. :64. A vonaton homlokát az ablaküvegnek támasztotta, amelynek hidege pontosan megfelelt a reggeli kövek hidegének, és nézte a mezőket, amelyek a lapos októberi fényben elvonultak mellette. - Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das Fensterglas, dessen Kälte genau jener der Steine am Morgen entsprach, und schaute auf die Felder, die im flachen Oktoberlicht an ihr vorüberzogen. :65. Nem gondolkodott, hanem hagyta, hogy gondolkodjon benne valami – egy mód, amelyet a legtöbb ember csak akkor tanul meg, amikor elég régóta felhagyott azzal, hogy kikényszerítse. - Sie dachte nicht nach, sie ließ denken – ein Modus, den die meisten Menschen erst lernen, wenn sie lange genug aufgehört haben, ihn zu erzwingen. :66. Az üresség ott volt, ahogy tudta, hogy ott lesz, de nem lyuk formáját öltötte, hanem medencéét – valamiét, ami tartani tud, ha az ember felhagy azzal, hogy megtöltse. - Die Leere war da, wie sie gewusst hatte, dass sie da sein würde, aber sie hatte nicht die Form eines Lochs, sondern die Form eines Beckens – etwas, das halten kann, wenn man aufhört, es zu füllen. :67. Alatta, a sötétben, az iszapban, a várakozásban – az, ami nem hal meg, hanem alakot vált, és vár egy tavaszra, amely eljön, mert a víz megjegyezte magának, még akkor is, ha az ember elfelejtette. - Darunter, im Dunkeln, im Schlamm, im Warten – das, was nicht stirbt, sondern die Form wechselt und auf einen Frühling wartet, der kommt, weil das Wasser es sich gemerkt hat, auch wenn man es vergessen hat. -------------------- == 82 == 1 -------------------- :A csendes lakás - Die stille Wohnung. :1. Hana huszonkilenc éves. - Hana ist 29 Jahre alt. :2. Egy olyan boltban dolgozik, amely egész éjjel nyitva van. - Sie arbeitet in einem Laden, der die ganze Nacht offen ist. :3. A bolt Tokióban van. - Der Laden ist in Tokio. :4. Hana későn ér haza. - Hana kommt spät nach Hause. :5. Már majdnem este tizenegy óra van. - Es ist fast elf Uhr nachts. :6. A lakás kicsi. - Die Wohnung ist klein. :7. Csak egyetlen szobája van. - Sie hat nur ein Zimmer. :8. Hana kinyitja az ajtót. - Hana macht die Tür auf. :9. Csend van a lakásban. - Es ist still in der Wohnung. :10. Csak a hűtőszekrény ad ki valamilyen hangot. - Nur der Kühlschrank macht ein Geräusch. :11. Halkan zúg, mindig ugyanúgy. - Er summt leise, immer gleich. :12. Hana leveszi a cipőjét. - Hana zieht ihre Schuhe aus. :13. Rendesen egymás mellé teszi őket. - Sie stellt sie ordentlich nebeneinander. :14. Aztán még egy másik párt is melléjük tesz. - Dann stellt sie noch ein anderes Paar daneben. :15. Ezek a cipők feketék és kicsik. - Diese Schuhe sind schwarz und klein. :16. Nem az övéi. - Sie gehören nicht ihr. :17. Ryóéi. - Sie gehören Ryo. :18. De Ryo már nem lakik itt. - Aber Ryo wohnt nicht mehr hier. :19. Fél évvel ezelőtt elment. - Er ist vor einem halben Jahr gegangen. :20. Hana nem kapcsol villanyt. - Hana macht kein Licht an. :21. Nincs szüksége fényre. - Sie braucht kein Licht. :22. A hűtőszekrény egy kicsit világít. - Der Kühlschrank leuchtet ein bisschen. :23. A fény világosan fekszik a padlón. - Das Licht liegt hell auf dem Boden. :24. Hana bemegy a fürdőszobába. - Hana geht ins Bad. :25. Sötét van. - Es ist dunkel. :26. A kezével keresi a mosdókagylót. - Sie sucht mit der Hand nach dem Waschbecken. :27. Ott két fogkefe áll egy pohárban. - Dort stehen zwei Zahnbürsten in einem Becher. :28. Az egyik az övé. - Eine ist ihre. :29. A másik Ryo fogkeféje. - Die andere ist Ryos Zahnbürste. :30. Hana a kezébe veszi. - Hana nimmt sie in die Hand. :31. A sörték kemények és szárazak. - Die Borsten sind hart und trocken. :32. Hónapok óta senki sem használta. - Niemand hat sie seit Monaten benutzt. :33. Hana egy ideig tartja. - Hana hält sie eine Weile. :34. Aztán visszateszi a fogkefét. - Dann legt sie die Zahnbürste zurück. :35. Megmossa a fogát. - Sie putzt sich die Zähne. :36. Kiköpi, és megmossa az arcát. - Sie spuckt aus und wäscht sich das Gesicht. :37. A poharat nem állítja egyenesre. - Den Becher stellt sie nicht gerade. :38. Egy kicsit ferdén áll. - Er steht ein bisschen schief. :39. Hana visszamegy a szobába. - Hana geht zurück in das Zimmer. :40. Kinyitja a hűtőszekrényt. - Sie öffnet den Kühlschrank. :41. Nincs benne sok minden. - Es ist nicht viel darin. :42. Elöl egészen elöl egy fél citrom fekszik. - Eine halbe Zitrone liegt ganz vorne. :43. Fóliába van csomagolva. - Sie ist in Folie eingewickelt. :44. Mögötte két doboz sör áll. - Dahinter stehen zwei Dosen Bier. :45. Egy darab tofu vízben úszik. - Ein Stück Tofu schwimmt in Wasser. :46. Leghátul egy kis doboz fekszik. - Ganz hinten liegt eine kleine Schachtel. :47. Cseresznyék vannak benne. - Darin sind Kirschen. :48. A cseresznyék már puhák. - Die Kirschen sind schon weich. :49. Hana kivesz egy cseresznyét. - Hana nimmt eine Kirsche heraus. :50. Lassan megeszi. - Sie isst sie langsam. :51. A mag most a kezében fekszik. - Der Kern liegt jetzt in ihrer Hand. :52. Az ablakhoz megy. - Sie geht zum Fenster. :53. A magot az ablakpárkányra teszi. - Sie legt den Kern auf die Fensterbank. :54. Ott már több mag is fekszik. - Dort liegen schon mehr Kerne. :55. Hana nézi őket. - Hana schaut sie an. :56. Aztán az ágyhoz megy. - Dann geht sie zum Bett. :57. Lefekszik, de nem alszik el. - Sie legt sich hin, aber sie schläft nicht. :58. A hűtőszekrény zúgása ott van. - Das Summen des Kühlschranks ist da. :59. Aztán elhallgat. - Dann hört es auf. :60. Teljes csend van. - Es ist ganz still. :61. Hana vár. - Hana wartet. :62. A hűtőszekrény újra zúg. - Der Kühlschrank summt wieder. :63. Odakint elhalad egy vonat. - Draußen fährt ein Zug vorbei. :64. Messze van. - Er ist weit weg. :65. Halkan hangzik, majdnem olyan, mint egy lélegzetvétel. - Es klingt leise, fast wie ein Atemzug. :66. Hana semmi meghatározottra nem gondol. - Hana denkt an nichts Bestimmtes. :67. Nem gondol Ryóra. - Sie denkt nicht an Ryo. :68. Vagy talán mégis egy kicsit. - Oder vielleicht doch ein bisschen. :69. Nem tudja pontosan. - Sie weiß es nicht genau. :70. Nem tudja, miért van még ott a fogkefe. - Sie weiß nicht, warum die Zahnbürste noch da ist. :71. Nem tudja, miért őrzi meg a cseresznyemagokat. - Sie weiß nicht, warum sie die Kirschkerne aufhebt. :72. De mégis megteszi, minden éjjel. - Aber sie tut es trotzdem, jede Nacht. :73. A hűtőszekrény tovább zúg. - Der Kühlschrank summt weiter. :74. Hana becsukja a szemét. - Hana macht die Augen zu. ----------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Nyugodt lakás - Eine ruhige Wohnung :1. Hana huszonkilenc éves, és egy kombiniben dolgozik, egy kis boltban, amely soha nem zár be. - Hana ist neunundzwanzig Jahre alt und arbeitet in einem Kombini, einem kleinen Laden, der nie schließt. :2. A bolt Tokióban van, egy csendes városrész közepén, amely éjszaka szinte üres. - Der Laden liegt in Tokio, mitten in einem ruhigen Viertel, das nachts fast leer ist. :3. Hana minden este hazamegy a késői műszak után, és többnyire már tizenegy után jár az idő. - Jeden Abend geht Hana nach der Spätschicht nach Hause, und meistens ist es schon nach elf. :4. A lakás nagyon kicsi, de Hana minden zugát ismeri, még sötétben is. - Die Wohnung ist sehr klein, aber Hana kennt jeden Winkel davon, auch im Dunkeln. :5. Kinyitja az ajtót, és azonnal meghallja a hűtőszekrény ismerős zúgását. - Sie macht die Tür auf und hört sofort das vertraute Summen des Kühlschranks. :6. A zúgás egyenletes és nyugodt, mint mindig, mint minden este. - Das Summen ist gleichmäßig und ruhig, wie immer, wie jeden Abend. :7. Hana rendesen egymás mellé teszi a cipőit, aztán melléjük tesz egy második párat. - Hana stellt ihre Schuhe ordentlich nebeneinander, dann stellt sie ein zweites Paar daneben. :8. A fekete sportcipő túl kicsi neki, de mégis minden este odateszi. - Die schwarzen Sneakers sind zu klein für sie, aber sie stellt sie trotzdem jeden Abend dorthin. :9. Ryóhoz tartoznak, aki fél évvel ezelőtt elköltözött, és soha nem jött vissza. - Sie gehören Ryo, der vor einem halben Jahr ausgezogen ist und nie zurückgekommen ist. :10. Hana nem kapcsol villanyt, mert a hűtőszekrény fénye elég, amely az ajtórésen át kiszűrődik. - Hana macht kein Licht an, weil das Licht des Kühlschranks durch den Türspalt reicht. :11. Világos téglalapot vet a padlóra, és Hana röviden ránéz, mielőtt továbbmegy. - Es wirft ein helles Rechteck auf den Boden, und Hana schaut es kurz an, bevor sie weitergeht. :12. A fürdőszobában sötét van, de a keze azonnal megtalálja a poharat a mosdónál. - Im Bad ist es dunkel, aber ihre Hand findet den Becher am Waschbecken sofort. :13. Két fogkefe áll benne, egy piros és egy kék, egymás mellett, mint mindig. - Darin stehen zwei Zahnbürsten, eine rote und eine blaue, nebeneinander wie immer. :14. Hana elveszi a kék fogkefét, a kezében tartja, és érzi, hogy a sörtéi egészen kemények. - Hana nimmt die blaue Zahnbürste, hält sie in der Hand und spürt, dass die Borsten ganz hart sind. :15. Ryo hónapok óta nem használta, de Hana minden alkalommal újra visszateszi. - Ryo hat sie seit Monaten nicht benutzt, aber Hana stellt sie jedes Mal wieder zurück. :16. Fogat mos, hideg vízzel megmossa az arcát, és visszamegy a szobába. - Sie putzt sich die Zähne, wäscht das Gesicht mit kaltem Wasser und geht zurück ins Zimmer. :17. Aztán leül a földre a nyitott hűtőszekrény elé, és benéz. - Dann setzt sie sich auf den Boden vor den offenen Kühlschrank und schaut hinein. :18. Elöl egy fél citrom fekszik, gondosan átlátszó fóliába csomagolva, bár Hanának már régóta nincs rá szüksége. - Eine halbe Zitrone liegt vorne, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana sie schon lange nicht mehr braucht. :19. Mögötte két doboz sör áll, hidegen és érintetlenül, mert Hana valójában nem akarja meginni őket. - Dahinter stehen zwei Dosen Bier, kalt und unberührt, weil Hana sie nicht wirklich trinken will. :20. Egy darab tofu úszik egy kis vízzel teli edényben, és egészen hátul egy doboz cseresznye fekszik. - Ein Stück Tofu schwimmt in einem kleinen Behälter mit Wasser, und ganz hinten liegt eine Schachtel mit Kirschen. :21. A cseresznyék megpuhultak, de még nem rosszak, ezért Hana kivesz egyet. - Die Kirschen sind weich geworden, aber noch nicht schlecht, also nimmt Hana eine heraus. :22. Lassan megeszi, rág, nyel, és a mag aztán a nyitott tenyerében fekszik. - Sie isst sie langsam, kaut, schluckt, und der Kern liegt dann in ihrer offenen Handfläche. :23. Hana feláll, odamegy az ablakhoz, és a magot az ablakpárkányra teszi. - Hana steht auf, geht zum Fenster und legt den Kern auf die Fensterbank. :24. Ott már hét vagy nyolc mag fekszik egy kis sorban, mind korábbi éjszakákról. - Dort liegen schon sieben oder acht Kerne in einer kleinen Reihe, alle von früheren Nächten. :25. Röviden rájuk néz, aztán csukva hagyja az ablakot, és az ágyhoz megy. - Sie schaut sie kurz an, dann lässt sie das Fenster geschlossen und geht zum Bett. :26. Hana lefekszik, és a mennyezetet bámulja, miközben a hűtőszekrény zúgása betölti a lakást. - Hana legt sich hin und starrt an die Decke, während das Summen des Kühlschranks durch die Wohnung trägt. :27. Néha a zúgás rövid időre elhallgat, mert a termosztát kikapcsol, és akkor néhány másodpercig teljes csend van. - Manchmal hört das Summen kurz auf, weil der Thermostat abschaltet, und dann ist es für ein paar Sekunden ganz still. :28. Ebben a csendben Hana többnyire semmire sem gondol, vagy arra gondol, hogy nem gondol semmire, ami talán ugyanaz. - In dieser Stille denkt Hana meistens nichts, oder sie denkt, dass sie nichts denkt, was vielleicht dasselbe ist. :29. Aztán a hűtőszekrény újra bekapcsol, és a zúgás visszatér, Hana pedig lassan kifújja a levegőt. - Dann schaltet der Kühlschrank wieder an, und das Summen kommt zurück, und Hana atmet langsam aus. :30. Odakint elhalad egy éjszakai vonat, messze, alig hallhatóan, majdnem úgy, mint egy álomból származó zaj. - Draußen fährt ein Nachtzug vorbei, weit weg, kaum zu hören, fast wie ein Geräusch aus einem Traum. :31. Hana nem tudja pontosan, miért áll még mindig a fogkefe a pohárban, és igazából nem is kérdezi ezt magától. - Hana weiß nicht genau, warum die Zahnbürste noch im Becher steht, und sie fragt sich das auch nicht wirklich. :32. Csak azt tudja, hogy minden este a kezébe veszi, és minden este visszateszi. - Sie weiß nur, dass sie sie jeden Abend in die Hand nimmt und jeden Abend zurückstellt. :33. Ez az ő módja arra, hogy mérje az időt, nem naptárral vagy órával, hanem apró, csendes mozdulatokkal. - Das ist ihre Art, die Zeit zu messen, nicht mit Kalender oder Uhr, sondern mit kleinen, stillen Gesten. :34. A hűtőszekrény tovább zúg, egyenletesen és türelmesen, és Hana valamikor behunyja a szemét. - Der Kühlschrank summt weiter, gleichmäßig und geduldig, und irgendwann macht Hana die Augen zu. ------------------------------ ---------------------------------------------- 3 ------------------------------ :A halk zúgás - Das leise Summen :1. Hana nem sokkal fél tizenkettő után ér haza, és miközben kinyitja a lakás ajtaját, már hallja is azt a halk, egyenletes zúgást, amely minden este várja. - Hana kommt kurz nach halb zwölf nach Hause, und während sie die Wohnungstür aufschließt, hört sie schon das leise, gleichmäßige Summen, das sie jeden Abend erwartet. :2. A hűtőszekrény évek óta megszakítás nélkül jár, még akkor is, ha a lakásban egyébként semmi sem működik úgy, ahogyan kellene. - Der Kühlschrank läuft seit Jahren ohne Unterbrechung, auch wenn sonst nichts in der Wohnung funktioniert wie es soll. :3. Leveszi a cipőjét, pontosan a fal mellé állítja, és mellé teszi, mint minden este, Ryo fekete sportcipőjét, mintha mindjárt hazajönne. - Sie zieht ihre Schuhe aus, stellt sie akkurat an die Wand, und daneben stellt sie, wie jeden Abend, Ryos schwarze Sneakers, als würde er gleich nach Hause kommen. :4. Nem jön. - Er kommt nicht. :5. Ezt tudja, de a cipők mégis ott állnak, mert rossznak érezné elrakni őket, mintha ezzel véglegessé tenne valamit, ami még nincs egészen befejezve. - Das weiß sie, aber die Schuhe stehen trotzdem dort, weil es sich falsch anfühlt, sie wegzuräumen, als würde sie damit etwas endgültig machen, was noch nicht ganz fertig ist. :6. A lakás sötét, de Hana nem kapcsol villanyt, mert a hűtőszekrény matt fénye az ajtórésen át elég ahhoz, hogy tájékozódjon. - Die Wohnung ist dunkel, aber Hana macht kein Licht an, weil das matte Leuchten des Kühlschranks durch den Türspalt ausreicht, um sich zu orientieren. :7. Bemegy a fürdőszobába, kezével megtalálja a poharat a mosdókagylónál, és az ujja először a piros, aztán a kék fogkefét érinti meg, mint mindig, ebben a sorrendben. - Sie geht ins Bad, findet den Becher am Waschbecken mit der Hand, und ihr Finger berührt zuerst die rote, dann die blaue Zahnbürste, wie immer in dieser Reihenfolge. :8. A kék Ryóé, és a sörtéi olyan merevek, hogy azt lehetne hinni, új, pedig már majdnem hét hónapja annak, hogy valaki használta. - Die blaue gehört Ryo, und die Borsten sind so steif, dass man meinen könnte, sie wäre neu, dabei ist es fast sieben Monate her, seit jemand sie benutzt hat. :9. Hana néhány másodpercig a kezében tartja, különösebb ok nélkül, vagy talán mégis olyan okból, amelyet önmagának sem akar megmagyarázni. - Hana hält sie ein paar Sekunden in der Hand, ohne bestimmten Grund, oder vielleicht doch aus einem Grund, den sie sich selbst nicht erklären will. :10. Aztán visszateszi a kefét, fogat mos, kiköp, és a hideg víz, amikor leöblíti, egy kicsit felébreszti a hosszú este tompaságából. - Dann legt sie die Bürste zurück, putzt sich die Zähne, spuckt aus, und das kalte Wasser beim Abwaschen weckt sie ein wenig aus der Stumpfheit des langen Abends. :11. Visszatérve a szobába leereszkedik a földre a nyitott hűtőszekrény elé, nem azért, mert éhes volna, hanem mert ott meleg a fény, és a hűtőszekrény megbízhatóan zúg, ami ebben a lakásban nem magától értetődő. - Zurück im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht weil sie Hunger hätte, sondern weil das Licht dort warm ist und der Kühlschrank zuverlässig summt, was in dieser Wohnung keine Selbstverständlichkeit ist. :12. Odabent egy fél citrom fekszik, már napok óta, szorosan átlátszó fóliába csomagolva, mintha Hana egy olyan étkezéshez őrizné, amelyet soha nem főz meg. - Drinnen liegt eine halbe Zitrone, seit Tagen schon, fest in Klarsichtfolie gewickelt, als würde Hana sie aufheben für eine Mahlzeit, die sie nie kocht. :13. Két sörösdoboz áll a második polcon, hidegen és mozdulatlanul, és Hana néha utánuk nyúl, de többnyire visszateszi őket, mielőtt kinyitná a dobozt. - Zwei Bierdosen stehen im zweiten Fach, kalt und unbewegt, und Hana greift manchmal danach, stellt sie aber meistens wieder zurück, bevor sie die Dose öffnet. :14. Ma is. - Heute auch. :15. Leghátul, a tofutartó mögött, amelynek vize kissé zavarossá vált, ott fekszik a kis kartondoboz a cseresznyékkel, amelyeket Hana négy nappal ezelőtt vett, anélkül hogy pontosan tudta volna, miért, mert cseresznyét tulajdonképpen nem magának vesz az ember egyedül. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser leicht trüb geworden ist, liegt die kleine Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor vier Tagen gekauft hat, ohne genau zu wissen warum, denn Kirschen kauft man eigentlich nicht für sich allein. :16. Kivesz egyet, a nyelvére teszi, lassan ráharap, és a leve édes, egy enyhe savanykás csípéssel, amit Hana kellemesnek érez. - Sie nimmt eine, legt sie auf die Zunge, beißt langsam durch, und der Saft ist süß mit einem leichten Stich ins Saure, was Hana als angenehm empfindet. :17. A magot a tenyerébe teszi, odamegy az ablakhoz, és felrakja az ablakpárkányra a többihez, amelyek ott fekszenek egy páratlan sorban, mint elmúlt éjszakák apró tanúi. - Den Kern legt sie in die Handfläche, geht zum Fenster, und stellt ihn auf die Fensterbank zu den anderen, die dort in einer ungeraden Reihe liegen wie kleine Zeugen vergangener Nächte. :18. Nem számolja meg őket. - Sie zählt sie nicht. :19. Valamikor lefekszik az ágyba, az oldalára fordul, és hallgatja a zúgást, amely a vékony falakon át úgy terjed, mint egy hang, amelyből nem lesz dallam, de mégsem zavar. - Irgendwann geht sie ins Bett, legt sich auf die Seite und hört auf das Summen, das durch die dünnen Wände trägt wie ein Ton, der keine Melodie ergibt, aber trotzdem nicht stört. :20. A termosztát kikapcsol, a csend hirtelen teljessé válik, és Hana észreveszi, hogy várja az újbóli bekapcsolást, anélkül hogy akarná. - Das Thermostat schaltet ab, die Stille ist plötzlich vollständig, und Hana merkt, wie sie auf das Wiedereinschalten wartet, ohne es zu wollen. :21. A hűtőszekrény beindul. - Der Kühlschrank springt an. :22. Odakint elhalad egy vonat, olyan messze, hogy inkább sejteni lehet, mint hallani, tompa zúgás, amely gyorsan újra eltűnik, és a csendet még csendesebbé teszi. - Draußen zieht ein Zug vorbei, so weit entfernt, dass man ihn eher ahnt als hört, ein dumpfes Rauschen, das schnell wieder verschwindet und die Stille noch stiller macht. :23. Hana nem gondol Ryóra. - Hana denkt nicht an Ryo. :24. Legalábbis ezt mondja magának, miközben a mennyezetet nézi végig, amely a hűtőszekrény gyenge fényében alig látható. - Zumindest sagt sie sich das, während sie an der Decke entlangschaut, die im schwachen Licht des Kühlschranks kaum zu sehen ist. :25. A fogkefe, a cipők, a cseresznyék, a zúgás, a várakozás a zúgásra, mindez nem gyász, gondolja Hana, egyszerűen csak ilyenek most a napok. - Die Zahnbürste, die Schuhe, die Kirschen, das Summen, das Warten auf das Summen, das alles ist kein Trauern, denkt Hana, das ist einfach, wie die Tage jetzt aussehen. :26. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :27. Hana becsukja a szemét. - Hana macht die Augen zu. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :A hűtőszekrény zúgása - Das Summen des Kühlschranks :1. Kevéssel éjfél előtt van, amikor Hana kinyitja a lakás ajtaját, és még a lépcsőházban meghallja a hűtőszekrény egyenletes zúgását. - Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch im Treppenhaus das gleichmäßige Summen des Kühlschranks hört. :2. A hang úgy hatol át a vékony faajtón, mint egy szívverés, amely nem szűnt meg dobogni, bár a test, amelyhez tartozott, már rég nincs ott. - Das dringt durch die dünne Holztür wie ein Herzschlag, der nicht aufgehört hat zu schlagen, obwohl der Körper, dem er gehörte, längst fort ist. :3. Belép anélkül, hogy villanyt gyújtana, mert az ismerős sötétség kevesebbet követel tőle, mint a mennyezeti lámpa kemény fénye. - Sie tritt ein, ohne Licht zu machen, weil die vertraute Dunkelheit ihr weniger abverlangt als der harte Schein der Deckenlampe. :4. Abban a fényben a lakás mindig egy kicsit túl üresnek látszik. - Unter dem sieht die Wohnung immer ein wenig zu leer aus. :5. Leveszi a cipőjét, és a helyére teszi, aztán, szinte anélkül, hogy odanézne, Ryo fekete tornacipői után nyúl. - Die Schuhe zieht sie aus und stellt sie an ihren Platz, dann greift sie, fast ohne hinzusehen, nach Ryos schwarzen Sneakers. :6. Ezeket minden reggel félreteszi, és minden este újra visszaállítja, nem érzelgősségből, ahogy magának mondja, hanem mert különben a mellettük lévő rés túl feltűnő lenne. - Die räumt sie jeden Morgen zur Seite und stellt sie jeden Abend wieder hin, nicht aus Sentimentalität, wie sie sich sagt, sondern weil die Lücke daneben sonst zu auffällig wäre. :7. Ryo hat hónapja és tizenegy napja nincs itt, bár Hana úgy tesz, mintha nem számolná a napokat. - Ryo ist seit sechs Monaten und elf Tagen weg, obwohl Hana vorgibt, die Tage nicht zu zählen. :8. És mégis számolja őket, mert ebben az ügyben a számolás az egyetlen formája az ellenőrzésnek, amely megmaradt neki. - Und es doch tut, weil das Zählen die einzige Form von Kontrolle ist, die ihr in dieser Sache geblieben ist. :9. A hűtőszekrény tejszerű fényű négyszöget vet a linóleumpadlóra, amely kissé eltorzul ott, ahol a fólia az egyik saroknál felpúposodik. - Der Kühlschrank wirft ein milchiges Rechteck Licht auf den Linoleumboden, das sich leicht verzerrt, wo die Folie an einer Ecke hochsteht. :10. Hana tudatosan rálép, amikor elmegy mellette, mert a hang, amelyet ad, egy pillanatra azt az érzést kelti benne, hogy valamit megváltoztat. - Hana tritt bewusst darauf, wenn sie daran vorbeigeht, weil das Geräusch, das es macht, ihr für einen Moment das Gefühl gibt, etwas zu verändern. :11. A fürdőszobában kitapogatja az utat a mosdókagylóig, és fény nélkül is megtalálja a poharat. - Im Bad tastet sie sich zum Waschbecken vor und findet den Becher ohne Licht. :12. Mert a keze az elmúlt hónapokban saját emlékezetet fejlesztett ki, amely tőle függetlenül működik, és ezért néha ijesztően pontos. - Weil ihre Hand in den vergangenen Monaten eine eigene Erinnerung entwickelt hat, die unabhängig von ihr funktioniert und deshalb manchmal erschreckend präzise ist. :13. Ryo fogkeféje kék, és a sörtéi ugyanolyan merevek, mint azon a napon, amikor új volt. - Ryos Zahnbürste ist blau, und die Borsten sind so steif wie am Tag, an dem sie neu war. :14. Ez azt jelenti, hogy itt hagyta, nem elfelejtette, hanem hátrahagyta, ami különbség, még ha Hana nem is biztos benne, melyik volna a rosszabb. - Was bedeutet, dass er sie hier gelassen hat, nicht vergessen, sondern zurückgelassen, was ein Unterschied ist, auch wenn Hana sich nicht sicher ist, welcher der schlimmere wäre. :15. A fogkefét a kezében tartja, tovább, mint szükséges volna, érzi a sima műanyagot, amely semmilyen információt nem hordoz azon kívül, hogy ott van. - Sie hält die Zahnbürste in der Hand, länger als nötig, spürt das glatte Plastik, das keine Information trägt außer der, dass es da ist. :16. Aztán visszateszi, anélkül, hogy kiegyenesítené a poharat, mert egy egyenesen álló pohár azt jelentené, hogy az ember törődik vele. - Und stellt sie dann zurück, ohne den Becher geradzurücken, weil ein gerader Becher bedeuten würde, dass man sich kümmert. :17. Módszeres közönnyel fogat mos, kiköp, és egy pillanatig a tükörben nézi az arcát. - Sie putzt sich die Zähne mit methodischer Gleichgültigkeit, spuckt aus, betrachtet ihr Gesicht einen Moment im Spiegel. :18. A tükör a sötétben csak egy sötét felületet ver vissza, és Hana ezt őszintébbnek találja annál, amit fényben lát benne. - Der wirft im Dunkeln nur eine dunkle Fläche zurück, und sie findet das ehrlicher als das, was sie bei Licht darin sieht. :19. Aztán leereszkedik a padlóra a nyitott hűtőszekrény elé, úgy, ahogy az ember egy tűz elé ül. - Dann lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, so wie man sich vor ein Feuer setzt. :20. Nem éhségből, hanem a melegség miatt, és mert a fényben van valami megbízható egy lakásban, ahol különben nagyon kevés dolog érződik megbízhatónak. - Nicht aus Hunger, sondern wegen der Wärme und weil das Licht etwas Verlässliches hat in einer Wohnung, in der sich sonst sehr wenig verlässlich anfühlt. :21. A fél citrom egy hete fekszik az első rekeszben, pontosan folpackba csomagolva. - Die halbe Zitrone liegt seit einer Woche im ersten Fach, präzise in Klarsichtfolie gewickelt. :22. Hana néha azon tűnődik, kinek is csinálja ezt tulajdonképpen, ezt a gondos megőrzését olyan dolgoknak, amelyekre már nincs szüksége, és amelyeket mégsem dob ki. - Hana fragt sich manchmal, für wen sie das eigentlich tut, dieses sorgfältige Aufbewahren von Dingen, die sie nicht mehr braucht und die sie trotzdem nicht wegwirft. :23. Két sörösdoboz áll a második polcon, és Hana ma valóban az egyik után nyúl. - Zwei Bierdosen stehen im zweiten Regal, und Hana greift heute tatsächlich nach einer. :24. A kezében tartja, érzi a hideget a tenyerén át, aztán mégis visszateszi, mert egyedül sört inni fél egykor olyan mozdulat volna, amelyre még nem áll készen. - Hält sie in der Hand, spürt die Kälte durch die Handfläche, und stellt sie dann doch zurück, weil Biertrinken allein um halb eins eine Geste wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen. :25. Egészen hátul, a tofutartó mögött, amelynek vize enyhén zavarossá vált, ott fekszik a papírdoboz a cseresznyékkel. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser eine leichte Trübung angenommen hat, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen. :26. Hana megvette őket, bár a cseresznye egy embernek alig éri meg, és a dobozt egyértelműen két személyre tervezték. - Hana hat sie gekauft, obwohl Kirschen sich für eine Person kaum lohnen und die Schachtel eindeutig für zwei ausgelegt ist. :27. Kivesz egyet, olyan összpontosítással eszi meg, amelyet mindennek megad, ami egyedül történik. - Sie nimmt eine, isst sie mit der Konzentration, die sie allem gibt, was allein geschieht. :28. A mag aztán ott fekszik a tenyerében, mint egy kicsi, fölösleges emlék. - Und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein kleines, unnötiges Andenken. :29. Az ablakhoz megy, és odateszi a többihez, amelyek ott fekszenek egy szabálytalan sorban. - Sie geht zum Fenster und legt ihn zu den anderen, die dort in einer unregelmäßigen Reihe liegen. :30. Hét vagy nyolc, ma nem számolja meg őket, mert a számolás túl világosan megmondaná neki, hány este telt már így. - Sieben oder acht, sie zählt sie heute nicht, weil das Zählen ihr zu deutlich sagen würde, wie viele Abende das bereits sind. :31. Ez pedig olyan információ, amelyre éppen nincs szüksége. - Und das ist eine Information, die sie gerade nicht braucht. :32. Az ágyban a hátán fekszik, nyitott szemmel, és a hűtőszekrényt hallgatja. - Im Bett liegt sie auf dem Rücken, Augen offen, und hört dem Kühlschrank zu. :33. Az egyenletes zúgását úgy küldi végig a lakáson, mint egy tartalom nélküli üzenetet, tisztán formait, tisztán mechanikusat, és éppen ezért valahogy vigasztalót. - Der schickt sein gleichmäßiges Summen durch die Wohnung wie eine Botschaft ohne Inhalt, rein formal, rein mechanisch, und gerade deshalb irgendwie tröstlich. :34. A termosztát kikapcsol, és az ezt követő csend olyan minőségű, amelyet Hana testileg érzékel. - Das Thermostat schaltet ab, und die Stille, die folgt, ist von einer Qualität, die Hana körperlich wahrnimmt. :35. Olyan, mint valamiféle nyomás a fülén, az egész szoba megtorpanása. - Eine Art Druck auf den Ohren, ein Innehalten des ganzen Raums. :36. És észreveszi, hogy visszatartja a lélegzetét, amíg a hűtőszekrény újra be nem indul. - Und sie merkt, dass sie die Luft anhält, bis der Kühlschrank wieder anspringt. :37. Ez néhány másodperc múlva meg is történik, megbízhatóan, mint mindig, és Hana úgy fújja ki a levegőt, mint egy sikeresen kiállt próba után. - Was er nach einigen Sekunden tut, zuverlässig wie immer, und Hana atmet aus wie nach einer bestandenen Probe. :38. Odakint egy éjszakai vonat siklik át a távoli pályaudvaron, zúgása alig több sejtelemnél. - Draußen gleitet ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen kaum mehr als eine Ahnung. :39. Olyan hang ez, amely nem töri meg a csendet, hanem olyan mélységet ad neki, amely nélküle nem volna meg. - Ein Laut, der die Stille nicht bricht, sondern ihr eine Tiefe gibt, die sie ohne ihn nicht hätte. :40. Hana Ryóra gondol, amit tulajdonképpen megtiltott magának, de a tilalom az éjfél utáni órákban nem működik különösebben jól. - Hana denkt an Ryo, was sie sich eigentlich verboten hat, aber das Verbot funktioniert nicht besonders gut in den Stunden nach Mitternacht. :41. Amikor a hűtőszekrény zúg, és a fogkefe a fürdőszobában áll, és a cseresznyemagok az ablakpárkányon fekszenek. - Wenn der Kühlschrank summt und die Zahnbürste im Bad steht und die Kirschen auf der Fensterbank liegen. :42. És minden egyszerre nem jelent semmit és túl sokat jelent, ami alapjában véve ugyanaz. - Und alles gleichzeitig nichts bedeutet und zu viel bedeutet, was im Grunde dasselbe ist. :43. Nem tudja, mikor fog ez megszűnni, az időnek ez az éjszakai mérése csendes mozdulatokkal. - Sie weiß nicht, wann das aufhören wird, dieses Nachtmessen der Zeit mit stillen Gesten. :44. De tudja, hogy a hűtőszekrény holnap reggel még zúgni fog, amikor felkel. - Aber sie weiß, dass der Kühlschrank morgen früh noch summen wird, wenn sie aufsteht. :45. És hogy ennek egyelőre elégnek kell lennie. - Und dass das, vorerst, genug sein muss. :46. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :47. Hana lehunyja a szemét. - Hana schließt die Augen. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :A hűtőszekrény zúgása - Das Summen des Kühlschranks :1. Nem sokkal éjfél előtt van, amikor Hana kinyitja a lakás ajtaját, és még mielőtt belépne, meghallja a hűtőszekrény zúgását, azt a tompa, egyenletes brummogást, amely átnyomul a faajtón a lépcsőházba, mintha bizonyítéka volna annak, hogy odabent még valami életben van, még ha az az élet, amelyet ő oda elképzelt magának, időközben máshová rendeződött is. - Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch bevor sie eintritt das Summen des Kühlschranks wahrnimmt, dieses dumpfe, gleichmäßige Brummen, das sich durch die Holztür ins Treppenhaus schiebt wie ein Beweis dafür, dass drinnen noch etwas am Leben ist, auch wenn das Leben, das sie sich darin vorgestellt hatte, sich inzwischen anders verteilt hat. :2. Belép. - Sie tritt ein. :3. A lakás sötétsége nem ellenségesen fogadja, hanem semlegesen, azoknak a tereknek a közönyével, amelyek már felhagytak a várakozással, és Hana hálás ezért, mert a közönyt könnyebb elviselni, mint az ellenkezőjét. - Die Dunkelheit der Wohnung empfängt sie nicht feindlich, sondern neutral, mit der Gleichgültigkeit von Räumen, die aufgehört haben zu warten, und Hana ist dankbar dafür, weil Gleichgültigkeit sich leichter tragen lässt als das Gegenteil. :4. Nem kapcsol lámpát, nem megszokásból, hanem mert a fény megváltoztatja az arányokat, láthatóbbá teszi az ürességet, kiemeli a második párnát, az ajtó melletti használatlan akasztót, amelyen fél éve nem lógott már idegen kabát. - Sie macht kein Licht, nicht aus Gewohnheit, sondern weil das Licht die Proportionen verändert, die Leere sichtbarer macht, das zweite Kissen betont, den ungenutzten Haken neben der Tür, an dem seit einem halben Jahr keine fremde Jacke mehr hängt. :5. Leveszi a cipőjét, azzal a pontos mellékességgel állítja oda, amely akkor keletkezik, ha az ember egy cselekvést elég gyakran ismétel ahhoz, hogy az megszűnjön döntés lenni, és melléjük teszi Ryo tornacipőit, feketéket, az ő lábára túl kicsiket, érintetlenül azóta a nap óta, amikor Ryo behúzta maga mögött az ajtót anélkül, hogy becsapta volna, ami rosszabb volt, mint ha becsapta volna. - Die Schuhe zieht sie aus, stellt sie mit der präzisen Beiläufigkeit hin, die entsteht, wenn man eine Handlung oft genug wiederholt, dass sie aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und daneben stellt sie Ryos Sneakers, schwarz, zu klein für ihre Füße, unberührt seit dem Tag, an dem er die Tür hinter sich zugezogen hat, ohne zu schlagen, was schlimmer war als schlagen. :6. A hűtőszekrény tejszerű fénye kiszűrődik az ajtórésen, és torz téglalapot vet a linóleumpadlóra, amelynek felpúposodott sarkát Hana elhaladtában a lábujjával lapítja le, egy kicsi, értelmetlen mozdulattal, amelyet mégis megtesz, mert a test rítusokat fejleszt ki ott, ahol a szellem már nem akar döntéseket hozni. - Der Kühlschrank wirft sein milchiges Licht durch den Türspalt und legt ein verzerrtes Rechteck auf den Linoleumboden, dessen angehobene Ecke Hana beim Vorbeigehen mit dem Zeh flachhält, eine kleine, sinnlose Geste, die sie trotzdem macht, weil der Körper Rituale entwickelt, wo der Geist keine Entscheidungen mehr treffen will. :7. A fürdőszobában fény nélkül talál oda a mosdókagylóhoz, keze olyan biztonsággal találja meg a poharat, amely néha kísérteties számára, mert megmutatja, milyen teljesen írta bele magát a hiányzás a mozgásába, a kis esték izomemlékezeteibe, amelyek mind ugyanúgy néznek ki, és mégsem szűnnek meg jelenteni valamit. - Im Bad navigiert sie ohne Licht zum Waschbecken, ihre Hand findet den Becher mit einer Sicherheit, die ihr manchmal unheimlich ist, weil sie zeigt, wie vollständig sich das Vermissen in die Motorik eingeschrieben hat, in die Muskelgedächtnisse kleiner Abende, die alle gleich aussehen und trotzdem nicht aufhören, etwas zu bedeuten. :8. Két fogkefe áll a pohárban, egy piros és egy kék, és Hana olyan magától értetődőséggel veszi el a kéket, amelyet egyszerre tilt meg és enged meg magának, a kezében tartja, és érzékeli a sörték keménységét, amelyek semmit sem felejtettek el, mert nincs mit elfelejteniük, mert semmit sem használtak rajtuk azóta, hogy Ryo itt hagyta őket, nem elfelejtette, hanem hagyta, ami különbség, amelyet Hana hónapok óta ide-oda forgat magában, anélkül hogy eredményre jutna. - Zwei Zahnbürsten stehen im Becher, eine rote, eine blaue, und Hana nimmt die blaue mit einer Selbstverständlichkeit, die sie sich gleichzeitig verbietet und erlaubt, hält sie in der Hand und registriert die Härte der Borsten, die nichts vergessen haben, weil sie nichts zu vergessen haben, weil nichts an ihnen gebraucht wurde, seit Ryo sie hier zurückgelassen hat, nicht vergessen, gelassen, was ein Unterschied ist, den Hana seit Monaten hin und her wendet, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. :9. Visszateszi a fogkefét, a kimerültség mechanikus pontosságával fogat mos, és az öblítéskor a hideg víz egy pillanatra kirántja az elmúlt órák tompa egyformaságából, körvonalat ad neki, anélkül hogy bármi fontosat közölne vele. - Sie stellt die Zahnbürste zurück, putzt sich die Zähne mit der mechanischen Präzision der Erschöpfung, und das kalte Wasser beim Abwaschen zieht sie für einen Moment aus der tauben Gleichförmigkeit der letzten Stunden heraus, gibt ihr Kontur, ohne ihr etwas Wichtiges mitzuteilen. :10. Az arcát ebben a fényben nem látni a tükörben, amit Hana helyénvalónak érez, mert az az arc, amelyet ott többnyire találni szokott, olyan kérdést tesz fel, amelyre még nincs válasza. - Ihr Gesicht im Spiegel ist bei diesem Licht nicht zu sehen, was Hana als angemessen empfindet, weil das Gesicht, das sie dort meistens vorfindet, eine Frage stellt, auf die sie noch keine Antwort hat. :11. A szobában leereszkedik a padlóra a nyitott hűtőszekrény elé, nem éhségből, nem szomjúságból, hanem mert ott a fény meleg és állandó, és a zúgás ilyen közelségből testiséget kap, amely társaságnak érződik, amit azonnal szentimentális gondolatnak tart, aztán mégis érvényben hagy, mert éjfél után már túl késő van a korrektséghez. - Im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht aus Hunger, nicht aus Durst, sondern weil das Licht dort warm und beständig ist und das Summen aus dieser Nähe eine Körperlichkeit bekommt, die sich anfühlt wie Gesellschaft, was sie sofort für einen sentimentalen Gedanken hält und dann doch gelten lässt, weil es nach Mitternacht für Korrektheit zu spät ist. :12. A hűtőszekrény tartalma hetek óta alig változott: a fél citrom az első polcon, gondosan folpackba csomagolva, bár Hana már nem főz, és a citrom egyszer majd egyszerűen ott lesz, anélkül hogy valaha használták volna, mint némely más dolog is. - Der Kühlschrankinhalt hat sich seit Wochen kaum verändert: die halbe Zitrone im ersten Fach, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana nicht mehr kocht und die Zitrone irgendwann einfach da sein wird, ohne jemals gebraucht worden zu sein, wie manches andere auch. :13. Két sörösdoboz a második polcon, érintetlenül és hidegen, amelyek után Hana nyúl, majd visszateszi őket, mert egy dobozt egyedül kinyitni éjfélkor kijelentés volna, amelyet még nem kész megtenni, még nem, bár ez a még nem minden estével valamivel kisebb lesz. - Zwei Bierdosen im zweiten Fach, unberührt und kalt, nach denen Hana greift und die sie zurückstellt, weil das Öffnen einer Dose allein um Mitternacht eine Aussage wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen, noch nicht, obwohl das noch nicht mit jedem Abend etwas kleiner wird. :14. Leghátul, a tofutartó mögött, amelynek zavaros vize azt mondja neki, hogy holnap cselekednie kellene, ott fekszik a kartondoboz a cseresznyékkel, amelyeket Hana öt napja egy hirtelen indíttatásból vett, amelyet nem tud egészen megmagyarázni magának, azon kívül, hogy a doboz úgy nézett ki, mintha két embernek szánták volna, és hogy mégis elvette, talán éppen ezért. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen trübes Wasser ihr sagt, dass sie morgen handeln müsste, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor fünf Tagen in einem Impuls gekauft hat, den sie sich nicht ganz erklären kann, außer dass die Schachtel so ausgesehen hat, als wäre sie für zwei Menschen gedacht, und dass sie sie trotzdem genommen hat, vielleicht gerade deshalb. :15. Elvesz egy cseresznyét, lassan eszi meg, olyan figyelemmel, amely magányt teremt, ha túl sok teret adnak neki, és a mag aztán úgy fekszik a tenyerében, mint egy érv, amelyet nem akar lefolytatni, de letenni sem tud. - Sie nimmt eine Kirsche, isst sie langsam, mit einer Aufmerksamkeit, die Einsamkeit erzeugt, wenn man ihr zu viel Raum gibt, und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein Argument, das sie nicht führen will, aber auch nicht ablegen kann. :16. Az ablaknál odateszi a többiekhez, hét vagy nyolc, már nem számolja őket, mert a szám megszűnt információnak lenni, és valamiféle váddá vált, hogy pontosan ki ellen, azt Hana nem tudja, ami nem teszi jobbá a dolgot. - Am Fenster legt sie ihn zu den anderen, sieben oder acht, sie zählt sie nicht mehr, weil die Zahl aufgehört hat, Information zu sein, und eine Art Anklage geworden ist, gegen wen genau, weiß Hana nicht, was die Sache nicht besser macht. :17. Az ágyban a hátán fekszik, szemét a mennyezetre szegezve, és követi a hűtőszekrény zúgását, amely az egész lakáson átviszi magát azoknak a dolgoknak a makacsságával, amelyeknek nincs szükségük okra ahhoz, hogy folytassák, mert a működésük nem feltételez tudatot, nem feltételez akaratot, nem feltételez emléket arról, ami egyszer volt, és éppen ebben van valami, amit Hana vigasznak érez, bár nem használná rá ezt a szót, ha megkérdeznék. - Im Bett liegt sie auf dem Rücken, die Augen an die Decke gerichtet, und folgt dem Summen des Kühlschranks, das durch die Wohnung trägt mit der Beharrlichkeit von Dingen, die keinen Grund brauchen weiterzumachen, weil ihre Funktion kein Bewusstsein voraussetzt, kein Wollen, keine Erinnerung an das, was einmal gewesen ist, und gerade darin liegt etwas, das Hana als Trost empfindet, obwohl sie das Wort dafür nicht verwenden würde, wenn sie gefragt würde. :18. A termosztát kikapcsol. - Das Thermostat schaltet ab. :19. A csend, amely ezután következik, olyan teljességű, hogy Hana testileg érzékeli, valaminek az enyhülése, amit nem érzékelt nyomásként, amíg ott volt, és észreveszi, hogy visszatartja a lélegzetét, vár, semmi meghatározottra, csak a bekapcsolásra, amely néhány másodperc múlva megérkezik, megbízhatóan, iránta érdektelenül, és ebben a közönyös nyugalomban rejlik a valódi megnyugvás: a hűtőszekrény tovább zúg, anélkül hogy neki bármit tennie kellene érte. - Die Stille, die folgt, ist von einer Vollständigkeit, die Hana körperlich wahrnimmt, ein Nachlassen von etwas, das sie nicht als Druck registriert hatte, solange es da war, und sie merkt, dass sie die Luft anhält, wartet, auf nichts Bestimmtes außer dem Einschalten, das nach einigen Sekunden kommt, zuverlässig, uninteressiert an ihr, und in diesem Gleichmut liegt die eigentliche Beruhigung: der Kühlschrank summt weiter, ohne dass sie etwas dafür tun muss. :20. Odakint egy éjszakai vonat siklik át a távoli állomáson, zaja annyira tompított, hogy kevésbé hangnak érződik, mint a csend besűrűsödésének, rövid jelnek, hogy máshol mozgás történik, emberek egyik helyről a másikra, csomaggal és szándékokkal, miközben Hana mozdulatlanul fekszik, és egy hűtőszekrény zúgását számolja. - Draußen streicht ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen so weit gedämpft, dass es sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie eine Verdichtung der Stille, ein kurzes Zeichen, dass anderswo Bewegung stattfindet, Menschen von einem Ort zum anderen, mit Gepäck und Absichten, während Hana still liegt und das Summen eines Kühlschranks zählt. :21. Ryóra gondol, vagy pontosabban: megengedi, hogy Ryo belépjen abba a csendbe, amelyet a termosztát létrehozott, egy arc élesség nélkül, egy hang szöveg nélkül, inkább textúra, mint kép, és tudja, hogy ami itt a sötétben tovább működik, nem gyász abban az értelemben, amelyet a szó sugall, hanem valami csendesebb és szívósabb: egy élet lassú átszerveződése, amelyből hiányzik egy ellensúly, amelyet soha nem nevezett kifejezetten ellensúlynak, amíg ott volt. - Sie denkt an Ryo, oder genauer: sie lässt zu, dass er in die Stille eintritt, die das Thermostat erzeugt hat, ein Gesicht ohne Schärfe, eine Stimme ohne Wortlaut, mehr Textur als Bild, und sie weiß, dass das, was hier im Dunkeln weiterläuft, kein Trauern ist in dem Sinne, den das Wort vorschlägt, sondern etwas Ruhigeres und Zäheres: das langsame Umorganisieren eines Lebens, dem ein Gegengewicht fehlt, das es nie explizit als Gegengewicht bezeichnet hat, solange es da war. :22. A fogkefe a pohárban áll. - Die Zahnbürste steht im Becher. :23. A cipők az ajtónál állnak. - Die Schuhe stehen an der Tür. :24. A cseresznyemagok az ablakpárkányon fekszenek. - Die Kirschkerne liegen auf der Fensterbank. :25. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :26. Hana lehunyja a szemét, nem azért, mert aludni akar, hanem mert a szemhéja mögötti sötétség legalább olyan sötétség, amelyet ő maga választott, és ez ezen az éjszakán elég. - Hana schließt die Augen, nicht weil sie schlafen will, sondern weil die Dunkelheit hinter den Lidern wenigstens eine ist, die sie selbst gewählt hat, und das, in dieser Nacht, genug ist. -------------------- == 83 == 1 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves. - Anders ist sechsunddreißig Jahre alt. :2. Egy régi fatemplomban lakik. - Er wohnt in einer alten Holzkirche. :3. A templom egy fjord szélén áll. - Die Kirche liegt am Rand eines Fjords. :4. A víz szürke és hideg. - Das Wasser ist grau und kalt. :5. Anders a templomot a nagybátyjától örökölte. - Anders hat die Kirche von seinem Onkel geerbt. :6. A tető rossz állapotban van. - Das Dach ist kaputt. :7. Amikor esik az eső, a víz egy vödörbe csöpög. - Wenn es regnet, tropft das Wasser in einen Eimer. :8. Plink. Plink. Plink. - Plink. Plink. Plink. :9. Anders hallgatja a cseppeket. - Anders hört den Tropfen zu. :10. Nem számolja őket. Csak hallgatja. - Er zählt sie nicht. Er hört nur zu. :11. A fűtés régi és hangos. - Die Heizung ist alt und laut. :12. Reggel hideg a levegő a házban. - Am Morgen ist die Luft kalt im Haus. :13. Anders felkel, és kávét főz. - Anders steht auf und macht Kaffee. :14. A konyhaasztalnál issza meg. - Er trinkt ihn am Küchentisch. :15. Odakint esik az eső. - Draußen regnet es. :16. Az eső oldalról jön a tenger felől. - Der Regen kommt seitlich vom Meer. :17. Október van. - Es ist Oktober. :18. A szomszédját Larsnak hívják. - Sein Nachbar heißt Lars. :19. Lars hatvannyolc éves. - Lars ist achtundsechzig Jahre alt. :20. Minden második nap benéz hozzá. - Er kommt jeden zweiten Tag vorbei. :21. Nem kopog be. - Er klopft nicht an. :22. Egyszerűen leül a padra. - Er setzt sich einfach auf die Bank. :23. Dohányt tesz az asztalra. - Er legt Tabak auf den Tisch. :24. Lars keveset beszél. - Lars sagt wenig. :25. Anders is. - Anders auch. :26. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. :27. Ma Lars ezt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute sagt Lars: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :28. Anders bólint. - Anders nickt. :29. Lars feláll és elmegy. - Lars steht auf und geht. :30. Az ajtó becsapódik. - Die Tür fällt zu. :31. A dohány még mindig az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :32. Anders csónakmotorokat javít. - Anders repariert Bootsmotoren. :33. Ez a munkája. - Das ist seine Arbeit. :34. A szomszédok néha kávéval fizetnek neki. - Die Nachbarn bezahlen ihn manchmal mit Kaffee. :35. Néha egyszerűen csak köszönetet mondanak. - Manchmal sagen sie einfach danke. :36. Ez elég neki. - Das reicht ihm. :37. Régebben csónaképítő volt. - Er war früher Bootsbauer. :38. Ez már régen volt. - Das ist lange her. :39. Most nem valaki meghatározott ember. - Jetzt ist er niemand Bestimmtes. :40. Délután megjön a posta. - Am Nachmittag kommt die Post. :41. Anders kézbe vesz egy borítékot. - Anders nimmt einen Umschlag. :42. Nem számla. - Es ist keine Rechnung. :43. Egy képeslap. - Es ist eine Postkarte. :44. A képen Oslo kikötője látható. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. :45. A színek nagyon világosak. - Die Farben sind sehr hell. :46. Megfordítja a lapot. - Er dreht die Karte um. :47. Csak néhány szó áll rajta. - Da stehen nur wenige Wörter. :48. „Gyere Oslóba.” - „Komm nach Oslo." :49. A lap Mettétől van. - Die Karte ist von Mette. :50. Mette a barátnője volt. - Mette war seine Freundin. :51. Hat hónapja nem írt. - Seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben. :52. Anders egyszer elolvassa a lapot. - Anders liest die Karte einmal. :53. Elolvassa kétszer. - Er liest sie zweimal. :54. Elolvassa háromszor. - Er liest sie dreimal. :55. Aztán leteszi az ablakpárkányra. - Dann legt er sie auf den Fenstersims. :56. Az elülső oldala lefelé néz. - Die Vorderseite zeigt nach unten. :57. Kinéz a fjordra. - Er schaut auf den Fjord. :58. A komp elhalad. - Die Fähre fährt vorbei. :59. A motor hangja egyre kisebb és kisebb lesz. - Der Sound des Motors wird kleiner und kleiner. :60. Aztán megint csend van. - Dann ist es wieder still. :61. Korán besötétedik. - Es wird früh dunkel. :62. Négy órakor az ég már fekete. - Um vier Uhr ist der Himmel schon schwarz. :63. Anders meggyújt egy gyertyát. - Anders zündet eine Kerze an. :64. Ráteszi a régi zongorára. - Er stellt sie auf das alte Klavier. :65. A zongorán senki sem játszik. - Das Klavier spielt niemand. :66. De ott áll, amióta Anders itt lakik. - Aber es steht dort, seit Anders hier wohnt. :67. Leül az előtte álló székre. - Er setzt sich auf den Stuhl davor. :68. Nézi a lángot. - Er schaut die Flamme an. :69. Nem gondolkodik sokat. - Er denkt nicht viel. :70. Nem dönt el semmit. - Er entscheidet nichts. :71. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :72. A víz odakint a cölöpöknek csapódik. - Das Wasser schlägt gegen die Pfähle draußen. :73. Anders csendben ül. - Anders sitzt still. :74. A gyertya egyre kisebb lesz. - Die Kerze wird kleiner. :75. Aztán kialszik. - Dann geht sie aus. :76. A sötétben nyugalom van. - Im Dunkeln ist es ruhig. :77. Odakint havazni kezd. - Draußen fängt es an zu schneien. :78. A pelyhek halkan hullanak. - Die Flocken fallen leise. :79. Szinte hangtalanul. - Fast ohne Geräusch. :80. Anders ülve marad. - Anders bleibt sitzen. :81. Nem fog Oslóba utazni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :82. Itt marad. - Er bleibt hier. :83. Nem azért, mert muszáj. - Nicht weil er muss. :84. Hanem mert nincs oka elmenni. - Sondern weil er keinen Grund hat zu gehen. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders két éve lakik egy régi fatemplomban egy norvég fjord szélén. - Anders wohnt seit zwei Jahren in einer alten Holzkirche am Rand eines norwegischen Fjords. :2. A templomot a nagybátyjától örökölte, de igazán soha nem akarta. - Die Kirche hat er von seinem Onkel geerbt, aber er hat sie nie wirklich gewollt. :3. A tető beázik, és amikor esik, egy vödröt állít a konyhába. - Das Dach ist undicht, und wenn es regnet, stellt er einen Eimer in die Küche. :4. Hallgatja a csöpögést: plink, plink, plink. - Er hört dem Tropfen zu: plink, plink, plink. :5. Nem számolja őket, de ismeri a ritmust. - Er zählt sie nicht, aber er kennt den Rhythmus. :6. Odakint szürke a víz, és a szél egyenesen a tenger felől jön. - Draußen ist das Wasser grau, und der Wind kommt direkt vom Meer. :7. Október van, és az eső szinte vízszintesen veri az ablaküvegeket. - Es ist Oktober, und der Regen fliegt fast horizontal gegen die Fensterscheiben. :8. Anders a konyhaasztalnál ül egy csésze kávéval, amely már rég kihűlt. - Anders sitzt am Küchentisch mit einer Tasse Kaffee, die längst kalt ist. :9. Mégis megissza, mert fel kellene állnia, hogy újat készítsen. - Er trinkt sie trotzdem, weil er aufstehen müsste, um eine neue zu machen. :10. A ház csendes, csak a fűtés ad néha halk hangot. - Das Haus ist still, nur die Heizung macht manchmal ein leises Geräusch. :11. Lars minden második nap jön, mindig kopogás nélkül. - Lars kommt jeden zweiten Tag, immer ohne anzuklopfen. :12. Hatvannyolc éves, és egy kilométerrel arrébb lakik a parton. - Er ist achtundsechzig Jahre alt und wohnt einen Kilometer weiter am Ufer. :13. Leül a padra, az asztalra teszi a dohányzacskóját, és nem mond semmit. - Er setzt sich auf die Bank, legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch und sagt nichts. :14. Anders sem mond semmit, és ez közöttük teljesen normális. - Anders sagt auch nichts, und das ist zwischen ihnen vollkommen normal. :15. Tíz perc múlva Lars csak ennyit mond: „Björn kuttere megint jár.” - Nach zehn Minuten sagt Lars nur: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :16. Anders bólint, Lars pedig feláll, és kimegy az ajtón anélkül, hogy visszafordulna. - Anders nickt, und Lars steht auf und geht durch die Tür, ohne sich umzudrehen. :17. A dohány az asztalon marad, mert Lars mindig elfelejti, vagy szándékosan hagyja ott. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch, weil Lars ihn immer vergisst oder absichtlich dalässt. :18. Anders csónakmotorokat javít a környékbeli embereknek. - Anders repariert Bootsmotoren für die Leute in der Gegend. :19. Néhányan pénzzel fizetnek neki, mások kávét hoznak, vagy egyszerűen nem mondanak semmit. - Manche bezahlen ihn mit Geld, andere bringen Kaffee oder sagen einfach nichts. :20. Régebben hajóépítő volt Bergenben, de ez olyan érzés, mintha egy másik élet lett volna. - Er war früher Bootsbauer in Bergen, aber das fühlt sich an wie ein anderes Leben. :21. Most olyan valaki, aki itt lakik, és olyan dolgokat javít meg, amelyeket mások kidobnának. - Jetzt ist er jemand, der hier wohnt und Dinge repariert, die andere wegwerfen würden. :22. Délután egy képeslap fekszik a postaládában két számla között. - Am Nachmittag liegt eine Postkarte im Briefkasten zwischen zwei Rechnungen. :23. Az elülső oldal képe Oslo kikötőjét mutatja, a színek túl rikítóak ehhez a naphoz. - Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Hafen von Oslo, die Farben sind zu grell für diesen Tag. :24. Megfordítja a lapot, és elolvassa a szavakat, amelyeket Mette írt: „Gyere Oslóba.” - Er dreht die Karte um und liest die Worte, die Mette geschrieben hat: „Komm nach Oslo." :25. Mette a barátnője volt, de hat hónapja nem írt és nem telefonált. - Mette war seine Freundin, aber seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben und nicht angerufen. :26. Háromszor olvassa el a lapot, nem azért, mert nem érti, hanem mert időre van szüksége. - Er liest die Karte dreimal, nicht weil er sie nicht versteht, sondern weil er Zeit braucht. :27. Aztán képpel lefelé az ablakpárkányra teszi. - Dann legt er sie mit der Vorderseite nach unten auf den Fenstersims. :28. Odakint éppen elhalad az esti komp, a motor mélyen és egyenletesen hangzik. - Draußen fährt gerade die Abendfähre vorbei, der Motor klingt tief und gleichmäßig. :29. A hang egyre kisebb lesz, míg a fjord újra csendes nem lesz. - Das Geräusch wird kleiner, bis der Fjord wieder still ist. :30. Négy órakor besötétedik, mint ebben a hónapban minden nap. - Um vier Uhr wird es dunkel, wie jeden Tag in diesem Monat. :31. Anders meggyújt egyetlen gyertyát, és a sarokban álló régi zongorára teszi. - Anders zündet eine einzelne Kerze an und stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke. :32. A zongora ott áll, amióta beköltözött, és még egyetlenegyszer sem játszott rajta. - Das Klavier steht dort seit er einzog, und er hat es noch kein einziges Mal gespielt. :33. Leül az előtte álló székre, és nézi a lángot anélkül, hogy bármilyen meghatározott gondolata volna. - Er setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die Flamme an, ohne einen bestimmten Gedanken. :34. A fűtés csöpög, odakint a víz szabályosan csapódik a kikötőhely facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt regelmäßig gegen die Holzpfähle der Anlegestelle. :35. A gyertya egyre kisebb és kisebb lesz, míg kialszik, és a szoba sötét lesz. - Die Kerze wird kleiner und kleiner, bis sie ausgeht und das Zimmer dunkel ist. :36. Nem fog Oslóba menni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :37. Ezt nem azért tudja, mert eldöntötte, hanem mert nem érez okot arra, hogy elmenjen. - Das weiß er nicht, weil er es entschieden hat, sondern weil er keinen Grund spürt zu gehen. :38. Odakint havazni kezd, halkan és szinte átmenet nélkül, mint itt minden. - Draußen beginnt es zu schneien, leise und fast ohne Übergang, wie alles hier. :39. Anders ülve marad a sötétben, és hallgatja a havat, amely nem ad ki hangot. - Anders bleibt sitzen im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der keinen Laut macht. :40. Az élet itt csendben múlik el, és ez nem panasz, csak megfigyelés. - Das Leben vergeht hier still, und das ist keine Klage, nur eine Beobachtung. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, és két éve él egy fatemplomban, amelyet tulajdonképpen már senki sem akart. - Anders ist sechsunddreißig, und er lebt seit zwei Jahren in einer Holzkirche, die eigentlich niemand mehr haben wollte. :2. Egy burkolatlan út végén áll, ott, ahol a fjord véget ér, és a semmi elkezdődik. - Sie steht am Ende einer unbefestigten Straße, wo der Fjord aufhört und das Nichts anfängt. :3. A tetőn három beázó hely van, és attól függően, milyen erősen fúj a szél, különböző helyeken csöpög. - Das Dach hat drei undichte Stellen, und je nachdem, wie stark der Wind steht, tropft es an verschiedenen Orten. :4. Megtanulta úgy a megfelelő helyre tenni a vödröket, hogy közben nem is gondolkodik rajta. - Er hat gelernt, die Eimer richtig zu stellen, ohne darüber nachzudenken. :5. A fűtés öreg, hangosan és rosszul működik, de még működik, és ez számít. - Die Heizung ist alt, sie arbeitet laut und schlecht, aber sie arbeitet noch, und das zählt. :6. Az október itt nem hónap, hanem állapot. - Der Oktober ist hier kein Monat, er ist ein Zustand. :7. A fény sosem érkezik meg igazán, szürke marad, lapos, a víz közelében függve, mint köd ködjelleg nélkül. - Das Licht kommt nie wirklich an, es bleibt grau, flach, nah am Wasser hängend wie Nebel ohne Nebelcharakter. :8. Anders reggelente hideg kávéval ül az asztalnál, a fjordot nézi, és nem vár semmi meghatározottra. - Anders sitzt morgens am Tisch mit kaltem Kaffee, schaut auf den Fjord und wartet auf nichts Bestimmtes. :9. Csónakmotorokat javít a szomszédoknak, a legtöbbjük öreg, a motorok és a szomszédok egyaránt. - Er repariert Bootsmotoren für die Nachbarn, die meisten sind alt, die Motoren und die Nachbarn gleichermaßen. :10. Fizetség kávéban jár, egy rövid bólintásban, vagy egyáltalán nem jár, és Andersnek nincs előnyben részesített változata. - Bezahlt wird in Kaffee, in einem kurzen Nicken, oder gar nicht, und Anders hat keine Präferenz. :11. Lars minden második nap jön, kopogás nélkül kinyitja az ajtót, és leül az ablak alatti padra. - Lars kommt jeden zweiten Tag, öffnet die Tür ohne zu klopfen und setzt sich auf die Bank unter dem Fenster. :12. Leteszi a dohányzacskóját az asztalra, mintha le akarná tenni magáról, és hátradől. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch, als würde er es ablegen wollen, und lehnt sich zurück. :13. Jól tudnak együtt hallgatni, ami ritkább, mint amilyennek hangzik, mert a hallgatás többnyire várakozást tartalmaz. - Sie schweigen gut zusammen, was seltener ist, als es klingt, weil Schweigen meistens Erwartung enthält. :14. Anders és Lars között nem tartalmaz semmit, egyszerűen levegő, amelyet senkinek sem kell kitöltenie. - Zwischen Anders und Lars enthält es nichts, es ist einfach Luft, die niemand füllen muss. :15. Ma Lars egy idő után, anélkül hogy felemelné a hangját, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute sagt Lars nach einer Weile, ohne die Stimme zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :16. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, és a dohány még mindig az asztalon fekszik, mint mindig. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, und der Tabak liegt noch auf dem Tisch, wie immer. :17. A posta a régi komppal érkezik, amely naponta kétszer köt ki, és többnyire semmi olyat nem hoz, ami számítana. - Die Post kommt mit der alten Fähre, die zweimal täglich anlegt und meistens nichts bringt, was zählt. :18. Ma egy képeslapot hoz, és Anders felismeri a kézírást, még mielőtt elolvasná a nevet. - Heute bringt sie eine Postkarte, und Anders erkennt die Handschrift, bevor er den Namen liest. :19. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely itt nem létezik, túl sárgán, túl melegen, túl szándékoltan. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das hier nicht existiert, zu gelb, zu warm, zu gewollt. :20. Megfordítja a lapot, és ezt olvassa: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um und liest: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :21. Kétszer olvassa el a mondatot, nem azért, mert nehéz megérteni, hanem mert valahol célba ér. - Er liest den Satz zweimal, nicht weil er schwer zu verstehen ist, sondern weil er irgendwo landet. :22. Aztán a képeslapot képes oldalával lefelé az ablakpárkányra teszi, és kinéz. - Dann legt er die Karte mit der Bildseite nach unten auf den Fenstersims und schaut hinaus. :23. Az esti komp éppen átvág a fjordon, motorjának hangja messzire visz a víz fölött, aztán eltűnik. - Die Abendfähre zieht gerade durch den Fjord, ihr Motor trägt weit über das Wasser, dann ist er weg. :24. Négykor besötétedik, és Anders gyertyát gyújt, mert nem akarja felkapcsolni a villanyt. - Es wird dunkel um vier, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Licht nicht anmachen will. :25. A zongorára teszi, amely beköltözése óta ott áll, és amelyen senki sem játszik, ő sem. - Er stellt sie auf das Klavier, das seit seinem Einzug dort steht und von niemandem gespielt wird, auch von ihm nicht. :26. Leül elé, és a lángba néz, anélkül hogy egy gondolat megragadna benne, vagy egy döntés formát öltene. - Er setzt sich davor und schaut in die Flamme, ohne dass ein Gedanke sich festsetzt oder eine Entscheidung sich formt. :27. Odakint a víz egyenletesen csapódik a cölöpöknek, odabent a fűtés csöpög a vödörbe. - Draußen schlägt das Wasser gleichmäßig gegen die Pfähle, drinnen tropft die Heizung in den Eimer. :28. A gyertya leég, lassan, egyenletesen, és amikor kialszik, ő ülve marad a sötétben. - Die Kerze brennt herunter, langsam, gleichmäßig, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen. :29. Nem fog Oslóba utazni, ezt most már tudja, és azt is tudja, hogy ez nem elhatározás. - Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt, und er weiß auch, dass es kein Entschluss ist. :30. Inkább egy olyan ok hiánya, amely elég erős volna ahhoz, hogy felemelje őt erről a székről. - Es ist eher das Fehlen eines Grundes, der stark genug wäre, ihn von diesem Stuhl zu heben. :31. Odakint havazni kezd, bejelentés nélkül, átmenet nélkül, ahogy itt mindig elkezdődnek a dolgok. - Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne Übergang, wie hier immer die Dinge beginnen. :32. A pelyhek csendben hullanak a fjordra, amely befogadja őket, anélkül hogy nyomot mutatna. - Die Flocken fallen still auf den Fjord, der sie aufnimmt, ohne eine Spur zu zeigen. :33. Anders hallgatja, bár a hó nem ad hangot, és talán éppen ez a lényeg. - Anders hört zu, obwohl Schnee kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der Punkt. :34. Néha az élet csendes elmúlás, és néha elég jelen lenni benne. - Manchmal ist das Leben ein stilles Vergehen, und manchmal reicht es, dabei zu sein. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, két éve lakik egy örökölt fatemplomban egy kavicsos út végén, és már nem tekinti ezt átmenetinek. - Anders ist sechsunddreißig, bewohnt seit zwei Jahren eine geerbte Holzkirche am Ende einer Schotterstraße, und hat aufgehört, das als vorübergehend zu betrachten. :2. A templom ott áll, ahol a fjord egy keskeny öbölbe húzódik vissza, és az út minden magyarázat nélkül feladja. - Die Kirche liegt dort, wo der Fjord sich in eine schmale Bucht zurückzieht und die Straße aufgibt, ohne Erklärung. :3. A tetőnek három olyan pontja van, amely esőben enged, és Anders olyan jól ismeri őket, hogy félálomban is helyesen teszi alájuk a vödröket. - Das Dach hat drei Stellen, die bei Regen nachgeben, und Anders kennt sie so gut, dass er die Eimer im Halbschlaf richtig stellt. :4. Nem megszokás ez, inkább kapituláció egy állapot előtt, amelyet az ember egy idő után már nem javít meg, mert úgy tartozik a házhoz, mint a fa és a régi tömjén szaga. - Nicht Gewöhnung, eher Kapitulation vor dem Zustand, den man irgendwann aufhört zu reparieren, weil er zum Haus gehört wie der Geruch nach Holz und altem Weihrauch. :5. A fűtés a radiátor elágazása alatt álló bádogvödörbe csöpög, plink, és ez a csepp néha az egyetlen hang a házban, amely megbízhatóan visszatér. - Die Heizung tropft in einen Blecheimer unter der Abzweigung des Heizkörpers, plink, und dieser Tropfen ist manchmal das einzige Geräusch im Haus, das zuverlässig wiederkehrt. :6. Az október ezen a parton nem olyan hónap, amelyet az ember átél, hanem olyan, amelyet kibír, mert a fény soha nem érkezik meg igazán, és az eső gyakran vízszintesen repül. - Der Oktober an dieser Küste ist kein Monat, den man erlebt, sondern einer, den man aushält, weil das Licht nie wirklich ankommt und der Regen oft horizontal fliegt. :7. Anders reggelente a konyhaasztalnál ül, kezei egy csésze körül, amely már rég nem meleg, és a párás ablakon át a szürkészöld vízre néz. - Anders sitzt morgens am Küchentisch, die Hände um eine Tasse, die schon lange nicht mehr warm ist, und schaut durch das beschlagene Fenster auf das graugrüne Wasser. :8. Valaha hajóépítő volt Bergenben, akkoriban, de ez kevésbé érződik múltnak, mint inkább olyan életrajznak, amely valaki másé. - Er war Bootsbauer in Bergen, damals, aber das fühlt sich weniger wie eine Vergangenheit an als wie eine Biografie, die jemand anderem gehört. :9. Most a szomszédok régi külmotorjait javítja, jól és feltűnés nélkül végzi, és a fizetség többnyire kávé vagy hallgatás, mindkettőt elfogadja. - Jetzt repariert er die alten Außenbordmotoren der Nachbarn, er tut es gut und ohne Aufhebens, und die Bezahlung ist meistens Kaffee oder Schweigen, beides nimmt er. :10. Lars hatvannyolc éves, egy kilométerrel arrébb lakik a parton, és minden második nap bejön kopogás nélkül, mintha az ajtó az övé volna. - Lars ist achtundsechzig, wohnt einen Kilometer weiter am Ufer, und kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, als wäre die Tür seiner. :11. Dohányzacskóját olyan mozdulattal teszi az asztalra, amely bizalmasságot fejez ki, és közben semmit sem követel, aztán hátradől és hallgat. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch mit einer Geste, die Vertrautheit ausdrückt und gleichzeitig nichts verlangt, dann lehnt er sich zurück und schweigt. :12. A hallgatás kettejük között olyan minőségű, amilyet Anders senki mással nem ismer, mert nincs benne várakozás, nincs rejtett elvárás, csak levegő. - Das Schweigen zwischen den beiden hat eine Qualität, die Anders mit niemandem sonst kennt, weil es kein Warten enthält, keine unterschwellige Erwartung, nur Luft. :13. Ma, talán tíz perc után, Lars anélkül, hogy felemelné a fejét, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute, nach vielleicht zehn Minuten, sagt Lars, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :14. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, az ajtó becsapódik a zárba, a dohány az asztalon marad, és minden olyan, mint korábban, csak eggyel több mondat van a levegőben. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss, der Tabak bleibt auf dem Tisch, und alles ist wie vorher, nur mit einem Satz mehr in der Luft. :15. A posta a délutáni komppal érkezik, és Anders ritkán hozza el azonnal, mert többnyire semmi sincs benne, ami sietséget indokolna. - Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und Anders holt sie selten sofort, weil sie meistens nichts enthält, das Eile rechtfertigt. :16. Ma két számla között egy képeslap fekszik, és ő felismeri Mette kézírását, még mielőtt a lapot teljesen kihúzta volna a borítékból. - Heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, und er erkennt Mettes Handschrift, noch bevor er die Karte vollständig aus dem Umschlag gezogen hat. :17. Az elülső oldalon lévő kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely itt nem létezik, túl telt, túl bizakodó, mintha a város örülne önmagának. - Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das es hier nicht gibt, zu satt, zu zuversichtlich, als wäre die Stadt froh über sich selbst. :18. Megfordítja a lapot, és elolvassa a mondatot, amelyet a nő írt: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um und liest den Satz, den sie geschrieben hat: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :19. Hat hónap csend, és aztán ez a mondat, röviden, vád nélkül, de egy olyan horoggal, amely ül, mert nem válasz és nem kérdés, hanem mindkettő egyszerre. - Sechs Monate Stille, und dann dieser Satz, knapp, ohne Anklage, aber mit einem Haken, der sitzt, weil er keine Antwort ist und keine Frage, sondern beides gleichzeitig. :20. Háromszor elolvassa, a lapot képpel lefelé az ablakpárkányra teszi, és az esti komp éppen átnyomul a fjordon, mély motorhangja végighúzódik a vízen, majd elszáll. - Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims, und die Abendfähre schiebt sich gerade durch den Fjord, ihr tiefes Motorgeräusch zieht über das Wasser und verweht. :21. Utánanéz, amíg a hang el nem tűnik, aztán a fjord megint olyan csendes, mintha semmi sem történt volna. - Er schaut ihr nach, bis das Geräusch weg ist, dann ist der Fjord wieder so still, als wäre nichts gewesen. :22. Négykor fekete az ég, ami itt októberben nem esemény, hanem napi rend. - Um vier ist der Himmel schwarz, was hier im Oktober kein Ereignis ist, sondern Tagesablauf. :23. Anders meggyújt egyetlen gyertyát, az öreg zongorára állítja a sarokban, amely beköltözése óta ott áll, mint egy csendes ígéret, amelyet senki sem szándékozik beváltani. - Anders zündet eine einzelne Kerze an, stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das seit seinem Einzug dort steht wie ein stilles Versprechen, das niemand einzulösen beabsichtigt. :24. Leül az előtte álló székre, és a lángba néz, nem meditatívan, nem szomorúan, egyszerűen csak nézve, mert az este semmi mást nem kíván. - Er setzt sich auf den Hocker davor und schaut in die Flamme, nicht meditativ, nicht traurig, einfach schauend, weil der Abend nichts anderes verlangt. :25. A fűtés csöpög, odakint a víz rövid, egyenletes időközönként veri a régi kikötőhely korhadt cölöpjeit, és valahol a fjord mögött röviden felüvölt a szél. - Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt in kurzen, gleichmäßigen Intervallen gegen die morschen Pfähle der alten Anlegestelle, und irgendwo hinter dem Fjord heult kurz der Wind. :26. A gyertya lassan ég le, egyenletesen, huzat nélkül, és amikor a láng kialszik, Anders a sötétben ülve marad, anélkül hogy felkapcsolná a villanyt. - Die Kerze brennt langsam herunter, gleichmäßig, ohne Zug, und als die Flamme ausgeht, bleibt Anders im Dunkeln sitzen, ohne das Licht anzumachen. :27. Nem fog Oslóba utazni, de ez nem elhatározás, inkább egy olyan ok hiánya, amely elég súlyos volna ahhoz, hogy felemelje őt erről a helyről. - Er wird nicht nach Oslo fahren, aber es ist kein Entschluss, eher die Abwesenheit eines Grundes, der schwer genug wäre, ihn von diesem Ort zu heben. :28. Mette mondata még valahol ott függ a szobában, „kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt”, és az őszinte válasz az, hogy nincs válasza, nem azért, mert kitér előle, hanem mert maga a kérdés van rosszul feltéve. - Mettes Satz hängt noch irgendwo im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die ehrliche Antwort ist, dass er keine Antwort hat, nicht weil er ausweicht, sondern weil die Frage selbst falsch gestellt ist. :29. Odakint havazni kezd, hangtalanul, szinte átmenet nélkül, ahogy itt minden olyan dolog kezdődik, amely megmarad. - Draußen beginnt es zu schneien, lautlos, fast ohne Übergang, wie alle Dinge hier beginnen, die bleiben. :30. A pelyhek a fjord fekete vizére hullanak, és eltűnnek, anélkül hogy nyomot hagynának, mintha soha nem is léteztek volna. - Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden, ohne eine Spur zu hinterlassen, als hätte es sie nie gegeben. :31. Anders figyel, bár a hó semmit sem tesz hallhatóvá, és talán éppen ez az egyetlen mondat, amely ma még igaz. - Anders hört zu, obwohl Schnee nichts hörbar macht, und vielleicht ist genau das der einzige Satz, der heute noch stimmt. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, és azóta felhagyott az idő mérésével, mióta megértette, hogy a napok számolása olyan emberek tevékenysége, akiknek még el kell jutniuk valahová. - Anders ist sechsunddreißig, und er hat aufgehört, die Zeit zu messen, seit er begriffen hat, dass das Zählen von Tagen eine Aktivität für Menschen ist, die noch irgendwo hinmüssen. :2. A templom, amelyet két évvel ezelőtt örökölt anélkül, hogy megkérdezték volna róla, egy kavicsos út végén áll, amelyet a fjord három oldalról fog közre, mint egy mondatot, amely önmagának mond ellent. - Die Kirche, die er vor zwei Jahren geerbt hat, ohne danach gefragt zu werden, steht am Ende einer Schotterstraße, die der Fjord auf drei Seiten einschließt wie ein Satz, der sich selbst widerspricht. :3. A külső falak fája olyan színt vett fel, amely valahol a szürke és a felejtés között van, és a tető ott enged meg, ahol mindig is engedett, megbízhatóan, mint egy régi jellem. - Das Holz der Außenwände hat eine Farbe angenommen, die zwischen Grau und Vergessen liegt, und das Dach gibt nach, wo es immer nachgegeben hat, zuverlässig wie ein alter Charakter. :4. A három beázó helyet kívülről tudja, és sötétben teszi oda a vödröket, nem megszokásból, hanem mert a test átvesz bizonyos dolgokat, amikor a fej már nem tartja őket fontosnak. - Er kennt die drei undichten Stellen auswendig und stellt die Eimer im Dunkeln, nicht aus Routine, sondern weil der Körper manche Dinge übernimmt, wenn der Kopf aufgehört hat, sie für wichtig zu halten. :5. Plink, aztán megint, és a fűtés a maga saját ritmusával válaszol, úgyhogy a ház néha úgy hangzik, mint egy hangszer, amelyet senki sem hangolt fel, és amely mégis játszik. - Plink, und dann wieder, und die Heizung antwortet mit ihrem eigenen Rhythmus, sodass das Haus manchmal klingt wie ein Instrument, das niemand gestimmt hat und das trotzdem spielt. :6. Az október ezen a parton nem évszak a szokásos értelemben, hanem inkább halmazállapot, amelyben a fény soha nem érkezik meg egészen, és az eső már felhagyott azzal, hogy bocsánatot kérjen. - Der Oktober an dieser Küste ist keine Jahreszeit im üblichen Sinn, sondern eher ein Aggregatzustand, in dem das Licht nie ganz ankommt und der Regen aufgehört hat, sich zu entschuldigen. :7. Anders reggel a konyhaasztalnál ül, kezét egy régen kihűlt csésze köré fonva, és a fjordot nézi, amelynek ma ugyanaz a színe van, mint tegnap és tegnapelőtt, egy szürke, amelynek nincs szüksége árnyalatokra. - Anders sitzt am Morgen am Küchentisch, die Hände um eine längst erkaltete Tasse, und schaut auf den Fjord, der heute dieselbe Farbe hat wie gestern und vorgestern, ein Grau, das keine Nuancen braucht. :8. Valaha hajóépítő volt Bergenben, jó munkát végzett, és ezt tudta is, de ez a múlt olyan messze van mögötte, hogy már csak harmadik személyben gondol rá, mintha valaki más élte volna azt az életet. - Er war einmal Bootsbauer in Bergen, er hat gute Arbeit gemacht und das gewusst, aber diese Vergangenheit liegt so weit hinter ihm, dass er sie nur noch in der dritten Person denkt, als hätte jemand anders dieses Leben geführt. :9. Most a megmaradt szomszédok külmotorjait javítja, alaposan és minden felhajtás nélkül teszi, és a fizetség kérdése többnyire fel sem merül, mert mindkét oldal tudja, hogy a kávé és a hallgatás az őszintébb valuták. - Jetzt repariert er die Außenbordmotoren der verbliebenen Nachbarn, er tut es gründlich und ohne Aufhebens, und die Frage der Bezahlung ist meist gar keine, weil beide Seiten wissen, dass Kaffee und Schweigen die ehrlicheren Währungen sind. :10. Lars, hatvannyolc éves, minden második nap bejön kopogás nélkül, nem szemtelenségből, hanem mert egy ajtó két olyan ember között, akik semmit sem akarnak egymástól a jelenléten kívül, fölösleges gesztus volna. - Lars, achtundsechzig, kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, nicht aus Unverschämtheit, sondern weil eine Tür zwischen zwei Menschen, die nichts voneinander wollen als Anwesenheit, eine überflüssige Geste wäre. :11. A dohányos zacskóját annak az embernek a gondtalanságával teszi a konyhaasztalra, aki soha semmit nem azért tesz le, hogy visszakapja, leül a padra, és hátát a repedezett falnak veti. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Küchentisch mit der Sorglosigkeit von jemandem, der nie etwas ablegt, um es zurückzubekommen, setzt sich auf die Bank und lehnt den Rücken gegen die rissige Wand. :12. A hallgatás, amelyen osztoznak, olyan minőségű, amelyet Anders korábban nem ismert, és amelyet most azon kevés dolgok egyikének tart, amelyeket nem megtanulni lehet, hanem csak megtalálni, amikor az ember felhagyott a keresésükkel. - Das Schweigen, das sie teilen, ist von einer Qualität, die Anders früher nicht kannte und die er jetzt für eines der wenigen Dinge hält, die man nicht lernen kann, sondern nur findet, wenn man aufgehört hat, es zu suchen. :13. Ma Lars egy súlytalan idő után a szobába mondja, anélkül hogy felemelné a fejét: „Björn kuttere megint működik.” - Heute sagt Lars, nach einer Weile, die kein Gewicht hat, in den Raum hinein, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :14. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, az ajtó tompa fa-a-fán hanggal becsapódik a zárba, és a dohány az asztalon marad, elfelejtve vagy otthagyva, ez ugyanaz a kérdés. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss mit dem dumpfen Laut von Holz auf Holz, und der Tabak liegt auf dem Tisch, vergessen oder hinterlassen, das ist dieselbe Frage. :15. A posta a délutáni komppal érkezik, és többnyire nem éri meg emiatt kimenni a postaládához, de ma két számla között egy képeslap fekszik, amelyet a kézírásról felismer, még mielőtt teljesen megfordította volna. - Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und meistens lohnt es sich nicht, deshalb zum Briefkasten zu gehen, aber heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, die er an der Handschrift erkennt, noch bevor er sie vollständig gedreht hat. :16. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely délibbnek hat, mint Oslo megérdemelné, túl melegnek, túl bizakodónak, olyan képként, amelyet városok készítenek magukról, amikor turistákra gondolnak, nem igazságra. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das südlicher wirkt, als Oslo es verdient, zu warm, zu zuversichtlich, die Art von Bild, die Städte von sich machen, wenn sie Touristen meinen, nicht Wahrheit. :17. Megfordítja a lapot, és Mette ezt írta: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um, und Mette hat geschrieben: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :18. A mondat rövid, ami azt jelenti, hogy sokáig gondolkodott rajta, mert az efféle rövidség nem sietségből fakad, hanem mindannak hosszú kihúzásából, ami túl sok volna. - Der Satz ist kurz, was bedeutet, dass sie lange über ihn nachgedacht hat, denn Kürze dieser Art kommt nicht aus Eile, sondern aus dem langen Streichen von allem, was zu viel wäre. :19. Hat hónap rádiócsend, és aztán semmi szemrehányás, semmi magyarázat, csak ez az egy mondat, amely nem nyit ki ajtót és nem is zár be, hanem egyszerűen megmutatja, hol van egy fal. - Sechs Monate Funkstille, und dann kein Vorwurf, keine Erklärung, nur dieser eine Satz, der keine Tür öffnet und keine schließt, sondern einfach zeigt, wo eine Wand ist. :20. Háromszor elolvassa, a lapot képpel lefelé az ablakpárkányra teszi, mint valamit, amit az ember nem dob el és nem is őriz meg, hanem egyszerűen letesz valahová, hogy lássa, mi történik. - Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims wie etwas, das man nicht wegwirft und nicht aufbewahrt, sondern einfach irgendwo hinlegt, um zu sehen, was passiert. :21. Az esti komp átvág a fjordon, motorja mélyen és egyenletesen hordja hangját a víz fölött, és Anders addig néz utána, amíg a zaj olyan kicsivé nem válik, hogy már nem biztos benne, hallja-e még, vagy csak gondolja. - Die Abendfähre zieht durch den Fjord, ihr Motor trägt tief und gleichmäßig über das Wasser, und Anders schaut ihr nach, bis das Geräusch so klein geworden ist, dass er nicht mehr sicher ist, ob er es noch hört oder nur noch denkt. :22. Négykor fekete az ég, és Anders gyertyát gyújt, mert nem szereti a mennyezeti lámpát, amely mindent egyformán világít meg, anélkül hogy különbséget tenne aközött, ami fényt érdemel, és aközött, aminek jobb sötétben maradnia. - Um vier ist der Himmel schwarz, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Deckenlicht nicht mag, das alles gleich beleuchtet, ohne zu unterscheiden zwischen dem, was Licht verdient, und dem, was besser im Dunkeln bleibt. :23. A régi zongorára teszi a sarokban, amely ott áll, mióta beköltözött, egy hangszer történet nélkül ebben a házban, vagy olyan történettel, amely előtte ér véget, és amelyről soha nem kérdezett. - Er stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das dort steht, seit er eingezogen ist, ein Instrument ohne Geschichte in diesem Haus, oder mit einer Geschichte, die vor ihm endet und die er nie gefragt hat. :24. Leül az előtte álló székre, nem azért, hogy játsszon, hanem mert a szék az egyetlen hely a szobában, ahonnan látni lehet a gyertyát anélkül, hogy a fjord az ember háta mögött volna. - Er setzt sich auf den Hocker davor, nicht um zu spielen, sondern weil der Hocker der einzige Platz im Zimmer ist, von dem aus man die Kerze sehen kann, ohne den Fjord im Rücken zu haben. :25. A láng nyugodtan ég, ebben a házban ebben az órában nincs huzat, és Anders nézi anélkül, hogy egyetlen gondolatot is megtartana, mert a gondolatok ma laposak, mint odakint a fény, és ugyanilyen keveset érnek el. - Die Flamme brennt ruhig, kein Luftzug in diesem Haus um diese Stunde, und Anders schaut sie an, ohne einen Gedanken festzuhalten, weil die Gedanken heute flach sind wie das Licht draußen und genauso wenig ausrichten. :26. Odakint a víz rövid, türelmes lökésekkel veri az öreg kikötőhely cölöpjeit, bent a fűtés válaszol a maga cseppjeivel, és a ház olyan ritmusban lélegzik, amelynek semmi köze Andershez, ő mégis hallgatja. - Draußen schlägt das Wasser in kurzen, geduldigen Stößen gegen die Pfähle der alten Anlegestelle, drinnen antwortet die Heizung mit ihrem Tropfen, und das Haus atmet in einem Rhythmus, der nichts mit Anders zu tun hat und dem er trotzdem zuhört. :27. A gyertya leég, egyenletesen, sietség nélkül, és amikor kialszik, ő ülve marad a sötétben, és nem gyújt világot, mert a pillanat nem kívánja, és mert megtanulta, hogy a pillanatokat nem kell rábeszélni. - Die Kerze brennt herunter, gleichmäßig, ohne Eile, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen und macht kein Licht, weil der Moment es nicht verlangt und weil er gelernt hat, Momente nicht zu überreden. :28. Nem fog Oslóba utazni, és ez nem meghozott döntés, hanem annak csendes megállapítása, hogy az utazás oka nem létezik, legalábbis nem olyan formában, amely nehezebben nyomna a latban, mint a maradás oka, amely szintén nem létezik. - Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist kein Entschluss, der gefällt wurde, sondern die stille Feststellung, dass der Grund zum Fahren nicht existiert, zumindest nicht in einer Form, die schwerer wiegt als der Grund zu bleiben, der auch nicht existiert. :29. Mette mondata még ott függ a szobában, „kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt”, és a válasz, ha van ilyen, nem az, hogy semmit, hanem pontosan ez: ez a ház, ez a csepp, ez a fjord, ez a csend, amely nem valaminek a hiánya, hanem mindannak a jelenléte, ami megmarad, amikor az ember felhagyott azzal, hogy másként akarja. - Mettes Satz hängt noch im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die Antwort, wenn es eine gibt, lautet nicht nichts, sondern genau das: dieses Haus, dieser Tropfen, dieser Fjord, diese Stille, die keine Abwesenheit von etwas ist, sondern eine Anwesenheit von allem, was übrigbleibt, wenn man aufgehört hat, es anders zu wollen. :30. Odakint havazni kezd, bejelentés nélkül, anélkül az átmenet nélkül, amelyet a hó máshol megtesz, egyszerűen hirtelen ott van, mintha az ég úgy döntött volna, hogy ma nincs szükség magyarázatokra. - Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne den Übergang, den Schnee anderswo macht, einfach plötzlich da, als hätte der Himmel entschieden, dass Erklärungen heute nicht nötig sind. :31. A pelyhek a fjord fekete vizére hullanak, és abban a pillanatban eltűnnek, amelyben megérkeznek, nyomtalanul, mintha maga a hullás volna az egyetlen cél, nem a fekvés, nem a maradás. - Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden in dem Moment, in dem sie ankommen, spurlos, als wäre das Fallen selbst der einzige Zweck, nicht das Liegen, nicht das Bleiben. :32. Anders a sötétben ül, és a havat hallgatja, amely semmilyen hangot nem ad, és talán ez a legtisztább mondat, amelyet ez az este kínál: hogy némely dolgot csak akkor lehet meghallani, amikor az ember felhagyott azzal, hogy valami hallhatóra várjon. - Anders sitzt im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der klarste Satz, den dieser Abend anbietet: dass manches nur dann gehört werden kann, wenn man aufgehört hat, auf etwas Hörbares zu warten. -------------------- == 84 == 1 -------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Szerda van. - Es ist Mittwoch. :2. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :3. Esik az eső. - Es regnet. :4. Kari ül a volánnál. - Kari sitzt am Steuer. :5. Jon mellette ül. - Jon sitzt neben ihr. :6. Némán haladnak. - Sie fahren schweigend. :7. A régi Volvo hideg. - Der alte Volvo ist kalt. :8. Az ablaktörlő nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht. :9. Kari gyors fokozatra kapcsolja. - Kari schaltet ihn auf schnell. :10. Nem sokat segít. - Es hilft nicht viel. :11. Jon résnyire kinyitja az ablakot. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt. :12. A levegő tengerszagú. - Die Luft riecht nach Meer. :13. Kari nem mond semmit. - Kari sagt nichts. :14. Jon sem mond semmit. - Jon sagt auch nichts. :15. Jól ismerik az utat. - Sie kennen die Straße gut. :16. Itt nőttek fel. - Sie sind hier aufgewachsen. :17. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :18. El kell hozniuk a holmijait. - Sie müssen seine Sachen holen. :19. A csónakház a víznél áll. - Der Bootsschuppen steht am Wasser. :20. Öreg és szürke. - Er ist alt und grau. :21. A fa korhadt. - Das Holz ist morsch. :22. Kari leparkolja az autót. - Kari parkt das Auto. :23. Kiszállnak. - Sie steigen aus. :24. Az eső hideg. - Der Regen ist kalt. :25. Nincs náluk esernyő. - Sie haben keinen Schirm. :26. A fészer ajtaja szorul. - Die Tür des Schuppens klemmt. :27. Jon kétszer belerúg. - Jon tritt zweimal dagegen. :28. Az ajtó kinyílik. - Die Tür geht auf. :29. Régi fa szaga van. - Es riecht nach altem Holz. :30. Cigarettaszag van. - Es riecht nach Zigaretten. :31. Kari megáll az ajtóban. - Kari bleibt an der Tür stehen. :32. Jon bemegy. - Jon geht hinein. :33. A falon mentőmellény lóg. - An der Wand hängt eine Schwimmweste. :34. Alatta gumicsizmák állnak. - Darunter stehen Gummistiefel. :35. Negyvenötös méret – az apjuk mérete. - Größe 45 – die Größe des Vaters. :36. Kari a padlóra néz. - Kari sieht auf den Boden. :37. Az eső dobol a bádogtetőn. - Der Regen trommelt auf das Blechdach. :38. Jon lassan megfordul. - Jon dreht sich langsam um. :39. A falon két szög van. - An der Wand hängen zwei Nägel. :40. A szögeken egy horgászbot lóg. - An den Nägeln hängt eine Angel. :41. Jon leveszi. - Jon nimmt sie herunter. :42. A zsinór összegubancolódott. - Die Schnur ist verwickelt. :43. A horog rozsdás. - Der Haken ist rostig. :44. Jon két kézzel tartja a horgászbotot. - Jon hält die Angel in beiden Händen. :45. Nem mozdul. - Er bewegt sich nicht. :46. Kari közelebb lép. - Kari tritt näher. :47. Röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. :48. Érzi a régi fát. - Sie fühlt das alte Holz. :49. Visszaadja. - Sie gibt sie zurück. :50. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :51. A hangja nyugodt. - Ihre Stimme ist ruhig. :52. Jon bólint. - Jon nickt. :53. Leteszi a horgászbotot a munkapadra. - Er legt die Angel auf die Werkbank. :54. Aztán körülnéznek. - Dann sehen sie sich um. :55. Egy naptár lóg a falon – 2019. - Ein Kalender hängt an der Wand – 2019. :56. Egy kanna áll a sarokban. - Ein Kanister steht in der Ecke. :57. Két rozsdás horog hever a padlón. - Zwei rostige Haken liegen auf dem Boden. :58. Ennyi az egész. - Das ist alles. :59. Jon az ajtóhoz megy. - Jon geht zur Tür. :60. Kari követi. - Kari folgt ihm. :61. Megint kint állnak az esőben. - Sie stehen wieder draußen im Regen. :62. Jon bezárja a lakatot. - Jon schließt das Vorhängeschloss. :63. Kattan. - Es klickt. :64. Kari ökölbe zárt kezében tartja a kulcsot. - Kari hält den Schlüssel in der Faust. :65. A vízhez megy. - Sie geht zum Wasser. :66. Messzire behajítja a kulcsot a fjordba. - Sie wirft den Schlüssel weit in den Fjord. :67. Halk hangot ad. - Es macht ein leises Geräusch. :68. A kis kör a vízen azonnal eltűnik. - Der kleine Kreis auf dem Wasser verschwindet sofort. :69. Kari nem fordul meg. - Kari dreht sich nicht um. :70. Jon sem. - Jon auch nicht. :71. Visszamennek az autóhoz. - Sie gehen zum Auto zurück. :72. Jon ül a volánhoz. - Jon setzt sich ans Steuer. :73. Beindítja a motort. - Er startet den Motor. :74. Az ablaktörlő megint jár. - Der Scheibenwischer läuft wieder. :75. Ugyanúgy nyikorog, mint korábban. - Er quietscht wie vorher. :76. Elindulnak. - Sie fahren. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Novemberi szerda van, és az eső reggel óta esik. - Es ist ein Mittwoch im November, und der Regen fällt seit dem Morgen. :2. Kari vezet, mert Jonnak már nincs jogosítványa. - Kari fährt, weil Jon keinen Führerschein mehr hat. :3. A régi Volvo nedves szövet és hideg kávé szagát árasztja. - Der alte Volvo riecht nach feuchtem Stoff und kaltem Kaffee. :4. Jon csendben ül az anyósülésen, és kinéz az ablakon. - Jon sitzt still auf dem Beifahrersitz und schaut aus dem Fenster. :5. Az út üres, és a jobb és bal oldalon álló fák feketék a nedvességtől. - Die Straße ist leer, und die Bäume rechts und links sind schwarz vor Nässe. :6. Az ablaktörlő minden harmadik mozdulatnál nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht bei jeder dritten Bewegung. :7. Karit zavarja ez, de nem mond semmit. - Kari stört das, aber sie sagt nichts. :8. Arra gondol, hogy gyerekként gyakran járt ezen az úton. - Sie denkt daran, dass sie diese Strecke als Kind oft gefahren ist. :9. Akkoriban a hátsó ülésre ült, és a felhőket számolta. - Damals hat sie sich auf dem Rücksitz gesetzt und die Wolken gezählt. :10. Most a perceket számolja a fészerig. - Jetzt zählt sie die Minuten bis zum Schuppen. :11. Jon résnyire kinyitja az ablakot, pedig hideg van. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt, obwohl es kalt ist. :12. A beáramló levegő só és nedves fű szagát hozza. - Die Luft, die hereinkommt, riecht nach Salz und nassem Gras. :13. Kari gyors fokozatra kapcsolja az ablaktörlőt, de ez alig segít. - Kari schaltet den Wischer auf die schnelle Stufe, aber es hilft kaum. :14. Leparkolja az autót a fészer előtti keskeny úton. - Sie parkt das Auto auf dem schmalen Weg vor dem Schuppen. :15. A fészer közel áll a vízhez, és a fafalai sötétek és nedvesek. - Der Schuppen steht nah am Wasser, und seine Holzwände sind dunkel und feucht. :16. Kiszállnak anélkül, hogy bármit mondanának. - Sie steigen aus, ohne etwas zu sagen. :17. Az eső azonnal veri a kabátjukat. - Der Regen trifft ihre Jacken sofort. :18. A fészer ajtaja szorul, mint mindig. - Die Tür des Schuppens klemmt, wie immer. :19. Jon kétszer belerúg, és másodszorra kinyílik. - Jon tritt zweimal dagegen, und beim zweiten Mal geht sie auf. :20. A szag azonnal megcsapja őket – régi fa, nedves hamu, dohány. - Der Geruch kommt sofort – altes Holz, feuchte Asche, Tabak. :21. Kari egy pillanatra megáll a küszöbön, mert levegőt kell vennie. - Kari bleibt einen Moment an der Schwelle stehen, weil sie atmen muss. :22. A szag nem kellemetlen, de olyan helyen találja el, ahol nem számított rá. - Der Geruch ist nicht unangenehm, aber er trifft sie an einer Stelle, die sie nicht erwartet hat. :23. Jon bemegy, anélkül hogy hátranézne. - Jon geht hinein, ohne sich umzusehen. :24. A falon egy régi mentőmellény lóg, szakadt szíjjal. - An der Wand hängt eine alte Schwimmweste mit einem gerissenen Riemen. :25. Alatta 45-ös gumicsizmák állnak, és egyenesen állnak, mintha valaki éppen most húzta volna le őket. - Darunter stehen Gummistiefel in Größe 45, und sie stehen gerade, als ob jemand sie gerade ausgezogen hat. :26. Kari leül egy üres faládára, amely az ajtó mellett áll. - Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste, die neben der Tür steht. :27. A fa halk hangot ad ki magából, de tart. - Das Holz gibt ein leises Geräusch von sich, aber es hält. :28. Az eső dobol a hullámlemez tetőn, hangosan és egyenletesen. - Der Regen trommelt auf das Wellblechdach, laut und gleichmäßig. :29. Jon a fészer közepén áll, és lassan körbefordul. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um. :30. A falon, két rozsdás szög között, egy horgászbot lóg. - An der Wand, zwischen zwei rostigen Nägeln, hängt eine Angel. :31. Jon leveszi, és maga elé tartja. - Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich hin. :32. A zsinór összegabalyodott, és a végén lévő horog barna a rozsdától. - Die Schnur ist verwickelt, und der Haken am Ende ist braun vor Rost. :33. A kezében forgatja a horgászbotot, mintha először látná. - Er dreht die Angel in den Händen, als ob er sie zum ersten Mal sieht. :34. Kari feláll, és közelebb lép, mert látni akarja, mit tart a kezében. - Kari steht auf und tritt näher, weil sie sehen möchte, was er hält. :35. Kérdezés nélkül rövid időre kiveszi a kezéből a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz aus seiner Hand, ohne zu fragen. :36. A fa könnyűnek és száraznak érződik, pedig a fészerben minden más nedves. - Das Holz fühlt sich leicht und trocken an, obwohl alles andere im Schuppen feucht ist. :37. Visszaadja, és azt mondja: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Sie gibt sie zurück und sagt: „Den nehmen wir nicht mit." :38. A hangja nyugodtabban szól, mint ahogy érzi magát. - Ihre Stimme klingt ruhiger, als sie sich fühlt. :39. Jon egyszer bólint, anélkül hogy ránézne. - Jon nickt einmal, ohne sie anzusehen. :40. Óvatosan leteszi a horgászbotot a régi munkapadra, amely a hátsó falnál áll. - Er legt die Angel vorsichtig auf die alte Werkbank, die an der hinteren Wand steht. :41. Aztán körülnéznek a fészerben, mert tudják, hogy végezniük kell. - Dann sehen sie sich im Schuppen um, weil sie wissen, dass sie fertig sein müssen. :42. Egy 2019-es naptár ferdén lóg egy szögön az ajtó mellett. - Ein Kalender von 2019 hängt schief an einem Nagel neben der Tür. :43. Egy félig üres benzineskanna áll a sarokban, és két horog fekszik a földön. - Ein halbleerer Benzinkanister steht in der Ecke, und zwei Haken liegen auf dem Boden. :44. Ennyi minden, amit az apjuk itt hagyott. - Das ist alles, was ihr Vater hier gelassen hat. :45. Kari leveszi a naptárat, és bedugja a kabátzsebébe, anélkül hogy megmagyarázná, miért. - Kari nimmt den Kalender und steckt ihn in ihre Jackentasche, ohne zu erklären warum. :46. Jon látja, de nem mond semmit. - Jon sieht es, sagt aber nichts. :47. Együtt kimennek, és az eső most erősebb, mint korábban. - Sie gehen gemeinsam nach draußen, und der Regen ist jetzt stärker als vorher. :48. Jon behúzza az ajtót, és ráteszi a lakatot. - Jon zieht die Tür zu und legt das Vorhängeschloss ein. :49. Rövid, kemény hanggal kattan. - Es klickt mit einem kurzen, harten Geräusch. :50. Kari néhány lépéssel odébb áll, és a fjordra néz. - Kari steht ein paar Schritte weiter und schaut auf den Fjord. :51. A víz szürke, és lassan mozog, mintha fáradt volna. - Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam, als ob es müde wäre. :52. Előveszi a kulcsot a zsebéből, és rövid ideig a kezében tartja. - Sie holt den Schlüssel aus ihrer Tasche und hält ihn kurz in der Hand. :53. Aztán messzire dobja a víz fölé, egész karjával. - Dann wirft sie ihn weit über das Wasser, mit dem ganzen Arm. :54. A kulcs halk hangot ad, amikor a felszínre ér. - Der Schlüssel macht ein leises Geräusch, als er auf die Oberfläche trifft. :55. Egy kis kör keletkezik a vízen, és azonnal eltűnik. - Ein kleiner Kreis entsteht auf dem Wasser, und er verschwindet sofort. :56. Kari megfordul, anélkül hogy megvárná a vizet. - Kari dreht sich um, ohne auf das Wasser zu warten. :57. Jon már az autónál van. - Jon ist schon beim Auto. :58. Beül a vezetőülésre, Kari pedig mellé ül. - Er setzt sich auf den Fahrersitz, und Kari setzt sich daneben. :59. Beindítja a motort, anélkül hogy megkérdezné, készen van-e. - Er startet den Motor, ohne zu fragen, ob sie fertig ist. :60. Készen van. - Sie ist fertig. :61. Az ablaktörlő elindul, és ugyanúgy nyikorog, mint odafelé. - Der Scheibenwischer läuft an, und er quietscht wie auf der Hinfahrt. :62. Kari a térdére teszi a kezét, és egyenesen előrenéz. - Kari legt die Hände auf die Knie und schaut geradeaus. :63. Jon lassan visszahajt az útra. - Jon fährt langsam zurück auf die Straße. :64. A fák újra jobb és bal oldalon állnak, nedvesen és feketén. - Die Bäume stehen wieder rechts und links, nass und schwarz. :65. Egyikük sem beszél, de ezúttal a csend másnak érződik. - Keiner spricht, aber diesmal fühlt sich das Schweigen anders an. :66. Nem üresebbnek – csak csendesebbnek. - Nicht leerer – nur stiller. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. A eső kora reggel óta nem állt el, és amikor Kari beindította a motort, tudta, hogy ez a nap nem fog jobbá válni. - Der Regen hatte seit dem frühen Morgen nicht aufgehört, und als Kari den Motor startete, wusste sie, dass der Tag nicht besser werden würde. :2. Jon pontos volt, ami meglepte őt, mert Jon ritkán volt pontos. - Jon war pünktlich gewesen, was sie überrascht hatte, denn er war selten pünktlich. :3. Volt nála egy táska, amely túl nagy volt ahhoz képest, amit majd elhoznak. - Er hatte eine Tasche dabei, die zu groß war für das, was sie holen würden. :4. Kari nem kérdezett semmit. - Kari hatte nichts gefragt. :5. A parti úton mentek, amelyet mindketten kívülről ismertek, anélkül, hogy beszéltek volna róla. - Sie fuhren die Küstenstraße, die sie beide auswendig kannten, ohne darüber zu reden. :6. A fjord balra feküdt tőlük, szürkén és laposan, és a víz olyan volt, mint a régi üveg. - Der Fjord lag links von ihnen, grau und flach, und das Wasser sah aus wie altes Glas. :7. Jon résnyire kinyitotta az ablakot, noha hideg volt, és Kari úgy hagyta. - Jon hatte das Fenster einen Spalt geöffnet, obwohl es kalt war, und Kari ließ es so. :8. Az ablaktörlő a második fokozaton járt, és minden visszatérésnél csikorgott, olyan hangot adva, amely egy idő után háttérbe húzódott, anélkül hogy egészen eltűnt volna. - Der Scheibenwischer lief auf der zweiten Stufe und quietschte bei jeder Rückkehr, ein Geräusch, das sich nach einer Weile in den Hintergrund schob, ohne ganz zu verschwinden. :9. Kari arra gondolt, hogy az apja ezt az ablaktörlőt soha nem javíttatta meg, bár minden évben szándékában állt. - Kari dachte daran, dass ihr Vater diesen Wischer nie hatte reparieren lassen, obwohl er es jedes Jahr vorhatte. :10. A fészer egy keskeny mezei út végén állt, amely ősszel mindig felázott. - Der Schuppen stand am Ende eines schmalen Feldwegs, der im Herbst immer aufweichte. :11. Kari leparkolt, mielőtt az út túl sárossá vált volna, és a maradékot gyalog tették meg. - Kari parkte, bevor der Weg zu schlammig wurde, und sie gingen den Rest zu Fuß. :12. Az eső azonnal elérte őket, hidegen és egyenletesen, mint valami, aminek nincs véleménye. - Der Regen traf sie sofort, kalt und gleichmäßig, wie etwas, das keine Meinung hat. :13. A fészer ajtaja szorult, ahogy Kari számított rá. - Die Tür des Schuppens klemmte, wie sie es erwartet hatte. :14. Jon egyszer belerúgott, aztán még egyszer erősebben, és másodszorra engedett. - Jon trat einmal dagegen, dann nochmal fester, und beim zweiten Mal gab sie nach. :15. A szag úgy érkezett, mint egy ütés – nem kellemetlenül, de sűrűn és közvetlenül: régi fa, amely magába szívta a dohányfüst és a sós levegő éveit. - Der Geruch kam wie ein Schlag – nicht unangenehm, aber dicht und unmittelbar: altes Holz, das sich vollgesogen hatte mit Jahren aus Tabakrauch und Salzluft. :16. Ehhez járult még valami édeskés, amit Kari nem tudott megnevezni, és nem is akart megnevezni. - Dazu etwas Süßliches, das Kari nicht benennen konnte und auch nicht benennen wollte. :17. Megállt a küszöbnél, miközben Jon bement. - Sie blieb an der Schwelle stehen, während Jon hineinging. :18. Lassan mozgott, szinte óvatosan, mintha a padló engedhetne alatta. - Er bewegte sich langsam, fast vorsichtig, als ob der Boden nachgeben könnte. :19. A falon egy mentőmellény lógott, hosszú szakadással a gallérján. - An der Wand hing eine Schwimmweste mit einem langen Riss am Kragen. :20. Alatta álltak a gumicsizmák – 45-ös méret, egyenesen, mintha valaki csak tegnap tette volna oda őket. - Darunter standen die Gummistiefel – Größe 45, aufrecht, als hätte sie jemand erst gestern dort hingestellt. :21. Kari a csizmákra nézett, és arra gondolt, gyerekként hányszor várt erre a méretre, arra a pillanatra, amikor a lépések a folyosón elhallgattak, és kinyílt az ajtó. - Kari sah auf die Stiefel und dachte daran, wie oft sie als Kind auf diese Größe gewartet hatte, auf den Moment, wo die Schritte im Flur aufhörten und die Tür aufging. :22. Most az ajtó soha többé nem fog kinyílni. - Jetzt würde die Tür nie mehr aufgehen. :23. Jon a helyiség közepén állt, és a hátsó fal felé nézett. - Jon stand in der Mitte des Raums und schaute zur hinteren Wand. :24. Két szög között egy horgászbot lógott, a zsinór lazán feltekerve és összecsomózódva, a végén a horog rozsdától vörösbarnán. - Zwischen zwei Nägeln hing eine Angel, die Schnur lose aufgewickelt und verknotet, der Haken am Ende rotbraun vor Rost. :25. Habozás nélkül levette, és két kézzel tartotta, úgy, ahogy az ember olyasmit tart, amit nem akar elejteni, bár nem tudja, miért. - Er nahm sie herunter, ohne zu zögern, und hielt sie mit beiden Händen, so wie man etwas hält, das man nicht fallen lassen will, obwohl man nicht weiß warum. :26. Kari közelebb lépett, és figyelte őt közben. - Kari trat näher und sah ihm dabei zu. :27. Jon lassan forgatta a horgászbotot, nézte a zsinórt, a horgot, a markolat régi fáját. - Er drehte die Angel langsam, betrachtete die Schnur, den Haken, das alte Holz des Griffs. :28. Kari kinyújtotta a kezét, és Jon odaadta neki anélkül, hogy felnézett volna. - Sie streckte die Hand aus, und er gab sie ihr, ohne aufzusehen. :29. A fa sima volt és könnyű, szárazabb, mint bármi más a fészerben. - Das Holz war glatt und leicht, trockener als alles andere im Schuppen. :30. Egy pillanatig tartotta, tovább, mint szükséges lett volna, aztán letette a munkapadra. - Sie hielt sie einen Moment, länger als nötig, dann legte sie sie auf die Werkbank. :31. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondta. - „Den nehmen wir nicht mit", sagte sie. :32. Nem kérdésnek hangzott, és nem is magyarázatnak. - Es klang nicht wie eine Frage und nicht wie eine Erklärung. :33. Jon röviden a horgászbotra nézett, aztán bólintott. - Jon sah kurz auf die Angel, dann nickte er. :34. Csendben és sietség nélkül átkutatták a fészer többi részét. - Sie durchsuchten den Rest des Schuppens schweigend und ohne Eile. :35. Egy 2019-es naptár ferdén lógott a falon, márciusnál kinyitva. - Ein Kalender von 2019 hing schief an der Wand, aufgeschlagen auf März. :36. Egy félig teli benzines kanna állt a sarokban egy fenék nélküli vödör mellett. - Ein Benzinkanister, halb voll, stand in der Ecke neben einem Eimer ohne Boden. :37. Két horog feküdt a padlón, rozsdásan, mint az a horgászboton. - Zwei Haken lagen auf dem Boden, rostig wie der an der Angel. :38. Kari zsebre tette a naptárt, mert a március volt a születési hónapja, és mert megtehette. - Kari steckte den Kalender ein, weil der März ihr Geburtsmonat war und weil sie es konnte. :39. Amikor kiléptek, az eső erősebb lett. - Als sie nach draußen traten, war der Regen stärker geworden. :40. Jon behúzta az ajtót, és felakasztotta a lakatot, és a zár kattanása volt órák óta a leghangosabb zaj. - Jon zog die Tür zu und hängte das Vorhängeschloss ein, und das Klicken des Schlosses war das lauteste Geräusch seit Stunden. :41. Kari néhány lépésre állt a fészertől, és a fjordra nézett, amely most sötétebb volt, mint odafelé, a szélén majdnem fekete. - Kari stand ein paar Schritte vom Schuppen entfernt und schaute auf den Fjord, der jetzt dunkler war als auf der Hinfahrt, fast schwarz am Rand. :42. Kivette a kulcsot a zsebéből, röviden megmérte a kezében, aztán széles, elszánt lendülettel a vízbe dobta. - Sie holte den Schlüssel aus der Tasche, wog ihn kurz in der Hand, und warf ihn dann mit einem weiten, entschlossenen Schwung ins Wasser. :43. Zaj nélkül érte a felszínt, szinte tétován, és a kör, amelyet maga után hagyott, kicsi volt, és eltűnt, mielőtt Kari igazán látta volna. - Er traf die Oberfläche ohne Lärm, fast zögerlich, und der Kreis, den er hinterließ, war klein und verschwand, bevor Kari ihn richtig gesehen hatte. :44. Visszamentek az autóhoz anélkül, hogy hátrafordultak volna. - Sie gingen zum Auto zurück, ohne sich umzudrehen. :45. Jon ült a volánhoz, és Kari hagyta, mert már nem akart vezetni. - Jon setzte sich ans Steuer, und Kari ließ es zu, weil sie nicht mehr fahren wollte. :46. Beindította a motort, sebességbe tette, és lassan kihajtott az útra. - Er startete den Motor, legte den Gang ein und fuhr langsam auf die Straße. :47. Az ablaktörlő újra elindult, újra csikorgott, mint odafelé. - Der Scheibenwischer lief wieder an, quietschte wieder, wie auf der Hinfahrt. :48. Kari az oldalablaknak támasztotta a fejét, és érezte a motor rezgését. - Kari lehnte den Kopf gegen das Seitenfenster und spürte die Vibration des Motors. :49. Odakint elvonult mellettük a part, szürkén és nedvesen, és a fjord balra maradt tőlük, szélesen és csendesen, emlék nélkül a kulcsról. - Draußen zog die Küste vorbei, grau und nass, und der Fjord blieb links von ihnen, breit und still, ohne Erinnerung an den Schlüssel. :50. Jon bekapcsolta a rádiót, de azonnal újra kikapcsolta. - Jon schaltete das Radio ein, ließ es aber sofort wieder aus. :51. A csend, amely megmaradt, nem rossz csend volt. - Das Schweigen, das blieb, war kein schlechtes Schweigen. :52. Két ember csendje volt, akik ugyanazt tudják, és már semmit sem kell tisztázniuk. - Es war das Schweigen von zwei Menschen, die dasselbe wissen und nichts mehr klären müssen. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- : A horgászbot - Die Angel :1. Az eső éjszaka kezdődött, halkan és kitartóan, és amikor Kari reggel felhúzta a rolót, látta, hogy a ház előtti utca már simán és feketén csillogott, mint a polírozott bőr. - Der Regen hatte in der Nacht begonnen, leise und beharrlich, und als Kari am Morgen das Rollo hochzog, sah sie, dass die Straße vor dem Haus bereits blank und schwarz glänzte wie poliertes Leder. :2. Rosszul aludt, nem az eső miatt, hanem a találkozó miatt, amely három hete állt a naptárában, és ez idő alatt nem lett kisebb. - Sie hatte schlecht geschlafen, nicht wegen des Regens, sondern wegen des Termins, der seit drei Wochen in ihrem Kalender stand und sich in dieser Zeit nicht kleiner gemacht hatte. :3. Jon nyolckor felhívta, hogy megmondja, pontos lesz, és Kari azon kapta magát, hogy remélte, le fogja mondani. - Jon hatte sie um acht angerufen, um zu sagen, dass er pünktlich sei, und Kari hatte sich dabei ertappt, dass sie gehofft hatte, er würde absagen. :4. Az út némán telt, ahogy évek óta a legtöbb dolog közöttük – nem ellenségesen, hanem olyan távolsággal, amelyet olyan régóta gyakoroltak, hogy már egyikük sem tudta, ki vezette be először, vagy miért. - Die Fahrt verlief schweigend, so wie die meisten Dinge zwischen ihnen seit Jahren verliefen – nicht feindselig, aber mit einer Distanz, die so lang eingeübt war, dass keiner mehr wusste, wer sie zuerst eingeführt hatte oder warum. :5. Az öreg Volvo a huzatok nedves szövetének szagát árasztotta, meg annak a kávénak az illatát, amelyet Jon papírpohárban hozott magával, és két korty után a pohártartóban felejtett. - Der alte Volvo roch nach dem feuchten Stoff der Sitzbezüge und nach dem Kaffee, den Jon in einem Pappbecher mitgebracht und nach zwei Schlucken im Getränkehalter vergessen hatte. :6. Kari a parti úton vezetett, amelyet gyermekkora óta ismert, anélkül hogy gondolkodott volna rajta; a kanyarok úgy ültek a kezében, mint régi szövegek, amelyeket az ember már nem olvas, de még mindig el tud mondani. - Kari fuhr die Küstenstraße, die sie seit ihrer Kindheit kannte, ohne darüber nachzudenken, die Kurven saßen in ihren Händen wie alte Texte, die man nicht mehr lesen, aber immer noch sprechen kann. :7. A fjord bal kéz felől feküdt, kiterülve és szinte mozdulatlanul, felszínét felülről verte az eső, amely a vízen egyenletes, lapos mintát rajzolt, amelynek nem volt vége. - Der Fjord lag linker Hand, ausgebreitet und beinahe reglos, seine Oberfläche von oben aufgehämmert durch den Regen, der auf dem Wasser ein gleichmäßiges, flaches Muster erzeugte, das kein Ende hatte. :8. Jon résnyire kinyitotta az oldalablakot, és kérdezés nélkül beengedte a nyirkos levegőt, Kari pedig egy fokkal feljebb tekerte a fűtést, anélkül hogy megjegyzést tett volna rá. - Jon hatte das Seitenfenster einen Spalt weit geöffnet und ließ die feuchte Luft hereinströmen, ohne zu fragen, und Kari drehte das Heizungsrad eine Kerbe höher, ohne es zu kommentieren. :9. Zavarta az ablaktörlő, mert visszafelé menet éles nyikorgást adott ki, amely arra emlékeztetett, amikor egy szöget húznak végig a táblán, és mert az apja ezt a törlőt legalább hat éve nem javíttatta meg, noha minden tavasszal beszélt róla. - Der Scheibenwischer störte sie, weil er beim Rücklauf ein helles Quietschen erzeugte, das an einen Nagel erinnerte, der über eine Tafel gezogen wird, und weil ihr Vater diesen Wischer seit mindestens sechs Jahren nicht hatte reparieren lassen, obwohl er jedes Frühjahr davon gesprochen hatte. :10. Kari ezt akkoriban nem értette, és most, amikor már nem számított, még kevésbé értette. - Kari hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da es keine Rolle mehr spielte, verstand sie es noch weniger. :11. A földút elején parkoltak le, mert a sár túl mély volt ahhoz, hogy továbbmenjenek, és az utolsó száz métert gyalog tették meg az esőben, amely semmilyen lehetőséget nem hagyott nekik arra, hogy szárazak maradjanak, és amellyel szemben egy esernyő csak valamiféle udvarias tiltakozás lett volna. - Sie parkten am Beginn des Feldwegs, weil der Schlamm zu tief war, um weiterzufahren, und gingen die letzten hundert Meter zu Fuß durch den Regen, der ihnen keine Möglichkeit ließ, trocken zu bleiben, und dem gegenüber ein Schirm nur eine Art höflichen Protest gewesen wäre. :12. A fészer a vízparton állt, kisebbnek tűnt, mint ahogy Kari emlékezett rá, bár tudta, hogy nem a fészer változott meg. - Der Schuppen stand am Wasserrand, kleiner als Kari ihn in Erinnerung hatte, obwohl sie wusste, dass sich nicht der Schuppen verändert hatte. :13. Fafalai a nedves tőzeg színét vették fel, és a hullámlemeztetőn két helyen horpadások voltak, amelyek úgy néztek ki, mint csukott szemek. - Seine Holzwände hatten die Farbe von nassem Torf angenommen, und das Wellblechdach hatte an zwei Stellen Beulen, die wie geschlossene Augen aussahen. :14. Az ajtó szorult, mert a fa a nyirkos őszben megduzzadt, ahogy mindig is tette. - Die Tür klemmte, weil das Holz im feuchten Herbst quoll, wie es das immer getan hatte. :15. Jon kétszer belerúgott – összpontosítva, harag nélkül –, és másodszorra engedett, olyan hanggal, amely félig nyögés, félig kapituláció volt. - Jon trat zweimal dagegen – konzentriert, ohne Wut – und beim zweiten Mal gab sie nach, mit einem Geräusch, das halb Stöhnen und halb Kapitulation war. :16. A szag, amely szembecsapta őket, olyan teljes és olyan hirtelen volt, hogy Kari egy pillanatra megállt, és nem ment be: fa, amely éveken át magába szívta a dohányfüstöt, alatta motorolaj, só és valami nehéz, édeskés dolog, amelyet nem lehetett megnevezni, de amely mégis azonnal és egyértelműen az apja szagát idézte. - Der Geruch, der ihnen entgegenkam, war so vollständig und so unvermittelt, dass Kari für einen Moment stillstand und nicht hineinging: Holz, das jahrelang Tabakrauch aufgesogen hatte, darunter Motoröl, Salz, und etwas Schweres, Süßliches, das sich nicht benennen ließ, das aber trotzdem sofort und eindeutig nach ihrem Vater roch. :17. Jon belépett, anélkül hogy hátranézett volna, Kari pedig követte őt egy lélegzetvétel után, amelyet tudatosan vett. - Jon trat ein, ohne sich umzusehen, und Kari folgte ihm nach einem Atemzug, den sie bewusst machte. :18. A falon ott lógott a mentőmellény, amelyet gyermekkora óta ismert – narancssárga volt, időközben tompa lazacrózsaszínre fakult, a gallérján a tépőzár elszakadt, és soha nem cserélték ki, mert az apja megjavította azokat a dolgokat, amelyek elromlottak, azokat pedig, amelyek haszontalanok voltak, egyszerűen úgy hagyta. - An der Wand hing die Schwimmweste, die sie seit ihrer Kindheit kannte – orangefarben, inzwischen ausgeblichen zu einem stumpfen Lachsrosa, der Klettverschluss am Kragen gerissen und nie ersetzt, weil ihr Vater Dinge reparierte, die kaputt waren, und Dinge, die nutzlos waren, eben ließ. :19. Alatta a gumicsizmák, 45-ös méretben, egyenesen és függőlegesen odaállítva olyan gondossággal, amelyet a fészer többi része nem ismert, és látványuk Kariban valamit kiváltott, amit nem akart volna gyásznak nevezni, de amire más szava sem volt. - Darunter die Gummistiefel, Größe 45, gerade und aufrecht hingestellt mit einer Sorgfalt, die der Rest des Schuppens nicht kannte, und deren Anblick bei Kari etwas auslöste, das sie nicht als Trauer hätte bezeichnen wollen, das aber auch kein anderes Wort hatte. :20. Jon a hátsó falnál állt, és felfelé nézett, és amikor Kari meglátta, amit ő látott, azonnal megértette, miért nem ment tovább. - Jon stand an der hinteren Wand und schaute nach oben, und als Kari sah, was er sah, verstand sie sofort, warum er nicht weiterging. :21. Két szög között ott lógott a horgászbot – ugyanaz a horgászbot, amelyet gyerekként láttak a stégen, amikor az apjuk korán felkelt, ők pedig aludtak, és amelyet szó nélkül magával vitt, és amely este újra ugyanazokon a szögeken lógott, amikor visszatért, némán és teljesen távollévőn. - Zwischen zwei Nägeln hing die Angel – dieselbe Angel, die sie als Kinder auf dem Steg gesehen hatten, wenn ihr Vater früh aufstand und sie schliefen, und die er mitnahm ohne ein Wort, und die abends wieder an denselben Nägeln hing, wenn er zurückkam, schweigend und vollständig abwesend. :22. A zsinór laza, egyenetlen menetekben volt feltekerve, és több helyen összecsomózódott; a végén lévő horog sötétbarna rozsdává oxidálódott, amely úgy nézett ki, mint kéreg a régi kenyéren. - Die Schnur war in losen, ungleichmäßigen Windungen aufgerollt und an mehreren Stellen verknotet, der Haken am Ende zu einem dunkelbraunen Rost oxidiert, der wie Kruste auf altem Brot aussah. :23. Jon levette – lassan, két kézzel –, és maga előtt tartotta, nem úgy, mint egy szerszámot, és nem úgy, mint egy emléket, hanem mint valamit, ami még nem döntötte el, mi akar lenni. - Jon nahm sie herunter – langsam, mit beiden Händen – und hielt sie vor sich, nicht wie ein Werkzeug und nicht wie eine Erinnerung, sondern wie etwas, das sich noch nicht entschieden hatte, was es sein wollte. :24. Kari mozdulatlanul figyelte, és látta a tartásán, azon, ahogy a válla enyhén leereszkedett, és ahogy félrehajtotta a fejét, hogy éppen megpróbál szavakba foglalni valamit, aminek nem tud szavakat adni. - Kari beobachtete ihn, ohne sich zu bewegen, und sie sah an seiner Haltung, an der Art, wie seine Schultern leicht abfielen und wie er den Kopf neigte, dass er gerade versuchte, etwas in Worte zu fassen, dem er keine geben konnte. :25. Közelebb lépett, kinyújtotta a kezét, és Jon habozás nélkül odaadta neki a horgászbotot. - Sie trat näher und streckte die Hand aus, und er gab ihr die Angel ohne Zögern. :26. A nyél fája sima és száraz volt, majdnem meleg, és ez volt az egyetlen dolog ebben a fészerben, amely olyan érzést keltett, mintha valaki rendszeresen megérintette volna. - Das Holz des Griffs war glatt und trocken, fast warm, und es war das einzige, was in diesem Schuppen so fühlte, als ob jemand es regelmäßig berührt hatte. :27. Tovább tartotta a horgászbotot, mint ahogy tervezte. - Sie hielt die Angel länger, als sie vorgehabt hatte. :28. Aztán letette a munkapadra, és azt mondta: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Dann legte sie sie auf die Werkbank und sagte: „Den nehmen wir nicht mit." :29. Nem olyan mondat volt, amely választ igényelt volna, és Jon nem is adott választ. - Es war kein Satz, der eine Antwort brauchte, und Jon gab keine. :30. Csak bólintott, egyszer, röviden, olyan véglegességgel, amely mindkettőjüknek megkönnyebbülést hozott. - Er nickte nur, einmal, kurz, mit einer Endgültigkeit, die sie beide erleichterte. :31. Terv és beszélgetés nélkül kutatták át a fészert – kinyitottak egy ládát, amely üres volt, ellenőrizték a benzineskannát, amely félig tele volt, megnézték a naptárt, amely 2019 márciusán állt, és amelyen senki nem lapozott tovább. - Sie durchsuchten den Schuppen ohne Plan und ohne Gespräch – öffneten eine Kiste, die leer war, kontrollierten den Benzinkanister, der halb voll war, sahen sich den Kalender an, der auf März 2019 stand und an dem niemand weitergeblättert hatte. :32. Két rozsdás horog feküdt a földön, felismerhető cél nélkül, mint apjuk sok dolga. - Zwei rostige Haken lagen auf dem Boden, ohne erkennbaren Zweck, wie viele Dinge ihres Vaters. :33. Kari magához vette a naptárt, mert március volt a születési hónapja, és mert ez volt az egyetlen dolog, amelyet magával vihetett anélkül, hogy az egész helyiség súlyát vinnie kellett volna. - Kari nahm den Kalender, weil der März ihr Geburtsmonat war, und weil es das Einzige war, das sie mitnehmen konnte, ohne das Gewicht des ganzen Raums zu tragen. :34. Odakint erősödött az eső, és most ferdén és szünet nélkül esett, úgyhogy a fjord felszíne felkavart zúzottkőnek látszott. - Draußen hatte der Regen zugenommen, und er fiel jetzt schräg und ohne Pause, so dass die Oberfläche des Fjords aussah wie aufgewühlter Schotter. :35. Jon behúzta a fészer ajtaját, rátette a lakatot, és a zár kattanása volt a nap legtisztább, leghatározottabb hangja. - Jon zog die Schuppentür zu und legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten des Schlosses war das sauberste, entschlossenste Geräusch des Tages. :36. Kari néhány lépésnyire állt a parton, a kulccsal a jobb kezében, és a fjordot nézte, amelynek ezen a napon nem volt más színe, csak az a szürke, amely az összes többi szürkét magában foglalta. - Kari stand einige Schritte entfernt am Ufer, den Schlüssel in der rechten Hand, und betrachtete den Fjord, der an diesem Tag keine Farbe hatte außer dem Grau, das alle anderen Graus enthielt. :37. Nem adott hosszúságot a pillanatnak, lendületet vett a karjával, és a kulcsot széles, egyenletes ívben a víz fölé hajította, mintha gyakorolta volna. - Sie ließ dem Moment keine Länge, holte mit dem Arm aus und warf den Schlüssel in einem weiten, gleichmäßigen Bogen über das Wasser, als hätte sie es geübt. :38. A becsapódás hangja szinte semmi volt, egy halk koppanás, és a kör, amelyet maga után hagyott, röviden kitágult, majd eltűnt, mintha soha nem is lett volna. - Das Aufprallgeräusch war fast nichts, ein leises Tock, und der Kreis, den er hinterließ, weitete sich kurz aus und verschwand dann, als wäre er nie gewesen. :39. Az autóhoz mentek, és egyikük sem fordult hátra. - Sie gingen zum Auto, und keiner von beiden drehte sich um. :40. Jon átvette a kulcsot, Kari pedig hagyta vezetni, mert már nem volt ereje ahhoz, hogy a kezét a kormányon tartsa, és közben egyenesen előre nézzen. - Jon nahm den Schlüssel, und Kari ließ ihn fahren, weil sie nicht mehr die Kraft hatte, die Hände auf dem Lenkrad zu halten und gleichzeitig geradeaus zu schauen. :41. Jon némán vezetett, nyugodtan, olyan gondossággal, amelyet egyébként ritkán mutatott. - Er fuhr schweigend, ruhig, mit einer Sorgfalt, die er sonst selten zeigte. :42. Az ablaktörlő elindult, és nyikorgott, mint odafelé, Kari pedig az ablaknak döntötte a fejét, és hagyta a hangot, mert ez volt az utolsó, ami még semmire nem emlékeztette, csak egy öreg ablaktörlőre, amelyet soha nem javítottak meg, és most már nem is fognak. - Der Scheibenwischer lief an und quietschte, wie auf der Hinfahrt, und Kari lehnte den Kopf gegen das Fenster und ließ das Geräusch zu, weil es das letzte war, das noch an nichts erinnerte außer an einen alten Wischer, der nie repariert worden war und es jetzt auch nicht mehr werden würde. :43. A part elcsúszott az ablak mellett, nedvesen, szürkén és ismerősen, és a fjord kísérte őket, szélesen és közönyösen, amíg az út ki nem vette a látóterükből. - Die Küste glitt am Fenster vorbei, nass und grau und vertraut, und der Fjord begleitete sie, breit und gleichgültig, bis die Straße ihn aus dem Blick nahm. :44. Jon röviden bekapcsolta a rádiót, és amikor zene szólt, újra kikapcsolta. - Jon schaltete das Radio kurz ein, und als Musik kam, schaltete er es wieder aus. :45. A csend, amely visszamaradt, más minőségű volt, mint az odafelé vezető úton – nem két ember feszült hallgatása, akik valamit elkerülnek, hanem két ember nyugodtabb, súlyosabb csendje, akik ugyanazt veszítették el, és most tudják, anélkül hogy egyiküknek meg kellene kérdeznie róla a másikat. - Das Schweigen, das zurückblieb, hatte eine andere Qualität als das der Hinfahrt – nicht die angespannte Stille zweier Menschen, die etwas vermeiden, sondern die ruhigere, schwerere Stille zweier Menschen, die dasselbe verloren haben und es jetzt wissen, ohne dass einer den anderen danach fragen müsste. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Az eső, amely éjszaka kezdődött, ahhoz a makacs északi fajtához tartozott, amely nem tombol és nem dramatizál, hanem egyszerűen hull, óráról órára, egy olyan jelenség közönyös kitartásával, amelynek nincs szüksége okra és nincs szüksége mentségre. - Der Regen, der in der Nacht begonnen hatte, gehörte zu jener beharrlichen nordischen Art, die nicht stürmt und nicht dramatisiert, sondern einfach fällt, Stunde um Stunde, mit der gleichmütigen Ausdauer eines Phänomens, das keinen Grund braucht und keine Entschuldigung. :2. Kari már azelőtt hallotta, hogy ébren lett volna, az álom utolsó rétegeiben valamiként érzékelte, ami kívülről jön és belül marad, és amikor végül felkelt és felhúzta a rolót, látta, hogy az eső a világot olyasmivé változtatta, ami sima és elutasító volt, mint egy felület, amelyen semmi sem tapad meg. - Kari hatte ihn gehört, bevor sie wach war, hatte ihn in den letzten Schichten des Schlafs als etwas wahrgenommen, das von außen kommt und innen bleibt, und als sie schließlich aufstand und das Rollo hochzog, sah sie, dass er die Welt in etwas verwandelt hatte, das glatt und abweisend war wie eine Oberfläche, auf der nichts haftet. :3. Jon már a kocsiban ült, amikor Kari leért, kezei az ölében, tekintete egy pontra szegezve, amely a járművön és a pillanaton kívül feküdt, és Kari észrevette, hogy Jon hozott magával egy táskát, nagyobbat a szükségesnél, mintha éjjel elképzelte volna, mit fog magával vinni, majd ezt az elképzelést ébredéskor csendben és jelenet nélkül újra feladta volna. - Jon saß bereits im Wagen, als sie hinunterkam, die Hände im Schoß, den Blick auf einen Punkt gerichtet, der außerhalb des Fahrzeugs und außerhalb des Augenblicks lag, und Kari bemerkte, dass er eine Tasche mitgebracht hatte, größer als nötig, so als hätte er sich in der Nacht eine Vorstellung davon gemacht, was er mitnehmen würde, und diese Vorstellung beim Aufwachen still und ohne Szene wieder aufgegeben. :4. Nem kérdezett rá. - Sie fragte nicht danach. :5. Voltak közöttük kérdések, amelyeket azért nem tettek fel, mert mindketten ismerték a válaszokat, és olyanok is, amelyeket azért nem tettek fel, mert egyik válasz sem változtatott volna semmin. - Es gab Fragen zwischen ihnen, die nicht gestellt wurden, weil beide die Antworten kannten, und solche, die nicht gestellt wurden, weil keine der Antworten etwas verändert hätte. :6. Kari olyan testiségében ismerte a parti utat, amely túlment az emlékezeten – a második kanyar előtti enyhe lejtést, az utána következő rövid emelkedőt, azt a helyet, ahol a szalagkorlát féme mindig rozsdásodik, mert ott felhúzódik a sós víz –, és gondolkodás nélkül vezetett, miközben Jon mellette ült, résnyire kinyitotta az ablakot, beengedte a nedves levegőt, amely tengeri moszat szagú volt és valami ásványié, amit nem lehet pontosan megnevezni, mégis azonnal és elkerülhetetlenül ennek a partsávnak az illatát hordozza, ennek a sajátos föld- és vízszakasznak az első és a kilencedik életév között. - Die Küstenstraße kannte Kari mit einer Körperlichkeit, die über das Gedächtnis hinausging – die leichte Neigung vor der zweiten Kurve, die kurze Gegensteigung danach, die Stelle, wo das Leitplankenmetall immer rostet, weil das Salzwasser dort hochzieht – und sie fuhr, ohne zu denken, während Jon neben ihr saß und das Fenster einen Spalt öffnete, die feuchte Luft hereinließ, die nach Seetang roch und nach etwas Mineralischem, das man nicht genau benennen kann und das trotzdem sofort und unweigerlich nach diesem Küstenstreifen riecht, nach diesem spezifischen Abschnitt Erde und Wasser zwischen dem ersten und dem neunten Lebensjahr. :7. Kari feljebb tekerte a fűtést, Jon pedig úgy hagyta az ablakot, ahogy volt, és ez a kimondatlan kompromisszum, anélkül hogy bármelyikük tudta volna, az odaúton az egyetlen pillanat volt, amikor ugyanazt akarták. - Kari drehte die Heizung höher, und Jon ließ das Fenster, wie es war, und dieser unausgesprochene Kompromiss war, ohne dass einer von ihnen es wusste, der einzige Moment auf der Hinfahrt, in dem sie dasselbe wollten. :8. Az ablaktörlő zavarta, mert minden visszamenetnél világos, súrlódó nyikorgást adott ki, amely annak a sajátos kellemetlenségére emlékeztetett, amikor egy hang nem fáj, de nem hagyja abba, és mert ezt az ablaktörlőt évek óta nem javították meg, noha az apja minden tavasszal, többnyire márciusban, amikor a fény újra erősebb lett és az autóra gyakrabban volt szükség, azt mondta, ezt el kell intéznie, aztán mégsem intézte el, mert mindig közbejött valami más, vagy mert – ami valószínűbb volt – szüksége volt az apró, megjavítatlan dolgokra ahhoz, hogy elképzelhesse, még van idő megjavítani őket. - Der Scheibenwischer störte sie, weil er bei jedem Rückhub ein helles, schleifendes Quietschen erzeugte, das an die spezifische Unannehmlichkeit eines Geräusches erinnerte, das nicht wehtut, aber nicht aufhört, und weil dieser Wischer seit Jahren nicht repariert worden war, obwohl ihr Vater jedes Frühjahr, meistens im März, wenn das Licht wieder stärker wurde und man das Auto öfter brauchte, sagte, er müsse das erledigen, und es dann nicht erledigte, weil immer etwas anderes kam oder weil er, was wahrscheinlicher war, die kleinen unreparierten Dinge brauchte, um sich vorzustellen, dass noch Zeit war, sie zu reparieren. :9. A földút előtt parkoltak le, mert onnantól túl mély volt a sár, és az utolsó száz métert az esőben tették meg, amely úgy hullott a kabátjukra, mint valami, ami nem ismeri a rosszindulatot, és ezért a tekintetet sem – egyenletesen, kitartóan, teljesen közömbösen jelenlétük oka iránt. - Sie parkten vor dem Feldweg, weil der Schlamm ab dort zu tief war, und gingen die letzten hundert Meter durch den Regen, der auf ihre Jacken fiel wie etwas, das keine Böswilligkeit kennt und daher auch keine Rücksicht – gleichmäßig, ausdauernd, vollkommen indifferent gegenüber dem Anlass ihrer Anwesenheit. :10. A fészer, amelyet Kari utoljára nyáron látott, kisebb volt, mint az emlékezetében, ami nem volt igaz, és ő mégis ezt gondolta, mert az emlékek nem méreteznek, hanem jelentenek, és mert ez a fészer gyermekkorában nagyobb helyet foglalt el, mint az alapterülete. - Der Schuppen, den Kari zuletzt im Sommer gesehen hatte, war kleiner als in ihrer Erinnerung, was nicht stimmte und was sie trotzdem dachte, weil Erinnerungen nicht skalieren, sondern bedeuten, und weil dieser Schuppen in ihrer Kindheit mehr Raum eingenommen hatte als seine Grundfläche. :11. A falapok azt a színt vették fel, amelyet az öreg, nedves fa vesz fel – egy szürkésbarnát, amely már nem fokozódik tovább, amely minden mállási folyamat végén áll, mint egy utolsó, nyugodt mondat egy hosszú szöveg után. - Die Holzwände hatten die Farbe angenommen, die altes, feuchtes Holz annimmt – ein Graubraun, das sich nicht mehr steigert, das am Ende aller Verwitterungsprozesse liegt wie ein letzter, ruhiger Satz nach einem langen Text. :12. Az ajtó szorult, mert a fa az őszi esőben megdagadt, és Jon kétszer belerúgott, nem türelmetlenséggel, hanem egy húsz éve fizikai munkát végző férfi pontos, erőtakarékos elszántságával, aki tudja, mennyi erő kell egy ajtónak, és mennyi lenne belőle puszta frusztráció. - Die Tür klemmte, weil das Holz im Herbstregen gequollen war, und Jon trat zweimal dagegen, nicht mit Ungeduld, sondern mit der präzisen, kraftsparenden Entschlossenheit eines Mannes, der seit zwanzig Jahren körperlich arbeitet und weiß, wie viel Kraft eine Tür braucht und wie viel davon Frustration wäre. :13. Ami eléjük áradt, amikor az ajtó engedett, kevésbé volt szag, mint inkább állapot – évtizedek dohányfüstjének sűrűsége, amely beleette magát a farostokba, motorolajé, amelyet valamikor kiöntöttek, és amely soha nem tűnt el egészen, sós levegőé, amely a falak minden repedésén áthúzott, és alatta, alapzöngéként, amelyet csak egy pillanat után vett észre az ember, valami organikus, nehéz, amit nem lehetett összerakni az alkotórészeiből, és amit Kari akarata ellenére teljesen és elválaszthatatlanul az apjával kapcsolt össze. - Was ihnen entgegenkam, als die Tür nachgab, war weniger ein Geruch als ein Zustand – eine Dichte aus Jahrzehnten von Tabakrauch, der sich in die Holzfasern gefressen hatte, aus Motoröl, das irgendwann verschüttet worden war und nie ganz verschwunden war, aus Salzluft, die durch jede Ritze der Wände zog, und darunter, als Grundton, den man erst nach einem Moment wahrnahm, etwas Organisches, Schweres, das sich nicht aus seinen Bestandteilen zusammensetzen ließ und das Kari, ohne es zu wollen, als vollständig und untrennbar mit ihrem Vater verband. :14. Megállt a küszöbön, és egyszer mély levegőt vett, tudatosan, szinte módszeresen, mert megtanulta, hogy mindig az első pillanat dönti el, mennyi ellenőrzést tart meg az ember a nap hátralévő része fölött. - Sie blieb an der Schwelle stehen und atmete einmal durch, bewusst, fast methodisch, weil sie gelernt hatte, dass der erste Moment immer der ist, der entscheidet, wie viel Kontrolle man über den Rest des Tages behält. :15. Jon a hátsó fal előtt állt, és Kari azonnal látta, amit ő látott, még mielőtt odalépett volna: a horgászbotot, amely két szög között lógott, a zsinórt szabálytalan menetekben feltekerve, több helyen összecsomózva, mint valami, ami felhagyott azzal, hogy rendet állítson, anélkül hogy megszűnt volna ott lenni. - Jon stand vor der hinteren Wand, und Kari sah sofort, was er sah, noch bevor sie herangetreten war: die Angel, die zwischen zwei Nägeln hing, die Schnur in unregelmäßigen Windungen aufgerollt, an mehreren Stellen verknotet, wie etwas, das aufgehört hat, Ordnung zu behaupten, ohne aufgehört zu haben, da zu sein. :16. A végén lévő horog mély, tompa vörösbarnára oxidálódott, és a szín felvette azt az egyenletességet és véglegességet, amely akkor keletkezik, amikor egy folyamat olyan sokáig tart, hogy már nem folyamatként mutatkozik, hanem állapotként, tulajdonságként, akként, ami a dolog egyszerűen most már. - Der Haken am Ende war zu einem tiefen, matten Rotbraun oxidiert, und die Farbe hatte die Gleichmäßigkeit und Endgültigkeit angenommen, die entsteht, wenn ein Prozess so lange läuft, dass er sich nicht mehr als Prozess zeigt, sondern als Zustand, als Eigenschaft, als das, was die Sache nun einmal ist. :17. Jon levette a horgászbotot – lassan, két kézzel –, és ahogyan tartotta, többet mondott mindennél, amit ezen a napon mondott: kissé előrehajolva, vállát valamelyest leejtve, fejét megdöntve, mintha valamire figyelne, amit a bot talán még sugároz, és amit ő talán még fogni tud. - Jon nahm die Angel herunter – langsam, mit beiden Händen – und die Art, wie er sie hielt, sagte mehr als alles, was er an diesem Tag gesagt hatte: leicht vorgebeugt, die Schultern etwas abgefallen, den Kopf geneigt, als lauschte er auf etwas, das die Angel vielleicht noch sendete und das er vielleicht noch empfangen konnte. :18. Kari mozdulatlanul nézte őt, és felismerte a tartásában valamit, amit nem gyakran látott rajta – nem gyászt, mert a gyásznak iránya van, ennek pedig nem volt, inkább megállás volt, rövid felfüggesztése annak az előrehaladásnak, amelyet az élet követel, és amelyet az ember valamikor már olyan automatikusan végez, hogy elfelejti, vannak pillanatok, amikor áll. - Kari sah ihm zu, ohne sich zu bewegen, und sie erkannte in seiner Haltung etwas, das sie an ihm nicht oft gesehen hatte – nicht Trauer, weil Trauer eine Richtung hat, und das hier hatte keine, es war eher ein Innehalten, ein kurzes Anhalten jener Bewegung vorwärts, die das Leben verlangt und die man irgendwann so automatisch vollzieht, dass man vergisst, dass es auch Momente gibt, in denen man steht. :19. Mellé lépett, és kinyújtotta a kezét anélkül, hogy elmagyarázta volna, mit akar vele, ő pedig olyan magától értetődőséggel adta át neki a horgászbotot, amely azt jelentette, hogy megértette, mire gondol, még mielőtt Kari maga meg tudta volna nevezni. - Sie trat neben ihn und streckte die Hand aus, ohne zu erklären, was sie damit vorhatte, und er gab ihr die Angel mit einer Selbstverständlichkeit, die bedeutete, dass er verstanden hatte, was gemeint war, bevor sie selbst es hätte benennen können. :20. A markolat fája sima és száraz volt és könnyebb, mint várta, és ez a könnyűség olyan módon érte, amelyre nem volt kategóriája, mert a könnyűt néha nehezebb tartani, mint a nehezet. - Das Holz des Griffs war glatt und trocken und leichter als sie erwartet hatte, und diese Leichtigkeit traf sie auf eine Weise, für die sie keine Kategorie besaß, weil das Leichte manchmal schwerer zu halten ist als das Schwere. :21. Letette a horgászbotot a munkapadra, anélkül hogy tovább gondolkodott volna rajta, és azt mondta: „Ezt nem visszük magunkkal” – egy mondatot, amely nem tartalmazott indoklást, mert minden indoklás kisebbé tette volna. - Sie legte die Angel auf die Werkbank, ohne weiter darüber nachzudenken, und sagte: „Den nehmen wir nicht mit" – einen Satz, der keine Begründung enthielt, weil jede Begründung ihn kleiner gemacht hätte. :22. Jon egyszer bólintott, és ez a bólintás egyetértés volt valamivel, ami nagyobb volt, mint a döntés egy rozsdás horgászbotról egy felszámolandó fészerben. - Jon nickte einmal, und dieses Nicken war das Einverständnis mit etwas, das größer war als die Entscheidung über eine verrostete Angel in einem aufzulösenden Schuppen. :23. A többit két ember csendes hatékonyságával intézték el, akik ugyanazt tanulták meg, még ha különböző helyeken tanulták is: egy üres láda, egy félig teli benzineskanna, két használhatatlan kampó, egy 2019-es naptár, márciusnál kinyitva, annál a hónapnál, amelyben Kari születésnapja volt, és amelyben az apja abban az évben, amennyire tudta, egyszer sem gondolt rá. - Den Rest erledigten sie mit der stillen Effizienz zweier Menschen, die dasselbe gelernt haben, auch wenn sie es an verschiedenen Orten gelernt haben: eine leere Kiste, ein halbvoller Benzinkanister, zwei Haken ohne Verwendung, ein Kalender von 2019, aufgeschlagen auf März, der Monat, in dem Kari Geburtstag hatte und in dem ihr Vater in diesem Jahr, soweit sie wusste, nie daran gedacht hatte. :24. Fogta a naptárt, és betette a táskájába, és ez nem szentimentális gesztus volt, hanem az ellenkezője: kísérlet arra, hogy megtartson valamit, aminek még nem volt fájdalma, mielőtt a fájdalom megérkezett volna, és mindent a közelébe vont volna. - Sie nahm den Kalender und steckte ihn ein, und es war keine sentimentale Geste, sondern das Gegenteil davon: der Versuch, etwas zu behalten, das noch keinen Schmerz hatte, bevor der Schmerz ankam und alles in seine Nähe zog. :25. Kint az eső most ferdén hullott, hajtotta egy szél, amely akkor támadt fel, amíg ők bent voltak, és olyan közvetlenséggel csapódott a kabátjukhoz, amely nem ismert együttérzést, és nem is kellett ismernie. - Draußen fiel der Regen jetzt schräg, getrieben von einem Wind, der aufgekommen war, während sie drinnen gewesen waren, und er peitschte gegen ihre Jacken mit einer Direktheit, die kein Mitgefühl kannte und keines zu kennen brauchte. :26. Jon feltette a lakatot, és a kattanás, keményen és véglegesen, pontosan az a hang volt, amelyre ennek a pillanatnak szüksége volt, anélkül hogy bárki kérte volna – egy lezárás, amelynek nem kellett hangosnak lennie ahhoz, hogy teljes legyen. - Jon legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten, hart und endgültig, war genau das Geräusch, das dieser Moment gebraucht hatte, ohne dass jemand darum gebeten hatte – eine Schließung, die nicht laut sein musste, um vollständig zu sein. :27. Kari néhány lépéssel távolabb állt, a fjord partján, és a kulcsot tartotta, amely hideg volt és kisebbnek tűnt, mint amekkorának tűnnie kellett volna ahhoz képest, amit jelképezett, és amit mostantól már nem fog jelképezni. - Kari stand einige Schritte entfernt, am Ufer des Fjords, und hielt den Schlüssel, der kalt war und kleiner wirkte, als er hätte wirken sollen für das, was er darstellte und was er ab jetzt nicht mehr darstellen würde. :28. Habozás és szertartás nélkül dobta el, egész karjával, hosszú, egyenletes ívben a felkavart víz fölé, és a hang, amelyet becsapódáskor adott, alig volt több suttogásnál – rövid, azonnali eltűnés egy felületen, amely rögtön újra bezárult, mintha semmi sem történt volna, ami egyfajta igazság volt, ha az ember kész volt elfogadni. - Sie warf ihn ohne Zögern und ohne Zeremonie, mit dem ganzen Arm, in einem langen, gleichmäßigen Bogen über das aufgewühlte Wasser, und das Geräusch, das er beim Aufprall machte, war kaum mehr als ein Flüstern – ein kurzes, sofortiges Verschwinden in einer Oberfläche, die sich sofort schloss, als wäre nichts gewesen, was eine Art Wahrheit war, wenn man bereit war, sie anzunehmen. :29. Visszafordulás nélkül mentek az autóhoz, és Kari hagyta Jont vezetni, mert nem akarta többé a kezét a kormányon tartani, nem ma, nem ezen az útszakaszon. - Sie gingen zum Auto, ohne sich umzudrehen, und Kari ließ Jon fahren, weil sie die Hände nicht mehr auf dem Lenkrad haben wollte, nicht heute, nicht auf dieser Strecke. :30. Jon olyan gondossággal vezetett, amilyet a hétköznapokban ritkán mutatott, mintha tudná, hogy ez a visszaút olyasmi, amit nem szabad fölöslegesen megrázni. - Er fuhr mit einer Sorgfalt, die er im Alltag selten zeigte, als ob er wüsste, dass dieser Rückweg etwas war, das man nicht unnötig erschüttern sollte. :31. Az ablaktörlő elindult és nyikorgott, pontosan úgy, mint az odaúton, és Kari, aki egy órája nem hallotta ezt a hangot, most észrevette, hogy már nem zavarja, vagy hogy elhatározta, nem hagyja többé zavarni, ami ugyanarra ment ki. - Der Scheibenwischer lief an und quietschte, genau wie auf der Hinfahrt, und Kari, die das Geräusch seit einer Stunde nicht mehr gehört hatte, bemerkte jetzt, dass es sie nicht mehr störte, oder dass sie beschlossen hatte, es nicht mehr stören zu lassen, was auf dasselbe hinauslief. :32. A fejét az ablaknak támasztotta, és figyelte, ahogy a part elvonul mellette, nedvesen, szürkén és teljesen ismerősen, egy tájként, amely nincs tekintettel azokra, akik áthaladnak rajta, és éppen ezért megbízható olyan módon, ahogyan az emberek ritkán azok. - Sie lehnte den Kopf gegen das Fenster und beobachtete, wie die Küste an ihr vorbeizog, nass und grau und vollständig vertraut, eine Landschaft, die keine Rücksicht auf die nahm, die durch sie fuhren, und die genau deshalb verlässlich war in einer Art, die Menschen es selten sind. :33. Jon bekapcsolta a rádiót, három másodpercre, aztán újra kikapcsolta, és a csend, amely hátramaradt, nem ugyanaz volt, mint amely az odaúton velük volt – nem elkerült csend, nem elhalasztott csend, nem olyan, amely valamire vár, hanem két ember nyugodt, nehéz, megfelelő csendje, akik megtettek valamit, amit meg kellett tenni, és most egymás mellett ülnek annak tudatában, hogy el van intézve, és abban az egyidejű, csendes tudásban, hogy az elintézve nem jelenti azt, hogy megszűnik. - Jon schaltete das Radio ein, drei Sekunden lang, und dann wieder aus, und die Stille, die zurückblieb, war nicht dieselbe, die sie auf der Hinfahrt gehabt hatten – keine vermiedene Stille, keine aufgeschobene, keine, die auf etwas wartete, sondern die ruhige, schwere, angemessene Stille zweier Menschen, die etwas getan haben, das getan werden musste, und die jetzt nebeneinander sitzen in dem Wissen, dass es erledigt ist, und in dem gleichzeitigen, stillen Wissen, dass erledigt nicht bedeutet, dass es aufhört. -------------------- == 85 == 1 -------------------- :Elena busszal érkezik a faluba. - Elena kommt mit dem Bus ins Dorf. :1. A hőség azonnal megüti. - Die Hitze trifft sie sofort. :2. Szeptember van, de a levegő még mindig éget. - Es ist September, aber die Luft brennt noch. :3. Egy kis táskát visz magával és egy nagy fáradtságot. - Sie trägt eine kleine Tasche und eine große Müdigkeit. :4. Tíz éve nem járt már itt. - Zehn Jahre ist sie nicht mehr hier gewesen. :5. A sikátorok szűkebbek, mint ahogy emlékezetében éltek. - Die Gassen sind enger, als sie sie in Erinnerung hat. :6. A házak kisebbek. - Die Häuser sind kleiner. :7. A piactér paradicsom és por szagát árasztja. - Der Marktplatz riecht nach Tomaten und Staub. :8. Elena megáll, mert nevetést hall. - Elena bleibt stehen, weil sie Lachen hört. :9. Olyan nevetés ez, amelyet ismer. - Es ist ein Lachen, das sie kennt. :10. Carlo egy műhely előtt áll. - Carlo steht vor einer Werkstatt. :11. Felgyűrte az ingujját. - Er hat die Ärmel hochgekrempelt. :12. A karja fekete a gépzsírtól. - Seine Arme sind schwarz von Schmiere. :13. Egy másik férfival nevet. - Er lacht mit einem anderen Mann. :14. Elena mély levegőt vesz. - Elena atmet tief. :15. Nem fordul el, de oda sem megy. - Sie dreht sich nicht weg, aber sie geht auch nicht hin. :16. Összeszorul a gyomra. - Ihr Magen zieht sich zusammen. :17. Paradicsomot vesz a piacon, mert valamit tennie kell. - Sie kauft Tomaten auf dem Markt, weil sie etwas tun muss. :18. Az öregasszony a standnál sokáig nézi őt. - Die alte Frau am Stand sieht sie lange an. :19. Aztán azt mondja: „Te Lucia lánya vagy.” - Dann sagt sie: „Du bist die Tochter von Lucia." :20. Elena csak bólint. - Elena nickt nur. :21. Este elmegy Carlo házához. - Am Abend geht sie zu Carlos Haus. :22. A lépcső nyikorog, mint régen. - Die Treppe knarrt, wie früher. :23. Carlo ajtót nyit. - Carlo öffnet die Tür. :24. Ránéz, és nem mond semmit. - Er sieht sie an, und er sagt nichts. :25. Aztán halkan azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Dann sagt er leise: „Du siehst aus wie deine Mutter." :26. Elena nem válaszol. - Elena antwortet nicht. :27. Nyitott tenyérrel arcul üti. - Sie schlägt ihn mit der flachen Hand ins Gesicht. :28. Carlo nem kap az arcához. - Carlo hält sich nicht die Wange. :29. Csak nézi őt, sötét szemmel. - Er schaut sie nur an, die Augen dunkel. :30. Nincs bocsánatkérés a tekintetében. - Es gibt keine Entschuldigung in seinem Blick. :31. Elena újra lemegy a lépcsőn. - Elena geht die Treppe wieder hinunter. :32. A keze kissé remeg. - Ihre Hände zittern ein bisschen. :33. Elsív egy cigarettát az anyja háza előtt. - Sie raucht eine Zigarette vor dem Haus ihrer Mutter. :34. Az utca üres. - Die Straße ist leer. :35. Éjjel egy órakor valaki kopog az ajtón. - Um ein Uhr in der Nacht klopft jemand an die Tür. :36. Carlo az. - Es ist Carlo. :37. Egy szót sem szól, csak int egyet. - Er sagt kein Wort, er macht nur eine Geste. :38. Követi őt, mert mindig is ezt tette. - Sie folgt ihm, weil sie es immer getan hat. :39. A garázsban két régi autóülés áll. - In der Garage stehen zwei alte Autositze. :40. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie. :41. Isznak, és keveset beszélnek. - Sie trinken, und sie reden wenig. :42. Aztán Carlo a keze után nyúl. - Dann greift Carlo nach ihrer Hand. :43. Az ujjai érdesek és melegek. - Seine Finger sind rau und warm. :44. Elena hagyja. - Elena lässt es zu. :45. A saját szívverését érzi a torkában. - Sie spürt ihren eigenen Herzschlag im Hals. :46. „Matteo soha nem kérdez rólam”, suttogja. - „Matteo fragt nie nach mir", flüstert sie. :47. Carlo azt mondja: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani.” - Carlo sagt: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert." :48. Rövid szünetet tart. - Er macht eine kurze Pause. :49. Aztán azt mondja: „Ezt nekem az apám soha nem mutatta meg.” - Dann sagt er: „Das hat mir mein Vater nie gezeigt." :50. Elena elveszi a kezét. - Elena nimmt die Hand weg. :51. A borospoharat a földre teszi. - Sie stellt das Weinglas auf den Boden. :52. Azon az éjszakán már nem mond semmit. - Sie sagt nichts mehr in dieser Nacht. :53. Másnap reggel Elena korán ébred. - Am nächsten Morgen wacht Elena früh auf. :54. Odakint még sötét van. - Es ist noch dunkel draußen. :55. Gyorsan bepakolja a táskáját. - Sie packt ihre Tasche schnell. :56. Aztán nem az állomásra megy. - Dann geht sie nicht zum Bahnhof. :57. Signora Grazia házához megy. - Sie geht zum Haus von Signora Grazia. :58. A konyhában már ég a fény. - Das Licht in der Küche brennt schon. :59. Elena benéz az ablakon. - Elena schaut durch das Fenster. :60. Matteo az asztalnál ül. - Matteo sitzt am Tisch. :61. Kenyeret márt tejbe. - Er tunkt Brot in Milch. :62. Nagyra nőtt. - Er ist groß geworden. :63. A nagymama megsimítja a fejét. - Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. :64. Mosolyog. - Er lächelt. :65. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas. :66. Egy percig így áll. - Sie steht eine Minute lang so. :67. Aztán megfordul. - Dann dreht sie sich um. :68. Az állomásra megy anélkül, hogy becsengetne. - Sie geht zum Bahnhof, ohne zu klingeln. :69. A vonat pontosan érkezik. - Der Zug kommt pünktlich. :70. Felszáll. - Sie steigt ein. :71. A nap felkel, amikor a vonat elindul. - Die Sonne geht auf, als der Zug fährt. :72. Elena kinéz az ablakon, de nem lát semmit. - Elena schaut aus dem Fenster, aber sie sieht nichts. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Elena - Elena :1. Elena leszáll a buszról, és a falu szaga úgy csapja meg, mint egy ütés. - Elena steigt aus dem Bus, und der Geruch des Dorfes trifft sie wie ein Schlag. :2. Érett paradicsom, forró kő és régi olaj szaga van. - Es riecht nach reifen Tomaten, nach heißem Stein und nach altem Öl. :3. Azonnal tudja, honnan jön az olajszag. - Sie weiß sofort, woher der Ölgeruch kommt. :4. A műhely még mindig ott van, mindjárt a sarkon túl, pontosan úgy, mint tíz évvel ezelőtt. - Die Werkstatt ist noch da, gleich um die Ecke, genau wie vor zehn Jahren. :5. Elena leteszi a táskáját a földre, és rágyújt egy cigarettára. - Elena stellt ihre Tasche auf den Boden und zündet sich eine Zigarette an. :6. Lassan dohányzik, mert időre van szüksége, mielőtt továbbmegy. - Sie raucht langsam, weil sie Zeit braucht, bevor sie weitergeht. :7. Aztán meghallja a nevetést, és a keze egy pillanatra megáll. - Dann hört sie das Lachen, und ihre Hand hält kurz inne. :8. Carlo nevetése az, mély és egy kicsit túl hangos, mint mindig. - Es ist Carlos Lachen, tief und ein bisschen zu laut, wie immer. :9. Nem fordítja el a fejét, de mégis látja őt. - Sie dreht den Kopf nicht, aber sie sieht ihn trotzdem. :10. Egy motorháztető alatt áll, a karja tele kenőanyaggal, és egy fiatal fickóval nevet. - Er steht unter einer Motorhaube, die Arme voller Schmiere, und lacht mit einem jungen Kerl. :11. Elena elnyomja a cigarettát, és újra felveszi a táskáját. - Elena drückt die Zigarette aus und nimmt ihre Tasche wieder. :12. Elmegy a piactér mellett, anélkül hogy balra vagy jobbra nézne. - Sie geht am Marktplatz vorbei, ohne links oder rechts zu schauen. :13. A zöldségesstand öregasszonya a nevét kiáltja, de Elena úgy tesz, mintha nem hallaná. - Die alte Frau vom Gemüsestand ruft ihren Namen, aber Elena tut so, als hört sie es nicht. :14. Az anyja háza pornak és egy olyan életnek a szagát árasztja, amely véget ért. - Das Haus ihrer Mutter riecht nach Staub und nach einem Leben, das aufgehört hat. :15. Elena kinyitja az ablakokat, mert a levegő fülledt, és levegőt kell vennie. - Elena öffnet die Fenster, weil die Luft stickig ist und sie atmen muss. :16. Leül a konyhaasztalhoz, és a kezét laposan a fára teszi. - Sie setzt sich an den Küchentisch und legt die Hände flach auf das Holz. :17. A fa hideg, bár odakint még hőség van. - Das Holz ist kalt, obwohl draußen noch Hitze ist. :18. Este elhatározza, hogy elmegy Carlo anyjához, mert valójában ez az oka annak, hogy itt van. - Am Abend beschließt sie, zu Carlos Mutter zu gehen, weil das der Grund ist, warum sie wirklich hier ist. :19. Az első emeletre vezető lépcső minden lépésnél nyikorog, és Elena számolja a fokokat, mert valamit számolnia kell. - Die Treppe zum ersten Stock knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen, weil sie etwas zählen muss. :20. Carlo nyitja ki az ajtót, nem az anyja, és egy pillanatig egyikük sem szól semmit. - Carlo öffnet die Tür, nicht seine Mutter, und für einen Moment sagen beide nichts. :21. Idősebb lett, de a szeme ugyanolyan, sötét és nyugodt, mint egy állaté. - Er ist älter geworden, aber seine Augen sind gleich, dunkel und ruhig wie ein Tier. :22. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja, és a hangja szinte barátságosan cseng. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und seine Stimme klingt fast freundlich. :23. Elena levegőt vesz, aztán megüti őt. - Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn. :24. A keze eltalálja az arcát, és a hang hangosabb, mint várta. - Die Hand trifft seine Wange, und das Geräusch ist lauter als erwartet. :25. Carlo nem mozdul, nem fogja meg az arcát, egy szót sem szól. - Carlo bewegt sich nicht, er hält sich nicht die Wange, er sagt kein Wort. :26. Ránéz, és a tekintetében nincs megbánás, de harag sincs. - Er schaut sie an, und in seinem Blick ist keine Reue, aber auch keine Wut. :27. Ez a legrosszabb, gondolja Elena, a hiányzó harag. - Das ist das Schlimmste, denkt Elena, die fehlende Wut. :28. Megfordul, és lemegy a lépcsőn, anélkül hogy reakcióra várna. - Sie dreht sich um und geht die Treppe hinunter, ohne auf eine Reaktion zu warten. :29. Odakint most hűvösebb a levegő, és az ég tele van csillagokkal. - Draußen ist die Luft jetzt kühler, und der Himmel ist voller Sterne. :30. Elena visszamegy az anyja házába, és egyedül megiszik egy pohár bort. - Elena geht zum Haus ihrer Mutter zurück und trinkt alleine ein Glas Wein. :31. Nem alszik, mert az éjszaka túl csendes, a gondolatai pedig túl hangosak. - Sie schläft nicht, weil die Nacht zu still ist und ihre Gedanken zu laut. :32. Nem sokkal egy után kopognak az ajtón, halkan, kétszer. - Um kurz nach eins klopft es an die Tür, leise, zweimal. :33. Tudja, ki az, mielőtt kinyitná. - Sie weiß, wer es ist, bevor sie aufmacht. :34. Carlo áll a sötétben, egy borosüveggel a kezében, és egyszerűen vár. - Carlo steht im Dunkeln, eine Weinflasche in der Hand, und wartet einfach. :35. Elena szélesebbre húzza az ajtót, mert már nincs ereje nemet mondani. - Elena zieht die Tür weiter auf, weil sie keine Kraft mehr hat, Nein zu sagen. :36. Együtt mennek a műhelybe, anélkül hogy egy szót is ejtenének róla. - Sie gehen zusammen in die Werkstatt, ohne ein Wort darüber zu verlieren. :37. A garázsban két régi autóülés áll, amelyeket Carlo valamikor egy roncsból szedett ki. - In der Garage stehen zwei alte Autositze, die Carlo irgendwann aus einem Wrack geholt hat. :38. Kinyitja az üveget, neki adja az első poharat, és állva isznak. - Er öffnet die Flasche und gibt ihr das erste Glas, und sie trinken im Stehen. :39. Aztán leülnek, és a köztük lévő csend nem kellemetlen. - Dann setzen sie sich, und die Stille zwischen ihnen ist nicht unangenehm. :40. Carlo kinyújtja a kezét, és kérdezés nélkül az övére teszi. - Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen. :41. Az ujjai érdesek, a bőre száraz és sötét az ujjperceknél. - Seine Finger sind rau, die Haut trocken und dunkel an den Knöcheln. :42. Elena a két kezükre néz, és arra gondol, hogy régebben fiatalabbnak látszottak. - Elena schaut auf ihre beiden Hände und denkt, dass sie früher jünger aussahen. :43. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja, és a hangja laposabbnak hangzik, mint szeretné. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie, und ihre Stimme klingt flacher als sie möchte. :44. Carlo iszik egy kortyot, mielőtt válaszol. - Carlo trinkt einen Schluck, bevor er antwortet. :45. „Megtanítom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja, „és hogyan kell újra összerakni.” - „Ich bringe ihm bei, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt." :46. Rövid szünetet tart, majd hozzáteszi: „Az apámnak ezt senki sem tanította meg.” - Er macht eine kurze Pause und fügt hinzu: „Meinem Vater hat das niemand beigebracht." :47. Elena elveszi a kezét, és a poharat az autóülés mellé teszi. - Elena nimmt ihre Hand weg und stellt das Glas neben den Autositz. :48. Nem mond semmit, mert nincs mit mondani, ami ne volna már kimondva. - Sie sagt nichts, weil es nichts zu sagen gibt, das nicht schon gesagt ist. :49. Még egy órát marad, aztán egyedül megy vissza. - Sie bleibt noch eine Stunde, dann geht sie alleine zurück. :50. Napkelte előtt Elena gyorsan és habozás nélkül összepakolja a táskáját. - Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche, schnell und ohne zu zögern. :51. Nem kapcsolja fel a villanyt, mert sötétben jobban ismeri az anyja szobáját. - Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter im Dunkeln besser kennt. :52. Aztán nem a pályaudvarra megy, hanem először Signora Grazia utcájába. - Dann geht sie nicht zum Bahnhof, sondern zuerst zur Straße von Signora Grazia. :53. A konyhában már ég a fény, bár még korán van. - Das Licht in der Küche brennt schon, obwohl es noch früh ist. :54. Elena odaáll az ablakhoz, és benéz. - Elena stellt sich ans Fenster und schaut hinein. :55. Matteo az asztalnál ül, kenyeret márt tejbe, és közben semmi meghatározottat nem néz. - Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch und schaut dabei auf nichts Bestimmtes. :56. Nagy lett, nagyobb, mint várta, Carlo vállával és az ő orrával. - Er ist groß geworden, größer als sie erwartet hat, mit Carlos Schultern und ihrer Nase. :57. Signora Grazia megsimogatja a fejét, és a fiú hagyja, anélkül hogy felnézne. - Signora Grazia streicht ihm über den Kopf, und der Junge lässt es zu, ohne aufzublicken. :58. Elena a homlokát az üvegnek nyomja, és az üveg hideg és szilárd. - Elena drückt die Stirn gegen das Glas, und das Glas ist kalt und fest. :59. Pontosan egy percig marad, aztán elszakad tőle, és elmegy. - Sie bleibt genau eine Minute, dann löst sie sich und geht. :60. A pályaudvaron vesz egy jegyet Milánóba, és egy fémpadon vár. - Am Bahnhof kauft sie ein Ticket nach Mailand und wartet auf einer Metallbank. :61. A vonat pontosan érkezik, mint mindig ebben az irányban. - Der Zug kommt pünktlich, wie immer in dieser Richtung. :62. Elena felszáll, beteszi a táskát a csomagtartóba, és leül az ablak mellé. - Elena steigt ein, stellt die Tasche in die Ablage und setzt sich ans Fenster. :63. Amikor a vonat elindul, a nap éppen felkel, narancssárgán és nagy korongként a dombok fölött. - Als der Zug anfährt, geht die Sonne gerade auf, orange und groß über den Hügeln. :64. Odanéz, mert oda kell néznie. - Sie schaut hin, weil sie hinschauen muss. :65. De a nap nem melegíti, és a fény csak fény. - Aber die Sonne wärmt sie nicht, und das Licht ist nur Licht. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :Elena visszatér - Elena kehrt zurück :1. Elena emlékszik a falu szagára, de elfelejtette, mennyire testi ez a szag – hogyan nyomul be az ember orrába, még mielőtt egyáltalán ideje volna felvértezni magát. - Elena erinnert sich an den Geruch des Dorfes, aber sie hatte vergessen, wie körperlich er ist – wie er sich in die Nase drängt, bevor man überhaupt Zeit hat, sich zu wappnen. :2. A busz megáll a tér szélén, és ő utolsóként száll le. - Der Bus hält am Rand des Platzes, und sie steigt als letzte aus. :3. Érett paradicsom, forró kő, motorolaj – a falu nem változott meg, csak ő. - Reifen Tomaten, heißer Stein, Motoröl – das Dorf hat sich nicht verändert, nur sie. :4. Mélyebbre húzza a napszemüveget az arcába, és lassan megy, mert a gyors járás itt gyanúsnak hat. - Sie zieht die Sonnenbrille tiefer ins Gesicht und geht langsam, weil schnelles Gehen hier verdächtig wirkt. :5. Már húsz lépés után meghallja a nevetését, és a teste gyorsabban reagál, mint az értelme. - Schon nach zwanzig Schritten hört sie sein Lachen, und ihr Körper reagiert schneller als ihr Verstand. :6. Carlo a műhely előtt áll, ingujja könyékig feltűrve, alkarján gépzsírral, és valamit magyaráz egy fiatal fickónak egy motornál. - Carlo steht vor der Werkstatt, die Ärmel bis zu den Ellbogen gekrempelt, Schmiere auf den Unterarmen, und erklärt einem jungen Kerl irgendetwas an einem Motor. :7. Meghízott, de jól áll neki, ahogy néha azoknak a férfiaknak áll jól, akik testi munkát végeznek. - Er hat zugenommen, aber er trägt es gut, wie Männer es manchmal tun, die körperlich arbeiten. :8. Elena elmegy a piac mellett, nem vesz semmit, nem köszön senkinek, és anyja háza azzal a különös csönddel fogadja, amely azokban a lakásokban van, ahol valaki meghalt. - Elena geht am Markt vorbei, kauft nichts, grüßt niemanden, und das Haus ihrer Mutter empfängt sie mit der besonderen Stille, die Wohnungen haben, in denen jemand gestorben ist. :9. Kinyitja az összes ablakot, vizet iszik a csapból, aztán sokáig ül a konyhaasztalnál, összekulcsolt kézzel, mint egy templomban. - Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung und sitzt dann lange am Küchentisch, die Hände gefaltet wie in einer Kirche. :10. Később este Carlo ajtaja előtt áll, abban a virágos ruhában, amelyet szándékosan hozott magával, anélkül hogy megmagyarázta volna magának, miért. - Später am Abend steht sie vor Carlos Tür, in dem geblümten Kleid, das sie absichtlich mitgenommen hat, ohne sich selbst zu erklären, warum. :11. A férfi ajtót nyit, és tekintete egyszer végigvándorol rajta lefelé, majd újra felfelé, nyugodtan és sietség nélkül. - Er öffnet, und sein Blick wandert einmal an ihr herunter und wieder hinauf, ruhig und ohne Eile. :12. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja, és ez nem hangzik gonoszul, de gonosz. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und es klingt nicht gemein, aber es ist gemein. :13. Elena levegőt vesz, aztán megüti, tenyérrel, laposan, úgy, ahogy az ember azt üti meg, akit tíz éven át nem tudott megütni. - Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn, flach mit der Hand, so wie man jemanden schlägt, den man zehn Jahre lang nicht schlagen konnte. :14. Carlo nem hátrál meg, nem szorítja a kezét az arcára, csak kissé megváltozik az arckifejezése. - Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Hand gegen die Wange, er verändert nur leicht den Ausdruck. :15. A szemében nincs megbánás, de meglepetés sincs, mintha számított volna erre, egyszer, valamikor, valahol. - In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, als hätte er damit gerechnet, irgendwann, irgendwo. :16. Elena megfordul, és lemegy a lépcsőn, a térde kissé remeg, a keze szorosan ökölbe zárva. - Elena dreht sich um und geht die Treppe hinunter, die Knie ein bisschen weich, die Hände fest zur Faust geschlossen. :17. Három cigarettát szív el egymás után az anyja háza előtti padon, és közben egy sikátorba néz, amely a semmibe vezet. - Sie raucht drei Zigaretten hintereinander auf der Bank vor dem Haus ihrer Mutter und schaut dabei in eine Gasse, die ins Nichts führt. :18. Amikor nem sokkal éjfél után kopog, Elena már az ablaknál áll, és látta őt feljönni az utcán. - Als er kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster und hat ihn schon die Straße heraufkommen sehen. :19. Egy üveg vörösbort tart a kezében, mint egy bocsánatkérést, amelyet nem akar kimondani. - Er hält eine Flasche Rotwein in der Hand wie eine Entschuldigung, die er nicht aussprechen will. :20. Elena beengedi, anélkül hogy bármit mondana, mert a hallgatás közöttük mindig őszintébb volt, mint a beszéd. - Sie lässt ihn herein, ohne etwas zu sagen, weil Schweigen zwischen ihnen immer ehrlicher war als Reden. :21. A garázsban két kiszuperált autóülésen ülnek, amelyek régi bőr és benzin szagát árasztják, és olyan poharakból isznak, amelyeket Carlo a dzsekijéből húz elő. - In der Garage sitzen sie auf zwei ausgedienten Autositzen, die nach altem Leder und Benzin riechen, und trinken aus Gläsern, die Carlo aus seiner Jacke zieht. :22. A fény gyenge, egy csupasz villanykörte, amely több árnyékot vet, mint világosságot. - Das Licht ist schwach, eine nackte Glühbirne, die mehr Schatten wirft als Helligkeit. :23. Carlo kinyújtja a kezét, és az övére teszi, anélkül hogy megkérdezné, akarja-e ezt. - Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen, ob sie das möchte. :24. Elena erre a kézre néz, amely érdes és meleg, és annyira ismerős, hogy fáj. - Elena schaut auf diese Hand, die rau ist und warm und so vertraut, dass es wehtut. :25. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja végül, mert ez a mondat évek óta vár benne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, weil der Satz seit Jahren in ihr wartet. :26. Carlo iszik, mielőtt válaszolna, és Elena ismeri ezt a mozdulatot, ezt a rövid idővásárlást. - Carlo trinkt, bevor er antwortet, und sie kennt diese Geste, dieses kurze Kaufen von Zeit. :27. „Megmutatom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja, „és hogyan kell újra összerakni, ha az ember hibát követett el.” - „Ich zeige ihm, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat." :28. Irónia nélkül mondja, de Elena mégis hallja benne az iróniát, mert ő hallja bele. - Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie trotzdem, weil sie sie hineinhört. :29. Lassan visszahúzza a kezét, és leteszi a poharát a betonpadlóra. - Sie zieht die Hand langsam zurück und stellt ihr Glas auf den Betonboden. :30. Még egy órát marad, mert a felállás döntést jelent, és a döntések olyan erőbe kerülnek, amellyel nem rendelkezik. - Sie bleibt noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet, und Entscheidungen Kraft kosten, die sie nicht hat. :31. Aztán elmegy, és ő nem kíséri el, ami helyes. - Dann geht sie, und er begleitet sie nicht, was das Richtige ist. :32. Napkelte előtt Elena olyan valakinek a gyors, biztos mozdulataival pakolja össze a táskáját, aki régóta készült erre a pillanatra. - Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit den schnellen, sicheren Bewegungen von jemandem, der sich lange auf diesen Moment vorbereitet hat. :33. Anyja házát el fogja adni, ezt eldöntötte, de ma nem gondol rá. - Das Haus ihrer Mutter wird sie verkaufen, das hat sie entschieden, aber heute denkt sie nicht daran. :34. Nem közvetlenül a pályaudvarra megy, hanem a hosszú úton, amely Signora Grazia konyhaablaka előtt vezet el. - Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern den langen Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt. :35. A lámpa már ég, mint mindig ebben a korai órában, és az üvegen át Elena meglátja a fiát. - Das Licht brennt schon, wie immer zu dieser frühen Stunde, und durch das Glas sieht Elena ihren Sohn. :36. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret márt tejbe, erre a kis cselekvésre összpontosítva, mintha ez volna az egyetlen dolog a világon. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, konzentriert auf diese kleine Handlung, als wäre sie die einzige Sache auf der Welt. :37. Carlo válla van neki, és az ő módja, ahogy kissé félrebillenti a fejét, amikor gondolkodik. - Er hat Carlos Schultern und ihre Art, den Kopf leicht zu neigen, wenn er nachdenkt. :38. Signora Grazia mögötte áll, a kezét a fejére teszi, Matteo pedig röviden felnéz, és elmosolyodik, ezzel az álmos reggeli mosollyal. - Signora Grazia steht hinter ihm, legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses schläfrige Morgenlächeln. :39. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és egy pillanatra lehunyja a szemét. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und schließt die Augen für einen Moment. :40. Egyszer lélegzik, kétszer, és a harmadik lélegzetvételnél visszahúzódik. - Sie atmet einmal, zweimal, und beim dritten Atemzug zieht sie sich zurück. :41. A pályaudvaron kávét vesz az automatából, amely rossz ízű, mégis megissza. - Am Bahnhof kauft sie einen Kaffee aus dem Automaten, der schlecht schmeckt, und trinkt ihn trotzdem. :42. A milánói vonat pontosan indul, Elena pedig az ablaknál ül, táskájával az ölében, mintha meg akarná akadályozni, hogy elrepüljön. - Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, als würde sie verhindern wollen, dass sie wegfliegt. :43. A nap felkel Basilicata dombjai fölött, nagy és narancsszínű, és olyan fénybe meríti a mezőket, amilyet képeslapokra nyomtatnak. - Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, groß und orange, und taucht die Felder in ein Licht, das man auf Postkarten druckt. :44. Elena odanéz, mert szép, és mert oda kell nézni, ha valami szép. - Elena schaut hin, weil es schön ist und weil man hinschauen muss, wenn etwas schön ist. :45. De a fény nem éri el őt, megakad az ablaküvegen, mint egy határon, amelyet ő maga húzott meg. - Aber das Licht erreicht sie nicht, es bleibt an der Fensterscheibe hängen wie an einer Grenze, die sie selbst gezogen hat. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :Elena visszatérése - Elenas Rückkehr :1. A busz sóhajtva áll meg, mintha maga is megkönnyebbült volna, hogy maga mögött tudhatja ezt az utat, és Elena utolsóként száll le, mert nem akar sietni. - Der Bus hält mit einem Seufzen, als wäre er selbst erleichtert, diese Strecke hinter sich gebracht zu haben, und Elena steigt als letzte aus, weil sie sich nicht beeilen will. :2. Tíz év hosszú idő, de a falu szaga nem vár felkészülésre – egyszerűen ott van, azonnal, testileg, megalkuvást nem tűrően. - Zehn Jahre sind eine lange Zeit, aber der Geruch des Dorfes wartet nicht auf Vorbereitung – er ist einfach da, sofort, körperlich, unverhandelbar. :3. Paradicsom, por, motorolaj, és alattuk még valami, amit nem lehet megnevezni, talán maga a falu, a létezésének sajátos módja. - Tomaten, Staub, Motoröl, und darunter noch etwas, das sich nicht benennen lässt, vielleicht das Dorf selbst, seine besondere Art zu existieren. :4. Elena megigazítja a napszemüvegét, és lassan megy tovább, annak közönyös tartásával, aki csak röviden átutazik, és nincs itt története. - Elena schiebt die Sonnenbrille zurecht und geht langsam, mit der gleichgültigen Haltung von jemandem, der nur kurz durchreist und keine Geschichte hier hat. :5. A nevetés húsz lépés után találja el, még mielőtt meglátná őt, és a teste emlékszik, bár ő ezt nem engedte meg neki. - Das Lachen trifft sie nach zwanzig Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper erinnert sich, obwohl sie ihm das nicht erlaubt hat. :6. Carlo a műhely előtt áll, alkarja könyökig zsírral borítva, és egy fiatalembernek magyaráz valamit egy felnyitott motornál, azzal a türelemmel, amelyet Elena mindig gyűlölt benne, mert neki magának nincs belőle. - Carlo steht vor der Werkstatt, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere bedeckt, und erklärt einem jungen Mann etwas an einem aufgeklappten Motor, mit dieser Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt. :7. Megváltozott, de csak úgy, ahogy azok a dolgok változnak, amelyek belülről kifelé nőnek, és úgy viseli a kort, mint valamit, ami hozzá tartozik. - Er hat sich verändert, aber nur so, wie Dinge sich verändern, die von innen heraus wachsen, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm gehört. :8. Elena nem vesz semmit a piacon, nem köszön senkinek, figyelmen kívül hagyja a nőt a zöldséges standnál, aki úgy kiáltja a nevét, mintha joga volna hozzá. - Elena kauft nichts auf dem Markt, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, als wäre es ein Recht. :9. Anyja háza azt a sajátos csendet vette fel, amelyet a szobák akkor fejlesztenek ki, amikor hiányzik az ember, aki jelentést adott nekik. - Das Haus ihrer Mutter hat die spezifische Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat. :10. Kinyitja az ablakokat, csapvizet iszik, leül a konyhaasztalhoz, és a kezei, amelyeket laposan a fára tesz, idegennek tűnnek neki, túl nyugodtnak ahhoz képest, ami benne történik. - Sie öffnet die Fenster, trinkt Leitungswasser, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach aufs Holz legt, wirken ihr fremd, zu ruhig für das, was in ihr vorgeht. :11. Este felveszi a virágos ruhát, amely már tíz évvel ezelőtt is megvolt neki, és amelyet mégis becsomagolt, anélkül hogy őszinte magyarázatot adott volna rá önmagának. - Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren schon hatte und das sie dennoch eingepackt hat, ohne sich selbst eine ehrliche Erklärung dafür zu geben. :12. A lépcső Carlo lakásához minden lépésnél nyikorog, és Elena nem számolja a fokokat, mert kívülről tudja őket, akarata ellenére. - Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen nicht, weil sie sie auswendig kennt, ohne es zu wollen. :13. Carlo ajtót nyit, és a tekintete időt hagy magának, ami rosszabb, mint a sietség. - Er öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, was schlimmer ist als Eile. :14. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja olyan hangon, amely nem hangzik kegyetlennek, ami azt jelenti, hogy nem tudja, mennyire kegyetlen. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die nicht grausam klingt, was bedeutet, dass er nicht weiß, wie grausam es ist. :15. Elena megüti, mielőtt eldöntötte volna, hogy megteszi, nyitott tenyérrel, tíz év teljes felgyülemlett erejével, amely alatt nem volt képes rá. - Elena schlägt ihn, bevor sie entschieden hat, es zu tun, flach mit der Hand, mit der ganzen angesammelten Kraft von zehn Jahren, in denen sie es nicht konnte. :16. Carlo nem hátrál meg, nem szorítja tenyerét a kipirult arcához, csak kissé megváltoztatja az arckifejezését, mintha egy információt dolgozna fel. - Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die gerötete Wange, er verändert nur den Ausdruck leicht, als würde er eine Information verarbeiten. :17. A szemében nincs megbánás, de meglepetés sincs, és a meglepetés hiánya az, ami Elenát a leginkább eltalálja. - In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist das, was Elena am meisten trifft. :18. Megfordul, lemegy a lépcsőn, a térde különösen puhának érzi magát, és odakint egymás után három cigarettát szív el, anélkül hogy igazán érezné az ízüket. - Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter, die Knie merkwürdig weich, und draußen raucht sie drei Zigaretten in einer Reihe, ohne sie wirklich zu schmecken. :19. Amikor nem sokkal éjfél után kopognak, ő már az ablaknál áll, mert tudta, hogy Carlo el fog jönni, és mert éppen ezért nem zárta be az ajtót. - Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür deswegen nicht abgesperrt hat. :20. Carlo úgy tart egy borosüveget, mint valaki, aki tudja, hogy nem hozott magával szavakat, és Elena beszéd nélkül engedi be, mert a csend közöttük mindig pontosabb volt, mint bármely nyelv. - Carlo hält eine Weinflasche wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache. :21. A műhely régi gumi, benzin és a hosszú ideig megmunkált fém sajátos szagát árasztja, és a csupasz izzó több árnyékot vet, mint fényt. - Die Werkstatt riecht nach altem Gummi, Benzin und dem speziellen Geruch von Metall, das lange bearbeitet wurde, und die nackte Glühbirne wirft mehr Schatten als Licht. :22. Két autóülésen ülnek, amelyeket Carlo valamilyen roncsból mentett ki, olyan poharakból isznak, amelyeket a kabátjából húz elő, és ebben van valami ismerős, ami fáj. - Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, und das hat etwas Vertrautes, das wehtut. :23. Amikor Carlo kérdezés nélkül, a tekintetét fel sem emelve a kezére teszi a kezét, Elena érzi a pulzust a torkában, ezt a régi, megbízhatatlan árulót. - Als Carlo seine Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Verräter. :24. Carlo kezei érdesek, a bőr az ujjpercein repedezett és sötét, és annyira változatlanok, hogy Elena egy pillanatra megfeledkezik az időről. - Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel, und sie sind so unverändert, dass Elena einen Moment lang die Zeit vergisst. :25. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja végül, és a mondat nyugodtabbnak hangzik, mint amilyen, mert magában olyan sokszor elpróbálta. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn im Stillen so oft geprobt hat. :26. Carlo hosszút kortyol, mielőtt válaszol, és Elena ismeri ezt a szünetet, ezt a gondos szóválasztást, amely nála soha nem számítás, hanem valódi gondolkodás. - Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Wählen von Worten, das bei ihm nie Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken. :27. „Megmutatom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja, „és hogyan kell újra összerakni, ha az ember olyan hibát követett el, amelyet nem lehet visszacsinálni.” - „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der nicht rückgängig zu machen ist." :28. Irónia nélkül mondja, de Elena hallja az iróniát, mert ő teszi bele, mert tíz éve nem tud másképp. - Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie, weil sie sie hineinlegt, weil sie nicht anders kann, seit zehn Jahren nicht. :29. Visszahúzza a kezét, leteszi a poharat a betonpadlóra, és a mozdulatnak egy döntés véglegessége van, még akkor is, ha még egy órát marad. - Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas auf den Betonboden, und die Bewegung hat die Endgültigkeit einer Entscheidung, auch wenn sie noch eine Stunde bleibt. :30. Marad, mert felállni olyan erőbe kerül, amelyet előbb össze kell szednie, és mert odakint az éjszaka túl csendes ahhoz, ami vár rá. - Sie bleibt, weil Aufstehen Kraft kostet, die sie sich erst zusammensuchen muss, und weil die Nacht draußen zu still ist für das, was sie erwartet. :31. Aztán búcsú nélkül elmegy, és Carlo hagyja elmenni, ami a legokosabb dolog, amit valaha érte tett. - Dann geht sie, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, was er je für sie getan hat. :32. Elena még napkelte előtt becsomagolja a táskáját annak koncentrált hatékonyságával, akinek a tétovázás túl drágává vált. - Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist. :33. Nem kapcsolja fel a villanyt, mert anyja szobáját a sötétben jobban ismeri, mint világosban, ami, amikor észreveszi, elszorítja a torkát. - Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit besser kennt als im Hellen, was ihr, als sie es bemerkt, die Kehle zuschnürt. :34. Aztán elindul a hosszú úton az állomás felé, azon az úton, amely Signora Grazia konyhaablaka előtt vezet el, és nem hazudja magának, hogy ez véletlen. - Dann geht sie den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und sie lügt sich nicht an, dass es Zufall ist. :35. A konyhában már ég a fény, narancssárgán és melegen a bepárásodott üveg mögött, és Elena megáll, a táskát a testéhez húzva. - Das Licht in der Küche brennt bereits, orange und warm hinter dem beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche an den Körper gezogen. :36. Matteo az asztalnál ül, kenyeret márt tejbe annak álmos koncentrációjával, aki még félig alvásban van, és nagyobb, mint ahogy Elena várta, sokkal nagyobb. - Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Schlaf ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer. :37. Carlo válla van meg benne, Elena orra, és az a mód, ahogy gondolataiba merülve félrebillenti a fejét, egyiküktől sem származik, és mégis mindkettőjüktől. - Er hat Carlos Schultern, ihre Nase, und eine Art, den Kopf zu neigen, wenn er in Gedanken ist, die von keinem von beiden kommt und doch von beiden. :38. Signora Grazia a kezét Matteo fejére teszi, Matteo pedig röviden felpillant, elmosolyodik azzal a rövid, meleg reggeli mosollyal, amely a gyerekeké, mielőtt a nap utoléri őket. - Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf, lächelt dieses kurze, warme Morgenlächeln, das Kinder haben, bevor der Tag sie einholt. :39. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, lehunyja a szemét, és egy pillanatig csak az üveg van, a hideg, a szívverés. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment ist da nur das Glas, die Kälte, der Herzschlag. :40. Aztán elszakítja magát tőle, mert el kell szakadni, mert ez az egyetlen mozdulat, amely még az övé. - Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das die einzige Bewegung ist, die ihr noch gehört. :41. Az állomáson kávét vesz az automatából, amely égett tej ízű, és állva issza meg, mert leülni azt jelentené, hogy megérkezett. - Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen bedeuten würde, anzukommen. :42. A Milánóba tartó vonat pontosan indul, Elena pedig az ablaknál ül, a táska az ölében, kezei a hevederek köré zárva. - Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen. :43. A nap szélesen és narancssárgán kel fel Basilicata dombjai fölött, és a kora reggel súlyos, szép fényébe meríti a mezőket, abba a fénybe, amelyet képeslapokra nyomtatnak és memoárokban írnak le. - Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange, und taucht die Felder in das schwere, schöne Licht des frühen Morgens, das man auf Postkarten druckt und in Memoiren beschreibt. :44. Elena odanéz, mert szép, és mert a szépségnek kötelessége, hogy észrevegyék, még akkor is, ha az ember nem tudja befogadni. - Elena schaut hin, weil es schön ist und weil Schönheit eine Pflicht hat, bemerkt zu werden, auch wenn man sie nicht empfangen kann. :45. A fény az üvegen marad, melegíti az ablakot, de nem őt, és a vonat továbbhalad falvakon át, amelyek egyre kisebbek lesznek, míg el nem tűnnek. - Das Licht bleibt an der Scheibe, es wärmt das Glas, aber nicht sie, und der Zug fährt weiter, durch Dörfer, die kleiner werden, bis sie verschwinden. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :Elena visszatérése - Elenas Rückkehr :1. A busz hidraulikus sóhajjal áll meg a tér szélén, és Elena ülve marad, amíg a többi utas le nem száll, mert még egy pillanattal el akarja halasztani a megérkezést. - Der Bus hält mit einem hydraulischen Seufzen am Rand des Platzes, und Elena bleibt sitzen, bis die anderen Fahrgäste ausgestiegen sind, weil sie das Ankommen noch einen Moment lang aufschieben will. :2. Tíz év nem elvont szám, ezt most már tudja, ahogy a falu szaga betolakszik a nyitott ajtón – paradicsom, por, meleg kő, és alatta, alig észrevehetően, Carlos műhelyének olaja, amely mindjárt a sarkon kezdődik. - Zehn Jahre sind keine abstrakte Zahl, das weiß sie jetzt, da der Geruch des Dorfes durch die geöffnete Tür hereindrängt – Tomaten, Staub, warmer Stein und darunter, kaum wahrnehmbar, das Öl von Carlos Werkstatt, die gleich um die Ecke beginnt. :3. Utolsóként száll le, leteszi a táskát a kövezetre, és a szeptember úgy csapja felé a hőséget, mint valamit, ami rá várt. - Sie steigt als letzte aus, stellt die Tasche auf das Pflaster, und der September schlägt ihr die Hitze entgegen wie etwas, das auf sie gewartet hat. :4. A nevetés néhány lépés után éri el, még mielőtt meglátná őt, és a teste olyan közvetlenséggel reagál, amely átmenetileg felfüggeszti az önuralom minden gondolatát. - Das Lachen trifft sie nach wenigen Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper reagiert mit einer Unmittelbarkeit, die jeden Gedanken an Kontrolle vorläufig suspendiert. :5. Carlo a nyitott műhelyajtó előtt áll, alkarja könyékig bekenve zsírral, és egy fiatal szerelőnek magyaráz valamit egy felnyitott motornál, azzal a higgadt türelemmel, amelyet Elena mindig gyűlölt benne, mert neki magának nincs, és soha nem is volt. - Carlo steht vor der offenen Werkstatttür, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere eingerieben, und erklärt einem jungen Mechaniker etwas an einem aufgeklappten Motor, mit jener gleichmütigen Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt und nie besessen hat. :6. Úgy változott meg, ahogyan a férfiak változnak, amikor az idő inkább ad nekik valamit, mintsem elvesz, és úgy viseli a kort, mint valamit, ami magától értetődően megilleti. - Er hat sich verändert auf die Weise, auf die Männer sich verändern, wenn die Zeit ihnen etwas gibt statt nimmt, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm selbstverständlich zusteht. :7. Elena elmegy a piactér mellett anélkül, hogy megállna, nem köszön senkinek, figyelmen kívül hagyja a zöldségesstandnál álló nőt, aki a nevét kiáltja, olyan hangerővel és jogosultságérzettel, mint valaki, aki azt hiszi, joga van válaszokat kapni. - Elena geht am Marktplatz vorbei, ohne innezuhalten, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, mit der Lautstärke und Berechtigung von jemandem, der glaubt, ein Recht auf Antworten zu haben. :8. Anyja háza azt a különös csendet vette fel, amelyet a szobák akkor fejlesztenek ki, amikor hiányzik belőlük az ember, aki jelentést adott nekik, és ez a csend nem a zaj hiánya, hanem valami nehéznek a jelenléte. - Das Haus ihrer Mutter hat die besondere Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat, und diese Stille ist keine Abwesenheit von Geräusch, sondern eine Anwesenheit von etwas Schwerem. :9. Kinyitja az összes ablakot, vizet iszik a csapból, leül a konyhaasztalhoz, és a kezek, amelyeket laposan az öreg fára tesz, idegennek tűnnek számára, túl nyugodtnak, túl fegyelmezettnek ahhoz képest, ami alattuk dolgozik. - Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach auf das alte Holz legt, kommen ihr fremd vor, zu ruhig, zu beherrscht für das, was darunter arbeitet. :10. Este felveszi a virágos ruhát, amely tíz évvel ezelőtt az övé volt, és amelyet ennek ellenére becsomagolt anélkül, hogy rákényszerítette volna magát arra az őszinteségre, hogy megmagyarázza, miért. - Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das vor zehn Jahren ihres war und das sie trotzdem eingepackt hat, ohne sich selbst die Ehrlichkeit zuzumuten, zu erklären, warum. :11. A Carlos lakásához vezető lépcső minden lépésnél ugyanazokon a helyeken nyikorog, mint régen, és ez a tudás, amelyet a teste az értelme engedélye nélkül birtokol, tudatosítja benne, milyen mélyen ülnek bizonyos dolgok. - Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt an denselben Stellen wie früher, und dieses Wissen, das ihr Körper besitzt ohne Erlaubnis ihres Verstands, macht ihr bewusst, wie tief einige Dinge sitzen. :12. Carlo ajtót nyit, és a tekintete időt vesz magának, végigvándorol rajta lefelé, majd vissza felfelé olyan nyugalommal, amely rosszabb minden sietségnél, mert a nyugalom azt jelenti, hogy biztosnak érzi magát. - Carlo öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, wandert an ihr herunter und wieder hinauf mit einer Ruhe, die schlimmer ist als jede Eile, weil Ruhe bedeutet, dass er sich sicher fühlt. :13. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja olyan hangon, amely ezt nem kegyetlenségnek szánja, és éppen ez teszi a legteljesebb kegyetlenséggé, amelyet elkövethet vele. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die das nicht als Grausamkeit meint, was es zur vollständigsten Grausamkeit macht, die er ihr zufügen könnte. :14. Elena megüti, mielőtt az erre vonatkozó elhatározás teljesen végiggondolódna benne, tenyérrel, laposan, olyan erővel, amely tíz évből torlódott fel, amely alatt nem tudta, nem volt szabad, nem akarta. - Elena schlägt ihn, bevor der Entschluss dazu fertig gedacht ist, flach mit der Hand, mit einer Kraft, die sich aus zehn Jahren aufgestaut hat, in denen sie es nicht konnte, nicht durfte, nicht wollte. :15. Carlo nem hátrál meg, nem szorítja a tenyerét a piros foltra, csak minimálisan változtatja meg az arckifejezését, mintha egy információt venne tudomásul, amelyre valamikor számított. - Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die rote Stelle, er verändert nur minimal den Ausdruck, als würde er eine Information registrieren, die er irgendwann erwartet hat. :16. A szemében nincs megbánás, de meglepetés sincs, és a meglepetés hiánya az igazi sérülés, mélyebb mindennél, amit elképzelt magának. - In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist die eigentliche Verletzung, tiefer als alles, was sie sich vorgestellt hatte. :17. Megfordul, lemegy a lépcsőn furcsán engedő térdekkel, és odakint egymás után három cigarettát szív el anélkül, hogy érezné az ízüket, tekintetét egy sikátorra szegezve, amely sehová sem vezet. - Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter mit Knien, die merkwürdig nachgeben, und draußen raucht sie drei Zigaretten hintereinander, ohne sie zu schmecken, die Augen auf eine Gasse gerichtet, die nirgendwohin führt. :18. Amikor nem sokkal éjfél után kopognak, már az ablaknál áll, mert tudta, hogy a férfi el fog jönni, és mert pontosan ezért nem zárta be az ajtót, egy ténnyel, amellyel nem néz szembe. - Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür aus genau diesem Grund nicht abgesperrt hat, einer Tatsache, der sie sich nicht stellt. :19. Carlo úgy tart egy üveg vörösbort, mint valaki, aki tudja, hogy nem hozott magával szavakat, és hogy az sem volna megoldás, Elena pedig szó nélkül beengedi, mert a csend közöttük mindig pontosabb volt minden nyelvnél, amelyet mindketten uraltak. - Carlo hält eine Flasche Rotwein wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat und dass das auch keine Lösung wäre, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache, die sie beiden beherrschten. :20. A műhely gumi, benzin és annak a fémnek a sajátos szagát árasztja, amely évekig emberi kezekkel érintkezett, és a mennyezeten lógó csupasz villanykörte olyan fényt vet, amely inkább magyaráz, mint megvilágít. - Die Werkstatt riecht nach Gummi, Benzin und dem spezifischen Geruch von Metall, das über Jahre mit menschlichen Händen in Kontakt war, und die nackte Glühbirne an der Decke wirft Licht, das mehr erklärt als erhellt. :21. Két autóülésen ülnek, amelyeket Carlo valamilyen roncsból mentett ki, mert semmit nem dob ki, aminek még funkciója van, és poharakból isznak, amelyeket úgy húz elő a kabátjából, mintha ez normális volna. - Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, weil er nichts wegwirft, was noch Funktion hat, und trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, als wäre das normal. :22. Amikor a férfi kérdés nélkül, anélkül, hogy felemelné a tekintetét, a kezére teszi a kezét, Elena érzi a pulzust a torkában, ezt a régi, megbízhatatlan testi árulást, amely semmit sem törődik a döntéseivel. - Als er die Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Körperverrat, der sich um keine ihrer Entscheidungen schert. :23. A keze érdes, a bőr az ujjízületein repedezett és sötét a beledolgozódott olajtól, amelyet semmilyen mosás nem távolít el többé teljesen, és annyira teljesen változatlan, hogy az idő egy pillanatra megszűnik lineárisnak lenni. - Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel von eingearbeitetem Öl, das kein Waschen mehr vollständig entfernt, und sie sind so vollständig unverändert, dass die Zeit für einen Moment aufhört, linear zu sein. :24. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja végül, és a mondat nyugodtabbnak hangzik, mint amilyen, mert olyan sokszor mondta ki magában csendben, hogy elveszítette éles széleit anélkül, hogy elveszítette volna a tartalmát. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn so viele Male im Stillen gesagt hat, dass er seine scharfen Kanten verloren hat, ohne seinen Inhalt zu verlieren. :25. Carlo hosszút kortyol, mielőtt válaszol, és Elena ismeri ezt a szünetet, ezt a szavak gondos mérlegelését, amely nála nem számítás, hanem valódi gondolkodás, ami őt minden ellenére jobb emberré teszi, mint őt. - Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Abwiegen von Worten, das bei ihm keine Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken, was ihn, trotz allem, zu einem besseren Menschen macht als sie. :26. „Megmutatom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja végül, „és hogyan kell újra összerakni, ha az ember olyan hibát követett el, amelyet nem lehet visszavonni.” - „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er schließlich, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der sich nicht rückgängig machen lässt." :27. Irónia nélkül mondja, ezt Elena tudja, de nem tudja abbahagyni, hogy mégis hallja benne, mert tíz éve mindenben keres valamit, amit a férfi mond, és mert ez az övé, nem a férfié. - Er meint es ohne Ironie, das weiß sie, aber sie kann nicht aufhören, sie zu hören, weil sie seit zehn Jahren in allem sucht, was er sagt, und weil das ihres ist, nicht seins. :28. Visszahúzza a kezét, a poharat olyan gondossággal teszi a betonpadlóra, mintha a pohár törékeny volna, noha tudja, hogy nem az, aztán még egy órát marad, mert felállni döntést jelentene. - Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas mit einer Sorgfalt auf den Betonboden, als wäre das Glas zerbrechlich, obwohl sie weiß, dass sie es nicht ist, und dann bleibt sie noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet. :29. A döntés végül magától jön, ahogyan a döntések jönnek, amikor az ember már felhagyott azzal, hogy várjon rájuk, és Elena búcsú nélkül megy el, Carlo pedig hagyja elmenni, ami a legokosabb dolog, amit valaha érte tett, és a legszomorúbb. - Die Entscheidung kommt schließlich von selbst, wie Entscheidungen kommen, wenn man aufgehört hat, auf sie zu warten, und sie geht, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, das er je für sie getan hat, und das Traurigste. :30. Elena még napfelkelte előtt összepakolja a táskáját annak koncentrált hatékonyságával, akinek a habozás túl drágává vált, akinek a habozás túl sokba került, túl sok éven át. - Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist, dem Zögern zu viel gekostet hat, über zu viele Jahre. :31. Nem kapcsol villanyt, mert anyja szobáját a sötétben teljesebben ismeri, mint világosban, és ez a felismerés, amikor megfogalmazza, összeszorítja a torkát. - Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit vollständiger kennt als im Hellen, und diese Erkenntnis, als sie sie formuliert, schnürt ihr die Kehle zu. :32. A hosszú utat választja az állomásig, azt az utat, amely Signora Grazia konyhaablaka mellett vezet el, és nem hazudja magának, hogy ez véletlen vagy megszokás vagy bármi más, mint ami. - Sie nimmt den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und lügt sich nicht an, dass es Zufall ist oder Gewohnheit oder irgendetwas anderes als das, was es ist. :33. A konyhában már ég a lámpa, melegen és narancssárgán a kissé bepárásodott üveg mögött, Elena pedig megáll, a táskát szorosan a testéhez húzva, mintha egy tárgyba kapaszkodni megakadályozhatná a remegést. - Das Licht in der Küche brennt bereits, warm und orange hinter dem leicht beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche fest an den Körper gezogen, als könnte das Festhalten an einem Gegenstand das Zittern verhindern. :34. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe annak álmos összpontosításával, aki még félig az álomban van, és nagyobb, mint várta, sokkal nagyobb, Carlos vállaival és az ő orrával és a fejbillentés olyan módjával, amely egyiküktől sem jön, és mégis mindkettőjüktől. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Traum ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer, mit Carlos Schultern und ihrer Nase und einer Art, den Kopf zu neigen, die von keinem von beiden kommt und von beiden. :35. Signora Grazia a kezét a fejére teszi, Matteo pedig röviden felnéz és elmosolyodik, ezzel a rövid, teljes reggeli mosollyal, amely olyan valakié, akinek a világ még rendben van. - Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses kurze, vollständige Morgenlächeln von jemandem, dem die Welt noch in Ordnung ist. :36. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, lehunyja a szemét, és egy pillanatra csak az üveg van, a hideg, a szívverés, és ez nem elég, de ez minden. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment gibt es nur das Glas, die Kälte, den Herzschlag, und das genügt nicht, aber es ist alles. :37. Aztán elszakítja magát, mert az embernek el kell szakadnia, mert az elszakadás az egyetlen mozdulat, amely még teljesen az övé, és elmegy. - Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das Lösen die einzige Bewegung ist, die ihr noch vollständig gehört, und geht. :38. Az állomáson kávét vesz az automatából, amely égett tej és műanyag ízű, és állva issza meg, mert leülni olyan megérkezést jelentene, amelybe nem egyezett bele. - Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch und Plastik schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen eine Ankunft bedeuten würde, zu der sie sich nicht bereit erklärt. :39. A milánói vonat pontosan indul, azoknak a dolgoknak a közömbös megbízhatóságával, amelyeknek nincs történetük velünk, Elena pedig az ablaknál ül, a táska az ölében, kezei úgy záródnak a pántokra, mint valami köré, aminek nem szabad megszöknie. - Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die keine Geschichte mit uns haben, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen wie um etwas, das nicht entkommen soll. :40. A nap felkel Basilicata dombjai fölött, szélesen és narancssárgán és olyan szépen, hogy ez már szinte sértés, és a mezőket meg a fehér házakat abba a súlyos, arany fénybe meríti, amelyet képeslapokra nyomtatnak, mert meg akarják tartani, mert nem lehet megtartani. - Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange und so schön, dass es fast eine Zumutung ist, und taucht die Felder und die weißen Häuser in das schwere, goldene Licht, das man auf Postkarten druckt, weil man es festhalten will, weil es sich nicht festhalten lässt. :41. Elena odanéz, mert a szépségnek csendes kötelessége van, hogy észrevegyék, akkor is, sőt éppen akkor, amikor az ember nem tudja befogadni, amikor közte és a világ között egy üveg van, amelyet ő maga húzott fel. - Elena schaut hin, weil Schönheit eine stille Pflicht hat, wahrgenommen zu werden, auch und gerade dann, wenn man sie nicht empfangen kann, wenn zwischen einem und der Welt ein Glas ist, das man selbst eingezogen hat. :42. A vonat továbbhalad, a dombok kisebbek lesznek, aztán laposabbak, aztán eltűnnek, és a nap magasabbra emelkedik, megszűnik szépnek lenni, és már csak fény lesz, és a fény felmelegíti az ablaküveget, de őt nem. - Der Zug fährt weiter, die Hügel werden kleiner und dann flacher und dann verschwinden sie, und die Sonne steigt höher und hört auf, schön zu sein und wird nur noch Licht, und das Licht wärmt die Scheibe, aber nicht sie. -------------------- == 86 == 1 -------------------- :Az porcelán - Das Porzellan :1. Maureen ötvenhat éves. - Maureen ist sechsundfünfzig Jahre alt. :2. Lakásokat takarít Londonban. - Sie putzt Wohnungen in London. :3. Ezt húsz éve csinálja. - Das macht sie seit zwanzig Jahren. :4. A lakások Kensingtonban vannak. - Die Wohnungen sind in Kensington. :5. Ott gazdag emberek laknak. - Dort wohnen reiche Leute. :6. Az új ügyfelét Lord Archibald Pembertonnak hívják. - Ihr neuer Kunde heißt Lord Archibald Pemberton. :7. Mindenki Archie-nak nevezi. - Alle nennen ihn Archie. :8. Hetvennyolc éves. - Er ist achtundsiebzig Jahre alt. :9. A lakása a Montpelier Streeten van. - Seine Wohnung ist in der Montpelier Street. :10. Archie egy régi kulcsot adott Maureennek. - Archie hat einen alten Schlüssel an Maureen gegeben. :11. Nem – „kölcsönadta” neki. - Nein – er hat ihn ihr „geliehen". :12. Számára ez különbség. - Das ist ein Unterschied für ihn. :13. Maureen minden hétfőn jön. - Maureen kommt jeden Montag. :14. Kinyitja az ajtót, és bemegy. - Sie schließt die Tür auf und geht hinein. :15. A konyhában a teáskészlet már ott áll az asztalon. - In der Küche steht das Teegeschirr schon auf dem Tisch. :16. Archie elővette. - Archie hat es hervorgeholt. :17. Ezt minden alkalommal megteszi. - Er macht das jedes Mal. :18. Maureennek azonban nincs ideje teára. - Maureen hat aber keine Zeit für Tee. :19. Megköti a kötényét. - Sie bindet ihre Schürze um. :20. Archie az előszobában áll és mosolyog. - Archie steht im Flur und lächelt. :21. „Ah, Maureen. A csillár megint inog.” - „Ah, Maureen. Der Kronleuchter wackelt wieder." :22. Maureen felnéz. - Maureen schaut nach oben. :23. A csillár nem inog. - Der Kronleuchter wackelt nicht. :24. „Majd később megnézem”, mondja. - „Ich schau später", sagt sie. :25. Aztán bemegy a fürdőszobába. - Dann geht sie ins Badezimmer. :26. Kisúrolja a kádat, és felmossa a padlót. - Sie schrubbt die Wanne und wischt den Boden. :27. Archie megjelenik az ajtóban. - Archie kommt in die Tür. :28. Egy pohár sherry van a kezében. - Er hat ein Glas Sherry in der Hand. :29. Az apjáról mesél. - Er erzählt von seinem Vater. :30. Az apja együtt evett Churchill-lel. - Sein Vater hat mit Churchill gegessen. :31. Mesél egy lóról. - Er erzählt von einem Pferd. :32. A lovat Wellingtonnak hívták. - Das Pferd hieß Wellington. :33. A régi időkről mesél. - Er erzählt von früher. :34. Maureen hallgatja. - Maureen hört zu. :35. Azt mondja: „Mhm” és „Aha”. - Sie sagt „Mhm" und „Aha". :36. Évek óta így csinálja. - Das macht sie seit Jahren so. :37. Archie megkérdezi: „Elégedett, Maureen?” - Archie fragt: „Sind Sie zufrieden, Maureen?" :38. Maureen megfordul. - Sie dreht sich um. :39. „A törlőrongy kissé vékony”, mondja. - „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie. :40. Archie nem érti, hogy ez nem válasz. - Archie versteht nicht, dass das keine Antwort ist. :41. Mosolyog, és visszamegy a szalonba. - Er lächelt und geht wieder in den Salon. :42. Maureen tovább törölget. - Maureen wischt weiter. :43. Egy héttel később Maureen újra jön. - Eine Woche später kommt Maureen wieder. :44. Archie az étkezőasztalnál ül. - Archie sitzt am Esstisch. :45. A házikabátját viseli. - Er trägt seinen Morgenmantel. :46. A kezében egy levél van. - In seinen Händen ist ein Brief. :47. Az arca vörös. - Sein Gesicht ist rot. :48. A kezei egy kicsit remegnek. - Die Hände zittern ein bisschen. :49. „Giles kihúz engem a végrendeletből”, mondja. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er. :50. Giles a fia. - Giles ist sein Sohn. :51. Bankár a Cityben. - Er ist Banker in der City. :52. Archie hangja kicsi és megtört. - Archies Stimme ist klein und kaputt. :53. Maureen ránéz. - Maureen sieht ihn an. :54. Aztán a sideboardon álló sherryre néz. - Dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard. :55. Odamegy. - Sie geht hin. :56. Fog egy poharat. - Sie nimmt ein Glas. :57. Sherryt tölt magának. - Sie schenkt sich Sherry ein. :58. Húsz év alatt először. - Das erste Mal in zwanzig Jahren. :59. Leül vele szemben. - Sie setzt sich ihm gegenüber. :60. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon”, mondja. - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie. :61. „Ez nem ugyanaz, de …” - „Das ist nicht dasselbe, aber …" :62. Iszik. - Sie trinkt. :63. Archie halkan zokog. - Archie schluchzt leise. :64. Maureen nem mond többet. - Maureen sagt nichts mehr. :65. Egyszerűen csak ott ül. - Sie sitzt einfach da. :66. Ez elég. - Das ist genug. :67. Egy héttel később Maureen becsönget az ajtónál. - Eine Woche später klingelt Maureen an der Tür. :68. Van nála egy Tupperware-doboz. - Sie hat eine Tupperdose dabei. :69. Scone-ok vannak benne – saját sütésűek. - Darin sind Scones – selbst gebacken. :70. Egy kicsit túl barnák, de melegek. - Sie sind ein bisschen zu braun, aber sie sind warm. :71. Archie ajtót nyit. - Archie öffnet die Tür. :72. A szeme még egy kicsit vörös. - Seine Augen sind noch ein bisschen rot. :73. De a gallérja tisztán ki van vasalva. - Aber sein Kragen ist sauber gebügelt. :74. Maureen leteszi a dobozt a konyhaasztalra. - Maureen stellt die Dose auf den Küchentisch. :75. „Üljön le”, mondja. „Én teát főzök.” - „Setzen Sie sich", sagt sie. „Ich mache Tee." :76. Archie leül. - Archie setzt sich. :77. Fog egy scone-t, és szétmorzsolja a tányéron. - Er nimmt einen Scone und zerbröckelt ihn auf dem Teller. :78. Maureen kitölti a teát – először a tea, aztán a tej. - Maureen gießt den Tee ein – zuerst der Tee, dann die Milch. :79. Leül mellé. - Sie setzt sich neben ihn. :80. „A csillár egyébként nem inog”, mondja. - „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt sie. :81. Archie mosolyog. - Archie lächelt. :82. „Tudom”, mondja. - „Ich weiß", sagt er. :83. Megeszik a scone-okat. - Sie essen die Scones. :84. Odakint elhalad egy busz. - Draußen fährt ein Bus vorbei. :85. A lakás csendes. - Die Wohnung ist still. :86. De már nem üres. - Aber sie ist nicht mehr leer. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Das Porzellan - A porcelán :1. Maureen ötvenhat éves, és húsz éve gazdag emberek lakásait takarítja. - Maureen ist sechsundfünfzig, und sie putzt seit zwanzig Jahren die Wohnungen reicher Leute. :2. Ügyfeleinek többsége Kensingtonban lakik, ahol az utcák tiszták, az ajtók pedig súlyosak. - Die meisten ihrer Kunden wohnen in Kensington, wo die Straßen sauber und die Türen schwer sind. :3. Legújabb ügyfele Lord Archibald Pemberton, akit mindenki csak Archie-nak hív. - Ihr neuester Kunde ist Lord Archibald Pemberton, den alle nur Archie nennen. :4. Hetvennyolc éves, és egyedül lakik egy nagy lakásban a Montpelier Streeten. - Er ist achtundsiebzig Jahre alt und wohnt allein in einer großen Wohnung in der Montpelier Street. :5. A lakás tele van régi bútorokkal, régi képekkel és régi porcelánnal, amelyet senki sem használ. - Die Wohnung ist voller alter Möbel, alter Bilder und altem Porzellan, das niemand benutzt. :6. Archie kulcsot adott Maureennek – vagy inkább: „kölcsönadott” neki egy kulcsot. - Archie hat Maureen einen Schlüssel gegeben – oder besser gesagt: Er hat ihr einen Schlüssel „geliehen". :7. Maureen minden hétfőn eljön, kinyitja az ajtót, és egyenesen a konyhába megy. - Jeden Montag kommt Maureen, schließt die Tür auf und geht direkt in die Küche. :8. A teáskészlet minden alkalommal már az asztalon áll, bár Maureennek soha nincs ideje teára. - Das Teegeschirr steht jedes Mal schon auf dem Tisch, obwohl Maureen nie Zeit für Tee hat. :9. Maga köré köti a kötényét, és dolgozni kezd, miközben Archie kijön a hálószobából. - Sie bindet ihre Schürze um und beginnt zu arbeiten, während Archie aus dem Schlafzimmer kommt. :10. „Ah, Maureen”, mondja, „a csillár megint ingadozik, észrevette?” - „Ah, Maureen", sagt er, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" :11. Maureen röviden felnéz, de a csillár teljesen nyugodtan függ a mennyezetről. - Maureen schaut kurz nach oben, aber der Kronleuchter hängt völlig ruhig an der Decke. :12. „Később megnézem”, mondja, és bemegy a fürdőszobába, mielőtt Archie tovább beszélhetne. - „Ich schau später", sagt sie, und geht ins Badezimmer, bevor er weitersprechen kann. :13. Kisúrolja a kádat, letörli a tükröt, és felmossa a padlót, miközben Archie az ajtóban áll. - Sie schrubbt die Wanne, wischt den Spiegel und putzt den Boden, während Archie in der Tür steht. :14. Sherrys pohár van a kezében, és az apjáról mesél, aki egyszer Churchill-lel vacsorázott. - Er hat ein Sherryglas in der Hand und erzählt von seinem Vater, der einmal mit Churchill gegessen hat. :15. Aztán egy Wellington nevű lóról mesél, amely állítólag egész Hampshire leggyorsabb lova volt. - Dann erzählt er von einem Pferd namens Wellington, das angeblich das schnellste in ganz Hampshire war. :16. Maureen „mhm”-mel és „aha”-val válaszol, mert megtanulta, hogy ez többnyire elég. - Maureen antwortet mit „Mhm" und „Aha", weil sie gelernt hat, dass das meistens reicht. :17. Archie néha kérdez tőle valamit, de ritkán várja meg a választ. - Manchmal fragt Archie sie etwas, aber er wartet selten auf die Antwort. :18. „Tulajdonképpen elégedett, Maureen?”, kérdezi hirtelen, mire ő megfordul. - „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?", fragt er plötzlich, und sie dreht sich um. :19. „A törlőkendő kissé vékony”, mondja, Archie pedig bólint, mintha ez válasz lenne a kérdésére. - „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie, und Archie nickt, als wäre das eine Antwort auf seine Frage. :20. Visszamegy a szalonba, Maureen pedig folytatja – ezen a napon még három másik ügyfele van. - Er geht zurück in den Salon, und Maureen macht weiter – sie hat noch drei andere Kunden an diesem Tag. :21. A polcon álló porcelánt mindig utoljára portalanítja, mert sok időbe kerül, és nagyon törékeny. - Das Porzellan im Regal staubt sie immer zuletzt ab, weil es viel Zeit kostet und sehr zerbrechlich ist. :22. A csészéknek aranyszegélyük van, és némelyik már kissé kicsorbult. - Die Tassen haben goldene Ränder, und manche sind schon leicht angeschlagen. :23. Archie soha nem mondja meg, kié volt a porcelán, de Maureen gyanítja: a feleségéé. - Archie sagt nie, wem das Porzellan gehört hat, aber Maureen vermutet: seiner Frau. :24. Egy héttel később Maureen a szokásos módon érkezik, de ezúttal valami más a lakásban. - Eine Woche später kommt Maureen wie immer, aber diesmal ist es anders in der Wohnung. :25. Archie pongyolában ül az étkezőasztalnál, az asztalon pedig egy felbontott levél fekszik. - Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, und auf dem Tisch liegt ein geöffneter Brief. :26. Az arca kipirult, a keze remeg, és nem néz fel, amikor Maureen belép. - Sein Gesicht ist gerötet, seine Hände zittern, und er schaut nicht auf, als Maureen reinkommt. :27. „Giles kihúz engem a végrendeletből”, mondja, és a hangja úgy szól, mint egy öregemberé. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme klingt wie die eines alten Mannes. :28. Giles a fia, befektetési bankár a Cityben, és Archie ritkán beszél róla jót. - Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und Archie spricht selten gut über ihn. :29. Maureen megáll, ránéz Archie-ra, aztán a sherryre a tálalószekrényen. - Maureen bleibt stehen, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard. :30. Lassan odamegy a tálalószekrényhez, vesz egy poharat, és tölt magának – húsz év óta először. - Sie geht langsam zum Sideboard, nimmt ein Glas und schenkt sich ein – das erste Mal in zwanzig Jahren. :31. Aztán leül Archie-val szemben, és a poharat kettejük közé teszi az asztalra. - Dann setzt sie sich Archie gegenüber und stellt das Glas auf den Tisch zwischen ihnen. :32. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon”, mondja nyugodtan. - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie ruhig. :33. „Ez persze nem ugyanaz, de …” - „Das ist natürlich nicht dasselbe, aber …" :34. Iszik egy kortyot, Archie pedig halkan felzokog, anélkül hogy felemelné az arcát. - Sie trinkt einen Schluck, und Archie schluchzt leise, ohne das Gesicht zu heben. :35. Maureen nem mond többé semmit, mert nincs semmi, ami ebben a pillanatban segítene. - Maureen sagt nichts mehr, weil es nichts gibt, was in diesem Moment helfen würde. :36. Csak ül ott, issza a sherryjét, és hagyja, hogy a csend ott álljon a szobában. - Sie sitzt einfach da, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille im Zimmer stehen. :37. Odakint elhalad egy autó, és valahol a lakásban egy régi óra ketyeg. - Draußen fährt ein Auto vorbei, und irgendwo in der Wohnung tickt eine alte Uhr. :38. Egy idő után Maureen feláll, maga köré köti a kötényét, és takarítani kezd. - Nach einer Weile steht Maureen auf, bindet ihre Schürze um und fängt an zu putzen. :39. Archie az asztalnál ülve marad, de a keze már nem remeg egészen olyan erősen. - Archie bleibt am Tisch sitzen, aber seine Hände zittern nicht mehr ganz so stark. :40. A következő héten Maureen néha Archie-ra gondol, amikor más lakásokban takarít. - In der nächsten Woche denkt Maureen manchmal an Archie, wenn sie in anderen Wohnungen putzt. :41. Arra gondol, ahogy az asztalnál ült, és ahogy a gallérja ferdén állt, és ahogy nem sírt, hanem csak remegett. - Sie denkt daran, wie er am Tisch saß, und wie sein Kragen schief war, und wie er nicht weinte, sondern nur zitterte. :42. Csütörtök este scone-okat süt, bár fáradt, és valójában korán akart lefeküdni. - Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie müde ist und eigentlich früh schlafen wollte. :43. Egy kicsit túl barnák lesznek, de jó illatuk van, és ez Maureen döntése szerint elég. - Sie werden ein bisschen zu braun, aber sie riechen gut, und das ist, wie Maureen entscheidet, genug. :44. A következő hétfőn becsenget az ajtón, mert ezúttal helyesnek érzi, hogy csenget. - Am nächsten Montag klingelt sie an der Tür, weil es sich diesmal richtig anfühlt zu klingeln. :45. Egy műanyag doboz van a kezében, és amikor Archie ajtót nyit, először a dobozt látja meg, aztán őt. - Sie hat eine Tupperdose in der Hand, und als Archie öffnet, sieht er zuerst die Dose, dann sie. :46. A szeme még kissé vörös, de a gallérja frissen vasalt – ez Maureennek azonnal feltűnik. - Seine Augen sind noch leicht gerötet, aber sein Kragen ist frisch gebügelt – das fällt Maureen sofort auf. :47. „Üljön le”, mondja, „teát készítek.” - „Setzen Sie sich", sagt sie, „ich mache Tee." :48. Archie szó nélkül leül, kivesz egy scone-t a dobozból, és lassan kettétöri. - Archie setzt sich ohne ein Wort, nimmt einen Scone aus der Dose und bricht ihn langsam auseinander. :49. Maureen megtölti a vízforralót, csészéket tesz ki, és röviden keresi a teát, mert nem találja meg azonnal. - Maureen füllt den Wasserkocher, stellt Tassen hin und sucht kurz nach dem Tee, weil sie ihn nicht sofort findet. :50. Tölt – először a teát, aztán a tejet –, és leül Archie mellé az asztalhoz. - Sie gießt ein – zuerst den Tee, dann die Milch – und setzt sich neben Archie an den Tisch. :51. Egy darabig így ülnek, eszik a scone-okat és teát isznak, anélkül hogy beszélnének. - Eine Weile sitzen sie so, essen die Scones und trinken Tee, ohne zu sprechen. :52. Aztán Maureen azt mondja: „A csillár egyébként nem ingadozik.” - Dann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." :53. Archie ránéz, és hetek óta először mosolyog – egy igazi, apró mosollyal. - Archie sieht sie an, und zum ersten Mal seit Wochen lächelt er – ein echtes, kleines Lächeln. :54. „Tudom”, mondja. - „Ich weiß", sagt er. :55. Odakint elhalad egy busz, a régi ablakok röviden megremegnek, aztán megint csend lesz. - Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz, und dann ist es wieder still. :56. A lakás tea és meleg scone illatától telik meg, és a polcon a porcelán nyugodtan áll a napfényben. - Die Wohnung riecht nach Tee und warmen Scones, und das Porzellan im Regal steht ruhig in der Sonne. :57. Nem sok, de elég. - Es ist nicht viel, aber es ist genug. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- : A porcelán - Das Porzellan :1. Maureen Callahan ötvenhat éves, és ha megkérdezik tőle, mi a foglalkozása, azt mondja: „takarítónő”, mert a „bejárónő” úgy hangzik, mint valami, amit kölcsönadnak. - Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie fragt, was sie beruflich macht, sagt sie „Reinigungskraft", weil „Putzhilfe" sich nach etwas anhört, das man verleiht. :2. Húsz éve minden reggel metróval megy Kensingtonba, ahol a házak úgy néznek ki, mintha soha semmi piszkoshoz nem értek volna – ami természetesen hazugság. - Seit zwanzig Jahren fährt sie jeden Morgen mit der U-Bahn nach Kensington, wo die Häuser so aussehen, als hätten sie nie etwas Schmutziges berührt – was natürlich eine Lüge ist. :3. Ügyfelei ritkán cserélődnek, mert Maureen alapos, pontos, és soha nem kérdez olyasmit, ami nem az ő dolga. - Ihre Kunden wechseln selten, weil Maureen sorgfältig ist, pünktlich ist und nie fragt, was nicht ihre Sache ist. :4. Lord Archibald Pemberton egy éve szerepel a listáján, és ő, ahogy Maureen egyszer a nővérének elmagyarázta, „külön kategória”. - Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, „eine eigene Kategorie". :5. Hetvennyolc éves, mindennap nyakkendőt visel, és Montpelier Street-i lakása méhviasz, régi bőr és a sherry makacs szagát árasztja. - Er ist achtundsiebzig, trägt jeden Tag Krawatte, und seine Wohnung in der Montpelier Street riecht nach Bienenwachs, altem Leder und dem hartnäckigen Geruch von Sherry. :6. A szalonban álló porcelánt – fehér, aranyszegélyes, legalább tizenhat személyre való – Maureen egy év alatt egyetlenegyszer sem látta használatban. - Das Porzellan im Salon – weiß, goldgerändert, für mindestens sechzehn Personen – hat Maureen in einem Jahr nicht ein einziges Mal benutzt gesehen. :7. Ennek ellenére minden héten leporolja, mert rajta van a listán, és mert Archie halkan nyugtalanná válik, ha kihagyja. - Sie staubt es trotzdem jede Woche ab, weil es auf der Liste steht und weil Archie leise unruhig wird, wenn sie es überspringt. :8. A kulcs, amelyet adott neki, a kabátzsebében fekszik a buszjegy mellett – ő „kölcsönadta” neki, ahogy hangsúlyozza, ami azt jelenti, hogy nyitva hagyja magának a lehetőséget, hogy visszakövetelje, bár mindenki tudja, hogy ezt soha nem fogja megtenni. - Der Schlüssel, den er ihr gegeben hat, liegt in ihrer Jackentasche neben dem Busticket – er hat ihn ihr „geliehen", wie er betont, was bedeutet, dass er sich die Möglichkeit offenhält, ihn zurückzufordern, obwohl alle wissen, dass er das nie tun wird. :9. Amikor Maureen hétfő reggel kinyitja az ajtót, a teáskészlet már ott áll a konyhaasztalon, noha Archie tudja, hogy ő soha nem marad, és noha ezt már egy éve tudja. - Wenn Maureen montagmorgens die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, obwohl Archie weiß, dass sie nie bleibt, und obwohl er das seit einem Jahr weiß. :10. „Á, Maureen”, mondja ilyenkor az előszobából, „a csillár megint billeg, észrevette?” - „Ah, Maureen", sagt er dann aus dem Flur, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" :11. Ő minden alkalommal röviden felnéz, és a csillár minden alkalommal teljesen mozdulatlanul függ a mennyezetről, mintha soha nem billegett volna, és mintha soha nem is akarna. - Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, und jedes Mal hängt der Kronleuchter vollkommen reglos an der Decke, als hätte er noch nie gewackelt und als würde er es auch nie tun. :12. „Később megnézem”, mondja, megköti a kötényét, és bemegy a fürdőszobába, mert a fürdő mindig elsőként következik, és mert nincs kedve csillárokról beszélni. - „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und geht ins Badezimmer, weil das Bad immer zuerst kommt und weil sie keine Lust hat, über Kronleuchter zu sprechen. :13. Archie követi őt egészen a küszöbig, nekidől az ajtófélfának, és mesélni kezd, a sherrys pohárral már a kezében, bár még csak fél tíz van délelőtt. - Archie folgt ihr bis in die Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen und fängt an zu erzählen, das Sherryglas schon in der Hand, obwohl es erst halb zehn Uhr morgens ist. :14. Mesél az apjáról, aki állítólag Churchill-lel vacsorázott, egy Wellington nevű lóról, amely 1974-ben Hampshire-ben háromszor egymás után nyert, a központi fűtésről, amely „határozottan túl melegre” van állítva, és azokról az időkről, amikor az ember még tudta, hogyan kell viselkedni. - Er erzählt von seinem Vater, der mit Churchill zu Abend gegessen haben soll, von einem Pferd namens Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal hintereinander gewonnen hat, von der Zentralheizung, die „entschieden zu warm" eingestellt sei, und von Zeiten, in denen man noch wusste, wie man sich benahm. :15. Maureen súrolja a kádat, és a megfelelő távolságokban „mhm”-mel és „aha”-val válaszol, mert megtanulta, hogy Archie valójában nem választ akar, hanem valakit maga előtt. - Maureen schrubbt die Wanne und antwortet mit „Mhm" und „Aha" im richtigen Abstand, weil sie gelernt hat, dass Archie nicht wirklich eine Antwort will, sondern ein Gegenüber. :16. Egyszer váratlanul megkérdezi tőle: „Ön tulajdonképpen elégedett, Maureen?” – ő pedig megfordul, ránéz, és azt mondja: „A törlőkendő lassan túl vékony.” - Einmal fragt er sie unvermittelt: „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – und sie dreht sich um, sieht ihn an und sagt: „Das Putztuch ist langsam zu dünn." :17. Ő komolyan bólint, mintha a nő megválaszolta volna a kérdést, és visszamegy a szalonba. - Er nickt ernsthaft, als hätte sie die Frage beantwortet, und geht zurück in den Salon. :18. Ez az a ritmus, amely kettejük között kialakult, és Maureen nem találja kellemetlennek – előre látható, az előreláthatóságot pedig alábecsülik. - Das ist der Rhythmus, der sich zwischen ihnen eingespielt hat, und Maureen findet ihn nicht unangenehm – er ist vorhersehbar, und Vorhersehbarkeit ist unterschätzt. :19. November közepén, egy hétfőn minden más, még mielőtt Maureen megkötné a kötényét. - An einem Montag Mitte November ist alles anders, bevor Maureen noch die Schürze umgebunden hat. :20. Archie pongyolában ül az étkezőasztalnál, amit Maureen még soha nem látott, és az asztalon egy feltépett levél fekszik, amelynek borítéka a földre esett. - Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was sie noch nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, dessen Umschlag auf den Boden gefallen ist. :21. Kezei laposan fekszenek az asztalon, mintha kapaszkodnia kellene, és az arca olyan ember színét viseli, aki a rossz hírt még nem egészen fogta fel, de már tudja, hogy igaz. - Seine Hände liegen flach auf dem Tisch, als müsste er sich festhalten, und sein Gesicht hat die Farbe von jemandem, der eine schlechte Nachricht noch nicht ganz aufgenommen hat, aber schon weiß, dass sie wahr ist. :22. „Giles kihúz engem a végrendeletből”, mondja anélkül, hogy felnézne. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken. :23. Giles a fia, befektetési bankár a Cityben, és Archie történeteiben szinte soha nem bukkan fel – amit Maureen, aki sokat figyel és keveset kérdez, jelnek vett. - Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und taucht in Archies Erzählungen fast nie auf – was Maureen, die viel beobachtet und wenig fragt, als Zeichen gewertet hat. :24. Egy pillanatig a konyhában áll, nézi Archie-t, aztán a sherryt a tálalón, aztán újra Archie-t, majd olyasmit tesz, ami őt magát is meglepi: odamegy a tálalóhoz, elvesz egyet a kis poharak közül, megtölti, és leül vele szemben. - Sie steht einen Moment in der Küche, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard, dann wieder Archie, und dann macht sie etwas, das sie selbst überrascht: Sie geht zum Sideboard, nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es und setzt sich ihm gegenüber. :25. Húsz év alatt mindig visszautasította a sherryt – udvariasan, de határozottan –, és Archie minden alkalommal úgy bólintott, mintha semmi mást nem is várt volna. - In zwanzig Jahren hat sie den Sherry immer abgelehnt – höflich, aber bestimmt – und Archie hat jedes Mal genickt, als hätte er nichts anderes erwartet. :26. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon”, mondja, a poharat két kézzel tartva, tekintetét az asztalra szegezve. - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch gerichtet. :27. „Ez persze nem ugyanaz – tudom, hogy nem ugyanaz –, de …” - „Das ist natürlich nicht dasselbe – ich weiß, dass es nicht dasselbe ist –, aber …" :28. Iszik, és a mondat befejezetlenül marad a szobában, ami talán a legőszintébb dolog, amit ebben a pillanatban mondhat. - Sie trinkt, und der Satz bleibt unfertig im Raum, was vielleicht das Ehrlichste ist, was sie in diesem Moment sagen kann. :29. Archie egyszer felzokog, röviden és elfojtva, mint valaki, akinek kellemetlen a sírás. - Archie schluchzt einmal, kurz und unterdrückt, wie jemand, dem Weinen unangenehm ist. :30. Maureen nem mond többet – nem azért, mert semmi nem jut eszébe, hanem mert tudja, hogy az ilyen pillanatokban a szavak többnyire inkább a beszélőnek szólnak, mint a hallgatónak. - Maureen sagt nichts mehr – nicht, weil ihr nichts einfällt, sondern weil sie weiß, dass Worte in solchen Momenten meistens mehr für den Sprechenden sind als für den Zuhörer. :31. Ül, issza a sherryjét, és hagyja állni a csendet, amíg Archie a pongyola ujjával meg nem törli az arcát, és szó nélkül össze nem hajtja a levelet. - Sie sitzt, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille stehen, bis Archie sich mit dem Ärmel des Morgenmantels das Gesicht wischt und schweigend den Brief zusammenfaltet. :32. A következő héten Maureen gyakrabban gondol rá, mint máskor – nem pontosan sajnálattal, inkább azzal a fajta figyelemmel, amelyet olyan dolgoknak szentel az ember, amelyeket nem egészen ért, de elfelejteni sem tud. - In der darauffolgenden Woche denkt Maureen öfter an ihn als sonst – nicht mit Mitleid genau, eher mit der Art Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht ganz versteht, aber auch nicht vergessen kann. :33. Csütörtök este scone-t süt, bár anyja halála óta alig sütött, és bár kis brixtoni lakásának konyhája nem igazán megfelelő méretű ehhez. - Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie seit dem Tod ihrer Mutter kaum noch gebacken hat und obwohl die Küche in ihrer kleinen Wohnung in Brixton nicht die richtige Größe dafür ist. :34. A scone-ok kissé túl barnák lesznek, de melegek, amikor beteszi őket a műanyag dobozba, és a melegség, gondolja Maureen, többnyire fontosabb, mint a külső. - Die Scones werden etwas zu braun, aber sie sind warm, als sie sie in die Tupperdose legt, und Wärme, denkt Maureen, ist meistens wichtiger als Aussehen. :35. A következő hétfőn csenget, bár van kulcsa, mert ezúttal nem érzi helyesnek, hogy egyszerűen bemenjen. - Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie einen Schlüssel hat, weil es sich diesmal nicht richtig anfühlt, einfach reinzugehen. :36. Archie kinyitja az ajtót, felöltözve, frissen vasalt gallérral, enyhén kivörösödött szemmel, de olyan arckifejezéssel, mint egy férfié, aki elhatározta, hogy folytatja. - Archie öffnet die Tür, gekleidet, den Kragen frisch gebügelt, die Augen leicht gerötet, aber der Gesichtsausdruck derjenige eines Mannes, der beschlossen hat, weiterzumachen. :37. Maureen szó nélkül leteszi a műanyag dobozt a konyhaasztalra, megtölti a vízforralót, és röviden keresi a teát, mert Archie átpakolta egy másik szekrénykébe. - Maureen stellt die Tupperdose wortlos auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher und sucht kurz nach dem Tee, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat. :38. „Üljön le”, mondja, és ő leül, anélkül hogy megkérdezné, miért. - „Setzen Sie sich", sagt sie, und er setzt sich, ohne zu fragen warum. :39. Teát isznak és scone-t esznek, és egyikük sem mond semmit, ami jelentősnek hangzana vagy jelentős akar lenni. - Sie trinken Tee und essen Scones, und keiner von beiden sagt etwas, was bedeutsam klingt oder bedeutsam sein will. :40. Valamikor Maureen azt mondja: „A csillár egyébként nem billeg.” - Irgendwann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." :41. Archie ránéz – egy másodpercig, kettőig –, aztán elmosolyodik, az első valódi mosollyal, amelyet Maureen valaha látott rajta. - Archie sieht sie an – eine Sekunde, zwei –, und dann lächelt er, das erste echte Lächeln, das Maureen je bei ihm gesehen hat. :42. „Tudom”, mondja. - „Ich weiß", sagt er. :43. Odakint elhalad egy busz, a régi ablaküvegek röviden megremegnek, és az azt követő csendben a lakás ugyanaz, mint mindig – és mégsem egészen ugyanaz többé. - Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Scheiben zittern kurz, und in der Stille danach ist die Wohnung dieselbe wie immer – und doch nicht mehr ganz dieselbe. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :Das Porzellan - A porcelán :1. Maureen Callahan ötvenhat éves, és ha a foglalkozása felől kérdezik, azt mondja: „takarítónő”, olyan határozottsággal, amely minden további kérdést már csírájában elfojt. - Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, sagt sie „Reinigungskraft" mit einer Bestimmtheit, die jeden Nachfrage im Keim erstickt. :2. Mert a „bejárónő” szó szerinte úgy hangzik, mint valami, amit órákra kölcsönadnak, és aminek nem kell saját véleménye legyen. - Weil das Wort „Putzhilfe" ihrer Meinung nach nach etwas klingt, das man stundenweise verleiht und das keine eigene Meinung haben muss. :3. Úgy ismeri Kensingtont, mint a saját tenyerét – az Onslow Gardens járdájának repedéseit, az eső utáni sövények szagát, azt a módot, ahogy ennek a környéknek a homlokzatai méltóságot színlelnek, mintha az valamiféle teljesítmény volna. - Sie kennt Kensington so gut wie ihren eigenen Handteller – die Risse im Pflaster der Onslow Gardens, den Geruch der Hecken nach Regen, die Art, wie die Fassaden dieser Gegend Würde vortäuschen, als wäre das eine Leistung. :4. Húsz éve járja ezeket az utcákat annak a nőnek a nyugodt magabiztosságával, aki tudja, hogy ügyfelei házaiban többet lát, mint amennyit azok valaha is tudni fognak önmagukról. - Seit zwanzig Jahren bewegt sie sich durch diese Straßen mit dem ruhigen Selbstbewusstsein einer Frau, die weiß, dass sie in den Häusern ihrer Kunden mehr sieht als diese jemals von sich selbst wissen werden. :5. Lord Archibald Pemberton egy éve szerepel a listáján, és ő a legbonyolultabb feladat, amely két évtized alatt valaha is jutott neki – nem a munka miatt, hanem a csend miatt, amely ebben a lakásban a mondatok között függ, mint a por, amelyet nem lehet letörölni anélkül, hogy fel ne kavarnánk. - Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist die komplizierteste Aufgabe, die sie in zwei Jahrzehnten gehabt hat – nicht wegen der Arbeit, sondern wegen der Stille, die zwischen den Sätzen in dieser Wohnung hängt wie Staub, den man nicht wegwischen kann, ohne ihn aufzuwirbeln. :6. Hetvennyolc éves, naponta nyakkendőt visel olyan csomóval, amely gyakorlatról árulkodik, és egyedül lakik egy hétszobás lakásban a Montpelier Streeten, amelyet valaha egy családnak szántak, most pedig főként éppen ennek a családnak a hiányát dokumentálja. - Er ist achtundsiebzig, trägt täglich Krawatte mit einem Knoten, der Übung verrät, wohnt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die früher für eine Familie gedacht war und jetzt hauptsächlich die Abwesenheit eben dieser Familie dokumentiert. :7. A szalonban álló porcelán – fehér meisseni étkészlet, aranyszegéllyel, tizenhat személyre, üveg mögött egy szekrényben, amely csak egy kis rézkulccsal nyílik – Maureen legkörülményesebb heti szertartása, és az egyetlen tárgy a lakásban, amelynél Archie elnémul, amikor hozzáér, elnémul és nagyon figyel. - Das Porzellan im Salon – weißes Meißner Service, goldgerändert, für sechzehn Personen, hinter Glas in einem Schrank, der sich nur mit einem kleinen Messingschlüssel öffnet – ist Maureens aufwendigstes wöchentliches Ritual und das einzige Objekt in der Wohnung, bei dem Archie stumm wird, wenn sie es anfasst, stumm und sehr aufmerksam. :8. Egyszer megkérdezte tőle, kinek a készlete ez, mire ő azt mondta: „a feleségemé”, és ezzel a beszélgetés véget is ért, olyan teljesen és véglegesen, hogy Maureen azóta nem kérdez többet, hanem egyszerűen fogja a kendőt és töröl, és ügyel rá, hogy a csészéket két kézzel tartsa. - Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat gesagt „meiner Frau", und das war das Ende des Gesprächs, so vollständig und endgültig, dass Maureen seitdem nicht mehr fragt, sondern einfach das Tuch nimmt und wischt und darauf achtet, die Tassen mit beiden Händen zu halten. :9. A kulcsot, amelyet Archie adott neki, ő makacsul „kölcsönadottnak” nevezi, olyan szónak, amely jogilag visszaadási kötelezettséget feltételez, a gyakorlatban azonban csak azt jelenti, hogy szüksége van egy tulajdonjog képzetére, amellyel már nem rendelkezik – a lakás fölött, a fia fölött, az ideje fölött. - Den Schlüssel, den Archie ihr gegeben hat, bezeichnet er beharrlich als „geliehen", ein Wort, das juristisch eine Rückgabepflicht impliziert, praktisch aber nur bedeutet, dass er die Vorstellung eines Besitzrechts braucht, das er nicht länger hat – über die Wohnung, über seinen Sohn, über seine Zeit. :10. Amikor Maureen hétfőn kinyitja az ajtót, a teáskészlet már ott áll a konyhaasztalon, annak ellenére, hogy mindkét fél tudja: tea soha nem lesz belőle. - Wenn Maureen montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, trotz des Wissens beider Parteien, dass daraus nie Tee wird. :11. Kicsi, makacs félreértés ez, amely berendezkedett közöttük, mint egy csendes albérlő, akit hivatalosan senki sem hívott meg. - Ein kleines, hartnäckiges Missverständnis, das sich zwischen ihnen eingerichtet hat wie ein stiller Untermieter, den keiner offiziell eingeladen hat. :12. „Á, Maureen”, mondja Archie az előszobából, és ebben az üdvözlésben benne van egy férfi teljes megkönnyebbülése, akinek hosszúra nyúlt a hétfő. - „Ah, Maureen", sagt Archie aus dem Flur, und in dieser Begrüßung steckt die gesamte Erleichterung eines Mannes, dem der Montag lang geworden ist. :13. „A csillár megint mozog – nem vette észre?” - „Der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" :14. Minden alkalommal röviden felnéz, mert minden alkalommal reméli, hogy ezúttal igaza lehet, és a csillár minden alkalommal mozdulatlanul és súlyosan függ, mint egy koronatanú, aki megtagadja a vallomást. - Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, weil sie jedes Mal hofft, dass er diesmal recht haben könnte, und jedes Mal hängt der Kronleuchter reglos und schwer wie ein Kronzeuge, der verweigert auszusagen. :15. „Majd később megnézem”, mondja, megköti a kötényét, és belép a fürdőszobába, amely viktoriánus szerelvényeivel és nehéz márványpadlójával több gondoskodást igényel, mint amennyit Archie valaha is tudni fog. - „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und betritt das Badezimmer, das mit seiner viktorianischen Armaturen und dem schweren Marmorboden mehr Pflege verlangt, als Archie je wissen wird. :16. A férfi az ajtóküszöbig követi, a keretnek támaszkodik annak a férfinak a laza magától értetődésével, aki nem ismer olyan határokat, amelyeket nem ő maga húzott meg, és megkezdi heti beszámolóját, kezében már ott a sherrys pohár, noha a nap alig áll a háztetők fölött. - Er folgt ihr bis zur Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen mit der lässigen Selbstverständlichkeit eines Mannes, der keine Grenzen kennt, die er selbst nicht gezogen hat, und beginnt seinen Wochenbericht, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl die Sonne kaum über den Dächern steht. :17. Történeteinek szilárd dramaturgiájuk van: először az apa, aki állítólag Churchill-lel étkezett egy olyan alkalommal, amely minden ismétléssel előkelőbbé válik; aztán Wellington, a ló, amely 1974-ben Hampshire-ben háromszor nyert; végül a jelen, amellyel úgy bánik, mint egy házivendéggel, aki túl sokáig maradt, és akit nem lehet közvetlenül távozásra kérni. - Seine Geschichten haben eine feste Dramaturgie: zuerst der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll bei einer Gelegenheit, die mit jeder Wiederholung illustrer wird; dann das Pferd Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal gewann; dann die Gegenwart, die er behandelt wie einen Hausgast, der zu lange geblieben ist und den man nicht direkt bitten kann zu gehen. :18. Maureen súrol, töröl és hallgatja őt annak a nőnek a fegyelmével, aki megértette, hogy a hallgatás a munka egyik formája, amelyet el lehet végezni anélkül, hogy az ember közben önmagát felélné, amíg megőrzi a távolságot aközött, amit hall, és aközött, ami rá tartozik. - Maureen schrubbt, wischt und hört zu mit der Disziplin einer Frau, die verstanden hat, dass Zuhören eine Form von Arbeit ist, die man leisten kann, ohne sich selbst dabei zu verbrauchen, solange man die Distanz wahrt zwischen dem, was gehört wird, und dem, was einen angeht. :19. „Tulajdonképpen elégedett, Maureen?” – ezt a kérdést néha felteszi, és ez az egyetlen, amelynél Maureen röviden megáll, nem azért, mert ne tudná a választ, hanem mert a kérdés egy olyan férfitól érkezik, akinek magának sem volna rá kielégítő válasza. - „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er manchmal, und es ist die einzige, bei der sie kurz innehält, nicht weil sie die Antwort nicht wüsste, sondern weil die Frage von einem Mann kommt, der selbst keine befriedigende Antwort darauf hätte. :20. „A törlőkendő lassan túl vékony lesz”, mondja, Archie pedig komolyan bólint, mintha ez tiszteletet érdemlő filozófiai álláspont volna, és visszamegy a szalonba. - „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt ernsthaft, als wäre das eine philosophische Position, die Respekt verdient, und geht zurück in den Salon. :21. Egy november közepi hétfőn, amikor a Kensington fölötti ég régi újságpapír színű, a lakás már más, mielőtt Maureen még becsukta volna maga mögött az ajtót – valami súlyosság van a levegőben, amit nem lehet megnevezni, de azonnal felismer az ember, ha annyi lakást ismer, mint ő: annak a súlya, ami már megtörtént. - An einem Montag Mitte November, als der Himmel über Kensington die Farbe von altem Zeitungspapier hat, ist die Wohnung anders, bevor Maureen noch die Tür hinter sich geschlossen hat – eine Schwere in der Luft, die man nicht benennen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Wohnungen kennt wie sie: die Schwere von etwas, das bereits passiert ist. :22. Archie pongyolában ül az ebédlőasztalnál, amit Maureen egy év alatt még soha nem látott, és az asztalon egy feltépett levél hever, mintha olyan mozdulattal nyitotta volna ki, amely nem akart tekintettel lenni a tartalomra. - Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was Maureen in einem Jahr nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, als hätte er ihn mit einer Geste aufgemacht, die keine Rücksicht auf den Inhalt nehmen wollte. :23. Kezei laposan fekszenek az asztallapon, mintha szükségük volna a felület ellenállására, arca pedig olyan férfi kifejezését mutatja, aki még nem ismerte el a vereséget, noha már rég felfogta. - Seine Hände liegen flach auf der Tischplatte, als brauchten sie den Widerstand der Oberfläche, und sein Gesicht zeigt den Ausdruck eines Mannes, der eine Niederlage noch nicht eingeräumt hat, obwohl er sie längst begriffen hat. :24. „Giles kihúz engem a végrendeletből”, mondja, és a hangjának olyan a textúrája, mint valaminek, ami sokáig szárazon feküdt, és az első érintésre eltörik. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme hat die Textur von etwas, das lange trocken gelegen hat und beim ersten Anfassen zerbricht. :25. Giles, akit Maureen csak Archie alkalmi, mindig félbeszakadó említéseiből ismer, befektetési bankár a Cityben, és nyilvánvalóan olyan ember, aki döntéseket hoz, amelyek úgy hatnak, mint belülről bevágott ajtók. - Giles, den Maureen nur aus Archies gelegentlichen, stets abgebrochenen Erwähnungen kennt, ist Investmentbanker in der City und offenbar ein Mann, der Entscheidungen trifft, die sich wie Türen anfühlen, die man von innen zuwirft. :26. Maureen a konyhában áll, és olyan figyelemmel nézi Archie-t, amellyel azoknak a dolgoknak adózunk, amelyek törékenységét csak ebben a pillanatban mérjük fel teljesen. - Maureen steht in der Küche und betrachtet Archie mit der Aufmerksamkeit, die man Dingen widmet, deren Fragilität man erst in diesem Moment vollständig ermisst. :27. Aztán meglátja a sherryt a tálalón, és valami benne döntést hoz, amelyet nem terjeszt az értelem elé, mert tudja, hogy annak ellenvetései volnának. - Dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und etwas in ihr trifft eine Entscheidung, die sie dem Verstand nicht vorlegt, weil sie weiß, dass er Einwände hätte. :28. Fog egyet a kis poharak közül, megtölti annak a nőnek a pontosságával, aki egyetlen mozdulatot sem pazarol el, és leül Archie-val szemben – húsz év alatt először nem mint valaki, akinek azért fizetnek, hogy maradjon, hanem mint valaki, aki elhatározta, hogy ennek ellenére marad. - Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Präzision einer Frau, die keine Bewegung verschwendet, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren nicht als jemand, der bezahlt wird zu bleiben, sondern als jemand, der beschlossen hat, es trotzdem zu tun. :29. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon”, mondja, a poharat két keze között tartva, mint valamit, aminek meleget kellene őriznie. - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas zwischen beiden Händen haltend wie etwas, das Wärme bewahren soll. :30. „Ez persze nem ugyanaz, és nem akarok úgy tenni, mintha ugyanaz volna – de vannak pillanatok, amikor az ember megérti, hogy a gyerekek úgy látnak minket, ahogy látni akarnak, és nem úgy, amilyenek vagyunk.” - „Das ist natürlich nicht dasselbe, und ich will nicht so tun, als wäre es dasselbe – aber es gibt Momente, in denen man versteht, dass Kinder uns so sehen, wie sie uns sehen wollen, und nicht so, wie wir sind." :31. A mondat nem ér véget tisztán, mert az ilyen mondatok soha nem érnek véget tisztán, és Maureen inkább iszik, ahelyett hogy befejezné, mert a befejezetlenség néha őszintébb minden csattanónál. - Der Satz endet nicht sauber, weil solche Sätze nie sauber enden, und Maureen trinkt, anstatt ihn fertigzustellen, weil das Unfertige manchmal ehrlicher ist als jede Pointe. :32. Archie egyszer felzokog – röviden, szinte hallhatatlanul, mint valaki, aki a sírást gyengeségként tanulta meg, és mégsem tud most másként –, Maureen pedig leteszi a poharat az asztalra, és vár. - Archie schluchzt einmal – kurz, fast unhörbar, wie jemand, der das Weinen als Schwäche gelernt hat und trotzdem gerade nicht anders kann –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet. :33. Nem annak a feszült várakozásával, aki segíteni akar, hanem annak a nyugodt jelenlétével, aki megtanulta, hogy a jelenlét néha az egyetlen dolog, amit fel lehet ajánlani, és ami valóban számít. - Nicht mit der gespannten Erwartung von jemandem, der helfen will, sondern mit der ruhigen Gegenwart von jemandem, der gelernt hat, dass Anwesenheit manchmal das Einzige ist, was man anbieten kann, das wirklich zählt. :34. A következő héten gyakrabban gondol rá, mint bármelyik másik ügyfelére – nem sajnálattal, az túl egyszerű volna, és nem is gyengédséggel, az túl sok volna, hanem azzal a fajta csendes figyelemmel, amelyet olyan dolgoknak szentelünk, amelyeket nem értünk teljesen, és amelyeket éppen ezért nem engedünk el. - In der darauffolgenden Woche denkt sie öfter an ihn als an irgendeinen ihrer anderen Kunden – nicht mit Mitleid, das wäre zu einfach, und nicht mit Zuneigung, das wäre zu viel, sondern mit der Art stiller Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht vollständig versteht, und die man deshalb nicht loslässt. :35. Csütörtök este scone-t süt brixtoni lakásának kis konyhájában, anyja receptje szerint, amelyet kívülről tud, és amelyet évek óta nem használt, mert a sütés az anya halála után sokáig búcsúízű volt, és mert Maureen nem ápol olyan érzelgősségeket, amelyek fájdalmon kívül semmit sem adnak neki. - Am Donnerstagabend backt sie Scones in der kleinen Küche ihrer Wohnung in Brixton, nach dem Rezept ihrer Mutter, das sie auswendig kennt und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter lange nach Abschied schmeckte und weil Maureen keine Sentimentalitäten pflegt, die ihr nichts geben außer Schmerz. :36. A scone-ok kissé túl barnák lesznek – ennek a konyhának a sütője saját véleménnyel bír –, de melegek, amikor becsomagolja őket, és a melegség Maureen szerint olyan érvforma, amellyel szemben nehéz érvényesülni. - Die Scones werden etwas zu braun – das Backrohr in dieser Küche hat eine eigene Meinung –, aber sie sind warm, als sie sie verpackt, und Wärme ist, wie Maureen findet, eine Form von Argument, gegen die man schwer ankommt. :37. A következő hétfőn csenget, noha a kulcs ott van a zsebében, mert a csengetés azt jelenti, hogy a másiknak van választása, és ez most helyesnek tűnik számára. - Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie den Schlüssel in der Tasche hat, weil Klingeln bedeutet, dass der andere die Wahl hat, und das scheint ihr diesmal richtig. :38. Archie ajtót nyit – felöltözve, kivasalt gallérral, még kissé kivörösödött szemmel, de annak a férfinak a tartásával, aki elhatározta, hogy elfogadja a vereséget, anélkül hogy több teret adna neki, mint amennyit megérdemel. - Archie öffnet die Tür – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der beschlossen hat, die Niederlage anzunehmen ohne ihr mehr Raum zu geben, als sie verdient. :39. Maureen leteszi a műanyag dobozt a konyhaasztalra, megtölti a vízforralót, és amikor nem találja azonnal a teát, mert Archie egy másik kis szekrénybe tette át, némán keres, amíg meg nem találja, mert ő így dolgozik idegen konyhákban: alaposan, dráma nélkül, megjegyzés nélkül. - Maureen stellt die Tupperdose auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher, und als sie den Tee nicht gleich findet, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat, sucht sie schweigend, bis sie ihn findet, weil das die Art ist, wie sie in fremden Küchen arbeitet: gründlich, ohne Drama, ohne Kommentar. :40. Leül mellé, teát isznak és megeszik a túlbarnult scone-okat, és egyikük sem mond semmit, ami jelentőségteljesnek akarna hangzani vagy annak kellene lennie. - Sie setzt sich zu ihm, und sie trinken Tee und essen die zu braunen Scones, und keiner sagt etwas, das bedeutsam klingen will oder bedeutsam sein soll. :41. Mert ennek a jelenetnek a jelentősége az egyszerűségében rejlik, és azonnal feloldódna, ha megneveznék. - Weil das Bedeutsame dieser Szene in ihrer Schlichtheit liegt und sich sofort auflösen würde, wenn man es benennte. :42. Aztán Maureen különösebb hangsúly nélkül azt mondja: „A csillár egyébként nem mozog.” - Dann sagt Maureen, ohne besondere Betonung: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." :43. Archie ránéz – egy másodpercig, kettőig –, és az arcán megjelenik valami, amit Maureen egy év alatt még soha nem látott: egy mosoly, amely nem akar semmit, nem akar jóindulatot vásárolni, nem akar távolságot áthidalni, nem akar felejtést színlelni. - Archie sieht sie an – eine Sekunde lang, zwei –, und in seinem Gesicht entsteht etwas, das Maureen in einem Jahr nie gesehen hat: ein Lächeln, das nichts will, kein Wohlwollen erkaufen, keine Distanz überbrücken, kein Vergessen simulieren. :44. Egy mosoly, amely egyszerűen ott van, mert éppen semmi sem szól ellene. - Ein Lächeln, das einfach da ist, weil gerade nichts dagegen spricht. :45. „Tudom”, mondja. - „Ich weiß", sagt er. :46. Odakint elhalad egy busz, a régi ablakok röviden megremegnek kereteikben, aztán a csend újra ráborul a lakásra – ugyanaz a csend, mint mindig, és mégis más. - Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, und doch eine andere. :47. Mert a csend, ahogy Maureen tudja, nem üres, hanem abból áll, amit az ember belevitt, és ezúttal nem csak hiány van benne. - Weil Stille, wie Maureen weiß, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingetragen hat, und diesmal ist es nicht nur Abwesenheit. :48. A porcelán a polcon a sápadt novemberi napfényben áll, az aranyszegélyek apró fényeket vetnek a falra, Maureen pedig, miközben a teájába néz, arra gondol, hogy jövő héten különösen gondosan fogja leporolni. - Das Porzellan im Regal steht in der blassen Novembersonne, die goldenen Ränder werfen kleine Lichter auf die Wand, und Maureen denkt, während sie in ihren Tee schaut, dass sie es nächste Woche besonders sorgfältig abstauben wird. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :A porcelán - Das Porzellan :1. Maureen Callahan ötvenhat éves, és ha a foglalkozásáról kérdezik, olyan pontossággal válaszol, amely minden további megjegyzést fölöslegessé tesz: „takarítónő” – egy szó, amelyet ugyanazzal a magától értetődőséggel mond ki, amellyel mások azt mondanák: „ügyvédnő” vagy „orvosnő”, mert korán megértette, hogy az ember büszkesége egy munkára nem kell, hogy attól függjön, miként értékeli azt a társadalom, ha az ember elég eltökélt abban, hogy ezt ne engedje meg. - Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, antwortet sie mit einer Präzision, die jeden weiteren Kommentar überflüssig macht: „Reinigungskraft" – ein Wort, das sie mit derselben Selbstverständlichkeit ausspricht, mit der andere „Anwältin" oder „Ärztin" sagen würden, weil sie früh begriffen hat, dass der Stolz auf eine Tätigkeit nicht von der gesellschaftlichen Bewertung dieser Tätigkeit abhängen muss, wenn man nur entschieden genug ist, das nicht zuzulassen. :2. Húsz év alatt megtanulta, hogy a gazdag emberek lakásai ritkán néznek ki úgy, ahogyan maguk az emberek ki akarnak nézni – hogy Kensington súlyos ajtói mögött olyan rendetlenség lappang, amely pénzért nem megvásárolható, és hallgatással is csak szükségmegoldásként kezelhető, és hogy az, aki hetente érkezik a törlőkendővel, elkerülhetetlenül egy olyan igazság egyetlen tanújává válik, amelyet a lakó maga már nem képes észrevenni, mert túl régóta él benne. - In zwanzig Jahren hat sie gelernt, dass die Wohnungen reicher Leute selten so aussehen, wie die Leute selbst aussehen wollen – dass hinter den schweren Türen in Kensington eine Unordnung lauert, die mit Geld nicht zu kaufen ist und mit Schweigen nur notdürftig verwaltet werden kann, und dass derjenige, der wöchentlich mit dem Putztuch kommt, zwangsläufig zum einzigen Zeugen einer Wahrheit wird, die der Bewohner selbst nicht mehr wahrnehmen kann, weil er zu lange in ihr lebt. :3. Lord Archibald Pemberton – hetvennyolc éves, mindennap öltönyben, windsori csomóra kötött nyakkendővel – egy éve szerepel a listáján, és ez idő alatt bebizonyította, hogy az arisztokrácia kevésbé rendi állapot, mint inkább magatartás, amelyet fenn lehet tartani mindaddig, amíg az ember nem hajlandó újramérni a viszonyokat: egyedül él egy hétszobás lakásban a Montpelier Streeten, amelyet valaha személyzettel rendelkező család számára terveztek, és amely most, családtól és személyzettől egyaránt elhagyva, mindannak a hiányát dokumentálja, aminek meg kellett volna töltenie, olyan csenddel, amely nem béke, hanem valaminek az utózengése, ami megszűnt szólni anélkül, hogy bárki kikapcsolta volna. - Lord Archibald Pemberton – achtundsiebzig Jahre alt, täglich im Anzug, Krawatte mit Windsorknoten – ist seit einem Jahr auf ihrer Liste und hat in dieser Zeit bewiesen, dass Aristokratie weniger ein Stand ist als eine Haltung, die man aufrechterhalten kann, solange man sich weigert, die Verhältnisse neu zu vermessen: Er lebt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die einst für eine Familie mit Personal ausgelegt war und die nun, von Familie und Personal gleichermaßen verlassen, die Abwesenheit all dessen dokumentiert, was sie hätte füllen sollen, mit einer Stille, die nicht Frieden ist, sondern der Nachhall von etwas, das aufgehört hat zu klingen, ohne dass jemand es ausgemacht hätte. :4. A porcelán – meisseni étkészlet, fehér, kobaltkék indákkal és aranyszegéllyel, tizenhat személyre, üveg mögött egy rézzáras szekrényben – az egyetlen tárgy ebben a lakásban, amely Maureent valóban foglalkoztatja, nem azért, mert munkát ad, hanem mert Archie elnémul, amikor hozzáér: olyan elnémulás ez, amely más, mint a szokásos hallgatása, összpontosítottabb, feszültebb, mint annak a hallgatása, aki vigyáz, hogy valami el ne törjön, és közben maga sem egészen biztos benne, hogy a porcelánra gondol-e vagy önmagára. - Das Porzellan – Meißner Service, weiß mit kobaltblauen Ranken und Goldrand, für sechzehn Personen hinter Glas in einem Schrank mit Messingschloss – ist das einzige Objekt in dieser Wohnung, das Maureen wirklich beschäftigt, nicht weil es Arbeit macht, sondern weil Archie verstummt, wenn sie es anfasst: ein Verstummen, das anders ist als sein sonstiges Schweigen, konzentrierter, angespannter, wie das Schweigen von jemandem, der aufpasst, dass etwas nicht kaputtgeht, und dabei nicht ganz sicher ist, ob er das Porzellan meint oder sich selbst. :5. Egyszer megkérdezte tőle, kié ez a készlet, és ő azt mondta: „a feleségemé”, olyan rövidséggel, amely nem engedett meg semmilyen következő kérdést – nem azért, mert udvariatlan volt, hanem mert bizonyos mondatok éppen attól teljesek, hogy nem vezetik őket végig, és mert Maureen, aki sokat figyel és nagyon keveset kérdez, ezt azonnal megértette, és azóta mindkét kezét használja, amikor elveszi a csészéket. - Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat „meiner Frau" gesagt mit einer Kürze, die keine Folgefrage zuließ – nicht weil er unhöflich war, sondern weil manche Sätze vollständig sind, gerade weil sie nicht zu Ende geführt werden, und weil Maureen, die viel beobachtet und sehr wenig fragt, das sofort verstanden hat und seitdem beide Hände benutzt, wenn sie die Tassen nimmt. :6. A kulcsot, amelyet Archie átadott neki, a mai napig „kölcsönadottnak” nevezi, és ez a szemantikai önfejűség, ahogyan Maureen egyszer elmagyarázta a nővérének, nem véletlen és nem hóbort, hanem az utolsó megmaradt terület, amely fölött még rendelkezik: a nyelv fölött, cselekedetei jelentése fölött, afölött a jog fölött, hogy a birtoklást és az ajándékozást ne engedje egybeesni, még akkor sem, ha régóta világos, hogy a kulcsot soha nem fogja visszakérni. - Den Schlüssel, den Archie ihr übergeben hat, nennt er bis heute „geliehen", und dieser semantische Eigensinn ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, kein Versehen und keine Marotte, sondern der letzte verbliebene Bereich, in dem er noch verfügt: über die Sprache, über die Bedeutung seiner Handlungen, über das Recht, Besitz und Gabe nicht zusammenfallen zu lassen, selbst wenn längst klar ist, dass er den Schlüssel nie zurückfordern wird. :7. Amikor hétfőnként kinyitja az ajtót, a teáskészlet a konyhaasztalon áll – minden alkalommal, kivétel nélkül, olyan kitartással, amely nem feledékenységre utal, hanem reményre, arra a fajta reményre, amely nem adja fel, mert tudja, hogy nincs alapja, és éppen ezért valamilyen különös méltóságban marad fenn, amelyet Maureen, bár soha nem iszik teát, és ezt egy éve nem is tette, nem kommentál, mert megérezte, hogy a teáskészlet nem neki szól, hanem annak a róla alkotott képnek, amelyre Archie-nak szüksége van ahhoz, hogy kibírja a hétfőt. - Wenn sie montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr auf dem Küchentisch – jedes Mal, ohne Ausnahme, mit einer Beharrlichkeit, die nicht auf Vergessen deutet, sondern auf Hoffnung, auf die Art Hoffnung, die nicht aufgibt, weil sie weiß, dass sie keine Grundlage hat, und die genau deswegen in einer eigentümlichen Würde fortbesteht, die Maureen, obwohl sie nie Tee trinkt und das seit einem Jahr nicht getan hat, nicht kommentiert, weil sie gespürt hat, dass das Teegeschirr nicht für sie bestimmt ist, sondern für die Vorstellung von ihr, die Archie braucht, um den Montag auszuhalten. :8. „Á, Maureen” – mondja az előszobából egy olyan férfi hangján, akinek túl hosszúvá vált a hét, és akinek most végre valaki kinyitotta az ajtót –, „a csillár megint inog – nem vette észre?” - „Ah, Maureen", sagt er aus dem Flur mit dem Ton eines Mannes, dem die Woche zu lang geworden ist und dem jetzt endlich jemand die Tür aufgemacht hat, „der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" :9. Maureen minden alkalommal felnéz, ugyanazzal a rövid figyelemmel, amelyet egy nyomozónő szentel egy tetthelynek, amely nem hagyott nyomokat, és a csillár minden alkalommal tökéletes mozdulatlanságban függ, súlyosan és elutasítóan, mint egy tárgy, amely nem hajlandó részt venni egy elbeszélésben, amelyet nem maga kezdett – ezért Maureen minden alkalommal azt mondja: „Később megnézem”, és bemegy a fürdőszobába, mert ez olyan kijelentés, amely senkit sem kötelez semmire. - Sie schaut jedes Mal nach oben, mit derselben kurzen Aufmerksamkeit, die eine Detektivin einem Tatort schenkt, der keine Spuren hinterlassen hat, und der Kronleuchter hängt jedes Mal in vollkommener Reglosigkeit, schwer und abweisend wie ein Objekt, das sich weigert, an einer Erzählung teilzunehmen, die es nicht selbst begonnen hat – weshalb Maureen jedes Mal „Ich schau später" sagt und ins Badezimmer geht, weil das eine Aussage ist, die niemanden zu irgendetwas verpflichtet. :10. Archie követi őt egészen a küszöbig, olyan férfi könnyedségével támaszkodik az ajtófélfának, akinek a határok mindig mások határai voltak, és elkezdi heti monológját, a sherrys pohárral már a kezében, noha alig fél tíz múlt, és noha a sherry, ezt Maureen kiszámolta, éves mennyiségben olyan szintre jut, amely elgondolkodtatja, de ez az ő dolga. - Archie folgt ihr bis zur Schwelle, lehnt sich in den Türrahmen mit der Lässigkeit eines Mannes, für den Grenzen immer die Grenzen anderer waren, und beginnt seinen wöchentlichen Monolog, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl es kaum halb zehn ist und obwohl der Sherry, das hat Maureen berechnet, auf ein Jahresvolumen kommt, das sie nachdenklich stimmt, aber das ist seine Sache. :11. Elbeszélései olyan dramaturgiát követnek, amely hónapok óta alig változott: az apa, aki állítólag Churchill-lel vacsorázott – ezeknek a vacsoráknak a vendéglistája minden ismétléssel nő –, a Wellington nevű ló, amely háromszor győzött Hampshire-ben, és végül a jelen, amellyel úgy bánik, mint egy látogatóval, akinek udvariasságból ajtót nyit az ember, de akit mégis legszívesebben nem hívott volna be. - Seine Erzählungen folgen einer Dramaturgie, die sich über Monate kaum verändert hat: Der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll – die Gästeliste dieser Abendessen wächst mit jeder Wiederholung –, das Pferd Wellington, das dreimal in Hampshire siegte, und schließlich die Gegenwart, die er behandelt wie einen Besucher, dem man aus Höflichkeit öffnet und den man trotzdem am liebsten nicht hereingebeten hätte. :12. Maureen hallgatja, súrolja a csaptelepet, letörli a tükröt, és a megfelelő ütemben válaszol, mert megértette, hogy a figyelmes hallgatás ugyanolyan kézműves készség, mint bármely más – olyan készség, amelyet tökéletesíteni lehet anélkül, hogy az ember elveszne benne, amíg ismeri a vonalat aközött, ami hallatszani akar, és aközött, ami rá tartozik. - Maureen hört zu, schrubbt die Armatur, wischt den Spiegel und antwortet im richtigen Takt, weil sie verstanden hat, dass aufmerksames Zuhören eine handwerkliche Fertigkeit ist wie jede andere – eine, die man perfektionieren kann, ohne sich selbst darin zu verlieren, solange man die Linie kennt zwischen dem, was gehört werden will, und dem, was einen angeht. :13. „Tulajdonképpen elégedett, Maureen?” – ezt a kérdést időnként felteszi, és ez az egyetlen, amelynél Maureen valóban megáll, nem zavarában, és nem azért, mert hiányozna a válasz, hanem mert a kérdés olyan intimitást igényel magának, amely egy olyan férfi szájából jön, aki soha nem kérdezte meg tőle, hogy hívják a gyerekeit vagy honnan származik, és aki ezzel a kérdéssel, anélkül hogy tudná, az egyetlen dolgot érinti, amiről Maureen valóban nem akar beszélni: nem az elégedettséget, hanem azt a kérdést, hogy a szó még mindig a megfelelő mértékegység-e ahhoz, hogy ahhoz mérje, amivé az élet lett. - „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er gelegentlich, und es ist die einzige, bei der sie tatsächlich innehält, nicht aus Verlegenheit und nicht, weil die Antwort fehlte, sondern weil die Frage eine Intimität beansprucht, die aus dem Mund eines Mannes kommt, der sie nie gefragt hat, wie ihre Kinder heißen oder woher sie kommt, und der mit dieser Frage, ohne es zu wissen, das Einzige berührt, worüber Maureen wirklich nicht sprechen will: nicht das Zufriede-Sein, sondern die Frage, ob das Wort noch die richtige Einheit ist, um das, was das Leben geworden ist, daran zu messen. :14. „A törlőkendő lassan túl vékony lesz” – mondja, és Archie bólint, mintha valami fontosat mondott volna. - „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt, als hätte sie etwas Wichtiges gesagt. :15. Egy novemberi hétfőn – szürke ég, nedves utcák, az ajtórésen beszivárgó avar- és dízelszag – a lakás más, még mielőtt Maureen felkapcsolta volna a villanyt: a levegő olyan besűrűsödése ez, amelyet nem lehet mérni, de azonnal felismer az ember, ha annyi helyiséget ismer, mint ő, és ha megtanulta, hogy előbb érezzen, és csak azután nézzen oda. - An einem Montag im November – grauer Himmel, nasse Straßen, der Geruch von Laub und Diesel, der durch die Türritze dringt – ist die Wohnung anders, noch bevor Maureen das Licht angemacht hat: eine Verdichtung der Luft, die man nicht messen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Räume kennt wie sie und wenn man gelernt hat, zuerst zu fühlen und erst dann hinzuschauen. :16. Archie reggeli köntösben ül az étkezőasztalnál – már ez önmagában elég szokatlan ahhoz, hogy minden mást előre sejteni lehessen –, és előtte egy feltépett levél fekszik, amely a borítékját a földön vesztette el, mintha a felnyitás a harag mozdulata lett volna, az olvasás pedig aztán valami egészen más. - Archie sitzt im Morgenmantel am Esstisch – das allein ist ungewöhnlich genug, um alles andere schon vorauszuahnen –, und vor ihm liegt ein aufgerissener Brief, der auf dem Boden seinen Umschlag verloren hat, als wäre das Öffnen eine Geste der Wut gewesen und das Lesen dann etwas ganz anderes. :17. Kezei laposan fekszenek az asztalon, olyan kezek nyomásával, amelyeknek meg kell kapaszkodniuk valamiben, ami maga nem szilárd, és az arca azt a különös kifejezést mutatja, amelyet Maureen más lakások más pillanataiból ismer: annak az embernek a kifejezését, aki a hírt már teljesen megértette, de még nem fogadta el teljesen, mert a kettő együtt túl sok lenne egyszerre. - Seine Hände liegen flach auf dem Tisch mit dem Druck von Händen, die sich festhalten müssen an etwas, das selbst nicht fest ist, und sein Gesicht zeigt jenen eigentümlichen Ausdruck, den Maureen kennt von anderen Momenten in anderen Wohnungen: den Ausdruck eines Menschen, der die Nachricht bereits vollständig verstanden und noch nicht vollständig angenommen hat, weil beides zusammen zu viel auf einmal wäre. :18. „Giles kihúz engem a végrendeletből” – mondja anélkül, hogy felnézne, és ebben a mondatban – rövidségében, a magyarázatról való teljes lemondásában – több van, mint gyász: ott van egy férfi szégyene, aki nem érti, hogyan veszíthet el valakit az ember, akit soha nem volt igazán kész megismerni. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken, und in diesem Satz – in seiner Kürze, in seinem vollständigen Verzicht auf Erklärung – steckt mehr als Trauer: da ist die Scham eines Mannes, der nicht versteht, wie man jemanden verlieren kann, den man nie wirklich zu kennen bereit war. :19. Giles befektetési bankár, Archie világában főként üres helyként jelenik meg, és Maureen, aki az utóbbi években sokat gondolkodott fiúkon, további magyarázat nélkül megérti, hogy itt nem hirtelen kegyetlenségről van szó, hanem egy hosszú közöny végéről, amely mindkét oldalon ott ült, és amelyet most az egyik oldal döntésként fogalmazott meg. - Giles ist Investmentbanker, taucht in Archies Welt hauptsächlich als Leerstelle auf, und Maureen, die viel über Söhne nachgedacht hat in den letzten Jahren, versteht ohne weitere Erklärung, dass hier keine plötzliche Grausamkeit vorliegt, sondern das Ende einer langen Gleichgültigkeit, die auf beiden Seiten saß und die jetzt eines der beiden Seiten als Entscheidung formuliert hat. :20. A konyhában áll, és Archie-t nézi, aztán meglátja a sherryt a tálalón, és abban a másodpercben, amelyben mindkettőt látta, a döntés már meg is született – nem hirtelen indulatként, nem szentimentális együttérzésként, hanem annak nyugodt felismeréseként, hogy vannak pillanatok, amikor az ember abbahagyja a távolság igazgatását, nem azért, mert a távolság rossz volt, hanem mert éppen nem az a helyes. - Sie steht in der Küche und sieht Archie an, und dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und in der Sekunde, in der sie beides gesehen hat, ist die Entscheidung bereits gefallen – nicht als Impuls, nicht als sentimentales Mitgefühl, sondern als die ruhige Erkenntnis, dass es Momente gibt, in denen man aufhört, Distanz zu verwalten, nicht weil die Distanz falsch war, sondern weil sie gerade nicht das Richtige ist. :21. Fogja az egyik kis poharat, megtölti egy olyan nő gondosságával, aki nem tesz fölösleges mozdulatokat, és leül Archie-val szemben – húsz év óta először ülve egy ügyfél lakásában, munkaidőben, és a legkülönösebb ebben az, milyen kevéssé különösnek érződik. - Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Sorgfalt einer Frau, die keine unnötigen Bewegungen macht, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren sitzend in der Wohnung eines Kunden, in der Arbeitszeit, und das Merkwürdigste daran ist, wie wenig merkwürdig es sich anfühlt. :22. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon” – mondja, a poharat két kézzel tartva, tekintetét az asztalra szegezve, nem rá –, mert bizonyos mondatokat könnyebb kimondani, ha közben nem látják az embert –, „ez természetesen nem ugyanaz, nem akarok úgy tenni, mintha ugyanaz lenne – de azt hiszem, a gyerekek valamikor felhagynak azzal, hogy minket lássanak, és elkezdik azt látni, ami megkönnyebbíti őket, amikor így látnak minket.” - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch, nicht auf ihn – weil manche Sätze leichter fallen, wenn man nicht gesehen wird beim Sagen, „das ist natürlich nicht dasselbe, ich will nicht so tun als wäre es dasselbe – aber ich glaube, dass Kinder irgendwann aufhören, uns zu sehen, und anfangen, das zu sehen, was sie entlastet, wenn sie uns so sehen." :23. A mondat nem csattanóval ér véget, mert nincs csattanó, és Maureen iszik, mert ennek a mondatnak a befejezetlensége többet mond, mint bármilyen befejezés mondhatna: azt mondja, hogy ő sem tudja, ez hogyan végződik, és hogy belenyugodott abba, hogy nem tudja. - Der Satz endet nicht mit einer Pointe, weil es keine gibt, und Maureen trinkt, weil das Unfertige dieses Satzes mehr sagt als jede Vollendung es könnte: es sagt, dass sie auch nicht weiß, wie das endet, und dass sie damit abgefunden hat, es nicht zu wissen. :24. Archie felzokog – egyszer, röviden, félig elfojtva, annak a férfinak a szégyenével, akinek az érzés mindig túl nagy volt ahhoz a térhez képest, amelyet engedélyezett neki –, Maureen pedig leteszi a poharat az asztalra, és vár, nem annak feszült segítőkészségével, aki megoldást akar kínálni, hanem annak csendes szolidaritásával, aki tudja, hogy nincs megoldás, és mégsem áll fel – vagy éppen ezért nem. - Archie schluchzt – einmal, kurz, halb unterdrückt, mit der Scham eines Mannes, dem das Gefühl immer zu groß war für den Raum, den er ihm zugebilligt hat –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet, nicht mit der gespannten Hilfsbereitschaft von jemandem, der eine Lösung anbieten will, sondern mit der stillen Solidarität von jemandem, der weiß, dass es keine gibt, und der trotzdem nicht aufsteht – oder gerade deswegen. :25. A következő héten gyakrabban gondol rá, mint valaha, de nem azzal a lágy szánalommal, amelyet az ember néha megenged magának, hogy saját magát együttérzőnek élje meg: inkább azzal a távolságtartó figyelemmel, amelyet akkor vesz észre magában az ember, amikor valami, amiről azt hitte, érti, hirtelen olyan mélységet mutat, amellyel nem számolt, és amelyet nem lehet figyelmen kívül hagyni anélkül, hogy az ember valamit megtagadna önmagától. - In der Woche danach denkt sie öfter an ihn als je zuvor, aber nicht mit dem weichen Mitleid, das man sich manchmal gönnt, um sich selbst als mitfühlend zu erleben: eher mit jener distanzierten Aufmerksamkeit, die man in sich bemerkt, wenn etwas, das man glaubte zu verstehen, plötzlich eine Tiefe zeigt, die man nicht eingerechnet hatte, und die man nicht ignorieren kann, ohne sich selbst etwas zu verweigern. :26. Csütörtök este pogácsaszerű scone-okat süt az anyja receptje szerint – olyan recept szerint, amelyet kívülről tud, és évek óta nem használt, mert az anya halála után a sütés gyász ízű volt, nem konyháé, és mert Maureennek nem szokása önként előhívni a fájdalmat. - Am Donnerstagabend backt sie Scones nach dem Rezept ihrer Mutter – einem Rezept, das sie auswendig kann und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter nach Trauer schmeckte und nicht nach Küche, und weil Maureen keine Gewohnheit darin hat, Schmerz freiwillig aufzurufen. :27. Mégis süt, és a scone-ok kissé túl barnák lesznek, mert a sütő hazudik, és beteszi őket a műanyag dobozba, mert a melegség állítás, és mert nem akar másikat tenni, és jobbat sem ismer. - Sie backt trotzdem, und die Scones werden etwas zu braun, weil das Backrohr lügt, und sie legt sie in die Tupperdose, weil Wärme eine Aussage ist und weil sie keine andere machen will und keine bessere kennt. :28. A következő hétfőn csenget, bár a kulcs a táskájában van – apró gesztus, de tudatos, mert a csengetés választási lehetőséget ad a másiknak, és mert Maureen úgy döntött, hogy Archie-nak ezúttal legyen meg ez a választása, anélkül hogy tudná, hogy úgysem élne vele. - Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl der Schlüssel in ihrer Tasche liegt – eine kleine Geste, aber eine bewusste, weil Klingeln dem anderen die Wahl gibt, und weil Maureen entschieden hat, dass Archie diese Wahl diesmal haben soll, ohne zu wissen, dass er sie sowieso nicht benutzen würde. :29. Archie ajtót nyit – felöltözve, vasalt gallérral, még kissé kivörösödött szemmel, de olyan férfi tartásával, aki elismerte a vereséget, és most rájön, hogy az élet utána is folytatódik, ami egyszerre meglepő és nem meglepő. - Er öffnet – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der die Niederlage eingeräumt hat und nun herausfindet, dass das Leben danach weitergeht, was überraschend und nicht überraschend zugleich ist. :30. Maureen leteszi a dobozt az asztalra, megtölti a vízforralót, megkeresi a teát, megtalálja a rossz szekrénykében, kommentár nélkül kiveszi, és a közben keletkező csend nem üres, hanem sűrű – sűrű mindazoktól a dolgoktól, amelyeket nem kell kimondani, mert mindketten ott vannak. - Maureen stellt die Dose auf den Tisch, füllt den Wasserkocher, sucht den Tee, findet ihn im falschen Schränkchen, nimmt ihn heraus ohne Kommentar, und die Stille, die dabei entsteht, ist nicht leer, sondern dicht – dicht von den Dingen, die nicht gesagt werden müssen, weil sie beide da sind. :31. Ülnek, teát isznak és scone-okat esznek, és a beszélgetés, amely megtörténik, nem is beszélgetés, és mégis több, mint a legtöbb: olyan valaminek az állaga van, ami terv nélkül nőtt, ami nem tudja, hogyan hívják, és éppen ezért tart. - Sie sitzen und trinken Tee und essen die Scones, und das Gespräch, das stattfindet, ist keines und doch mehr als die meisten: es hat die Konsistenz von etwas, das gewachsen ist ohne Plan, das nicht weiß, wie es heißt, und das gerade deswegen hält. :32. „A csillár egyébként nem inog” – mondja Maureen valamikor, hangsúly nélkül, egy fizikai tény megállapításaként –, és Archie ránéz, egy másodpercig, kettőig, aztán elmosolyodik, olyan mosollyal, amely nem akar semmit: sem szánalmat, sem elnézést, sem olyan kötődést, amelyet ápolni kellene – egyszerűen mosoly, amely ott van, mert éppen nincs ott semmi, ami megakadályozná. - „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt Maureen irgendwann, ohne Betonung, als Feststellung einer physikalischen Tatsache – und Archie sieht sie an, eine Sekunde, zwei, und dann lächelt er, ein Lächeln, das nichts will: kein Mitleid, keine Nachsicht, keine Verbundenheit, die man pflegen müsste – einfach ein Lächeln, das da ist, weil gerade nichts da ist, das es verhindert. :33. „Tudom” – mondja. - „Ich weiß", sagt er. :34. Odakint elhalad egy busz, és a régi ablaküvegek röviden megremegnek kereteikben, aztán a csend ismét rátelepszik a lakásra – ugyanaz a csend, mint mindig, ugyanazokkal a bútorokkal, ugyanazzal a porcelánnal, ugyanazzal a fénnyel, és mégis más, mert a csend, ahogyan mindenki tudja, aki sokáig ült benne, nem üres, hanem abból áll, amit belevittünk, és mert ezúttal, először, valami meleg van benne. - Draußen fährt ein Bus vorbei, und die alten Scheiben zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, mit denselben Möbeln, demselben Porzellan, demselben Licht, und doch eine andere, weil Stille, wie jeder weiß, der lange in ihr gesessen hat, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingebracht hat, und weil diesmal, zum ersten Mal, etwas Warmes darin ist. -------------------- == 87 == 1 -------------------- Die Brücke Lucía ist 29 Jahre alt. Sie arbeitet in einer Fabrik. Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá. Jeden Tag näht sie Hemden. Ihre Finger sind oft müde. Nachts schläft sie in einer kleinen Pension. Dort wohnen noch fünf andere Frauen. Das Zimmer ist eng, aber es ist billig. Lucía spart ihr Geld. Sie will eines Tages wegfahren. Wohin, weiß sie noch nicht. Lucía hat einen Bruder. Er heißt Javier und ist 24 Jahre alt. Vor zwei Jahren ist er weggegangen. Die Nachbarin sagt: Er ist in den Bergen. Die Regierung sagt: Er ist tot. Lucía sagt nichts. Sie nennt es einfach: weg. Javier hatte lange Finger und eine leise Stimme. Sein Mund roch immer nach Zimt. Lucía denkt jeden Tag an ihn. Jeden Samstag fährt Lucía mit dem Bus. Der Bus ist alt und laut. Es gibt Hühner, Körbe und müde Menschen. Lucía sitzt am Fenster. Die heiße Luft kommt durch ein Loch in der Plane. Ein kleines Kind sitzt neben ihr. Das Kind hält eine Mandarine in der Hand. Es gibt Lucía die Hälfte. Lucía lächelt. Sie denkt: Javier hat Mandarinen immer mit den Zähnen geschält. Der Bus wird langsamer. Die Brücke kommt. Lucía kennt diese Brücke gut. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen. Sie und Javier, vor zwei Jahren. Jetzt steht sie jede Woche hier. Sie steht am Geländer und schaut auf das Wasser. Das Wasser ist braun und fließt schnell. Sie wartet auf nichts. Sie hofft auf nichts. Sie ist einfach da. An diesem Samstag ist ein alter Mann an der Brücke. Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer. Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug. Er verkauft Kaffee. Lucía nickt, als er sie fragt. Sie sucht das Kleingeld in ihrer Tasche. Dann sieht sie seine Hände. Die Finger sind lang, die Nägel schwarz. Der Knochen am Daumen sieht aus wie Javiers Knochen. Lucía wird kalt, obwohl die Sonne heiß ist. Sie will fragen: Wer sind Sie? Aber sie sagt kein Wort. Der alte Mann gibt ihr den Kaffee. Er sagt: „Vorsicht, heiß." Seine Stimme klingt fremd. Lucía trinkt den Kaffee langsam. Sie schaut den Mann an. Er schaut auf das Wasser. Sie stellt keine Fragen. Am nächsten Samstag fährt Lucía wieder zur Brücke. Der Eimer steht noch da. Aber der alte Mann ist weg. Ein anderer Verkäufer hat seinen Platz. Der verkauft Cola, keinen Kaffee. Lucía fragt: „Der alte Mann – wo ist er?" Der Verkäufer zuckt mit den Schultern. Er sagt: „Weitergegangen. Oder gestorben. Oder beides." Lucía setzt sich auf den Eimer. Sie trinkt eine Cola. Die Cola schmeckt nach nichts. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden. Lucía weiß nicht, wer ihn hingehängt hat. Sie nimmt einen Faden von ihrer Jacke. Sie knüpft ihn neben den roten Faden. Dann steht sie auf. Sie geht zum Bus. Sie setzt sich ans Fenster. Sie legt die Hand gegen das Glas. Draußen lösen sich die Berge in der Hitze auf. Der Kaffee von letzter Woche ist noch auf ihrer Zunge. Sie wird nächste Woche wiederkommen. Vielleicht. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Brücke Lucía steht um ein Uhr nachts an ihrer Nähmaschine und hört, wie die anderen Frauen in der Pension schlafen. Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá, wo die Straßen aufhören und die Berge beginnen. Ihre Finger schmerzen unter den Nägeln, nicht stark, aber genug, dass sie es spürt. Sie schaut durch das vergitterte Fenster auf die schwarzen Berge draußen. Kein Licht brennt dort oben, kein Zeichen, nichts. Lucía denkt an ihren Bruder Javier, der vor zwei Jahren weggegangen ist, ohne ein Wort zu hinterlassen. Die Nachbarin sagt, er ist bei der Guerilla in den Bergen. Die Regierung sagt, er ist tot, aber sie hat keinen Beweis geschickt. Lucía sagt nichts davon laut, weil Worte manchmal mehr wegnehmen, als sie geben. Am Samstag früh steigt sie in den Bus, der nach Süden fährt, zum Río Sumapaz. Der Bus ist so voll, dass ein Huhn auf dem Sitz neben ihr sitzt und sie mit einem Auge anschaut. Durch ein Loch in der Plastikplane kommt die heiße Luft wie ein Atem herein. Ein kleines Kind, das keine Vorderzähne hat, hält ihr eine Mandarine hin. Lucía nimmt die Frucht, teilt sie ruhig in zwei Hälften und gibt dem Kind eine zurück. Das Kind lacht, und Lucía denkt sofort an Javier, der Mandarinen immer mit den Zähnen geschält hat. Sie schaut aus dem Fenster, damit das Kind ihre Augen nicht sieht. Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen. Lucía kennt jede Schraube an diesem Geländer. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, sie und Javier, an einem Morgen, der wie alle anderen aussah. Er hat sich nicht umgedreht, als er gegangen ist, oder vielleicht hat sie es nur nicht gesehen. Jetzt kommt sie jeden Samstag, steht zwei Stunden am Geländer und schaut auf das braune Wasser, das unter ihr fließt. Sie wartet auf nichts Bestimmtes und hofft auf nichts Bestimmtes. Sie ist einfach da, weil das der einzige Ort ist, wo sie nicht erklären muss, warum. An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer. Er ist vielleicht fünfundsechzig Jahre alt, hat ein Gesicht wie trockene Erde und Augen, die sehr weit weg schauen. Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug, und er fragt Lucía leise, ob sie einen Kaffee möchte. Sie nickt, sucht das Kleingeld in ihrer Jackentasche und sieht dabei seine Hände. Die Finger sind lang und knotig, die Nägel schwarz vom Dreck, aber die Form dieser Hände ist nicht fremd. Der lange Knochen am Daumen, die Art, wie die Sehnen unter der Haut liegen – das hat sie schon gesehen. Lucía hält die Münzen in ihrer Hand und kann sich nicht bewegen. Sie will fragen: Wer sind Sie, wo kommen Sie her, kennen Sie einen Mann namens Javier? Aber sie bringt kein einziges Wort heraus, weil sie Angst hat vor der Antwort. Der alte Mann gibt ihr den Kaffee in einer kleinen Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß." Seine Stimme klingt nach einer Sprache, die nicht Spanisch ist, oder nach Spanisch, das sehr lange geschwiegen hat. Lucía trinkt den Kaffee langsam und schaut auf das Wasser, genau wie er. Sie stellt keine Fragen, und er stellt keine Fragen, und das fühlt sich seltsam richtig an. Eine Woche später steigt Lucía wieder aus dem Bus und geht zur Brücke. Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann sitzt nicht darauf. Ein anderer Verkäufer hat den Platz übernommen, er verkauft Cola aus einer Kühltasche. Lucía fragt ihn: „Der alte Mann mit dem Kaffee – wissen Sie, wo er ist?" Der Verkäufer schaut sie kurz an und zuckt mit den Schultern. Er sagt: „Weitergegangen, glaube ich. Oder gestorben. Das ist hier meistens dasselbe." Lucía setzt sich auf den Eimer und kauft eine Cola, die warm und süß ist und nach gar nichts schmeckt. Sie trinkt sie trotzdem leer, weil sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, dünn und verblasst, als wäre er schon lange da. Niemand kann ihr sagen, wer ihn hingehängt hat oder warum. Lucía zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke, einen blauen, und knüpft ihn direkt neben den roten. Sie schaut kurz auf die beiden Fäden, dann dreht sie sich um und geht zum Bus. Sie setzt sich ans Fenster, legt die flache Hand gegen das warme Glas und schaut auf die Berge, die in der Hitze verschwimmen. Irgendwo dort ist Javier, oder er ist nirgends, oder das ist am Ende dasselbe. Der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, fremd und vertraut zugleich. Nächste Woche wird sie wiederkommen. Das ist keine Hoffnung. Das ist einfach, was sie tut. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Brücke In der Nacht, wenn die Fabrik still wird und nur noch die Maschinen summen, denkt Lucía an Dinge, die sie tagsüber nicht denken kann. Sie näht seit sechs Jahren dieselben Hemden, und manchmal glaubt sie, die Nadel kennt den Weg schon besser als sie selbst. Ihre Hände arbeiten allein, während ihr Kopf woanders ist – bei Javier, bei den Bergen, bei einem Morgen vor zwei Jahren, der nie aufgehört hat. Javier ist ihr Bruder, er war vierundzwanzig, als er ging, und er hatte eine Stimme, die immer zu leise war, als wollte er nicht zu viel Platz nehmen. Die Nachbarin hat gesagt, er sei in den Bergen bei den Guerilleros, aber die Nachbarin sagt viele Dinge, die sich gut anhören und nichts bedeuten. Die Regierung hat einen Brief geschickt, der Javier für tot erklärt, aber kein Datum nennt, keinen Ort, keinen Beweis. Lucía hat den Brief in den Koffer gelegt, unter die Hemden, und seitdem nicht mehr herausgeholt, weil sie weder glauben noch aufhören will zu glauben. Jeden Samstag nimmt sie den frühen Bus, der nach Süden fährt und nach altem Öl und Tier riecht. Die Fahrt dauert über eine Stunde, und in dieser Zeit schaut Lucía aus dem Fenster, ohne wirklich zu sehen, was draußen vorbeizieht. An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält, als wäre sie etwas sehr Kostbares, und ihr ohne Worte die Hälfte anbietet. Lucía nimmt sie und denkt, noch bevor sie die Frucht berührt hat, an Javier, der Mandarinen nie schälte, sondern die Schale einfach mit den Zähnen aufriss. Sie schaut weg, bevor das Kind ihre Augen sehen kann, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint. Diese Brücke über den Río Sumapaz ist kein besonderer Ort, es gibt hundert solche Brücken in diesem Land. Aber hier haben sie sich zum letzten Mal gesehen, und das macht einen Ort zu etwas, das er vorher nicht war. Lucía stellt sich ans Geländer, schaut auf das braune Wasser, das gleichgültig unter ihr fließt, und wartet auf nichts, was sie benennen könnte. Sie kommt nicht, weil sie hofft – sie ist sich ziemlich sicher, dass Hoffnung das Falsche wäre, nach so langer Zeit. Sie kommt, weil dieser Ort der einzige ist, wo sie nicht erklären muss, wer Javier war, und warum seine Abwesenheit noch immer ein Gewicht hat. Zwei Stunden steht sie meistens hier, schaut auf das Wasser, auf die Berge, auf die Autos, die über die Brücke fahren, ohne anzuhalten. An diesem Samstag ist ein alter Mann da, den sie noch nie gesehen hat. Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer, als wäre das ein ganz gewöhnlicher Stuhl, und hält einen Thermoskrug zwischen den Knien. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie nicht sofort einordnen kann – als käme sie aus einer anderen Sprache, auch wenn die Worte Spanisch sind. Lucía nickt, greift in die Jackentasche nach Kleingeld, und in diesem Moment, als sie aufschaut, sieht sie seine Hände. Die Finger sind lang und knotig, die Gelenke aufgebrochen von Arbeit, die Nägel schwarz, aber die Grundform dieser Hände – die langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen – kennt sie aus tausend Erinnerungen. Sie zählt das Kleingeld nicht mehr, sie hält es einfach in der offenen Hand und kann sich nicht bewegen. In ihr formt sich eine Frage, eigentlich mehrere Fragen, aber keine kommt bis zu den Lippen, weil sie nicht weiß, was eine Antwort mit ihr machen würde. Der alte Mann wartet ruhig, nimmt die Münzen, füllt die Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß", als wäre das alles, was es zu sagen gibt. Seine Stimme klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs viel verloren hat. Lucía trinkt den Kaffee langsam, Schluck für Schluck, und schaut auf das Wasser statt auf den Mann, weil sie merkt, dass sein Blick sie in Stücke zerlegen würde, wenn sie ihn zu lange erwiderte. Sie kauft keinen zweiten Kaffee, sie stellt keine Fragen, sie sagt beim Gehen nicht einmal Danke – oder vielleicht sagt sie es doch, sie ist sich später nicht mehr sicher. Eine Woche vergeht, die sich anfühlt wie eine lange Stille zwischen zwei Sätzen, und dann ist Samstag. Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann ist nicht da, und an seiner Stelle verkauft jemand Jüngeres Cola aus einer zerbeulten Kühltasche. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie an, als wäre die Frage schwerer als sie klingt. Er sagt: „Weitergegangen, denke ich. Oder gestorben. In dieser Gegend ist das oft dasselbe, und man fragt nicht nach." Lucía setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß, und schaut auf das Geländer, als könnte es ihr etwas erklären. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, als wäre er schon seit Jahren da und hätte auf jemanden gewartet. Niemand weiß, wer ihn hingehängt hat, und die Frage stellt sich sowieso niemand außer Lucía. Sie zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein bisschen fransig – und knüpft ihn so nah an den roten, dass die beiden sich berühren. Sie schaut nicht lange hin, dann dreht sie sich um und geht. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das Fensterglas, das warm ist von der Sonne, und schaut auf die Berge, die in der Hitze ihre Konturen verlieren. Der Geschmack des Kaffees ist noch da, auf der Zunge, im Hals – fremd und gleichzeitig so vertraut, dass es ihr den Atem stocken lässt. Sie wird nächste Woche wiederkommen, nicht weil sie etwas erwartet, sondern weil dieser Ort sie festhält auf eine Art, die sie nicht loswerden will. Das ist keine Hoffnung. Aber es ist auch nicht nichts. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Brücke Es gibt Nächte in der Fabrik, in denen Lucía das Gefühl hat, ihre Hände gehörten ihr nicht mehr, weil sie seit Stunden dasselbe tun, ohne dass der Kopf noch beteiligt ist. Die Maschine läuft, der Faden zieht sich durch den Stoff, und irgendwo hinter diesem gleichmäßigen Geräusch liegt Javier – nicht als Erinnerung, sondern als eine Art Dauerdruck, den sie gelernt hat zu tragen, ohne ihn zu benennen. Er ist vor zwei Jahren gegangen, vierundzwanzig Jahre alt, mit einer Stimme, die immer zu leise war, als wollte er die Welt nicht mehr belästigen, als nötig. Was aus ihm geworden ist, weiß sie nicht, und das ist keine Lücke mehr, die sich schließen lässt – es ist inzwischen ein fester Teil der Stille, in der sie lebt. Die Regierung hat ihn für tot erklärt, ohne Ort, ohne Datum, ohne irgendetwas, das ihr erlauben würde, diesem Wort zu glauben oder es zurückzuweisen. Samstag ist der einzige Tag, an dem Lucía nicht näht. Sie steigt in den Bus, der nach Süden fährt und in dem alte Männer schlafen, Hühner in Körben sitzen und die heiße Luft durch jeden Riss in der Karosserie kriecht, als wollte sie zeigen, dass es keine Grenze gibt, die sie aufhalten kann. Ein Kind bietet ihr eine Mandarine an, ganz selbstverständlich, als wären sie alte Bekannte, und Lucía nimmt die Hälfte und gibt die andere zurück, während sie gleichzeitig merkt, dass ihre Hand zittert – nicht stark, aber genug. Sie denkt an Javier, der Mandarinen nie mit den Fingern schälte, weil er zu ungeduldig war, und dreht das Gesicht zum Fenster, bevor das Kind sehen kann, was in ihren Augen steht. Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen, und Lucía atmet aus, als hätte sie die ganze Fahrt über die Luft angehalten. Die Brücke über den Río Sumapaz ist unspektakulär – Beton, Rost, braunes Wasser darunter, das gleichgültig fließt, egal was an seinen Ufern geschieht oder geschehen ist. Aber Lucía kommt trotzdem jeden Samstag hierher, stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser und bleibt zwei Stunden, ohne auf irgendetwas zu warten, das sie benennen könnte. Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, und obwohl sie nicht mehr genau weiß, was gesagt wurde oder ob überhaupt etwas gesagt wurde, weiß sie noch genau, wie Javiers Schultern aussahen, als er wegging – leicht nach vorne gezogen, als trüge er etwas, das schwerer war als er. Dieser Ort hält sie fest, nicht durch Hoffnung, sondern durch eine Art stumpfe Treue, die sie sich nicht erklärt, weil sie Angst hat, dass sie aufhört, wenn sie anfängt, darüber nachzudenken. An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer, als hätte er dort immer gesessen und sie hätte ihn nur bisher nicht bemerkt. Er ist vielleicht fünfundsechzig, vielleicht älter, mit einem Gesicht, das so viele Schichten hat wie die Berge in der Ferne, und Augen, die etwas gesehen haben, worüber man nicht spricht, nicht weil es verboten wäre, sondern weil es keine Sprache dafür gibt. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme ist fremd – nicht wegen des Akzents, sondern wegen einer Qualität, die Lucía nicht sofort einordnen kann, als hätte diese Stimme jahrelang geschwiegen und sei noch nicht wieder ganz zurück. Sie nickt, greift nach dem Kleingeld in ihrer Tasche, und in dem Moment, als sie die Münzen herausschält, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Thermoskrug halten. Die Finger sind knotig, die Nägel geschwärzt, die Haut aufgerissen an den Gelenken, aber die Form dieser Hände – die ungewöhnlich langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger leicht absteht – das ist nicht fremd, das hat sie tausendmal gesehen, an einem Tisch, in einer Küche, an einem Morgen, der jetzt sehr weit weg ist. Lucía hört auf, die Münzen zu zählen. Sie steht einfach da, die Hand offen, und irgendwo hinter ihren Rippen zieht sich etwas zusammen, das keinen Namen hat, aber sehr viel Platz braucht. Die Fragen, die in ihr entstehen, sind so viele und so laut, dass keine davon es bis zu den Lippen schafft – als würden sie sich gegenseitig blockieren, weil jede Antwort, die möglich wäre, mehr zerstören könnte als das Schweigen. Der alte Mann wartet, ohne ungeduldig zu werden, füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß", mit einer Stimme, die klingt wie ein Stein, der ins tiefe Wasser fällt – einmal, dann nichts mehr. Lucía trinkt, und der Kaffee ist sehr stark und sehr bitter, und sie trinkt trotzdem bis zum Grund, weil das die einzige Handlung ist, die sie in diesem Moment vollständig ausführen kann. Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und als sie schließlich geht, ist sie nicht sicher, ob sie feige war oder weise, und ob es dazwischen überhaupt einen Unterschied gibt. In der Woche, die folgt, trägt Lucía den Geschmack dieses Kaffees mit sich herum wie einen Splitter, der nicht schmerzt, aber da ist, immer. Sie näht, sie schläft, sie isst, sie spricht mit den anderen Frauen in der Pension, und die ganze Zeit über liegt dieser Geschmack auf ihrer Zunge wie eine offene Frage, die sie nicht formulieren kann oder will. Am nächsten Samstag steigt sie früher als sonst in den Bus, als wäre Zeit ein Argument. Der Eimer steht noch an derselben Stelle am Geländer, aber der alte Mann ist nicht da, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, mit Cola und einem gleichgültigen Gesicht. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie einen Moment zu lang an, bevor er mit den Schultern zuckt und sagt: „Weitergegangen, irgendwohin. Oder gestorben. In dieser Gegend fragt man das nicht so genau nach." Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß und nach allem schmeckt außer nach dem, wonach sie sucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch gleichgültig fließt, unbeeindruckt von allem, was Menschen an seinen Ufern verlieren. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, den niemand bemerkt hat außer ihr, weil man nur sieht, wonach man schaut. Sie weiß nicht, wer ihn hingehängt hat, und die Frage interessiert sie weniger als die Tatsache, dass jemand den Gedanken gehabt hat, sich mit einem so kleinen Zeichen an einen Ort zu binden. Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig fransig – und knüpft ihn neben den roten, ohne zu wissen, für wen oder warum, aber mit dem ruhigen Gefühl, dass es das Richtige ist. Die zwei Fäden hängen nebeneinander im Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich zu verlieren. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze auflösen, bis ihre Konturen unscharf werden und man nicht mehr genau sagen kann, wo der Berg aufhört und der Himmel anfängt. Irgendwo dort ist Javier – das ist das Einzige, woran sie festhält, nicht als Tatsache, nicht als Hoffnung, sondern als eine Art innere Behauptung, die sie aufrechterhalten muss, weil sie ohne sie nicht wüsste, wohin sie die Augen richten soll. Der Kaffee ist noch auf ihrer Zunge, eine Woche später, fremdartig und vertraut zugleich, wie eine Sprache, die man einmal konnte und fast vergessen hat. Sie wird nächste Woche wiederkommen, und die Woche danach, nicht weil sie etwas erwartet oder noch auf eine Auflösung hofft, sondern weil Treue manchmal das Einzige ist, was man einem Menschen schuldet, der nicht mehr da ist, um sie einzufordern. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Brücke Es gibt eine bestimmte Art von Erschöpfung, die nicht vom Schlafen kommt und nicht vom Wachen, sondern von dem langen, gleichmäßigen Druck eines Lebens, das man führt, ohne sich je ganz dazu entschieden zu haben – und genau diese Erschöpfung kennt Lucía, während ihre Hände um ein Uhr nachts noch immer die Nadel durch den Stoff führen, als hätten sie sich längst von ihr getrennt und arbeiten jetzt auf eigene Rechnung. Die Fabrik am Rand von Bogotá ist ein Ort, der nichts verspricht und nichts hält, und vielleicht ist das seine einzige Ehrlichkeit: Hier weiß man, woran man ist. Javier hat hier nie gearbeitet, er war nie jemand, der still an einem Platz blieb – er hatte diese ruhelose Qualität, die manche Menschen unruhig macht und andere anzieht, und Lucía hat beides an ihm erlebt, manchmal im selben Moment. Vor zwei Jahren ist er gegangen, ohne einen Abschied, der diesen Namen verdient hätte, und seitdem hat sie gelernt, mit einer Leerstelle zu leben, die sich weder durch Trauer noch durch Gewissheit füllen lässt, weil die Regierung einen Brief geschickt hat, der ihn für tot erklärt, ohne irgendetwas zu liefern, das dieses Wort ernstzunehmen erlauben würde. Was bleibt, ist kein Schmerz mehr im eigentlichen Sinne, sondern etwas Stumpferes und Beständigeres – eine Art strukturelle Abwesenheit, die Lucía inzwischen so verinnerlicht hat, dass sie sie manchmal erst dann bemerkt, wenn jemand fragt, ob sie Geschwister hat, und sie einen Moment zu lang braucht, um zu antworten. Der Samstag ist ihr Tag, nicht weil er sich von den anderen unterscheidet, sondern weil sie ihn durch eine Entscheidung zu dem gemacht hat, was er ist: dem einzigen Tag, an dem sie nicht näht, nicht in der Pension sitzt und auf die Decke schaut, sondern in den Bus steigt und fährt. Der Bus selbst ist ein eigenes kleines Universum, bevölkert von Menschen, die so früh am Morgen schon die Gesichter von Leuten tragen, die wissen, dass der Tag lang wird, und von Tieren, die ahnungslos mitreisen, und von einer Hitze, die durch jede Lücke in der verbeulten Karosserie kriecht, als wäre sie persönlich eingeladen. An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält mit der ernsthaften Sorgfalt, die Kinder manchmal für Gegenstände aufwenden, die Erwachsene längst für selbstverständlich halten, und das ihr wortlos die Hälfte anbietet, als wäre das die natürlichste Geste der Welt. Lucía nimmt die Frucht, und noch bevor sie die Schale berührt, ist Javier da – nicht als Bild, sondern als körperliche Reaktion, als eine Art Muskelgedächtnis des Verlustes – weil Javier Mandarinen immer mit den Zähnen aufriss, ungeduldig und lachend, als wäre das Schälen eine Zeitverschwendung, die er sich prinzipiell verweigerte. Sie dreht das Gesicht zum Fenster, damit das Kind die Augen nicht sieht, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint, genau dort, wo sie immer erscheint, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die nicht wissen, was sie bedeuten. Die Brücke über den Río Sumapaz ist, objektiv betrachtet, nichts Besonderes: Beton, der altert, Geländer, das rostet, braunes Wasser darunter, das fließt, ohne je zu fragen, was an seinen Ufern verloren geht oder wartet oder sich nicht entscheiden kann zwischen beidem. Aber Orte bedeuten nicht, was sie sind, sondern was in ihnen geschehen ist, und hier hat Lucía zum letzten Mal Javiers Schultern gesehen, die leicht nach vorne geneigt waren, als trüge er etwas, das von außen nicht zu sehen war, und das ist eine Erinnerung, die sich nicht abschwächt, sondern mit der Zeit eher präziser wird, schärfer in den Details, als würde das Gehirn versuchen, durch Genauigkeit zu ersetzen, was die Realität nicht mehr liefern kann. Sie stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser, und wartet – wobei das Wort Warten hier irreführend ist, weil es eine Richtung impliziert, auf die hin man wartet, und die hat Lucía längst aufgegeben, wenn sie sie je gehabt hat; was sie tut, ist eher ein stilles Aushalten von Zeit an einem Ort, der ihr gehört, auf eine Weise, die kein Besitztitel beschreiben könnte. An diesem Samstag ist ein alter Mann da, der auf einem umgedrehten Eimer sitzt, als wäre das eine vollkommen angemessene Art, sich in der Welt einzurichten, mit einem Thermoskrug zwischen den Knien und einem Gesicht, das so viele Schichten trägt, dass Lucía nicht einmal versucht, es zu lesen. Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie einen Moment lang irritiert, bevor sie versteht, dass es nicht der Akzent ist und nicht die Lautstärke, sondern eine Art eingefrorene Distanz – als hätte diese Stimme sehr lange geschwiegen und sei noch nicht ganz wieder in der Gegenwart angekommen. Sie nickt, sucht das Kleingeld, und in dem Moment, als sie aufblickt, um ihm die Münzen zu geben, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Krug halten, und sie erstarrt auf eine Art, die nicht theatralisch ist, sondern still und absolut – die Art, in der ein Körper innehält, wenn er etwas erkennt, das der Verstand noch nicht eingeholt hat. Die Finger sind knotig, die Gelenke aufgebrochen, die Nägel geschwärzt, und das alles wäre nichts Ungewöhnliches in dieser Gegend; was Lucía erstarren lässt, ist die Geometrie dieser Hände – die ungewöhnliche Länge der Mittelsehne, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger sich minimal abspreizt, als wolle er immer das letzte Wort haben –, weil das eine Geometrie ist, die sie kennt, so gut wie ihre eigenen Hände, vielleicht besser. In ihr entstehen Fragen – so viele und so schnell und mit so unterschiedlichen und unmöglichen Konsequenzen, dass sie sich gegenseitig blockieren wie Autos in einer verstopften Kreuzung, und keine kommt durch bis zu den Lippen, weil jede mögliche Antwort etwas in ihr riskieren würde, das sie gerade noch zusammenhält. Der alte Mann wartet, ohne ihr dabei zuzusehen, wie man auf jemanden wartet, der Zeit braucht, und das ist in sich schon etwas, das Lucía nicht vergessen wird: dass er gewartet hat, als wüsste er, dass Warten hier das Richtige ist. Er füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß" – und das ist alles, drei Worte, aber seine Stimme dabei klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs aufgehört hat, mehr zu sagen als das Notwendigste. Lucía trinkt, langsam, und der Kaffee ist bitter und schwer und hat einen Nachgeschmack, den sie nicht einordnen kann und der deshalb in ihr hängen bleibt, lange nachdem die Tasse leer ist. Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und ob das Feigheit war oder eine Art von Weisheit, die man sich erst erarbeiten muss, bevor man erkennt, dass sie keine ist, weiß sie in diesem Moment nicht und wird es vielleicht nie wissen. Die Woche, die folgt, ist eine Woche wie jede andere, außer dass sie es nicht ist, weil Lucía durch jeden ihrer Tage geht wie durch Wasser, das leicht zäher ist als sonst, und der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, hartnäckig und stumm, wie eine Frage, die sich weigert, in Sprache übersetzt zu werden. Am nächsten Samstag steigt sie früher als gewöhnlich in den Bus, als könnten zwanzig Minuten irgendetwas entscheiden, das bereits entschieden ist, und als sie an der Brücke ankommt, steht der Eimer noch da, aber der alte Mann sitzt nicht darauf, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, der Cola verkauft und so aussieht, als hätte er noch nie jemanden vermisst. Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie mit einem Blick an, der sagt, dass er diese Frage schon kennt, auch wenn er sie heute zum ersten Mal hört, und antwortet: „Weitergegangen. Oder gestorben. Hier fragt man das nicht so genau nach, weil die Antwort meistens beides ist." Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die warm und süß ist und nach allem schmeckt außer nach dem, was sie braucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch fließt, gleichgültig und unbeeindruckt, als wäre Gleichgültigkeit die einzig würdige Reaktion auf ein Land, das seinen Menschen so viel weggenommen hat. Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn und von niemandem bemerkt außer von jemandem, der gelernt hat, auf die kleinen Zeichen zu achten, weil die großen Zeichen ausgeblieben sind. Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig ausgefranst, der Art von blau, das einmal kräftiger war – und knüpft ihn neben den roten, nicht aus Sentimentalität, sondern aus einem Impuls, den sie nicht analysiert, weil manche Handlungen ihre Bedeutung verlieren, wenn man sie zu genau anschaut. Die zwei Fäden hängen nebeneinander im leichten Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich voneinander zu entfernen, und das ist vielleicht das Genaueste, was Lucía jemals über ihre Beziehung zu Javier gesagt hat, auch wenn sie kein Wort dabei gesprochen hat. Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze in etwas Unbestimmtes auflösen, in einen Übergang zwischen Form und Formlosigkeit, der ihr heute nicht beunruhigend vorkommt, sondern wie eine ehrliche Aussage darüber, wie die Dinge wirklich sind. Irgendwo in diesem Auflösen ist Javier – das ist keine Hoffnung mehr und keine Überzeugung, sondern eine innere Setzung, die sie aufrechterhält, weil ein Mensch irgendwo sein muss, auch wenn das Irgendwo sich jeder Verifikation entzieht. Der Kaffee ist noch da, eine Woche später, tief im Hals, auf der Zungenspitze, fremd und vertraut in einem Atemzug, wie eine Sprache, die man als Kind gesprochen hat und die jetzt nur noch in den Schichten sitzt, die tiefer liegen als das Bewusstsein. Lucía wird nächste Woche wiederkommen – nicht aus Hoffnung, nicht aus Gewohnheit im banalen Sinne, sondern weil Treue manchmal die einzige Form von Würde ist, die einem bleibt, wenn alles andere, worauf man gezählt hat, sich in Schweigen aufgelöst hat; und Würde, das hat sie gelernt, ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung, die man jeden Samstag von Neuem trifft. == 88 == 1 -------------------- Doña Clara steht früh auf. Es ist noch dunkel draußen. Sie macht das Feuer im Hof an. Ein großer Topf steht über den Flammen. Sie kocht Reis für das Fest. Heute ist die Taufe ihrer Enkelin. Viele Menschen werden kommen. Die Nachbarn bringen Tische und Stühle. Die Männer schleppen schwere Bierkästen. Die Frauen schälen Kartoffeln. Doña Clara rührt langsam im Topf. Asche fliegt ihr ins Gesicht. Sie wischt sie nicht ab. Elena kommt mit einem Korb. Der Korb ist voller Limonen. Elena ist ihre Tochter und sie ist Lehrerin. Sie setzt sich neben ihre Mutter. Sie schneidet die Früchte in Scheiben. Keine von beiden spricht. Ein Hahn schreit laut. Die Nachbarin ruft von gegenüber: „Wann geht es los?" Doña Clara antwortet ruhig: „Wenn die Sonne unten ist." Die Nachbarin nickt. Sie versteht nicht viel, aber sie nickt trotzdem. Elena sitzt auf einem alten Eimer. Sie schält Zwiebeln. Es sind sehr viele Zwiebeln. Die Tränen laufen ihr über das Gesicht. Aber sie hört nicht auf. Plötzlich wirft sie das Messer auf den Boden. „Mama, er kommt nicht", sagt sie. Doña Clara dreht sich nicht um. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter. Die Hand zittert ein bisschen. Elena öffnet den Mund, aber sie sagt nichts. Sie nimmt das Messer wieder vom Boden. Sie schält weiter. Am Abend ist das Haus voller Gäste. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen herum. Eine alte Ziehharmonika spielt Musik. Der Walzer klingt ein wenig traurig. Doña Clara geht allein in die Kammer. Sie öffnet einen alten Schrank. Dort steht eine Flasche Rum. Auf der Flasche liegt Staub. Das rote Band ist noch original und fest gebunden. Santiago hat ihr diese Flasche geschenkt. Es war zu ihrem letzten Geburtstag vor drei Jahren. Doña Clara nimmt die Flasche vorsichtig in beide Hände. Sie trägt sie in die Küche. Sie stellt sie in die Mitte des großen Tisches. Tante Rosa fragt laut: „Trinkst du das jetzt?" Doña Clara schüttelt den Kopf. „Ich habe es nicht allein gekauft, um es allein zu trinken", sagt sie. Der Ziehharmonika-Spieler hält kurz an. Dann spielt er weiter, als wäre nichts gewesen. Niemand trinkt aus der Flasche. Aber niemand stellt sie weg. Es ist nach Mitternacht. Die meisten Gäste sind schon gegangen. Doña Clara sitzt auf einer Holzbank vor dem Haus. Die Flasche steht neben ihr auf dem Boden. Sie ist noch geschlossen. Elena kommt mit einer Wolldecke. Sie legt sie ihrer Mutter sanft um die Schultern. Mutter und Tochter schauen auf den Weg. Der Weg führt ins Dunkle und endet irgendwo im Nichts. Irgendwo bellt ein Hund. Elena flüstert leise: „Er sieht die Kerzen." Doña Clara schaut nicht weg. „Er sieht sie", sagt sie. Sie sitzen lange zusammen auf der Bank. Die Kerzen brennen langsam herunter. Die Flasche bleibt stehen. Der Morgen kommt leise, ohne zu fragen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Doña Clara schläft schlecht, weil sie an die Taufe denkt. Schon vor dem Morgengrauen steht sie auf und geht in den Hof. Das Feuer brennt langsam, und der Rauch riecht nach feuchtem Holz. Sie rührt im großen Topf, obwohl der Reis noch nicht kocht. Heute kommen viele Menschen, und alles muss fertig sein. Die Nachbarn helfen gerne, denn das Dorf kennt Doña Clara seit vielen Jahren. Ein Mann schleppt Bierkästen, ein anderer trägt lange Holztische auf dem Rücken. Doña Clara schaut ihnen zu, aber sie denkt an jemand anderen. Elena kommt aus dem Haus und bringt einen schweren Korb mit Zwiebeln und Limonen. Sie setzt sich auf einen umgedrehten Eimer und fängt sofort an zu arbeiten. Ihre Augen werden rot, weil die Zwiebeln so scharf sind. Niemand fragt, ob es nur die Zwiebeln sind. Plötzlich legt Elena das Messer auf den Boden und sagt: „Mama, er kommt nicht zurück." Doña Clara dreht sich nicht um, aber ihre Hand hält kurz an. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie, ohne zu zögern. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter und schweigt. Sie nimmt das Messer wieder und schält weiter, weil es nichts anderes zu tun gibt. Am Nachmittag kommen die ersten Gäste, und das Haus wird schnell laut. Kinder rennen durch die Zimmer, und alte Männer sitzen draußen im Schatten. Eine Ziehharmonika spielt einen Walzer, der ein bisschen traurig klingt. Doña Clara geht allein in die Kammer, ohne dass jemand ihr folgt. Sie öffnet einen alten Holzschrank, der nach Lavendel und Zeit riecht. Ganz hinten steht eine Rumflasche mit einem roten Band und Staub auf dem Etikett. Santiago hat ihr diese Flasche zum letzten Geburtstag geschenkt, drei Jahre ist das jetzt her. Doña Clara hält die Flasche lange in beiden Händen, bevor sie geht. Sie trägt sie langsam in die Küche und stellt sie in die Mitte des Tisches. Tante Rosa sieht es sofort und fragt: „Willst du die jetzt aufmachen?" Doña Clara schüttelt den Kopf und sagt ruhig: „Ich habe sie nicht gekauft, um allein zu trinken." Die Ziehharmonika verstummt für einen Moment, dann geht die Musik weiter. Keiner greift nach der Flasche, aber keiner fragt noch einmal, warum sie da steht. Nach Mitternacht sind die meisten Gäste gegangen, und das Haus ist wieder still. Doña Clara sitzt auf der alten Holzbank vor dem Haus und schaut in die Dunkelheit. Die Rumflasche steht neben ihr auf dem Boden, noch immer geschlossen. Elena kommt mit einer dicken Decke und legt sie ihr schweigend um die Schultern. Sie setzt sich neben ihre Mutter, und beide schauen auf den unbefestigten Weg. Der Weg führt aus dem Dorf heraus, in eine Richtung, die niemand mehr benennt. Irgendwo im Dunkeln bellt ein Hund, und dann ist es wieder still. Elena flüstert: „Er sieht die Kerzen, weißt du." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Blick zu bewegen: „Er sieht sie." Sie sitzen nebeneinander, bis die letzten Kerzen heruntergebrannt sind. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht. Der Morgen kommt langsam, ohne dass jemand ihn eingeladen hat. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum geschlafen, weil die Gedanken an das Fest sie nicht loslassen wollten. Als sie aufsteht, ist der Himmel noch dunkelblau, und das Dorf liegt still wie ein vergessenes Versprechen. Sie kniet neben dem offenen Feuer im Hof und rührt den Reis, obwohl er noch nicht heiß genug ist. Die Asche fliegt ihr ins Gesicht, und sie lässt es geschehen, ohne die Hand zu heben. Heute wird die kleine María getauft, und das ganze Dorf wird kommen, weil man sowas nicht alleine feiert. Nachbarn schleppen Tische über den Hof, Männer stapeln Bierkästen an die Hauswand, Frauen bringen Töpfe und Schüsseln. Es riecht nach Holzrauch, nach Fleisch, nach der feuchten Erde, die der Morgen immer mit sich bringt. Elena kommt mit einem schweren Korb aus dem Haus, setzt sich wortlos neben ihre Mutter und greift nach dem Messer. Sie schneidet Zwiebeln, eine nach der anderen, und die Tränen kommen so gleichmäßig, dass niemand fragt, ob es Schmerz ist. Irgendwann legt Elena das Messer hin und sagt mit leiser, harter Stimme: „Mama, er wird nicht kommen." Doña Clara rührt weiter, als hätte sie nichts gehört, aber ihre Schultern straffen sich für einen kurzen Moment. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und ihre Stimme lässt keinen Widerspruch zu. Elena will antworten, aber dann sieht sie, wie die Hand ihrer Mutter am Löffel zittert, ganz leicht, fast unsichtbar. Sie schweigt, nimmt das Messer wieder, und schält weiter, weil es das Einzige ist, was sie tun kann. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, erst einzeln, dann in kleinen Gruppen, laut und hungrig und gut gekleidet. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen hindurch, eine Ziehharmonika spielt, und das Haus füllt sich mit Wärme und Lärm. Doña Clara bewegt sich durch all das wie jemand, der ein Theaterstück kennt und trotzdem mitspielen muss. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, und antwortet kurz und freundlich, aber ihre Augen schauen immer ein Stück weiter. Als niemand sie beobachtet, geht sie in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und öffnet den alten Holzschrank. Die Rumflasche steht ganz hinten, hinter alten Tüchern, als hätte sie sich versteckt oder als hätte sie gewartet. Das rote Band ist noch original und unberührt, und der Staub auf dem Etikett erzählt, wie lange sie dort gestanden hat. Santiago hatte sie ihr zum Geburtstag gebracht, damals, als er noch da war, als er noch ein Gesicht hatte und eine Stimme. Doña Clara steht lange in der Kammer, die Flasche in den Händen, und atmet einmal tief durch, bevor sie geht. Sie trägt sie in die Küche und stellt sie ohne Erklärung in die Mitte des großen Tisches, zwischen Teller und Brot. Tante Rosa bemerkt es sofort, weil Tante Rosa immer alles bemerkt, und fragt: „Wird die heute aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, und der Satz klingt wie etwas, das man auswendig gelernt hat. Die Ziehharmonika hört für einen Atemzug auf, dann setzt sie wieder ein, und der Abend geht weiter wie geplant. Niemand trinkt aus der Flasche, aber niemand stellt sie weg, und nach einer Weile schaut auch niemand mehr hin. Nach Mitternacht sitzen die letzten Gäste auf den Bänken vor dem Haus, und die Stimmen werden leiser, eine nach der anderen. Doña Clara holt die Rumflasche aus der Küche und trägt sie nach draußen, als gehöre sie dorthin. Sie setzt sich auf die alte Holzbank, stellt die Flasche neben ihre Füße und schaut auf den unbefestigten Weg, der ins Dunkel führt. Elena kommt kurz darauf mit einer Decke, die sie ihr wortlos um die Schultern legt, bevor sie sich danebensetzt. Es ist eine dieser Nächte, in denen man redet, ohne zu sprechen, und trotzdem alles sagt, was gesagt werden muss. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund einmal kurz auf, dann ist es wieder still, und die Stille fühlt sich vollständig an. Elena flüstert, halb zu ihrer Mutter, halb zu niemandem: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch ist." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen: „Er sieht sie." Sie sitzen so, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht verlischt wie ein leises Wort. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht, ungeöffnet, unbewegt, genauso wie vor drei Jahren. Der Morgen kommt ohne Erlaubnis, wie er immer kommt, gleichgültig und unausweichlich und trotzdem irgendwie sanft. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum die Augen zugetan, weil die Gedanken an das Fest sie mit einer Hartnäckigkeit verfolgten, die an Schuld grenzte. Sie steht auf, bevor der Himmel sich entschieden hat, welche Farbe er annehmen will, und geht in den Hof, als hätte sie dort etwas vergessen. Das Feuer unter dem großen Topf brennt ungleichmäßig, und sie kniet daneben und rührt, obwohl der Reis noch kalt ist und es keinen Sinn ergibt. Asche legt sich auf ihr Gesicht, und sie lässt es geschehen, mit der Gleichgültigkeit eines Menschen, der gelernt hat, kleine Unbequemlichkeiten nicht zu bemerken. Heute wird die kleine María getauft, das erste Kind von Santiagos Frau, ein neues Leben, das in eine Welt kommt, in der sein Vater schon drei Jahre lang fehlt. Die Nachbarn erscheinen früh, ohne gerufen zu werden, weil das Dorf weiß, was sich gehört, und weil schweigendes Mitarbeiten manchmal die einzige Form von Trost ist, die man anbieten kann. Männer schleppen Tische und Bierkästen, Frauen bringen Töpfe und Süßigkeiten, und über allem liegt dieser besondere Geruch von Holzrauch und Erwartung, der Feste ankündigt. Elena kommt aus dem Haus, einen schweren Korb am Arm, setzt sich ohne Gruß neben ihre Mutter und greift nach dem Messer, als wäre diese Stille zwischen ihnen ein alter Vertrag. Die Zwiebeln bringen ihr die Tränen, und weil niemand sie fragt, muss sie auch nicht antworten, was eine Erleichterung ist, die sie sich nicht eingestehen will. Nach einer Weile legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden und sagt, ohne ihre Mutter anzuschauen: „Er kommt nicht, Mama, er ist nicht mehr irgendwo, wo er kommen könnte." Doña Clara rührt weiter, und nur wer genau hinschaut, sieht, wie sich der Rhythmus ihrer Hand für eine Sekunde unterbricht, bevor sie antwortet: „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann." Es ist kein Glaube, was in diesem Satz liegt, und auch keine Hoffnung im üblichen Sinne, sondern etwas Älteres, etwas, das man nicht widerlegen kann, ohne grausam zu sein. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält wie jemand, der sich daran festhält, und beschließt zu schweigen, weil Schweigen manchmal das Klügste ist. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das ist jetzt egal, weil es sowieso niemanden interessiert, woher sie kommen. Die Gäste treffen am Nachmittag ein, zuerst zögerlich, dann in Wellen, und das Haus füllt sich mit Stimmen und Kinderlärm und dem traurig-fröhlichen Klagen einer alten Ziehharmonika. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie jemand, der die Choreographie einer Feier auswendig kennt und sie trotzdem zum ersten Mal aufführt, mit einem Lächeln, das nicht erreicht, was es erreichen soll. Sie antwortet auf Fragen, nimmt Umarmungen entgegen, lobt das Kleid der Nachbarstochter, und tut dabei alles, was eine Gastgeberin tun muss, ohne auch nur einen Moment wirklich da zu sein. Als die Gelegenheit kommt, löst sie sich unbemerkt aus der Menge, geht durch den schmalen Gang in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und lehnt einen Atemzug lang dagegen. Der alte Holzschrank riecht nach Lavendel und nach einer Zeit, die nicht mehr existiert, und ganz hinten, hinter gefalteten Tüchern, steht die Flasche Rum, als hätte sie auf genau diesen Moment gewartet. Das rote Band ist unberührt, das Etikett trägt eine dünne Staubschicht, und Santiago hatte die Flasche mit beiden Händen überreicht und gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben. Doña Clara hält sie lange, ohne sie zu öffnen, ohne sich zu bewegen, und in der Stille der Kammer ist der Abstand zwischen damals und heute mit Händen zu greifen. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Erklärung und ohne Zögern in die Mitte des großen Tisches, zwischen Brotteller und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin. Tante Rosa, die in ihrem Leben noch keine Geste unkommentiert gelassen hat, beugt sich vor und fragt mit einem Unterton, der Neugier und Vorwurf mischt: „Wird die heute Abend noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, ruhig und endgültig, und der Satz legt sich über den Tisch wie ein Tischtuch, das niemand wegziehen will. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, dann setzt sie wieder ein, und der Abend rollt weiter, als wäre nichts gesagt worden, was nicht schon alle wussten. Niemand greift nach der Flasche, nicht aus Respekt, nicht aus Scheu, sondern weil jeder am Tisch spürt, dass sie nicht zum Trinken dasteht, sondern als Zeichen für etwas, das keinen Namen hat. Nach Mitternacht leert sich das Haus langsam, wie Wasser aus einem Becken läuft, und zurück bleiben nur die Stühle, die Reste, und eine Stille, die sich anders anfühlt als die vom Morgen. Doña Clara nimmt die Flasche, trägt sie nach draußen in die kühle Nachtluft und setzt sich auf die alte Holzbank, die vor dem Haus steht, seit sie denken kann. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer dicken Wolldecke, legt sie ihr ohne ein Wort um die Schultern und lässt sich daneben nieder, nah genug, dass die Schultern sich berühren. Sie schauen beide auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist und auf dem er nie zurückgekommen ist. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund zweimal kurz auf, dann kehrt die Stille zurück, vollständig und dicht, wie eine zweite Decke über beiden Frauen. Elena flüstert, mit einer Stimme, die weder Frage noch Aussage ist: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet sofort, ohne zu zögern, ohne den Blick von dem dunklen Weg zu nehmen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht stirbt, leise und ohne Drama, wie Dinge sterben, die ihren Zweck erfüllt haben. Die Flasche Rum steht die ganze Zeit zwischen ihren Füßen, ungeöffnet und unbewegt, ein Versprechen in Glas, das niemand eingelöst hat und das vielleicht gerade deshalb noch gilt. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne zu fragen und ohne zu warten, gleichmäßig und unausweichlich und auf seine Art barmherzig. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht keinen wirklichen Schlaf gefunden, sondern nur jene flache, unruhige Bewusstlosigkeit, die sich einstellt, wenn der Körper erschöpft ist, der Geist aber nicht aufhören will zu arbeiten. Sie steht auf, noch bevor das Licht sich entschieden hat, und tritt in den Hof hinaus, in die blaue Kälte des frühen Morgens, der nach nassem Gras und nach dem Holz des Feuers riecht, das sie nun entfacht, weil die Hände etwas brauchen, dem sie folgen können. Der Reis im großen Topf ist noch kalt, und sie rührt ihn trotzdem, mechanisch, mit jener ruhigen Hartnäckigkeit, die Menschen entwickeln, wenn das Tun wichtiger geworden ist als sein Ergebnis. Asche legt sich auf ihre Stirn und ihre Wangen, und sie wischt sie nicht ab, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil es eine Art ist, die Last des Tages schon am Morgen sichtbar zu tragen, bevor die Gäste kommen und alles hinter Freundlichkeit verschwinden muss. Heute wird Marías Taufe gefeiert, das erste Kind ihres Sohnes Santiago, ein kleines Leben, das in die Welt gekommen ist, ohne seinen Vater je gesehen zu haben, und das es vielleicht nie tun wird. Die Nachbarn erscheinen früh und ungebeten, weil das Dorf weiß, dass Doña Clara Hilfe braucht, und weil kollektives Arbeiten in solchen Momenten die einzige Sprache ist, die nicht lügt und nicht zu viel verlangt. Männer schleppen Tische über den holprigen Hof, stapeln Bierkästen unter dem Vordach, und über allem liegt dieser schwere, vertraute Geruch von Holzrauch und Kochfleisch, der Feste ankündigt und gleichzeitig an all die anderen Feste erinnert, die schon gewesen sind. Elena kommt aus dem Haus, den schweren Korb in der Armbeuge, und setzt sich neben ihre Mutter, ohne sie zu grüßen, weil zwischen Müttern und Töchtern, die sich kennen wie diese beiden, ein Gruß manchmal zu viel wäre. Sie greift nach dem Messer und beginnt die Zwiebeln zu schneiden, schweigend und gleichmäßig, und die Tränen, die ihr über das Gesicht laufen, sind aus einem Material, das man an diesem Morgen nicht voneinander unterscheiden will. Irgendwann legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden, schaut geradeaus in den Rauch, und sagt mit der Stimme eines Menschen, der eine Wahrheit lange aufbewahrt hat und nun nicht mehr kann: „Er kommt nicht, Mama, und du weißt es." Doña Clara rührt weiter, ohne die Geschwindigkeit zu verändern oder den Blick zu heben, und nur wer sie sehr genau kennt, erkennt am kurzen Innehalten ihrer Schultern, dass der Satz sie getroffen hat wie ein Stein, den man nicht kommen sieht. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und dieser Satz ist kein Glaube im religiösen Sinne und keine Hoffnung im rationalen, sondern jene dritte Sache, für die es kein gutes Wort gibt, das Festhalten an einer Möglichkeit, nicht weil sie wahrscheinlich ist, sondern weil das Gegenteil nicht auszuhalten wäre. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält und dabei ganz leicht zittert, kaum sichtbar, aber unübersehbar für jemanden, der diese Hand seit der Kindheit kennt, und das Widersprechen versiegt in ihr, bevor es zur Sprache findet. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das macht nichts, denn hier im Hof, mit dem Rauch und dem Geruch von Zwiebeln, braucht niemand zu erklären, warum Augen nass werden. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, zunächst zögerlich, dann in jener selbstverstärkenden Welle, die entsteht, wenn genug Menschen bereits da sind, um den Ankömmlingen das Gefühl zu geben, dass sie nichts verpassen dürfen. Das Haus füllt sich mit Stimmen, mit Kindergeschrei, mit dem traurig-festlichen Klagen einer alten Ziehharmonika, die einen Walzer spielt, der schon zu anderen Anlässen gespielt wurde und deshalb etwas Unstimmiges hat, etwas, das passt und nicht passt zugleich. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie eine Frau, die eine Rolle sehr gut gelernt hat und die weiß, dass Schwäche das Letzte wäre, was ihr die Gäste abnehmen würden, ohne es ihr vorzuwerfen. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, nimmt Umarmungen an, lobt das Essen und die Kinder, und tut das alles mit einer Präzision, die Herzlichkeit imitiert ohne sie zu fühlen, nicht aus Falschheit, sondern aus Erschöpfung. Als sich eine Gelegenheit öffnet, löst sie sich lautlos aus dem Gewebe der Feier, geht durch den schmalen Korridor in die Kammer und schließt die Tür hinter sich mit der Sorgfalt eines Menschen, der die Stille vor dem Geräusch schützen will. Der alte Holzschrank steht dort, wo er immer gestanden hat, und riecht nach Lavendel und nach der Zeit selbst, nach dem Staub aufgehobener Dinge, die man weder wegwerfen noch anfassen kann. Ganz hinten, hinter sorgfältig gefalteten Tüchern, die sie selbst dort abgelegt hat, steht die Rumflasche, das rote Band unberührt, das Etikett unter einer dünnen Staubschicht leserlich, ein Objekt, das drei Jahre lang auf seinen Moment gewartet hat, ohne zu wissen, was für ein Moment das sein würde. Santiago hatte ihr diese Flasche zum Geburtstag gebracht, mit beiden Händen, mit diesem Lächeln, das seine Augen faltig werden ließ, und hatte gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben, und nun ist ein besonderer Anlass, und er ist nicht da. Doña Clara steht lange in der Kammer, hält die Flasche in den Händen ohne sie zu öffnen, und in der Stille zwischen diesen vier Wänden erlaubt sie sich für einen einzigen Moment das, was sie sich den ganzen Tag nicht erlaubt hat: stillzuhalten und zu spüren, wie schwer das alles ist. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Ankündigung und ohne Erklärung in die genaue Mitte des großen Tisches, zwischen Brot und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie das schon immer gewusst. Tante Rosa, deren Leben aus dem Registrieren unausgesprochener Dinge besteht und die in dieser Fähigkeit eine Kunstfertigkeit entwickelt hat, die manchmal Grausamkeit berührt, beugt sich sofort vor und fragt: „Wird die heute noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara mit einer Ruhe, die keine Antwort erwartet und keine duldet, und der Satz hängt im Raum wie etwas, das alle schon immer gewusst haben, ohne es je formuliert zu haben. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, fast unmerklich, als hätte auch der Spieler zugehört, und dann setzt sie wieder ein, und der Abend trägt sich weiter, als wäre nichts geschehen, was nicht zum Fest gehörte. Niemand greift nach der Flasche, über den ganzen Abend nicht, nicht einmal die Trinkfreudigen, nicht einmal die Gedankenlosen, weil etwas in ihrer Aufstellung am Tisch und in der Art, wie Doña Clara sie hingestellt hat, unmissverständlich sagt, dass sie nicht zum Trinken da ist. Nach Mitternacht leert sich das Haus in jenem langsamen, unaufhaltsamen Prozess, der jeden Abend beschließt, wenn die Energie der Feier verbraucht ist und die Menschen wieder zu sich selbst zurückfinden müssen. Doña Clara nimmt die Flasche vom Tisch, trägt sie nach draußen in die kühle Stille der Nacht und setzt sich auf die alte Holzbank vor dem Haus, als wäre das eine Entscheidung, die sie schon am Morgen getroffen hat. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer schweren Wolldecke, legt sie ihr um die Schultern mit einer Geste, die zu zärtlich ist, um ein Wort daneben zu brauchen, und setzt sich so nah, dass die Schultern sich berühren. Beide schauen auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist an jenem Tag vor drei Jahren, ohne sich umzudrehen oder Bescheid zu sagen, und auf dem seither nur Abwesenheit zurückgekehrt ist. Irgendwo hinter dem Dorf bellt ein Hund zweimal, kurz und ohne Nachdruck, und dann kehrt die Stille zurück, vollständig und vertraut, wie ein Raum, in dem man schon lange wohnt. Elena flüstert, mit einer Stimme, die sich nicht entschieden hat, ob sie beten oder behaupten will: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen, ohne die Stille erst zu lassen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett in sich zusammengesunken ist und das Licht erlischt, leise und vollständig, mit jener Würde, die Dinge haben, die ihren Zweck erfüllt haben und nun aufhören dürfen. Die Rumflasche steht zwischen ihren Füßen, ungeöffnet, das rote Band noch immer gebunden, ein Versprechen in Glas und Ton, das niemand eingelöst hat, und das vielleicht gerade deswegen noch nicht erloschen ist. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne Erlaubnis und ohne Ankündigung, gleichmäßig und unerbittlich und in seiner Gleichgültigkeit auf eine Art, die man, wenn man will, auch Gnade nennen kann. == 89 == 1 -------------------- Die lateinischen Worte Es ist sieben Uhr morgens. Niall geht zur Kirche. Die Kirche steht am Ende des Dorfes. Das Dorf liegt an der Westküste. Es regnet schon seit drei Wochen. Die Straßen sind nass. Die Felder sind nass. Alles ist grau. Niall hat den Schlüssel in der Hand. Das Schloss quietscht laut. Es hat immer so gequietscht. Drinnen riecht es nach altem Stein. Es riecht auch nach Weihrauch. Niall mag diesen Geruch. Er zündet zwei Kerzen an. Nur zwei, nicht mehr. Der dritte Kerzenständer ist leer. Er war schon seit Ostern leer. Niall schaut kurz zur Muttergottes. Dann geht er wieder nach draußen. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus. Father Brennan steht schon im Flur. Der alte Priester ist 79 Jahre alt. Er hält das Messgewand über dem Arm. Er schaut Niall an und sagt: „Du bist zu spät." Niall sagt: „Es ist erst Viertel nach sieben." Brennan sagt: „Das ist zu spät." Sie gehen zusammen zurück zur Kirche. Brennan geht langsam. Seine Finger zittern ein wenig. Niall geht neben ihm. Er sagt nichts. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar. Er dreht dem Raum den Rücken zu. Er beginnt die Messe. Er spricht auf Latein. Die Worte sind alt und leise. Niall sitzt auf der ersten Bank. Die anderen Bänke sind alle leer. Früher saßen hier viele Menschen. Alte Frauen mit Kopftüchern. Männer, die nach Torf rochen. Das ist lange her. Brennan dreht sich um und sagt: „Dominus vobiscum." Niall antwortet: „Et cum spiritu tuo." Seine Stimme ist ruhig. Es ist genug. Sie machen weiter. Niall kennt alle Antworten. Er hat sie als Kind gelernt. Er war Ministrant, mit sieben Jahren. Dann kommt der wichtige Moment. Brennan hebt die Hostie. Er will die Worte sprechen. Aber sein Mund bleibt offen. Er sagt nichts. Seine Finger halten die Hostie fest. Sein Gesicht ist ruhig, aber seine Augen suchen. Niall sieht das. Er wartet eine Sekunde. Dann flüstert er leise: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Brennan schließt die Augen. Er nickt einmal. Er spricht weiter. Die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen. Sie gehen zusammen zum Pub. Sie sagen kein Wort auf dem Weg. Im Pub sind sie allein. Der Wirt bringt zwei Gläser Guinness. Er dreht das Radio leiser. Brennan sagt: „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt." Er sagt: „Das war der einzige Unterricht, der zählte." Er sagt: „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an. Draußen hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit Wochen. Keiner von beiden schaut zum Fenster. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die lateinischen Worte Um sieben Uhr morgens nimmt Niall den Schlüssel vom Haken und geht zur Kirche. Das Dorf liegt still da, wie es immer liegt, wenn es regnet. Es regnet seit drei Wochen, jeden Tag, ohne Pause. Die Kirche steht am Ende der Straße, grau und schwer, wie ein alter Mann. Das Schloss quietscht, als Niall die Tür aufdrückt – es hat immer so gequietscht. Der Geruch kommt sofort: feuchter Stein, Weihrauch, etwas Modernes, das er nicht benennen kann. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer ist. Niemand hat neue Kerzen gekauft, und niemand hat gefragt warum. Niall schaut kurz zur Statue der Muttergottes, dann dreht er sich um. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus, die Hände in den Taschen. Father Brennan steht schon im Flur, das Messgewand über dem linken Arm. „Du bist zu spät", sagt der alte Mann, ohne Niall anzuschauen. „Es ist Viertel nach sieben", sagt Niall, „die Glocke läutet um halb acht." Brennan antwortet nicht, er geht einfach los. Niall folgt ihm, einen halben Schritt hinter ihm, wie immer. Der alte Priester ist 79 Jahre alt, aber er geht noch geradeaus. Nur seine Finger zittern, das sieht man, wenn er den Kelch hält. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar und dreht dem Raum den Rücken zu. Die Bänke hinter Niall sind leer – alle, bis zur letzten Reihe. Früher saßen hier dreißig, vierzig Menschen, manchmal mehr. Alte Frauen in dunklen Kleidern, Männer mit roten Händen, Kinder, die nicht stillsitzen konnten. Das ist fünf Jahre her, als der junge Priester wegging und niemand mehr kam. Brennan hat trotzdem weitergemacht, jeden Sonntag, für niemanden. Niall ist gekommen, nicht weil er glaubt, sondern weil er nicht will, dass der alte Mann allein steht. Die Messe beginnt, und Brennans Stimme füllt die Stille. Die lateinischen Worte fallen langsam, einer nach dem anderen, wie Tropfen in einen Brunnen. Niall sitzt auf der ersten Bank und antwortet, wenn er dran ist. „Et cum spiritu tuo" – die Worte kommen automatisch, aus dem Gedächtnis eines Kindes. Er war sieben Jahre alt, als er sie zum ersten Mal sagte. Er erinnert sich nicht mehr, ob er damals verstanden hat, was sie bedeuten. Vielleicht spielt das keine Rolle. Brennan dreht sich um, schaut über Niall hinaus in die leeren Reihen. „Dominus vobiscum", sagt er, leise, fast fragend. Niall antwortet, und Brennan nickt einmal, kaum sichtbar. Die Messe geht weiter, Satz für Satz, wie ein altes Schiff, das seinen Kurs kennt. Dann kommt der Moment, den Niall nicht erwartet hat. Brennan hält die Hostie in den Händen und öffnet den Mund. Kein Wort kommt. Nur ein kurzer Laut, dann Stille. Brennans Gesicht bleibt ruhig, aber seine Finger drücken die Hostie ein bisschen zu fest. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes. Er sieht das blinde Auge, das nichts sieht, und das andere, das zu viel weiß. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine. Niall atmet einmal tief, und dann flüstert er: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus ihm heraus wie etwas, das er nie wirklich vergessen hat. Brennan schließt die Augen, nickt einmal, und spricht weiter. Die Hostie bewegt sich in der Stille, und die Messe geht weiter. Nach dem letzten Segen löscht Niall die Kerzen. Sie gehen zusammen aus der Kirche, ohne zu sprechen. Der Regen fällt leise auf das Pflaster, wie immer. Im Pub sind sie allein, außer dem Wirt, der schweigend den Tresen wischt. Zwei Gläser Guinness stehen vor ihnen, halb voll, noch nicht angerührt. Brennan schaut auf sein Glas und sagt: „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war." „Das war der einzige Unterricht, der wirklich gezählt hat", sagt er dann. „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt ruhig: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an, leise, ohne zu lachen. Draußen vor dem Fenster hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit drei Wochen ist es still. Keiner von beiden schaut hin. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die lateinischen Worte Niall kennt jeden Stein des Weges zur Kirche, jeden Riss im Pflaster, jede Stelle, wo das Gras zwischen den Platten wächst. Er geht diesen Weg jeden Sonntag, seit fünf Jahren, kurz vor sieben Uhr morgens, wenn das Dorf noch schläft. Der Regen fällt gleichmäßig, wie er es seit Wochen tut, ohne Unterbrechung, ohne Absicht. An der Westküste ist das so: Der Regen kommt nicht als Ereignis, er ist einfach da, wie die See, wie der Wind, wie die Stille. Das Schloss der Kirchentür quietscht, als er den Schlüssel dreht, und dieser Laut gehört für Niall zum Sonntag wie die Glocke selbst. Drinnen riecht es nach feuchtem Stein und altem Weihrauch, ein Geruch, der sich in den Wänden festgesetzt hat wie ein Gebet, das niemand mehr spricht. Er zündet zwei Kerzen an – nur zwei, weil der Ständer vor der Muttergottes seit Ostern leer steht und keiner der Mut hatte, das zu ändern. Das flackernde Licht wirft lange Schatten auf die leeren Bänke, und für einen Moment sieht die Kirche fast belebt aus. Dann holt er Father Brennan ab. Der alte Priester steht bereits im Flur des Pfarrhauses, das Messgewand sorgfältig über den linken Arm gelegt, als hätte er die ganze Nacht gewartet. „Du bist zu spät", sagt Brennan, ohne Niall anzusehen, mit der ruhigen Bestimmtheit eines Mannes, der nicht mehr streitet, sondern nur noch feststellt. Niall erklärt, dass es erst Viertel nach sieben ist und die Glocke erst um halb acht läutet, aber er weiß bereits, dass die Antwort keine Rolle spielt. Sie gehen den schmalen Weg zwischen den Hecken, Brennan einen halben Schritt voraus, Niall hinter ihm, wie es sich so ergeben hat. Der alte Mann geht langsamer als früher, aber er geht noch aufrecht, und das ist etwas, das Niall jedes Mal auffällt, ohne dass er weiß, warum. In der Kirche nimmt Brennan seinen Platz vor dem Altar ein, dreht der leeren Gemeinde den Rücken zu und beginnt. Die lateinischen Worte kommen ruhig und gleichmäßig, getragen von einer Stimme, die mit den Jahren brüchiger geworden ist, aber nie unsicher. Niall sitzt auf der ersten Bank und hört zu, wie man einem Fluss zuhört, der immer schon da war. Die Bänke hinter ihm sind leer, und trotzdem füllen sie den Raum irgendwie, mit dem Gewicht all der Sonntage, an denen hier Menschen saßen. Er erinnert sich noch an die alten Frauen in ihren dunklen Kleidern, an die Männer mit den rissigen Händen, an die Kinder, die auf der Holzbank rutschten und einen Blick zugeworfen bekamen. Das alles ist fünf Jahre her, seit der junge Priester die Gemeinde verlassen hat und die Sonntagsmesse zu einer Laienandacht wurde. Brennan hat davon nichts wissen wollen und hält seitdem seine eigene Messe, still, auf Latein, ohne Erlaubnis, ohne Publikum. Niall ist geblieben, nicht weil der Glaube ihn hält, sondern weil er den Gedanken nicht aushält, dass der alte Mann allein vor dem Altar steht. Er antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die er als Siebenjähriger auswendig gelernt hat und die in ihm geblieben sind wie eine Melodie, die man nicht mehr loswird. „Dominus vobiscum", sagt Brennan, und dreht sich kurz um, sein gutes Auge sucht Niall, findet ihn. „Et cum spiritu tuo", antwortet Niall, und das reicht. Sie kennen diesen Rhythmus, dieses Geben und Nehmen, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Dann kommt die Wandlung. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Finger zittern leicht, und öffnet den Mund. Nichts. Ein kurzer, gebrochener Laut, dann eine Stille, die sich anfühlt, als würde die Kirche den Atem anhalten. Brennans Gesicht zeigt keine Panik, nur eine Art erschöpftes Suchen, als blättere er in einem Buch, dessen Seiten er nicht mehr sehen kann. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes, die blinde Pupille, die ins Leere gerichtet ist, die Finger, die die Hostie zu fest halten. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkommen, wie sie es manchmal tun. Sie kommen nicht. Dann hört er sich selbst flüstern, fast ohne es zu wollen: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus einer Tiefe, die er nicht kannte, aus einem Teil von ihm, der offenbar nie aufgehört hat, Ministrant zu sein. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig, als wäre nichts gewesen. Die Hostie hebt sich, und die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand ab, sie verlassen die Kirche, ohne ein Wort darüber zu verlieren, was gerade passiert ist. Der Regen empfängt sie vor der Tür wie ein geduldiger Bekannter. Im Pub stellen sie ihre nassen Jacken auf die Stühle und setzen sich an den Tresen. Der Wirt bringt zwei halbe Guinness, dreht das Radio leiser und lässt sie in Ruhe, weil er gelernt hat, dass das das Richtige ist. Brennan starrt eine Weile in sein Glas, bevor er spricht. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich das Gefühl hatte, dass es um etwas geht." Er macht eine Pause, dreht das Glas langsam in den zitternden Händen. „Jetzt zählt nichts mehr davon." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, dann wieder auf Brennan. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie stoßen an, ohne Feierlichkeit, ohne Lächeln, mit der ruhigen Geste zweier Männer, die sich seit Jahren kennen und wenig erklären müssen. Draußen hört der Regen auf. Es geschieht einfach so, ohne Ankündigung, mitten in einem Augenblick, der ohnehin schon zu voll ist. Durch das beschlagene Fensterglas sieht man ein blasses Licht zwischen den Wolken. Keiner von beiden dreht sich um. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die lateinischen Worte Der Sonntag beginnt für Niall nicht mit dem Aufwachen, sondern mit dem Moment, in dem er den Schlüssel vom Haken nimmt und weiß, dass es wieder Zeit ist. Draußen hängt der Regen wie eine Wand zwischen den Häusern, dicht und gleichgültig, seit drei Wochen derselbe Regen, der sich längst nicht mehr wie Wetter anfühlt, sondern wie Zustand. Das Dorf liegt still, wie es an Sonntagen liegt, wenn die wenigen, die noch hier wohnen, hinter beschlagenen Fenstern bleiben und niemand erwartet, dass einer von ihnen zur Kirche geht. Niall geht trotzdem, nicht weil er müsste, sondern weil aufzuhören eine Entscheidung wäre, und er hat noch keine getroffen. Das Schloss quietscht, als er die schwere Eichentür aufdrückt, ein vertrauter Laut, der seit hundert Jahren derselbe ist und in seiner Beständigkeit etwas fast Tröstliches hat. Die Kirche riecht nach feuchtem Stein und Weihrauch und nach der spezifischen Kälte alter Gebäude, die selbst im Sommer nicht ganz weicht, als hätte sich die Temperatur in den Wänden verselbständigt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer – der vor der Muttergottes – seit Ostern leer steht, und weil niemand diesen Umstand je laut angesprochen hat, ist er zu einer Art stillschweigendem Einverständnis geworden. Das flackernde Licht fällt auf die leeren Bänke und zeichnet Schatten, die aussehen wie Personen, wenn man nicht genau hinschaut. Niall schaut nicht genau hin. Er holt Father Brennan ab, wie jeden Sonntag, den schmalen Weg zwischen den Hecken entlang, der nach Regen immer ein bisschen rutschig ist. Der alte Priester steht bereits im Flur, das Messgewand über dem Arm, die weißen Augenbrauen zusammengezogen, als hätte er auf etwas gewartet, das sich nicht beeilte. „Du bist zu spät", sagt Brennan, mit der Autorität eines Mannes, für den die Zeit nicht mehr eine Abfolge von Minuten ist, sondern eine Frage der Haltung. Niall erklärt sachlich, dass es Viertel nach sieben ist, dass die Glocke erst um halb acht läutet, dass sie in der Zeit sind – aber er weiß, während er es sagt, dass dieser Austausch nicht über Zeit handelt. Sie gehen nebeneinander, Brennan einen halben Schritt voraus, weil er es nicht anders kennt, Niall hinter ihm, weil er gelernt hat, dass manche Positionen keine Entscheidung, sondern eine Übereinkunft sind. Die Kirche empfängt sie mit der Kälte, die sie immer hat, und Brennan geht ohne Zögern zum Altar, als würde er einen Raum betreten, der ihm gehört, obwohl er das, streng genommen, nicht mehr tut. Er dreht dem Kirchenschiff den Rücken zu, streckt die zitternden Hände über den Kelch und beginnt zu sprechen. Das Latein kommt ruhig und kontinuierlich, brüchig in der Oberstimme, aber stabil in seinem Rhythmus, wie ein altes Seil, das mehr trägt, als man ihm ansieht. Niall sitzt auf der ersten Bank, die Hände zwischen den Knien, und antwortet auf die Rufe, die Antworten erfordern, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwanzig Jahre hinweg aufbewahrt hat, ohne je dazu aufgefordert worden zu sein. Die Bänke hinter ihm sind leer, aber ihre Leere ist nicht nichts – sie ist die Summe aller Sonntagmorgen, an denen hier Menschen saßen, die jetzt entweder fortgezogen oder gestorben sind, was an der Westküste auf dasselbe hinausläuft. Er erinnert sich an die alten Frauen, die den Rosenkranz zwischen den Fingern rollten wie Händler ihre Münzen, an die Männer, die nach Torf rochen und nach dem Gottesdienst wortlos aneinandervorbeigingen, als hätte die Stunde des Schweigens eine Verlängerung bekommen. Das Bistum hat vor fünf Jahren entschieden, dass eine Laienandacht genüge, und die Gemeinde hat sich, wie Gemeinden das tun, gefügt. Brennan hat sich nicht gefügt, er hat einfach weitergemacht, still, ohne Erlaubnis, ohne Publikum, weil ihm die Vorstellung, dass die Messe aufhört, absurder erschien als die Vorstellung, sie allein zu halten. Niall ist geblieben, nicht aus Glauben, sondern aus einer Art Pflichtgefühl, das keinen religiösen Kern hat, aber einen menschlichen, und das vielleicht dasselbe ist. „Dominus vobiscum", sagt Brennan und dreht sich halb um, sein gutes Auge findet Niall mit der Präzision langer Gewohnheit. „Et cum spiritu tuo" – Niall sagt es ohne Pause, und Brennan nickt, kaum wahrnehmbar, und dreht sich wieder zum Altar. Es gibt einen Austausch in diesem Ritual, der weder Gespräch ist noch Gebet, sondern etwas dazwischen, etwas, für das es kein passendes Wort gibt außer vielleicht: Anwesenheit. Die Messe trägt sich selbst vorwärts, Satz für Satz, und Niall lehnt sich ein wenig zurück und lässt die lateinischen Worte über sich hinweggehen wie Wasser. Dann kommt die Wandlung, und alles stockt. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Lippen formen sich zu einem Wort, das nicht kommt – ein offener Mund, ein abgebrochener Laut, eine Stille, die sich von anderen Stillen unterscheidet, weil in ihr etwas fehlt, das da sein sollte. Nialls Blick geht sofort zu den Händen des alten Mannes, die die Hostie mit einer Kraft halten, die wie Festhalten aussieht, nicht wie Darbringen. Er sieht den Schweiß, der sich auf Brennans Stirn gesammelt hat, das blinde Auge, das in eine Richtung zeigt, die keiner kennt, die erschöpfte Suche in den Zügen eines Gesichts, das gelernt hat, sich nichts anmerken zu lassen. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und Niall hält die Luft an, weil er nicht weiß, ob Eingreifen Hilfe ist oder Einmischung. Dann hört er sich selbst sprechen, leise, fast atemlos: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Es sind Worte, die er als Kind gelernt hat, in einer Zeit, in der man Dinge lernte, ohne zu verstehen, dass man sie behalten würde, und die jetzt aus ihm herauskommen wie etwas, das nie wirklich fort war. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er nicht erbeten hat, es aber trotzdem nimmt. Er öffnet sie wieder und spricht weiter, ruhig, gleichmäßig, als wäre nichts gewesen, und vielleicht ist das die eigentliche Kunst: nicht, dass man nie ins Stocken gerät, sondern dass man weiterspricht, wenn jemand den Faden hält. Die Messe endet ohne weiteren Zwischenfall. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Gewand ab mit der präzisen Sorgfalt eines Mannes, der weiß, dass Nachlässigkeit in kleinen Dingen eine Haltung ist, keine Effizienz. Sie verlassen die Kirche und sprechen kein Wort über das, was passiert ist, was die einzig mögliche Form ist, darüber zu sprechen. Der Regen nimmt sie schweigend in Empfang. Im Pub hängen ihre nassen Jacken an den Stühlen, und der Wirt stellt zwei halbe Guinness vor sie hin, ohne zu fragen, weil er seit Jahren weiß, was Sonntag bedeutet. Brennan sitzt eine Weile still, die Hände um das Glas, und schaut auf die dunkle Flüssigkeit, als läse er etwas darin. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, mit der ruhigen Sachlichkeit eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, „in einem Klassenzimmer, das nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich gespürt habe, dass die Sprache selbst etwas trägt, unabhängig davon, ob jemand zuhört." Er dreht das Glas langsam in den Händen, und Niall sieht, wie stark die Finger zittern, wenn sie nichts halten. „Jetzt zählt das alles nichts mehr", sagt Brennan, nicht bitter, sondern mit der Feststellung von jemandem, der einen Beweis für eine Theorie geliefert bekommen hat, die er nie beweisen wollte. Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, mit der Ruhe eines Mannes, der nicht nach Worten sucht, weil er weiß, dass die richtigen kurz sind. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit zweier Menschen, die so viele Sonntage geteilt haben, dass Gesten keine Erklärung mehr brauchen. Draußen vor dem beschlagenen Fenster hört der Regen auf. Er hört einfach auf, mitten in allem, ohne Ankündigung, und für einen Moment liegt das Dorf in einer Stille, die sich von der gewöhnlichen unterscheidet, weil sie nicht erwartet wurde. Ein blasses Licht schiebt sich zwischen den Wolken durch, fällt schräg auf die nasse Straße. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die lateinischen Worte Es gibt Gewohnheiten, die man nicht mehr begründet, weil die Begründung irgendwann in der Wiederholung selbst verschwunden ist, und Nialls Sonntage gehören seit fünf Jahren zu dieser Kategorie. Um kurz vor sieben nimmt er den Schlüssel vom Haken neben der Tür, zieht die Jacke über, ohne nachzudenken, und tritt in den Regen, der seit drei Wochen fällt, als wäre er kein meteorologisches Ereignis mehr, sondern ein Aggregatzustand der Westküste. Das Dorf liegt in jener spezifischen Sonntagsstille, die nicht Ruhe ist, sondern Abwesenheit – keine Menschen auf der Straße, keine Stimmen, nur das gleichmäßige Rauschen des Regens gegen Stein und Dach und die gelegentliche Möwe, die dagegen ankämpft, als wüsste sie es besser. Die Kirche am Ende der Straße ist ein Gebäude, das seine Zweckbestimmung überlebt hat, aber das macht es, wie Niall nach fünf Jahren Sonntagmorgen weiß, nicht weniger wahr, sondern nur schwerer zu erklären. Das Schloss quietscht, wie es seit Menschengedenken quietscht, und dieser Laut hat aufgehört, ihn zu stören, weil er gelernt hat, dass Beständigkeit in einem Ort, der von Aufgabe und Weggang durchzogen ist, ihren eigenen Wert hat. Drinnen empfängt ihn der Geruch, der sich in langen Jahren in die Poren des Steins eingegraben hat: Weihrauch, Feuchtigkeit, das stumpfe Holz der Bänke und darunter, kaum wahrnehmbar, etwas, das er als Kind für Heiligkeit hielt und das er heute nicht mehr benennt, weil jeder Name dafür falsch klingt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer steht und diese Leere inzwischen so selbstverständlich geworden ist, dass sie aufgehört hat, eine Aussage zu sein, und einfach Tatsache ist. Das flackernde Licht trifft die leeren Bänke und wirft Schatten, die sich bewegen wie Anwesende, und Niall lässt diesen Eindruck geschehen, ohne ihn zu korrigieren. Er geht den schmalen, regennassen Weg zum Pfarrhaus, und Father Brennan steht bereits im Flur, das Messgewand mit der zeremonösen Sorgfalt eines Mannes über den linken Arm gelegt, der weiß, dass Form das ist, was bleibt, wenn der Inhalt schwächer wird. „Du bist zu spät", sagt Brennan, und es ist keine Feststellung über Uhrzeiten, sondern eine Aussage über die Beschaffenheit der Welt, die der alte Priester seit Jahrzehnten zu langsam findet. Niall erklärt, was er erklären kann – Viertel nach sieben, Glocke um halb acht, alles im Rahmen –, aber er erklärt es mit der halbherzigen Überzeugung eines Mannes, der weiß, dass sein Gesprächspartner keine Gegenmeinung erwartet, sondern Gesellschaft. Sie gehen nebeneinander den Weg zur Kirche, Brennan einen halben Schritt voraus, und diese Anordnung ist so selbstverständlich geworden, dass sie nicht mehr Vorrang bedeutet, sondern einfach: so ist es. Der alte Mann geht langsamer als noch vor zwei Jahren, die Schultern ein wenig vorgezogen gegen den Regen, und Niall passt seinen Schritt an, ohne darüber nachzudenken, mit jener unbemerkten Rücksicht, die sich zwischen Menschen entwickelt, die regelmäßig Zeit miteinander verbringen, ohne viel zu reden. Im Kirchenraum nimmt Brennan sofort seinen Platz vor dem Altar ein, als existiere für ihn keine Übergangszeit zwischen Kommen und Beginnen, und Niall setzt sich auf die erste Bank, seinen angestammten Platz, während hinter ihm die leeren Reihen schweigen. Diese Leere hat Niall lange beschäftigt, in den ersten Monaten noch als Vorwurf, dann als Frage, und schließlich als etwas, das keiner Kategorisierung mehr bedarf, weil es einfach der Zustand ist, in dem die Messe stattfindet. Die verschwundene Gemeinde ist trotzdem anwesend, in einer Weise, die sich seiner Beschreibung entzieht: die alten Frauen, die den Rosenkranz wie eine Notwendigkeit in den Händen hielten, die Männer mit den vom Torf gefärbten Händen, die Kinder, die auf den Bänken rutschten und Seitenblicke der Mütter ernteten. Sie sind fort, die meisten gestorben, manche weggezogen, und der Unterschied ist an der Westküste geringer, als er anderswo wäre. Brennan hat auf all das nicht mit Resignation reagiert, sondern mit einer Sturheit, die Niall je länger, desto mehr bewundert: Er hat einfach weitergemacht, die Messe gehalten, still, auf Latein, ohne bischöfliche Genehmigung, ohne Publikum, weil die Alternative – aufzuhören – für ihn keine logische Konsequenz, sondern eine Kapitulation war, die er nicht zu vollziehen gedachte. Niall ist bei ihm geblieben, nicht aus Glauben, denn dazu wäre er zu ehrlich sich selbst gegenüber, sondern aus einem Pflichtgefühl, das keine religiöse Grundlage hat, aber eine menschliche, und das vielleicht nicht so weit auseinanderliegt, wie es klingt. Das Latein füllt die Kirche wie Wasser einen Behälter, das heißt: es nimmt die Form des Raumes an, ohne ihn zu verändern, gleichmäßig, kontinuierlich, Brennans Stimme altert hörbar mit jedem Jahr, aber ihr Rhythmus nicht. Niall antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwei Jahrzehnte bewahrt hat wie Dinge, die man in einem Keller einlagert und vergisst, bis man sie braucht: „Et cum spiritu tuo", „Sed libera nos a malo", die kurzen Antworten des Ministranten, die er mit sieben Jahren auswendig lernte, ohne zu wissen, dass er sie mit siebenundzwanzig noch sprechen würde. „Dominus vobiscum" – Brennan dreht sich kurz um, sein gutes Auge findet Niall mit der unbeirrten Sicherheit jahrzehntelanger Gewohnheit, und in diesem Blick liegt weder Frage noch Dank, nur die stille Erwartung, dass da ist, was da sein soll. „Et cum spiritu tuo" – Niall antwortet, und Brennan nickt und dreht sich zurück, und in diesem kleinen Austausch liegt so etwas wie Liturgie, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Die Messe bewegt sich vorwärts mit der Schwerkraft alter Strukturen, die nicht deswegen tragen, weil man an sie glaubt, sondern weil sie so oft wiederholt wurden, dass sie ein eigenes Gewicht entwickelt haben. Dann kommt die Wandlung, und Brennan hält die Hostie in den Händen, und sein Mund öffnet sich, und kein Wort kommt. Es ist kein dramatischer Moment, kein Zusammenbruch – nur ein offener Mund, ein abgebrochener Anlaut, und dahinter eine Stille, die sich von der Stille der leeren Bänke unterscheidet, weil sie nicht leer, sondern unterbrochen ist. Nialls Blick geht sofort zu Brennans Händen, die die Hostie mit einer Kraft umschließen, die wie Festhalten aussieht, als könnten die Finger halten, was der Geist nicht mehr findet, und er sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes und das blinde Auge, das ins Dunkel der Apsis gerichtet ist, als suchte es dort, was vorne nicht mehr greifbar ist. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkehren, wie sie es manchmal tun, wenn man ihnen Zeit lässt und nicht zieht. Sie kommen nicht. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und die Kirche hält den Atem an, und Niall hält ihn auch, und dann passiert etwas, das er im Nachhinein nicht erklären kann: Er hört sich selbst sprechen, leise, fast unhörbar, als wären die Worte nicht für Brennan bestimmt, sondern für den Raum: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Sie kommen ohne Abruf, ohne Anstrengung, aus einem Teil seiner selbst, der offenbar nie aufgehört hat, sieben Jahre alt und Ministrant zu sein, und der den Satz all diese Jahre getragen hat wie eine Schuld, die man nicht kennt, bis jemand nach ihr fragt. Brennan schließt die Augen, einen Moment lang, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er weder verdient noch erwartet hat, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig und gleichmäßig, als wäre der Riss in der Messe niemals gewesen. Die Hostie hebt sich, und der Rest der Wandlung vollzieht sich in der gewohnten Stille, und Niall bemerkt, dass seine Hände zittern, nicht seine. Die Messe endet, wie sie immer endet: ohne Aufsehen, ohne Publikum, ohne den Applaus, den keine Messe je hat und diese weniger als alle anderen. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand mit der akkuraten Langsamkeit eines Mannes ab, für den kein Handgriff gleichgültig ist, und sie verlassen die Kirche, und über das, was passiert ist, sagen sie nichts, weil alles, was man dazu sagen könnte, entweder zu wenig oder zu viel wäre. Der Regen hat nicht nachgelassen. Im Pub hängen ihre Jacken an den Stühlen und tropfen auf den Holzboden, und der Wirt stellt die Gläser ab und dreht das Radio leiser, ohne gefragt zu werden, weil er in zwanzig Jahren gelernt hat, was diese zwei Männer an Sonntagmorgen brauchen und was nicht. Brennan sitzt lange still, die Hände um das Glas gelegt, die Finger noch leicht zitternd, und schaut in das dunkle Bier mit dem Gesicht eines Mannes, der abwägt, ob sprechen oder schweigen das Richtigere ist. „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war", sagt er schließlich, mit der Stille eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, weil er zu alt ist, um Umwege zu machen, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde und nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war die einzige Sprache, bei der ich spürte, dass sie etwas trägt, das nicht von ihr selbst kommt – etwas, das die Worte benutzt, ohne in ihnen zu wohnen." Er macht eine kurze Pause, in der das Radiomurren und das entfernte Regenprasseln den Raum füllen. „Jetzt zählt das alles nichts mehr, und ich weiß nicht, ob das an der Sprache liegt oder an mir oder an dem, was zwischen den beiden verschwunden ist." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, und in diesem Schweigen liegt keine Verlegenheit, sondern das ruhige Einverständnis zweier Männer, die gelernt haben, dass die meisten Sätze keine Antwort brauchen, sondern nur Zeugen. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit einer Geste, die so oft wiederholt wurde, dass sie aufgehört hat, symbolisch zu sein, und einfach wahr ist. Draußen hört der Regen auf. Er hört einfach auf, nach drei Wochen, mitten in diesem unbetrachteten Moment, und das blasse Licht, das jetzt schräg durch die Wolkenlücke fällt, legt sich auf die nasse Straße wie eine Aussage, für die niemand die Sprache hat. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. == 90 == 1 -------------------- Die Wiese unter Wasser Der Regen fällt seit drei Tagen. Maeve fährt aus Dublin zurück in ihr altes Dorf. Die Straße ist nass und dunkel. Am Ende der Straße bleibt ihr Auto stehen. Sie steigt aus und geht zu Fuß weiter. Der Matsch zieht an ihren Stiefeln. Der Regen trifft ihr Gesicht. Sie trägt nur einen kleinen Koffer. Das Haus ihrer Mutter liegt am Fluss. Der Fluss ist über die Ufer getreten. Das Wasser steht im Hof. Declan steht in der offenen Haustür. Er hält eine Taschenlampe in der Hand. Das Licht zittert über die nasse Wand. „Du siehst aus wie eine ertrunkene Katze", sagt er. „Du siehst aus wie immer", sagt sie. Sie umarmen sich kurz. Es riecht nach nassem Holz und altem Tee. Im Haus ist es dunkel, weil der Strom weg ist. Ihre Mutter Bridie sitzt oben im Sessel. „Hast du den Gürtel deines Vaters gerettet?", fragt sie. Maeve schaut auf ihre leeren Hände. Declan nimmt den Gürtel aus seiner Jackentasche. Er legt ihn der Mutter auf den Schoß. Bridie streicht über das Leder und sagt nichts. Dann tragen Maeve und Declan die alte Kommode die Treppe hoch. Die Kommode ist schwer. Declan flucht auf Irisch. Maeve lacht zum ersten Mal an diesem Tag. Sie schleppen auch Stühle und Kartons nach oben. Das Wasser im Erdgeschoss steigt langsam. Alte Fotos vom Vater schwimmen auf dem Wasser. Declan sieht sie und sagt: „Papa macht jetzt eine Bootsfahrt." Maeve nimmt ein Foto und hält es fest. Draußen helfen die Nachbarn mit Sandsäcken. Maeve geht hinaus und hilft auch. Ihre Hände werden kalt. Nach einer Stunde ist die Linie gesichert. Die Nachbarin Aoife bringt heißen Tee in einer Thermoskanne. Es ist der beste Tee, den Maeve seit Jahren getrunken hat. Um Mitternacht ist es ruhiger. Declan klettert auf das Dach des Schuppens. Maeve klettert hinter ihm her. Das Dach ist aus Wellblech und kalt. Aber von hier oben sieht man alles. Das Wasser liegt schwarz und still im Hof. Die Birken am Ufer stehen halb im Wasser. Declan gibt ihr die Whiskeyflasche. Sie trinkt einen langen Schluck. „Warum bist du nie weggegangen?", fragt sie. Er zuckt mit den Schultern. „Weil jemand zusehen muss, wie das Wasser steigt." Sie sagen eine Weile nichts. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich bin hier fertig." Declan antwortet: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, leiser jetzt. Sie sitzen noch lange auf dem Dach. Am Morgen ist das Wasser etwas gesunken. Bridie steht am Fenster im ersten Stock. Sie winkt Maeve zu, als diese ihren Koffer aus dem Schlamm zieht. Declan lehnt an der Tür. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagt er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagt Maeve. Aber beide wissen: Es wird ein nächstes Mal geben. Sie steigt ins Auto. Das Radio spielt ein altes irisches Lied. Im Spiegel sieht sie Declan in der Tür stehen. Er hebt die Hand. Sie fährt los. Das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist nicht vorbei. Aber sie ist heute nicht gestorben. Das reicht. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Wiese unter Wasser Maeve hat seit drei Tagen nicht geschlafen, weil die Nachrichten aus dem Dorf immer schlechter wurden. Sie packt einen Koffer, aber nur für zwei Tage. Auf der Fahrt aus Dublin ist die Autobahn leer, und der Regen schlägt hart auf die Windschutzscheibe. Am Ende der Schotterstraße steht das Wasser schon knietief. Sie stellt das Auto ab und geht den Rest zu Fuß. Der Matsch ist so weich, dass ihre Stiefel bei jedem Schritt einsinken. Das Haus sieht kleiner aus, als sie es in Erinnerung hat. Declan steht in der Tür mit einer Taschenlampe, weil der Strom seit dem Mittag ausgefallen ist. „Du bist nass bis auf die Knochen", sagt er, und das klingt fast wie eine Begrüßung. Sie umarmen sich kurz und klopfen sich auf den Rücken, wie man es macht, wenn man nicht weiß, was man sagen soll. Im Haus riecht es nach nassem Holz, altem Stein und dem Tee, den Bridie immer kocht, wenn sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Die Mutter sitzt oben im Sessel, die Hände im Schoß, und schaut auf die Tür, als sie Maeve sieht. „Das Wasser steigt noch", sagt Bridie, ohne Hallo zu sagen. Maeve setzt sich kurz zu ihr, aber Declan ruft schon von unten, dass man die Kommode retten muss. Die Kommode ist aus Eichenholz und wiegt so viel, dass Maeve versteht, warum Declan auf sie gewartet hat. Sie fluchen beide leise, als sie das Ding die enge Treppe hinaufschleppen. Oben angekommen lachen sie, weil das manchmal einfacher ist als nichts zu sagen. Declan holt eine Kerze aus der Küchenschublade, und jetzt sieht das Zimmer fast gemütlich aus. Aber das Wasser unten schlägt leise gegen die Wand, und das klingt nicht gemütlich. Maeve geht zurück nach unten und sieht, dass die alten Fotos vom Vater auf dem Wasser treiben. Sie nimmt eines und drückt es an sich, bevor es nass wird. Declan sieht das und sagt: „Papa hat uns immer gesagt, dass er gern schwimmt." Maeve lacht, obwohl ihr die Augen brennen. Draußen arbeiten die Nachbarn mit Sandsäcken, und Maeve geht hinaus, um zu helfen. Es ist kalt, und der Regen macht keine Pause. Aoife, die Nachbarin von gegenüber, schleppt Säcke, obwohl sie schon siebzig ist. „Du bist wieder da", sagt Aoife, als wäre das die natürlichste Sache der Welt. Maeve nickt und nimmt den nächsten Sack. Nach zwei Stunden ist die Linie fertig, und jemand bringt Tee in einer alten Kanne. Sie trinken im Regen und sagen nicht viel, weil die Arbeit schon alles gesagt hat. Um Mitternacht ist das Wasser für eine Weile ruhig. Declan klettert auf das Dach des Schuppens und streckt ihr die Hand entgegen. Von dort oben sieht man das ganze Ausmaß, weil das Mondlicht kurz durch die Wolken kommt. Der Schulweg, den Maeve als Kind gegangen ist, liegt jetzt unter schwarzem Wasser. Declan zieht eine Plastikflasche Whiskey aus der Jackentasche, weil er immer auf solche Nächte vorbereitet ist. Maeve trinkt und spürt, dass die Kälte ein bisschen nachlässt. „Warum bist du wirklich nie weggegangen?", fragt sie, weil sie das seit Jahren fragen will. Declan schaut auf das Wasser und sagt: „Weil ich dachte, dass jemand bleiben muss." „Für Mama?", fragt sie. „Für alles", sagt er. Eine Weile sagen sie nichts, und das ist in Ordnung. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich wäre hier fertig." Declan nimmt die Flasche zurück und sagt: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, aber leiser als vorher. Sie sitzen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer ist. Als Maeve am Morgen aufwacht, hat das Wasser ein Stück nachgegeben. Die Möbel im Erdgeschoss stehen im Schlamm, aber sie stehen noch. Bridie kocht Tee, weil der Strom wieder da ist und weil sie das immer macht, wenn der schlimmste Teil vorbei ist. „Bleibt du noch?", fragt die Mutter, ohne sich umzudrehen. „Ich muss morgen zurück", sagt Maeve. Bridie nickt, als hätte sie genau das erwartet. Declan isst Brot am Tisch und schaut auf sein Telefon, aber Maeve weiß, dass er zuhört. Sie verbringen den Tag damit, den Schlamm aus dem Erdgeschoss zu schaufeln. Es ist die schwerste Arbeit, die Maeve seit Jahren gemacht hat. Aber es ist auch die einzige Arbeit, bei der sie nicht nachdenken muss. Am Abend zieht Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus. Declan lehnt in der Tür und sagt: „Nächstes Mal ruf vorher an." „Es gibt kein nächstes Mal", sagt sie. Er lächelt, weil sie beide wissen, dass das eine Lüge ist. Bridie steht am Fenster im ersten Stock und winkt, als Maeve zum Auto geht. Das Radio spielt ein Lied, das Maeve aus ihrer Kindheit kennt. Im Rückspiegel sieht sie Declan, der immer noch in der Tür steht und den Regen ins Gesicht lässt. Sie fährt los, und das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist noch nicht ganz vorbei. Aber das Haus steht noch, und die Menschen darin auch. Das reicht für heute. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam um halb vier morgens, kurz und ohne Ausrufezeichen: „Der Fluss steht im Hof." Maeve lag noch wach, weil sie es irgendwie gewusst hatte. Sie warf ein paar Sachen in den Koffer, nicht weil sie bleiben wollte, sondern weil man für solche Nächte gewappnet sein muss. Die Fahrt aus Dublin dauerte fast drei Stunden, weil ein Lastwagen quer auf der Nationalstraße stand und niemand zu wissen schien, warum. Der Regen ließ nicht nach, und die Scheibenwischer kämpften, als wären sie persönlich beleidigt. Am Ende der Schotterstraße, wo der Asphalt aufhörte und das Wasser anfing, stellte sie das Auto auf einen Grashügel und stieg aus. Die Stiefel sanken sofort ein, und der Matsch hatte einen Geruch, den sie seit Jahren nicht mehr gerochen hatte – nach nassem Torf und altem Gras und etwas, das sie nicht benennen konnte. Das Haus stand noch, aber es stand anders, als wäre es ein bisschen kleiner geworden. Declan wartete in der offenen Tür, eine Taschenlampe in der Hand, das Licht hinter ihm erloschen. „Ich dachte, du kommst nicht", sagte er, und das klang weder vorwurfsvoll noch erleichtert, sondern einfach wie eine Feststellung. Sie umarmten sich auf die Art, wie Geschwister das tun, wenn die Worte zu groß sind – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das bedeutete: Ich bin noch da. Im Haus roch es nach Kerzenrauch, nassem Stein und dem Tee, den Bridie gekocht hatte, obwohl kein Strom da war und sie vermutlich auf dem Campingkocher stand. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, nicht tief, aber genug, dass die unterste Treppenstufe verschwunden war. Maeve sah, wie ein altes Notizbuch ihres Vaters auf der Oberfläche trieb, aufgegangen wie eine kleine Blüte. Sie wollte es greifen, aber Declan war schneller und hielt es ihr hin, triefend und fast unleserlich. „Ich hab die wichtigen Sachen schon hochgetragen", sagte er, „aber die Kommode hat sich gewehrt." Sie lachten beide, weil die Kommode aus Eichenholz war und seit fünfzig Jahren an derselben Stelle stand und das auch noch weitere fünfzig Jahre vorhatte. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, eine Decke über den Knien, und zählte leise etwas, das Maeve nicht verstand. „Was zählst du?", fragte Maeve. „Die Flaschen unten", sagte Bridie. „Eine für jedes Jahr, das ich hier lebe." Maeve setzte sich kurz neben sie, bis Declan rief, dass man jetzt die Kommode anpacken müsse, weil das Wasser nicht auf sie warte. Das Tragen war mühsam und laut, und Declan fluchte auf Irisch, was er immer tat, wenn er sich wirklich ärgerte, weil er der Meinung war, das klang weniger schlimm. Oben stellten sie die Kommode an die Wand, und Maeve lehnte sich dagegen und atmete durch. Durchs Fenster sah sie, wie die Nachbarn draußen Sandsäcke schleppten, in Regenjacken, die glänzten wie nasses Leder. Sie ging hinaus und half, ohne zu fragen, wer sie brauchte oder wohin die Säcke mussten. Aoife, die seit vierzig Jahren neben ihnen wohnte, schaufelte Erde in Säcke, als wäre sie dreißig, und schaute kurz auf. „Du bist gut angezogen für eine Überschwemmung", sagte sie. „Ich bin Sozialarbeiterin", sagte Maeve. „Wir sind immer falsch angezogen." Die Arbeit hatte etwas Ruhiges, trotz der Kälte und trotz des Regens, der nicht aufhörte. Man musste nicht reden, man musste nicht denken, man musste nur die Säcke tragen und stapeln und wieder zurückgehen. Gegen Mitternacht stand das Wasser für eine Weile still, als würde es überlegen, ob es noch mehr wollte. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und reichte ihr die Hand, ohne sie zu fragen. Von dort oben lag alles offen: das schwarze Wasser, das den Hof gefüllt hatte, die Birken am Ufer, die bis zur Hälfte versunken waren, und weiter hinten die dunklen Felder, die aussahen wie ein Meer. „Das ist der Schulweg", sagte Maeve, obwohl man ihn nicht mehr sehen konnte. „Ich weiß", sagte Declan. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, die er anscheinend für genau diesen Moment aufgespart hatte. Der Whiskey brannte angenehm, und Maeve trank mehr, als sie wollte, weil die Nacht so still war und die Stille nach mehr verlangte. „Warum bist du wirklich geblieben?", fragte sie, weil man auf Dächern und in der Nacht ehrlicher redet als anderswo. Declan schwieg einen Moment, nicht weil er keine Antwort hatte, sondern weil er die richtige suchte. „Weil das hier meins ist", sagte er schließlich. „Nicht nur Mamas. Meins." Maeve schaute auf das Wasser, das still glänzte wie poliertes Glas, und dachte daran, wie lange sie gebraucht hatte, um zu verstehen, dass Weggehen und Fertigsein zwei verschiedene Dinge sind. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er. „Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fing wieder an, leiser als vorher, fast wie eine Antwort. Sie saßen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte durch die Jacken drang. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, nicht viel, aber genug, dass man wieder die unterste Treppenstufe sehen konnte. Bridie stand am Fenster im ersten Stock und trank ihren Tee, als wäre das eine ganz gewöhnliche Aussicht. Maeve und Declan schaufelten den Schlamm aus dem Erdgeschoss, langsam und ohne viel zu reden, weil die Arbeit wieder für sich sprach. Am frühen Nachmittag zog Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus und wischte ihn mit einem alten Handtuch ab. Declan lehnte an der Haustür und schaute zu, als wäre das seine Aufgabe. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, und beide wussten, dass das eine freundliche Lüge war. Bridie winkte vom Fenster, ein kleines, ruhiges Winken, das bedeutete: Ich hab dich gesehen. Maeve stieg ins Auto und ließ den Motor an. Das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und sie ließ es laufen, obwohl es wehtat. Im Rückspiegel sah sie Declan, der immer noch in der Tür stand und den Regen ins Gesicht ließ, als wäre das eine bewusste Entscheidung. Sie fuhr los, und das Wasser unter den Reifen platschte laut in der Stille des Morgens. Die Flut war noch nicht vorbei, das wusste sie. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das genug. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam als Textnachricht, drei Wörter, kein Ausrufezeichen, und genau diese Nüchternheit war es, die Maeve sofort aufstehen ließ. Sie hatte seit Wochen auf irgendetwas gewartet, ohne zu wissen worauf, und jetzt wusste sie es. Der Koffer stand in zwanzig Minuten fertig am Flur – zu wenig für eine Woche, zu viel für jemanden, der nicht bleiben will. Die Fahrt nach Westen war lang und schweigend, die Felder zu beiden Seiten der Straße bereits in flaches Grau getaucht, als hätte die Landschaft selbst aufgehört, sich Mühe zu geben. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, parkte sie auf einem Erdwall und stieg aus, ohne den Motor ganz auszumachen, als bräuchte sie die Möglichkeit zur schnellen Flucht. Der Matsch schluckte ihre Schritte, der Regen traf ihr Gesicht mit der gleichmütigen Beständigkeit von etwas, das keinerlei persönliche Absichten hat. Das Haus stand im Dunkeln, nur in einem Fenster oben brannte Kerzenlicht, das durch das Glas flackerte und auf dem Wasser davor zitterte wie ein Tier, das sich nicht sicher ist. Declan öffnete die Tür, bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er einfach immer in Türnähe lebte. „Du hast zwei Stunden gebraucht länger als ich dachte", sagte er, und sie hörte darin weder Vorwurf noch Erleichterung, sondern die stille Anerkennung einer Tatsache. Sie umarmten sich auf die Art gereifter Geschwister – kurz, ohne Sentimentalität, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir sind noch da, das reicht. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im Kerzenlicht beinahe schön aussah, beinahe wie ein Interieur aus einem anderen Jahrhundert, wäre da nicht der Geruch nach nassem Stein und dem Moder von Dingen, die nicht für Wasser gedacht waren. Auf der Oberfläche trieb das Notizbuch ihres Vaters, aufgegangen wie ein kleines Buch ohne Anfang und Ende, die Tinte bereits verlaufen zu grauen Schlieren. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne es anzuschauen, weil manche Dinge Zeit brauchen, bevor man sie wirklich ansehen kann. Oben saß Bridie unter dem Dachfenster, die Hände gefaltet wie in einer Kirche, und zählte leise, die Lippen kaum bewegt. „Die Flaschen unten", sagte sie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe." Maeve setzte sich neben sie auf die Armlehne, weil es keinen zweiten Stuhl gab, und legte kurz die Hand auf die ihrer Mutter, die sich kalt anfühlte und ruhig. Dann rief Declan, weil die Kommode nicht von selbst die Treppe hochgehen würde, und das war das Ende der stillen Szene. Das Tragen war mühselig und lächerlich zugleich, weil die Kommode breiter war als das Treppenhaus es eigentlich erlaubte und weil Declan auf Irisch fluchte, was er für weniger schlimm hielt als auf Englisch, obwohl die Mutter beides verstand. Als sie das Möbelstück endlich oben abstellten, lehnte Maeve die Stirn gegen das kühle Holz und lachte, weil das manchmal das Einzige ist, das noch geht. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen, schweigenden Kette, die in der Dunkelheit fast feierlich aussah. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil solche Nächte keine Einladungen verschicken. Aoife, siebzig, wohnhaft seit vier Jahrzehnten im Nachbarhaus, schaufelte Erde mit einer Energie, die Maeve beschämte, und schaute dabei nur kurz auf. „Städtische Stiefel", sagte Aoife, „aber du hast sie wenigstens angezogen." Die Arbeit hatte etwas fast Meditatives, trotz Kälte und Regen und der Erschöpfung, die sich langsam in Maeves Arme fraß – man musste nicht denken, man musste nur tragen. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, als würde es tatsächlich überlegen, und diese Pause hatte etwas beinahe Würdevolles, als gehörte sie zum Ritual. Declan kletterte auf das Schuppendach und streckte ihr die Hand herunter, und Maeve nahm sie, ohne zu zögern, was sie selbst überraschte. Von oben lag die gesamte Verwandlung der Landschaft offen: der Hof ein schwarzer See, die Birken am Ufer versunken bis zur Brust, die Felder dahinter ohne Grenze zwischen Erde und Himmel. „Das ist der Weg zur Schule", sagte Maeve, obwohl nichts mehr davon zu sehen war. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesem Ich-weiß steckte alles, was er in all den Jahren nicht gesagt hatte. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, und der Whiskey war billig und wärmte trotzdem, vielleicht sogar deswegen. Die Flasche kreiste zwischen ihnen, und Maeve trank mehr als nötig, weil die Stille auf dem Dach von einer Qualität war, die nach Füllung verlangte. „Ich habe mich immer gefragt, ob du je bereut hast, dass du geblieben bist", sagte sie schließlich, weil man auf Dächern in der Nacht Dinge sagen kann, die am Küchentisch nicht möglich wären. Declan schwieg lange genug, dass sie dachte, er würde nicht antworten, und dann sagte er: „Reue setzt voraus, dass es eine andere Möglichkeit gegeben hätte, die ich mir wirklich vorstellen konnte." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, ohne sich umzudrehen, überzeugt, dass das Richtige immer das ist, was nach vorn geht. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er, ohne Pause, als hätte er das schon lange gewusst. „Aber fertig sein bedeutet nicht, dass man nicht zurückkommen darf." Der Regen setzte wieder ein, leiser diesmal, mit einer fast höflichen Zurückhaltung. Sie saßen noch lange auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte anfing, ernsthafter zu werden. Am Morgen hatte das Wasser drei Handbreit nachgegeben, was wenig war und gleichzeitig alles, was man sich für diesen Moment wünschen konnte. Bridie stand bereits am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete die Verwüstung im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve nicht sicher war, ob sie bewundern oder fürchten sollte. Sie schaufelten den Schlamm zu zweit, langsam und gleichmäßig, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte wie ein alter Takt. Am Nachmittag, als der schlimmste Teil geschafft war, zog Maeve ihren Koffer aus dem Matsch und wischte ihn mit einem Handtuch ab, das ohnehin schon verloren war. Declan beobachtete das, ohne etwas zu sagen, die Schulter an den Türrahmen gelehnt, auf die Art, die bedeutete: Ich sehe dich, und ich sage nichts dazu. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er schließlich. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte Maeve, und sie meinte es halb, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste. Bridie winkte vom Fenster, einmal, ruhig, ein Winken ohne Drama, das mehr sagte als eine Umarmung. Maeve fuhr los, das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater gemocht hatte, und sie ließ es laufen, bis es zu weh tat, und dann noch ein bisschen länger. Im Rückspiegel stand Declan in der Haustür, das Gesicht in den Regen gehoben, als wäre das eine bewusste Entscheidung gegen den Schutz. Das Wasser unter den Reifen platschte, die Straße war noch halb überschwemmt, und Maeve fuhr langsam, weil sie das Haus noch ein bisschen länger im Rückspiegel sehen wollte. Die Flut war nicht vorbei, das wusste sie, und das nächste Mal würde kommen, ob sie es nächstes Mal nannte oder nicht. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das, was bleibt, genau das, was man gebraucht hat. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht war so kurz, dass Maeve sie zweimal lesen musste, nicht weil sie die Worte nicht verstand, sondern weil die Kürze selbst etwas mitteilte, das über die Worte hinausging. Sie lag seit Stunden wach, mit der besonderen Hellwachheit von jemandem, der auf etwas wartet, ohne sich eingestehen zu wollen, worauf. Der Koffer war in zwanzig Minuten gepackt, zu leicht für eine Woche, zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Auf der Fahrt nach Westen verwandelte sich die Landschaft in etwas Vorläufiges, Überganghaftes, als hätte die Gegend selbst die Entscheidung vertagt, was sie sein wollte. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, hielt sie an und saß noch einen Moment im abgewürgten Motor, der leise Wärme abgab wie ein Tier, das sich aus einer Umarmung löst. Der Matsch hatte die zähflüssige Geduld von etwas, das Zeit hat und das weiß, und er schluckte ihre Schritte mit einer Beiläufigkeit, die Maeve als persönlich empfand. Das Haus stand im Dunkel, nur ein einziges Fenster oben brannte, und das Kerzenlicht, das sich auf der Wasseroberfläche vor der Tür spiegelte, hatte etwas Unschlüssiges, als wüsste es selbst nicht, ob es Wärme oder Warnung signalisieren sollte. Declan stand in der Tür, noch bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er in dieser Nacht ohnehin nicht schlafen konnte – beides hätte sie nicht überrascht. „Du hättest früher fahren können", sagte er, und in diesem Satz lag alles: kein Vorwurf, keine Erleichterung, nur die stille Abrechnung von jemandem, der sich das Rechnen schon lange abgewöhnt hat. Sie umarmten sich auf die Art, die sich über Jahrzehnte einschleift, wenn das Gefühl zu groß ist und der Körper gelernt hat, damit umzugehen – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir stehen noch, das haben wir schon festgestellt, reden wir weiter. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im flackernden Kerzenschein eine fast beunruhigende Schönheit hatte, die Art von Schönheit, der man misstraut, weil man weiß, was darunter liegt. Das Notizbuch ihres Vaters trieb auf der Oberfläche, aufgeblättert und aufgequollen, die Handschrift zu grauen Wolken verlaufen, die an nichts Konkretes mehr erinnerten – oder vielleicht gerade deshalb an alles. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne hineinzusehen, weil manche Objekte zunächst als Gewicht getragen werden müssen, bevor man sie wirklich betrachten kann. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, die Hände übereinandergelegt mit einer Stille, die keine Erschöpfung war, sondern eine Art beschlossene Ruhe, die Maeve immer an Wasser erinnert hatte, das tief genug ist, um ruhig zu sein. „Ich zähle die Flaschen unten", sagte Bridie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe – das sind jetzt achtundsechzig, falls du mitgezählt hast." Maeve setzte sich auf die Armlehne des Sessels und legte die Hand auf die der Mutter, die sich kühl anfühlte und trocken wie Papier, das schon lange gelesen wurde. Dann rief Declan von unten, weil die Kommode noch stand und das Wasser nicht auf Sentimentalität wartete, und das war das Ende der stillen Szene. Das Schleppen der Kommode war mühselig auf eine Weise, die fast komisch war – das Ding hatte den entschlossenen Eigensinn alter Möbel, die sich entschieden haben, dass sie sich nicht mehr bewegen lassen –, und Declan fluchte auf Irisch, was er für weniger gotteslästerlich hielt als auf Englisch, obwohl Bridie beides hörte und beide Sprachen verstand. Als sie das Ding oben abstellten und Maeve die Stirn gegen das kühle Holz lehnte, lachten sie beide, weil Lachen manchmal das Einzige ist, das die Erschöpfung nicht beleidigt. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen schweigenden Kette durch den Regen, und in der Dunkelheit hatte das etwas fast Rituelles, als gehörte es zu einem Brauch, dessen Bedeutung man nicht mehr kennt, den man aber trotzdem vollzieht, weil er der Nacht eine Ordnung gibt. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil Nächte wie diese keine Einladungen versenden und keine Protokolle führen. Aoife, siebzig und seit vierzig Jahren Nachbarin, schaufelte Erde in Säcke mit einer Akkuratesse, die Maeve beschämte, und schaute dabei kaum auf. „Ich hab dich seit zwei Jahren nicht gesehen", sagte Aoife, in einem Ton, der weder anklagend noch herzlich war, sondern einfach präzise. Die Arbeit hatte die schweigende Würde von etwas, das getan werden muss und das keine Begleitung braucht, und Maeve empfand nach einer Weile etwas, das sie nicht gleich einordnen konnte – eine Art körperlicher Klarheit, die entsteht, wenn der Verstand aufhört, sich selbst zu kommentieren. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, mit einer Abruptheit, als wäre eine Entscheidung gefallen, und diese Pause hatte etwas fast Souveränes, als wäre das Wasser kein Naturereignis, sondern ein Akteur, der sich kurz besinnt. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und streckte ihr die Hand herunter – eine Geste ohne Erklärung, die keine brauchte. Von dort oben lag die gesamte Transformation offen: der Hof ein schwarzer Spiegel, in dem nichts sich spiegelte außer dem Himmel, die Birken am Ufer versunken bis zur Hälfte ihrer Stämme, die Felder dahinter ohne erkennbare Grenze zwischen dem, was Boden gewesen war, und dem, was Luft sein sollte. „Ich bin dort lang zur Schule gegangen", sagte Maeve, obwohl der Weg unter Wasser lag und sie selbst wusste, dass sie nicht über den Weg sprach. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesen zwei Wörtern lag die gesamte Asymmetrie ihrer Kindheit – er hatte alles behalten, sie hatte alles mitgenommen, und keines von beiden war ein Fehler. Er zog eine Plastikflasche aus der Jackentasche, und der Whiskey war von der Sorte, die man nicht beschreibt, weil der Moment wichtiger ist als der Geschmack. Die Flasche kreiste zwischen ihnen mit der ruhigen Regelmäßigkeit eines alten Rituals, und die Nacht legte sich um sie wie etwas, das nicht beendet werden will. „Ich habe mich immer gefragt", sagte Maeve schließlich, und dann ließ sie den Satz eine Weile stehen, bevor sie ihn vollendete, „ob du je einen Moment hattest, in dem du verstanden hast, warum du geblieben bist." Declan schwieg auf eine Art, die keine Verlegenheit war, sondern Sorgfalt, die Sorgfalt von jemandem, der gelernt hat, dass manche Fragen keine schnellen Antworten vertragen. „Das setzt voraus", sagte er schließlich, „dass Bleiben eine Entscheidung war, die man hätte anders treffen können – aber ich glaube, manche Menschen sind einfach von einer bestimmten Art Boden." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, das Dorf im Rückspiegel kleiner werden lassend, überzeugt, dass Distanz dasselbe sei wie Freiheit, und dass beides dasselbe sei wie Ankommen. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. Declan nahm die Flasche, trank, und dann sagte er, ohne sie anzusehen: „Du bist fertig. Aber das bedeutet nur, dass du weißt, wo du herkommst – nicht, dass du aufgehört hast, hierherzugehören." Der Regen setzte wieder ein, mit einer Zurückhaltung, die beinahe höflich wirkte, als hätte er das Gespräch abgewartet. Sie saßen noch lange auf dem Dach, die Flasche zwischen ihnen, das Wasser unter ihnen, und Maeve spürte, wie etwas, das sie lange für Abgeschlossenheit gehalten hatte, sich als etwas anderes herausstellte – als eine Art offene Rechnung, die keine Begleichung verlangte, sondern nur gelegentliche Aufmerksamkeit. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, wenig, aber mit einer Entschiedenheit, die wirkte wie ein Versprechen ohne Garantie. Bridie stand am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete den Schlamm im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve erst jetzt, nach all den Jahren, als das erkannte, was sie immer gewesen war: nicht Gleichmut, sondern eine sehr alte Form von Ausdauer. Sie schaufelten zu zweit, schweigend, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte, wie Atemzüge sich einstellen, ohne dass man es entscheidet. Am frühen Nachmittag zog Maeve den Koffer aus dem Schlamm, wischte ihn mit einem bereits verlorenen Handtuch ab und stellte ihn ans Auto, und diese kleine Handlung hatte etwas Endgültiges, das sie selbst nicht gemeint hatte. Declan stand in der Tür, die Schulter am Rahmen, und beobachtete das mit einer Stille, die keine Gleichgültigkeit war, sondern die besondere Aufmerksamkeit von jemandem, der sich etwas einprägt. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, in dem vollen Bewusstsein, dass sie log, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste, und das machte die Lüge zu einer Art Vereinbarung. Bridie winkte einmal, ohne Theatralik, ein kleines, ruhiges Winken vom Fenster, das mehr Inhalt hatte als die meisten Umarmungen. Das Radio im Auto spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und Maeve ließ es laufen, auch als es anfing wehzutun, weil manche Dinge nur vollständig sind, wenn man sie bis zum Ende hält. Im Rückspiegel stand Declan in der offenen Tür, das Gesicht dem Regen zugewandt, als wäre das eine Wahl und nicht nur eine Haltung – vielleicht war es beides. Sie fuhr langsam, weil die Straße noch halb überschwemmt war, aber auch weil sie das Bild im Spiegel eine Weile länger behalten wollte, bevor die Kurve es nahm. Das Wasser war nicht vorbei, und die nächste Flut würde kommen, mit derselben sachlichen Unausweichlichkeit wie diese, und Maeve würde wieder fahren, das stand jetzt fest, mit einem Koffer, der zu leicht war für eine Woche und zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen, und vielleicht war das die einzige Art von Fertigsein, die in der Welt wirklich gilt. hqxgeqvim469pj8rzh0gnk8fpk6manh 1085377 1085376 2026-05-10T19:37:59Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 /* 87 */ 1085377 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 5 a - ungarisch deutsch == 81 == 1 -------------------- :A kis templom - Der kleine Tempel :1. Yuki huszonnyolc éves. - Yuki ist achtundzwanzig Jahre alt. :2. Egy könyvesboltban dolgozik. - Sie arbeitet in einer Buchhandlung. :3. Ma vonattal utazik. - Heute fährt sie mit dem Zug. :4. Az úti cél egy kis templom. - Das Ziel ist ein kleiner Tempel. :5. Ott élt régen a nagyanyja. - Dort hat ihre Großmutter früher gelebt. :6. A nagyanya három éve halott. - Die Großmutter ist seit drei Jahren tot. :7. Yuki régóta nem látogatta meg a kertet. - Yuki hat den Garten lange nicht besucht. :8. A vonat megáll egy kis állomáson. - Der Zug hält an einer kleinen Station. :9. Yuki leszáll, és gyalog megy tovább. - Yuki steigt aus und geht zu Fuß. :10. Az út keskeny és csendes. - Der Weg ist schmal und still. :11. Hamarosan ott áll a régi kapu előtt. - Bald steht sie vor dem alten Tor. :12. A fa szürke és mállott. - Das Holz ist grau und verwittert. :13. Leveszi a cipőjét. - Sie zieht ihre Schuhe aus. :14. A kövek hidegek és nedvesek. - Die Steine sind kalt und nass. :15. Az előző éjszaka esője még ott fekszik a mohán. - Der Regen der letzten Nacht liegt noch auf dem Moos. :16. Yuki lassan a tóhoz megy. - Yuki geht langsam zum Teich. :17. A víz sötét és zavaros. - Das Wasser ist dunkel und trüb. :18. Régen itt színes koi-pontyok voltak. - Früher waren hier bunte Koi-Karpfen. :19. Most csak egyetlen levél úszik a vízen. - Jetzt schwimmt nur ein einzelnes Blatt auf dem Wasser. :20. Yuki sokáig nézi a tavat. - Yuki schaut lange auf den Teich. :21. Nem mond semmit. - Sie sagt nichts. :22. Aztán halk zajt hall. - Dann hört sie ein leises Geräusch. :23. Egy öregember ül egy fapadon. - Ein alter Mann sitzt auf einer Holzbank. :24. A neve Nao. - Sein Name ist Nao. :25. Nao régen a templom kertésze volt. - Nao war früher der Gärtner des Tempels. :26. Körülbelül hetvenöt éves. - Er ist ungefähr fünfundsiebzig Jahre alt. :27. Egy seprű támaszkodik mellette a padnak. - Ein Besen lehnt neben ihm an der Bank. :28. Nao Yukira néz. - Nao sieht Yuki an. :29. Egy szót sem szól. - Er sagt kein Wort. :30. Csak egyszer bólint, egészen enyhén. - Er nickt nur einmal, ganz leicht. :31. Yuki odamegy a padhoz, és leül. - Yuki geht zur Bank und setzt sich. :32. Nem ül túl közel. - Sie setzt sich nicht zu nah. :33. Ketten csendben ülnek egymás mellett. - Die beiden sitzen still nebeneinander. :34. Egy szitakötő repül át a tó fölött. - Eine Libelle fliegt über den Teich. :35. Leszáll egy régi tavirózsaszárra. - Sie setzt sich auf einen alten Seerosenschaft. :36. Nao végighúzza az ujját a pad érdes fáján. - Nao streicht mit dem Finger über das raue Holz der Bank. :37. Ez régi szokás. - Es ist eine alte Gewohnheit. :38. Yuki a nagyanyjára gondol. - Yuki denkt an ihre Großmutter. :39. A tea és a nedves fű illatára gondol. - Sie denkt an den Geruch von Tee und nassem Gras. :40. Aztán esni kezd. - Dann beginnt es zu regnen. :41. Először csak néhány csepp hullik. - Zuerst sind es nur wenige Tropfen. :42. Aztán erősebben esik. - Dann regnet es stärker. :43. Yuki és Nao gyorsan felállnak. - Yuki und Nao stehen schnell auf. :44. Befutnak a kis teaház teteje alá. - Sie laufen unter das Dach des kleinen Teehauses. :45. A tető régi cserepekből van. - Das Dach ist aus alten Ziegeln. :46. Az eső hangosan dobol rajta. - Der Regen prasselt laut darauf. :47. Yuki meglát egy kis bambuszkutat. - Yuki sieht einen kleinen Bambus-Brunnen. :48. A víz cseppről cseppre hullik egy kőre. - Das Wasser fällt tropf für tropf auf einen Stein. :49. A követ moha borítja. - Der Stein ist mit Moos bedeckt. :50. Nao lehunyja a szemét. - Nao schließt die Augen. :51. Nyugodtan lélegzik. - Er atmet ruhig. :52. Yuki nem mond semmit, és Nao sem mond semmit. - Yuki sagt nichts, und Nao sagt auch nichts. :53. Nincs mit mondani. - Es gibt nichts zu sagen. :54. Egy idő után eláll az eső. - Nach einer Weile hört der Regen auf. :55. Gyenge fény tör át a felhőkön. - Ein schwaches Licht kommt durch die Wolken. :56. A nedves moha most zölden felragyog a kőfalon. - Das nasse Moos leuchtet jetzt grün auf der Steinmauer. :57. Yuki feláll. - Yuki steht auf. :58. Enyhén meghajol az öregember előtt. - Sie verbeugt sich leicht vor dem alten Mann. :59. Nao kinyitja a szemét. - Nao öffnet die Augen. :60. Halkan azt mondja: „A pontyok nem haltak meg.” - Er sagt leise: „Die Karpfen sind nicht tot." :61. Yuki ránéz. - Yuki schaut ihn an. :62. Nao azt mondja: „Csak alszanak az iszap alatt.” - Nao sagt: „Sie schlafen nur unter dem Schlamm." :63. Yuki bólint. - Yuki nickt. :64. Megfordul, és elindul. - Sie dreht sich um und geht. :65. A kapuhoz visszavezető út csendes. - Der Weg zurück zum Tor ist still. :66. Nem fordul vissza. - Sie dreht sich nicht um. :67. Nao a padon ülve marad. - Nao bleibt auf der Bank sitzen. :68. A zavaros vizet nézi. - Er schaut auf das trübe Wasser. :69. Yuki átmegy a régi kapun. - Yuki geht durch das alte Tor. :70. Újra felveszi a cipőjét. - Sie zieht ihre Schuhe wieder an. :71. A vonat hamarosan indul. - Der Zug fährt bald. :72. Lassan megy az állomás felé. - Sie geht langsam zur Station. :73. A szívében nyugalom van, de üresség is. - Im Herzen ist es ruhig, aber auch leer. :74. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. -------------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki ismeri a templomhoz vezető utat, bár régóta nem járt rajta. - Yuki kennt den Weg zum Tempel, obwohl sie ihn lange nicht gegangen ist. :2. Három év telt el azóta, hogy a nagyanyja meghalt. - Drei Jahre sind vergangen, seit ihre Großmutter gestorben ist. :3. A reggel hűvös, és a levegő nedves föld illatát hordozza. - Der Morgen ist kühl, und die Luft riecht nach feuchter Erde. :4. Yuki sötét kabátot visel, és egy kis táskát tart a kezében. - Yuki trägt eine dunkle Jacke und hält eine kleine Tasche in der Hand. :5. Amikor eléri a mállott fakaput, rövid időre megáll. - Als sie das verwitterte Holztor erreicht, bleibt sie kurz stehen. :6. Ráteszi a kezét a régi fára, amely hidegnek és érdesnek érződik. - Sie legt die Hand auf das alte Holz, das sich kalt und rau anfühlt. :7. Aztán leveszi a cipőjét, mert itt ez a szokás. - Dann zieht sie die Schuhe aus, weil das hier so der Brauch ist. :8. A mohával benőtt kövek még nedvesek az előző éjszaka esőjétől. - Die moosbewachsenen Steine sind noch nass vom Regen der letzten Nacht. :9. Yuki lassan megy, mert nem tudja, mit kellene éreznie. - Yuki geht langsam, weil sie nicht weiß, was sie fühlen soll. :10. A kert másképp néz ki, mint az emlékeiben. - Der Garten sieht anders aus als in ihrer Erinnerung. :11. A bokrok vadabbak lettek, és a fű a kövek között nő. - Die Büsche sind wilder geworden, und das Gras wächst zwischen den Steinen. :12. A keskeny út végén ott fekszik a tó, sötéten és csendesen. - Am Ende des schmalen Weges liegt der Teich, dunkel und still. :13. A víz zöldes színű, majdnem olyan, mint a régi üveg. - Das Wasser hat eine grünliche Farbe, fast wie altes Glas. :14. Yuki emlékszik rá, hogy régen sok koi-ponty úszott itt. - Yuki erinnert sich, dass hier früher viele Koi-Karpfen geschwommen sind. :15. Most csak egyetlen levél látható a felszínen. - Jetzt ist nur ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche zu sehen. :16. Leguggol a partra, és sokáig nézi a zavaros vizet. - Sie hockt sich ans Ufer und schaut lange in das trübe Wasser. :17. Egy halk zajtól felnéz. - Ein leises Geräusch lässt sie aufblicken. :18. Egy régi fapadon egy férfi ül, aki nagyon öregnek és nagyon nyugodtnak tűnik. - Auf einer alten Holzbank sitzt ein Mann, der sehr alt und sehr ruhig wirkt. :19. A neve Nao, és sok éven át ennek a templomnak a kertésze volt. - Sein Name ist Nao, und er war viele Jahre lang der Gärtner dieses Tempels. :20. A mellette lévő seprű a padnak támaszkodik, mintha mindjárt használni kellene. - Der Besen neben ihm lehnt gegen die Bank, als ob er gleich benutzt werden soll. :21. Nao Yuki felé fordítja a fejét, de egyetlen szót sem mond. - Nao dreht den Kopf zu Yuki, sagt aber kein einziges Wort. :22. Csak egyszer bólint, és ez elég üdvözlésnek. - Er nickt nur einmal, und das reicht als Begrüßung. :23. Yuki odamegy a padhoz, és némi távolsággal leül mellé. - Yuki geht zur Bank und setzt sich mit etwas Abstand neben ihn. :24. Nem tudja, miért ül le, de helyesnek érzi. - Sie weiß nicht, warum sie sich setzt, aber es fühlt sich richtig an. :25. Egy szitakötő jelenik meg a víz fölött, és leszáll egy régi tavirózsaszárra. - Eine Libelle erscheint über dem Wasser und landet auf einem alten Seerosenschaft. :26. Nao a hüvelykujjával újra meg újra végigsimít a pad háttámlájának érdes fáján. - Nao streicht mit dem Daumen über das raue Holz der Banklehne, immer wieder. :27. Yuki figyeli ezt a mozdulatot, és arra gondol, hogy ezt már ezerszer megtette. - Yuki beobachtet diese Geste und denkt, dass er das schon tausendmal getan hat. :28. A nagyanyjára gondol, aki gyakran ült itt, és teát ivott. - Sie denkt an ihre Großmutter, die hier oft gesessen und Tee getrunken hat. :29. A kép világos, de a benne lévő személy hiányzik. - Das Bild ist klar, aber die Person darin fehlt. :30. Hosszú szünet után halk eső kezdődik. - Nach einer langen Pause beginnt ein leiser Regen. :31. Az első cseppek alig hallhatóan hullanak a levelekre. - Die ersten Tropfen fallen kaum hörbar auf die Blätter. :32. Aztán az eső erősebb lesz, és Yuki gyorsan feláll. - Dann wird der Regen stärker, und Yuki steht schnell auf. :33. Nao lassan áll fel, mert a térdei már nem működnek olyan jól. - Nao steht langsam auf, weil seine Knie nicht mehr so gut mitspielen. :34. Együtt mennek a kis teaház kiugró teteje alá. - Sie gehen zusammen unter das überhängende Dach des kleinen Teehauses. :35. A tető sötét cserepekből van, és az eső úgy hangzik rajta, mint a dobszó. - Das Dach ist aus dunklen Ziegeln, und der Regen klingt darauf wie Trommelschläge. :36. Yuki a tető széléhez áll, és a kertbe néz. - Yuki stellt sich an den Rand des Dachs und schaut in den Garten. :37. Egy bambuszkút vizet merít, és egy mohával benőtt kőre ejti. - Ein Bambus-Brunnen schöpft Wasser und lässt es in einen bemoosten Stein fallen. :38. Csepp. Szünet. Csepp. - Tropf. Pause. Tropf. :39. A hang egyenletes és valahogy megnyugtató. - Das Geräusch ist gleichmäßig und irgendwie beruhigend. :40. Nao háttal a teaház falának támaszkodik, és lehunyja a szemét. - Nao lehnt mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses und schließt die Augen. :41. Mélyen és szabályosan lélegzik, mintha aludna. - Er atmet tief und regelmäßig, als ob er schläft. :42. Yuki ránéz, és azon töpreng, hány záport élt már át itt. - Yuki schaut ihn an und fragt sich, wie viele Regengusse er hier schon erlebt hat. :43. Úgy tűnik, itt lassabban folyik az idő, mint a városban. - Die Zeit scheint hier langsamer zu fließen als in der Stadt. :44. Yuki a könyvesboltban töltött mindennapjaira gondol, a polcokra és a pénztári blokkokra. - Yuki denkt an ihren Alltag in der Buchhandlung, an Regale und Kassenzettel. :45. Mindez távolinak tűnik, mintha egy másik élethez tartozna. - Das alles wirkt weit weg, als ob es zu einem anderen Leben gehört. :46. Az eső megtölti a kövek közötti kis mélyedéseket. - Der Regen füllt die kleinen Vertiefungen zwischen den Steinen. :47. A moha lassan és hangtalanul magába szívja a vizet. - Das Moos nimmt das Wasser auf, langsam und lautlos. :48. Yuki arra gondol: a veszteséggel is így van ez. - Yuki denkt: So ist das mit dem Verlust auch. :49. Nem egyszerre jön, hanem beszivárog, cseppről cseppre. - Er kommt nicht auf einmal, sondern sickert ein, Tropfen für Tropfen. :50. Aztán éppolyan hirtelen, ahogy elkezdődött, eláll az eső. - Dann, genauso plötzlich wie er begonnen hat, hört der Regen auf. :51. A felhők között keskeny fénycsík tör át. - Zwischen den Wolken bricht ein schmaler Streifen Licht hindurch. :52. A régi kőfalon a nedves moha mély zölden ragyog. - Das nasse Moos auf der alten Steinmauer leuchtet in einem tiefen Grün. :53. Yuki szépnek találja, bár nem tudja, miért. - Yuki findet, dass es schön ist, obwohl sie nicht weiß, warum. :54. Megfordul Nao felé, aki most már kinyitotta a szemét. - Sie dreht sich zu Nao um, der die Augen jetzt geöffnet hat. :55. Enyhén meghajol, ahogy illik. - Sie verbeugt sich leicht, wie es sich gehört. :56. Nao ránéz, és nyugodt hangon azt mondja: „A pontyok nem mentek el.” - Nao sieht sie an und sagt mit ruhiger Stimme: „Die Karpfen sind nicht fort." :57. Yuki vár, mert érzi, hogy még jön valami. - Yuki wartet, weil sie spürt, dass noch etwas kommt. :58. „Lent fekszenek az iszapban, és várják a tavaszt.” - „Sie liegen unten im Schlamm und warten auf den Frühling." :59. Yuki bólint, bár nem biztos benne, hogy Nao csak a halakról beszél. - Yuki nickt, obwohl sie nicht sicher ist, ob er nur von den Fischen spricht. :60. Fogja a táskáját, és visszamegy az úton a kapu felé. - Sie nimmt ihre Tasche und geht den Weg zurück zum Tor. :61. A kövek a lába alatt még hidegek és csúszósak. - Die Steine unter ihren Füßen sind noch kalt und glitschig. :62. Nem fordul meg, de hallja, hogy Nao újra leül a padra. - Sie dreht sich nicht um, aber sie hört, dass Nao sich wieder auf die Bank setzt. :63. A kapunál felveszi a cipőjét, és egyszer visszanéz a kertbe. - Am Tor zieht sie die Schuhe an und schaut einmal zurück in den Garten. :64. A tó csendesen fekszik ott, a zavaros víz gyengén csillog a fényben. - Der Teich liegt still da, das trübe Wasser glänzt im schwachen Licht. :65. Yuki kifújja a levegőt, és elindul. - Yuki atmet aus und geht. :66. Az állomáshoz vezető út rövid, és a vonat hamarosan jön. - Der Weg zur Station ist kurz, und der Zug kommt bald. :67. A vonaton az ablaknál ül, és az elsuhanó mezőket nézi. - Im Zug sitzt sie am Fenster und schaut auf die vorbeiziehenden Felder. :68. Nem gondol a nagyanyjára, de valahogy mégis érzi őt. - Sie denkt nicht an ihre Großmutter, aber sie fühlt sie irgendwie trotzdem. :69. Az üresség ott van, de már nem nyom olyan nehezen. - Die Leere ist da, aber sie drückt nicht mehr so schwer. :70. A víz egészen magától folyik át a mohán. - Das Wasser fließt durch das Moos, ganz von allein. ---------------------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki nem felejtette el a templomhoz vezető utat, bár három éve nem járt már rajta. - Yuki hatte den Weg zum Tempel nicht vergessen, obwohl sie ihn seit drei Jahren nicht mehr gegangen war. :2. Ismert minden követ, minden kanyart, minden szagot – és éppen ez tette olyan nehézzé az első lépést. - Sie kannte jeden Stein, jede Biegung, jeden Geruch – und genau das machte den ersten Schritt so schwer. :3. A reggel még félig sötétben feküdt, amikor leszállt a vonatról, és beszívta a kora őszi hűvös levegőt. - Der Morgen lag noch halb im Dunkel, als sie aus dem Zug stieg und die kühle Luft des frühen Herbstes einatmete. :4. Nedves lomb illata volt a levegőben, és valamié, amit nem tudott megnevezni, ami azonban azonnal visszavitte őt. - Es roch nach nassem Laub und nach etwas, das sie nicht benennen konnte, das sie aber sofort zurückbrachte. :5. A megviselt fakapunál megállt, nem azért, mert habozott, hanem mert a pillanat ezt kívánta. - Am verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht weil sie zögerte, sondern weil der Moment es verlangte. :6. A fa szürkébb lett, érdesebb, és magán hordta több olyan tél nyomát, amely nélküle múlt el. - Das Holz war grauer geworden, rauer, und trug die Spuren mehrerer Winter, die ohne sie vergangen waren. :7. Levetette a cipőjét, rendesen egymás mellé állította őket, és rálépett az előtte lévő mohával benőtt kőre. - Sie zog die Schuhe aus, stellte sie ordentlich nebeneinander und trat auf den moosbewachsenen Stein davor. :8. A hideg azonnal áthatolt a vékony zoknin, és Yuki egy ideig hagyta ott állni, anélkül hogy továbbment volna. - Die Kälte drang sofort durch die dünnen Socken, und Yuki ließ sie eine Weile stehen, ohne weiterzugehen. :9. A kert megváltozott, de nem úgy, ahogy a dolgok akkor változnak meg, ha valaki elhanyagolja őket. - Der Garten hatte sich verändert, aber nicht so, wie Dinge sich verändern, wenn jemand sie vernachlässigt. :10. Inkább úgy hatott, mint valaki, aki felhagyott azzal, hogy tartást vegyen fel, és most egyszerűen elengedi magát. - Er wirkte eher wie jemand, der aufgehört hat, eine Haltung einzunehmen, und sich nun einfach gehen lässt. :11. A bokrok elvesztették formájukat, a fű kinőtt a régi kőlapok fugái között, és senki sem szorította vissza. - Die Büsche hatten ihre Form verloren, das Gras wuchs zwischen den Fugen der alten Steinplatten, und niemand hatte es zurückgedrängt. :12. Yuki követte a keskeny ösvényt, amely még felismerhető volt, de amelyet hamarosan a szélek felől elnyeléssel fenyegetett a növényzet. - Yuki folgte dem schmalen Pfad, der noch erkennbar war, aber bald von den Rändern her aufgefressen zu werden drohte. :13. Az út végén ott feküdt a tó, és kisebb volt, mint amilyennek emlékezetében élt. - Am Ende des Weges lag der Teich, und er war kleiner, als sie ihn in Erinnerung hatte. :14. A víz sötétzöld színű volt, majdnem olyan, mint a tinta, és a felszíne alig mozdult. - Das Wasser hatte eine dunkelgrüne Farbe, fast wie Tinte, und die Oberfläche bewegte sich kaum. :15. Eszébe jutottak a koi pontyok, amelyek régebben élénk narancsszínben siklottak át alatta, mint élő lángok. - Sie erinnerte sich an die Koi-Karpfen, die früher in leuchtenden Orangetönen darunter hindurchgeglitten waren wie lebende Flammen. :16. Most egyetlen, félig lebomlott levél sodródott a vízen, és különben semmi. - Jetzt trieb ein einzelnes, halb zersetztes Blatt auf dem Wasser, und sonst war nichts. :17. Yuki leguggolt a part mellé, karját a térde köré fonta, és a vízbe meredt, anélkül hogy bármit keresett volna. - Yuki hockte sich ans Ufer, die Arme um die Knie geschlungen, und starrte in das Wasser, ohne etwas zu suchen. :18. Olyan sokáig ült így, hogy a lábai bizseregni kezdtek, de nem állt fel. - Sie saß so lange, dass ihre Beine kribbeln anfingen, aber sie stand nicht auf. :19. Akkor halk fakaparászást hallott maga mögött, ahogy fa súrlódik kövön. - Dann hörte sie hinter sich das leise Scharren von Holz auf Stein. :20. Egy padon, amely az évek súlya alatt kissé ferdén állt, egy öreg férfi ült. - Auf einer Bank, die unter dem Gewicht der Jahre leicht schief stand, saß ein alter Mann. :21. Nao körülbelül hetvenöt éves volt, talán idősebb, és egyszerű munkakabátot viselt, amely már sok nyarat látott. - Nao war ungefähr fünfundsiebzig, vielleicht älter, und trug eine schlichte Arbeitsjacke, die schon viele Sommer gesehen hatte. :22. A mellette álló seprűt nem egyszerűen letették, hanem olyan magától értetődően támaszkodott ott, mintha mindig is ott állt volna. - Der Besen neben ihm war nicht einfach abgestellt worden, sondern lehnte mit einer Selbstverständlichkeit dort, als hätte er dort immer gestanden. :23. Nao a fejét felé fordította, anélkül hogy a testét megmozdította volna, és olyan tekintettel nézett rá, amely sem kérdező, sem üdvözlő nem volt. - Nao drehte den Kopf zu ihr, ohne seinen Körper zu bewegen, und sah sie mit einem Blick an, der weder fragend noch begrüßend war. :24. Egyszer bólintott, egészen röviden, Yuki pedig visszabólintott, és ezzel minden szükséges elhangzott. - Er nickte einmal, ganz knapp, und Yuki nickte zurück, und damit war alles Notwendige gesagt. :25. Felállt, és némi távolsággal mellé ült, mert a helyzet így kívánta, nem azért, mert társaságot keresett. - Sie stand auf und setzte sich mit etwas Abstand neben ihn, weil die Situation es so wollte, nicht weil sie Gesellschaft suchte. :26. A tó fölött megjelent egy szitakötő, amely olyan mozdulatlanul függött a levegőben, mintha odafestették volna. - Über dem Teich erschien eine Libelle, die so still in der Luft hing, als wäre sie aufgemalt. :27. Leszállt egy régi tavirózsa szárára, amely úgy állt ki a vízből, mint egy megmaradt gondolat. - Sie landete auf einem alten Seerosenschaft, der aus dem Wasser ragte wie ein übrig gebliebener Gedanke. :28. Nao hüvelykujjával végigsimított a pad érdes fatámláján, mindig ugyanabba az irányba, mindig ugyanazon a helyen. - Nao fuhr mit dem Daumen über die raue Holzlehne der Bank, immer in derselben Richtung, immer dieselbe Stelle. :29. Yuki nézte a kezét, és arra gondolt, hogy a fa és a bőr hosszú idő után hasonlóvá válik. - Yuki betrachtete seine Hand und dachte, dass Holz und Haut sich nach langer Zeit ähnlich werden. :30. A nagyanyjára gondolt, aki itt ült, teát ivott, és soha nem magyarázott sokat. - Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen hatte, Tee getrunken und nie viel erklärt hatte. :31. A nagyanyja úgy tudott dolgokat, hogy nem beszélt róluk, és ez Yukit gyerekként néha kétségbeesésbe kergette. - Ihre Großmutter hatte Dinge gewusst, ohne darüber zu sprechen, und das hatte Yuki als Kind manchmal zur Verzweiflung gebracht. :32. Most már jobban értette ezt, még ha az értés már semmit sem használt. - Jetzt verstand sie es besser, auch wenn das Verstehen nichts mehr nützte. :33. Halk eső kezdődött, olyan tétován, mintha nem volna biztos benne, szívesen látják-e. - Ein leiser Regen begann, so zögerlich, als ob er sich nicht sicher war, ob er willkommen wäre. :34. Az első cseppek hangtalanul eltűntek a mohában, aztán a vízen, aztán egyszerre mindenütt. - Die ersten Tropfen verschwanden lautlos im Moos, dann auf dem Wasser, dann überall gleichzeitig. :35. Yuki ülve maradt, amíg az eső sűrűbbé nem vált, és a haja tapadni nem kezdett. - Yuki blieb sitzen, bis der Regen dichter wurde und ihr Haar zu kleben begann. :36. Nao felállt, lassan, egy olyan ember megfontolt gondosságával, aki jól ismeri és tiszteli a testét. - Nao stand auf, langsam, mit der bedächtigen Sorgfalt eines Menschen, der seinen Körper gut kennt und respektiert. :37. Együtt mentek a teaház teteje alá, anélkül hogy egy szót is vesztegettek volna arra, hogy ezt teszik. - Sie gingen zusammen unter das Dach des Teehauses, ohne ein Wort darüber zu verlieren, dass sie es taten. :38. A régi cserepekből álló tető hangosan fogadta az esőt, és ez a zaj kitöltötte a köztük lévő teret. - Das Dach aus alten Ziegeln nahm den Regen laut auf, und dieses Geräusch füllte den Raum zwischen ihnen. :39. Yuki a tető szélén állt, egy lépésnyire az esőtől, és a bambusz szökőkútra nézett. - Yuki stand am Rand des Dachs, einen Schritt vom Regen entfernt, und schaute auf den Bambus-Brunnen. :40. A víz egyenletes időközönként hullott egy mohás kőre, beszivárgott a mélyedésekbe, eltűnt. - Das Wasser fiel in gleichmäßigen Abständen auf einen bemoosten Stein, sickerte in die Vertiefungen, verschwand. :41. Csepp. Csend. Csepp. - Tropf. Stille. Tropf. :42. Nao háttal a fafalnak támaszkodott, és lehunyta a szemét, mintha az eső olyan zene volna, amelyet kívülről ismer. - Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand und schloss die Augen, als ob der Regen eine Musik wäre, die er auswendig kannte. :43. Yuki azon töprengett, hány esőzést élt át itt, hány embert látott jönni és menni. - Yuki überlegte, wie viele Regengusse er hier erlebt hatte, wie viele Menschen er hatte kommen und gehen sehen. :44. A saját városára gondolt, a zajra és a fényre, amely éjszaka sem szűnt meg. - Sie dachte an ihre eigene Stadt, an den Lärm und das Licht, das nachts nicht aufhörte. :45. Itt még az eső is lassabban hullani látszott, mintha volna ideje. - Hier schien selbst der Regen langsamer zu fallen, als ob er Zeit hatte. :46. A nagyanyja gondolata nem képként jött, hanem súlyként – nem fájdalmasan, csak jelenlévőn. - Der Gedanke an ihre Großmutter kam nicht als Bild, sondern als Gewicht – nicht schmerzhaft, nur vorhanden. :47. Yuki észrevette, hogy a fájdalom, amelynek érzésére számított, nem jelentkezett. - Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte zu fühlen, sich nicht eingestellt hatte. :48. Helyette volt ott valami nyugodtabb, amit még nem tudott megnevezni, és ami egyelőre békén hagyta őt. - Stattdessen war da etwas Ruhigeres, das sie noch nicht benennen konnte und das sie vorerst in Ruhe ließ. :49. A kőfal mohája itta a vizet, amely vékony erekben folyt le rajta, sietség és veszteség nélkül. - Das Moos an der Steinmauer trank das Wasser, das in dünnen Rinnsalen daran hinablief, ohne Eile und ohne Verlust. :50. Így van ez, gondolta Yuki, de nem mondta ki. - So ist das, dachte Yuki, aber sie sprach es nicht aus. :51. Az eső elállt, és az utána következő hallgatás más minőségű volt, mint az előtte lévő hallgatás. - Der Regen hörte auf, und das Schweigen danach war von anderer Qualität als das Schweigen davor. :52. Halvány fény tört át a szétúszó felhőkön, és ferdén esett a nedves kőfalra. - Ein schwaches Licht brach durch die auseinandertreibenden Wolken und fiel schräg auf die nasse Steinmauer. :53. A moha olyan zöldben ragyogott, amilyet Yuki így még nem látott, bár már gyakran láthatta volna. - Das Moos leuchtete in einem Grün, das Yuki so noch nicht gesehen hatte, obwohl sie es schon oft hätte sehen können. :54. Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és nyugodtan nézett rá. - Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ruhig ansah. :55. Yuki meghajolt, mert ez volt a helyes, még ha pontosan nem is tudta volna megmagyarázni, miért. - Yuki verbeugte sich, weil es das Richtige war, auch wenn sie nicht genau erklären hätte können, wofür. :56. Nao ránézett, és hangsúly nélkül, sietség nélkül azt mondta: „A pontyok nem tűntek el.” - Nao sah sie an und sagte, ohne Betonung und ohne Eile: „Die Karpfen sind nicht verschwunden." :57. Yuki várt, mert érezte, hogy ez még nem minden. - Yuki wartete, weil sie spürte, dass das nicht alles war. :58. „Az iszapban fekszenek a fenéken, és várják, hogy újra melegebb legyen.” - „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten, bis es wieder wärmer wird." :59. Úgy mondta ezt, mintha egy ismert és aggodalomra okot nem adó tényt közölne. - Er sagte es so, als ob er eine Tatsache mitteilte, die bekannt und unbesorgniserregend war. :60. Yuki bólintott, és arra gondolt, hogy valószínűleg nemcsak a halakról beszélt – vagy talán mégis csak róluk, és ez elég volt. - Yuki nickte und dachte, dass er wahrscheinlich nicht nur von den Fischen sprach – oder vielleicht doch nur von ihnen, und das reichte. :61. Felvette a táskáját, amely még kissé nedves volt, és visszament az úton a kapuhoz. - Sie nahm ihre Tasche, die noch etwas feucht war, und ging den Weg zurück zum Tor. :62. A kövek a nedves zoknija alatt simák és hidegek voltak, és minden lépésére figyelt. - Die Steine unter ihren nassen Socken waren glatt und kalt, und sie achtete auf jeden Schritt. :63. Nem fordult meg, de hallotta, ahogy Nao újra leül, és a seprű halkan a padhoz ütődik. - Sie drehte sich nicht um, aber sie hörte, wie Nao sich wieder setzte und der Besen leise gegen die Bank stieß. :64. A kapunál belebújt a cipőjébe, és egy pillanatra megállt, tekintetét előre szegezve. - Am Tor schlüpfte sie in ihre Schuhe und blieb einen Moment stehen, den Blick nach vorne gerichtet. :65. Mögötte ott feküdt a kert a zavaros tavával, a ferde teaházzal és az öreg férfival a padon. - Hinter ihr lag der Garten mit seinem trüben Teich, dem schiefen Teehaus und dem alten Mann auf der Bank. :66. Mindez tovább fog létezni, akár visszatér, akár nem, és ez fájdalom nélküli felismerés volt. - Das alles würde weiterexistieren, ob sie zurückkam oder nicht, und das war eine Erkenntnis ohne Schmerz. :67. Yuki az állomásra ment, és az oda vezető út rövidebb volt, mint várta. - Yuki ging zur Station, und der Weg dorthin war kürzer, als sie erwartet hatte. :68. A vonaton a fejét az ablaknak támasztotta, és nézte, ahogy a mezők elvonulnak mellette. - Im Zug lehnte sie den Kopf gegen das Fenster und schaute zu, wie die Felder vorbeizogen. :69. Nem gondolt sokat, ami szokatlan volt, de nem is kellemetlen. - Sie dachte nicht viel, was ungewohnt war, aber auch nicht unangenehm. :70. Az üresség, amelytől félt, ott volt – de nem úgy volt üres, ahogy az fáj. - Die Leere, die sie gefürchtet hatte, war da – aber sie war nicht leer auf die Art, die wehtut. :71. Inkább olyan volt, mint egy tó ősszel: csendes, sötét, és alatta alszik valami, ami nem halott. - Sie war eher wie ein Teich im Herbst: still, dunkel, und darunter schläft etwas, das nicht tot ist. ----------------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :A templomkert - Der Tempelgarten :1. Yuki nem tervezte, hogy felkeresi a templomot – egyszerűen felszállt a vonatra, ahogyan az ember néha megtesz dolgokat, mielőtt az értelem megtilthatná őket. - Yuki hatte sich nicht vorgenommen, den Tempel zu besuchen – sie war einfach in den Zug gestiegen, wie man manchmal Dinge tut, bevor der Verstand sie verbieten kann. :2. Három évig kerülte a kertet, nem közönyből, hanem mert vannak helyek, amelyek túl sokat követelnek az embertől, amíg a seb még friss. - Drei Jahre hatte sie den Garten gemieden, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil manche Orte zu viel von einem verlangen, solange die Wunde noch frisch ist. :3. Az ősz már sápadt fénybe merítette a várost, amely se nem hideg, se nem meleg volt, amikor a vonat megállt a kis állomáson. - Der Herbst hatte die Stadt bereits in ein blasses Licht getaucht, das weder kalt noch warm war, als der Zug an der kleinen Station hielt. :4. Olyan csendbe szállt ki, amely nem elutasító volt, hanem egyszerűen teljes – hézagtalan csendbe, amelybe az ember gondolatokat tolhatott volna. - Sie stieg aus in eine Stille, die nicht abweisend, sondern einfach vollständig war – eine Stille ohne Lücken, in die man Gedanken schieben konnte. :5. A templomhoz vezető út egy szűk sikátoron haladt át régi falak között, amelyeken a moha vastag, egyenetlen párnákban nőtt. - Der Weg zum Tempel führte durch eine schmale Gasse zwischen alten Mauern, auf denen das Moos in dicken, ungleichmäßigen Polstern wuchs. :6. Yuki ismerte ezt az utat anélkül, hogy ismerte volna – valahol az emlékezet alatt ült, magában a testben, abban, ahogyan a lábak habozás nélkül választották az irányt. - Yuki kannte diesen Weg, ohne ihn zu kennen – er saß irgendwo unterhalb der Erinnerung, im Körper selbst, in der Art, wie die Füße ohne Zögern die Richtung wählten. :7. A megviselt fakapu előtt megállt, nem azért, hogy bátorságot gyűjtsön, hanem mert az átmenet megérdemelt egy pillanatnyi összeszedettséget. - Vor dem verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht um Mut zu sammeln, sondern weil der Übergang einen Moment der Sammlung verdiente. :8. A fának olyan színe volt, mint valaminek, ami sok telet látott és már nem ismert sietséget, és Yuki keze rövid ideig szándék nélkül pihent az oszlopon. - Das Holz hatte die Farbe von etwas, das viele Winter gesehen und keine Eile mehr kannte, und Yukis Hand ruhte kurz auf dem Pfosten, ohne Absicht. :9. Levetette a cipőjét, olyan gondossággal tette le, amely már-már szertartásos vonásokat öltött, és rálépett az első mohával benőtt kőre. - Sie zog die Schuhe aus, stellte sie mit einer Sorgfalt ab, die fast zeremonielle Züge annahm, und trat auf den ersten moosbewachsenen Stein. :10. A hideg, amely azonnal áthatolt a szöveten, nem volt kellemetlen, hanem arra emlékeztette, hogy a test még ott van és érzékel. - Die Kälte, die sofort durch den Stoff drang, hatte nichts Unangenehmes, sondern erinnerte sie daran, dass der Körper noch da war und wahrnahm. :11. A kert nem fogadta őt – egyszerűen ott volt, türelmes elhanyagoltság állapotában, amely méltóságteljesebbnek hatott minden gondozott rendnél. - Der Garten empfing sie nicht – er war einfach da, in einem Zustand geduldiger Verwahrlosung, die würdevoller wirkte als jede gepflegte Ordnung. :12. A sövények elveszítették körvonalaikat, a fű a kőlapok között elég magasra nőtt ahhoz, hogy a könnyű szélben lengjen, és valahol még víz csöpögött az éjszakai esőből egy mélyedésbe. - Die Hecken hatten ihre Konturen verloren, das Gras zwischen den Steinplatten stand hoch genug, um im leichten Wind zu schwingen, und irgendwo tropfte noch Wasser vom Nachttregen in eine Mulde. :13. Yuki követte az ösvényt, amelyet még ösvényként fel lehetett ismerni, bár egyre inkább úgy tűnt, feladja azt a szándékát, hogy bárhová is vezessen. - Yuki folgte dem Pfad, der sich noch als Pfad erkennen ließ, obwohl er zunehmend die Absicht aufzugeben schien, irgendwohin zu führen. :14. A tó a végén úgy feküdt ott, mint válasz egy kérdésre, amelyet nem tett fel magának – sötéten, mozdulatlanul, olyan csenddel borítva, amely idősebb volt a reggelnél. - Der Teich lag am Ende wie eine Antwort auf eine Frage, die sie sich nicht gestellt hatte – dunkel, reglos, von einer Stille bedeckt, die älter war als der Morgen. :15. A víz színe zöld és fekete között váltakozott, attól függően, milyen szögből nézte az ember, és Yuki sokáig nézte többféle szögből. - Das Wasser hatte eine Farbe, die zwischen Grün und Schwarz changierte, je nachdem, aus welchem Winkel man es betrachtete, und Yuki betrachtete es lange aus mehreren. :16. Gyermekkora koi-pontyaira gondolt, amelyek narancssárga és fehér ívekben siklottak át a felszín alatt, mintha a víz csak egy közeg lett volna, amelyet megtűrtek. - Sie dachte an die Koi-Karpfen ihrer Kindheit, die in orangefarbenen und weißen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten waren, als ob das Wasser nur ein Medium war, das sie duldete. :17. Most egyetlen levél sodródott a felszínen, félig feloldódva, és tökéletlenségében valamit tükrözött, amit Yuki nem tudott azonnal szavakba foglalni. - Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche, halb aufgelöst, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas, das Yuki nicht sofort in Worte fassen konnte. :18. Leült a parton, térdét a mellkasához húzva, és megengedte magának, hogy egyszerűen csak nézzen, anélkül hogy értékelné vagy besorolná, amit látott. - Sie ließ sich am Ufer nieder, die Knie an die Brust gezogen, und erlaubte sich, einfach zu schauen, ohne das Gesehene zu bewerten oder einzuordnen. :19. Ez nehezebb volt, mint amilyennek hangzott, mert az értelem állandóan készen állt arra, hogy közbeavatkozzon, és jelentést kényszerítsen a hallgatásra. - Das war schwieriger, als es klang, weil der Verstand ständig bereit war, sich einzumischen und dem Schweigen Bedeutung aufzuzwingen. :20. Egy zaj mögötte – alig több, mint egy súly elmozdulása régi fán – arra késztette, hogy hátrafordítsa a fejét, anélkül hogy összerezzent volna. - Ein Geräusch hinter ihr – kaum mehr als das Verschieben eines Gewichts auf altem Holz – ließ sie den Kopf wenden, ohne aufzufahren. :21. Egy padon, amely kissé kibillent a helyes állásából, mintha felhagyott volna azzal, hogy a függőlegest fontosnak tartsa, egy öreg férfi ült kifakult munkakabátban. - Auf einer Bank, die leicht aus dem Lot geraten war, als hätte sie aufgehört, die Vertikale für wichtig zu halten, saß ein alter Mann in einer verwaschenen Arbeitsjacke. :22. Nao volt a templom kertésze, évtizedek óta, jóval azelőtt, hogy Yuki nagyanyja a kertet a magáévá tette volna. - Nao war der Gärtner des Tempels gewesen, seit Jahrzehnten, lange bevor Yukis Großmutter den Garten zu ihrem eigenen gemacht hatte. :23. Olyan tekintettel nézett Yukira, amely sem kíváncsiságot, sem távolságtartást nem fejezett ki, hanem annak az embernek a különös nyugalmát, aki már felhagyott azzal, hogy találkozásoktól bármit akarjon. - Er sah Yuki an mit einem Blick, der weder Neugierde noch Distanz ausdrückte, sondern die besondere Ruhe eines Menschen, der aufgehört hat, von Begegnungen etwas zu wollen. :24. Az az egyszeri, szűkszavú biccentés, amellyel üdvözölte, nem a hidegség gesztusa volt, hanem a pontosságé – több nem volt szükséges, tehát több nem is volt. - Das einmalige, knappe Nicken, mit dem er sie begrüßte, war keine Geste der Kälte, sondern der Präzision – mehr war nicht nötig, also gab es nicht mehr. :25. Yuki felállt, odament a padhoz, és leült, olyan távolságban, amely sem közelséget nem színlelt, sem távolságot nem hangsúlyozott, hanem egyszerűen helyes volt. - Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich, mit einem Abstand, der weder Nähe vortäuschte noch Distanz betonte, sondern einfach stimmte. :26. A tó fölött megjelent egy szitakötő, amely azzal a látszólag erőfeszítés nélküli pontossággal állt a levegőben, amely csak azoknak a dolgoknak sajátja, amelyek teljesen a pillanatban élnek. - Über dem Teich erschien eine Libelle, die mit jener mühelos wirkenden Präzision in der Luft stand, die nur Dinge besitzen, die vollständig im Moment leben. :27. Leszállt egy elszáradt tavirózsaszárra, és olyan mozdulatlanul ült, hogy az ember elfelejthette, hogy nem sokkal korábban még mozgott. - Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft und saß so still, dass man vergessen konnte, dass sie sich kurz davor noch bewegt hatte. :28. Nao hüvelykujjával egyenletes mozdulattal végigsimított a pad érdes támláján, mindig ugyanazon a pályán, mindig ugyanabba az irányba. - Nao fuhr mit dem Daumen in einer gleichmäßigen Bewegung über die raue Lehne der Bank, immer dieselbe Bahn, immer dieselbe Richtung. :29. Yuki figyelte ezt a mozdulatot, és arra gondolt, hogy a szokás és az ima néha ugyanazt a formát ölti. - Yuki beobachtete diese Geste und dachte, dass Gewohnheit und Gebet manchmal dieselbe Form annehmen. :30. A nagyanyjára gondolt, aki itt ült és teát ivott, anélkül hogy közben bármit bizonyítani vagy megtartani akart volna. - Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen und Tee getrunken hatte, ohne dabei irgendetwas beweisen oder festhalten zu wollen. :31. Gyermekként Yuki nagyanyja azt mondta neki, hogy egy helynek nem kell megmagyarázni, miért tér vissza az ember – vagy már tudja, vagy nem kérdezi. - Als Kind hatte Yukis Großmutter ihr gesagt, dass man einem Ort nicht erklären muss, warum man zurückkommt – er weiß es bereits oder er fragt nicht. :32. Yuki akkor ezt nem értette, és most, amikor értette, már senki sem volt ott, akinek elmondhatta volna, hogy végre megértette. - Yuki hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da sie verstand, war niemand mehr da, dem sie hätte sagen können, dass sie es endlich tat. :33. Az eső bejelentés nélkül kezdődött, ahogyan az ősz néha teszi, mintha elfelejtette volna kialkudni az átmenetet. - Der Regen begann ohne Ankündigung, wie es der Herbst manchmal tut, als hätte er vergessen, den Übergang auszuhandeln. :34. Először egyetlen csepp a teacserje levelén, aztán egy maréknyi, aztán az egyenletes zúgás, amelyet Yuki azonnal olyasminek ismert fel, ami ide tartozott. - Erst ein einzelner Tropfen auf dem Blatt des Teestrauchs, dann eine Handvoll, dann das gleichmäßige Rauschen, das Yuki sofort als etwas wiedererkannte, das hierher gehörte. :35. Nao annak az embernek a megfontolt határozottságával emelkedett fel, akinek a teste kompromisszumokat kötött, de nem kapitulált, és Yuki követte őt a teaház teteje alá. - Nao erhob sich mit der bedächtigen Entschiedenheit eines Menschen, dessen Körper Kompromisse eingegangen ist, aber nicht kapituliert hat, und Yuki folgte ihm unter das Dach des Teehauses. :36. A túlnyúló cseréptető ritmussá alakította az esőt, és ennek a ritmusnak olyan minősége volt, aminek nem ellenállni lehetett, hanem csak hallgatni. - Das überhängende Ziegeldach verwandelte den Regen in Rhythmus, und dieser Rhythmus hatte die Qualität von etwas, dem man nicht widerstehen, sondern nur zuhören konnte. :37. Yuki a tető széléhez állt, egy lépésre a hulló víztől, és nézte a bambuszkutat, amely csendben és szüntelenül végezte a feladatát. - Yuki stellte sich an den Rand des Dachs, einen Schritt vom fallenden Wasser entfernt, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe still und ohne Unterlass erfüllte. :38. A víz ráhullott az alatta lévő mohás kőre, beszivárgott a repedésekbe, láthatatlanná vált – és valamikor más összefüggésben újra visszatért. - Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein darunter, versickerte in Ritzen, wurde unsichtbar – und kam in einem anderen Zusammenhang irgendwann wieder. :39. Nao háttal a teaház falának támaszkodott, karjait lazán a teste előtt tartotta, és olyan magától értetődőséggel csukta be a szemét, amely nem igényelt magyarázatot. - Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses, die Arme locker vor dem Körper, und schloss die Augen mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Erklärung brauchte. :40. Yuki azon tűnődött, vajon alszik-e, vagy egyszerűen a figyelem egy olyan fajtáját gyakorolja, amely befelé irányul, és nincs szüksége szemekre. - Yuki fragte sich, ob er schlief oder ob er einfach eine Art von Aufmerksamkeit praktizierte, die nach innen gerichtet war und keine Augen benötigte. :41. A könyvesboltjára gondolt, a polcokra, amelyeket naponta rendezett, az emberekre, akik könyveket vásároltak, anélkül hogy tudták volna, valójában melyik kérdésre akarnak választ kapni. - Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Regale, die sie täglich ordnete, an die Menschen, die Bücher kauften, ohne zu wissen, welche Frage sie eigentlich beantworten wollten. :42. Itt nem voltak polcok, és nem voltak válaszok, és nem voltak kérdések, amelyek válaszokra vártak – csak a tető, az eső, az öreg férfi és ő maga. - Hier gab es keine Regale und keine Antworten und keine Fragen, die auf Antworten warteten – nur das Dach, den Regen, den alten Mann und sie selbst. :43. A víz, amely a tetőről a nedves földre hullott, apró krátereket ütött a mohába, és azonnal újra eltűnt, anélkül hogy nyomot hagyott volna. - Das Wasser, das vom Dach auf den nassen Boden fiel, schlug kleine Krater in das Moos und verschwand sofort wieder, ohne eine Spur zu hinterlassen. :44. Yuki észrevette, hogy a nagyanyjára nem úgy gondol, mint veszteségre, hanem mint valamire, ami más halmazállapotot vett fel. - Yuki bemerkte, dass sie an ihrer Großmutter nicht wie an einem Verlust dachte, sondern wie an etwas, das eine andere Aggregatform angenommen hatte. :45. A gondolat nem volt vigasztaló a szokványos értelemben – egyszerűen pontos volt, és a pontosságnak néha megvan a maga sajátos vigasza. - Der Gedanke war nicht tröstlich im gewöhnlichen Sinn – er war einfach genau, und Genauigkeit hat manchmal eine eigene Art von Trost. :46. A kőfalon lévő moha magába szívta a vizet, amely vékony, alig látható erecskékben csorgott le rajta, lassan és teljesen, maradék nélkül. - Das Moos an der Steinmauer nahm das Wasser auf, das in dünnen, kaum sichtbaren Rinnsalen daran herabrann, langsam und vollständig, ohne Rest. :47. Yuki arra gondolt: így zajlanak a búcsúk is, ha az ember időt ad nekik – nem törésként, hanem fokozatos átszivárgásként, amely csak akkor ér véget, amikor minden felszívódott. - Yuki dachte: So verlaufen Abschiede auch, wenn man ihnen Zeit gibt – nicht als Bruch, sondern als ein allmähliches Durchsickern, das erst endet, wenn alles aufgenommen ist. :48. Az eső úgy állt el, ahogyan elkezdődött – átmenet nélkül, mintha született volna egy döntés, amelyet senkivel sem közöltek. - Der Regen hörte auf, wie er begonnen hatte – ohne Übergang, als ob eine Entscheidung gefallen wäre, die niemand mitgeteilt hatte. :49. A fény, amely ezután áthatolt a szétsodródó felhők között, annak a sajátosan őszi minőségnek volt a fénye, amely mindent, amit ér, egy pillanatra kiemel az időből. - Das Licht, das danach durch die auseinanderdriftenden Wolken drang, war von jener spezifisch herbstlichen Qualität, die alles, was es trifft, für einen Moment aus der Zeit herauslöst. :50. A falon a moha mély, telt zöldben felragyogott, olyan intenzíven, hogy Yukinak rövid időre az az érzése támadt, valami olyat lát, ami általában nem látható. - Das Moos auf der Mauer leuchtete in einem tiefen, satten Grün auf, das so intensiv war, dass Yuki kurz das Gefühl hatte, etwas zu sehen, das normalerweise nicht sichtbar war. :51. Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és ugyanazzal a nyugodt, be nem soroló tekintettel nézett rá, mint kezdetben. - Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie mit demselben ruhigen, nicht einordnenden Blick ansah wie zu Beginn. :52. Yuki meghajolt – nem mélyen, de őszintén –, és ebben a gesztusban több volt, mint udvariasság, még ha nem is tudta volna megmondani, pontosan mi. - Yuki verbeugte sich – nicht tief, aber aufrichtig – und in dieser Geste steckte mehr als Höflichkeit, auch wenn sie nicht hätte sagen können, was genau. :53. Nao viszonozta a tekintetét, és egy olyan szünet után, amely elég hosszú volt ahhoz, hogy ne puszta kitöltő szünet legyen, ezt mondta: „A pontyok nem tűntek el.” - Nao erwiderte den Blick und sagte, nach einer Pause, die lange genug war, um keine Füllpause zu sein: „Die Karpfen sind nicht fort." :54. Nem azért mondta, hogy vigasztaljon, és nem azért, hogy megmagyarázzon valamit – úgy mondta, ahogyan az ember egy tényt közöl, amelyben ő maga már régóta megbízik. - Er sagte es nicht, um zu trösten, und nicht, um etwas zu erklären – er sagte es so, wie man eine Tatsache mitteilt, der man selbst seit Langem getraut hat. :55. „Lenn fekszenek az iszapban, a fenéken, és várják a tavaszt, amely eljön, mert mindig eljön.” - „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten auf das Frühjahr, das kommt, weil es immer kommt." :56. Yuki ránézett, és arra gondolt, hogy talán a halakról beszél, talán valami másról, és hogy mindkettő igaz lehet anélkül, hogy dönteni kellene róla. - Yuki sah ihn an und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, und vielleicht von etwas anderem, und dass beides wahr sein konnte, ohne dass man es entscheiden musste. :57. Felvette a táskáját, amely még magában hordozta az eső nedvességét, és visszaindult az úton a kapu felé, kőről kőre. - Sie nahm ihre Tasche, die noch die Feuchtigkeit des Regens in sich trug, und ging den Weg zurück zum Tor, Stein für Stein. :58. Nem fordult vissza, mert a visszafordulás feltételezett volna valamit, amire itt nem volt szükség – nem közönyt, hanem bizalmat abban, ami mögötte maradt. - Sie drehte sich nicht um, weil Umdrehen etwas vorausgesetzt hätte, das hier nicht gefragt war – nicht Gleichgültigkeit, sondern Vertrauen in das, was hinter ihr blieb. :59. A kapunál belebújt a cipőjébe, és megállt, nem azért, hogy visszanézzen, hanem hogy megjelölje az átmenetet, amelyet az átmenet megérdemelt. - Am Tor schlüpfte sie in die Schuhe und blieb stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu markieren, der Übergang verdiente. :60. Mögötte a kert tovább létezett – zavaros tavával, csendben várakozó mohájával, öreg kertészével a ferde padon –, teljesen és nélküle. - Hinter ihr existierte der Garten weiter – mit seinem trüben Teich, seinem stillwartenden Moos, seinem alten Gärtner auf der schiefen Bank – vollständig und ohne sie. :61. Ez nem szomorú felismerés volt, hanem helyes, és a helyes felismeréseknek néha egyszerre van meg a nedves moha súlya és könnyűsége. - Das war keine traurige Erkenntnis, sondern eine richtige, und richtige Erkenntnisse haben manchmal die Schwere und die Leichtigkeit von nassem Moos zugleich. :62. Yuki az állomásra ment, és az út rövidebb volt, mint odafelé, mert ezúttal nem megérkezett, hanem továbbment. - Yuki ging zur Station, und der Weg war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal nicht ankam, sondern weiterging. :63. A vonaton homlokát a hűvös ablaküvegnek támasztotta, és nézte a mezőket, amelyek a délután lapos fényében elsuhantak mellette. - Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das kühle Fensterglas und schaute auf die Felder, die im flachen Licht des Nachmittags an ihr vorüberzogen. :64. Nem gondolt semmi meghatározottra, ami nem gondolattalanság volt, hanem a figyelem egyfajta tárgy nélküli formája. - Sie dachte an nichts Bestimmtes, was nicht Gedankenlosigkeit war, sondern eine Art von Aufmerksamkeit ohne Gegenstand. :65. Az üresség, amelyet várhatóan megtalálni vélt, ott volt – de egy tál körvonalát viselte, nem egy lyukét, és ez jelentette a döntő különbséget. - Die Leere, die sie erwartet hatte zu finden, war da – aber sie hatte die Kontur einer Schale, nicht eines Loches, und das machte den entscheidenden Unterschied. :66. Alatta, az iszapban, amelyet nem lát az ember, várakozik az, ami nem hal meg, hanem csak vár – türelmesen, csendben, minden kétség nélkül afelől, hogy a tavasz eljön. - Darunter, in dem Schlamm, den man nicht sieht, wartet das, was nicht stirbt, sondern nur wartet – geduldig, still, ohne jeden Zweifel daran, dass das Frühjahr kommt. ------------------------ ---------------------------------------------- 5 ------------------------ :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki nem döntötte el, hogy meglátogatja a templomot – csupán nem döntött ellene, ami, ahogy a vonatúton észrevette, talán ugyanaz volt. - Yuki hatte sich nicht entschieden, den Tempel zu besuchen – sie hatte sich lediglich nicht dagegen entschieden, was, wie sie auf der Zugfahrt bemerkte, möglicherweise dasselbe war. :2. Három év olyan időtartam, amely elég rövid ahhoz, hogy az ember még ismerjen egy helyet, és elég hosszú ahhoz, hogy az a hely már ne várjon rá. - Drei Jahre sind eine Zeitspanne, die kurz genug ist, um einen Ort noch zu kennen, und lang genug, damit er aufgehört hat, auf einen zu warten. :3. Az állomásnak, ahol leszállt, már nem volt neve a táblán, vagy a név kifakult – nem nézte meg, mert úgyis még tudta. - Die Station, an der sie ausstieg, hatte keinen Namen mehr auf dem Schild, oder der Name war verblasst – sie hatte nicht nachgeschaut, weil sie ihn ohnehin noch wusste. :4. Az ősz ezen a reggelen azzal a különös visszafogottsággal rendezkedett be, amely a legszebb napjait jellemzi: sok fény, kevés meleg, semmi ígéret. - Der Herbst hatte sich an diesem Morgen mit jener eigentümlichen Zurückhaltung eingerichtet, die seine schönsten Tage kennzeichnet: viel Licht, wenig Wärme, keine Versprechen. :5. A templomhoz vezető út egy sikátoron vitt keresztül, ahol a falak kétoldalt olyan közel voltak egymáshoz, hogy azt hihette volna az ember, maga az út akarja lelassítani a továbbhaladást. - Der Weg zum Tempel führte durch eine Gasse, in der die Mauern auf beiden Seiten so nah waren, dass man hätte meinen können, der Weg selbst wollte das Weitergehen verlangsamen. :6. A kövön lévő moha éjjel ivott, és most olyan jóllakottság áradt belőle, amely csendes, szükségtelen teljességében szinte obszcénnek hatott. - Das Moos auf dem Stein hatte in der Nacht getrunken und war nun von einer Sattheit, die fast obszön wirkte in ihrer stillen, bedürfnislosen Vollständigkeit. :7. Yuki ezt az utat már nem az értelmével ismerte, hanem a testével – a tudás egy olyan fajtájával, amely megbízhatóbb, és nem törődik azzal, hogy az ember elő akarja-e hívni vagy sem. - Yuki kannte diesen Weg nicht mehr mit dem Verstand, sondern mit dem Körper – eine Art von Wissen, das zuverlässiger ist und sich nicht darum schert, ob man es abrufen will oder nicht. :8. A kapu előtt megállt, annak ösztönösségével, aki egy idegen házban egy csukott ajtó előtt áll, és egy pillanatig hallgatózik, mielőtt kopogna. - Vor dem Tor hielt sie inne mit der Instinktivität von jemandem, der in einem fremden Haus vor einer geschlossenen Tür steht und einen Moment lauscht, bevor er anklopft. :9. A kapu fája a korhadáson túl olyan méltóságot ért el, amelyet az új anyagok nem ismernek – azoknak a dolgoknak a méltóságát, amelyek nem próbáltak fiatalok maradni. - Das Holz des Tores hatte jenseits der Verwitterung eine Würde erreicht, die neue Materialien nicht kennen – die Würde des Dinge, die nicht versucht haben, jung zu bleiben. :10. Levette a cipőjét, nem kötelességtudatból, hanem mert ez a cselekedet olyan módon készítette fel, amelyet nem tudott volna elmagyarázni anélkül, hogy hamisat mondana. - Sie zog die Schuhe aus, nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil der Akt sie auf eine Art vorbereitete, die sie nicht hätte erklären können, ohne das Falsche zu sagen. :11. A mohával benőtt kövek hidege azonnal és mentegetőzés nélkül hatolt át az anyagon, és Yuki hagyta, hogy tegye, mert némely érzékelésnek joga van rá, hogy ráerőltesse magát az emberre. - Die Kälte der moosbewachsenen Steine drang sofort und ohne Entschuldigung durch den Stoff, und Yuki ließ sie gewähren, weil manche Wahrnehmungen das Recht haben, sich aufzudrängen. :12. A kert olyan állapotban feküdt előtte, amelyet hanyatlásnak lehetett volna nevezni, ha a szó nem sugallna valami akaratlant, ami itt nem volt igaz. - Der Garten lag vor ihr in einem Zustand, den man Verfall hätte nennen können, wenn das Wort nicht etwas Unfreiwilliges implizierte, das hier nicht zutraf. :13. Inkább arról volt szó, hogy felhagyott egy bizonyos szándék követésével, és most olyan formát vett fel, amely a saját logikáját követte, nem az emberi rendképzetet. - Vielmehr hatte er aufgehört, eine bestimmte Absicht zu verfolgen, und nahm nun eine Form an, die seiner eigenen Logik folgte, nicht der menschlichen Vorstellung von Ordnung. :14. A bokrok elengedték körvonalaikat a bizonytalanba, a fű magasan állt a kőlapok hézagai között, és a levegő a rothadás és a növekedés lassú, termékeny munkájának szagát hordozta. - Die Büsche hatten ihre Konturen in das Ungefähre entlassen, das Gras stand hoch zwischen den Fugen der Steinplatten, und die Luft roch nach dem langsamen, produktiven Arbeiten von Fäulnis und Wachstum. :15. Yuki annyiban követte az ösvényt, amennyiben az még ösvény volt, és hagyta, hogy vezesse, azzal a készséggel, amely azokhoz a dolgokhoz kell, amelyeket már nem irányítani, hanem csak kísérni lehet. - Yuki folgte dem Pfad in dem Maße, in dem er noch Pfad war, und ließ sich von ihm führen mit der Bereitschaft, die man für Dinge braucht, die man nicht mehr steuern, sondern nur noch begleiten kann. :16. A tó a végén úgy feküdt ott, mint egy kérdés, amelyre csak akkor lehet válaszolni, ha az ember már felhagyott azzal, hogy választ várjon. - Der Teich lag am Ende wie eine Frage, auf die man nur dann antworten kann, wenn man aufgehört hat, eine Antwort zu erwarten. :17. A víz színe a mélyzöld és a teljes fekete között mozgott, és a fény beesésétől meg a nézőponttól függően döntötte el, melyik akar lenni a kettő közül – vagy lehet-e mindkettő egyszerre. - Das Wasser hatte eine Farbe, die sich zwischen tiefem Grün und absolutem Schwarz bewegte und je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel entschied, welche von beiden sie sein wollte – oder ob sie beide sein konnte. :18. Yuki olyan pontossággal emlékezett a koi-pontyokra, amellyel az ember azokra a dolgokra emlékszik, amelyek egyszer megnyitották a szívét, anélkül hogy észrevette volna. - Yuki erinnerte sich an die Koi-Karpfen mit der Genauigkeit, mit der man sich an Dinge erinnert, die einem einmal das Herz geöffnet haben, ohne dass man es bemerkt hat. :19. Széles, lassú ívekben siklottak át a felszín alatt, mint mondatok, amelyeket az ember gondol, anélkül hogy végiggondolná őket – mozgásukban teljesek, önmagukban lezártak. - Sie hatten in weiten, langsamen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten wie Sätze, die man denkt, ohne sie zu Ende zu denken – vollständig in ihrer Bewegung, abgeschlossen in sich selbst. :20. Most egyetlen levél sodródott a vízen, a feloldódás előrehaladott állapotában, és töredékességében valamit tükrözött vissza, aminek Yuki nem akart nevet adni, mert a megnevezés néha elűz. - Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf dem Wasser, in einem fortgeschrittenen Stadium des Aufgelöstwerdens, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas wider, dem Yuki keinen Namen geben wollte, weil Benennen manchmal vertreibt. :21. Leereszkedett a partra annak a mozdulatával, aki nem leülni akar, hanem maradni – finom, de döntő különbség a testtartásban. - Sie ließ sich ans Ufer nieder mit der Geste von jemandem, der nicht sichtsitzen will, sondern bleiben – ein feiner, aber entscheidender Unterschied in der Körperhaltung. :22. A víz alig mozdult, és az a kevés mozgás, ami volt benne, belülről jött, a felszín alól, olyan forrásokból, amelyeket nem lehetett látni. - Das Wasser bewegte sich kaum, und die wenigen Bewegungen, die es gab, kamen von innen, von unter der Oberfläche, von Quellen, die man nicht sah. :23. Mögötte – egy olyan zaj jelezte, amely alig volt több, mint egy régi súly újraelhelyezkedése régi fán – egy férfi ült a zelkova-fa alatti ferde padon. - Hinter ihr – durch ein Geräusch angekündigt, das kaum mehr war als die Neupositionierung eines alten Gewichts auf altem Holz – saß ein Mann auf der schiefen Bank unter dem Zelkova-Baum. :24. Nao évtizedek óta gondozta a kertet, azzal a kitartó, igénytelen hűséggel, amely nem keres elismerést, mert nem tudja, hogy az elismerés olyasmi volna, amit keresni lehetne. - Nao hatte den Garten gepflegt, seit Jahrzehnten, mit jener beharrlichen, anspruchslosen Treue, die keine Anerkennung sucht, weil sie nicht weiß, dass Anerkennung etwas wäre, das man suchen könnte. :25. Yuki felé nézett olyan tekintettel, amelyben nem zajlottak le a szokásos tranzakciók – sem felmérés, sem besorolás, sem egy reakció előkészítése arra az esetre, ha azt várnák. - Er sah Yuki an mit einem Blick, in dem keine der üblichen Transaktionen stattfanden – kein Taxieren, kein Einordnen, kein Bereitstellen einer Reaktion für den Fall, dass eine erwartet wurde. :26. A rövid biccentés, amellyel tudomásul vette jelenlétét, azoknak a dolgoknak a pontosságával bírt, amelyek csak azt mondják, amit jelentenek, és semmi többet. - Das knappe Nicken, mit dem er ihre Anwesenheit bestätigte, hatte die Präzision von Dingen, die nur das sagen, was gemeint ist, und nichts dazu. :27. Yuki felállt, odament a padhoz, és mellé ült olyan távolságban, amely nem igényelt megállapodást, mert magától adódott. - Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich neben ihn in einem Abstand, der keiner Vereinbarung bedurft hatte, weil er sich von selbst ergab. :28. Egy szitakötő jelent meg a víz fölött azzal a hirtelenséggel, amely csak azoknak a dolgoknak sajátja, amelyek mindig is ott voltak, és csak most veszik észre őket. - Eine Libelle erschien über dem Wasser mit jener Plötzlichkeit, die nur Dinge haben, die sich schon immer dort befunden haben und nur jetzt bemerkt werden. :29. Leszállt egy kiszáradt tavirózsaszárra, amelynek épsége a tél alatt paradoxnak hatott, és olyan mozdulatlanul maradt, hogy a mozgás egy pillanatra kivételnek tűnt. - Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft, dessen Unversehrtheit unter dem Winter paradox wirkte, und blieb so reglos, dass Bewegung für einen Moment als Ausnahme erschien. :30. Nao hüvelykujjával végigsimított a pad támláján, ugyanazon a pályán, ugyanabba az irányba, egy olyan mozdulat egyenletességével, amely már nem utal célra, hanem maga lett a cél. - Nao fuhr mit dem Daumen über die Lehne der Bank, dieselbe Bahn, dieselbe Richtung, mit der Gleichmäßigkeit einer Geste, die aufgehört hat, auf einen Zweck hinzuweisen, und nun Zweck ist. :31. Yuki a kezét nézte – a bőr a bütykök fölött feszes és foltos volt, a mozdulat egyenletes –, és arra gondolt, hogy némely ember a testével imádkozik, anélkül hogy tudná, és anélkül hogy ettől kevésbé volna igaz. - Yuki betrachtete seine Hand – die Haut über den Knöcheln gespannt und fleckig, die Bewegung stetig – und dachte, dass manche Menschen mit dem Körper beten, ohne es zu wissen und ohne dass es dadurch weniger wahr würde. :32. A nagyanyjára gondolt, nem képként, hanem valamiféle gravitációként, amely még hatott, noha a forrása már nem volt ott. - Sie dachte an ihre Großmutter, nicht als Bild, sondern als eine Art von Schwerkraft, die noch wirkte, obwohl ihre Quelle nicht mehr da war. :33. A nagyanyja nem magyarázott, hanem megmutatott – és amit megmutatott, az az itteni volt: ez a kert, ez a tó, ez a mód, ahogy az ember úgy ül egy helyen, mintha az elég volna. - Ihre Großmutter hatte nicht erklärt, sie hatte gezeigt – und das Gezeigte war das Hiesige: dieser Garten, dieser Teich, diese Art, in einem Ort zu sitzen, als ob er ausreichte. :34. A felismerésben, hogy csak most értette meg, mit mutattak meg akkor, benne volt minden túl későn érkező felismerés keserű hangja – de annak különös vigasztaló ereje is, ami mindennek ellenére megérkezett. - Die Erkenntnis, dass sie erst jetzt verstand, was damals gezeigt worden war, hatte die bittere Note aller Erkenntnisse, die zu spät kommen – aber auch die eigenartige Tröstlichkeit von etwas, das trotz allem angekommen ist. :35. Az eső úgy kezdődött, ahogy a dolgok kezdődnek, amikor senki sem figyeli őket, és nincs szükség dramaturgiára: észrevétlenül, aztán tagadhatatlanul. - Der Regen begann, wie Dinge beginnen, wenn niemand zuschaut und keine Dramaturgie verlangt wird: unmerklich, dann unbestreitbar. :36. Az első cseppek eltűntek a mohában, amely már telített volt, és nem hagytak nyomot, csak még mélyebb csendet. - Die ersten Tropfen verschwanden in dem Moos, das schon gesättigt war, und hinterließen keine Spur außer einer noch tieferen Stille. :37. Aztán több csepp jött, majd az az egyenletes, teljes hang, amelyet az ember vagy korlátozásként, vagy felszabadulásként érzékelhet, attól függően, éppen hol áll. - Dann mehr Tropfen, dann das gleichmäßige, vollständige Geräusch, das man entweder als Einschränkung oder als Befreiung wahrnehmen kann, je nachdem, wo man gerade steht. :38. Nao felemelkedett, és ebben a mozdulatban olvasható volt egy test egész története, amely kompromisszumokat kötött, és megtanulta, hogy ezeket ne vereségként értelmezze. - Nao erhob sich, und in dieser Bewegung war die ganze Geschichte eines Körpers lesbar, der Kompromisse eingegangen ist und gelernt hat, sie nicht als Niederlagen zu interpretieren. :39. Bementek a teaház teteje alá, anélkül hogy megbeszélték volna, mert azok a dolgok, amelyek maguktól adódnak, nem tűrik a megbeszélést. - Sie gingen unter das Dach des Teehauses, ohne es zu besprechen, weil Dinge, die sich von selbst ergeben, keine Besprechung vertragen. :40. A sötét cserepekből álló tető elnyelte az esőt, és ritmusként adta vissza, és ennek a ritmusnak megvolt némely zene tulajdonsága: nem követte a gondolatokat, hanem előttük járt. - Das Dach aus dunklen Ziegeln schluckte den Regen und gab ihn als Rhythmus zurück, und dieser Rhythmus hatte die Eigenschaft mancher Musik, den Gedanken nicht zu folgen, sondern ihnen voranzugehen. :41. Yuki a fedett rész szélén állt, ott, ahol az eső még elérhető volt, és a bambuszcsorgót nézte, amely évek óta megjegyzés nélkül teljesítette feladatát. - Yuki stand am Rand des Überdachten, dort, wo der Regen noch zu greifen war, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe seit Jahren ohne Kommentar erfüllte. :42. A víz a mohával borított kőre hullott, elszivárgott, valamikor máshol újra megjelent – egy körforgás, amely annyira teljes volt önmagában, hogy nem volt szüksége külső nézőpontra ahhoz, hogy működjön. - Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein, versickerte, erschien irgendwann anderswo wieder – ein Kreislauf, der so vollständig in sich war, dass er keine Außenperspektive brauchte, um zu funktionieren. :43. Nao lehunyta a szemét, hátát a fafalnak támasztotta, karját a teste előtt keresztezte annak az embernek az ellazultságával, akinek az eső semmi váratlant nem közöl. - Nao hatte die Augen geschlossen und lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand, die Arme vor dem Körper gekreuzt mit der Entspanntheit von jemandem, dem der Regen nichts Unerwartetes mitteilt. :44. Yuki azon tűnődött, vajon az öregség néha abból áll-e, hogy az ember felhagy azzal, hogy szembeszegüljön azzal, ami úgyis jön – és hogy ez beletörődés-e, vagy valami pontosabb, amire nincs jó szó. - Yuki fragte sich, ob Alter manchmal darin bestand, aufgehört zu haben, sich gegen das zu stellen, was ohnehin kommt – und ob das Resignation war oder etwas Genaueres, für das es kein gutes Wort gab. :45. A könyvesboltjára gondolt, a könyvekre, amelyek nap mint nap átmentek a kezén, az emberekre, akik címek után kérdeztek, anélkül hogy meg tudták volna mondani, valójában mit keresnek. - Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Bücher, die täglich ihre Hände passierten, an die Menschen, die nach Titeln fragten, ohne sagen zu können, wonach sie eigentlich suchten. :46. Itt a keresett dolog nem címekben volt és nem kategóriákban – hanem abban, ahogy a víz átitatta a mohát, hangtalanul és teljesen, és anélkül a vágy nélkül, hogy lássák. - Hier war das Gesuchte nicht in Titeln und nicht in Kategorien – es war in der Art, wie das Wasser das Moos durchtränkte, lautlos und vollständig und ohne den Wunsch, gesehen zu werden. :47. A szemközti kőfal hordozta a rajta lecsorgó vizet, anélkül hogy az megérintette volna, mert a dolgok, ha elég régiek, megtanulták, mit engednek át magukon és mit nem. - Die Steinmauer gegenüber trug das Wasser, das an ihr herabrann, ohne sich davon affizieren zu lassen, weil Dinge, die alt genug sind, gelernt haben, was sie durchlässt und was nicht. :48. Yuki észrevette, hogy a fájdalom, amelyet ebben a kertben várt megtalálni, nem maradt el, hanem más formát vett fel – nem hevenyet, hanem idültet, amely együtt jár a vérkeringéssel, és annyira magától értetődővé válik, hogy az ember már nem tesz különbséget közte és önmaga között. - Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte in diesem Garten zu finden, nicht ausgeblieben war, sondern eine andere Form angenommen hatte – keine akute, sondern eine chronische, die mit dem Blutkreislauf mitgeht und so selbstverständlich wird, dass man aufhört, zwischen ihr und sich selbst zu unterscheiden. :49. Némely búcsú, gondolta, nem egyetlen pillanatban megy végbe, hanem éveken át, kis, megfigyeletlen adagokban, míg az ember egy napon megállapítja, hogy már lezárt valamit, anélkül hogy a lezárást valaha aktívan végrehajtotta volna. - Manche Abschiede, dachte sie, vollziehen sich nicht in einem Moment, sondern über Jahre, in kleinen, unbeobachteten Dosen, bis man eines Tages feststellt, dass man bereits abgeschlossen hat, ohne den Abschluss je aktiv vollzogen zu haben. :50. Az eső elállt, és a csend, amely utána beállt, más sűrűségű volt, mint az előtte lévő csend – összenyomta az, amit magába fogadott, és ezáltal nehezebb és tartósabb lett. - Der Regen hörte auf, und die Stille, die danach eintrat, hatte eine andere Dichte als die Stille davor – komprimiert durch das, was sie aufgenommen hatte, und dadurch schwerer und haltbarer. :51. A fény, amely áttört a felszakadozó felhőtakarón, ferdén hullott be, az ősz sajátos intenzitásával, amely nem pazarol energiát, mert tudja, hogy a napok már rövidülnek. - Das Licht, das durch die aufbrechende Wolkendecke drang, fiel schräg und mit der eigentümlichen Intensität des Herbstes, der keine Energie verschwendet, weil er weiß, dass die Tage bereits kürzer werden. :52. A kőfalon lévő moha olyan zöldben ragyogott, amely annyira mély volt, hogy kevésbé színnek tűnt, mint inkább maguknak a dolgoknak egy tulajdonságának – mintha a zöld nem a mohán feküdne, hanem belőle jönne elő. - Das Moos auf der Steinmauer leuchtete in einem Grün, das so tief war, dass es weniger wie eine Farbe wirkte als wie eine Eigenschaft der Dinge selbst – als ob das Grün nicht auf dem Moos lag, sondern aus ihm heraus kam. :53. Yuki Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és olyan ember tekintetével nézett rá, aki nem támaszt elvárásokat a pillanattal szemben, és ezért teljesen benne tud lakni. - Yuki wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ansah mit dem Blick eines Menschen, der keine Erwartungen an den Moment stellt und ihn deshalb vollständig bewohnen kann. :54. Meghajolt – egy mozdulat, amely rövidségében többet fogott össze, mint bármely megfogalmazás képes lett volna, mert nem állítást tett, hanem tartást vett fel. - Sie verbeugte sich – eine Geste, die in ihrer Knappheit mehr fasste als jede Formulierung es hätte tun können, weil sie keine Aussage machte, sondern eine Haltung einnahm. :55. Nao nem viszonozta semmivel, hagyott létrejönni egy szünetet, amely nem üres volt, hanem annak az embernek a magától értetődőségével telt meg, aki soha nem tanulta meg szavakkal védeni a csendet. - Nao erwiderte nichts, ließ eine Pause entstehen, die nicht leer war, sondern gefüllt mit der Selbstverständlichkeit von jemandem, der nie gelernt hat, Stille mit Worten zu verteidigen. :56. Aztán azt mondta: „A pontyok nem tűntek el", és a mondatban ott volt valami nyugalma, amit nem kell bizonyítani, mert igaz, és ezt tudja. - Dann sagte er: „Die Karpfen sind nicht fort", und der Satz hatte die Ruhe von etwas, das nicht bewiesen werden muss, weil es wahr ist, und das weiß. :57. Tovább beszélt, anélkül hogy felemelte volna a hangját: „Az iszapban fekszenek a fenéken, a sötétben, és várják a meleget, amely eljön, mert mindig eljött, és mert a víz emlékszik, még akkor is, ha mi elfelejtjük." - Er sprach weiter, ohne die Stimme zu heben: „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund, im Dunkeln, und warten auf eine Wärme, die kommt, weil sie immer kam und weil das Wasser sich erinnert, auch wenn wir es vergessen." :58. Yuki hallotta a mondatot, és arra gondolt, hogy talán a halakról beszél, talán a nagyanyjáról, talán róla magáról – és hogy ez az eldönthetetlenség nem elmosódottság volt, hanem pontosság. - Yuki hörte den Satz und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, vielleicht von ihrer Großmutter, vielleicht von ihr selbst – und dass diese Unentscheidbarkeit nicht Unschärfe war, sondern Präzision. :59. Felvette a táskáját, és elindult, mert az indulásoknak, ha helyesek, nincs szükségük előkészületre, és nem hagynak maguk után magyarázatot. - Sie nahm ihre Tasche und ging, weil Aufbrüche, wenn sie stimmen, keiner Vorbereitung bedürfen und keine Erklärung hinterlassen. :60. A kapuhoz visszavezető út ugyanaz az út volt, mint az odafelé vezető, de megváltozott benne valaminek a minősége, amit nem lehet leírni anélkül, hogy az ember leírná, mit hordozott magában. - Der Weg zurück zum Tor war derselbe Weg wie der Hinweg, aber er hatte die Qualität von etwas gewechselt, das man nicht beschreiben kann, ohne zu beschreiben, was man selbst getragen hat. :61. A kapunál olyan mozdulatokkal vette fel a cipőjét, amelyek gondosak voltak, anélkül hogy ezt szándékosan tette volna, és egy pillanatra megállt, nem azért, hogy visszanézzen, hanem hogy regisztrálja az átmenetet. - Am Tor zog sie die Schuhe an mit Bewegungen, die sorgfältig waren, ohne dass sie es beabsichtigt hatte, und blieb einen Moment stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu registrieren. :62. Mögötte a kert tovább létezett, a saját idejében, a saját logikája szerint, teljesen nélküle – és ez nem elhagyatottság volt, hanem valamiféle szabadság, amely mindkettejüké volt. - Hinter ihr bestand der Garten weiter, in seiner eigenen Zeit, nach seiner eigenen Logik, vollständig ohne sie – und das war nicht Verlassenheit, sondern eine Art von Freiheit, die beiden gehörte. :63. Yuki ment tovább, és az állomáshoz vezető út rövidebb volt, mint odafelé, mert ezúttal nem hordozott magában ellenállást, amely ellen a lépéseinek küzdeniük kellett volna. - Yuki ging, und der Weg zur Station war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal keinen Widerstand in sich trug, gegen den die Schritte ankämpfen mussten. :64. A vonaton homlokát az ablaküvegnek támasztotta, amelynek hidege pontosan megfelelt a reggeli kövek hidegének, és nézte a mezőket, amelyek a lapos októberi fényben elvonultak mellette. - Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das Fensterglas, dessen Kälte genau jener der Steine am Morgen entsprach, und schaute auf die Felder, die im flachen Oktoberlicht an ihr vorüberzogen. :65. Nem gondolkodott, hanem hagyta, hogy gondolkodjon benne valami – egy mód, amelyet a legtöbb ember csak akkor tanul meg, amikor elég régóta felhagyott azzal, hogy kikényszerítse. - Sie dachte nicht nach, sie ließ denken – ein Modus, den die meisten Menschen erst lernen, wenn sie lange genug aufgehört haben, ihn zu erzwingen. :66. Az üresség ott volt, ahogy tudta, hogy ott lesz, de nem lyuk formáját öltötte, hanem medencéét – valamiét, ami tartani tud, ha az ember felhagy azzal, hogy megtöltse. - Die Leere war da, wie sie gewusst hatte, dass sie da sein würde, aber sie hatte nicht die Form eines Lochs, sondern die Form eines Beckens – etwas, das halten kann, wenn man aufhört, es zu füllen. :67. Alatta, a sötétben, az iszapban, a várakozásban – az, ami nem hal meg, hanem alakot vált, és vár egy tavaszra, amely eljön, mert a víz megjegyezte magának, még akkor is, ha az ember elfelejtette. - Darunter, im Dunkeln, im Schlamm, im Warten – das, was nicht stirbt, sondern die Form wechselt und auf einen Frühling wartet, der kommt, weil das Wasser es sich gemerkt hat, auch wenn man es vergessen hat. -------------------- == 82 == 1 -------------------- :A csendes lakás - Die stille Wohnung. :1. Hana huszonkilenc éves. - Hana ist 29 Jahre alt. :2. Egy olyan boltban dolgozik, amely egész éjjel nyitva van. - Sie arbeitet in einem Laden, der die ganze Nacht offen ist. :3. A bolt Tokióban van. - Der Laden ist in Tokio. :4. Hana későn ér haza. - Hana kommt spät nach Hause. :5. Már majdnem este tizenegy óra van. - Es ist fast elf Uhr nachts. :6. A lakás kicsi. - Die Wohnung ist klein. :7. Csak egyetlen szobája van. - Sie hat nur ein Zimmer. :8. Hana kinyitja az ajtót. - Hana macht die Tür auf. :9. Csend van a lakásban. - Es ist still in der Wohnung. :10. Csak a hűtőszekrény ad ki valamilyen hangot. - Nur der Kühlschrank macht ein Geräusch. :11. Halkan zúg, mindig ugyanúgy. - Er summt leise, immer gleich. :12. Hana leveszi a cipőjét. - Hana zieht ihre Schuhe aus. :13. Rendesen egymás mellé teszi őket. - Sie stellt sie ordentlich nebeneinander. :14. Aztán még egy másik párt is melléjük tesz. - Dann stellt sie noch ein anderes Paar daneben. :15. Ezek a cipők feketék és kicsik. - Diese Schuhe sind schwarz und klein. :16. Nem az övéi. - Sie gehören nicht ihr. :17. Ryóéi. - Sie gehören Ryo. :18. De Ryo már nem lakik itt. - Aber Ryo wohnt nicht mehr hier. :19. Fél évvel ezelőtt elment. - Er ist vor einem halben Jahr gegangen. :20. Hana nem kapcsol villanyt. - Hana macht kein Licht an. :21. Nincs szüksége fényre. - Sie braucht kein Licht. :22. A hűtőszekrény egy kicsit világít. - Der Kühlschrank leuchtet ein bisschen. :23. A fény világosan fekszik a padlón. - Das Licht liegt hell auf dem Boden. :24. Hana bemegy a fürdőszobába. - Hana geht ins Bad. :25. Sötét van. - Es ist dunkel. :26. A kezével keresi a mosdókagylót. - Sie sucht mit der Hand nach dem Waschbecken. :27. Ott két fogkefe áll egy pohárban. - Dort stehen zwei Zahnbürsten in einem Becher. :28. Az egyik az övé. - Eine ist ihre. :29. A másik Ryo fogkeféje. - Die andere ist Ryos Zahnbürste. :30. Hana a kezébe veszi. - Hana nimmt sie in die Hand. :31. A sörték kemények és szárazak. - Die Borsten sind hart und trocken. :32. Hónapok óta senki sem használta. - Niemand hat sie seit Monaten benutzt. :33. Hana egy ideig tartja. - Hana hält sie eine Weile. :34. Aztán visszateszi a fogkefét. - Dann legt sie die Zahnbürste zurück. :35. Megmossa a fogát. - Sie putzt sich die Zähne. :36. Kiköpi, és megmossa az arcát. - Sie spuckt aus und wäscht sich das Gesicht. :37. A poharat nem állítja egyenesre. - Den Becher stellt sie nicht gerade. :38. Egy kicsit ferdén áll. - Er steht ein bisschen schief. :39. Hana visszamegy a szobába. - Hana geht zurück in das Zimmer. :40. Kinyitja a hűtőszekrényt. - Sie öffnet den Kühlschrank. :41. Nincs benne sok minden. - Es ist nicht viel darin. :42. Elöl egészen elöl egy fél citrom fekszik. - Eine halbe Zitrone liegt ganz vorne. :43. Fóliába van csomagolva. - Sie ist in Folie eingewickelt. :44. Mögötte két doboz sör áll. - Dahinter stehen zwei Dosen Bier. :45. Egy darab tofu vízben úszik. - Ein Stück Tofu schwimmt in Wasser. :46. Leghátul egy kis doboz fekszik. - Ganz hinten liegt eine kleine Schachtel. :47. Cseresznyék vannak benne. - Darin sind Kirschen. :48. A cseresznyék már puhák. - Die Kirschen sind schon weich. :49. Hana kivesz egy cseresznyét. - Hana nimmt eine Kirsche heraus. :50. Lassan megeszi. - Sie isst sie langsam. :51. A mag most a kezében fekszik. - Der Kern liegt jetzt in ihrer Hand. :52. Az ablakhoz megy. - Sie geht zum Fenster. :53. A magot az ablakpárkányra teszi. - Sie legt den Kern auf die Fensterbank. :54. Ott már több mag is fekszik. - Dort liegen schon mehr Kerne. :55. Hana nézi őket. - Hana schaut sie an. :56. Aztán az ágyhoz megy. - Dann geht sie zum Bett. :57. Lefekszik, de nem alszik el. - Sie legt sich hin, aber sie schläft nicht. :58. A hűtőszekrény zúgása ott van. - Das Summen des Kühlschranks ist da. :59. Aztán elhallgat. - Dann hört es auf. :60. Teljes csend van. - Es ist ganz still. :61. Hana vár. - Hana wartet. :62. A hűtőszekrény újra zúg. - Der Kühlschrank summt wieder. :63. Odakint elhalad egy vonat. - Draußen fährt ein Zug vorbei. :64. Messze van. - Er ist weit weg. :65. Halkan hangzik, majdnem olyan, mint egy lélegzetvétel. - Es klingt leise, fast wie ein Atemzug. :66. Hana semmi meghatározottra nem gondol. - Hana denkt an nichts Bestimmtes. :67. Nem gondol Ryóra. - Sie denkt nicht an Ryo. :68. Vagy talán mégis egy kicsit. - Oder vielleicht doch ein bisschen. :69. Nem tudja pontosan. - Sie weiß es nicht genau. :70. Nem tudja, miért van még ott a fogkefe. - Sie weiß nicht, warum die Zahnbürste noch da ist. :71. Nem tudja, miért őrzi meg a cseresznyemagokat. - Sie weiß nicht, warum sie die Kirschkerne aufhebt. :72. De mégis megteszi, minden éjjel. - Aber sie tut es trotzdem, jede Nacht. :73. A hűtőszekrény tovább zúg. - Der Kühlschrank summt weiter. :74. Hana becsukja a szemét. - Hana macht die Augen zu. ----------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Nyugodt lakás - Eine ruhige Wohnung :1. Hana huszonkilenc éves, és egy kombiniben dolgozik, egy kis boltban, amely soha nem zár be. - Hana ist neunundzwanzig Jahre alt und arbeitet in einem Kombini, einem kleinen Laden, der nie schließt. :2. A bolt Tokióban van, egy csendes városrész közepén, amely éjszaka szinte üres. - Der Laden liegt in Tokio, mitten in einem ruhigen Viertel, das nachts fast leer ist. :3. Hana minden este hazamegy a késői műszak után, és többnyire már tizenegy után jár az idő. - Jeden Abend geht Hana nach der Spätschicht nach Hause, und meistens ist es schon nach elf. :4. A lakás nagyon kicsi, de Hana minden zugát ismeri, még sötétben is. - Die Wohnung ist sehr klein, aber Hana kennt jeden Winkel davon, auch im Dunkeln. :5. Kinyitja az ajtót, és azonnal meghallja a hűtőszekrény ismerős zúgását. - Sie macht die Tür auf und hört sofort das vertraute Summen des Kühlschranks. :6. A zúgás egyenletes és nyugodt, mint mindig, mint minden este. - Das Summen ist gleichmäßig und ruhig, wie immer, wie jeden Abend. :7. Hana rendesen egymás mellé teszi a cipőit, aztán melléjük tesz egy második párat. - Hana stellt ihre Schuhe ordentlich nebeneinander, dann stellt sie ein zweites Paar daneben. :8. A fekete sportcipő túl kicsi neki, de mégis minden este odateszi. - Die schwarzen Sneakers sind zu klein für sie, aber sie stellt sie trotzdem jeden Abend dorthin. :9. Ryóhoz tartoznak, aki fél évvel ezelőtt elköltözött, és soha nem jött vissza. - Sie gehören Ryo, der vor einem halben Jahr ausgezogen ist und nie zurückgekommen ist. :10. Hana nem kapcsol villanyt, mert a hűtőszekrény fénye elég, amely az ajtórésen át kiszűrődik. - Hana macht kein Licht an, weil das Licht des Kühlschranks durch den Türspalt reicht. :11. Világos téglalapot vet a padlóra, és Hana röviden ránéz, mielőtt továbbmegy. - Es wirft ein helles Rechteck auf den Boden, und Hana schaut es kurz an, bevor sie weitergeht. :12. A fürdőszobában sötét van, de a keze azonnal megtalálja a poharat a mosdónál. - Im Bad ist es dunkel, aber ihre Hand findet den Becher am Waschbecken sofort. :13. Két fogkefe áll benne, egy piros és egy kék, egymás mellett, mint mindig. - Darin stehen zwei Zahnbürsten, eine rote und eine blaue, nebeneinander wie immer. :14. Hana elveszi a kék fogkefét, a kezében tartja, és érzi, hogy a sörtéi egészen kemények. - Hana nimmt die blaue Zahnbürste, hält sie in der Hand und spürt, dass die Borsten ganz hart sind. :15. Ryo hónapok óta nem használta, de Hana minden alkalommal újra visszateszi. - Ryo hat sie seit Monaten nicht benutzt, aber Hana stellt sie jedes Mal wieder zurück. :16. Fogat mos, hideg vízzel megmossa az arcát, és visszamegy a szobába. - Sie putzt sich die Zähne, wäscht das Gesicht mit kaltem Wasser und geht zurück ins Zimmer. :17. Aztán leül a földre a nyitott hűtőszekrény elé, és benéz. - Dann setzt sie sich auf den Boden vor den offenen Kühlschrank und schaut hinein. :18. Elöl egy fél citrom fekszik, gondosan átlátszó fóliába csomagolva, bár Hanának már régóta nincs rá szüksége. - Eine halbe Zitrone liegt vorne, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana sie schon lange nicht mehr braucht. :19. Mögötte két doboz sör áll, hidegen és érintetlenül, mert Hana valójában nem akarja meginni őket. - Dahinter stehen zwei Dosen Bier, kalt und unberührt, weil Hana sie nicht wirklich trinken will. :20. Egy darab tofu úszik egy kis vízzel teli edényben, és egészen hátul egy doboz cseresznye fekszik. - Ein Stück Tofu schwimmt in einem kleinen Behälter mit Wasser, und ganz hinten liegt eine Schachtel mit Kirschen. :21. A cseresznyék megpuhultak, de még nem rosszak, ezért Hana kivesz egyet. - Die Kirschen sind weich geworden, aber noch nicht schlecht, also nimmt Hana eine heraus. :22. Lassan megeszi, rág, nyel, és a mag aztán a nyitott tenyerében fekszik. - Sie isst sie langsam, kaut, schluckt, und der Kern liegt dann in ihrer offenen Handfläche. :23. Hana feláll, odamegy az ablakhoz, és a magot az ablakpárkányra teszi. - Hana steht auf, geht zum Fenster und legt den Kern auf die Fensterbank. :24. Ott már hét vagy nyolc mag fekszik egy kis sorban, mind korábbi éjszakákról. - Dort liegen schon sieben oder acht Kerne in einer kleinen Reihe, alle von früheren Nächten. :25. Röviden rájuk néz, aztán csukva hagyja az ablakot, és az ágyhoz megy. - Sie schaut sie kurz an, dann lässt sie das Fenster geschlossen und geht zum Bett. :26. Hana lefekszik, és a mennyezetet bámulja, miközben a hűtőszekrény zúgása betölti a lakást. - Hana legt sich hin und starrt an die Decke, während das Summen des Kühlschranks durch die Wohnung trägt. :27. Néha a zúgás rövid időre elhallgat, mert a termosztát kikapcsol, és akkor néhány másodpercig teljes csend van. - Manchmal hört das Summen kurz auf, weil der Thermostat abschaltet, und dann ist es für ein paar Sekunden ganz still. :28. Ebben a csendben Hana többnyire semmire sem gondol, vagy arra gondol, hogy nem gondol semmire, ami talán ugyanaz. - In dieser Stille denkt Hana meistens nichts, oder sie denkt, dass sie nichts denkt, was vielleicht dasselbe ist. :29. Aztán a hűtőszekrény újra bekapcsol, és a zúgás visszatér, Hana pedig lassan kifújja a levegőt. - Dann schaltet der Kühlschrank wieder an, und das Summen kommt zurück, und Hana atmet langsam aus. :30. Odakint elhalad egy éjszakai vonat, messze, alig hallhatóan, majdnem úgy, mint egy álomból származó zaj. - Draußen fährt ein Nachtzug vorbei, weit weg, kaum zu hören, fast wie ein Geräusch aus einem Traum. :31. Hana nem tudja pontosan, miért áll még mindig a fogkefe a pohárban, és igazából nem is kérdezi ezt magától. - Hana weiß nicht genau, warum die Zahnbürste noch im Becher steht, und sie fragt sich das auch nicht wirklich. :32. Csak azt tudja, hogy minden este a kezébe veszi, és minden este visszateszi. - Sie weiß nur, dass sie sie jeden Abend in die Hand nimmt und jeden Abend zurückstellt. :33. Ez az ő módja arra, hogy mérje az időt, nem naptárral vagy órával, hanem apró, csendes mozdulatokkal. - Das ist ihre Art, die Zeit zu messen, nicht mit Kalender oder Uhr, sondern mit kleinen, stillen Gesten. :34. A hűtőszekrény tovább zúg, egyenletesen és türelmesen, és Hana valamikor behunyja a szemét. - Der Kühlschrank summt weiter, gleichmäßig und geduldig, und irgendwann macht Hana die Augen zu. ------------------------------ ---------------------------------------------- 3 ------------------------------ :A halk zúgás - Das leise Summen :1. Hana nem sokkal fél tizenkettő után ér haza, és miközben kinyitja a lakás ajtaját, már hallja is azt a halk, egyenletes zúgást, amely minden este várja. - Hana kommt kurz nach halb zwölf nach Hause, und während sie die Wohnungstür aufschließt, hört sie schon das leise, gleichmäßige Summen, das sie jeden Abend erwartet. :2. A hűtőszekrény évek óta megszakítás nélkül jár, még akkor is, ha a lakásban egyébként semmi sem működik úgy, ahogyan kellene. - Der Kühlschrank läuft seit Jahren ohne Unterbrechung, auch wenn sonst nichts in der Wohnung funktioniert wie es soll. :3. Leveszi a cipőjét, pontosan a fal mellé állítja, és mellé teszi, mint minden este, Ryo fekete sportcipőjét, mintha mindjárt hazajönne. - Sie zieht ihre Schuhe aus, stellt sie akkurat an die Wand, und daneben stellt sie, wie jeden Abend, Ryos schwarze Sneakers, als würde er gleich nach Hause kommen. :4. Nem jön. - Er kommt nicht. :5. Ezt tudja, de a cipők mégis ott állnak, mert rossznak érezné elrakni őket, mintha ezzel véglegessé tenne valamit, ami még nincs egészen befejezve. - Das weiß sie, aber die Schuhe stehen trotzdem dort, weil es sich falsch anfühlt, sie wegzuräumen, als würde sie damit etwas endgültig machen, was noch nicht ganz fertig ist. :6. A lakás sötét, de Hana nem kapcsol villanyt, mert a hűtőszekrény matt fénye az ajtórésen át elég ahhoz, hogy tájékozódjon. - Die Wohnung ist dunkel, aber Hana macht kein Licht an, weil das matte Leuchten des Kühlschranks durch den Türspalt ausreicht, um sich zu orientieren. :7. Bemegy a fürdőszobába, kezével megtalálja a poharat a mosdókagylónál, és az ujja először a piros, aztán a kék fogkefét érinti meg, mint mindig, ebben a sorrendben. - Sie geht ins Bad, findet den Becher am Waschbecken mit der Hand, und ihr Finger berührt zuerst die rote, dann die blaue Zahnbürste, wie immer in dieser Reihenfolge. :8. A kék Ryóé, és a sörtéi olyan merevek, hogy azt lehetne hinni, új, pedig már majdnem hét hónapja annak, hogy valaki használta. - Die blaue gehört Ryo, und die Borsten sind so steif, dass man meinen könnte, sie wäre neu, dabei ist es fast sieben Monate her, seit jemand sie benutzt hat. :9. Hana néhány másodpercig a kezében tartja, különösebb ok nélkül, vagy talán mégis olyan okból, amelyet önmagának sem akar megmagyarázni. - Hana hält sie ein paar Sekunden in der Hand, ohne bestimmten Grund, oder vielleicht doch aus einem Grund, den sie sich selbst nicht erklären will. :10. Aztán visszateszi a kefét, fogat mos, kiköp, és a hideg víz, amikor leöblíti, egy kicsit felébreszti a hosszú este tompaságából. - Dann legt sie die Bürste zurück, putzt sich die Zähne, spuckt aus, und das kalte Wasser beim Abwaschen weckt sie ein wenig aus der Stumpfheit des langen Abends. :11. Visszatérve a szobába leereszkedik a földre a nyitott hűtőszekrény elé, nem azért, mert éhes volna, hanem mert ott meleg a fény, és a hűtőszekrény megbízhatóan zúg, ami ebben a lakásban nem magától értetődő. - Zurück im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht weil sie Hunger hätte, sondern weil das Licht dort warm ist und der Kühlschrank zuverlässig summt, was in dieser Wohnung keine Selbstverständlichkeit ist. :12. Odabent egy fél citrom fekszik, már napok óta, szorosan átlátszó fóliába csomagolva, mintha Hana egy olyan étkezéshez őrizné, amelyet soha nem főz meg. - Drinnen liegt eine halbe Zitrone, seit Tagen schon, fest in Klarsichtfolie gewickelt, als würde Hana sie aufheben für eine Mahlzeit, die sie nie kocht. :13. Két sörösdoboz áll a második polcon, hidegen és mozdulatlanul, és Hana néha utánuk nyúl, de többnyire visszateszi őket, mielőtt kinyitná a dobozt. - Zwei Bierdosen stehen im zweiten Fach, kalt und unbewegt, und Hana greift manchmal danach, stellt sie aber meistens wieder zurück, bevor sie die Dose öffnet. :14. Ma is. - Heute auch. :15. Leghátul, a tofutartó mögött, amelynek vize kissé zavarossá vált, ott fekszik a kis kartondoboz a cseresznyékkel, amelyeket Hana négy nappal ezelőtt vett, anélkül hogy pontosan tudta volna, miért, mert cseresznyét tulajdonképpen nem magának vesz az ember egyedül. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser leicht trüb geworden ist, liegt die kleine Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor vier Tagen gekauft hat, ohne genau zu wissen warum, denn Kirschen kauft man eigentlich nicht für sich allein. :16. Kivesz egyet, a nyelvére teszi, lassan ráharap, és a leve édes, egy enyhe savanykás csípéssel, amit Hana kellemesnek érez. - Sie nimmt eine, legt sie auf die Zunge, beißt langsam durch, und der Saft ist süß mit einem leichten Stich ins Saure, was Hana als angenehm empfindet. :17. A magot a tenyerébe teszi, odamegy az ablakhoz, és felrakja az ablakpárkányra a többihez, amelyek ott fekszenek egy páratlan sorban, mint elmúlt éjszakák apró tanúi. - Den Kern legt sie in die Handfläche, geht zum Fenster, und stellt ihn auf die Fensterbank zu den anderen, die dort in einer ungeraden Reihe liegen wie kleine Zeugen vergangener Nächte. :18. Nem számolja meg őket. - Sie zählt sie nicht. :19. Valamikor lefekszik az ágyba, az oldalára fordul, és hallgatja a zúgást, amely a vékony falakon át úgy terjed, mint egy hang, amelyből nem lesz dallam, de mégsem zavar. - Irgendwann geht sie ins Bett, legt sich auf die Seite und hört auf das Summen, das durch die dünnen Wände trägt wie ein Ton, der keine Melodie ergibt, aber trotzdem nicht stört. :20. A termosztát kikapcsol, a csend hirtelen teljessé válik, és Hana észreveszi, hogy várja az újbóli bekapcsolást, anélkül hogy akarná. - Das Thermostat schaltet ab, die Stille ist plötzlich vollständig, und Hana merkt, wie sie auf das Wiedereinschalten wartet, ohne es zu wollen. :21. A hűtőszekrény beindul. - Der Kühlschrank springt an. :22. Odakint elhalad egy vonat, olyan messze, hogy inkább sejteni lehet, mint hallani, tompa zúgás, amely gyorsan újra eltűnik, és a csendet még csendesebbé teszi. - Draußen zieht ein Zug vorbei, so weit entfernt, dass man ihn eher ahnt als hört, ein dumpfes Rauschen, das schnell wieder verschwindet und die Stille noch stiller macht. :23. Hana nem gondol Ryóra. - Hana denkt nicht an Ryo. :24. Legalábbis ezt mondja magának, miközben a mennyezetet nézi végig, amely a hűtőszekrény gyenge fényében alig látható. - Zumindest sagt sie sich das, während sie an der Decke entlangschaut, die im schwachen Licht des Kühlschranks kaum zu sehen ist. :25. A fogkefe, a cipők, a cseresznyék, a zúgás, a várakozás a zúgásra, mindez nem gyász, gondolja Hana, egyszerűen csak ilyenek most a napok. - Die Zahnbürste, die Schuhe, die Kirschen, das Summen, das Warten auf das Summen, das alles ist kein Trauern, denkt Hana, das ist einfach, wie die Tage jetzt aussehen. :26. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :27. Hana becsukja a szemét. - Hana macht die Augen zu. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :A hűtőszekrény zúgása - Das Summen des Kühlschranks :1. Kevéssel éjfél előtt van, amikor Hana kinyitja a lakás ajtaját, és még a lépcsőházban meghallja a hűtőszekrény egyenletes zúgását. - Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch im Treppenhaus das gleichmäßige Summen des Kühlschranks hört. :2. A hang úgy hatol át a vékony faajtón, mint egy szívverés, amely nem szűnt meg dobogni, bár a test, amelyhez tartozott, már rég nincs ott. - Das dringt durch die dünne Holztür wie ein Herzschlag, der nicht aufgehört hat zu schlagen, obwohl der Körper, dem er gehörte, längst fort ist. :3. Belép anélkül, hogy villanyt gyújtana, mert az ismerős sötétség kevesebbet követel tőle, mint a mennyezeti lámpa kemény fénye. - Sie tritt ein, ohne Licht zu machen, weil die vertraute Dunkelheit ihr weniger abverlangt als der harte Schein der Deckenlampe. :4. Abban a fényben a lakás mindig egy kicsit túl üresnek látszik. - Unter dem sieht die Wohnung immer ein wenig zu leer aus. :5. Leveszi a cipőjét, és a helyére teszi, aztán, szinte anélkül, hogy odanézne, Ryo fekete tornacipői után nyúl. - Die Schuhe zieht sie aus und stellt sie an ihren Platz, dann greift sie, fast ohne hinzusehen, nach Ryos schwarzen Sneakers. :6. Ezeket minden reggel félreteszi, és minden este újra visszaállítja, nem érzelgősségből, ahogy magának mondja, hanem mert különben a mellettük lévő rés túl feltűnő lenne. - Die räumt sie jeden Morgen zur Seite und stellt sie jeden Abend wieder hin, nicht aus Sentimentalität, wie sie sich sagt, sondern weil die Lücke daneben sonst zu auffällig wäre. :7. Ryo hat hónapja és tizenegy napja nincs itt, bár Hana úgy tesz, mintha nem számolná a napokat. - Ryo ist seit sechs Monaten und elf Tagen weg, obwohl Hana vorgibt, die Tage nicht zu zählen. :8. És mégis számolja őket, mert ebben az ügyben a számolás az egyetlen formája az ellenőrzésnek, amely megmaradt neki. - Und es doch tut, weil das Zählen die einzige Form von Kontrolle ist, die ihr in dieser Sache geblieben ist. :9. A hűtőszekrény tejszerű fényű négyszöget vet a linóleumpadlóra, amely kissé eltorzul ott, ahol a fólia az egyik saroknál felpúposodik. - Der Kühlschrank wirft ein milchiges Rechteck Licht auf den Linoleumboden, das sich leicht verzerrt, wo die Folie an einer Ecke hochsteht. :10. Hana tudatosan rálép, amikor elmegy mellette, mert a hang, amelyet ad, egy pillanatra azt az érzést kelti benne, hogy valamit megváltoztat. - Hana tritt bewusst darauf, wenn sie daran vorbeigeht, weil das Geräusch, das es macht, ihr für einen Moment das Gefühl gibt, etwas zu verändern. :11. A fürdőszobában kitapogatja az utat a mosdókagylóig, és fény nélkül is megtalálja a poharat. - Im Bad tastet sie sich zum Waschbecken vor und findet den Becher ohne Licht. :12. Mert a keze az elmúlt hónapokban saját emlékezetet fejlesztett ki, amely tőle függetlenül működik, és ezért néha ijesztően pontos. - Weil ihre Hand in den vergangenen Monaten eine eigene Erinnerung entwickelt hat, die unabhängig von ihr funktioniert und deshalb manchmal erschreckend präzise ist. :13. Ryo fogkeféje kék, és a sörtéi ugyanolyan merevek, mint azon a napon, amikor új volt. - Ryos Zahnbürste ist blau, und die Borsten sind so steif wie am Tag, an dem sie neu war. :14. Ez azt jelenti, hogy itt hagyta, nem elfelejtette, hanem hátrahagyta, ami különbség, még ha Hana nem is biztos benne, melyik volna a rosszabb. - Was bedeutet, dass er sie hier gelassen hat, nicht vergessen, sondern zurückgelassen, was ein Unterschied ist, auch wenn Hana sich nicht sicher ist, welcher der schlimmere wäre. :15. A fogkefét a kezében tartja, tovább, mint szükséges volna, érzi a sima műanyagot, amely semmilyen információt nem hordoz azon kívül, hogy ott van. - Sie hält die Zahnbürste in der Hand, länger als nötig, spürt das glatte Plastik, das keine Information trägt außer der, dass es da ist. :16. Aztán visszateszi, anélkül, hogy kiegyenesítené a poharat, mert egy egyenesen álló pohár azt jelentené, hogy az ember törődik vele. - Und stellt sie dann zurück, ohne den Becher geradzurücken, weil ein gerader Becher bedeuten würde, dass man sich kümmert. :17. Módszeres közönnyel fogat mos, kiköp, és egy pillanatig a tükörben nézi az arcát. - Sie putzt sich die Zähne mit methodischer Gleichgültigkeit, spuckt aus, betrachtet ihr Gesicht einen Moment im Spiegel. :18. A tükör a sötétben csak egy sötét felületet ver vissza, és Hana ezt őszintébbnek találja annál, amit fényben lát benne. - Der wirft im Dunkeln nur eine dunkle Fläche zurück, und sie findet das ehrlicher als das, was sie bei Licht darin sieht. :19. Aztán leereszkedik a padlóra a nyitott hűtőszekrény elé, úgy, ahogy az ember egy tűz elé ül. - Dann lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, so wie man sich vor ein Feuer setzt. :20. Nem éhségből, hanem a melegség miatt, és mert a fényben van valami megbízható egy lakásban, ahol különben nagyon kevés dolog érződik megbízhatónak. - Nicht aus Hunger, sondern wegen der Wärme und weil das Licht etwas Verlässliches hat in einer Wohnung, in der sich sonst sehr wenig verlässlich anfühlt. :21. A fél citrom egy hete fekszik az első rekeszben, pontosan folpackba csomagolva. - Die halbe Zitrone liegt seit einer Woche im ersten Fach, präzise in Klarsichtfolie gewickelt. :22. Hana néha azon tűnődik, kinek is csinálja ezt tulajdonképpen, ezt a gondos megőrzését olyan dolgoknak, amelyekre már nincs szüksége, és amelyeket mégsem dob ki. - Hana fragt sich manchmal, für wen sie das eigentlich tut, dieses sorgfältige Aufbewahren von Dingen, die sie nicht mehr braucht und die sie trotzdem nicht wegwirft. :23. Két sörösdoboz áll a második polcon, és Hana ma valóban az egyik után nyúl. - Zwei Bierdosen stehen im zweiten Regal, und Hana greift heute tatsächlich nach einer. :24. A kezében tartja, érzi a hideget a tenyerén át, aztán mégis visszateszi, mert egyedül sört inni fél egykor olyan mozdulat volna, amelyre még nem áll készen. - Hält sie in der Hand, spürt die Kälte durch die Handfläche, und stellt sie dann doch zurück, weil Biertrinken allein um halb eins eine Geste wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen. :25. Egészen hátul, a tofutartó mögött, amelynek vize enyhén zavarossá vált, ott fekszik a papírdoboz a cseresznyékkel. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser eine leichte Trübung angenommen hat, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen. :26. Hana megvette őket, bár a cseresznye egy embernek alig éri meg, és a dobozt egyértelműen két személyre tervezték. - Hana hat sie gekauft, obwohl Kirschen sich für eine Person kaum lohnen und die Schachtel eindeutig für zwei ausgelegt ist. :27. Kivesz egyet, olyan összpontosítással eszi meg, amelyet mindennek megad, ami egyedül történik. - Sie nimmt eine, isst sie mit der Konzentration, die sie allem gibt, was allein geschieht. :28. A mag aztán ott fekszik a tenyerében, mint egy kicsi, fölösleges emlék. - Und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein kleines, unnötiges Andenken. :29. Az ablakhoz megy, és odateszi a többihez, amelyek ott fekszenek egy szabálytalan sorban. - Sie geht zum Fenster und legt ihn zu den anderen, die dort in einer unregelmäßigen Reihe liegen. :30. Hét vagy nyolc, ma nem számolja meg őket, mert a számolás túl világosan megmondaná neki, hány este telt már így. - Sieben oder acht, sie zählt sie heute nicht, weil das Zählen ihr zu deutlich sagen würde, wie viele Abende das bereits sind. :31. Ez pedig olyan információ, amelyre éppen nincs szüksége. - Und das ist eine Information, die sie gerade nicht braucht. :32. Az ágyban a hátán fekszik, nyitott szemmel, és a hűtőszekrényt hallgatja. - Im Bett liegt sie auf dem Rücken, Augen offen, und hört dem Kühlschrank zu. :33. Az egyenletes zúgását úgy küldi végig a lakáson, mint egy tartalom nélküli üzenetet, tisztán formait, tisztán mechanikusat, és éppen ezért valahogy vigasztalót. - Der schickt sein gleichmäßiges Summen durch die Wohnung wie eine Botschaft ohne Inhalt, rein formal, rein mechanisch, und gerade deshalb irgendwie tröstlich. :34. A termosztát kikapcsol, és az ezt követő csend olyan minőségű, amelyet Hana testileg érzékel. - Das Thermostat schaltet ab, und die Stille, die folgt, ist von einer Qualität, die Hana körperlich wahrnimmt. :35. Olyan, mint valamiféle nyomás a fülén, az egész szoba megtorpanása. - Eine Art Druck auf den Ohren, ein Innehalten des ganzen Raums. :36. És észreveszi, hogy visszatartja a lélegzetét, amíg a hűtőszekrény újra be nem indul. - Und sie merkt, dass sie die Luft anhält, bis der Kühlschrank wieder anspringt. :37. Ez néhány másodperc múlva meg is történik, megbízhatóan, mint mindig, és Hana úgy fújja ki a levegőt, mint egy sikeresen kiállt próba után. - Was er nach einigen Sekunden tut, zuverlässig wie immer, und Hana atmet aus wie nach einer bestandenen Probe. :38. Odakint egy éjszakai vonat siklik át a távoli pályaudvaron, zúgása alig több sejtelemnél. - Draußen gleitet ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen kaum mehr als eine Ahnung. :39. Olyan hang ez, amely nem töri meg a csendet, hanem olyan mélységet ad neki, amely nélküle nem volna meg. - Ein Laut, der die Stille nicht bricht, sondern ihr eine Tiefe gibt, die sie ohne ihn nicht hätte. :40. Hana Ryóra gondol, amit tulajdonképpen megtiltott magának, de a tilalom az éjfél utáni órákban nem működik különösebben jól. - Hana denkt an Ryo, was sie sich eigentlich verboten hat, aber das Verbot funktioniert nicht besonders gut in den Stunden nach Mitternacht. :41. Amikor a hűtőszekrény zúg, és a fogkefe a fürdőszobában áll, és a cseresznyemagok az ablakpárkányon fekszenek. - Wenn der Kühlschrank summt und die Zahnbürste im Bad steht und die Kirschen auf der Fensterbank liegen. :42. És minden egyszerre nem jelent semmit és túl sokat jelent, ami alapjában véve ugyanaz. - Und alles gleichzeitig nichts bedeutet und zu viel bedeutet, was im Grunde dasselbe ist. :43. Nem tudja, mikor fog ez megszűnni, az időnek ez az éjszakai mérése csendes mozdulatokkal. - Sie weiß nicht, wann das aufhören wird, dieses Nachtmessen der Zeit mit stillen Gesten. :44. De tudja, hogy a hűtőszekrény holnap reggel még zúgni fog, amikor felkel. - Aber sie weiß, dass der Kühlschrank morgen früh noch summen wird, wenn sie aufsteht. :45. És hogy ennek egyelőre elégnek kell lennie. - Und dass das, vorerst, genug sein muss. :46. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :47. Hana lehunyja a szemét. - Hana schließt die Augen. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :A hűtőszekrény zúgása - Das Summen des Kühlschranks :1. Nem sokkal éjfél előtt van, amikor Hana kinyitja a lakás ajtaját, és még mielőtt belépne, meghallja a hűtőszekrény zúgását, azt a tompa, egyenletes brummogást, amely átnyomul a faajtón a lépcsőházba, mintha bizonyítéka volna annak, hogy odabent még valami életben van, még ha az az élet, amelyet ő oda elképzelt magának, időközben máshová rendeződött is. - Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch bevor sie eintritt das Summen des Kühlschranks wahrnimmt, dieses dumpfe, gleichmäßige Brummen, das sich durch die Holztür ins Treppenhaus schiebt wie ein Beweis dafür, dass drinnen noch etwas am Leben ist, auch wenn das Leben, das sie sich darin vorgestellt hatte, sich inzwischen anders verteilt hat. :2. Belép. - Sie tritt ein. :3. A lakás sötétsége nem ellenségesen fogadja, hanem semlegesen, azoknak a tereknek a közönyével, amelyek már felhagytak a várakozással, és Hana hálás ezért, mert a közönyt könnyebb elviselni, mint az ellenkezőjét. - Die Dunkelheit der Wohnung empfängt sie nicht feindlich, sondern neutral, mit der Gleichgültigkeit von Räumen, die aufgehört haben zu warten, und Hana ist dankbar dafür, weil Gleichgültigkeit sich leichter tragen lässt als das Gegenteil. :4. Nem kapcsol lámpát, nem megszokásból, hanem mert a fény megváltoztatja az arányokat, láthatóbbá teszi az ürességet, kiemeli a második párnát, az ajtó melletti használatlan akasztót, amelyen fél éve nem lógott már idegen kabát. - Sie macht kein Licht, nicht aus Gewohnheit, sondern weil das Licht die Proportionen verändert, die Leere sichtbarer macht, das zweite Kissen betont, den ungenutzten Haken neben der Tür, an dem seit einem halben Jahr keine fremde Jacke mehr hängt. :5. Leveszi a cipőjét, azzal a pontos mellékességgel állítja oda, amely akkor keletkezik, ha az ember egy cselekvést elég gyakran ismétel ahhoz, hogy az megszűnjön döntés lenni, és melléjük teszi Ryo tornacipőit, feketéket, az ő lábára túl kicsiket, érintetlenül azóta a nap óta, amikor Ryo behúzta maga mögött az ajtót anélkül, hogy becsapta volna, ami rosszabb volt, mint ha becsapta volna. - Die Schuhe zieht sie aus, stellt sie mit der präzisen Beiläufigkeit hin, die entsteht, wenn man eine Handlung oft genug wiederholt, dass sie aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und daneben stellt sie Ryos Sneakers, schwarz, zu klein für ihre Füße, unberührt seit dem Tag, an dem er die Tür hinter sich zugezogen hat, ohne zu schlagen, was schlimmer war als schlagen. :6. A hűtőszekrény tejszerű fénye kiszűrődik az ajtórésen, és torz téglalapot vet a linóleumpadlóra, amelynek felpúposodott sarkát Hana elhaladtában a lábujjával lapítja le, egy kicsi, értelmetlen mozdulattal, amelyet mégis megtesz, mert a test rítusokat fejleszt ki ott, ahol a szellem már nem akar döntéseket hozni. - Der Kühlschrank wirft sein milchiges Licht durch den Türspalt und legt ein verzerrtes Rechteck auf den Linoleumboden, dessen angehobene Ecke Hana beim Vorbeigehen mit dem Zeh flachhält, eine kleine, sinnlose Geste, die sie trotzdem macht, weil der Körper Rituale entwickelt, wo der Geist keine Entscheidungen mehr treffen will. :7. A fürdőszobában fény nélkül talál oda a mosdókagylóhoz, keze olyan biztonsággal találja meg a poharat, amely néha kísérteties számára, mert megmutatja, milyen teljesen írta bele magát a hiányzás a mozgásába, a kis esték izomemlékezeteibe, amelyek mind ugyanúgy néznek ki, és mégsem szűnnek meg jelenteni valamit. - Im Bad navigiert sie ohne Licht zum Waschbecken, ihre Hand findet den Becher mit einer Sicherheit, die ihr manchmal unheimlich ist, weil sie zeigt, wie vollständig sich das Vermissen in die Motorik eingeschrieben hat, in die Muskelgedächtnisse kleiner Abende, die alle gleich aussehen und trotzdem nicht aufhören, etwas zu bedeuten. :8. Két fogkefe áll a pohárban, egy piros és egy kék, és Hana olyan magától értetődőséggel veszi el a kéket, amelyet egyszerre tilt meg és enged meg magának, a kezében tartja, és érzékeli a sörték keménységét, amelyek semmit sem felejtettek el, mert nincs mit elfelejteniük, mert semmit sem használtak rajtuk azóta, hogy Ryo itt hagyta őket, nem elfelejtette, hanem hagyta, ami különbség, amelyet Hana hónapok óta ide-oda forgat magában, anélkül hogy eredményre jutna. - Zwei Zahnbürsten stehen im Becher, eine rote, eine blaue, und Hana nimmt die blaue mit einer Selbstverständlichkeit, die sie sich gleichzeitig verbietet und erlaubt, hält sie in der Hand und registriert die Härte der Borsten, die nichts vergessen haben, weil sie nichts zu vergessen haben, weil nichts an ihnen gebraucht wurde, seit Ryo sie hier zurückgelassen hat, nicht vergessen, gelassen, was ein Unterschied ist, den Hana seit Monaten hin und her wendet, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. :9. Visszateszi a fogkefét, a kimerültség mechanikus pontosságával fogat mos, és az öblítéskor a hideg víz egy pillanatra kirántja az elmúlt órák tompa egyformaságából, körvonalat ad neki, anélkül hogy bármi fontosat közölne vele. - Sie stellt die Zahnbürste zurück, putzt sich die Zähne mit der mechanischen Präzision der Erschöpfung, und das kalte Wasser beim Abwaschen zieht sie für einen Moment aus der tauben Gleichförmigkeit der letzten Stunden heraus, gibt ihr Kontur, ohne ihr etwas Wichtiges mitzuteilen. :10. Az arcát ebben a fényben nem látni a tükörben, amit Hana helyénvalónak érez, mert az az arc, amelyet ott többnyire találni szokott, olyan kérdést tesz fel, amelyre még nincs válasza. - Ihr Gesicht im Spiegel ist bei diesem Licht nicht zu sehen, was Hana als angemessen empfindet, weil das Gesicht, das sie dort meistens vorfindet, eine Frage stellt, auf die sie noch keine Antwort hat. :11. A szobában leereszkedik a padlóra a nyitott hűtőszekrény elé, nem éhségből, nem szomjúságból, hanem mert ott a fény meleg és állandó, és a zúgás ilyen közelségből testiséget kap, amely társaságnak érződik, amit azonnal szentimentális gondolatnak tart, aztán mégis érvényben hagy, mert éjfél után már túl késő van a korrektséghez. - Im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht aus Hunger, nicht aus Durst, sondern weil das Licht dort warm und beständig ist und das Summen aus dieser Nähe eine Körperlichkeit bekommt, die sich anfühlt wie Gesellschaft, was sie sofort für einen sentimentalen Gedanken hält und dann doch gelten lässt, weil es nach Mitternacht für Korrektheit zu spät ist. :12. A hűtőszekrény tartalma hetek óta alig változott: a fél citrom az első polcon, gondosan folpackba csomagolva, bár Hana már nem főz, és a citrom egyszer majd egyszerűen ott lesz, anélkül hogy valaha használták volna, mint némely más dolog is. - Der Kühlschrankinhalt hat sich seit Wochen kaum verändert: die halbe Zitrone im ersten Fach, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana nicht mehr kocht und die Zitrone irgendwann einfach da sein wird, ohne jemals gebraucht worden zu sein, wie manches andere auch. :13. Két sörösdoboz a második polcon, érintetlenül és hidegen, amelyek után Hana nyúl, majd visszateszi őket, mert egy dobozt egyedül kinyitni éjfélkor kijelentés volna, amelyet még nem kész megtenni, még nem, bár ez a még nem minden estével valamivel kisebb lesz. - Zwei Bierdosen im zweiten Fach, unberührt und kalt, nach denen Hana greift und die sie zurückstellt, weil das Öffnen einer Dose allein um Mitternacht eine Aussage wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen, noch nicht, obwohl das noch nicht mit jedem Abend etwas kleiner wird. :14. Leghátul, a tofutartó mögött, amelynek zavaros vize azt mondja neki, hogy holnap cselekednie kellene, ott fekszik a kartondoboz a cseresznyékkel, amelyeket Hana öt napja egy hirtelen indíttatásból vett, amelyet nem tud egészen megmagyarázni magának, azon kívül, hogy a doboz úgy nézett ki, mintha két embernek szánták volna, és hogy mégis elvette, talán éppen ezért. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen trübes Wasser ihr sagt, dass sie morgen handeln müsste, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor fünf Tagen in einem Impuls gekauft hat, den sie sich nicht ganz erklären kann, außer dass die Schachtel so ausgesehen hat, als wäre sie für zwei Menschen gedacht, und dass sie sie trotzdem genommen hat, vielleicht gerade deshalb. :15. Elvesz egy cseresznyét, lassan eszi meg, olyan figyelemmel, amely magányt teremt, ha túl sok teret adnak neki, és a mag aztán úgy fekszik a tenyerében, mint egy érv, amelyet nem akar lefolytatni, de letenni sem tud. - Sie nimmt eine Kirsche, isst sie langsam, mit einer Aufmerksamkeit, die Einsamkeit erzeugt, wenn man ihr zu viel Raum gibt, und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein Argument, das sie nicht führen will, aber auch nicht ablegen kann. :16. Az ablaknál odateszi a többiekhez, hét vagy nyolc, már nem számolja őket, mert a szám megszűnt információnak lenni, és valamiféle váddá vált, hogy pontosan ki ellen, azt Hana nem tudja, ami nem teszi jobbá a dolgot. - Am Fenster legt sie ihn zu den anderen, sieben oder acht, sie zählt sie nicht mehr, weil die Zahl aufgehört hat, Information zu sein, und eine Art Anklage geworden ist, gegen wen genau, weiß Hana nicht, was die Sache nicht besser macht. :17. Az ágyban a hátán fekszik, szemét a mennyezetre szegezve, és követi a hűtőszekrény zúgását, amely az egész lakáson átviszi magát azoknak a dolgoknak a makacsságával, amelyeknek nincs szükségük okra ahhoz, hogy folytassák, mert a működésük nem feltételez tudatot, nem feltételez akaratot, nem feltételez emléket arról, ami egyszer volt, és éppen ebben van valami, amit Hana vigasznak érez, bár nem használná rá ezt a szót, ha megkérdeznék. - Im Bett liegt sie auf dem Rücken, die Augen an die Decke gerichtet, und folgt dem Summen des Kühlschranks, das durch die Wohnung trägt mit der Beharrlichkeit von Dingen, die keinen Grund brauchen weiterzumachen, weil ihre Funktion kein Bewusstsein voraussetzt, kein Wollen, keine Erinnerung an das, was einmal gewesen ist, und gerade darin liegt etwas, das Hana als Trost empfindet, obwohl sie das Wort dafür nicht verwenden würde, wenn sie gefragt würde. :18. A termosztát kikapcsol. - Das Thermostat schaltet ab. :19. A csend, amely ezután következik, olyan teljességű, hogy Hana testileg érzékeli, valaminek az enyhülése, amit nem érzékelt nyomásként, amíg ott volt, és észreveszi, hogy visszatartja a lélegzetét, vár, semmi meghatározottra, csak a bekapcsolásra, amely néhány másodperc múlva megérkezik, megbízhatóan, iránta érdektelenül, és ebben a közönyös nyugalomban rejlik a valódi megnyugvás: a hűtőszekrény tovább zúg, anélkül hogy neki bármit tennie kellene érte. - Die Stille, die folgt, ist von einer Vollständigkeit, die Hana körperlich wahrnimmt, ein Nachlassen von etwas, das sie nicht als Druck registriert hatte, solange es da war, und sie merkt, dass sie die Luft anhält, wartet, auf nichts Bestimmtes außer dem Einschalten, das nach einigen Sekunden kommt, zuverlässig, uninteressiert an ihr, und in diesem Gleichmut liegt die eigentliche Beruhigung: der Kühlschrank summt weiter, ohne dass sie etwas dafür tun muss. :20. Odakint egy éjszakai vonat siklik át a távoli állomáson, zaja annyira tompított, hogy kevésbé hangnak érződik, mint a csend besűrűsödésének, rövid jelnek, hogy máshol mozgás történik, emberek egyik helyről a másikra, csomaggal és szándékokkal, miközben Hana mozdulatlanul fekszik, és egy hűtőszekrény zúgását számolja. - Draußen streicht ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen so weit gedämpft, dass es sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie eine Verdichtung der Stille, ein kurzes Zeichen, dass anderswo Bewegung stattfindet, Menschen von einem Ort zum anderen, mit Gepäck und Absichten, während Hana still liegt und das Summen eines Kühlschranks zählt. :21. Ryóra gondol, vagy pontosabban: megengedi, hogy Ryo belépjen abba a csendbe, amelyet a termosztát létrehozott, egy arc élesség nélkül, egy hang szöveg nélkül, inkább textúra, mint kép, és tudja, hogy ami itt a sötétben tovább működik, nem gyász abban az értelemben, amelyet a szó sugall, hanem valami csendesebb és szívósabb: egy élet lassú átszerveződése, amelyből hiányzik egy ellensúly, amelyet soha nem nevezett kifejezetten ellensúlynak, amíg ott volt. - Sie denkt an Ryo, oder genauer: sie lässt zu, dass er in die Stille eintritt, die das Thermostat erzeugt hat, ein Gesicht ohne Schärfe, eine Stimme ohne Wortlaut, mehr Textur als Bild, und sie weiß, dass das, was hier im Dunkeln weiterläuft, kein Trauern ist in dem Sinne, den das Wort vorschlägt, sondern etwas Ruhigeres und Zäheres: das langsame Umorganisieren eines Lebens, dem ein Gegengewicht fehlt, das es nie explizit als Gegengewicht bezeichnet hat, solange es da war. :22. A fogkefe a pohárban áll. - Die Zahnbürste steht im Becher. :23. A cipők az ajtónál állnak. - Die Schuhe stehen an der Tür. :24. A cseresznyemagok az ablakpárkányon fekszenek. - Die Kirschkerne liegen auf der Fensterbank. :25. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :26. Hana lehunyja a szemét, nem azért, mert aludni akar, hanem mert a szemhéja mögötti sötétség legalább olyan sötétség, amelyet ő maga választott, és ez ezen az éjszakán elég. - Hana schließt die Augen, nicht weil sie schlafen will, sondern weil die Dunkelheit hinter den Lidern wenigstens eine ist, die sie selbst gewählt hat, und das, in dieser Nacht, genug ist. -------------------- == 83 == 1 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves. - Anders ist sechsunddreißig Jahre alt. :2. Egy régi fatemplomban lakik. - Er wohnt in einer alten Holzkirche. :3. A templom egy fjord szélén áll. - Die Kirche liegt am Rand eines Fjords. :4. A víz szürke és hideg. - Das Wasser ist grau und kalt. :5. Anders a templomot a nagybátyjától örökölte. - Anders hat die Kirche von seinem Onkel geerbt. :6. A tető rossz állapotban van. - Das Dach ist kaputt. :7. Amikor esik az eső, a víz egy vödörbe csöpög. - Wenn es regnet, tropft das Wasser in einen Eimer. :8. Plink. Plink. Plink. - Plink. Plink. Plink. :9. Anders hallgatja a cseppeket. - Anders hört den Tropfen zu. :10. Nem számolja őket. Csak hallgatja. - Er zählt sie nicht. Er hört nur zu. :11. A fűtés régi és hangos. - Die Heizung ist alt und laut. :12. Reggel hideg a levegő a házban. - Am Morgen ist die Luft kalt im Haus. :13. Anders felkel, és kávét főz. - Anders steht auf und macht Kaffee. :14. A konyhaasztalnál issza meg. - Er trinkt ihn am Küchentisch. :15. Odakint esik az eső. - Draußen regnet es. :16. Az eső oldalról jön a tenger felől. - Der Regen kommt seitlich vom Meer. :17. Október van. - Es ist Oktober. :18. A szomszédját Larsnak hívják. - Sein Nachbar heißt Lars. :19. Lars hatvannyolc éves. - Lars ist achtundsechzig Jahre alt. :20. Minden második nap benéz hozzá. - Er kommt jeden zweiten Tag vorbei. :21. Nem kopog be. - Er klopft nicht an. :22. Egyszerűen leül a padra. - Er setzt sich einfach auf die Bank. :23. Dohányt tesz az asztalra. - Er legt Tabak auf den Tisch. :24. Lars keveset beszél. - Lars sagt wenig. :25. Anders is. - Anders auch. :26. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. :27. Ma Lars ezt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute sagt Lars: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :28. Anders bólint. - Anders nickt. :29. Lars feláll és elmegy. - Lars steht auf und geht. :30. Az ajtó becsapódik. - Die Tür fällt zu. :31. A dohány még mindig az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :32. Anders csónakmotorokat javít. - Anders repariert Bootsmotoren. :33. Ez a munkája. - Das ist seine Arbeit. :34. A szomszédok néha kávéval fizetnek neki. - Die Nachbarn bezahlen ihn manchmal mit Kaffee. :35. Néha egyszerűen csak köszönetet mondanak. - Manchmal sagen sie einfach danke. :36. Ez elég neki. - Das reicht ihm. :37. Régebben csónaképítő volt. - Er war früher Bootsbauer. :38. Ez már régen volt. - Das ist lange her. :39. Most nem valaki meghatározott ember. - Jetzt ist er niemand Bestimmtes. :40. Délután megjön a posta. - Am Nachmittag kommt die Post. :41. Anders kézbe vesz egy borítékot. - Anders nimmt einen Umschlag. :42. Nem számla. - Es ist keine Rechnung. :43. Egy képeslap. - Es ist eine Postkarte. :44. A képen Oslo kikötője látható. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. :45. A színek nagyon világosak. - Die Farben sind sehr hell. :46. Megfordítja a lapot. - Er dreht die Karte um. :47. Csak néhány szó áll rajta. - Da stehen nur wenige Wörter. :48. „Gyere Oslóba.” - „Komm nach Oslo." :49. A lap Mettétől van. - Die Karte ist von Mette. :50. Mette a barátnője volt. - Mette war seine Freundin. :51. Hat hónapja nem írt. - Seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben. :52. Anders egyszer elolvassa a lapot. - Anders liest die Karte einmal. :53. Elolvassa kétszer. - Er liest sie zweimal. :54. Elolvassa háromszor. - Er liest sie dreimal. :55. Aztán leteszi az ablakpárkányra. - Dann legt er sie auf den Fenstersims. :56. Az elülső oldala lefelé néz. - Die Vorderseite zeigt nach unten. :57. Kinéz a fjordra. - Er schaut auf den Fjord. :58. A komp elhalad. - Die Fähre fährt vorbei. :59. A motor hangja egyre kisebb és kisebb lesz. - Der Sound des Motors wird kleiner und kleiner. :60. Aztán megint csend van. - Dann ist es wieder still. :61. Korán besötétedik. - Es wird früh dunkel. :62. Négy órakor az ég már fekete. - Um vier Uhr ist der Himmel schon schwarz. :63. Anders meggyújt egy gyertyát. - Anders zündet eine Kerze an. :64. Ráteszi a régi zongorára. - Er stellt sie auf das alte Klavier. :65. A zongorán senki sem játszik. - Das Klavier spielt niemand. :66. De ott áll, amióta Anders itt lakik. - Aber es steht dort, seit Anders hier wohnt. :67. Leül az előtte álló székre. - Er setzt sich auf den Stuhl davor. :68. Nézi a lángot. - Er schaut die Flamme an. :69. Nem gondolkodik sokat. - Er denkt nicht viel. :70. Nem dönt el semmit. - Er entscheidet nichts. :71. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :72. A víz odakint a cölöpöknek csapódik. - Das Wasser schlägt gegen die Pfähle draußen. :73. Anders csendben ül. - Anders sitzt still. :74. A gyertya egyre kisebb lesz. - Die Kerze wird kleiner. :75. Aztán kialszik. - Dann geht sie aus. :76. A sötétben nyugalom van. - Im Dunkeln ist es ruhig. :77. Odakint havazni kezd. - Draußen fängt es an zu schneien. :78. A pelyhek halkan hullanak. - Die Flocken fallen leise. :79. Szinte hangtalanul. - Fast ohne Geräusch. :80. Anders ülve marad. - Anders bleibt sitzen. :81. Nem fog Oslóba utazni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :82. Itt marad. - Er bleibt hier. :83. Nem azért, mert muszáj. - Nicht weil er muss. :84. Hanem mert nincs oka elmenni. - Sondern weil er keinen Grund hat zu gehen. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders két éve lakik egy régi fatemplomban egy norvég fjord szélén. - Anders wohnt seit zwei Jahren in einer alten Holzkirche am Rand eines norwegischen Fjords. :2. A templomot a nagybátyjától örökölte, de igazán soha nem akarta. - Die Kirche hat er von seinem Onkel geerbt, aber er hat sie nie wirklich gewollt. :3. A tető beázik, és amikor esik, egy vödröt állít a konyhába. - Das Dach ist undicht, und wenn es regnet, stellt er einen Eimer in die Küche. :4. Hallgatja a csöpögést: plink, plink, plink. - Er hört dem Tropfen zu: plink, plink, plink. :5. Nem számolja őket, de ismeri a ritmust. - Er zählt sie nicht, aber er kennt den Rhythmus. :6. Odakint szürke a víz, és a szél egyenesen a tenger felől jön. - Draußen ist das Wasser grau, und der Wind kommt direkt vom Meer. :7. Október van, és az eső szinte vízszintesen veri az ablaküvegeket. - Es ist Oktober, und der Regen fliegt fast horizontal gegen die Fensterscheiben. :8. Anders a konyhaasztalnál ül egy csésze kávéval, amely már rég kihűlt. - Anders sitzt am Küchentisch mit einer Tasse Kaffee, die längst kalt ist. :9. Mégis megissza, mert fel kellene állnia, hogy újat készítsen. - Er trinkt sie trotzdem, weil er aufstehen müsste, um eine neue zu machen. :10. A ház csendes, csak a fűtés ad néha halk hangot. - Das Haus ist still, nur die Heizung macht manchmal ein leises Geräusch. :11. Lars minden második nap jön, mindig kopogás nélkül. - Lars kommt jeden zweiten Tag, immer ohne anzuklopfen. :12. Hatvannyolc éves, és egy kilométerrel arrébb lakik a parton. - Er ist achtundsechzig Jahre alt und wohnt einen Kilometer weiter am Ufer. :13. Leül a padra, az asztalra teszi a dohányzacskóját, és nem mond semmit. - Er setzt sich auf die Bank, legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch und sagt nichts. :14. Anders sem mond semmit, és ez közöttük teljesen normális. - Anders sagt auch nichts, und das ist zwischen ihnen vollkommen normal. :15. Tíz perc múlva Lars csak ennyit mond: „Björn kuttere megint jár.” - Nach zehn Minuten sagt Lars nur: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :16. Anders bólint, Lars pedig feláll, és kimegy az ajtón anélkül, hogy visszafordulna. - Anders nickt, und Lars steht auf und geht durch die Tür, ohne sich umzudrehen. :17. A dohány az asztalon marad, mert Lars mindig elfelejti, vagy szándékosan hagyja ott. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch, weil Lars ihn immer vergisst oder absichtlich dalässt. :18. Anders csónakmotorokat javít a környékbeli embereknek. - Anders repariert Bootsmotoren für die Leute in der Gegend. :19. Néhányan pénzzel fizetnek neki, mások kávét hoznak, vagy egyszerűen nem mondanak semmit. - Manche bezahlen ihn mit Geld, andere bringen Kaffee oder sagen einfach nichts. :20. Régebben hajóépítő volt Bergenben, de ez olyan érzés, mintha egy másik élet lett volna. - Er war früher Bootsbauer in Bergen, aber das fühlt sich an wie ein anderes Leben. :21. Most olyan valaki, aki itt lakik, és olyan dolgokat javít meg, amelyeket mások kidobnának. - Jetzt ist er jemand, der hier wohnt und Dinge repariert, die andere wegwerfen würden. :22. Délután egy képeslap fekszik a postaládában két számla között. - Am Nachmittag liegt eine Postkarte im Briefkasten zwischen zwei Rechnungen. :23. Az elülső oldal képe Oslo kikötőjét mutatja, a színek túl rikítóak ehhez a naphoz. - Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Hafen von Oslo, die Farben sind zu grell für diesen Tag. :24. Megfordítja a lapot, és elolvassa a szavakat, amelyeket Mette írt: „Gyere Oslóba.” - Er dreht die Karte um und liest die Worte, die Mette geschrieben hat: „Komm nach Oslo." :25. Mette a barátnője volt, de hat hónapja nem írt és nem telefonált. - Mette war seine Freundin, aber seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben und nicht angerufen. :26. Háromszor olvassa el a lapot, nem azért, mert nem érti, hanem mert időre van szüksége. - Er liest die Karte dreimal, nicht weil er sie nicht versteht, sondern weil er Zeit braucht. :27. Aztán képpel lefelé az ablakpárkányra teszi. - Dann legt er sie mit der Vorderseite nach unten auf den Fenstersims. :28. Odakint éppen elhalad az esti komp, a motor mélyen és egyenletesen hangzik. - Draußen fährt gerade die Abendfähre vorbei, der Motor klingt tief und gleichmäßig. :29. A hang egyre kisebb lesz, míg a fjord újra csendes nem lesz. - Das Geräusch wird kleiner, bis der Fjord wieder still ist. :30. Négy órakor besötétedik, mint ebben a hónapban minden nap. - Um vier Uhr wird es dunkel, wie jeden Tag in diesem Monat. :31. Anders meggyújt egyetlen gyertyát, és a sarokban álló régi zongorára teszi. - Anders zündet eine einzelne Kerze an und stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke. :32. A zongora ott áll, amióta beköltözött, és még egyetlenegyszer sem játszott rajta. - Das Klavier steht dort seit er einzog, und er hat es noch kein einziges Mal gespielt. :33. Leül az előtte álló székre, és nézi a lángot anélkül, hogy bármilyen meghatározott gondolata volna. - Er setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die Flamme an, ohne einen bestimmten Gedanken. :34. A fűtés csöpög, odakint a víz szabályosan csapódik a kikötőhely facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt regelmäßig gegen die Holzpfähle der Anlegestelle. :35. A gyertya egyre kisebb és kisebb lesz, míg kialszik, és a szoba sötét lesz. - Die Kerze wird kleiner und kleiner, bis sie ausgeht und das Zimmer dunkel ist. :36. Nem fog Oslóba menni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :37. Ezt nem azért tudja, mert eldöntötte, hanem mert nem érez okot arra, hogy elmenjen. - Das weiß er nicht, weil er es entschieden hat, sondern weil er keinen Grund spürt zu gehen. :38. Odakint havazni kezd, halkan és szinte átmenet nélkül, mint itt minden. - Draußen beginnt es zu schneien, leise und fast ohne Übergang, wie alles hier. :39. Anders ülve marad a sötétben, és hallgatja a havat, amely nem ad ki hangot. - Anders bleibt sitzen im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der keinen Laut macht. :40. Az élet itt csendben múlik el, és ez nem panasz, csak megfigyelés. - Das Leben vergeht hier still, und das ist keine Klage, nur eine Beobachtung. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, és két éve él egy fatemplomban, amelyet tulajdonképpen már senki sem akart. - Anders ist sechsunddreißig, und er lebt seit zwei Jahren in einer Holzkirche, die eigentlich niemand mehr haben wollte. :2. Egy burkolatlan út végén áll, ott, ahol a fjord véget ér, és a semmi elkezdődik. - Sie steht am Ende einer unbefestigten Straße, wo der Fjord aufhört und das Nichts anfängt. :3. A tetőn három beázó hely van, és attól függően, milyen erősen fúj a szél, különböző helyeken csöpög. - Das Dach hat drei undichte Stellen, und je nachdem, wie stark der Wind steht, tropft es an verschiedenen Orten. :4. Megtanulta úgy a megfelelő helyre tenni a vödröket, hogy közben nem is gondolkodik rajta. - Er hat gelernt, die Eimer richtig zu stellen, ohne darüber nachzudenken. :5. A fűtés öreg, hangosan és rosszul működik, de még működik, és ez számít. - Die Heizung ist alt, sie arbeitet laut und schlecht, aber sie arbeitet noch, und das zählt. :6. Az október itt nem hónap, hanem állapot. - Der Oktober ist hier kein Monat, er ist ein Zustand. :7. A fény sosem érkezik meg igazán, szürke marad, lapos, a víz közelében függve, mint köd ködjelleg nélkül. - Das Licht kommt nie wirklich an, es bleibt grau, flach, nah am Wasser hängend wie Nebel ohne Nebelcharakter. :8. Anders reggelente hideg kávéval ül az asztalnál, a fjordot nézi, és nem vár semmi meghatározottra. - Anders sitzt morgens am Tisch mit kaltem Kaffee, schaut auf den Fjord und wartet auf nichts Bestimmtes. :9. Csónakmotorokat javít a szomszédoknak, a legtöbbjük öreg, a motorok és a szomszédok egyaránt. - Er repariert Bootsmotoren für die Nachbarn, die meisten sind alt, die Motoren und die Nachbarn gleichermaßen. :10. Fizetség kávéban jár, egy rövid bólintásban, vagy egyáltalán nem jár, és Andersnek nincs előnyben részesített változata. - Bezahlt wird in Kaffee, in einem kurzen Nicken, oder gar nicht, und Anders hat keine Präferenz. :11. Lars minden második nap jön, kopogás nélkül kinyitja az ajtót, és leül az ablak alatti padra. - Lars kommt jeden zweiten Tag, öffnet die Tür ohne zu klopfen und setzt sich auf die Bank unter dem Fenster. :12. Leteszi a dohányzacskóját az asztalra, mintha le akarná tenni magáról, és hátradől. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch, als würde er es ablegen wollen, und lehnt sich zurück. :13. Jól tudnak együtt hallgatni, ami ritkább, mint amilyennek hangzik, mert a hallgatás többnyire várakozást tartalmaz. - Sie schweigen gut zusammen, was seltener ist, als es klingt, weil Schweigen meistens Erwartung enthält. :14. Anders és Lars között nem tartalmaz semmit, egyszerűen levegő, amelyet senkinek sem kell kitöltenie. - Zwischen Anders und Lars enthält es nichts, es ist einfach Luft, die niemand füllen muss. :15. Ma Lars egy idő után, anélkül hogy felemelné a hangját, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute sagt Lars nach einer Weile, ohne die Stimme zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :16. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, és a dohány még mindig az asztalon fekszik, mint mindig. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, und der Tabak liegt noch auf dem Tisch, wie immer. :17. A posta a régi komppal érkezik, amely naponta kétszer köt ki, és többnyire semmi olyat nem hoz, ami számítana. - Die Post kommt mit der alten Fähre, die zweimal täglich anlegt und meistens nichts bringt, was zählt. :18. Ma egy képeslapot hoz, és Anders felismeri a kézírást, még mielőtt elolvasná a nevet. - Heute bringt sie eine Postkarte, und Anders erkennt die Handschrift, bevor er den Namen liest. :19. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely itt nem létezik, túl sárgán, túl melegen, túl szándékoltan. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das hier nicht existiert, zu gelb, zu warm, zu gewollt. :20. Megfordítja a lapot, és ezt olvassa: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um und liest: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :21. Kétszer olvassa el a mondatot, nem azért, mert nehéz megérteni, hanem mert valahol célba ér. - Er liest den Satz zweimal, nicht weil er schwer zu verstehen ist, sondern weil er irgendwo landet. :22. Aztán a képeslapot képes oldalával lefelé az ablakpárkányra teszi, és kinéz. - Dann legt er die Karte mit der Bildseite nach unten auf den Fenstersims und schaut hinaus. :23. Az esti komp éppen átvág a fjordon, motorjának hangja messzire visz a víz fölött, aztán eltűnik. - Die Abendfähre zieht gerade durch den Fjord, ihr Motor trägt weit über das Wasser, dann ist er weg. :24. Négykor besötétedik, és Anders gyertyát gyújt, mert nem akarja felkapcsolni a villanyt. - Es wird dunkel um vier, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Licht nicht anmachen will. :25. A zongorára teszi, amely beköltözése óta ott áll, és amelyen senki sem játszik, ő sem. - Er stellt sie auf das Klavier, das seit seinem Einzug dort steht und von niemandem gespielt wird, auch von ihm nicht. :26. Leül elé, és a lángba néz, anélkül hogy egy gondolat megragadna benne, vagy egy döntés formát öltene. - Er setzt sich davor und schaut in die Flamme, ohne dass ein Gedanke sich festsetzt oder eine Entscheidung sich formt. :27. Odakint a víz egyenletesen csapódik a cölöpöknek, odabent a fűtés csöpög a vödörbe. - Draußen schlägt das Wasser gleichmäßig gegen die Pfähle, drinnen tropft die Heizung in den Eimer. :28. A gyertya leég, lassan, egyenletesen, és amikor kialszik, ő ülve marad a sötétben. - Die Kerze brennt herunter, langsam, gleichmäßig, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen. :29. Nem fog Oslóba utazni, ezt most már tudja, és azt is tudja, hogy ez nem elhatározás. - Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt, und er weiß auch, dass es kein Entschluss ist. :30. Inkább egy olyan ok hiánya, amely elég erős volna ahhoz, hogy felemelje őt erről a székről. - Es ist eher das Fehlen eines Grundes, der stark genug wäre, ihn von diesem Stuhl zu heben. :31. Odakint havazni kezd, bejelentés nélkül, átmenet nélkül, ahogy itt mindig elkezdődnek a dolgok. - Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne Übergang, wie hier immer die Dinge beginnen. :32. A pelyhek csendben hullanak a fjordra, amely befogadja őket, anélkül hogy nyomot mutatna. - Die Flocken fallen still auf den Fjord, der sie aufnimmt, ohne eine Spur zu zeigen. :33. Anders hallgatja, bár a hó nem ad hangot, és talán éppen ez a lényeg. - Anders hört zu, obwohl Schnee kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der Punkt. :34. Néha az élet csendes elmúlás, és néha elég jelen lenni benne. - Manchmal ist das Leben ein stilles Vergehen, und manchmal reicht es, dabei zu sein. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, két éve lakik egy örökölt fatemplomban egy kavicsos út végén, és már nem tekinti ezt átmenetinek. - Anders ist sechsunddreißig, bewohnt seit zwei Jahren eine geerbte Holzkirche am Ende einer Schotterstraße, und hat aufgehört, das als vorübergehend zu betrachten. :2. A templom ott áll, ahol a fjord egy keskeny öbölbe húzódik vissza, és az út minden magyarázat nélkül feladja. - Die Kirche liegt dort, wo der Fjord sich in eine schmale Bucht zurückzieht und die Straße aufgibt, ohne Erklärung. :3. A tetőnek három olyan pontja van, amely esőben enged, és Anders olyan jól ismeri őket, hogy félálomban is helyesen teszi alájuk a vödröket. - Das Dach hat drei Stellen, die bei Regen nachgeben, und Anders kennt sie so gut, dass er die Eimer im Halbschlaf richtig stellt. :4. Nem megszokás ez, inkább kapituláció egy állapot előtt, amelyet az ember egy idő után már nem javít meg, mert úgy tartozik a házhoz, mint a fa és a régi tömjén szaga. - Nicht Gewöhnung, eher Kapitulation vor dem Zustand, den man irgendwann aufhört zu reparieren, weil er zum Haus gehört wie der Geruch nach Holz und altem Weihrauch. :5. A fűtés a radiátor elágazása alatt álló bádogvödörbe csöpög, plink, és ez a csepp néha az egyetlen hang a házban, amely megbízhatóan visszatér. - Die Heizung tropft in einen Blecheimer unter der Abzweigung des Heizkörpers, plink, und dieser Tropfen ist manchmal das einzige Geräusch im Haus, das zuverlässig wiederkehrt. :6. Az október ezen a parton nem olyan hónap, amelyet az ember átél, hanem olyan, amelyet kibír, mert a fény soha nem érkezik meg igazán, és az eső gyakran vízszintesen repül. - Der Oktober an dieser Küste ist kein Monat, den man erlebt, sondern einer, den man aushält, weil das Licht nie wirklich ankommt und der Regen oft horizontal fliegt. :7. Anders reggelente a konyhaasztalnál ül, kezei egy csésze körül, amely már rég nem meleg, és a párás ablakon át a szürkészöld vízre néz. - Anders sitzt morgens am Küchentisch, die Hände um eine Tasse, die schon lange nicht mehr warm ist, und schaut durch das beschlagene Fenster auf das graugrüne Wasser. :8. Valaha hajóépítő volt Bergenben, akkoriban, de ez kevésbé érződik múltnak, mint inkább olyan életrajznak, amely valaki másé. - Er war Bootsbauer in Bergen, damals, aber das fühlt sich weniger wie eine Vergangenheit an als wie eine Biografie, die jemand anderem gehört. :9. Most a szomszédok régi külmotorjait javítja, jól és feltűnés nélkül végzi, és a fizetség többnyire kávé vagy hallgatás, mindkettőt elfogadja. - Jetzt repariert er die alten Außenbordmotoren der Nachbarn, er tut es gut und ohne Aufhebens, und die Bezahlung ist meistens Kaffee oder Schweigen, beides nimmt er. :10. Lars hatvannyolc éves, egy kilométerrel arrébb lakik a parton, és minden második nap bejön kopogás nélkül, mintha az ajtó az övé volna. - Lars ist achtundsechzig, wohnt einen Kilometer weiter am Ufer, und kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, als wäre die Tür seiner. :11. Dohányzacskóját olyan mozdulattal teszi az asztalra, amely bizalmasságot fejez ki, és közben semmit sem követel, aztán hátradől és hallgat. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch mit einer Geste, die Vertrautheit ausdrückt und gleichzeitig nichts verlangt, dann lehnt er sich zurück und schweigt. :12. A hallgatás kettejük között olyan minőségű, amilyet Anders senki mással nem ismer, mert nincs benne várakozás, nincs rejtett elvárás, csak levegő. - Das Schweigen zwischen den beiden hat eine Qualität, die Anders mit niemandem sonst kennt, weil es kein Warten enthält, keine unterschwellige Erwartung, nur Luft. :13. Ma, talán tíz perc után, Lars anélkül, hogy felemelné a fejét, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute, nach vielleicht zehn Minuten, sagt Lars, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :14. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, az ajtó becsapódik a zárba, a dohány az asztalon marad, és minden olyan, mint korábban, csak eggyel több mondat van a levegőben. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss, der Tabak bleibt auf dem Tisch, und alles ist wie vorher, nur mit einem Satz mehr in der Luft. :15. A posta a délutáni komppal érkezik, és Anders ritkán hozza el azonnal, mert többnyire semmi sincs benne, ami sietséget indokolna. - Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und Anders holt sie selten sofort, weil sie meistens nichts enthält, das Eile rechtfertigt. :16. Ma két számla között egy képeslap fekszik, és ő felismeri Mette kézírását, még mielőtt a lapot teljesen kihúzta volna a borítékból. - Heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, und er erkennt Mettes Handschrift, noch bevor er die Karte vollständig aus dem Umschlag gezogen hat. :17. Az elülső oldalon lévő kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely itt nem létezik, túl telt, túl bizakodó, mintha a város örülne önmagának. - Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das es hier nicht gibt, zu satt, zu zuversichtlich, als wäre die Stadt froh über sich selbst. :18. Megfordítja a lapot, és elolvassa a mondatot, amelyet a nő írt: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um und liest den Satz, den sie geschrieben hat: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :19. Hat hónap csend, és aztán ez a mondat, röviden, vád nélkül, de egy olyan horoggal, amely ül, mert nem válasz és nem kérdés, hanem mindkettő egyszerre. - Sechs Monate Stille, und dann dieser Satz, knapp, ohne Anklage, aber mit einem Haken, der sitzt, weil er keine Antwort ist und keine Frage, sondern beides gleichzeitig. :20. Háromszor elolvassa, a lapot képpel lefelé az ablakpárkányra teszi, és az esti komp éppen átnyomul a fjordon, mély motorhangja végighúzódik a vízen, majd elszáll. - Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims, und die Abendfähre schiebt sich gerade durch den Fjord, ihr tiefes Motorgeräusch zieht über das Wasser und verweht. :21. Utánanéz, amíg a hang el nem tűnik, aztán a fjord megint olyan csendes, mintha semmi sem történt volna. - Er schaut ihr nach, bis das Geräusch weg ist, dann ist der Fjord wieder so still, als wäre nichts gewesen. :22. Négykor fekete az ég, ami itt októberben nem esemény, hanem napi rend. - Um vier ist der Himmel schwarz, was hier im Oktober kein Ereignis ist, sondern Tagesablauf. :23. Anders meggyújt egyetlen gyertyát, az öreg zongorára állítja a sarokban, amely beköltözése óta ott áll, mint egy csendes ígéret, amelyet senki sem szándékozik beváltani. - Anders zündet eine einzelne Kerze an, stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das seit seinem Einzug dort steht wie ein stilles Versprechen, das niemand einzulösen beabsichtigt. :24. Leül az előtte álló székre, és a lángba néz, nem meditatívan, nem szomorúan, egyszerűen csak nézve, mert az este semmi mást nem kíván. - Er setzt sich auf den Hocker davor und schaut in die Flamme, nicht meditativ, nicht traurig, einfach schauend, weil der Abend nichts anderes verlangt. :25. A fűtés csöpög, odakint a víz rövid, egyenletes időközönként veri a régi kikötőhely korhadt cölöpjeit, és valahol a fjord mögött röviden felüvölt a szél. - Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt in kurzen, gleichmäßigen Intervallen gegen die morschen Pfähle der alten Anlegestelle, und irgendwo hinter dem Fjord heult kurz der Wind. :26. A gyertya lassan ég le, egyenletesen, huzat nélkül, és amikor a láng kialszik, Anders a sötétben ülve marad, anélkül hogy felkapcsolná a villanyt. - Die Kerze brennt langsam herunter, gleichmäßig, ohne Zug, und als die Flamme ausgeht, bleibt Anders im Dunkeln sitzen, ohne das Licht anzumachen. :27. Nem fog Oslóba utazni, de ez nem elhatározás, inkább egy olyan ok hiánya, amely elég súlyos volna ahhoz, hogy felemelje őt erről a helyről. - Er wird nicht nach Oslo fahren, aber es ist kein Entschluss, eher die Abwesenheit eines Grundes, der schwer genug wäre, ihn von diesem Ort zu heben. :28. Mette mondata még valahol ott függ a szobában, „kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt”, és az őszinte válasz az, hogy nincs válasza, nem azért, mert kitér előle, hanem mert maga a kérdés van rosszul feltéve. - Mettes Satz hängt noch irgendwo im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die ehrliche Antwort ist, dass er keine Antwort hat, nicht weil er ausweicht, sondern weil die Frage selbst falsch gestellt ist. :29. Odakint havazni kezd, hangtalanul, szinte átmenet nélkül, ahogy itt minden olyan dolog kezdődik, amely megmarad. - Draußen beginnt es zu schneien, lautlos, fast ohne Übergang, wie alle Dinge hier beginnen, die bleiben. :30. A pelyhek a fjord fekete vizére hullanak, és eltűnnek, anélkül hogy nyomot hagynának, mintha soha nem is léteztek volna. - Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden, ohne eine Spur zu hinterlassen, als hätte es sie nie gegeben. :31. Anders figyel, bár a hó semmit sem tesz hallhatóvá, és talán éppen ez az egyetlen mondat, amely ma még igaz. - Anders hört zu, obwohl Schnee nichts hörbar macht, und vielleicht ist genau das der einzige Satz, der heute noch stimmt. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, és azóta felhagyott az idő mérésével, mióta megértette, hogy a napok számolása olyan emberek tevékenysége, akiknek még el kell jutniuk valahová. - Anders ist sechsunddreißig, und er hat aufgehört, die Zeit zu messen, seit er begriffen hat, dass das Zählen von Tagen eine Aktivität für Menschen ist, die noch irgendwo hinmüssen. :2. A templom, amelyet két évvel ezelőtt örökölt anélkül, hogy megkérdezték volna róla, egy kavicsos út végén áll, amelyet a fjord három oldalról fog közre, mint egy mondatot, amely önmagának mond ellent. - Die Kirche, die er vor zwei Jahren geerbt hat, ohne danach gefragt zu werden, steht am Ende einer Schotterstraße, die der Fjord auf drei Seiten einschließt wie ein Satz, der sich selbst widerspricht. :3. A külső falak fája olyan színt vett fel, amely valahol a szürke és a felejtés között van, és a tető ott enged meg, ahol mindig is engedett, megbízhatóan, mint egy régi jellem. - Das Holz der Außenwände hat eine Farbe angenommen, die zwischen Grau und Vergessen liegt, und das Dach gibt nach, wo es immer nachgegeben hat, zuverlässig wie ein alter Charakter. :4. A három beázó helyet kívülről tudja, és sötétben teszi oda a vödröket, nem megszokásból, hanem mert a test átvesz bizonyos dolgokat, amikor a fej már nem tartja őket fontosnak. - Er kennt die drei undichten Stellen auswendig und stellt die Eimer im Dunkeln, nicht aus Routine, sondern weil der Körper manche Dinge übernimmt, wenn der Kopf aufgehört hat, sie für wichtig zu halten. :5. Plink, aztán megint, és a fűtés a maga saját ritmusával válaszol, úgyhogy a ház néha úgy hangzik, mint egy hangszer, amelyet senki sem hangolt fel, és amely mégis játszik. - Plink, und dann wieder, und die Heizung antwortet mit ihrem eigenen Rhythmus, sodass das Haus manchmal klingt wie ein Instrument, das niemand gestimmt hat und das trotzdem spielt. :6. Az október ezen a parton nem évszak a szokásos értelemben, hanem inkább halmazállapot, amelyben a fény soha nem érkezik meg egészen, és az eső már felhagyott azzal, hogy bocsánatot kérjen. - Der Oktober an dieser Küste ist keine Jahreszeit im üblichen Sinn, sondern eher ein Aggregatzustand, in dem das Licht nie ganz ankommt und der Regen aufgehört hat, sich zu entschuldigen. :7. Anders reggel a konyhaasztalnál ül, kezét egy régen kihűlt csésze köré fonva, és a fjordot nézi, amelynek ma ugyanaz a színe van, mint tegnap és tegnapelőtt, egy szürke, amelynek nincs szüksége árnyalatokra. - Anders sitzt am Morgen am Küchentisch, die Hände um eine längst erkaltete Tasse, und schaut auf den Fjord, der heute dieselbe Farbe hat wie gestern und vorgestern, ein Grau, das keine Nuancen braucht. :8. Valaha hajóépítő volt Bergenben, jó munkát végzett, és ezt tudta is, de ez a múlt olyan messze van mögötte, hogy már csak harmadik személyben gondol rá, mintha valaki más élte volna azt az életet. - Er war einmal Bootsbauer in Bergen, er hat gute Arbeit gemacht und das gewusst, aber diese Vergangenheit liegt so weit hinter ihm, dass er sie nur noch in der dritten Person denkt, als hätte jemand anders dieses Leben geführt. :9. Most a megmaradt szomszédok külmotorjait javítja, alaposan és minden felhajtás nélkül teszi, és a fizetség kérdése többnyire fel sem merül, mert mindkét oldal tudja, hogy a kávé és a hallgatás az őszintébb valuták. - Jetzt repariert er die Außenbordmotoren der verbliebenen Nachbarn, er tut es gründlich und ohne Aufhebens, und die Frage der Bezahlung ist meist gar keine, weil beide Seiten wissen, dass Kaffee und Schweigen die ehrlicheren Währungen sind. :10. Lars, hatvannyolc éves, minden második nap bejön kopogás nélkül, nem szemtelenségből, hanem mert egy ajtó két olyan ember között, akik semmit sem akarnak egymástól a jelenléten kívül, fölösleges gesztus volna. - Lars, achtundsechzig, kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, nicht aus Unverschämtheit, sondern weil eine Tür zwischen zwei Menschen, die nichts voneinander wollen als Anwesenheit, eine überflüssige Geste wäre. :11. A dohányos zacskóját annak az embernek a gondtalanságával teszi a konyhaasztalra, aki soha semmit nem azért tesz le, hogy visszakapja, leül a padra, és hátát a repedezett falnak veti. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Küchentisch mit der Sorglosigkeit von jemandem, der nie etwas ablegt, um es zurückzubekommen, setzt sich auf die Bank und lehnt den Rücken gegen die rissige Wand. :12. A hallgatás, amelyen osztoznak, olyan minőségű, amelyet Anders korábban nem ismert, és amelyet most azon kevés dolgok egyikének tart, amelyeket nem megtanulni lehet, hanem csak megtalálni, amikor az ember felhagyott a keresésükkel. - Das Schweigen, das sie teilen, ist von einer Qualität, die Anders früher nicht kannte und die er jetzt für eines der wenigen Dinge hält, die man nicht lernen kann, sondern nur findet, wenn man aufgehört hat, es zu suchen. :13. Ma Lars egy súlytalan idő után a szobába mondja, anélkül hogy felemelné a fejét: „Björn kuttere megint működik.” - Heute sagt Lars, nach einer Weile, die kein Gewicht hat, in den Raum hinein, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :14. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, az ajtó tompa fa-a-fán hanggal becsapódik a zárba, és a dohány az asztalon marad, elfelejtve vagy otthagyva, ez ugyanaz a kérdés. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss mit dem dumpfen Laut von Holz auf Holz, und der Tabak liegt auf dem Tisch, vergessen oder hinterlassen, das ist dieselbe Frage. :15. A posta a délutáni komppal érkezik, és többnyire nem éri meg emiatt kimenni a postaládához, de ma két számla között egy képeslap fekszik, amelyet a kézírásról felismer, még mielőtt teljesen megfordította volna. - Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und meistens lohnt es sich nicht, deshalb zum Briefkasten zu gehen, aber heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, die er an der Handschrift erkennt, noch bevor er sie vollständig gedreht hat. :16. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely délibbnek hat, mint Oslo megérdemelné, túl melegnek, túl bizakodónak, olyan képként, amelyet városok készítenek magukról, amikor turistákra gondolnak, nem igazságra. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das südlicher wirkt, als Oslo es verdient, zu warm, zu zuversichtlich, die Art von Bild, die Städte von sich machen, wenn sie Touristen meinen, nicht Wahrheit. :17. Megfordítja a lapot, és Mette ezt írta: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um, und Mette hat geschrieben: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :18. A mondat rövid, ami azt jelenti, hogy sokáig gondolkodott rajta, mert az efféle rövidség nem sietségből fakad, hanem mindannak hosszú kihúzásából, ami túl sok volna. - Der Satz ist kurz, was bedeutet, dass sie lange über ihn nachgedacht hat, denn Kürze dieser Art kommt nicht aus Eile, sondern aus dem langen Streichen von allem, was zu viel wäre. :19. Hat hónap rádiócsend, és aztán semmi szemrehányás, semmi magyarázat, csak ez az egy mondat, amely nem nyit ki ajtót és nem is zár be, hanem egyszerűen megmutatja, hol van egy fal. - Sechs Monate Funkstille, und dann kein Vorwurf, keine Erklärung, nur dieser eine Satz, der keine Tür öffnet und keine schließt, sondern einfach zeigt, wo eine Wand ist. :20. Háromszor elolvassa, a lapot képpel lefelé az ablakpárkányra teszi, mint valamit, amit az ember nem dob el és nem is őriz meg, hanem egyszerűen letesz valahová, hogy lássa, mi történik. - Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims wie etwas, das man nicht wegwirft und nicht aufbewahrt, sondern einfach irgendwo hinlegt, um zu sehen, was passiert. :21. Az esti komp átvág a fjordon, motorja mélyen és egyenletesen hordja hangját a víz fölött, és Anders addig néz utána, amíg a zaj olyan kicsivé nem válik, hogy már nem biztos benne, hallja-e még, vagy csak gondolja. - Die Abendfähre zieht durch den Fjord, ihr Motor trägt tief und gleichmäßig über das Wasser, und Anders schaut ihr nach, bis das Geräusch so klein geworden ist, dass er nicht mehr sicher ist, ob er es noch hört oder nur noch denkt. :22. Négykor fekete az ég, és Anders gyertyát gyújt, mert nem szereti a mennyezeti lámpát, amely mindent egyformán világít meg, anélkül hogy különbséget tenne aközött, ami fényt érdemel, és aközött, aminek jobb sötétben maradnia. - Um vier ist der Himmel schwarz, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Deckenlicht nicht mag, das alles gleich beleuchtet, ohne zu unterscheiden zwischen dem, was Licht verdient, und dem, was besser im Dunkeln bleibt. :23. A régi zongorára teszi a sarokban, amely ott áll, mióta beköltözött, egy hangszer történet nélkül ebben a házban, vagy olyan történettel, amely előtte ér véget, és amelyről soha nem kérdezett. - Er stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das dort steht, seit er eingezogen ist, ein Instrument ohne Geschichte in diesem Haus, oder mit einer Geschichte, die vor ihm endet und die er nie gefragt hat. :24. Leül az előtte álló székre, nem azért, hogy játsszon, hanem mert a szék az egyetlen hely a szobában, ahonnan látni lehet a gyertyát anélkül, hogy a fjord az ember háta mögött volna. - Er setzt sich auf den Hocker davor, nicht um zu spielen, sondern weil der Hocker der einzige Platz im Zimmer ist, von dem aus man die Kerze sehen kann, ohne den Fjord im Rücken zu haben. :25. A láng nyugodtan ég, ebben a házban ebben az órában nincs huzat, és Anders nézi anélkül, hogy egyetlen gondolatot is megtartana, mert a gondolatok ma laposak, mint odakint a fény, és ugyanilyen keveset érnek el. - Die Flamme brennt ruhig, kein Luftzug in diesem Haus um diese Stunde, und Anders schaut sie an, ohne einen Gedanken festzuhalten, weil die Gedanken heute flach sind wie das Licht draußen und genauso wenig ausrichten. :26. Odakint a víz rövid, türelmes lökésekkel veri az öreg kikötőhely cölöpjeit, bent a fűtés válaszol a maga cseppjeivel, és a ház olyan ritmusban lélegzik, amelynek semmi köze Andershez, ő mégis hallgatja. - Draußen schlägt das Wasser in kurzen, geduldigen Stößen gegen die Pfähle der alten Anlegestelle, drinnen antwortet die Heizung mit ihrem Tropfen, und das Haus atmet in einem Rhythmus, der nichts mit Anders zu tun hat und dem er trotzdem zuhört. :27. A gyertya leég, egyenletesen, sietség nélkül, és amikor kialszik, ő ülve marad a sötétben, és nem gyújt világot, mert a pillanat nem kívánja, és mert megtanulta, hogy a pillanatokat nem kell rábeszélni. - Die Kerze brennt herunter, gleichmäßig, ohne Eile, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen und macht kein Licht, weil der Moment es nicht verlangt und weil er gelernt hat, Momente nicht zu überreden. :28. Nem fog Oslóba utazni, és ez nem meghozott döntés, hanem annak csendes megállapítása, hogy az utazás oka nem létezik, legalábbis nem olyan formában, amely nehezebben nyomna a latban, mint a maradás oka, amely szintén nem létezik. - Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist kein Entschluss, der gefällt wurde, sondern die stille Feststellung, dass der Grund zum Fahren nicht existiert, zumindest nicht in einer Form, die schwerer wiegt als der Grund zu bleiben, der auch nicht existiert. :29. Mette mondata még ott függ a szobában, „kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt”, és a válasz, ha van ilyen, nem az, hogy semmit, hanem pontosan ez: ez a ház, ez a csepp, ez a fjord, ez a csend, amely nem valaminek a hiánya, hanem mindannak a jelenléte, ami megmarad, amikor az ember felhagyott azzal, hogy másként akarja. - Mettes Satz hängt noch im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die Antwort, wenn es eine gibt, lautet nicht nichts, sondern genau das: dieses Haus, dieser Tropfen, dieser Fjord, diese Stille, die keine Abwesenheit von etwas ist, sondern eine Anwesenheit von allem, was übrigbleibt, wenn man aufgehört hat, es anders zu wollen. :30. Odakint havazni kezd, bejelentés nélkül, anélkül az átmenet nélkül, amelyet a hó máshol megtesz, egyszerűen hirtelen ott van, mintha az ég úgy döntött volna, hogy ma nincs szükség magyarázatokra. - Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne den Übergang, den Schnee anderswo macht, einfach plötzlich da, als hätte der Himmel entschieden, dass Erklärungen heute nicht nötig sind. :31. A pelyhek a fjord fekete vizére hullanak, és abban a pillanatban eltűnnek, amelyben megérkeznek, nyomtalanul, mintha maga a hullás volna az egyetlen cél, nem a fekvés, nem a maradás. - Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden in dem Moment, in dem sie ankommen, spurlos, als wäre das Fallen selbst der einzige Zweck, nicht das Liegen, nicht das Bleiben. :32. Anders a sötétben ül, és a havat hallgatja, amely semmilyen hangot nem ad, és talán ez a legtisztább mondat, amelyet ez az este kínál: hogy némely dolgot csak akkor lehet meghallani, amikor az ember felhagyott azzal, hogy valami hallhatóra várjon. - Anders sitzt im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der klarste Satz, den dieser Abend anbietet: dass manches nur dann gehört werden kann, wenn man aufgehört hat, auf etwas Hörbares zu warten. -------------------- == 84 == 1 -------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Szerda van. - Es ist Mittwoch. :2. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :3. Esik az eső. - Es regnet. :4. Kari ül a volánnál. - Kari sitzt am Steuer. :5. Jon mellette ül. - Jon sitzt neben ihr. :6. Némán haladnak. - Sie fahren schweigend. :7. A régi Volvo hideg. - Der alte Volvo ist kalt. :8. Az ablaktörlő nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht. :9. Kari gyors fokozatra kapcsolja. - Kari schaltet ihn auf schnell. :10. Nem sokat segít. - Es hilft nicht viel. :11. Jon résnyire kinyitja az ablakot. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt. :12. A levegő tengerszagú. - Die Luft riecht nach Meer. :13. Kari nem mond semmit. - Kari sagt nichts. :14. Jon sem mond semmit. - Jon sagt auch nichts. :15. Jól ismerik az utat. - Sie kennen die Straße gut. :16. Itt nőttek fel. - Sie sind hier aufgewachsen. :17. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :18. El kell hozniuk a holmijait. - Sie müssen seine Sachen holen. :19. A csónakház a víznél áll. - Der Bootsschuppen steht am Wasser. :20. Öreg és szürke. - Er ist alt und grau. :21. A fa korhadt. - Das Holz ist morsch. :22. Kari leparkolja az autót. - Kari parkt das Auto. :23. Kiszállnak. - Sie steigen aus. :24. Az eső hideg. - Der Regen ist kalt. :25. Nincs náluk esernyő. - Sie haben keinen Schirm. :26. A fészer ajtaja szorul. - Die Tür des Schuppens klemmt. :27. Jon kétszer belerúg. - Jon tritt zweimal dagegen. :28. Az ajtó kinyílik. - Die Tür geht auf. :29. Régi fa szaga van. - Es riecht nach altem Holz. :30. Cigarettaszag van. - Es riecht nach Zigaretten. :31. Kari megáll az ajtóban. - Kari bleibt an der Tür stehen. :32. Jon bemegy. - Jon geht hinein. :33. A falon mentőmellény lóg. - An der Wand hängt eine Schwimmweste. :34. Alatta gumicsizmák állnak. - Darunter stehen Gummistiefel. :35. Negyvenötös méret – az apjuk mérete. - Größe 45 – die Größe des Vaters. :36. Kari a padlóra néz. - Kari sieht auf den Boden. :37. Az eső dobol a bádogtetőn. - Der Regen trommelt auf das Blechdach. :38. Jon lassan megfordul. - Jon dreht sich langsam um. :39. A falon két szög van. - An der Wand hängen zwei Nägel. :40. A szögeken egy horgászbot lóg. - An den Nägeln hängt eine Angel. :41. Jon leveszi. - Jon nimmt sie herunter. :42. A zsinór összegubancolódott. - Die Schnur ist verwickelt. :43. A horog rozsdás. - Der Haken ist rostig. :44. Jon két kézzel tartja a horgászbotot. - Jon hält die Angel in beiden Händen. :45. Nem mozdul. - Er bewegt sich nicht. :46. Kari közelebb lép. - Kari tritt näher. :47. Röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. :48. Érzi a régi fát. - Sie fühlt das alte Holz. :49. Visszaadja. - Sie gibt sie zurück. :50. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :51. A hangja nyugodt. - Ihre Stimme ist ruhig. :52. Jon bólint. - Jon nickt. :53. Leteszi a horgászbotot a munkapadra. - Er legt die Angel auf die Werkbank. :54. Aztán körülnéznek. - Dann sehen sie sich um. :55. Egy naptár lóg a falon – 2019. - Ein Kalender hängt an der Wand – 2019. :56. Egy kanna áll a sarokban. - Ein Kanister steht in der Ecke. :57. Két rozsdás horog hever a padlón. - Zwei rostige Haken liegen auf dem Boden. :58. Ennyi az egész. - Das ist alles. :59. Jon az ajtóhoz megy. - Jon geht zur Tür. :60. Kari követi. - Kari folgt ihm. :61. Megint kint állnak az esőben. - Sie stehen wieder draußen im Regen. :62. Jon bezárja a lakatot. - Jon schließt das Vorhängeschloss. :63. Kattan. - Es klickt. :64. Kari ökölbe zárt kezében tartja a kulcsot. - Kari hält den Schlüssel in der Faust. :65. A vízhez megy. - Sie geht zum Wasser. :66. Messzire behajítja a kulcsot a fjordba. - Sie wirft den Schlüssel weit in den Fjord. :67. Halk hangot ad. - Es macht ein leises Geräusch. :68. A kis kör a vízen azonnal eltűnik. - Der kleine Kreis auf dem Wasser verschwindet sofort. :69. Kari nem fordul meg. - Kari dreht sich nicht um. :70. Jon sem. - Jon auch nicht. :71. Visszamennek az autóhoz. - Sie gehen zum Auto zurück. :72. Jon ül a volánhoz. - Jon setzt sich ans Steuer. :73. Beindítja a motort. - Er startet den Motor. :74. Az ablaktörlő megint jár. - Der Scheibenwischer läuft wieder. :75. Ugyanúgy nyikorog, mint korábban. - Er quietscht wie vorher. :76. Elindulnak. - Sie fahren. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Novemberi szerda van, és az eső reggel óta esik. - Es ist ein Mittwoch im November, und der Regen fällt seit dem Morgen. :2. Kari vezet, mert Jonnak már nincs jogosítványa. - Kari fährt, weil Jon keinen Führerschein mehr hat. :3. A régi Volvo nedves szövet és hideg kávé szagát árasztja. - Der alte Volvo riecht nach feuchtem Stoff und kaltem Kaffee. :4. Jon csendben ül az anyósülésen, és kinéz az ablakon. - Jon sitzt still auf dem Beifahrersitz und schaut aus dem Fenster. :5. Az út üres, és a jobb és bal oldalon álló fák feketék a nedvességtől. - Die Straße ist leer, und die Bäume rechts und links sind schwarz vor Nässe. :6. Az ablaktörlő minden harmadik mozdulatnál nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht bei jeder dritten Bewegung. :7. Karit zavarja ez, de nem mond semmit. - Kari stört das, aber sie sagt nichts. :8. Arra gondol, hogy gyerekként gyakran járt ezen az úton. - Sie denkt daran, dass sie diese Strecke als Kind oft gefahren ist. :9. Akkoriban a hátsó ülésre ült, és a felhőket számolta. - Damals hat sie sich auf dem Rücksitz gesetzt und die Wolken gezählt. :10. Most a perceket számolja a fészerig. - Jetzt zählt sie die Minuten bis zum Schuppen. :11. Jon résnyire kinyitja az ablakot, pedig hideg van. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt, obwohl es kalt ist. :12. A beáramló levegő só és nedves fű szagát hozza. - Die Luft, die hereinkommt, riecht nach Salz und nassem Gras. :13. Kari gyors fokozatra kapcsolja az ablaktörlőt, de ez alig segít. - Kari schaltet den Wischer auf die schnelle Stufe, aber es hilft kaum. :14. Leparkolja az autót a fészer előtti keskeny úton. - Sie parkt das Auto auf dem schmalen Weg vor dem Schuppen. :15. A fészer közel áll a vízhez, és a fafalai sötétek és nedvesek. - Der Schuppen steht nah am Wasser, und seine Holzwände sind dunkel und feucht. :16. Kiszállnak anélkül, hogy bármit mondanának. - Sie steigen aus, ohne etwas zu sagen. :17. Az eső azonnal veri a kabátjukat. - Der Regen trifft ihre Jacken sofort. :18. A fészer ajtaja szorul, mint mindig. - Die Tür des Schuppens klemmt, wie immer. :19. Jon kétszer belerúg, és másodszorra kinyílik. - Jon tritt zweimal dagegen, und beim zweiten Mal geht sie auf. :20. A szag azonnal megcsapja őket – régi fa, nedves hamu, dohány. - Der Geruch kommt sofort – altes Holz, feuchte Asche, Tabak. :21. Kari egy pillanatra megáll a küszöbön, mert levegőt kell vennie. - Kari bleibt einen Moment an der Schwelle stehen, weil sie atmen muss. :22. A szag nem kellemetlen, de olyan helyen találja el, ahol nem számított rá. - Der Geruch ist nicht unangenehm, aber er trifft sie an einer Stelle, die sie nicht erwartet hat. :23. Jon bemegy, anélkül hogy hátranézne. - Jon geht hinein, ohne sich umzusehen. :24. A falon egy régi mentőmellény lóg, szakadt szíjjal. - An der Wand hängt eine alte Schwimmweste mit einem gerissenen Riemen. :25. Alatta 45-ös gumicsizmák állnak, és egyenesen állnak, mintha valaki éppen most húzta volna le őket. - Darunter stehen Gummistiefel in Größe 45, und sie stehen gerade, als ob jemand sie gerade ausgezogen hat. :26. Kari leül egy üres faládára, amely az ajtó mellett áll. - Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste, die neben der Tür steht. :27. A fa halk hangot ad ki magából, de tart. - Das Holz gibt ein leises Geräusch von sich, aber es hält. :28. Az eső dobol a hullámlemez tetőn, hangosan és egyenletesen. - Der Regen trommelt auf das Wellblechdach, laut und gleichmäßig. :29. Jon a fészer közepén áll, és lassan körbefordul. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um. :30. A falon, két rozsdás szög között, egy horgászbot lóg. - An der Wand, zwischen zwei rostigen Nägeln, hängt eine Angel. :31. Jon leveszi, és maga elé tartja. - Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich hin. :32. A zsinór összegabalyodott, és a végén lévő horog barna a rozsdától. - Die Schnur ist verwickelt, und der Haken am Ende ist braun vor Rost. :33. A kezében forgatja a horgászbotot, mintha először látná. - Er dreht die Angel in den Händen, als ob er sie zum ersten Mal sieht. :34. Kari feláll, és közelebb lép, mert látni akarja, mit tart a kezében. - Kari steht auf und tritt näher, weil sie sehen möchte, was er hält. :35. Kérdezés nélkül rövid időre kiveszi a kezéből a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz aus seiner Hand, ohne zu fragen. :36. A fa könnyűnek és száraznak érződik, pedig a fészerben minden más nedves. - Das Holz fühlt sich leicht und trocken an, obwohl alles andere im Schuppen feucht ist. :37. Visszaadja, és azt mondja: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Sie gibt sie zurück und sagt: „Den nehmen wir nicht mit." :38. A hangja nyugodtabban szól, mint ahogy érzi magát. - Ihre Stimme klingt ruhiger, als sie sich fühlt. :39. Jon egyszer bólint, anélkül hogy ránézne. - Jon nickt einmal, ohne sie anzusehen. :40. Óvatosan leteszi a horgászbotot a régi munkapadra, amely a hátsó falnál áll. - Er legt die Angel vorsichtig auf die alte Werkbank, die an der hinteren Wand steht. :41. Aztán körülnéznek a fészerben, mert tudják, hogy végezniük kell. - Dann sehen sie sich im Schuppen um, weil sie wissen, dass sie fertig sein müssen. :42. Egy 2019-es naptár ferdén lóg egy szögön az ajtó mellett. - Ein Kalender von 2019 hängt schief an einem Nagel neben der Tür. :43. Egy félig üres benzineskanna áll a sarokban, és két horog fekszik a földön. - Ein halbleerer Benzinkanister steht in der Ecke, und zwei Haken liegen auf dem Boden. :44. Ennyi minden, amit az apjuk itt hagyott. - Das ist alles, was ihr Vater hier gelassen hat. :45. Kari leveszi a naptárat, és bedugja a kabátzsebébe, anélkül hogy megmagyarázná, miért. - Kari nimmt den Kalender und steckt ihn in ihre Jackentasche, ohne zu erklären warum. :46. Jon látja, de nem mond semmit. - Jon sieht es, sagt aber nichts. :47. Együtt kimennek, és az eső most erősebb, mint korábban. - Sie gehen gemeinsam nach draußen, und der Regen ist jetzt stärker als vorher. :48. Jon behúzza az ajtót, és ráteszi a lakatot. - Jon zieht die Tür zu und legt das Vorhängeschloss ein. :49. Rövid, kemény hanggal kattan. - Es klickt mit einem kurzen, harten Geräusch. :50. Kari néhány lépéssel odébb áll, és a fjordra néz. - Kari steht ein paar Schritte weiter und schaut auf den Fjord. :51. A víz szürke, és lassan mozog, mintha fáradt volna. - Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam, als ob es müde wäre. :52. Előveszi a kulcsot a zsebéből, és rövid ideig a kezében tartja. - Sie holt den Schlüssel aus ihrer Tasche und hält ihn kurz in der Hand. :53. Aztán messzire dobja a víz fölé, egész karjával. - Dann wirft sie ihn weit über das Wasser, mit dem ganzen Arm. :54. A kulcs halk hangot ad, amikor a felszínre ér. - Der Schlüssel macht ein leises Geräusch, als er auf die Oberfläche trifft. :55. Egy kis kör keletkezik a vízen, és azonnal eltűnik. - Ein kleiner Kreis entsteht auf dem Wasser, und er verschwindet sofort. :56. Kari megfordul, anélkül hogy megvárná a vizet. - Kari dreht sich um, ohne auf das Wasser zu warten. :57. Jon már az autónál van. - Jon ist schon beim Auto. :58. Beül a vezetőülésre, Kari pedig mellé ül. - Er setzt sich auf den Fahrersitz, und Kari setzt sich daneben. :59. Beindítja a motort, anélkül hogy megkérdezné, készen van-e. - Er startet den Motor, ohne zu fragen, ob sie fertig ist. :60. Készen van. - Sie ist fertig. :61. Az ablaktörlő elindul, és ugyanúgy nyikorog, mint odafelé. - Der Scheibenwischer läuft an, und er quietscht wie auf der Hinfahrt. :62. Kari a térdére teszi a kezét, és egyenesen előrenéz. - Kari legt die Hände auf die Knie und schaut geradeaus. :63. Jon lassan visszahajt az útra. - Jon fährt langsam zurück auf die Straße. :64. A fák újra jobb és bal oldalon állnak, nedvesen és feketén. - Die Bäume stehen wieder rechts und links, nass und schwarz. :65. Egyikük sem beszél, de ezúttal a csend másnak érződik. - Keiner spricht, aber diesmal fühlt sich das Schweigen anders an. :66. Nem üresebbnek – csak csendesebbnek. - Nicht leerer – nur stiller. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. A eső kora reggel óta nem állt el, és amikor Kari beindította a motort, tudta, hogy ez a nap nem fog jobbá válni. - Der Regen hatte seit dem frühen Morgen nicht aufgehört, und als Kari den Motor startete, wusste sie, dass der Tag nicht besser werden würde. :2. Jon pontos volt, ami meglepte őt, mert Jon ritkán volt pontos. - Jon war pünktlich gewesen, was sie überrascht hatte, denn er war selten pünktlich. :3. Volt nála egy táska, amely túl nagy volt ahhoz képest, amit majd elhoznak. - Er hatte eine Tasche dabei, die zu groß war für das, was sie holen würden. :4. Kari nem kérdezett semmit. - Kari hatte nichts gefragt. :5. A parti úton mentek, amelyet mindketten kívülről ismertek, anélkül, hogy beszéltek volna róla. - Sie fuhren die Küstenstraße, die sie beide auswendig kannten, ohne darüber zu reden. :6. A fjord balra feküdt tőlük, szürkén és laposan, és a víz olyan volt, mint a régi üveg. - Der Fjord lag links von ihnen, grau und flach, und das Wasser sah aus wie altes Glas. :7. Jon résnyire kinyitotta az ablakot, noha hideg volt, és Kari úgy hagyta. - Jon hatte das Fenster einen Spalt geöffnet, obwohl es kalt war, und Kari ließ es so. :8. Az ablaktörlő a második fokozaton járt, és minden visszatérésnél csikorgott, olyan hangot adva, amely egy idő után háttérbe húzódott, anélkül hogy egészen eltűnt volna. - Der Scheibenwischer lief auf der zweiten Stufe und quietschte bei jeder Rückkehr, ein Geräusch, das sich nach einer Weile in den Hintergrund schob, ohne ganz zu verschwinden. :9. Kari arra gondolt, hogy az apja ezt az ablaktörlőt soha nem javíttatta meg, bár minden évben szándékában állt. - Kari dachte daran, dass ihr Vater diesen Wischer nie hatte reparieren lassen, obwohl er es jedes Jahr vorhatte. :10. A fészer egy keskeny mezei út végén állt, amely ősszel mindig felázott. - Der Schuppen stand am Ende eines schmalen Feldwegs, der im Herbst immer aufweichte. :11. Kari leparkolt, mielőtt az út túl sárossá vált volna, és a maradékot gyalog tették meg. - Kari parkte, bevor der Weg zu schlammig wurde, und sie gingen den Rest zu Fuß. :12. Az eső azonnal elérte őket, hidegen és egyenletesen, mint valami, aminek nincs véleménye. - Der Regen traf sie sofort, kalt und gleichmäßig, wie etwas, das keine Meinung hat. :13. A fészer ajtaja szorult, ahogy Kari számított rá. - Die Tür des Schuppens klemmte, wie sie es erwartet hatte. :14. Jon egyszer belerúgott, aztán még egyszer erősebben, és másodszorra engedett. - Jon trat einmal dagegen, dann nochmal fester, und beim zweiten Mal gab sie nach. :15. A szag úgy érkezett, mint egy ütés – nem kellemetlenül, de sűrűn és közvetlenül: régi fa, amely magába szívta a dohányfüst és a sós levegő éveit. - Der Geruch kam wie ein Schlag – nicht unangenehm, aber dicht und unmittelbar: altes Holz, das sich vollgesogen hatte mit Jahren aus Tabakrauch und Salzluft. :16. Ehhez járult még valami édeskés, amit Kari nem tudott megnevezni, és nem is akart megnevezni. - Dazu etwas Süßliches, das Kari nicht benennen konnte und auch nicht benennen wollte. :17. Megállt a küszöbnél, miközben Jon bement. - Sie blieb an der Schwelle stehen, während Jon hineinging. :18. Lassan mozgott, szinte óvatosan, mintha a padló engedhetne alatta. - Er bewegte sich langsam, fast vorsichtig, als ob der Boden nachgeben könnte. :19. A falon egy mentőmellény lógott, hosszú szakadással a gallérján. - An der Wand hing eine Schwimmweste mit einem langen Riss am Kragen. :20. Alatta álltak a gumicsizmák – 45-ös méret, egyenesen, mintha valaki csak tegnap tette volna oda őket. - Darunter standen die Gummistiefel – Größe 45, aufrecht, als hätte sie jemand erst gestern dort hingestellt. :21. Kari a csizmákra nézett, és arra gondolt, gyerekként hányszor várt erre a méretre, arra a pillanatra, amikor a lépések a folyosón elhallgattak, és kinyílt az ajtó. - Kari sah auf die Stiefel und dachte daran, wie oft sie als Kind auf diese Größe gewartet hatte, auf den Moment, wo die Schritte im Flur aufhörten und die Tür aufging. :22. Most az ajtó soha többé nem fog kinyílni. - Jetzt würde die Tür nie mehr aufgehen. :23. Jon a helyiség közepén állt, és a hátsó fal felé nézett. - Jon stand in der Mitte des Raums und schaute zur hinteren Wand. :24. Két szög között egy horgászbot lógott, a zsinór lazán feltekerve és összecsomózódva, a végén a horog rozsdától vörösbarnán. - Zwischen zwei Nägeln hing eine Angel, die Schnur lose aufgewickelt und verknotet, der Haken am Ende rotbraun vor Rost. :25. Habozás nélkül levette, és két kézzel tartotta, úgy, ahogy az ember olyasmit tart, amit nem akar elejteni, bár nem tudja, miért. - Er nahm sie herunter, ohne zu zögern, und hielt sie mit beiden Händen, so wie man etwas hält, das man nicht fallen lassen will, obwohl man nicht weiß warum. :26. Kari közelebb lépett, és figyelte őt közben. - Kari trat näher und sah ihm dabei zu. :27. Jon lassan forgatta a horgászbotot, nézte a zsinórt, a horgot, a markolat régi fáját. - Er drehte die Angel langsam, betrachtete die Schnur, den Haken, das alte Holz des Griffs. :28. Kari kinyújtotta a kezét, és Jon odaadta neki anélkül, hogy felnézett volna. - Sie streckte die Hand aus, und er gab sie ihr, ohne aufzusehen. :29. A fa sima volt és könnyű, szárazabb, mint bármi más a fészerben. - Das Holz war glatt und leicht, trockener als alles andere im Schuppen. :30. Egy pillanatig tartotta, tovább, mint szükséges lett volna, aztán letette a munkapadra. - Sie hielt sie einen Moment, länger als nötig, dann legte sie sie auf die Werkbank. :31. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondta. - „Den nehmen wir nicht mit", sagte sie. :32. Nem kérdésnek hangzott, és nem is magyarázatnak. - Es klang nicht wie eine Frage und nicht wie eine Erklärung. :33. Jon röviden a horgászbotra nézett, aztán bólintott. - Jon sah kurz auf die Angel, dann nickte er. :34. Csendben és sietség nélkül átkutatták a fészer többi részét. - Sie durchsuchten den Rest des Schuppens schweigend und ohne Eile. :35. Egy 2019-es naptár ferdén lógott a falon, márciusnál kinyitva. - Ein Kalender von 2019 hing schief an der Wand, aufgeschlagen auf März. :36. Egy félig teli benzines kanna állt a sarokban egy fenék nélküli vödör mellett. - Ein Benzinkanister, halb voll, stand in der Ecke neben einem Eimer ohne Boden. :37. Két horog feküdt a padlón, rozsdásan, mint az a horgászboton. - Zwei Haken lagen auf dem Boden, rostig wie der an der Angel. :38. Kari zsebre tette a naptárt, mert a március volt a születési hónapja, és mert megtehette. - Kari steckte den Kalender ein, weil der März ihr Geburtsmonat war und weil sie es konnte. :39. Amikor kiléptek, az eső erősebb lett. - Als sie nach draußen traten, war der Regen stärker geworden. :40. Jon behúzta az ajtót, és felakasztotta a lakatot, és a zár kattanása volt órák óta a leghangosabb zaj. - Jon zog die Tür zu und hängte das Vorhängeschloss ein, und das Klicken des Schlosses war das lauteste Geräusch seit Stunden. :41. Kari néhány lépésre állt a fészertől, és a fjordra nézett, amely most sötétebb volt, mint odafelé, a szélén majdnem fekete. - Kari stand ein paar Schritte vom Schuppen entfernt und schaute auf den Fjord, der jetzt dunkler war als auf der Hinfahrt, fast schwarz am Rand. :42. Kivette a kulcsot a zsebéből, röviden megmérte a kezében, aztán széles, elszánt lendülettel a vízbe dobta. - Sie holte den Schlüssel aus der Tasche, wog ihn kurz in der Hand, und warf ihn dann mit einem weiten, entschlossenen Schwung ins Wasser. :43. Zaj nélkül érte a felszínt, szinte tétován, és a kör, amelyet maga után hagyott, kicsi volt, és eltűnt, mielőtt Kari igazán látta volna. - Er traf die Oberfläche ohne Lärm, fast zögerlich, und der Kreis, den er hinterließ, war klein und verschwand, bevor Kari ihn richtig gesehen hatte. :44. Visszamentek az autóhoz anélkül, hogy hátrafordultak volna. - Sie gingen zum Auto zurück, ohne sich umzudrehen. :45. Jon ült a volánhoz, és Kari hagyta, mert már nem akart vezetni. - Jon setzte sich ans Steuer, und Kari ließ es zu, weil sie nicht mehr fahren wollte. :46. Beindította a motort, sebességbe tette, és lassan kihajtott az útra. - Er startete den Motor, legte den Gang ein und fuhr langsam auf die Straße. :47. Az ablaktörlő újra elindult, újra csikorgott, mint odafelé. - Der Scheibenwischer lief wieder an, quietschte wieder, wie auf der Hinfahrt. :48. Kari az oldalablaknak támasztotta a fejét, és érezte a motor rezgését. - Kari lehnte den Kopf gegen das Seitenfenster und spürte die Vibration des Motors. :49. Odakint elvonult mellettük a part, szürkén és nedvesen, és a fjord balra maradt tőlük, szélesen és csendesen, emlék nélkül a kulcsról. - Draußen zog die Küste vorbei, grau und nass, und der Fjord blieb links von ihnen, breit und still, ohne Erinnerung an den Schlüssel. :50. Jon bekapcsolta a rádiót, de azonnal újra kikapcsolta. - Jon schaltete das Radio ein, ließ es aber sofort wieder aus. :51. A csend, amely megmaradt, nem rossz csend volt. - Das Schweigen, das blieb, war kein schlechtes Schweigen. :52. Két ember csendje volt, akik ugyanazt tudják, és már semmit sem kell tisztázniuk. - Es war das Schweigen von zwei Menschen, die dasselbe wissen und nichts mehr klären müssen. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- : A horgászbot - Die Angel :1. Az eső éjszaka kezdődött, halkan és kitartóan, és amikor Kari reggel felhúzta a rolót, látta, hogy a ház előtti utca már simán és feketén csillogott, mint a polírozott bőr. - Der Regen hatte in der Nacht begonnen, leise und beharrlich, und als Kari am Morgen das Rollo hochzog, sah sie, dass die Straße vor dem Haus bereits blank und schwarz glänzte wie poliertes Leder. :2. Rosszul aludt, nem az eső miatt, hanem a találkozó miatt, amely három hete állt a naptárában, és ez idő alatt nem lett kisebb. - Sie hatte schlecht geschlafen, nicht wegen des Regens, sondern wegen des Termins, der seit drei Wochen in ihrem Kalender stand und sich in dieser Zeit nicht kleiner gemacht hatte. :3. Jon nyolckor felhívta, hogy megmondja, pontos lesz, és Kari azon kapta magát, hogy remélte, le fogja mondani. - Jon hatte sie um acht angerufen, um zu sagen, dass er pünktlich sei, und Kari hatte sich dabei ertappt, dass sie gehofft hatte, er würde absagen. :4. Az út némán telt, ahogy évek óta a legtöbb dolog közöttük – nem ellenségesen, hanem olyan távolsággal, amelyet olyan régóta gyakoroltak, hogy már egyikük sem tudta, ki vezette be először, vagy miért. - Die Fahrt verlief schweigend, so wie die meisten Dinge zwischen ihnen seit Jahren verliefen – nicht feindselig, aber mit einer Distanz, die so lang eingeübt war, dass keiner mehr wusste, wer sie zuerst eingeführt hatte oder warum. :5. Az öreg Volvo a huzatok nedves szövetének szagát árasztotta, meg annak a kávénak az illatát, amelyet Jon papírpohárban hozott magával, és két korty után a pohártartóban felejtett. - Der alte Volvo roch nach dem feuchten Stoff der Sitzbezüge und nach dem Kaffee, den Jon in einem Pappbecher mitgebracht und nach zwei Schlucken im Getränkehalter vergessen hatte. :6. Kari a parti úton vezetett, amelyet gyermekkora óta ismert, anélkül hogy gondolkodott volna rajta; a kanyarok úgy ültek a kezében, mint régi szövegek, amelyeket az ember már nem olvas, de még mindig el tud mondani. - Kari fuhr die Küstenstraße, die sie seit ihrer Kindheit kannte, ohne darüber nachzudenken, die Kurven saßen in ihren Händen wie alte Texte, die man nicht mehr lesen, aber immer noch sprechen kann. :7. A fjord bal kéz felől feküdt, kiterülve és szinte mozdulatlanul, felszínét felülről verte az eső, amely a vízen egyenletes, lapos mintát rajzolt, amelynek nem volt vége. - Der Fjord lag linker Hand, ausgebreitet und beinahe reglos, seine Oberfläche von oben aufgehämmert durch den Regen, der auf dem Wasser ein gleichmäßiges, flaches Muster erzeugte, das kein Ende hatte. :8. Jon résnyire kinyitotta az oldalablakot, és kérdezés nélkül beengedte a nyirkos levegőt, Kari pedig egy fokkal feljebb tekerte a fűtést, anélkül hogy megjegyzést tett volna rá. - Jon hatte das Seitenfenster einen Spalt weit geöffnet und ließ die feuchte Luft hereinströmen, ohne zu fragen, und Kari drehte das Heizungsrad eine Kerbe höher, ohne es zu kommentieren. :9. Zavarta az ablaktörlő, mert visszafelé menet éles nyikorgást adott ki, amely arra emlékeztetett, amikor egy szöget húznak végig a táblán, és mert az apja ezt a törlőt legalább hat éve nem javíttatta meg, noha minden tavasszal beszélt róla. - Der Scheibenwischer störte sie, weil er beim Rücklauf ein helles Quietschen erzeugte, das an einen Nagel erinnerte, der über eine Tafel gezogen wird, und weil ihr Vater diesen Wischer seit mindestens sechs Jahren nicht hatte reparieren lassen, obwohl er jedes Frühjahr davon gesprochen hatte. :10. Kari ezt akkoriban nem értette, és most, amikor már nem számított, még kevésbé értette. - Kari hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da es keine Rolle mehr spielte, verstand sie es noch weniger. :11. A földút elején parkoltak le, mert a sár túl mély volt ahhoz, hogy továbbmenjenek, és az utolsó száz métert gyalog tették meg az esőben, amely semmilyen lehetőséget nem hagyott nekik arra, hogy szárazak maradjanak, és amellyel szemben egy esernyő csak valamiféle udvarias tiltakozás lett volna. - Sie parkten am Beginn des Feldwegs, weil der Schlamm zu tief war, um weiterzufahren, und gingen die letzten hundert Meter zu Fuß durch den Regen, der ihnen keine Möglichkeit ließ, trocken zu bleiben, und dem gegenüber ein Schirm nur eine Art höflichen Protest gewesen wäre. :12. A fészer a vízparton állt, kisebbnek tűnt, mint ahogy Kari emlékezett rá, bár tudta, hogy nem a fészer változott meg. - Der Schuppen stand am Wasserrand, kleiner als Kari ihn in Erinnerung hatte, obwohl sie wusste, dass sich nicht der Schuppen verändert hatte. :13. Fafalai a nedves tőzeg színét vették fel, és a hullámlemeztetőn két helyen horpadások voltak, amelyek úgy néztek ki, mint csukott szemek. - Seine Holzwände hatten die Farbe von nassem Torf angenommen, und das Wellblechdach hatte an zwei Stellen Beulen, die wie geschlossene Augen aussahen. :14. Az ajtó szorult, mert a fa a nyirkos őszben megduzzadt, ahogy mindig is tette. - Die Tür klemmte, weil das Holz im feuchten Herbst quoll, wie es das immer getan hatte. :15. Jon kétszer belerúgott – összpontosítva, harag nélkül –, és másodszorra engedett, olyan hanggal, amely félig nyögés, félig kapituláció volt. - Jon trat zweimal dagegen – konzentriert, ohne Wut – und beim zweiten Mal gab sie nach, mit einem Geräusch, das halb Stöhnen und halb Kapitulation war. :16. A szag, amely szembecsapta őket, olyan teljes és olyan hirtelen volt, hogy Kari egy pillanatra megállt, és nem ment be: fa, amely éveken át magába szívta a dohányfüstöt, alatta motorolaj, só és valami nehéz, édeskés dolog, amelyet nem lehetett megnevezni, de amely mégis azonnal és egyértelműen az apja szagát idézte. - Der Geruch, der ihnen entgegenkam, war so vollständig und so unvermittelt, dass Kari für einen Moment stillstand und nicht hineinging: Holz, das jahrelang Tabakrauch aufgesogen hatte, darunter Motoröl, Salz, und etwas Schweres, Süßliches, das sich nicht benennen ließ, das aber trotzdem sofort und eindeutig nach ihrem Vater roch. :17. Jon belépett, anélkül hogy hátranézett volna, Kari pedig követte őt egy lélegzetvétel után, amelyet tudatosan vett. - Jon trat ein, ohne sich umzusehen, und Kari folgte ihm nach einem Atemzug, den sie bewusst machte. :18. A falon ott lógott a mentőmellény, amelyet gyermekkora óta ismert – narancssárga volt, időközben tompa lazacrózsaszínre fakult, a gallérján a tépőzár elszakadt, és soha nem cserélték ki, mert az apja megjavította azokat a dolgokat, amelyek elromlottak, azokat pedig, amelyek haszontalanok voltak, egyszerűen úgy hagyta. - An der Wand hing die Schwimmweste, die sie seit ihrer Kindheit kannte – orangefarben, inzwischen ausgeblichen zu einem stumpfen Lachsrosa, der Klettverschluss am Kragen gerissen und nie ersetzt, weil ihr Vater Dinge reparierte, die kaputt waren, und Dinge, die nutzlos waren, eben ließ. :19. Alatta a gumicsizmák, 45-ös méretben, egyenesen és függőlegesen odaállítva olyan gondossággal, amelyet a fészer többi része nem ismert, és látványuk Kariban valamit kiváltott, amit nem akart volna gyásznak nevezni, de amire más szava sem volt. - Darunter die Gummistiefel, Größe 45, gerade und aufrecht hingestellt mit einer Sorgfalt, die der Rest des Schuppens nicht kannte, und deren Anblick bei Kari etwas auslöste, das sie nicht als Trauer hätte bezeichnen wollen, das aber auch kein anderes Wort hatte. :20. Jon a hátsó falnál állt, és felfelé nézett, és amikor Kari meglátta, amit ő látott, azonnal megértette, miért nem ment tovább. - Jon stand an der hinteren Wand und schaute nach oben, und als Kari sah, was er sah, verstand sie sofort, warum er nicht weiterging. :21. Két szög között ott lógott a horgászbot – ugyanaz a horgászbot, amelyet gyerekként láttak a stégen, amikor az apjuk korán felkelt, ők pedig aludtak, és amelyet szó nélkül magával vitt, és amely este újra ugyanazokon a szögeken lógott, amikor visszatért, némán és teljesen távollévőn. - Zwischen zwei Nägeln hing die Angel – dieselbe Angel, die sie als Kinder auf dem Steg gesehen hatten, wenn ihr Vater früh aufstand und sie schliefen, und die er mitnahm ohne ein Wort, und die abends wieder an denselben Nägeln hing, wenn er zurückkam, schweigend und vollständig abwesend. :22. A zsinór laza, egyenetlen menetekben volt feltekerve, és több helyen összecsomózódott; a végén lévő horog sötétbarna rozsdává oxidálódott, amely úgy nézett ki, mint kéreg a régi kenyéren. - Die Schnur war in losen, ungleichmäßigen Windungen aufgerollt und an mehreren Stellen verknotet, der Haken am Ende zu einem dunkelbraunen Rost oxidiert, der wie Kruste auf altem Brot aussah. :23. Jon levette – lassan, két kézzel –, és maga előtt tartotta, nem úgy, mint egy szerszámot, és nem úgy, mint egy emléket, hanem mint valamit, ami még nem döntötte el, mi akar lenni. - Jon nahm sie herunter – langsam, mit beiden Händen – und hielt sie vor sich, nicht wie ein Werkzeug und nicht wie eine Erinnerung, sondern wie etwas, das sich noch nicht entschieden hatte, was es sein wollte. :24. Kari mozdulatlanul figyelte, és látta a tartásán, azon, ahogy a válla enyhén leereszkedett, és ahogy félrehajtotta a fejét, hogy éppen megpróbál szavakba foglalni valamit, aminek nem tud szavakat adni. - Kari beobachtete ihn, ohne sich zu bewegen, und sie sah an seiner Haltung, an der Art, wie seine Schultern leicht abfielen und wie er den Kopf neigte, dass er gerade versuchte, etwas in Worte zu fassen, dem er keine geben konnte. :25. Közelebb lépett, kinyújtotta a kezét, és Jon habozás nélkül odaadta neki a horgászbotot. - Sie trat näher und streckte die Hand aus, und er gab ihr die Angel ohne Zögern. :26. A nyél fája sima és száraz volt, majdnem meleg, és ez volt az egyetlen dolog ebben a fészerben, amely olyan érzést keltett, mintha valaki rendszeresen megérintette volna. - Das Holz des Griffs war glatt und trocken, fast warm, und es war das einzige, was in diesem Schuppen so fühlte, als ob jemand es regelmäßig berührt hatte. :27. Tovább tartotta a horgászbotot, mint ahogy tervezte. - Sie hielt die Angel länger, als sie vorgehabt hatte. :28. Aztán letette a munkapadra, és azt mondta: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Dann legte sie sie auf die Werkbank und sagte: „Den nehmen wir nicht mit." :29. Nem olyan mondat volt, amely választ igényelt volna, és Jon nem is adott választ. - Es war kein Satz, der eine Antwort brauchte, und Jon gab keine. :30. Csak bólintott, egyszer, röviden, olyan véglegességgel, amely mindkettőjüknek megkönnyebbülést hozott. - Er nickte nur, einmal, kurz, mit einer Endgültigkeit, die sie beide erleichterte. :31. Terv és beszélgetés nélkül kutatták át a fészert – kinyitottak egy ládát, amely üres volt, ellenőrizték a benzineskannát, amely félig tele volt, megnézték a naptárt, amely 2019 márciusán állt, és amelyen senki nem lapozott tovább. - Sie durchsuchten den Schuppen ohne Plan und ohne Gespräch – öffneten eine Kiste, die leer war, kontrollierten den Benzinkanister, der halb voll war, sahen sich den Kalender an, der auf März 2019 stand und an dem niemand weitergeblättert hatte. :32. Két rozsdás horog feküdt a földön, felismerhető cél nélkül, mint apjuk sok dolga. - Zwei rostige Haken lagen auf dem Boden, ohne erkennbaren Zweck, wie viele Dinge ihres Vaters. :33. Kari magához vette a naptárt, mert március volt a születési hónapja, és mert ez volt az egyetlen dolog, amelyet magával vihetett anélkül, hogy az egész helyiség súlyát vinnie kellett volna. - Kari nahm den Kalender, weil der März ihr Geburtsmonat war, und weil es das Einzige war, das sie mitnehmen konnte, ohne das Gewicht des ganzen Raums zu tragen. :34. Odakint erősödött az eső, és most ferdén és szünet nélkül esett, úgyhogy a fjord felszíne felkavart zúzottkőnek látszott. - Draußen hatte der Regen zugenommen, und er fiel jetzt schräg und ohne Pause, so dass die Oberfläche des Fjords aussah wie aufgewühlter Schotter. :35. Jon behúzta a fészer ajtaját, rátette a lakatot, és a zár kattanása volt a nap legtisztább, leghatározottabb hangja. - Jon zog die Schuppentür zu und legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten des Schlosses war das sauberste, entschlossenste Geräusch des Tages. :36. Kari néhány lépésnyire állt a parton, a kulccsal a jobb kezében, és a fjordot nézte, amelynek ezen a napon nem volt más színe, csak az a szürke, amely az összes többi szürkét magában foglalta. - Kari stand einige Schritte entfernt am Ufer, den Schlüssel in der rechten Hand, und betrachtete den Fjord, der an diesem Tag keine Farbe hatte außer dem Grau, das alle anderen Graus enthielt. :37. Nem adott hosszúságot a pillanatnak, lendületet vett a karjával, és a kulcsot széles, egyenletes ívben a víz fölé hajította, mintha gyakorolta volna. - Sie ließ dem Moment keine Länge, holte mit dem Arm aus und warf den Schlüssel in einem weiten, gleichmäßigen Bogen über das Wasser, als hätte sie es geübt. :38. A becsapódás hangja szinte semmi volt, egy halk koppanás, és a kör, amelyet maga után hagyott, röviden kitágult, majd eltűnt, mintha soha nem is lett volna. - Das Aufprallgeräusch war fast nichts, ein leises Tock, und der Kreis, den er hinterließ, weitete sich kurz aus und verschwand dann, als wäre er nie gewesen. :39. Az autóhoz mentek, és egyikük sem fordult hátra. - Sie gingen zum Auto, und keiner von beiden drehte sich um. :40. Jon átvette a kulcsot, Kari pedig hagyta vezetni, mert már nem volt ereje ahhoz, hogy a kezét a kormányon tartsa, és közben egyenesen előre nézzen. - Jon nahm den Schlüssel, und Kari ließ ihn fahren, weil sie nicht mehr die Kraft hatte, die Hände auf dem Lenkrad zu halten und gleichzeitig geradeaus zu schauen. :41. Jon némán vezetett, nyugodtan, olyan gondossággal, amelyet egyébként ritkán mutatott. - Er fuhr schweigend, ruhig, mit einer Sorgfalt, die er sonst selten zeigte. :42. Az ablaktörlő elindult, és nyikorgott, mint odafelé, Kari pedig az ablaknak döntötte a fejét, és hagyta a hangot, mert ez volt az utolsó, ami még semmire nem emlékeztette, csak egy öreg ablaktörlőre, amelyet soha nem javítottak meg, és most már nem is fognak. - Der Scheibenwischer lief an und quietschte, wie auf der Hinfahrt, und Kari lehnte den Kopf gegen das Fenster und ließ das Geräusch zu, weil es das letzte war, das noch an nichts erinnerte außer an einen alten Wischer, der nie repariert worden war und es jetzt auch nicht mehr werden würde. :43. A part elcsúszott az ablak mellett, nedvesen, szürkén és ismerősen, és a fjord kísérte őket, szélesen és közönyösen, amíg az út ki nem vette a látóterükből. - Die Küste glitt am Fenster vorbei, nass und grau und vertraut, und der Fjord begleitete sie, breit und gleichgültig, bis die Straße ihn aus dem Blick nahm. :44. Jon röviden bekapcsolta a rádiót, és amikor zene szólt, újra kikapcsolta. - Jon schaltete das Radio kurz ein, und als Musik kam, schaltete er es wieder aus. :45. A csend, amely visszamaradt, más minőségű volt, mint az odafelé vezető úton – nem két ember feszült hallgatása, akik valamit elkerülnek, hanem két ember nyugodtabb, súlyosabb csendje, akik ugyanazt veszítették el, és most tudják, anélkül hogy egyiküknek meg kellene kérdeznie róla a másikat. - Das Schweigen, das zurückblieb, hatte eine andere Qualität als das der Hinfahrt – nicht die angespannte Stille zweier Menschen, die etwas vermeiden, sondern die ruhigere, schwerere Stille zweier Menschen, die dasselbe verloren haben und es jetzt wissen, ohne dass einer den anderen danach fragen müsste. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Az eső, amely éjszaka kezdődött, ahhoz a makacs északi fajtához tartozott, amely nem tombol és nem dramatizál, hanem egyszerűen hull, óráról órára, egy olyan jelenség közönyös kitartásával, amelynek nincs szüksége okra és nincs szüksége mentségre. - Der Regen, der in der Nacht begonnen hatte, gehörte zu jener beharrlichen nordischen Art, die nicht stürmt und nicht dramatisiert, sondern einfach fällt, Stunde um Stunde, mit der gleichmütigen Ausdauer eines Phänomens, das keinen Grund braucht und keine Entschuldigung. :2. Kari már azelőtt hallotta, hogy ébren lett volna, az álom utolsó rétegeiben valamiként érzékelte, ami kívülről jön és belül marad, és amikor végül felkelt és felhúzta a rolót, látta, hogy az eső a világot olyasmivé változtatta, ami sima és elutasító volt, mint egy felület, amelyen semmi sem tapad meg. - Kari hatte ihn gehört, bevor sie wach war, hatte ihn in den letzten Schichten des Schlafs als etwas wahrgenommen, das von außen kommt und innen bleibt, und als sie schließlich aufstand und das Rollo hochzog, sah sie, dass er die Welt in etwas verwandelt hatte, das glatt und abweisend war wie eine Oberfläche, auf der nichts haftet. :3. Jon már a kocsiban ült, amikor Kari leért, kezei az ölében, tekintete egy pontra szegezve, amely a járművön és a pillanaton kívül feküdt, és Kari észrevette, hogy Jon hozott magával egy táskát, nagyobbat a szükségesnél, mintha éjjel elképzelte volna, mit fog magával vinni, majd ezt az elképzelést ébredéskor csendben és jelenet nélkül újra feladta volna. - Jon saß bereits im Wagen, als sie hinunterkam, die Hände im Schoß, den Blick auf einen Punkt gerichtet, der außerhalb des Fahrzeugs und außerhalb des Augenblicks lag, und Kari bemerkte, dass er eine Tasche mitgebracht hatte, größer als nötig, so als hätte er sich in der Nacht eine Vorstellung davon gemacht, was er mitnehmen würde, und diese Vorstellung beim Aufwachen still und ohne Szene wieder aufgegeben. :4. Nem kérdezett rá. - Sie fragte nicht danach. :5. Voltak közöttük kérdések, amelyeket azért nem tettek fel, mert mindketten ismerték a válaszokat, és olyanok is, amelyeket azért nem tettek fel, mert egyik válasz sem változtatott volna semmin. - Es gab Fragen zwischen ihnen, die nicht gestellt wurden, weil beide die Antworten kannten, und solche, die nicht gestellt wurden, weil keine der Antworten etwas verändert hätte. :6. Kari olyan testiségében ismerte a parti utat, amely túlment az emlékezeten – a második kanyar előtti enyhe lejtést, az utána következő rövid emelkedőt, azt a helyet, ahol a szalagkorlát féme mindig rozsdásodik, mert ott felhúzódik a sós víz –, és gondolkodás nélkül vezetett, miközben Jon mellette ült, résnyire kinyitotta az ablakot, beengedte a nedves levegőt, amely tengeri moszat szagú volt és valami ásványié, amit nem lehet pontosan megnevezni, mégis azonnal és elkerülhetetlenül ennek a partsávnak az illatát hordozza, ennek a sajátos föld- és vízszakasznak az első és a kilencedik életév között. - Die Küstenstraße kannte Kari mit einer Körperlichkeit, die über das Gedächtnis hinausging – die leichte Neigung vor der zweiten Kurve, die kurze Gegensteigung danach, die Stelle, wo das Leitplankenmetall immer rostet, weil das Salzwasser dort hochzieht – und sie fuhr, ohne zu denken, während Jon neben ihr saß und das Fenster einen Spalt öffnete, die feuchte Luft hereinließ, die nach Seetang roch und nach etwas Mineralischem, das man nicht genau benennen kann und das trotzdem sofort und unweigerlich nach diesem Küstenstreifen riecht, nach diesem spezifischen Abschnitt Erde und Wasser zwischen dem ersten und dem neunten Lebensjahr. :7. Kari feljebb tekerte a fűtést, Jon pedig úgy hagyta az ablakot, ahogy volt, és ez a kimondatlan kompromisszum, anélkül hogy bármelyikük tudta volna, az odaúton az egyetlen pillanat volt, amikor ugyanazt akarták. - Kari drehte die Heizung höher, und Jon ließ das Fenster, wie es war, und dieser unausgesprochene Kompromiss war, ohne dass einer von ihnen es wusste, der einzige Moment auf der Hinfahrt, in dem sie dasselbe wollten. :8. Az ablaktörlő zavarta, mert minden visszamenetnél világos, súrlódó nyikorgást adott ki, amely annak a sajátos kellemetlenségére emlékeztetett, amikor egy hang nem fáj, de nem hagyja abba, és mert ezt az ablaktörlőt évek óta nem javították meg, noha az apja minden tavasszal, többnyire márciusban, amikor a fény újra erősebb lett és az autóra gyakrabban volt szükség, azt mondta, ezt el kell intéznie, aztán mégsem intézte el, mert mindig közbejött valami más, vagy mert – ami valószínűbb volt – szüksége volt az apró, megjavítatlan dolgokra ahhoz, hogy elképzelhesse, még van idő megjavítani őket. - Der Scheibenwischer störte sie, weil er bei jedem Rückhub ein helles, schleifendes Quietschen erzeugte, das an die spezifische Unannehmlichkeit eines Geräusches erinnerte, das nicht wehtut, aber nicht aufhört, und weil dieser Wischer seit Jahren nicht repariert worden war, obwohl ihr Vater jedes Frühjahr, meistens im März, wenn das Licht wieder stärker wurde und man das Auto öfter brauchte, sagte, er müsse das erledigen, und es dann nicht erledigte, weil immer etwas anderes kam oder weil er, was wahrscheinlicher war, die kleinen unreparierten Dinge brauchte, um sich vorzustellen, dass noch Zeit war, sie zu reparieren. :9. A földút előtt parkoltak le, mert onnantól túl mély volt a sár, és az utolsó száz métert az esőben tették meg, amely úgy hullott a kabátjukra, mint valami, ami nem ismeri a rosszindulatot, és ezért a tekintetet sem – egyenletesen, kitartóan, teljesen közömbösen jelenlétük oka iránt. - Sie parkten vor dem Feldweg, weil der Schlamm ab dort zu tief war, und gingen die letzten hundert Meter durch den Regen, der auf ihre Jacken fiel wie etwas, das keine Böswilligkeit kennt und daher auch keine Rücksicht – gleichmäßig, ausdauernd, vollkommen indifferent gegenüber dem Anlass ihrer Anwesenheit. :10. A fészer, amelyet Kari utoljára nyáron látott, kisebb volt, mint az emlékezetében, ami nem volt igaz, és ő mégis ezt gondolta, mert az emlékek nem méreteznek, hanem jelentenek, és mert ez a fészer gyermekkorában nagyobb helyet foglalt el, mint az alapterülete. - Der Schuppen, den Kari zuletzt im Sommer gesehen hatte, war kleiner als in ihrer Erinnerung, was nicht stimmte und was sie trotzdem dachte, weil Erinnerungen nicht skalieren, sondern bedeuten, und weil dieser Schuppen in ihrer Kindheit mehr Raum eingenommen hatte als seine Grundfläche. :11. A falapok azt a színt vették fel, amelyet az öreg, nedves fa vesz fel – egy szürkésbarnát, amely már nem fokozódik tovább, amely minden mállási folyamat végén áll, mint egy utolsó, nyugodt mondat egy hosszú szöveg után. - Die Holzwände hatten die Farbe angenommen, die altes, feuchtes Holz annimmt – ein Graubraun, das sich nicht mehr steigert, das am Ende aller Verwitterungsprozesse liegt wie ein letzter, ruhiger Satz nach einem langen Text. :12. Az ajtó szorult, mert a fa az őszi esőben megdagadt, és Jon kétszer belerúgott, nem türelmetlenséggel, hanem egy húsz éve fizikai munkát végző férfi pontos, erőtakarékos elszántságával, aki tudja, mennyi erő kell egy ajtónak, és mennyi lenne belőle puszta frusztráció. - Die Tür klemmte, weil das Holz im Herbstregen gequollen war, und Jon trat zweimal dagegen, nicht mit Ungeduld, sondern mit der präzisen, kraftsparenden Entschlossenheit eines Mannes, der seit zwanzig Jahren körperlich arbeitet und weiß, wie viel Kraft eine Tür braucht und wie viel davon Frustration wäre. :13. Ami eléjük áradt, amikor az ajtó engedett, kevésbé volt szag, mint inkább állapot – évtizedek dohányfüstjének sűrűsége, amely beleette magát a farostokba, motorolajé, amelyet valamikor kiöntöttek, és amely soha nem tűnt el egészen, sós levegőé, amely a falak minden repedésén áthúzott, és alatta, alapzöngéként, amelyet csak egy pillanat után vett észre az ember, valami organikus, nehéz, amit nem lehetett összerakni az alkotórészeiből, és amit Kari akarata ellenére teljesen és elválaszthatatlanul az apjával kapcsolt össze. - Was ihnen entgegenkam, als die Tür nachgab, war weniger ein Geruch als ein Zustand – eine Dichte aus Jahrzehnten von Tabakrauch, der sich in die Holzfasern gefressen hatte, aus Motoröl, das irgendwann verschüttet worden war und nie ganz verschwunden war, aus Salzluft, die durch jede Ritze der Wände zog, und darunter, als Grundton, den man erst nach einem Moment wahrnahm, etwas Organisches, Schweres, das sich nicht aus seinen Bestandteilen zusammensetzen ließ und das Kari, ohne es zu wollen, als vollständig und untrennbar mit ihrem Vater verband. :14. Megállt a küszöbön, és egyszer mély levegőt vett, tudatosan, szinte módszeresen, mert megtanulta, hogy mindig az első pillanat dönti el, mennyi ellenőrzést tart meg az ember a nap hátralévő része fölött. - Sie blieb an der Schwelle stehen und atmete einmal durch, bewusst, fast methodisch, weil sie gelernt hatte, dass der erste Moment immer der ist, der entscheidet, wie viel Kontrolle man über den Rest des Tages behält. :15. Jon a hátsó fal előtt állt, és Kari azonnal látta, amit ő látott, még mielőtt odalépett volna: a horgászbotot, amely két szög között lógott, a zsinórt szabálytalan menetekben feltekerve, több helyen összecsomózva, mint valami, ami felhagyott azzal, hogy rendet állítson, anélkül hogy megszűnt volna ott lenni. - Jon stand vor der hinteren Wand, und Kari sah sofort, was er sah, noch bevor sie herangetreten war: die Angel, die zwischen zwei Nägeln hing, die Schnur in unregelmäßigen Windungen aufgerollt, an mehreren Stellen verknotet, wie etwas, das aufgehört hat, Ordnung zu behaupten, ohne aufgehört zu haben, da zu sein. :16. A végén lévő horog mély, tompa vörösbarnára oxidálódott, és a szín felvette azt az egyenletességet és véglegességet, amely akkor keletkezik, amikor egy folyamat olyan sokáig tart, hogy már nem folyamatként mutatkozik, hanem állapotként, tulajdonságként, akként, ami a dolog egyszerűen most már. - Der Haken am Ende war zu einem tiefen, matten Rotbraun oxidiert, und die Farbe hatte die Gleichmäßigkeit und Endgültigkeit angenommen, die entsteht, wenn ein Prozess so lange läuft, dass er sich nicht mehr als Prozess zeigt, sondern als Zustand, als Eigenschaft, als das, was die Sache nun einmal ist. :17. Jon levette a horgászbotot – lassan, két kézzel –, és ahogyan tartotta, többet mondott mindennél, amit ezen a napon mondott: kissé előrehajolva, vállát valamelyest leejtve, fejét megdöntve, mintha valamire figyelne, amit a bot talán még sugároz, és amit ő talán még fogni tud. - Jon nahm die Angel herunter – langsam, mit beiden Händen – und die Art, wie er sie hielt, sagte mehr als alles, was er an diesem Tag gesagt hatte: leicht vorgebeugt, die Schultern etwas abgefallen, den Kopf geneigt, als lauschte er auf etwas, das die Angel vielleicht noch sendete und das er vielleicht noch empfangen konnte. :18. Kari mozdulatlanul nézte őt, és felismerte a tartásában valamit, amit nem gyakran látott rajta – nem gyászt, mert a gyásznak iránya van, ennek pedig nem volt, inkább megállás volt, rövid felfüggesztése annak az előrehaladásnak, amelyet az élet követel, és amelyet az ember valamikor már olyan automatikusan végez, hogy elfelejti, vannak pillanatok, amikor áll. - Kari sah ihm zu, ohne sich zu bewegen, und sie erkannte in seiner Haltung etwas, das sie an ihm nicht oft gesehen hatte – nicht Trauer, weil Trauer eine Richtung hat, und das hier hatte keine, es war eher ein Innehalten, ein kurzes Anhalten jener Bewegung vorwärts, die das Leben verlangt und die man irgendwann so automatisch vollzieht, dass man vergisst, dass es auch Momente gibt, in denen man steht. :19. Mellé lépett, és kinyújtotta a kezét anélkül, hogy elmagyarázta volna, mit akar vele, ő pedig olyan magától értetődőséggel adta át neki a horgászbotot, amely azt jelentette, hogy megértette, mire gondol, még mielőtt Kari maga meg tudta volna nevezni. - Sie trat neben ihn und streckte die Hand aus, ohne zu erklären, was sie damit vorhatte, und er gab ihr die Angel mit einer Selbstverständlichkeit, die bedeutete, dass er verstanden hatte, was gemeint war, bevor sie selbst es hätte benennen können. :20. A markolat fája sima és száraz volt és könnyebb, mint várta, és ez a könnyűség olyan módon érte, amelyre nem volt kategóriája, mert a könnyűt néha nehezebb tartani, mint a nehezet. - Das Holz des Griffs war glatt und trocken und leichter als sie erwartet hatte, und diese Leichtigkeit traf sie auf eine Weise, für die sie keine Kategorie besaß, weil das Leichte manchmal schwerer zu halten ist als das Schwere. :21. Letette a horgászbotot a munkapadra, anélkül hogy tovább gondolkodott volna rajta, és azt mondta: „Ezt nem visszük magunkkal” – egy mondatot, amely nem tartalmazott indoklást, mert minden indoklás kisebbé tette volna. - Sie legte die Angel auf die Werkbank, ohne weiter darüber nachzudenken, und sagte: „Den nehmen wir nicht mit" – einen Satz, der keine Begründung enthielt, weil jede Begründung ihn kleiner gemacht hätte. :22. Jon egyszer bólintott, és ez a bólintás egyetértés volt valamivel, ami nagyobb volt, mint a döntés egy rozsdás horgászbotról egy felszámolandó fészerben. - Jon nickte einmal, und dieses Nicken war das Einverständnis mit etwas, das größer war als die Entscheidung über eine verrostete Angel in einem aufzulösenden Schuppen. :23. A többit két ember csendes hatékonyságával intézték el, akik ugyanazt tanulták meg, még ha különböző helyeken tanulták is: egy üres láda, egy félig teli benzineskanna, két használhatatlan kampó, egy 2019-es naptár, márciusnál kinyitva, annál a hónapnál, amelyben Kari születésnapja volt, és amelyben az apja abban az évben, amennyire tudta, egyszer sem gondolt rá. - Den Rest erledigten sie mit der stillen Effizienz zweier Menschen, die dasselbe gelernt haben, auch wenn sie es an verschiedenen Orten gelernt haben: eine leere Kiste, ein halbvoller Benzinkanister, zwei Haken ohne Verwendung, ein Kalender von 2019, aufgeschlagen auf März, der Monat, in dem Kari Geburtstag hatte und in dem ihr Vater in diesem Jahr, soweit sie wusste, nie daran gedacht hatte. :24. Fogta a naptárt, és betette a táskájába, és ez nem szentimentális gesztus volt, hanem az ellenkezője: kísérlet arra, hogy megtartson valamit, aminek még nem volt fájdalma, mielőtt a fájdalom megérkezett volna, és mindent a közelébe vont volna. - Sie nahm den Kalender und steckte ihn ein, und es war keine sentimentale Geste, sondern das Gegenteil davon: der Versuch, etwas zu behalten, das noch keinen Schmerz hatte, bevor der Schmerz ankam und alles in seine Nähe zog. :25. Kint az eső most ferdén hullott, hajtotta egy szél, amely akkor támadt fel, amíg ők bent voltak, és olyan közvetlenséggel csapódott a kabátjukhoz, amely nem ismert együttérzést, és nem is kellett ismernie. - Draußen fiel der Regen jetzt schräg, getrieben von einem Wind, der aufgekommen war, während sie drinnen gewesen waren, und er peitschte gegen ihre Jacken mit einer Direktheit, die kein Mitgefühl kannte und keines zu kennen brauchte. :26. Jon feltette a lakatot, és a kattanás, keményen és véglegesen, pontosan az a hang volt, amelyre ennek a pillanatnak szüksége volt, anélkül hogy bárki kérte volna – egy lezárás, amelynek nem kellett hangosnak lennie ahhoz, hogy teljes legyen. - Jon legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten, hart und endgültig, war genau das Geräusch, das dieser Moment gebraucht hatte, ohne dass jemand darum gebeten hatte – eine Schließung, die nicht laut sein musste, um vollständig zu sein. :27. Kari néhány lépéssel távolabb állt, a fjord partján, és a kulcsot tartotta, amely hideg volt és kisebbnek tűnt, mint amekkorának tűnnie kellett volna ahhoz képest, amit jelképezett, és amit mostantól már nem fog jelképezni. - Kari stand einige Schritte entfernt, am Ufer des Fjords, und hielt den Schlüssel, der kalt war und kleiner wirkte, als er hätte wirken sollen für das, was er darstellte und was er ab jetzt nicht mehr darstellen würde. :28. Habozás és szertartás nélkül dobta el, egész karjával, hosszú, egyenletes ívben a felkavart víz fölé, és a hang, amelyet becsapódáskor adott, alig volt több suttogásnál – rövid, azonnali eltűnés egy felületen, amely rögtön újra bezárult, mintha semmi sem történt volna, ami egyfajta igazság volt, ha az ember kész volt elfogadni. - Sie warf ihn ohne Zögern und ohne Zeremonie, mit dem ganzen Arm, in einem langen, gleichmäßigen Bogen über das aufgewühlte Wasser, und das Geräusch, das er beim Aufprall machte, war kaum mehr als ein Flüstern – ein kurzes, sofortiges Verschwinden in einer Oberfläche, die sich sofort schloss, als wäre nichts gewesen, was eine Art Wahrheit war, wenn man bereit war, sie anzunehmen. :29. Visszafordulás nélkül mentek az autóhoz, és Kari hagyta Jont vezetni, mert nem akarta többé a kezét a kormányon tartani, nem ma, nem ezen az útszakaszon. - Sie gingen zum Auto, ohne sich umzudrehen, und Kari ließ Jon fahren, weil sie die Hände nicht mehr auf dem Lenkrad haben wollte, nicht heute, nicht auf dieser Strecke. :30. Jon olyan gondossággal vezetett, amilyet a hétköznapokban ritkán mutatott, mintha tudná, hogy ez a visszaút olyasmi, amit nem szabad fölöslegesen megrázni. - Er fuhr mit einer Sorgfalt, die er im Alltag selten zeigte, als ob er wüsste, dass dieser Rückweg etwas war, das man nicht unnötig erschüttern sollte. :31. Az ablaktörlő elindult és nyikorgott, pontosan úgy, mint az odaúton, és Kari, aki egy órája nem hallotta ezt a hangot, most észrevette, hogy már nem zavarja, vagy hogy elhatározta, nem hagyja többé zavarni, ami ugyanarra ment ki. - Der Scheibenwischer lief an und quietschte, genau wie auf der Hinfahrt, und Kari, die das Geräusch seit einer Stunde nicht mehr gehört hatte, bemerkte jetzt, dass es sie nicht mehr störte, oder dass sie beschlossen hatte, es nicht mehr stören zu lassen, was auf dasselbe hinauslief. :32. A fejét az ablaknak támasztotta, és figyelte, ahogy a part elvonul mellette, nedvesen, szürkén és teljesen ismerősen, egy tájként, amely nincs tekintettel azokra, akik áthaladnak rajta, és éppen ezért megbízható olyan módon, ahogyan az emberek ritkán azok. - Sie lehnte den Kopf gegen das Fenster und beobachtete, wie die Küste an ihr vorbeizog, nass und grau und vollständig vertraut, eine Landschaft, die keine Rücksicht auf die nahm, die durch sie fuhren, und die genau deshalb verlässlich war in einer Art, die Menschen es selten sind. :33. Jon bekapcsolta a rádiót, három másodpercre, aztán újra kikapcsolta, és a csend, amely hátramaradt, nem ugyanaz volt, mint amely az odaúton velük volt – nem elkerült csend, nem elhalasztott csend, nem olyan, amely valamire vár, hanem két ember nyugodt, nehéz, megfelelő csendje, akik megtettek valamit, amit meg kellett tenni, és most egymás mellett ülnek annak tudatában, hogy el van intézve, és abban az egyidejű, csendes tudásban, hogy az elintézve nem jelenti azt, hogy megszűnik. - Jon schaltete das Radio ein, drei Sekunden lang, und dann wieder aus, und die Stille, die zurückblieb, war nicht dieselbe, die sie auf der Hinfahrt gehabt hatten – keine vermiedene Stille, keine aufgeschobene, keine, die auf etwas wartete, sondern die ruhige, schwere, angemessene Stille zweier Menschen, die etwas getan haben, das getan werden musste, und die jetzt nebeneinander sitzen in dem Wissen, dass es erledigt ist, und in dem gleichzeitigen, stillen Wissen, dass erledigt nicht bedeutet, dass es aufhört. -------------------- == 85 == 1 -------------------- :Elena busszal érkezik a faluba. - Elena kommt mit dem Bus ins Dorf. :1. A hőség azonnal megüti. - Die Hitze trifft sie sofort. :2. Szeptember van, de a levegő még mindig éget. - Es ist September, aber die Luft brennt noch. :3. Egy kis táskát visz magával és egy nagy fáradtságot. - Sie trägt eine kleine Tasche und eine große Müdigkeit. :4. Tíz éve nem járt már itt. - Zehn Jahre ist sie nicht mehr hier gewesen. :5. A sikátorok szűkebbek, mint ahogy emlékezetében éltek. - Die Gassen sind enger, als sie sie in Erinnerung hat. :6. A házak kisebbek. - Die Häuser sind kleiner. :7. A piactér paradicsom és por szagát árasztja. - Der Marktplatz riecht nach Tomaten und Staub. :8. Elena megáll, mert nevetést hall. - Elena bleibt stehen, weil sie Lachen hört. :9. Olyan nevetés ez, amelyet ismer. - Es ist ein Lachen, das sie kennt. :10. Carlo egy műhely előtt áll. - Carlo steht vor einer Werkstatt. :11. Felgyűrte az ingujját. - Er hat die Ärmel hochgekrempelt. :12. A karja fekete a gépzsírtól. - Seine Arme sind schwarz von Schmiere. :13. Egy másik férfival nevet. - Er lacht mit einem anderen Mann. :14. Elena mély levegőt vesz. - Elena atmet tief. :15. Nem fordul el, de oda sem megy. - Sie dreht sich nicht weg, aber sie geht auch nicht hin. :16. Összeszorul a gyomra. - Ihr Magen zieht sich zusammen. :17. Paradicsomot vesz a piacon, mert valamit tennie kell. - Sie kauft Tomaten auf dem Markt, weil sie etwas tun muss. :18. Az öregasszony a standnál sokáig nézi őt. - Die alte Frau am Stand sieht sie lange an. :19. Aztán azt mondja: „Te Lucia lánya vagy.” - Dann sagt sie: „Du bist die Tochter von Lucia." :20. Elena csak bólint. - Elena nickt nur. :21. Este elmegy Carlo házához. - Am Abend geht sie zu Carlos Haus. :22. A lépcső nyikorog, mint régen. - Die Treppe knarrt, wie früher. :23. Carlo ajtót nyit. - Carlo öffnet die Tür. :24. Ránéz, és nem mond semmit. - Er sieht sie an, und er sagt nichts. :25. Aztán halkan azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Dann sagt er leise: „Du siehst aus wie deine Mutter." :26. Elena nem válaszol. - Elena antwortet nicht. :27. Nyitott tenyérrel arcul üti. - Sie schlägt ihn mit der flachen Hand ins Gesicht. :28. Carlo nem kap az arcához. - Carlo hält sich nicht die Wange. :29. Csak nézi őt, sötét szemmel. - Er schaut sie nur an, die Augen dunkel. :30. Nincs bocsánatkérés a tekintetében. - Es gibt keine Entschuldigung in seinem Blick. :31. Elena újra lemegy a lépcsőn. - Elena geht die Treppe wieder hinunter. :32. A keze kissé remeg. - Ihre Hände zittern ein bisschen. :33. Elsív egy cigarettát az anyja háza előtt. - Sie raucht eine Zigarette vor dem Haus ihrer Mutter. :34. Az utca üres. - Die Straße ist leer. :35. Éjjel egy órakor valaki kopog az ajtón. - Um ein Uhr in der Nacht klopft jemand an die Tür. :36. Carlo az. - Es ist Carlo. :37. Egy szót sem szól, csak int egyet. - Er sagt kein Wort, er macht nur eine Geste. :38. Követi őt, mert mindig is ezt tette. - Sie folgt ihm, weil sie es immer getan hat. :39. A garázsban két régi autóülés áll. - In der Garage stehen zwei alte Autositze. :40. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie. :41. Isznak, és keveset beszélnek. - Sie trinken, und sie reden wenig. :42. Aztán Carlo a keze után nyúl. - Dann greift Carlo nach ihrer Hand. :43. Az ujjai érdesek és melegek. - Seine Finger sind rau und warm. :44. Elena hagyja. - Elena lässt es zu. :45. A saját szívverését érzi a torkában. - Sie spürt ihren eigenen Herzschlag im Hals. :46. „Matteo soha nem kérdez rólam”, suttogja. - „Matteo fragt nie nach mir", flüstert sie. :47. Carlo azt mondja: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani.” - Carlo sagt: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert." :48. Rövid szünetet tart. - Er macht eine kurze Pause. :49. Aztán azt mondja: „Ezt nekem az apám soha nem mutatta meg.” - Dann sagt er: „Das hat mir mein Vater nie gezeigt." :50. Elena elveszi a kezét. - Elena nimmt die Hand weg. :51. A borospoharat a földre teszi. - Sie stellt das Weinglas auf den Boden. :52. Azon az éjszakán már nem mond semmit. - Sie sagt nichts mehr in dieser Nacht. :53. Másnap reggel Elena korán ébred. - Am nächsten Morgen wacht Elena früh auf. :54. Odakint még sötét van. - Es ist noch dunkel draußen. :55. Gyorsan bepakolja a táskáját. - Sie packt ihre Tasche schnell. :56. Aztán nem az állomásra megy. - Dann geht sie nicht zum Bahnhof. :57. Signora Grazia házához megy. - Sie geht zum Haus von Signora Grazia. :58. A konyhában már ég a fény. - Das Licht in der Küche brennt schon. :59. Elena benéz az ablakon. - Elena schaut durch das Fenster. :60. Matteo az asztalnál ül. - Matteo sitzt am Tisch. :61. Kenyeret márt tejbe. - Er tunkt Brot in Milch. :62. Nagyra nőtt. - Er ist groß geworden. :63. A nagymama megsimítja a fejét. - Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. :64. Mosolyog. - Er lächelt. :65. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas. :66. Egy percig így áll. - Sie steht eine Minute lang so. :67. Aztán megfordul. - Dann dreht sie sich um. :68. Az állomásra megy anélkül, hogy becsengetne. - Sie geht zum Bahnhof, ohne zu klingeln. :69. A vonat pontosan érkezik. - Der Zug kommt pünktlich. :70. Felszáll. - Sie steigt ein. :71. A nap felkel, amikor a vonat elindul. - Die Sonne geht auf, als der Zug fährt. :72. Elena kinéz az ablakon, de nem lát semmit. - Elena schaut aus dem Fenster, aber sie sieht nichts. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Elena - Elena :1. Elena leszáll a buszról, és a falu szaga úgy csapja meg, mint egy ütés. - Elena steigt aus dem Bus, und der Geruch des Dorfes trifft sie wie ein Schlag. :2. Érett paradicsom, forró kő és régi olaj szaga van. - Es riecht nach reifen Tomaten, nach heißem Stein und nach altem Öl. :3. Azonnal tudja, honnan jön az olajszag. - Sie weiß sofort, woher der Ölgeruch kommt. :4. A műhely még mindig ott van, mindjárt a sarkon túl, pontosan úgy, mint tíz évvel ezelőtt. - Die Werkstatt ist noch da, gleich um die Ecke, genau wie vor zehn Jahren. :5. Elena leteszi a táskáját a földre, és rágyújt egy cigarettára. - Elena stellt ihre Tasche auf den Boden und zündet sich eine Zigarette an. :6. Lassan dohányzik, mert időre van szüksége, mielőtt továbbmegy. - Sie raucht langsam, weil sie Zeit braucht, bevor sie weitergeht. :7. Aztán meghallja a nevetést, és a keze egy pillanatra megáll. - Dann hört sie das Lachen, und ihre Hand hält kurz inne. :8. Carlo nevetése az, mély és egy kicsit túl hangos, mint mindig. - Es ist Carlos Lachen, tief und ein bisschen zu laut, wie immer. :9. Nem fordítja el a fejét, de mégis látja őt. - Sie dreht den Kopf nicht, aber sie sieht ihn trotzdem. :10. Egy motorháztető alatt áll, a karja tele kenőanyaggal, és egy fiatal fickóval nevet. - Er steht unter einer Motorhaube, die Arme voller Schmiere, und lacht mit einem jungen Kerl. :11. Elena elnyomja a cigarettát, és újra felveszi a táskáját. - Elena drückt die Zigarette aus und nimmt ihre Tasche wieder. :12. Elmegy a piactér mellett, anélkül hogy balra vagy jobbra nézne. - Sie geht am Marktplatz vorbei, ohne links oder rechts zu schauen. :13. A zöldségesstand öregasszonya a nevét kiáltja, de Elena úgy tesz, mintha nem hallaná. - Die alte Frau vom Gemüsestand ruft ihren Namen, aber Elena tut so, als hört sie es nicht. :14. Az anyja háza pornak és egy olyan életnek a szagát árasztja, amely véget ért. - Das Haus ihrer Mutter riecht nach Staub und nach einem Leben, das aufgehört hat. :15. Elena kinyitja az ablakokat, mert a levegő fülledt, és levegőt kell vennie. - Elena öffnet die Fenster, weil die Luft stickig ist und sie atmen muss. :16. Leül a konyhaasztalhoz, és a kezét laposan a fára teszi. - Sie setzt sich an den Küchentisch und legt die Hände flach auf das Holz. :17. A fa hideg, bár odakint még hőség van. - Das Holz ist kalt, obwohl draußen noch Hitze ist. :18. Este elhatározza, hogy elmegy Carlo anyjához, mert valójában ez az oka annak, hogy itt van. - Am Abend beschließt sie, zu Carlos Mutter zu gehen, weil das der Grund ist, warum sie wirklich hier ist. :19. Az első emeletre vezető lépcső minden lépésnél nyikorog, és Elena számolja a fokokat, mert valamit számolnia kell. - Die Treppe zum ersten Stock knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen, weil sie etwas zählen muss. :20. Carlo nyitja ki az ajtót, nem az anyja, és egy pillanatig egyikük sem szól semmit. - Carlo öffnet die Tür, nicht seine Mutter, und für einen Moment sagen beide nichts. :21. Idősebb lett, de a szeme ugyanolyan, sötét és nyugodt, mint egy állaté. - Er ist älter geworden, aber seine Augen sind gleich, dunkel und ruhig wie ein Tier. :22. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja, és a hangja szinte barátságosan cseng. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und seine Stimme klingt fast freundlich. :23. Elena levegőt vesz, aztán megüti őt. - Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn. :24. A keze eltalálja az arcát, és a hang hangosabb, mint várta. - Die Hand trifft seine Wange, und das Geräusch ist lauter als erwartet. :25. Carlo nem mozdul, nem fogja meg az arcát, egy szót sem szól. - Carlo bewegt sich nicht, er hält sich nicht die Wange, er sagt kein Wort. :26. Ránéz, és a tekintetében nincs megbánás, de harag sincs. - Er schaut sie an, und in seinem Blick ist keine Reue, aber auch keine Wut. :27. Ez a legrosszabb, gondolja Elena, a hiányzó harag. - Das ist das Schlimmste, denkt Elena, die fehlende Wut. :28. Megfordul, és lemegy a lépcsőn, anélkül hogy reakcióra várna. - Sie dreht sich um und geht die Treppe hinunter, ohne auf eine Reaktion zu warten. :29. Odakint most hűvösebb a levegő, és az ég tele van csillagokkal. - Draußen ist die Luft jetzt kühler, und der Himmel ist voller Sterne. :30. Elena visszamegy az anyja házába, és egyedül megiszik egy pohár bort. - Elena geht zum Haus ihrer Mutter zurück und trinkt alleine ein Glas Wein. :31. Nem alszik, mert az éjszaka túl csendes, a gondolatai pedig túl hangosak. - Sie schläft nicht, weil die Nacht zu still ist und ihre Gedanken zu laut. :32. Nem sokkal egy után kopognak az ajtón, halkan, kétszer. - Um kurz nach eins klopft es an die Tür, leise, zweimal. :33. Tudja, ki az, mielőtt kinyitná. - Sie weiß, wer es ist, bevor sie aufmacht. :34. Carlo áll a sötétben, egy borosüveggel a kezében, és egyszerűen vár. - Carlo steht im Dunkeln, eine Weinflasche in der Hand, und wartet einfach. :35. Elena szélesebbre húzza az ajtót, mert már nincs ereje nemet mondani. - Elena zieht die Tür weiter auf, weil sie keine Kraft mehr hat, Nein zu sagen. :36. Együtt mennek a műhelybe, anélkül hogy egy szót is ejtenének róla. - Sie gehen zusammen in die Werkstatt, ohne ein Wort darüber zu verlieren. :37. A garázsban két régi autóülés áll, amelyeket Carlo valamikor egy roncsból szedett ki. - In der Garage stehen zwei alte Autositze, die Carlo irgendwann aus einem Wrack geholt hat. :38. Kinyitja az üveget, neki adja az első poharat, és állva isznak. - Er öffnet die Flasche und gibt ihr das erste Glas, und sie trinken im Stehen. :39. Aztán leülnek, és a köztük lévő csend nem kellemetlen. - Dann setzen sie sich, und die Stille zwischen ihnen ist nicht unangenehm. :40. Carlo kinyújtja a kezét, és kérdezés nélkül az övére teszi. - Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen. :41. Az ujjai érdesek, a bőre száraz és sötét az ujjperceknél. - Seine Finger sind rau, die Haut trocken und dunkel an den Knöcheln. :42. Elena a két kezükre néz, és arra gondol, hogy régebben fiatalabbnak látszottak. - Elena schaut auf ihre beiden Hände und denkt, dass sie früher jünger aussahen. :43. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja, és a hangja laposabbnak hangzik, mint szeretné. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie, und ihre Stimme klingt flacher als sie möchte. :44. Carlo iszik egy kortyot, mielőtt válaszol. - Carlo trinkt einen Schluck, bevor er antwortet. :45. „Megtanítom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja, „és hogyan kell újra összerakni.” - „Ich bringe ihm bei, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt." :46. Rövid szünetet tart, majd hozzáteszi: „Az apámnak ezt senki sem tanította meg.” - Er macht eine kurze Pause und fügt hinzu: „Meinem Vater hat das niemand beigebracht." :47. Elena elveszi a kezét, és a poharat az autóülés mellé teszi. - Elena nimmt ihre Hand weg und stellt das Glas neben den Autositz. :48. Nem mond semmit, mert nincs mit mondani, ami ne volna már kimondva. - Sie sagt nichts, weil es nichts zu sagen gibt, das nicht schon gesagt ist. :49. Még egy órát marad, aztán egyedül megy vissza. - Sie bleibt noch eine Stunde, dann geht sie alleine zurück. :50. Napkelte előtt Elena gyorsan és habozás nélkül összepakolja a táskáját. - Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche, schnell und ohne zu zögern. :51. Nem kapcsolja fel a villanyt, mert sötétben jobban ismeri az anyja szobáját. - Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter im Dunkeln besser kennt. :52. Aztán nem a pályaudvarra megy, hanem először Signora Grazia utcájába. - Dann geht sie nicht zum Bahnhof, sondern zuerst zur Straße von Signora Grazia. :53. A konyhában már ég a fény, bár még korán van. - Das Licht in der Küche brennt schon, obwohl es noch früh ist. :54. Elena odaáll az ablakhoz, és benéz. - Elena stellt sich ans Fenster und schaut hinein. :55. Matteo az asztalnál ül, kenyeret márt tejbe, és közben semmi meghatározottat nem néz. - Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch und schaut dabei auf nichts Bestimmtes. :56. Nagy lett, nagyobb, mint várta, Carlo vállával és az ő orrával. - Er ist groß geworden, größer als sie erwartet hat, mit Carlos Schultern und ihrer Nase. :57. Signora Grazia megsimogatja a fejét, és a fiú hagyja, anélkül hogy felnézne. - Signora Grazia streicht ihm über den Kopf, und der Junge lässt es zu, ohne aufzublicken. :58. Elena a homlokát az üvegnek nyomja, és az üveg hideg és szilárd. - Elena drückt die Stirn gegen das Glas, und das Glas ist kalt und fest. :59. Pontosan egy percig marad, aztán elszakad tőle, és elmegy. - Sie bleibt genau eine Minute, dann löst sie sich und geht. :60. A pályaudvaron vesz egy jegyet Milánóba, és egy fémpadon vár. - Am Bahnhof kauft sie ein Ticket nach Mailand und wartet auf einer Metallbank. :61. A vonat pontosan érkezik, mint mindig ebben az irányban. - Der Zug kommt pünktlich, wie immer in dieser Richtung. :62. Elena felszáll, beteszi a táskát a csomagtartóba, és leül az ablak mellé. - Elena steigt ein, stellt die Tasche in die Ablage und setzt sich ans Fenster. :63. Amikor a vonat elindul, a nap éppen felkel, narancssárgán és nagy korongként a dombok fölött. - Als der Zug anfährt, geht die Sonne gerade auf, orange und groß über den Hügeln. :64. Odanéz, mert oda kell néznie. - Sie schaut hin, weil sie hinschauen muss. :65. De a nap nem melegíti, és a fény csak fény. - Aber die Sonne wärmt sie nicht, und das Licht ist nur Licht. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :Elena visszatér - Elena kehrt zurück :1. Elena emlékszik a falu szagára, de elfelejtette, mennyire testi ez a szag – hogyan nyomul be az ember orrába, még mielőtt egyáltalán ideje volna felvértezni magát. - Elena erinnert sich an den Geruch des Dorfes, aber sie hatte vergessen, wie körperlich er ist – wie er sich in die Nase drängt, bevor man überhaupt Zeit hat, sich zu wappnen. :2. A busz megáll a tér szélén, és ő utolsóként száll le. - Der Bus hält am Rand des Platzes, und sie steigt als letzte aus. :3. Érett paradicsom, forró kő, motorolaj – a falu nem változott meg, csak ő. - Reifen Tomaten, heißer Stein, Motoröl – das Dorf hat sich nicht verändert, nur sie. :4. Mélyebbre húzza a napszemüveget az arcába, és lassan megy, mert a gyors járás itt gyanúsnak hat. - Sie zieht die Sonnenbrille tiefer ins Gesicht und geht langsam, weil schnelles Gehen hier verdächtig wirkt. :5. Már húsz lépés után meghallja a nevetését, és a teste gyorsabban reagál, mint az értelme. - Schon nach zwanzig Schritten hört sie sein Lachen, und ihr Körper reagiert schneller als ihr Verstand. :6. Carlo a műhely előtt áll, ingujja könyékig feltűrve, alkarján gépzsírral, és valamit magyaráz egy fiatal fickónak egy motornál. - Carlo steht vor der Werkstatt, die Ärmel bis zu den Ellbogen gekrempelt, Schmiere auf den Unterarmen, und erklärt einem jungen Kerl irgendetwas an einem Motor. :7. Meghízott, de jól áll neki, ahogy néha azoknak a férfiaknak áll jól, akik testi munkát végeznek. - Er hat zugenommen, aber er trägt es gut, wie Männer es manchmal tun, die körperlich arbeiten. :8. Elena elmegy a piac mellett, nem vesz semmit, nem köszön senkinek, és anyja háza azzal a különös csönddel fogadja, amely azokban a lakásokban van, ahol valaki meghalt. - Elena geht am Markt vorbei, kauft nichts, grüßt niemanden, und das Haus ihrer Mutter empfängt sie mit der besonderen Stille, die Wohnungen haben, in denen jemand gestorben ist. :9. Kinyitja az összes ablakot, vizet iszik a csapból, aztán sokáig ül a konyhaasztalnál, összekulcsolt kézzel, mint egy templomban. - Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung und sitzt dann lange am Küchentisch, die Hände gefaltet wie in einer Kirche. :10. Később este Carlo ajtaja előtt áll, abban a virágos ruhában, amelyet szándékosan hozott magával, anélkül hogy megmagyarázta volna magának, miért. - Später am Abend steht sie vor Carlos Tür, in dem geblümten Kleid, das sie absichtlich mitgenommen hat, ohne sich selbst zu erklären, warum. :11. A férfi ajtót nyit, és tekintete egyszer végigvándorol rajta lefelé, majd újra felfelé, nyugodtan és sietség nélkül. - Er öffnet, und sein Blick wandert einmal an ihr herunter und wieder hinauf, ruhig und ohne Eile. :12. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja, és ez nem hangzik gonoszul, de gonosz. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und es klingt nicht gemein, aber es ist gemein. :13. Elena levegőt vesz, aztán megüti, tenyérrel, laposan, úgy, ahogy az ember azt üti meg, akit tíz éven át nem tudott megütni. - Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn, flach mit der Hand, so wie man jemanden schlägt, den man zehn Jahre lang nicht schlagen konnte. :14. Carlo nem hátrál meg, nem szorítja a kezét az arcára, csak kissé megváltozik az arckifejezése. - Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Hand gegen die Wange, er verändert nur leicht den Ausdruck. :15. A szemében nincs megbánás, de meglepetés sincs, mintha számított volna erre, egyszer, valamikor, valahol. - In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, als hätte er damit gerechnet, irgendwann, irgendwo. :16. Elena megfordul, és lemegy a lépcsőn, a térde kissé remeg, a keze szorosan ökölbe zárva. - Elena dreht sich um und geht die Treppe hinunter, die Knie ein bisschen weich, die Hände fest zur Faust geschlossen. :17. Három cigarettát szív el egymás után az anyja háza előtti padon, és közben egy sikátorba néz, amely a semmibe vezet. - Sie raucht drei Zigaretten hintereinander auf der Bank vor dem Haus ihrer Mutter und schaut dabei in eine Gasse, die ins Nichts führt. :18. Amikor nem sokkal éjfél után kopog, Elena már az ablaknál áll, és látta őt feljönni az utcán. - Als er kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster und hat ihn schon die Straße heraufkommen sehen. :19. Egy üveg vörösbort tart a kezében, mint egy bocsánatkérést, amelyet nem akar kimondani. - Er hält eine Flasche Rotwein in der Hand wie eine Entschuldigung, die er nicht aussprechen will. :20. Elena beengedi, anélkül hogy bármit mondana, mert a hallgatás közöttük mindig őszintébb volt, mint a beszéd. - Sie lässt ihn herein, ohne etwas zu sagen, weil Schweigen zwischen ihnen immer ehrlicher war als Reden. :21. A garázsban két kiszuperált autóülésen ülnek, amelyek régi bőr és benzin szagát árasztják, és olyan poharakból isznak, amelyeket Carlo a dzsekijéből húz elő. - In der Garage sitzen sie auf zwei ausgedienten Autositzen, die nach altem Leder und Benzin riechen, und trinken aus Gläsern, die Carlo aus seiner Jacke zieht. :22. A fény gyenge, egy csupasz villanykörte, amely több árnyékot vet, mint világosságot. - Das Licht ist schwach, eine nackte Glühbirne, die mehr Schatten wirft als Helligkeit. :23. Carlo kinyújtja a kezét, és az övére teszi, anélkül hogy megkérdezné, akarja-e ezt. - Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen, ob sie das möchte. :24. Elena erre a kézre néz, amely érdes és meleg, és annyira ismerős, hogy fáj. - Elena schaut auf diese Hand, die rau ist und warm und so vertraut, dass es wehtut. :25. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja végül, mert ez a mondat évek óta vár benne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, weil der Satz seit Jahren in ihr wartet. :26. Carlo iszik, mielőtt válaszolna, és Elena ismeri ezt a mozdulatot, ezt a rövid idővásárlást. - Carlo trinkt, bevor er antwortet, und sie kennt diese Geste, dieses kurze Kaufen von Zeit. :27. „Megmutatom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja, „és hogyan kell újra összerakni, ha az ember hibát követett el.” - „Ich zeige ihm, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat." :28. Irónia nélkül mondja, de Elena mégis hallja benne az iróniát, mert ő hallja bele. - Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie trotzdem, weil sie sie hineinhört. :29. Lassan visszahúzza a kezét, és leteszi a poharát a betonpadlóra. - Sie zieht die Hand langsam zurück und stellt ihr Glas auf den Betonboden. :30. Még egy órát marad, mert a felállás döntést jelent, és a döntések olyan erőbe kerülnek, amellyel nem rendelkezik. - Sie bleibt noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet, und Entscheidungen Kraft kosten, die sie nicht hat. :31. Aztán elmegy, és ő nem kíséri el, ami helyes. - Dann geht sie, und er begleitet sie nicht, was das Richtige ist. :32. Napkelte előtt Elena olyan valakinek a gyors, biztos mozdulataival pakolja össze a táskáját, aki régóta készült erre a pillanatra. - Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit den schnellen, sicheren Bewegungen von jemandem, der sich lange auf diesen Moment vorbereitet hat. :33. Anyja házát el fogja adni, ezt eldöntötte, de ma nem gondol rá. - Das Haus ihrer Mutter wird sie verkaufen, das hat sie entschieden, aber heute denkt sie nicht daran. :34. Nem közvetlenül a pályaudvarra megy, hanem a hosszú úton, amely Signora Grazia konyhaablaka előtt vezet el. - Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern den langen Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt. :35. A lámpa már ég, mint mindig ebben a korai órában, és az üvegen át Elena meglátja a fiát. - Das Licht brennt schon, wie immer zu dieser frühen Stunde, und durch das Glas sieht Elena ihren Sohn. :36. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret márt tejbe, erre a kis cselekvésre összpontosítva, mintha ez volna az egyetlen dolog a világon. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, konzentriert auf diese kleine Handlung, als wäre sie die einzige Sache auf der Welt. :37. Carlo válla van neki, és az ő módja, ahogy kissé félrebillenti a fejét, amikor gondolkodik. - Er hat Carlos Schultern und ihre Art, den Kopf leicht zu neigen, wenn er nachdenkt. :38. Signora Grazia mögötte áll, a kezét a fejére teszi, Matteo pedig röviden felnéz, és elmosolyodik, ezzel az álmos reggeli mosollyal. - Signora Grazia steht hinter ihm, legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses schläfrige Morgenlächeln. :39. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és egy pillanatra lehunyja a szemét. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und schließt die Augen für einen Moment. :40. Egyszer lélegzik, kétszer, és a harmadik lélegzetvételnél visszahúzódik. - Sie atmet einmal, zweimal, und beim dritten Atemzug zieht sie sich zurück. :41. A pályaudvaron kávét vesz az automatából, amely rossz ízű, mégis megissza. - Am Bahnhof kauft sie einen Kaffee aus dem Automaten, der schlecht schmeckt, und trinkt ihn trotzdem. :42. A milánói vonat pontosan indul, Elena pedig az ablaknál ül, táskájával az ölében, mintha meg akarná akadályozni, hogy elrepüljön. - Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, als würde sie verhindern wollen, dass sie wegfliegt. :43. A nap felkel Basilicata dombjai fölött, nagy és narancsszínű, és olyan fénybe meríti a mezőket, amilyet képeslapokra nyomtatnak. - Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, groß und orange, und taucht die Felder in ein Licht, das man auf Postkarten druckt. :44. Elena odanéz, mert szép, és mert oda kell nézni, ha valami szép. - Elena schaut hin, weil es schön ist und weil man hinschauen muss, wenn etwas schön ist. :45. De a fény nem éri el őt, megakad az ablaküvegen, mint egy határon, amelyet ő maga húzott meg. - Aber das Licht erreicht sie nicht, es bleibt an der Fensterscheibe hängen wie an einer Grenze, die sie selbst gezogen hat. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :Elena visszatérése - Elenas Rückkehr :1. A busz sóhajtva áll meg, mintha maga is megkönnyebbült volna, hogy maga mögött tudhatja ezt az utat, és Elena utolsóként száll le, mert nem akar sietni. - Der Bus hält mit einem Seufzen, als wäre er selbst erleichtert, diese Strecke hinter sich gebracht zu haben, und Elena steigt als letzte aus, weil sie sich nicht beeilen will. :2. Tíz év hosszú idő, de a falu szaga nem vár felkészülésre – egyszerűen ott van, azonnal, testileg, megalkuvást nem tűrően. - Zehn Jahre sind eine lange Zeit, aber der Geruch des Dorfes wartet nicht auf Vorbereitung – er ist einfach da, sofort, körperlich, unverhandelbar. :3. Paradicsom, por, motorolaj, és alattuk még valami, amit nem lehet megnevezni, talán maga a falu, a létezésének sajátos módja. - Tomaten, Staub, Motoröl, und darunter noch etwas, das sich nicht benennen lässt, vielleicht das Dorf selbst, seine besondere Art zu existieren. :4. Elena megigazítja a napszemüvegét, és lassan megy tovább, annak közönyös tartásával, aki csak röviden átutazik, és nincs itt története. - Elena schiebt die Sonnenbrille zurecht und geht langsam, mit der gleichgültigen Haltung von jemandem, der nur kurz durchreist und keine Geschichte hier hat. :5. A nevetés húsz lépés után találja el, még mielőtt meglátná őt, és a teste emlékszik, bár ő ezt nem engedte meg neki. - Das Lachen trifft sie nach zwanzig Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper erinnert sich, obwohl sie ihm das nicht erlaubt hat. :6. Carlo a műhely előtt áll, alkarja könyökig zsírral borítva, és egy fiatalembernek magyaráz valamit egy felnyitott motornál, azzal a türelemmel, amelyet Elena mindig gyűlölt benne, mert neki magának nincs belőle. - Carlo steht vor der Werkstatt, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere bedeckt, und erklärt einem jungen Mann etwas an einem aufgeklappten Motor, mit dieser Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt. :7. Megváltozott, de csak úgy, ahogy azok a dolgok változnak, amelyek belülről kifelé nőnek, és úgy viseli a kort, mint valamit, ami hozzá tartozik. - Er hat sich verändert, aber nur so, wie Dinge sich verändern, die von innen heraus wachsen, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm gehört. :8. Elena nem vesz semmit a piacon, nem köszön senkinek, figyelmen kívül hagyja a nőt a zöldséges standnál, aki úgy kiáltja a nevét, mintha joga volna hozzá. - Elena kauft nichts auf dem Markt, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, als wäre es ein Recht. :9. Anyja háza azt a sajátos csendet vette fel, amelyet a szobák akkor fejlesztenek ki, amikor hiányzik az ember, aki jelentést adott nekik. - Das Haus ihrer Mutter hat die spezifische Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat. :10. Kinyitja az ablakokat, csapvizet iszik, leül a konyhaasztalhoz, és a kezei, amelyeket laposan a fára tesz, idegennek tűnnek neki, túl nyugodtnak ahhoz képest, ami benne történik. - Sie öffnet die Fenster, trinkt Leitungswasser, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach aufs Holz legt, wirken ihr fremd, zu ruhig für das, was in ihr vorgeht. :11. Este felveszi a virágos ruhát, amely már tíz évvel ezelőtt is megvolt neki, és amelyet mégis becsomagolt, anélkül hogy őszinte magyarázatot adott volna rá önmagának. - Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren schon hatte und das sie dennoch eingepackt hat, ohne sich selbst eine ehrliche Erklärung dafür zu geben. :12. A lépcső Carlo lakásához minden lépésnél nyikorog, és Elena nem számolja a fokokat, mert kívülről tudja őket, akarata ellenére. - Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen nicht, weil sie sie auswendig kennt, ohne es zu wollen. :13. Carlo ajtót nyit, és a tekintete időt hagy magának, ami rosszabb, mint a sietség. - Er öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, was schlimmer ist als Eile. :14. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja olyan hangon, amely nem hangzik kegyetlennek, ami azt jelenti, hogy nem tudja, mennyire kegyetlen. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die nicht grausam klingt, was bedeutet, dass er nicht weiß, wie grausam es ist. :15. Elena megüti, mielőtt eldöntötte volna, hogy megteszi, nyitott tenyérrel, tíz év teljes felgyülemlett erejével, amely alatt nem volt képes rá. - Elena schlägt ihn, bevor sie entschieden hat, es zu tun, flach mit der Hand, mit der ganzen angesammelten Kraft von zehn Jahren, in denen sie es nicht konnte. :16. Carlo nem hátrál meg, nem szorítja tenyerét a kipirult arcához, csak kissé megváltoztatja az arckifejezését, mintha egy információt dolgozna fel. - Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die gerötete Wange, er verändert nur den Ausdruck leicht, als würde er eine Information verarbeiten. :17. A szemében nincs megbánás, de meglepetés sincs, és a meglepetés hiánya az, ami Elenát a leginkább eltalálja. - In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist das, was Elena am meisten trifft. :18. Megfordul, lemegy a lépcsőn, a térde különösen puhának érzi magát, és odakint egymás után három cigarettát szív el, anélkül hogy igazán érezné az ízüket. - Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter, die Knie merkwürdig weich, und draußen raucht sie drei Zigaretten in einer Reihe, ohne sie wirklich zu schmecken. :19. Amikor nem sokkal éjfél után kopognak, ő már az ablaknál áll, mert tudta, hogy Carlo el fog jönni, és mert éppen ezért nem zárta be az ajtót. - Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür deswegen nicht abgesperrt hat. :20. Carlo úgy tart egy borosüveget, mint valaki, aki tudja, hogy nem hozott magával szavakat, és Elena beszéd nélkül engedi be, mert a csend közöttük mindig pontosabb volt, mint bármely nyelv. - Carlo hält eine Weinflasche wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache. :21. A műhely régi gumi, benzin és a hosszú ideig megmunkált fém sajátos szagát árasztja, és a csupasz izzó több árnyékot vet, mint fényt. - Die Werkstatt riecht nach altem Gummi, Benzin und dem speziellen Geruch von Metall, das lange bearbeitet wurde, und die nackte Glühbirne wirft mehr Schatten als Licht. :22. Két autóülésen ülnek, amelyeket Carlo valamilyen roncsból mentett ki, olyan poharakból isznak, amelyeket a kabátjából húz elő, és ebben van valami ismerős, ami fáj. - Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, und das hat etwas Vertrautes, das wehtut. :23. Amikor Carlo kérdezés nélkül, a tekintetét fel sem emelve a kezére teszi a kezét, Elena érzi a pulzust a torkában, ezt a régi, megbízhatatlan árulót. - Als Carlo seine Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Verräter. :24. Carlo kezei érdesek, a bőr az ujjpercein repedezett és sötét, és annyira változatlanok, hogy Elena egy pillanatra megfeledkezik az időről. - Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel, und sie sind so unverändert, dass Elena einen Moment lang die Zeit vergisst. :25. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja végül, és a mondat nyugodtabbnak hangzik, mint amilyen, mert magában olyan sokszor elpróbálta. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn im Stillen so oft geprobt hat. :26. Carlo hosszút kortyol, mielőtt válaszol, és Elena ismeri ezt a szünetet, ezt a gondos szóválasztást, amely nála soha nem számítás, hanem valódi gondolkodás. - Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Wählen von Worten, das bei ihm nie Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken. :27. „Megmutatom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja, „és hogyan kell újra összerakni, ha az ember olyan hibát követett el, amelyet nem lehet visszacsinálni.” - „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der nicht rückgängig zu machen ist." :28. Irónia nélkül mondja, de Elena hallja az iróniát, mert ő teszi bele, mert tíz éve nem tud másképp. - Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie, weil sie sie hineinlegt, weil sie nicht anders kann, seit zehn Jahren nicht. :29. Visszahúzza a kezét, leteszi a poharat a betonpadlóra, és a mozdulatnak egy döntés véglegessége van, még akkor is, ha még egy órát marad. - Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas auf den Betonboden, und die Bewegung hat die Endgültigkeit einer Entscheidung, auch wenn sie noch eine Stunde bleibt. :30. Marad, mert felállni olyan erőbe kerül, amelyet előbb össze kell szednie, és mert odakint az éjszaka túl csendes ahhoz, ami vár rá. - Sie bleibt, weil Aufstehen Kraft kostet, die sie sich erst zusammensuchen muss, und weil die Nacht draußen zu still ist für das, was sie erwartet. :31. Aztán búcsú nélkül elmegy, és Carlo hagyja elmenni, ami a legokosabb dolog, amit valaha érte tett. - Dann geht sie, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, was er je für sie getan hat. :32. Elena még napkelte előtt becsomagolja a táskáját annak koncentrált hatékonyságával, akinek a tétovázás túl drágává vált. - Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist. :33. Nem kapcsolja fel a villanyt, mert anyja szobáját a sötétben jobban ismeri, mint világosban, ami, amikor észreveszi, elszorítja a torkát. - Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit besser kennt als im Hellen, was ihr, als sie es bemerkt, die Kehle zuschnürt. :34. Aztán elindul a hosszú úton az állomás felé, azon az úton, amely Signora Grazia konyhaablaka előtt vezet el, és nem hazudja magának, hogy ez véletlen. - Dann geht sie den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und sie lügt sich nicht an, dass es Zufall ist. :35. A konyhában már ég a fény, narancssárgán és melegen a bepárásodott üveg mögött, és Elena megáll, a táskát a testéhez húzva. - Das Licht in der Küche brennt bereits, orange und warm hinter dem beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche an den Körper gezogen. :36. Matteo az asztalnál ül, kenyeret márt tejbe annak álmos koncentrációjával, aki még félig alvásban van, és nagyobb, mint ahogy Elena várta, sokkal nagyobb. - Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Schlaf ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer. :37. Carlo válla van meg benne, Elena orra, és az a mód, ahogy gondolataiba merülve félrebillenti a fejét, egyiküktől sem származik, és mégis mindkettőjüktől. - Er hat Carlos Schultern, ihre Nase, und eine Art, den Kopf zu neigen, wenn er in Gedanken ist, die von keinem von beiden kommt und doch von beiden. :38. Signora Grazia a kezét Matteo fejére teszi, Matteo pedig röviden felpillant, elmosolyodik azzal a rövid, meleg reggeli mosollyal, amely a gyerekeké, mielőtt a nap utoléri őket. - Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf, lächelt dieses kurze, warme Morgenlächeln, das Kinder haben, bevor der Tag sie einholt. :39. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, lehunyja a szemét, és egy pillanatig csak az üveg van, a hideg, a szívverés. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment ist da nur das Glas, die Kälte, der Herzschlag. :40. Aztán elszakítja magát tőle, mert el kell szakadni, mert ez az egyetlen mozdulat, amely még az övé. - Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das die einzige Bewegung ist, die ihr noch gehört. :41. Az állomáson kávét vesz az automatából, amely égett tej ízű, és állva issza meg, mert leülni azt jelentené, hogy megérkezett. - Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen bedeuten würde, anzukommen. :42. A Milánóba tartó vonat pontosan indul, Elena pedig az ablaknál ül, a táska az ölében, kezei a hevederek köré zárva. - Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen. :43. A nap szélesen és narancssárgán kel fel Basilicata dombjai fölött, és a kora reggel súlyos, szép fényébe meríti a mezőket, abba a fénybe, amelyet képeslapokra nyomtatnak és memoárokban írnak le. - Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange, und taucht die Felder in das schwere, schöne Licht des frühen Morgens, das man auf Postkarten druckt und in Memoiren beschreibt. :44. Elena odanéz, mert szép, és mert a szépségnek kötelessége, hogy észrevegyék, még akkor is, ha az ember nem tudja befogadni. - Elena schaut hin, weil es schön ist und weil Schönheit eine Pflicht hat, bemerkt zu werden, auch wenn man sie nicht empfangen kann. :45. A fény az üvegen marad, melegíti az ablakot, de nem őt, és a vonat továbbhalad falvakon át, amelyek egyre kisebbek lesznek, míg el nem tűnnek. - Das Licht bleibt an der Scheibe, es wärmt das Glas, aber nicht sie, und der Zug fährt weiter, durch Dörfer, die kleiner werden, bis sie verschwinden. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :Elena visszatérése - Elenas Rückkehr :1. A busz hidraulikus sóhajjal áll meg a tér szélén, és Elena ülve marad, amíg a többi utas le nem száll, mert még egy pillanattal el akarja halasztani a megérkezést. - Der Bus hält mit einem hydraulischen Seufzen am Rand des Platzes, und Elena bleibt sitzen, bis die anderen Fahrgäste ausgestiegen sind, weil sie das Ankommen noch einen Moment lang aufschieben will. :2. Tíz év nem elvont szám, ezt most már tudja, ahogy a falu szaga betolakszik a nyitott ajtón – paradicsom, por, meleg kő, és alatta, alig észrevehetően, Carlos műhelyének olaja, amely mindjárt a sarkon kezdődik. - Zehn Jahre sind keine abstrakte Zahl, das weiß sie jetzt, da der Geruch des Dorfes durch die geöffnete Tür hereindrängt – Tomaten, Staub, warmer Stein und darunter, kaum wahrnehmbar, das Öl von Carlos Werkstatt, die gleich um die Ecke beginnt. :3. Utolsóként száll le, leteszi a táskát a kövezetre, és a szeptember úgy csapja felé a hőséget, mint valamit, ami rá várt. - Sie steigt als letzte aus, stellt die Tasche auf das Pflaster, und der September schlägt ihr die Hitze entgegen wie etwas, das auf sie gewartet hat. :4. A nevetés néhány lépés után éri el, még mielőtt meglátná őt, és a teste olyan közvetlenséggel reagál, amely átmenetileg felfüggeszti az önuralom minden gondolatát. - Das Lachen trifft sie nach wenigen Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper reagiert mit einer Unmittelbarkeit, die jeden Gedanken an Kontrolle vorläufig suspendiert. :5. Carlo a nyitott műhelyajtó előtt áll, alkarja könyékig bekenve zsírral, és egy fiatal szerelőnek magyaráz valamit egy felnyitott motornál, azzal a higgadt türelemmel, amelyet Elena mindig gyűlölt benne, mert neki magának nincs, és soha nem is volt. - Carlo steht vor der offenen Werkstatttür, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere eingerieben, und erklärt einem jungen Mechaniker etwas an einem aufgeklappten Motor, mit jener gleichmütigen Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt und nie besessen hat. :6. Úgy változott meg, ahogyan a férfiak változnak, amikor az idő inkább ad nekik valamit, mintsem elvesz, és úgy viseli a kort, mint valamit, ami magától értetődően megilleti. - Er hat sich verändert auf die Weise, auf die Männer sich verändern, wenn die Zeit ihnen etwas gibt statt nimmt, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm selbstverständlich zusteht. :7. Elena elmegy a piactér mellett anélkül, hogy megállna, nem köszön senkinek, figyelmen kívül hagyja a zöldségesstandnál álló nőt, aki a nevét kiáltja, olyan hangerővel és jogosultságérzettel, mint valaki, aki azt hiszi, joga van válaszokat kapni. - Elena geht am Marktplatz vorbei, ohne innezuhalten, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, mit der Lautstärke und Berechtigung von jemandem, der glaubt, ein Recht auf Antworten zu haben. :8. Anyja háza azt a különös csendet vette fel, amelyet a szobák akkor fejlesztenek ki, amikor hiányzik belőlük az ember, aki jelentést adott nekik, és ez a csend nem a zaj hiánya, hanem valami nehéznek a jelenléte. - Das Haus ihrer Mutter hat die besondere Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat, und diese Stille ist keine Abwesenheit von Geräusch, sondern eine Anwesenheit von etwas Schwerem. :9. Kinyitja az összes ablakot, vizet iszik a csapból, leül a konyhaasztalhoz, és a kezek, amelyeket laposan az öreg fára tesz, idegennek tűnnek számára, túl nyugodtnak, túl fegyelmezettnek ahhoz képest, ami alattuk dolgozik. - Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach auf das alte Holz legt, kommen ihr fremd vor, zu ruhig, zu beherrscht für das, was darunter arbeitet. :10. Este felveszi a virágos ruhát, amely tíz évvel ezelőtt az övé volt, és amelyet ennek ellenére becsomagolt anélkül, hogy rákényszerítette volna magát arra az őszinteségre, hogy megmagyarázza, miért. - Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das vor zehn Jahren ihres war und das sie trotzdem eingepackt hat, ohne sich selbst die Ehrlichkeit zuzumuten, zu erklären, warum. :11. A Carlos lakásához vezető lépcső minden lépésnél ugyanazokon a helyeken nyikorog, mint régen, és ez a tudás, amelyet a teste az értelme engedélye nélkül birtokol, tudatosítja benne, milyen mélyen ülnek bizonyos dolgok. - Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt an denselben Stellen wie früher, und dieses Wissen, das ihr Körper besitzt ohne Erlaubnis ihres Verstands, macht ihr bewusst, wie tief einige Dinge sitzen. :12. Carlo ajtót nyit, és a tekintete időt vesz magának, végigvándorol rajta lefelé, majd vissza felfelé olyan nyugalommal, amely rosszabb minden sietségnél, mert a nyugalom azt jelenti, hogy biztosnak érzi magát. - Carlo öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, wandert an ihr herunter und wieder hinauf mit einer Ruhe, die schlimmer ist als jede Eile, weil Ruhe bedeutet, dass er sich sicher fühlt. :13. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja olyan hangon, amely ezt nem kegyetlenségnek szánja, és éppen ez teszi a legteljesebb kegyetlenséggé, amelyet elkövethet vele. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die das nicht als Grausamkeit meint, was es zur vollständigsten Grausamkeit macht, die er ihr zufügen könnte. :14. Elena megüti, mielőtt az erre vonatkozó elhatározás teljesen végiggondolódna benne, tenyérrel, laposan, olyan erővel, amely tíz évből torlódott fel, amely alatt nem tudta, nem volt szabad, nem akarta. - Elena schlägt ihn, bevor der Entschluss dazu fertig gedacht ist, flach mit der Hand, mit einer Kraft, die sich aus zehn Jahren aufgestaut hat, in denen sie es nicht konnte, nicht durfte, nicht wollte. :15. Carlo nem hátrál meg, nem szorítja a tenyerét a piros foltra, csak minimálisan változtatja meg az arckifejezését, mintha egy információt venne tudomásul, amelyre valamikor számított. - Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die rote Stelle, er verändert nur minimal den Ausdruck, als würde er eine Information registrieren, die er irgendwann erwartet hat. :16. A szemében nincs megbánás, de meglepetés sincs, és a meglepetés hiánya az igazi sérülés, mélyebb mindennél, amit elképzelt magának. - In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist die eigentliche Verletzung, tiefer als alles, was sie sich vorgestellt hatte. :17. Megfordul, lemegy a lépcsőn furcsán engedő térdekkel, és odakint egymás után három cigarettát szív el anélkül, hogy érezné az ízüket, tekintetét egy sikátorra szegezve, amely sehová sem vezet. - Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter mit Knien, die merkwürdig nachgeben, und draußen raucht sie drei Zigaretten hintereinander, ohne sie zu schmecken, die Augen auf eine Gasse gerichtet, die nirgendwohin führt. :18. Amikor nem sokkal éjfél után kopognak, már az ablaknál áll, mert tudta, hogy a férfi el fog jönni, és mert pontosan ezért nem zárta be az ajtót, egy ténnyel, amellyel nem néz szembe. - Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür aus genau diesem Grund nicht abgesperrt hat, einer Tatsache, der sie sich nicht stellt. :19. Carlo úgy tart egy üveg vörösbort, mint valaki, aki tudja, hogy nem hozott magával szavakat, és hogy az sem volna megoldás, Elena pedig szó nélkül beengedi, mert a csend közöttük mindig pontosabb volt minden nyelvnél, amelyet mindketten uraltak. - Carlo hält eine Flasche Rotwein wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat und dass das auch keine Lösung wäre, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache, die sie beiden beherrschten. :20. A műhely gumi, benzin és annak a fémnek a sajátos szagát árasztja, amely évekig emberi kezekkel érintkezett, és a mennyezeten lógó csupasz villanykörte olyan fényt vet, amely inkább magyaráz, mint megvilágít. - Die Werkstatt riecht nach Gummi, Benzin und dem spezifischen Geruch von Metall, das über Jahre mit menschlichen Händen in Kontakt war, und die nackte Glühbirne an der Decke wirft Licht, das mehr erklärt als erhellt. :21. Két autóülésen ülnek, amelyeket Carlo valamilyen roncsból mentett ki, mert semmit nem dob ki, aminek még funkciója van, és poharakból isznak, amelyeket úgy húz elő a kabátjából, mintha ez normális volna. - Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, weil er nichts wegwirft, was noch Funktion hat, und trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, als wäre das normal. :22. Amikor a férfi kérdés nélkül, anélkül, hogy felemelné a tekintetét, a kezére teszi a kezét, Elena érzi a pulzust a torkában, ezt a régi, megbízhatatlan testi árulást, amely semmit sem törődik a döntéseivel. - Als er die Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Körperverrat, der sich um keine ihrer Entscheidungen schert. :23. A keze érdes, a bőr az ujjízületein repedezett és sötét a beledolgozódott olajtól, amelyet semmilyen mosás nem távolít el többé teljesen, és annyira teljesen változatlan, hogy az idő egy pillanatra megszűnik lineárisnak lenni. - Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel von eingearbeitetem Öl, das kein Waschen mehr vollständig entfernt, und sie sind so vollständig unverändert, dass die Zeit für einen Moment aufhört, linear zu sein. :24. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja végül, és a mondat nyugodtabbnak hangzik, mint amilyen, mert olyan sokszor mondta ki magában csendben, hogy elveszítette éles széleit anélkül, hogy elveszítette volna a tartalmát. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn so viele Male im Stillen gesagt hat, dass er seine scharfen Kanten verloren hat, ohne seinen Inhalt zu verlieren. :25. Carlo hosszút kortyol, mielőtt válaszol, és Elena ismeri ezt a szünetet, ezt a szavak gondos mérlegelését, amely nála nem számítás, hanem valódi gondolkodás, ami őt minden ellenére jobb emberré teszi, mint őt. - Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Abwiegen von Worten, das bei ihm keine Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken, was ihn, trotz allem, zu einem besseren Menschen macht als sie. :26. „Megmutatom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja végül, „és hogyan kell újra összerakni, ha az ember olyan hibát követett el, amelyet nem lehet visszavonni.” - „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er schließlich, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der sich nicht rückgängig machen lässt." :27. Irónia nélkül mondja, ezt Elena tudja, de nem tudja abbahagyni, hogy mégis hallja benne, mert tíz éve mindenben keres valamit, amit a férfi mond, és mert ez az övé, nem a férfié. - Er meint es ohne Ironie, das weiß sie, aber sie kann nicht aufhören, sie zu hören, weil sie seit zehn Jahren in allem sucht, was er sagt, und weil das ihres ist, nicht seins. :28. Visszahúzza a kezét, a poharat olyan gondossággal teszi a betonpadlóra, mintha a pohár törékeny volna, noha tudja, hogy nem az, aztán még egy órát marad, mert felállni döntést jelentene. - Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas mit einer Sorgfalt auf den Betonboden, als wäre das Glas zerbrechlich, obwohl sie weiß, dass sie es nicht ist, und dann bleibt sie noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet. :29. A döntés végül magától jön, ahogyan a döntések jönnek, amikor az ember már felhagyott azzal, hogy várjon rájuk, és Elena búcsú nélkül megy el, Carlo pedig hagyja elmenni, ami a legokosabb dolog, amit valaha érte tett, és a legszomorúbb. - Die Entscheidung kommt schließlich von selbst, wie Entscheidungen kommen, wenn man aufgehört hat, auf sie zu warten, und sie geht, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, das er je für sie getan hat, und das Traurigste. :30. Elena még napfelkelte előtt összepakolja a táskáját annak koncentrált hatékonyságával, akinek a habozás túl drágává vált, akinek a habozás túl sokba került, túl sok éven át. - Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist, dem Zögern zu viel gekostet hat, über zu viele Jahre. :31. Nem kapcsol villanyt, mert anyja szobáját a sötétben teljesebben ismeri, mint világosban, és ez a felismerés, amikor megfogalmazza, összeszorítja a torkát. - Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit vollständiger kennt als im Hellen, und diese Erkenntnis, als sie sie formuliert, schnürt ihr die Kehle zu. :32. A hosszú utat választja az állomásig, azt az utat, amely Signora Grazia konyhaablaka mellett vezet el, és nem hazudja magának, hogy ez véletlen vagy megszokás vagy bármi más, mint ami. - Sie nimmt den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und lügt sich nicht an, dass es Zufall ist oder Gewohnheit oder irgendetwas anderes als das, was es ist. :33. A konyhában már ég a lámpa, melegen és narancssárgán a kissé bepárásodott üveg mögött, Elena pedig megáll, a táskát szorosan a testéhez húzva, mintha egy tárgyba kapaszkodni megakadályozhatná a remegést. - Das Licht in der Küche brennt bereits, warm und orange hinter dem leicht beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche fest an den Körper gezogen, als könnte das Festhalten an einem Gegenstand das Zittern verhindern. :34. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe annak álmos összpontosításával, aki még félig az álomban van, és nagyobb, mint várta, sokkal nagyobb, Carlos vállaival és az ő orrával és a fejbillentés olyan módjával, amely egyiküktől sem jön, és mégis mindkettőjüktől. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Traum ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer, mit Carlos Schultern und ihrer Nase und einer Art, den Kopf zu neigen, die von keinem von beiden kommt und von beiden. :35. Signora Grazia a kezét a fejére teszi, Matteo pedig röviden felnéz és elmosolyodik, ezzel a rövid, teljes reggeli mosollyal, amely olyan valakié, akinek a világ még rendben van. - Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses kurze, vollständige Morgenlächeln von jemandem, dem die Welt noch in Ordnung ist. :36. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, lehunyja a szemét, és egy pillanatra csak az üveg van, a hideg, a szívverés, és ez nem elég, de ez minden. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment gibt es nur das Glas, die Kälte, den Herzschlag, und das genügt nicht, aber es ist alles. :37. Aztán elszakítja magát, mert az embernek el kell szakadnia, mert az elszakadás az egyetlen mozdulat, amely még teljesen az övé, és elmegy. - Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das Lösen die einzige Bewegung ist, die ihr noch vollständig gehört, und geht. :38. Az állomáson kávét vesz az automatából, amely égett tej és műanyag ízű, és állva issza meg, mert leülni olyan megérkezést jelentene, amelybe nem egyezett bele. - Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch und Plastik schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen eine Ankunft bedeuten würde, zu der sie sich nicht bereit erklärt. :39. A milánói vonat pontosan indul, azoknak a dolgoknak a közömbös megbízhatóságával, amelyeknek nincs történetük velünk, Elena pedig az ablaknál ül, a táska az ölében, kezei úgy záródnak a pántokra, mint valami köré, aminek nem szabad megszöknie. - Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die keine Geschichte mit uns haben, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen wie um etwas, das nicht entkommen soll. :40. A nap felkel Basilicata dombjai fölött, szélesen és narancssárgán és olyan szépen, hogy ez már szinte sértés, és a mezőket meg a fehér házakat abba a súlyos, arany fénybe meríti, amelyet képeslapokra nyomtatnak, mert meg akarják tartani, mert nem lehet megtartani. - Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange und so schön, dass es fast eine Zumutung ist, und taucht die Felder und die weißen Häuser in das schwere, goldene Licht, das man auf Postkarten druckt, weil man es festhalten will, weil es sich nicht festhalten lässt. :41. Elena odanéz, mert a szépségnek csendes kötelessége van, hogy észrevegyék, akkor is, sőt éppen akkor, amikor az ember nem tudja befogadni, amikor közte és a világ között egy üveg van, amelyet ő maga húzott fel. - Elena schaut hin, weil Schönheit eine stille Pflicht hat, wahrgenommen zu werden, auch und gerade dann, wenn man sie nicht empfangen kann, wenn zwischen einem und der Welt ein Glas ist, das man selbst eingezogen hat. :42. A vonat továbbhalad, a dombok kisebbek lesznek, aztán laposabbak, aztán eltűnnek, és a nap magasabbra emelkedik, megszűnik szépnek lenni, és már csak fény lesz, és a fény felmelegíti az ablaküveget, de őt nem. - Der Zug fährt weiter, die Hügel werden kleiner und dann flacher und dann verschwinden sie, und die Sonne steigt höher und hört auf, schön zu sein und wird nur noch Licht, und das Licht wärmt die Scheibe, aber nicht sie. -------------------- == 86 == 1 -------------------- :Az porcelán - Das Porzellan :1. Maureen ötvenhat éves. - Maureen ist sechsundfünfzig Jahre alt. :2. Lakásokat takarít Londonban. - Sie putzt Wohnungen in London. :3. Ezt húsz éve csinálja. - Das macht sie seit zwanzig Jahren. :4. A lakások Kensingtonban vannak. - Die Wohnungen sind in Kensington. :5. Ott gazdag emberek laknak. - Dort wohnen reiche Leute. :6. Az új ügyfelét Lord Archibald Pembertonnak hívják. - Ihr neuer Kunde heißt Lord Archibald Pemberton. :7. Mindenki Archie-nak nevezi. - Alle nennen ihn Archie. :8. Hetvennyolc éves. - Er ist achtundsiebzig Jahre alt. :9. A lakása a Montpelier Streeten van. - Seine Wohnung ist in der Montpelier Street. :10. Archie egy régi kulcsot adott Maureennek. - Archie hat einen alten Schlüssel an Maureen gegeben. :11. Nem – „kölcsönadta” neki. - Nein – er hat ihn ihr „geliehen". :12. Számára ez különbség. - Das ist ein Unterschied für ihn. :13. Maureen minden hétfőn jön. - Maureen kommt jeden Montag. :14. Kinyitja az ajtót, és bemegy. - Sie schließt die Tür auf und geht hinein. :15. A konyhában a teáskészlet már ott áll az asztalon. - In der Küche steht das Teegeschirr schon auf dem Tisch. :16. Archie elővette. - Archie hat es hervorgeholt. :17. Ezt minden alkalommal megteszi. - Er macht das jedes Mal. :18. Maureennek azonban nincs ideje teára. - Maureen hat aber keine Zeit für Tee. :19. Megköti a kötényét. - Sie bindet ihre Schürze um. :20. Archie az előszobában áll és mosolyog. - Archie steht im Flur und lächelt. :21. „Ah, Maureen. A csillár megint inog.” - „Ah, Maureen. Der Kronleuchter wackelt wieder." :22. Maureen felnéz. - Maureen schaut nach oben. :23. A csillár nem inog. - Der Kronleuchter wackelt nicht. :24. „Majd később megnézem”, mondja. - „Ich schau später", sagt sie. :25. Aztán bemegy a fürdőszobába. - Dann geht sie ins Badezimmer. :26. Kisúrolja a kádat, és felmossa a padlót. - Sie schrubbt die Wanne und wischt den Boden. :27. Archie megjelenik az ajtóban. - Archie kommt in die Tür. :28. Egy pohár sherry van a kezében. - Er hat ein Glas Sherry in der Hand. :29. Az apjáról mesél. - Er erzählt von seinem Vater. :30. Az apja együtt evett Churchill-lel. - Sein Vater hat mit Churchill gegessen. :31. Mesél egy lóról. - Er erzählt von einem Pferd. :32. A lovat Wellingtonnak hívták. - Das Pferd hieß Wellington. :33. A régi időkről mesél. - Er erzählt von früher. :34. Maureen hallgatja. - Maureen hört zu. :35. Azt mondja: „Mhm” és „Aha”. - Sie sagt „Mhm" und „Aha". :36. Évek óta így csinálja. - Das macht sie seit Jahren so. :37. Archie megkérdezi: „Elégedett, Maureen?” - Archie fragt: „Sind Sie zufrieden, Maureen?" :38. Maureen megfordul. - Sie dreht sich um. :39. „A törlőrongy kissé vékony”, mondja. - „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie. :40. Archie nem érti, hogy ez nem válasz. - Archie versteht nicht, dass das keine Antwort ist. :41. Mosolyog, és visszamegy a szalonba. - Er lächelt und geht wieder in den Salon. :42. Maureen tovább törölget. - Maureen wischt weiter. :43. Egy héttel később Maureen újra jön. - Eine Woche später kommt Maureen wieder. :44. Archie az étkezőasztalnál ül. - Archie sitzt am Esstisch. :45. A házikabátját viseli. - Er trägt seinen Morgenmantel. :46. A kezében egy levél van. - In seinen Händen ist ein Brief. :47. Az arca vörös. - Sein Gesicht ist rot. :48. A kezei egy kicsit remegnek. - Die Hände zittern ein bisschen. :49. „Giles kihúz engem a végrendeletből”, mondja. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er. :50. Giles a fia. - Giles ist sein Sohn. :51. Bankár a Cityben. - Er ist Banker in der City. :52. Archie hangja kicsi és megtört. - Archies Stimme ist klein und kaputt. :53. Maureen ránéz. - Maureen sieht ihn an. :54. Aztán a sideboardon álló sherryre néz. - Dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard. :55. Odamegy. - Sie geht hin. :56. Fog egy poharat. - Sie nimmt ein Glas. :57. Sherryt tölt magának. - Sie schenkt sich Sherry ein. :58. Húsz év alatt először. - Das erste Mal in zwanzig Jahren. :59. Leül vele szemben. - Sie setzt sich ihm gegenüber. :60. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon”, mondja. - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie. :61. „Ez nem ugyanaz, de …” - „Das ist nicht dasselbe, aber …" :62. Iszik. - Sie trinkt. :63. Archie halkan zokog. - Archie schluchzt leise. :64. Maureen nem mond többet. - Maureen sagt nichts mehr. :65. Egyszerűen csak ott ül. - Sie sitzt einfach da. :66. Ez elég. - Das ist genug. :67. Egy héttel később Maureen becsönget az ajtónál. - Eine Woche später klingelt Maureen an der Tür. :68. Van nála egy Tupperware-doboz. - Sie hat eine Tupperdose dabei. :69. Scone-ok vannak benne – saját sütésűek. - Darin sind Scones – selbst gebacken. :70. Egy kicsit túl barnák, de melegek. - Sie sind ein bisschen zu braun, aber sie sind warm. :71. Archie ajtót nyit. - Archie öffnet die Tür. :72. A szeme még egy kicsit vörös. - Seine Augen sind noch ein bisschen rot. :73. De a gallérja tisztán ki van vasalva. - Aber sein Kragen ist sauber gebügelt. :74. Maureen leteszi a dobozt a konyhaasztalra. - Maureen stellt die Dose auf den Küchentisch. :75. „Üljön le”, mondja. „Én teát főzök.” - „Setzen Sie sich", sagt sie. „Ich mache Tee." :76. Archie leül. - Archie setzt sich. :77. Fog egy scone-t, és szétmorzsolja a tányéron. - Er nimmt einen Scone und zerbröckelt ihn auf dem Teller. :78. Maureen kitölti a teát – először a tea, aztán a tej. - Maureen gießt den Tee ein – zuerst der Tee, dann die Milch. :79. Leül mellé. - Sie setzt sich neben ihn. :80. „A csillár egyébként nem inog”, mondja. - „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt sie. :81. Archie mosolyog. - Archie lächelt. :82. „Tudom”, mondja. - „Ich weiß", sagt er. :83. Megeszik a scone-okat. - Sie essen die Scones. :84. Odakint elhalad egy busz. - Draußen fährt ein Bus vorbei. :85. A lakás csendes. - Die Wohnung ist still. :86. De már nem üres. - Aber sie ist nicht mehr leer. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Das Porzellan - A porcelán :1. Maureen ötvenhat éves, és húsz éve gazdag emberek lakásait takarítja. - Maureen ist sechsundfünfzig, und sie putzt seit zwanzig Jahren die Wohnungen reicher Leute. :2. Ügyfeleinek többsége Kensingtonban lakik, ahol az utcák tiszták, az ajtók pedig súlyosak. - Die meisten ihrer Kunden wohnen in Kensington, wo die Straßen sauber und die Türen schwer sind. :3. Legújabb ügyfele Lord Archibald Pemberton, akit mindenki csak Archie-nak hív. - Ihr neuester Kunde ist Lord Archibald Pemberton, den alle nur Archie nennen. :4. Hetvennyolc éves, és egyedül lakik egy nagy lakásban a Montpelier Streeten. - Er ist achtundsiebzig Jahre alt und wohnt allein in einer großen Wohnung in der Montpelier Street. :5. A lakás tele van régi bútorokkal, régi képekkel és régi porcelánnal, amelyet senki sem használ. - Die Wohnung ist voller alter Möbel, alter Bilder und altem Porzellan, das niemand benutzt. :6. Archie kulcsot adott Maureennek – vagy inkább: „kölcsönadott” neki egy kulcsot. - Archie hat Maureen einen Schlüssel gegeben – oder besser gesagt: Er hat ihr einen Schlüssel „geliehen". :7. Maureen minden hétfőn eljön, kinyitja az ajtót, és egyenesen a konyhába megy. - Jeden Montag kommt Maureen, schließt die Tür auf und geht direkt in die Küche. :8. A teáskészlet minden alkalommal már az asztalon áll, bár Maureennek soha nincs ideje teára. - Das Teegeschirr steht jedes Mal schon auf dem Tisch, obwohl Maureen nie Zeit für Tee hat. :9. Maga köré köti a kötényét, és dolgozni kezd, miközben Archie kijön a hálószobából. - Sie bindet ihre Schürze um und beginnt zu arbeiten, während Archie aus dem Schlafzimmer kommt. :10. „Ah, Maureen”, mondja, „a csillár megint ingadozik, észrevette?” - „Ah, Maureen", sagt er, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" :11. Maureen röviden felnéz, de a csillár teljesen nyugodtan függ a mennyezetről. - Maureen schaut kurz nach oben, aber der Kronleuchter hängt völlig ruhig an der Decke. :12. „Később megnézem”, mondja, és bemegy a fürdőszobába, mielőtt Archie tovább beszélhetne. - „Ich schau später", sagt sie, und geht ins Badezimmer, bevor er weitersprechen kann. :13. Kisúrolja a kádat, letörli a tükröt, és felmossa a padlót, miközben Archie az ajtóban áll. - Sie schrubbt die Wanne, wischt den Spiegel und putzt den Boden, während Archie in der Tür steht. :14. Sherrys pohár van a kezében, és az apjáról mesél, aki egyszer Churchill-lel vacsorázott. - Er hat ein Sherryglas in der Hand und erzählt von seinem Vater, der einmal mit Churchill gegessen hat. :15. Aztán egy Wellington nevű lóról mesél, amely állítólag egész Hampshire leggyorsabb lova volt. - Dann erzählt er von einem Pferd namens Wellington, das angeblich das schnellste in ganz Hampshire war. :16. Maureen „mhm”-mel és „aha”-val válaszol, mert megtanulta, hogy ez többnyire elég. - Maureen antwortet mit „Mhm" und „Aha", weil sie gelernt hat, dass das meistens reicht. :17. Archie néha kérdez tőle valamit, de ritkán várja meg a választ. - Manchmal fragt Archie sie etwas, aber er wartet selten auf die Antwort. :18. „Tulajdonképpen elégedett, Maureen?”, kérdezi hirtelen, mire ő megfordul. - „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?", fragt er plötzlich, und sie dreht sich um. :19. „A törlőkendő kissé vékony”, mondja, Archie pedig bólint, mintha ez válasz lenne a kérdésére. - „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie, und Archie nickt, als wäre das eine Antwort auf seine Frage. :20. Visszamegy a szalonba, Maureen pedig folytatja – ezen a napon még három másik ügyfele van. - Er geht zurück in den Salon, und Maureen macht weiter – sie hat noch drei andere Kunden an diesem Tag. :21. A polcon álló porcelánt mindig utoljára portalanítja, mert sok időbe kerül, és nagyon törékeny. - Das Porzellan im Regal staubt sie immer zuletzt ab, weil es viel Zeit kostet und sehr zerbrechlich ist. :22. A csészéknek aranyszegélyük van, és némelyik már kissé kicsorbult. - Die Tassen haben goldene Ränder, und manche sind schon leicht angeschlagen. :23. Archie soha nem mondja meg, kié volt a porcelán, de Maureen gyanítja: a feleségéé. - Archie sagt nie, wem das Porzellan gehört hat, aber Maureen vermutet: seiner Frau. :24. Egy héttel később Maureen a szokásos módon érkezik, de ezúttal valami más a lakásban. - Eine Woche später kommt Maureen wie immer, aber diesmal ist es anders in der Wohnung. :25. Archie pongyolában ül az étkezőasztalnál, az asztalon pedig egy felbontott levél fekszik. - Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, und auf dem Tisch liegt ein geöffneter Brief. :26. Az arca kipirult, a keze remeg, és nem néz fel, amikor Maureen belép. - Sein Gesicht ist gerötet, seine Hände zittern, und er schaut nicht auf, als Maureen reinkommt. :27. „Giles kihúz engem a végrendeletből”, mondja, és a hangja úgy szól, mint egy öregemberé. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme klingt wie die eines alten Mannes. :28. Giles a fia, befektetési bankár a Cityben, és Archie ritkán beszél róla jót. - Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und Archie spricht selten gut über ihn. :29. Maureen megáll, ránéz Archie-ra, aztán a sherryre a tálalószekrényen. - Maureen bleibt stehen, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard. :30. Lassan odamegy a tálalószekrényhez, vesz egy poharat, és tölt magának – húsz év óta először. - Sie geht langsam zum Sideboard, nimmt ein Glas und schenkt sich ein – das erste Mal in zwanzig Jahren. :31. Aztán leül Archie-val szemben, és a poharat kettejük közé teszi az asztalra. - Dann setzt sie sich Archie gegenüber und stellt das Glas auf den Tisch zwischen ihnen. :32. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon”, mondja nyugodtan. - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie ruhig. :33. „Ez persze nem ugyanaz, de …” - „Das ist natürlich nicht dasselbe, aber …" :34. Iszik egy kortyot, Archie pedig halkan felzokog, anélkül hogy felemelné az arcát. - Sie trinkt einen Schluck, und Archie schluchzt leise, ohne das Gesicht zu heben. :35. Maureen nem mond többé semmit, mert nincs semmi, ami ebben a pillanatban segítene. - Maureen sagt nichts mehr, weil es nichts gibt, was in diesem Moment helfen würde. :36. Csak ül ott, issza a sherryjét, és hagyja, hogy a csend ott álljon a szobában. - Sie sitzt einfach da, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille im Zimmer stehen. :37. Odakint elhalad egy autó, és valahol a lakásban egy régi óra ketyeg. - Draußen fährt ein Auto vorbei, und irgendwo in der Wohnung tickt eine alte Uhr. :38. Egy idő után Maureen feláll, maga köré köti a kötényét, és takarítani kezd. - Nach einer Weile steht Maureen auf, bindet ihre Schürze um und fängt an zu putzen. :39. Archie az asztalnál ülve marad, de a keze már nem remeg egészen olyan erősen. - Archie bleibt am Tisch sitzen, aber seine Hände zittern nicht mehr ganz so stark. :40. A következő héten Maureen néha Archie-ra gondol, amikor más lakásokban takarít. - In der nächsten Woche denkt Maureen manchmal an Archie, wenn sie in anderen Wohnungen putzt. :41. Arra gondol, ahogy az asztalnál ült, és ahogy a gallérja ferdén állt, és ahogy nem sírt, hanem csak remegett. - Sie denkt daran, wie er am Tisch saß, und wie sein Kragen schief war, und wie er nicht weinte, sondern nur zitterte. :42. Csütörtök este scone-okat süt, bár fáradt, és valójában korán akart lefeküdni. - Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie müde ist und eigentlich früh schlafen wollte. :43. Egy kicsit túl barnák lesznek, de jó illatuk van, és ez Maureen döntése szerint elég. - Sie werden ein bisschen zu braun, aber sie riechen gut, und das ist, wie Maureen entscheidet, genug. :44. A következő hétfőn becsenget az ajtón, mert ezúttal helyesnek érzi, hogy csenget. - Am nächsten Montag klingelt sie an der Tür, weil es sich diesmal richtig anfühlt zu klingeln. :45. Egy műanyag doboz van a kezében, és amikor Archie ajtót nyit, először a dobozt látja meg, aztán őt. - Sie hat eine Tupperdose in der Hand, und als Archie öffnet, sieht er zuerst die Dose, dann sie. :46. A szeme még kissé vörös, de a gallérja frissen vasalt – ez Maureennek azonnal feltűnik. - Seine Augen sind noch leicht gerötet, aber sein Kragen ist frisch gebügelt – das fällt Maureen sofort auf. :47. „Üljön le”, mondja, „teát készítek.” - „Setzen Sie sich", sagt sie, „ich mache Tee." :48. Archie szó nélkül leül, kivesz egy scone-t a dobozból, és lassan kettétöri. - Archie setzt sich ohne ein Wort, nimmt einen Scone aus der Dose und bricht ihn langsam auseinander. :49. Maureen megtölti a vízforralót, csészéket tesz ki, és röviden keresi a teát, mert nem találja meg azonnal. - Maureen füllt den Wasserkocher, stellt Tassen hin und sucht kurz nach dem Tee, weil sie ihn nicht sofort findet. :50. Tölt – először a teát, aztán a tejet –, és leül Archie mellé az asztalhoz. - Sie gießt ein – zuerst den Tee, dann die Milch – und setzt sich neben Archie an den Tisch. :51. Egy darabig így ülnek, eszik a scone-okat és teát isznak, anélkül hogy beszélnének. - Eine Weile sitzen sie so, essen die Scones und trinken Tee, ohne zu sprechen. :52. Aztán Maureen azt mondja: „A csillár egyébként nem ingadozik.” - Dann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." :53. Archie ránéz, és hetek óta először mosolyog – egy igazi, apró mosollyal. - Archie sieht sie an, und zum ersten Mal seit Wochen lächelt er – ein echtes, kleines Lächeln. :54. „Tudom”, mondja. - „Ich weiß", sagt er. :55. Odakint elhalad egy busz, a régi ablakok röviden megremegnek, aztán megint csend lesz. - Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz, und dann ist es wieder still. :56. A lakás tea és meleg scone illatától telik meg, és a polcon a porcelán nyugodtan áll a napfényben. - Die Wohnung riecht nach Tee und warmen Scones, und das Porzellan im Regal steht ruhig in der Sonne. :57. Nem sok, de elég. - Es ist nicht viel, aber es ist genug. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- : A porcelán - Das Porzellan :1. Maureen Callahan ötvenhat éves, és ha megkérdezik tőle, mi a foglalkozása, azt mondja: „takarítónő”, mert a „bejárónő” úgy hangzik, mint valami, amit kölcsönadnak. - Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie fragt, was sie beruflich macht, sagt sie „Reinigungskraft", weil „Putzhilfe" sich nach etwas anhört, das man verleiht. :2. Húsz éve minden reggel metróval megy Kensingtonba, ahol a házak úgy néznek ki, mintha soha semmi piszkoshoz nem értek volna – ami természetesen hazugság. - Seit zwanzig Jahren fährt sie jeden Morgen mit der U-Bahn nach Kensington, wo die Häuser so aussehen, als hätten sie nie etwas Schmutziges berührt – was natürlich eine Lüge ist. :3. Ügyfelei ritkán cserélődnek, mert Maureen alapos, pontos, és soha nem kérdez olyasmit, ami nem az ő dolga. - Ihre Kunden wechseln selten, weil Maureen sorgfältig ist, pünktlich ist und nie fragt, was nicht ihre Sache ist. :4. Lord Archibald Pemberton egy éve szerepel a listáján, és ő, ahogy Maureen egyszer a nővérének elmagyarázta, „külön kategória”. - Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, „eine eigene Kategorie". :5. Hetvennyolc éves, mindennap nyakkendőt visel, és Montpelier Street-i lakása méhviasz, régi bőr és a sherry makacs szagát árasztja. - Er ist achtundsiebzig, trägt jeden Tag Krawatte, und seine Wohnung in der Montpelier Street riecht nach Bienenwachs, altem Leder und dem hartnäckigen Geruch von Sherry. :6. A szalonban álló porcelánt – fehér, aranyszegélyes, legalább tizenhat személyre való – Maureen egy év alatt egyetlenegyszer sem látta használatban. - Das Porzellan im Salon – weiß, goldgerändert, für mindestens sechzehn Personen – hat Maureen in einem Jahr nicht ein einziges Mal benutzt gesehen. :7. Ennek ellenére minden héten leporolja, mert rajta van a listán, és mert Archie halkan nyugtalanná válik, ha kihagyja. - Sie staubt es trotzdem jede Woche ab, weil es auf der Liste steht und weil Archie leise unruhig wird, wenn sie es überspringt. :8. A kulcs, amelyet adott neki, a kabátzsebében fekszik a buszjegy mellett – ő „kölcsönadta” neki, ahogy hangsúlyozza, ami azt jelenti, hogy nyitva hagyja magának a lehetőséget, hogy visszakövetelje, bár mindenki tudja, hogy ezt soha nem fogja megtenni. - Der Schlüssel, den er ihr gegeben hat, liegt in ihrer Jackentasche neben dem Busticket – er hat ihn ihr „geliehen", wie er betont, was bedeutet, dass er sich die Möglichkeit offenhält, ihn zurückzufordern, obwohl alle wissen, dass er das nie tun wird. :9. Amikor Maureen hétfő reggel kinyitja az ajtót, a teáskészlet már ott áll a konyhaasztalon, noha Archie tudja, hogy ő soha nem marad, és noha ezt már egy éve tudja. - Wenn Maureen montagmorgens die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, obwohl Archie weiß, dass sie nie bleibt, und obwohl er das seit einem Jahr weiß. :10. „Á, Maureen”, mondja ilyenkor az előszobából, „a csillár megint billeg, észrevette?” - „Ah, Maureen", sagt er dann aus dem Flur, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" :11. Ő minden alkalommal röviden felnéz, és a csillár minden alkalommal teljesen mozdulatlanul függ a mennyezetről, mintha soha nem billegett volna, és mintha soha nem is akarna. - Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, und jedes Mal hängt der Kronleuchter vollkommen reglos an der Decke, als hätte er noch nie gewackelt und als würde er es auch nie tun. :12. „Később megnézem”, mondja, megköti a kötényét, és bemegy a fürdőszobába, mert a fürdő mindig elsőként következik, és mert nincs kedve csillárokról beszélni. - „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und geht ins Badezimmer, weil das Bad immer zuerst kommt und weil sie keine Lust hat, über Kronleuchter zu sprechen. :13. Archie követi őt egészen a küszöbig, nekidől az ajtófélfának, és mesélni kezd, a sherrys pohárral már a kezében, bár még csak fél tíz van délelőtt. - Archie folgt ihr bis in die Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen und fängt an zu erzählen, das Sherryglas schon in der Hand, obwohl es erst halb zehn Uhr morgens ist. :14. Mesél az apjáról, aki állítólag Churchill-lel vacsorázott, egy Wellington nevű lóról, amely 1974-ben Hampshire-ben háromszor egymás után nyert, a központi fűtésről, amely „határozottan túl melegre” van állítva, és azokról az időkről, amikor az ember még tudta, hogyan kell viselkedni. - Er erzählt von seinem Vater, der mit Churchill zu Abend gegessen haben soll, von einem Pferd namens Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal hintereinander gewonnen hat, von der Zentralheizung, die „entschieden zu warm" eingestellt sei, und von Zeiten, in denen man noch wusste, wie man sich benahm. :15. Maureen súrolja a kádat, és a megfelelő távolságokban „mhm”-mel és „aha”-val válaszol, mert megtanulta, hogy Archie valójában nem választ akar, hanem valakit maga előtt. - Maureen schrubbt die Wanne und antwortet mit „Mhm" und „Aha" im richtigen Abstand, weil sie gelernt hat, dass Archie nicht wirklich eine Antwort will, sondern ein Gegenüber. :16. Egyszer váratlanul megkérdezi tőle: „Ön tulajdonképpen elégedett, Maureen?” – ő pedig megfordul, ránéz, és azt mondja: „A törlőkendő lassan túl vékony.” - Einmal fragt er sie unvermittelt: „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – und sie dreht sich um, sieht ihn an und sagt: „Das Putztuch ist langsam zu dünn." :17. Ő komolyan bólint, mintha a nő megválaszolta volna a kérdést, és visszamegy a szalonba. - Er nickt ernsthaft, als hätte sie die Frage beantwortet, und geht zurück in den Salon. :18. Ez az a ritmus, amely kettejük között kialakult, és Maureen nem találja kellemetlennek – előre látható, az előreláthatóságot pedig alábecsülik. - Das ist der Rhythmus, der sich zwischen ihnen eingespielt hat, und Maureen findet ihn nicht unangenehm – er ist vorhersehbar, und Vorhersehbarkeit ist unterschätzt. :19. November közepén, egy hétfőn minden más, még mielőtt Maureen megkötné a kötényét. - An einem Montag Mitte November ist alles anders, bevor Maureen noch die Schürze umgebunden hat. :20. Archie pongyolában ül az étkezőasztalnál, amit Maureen még soha nem látott, és az asztalon egy feltépett levél fekszik, amelynek borítéka a földre esett. - Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was sie noch nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, dessen Umschlag auf den Boden gefallen ist. :21. Kezei laposan fekszenek az asztalon, mintha kapaszkodnia kellene, és az arca olyan ember színét viseli, aki a rossz hírt még nem egészen fogta fel, de már tudja, hogy igaz. - Seine Hände liegen flach auf dem Tisch, als müsste er sich festhalten, und sein Gesicht hat die Farbe von jemandem, der eine schlechte Nachricht noch nicht ganz aufgenommen hat, aber schon weiß, dass sie wahr ist. :22. „Giles kihúz engem a végrendeletből”, mondja anélkül, hogy felnézne. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken. :23. Giles a fia, befektetési bankár a Cityben, és Archie történeteiben szinte soha nem bukkan fel – amit Maureen, aki sokat figyel és keveset kérdez, jelnek vett. - Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und taucht in Archies Erzählungen fast nie auf – was Maureen, die viel beobachtet und wenig fragt, als Zeichen gewertet hat. :24. Egy pillanatig a konyhában áll, nézi Archie-t, aztán a sherryt a tálalón, aztán újra Archie-t, majd olyasmit tesz, ami őt magát is meglepi: odamegy a tálalóhoz, elvesz egyet a kis poharak közül, megtölti, és leül vele szemben. - Sie steht einen Moment in der Küche, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard, dann wieder Archie, und dann macht sie etwas, das sie selbst überrascht: Sie geht zum Sideboard, nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es und setzt sich ihm gegenüber. :25. Húsz év alatt mindig visszautasította a sherryt – udvariasan, de határozottan –, és Archie minden alkalommal úgy bólintott, mintha semmi mást nem is várt volna. - In zwanzig Jahren hat sie den Sherry immer abgelehnt – höflich, aber bestimmt – und Archie hat jedes Mal genickt, als hätte er nichts anderes erwartet. :26. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon”, mondja, a poharat két kézzel tartva, tekintetét az asztalra szegezve. - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch gerichtet. :27. „Ez persze nem ugyanaz – tudom, hogy nem ugyanaz –, de …” - „Das ist natürlich nicht dasselbe – ich weiß, dass es nicht dasselbe ist –, aber …" :28. Iszik, és a mondat befejezetlenül marad a szobában, ami talán a legőszintébb dolog, amit ebben a pillanatban mondhat. - Sie trinkt, und der Satz bleibt unfertig im Raum, was vielleicht das Ehrlichste ist, was sie in diesem Moment sagen kann. :29. Archie egyszer felzokog, röviden és elfojtva, mint valaki, akinek kellemetlen a sírás. - Archie schluchzt einmal, kurz und unterdrückt, wie jemand, dem Weinen unangenehm ist. :30. Maureen nem mond többet – nem azért, mert semmi nem jut eszébe, hanem mert tudja, hogy az ilyen pillanatokban a szavak többnyire inkább a beszélőnek szólnak, mint a hallgatónak. - Maureen sagt nichts mehr – nicht, weil ihr nichts einfällt, sondern weil sie weiß, dass Worte in solchen Momenten meistens mehr für den Sprechenden sind als für den Zuhörer. :31. Ül, issza a sherryjét, és hagyja állni a csendet, amíg Archie a pongyola ujjával meg nem törli az arcát, és szó nélkül össze nem hajtja a levelet. - Sie sitzt, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille stehen, bis Archie sich mit dem Ärmel des Morgenmantels das Gesicht wischt und schweigend den Brief zusammenfaltet. :32. A következő héten Maureen gyakrabban gondol rá, mint máskor – nem pontosan sajnálattal, inkább azzal a fajta figyelemmel, amelyet olyan dolgoknak szentel az ember, amelyeket nem egészen ért, de elfelejteni sem tud. - In der darauffolgenden Woche denkt Maureen öfter an ihn als sonst – nicht mit Mitleid genau, eher mit der Art Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht ganz versteht, aber auch nicht vergessen kann. :33. Csütörtök este scone-t süt, bár anyja halála óta alig sütött, és bár kis brixtoni lakásának konyhája nem igazán megfelelő méretű ehhez. - Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie seit dem Tod ihrer Mutter kaum noch gebacken hat und obwohl die Küche in ihrer kleinen Wohnung in Brixton nicht die richtige Größe dafür ist. :34. A scone-ok kissé túl barnák lesznek, de melegek, amikor beteszi őket a műanyag dobozba, és a melegség, gondolja Maureen, többnyire fontosabb, mint a külső. - Die Scones werden etwas zu braun, aber sie sind warm, als sie sie in die Tupperdose legt, und Wärme, denkt Maureen, ist meistens wichtiger als Aussehen. :35. A következő hétfőn csenget, bár van kulcsa, mert ezúttal nem érzi helyesnek, hogy egyszerűen bemenjen. - Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie einen Schlüssel hat, weil es sich diesmal nicht richtig anfühlt, einfach reinzugehen. :36. Archie kinyitja az ajtót, felöltözve, frissen vasalt gallérral, enyhén kivörösödött szemmel, de olyan arckifejezéssel, mint egy férfié, aki elhatározta, hogy folytatja. - Archie öffnet die Tür, gekleidet, den Kragen frisch gebügelt, die Augen leicht gerötet, aber der Gesichtsausdruck derjenige eines Mannes, der beschlossen hat, weiterzumachen. :37. Maureen szó nélkül leteszi a műanyag dobozt a konyhaasztalra, megtölti a vízforralót, és röviden keresi a teát, mert Archie átpakolta egy másik szekrénykébe. - Maureen stellt die Tupperdose wortlos auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher und sucht kurz nach dem Tee, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat. :38. „Üljön le”, mondja, és ő leül, anélkül hogy megkérdezné, miért. - „Setzen Sie sich", sagt sie, und er setzt sich, ohne zu fragen warum. :39. Teát isznak és scone-t esznek, és egyikük sem mond semmit, ami jelentősnek hangzana vagy jelentős akar lenni. - Sie trinken Tee und essen Scones, und keiner von beiden sagt etwas, was bedeutsam klingt oder bedeutsam sein will. :40. Valamikor Maureen azt mondja: „A csillár egyébként nem billeg.” - Irgendwann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." :41. Archie ránéz – egy másodpercig, kettőig –, aztán elmosolyodik, az első valódi mosollyal, amelyet Maureen valaha látott rajta. - Archie sieht sie an – eine Sekunde, zwei –, und dann lächelt er, das erste echte Lächeln, das Maureen je bei ihm gesehen hat. :42. „Tudom”, mondja. - „Ich weiß", sagt er. :43. Odakint elhalad egy busz, a régi ablaküvegek röviden megremegnek, és az azt követő csendben a lakás ugyanaz, mint mindig – és mégsem egészen ugyanaz többé. - Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Scheiben zittern kurz, und in der Stille danach ist die Wohnung dieselbe wie immer – und doch nicht mehr ganz dieselbe. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :Das Porzellan - A porcelán :1. Maureen Callahan ötvenhat éves, és ha a foglalkozása felől kérdezik, azt mondja: „takarítónő”, olyan határozottsággal, amely minden további kérdést már csírájában elfojt. - Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, sagt sie „Reinigungskraft" mit einer Bestimmtheit, die jeden Nachfrage im Keim erstickt. :2. Mert a „bejárónő” szó szerinte úgy hangzik, mint valami, amit órákra kölcsönadnak, és aminek nem kell saját véleménye legyen. - Weil das Wort „Putzhilfe" ihrer Meinung nach nach etwas klingt, das man stundenweise verleiht und das keine eigene Meinung haben muss. :3. Úgy ismeri Kensingtont, mint a saját tenyerét – az Onslow Gardens járdájának repedéseit, az eső utáni sövények szagát, azt a módot, ahogy ennek a környéknek a homlokzatai méltóságot színlelnek, mintha az valamiféle teljesítmény volna. - Sie kennt Kensington so gut wie ihren eigenen Handteller – die Risse im Pflaster der Onslow Gardens, den Geruch der Hecken nach Regen, die Art, wie die Fassaden dieser Gegend Würde vortäuschen, als wäre das eine Leistung. :4. Húsz éve járja ezeket az utcákat annak a nőnek a nyugodt magabiztosságával, aki tudja, hogy ügyfelei házaiban többet lát, mint amennyit azok valaha is tudni fognak önmagukról. - Seit zwanzig Jahren bewegt sie sich durch diese Straßen mit dem ruhigen Selbstbewusstsein einer Frau, die weiß, dass sie in den Häusern ihrer Kunden mehr sieht als diese jemals von sich selbst wissen werden. :5. Lord Archibald Pemberton egy éve szerepel a listáján, és ő a legbonyolultabb feladat, amely két évtized alatt valaha is jutott neki – nem a munka miatt, hanem a csend miatt, amely ebben a lakásban a mondatok között függ, mint a por, amelyet nem lehet letörölni anélkül, hogy fel ne kavarnánk. - Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist die komplizierteste Aufgabe, die sie in zwei Jahrzehnten gehabt hat – nicht wegen der Arbeit, sondern wegen der Stille, die zwischen den Sätzen in dieser Wohnung hängt wie Staub, den man nicht wegwischen kann, ohne ihn aufzuwirbeln. :6. Hetvennyolc éves, naponta nyakkendőt visel olyan csomóval, amely gyakorlatról árulkodik, és egyedül lakik egy hétszobás lakásban a Montpelier Streeten, amelyet valaha egy családnak szántak, most pedig főként éppen ennek a családnak a hiányát dokumentálja. - Er ist achtundsiebzig, trägt täglich Krawatte mit einem Knoten, der Übung verrät, wohnt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die früher für eine Familie gedacht war und jetzt hauptsächlich die Abwesenheit eben dieser Familie dokumentiert. :7. A szalonban álló porcelán – fehér meisseni étkészlet, aranyszegéllyel, tizenhat személyre, üveg mögött egy szekrényben, amely csak egy kis rézkulccsal nyílik – Maureen legkörülményesebb heti szertartása, és az egyetlen tárgy a lakásban, amelynél Archie elnémul, amikor hozzáér, elnémul és nagyon figyel. - Das Porzellan im Salon – weißes Meißner Service, goldgerändert, für sechzehn Personen, hinter Glas in einem Schrank, der sich nur mit einem kleinen Messingschlüssel öffnet – ist Maureens aufwendigstes wöchentliches Ritual und das einzige Objekt in der Wohnung, bei dem Archie stumm wird, wenn sie es anfasst, stumm und sehr aufmerksam. :8. Egyszer megkérdezte tőle, kinek a készlete ez, mire ő azt mondta: „a feleségemé”, és ezzel a beszélgetés véget is ért, olyan teljesen és véglegesen, hogy Maureen azóta nem kérdez többet, hanem egyszerűen fogja a kendőt és töröl, és ügyel rá, hogy a csészéket két kézzel tartsa. - Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat gesagt „meiner Frau", und das war das Ende des Gesprächs, so vollständig und endgültig, dass Maureen seitdem nicht mehr fragt, sondern einfach das Tuch nimmt und wischt und darauf achtet, die Tassen mit beiden Händen zu halten. :9. A kulcsot, amelyet Archie adott neki, ő makacsul „kölcsönadottnak” nevezi, olyan szónak, amely jogilag visszaadási kötelezettséget feltételez, a gyakorlatban azonban csak azt jelenti, hogy szüksége van egy tulajdonjog képzetére, amellyel már nem rendelkezik – a lakás fölött, a fia fölött, az ideje fölött. - Den Schlüssel, den Archie ihr gegeben hat, bezeichnet er beharrlich als „geliehen", ein Wort, das juristisch eine Rückgabepflicht impliziert, praktisch aber nur bedeutet, dass er die Vorstellung eines Besitzrechts braucht, das er nicht länger hat – über die Wohnung, über seinen Sohn, über seine Zeit. :10. Amikor Maureen hétfőn kinyitja az ajtót, a teáskészlet már ott áll a konyhaasztalon, annak ellenére, hogy mindkét fél tudja: tea soha nem lesz belőle. - Wenn Maureen montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, trotz des Wissens beider Parteien, dass daraus nie Tee wird. :11. Kicsi, makacs félreértés ez, amely berendezkedett közöttük, mint egy csendes albérlő, akit hivatalosan senki sem hívott meg. - Ein kleines, hartnäckiges Missverständnis, das sich zwischen ihnen eingerichtet hat wie ein stiller Untermieter, den keiner offiziell eingeladen hat. :12. „Á, Maureen”, mondja Archie az előszobából, és ebben az üdvözlésben benne van egy férfi teljes megkönnyebbülése, akinek hosszúra nyúlt a hétfő. - „Ah, Maureen", sagt Archie aus dem Flur, und in dieser Begrüßung steckt die gesamte Erleichterung eines Mannes, dem der Montag lang geworden ist. :13. „A csillár megint mozog – nem vette észre?” - „Der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" :14. Minden alkalommal röviden felnéz, mert minden alkalommal reméli, hogy ezúttal igaza lehet, és a csillár minden alkalommal mozdulatlanul és súlyosan függ, mint egy koronatanú, aki megtagadja a vallomást. - Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, weil sie jedes Mal hofft, dass er diesmal recht haben könnte, und jedes Mal hängt der Kronleuchter reglos und schwer wie ein Kronzeuge, der verweigert auszusagen. :15. „Majd később megnézem”, mondja, megköti a kötényét, és belép a fürdőszobába, amely viktoriánus szerelvényeivel és nehéz márványpadlójával több gondoskodást igényel, mint amennyit Archie valaha is tudni fog. - „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und betritt das Badezimmer, das mit seiner viktorianischen Armaturen und dem schweren Marmorboden mehr Pflege verlangt, als Archie je wissen wird. :16. A férfi az ajtóküszöbig követi, a keretnek támaszkodik annak a férfinak a laza magától értetődésével, aki nem ismer olyan határokat, amelyeket nem ő maga húzott meg, és megkezdi heti beszámolóját, kezében már ott a sherrys pohár, noha a nap alig áll a háztetők fölött. - Er folgt ihr bis zur Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen mit der lässigen Selbstverständlichkeit eines Mannes, der keine Grenzen kennt, die er selbst nicht gezogen hat, und beginnt seinen Wochenbericht, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl die Sonne kaum über den Dächern steht. :17. Történeteinek szilárd dramaturgiájuk van: először az apa, aki állítólag Churchill-lel étkezett egy olyan alkalommal, amely minden ismétléssel előkelőbbé válik; aztán Wellington, a ló, amely 1974-ben Hampshire-ben háromszor nyert; végül a jelen, amellyel úgy bánik, mint egy házivendéggel, aki túl sokáig maradt, és akit nem lehet közvetlenül távozásra kérni. - Seine Geschichten haben eine feste Dramaturgie: zuerst der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll bei einer Gelegenheit, die mit jeder Wiederholung illustrer wird; dann das Pferd Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal gewann; dann die Gegenwart, die er behandelt wie einen Hausgast, der zu lange geblieben ist und den man nicht direkt bitten kann zu gehen. :18. Maureen súrol, töröl és hallgatja őt annak a nőnek a fegyelmével, aki megértette, hogy a hallgatás a munka egyik formája, amelyet el lehet végezni anélkül, hogy az ember közben önmagát felélné, amíg megőrzi a távolságot aközött, amit hall, és aközött, ami rá tartozik. - Maureen schrubbt, wischt und hört zu mit der Disziplin einer Frau, die verstanden hat, dass Zuhören eine Form von Arbeit ist, die man leisten kann, ohne sich selbst dabei zu verbrauchen, solange man die Distanz wahrt zwischen dem, was gehört wird, und dem, was einen angeht. :19. „Tulajdonképpen elégedett, Maureen?” – ezt a kérdést néha felteszi, és ez az egyetlen, amelynél Maureen röviden megáll, nem azért, mert ne tudná a választ, hanem mert a kérdés egy olyan férfitól érkezik, akinek magának sem volna rá kielégítő válasza. - „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er manchmal, und es ist die einzige, bei der sie kurz innehält, nicht weil sie die Antwort nicht wüsste, sondern weil die Frage von einem Mann kommt, der selbst keine befriedigende Antwort darauf hätte. :20. „A törlőkendő lassan túl vékony lesz”, mondja, Archie pedig komolyan bólint, mintha ez tiszteletet érdemlő filozófiai álláspont volna, és visszamegy a szalonba. - „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt ernsthaft, als wäre das eine philosophische Position, die Respekt verdient, und geht zurück in den Salon. :21. Egy november közepi hétfőn, amikor a Kensington fölötti ég régi újságpapír színű, a lakás már más, mielőtt Maureen még becsukta volna maga mögött az ajtót – valami súlyosság van a levegőben, amit nem lehet megnevezni, de azonnal felismer az ember, ha annyi lakást ismer, mint ő: annak a súlya, ami már megtörtént. - An einem Montag Mitte November, als der Himmel über Kensington die Farbe von altem Zeitungspapier hat, ist die Wohnung anders, bevor Maureen noch die Tür hinter sich geschlossen hat – eine Schwere in der Luft, die man nicht benennen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Wohnungen kennt wie sie: die Schwere von etwas, das bereits passiert ist. :22. Archie pongyolában ül az ebédlőasztalnál, amit Maureen egy év alatt még soha nem látott, és az asztalon egy feltépett levél hever, mintha olyan mozdulattal nyitotta volna ki, amely nem akart tekintettel lenni a tartalomra. - Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was Maureen in einem Jahr nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, als hätte er ihn mit einer Geste aufgemacht, die keine Rücksicht auf den Inhalt nehmen wollte. :23. Kezei laposan fekszenek az asztallapon, mintha szükségük volna a felület ellenállására, arca pedig olyan férfi kifejezését mutatja, aki még nem ismerte el a vereséget, noha már rég felfogta. - Seine Hände liegen flach auf der Tischplatte, als brauchten sie den Widerstand der Oberfläche, und sein Gesicht zeigt den Ausdruck eines Mannes, der eine Niederlage noch nicht eingeräumt hat, obwohl er sie längst begriffen hat. :24. „Giles kihúz engem a végrendeletből”, mondja, és a hangjának olyan a textúrája, mint valaminek, ami sokáig szárazon feküdt, és az első érintésre eltörik. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme hat die Textur von etwas, das lange trocken gelegen hat und beim ersten Anfassen zerbricht. :25. Giles, akit Maureen csak Archie alkalmi, mindig félbeszakadó említéseiből ismer, befektetési bankár a Cityben, és nyilvánvalóan olyan ember, aki döntéseket hoz, amelyek úgy hatnak, mint belülről bevágott ajtók. - Giles, den Maureen nur aus Archies gelegentlichen, stets abgebrochenen Erwähnungen kennt, ist Investmentbanker in der City und offenbar ein Mann, der Entscheidungen trifft, die sich wie Türen anfühlen, die man von innen zuwirft. :26. Maureen a konyhában áll, és olyan figyelemmel nézi Archie-t, amellyel azoknak a dolgoknak adózunk, amelyek törékenységét csak ebben a pillanatban mérjük fel teljesen. - Maureen steht in der Küche und betrachtet Archie mit der Aufmerksamkeit, die man Dingen widmet, deren Fragilität man erst in diesem Moment vollständig ermisst. :27. Aztán meglátja a sherryt a tálalón, és valami benne döntést hoz, amelyet nem terjeszt az értelem elé, mert tudja, hogy annak ellenvetései volnának. - Dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und etwas in ihr trifft eine Entscheidung, die sie dem Verstand nicht vorlegt, weil sie weiß, dass er Einwände hätte. :28. Fog egyet a kis poharak közül, megtölti annak a nőnek a pontosságával, aki egyetlen mozdulatot sem pazarol el, és leül Archie-val szemben – húsz év alatt először nem mint valaki, akinek azért fizetnek, hogy maradjon, hanem mint valaki, aki elhatározta, hogy ennek ellenére marad. - Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Präzision einer Frau, die keine Bewegung verschwendet, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren nicht als jemand, der bezahlt wird zu bleiben, sondern als jemand, der beschlossen hat, es trotzdem zu tun. :29. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon”, mondja, a poharat két keze között tartva, mint valamit, aminek meleget kellene őriznie. - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas zwischen beiden Händen haltend wie etwas, das Wärme bewahren soll. :30. „Ez persze nem ugyanaz, és nem akarok úgy tenni, mintha ugyanaz volna – de vannak pillanatok, amikor az ember megérti, hogy a gyerekek úgy látnak minket, ahogy látni akarnak, és nem úgy, amilyenek vagyunk.” - „Das ist natürlich nicht dasselbe, und ich will nicht so tun, als wäre es dasselbe – aber es gibt Momente, in denen man versteht, dass Kinder uns so sehen, wie sie uns sehen wollen, und nicht so, wie wir sind." :31. A mondat nem ér véget tisztán, mert az ilyen mondatok soha nem érnek véget tisztán, és Maureen inkább iszik, ahelyett hogy befejezné, mert a befejezetlenség néha őszintébb minden csattanónál. - Der Satz endet nicht sauber, weil solche Sätze nie sauber enden, und Maureen trinkt, anstatt ihn fertigzustellen, weil das Unfertige manchmal ehrlicher ist als jede Pointe. :32. Archie egyszer felzokog – röviden, szinte hallhatatlanul, mint valaki, aki a sírást gyengeségként tanulta meg, és mégsem tud most másként –, Maureen pedig leteszi a poharat az asztalra, és vár. - Archie schluchzt einmal – kurz, fast unhörbar, wie jemand, der das Weinen als Schwäche gelernt hat und trotzdem gerade nicht anders kann –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet. :33. Nem annak a feszült várakozásával, aki segíteni akar, hanem annak a nyugodt jelenlétével, aki megtanulta, hogy a jelenlét néha az egyetlen dolog, amit fel lehet ajánlani, és ami valóban számít. - Nicht mit der gespannten Erwartung von jemandem, der helfen will, sondern mit der ruhigen Gegenwart von jemandem, der gelernt hat, dass Anwesenheit manchmal das Einzige ist, was man anbieten kann, das wirklich zählt. :34. A következő héten gyakrabban gondol rá, mint bármelyik másik ügyfelére – nem sajnálattal, az túl egyszerű volna, és nem is gyengédséggel, az túl sok volna, hanem azzal a fajta csendes figyelemmel, amelyet olyan dolgoknak szentelünk, amelyeket nem értünk teljesen, és amelyeket éppen ezért nem engedünk el. - In der darauffolgenden Woche denkt sie öfter an ihn als an irgendeinen ihrer anderen Kunden – nicht mit Mitleid, das wäre zu einfach, und nicht mit Zuneigung, das wäre zu viel, sondern mit der Art stiller Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht vollständig versteht, und die man deshalb nicht loslässt. :35. Csütörtök este scone-t süt brixtoni lakásának kis konyhájában, anyja receptje szerint, amelyet kívülről tud, és amelyet évek óta nem használt, mert a sütés az anya halála után sokáig búcsúízű volt, és mert Maureen nem ápol olyan érzelgősségeket, amelyek fájdalmon kívül semmit sem adnak neki. - Am Donnerstagabend backt sie Scones in der kleinen Küche ihrer Wohnung in Brixton, nach dem Rezept ihrer Mutter, das sie auswendig kennt und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter lange nach Abschied schmeckte und weil Maureen keine Sentimentalitäten pflegt, die ihr nichts geben außer Schmerz. :36. A scone-ok kissé túl barnák lesznek – ennek a konyhának a sütője saját véleménnyel bír –, de melegek, amikor becsomagolja őket, és a melegség Maureen szerint olyan érvforma, amellyel szemben nehéz érvényesülni. - Die Scones werden etwas zu braun – das Backrohr in dieser Küche hat eine eigene Meinung –, aber sie sind warm, als sie sie verpackt, und Wärme ist, wie Maureen findet, eine Form von Argument, gegen die man schwer ankommt. :37. A következő hétfőn csenget, noha a kulcs ott van a zsebében, mert a csengetés azt jelenti, hogy a másiknak van választása, és ez most helyesnek tűnik számára. - Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie den Schlüssel in der Tasche hat, weil Klingeln bedeutet, dass der andere die Wahl hat, und das scheint ihr diesmal richtig. :38. Archie ajtót nyit – felöltözve, kivasalt gallérral, még kissé kivörösödött szemmel, de annak a férfinak a tartásával, aki elhatározta, hogy elfogadja a vereséget, anélkül hogy több teret adna neki, mint amennyit megérdemel. - Archie öffnet die Tür – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der beschlossen hat, die Niederlage anzunehmen ohne ihr mehr Raum zu geben, als sie verdient. :39. Maureen leteszi a műanyag dobozt a konyhaasztalra, megtölti a vízforralót, és amikor nem találja azonnal a teát, mert Archie egy másik kis szekrénybe tette át, némán keres, amíg meg nem találja, mert ő így dolgozik idegen konyhákban: alaposan, dráma nélkül, megjegyzés nélkül. - Maureen stellt die Tupperdose auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher, und als sie den Tee nicht gleich findet, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat, sucht sie schweigend, bis sie ihn findet, weil das die Art ist, wie sie in fremden Küchen arbeitet: gründlich, ohne Drama, ohne Kommentar. :40. Leül mellé, teát isznak és megeszik a túlbarnult scone-okat, és egyikük sem mond semmit, ami jelentőségteljesnek akarna hangzani vagy annak kellene lennie. - Sie setzt sich zu ihm, und sie trinken Tee und essen die zu braunen Scones, und keiner sagt etwas, das bedeutsam klingen will oder bedeutsam sein soll. :41. Mert ennek a jelenetnek a jelentősége az egyszerűségében rejlik, és azonnal feloldódna, ha megneveznék. - Weil das Bedeutsame dieser Szene in ihrer Schlichtheit liegt und sich sofort auflösen würde, wenn man es benennte. :42. Aztán Maureen különösebb hangsúly nélkül azt mondja: „A csillár egyébként nem mozog.” - Dann sagt Maureen, ohne besondere Betonung: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." :43. Archie ránéz – egy másodpercig, kettőig –, és az arcán megjelenik valami, amit Maureen egy év alatt még soha nem látott: egy mosoly, amely nem akar semmit, nem akar jóindulatot vásárolni, nem akar távolságot áthidalni, nem akar felejtést színlelni. - Archie sieht sie an – eine Sekunde lang, zwei –, und in seinem Gesicht entsteht etwas, das Maureen in einem Jahr nie gesehen hat: ein Lächeln, das nichts will, kein Wohlwollen erkaufen, keine Distanz überbrücken, kein Vergessen simulieren. :44. Egy mosoly, amely egyszerűen ott van, mert éppen semmi sem szól ellene. - Ein Lächeln, das einfach da ist, weil gerade nichts dagegen spricht. :45. „Tudom”, mondja. - „Ich weiß", sagt er. :46. Odakint elhalad egy busz, a régi ablakok röviden megremegnek kereteikben, aztán a csend újra ráborul a lakásra – ugyanaz a csend, mint mindig, és mégis más. - Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, und doch eine andere. :47. Mert a csend, ahogy Maureen tudja, nem üres, hanem abból áll, amit az ember belevitt, és ezúttal nem csak hiány van benne. - Weil Stille, wie Maureen weiß, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingetragen hat, und diesmal ist es nicht nur Abwesenheit. :48. A porcelán a polcon a sápadt novemberi napfényben áll, az aranyszegélyek apró fényeket vetnek a falra, Maureen pedig, miközben a teájába néz, arra gondol, hogy jövő héten különösen gondosan fogja leporolni. - Das Porzellan im Regal steht in der blassen Novembersonne, die goldenen Ränder werfen kleine Lichter auf die Wand, und Maureen denkt, während sie in ihren Tee schaut, dass sie es nächste Woche besonders sorgfältig abstauben wird. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :A porcelán - Das Porzellan :1. Maureen Callahan ötvenhat éves, és ha a foglalkozásáról kérdezik, olyan pontossággal válaszol, amely minden további megjegyzést fölöslegessé tesz: „takarítónő” – egy szó, amelyet ugyanazzal a magától értetődőséggel mond ki, amellyel mások azt mondanák: „ügyvédnő” vagy „orvosnő”, mert korán megértette, hogy az ember büszkesége egy munkára nem kell, hogy attól függjön, miként értékeli azt a társadalom, ha az ember elég eltökélt abban, hogy ezt ne engedje meg. - Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, antwortet sie mit einer Präzision, die jeden weiteren Kommentar überflüssig macht: „Reinigungskraft" – ein Wort, das sie mit derselben Selbstverständlichkeit ausspricht, mit der andere „Anwältin" oder „Ärztin" sagen würden, weil sie früh begriffen hat, dass der Stolz auf eine Tätigkeit nicht von der gesellschaftlichen Bewertung dieser Tätigkeit abhängen muss, wenn man nur entschieden genug ist, das nicht zuzulassen. :2. Húsz év alatt megtanulta, hogy a gazdag emberek lakásai ritkán néznek ki úgy, ahogyan maguk az emberek ki akarnak nézni – hogy Kensington súlyos ajtói mögött olyan rendetlenség lappang, amely pénzért nem megvásárolható, és hallgatással is csak szükségmegoldásként kezelhető, és hogy az, aki hetente érkezik a törlőkendővel, elkerülhetetlenül egy olyan igazság egyetlen tanújává válik, amelyet a lakó maga már nem képes észrevenni, mert túl régóta él benne. - In zwanzig Jahren hat sie gelernt, dass die Wohnungen reicher Leute selten so aussehen, wie die Leute selbst aussehen wollen – dass hinter den schweren Türen in Kensington eine Unordnung lauert, die mit Geld nicht zu kaufen ist und mit Schweigen nur notdürftig verwaltet werden kann, und dass derjenige, der wöchentlich mit dem Putztuch kommt, zwangsläufig zum einzigen Zeugen einer Wahrheit wird, die der Bewohner selbst nicht mehr wahrnehmen kann, weil er zu lange in ihr lebt. :3. Lord Archibald Pemberton – hetvennyolc éves, mindennap öltönyben, windsori csomóra kötött nyakkendővel – egy éve szerepel a listáján, és ez idő alatt bebizonyította, hogy az arisztokrácia kevésbé rendi állapot, mint inkább magatartás, amelyet fenn lehet tartani mindaddig, amíg az ember nem hajlandó újramérni a viszonyokat: egyedül él egy hétszobás lakásban a Montpelier Streeten, amelyet valaha személyzettel rendelkező család számára terveztek, és amely most, családtól és személyzettől egyaránt elhagyva, mindannak a hiányát dokumentálja, aminek meg kellett volna töltenie, olyan csenddel, amely nem béke, hanem valaminek az utózengése, ami megszűnt szólni anélkül, hogy bárki kikapcsolta volna. - Lord Archibald Pemberton – achtundsiebzig Jahre alt, täglich im Anzug, Krawatte mit Windsorknoten – ist seit einem Jahr auf ihrer Liste und hat in dieser Zeit bewiesen, dass Aristokratie weniger ein Stand ist als eine Haltung, die man aufrechterhalten kann, solange man sich weigert, die Verhältnisse neu zu vermessen: Er lebt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die einst für eine Familie mit Personal ausgelegt war und die nun, von Familie und Personal gleichermaßen verlassen, die Abwesenheit all dessen dokumentiert, was sie hätte füllen sollen, mit einer Stille, die nicht Frieden ist, sondern der Nachhall von etwas, das aufgehört hat zu klingen, ohne dass jemand es ausgemacht hätte. :4. A porcelán – meisseni étkészlet, fehér, kobaltkék indákkal és aranyszegéllyel, tizenhat személyre, üveg mögött egy rézzáras szekrényben – az egyetlen tárgy ebben a lakásban, amely Maureent valóban foglalkoztatja, nem azért, mert munkát ad, hanem mert Archie elnémul, amikor hozzáér: olyan elnémulás ez, amely más, mint a szokásos hallgatása, összpontosítottabb, feszültebb, mint annak a hallgatása, aki vigyáz, hogy valami el ne törjön, és közben maga sem egészen biztos benne, hogy a porcelánra gondol-e vagy önmagára. - Das Porzellan – Meißner Service, weiß mit kobaltblauen Ranken und Goldrand, für sechzehn Personen hinter Glas in einem Schrank mit Messingschloss – ist das einzige Objekt in dieser Wohnung, das Maureen wirklich beschäftigt, nicht weil es Arbeit macht, sondern weil Archie verstummt, wenn sie es anfasst: ein Verstummen, das anders ist als sein sonstiges Schweigen, konzentrierter, angespannter, wie das Schweigen von jemandem, der aufpasst, dass etwas nicht kaputtgeht, und dabei nicht ganz sicher ist, ob er das Porzellan meint oder sich selbst. :5. Egyszer megkérdezte tőle, kié ez a készlet, és ő azt mondta: „a feleségemé”, olyan rövidséggel, amely nem engedett meg semmilyen következő kérdést – nem azért, mert udvariatlan volt, hanem mert bizonyos mondatok éppen attól teljesek, hogy nem vezetik őket végig, és mert Maureen, aki sokat figyel és nagyon keveset kérdez, ezt azonnal megértette, és azóta mindkét kezét használja, amikor elveszi a csészéket. - Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat „meiner Frau" gesagt mit einer Kürze, die keine Folgefrage zuließ – nicht weil er unhöflich war, sondern weil manche Sätze vollständig sind, gerade weil sie nicht zu Ende geführt werden, und weil Maureen, die viel beobachtet und sehr wenig fragt, das sofort verstanden hat und seitdem beide Hände benutzt, wenn sie die Tassen nimmt. :6. A kulcsot, amelyet Archie átadott neki, a mai napig „kölcsönadottnak” nevezi, és ez a szemantikai önfejűség, ahogyan Maureen egyszer elmagyarázta a nővérének, nem véletlen és nem hóbort, hanem az utolsó megmaradt terület, amely fölött még rendelkezik: a nyelv fölött, cselekedetei jelentése fölött, afölött a jog fölött, hogy a birtoklást és az ajándékozást ne engedje egybeesni, még akkor sem, ha régóta világos, hogy a kulcsot soha nem fogja visszakérni. - Den Schlüssel, den Archie ihr übergeben hat, nennt er bis heute „geliehen", und dieser semantische Eigensinn ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, kein Versehen und keine Marotte, sondern der letzte verbliebene Bereich, in dem er noch verfügt: über die Sprache, über die Bedeutung seiner Handlungen, über das Recht, Besitz und Gabe nicht zusammenfallen zu lassen, selbst wenn längst klar ist, dass er den Schlüssel nie zurückfordern wird. :7. Amikor hétfőnként kinyitja az ajtót, a teáskészlet a konyhaasztalon áll – minden alkalommal, kivétel nélkül, olyan kitartással, amely nem feledékenységre utal, hanem reményre, arra a fajta reményre, amely nem adja fel, mert tudja, hogy nincs alapja, és éppen ezért valamilyen különös méltóságban marad fenn, amelyet Maureen, bár soha nem iszik teát, és ezt egy éve nem is tette, nem kommentál, mert megérezte, hogy a teáskészlet nem neki szól, hanem annak a róla alkotott képnek, amelyre Archie-nak szüksége van ahhoz, hogy kibírja a hétfőt. - Wenn sie montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr auf dem Küchentisch – jedes Mal, ohne Ausnahme, mit einer Beharrlichkeit, die nicht auf Vergessen deutet, sondern auf Hoffnung, auf die Art Hoffnung, die nicht aufgibt, weil sie weiß, dass sie keine Grundlage hat, und die genau deswegen in einer eigentümlichen Würde fortbesteht, die Maureen, obwohl sie nie Tee trinkt und das seit einem Jahr nicht getan hat, nicht kommentiert, weil sie gespürt hat, dass das Teegeschirr nicht für sie bestimmt ist, sondern für die Vorstellung von ihr, die Archie braucht, um den Montag auszuhalten. :8. „Á, Maureen” – mondja az előszobából egy olyan férfi hangján, akinek túl hosszúvá vált a hét, és akinek most végre valaki kinyitotta az ajtót –, „a csillár megint inog – nem vette észre?” - „Ah, Maureen", sagt er aus dem Flur mit dem Ton eines Mannes, dem die Woche zu lang geworden ist und dem jetzt endlich jemand die Tür aufgemacht hat, „der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" :9. Maureen minden alkalommal felnéz, ugyanazzal a rövid figyelemmel, amelyet egy nyomozónő szentel egy tetthelynek, amely nem hagyott nyomokat, és a csillár minden alkalommal tökéletes mozdulatlanságban függ, súlyosan és elutasítóan, mint egy tárgy, amely nem hajlandó részt venni egy elbeszélésben, amelyet nem maga kezdett – ezért Maureen minden alkalommal azt mondja: „Később megnézem”, és bemegy a fürdőszobába, mert ez olyan kijelentés, amely senkit sem kötelez semmire. - Sie schaut jedes Mal nach oben, mit derselben kurzen Aufmerksamkeit, die eine Detektivin einem Tatort schenkt, der keine Spuren hinterlassen hat, und der Kronleuchter hängt jedes Mal in vollkommener Reglosigkeit, schwer und abweisend wie ein Objekt, das sich weigert, an einer Erzählung teilzunehmen, die es nicht selbst begonnen hat – weshalb Maureen jedes Mal „Ich schau später" sagt und ins Badezimmer geht, weil das eine Aussage ist, die niemanden zu irgendetwas verpflichtet. :10. Archie követi őt egészen a küszöbig, olyan férfi könnyedségével támaszkodik az ajtófélfának, akinek a határok mindig mások határai voltak, és elkezdi heti monológját, a sherrys pohárral már a kezében, noha alig fél tíz múlt, és noha a sherry, ezt Maureen kiszámolta, éves mennyiségben olyan szintre jut, amely elgondolkodtatja, de ez az ő dolga. - Archie folgt ihr bis zur Schwelle, lehnt sich in den Türrahmen mit der Lässigkeit eines Mannes, für den Grenzen immer die Grenzen anderer waren, und beginnt seinen wöchentlichen Monolog, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl es kaum halb zehn ist und obwohl der Sherry, das hat Maureen berechnet, auf ein Jahresvolumen kommt, das sie nachdenklich stimmt, aber das ist seine Sache. :11. Elbeszélései olyan dramaturgiát követnek, amely hónapok óta alig változott: az apa, aki állítólag Churchill-lel vacsorázott – ezeknek a vacsoráknak a vendéglistája minden ismétléssel nő –, a Wellington nevű ló, amely háromszor győzött Hampshire-ben, és végül a jelen, amellyel úgy bánik, mint egy látogatóval, akinek udvariasságból ajtót nyit az ember, de akit mégis legszívesebben nem hívott volna be. - Seine Erzählungen folgen einer Dramaturgie, die sich über Monate kaum verändert hat: Der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll – die Gästeliste dieser Abendessen wächst mit jeder Wiederholung –, das Pferd Wellington, das dreimal in Hampshire siegte, und schließlich die Gegenwart, die er behandelt wie einen Besucher, dem man aus Höflichkeit öffnet und den man trotzdem am liebsten nicht hereingebeten hätte. :12. Maureen hallgatja, súrolja a csaptelepet, letörli a tükröt, és a megfelelő ütemben válaszol, mert megértette, hogy a figyelmes hallgatás ugyanolyan kézműves készség, mint bármely más – olyan készség, amelyet tökéletesíteni lehet anélkül, hogy az ember elveszne benne, amíg ismeri a vonalat aközött, ami hallatszani akar, és aközött, ami rá tartozik. - Maureen hört zu, schrubbt die Armatur, wischt den Spiegel und antwortet im richtigen Takt, weil sie verstanden hat, dass aufmerksames Zuhören eine handwerkliche Fertigkeit ist wie jede andere – eine, die man perfektionieren kann, ohne sich selbst darin zu verlieren, solange man die Linie kennt zwischen dem, was gehört werden will, und dem, was einen angeht. :13. „Tulajdonképpen elégedett, Maureen?” – ezt a kérdést időnként felteszi, és ez az egyetlen, amelynél Maureen valóban megáll, nem zavarában, és nem azért, mert hiányozna a válasz, hanem mert a kérdés olyan intimitást igényel magának, amely egy olyan férfi szájából jön, aki soha nem kérdezte meg tőle, hogy hívják a gyerekeit vagy honnan származik, és aki ezzel a kérdéssel, anélkül hogy tudná, az egyetlen dolgot érinti, amiről Maureen valóban nem akar beszélni: nem az elégedettséget, hanem azt a kérdést, hogy a szó még mindig a megfelelő mértékegység-e ahhoz, hogy ahhoz mérje, amivé az élet lett. - „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er gelegentlich, und es ist die einzige, bei der sie tatsächlich innehält, nicht aus Verlegenheit und nicht, weil die Antwort fehlte, sondern weil die Frage eine Intimität beansprucht, die aus dem Mund eines Mannes kommt, der sie nie gefragt hat, wie ihre Kinder heißen oder woher sie kommt, und der mit dieser Frage, ohne es zu wissen, das Einzige berührt, worüber Maureen wirklich nicht sprechen will: nicht das Zufriede-Sein, sondern die Frage, ob das Wort noch die richtige Einheit ist, um das, was das Leben geworden ist, daran zu messen. :14. „A törlőkendő lassan túl vékony lesz” – mondja, és Archie bólint, mintha valami fontosat mondott volna. - „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt, als hätte sie etwas Wichtiges gesagt. :15. Egy novemberi hétfőn – szürke ég, nedves utcák, az ajtórésen beszivárgó avar- és dízelszag – a lakás más, még mielőtt Maureen felkapcsolta volna a villanyt: a levegő olyan besűrűsödése ez, amelyet nem lehet mérni, de azonnal felismer az ember, ha annyi helyiséget ismer, mint ő, és ha megtanulta, hogy előbb érezzen, és csak azután nézzen oda. - An einem Montag im November – grauer Himmel, nasse Straßen, der Geruch von Laub und Diesel, der durch die Türritze dringt – ist die Wohnung anders, noch bevor Maureen das Licht angemacht hat: eine Verdichtung der Luft, die man nicht messen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Räume kennt wie sie und wenn man gelernt hat, zuerst zu fühlen und erst dann hinzuschauen. :16. Archie reggeli köntösben ül az étkezőasztalnál – már ez önmagában elég szokatlan ahhoz, hogy minden mást előre sejteni lehessen –, és előtte egy feltépett levél fekszik, amely a borítékját a földön vesztette el, mintha a felnyitás a harag mozdulata lett volna, az olvasás pedig aztán valami egészen más. - Archie sitzt im Morgenmantel am Esstisch – das allein ist ungewöhnlich genug, um alles andere schon vorauszuahnen –, und vor ihm liegt ein aufgerissener Brief, der auf dem Boden seinen Umschlag verloren hat, als wäre das Öffnen eine Geste der Wut gewesen und das Lesen dann etwas ganz anderes. :17. Kezei laposan fekszenek az asztalon, olyan kezek nyomásával, amelyeknek meg kell kapaszkodniuk valamiben, ami maga nem szilárd, és az arca azt a különös kifejezést mutatja, amelyet Maureen más lakások más pillanataiból ismer: annak az embernek a kifejezését, aki a hírt már teljesen megértette, de még nem fogadta el teljesen, mert a kettő együtt túl sok lenne egyszerre. - Seine Hände liegen flach auf dem Tisch mit dem Druck von Händen, die sich festhalten müssen an etwas, das selbst nicht fest ist, und sein Gesicht zeigt jenen eigentümlichen Ausdruck, den Maureen kennt von anderen Momenten in anderen Wohnungen: den Ausdruck eines Menschen, der die Nachricht bereits vollständig verstanden und noch nicht vollständig angenommen hat, weil beides zusammen zu viel auf einmal wäre. :18. „Giles kihúz engem a végrendeletből” – mondja anélkül, hogy felnézne, és ebben a mondatban – rövidségében, a magyarázatról való teljes lemondásában – több van, mint gyász: ott van egy férfi szégyene, aki nem érti, hogyan veszíthet el valakit az ember, akit soha nem volt igazán kész megismerni. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken, und in diesem Satz – in seiner Kürze, in seinem vollständigen Verzicht auf Erklärung – steckt mehr als Trauer: da ist die Scham eines Mannes, der nicht versteht, wie man jemanden verlieren kann, den man nie wirklich zu kennen bereit war. :19. Giles befektetési bankár, Archie világában főként üres helyként jelenik meg, és Maureen, aki az utóbbi években sokat gondolkodott fiúkon, további magyarázat nélkül megérti, hogy itt nem hirtelen kegyetlenségről van szó, hanem egy hosszú közöny végéről, amely mindkét oldalon ott ült, és amelyet most az egyik oldal döntésként fogalmazott meg. - Giles ist Investmentbanker, taucht in Archies Welt hauptsächlich als Leerstelle auf, und Maureen, die viel über Söhne nachgedacht hat in den letzten Jahren, versteht ohne weitere Erklärung, dass hier keine plötzliche Grausamkeit vorliegt, sondern das Ende einer langen Gleichgültigkeit, die auf beiden Seiten saß und die jetzt eines der beiden Seiten als Entscheidung formuliert hat. :20. A konyhában áll, és Archie-t nézi, aztán meglátja a sherryt a tálalón, és abban a másodpercben, amelyben mindkettőt látta, a döntés már meg is született – nem hirtelen indulatként, nem szentimentális együttérzésként, hanem annak nyugodt felismeréseként, hogy vannak pillanatok, amikor az ember abbahagyja a távolság igazgatását, nem azért, mert a távolság rossz volt, hanem mert éppen nem az a helyes. - Sie steht in der Küche und sieht Archie an, und dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und in der Sekunde, in der sie beides gesehen hat, ist die Entscheidung bereits gefallen – nicht als Impuls, nicht als sentimentales Mitgefühl, sondern als die ruhige Erkenntnis, dass es Momente gibt, in denen man aufhört, Distanz zu verwalten, nicht weil die Distanz falsch war, sondern weil sie gerade nicht das Richtige ist. :21. Fogja az egyik kis poharat, megtölti egy olyan nő gondosságával, aki nem tesz fölösleges mozdulatokat, és leül Archie-val szemben – húsz év óta először ülve egy ügyfél lakásában, munkaidőben, és a legkülönösebb ebben az, milyen kevéssé különösnek érződik. - Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Sorgfalt einer Frau, die keine unnötigen Bewegungen macht, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren sitzend in der Wohnung eines Kunden, in der Arbeitszeit, und das Merkwürdigste daran ist, wie wenig merkwürdig es sich anfühlt. :22. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon” – mondja, a poharat két kézzel tartva, tekintetét az asztalra szegezve, nem rá –, mert bizonyos mondatokat könnyebb kimondani, ha közben nem látják az embert –, „ez természetesen nem ugyanaz, nem akarok úgy tenni, mintha ugyanaz lenne – de azt hiszem, a gyerekek valamikor felhagynak azzal, hogy minket lássanak, és elkezdik azt látni, ami megkönnyebbíti őket, amikor így látnak minket.” - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch, nicht auf ihn – weil manche Sätze leichter fallen, wenn man nicht gesehen wird beim Sagen, „das ist natürlich nicht dasselbe, ich will nicht so tun als wäre es dasselbe – aber ich glaube, dass Kinder irgendwann aufhören, uns zu sehen, und anfangen, das zu sehen, was sie entlastet, wenn sie uns so sehen." :23. A mondat nem csattanóval ér véget, mert nincs csattanó, és Maureen iszik, mert ennek a mondatnak a befejezetlensége többet mond, mint bármilyen befejezés mondhatna: azt mondja, hogy ő sem tudja, ez hogyan végződik, és hogy belenyugodott abba, hogy nem tudja. - Der Satz endet nicht mit einer Pointe, weil es keine gibt, und Maureen trinkt, weil das Unfertige dieses Satzes mehr sagt als jede Vollendung es könnte: es sagt, dass sie auch nicht weiß, wie das endet, und dass sie damit abgefunden hat, es nicht zu wissen. :24. Archie felzokog – egyszer, röviden, félig elfojtva, annak a férfinak a szégyenével, akinek az érzés mindig túl nagy volt ahhoz a térhez képest, amelyet engedélyezett neki –, Maureen pedig leteszi a poharat az asztalra, és vár, nem annak feszült segítőkészségével, aki megoldást akar kínálni, hanem annak csendes szolidaritásával, aki tudja, hogy nincs megoldás, és mégsem áll fel – vagy éppen ezért nem. - Archie schluchzt – einmal, kurz, halb unterdrückt, mit der Scham eines Mannes, dem das Gefühl immer zu groß war für den Raum, den er ihm zugebilligt hat –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet, nicht mit der gespannten Hilfsbereitschaft von jemandem, der eine Lösung anbieten will, sondern mit der stillen Solidarität von jemandem, der weiß, dass es keine gibt, und der trotzdem nicht aufsteht – oder gerade deswegen. :25. A következő héten gyakrabban gondol rá, mint valaha, de nem azzal a lágy szánalommal, amelyet az ember néha megenged magának, hogy saját magát együttérzőnek élje meg: inkább azzal a távolságtartó figyelemmel, amelyet akkor vesz észre magában az ember, amikor valami, amiről azt hitte, érti, hirtelen olyan mélységet mutat, amellyel nem számolt, és amelyet nem lehet figyelmen kívül hagyni anélkül, hogy az ember valamit megtagadna önmagától. - In der Woche danach denkt sie öfter an ihn als je zuvor, aber nicht mit dem weichen Mitleid, das man sich manchmal gönnt, um sich selbst als mitfühlend zu erleben: eher mit jener distanzierten Aufmerksamkeit, die man in sich bemerkt, wenn etwas, das man glaubte zu verstehen, plötzlich eine Tiefe zeigt, die man nicht eingerechnet hatte, und die man nicht ignorieren kann, ohne sich selbst etwas zu verweigern. :26. Csütörtök este pogácsaszerű scone-okat süt az anyja receptje szerint – olyan recept szerint, amelyet kívülről tud, és évek óta nem használt, mert az anya halála után a sütés gyász ízű volt, nem konyháé, és mert Maureennek nem szokása önként előhívni a fájdalmat. - Am Donnerstagabend backt sie Scones nach dem Rezept ihrer Mutter – einem Rezept, das sie auswendig kann und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter nach Trauer schmeckte und nicht nach Küche, und weil Maureen keine Gewohnheit darin hat, Schmerz freiwillig aufzurufen. :27. Mégis süt, és a scone-ok kissé túl barnák lesznek, mert a sütő hazudik, és beteszi őket a műanyag dobozba, mert a melegség állítás, és mert nem akar másikat tenni, és jobbat sem ismer. - Sie backt trotzdem, und die Scones werden etwas zu braun, weil das Backrohr lügt, und sie legt sie in die Tupperdose, weil Wärme eine Aussage ist und weil sie keine andere machen will und keine bessere kennt. :28. A következő hétfőn csenget, bár a kulcs a táskájában van – apró gesztus, de tudatos, mert a csengetés választási lehetőséget ad a másiknak, és mert Maureen úgy döntött, hogy Archie-nak ezúttal legyen meg ez a választása, anélkül hogy tudná, hogy úgysem élne vele. - Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl der Schlüssel in ihrer Tasche liegt – eine kleine Geste, aber eine bewusste, weil Klingeln dem anderen die Wahl gibt, und weil Maureen entschieden hat, dass Archie diese Wahl diesmal haben soll, ohne zu wissen, dass er sie sowieso nicht benutzen würde. :29. Archie ajtót nyit – felöltözve, vasalt gallérral, még kissé kivörösödött szemmel, de olyan férfi tartásával, aki elismerte a vereséget, és most rájön, hogy az élet utána is folytatódik, ami egyszerre meglepő és nem meglepő. - Er öffnet – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der die Niederlage eingeräumt hat und nun herausfindet, dass das Leben danach weitergeht, was überraschend und nicht überraschend zugleich ist. :30. Maureen leteszi a dobozt az asztalra, megtölti a vízforralót, megkeresi a teát, megtalálja a rossz szekrénykében, kommentár nélkül kiveszi, és a közben keletkező csend nem üres, hanem sűrű – sűrű mindazoktól a dolgoktól, amelyeket nem kell kimondani, mert mindketten ott vannak. - Maureen stellt die Dose auf den Tisch, füllt den Wasserkocher, sucht den Tee, findet ihn im falschen Schränkchen, nimmt ihn heraus ohne Kommentar, und die Stille, die dabei entsteht, ist nicht leer, sondern dicht – dicht von den Dingen, die nicht gesagt werden müssen, weil sie beide da sind. :31. Ülnek, teát isznak és scone-okat esznek, és a beszélgetés, amely megtörténik, nem is beszélgetés, és mégis több, mint a legtöbb: olyan valaminek az állaga van, ami terv nélkül nőtt, ami nem tudja, hogyan hívják, és éppen ezért tart. - Sie sitzen und trinken Tee und essen die Scones, und das Gespräch, das stattfindet, ist keines und doch mehr als die meisten: es hat die Konsistenz von etwas, das gewachsen ist ohne Plan, das nicht weiß, wie es heißt, und das gerade deswegen hält. :32. „A csillár egyébként nem inog” – mondja Maureen valamikor, hangsúly nélkül, egy fizikai tény megállapításaként –, és Archie ránéz, egy másodpercig, kettőig, aztán elmosolyodik, olyan mosollyal, amely nem akar semmit: sem szánalmat, sem elnézést, sem olyan kötődést, amelyet ápolni kellene – egyszerűen mosoly, amely ott van, mert éppen nincs ott semmi, ami megakadályozná. - „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt Maureen irgendwann, ohne Betonung, als Feststellung einer physikalischen Tatsache – und Archie sieht sie an, eine Sekunde, zwei, und dann lächelt er, ein Lächeln, das nichts will: kein Mitleid, keine Nachsicht, keine Verbundenheit, die man pflegen müsste – einfach ein Lächeln, das da ist, weil gerade nichts da ist, das es verhindert. :33. „Tudom” – mondja. - „Ich weiß", sagt er. :34. Odakint elhalad egy busz, és a régi ablaküvegek röviden megremegnek kereteikben, aztán a csend ismét rátelepszik a lakásra – ugyanaz a csend, mint mindig, ugyanazokkal a bútorokkal, ugyanazzal a porcelánnal, ugyanazzal a fénnyel, és mégis más, mert a csend, ahogyan mindenki tudja, aki sokáig ült benne, nem üres, hanem abból áll, amit belevittünk, és mert ezúttal, először, valami meleg van benne. - Draußen fährt ein Bus vorbei, und die alten Scheiben zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, mit denselben Möbeln, demselben Porzellan, demselben Licht, und doch eine andere, weil Stille, wie jeder weiß, der lange in ihr gesessen hat, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingebracht hat, und weil diesmal, zum ersten Mal, etwas Warmes darin ist. -------------------- == 87 == 1 -------------------- :A híd - Die Brücke :1. Lucía 29 éves. - Lucía ist 29 Jahre alt. :2. Egy gyárban dolgozik. - Sie arbeitet in einer Fabrik. :3. A gyár Bogotá szélén fekszik. - Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá. :4. Mindennap ingeket varr. - Jeden Tag näht sie Hemden. :5. Az ujjai gyakran fáradtak. - Ihre Finger sind oft müde. :6. Éjszakánként egy kis panzióban alszik. - Nachts schläft sie in einer kleinen Pension. :7. Ott még öt másik nő is lakik. - Dort wohnen noch fünf andere Frauen. :8. A szoba szűk, de olcsó. - Das Zimmer ist eng, aber es ist billig. :9. Lucía félreteszi a pénzét. - Lucía spart ihr Geld. :10. Egy napon el akar menni. - Sie will eines Tages wegfahren. :11. Hová, azt még nem tudja. - Wohin, weiß sie noch nicht. :12. Lucíának van egy bátyja. - Lucía hat einen Bruder. :13. Javiernek hívják, és 24 éves. - Er heißt Javier und ist 24 Jahre alt. :14. Két évvel ezelőtt elment. - Vor zwei Jahren ist er weggegangen. :15. A szomszédasszony azt mondja: A hegyekben van. - Die Nachbarin sagt: Er ist in den Bergen. :16. A kormány azt mondja: Meghalt. - Die Regierung sagt: Er ist tot. :17. Lucía nem mond semmit. - Lucía sagt nichts. :18. Egyszerűen így nevezi: elment. - Sie nennt es einfach: weg. :19. Javiernek hosszú ujjai és halk hangja volt. - Javier hatte lange Finger und eine leise Stimme. :20. A szája mindig fahéjillatú volt. - Sein Mund roch immer nach Zimt. :21. Lucía mindennap gondol rá. - Lucía denkt jeden Tag an ihn. :22. Lucía minden szombaton busszal utazik. - Jeden Samstag fährt Lucía mit dem Bus. :23. A busz öreg és hangos. - Der Bus ist alt und laut. :24. Vannak ott tyúkok, kosarak és fáradt emberek. - Es gibt Hühner, Körbe und müde Menschen. :25. Lucía az ablaknál ül. - Lucía sitzt am Fenster. :26. A forró levegő a ponyván lévő lyukon át jön be. - Die heiße Luft kommt durch ein Loch in der Plane. :27. Egy kisgyerek ül mellette. - Ein kleines Kind sitzt neben ihr. :28. A gyerek egy mandarint tart a kezében. - Das Kind hält eine Mandarine in der Hand. :29. Odaadja Lucíának a felét. - Es gibt Lucía die Hälfte. :30. Lucía elmosolyodik. - Lucía lächelt. :31. Azt gondolja: Javier mindig a fogával hámozta a mandarinokat. - Sie denkt: Javier hat Mandarinen immer mit den Zähnen geschält. :32. A busz lassít. - Der Bus wird langsamer. :33. Közeledik a híd. - Die Brücke kommt. :34. Lucía jól ismeri ezt a hidat. - Lucía kennt diese Brücke gut. :35. Itt látták egymást utoljára. - Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen. :36. Ő és Javier, két évvel ezelőtt. - Sie und Javier, vor zwei Jahren. :37. Most minden héten itt áll. - Jetzt steht sie jede Woche hier. :38. A korlátnál áll, és a vizet nézi. - Sie steht am Geländer und schaut auf das Wasser. :39. A víz barna, és gyorsan folyik. - Das Wasser ist braun und fließt schnell. :40. Nem vár semmire. - Sie wartet auf nichts. :41. Nem remél semmit. - Sie hofft auf nichts. :42. Egyszerűen ott van. - Sie ist einfach da. :43. Ezen a szombaton egy öregember van a hídnál. - An diesem Samstag ist ein alter Mann an der Brücke. :44. Egy felfordított vödrön ül. - Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer. :45. A térdei között egy termosz áll. - Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug. :46. Kávét árul. - Er verkauft Kaffee. :47. Lucía bólint, amikor megkérdezi. - Lucía nickt, als er sie fragt. :48. Aprópénzt keres a táskájában. - Sie sucht das Kleingeld in ihrer Tasche. :49. Aztán meglátja a kezét. - Dann sieht sie seine Hände. :50. Az ujjak hosszúak, a körmök feketék. - Die Finger sind lang, die Nägel schwarz. :51. A hüvelykujján a csont olyan, mint Javier csontja. - Der Knochen am Daumen sieht aus wie Javiers Knochen. :52. Lucíát hideg járja át, pedig forrón süt a nap. - Lucía wird kalt, obwohl die Sonne heiß ist. :53. Meg akarja kérdezni: Ki maga? - Sie will fragen: Wer sind Sie? :54. De egy szót sem szól. - Aber sie sagt kein Wort. :55. Az öregember odaadja neki a kávét. - Der alte Mann gibt ihr den Kaffee. :56. Azt mondja: „Vigyázzon, forró.” - Er sagt: „Vorsicht, heiß." :57. A hangja idegenül cseng. - Seine Stimme klingt fremd. :58. Lucía lassan issza a kávét. - Lucía trinkt den Kaffee langsam. :59. Nézi a férfit. - Sie schaut den Mann an. :60. A férfi a vizet nézi. - Er schaut auf das Wasser. :61. Nem tesz fel kérdéseket. - Sie stellt keine Fragen. :62. A következő szombaton Lucía megint elmegy a hídhoz. - Am nächsten Samstag fährt Lucía wieder zur Brücke. :63. A vödör még ott áll. - Der Eimer steht noch da. :64. De az öregember eltűnt. - Aber der alte Mann ist weg. :65. Egy másik árus foglalta el a helyét. - Ein anderer Verkäufer hat seinen Platz. :66. Ő kólát árul, nem kávét. - Der verkauft Cola, keinen Kaffee. :67. Lucía megkérdezi: „Az öregember – hol van?” - Lucía fragt: „Der alte Mann – wo ist er?" :68. Az árus megvonja a vállát. - Der Verkäufer zuckt mit den Schultern. :69. Azt mondja: „Továbbment. Vagy meghalt. Vagy mindkettő.” - Er sagt: „Weitergegangen. Oder gestorben. Oder beides." :70. Lucía leül a vödörre. - Lucía setzt sich auf den Eimer. :71. Megiszik egy kólát. - Sie trinkt eine Cola. :72. A kólának semmi íze nincs. - Die Cola schmeckt nach nichts. :73. A korlát végén egy piros szál lóg. - Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden. :74. Lucía nem tudja, ki akasztotta oda. - Lucía weiß nicht, wer ihn hingehängt hat. :75. Leszed egy szálat a kabátjáról. - Sie nimmt einen Faden von ihrer Jacke. :76. Odaköti a piros szál mellé. - Sie knüpft ihn neben den roten Faden. :77. Aztán feláll. - Dann steht sie auf. :78. Elmegy a buszhoz. - Sie geht zum Bus. :79. Leül az ablakhoz. - Sie setzt sich ans Fenster. :80. A kezét az üveghez teszi. - Sie legt die Hand gegen das Glas. :81. Odakint a hegyek feloldódnak a hőségben. - Draußen lösen sich die Berge in der Hitze auf. :82. A múlt heti kávé még ott van a nyelvén. - Der Kaffee von letzter Woche ist noch auf ihrer Zunge. :83. Jövő héten újra el fog jönni. - Sie wird nächste Woche wiederkommen. :84. Talán. - Vielleicht. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :A híd - Die Brücke :1. Lucía éjjel egy órakor a varrógépénél áll, és hallja, ahogy a többi nő alszik a panzióban. - Lucía steht um ein Uhr nachts an ihrer Nähmaschine und hört, wie die anderen Frauen in der Pension schlafen. :2. A gyár Bogotá szélén fekszik, ott, ahol az utcák véget érnek, és a hegyek kezdődnek. - Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá, wo die Straßen aufhören und die Berge beginnen. :3. Az ujjai a körmei alatt fájnak, nem erősen, de eléggé ahhoz, hogy érezze. - Ihre Finger schmerzen unter den Nägeln, nicht stark, aber genug, dass sie es spürt. :4. Kinéz a rácsos ablakon a kinti fekete hegyekre. - Sie schaut durch das vergitterte Fenster auf die schwarzen Berge draußen. :5. Odafönt nem ég fény, nincs jel, semmi. - Kein Licht brennt dort oben, kein Zeichen, nichts. :6. Lucía a bátyjára, Javierre gondol, aki két évvel ezelőtt elment, anélkül hogy egyetlen szót is hátrahagyott volna. - Lucía denkt an ihren Bruder Javier, der vor zwei Jahren weggegangen ist, ohne ein Wort zu hinterlassen. :7. A szomszédasszony azt mondja, a gerilláknál van a hegyekben. - Die Nachbarin sagt, er ist bei der Guerilla in den Bergen. :8. A kormány azt mondja, meghalt, de bizonyítékot nem küldött. - Die Regierung sagt, er ist tot, aber sie hat keinen Beweis geschickt. :9. Lucía ebből semmit sem mond ki hangosan, mert a szavak néha többet vesznek el, mint amennyit adnak. - Lucía sagt nichts davon laut, weil Worte manchmal mehr wegnehmen, als sie geben. :10. Szombaton kora reggel felszáll a buszra, amely dél felé megy, a Río Sumapazhoz. - Am Samstag früh steigt sie in den Bus, der nach Süden fährt, zum Río Sumapaz. :11. A busz annyira tele van, hogy mellette az ülésen egy tyúk ül, és fél szemmel őt nézi. - Der Bus ist so voll, dass ein Huhn auf dem Sitz neben ihr sitzt und sie mit einem Auge anschaut. :12. A műanyag ponyván lévő lyukon át úgy jön be a forró levegő, mint egy lélegzet. - Durch ein Loch in der Plastikplane kommt die heiße Luft wie ein Atem herein. :13. Egy kisgyerek, akinek nincsenek elülső fogai, egy mandarint nyújt felé. - Ein kleines Kind, das keine Vorderzähne hat, hält ihr eine Mandarine hin. :14. Lucía elveszi a gyümölcsöt, nyugodtan két félre osztja, és az egyiket visszaadja a gyereknek. - Lucía nimmt die Frucht, teilt sie ruhig in zwei Hälften und gibt dem Kind eine zurück. :15. A gyerek nevet, és Lucíának azonnal Javier jut eszébe, aki a mandarint mindig a fogaival hámozta. - Das Kind lacht, und Lucía denkt sofort an Javier, der Mandarinen immer mit den Zähnen geschält hat. :16. Kinéz az ablakon, hogy a gyerek ne lássa a szemét. - Sie schaut aus dem Fenster, damit das Kind ihre Augen nicht sieht. :17. Aztán a busz lassítani kezd, és a híd megjelenik a fák között. - Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen. :18. Lucía ennek a korlátnak minden csavarját ismeri. - Lucía kennt jede Schraube an diesem Geländer. :19. Itt látták egymást utoljára, ő és Javier, egy olyan reggelen, amely úgy nézett ki, mint az összes többi. - Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, sie und Javier, an einem Morgen, der wie alle anderen aussah. :20. Nem fordult meg, amikor elment, vagy talán Lucía csak nem látta. - Er hat sich nicht umgedreht, als er gegangen ist, oder vielleicht hat sie es nur nicht gesehen. :21. Most minden szombaton eljön, két órát áll a korlátnál, és nézi a barna vizet, amely alatta folyik. - Jetzt kommt sie jeden Samstag, steht zwei Stunden am Geländer und schaut auf das braune Wasser, das unter ihr fließt. :22. Nem vár semmi meghatározottra, és nem remél semmi meghatározottat. - Sie wartet auf nichts Bestimmtes und hofft auf nichts Bestimmtes. :23. Egyszerűen ott van, mert ez az egyetlen hely, ahol nem kell megmagyaráznia, miért. - Sie ist einfach da, weil das der einzige Ort ist, wo sie nicht erklären muss, warum. :24. Ezen a szombaton egy öregember ül egy felfordított vödrön a korlát mellett. - An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer. :25. Talán hatvanöt éves, az arca olyan, mint a száraz föld, és a szeme nagyon messzire néz. - Er ist vielleicht fünfundsechzig Jahre alt, hat ein Gesicht wie trockene Erde und Augen, die sehr weit weg schauen. :26. A térdei között egy termosz áll, és halkan megkérdezi Lucíát, kér-e kávét. - Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug, und er fragt Lucía leise, ob sie einen Kaffee möchte. :27. Lucía bólint, az aprópénzt keresi a kabátzsebében, és közben meglátja a férfi kezét. - Sie nickt, sucht das Kleingeld in ihrer Jackentasche und sieht dabei seine Hände. :28. Az ujjai hosszúak és göcsörtösek, a körmei feketék a kosztól, de ezeknek a kezeknek a formája nem idegen. - Die Finger sind lang und knotig, die Nägel schwarz vom Dreck, aber die Form dieser Hände ist nicht fremd. :29. A hüvelykujj hosszú csontja, ahogy az inak a bőr alatt fekszenek – ezt már látta. - Der lange Knochen am Daumen, die Art, wie die Sehnen unter der Haut liegen – das hat sie schon gesehen. :30. Lucía a markában tartja az érméket, és nem tud megmozdulni. - Lucía hält die Münzen in ihrer Hand und kann sich nicht bewegen. :31. Azt akarja kérdezni: Ki maga, honnan jött, ismer egy Javier nevű férfit? - Sie will fragen: Wer sind Sie, wo kommen Sie her, kennen Sie einen Mann namens Javier? :32. De egyetlen szót sem tud kipréselni magából, mert fél a választól. - Aber sie bringt kein einziges Wort heraus, weil sie Angst hat vor der Antwort. :33. Az öregember egy kis műanyag pohárban odaadja neki a kávét, és azt mondja: „Vigyázzon, forró.” - Der alte Mann gibt ihr den Kaffee in einer kleinen Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß." :34. A hangja olyan, mint egy nyelv, amely nem spanyol, vagy mint a spanyol, amely nagyon sokáig hallgatott. - Seine Stimme klingt nach einer Sprache, die nicht Spanisch ist, oder nach Spanisch, das sehr lange geschwiegen hat. :35. Lucía lassan issza a kávét, és a vizet nézi, pontosan úgy, mint ő. - Lucía trinkt den Kaffee langsam und schaut auf das Wasser, genau wie er. :36. Nem tesz fel kérdéseket, és a férfi sem tesz fel kérdéseket, és ez furcsán helyesnek érződik. - Sie stellt keine Fragen, und er stellt keine Fragen, und das fühlt sich seltsam richtig an. :37. Egy héttel később Lucía újra leszáll a buszról, és elmegy a hídhoz. - Eine Woche später steigt Lucía wieder aus dem Bus und geht zur Brücke. :38. A vödör még ugyanazon a helyen áll, de az öregember nem ül rajta. - Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann sitzt nicht darauf. :39. Egy másik árus vette át a helyet, kólát árul egy hűtőtáskából. - Ein anderer Verkäufer hat den Platz übernommen, er verkauft Cola aus einer Kühltasche. :40. Lucía megkérdezi tőle: „Az öregember a kávéval – tudja, hol van?” - Lucía fragt ihn: „Der alte Mann mit dem Kaffee – wissen Sie, wo er ist?" :41. Az árus röviden ránéz, és vállat von. - Der Verkäufer schaut sie kurz an und zuckt mit den Schultern. :42. Azt mondja: „Továbbment, azt hiszem. Vagy meghalt. Ez itt többnyire ugyanaz.” - Er sagt: „Weitergegangen, glaube ich. Oder gestorben. Das ist hier meistens dasselbe." :43. Lucía leül a vödörre, és vesz egy kólát, amely meleg és édes, és semmilyen íze sincs. - Lucía setzt sich auf den Eimer und kauft eine Cola, die warm und süß ist und nach gar nichts schmeckt. :44. Ennek ellenére kiissza, mert nem tudja, mi mást tehetne. - Sie trinkt sie trotzdem leer, weil sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. :45. A korlát végén egy vörös fonal lóg, vékony és kifakult, mintha már régóta ott lenne. - Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, dünn und verblasst, als wäre er schon lange da. :46. Senki sem tudja megmondani neki, ki akasztotta oda, vagy miért. - Niemand kann ihr sagen, wer ihn hingehängt hat oder warum. :47. Lucía kihúz egy laza fonalat a kabátja szegélyéből, egy kéket, és közvetlenül a vörös mellé köti. - Lucía zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke, einen blauen, und knüpft ihn direkt neben den roten. :48. Röviden ránéz a két fonalra, aztán megfordul, és a buszhoz megy. - Sie schaut kurz auf die beiden Fäden, dann dreht sie sich um und geht zum Bus. :49. Leül az ablak mellé, lapos tenyerét a meleg üveghez teszi, és nézi a hegyeket, amelyek elmosódnak a hőségben. - Sie setzt sich ans Fenster, legt die flache Hand gegen das warme Glas und schaut auf die Berge, die in der Hitze verschwimmen. :50. Valahol ott van Javier, vagy sehol sincs, vagy ez végül ugyanaz. - Irgendwo dort ist Javier, oder er ist nirgends, oder das ist am Ende dasselbe. :51. A kávé íze még ott van a nyelvén, egyszerre idegen és ismerős. - Der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, fremd und vertraut zugleich. :52. A jövő héten vissza fog jönni. - Nächste Woche wird sie wiederkommen. :53. Ez nem remény. - Das ist keine Hoffnung. :54. Ez egyszerűen az, amit tesz. - Das ist einfach, was sie tut. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :A híd - Die Brücke :1. Éjszaka, amikor a gyár elcsendesedik, és már csak a gépek zúgnak, Lucía olyan dolgokra gondol, amelyekre nappal nem tud gondolni. - In der Nacht, wenn die Fabrik still wird und nur noch die Maschinen summen, denkt Lucía an Dinge, die sie tagsüber nicht denken kann. :2. Hat éve ugyanazokat az ingeket varrja, és néha azt hiszi, a tű már jobban ismeri az utat, mint ő maga. - Sie näht seit sechs Jahren dieselben Hemden, und manchmal glaubt sie, die Nadel kennt den Weg schon besser als sie selbst. :3. A kezei maguktól dolgoznak, miközben a feje valahol máshol jár – Javiernél, a hegyeknél, egy két évvel ezelőtti reggelnél, amely soha nem ért véget. - Ihre Hände arbeiten allein, während ihr Kopf woanders ist – bei Javier, bei den Bergen, bei einem Morgen vor zwei Jahren, der nie aufgehört hat. :4. Javier a bátyja, huszonnégy éves volt, amikor elment, és olyan hangja volt, amely mindig túl halk volt, mintha nem akart volna túl sok helyet elfoglalni. - Javier ist ihr Bruder, er war vierundzwanzig, als er ging, und er hatte eine Stimme, die immer zu leise war, als wollte er nicht zu viel Platz nehmen. :5. A szomszédasszony azt mondta, a hegyekben van a gerilláknál, de a szomszédasszony sok olyan dolgot mond, ami jól hangzik, és semmit sem jelent. - Die Nachbarin hat gesagt, er sei in den Bergen bei den Guerilleros, aber die Nachbarin sagt viele Dinge, die sich gut anhören und nichts bedeuten. :6. A kormány küldött egy levelet, amely Javier halálát megállapítja, de nem nevez meg dátumot, helyet, bizonyítékot. - Die Regierung hat einen Brief geschickt, der Javier für tot erklärt, aber kein Datum nennt, keinen Ort, keinen Beweis. :7. Lucía a levelet a bőröndbe tette, az ingek alá, és azóta nem vette elő, mert sem hinni nem akar, sem abbahagyni nem akarja a hitet. - Lucía hat den Brief in den Koffer gelegt, unter die Hemden, und seitdem nicht mehr herausgeholt, weil sie weder glauben noch aufhören will zu glauben. :8. Minden szombaton felszáll a korai buszra, amely dél felé megy, és régi olaj- meg állatszaga van. - Jeden Samstag nimmt sie den frühen Bus, der nach Süden fährt und nach altem Öl und Tier riecht. :9. Az út több mint egy óráig tart, és ezalatt Lucía kinéz az ablakon, anélkül hogy igazán látná, mi suhan el odakint. - Die Fahrt dauert über eine Stunde, und in dieser Zeit schaut Lucía aus dem Fenster, ohne wirklich zu sehen, was draußen vorbeizieht. :10. Ezen a reggelen egy gyerek ül mellette, aki egy mandarint tart a kezében, mintha valami nagyon értékes volna, és szavak nélkül felajánlja neki a felét. - An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält, als wäre sie etwas sehr Kostbares, und ihr ohne Worte die Hälfte anbietet. :11. Lucía elfogadja, és még mielőtt hozzáérne a gyümölcshöz, Javierre gondol, aki soha nem hámozta meg a mandarinokat, hanem egyszerűen a fogaival tépte fel a héjukat. - Lucía nimmt sie und denkt, noch bevor sie die Frucht berührt hat, an Javier, der Mandarinen nie schälte, sondern die Schale einfach mit den Zähnen aufriss. :12. Félrenéz, mielőtt a gyerek láthatná a szemét, és szorosan tartja a mandarint, amíg a busz lassítani nem kezd, és a fák között meg nem jelenik a híd. - Sie schaut weg, bevor das Kind ihre Augen sehen kann, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint. :13. Ez a híd a Río Sumapaz fölött nem különleges hely, száz ilyen híd van ebben az országban. - Diese Brücke über den Río Sumapaz ist kein besonderer Ort, es gibt hundert solche Brücken in diesem Land. :14. De itt látták egymást utoljára, és ez egy helyet olyasmivé tesz, ami korábban nem volt. - Aber hier haben sie sich zum letzten Mal gesehen, und das macht einen Ort zu etwas, das er vorher nicht war. :15. Lucía a korláthoz áll, nézi a barna vizet, amely közönyösen folyik alatta, és semmire sem vár, amit meg tudna nevezni. - Lucía stellt sich ans Geländer, schaut auf das braune Wasser, das gleichgültig unter ihr fließt, und wartet auf nichts, was sie benennen könnte. :16. Nem azért jön, mert reménykedik – egészen biztos benne, hogy a remény ilyen hosszú idő után helytelen volna. - Sie kommt nicht, weil sie hofft – sie ist sich ziemlich sicher, dass Hoffnung das Falsche wäre, nach so langer Zeit. :17. Azért jön, mert ez a hely az egyetlen, ahol nem kell elmagyaráznia, ki volt Javier, és miért van még mindig súlya a hiányának. - Sie kommt, weil dieser Ort der einzige ist, wo sie nicht erklären muss, wer Javier war, und warum seine Abwesenheit noch immer ein Gewicht hat. :18. Többnyire két órát áll itt, nézi a vizet, a hegyeket, az autókat, amelyek megállás nélkül hajtanak át a hídon. - Zwei Stunden steht sie meistens hier, schaut auf das Wasser, auf die Berge, auf die Autos, die über die Brücke fahren, ohne anzuhalten. :19. Ezen a szombaton ott van egy öregember, akit még soha nem látott. - An diesem Samstag ist ein alter Mann da, den sie noch nie gesehen hat. :20. Egy felfordított vödrön ül, mintha az teljesen közönséges szék volna, és egy termoszt tart a térdei között. - Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer, als wäre das ein ganz gewöhnlicher Stuhl, und hält einen Thermoskrug zwischen den Knien. :21. Megkérdezi tőle, kér-e kávét, és a hangjának van valami olyan minősége, amelyet Lucía nem tud azonnal hová tenni – mintha egy másik nyelvből jönne, még ha a szavak spanyolok is. - Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie nicht sofort einordnen kann – als käme sie aus einer anderen Sprache, auch wenn die Worte Spanisch sind. :22. Lucía bólint, a kabátzsebébe nyúl aprópénzért, és abban a pillanatban, amikor felnéz, meglátja a kezét. - Lucía nickt, greift in die Jackentasche nach Kleingeld, und in diesem Moment, als sie aufschaut, sieht sie seine Hände. :23. Az ujjak hosszúak és göcsörtösek, az ízületeket feltörte a munka, a körmök feketék, de ezeknek a kezeknek az alapformáját – a hosszú inakat, a hüvelykujjnál előugró csontot – ezer emlékből ismeri. - Die Finger sind lang und knotig, die Gelenke aufgebrochen von Arbeit, die Nägel schwarz, aber die Grundform dieser Hände – die langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen – kennt sie aus tausend Erinnerungen. :24. Már nem számolja az aprópénzt, csak tartja a nyitott tenyerében, és nem tud megmozdulni. - Sie zählt das Kleingeld nicht mehr, sie hält es einfach in der offenen Hand und kann sich nicht bewegen. :25. Kérdés formálódik benne, valójában több kérdés is, de egyik sem jut el az ajkáig, mert nem tudja, mit tenne vele egy válasz. - In ihr formt sich eine Frage, eigentlich mehrere Fragen, aber keine kommt bis zu den Lippen, weil sie nicht weiß, was eine Antwort mit ihr machen würde. :26. Az öregember nyugodtan vár, elveszi az érméket, megtölti a műanyag poharat, és azt mondja: „Vigyázat, forró”, mintha csak ennyit kellene mondani. - Der alte Mann wartet ruhig, nimmt die Münzen, füllt die Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß", als wäre das alles, was es zu sagen gibt. :27. A hangja úgy hangzik, mint valami, ami nagyon messziről utazott ide, és útközben sokat elveszített. - Seine Stimme klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs viel verloren hat. :28. Lucía lassan issza a kávét, kortyról kortyra, és inkább a vizet nézi, nem a férfit, mert érzi, hogy a tekintete darabokra szedné, ha túl sokáig viszonozná. - Lucía trinkt den Kaffee langsam, Schluck für Schluck, und schaut auf das Wasser statt auf den Mann, weil sie merkt, dass sein Blick sie in Stücke zerlegen würde, wenn sie ihn zu lange erwiderte. :29. Nem vesz második kávét, nem tesz fel kérdéseket, távozáskor még köszönetet sem mond – vagy talán mégis mond, később már nem biztos benne. - Sie kauft keinen zweiten Kaffee, sie stellt keine Fragen, sie sagt beim Gehen nicht einmal Danke – oder vielleicht sagt sie es doch, sie ist sich später nicht mehr sicher. :30. Eltelik egy hét, amely olyan, mint két mondat közötti hosszú csend, és aztán szombat van. - Eine Woche vergeht, die sich anfühlt wie eine lange Stille zwischen zwei Sätzen, und dann ist Samstag. :31. A vödör még mindig ugyanazon a helyen áll, de az öregember nincs ott, és a helyén valaki fiatalabb árul kólát egy horpadt hűtőtáskából. - Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann ist nicht da, und an seiner Stelle verkauft jemand Jüngeres Cola aus einer zerbeulten Kühltasche. :32. Lucía megkérdezi, hol van a kávés férfi, és az árus úgy néz rá, mintha a kérdés nehezebb volna, mint amilyennek hangzik. - Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie an, als wäre die Frage schwerer als sie klingt. :33. Azt mondja: „Továbbment, azt hiszem. Vagy meghalt. Ezen a vidéken ez gyakran ugyanaz, és az ember nem kérdez utána.” - Er sagt: „Weitergegangen, denke ich. Oder gestorben. In dieser Gegend ist das oft dasselbe, und man fragt nicht nach." :34. Lucía leül a vödörre, és megiszik egy kólát, amely langyos és túlságosan édes, és a korlátot nézi, mintha az meg tudna magyarázni neki valamit. - Lucía setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß, und schaut auf das Geländer, als könnte es ihr etwas erklären. :35. A korlát végén egy vörös fonal lóg, kifakultan és vékonyan, mintha már évek óta ott volna, és valakire várt volna. - Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, als wäre er schon seit Jahren da und hätte auf jemanden gewartet. :36. Senki sem tudja, ki akasztotta oda, és a kérdést amúgy sem teszi fel senki Lucíán kívül. - Niemand weiß, wer ihn hingehängt hat, und die Frage stellt sich sowieso niemand außer Lucía. :37. Kihúz egy laza szálat a kabátja szegélyéből – kéket, kissé rojtosat –, és olyan közel köti a vöröshöz, hogy a kettő összeérjen. - Sie zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein bisschen fransig – und knüpft ihn so nah an den roten, dass die beiden sich berühren. :38. Nem nézi sokáig, aztán megfordul és elmegy. - Sie schaut nicht lange hin, dann dreht sie sich um und geht. :39. A buszon laposan az ablaküvegre teszi a kezét, amely meleg a naptól, és a hegyeket nézi, amelyek a hőségben elveszítik körvonalaikat. - Im Bus legt sie die Hand flach gegen das Fensterglas, das warm ist von der Sonne, und schaut auf die Berge, die in der Hitze ihre Konturen verlieren. :40. A kávé íze még mindig ott van, a nyelvén, a torkában – idegenül, és ugyanakkor annyira ismerősen, hogy elakad tőle a lélegzete. - Der Geschmack des Kaffees ist noch da, auf der Zunge, im Hals – fremd und gleichzeitig so vertraut, dass es ihr den Atem stocken lässt. :41. A következő héten vissza fog jönni, nem azért, mert vár valamit, hanem mert ez a hely úgy tartja fogva, hogy attól nem akar megszabadulni. - Sie wird nächste Woche wiederkommen, nicht weil sie etwas erwartet, sondern weil dieser Ort sie festhält auf eine Art, die sie nicht loswerden will. :42. Ez nem remény. - Das ist keine Hoffnung. :43. De nem is semmi. - Aber es ist auch nicht nichts. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- : A híd - Die Brücke :1. Vannak éjszakák a gyárban, amikor Lucíának az az érzése, hogy a kezei már nem is hozzá tartoznak, mert órák óta ugyanazt csinálják, anélkül hogy a fejének még bármi köze lenne hozzá. - Es gibt Nächte in der Fabrik, in denen Lucía das Gefühl hat, ihre Hände gehörten ihr nicht mehr, weil sie seit Stunden dasselbe tun, ohne dass der Kopf noch beteiligt ist. :2. A gép jár, a cérna áthúzódik az anyagon, és valahol e mögött az egyenletes zaj mögött ott van Javier – nem emlékként, hanem valamiféle állandó nyomásként, amelyet megtanult hordozni anélkül, hogy nevet adna neki. - Die Maschine läuft, der Faden zieht sich durch den Stoff, und irgendwo hinter diesem gleichmäßigen Geräusch liegt Javier – nicht als Erinnerung, sondern als eine Art Dauerdruck, den sie gelernt hat zu tragen, ohne ihn zu benennen. :3. Két évvel ezelőtt ment el, huszonnégy évesen, olyan hanggal, amely mindig túl halk volt, mintha nem akarná a világot jobban zavarni, mint amennyire feltétlenül szükséges. - Er ist vor zwei Jahren gegangen, vierundzwanzig Jahre alt, mit einer Stimme, die immer zu leise war, als wollte er die Welt nicht mehr belästigen, als nötig. :4. Hogy mi lett belőle, azt nem tudja, és ez már nem olyan hézag, amelyet be lehetne zárni – időközben annak a csendnek a szilárd részévé vált, amelyben él. - Was aus ihm geworden ist, weiß sie nicht, und das ist keine Lücke mehr, die sich schließen lässt – es ist inzwischen ein fester Teil der Stille, in der sie lebt. :5. A kormány halottnak nyilvánította őt, hely nélkül, dátum nélkül, bármi nélkül, ami lehetővé tenné számára, hogy higgyen ennek a szónak, vagy elutasítsa. - Die Regierung hat ihn für tot erklärt, ohne Ort, ohne Datum, ohne irgendetwas, das ihr erlauben würde, diesem Wort zu glauben oder es zurückzuweisen. :6. A szombat az egyetlen nap, amikor Lucía nem varr. - Samstag ist der einzige Tag, an dem Lucía nicht näht. :7. Felszáll a dél felé tartó buszra, amelyben öreg férfiak alszanak, tyúkok ülnek kosarakban, és a forró levegő a karosszéria minden repedésén át bekúszik, mintha meg akarná mutatni, hogy nincs olyan határ, amely feltarthatná. - Sie steigt in den Bus, der nach Süden fährt und in dem alte Männer schlafen, Hühner in Körben sitzen und die heiße Luft durch jeden Riss in der Karosserie kriecht, als wollte sie zeigen, dass es keine Grenze gibt, die sie aufhalten kann. :8. Egy gyerek mandarint kínál neki, egészen magától értetődően, mintha régi ismerősök volnának, Lucía pedig elveszi a felét, a másikat visszaadja, miközben ugyanabban a pillanatban észreveszi, hogy remeg a keze – nem erősen, de éppen eléggé. - Ein Kind bietet ihr eine Mandarine an, ganz selbstverständlich, als wären sie alte Bekannte, und Lucía nimmt die Hälfte und gibt die andere zurück, während sie gleichzeitig merkt, dass ihre Hand zittert – nicht stark, aber genug. :9. Javierre gondol, aki a mandarinokat soha nem az ujjaival hámozta, mert túl türelmetlen volt hozzá, és az arcát az ablak felé fordítja, mielőtt a gyerek megláthatná, mi van a szemében. - Sie denkt an Javier, der Mandarinen nie mit den Fingern schälte, weil er zu ungeduldig war, und dreht das Gesicht zum Fenster, bevor das Kind sehen kann, was in ihren Augen steht. :10. Aztán a busz lassítani kezd, és a híd feltűnik a fák között, Lucía pedig kifújja a levegőt, mintha az egész út alatt visszatartotta volna. - Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen, und Lucía atmet aus, als hätte sie die ganze Fahrt über die Luft angehalten. :11. A Río Sumapaz fölötti híd nem látványos – beton, rozsda, alatta barna víz, amely közönyösen folyik, akármi történik vagy történt is a partjain. - Die Brücke über den Río Sumapaz ist unspektakulär – Beton, Rost, braunes Wasser darunter, das gleichgültig fließt, egal was an seinen Ufern geschieht oder geschehen ist. :12. Lucía mégis minden szombaton idejön, odaáll a korláthoz, nézi a vizet, és két órán át ott marad, anélkül hogy bármi olyasmire várna, amit meg tudna nevezni. - Aber Lucía kommt trotzdem jeden Samstag hierher, stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser und bleibt zwei Stunden, ohne auf irgendetwas zu warten, das sie benennen könnte. :13. Itt látták egymást utoljára, és bár már nem tudja pontosan, mi hangzott el, vagy elhangzott-e egyáltalán bármi, még mindig pontosan tudja, milyennek látszott Javier válla, amikor elment – kissé előrehúzva, mintha valamit hordozna, ami nehezebb nála. - Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, und obwohl sie nicht mehr genau weiß, was gesagt wurde oder ob überhaupt etwas gesagt wurde, weiß sie noch genau, wie Javiers Schultern aussahen, als er wegging – leicht nach vorne gezogen, als trüge er etwas, das schwerer war als er. :14. Ez a hely fogva tartja őt, nem remény által, hanem valamiféle tompa hűség által, amelyet nem magyaráz meg magának, mert fél, hogy megszűnik, ha elkezd gondolkodni rajta. - Dieser Ort hält sie fest, nicht durch Hoffnung, sondern durch eine Art stumpfe Treue, die sie sich nicht erklärt, weil sie Angst hat, dass sie aufhört, wenn sie anfängt, darüber nachzudenken. :15. Ezen a szombaton egy öreg férfi ül egy felfordított vödrön a korlát mellett, mintha mindig is ott ült volna, és ő csak eddig nem vette volna észre. - An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer, als hätte er dort immer gesessen und sie hätte ihn nur bisher nicht bemerkt. :16. Talán hatvanöt éves, talán idősebb, olyan arccal, amelynek annyi rétege van, mint a távoli hegyeknek, és olyan szemekkel, amelyek láttak valamit, amiről nem beszél az ember, nem azért, mert tilos volna, hanem mert nincs rá nyelv. - Er ist vielleicht fünfundsechzig, vielleicht älter, mit einem Gesicht, das so viele Schichten hat wie die Berge in der Ferne, und Augen, die etwas gesehen haben, worüber man nicht spricht, nicht weil es verboten wäre, sondern weil es keine Sprache dafür gibt. :17. Megkérdezi tőle, kér-e kávét, és a hangja idegen – nem az akcentus miatt, hanem egy olyan minőség miatt, amelyet Lucía nem tud azonnal besorolni, mintha ez a hang éveken át hallgatott volna, és még nem tért volna vissza egészen. - Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme ist fremd – nicht wegen des Akzents, sondern wegen einer Qualität, die Lucía nicht sofort einordnen kann, als hätte diese Stimme jahrelang geschwiegen und sei noch nicht wieder ganz zurück. :18. Bólint, a zsebében lévő aprópénz után nyúl, és abban a pillanatban, amikor kihámozza az érméket, a tekintete a férfi kezére esik, amely a termoszt tartja. - Sie nickt, greift nach dem Kleingeld in ihrer Tasche, und in dem Moment, als sie die Münzen herausschält, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Thermoskrug halten. :19. Az ujjak bütykösek, a körmök megfeketedtek, a bőr az ízületeknél felrepedt, de ezeknek a kezeknek a formája – a szokatlanul hosszú inak, a hüvelykujjnál előreugró csont, az, ahogy a kisujj kissé eláll – ez nem idegen, ezt ezerszer látta már, egy asztalnál, egy konyhában, egy reggelen, amely most nagyon messze van. - Die Finger sind knotig, die Nägel geschwärzt, die Haut aufgerissen an den Gelenken, aber die Form dieser Hände – die ungewöhnlich langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger leicht absteht – das ist nicht fremd, das hat sie tausendmal gesehen, an einem Tisch, in einer Küche, an einem Morgen, der jetzt sehr weit weg ist. :20. Lucía abbahagyja az érmék számolását. - Lucía hört auf, die Münzen zu zählen. :21. Csak áll ott, nyitott tenyérrel, és valahol a bordái mögött összehúzódik valami, aminek nincs neve, de nagyon sok helyre van szüksége. - Sie steht einfach da, die Hand offen, und irgendwo hinter ihren Rippen zieht sich etwas zusammen, das keinen Namen hat, aber sehr viel Platz braucht. :22. A benne keletkező kérdések olyan sokan vannak és olyan hangosak, hogy egyikük sem jut el az ajkáig – mintha kölcsönösen eltorlaszolnák egymás útját, mert minden lehetséges válasz többet rombolhatna le, mint a hallgatás. - Die Fragen, die in ihr entstehen, sind so viele und so laut, dass keine davon es bis zu den Lippen schafft – als würden sie sich gegenseitig blockieren, weil jede Antwort, die möglich wäre, mehr zerstören könnte als das Schweigen. :23. Az öreg férfi vár, anélkül hogy türelmetlenné válna, megtölti a műanyag poharat, odaadja neki, és azt mondja: „Vigyázat, forró”, olyan hangon, amely úgy hangzik, mint egy kő, amely mély vízbe esik – egyszer, aztán semmi több. - Der alte Mann wartet, ohne ungeduldig zu werden, füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß", mit einer Stimme, die klingt wie ein Stein, der ins tiefe Wasser fällt – einmal, dann nichts mehr. :24. Lucía iszik, a kávé nagyon erős és nagyon keserű, ő mégis fenékig issza, mert ez az egyetlen cselekvés, amelyet ebben a pillanatban teljesen végre tud hajtani. - Lucía trinkt, und der Kaffee ist sehr stark und sehr bitter, und sie trinkt trotzdem bis zum Grund, weil das die einzige Handlung ist, die sie in diesem Moment vollständig ausführen kann. :25. Nem tesz fel kérdéseket, alig mond valamit, és amikor végül elmegy, nem biztos benne, hogy gyáva volt-e vagy bölcs, és hogy van-e egyáltalán különbség a kettő között. - Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und als sie schließlich geht, ist sie nicht sicher, ob sie feige war oder weise, und ob es dazwischen überhaupt einen Unterschied gibt. :26. A következő héten Lucía magával hordozza ennek a kávénak az ízét, mint egy szilánkot, amely nem fáj, de ott van, mindig. - In der Woche, die folgt, trägt Lucía den Geschmack dieses Kaffees mit sich herum wie einen Splitter, der nicht schmerzt, aber da ist, immer. :27. Varr, alszik, eszik, beszél a panzióban lakó többi nővel, és ez az íz egész idő alatt ott fekszik a nyelvén, mint egy nyitott kérdés, amelyet nem tud vagy nem akar megfogalmazni. - Sie näht, sie schläft, sie isst, sie spricht mit den anderen Frauen in der Pension, und die ganze Zeit über liegt dieser Geschmack auf ihrer Zunge wie eine offene Frage, die sie nicht formulieren kann oder will. :28. A következő szombaton korábban száll fel a buszra, mint máskor, mintha az idő érv volna. - Am nächsten Samstag steigt sie früher als sonst in den Bus, als wäre Zeit ein Argument. :29. A vödör még mindig ugyanazon a helyen áll a korlátnál, de az öreg férfi nincs ott, és egy fiatalabb árus foglalta el a helyét, kólával és közönyös arccal. - Der Eimer steht noch an derselben Stelle am Geländer, aber der alte Mann ist nicht da, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, mit Cola und einem gleichgültigen Gesicht. :30. Lucía megkérdezi, hol van a kávés férfi, az árus pedig egy pillanattal túl sokáig nézi őt, mielőtt megvonja a vállát, és azt mondja: „Továbbment valahová. Vagy meghalt. Ezen a vidéken az ilyesmit nem kérdezik olyan pontosan.” - Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie einen Moment zu lang an, bevor er mit den Schultern zuckt und sagt: „Weitergegangen, irgendwohin. Oder gestorben. In dieser Gegend fragt man das nicht so genau nach." :31. Leül a vödörre, és iszik egy kólát, amely langyos, túlságosan édes, és mindenre hasonlít az íze, csak arra nem, amit keres, és a vizet nézi, amely még mindig közönyösen folyik, érintetlenül mindattól, amit az emberek a partjain elveszítenek. - Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß und nach allem schmeckt außer nach dem, wonach sie sucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch gleichgültig fließt, unbeeindruckt von allem, was Menschen an seinen Ufern verlieren. :32. A korlát végén egy piros fonal lóg, kifakult és vékony, amelyet rajta kívül senki sem vett észre, mert az ember csak azt látja, amit néz. - Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, den niemand bemerkt hat außer ihr, weil man nur sieht, wonach man schaut. :33. Nem tudja, ki akasztotta oda, és a kérdés kevésbé érdekli, mint az a tény, hogy valakinek eszébe jutott ilyen apró jellel kötődni egy helyhez. - Sie weiß nicht, wer ihn hingehängt hat, und die Frage interessiert sie weniger als die Tatsache, dass jemand den Gedanken gehabt hat, sich mit einem so kleinen Zeichen an einen Ort zu binden. :34. Lucía kihúz egy fonalat a kabátja szegélyéből – kéket, kissé foszladozót –, és a piros mellé köti, anélkül hogy tudná, kinek vagy miért, de azzal a nyugodt érzéssel, hogy ez a helyes. - Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig fransig – und knüpft ihn neben den roten, ohne zu wissen, für wen oder warum, aber mit dem ruhigen Gefühl, dass es das Richtige ist. :35. A két fonal egymás mellett lóg a szélben, anélkül hogy érintenék egymást, és anélkül hogy elveszítenék egymást. - Die zwei Fäden hängen nebeneinander im Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich zu verlieren. :36. A buszon laposan a forró ablaküvegre teszi a kezét, és a hegyeket nézi, amelyek feloldódnak a déli hőségben, míg körvonalaik elmosódnak, és már nem lehet pontosan megmondani, hol ér véget a hegy, és hol kezdődik az ég. - Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze auflösen, bis ihre Konturen unscharf werden und man nicht mehr genau sagen kann, wo der Berg aufhört und der Himmel anfängt. :37. Valahol ott van Javier – ez az egyetlen, amibe kapaszkodik, nem tényként, nem reményként, hanem valamiféle belső állításként, amelyet fenn kell tartania, mert nélküle nem tudná, merre irányítsa a tekintetét. - Irgendwo dort ist Javier – das ist das Einzige, woran sie festhält, nicht als Tatsache, nicht als Hoffnung, sondern als eine Art innere Behauptung, die sie aufrechterhalten muss, weil sie ohne sie nicht wüsste, wohin sie die Augen richten soll. :38. A kávé még egy héttel később is ott van a nyelvén, idegenül és ismerősen egyszerre, mint egy nyelv, amelyet valaha tudott az ember, és majdnem elfelejtett. - Der Kaffee ist noch auf ihrer Zunge, eine Woche später, fremdartig und vertraut zugleich, wie eine Sprache, die man einmal konnte und fast vergessen hat. :39. A jövő héten is vissza fog jönni, és az azutáni héten is, nem azért, mert vár valamit, vagy mert még reménykedik valamilyen feloldásban, hanem mert a hűség néha az egyetlen dolog, amivel tartozni lehet egy embernek, aki már nincs ott, hogy követelje. - Sie wird nächste Woche wiederkommen, und die Woche danach, nicht weil sie etwas erwartet oder noch auf eine Auflösung hofft, sondern weil Treue manchmal das Einzige ist, was man einem Menschen schuldet, der nicht mehr da ist, um sie einzufordern. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- : A híd - Die Brücke :1. Van a kimerültségnek egy bizonyos fajtája, amely nem az alvásból fakad, és nem is az ébrenlétből, hanem egy élet hosszú, egyenletes nyomásából, amelyet az ember úgy él, hogy soha nem döntött egészen mellette – és Lucía pontosan ezt a kimerültséget ismeri, miközben a kezei éjjel egy órakor még mindig átvezetik a tűt az anyagon, mintha már régen elszakadtak volna tőle, és most saját számlára dolgoznának. - Es gibt eine bestimmte Art von Erschöpfung, die nicht vom Schlafen kommt und nicht vom Wachen, sondern von dem langen, gleichmäßigen Druck eines Lebens, das man führt, ohne sich je ganz dazu entschieden zu haben – und genau diese Erschöpfung kennt Lucía, während ihre Hände um ein Uhr nachts noch immer die Nadel durch den Stoff führen, als hätten sie sich längst von ihr getrennt und arbeiten jetzt auf eigene Rechnung. :2. A Bogotá peremén álló gyár olyan hely, amely semmit sem ígér és semmit sem tart be, és talán éppen ez az egyetlen őszintesége: itt az ember tudja, mire számíthat. - Die Fabrik am Rand von Bogotá ist ein Ort, der nichts verspricht und nichts hält, und vielleicht ist das seine einzige Ehrlichkeit: Hier weiß man, woran man ist. :3. Javier soha nem dolgozott itt, ő soha nem volt olyan valaki, aki csendben megmarad egy helyen – megvolt benne az a nyugtalan minőség, amely egyes embereket nyugtalanná tesz, másokat pedig vonz, és Lucía mindkettőt megtapasztalta benne, néha ugyanabban a pillanatban. - Javier hat hier nie gearbeitet, er war nie jemand, der still an einem Platz blieb – er hatte diese ruhelose Qualität, die manche Menschen unruhig macht und andere anzieht, und Lucía hat beides an ihm erlebt, manchmal im selben Moment. :4. Két évvel ezelőtt elment, olyan búcsú nélkül, amely méltó lett volna erre a névre, és azóta Lucía megtanult együtt élni egy üres hellyel, amelyet sem gyász, sem bizonyosság nem tud kitölteni, mert a kormány küldött egy levelet, amely halottnak nyilvánította őt anélkül, hogy bármit is adott volna, ami lehetővé tenné, hogy ezt a szót komolyan vegyék. - Vor zwei Jahren ist er gegangen, ohne einen Abschied, der diesen Namen verdient hätte, und seitdem hat sie gelernt, mit einer Leerstelle zu leben, die sich weder durch Trauer noch durch Gewissheit füllen lässt, weil die Regierung einen Brief geschickt hat, der ihn für tot erklärt, ohne irgendetwas zu liefern, das dieses Wort ernstzunehmen erlauben würde. :5. Ami marad, az már nem fájdalom a tulajdonképpeni értelemben, hanem valami tompább és tartósabb – egyfajta strukturális hiány, amelyet Lucía időközben annyira belsővé tett, hogy néha csak akkor veszi észre, amikor valaki megkérdezi, vannak-e testvérei, és neki egy pillanattal túl sokáig tart válaszolni. - Was bleibt, ist kein Schmerz mehr im eigentlichen Sinne, sondern etwas Stumpferes und Beständigeres – eine Art strukturelle Abwesenheit, die Lucía inzwischen so verinnerlicht hat, dass sie sie manchmal erst dann bemerkt, wenn jemand fragt, ob sie Geschwister hat, und sie einen Moment zu lang braucht, um zu antworten. :6. A szombat az ő napja, nem azért, mert különbözik a többitől, hanem mert egy döntés révén azzá tette, ami: az egyetlen nappá, amikor nem varr, nem ül a panzióban a plafont bámulva, hanem felszáll a buszra és elindul. - Der Samstag ist ihr Tag, nicht weil er sich von den anderen unterscheidet, sondern weil sie ihn durch eine Entscheidung zu dem gemacht hat, was er ist: dem einzigen Tag, an dem sie nicht näht, nicht in der Pension sitzt und auf die Decke schaut, sondern in den Bus steigt und fährt. :7. Maga a busz egy saját kis univerzum, olyan emberekkel benépesítve, akik ilyen kora reggel már azoknak az embereknek az arcát viselik, akik tudják, hogy hosszú lesz a nap, és olyan állatokkal, amelyek mit sem sejtve utaznak velük, és olyan hőséggel, amely a horpadt karosszéria minden résén bekúszik, mintha személyesen hívták volna meg. - Der Bus selbst ist ein eigenes kleines Universum, bevölkert von Menschen, die so früh am Morgen schon die Gesichter von Leuten tragen, die wissen, dass der Tag lang wird, und von Tieren, die ahnungslos mitreisen, und von einer Hitze, die durch jede Lücke in der verbeulten Karosserie kriecht, als wäre sie persönlich eingeladen. :8. Ezen a reggelen egy gyerek ül mellette, aki egy mandarint tart azzal a komoly gondossággal, amelyet a gyerekek néha olyan tárgyakra fordítanak, amelyeket a felnőttek már régen magától értetődőnek tartanak, és szó nélkül felajánlja neki a felét, mintha ez volna a világ legtermészetesebb gesztusa. - An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält mit der ernsthaften Sorgfalt, die Kinder manchmal für Gegenstände aufwenden, die Erwachsene längst für selbstverständlich halten, und das ihr wortlos die Hälfte anbietet, als wäre das die natürlichste Geste der Welt. :9. Lucía elveszi a gyümölcsöt, és még mielőtt megérintené a héját, Javier már ott van – nem képként, hanem testi reakcióként, a veszteség valamiféle izomemlékezeteként –, mert Javier a mandarint mindig a fogaival tépte fel, türelmetlenül és nevetve, mintha a hámozás olyan időpazarlás volna, amelyet ő elvből megtagad magától. - Lucía nimmt die Frucht, und noch bevor sie die Schale berührt, ist Javier da – nicht als Bild, sondern als körperliche Reaktion, als eine Art Muskelgedächtnis des Verlustes – weil Javier Mandarinen immer mit den Zähnen aufriss, ungeduldig und lachend, als wäre das Schälen eine Zeitverschwendung, die er sich prinzipiell verweigerte. :10. Az ablak felé fordítja az arcát, hogy a gyerek ne lássa a szemét, és erősen tartja a mandarint, amíg a busz lassítani nem kezd, és a fák között meg nem jelenik a híd, pontosan ott, ahol mindig megjelenik, azoknak a dolgoknak a közönyös megbízhatóságával, amelyek nem tudják, mit jelentenek. - Sie dreht das Gesicht zum Fenster, damit das Kind die Augen nicht sieht, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint, genau dort, wo sie immer erscheint, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die nicht wissen, was sie bedeuten. :11. A Río Sumapaz fölötti híd tárgyilagosan nézve semmi különös: öregedő beton, rozsdásodó korlát, alatta barna víz, amely folyik anélkül, hogy valaha megkérdezné, mi veszik el vagy várakozik a partjainál, vagy mi nem tud dönteni a kettő között. - Die Brücke über den Río Sumapaz ist, objektiv betrachtet, nichts Besonderes: Beton, der altert, Geländer, das rostet, braunes Wasser darunter, das fließt, ohne je zu fragen, was an seinen Ufern verloren geht oder wartet oder sich nicht entscheiden kann zwischen beidem. :12. De a helyek nem azt jelentik, amik, hanem azt, ami bennük történt, és Lucía itt látta utoljára Javier vállait, amelyek kissé előrehajoltak, mintha valamit cipelne, ami kívülről nem volt látható, és ez olyan emlék, amely nem halványul, hanem az idő múlásával inkább pontosabbá válik, élesebbé a részleteiben, mintha az agy pontossággal próbálná pótolni azt, amit a valóság már nem tud megadni. - Aber Orte bedeuten nicht, was sie sind, sondern was in ihnen geschehen ist, und hier hat Lucía zum letzten Mal Javiers Schultern gesehen, die leicht nach vorne geneigt waren, als trüge er etwas, das von außen nicht zu sehen war, und das ist eine Erinnerung, die sich nicht abschwächt, sondern mit der Zeit eher präziser wird, schärfer in den Details, als würde das Gehirn versuchen, durch Genauigkeit zu ersetzen, was die Realität nicht mehr liefern kann. :13. Odaáll a korláthoz, a vizet nézi, és vár – bár a várakozás szó itt félrevezető, mert irányt sugall, amely felé az ember vár, Lucía pedig ezt már régen feladta, ha egyáltalán valaha megvolt neki; amit tesz, inkább az idő csendes elviselése egy olyan helyen, amely az övé, olyan módon, amelyet semmilyen tulajdoni lap nem tudna leírni. - Sie stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser, und wartet – wobei das Wort Warten hier irreführend ist, weil es eine Richtung impliziert, auf die hin man wartet, und die hat Lucía längst aufgegeben, wenn sie sie je gehabt hat; was sie tut, ist eher ein stilles Aushalten von Zeit an einem Ort, der ihr gehört, auf eine Weise, die kein Besitztitel beschreiben könnte. :14. Ezen a szombaton ott van egy öregember, aki egy felfordított vödrön ül, mintha ez teljesen megfelelő módja volna annak, hogy az ember berendezkedjen a világban, térdei között termoszkannával és olyan arccal, amely annyi réteget visel, hogy Lucía meg sem próbálja olvasni. - An diesem Samstag ist ein alter Mann da, der auf einem umgedrehten Eimer sitzt, als wäre das eine vollkommen angemessene Art, sich in der Welt einzurichten, mit einem Thermoskrug zwischen den Knien und einem Gesicht, das so viele Schichten trägt, dass Lucía nicht einmal versucht, es zu lesen. :15. Megkérdezi tőle, kér-e kávét, és a hangjában van valami, ami egy pillanatra megzavarja, mielőtt megértené, hogy nem az akcentus az, és nem is a hangerő, hanem valamiféle megfagyott távolság – mintha ez a hang nagyon sokáig hallgatott volna, és még nem érkezett volna vissza egészen a jelenbe. - Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie einen Moment lang irritiert, bevor sie versteht, dass es nicht der Akzent ist und nicht die Lautstärke, sondern eine Art eingefrorene Distanz – als hätte diese Stimme sehr lange geschwiegen und sei noch nicht ganz wieder in der Gegenwart angekommen. :16. Bólint, aprópénz után kutat, és abban a pillanatban, amikor felnéz, hogy odaadja neki az érméket, pillantása a kezére esik, amely a kannát tartja, és megdermed olyan módon, amely nem teátrális, hanem csendes és abszolút – úgy, ahogyan egy test megáll, amikor felismer valamit, amit az értelem még nem ért utol. - Sie nickt, sucht das Kleingeld, und in dem Moment, als sie aufblickt, um ihm die Münzen zu geben, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Krug halten, und sie erstarrt auf eine Art, die nicht theatralisch ist, sondern still und absolut – die Art, in der ein Körper innehält, wenn er etwas erkennt, das der Verstand noch nicht eingeholt hat. :17. Az ujjak göcsörtösek, az ízületek felrepedezettek, a körmök megfeketedtek, és mindez semmi szokatlan nem volna ezen a vidéken; ami Lucíát megdermeszti, az ezeknek a kezeknek a geometriája – a középső ín szokatlan hossza, a hüvelykujjnál kiugró csont, az a mód, ahogyan a kisujj minimálisan eláll, mintha mindig övé akarna lenni az utolsó szó –, mert ez olyan geometria, amelyet ismer, olyan jól, mint a saját kezét, talán még jobban. - Die Finger sind knotig, die Gelenke aufgebrochen, die Nägel geschwärzt, und das alles wäre nichts Ungewöhnliches in dieser Gegend; was Lucía erstarren lässt, ist die Geometrie dieser Hände – die ungewöhnliche Länge der Mittelsehne, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger sich minimal abspreizt, als wolle er immer das letzte Wort haben –, weil das eine Geometrie ist, die sie kennt, so gut wie ihre eigenen Hände, vielleicht besser. :18. Kérdések születnek benne – olyan sok és olyan gyorsan, és olyan különböző és lehetetlen következményekkel, hogy kölcsönösen eltorlaszolják egymást, mint az autók egy bedugult kereszteződésben, és egy sem jut el az ajkaiig, mert minden lehetséges válasz kockára tenne benne valamit, ami éppen még összetartja. - In ihr entstehen Fragen – so viele und so schnell und mit so unterschiedlichen und unmöglichen Konsequenzen, dass sie sich gegenseitig blockieren wie Autos in einer verstopften Kreuzung, und keine kommt durch bis zu den Lippen, weil jede mögliche Antwort etwas in ihr riskieren würde, das sie gerade noch zusammenhält. :19. Az öregember vár, anélkül hogy közben figyelné őt, úgy, ahogyan az ember vár valakire, akinek időre van szüksége, és ez már önmagában is olyasmi, amit Lucía nem fog elfelejteni: hogy várt, mintha tudná, hogy itt a várakozás a helyes. - Der alte Mann wartet, ohne ihr dabei zuzusehen, wie man auf jemanden wartet, der Zeit braucht, und das ist in sich schon etwas, das Lucía nicht vergessen wird: dass er gewartet hat, als wüsste er, dass Warten hier das Richtige ist. :20. Megtölti a műanyag poharat, odaadja neki, és azt mondja: „Vigyázat, forró” – és ez minden, három szó, de a hangja közben úgy hangzik, mint valami, ami nagyon messziről utazott ide, és útközben felhagyott azzal, hogy a legszükségesebbnél többet mondjon. - Er füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß" – und das ist alles, drei Worte, aber seine Stimme dabei klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs aufgehört hat, mehr zu sagen als das Notwendigste. :21. Lucía lassan iszik, és a kávé keserű és nehéz, és olyan utóíze van, amelyet nem tud besorolni, és amely ezért benne marad még jóval azután is, hogy a pohár kiürült. - Lucía trinkt, langsam, und der Kaffee ist bitter und schwer und hat einen Nachgeschmack, den sie nicht einordnen kann und der deshalb in ihr hängen bleibt, lange nachdem die Tasse leer ist. :22. Nem tesz fel kérdéseket, alig mond valamit, és hogy ez gyávaság volt-e, vagy valamiféle bölcsesség, amelyért előbb meg kell dolgozni, mielőtt az ember felismeri, hogy nem az, ezt abban a pillanatban nem tudja, és talán soha nem is fogja tudni. - Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und ob das Feigheit war oder eine Art von Weisheit, die man sich erst erarbeiten muss, bevor man erkennt, dass sie keine ist, weiß sie in diesem Moment nicht und wird es vielleicht nie wissen. :23. Az ezt követő hét olyan hét, mint bármelyik másik, kivéve, hogy mégsem az, mert Lucía minden egyes napján úgy halad át, mint olyan vízen, amely kissé sűrűbb a szokásosnál, és a kávé íze még mindig ott fekszik a nyelvén, makacsul és némán, mint egy kérdés, amely nem hajlandó nyelvvé fordíttatni. - Die Woche, die folgt, ist eine Woche wie jede andere, außer dass sie es nicht ist, weil Lucía durch jeden ihrer Tage geht wie durch Wasser, das leicht zäher ist als sonst, und der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, hartnäckig und stumm, wie eine Frage, die sich weigert, in Sprache übersetzt zu werden. :24. A következő szombaton a szokásosnál korábban száll fel a buszra, mintha húsz perc eldönthetne bármit is, ami már eldőlt, és amikor megérkezik a hídhoz, a vödör még ott áll, de az öregember nem ül rajta, és egy fiatalabb árus foglalta el a helyét, aki kólát árul, és úgy néz ki, mintha soha életében nem hiányzott volna neki senki. - Am nächsten Samstag steigt sie früher als gewöhnlich in den Bus, als könnten zwanzig Minuten irgendetwas entscheiden, das bereits entschieden ist, und als sie an der Brücke ankommt, steht der Eimer noch da, aber der alte Mann sitzt nicht darauf, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, der Cola verkauft und so aussieht, als hätte er noch nie jemanden vermisst. :25. Lucía megkérdezi a kávés férfi után, és az árus olyan pillantással néz rá, amely azt mondja, hogy ezt a kérdést már ismeri, még ha ma hallja is először, és így válaszol: „Továbbment. Vagy meghalt. Itt az ilyesmit nem kérdezi túl pontosan az ember, mert a válasz többnyire mindkettő.” - Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie mit einem Blick an, der sagt, dass er diese Frage schon kennt, auch wenn er sie heute zum ersten Mal hört, und antwortet: „Weitergegangen. Oder gestorben. Hier fragt man das nicht so genau nach, weil die Antwort meistens beides ist." :26. Leül a vödörre, és iszik egy kólát, amely meleg és édes, és mindennek az íze benne van, csak annak nem, amire szüksége volna, és a vizet nézi, amely még mindig folyik, közönyösen és érintetlenül, mintha a közöny volna az egyetlen méltó reakció egy országra, amely olyan sok mindent elvett az embereitől. - Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die warm und süß ist und nach allem schmeckt außer nach dem, was sie braucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch fließt, gleichgültig und unbeeindruckt, als wäre Gleichgültigkeit die einzig würdige Reaktion auf ein Land, das seinen Menschen so viel weggenommen hat. :27. A korlát végén egy vörös fonal lóg, kifakultan és vékonyan, és senki sem veszi észre, csak valaki, aki megtanult figyelni a kis jelekre, mert a nagy jelek elmaradtak. - Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn und von niemandem bemerkt außer von jemandem, der gelernt hat, auf die kleinen Zeichen zu achten, weil die großen Zeichen ausgeblieben sind. :28. Lucía kihúz egy szálat a kabátja szegélyéből – kéket, kissé kirojtosodottat, abból a fajta kékből, amely valaha erősebb volt –, és a vörös mellé köti, nem szentimentalizmusból, hanem egy olyan impulzusból, amelyet nem elemez, mert bizonyos cselekedetek elveszítik jelentésüket, ha az ember túl pontosan nézi őket. - Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig ausgefranst, der Art von blau, das einmal kräftiger war – und knüpft ihn neben den roten, nicht aus Sentimentalität, sondern aus einem Impuls, den sie nicht analysiert, weil manche Handlungen ihre Bedeutung verlieren, wenn man sie zu genau anschaut. :29. A két fonal egymás mellett lóg az enyhe szélben, anélkül hogy érintenék egymást, és anélkül hogy eltávolodnának egymástól, és talán ez a legpontosabb dolog, amit Lucía valaha Javierhez fűződő kapcsolatáról mondott, még ha közben egyetlen szót sem szólt. - Die zwei Fäden hängen nebeneinander im leichten Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich voneinander zu entfernen, und das ist vielleicht das Genaueste, was Lucía jemals über ihre Beziehung zu Javier gesagt hat, auch wenn sie kein Wort dabei gesprochen hat. :30. A buszon laposan a forró ablaküveghez teszi a kezét, és a hegyeket nézi, amelyek a déli hőségben valami meghatározhatatlanba oldódnak fel, az alak és az alaktalanság közötti átmenetbe, amely ma nem nyugtalanítónak tűnik számára, hanem őszinte kijelentésnek arról, milyenek is valójában a dolgok. - Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze in etwas Unbestimmtes auflösen, in einen Übergang zwischen Form und Formlosigkeit, der ihr heute nicht beunruhigend vorkommt, sondern wie eine ehrliche Aussage darüber, wie die Dinge wirklich sind. :31. Valahol ebben a feloldódásban ott van Javier – ez már nem remény és nem is meggyőződés, hanem belső tételezés, amelyet fenntart, mert egy embernek valahol lennie kell, még akkor is, ha ez a valahol minden ellenőrizhetőség alól kivonja magát. - Irgendwo in diesem Auflösen ist Javier – das ist keine Hoffnung mehr und keine Überzeugung, sondern eine innere Setzung, die sie aufrechterhält, weil ein Mensch irgendwo sein muss, auch wenn das Irgendwo sich jeder Verifikation entzieht. :32. A kávé még mindig ott van, egy héttel később is, mélyen a torkában, a nyelve hegyén, idegenül és ismerősen egyetlen lélegzetben, mint egy nyelv, amelyet az ember gyerekként beszélt, és amely most már csak azokban a rétegekben ül, amelyek mélyebben vannak a tudatnál. - Der Kaffee ist noch da, eine Woche später, tief im Hals, auf der Zungenspitze, fremd und vertraut in einem Atemzug, wie eine Sprache, die man als Kind gesprochen hat und die jetzt nur noch in den Schichten sitzt, die tiefer liegen als das Bewusstsein. :33. Lucía jövő héten vissza fog jönni – nem reményből, nem is megszokásból a banális értelemben, hanem mert a hűség néha a méltóság egyetlen formája, amely az embernek megmarad, amikor minden más, amire számított, csönddé oldódott; és a méltóság, ezt megtanulta, nem érzés, hanem döntés, amelyet az ember minden szombaton újra meghoz. - Lucía wird nächste Woche wiederkommen – nicht aus Hoffnung, nicht aus Gewohnheit im banalen Sinne, sondern weil Treue manchmal die einzige Form von Würde ist, die einem bleibt, wenn alles andere, worauf man gezählt hat, sich in Schweigen aufgelöst hat; und Würde, das hat sie gelernt, ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung, die man jeden Samstag von Neuem trifft. -------------------- == 88 == 1 -------------------- Doña Clara steht früh auf. Es ist noch dunkel draußen. Sie macht das Feuer im Hof an. Ein großer Topf steht über den Flammen. Sie kocht Reis für das Fest. Heute ist die Taufe ihrer Enkelin. Viele Menschen werden kommen. Die Nachbarn bringen Tische und Stühle. Die Männer schleppen schwere Bierkästen. Die Frauen schälen Kartoffeln. Doña Clara rührt langsam im Topf. Asche fliegt ihr ins Gesicht. Sie wischt sie nicht ab. Elena kommt mit einem Korb. Der Korb ist voller Limonen. Elena ist ihre Tochter und sie ist Lehrerin. Sie setzt sich neben ihre Mutter. Sie schneidet die Früchte in Scheiben. Keine von beiden spricht. Ein Hahn schreit laut. Die Nachbarin ruft von gegenüber: „Wann geht es los?" Doña Clara antwortet ruhig: „Wenn die Sonne unten ist." Die Nachbarin nickt. Sie versteht nicht viel, aber sie nickt trotzdem. Elena sitzt auf einem alten Eimer. Sie schält Zwiebeln. Es sind sehr viele Zwiebeln. Die Tränen laufen ihr über das Gesicht. Aber sie hört nicht auf. Plötzlich wirft sie das Messer auf den Boden. „Mama, er kommt nicht", sagt sie. Doña Clara dreht sich nicht um. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter. Die Hand zittert ein bisschen. Elena öffnet den Mund, aber sie sagt nichts. Sie nimmt das Messer wieder vom Boden. Sie schält weiter. Am Abend ist das Haus voller Gäste. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen herum. Eine alte Ziehharmonika spielt Musik. Der Walzer klingt ein wenig traurig. Doña Clara geht allein in die Kammer. Sie öffnet einen alten Schrank. Dort steht eine Flasche Rum. Auf der Flasche liegt Staub. Das rote Band ist noch original und fest gebunden. Santiago hat ihr diese Flasche geschenkt. Es war zu ihrem letzten Geburtstag vor drei Jahren. Doña Clara nimmt die Flasche vorsichtig in beide Hände. Sie trägt sie in die Küche. Sie stellt sie in die Mitte des großen Tisches. Tante Rosa fragt laut: „Trinkst du das jetzt?" Doña Clara schüttelt den Kopf. „Ich habe es nicht allein gekauft, um es allein zu trinken", sagt sie. Der Ziehharmonika-Spieler hält kurz an. Dann spielt er weiter, als wäre nichts gewesen. Niemand trinkt aus der Flasche. Aber niemand stellt sie weg. Es ist nach Mitternacht. Die meisten Gäste sind schon gegangen. Doña Clara sitzt auf einer Holzbank vor dem Haus. Die Flasche steht neben ihr auf dem Boden. Sie ist noch geschlossen. Elena kommt mit einer Wolldecke. Sie legt sie ihrer Mutter sanft um die Schultern. Mutter und Tochter schauen auf den Weg. Der Weg führt ins Dunkle und endet irgendwo im Nichts. Irgendwo bellt ein Hund. Elena flüstert leise: „Er sieht die Kerzen." Doña Clara schaut nicht weg. „Er sieht sie", sagt sie. Sie sitzen lange zusammen auf der Bank. Die Kerzen brennen langsam herunter. Die Flasche bleibt stehen. Der Morgen kommt leise, ohne zu fragen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Doña Clara schläft schlecht, weil sie an die Taufe denkt. Schon vor dem Morgengrauen steht sie auf und geht in den Hof. Das Feuer brennt langsam, und der Rauch riecht nach feuchtem Holz. Sie rührt im großen Topf, obwohl der Reis noch nicht kocht. Heute kommen viele Menschen, und alles muss fertig sein. Die Nachbarn helfen gerne, denn das Dorf kennt Doña Clara seit vielen Jahren. Ein Mann schleppt Bierkästen, ein anderer trägt lange Holztische auf dem Rücken. Doña Clara schaut ihnen zu, aber sie denkt an jemand anderen. Elena kommt aus dem Haus und bringt einen schweren Korb mit Zwiebeln und Limonen. Sie setzt sich auf einen umgedrehten Eimer und fängt sofort an zu arbeiten. Ihre Augen werden rot, weil die Zwiebeln so scharf sind. Niemand fragt, ob es nur die Zwiebeln sind. Plötzlich legt Elena das Messer auf den Boden und sagt: „Mama, er kommt nicht zurück." Doña Clara dreht sich nicht um, aber ihre Hand hält kurz an. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie, ohne zu zögern. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter und schweigt. Sie nimmt das Messer wieder und schält weiter, weil es nichts anderes zu tun gibt. Am Nachmittag kommen die ersten Gäste, und das Haus wird schnell laut. Kinder rennen durch die Zimmer, und alte Männer sitzen draußen im Schatten. Eine Ziehharmonika spielt einen Walzer, der ein bisschen traurig klingt. Doña Clara geht allein in die Kammer, ohne dass jemand ihr folgt. Sie öffnet einen alten Holzschrank, der nach Lavendel und Zeit riecht. Ganz hinten steht eine Rumflasche mit einem roten Band und Staub auf dem Etikett. Santiago hat ihr diese Flasche zum letzten Geburtstag geschenkt, drei Jahre ist das jetzt her. Doña Clara hält die Flasche lange in beiden Händen, bevor sie geht. Sie trägt sie langsam in die Küche und stellt sie in die Mitte des Tisches. Tante Rosa sieht es sofort und fragt: „Willst du die jetzt aufmachen?" Doña Clara schüttelt den Kopf und sagt ruhig: „Ich habe sie nicht gekauft, um allein zu trinken." Die Ziehharmonika verstummt für einen Moment, dann geht die Musik weiter. Keiner greift nach der Flasche, aber keiner fragt noch einmal, warum sie da steht. Nach Mitternacht sind die meisten Gäste gegangen, und das Haus ist wieder still. Doña Clara sitzt auf der alten Holzbank vor dem Haus und schaut in die Dunkelheit. Die Rumflasche steht neben ihr auf dem Boden, noch immer geschlossen. Elena kommt mit einer dicken Decke und legt sie ihr schweigend um die Schultern. Sie setzt sich neben ihre Mutter, und beide schauen auf den unbefestigten Weg. Der Weg führt aus dem Dorf heraus, in eine Richtung, die niemand mehr benennt. Irgendwo im Dunkeln bellt ein Hund, und dann ist es wieder still. Elena flüstert: „Er sieht die Kerzen, weißt du." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Blick zu bewegen: „Er sieht sie." Sie sitzen nebeneinander, bis die letzten Kerzen heruntergebrannt sind. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht. Der Morgen kommt langsam, ohne dass jemand ihn eingeladen hat. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum geschlafen, weil die Gedanken an das Fest sie nicht loslassen wollten. Als sie aufsteht, ist der Himmel noch dunkelblau, und das Dorf liegt still wie ein vergessenes Versprechen. Sie kniet neben dem offenen Feuer im Hof und rührt den Reis, obwohl er noch nicht heiß genug ist. Die Asche fliegt ihr ins Gesicht, und sie lässt es geschehen, ohne die Hand zu heben. Heute wird die kleine María getauft, und das ganze Dorf wird kommen, weil man sowas nicht alleine feiert. Nachbarn schleppen Tische über den Hof, Männer stapeln Bierkästen an die Hauswand, Frauen bringen Töpfe und Schüsseln. Es riecht nach Holzrauch, nach Fleisch, nach der feuchten Erde, die der Morgen immer mit sich bringt. Elena kommt mit einem schweren Korb aus dem Haus, setzt sich wortlos neben ihre Mutter und greift nach dem Messer. Sie schneidet Zwiebeln, eine nach der anderen, und die Tränen kommen so gleichmäßig, dass niemand fragt, ob es Schmerz ist. Irgendwann legt Elena das Messer hin und sagt mit leiser, harter Stimme: „Mama, er wird nicht kommen." Doña Clara rührt weiter, als hätte sie nichts gehört, aber ihre Schultern straffen sich für einen kurzen Moment. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und ihre Stimme lässt keinen Widerspruch zu. Elena will antworten, aber dann sieht sie, wie die Hand ihrer Mutter am Löffel zittert, ganz leicht, fast unsichtbar. Sie schweigt, nimmt das Messer wieder, und schält weiter, weil es das Einzige ist, was sie tun kann. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, erst einzeln, dann in kleinen Gruppen, laut und hungrig und gut gekleidet. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen hindurch, eine Ziehharmonika spielt, und das Haus füllt sich mit Wärme und Lärm. Doña Clara bewegt sich durch all das wie jemand, der ein Theaterstück kennt und trotzdem mitspielen muss. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, und antwortet kurz und freundlich, aber ihre Augen schauen immer ein Stück weiter. Als niemand sie beobachtet, geht sie in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und öffnet den alten Holzschrank. Die Rumflasche steht ganz hinten, hinter alten Tüchern, als hätte sie sich versteckt oder als hätte sie gewartet. Das rote Band ist noch original und unberührt, und der Staub auf dem Etikett erzählt, wie lange sie dort gestanden hat. Santiago hatte sie ihr zum Geburtstag gebracht, damals, als er noch da war, als er noch ein Gesicht hatte und eine Stimme. Doña Clara steht lange in der Kammer, die Flasche in den Händen, und atmet einmal tief durch, bevor sie geht. Sie trägt sie in die Küche und stellt sie ohne Erklärung in die Mitte des großen Tisches, zwischen Teller und Brot. Tante Rosa bemerkt es sofort, weil Tante Rosa immer alles bemerkt, und fragt: „Wird die heute aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, und der Satz klingt wie etwas, das man auswendig gelernt hat. Die Ziehharmonika hört für einen Atemzug auf, dann setzt sie wieder ein, und der Abend geht weiter wie geplant. Niemand trinkt aus der Flasche, aber niemand stellt sie weg, und nach einer Weile schaut auch niemand mehr hin. Nach Mitternacht sitzen die letzten Gäste auf den Bänken vor dem Haus, und die Stimmen werden leiser, eine nach der anderen. Doña Clara holt die Rumflasche aus der Küche und trägt sie nach draußen, als gehöre sie dorthin. Sie setzt sich auf die alte Holzbank, stellt die Flasche neben ihre Füße und schaut auf den unbefestigten Weg, der ins Dunkel führt. Elena kommt kurz darauf mit einer Decke, die sie ihr wortlos um die Schultern legt, bevor sie sich danebensetzt. Es ist eine dieser Nächte, in denen man redet, ohne zu sprechen, und trotzdem alles sagt, was gesagt werden muss. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund einmal kurz auf, dann ist es wieder still, und die Stille fühlt sich vollständig an. Elena flüstert, halb zu ihrer Mutter, halb zu niemandem: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch ist." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen: „Er sieht sie." Sie sitzen so, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht verlischt wie ein leises Wort. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht, ungeöffnet, unbewegt, genauso wie vor drei Jahren. Der Morgen kommt ohne Erlaubnis, wie er immer kommt, gleichgültig und unausweichlich und trotzdem irgendwie sanft. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum die Augen zugetan, weil die Gedanken an das Fest sie mit einer Hartnäckigkeit verfolgten, die an Schuld grenzte. Sie steht auf, bevor der Himmel sich entschieden hat, welche Farbe er annehmen will, und geht in den Hof, als hätte sie dort etwas vergessen. Das Feuer unter dem großen Topf brennt ungleichmäßig, und sie kniet daneben und rührt, obwohl der Reis noch kalt ist und es keinen Sinn ergibt. Asche legt sich auf ihr Gesicht, und sie lässt es geschehen, mit der Gleichgültigkeit eines Menschen, der gelernt hat, kleine Unbequemlichkeiten nicht zu bemerken. Heute wird die kleine María getauft, das erste Kind von Santiagos Frau, ein neues Leben, das in eine Welt kommt, in der sein Vater schon drei Jahre lang fehlt. Die Nachbarn erscheinen früh, ohne gerufen zu werden, weil das Dorf weiß, was sich gehört, und weil schweigendes Mitarbeiten manchmal die einzige Form von Trost ist, die man anbieten kann. Männer schleppen Tische und Bierkästen, Frauen bringen Töpfe und Süßigkeiten, und über allem liegt dieser besondere Geruch von Holzrauch und Erwartung, der Feste ankündigt. Elena kommt aus dem Haus, einen schweren Korb am Arm, setzt sich ohne Gruß neben ihre Mutter und greift nach dem Messer, als wäre diese Stille zwischen ihnen ein alter Vertrag. Die Zwiebeln bringen ihr die Tränen, und weil niemand sie fragt, muss sie auch nicht antworten, was eine Erleichterung ist, die sie sich nicht eingestehen will. Nach einer Weile legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden und sagt, ohne ihre Mutter anzuschauen: „Er kommt nicht, Mama, er ist nicht mehr irgendwo, wo er kommen könnte." Doña Clara rührt weiter, und nur wer genau hinschaut, sieht, wie sich der Rhythmus ihrer Hand für eine Sekunde unterbricht, bevor sie antwortet: „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann." Es ist kein Glaube, was in diesem Satz liegt, und auch keine Hoffnung im üblichen Sinne, sondern etwas Älteres, etwas, das man nicht widerlegen kann, ohne grausam zu sein. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält wie jemand, der sich daran festhält, und beschließt zu schweigen, weil Schweigen manchmal das Klügste ist. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das ist jetzt egal, weil es sowieso niemanden interessiert, woher sie kommen. Die Gäste treffen am Nachmittag ein, zuerst zögerlich, dann in Wellen, und das Haus füllt sich mit Stimmen und Kinderlärm und dem traurig-fröhlichen Klagen einer alten Ziehharmonika. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie jemand, der die Choreographie einer Feier auswendig kennt und sie trotzdem zum ersten Mal aufführt, mit einem Lächeln, das nicht erreicht, was es erreichen soll. Sie antwortet auf Fragen, nimmt Umarmungen entgegen, lobt das Kleid der Nachbarstochter, und tut dabei alles, was eine Gastgeberin tun muss, ohne auch nur einen Moment wirklich da zu sein. Als die Gelegenheit kommt, löst sie sich unbemerkt aus der Menge, geht durch den schmalen Gang in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und lehnt einen Atemzug lang dagegen. Der alte Holzschrank riecht nach Lavendel und nach einer Zeit, die nicht mehr existiert, und ganz hinten, hinter gefalteten Tüchern, steht die Flasche Rum, als hätte sie auf genau diesen Moment gewartet. Das rote Band ist unberührt, das Etikett trägt eine dünne Staubschicht, und Santiago hatte die Flasche mit beiden Händen überreicht und gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben. Doña Clara hält sie lange, ohne sie zu öffnen, ohne sich zu bewegen, und in der Stille der Kammer ist der Abstand zwischen damals und heute mit Händen zu greifen. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Erklärung und ohne Zögern in die Mitte des großen Tisches, zwischen Brotteller und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin. Tante Rosa, die in ihrem Leben noch keine Geste unkommentiert gelassen hat, beugt sich vor und fragt mit einem Unterton, der Neugier und Vorwurf mischt: „Wird die heute Abend noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, ruhig und endgültig, und der Satz legt sich über den Tisch wie ein Tischtuch, das niemand wegziehen will. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, dann setzt sie wieder ein, und der Abend rollt weiter, als wäre nichts gesagt worden, was nicht schon alle wussten. Niemand greift nach der Flasche, nicht aus Respekt, nicht aus Scheu, sondern weil jeder am Tisch spürt, dass sie nicht zum Trinken dasteht, sondern als Zeichen für etwas, das keinen Namen hat. Nach Mitternacht leert sich das Haus langsam, wie Wasser aus einem Becken läuft, und zurück bleiben nur die Stühle, die Reste, und eine Stille, die sich anders anfühlt als die vom Morgen. Doña Clara nimmt die Flasche, trägt sie nach draußen in die kühle Nachtluft und setzt sich auf die alte Holzbank, die vor dem Haus steht, seit sie denken kann. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer dicken Wolldecke, legt sie ihr ohne ein Wort um die Schultern und lässt sich daneben nieder, nah genug, dass die Schultern sich berühren. Sie schauen beide auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist und auf dem er nie zurückgekommen ist. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund zweimal kurz auf, dann kehrt die Stille zurück, vollständig und dicht, wie eine zweite Decke über beiden Frauen. Elena flüstert, mit einer Stimme, die weder Frage noch Aussage ist: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet sofort, ohne zu zögern, ohne den Blick von dem dunklen Weg zu nehmen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht stirbt, leise und ohne Drama, wie Dinge sterben, die ihren Zweck erfüllt haben. Die Flasche Rum steht die ganze Zeit zwischen ihren Füßen, ungeöffnet und unbewegt, ein Versprechen in Glas, das niemand eingelöst hat und das vielleicht gerade deshalb noch gilt. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne zu fragen und ohne zu warten, gleichmäßig und unausweichlich und auf seine Art barmherzig. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht keinen wirklichen Schlaf gefunden, sondern nur jene flache, unruhige Bewusstlosigkeit, die sich einstellt, wenn der Körper erschöpft ist, der Geist aber nicht aufhören will zu arbeiten. Sie steht auf, noch bevor das Licht sich entschieden hat, und tritt in den Hof hinaus, in die blaue Kälte des frühen Morgens, der nach nassem Gras und nach dem Holz des Feuers riecht, das sie nun entfacht, weil die Hände etwas brauchen, dem sie folgen können. Der Reis im großen Topf ist noch kalt, und sie rührt ihn trotzdem, mechanisch, mit jener ruhigen Hartnäckigkeit, die Menschen entwickeln, wenn das Tun wichtiger geworden ist als sein Ergebnis. Asche legt sich auf ihre Stirn und ihre Wangen, und sie wischt sie nicht ab, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil es eine Art ist, die Last des Tages schon am Morgen sichtbar zu tragen, bevor die Gäste kommen und alles hinter Freundlichkeit verschwinden muss. Heute wird Marías Taufe gefeiert, das erste Kind ihres Sohnes Santiago, ein kleines Leben, das in die Welt gekommen ist, ohne seinen Vater je gesehen zu haben, und das es vielleicht nie tun wird. Die Nachbarn erscheinen früh und ungebeten, weil das Dorf weiß, dass Doña Clara Hilfe braucht, und weil kollektives Arbeiten in solchen Momenten die einzige Sprache ist, die nicht lügt und nicht zu viel verlangt. Männer schleppen Tische über den holprigen Hof, stapeln Bierkästen unter dem Vordach, und über allem liegt dieser schwere, vertraute Geruch von Holzrauch und Kochfleisch, der Feste ankündigt und gleichzeitig an all die anderen Feste erinnert, die schon gewesen sind. Elena kommt aus dem Haus, den schweren Korb in der Armbeuge, und setzt sich neben ihre Mutter, ohne sie zu grüßen, weil zwischen Müttern und Töchtern, die sich kennen wie diese beiden, ein Gruß manchmal zu viel wäre. Sie greift nach dem Messer und beginnt die Zwiebeln zu schneiden, schweigend und gleichmäßig, und die Tränen, die ihr über das Gesicht laufen, sind aus einem Material, das man an diesem Morgen nicht voneinander unterscheiden will. Irgendwann legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden, schaut geradeaus in den Rauch, und sagt mit der Stimme eines Menschen, der eine Wahrheit lange aufbewahrt hat und nun nicht mehr kann: „Er kommt nicht, Mama, und du weißt es." Doña Clara rührt weiter, ohne die Geschwindigkeit zu verändern oder den Blick zu heben, und nur wer sie sehr genau kennt, erkennt am kurzen Innehalten ihrer Schultern, dass der Satz sie getroffen hat wie ein Stein, den man nicht kommen sieht. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und dieser Satz ist kein Glaube im religiösen Sinne und keine Hoffnung im rationalen, sondern jene dritte Sache, für die es kein gutes Wort gibt, das Festhalten an einer Möglichkeit, nicht weil sie wahrscheinlich ist, sondern weil das Gegenteil nicht auszuhalten wäre. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält und dabei ganz leicht zittert, kaum sichtbar, aber unübersehbar für jemanden, der diese Hand seit der Kindheit kennt, und das Widersprechen versiegt in ihr, bevor es zur Sprache findet. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das macht nichts, denn hier im Hof, mit dem Rauch und dem Geruch von Zwiebeln, braucht niemand zu erklären, warum Augen nass werden. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, zunächst zögerlich, dann in jener selbstverstärkenden Welle, die entsteht, wenn genug Menschen bereits da sind, um den Ankömmlingen das Gefühl zu geben, dass sie nichts verpassen dürfen. Das Haus füllt sich mit Stimmen, mit Kindergeschrei, mit dem traurig-festlichen Klagen einer alten Ziehharmonika, die einen Walzer spielt, der schon zu anderen Anlässen gespielt wurde und deshalb etwas Unstimmiges hat, etwas, das passt und nicht passt zugleich. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie eine Frau, die eine Rolle sehr gut gelernt hat und die weiß, dass Schwäche das Letzte wäre, was ihr die Gäste abnehmen würden, ohne es ihr vorzuwerfen. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, nimmt Umarmungen an, lobt das Essen und die Kinder, und tut das alles mit einer Präzision, die Herzlichkeit imitiert ohne sie zu fühlen, nicht aus Falschheit, sondern aus Erschöpfung. Als sich eine Gelegenheit öffnet, löst sie sich lautlos aus dem Gewebe der Feier, geht durch den schmalen Korridor in die Kammer und schließt die Tür hinter sich mit der Sorgfalt eines Menschen, der die Stille vor dem Geräusch schützen will. Der alte Holzschrank steht dort, wo er immer gestanden hat, und riecht nach Lavendel und nach der Zeit selbst, nach dem Staub aufgehobener Dinge, die man weder wegwerfen noch anfassen kann. Ganz hinten, hinter sorgfältig gefalteten Tüchern, die sie selbst dort abgelegt hat, steht die Rumflasche, das rote Band unberührt, das Etikett unter einer dünnen Staubschicht leserlich, ein Objekt, das drei Jahre lang auf seinen Moment gewartet hat, ohne zu wissen, was für ein Moment das sein würde. Santiago hatte ihr diese Flasche zum Geburtstag gebracht, mit beiden Händen, mit diesem Lächeln, das seine Augen faltig werden ließ, und hatte gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben, und nun ist ein besonderer Anlass, und er ist nicht da. Doña Clara steht lange in der Kammer, hält die Flasche in den Händen ohne sie zu öffnen, und in der Stille zwischen diesen vier Wänden erlaubt sie sich für einen einzigen Moment das, was sie sich den ganzen Tag nicht erlaubt hat: stillzuhalten und zu spüren, wie schwer das alles ist. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Ankündigung und ohne Erklärung in die genaue Mitte des großen Tisches, zwischen Brot und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie das schon immer gewusst. Tante Rosa, deren Leben aus dem Registrieren unausgesprochener Dinge besteht und die in dieser Fähigkeit eine Kunstfertigkeit entwickelt hat, die manchmal Grausamkeit berührt, beugt sich sofort vor und fragt: „Wird die heute noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara mit einer Ruhe, die keine Antwort erwartet und keine duldet, und der Satz hängt im Raum wie etwas, das alle schon immer gewusst haben, ohne es je formuliert zu haben. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, fast unmerklich, als hätte auch der Spieler zugehört, und dann setzt sie wieder ein, und der Abend trägt sich weiter, als wäre nichts geschehen, was nicht zum Fest gehörte. Niemand greift nach der Flasche, über den ganzen Abend nicht, nicht einmal die Trinkfreudigen, nicht einmal die Gedankenlosen, weil etwas in ihrer Aufstellung am Tisch und in der Art, wie Doña Clara sie hingestellt hat, unmissverständlich sagt, dass sie nicht zum Trinken da ist. Nach Mitternacht leert sich das Haus in jenem langsamen, unaufhaltsamen Prozess, der jeden Abend beschließt, wenn die Energie der Feier verbraucht ist und die Menschen wieder zu sich selbst zurückfinden müssen. Doña Clara nimmt die Flasche vom Tisch, trägt sie nach draußen in die kühle Stille der Nacht und setzt sich auf die alte Holzbank vor dem Haus, als wäre das eine Entscheidung, die sie schon am Morgen getroffen hat. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer schweren Wolldecke, legt sie ihr um die Schultern mit einer Geste, die zu zärtlich ist, um ein Wort daneben zu brauchen, und setzt sich so nah, dass die Schultern sich berühren. Beide schauen auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist an jenem Tag vor drei Jahren, ohne sich umzudrehen oder Bescheid zu sagen, und auf dem seither nur Abwesenheit zurückgekehrt ist. Irgendwo hinter dem Dorf bellt ein Hund zweimal, kurz und ohne Nachdruck, und dann kehrt die Stille zurück, vollständig und vertraut, wie ein Raum, in dem man schon lange wohnt. Elena flüstert, mit einer Stimme, die sich nicht entschieden hat, ob sie beten oder behaupten will: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen, ohne die Stille erst zu lassen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett in sich zusammengesunken ist und das Licht erlischt, leise und vollständig, mit jener Würde, die Dinge haben, die ihren Zweck erfüllt haben und nun aufhören dürfen. Die Rumflasche steht zwischen ihren Füßen, ungeöffnet, das rote Band noch immer gebunden, ein Versprechen in Glas und Ton, das niemand eingelöst hat, und das vielleicht gerade deswegen noch nicht erloschen ist. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne Erlaubnis und ohne Ankündigung, gleichmäßig und unerbittlich und in seiner Gleichgültigkeit auf eine Art, die man, wenn man will, auch Gnade nennen kann. == 89 == 1 -------------------- Die lateinischen Worte Es ist sieben Uhr morgens. Niall geht zur Kirche. Die Kirche steht am Ende des Dorfes. Das Dorf liegt an der Westküste. Es regnet schon seit drei Wochen. Die Straßen sind nass. Die Felder sind nass. Alles ist grau. Niall hat den Schlüssel in der Hand. Das Schloss quietscht laut. Es hat immer so gequietscht. Drinnen riecht es nach altem Stein. Es riecht auch nach Weihrauch. Niall mag diesen Geruch. Er zündet zwei Kerzen an. Nur zwei, nicht mehr. Der dritte Kerzenständer ist leer. Er war schon seit Ostern leer. Niall schaut kurz zur Muttergottes. Dann geht er wieder nach draußen. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus. Father Brennan steht schon im Flur. Der alte Priester ist 79 Jahre alt. Er hält das Messgewand über dem Arm. Er schaut Niall an und sagt: „Du bist zu spät." Niall sagt: „Es ist erst Viertel nach sieben." Brennan sagt: „Das ist zu spät." Sie gehen zusammen zurück zur Kirche. Brennan geht langsam. Seine Finger zittern ein wenig. Niall geht neben ihm. Er sagt nichts. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar. Er dreht dem Raum den Rücken zu. Er beginnt die Messe. Er spricht auf Latein. Die Worte sind alt und leise. Niall sitzt auf der ersten Bank. Die anderen Bänke sind alle leer. Früher saßen hier viele Menschen. Alte Frauen mit Kopftüchern. Männer, die nach Torf rochen. Das ist lange her. Brennan dreht sich um und sagt: „Dominus vobiscum." Niall antwortet: „Et cum spiritu tuo." Seine Stimme ist ruhig. Es ist genug. Sie machen weiter. Niall kennt alle Antworten. Er hat sie als Kind gelernt. Er war Ministrant, mit sieben Jahren. Dann kommt der wichtige Moment. Brennan hebt die Hostie. Er will die Worte sprechen. Aber sein Mund bleibt offen. Er sagt nichts. Seine Finger halten die Hostie fest. Sein Gesicht ist ruhig, aber seine Augen suchen. Niall sieht das. Er wartet eine Sekunde. Dann flüstert er leise: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Brennan schließt die Augen. Er nickt einmal. Er spricht weiter. Die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen. Sie gehen zusammen zum Pub. Sie sagen kein Wort auf dem Weg. Im Pub sind sie allein. Der Wirt bringt zwei Gläser Guinness. Er dreht das Radio leiser. Brennan sagt: „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt." Er sagt: „Das war der einzige Unterricht, der zählte." Er sagt: „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an. Draußen hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit Wochen. Keiner von beiden schaut zum Fenster. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die lateinischen Worte Um sieben Uhr morgens nimmt Niall den Schlüssel vom Haken und geht zur Kirche. Das Dorf liegt still da, wie es immer liegt, wenn es regnet. Es regnet seit drei Wochen, jeden Tag, ohne Pause. Die Kirche steht am Ende der Straße, grau und schwer, wie ein alter Mann. Das Schloss quietscht, als Niall die Tür aufdrückt – es hat immer so gequietscht. Der Geruch kommt sofort: feuchter Stein, Weihrauch, etwas Modernes, das er nicht benennen kann. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer ist. Niemand hat neue Kerzen gekauft, und niemand hat gefragt warum. Niall schaut kurz zur Statue der Muttergottes, dann dreht er sich um. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus, die Hände in den Taschen. Father Brennan steht schon im Flur, das Messgewand über dem linken Arm. „Du bist zu spät", sagt der alte Mann, ohne Niall anzuschauen. „Es ist Viertel nach sieben", sagt Niall, „die Glocke läutet um halb acht." Brennan antwortet nicht, er geht einfach los. Niall folgt ihm, einen halben Schritt hinter ihm, wie immer. Der alte Priester ist 79 Jahre alt, aber er geht noch geradeaus. Nur seine Finger zittern, das sieht man, wenn er den Kelch hält. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar und dreht dem Raum den Rücken zu. Die Bänke hinter Niall sind leer – alle, bis zur letzten Reihe. Früher saßen hier dreißig, vierzig Menschen, manchmal mehr. Alte Frauen in dunklen Kleidern, Männer mit roten Händen, Kinder, die nicht stillsitzen konnten. Das ist fünf Jahre her, als der junge Priester wegging und niemand mehr kam. Brennan hat trotzdem weitergemacht, jeden Sonntag, für niemanden. Niall ist gekommen, nicht weil er glaubt, sondern weil er nicht will, dass der alte Mann allein steht. Die Messe beginnt, und Brennans Stimme füllt die Stille. Die lateinischen Worte fallen langsam, einer nach dem anderen, wie Tropfen in einen Brunnen. Niall sitzt auf der ersten Bank und antwortet, wenn er dran ist. „Et cum spiritu tuo" – die Worte kommen automatisch, aus dem Gedächtnis eines Kindes. Er war sieben Jahre alt, als er sie zum ersten Mal sagte. Er erinnert sich nicht mehr, ob er damals verstanden hat, was sie bedeuten. Vielleicht spielt das keine Rolle. Brennan dreht sich um, schaut über Niall hinaus in die leeren Reihen. „Dominus vobiscum", sagt er, leise, fast fragend. Niall antwortet, und Brennan nickt einmal, kaum sichtbar. Die Messe geht weiter, Satz für Satz, wie ein altes Schiff, das seinen Kurs kennt. Dann kommt der Moment, den Niall nicht erwartet hat. Brennan hält die Hostie in den Händen und öffnet den Mund. Kein Wort kommt. Nur ein kurzer Laut, dann Stille. Brennans Gesicht bleibt ruhig, aber seine Finger drücken die Hostie ein bisschen zu fest. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes. Er sieht das blinde Auge, das nichts sieht, und das andere, das zu viel weiß. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine. Niall atmet einmal tief, und dann flüstert er: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus ihm heraus wie etwas, das er nie wirklich vergessen hat. Brennan schließt die Augen, nickt einmal, und spricht weiter. Die Hostie bewegt sich in der Stille, und die Messe geht weiter. Nach dem letzten Segen löscht Niall die Kerzen. Sie gehen zusammen aus der Kirche, ohne zu sprechen. Der Regen fällt leise auf das Pflaster, wie immer. Im Pub sind sie allein, außer dem Wirt, der schweigend den Tresen wischt. Zwei Gläser Guinness stehen vor ihnen, halb voll, noch nicht angerührt. Brennan schaut auf sein Glas und sagt: „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war." „Das war der einzige Unterricht, der wirklich gezählt hat", sagt er dann. „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt ruhig: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an, leise, ohne zu lachen. Draußen vor dem Fenster hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit drei Wochen ist es still. Keiner von beiden schaut hin. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die lateinischen Worte Niall kennt jeden Stein des Weges zur Kirche, jeden Riss im Pflaster, jede Stelle, wo das Gras zwischen den Platten wächst. Er geht diesen Weg jeden Sonntag, seit fünf Jahren, kurz vor sieben Uhr morgens, wenn das Dorf noch schläft. Der Regen fällt gleichmäßig, wie er es seit Wochen tut, ohne Unterbrechung, ohne Absicht. An der Westküste ist das so: Der Regen kommt nicht als Ereignis, er ist einfach da, wie die See, wie der Wind, wie die Stille. Das Schloss der Kirchentür quietscht, als er den Schlüssel dreht, und dieser Laut gehört für Niall zum Sonntag wie die Glocke selbst. Drinnen riecht es nach feuchtem Stein und altem Weihrauch, ein Geruch, der sich in den Wänden festgesetzt hat wie ein Gebet, das niemand mehr spricht. Er zündet zwei Kerzen an – nur zwei, weil der Ständer vor der Muttergottes seit Ostern leer steht und keiner der Mut hatte, das zu ändern. Das flackernde Licht wirft lange Schatten auf die leeren Bänke, und für einen Moment sieht die Kirche fast belebt aus. Dann holt er Father Brennan ab. Der alte Priester steht bereits im Flur des Pfarrhauses, das Messgewand sorgfältig über den linken Arm gelegt, als hätte er die ganze Nacht gewartet. „Du bist zu spät", sagt Brennan, ohne Niall anzusehen, mit der ruhigen Bestimmtheit eines Mannes, der nicht mehr streitet, sondern nur noch feststellt. Niall erklärt, dass es erst Viertel nach sieben ist und die Glocke erst um halb acht läutet, aber er weiß bereits, dass die Antwort keine Rolle spielt. Sie gehen den schmalen Weg zwischen den Hecken, Brennan einen halben Schritt voraus, Niall hinter ihm, wie es sich so ergeben hat. Der alte Mann geht langsamer als früher, aber er geht noch aufrecht, und das ist etwas, das Niall jedes Mal auffällt, ohne dass er weiß, warum. In der Kirche nimmt Brennan seinen Platz vor dem Altar ein, dreht der leeren Gemeinde den Rücken zu und beginnt. Die lateinischen Worte kommen ruhig und gleichmäßig, getragen von einer Stimme, die mit den Jahren brüchiger geworden ist, aber nie unsicher. Niall sitzt auf der ersten Bank und hört zu, wie man einem Fluss zuhört, der immer schon da war. Die Bänke hinter ihm sind leer, und trotzdem füllen sie den Raum irgendwie, mit dem Gewicht all der Sonntage, an denen hier Menschen saßen. Er erinnert sich noch an die alten Frauen in ihren dunklen Kleidern, an die Männer mit den rissigen Händen, an die Kinder, die auf der Holzbank rutschten und einen Blick zugeworfen bekamen. Das alles ist fünf Jahre her, seit der junge Priester die Gemeinde verlassen hat und die Sonntagsmesse zu einer Laienandacht wurde. Brennan hat davon nichts wissen wollen und hält seitdem seine eigene Messe, still, auf Latein, ohne Erlaubnis, ohne Publikum. Niall ist geblieben, nicht weil der Glaube ihn hält, sondern weil er den Gedanken nicht aushält, dass der alte Mann allein vor dem Altar steht. Er antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die er als Siebenjähriger auswendig gelernt hat und die in ihm geblieben sind wie eine Melodie, die man nicht mehr loswird. „Dominus vobiscum", sagt Brennan, und dreht sich kurz um, sein gutes Auge sucht Niall, findet ihn. „Et cum spiritu tuo", antwortet Niall, und das reicht. Sie kennen diesen Rhythmus, dieses Geben und Nehmen, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Dann kommt die Wandlung. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Finger zittern leicht, und öffnet den Mund. Nichts. Ein kurzer, gebrochener Laut, dann eine Stille, die sich anfühlt, als würde die Kirche den Atem anhalten. Brennans Gesicht zeigt keine Panik, nur eine Art erschöpftes Suchen, als blättere er in einem Buch, dessen Seiten er nicht mehr sehen kann. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes, die blinde Pupille, die ins Leere gerichtet ist, die Finger, die die Hostie zu fest halten. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkommen, wie sie es manchmal tun. Sie kommen nicht. Dann hört er sich selbst flüstern, fast ohne es zu wollen: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus einer Tiefe, die er nicht kannte, aus einem Teil von ihm, der offenbar nie aufgehört hat, Ministrant zu sein. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig, als wäre nichts gewesen. Die Hostie hebt sich, und die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand ab, sie verlassen die Kirche, ohne ein Wort darüber zu verlieren, was gerade passiert ist. Der Regen empfängt sie vor der Tür wie ein geduldiger Bekannter. Im Pub stellen sie ihre nassen Jacken auf die Stühle und setzen sich an den Tresen. Der Wirt bringt zwei halbe Guinness, dreht das Radio leiser und lässt sie in Ruhe, weil er gelernt hat, dass das das Richtige ist. Brennan starrt eine Weile in sein Glas, bevor er spricht. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich das Gefühl hatte, dass es um etwas geht." Er macht eine Pause, dreht das Glas langsam in den zitternden Händen. „Jetzt zählt nichts mehr davon." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, dann wieder auf Brennan. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie stoßen an, ohne Feierlichkeit, ohne Lächeln, mit der ruhigen Geste zweier Männer, die sich seit Jahren kennen und wenig erklären müssen. Draußen hört der Regen auf. Es geschieht einfach so, ohne Ankündigung, mitten in einem Augenblick, der ohnehin schon zu voll ist. Durch das beschlagene Fensterglas sieht man ein blasses Licht zwischen den Wolken. Keiner von beiden dreht sich um. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die lateinischen Worte Der Sonntag beginnt für Niall nicht mit dem Aufwachen, sondern mit dem Moment, in dem er den Schlüssel vom Haken nimmt und weiß, dass es wieder Zeit ist. Draußen hängt der Regen wie eine Wand zwischen den Häusern, dicht und gleichgültig, seit drei Wochen derselbe Regen, der sich längst nicht mehr wie Wetter anfühlt, sondern wie Zustand. Das Dorf liegt still, wie es an Sonntagen liegt, wenn die wenigen, die noch hier wohnen, hinter beschlagenen Fenstern bleiben und niemand erwartet, dass einer von ihnen zur Kirche geht. Niall geht trotzdem, nicht weil er müsste, sondern weil aufzuhören eine Entscheidung wäre, und er hat noch keine getroffen. Das Schloss quietscht, als er die schwere Eichentür aufdrückt, ein vertrauter Laut, der seit hundert Jahren derselbe ist und in seiner Beständigkeit etwas fast Tröstliches hat. Die Kirche riecht nach feuchtem Stein und Weihrauch und nach der spezifischen Kälte alter Gebäude, die selbst im Sommer nicht ganz weicht, als hätte sich die Temperatur in den Wänden verselbständigt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer – der vor der Muttergottes – seit Ostern leer steht, und weil niemand diesen Umstand je laut angesprochen hat, ist er zu einer Art stillschweigendem Einverständnis geworden. Das flackernde Licht fällt auf die leeren Bänke und zeichnet Schatten, die aussehen wie Personen, wenn man nicht genau hinschaut. Niall schaut nicht genau hin. Er holt Father Brennan ab, wie jeden Sonntag, den schmalen Weg zwischen den Hecken entlang, der nach Regen immer ein bisschen rutschig ist. Der alte Priester steht bereits im Flur, das Messgewand über dem Arm, die weißen Augenbrauen zusammengezogen, als hätte er auf etwas gewartet, das sich nicht beeilte. „Du bist zu spät", sagt Brennan, mit der Autorität eines Mannes, für den die Zeit nicht mehr eine Abfolge von Minuten ist, sondern eine Frage der Haltung. Niall erklärt sachlich, dass es Viertel nach sieben ist, dass die Glocke erst um halb acht läutet, dass sie in der Zeit sind – aber er weiß, während er es sagt, dass dieser Austausch nicht über Zeit handelt. Sie gehen nebeneinander, Brennan einen halben Schritt voraus, weil er es nicht anders kennt, Niall hinter ihm, weil er gelernt hat, dass manche Positionen keine Entscheidung, sondern eine Übereinkunft sind. Die Kirche empfängt sie mit der Kälte, die sie immer hat, und Brennan geht ohne Zögern zum Altar, als würde er einen Raum betreten, der ihm gehört, obwohl er das, streng genommen, nicht mehr tut. Er dreht dem Kirchenschiff den Rücken zu, streckt die zitternden Hände über den Kelch und beginnt zu sprechen. Das Latein kommt ruhig und kontinuierlich, brüchig in der Oberstimme, aber stabil in seinem Rhythmus, wie ein altes Seil, das mehr trägt, als man ihm ansieht. Niall sitzt auf der ersten Bank, die Hände zwischen den Knien, und antwortet auf die Rufe, die Antworten erfordern, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwanzig Jahre hinweg aufbewahrt hat, ohne je dazu aufgefordert worden zu sein. Die Bänke hinter ihm sind leer, aber ihre Leere ist nicht nichts – sie ist die Summe aller Sonntagmorgen, an denen hier Menschen saßen, die jetzt entweder fortgezogen oder gestorben sind, was an der Westküste auf dasselbe hinausläuft. Er erinnert sich an die alten Frauen, die den Rosenkranz zwischen den Fingern rollten wie Händler ihre Münzen, an die Männer, die nach Torf rochen und nach dem Gottesdienst wortlos aneinandervorbeigingen, als hätte die Stunde des Schweigens eine Verlängerung bekommen. Das Bistum hat vor fünf Jahren entschieden, dass eine Laienandacht genüge, und die Gemeinde hat sich, wie Gemeinden das tun, gefügt. Brennan hat sich nicht gefügt, er hat einfach weitergemacht, still, ohne Erlaubnis, ohne Publikum, weil ihm die Vorstellung, dass die Messe aufhört, absurder erschien als die Vorstellung, sie allein zu halten. Niall ist geblieben, nicht aus Glauben, sondern aus einer Art Pflichtgefühl, das keinen religiösen Kern hat, aber einen menschlichen, und das vielleicht dasselbe ist. „Dominus vobiscum", sagt Brennan und dreht sich halb um, sein gutes Auge findet Niall mit der Präzision langer Gewohnheit. „Et cum spiritu tuo" – Niall sagt es ohne Pause, und Brennan nickt, kaum wahrnehmbar, und dreht sich wieder zum Altar. Es gibt einen Austausch in diesem Ritual, der weder Gespräch ist noch Gebet, sondern etwas dazwischen, etwas, für das es kein passendes Wort gibt außer vielleicht: Anwesenheit. Die Messe trägt sich selbst vorwärts, Satz für Satz, und Niall lehnt sich ein wenig zurück und lässt die lateinischen Worte über sich hinweggehen wie Wasser. Dann kommt die Wandlung, und alles stockt. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Lippen formen sich zu einem Wort, das nicht kommt – ein offener Mund, ein abgebrochener Laut, eine Stille, die sich von anderen Stillen unterscheidet, weil in ihr etwas fehlt, das da sein sollte. Nialls Blick geht sofort zu den Händen des alten Mannes, die die Hostie mit einer Kraft halten, die wie Festhalten aussieht, nicht wie Darbringen. Er sieht den Schweiß, der sich auf Brennans Stirn gesammelt hat, das blinde Auge, das in eine Richtung zeigt, die keiner kennt, die erschöpfte Suche in den Zügen eines Gesichts, das gelernt hat, sich nichts anmerken zu lassen. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und Niall hält die Luft an, weil er nicht weiß, ob Eingreifen Hilfe ist oder Einmischung. Dann hört er sich selbst sprechen, leise, fast atemlos: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Es sind Worte, die er als Kind gelernt hat, in einer Zeit, in der man Dinge lernte, ohne zu verstehen, dass man sie behalten würde, und die jetzt aus ihm herauskommen wie etwas, das nie wirklich fort war. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er nicht erbeten hat, es aber trotzdem nimmt. Er öffnet sie wieder und spricht weiter, ruhig, gleichmäßig, als wäre nichts gewesen, und vielleicht ist das die eigentliche Kunst: nicht, dass man nie ins Stocken gerät, sondern dass man weiterspricht, wenn jemand den Faden hält. Die Messe endet ohne weiteren Zwischenfall. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Gewand ab mit der präzisen Sorgfalt eines Mannes, der weiß, dass Nachlässigkeit in kleinen Dingen eine Haltung ist, keine Effizienz. Sie verlassen die Kirche und sprechen kein Wort über das, was passiert ist, was die einzig mögliche Form ist, darüber zu sprechen. Der Regen nimmt sie schweigend in Empfang. Im Pub hängen ihre nassen Jacken an den Stühlen, und der Wirt stellt zwei halbe Guinness vor sie hin, ohne zu fragen, weil er seit Jahren weiß, was Sonntag bedeutet. Brennan sitzt eine Weile still, die Hände um das Glas, und schaut auf die dunkle Flüssigkeit, als läse er etwas darin. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, mit der ruhigen Sachlichkeit eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, „in einem Klassenzimmer, das nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich gespürt habe, dass die Sprache selbst etwas trägt, unabhängig davon, ob jemand zuhört." Er dreht das Glas langsam in den Händen, und Niall sieht, wie stark die Finger zittern, wenn sie nichts halten. „Jetzt zählt das alles nichts mehr", sagt Brennan, nicht bitter, sondern mit der Feststellung von jemandem, der einen Beweis für eine Theorie geliefert bekommen hat, die er nie beweisen wollte. Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, mit der Ruhe eines Mannes, der nicht nach Worten sucht, weil er weiß, dass die richtigen kurz sind. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit zweier Menschen, die so viele Sonntage geteilt haben, dass Gesten keine Erklärung mehr brauchen. Draußen vor dem beschlagenen Fenster hört der Regen auf. Er hört einfach auf, mitten in allem, ohne Ankündigung, und für einen Moment liegt das Dorf in einer Stille, die sich von der gewöhnlichen unterscheidet, weil sie nicht erwartet wurde. Ein blasses Licht schiebt sich zwischen den Wolken durch, fällt schräg auf die nasse Straße. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die lateinischen Worte Es gibt Gewohnheiten, die man nicht mehr begründet, weil die Begründung irgendwann in der Wiederholung selbst verschwunden ist, und Nialls Sonntage gehören seit fünf Jahren zu dieser Kategorie. Um kurz vor sieben nimmt er den Schlüssel vom Haken neben der Tür, zieht die Jacke über, ohne nachzudenken, und tritt in den Regen, der seit drei Wochen fällt, als wäre er kein meteorologisches Ereignis mehr, sondern ein Aggregatzustand der Westküste. Das Dorf liegt in jener spezifischen Sonntagsstille, die nicht Ruhe ist, sondern Abwesenheit – keine Menschen auf der Straße, keine Stimmen, nur das gleichmäßige Rauschen des Regens gegen Stein und Dach und die gelegentliche Möwe, die dagegen ankämpft, als wüsste sie es besser. Die Kirche am Ende der Straße ist ein Gebäude, das seine Zweckbestimmung überlebt hat, aber das macht es, wie Niall nach fünf Jahren Sonntagmorgen weiß, nicht weniger wahr, sondern nur schwerer zu erklären. Das Schloss quietscht, wie es seit Menschengedenken quietscht, und dieser Laut hat aufgehört, ihn zu stören, weil er gelernt hat, dass Beständigkeit in einem Ort, der von Aufgabe und Weggang durchzogen ist, ihren eigenen Wert hat. Drinnen empfängt ihn der Geruch, der sich in langen Jahren in die Poren des Steins eingegraben hat: Weihrauch, Feuchtigkeit, das stumpfe Holz der Bänke und darunter, kaum wahrnehmbar, etwas, das er als Kind für Heiligkeit hielt und das er heute nicht mehr benennt, weil jeder Name dafür falsch klingt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer steht und diese Leere inzwischen so selbstverständlich geworden ist, dass sie aufgehört hat, eine Aussage zu sein, und einfach Tatsache ist. Das flackernde Licht trifft die leeren Bänke und wirft Schatten, die sich bewegen wie Anwesende, und Niall lässt diesen Eindruck geschehen, ohne ihn zu korrigieren. Er geht den schmalen, regennassen Weg zum Pfarrhaus, und Father Brennan steht bereits im Flur, das Messgewand mit der zeremonösen Sorgfalt eines Mannes über den linken Arm gelegt, der weiß, dass Form das ist, was bleibt, wenn der Inhalt schwächer wird. „Du bist zu spät", sagt Brennan, und es ist keine Feststellung über Uhrzeiten, sondern eine Aussage über die Beschaffenheit der Welt, die der alte Priester seit Jahrzehnten zu langsam findet. Niall erklärt, was er erklären kann – Viertel nach sieben, Glocke um halb acht, alles im Rahmen –, aber er erklärt es mit der halbherzigen Überzeugung eines Mannes, der weiß, dass sein Gesprächspartner keine Gegenmeinung erwartet, sondern Gesellschaft. Sie gehen nebeneinander den Weg zur Kirche, Brennan einen halben Schritt voraus, und diese Anordnung ist so selbstverständlich geworden, dass sie nicht mehr Vorrang bedeutet, sondern einfach: so ist es. Der alte Mann geht langsamer als noch vor zwei Jahren, die Schultern ein wenig vorgezogen gegen den Regen, und Niall passt seinen Schritt an, ohne darüber nachzudenken, mit jener unbemerkten Rücksicht, die sich zwischen Menschen entwickelt, die regelmäßig Zeit miteinander verbringen, ohne viel zu reden. Im Kirchenraum nimmt Brennan sofort seinen Platz vor dem Altar ein, als existiere für ihn keine Übergangszeit zwischen Kommen und Beginnen, und Niall setzt sich auf die erste Bank, seinen angestammten Platz, während hinter ihm die leeren Reihen schweigen. Diese Leere hat Niall lange beschäftigt, in den ersten Monaten noch als Vorwurf, dann als Frage, und schließlich als etwas, das keiner Kategorisierung mehr bedarf, weil es einfach der Zustand ist, in dem die Messe stattfindet. Die verschwundene Gemeinde ist trotzdem anwesend, in einer Weise, die sich seiner Beschreibung entzieht: die alten Frauen, die den Rosenkranz wie eine Notwendigkeit in den Händen hielten, die Männer mit den vom Torf gefärbten Händen, die Kinder, die auf den Bänken rutschten und Seitenblicke der Mütter ernteten. Sie sind fort, die meisten gestorben, manche weggezogen, und der Unterschied ist an der Westküste geringer, als er anderswo wäre. Brennan hat auf all das nicht mit Resignation reagiert, sondern mit einer Sturheit, die Niall je länger, desto mehr bewundert: Er hat einfach weitergemacht, die Messe gehalten, still, auf Latein, ohne bischöfliche Genehmigung, ohne Publikum, weil die Alternative – aufzuhören – für ihn keine logische Konsequenz, sondern eine Kapitulation war, die er nicht zu vollziehen gedachte. Niall ist bei ihm geblieben, nicht aus Glauben, denn dazu wäre er zu ehrlich sich selbst gegenüber, sondern aus einem Pflichtgefühl, das keine religiöse Grundlage hat, aber eine menschliche, und das vielleicht nicht so weit auseinanderliegt, wie es klingt. Das Latein füllt die Kirche wie Wasser einen Behälter, das heißt: es nimmt die Form des Raumes an, ohne ihn zu verändern, gleichmäßig, kontinuierlich, Brennans Stimme altert hörbar mit jedem Jahr, aber ihr Rhythmus nicht. Niall antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwei Jahrzehnte bewahrt hat wie Dinge, die man in einem Keller einlagert und vergisst, bis man sie braucht: „Et cum spiritu tuo", „Sed libera nos a malo", die kurzen Antworten des Ministranten, die er mit sieben Jahren auswendig lernte, ohne zu wissen, dass er sie mit siebenundzwanzig noch sprechen würde. „Dominus vobiscum" – Brennan dreht sich kurz um, sein gutes Auge findet Niall mit der unbeirrten Sicherheit jahrzehntelanger Gewohnheit, und in diesem Blick liegt weder Frage noch Dank, nur die stille Erwartung, dass da ist, was da sein soll. „Et cum spiritu tuo" – Niall antwortet, und Brennan nickt und dreht sich zurück, und in diesem kleinen Austausch liegt so etwas wie Liturgie, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Die Messe bewegt sich vorwärts mit der Schwerkraft alter Strukturen, die nicht deswegen tragen, weil man an sie glaubt, sondern weil sie so oft wiederholt wurden, dass sie ein eigenes Gewicht entwickelt haben. Dann kommt die Wandlung, und Brennan hält die Hostie in den Händen, und sein Mund öffnet sich, und kein Wort kommt. Es ist kein dramatischer Moment, kein Zusammenbruch – nur ein offener Mund, ein abgebrochener Anlaut, und dahinter eine Stille, die sich von der Stille der leeren Bänke unterscheidet, weil sie nicht leer, sondern unterbrochen ist. Nialls Blick geht sofort zu Brennans Händen, die die Hostie mit einer Kraft umschließen, die wie Festhalten aussieht, als könnten die Finger halten, was der Geist nicht mehr findet, und er sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes und das blinde Auge, das ins Dunkel der Apsis gerichtet ist, als suchte es dort, was vorne nicht mehr greifbar ist. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkehren, wie sie es manchmal tun, wenn man ihnen Zeit lässt und nicht zieht. Sie kommen nicht. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und die Kirche hält den Atem an, und Niall hält ihn auch, und dann passiert etwas, das er im Nachhinein nicht erklären kann: Er hört sich selbst sprechen, leise, fast unhörbar, als wären die Worte nicht für Brennan bestimmt, sondern für den Raum: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Sie kommen ohne Abruf, ohne Anstrengung, aus einem Teil seiner selbst, der offenbar nie aufgehört hat, sieben Jahre alt und Ministrant zu sein, und der den Satz all diese Jahre getragen hat wie eine Schuld, die man nicht kennt, bis jemand nach ihr fragt. Brennan schließt die Augen, einen Moment lang, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er weder verdient noch erwartet hat, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig und gleichmäßig, als wäre der Riss in der Messe niemals gewesen. Die Hostie hebt sich, und der Rest der Wandlung vollzieht sich in der gewohnten Stille, und Niall bemerkt, dass seine Hände zittern, nicht seine. Die Messe endet, wie sie immer endet: ohne Aufsehen, ohne Publikum, ohne den Applaus, den keine Messe je hat und diese weniger als alle anderen. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand mit der akkuraten Langsamkeit eines Mannes ab, für den kein Handgriff gleichgültig ist, und sie verlassen die Kirche, und über das, was passiert ist, sagen sie nichts, weil alles, was man dazu sagen könnte, entweder zu wenig oder zu viel wäre. Der Regen hat nicht nachgelassen. Im Pub hängen ihre Jacken an den Stühlen und tropfen auf den Holzboden, und der Wirt stellt die Gläser ab und dreht das Radio leiser, ohne gefragt zu werden, weil er in zwanzig Jahren gelernt hat, was diese zwei Männer an Sonntagmorgen brauchen und was nicht. Brennan sitzt lange still, die Hände um das Glas gelegt, die Finger noch leicht zitternd, und schaut in das dunkle Bier mit dem Gesicht eines Mannes, der abwägt, ob sprechen oder schweigen das Richtigere ist. „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war", sagt er schließlich, mit der Stille eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, weil er zu alt ist, um Umwege zu machen, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde und nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war die einzige Sprache, bei der ich spürte, dass sie etwas trägt, das nicht von ihr selbst kommt – etwas, das die Worte benutzt, ohne in ihnen zu wohnen." Er macht eine kurze Pause, in der das Radiomurren und das entfernte Regenprasseln den Raum füllen. „Jetzt zählt das alles nichts mehr, und ich weiß nicht, ob das an der Sprache liegt oder an mir oder an dem, was zwischen den beiden verschwunden ist." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, und in diesem Schweigen liegt keine Verlegenheit, sondern das ruhige Einverständnis zweier Männer, die gelernt haben, dass die meisten Sätze keine Antwort brauchen, sondern nur Zeugen. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit einer Geste, die so oft wiederholt wurde, dass sie aufgehört hat, symbolisch zu sein, und einfach wahr ist. Draußen hört der Regen auf. Er hört einfach auf, nach drei Wochen, mitten in diesem unbetrachteten Moment, und das blasse Licht, das jetzt schräg durch die Wolkenlücke fällt, legt sich auf die nasse Straße wie eine Aussage, für die niemand die Sprache hat. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. == 90 == 1 -------------------- Die Wiese unter Wasser Der Regen fällt seit drei Tagen. Maeve fährt aus Dublin zurück in ihr altes Dorf. Die Straße ist nass und dunkel. Am Ende der Straße bleibt ihr Auto stehen. Sie steigt aus und geht zu Fuß weiter. Der Matsch zieht an ihren Stiefeln. Der Regen trifft ihr Gesicht. Sie trägt nur einen kleinen Koffer. Das Haus ihrer Mutter liegt am Fluss. Der Fluss ist über die Ufer getreten. Das Wasser steht im Hof. Declan steht in der offenen Haustür. Er hält eine Taschenlampe in der Hand. Das Licht zittert über die nasse Wand. „Du siehst aus wie eine ertrunkene Katze", sagt er. „Du siehst aus wie immer", sagt sie. Sie umarmen sich kurz. Es riecht nach nassem Holz und altem Tee. Im Haus ist es dunkel, weil der Strom weg ist. Ihre Mutter Bridie sitzt oben im Sessel. „Hast du den Gürtel deines Vaters gerettet?", fragt sie. Maeve schaut auf ihre leeren Hände. Declan nimmt den Gürtel aus seiner Jackentasche. Er legt ihn der Mutter auf den Schoß. Bridie streicht über das Leder und sagt nichts. Dann tragen Maeve und Declan die alte Kommode die Treppe hoch. Die Kommode ist schwer. Declan flucht auf Irisch. Maeve lacht zum ersten Mal an diesem Tag. Sie schleppen auch Stühle und Kartons nach oben. Das Wasser im Erdgeschoss steigt langsam. Alte Fotos vom Vater schwimmen auf dem Wasser. Declan sieht sie und sagt: „Papa macht jetzt eine Bootsfahrt." Maeve nimmt ein Foto und hält es fest. Draußen helfen die Nachbarn mit Sandsäcken. Maeve geht hinaus und hilft auch. Ihre Hände werden kalt. Nach einer Stunde ist die Linie gesichert. Die Nachbarin Aoife bringt heißen Tee in einer Thermoskanne. Es ist der beste Tee, den Maeve seit Jahren getrunken hat. Um Mitternacht ist es ruhiger. Declan klettert auf das Dach des Schuppens. Maeve klettert hinter ihm her. Das Dach ist aus Wellblech und kalt. Aber von hier oben sieht man alles. Das Wasser liegt schwarz und still im Hof. Die Birken am Ufer stehen halb im Wasser. Declan gibt ihr die Whiskeyflasche. Sie trinkt einen langen Schluck. „Warum bist du nie weggegangen?", fragt sie. Er zuckt mit den Schultern. „Weil jemand zusehen muss, wie das Wasser steigt." Sie sagen eine Weile nichts. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich bin hier fertig." Declan antwortet: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, leiser jetzt. Sie sitzen noch lange auf dem Dach. Am Morgen ist das Wasser etwas gesunken. Bridie steht am Fenster im ersten Stock. Sie winkt Maeve zu, als diese ihren Koffer aus dem Schlamm zieht. Declan lehnt an der Tür. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagt er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagt Maeve. Aber beide wissen: Es wird ein nächstes Mal geben. Sie steigt ins Auto. Das Radio spielt ein altes irisches Lied. Im Spiegel sieht sie Declan in der Tür stehen. Er hebt die Hand. Sie fährt los. Das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist nicht vorbei. Aber sie ist heute nicht gestorben. Das reicht. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Wiese unter Wasser Maeve hat seit drei Tagen nicht geschlafen, weil die Nachrichten aus dem Dorf immer schlechter wurden. Sie packt einen Koffer, aber nur für zwei Tage. Auf der Fahrt aus Dublin ist die Autobahn leer, und der Regen schlägt hart auf die Windschutzscheibe. Am Ende der Schotterstraße steht das Wasser schon knietief. Sie stellt das Auto ab und geht den Rest zu Fuß. Der Matsch ist so weich, dass ihre Stiefel bei jedem Schritt einsinken. Das Haus sieht kleiner aus, als sie es in Erinnerung hat. Declan steht in der Tür mit einer Taschenlampe, weil der Strom seit dem Mittag ausgefallen ist. „Du bist nass bis auf die Knochen", sagt er, und das klingt fast wie eine Begrüßung. Sie umarmen sich kurz und klopfen sich auf den Rücken, wie man es macht, wenn man nicht weiß, was man sagen soll. Im Haus riecht es nach nassem Holz, altem Stein und dem Tee, den Bridie immer kocht, wenn sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Die Mutter sitzt oben im Sessel, die Hände im Schoß, und schaut auf die Tür, als sie Maeve sieht. „Das Wasser steigt noch", sagt Bridie, ohne Hallo zu sagen. Maeve setzt sich kurz zu ihr, aber Declan ruft schon von unten, dass man die Kommode retten muss. Die Kommode ist aus Eichenholz und wiegt so viel, dass Maeve versteht, warum Declan auf sie gewartet hat. Sie fluchen beide leise, als sie das Ding die enge Treppe hinaufschleppen. Oben angekommen lachen sie, weil das manchmal einfacher ist als nichts zu sagen. Declan holt eine Kerze aus der Küchenschublade, und jetzt sieht das Zimmer fast gemütlich aus. Aber das Wasser unten schlägt leise gegen die Wand, und das klingt nicht gemütlich. Maeve geht zurück nach unten und sieht, dass die alten Fotos vom Vater auf dem Wasser treiben. Sie nimmt eines und drückt es an sich, bevor es nass wird. Declan sieht das und sagt: „Papa hat uns immer gesagt, dass er gern schwimmt." Maeve lacht, obwohl ihr die Augen brennen. Draußen arbeiten die Nachbarn mit Sandsäcken, und Maeve geht hinaus, um zu helfen. Es ist kalt, und der Regen macht keine Pause. Aoife, die Nachbarin von gegenüber, schleppt Säcke, obwohl sie schon siebzig ist. „Du bist wieder da", sagt Aoife, als wäre das die natürlichste Sache der Welt. Maeve nickt und nimmt den nächsten Sack. Nach zwei Stunden ist die Linie fertig, und jemand bringt Tee in einer alten Kanne. Sie trinken im Regen und sagen nicht viel, weil die Arbeit schon alles gesagt hat. Um Mitternacht ist das Wasser für eine Weile ruhig. Declan klettert auf das Dach des Schuppens und streckt ihr die Hand entgegen. Von dort oben sieht man das ganze Ausmaß, weil das Mondlicht kurz durch die Wolken kommt. Der Schulweg, den Maeve als Kind gegangen ist, liegt jetzt unter schwarzem Wasser. Declan zieht eine Plastikflasche Whiskey aus der Jackentasche, weil er immer auf solche Nächte vorbereitet ist. Maeve trinkt und spürt, dass die Kälte ein bisschen nachlässt. „Warum bist du wirklich nie weggegangen?", fragt sie, weil sie das seit Jahren fragen will. Declan schaut auf das Wasser und sagt: „Weil ich dachte, dass jemand bleiben muss." „Für Mama?", fragt sie. „Für alles", sagt er. Eine Weile sagen sie nichts, und das ist in Ordnung. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich wäre hier fertig." Declan nimmt die Flasche zurück und sagt: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, aber leiser als vorher. Sie sitzen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer ist. Als Maeve am Morgen aufwacht, hat das Wasser ein Stück nachgegeben. Die Möbel im Erdgeschoss stehen im Schlamm, aber sie stehen noch. Bridie kocht Tee, weil der Strom wieder da ist und weil sie das immer macht, wenn der schlimmste Teil vorbei ist. „Bleibt du noch?", fragt die Mutter, ohne sich umzudrehen. „Ich muss morgen zurück", sagt Maeve. Bridie nickt, als hätte sie genau das erwartet. Declan isst Brot am Tisch und schaut auf sein Telefon, aber Maeve weiß, dass er zuhört. Sie verbringen den Tag damit, den Schlamm aus dem Erdgeschoss zu schaufeln. Es ist die schwerste Arbeit, die Maeve seit Jahren gemacht hat. Aber es ist auch die einzige Arbeit, bei der sie nicht nachdenken muss. Am Abend zieht Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus. Declan lehnt in der Tür und sagt: „Nächstes Mal ruf vorher an." „Es gibt kein nächstes Mal", sagt sie. Er lächelt, weil sie beide wissen, dass das eine Lüge ist. Bridie steht am Fenster im ersten Stock und winkt, als Maeve zum Auto geht. Das Radio spielt ein Lied, das Maeve aus ihrer Kindheit kennt. Im Rückspiegel sieht sie Declan, der immer noch in der Tür steht und den Regen ins Gesicht lässt. Sie fährt los, und das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist noch nicht ganz vorbei. Aber das Haus steht noch, und die Menschen darin auch. Das reicht für heute. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam um halb vier morgens, kurz und ohne Ausrufezeichen: „Der Fluss steht im Hof." Maeve lag noch wach, weil sie es irgendwie gewusst hatte. Sie warf ein paar Sachen in den Koffer, nicht weil sie bleiben wollte, sondern weil man für solche Nächte gewappnet sein muss. Die Fahrt aus Dublin dauerte fast drei Stunden, weil ein Lastwagen quer auf der Nationalstraße stand und niemand zu wissen schien, warum. Der Regen ließ nicht nach, und die Scheibenwischer kämpften, als wären sie persönlich beleidigt. Am Ende der Schotterstraße, wo der Asphalt aufhörte und das Wasser anfing, stellte sie das Auto auf einen Grashügel und stieg aus. Die Stiefel sanken sofort ein, und der Matsch hatte einen Geruch, den sie seit Jahren nicht mehr gerochen hatte – nach nassem Torf und altem Gras und etwas, das sie nicht benennen konnte. Das Haus stand noch, aber es stand anders, als wäre es ein bisschen kleiner geworden. Declan wartete in der offenen Tür, eine Taschenlampe in der Hand, das Licht hinter ihm erloschen. „Ich dachte, du kommst nicht", sagte er, und das klang weder vorwurfsvoll noch erleichtert, sondern einfach wie eine Feststellung. Sie umarmten sich auf die Art, wie Geschwister das tun, wenn die Worte zu groß sind – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das bedeutete: Ich bin noch da. Im Haus roch es nach Kerzenrauch, nassem Stein und dem Tee, den Bridie gekocht hatte, obwohl kein Strom da war und sie vermutlich auf dem Campingkocher stand. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, nicht tief, aber genug, dass die unterste Treppenstufe verschwunden war. Maeve sah, wie ein altes Notizbuch ihres Vaters auf der Oberfläche trieb, aufgegangen wie eine kleine Blüte. Sie wollte es greifen, aber Declan war schneller und hielt es ihr hin, triefend und fast unleserlich. „Ich hab die wichtigen Sachen schon hochgetragen", sagte er, „aber die Kommode hat sich gewehrt." Sie lachten beide, weil die Kommode aus Eichenholz war und seit fünfzig Jahren an derselben Stelle stand und das auch noch weitere fünfzig Jahre vorhatte. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, eine Decke über den Knien, und zählte leise etwas, das Maeve nicht verstand. „Was zählst du?", fragte Maeve. „Die Flaschen unten", sagte Bridie. „Eine für jedes Jahr, das ich hier lebe." Maeve setzte sich kurz neben sie, bis Declan rief, dass man jetzt die Kommode anpacken müsse, weil das Wasser nicht auf sie warte. Das Tragen war mühsam und laut, und Declan fluchte auf Irisch, was er immer tat, wenn er sich wirklich ärgerte, weil er der Meinung war, das klang weniger schlimm. Oben stellten sie die Kommode an die Wand, und Maeve lehnte sich dagegen und atmete durch. Durchs Fenster sah sie, wie die Nachbarn draußen Sandsäcke schleppten, in Regenjacken, die glänzten wie nasses Leder. Sie ging hinaus und half, ohne zu fragen, wer sie brauchte oder wohin die Säcke mussten. Aoife, die seit vierzig Jahren neben ihnen wohnte, schaufelte Erde in Säcke, als wäre sie dreißig, und schaute kurz auf. „Du bist gut angezogen für eine Überschwemmung", sagte sie. „Ich bin Sozialarbeiterin", sagte Maeve. „Wir sind immer falsch angezogen." Die Arbeit hatte etwas Ruhiges, trotz der Kälte und trotz des Regens, der nicht aufhörte. Man musste nicht reden, man musste nicht denken, man musste nur die Säcke tragen und stapeln und wieder zurückgehen. Gegen Mitternacht stand das Wasser für eine Weile still, als würde es überlegen, ob es noch mehr wollte. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und reichte ihr die Hand, ohne sie zu fragen. Von dort oben lag alles offen: das schwarze Wasser, das den Hof gefüllt hatte, die Birken am Ufer, die bis zur Hälfte versunken waren, und weiter hinten die dunklen Felder, die aussahen wie ein Meer. „Das ist der Schulweg", sagte Maeve, obwohl man ihn nicht mehr sehen konnte. „Ich weiß", sagte Declan. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, die er anscheinend für genau diesen Moment aufgespart hatte. Der Whiskey brannte angenehm, und Maeve trank mehr, als sie wollte, weil die Nacht so still war und die Stille nach mehr verlangte. „Warum bist du wirklich geblieben?", fragte sie, weil man auf Dächern und in der Nacht ehrlicher redet als anderswo. Declan schwieg einen Moment, nicht weil er keine Antwort hatte, sondern weil er die richtige suchte. „Weil das hier meins ist", sagte er schließlich. „Nicht nur Mamas. Meins." Maeve schaute auf das Wasser, das still glänzte wie poliertes Glas, und dachte daran, wie lange sie gebraucht hatte, um zu verstehen, dass Weggehen und Fertigsein zwei verschiedene Dinge sind. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er. „Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fing wieder an, leiser als vorher, fast wie eine Antwort. Sie saßen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte durch die Jacken drang. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, nicht viel, aber genug, dass man wieder die unterste Treppenstufe sehen konnte. Bridie stand am Fenster im ersten Stock und trank ihren Tee, als wäre das eine ganz gewöhnliche Aussicht. Maeve und Declan schaufelten den Schlamm aus dem Erdgeschoss, langsam und ohne viel zu reden, weil die Arbeit wieder für sich sprach. Am frühen Nachmittag zog Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus und wischte ihn mit einem alten Handtuch ab. Declan lehnte an der Haustür und schaute zu, als wäre das seine Aufgabe. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, und beide wussten, dass das eine freundliche Lüge war. Bridie winkte vom Fenster, ein kleines, ruhiges Winken, das bedeutete: Ich hab dich gesehen. Maeve stieg ins Auto und ließ den Motor an. Das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und sie ließ es laufen, obwohl es wehtat. Im Rückspiegel sah sie Declan, der immer noch in der Tür stand und den Regen ins Gesicht ließ, als wäre das eine bewusste Entscheidung. Sie fuhr los, und das Wasser unter den Reifen platschte laut in der Stille des Morgens. Die Flut war noch nicht vorbei, das wusste sie. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das genug. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam als Textnachricht, drei Wörter, kein Ausrufezeichen, und genau diese Nüchternheit war es, die Maeve sofort aufstehen ließ. Sie hatte seit Wochen auf irgendetwas gewartet, ohne zu wissen worauf, und jetzt wusste sie es. Der Koffer stand in zwanzig Minuten fertig am Flur – zu wenig für eine Woche, zu viel für jemanden, der nicht bleiben will. Die Fahrt nach Westen war lang und schweigend, die Felder zu beiden Seiten der Straße bereits in flaches Grau getaucht, als hätte die Landschaft selbst aufgehört, sich Mühe zu geben. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, parkte sie auf einem Erdwall und stieg aus, ohne den Motor ganz auszumachen, als bräuchte sie die Möglichkeit zur schnellen Flucht. Der Matsch schluckte ihre Schritte, der Regen traf ihr Gesicht mit der gleichmütigen Beständigkeit von etwas, das keinerlei persönliche Absichten hat. Das Haus stand im Dunkeln, nur in einem Fenster oben brannte Kerzenlicht, das durch das Glas flackerte und auf dem Wasser davor zitterte wie ein Tier, das sich nicht sicher ist. Declan öffnete die Tür, bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er einfach immer in Türnähe lebte. „Du hast zwei Stunden gebraucht länger als ich dachte", sagte er, und sie hörte darin weder Vorwurf noch Erleichterung, sondern die stille Anerkennung einer Tatsache. Sie umarmten sich auf die Art gereifter Geschwister – kurz, ohne Sentimentalität, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir sind noch da, das reicht. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im Kerzenlicht beinahe schön aussah, beinahe wie ein Interieur aus einem anderen Jahrhundert, wäre da nicht der Geruch nach nassem Stein und dem Moder von Dingen, die nicht für Wasser gedacht waren. Auf der Oberfläche trieb das Notizbuch ihres Vaters, aufgegangen wie ein kleines Buch ohne Anfang und Ende, die Tinte bereits verlaufen zu grauen Schlieren. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne es anzuschauen, weil manche Dinge Zeit brauchen, bevor man sie wirklich ansehen kann. Oben saß Bridie unter dem Dachfenster, die Hände gefaltet wie in einer Kirche, und zählte leise, die Lippen kaum bewegt. „Die Flaschen unten", sagte sie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe." Maeve setzte sich neben sie auf die Armlehne, weil es keinen zweiten Stuhl gab, und legte kurz die Hand auf die ihrer Mutter, die sich kalt anfühlte und ruhig. Dann rief Declan, weil die Kommode nicht von selbst die Treppe hochgehen würde, und das war das Ende der stillen Szene. Das Tragen war mühselig und lächerlich zugleich, weil die Kommode breiter war als das Treppenhaus es eigentlich erlaubte und weil Declan auf Irisch fluchte, was er für weniger schlimm hielt als auf Englisch, obwohl die Mutter beides verstand. Als sie das Möbelstück endlich oben abstellten, lehnte Maeve die Stirn gegen das kühle Holz und lachte, weil das manchmal das Einzige ist, das noch geht. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen, schweigenden Kette, die in der Dunkelheit fast feierlich aussah. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil solche Nächte keine Einladungen verschicken. Aoife, siebzig, wohnhaft seit vier Jahrzehnten im Nachbarhaus, schaufelte Erde mit einer Energie, die Maeve beschämte, und schaute dabei nur kurz auf. „Städtische Stiefel", sagte Aoife, „aber du hast sie wenigstens angezogen." Die Arbeit hatte etwas fast Meditatives, trotz Kälte und Regen und der Erschöpfung, die sich langsam in Maeves Arme fraß – man musste nicht denken, man musste nur tragen. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, als würde es tatsächlich überlegen, und diese Pause hatte etwas beinahe Würdevolles, als gehörte sie zum Ritual. Declan kletterte auf das Schuppendach und streckte ihr die Hand herunter, und Maeve nahm sie, ohne zu zögern, was sie selbst überraschte. Von oben lag die gesamte Verwandlung der Landschaft offen: der Hof ein schwarzer See, die Birken am Ufer versunken bis zur Brust, die Felder dahinter ohne Grenze zwischen Erde und Himmel. „Das ist der Weg zur Schule", sagte Maeve, obwohl nichts mehr davon zu sehen war. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesem Ich-weiß steckte alles, was er in all den Jahren nicht gesagt hatte. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, und der Whiskey war billig und wärmte trotzdem, vielleicht sogar deswegen. Die Flasche kreiste zwischen ihnen, und Maeve trank mehr als nötig, weil die Stille auf dem Dach von einer Qualität war, die nach Füllung verlangte. „Ich habe mich immer gefragt, ob du je bereut hast, dass du geblieben bist", sagte sie schließlich, weil man auf Dächern in der Nacht Dinge sagen kann, die am Küchentisch nicht möglich wären. Declan schwieg lange genug, dass sie dachte, er würde nicht antworten, und dann sagte er: „Reue setzt voraus, dass es eine andere Möglichkeit gegeben hätte, die ich mir wirklich vorstellen konnte." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, ohne sich umzudrehen, überzeugt, dass das Richtige immer das ist, was nach vorn geht. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er, ohne Pause, als hätte er das schon lange gewusst. „Aber fertig sein bedeutet nicht, dass man nicht zurückkommen darf." Der Regen setzte wieder ein, leiser diesmal, mit einer fast höflichen Zurückhaltung. Sie saßen noch lange auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte anfing, ernsthafter zu werden. Am Morgen hatte das Wasser drei Handbreit nachgegeben, was wenig war und gleichzeitig alles, was man sich für diesen Moment wünschen konnte. Bridie stand bereits am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete die Verwüstung im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve nicht sicher war, ob sie bewundern oder fürchten sollte. Sie schaufelten den Schlamm zu zweit, langsam und gleichmäßig, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte wie ein alter Takt. Am Nachmittag, als der schlimmste Teil geschafft war, zog Maeve ihren Koffer aus dem Matsch und wischte ihn mit einem Handtuch ab, das ohnehin schon verloren war. Declan beobachtete das, ohne etwas zu sagen, die Schulter an den Türrahmen gelehnt, auf die Art, die bedeutete: Ich sehe dich, und ich sage nichts dazu. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er schließlich. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte Maeve, und sie meinte es halb, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste. Bridie winkte vom Fenster, einmal, ruhig, ein Winken ohne Drama, das mehr sagte als eine Umarmung. Maeve fuhr los, das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater gemocht hatte, und sie ließ es laufen, bis es zu weh tat, und dann noch ein bisschen länger. Im Rückspiegel stand Declan in der Haustür, das Gesicht in den Regen gehoben, als wäre das eine bewusste Entscheidung gegen den Schutz. Das Wasser unter den Reifen platschte, die Straße war noch halb überschwemmt, und Maeve fuhr langsam, weil sie das Haus noch ein bisschen länger im Rückspiegel sehen wollte. Die Flut war nicht vorbei, das wusste sie, und das nächste Mal würde kommen, ob sie es nächstes Mal nannte oder nicht. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das, was bleibt, genau das, was man gebraucht hat. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht war so kurz, dass Maeve sie zweimal lesen musste, nicht weil sie die Worte nicht verstand, sondern weil die Kürze selbst etwas mitteilte, das über die Worte hinausging. Sie lag seit Stunden wach, mit der besonderen Hellwachheit von jemandem, der auf etwas wartet, ohne sich eingestehen zu wollen, worauf. Der Koffer war in zwanzig Minuten gepackt, zu leicht für eine Woche, zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Auf der Fahrt nach Westen verwandelte sich die Landschaft in etwas Vorläufiges, Überganghaftes, als hätte die Gegend selbst die Entscheidung vertagt, was sie sein wollte. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, hielt sie an und saß noch einen Moment im abgewürgten Motor, der leise Wärme abgab wie ein Tier, das sich aus einer Umarmung löst. Der Matsch hatte die zähflüssige Geduld von etwas, das Zeit hat und das weiß, und er schluckte ihre Schritte mit einer Beiläufigkeit, die Maeve als persönlich empfand. Das Haus stand im Dunkel, nur ein einziges Fenster oben brannte, und das Kerzenlicht, das sich auf der Wasseroberfläche vor der Tür spiegelte, hatte etwas Unschlüssiges, als wüsste es selbst nicht, ob es Wärme oder Warnung signalisieren sollte. Declan stand in der Tür, noch bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er in dieser Nacht ohnehin nicht schlafen konnte – beides hätte sie nicht überrascht. „Du hättest früher fahren können", sagte er, und in diesem Satz lag alles: kein Vorwurf, keine Erleichterung, nur die stille Abrechnung von jemandem, der sich das Rechnen schon lange abgewöhnt hat. Sie umarmten sich auf die Art, die sich über Jahrzehnte einschleift, wenn das Gefühl zu groß ist und der Körper gelernt hat, damit umzugehen – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir stehen noch, das haben wir schon festgestellt, reden wir weiter. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im flackernden Kerzenschein eine fast beunruhigende Schönheit hatte, die Art von Schönheit, der man misstraut, weil man weiß, was darunter liegt. Das Notizbuch ihres Vaters trieb auf der Oberfläche, aufgeblättert und aufgequollen, die Handschrift zu grauen Wolken verlaufen, die an nichts Konkretes mehr erinnerten – oder vielleicht gerade deshalb an alles. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne hineinzusehen, weil manche Objekte zunächst als Gewicht getragen werden müssen, bevor man sie wirklich betrachten kann. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, die Hände übereinandergelegt mit einer Stille, die keine Erschöpfung war, sondern eine Art beschlossene Ruhe, die Maeve immer an Wasser erinnert hatte, das tief genug ist, um ruhig zu sein. „Ich zähle die Flaschen unten", sagte Bridie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe – das sind jetzt achtundsechzig, falls du mitgezählt hast." Maeve setzte sich auf die Armlehne des Sessels und legte die Hand auf die der Mutter, die sich kühl anfühlte und trocken wie Papier, das schon lange gelesen wurde. Dann rief Declan von unten, weil die Kommode noch stand und das Wasser nicht auf Sentimentalität wartete, und das war das Ende der stillen Szene. Das Schleppen der Kommode war mühselig auf eine Weise, die fast komisch war – das Ding hatte den entschlossenen Eigensinn alter Möbel, die sich entschieden haben, dass sie sich nicht mehr bewegen lassen –, und Declan fluchte auf Irisch, was er für weniger gotteslästerlich hielt als auf Englisch, obwohl Bridie beides hörte und beide Sprachen verstand. Als sie das Ding oben abstellten und Maeve die Stirn gegen das kühle Holz lehnte, lachten sie beide, weil Lachen manchmal das Einzige ist, das die Erschöpfung nicht beleidigt. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen schweigenden Kette durch den Regen, und in der Dunkelheit hatte das etwas fast Rituelles, als gehörte es zu einem Brauch, dessen Bedeutung man nicht mehr kennt, den man aber trotzdem vollzieht, weil er der Nacht eine Ordnung gibt. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil Nächte wie diese keine Einladungen versenden und keine Protokolle führen. Aoife, siebzig und seit vierzig Jahren Nachbarin, schaufelte Erde in Säcke mit einer Akkuratesse, die Maeve beschämte, und schaute dabei kaum auf. „Ich hab dich seit zwei Jahren nicht gesehen", sagte Aoife, in einem Ton, der weder anklagend noch herzlich war, sondern einfach präzise. Die Arbeit hatte die schweigende Würde von etwas, das getan werden muss und das keine Begleitung braucht, und Maeve empfand nach einer Weile etwas, das sie nicht gleich einordnen konnte – eine Art körperlicher Klarheit, die entsteht, wenn der Verstand aufhört, sich selbst zu kommentieren. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, mit einer Abruptheit, als wäre eine Entscheidung gefallen, und diese Pause hatte etwas fast Souveränes, als wäre das Wasser kein Naturereignis, sondern ein Akteur, der sich kurz besinnt. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und streckte ihr die Hand herunter – eine Geste ohne Erklärung, die keine brauchte. Von dort oben lag die gesamte Transformation offen: der Hof ein schwarzer Spiegel, in dem nichts sich spiegelte außer dem Himmel, die Birken am Ufer versunken bis zur Hälfte ihrer Stämme, die Felder dahinter ohne erkennbare Grenze zwischen dem, was Boden gewesen war, und dem, was Luft sein sollte. „Ich bin dort lang zur Schule gegangen", sagte Maeve, obwohl der Weg unter Wasser lag und sie selbst wusste, dass sie nicht über den Weg sprach. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesen zwei Wörtern lag die gesamte Asymmetrie ihrer Kindheit – er hatte alles behalten, sie hatte alles mitgenommen, und keines von beiden war ein Fehler. Er zog eine Plastikflasche aus der Jackentasche, und der Whiskey war von der Sorte, die man nicht beschreibt, weil der Moment wichtiger ist als der Geschmack. Die Flasche kreiste zwischen ihnen mit der ruhigen Regelmäßigkeit eines alten Rituals, und die Nacht legte sich um sie wie etwas, das nicht beendet werden will. „Ich habe mich immer gefragt", sagte Maeve schließlich, und dann ließ sie den Satz eine Weile stehen, bevor sie ihn vollendete, „ob du je einen Moment hattest, in dem du verstanden hast, warum du geblieben bist." Declan schwieg auf eine Art, die keine Verlegenheit war, sondern Sorgfalt, die Sorgfalt von jemandem, der gelernt hat, dass manche Fragen keine schnellen Antworten vertragen. „Das setzt voraus", sagte er schließlich, „dass Bleiben eine Entscheidung war, die man hätte anders treffen können – aber ich glaube, manche Menschen sind einfach von einer bestimmten Art Boden." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, das Dorf im Rückspiegel kleiner werden lassend, überzeugt, dass Distanz dasselbe sei wie Freiheit, und dass beides dasselbe sei wie Ankommen. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. Declan nahm die Flasche, trank, und dann sagte er, ohne sie anzusehen: „Du bist fertig. Aber das bedeutet nur, dass du weißt, wo du herkommst – nicht, dass du aufgehört hast, hierherzugehören." Der Regen setzte wieder ein, mit einer Zurückhaltung, die beinahe höflich wirkte, als hätte er das Gespräch abgewartet. Sie saßen noch lange auf dem Dach, die Flasche zwischen ihnen, das Wasser unter ihnen, und Maeve spürte, wie etwas, das sie lange für Abgeschlossenheit gehalten hatte, sich als etwas anderes herausstellte – als eine Art offene Rechnung, die keine Begleichung verlangte, sondern nur gelegentliche Aufmerksamkeit. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, wenig, aber mit einer Entschiedenheit, die wirkte wie ein Versprechen ohne Garantie. Bridie stand am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete den Schlamm im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve erst jetzt, nach all den Jahren, als das erkannte, was sie immer gewesen war: nicht Gleichmut, sondern eine sehr alte Form von Ausdauer. Sie schaufelten zu zweit, schweigend, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte, wie Atemzüge sich einstellen, ohne dass man es entscheidet. Am frühen Nachmittag zog Maeve den Koffer aus dem Schlamm, wischte ihn mit einem bereits verlorenen Handtuch ab und stellte ihn ans Auto, und diese kleine Handlung hatte etwas Endgültiges, das sie selbst nicht gemeint hatte. Declan stand in der Tür, die Schulter am Rahmen, und beobachtete das mit einer Stille, die keine Gleichgültigkeit war, sondern die besondere Aufmerksamkeit von jemandem, der sich etwas einprägt. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, in dem vollen Bewusstsein, dass sie log, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste, und das machte die Lüge zu einer Art Vereinbarung. Bridie winkte einmal, ohne Theatralik, ein kleines, ruhiges Winken vom Fenster, das mehr Inhalt hatte als die meisten Umarmungen. Das Radio im Auto spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und Maeve ließ es laufen, auch als es anfing wehzutun, weil manche Dinge nur vollständig sind, wenn man sie bis zum Ende hält. Im Rückspiegel stand Declan in der offenen Tür, das Gesicht dem Regen zugewandt, als wäre das eine Wahl und nicht nur eine Haltung – vielleicht war es beides. Sie fuhr langsam, weil die Straße noch halb überschwemmt war, aber auch weil sie das Bild im Spiegel eine Weile länger behalten wollte, bevor die Kurve es nahm. Das Wasser war nicht vorbei, und die nächste Flut würde kommen, mit derselben sachlichen Unausweichlichkeit wie diese, und Maeve würde wieder fahren, das stand jetzt fest, mit einem Koffer, der zu leicht war für eine Woche und zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen, und vielleicht war das die einzige Art von Fertigsein, die in der Welt wirklich gilt. 4k62kh16i0ij4pyztvaou7fe4mfbcsr 1085378 1085377 2026-05-10T19:38:20Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 /* 88 */ 1085378 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 5 a - ungarisch deutsch == 81 == 1 -------------------- :A kis templom - Der kleine Tempel :1. Yuki huszonnyolc éves. - Yuki ist achtundzwanzig Jahre alt. :2. Egy könyvesboltban dolgozik. - Sie arbeitet in einer Buchhandlung. :3. Ma vonattal utazik. - Heute fährt sie mit dem Zug. :4. Az úti cél egy kis templom. - Das Ziel ist ein kleiner Tempel. :5. Ott élt régen a nagyanyja. - Dort hat ihre Großmutter früher gelebt. :6. A nagyanya három éve halott. - Die Großmutter ist seit drei Jahren tot. :7. Yuki régóta nem látogatta meg a kertet. - Yuki hat den Garten lange nicht besucht. :8. A vonat megáll egy kis állomáson. - Der Zug hält an einer kleinen Station. :9. Yuki leszáll, és gyalog megy tovább. - Yuki steigt aus und geht zu Fuß. :10. Az út keskeny és csendes. - Der Weg ist schmal und still. :11. Hamarosan ott áll a régi kapu előtt. - Bald steht sie vor dem alten Tor. :12. A fa szürke és mállott. - Das Holz ist grau und verwittert. :13. Leveszi a cipőjét. - Sie zieht ihre Schuhe aus. :14. A kövek hidegek és nedvesek. - Die Steine sind kalt und nass. :15. Az előző éjszaka esője még ott fekszik a mohán. - Der Regen der letzten Nacht liegt noch auf dem Moos. :16. Yuki lassan a tóhoz megy. - Yuki geht langsam zum Teich. :17. A víz sötét és zavaros. - Das Wasser ist dunkel und trüb. :18. Régen itt színes koi-pontyok voltak. - Früher waren hier bunte Koi-Karpfen. :19. Most csak egyetlen levél úszik a vízen. - Jetzt schwimmt nur ein einzelnes Blatt auf dem Wasser. :20. Yuki sokáig nézi a tavat. - Yuki schaut lange auf den Teich. :21. Nem mond semmit. - Sie sagt nichts. :22. Aztán halk zajt hall. - Dann hört sie ein leises Geräusch. :23. Egy öregember ül egy fapadon. - Ein alter Mann sitzt auf einer Holzbank. :24. A neve Nao. - Sein Name ist Nao. :25. Nao régen a templom kertésze volt. - Nao war früher der Gärtner des Tempels. :26. Körülbelül hetvenöt éves. - Er ist ungefähr fünfundsiebzig Jahre alt. :27. Egy seprű támaszkodik mellette a padnak. - Ein Besen lehnt neben ihm an der Bank. :28. Nao Yukira néz. - Nao sieht Yuki an. :29. Egy szót sem szól. - Er sagt kein Wort. :30. Csak egyszer bólint, egészen enyhén. - Er nickt nur einmal, ganz leicht. :31. Yuki odamegy a padhoz, és leül. - Yuki geht zur Bank und setzt sich. :32. Nem ül túl közel. - Sie setzt sich nicht zu nah. :33. Ketten csendben ülnek egymás mellett. - Die beiden sitzen still nebeneinander. :34. Egy szitakötő repül át a tó fölött. - Eine Libelle fliegt über den Teich. :35. Leszáll egy régi tavirózsaszárra. - Sie setzt sich auf einen alten Seerosenschaft. :36. Nao végighúzza az ujját a pad érdes fáján. - Nao streicht mit dem Finger über das raue Holz der Bank. :37. Ez régi szokás. - Es ist eine alte Gewohnheit. :38. Yuki a nagyanyjára gondol. - Yuki denkt an ihre Großmutter. :39. A tea és a nedves fű illatára gondol. - Sie denkt an den Geruch von Tee und nassem Gras. :40. Aztán esni kezd. - Dann beginnt es zu regnen. :41. Először csak néhány csepp hullik. - Zuerst sind es nur wenige Tropfen. :42. Aztán erősebben esik. - Dann regnet es stärker. :43. Yuki és Nao gyorsan felállnak. - Yuki und Nao stehen schnell auf. :44. Befutnak a kis teaház teteje alá. - Sie laufen unter das Dach des kleinen Teehauses. :45. A tető régi cserepekből van. - Das Dach ist aus alten Ziegeln. :46. Az eső hangosan dobol rajta. - Der Regen prasselt laut darauf. :47. Yuki meglát egy kis bambuszkutat. - Yuki sieht einen kleinen Bambus-Brunnen. :48. A víz cseppről cseppre hullik egy kőre. - Das Wasser fällt tropf für tropf auf einen Stein. :49. A követ moha borítja. - Der Stein ist mit Moos bedeckt. :50. Nao lehunyja a szemét. - Nao schließt die Augen. :51. Nyugodtan lélegzik. - Er atmet ruhig. :52. Yuki nem mond semmit, és Nao sem mond semmit. - Yuki sagt nichts, und Nao sagt auch nichts. :53. Nincs mit mondani. - Es gibt nichts zu sagen. :54. Egy idő után eláll az eső. - Nach einer Weile hört der Regen auf. :55. Gyenge fény tör át a felhőkön. - Ein schwaches Licht kommt durch die Wolken. :56. A nedves moha most zölden felragyog a kőfalon. - Das nasse Moos leuchtet jetzt grün auf der Steinmauer. :57. Yuki feláll. - Yuki steht auf. :58. Enyhén meghajol az öregember előtt. - Sie verbeugt sich leicht vor dem alten Mann. :59. Nao kinyitja a szemét. - Nao öffnet die Augen. :60. Halkan azt mondja: „A pontyok nem haltak meg.” - Er sagt leise: „Die Karpfen sind nicht tot." :61. Yuki ránéz. - Yuki schaut ihn an. :62. Nao azt mondja: „Csak alszanak az iszap alatt.” - Nao sagt: „Sie schlafen nur unter dem Schlamm." :63. Yuki bólint. - Yuki nickt. :64. Megfordul, és elindul. - Sie dreht sich um und geht. :65. A kapuhoz visszavezető út csendes. - Der Weg zurück zum Tor ist still. :66. Nem fordul vissza. - Sie dreht sich nicht um. :67. Nao a padon ülve marad. - Nao bleibt auf der Bank sitzen. :68. A zavaros vizet nézi. - Er schaut auf das trübe Wasser. :69. Yuki átmegy a régi kapun. - Yuki geht durch das alte Tor. :70. Újra felveszi a cipőjét. - Sie zieht ihre Schuhe wieder an. :71. A vonat hamarosan indul. - Der Zug fährt bald. :72. Lassan megy az állomás felé. - Sie geht langsam zur Station. :73. A szívében nyugalom van, de üresség is. - Im Herzen ist es ruhig, aber auch leer. :74. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. -------------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki ismeri a templomhoz vezető utat, bár régóta nem járt rajta. - Yuki kennt den Weg zum Tempel, obwohl sie ihn lange nicht gegangen ist. :2. Három év telt el azóta, hogy a nagyanyja meghalt. - Drei Jahre sind vergangen, seit ihre Großmutter gestorben ist. :3. A reggel hűvös, és a levegő nedves föld illatát hordozza. - Der Morgen ist kühl, und die Luft riecht nach feuchter Erde. :4. Yuki sötét kabátot visel, és egy kis táskát tart a kezében. - Yuki trägt eine dunkle Jacke und hält eine kleine Tasche in der Hand. :5. Amikor eléri a mállott fakaput, rövid időre megáll. - Als sie das verwitterte Holztor erreicht, bleibt sie kurz stehen. :6. Ráteszi a kezét a régi fára, amely hidegnek és érdesnek érződik. - Sie legt die Hand auf das alte Holz, das sich kalt und rau anfühlt. :7. Aztán leveszi a cipőjét, mert itt ez a szokás. - Dann zieht sie die Schuhe aus, weil das hier so der Brauch ist. :8. A mohával benőtt kövek még nedvesek az előző éjszaka esőjétől. - Die moosbewachsenen Steine sind noch nass vom Regen der letzten Nacht. :9. Yuki lassan megy, mert nem tudja, mit kellene éreznie. - Yuki geht langsam, weil sie nicht weiß, was sie fühlen soll. :10. A kert másképp néz ki, mint az emlékeiben. - Der Garten sieht anders aus als in ihrer Erinnerung. :11. A bokrok vadabbak lettek, és a fű a kövek között nő. - Die Büsche sind wilder geworden, und das Gras wächst zwischen den Steinen. :12. A keskeny út végén ott fekszik a tó, sötéten és csendesen. - Am Ende des schmalen Weges liegt der Teich, dunkel und still. :13. A víz zöldes színű, majdnem olyan, mint a régi üveg. - Das Wasser hat eine grünliche Farbe, fast wie altes Glas. :14. Yuki emlékszik rá, hogy régen sok koi-ponty úszott itt. - Yuki erinnert sich, dass hier früher viele Koi-Karpfen geschwommen sind. :15. Most csak egyetlen levél látható a felszínen. - Jetzt ist nur ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche zu sehen. :16. Leguggol a partra, és sokáig nézi a zavaros vizet. - Sie hockt sich ans Ufer und schaut lange in das trübe Wasser. :17. Egy halk zajtól felnéz. - Ein leises Geräusch lässt sie aufblicken. :18. Egy régi fapadon egy férfi ül, aki nagyon öregnek és nagyon nyugodtnak tűnik. - Auf einer alten Holzbank sitzt ein Mann, der sehr alt und sehr ruhig wirkt. :19. A neve Nao, és sok éven át ennek a templomnak a kertésze volt. - Sein Name ist Nao, und er war viele Jahre lang der Gärtner dieses Tempels. :20. A mellette lévő seprű a padnak támaszkodik, mintha mindjárt használni kellene. - Der Besen neben ihm lehnt gegen die Bank, als ob er gleich benutzt werden soll. :21. Nao Yuki felé fordítja a fejét, de egyetlen szót sem mond. - Nao dreht den Kopf zu Yuki, sagt aber kein einziges Wort. :22. Csak egyszer bólint, és ez elég üdvözlésnek. - Er nickt nur einmal, und das reicht als Begrüßung. :23. Yuki odamegy a padhoz, és némi távolsággal leül mellé. - Yuki geht zur Bank und setzt sich mit etwas Abstand neben ihn. :24. Nem tudja, miért ül le, de helyesnek érzi. - Sie weiß nicht, warum sie sich setzt, aber es fühlt sich richtig an. :25. Egy szitakötő jelenik meg a víz fölött, és leszáll egy régi tavirózsaszárra. - Eine Libelle erscheint über dem Wasser und landet auf einem alten Seerosenschaft. :26. Nao a hüvelykujjával újra meg újra végigsimít a pad háttámlájának érdes fáján. - Nao streicht mit dem Daumen über das raue Holz der Banklehne, immer wieder. :27. Yuki figyeli ezt a mozdulatot, és arra gondol, hogy ezt már ezerszer megtette. - Yuki beobachtet diese Geste und denkt, dass er das schon tausendmal getan hat. :28. A nagyanyjára gondol, aki gyakran ült itt, és teát ivott. - Sie denkt an ihre Großmutter, die hier oft gesessen und Tee getrunken hat. :29. A kép világos, de a benne lévő személy hiányzik. - Das Bild ist klar, aber die Person darin fehlt. :30. Hosszú szünet után halk eső kezdődik. - Nach einer langen Pause beginnt ein leiser Regen. :31. Az első cseppek alig hallhatóan hullanak a levelekre. - Die ersten Tropfen fallen kaum hörbar auf die Blätter. :32. Aztán az eső erősebb lesz, és Yuki gyorsan feláll. - Dann wird der Regen stärker, und Yuki steht schnell auf. :33. Nao lassan áll fel, mert a térdei már nem működnek olyan jól. - Nao steht langsam auf, weil seine Knie nicht mehr so gut mitspielen. :34. Együtt mennek a kis teaház kiugró teteje alá. - Sie gehen zusammen unter das überhängende Dach des kleinen Teehauses. :35. A tető sötét cserepekből van, és az eső úgy hangzik rajta, mint a dobszó. - Das Dach ist aus dunklen Ziegeln, und der Regen klingt darauf wie Trommelschläge. :36. Yuki a tető széléhez áll, és a kertbe néz. - Yuki stellt sich an den Rand des Dachs und schaut in den Garten. :37. Egy bambuszkút vizet merít, és egy mohával benőtt kőre ejti. - Ein Bambus-Brunnen schöpft Wasser und lässt es in einen bemoosten Stein fallen. :38. Csepp. Szünet. Csepp. - Tropf. Pause. Tropf. :39. A hang egyenletes és valahogy megnyugtató. - Das Geräusch ist gleichmäßig und irgendwie beruhigend. :40. Nao háttal a teaház falának támaszkodik, és lehunyja a szemét. - Nao lehnt mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses und schließt die Augen. :41. Mélyen és szabályosan lélegzik, mintha aludna. - Er atmet tief und regelmäßig, als ob er schläft. :42. Yuki ránéz, és azon töpreng, hány záport élt már át itt. - Yuki schaut ihn an und fragt sich, wie viele Regengusse er hier schon erlebt hat. :43. Úgy tűnik, itt lassabban folyik az idő, mint a városban. - Die Zeit scheint hier langsamer zu fließen als in der Stadt. :44. Yuki a könyvesboltban töltött mindennapjaira gondol, a polcokra és a pénztári blokkokra. - Yuki denkt an ihren Alltag in der Buchhandlung, an Regale und Kassenzettel. :45. Mindez távolinak tűnik, mintha egy másik élethez tartozna. - Das alles wirkt weit weg, als ob es zu einem anderen Leben gehört. :46. Az eső megtölti a kövek közötti kis mélyedéseket. - Der Regen füllt die kleinen Vertiefungen zwischen den Steinen. :47. A moha lassan és hangtalanul magába szívja a vizet. - Das Moos nimmt das Wasser auf, langsam und lautlos. :48. Yuki arra gondol: a veszteséggel is így van ez. - Yuki denkt: So ist das mit dem Verlust auch. :49. Nem egyszerre jön, hanem beszivárog, cseppről cseppre. - Er kommt nicht auf einmal, sondern sickert ein, Tropfen für Tropfen. :50. Aztán éppolyan hirtelen, ahogy elkezdődött, eláll az eső. - Dann, genauso plötzlich wie er begonnen hat, hört der Regen auf. :51. A felhők között keskeny fénycsík tör át. - Zwischen den Wolken bricht ein schmaler Streifen Licht hindurch. :52. A régi kőfalon a nedves moha mély zölden ragyog. - Das nasse Moos auf der alten Steinmauer leuchtet in einem tiefen Grün. :53. Yuki szépnek találja, bár nem tudja, miért. - Yuki findet, dass es schön ist, obwohl sie nicht weiß, warum. :54. Megfordul Nao felé, aki most már kinyitotta a szemét. - Sie dreht sich zu Nao um, der die Augen jetzt geöffnet hat. :55. Enyhén meghajol, ahogy illik. - Sie verbeugt sich leicht, wie es sich gehört. :56. Nao ránéz, és nyugodt hangon azt mondja: „A pontyok nem mentek el.” - Nao sieht sie an und sagt mit ruhiger Stimme: „Die Karpfen sind nicht fort." :57. Yuki vár, mert érzi, hogy még jön valami. - Yuki wartet, weil sie spürt, dass noch etwas kommt. :58. „Lent fekszenek az iszapban, és várják a tavaszt.” - „Sie liegen unten im Schlamm und warten auf den Frühling." :59. Yuki bólint, bár nem biztos benne, hogy Nao csak a halakról beszél. - Yuki nickt, obwohl sie nicht sicher ist, ob er nur von den Fischen spricht. :60. Fogja a táskáját, és visszamegy az úton a kapu felé. - Sie nimmt ihre Tasche und geht den Weg zurück zum Tor. :61. A kövek a lába alatt még hidegek és csúszósak. - Die Steine unter ihren Füßen sind noch kalt und glitschig. :62. Nem fordul meg, de hallja, hogy Nao újra leül a padra. - Sie dreht sich nicht um, aber sie hört, dass Nao sich wieder auf die Bank setzt. :63. A kapunál felveszi a cipőjét, és egyszer visszanéz a kertbe. - Am Tor zieht sie die Schuhe an und schaut einmal zurück in den Garten. :64. A tó csendesen fekszik ott, a zavaros víz gyengén csillog a fényben. - Der Teich liegt still da, das trübe Wasser glänzt im schwachen Licht. :65. Yuki kifújja a levegőt, és elindul. - Yuki atmet aus und geht. :66. Az állomáshoz vezető út rövid, és a vonat hamarosan jön. - Der Weg zur Station ist kurz, und der Zug kommt bald. :67. A vonaton az ablaknál ül, és az elsuhanó mezőket nézi. - Im Zug sitzt sie am Fenster und schaut auf die vorbeiziehenden Felder. :68. Nem gondol a nagyanyjára, de valahogy mégis érzi őt. - Sie denkt nicht an ihre Großmutter, aber sie fühlt sie irgendwie trotzdem. :69. Az üresség ott van, de már nem nyom olyan nehezen. - Die Leere ist da, aber sie drückt nicht mehr so schwer. :70. A víz egészen magától folyik át a mohán. - Das Wasser fließt durch das Moos, ganz von allein. ---------------------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki nem felejtette el a templomhoz vezető utat, bár három éve nem járt már rajta. - Yuki hatte den Weg zum Tempel nicht vergessen, obwohl sie ihn seit drei Jahren nicht mehr gegangen war. :2. Ismert minden követ, minden kanyart, minden szagot – és éppen ez tette olyan nehézzé az első lépést. - Sie kannte jeden Stein, jede Biegung, jeden Geruch – und genau das machte den ersten Schritt so schwer. :3. A reggel még félig sötétben feküdt, amikor leszállt a vonatról, és beszívta a kora őszi hűvös levegőt. - Der Morgen lag noch halb im Dunkel, als sie aus dem Zug stieg und die kühle Luft des frühen Herbstes einatmete. :4. Nedves lomb illata volt a levegőben, és valamié, amit nem tudott megnevezni, ami azonban azonnal visszavitte őt. - Es roch nach nassem Laub und nach etwas, das sie nicht benennen konnte, das sie aber sofort zurückbrachte. :5. A megviselt fakapunál megállt, nem azért, mert habozott, hanem mert a pillanat ezt kívánta. - Am verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht weil sie zögerte, sondern weil der Moment es verlangte. :6. A fa szürkébb lett, érdesebb, és magán hordta több olyan tél nyomát, amely nélküle múlt el. - Das Holz war grauer geworden, rauer, und trug die Spuren mehrerer Winter, die ohne sie vergangen waren. :7. Levetette a cipőjét, rendesen egymás mellé állította őket, és rálépett az előtte lévő mohával benőtt kőre. - Sie zog die Schuhe aus, stellte sie ordentlich nebeneinander und trat auf den moosbewachsenen Stein davor. :8. A hideg azonnal áthatolt a vékony zoknin, és Yuki egy ideig hagyta ott állni, anélkül hogy továbbment volna. - Die Kälte drang sofort durch die dünnen Socken, und Yuki ließ sie eine Weile stehen, ohne weiterzugehen. :9. A kert megváltozott, de nem úgy, ahogy a dolgok akkor változnak meg, ha valaki elhanyagolja őket. - Der Garten hatte sich verändert, aber nicht so, wie Dinge sich verändern, wenn jemand sie vernachlässigt. :10. Inkább úgy hatott, mint valaki, aki felhagyott azzal, hogy tartást vegyen fel, és most egyszerűen elengedi magát. - Er wirkte eher wie jemand, der aufgehört hat, eine Haltung einzunehmen, und sich nun einfach gehen lässt. :11. A bokrok elvesztették formájukat, a fű kinőtt a régi kőlapok fugái között, és senki sem szorította vissza. - Die Büsche hatten ihre Form verloren, das Gras wuchs zwischen den Fugen der alten Steinplatten, und niemand hatte es zurückgedrängt. :12. Yuki követte a keskeny ösvényt, amely még felismerhető volt, de amelyet hamarosan a szélek felől elnyeléssel fenyegetett a növényzet. - Yuki folgte dem schmalen Pfad, der noch erkennbar war, aber bald von den Rändern her aufgefressen zu werden drohte. :13. Az út végén ott feküdt a tó, és kisebb volt, mint amilyennek emlékezetében élt. - Am Ende des Weges lag der Teich, und er war kleiner, als sie ihn in Erinnerung hatte. :14. A víz sötétzöld színű volt, majdnem olyan, mint a tinta, és a felszíne alig mozdult. - Das Wasser hatte eine dunkelgrüne Farbe, fast wie Tinte, und die Oberfläche bewegte sich kaum. :15. Eszébe jutottak a koi pontyok, amelyek régebben élénk narancsszínben siklottak át alatta, mint élő lángok. - Sie erinnerte sich an die Koi-Karpfen, die früher in leuchtenden Orangetönen darunter hindurchgeglitten waren wie lebende Flammen. :16. Most egyetlen, félig lebomlott levél sodródott a vízen, és különben semmi. - Jetzt trieb ein einzelnes, halb zersetztes Blatt auf dem Wasser, und sonst war nichts. :17. Yuki leguggolt a part mellé, karját a térde köré fonta, és a vízbe meredt, anélkül hogy bármit keresett volna. - Yuki hockte sich ans Ufer, die Arme um die Knie geschlungen, und starrte in das Wasser, ohne etwas zu suchen. :18. Olyan sokáig ült így, hogy a lábai bizseregni kezdtek, de nem állt fel. - Sie saß so lange, dass ihre Beine kribbeln anfingen, aber sie stand nicht auf. :19. Akkor halk fakaparászást hallott maga mögött, ahogy fa súrlódik kövön. - Dann hörte sie hinter sich das leise Scharren von Holz auf Stein. :20. Egy padon, amely az évek súlya alatt kissé ferdén állt, egy öreg férfi ült. - Auf einer Bank, die unter dem Gewicht der Jahre leicht schief stand, saß ein alter Mann. :21. Nao körülbelül hetvenöt éves volt, talán idősebb, és egyszerű munkakabátot viselt, amely már sok nyarat látott. - Nao war ungefähr fünfundsiebzig, vielleicht älter, und trug eine schlichte Arbeitsjacke, die schon viele Sommer gesehen hatte. :22. A mellette álló seprűt nem egyszerűen letették, hanem olyan magától értetődően támaszkodott ott, mintha mindig is ott állt volna. - Der Besen neben ihm war nicht einfach abgestellt worden, sondern lehnte mit einer Selbstverständlichkeit dort, als hätte er dort immer gestanden. :23. Nao a fejét felé fordította, anélkül hogy a testét megmozdította volna, és olyan tekintettel nézett rá, amely sem kérdező, sem üdvözlő nem volt. - Nao drehte den Kopf zu ihr, ohne seinen Körper zu bewegen, und sah sie mit einem Blick an, der weder fragend noch begrüßend war. :24. Egyszer bólintott, egészen röviden, Yuki pedig visszabólintott, és ezzel minden szükséges elhangzott. - Er nickte einmal, ganz knapp, und Yuki nickte zurück, und damit war alles Notwendige gesagt. :25. Felállt, és némi távolsággal mellé ült, mert a helyzet így kívánta, nem azért, mert társaságot keresett. - Sie stand auf und setzte sich mit etwas Abstand neben ihn, weil die Situation es so wollte, nicht weil sie Gesellschaft suchte. :26. A tó fölött megjelent egy szitakötő, amely olyan mozdulatlanul függött a levegőben, mintha odafestették volna. - Über dem Teich erschien eine Libelle, die so still in der Luft hing, als wäre sie aufgemalt. :27. Leszállt egy régi tavirózsa szárára, amely úgy állt ki a vízből, mint egy megmaradt gondolat. - Sie landete auf einem alten Seerosenschaft, der aus dem Wasser ragte wie ein übrig gebliebener Gedanke. :28. Nao hüvelykujjával végigsimított a pad érdes fatámláján, mindig ugyanabba az irányba, mindig ugyanazon a helyen. - Nao fuhr mit dem Daumen über die raue Holzlehne der Bank, immer in derselben Richtung, immer dieselbe Stelle. :29. Yuki nézte a kezét, és arra gondolt, hogy a fa és a bőr hosszú idő után hasonlóvá válik. - Yuki betrachtete seine Hand und dachte, dass Holz und Haut sich nach langer Zeit ähnlich werden. :30. A nagyanyjára gondolt, aki itt ült, teát ivott, és soha nem magyarázott sokat. - Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen hatte, Tee getrunken und nie viel erklärt hatte. :31. A nagyanyja úgy tudott dolgokat, hogy nem beszélt róluk, és ez Yukit gyerekként néha kétségbeesésbe kergette. - Ihre Großmutter hatte Dinge gewusst, ohne darüber zu sprechen, und das hatte Yuki als Kind manchmal zur Verzweiflung gebracht. :32. Most már jobban értette ezt, még ha az értés már semmit sem használt. - Jetzt verstand sie es besser, auch wenn das Verstehen nichts mehr nützte. :33. Halk eső kezdődött, olyan tétován, mintha nem volna biztos benne, szívesen látják-e. - Ein leiser Regen begann, so zögerlich, als ob er sich nicht sicher war, ob er willkommen wäre. :34. Az első cseppek hangtalanul eltűntek a mohában, aztán a vízen, aztán egyszerre mindenütt. - Die ersten Tropfen verschwanden lautlos im Moos, dann auf dem Wasser, dann überall gleichzeitig. :35. Yuki ülve maradt, amíg az eső sűrűbbé nem vált, és a haja tapadni nem kezdett. - Yuki blieb sitzen, bis der Regen dichter wurde und ihr Haar zu kleben begann. :36. Nao felállt, lassan, egy olyan ember megfontolt gondosságával, aki jól ismeri és tiszteli a testét. - Nao stand auf, langsam, mit der bedächtigen Sorgfalt eines Menschen, der seinen Körper gut kennt und respektiert. :37. Együtt mentek a teaház teteje alá, anélkül hogy egy szót is vesztegettek volna arra, hogy ezt teszik. - Sie gingen zusammen unter das Dach des Teehauses, ohne ein Wort darüber zu verlieren, dass sie es taten. :38. A régi cserepekből álló tető hangosan fogadta az esőt, és ez a zaj kitöltötte a köztük lévő teret. - Das Dach aus alten Ziegeln nahm den Regen laut auf, und dieses Geräusch füllte den Raum zwischen ihnen. :39. Yuki a tető szélén állt, egy lépésnyire az esőtől, és a bambusz szökőkútra nézett. - Yuki stand am Rand des Dachs, einen Schritt vom Regen entfernt, und schaute auf den Bambus-Brunnen. :40. A víz egyenletes időközönként hullott egy mohás kőre, beszivárgott a mélyedésekbe, eltűnt. - Das Wasser fiel in gleichmäßigen Abständen auf einen bemoosten Stein, sickerte in die Vertiefungen, verschwand. :41. Csepp. Csend. Csepp. - Tropf. Stille. Tropf. :42. Nao háttal a fafalnak támaszkodott, és lehunyta a szemét, mintha az eső olyan zene volna, amelyet kívülről ismer. - Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand und schloss die Augen, als ob der Regen eine Musik wäre, die er auswendig kannte. :43. Yuki azon töprengett, hány esőzést élt át itt, hány embert látott jönni és menni. - Yuki überlegte, wie viele Regengusse er hier erlebt hatte, wie viele Menschen er hatte kommen und gehen sehen. :44. A saját városára gondolt, a zajra és a fényre, amely éjszaka sem szűnt meg. - Sie dachte an ihre eigene Stadt, an den Lärm und das Licht, das nachts nicht aufhörte. :45. Itt még az eső is lassabban hullani látszott, mintha volna ideje. - Hier schien selbst der Regen langsamer zu fallen, als ob er Zeit hatte. :46. A nagyanyja gondolata nem képként jött, hanem súlyként – nem fájdalmasan, csak jelenlévőn. - Der Gedanke an ihre Großmutter kam nicht als Bild, sondern als Gewicht – nicht schmerzhaft, nur vorhanden. :47. Yuki észrevette, hogy a fájdalom, amelynek érzésére számított, nem jelentkezett. - Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte zu fühlen, sich nicht eingestellt hatte. :48. Helyette volt ott valami nyugodtabb, amit még nem tudott megnevezni, és ami egyelőre békén hagyta őt. - Stattdessen war da etwas Ruhigeres, das sie noch nicht benennen konnte und das sie vorerst in Ruhe ließ. :49. A kőfal mohája itta a vizet, amely vékony erekben folyt le rajta, sietség és veszteség nélkül. - Das Moos an der Steinmauer trank das Wasser, das in dünnen Rinnsalen daran hinablief, ohne Eile und ohne Verlust. :50. Így van ez, gondolta Yuki, de nem mondta ki. - So ist das, dachte Yuki, aber sie sprach es nicht aus. :51. Az eső elállt, és az utána következő hallgatás más minőségű volt, mint az előtte lévő hallgatás. - Der Regen hörte auf, und das Schweigen danach war von anderer Qualität als das Schweigen davor. :52. Halvány fény tört át a szétúszó felhőkön, és ferdén esett a nedves kőfalra. - Ein schwaches Licht brach durch die auseinandertreibenden Wolken und fiel schräg auf die nasse Steinmauer. :53. A moha olyan zöldben ragyogott, amilyet Yuki így még nem látott, bár már gyakran láthatta volna. - Das Moos leuchtete in einem Grün, das Yuki so noch nicht gesehen hatte, obwohl sie es schon oft hätte sehen können. :54. Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és nyugodtan nézett rá. - Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ruhig ansah. :55. Yuki meghajolt, mert ez volt a helyes, még ha pontosan nem is tudta volna megmagyarázni, miért. - Yuki verbeugte sich, weil es das Richtige war, auch wenn sie nicht genau erklären hätte können, wofür. :56. Nao ránézett, és hangsúly nélkül, sietség nélkül azt mondta: „A pontyok nem tűntek el.” - Nao sah sie an und sagte, ohne Betonung und ohne Eile: „Die Karpfen sind nicht verschwunden." :57. Yuki várt, mert érezte, hogy ez még nem minden. - Yuki wartete, weil sie spürte, dass das nicht alles war. :58. „Az iszapban fekszenek a fenéken, és várják, hogy újra melegebb legyen.” - „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten, bis es wieder wärmer wird." :59. Úgy mondta ezt, mintha egy ismert és aggodalomra okot nem adó tényt közölne. - Er sagte es so, als ob er eine Tatsache mitteilte, die bekannt und unbesorgniserregend war. :60. Yuki bólintott, és arra gondolt, hogy valószínűleg nemcsak a halakról beszélt – vagy talán mégis csak róluk, és ez elég volt. - Yuki nickte und dachte, dass er wahrscheinlich nicht nur von den Fischen sprach – oder vielleicht doch nur von ihnen, und das reichte. :61. Felvette a táskáját, amely még kissé nedves volt, és visszament az úton a kapuhoz. - Sie nahm ihre Tasche, die noch etwas feucht war, und ging den Weg zurück zum Tor. :62. A kövek a nedves zoknija alatt simák és hidegek voltak, és minden lépésére figyelt. - Die Steine unter ihren nassen Socken waren glatt und kalt, und sie achtete auf jeden Schritt. :63. Nem fordult meg, de hallotta, ahogy Nao újra leül, és a seprű halkan a padhoz ütődik. - Sie drehte sich nicht um, aber sie hörte, wie Nao sich wieder setzte und der Besen leise gegen die Bank stieß. :64. A kapunál belebújt a cipőjébe, és egy pillanatra megállt, tekintetét előre szegezve. - Am Tor schlüpfte sie in ihre Schuhe und blieb einen Moment stehen, den Blick nach vorne gerichtet. :65. Mögötte ott feküdt a kert a zavaros tavával, a ferde teaházzal és az öreg férfival a padon. - Hinter ihr lag der Garten mit seinem trüben Teich, dem schiefen Teehaus und dem alten Mann auf der Bank. :66. Mindez tovább fog létezni, akár visszatér, akár nem, és ez fájdalom nélküli felismerés volt. - Das alles würde weiterexistieren, ob sie zurückkam oder nicht, und das war eine Erkenntnis ohne Schmerz. :67. Yuki az állomásra ment, és az oda vezető út rövidebb volt, mint várta. - Yuki ging zur Station, und der Weg dorthin war kürzer, als sie erwartet hatte. :68. A vonaton a fejét az ablaknak támasztotta, és nézte, ahogy a mezők elvonulnak mellette. - Im Zug lehnte sie den Kopf gegen das Fenster und schaute zu, wie die Felder vorbeizogen. :69. Nem gondolt sokat, ami szokatlan volt, de nem is kellemetlen. - Sie dachte nicht viel, was ungewohnt war, aber auch nicht unangenehm. :70. Az üresség, amelytől félt, ott volt – de nem úgy volt üres, ahogy az fáj. - Die Leere, die sie gefürchtet hatte, war da – aber sie war nicht leer auf die Art, die wehtut. :71. Inkább olyan volt, mint egy tó ősszel: csendes, sötét, és alatta alszik valami, ami nem halott. - Sie war eher wie ein Teich im Herbst: still, dunkel, und darunter schläft etwas, das nicht tot ist. ----------------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :A templomkert - Der Tempelgarten :1. Yuki nem tervezte, hogy felkeresi a templomot – egyszerűen felszállt a vonatra, ahogyan az ember néha megtesz dolgokat, mielőtt az értelem megtilthatná őket. - Yuki hatte sich nicht vorgenommen, den Tempel zu besuchen – sie war einfach in den Zug gestiegen, wie man manchmal Dinge tut, bevor der Verstand sie verbieten kann. :2. Három évig kerülte a kertet, nem közönyből, hanem mert vannak helyek, amelyek túl sokat követelnek az embertől, amíg a seb még friss. - Drei Jahre hatte sie den Garten gemieden, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil manche Orte zu viel von einem verlangen, solange die Wunde noch frisch ist. :3. Az ősz már sápadt fénybe merítette a várost, amely se nem hideg, se nem meleg volt, amikor a vonat megállt a kis állomáson. - Der Herbst hatte die Stadt bereits in ein blasses Licht getaucht, das weder kalt noch warm war, als der Zug an der kleinen Station hielt. :4. Olyan csendbe szállt ki, amely nem elutasító volt, hanem egyszerűen teljes – hézagtalan csendbe, amelybe az ember gondolatokat tolhatott volna. - Sie stieg aus in eine Stille, die nicht abweisend, sondern einfach vollständig war – eine Stille ohne Lücken, in die man Gedanken schieben konnte. :5. A templomhoz vezető út egy szűk sikátoron haladt át régi falak között, amelyeken a moha vastag, egyenetlen párnákban nőtt. - Der Weg zum Tempel führte durch eine schmale Gasse zwischen alten Mauern, auf denen das Moos in dicken, ungleichmäßigen Polstern wuchs. :6. Yuki ismerte ezt az utat anélkül, hogy ismerte volna – valahol az emlékezet alatt ült, magában a testben, abban, ahogyan a lábak habozás nélkül választották az irányt. - Yuki kannte diesen Weg, ohne ihn zu kennen – er saß irgendwo unterhalb der Erinnerung, im Körper selbst, in der Art, wie die Füße ohne Zögern die Richtung wählten. :7. A megviselt fakapu előtt megállt, nem azért, hogy bátorságot gyűjtsön, hanem mert az átmenet megérdemelt egy pillanatnyi összeszedettséget. - Vor dem verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht um Mut zu sammeln, sondern weil der Übergang einen Moment der Sammlung verdiente. :8. A fának olyan színe volt, mint valaminek, ami sok telet látott és már nem ismert sietséget, és Yuki keze rövid ideig szándék nélkül pihent az oszlopon. - Das Holz hatte die Farbe von etwas, das viele Winter gesehen und keine Eile mehr kannte, und Yukis Hand ruhte kurz auf dem Pfosten, ohne Absicht. :9. Levetette a cipőjét, olyan gondossággal tette le, amely már-már szertartásos vonásokat öltött, és rálépett az első mohával benőtt kőre. - Sie zog die Schuhe aus, stellte sie mit einer Sorgfalt ab, die fast zeremonielle Züge annahm, und trat auf den ersten moosbewachsenen Stein. :10. A hideg, amely azonnal áthatolt a szöveten, nem volt kellemetlen, hanem arra emlékeztette, hogy a test még ott van és érzékel. - Die Kälte, die sofort durch den Stoff drang, hatte nichts Unangenehmes, sondern erinnerte sie daran, dass der Körper noch da war und wahrnahm. :11. A kert nem fogadta őt – egyszerűen ott volt, türelmes elhanyagoltság állapotában, amely méltóságteljesebbnek hatott minden gondozott rendnél. - Der Garten empfing sie nicht – er war einfach da, in einem Zustand geduldiger Verwahrlosung, die würdevoller wirkte als jede gepflegte Ordnung. :12. A sövények elveszítették körvonalaikat, a fű a kőlapok között elég magasra nőtt ahhoz, hogy a könnyű szélben lengjen, és valahol még víz csöpögött az éjszakai esőből egy mélyedésbe. - Die Hecken hatten ihre Konturen verloren, das Gras zwischen den Steinplatten stand hoch genug, um im leichten Wind zu schwingen, und irgendwo tropfte noch Wasser vom Nachttregen in eine Mulde. :13. Yuki követte az ösvényt, amelyet még ösvényként fel lehetett ismerni, bár egyre inkább úgy tűnt, feladja azt a szándékát, hogy bárhová is vezessen. - Yuki folgte dem Pfad, der sich noch als Pfad erkennen ließ, obwohl er zunehmend die Absicht aufzugeben schien, irgendwohin zu führen. :14. A tó a végén úgy feküdt ott, mint válasz egy kérdésre, amelyet nem tett fel magának – sötéten, mozdulatlanul, olyan csenddel borítva, amely idősebb volt a reggelnél. - Der Teich lag am Ende wie eine Antwort auf eine Frage, die sie sich nicht gestellt hatte – dunkel, reglos, von einer Stille bedeckt, die älter war als der Morgen. :15. A víz színe zöld és fekete között váltakozott, attól függően, milyen szögből nézte az ember, és Yuki sokáig nézte többféle szögből. - Das Wasser hatte eine Farbe, die zwischen Grün und Schwarz changierte, je nachdem, aus welchem Winkel man es betrachtete, und Yuki betrachtete es lange aus mehreren. :16. Gyermekkora koi-pontyaira gondolt, amelyek narancssárga és fehér ívekben siklottak át a felszín alatt, mintha a víz csak egy közeg lett volna, amelyet megtűrtek. - Sie dachte an die Koi-Karpfen ihrer Kindheit, die in orangefarbenen und weißen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten waren, als ob das Wasser nur ein Medium war, das sie duldete. :17. Most egyetlen levél sodródott a felszínen, félig feloldódva, és tökéletlenségében valamit tükrözött, amit Yuki nem tudott azonnal szavakba foglalni. - Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche, halb aufgelöst, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas, das Yuki nicht sofort in Worte fassen konnte. :18. Leült a parton, térdét a mellkasához húzva, és megengedte magának, hogy egyszerűen csak nézzen, anélkül hogy értékelné vagy besorolná, amit látott. - Sie ließ sich am Ufer nieder, die Knie an die Brust gezogen, und erlaubte sich, einfach zu schauen, ohne das Gesehene zu bewerten oder einzuordnen. :19. Ez nehezebb volt, mint amilyennek hangzott, mert az értelem állandóan készen állt arra, hogy közbeavatkozzon, és jelentést kényszerítsen a hallgatásra. - Das war schwieriger, als es klang, weil der Verstand ständig bereit war, sich einzumischen und dem Schweigen Bedeutung aufzuzwingen. :20. Egy zaj mögötte – alig több, mint egy súly elmozdulása régi fán – arra késztette, hogy hátrafordítsa a fejét, anélkül hogy összerezzent volna. - Ein Geräusch hinter ihr – kaum mehr als das Verschieben eines Gewichts auf altem Holz – ließ sie den Kopf wenden, ohne aufzufahren. :21. Egy padon, amely kissé kibillent a helyes állásából, mintha felhagyott volna azzal, hogy a függőlegest fontosnak tartsa, egy öreg férfi ült kifakult munkakabátban. - Auf einer Bank, die leicht aus dem Lot geraten war, als hätte sie aufgehört, die Vertikale für wichtig zu halten, saß ein alter Mann in einer verwaschenen Arbeitsjacke. :22. Nao volt a templom kertésze, évtizedek óta, jóval azelőtt, hogy Yuki nagyanyja a kertet a magáévá tette volna. - Nao war der Gärtner des Tempels gewesen, seit Jahrzehnten, lange bevor Yukis Großmutter den Garten zu ihrem eigenen gemacht hatte. :23. Olyan tekintettel nézett Yukira, amely sem kíváncsiságot, sem távolságtartást nem fejezett ki, hanem annak az embernek a különös nyugalmát, aki már felhagyott azzal, hogy találkozásoktól bármit akarjon. - Er sah Yuki an mit einem Blick, der weder Neugierde noch Distanz ausdrückte, sondern die besondere Ruhe eines Menschen, der aufgehört hat, von Begegnungen etwas zu wollen. :24. Az az egyszeri, szűkszavú biccentés, amellyel üdvözölte, nem a hidegség gesztusa volt, hanem a pontosságé – több nem volt szükséges, tehát több nem is volt. - Das einmalige, knappe Nicken, mit dem er sie begrüßte, war keine Geste der Kälte, sondern der Präzision – mehr war nicht nötig, also gab es nicht mehr. :25. Yuki felállt, odament a padhoz, és leült, olyan távolságban, amely sem közelséget nem színlelt, sem távolságot nem hangsúlyozott, hanem egyszerűen helyes volt. - Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich, mit einem Abstand, der weder Nähe vortäuschte noch Distanz betonte, sondern einfach stimmte. :26. A tó fölött megjelent egy szitakötő, amely azzal a látszólag erőfeszítés nélküli pontossággal állt a levegőben, amely csak azoknak a dolgoknak sajátja, amelyek teljesen a pillanatban élnek. - Über dem Teich erschien eine Libelle, die mit jener mühelos wirkenden Präzision in der Luft stand, die nur Dinge besitzen, die vollständig im Moment leben. :27. Leszállt egy elszáradt tavirózsaszárra, és olyan mozdulatlanul ült, hogy az ember elfelejthette, hogy nem sokkal korábban még mozgott. - Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft und saß so still, dass man vergessen konnte, dass sie sich kurz davor noch bewegt hatte. :28. Nao hüvelykujjával egyenletes mozdulattal végigsimított a pad érdes támláján, mindig ugyanazon a pályán, mindig ugyanabba az irányba. - Nao fuhr mit dem Daumen in einer gleichmäßigen Bewegung über die raue Lehne der Bank, immer dieselbe Bahn, immer dieselbe Richtung. :29. Yuki figyelte ezt a mozdulatot, és arra gondolt, hogy a szokás és az ima néha ugyanazt a formát ölti. - Yuki beobachtete diese Geste und dachte, dass Gewohnheit und Gebet manchmal dieselbe Form annehmen. :30. A nagyanyjára gondolt, aki itt ült és teát ivott, anélkül hogy közben bármit bizonyítani vagy megtartani akart volna. - Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen und Tee getrunken hatte, ohne dabei irgendetwas beweisen oder festhalten zu wollen. :31. Gyermekként Yuki nagyanyja azt mondta neki, hogy egy helynek nem kell megmagyarázni, miért tér vissza az ember – vagy már tudja, vagy nem kérdezi. - Als Kind hatte Yukis Großmutter ihr gesagt, dass man einem Ort nicht erklären muss, warum man zurückkommt – er weiß es bereits oder er fragt nicht. :32. Yuki akkor ezt nem értette, és most, amikor értette, már senki sem volt ott, akinek elmondhatta volna, hogy végre megértette. - Yuki hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da sie verstand, war niemand mehr da, dem sie hätte sagen können, dass sie es endlich tat. :33. Az eső bejelentés nélkül kezdődött, ahogyan az ősz néha teszi, mintha elfelejtette volna kialkudni az átmenetet. - Der Regen begann ohne Ankündigung, wie es der Herbst manchmal tut, als hätte er vergessen, den Übergang auszuhandeln. :34. Először egyetlen csepp a teacserje levelén, aztán egy maréknyi, aztán az egyenletes zúgás, amelyet Yuki azonnal olyasminek ismert fel, ami ide tartozott. - Erst ein einzelner Tropfen auf dem Blatt des Teestrauchs, dann eine Handvoll, dann das gleichmäßige Rauschen, das Yuki sofort als etwas wiedererkannte, das hierher gehörte. :35. Nao annak az embernek a megfontolt határozottságával emelkedett fel, akinek a teste kompromisszumokat kötött, de nem kapitulált, és Yuki követte őt a teaház teteje alá. - Nao erhob sich mit der bedächtigen Entschiedenheit eines Menschen, dessen Körper Kompromisse eingegangen ist, aber nicht kapituliert hat, und Yuki folgte ihm unter das Dach des Teehauses. :36. A túlnyúló cseréptető ritmussá alakította az esőt, és ennek a ritmusnak olyan minősége volt, aminek nem ellenállni lehetett, hanem csak hallgatni. - Das überhängende Ziegeldach verwandelte den Regen in Rhythmus, und dieser Rhythmus hatte die Qualität von etwas, dem man nicht widerstehen, sondern nur zuhören konnte. :37. Yuki a tető széléhez állt, egy lépésre a hulló víztől, és nézte a bambuszkutat, amely csendben és szüntelenül végezte a feladatát. - Yuki stellte sich an den Rand des Dachs, einen Schritt vom fallenden Wasser entfernt, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe still und ohne Unterlass erfüllte. :38. A víz ráhullott az alatta lévő mohás kőre, beszivárgott a repedésekbe, láthatatlanná vált – és valamikor más összefüggésben újra visszatért. - Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein darunter, versickerte in Ritzen, wurde unsichtbar – und kam in einem anderen Zusammenhang irgendwann wieder. :39. Nao háttal a teaház falának támaszkodott, karjait lazán a teste előtt tartotta, és olyan magától értetődőséggel csukta be a szemét, amely nem igényelt magyarázatot. - Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses, die Arme locker vor dem Körper, und schloss die Augen mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Erklärung brauchte. :40. Yuki azon tűnődött, vajon alszik-e, vagy egyszerűen a figyelem egy olyan fajtáját gyakorolja, amely befelé irányul, és nincs szüksége szemekre. - Yuki fragte sich, ob er schlief oder ob er einfach eine Art von Aufmerksamkeit praktizierte, die nach innen gerichtet war und keine Augen benötigte. :41. A könyvesboltjára gondolt, a polcokra, amelyeket naponta rendezett, az emberekre, akik könyveket vásároltak, anélkül hogy tudták volna, valójában melyik kérdésre akarnak választ kapni. - Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Regale, die sie täglich ordnete, an die Menschen, die Bücher kauften, ohne zu wissen, welche Frage sie eigentlich beantworten wollten. :42. Itt nem voltak polcok, és nem voltak válaszok, és nem voltak kérdések, amelyek válaszokra vártak – csak a tető, az eső, az öreg férfi és ő maga. - Hier gab es keine Regale und keine Antworten und keine Fragen, die auf Antworten warteten – nur das Dach, den Regen, den alten Mann und sie selbst. :43. A víz, amely a tetőről a nedves földre hullott, apró krátereket ütött a mohába, és azonnal újra eltűnt, anélkül hogy nyomot hagyott volna. - Das Wasser, das vom Dach auf den nassen Boden fiel, schlug kleine Krater in das Moos und verschwand sofort wieder, ohne eine Spur zu hinterlassen. :44. Yuki észrevette, hogy a nagyanyjára nem úgy gondol, mint veszteségre, hanem mint valamire, ami más halmazállapotot vett fel. - Yuki bemerkte, dass sie an ihrer Großmutter nicht wie an einem Verlust dachte, sondern wie an etwas, das eine andere Aggregatform angenommen hatte. :45. A gondolat nem volt vigasztaló a szokványos értelemben – egyszerűen pontos volt, és a pontosságnak néha megvan a maga sajátos vigasza. - Der Gedanke war nicht tröstlich im gewöhnlichen Sinn – er war einfach genau, und Genauigkeit hat manchmal eine eigene Art von Trost. :46. A kőfalon lévő moha magába szívta a vizet, amely vékony, alig látható erecskékben csorgott le rajta, lassan és teljesen, maradék nélkül. - Das Moos an der Steinmauer nahm das Wasser auf, das in dünnen, kaum sichtbaren Rinnsalen daran herabrann, langsam und vollständig, ohne Rest. :47. Yuki arra gondolt: így zajlanak a búcsúk is, ha az ember időt ad nekik – nem törésként, hanem fokozatos átszivárgásként, amely csak akkor ér véget, amikor minden felszívódott. - Yuki dachte: So verlaufen Abschiede auch, wenn man ihnen Zeit gibt – nicht als Bruch, sondern als ein allmähliches Durchsickern, das erst endet, wenn alles aufgenommen ist. :48. Az eső úgy állt el, ahogyan elkezdődött – átmenet nélkül, mintha született volna egy döntés, amelyet senkivel sem közöltek. - Der Regen hörte auf, wie er begonnen hatte – ohne Übergang, als ob eine Entscheidung gefallen wäre, die niemand mitgeteilt hatte. :49. A fény, amely ezután áthatolt a szétsodródó felhők között, annak a sajátosan őszi minőségnek volt a fénye, amely mindent, amit ér, egy pillanatra kiemel az időből. - Das Licht, das danach durch die auseinanderdriftenden Wolken drang, war von jener spezifisch herbstlichen Qualität, die alles, was es trifft, für einen Moment aus der Zeit herauslöst. :50. A falon a moha mély, telt zöldben felragyogott, olyan intenzíven, hogy Yukinak rövid időre az az érzése támadt, valami olyat lát, ami általában nem látható. - Das Moos auf der Mauer leuchtete in einem tiefen, satten Grün auf, das so intensiv war, dass Yuki kurz das Gefühl hatte, etwas zu sehen, das normalerweise nicht sichtbar war. :51. Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és ugyanazzal a nyugodt, be nem soroló tekintettel nézett rá, mint kezdetben. - Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie mit demselben ruhigen, nicht einordnenden Blick ansah wie zu Beginn. :52. Yuki meghajolt – nem mélyen, de őszintén –, és ebben a gesztusban több volt, mint udvariasság, még ha nem is tudta volna megmondani, pontosan mi. - Yuki verbeugte sich – nicht tief, aber aufrichtig – und in dieser Geste steckte mehr als Höflichkeit, auch wenn sie nicht hätte sagen können, was genau. :53. Nao viszonozta a tekintetét, és egy olyan szünet után, amely elég hosszú volt ahhoz, hogy ne puszta kitöltő szünet legyen, ezt mondta: „A pontyok nem tűntek el.” - Nao erwiderte den Blick und sagte, nach einer Pause, die lange genug war, um keine Füllpause zu sein: „Die Karpfen sind nicht fort." :54. Nem azért mondta, hogy vigasztaljon, és nem azért, hogy megmagyarázzon valamit – úgy mondta, ahogyan az ember egy tényt közöl, amelyben ő maga már régóta megbízik. - Er sagte es nicht, um zu trösten, und nicht, um etwas zu erklären – er sagte es so, wie man eine Tatsache mitteilt, der man selbst seit Langem getraut hat. :55. „Lenn fekszenek az iszapban, a fenéken, és várják a tavaszt, amely eljön, mert mindig eljön.” - „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten auf das Frühjahr, das kommt, weil es immer kommt." :56. Yuki ránézett, és arra gondolt, hogy talán a halakról beszél, talán valami másról, és hogy mindkettő igaz lehet anélkül, hogy dönteni kellene róla. - Yuki sah ihn an und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, und vielleicht von etwas anderem, und dass beides wahr sein konnte, ohne dass man es entscheiden musste. :57. Felvette a táskáját, amely még magában hordozta az eső nedvességét, és visszaindult az úton a kapu felé, kőről kőre. - Sie nahm ihre Tasche, die noch die Feuchtigkeit des Regens in sich trug, und ging den Weg zurück zum Tor, Stein für Stein. :58. Nem fordult vissza, mert a visszafordulás feltételezett volna valamit, amire itt nem volt szükség – nem közönyt, hanem bizalmat abban, ami mögötte maradt. - Sie drehte sich nicht um, weil Umdrehen etwas vorausgesetzt hätte, das hier nicht gefragt war – nicht Gleichgültigkeit, sondern Vertrauen in das, was hinter ihr blieb. :59. A kapunál belebújt a cipőjébe, és megállt, nem azért, hogy visszanézzen, hanem hogy megjelölje az átmenetet, amelyet az átmenet megérdemelt. - Am Tor schlüpfte sie in die Schuhe und blieb stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu markieren, der Übergang verdiente. :60. Mögötte a kert tovább létezett – zavaros tavával, csendben várakozó mohájával, öreg kertészével a ferde padon –, teljesen és nélküle. - Hinter ihr existierte der Garten weiter – mit seinem trüben Teich, seinem stillwartenden Moos, seinem alten Gärtner auf der schiefen Bank – vollständig und ohne sie. :61. Ez nem szomorú felismerés volt, hanem helyes, és a helyes felismeréseknek néha egyszerre van meg a nedves moha súlya és könnyűsége. - Das war keine traurige Erkenntnis, sondern eine richtige, und richtige Erkenntnisse haben manchmal die Schwere und die Leichtigkeit von nassem Moos zugleich. :62. Yuki az állomásra ment, és az út rövidebb volt, mint odafelé, mert ezúttal nem megérkezett, hanem továbbment. - Yuki ging zur Station, und der Weg war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal nicht ankam, sondern weiterging. :63. A vonaton homlokát a hűvös ablaküvegnek támasztotta, és nézte a mezőket, amelyek a délután lapos fényében elsuhantak mellette. - Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das kühle Fensterglas und schaute auf die Felder, die im flachen Licht des Nachmittags an ihr vorüberzogen. :64. Nem gondolt semmi meghatározottra, ami nem gondolattalanság volt, hanem a figyelem egyfajta tárgy nélküli formája. - Sie dachte an nichts Bestimmtes, was nicht Gedankenlosigkeit war, sondern eine Art von Aufmerksamkeit ohne Gegenstand. :65. Az üresség, amelyet várhatóan megtalálni vélt, ott volt – de egy tál körvonalát viselte, nem egy lyukét, és ez jelentette a döntő különbséget. - Die Leere, die sie erwartet hatte zu finden, war da – aber sie hatte die Kontur einer Schale, nicht eines Loches, und das machte den entscheidenden Unterschied. :66. Alatta, az iszapban, amelyet nem lát az ember, várakozik az, ami nem hal meg, hanem csak vár – türelmesen, csendben, minden kétség nélkül afelől, hogy a tavasz eljön. - Darunter, in dem Schlamm, den man nicht sieht, wartet das, was nicht stirbt, sondern nur wartet – geduldig, still, ohne jeden Zweifel daran, dass das Frühjahr kommt. ------------------------ ---------------------------------------------- 5 ------------------------ :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki nem döntötte el, hogy meglátogatja a templomot – csupán nem döntött ellene, ami, ahogy a vonatúton észrevette, talán ugyanaz volt. - Yuki hatte sich nicht entschieden, den Tempel zu besuchen – sie hatte sich lediglich nicht dagegen entschieden, was, wie sie auf der Zugfahrt bemerkte, möglicherweise dasselbe war. :2. Három év olyan időtartam, amely elég rövid ahhoz, hogy az ember még ismerjen egy helyet, és elég hosszú ahhoz, hogy az a hely már ne várjon rá. - Drei Jahre sind eine Zeitspanne, die kurz genug ist, um einen Ort noch zu kennen, und lang genug, damit er aufgehört hat, auf einen zu warten. :3. Az állomásnak, ahol leszállt, már nem volt neve a táblán, vagy a név kifakult – nem nézte meg, mert úgyis még tudta. - Die Station, an der sie ausstieg, hatte keinen Namen mehr auf dem Schild, oder der Name war verblasst – sie hatte nicht nachgeschaut, weil sie ihn ohnehin noch wusste. :4. Az ősz ezen a reggelen azzal a különös visszafogottsággal rendezkedett be, amely a legszebb napjait jellemzi: sok fény, kevés meleg, semmi ígéret. - Der Herbst hatte sich an diesem Morgen mit jener eigentümlichen Zurückhaltung eingerichtet, die seine schönsten Tage kennzeichnet: viel Licht, wenig Wärme, keine Versprechen. :5. A templomhoz vezető út egy sikátoron vitt keresztül, ahol a falak kétoldalt olyan közel voltak egymáshoz, hogy azt hihette volna az ember, maga az út akarja lelassítani a továbbhaladást. - Der Weg zum Tempel führte durch eine Gasse, in der die Mauern auf beiden Seiten so nah waren, dass man hätte meinen können, der Weg selbst wollte das Weitergehen verlangsamen. :6. A kövön lévő moha éjjel ivott, és most olyan jóllakottság áradt belőle, amely csendes, szükségtelen teljességében szinte obszcénnek hatott. - Das Moos auf dem Stein hatte in der Nacht getrunken und war nun von einer Sattheit, die fast obszön wirkte in ihrer stillen, bedürfnislosen Vollständigkeit. :7. Yuki ezt az utat már nem az értelmével ismerte, hanem a testével – a tudás egy olyan fajtájával, amely megbízhatóbb, és nem törődik azzal, hogy az ember elő akarja-e hívni vagy sem. - Yuki kannte diesen Weg nicht mehr mit dem Verstand, sondern mit dem Körper – eine Art von Wissen, das zuverlässiger ist und sich nicht darum schert, ob man es abrufen will oder nicht. :8. A kapu előtt megállt, annak ösztönösségével, aki egy idegen házban egy csukott ajtó előtt áll, és egy pillanatig hallgatózik, mielőtt kopogna. - Vor dem Tor hielt sie inne mit der Instinktivität von jemandem, der in einem fremden Haus vor einer geschlossenen Tür steht und einen Moment lauscht, bevor er anklopft. :9. A kapu fája a korhadáson túl olyan méltóságot ért el, amelyet az új anyagok nem ismernek – azoknak a dolgoknak a méltóságát, amelyek nem próbáltak fiatalok maradni. - Das Holz des Tores hatte jenseits der Verwitterung eine Würde erreicht, die neue Materialien nicht kennen – die Würde des Dinge, die nicht versucht haben, jung zu bleiben. :10. Levette a cipőjét, nem kötelességtudatból, hanem mert ez a cselekedet olyan módon készítette fel, amelyet nem tudott volna elmagyarázni anélkül, hogy hamisat mondana. - Sie zog die Schuhe aus, nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil der Akt sie auf eine Art vorbereitete, die sie nicht hätte erklären können, ohne das Falsche zu sagen. :11. A mohával benőtt kövek hidege azonnal és mentegetőzés nélkül hatolt át az anyagon, és Yuki hagyta, hogy tegye, mert némely érzékelésnek joga van rá, hogy ráerőltesse magát az emberre. - Die Kälte der moosbewachsenen Steine drang sofort und ohne Entschuldigung durch den Stoff, und Yuki ließ sie gewähren, weil manche Wahrnehmungen das Recht haben, sich aufzudrängen. :12. A kert olyan állapotban feküdt előtte, amelyet hanyatlásnak lehetett volna nevezni, ha a szó nem sugallna valami akaratlant, ami itt nem volt igaz. - Der Garten lag vor ihr in einem Zustand, den man Verfall hätte nennen können, wenn das Wort nicht etwas Unfreiwilliges implizierte, das hier nicht zutraf. :13. Inkább arról volt szó, hogy felhagyott egy bizonyos szándék követésével, és most olyan formát vett fel, amely a saját logikáját követte, nem az emberi rendképzetet. - Vielmehr hatte er aufgehört, eine bestimmte Absicht zu verfolgen, und nahm nun eine Form an, die seiner eigenen Logik folgte, nicht der menschlichen Vorstellung von Ordnung. :14. A bokrok elengedték körvonalaikat a bizonytalanba, a fű magasan állt a kőlapok hézagai között, és a levegő a rothadás és a növekedés lassú, termékeny munkájának szagát hordozta. - Die Büsche hatten ihre Konturen in das Ungefähre entlassen, das Gras stand hoch zwischen den Fugen der Steinplatten, und die Luft roch nach dem langsamen, produktiven Arbeiten von Fäulnis und Wachstum. :15. Yuki annyiban követte az ösvényt, amennyiben az még ösvény volt, és hagyta, hogy vezesse, azzal a készséggel, amely azokhoz a dolgokhoz kell, amelyeket már nem irányítani, hanem csak kísérni lehet. - Yuki folgte dem Pfad in dem Maße, in dem er noch Pfad war, und ließ sich von ihm führen mit der Bereitschaft, die man für Dinge braucht, die man nicht mehr steuern, sondern nur noch begleiten kann. :16. A tó a végén úgy feküdt ott, mint egy kérdés, amelyre csak akkor lehet válaszolni, ha az ember már felhagyott azzal, hogy választ várjon. - Der Teich lag am Ende wie eine Frage, auf die man nur dann antworten kann, wenn man aufgehört hat, eine Antwort zu erwarten. :17. A víz színe a mélyzöld és a teljes fekete között mozgott, és a fény beesésétől meg a nézőponttól függően döntötte el, melyik akar lenni a kettő közül – vagy lehet-e mindkettő egyszerre. - Das Wasser hatte eine Farbe, die sich zwischen tiefem Grün und absolutem Schwarz bewegte und je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel entschied, welche von beiden sie sein wollte – oder ob sie beide sein konnte. :18. Yuki olyan pontossággal emlékezett a koi-pontyokra, amellyel az ember azokra a dolgokra emlékszik, amelyek egyszer megnyitották a szívét, anélkül hogy észrevette volna. - Yuki erinnerte sich an die Koi-Karpfen mit der Genauigkeit, mit der man sich an Dinge erinnert, die einem einmal das Herz geöffnet haben, ohne dass man es bemerkt hat. :19. Széles, lassú ívekben siklottak át a felszín alatt, mint mondatok, amelyeket az ember gondol, anélkül hogy végiggondolná őket – mozgásukban teljesek, önmagukban lezártak. - Sie hatten in weiten, langsamen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten wie Sätze, die man denkt, ohne sie zu Ende zu denken – vollständig in ihrer Bewegung, abgeschlossen in sich selbst. :20. Most egyetlen levél sodródott a vízen, a feloldódás előrehaladott állapotában, és töredékességében valamit tükrözött vissza, aminek Yuki nem akart nevet adni, mert a megnevezés néha elűz. - Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf dem Wasser, in einem fortgeschrittenen Stadium des Aufgelöstwerdens, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas wider, dem Yuki keinen Namen geben wollte, weil Benennen manchmal vertreibt. :21. Leereszkedett a partra annak a mozdulatával, aki nem leülni akar, hanem maradni – finom, de döntő különbség a testtartásban. - Sie ließ sich ans Ufer nieder mit der Geste von jemandem, der nicht sichtsitzen will, sondern bleiben – ein feiner, aber entscheidender Unterschied in der Körperhaltung. :22. A víz alig mozdult, és az a kevés mozgás, ami volt benne, belülről jött, a felszín alól, olyan forrásokból, amelyeket nem lehetett látni. - Das Wasser bewegte sich kaum, und die wenigen Bewegungen, die es gab, kamen von innen, von unter der Oberfläche, von Quellen, die man nicht sah. :23. Mögötte – egy olyan zaj jelezte, amely alig volt több, mint egy régi súly újraelhelyezkedése régi fán – egy férfi ült a zelkova-fa alatti ferde padon. - Hinter ihr – durch ein Geräusch angekündigt, das kaum mehr war als die Neupositionierung eines alten Gewichts auf altem Holz – saß ein Mann auf der schiefen Bank unter dem Zelkova-Baum. :24. Nao évtizedek óta gondozta a kertet, azzal a kitartó, igénytelen hűséggel, amely nem keres elismerést, mert nem tudja, hogy az elismerés olyasmi volna, amit keresni lehetne. - Nao hatte den Garten gepflegt, seit Jahrzehnten, mit jener beharrlichen, anspruchslosen Treue, die keine Anerkennung sucht, weil sie nicht weiß, dass Anerkennung etwas wäre, das man suchen könnte. :25. Yuki felé nézett olyan tekintettel, amelyben nem zajlottak le a szokásos tranzakciók – sem felmérés, sem besorolás, sem egy reakció előkészítése arra az esetre, ha azt várnák. - Er sah Yuki an mit einem Blick, in dem keine der üblichen Transaktionen stattfanden – kein Taxieren, kein Einordnen, kein Bereitstellen einer Reaktion für den Fall, dass eine erwartet wurde. :26. A rövid biccentés, amellyel tudomásul vette jelenlétét, azoknak a dolgoknak a pontosságával bírt, amelyek csak azt mondják, amit jelentenek, és semmi többet. - Das knappe Nicken, mit dem er ihre Anwesenheit bestätigte, hatte die Präzision von Dingen, die nur das sagen, was gemeint ist, und nichts dazu. :27. Yuki felállt, odament a padhoz, és mellé ült olyan távolságban, amely nem igényelt megállapodást, mert magától adódott. - Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich neben ihn in einem Abstand, der keiner Vereinbarung bedurft hatte, weil er sich von selbst ergab. :28. Egy szitakötő jelent meg a víz fölött azzal a hirtelenséggel, amely csak azoknak a dolgoknak sajátja, amelyek mindig is ott voltak, és csak most veszik észre őket. - Eine Libelle erschien über dem Wasser mit jener Plötzlichkeit, die nur Dinge haben, die sich schon immer dort befunden haben und nur jetzt bemerkt werden. :29. Leszállt egy kiszáradt tavirózsaszárra, amelynek épsége a tél alatt paradoxnak hatott, és olyan mozdulatlanul maradt, hogy a mozgás egy pillanatra kivételnek tűnt. - Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft, dessen Unversehrtheit unter dem Winter paradox wirkte, und blieb so reglos, dass Bewegung für einen Moment als Ausnahme erschien. :30. Nao hüvelykujjával végigsimított a pad támláján, ugyanazon a pályán, ugyanabba az irányba, egy olyan mozdulat egyenletességével, amely már nem utal célra, hanem maga lett a cél. - Nao fuhr mit dem Daumen über die Lehne der Bank, dieselbe Bahn, dieselbe Richtung, mit der Gleichmäßigkeit einer Geste, die aufgehört hat, auf einen Zweck hinzuweisen, und nun Zweck ist. :31. Yuki a kezét nézte – a bőr a bütykök fölött feszes és foltos volt, a mozdulat egyenletes –, és arra gondolt, hogy némely ember a testével imádkozik, anélkül hogy tudná, és anélkül hogy ettől kevésbé volna igaz. - Yuki betrachtete seine Hand – die Haut über den Knöcheln gespannt und fleckig, die Bewegung stetig – und dachte, dass manche Menschen mit dem Körper beten, ohne es zu wissen und ohne dass es dadurch weniger wahr würde. :32. A nagyanyjára gondolt, nem képként, hanem valamiféle gravitációként, amely még hatott, noha a forrása már nem volt ott. - Sie dachte an ihre Großmutter, nicht als Bild, sondern als eine Art von Schwerkraft, die noch wirkte, obwohl ihre Quelle nicht mehr da war. :33. A nagyanyja nem magyarázott, hanem megmutatott – és amit megmutatott, az az itteni volt: ez a kert, ez a tó, ez a mód, ahogy az ember úgy ül egy helyen, mintha az elég volna. - Ihre Großmutter hatte nicht erklärt, sie hatte gezeigt – und das Gezeigte war das Hiesige: dieser Garten, dieser Teich, diese Art, in einem Ort zu sitzen, als ob er ausreichte. :34. A felismerésben, hogy csak most értette meg, mit mutattak meg akkor, benne volt minden túl későn érkező felismerés keserű hangja – de annak különös vigasztaló ereje is, ami mindennek ellenére megérkezett. - Die Erkenntnis, dass sie erst jetzt verstand, was damals gezeigt worden war, hatte die bittere Note aller Erkenntnisse, die zu spät kommen – aber auch die eigenartige Tröstlichkeit von etwas, das trotz allem angekommen ist. :35. Az eső úgy kezdődött, ahogy a dolgok kezdődnek, amikor senki sem figyeli őket, és nincs szükség dramaturgiára: észrevétlenül, aztán tagadhatatlanul. - Der Regen begann, wie Dinge beginnen, wenn niemand zuschaut und keine Dramaturgie verlangt wird: unmerklich, dann unbestreitbar. :36. Az első cseppek eltűntek a mohában, amely már telített volt, és nem hagytak nyomot, csak még mélyebb csendet. - Die ersten Tropfen verschwanden in dem Moos, das schon gesättigt war, und hinterließen keine Spur außer einer noch tieferen Stille. :37. Aztán több csepp jött, majd az az egyenletes, teljes hang, amelyet az ember vagy korlátozásként, vagy felszabadulásként érzékelhet, attól függően, éppen hol áll. - Dann mehr Tropfen, dann das gleichmäßige, vollständige Geräusch, das man entweder als Einschränkung oder als Befreiung wahrnehmen kann, je nachdem, wo man gerade steht. :38. Nao felemelkedett, és ebben a mozdulatban olvasható volt egy test egész története, amely kompromisszumokat kötött, és megtanulta, hogy ezeket ne vereségként értelmezze. - Nao erhob sich, und in dieser Bewegung war die ganze Geschichte eines Körpers lesbar, der Kompromisse eingegangen ist und gelernt hat, sie nicht als Niederlagen zu interpretieren. :39. Bementek a teaház teteje alá, anélkül hogy megbeszélték volna, mert azok a dolgok, amelyek maguktól adódnak, nem tűrik a megbeszélést. - Sie gingen unter das Dach des Teehauses, ohne es zu besprechen, weil Dinge, die sich von selbst ergeben, keine Besprechung vertragen. :40. A sötét cserepekből álló tető elnyelte az esőt, és ritmusként adta vissza, és ennek a ritmusnak megvolt némely zene tulajdonsága: nem követte a gondolatokat, hanem előttük járt. - Das Dach aus dunklen Ziegeln schluckte den Regen und gab ihn als Rhythmus zurück, und dieser Rhythmus hatte die Eigenschaft mancher Musik, den Gedanken nicht zu folgen, sondern ihnen voranzugehen. :41. Yuki a fedett rész szélén állt, ott, ahol az eső még elérhető volt, és a bambuszcsorgót nézte, amely évek óta megjegyzés nélkül teljesítette feladatát. - Yuki stand am Rand des Überdachten, dort, wo der Regen noch zu greifen war, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe seit Jahren ohne Kommentar erfüllte. :42. A víz a mohával borított kőre hullott, elszivárgott, valamikor máshol újra megjelent – egy körforgás, amely annyira teljes volt önmagában, hogy nem volt szüksége külső nézőpontra ahhoz, hogy működjön. - Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein, versickerte, erschien irgendwann anderswo wieder – ein Kreislauf, der so vollständig in sich war, dass er keine Außenperspektive brauchte, um zu funktionieren. :43. Nao lehunyta a szemét, hátát a fafalnak támasztotta, karját a teste előtt keresztezte annak az embernek az ellazultságával, akinek az eső semmi váratlant nem közöl. - Nao hatte die Augen geschlossen und lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand, die Arme vor dem Körper gekreuzt mit der Entspanntheit von jemandem, dem der Regen nichts Unerwartetes mitteilt. :44. Yuki azon tűnődött, vajon az öregség néha abból áll-e, hogy az ember felhagy azzal, hogy szembeszegüljön azzal, ami úgyis jön – és hogy ez beletörődés-e, vagy valami pontosabb, amire nincs jó szó. - Yuki fragte sich, ob Alter manchmal darin bestand, aufgehört zu haben, sich gegen das zu stellen, was ohnehin kommt – und ob das Resignation war oder etwas Genaueres, für das es kein gutes Wort gab. :45. A könyvesboltjára gondolt, a könyvekre, amelyek nap mint nap átmentek a kezén, az emberekre, akik címek után kérdeztek, anélkül hogy meg tudták volna mondani, valójában mit keresnek. - Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Bücher, die täglich ihre Hände passierten, an die Menschen, die nach Titeln fragten, ohne sagen zu können, wonach sie eigentlich suchten. :46. Itt a keresett dolog nem címekben volt és nem kategóriákban – hanem abban, ahogy a víz átitatta a mohát, hangtalanul és teljesen, és anélkül a vágy nélkül, hogy lássák. - Hier war das Gesuchte nicht in Titeln und nicht in Kategorien – es war in der Art, wie das Wasser das Moos durchtränkte, lautlos und vollständig und ohne den Wunsch, gesehen zu werden. :47. A szemközti kőfal hordozta a rajta lecsorgó vizet, anélkül hogy az megérintette volna, mert a dolgok, ha elég régiek, megtanulták, mit engednek át magukon és mit nem. - Die Steinmauer gegenüber trug das Wasser, das an ihr herabrann, ohne sich davon affizieren zu lassen, weil Dinge, die alt genug sind, gelernt haben, was sie durchlässt und was nicht. :48. Yuki észrevette, hogy a fájdalom, amelyet ebben a kertben várt megtalálni, nem maradt el, hanem más formát vett fel – nem hevenyet, hanem idültet, amely együtt jár a vérkeringéssel, és annyira magától értetődővé válik, hogy az ember már nem tesz különbséget közte és önmaga között. - Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte in diesem Garten zu finden, nicht ausgeblieben war, sondern eine andere Form angenommen hatte – keine akute, sondern eine chronische, die mit dem Blutkreislauf mitgeht und so selbstverständlich wird, dass man aufhört, zwischen ihr und sich selbst zu unterscheiden. :49. Némely búcsú, gondolta, nem egyetlen pillanatban megy végbe, hanem éveken át, kis, megfigyeletlen adagokban, míg az ember egy napon megállapítja, hogy már lezárt valamit, anélkül hogy a lezárást valaha aktívan végrehajtotta volna. - Manche Abschiede, dachte sie, vollziehen sich nicht in einem Moment, sondern über Jahre, in kleinen, unbeobachteten Dosen, bis man eines Tages feststellt, dass man bereits abgeschlossen hat, ohne den Abschluss je aktiv vollzogen zu haben. :50. Az eső elállt, és a csend, amely utána beállt, más sűrűségű volt, mint az előtte lévő csend – összenyomta az, amit magába fogadott, és ezáltal nehezebb és tartósabb lett. - Der Regen hörte auf, und die Stille, die danach eintrat, hatte eine andere Dichte als die Stille davor – komprimiert durch das, was sie aufgenommen hatte, und dadurch schwerer und haltbarer. :51. A fény, amely áttört a felszakadozó felhőtakarón, ferdén hullott be, az ősz sajátos intenzitásával, amely nem pazarol energiát, mert tudja, hogy a napok már rövidülnek. - Das Licht, das durch die aufbrechende Wolkendecke drang, fiel schräg und mit der eigentümlichen Intensität des Herbstes, der keine Energie verschwendet, weil er weiß, dass die Tage bereits kürzer werden. :52. A kőfalon lévő moha olyan zöldben ragyogott, amely annyira mély volt, hogy kevésbé színnek tűnt, mint inkább maguknak a dolgoknak egy tulajdonságának – mintha a zöld nem a mohán feküdne, hanem belőle jönne elő. - Das Moos auf der Steinmauer leuchtete in einem Grün, das so tief war, dass es weniger wie eine Farbe wirkte als wie eine Eigenschaft der Dinge selbst – als ob das Grün nicht auf dem Moos lag, sondern aus ihm heraus kam. :53. Yuki Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és olyan ember tekintetével nézett rá, aki nem támaszt elvárásokat a pillanattal szemben, és ezért teljesen benne tud lakni. - Yuki wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ansah mit dem Blick eines Menschen, der keine Erwartungen an den Moment stellt und ihn deshalb vollständig bewohnen kann. :54. Meghajolt – egy mozdulat, amely rövidségében többet fogott össze, mint bármely megfogalmazás képes lett volna, mert nem állítást tett, hanem tartást vett fel. - Sie verbeugte sich – eine Geste, die in ihrer Knappheit mehr fasste als jede Formulierung es hätte tun können, weil sie keine Aussage machte, sondern eine Haltung einnahm. :55. Nao nem viszonozta semmivel, hagyott létrejönni egy szünetet, amely nem üres volt, hanem annak az embernek a magától értetődőségével telt meg, aki soha nem tanulta meg szavakkal védeni a csendet. - Nao erwiderte nichts, ließ eine Pause entstehen, die nicht leer war, sondern gefüllt mit der Selbstverständlichkeit von jemandem, der nie gelernt hat, Stille mit Worten zu verteidigen. :56. Aztán azt mondta: „A pontyok nem tűntek el", és a mondatban ott volt valami nyugalma, amit nem kell bizonyítani, mert igaz, és ezt tudja. - Dann sagte er: „Die Karpfen sind nicht fort", und der Satz hatte die Ruhe von etwas, das nicht bewiesen werden muss, weil es wahr ist, und das weiß. :57. Tovább beszélt, anélkül hogy felemelte volna a hangját: „Az iszapban fekszenek a fenéken, a sötétben, és várják a meleget, amely eljön, mert mindig eljött, és mert a víz emlékszik, még akkor is, ha mi elfelejtjük." - Er sprach weiter, ohne die Stimme zu heben: „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund, im Dunkeln, und warten auf eine Wärme, die kommt, weil sie immer kam und weil das Wasser sich erinnert, auch wenn wir es vergessen." :58. Yuki hallotta a mondatot, és arra gondolt, hogy talán a halakról beszél, talán a nagyanyjáról, talán róla magáról – és hogy ez az eldönthetetlenség nem elmosódottság volt, hanem pontosság. - Yuki hörte den Satz und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, vielleicht von ihrer Großmutter, vielleicht von ihr selbst – und dass diese Unentscheidbarkeit nicht Unschärfe war, sondern Präzision. :59. Felvette a táskáját, és elindult, mert az indulásoknak, ha helyesek, nincs szükségük előkészületre, és nem hagynak maguk után magyarázatot. - Sie nahm ihre Tasche und ging, weil Aufbrüche, wenn sie stimmen, keiner Vorbereitung bedürfen und keine Erklärung hinterlassen. :60. A kapuhoz visszavezető út ugyanaz az út volt, mint az odafelé vezető, de megváltozott benne valaminek a minősége, amit nem lehet leírni anélkül, hogy az ember leírná, mit hordozott magában. - Der Weg zurück zum Tor war derselbe Weg wie der Hinweg, aber er hatte die Qualität von etwas gewechselt, das man nicht beschreiben kann, ohne zu beschreiben, was man selbst getragen hat. :61. A kapunál olyan mozdulatokkal vette fel a cipőjét, amelyek gondosak voltak, anélkül hogy ezt szándékosan tette volna, és egy pillanatra megállt, nem azért, hogy visszanézzen, hanem hogy regisztrálja az átmenetet. - Am Tor zog sie die Schuhe an mit Bewegungen, die sorgfältig waren, ohne dass sie es beabsichtigt hatte, und blieb einen Moment stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu registrieren. :62. Mögötte a kert tovább létezett, a saját idejében, a saját logikája szerint, teljesen nélküle – és ez nem elhagyatottság volt, hanem valamiféle szabadság, amely mindkettejüké volt. - Hinter ihr bestand der Garten weiter, in seiner eigenen Zeit, nach seiner eigenen Logik, vollständig ohne sie – und das war nicht Verlassenheit, sondern eine Art von Freiheit, die beiden gehörte. :63. Yuki ment tovább, és az állomáshoz vezető út rövidebb volt, mint odafelé, mert ezúttal nem hordozott magában ellenállást, amely ellen a lépéseinek küzdeniük kellett volna. - Yuki ging, und der Weg zur Station war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal keinen Widerstand in sich trug, gegen den die Schritte ankämpfen mussten. :64. A vonaton homlokát az ablaküvegnek támasztotta, amelynek hidege pontosan megfelelt a reggeli kövek hidegének, és nézte a mezőket, amelyek a lapos októberi fényben elvonultak mellette. - Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das Fensterglas, dessen Kälte genau jener der Steine am Morgen entsprach, und schaute auf die Felder, die im flachen Oktoberlicht an ihr vorüberzogen. :65. Nem gondolkodott, hanem hagyta, hogy gondolkodjon benne valami – egy mód, amelyet a legtöbb ember csak akkor tanul meg, amikor elég régóta felhagyott azzal, hogy kikényszerítse. - Sie dachte nicht nach, sie ließ denken – ein Modus, den die meisten Menschen erst lernen, wenn sie lange genug aufgehört haben, ihn zu erzwingen. :66. Az üresség ott volt, ahogy tudta, hogy ott lesz, de nem lyuk formáját öltötte, hanem medencéét – valamiét, ami tartani tud, ha az ember felhagy azzal, hogy megtöltse. - Die Leere war da, wie sie gewusst hatte, dass sie da sein würde, aber sie hatte nicht die Form eines Lochs, sondern die Form eines Beckens – etwas, das halten kann, wenn man aufhört, es zu füllen. :67. Alatta, a sötétben, az iszapban, a várakozásban – az, ami nem hal meg, hanem alakot vált, és vár egy tavaszra, amely eljön, mert a víz megjegyezte magának, még akkor is, ha az ember elfelejtette. - Darunter, im Dunkeln, im Schlamm, im Warten – das, was nicht stirbt, sondern die Form wechselt und auf einen Frühling wartet, der kommt, weil das Wasser es sich gemerkt hat, auch wenn man es vergessen hat. -------------------- == 82 == 1 -------------------- :A csendes lakás - Die stille Wohnung. :1. Hana huszonkilenc éves. - Hana ist 29 Jahre alt. :2. Egy olyan boltban dolgozik, amely egész éjjel nyitva van. - Sie arbeitet in einem Laden, der die ganze Nacht offen ist. :3. A bolt Tokióban van. - Der Laden ist in Tokio. :4. Hana későn ér haza. - Hana kommt spät nach Hause. :5. Már majdnem este tizenegy óra van. - Es ist fast elf Uhr nachts. :6. A lakás kicsi. - Die Wohnung ist klein. :7. Csak egyetlen szobája van. - Sie hat nur ein Zimmer. :8. Hana kinyitja az ajtót. - Hana macht die Tür auf. :9. Csend van a lakásban. - Es ist still in der Wohnung. :10. Csak a hűtőszekrény ad ki valamilyen hangot. - Nur der Kühlschrank macht ein Geräusch. :11. Halkan zúg, mindig ugyanúgy. - Er summt leise, immer gleich. :12. Hana leveszi a cipőjét. - Hana zieht ihre Schuhe aus. :13. Rendesen egymás mellé teszi őket. - Sie stellt sie ordentlich nebeneinander. :14. Aztán még egy másik párt is melléjük tesz. - Dann stellt sie noch ein anderes Paar daneben. :15. Ezek a cipők feketék és kicsik. - Diese Schuhe sind schwarz und klein. :16. Nem az övéi. - Sie gehören nicht ihr. :17. Ryóéi. - Sie gehören Ryo. :18. De Ryo már nem lakik itt. - Aber Ryo wohnt nicht mehr hier. :19. Fél évvel ezelőtt elment. - Er ist vor einem halben Jahr gegangen. :20. Hana nem kapcsol villanyt. - Hana macht kein Licht an. :21. Nincs szüksége fényre. - Sie braucht kein Licht. :22. A hűtőszekrény egy kicsit világít. - Der Kühlschrank leuchtet ein bisschen. :23. A fény világosan fekszik a padlón. - Das Licht liegt hell auf dem Boden. :24. Hana bemegy a fürdőszobába. - Hana geht ins Bad. :25. Sötét van. - Es ist dunkel. :26. A kezével keresi a mosdókagylót. - Sie sucht mit der Hand nach dem Waschbecken. :27. Ott két fogkefe áll egy pohárban. - Dort stehen zwei Zahnbürsten in einem Becher. :28. Az egyik az övé. - Eine ist ihre. :29. A másik Ryo fogkeféje. - Die andere ist Ryos Zahnbürste. :30. Hana a kezébe veszi. - Hana nimmt sie in die Hand. :31. A sörték kemények és szárazak. - Die Borsten sind hart und trocken. :32. Hónapok óta senki sem használta. - Niemand hat sie seit Monaten benutzt. :33. Hana egy ideig tartja. - Hana hält sie eine Weile. :34. Aztán visszateszi a fogkefét. - Dann legt sie die Zahnbürste zurück. :35. Megmossa a fogát. - Sie putzt sich die Zähne. :36. Kiköpi, és megmossa az arcát. - Sie spuckt aus und wäscht sich das Gesicht. :37. A poharat nem állítja egyenesre. - Den Becher stellt sie nicht gerade. :38. Egy kicsit ferdén áll. - Er steht ein bisschen schief. :39. Hana visszamegy a szobába. - Hana geht zurück in das Zimmer. :40. Kinyitja a hűtőszekrényt. - Sie öffnet den Kühlschrank. :41. Nincs benne sok minden. - Es ist nicht viel darin. :42. Elöl egészen elöl egy fél citrom fekszik. - Eine halbe Zitrone liegt ganz vorne. :43. Fóliába van csomagolva. - Sie ist in Folie eingewickelt. :44. Mögötte két doboz sör áll. - Dahinter stehen zwei Dosen Bier. :45. Egy darab tofu vízben úszik. - Ein Stück Tofu schwimmt in Wasser. :46. Leghátul egy kis doboz fekszik. - Ganz hinten liegt eine kleine Schachtel. :47. Cseresznyék vannak benne. - Darin sind Kirschen. :48. A cseresznyék már puhák. - Die Kirschen sind schon weich. :49. Hana kivesz egy cseresznyét. - Hana nimmt eine Kirsche heraus. :50. Lassan megeszi. - Sie isst sie langsam. :51. A mag most a kezében fekszik. - Der Kern liegt jetzt in ihrer Hand. :52. Az ablakhoz megy. - Sie geht zum Fenster. :53. A magot az ablakpárkányra teszi. - Sie legt den Kern auf die Fensterbank. :54. Ott már több mag is fekszik. - Dort liegen schon mehr Kerne. :55. Hana nézi őket. - Hana schaut sie an. :56. Aztán az ágyhoz megy. - Dann geht sie zum Bett. :57. Lefekszik, de nem alszik el. - Sie legt sich hin, aber sie schläft nicht. :58. A hűtőszekrény zúgása ott van. - Das Summen des Kühlschranks ist da. :59. Aztán elhallgat. - Dann hört es auf. :60. Teljes csend van. - Es ist ganz still. :61. Hana vár. - Hana wartet. :62. A hűtőszekrény újra zúg. - Der Kühlschrank summt wieder. :63. Odakint elhalad egy vonat. - Draußen fährt ein Zug vorbei. :64. Messze van. - Er ist weit weg. :65. Halkan hangzik, majdnem olyan, mint egy lélegzetvétel. - Es klingt leise, fast wie ein Atemzug. :66. Hana semmi meghatározottra nem gondol. - Hana denkt an nichts Bestimmtes. :67. Nem gondol Ryóra. - Sie denkt nicht an Ryo. :68. Vagy talán mégis egy kicsit. - Oder vielleicht doch ein bisschen. :69. Nem tudja pontosan. - Sie weiß es nicht genau. :70. Nem tudja, miért van még ott a fogkefe. - Sie weiß nicht, warum die Zahnbürste noch da ist. :71. Nem tudja, miért őrzi meg a cseresznyemagokat. - Sie weiß nicht, warum sie die Kirschkerne aufhebt. :72. De mégis megteszi, minden éjjel. - Aber sie tut es trotzdem, jede Nacht. :73. A hűtőszekrény tovább zúg. - Der Kühlschrank summt weiter. :74. Hana becsukja a szemét. - Hana macht die Augen zu. ----------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Nyugodt lakás - Eine ruhige Wohnung :1. Hana huszonkilenc éves, és egy kombiniben dolgozik, egy kis boltban, amely soha nem zár be. - Hana ist neunundzwanzig Jahre alt und arbeitet in einem Kombini, einem kleinen Laden, der nie schließt. :2. A bolt Tokióban van, egy csendes városrész közepén, amely éjszaka szinte üres. - Der Laden liegt in Tokio, mitten in einem ruhigen Viertel, das nachts fast leer ist. :3. Hana minden este hazamegy a késői műszak után, és többnyire már tizenegy után jár az idő. - Jeden Abend geht Hana nach der Spätschicht nach Hause, und meistens ist es schon nach elf. :4. A lakás nagyon kicsi, de Hana minden zugát ismeri, még sötétben is. - Die Wohnung ist sehr klein, aber Hana kennt jeden Winkel davon, auch im Dunkeln. :5. Kinyitja az ajtót, és azonnal meghallja a hűtőszekrény ismerős zúgását. - Sie macht die Tür auf und hört sofort das vertraute Summen des Kühlschranks. :6. A zúgás egyenletes és nyugodt, mint mindig, mint minden este. - Das Summen ist gleichmäßig und ruhig, wie immer, wie jeden Abend. :7. Hana rendesen egymás mellé teszi a cipőit, aztán melléjük tesz egy második párat. - Hana stellt ihre Schuhe ordentlich nebeneinander, dann stellt sie ein zweites Paar daneben. :8. A fekete sportcipő túl kicsi neki, de mégis minden este odateszi. - Die schwarzen Sneakers sind zu klein für sie, aber sie stellt sie trotzdem jeden Abend dorthin. :9. Ryóhoz tartoznak, aki fél évvel ezelőtt elköltözött, és soha nem jött vissza. - Sie gehören Ryo, der vor einem halben Jahr ausgezogen ist und nie zurückgekommen ist. :10. Hana nem kapcsol villanyt, mert a hűtőszekrény fénye elég, amely az ajtórésen át kiszűrődik. - Hana macht kein Licht an, weil das Licht des Kühlschranks durch den Türspalt reicht. :11. Világos téglalapot vet a padlóra, és Hana röviden ránéz, mielőtt továbbmegy. - Es wirft ein helles Rechteck auf den Boden, und Hana schaut es kurz an, bevor sie weitergeht. :12. A fürdőszobában sötét van, de a keze azonnal megtalálja a poharat a mosdónál. - Im Bad ist es dunkel, aber ihre Hand findet den Becher am Waschbecken sofort. :13. Két fogkefe áll benne, egy piros és egy kék, egymás mellett, mint mindig. - Darin stehen zwei Zahnbürsten, eine rote und eine blaue, nebeneinander wie immer. :14. Hana elveszi a kék fogkefét, a kezében tartja, és érzi, hogy a sörtéi egészen kemények. - Hana nimmt die blaue Zahnbürste, hält sie in der Hand und spürt, dass die Borsten ganz hart sind. :15. Ryo hónapok óta nem használta, de Hana minden alkalommal újra visszateszi. - Ryo hat sie seit Monaten nicht benutzt, aber Hana stellt sie jedes Mal wieder zurück. :16. Fogat mos, hideg vízzel megmossa az arcát, és visszamegy a szobába. - Sie putzt sich die Zähne, wäscht das Gesicht mit kaltem Wasser und geht zurück ins Zimmer. :17. Aztán leül a földre a nyitott hűtőszekrény elé, és benéz. - Dann setzt sie sich auf den Boden vor den offenen Kühlschrank und schaut hinein. :18. Elöl egy fél citrom fekszik, gondosan átlátszó fóliába csomagolva, bár Hanának már régóta nincs rá szüksége. - Eine halbe Zitrone liegt vorne, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana sie schon lange nicht mehr braucht. :19. Mögötte két doboz sör áll, hidegen és érintetlenül, mert Hana valójában nem akarja meginni őket. - Dahinter stehen zwei Dosen Bier, kalt und unberührt, weil Hana sie nicht wirklich trinken will. :20. Egy darab tofu úszik egy kis vízzel teli edényben, és egészen hátul egy doboz cseresznye fekszik. - Ein Stück Tofu schwimmt in einem kleinen Behälter mit Wasser, und ganz hinten liegt eine Schachtel mit Kirschen. :21. A cseresznyék megpuhultak, de még nem rosszak, ezért Hana kivesz egyet. - Die Kirschen sind weich geworden, aber noch nicht schlecht, also nimmt Hana eine heraus. :22. Lassan megeszi, rág, nyel, és a mag aztán a nyitott tenyerében fekszik. - Sie isst sie langsam, kaut, schluckt, und der Kern liegt dann in ihrer offenen Handfläche. :23. Hana feláll, odamegy az ablakhoz, és a magot az ablakpárkányra teszi. - Hana steht auf, geht zum Fenster und legt den Kern auf die Fensterbank. :24. Ott már hét vagy nyolc mag fekszik egy kis sorban, mind korábbi éjszakákról. - Dort liegen schon sieben oder acht Kerne in einer kleinen Reihe, alle von früheren Nächten. :25. Röviden rájuk néz, aztán csukva hagyja az ablakot, és az ágyhoz megy. - Sie schaut sie kurz an, dann lässt sie das Fenster geschlossen und geht zum Bett. :26. Hana lefekszik, és a mennyezetet bámulja, miközben a hűtőszekrény zúgása betölti a lakást. - Hana legt sich hin und starrt an die Decke, während das Summen des Kühlschranks durch die Wohnung trägt. :27. Néha a zúgás rövid időre elhallgat, mert a termosztát kikapcsol, és akkor néhány másodpercig teljes csend van. - Manchmal hört das Summen kurz auf, weil der Thermostat abschaltet, und dann ist es für ein paar Sekunden ganz still. :28. Ebben a csendben Hana többnyire semmire sem gondol, vagy arra gondol, hogy nem gondol semmire, ami talán ugyanaz. - In dieser Stille denkt Hana meistens nichts, oder sie denkt, dass sie nichts denkt, was vielleicht dasselbe ist. :29. Aztán a hűtőszekrény újra bekapcsol, és a zúgás visszatér, Hana pedig lassan kifújja a levegőt. - Dann schaltet der Kühlschrank wieder an, und das Summen kommt zurück, und Hana atmet langsam aus. :30. Odakint elhalad egy éjszakai vonat, messze, alig hallhatóan, majdnem úgy, mint egy álomból származó zaj. - Draußen fährt ein Nachtzug vorbei, weit weg, kaum zu hören, fast wie ein Geräusch aus einem Traum. :31. Hana nem tudja pontosan, miért áll még mindig a fogkefe a pohárban, és igazából nem is kérdezi ezt magától. - Hana weiß nicht genau, warum die Zahnbürste noch im Becher steht, und sie fragt sich das auch nicht wirklich. :32. Csak azt tudja, hogy minden este a kezébe veszi, és minden este visszateszi. - Sie weiß nur, dass sie sie jeden Abend in die Hand nimmt und jeden Abend zurückstellt. :33. Ez az ő módja arra, hogy mérje az időt, nem naptárral vagy órával, hanem apró, csendes mozdulatokkal. - Das ist ihre Art, die Zeit zu messen, nicht mit Kalender oder Uhr, sondern mit kleinen, stillen Gesten. :34. A hűtőszekrény tovább zúg, egyenletesen és türelmesen, és Hana valamikor behunyja a szemét. - Der Kühlschrank summt weiter, gleichmäßig und geduldig, und irgendwann macht Hana die Augen zu. ------------------------------ ---------------------------------------------- 3 ------------------------------ :A halk zúgás - Das leise Summen :1. Hana nem sokkal fél tizenkettő után ér haza, és miközben kinyitja a lakás ajtaját, már hallja is azt a halk, egyenletes zúgást, amely minden este várja. - Hana kommt kurz nach halb zwölf nach Hause, und während sie die Wohnungstür aufschließt, hört sie schon das leise, gleichmäßige Summen, das sie jeden Abend erwartet. :2. A hűtőszekrény évek óta megszakítás nélkül jár, még akkor is, ha a lakásban egyébként semmi sem működik úgy, ahogyan kellene. - Der Kühlschrank läuft seit Jahren ohne Unterbrechung, auch wenn sonst nichts in der Wohnung funktioniert wie es soll. :3. Leveszi a cipőjét, pontosan a fal mellé állítja, és mellé teszi, mint minden este, Ryo fekete sportcipőjét, mintha mindjárt hazajönne. - Sie zieht ihre Schuhe aus, stellt sie akkurat an die Wand, und daneben stellt sie, wie jeden Abend, Ryos schwarze Sneakers, als würde er gleich nach Hause kommen. :4. Nem jön. - Er kommt nicht. :5. Ezt tudja, de a cipők mégis ott állnak, mert rossznak érezné elrakni őket, mintha ezzel véglegessé tenne valamit, ami még nincs egészen befejezve. - Das weiß sie, aber die Schuhe stehen trotzdem dort, weil es sich falsch anfühlt, sie wegzuräumen, als würde sie damit etwas endgültig machen, was noch nicht ganz fertig ist. :6. A lakás sötét, de Hana nem kapcsol villanyt, mert a hűtőszekrény matt fénye az ajtórésen át elég ahhoz, hogy tájékozódjon. - Die Wohnung ist dunkel, aber Hana macht kein Licht an, weil das matte Leuchten des Kühlschranks durch den Türspalt ausreicht, um sich zu orientieren. :7. Bemegy a fürdőszobába, kezével megtalálja a poharat a mosdókagylónál, és az ujja először a piros, aztán a kék fogkefét érinti meg, mint mindig, ebben a sorrendben. - Sie geht ins Bad, findet den Becher am Waschbecken mit der Hand, und ihr Finger berührt zuerst die rote, dann die blaue Zahnbürste, wie immer in dieser Reihenfolge. :8. A kék Ryóé, és a sörtéi olyan merevek, hogy azt lehetne hinni, új, pedig már majdnem hét hónapja annak, hogy valaki használta. - Die blaue gehört Ryo, und die Borsten sind so steif, dass man meinen könnte, sie wäre neu, dabei ist es fast sieben Monate her, seit jemand sie benutzt hat. :9. Hana néhány másodpercig a kezében tartja, különösebb ok nélkül, vagy talán mégis olyan okból, amelyet önmagának sem akar megmagyarázni. - Hana hält sie ein paar Sekunden in der Hand, ohne bestimmten Grund, oder vielleicht doch aus einem Grund, den sie sich selbst nicht erklären will. :10. Aztán visszateszi a kefét, fogat mos, kiköp, és a hideg víz, amikor leöblíti, egy kicsit felébreszti a hosszú este tompaságából. - Dann legt sie die Bürste zurück, putzt sich die Zähne, spuckt aus, und das kalte Wasser beim Abwaschen weckt sie ein wenig aus der Stumpfheit des langen Abends. :11. Visszatérve a szobába leereszkedik a földre a nyitott hűtőszekrény elé, nem azért, mert éhes volna, hanem mert ott meleg a fény, és a hűtőszekrény megbízhatóan zúg, ami ebben a lakásban nem magától értetődő. - Zurück im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht weil sie Hunger hätte, sondern weil das Licht dort warm ist und der Kühlschrank zuverlässig summt, was in dieser Wohnung keine Selbstverständlichkeit ist. :12. Odabent egy fél citrom fekszik, már napok óta, szorosan átlátszó fóliába csomagolva, mintha Hana egy olyan étkezéshez őrizné, amelyet soha nem főz meg. - Drinnen liegt eine halbe Zitrone, seit Tagen schon, fest in Klarsichtfolie gewickelt, als würde Hana sie aufheben für eine Mahlzeit, die sie nie kocht. :13. Két sörösdoboz áll a második polcon, hidegen és mozdulatlanul, és Hana néha utánuk nyúl, de többnyire visszateszi őket, mielőtt kinyitná a dobozt. - Zwei Bierdosen stehen im zweiten Fach, kalt und unbewegt, und Hana greift manchmal danach, stellt sie aber meistens wieder zurück, bevor sie die Dose öffnet. :14. Ma is. - Heute auch. :15. Leghátul, a tofutartó mögött, amelynek vize kissé zavarossá vált, ott fekszik a kis kartondoboz a cseresznyékkel, amelyeket Hana négy nappal ezelőtt vett, anélkül hogy pontosan tudta volna, miért, mert cseresznyét tulajdonképpen nem magának vesz az ember egyedül. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser leicht trüb geworden ist, liegt die kleine Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor vier Tagen gekauft hat, ohne genau zu wissen warum, denn Kirschen kauft man eigentlich nicht für sich allein. :16. Kivesz egyet, a nyelvére teszi, lassan ráharap, és a leve édes, egy enyhe savanykás csípéssel, amit Hana kellemesnek érez. - Sie nimmt eine, legt sie auf die Zunge, beißt langsam durch, und der Saft ist süß mit einem leichten Stich ins Saure, was Hana als angenehm empfindet. :17. A magot a tenyerébe teszi, odamegy az ablakhoz, és felrakja az ablakpárkányra a többihez, amelyek ott fekszenek egy páratlan sorban, mint elmúlt éjszakák apró tanúi. - Den Kern legt sie in die Handfläche, geht zum Fenster, und stellt ihn auf die Fensterbank zu den anderen, die dort in einer ungeraden Reihe liegen wie kleine Zeugen vergangener Nächte. :18. Nem számolja meg őket. - Sie zählt sie nicht. :19. Valamikor lefekszik az ágyba, az oldalára fordul, és hallgatja a zúgást, amely a vékony falakon át úgy terjed, mint egy hang, amelyből nem lesz dallam, de mégsem zavar. - Irgendwann geht sie ins Bett, legt sich auf die Seite und hört auf das Summen, das durch die dünnen Wände trägt wie ein Ton, der keine Melodie ergibt, aber trotzdem nicht stört. :20. A termosztát kikapcsol, a csend hirtelen teljessé válik, és Hana észreveszi, hogy várja az újbóli bekapcsolást, anélkül hogy akarná. - Das Thermostat schaltet ab, die Stille ist plötzlich vollständig, und Hana merkt, wie sie auf das Wiedereinschalten wartet, ohne es zu wollen. :21. A hűtőszekrény beindul. - Der Kühlschrank springt an. :22. Odakint elhalad egy vonat, olyan messze, hogy inkább sejteni lehet, mint hallani, tompa zúgás, amely gyorsan újra eltűnik, és a csendet még csendesebbé teszi. - Draußen zieht ein Zug vorbei, so weit entfernt, dass man ihn eher ahnt als hört, ein dumpfes Rauschen, das schnell wieder verschwindet und die Stille noch stiller macht. :23. Hana nem gondol Ryóra. - Hana denkt nicht an Ryo. :24. Legalábbis ezt mondja magának, miközben a mennyezetet nézi végig, amely a hűtőszekrény gyenge fényében alig látható. - Zumindest sagt sie sich das, während sie an der Decke entlangschaut, die im schwachen Licht des Kühlschranks kaum zu sehen ist. :25. A fogkefe, a cipők, a cseresznyék, a zúgás, a várakozás a zúgásra, mindez nem gyász, gondolja Hana, egyszerűen csak ilyenek most a napok. - Die Zahnbürste, die Schuhe, die Kirschen, das Summen, das Warten auf das Summen, das alles ist kein Trauern, denkt Hana, das ist einfach, wie die Tage jetzt aussehen. :26. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :27. Hana becsukja a szemét. - Hana macht die Augen zu. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :A hűtőszekrény zúgása - Das Summen des Kühlschranks :1. Kevéssel éjfél előtt van, amikor Hana kinyitja a lakás ajtaját, és még a lépcsőházban meghallja a hűtőszekrény egyenletes zúgását. - Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch im Treppenhaus das gleichmäßige Summen des Kühlschranks hört. :2. A hang úgy hatol át a vékony faajtón, mint egy szívverés, amely nem szűnt meg dobogni, bár a test, amelyhez tartozott, már rég nincs ott. - Das dringt durch die dünne Holztür wie ein Herzschlag, der nicht aufgehört hat zu schlagen, obwohl der Körper, dem er gehörte, längst fort ist. :3. Belép anélkül, hogy villanyt gyújtana, mert az ismerős sötétség kevesebbet követel tőle, mint a mennyezeti lámpa kemény fénye. - Sie tritt ein, ohne Licht zu machen, weil die vertraute Dunkelheit ihr weniger abverlangt als der harte Schein der Deckenlampe. :4. Abban a fényben a lakás mindig egy kicsit túl üresnek látszik. - Unter dem sieht die Wohnung immer ein wenig zu leer aus. :5. Leveszi a cipőjét, és a helyére teszi, aztán, szinte anélkül, hogy odanézne, Ryo fekete tornacipői után nyúl. - Die Schuhe zieht sie aus und stellt sie an ihren Platz, dann greift sie, fast ohne hinzusehen, nach Ryos schwarzen Sneakers. :6. Ezeket minden reggel félreteszi, és minden este újra visszaállítja, nem érzelgősségből, ahogy magának mondja, hanem mert különben a mellettük lévő rés túl feltűnő lenne. - Die räumt sie jeden Morgen zur Seite und stellt sie jeden Abend wieder hin, nicht aus Sentimentalität, wie sie sich sagt, sondern weil die Lücke daneben sonst zu auffällig wäre. :7. Ryo hat hónapja és tizenegy napja nincs itt, bár Hana úgy tesz, mintha nem számolná a napokat. - Ryo ist seit sechs Monaten und elf Tagen weg, obwohl Hana vorgibt, die Tage nicht zu zählen. :8. És mégis számolja őket, mert ebben az ügyben a számolás az egyetlen formája az ellenőrzésnek, amely megmaradt neki. - Und es doch tut, weil das Zählen die einzige Form von Kontrolle ist, die ihr in dieser Sache geblieben ist. :9. A hűtőszekrény tejszerű fényű négyszöget vet a linóleumpadlóra, amely kissé eltorzul ott, ahol a fólia az egyik saroknál felpúposodik. - Der Kühlschrank wirft ein milchiges Rechteck Licht auf den Linoleumboden, das sich leicht verzerrt, wo die Folie an einer Ecke hochsteht. :10. Hana tudatosan rálép, amikor elmegy mellette, mert a hang, amelyet ad, egy pillanatra azt az érzést kelti benne, hogy valamit megváltoztat. - Hana tritt bewusst darauf, wenn sie daran vorbeigeht, weil das Geräusch, das es macht, ihr für einen Moment das Gefühl gibt, etwas zu verändern. :11. A fürdőszobában kitapogatja az utat a mosdókagylóig, és fény nélkül is megtalálja a poharat. - Im Bad tastet sie sich zum Waschbecken vor und findet den Becher ohne Licht. :12. Mert a keze az elmúlt hónapokban saját emlékezetet fejlesztett ki, amely tőle függetlenül működik, és ezért néha ijesztően pontos. - Weil ihre Hand in den vergangenen Monaten eine eigene Erinnerung entwickelt hat, die unabhängig von ihr funktioniert und deshalb manchmal erschreckend präzise ist. :13. Ryo fogkeféje kék, és a sörtéi ugyanolyan merevek, mint azon a napon, amikor új volt. - Ryos Zahnbürste ist blau, und die Borsten sind so steif wie am Tag, an dem sie neu war. :14. Ez azt jelenti, hogy itt hagyta, nem elfelejtette, hanem hátrahagyta, ami különbség, még ha Hana nem is biztos benne, melyik volna a rosszabb. - Was bedeutet, dass er sie hier gelassen hat, nicht vergessen, sondern zurückgelassen, was ein Unterschied ist, auch wenn Hana sich nicht sicher ist, welcher der schlimmere wäre. :15. A fogkefét a kezében tartja, tovább, mint szükséges volna, érzi a sima műanyagot, amely semmilyen információt nem hordoz azon kívül, hogy ott van. - Sie hält die Zahnbürste in der Hand, länger als nötig, spürt das glatte Plastik, das keine Information trägt außer der, dass es da ist. :16. Aztán visszateszi, anélkül, hogy kiegyenesítené a poharat, mert egy egyenesen álló pohár azt jelentené, hogy az ember törődik vele. - Und stellt sie dann zurück, ohne den Becher geradzurücken, weil ein gerader Becher bedeuten würde, dass man sich kümmert. :17. Módszeres közönnyel fogat mos, kiköp, és egy pillanatig a tükörben nézi az arcát. - Sie putzt sich die Zähne mit methodischer Gleichgültigkeit, spuckt aus, betrachtet ihr Gesicht einen Moment im Spiegel. :18. A tükör a sötétben csak egy sötét felületet ver vissza, és Hana ezt őszintébbnek találja annál, amit fényben lát benne. - Der wirft im Dunkeln nur eine dunkle Fläche zurück, und sie findet das ehrlicher als das, was sie bei Licht darin sieht. :19. Aztán leereszkedik a padlóra a nyitott hűtőszekrény elé, úgy, ahogy az ember egy tűz elé ül. - Dann lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, so wie man sich vor ein Feuer setzt. :20. Nem éhségből, hanem a melegség miatt, és mert a fényben van valami megbízható egy lakásban, ahol különben nagyon kevés dolog érződik megbízhatónak. - Nicht aus Hunger, sondern wegen der Wärme und weil das Licht etwas Verlässliches hat in einer Wohnung, in der sich sonst sehr wenig verlässlich anfühlt. :21. A fél citrom egy hete fekszik az első rekeszben, pontosan folpackba csomagolva. - Die halbe Zitrone liegt seit einer Woche im ersten Fach, präzise in Klarsichtfolie gewickelt. :22. Hana néha azon tűnődik, kinek is csinálja ezt tulajdonképpen, ezt a gondos megőrzését olyan dolgoknak, amelyekre már nincs szüksége, és amelyeket mégsem dob ki. - Hana fragt sich manchmal, für wen sie das eigentlich tut, dieses sorgfältige Aufbewahren von Dingen, die sie nicht mehr braucht und die sie trotzdem nicht wegwirft. :23. Két sörösdoboz áll a második polcon, és Hana ma valóban az egyik után nyúl. - Zwei Bierdosen stehen im zweiten Regal, und Hana greift heute tatsächlich nach einer. :24. A kezében tartja, érzi a hideget a tenyerén át, aztán mégis visszateszi, mert egyedül sört inni fél egykor olyan mozdulat volna, amelyre még nem áll készen. - Hält sie in der Hand, spürt die Kälte durch die Handfläche, und stellt sie dann doch zurück, weil Biertrinken allein um halb eins eine Geste wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen. :25. Egészen hátul, a tofutartó mögött, amelynek vize enyhén zavarossá vált, ott fekszik a papírdoboz a cseresznyékkel. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser eine leichte Trübung angenommen hat, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen. :26. Hana megvette őket, bár a cseresznye egy embernek alig éri meg, és a dobozt egyértelműen két személyre tervezték. - Hana hat sie gekauft, obwohl Kirschen sich für eine Person kaum lohnen und die Schachtel eindeutig für zwei ausgelegt ist. :27. Kivesz egyet, olyan összpontosítással eszi meg, amelyet mindennek megad, ami egyedül történik. - Sie nimmt eine, isst sie mit der Konzentration, die sie allem gibt, was allein geschieht. :28. A mag aztán ott fekszik a tenyerében, mint egy kicsi, fölösleges emlék. - Und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein kleines, unnötiges Andenken. :29. Az ablakhoz megy, és odateszi a többihez, amelyek ott fekszenek egy szabálytalan sorban. - Sie geht zum Fenster und legt ihn zu den anderen, die dort in einer unregelmäßigen Reihe liegen. :30. Hét vagy nyolc, ma nem számolja meg őket, mert a számolás túl világosan megmondaná neki, hány este telt már így. - Sieben oder acht, sie zählt sie heute nicht, weil das Zählen ihr zu deutlich sagen würde, wie viele Abende das bereits sind. :31. Ez pedig olyan információ, amelyre éppen nincs szüksége. - Und das ist eine Information, die sie gerade nicht braucht. :32. Az ágyban a hátán fekszik, nyitott szemmel, és a hűtőszekrényt hallgatja. - Im Bett liegt sie auf dem Rücken, Augen offen, und hört dem Kühlschrank zu. :33. Az egyenletes zúgását úgy küldi végig a lakáson, mint egy tartalom nélküli üzenetet, tisztán formait, tisztán mechanikusat, és éppen ezért valahogy vigasztalót. - Der schickt sein gleichmäßiges Summen durch die Wohnung wie eine Botschaft ohne Inhalt, rein formal, rein mechanisch, und gerade deshalb irgendwie tröstlich. :34. A termosztát kikapcsol, és az ezt követő csend olyan minőségű, amelyet Hana testileg érzékel. - Das Thermostat schaltet ab, und die Stille, die folgt, ist von einer Qualität, die Hana körperlich wahrnimmt. :35. Olyan, mint valamiféle nyomás a fülén, az egész szoba megtorpanása. - Eine Art Druck auf den Ohren, ein Innehalten des ganzen Raums. :36. És észreveszi, hogy visszatartja a lélegzetét, amíg a hűtőszekrény újra be nem indul. - Und sie merkt, dass sie die Luft anhält, bis der Kühlschrank wieder anspringt. :37. Ez néhány másodperc múlva meg is történik, megbízhatóan, mint mindig, és Hana úgy fújja ki a levegőt, mint egy sikeresen kiállt próba után. - Was er nach einigen Sekunden tut, zuverlässig wie immer, und Hana atmet aus wie nach einer bestandenen Probe. :38. Odakint egy éjszakai vonat siklik át a távoli pályaudvaron, zúgása alig több sejtelemnél. - Draußen gleitet ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen kaum mehr als eine Ahnung. :39. Olyan hang ez, amely nem töri meg a csendet, hanem olyan mélységet ad neki, amely nélküle nem volna meg. - Ein Laut, der die Stille nicht bricht, sondern ihr eine Tiefe gibt, die sie ohne ihn nicht hätte. :40. Hana Ryóra gondol, amit tulajdonképpen megtiltott magának, de a tilalom az éjfél utáni órákban nem működik különösebben jól. - Hana denkt an Ryo, was sie sich eigentlich verboten hat, aber das Verbot funktioniert nicht besonders gut in den Stunden nach Mitternacht. :41. Amikor a hűtőszekrény zúg, és a fogkefe a fürdőszobában áll, és a cseresznyemagok az ablakpárkányon fekszenek. - Wenn der Kühlschrank summt und die Zahnbürste im Bad steht und die Kirschen auf der Fensterbank liegen. :42. És minden egyszerre nem jelent semmit és túl sokat jelent, ami alapjában véve ugyanaz. - Und alles gleichzeitig nichts bedeutet und zu viel bedeutet, was im Grunde dasselbe ist. :43. Nem tudja, mikor fog ez megszűnni, az időnek ez az éjszakai mérése csendes mozdulatokkal. - Sie weiß nicht, wann das aufhören wird, dieses Nachtmessen der Zeit mit stillen Gesten. :44. De tudja, hogy a hűtőszekrény holnap reggel még zúgni fog, amikor felkel. - Aber sie weiß, dass der Kühlschrank morgen früh noch summen wird, wenn sie aufsteht. :45. És hogy ennek egyelőre elégnek kell lennie. - Und dass das, vorerst, genug sein muss. :46. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :47. Hana lehunyja a szemét. - Hana schließt die Augen. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :A hűtőszekrény zúgása - Das Summen des Kühlschranks :1. Nem sokkal éjfél előtt van, amikor Hana kinyitja a lakás ajtaját, és még mielőtt belépne, meghallja a hűtőszekrény zúgását, azt a tompa, egyenletes brummogást, amely átnyomul a faajtón a lépcsőházba, mintha bizonyítéka volna annak, hogy odabent még valami életben van, még ha az az élet, amelyet ő oda elképzelt magának, időközben máshová rendeződött is. - Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch bevor sie eintritt das Summen des Kühlschranks wahrnimmt, dieses dumpfe, gleichmäßige Brummen, das sich durch die Holztür ins Treppenhaus schiebt wie ein Beweis dafür, dass drinnen noch etwas am Leben ist, auch wenn das Leben, das sie sich darin vorgestellt hatte, sich inzwischen anders verteilt hat. :2. Belép. - Sie tritt ein. :3. A lakás sötétsége nem ellenségesen fogadja, hanem semlegesen, azoknak a tereknek a közönyével, amelyek már felhagytak a várakozással, és Hana hálás ezért, mert a közönyt könnyebb elviselni, mint az ellenkezőjét. - Die Dunkelheit der Wohnung empfängt sie nicht feindlich, sondern neutral, mit der Gleichgültigkeit von Räumen, die aufgehört haben zu warten, und Hana ist dankbar dafür, weil Gleichgültigkeit sich leichter tragen lässt als das Gegenteil. :4. Nem kapcsol lámpát, nem megszokásból, hanem mert a fény megváltoztatja az arányokat, láthatóbbá teszi az ürességet, kiemeli a második párnát, az ajtó melletti használatlan akasztót, amelyen fél éve nem lógott már idegen kabát. - Sie macht kein Licht, nicht aus Gewohnheit, sondern weil das Licht die Proportionen verändert, die Leere sichtbarer macht, das zweite Kissen betont, den ungenutzten Haken neben der Tür, an dem seit einem halben Jahr keine fremde Jacke mehr hängt. :5. Leveszi a cipőjét, azzal a pontos mellékességgel állítja oda, amely akkor keletkezik, ha az ember egy cselekvést elég gyakran ismétel ahhoz, hogy az megszűnjön döntés lenni, és melléjük teszi Ryo tornacipőit, feketéket, az ő lábára túl kicsiket, érintetlenül azóta a nap óta, amikor Ryo behúzta maga mögött az ajtót anélkül, hogy becsapta volna, ami rosszabb volt, mint ha becsapta volna. - Die Schuhe zieht sie aus, stellt sie mit der präzisen Beiläufigkeit hin, die entsteht, wenn man eine Handlung oft genug wiederholt, dass sie aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und daneben stellt sie Ryos Sneakers, schwarz, zu klein für ihre Füße, unberührt seit dem Tag, an dem er die Tür hinter sich zugezogen hat, ohne zu schlagen, was schlimmer war als schlagen. :6. A hűtőszekrény tejszerű fénye kiszűrődik az ajtórésen, és torz téglalapot vet a linóleumpadlóra, amelynek felpúposodott sarkát Hana elhaladtában a lábujjával lapítja le, egy kicsi, értelmetlen mozdulattal, amelyet mégis megtesz, mert a test rítusokat fejleszt ki ott, ahol a szellem már nem akar döntéseket hozni. - Der Kühlschrank wirft sein milchiges Licht durch den Türspalt und legt ein verzerrtes Rechteck auf den Linoleumboden, dessen angehobene Ecke Hana beim Vorbeigehen mit dem Zeh flachhält, eine kleine, sinnlose Geste, die sie trotzdem macht, weil der Körper Rituale entwickelt, wo der Geist keine Entscheidungen mehr treffen will. :7. A fürdőszobában fény nélkül talál oda a mosdókagylóhoz, keze olyan biztonsággal találja meg a poharat, amely néha kísérteties számára, mert megmutatja, milyen teljesen írta bele magát a hiányzás a mozgásába, a kis esték izomemlékezeteibe, amelyek mind ugyanúgy néznek ki, és mégsem szűnnek meg jelenteni valamit. - Im Bad navigiert sie ohne Licht zum Waschbecken, ihre Hand findet den Becher mit einer Sicherheit, die ihr manchmal unheimlich ist, weil sie zeigt, wie vollständig sich das Vermissen in die Motorik eingeschrieben hat, in die Muskelgedächtnisse kleiner Abende, die alle gleich aussehen und trotzdem nicht aufhören, etwas zu bedeuten. :8. Két fogkefe áll a pohárban, egy piros és egy kék, és Hana olyan magától értetődőséggel veszi el a kéket, amelyet egyszerre tilt meg és enged meg magának, a kezében tartja, és érzékeli a sörték keménységét, amelyek semmit sem felejtettek el, mert nincs mit elfelejteniük, mert semmit sem használtak rajtuk azóta, hogy Ryo itt hagyta őket, nem elfelejtette, hanem hagyta, ami különbség, amelyet Hana hónapok óta ide-oda forgat magában, anélkül hogy eredményre jutna. - Zwei Zahnbürsten stehen im Becher, eine rote, eine blaue, und Hana nimmt die blaue mit einer Selbstverständlichkeit, die sie sich gleichzeitig verbietet und erlaubt, hält sie in der Hand und registriert die Härte der Borsten, die nichts vergessen haben, weil sie nichts zu vergessen haben, weil nichts an ihnen gebraucht wurde, seit Ryo sie hier zurückgelassen hat, nicht vergessen, gelassen, was ein Unterschied ist, den Hana seit Monaten hin und her wendet, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. :9. Visszateszi a fogkefét, a kimerültség mechanikus pontosságával fogat mos, és az öblítéskor a hideg víz egy pillanatra kirántja az elmúlt órák tompa egyformaságából, körvonalat ad neki, anélkül hogy bármi fontosat közölne vele. - Sie stellt die Zahnbürste zurück, putzt sich die Zähne mit der mechanischen Präzision der Erschöpfung, und das kalte Wasser beim Abwaschen zieht sie für einen Moment aus der tauben Gleichförmigkeit der letzten Stunden heraus, gibt ihr Kontur, ohne ihr etwas Wichtiges mitzuteilen. :10. Az arcát ebben a fényben nem látni a tükörben, amit Hana helyénvalónak érez, mert az az arc, amelyet ott többnyire találni szokott, olyan kérdést tesz fel, amelyre még nincs válasza. - Ihr Gesicht im Spiegel ist bei diesem Licht nicht zu sehen, was Hana als angemessen empfindet, weil das Gesicht, das sie dort meistens vorfindet, eine Frage stellt, auf die sie noch keine Antwort hat. :11. A szobában leereszkedik a padlóra a nyitott hűtőszekrény elé, nem éhségből, nem szomjúságból, hanem mert ott a fény meleg és állandó, és a zúgás ilyen közelségből testiséget kap, amely társaságnak érződik, amit azonnal szentimentális gondolatnak tart, aztán mégis érvényben hagy, mert éjfél után már túl késő van a korrektséghez. - Im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht aus Hunger, nicht aus Durst, sondern weil das Licht dort warm und beständig ist und das Summen aus dieser Nähe eine Körperlichkeit bekommt, die sich anfühlt wie Gesellschaft, was sie sofort für einen sentimentalen Gedanken hält und dann doch gelten lässt, weil es nach Mitternacht für Korrektheit zu spät ist. :12. A hűtőszekrény tartalma hetek óta alig változott: a fél citrom az első polcon, gondosan folpackba csomagolva, bár Hana már nem főz, és a citrom egyszer majd egyszerűen ott lesz, anélkül hogy valaha használták volna, mint némely más dolog is. - Der Kühlschrankinhalt hat sich seit Wochen kaum verändert: die halbe Zitrone im ersten Fach, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana nicht mehr kocht und die Zitrone irgendwann einfach da sein wird, ohne jemals gebraucht worden zu sein, wie manches andere auch. :13. Két sörösdoboz a második polcon, érintetlenül és hidegen, amelyek után Hana nyúl, majd visszateszi őket, mert egy dobozt egyedül kinyitni éjfélkor kijelentés volna, amelyet még nem kész megtenni, még nem, bár ez a még nem minden estével valamivel kisebb lesz. - Zwei Bierdosen im zweiten Fach, unberührt und kalt, nach denen Hana greift und die sie zurückstellt, weil das Öffnen einer Dose allein um Mitternacht eine Aussage wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen, noch nicht, obwohl das noch nicht mit jedem Abend etwas kleiner wird. :14. Leghátul, a tofutartó mögött, amelynek zavaros vize azt mondja neki, hogy holnap cselekednie kellene, ott fekszik a kartondoboz a cseresznyékkel, amelyeket Hana öt napja egy hirtelen indíttatásból vett, amelyet nem tud egészen megmagyarázni magának, azon kívül, hogy a doboz úgy nézett ki, mintha két embernek szánták volna, és hogy mégis elvette, talán éppen ezért. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen trübes Wasser ihr sagt, dass sie morgen handeln müsste, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor fünf Tagen in einem Impuls gekauft hat, den sie sich nicht ganz erklären kann, außer dass die Schachtel so ausgesehen hat, als wäre sie für zwei Menschen gedacht, und dass sie sie trotzdem genommen hat, vielleicht gerade deshalb. :15. Elvesz egy cseresznyét, lassan eszi meg, olyan figyelemmel, amely magányt teremt, ha túl sok teret adnak neki, és a mag aztán úgy fekszik a tenyerében, mint egy érv, amelyet nem akar lefolytatni, de letenni sem tud. - Sie nimmt eine Kirsche, isst sie langsam, mit einer Aufmerksamkeit, die Einsamkeit erzeugt, wenn man ihr zu viel Raum gibt, und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein Argument, das sie nicht führen will, aber auch nicht ablegen kann. :16. Az ablaknál odateszi a többiekhez, hét vagy nyolc, már nem számolja őket, mert a szám megszűnt információnak lenni, és valamiféle váddá vált, hogy pontosan ki ellen, azt Hana nem tudja, ami nem teszi jobbá a dolgot. - Am Fenster legt sie ihn zu den anderen, sieben oder acht, sie zählt sie nicht mehr, weil die Zahl aufgehört hat, Information zu sein, und eine Art Anklage geworden ist, gegen wen genau, weiß Hana nicht, was die Sache nicht besser macht. :17. Az ágyban a hátán fekszik, szemét a mennyezetre szegezve, és követi a hűtőszekrény zúgását, amely az egész lakáson átviszi magát azoknak a dolgoknak a makacsságával, amelyeknek nincs szükségük okra ahhoz, hogy folytassák, mert a működésük nem feltételez tudatot, nem feltételez akaratot, nem feltételez emléket arról, ami egyszer volt, és éppen ebben van valami, amit Hana vigasznak érez, bár nem használná rá ezt a szót, ha megkérdeznék. - Im Bett liegt sie auf dem Rücken, die Augen an die Decke gerichtet, und folgt dem Summen des Kühlschranks, das durch die Wohnung trägt mit der Beharrlichkeit von Dingen, die keinen Grund brauchen weiterzumachen, weil ihre Funktion kein Bewusstsein voraussetzt, kein Wollen, keine Erinnerung an das, was einmal gewesen ist, und gerade darin liegt etwas, das Hana als Trost empfindet, obwohl sie das Wort dafür nicht verwenden würde, wenn sie gefragt würde. :18. A termosztát kikapcsol. - Das Thermostat schaltet ab. :19. A csend, amely ezután következik, olyan teljességű, hogy Hana testileg érzékeli, valaminek az enyhülése, amit nem érzékelt nyomásként, amíg ott volt, és észreveszi, hogy visszatartja a lélegzetét, vár, semmi meghatározottra, csak a bekapcsolásra, amely néhány másodperc múlva megérkezik, megbízhatóan, iránta érdektelenül, és ebben a közönyös nyugalomban rejlik a valódi megnyugvás: a hűtőszekrény tovább zúg, anélkül hogy neki bármit tennie kellene érte. - Die Stille, die folgt, ist von einer Vollständigkeit, die Hana körperlich wahrnimmt, ein Nachlassen von etwas, das sie nicht als Druck registriert hatte, solange es da war, und sie merkt, dass sie die Luft anhält, wartet, auf nichts Bestimmtes außer dem Einschalten, das nach einigen Sekunden kommt, zuverlässig, uninteressiert an ihr, und in diesem Gleichmut liegt die eigentliche Beruhigung: der Kühlschrank summt weiter, ohne dass sie etwas dafür tun muss. :20. Odakint egy éjszakai vonat siklik át a távoli állomáson, zaja annyira tompított, hogy kevésbé hangnak érződik, mint a csend besűrűsödésének, rövid jelnek, hogy máshol mozgás történik, emberek egyik helyről a másikra, csomaggal és szándékokkal, miközben Hana mozdulatlanul fekszik, és egy hűtőszekrény zúgását számolja. - Draußen streicht ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen so weit gedämpft, dass es sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie eine Verdichtung der Stille, ein kurzes Zeichen, dass anderswo Bewegung stattfindet, Menschen von einem Ort zum anderen, mit Gepäck und Absichten, während Hana still liegt und das Summen eines Kühlschranks zählt. :21. Ryóra gondol, vagy pontosabban: megengedi, hogy Ryo belépjen abba a csendbe, amelyet a termosztát létrehozott, egy arc élesség nélkül, egy hang szöveg nélkül, inkább textúra, mint kép, és tudja, hogy ami itt a sötétben tovább működik, nem gyász abban az értelemben, amelyet a szó sugall, hanem valami csendesebb és szívósabb: egy élet lassú átszerveződése, amelyből hiányzik egy ellensúly, amelyet soha nem nevezett kifejezetten ellensúlynak, amíg ott volt. - Sie denkt an Ryo, oder genauer: sie lässt zu, dass er in die Stille eintritt, die das Thermostat erzeugt hat, ein Gesicht ohne Schärfe, eine Stimme ohne Wortlaut, mehr Textur als Bild, und sie weiß, dass das, was hier im Dunkeln weiterläuft, kein Trauern ist in dem Sinne, den das Wort vorschlägt, sondern etwas Ruhigeres und Zäheres: das langsame Umorganisieren eines Lebens, dem ein Gegengewicht fehlt, das es nie explizit als Gegengewicht bezeichnet hat, solange es da war. :22. A fogkefe a pohárban áll. - Die Zahnbürste steht im Becher. :23. A cipők az ajtónál állnak. - Die Schuhe stehen an der Tür. :24. A cseresznyemagok az ablakpárkányon fekszenek. - Die Kirschkerne liegen auf der Fensterbank. :25. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :26. Hana lehunyja a szemét, nem azért, mert aludni akar, hanem mert a szemhéja mögötti sötétség legalább olyan sötétség, amelyet ő maga választott, és ez ezen az éjszakán elég. - Hana schließt die Augen, nicht weil sie schlafen will, sondern weil die Dunkelheit hinter den Lidern wenigstens eine ist, die sie selbst gewählt hat, und das, in dieser Nacht, genug ist. -------------------- == 83 == 1 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves. - Anders ist sechsunddreißig Jahre alt. :2. Egy régi fatemplomban lakik. - Er wohnt in einer alten Holzkirche. :3. A templom egy fjord szélén áll. - Die Kirche liegt am Rand eines Fjords. :4. A víz szürke és hideg. - Das Wasser ist grau und kalt. :5. Anders a templomot a nagybátyjától örökölte. - Anders hat die Kirche von seinem Onkel geerbt. :6. A tető rossz állapotban van. - Das Dach ist kaputt. :7. Amikor esik az eső, a víz egy vödörbe csöpög. - Wenn es regnet, tropft das Wasser in einen Eimer. :8. Plink. Plink. Plink. - Plink. Plink. Plink. :9. Anders hallgatja a cseppeket. - Anders hört den Tropfen zu. :10. Nem számolja őket. Csak hallgatja. - Er zählt sie nicht. Er hört nur zu. :11. A fűtés régi és hangos. - Die Heizung ist alt und laut. :12. Reggel hideg a levegő a házban. - Am Morgen ist die Luft kalt im Haus. :13. Anders felkel, és kávét főz. - Anders steht auf und macht Kaffee. :14. A konyhaasztalnál issza meg. - Er trinkt ihn am Küchentisch. :15. Odakint esik az eső. - Draußen regnet es. :16. Az eső oldalról jön a tenger felől. - Der Regen kommt seitlich vom Meer. :17. Október van. - Es ist Oktober. :18. A szomszédját Larsnak hívják. - Sein Nachbar heißt Lars. :19. Lars hatvannyolc éves. - Lars ist achtundsechzig Jahre alt. :20. Minden második nap benéz hozzá. - Er kommt jeden zweiten Tag vorbei. :21. Nem kopog be. - Er klopft nicht an. :22. Egyszerűen leül a padra. - Er setzt sich einfach auf die Bank. :23. Dohányt tesz az asztalra. - Er legt Tabak auf den Tisch. :24. Lars keveset beszél. - Lars sagt wenig. :25. Anders is. - Anders auch. :26. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. :27. Ma Lars ezt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute sagt Lars: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :28. Anders bólint. - Anders nickt. :29. Lars feláll és elmegy. - Lars steht auf und geht. :30. Az ajtó becsapódik. - Die Tür fällt zu. :31. A dohány még mindig az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :32. Anders csónakmotorokat javít. - Anders repariert Bootsmotoren. :33. Ez a munkája. - Das ist seine Arbeit. :34. A szomszédok néha kávéval fizetnek neki. - Die Nachbarn bezahlen ihn manchmal mit Kaffee. :35. Néha egyszerűen csak köszönetet mondanak. - Manchmal sagen sie einfach danke. :36. Ez elég neki. - Das reicht ihm. :37. Régebben csónaképítő volt. - Er war früher Bootsbauer. :38. Ez már régen volt. - Das ist lange her. :39. Most nem valaki meghatározott ember. - Jetzt ist er niemand Bestimmtes. :40. Délután megjön a posta. - Am Nachmittag kommt die Post. :41. Anders kézbe vesz egy borítékot. - Anders nimmt einen Umschlag. :42. Nem számla. - Es ist keine Rechnung. :43. Egy képeslap. - Es ist eine Postkarte. :44. A képen Oslo kikötője látható. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. :45. A színek nagyon világosak. - Die Farben sind sehr hell. :46. Megfordítja a lapot. - Er dreht die Karte um. :47. Csak néhány szó áll rajta. - Da stehen nur wenige Wörter. :48. „Gyere Oslóba.” - „Komm nach Oslo." :49. A lap Mettétől van. - Die Karte ist von Mette. :50. Mette a barátnője volt. - Mette war seine Freundin. :51. Hat hónapja nem írt. - Seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben. :52. Anders egyszer elolvassa a lapot. - Anders liest die Karte einmal. :53. Elolvassa kétszer. - Er liest sie zweimal. :54. Elolvassa háromszor. - Er liest sie dreimal. :55. Aztán leteszi az ablakpárkányra. - Dann legt er sie auf den Fenstersims. :56. Az elülső oldala lefelé néz. - Die Vorderseite zeigt nach unten. :57. Kinéz a fjordra. - Er schaut auf den Fjord. :58. A komp elhalad. - Die Fähre fährt vorbei. :59. A motor hangja egyre kisebb és kisebb lesz. - Der Sound des Motors wird kleiner und kleiner. :60. Aztán megint csend van. - Dann ist es wieder still. :61. Korán besötétedik. - Es wird früh dunkel. :62. Négy órakor az ég már fekete. - Um vier Uhr ist der Himmel schon schwarz. :63. Anders meggyújt egy gyertyát. - Anders zündet eine Kerze an. :64. Ráteszi a régi zongorára. - Er stellt sie auf das alte Klavier. :65. A zongorán senki sem játszik. - Das Klavier spielt niemand. :66. De ott áll, amióta Anders itt lakik. - Aber es steht dort, seit Anders hier wohnt. :67. Leül az előtte álló székre. - Er setzt sich auf den Stuhl davor. :68. Nézi a lángot. - Er schaut die Flamme an. :69. Nem gondolkodik sokat. - Er denkt nicht viel. :70. Nem dönt el semmit. - Er entscheidet nichts. :71. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :72. A víz odakint a cölöpöknek csapódik. - Das Wasser schlägt gegen die Pfähle draußen. :73. Anders csendben ül. - Anders sitzt still. :74. A gyertya egyre kisebb lesz. - Die Kerze wird kleiner. :75. Aztán kialszik. - Dann geht sie aus. :76. A sötétben nyugalom van. - Im Dunkeln ist es ruhig. :77. Odakint havazni kezd. - Draußen fängt es an zu schneien. :78. A pelyhek halkan hullanak. - Die Flocken fallen leise. :79. Szinte hangtalanul. - Fast ohne Geräusch. :80. Anders ülve marad. - Anders bleibt sitzen. :81. Nem fog Oslóba utazni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :82. Itt marad. - Er bleibt hier. :83. Nem azért, mert muszáj. - Nicht weil er muss. :84. Hanem mert nincs oka elmenni. - Sondern weil er keinen Grund hat zu gehen. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders két éve lakik egy régi fatemplomban egy norvég fjord szélén. - Anders wohnt seit zwei Jahren in einer alten Holzkirche am Rand eines norwegischen Fjords. :2. A templomot a nagybátyjától örökölte, de igazán soha nem akarta. - Die Kirche hat er von seinem Onkel geerbt, aber er hat sie nie wirklich gewollt. :3. A tető beázik, és amikor esik, egy vödröt állít a konyhába. - Das Dach ist undicht, und wenn es regnet, stellt er einen Eimer in die Küche. :4. Hallgatja a csöpögést: plink, plink, plink. - Er hört dem Tropfen zu: plink, plink, plink. :5. Nem számolja őket, de ismeri a ritmust. - Er zählt sie nicht, aber er kennt den Rhythmus. :6. Odakint szürke a víz, és a szél egyenesen a tenger felől jön. - Draußen ist das Wasser grau, und der Wind kommt direkt vom Meer. :7. Október van, és az eső szinte vízszintesen veri az ablaküvegeket. - Es ist Oktober, und der Regen fliegt fast horizontal gegen die Fensterscheiben. :8. Anders a konyhaasztalnál ül egy csésze kávéval, amely már rég kihűlt. - Anders sitzt am Küchentisch mit einer Tasse Kaffee, die längst kalt ist. :9. Mégis megissza, mert fel kellene állnia, hogy újat készítsen. - Er trinkt sie trotzdem, weil er aufstehen müsste, um eine neue zu machen. :10. A ház csendes, csak a fűtés ad néha halk hangot. - Das Haus ist still, nur die Heizung macht manchmal ein leises Geräusch. :11. Lars minden második nap jön, mindig kopogás nélkül. - Lars kommt jeden zweiten Tag, immer ohne anzuklopfen. :12. Hatvannyolc éves, és egy kilométerrel arrébb lakik a parton. - Er ist achtundsechzig Jahre alt und wohnt einen Kilometer weiter am Ufer. :13. Leül a padra, az asztalra teszi a dohányzacskóját, és nem mond semmit. - Er setzt sich auf die Bank, legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch und sagt nichts. :14. Anders sem mond semmit, és ez közöttük teljesen normális. - Anders sagt auch nichts, und das ist zwischen ihnen vollkommen normal. :15. Tíz perc múlva Lars csak ennyit mond: „Björn kuttere megint jár.” - Nach zehn Minuten sagt Lars nur: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :16. Anders bólint, Lars pedig feláll, és kimegy az ajtón anélkül, hogy visszafordulna. - Anders nickt, und Lars steht auf und geht durch die Tür, ohne sich umzudrehen. :17. A dohány az asztalon marad, mert Lars mindig elfelejti, vagy szándékosan hagyja ott. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch, weil Lars ihn immer vergisst oder absichtlich dalässt. :18. Anders csónakmotorokat javít a környékbeli embereknek. - Anders repariert Bootsmotoren für die Leute in der Gegend. :19. Néhányan pénzzel fizetnek neki, mások kávét hoznak, vagy egyszerűen nem mondanak semmit. - Manche bezahlen ihn mit Geld, andere bringen Kaffee oder sagen einfach nichts. :20. Régebben hajóépítő volt Bergenben, de ez olyan érzés, mintha egy másik élet lett volna. - Er war früher Bootsbauer in Bergen, aber das fühlt sich an wie ein anderes Leben. :21. Most olyan valaki, aki itt lakik, és olyan dolgokat javít meg, amelyeket mások kidobnának. - Jetzt ist er jemand, der hier wohnt und Dinge repariert, die andere wegwerfen würden. :22. Délután egy képeslap fekszik a postaládában két számla között. - Am Nachmittag liegt eine Postkarte im Briefkasten zwischen zwei Rechnungen. :23. Az elülső oldal képe Oslo kikötőjét mutatja, a színek túl rikítóak ehhez a naphoz. - Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Hafen von Oslo, die Farben sind zu grell für diesen Tag. :24. Megfordítja a lapot, és elolvassa a szavakat, amelyeket Mette írt: „Gyere Oslóba.” - Er dreht die Karte um und liest die Worte, die Mette geschrieben hat: „Komm nach Oslo." :25. Mette a barátnője volt, de hat hónapja nem írt és nem telefonált. - Mette war seine Freundin, aber seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben und nicht angerufen. :26. Háromszor olvassa el a lapot, nem azért, mert nem érti, hanem mert időre van szüksége. - Er liest die Karte dreimal, nicht weil er sie nicht versteht, sondern weil er Zeit braucht. :27. Aztán képpel lefelé az ablakpárkányra teszi. - Dann legt er sie mit der Vorderseite nach unten auf den Fenstersims. :28. Odakint éppen elhalad az esti komp, a motor mélyen és egyenletesen hangzik. - Draußen fährt gerade die Abendfähre vorbei, der Motor klingt tief und gleichmäßig. :29. A hang egyre kisebb lesz, míg a fjord újra csendes nem lesz. - Das Geräusch wird kleiner, bis der Fjord wieder still ist. :30. Négy órakor besötétedik, mint ebben a hónapban minden nap. - Um vier Uhr wird es dunkel, wie jeden Tag in diesem Monat. :31. Anders meggyújt egyetlen gyertyát, és a sarokban álló régi zongorára teszi. - Anders zündet eine einzelne Kerze an und stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke. :32. A zongora ott áll, amióta beköltözött, és még egyetlenegyszer sem játszott rajta. - Das Klavier steht dort seit er einzog, und er hat es noch kein einziges Mal gespielt. :33. Leül az előtte álló székre, és nézi a lángot anélkül, hogy bármilyen meghatározott gondolata volna. - Er setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die Flamme an, ohne einen bestimmten Gedanken. :34. A fűtés csöpög, odakint a víz szabályosan csapódik a kikötőhely facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt regelmäßig gegen die Holzpfähle der Anlegestelle. :35. A gyertya egyre kisebb és kisebb lesz, míg kialszik, és a szoba sötét lesz. - Die Kerze wird kleiner und kleiner, bis sie ausgeht und das Zimmer dunkel ist. :36. Nem fog Oslóba menni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :37. Ezt nem azért tudja, mert eldöntötte, hanem mert nem érez okot arra, hogy elmenjen. - Das weiß er nicht, weil er es entschieden hat, sondern weil er keinen Grund spürt zu gehen. :38. Odakint havazni kezd, halkan és szinte átmenet nélkül, mint itt minden. - Draußen beginnt es zu schneien, leise und fast ohne Übergang, wie alles hier. :39. Anders ülve marad a sötétben, és hallgatja a havat, amely nem ad ki hangot. - Anders bleibt sitzen im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der keinen Laut macht. :40. Az élet itt csendben múlik el, és ez nem panasz, csak megfigyelés. - Das Leben vergeht hier still, und das ist keine Klage, nur eine Beobachtung. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, és két éve él egy fatemplomban, amelyet tulajdonképpen már senki sem akart. - Anders ist sechsunddreißig, und er lebt seit zwei Jahren in einer Holzkirche, die eigentlich niemand mehr haben wollte. :2. Egy burkolatlan út végén áll, ott, ahol a fjord véget ér, és a semmi elkezdődik. - Sie steht am Ende einer unbefestigten Straße, wo der Fjord aufhört und das Nichts anfängt. :3. A tetőn három beázó hely van, és attól függően, milyen erősen fúj a szél, különböző helyeken csöpög. - Das Dach hat drei undichte Stellen, und je nachdem, wie stark der Wind steht, tropft es an verschiedenen Orten. :4. Megtanulta úgy a megfelelő helyre tenni a vödröket, hogy közben nem is gondolkodik rajta. - Er hat gelernt, die Eimer richtig zu stellen, ohne darüber nachzudenken. :5. A fűtés öreg, hangosan és rosszul működik, de még működik, és ez számít. - Die Heizung ist alt, sie arbeitet laut und schlecht, aber sie arbeitet noch, und das zählt. :6. Az október itt nem hónap, hanem állapot. - Der Oktober ist hier kein Monat, er ist ein Zustand. :7. A fény sosem érkezik meg igazán, szürke marad, lapos, a víz közelében függve, mint köd ködjelleg nélkül. - Das Licht kommt nie wirklich an, es bleibt grau, flach, nah am Wasser hängend wie Nebel ohne Nebelcharakter. :8. Anders reggelente hideg kávéval ül az asztalnál, a fjordot nézi, és nem vár semmi meghatározottra. - Anders sitzt morgens am Tisch mit kaltem Kaffee, schaut auf den Fjord und wartet auf nichts Bestimmtes. :9. Csónakmotorokat javít a szomszédoknak, a legtöbbjük öreg, a motorok és a szomszédok egyaránt. - Er repariert Bootsmotoren für die Nachbarn, die meisten sind alt, die Motoren und die Nachbarn gleichermaßen. :10. Fizetség kávéban jár, egy rövid bólintásban, vagy egyáltalán nem jár, és Andersnek nincs előnyben részesített változata. - Bezahlt wird in Kaffee, in einem kurzen Nicken, oder gar nicht, und Anders hat keine Präferenz. :11. Lars minden második nap jön, kopogás nélkül kinyitja az ajtót, és leül az ablak alatti padra. - Lars kommt jeden zweiten Tag, öffnet die Tür ohne zu klopfen und setzt sich auf die Bank unter dem Fenster. :12. Leteszi a dohányzacskóját az asztalra, mintha le akarná tenni magáról, és hátradől. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch, als würde er es ablegen wollen, und lehnt sich zurück. :13. Jól tudnak együtt hallgatni, ami ritkább, mint amilyennek hangzik, mert a hallgatás többnyire várakozást tartalmaz. - Sie schweigen gut zusammen, was seltener ist, als es klingt, weil Schweigen meistens Erwartung enthält. :14. Anders és Lars között nem tartalmaz semmit, egyszerűen levegő, amelyet senkinek sem kell kitöltenie. - Zwischen Anders und Lars enthält es nichts, es ist einfach Luft, die niemand füllen muss. :15. Ma Lars egy idő után, anélkül hogy felemelné a hangját, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute sagt Lars nach einer Weile, ohne die Stimme zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :16. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, és a dohány még mindig az asztalon fekszik, mint mindig. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, und der Tabak liegt noch auf dem Tisch, wie immer. :17. A posta a régi komppal érkezik, amely naponta kétszer köt ki, és többnyire semmi olyat nem hoz, ami számítana. - Die Post kommt mit der alten Fähre, die zweimal täglich anlegt und meistens nichts bringt, was zählt. :18. Ma egy képeslapot hoz, és Anders felismeri a kézírást, még mielőtt elolvasná a nevet. - Heute bringt sie eine Postkarte, und Anders erkennt die Handschrift, bevor er den Namen liest. :19. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely itt nem létezik, túl sárgán, túl melegen, túl szándékoltan. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das hier nicht existiert, zu gelb, zu warm, zu gewollt. :20. Megfordítja a lapot, és ezt olvassa: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um und liest: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :21. Kétszer olvassa el a mondatot, nem azért, mert nehéz megérteni, hanem mert valahol célba ér. - Er liest den Satz zweimal, nicht weil er schwer zu verstehen ist, sondern weil er irgendwo landet. :22. Aztán a képeslapot képes oldalával lefelé az ablakpárkányra teszi, és kinéz. - Dann legt er die Karte mit der Bildseite nach unten auf den Fenstersims und schaut hinaus. :23. Az esti komp éppen átvág a fjordon, motorjának hangja messzire visz a víz fölött, aztán eltűnik. - Die Abendfähre zieht gerade durch den Fjord, ihr Motor trägt weit über das Wasser, dann ist er weg. :24. Négykor besötétedik, és Anders gyertyát gyújt, mert nem akarja felkapcsolni a villanyt. - Es wird dunkel um vier, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Licht nicht anmachen will. :25. A zongorára teszi, amely beköltözése óta ott áll, és amelyen senki sem játszik, ő sem. - Er stellt sie auf das Klavier, das seit seinem Einzug dort steht und von niemandem gespielt wird, auch von ihm nicht. :26. Leül elé, és a lángba néz, anélkül hogy egy gondolat megragadna benne, vagy egy döntés formát öltene. - Er setzt sich davor und schaut in die Flamme, ohne dass ein Gedanke sich festsetzt oder eine Entscheidung sich formt. :27. Odakint a víz egyenletesen csapódik a cölöpöknek, odabent a fűtés csöpög a vödörbe. - Draußen schlägt das Wasser gleichmäßig gegen die Pfähle, drinnen tropft die Heizung in den Eimer. :28. A gyertya leég, lassan, egyenletesen, és amikor kialszik, ő ülve marad a sötétben. - Die Kerze brennt herunter, langsam, gleichmäßig, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen. :29. Nem fog Oslóba utazni, ezt most már tudja, és azt is tudja, hogy ez nem elhatározás. - Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt, und er weiß auch, dass es kein Entschluss ist. :30. Inkább egy olyan ok hiánya, amely elég erős volna ahhoz, hogy felemelje őt erről a székről. - Es ist eher das Fehlen eines Grundes, der stark genug wäre, ihn von diesem Stuhl zu heben. :31. Odakint havazni kezd, bejelentés nélkül, átmenet nélkül, ahogy itt mindig elkezdődnek a dolgok. - Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne Übergang, wie hier immer die Dinge beginnen. :32. A pelyhek csendben hullanak a fjordra, amely befogadja őket, anélkül hogy nyomot mutatna. - Die Flocken fallen still auf den Fjord, der sie aufnimmt, ohne eine Spur zu zeigen. :33. Anders hallgatja, bár a hó nem ad hangot, és talán éppen ez a lényeg. - Anders hört zu, obwohl Schnee kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der Punkt. :34. Néha az élet csendes elmúlás, és néha elég jelen lenni benne. - Manchmal ist das Leben ein stilles Vergehen, und manchmal reicht es, dabei zu sein. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, két éve lakik egy örökölt fatemplomban egy kavicsos út végén, és már nem tekinti ezt átmenetinek. - Anders ist sechsunddreißig, bewohnt seit zwei Jahren eine geerbte Holzkirche am Ende einer Schotterstraße, und hat aufgehört, das als vorübergehend zu betrachten. :2. A templom ott áll, ahol a fjord egy keskeny öbölbe húzódik vissza, és az út minden magyarázat nélkül feladja. - Die Kirche liegt dort, wo der Fjord sich in eine schmale Bucht zurückzieht und die Straße aufgibt, ohne Erklärung. :3. A tetőnek három olyan pontja van, amely esőben enged, és Anders olyan jól ismeri őket, hogy félálomban is helyesen teszi alájuk a vödröket. - Das Dach hat drei Stellen, die bei Regen nachgeben, und Anders kennt sie so gut, dass er die Eimer im Halbschlaf richtig stellt. :4. Nem megszokás ez, inkább kapituláció egy állapot előtt, amelyet az ember egy idő után már nem javít meg, mert úgy tartozik a házhoz, mint a fa és a régi tömjén szaga. - Nicht Gewöhnung, eher Kapitulation vor dem Zustand, den man irgendwann aufhört zu reparieren, weil er zum Haus gehört wie der Geruch nach Holz und altem Weihrauch. :5. A fűtés a radiátor elágazása alatt álló bádogvödörbe csöpög, plink, és ez a csepp néha az egyetlen hang a házban, amely megbízhatóan visszatér. - Die Heizung tropft in einen Blecheimer unter der Abzweigung des Heizkörpers, plink, und dieser Tropfen ist manchmal das einzige Geräusch im Haus, das zuverlässig wiederkehrt. :6. Az október ezen a parton nem olyan hónap, amelyet az ember átél, hanem olyan, amelyet kibír, mert a fény soha nem érkezik meg igazán, és az eső gyakran vízszintesen repül. - Der Oktober an dieser Küste ist kein Monat, den man erlebt, sondern einer, den man aushält, weil das Licht nie wirklich ankommt und der Regen oft horizontal fliegt. :7. Anders reggelente a konyhaasztalnál ül, kezei egy csésze körül, amely már rég nem meleg, és a párás ablakon át a szürkészöld vízre néz. - Anders sitzt morgens am Küchentisch, die Hände um eine Tasse, die schon lange nicht mehr warm ist, und schaut durch das beschlagene Fenster auf das graugrüne Wasser. :8. Valaha hajóépítő volt Bergenben, akkoriban, de ez kevésbé érződik múltnak, mint inkább olyan életrajznak, amely valaki másé. - Er war Bootsbauer in Bergen, damals, aber das fühlt sich weniger wie eine Vergangenheit an als wie eine Biografie, die jemand anderem gehört. :9. Most a szomszédok régi külmotorjait javítja, jól és feltűnés nélkül végzi, és a fizetség többnyire kávé vagy hallgatás, mindkettőt elfogadja. - Jetzt repariert er die alten Außenbordmotoren der Nachbarn, er tut es gut und ohne Aufhebens, und die Bezahlung ist meistens Kaffee oder Schweigen, beides nimmt er. :10. Lars hatvannyolc éves, egy kilométerrel arrébb lakik a parton, és minden második nap bejön kopogás nélkül, mintha az ajtó az övé volna. - Lars ist achtundsechzig, wohnt einen Kilometer weiter am Ufer, und kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, als wäre die Tür seiner. :11. Dohányzacskóját olyan mozdulattal teszi az asztalra, amely bizalmasságot fejez ki, és közben semmit sem követel, aztán hátradől és hallgat. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch mit einer Geste, die Vertrautheit ausdrückt und gleichzeitig nichts verlangt, dann lehnt er sich zurück und schweigt. :12. A hallgatás kettejük között olyan minőségű, amilyet Anders senki mással nem ismer, mert nincs benne várakozás, nincs rejtett elvárás, csak levegő. - Das Schweigen zwischen den beiden hat eine Qualität, die Anders mit niemandem sonst kennt, weil es kein Warten enthält, keine unterschwellige Erwartung, nur Luft. :13. Ma, talán tíz perc után, Lars anélkül, hogy felemelné a fejét, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute, nach vielleicht zehn Minuten, sagt Lars, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :14. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, az ajtó becsapódik a zárba, a dohány az asztalon marad, és minden olyan, mint korábban, csak eggyel több mondat van a levegőben. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss, der Tabak bleibt auf dem Tisch, und alles ist wie vorher, nur mit einem Satz mehr in der Luft. :15. A posta a délutáni komppal érkezik, és Anders ritkán hozza el azonnal, mert többnyire semmi sincs benne, ami sietséget indokolna. - Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und Anders holt sie selten sofort, weil sie meistens nichts enthält, das Eile rechtfertigt. :16. Ma két számla között egy képeslap fekszik, és ő felismeri Mette kézírását, még mielőtt a lapot teljesen kihúzta volna a borítékból. - Heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, und er erkennt Mettes Handschrift, noch bevor er die Karte vollständig aus dem Umschlag gezogen hat. :17. Az elülső oldalon lévő kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely itt nem létezik, túl telt, túl bizakodó, mintha a város örülne önmagának. - Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das es hier nicht gibt, zu satt, zu zuversichtlich, als wäre die Stadt froh über sich selbst. :18. Megfordítja a lapot, és elolvassa a mondatot, amelyet a nő írt: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um und liest den Satz, den sie geschrieben hat: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :19. Hat hónap csend, és aztán ez a mondat, röviden, vád nélkül, de egy olyan horoggal, amely ül, mert nem válasz és nem kérdés, hanem mindkettő egyszerre. - Sechs Monate Stille, und dann dieser Satz, knapp, ohne Anklage, aber mit einem Haken, der sitzt, weil er keine Antwort ist und keine Frage, sondern beides gleichzeitig. :20. Háromszor elolvassa, a lapot képpel lefelé az ablakpárkányra teszi, és az esti komp éppen átnyomul a fjordon, mély motorhangja végighúzódik a vízen, majd elszáll. - Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims, und die Abendfähre schiebt sich gerade durch den Fjord, ihr tiefes Motorgeräusch zieht über das Wasser und verweht. :21. Utánanéz, amíg a hang el nem tűnik, aztán a fjord megint olyan csendes, mintha semmi sem történt volna. - Er schaut ihr nach, bis das Geräusch weg ist, dann ist der Fjord wieder so still, als wäre nichts gewesen. :22. Négykor fekete az ég, ami itt októberben nem esemény, hanem napi rend. - Um vier ist der Himmel schwarz, was hier im Oktober kein Ereignis ist, sondern Tagesablauf. :23. Anders meggyújt egyetlen gyertyát, az öreg zongorára állítja a sarokban, amely beköltözése óta ott áll, mint egy csendes ígéret, amelyet senki sem szándékozik beváltani. - Anders zündet eine einzelne Kerze an, stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das seit seinem Einzug dort steht wie ein stilles Versprechen, das niemand einzulösen beabsichtigt. :24. Leül az előtte álló székre, és a lángba néz, nem meditatívan, nem szomorúan, egyszerűen csak nézve, mert az este semmi mást nem kíván. - Er setzt sich auf den Hocker davor und schaut in die Flamme, nicht meditativ, nicht traurig, einfach schauend, weil der Abend nichts anderes verlangt. :25. A fűtés csöpög, odakint a víz rövid, egyenletes időközönként veri a régi kikötőhely korhadt cölöpjeit, és valahol a fjord mögött röviden felüvölt a szél. - Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt in kurzen, gleichmäßigen Intervallen gegen die morschen Pfähle der alten Anlegestelle, und irgendwo hinter dem Fjord heult kurz der Wind. :26. A gyertya lassan ég le, egyenletesen, huzat nélkül, és amikor a láng kialszik, Anders a sötétben ülve marad, anélkül hogy felkapcsolná a villanyt. - Die Kerze brennt langsam herunter, gleichmäßig, ohne Zug, und als die Flamme ausgeht, bleibt Anders im Dunkeln sitzen, ohne das Licht anzumachen. :27. Nem fog Oslóba utazni, de ez nem elhatározás, inkább egy olyan ok hiánya, amely elég súlyos volna ahhoz, hogy felemelje őt erről a helyről. - Er wird nicht nach Oslo fahren, aber es ist kein Entschluss, eher die Abwesenheit eines Grundes, der schwer genug wäre, ihn von diesem Ort zu heben. :28. Mette mondata még valahol ott függ a szobában, „kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt”, és az őszinte válasz az, hogy nincs válasza, nem azért, mert kitér előle, hanem mert maga a kérdés van rosszul feltéve. - Mettes Satz hängt noch irgendwo im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die ehrliche Antwort ist, dass er keine Antwort hat, nicht weil er ausweicht, sondern weil die Frage selbst falsch gestellt ist. :29. Odakint havazni kezd, hangtalanul, szinte átmenet nélkül, ahogy itt minden olyan dolog kezdődik, amely megmarad. - Draußen beginnt es zu schneien, lautlos, fast ohne Übergang, wie alle Dinge hier beginnen, die bleiben. :30. A pelyhek a fjord fekete vizére hullanak, és eltűnnek, anélkül hogy nyomot hagynának, mintha soha nem is léteztek volna. - Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden, ohne eine Spur zu hinterlassen, als hätte es sie nie gegeben. :31. Anders figyel, bár a hó semmit sem tesz hallhatóvá, és talán éppen ez az egyetlen mondat, amely ma még igaz. - Anders hört zu, obwohl Schnee nichts hörbar macht, und vielleicht ist genau das der einzige Satz, der heute noch stimmt. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, és azóta felhagyott az idő mérésével, mióta megértette, hogy a napok számolása olyan emberek tevékenysége, akiknek még el kell jutniuk valahová. - Anders ist sechsunddreißig, und er hat aufgehört, die Zeit zu messen, seit er begriffen hat, dass das Zählen von Tagen eine Aktivität für Menschen ist, die noch irgendwo hinmüssen. :2. A templom, amelyet két évvel ezelőtt örökölt anélkül, hogy megkérdezték volna róla, egy kavicsos út végén áll, amelyet a fjord három oldalról fog közre, mint egy mondatot, amely önmagának mond ellent. - Die Kirche, die er vor zwei Jahren geerbt hat, ohne danach gefragt zu werden, steht am Ende einer Schotterstraße, die der Fjord auf drei Seiten einschließt wie ein Satz, der sich selbst widerspricht. :3. A külső falak fája olyan színt vett fel, amely valahol a szürke és a felejtés között van, és a tető ott enged meg, ahol mindig is engedett, megbízhatóan, mint egy régi jellem. - Das Holz der Außenwände hat eine Farbe angenommen, die zwischen Grau und Vergessen liegt, und das Dach gibt nach, wo es immer nachgegeben hat, zuverlässig wie ein alter Charakter. :4. A három beázó helyet kívülről tudja, és sötétben teszi oda a vödröket, nem megszokásból, hanem mert a test átvesz bizonyos dolgokat, amikor a fej már nem tartja őket fontosnak. - Er kennt die drei undichten Stellen auswendig und stellt die Eimer im Dunkeln, nicht aus Routine, sondern weil der Körper manche Dinge übernimmt, wenn der Kopf aufgehört hat, sie für wichtig zu halten. :5. Plink, aztán megint, és a fűtés a maga saját ritmusával válaszol, úgyhogy a ház néha úgy hangzik, mint egy hangszer, amelyet senki sem hangolt fel, és amely mégis játszik. - Plink, und dann wieder, und die Heizung antwortet mit ihrem eigenen Rhythmus, sodass das Haus manchmal klingt wie ein Instrument, das niemand gestimmt hat und das trotzdem spielt. :6. Az október ezen a parton nem évszak a szokásos értelemben, hanem inkább halmazállapot, amelyben a fény soha nem érkezik meg egészen, és az eső már felhagyott azzal, hogy bocsánatot kérjen. - Der Oktober an dieser Küste ist keine Jahreszeit im üblichen Sinn, sondern eher ein Aggregatzustand, in dem das Licht nie ganz ankommt und der Regen aufgehört hat, sich zu entschuldigen. :7. Anders reggel a konyhaasztalnál ül, kezét egy régen kihűlt csésze köré fonva, és a fjordot nézi, amelynek ma ugyanaz a színe van, mint tegnap és tegnapelőtt, egy szürke, amelynek nincs szüksége árnyalatokra. - Anders sitzt am Morgen am Küchentisch, die Hände um eine längst erkaltete Tasse, und schaut auf den Fjord, der heute dieselbe Farbe hat wie gestern und vorgestern, ein Grau, das keine Nuancen braucht. :8. Valaha hajóépítő volt Bergenben, jó munkát végzett, és ezt tudta is, de ez a múlt olyan messze van mögötte, hogy már csak harmadik személyben gondol rá, mintha valaki más élte volna azt az életet. - Er war einmal Bootsbauer in Bergen, er hat gute Arbeit gemacht und das gewusst, aber diese Vergangenheit liegt so weit hinter ihm, dass er sie nur noch in der dritten Person denkt, als hätte jemand anders dieses Leben geführt. :9. Most a megmaradt szomszédok külmotorjait javítja, alaposan és minden felhajtás nélkül teszi, és a fizetség kérdése többnyire fel sem merül, mert mindkét oldal tudja, hogy a kávé és a hallgatás az őszintébb valuták. - Jetzt repariert er die Außenbordmotoren der verbliebenen Nachbarn, er tut es gründlich und ohne Aufhebens, und die Frage der Bezahlung ist meist gar keine, weil beide Seiten wissen, dass Kaffee und Schweigen die ehrlicheren Währungen sind. :10. Lars, hatvannyolc éves, minden második nap bejön kopogás nélkül, nem szemtelenségből, hanem mert egy ajtó két olyan ember között, akik semmit sem akarnak egymástól a jelenléten kívül, fölösleges gesztus volna. - Lars, achtundsechzig, kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, nicht aus Unverschämtheit, sondern weil eine Tür zwischen zwei Menschen, die nichts voneinander wollen als Anwesenheit, eine überflüssige Geste wäre. :11. A dohányos zacskóját annak az embernek a gondtalanságával teszi a konyhaasztalra, aki soha semmit nem azért tesz le, hogy visszakapja, leül a padra, és hátát a repedezett falnak veti. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Küchentisch mit der Sorglosigkeit von jemandem, der nie etwas ablegt, um es zurückzubekommen, setzt sich auf die Bank und lehnt den Rücken gegen die rissige Wand. :12. A hallgatás, amelyen osztoznak, olyan minőségű, amelyet Anders korábban nem ismert, és amelyet most azon kevés dolgok egyikének tart, amelyeket nem megtanulni lehet, hanem csak megtalálni, amikor az ember felhagyott a keresésükkel. - Das Schweigen, das sie teilen, ist von einer Qualität, die Anders früher nicht kannte und die er jetzt für eines der wenigen Dinge hält, die man nicht lernen kann, sondern nur findet, wenn man aufgehört hat, es zu suchen. :13. Ma Lars egy súlytalan idő után a szobába mondja, anélkül hogy felemelné a fejét: „Björn kuttere megint működik.” - Heute sagt Lars, nach einer Weile, die kein Gewicht hat, in den Raum hinein, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :14. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, az ajtó tompa fa-a-fán hanggal becsapódik a zárba, és a dohány az asztalon marad, elfelejtve vagy otthagyva, ez ugyanaz a kérdés. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss mit dem dumpfen Laut von Holz auf Holz, und der Tabak liegt auf dem Tisch, vergessen oder hinterlassen, das ist dieselbe Frage. :15. A posta a délutáni komppal érkezik, és többnyire nem éri meg emiatt kimenni a postaládához, de ma két számla között egy képeslap fekszik, amelyet a kézírásról felismer, még mielőtt teljesen megfordította volna. - Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und meistens lohnt es sich nicht, deshalb zum Briefkasten zu gehen, aber heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, die er an der Handschrift erkennt, noch bevor er sie vollständig gedreht hat. :16. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely délibbnek hat, mint Oslo megérdemelné, túl melegnek, túl bizakodónak, olyan képként, amelyet városok készítenek magukról, amikor turistákra gondolnak, nem igazságra. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das südlicher wirkt, als Oslo es verdient, zu warm, zu zuversichtlich, die Art von Bild, die Städte von sich machen, wenn sie Touristen meinen, nicht Wahrheit. :17. Megfordítja a lapot, és Mette ezt írta: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um, und Mette hat geschrieben: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :18. A mondat rövid, ami azt jelenti, hogy sokáig gondolkodott rajta, mert az efféle rövidség nem sietségből fakad, hanem mindannak hosszú kihúzásából, ami túl sok volna. - Der Satz ist kurz, was bedeutet, dass sie lange über ihn nachgedacht hat, denn Kürze dieser Art kommt nicht aus Eile, sondern aus dem langen Streichen von allem, was zu viel wäre. :19. Hat hónap rádiócsend, és aztán semmi szemrehányás, semmi magyarázat, csak ez az egy mondat, amely nem nyit ki ajtót és nem is zár be, hanem egyszerűen megmutatja, hol van egy fal. - Sechs Monate Funkstille, und dann kein Vorwurf, keine Erklärung, nur dieser eine Satz, der keine Tür öffnet und keine schließt, sondern einfach zeigt, wo eine Wand ist. :20. Háromszor elolvassa, a lapot képpel lefelé az ablakpárkányra teszi, mint valamit, amit az ember nem dob el és nem is őriz meg, hanem egyszerűen letesz valahová, hogy lássa, mi történik. - Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims wie etwas, das man nicht wegwirft und nicht aufbewahrt, sondern einfach irgendwo hinlegt, um zu sehen, was passiert. :21. Az esti komp átvág a fjordon, motorja mélyen és egyenletesen hordja hangját a víz fölött, és Anders addig néz utána, amíg a zaj olyan kicsivé nem válik, hogy már nem biztos benne, hallja-e még, vagy csak gondolja. - Die Abendfähre zieht durch den Fjord, ihr Motor trägt tief und gleichmäßig über das Wasser, und Anders schaut ihr nach, bis das Geräusch so klein geworden ist, dass er nicht mehr sicher ist, ob er es noch hört oder nur noch denkt. :22. Négykor fekete az ég, és Anders gyertyát gyújt, mert nem szereti a mennyezeti lámpát, amely mindent egyformán világít meg, anélkül hogy különbséget tenne aközött, ami fényt érdemel, és aközött, aminek jobb sötétben maradnia. - Um vier ist der Himmel schwarz, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Deckenlicht nicht mag, das alles gleich beleuchtet, ohne zu unterscheiden zwischen dem, was Licht verdient, und dem, was besser im Dunkeln bleibt. :23. A régi zongorára teszi a sarokban, amely ott áll, mióta beköltözött, egy hangszer történet nélkül ebben a házban, vagy olyan történettel, amely előtte ér véget, és amelyről soha nem kérdezett. - Er stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das dort steht, seit er eingezogen ist, ein Instrument ohne Geschichte in diesem Haus, oder mit einer Geschichte, die vor ihm endet und die er nie gefragt hat. :24. Leül az előtte álló székre, nem azért, hogy játsszon, hanem mert a szék az egyetlen hely a szobában, ahonnan látni lehet a gyertyát anélkül, hogy a fjord az ember háta mögött volna. - Er setzt sich auf den Hocker davor, nicht um zu spielen, sondern weil der Hocker der einzige Platz im Zimmer ist, von dem aus man die Kerze sehen kann, ohne den Fjord im Rücken zu haben. :25. A láng nyugodtan ég, ebben a házban ebben az órában nincs huzat, és Anders nézi anélkül, hogy egyetlen gondolatot is megtartana, mert a gondolatok ma laposak, mint odakint a fény, és ugyanilyen keveset érnek el. - Die Flamme brennt ruhig, kein Luftzug in diesem Haus um diese Stunde, und Anders schaut sie an, ohne einen Gedanken festzuhalten, weil die Gedanken heute flach sind wie das Licht draußen und genauso wenig ausrichten. :26. Odakint a víz rövid, türelmes lökésekkel veri az öreg kikötőhely cölöpjeit, bent a fűtés válaszol a maga cseppjeivel, és a ház olyan ritmusban lélegzik, amelynek semmi köze Andershez, ő mégis hallgatja. - Draußen schlägt das Wasser in kurzen, geduldigen Stößen gegen die Pfähle der alten Anlegestelle, drinnen antwortet die Heizung mit ihrem Tropfen, und das Haus atmet in einem Rhythmus, der nichts mit Anders zu tun hat und dem er trotzdem zuhört. :27. A gyertya leég, egyenletesen, sietség nélkül, és amikor kialszik, ő ülve marad a sötétben, és nem gyújt világot, mert a pillanat nem kívánja, és mert megtanulta, hogy a pillanatokat nem kell rábeszélni. - Die Kerze brennt herunter, gleichmäßig, ohne Eile, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen und macht kein Licht, weil der Moment es nicht verlangt und weil er gelernt hat, Momente nicht zu überreden. :28. Nem fog Oslóba utazni, és ez nem meghozott döntés, hanem annak csendes megállapítása, hogy az utazás oka nem létezik, legalábbis nem olyan formában, amely nehezebben nyomna a latban, mint a maradás oka, amely szintén nem létezik. - Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist kein Entschluss, der gefällt wurde, sondern die stille Feststellung, dass der Grund zum Fahren nicht existiert, zumindest nicht in einer Form, die schwerer wiegt als der Grund zu bleiben, der auch nicht existiert. :29. Mette mondata még ott függ a szobában, „kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt”, és a válasz, ha van ilyen, nem az, hogy semmit, hanem pontosan ez: ez a ház, ez a csepp, ez a fjord, ez a csend, amely nem valaminek a hiánya, hanem mindannak a jelenléte, ami megmarad, amikor az ember felhagyott azzal, hogy másként akarja. - Mettes Satz hängt noch im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die Antwort, wenn es eine gibt, lautet nicht nichts, sondern genau das: dieses Haus, dieser Tropfen, dieser Fjord, diese Stille, die keine Abwesenheit von etwas ist, sondern eine Anwesenheit von allem, was übrigbleibt, wenn man aufgehört hat, es anders zu wollen. :30. Odakint havazni kezd, bejelentés nélkül, anélkül az átmenet nélkül, amelyet a hó máshol megtesz, egyszerűen hirtelen ott van, mintha az ég úgy döntött volna, hogy ma nincs szükség magyarázatokra. - Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne den Übergang, den Schnee anderswo macht, einfach plötzlich da, als hätte der Himmel entschieden, dass Erklärungen heute nicht nötig sind. :31. A pelyhek a fjord fekete vizére hullanak, és abban a pillanatban eltűnnek, amelyben megérkeznek, nyomtalanul, mintha maga a hullás volna az egyetlen cél, nem a fekvés, nem a maradás. - Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden in dem Moment, in dem sie ankommen, spurlos, als wäre das Fallen selbst der einzige Zweck, nicht das Liegen, nicht das Bleiben. :32. Anders a sötétben ül, és a havat hallgatja, amely semmilyen hangot nem ad, és talán ez a legtisztább mondat, amelyet ez az este kínál: hogy némely dolgot csak akkor lehet meghallani, amikor az ember felhagyott azzal, hogy valami hallhatóra várjon. - Anders sitzt im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der klarste Satz, den dieser Abend anbietet: dass manches nur dann gehört werden kann, wenn man aufgehört hat, auf etwas Hörbares zu warten. -------------------- == 84 == 1 -------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Szerda van. - Es ist Mittwoch. :2. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :3. Esik az eső. - Es regnet. :4. Kari ül a volánnál. - Kari sitzt am Steuer. :5. Jon mellette ül. - Jon sitzt neben ihr. :6. Némán haladnak. - Sie fahren schweigend. :7. A régi Volvo hideg. - Der alte Volvo ist kalt. :8. Az ablaktörlő nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht. :9. Kari gyors fokozatra kapcsolja. - Kari schaltet ihn auf schnell. :10. Nem sokat segít. - Es hilft nicht viel. :11. Jon résnyire kinyitja az ablakot. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt. :12. A levegő tengerszagú. - Die Luft riecht nach Meer. :13. Kari nem mond semmit. - Kari sagt nichts. :14. Jon sem mond semmit. - Jon sagt auch nichts. :15. Jól ismerik az utat. - Sie kennen die Straße gut. :16. Itt nőttek fel. - Sie sind hier aufgewachsen. :17. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :18. El kell hozniuk a holmijait. - Sie müssen seine Sachen holen. :19. A csónakház a víznél áll. - Der Bootsschuppen steht am Wasser. :20. Öreg és szürke. - Er ist alt und grau. :21. A fa korhadt. - Das Holz ist morsch. :22. Kari leparkolja az autót. - Kari parkt das Auto. :23. Kiszállnak. - Sie steigen aus. :24. Az eső hideg. - Der Regen ist kalt. :25. Nincs náluk esernyő. - Sie haben keinen Schirm. :26. A fészer ajtaja szorul. - Die Tür des Schuppens klemmt. :27. Jon kétszer belerúg. - Jon tritt zweimal dagegen. :28. Az ajtó kinyílik. - Die Tür geht auf. :29. Régi fa szaga van. - Es riecht nach altem Holz. :30. Cigarettaszag van. - Es riecht nach Zigaretten. :31. Kari megáll az ajtóban. - Kari bleibt an der Tür stehen. :32. Jon bemegy. - Jon geht hinein. :33. A falon mentőmellény lóg. - An der Wand hängt eine Schwimmweste. :34. Alatta gumicsizmák állnak. - Darunter stehen Gummistiefel. :35. Negyvenötös méret – az apjuk mérete. - Größe 45 – die Größe des Vaters. :36. Kari a padlóra néz. - Kari sieht auf den Boden. :37. Az eső dobol a bádogtetőn. - Der Regen trommelt auf das Blechdach. :38. Jon lassan megfordul. - Jon dreht sich langsam um. :39. A falon két szög van. - An der Wand hängen zwei Nägel. :40. A szögeken egy horgászbot lóg. - An den Nägeln hängt eine Angel. :41. Jon leveszi. - Jon nimmt sie herunter. :42. A zsinór összegubancolódott. - Die Schnur ist verwickelt. :43. A horog rozsdás. - Der Haken ist rostig. :44. Jon két kézzel tartja a horgászbotot. - Jon hält die Angel in beiden Händen. :45. Nem mozdul. - Er bewegt sich nicht. :46. Kari közelebb lép. - Kari tritt näher. :47. Röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. :48. Érzi a régi fát. - Sie fühlt das alte Holz. :49. Visszaadja. - Sie gibt sie zurück. :50. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :51. A hangja nyugodt. - Ihre Stimme ist ruhig. :52. Jon bólint. - Jon nickt. :53. Leteszi a horgászbotot a munkapadra. - Er legt die Angel auf die Werkbank. :54. Aztán körülnéznek. - Dann sehen sie sich um. :55. Egy naptár lóg a falon – 2019. - Ein Kalender hängt an der Wand – 2019. :56. Egy kanna áll a sarokban. - Ein Kanister steht in der Ecke. :57. Két rozsdás horog hever a padlón. - Zwei rostige Haken liegen auf dem Boden. :58. Ennyi az egész. - Das ist alles. :59. Jon az ajtóhoz megy. - Jon geht zur Tür. :60. Kari követi. - Kari folgt ihm. :61. Megint kint állnak az esőben. - Sie stehen wieder draußen im Regen. :62. Jon bezárja a lakatot. - Jon schließt das Vorhängeschloss. :63. Kattan. - Es klickt. :64. Kari ökölbe zárt kezében tartja a kulcsot. - Kari hält den Schlüssel in der Faust. :65. A vízhez megy. - Sie geht zum Wasser. :66. Messzire behajítja a kulcsot a fjordba. - Sie wirft den Schlüssel weit in den Fjord. :67. Halk hangot ad. - Es macht ein leises Geräusch. :68. A kis kör a vízen azonnal eltűnik. - Der kleine Kreis auf dem Wasser verschwindet sofort. :69. Kari nem fordul meg. - Kari dreht sich nicht um. :70. Jon sem. - Jon auch nicht. :71. Visszamennek az autóhoz. - Sie gehen zum Auto zurück. :72. Jon ül a volánhoz. - Jon setzt sich ans Steuer. :73. Beindítja a motort. - Er startet den Motor. :74. Az ablaktörlő megint jár. - Der Scheibenwischer läuft wieder. :75. Ugyanúgy nyikorog, mint korábban. - Er quietscht wie vorher. :76. Elindulnak. - Sie fahren. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Novemberi szerda van, és az eső reggel óta esik. - Es ist ein Mittwoch im November, und der Regen fällt seit dem Morgen. :2. Kari vezet, mert Jonnak már nincs jogosítványa. - Kari fährt, weil Jon keinen Führerschein mehr hat. :3. A régi Volvo nedves szövet és hideg kávé szagát árasztja. - Der alte Volvo riecht nach feuchtem Stoff und kaltem Kaffee. :4. Jon csendben ül az anyósülésen, és kinéz az ablakon. - Jon sitzt still auf dem Beifahrersitz und schaut aus dem Fenster. :5. Az út üres, és a jobb és bal oldalon álló fák feketék a nedvességtől. - Die Straße ist leer, und die Bäume rechts und links sind schwarz vor Nässe. :6. Az ablaktörlő minden harmadik mozdulatnál nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht bei jeder dritten Bewegung. :7. Karit zavarja ez, de nem mond semmit. - Kari stört das, aber sie sagt nichts. :8. Arra gondol, hogy gyerekként gyakran járt ezen az úton. - Sie denkt daran, dass sie diese Strecke als Kind oft gefahren ist. :9. Akkoriban a hátsó ülésre ült, és a felhőket számolta. - Damals hat sie sich auf dem Rücksitz gesetzt und die Wolken gezählt. :10. Most a perceket számolja a fészerig. - Jetzt zählt sie die Minuten bis zum Schuppen. :11. Jon résnyire kinyitja az ablakot, pedig hideg van. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt, obwohl es kalt ist. :12. A beáramló levegő só és nedves fű szagát hozza. - Die Luft, die hereinkommt, riecht nach Salz und nassem Gras. :13. Kari gyors fokozatra kapcsolja az ablaktörlőt, de ez alig segít. - Kari schaltet den Wischer auf die schnelle Stufe, aber es hilft kaum. :14. Leparkolja az autót a fészer előtti keskeny úton. - Sie parkt das Auto auf dem schmalen Weg vor dem Schuppen. :15. A fészer közel áll a vízhez, és a fafalai sötétek és nedvesek. - Der Schuppen steht nah am Wasser, und seine Holzwände sind dunkel und feucht. :16. Kiszállnak anélkül, hogy bármit mondanának. - Sie steigen aus, ohne etwas zu sagen. :17. Az eső azonnal veri a kabátjukat. - Der Regen trifft ihre Jacken sofort. :18. A fészer ajtaja szorul, mint mindig. - Die Tür des Schuppens klemmt, wie immer. :19. Jon kétszer belerúg, és másodszorra kinyílik. - Jon tritt zweimal dagegen, und beim zweiten Mal geht sie auf. :20. A szag azonnal megcsapja őket – régi fa, nedves hamu, dohány. - Der Geruch kommt sofort – altes Holz, feuchte Asche, Tabak. :21. Kari egy pillanatra megáll a küszöbön, mert levegőt kell vennie. - Kari bleibt einen Moment an der Schwelle stehen, weil sie atmen muss. :22. A szag nem kellemetlen, de olyan helyen találja el, ahol nem számított rá. - Der Geruch ist nicht unangenehm, aber er trifft sie an einer Stelle, die sie nicht erwartet hat. :23. Jon bemegy, anélkül hogy hátranézne. - Jon geht hinein, ohne sich umzusehen. :24. A falon egy régi mentőmellény lóg, szakadt szíjjal. - An der Wand hängt eine alte Schwimmweste mit einem gerissenen Riemen. :25. Alatta 45-ös gumicsizmák állnak, és egyenesen állnak, mintha valaki éppen most húzta volna le őket. - Darunter stehen Gummistiefel in Größe 45, und sie stehen gerade, als ob jemand sie gerade ausgezogen hat. :26. Kari leül egy üres faládára, amely az ajtó mellett áll. - Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste, die neben der Tür steht. :27. A fa halk hangot ad ki magából, de tart. - Das Holz gibt ein leises Geräusch von sich, aber es hält. :28. Az eső dobol a hullámlemez tetőn, hangosan és egyenletesen. - Der Regen trommelt auf das Wellblechdach, laut und gleichmäßig. :29. Jon a fészer közepén áll, és lassan körbefordul. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um. :30. A falon, két rozsdás szög között, egy horgászbot lóg. - An der Wand, zwischen zwei rostigen Nägeln, hängt eine Angel. :31. Jon leveszi, és maga elé tartja. - Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich hin. :32. A zsinór összegabalyodott, és a végén lévő horog barna a rozsdától. - Die Schnur ist verwickelt, und der Haken am Ende ist braun vor Rost. :33. A kezében forgatja a horgászbotot, mintha először látná. - Er dreht die Angel in den Händen, als ob er sie zum ersten Mal sieht. :34. Kari feláll, és közelebb lép, mert látni akarja, mit tart a kezében. - Kari steht auf und tritt näher, weil sie sehen möchte, was er hält. :35. Kérdezés nélkül rövid időre kiveszi a kezéből a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz aus seiner Hand, ohne zu fragen. :36. A fa könnyűnek és száraznak érződik, pedig a fészerben minden más nedves. - Das Holz fühlt sich leicht und trocken an, obwohl alles andere im Schuppen feucht ist. :37. Visszaadja, és azt mondja: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Sie gibt sie zurück und sagt: „Den nehmen wir nicht mit." :38. A hangja nyugodtabban szól, mint ahogy érzi magát. - Ihre Stimme klingt ruhiger, als sie sich fühlt. :39. Jon egyszer bólint, anélkül hogy ránézne. - Jon nickt einmal, ohne sie anzusehen. :40. Óvatosan leteszi a horgászbotot a régi munkapadra, amely a hátsó falnál áll. - Er legt die Angel vorsichtig auf die alte Werkbank, die an der hinteren Wand steht. :41. Aztán körülnéznek a fészerben, mert tudják, hogy végezniük kell. - Dann sehen sie sich im Schuppen um, weil sie wissen, dass sie fertig sein müssen. :42. Egy 2019-es naptár ferdén lóg egy szögön az ajtó mellett. - Ein Kalender von 2019 hängt schief an einem Nagel neben der Tür. :43. Egy félig üres benzineskanna áll a sarokban, és két horog fekszik a földön. - Ein halbleerer Benzinkanister steht in der Ecke, und zwei Haken liegen auf dem Boden. :44. Ennyi minden, amit az apjuk itt hagyott. - Das ist alles, was ihr Vater hier gelassen hat. :45. Kari leveszi a naptárat, és bedugja a kabátzsebébe, anélkül hogy megmagyarázná, miért. - Kari nimmt den Kalender und steckt ihn in ihre Jackentasche, ohne zu erklären warum. :46. Jon látja, de nem mond semmit. - Jon sieht es, sagt aber nichts. :47. Együtt kimennek, és az eső most erősebb, mint korábban. - Sie gehen gemeinsam nach draußen, und der Regen ist jetzt stärker als vorher. :48. Jon behúzza az ajtót, és ráteszi a lakatot. - Jon zieht die Tür zu und legt das Vorhängeschloss ein. :49. Rövid, kemény hanggal kattan. - Es klickt mit einem kurzen, harten Geräusch. :50. Kari néhány lépéssel odébb áll, és a fjordra néz. - Kari steht ein paar Schritte weiter und schaut auf den Fjord. :51. A víz szürke, és lassan mozog, mintha fáradt volna. - Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam, als ob es müde wäre. :52. Előveszi a kulcsot a zsebéből, és rövid ideig a kezében tartja. - Sie holt den Schlüssel aus ihrer Tasche und hält ihn kurz in der Hand. :53. Aztán messzire dobja a víz fölé, egész karjával. - Dann wirft sie ihn weit über das Wasser, mit dem ganzen Arm. :54. A kulcs halk hangot ad, amikor a felszínre ér. - Der Schlüssel macht ein leises Geräusch, als er auf die Oberfläche trifft. :55. Egy kis kör keletkezik a vízen, és azonnal eltűnik. - Ein kleiner Kreis entsteht auf dem Wasser, und er verschwindet sofort. :56. Kari megfordul, anélkül hogy megvárná a vizet. - Kari dreht sich um, ohne auf das Wasser zu warten. :57. Jon már az autónál van. - Jon ist schon beim Auto. :58. Beül a vezetőülésre, Kari pedig mellé ül. - Er setzt sich auf den Fahrersitz, und Kari setzt sich daneben. :59. Beindítja a motort, anélkül hogy megkérdezné, készen van-e. - Er startet den Motor, ohne zu fragen, ob sie fertig ist. :60. Készen van. - Sie ist fertig. :61. Az ablaktörlő elindul, és ugyanúgy nyikorog, mint odafelé. - Der Scheibenwischer läuft an, und er quietscht wie auf der Hinfahrt. :62. Kari a térdére teszi a kezét, és egyenesen előrenéz. - Kari legt die Hände auf die Knie und schaut geradeaus. :63. Jon lassan visszahajt az útra. - Jon fährt langsam zurück auf die Straße. :64. A fák újra jobb és bal oldalon állnak, nedvesen és feketén. - Die Bäume stehen wieder rechts und links, nass und schwarz. :65. Egyikük sem beszél, de ezúttal a csend másnak érződik. - Keiner spricht, aber diesmal fühlt sich das Schweigen anders an. :66. Nem üresebbnek – csak csendesebbnek. - Nicht leerer – nur stiller. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. A eső kora reggel óta nem állt el, és amikor Kari beindította a motort, tudta, hogy ez a nap nem fog jobbá válni. - Der Regen hatte seit dem frühen Morgen nicht aufgehört, und als Kari den Motor startete, wusste sie, dass der Tag nicht besser werden würde. :2. Jon pontos volt, ami meglepte őt, mert Jon ritkán volt pontos. - Jon war pünktlich gewesen, was sie überrascht hatte, denn er war selten pünktlich. :3. Volt nála egy táska, amely túl nagy volt ahhoz képest, amit majd elhoznak. - Er hatte eine Tasche dabei, die zu groß war für das, was sie holen würden. :4. Kari nem kérdezett semmit. - Kari hatte nichts gefragt. :5. A parti úton mentek, amelyet mindketten kívülről ismertek, anélkül, hogy beszéltek volna róla. - Sie fuhren die Küstenstraße, die sie beide auswendig kannten, ohne darüber zu reden. :6. A fjord balra feküdt tőlük, szürkén és laposan, és a víz olyan volt, mint a régi üveg. - Der Fjord lag links von ihnen, grau und flach, und das Wasser sah aus wie altes Glas. :7. Jon résnyire kinyitotta az ablakot, noha hideg volt, és Kari úgy hagyta. - Jon hatte das Fenster einen Spalt geöffnet, obwohl es kalt war, und Kari ließ es so. :8. Az ablaktörlő a második fokozaton járt, és minden visszatérésnél csikorgott, olyan hangot adva, amely egy idő után háttérbe húzódott, anélkül hogy egészen eltűnt volna. - Der Scheibenwischer lief auf der zweiten Stufe und quietschte bei jeder Rückkehr, ein Geräusch, das sich nach einer Weile in den Hintergrund schob, ohne ganz zu verschwinden. :9. Kari arra gondolt, hogy az apja ezt az ablaktörlőt soha nem javíttatta meg, bár minden évben szándékában állt. - Kari dachte daran, dass ihr Vater diesen Wischer nie hatte reparieren lassen, obwohl er es jedes Jahr vorhatte. :10. A fészer egy keskeny mezei út végén állt, amely ősszel mindig felázott. - Der Schuppen stand am Ende eines schmalen Feldwegs, der im Herbst immer aufweichte. :11. Kari leparkolt, mielőtt az út túl sárossá vált volna, és a maradékot gyalog tették meg. - Kari parkte, bevor der Weg zu schlammig wurde, und sie gingen den Rest zu Fuß. :12. Az eső azonnal elérte őket, hidegen és egyenletesen, mint valami, aminek nincs véleménye. - Der Regen traf sie sofort, kalt und gleichmäßig, wie etwas, das keine Meinung hat. :13. A fészer ajtaja szorult, ahogy Kari számított rá. - Die Tür des Schuppens klemmte, wie sie es erwartet hatte. :14. Jon egyszer belerúgott, aztán még egyszer erősebben, és másodszorra engedett. - Jon trat einmal dagegen, dann nochmal fester, und beim zweiten Mal gab sie nach. :15. A szag úgy érkezett, mint egy ütés – nem kellemetlenül, de sűrűn és közvetlenül: régi fa, amely magába szívta a dohányfüst és a sós levegő éveit. - Der Geruch kam wie ein Schlag – nicht unangenehm, aber dicht und unmittelbar: altes Holz, das sich vollgesogen hatte mit Jahren aus Tabakrauch und Salzluft. :16. Ehhez járult még valami édeskés, amit Kari nem tudott megnevezni, és nem is akart megnevezni. - Dazu etwas Süßliches, das Kari nicht benennen konnte und auch nicht benennen wollte. :17. Megállt a küszöbnél, miközben Jon bement. - Sie blieb an der Schwelle stehen, während Jon hineinging. :18. Lassan mozgott, szinte óvatosan, mintha a padló engedhetne alatta. - Er bewegte sich langsam, fast vorsichtig, als ob der Boden nachgeben könnte. :19. A falon egy mentőmellény lógott, hosszú szakadással a gallérján. - An der Wand hing eine Schwimmweste mit einem langen Riss am Kragen. :20. Alatta álltak a gumicsizmák – 45-ös méret, egyenesen, mintha valaki csak tegnap tette volna oda őket. - Darunter standen die Gummistiefel – Größe 45, aufrecht, als hätte sie jemand erst gestern dort hingestellt. :21. Kari a csizmákra nézett, és arra gondolt, gyerekként hányszor várt erre a méretre, arra a pillanatra, amikor a lépések a folyosón elhallgattak, és kinyílt az ajtó. - Kari sah auf die Stiefel und dachte daran, wie oft sie als Kind auf diese Größe gewartet hatte, auf den Moment, wo die Schritte im Flur aufhörten und die Tür aufging. :22. Most az ajtó soha többé nem fog kinyílni. - Jetzt würde die Tür nie mehr aufgehen. :23. Jon a helyiség közepén állt, és a hátsó fal felé nézett. - Jon stand in der Mitte des Raums und schaute zur hinteren Wand. :24. Két szög között egy horgászbot lógott, a zsinór lazán feltekerve és összecsomózódva, a végén a horog rozsdától vörösbarnán. - Zwischen zwei Nägeln hing eine Angel, die Schnur lose aufgewickelt und verknotet, der Haken am Ende rotbraun vor Rost. :25. Habozás nélkül levette, és két kézzel tartotta, úgy, ahogy az ember olyasmit tart, amit nem akar elejteni, bár nem tudja, miért. - Er nahm sie herunter, ohne zu zögern, und hielt sie mit beiden Händen, so wie man etwas hält, das man nicht fallen lassen will, obwohl man nicht weiß warum. :26. Kari közelebb lépett, és figyelte őt közben. - Kari trat näher und sah ihm dabei zu. :27. Jon lassan forgatta a horgászbotot, nézte a zsinórt, a horgot, a markolat régi fáját. - Er drehte die Angel langsam, betrachtete die Schnur, den Haken, das alte Holz des Griffs. :28. Kari kinyújtotta a kezét, és Jon odaadta neki anélkül, hogy felnézett volna. - Sie streckte die Hand aus, und er gab sie ihr, ohne aufzusehen. :29. A fa sima volt és könnyű, szárazabb, mint bármi más a fészerben. - Das Holz war glatt und leicht, trockener als alles andere im Schuppen. :30. Egy pillanatig tartotta, tovább, mint szükséges lett volna, aztán letette a munkapadra. - Sie hielt sie einen Moment, länger als nötig, dann legte sie sie auf die Werkbank. :31. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondta. - „Den nehmen wir nicht mit", sagte sie. :32. Nem kérdésnek hangzott, és nem is magyarázatnak. - Es klang nicht wie eine Frage und nicht wie eine Erklärung. :33. Jon röviden a horgászbotra nézett, aztán bólintott. - Jon sah kurz auf die Angel, dann nickte er. :34. Csendben és sietség nélkül átkutatták a fészer többi részét. - Sie durchsuchten den Rest des Schuppens schweigend und ohne Eile. :35. Egy 2019-es naptár ferdén lógott a falon, márciusnál kinyitva. - Ein Kalender von 2019 hing schief an der Wand, aufgeschlagen auf März. :36. Egy félig teli benzines kanna állt a sarokban egy fenék nélküli vödör mellett. - Ein Benzinkanister, halb voll, stand in der Ecke neben einem Eimer ohne Boden. :37. Két horog feküdt a padlón, rozsdásan, mint az a horgászboton. - Zwei Haken lagen auf dem Boden, rostig wie der an der Angel. :38. Kari zsebre tette a naptárt, mert a március volt a születési hónapja, és mert megtehette. - Kari steckte den Kalender ein, weil der März ihr Geburtsmonat war und weil sie es konnte. :39. Amikor kiléptek, az eső erősebb lett. - Als sie nach draußen traten, war der Regen stärker geworden. :40. Jon behúzta az ajtót, és felakasztotta a lakatot, és a zár kattanása volt órák óta a leghangosabb zaj. - Jon zog die Tür zu und hängte das Vorhängeschloss ein, und das Klicken des Schlosses war das lauteste Geräusch seit Stunden. :41. Kari néhány lépésre állt a fészertől, és a fjordra nézett, amely most sötétebb volt, mint odafelé, a szélén majdnem fekete. - Kari stand ein paar Schritte vom Schuppen entfernt und schaute auf den Fjord, der jetzt dunkler war als auf der Hinfahrt, fast schwarz am Rand. :42. Kivette a kulcsot a zsebéből, röviden megmérte a kezében, aztán széles, elszánt lendülettel a vízbe dobta. - Sie holte den Schlüssel aus der Tasche, wog ihn kurz in der Hand, und warf ihn dann mit einem weiten, entschlossenen Schwung ins Wasser. :43. Zaj nélkül érte a felszínt, szinte tétován, és a kör, amelyet maga után hagyott, kicsi volt, és eltűnt, mielőtt Kari igazán látta volna. - Er traf die Oberfläche ohne Lärm, fast zögerlich, und der Kreis, den er hinterließ, war klein und verschwand, bevor Kari ihn richtig gesehen hatte. :44. Visszamentek az autóhoz anélkül, hogy hátrafordultak volna. - Sie gingen zum Auto zurück, ohne sich umzudrehen. :45. Jon ült a volánhoz, és Kari hagyta, mert már nem akart vezetni. - Jon setzte sich ans Steuer, und Kari ließ es zu, weil sie nicht mehr fahren wollte. :46. Beindította a motort, sebességbe tette, és lassan kihajtott az útra. - Er startete den Motor, legte den Gang ein und fuhr langsam auf die Straße. :47. Az ablaktörlő újra elindult, újra csikorgott, mint odafelé. - Der Scheibenwischer lief wieder an, quietschte wieder, wie auf der Hinfahrt. :48. Kari az oldalablaknak támasztotta a fejét, és érezte a motor rezgését. - Kari lehnte den Kopf gegen das Seitenfenster und spürte die Vibration des Motors. :49. Odakint elvonult mellettük a part, szürkén és nedvesen, és a fjord balra maradt tőlük, szélesen és csendesen, emlék nélkül a kulcsról. - Draußen zog die Küste vorbei, grau und nass, und der Fjord blieb links von ihnen, breit und still, ohne Erinnerung an den Schlüssel. :50. Jon bekapcsolta a rádiót, de azonnal újra kikapcsolta. - Jon schaltete das Radio ein, ließ es aber sofort wieder aus. :51. A csend, amely megmaradt, nem rossz csend volt. - Das Schweigen, das blieb, war kein schlechtes Schweigen. :52. Két ember csendje volt, akik ugyanazt tudják, és már semmit sem kell tisztázniuk. - Es war das Schweigen von zwei Menschen, die dasselbe wissen und nichts mehr klären müssen. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- : A horgászbot - Die Angel :1. Az eső éjszaka kezdődött, halkan és kitartóan, és amikor Kari reggel felhúzta a rolót, látta, hogy a ház előtti utca már simán és feketén csillogott, mint a polírozott bőr. - Der Regen hatte in der Nacht begonnen, leise und beharrlich, und als Kari am Morgen das Rollo hochzog, sah sie, dass die Straße vor dem Haus bereits blank und schwarz glänzte wie poliertes Leder. :2. Rosszul aludt, nem az eső miatt, hanem a találkozó miatt, amely három hete állt a naptárában, és ez idő alatt nem lett kisebb. - Sie hatte schlecht geschlafen, nicht wegen des Regens, sondern wegen des Termins, der seit drei Wochen in ihrem Kalender stand und sich in dieser Zeit nicht kleiner gemacht hatte. :3. Jon nyolckor felhívta, hogy megmondja, pontos lesz, és Kari azon kapta magát, hogy remélte, le fogja mondani. - Jon hatte sie um acht angerufen, um zu sagen, dass er pünktlich sei, und Kari hatte sich dabei ertappt, dass sie gehofft hatte, er würde absagen. :4. Az út némán telt, ahogy évek óta a legtöbb dolog közöttük – nem ellenségesen, hanem olyan távolsággal, amelyet olyan régóta gyakoroltak, hogy már egyikük sem tudta, ki vezette be először, vagy miért. - Die Fahrt verlief schweigend, so wie die meisten Dinge zwischen ihnen seit Jahren verliefen – nicht feindselig, aber mit einer Distanz, die so lang eingeübt war, dass keiner mehr wusste, wer sie zuerst eingeführt hatte oder warum. :5. Az öreg Volvo a huzatok nedves szövetének szagát árasztotta, meg annak a kávénak az illatát, amelyet Jon papírpohárban hozott magával, és két korty után a pohártartóban felejtett. - Der alte Volvo roch nach dem feuchten Stoff der Sitzbezüge und nach dem Kaffee, den Jon in einem Pappbecher mitgebracht und nach zwei Schlucken im Getränkehalter vergessen hatte. :6. Kari a parti úton vezetett, amelyet gyermekkora óta ismert, anélkül hogy gondolkodott volna rajta; a kanyarok úgy ültek a kezében, mint régi szövegek, amelyeket az ember már nem olvas, de még mindig el tud mondani. - Kari fuhr die Küstenstraße, die sie seit ihrer Kindheit kannte, ohne darüber nachzudenken, die Kurven saßen in ihren Händen wie alte Texte, die man nicht mehr lesen, aber immer noch sprechen kann. :7. A fjord bal kéz felől feküdt, kiterülve és szinte mozdulatlanul, felszínét felülről verte az eső, amely a vízen egyenletes, lapos mintát rajzolt, amelynek nem volt vége. - Der Fjord lag linker Hand, ausgebreitet und beinahe reglos, seine Oberfläche von oben aufgehämmert durch den Regen, der auf dem Wasser ein gleichmäßiges, flaches Muster erzeugte, das kein Ende hatte. :8. Jon résnyire kinyitotta az oldalablakot, és kérdezés nélkül beengedte a nyirkos levegőt, Kari pedig egy fokkal feljebb tekerte a fűtést, anélkül hogy megjegyzést tett volna rá. - Jon hatte das Seitenfenster einen Spalt weit geöffnet und ließ die feuchte Luft hereinströmen, ohne zu fragen, und Kari drehte das Heizungsrad eine Kerbe höher, ohne es zu kommentieren. :9. Zavarta az ablaktörlő, mert visszafelé menet éles nyikorgást adott ki, amely arra emlékeztetett, amikor egy szöget húznak végig a táblán, és mert az apja ezt a törlőt legalább hat éve nem javíttatta meg, noha minden tavasszal beszélt róla. - Der Scheibenwischer störte sie, weil er beim Rücklauf ein helles Quietschen erzeugte, das an einen Nagel erinnerte, der über eine Tafel gezogen wird, und weil ihr Vater diesen Wischer seit mindestens sechs Jahren nicht hatte reparieren lassen, obwohl er jedes Frühjahr davon gesprochen hatte. :10. Kari ezt akkoriban nem értette, és most, amikor már nem számított, még kevésbé értette. - Kari hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da es keine Rolle mehr spielte, verstand sie es noch weniger. :11. A földút elején parkoltak le, mert a sár túl mély volt ahhoz, hogy továbbmenjenek, és az utolsó száz métert gyalog tették meg az esőben, amely semmilyen lehetőséget nem hagyott nekik arra, hogy szárazak maradjanak, és amellyel szemben egy esernyő csak valamiféle udvarias tiltakozás lett volna. - Sie parkten am Beginn des Feldwegs, weil der Schlamm zu tief war, um weiterzufahren, und gingen die letzten hundert Meter zu Fuß durch den Regen, der ihnen keine Möglichkeit ließ, trocken zu bleiben, und dem gegenüber ein Schirm nur eine Art höflichen Protest gewesen wäre. :12. A fészer a vízparton állt, kisebbnek tűnt, mint ahogy Kari emlékezett rá, bár tudta, hogy nem a fészer változott meg. - Der Schuppen stand am Wasserrand, kleiner als Kari ihn in Erinnerung hatte, obwohl sie wusste, dass sich nicht der Schuppen verändert hatte. :13. Fafalai a nedves tőzeg színét vették fel, és a hullámlemeztetőn két helyen horpadások voltak, amelyek úgy néztek ki, mint csukott szemek. - Seine Holzwände hatten die Farbe von nassem Torf angenommen, und das Wellblechdach hatte an zwei Stellen Beulen, die wie geschlossene Augen aussahen. :14. Az ajtó szorult, mert a fa a nyirkos őszben megduzzadt, ahogy mindig is tette. - Die Tür klemmte, weil das Holz im feuchten Herbst quoll, wie es das immer getan hatte. :15. Jon kétszer belerúgott – összpontosítva, harag nélkül –, és másodszorra engedett, olyan hanggal, amely félig nyögés, félig kapituláció volt. - Jon trat zweimal dagegen – konzentriert, ohne Wut – und beim zweiten Mal gab sie nach, mit einem Geräusch, das halb Stöhnen und halb Kapitulation war. :16. A szag, amely szembecsapta őket, olyan teljes és olyan hirtelen volt, hogy Kari egy pillanatra megállt, és nem ment be: fa, amely éveken át magába szívta a dohányfüstöt, alatta motorolaj, só és valami nehéz, édeskés dolog, amelyet nem lehetett megnevezni, de amely mégis azonnal és egyértelműen az apja szagát idézte. - Der Geruch, der ihnen entgegenkam, war so vollständig und so unvermittelt, dass Kari für einen Moment stillstand und nicht hineinging: Holz, das jahrelang Tabakrauch aufgesogen hatte, darunter Motoröl, Salz, und etwas Schweres, Süßliches, das sich nicht benennen ließ, das aber trotzdem sofort und eindeutig nach ihrem Vater roch. :17. Jon belépett, anélkül hogy hátranézett volna, Kari pedig követte őt egy lélegzetvétel után, amelyet tudatosan vett. - Jon trat ein, ohne sich umzusehen, und Kari folgte ihm nach einem Atemzug, den sie bewusst machte. :18. A falon ott lógott a mentőmellény, amelyet gyermekkora óta ismert – narancssárga volt, időközben tompa lazacrózsaszínre fakult, a gallérján a tépőzár elszakadt, és soha nem cserélték ki, mert az apja megjavította azokat a dolgokat, amelyek elromlottak, azokat pedig, amelyek haszontalanok voltak, egyszerűen úgy hagyta. - An der Wand hing die Schwimmweste, die sie seit ihrer Kindheit kannte – orangefarben, inzwischen ausgeblichen zu einem stumpfen Lachsrosa, der Klettverschluss am Kragen gerissen und nie ersetzt, weil ihr Vater Dinge reparierte, die kaputt waren, und Dinge, die nutzlos waren, eben ließ. :19. Alatta a gumicsizmák, 45-ös méretben, egyenesen és függőlegesen odaállítva olyan gondossággal, amelyet a fészer többi része nem ismert, és látványuk Kariban valamit kiváltott, amit nem akart volna gyásznak nevezni, de amire más szava sem volt. - Darunter die Gummistiefel, Größe 45, gerade und aufrecht hingestellt mit einer Sorgfalt, die der Rest des Schuppens nicht kannte, und deren Anblick bei Kari etwas auslöste, das sie nicht als Trauer hätte bezeichnen wollen, das aber auch kein anderes Wort hatte. :20. Jon a hátsó falnál állt, és felfelé nézett, és amikor Kari meglátta, amit ő látott, azonnal megértette, miért nem ment tovább. - Jon stand an der hinteren Wand und schaute nach oben, und als Kari sah, was er sah, verstand sie sofort, warum er nicht weiterging. :21. Két szög között ott lógott a horgászbot – ugyanaz a horgászbot, amelyet gyerekként láttak a stégen, amikor az apjuk korán felkelt, ők pedig aludtak, és amelyet szó nélkül magával vitt, és amely este újra ugyanazokon a szögeken lógott, amikor visszatért, némán és teljesen távollévőn. - Zwischen zwei Nägeln hing die Angel – dieselbe Angel, die sie als Kinder auf dem Steg gesehen hatten, wenn ihr Vater früh aufstand und sie schliefen, und die er mitnahm ohne ein Wort, und die abends wieder an denselben Nägeln hing, wenn er zurückkam, schweigend und vollständig abwesend. :22. A zsinór laza, egyenetlen menetekben volt feltekerve, és több helyen összecsomózódott; a végén lévő horog sötétbarna rozsdává oxidálódott, amely úgy nézett ki, mint kéreg a régi kenyéren. - Die Schnur war in losen, ungleichmäßigen Windungen aufgerollt und an mehreren Stellen verknotet, der Haken am Ende zu einem dunkelbraunen Rost oxidiert, der wie Kruste auf altem Brot aussah. :23. Jon levette – lassan, két kézzel –, és maga előtt tartotta, nem úgy, mint egy szerszámot, és nem úgy, mint egy emléket, hanem mint valamit, ami még nem döntötte el, mi akar lenni. - Jon nahm sie herunter – langsam, mit beiden Händen – und hielt sie vor sich, nicht wie ein Werkzeug und nicht wie eine Erinnerung, sondern wie etwas, das sich noch nicht entschieden hatte, was es sein wollte. :24. Kari mozdulatlanul figyelte, és látta a tartásán, azon, ahogy a válla enyhén leereszkedett, és ahogy félrehajtotta a fejét, hogy éppen megpróbál szavakba foglalni valamit, aminek nem tud szavakat adni. - Kari beobachtete ihn, ohne sich zu bewegen, und sie sah an seiner Haltung, an der Art, wie seine Schultern leicht abfielen und wie er den Kopf neigte, dass er gerade versuchte, etwas in Worte zu fassen, dem er keine geben konnte. :25. Közelebb lépett, kinyújtotta a kezét, és Jon habozás nélkül odaadta neki a horgászbotot. - Sie trat näher und streckte die Hand aus, und er gab ihr die Angel ohne Zögern. :26. A nyél fája sima és száraz volt, majdnem meleg, és ez volt az egyetlen dolog ebben a fészerben, amely olyan érzést keltett, mintha valaki rendszeresen megérintette volna. - Das Holz des Griffs war glatt und trocken, fast warm, und es war das einzige, was in diesem Schuppen so fühlte, als ob jemand es regelmäßig berührt hatte. :27. Tovább tartotta a horgászbotot, mint ahogy tervezte. - Sie hielt die Angel länger, als sie vorgehabt hatte. :28. Aztán letette a munkapadra, és azt mondta: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Dann legte sie sie auf die Werkbank und sagte: „Den nehmen wir nicht mit." :29. Nem olyan mondat volt, amely választ igényelt volna, és Jon nem is adott választ. - Es war kein Satz, der eine Antwort brauchte, und Jon gab keine. :30. Csak bólintott, egyszer, röviden, olyan véglegességgel, amely mindkettőjüknek megkönnyebbülést hozott. - Er nickte nur, einmal, kurz, mit einer Endgültigkeit, die sie beide erleichterte. :31. Terv és beszélgetés nélkül kutatták át a fészert – kinyitottak egy ládát, amely üres volt, ellenőrizték a benzineskannát, amely félig tele volt, megnézték a naptárt, amely 2019 márciusán állt, és amelyen senki nem lapozott tovább. - Sie durchsuchten den Schuppen ohne Plan und ohne Gespräch – öffneten eine Kiste, die leer war, kontrollierten den Benzinkanister, der halb voll war, sahen sich den Kalender an, der auf März 2019 stand und an dem niemand weitergeblättert hatte. :32. Két rozsdás horog feküdt a földön, felismerhető cél nélkül, mint apjuk sok dolga. - Zwei rostige Haken lagen auf dem Boden, ohne erkennbaren Zweck, wie viele Dinge ihres Vaters. :33. Kari magához vette a naptárt, mert március volt a születési hónapja, és mert ez volt az egyetlen dolog, amelyet magával vihetett anélkül, hogy az egész helyiség súlyát vinnie kellett volna. - Kari nahm den Kalender, weil der März ihr Geburtsmonat war, und weil es das Einzige war, das sie mitnehmen konnte, ohne das Gewicht des ganzen Raums zu tragen. :34. Odakint erősödött az eső, és most ferdén és szünet nélkül esett, úgyhogy a fjord felszíne felkavart zúzottkőnek látszott. - Draußen hatte der Regen zugenommen, und er fiel jetzt schräg und ohne Pause, so dass die Oberfläche des Fjords aussah wie aufgewühlter Schotter. :35. Jon behúzta a fészer ajtaját, rátette a lakatot, és a zár kattanása volt a nap legtisztább, leghatározottabb hangja. - Jon zog die Schuppentür zu und legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten des Schlosses war das sauberste, entschlossenste Geräusch des Tages. :36. Kari néhány lépésnyire állt a parton, a kulccsal a jobb kezében, és a fjordot nézte, amelynek ezen a napon nem volt más színe, csak az a szürke, amely az összes többi szürkét magában foglalta. - Kari stand einige Schritte entfernt am Ufer, den Schlüssel in der rechten Hand, und betrachtete den Fjord, der an diesem Tag keine Farbe hatte außer dem Grau, das alle anderen Graus enthielt. :37. Nem adott hosszúságot a pillanatnak, lendületet vett a karjával, és a kulcsot széles, egyenletes ívben a víz fölé hajította, mintha gyakorolta volna. - Sie ließ dem Moment keine Länge, holte mit dem Arm aus und warf den Schlüssel in einem weiten, gleichmäßigen Bogen über das Wasser, als hätte sie es geübt. :38. A becsapódás hangja szinte semmi volt, egy halk koppanás, és a kör, amelyet maga után hagyott, röviden kitágult, majd eltűnt, mintha soha nem is lett volna. - Das Aufprallgeräusch war fast nichts, ein leises Tock, und der Kreis, den er hinterließ, weitete sich kurz aus und verschwand dann, als wäre er nie gewesen. :39. Az autóhoz mentek, és egyikük sem fordult hátra. - Sie gingen zum Auto, und keiner von beiden drehte sich um. :40. Jon átvette a kulcsot, Kari pedig hagyta vezetni, mert már nem volt ereje ahhoz, hogy a kezét a kormányon tartsa, és közben egyenesen előre nézzen. - Jon nahm den Schlüssel, und Kari ließ ihn fahren, weil sie nicht mehr die Kraft hatte, die Hände auf dem Lenkrad zu halten und gleichzeitig geradeaus zu schauen. :41. Jon némán vezetett, nyugodtan, olyan gondossággal, amelyet egyébként ritkán mutatott. - Er fuhr schweigend, ruhig, mit einer Sorgfalt, die er sonst selten zeigte. :42. Az ablaktörlő elindult, és nyikorgott, mint odafelé, Kari pedig az ablaknak döntötte a fejét, és hagyta a hangot, mert ez volt az utolsó, ami még semmire nem emlékeztette, csak egy öreg ablaktörlőre, amelyet soha nem javítottak meg, és most már nem is fognak. - Der Scheibenwischer lief an und quietschte, wie auf der Hinfahrt, und Kari lehnte den Kopf gegen das Fenster und ließ das Geräusch zu, weil es das letzte war, das noch an nichts erinnerte außer an einen alten Wischer, der nie repariert worden war und es jetzt auch nicht mehr werden würde. :43. A part elcsúszott az ablak mellett, nedvesen, szürkén és ismerősen, és a fjord kísérte őket, szélesen és közönyösen, amíg az út ki nem vette a látóterükből. - Die Küste glitt am Fenster vorbei, nass und grau und vertraut, und der Fjord begleitete sie, breit und gleichgültig, bis die Straße ihn aus dem Blick nahm. :44. Jon röviden bekapcsolta a rádiót, és amikor zene szólt, újra kikapcsolta. - Jon schaltete das Radio kurz ein, und als Musik kam, schaltete er es wieder aus. :45. A csend, amely visszamaradt, más minőségű volt, mint az odafelé vezető úton – nem két ember feszült hallgatása, akik valamit elkerülnek, hanem két ember nyugodtabb, súlyosabb csendje, akik ugyanazt veszítették el, és most tudják, anélkül hogy egyiküknek meg kellene kérdeznie róla a másikat. - Das Schweigen, das zurückblieb, hatte eine andere Qualität als das der Hinfahrt – nicht die angespannte Stille zweier Menschen, die etwas vermeiden, sondern die ruhigere, schwerere Stille zweier Menschen, die dasselbe verloren haben und es jetzt wissen, ohne dass einer den anderen danach fragen müsste. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Az eső, amely éjszaka kezdődött, ahhoz a makacs északi fajtához tartozott, amely nem tombol és nem dramatizál, hanem egyszerűen hull, óráról órára, egy olyan jelenség közönyös kitartásával, amelynek nincs szüksége okra és nincs szüksége mentségre. - Der Regen, der in der Nacht begonnen hatte, gehörte zu jener beharrlichen nordischen Art, die nicht stürmt und nicht dramatisiert, sondern einfach fällt, Stunde um Stunde, mit der gleichmütigen Ausdauer eines Phänomens, das keinen Grund braucht und keine Entschuldigung. :2. Kari már azelőtt hallotta, hogy ébren lett volna, az álom utolsó rétegeiben valamiként érzékelte, ami kívülről jön és belül marad, és amikor végül felkelt és felhúzta a rolót, látta, hogy az eső a világot olyasmivé változtatta, ami sima és elutasító volt, mint egy felület, amelyen semmi sem tapad meg. - Kari hatte ihn gehört, bevor sie wach war, hatte ihn in den letzten Schichten des Schlafs als etwas wahrgenommen, das von außen kommt und innen bleibt, und als sie schließlich aufstand und das Rollo hochzog, sah sie, dass er die Welt in etwas verwandelt hatte, das glatt und abweisend war wie eine Oberfläche, auf der nichts haftet. :3. Jon már a kocsiban ült, amikor Kari leért, kezei az ölében, tekintete egy pontra szegezve, amely a járművön és a pillanaton kívül feküdt, és Kari észrevette, hogy Jon hozott magával egy táskát, nagyobbat a szükségesnél, mintha éjjel elképzelte volna, mit fog magával vinni, majd ezt az elképzelést ébredéskor csendben és jelenet nélkül újra feladta volna. - Jon saß bereits im Wagen, als sie hinunterkam, die Hände im Schoß, den Blick auf einen Punkt gerichtet, der außerhalb des Fahrzeugs und außerhalb des Augenblicks lag, und Kari bemerkte, dass er eine Tasche mitgebracht hatte, größer als nötig, so als hätte er sich in der Nacht eine Vorstellung davon gemacht, was er mitnehmen würde, und diese Vorstellung beim Aufwachen still und ohne Szene wieder aufgegeben. :4. Nem kérdezett rá. - Sie fragte nicht danach. :5. Voltak közöttük kérdések, amelyeket azért nem tettek fel, mert mindketten ismerték a válaszokat, és olyanok is, amelyeket azért nem tettek fel, mert egyik válasz sem változtatott volna semmin. - Es gab Fragen zwischen ihnen, die nicht gestellt wurden, weil beide die Antworten kannten, und solche, die nicht gestellt wurden, weil keine der Antworten etwas verändert hätte. :6. Kari olyan testiségében ismerte a parti utat, amely túlment az emlékezeten – a második kanyar előtti enyhe lejtést, az utána következő rövid emelkedőt, azt a helyet, ahol a szalagkorlát féme mindig rozsdásodik, mert ott felhúzódik a sós víz –, és gondolkodás nélkül vezetett, miközben Jon mellette ült, résnyire kinyitotta az ablakot, beengedte a nedves levegőt, amely tengeri moszat szagú volt és valami ásványié, amit nem lehet pontosan megnevezni, mégis azonnal és elkerülhetetlenül ennek a partsávnak az illatát hordozza, ennek a sajátos föld- és vízszakasznak az első és a kilencedik életév között. - Die Küstenstraße kannte Kari mit einer Körperlichkeit, die über das Gedächtnis hinausging – die leichte Neigung vor der zweiten Kurve, die kurze Gegensteigung danach, die Stelle, wo das Leitplankenmetall immer rostet, weil das Salzwasser dort hochzieht – und sie fuhr, ohne zu denken, während Jon neben ihr saß und das Fenster einen Spalt öffnete, die feuchte Luft hereinließ, die nach Seetang roch und nach etwas Mineralischem, das man nicht genau benennen kann und das trotzdem sofort und unweigerlich nach diesem Küstenstreifen riecht, nach diesem spezifischen Abschnitt Erde und Wasser zwischen dem ersten und dem neunten Lebensjahr. :7. Kari feljebb tekerte a fűtést, Jon pedig úgy hagyta az ablakot, ahogy volt, és ez a kimondatlan kompromisszum, anélkül hogy bármelyikük tudta volna, az odaúton az egyetlen pillanat volt, amikor ugyanazt akarták. - Kari drehte die Heizung höher, und Jon ließ das Fenster, wie es war, und dieser unausgesprochene Kompromiss war, ohne dass einer von ihnen es wusste, der einzige Moment auf der Hinfahrt, in dem sie dasselbe wollten. :8. Az ablaktörlő zavarta, mert minden visszamenetnél világos, súrlódó nyikorgást adott ki, amely annak a sajátos kellemetlenségére emlékeztetett, amikor egy hang nem fáj, de nem hagyja abba, és mert ezt az ablaktörlőt évek óta nem javították meg, noha az apja minden tavasszal, többnyire márciusban, amikor a fény újra erősebb lett és az autóra gyakrabban volt szükség, azt mondta, ezt el kell intéznie, aztán mégsem intézte el, mert mindig közbejött valami más, vagy mert – ami valószínűbb volt – szüksége volt az apró, megjavítatlan dolgokra ahhoz, hogy elképzelhesse, még van idő megjavítani őket. - Der Scheibenwischer störte sie, weil er bei jedem Rückhub ein helles, schleifendes Quietschen erzeugte, das an die spezifische Unannehmlichkeit eines Geräusches erinnerte, das nicht wehtut, aber nicht aufhört, und weil dieser Wischer seit Jahren nicht repariert worden war, obwohl ihr Vater jedes Frühjahr, meistens im März, wenn das Licht wieder stärker wurde und man das Auto öfter brauchte, sagte, er müsse das erledigen, und es dann nicht erledigte, weil immer etwas anderes kam oder weil er, was wahrscheinlicher war, die kleinen unreparierten Dinge brauchte, um sich vorzustellen, dass noch Zeit war, sie zu reparieren. :9. A földút előtt parkoltak le, mert onnantól túl mély volt a sár, és az utolsó száz métert az esőben tették meg, amely úgy hullott a kabátjukra, mint valami, ami nem ismeri a rosszindulatot, és ezért a tekintetet sem – egyenletesen, kitartóan, teljesen közömbösen jelenlétük oka iránt. - Sie parkten vor dem Feldweg, weil der Schlamm ab dort zu tief war, und gingen die letzten hundert Meter durch den Regen, der auf ihre Jacken fiel wie etwas, das keine Böswilligkeit kennt und daher auch keine Rücksicht – gleichmäßig, ausdauernd, vollkommen indifferent gegenüber dem Anlass ihrer Anwesenheit. :10. A fészer, amelyet Kari utoljára nyáron látott, kisebb volt, mint az emlékezetében, ami nem volt igaz, és ő mégis ezt gondolta, mert az emlékek nem méreteznek, hanem jelentenek, és mert ez a fészer gyermekkorában nagyobb helyet foglalt el, mint az alapterülete. - Der Schuppen, den Kari zuletzt im Sommer gesehen hatte, war kleiner als in ihrer Erinnerung, was nicht stimmte und was sie trotzdem dachte, weil Erinnerungen nicht skalieren, sondern bedeuten, und weil dieser Schuppen in ihrer Kindheit mehr Raum eingenommen hatte als seine Grundfläche. :11. A falapok azt a színt vették fel, amelyet az öreg, nedves fa vesz fel – egy szürkésbarnát, amely már nem fokozódik tovább, amely minden mállási folyamat végén áll, mint egy utolsó, nyugodt mondat egy hosszú szöveg után. - Die Holzwände hatten die Farbe angenommen, die altes, feuchtes Holz annimmt – ein Graubraun, das sich nicht mehr steigert, das am Ende aller Verwitterungsprozesse liegt wie ein letzter, ruhiger Satz nach einem langen Text. :12. Az ajtó szorult, mert a fa az őszi esőben megdagadt, és Jon kétszer belerúgott, nem türelmetlenséggel, hanem egy húsz éve fizikai munkát végző férfi pontos, erőtakarékos elszántságával, aki tudja, mennyi erő kell egy ajtónak, és mennyi lenne belőle puszta frusztráció. - Die Tür klemmte, weil das Holz im Herbstregen gequollen war, und Jon trat zweimal dagegen, nicht mit Ungeduld, sondern mit der präzisen, kraftsparenden Entschlossenheit eines Mannes, der seit zwanzig Jahren körperlich arbeitet und weiß, wie viel Kraft eine Tür braucht und wie viel davon Frustration wäre. :13. Ami eléjük áradt, amikor az ajtó engedett, kevésbé volt szag, mint inkább állapot – évtizedek dohányfüstjének sűrűsége, amely beleette magát a farostokba, motorolajé, amelyet valamikor kiöntöttek, és amely soha nem tűnt el egészen, sós levegőé, amely a falak minden repedésén áthúzott, és alatta, alapzöngéként, amelyet csak egy pillanat után vett észre az ember, valami organikus, nehéz, amit nem lehetett összerakni az alkotórészeiből, és amit Kari akarata ellenére teljesen és elválaszthatatlanul az apjával kapcsolt össze. - Was ihnen entgegenkam, als die Tür nachgab, war weniger ein Geruch als ein Zustand – eine Dichte aus Jahrzehnten von Tabakrauch, der sich in die Holzfasern gefressen hatte, aus Motoröl, das irgendwann verschüttet worden war und nie ganz verschwunden war, aus Salzluft, die durch jede Ritze der Wände zog, und darunter, als Grundton, den man erst nach einem Moment wahrnahm, etwas Organisches, Schweres, das sich nicht aus seinen Bestandteilen zusammensetzen ließ und das Kari, ohne es zu wollen, als vollständig und untrennbar mit ihrem Vater verband. :14. Megállt a küszöbön, és egyszer mély levegőt vett, tudatosan, szinte módszeresen, mert megtanulta, hogy mindig az első pillanat dönti el, mennyi ellenőrzést tart meg az ember a nap hátralévő része fölött. - Sie blieb an der Schwelle stehen und atmete einmal durch, bewusst, fast methodisch, weil sie gelernt hatte, dass der erste Moment immer der ist, der entscheidet, wie viel Kontrolle man über den Rest des Tages behält. :15. Jon a hátsó fal előtt állt, és Kari azonnal látta, amit ő látott, még mielőtt odalépett volna: a horgászbotot, amely két szög között lógott, a zsinórt szabálytalan menetekben feltekerve, több helyen összecsomózva, mint valami, ami felhagyott azzal, hogy rendet állítson, anélkül hogy megszűnt volna ott lenni. - Jon stand vor der hinteren Wand, und Kari sah sofort, was er sah, noch bevor sie herangetreten war: die Angel, die zwischen zwei Nägeln hing, die Schnur in unregelmäßigen Windungen aufgerollt, an mehreren Stellen verknotet, wie etwas, das aufgehört hat, Ordnung zu behaupten, ohne aufgehört zu haben, da zu sein. :16. A végén lévő horog mély, tompa vörösbarnára oxidálódott, és a szín felvette azt az egyenletességet és véglegességet, amely akkor keletkezik, amikor egy folyamat olyan sokáig tart, hogy már nem folyamatként mutatkozik, hanem állapotként, tulajdonságként, akként, ami a dolog egyszerűen most már. - Der Haken am Ende war zu einem tiefen, matten Rotbraun oxidiert, und die Farbe hatte die Gleichmäßigkeit und Endgültigkeit angenommen, die entsteht, wenn ein Prozess so lange läuft, dass er sich nicht mehr als Prozess zeigt, sondern als Zustand, als Eigenschaft, als das, was die Sache nun einmal ist. :17. Jon levette a horgászbotot – lassan, két kézzel –, és ahogyan tartotta, többet mondott mindennél, amit ezen a napon mondott: kissé előrehajolva, vállát valamelyest leejtve, fejét megdöntve, mintha valamire figyelne, amit a bot talán még sugároz, és amit ő talán még fogni tud. - Jon nahm die Angel herunter – langsam, mit beiden Händen – und die Art, wie er sie hielt, sagte mehr als alles, was er an diesem Tag gesagt hatte: leicht vorgebeugt, die Schultern etwas abgefallen, den Kopf geneigt, als lauschte er auf etwas, das die Angel vielleicht noch sendete und das er vielleicht noch empfangen konnte. :18. Kari mozdulatlanul nézte őt, és felismerte a tartásában valamit, amit nem gyakran látott rajta – nem gyászt, mert a gyásznak iránya van, ennek pedig nem volt, inkább megállás volt, rövid felfüggesztése annak az előrehaladásnak, amelyet az élet követel, és amelyet az ember valamikor már olyan automatikusan végez, hogy elfelejti, vannak pillanatok, amikor áll. - Kari sah ihm zu, ohne sich zu bewegen, und sie erkannte in seiner Haltung etwas, das sie an ihm nicht oft gesehen hatte – nicht Trauer, weil Trauer eine Richtung hat, und das hier hatte keine, es war eher ein Innehalten, ein kurzes Anhalten jener Bewegung vorwärts, die das Leben verlangt und die man irgendwann so automatisch vollzieht, dass man vergisst, dass es auch Momente gibt, in denen man steht. :19. Mellé lépett, és kinyújtotta a kezét anélkül, hogy elmagyarázta volna, mit akar vele, ő pedig olyan magától értetődőséggel adta át neki a horgászbotot, amely azt jelentette, hogy megértette, mire gondol, még mielőtt Kari maga meg tudta volna nevezni. - Sie trat neben ihn und streckte die Hand aus, ohne zu erklären, was sie damit vorhatte, und er gab ihr die Angel mit einer Selbstverständlichkeit, die bedeutete, dass er verstanden hatte, was gemeint war, bevor sie selbst es hätte benennen können. :20. A markolat fája sima és száraz volt és könnyebb, mint várta, és ez a könnyűség olyan módon érte, amelyre nem volt kategóriája, mert a könnyűt néha nehezebb tartani, mint a nehezet. - Das Holz des Griffs war glatt und trocken und leichter als sie erwartet hatte, und diese Leichtigkeit traf sie auf eine Weise, für die sie keine Kategorie besaß, weil das Leichte manchmal schwerer zu halten ist als das Schwere. :21. Letette a horgászbotot a munkapadra, anélkül hogy tovább gondolkodott volna rajta, és azt mondta: „Ezt nem visszük magunkkal” – egy mondatot, amely nem tartalmazott indoklást, mert minden indoklás kisebbé tette volna. - Sie legte die Angel auf die Werkbank, ohne weiter darüber nachzudenken, und sagte: „Den nehmen wir nicht mit" – einen Satz, der keine Begründung enthielt, weil jede Begründung ihn kleiner gemacht hätte. :22. Jon egyszer bólintott, és ez a bólintás egyetértés volt valamivel, ami nagyobb volt, mint a döntés egy rozsdás horgászbotról egy felszámolandó fészerben. - Jon nickte einmal, und dieses Nicken war das Einverständnis mit etwas, das größer war als die Entscheidung über eine verrostete Angel in einem aufzulösenden Schuppen. :23. A többit két ember csendes hatékonyságával intézték el, akik ugyanazt tanulták meg, még ha különböző helyeken tanulták is: egy üres láda, egy félig teli benzineskanna, két használhatatlan kampó, egy 2019-es naptár, márciusnál kinyitva, annál a hónapnál, amelyben Kari születésnapja volt, és amelyben az apja abban az évben, amennyire tudta, egyszer sem gondolt rá. - Den Rest erledigten sie mit der stillen Effizienz zweier Menschen, die dasselbe gelernt haben, auch wenn sie es an verschiedenen Orten gelernt haben: eine leere Kiste, ein halbvoller Benzinkanister, zwei Haken ohne Verwendung, ein Kalender von 2019, aufgeschlagen auf März, der Monat, in dem Kari Geburtstag hatte und in dem ihr Vater in diesem Jahr, soweit sie wusste, nie daran gedacht hatte. :24. Fogta a naptárt, és betette a táskájába, és ez nem szentimentális gesztus volt, hanem az ellenkezője: kísérlet arra, hogy megtartson valamit, aminek még nem volt fájdalma, mielőtt a fájdalom megérkezett volna, és mindent a közelébe vont volna. - Sie nahm den Kalender und steckte ihn ein, und es war keine sentimentale Geste, sondern das Gegenteil davon: der Versuch, etwas zu behalten, das noch keinen Schmerz hatte, bevor der Schmerz ankam und alles in seine Nähe zog. :25. Kint az eső most ferdén hullott, hajtotta egy szél, amely akkor támadt fel, amíg ők bent voltak, és olyan közvetlenséggel csapódott a kabátjukhoz, amely nem ismert együttérzést, és nem is kellett ismernie. - Draußen fiel der Regen jetzt schräg, getrieben von einem Wind, der aufgekommen war, während sie drinnen gewesen waren, und er peitschte gegen ihre Jacken mit einer Direktheit, die kein Mitgefühl kannte und keines zu kennen brauchte. :26. Jon feltette a lakatot, és a kattanás, keményen és véglegesen, pontosan az a hang volt, amelyre ennek a pillanatnak szüksége volt, anélkül hogy bárki kérte volna – egy lezárás, amelynek nem kellett hangosnak lennie ahhoz, hogy teljes legyen. - Jon legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten, hart und endgültig, war genau das Geräusch, das dieser Moment gebraucht hatte, ohne dass jemand darum gebeten hatte – eine Schließung, die nicht laut sein musste, um vollständig zu sein. :27. Kari néhány lépéssel távolabb állt, a fjord partján, és a kulcsot tartotta, amely hideg volt és kisebbnek tűnt, mint amekkorának tűnnie kellett volna ahhoz képest, amit jelképezett, és amit mostantól már nem fog jelképezni. - Kari stand einige Schritte entfernt, am Ufer des Fjords, und hielt den Schlüssel, der kalt war und kleiner wirkte, als er hätte wirken sollen für das, was er darstellte und was er ab jetzt nicht mehr darstellen würde. :28. Habozás és szertartás nélkül dobta el, egész karjával, hosszú, egyenletes ívben a felkavart víz fölé, és a hang, amelyet becsapódáskor adott, alig volt több suttogásnál – rövid, azonnali eltűnés egy felületen, amely rögtön újra bezárult, mintha semmi sem történt volna, ami egyfajta igazság volt, ha az ember kész volt elfogadni. - Sie warf ihn ohne Zögern und ohne Zeremonie, mit dem ganzen Arm, in einem langen, gleichmäßigen Bogen über das aufgewühlte Wasser, und das Geräusch, das er beim Aufprall machte, war kaum mehr als ein Flüstern – ein kurzes, sofortiges Verschwinden in einer Oberfläche, die sich sofort schloss, als wäre nichts gewesen, was eine Art Wahrheit war, wenn man bereit war, sie anzunehmen. :29. Visszafordulás nélkül mentek az autóhoz, és Kari hagyta Jont vezetni, mert nem akarta többé a kezét a kormányon tartani, nem ma, nem ezen az útszakaszon. - Sie gingen zum Auto, ohne sich umzudrehen, und Kari ließ Jon fahren, weil sie die Hände nicht mehr auf dem Lenkrad haben wollte, nicht heute, nicht auf dieser Strecke. :30. Jon olyan gondossággal vezetett, amilyet a hétköznapokban ritkán mutatott, mintha tudná, hogy ez a visszaút olyasmi, amit nem szabad fölöslegesen megrázni. - Er fuhr mit einer Sorgfalt, die er im Alltag selten zeigte, als ob er wüsste, dass dieser Rückweg etwas war, das man nicht unnötig erschüttern sollte. :31. Az ablaktörlő elindult és nyikorgott, pontosan úgy, mint az odaúton, és Kari, aki egy órája nem hallotta ezt a hangot, most észrevette, hogy már nem zavarja, vagy hogy elhatározta, nem hagyja többé zavarni, ami ugyanarra ment ki. - Der Scheibenwischer lief an und quietschte, genau wie auf der Hinfahrt, und Kari, die das Geräusch seit einer Stunde nicht mehr gehört hatte, bemerkte jetzt, dass es sie nicht mehr störte, oder dass sie beschlossen hatte, es nicht mehr stören zu lassen, was auf dasselbe hinauslief. :32. A fejét az ablaknak támasztotta, és figyelte, ahogy a part elvonul mellette, nedvesen, szürkén és teljesen ismerősen, egy tájként, amely nincs tekintettel azokra, akik áthaladnak rajta, és éppen ezért megbízható olyan módon, ahogyan az emberek ritkán azok. - Sie lehnte den Kopf gegen das Fenster und beobachtete, wie die Küste an ihr vorbeizog, nass und grau und vollständig vertraut, eine Landschaft, die keine Rücksicht auf die nahm, die durch sie fuhren, und die genau deshalb verlässlich war in einer Art, die Menschen es selten sind. :33. Jon bekapcsolta a rádiót, három másodpercre, aztán újra kikapcsolta, és a csend, amely hátramaradt, nem ugyanaz volt, mint amely az odaúton velük volt – nem elkerült csend, nem elhalasztott csend, nem olyan, amely valamire vár, hanem két ember nyugodt, nehéz, megfelelő csendje, akik megtettek valamit, amit meg kellett tenni, és most egymás mellett ülnek annak tudatában, hogy el van intézve, és abban az egyidejű, csendes tudásban, hogy az elintézve nem jelenti azt, hogy megszűnik. - Jon schaltete das Radio ein, drei Sekunden lang, und dann wieder aus, und die Stille, die zurückblieb, war nicht dieselbe, die sie auf der Hinfahrt gehabt hatten – keine vermiedene Stille, keine aufgeschobene, keine, die auf etwas wartete, sondern die ruhige, schwere, angemessene Stille zweier Menschen, die etwas getan haben, das getan werden musste, und die jetzt nebeneinander sitzen in dem Wissen, dass es erledigt ist, und in dem gleichzeitigen, stillen Wissen, dass erledigt nicht bedeutet, dass es aufhört. -------------------- == 85 == 1 -------------------- :Elena busszal érkezik a faluba. - Elena kommt mit dem Bus ins Dorf. :1. A hőség azonnal megüti. - Die Hitze trifft sie sofort. :2. Szeptember van, de a levegő még mindig éget. - Es ist September, aber die Luft brennt noch. :3. Egy kis táskát visz magával és egy nagy fáradtságot. - Sie trägt eine kleine Tasche und eine große Müdigkeit. :4. Tíz éve nem járt már itt. - Zehn Jahre ist sie nicht mehr hier gewesen. :5. A sikátorok szűkebbek, mint ahogy emlékezetében éltek. - Die Gassen sind enger, als sie sie in Erinnerung hat. :6. A házak kisebbek. - Die Häuser sind kleiner. :7. A piactér paradicsom és por szagát árasztja. - Der Marktplatz riecht nach Tomaten und Staub. :8. Elena megáll, mert nevetést hall. - Elena bleibt stehen, weil sie Lachen hört. :9. Olyan nevetés ez, amelyet ismer. - Es ist ein Lachen, das sie kennt. :10. Carlo egy műhely előtt áll. - Carlo steht vor einer Werkstatt. :11. Felgyűrte az ingujját. - Er hat die Ärmel hochgekrempelt. :12. A karja fekete a gépzsírtól. - Seine Arme sind schwarz von Schmiere. :13. Egy másik férfival nevet. - Er lacht mit einem anderen Mann. :14. Elena mély levegőt vesz. - Elena atmet tief. :15. Nem fordul el, de oda sem megy. - Sie dreht sich nicht weg, aber sie geht auch nicht hin. :16. Összeszorul a gyomra. - Ihr Magen zieht sich zusammen. :17. Paradicsomot vesz a piacon, mert valamit tennie kell. - Sie kauft Tomaten auf dem Markt, weil sie etwas tun muss. :18. Az öregasszony a standnál sokáig nézi őt. - Die alte Frau am Stand sieht sie lange an. :19. Aztán azt mondja: „Te Lucia lánya vagy.” - Dann sagt sie: „Du bist die Tochter von Lucia." :20. Elena csak bólint. - Elena nickt nur. :21. Este elmegy Carlo házához. - Am Abend geht sie zu Carlos Haus. :22. A lépcső nyikorog, mint régen. - Die Treppe knarrt, wie früher. :23. Carlo ajtót nyit. - Carlo öffnet die Tür. :24. Ránéz, és nem mond semmit. - Er sieht sie an, und er sagt nichts. :25. Aztán halkan azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Dann sagt er leise: „Du siehst aus wie deine Mutter." :26. Elena nem válaszol. - Elena antwortet nicht. :27. Nyitott tenyérrel arcul üti. - Sie schlägt ihn mit der flachen Hand ins Gesicht. :28. Carlo nem kap az arcához. - Carlo hält sich nicht die Wange. :29. Csak nézi őt, sötét szemmel. - Er schaut sie nur an, die Augen dunkel. :30. Nincs bocsánatkérés a tekintetében. - Es gibt keine Entschuldigung in seinem Blick. :31. Elena újra lemegy a lépcsőn. - Elena geht die Treppe wieder hinunter. :32. A keze kissé remeg. - Ihre Hände zittern ein bisschen. :33. Elsív egy cigarettát az anyja háza előtt. - Sie raucht eine Zigarette vor dem Haus ihrer Mutter. :34. Az utca üres. - Die Straße ist leer. :35. Éjjel egy órakor valaki kopog az ajtón. - Um ein Uhr in der Nacht klopft jemand an die Tür. :36. Carlo az. - Es ist Carlo. :37. Egy szót sem szól, csak int egyet. - Er sagt kein Wort, er macht nur eine Geste. :38. Követi őt, mert mindig is ezt tette. - Sie folgt ihm, weil sie es immer getan hat. :39. A garázsban két régi autóülés áll. - In der Garage stehen zwei alte Autositze. :40. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie. :41. Isznak, és keveset beszélnek. - Sie trinken, und sie reden wenig. :42. Aztán Carlo a keze után nyúl. - Dann greift Carlo nach ihrer Hand. :43. Az ujjai érdesek és melegek. - Seine Finger sind rau und warm. :44. Elena hagyja. - Elena lässt es zu. :45. A saját szívverését érzi a torkában. - Sie spürt ihren eigenen Herzschlag im Hals. :46. „Matteo soha nem kérdez rólam”, suttogja. - „Matteo fragt nie nach mir", flüstert sie. :47. Carlo azt mondja: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani.” - Carlo sagt: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert." :48. Rövid szünetet tart. - Er macht eine kurze Pause. :49. Aztán azt mondja: „Ezt nekem az apám soha nem mutatta meg.” - Dann sagt er: „Das hat mir mein Vater nie gezeigt." :50. Elena elveszi a kezét. - Elena nimmt die Hand weg. :51. A borospoharat a földre teszi. - Sie stellt das Weinglas auf den Boden. :52. Azon az éjszakán már nem mond semmit. - Sie sagt nichts mehr in dieser Nacht. :53. Másnap reggel Elena korán ébred. - Am nächsten Morgen wacht Elena früh auf. :54. Odakint még sötét van. - Es ist noch dunkel draußen. :55. Gyorsan bepakolja a táskáját. - Sie packt ihre Tasche schnell. :56. Aztán nem az állomásra megy. - Dann geht sie nicht zum Bahnhof. :57. Signora Grazia házához megy. - Sie geht zum Haus von Signora Grazia. :58. A konyhában már ég a fény. - Das Licht in der Küche brennt schon. :59. Elena benéz az ablakon. - Elena schaut durch das Fenster. :60. Matteo az asztalnál ül. - Matteo sitzt am Tisch. :61. Kenyeret márt tejbe. - Er tunkt Brot in Milch. :62. Nagyra nőtt. - Er ist groß geworden. :63. A nagymama megsimítja a fejét. - Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. :64. Mosolyog. - Er lächelt. :65. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas. :66. Egy percig így áll. - Sie steht eine Minute lang so. :67. Aztán megfordul. - Dann dreht sie sich um. :68. Az állomásra megy anélkül, hogy becsengetne. - Sie geht zum Bahnhof, ohne zu klingeln. :69. A vonat pontosan érkezik. - Der Zug kommt pünktlich. :70. Felszáll. - Sie steigt ein. :71. A nap felkel, amikor a vonat elindul. - Die Sonne geht auf, als der Zug fährt. :72. Elena kinéz az ablakon, de nem lát semmit. - Elena schaut aus dem Fenster, aber sie sieht nichts. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Elena - Elena :1. Elena leszáll a buszról, és a falu szaga úgy csapja meg, mint egy ütés. - Elena steigt aus dem Bus, und der Geruch des Dorfes trifft sie wie ein Schlag. :2. Érett paradicsom, forró kő és régi olaj szaga van. - Es riecht nach reifen Tomaten, nach heißem Stein und nach altem Öl. :3. Azonnal tudja, honnan jön az olajszag. - Sie weiß sofort, woher der Ölgeruch kommt. :4. A műhely még mindig ott van, mindjárt a sarkon túl, pontosan úgy, mint tíz évvel ezelőtt. - Die Werkstatt ist noch da, gleich um die Ecke, genau wie vor zehn Jahren. :5. Elena leteszi a táskáját a földre, és rágyújt egy cigarettára. - Elena stellt ihre Tasche auf den Boden und zündet sich eine Zigarette an. :6. Lassan dohányzik, mert időre van szüksége, mielőtt továbbmegy. - Sie raucht langsam, weil sie Zeit braucht, bevor sie weitergeht. :7. Aztán meghallja a nevetést, és a keze egy pillanatra megáll. - Dann hört sie das Lachen, und ihre Hand hält kurz inne. :8. Carlo nevetése az, mély és egy kicsit túl hangos, mint mindig. - Es ist Carlos Lachen, tief und ein bisschen zu laut, wie immer. :9. Nem fordítja el a fejét, de mégis látja őt. - Sie dreht den Kopf nicht, aber sie sieht ihn trotzdem. :10. Egy motorháztető alatt áll, a karja tele kenőanyaggal, és egy fiatal fickóval nevet. - Er steht unter einer Motorhaube, die Arme voller Schmiere, und lacht mit einem jungen Kerl. :11. Elena elnyomja a cigarettát, és újra felveszi a táskáját. - Elena drückt die Zigarette aus und nimmt ihre Tasche wieder. :12. Elmegy a piactér mellett, anélkül hogy balra vagy jobbra nézne. - Sie geht am Marktplatz vorbei, ohne links oder rechts zu schauen. :13. A zöldségesstand öregasszonya a nevét kiáltja, de Elena úgy tesz, mintha nem hallaná. - Die alte Frau vom Gemüsestand ruft ihren Namen, aber Elena tut so, als hört sie es nicht. :14. Az anyja háza pornak és egy olyan életnek a szagát árasztja, amely véget ért. - Das Haus ihrer Mutter riecht nach Staub und nach einem Leben, das aufgehört hat. :15. Elena kinyitja az ablakokat, mert a levegő fülledt, és levegőt kell vennie. - Elena öffnet die Fenster, weil die Luft stickig ist und sie atmen muss. :16. Leül a konyhaasztalhoz, és a kezét laposan a fára teszi. - Sie setzt sich an den Küchentisch und legt die Hände flach auf das Holz. :17. A fa hideg, bár odakint még hőség van. - Das Holz ist kalt, obwohl draußen noch Hitze ist. :18. Este elhatározza, hogy elmegy Carlo anyjához, mert valójában ez az oka annak, hogy itt van. - Am Abend beschließt sie, zu Carlos Mutter zu gehen, weil das der Grund ist, warum sie wirklich hier ist. :19. Az első emeletre vezető lépcső minden lépésnél nyikorog, és Elena számolja a fokokat, mert valamit számolnia kell. - Die Treppe zum ersten Stock knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen, weil sie etwas zählen muss. :20. Carlo nyitja ki az ajtót, nem az anyja, és egy pillanatig egyikük sem szól semmit. - Carlo öffnet die Tür, nicht seine Mutter, und für einen Moment sagen beide nichts. :21. Idősebb lett, de a szeme ugyanolyan, sötét és nyugodt, mint egy állaté. - Er ist älter geworden, aber seine Augen sind gleich, dunkel und ruhig wie ein Tier. :22. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja, és a hangja szinte barátságosan cseng. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und seine Stimme klingt fast freundlich. :23. Elena levegőt vesz, aztán megüti őt. - Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn. :24. A keze eltalálja az arcát, és a hang hangosabb, mint várta. - Die Hand trifft seine Wange, und das Geräusch ist lauter als erwartet. :25. Carlo nem mozdul, nem fogja meg az arcát, egy szót sem szól. - Carlo bewegt sich nicht, er hält sich nicht die Wange, er sagt kein Wort. :26. Ránéz, és a tekintetében nincs megbánás, de harag sincs. - Er schaut sie an, und in seinem Blick ist keine Reue, aber auch keine Wut. :27. Ez a legrosszabb, gondolja Elena, a hiányzó harag. - Das ist das Schlimmste, denkt Elena, die fehlende Wut. :28. Megfordul, és lemegy a lépcsőn, anélkül hogy reakcióra várna. - Sie dreht sich um und geht die Treppe hinunter, ohne auf eine Reaktion zu warten. :29. Odakint most hűvösebb a levegő, és az ég tele van csillagokkal. - Draußen ist die Luft jetzt kühler, und der Himmel ist voller Sterne. :30. Elena visszamegy az anyja házába, és egyedül megiszik egy pohár bort. - Elena geht zum Haus ihrer Mutter zurück und trinkt alleine ein Glas Wein. :31. Nem alszik, mert az éjszaka túl csendes, a gondolatai pedig túl hangosak. - Sie schläft nicht, weil die Nacht zu still ist und ihre Gedanken zu laut. :32. Nem sokkal egy után kopognak az ajtón, halkan, kétszer. - Um kurz nach eins klopft es an die Tür, leise, zweimal. :33. Tudja, ki az, mielőtt kinyitná. - Sie weiß, wer es ist, bevor sie aufmacht. :34. Carlo áll a sötétben, egy borosüveggel a kezében, és egyszerűen vár. - Carlo steht im Dunkeln, eine Weinflasche in der Hand, und wartet einfach. :35. Elena szélesebbre húzza az ajtót, mert már nincs ereje nemet mondani. - Elena zieht die Tür weiter auf, weil sie keine Kraft mehr hat, Nein zu sagen. :36. Együtt mennek a műhelybe, anélkül hogy egy szót is ejtenének róla. - Sie gehen zusammen in die Werkstatt, ohne ein Wort darüber zu verlieren. :37. A garázsban két régi autóülés áll, amelyeket Carlo valamikor egy roncsból szedett ki. - In der Garage stehen zwei alte Autositze, die Carlo irgendwann aus einem Wrack geholt hat. :38. Kinyitja az üveget, neki adja az első poharat, és állva isznak. - Er öffnet die Flasche und gibt ihr das erste Glas, und sie trinken im Stehen. :39. Aztán leülnek, és a köztük lévő csend nem kellemetlen. - Dann setzen sie sich, und die Stille zwischen ihnen ist nicht unangenehm. :40. Carlo kinyújtja a kezét, és kérdezés nélkül az övére teszi. - Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen. :41. Az ujjai érdesek, a bőre száraz és sötét az ujjperceknél. - Seine Finger sind rau, die Haut trocken und dunkel an den Knöcheln. :42. Elena a két kezükre néz, és arra gondol, hogy régebben fiatalabbnak látszottak. - Elena schaut auf ihre beiden Hände und denkt, dass sie früher jünger aussahen. :43. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja, és a hangja laposabbnak hangzik, mint szeretné. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie, und ihre Stimme klingt flacher als sie möchte. :44. Carlo iszik egy kortyot, mielőtt válaszol. - Carlo trinkt einen Schluck, bevor er antwortet. :45. „Megtanítom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja, „és hogyan kell újra összerakni.” - „Ich bringe ihm bei, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt." :46. Rövid szünetet tart, majd hozzáteszi: „Az apámnak ezt senki sem tanította meg.” - Er macht eine kurze Pause und fügt hinzu: „Meinem Vater hat das niemand beigebracht." :47. Elena elveszi a kezét, és a poharat az autóülés mellé teszi. - Elena nimmt ihre Hand weg und stellt das Glas neben den Autositz. :48. Nem mond semmit, mert nincs mit mondani, ami ne volna már kimondva. - Sie sagt nichts, weil es nichts zu sagen gibt, das nicht schon gesagt ist. :49. Még egy órát marad, aztán egyedül megy vissza. - Sie bleibt noch eine Stunde, dann geht sie alleine zurück. :50. Napkelte előtt Elena gyorsan és habozás nélkül összepakolja a táskáját. - Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche, schnell und ohne zu zögern. :51. Nem kapcsolja fel a villanyt, mert sötétben jobban ismeri az anyja szobáját. - Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter im Dunkeln besser kennt. :52. Aztán nem a pályaudvarra megy, hanem először Signora Grazia utcájába. - Dann geht sie nicht zum Bahnhof, sondern zuerst zur Straße von Signora Grazia. :53. A konyhában már ég a fény, bár még korán van. - Das Licht in der Küche brennt schon, obwohl es noch früh ist. :54. Elena odaáll az ablakhoz, és benéz. - Elena stellt sich ans Fenster und schaut hinein. :55. Matteo az asztalnál ül, kenyeret márt tejbe, és közben semmi meghatározottat nem néz. - Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch und schaut dabei auf nichts Bestimmtes. :56. Nagy lett, nagyobb, mint várta, Carlo vállával és az ő orrával. - Er ist groß geworden, größer als sie erwartet hat, mit Carlos Schultern und ihrer Nase. :57. Signora Grazia megsimogatja a fejét, és a fiú hagyja, anélkül hogy felnézne. - Signora Grazia streicht ihm über den Kopf, und der Junge lässt es zu, ohne aufzublicken. :58. Elena a homlokát az üvegnek nyomja, és az üveg hideg és szilárd. - Elena drückt die Stirn gegen das Glas, und das Glas ist kalt und fest. :59. Pontosan egy percig marad, aztán elszakad tőle, és elmegy. - Sie bleibt genau eine Minute, dann löst sie sich und geht. :60. A pályaudvaron vesz egy jegyet Milánóba, és egy fémpadon vár. - Am Bahnhof kauft sie ein Ticket nach Mailand und wartet auf einer Metallbank. :61. A vonat pontosan érkezik, mint mindig ebben az irányban. - Der Zug kommt pünktlich, wie immer in dieser Richtung. :62. Elena felszáll, beteszi a táskát a csomagtartóba, és leül az ablak mellé. - Elena steigt ein, stellt die Tasche in die Ablage und setzt sich ans Fenster. :63. Amikor a vonat elindul, a nap éppen felkel, narancssárgán és nagy korongként a dombok fölött. - Als der Zug anfährt, geht die Sonne gerade auf, orange und groß über den Hügeln. :64. Odanéz, mert oda kell néznie. - Sie schaut hin, weil sie hinschauen muss. :65. De a nap nem melegíti, és a fény csak fény. - Aber die Sonne wärmt sie nicht, und das Licht ist nur Licht. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :Elena visszatér - Elena kehrt zurück :1. Elena emlékszik a falu szagára, de elfelejtette, mennyire testi ez a szag – hogyan nyomul be az ember orrába, még mielőtt egyáltalán ideje volna felvértezni magát. - Elena erinnert sich an den Geruch des Dorfes, aber sie hatte vergessen, wie körperlich er ist – wie er sich in die Nase drängt, bevor man überhaupt Zeit hat, sich zu wappnen. :2. A busz megáll a tér szélén, és ő utolsóként száll le. - Der Bus hält am Rand des Platzes, und sie steigt als letzte aus. :3. Érett paradicsom, forró kő, motorolaj – a falu nem változott meg, csak ő. - Reifen Tomaten, heißer Stein, Motoröl – das Dorf hat sich nicht verändert, nur sie. :4. Mélyebbre húzza a napszemüveget az arcába, és lassan megy, mert a gyors járás itt gyanúsnak hat. - Sie zieht die Sonnenbrille tiefer ins Gesicht und geht langsam, weil schnelles Gehen hier verdächtig wirkt. :5. Már húsz lépés után meghallja a nevetését, és a teste gyorsabban reagál, mint az értelme. - Schon nach zwanzig Schritten hört sie sein Lachen, und ihr Körper reagiert schneller als ihr Verstand. :6. Carlo a műhely előtt áll, ingujja könyékig feltűrve, alkarján gépzsírral, és valamit magyaráz egy fiatal fickónak egy motornál. - Carlo steht vor der Werkstatt, die Ärmel bis zu den Ellbogen gekrempelt, Schmiere auf den Unterarmen, und erklärt einem jungen Kerl irgendetwas an einem Motor. :7. Meghízott, de jól áll neki, ahogy néha azoknak a férfiaknak áll jól, akik testi munkát végeznek. - Er hat zugenommen, aber er trägt es gut, wie Männer es manchmal tun, die körperlich arbeiten. :8. Elena elmegy a piac mellett, nem vesz semmit, nem köszön senkinek, és anyja háza azzal a különös csönddel fogadja, amely azokban a lakásokban van, ahol valaki meghalt. - Elena geht am Markt vorbei, kauft nichts, grüßt niemanden, und das Haus ihrer Mutter empfängt sie mit der besonderen Stille, die Wohnungen haben, in denen jemand gestorben ist. :9. Kinyitja az összes ablakot, vizet iszik a csapból, aztán sokáig ül a konyhaasztalnál, összekulcsolt kézzel, mint egy templomban. - Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung und sitzt dann lange am Küchentisch, die Hände gefaltet wie in einer Kirche. :10. Később este Carlo ajtaja előtt áll, abban a virágos ruhában, amelyet szándékosan hozott magával, anélkül hogy megmagyarázta volna magának, miért. - Später am Abend steht sie vor Carlos Tür, in dem geblümten Kleid, das sie absichtlich mitgenommen hat, ohne sich selbst zu erklären, warum. :11. A férfi ajtót nyit, és tekintete egyszer végigvándorol rajta lefelé, majd újra felfelé, nyugodtan és sietség nélkül. - Er öffnet, und sein Blick wandert einmal an ihr herunter und wieder hinauf, ruhig und ohne Eile. :12. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja, és ez nem hangzik gonoszul, de gonosz. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und es klingt nicht gemein, aber es ist gemein. :13. Elena levegőt vesz, aztán megüti, tenyérrel, laposan, úgy, ahogy az ember azt üti meg, akit tíz éven át nem tudott megütni. - Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn, flach mit der Hand, so wie man jemanden schlägt, den man zehn Jahre lang nicht schlagen konnte. :14. Carlo nem hátrál meg, nem szorítja a kezét az arcára, csak kissé megváltozik az arckifejezése. - Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Hand gegen die Wange, er verändert nur leicht den Ausdruck. :15. A szemében nincs megbánás, de meglepetés sincs, mintha számított volna erre, egyszer, valamikor, valahol. - In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, als hätte er damit gerechnet, irgendwann, irgendwo. :16. Elena megfordul, és lemegy a lépcsőn, a térde kissé remeg, a keze szorosan ökölbe zárva. - Elena dreht sich um und geht die Treppe hinunter, die Knie ein bisschen weich, die Hände fest zur Faust geschlossen. :17. Három cigarettát szív el egymás után az anyja háza előtti padon, és közben egy sikátorba néz, amely a semmibe vezet. - Sie raucht drei Zigaretten hintereinander auf der Bank vor dem Haus ihrer Mutter und schaut dabei in eine Gasse, die ins Nichts führt. :18. Amikor nem sokkal éjfél után kopog, Elena már az ablaknál áll, és látta őt feljönni az utcán. - Als er kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster und hat ihn schon die Straße heraufkommen sehen. :19. Egy üveg vörösbort tart a kezében, mint egy bocsánatkérést, amelyet nem akar kimondani. - Er hält eine Flasche Rotwein in der Hand wie eine Entschuldigung, die er nicht aussprechen will. :20. Elena beengedi, anélkül hogy bármit mondana, mert a hallgatás közöttük mindig őszintébb volt, mint a beszéd. - Sie lässt ihn herein, ohne etwas zu sagen, weil Schweigen zwischen ihnen immer ehrlicher war als Reden. :21. A garázsban két kiszuperált autóülésen ülnek, amelyek régi bőr és benzin szagát árasztják, és olyan poharakból isznak, amelyeket Carlo a dzsekijéből húz elő. - In der Garage sitzen sie auf zwei ausgedienten Autositzen, die nach altem Leder und Benzin riechen, und trinken aus Gläsern, die Carlo aus seiner Jacke zieht. :22. A fény gyenge, egy csupasz villanykörte, amely több árnyékot vet, mint világosságot. - Das Licht ist schwach, eine nackte Glühbirne, die mehr Schatten wirft als Helligkeit. :23. Carlo kinyújtja a kezét, és az övére teszi, anélkül hogy megkérdezné, akarja-e ezt. - Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen, ob sie das möchte. :24. Elena erre a kézre néz, amely érdes és meleg, és annyira ismerős, hogy fáj. - Elena schaut auf diese Hand, die rau ist und warm und so vertraut, dass es wehtut. :25. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja végül, mert ez a mondat évek óta vár benne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, weil der Satz seit Jahren in ihr wartet. :26. Carlo iszik, mielőtt válaszolna, és Elena ismeri ezt a mozdulatot, ezt a rövid idővásárlást. - Carlo trinkt, bevor er antwortet, und sie kennt diese Geste, dieses kurze Kaufen von Zeit. :27. „Megmutatom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja, „és hogyan kell újra összerakni, ha az ember hibát követett el.” - „Ich zeige ihm, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat." :28. Irónia nélkül mondja, de Elena mégis hallja benne az iróniát, mert ő hallja bele. - Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie trotzdem, weil sie sie hineinhört. :29. Lassan visszahúzza a kezét, és leteszi a poharát a betonpadlóra. - Sie zieht die Hand langsam zurück und stellt ihr Glas auf den Betonboden. :30. Még egy órát marad, mert a felállás döntést jelent, és a döntések olyan erőbe kerülnek, amellyel nem rendelkezik. - Sie bleibt noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet, und Entscheidungen Kraft kosten, die sie nicht hat. :31. Aztán elmegy, és ő nem kíséri el, ami helyes. - Dann geht sie, und er begleitet sie nicht, was das Richtige ist. :32. Napkelte előtt Elena olyan valakinek a gyors, biztos mozdulataival pakolja össze a táskáját, aki régóta készült erre a pillanatra. - Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit den schnellen, sicheren Bewegungen von jemandem, der sich lange auf diesen Moment vorbereitet hat. :33. Anyja házát el fogja adni, ezt eldöntötte, de ma nem gondol rá. - Das Haus ihrer Mutter wird sie verkaufen, das hat sie entschieden, aber heute denkt sie nicht daran. :34. Nem közvetlenül a pályaudvarra megy, hanem a hosszú úton, amely Signora Grazia konyhaablaka előtt vezet el. - Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern den langen Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt. :35. A lámpa már ég, mint mindig ebben a korai órában, és az üvegen át Elena meglátja a fiát. - Das Licht brennt schon, wie immer zu dieser frühen Stunde, und durch das Glas sieht Elena ihren Sohn. :36. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret márt tejbe, erre a kis cselekvésre összpontosítva, mintha ez volna az egyetlen dolog a világon. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, konzentriert auf diese kleine Handlung, als wäre sie die einzige Sache auf der Welt. :37. Carlo válla van neki, és az ő módja, ahogy kissé félrebillenti a fejét, amikor gondolkodik. - Er hat Carlos Schultern und ihre Art, den Kopf leicht zu neigen, wenn er nachdenkt. :38. Signora Grazia mögötte áll, a kezét a fejére teszi, Matteo pedig röviden felnéz, és elmosolyodik, ezzel az álmos reggeli mosollyal. - Signora Grazia steht hinter ihm, legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses schläfrige Morgenlächeln. :39. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és egy pillanatra lehunyja a szemét. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und schließt die Augen für einen Moment. :40. Egyszer lélegzik, kétszer, és a harmadik lélegzetvételnél visszahúzódik. - Sie atmet einmal, zweimal, und beim dritten Atemzug zieht sie sich zurück. :41. A pályaudvaron kávét vesz az automatából, amely rossz ízű, mégis megissza. - Am Bahnhof kauft sie einen Kaffee aus dem Automaten, der schlecht schmeckt, und trinkt ihn trotzdem. :42. A milánói vonat pontosan indul, Elena pedig az ablaknál ül, táskájával az ölében, mintha meg akarná akadályozni, hogy elrepüljön. - Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, als würde sie verhindern wollen, dass sie wegfliegt. :43. A nap felkel Basilicata dombjai fölött, nagy és narancsszínű, és olyan fénybe meríti a mezőket, amilyet képeslapokra nyomtatnak. - Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, groß und orange, und taucht die Felder in ein Licht, das man auf Postkarten druckt. :44. Elena odanéz, mert szép, és mert oda kell nézni, ha valami szép. - Elena schaut hin, weil es schön ist und weil man hinschauen muss, wenn etwas schön ist. :45. De a fény nem éri el őt, megakad az ablaküvegen, mint egy határon, amelyet ő maga húzott meg. - Aber das Licht erreicht sie nicht, es bleibt an der Fensterscheibe hängen wie an einer Grenze, die sie selbst gezogen hat. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :Elena visszatérése - Elenas Rückkehr :1. A busz sóhajtva áll meg, mintha maga is megkönnyebbült volna, hogy maga mögött tudhatja ezt az utat, és Elena utolsóként száll le, mert nem akar sietni. - Der Bus hält mit einem Seufzen, als wäre er selbst erleichtert, diese Strecke hinter sich gebracht zu haben, und Elena steigt als letzte aus, weil sie sich nicht beeilen will. :2. Tíz év hosszú idő, de a falu szaga nem vár felkészülésre – egyszerűen ott van, azonnal, testileg, megalkuvást nem tűrően. - Zehn Jahre sind eine lange Zeit, aber der Geruch des Dorfes wartet nicht auf Vorbereitung – er ist einfach da, sofort, körperlich, unverhandelbar. :3. Paradicsom, por, motorolaj, és alattuk még valami, amit nem lehet megnevezni, talán maga a falu, a létezésének sajátos módja. - Tomaten, Staub, Motoröl, und darunter noch etwas, das sich nicht benennen lässt, vielleicht das Dorf selbst, seine besondere Art zu existieren. :4. Elena megigazítja a napszemüvegét, és lassan megy tovább, annak közönyös tartásával, aki csak röviden átutazik, és nincs itt története. - Elena schiebt die Sonnenbrille zurecht und geht langsam, mit der gleichgültigen Haltung von jemandem, der nur kurz durchreist und keine Geschichte hier hat. :5. A nevetés húsz lépés után találja el, még mielőtt meglátná őt, és a teste emlékszik, bár ő ezt nem engedte meg neki. - Das Lachen trifft sie nach zwanzig Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper erinnert sich, obwohl sie ihm das nicht erlaubt hat. :6. Carlo a műhely előtt áll, alkarja könyökig zsírral borítva, és egy fiatalembernek magyaráz valamit egy felnyitott motornál, azzal a türelemmel, amelyet Elena mindig gyűlölt benne, mert neki magának nincs belőle. - Carlo steht vor der Werkstatt, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere bedeckt, und erklärt einem jungen Mann etwas an einem aufgeklappten Motor, mit dieser Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt. :7. Megváltozott, de csak úgy, ahogy azok a dolgok változnak, amelyek belülről kifelé nőnek, és úgy viseli a kort, mint valamit, ami hozzá tartozik. - Er hat sich verändert, aber nur so, wie Dinge sich verändern, die von innen heraus wachsen, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm gehört. :8. Elena nem vesz semmit a piacon, nem köszön senkinek, figyelmen kívül hagyja a nőt a zöldséges standnál, aki úgy kiáltja a nevét, mintha joga volna hozzá. - Elena kauft nichts auf dem Markt, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, als wäre es ein Recht. :9. Anyja háza azt a sajátos csendet vette fel, amelyet a szobák akkor fejlesztenek ki, amikor hiányzik az ember, aki jelentést adott nekik. - Das Haus ihrer Mutter hat die spezifische Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat. :10. Kinyitja az ablakokat, csapvizet iszik, leül a konyhaasztalhoz, és a kezei, amelyeket laposan a fára tesz, idegennek tűnnek neki, túl nyugodtnak ahhoz képest, ami benne történik. - Sie öffnet die Fenster, trinkt Leitungswasser, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach aufs Holz legt, wirken ihr fremd, zu ruhig für das, was in ihr vorgeht. :11. Este felveszi a virágos ruhát, amely már tíz évvel ezelőtt is megvolt neki, és amelyet mégis becsomagolt, anélkül hogy őszinte magyarázatot adott volna rá önmagának. - Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren schon hatte und das sie dennoch eingepackt hat, ohne sich selbst eine ehrliche Erklärung dafür zu geben. :12. A lépcső Carlo lakásához minden lépésnél nyikorog, és Elena nem számolja a fokokat, mert kívülről tudja őket, akarata ellenére. - Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen nicht, weil sie sie auswendig kennt, ohne es zu wollen. :13. Carlo ajtót nyit, és a tekintete időt hagy magának, ami rosszabb, mint a sietség. - Er öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, was schlimmer ist als Eile. :14. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja olyan hangon, amely nem hangzik kegyetlennek, ami azt jelenti, hogy nem tudja, mennyire kegyetlen. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die nicht grausam klingt, was bedeutet, dass er nicht weiß, wie grausam es ist. :15. Elena megüti, mielőtt eldöntötte volna, hogy megteszi, nyitott tenyérrel, tíz év teljes felgyülemlett erejével, amely alatt nem volt képes rá. - Elena schlägt ihn, bevor sie entschieden hat, es zu tun, flach mit der Hand, mit der ganzen angesammelten Kraft von zehn Jahren, in denen sie es nicht konnte. :16. Carlo nem hátrál meg, nem szorítja tenyerét a kipirult arcához, csak kissé megváltoztatja az arckifejezését, mintha egy információt dolgozna fel. - Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die gerötete Wange, er verändert nur den Ausdruck leicht, als würde er eine Information verarbeiten. :17. A szemében nincs megbánás, de meglepetés sincs, és a meglepetés hiánya az, ami Elenát a leginkább eltalálja. - In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist das, was Elena am meisten trifft. :18. Megfordul, lemegy a lépcsőn, a térde különösen puhának érzi magát, és odakint egymás után három cigarettát szív el, anélkül hogy igazán érezné az ízüket. - Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter, die Knie merkwürdig weich, und draußen raucht sie drei Zigaretten in einer Reihe, ohne sie wirklich zu schmecken. :19. Amikor nem sokkal éjfél után kopognak, ő már az ablaknál áll, mert tudta, hogy Carlo el fog jönni, és mert éppen ezért nem zárta be az ajtót. - Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür deswegen nicht abgesperrt hat. :20. Carlo úgy tart egy borosüveget, mint valaki, aki tudja, hogy nem hozott magával szavakat, és Elena beszéd nélkül engedi be, mert a csend közöttük mindig pontosabb volt, mint bármely nyelv. - Carlo hält eine Weinflasche wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache. :21. A műhely régi gumi, benzin és a hosszú ideig megmunkált fém sajátos szagát árasztja, és a csupasz izzó több árnyékot vet, mint fényt. - Die Werkstatt riecht nach altem Gummi, Benzin und dem speziellen Geruch von Metall, das lange bearbeitet wurde, und die nackte Glühbirne wirft mehr Schatten als Licht. :22. Két autóülésen ülnek, amelyeket Carlo valamilyen roncsból mentett ki, olyan poharakból isznak, amelyeket a kabátjából húz elő, és ebben van valami ismerős, ami fáj. - Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, und das hat etwas Vertrautes, das wehtut. :23. Amikor Carlo kérdezés nélkül, a tekintetét fel sem emelve a kezére teszi a kezét, Elena érzi a pulzust a torkában, ezt a régi, megbízhatatlan árulót. - Als Carlo seine Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Verräter. :24. Carlo kezei érdesek, a bőr az ujjpercein repedezett és sötét, és annyira változatlanok, hogy Elena egy pillanatra megfeledkezik az időről. - Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel, und sie sind so unverändert, dass Elena einen Moment lang die Zeit vergisst. :25. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja végül, és a mondat nyugodtabbnak hangzik, mint amilyen, mert magában olyan sokszor elpróbálta. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn im Stillen so oft geprobt hat. :26. Carlo hosszút kortyol, mielőtt válaszol, és Elena ismeri ezt a szünetet, ezt a gondos szóválasztást, amely nála soha nem számítás, hanem valódi gondolkodás. - Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Wählen von Worten, das bei ihm nie Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken. :27. „Megmutatom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja, „és hogyan kell újra összerakni, ha az ember olyan hibát követett el, amelyet nem lehet visszacsinálni.” - „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der nicht rückgängig zu machen ist." :28. Irónia nélkül mondja, de Elena hallja az iróniát, mert ő teszi bele, mert tíz éve nem tud másképp. - Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie, weil sie sie hineinlegt, weil sie nicht anders kann, seit zehn Jahren nicht. :29. Visszahúzza a kezét, leteszi a poharat a betonpadlóra, és a mozdulatnak egy döntés véglegessége van, még akkor is, ha még egy órát marad. - Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas auf den Betonboden, und die Bewegung hat die Endgültigkeit einer Entscheidung, auch wenn sie noch eine Stunde bleibt. :30. Marad, mert felállni olyan erőbe kerül, amelyet előbb össze kell szednie, és mert odakint az éjszaka túl csendes ahhoz, ami vár rá. - Sie bleibt, weil Aufstehen Kraft kostet, die sie sich erst zusammensuchen muss, und weil die Nacht draußen zu still ist für das, was sie erwartet. :31. Aztán búcsú nélkül elmegy, és Carlo hagyja elmenni, ami a legokosabb dolog, amit valaha érte tett. - Dann geht sie, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, was er je für sie getan hat. :32. Elena még napkelte előtt becsomagolja a táskáját annak koncentrált hatékonyságával, akinek a tétovázás túl drágává vált. - Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist. :33. Nem kapcsolja fel a villanyt, mert anyja szobáját a sötétben jobban ismeri, mint világosban, ami, amikor észreveszi, elszorítja a torkát. - Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit besser kennt als im Hellen, was ihr, als sie es bemerkt, die Kehle zuschnürt. :34. Aztán elindul a hosszú úton az állomás felé, azon az úton, amely Signora Grazia konyhaablaka előtt vezet el, és nem hazudja magának, hogy ez véletlen. - Dann geht sie den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und sie lügt sich nicht an, dass es Zufall ist. :35. A konyhában már ég a fény, narancssárgán és melegen a bepárásodott üveg mögött, és Elena megáll, a táskát a testéhez húzva. - Das Licht in der Küche brennt bereits, orange und warm hinter dem beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche an den Körper gezogen. :36. Matteo az asztalnál ül, kenyeret márt tejbe annak álmos koncentrációjával, aki még félig alvásban van, és nagyobb, mint ahogy Elena várta, sokkal nagyobb. - Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Schlaf ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer. :37. Carlo válla van meg benne, Elena orra, és az a mód, ahogy gondolataiba merülve félrebillenti a fejét, egyiküktől sem származik, és mégis mindkettőjüktől. - Er hat Carlos Schultern, ihre Nase, und eine Art, den Kopf zu neigen, wenn er in Gedanken ist, die von keinem von beiden kommt und doch von beiden. :38. Signora Grazia a kezét Matteo fejére teszi, Matteo pedig röviden felpillant, elmosolyodik azzal a rövid, meleg reggeli mosollyal, amely a gyerekeké, mielőtt a nap utoléri őket. - Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf, lächelt dieses kurze, warme Morgenlächeln, das Kinder haben, bevor der Tag sie einholt. :39. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, lehunyja a szemét, és egy pillanatig csak az üveg van, a hideg, a szívverés. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment ist da nur das Glas, die Kälte, der Herzschlag. :40. Aztán elszakítja magát tőle, mert el kell szakadni, mert ez az egyetlen mozdulat, amely még az övé. - Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das die einzige Bewegung ist, die ihr noch gehört. :41. Az állomáson kávét vesz az automatából, amely égett tej ízű, és állva issza meg, mert leülni azt jelentené, hogy megérkezett. - Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen bedeuten würde, anzukommen. :42. A Milánóba tartó vonat pontosan indul, Elena pedig az ablaknál ül, a táska az ölében, kezei a hevederek köré zárva. - Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen. :43. A nap szélesen és narancssárgán kel fel Basilicata dombjai fölött, és a kora reggel súlyos, szép fényébe meríti a mezőket, abba a fénybe, amelyet képeslapokra nyomtatnak és memoárokban írnak le. - Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange, und taucht die Felder in das schwere, schöne Licht des frühen Morgens, das man auf Postkarten druckt und in Memoiren beschreibt. :44. Elena odanéz, mert szép, és mert a szépségnek kötelessége, hogy észrevegyék, még akkor is, ha az ember nem tudja befogadni. - Elena schaut hin, weil es schön ist und weil Schönheit eine Pflicht hat, bemerkt zu werden, auch wenn man sie nicht empfangen kann. :45. A fény az üvegen marad, melegíti az ablakot, de nem őt, és a vonat továbbhalad falvakon át, amelyek egyre kisebbek lesznek, míg el nem tűnnek. - Das Licht bleibt an der Scheibe, es wärmt das Glas, aber nicht sie, und der Zug fährt weiter, durch Dörfer, die kleiner werden, bis sie verschwinden. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :Elena visszatérése - Elenas Rückkehr :1. A busz hidraulikus sóhajjal áll meg a tér szélén, és Elena ülve marad, amíg a többi utas le nem száll, mert még egy pillanattal el akarja halasztani a megérkezést. - Der Bus hält mit einem hydraulischen Seufzen am Rand des Platzes, und Elena bleibt sitzen, bis die anderen Fahrgäste ausgestiegen sind, weil sie das Ankommen noch einen Moment lang aufschieben will. :2. Tíz év nem elvont szám, ezt most már tudja, ahogy a falu szaga betolakszik a nyitott ajtón – paradicsom, por, meleg kő, és alatta, alig észrevehetően, Carlos műhelyének olaja, amely mindjárt a sarkon kezdődik. - Zehn Jahre sind keine abstrakte Zahl, das weiß sie jetzt, da der Geruch des Dorfes durch die geöffnete Tür hereindrängt – Tomaten, Staub, warmer Stein und darunter, kaum wahrnehmbar, das Öl von Carlos Werkstatt, die gleich um die Ecke beginnt. :3. Utolsóként száll le, leteszi a táskát a kövezetre, és a szeptember úgy csapja felé a hőséget, mint valamit, ami rá várt. - Sie steigt als letzte aus, stellt die Tasche auf das Pflaster, und der September schlägt ihr die Hitze entgegen wie etwas, das auf sie gewartet hat. :4. A nevetés néhány lépés után éri el, még mielőtt meglátná őt, és a teste olyan közvetlenséggel reagál, amely átmenetileg felfüggeszti az önuralom minden gondolatát. - Das Lachen trifft sie nach wenigen Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper reagiert mit einer Unmittelbarkeit, die jeden Gedanken an Kontrolle vorläufig suspendiert. :5. Carlo a nyitott műhelyajtó előtt áll, alkarja könyékig bekenve zsírral, és egy fiatal szerelőnek magyaráz valamit egy felnyitott motornál, azzal a higgadt türelemmel, amelyet Elena mindig gyűlölt benne, mert neki magának nincs, és soha nem is volt. - Carlo steht vor der offenen Werkstatttür, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere eingerieben, und erklärt einem jungen Mechaniker etwas an einem aufgeklappten Motor, mit jener gleichmütigen Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt und nie besessen hat. :6. Úgy változott meg, ahogyan a férfiak változnak, amikor az idő inkább ad nekik valamit, mintsem elvesz, és úgy viseli a kort, mint valamit, ami magától értetődően megilleti. - Er hat sich verändert auf die Weise, auf die Männer sich verändern, wenn die Zeit ihnen etwas gibt statt nimmt, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm selbstverständlich zusteht. :7. Elena elmegy a piactér mellett anélkül, hogy megállna, nem köszön senkinek, figyelmen kívül hagyja a zöldségesstandnál álló nőt, aki a nevét kiáltja, olyan hangerővel és jogosultságérzettel, mint valaki, aki azt hiszi, joga van válaszokat kapni. - Elena geht am Marktplatz vorbei, ohne innezuhalten, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, mit der Lautstärke und Berechtigung von jemandem, der glaubt, ein Recht auf Antworten zu haben. :8. Anyja háza azt a különös csendet vette fel, amelyet a szobák akkor fejlesztenek ki, amikor hiányzik belőlük az ember, aki jelentést adott nekik, és ez a csend nem a zaj hiánya, hanem valami nehéznek a jelenléte. - Das Haus ihrer Mutter hat die besondere Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat, und diese Stille ist keine Abwesenheit von Geräusch, sondern eine Anwesenheit von etwas Schwerem. :9. Kinyitja az összes ablakot, vizet iszik a csapból, leül a konyhaasztalhoz, és a kezek, amelyeket laposan az öreg fára tesz, idegennek tűnnek számára, túl nyugodtnak, túl fegyelmezettnek ahhoz képest, ami alattuk dolgozik. - Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach auf das alte Holz legt, kommen ihr fremd vor, zu ruhig, zu beherrscht für das, was darunter arbeitet. :10. Este felveszi a virágos ruhát, amely tíz évvel ezelőtt az övé volt, és amelyet ennek ellenére becsomagolt anélkül, hogy rákényszerítette volna magát arra az őszinteségre, hogy megmagyarázza, miért. - Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das vor zehn Jahren ihres war und das sie trotzdem eingepackt hat, ohne sich selbst die Ehrlichkeit zuzumuten, zu erklären, warum. :11. A Carlos lakásához vezető lépcső minden lépésnél ugyanazokon a helyeken nyikorog, mint régen, és ez a tudás, amelyet a teste az értelme engedélye nélkül birtokol, tudatosítja benne, milyen mélyen ülnek bizonyos dolgok. - Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt an denselben Stellen wie früher, und dieses Wissen, das ihr Körper besitzt ohne Erlaubnis ihres Verstands, macht ihr bewusst, wie tief einige Dinge sitzen. :12. Carlo ajtót nyit, és a tekintete időt vesz magának, végigvándorol rajta lefelé, majd vissza felfelé olyan nyugalommal, amely rosszabb minden sietségnél, mert a nyugalom azt jelenti, hogy biztosnak érzi magát. - Carlo öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, wandert an ihr herunter und wieder hinauf mit einer Ruhe, die schlimmer ist als jede Eile, weil Ruhe bedeutet, dass er sich sicher fühlt. :13. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja olyan hangon, amely ezt nem kegyetlenségnek szánja, és éppen ez teszi a legteljesebb kegyetlenséggé, amelyet elkövethet vele. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die das nicht als Grausamkeit meint, was es zur vollständigsten Grausamkeit macht, die er ihr zufügen könnte. :14. Elena megüti, mielőtt az erre vonatkozó elhatározás teljesen végiggondolódna benne, tenyérrel, laposan, olyan erővel, amely tíz évből torlódott fel, amely alatt nem tudta, nem volt szabad, nem akarta. - Elena schlägt ihn, bevor der Entschluss dazu fertig gedacht ist, flach mit der Hand, mit einer Kraft, die sich aus zehn Jahren aufgestaut hat, in denen sie es nicht konnte, nicht durfte, nicht wollte. :15. Carlo nem hátrál meg, nem szorítja a tenyerét a piros foltra, csak minimálisan változtatja meg az arckifejezését, mintha egy információt venne tudomásul, amelyre valamikor számított. - Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die rote Stelle, er verändert nur minimal den Ausdruck, als würde er eine Information registrieren, die er irgendwann erwartet hat. :16. A szemében nincs megbánás, de meglepetés sincs, és a meglepetés hiánya az igazi sérülés, mélyebb mindennél, amit elképzelt magának. - In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist die eigentliche Verletzung, tiefer als alles, was sie sich vorgestellt hatte. :17. Megfordul, lemegy a lépcsőn furcsán engedő térdekkel, és odakint egymás után három cigarettát szív el anélkül, hogy érezné az ízüket, tekintetét egy sikátorra szegezve, amely sehová sem vezet. - Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter mit Knien, die merkwürdig nachgeben, und draußen raucht sie drei Zigaretten hintereinander, ohne sie zu schmecken, die Augen auf eine Gasse gerichtet, die nirgendwohin führt. :18. Amikor nem sokkal éjfél után kopognak, már az ablaknál áll, mert tudta, hogy a férfi el fog jönni, és mert pontosan ezért nem zárta be az ajtót, egy ténnyel, amellyel nem néz szembe. - Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür aus genau diesem Grund nicht abgesperrt hat, einer Tatsache, der sie sich nicht stellt. :19. Carlo úgy tart egy üveg vörösbort, mint valaki, aki tudja, hogy nem hozott magával szavakat, és hogy az sem volna megoldás, Elena pedig szó nélkül beengedi, mert a csend közöttük mindig pontosabb volt minden nyelvnél, amelyet mindketten uraltak. - Carlo hält eine Flasche Rotwein wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat und dass das auch keine Lösung wäre, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache, die sie beiden beherrschten. :20. A műhely gumi, benzin és annak a fémnek a sajátos szagát árasztja, amely évekig emberi kezekkel érintkezett, és a mennyezeten lógó csupasz villanykörte olyan fényt vet, amely inkább magyaráz, mint megvilágít. - Die Werkstatt riecht nach Gummi, Benzin und dem spezifischen Geruch von Metall, das über Jahre mit menschlichen Händen in Kontakt war, und die nackte Glühbirne an der Decke wirft Licht, das mehr erklärt als erhellt. :21. Két autóülésen ülnek, amelyeket Carlo valamilyen roncsból mentett ki, mert semmit nem dob ki, aminek még funkciója van, és poharakból isznak, amelyeket úgy húz elő a kabátjából, mintha ez normális volna. - Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, weil er nichts wegwirft, was noch Funktion hat, und trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, als wäre das normal. :22. Amikor a férfi kérdés nélkül, anélkül, hogy felemelné a tekintetét, a kezére teszi a kezét, Elena érzi a pulzust a torkában, ezt a régi, megbízhatatlan testi árulást, amely semmit sem törődik a döntéseivel. - Als er die Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Körperverrat, der sich um keine ihrer Entscheidungen schert. :23. A keze érdes, a bőr az ujjízületein repedezett és sötét a beledolgozódott olajtól, amelyet semmilyen mosás nem távolít el többé teljesen, és annyira teljesen változatlan, hogy az idő egy pillanatra megszűnik lineárisnak lenni. - Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel von eingearbeitetem Öl, das kein Waschen mehr vollständig entfernt, und sie sind so vollständig unverändert, dass die Zeit für einen Moment aufhört, linear zu sein. :24. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja végül, és a mondat nyugodtabbnak hangzik, mint amilyen, mert olyan sokszor mondta ki magában csendben, hogy elveszítette éles széleit anélkül, hogy elveszítette volna a tartalmát. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn so viele Male im Stillen gesagt hat, dass er seine scharfen Kanten verloren hat, ohne seinen Inhalt zu verlieren. :25. Carlo hosszút kortyol, mielőtt válaszol, és Elena ismeri ezt a szünetet, ezt a szavak gondos mérlegelését, amely nála nem számítás, hanem valódi gondolkodás, ami őt minden ellenére jobb emberré teszi, mint őt. - Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Abwiegen von Worten, das bei ihm keine Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken, was ihn, trotz allem, zu einem besseren Menschen macht als sie. :26. „Megmutatom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja végül, „és hogyan kell újra összerakni, ha az ember olyan hibát követett el, amelyet nem lehet visszavonni.” - „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er schließlich, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der sich nicht rückgängig machen lässt." :27. Irónia nélkül mondja, ezt Elena tudja, de nem tudja abbahagyni, hogy mégis hallja benne, mert tíz éve mindenben keres valamit, amit a férfi mond, és mert ez az övé, nem a férfié. - Er meint es ohne Ironie, das weiß sie, aber sie kann nicht aufhören, sie zu hören, weil sie seit zehn Jahren in allem sucht, was er sagt, und weil das ihres ist, nicht seins. :28. Visszahúzza a kezét, a poharat olyan gondossággal teszi a betonpadlóra, mintha a pohár törékeny volna, noha tudja, hogy nem az, aztán még egy órát marad, mert felállni döntést jelentene. - Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas mit einer Sorgfalt auf den Betonboden, als wäre das Glas zerbrechlich, obwohl sie weiß, dass sie es nicht ist, und dann bleibt sie noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet. :29. A döntés végül magától jön, ahogyan a döntések jönnek, amikor az ember már felhagyott azzal, hogy várjon rájuk, és Elena búcsú nélkül megy el, Carlo pedig hagyja elmenni, ami a legokosabb dolog, amit valaha érte tett, és a legszomorúbb. - Die Entscheidung kommt schließlich von selbst, wie Entscheidungen kommen, wenn man aufgehört hat, auf sie zu warten, und sie geht, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, das er je für sie getan hat, und das Traurigste. :30. Elena még napfelkelte előtt összepakolja a táskáját annak koncentrált hatékonyságával, akinek a habozás túl drágává vált, akinek a habozás túl sokba került, túl sok éven át. - Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist, dem Zögern zu viel gekostet hat, über zu viele Jahre. :31. Nem kapcsol villanyt, mert anyja szobáját a sötétben teljesebben ismeri, mint világosban, és ez a felismerés, amikor megfogalmazza, összeszorítja a torkát. - Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit vollständiger kennt als im Hellen, und diese Erkenntnis, als sie sie formuliert, schnürt ihr die Kehle zu. :32. A hosszú utat választja az állomásig, azt az utat, amely Signora Grazia konyhaablaka mellett vezet el, és nem hazudja magának, hogy ez véletlen vagy megszokás vagy bármi más, mint ami. - Sie nimmt den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und lügt sich nicht an, dass es Zufall ist oder Gewohnheit oder irgendetwas anderes als das, was es ist. :33. A konyhában már ég a lámpa, melegen és narancssárgán a kissé bepárásodott üveg mögött, Elena pedig megáll, a táskát szorosan a testéhez húzva, mintha egy tárgyba kapaszkodni megakadályozhatná a remegést. - Das Licht in der Küche brennt bereits, warm und orange hinter dem leicht beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche fest an den Körper gezogen, als könnte das Festhalten an einem Gegenstand das Zittern verhindern. :34. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe annak álmos összpontosításával, aki még félig az álomban van, és nagyobb, mint várta, sokkal nagyobb, Carlos vállaival és az ő orrával és a fejbillentés olyan módjával, amely egyiküktől sem jön, és mégis mindkettőjüktől. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Traum ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer, mit Carlos Schultern und ihrer Nase und einer Art, den Kopf zu neigen, die von keinem von beiden kommt und von beiden. :35. Signora Grazia a kezét a fejére teszi, Matteo pedig röviden felnéz és elmosolyodik, ezzel a rövid, teljes reggeli mosollyal, amely olyan valakié, akinek a világ még rendben van. - Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses kurze, vollständige Morgenlächeln von jemandem, dem die Welt noch in Ordnung ist. :36. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, lehunyja a szemét, és egy pillanatra csak az üveg van, a hideg, a szívverés, és ez nem elég, de ez minden. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment gibt es nur das Glas, die Kälte, den Herzschlag, und das genügt nicht, aber es ist alles. :37. Aztán elszakítja magát, mert az embernek el kell szakadnia, mert az elszakadás az egyetlen mozdulat, amely még teljesen az övé, és elmegy. - Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das Lösen die einzige Bewegung ist, die ihr noch vollständig gehört, und geht. :38. Az állomáson kávét vesz az automatából, amely égett tej és műanyag ízű, és állva issza meg, mert leülni olyan megérkezést jelentene, amelybe nem egyezett bele. - Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch und Plastik schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen eine Ankunft bedeuten würde, zu der sie sich nicht bereit erklärt. :39. A milánói vonat pontosan indul, azoknak a dolgoknak a közömbös megbízhatóságával, amelyeknek nincs történetük velünk, Elena pedig az ablaknál ül, a táska az ölében, kezei úgy záródnak a pántokra, mint valami köré, aminek nem szabad megszöknie. - Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die keine Geschichte mit uns haben, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen wie um etwas, das nicht entkommen soll. :40. A nap felkel Basilicata dombjai fölött, szélesen és narancssárgán és olyan szépen, hogy ez már szinte sértés, és a mezőket meg a fehér házakat abba a súlyos, arany fénybe meríti, amelyet képeslapokra nyomtatnak, mert meg akarják tartani, mert nem lehet megtartani. - Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange und so schön, dass es fast eine Zumutung ist, und taucht die Felder und die weißen Häuser in das schwere, goldene Licht, das man auf Postkarten druckt, weil man es festhalten will, weil es sich nicht festhalten lässt. :41. Elena odanéz, mert a szépségnek csendes kötelessége van, hogy észrevegyék, akkor is, sőt éppen akkor, amikor az ember nem tudja befogadni, amikor közte és a világ között egy üveg van, amelyet ő maga húzott fel. - Elena schaut hin, weil Schönheit eine stille Pflicht hat, wahrgenommen zu werden, auch und gerade dann, wenn man sie nicht empfangen kann, wenn zwischen einem und der Welt ein Glas ist, das man selbst eingezogen hat. :42. A vonat továbbhalad, a dombok kisebbek lesznek, aztán laposabbak, aztán eltűnnek, és a nap magasabbra emelkedik, megszűnik szépnek lenni, és már csak fény lesz, és a fény felmelegíti az ablaküveget, de őt nem. - Der Zug fährt weiter, die Hügel werden kleiner und dann flacher und dann verschwinden sie, und die Sonne steigt höher und hört auf, schön zu sein und wird nur noch Licht, und das Licht wärmt die Scheibe, aber nicht sie. -------------------- == 86 == 1 -------------------- :Az porcelán - Das Porzellan :1. Maureen ötvenhat éves. - Maureen ist sechsundfünfzig Jahre alt. :2. Lakásokat takarít Londonban. - Sie putzt Wohnungen in London. :3. Ezt húsz éve csinálja. - Das macht sie seit zwanzig Jahren. :4. A lakások Kensingtonban vannak. - Die Wohnungen sind in Kensington. :5. Ott gazdag emberek laknak. - Dort wohnen reiche Leute. :6. Az új ügyfelét Lord Archibald Pembertonnak hívják. - Ihr neuer Kunde heißt Lord Archibald Pemberton. :7. Mindenki Archie-nak nevezi. - Alle nennen ihn Archie. :8. Hetvennyolc éves. - Er ist achtundsiebzig Jahre alt. :9. A lakása a Montpelier Streeten van. - Seine Wohnung ist in der Montpelier Street. :10. Archie egy régi kulcsot adott Maureennek. - Archie hat einen alten Schlüssel an Maureen gegeben. :11. Nem – „kölcsönadta” neki. - Nein – er hat ihn ihr „geliehen". :12. Számára ez különbség. - Das ist ein Unterschied für ihn. :13. Maureen minden hétfőn jön. - Maureen kommt jeden Montag. :14. Kinyitja az ajtót, és bemegy. - Sie schließt die Tür auf und geht hinein. :15. A konyhában a teáskészlet már ott áll az asztalon. - In der Küche steht das Teegeschirr schon auf dem Tisch. :16. Archie elővette. - Archie hat es hervorgeholt. :17. Ezt minden alkalommal megteszi. - Er macht das jedes Mal. :18. Maureennek azonban nincs ideje teára. - Maureen hat aber keine Zeit für Tee. :19. Megköti a kötényét. - Sie bindet ihre Schürze um. :20. Archie az előszobában áll és mosolyog. - Archie steht im Flur und lächelt. :21. „Ah, Maureen. A csillár megint inog.” - „Ah, Maureen. Der Kronleuchter wackelt wieder." :22. Maureen felnéz. - Maureen schaut nach oben. :23. A csillár nem inog. - Der Kronleuchter wackelt nicht. :24. „Majd később megnézem”, mondja. - „Ich schau später", sagt sie. :25. Aztán bemegy a fürdőszobába. - Dann geht sie ins Badezimmer. :26. Kisúrolja a kádat, és felmossa a padlót. - Sie schrubbt die Wanne und wischt den Boden. :27. Archie megjelenik az ajtóban. - Archie kommt in die Tür. :28. Egy pohár sherry van a kezében. - Er hat ein Glas Sherry in der Hand. :29. Az apjáról mesél. - Er erzählt von seinem Vater. :30. Az apja együtt evett Churchill-lel. - Sein Vater hat mit Churchill gegessen. :31. Mesél egy lóról. - Er erzählt von einem Pferd. :32. A lovat Wellingtonnak hívták. - Das Pferd hieß Wellington. :33. A régi időkről mesél. - Er erzählt von früher. :34. Maureen hallgatja. - Maureen hört zu. :35. Azt mondja: „Mhm” és „Aha”. - Sie sagt „Mhm" und „Aha". :36. Évek óta így csinálja. - Das macht sie seit Jahren so. :37. Archie megkérdezi: „Elégedett, Maureen?” - Archie fragt: „Sind Sie zufrieden, Maureen?" :38. Maureen megfordul. - Sie dreht sich um. :39. „A törlőrongy kissé vékony”, mondja. - „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie. :40. Archie nem érti, hogy ez nem válasz. - Archie versteht nicht, dass das keine Antwort ist. :41. Mosolyog, és visszamegy a szalonba. - Er lächelt und geht wieder in den Salon. :42. Maureen tovább törölget. - Maureen wischt weiter. :43. Egy héttel később Maureen újra jön. - Eine Woche später kommt Maureen wieder. :44. Archie az étkezőasztalnál ül. - Archie sitzt am Esstisch. :45. A házikabátját viseli. - Er trägt seinen Morgenmantel. :46. A kezében egy levél van. - In seinen Händen ist ein Brief. :47. Az arca vörös. - Sein Gesicht ist rot. :48. A kezei egy kicsit remegnek. - Die Hände zittern ein bisschen. :49. „Giles kihúz engem a végrendeletből”, mondja. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er. :50. Giles a fia. - Giles ist sein Sohn. :51. Bankár a Cityben. - Er ist Banker in der City. :52. Archie hangja kicsi és megtört. - Archies Stimme ist klein und kaputt. :53. Maureen ránéz. - Maureen sieht ihn an. :54. Aztán a sideboardon álló sherryre néz. - Dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard. :55. Odamegy. - Sie geht hin. :56. Fog egy poharat. - Sie nimmt ein Glas. :57. Sherryt tölt magának. - Sie schenkt sich Sherry ein. :58. Húsz év alatt először. - Das erste Mal in zwanzig Jahren. :59. Leül vele szemben. - Sie setzt sich ihm gegenüber. :60. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon”, mondja. - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie. :61. „Ez nem ugyanaz, de …” - „Das ist nicht dasselbe, aber …" :62. Iszik. - Sie trinkt. :63. Archie halkan zokog. - Archie schluchzt leise. :64. Maureen nem mond többet. - Maureen sagt nichts mehr. :65. Egyszerűen csak ott ül. - Sie sitzt einfach da. :66. Ez elég. - Das ist genug. :67. Egy héttel később Maureen becsönget az ajtónál. - Eine Woche später klingelt Maureen an der Tür. :68. Van nála egy Tupperware-doboz. - Sie hat eine Tupperdose dabei. :69. Scone-ok vannak benne – saját sütésűek. - Darin sind Scones – selbst gebacken. :70. Egy kicsit túl barnák, de melegek. - Sie sind ein bisschen zu braun, aber sie sind warm. :71. Archie ajtót nyit. - Archie öffnet die Tür. :72. A szeme még egy kicsit vörös. - Seine Augen sind noch ein bisschen rot. :73. De a gallérja tisztán ki van vasalva. - Aber sein Kragen ist sauber gebügelt. :74. Maureen leteszi a dobozt a konyhaasztalra. - Maureen stellt die Dose auf den Küchentisch. :75. „Üljön le”, mondja. „Én teát főzök.” - „Setzen Sie sich", sagt sie. „Ich mache Tee." :76. Archie leül. - Archie setzt sich. :77. Fog egy scone-t, és szétmorzsolja a tányéron. - Er nimmt einen Scone und zerbröckelt ihn auf dem Teller. :78. Maureen kitölti a teát – először a tea, aztán a tej. - Maureen gießt den Tee ein – zuerst der Tee, dann die Milch. :79. Leül mellé. - Sie setzt sich neben ihn. :80. „A csillár egyébként nem inog”, mondja. - „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt sie. :81. Archie mosolyog. - Archie lächelt. :82. „Tudom”, mondja. - „Ich weiß", sagt er. :83. Megeszik a scone-okat. - Sie essen die Scones. :84. Odakint elhalad egy busz. - Draußen fährt ein Bus vorbei. :85. A lakás csendes. - Die Wohnung ist still. :86. De már nem üres. - Aber sie ist nicht mehr leer. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Das Porzellan - A porcelán :1. Maureen ötvenhat éves, és húsz éve gazdag emberek lakásait takarítja. - Maureen ist sechsundfünfzig, und sie putzt seit zwanzig Jahren die Wohnungen reicher Leute. :2. Ügyfeleinek többsége Kensingtonban lakik, ahol az utcák tiszták, az ajtók pedig súlyosak. - Die meisten ihrer Kunden wohnen in Kensington, wo die Straßen sauber und die Türen schwer sind. :3. Legújabb ügyfele Lord Archibald Pemberton, akit mindenki csak Archie-nak hív. - Ihr neuester Kunde ist Lord Archibald Pemberton, den alle nur Archie nennen. :4. Hetvennyolc éves, és egyedül lakik egy nagy lakásban a Montpelier Streeten. - Er ist achtundsiebzig Jahre alt und wohnt allein in einer großen Wohnung in der Montpelier Street. :5. A lakás tele van régi bútorokkal, régi képekkel és régi porcelánnal, amelyet senki sem használ. - Die Wohnung ist voller alter Möbel, alter Bilder und altem Porzellan, das niemand benutzt. :6. Archie kulcsot adott Maureennek – vagy inkább: „kölcsönadott” neki egy kulcsot. - Archie hat Maureen einen Schlüssel gegeben – oder besser gesagt: Er hat ihr einen Schlüssel „geliehen". :7. Maureen minden hétfőn eljön, kinyitja az ajtót, és egyenesen a konyhába megy. - Jeden Montag kommt Maureen, schließt die Tür auf und geht direkt in die Küche. :8. A teáskészlet minden alkalommal már az asztalon áll, bár Maureennek soha nincs ideje teára. - Das Teegeschirr steht jedes Mal schon auf dem Tisch, obwohl Maureen nie Zeit für Tee hat. :9. Maga köré köti a kötényét, és dolgozni kezd, miközben Archie kijön a hálószobából. - Sie bindet ihre Schürze um und beginnt zu arbeiten, während Archie aus dem Schlafzimmer kommt. :10. „Ah, Maureen”, mondja, „a csillár megint ingadozik, észrevette?” - „Ah, Maureen", sagt er, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" :11. Maureen röviden felnéz, de a csillár teljesen nyugodtan függ a mennyezetről. - Maureen schaut kurz nach oben, aber der Kronleuchter hängt völlig ruhig an der Decke. :12. „Később megnézem”, mondja, és bemegy a fürdőszobába, mielőtt Archie tovább beszélhetne. - „Ich schau später", sagt sie, und geht ins Badezimmer, bevor er weitersprechen kann. :13. Kisúrolja a kádat, letörli a tükröt, és felmossa a padlót, miközben Archie az ajtóban áll. - Sie schrubbt die Wanne, wischt den Spiegel und putzt den Boden, während Archie in der Tür steht. :14. Sherrys pohár van a kezében, és az apjáról mesél, aki egyszer Churchill-lel vacsorázott. - Er hat ein Sherryglas in der Hand und erzählt von seinem Vater, der einmal mit Churchill gegessen hat. :15. Aztán egy Wellington nevű lóról mesél, amely állítólag egész Hampshire leggyorsabb lova volt. - Dann erzählt er von einem Pferd namens Wellington, das angeblich das schnellste in ganz Hampshire war. :16. Maureen „mhm”-mel és „aha”-val válaszol, mert megtanulta, hogy ez többnyire elég. - Maureen antwortet mit „Mhm" und „Aha", weil sie gelernt hat, dass das meistens reicht. :17. Archie néha kérdez tőle valamit, de ritkán várja meg a választ. - Manchmal fragt Archie sie etwas, aber er wartet selten auf die Antwort. :18. „Tulajdonképpen elégedett, Maureen?”, kérdezi hirtelen, mire ő megfordul. - „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?", fragt er plötzlich, und sie dreht sich um. :19. „A törlőkendő kissé vékony”, mondja, Archie pedig bólint, mintha ez válasz lenne a kérdésére. - „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie, und Archie nickt, als wäre das eine Antwort auf seine Frage. :20. Visszamegy a szalonba, Maureen pedig folytatja – ezen a napon még három másik ügyfele van. - Er geht zurück in den Salon, und Maureen macht weiter – sie hat noch drei andere Kunden an diesem Tag. :21. A polcon álló porcelánt mindig utoljára portalanítja, mert sok időbe kerül, és nagyon törékeny. - Das Porzellan im Regal staubt sie immer zuletzt ab, weil es viel Zeit kostet und sehr zerbrechlich ist. :22. A csészéknek aranyszegélyük van, és némelyik már kissé kicsorbult. - Die Tassen haben goldene Ränder, und manche sind schon leicht angeschlagen. :23. Archie soha nem mondja meg, kié volt a porcelán, de Maureen gyanítja: a feleségéé. - Archie sagt nie, wem das Porzellan gehört hat, aber Maureen vermutet: seiner Frau. :24. Egy héttel később Maureen a szokásos módon érkezik, de ezúttal valami más a lakásban. - Eine Woche später kommt Maureen wie immer, aber diesmal ist es anders in der Wohnung. :25. Archie pongyolában ül az étkezőasztalnál, az asztalon pedig egy felbontott levél fekszik. - Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, und auf dem Tisch liegt ein geöffneter Brief. :26. Az arca kipirult, a keze remeg, és nem néz fel, amikor Maureen belép. - Sein Gesicht ist gerötet, seine Hände zittern, und er schaut nicht auf, als Maureen reinkommt. :27. „Giles kihúz engem a végrendeletből”, mondja, és a hangja úgy szól, mint egy öregemberé. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme klingt wie die eines alten Mannes. :28. Giles a fia, befektetési bankár a Cityben, és Archie ritkán beszél róla jót. - Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und Archie spricht selten gut über ihn. :29. Maureen megáll, ránéz Archie-ra, aztán a sherryre a tálalószekrényen. - Maureen bleibt stehen, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard. :30. Lassan odamegy a tálalószekrényhez, vesz egy poharat, és tölt magának – húsz év óta először. - Sie geht langsam zum Sideboard, nimmt ein Glas und schenkt sich ein – das erste Mal in zwanzig Jahren. :31. Aztán leül Archie-val szemben, és a poharat kettejük közé teszi az asztalra. - Dann setzt sie sich Archie gegenüber und stellt das Glas auf den Tisch zwischen ihnen. :32. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon”, mondja nyugodtan. - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie ruhig. :33. „Ez persze nem ugyanaz, de …” - „Das ist natürlich nicht dasselbe, aber …" :34. Iszik egy kortyot, Archie pedig halkan felzokog, anélkül hogy felemelné az arcát. - Sie trinkt einen Schluck, und Archie schluchzt leise, ohne das Gesicht zu heben. :35. Maureen nem mond többé semmit, mert nincs semmi, ami ebben a pillanatban segítene. - Maureen sagt nichts mehr, weil es nichts gibt, was in diesem Moment helfen würde. :36. Csak ül ott, issza a sherryjét, és hagyja, hogy a csend ott álljon a szobában. - Sie sitzt einfach da, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille im Zimmer stehen. :37. Odakint elhalad egy autó, és valahol a lakásban egy régi óra ketyeg. - Draußen fährt ein Auto vorbei, und irgendwo in der Wohnung tickt eine alte Uhr. :38. Egy idő után Maureen feláll, maga köré köti a kötényét, és takarítani kezd. - Nach einer Weile steht Maureen auf, bindet ihre Schürze um und fängt an zu putzen. :39. Archie az asztalnál ülve marad, de a keze már nem remeg egészen olyan erősen. - Archie bleibt am Tisch sitzen, aber seine Hände zittern nicht mehr ganz so stark. :40. A következő héten Maureen néha Archie-ra gondol, amikor más lakásokban takarít. - In der nächsten Woche denkt Maureen manchmal an Archie, wenn sie in anderen Wohnungen putzt. :41. Arra gondol, ahogy az asztalnál ült, és ahogy a gallérja ferdén állt, és ahogy nem sírt, hanem csak remegett. - Sie denkt daran, wie er am Tisch saß, und wie sein Kragen schief war, und wie er nicht weinte, sondern nur zitterte. :42. Csütörtök este scone-okat süt, bár fáradt, és valójában korán akart lefeküdni. - Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie müde ist und eigentlich früh schlafen wollte. :43. Egy kicsit túl barnák lesznek, de jó illatuk van, és ez Maureen döntése szerint elég. - Sie werden ein bisschen zu braun, aber sie riechen gut, und das ist, wie Maureen entscheidet, genug. :44. A következő hétfőn becsenget az ajtón, mert ezúttal helyesnek érzi, hogy csenget. - Am nächsten Montag klingelt sie an der Tür, weil es sich diesmal richtig anfühlt zu klingeln. :45. Egy műanyag doboz van a kezében, és amikor Archie ajtót nyit, először a dobozt látja meg, aztán őt. - Sie hat eine Tupperdose in der Hand, und als Archie öffnet, sieht er zuerst die Dose, dann sie. :46. A szeme még kissé vörös, de a gallérja frissen vasalt – ez Maureennek azonnal feltűnik. - Seine Augen sind noch leicht gerötet, aber sein Kragen ist frisch gebügelt – das fällt Maureen sofort auf. :47. „Üljön le”, mondja, „teát készítek.” - „Setzen Sie sich", sagt sie, „ich mache Tee." :48. Archie szó nélkül leül, kivesz egy scone-t a dobozból, és lassan kettétöri. - Archie setzt sich ohne ein Wort, nimmt einen Scone aus der Dose und bricht ihn langsam auseinander. :49. Maureen megtölti a vízforralót, csészéket tesz ki, és röviden keresi a teát, mert nem találja meg azonnal. - Maureen füllt den Wasserkocher, stellt Tassen hin und sucht kurz nach dem Tee, weil sie ihn nicht sofort findet. :50. Tölt – először a teát, aztán a tejet –, és leül Archie mellé az asztalhoz. - Sie gießt ein – zuerst den Tee, dann die Milch – und setzt sich neben Archie an den Tisch. :51. Egy darabig így ülnek, eszik a scone-okat és teát isznak, anélkül hogy beszélnének. - Eine Weile sitzen sie so, essen die Scones und trinken Tee, ohne zu sprechen. :52. Aztán Maureen azt mondja: „A csillár egyébként nem ingadozik.” - Dann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." :53. Archie ránéz, és hetek óta először mosolyog – egy igazi, apró mosollyal. - Archie sieht sie an, und zum ersten Mal seit Wochen lächelt er – ein echtes, kleines Lächeln. :54. „Tudom”, mondja. - „Ich weiß", sagt er. :55. Odakint elhalad egy busz, a régi ablakok röviden megremegnek, aztán megint csend lesz. - Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz, und dann ist es wieder still. :56. A lakás tea és meleg scone illatától telik meg, és a polcon a porcelán nyugodtan áll a napfényben. - Die Wohnung riecht nach Tee und warmen Scones, und das Porzellan im Regal steht ruhig in der Sonne. :57. Nem sok, de elég. - Es ist nicht viel, aber es ist genug. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- : A porcelán - Das Porzellan :1. Maureen Callahan ötvenhat éves, és ha megkérdezik tőle, mi a foglalkozása, azt mondja: „takarítónő”, mert a „bejárónő” úgy hangzik, mint valami, amit kölcsönadnak. - Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie fragt, was sie beruflich macht, sagt sie „Reinigungskraft", weil „Putzhilfe" sich nach etwas anhört, das man verleiht. :2. Húsz éve minden reggel metróval megy Kensingtonba, ahol a házak úgy néznek ki, mintha soha semmi piszkoshoz nem értek volna – ami természetesen hazugság. - Seit zwanzig Jahren fährt sie jeden Morgen mit der U-Bahn nach Kensington, wo die Häuser so aussehen, als hätten sie nie etwas Schmutziges berührt – was natürlich eine Lüge ist. :3. Ügyfelei ritkán cserélődnek, mert Maureen alapos, pontos, és soha nem kérdez olyasmit, ami nem az ő dolga. - Ihre Kunden wechseln selten, weil Maureen sorgfältig ist, pünktlich ist und nie fragt, was nicht ihre Sache ist. :4. Lord Archibald Pemberton egy éve szerepel a listáján, és ő, ahogy Maureen egyszer a nővérének elmagyarázta, „külön kategória”. - Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, „eine eigene Kategorie". :5. Hetvennyolc éves, mindennap nyakkendőt visel, és Montpelier Street-i lakása méhviasz, régi bőr és a sherry makacs szagát árasztja. - Er ist achtundsiebzig, trägt jeden Tag Krawatte, und seine Wohnung in der Montpelier Street riecht nach Bienenwachs, altem Leder und dem hartnäckigen Geruch von Sherry. :6. A szalonban álló porcelánt – fehér, aranyszegélyes, legalább tizenhat személyre való – Maureen egy év alatt egyetlenegyszer sem látta használatban. - Das Porzellan im Salon – weiß, goldgerändert, für mindestens sechzehn Personen – hat Maureen in einem Jahr nicht ein einziges Mal benutzt gesehen. :7. Ennek ellenére minden héten leporolja, mert rajta van a listán, és mert Archie halkan nyugtalanná válik, ha kihagyja. - Sie staubt es trotzdem jede Woche ab, weil es auf der Liste steht und weil Archie leise unruhig wird, wenn sie es überspringt. :8. A kulcs, amelyet adott neki, a kabátzsebében fekszik a buszjegy mellett – ő „kölcsönadta” neki, ahogy hangsúlyozza, ami azt jelenti, hogy nyitva hagyja magának a lehetőséget, hogy visszakövetelje, bár mindenki tudja, hogy ezt soha nem fogja megtenni. - Der Schlüssel, den er ihr gegeben hat, liegt in ihrer Jackentasche neben dem Busticket – er hat ihn ihr „geliehen", wie er betont, was bedeutet, dass er sich die Möglichkeit offenhält, ihn zurückzufordern, obwohl alle wissen, dass er das nie tun wird. :9. Amikor Maureen hétfő reggel kinyitja az ajtót, a teáskészlet már ott áll a konyhaasztalon, noha Archie tudja, hogy ő soha nem marad, és noha ezt már egy éve tudja. - Wenn Maureen montagmorgens die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, obwohl Archie weiß, dass sie nie bleibt, und obwohl er das seit einem Jahr weiß. :10. „Á, Maureen”, mondja ilyenkor az előszobából, „a csillár megint billeg, észrevette?” - „Ah, Maureen", sagt er dann aus dem Flur, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" :11. Ő minden alkalommal röviden felnéz, és a csillár minden alkalommal teljesen mozdulatlanul függ a mennyezetről, mintha soha nem billegett volna, és mintha soha nem is akarna. - Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, und jedes Mal hängt der Kronleuchter vollkommen reglos an der Decke, als hätte er noch nie gewackelt und als würde er es auch nie tun. :12. „Később megnézem”, mondja, megköti a kötényét, és bemegy a fürdőszobába, mert a fürdő mindig elsőként következik, és mert nincs kedve csillárokról beszélni. - „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und geht ins Badezimmer, weil das Bad immer zuerst kommt und weil sie keine Lust hat, über Kronleuchter zu sprechen. :13. Archie követi őt egészen a küszöbig, nekidől az ajtófélfának, és mesélni kezd, a sherrys pohárral már a kezében, bár még csak fél tíz van délelőtt. - Archie folgt ihr bis in die Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen und fängt an zu erzählen, das Sherryglas schon in der Hand, obwohl es erst halb zehn Uhr morgens ist. :14. Mesél az apjáról, aki állítólag Churchill-lel vacsorázott, egy Wellington nevű lóról, amely 1974-ben Hampshire-ben háromszor egymás után nyert, a központi fűtésről, amely „határozottan túl melegre” van állítva, és azokról az időkről, amikor az ember még tudta, hogyan kell viselkedni. - Er erzählt von seinem Vater, der mit Churchill zu Abend gegessen haben soll, von einem Pferd namens Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal hintereinander gewonnen hat, von der Zentralheizung, die „entschieden zu warm" eingestellt sei, und von Zeiten, in denen man noch wusste, wie man sich benahm. :15. Maureen súrolja a kádat, és a megfelelő távolságokban „mhm”-mel és „aha”-val válaszol, mert megtanulta, hogy Archie valójában nem választ akar, hanem valakit maga előtt. - Maureen schrubbt die Wanne und antwortet mit „Mhm" und „Aha" im richtigen Abstand, weil sie gelernt hat, dass Archie nicht wirklich eine Antwort will, sondern ein Gegenüber. :16. Egyszer váratlanul megkérdezi tőle: „Ön tulajdonképpen elégedett, Maureen?” – ő pedig megfordul, ránéz, és azt mondja: „A törlőkendő lassan túl vékony.” - Einmal fragt er sie unvermittelt: „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – und sie dreht sich um, sieht ihn an und sagt: „Das Putztuch ist langsam zu dünn." :17. Ő komolyan bólint, mintha a nő megválaszolta volna a kérdést, és visszamegy a szalonba. - Er nickt ernsthaft, als hätte sie die Frage beantwortet, und geht zurück in den Salon. :18. Ez az a ritmus, amely kettejük között kialakult, és Maureen nem találja kellemetlennek – előre látható, az előreláthatóságot pedig alábecsülik. - Das ist der Rhythmus, der sich zwischen ihnen eingespielt hat, und Maureen findet ihn nicht unangenehm – er ist vorhersehbar, und Vorhersehbarkeit ist unterschätzt. :19. November közepén, egy hétfőn minden más, még mielőtt Maureen megkötné a kötényét. - An einem Montag Mitte November ist alles anders, bevor Maureen noch die Schürze umgebunden hat. :20. Archie pongyolában ül az étkezőasztalnál, amit Maureen még soha nem látott, és az asztalon egy feltépett levél fekszik, amelynek borítéka a földre esett. - Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was sie noch nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, dessen Umschlag auf den Boden gefallen ist. :21. Kezei laposan fekszenek az asztalon, mintha kapaszkodnia kellene, és az arca olyan ember színét viseli, aki a rossz hírt még nem egészen fogta fel, de már tudja, hogy igaz. - Seine Hände liegen flach auf dem Tisch, als müsste er sich festhalten, und sein Gesicht hat die Farbe von jemandem, der eine schlechte Nachricht noch nicht ganz aufgenommen hat, aber schon weiß, dass sie wahr ist. :22. „Giles kihúz engem a végrendeletből”, mondja anélkül, hogy felnézne. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken. :23. Giles a fia, befektetési bankár a Cityben, és Archie történeteiben szinte soha nem bukkan fel – amit Maureen, aki sokat figyel és keveset kérdez, jelnek vett. - Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und taucht in Archies Erzählungen fast nie auf – was Maureen, die viel beobachtet und wenig fragt, als Zeichen gewertet hat. :24. Egy pillanatig a konyhában áll, nézi Archie-t, aztán a sherryt a tálalón, aztán újra Archie-t, majd olyasmit tesz, ami őt magát is meglepi: odamegy a tálalóhoz, elvesz egyet a kis poharak közül, megtölti, és leül vele szemben. - Sie steht einen Moment in der Küche, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard, dann wieder Archie, und dann macht sie etwas, das sie selbst überrascht: Sie geht zum Sideboard, nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es und setzt sich ihm gegenüber. :25. Húsz év alatt mindig visszautasította a sherryt – udvariasan, de határozottan –, és Archie minden alkalommal úgy bólintott, mintha semmi mást nem is várt volna. - In zwanzig Jahren hat sie den Sherry immer abgelehnt – höflich, aber bestimmt – und Archie hat jedes Mal genickt, als hätte er nichts anderes erwartet. :26. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon”, mondja, a poharat két kézzel tartva, tekintetét az asztalra szegezve. - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch gerichtet. :27. „Ez persze nem ugyanaz – tudom, hogy nem ugyanaz –, de …” - „Das ist natürlich nicht dasselbe – ich weiß, dass es nicht dasselbe ist –, aber …" :28. Iszik, és a mondat befejezetlenül marad a szobában, ami talán a legőszintébb dolog, amit ebben a pillanatban mondhat. - Sie trinkt, und der Satz bleibt unfertig im Raum, was vielleicht das Ehrlichste ist, was sie in diesem Moment sagen kann. :29. Archie egyszer felzokog, röviden és elfojtva, mint valaki, akinek kellemetlen a sírás. - Archie schluchzt einmal, kurz und unterdrückt, wie jemand, dem Weinen unangenehm ist. :30. Maureen nem mond többet – nem azért, mert semmi nem jut eszébe, hanem mert tudja, hogy az ilyen pillanatokban a szavak többnyire inkább a beszélőnek szólnak, mint a hallgatónak. - Maureen sagt nichts mehr – nicht, weil ihr nichts einfällt, sondern weil sie weiß, dass Worte in solchen Momenten meistens mehr für den Sprechenden sind als für den Zuhörer. :31. Ül, issza a sherryjét, és hagyja állni a csendet, amíg Archie a pongyola ujjával meg nem törli az arcát, és szó nélkül össze nem hajtja a levelet. - Sie sitzt, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille stehen, bis Archie sich mit dem Ärmel des Morgenmantels das Gesicht wischt und schweigend den Brief zusammenfaltet. :32. A következő héten Maureen gyakrabban gondol rá, mint máskor – nem pontosan sajnálattal, inkább azzal a fajta figyelemmel, amelyet olyan dolgoknak szentel az ember, amelyeket nem egészen ért, de elfelejteni sem tud. - In der darauffolgenden Woche denkt Maureen öfter an ihn als sonst – nicht mit Mitleid genau, eher mit der Art Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht ganz versteht, aber auch nicht vergessen kann. :33. Csütörtök este scone-t süt, bár anyja halála óta alig sütött, és bár kis brixtoni lakásának konyhája nem igazán megfelelő méretű ehhez. - Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie seit dem Tod ihrer Mutter kaum noch gebacken hat und obwohl die Küche in ihrer kleinen Wohnung in Brixton nicht die richtige Größe dafür ist. :34. A scone-ok kissé túl barnák lesznek, de melegek, amikor beteszi őket a műanyag dobozba, és a melegség, gondolja Maureen, többnyire fontosabb, mint a külső. - Die Scones werden etwas zu braun, aber sie sind warm, als sie sie in die Tupperdose legt, und Wärme, denkt Maureen, ist meistens wichtiger als Aussehen. :35. A következő hétfőn csenget, bár van kulcsa, mert ezúttal nem érzi helyesnek, hogy egyszerűen bemenjen. - Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie einen Schlüssel hat, weil es sich diesmal nicht richtig anfühlt, einfach reinzugehen. :36. Archie kinyitja az ajtót, felöltözve, frissen vasalt gallérral, enyhén kivörösödött szemmel, de olyan arckifejezéssel, mint egy férfié, aki elhatározta, hogy folytatja. - Archie öffnet die Tür, gekleidet, den Kragen frisch gebügelt, die Augen leicht gerötet, aber der Gesichtsausdruck derjenige eines Mannes, der beschlossen hat, weiterzumachen. :37. Maureen szó nélkül leteszi a műanyag dobozt a konyhaasztalra, megtölti a vízforralót, és röviden keresi a teát, mert Archie átpakolta egy másik szekrénykébe. - Maureen stellt die Tupperdose wortlos auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher und sucht kurz nach dem Tee, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat. :38. „Üljön le”, mondja, és ő leül, anélkül hogy megkérdezné, miért. - „Setzen Sie sich", sagt sie, und er setzt sich, ohne zu fragen warum. :39. Teát isznak és scone-t esznek, és egyikük sem mond semmit, ami jelentősnek hangzana vagy jelentős akar lenni. - Sie trinken Tee und essen Scones, und keiner von beiden sagt etwas, was bedeutsam klingt oder bedeutsam sein will. :40. Valamikor Maureen azt mondja: „A csillár egyébként nem billeg.” - Irgendwann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." :41. Archie ránéz – egy másodpercig, kettőig –, aztán elmosolyodik, az első valódi mosollyal, amelyet Maureen valaha látott rajta. - Archie sieht sie an – eine Sekunde, zwei –, und dann lächelt er, das erste echte Lächeln, das Maureen je bei ihm gesehen hat. :42. „Tudom”, mondja. - „Ich weiß", sagt er. :43. Odakint elhalad egy busz, a régi ablaküvegek röviden megremegnek, és az azt követő csendben a lakás ugyanaz, mint mindig – és mégsem egészen ugyanaz többé. - Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Scheiben zittern kurz, und in der Stille danach ist die Wohnung dieselbe wie immer – und doch nicht mehr ganz dieselbe. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :Das Porzellan - A porcelán :1. Maureen Callahan ötvenhat éves, és ha a foglalkozása felől kérdezik, azt mondja: „takarítónő”, olyan határozottsággal, amely minden további kérdést már csírájában elfojt. - Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, sagt sie „Reinigungskraft" mit einer Bestimmtheit, die jeden Nachfrage im Keim erstickt. :2. Mert a „bejárónő” szó szerinte úgy hangzik, mint valami, amit órákra kölcsönadnak, és aminek nem kell saját véleménye legyen. - Weil das Wort „Putzhilfe" ihrer Meinung nach nach etwas klingt, das man stundenweise verleiht und das keine eigene Meinung haben muss. :3. Úgy ismeri Kensingtont, mint a saját tenyerét – az Onslow Gardens járdájának repedéseit, az eső utáni sövények szagát, azt a módot, ahogy ennek a környéknek a homlokzatai méltóságot színlelnek, mintha az valamiféle teljesítmény volna. - Sie kennt Kensington so gut wie ihren eigenen Handteller – die Risse im Pflaster der Onslow Gardens, den Geruch der Hecken nach Regen, die Art, wie die Fassaden dieser Gegend Würde vortäuschen, als wäre das eine Leistung. :4. Húsz éve járja ezeket az utcákat annak a nőnek a nyugodt magabiztosságával, aki tudja, hogy ügyfelei házaiban többet lát, mint amennyit azok valaha is tudni fognak önmagukról. - Seit zwanzig Jahren bewegt sie sich durch diese Straßen mit dem ruhigen Selbstbewusstsein einer Frau, die weiß, dass sie in den Häusern ihrer Kunden mehr sieht als diese jemals von sich selbst wissen werden. :5. Lord Archibald Pemberton egy éve szerepel a listáján, és ő a legbonyolultabb feladat, amely két évtized alatt valaha is jutott neki – nem a munka miatt, hanem a csend miatt, amely ebben a lakásban a mondatok között függ, mint a por, amelyet nem lehet letörölni anélkül, hogy fel ne kavarnánk. - Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist die komplizierteste Aufgabe, die sie in zwei Jahrzehnten gehabt hat – nicht wegen der Arbeit, sondern wegen der Stille, die zwischen den Sätzen in dieser Wohnung hängt wie Staub, den man nicht wegwischen kann, ohne ihn aufzuwirbeln. :6. Hetvennyolc éves, naponta nyakkendőt visel olyan csomóval, amely gyakorlatról árulkodik, és egyedül lakik egy hétszobás lakásban a Montpelier Streeten, amelyet valaha egy családnak szántak, most pedig főként éppen ennek a családnak a hiányát dokumentálja. - Er ist achtundsiebzig, trägt täglich Krawatte mit einem Knoten, der Übung verrät, wohnt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die früher für eine Familie gedacht war und jetzt hauptsächlich die Abwesenheit eben dieser Familie dokumentiert. :7. A szalonban álló porcelán – fehér meisseni étkészlet, aranyszegéllyel, tizenhat személyre, üveg mögött egy szekrényben, amely csak egy kis rézkulccsal nyílik – Maureen legkörülményesebb heti szertartása, és az egyetlen tárgy a lakásban, amelynél Archie elnémul, amikor hozzáér, elnémul és nagyon figyel. - Das Porzellan im Salon – weißes Meißner Service, goldgerändert, für sechzehn Personen, hinter Glas in einem Schrank, der sich nur mit einem kleinen Messingschlüssel öffnet – ist Maureens aufwendigstes wöchentliches Ritual und das einzige Objekt in der Wohnung, bei dem Archie stumm wird, wenn sie es anfasst, stumm und sehr aufmerksam. :8. Egyszer megkérdezte tőle, kinek a készlete ez, mire ő azt mondta: „a feleségemé”, és ezzel a beszélgetés véget is ért, olyan teljesen és véglegesen, hogy Maureen azóta nem kérdez többet, hanem egyszerűen fogja a kendőt és töröl, és ügyel rá, hogy a csészéket két kézzel tartsa. - Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat gesagt „meiner Frau", und das war das Ende des Gesprächs, so vollständig und endgültig, dass Maureen seitdem nicht mehr fragt, sondern einfach das Tuch nimmt und wischt und darauf achtet, die Tassen mit beiden Händen zu halten. :9. A kulcsot, amelyet Archie adott neki, ő makacsul „kölcsönadottnak” nevezi, olyan szónak, amely jogilag visszaadási kötelezettséget feltételez, a gyakorlatban azonban csak azt jelenti, hogy szüksége van egy tulajdonjog képzetére, amellyel már nem rendelkezik – a lakás fölött, a fia fölött, az ideje fölött. - Den Schlüssel, den Archie ihr gegeben hat, bezeichnet er beharrlich als „geliehen", ein Wort, das juristisch eine Rückgabepflicht impliziert, praktisch aber nur bedeutet, dass er die Vorstellung eines Besitzrechts braucht, das er nicht länger hat – über die Wohnung, über seinen Sohn, über seine Zeit. :10. Amikor Maureen hétfőn kinyitja az ajtót, a teáskészlet már ott áll a konyhaasztalon, annak ellenére, hogy mindkét fél tudja: tea soha nem lesz belőle. - Wenn Maureen montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, trotz des Wissens beider Parteien, dass daraus nie Tee wird. :11. Kicsi, makacs félreértés ez, amely berendezkedett közöttük, mint egy csendes albérlő, akit hivatalosan senki sem hívott meg. - Ein kleines, hartnäckiges Missverständnis, das sich zwischen ihnen eingerichtet hat wie ein stiller Untermieter, den keiner offiziell eingeladen hat. :12. „Á, Maureen”, mondja Archie az előszobából, és ebben az üdvözlésben benne van egy férfi teljes megkönnyebbülése, akinek hosszúra nyúlt a hétfő. - „Ah, Maureen", sagt Archie aus dem Flur, und in dieser Begrüßung steckt die gesamte Erleichterung eines Mannes, dem der Montag lang geworden ist. :13. „A csillár megint mozog – nem vette észre?” - „Der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" :14. Minden alkalommal röviden felnéz, mert minden alkalommal reméli, hogy ezúttal igaza lehet, és a csillár minden alkalommal mozdulatlanul és súlyosan függ, mint egy koronatanú, aki megtagadja a vallomást. - Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, weil sie jedes Mal hofft, dass er diesmal recht haben könnte, und jedes Mal hängt der Kronleuchter reglos und schwer wie ein Kronzeuge, der verweigert auszusagen. :15. „Majd később megnézem”, mondja, megköti a kötényét, és belép a fürdőszobába, amely viktoriánus szerelvényeivel és nehéz márványpadlójával több gondoskodást igényel, mint amennyit Archie valaha is tudni fog. - „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und betritt das Badezimmer, das mit seiner viktorianischen Armaturen und dem schweren Marmorboden mehr Pflege verlangt, als Archie je wissen wird. :16. A férfi az ajtóküszöbig követi, a keretnek támaszkodik annak a férfinak a laza magától értetődésével, aki nem ismer olyan határokat, amelyeket nem ő maga húzott meg, és megkezdi heti beszámolóját, kezében már ott a sherrys pohár, noha a nap alig áll a háztetők fölött. - Er folgt ihr bis zur Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen mit der lässigen Selbstverständlichkeit eines Mannes, der keine Grenzen kennt, die er selbst nicht gezogen hat, und beginnt seinen Wochenbericht, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl die Sonne kaum über den Dächern steht. :17. Történeteinek szilárd dramaturgiájuk van: először az apa, aki állítólag Churchill-lel étkezett egy olyan alkalommal, amely minden ismétléssel előkelőbbé válik; aztán Wellington, a ló, amely 1974-ben Hampshire-ben háromszor nyert; végül a jelen, amellyel úgy bánik, mint egy házivendéggel, aki túl sokáig maradt, és akit nem lehet közvetlenül távozásra kérni. - Seine Geschichten haben eine feste Dramaturgie: zuerst der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll bei einer Gelegenheit, die mit jeder Wiederholung illustrer wird; dann das Pferd Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal gewann; dann die Gegenwart, die er behandelt wie einen Hausgast, der zu lange geblieben ist und den man nicht direkt bitten kann zu gehen. :18. Maureen súrol, töröl és hallgatja őt annak a nőnek a fegyelmével, aki megértette, hogy a hallgatás a munka egyik formája, amelyet el lehet végezni anélkül, hogy az ember közben önmagát felélné, amíg megőrzi a távolságot aközött, amit hall, és aközött, ami rá tartozik. - Maureen schrubbt, wischt und hört zu mit der Disziplin einer Frau, die verstanden hat, dass Zuhören eine Form von Arbeit ist, die man leisten kann, ohne sich selbst dabei zu verbrauchen, solange man die Distanz wahrt zwischen dem, was gehört wird, und dem, was einen angeht. :19. „Tulajdonképpen elégedett, Maureen?” – ezt a kérdést néha felteszi, és ez az egyetlen, amelynél Maureen röviden megáll, nem azért, mert ne tudná a választ, hanem mert a kérdés egy olyan férfitól érkezik, akinek magának sem volna rá kielégítő válasza. - „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er manchmal, und es ist die einzige, bei der sie kurz innehält, nicht weil sie die Antwort nicht wüsste, sondern weil die Frage von einem Mann kommt, der selbst keine befriedigende Antwort darauf hätte. :20. „A törlőkendő lassan túl vékony lesz”, mondja, Archie pedig komolyan bólint, mintha ez tiszteletet érdemlő filozófiai álláspont volna, és visszamegy a szalonba. - „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt ernsthaft, als wäre das eine philosophische Position, die Respekt verdient, und geht zurück in den Salon. :21. Egy november közepi hétfőn, amikor a Kensington fölötti ég régi újságpapír színű, a lakás már más, mielőtt Maureen még becsukta volna maga mögött az ajtót – valami súlyosság van a levegőben, amit nem lehet megnevezni, de azonnal felismer az ember, ha annyi lakást ismer, mint ő: annak a súlya, ami már megtörtént. - An einem Montag Mitte November, als der Himmel über Kensington die Farbe von altem Zeitungspapier hat, ist die Wohnung anders, bevor Maureen noch die Tür hinter sich geschlossen hat – eine Schwere in der Luft, die man nicht benennen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Wohnungen kennt wie sie: die Schwere von etwas, das bereits passiert ist. :22. Archie pongyolában ül az ebédlőasztalnál, amit Maureen egy év alatt még soha nem látott, és az asztalon egy feltépett levél hever, mintha olyan mozdulattal nyitotta volna ki, amely nem akart tekintettel lenni a tartalomra. - Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was Maureen in einem Jahr nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, als hätte er ihn mit einer Geste aufgemacht, die keine Rücksicht auf den Inhalt nehmen wollte. :23. Kezei laposan fekszenek az asztallapon, mintha szükségük volna a felület ellenállására, arca pedig olyan férfi kifejezését mutatja, aki még nem ismerte el a vereséget, noha már rég felfogta. - Seine Hände liegen flach auf der Tischplatte, als brauchten sie den Widerstand der Oberfläche, und sein Gesicht zeigt den Ausdruck eines Mannes, der eine Niederlage noch nicht eingeräumt hat, obwohl er sie längst begriffen hat. :24. „Giles kihúz engem a végrendeletből”, mondja, és a hangjának olyan a textúrája, mint valaminek, ami sokáig szárazon feküdt, és az első érintésre eltörik. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme hat die Textur von etwas, das lange trocken gelegen hat und beim ersten Anfassen zerbricht. :25. Giles, akit Maureen csak Archie alkalmi, mindig félbeszakadó említéseiből ismer, befektetési bankár a Cityben, és nyilvánvalóan olyan ember, aki döntéseket hoz, amelyek úgy hatnak, mint belülről bevágott ajtók. - Giles, den Maureen nur aus Archies gelegentlichen, stets abgebrochenen Erwähnungen kennt, ist Investmentbanker in der City und offenbar ein Mann, der Entscheidungen trifft, die sich wie Türen anfühlen, die man von innen zuwirft. :26. Maureen a konyhában áll, és olyan figyelemmel nézi Archie-t, amellyel azoknak a dolgoknak adózunk, amelyek törékenységét csak ebben a pillanatban mérjük fel teljesen. - Maureen steht in der Küche und betrachtet Archie mit der Aufmerksamkeit, die man Dingen widmet, deren Fragilität man erst in diesem Moment vollständig ermisst. :27. Aztán meglátja a sherryt a tálalón, és valami benne döntést hoz, amelyet nem terjeszt az értelem elé, mert tudja, hogy annak ellenvetései volnának. - Dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und etwas in ihr trifft eine Entscheidung, die sie dem Verstand nicht vorlegt, weil sie weiß, dass er Einwände hätte. :28. Fog egyet a kis poharak közül, megtölti annak a nőnek a pontosságával, aki egyetlen mozdulatot sem pazarol el, és leül Archie-val szemben – húsz év alatt először nem mint valaki, akinek azért fizetnek, hogy maradjon, hanem mint valaki, aki elhatározta, hogy ennek ellenére marad. - Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Präzision einer Frau, die keine Bewegung verschwendet, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren nicht als jemand, der bezahlt wird zu bleiben, sondern als jemand, der beschlossen hat, es trotzdem zu tun. :29. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon”, mondja, a poharat két keze között tartva, mint valamit, aminek meleget kellene őriznie. - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas zwischen beiden Händen haltend wie etwas, das Wärme bewahren soll. :30. „Ez persze nem ugyanaz, és nem akarok úgy tenni, mintha ugyanaz volna – de vannak pillanatok, amikor az ember megérti, hogy a gyerekek úgy látnak minket, ahogy látni akarnak, és nem úgy, amilyenek vagyunk.” - „Das ist natürlich nicht dasselbe, und ich will nicht so tun, als wäre es dasselbe – aber es gibt Momente, in denen man versteht, dass Kinder uns so sehen, wie sie uns sehen wollen, und nicht so, wie wir sind." :31. A mondat nem ér véget tisztán, mert az ilyen mondatok soha nem érnek véget tisztán, és Maureen inkább iszik, ahelyett hogy befejezné, mert a befejezetlenség néha őszintébb minden csattanónál. - Der Satz endet nicht sauber, weil solche Sätze nie sauber enden, und Maureen trinkt, anstatt ihn fertigzustellen, weil das Unfertige manchmal ehrlicher ist als jede Pointe. :32. Archie egyszer felzokog – röviden, szinte hallhatatlanul, mint valaki, aki a sírást gyengeségként tanulta meg, és mégsem tud most másként –, Maureen pedig leteszi a poharat az asztalra, és vár. - Archie schluchzt einmal – kurz, fast unhörbar, wie jemand, der das Weinen als Schwäche gelernt hat und trotzdem gerade nicht anders kann –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet. :33. Nem annak a feszült várakozásával, aki segíteni akar, hanem annak a nyugodt jelenlétével, aki megtanulta, hogy a jelenlét néha az egyetlen dolog, amit fel lehet ajánlani, és ami valóban számít. - Nicht mit der gespannten Erwartung von jemandem, der helfen will, sondern mit der ruhigen Gegenwart von jemandem, der gelernt hat, dass Anwesenheit manchmal das Einzige ist, was man anbieten kann, das wirklich zählt. :34. A következő héten gyakrabban gondol rá, mint bármelyik másik ügyfelére – nem sajnálattal, az túl egyszerű volna, és nem is gyengédséggel, az túl sok volna, hanem azzal a fajta csendes figyelemmel, amelyet olyan dolgoknak szentelünk, amelyeket nem értünk teljesen, és amelyeket éppen ezért nem engedünk el. - In der darauffolgenden Woche denkt sie öfter an ihn als an irgendeinen ihrer anderen Kunden – nicht mit Mitleid, das wäre zu einfach, und nicht mit Zuneigung, das wäre zu viel, sondern mit der Art stiller Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht vollständig versteht, und die man deshalb nicht loslässt. :35. Csütörtök este scone-t süt brixtoni lakásának kis konyhájában, anyja receptje szerint, amelyet kívülről tud, és amelyet évek óta nem használt, mert a sütés az anya halála után sokáig búcsúízű volt, és mert Maureen nem ápol olyan érzelgősségeket, amelyek fájdalmon kívül semmit sem adnak neki. - Am Donnerstagabend backt sie Scones in der kleinen Küche ihrer Wohnung in Brixton, nach dem Rezept ihrer Mutter, das sie auswendig kennt und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter lange nach Abschied schmeckte und weil Maureen keine Sentimentalitäten pflegt, die ihr nichts geben außer Schmerz. :36. A scone-ok kissé túl barnák lesznek – ennek a konyhának a sütője saját véleménnyel bír –, de melegek, amikor becsomagolja őket, és a melegség Maureen szerint olyan érvforma, amellyel szemben nehéz érvényesülni. - Die Scones werden etwas zu braun – das Backrohr in dieser Küche hat eine eigene Meinung –, aber sie sind warm, als sie sie verpackt, und Wärme ist, wie Maureen findet, eine Form von Argument, gegen die man schwer ankommt. :37. A következő hétfőn csenget, noha a kulcs ott van a zsebében, mert a csengetés azt jelenti, hogy a másiknak van választása, és ez most helyesnek tűnik számára. - Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie den Schlüssel in der Tasche hat, weil Klingeln bedeutet, dass der andere die Wahl hat, und das scheint ihr diesmal richtig. :38. Archie ajtót nyit – felöltözve, kivasalt gallérral, még kissé kivörösödött szemmel, de annak a férfinak a tartásával, aki elhatározta, hogy elfogadja a vereséget, anélkül hogy több teret adna neki, mint amennyit megérdemel. - Archie öffnet die Tür – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der beschlossen hat, die Niederlage anzunehmen ohne ihr mehr Raum zu geben, als sie verdient. :39. Maureen leteszi a műanyag dobozt a konyhaasztalra, megtölti a vízforralót, és amikor nem találja azonnal a teát, mert Archie egy másik kis szekrénybe tette át, némán keres, amíg meg nem találja, mert ő így dolgozik idegen konyhákban: alaposan, dráma nélkül, megjegyzés nélkül. - Maureen stellt die Tupperdose auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher, und als sie den Tee nicht gleich findet, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat, sucht sie schweigend, bis sie ihn findet, weil das die Art ist, wie sie in fremden Küchen arbeitet: gründlich, ohne Drama, ohne Kommentar. :40. Leül mellé, teát isznak és megeszik a túlbarnult scone-okat, és egyikük sem mond semmit, ami jelentőségteljesnek akarna hangzani vagy annak kellene lennie. - Sie setzt sich zu ihm, und sie trinken Tee und essen die zu braunen Scones, und keiner sagt etwas, das bedeutsam klingen will oder bedeutsam sein soll. :41. Mert ennek a jelenetnek a jelentősége az egyszerűségében rejlik, és azonnal feloldódna, ha megneveznék. - Weil das Bedeutsame dieser Szene in ihrer Schlichtheit liegt und sich sofort auflösen würde, wenn man es benennte. :42. Aztán Maureen különösebb hangsúly nélkül azt mondja: „A csillár egyébként nem mozog.” - Dann sagt Maureen, ohne besondere Betonung: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." :43. Archie ránéz – egy másodpercig, kettőig –, és az arcán megjelenik valami, amit Maureen egy év alatt még soha nem látott: egy mosoly, amely nem akar semmit, nem akar jóindulatot vásárolni, nem akar távolságot áthidalni, nem akar felejtést színlelni. - Archie sieht sie an – eine Sekunde lang, zwei –, und in seinem Gesicht entsteht etwas, das Maureen in einem Jahr nie gesehen hat: ein Lächeln, das nichts will, kein Wohlwollen erkaufen, keine Distanz überbrücken, kein Vergessen simulieren. :44. Egy mosoly, amely egyszerűen ott van, mert éppen semmi sem szól ellene. - Ein Lächeln, das einfach da ist, weil gerade nichts dagegen spricht. :45. „Tudom”, mondja. - „Ich weiß", sagt er. :46. Odakint elhalad egy busz, a régi ablakok röviden megremegnek kereteikben, aztán a csend újra ráborul a lakásra – ugyanaz a csend, mint mindig, és mégis más. - Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, und doch eine andere. :47. Mert a csend, ahogy Maureen tudja, nem üres, hanem abból áll, amit az ember belevitt, és ezúttal nem csak hiány van benne. - Weil Stille, wie Maureen weiß, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingetragen hat, und diesmal ist es nicht nur Abwesenheit. :48. A porcelán a polcon a sápadt novemberi napfényben áll, az aranyszegélyek apró fényeket vetnek a falra, Maureen pedig, miközben a teájába néz, arra gondol, hogy jövő héten különösen gondosan fogja leporolni. - Das Porzellan im Regal steht in der blassen Novembersonne, die goldenen Ränder werfen kleine Lichter auf die Wand, und Maureen denkt, während sie in ihren Tee schaut, dass sie es nächste Woche besonders sorgfältig abstauben wird. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :A porcelán - Das Porzellan :1. Maureen Callahan ötvenhat éves, és ha a foglalkozásáról kérdezik, olyan pontossággal válaszol, amely minden további megjegyzést fölöslegessé tesz: „takarítónő” – egy szó, amelyet ugyanazzal a magától értetődőséggel mond ki, amellyel mások azt mondanák: „ügyvédnő” vagy „orvosnő”, mert korán megértette, hogy az ember büszkesége egy munkára nem kell, hogy attól függjön, miként értékeli azt a társadalom, ha az ember elég eltökélt abban, hogy ezt ne engedje meg. - Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, antwortet sie mit einer Präzision, die jeden weiteren Kommentar überflüssig macht: „Reinigungskraft" – ein Wort, das sie mit derselben Selbstverständlichkeit ausspricht, mit der andere „Anwältin" oder „Ärztin" sagen würden, weil sie früh begriffen hat, dass der Stolz auf eine Tätigkeit nicht von der gesellschaftlichen Bewertung dieser Tätigkeit abhängen muss, wenn man nur entschieden genug ist, das nicht zuzulassen. :2. Húsz év alatt megtanulta, hogy a gazdag emberek lakásai ritkán néznek ki úgy, ahogyan maguk az emberek ki akarnak nézni – hogy Kensington súlyos ajtói mögött olyan rendetlenség lappang, amely pénzért nem megvásárolható, és hallgatással is csak szükségmegoldásként kezelhető, és hogy az, aki hetente érkezik a törlőkendővel, elkerülhetetlenül egy olyan igazság egyetlen tanújává válik, amelyet a lakó maga már nem képes észrevenni, mert túl régóta él benne. - In zwanzig Jahren hat sie gelernt, dass die Wohnungen reicher Leute selten so aussehen, wie die Leute selbst aussehen wollen – dass hinter den schweren Türen in Kensington eine Unordnung lauert, die mit Geld nicht zu kaufen ist und mit Schweigen nur notdürftig verwaltet werden kann, und dass derjenige, der wöchentlich mit dem Putztuch kommt, zwangsläufig zum einzigen Zeugen einer Wahrheit wird, die der Bewohner selbst nicht mehr wahrnehmen kann, weil er zu lange in ihr lebt. :3. Lord Archibald Pemberton – hetvennyolc éves, mindennap öltönyben, windsori csomóra kötött nyakkendővel – egy éve szerepel a listáján, és ez idő alatt bebizonyította, hogy az arisztokrácia kevésbé rendi állapot, mint inkább magatartás, amelyet fenn lehet tartani mindaddig, amíg az ember nem hajlandó újramérni a viszonyokat: egyedül él egy hétszobás lakásban a Montpelier Streeten, amelyet valaha személyzettel rendelkező család számára terveztek, és amely most, családtól és személyzettől egyaránt elhagyva, mindannak a hiányát dokumentálja, aminek meg kellett volna töltenie, olyan csenddel, amely nem béke, hanem valaminek az utózengése, ami megszűnt szólni anélkül, hogy bárki kikapcsolta volna. - Lord Archibald Pemberton – achtundsiebzig Jahre alt, täglich im Anzug, Krawatte mit Windsorknoten – ist seit einem Jahr auf ihrer Liste und hat in dieser Zeit bewiesen, dass Aristokratie weniger ein Stand ist als eine Haltung, die man aufrechterhalten kann, solange man sich weigert, die Verhältnisse neu zu vermessen: Er lebt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die einst für eine Familie mit Personal ausgelegt war und die nun, von Familie und Personal gleichermaßen verlassen, die Abwesenheit all dessen dokumentiert, was sie hätte füllen sollen, mit einer Stille, die nicht Frieden ist, sondern der Nachhall von etwas, das aufgehört hat zu klingen, ohne dass jemand es ausgemacht hätte. :4. A porcelán – meisseni étkészlet, fehér, kobaltkék indákkal és aranyszegéllyel, tizenhat személyre, üveg mögött egy rézzáras szekrényben – az egyetlen tárgy ebben a lakásban, amely Maureent valóban foglalkoztatja, nem azért, mert munkát ad, hanem mert Archie elnémul, amikor hozzáér: olyan elnémulás ez, amely más, mint a szokásos hallgatása, összpontosítottabb, feszültebb, mint annak a hallgatása, aki vigyáz, hogy valami el ne törjön, és közben maga sem egészen biztos benne, hogy a porcelánra gondol-e vagy önmagára. - Das Porzellan – Meißner Service, weiß mit kobaltblauen Ranken und Goldrand, für sechzehn Personen hinter Glas in einem Schrank mit Messingschloss – ist das einzige Objekt in dieser Wohnung, das Maureen wirklich beschäftigt, nicht weil es Arbeit macht, sondern weil Archie verstummt, wenn sie es anfasst: ein Verstummen, das anders ist als sein sonstiges Schweigen, konzentrierter, angespannter, wie das Schweigen von jemandem, der aufpasst, dass etwas nicht kaputtgeht, und dabei nicht ganz sicher ist, ob er das Porzellan meint oder sich selbst. :5. Egyszer megkérdezte tőle, kié ez a készlet, és ő azt mondta: „a feleségemé”, olyan rövidséggel, amely nem engedett meg semmilyen következő kérdést – nem azért, mert udvariatlan volt, hanem mert bizonyos mondatok éppen attól teljesek, hogy nem vezetik őket végig, és mert Maureen, aki sokat figyel és nagyon keveset kérdez, ezt azonnal megértette, és azóta mindkét kezét használja, amikor elveszi a csészéket. - Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat „meiner Frau" gesagt mit einer Kürze, die keine Folgefrage zuließ – nicht weil er unhöflich war, sondern weil manche Sätze vollständig sind, gerade weil sie nicht zu Ende geführt werden, und weil Maureen, die viel beobachtet und sehr wenig fragt, das sofort verstanden hat und seitdem beide Hände benutzt, wenn sie die Tassen nimmt. :6. A kulcsot, amelyet Archie átadott neki, a mai napig „kölcsönadottnak” nevezi, és ez a szemantikai önfejűség, ahogyan Maureen egyszer elmagyarázta a nővérének, nem véletlen és nem hóbort, hanem az utolsó megmaradt terület, amely fölött még rendelkezik: a nyelv fölött, cselekedetei jelentése fölött, afölött a jog fölött, hogy a birtoklást és az ajándékozást ne engedje egybeesni, még akkor sem, ha régóta világos, hogy a kulcsot soha nem fogja visszakérni. - Den Schlüssel, den Archie ihr übergeben hat, nennt er bis heute „geliehen", und dieser semantische Eigensinn ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, kein Versehen und keine Marotte, sondern der letzte verbliebene Bereich, in dem er noch verfügt: über die Sprache, über die Bedeutung seiner Handlungen, über das Recht, Besitz und Gabe nicht zusammenfallen zu lassen, selbst wenn längst klar ist, dass er den Schlüssel nie zurückfordern wird. :7. Amikor hétfőnként kinyitja az ajtót, a teáskészlet a konyhaasztalon áll – minden alkalommal, kivétel nélkül, olyan kitartással, amely nem feledékenységre utal, hanem reményre, arra a fajta reményre, amely nem adja fel, mert tudja, hogy nincs alapja, és éppen ezért valamilyen különös méltóságban marad fenn, amelyet Maureen, bár soha nem iszik teát, és ezt egy éve nem is tette, nem kommentál, mert megérezte, hogy a teáskészlet nem neki szól, hanem annak a róla alkotott képnek, amelyre Archie-nak szüksége van ahhoz, hogy kibírja a hétfőt. - Wenn sie montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr auf dem Küchentisch – jedes Mal, ohne Ausnahme, mit einer Beharrlichkeit, die nicht auf Vergessen deutet, sondern auf Hoffnung, auf die Art Hoffnung, die nicht aufgibt, weil sie weiß, dass sie keine Grundlage hat, und die genau deswegen in einer eigentümlichen Würde fortbesteht, die Maureen, obwohl sie nie Tee trinkt und das seit einem Jahr nicht getan hat, nicht kommentiert, weil sie gespürt hat, dass das Teegeschirr nicht für sie bestimmt ist, sondern für die Vorstellung von ihr, die Archie braucht, um den Montag auszuhalten. :8. „Á, Maureen” – mondja az előszobából egy olyan férfi hangján, akinek túl hosszúvá vált a hét, és akinek most végre valaki kinyitotta az ajtót –, „a csillár megint inog – nem vette észre?” - „Ah, Maureen", sagt er aus dem Flur mit dem Ton eines Mannes, dem die Woche zu lang geworden ist und dem jetzt endlich jemand die Tür aufgemacht hat, „der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" :9. Maureen minden alkalommal felnéz, ugyanazzal a rövid figyelemmel, amelyet egy nyomozónő szentel egy tetthelynek, amely nem hagyott nyomokat, és a csillár minden alkalommal tökéletes mozdulatlanságban függ, súlyosan és elutasítóan, mint egy tárgy, amely nem hajlandó részt venni egy elbeszélésben, amelyet nem maga kezdett – ezért Maureen minden alkalommal azt mondja: „Később megnézem”, és bemegy a fürdőszobába, mert ez olyan kijelentés, amely senkit sem kötelez semmire. - Sie schaut jedes Mal nach oben, mit derselben kurzen Aufmerksamkeit, die eine Detektivin einem Tatort schenkt, der keine Spuren hinterlassen hat, und der Kronleuchter hängt jedes Mal in vollkommener Reglosigkeit, schwer und abweisend wie ein Objekt, das sich weigert, an einer Erzählung teilzunehmen, die es nicht selbst begonnen hat – weshalb Maureen jedes Mal „Ich schau später" sagt und ins Badezimmer geht, weil das eine Aussage ist, die niemanden zu irgendetwas verpflichtet. :10. Archie követi őt egészen a küszöbig, olyan férfi könnyedségével támaszkodik az ajtófélfának, akinek a határok mindig mások határai voltak, és elkezdi heti monológját, a sherrys pohárral már a kezében, noha alig fél tíz múlt, és noha a sherry, ezt Maureen kiszámolta, éves mennyiségben olyan szintre jut, amely elgondolkodtatja, de ez az ő dolga. - Archie folgt ihr bis zur Schwelle, lehnt sich in den Türrahmen mit der Lässigkeit eines Mannes, für den Grenzen immer die Grenzen anderer waren, und beginnt seinen wöchentlichen Monolog, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl es kaum halb zehn ist und obwohl der Sherry, das hat Maureen berechnet, auf ein Jahresvolumen kommt, das sie nachdenklich stimmt, aber das ist seine Sache. :11. Elbeszélései olyan dramaturgiát követnek, amely hónapok óta alig változott: az apa, aki állítólag Churchill-lel vacsorázott – ezeknek a vacsoráknak a vendéglistája minden ismétléssel nő –, a Wellington nevű ló, amely háromszor győzött Hampshire-ben, és végül a jelen, amellyel úgy bánik, mint egy látogatóval, akinek udvariasságból ajtót nyit az ember, de akit mégis legszívesebben nem hívott volna be. - Seine Erzählungen folgen einer Dramaturgie, die sich über Monate kaum verändert hat: Der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll – die Gästeliste dieser Abendessen wächst mit jeder Wiederholung –, das Pferd Wellington, das dreimal in Hampshire siegte, und schließlich die Gegenwart, die er behandelt wie einen Besucher, dem man aus Höflichkeit öffnet und den man trotzdem am liebsten nicht hereingebeten hätte. :12. Maureen hallgatja, súrolja a csaptelepet, letörli a tükröt, és a megfelelő ütemben válaszol, mert megértette, hogy a figyelmes hallgatás ugyanolyan kézműves készség, mint bármely más – olyan készség, amelyet tökéletesíteni lehet anélkül, hogy az ember elveszne benne, amíg ismeri a vonalat aközött, ami hallatszani akar, és aközött, ami rá tartozik. - Maureen hört zu, schrubbt die Armatur, wischt den Spiegel und antwortet im richtigen Takt, weil sie verstanden hat, dass aufmerksames Zuhören eine handwerkliche Fertigkeit ist wie jede andere – eine, die man perfektionieren kann, ohne sich selbst darin zu verlieren, solange man die Linie kennt zwischen dem, was gehört werden will, und dem, was einen angeht. :13. „Tulajdonképpen elégedett, Maureen?” – ezt a kérdést időnként felteszi, és ez az egyetlen, amelynél Maureen valóban megáll, nem zavarában, és nem azért, mert hiányozna a válasz, hanem mert a kérdés olyan intimitást igényel magának, amely egy olyan férfi szájából jön, aki soha nem kérdezte meg tőle, hogy hívják a gyerekeit vagy honnan származik, és aki ezzel a kérdéssel, anélkül hogy tudná, az egyetlen dolgot érinti, amiről Maureen valóban nem akar beszélni: nem az elégedettséget, hanem azt a kérdést, hogy a szó még mindig a megfelelő mértékegység-e ahhoz, hogy ahhoz mérje, amivé az élet lett. - „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er gelegentlich, und es ist die einzige, bei der sie tatsächlich innehält, nicht aus Verlegenheit und nicht, weil die Antwort fehlte, sondern weil die Frage eine Intimität beansprucht, die aus dem Mund eines Mannes kommt, der sie nie gefragt hat, wie ihre Kinder heißen oder woher sie kommt, und der mit dieser Frage, ohne es zu wissen, das Einzige berührt, worüber Maureen wirklich nicht sprechen will: nicht das Zufriede-Sein, sondern die Frage, ob das Wort noch die richtige Einheit ist, um das, was das Leben geworden ist, daran zu messen. :14. „A törlőkendő lassan túl vékony lesz” – mondja, és Archie bólint, mintha valami fontosat mondott volna. - „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt, als hätte sie etwas Wichtiges gesagt. :15. Egy novemberi hétfőn – szürke ég, nedves utcák, az ajtórésen beszivárgó avar- és dízelszag – a lakás más, még mielőtt Maureen felkapcsolta volna a villanyt: a levegő olyan besűrűsödése ez, amelyet nem lehet mérni, de azonnal felismer az ember, ha annyi helyiséget ismer, mint ő, és ha megtanulta, hogy előbb érezzen, és csak azután nézzen oda. - An einem Montag im November – grauer Himmel, nasse Straßen, der Geruch von Laub und Diesel, der durch die Türritze dringt – ist die Wohnung anders, noch bevor Maureen das Licht angemacht hat: eine Verdichtung der Luft, die man nicht messen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Räume kennt wie sie und wenn man gelernt hat, zuerst zu fühlen und erst dann hinzuschauen. :16. Archie reggeli köntösben ül az étkezőasztalnál – már ez önmagában elég szokatlan ahhoz, hogy minden mást előre sejteni lehessen –, és előtte egy feltépett levél fekszik, amely a borítékját a földön vesztette el, mintha a felnyitás a harag mozdulata lett volna, az olvasás pedig aztán valami egészen más. - Archie sitzt im Morgenmantel am Esstisch – das allein ist ungewöhnlich genug, um alles andere schon vorauszuahnen –, und vor ihm liegt ein aufgerissener Brief, der auf dem Boden seinen Umschlag verloren hat, als wäre das Öffnen eine Geste der Wut gewesen und das Lesen dann etwas ganz anderes. :17. Kezei laposan fekszenek az asztalon, olyan kezek nyomásával, amelyeknek meg kell kapaszkodniuk valamiben, ami maga nem szilárd, és az arca azt a különös kifejezést mutatja, amelyet Maureen más lakások más pillanataiból ismer: annak az embernek a kifejezését, aki a hírt már teljesen megértette, de még nem fogadta el teljesen, mert a kettő együtt túl sok lenne egyszerre. - Seine Hände liegen flach auf dem Tisch mit dem Druck von Händen, die sich festhalten müssen an etwas, das selbst nicht fest ist, und sein Gesicht zeigt jenen eigentümlichen Ausdruck, den Maureen kennt von anderen Momenten in anderen Wohnungen: den Ausdruck eines Menschen, der die Nachricht bereits vollständig verstanden und noch nicht vollständig angenommen hat, weil beides zusammen zu viel auf einmal wäre. :18. „Giles kihúz engem a végrendeletből” – mondja anélkül, hogy felnézne, és ebben a mondatban – rövidségében, a magyarázatról való teljes lemondásában – több van, mint gyász: ott van egy férfi szégyene, aki nem érti, hogyan veszíthet el valakit az ember, akit soha nem volt igazán kész megismerni. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken, und in diesem Satz – in seiner Kürze, in seinem vollständigen Verzicht auf Erklärung – steckt mehr als Trauer: da ist die Scham eines Mannes, der nicht versteht, wie man jemanden verlieren kann, den man nie wirklich zu kennen bereit war. :19. Giles befektetési bankár, Archie világában főként üres helyként jelenik meg, és Maureen, aki az utóbbi években sokat gondolkodott fiúkon, további magyarázat nélkül megérti, hogy itt nem hirtelen kegyetlenségről van szó, hanem egy hosszú közöny végéről, amely mindkét oldalon ott ült, és amelyet most az egyik oldal döntésként fogalmazott meg. - Giles ist Investmentbanker, taucht in Archies Welt hauptsächlich als Leerstelle auf, und Maureen, die viel über Söhne nachgedacht hat in den letzten Jahren, versteht ohne weitere Erklärung, dass hier keine plötzliche Grausamkeit vorliegt, sondern das Ende einer langen Gleichgültigkeit, die auf beiden Seiten saß und die jetzt eines der beiden Seiten als Entscheidung formuliert hat. :20. A konyhában áll, és Archie-t nézi, aztán meglátja a sherryt a tálalón, és abban a másodpercben, amelyben mindkettőt látta, a döntés már meg is született – nem hirtelen indulatként, nem szentimentális együttérzésként, hanem annak nyugodt felismeréseként, hogy vannak pillanatok, amikor az ember abbahagyja a távolság igazgatását, nem azért, mert a távolság rossz volt, hanem mert éppen nem az a helyes. - Sie steht in der Küche und sieht Archie an, und dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und in der Sekunde, in der sie beides gesehen hat, ist die Entscheidung bereits gefallen – nicht als Impuls, nicht als sentimentales Mitgefühl, sondern als die ruhige Erkenntnis, dass es Momente gibt, in denen man aufhört, Distanz zu verwalten, nicht weil die Distanz falsch war, sondern weil sie gerade nicht das Richtige ist. :21. Fogja az egyik kis poharat, megtölti egy olyan nő gondosságával, aki nem tesz fölösleges mozdulatokat, és leül Archie-val szemben – húsz év óta először ülve egy ügyfél lakásában, munkaidőben, és a legkülönösebb ebben az, milyen kevéssé különösnek érződik. - Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Sorgfalt einer Frau, die keine unnötigen Bewegungen macht, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren sitzend in der Wohnung eines Kunden, in der Arbeitszeit, und das Merkwürdigste daran ist, wie wenig merkwürdig es sich anfühlt. :22. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon” – mondja, a poharat két kézzel tartva, tekintetét az asztalra szegezve, nem rá –, mert bizonyos mondatokat könnyebb kimondani, ha közben nem látják az embert –, „ez természetesen nem ugyanaz, nem akarok úgy tenni, mintha ugyanaz lenne – de azt hiszem, a gyerekek valamikor felhagynak azzal, hogy minket lássanak, és elkezdik azt látni, ami megkönnyebbíti őket, amikor így látnak minket.” - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch, nicht auf ihn – weil manche Sätze leichter fallen, wenn man nicht gesehen wird beim Sagen, „das ist natürlich nicht dasselbe, ich will nicht so tun als wäre es dasselbe – aber ich glaube, dass Kinder irgendwann aufhören, uns zu sehen, und anfangen, das zu sehen, was sie entlastet, wenn sie uns so sehen." :23. A mondat nem csattanóval ér véget, mert nincs csattanó, és Maureen iszik, mert ennek a mondatnak a befejezetlensége többet mond, mint bármilyen befejezés mondhatna: azt mondja, hogy ő sem tudja, ez hogyan végződik, és hogy belenyugodott abba, hogy nem tudja. - Der Satz endet nicht mit einer Pointe, weil es keine gibt, und Maureen trinkt, weil das Unfertige dieses Satzes mehr sagt als jede Vollendung es könnte: es sagt, dass sie auch nicht weiß, wie das endet, und dass sie damit abgefunden hat, es nicht zu wissen. :24. Archie felzokog – egyszer, röviden, félig elfojtva, annak a férfinak a szégyenével, akinek az érzés mindig túl nagy volt ahhoz a térhez képest, amelyet engedélyezett neki –, Maureen pedig leteszi a poharat az asztalra, és vár, nem annak feszült segítőkészségével, aki megoldást akar kínálni, hanem annak csendes szolidaritásával, aki tudja, hogy nincs megoldás, és mégsem áll fel – vagy éppen ezért nem. - Archie schluchzt – einmal, kurz, halb unterdrückt, mit der Scham eines Mannes, dem das Gefühl immer zu groß war für den Raum, den er ihm zugebilligt hat –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet, nicht mit der gespannten Hilfsbereitschaft von jemandem, der eine Lösung anbieten will, sondern mit der stillen Solidarität von jemandem, der weiß, dass es keine gibt, und der trotzdem nicht aufsteht – oder gerade deswegen. :25. A következő héten gyakrabban gondol rá, mint valaha, de nem azzal a lágy szánalommal, amelyet az ember néha megenged magának, hogy saját magát együttérzőnek élje meg: inkább azzal a távolságtartó figyelemmel, amelyet akkor vesz észre magában az ember, amikor valami, amiről azt hitte, érti, hirtelen olyan mélységet mutat, amellyel nem számolt, és amelyet nem lehet figyelmen kívül hagyni anélkül, hogy az ember valamit megtagadna önmagától. - In der Woche danach denkt sie öfter an ihn als je zuvor, aber nicht mit dem weichen Mitleid, das man sich manchmal gönnt, um sich selbst als mitfühlend zu erleben: eher mit jener distanzierten Aufmerksamkeit, die man in sich bemerkt, wenn etwas, das man glaubte zu verstehen, plötzlich eine Tiefe zeigt, die man nicht eingerechnet hatte, und die man nicht ignorieren kann, ohne sich selbst etwas zu verweigern. :26. Csütörtök este pogácsaszerű scone-okat süt az anyja receptje szerint – olyan recept szerint, amelyet kívülről tud, és évek óta nem használt, mert az anya halála után a sütés gyász ízű volt, nem konyháé, és mert Maureennek nem szokása önként előhívni a fájdalmat. - Am Donnerstagabend backt sie Scones nach dem Rezept ihrer Mutter – einem Rezept, das sie auswendig kann und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter nach Trauer schmeckte und nicht nach Küche, und weil Maureen keine Gewohnheit darin hat, Schmerz freiwillig aufzurufen. :27. Mégis süt, és a scone-ok kissé túl barnák lesznek, mert a sütő hazudik, és beteszi őket a műanyag dobozba, mert a melegség állítás, és mert nem akar másikat tenni, és jobbat sem ismer. - Sie backt trotzdem, und die Scones werden etwas zu braun, weil das Backrohr lügt, und sie legt sie in die Tupperdose, weil Wärme eine Aussage ist und weil sie keine andere machen will und keine bessere kennt. :28. A következő hétfőn csenget, bár a kulcs a táskájában van – apró gesztus, de tudatos, mert a csengetés választási lehetőséget ad a másiknak, és mert Maureen úgy döntött, hogy Archie-nak ezúttal legyen meg ez a választása, anélkül hogy tudná, hogy úgysem élne vele. - Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl der Schlüssel in ihrer Tasche liegt – eine kleine Geste, aber eine bewusste, weil Klingeln dem anderen die Wahl gibt, und weil Maureen entschieden hat, dass Archie diese Wahl diesmal haben soll, ohne zu wissen, dass er sie sowieso nicht benutzen würde. :29. Archie ajtót nyit – felöltözve, vasalt gallérral, még kissé kivörösödött szemmel, de olyan férfi tartásával, aki elismerte a vereséget, és most rájön, hogy az élet utána is folytatódik, ami egyszerre meglepő és nem meglepő. - Er öffnet – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der die Niederlage eingeräumt hat und nun herausfindet, dass das Leben danach weitergeht, was überraschend und nicht überraschend zugleich ist. :30. Maureen leteszi a dobozt az asztalra, megtölti a vízforralót, megkeresi a teát, megtalálja a rossz szekrénykében, kommentár nélkül kiveszi, és a közben keletkező csend nem üres, hanem sűrű – sűrű mindazoktól a dolgoktól, amelyeket nem kell kimondani, mert mindketten ott vannak. - Maureen stellt die Dose auf den Tisch, füllt den Wasserkocher, sucht den Tee, findet ihn im falschen Schränkchen, nimmt ihn heraus ohne Kommentar, und die Stille, die dabei entsteht, ist nicht leer, sondern dicht – dicht von den Dingen, die nicht gesagt werden müssen, weil sie beide da sind. :31. Ülnek, teát isznak és scone-okat esznek, és a beszélgetés, amely megtörténik, nem is beszélgetés, és mégis több, mint a legtöbb: olyan valaminek az állaga van, ami terv nélkül nőtt, ami nem tudja, hogyan hívják, és éppen ezért tart. - Sie sitzen und trinken Tee und essen die Scones, und das Gespräch, das stattfindet, ist keines und doch mehr als die meisten: es hat die Konsistenz von etwas, das gewachsen ist ohne Plan, das nicht weiß, wie es heißt, und das gerade deswegen hält. :32. „A csillár egyébként nem inog” – mondja Maureen valamikor, hangsúly nélkül, egy fizikai tény megállapításaként –, és Archie ránéz, egy másodpercig, kettőig, aztán elmosolyodik, olyan mosollyal, amely nem akar semmit: sem szánalmat, sem elnézést, sem olyan kötődést, amelyet ápolni kellene – egyszerűen mosoly, amely ott van, mert éppen nincs ott semmi, ami megakadályozná. - „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt Maureen irgendwann, ohne Betonung, als Feststellung einer physikalischen Tatsache – und Archie sieht sie an, eine Sekunde, zwei, und dann lächelt er, ein Lächeln, das nichts will: kein Mitleid, keine Nachsicht, keine Verbundenheit, die man pflegen müsste – einfach ein Lächeln, das da ist, weil gerade nichts da ist, das es verhindert. :33. „Tudom” – mondja. - „Ich weiß", sagt er. :34. Odakint elhalad egy busz, és a régi ablaküvegek röviden megremegnek kereteikben, aztán a csend ismét rátelepszik a lakásra – ugyanaz a csend, mint mindig, ugyanazokkal a bútorokkal, ugyanazzal a porcelánnal, ugyanazzal a fénnyel, és mégis más, mert a csend, ahogyan mindenki tudja, aki sokáig ült benne, nem üres, hanem abból áll, amit belevittünk, és mert ezúttal, először, valami meleg van benne. - Draußen fährt ein Bus vorbei, und die alten Scheiben zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, mit denselben Möbeln, demselben Porzellan, demselben Licht, und doch eine andere, weil Stille, wie jeder weiß, der lange in ihr gesessen hat, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingebracht hat, und weil diesmal, zum ersten Mal, etwas Warmes darin ist. -------------------- == 87 == 1 -------------------- :A híd - Die Brücke :1. Lucía 29 éves. - Lucía ist 29 Jahre alt. :2. Egy gyárban dolgozik. - Sie arbeitet in einer Fabrik. :3. A gyár Bogotá szélén fekszik. - Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá. :4. Mindennap ingeket varr. - Jeden Tag näht sie Hemden. :5. Az ujjai gyakran fáradtak. - Ihre Finger sind oft müde. :6. Éjszakánként egy kis panzióban alszik. - Nachts schläft sie in einer kleinen Pension. :7. Ott még öt másik nő is lakik. - Dort wohnen noch fünf andere Frauen. :8. A szoba szűk, de olcsó. - Das Zimmer ist eng, aber es ist billig. :9. Lucía félreteszi a pénzét. - Lucía spart ihr Geld. :10. Egy napon el akar menni. - Sie will eines Tages wegfahren. :11. Hová, azt még nem tudja. - Wohin, weiß sie noch nicht. :12. Lucíának van egy bátyja. - Lucía hat einen Bruder. :13. Javiernek hívják, és 24 éves. - Er heißt Javier und ist 24 Jahre alt. :14. Két évvel ezelőtt elment. - Vor zwei Jahren ist er weggegangen. :15. A szomszédasszony azt mondja: A hegyekben van. - Die Nachbarin sagt: Er ist in den Bergen. :16. A kormány azt mondja: Meghalt. - Die Regierung sagt: Er ist tot. :17. Lucía nem mond semmit. - Lucía sagt nichts. :18. Egyszerűen így nevezi: elment. - Sie nennt es einfach: weg. :19. Javiernek hosszú ujjai és halk hangja volt. - Javier hatte lange Finger und eine leise Stimme. :20. A szája mindig fahéjillatú volt. - Sein Mund roch immer nach Zimt. :21. Lucía mindennap gondol rá. - Lucía denkt jeden Tag an ihn. :22. Lucía minden szombaton busszal utazik. - Jeden Samstag fährt Lucía mit dem Bus. :23. A busz öreg és hangos. - Der Bus ist alt und laut. :24. Vannak ott tyúkok, kosarak és fáradt emberek. - Es gibt Hühner, Körbe und müde Menschen. :25. Lucía az ablaknál ül. - Lucía sitzt am Fenster. :26. A forró levegő a ponyván lévő lyukon át jön be. - Die heiße Luft kommt durch ein Loch in der Plane. :27. Egy kisgyerek ül mellette. - Ein kleines Kind sitzt neben ihr. :28. A gyerek egy mandarint tart a kezében. - Das Kind hält eine Mandarine in der Hand. :29. Odaadja Lucíának a felét. - Es gibt Lucía die Hälfte. :30. Lucía elmosolyodik. - Lucía lächelt. :31. Azt gondolja: Javier mindig a fogával hámozta a mandarinokat. - Sie denkt: Javier hat Mandarinen immer mit den Zähnen geschält. :32. A busz lassít. - Der Bus wird langsamer. :33. Közeledik a híd. - Die Brücke kommt. :34. Lucía jól ismeri ezt a hidat. - Lucía kennt diese Brücke gut. :35. Itt látták egymást utoljára. - Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen. :36. Ő és Javier, két évvel ezelőtt. - Sie und Javier, vor zwei Jahren. :37. Most minden héten itt áll. - Jetzt steht sie jede Woche hier. :38. A korlátnál áll, és a vizet nézi. - Sie steht am Geländer und schaut auf das Wasser. :39. A víz barna, és gyorsan folyik. - Das Wasser ist braun und fließt schnell. :40. Nem vár semmire. - Sie wartet auf nichts. :41. Nem remél semmit. - Sie hofft auf nichts. :42. Egyszerűen ott van. - Sie ist einfach da. :43. Ezen a szombaton egy öregember van a hídnál. - An diesem Samstag ist ein alter Mann an der Brücke. :44. Egy felfordított vödrön ül. - Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer. :45. A térdei között egy termosz áll. - Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug. :46. Kávét árul. - Er verkauft Kaffee. :47. Lucía bólint, amikor megkérdezi. - Lucía nickt, als er sie fragt. :48. Aprópénzt keres a táskájában. - Sie sucht das Kleingeld in ihrer Tasche. :49. Aztán meglátja a kezét. - Dann sieht sie seine Hände. :50. Az ujjak hosszúak, a körmök feketék. - Die Finger sind lang, die Nägel schwarz. :51. A hüvelykujján a csont olyan, mint Javier csontja. - Der Knochen am Daumen sieht aus wie Javiers Knochen. :52. Lucíát hideg járja át, pedig forrón süt a nap. - Lucía wird kalt, obwohl die Sonne heiß ist. :53. Meg akarja kérdezni: Ki maga? - Sie will fragen: Wer sind Sie? :54. De egy szót sem szól. - Aber sie sagt kein Wort. :55. Az öregember odaadja neki a kávét. - Der alte Mann gibt ihr den Kaffee. :56. Azt mondja: „Vigyázzon, forró.” - Er sagt: „Vorsicht, heiß." :57. A hangja idegenül cseng. - Seine Stimme klingt fremd. :58. Lucía lassan issza a kávét. - Lucía trinkt den Kaffee langsam. :59. Nézi a férfit. - Sie schaut den Mann an. :60. A férfi a vizet nézi. - Er schaut auf das Wasser. :61. Nem tesz fel kérdéseket. - Sie stellt keine Fragen. :62. A következő szombaton Lucía megint elmegy a hídhoz. - Am nächsten Samstag fährt Lucía wieder zur Brücke. :63. A vödör még ott áll. - Der Eimer steht noch da. :64. De az öregember eltűnt. - Aber der alte Mann ist weg. :65. Egy másik árus foglalta el a helyét. - Ein anderer Verkäufer hat seinen Platz. :66. Ő kólát árul, nem kávét. - Der verkauft Cola, keinen Kaffee. :67. Lucía megkérdezi: „Az öregember – hol van?” - Lucía fragt: „Der alte Mann – wo ist er?" :68. Az árus megvonja a vállát. - Der Verkäufer zuckt mit den Schultern. :69. Azt mondja: „Továbbment. Vagy meghalt. Vagy mindkettő.” - Er sagt: „Weitergegangen. Oder gestorben. Oder beides." :70. Lucía leül a vödörre. - Lucía setzt sich auf den Eimer. :71. Megiszik egy kólát. - Sie trinkt eine Cola. :72. A kólának semmi íze nincs. - Die Cola schmeckt nach nichts. :73. A korlát végén egy piros szál lóg. - Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden. :74. Lucía nem tudja, ki akasztotta oda. - Lucía weiß nicht, wer ihn hingehängt hat. :75. Leszed egy szálat a kabátjáról. - Sie nimmt einen Faden von ihrer Jacke. :76. Odaköti a piros szál mellé. - Sie knüpft ihn neben den roten Faden. :77. Aztán feláll. - Dann steht sie auf. :78. Elmegy a buszhoz. - Sie geht zum Bus. :79. Leül az ablakhoz. - Sie setzt sich ans Fenster. :80. A kezét az üveghez teszi. - Sie legt die Hand gegen das Glas. :81. Odakint a hegyek feloldódnak a hőségben. - Draußen lösen sich die Berge in der Hitze auf. :82. A múlt heti kávé még ott van a nyelvén. - Der Kaffee von letzter Woche ist noch auf ihrer Zunge. :83. Jövő héten újra el fog jönni. - Sie wird nächste Woche wiederkommen. :84. Talán. - Vielleicht. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :A híd - Die Brücke :1. Lucía éjjel egy órakor a varrógépénél áll, és hallja, ahogy a többi nő alszik a panzióban. - Lucía steht um ein Uhr nachts an ihrer Nähmaschine und hört, wie die anderen Frauen in der Pension schlafen. :2. A gyár Bogotá szélén fekszik, ott, ahol az utcák véget érnek, és a hegyek kezdődnek. - Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá, wo die Straßen aufhören und die Berge beginnen. :3. Az ujjai a körmei alatt fájnak, nem erősen, de eléggé ahhoz, hogy érezze. - Ihre Finger schmerzen unter den Nägeln, nicht stark, aber genug, dass sie es spürt. :4. Kinéz a rácsos ablakon a kinti fekete hegyekre. - Sie schaut durch das vergitterte Fenster auf die schwarzen Berge draußen. :5. Odafönt nem ég fény, nincs jel, semmi. - Kein Licht brennt dort oben, kein Zeichen, nichts. :6. Lucía a bátyjára, Javierre gondol, aki két évvel ezelőtt elment, anélkül hogy egyetlen szót is hátrahagyott volna. - Lucía denkt an ihren Bruder Javier, der vor zwei Jahren weggegangen ist, ohne ein Wort zu hinterlassen. :7. A szomszédasszony azt mondja, a gerilláknál van a hegyekben. - Die Nachbarin sagt, er ist bei der Guerilla in den Bergen. :8. A kormány azt mondja, meghalt, de bizonyítékot nem küldött. - Die Regierung sagt, er ist tot, aber sie hat keinen Beweis geschickt. :9. Lucía ebből semmit sem mond ki hangosan, mert a szavak néha többet vesznek el, mint amennyit adnak. - Lucía sagt nichts davon laut, weil Worte manchmal mehr wegnehmen, als sie geben. :10. Szombaton kora reggel felszáll a buszra, amely dél felé megy, a Río Sumapazhoz. - Am Samstag früh steigt sie in den Bus, der nach Süden fährt, zum Río Sumapaz. :11. A busz annyira tele van, hogy mellette az ülésen egy tyúk ül, és fél szemmel őt nézi. - Der Bus ist so voll, dass ein Huhn auf dem Sitz neben ihr sitzt und sie mit einem Auge anschaut. :12. A műanyag ponyván lévő lyukon át úgy jön be a forró levegő, mint egy lélegzet. - Durch ein Loch in der Plastikplane kommt die heiße Luft wie ein Atem herein. :13. Egy kisgyerek, akinek nincsenek elülső fogai, egy mandarint nyújt felé. - Ein kleines Kind, das keine Vorderzähne hat, hält ihr eine Mandarine hin. :14. Lucía elveszi a gyümölcsöt, nyugodtan két félre osztja, és az egyiket visszaadja a gyereknek. - Lucía nimmt die Frucht, teilt sie ruhig in zwei Hälften und gibt dem Kind eine zurück. :15. A gyerek nevet, és Lucíának azonnal Javier jut eszébe, aki a mandarint mindig a fogaival hámozta. - Das Kind lacht, und Lucía denkt sofort an Javier, der Mandarinen immer mit den Zähnen geschält hat. :16. Kinéz az ablakon, hogy a gyerek ne lássa a szemét. - Sie schaut aus dem Fenster, damit das Kind ihre Augen nicht sieht. :17. Aztán a busz lassítani kezd, és a híd megjelenik a fák között. - Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen. :18. Lucía ennek a korlátnak minden csavarját ismeri. - Lucía kennt jede Schraube an diesem Geländer. :19. Itt látták egymást utoljára, ő és Javier, egy olyan reggelen, amely úgy nézett ki, mint az összes többi. - Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, sie und Javier, an einem Morgen, der wie alle anderen aussah. :20. Nem fordult meg, amikor elment, vagy talán Lucía csak nem látta. - Er hat sich nicht umgedreht, als er gegangen ist, oder vielleicht hat sie es nur nicht gesehen. :21. Most minden szombaton eljön, két órát áll a korlátnál, és nézi a barna vizet, amely alatta folyik. - Jetzt kommt sie jeden Samstag, steht zwei Stunden am Geländer und schaut auf das braune Wasser, das unter ihr fließt. :22. Nem vár semmi meghatározottra, és nem remél semmi meghatározottat. - Sie wartet auf nichts Bestimmtes und hofft auf nichts Bestimmtes. :23. Egyszerűen ott van, mert ez az egyetlen hely, ahol nem kell megmagyaráznia, miért. - Sie ist einfach da, weil das der einzige Ort ist, wo sie nicht erklären muss, warum. :24. Ezen a szombaton egy öregember ül egy felfordított vödrön a korlát mellett. - An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer. :25. Talán hatvanöt éves, az arca olyan, mint a száraz föld, és a szeme nagyon messzire néz. - Er ist vielleicht fünfundsechzig Jahre alt, hat ein Gesicht wie trockene Erde und Augen, die sehr weit weg schauen. :26. A térdei között egy termosz áll, és halkan megkérdezi Lucíát, kér-e kávét. - Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug, und er fragt Lucía leise, ob sie einen Kaffee möchte. :27. Lucía bólint, az aprópénzt keresi a kabátzsebében, és közben meglátja a férfi kezét. - Sie nickt, sucht das Kleingeld in ihrer Jackentasche und sieht dabei seine Hände. :28. Az ujjai hosszúak és göcsörtösek, a körmei feketék a kosztól, de ezeknek a kezeknek a formája nem idegen. - Die Finger sind lang und knotig, die Nägel schwarz vom Dreck, aber die Form dieser Hände ist nicht fremd. :29. A hüvelykujj hosszú csontja, ahogy az inak a bőr alatt fekszenek – ezt már látta. - Der lange Knochen am Daumen, die Art, wie die Sehnen unter der Haut liegen – das hat sie schon gesehen. :30. Lucía a markában tartja az érméket, és nem tud megmozdulni. - Lucía hält die Münzen in ihrer Hand und kann sich nicht bewegen. :31. Azt akarja kérdezni: Ki maga, honnan jött, ismer egy Javier nevű férfit? - Sie will fragen: Wer sind Sie, wo kommen Sie her, kennen Sie einen Mann namens Javier? :32. De egyetlen szót sem tud kipréselni magából, mert fél a választól. - Aber sie bringt kein einziges Wort heraus, weil sie Angst hat vor der Antwort. :33. Az öregember egy kis műanyag pohárban odaadja neki a kávét, és azt mondja: „Vigyázzon, forró.” - Der alte Mann gibt ihr den Kaffee in einer kleinen Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß." :34. A hangja olyan, mint egy nyelv, amely nem spanyol, vagy mint a spanyol, amely nagyon sokáig hallgatott. - Seine Stimme klingt nach einer Sprache, die nicht Spanisch ist, oder nach Spanisch, das sehr lange geschwiegen hat. :35. Lucía lassan issza a kávét, és a vizet nézi, pontosan úgy, mint ő. - Lucía trinkt den Kaffee langsam und schaut auf das Wasser, genau wie er. :36. Nem tesz fel kérdéseket, és a férfi sem tesz fel kérdéseket, és ez furcsán helyesnek érződik. - Sie stellt keine Fragen, und er stellt keine Fragen, und das fühlt sich seltsam richtig an. :37. Egy héttel később Lucía újra leszáll a buszról, és elmegy a hídhoz. - Eine Woche später steigt Lucía wieder aus dem Bus und geht zur Brücke. :38. A vödör még ugyanazon a helyen áll, de az öregember nem ül rajta. - Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann sitzt nicht darauf. :39. Egy másik árus vette át a helyet, kólát árul egy hűtőtáskából. - Ein anderer Verkäufer hat den Platz übernommen, er verkauft Cola aus einer Kühltasche. :40. Lucía megkérdezi tőle: „Az öregember a kávéval – tudja, hol van?” - Lucía fragt ihn: „Der alte Mann mit dem Kaffee – wissen Sie, wo er ist?" :41. Az árus röviden ránéz, és vállat von. - Der Verkäufer schaut sie kurz an und zuckt mit den Schultern. :42. Azt mondja: „Továbbment, azt hiszem. Vagy meghalt. Ez itt többnyire ugyanaz.” - Er sagt: „Weitergegangen, glaube ich. Oder gestorben. Das ist hier meistens dasselbe." :43. Lucía leül a vödörre, és vesz egy kólát, amely meleg és édes, és semmilyen íze sincs. - Lucía setzt sich auf den Eimer und kauft eine Cola, die warm und süß ist und nach gar nichts schmeckt. :44. Ennek ellenére kiissza, mert nem tudja, mi mást tehetne. - Sie trinkt sie trotzdem leer, weil sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. :45. A korlát végén egy vörös fonal lóg, vékony és kifakult, mintha már régóta ott lenne. - Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, dünn und verblasst, als wäre er schon lange da. :46. Senki sem tudja megmondani neki, ki akasztotta oda, vagy miért. - Niemand kann ihr sagen, wer ihn hingehängt hat oder warum. :47. Lucía kihúz egy laza fonalat a kabátja szegélyéből, egy kéket, és közvetlenül a vörös mellé köti. - Lucía zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke, einen blauen, und knüpft ihn direkt neben den roten. :48. Röviden ránéz a két fonalra, aztán megfordul, és a buszhoz megy. - Sie schaut kurz auf die beiden Fäden, dann dreht sie sich um und geht zum Bus. :49. Leül az ablak mellé, lapos tenyerét a meleg üveghez teszi, és nézi a hegyeket, amelyek elmosódnak a hőségben. - Sie setzt sich ans Fenster, legt die flache Hand gegen das warme Glas und schaut auf die Berge, die in der Hitze verschwimmen. :50. Valahol ott van Javier, vagy sehol sincs, vagy ez végül ugyanaz. - Irgendwo dort ist Javier, oder er ist nirgends, oder das ist am Ende dasselbe. :51. A kávé íze még ott van a nyelvén, egyszerre idegen és ismerős. - Der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, fremd und vertraut zugleich. :52. A jövő héten vissza fog jönni. - Nächste Woche wird sie wiederkommen. :53. Ez nem remény. - Das ist keine Hoffnung. :54. Ez egyszerűen az, amit tesz. - Das ist einfach, was sie tut. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :A híd - Die Brücke :1. Éjszaka, amikor a gyár elcsendesedik, és már csak a gépek zúgnak, Lucía olyan dolgokra gondol, amelyekre nappal nem tud gondolni. - In der Nacht, wenn die Fabrik still wird und nur noch die Maschinen summen, denkt Lucía an Dinge, die sie tagsüber nicht denken kann. :2. Hat éve ugyanazokat az ingeket varrja, és néha azt hiszi, a tű már jobban ismeri az utat, mint ő maga. - Sie näht seit sechs Jahren dieselben Hemden, und manchmal glaubt sie, die Nadel kennt den Weg schon besser als sie selbst. :3. A kezei maguktól dolgoznak, miközben a feje valahol máshol jár – Javiernél, a hegyeknél, egy két évvel ezelőtti reggelnél, amely soha nem ért véget. - Ihre Hände arbeiten allein, während ihr Kopf woanders ist – bei Javier, bei den Bergen, bei einem Morgen vor zwei Jahren, der nie aufgehört hat. :4. Javier a bátyja, huszonnégy éves volt, amikor elment, és olyan hangja volt, amely mindig túl halk volt, mintha nem akart volna túl sok helyet elfoglalni. - Javier ist ihr Bruder, er war vierundzwanzig, als er ging, und er hatte eine Stimme, die immer zu leise war, als wollte er nicht zu viel Platz nehmen. :5. A szomszédasszony azt mondta, a hegyekben van a gerilláknál, de a szomszédasszony sok olyan dolgot mond, ami jól hangzik, és semmit sem jelent. - Die Nachbarin hat gesagt, er sei in den Bergen bei den Guerilleros, aber die Nachbarin sagt viele Dinge, die sich gut anhören und nichts bedeuten. :6. A kormány küldött egy levelet, amely Javier halálát megállapítja, de nem nevez meg dátumot, helyet, bizonyítékot. - Die Regierung hat einen Brief geschickt, der Javier für tot erklärt, aber kein Datum nennt, keinen Ort, keinen Beweis. :7. Lucía a levelet a bőröndbe tette, az ingek alá, és azóta nem vette elő, mert sem hinni nem akar, sem abbahagyni nem akarja a hitet. - Lucía hat den Brief in den Koffer gelegt, unter die Hemden, und seitdem nicht mehr herausgeholt, weil sie weder glauben noch aufhören will zu glauben. :8. Minden szombaton felszáll a korai buszra, amely dél felé megy, és régi olaj- meg állatszaga van. - Jeden Samstag nimmt sie den frühen Bus, der nach Süden fährt und nach altem Öl und Tier riecht. :9. Az út több mint egy óráig tart, és ezalatt Lucía kinéz az ablakon, anélkül hogy igazán látná, mi suhan el odakint. - Die Fahrt dauert über eine Stunde, und in dieser Zeit schaut Lucía aus dem Fenster, ohne wirklich zu sehen, was draußen vorbeizieht. :10. Ezen a reggelen egy gyerek ül mellette, aki egy mandarint tart a kezében, mintha valami nagyon értékes volna, és szavak nélkül felajánlja neki a felét. - An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält, als wäre sie etwas sehr Kostbares, und ihr ohne Worte die Hälfte anbietet. :11. Lucía elfogadja, és még mielőtt hozzáérne a gyümölcshöz, Javierre gondol, aki soha nem hámozta meg a mandarinokat, hanem egyszerűen a fogaival tépte fel a héjukat. - Lucía nimmt sie und denkt, noch bevor sie die Frucht berührt hat, an Javier, der Mandarinen nie schälte, sondern die Schale einfach mit den Zähnen aufriss. :12. Félrenéz, mielőtt a gyerek láthatná a szemét, és szorosan tartja a mandarint, amíg a busz lassítani nem kezd, és a fák között meg nem jelenik a híd. - Sie schaut weg, bevor das Kind ihre Augen sehen kann, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint. :13. Ez a híd a Río Sumapaz fölött nem különleges hely, száz ilyen híd van ebben az országban. - Diese Brücke über den Río Sumapaz ist kein besonderer Ort, es gibt hundert solche Brücken in diesem Land. :14. De itt látták egymást utoljára, és ez egy helyet olyasmivé tesz, ami korábban nem volt. - Aber hier haben sie sich zum letzten Mal gesehen, und das macht einen Ort zu etwas, das er vorher nicht war. :15. Lucía a korláthoz áll, nézi a barna vizet, amely közönyösen folyik alatta, és semmire sem vár, amit meg tudna nevezni. - Lucía stellt sich ans Geländer, schaut auf das braune Wasser, das gleichgültig unter ihr fließt, und wartet auf nichts, was sie benennen könnte. :16. Nem azért jön, mert reménykedik – egészen biztos benne, hogy a remény ilyen hosszú idő után helytelen volna. - Sie kommt nicht, weil sie hofft – sie ist sich ziemlich sicher, dass Hoffnung das Falsche wäre, nach so langer Zeit. :17. Azért jön, mert ez a hely az egyetlen, ahol nem kell elmagyaráznia, ki volt Javier, és miért van még mindig súlya a hiányának. - Sie kommt, weil dieser Ort der einzige ist, wo sie nicht erklären muss, wer Javier war, und warum seine Abwesenheit noch immer ein Gewicht hat. :18. Többnyire két órát áll itt, nézi a vizet, a hegyeket, az autókat, amelyek megállás nélkül hajtanak át a hídon. - Zwei Stunden steht sie meistens hier, schaut auf das Wasser, auf die Berge, auf die Autos, die über die Brücke fahren, ohne anzuhalten. :19. Ezen a szombaton ott van egy öregember, akit még soha nem látott. - An diesem Samstag ist ein alter Mann da, den sie noch nie gesehen hat. :20. Egy felfordított vödrön ül, mintha az teljesen közönséges szék volna, és egy termoszt tart a térdei között. - Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer, als wäre das ein ganz gewöhnlicher Stuhl, und hält einen Thermoskrug zwischen den Knien. :21. Megkérdezi tőle, kér-e kávét, és a hangjának van valami olyan minősége, amelyet Lucía nem tud azonnal hová tenni – mintha egy másik nyelvből jönne, még ha a szavak spanyolok is. - Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie nicht sofort einordnen kann – als käme sie aus einer anderen Sprache, auch wenn die Worte Spanisch sind. :22. Lucía bólint, a kabátzsebébe nyúl aprópénzért, és abban a pillanatban, amikor felnéz, meglátja a kezét. - Lucía nickt, greift in die Jackentasche nach Kleingeld, und in diesem Moment, als sie aufschaut, sieht sie seine Hände. :23. Az ujjak hosszúak és göcsörtösek, az ízületeket feltörte a munka, a körmök feketék, de ezeknek a kezeknek az alapformáját – a hosszú inakat, a hüvelykujjnál előugró csontot – ezer emlékből ismeri. - Die Finger sind lang und knotig, die Gelenke aufgebrochen von Arbeit, die Nägel schwarz, aber die Grundform dieser Hände – die langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen – kennt sie aus tausend Erinnerungen. :24. Már nem számolja az aprópénzt, csak tartja a nyitott tenyerében, és nem tud megmozdulni. - Sie zählt das Kleingeld nicht mehr, sie hält es einfach in der offenen Hand und kann sich nicht bewegen. :25. Kérdés formálódik benne, valójában több kérdés is, de egyik sem jut el az ajkáig, mert nem tudja, mit tenne vele egy válasz. - In ihr formt sich eine Frage, eigentlich mehrere Fragen, aber keine kommt bis zu den Lippen, weil sie nicht weiß, was eine Antwort mit ihr machen würde. :26. Az öregember nyugodtan vár, elveszi az érméket, megtölti a műanyag poharat, és azt mondja: „Vigyázat, forró”, mintha csak ennyit kellene mondani. - Der alte Mann wartet ruhig, nimmt die Münzen, füllt die Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß", als wäre das alles, was es zu sagen gibt. :27. A hangja úgy hangzik, mint valami, ami nagyon messziről utazott ide, és útközben sokat elveszített. - Seine Stimme klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs viel verloren hat. :28. Lucía lassan issza a kávét, kortyról kortyra, és inkább a vizet nézi, nem a férfit, mert érzi, hogy a tekintete darabokra szedné, ha túl sokáig viszonozná. - Lucía trinkt den Kaffee langsam, Schluck für Schluck, und schaut auf das Wasser statt auf den Mann, weil sie merkt, dass sein Blick sie in Stücke zerlegen würde, wenn sie ihn zu lange erwiderte. :29. Nem vesz második kávét, nem tesz fel kérdéseket, távozáskor még köszönetet sem mond – vagy talán mégis mond, később már nem biztos benne. - Sie kauft keinen zweiten Kaffee, sie stellt keine Fragen, sie sagt beim Gehen nicht einmal Danke – oder vielleicht sagt sie es doch, sie ist sich später nicht mehr sicher. :30. Eltelik egy hét, amely olyan, mint két mondat közötti hosszú csend, és aztán szombat van. - Eine Woche vergeht, die sich anfühlt wie eine lange Stille zwischen zwei Sätzen, und dann ist Samstag. :31. A vödör még mindig ugyanazon a helyen áll, de az öregember nincs ott, és a helyén valaki fiatalabb árul kólát egy horpadt hűtőtáskából. - Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann ist nicht da, und an seiner Stelle verkauft jemand Jüngeres Cola aus einer zerbeulten Kühltasche. :32. Lucía megkérdezi, hol van a kávés férfi, és az árus úgy néz rá, mintha a kérdés nehezebb volna, mint amilyennek hangzik. - Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie an, als wäre die Frage schwerer als sie klingt. :33. Azt mondja: „Továbbment, azt hiszem. Vagy meghalt. Ezen a vidéken ez gyakran ugyanaz, és az ember nem kérdez utána.” - Er sagt: „Weitergegangen, denke ich. Oder gestorben. In dieser Gegend ist das oft dasselbe, und man fragt nicht nach." :34. Lucía leül a vödörre, és megiszik egy kólát, amely langyos és túlságosan édes, és a korlátot nézi, mintha az meg tudna magyarázni neki valamit. - Lucía setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß, und schaut auf das Geländer, als könnte es ihr etwas erklären. :35. A korlát végén egy vörös fonal lóg, kifakultan és vékonyan, mintha már évek óta ott volna, és valakire várt volna. - Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, als wäre er schon seit Jahren da und hätte auf jemanden gewartet. :36. Senki sem tudja, ki akasztotta oda, és a kérdést amúgy sem teszi fel senki Lucíán kívül. - Niemand weiß, wer ihn hingehängt hat, und die Frage stellt sich sowieso niemand außer Lucía. :37. Kihúz egy laza szálat a kabátja szegélyéből – kéket, kissé rojtosat –, és olyan közel köti a vöröshöz, hogy a kettő összeérjen. - Sie zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein bisschen fransig – und knüpft ihn so nah an den roten, dass die beiden sich berühren. :38. Nem nézi sokáig, aztán megfordul és elmegy. - Sie schaut nicht lange hin, dann dreht sie sich um und geht. :39. A buszon laposan az ablaküvegre teszi a kezét, amely meleg a naptól, és a hegyeket nézi, amelyek a hőségben elveszítik körvonalaikat. - Im Bus legt sie die Hand flach gegen das Fensterglas, das warm ist von der Sonne, und schaut auf die Berge, die in der Hitze ihre Konturen verlieren. :40. A kávé íze még mindig ott van, a nyelvén, a torkában – idegenül, és ugyanakkor annyira ismerősen, hogy elakad tőle a lélegzete. - Der Geschmack des Kaffees ist noch da, auf der Zunge, im Hals – fremd und gleichzeitig so vertraut, dass es ihr den Atem stocken lässt. :41. A következő héten vissza fog jönni, nem azért, mert vár valamit, hanem mert ez a hely úgy tartja fogva, hogy attól nem akar megszabadulni. - Sie wird nächste Woche wiederkommen, nicht weil sie etwas erwartet, sondern weil dieser Ort sie festhält auf eine Art, die sie nicht loswerden will. :42. Ez nem remény. - Das ist keine Hoffnung. :43. De nem is semmi. - Aber es ist auch nicht nichts. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- : A híd - Die Brücke :1. Vannak éjszakák a gyárban, amikor Lucíának az az érzése, hogy a kezei már nem is hozzá tartoznak, mert órák óta ugyanazt csinálják, anélkül hogy a fejének még bármi köze lenne hozzá. - Es gibt Nächte in der Fabrik, in denen Lucía das Gefühl hat, ihre Hände gehörten ihr nicht mehr, weil sie seit Stunden dasselbe tun, ohne dass der Kopf noch beteiligt ist. :2. A gép jár, a cérna áthúzódik az anyagon, és valahol e mögött az egyenletes zaj mögött ott van Javier – nem emlékként, hanem valamiféle állandó nyomásként, amelyet megtanult hordozni anélkül, hogy nevet adna neki. - Die Maschine läuft, der Faden zieht sich durch den Stoff, und irgendwo hinter diesem gleichmäßigen Geräusch liegt Javier – nicht als Erinnerung, sondern als eine Art Dauerdruck, den sie gelernt hat zu tragen, ohne ihn zu benennen. :3. Két évvel ezelőtt ment el, huszonnégy évesen, olyan hanggal, amely mindig túl halk volt, mintha nem akarná a világot jobban zavarni, mint amennyire feltétlenül szükséges. - Er ist vor zwei Jahren gegangen, vierundzwanzig Jahre alt, mit einer Stimme, die immer zu leise war, als wollte er die Welt nicht mehr belästigen, als nötig. :4. Hogy mi lett belőle, azt nem tudja, és ez már nem olyan hézag, amelyet be lehetne zárni – időközben annak a csendnek a szilárd részévé vált, amelyben él. - Was aus ihm geworden ist, weiß sie nicht, und das ist keine Lücke mehr, die sich schließen lässt – es ist inzwischen ein fester Teil der Stille, in der sie lebt. :5. A kormány halottnak nyilvánította őt, hely nélkül, dátum nélkül, bármi nélkül, ami lehetővé tenné számára, hogy higgyen ennek a szónak, vagy elutasítsa. - Die Regierung hat ihn für tot erklärt, ohne Ort, ohne Datum, ohne irgendetwas, das ihr erlauben würde, diesem Wort zu glauben oder es zurückzuweisen. :6. A szombat az egyetlen nap, amikor Lucía nem varr. - Samstag ist der einzige Tag, an dem Lucía nicht näht. :7. Felszáll a dél felé tartó buszra, amelyben öreg férfiak alszanak, tyúkok ülnek kosarakban, és a forró levegő a karosszéria minden repedésén át bekúszik, mintha meg akarná mutatni, hogy nincs olyan határ, amely feltarthatná. - Sie steigt in den Bus, der nach Süden fährt und in dem alte Männer schlafen, Hühner in Körben sitzen und die heiße Luft durch jeden Riss in der Karosserie kriecht, als wollte sie zeigen, dass es keine Grenze gibt, die sie aufhalten kann. :8. Egy gyerek mandarint kínál neki, egészen magától értetődően, mintha régi ismerősök volnának, Lucía pedig elveszi a felét, a másikat visszaadja, miközben ugyanabban a pillanatban észreveszi, hogy remeg a keze – nem erősen, de éppen eléggé. - Ein Kind bietet ihr eine Mandarine an, ganz selbstverständlich, als wären sie alte Bekannte, und Lucía nimmt die Hälfte und gibt die andere zurück, während sie gleichzeitig merkt, dass ihre Hand zittert – nicht stark, aber genug. :9. Javierre gondol, aki a mandarinokat soha nem az ujjaival hámozta, mert túl türelmetlen volt hozzá, és az arcát az ablak felé fordítja, mielőtt a gyerek megláthatná, mi van a szemében. - Sie denkt an Javier, der Mandarinen nie mit den Fingern schälte, weil er zu ungeduldig war, und dreht das Gesicht zum Fenster, bevor das Kind sehen kann, was in ihren Augen steht. :10. Aztán a busz lassítani kezd, és a híd feltűnik a fák között, Lucía pedig kifújja a levegőt, mintha az egész út alatt visszatartotta volna. - Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen, und Lucía atmet aus, als hätte sie die ganze Fahrt über die Luft angehalten. :11. A Río Sumapaz fölötti híd nem látványos – beton, rozsda, alatta barna víz, amely közönyösen folyik, akármi történik vagy történt is a partjain. - Die Brücke über den Río Sumapaz ist unspektakulär – Beton, Rost, braunes Wasser darunter, das gleichgültig fließt, egal was an seinen Ufern geschieht oder geschehen ist. :12. Lucía mégis minden szombaton idejön, odaáll a korláthoz, nézi a vizet, és két órán át ott marad, anélkül hogy bármi olyasmire várna, amit meg tudna nevezni. - Aber Lucía kommt trotzdem jeden Samstag hierher, stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser und bleibt zwei Stunden, ohne auf irgendetwas zu warten, das sie benennen könnte. :13. Itt látták egymást utoljára, és bár már nem tudja pontosan, mi hangzott el, vagy elhangzott-e egyáltalán bármi, még mindig pontosan tudja, milyennek látszott Javier válla, amikor elment – kissé előrehúzva, mintha valamit hordozna, ami nehezebb nála. - Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, und obwohl sie nicht mehr genau weiß, was gesagt wurde oder ob überhaupt etwas gesagt wurde, weiß sie noch genau, wie Javiers Schultern aussahen, als er wegging – leicht nach vorne gezogen, als trüge er etwas, das schwerer war als er. :14. Ez a hely fogva tartja őt, nem remény által, hanem valamiféle tompa hűség által, amelyet nem magyaráz meg magának, mert fél, hogy megszűnik, ha elkezd gondolkodni rajta. - Dieser Ort hält sie fest, nicht durch Hoffnung, sondern durch eine Art stumpfe Treue, die sie sich nicht erklärt, weil sie Angst hat, dass sie aufhört, wenn sie anfängt, darüber nachzudenken. :15. Ezen a szombaton egy öreg férfi ül egy felfordított vödrön a korlát mellett, mintha mindig is ott ült volna, és ő csak eddig nem vette volna észre. - An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer, als hätte er dort immer gesessen und sie hätte ihn nur bisher nicht bemerkt. :16. Talán hatvanöt éves, talán idősebb, olyan arccal, amelynek annyi rétege van, mint a távoli hegyeknek, és olyan szemekkel, amelyek láttak valamit, amiről nem beszél az ember, nem azért, mert tilos volna, hanem mert nincs rá nyelv. - Er ist vielleicht fünfundsechzig, vielleicht älter, mit einem Gesicht, das so viele Schichten hat wie die Berge in der Ferne, und Augen, die etwas gesehen haben, worüber man nicht spricht, nicht weil es verboten wäre, sondern weil es keine Sprache dafür gibt. :17. Megkérdezi tőle, kér-e kávét, és a hangja idegen – nem az akcentus miatt, hanem egy olyan minőség miatt, amelyet Lucía nem tud azonnal besorolni, mintha ez a hang éveken át hallgatott volna, és még nem tért volna vissza egészen. - Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme ist fremd – nicht wegen des Akzents, sondern wegen einer Qualität, die Lucía nicht sofort einordnen kann, als hätte diese Stimme jahrelang geschwiegen und sei noch nicht wieder ganz zurück. :18. Bólint, a zsebében lévő aprópénz után nyúl, és abban a pillanatban, amikor kihámozza az érméket, a tekintete a férfi kezére esik, amely a termoszt tartja. - Sie nickt, greift nach dem Kleingeld in ihrer Tasche, und in dem Moment, als sie die Münzen herausschält, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Thermoskrug halten. :19. Az ujjak bütykösek, a körmök megfeketedtek, a bőr az ízületeknél felrepedt, de ezeknek a kezeknek a formája – a szokatlanul hosszú inak, a hüvelykujjnál előreugró csont, az, ahogy a kisujj kissé eláll – ez nem idegen, ezt ezerszer látta már, egy asztalnál, egy konyhában, egy reggelen, amely most nagyon messze van. - Die Finger sind knotig, die Nägel geschwärzt, die Haut aufgerissen an den Gelenken, aber die Form dieser Hände – die ungewöhnlich langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger leicht absteht – das ist nicht fremd, das hat sie tausendmal gesehen, an einem Tisch, in einer Küche, an einem Morgen, der jetzt sehr weit weg ist. :20. Lucía abbahagyja az érmék számolását. - Lucía hört auf, die Münzen zu zählen. :21. Csak áll ott, nyitott tenyérrel, és valahol a bordái mögött összehúzódik valami, aminek nincs neve, de nagyon sok helyre van szüksége. - Sie steht einfach da, die Hand offen, und irgendwo hinter ihren Rippen zieht sich etwas zusammen, das keinen Namen hat, aber sehr viel Platz braucht. :22. A benne keletkező kérdések olyan sokan vannak és olyan hangosak, hogy egyikük sem jut el az ajkáig – mintha kölcsönösen eltorlaszolnák egymás útját, mert minden lehetséges válasz többet rombolhatna le, mint a hallgatás. - Die Fragen, die in ihr entstehen, sind so viele und so laut, dass keine davon es bis zu den Lippen schafft – als würden sie sich gegenseitig blockieren, weil jede Antwort, die möglich wäre, mehr zerstören könnte als das Schweigen. :23. Az öreg férfi vár, anélkül hogy türelmetlenné válna, megtölti a műanyag poharat, odaadja neki, és azt mondja: „Vigyázat, forró”, olyan hangon, amely úgy hangzik, mint egy kő, amely mély vízbe esik – egyszer, aztán semmi több. - Der alte Mann wartet, ohne ungeduldig zu werden, füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß", mit einer Stimme, die klingt wie ein Stein, der ins tiefe Wasser fällt – einmal, dann nichts mehr. :24. Lucía iszik, a kávé nagyon erős és nagyon keserű, ő mégis fenékig issza, mert ez az egyetlen cselekvés, amelyet ebben a pillanatban teljesen végre tud hajtani. - Lucía trinkt, und der Kaffee ist sehr stark und sehr bitter, und sie trinkt trotzdem bis zum Grund, weil das die einzige Handlung ist, die sie in diesem Moment vollständig ausführen kann. :25. Nem tesz fel kérdéseket, alig mond valamit, és amikor végül elmegy, nem biztos benne, hogy gyáva volt-e vagy bölcs, és hogy van-e egyáltalán különbség a kettő között. - Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und als sie schließlich geht, ist sie nicht sicher, ob sie feige war oder weise, und ob es dazwischen überhaupt einen Unterschied gibt. :26. A következő héten Lucía magával hordozza ennek a kávénak az ízét, mint egy szilánkot, amely nem fáj, de ott van, mindig. - In der Woche, die folgt, trägt Lucía den Geschmack dieses Kaffees mit sich herum wie einen Splitter, der nicht schmerzt, aber da ist, immer. :27. Varr, alszik, eszik, beszél a panzióban lakó többi nővel, és ez az íz egész idő alatt ott fekszik a nyelvén, mint egy nyitott kérdés, amelyet nem tud vagy nem akar megfogalmazni. - Sie näht, sie schläft, sie isst, sie spricht mit den anderen Frauen in der Pension, und die ganze Zeit über liegt dieser Geschmack auf ihrer Zunge wie eine offene Frage, die sie nicht formulieren kann oder will. :28. A következő szombaton korábban száll fel a buszra, mint máskor, mintha az idő érv volna. - Am nächsten Samstag steigt sie früher als sonst in den Bus, als wäre Zeit ein Argument. :29. A vödör még mindig ugyanazon a helyen áll a korlátnál, de az öreg férfi nincs ott, és egy fiatalabb árus foglalta el a helyét, kólával és közönyös arccal. - Der Eimer steht noch an derselben Stelle am Geländer, aber der alte Mann ist nicht da, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, mit Cola und einem gleichgültigen Gesicht. :30. Lucía megkérdezi, hol van a kávés férfi, az árus pedig egy pillanattal túl sokáig nézi őt, mielőtt megvonja a vállát, és azt mondja: „Továbbment valahová. Vagy meghalt. Ezen a vidéken az ilyesmit nem kérdezik olyan pontosan.” - Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie einen Moment zu lang an, bevor er mit den Schultern zuckt und sagt: „Weitergegangen, irgendwohin. Oder gestorben. In dieser Gegend fragt man das nicht so genau nach." :31. Leül a vödörre, és iszik egy kólát, amely langyos, túlságosan édes, és mindenre hasonlít az íze, csak arra nem, amit keres, és a vizet nézi, amely még mindig közönyösen folyik, érintetlenül mindattól, amit az emberek a partjain elveszítenek. - Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß und nach allem schmeckt außer nach dem, wonach sie sucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch gleichgültig fließt, unbeeindruckt von allem, was Menschen an seinen Ufern verlieren. :32. A korlát végén egy piros fonal lóg, kifakult és vékony, amelyet rajta kívül senki sem vett észre, mert az ember csak azt látja, amit néz. - Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, den niemand bemerkt hat außer ihr, weil man nur sieht, wonach man schaut. :33. Nem tudja, ki akasztotta oda, és a kérdés kevésbé érdekli, mint az a tény, hogy valakinek eszébe jutott ilyen apró jellel kötődni egy helyhez. - Sie weiß nicht, wer ihn hingehängt hat, und die Frage interessiert sie weniger als die Tatsache, dass jemand den Gedanken gehabt hat, sich mit einem so kleinen Zeichen an einen Ort zu binden. :34. Lucía kihúz egy fonalat a kabátja szegélyéből – kéket, kissé foszladozót –, és a piros mellé köti, anélkül hogy tudná, kinek vagy miért, de azzal a nyugodt érzéssel, hogy ez a helyes. - Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig fransig – und knüpft ihn neben den roten, ohne zu wissen, für wen oder warum, aber mit dem ruhigen Gefühl, dass es das Richtige ist. :35. A két fonal egymás mellett lóg a szélben, anélkül hogy érintenék egymást, és anélkül hogy elveszítenék egymást. - Die zwei Fäden hängen nebeneinander im Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich zu verlieren. :36. A buszon laposan a forró ablaküvegre teszi a kezét, és a hegyeket nézi, amelyek feloldódnak a déli hőségben, míg körvonalaik elmosódnak, és már nem lehet pontosan megmondani, hol ér véget a hegy, és hol kezdődik az ég. - Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze auflösen, bis ihre Konturen unscharf werden und man nicht mehr genau sagen kann, wo der Berg aufhört und der Himmel anfängt. :37. Valahol ott van Javier – ez az egyetlen, amibe kapaszkodik, nem tényként, nem reményként, hanem valamiféle belső állításként, amelyet fenn kell tartania, mert nélküle nem tudná, merre irányítsa a tekintetét. - Irgendwo dort ist Javier – das ist das Einzige, woran sie festhält, nicht als Tatsache, nicht als Hoffnung, sondern als eine Art innere Behauptung, die sie aufrechterhalten muss, weil sie ohne sie nicht wüsste, wohin sie die Augen richten soll. :38. A kávé még egy héttel később is ott van a nyelvén, idegenül és ismerősen egyszerre, mint egy nyelv, amelyet valaha tudott az ember, és majdnem elfelejtett. - Der Kaffee ist noch auf ihrer Zunge, eine Woche später, fremdartig und vertraut zugleich, wie eine Sprache, die man einmal konnte und fast vergessen hat. :39. A jövő héten is vissza fog jönni, és az azutáni héten is, nem azért, mert vár valamit, vagy mert még reménykedik valamilyen feloldásban, hanem mert a hűség néha az egyetlen dolog, amivel tartozni lehet egy embernek, aki már nincs ott, hogy követelje. - Sie wird nächste Woche wiederkommen, und die Woche danach, nicht weil sie etwas erwartet oder noch auf eine Auflösung hofft, sondern weil Treue manchmal das Einzige ist, was man einem Menschen schuldet, der nicht mehr da ist, um sie einzufordern. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- : A híd - Die Brücke :1. Van a kimerültségnek egy bizonyos fajtája, amely nem az alvásból fakad, és nem is az ébrenlétből, hanem egy élet hosszú, egyenletes nyomásából, amelyet az ember úgy él, hogy soha nem döntött egészen mellette – és Lucía pontosan ezt a kimerültséget ismeri, miközben a kezei éjjel egy órakor még mindig átvezetik a tűt az anyagon, mintha már régen elszakadtak volna tőle, és most saját számlára dolgoznának. - Es gibt eine bestimmte Art von Erschöpfung, die nicht vom Schlafen kommt und nicht vom Wachen, sondern von dem langen, gleichmäßigen Druck eines Lebens, das man führt, ohne sich je ganz dazu entschieden zu haben – und genau diese Erschöpfung kennt Lucía, während ihre Hände um ein Uhr nachts noch immer die Nadel durch den Stoff führen, als hätten sie sich längst von ihr getrennt und arbeiten jetzt auf eigene Rechnung. :2. A Bogotá peremén álló gyár olyan hely, amely semmit sem ígér és semmit sem tart be, és talán éppen ez az egyetlen őszintesége: itt az ember tudja, mire számíthat. - Die Fabrik am Rand von Bogotá ist ein Ort, der nichts verspricht und nichts hält, und vielleicht ist das seine einzige Ehrlichkeit: Hier weiß man, woran man ist. :3. Javier soha nem dolgozott itt, ő soha nem volt olyan valaki, aki csendben megmarad egy helyen – megvolt benne az a nyugtalan minőség, amely egyes embereket nyugtalanná tesz, másokat pedig vonz, és Lucía mindkettőt megtapasztalta benne, néha ugyanabban a pillanatban. - Javier hat hier nie gearbeitet, er war nie jemand, der still an einem Platz blieb – er hatte diese ruhelose Qualität, die manche Menschen unruhig macht und andere anzieht, und Lucía hat beides an ihm erlebt, manchmal im selben Moment. :4. Két évvel ezelőtt elment, olyan búcsú nélkül, amely méltó lett volna erre a névre, és azóta Lucía megtanult együtt élni egy üres hellyel, amelyet sem gyász, sem bizonyosság nem tud kitölteni, mert a kormány küldött egy levelet, amely halottnak nyilvánította őt anélkül, hogy bármit is adott volna, ami lehetővé tenné, hogy ezt a szót komolyan vegyék. - Vor zwei Jahren ist er gegangen, ohne einen Abschied, der diesen Namen verdient hätte, und seitdem hat sie gelernt, mit einer Leerstelle zu leben, die sich weder durch Trauer noch durch Gewissheit füllen lässt, weil die Regierung einen Brief geschickt hat, der ihn für tot erklärt, ohne irgendetwas zu liefern, das dieses Wort ernstzunehmen erlauben würde. :5. Ami marad, az már nem fájdalom a tulajdonképpeni értelemben, hanem valami tompább és tartósabb – egyfajta strukturális hiány, amelyet Lucía időközben annyira belsővé tett, hogy néha csak akkor veszi észre, amikor valaki megkérdezi, vannak-e testvérei, és neki egy pillanattal túl sokáig tart válaszolni. - Was bleibt, ist kein Schmerz mehr im eigentlichen Sinne, sondern etwas Stumpferes und Beständigeres – eine Art strukturelle Abwesenheit, die Lucía inzwischen so verinnerlicht hat, dass sie sie manchmal erst dann bemerkt, wenn jemand fragt, ob sie Geschwister hat, und sie einen Moment zu lang braucht, um zu antworten. :6. A szombat az ő napja, nem azért, mert különbözik a többitől, hanem mert egy döntés révén azzá tette, ami: az egyetlen nappá, amikor nem varr, nem ül a panzióban a plafont bámulva, hanem felszáll a buszra és elindul. - Der Samstag ist ihr Tag, nicht weil er sich von den anderen unterscheidet, sondern weil sie ihn durch eine Entscheidung zu dem gemacht hat, was er ist: dem einzigen Tag, an dem sie nicht näht, nicht in der Pension sitzt und auf die Decke schaut, sondern in den Bus steigt und fährt. :7. Maga a busz egy saját kis univerzum, olyan emberekkel benépesítve, akik ilyen kora reggel már azoknak az embereknek az arcát viselik, akik tudják, hogy hosszú lesz a nap, és olyan állatokkal, amelyek mit sem sejtve utaznak velük, és olyan hőséggel, amely a horpadt karosszéria minden résén bekúszik, mintha személyesen hívták volna meg. - Der Bus selbst ist ein eigenes kleines Universum, bevölkert von Menschen, die so früh am Morgen schon die Gesichter von Leuten tragen, die wissen, dass der Tag lang wird, und von Tieren, die ahnungslos mitreisen, und von einer Hitze, die durch jede Lücke in der verbeulten Karosserie kriecht, als wäre sie persönlich eingeladen. :8. Ezen a reggelen egy gyerek ül mellette, aki egy mandarint tart azzal a komoly gondossággal, amelyet a gyerekek néha olyan tárgyakra fordítanak, amelyeket a felnőttek már régen magától értetődőnek tartanak, és szó nélkül felajánlja neki a felét, mintha ez volna a világ legtermészetesebb gesztusa. - An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält mit der ernsthaften Sorgfalt, die Kinder manchmal für Gegenstände aufwenden, die Erwachsene längst für selbstverständlich halten, und das ihr wortlos die Hälfte anbietet, als wäre das die natürlichste Geste der Welt. :9. Lucía elveszi a gyümölcsöt, és még mielőtt megérintené a héját, Javier már ott van – nem képként, hanem testi reakcióként, a veszteség valamiféle izomemlékezeteként –, mert Javier a mandarint mindig a fogaival tépte fel, türelmetlenül és nevetve, mintha a hámozás olyan időpazarlás volna, amelyet ő elvből megtagad magától. - Lucía nimmt die Frucht, und noch bevor sie die Schale berührt, ist Javier da – nicht als Bild, sondern als körperliche Reaktion, als eine Art Muskelgedächtnis des Verlustes – weil Javier Mandarinen immer mit den Zähnen aufriss, ungeduldig und lachend, als wäre das Schälen eine Zeitverschwendung, die er sich prinzipiell verweigerte. :10. Az ablak felé fordítja az arcát, hogy a gyerek ne lássa a szemét, és erősen tartja a mandarint, amíg a busz lassítani nem kezd, és a fák között meg nem jelenik a híd, pontosan ott, ahol mindig megjelenik, azoknak a dolgoknak a közönyös megbízhatóságával, amelyek nem tudják, mit jelentenek. - Sie dreht das Gesicht zum Fenster, damit das Kind die Augen nicht sieht, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint, genau dort, wo sie immer erscheint, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die nicht wissen, was sie bedeuten. :11. A Río Sumapaz fölötti híd tárgyilagosan nézve semmi különös: öregedő beton, rozsdásodó korlát, alatta barna víz, amely folyik anélkül, hogy valaha megkérdezné, mi veszik el vagy várakozik a partjainál, vagy mi nem tud dönteni a kettő között. - Die Brücke über den Río Sumapaz ist, objektiv betrachtet, nichts Besonderes: Beton, der altert, Geländer, das rostet, braunes Wasser darunter, das fließt, ohne je zu fragen, was an seinen Ufern verloren geht oder wartet oder sich nicht entscheiden kann zwischen beidem. :12. De a helyek nem azt jelentik, amik, hanem azt, ami bennük történt, és Lucía itt látta utoljára Javier vállait, amelyek kissé előrehajoltak, mintha valamit cipelne, ami kívülről nem volt látható, és ez olyan emlék, amely nem halványul, hanem az idő múlásával inkább pontosabbá válik, élesebbé a részleteiben, mintha az agy pontossággal próbálná pótolni azt, amit a valóság már nem tud megadni. - Aber Orte bedeuten nicht, was sie sind, sondern was in ihnen geschehen ist, und hier hat Lucía zum letzten Mal Javiers Schultern gesehen, die leicht nach vorne geneigt waren, als trüge er etwas, das von außen nicht zu sehen war, und das ist eine Erinnerung, die sich nicht abschwächt, sondern mit der Zeit eher präziser wird, schärfer in den Details, als würde das Gehirn versuchen, durch Genauigkeit zu ersetzen, was die Realität nicht mehr liefern kann. :13. Odaáll a korláthoz, a vizet nézi, és vár – bár a várakozás szó itt félrevezető, mert irányt sugall, amely felé az ember vár, Lucía pedig ezt már régen feladta, ha egyáltalán valaha megvolt neki; amit tesz, inkább az idő csendes elviselése egy olyan helyen, amely az övé, olyan módon, amelyet semmilyen tulajdoni lap nem tudna leírni. - Sie stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser, und wartet – wobei das Wort Warten hier irreführend ist, weil es eine Richtung impliziert, auf die hin man wartet, und die hat Lucía längst aufgegeben, wenn sie sie je gehabt hat; was sie tut, ist eher ein stilles Aushalten von Zeit an einem Ort, der ihr gehört, auf eine Weise, die kein Besitztitel beschreiben könnte. :14. Ezen a szombaton ott van egy öregember, aki egy felfordított vödrön ül, mintha ez teljesen megfelelő módja volna annak, hogy az ember berendezkedjen a világban, térdei között termoszkannával és olyan arccal, amely annyi réteget visel, hogy Lucía meg sem próbálja olvasni. - An diesem Samstag ist ein alter Mann da, der auf einem umgedrehten Eimer sitzt, als wäre das eine vollkommen angemessene Art, sich in der Welt einzurichten, mit einem Thermoskrug zwischen den Knien und einem Gesicht, das so viele Schichten trägt, dass Lucía nicht einmal versucht, es zu lesen. :15. Megkérdezi tőle, kér-e kávét, és a hangjában van valami, ami egy pillanatra megzavarja, mielőtt megértené, hogy nem az akcentus az, és nem is a hangerő, hanem valamiféle megfagyott távolság – mintha ez a hang nagyon sokáig hallgatott volna, és még nem érkezett volna vissza egészen a jelenbe. - Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie einen Moment lang irritiert, bevor sie versteht, dass es nicht der Akzent ist und nicht die Lautstärke, sondern eine Art eingefrorene Distanz – als hätte diese Stimme sehr lange geschwiegen und sei noch nicht ganz wieder in der Gegenwart angekommen. :16. Bólint, aprópénz után kutat, és abban a pillanatban, amikor felnéz, hogy odaadja neki az érméket, pillantása a kezére esik, amely a kannát tartja, és megdermed olyan módon, amely nem teátrális, hanem csendes és abszolút – úgy, ahogyan egy test megáll, amikor felismer valamit, amit az értelem még nem ért utol. - Sie nickt, sucht das Kleingeld, und in dem Moment, als sie aufblickt, um ihm die Münzen zu geben, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Krug halten, und sie erstarrt auf eine Art, die nicht theatralisch ist, sondern still und absolut – die Art, in der ein Körper innehält, wenn er etwas erkennt, das der Verstand noch nicht eingeholt hat. :17. Az ujjak göcsörtösek, az ízületek felrepedezettek, a körmök megfeketedtek, és mindez semmi szokatlan nem volna ezen a vidéken; ami Lucíát megdermeszti, az ezeknek a kezeknek a geometriája – a középső ín szokatlan hossza, a hüvelykujjnál kiugró csont, az a mód, ahogyan a kisujj minimálisan eláll, mintha mindig övé akarna lenni az utolsó szó –, mert ez olyan geometria, amelyet ismer, olyan jól, mint a saját kezét, talán még jobban. - Die Finger sind knotig, die Gelenke aufgebrochen, die Nägel geschwärzt, und das alles wäre nichts Ungewöhnliches in dieser Gegend; was Lucía erstarren lässt, ist die Geometrie dieser Hände – die ungewöhnliche Länge der Mittelsehne, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger sich minimal abspreizt, als wolle er immer das letzte Wort haben –, weil das eine Geometrie ist, die sie kennt, so gut wie ihre eigenen Hände, vielleicht besser. :18. Kérdések születnek benne – olyan sok és olyan gyorsan, és olyan különböző és lehetetlen következményekkel, hogy kölcsönösen eltorlaszolják egymást, mint az autók egy bedugult kereszteződésben, és egy sem jut el az ajkaiig, mert minden lehetséges válasz kockára tenne benne valamit, ami éppen még összetartja. - In ihr entstehen Fragen – so viele und so schnell und mit so unterschiedlichen und unmöglichen Konsequenzen, dass sie sich gegenseitig blockieren wie Autos in einer verstopften Kreuzung, und keine kommt durch bis zu den Lippen, weil jede mögliche Antwort etwas in ihr riskieren würde, das sie gerade noch zusammenhält. :19. Az öregember vár, anélkül hogy közben figyelné őt, úgy, ahogyan az ember vár valakire, akinek időre van szüksége, és ez már önmagában is olyasmi, amit Lucía nem fog elfelejteni: hogy várt, mintha tudná, hogy itt a várakozás a helyes. - Der alte Mann wartet, ohne ihr dabei zuzusehen, wie man auf jemanden wartet, der Zeit braucht, und das ist in sich schon etwas, das Lucía nicht vergessen wird: dass er gewartet hat, als wüsste er, dass Warten hier das Richtige ist. :20. Megtölti a műanyag poharat, odaadja neki, és azt mondja: „Vigyázat, forró” – és ez minden, három szó, de a hangja közben úgy hangzik, mint valami, ami nagyon messziről utazott ide, és útközben felhagyott azzal, hogy a legszükségesebbnél többet mondjon. - Er füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß" – und das ist alles, drei Worte, aber seine Stimme dabei klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs aufgehört hat, mehr zu sagen als das Notwendigste. :21. Lucía lassan iszik, és a kávé keserű és nehéz, és olyan utóíze van, amelyet nem tud besorolni, és amely ezért benne marad még jóval azután is, hogy a pohár kiürült. - Lucía trinkt, langsam, und der Kaffee ist bitter und schwer und hat einen Nachgeschmack, den sie nicht einordnen kann und der deshalb in ihr hängen bleibt, lange nachdem die Tasse leer ist. :22. Nem tesz fel kérdéseket, alig mond valamit, és hogy ez gyávaság volt-e, vagy valamiféle bölcsesség, amelyért előbb meg kell dolgozni, mielőtt az ember felismeri, hogy nem az, ezt abban a pillanatban nem tudja, és talán soha nem is fogja tudni. - Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und ob das Feigheit war oder eine Art von Weisheit, die man sich erst erarbeiten muss, bevor man erkennt, dass sie keine ist, weiß sie in diesem Moment nicht und wird es vielleicht nie wissen. :23. Az ezt követő hét olyan hét, mint bármelyik másik, kivéve, hogy mégsem az, mert Lucía minden egyes napján úgy halad át, mint olyan vízen, amely kissé sűrűbb a szokásosnál, és a kávé íze még mindig ott fekszik a nyelvén, makacsul és némán, mint egy kérdés, amely nem hajlandó nyelvvé fordíttatni. - Die Woche, die folgt, ist eine Woche wie jede andere, außer dass sie es nicht ist, weil Lucía durch jeden ihrer Tage geht wie durch Wasser, das leicht zäher ist als sonst, und der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, hartnäckig und stumm, wie eine Frage, die sich weigert, in Sprache übersetzt zu werden. :24. A következő szombaton a szokásosnál korábban száll fel a buszra, mintha húsz perc eldönthetne bármit is, ami már eldőlt, és amikor megérkezik a hídhoz, a vödör még ott áll, de az öregember nem ül rajta, és egy fiatalabb árus foglalta el a helyét, aki kólát árul, és úgy néz ki, mintha soha életében nem hiányzott volna neki senki. - Am nächsten Samstag steigt sie früher als gewöhnlich in den Bus, als könnten zwanzig Minuten irgendetwas entscheiden, das bereits entschieden ist, und als sie an der Brücke ankommt, steht der Eimer noch da, aber der alte Mann sitzt nicht darauf, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, der Cola verkauft und so aussieht, als hätte er noch nie jemanden vermisst. :25. Lucía megkérdezi a kávés férfi után, és az árus olyan pillantással néz rá, amely azt mondja, hogy ezt a kérdést már ismeri, még ha ma hallja is először, és így válaszol: „Továbbment. Vagy meghalt. Itt az ilyesmit nem kérdezi túl pontosan az ember, mert a válasz többnyire mindkettő.” - Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie mit einem Blick an, der sagt, dass er diese Frage schon kennt, auch wenn er sie heute zum ersten Mal hört, und antwortet: „Weitergegangen. Oder gestorben. Hier fragt man das nicht so genau nach, weil die Antwort meistens beides ist." :26. Leül a vödörre, és iszik egy kólát, amely meleg és édes, és mindennek az íze benne van, csak annak nem, amire szüksége volna, és a vizet nézi, amely még mindig folyik, közönyösen és érintetlenül, mintha a közöny volna az egyetlen méltó reakció egy országra, amely olyan sok mindent elvett az embereitől. - Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die warm und süß ist und nach allem schmeckt außer nach dem, was sie braucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch fließt, gleichgültig und unbeeindruckt, als wäre Gleichgültigkeit die einzig würdige Reaktion auf ein Land, das seinen Menschen so viel weggenommen hat. :27. A korlát végén egy vörös fonal lóg, kifakultan és vékonyan, és senki sem veszi észre, csak valaki, aki megtanult figyelni a kis jelekre, mert a nagy jelek elmaradtak. - Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn und von niemandem bemerkt außer von jemandem, der gelernt hat, auf die kleinen Zeichen zu achten, weil die großen Zeichen ausgeblieben sind. :28. Lucía kihúz egy szálat a kabátja szegélyéből – kéket, kissé kirojtosodottat, abból a fajta kékből, amely valaha erősebb volt –, és a vörös mellé köti, nem szentimentalizmusból, hanem egy olyan impulzusból, amelyet nem elemez, mert bizonyos cselekedetek elveszítik jelentésüket, ha az ember túl pontosan nézi őket. - Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig ausgefranst, der Art von blau, das einmal kräftiger war – und knüpft ihn neben den roten, nicht aus Sentimentalität, sondern aus einem Impuls, den sie nicht analysiert, weil manche Handlungen ihre Bedeutung verlieren, wenn man sie zu genau anschaut. :29. A két fonal egymás mellett lóg az enyhe szélben, anélkül hogy érintenék egymást, és anélkül hogy eltávolodnának egymástól, és talán ez a legpontosabb dolog, amit Lucía valaha Javierhez fűződő kapcsolatáról mondott, még ha közben egyetlen szót sem szólt. - Die zwei Fäden hängen nebeneinander im leichten Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich voneinander zu entfernen, und das ist vielleicht das Genaueste, was Lucía jemals über ihre Beziehung zu Javier gesagt hat, auch wenn sie kein Wort dabei gesprochen hat. :30. A buszon laposan a forró ablaküveghez teszi a kezét, és a hegyeket nézi, amelyek a déli hőségben valami meghatározhatatlanba oldódnak fel, az alak és az alaktalanság közötti átmenetbe, amely ma nem nyugtalanítónak tűnik számára, hanem őszinte kijelentésnek arról, milyenek is valójában a dolgok. - Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze in etwas Unbestimmtes auflösen, in einen Übergang zwischen Form und Formlosigkeit, der ihr heute nicht beunruhigend vorkommt, sondern wie eine ehrliche Aussage darüber, wie die Dinge wirklich sind. :31. Valahol ebben a feloldódásban ott van Javier – ez már nem remény és nem is meggyőződés, hanem belső tételezés, amelyet fenntart, mert egy embernek valahol lennie kell, még akkor is, ha ez a valahol minden ellenőrizhetőség alól kivonja magát. - Irgendwo in diesem Auflösen ist Javier – das ist keine Hoffnung mehr und keine Überzeugung, sondern eine innere Setzung, die sie aufrechterhält, weil ein Mensch irgendwo sein muss, auch wenn das Irgendwo sich jeder Verifikation entzieht. :32. A kávé még mindig ott van, egy héttel később is, mélyen a torkában, a nyelve hegyén, idegenül és ismerősen egyetlen lélegzetben, mint egy nyelv, amelyet az ember gyerekként beszélt, és amely most már csak azokban a rétegekben ül, amelyek mélyebben vannak a tudatnál. - Der Kaffee ist noch da, eine Woche später, tief im Hals, auf der Zungenspitze, fremd und vertraut in einem Atemzug, wie eine Sprache, die man als Kind gesprochen hat und die jetzt nur noch in den Schichten sitzt, die tiefer liegen als das Bewusstsein. :33. Lucía jövő héten vissza fog jönni – nem reményből, nem is megszokásból a banális értelemben, hanem mert a hűség néha a méltóság egyetlen formája, amely az embernek megmarad, amikor minden más, amire számított, csönddé oldódott; és a méltóság, ezt megtanulta, nem érzés, hanem döntés, amelyet az ember minden szombaton újra meghoz. - Lucía wird nächste Woche wiederkommen – nicht aus Hoffnung, nicht aus Gewohnheit im banalen Sinne, sondern weil Treue manchmal die einzige Form von Würde ist, die einem bleibt, wenn alles andere, worauf man gezählt hat, sich in Schweigen aufgelöst hat; und Würde, das hat sie gelernt, ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung, die man jeden Samstag von Neuem trifft. -------------------- == 88 hier weiter == 1 -------------------- Doña Clara steht früh auf. Es ist noch dunkel draußen. Sie macht das Feuer im Hof an. Ein großer Topf steht über den Flammen. Sie kocht Reis für das Fest. Heute ist die Taufe ihrer Enkelin. Viele Menschen werden kommen. Die Nachbarn bringen Tische und Stühle. Die Männer schleppen schwere Bierkästen. Die Frauen schälen Kartoffeln. Doña Clara rührt langsam im Topf. Asche fliegt ihr ins Gesicht. Sie wischt sie nicht ab. Elena kommt mit einem Korb. Der Korb ist voller Limonen. Elena ist ihre Tochter und sie ist Lehrerin. Sie setzt sich neben ihre Mutter. Sie schneidet die Früchte in Scheiben. Keine von beiden spricht. Ein Hahn schreit laut. Die Nachbarin ruft von gegenüber: „Wann geht es los?" Doña Clara antwortet ruhig: „Wenn die Sonne unten ist." Die Nachbarin nickt. Sie versteht nicht viel, aber sie nickt trotzdem. Elena sitzt auf einem alten Eimer. Sie schält Zwiebeln. Es sind sehr viele Zwiebeln. Die Tränen laufen ihr über das Gesicht. Aber sie hört nicht auf. Plötzlich wirft sie das Messer auf den Boden. „Mama, er kommt nicht", sagt sie. Doña Clara dreht sich nicht um. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter. Die Hand zittert ein bisschen. Elena öffnet den Mund, aber sie sagt nichts. Sie nimmt das Messer wieder vom Boden. Sie schält weiter. Am Abend ist das Haus voller Gäste. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen herum. Eine alte Ziehharmonika spielt Musik. Der Walzer klingt ein wenig traurig. Doña Clara geht allein in die Kammer. Sie öffnet einen alten Schrank. Dort steht eine Flasche Rum. Auf der Flasche liegt Staub. Das rote Band ist noch original und fest gebunden. Santiago hat ihr diese Flasche geschenkt. Es war zu ihrem letzten Geburtstag vor drei Jahren. Doña Clara nimmt die Flasche vorsichtig in beide Hände. Sie trägt sie in die Küche. Sie stellt sie in die Mitte des großen Tisches. Tante Rosa fragt laut: „Trinkst du das jetzt?" Doña Clara schüttelt den Kopf. „Ich habe es nicht allein gekauft, um es allein zu trinken", sagt sie. Der Ziehharmonika-Spieler hält kurz an. Dann spielt er weiter, als wäre nichts gewesen. Niemand trinkt aus der Flasche. Aber niemand stellt sie weg. Es ist nach Mitternacht. Die meisten Gäste sind schon gegangen. Doña Clara sitzt auf einer Holzbank vor dem Haus. Die Flasche steht neben ihr auf dem Boden. Sie ist noch geschlossen. Elena kommt mit einer Wolldecke. Sie legt sie ihrer Mutter sanft um die Schultern. Mutter und Tochter schauen auf den Weg. Der Weg führt ins Dunkle und endet irgendwo im Nichts. Irgendwo bellt ein Hund. Elena flüstert leise: „Er sieht die Kerzen." Doña Clara schaut nicht weg. „Er sieht sie", sagt sie. Sie sitzen lange zusammen auf der Bank. Die Kerzen brennen langsam herunter. Die Flasche bleibt stehen. Der Morgen kommt leise, ohne zu fragen. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Doña Clara schläft schlecht, weil sie an die Taufe denkt. Schon vor dem Morgengrauen steht sie auf und geht in den Hof. Das Feuer brennt langsam, und der Rauch riecht nach feuchtem Holz. Sie rührt im großen Topf, obwohl der Reis noch nicht kocht. Heute kommen viele Menschen, und alles muss fertig sein. Die Nachbarn helfen gerne, denn das Dorf kennt Doña Clara seit vielen Jahren. Ein Mann schleppt Bierkästen, ein anderer trägt lange Holztische auf dem Rücken. Doña Clara schaut ihnen zu, aber sie denkt an jemand anderen. Elena kommt aus dem Haus und bringt einen schweren Korb mit Zwiebeln und Limonen. Sie setzt sich auf einen umgedrehten Eimer und fängt sofort an zu arbeiten. Ihre Augen werden rot, weil die Zwiebeln so scharf sind. Niemand fragt, ob es nur die Zwiebeln sind. Plötzlich legt Elena das Messer auf den Boden und sagt: „Mama, er kommt nicht zurück." Doña Clara dreht sich nicht um, aber ihre Hand hält kurz an. „Er kommt zur Taufe seiner Tochter", sagt sie, ohne zu zögern. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter und schweigt. Sie nimmt das Messer wieder und schält weiter, weil es nichts anderes zu tun gibt. Am Nachmittag kommen die ersten Gäste, und das Haus wird schnell laut. Kinder rennen durch die Zimmer, und alte Männer sitzen draußen im Schatten. Eine Ziehharmonika spielt einen Walzer, der ein bisschen traurig klingt. Doña Clara geht allein in die Kammer, ohne dass jemand ihr folgt. Sie öffnet einen alten Holzschrank, der nach Lavendel und Zeit riecht. Ganz hinten steht eine Rumflasche mit einem roten Band und Staub auf dem Etikett. Santiago hat ihr diese Flasche zum letzten Geburtstag geschenkt, drei Jahre ist das jetzt her. Doña Clara hält die Flasche lange in beiden Händen, bevor sie geht. Sie trägt sie langsam in die Küche und stellt sie in die Mitte des Tisches. Tante Rosa sieht es sofort und fragt: „Willst du die jetzt aufmachen?" Doña Clara schüttelt den Kopf und sagt ruhig: „Ich habe sie nicht gekauft, um allein zu trinken." Die Ziehharmonika verstummt für einen Moment, dann geht die Musik weiter. Keiner greift nach der Flasche, aber keiner fragt noch einmal, warum sie da steht. Nach Mitternacht sind die meisten Gäste gegangen, und das Haus ist wieder still. Doña Clara sitzt auf der alten Holzbank vor dem Haus und schaut in die Dunkelheit. Die Rumflasche steht neben ihr auf dem Boden, noch immer geschlossen. Elena kommt mit einer dicken Decke und legt sie ihr schweigend um die Schultern. Sie setzt sich neben ihre Mutter, und beide schauen auf den unbefestigten Weg. Der Weg führt aus dem Dorf heraus, in eine Richtung, die niemand mehr benennt. Irgendwo im Dunkeln bellt ein Hund, und dann ist es wieder still. Elena flüstert: „Er sieht die Kerzen, weißt du." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Blick zu bewegen: „Er sieht sie." Sie sitzen nebeneinander, bis die letzten Kerzen heruntergebrannt sind. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht. Der Morgen kommt langsam, ohne dass jemand ihn eingeladen hat. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum geschlafen, weil die Gedanken an das Fest sie nicht loslassen wollten. Als sie aufsteht, ist der Himmel noch dunkelblau, und das Dorf liegt still wie ein vergessenes Versprechen. Sie kniet neben dem offenen Feuer im Hof und rührt den Reis, obwohl er noch nicht heiß genug ist. Die Asche fliegt ihr ins Gesicht, und sie lässt es geschehen, ohne die Hand zu heben. Heute wird die kleine María getauft, und das ganze Dorf wird kommen, weil man sowas nicht alleine feiert. Nachbarn schleppen Tische über den Hof, Männer stapeln Bierkästen an die Hauswand, Frauen bringen Töpfe und Schüsseln. Es riecht nach Holzrauch, nach Fleisch, nach der feuchten Erde, die der Morgen immer mit sich bringt. Elena kommt mit einem schweren Korb aus dem Haus, setzt sich wortlos neben ihre Mutter und greift nach dem Messer. Sie schneidet Zwiebeln, eine nach der anderen, und die Tränen kommen so gleichmäßig, dass niemand fragt, ob es Schmerz ist. Irgendwann legt Elena das Messer hin und sagt mit leiser, harter Stimme: „Mama, er wird nicht kommen." Doña Clara rührt weiter, als hätte sie nichts gehört, aber ihre Schultern straffen sich für einen kurzen Moment. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und ihre Stimme lässt keinen Widerspruch zu. Elena will antworten, aber dann sieht sie, wie die Hand ihrer Mutter am Löffel zittert, ganz leicht, fast unsichtbar. Sie schweigt, nimmt das Messer wieder, und schält weiter, weil es das Einzige ist, was sie tun kann. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, erst einzeln, dann in kleinen Gruppen, laut und hungrig und gut gekleidet. Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen hindurch, eine Ziehharmonika spielt, und das Haus füllt sich mit Wärme und Lärm. Doña Clara bewegt sich durch all das wie jemand, der ein Theaterstück kennt und trotzdem mitspielen muss. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, und antwortet kurz und freundlich, aber ihre Augen schauen immer ein Stück weiter. Als niemand sie beobachtet, geht sie in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und öffnet den alten Holzschrank. Die Rumflasche steht ganz hinten, hinter alten Tüchern, als hätte sie sich versteckt oder als hätte sie gewartet. Das rote Band ist noch original und unberührt, und der Staub auf dem Etikett erzählt, wie lange sie dort gestanden hat. Santiago hatte sie ihr zum Geburtstag gebracht, damals, als er noch da war, als er noch ein Gesicht hatte und eine Stimme. Doña Clara steht lange in der Kammer, die Flasche in den Händen, und atmet einmal tief durch, bevor sie geht. Sie trägt sie in die Küche und stellt sie ohne Erklärung in die Mitte des großen Tisches, zwischen Teller und Brot. Tante Rosa bemerkt es sofort, weil Tante Rosa immer alles bemerkt, und fragt: „Wird die heute aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, und der Satz klingt wie etwas, das man auswendig gelernt hat. Die Ziehharmonika hört für einen Atemzug auf, dann setzt sie wieder ein, und der Abend geht weiter wie geplant. Niemand trinkt aus der Flasche, aber niemand stellt sie weg, und nach einer Weile schaut auch niemand mehr hin. Nach Mitternacht sitzen die letzten Gäste auf den Bänken vor dem Haus, und die Stimmen werden leiser, eine nach der anderen. Doña Clara holt die Rumflasche aus der Küche und trägt sie nach draußen, als gehöre sie dorthin. Sie setzt sich auf die alte Holzbank, stellt die Flasche neben ihre Füße und schaut auf den unbefestigten Weg, der ins Dunkel führt. Elena kommt kurz darauf mit einer Decke, die sie ihr wortlos um die Schultern legt, bevor sie sich danebensetzt. Es ist eine dieser Nächte, in denen man redet, ohne zu sprechen, und trotzdem alles sagt, was gesagt werden muss. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund einmal kurz auf, dann ist es wieder still, und die Stille fühlt sich vollständig an. Elena flüstert, halb zu ihrer Mutter, halb zu niemandem: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch ist." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen: „Er sieht sie." Sie sitzen so, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht verlischt wie ein leises Wort. Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht, ungeöffnet, unbewegt, genauso wie vor drei Jahren. Der Morgen kommt ohne Erlaubnis, wie er immer kommt, gleichgültig und unausweichlich und trotzdem irgendwie sanft. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht kaum die Augen zugetan, weil die Gedanken an das Fest sie mit einer Hartnäckigkeit verfolgten, die an Schuld grenzte. Sie steht auf, bevor der Himmel sich entschieden hat, welche Farbe er annehmen will, und geht in den Hof, als hätte sie dort etwas vergessen. Das Feuer unter dem großen Topf brennt ungleichmäßig, und sie kniet daneben und rührt, obwohl der Reis noch kalt ist und es keinen Sinn ergibt. Asche legt sich auf ihr Gesicht, und sie lässt es geschehen, mit der Gleichgültigkeit eines Menschen, der gelernt hat, kleine Unbequemlichkeiten nicht zu bemerken. Heute wird die kleine María getauft, das erste Kind von Santiagos Frau, ein neues Leben, das in eine Welt kommt, in der sein Vater schon drei Jahre lang fehlt. Die Nachbarn erscheinen früh, ohne gerufen zu werden, weil das Dorf weiß, was sich gehört, und weil schweigendes Mitarbeiten manchmal die einzige Form von Trost ist, die man anbieten kann. Männer schleppen Tische und Bierkästen, Frauen bringen Töpfe und Süßigkeiten, und über allem liegt dieser besondere Geruch von Holzrauch und Erwartung, der Feste ankündigt. Elena kommt aus dem Haus, einen schweren Korb am Arm, setzt sich ohne Gruß neben ihre Mutter und greift nach dem Messer, als wäre diese Stille zwischen ihnen ein alter Vertrag. Die Zwiebeln bringen ihr die Tränen, und weil niemand sie fragt, muss sie auch nicht antworten, was eine Erleichterung ist, die sie sich nicht eingestehen will. Nach einer Weile legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden und sagt, ohne ihre Mutter anzuschauen: „Er kommt nicht, Mama, er ist nicht mehr irgendwo, wo er kommen könnte." Doña Clara rührt weiter, und nur wer genau hinschaut, sieht, wie sich der Rhythmus ihrer Hand für eine Sekunde unterbricht, bevor sie antwortet: „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann." Es ist kein Glaube, was in diesem Satz liegt, und auch keine Hoffnung im üblichen Sinne, sondern etwas Älteres, etwas, das man nicht widerlegen kann, ohne grausam zu sein. Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält wie jemand, der sich daran festhält, und beschließt zu schweigen, weil Schweigen manchmal das Klügste ist. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das ist jetzt egal, weil es sowieso niemanden interessiert, woher sie kommen. Die Gäste treffen am Nachmittag ein, zuerst zögerlich, dann in Wellen, und das Haus füllt sich mit Stimmen und Kinderlärm und dem traurig-fröhlichen Klagen einer alten Ziehharmonika. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie jemand, der die Choreographie einer Feier auswendig kennt und sie trotzdem zum ersten Mal aufführt, mit einem Lächeln, das nicht erreicht, was es erreichen soll. Sie antwortet auf Fragen, nimmt Umarmungen entgegen, lobt das Kleid der Nachbarstochter, und tut dabei alles, was eine Gastgeberin tun muss, ohne auch nur einen Moment wirklich da zu sein. Als die Gelegenheit kommt, löst sie sich unbemerkt aus der Menge, geht durch den schmalen Gang in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und lehnt einen Atemzug lang dagegen. Der alte Holzschrank riecht nach Lavendel und nach einer Zeit, die nicht mehr existiert, und ganz hinten, hinter gefalteten Tüchern, steht die Flasche Rum, als hätte sie auf genau diesen Moment gewartet. Das rote Band ist unberührt, das Etikett trägt eine dünne Staubschicht, und Santiago hatte die Flasche mit beiden Händen überreicht und gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben. Doña Clara hält sie lange, ohne sie zu öffnen, ohne sich zu bewegen, und in der Stille der Kammer ist der Abstand zwischen damals und heute mit Händen zu greifen. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Erklärung und ohne Zögern in die Mitte des großen Tisches, zwischen Brotteller und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin. Tante Rosa, die in ihrem Leben noch keine Geste unkommentiert gelassen hat, beugt sich vor und fragt mit einem Unterton, der Neugier und Vorwurf mischt: „Wird die heute Abend noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, ruhig und endgültig, und der Satz legt sich über den Tisch wie ein Tischtuch, das niemand wegziehen will. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, dann setzt sie wieder ein, und der Abend rollt weiter, als wäre nichts gesagt worden, was nicht schon alle wussten. Niemand greift nach der Flasche, nicht aus Respekt, nicht aus Scheu, sondern weil jeder am Tisch spürt, dass sie nicht zum Trinken dasteht, sondern als Zeichen für etwas, das keinen Namen hat. Nach Mitternacht leert sich das Haus langsam, wie Wasser aus einem Becken läuft, und zurück bleiben nur die Stühle, die Reste, und eine Stille, die sich anders anfühlt als die vom Morgen. Doña Clara nimmt die Flasche, trägt sie nach draußen in die kühle Nachtluft und setzt sich auf die alte Holzbank, die vor dem Haus steht, seit sie denken kann. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer dicken Wolldecke, legt sie ihr ohne ein Wort um die Schultern und lässt sich daneben nieder, nah genug, dass die Schultern sich berühren. Sie schauen beide auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist und auf dem er nie zurückgekommen ist. Irgendwo im Dorf bellt ein Hund zweimal kurz auf, dann kehrt die Stille zurück, vollständig und dicht, wie eine zweite Decke über beiden Frauen. Elena flüstert, mit einer Stimme, die weder Frage noch Aussage ist: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet sofort, ohne zu zögern, ohne den Blick von dem dunklen Weg zu nehmen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht stirbt, leise und ohne Drama, wie Dinge sterben, die ihren Zweck erfüllt haben. Die Flasche Rum steht die ganze Zeit zwischen ihren Füßen, ungeöffnet und unbewegt, ein Versprechen in Glas, das niemand eingelöst hat und das vielleicht gerade deshalb noch gilt. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne zu fragen und ohne zu warten, gleichmäßig und unausweichlich und auf seine Art barmherzig. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Doña Clara hat in dieser Nacht keinen wirklichen Schlaf gefunden, sondern nur jene flache, unruhige Bewusstlosigkeit, die sich einstellt, wenn der Körper erschöpft ist, der Geist aber nicht aufhören will zu arbeiten. Sie steht auf, noch bevor das Licht sich entschieden hat, und tritt in den Hof hinaus, in die blaue Kälte des frühen Morgens, der nach nassem Gras und nach dem Holz des Feuers riecht, das sie nun entfacht, weil die Hände etwas brauchen, dem sie folgen können. Der Reis im großen Topf ist noch kalt, und sie rührt ihn trotzdem, mechanisch, mit jener ruhigen Hartnäckigkeit, die Menschen entwickeln, wenn das Tun wichtiger geworden ist als sein Ergebnis. Asche legt sich auf ihre Stirn und ihre Wangen, und sie wischt sie nicht ab, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil es eine Art ist, die Last des Tages schon am Morgen sichtbar zu tragen, bevor die Gäste kommen und alles hinter Freundlichkeit verschwinden muss. Heute wird Marías Taufe gefeiert, das erste Kind ihres Sohnes Santiago, ein kleines Leben, das in die Welt gekommen ist, ohne seinen Vater je gesehen zu haben, und das es vielleicht nie tun wird. Die Nachbarn erscheinen früh und ungebeten, weil das Dorf weiß, dass Doña Clara Hilfe braucht, und weil kollektives Arbeiten in solchen Momenten die einzige Sprache ist, die nicht lügt und nicht zu viel verlangt. Männer schleppen Tische über den holprigen Hof, stapeln Bierkästen unter dem Vordach, und über allem liegt dieser schwere, vertraute Geruch von Holzrauch und Kochfleisch, der Feste ankündigt und gleichzeitig an all die anderen Feste erinnert, die schon gewesen sind. Elena kommt aus dem Haus, den schweren Korb in der Armbeuge, und setzt sich neben ihre Mutter, ohne sie zu grüßen, weil zwischen Müttern und Töchtern, die sich kennen wie diese beiden, ein Gruß manchmal zu viel wäre. Sie greift nach dem Messer und beginnt die Zwiebeln zu schneiden, schweigend und gleichmäßig, und die Tränen, die ihr über das Gesicht laufen, sind aus einem Material, das man an diesem Morgen nicht voneinander unterscheiden will. Irgendwann legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden, schaut geradeaus in den Rauch, und sagt mit der Stimme eines Menschen, der eine Wahrheit lange aufbewahrt hat und nun nicht mehr kann: „Er kommt nicht, Mama, und du weißt es." Doña Clara rührt weiter, ohne die Geschwindigkeit zu verändern oder den Blick zu heben, und nur wer sie sehr genau kennt, erkennt am kurzen Innehalten ihrer Schultern, dass der Satz sie getroffen hat wie ein Stein, den man nicht kommen sieht. „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und dieser Satz ist kein Glaube im religiösen Sinne und keine Hoffnung im rationalen, sondern jene dritte Sache, für die es kein gutes Wort gibt, das Festhalten an einer Möglichkeit, nicht weil sie wahrscheinlich ist, sondern weil das Gegenteil nicht auszuhalten wäre. Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält und dabei ganz leicht zittert, kaum sichtbar, aber unübersehbar für jemanden, der diese Hand seit der Kindheit kennt, und das Widersprechen versiegt in ihr, bevor es zur Sprache findet. Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das macht nichts, denn hier im Hof, mit dem Rauch und dem Geruch von Zwiebeln, braucht niemand zu erklären, warum Augen nass werden. Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, zunächst zögerlich, dann in jener selbstverstärkenden Welle, die entsteht, wenn genug Menschen bereits da sind, um den Ankömmlingen das Gefühl zu geben, dass sie nichts verpassen dürfen. Das Haus füllt sich mit Stimmen, mit Kindergeschrei, mit dem traurig-festlichen Klagen einer alten Ziehharmonika, die einen Walzer spielt, der schon zu anderen Anlässen gespielt wurde und deshalb etwas Unstimmiges hat, etwas, das passt und nicht passt zugleich. Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie eine Frau, die eine Rolle sehr gut gelernt hat und die weiß, dass Schwäche das Letzte wäre, was ihr die Gäste abnehmen würden, ohne es ihr vorzuwerfen. Sie lächelt, wenn man sie anspricht, nimmt Umarmungen an, lobt das Essen und die Kinder, und tut das alles mit einer Präzision, die Herzlichkeit imitiert ohne sie zu fühlen, nicht aus Falschheit, sondern aus Erschöpfung. Als sich eine Gelegenheit öffnet, löst sie sich lautlos aus dem Gewebe der Feier, geht durch den schmalen Korridor in die Kammer und schließt die Tür hinter sich mit der Sorgfalt eines Menschen, der die Stille vor dem Geräusch schützen will. Der alte Holzschrank steht dort, wo er immer gestanden hat, und riecht nach Lavendel und nach der Zeit selbst, nach dem Staub aufgehobener Dinge, die man weder wegwerfen noch anfassen kann. Ganz hinten, hinter sorgfältig gefalteten Tüchern, die sie selbst dort abgelegt hat, steht die Rumflasche, das rote Band unberührt, das Etikett unter einer dünnen Staubschicht leserlich, ein Objekt, das drei Jahre lang auf seinen Moment gewartet hat, ohne zu wissen, was für ein Moment das sein würde. Santiago hatte ihr diese Flasche zum Geburtstag gebracht, mit beiden Händen, mit diesem Lächeln, das seine Augen faltig werden ließ, und hatte gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben, und nun ist ein besonderer Anlass, und er ist nicht da. Doña Clara steht lange in der Kammer, hält die Flasche in den Händen ohne sie zu öffnen, und in der Stille zwischen diesen vier Wänden erlaubt sie sich für einen einzigen Moment das, was sie sich den ganzen Tag nicht erlaubt hat: stillzuhalten und zu spüren, wie schwer das alles ist. Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Ankündigung und ohne Erklärung in die genaue Mitte des großen Tisches, zwischen Brot und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie das schon immer gewusst. Tante Rosa, deren Leben aus dem Registrieren unausgesprochener Dinge besteht und die in dieser Fähigkeit eine Kunstfertigkeit entwickelt hat, die manchmal Grausamkeit berührt, beugt sich sofort vor und fragt: „Wird die heute noch aufgemacht?" „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara mit einer Ruhe, die keine Antwort erwartet und keine duldet, und der Satz hängt im Raum wie etwas, das alle schon immer gewusst haben, ohne es je formuliert zu haben. Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, fast unmerklich, als hätte auch der Spieler zugehört, und dann setzt sie wieder ein, und der Abend trägt sich weiter, als wäre nichts geschehen, was nicht zum Fest gehörte. Niemand greift nach der Flasche, über den ganzen Abend nicht, nicht einmal die Trinkfreudigen, nicht einmal die Gedankenlosen, weil etwas in ihrer Aufstellung am Tisch und in der Art, wie Doña Clara sie hingestellt hat, unmissverständlich sagt, dass sie nicht zum Trinken da ist. Nach Mitternacht leert sich das Haus in jenem langsamen, unaufhaltsamen Prozess, der jeden Abend beschließt, wenn die Energie der Feier verbraucht ist und die Menschen wieder zu sich selbst zurückfinden müssen. Doña Clara nimmt die Flasche vom Tisch, trägt sie nach draußen in die kühle Stille der Nacht und setzt sich auf die alte Holzbank vor dem Haus, als wäre das eine Entscheidung, die sie schon am Morgen getroffen hat. Elena folgt ihr kurz darauf mit einer schweren Wolldecke, legt sie ihr um die Schultern mit einer Geste, die zu zärtlich ist, um ein Wort daneben zu brauchen, und setzt sich so nah, dass die Schultern sich berühren. Beide schauen auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist an jenem Tag vor drei Jahren, ohne sich umzudrehen oder Bescheid zu sagen, und auf dem seither nur Abwesenheit zurückgekehrt ist. Irgendwo hinter dem Dorf bellt ein Hund zweimal, kurz und ohne Nachdruck, und dann kehrt die Stille zurück, vollständig und vertraut, wie ein Raum, in dem man schon lange wohnt. Elena flüstert, mit einer Stimme, die sich nicht entschieden hat, ob sie beten oder behaupten will: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen, ohne die Stille erst zu lassen: „Er sieht sie." Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett in sich zusammengesunken ist und das Licht erlischt, leise und vollständig, mit jener Würde, die Dinge haben, die ihren Zweck erfüllt haben und nun aufhören dürfen. Die Rumflasche steht zwischen ihren Füßen, ungeöffnet, das rote Band noch immer gebunden, ein Versprechen in Glas und Ton, das niemand eingelöst hat, und das vielleicht gerade deswegen noch nicht erloschen ist. Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne Erlaubnis und ohne Ankündigung, gleichmäßig und unerbittlich und in seiner Gleichgültigkeit auf eine Art, die man, wenn man will, auch Gnade nennen kann. == 89 == 1 -------------------- Die lateinischen Worte Es ist sieben Uhr morgens. Niall geht zur Kirche. Die Kirche steht am Ende des Dorfes. Das Dorf liegt an der Westküste. Es regnet schon seit drei Wochen. Die Straßen sind nass. Die Felder sind nass. Alles ist grau. Niall hat den Schlüssel in der Hand. Das Schloss quietscht laut. Es hat immer so gequietscht. Drinnen riecht es nach altem Stein. Es riecht auch nach Weihrauch. Niall mag diesen Geruch. Er zündet zwei Kerzen an. Nur zwei, nicht mehr. Der dritte Kerzenständer ist leer. Er war schon seit Ostern leer. Niall schaut kurz zur Muttergottes. Dann geht er wieder nach draußen. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus. Father Brennan steht schon im Flur. Der alte Priester ist 79 Jahre alt. Er hält das Messgewand über dem Arm. Er schaut Niall an und sagt: „Du bist zu spät." Niall sagt: „Es ist erst Viertel nach sieben." Brennan sagt: „Das ist zu spät." Sie gehen zusammen zurück zur Kirche. Brennan geht langsam. Seine Finger zittern ein wenig. Niall geht neben ihm. Er sagt nichts. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar. Er dreht dem Raum den Rücken zu. Er beginnt die Messe. Er spricht auf Latein. Die Worte sind alt und leise. Niall sitzt auf der ersten Bank. Die anderen Bänke sind alle leer. Früher saßen hier viele Menschen. Alte Frauen mit Kopftüchern. Männer, die nach Torf rochen. Das ist lange her. Brennan dreht sich um und sagt: „Dominus vobiscum." Niall antwortet: „Et cum spiritu tuo." Seine Stimme ist ruhig. Es ist genug. Sie machen weiter. Niall kennt alle Antworten. Er hat sie als Kind gelernt. Er war Ministrant, mit sieben Jahren. Dann kommt der wichtige Moment. Brennan hebt die Hostie. Er will die Worte sprechen. Aber sein Mund bleibt offen. Er sagt nichts. Seine Finger halten die Hostie fest. Sein Gesicht ist ruhig, aber seine Augen suchen. Niall sieht das. Er wartet eine Sekunde. Dann flüstert er leise: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Brennan schließt die Augen. Er nickt einmal. Er spricht weiter. Die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen. Sie gehen zusammen zum Pub. Sie sagen kein Wort auf dem Weg. Im Pub sind sie allein. Der Wirt bringt zwei Gläser Guinness. Er dreht das Radio leiser. Brennan sagt: „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt." Er sagt: „Das war der einzige Unterricht, der zählte." Er sagt: „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an. Draußen hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit Wochen. Keiner von beiden schaut zum Fenster. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die lateinischen Worte Um sieben Uhr morgens nimmt Niall den Schlüssel vom Haken und geht zur Kirche. Das Dorf liegt still da, wie es immer liegt, wenn es regnet. Es regnet seit drei Wochen, jeden Tag, ohne Pause. Die Kirche steht am Ende der Straße, grau und schwer, wie ein alter Mann. Das Schloss quietscht, als Niall die Tür aufdrückt – es hat immer so gequietscht. Der Geruch kommt sofort: feuchter Stein, Weihrauch, etwas Modernes, das er nicht benennen kann. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer ist. Niemand hat neue Kerzen gekauft, und niemand hat gefragt warum. Niall schaut kurz zur Statue der Muttergottes, dann dreht er sich um. Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus, die Hände in den Taschen. Father Brennan steht schon im Flur, das Messgewand über dem linken Arm. „Du bist zu spät", sagt der alte Mann, ohne Niall anzuschauen. „Es ist Viertel nach sieben", sagt Niall, „die Glocke läutet um halb acht." Brennan antwortet nicht, er geht einfach los. Niall folgt ihm, einen halben Schritt hinter ihm, wie immer. Der alte Priester ist 79 Jahre alt, aber er geht noch geradeaus. Nur seine Finger zittern, das sieht man, wenn er den Kelch hält. In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar und dreht dem Raum den Rücken zu. Die Bänke hinter Niall sind leer – alle, bis zur letzten Reihe. Früher saßen hier dreißig, vierzig Menschen, manchmal mehr. Alte Frauen in dunklen Kleidern, Männer mit roten Händen, Kinder, die nicht stillsitzen konnten. Das ist fünf Jahre her, als der junge Priester wegging und niemand mehr kam. Brennan hat trotzdem weitergemacht, jeden Sonntag, für niemanden. Niall ist gekommen, nicht weil er glaubt, sondern weil er nicht will, dass der alte Mann allein steht. Die Messe beginnt, und Brennans Stimme füllt die Stille. Die lateinischen Worte fallen langsam, einer nach dem anderen, wie Tropfen in einen Brunnen. Niall sitzt auf der ersten Bank und antwortet, wenn er dran ist. „Et cum spiritu tuo" – die Worte kommen automatisch, aus dem Gedächtnis eines Kindes. Er war sieben Jahre alt, als er sie zum ersten Mal sagte. Er erinnert sich nicht mehr, ob er damals verstanden hat, was sie bedeuten. Vielleicht spielt das keine Rolle. Brennan dreht sich um, schaut über Niall hinaus in die leeren Reihen. „Dominus vobiscum", sagt er, leise, fast fragend. Niall antwortet, und Brennan nickt einmal, kaum sichtbar. Die Messe geht weiter, Satz für Satz, wie ein altes Schiff, das seinen Kurs kennt. Dann kommt der Moment, den Niall nicht erwartet hat. Brennan hält die Hostie in den Händen und öffnet den Mund. Kein Wort kommt. Nur ein kurzer Laut, dann Stille. Brennans Gesicht bleibt ruhig, aber seine Finger drücken die Hostie ein bisschen zu fest. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes. Er sieht das blinde Auge, das nichts sieht, und das andere, das zu viel weiß. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine. Niall atmet einmal tief, und dann flüstert er: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus ihm heraus wie etwas, das er nie wirklich vergessen hat. Brennan schließt die Augen, nickt einmal, und spricht weiter. Die Hostie bewegt sich in der Stille, und die Messe geht weiter. Nach dem letzten Segen löscht Niall die Kerzen. Sie gehen zusammen aus der Kirche, ohne zu sprechen. Der Regen fällt leise auf das Pflaster, wie immer. Im Pub sind sie allein, außer dem Wirt, der schweigend den Tresen wischt. Zwei Gläser Guinness stehen vor ihnen, halb voll, noch nicht angerührt. Brennan schaut auf sein Glas und sagt: „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war." „Das war der einzige Unterricht, der wirklich gezählt hat", sagt er dann. „Jetzt zählt nichts mehr." Niall hebt sein Glas und sagt ruhig: „Dann trinken wir auf nichts." Sie stoßen an, leise, ohne zu lachen. Draußen vor dem Fenster hört der Regen auf. Zum ersten Mal seit drei Wochen ist es still. Keiner von beiden schaut hin. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die lateinischen Worte Niall kennt jeden Stein des Weges zur Kirche, jeden Riss im Pflaster, jede Stelle, wo das Gras zwischen den Platten wächst. Er geht diesen Weg jeden Sonntag, seit fünf Jahren, kurz vor sieben Uhr morgens, wenn das Dorf noch schläft. Der Regen fällt gleichmäßig, wie er es seit Wochen tut, ohne Unterbrechung, ohne Absicht. An der Westküste ist das so: Der Regen kommt nicht als Ereignis, er ist einfach da, wie die See, wie der Wind, wie die Stille. Das Schloss der Kirchentür quietscht, als er den Schlüssel dreht, und dieser Laut gehört für Niall zum Sonntag wie die Glocke selbst. Drinnen riecht es nach feuchtem Stein und altem Weihrauch, ein Geruch, der sich in den Wänden festgesetzt hat wie ein Gebet, das niemand mehr spricht. Er zündet zwei Kerzen an – nur zwei, weil der Ständer vor der Muttergottes seit Ostern leer steht und keiner der Mut hatte, das zu ändern. Das flackernde Licht wirft lange Schatten auf die leeren Bänke, und für einen Moment sieht die Kirche fast belebt aus. Dann holt er Father Brennan ab. Der alte Priester steht bereits im Flur des Pfarrhauses, das Messgewand sorgfältig über den linken Arm gelegt, als hätte er die ganze Nacht gewartet. „Du bist zu spät", sagt Brennan, ohne Niall anzusehen, mit der ruhigen Bestimmtheit eines Mannes, der nicht mehr streitet, sondern nur noch feststellt. Niall erklärt, dass es erst Viertel nach sieben ist und die Glocke erst um halb acht läutet, aber er weiß bereits, dass die Antwort keine Rolle spielt. Sie gehen den schmalen Weg zwischen den Hecken, Brennan einen halben Schritt voraus, Niall hinter ihm, wie es sich so ergeben hat. Der alte Mann geht langsamer als früher, aber er geht noch aufrecht, und das ist etwas, das Niall jedes Mal auffällt, ohne dass er weiß, warum. In der Kirche nimmt Brennan seinen Platz vor dem Altar ein, dreht der leeren Gemeinde den Rücken zu und beginnt. Die lateinischen Worte kommen ruhig und gleichmäßig, getragen von einer Stimme, die mit den Jahren brüchiger geworden ist, aber nie unsicher. Niall sitzt auf der ersten Bank und hört zu, wie man einem Fluss zuhört, der immer schon da war. Die Bänke hinter ihm sind leer, und trotzdem füllen sie den Raum irgendwie, mit dem Gewicht all der Sonntage, an denen hier Menschen saßen. Er erinnert sich noch an die alten Frauen in ihren dunklen Kleidern, an die Männer mit den rissigen Händen, an die Kinder, die auf der Holzbank rutschten und einen Blick zugeworfen bekamen. Das alles ist fünf Jahre her, seit der junge Priester die Gemeinde verlassen hat und die Sonntagsmesse zu einer Laienandacht wurde. Brennan hat davon nichts wissen wollen und hält seitdem seine eigene Messe, still, auf Latein, ohne Erlaubnis, ohne Publikum. Niall ist geblieben, nicht weil der Glaube ihn hält, sondern weil er den Gedanken nicht aushält, dass der alte Mann allein vor dem Altar steht. Er antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die er als Siebenjähriger auswendig gelernt hat und die in ihm geblieben sind wie eine Melodie, die man nicht mehr loswird. „Dominus vobiscum", sagt Brennan, und dreht sich kurz um, sein gutes Auge sucht Niall, findet ihn. „Et cum spiritu tuo", antwortet Niall, und das reicht. Sie kennen diesen Rhythmus, dieses Geben und Nehmen, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Dann kommt die Wandlung. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Finger zittern leicht, und öffnet den Mund. Nichts. Ein kurzer, gebrochener Laut, dann eine Stille, die sich anfühlt, als würde die Kirche den Atem anhalten. Brennans Gesicht zeigt keine Panik, nur eine Art erschöpftes Suchen, als blättere er in einem Buch, dessen Seiten er nicht mehr sehen kann. Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes, die blinde Pupille, die ins Leere gerichtet ist, die Finger, die die Hostie zu fest halten. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkommen, wie sie es manchmal tun. Sie kommen nicht. Dann hört er sich selbst flüstern, fast ohne es zu wollen: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Die Worte kommen aus einer Tiefe, die er nicht kannte, aus einem Teil von ihm, der offenbar nie aufgehört hat, Ministrant zu sein. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig, als wäre nichts gewesen. Die Hostie hebt sich, und die Messe geht zu Ende. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand ab, sie verlassen die Kirche, ohne ein Wort darüber zu verlieren, was gerade passiert ist. Der Regen empfängt sie vor der Tür wie ein geduldiger Bekannter. Im Pub stellen sie ihre nassen Jacken auf die Stühle und setzen sich an den Tresen. Der Wirt bringt zwei halbe Guinness, dreht das Radio leiser und lässt sie in Ruhe, weil er gelernt hat, dass das das Richtige ist. Brennan starrt eine Weile in sein Glas, bevor er spricht. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich das Gefühl hatte, dass es um etwas geht." Er macht eine Pause, dreht das Glas langsam in den zitternden Händen. „Jetzt zählt nichts mehr davon." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, dann wieder auf Brennan. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie stoßen an, ohne Feierlichkeit, ohne Lächeln, mit der ruhigen Geste zweier Männer, die sich seit Jahren kennen und wenig erklären müssen. Draußen hört der Regen auf. Es geschieht einfach so, ohne Ankündigung, mitten in einem Augenblick, der ohnehin schon zu voll ist. Durch das beschlagene Fensterglas sieht man ein blasses Licht zwischen den Wolken. Keiner von beiden dreht sich um. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die lateinischen Worte Der Sonntag beginnt für Niall nicht mit dem Aufwachen, sondern mit dem Moment, in dem er den Schlüssel vom Haken nimmt und weiß, dass es wieder Zeit ist. Draußen hängt der Regen wie eine Wand zwischen den Häusern, dicht und gleichgültig, seit drei Wochen derselbe Regen, der sich längst nicht mehr wie Wetter anfühlt, sondern wie Zustand. Das Dorf liegt still, wie es an Sonntagen liegt, wenn die wenigen, die noch hier wohnen, hinter beschlagenen Fenstern bleiben und niemand erwartet, dass einer von ihnen zur Kirche geht. Niall geht trotzdem, nicht weil er müsste, sondern weil aufzuhören eine Entscheidung wäre, und er hat noch keine getroffen. Das Schloss quietscht, als er die schwere Eichentür aufdrückt, ein vertrauter Laut, der seit hundert Jahren derselbe ist und in seiner Beständigkeit etwas fast Tröstliches hat. Die Kirche riecht nach feuchtem Stein und Weihrauch und nach der spezifischen Kälte alter Gebäude, die selbst im Sommer nicht ganz weicht, als hätte sich die Temperatur in den Wänden verselbständigt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer – der vor der Muttergottes – seit Ostern leer steht, und weil niemand diesen Umstand je laut angesprochen hat, ist er zu einer Art stillschweigendem Einverständnis geworden. Das flackernde Licht fällt auf die leeren Bänke und zeichnet Schatten, die aussehen wie Personen, wenn man nicht genau hinschaut. Niall schaut nicht genau hin. Er holt Father Brennan ab, wie jeden Sonntag, den schmalen Weg zwischen den Hecken entlang, der nach Regen immer ein bisschen rutschig ist. Der alte Priester steht bereits im Flur, das Messgewand über dem Arm, die weißen Augenbrauen zusammengezogen, als hätte er auf etwas gewartet, das sich nicht beeilte. „Du bist zu spät", sagt Brennan, mit der Autorität eines Mannes, für den die Zeit nicht mehr eine Abfolge von Minuten ist, sondern eine Frage der Haltung. Niall erklärt sachlich, dass es Viertel nach sieben ist, dass die Glocke erst um halb acht läutet, dass sie in der Zeit sind – aber er weiß, während er es sagt, dass dieser Austausch nicht über Zeit handelt. Sie gehen nebeneinander, Brennan einen halben Schritt voraus, weil er es nicht anders kennt, Niall hinter ihm, weil er gelernt hat, dass manche Positionen keine Entscheidung, sondern eine Übereinkunft sind. Die Kirche empfängt sie mit der Kälte, die sie immer hat, und Brennan geht ohne Zögern zum Altar, als würde er einen Raum betreten, der ihm gehört, obwohl er das, streng genommen, nicht mehr tut. Er dreht dem Kirchenschiff den Rücken zu, streckt die zitternden Hände über den Kelch und beginnt zu sprechen. Das Latein kommt ruhig und kontinuierlich, brüchig in der Oberstimme, aber stabil in seinem Rhythmus, wie ein altes Seil, das mehr trägt, als man ihm ansieht. Niall sitzt auf der ersten Bank, die Hände zwischen den Knien, und antwortet auf die Rufe, die Antworten erfordern, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwanzig Jahre hinweg aufbewahrt hat, ohne je dazu aufgefordert worden zu sein. Die Bänke hinter ihm sind leer, aber ihre Leere ist nicht nichts – sie ist die Summe aller Sonntagmorgen, an denen hier Menschen saßen, die jetzt entweder fortgezogen oder gestorben sind, was an der Westküste auf dasselbe hinausläuft. Er erinnert sich an die alten Frauen, die den Rosenkranz zwischen den Fingern rollten wie Händler ihre Münzen, an die Männer, die nach Torf rochen und nach dem Gottesdienst wortlos aneinandervorbeigingen, als hätte die Stunde des Schweigens eine Verlängerung bekommen. Das Bistum hat vor fünf Jahren entschieden, dass eine Laienandacht genüge, und die Gemeinde hat sich, wie Gemeinden das tun, gefügt. Brennan hat sich nicht gefügt, er hat einfach weitergemacht, still, ohne Erlaubnis, ohne Publikum, weil ihm die Vorstellung, dass die Messe aufhört, absurder erschien als die Vorstellung, sie allein zu halten. Niall ist geblieben, nicht aus Glauben, sondern aus einer Art Pflichtgefühl, das keinen religiösen Kern hat, aber einen menschlichen, und das vielleicht dasselbe ist. „Dominus vobiscum", sagt Brennan und dreht sich halb um, sein gutes Auge findet Niall mit der Präzision langer Gewohnheit. „Et cum spiritu tuo" – Niall sagt es ohne Pause, und Brennan nickt, kaum wahrnehmbar, und dreht sich wieder zum Altar. Es gibt einen Austausch in diesem Ritual, der weder Gespräch ist noch Gebet, sondern etwas dazwischen, etwas, für das es kein passendes Wort gibt außer vielleicht: Anwesenheit. Die Messe trägt sich selbst vorwärts, Satz für Satz, und Niall lehnt sich ein wenig zurück und lässt die lateinischen Worte über sich hinweggehen wie Wasser. Dann kommt die Wandlung, und alles stockt. Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Lippen formen sich zu einem Wort, das nicht kommt – ein offener Mund, ein abgebrochener Laut, eine Stille, die sich von anderen Stillen unterscheidet, weil in ihr etwas fehlt, das da sein sollte. Nialls Blick geht sofort zu den Händen des alten Mannes, die die Hostie mit einer Kraft halten, die wie Festhalten aussieht, nicht wie Darbringen. Er sieht den Schweiß, der sich auf Brennans Stirn gesammelt hat, das blinde Auge, das in eine Richtung zeigt, die keiner kennt, die erschöpfte Suche in den Zügen eines Gesichts, das gelernt hat, sich nichts anmerken zu lassen. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und Niall hält die Luft an, weil er nicht weiß, ob Eingreifen Hilfe ist oder Einmischung. Dann hört er sich selbst sprechen, leise, fast atemlos: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Es sind Worte, die er als Kind gelernt hat, in einer Zeit, in der man Dinge lernte, ohne zu verstehen, dass man sie behalten würde, und die jetzt aus ihm herauskommen wie etwas, das nie wirklich fort war. Brennan schließt die Augen, ganz kurz, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er nicht erbeten hat, es aber trotzdem nimmt. Er öffnet sie wieder und spricht weiter, ruhig, gleichmäßig, als wäre nichts gewesen, und vielleicht ist das die eigentliche Kunst: nicht, dass man nie ins Stocken gerät, sondern dass man weiterspricht, wenn jemand den Faden hält. Die Messe endet ohne weiteren Zwischenfall. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Gewand ab mit der präzisen Sorgfalt eines Mannes, der weiß, dass Nachlässigkeit in kleinen Dingen eine Haltung ist, keine Effizienz. Sie verlassen die Kirche und sprechen kein Wort über das, was passiert ist, was die einzig mögliche Form ist, darüber zu sprechen. Der Regen nimmt sie schweigend in Empfang. Im Pub hängen ihre nassen Jacken an den Stühlen, und der Wirt stellt zwei halbe Guinness vor sie hin, ohne zu fragen, weil er seit Jahren weiß, was Sonntag bedeutet. Brennan sitzt eine Weile still, die Hände um das Glas, und schaut auf die dunkle Flüssigkeit, als läse er etwas darin. „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, mit der ruhigen Sachlichkeit eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, „in einem Klassenzimmer, das nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich gespürt habe, dass die Sprache selbst etwas trägt, unabhängig davon, ob jemand zuhört." Er dreht das Glas langsam in den Händen, und Niall sieht, wie stark die Finger zittern, wenn sie nichts halten. „Jetzt zählt das alles nichts mehr", sagt Brennan, nicht bitter, sondern mit der Feststellung von jemandem, der einen Beweis für eine Theorie geliefert bekommen hat, die er nie beweisen wollte. Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, mit der Ruhe eines Mannes, der nicht nach Worten sucht, weil er weiß, dass die richtigen kurz sind. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit zweier Menschen, die so viele Sonntage geteilt haben, dass Gesten keine Erklärung mehr brauchen. Draußen vor dem beschlagenen Fenster hört der Regen auf. Er hört einfach auf, mitten in allem, ohne Ankündigung, und für einen Moment liegt das Dorf in einer Stille, die sich von der gewöhnlichen unterscheidet, weil sie nicht erwartet wurde. Ein blasses Licht schiebt sich zwischen den Wolken durch, fällt schräg auf die nasse Straße. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die lateinischen Worte Es gibt Gewohnheiten, die man nicht mehr begründet, weil die Begründung irgendwann in der Wiederholung selbst verschwunden ist, und Nialls Sonntage gehören seit fünf Jahren zu dieser Kategorie. Um kurz vor sieben nimmt er den Schlüssel vom Haken neben der Tür, zieht die Jacke über, ohne nachzudenken, und tritt in den Regen, der seit drei Wochen fällt, als wäre er kein meteorologisches Ereignis mehr, sondern ein Aggregatzustand der Westküste. Das Dorf liegt in jener spezifischen Sonntagsstille, die nicht Ruhe ist, sondern Abwesenheit – keine Menschen auf der Straße, keine Stimmen, nur das gleichmäßige Rauschen des Regens gegen Stein und Dach und die gelegentliche Möwe, die dagegen ankämpft, als wüsste sie es besser. Die Kirche am Ende der Straße ist ein Gebäude, das seine Zweckbestimmung überlebt hat, aber das macht es, wie Niall nach fünf Jahren Sonntagmorgen weiß, nicht weniger wahr, sondern nur schwerer zu erklären. Das Schloss quietscht, wie es seit Menschengedenken quietscht, und dieser Laut hat aufgehört, ihn zu stören, weil er gelernt hat, dass Beständigkeit in einem Ort, der von Aufgabe und Weggang durchzogen ist, ihren eigenen Wert hat. Drinnen empfängt ihn der Geruch, der sich in langen Jahren in die Poren des Steins eingegraben hat: Weihrauch, Feuchtigkeit, das stumpfe Holz der Bänke und darunter, kaum wahrnehmbar, etwas, das er als Kind für Heiligkeit hielt und das er heute nicht mehr benennt, weil jeder Name dafür falsch klingt. Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer steht und diese Leere inzwischen so selbstverständlich geworden ist, dass sie aufgehört hat, eine Aussage zu sein, und einfach Tatsache ist. Das flackernde Licht trifft die leeren Bänke und wirft Schatten, die sich bewegen wie Anwesende, und Niall lässt diesen Eindruck geschehen, ohne ihn zu korrigieren. Er geht den schmalen, regennassen Weg zum Pfarrhaus, und Father Brennan steht bereits im Flur, das Messgewand mit der zeremonösen Sorgfalt eines Mannes über den linken Arm gelegt, der weiß, dass Form das ist, was bleibt, wenn der Inhalt schwächer wird. „Du bist zu spät", sagt Brennan, und es ist keine Feststellung über Uhrzeiten, sondern eine Aussage über die Beschaffenheit der Welt, die der alte Priester seit Jahrzehnten zu langsam findet. Niall erklärt, was er erklären kann – Viertel nach sieben, Glocke um halb acht, alles im Rahmen –, aber er erklärt es mit der halbherzigen Überzeugung eines Mannes, der weiß, dass sein Gesprächspartner keine Gegenmeinung erwartet, sondern Gesellschaft. Sie gehen nebeneinander den Weg zur Kirche, Brennan einen halben Schritt voraus, und diese Anordnung ist so selbstverständlich geworden, dass sie nicht mehr Vorrang bedeutet, sondern einfach: so ist es. Der alte Mann geht langsamer als noch vor zwei Jahren, die Schultern ein wenig vorgezogen gegen den Regen, und Niall passt seinen Schritt an, ohne darüber nachzudenken, mit jener unbemerkten Rücksicht, die sich zwischen Menschen entwickelt, die regelmäßig Zeit miteinander verbringen, ohne viel zu reden. Im Kirchenraum nimmt Brennan sofort seinen Platz vor dem Altar ein, als existiere für ihn keine Übergangszeit zwischen Kommen und Beginnen, und Niall setzt sich auf die erste Bank, seinen angestammten Platz, während hinter ihm die leeren Reihen schweigen. Diese Leere hat Niall lange beschäftigt, in den ersten Monaten noch als Vorwurf, dann als Frage, und schließlich als etwas, das keiner Kategorisierung mehr bedarf, weil es einfach der Zustand ist, in dem die Messe stattfindet. Die verschwundene Gemeinde ist trotzdem anwesend, in einer Weise, die sich seiner Beschreibung entzieht: die alten Frauen, die den Rosenkranz wie eine Notwendigkeit in den Händen hielten, die Männer mit den vom Torf gefärbten Händen, die Kinder, die auf den Bänken rutschten und Seitenblicke der Mütter ernteten. Sie sind fort, die meisten gestorben, manche weggezogen, und der Unterschied ist an der Westküste geringer, als er anderswo wäre. Brennan hat auf all das nicht mit Resignation reagiert, sondern mit einer Sturheit, die Niall je länger, desto mehr bewundert: Er hat einfach weitergemacht, die Messe gehalten, still, auf Latein, ohne bischöfliche Genehmigung, ohne Publikum, weil die Alternative – aufzuhören – für ihn keine logische Konsequenz, sondern eine Kapitulation war, die er nicht zu vollziehen gedachte. Niall ist bei ihm geblieben, nicht aus Glauben, denn dazu wäre er zu ehrlich sich selbst gegenüber, sondern aus einem Pflichtgefühl, das keine religiöse Grundlage hat, aber eine menschliche, und das vielleicht nicht so weit auseinanderliegt, wie es klingt. Das Latein füllt die Kirche wie Wasser einen Behälter, das heißt: es nimmt die Form des Raumes an, ohne ihn zu verändern, gleichmäßig, kontinuierlich, Brennans Stimme altert hörbar mit jedem Jahr, aber ihr Rhythmus nicht. Niall antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwei Jahrzehnte bewahrt hat wie Dinge, die man in einem Keller einlagert und vergisst, bis man sie braucht: „Et cum spiritu tuo", „Sed libera nos a malo", die kurzen Antworten des Ministranten, die er mit sieben Jahren auswendig lernte, ohne zu wissen, dass er sie mit siebenundzwanzig noch sprechen würde. „Dominus vobiscum" – Brennan dreht sich kurz um, sein gutes Auge findet Niall mit der unbeirrten Sicherheit jahrzehntelanger Gewohnheit, und in diesem Blick liegt weder Frage noch Dank, nur die stille Erwartung, dass da ist, was da sein soll. „Et cum spiritu tuo" – Niall antwortet, und Brennan nickt und dreht sich zurück, und in diesem kleinen Austausch liegt so etwas wie Liturgie, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. Die Messe bewegt sich vorwärts mit der Schwerkraft alter Strukturen, die nicht deswegen tragen, weil man an sie glaubt, sondern weil sie so oft wiederholt wurden, dass sie ein eigenes Gewicht entwickelt haben. Dann kommt die Wandlung, und Brennan hält die Hostie in den Händen, und sein Mund öffnet sich, und kein Wort kommt. Es ist kein dramatischer Moment, kein Zusammenbruch – nur ein offener Mund, ein abgebrochener Anlaut, und dahinter eine Stille, die sich von der Stille der leeren Bänke unterscheidet, weil sie nicht leer, sondern unterbrochen ist. Nialls Blick geht sofort zu Brennans Händen, die die Hostie mit einer Kraft umschließen, die wie Festhalten aussieht, als könnten die Finger halten, was der Geist nicht mehr findet, und er sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes und das blinde Auge, das ins Dunkel der Apsis gerichtet ist, als suchte es dort, was vorne nicht mehr greifbar ist. Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkehren, wie sie es manchmal tun, wenn man ihnen Zeit lässt und nicht zieht. Sie kommen nicht. Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und die Kirche hält den Atem an, und Niall hält ihn auch, und dann passiert etwas, das er im Nachhinein nicht erklären kann: Er hört sich selbst sprechen, leise, fast unhörbar, als wären die Worte nicht für Brennan bestimmt, sondern für den Raum: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" Sie kommen ohne Abruf, ohne Anstrengung, aus einem Teil seiner selbst, der offenbar nie aufgehört hat, sieben Jahre alt und Ministrant zu sein, und der den Satz all diese Jahre getragen hat wie eine Schuld, die man nicht kennt, bis jemand nach ihr fragt. Brennan schließt die Augen, einen Moment lang, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er weder verdient noch erwartet hat, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig und gleichmäßig, als wäre der Riss in der Messe niemals gewesen. Die Hostie hebt sich, und der Rest der Wandlung vollzieht sich in der gewohnten Stille, und Niall bemerkt, dass seine Hände zittern, nicht seine. Die Messe endet, wie sie immer endet: ohne Aufsehen, ohne Publikum, ohne den Applaus, den keine Messe je hat und diese weniger als alle anderen. Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand mit der akkuraten Langsamkeit eines Mannes ab, für den kein Handgriff gleichgültig ist, und sie verlassen die Kirche, und über das, was passiert ist, sagen sie nichts, weil alles, was man dazu sagen könnte, entweder zu wenig oder zu viel wäre. Der Regen hat nicht nachgelassen. Im Pub hängen ihre Jacken an den Stühlen und tropfen auf den Holzboden, und der Wirt stellt die Gläser ab und dreht das Radio leiser, ohne gefragt zu werden, weil er in zwanzig Jahren gelernt hat, was diese zwei Männer an Sonntagmorgen brauchen und was nicht. Brennan sitzt lange still, die Hände um das Glas gelegt, die Finger noch leicht zitternd, und schaut in das dunkle Bier mit dem Gesicht eines Mannes, der abwägt, ob sprechen oder schweigen das Richtigere ist. „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war", sagt er schließlich, mit der Stille eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, weil er zu alt ist, um Umwege zu machen, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde und nach Kreide und nassem Wollstoff roch." „Es war die einzige Sprache, bei der ich spürte, dass sie etwas trägt, das nicht von ihr selbst kommt – etwas, das die Worte benutzt, ohne in ihnen zu wohnen." Er macht eine kurze Pause, in der das Radiomurren und das entfernte Regenprasseln den Raum füllen. „Jetzt zählt das alles nichts mehr, und ich weiß nicht, ob das an der Sprache liegt oder an mir oder an dem, was zwischen den beiden verschwunden ist." Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, und in diesem Schweigen liegt keine Verlegenheit, sondern das ruhige Einverständnis zweier Männer, die gelernt haben, dass die meisten Sätze keine Antwort brauchen, sondern nur Zeugen. „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit einer Geste, die so oft wiederholt wurde, dass sie aufgehört hat, symbolisch zu sein, und einfach wahr ist. Draußen hört der Regen auf. Er hört einfach auf, nach drei Wochen, mitten in diesem unbetrachteten Moment, und das blasse Licht, das jetzt schräg durch die Wolkenlücke fällt, legt sich auf die nasse Straße wie eine Aussage, für die niemand die Sprache hat. Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. == 90 == 1 -------------------- Die Wiese unter Wasser Der Regen fällt seit drei Tagen. Maeve fährt aus Dublin zurück in ihr altes Dorf. Die Straße ist nass und dunkel. Am Ende der Straße bleibt ihr Auto stehen. Sie steigt aus und geht zu Fuß weiter. Der Matsch zieht an ihren Stiefeln. Der Regen trifft ihr Gesicht. Sie trägt nur einen kleinen Koffer. Das Haus ihrer Mutter liegt am Fluss. Der Fluss ist über die Ufer getreten. Das Wasser steht im Hof. Declan steht in der offenen Haustür. Er hält eine Taschenlampe in der Hand. Das Licht zittert über die nasse Wand. „Du siehst aus wie eine ertrunkene Katze", sagt er. „Du siehst aus wie immer", sagt sie. Sie umarmen sich kurz. Es riecht nach nassem Holz und altem Tee. Im Haus ist es dunkel, weil der Strom weg ist. Ihre Mutter Bridie sitzt oben im Sessel. „Hast du den Gürtel deines Vaters gerettet?", fragt sie. Maeve schaut auf ihre leeren Hände. Declan nimmt den Gürtel aus seiner Jackentasche. Er legt ihn der Mutter auf den Schoß. Bridie streicht über das Leder und sagt nichts. Dann tragen Maeve und Declan die alte Kommode die Treppe hoch. Die Kommode ist schwer. Declan flucht auf Irisch. Maeve lacht zum ersten Mal an diesem Tag. Sie schleppen auch Stühle und Kartons nach oben. Das Wasser im Erdgeschoss steigt langsam. Alte Fotos vom Vater schwimmen auf dem Wasser. Declan sieht sie und sagt: „Papa macht jetzt eine Bootsfahrt." Maeve nimmt ein Foto und hält es fest. Draußen helfen die Nachbarn mit Sandsäcken. Maeve geht hinaus und hilft auch. Ihre Hände werden kalt. Nach einer Stunde ist die Linie gesichert. Die Nachbarin Aoife bringt heißen Tee in einer Thermoskanne. Es ist der beste Tee, den Maeve seit Jahren getrunken hat. Um Mitternacht ist es ruhiger. Declan klettert auf das Dach des Schuppens. Maeve klettert hinter ihm her. Das Dach ist aus Wellblech und kalt. Aber von hier oben sieht man alles. Das Wasser liegt schwarz und still im Hof. Die Birken am Ufer stehen halb im Wasser. Declan gibt ihr die Whiskeyflasche. Sie trinkt einen langen Schluck. „Warum bist du nie weggegangen?", fragt sie. Er zuckt mit den Schultern. „Weil jemand zusehen muss, wie das Wasser steigt." Sie sagen eine Weile nichts. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich bin hier fertig." Declan antwortet: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, leiser jetzt. Sie sitzen noch lange auf dem Dach. Am Morgen ist das Wasser etwas gesunken. Bridie steht am Fenster im ersten Stock. Sie winkt Maeve zu, als diese ihren Koffer aus dem Schlamm zieht. Declan lehnt an der Tür. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagt er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagt Maeve. Aber beide wissen: Es wird ein nächstes Mal geben. Sie steigt ins Auto. Das Radio spielt ein altes irisches Lied. Im Spiegel sieht sie Declan in der Tür stehen. Er hebt die Hand. Sie fährt los. Das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist nicht vorbei. Aber sie ist heute nicht gestorben. Das reicht. ---------------------------------------------- 2 -------------------- Die Wiese unter Wasser Maeve hat seit drei Tagen nicht geschlafen, weil die Nachrichten aus dem Dorf immer schlechter wurden. Sie packt einen Koffer, aber nur für zwei Tage. Auf der Fahrt aus Dublin ist die Autobahn leer, und der Regen schlägt hart auf die Windschutzscheibe. Am Ende der Schotterstraße steht das Wasser schon knietief. Sie stellt das Auto ab und geht den Rest zu Fuß. Der Matsch ist so weich, dass ihre Stiefel bei jedem Schritt einsinken. Das Haus sieht kleiner aus, als sie es in Erinnerung hat. Declan steht in der Tür mit einer Taschenlampe, weil der Strom seit dem Mittag ausgefallen ist. „Du bist nass bis auf die Knochen", sagt er, und das klingt fast wie eine Begrüßung. Sie umarmen sich kurz und klopfen sich auf den Rücken, wie man es macht, wenn man nicht weiß, was man sagen soll. Im Haus riecht es nach nassem Holz, altem Stein und dem Tee, den Bridie immer kocht, wenn sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Die Mutter sitzt oben im Sessel, die Hände im Schoß, und schaut auf die Tür, als sie Maeve sieht. „Das Wasser steigt noch", sagt Bridie, ohne Hallo zu sagen. Maeve setzt sich kurz zu ihr, aber Declan ruft schon von unten, dass man die Kommode retten muss. Die Kommode ist aus Eichenholz und wiegt so viel, dass Maeve versteht, warum Declan auf sie gewartet hat. Sie fluchen beide leise, als sie das Ding die enge Treppe hinaufschleppen. Oben angekommen lachen sie, weil das manchmal einfacher ist als nichts zu sagen. Declan holt eine Kerze aus der Küchenschublade, und jetzt sieht das Zimmer fast gemütlich aus. Aber das Wasser unten schlägt leise gegen die Wand, und das klingt nicht gemütlich. Maeve geht zurück nach unten und sieht, dass die alten Fotos vom Vater auf dem Wasser treiben. Sie nimmt eines und drückt es an sich, bevor es nass wird. Declan sieht das und sagt: „Papa hat uns immer gesagt, dass er gern schwimmt." Maeve lacht, obwohl ihr die Augen brennen. Draußen arbeiten die Nachbarn mit Sandsäcken, und Maeve geht hinaus, um zu helfen. Es ist kalt, und der Regen macht keine Pause. Aoife, die Nachbarin von gegenüber, schleppt Säcke, obwohl sie schon siebzig ist. „Du bist wieder da", sagt Aoife, als wäre das die natürlichste Sache der Welt. Maeve nickt und nimmt den nächsten Sack. Nach zwei Stunden ist die Linie fertig, und jemand bringt Tee in einer alten Kanne. Sie trinken im Regen und sagen nicht viel, weil die Arbeit schon alles gesagt hat. Um Mitternacht ist das Wasser für eine Weile ruhig. Declan klettert auf das Dach des Schuppens und streckt ihr die Hand entgegen. Von dort oben sieht man das ganze Ausmaß, weil das Mondlicht kurz durch die Wolken kommt. Der Schulweg, den Maeve als Kind gegangen ist, liegt jetzt unter schwarzem Wasser. Declan zieht eine Plastikflasche Whiskey aus der Jackentasche, weil er immer auf solche Nächte vorbereitet ist. Maeve trinkt und spürt, dass die Kälte ein bisschen nachlässt. „Warum bist du wirklich nie weggegangen?", fragt sie, weil sie das seit Jahren fragen will. Declan schaut auf das Wasser und sagt: „Weil ich dachte, dass jemand bleiben muss." „Für Mama?", fragt sie. „Für alles", sagt er. Eine Weile sagen sie nichts, und das ist in Ordnung. Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich wäre hier fertig." Declan nimmt die Flasche zurück und sagt: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fängt wieder an, aber leiser als vorher. Sie sitzen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer ist. Als Maeve am Morgen aufwacht, hat das Wasser ein Stück nachgegeben. Die Möbel im Erdgeschoss stehen im Schlamm, aber sie stehen noch. Bridie kocht Tee, weil der Strom wieder da ist und weil sie das immer macht, wenn der schlimmste Teil vorbei ist. „Bleibt du noch?", fragt die Mutter, ohne sich umzudrehen. „Ich muss morgen zurück", sagt Maeve. Bridie nickt, als hätte sie genau das erwartet. Declan isst Brot am Tisch und schaut auf sein Telefon, aber Maeve weiß, dass er zuhört. Sie verbringen den Tag damit, den Schlamm aus dem Erdgeschoss zu schaufeln. Es ist die schwerste Arbeit, die Maeve seit Jahren gemacht hat. Aber es ist auch die einzige Arbeit, bei der sie nicht nachdenken muss. Am Abend zieht Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus. Declan lehnt in der Tür und sagt: „Nächstes Mal ruf vorher an." „Es gibt kein nächstes Mal", sagt sie. Er lächelt, weil sie beide wissen, dass das eine Lüge ist. Bridie steht am Fenster im ersten Stock und winkt, als Maeve zum Auto geht. Das Radio spielt ein Lied, das Maeve aus ihrer Kindheit kennt. Im Rückspiegel sieht sie Declan, der immer noch in der Tür steht und den Regen ins Gesicht lässt. Sie fährt los, und das Wasser platscht unter den Reifen. Die Flut ist noch nicht ganz vorbei. Aber das Haus steht noch, und die Menschen darin auch. Das reicht für heute. ---------------------------------------------- 3 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam um halb vier morgens, kurz und ohne Ausrufezeichen: „Der Fluss steht im Hof." Maeve lag noch wach, weil sie es irgendwie gewusst hatte. Sie warf ein paar Sachen in den Koffer, nicht weil sie bleiben wollte, sondern weil man für solche Nächte gewappnet sein muss. Die Fahrt aus Dublin dauerte fast drei Stunden, weil ein Lastwagen quer auf der Nationalstraße stand und niemand zu wissen schien, warum. Der Regen ließ nicht nach, und die Scheibenwischer kämpften, als wären sie persönlich beleidigt. Am Ende der Schotterstraße, wo der Asphalt aufhörte und das Wasser anfing, stellte sie das Auto auf einen Grashügel und stieg aus. Die Stiefel sanken sofort ein, und der Matsch hatte einen Geruch, den sie seit Jahren nicht mehr gerochen hatte – nach nassem Torf und altem Gras und etwas, das sie nicht benennen konnte. Das Haus stand noch, aber es stand anders, als wäre es ein bisschen kleiner geworden. Declan wartete in der offenen Tür, eine Taschenlampe in der Hand, das Licht hinter ihm erloschen. „Ich dachte, du kommst nicht", sagte er, und das klang weder vorwurfsvoll noch erleichtert, sondern einfach wie eine Feststellung. Sie umarmten sich auf die Art, wie Geschwister das tun, wenn die Worte zu groß sind – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das bedeutete: Ich bin noch da. Im Haus roch es nach Kerzenrauch, nassem Stein und dem Tee, den Bridie gekocht hatte, obwohl kein Strom da war und sie vermutlich auf dem Campingkocher stand. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, nicht tief, aber genug, dass die unterste Treppenstufe verschwunden war. Maeve sah, wie ein altes Notizbuch ihres Vaters auf der Oberfläche trieb, aufgegangen wie eine kleine Blüte. Sie wollte es greifen, aber Declan war schneller und hielt es ihr hin, triefend und fast unleserlich. „Ich hab die wichtigen Sachen schon hochgetragen", sagte er, „aber die Kommode hat sich gewehrt." Sie lachten beide, weil die Kommode aus Eichenholz war und seit fünfzig Jahren an derselben Stelle stand und das auch noch weitere fünfzig Jahre vorhatte. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, eine Decke über den Knien, und zählte leise etwas, das Maeve nicht verstand. „Was zählst du?", fragte Maeve. „Die Flaschen unten", sagte Bridie. „Eine für jedes Jahr, das ich hier lebe." Maeve setzte sich kurz neben sie, bis Declan rief, dass man jetzt die Kommode anpacken müsse, weil das Wasser nicht auf sie warte. Das Tragen war mühsam und laut, und Declan fluchte auf Irisch, was er immer tat, wenn er sich wirklich ärgerte, weil er der Meinung war, das klang weniger schlimm. Oben stellten sie die Kommode an die Wand, und Maeve lehnte sich dagegen und atmete durch. Durchs Fenster sah sie, wie die Nachbarn draußen Sandsäcke schleppten, in Regenjacken, die glänzten wie nasses Leder. Sie ging hinaus und half, ohne zu fragen, wer sie brauchte oder wohin die Säcke mussten. Aoife, die seit vierzig Jahren neben ihnen wohnte, schaufelte Erde in Säcke, als wäre sie dreißig, und schaute kurz auf. „Du bist gut angezogen für eine Überschwemmung", sagte sie. „Ich bin Sozialarbeiterin", sagte Maeve. „Wir sind immer falsch angezogen." Die Arbeit hatte etwas Ruhiges, trotz der Kälte und trotz des Regens, der nicht aufhörte. Man musste nicht reden, man musste nicht denken, man musste nur die Säcke tragen und stapeln und wieder zurückgehen. Gegen Mitternacht stand das Wasser für eine Weile still, als würde es überlegen, ob es noch mehr wollte. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und reichte ihr die Hand, ohne sie zu fragen. Von dort oben lag alles offen: das schwarze Wasser, das den Hof gefüllt hatte, die Birken am Ufer, die bis zur Hälfte versunken waren, und weiter hinten die dunklen Felder, die aussahen wie ein Meer. „Das ist der Schulweg", sagte Maeve, obwohl man ihn nicht mehr sehen konnte. „Ich weiß", sagte Declan. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, die er anscheinend für genau diesen Moment aufgespart hatte. Der Whiskey brannte angenehm, und Maeve trank mehr, als sie wollte, weil die Nacht so still war und die Stille nach mehr verlangte. „Warum bist du wirklich geblieben?", fragte sie, weil man auf Dächern und in der Nacht ehrlicher redet als anderswo. Declan schwieg einen Moment, nicht weil er keine Antwort hatte, sondern weil er die richtige suchte. „Weil das hier meins ist", sagte er schließlich. „Nicht nur Mamas. Meins." Maeve schaute auf das Wasser, das still glänzte wie poliertes Glas, und dachte daran, wie lange sie gebraucht hatte, um zu verstehen, dass Weggehen und Fertigsein zwei verschiedene Dinge sind. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er. „Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." Der Regen fing wieder an, leiser als vorher, fast wie eine Antwort. Sie saßen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte durch die Jacken drang. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, nicht viel, aber genug, dass man wieder die unterste Treppenstufe sehen konnte. Bridie stand am Fenster im ersten Stock und trank ihren Tee, als wäre das eine ganz gewöhnliche Aussicht. Maeve und Declan schaufelten den Schlamm aus dem Erdgeschoss, langsam und ohne viel zu reden, weil die Arbeit wieder für sich sprach. Am frühen Nachmittag zog Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus und wischte ihn mit einem alten Handtuch ab. Declan lehnte an der Haustür und schaute zu, als wäre das seine Aufgabe. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, und beide wussten, dass das eine freundliche Lüge war. Bridie winkte vom Fenster, ein kleines, ruhiges Winken, das bedeutete: Ich hab dich gesehen. Maeve stieg ins Auto und ließ den Motor an. Das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und sie ließ es laufen, obwohl es wehtat. Im Rückspiegel sah sie Declan, der immer noch in der Tür stand und den Regen ins Gesicht ließ, als wäre das eine bewusste Entscheidung. Sie fuhr los, und das Wasser unter den Reifen platschte laut in der Stille des Morgens. Die Flut war noch nicht vorbei, das wusste sie. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das genug. ---------------------------------------------- 4 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht kam als Textnachricht, drei Wörter, kein Ausrufezeichen, und genau diese Nüchternheit war es, die Maeve sofort aufstehen ließ. Sie hatte seit Wochen auf irgendetwas gewartet, ohne zu wissen worauf, und jetzt wusste sie es. Der Koffer stand in zwanzig Minuten fertig am Flur – zu wenig für eine Woche, zu viel für jemanden, der nicht bleiben will. Die Fahrt nach Westen war lang und schweigend, die Felder zu beiden Seiten der Straße bereits in flaches Grau getaucht, als hätte die Landschaft selbst aufgehört, sich Mühe zu geben. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, parkte sie auf einem Erdwall und stieg aus, ohne den Motor ganz auszumachen, als bräuchte sie die Möglichkeit zur schnellen Flucht. Der Matsch schluckte ihre Schritte, der Regen traf ihr Gesicht mit der gleichmütigen Beständigkeit von etwas, das keinerlei persönliche Absichten hat. Das Haus stand im Dunkeln, nur in einem Fenster oben brannte Kerzenlicht, das durch das Glas flackerte und auf dem Wasser davor zitterte wie ein Tier, das sich nicht sicher ist. Declan öffnete die Tür, bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er einfach immer in Türnähe lebte. „Du hast zwei Stunden gebraucht länger als ich dachte", sagte er, und sie hörte darin weder Vorwurf noch Erleichterung, sondern die stille Anerkennung einer Tatsache. Sie umarmten sich auf die Art gereifter Geschwister – kurz, ohne Sentimentalität, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir sind noch da, das reicht. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im Kerzenlicht beinahe schön aussah, beinahe wie ein Interieur aus einem anderen Jahrhundert, wäre da nicht der Geruch nach nassem Stein und dem Moder von Dingen, die nicht für Wasser gedacht waren. Auf der Oberfläche trieb das Notizbuch ihres Vaters, aufgegangen wie ein kleines Buch ohne Anfang und Ende, die Tinte bereits verlaufen zu grauen Schlieren. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne es anzuschauen, weil manche Dinge Zeit brauchen, bevor man sie wirklich ansehen kann. Oben saß Bridie unter dem Dachfenster, die Hände gefaltet wie in einer Kirche, und zählte leise, die Lippen kaum bewegt. „Die Flaschen unten", sagte sie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe." Maeve setzte sich neben sie auf die Armlehne, weil es keinen zweiten Stuhl gab, und legte kurz die Hand auf die ihrer Mutter, die sich kalt anfühlte und ruhig. Dann rief Declan, weil die Kommode nicht von selbst die Treppe hochgehen würde, und das war das Ende der stillen Szene. Das Tragen war mühselig und lächerlich zugleich, weil die Kommode breiter war als das Treppenhaus es eigentlich erlaubte und weil Declan auf Irisch fluchte, was er für weniger schlimm hielt als auf Englisch, obwohl die Mutter beides verstand. Als sie das Möbelstück endlich oben abstellten, lehnte Maeve die Stirn gegen das kühle Holz und lachte, weil das manchmal das Einzige ist, das noch geht. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen, schweigenden Kette, die in der Dunkelheit fast feierlich aussah. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil solche Nächte keine Einladungen verschicken. Aoife, siebzig, wohnhaft seit vier Jahrzehnten im Nachbarhaus, schaufelte Erde mit einer Energie, die Maeve beschämte, und schaute dabei nur kurz auf. „Städtische Stiefel", sagte Aoife, „aber du hast sie wenigstens angezogen." Die Arbeit hatte etwas fast Meditatives, trotz Kälte und Regen und der Erschöpfung, die sich langsam in Maeves Arme fraß – man musste nicht denken, man musste nur tragen. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, als würde es tatsächlich überlegen, und diese Pause hatte etwas beinahe Würdevolles, als gehörte sie zum Ritual. Declan kletterte auf das Schuppendach und streckte ihr die Hand herunter, und Maeve nahm sie, ohne zu zögern, was sie selbst überraschte. Von oben lag die gesamte Verwandlung der Landschaft offen: der Hof ein schwarzer See, die Birken am Ufer versunken bis zur Brust, die Felder dahinter ohne Grenze zwischen Erde und Himmel. „Das ist der Weg zur Schule", sagte Maeve, obwohl nichts mehr davon zu sehen war. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesem Ich-weiß steckte alles, was er in all den Jahren nicht gesagt hatte. Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, und der Whiskey war billig und wärmte trotzdem, vielleicht sogar deswegen. Die Flasche kreiste zwischen ihnen, und Maeve trank mehr als nötig, weil die Stille auf dem Dach von einer Qualität war, die nach Füllung verlangte. „Ich habe mich immer gefragt, ob du je bereut hast, dass du geblieben bist", sagte sie schließlich, weil man auf Dächern in der Nacht Dinge sagen kann, die am Küchentisch nicht möglich wären. Declan schwieg lange genug, dass sie dachte, er würde nicht antworten, und dann sagte er: „Reue setzt voraus, dass es eine andere Möglichkeit gegeben hätte, die ich mir wirklich vorstellen konnte." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, ohne sich umzudrehen, überzeugt, dass das Richtige immer das ist, was nach vorn geht. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. „Bist du auch", sagte er, ohne Pause, als hätte er das schon lange gewusst. „Aber fertig sein bedeutet nicht, dass man nicht zurückkommen darf." Der Regen setzte wieder ein, leiser diesmal, mit einer fast höflichen Zurückhaltung. Sie saßen noch lange auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte anfing, ernsthafter zu werden. Am Morgen hatte das Wasser drei Handbreit nachgegeben, was wenig war und gleichzeitig alles, was man sich für diesen Moment wünschen konnte. Bridie stand bereits am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete die Verwüstung im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve nicht sicher war, ob sie bewundern oder fürchten sollte. Sie schaufelten den Schlamm zu zweit, langsam und gleichmäßig, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte wie ein alter Takt. Am Nachmittag, als der schlimmste Teil geschafft war, zog Maeve ihren Koffer aus dem Matsch und wischte ihn mit einem Handtuch ab, das ohnehin schon verloren war. Declan beobachtete das, ohne etwas zu sagen, die Schulter an den Türrahmen gelehnt, auf die Art, die bedeutete: Ich sehe dich, und ich sage nichts dazu. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er schließlich. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte Maeve, und sie meinte es halb, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste. Bridie winkte vom Fenster, einmal, ruhig, ein Winken ohne Drama, das mehr sagte als eine Umarmung. Maeve fuhr los, das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater gemocht hatte, und sie ließ es laufen, bis es zu weh tat, und dann noch ein bisschen länger. Im Rückspiegel stand Declan in der Haustür, das Gesicht in den Regen gehoben, als wäre das eine bewusste Entscheidung gegen den Schutz. Das Wasser unter den Reifen platschte, die Straße war noch halb überschwemmt, und Maeve fuhr langsam, weil sie das Haus noch ein bisschen länger im Rückspiegel sehen wollte. Die Flut war nicht vorbei, das wusste sie, und das nächste Mal würde kommen, ob sie es nächstes Mal nannte oder nicht. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das, was bleibt, genau das, was man gebraucht hat. ---------------------------------------------- 5 -------------------- Die Wiese unter Wasser Die Nachricht war so kurz, dass Maeve sie zweimal lesen musste, nicht weil sie die Worte nicht verstand, sondern weil die Kürze selbst etwas mitteilte, das über die Worte hinausging. Sie lag seit Stunden wach, mit der besonderen Hellwachheit von jemandem, der auf etwas wartet, ohne sich eingestehen zu wollen, worauf. Der Koffer war in zwanzig Minuten gepackt, zu leicht für eine Woche, zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Auf der Fahrt nach Westen verwandelte sich die Landschaft in etwas Vorläufiges, Überganghaftes, als hätte die Gegend selbst die Entscheidung vertagt, was sie sein wollte. Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, hielt sie an und saß noch einen Moment im abgewürgten Motor, der leise Wärme abgab wie ein Tier, das sich aus einer Umarmung löst. Der Matsch hatte die zähflüssige Geduld von etwas, das Zeit hat und das weiß, und er schluckte ihre Schritte mit einer Beiläufigkeit, die Maeve als persönlich empfand. Das Haus stand im Dunkel, nur ein einziges Fenster oben brannte, und das Kerzenlicht, das sich auf der Wasseroberfläche vor der Tür spiegelte, hatte etwas Unschlüssiges, als wüsste es selbst nicht, ob es Wärme oder Warnung signalisieren sollte. Declan stand in der Tür, noch bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er in dieser Nacht ohnehin nicht schlafen konnte – beides hätte sie nicht überrascht. „Du hättest früher fahren können", sagte er, und in diesem Satz lag alles: kein Vorwurf, keine Erleichterung, nur die stille Abrechnung von jemandem, der sich das Rechnen schon lange abgewöhnt hat. Sie umarmten sich auf die Art, die sich über Jahrzehnte einschleift, wenn das Gefühl zu groß ist und der Körper gelernt hat, damit umzugehen – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir stehen noch, das haben wir schon festgestellt, reden wir weiter. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im flackernden Kerzenschein eine fast beunruhigende Schönheit hatte, die Art von Schönheit, der man misstraut, weil man weiß, was darunter liegt. Das Notizbuch ihres Vaters trieb auf der Oberfläche, aufgeblättert und aufgequollen, die Handschrift zu grauen Wolken verlaufen, die an nichts Konkretes mehr erinnerten – oder vielleicht gerade deshalb an alles. Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne hineinzusehen, weil manche Objekte zunächst als Gewicht getragen werden müssen, bevor man sie wirklich betrachten kann. Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, die Hände übereinandergelegt mit einer Stille, die keine Erschöpfung war, sondern eine Art beschlossene Ruhe, die Maeve immer an Wasser erinnert hatte, das tief genug ist, um ruhig zu sein. „Ich zähle die Flaschen unten", sagte Bridie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe – das sind jetzt achtundsechzig, falls du mitgezählt hast." Maeve setzte sich auf die Armlehne des Sessels und legte die Hand auf die der Mutter, die sich kühl anfühlte und trocken wie Papier, das schon lange gelesen wurde. Dann rief Declan von unten, weil die Kommode noch stand und das Wasser nicht auf Sentimentalität wartete, und das war das Ende der stillen Szene. Das Schleppen der Kommode war mühselig auf eine Weise, die fast komisch war – das Ding hatte den entschlossenen Eigensinn alter Möbel, die sich entschieden haben, dass sie sich nicht mehr bewegen lassen –, und Declan fluchte auf Irisch, was er für weniger gotteslästerlich hielt als auf Englisch, obwohl Bridie beides hörte und beide Sprachen verstand. Als sie das Ding oben abstellten und Maeve die Stirn gegen das kühle Holz lehnte, lachten sie beide, weil Lachen manchmal das Einzige ist, das die Erschöpfung nicht beleidigt. Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen schweigenden Kette durch den Regen, und in der Dunkelheit hatte das etwas fast Rituelles, als gehörte es zu einem Brauch, dessen Bedeutung man nicht mehr kennt, den man aber trotzdem vollzieht, weil er der Nacht eine Ordnung gibt. Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil Nächte wie diese keine Einladungen versenden und keine Protokolle führen. Aoife, siebzig und seit vierzig Jahren Nachbarin, schaufelte Erde in Säcke mit einer Akkuratesse, die Maeve beschämte, und schaute dabei kaum auf. „Ich hab dich seit zwei Jahren nicht gesehen", sagte Aoife, in einem Ton, der weder anklagend noch herzlich war, sondern einfach präzise. Die Arbeit hatte die schweigende Würde von etwas, das getan werden muss und das keine Begleitung braucht, und Maeve empfand nach einer Weile etwas, das sie nicht gleich einordnen konnte – eine Art körperlicher Klarheit, die entsteht, wenn der Verstand aufhört, sich selbst zu kommentieren. Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, mit einer Abruptheit, als wäre eine Entscheidung gefallen, und diese Pause hatte etwas fast Souveränes, als wäre das Wasser kein Naturereignis, sondern ein Akteur, der sich kurz besinnt. Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und streckte ihr die Hand herunter – eine Geste ohne Erklärung, die keine brauchte. Von dort oben lag die gesamte Transformation offen: der Hof ein schwarzer Spiegel, in dem nichts sich spiegelte außer dem Himmel, die Birken am Ufer versunken bis zur Hälfte ihrer Stämme, die Felder dahinter ohne erkennbare Grenze zwischen dem, was Boden gewesen war, und dem, was Luft sein sollte. „Ich bin dort lang zur Schule gegangen", sagte Maeve, obwohl der Weg unter Wasser lag und sie selbst wusste, dass sie nicht über den Weg sprach. „Ich weiß", sagte Declan, und in diesen zwei Wörtern lag die gesamte Asymmetrie ihrer Kindheit – er hatte alles behalten, sie hatte alles mitgenommen, und keines von beiden war ein Fehler. Er zog eine Plastikflasche aus der Jackentasche, und der Whiskey war von der Sorte, die man nicht beschreibt, weil der Moment wichtiger ist als der Geschmack. Die Flasche kreiste zwischen ihnen mit der ruhigen Regelmäßigkeit eines alten Rituals, und die Nacht legte sich um sie wie etwas, das nicht beendet werden will. „Ich habe mich immer gefragt", sagte Maeve schließlich, und dann ließ sie den Satz eine Weile stehen, bevor sie ihn vollendete, „ob du je einen Moment hattest, in dem du verstanden hast, warum du geblieben bist." Declan schwieg auf eine Art, die keine Verlegenheit war, sondern Sorgfalt, die Sorgfalt von jemandem, der gelernt hat, dass manche Fragen keine schnellen Antworten vertragen. „Das setzt voraus", sagte er schließlich, „dass Bleiben eine Entscheidung war, die man hätte anders treffen können – aber ich glaube, manche Menschen sind einfach von einer bestimmten Art Boden." Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, das Dorf im Rückspiegel kleiner werden lassend, überzeugt, dass Distanz dasselbe sei wie Freiheit, und dass beides dasselbe sei wie Ankommen. „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. Declan nahm die Flasche, trank, und dann sagte er, ohne sie anzusehen: „Du bist fertig. Aber das bedeutet nur, dass du weißt, wo du herkommst – nicht, dass du aufgehört hast, hierherzugehören." Der Regen setzte wieder ein, mit einer Zurückhaltung, die beinahe höflich wirkte, als hätte er das Gespräch abgewartet. Sie saßen noch lange auf dem Dach, die Flasche zwischen ihnen, das Wasser unter ihnen, und Maeve spürte, wie etwas, das sie lange für Abgeschlossenheit gehalten hatte, sich als etwas anderes herausstellte – als eine Art offene Rechnung, die keine Begleichung verlangte, sondern nur gelegentliche Aufmerksamkeit. Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, wenig, aber mit einer Entschiedenheit, die wirkte wie ein Versprechen ohne Garantie. Bridie stand am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete den Schlamm im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve erst jetzt, nach all den Jahren, als das erkannte, was sie immer gewesen war: nicht Gleichmut, sondern eine sehr alte Form von Ausdauer. Sie schaufelten zu zweit, schweigend, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte, wie Atemzüge sich einstellen, ohne dass man es entscheidet. Am frühen Nachmittag zog Maeve den Koffer aus dem Schlamm, wischte ihn mit einem bereits verlorenen Handtuch ab und stellte ihn ans Auto, und diese kleine Handlung hatte etwas Endgültiges, das sie selbst nicht gemeint hatte. Declan stand in der Tür, die Schulter am Rahmen, und beobachtete das mit einer Stille, die keine Gleichgültigkeit war, sondern die besondere Aufmerksamkeit von jemandem, der sich etwas einprägt. „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, in dem vollen Bewusstsein, dass sie log, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste, und das machte die Lüge zu einer Art Vereinbarung. Bridie winkte einmal, ohne Theatralik, ein kleines, ruhiges Winken vom Fenster, das mehr Inhalt hatte als die meisten Umarmungen. Das Radio im Auto spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und Maeve ließ es laufen, auch als es anfing wehzutun, weil manche Dinge nur vollständig sind, wenn man sie bis zum Ende hält. Im Rückspiegel stand Declan in der offenen Tür, das Gesicht dem Regen zugewandt, als wäre das eine Wahl und nicht nur eine Haltung – vielleicht war es beides. Sie fuhr langsam, weil die Straße noch halb überschwemmt war, aber auch weil sie das Bild im Spiegel eine Weile länger behalten wollte, bevor die Kurve es nahm. Das Wasser war nicht vorbei, und die nächste Flut würde kommen, mit derselben sachlichen Unausweichlichkeit wie diese, und Maeve würde wieder fahren, das stand jetzt fest, mit einem Koffer, der zu leicht war für eine Woche und zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen, und vielleicht war das die einzige Art von Fertigsein, die in der Welt wirklich gilt. 40n93i8rfymy80n6aoi3hzp6ovng4n7 1085390 1085378 2026-05-11T08:21:14Z Thirunavukkarasye-Raveendran 47852 1085390 wikitext text/x-wiki ;Kurzgeschichten 5 a - ungarisch deutsch == 81 == 1 -------------------- :A kis templom - Der kleine Tempel :1. Yuki huszonnyolc éves. - Yuki ist achtundzwanzig Jahre alt. :2. Egy könyvesboltban dolgozik. - Sie arbeitet in einer Buchhandlung. :3. Ma vonattal utazik. - Heute fährt sie mit dem Zug. :4. Az úti cél egy kis templom. - Das Ziel ist ein kleiner Tempel. :5. Ott élt régen a nagyanyja. - Dort hat ihre Großmutter früher gelebt. :6. A nagyanya három éve halott. - Die Großmutter ist seit drei Jahren tot. :7. Yuki régóta nem látogatta meg a kertet. - Yuki hat den Garten lange nicht besucht. :8. A vonat megáll egy kis állomáson. - Der Zug hält an einer kleinen Station. :9. Yuki leszáll, és gyalog megy tovább. - Yuki steigt aus und geht zu Fuß. :10. Az út keskeny és csendes. - Der Weg ist schmal und still. :11. Hamarosan ott áll a régi kapu előtt. - Bald steht sie vor dem alten Tor. :12. A fa szürke és mállott. - Das Holz ist grau und verwittert. :13. Leveszi a cipőjét. - Sie zieht ihre Schuhe aus. :14. A kövek hidegek és nedvesek. - Die Steine sind kalt und nass. :15. Az előző éjszaka esője még ott fekszik a mohán. - Der Regen der letzten Nacht liegt noch auf dem Moos. :16. Yuki lassan a tóhoz megy. - Yuki geht langsam zum Teich. :17. A víz sötét és zavaros. - Das Wasser ist dunkel und trüb. :18. Régen itt színes koi-pontyok voltak. - Früher waren hier bunte Koi-Karpfen. :19. Most csak egyetlen levél úszik a vízen. - Jetzt schwimmt nur ein einzelnes Blatt auf dem Wasser. :20. Yuki sokáig nézi a tavat. - Yuki schaut lange auf den Teich. :21. Nem mond semmit. - Sie sagt nichts. :22. Aztán halk zajt hall. - Dann hört sie ein leises Geräusch. :23. Egy öregember ül egy fapadon. - Ein alter Mann sitzt auf einer Holzbank. :24. A neve Nao. - Sein Name ist Nao. :25. Nao régen a templom kertésze volt. - Nao war früher der Gärtner des Tempels. :26. Körülbelül hetvenöt éves. - Er ist ungefähr fünfundsiebzig Jahre alt. :27. Egy seprű támaszkodik mellette a padnak. - Ein Besen lehnt neben ihm an der Bank. :28. Nao Yukira néz. - Nao sieht Yuki an. :29. Egy szót sem szól. - Er sagt kein Wort. :30. Csak egyszer bólint, egészen enyhén. - Er nickt nur einmal, ganz leicht. :31. Yuki odamegy a padhoz, és leül. - Yuki geht zur Bank und setzt sich. :32. Nem ül túl közel. - Sie setzt sich nicht zu nah. :33. Ketten csendben ülnek egymás mellett. - Die beiden sitzen still nebeneinander. :34. Egy szitakötő repül át a tó fölött. - Eine Libelle fliegt über den Teich. :35. Leszáll egy régi tavirózsaszárra. - Sie setzt sich auf einen alten Seerosenschaft. :36. Nao végighúzza az ujját a pad érdes fáján. - Nao streicht mit dem Finger über das raue Holz der Bank. :37. Ez régi szokás. - Es ist eine alte Gewohnheit. :38. Yuki a nagyanyjára gondol. - Yuki denkt an ihre Großmutter. :39. A tea és a nedves fű illatára gondol. - Sie denkt an den Geruch von Tee und nassem Gras. :40. Aztán esni kezd. - Dann beginnt es zu regnen. :41. Először csak néhány csepp hullik. - Zuerst sind es nur wenige Tropfen. :42. Aztán erősebben esik. - Dann regnet es stärker. :43. Yuki és Nao gyorsan felállnak. - Yuki und Nao stehen schnell auf. :44. Befutnak a kis teaház teteje alá. - Sie laufen unter das Dach des kleinen Teehauses. :45. A tető régi cserepekből van. - Das Dach ist aus alten Ziegeln. :46. Az eső hangosan dobol rajta. - Der Regen prasselt laut darauf. :47. Yuki meglát egy kis bambuszkutat. - Yuki sieht einen kleinen Bambus-Brunnen. :48. A víz cseppről cseppre hullik egy kőre. - Das Wasser fällt tropf für tropf auf einen Stein. :49. A követ moha borítja. - Der Stein ist mit Moos bedeckt. :50. Nao lehunyja a szemét. - Nao schließt die Augen. :51. Nyugodtan lélegzik. - Er atmet ruhig. :52. Yuki nem mond semmit, és Nao sem mond semmit. - Yuki sagt nichts, und Nao sagt auch nichts. :53. Nincs mit mondani. - Es gibt nichts zu sagen. :54. Egy idő után eláll az eső. - Nach einer Weile hört der Regen auf. :55. Gyenge fény tör át a felhőkön. - Ein schwaches Licht kommt durch die Wolken. :56. A nedves moha most zölden felragyog a kőfalon. - Das nasse Moos leuchtet jetzt grün auf der Steinmauer. :57. Yuki feláll. - Yuki steht auf. :58. Enyhén meghajol az öregember előtt. - Sie verbeugt sich leicht vor dem alten Mann. :59. Nao kinyitja a szemét. - Nao öffnet die Augen. :60. Halkan azt mondja: „A pontyok nem haltak meg.” - Er sagt leise: „Die Karpfen sind nicht tot." :61. Yuki ránéz. - Yuki schaut ihn an. :62. Nao azt mondja: „Csak alszanak az iszap alatt.” - Nao sagt: „Sie schlafen nur unter dem Schlamm." :63. Yuki bólint. - Yuki nickt. :64. Megfordul, és elindul. - Sie dreht sich um und geht. :65. A kapuhoz visszavezető út csendes. - Der Weg zurück zum Tor ist still. :66. Nem fordul vissza. - Sie dreht sich nicht um. :67. Nao a padon ülve marad. - Nao bleibt auf der Bank sitzen. :68. A zavaros vizet nézi. - Er schaut auf das trübe Wasser. :69. Yuki átmegy a régi kapun. - Yuki geht durch das alte Tor. :70. Újra felveszi a cipőjét. - Sie zieht ihre Schuhe wieder an. :71. A vonat hamarosan indul. - Der Zug fährt bald. :72. Lassan megy az állomás felé. - Sie geht langsam zur Station. :73. A szívében nyugalom van, de üresség is. - Im Herzen ist es ruhig, aber auch leer. :74. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. -------------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki ismeri a templomhoz vezető utat, bár régóta nem járt rajta. - Yuki kennt den Weg zum Tempel, obwohl sie ihn lange nicht gegangen ist. :2. Három év telt el azóta, hogy a nagyanyja meghalt. - Drei Jahre sind vergangen, seit ihre Großmutter gestorben ist. :3. A reggel hűvös, és a levegő nedves föld illatát hordozza. - Der Morgen ist kühl, und die Luft riecht nach feuchter Erde. :4. Yuki sötét kabátot visel, és egy kis táskát tart a kezében. - Yuki trägt eine dunkle Jacke und hält eine kleine Tasche in der Hand. :5. Amikor eléri a mállott fakaput, rövid időre megáll. - Als sie das verwitterte Holztor erreicht, bleibt sie kurz stehen. :6. Ráteszi a kezét a régi fára, amely hidegnek és érdesnek érződik. - Sie legt die Hand auf das alte Holz, das sich kalt und rau anfühlt. :7. Aztán leveszi a cipőjét, mert itt ez a szokás. - Dann zieht sie die Schuhe aus, weil das hier so der Brauch ist. :8. A mohával benőtt kövek még nedvesek az előző éjszaka esőjétől. - Die moosbewachsenen Steine sind noch nass vom Regen der letzten Nacht. :9. Yuki lassan megy, mert nem tudja, mit kellene éreznie. - Yuki geht langsam, weil sie nicht weiß, was sie fühlen soll. :10. A kert másképp néz ki, mint az emlékeiben. - Der Garten sieht anders aus als in ihrer Erinnerung. :11. A bokrok vadabbak lettek, és a fű a kövek között nő. - Die Büsche sind wilder geworden, und das Gras wächst zwischen den Steinen. :12. A keskeny út végén ott fekszik a tó, sötéten és csendesen. - Am Ende des schmalen Weges liegt der Teich, dunkel und still. :13. A víz zöldes színű, majdnem olyan, mint a régi üveg. - Das Wasser hat eine grünliche Farbe, fast wie altes Glas. :14. Yuki emlékszik rá, hogy régen sok koi-ponty úszott itt. - Yuki erinnert sich, dass hier früher viele Koi-Karpfen geschwommen sind. :15. Most csak egyetlen levél látható a felszínen. - Jetzt ist nur ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche zu sehen. :16. Leguggol a partra, és sokáig nézi a zavaros vizet. - Sie hockt sich ans Ufer und schaut lange in das trübe Wasser. :17. Egy halk zajtól felnéz. - Ein leises Geräusch lässt sie aufblicken. :18. Egy régi fapadon egy férfi ül, aki nagyon öregnek és nagyon nyugodtnak tűnik. - Auf einer alten Holzbank sitzt ein Mann, der sehr alt und sehr ruhig wirkt. :19. A neve Nao, és sok éven át ennek a templomnak a kertésze volt. - Sein Name ist Nao, und er war viele Jahre lang der Gärtner dieses Tempels. :20. A mellette lévő seprű a padnak támaszkodik, mintha mindjárt használni kellene. - Der Besen neben ihm lehnt gegen die Bank, als ob er gleich benutzt werden soll. :21. Nao Yuki felé fordítja a fejét, de egyetlen szót sem mond. - Nao dreht den Kopf zu Yuki, sagt aber kein einziges Wort. :22. Csak egyszer bólint, és ez elég üdvözlésnek. - Er nickt nur einmal, und das reicht als Begrüßung. :23. Yuki odamegy a padhoz, és némi távolsággal leül mellé. - Yuki geht zur Bank und setzt sich mit etwas Abstand neben ihn. :24. Nem tudja, miért ül le, de helyesnek érzi. - Sie weiß nicht, warum sie sich setzt, aber es fühlt sich richtig an. :25. Egy szitakötő jelenik meg a víz fölött, és leszáll egy régi tavirózsaszárra. - Eine Libelle erscheint über dem Wasser und landet auf einem alten Seerosenschaft. :26. Nao a hüvelykujjával újra meg újra végigsimít a pad háttámlájának érdes fáján. - Nao streicht mit dem Daumen über das raue Holz der Banklehne, immer wieder. :27. Yuki figyeli ezt a mozdulatot, és arra gondol, hogy ezt már ezerszer megtette. - Yuki beobachtet diese Geste und denkt, dass er das schon tausendmal getan hat. :28. A nagyanyjára gondol, aki gyakran ült itt, és teát ivott. - Sie denkt an ihre Großmutter, die hier oft gesessen und Tee getrunken hat. :29. A kép világos, de a benne lévő személy hiányzik. - Das Bild ist klar, aber die Person darin fehlt. :30. Hosszú szünet után halk eső kezdődik. - Nach einer langen Pause beginnt ein leiser Regen. :31. Az első cseppek alig hallhatóan hullanak a levelekre. - Die ersten Tropfen fallen kaum hörbar auf die Blätter. :32. Aztán az eső erősebb lesz, és Yuki gyorsan feláll. - Dann wird der Regen stärker, und Yuki steht schnell auf. :33. Nao lassan áll fel, mert a térdei már nem működnek olyan jól. - Nao steht langsam auf, weil seine Knie nicht mehr so gut mitspielen. :34. Együtt mennek a kis teaház kiugró teteje alá. - Sie gehen zusammen unter das überhängende Dach des kleinen Teehauses. :35. A tető sötét cserepekből van, és az eső úgy hangzik rajta, mint a dobszó. - Das Dach ist aus dunklen Ziegeln, und der Regen klingt darauf wie Trommelschläge. :36. Yuki a tető széléhez áll, és a kertbe néz. - Yuki stellt sich an den Rand des Dachs und schaut in den Garten. :37. Egy bambuszkút vizet merít, és egy mohával benőtt kőre ejti. - Ein Bambus-Brunnen schöpft Wasser und lässt es in einen bemoosten Stein fallen. :38. Csepp. Szünet. Csepp. - Tropf. Pause. Tropf. :39. A hang egyenletes és valahogy megnyugtató. - Das Geräusch ist gleichmäßig und irgendwie beruhigend. :40. Nao háttal a teaház falának támaszkodik, és lehunyja a szemét. - Nao lehnt mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses und schließt die Augen. :41. Mélyen és szabályosan lélegzik, mintha aludna. - Er atmet tief und regelmäßig, als ob er schläft. :42. Yuki ránéz, és azon töpreng, hány záport élt már át itt. - Yuki schaut ihn an und fragt sich, wie viele Regengusse er hier schon erlebt hat. :43. Úgy tűnik, itt lassabban folyik az idő, mint a városban. - Die Zeit scheint hier langsamer zu fließen als in der Stadt. :44. Yuki a könyvesboltban töltött mindennapjaira gondol, a polcokra és a pénztári blokkokra. - Yuki denkt an ihren Alltag in der Buchhandlung, an Regale und Kassenzettel. :45. Mindez távolinak tűnik, mintha egy másik élethez tartozna. - Das alles wirkt weit weg, als ob es zu einem anderen Leben gehört. :46. Az eső megtölti a kövek közötti kis mélyedéseket. - Der Regen füllt die kleinen Vertiefungen zwischen den Steinen. :47. A moha lassan és hangtalanul magába szívja a vizet. - Das Moos nimmt das Wasser auf, langsam und lautlos. :48. Yuki arra gondol: a veszteséggel is így van ez. - Yuki denkt: So ist das mit dem Verlust auch. :49. Nem egyszerre jön, hanem beszivárog, cseppről cseppre. - Er kommt nicht auf einmal, sondern sickert ein, Tropfen für Tropfen. :50. Aztán éppolyan hirtelen, ahogy elkezdődött, eláll az eső. - Dann, genauso plötzlich wie er begonnen hat, hört der Regen auf. :51. A felhők között keskeny fénycsík tör át. - Zwischen den Wolken bricht ein schmaler Streifen Licht hindurch. :52. A régi kőfalon a nedves moha mély zölden ragyog. - Das nasse Moos auf der alten Steinmauer leuchtet in einem tiefen Grün. :53. Yuki szépnek találja, bár nem tudja, miért. - Yuki findet, dass es schön ist, obwohl sie nicht weiß, warum. :54. Megfordul Nao felé, aki most már kinyitotta a szemét. - Sie dreht sich zu Nao um, der die Augen jetzt geöffnet hat. :55. Enyhén meghajol, ahogy illik. - Sie verbeugt sich leicht, wie es sich gehört. :56. Nao ránéz, és nyugodt hangon azt mondja: „A pontyok nem mentek el.” - Nao sieht sie an und sagt mit ruhiger Stimme: „Die Karpfen sind nicht fort." :57. Yuki vár, mert érzi, hogy még jön valami. - Yuki wartet, weil sie spürt, dass noch etwas kommt. :58. „Lent fekszenek az iszapban, és várják a tavaszt.” - „Sie liegen unten im Schlamm und warten auf den Frühling." :59. Yuki bólint, bár nem biztos benne, hogy Nao csak a halakról beszél. - Yuki nickt, obwohl sie nicht sicher ist, ob er nur von den Fischen spricht. :60. Fogja a táskáját, és visszamegy az úton a kapu felé. - Sie nimmt ihre Tasche und geht den Weg zurück zum Tor. :61. A kövek a lába alatt még hidegek és csúszósak. - Die Steine unter ihren Füßen sind noch kalt und glitschig. :62. Nem fordul meg, de hallja, hogy Nao újra leül a padra. - Sie dreht sich nicht um, aber sie hört, dass Nao sich wieder auf die Bank setzt. :63. A kapunál felveszi a cipőjét, és egyszer visszanéz a kertbe. - Am Tor zieht sie die Schuhe an und schaut einmal zurück in den Garten. :64. A tó csendesen fekszik ott, a zavaros víz gyengén csillog a fényben. - Der Teich liegt still da, das trübe Wasser glänzt im schwachen Licht. :65. Yuki kifújja a levegőt, és elindul. - Yuki atmet aus und geht. :66. Az állomáshoz vezető út rövid, és a vonat hamarosan jön. - Der Weg zur Station ist kurz, und der Zug kommt bald. :67. A vonaton az ablaknál ül, és az elsuhanó mezőket nézi. - Im Zug sitzt sie am Fenster und schaut auf die vorbeiziehenden Felder. :68. Nem gondol a nagyanyjára, de valahogy mégis érzi őt. - Sie denkt nicht an ihre Großmutter, aber sie fühlt sie irgendwie trotzdem. :69. Az üresség ott van, de már nem nyom olyan nehezen. - Die Leere ist da, aber sie drückt nicht mehr so schwer. :70. A víz egészen magától folyik át a mohán. - Das Wasser fließt durch das Moos, ganz von allein. ---------------------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki nem felejtette el a templomhoz vezető utat, bár három éve nem járt már rajta. - Yuki hatte den Weg zum Tempel nicht vergessen, obwohl sie ihn seit drei Jahren nicht mehr gegangen war. :2. Ismert minden követ, minden kanyart, minden szagot – és éppen ez tette olyan nehézzé az első lépést. - Sie kannte jeden Stein, jede Biegung, jeden Geruch – und genau das machte den ersten Schritt so schwer. :3. A reggel még félig sötétben feküdt, amikor leszállt a vonatról, és beszívta a kora őszi hűvös levegőt. - Der Morgen lag noch halb im Dunkel, als sie aus dem Zug stieg und die kühle Luft des frühen Herbstes einatmete. :4. Nedves lomb illata volt a levegőben, és valamié, amit nem tudott megnevezni, ami azonban azonnal visszavitte őt. - Es roch nach nassem Laub und nach etwas, das sie nicht benennen konnte, das sie aber sofort zurückbrachte. :5. A megviselt fakapunál megállt, nem azért, mert habozott, hanem mert a pillanat ezt kívánta. - Am verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht weil sie zögerte, sondern weil der Moment es verlangte. :6. A fa szürkébb lett, érdesebb, és magán hordta több olyan tél nyomát, amely nélküle múlt el. - Das Holz war grauer geworden, rauer, und trug die Spuren mehrerer Winter, die ohne sie vergangen waren. :7. Levetette a cipőjét, rendesen egymás mellé állította őket, és rálépett az előtte lévő mohával benőtt kőre. - Sie zog die Schuhe aus, stellte sie ordentlich nebeneinander und trat auf den moosbewachsenen Stein davor. :8. A hideg azonnal áthatolt a vékony zoknin, és Yuki egy ideig hagyta ott állni, anélkül hogy továbbment volna. - Die Kälte drang sofort durch die dünnen Socken, und Yuki ließ sie eine Weile stehen, ohne weiterzugehen. :9. A kert megváltozott, de nem úgy, ahogy a dolgok akkor változnak meg, ha valaki elhanyagolja őket. - Der Garten hatte sich verändert, aber nicht so, wie Dinge sich verändern, wenn jemand sie vernachlässigt. :10. Inkább úgy hatott, mint valaki, aki felhagyott azzal, hogy tartást vegyen fel, és most egyszerűen elengedi magát. - Er wirkte eher wie jemand, der aufgehört hat, eine Haltung einzunehmen, und sich nun einfach gehen lässt. :11. A bokrok elvesztették formájukat, a fű kinőtt a régi kőlapok fugái között, és senki sem szorította vissza. - Die Büsche hatten ihre Form verloren, das Gras wuchs zwischen den Fugen der alten Steinplatten, und niemand hatte es zurückgedrängt. :12. Yuki követte a keskeny ösvényt, amely még felismerhető volt, de amelyet hamarosan a szélek felől elnyeléssel fenyegetett a növényzet. - Yuki folgte dem schmalen Pfad, der noch erkennbar war, aber bald von den Rändern her aufgefressen zu werden drohte. :13. Az út végén ott feküdt a tó, és kisebb volt, mint amilyennek emlékezetében élt. - Am Ende des Weges lag der Teich, und er war kleiner, als sie ihn in Erinnerung hatte. :14. A víz sötétzöld színű volt, majdnem olyan, mint a tinta, és a felszíne alig mozdult. - Das Wasser hatte eine dunkelgrüne Farbe, fast wie Tinte, und die Oberfläche bewegte sich kaum. :15. Eszébe jutottak a koi pontyok, amelyek régebben élénk narancsszínben siklottak át alatta, mint élő lángok. - Sie erinnerte sich an die Koi-Karpfen, die früher in leuchtenden Orangetönen darunter hindurchgeglitten waren wie lebende Flammen. :16. Most egyetlen, félig lebomlott levél sodródott a vízen, és különben semmi. - Jetzt trieb ein einzelnes, halb zersetztes Blatt auf dem Wasser, und sonst war nichts. :17. Yuki leguggolt a part mellé, karját a térde köré fonta, és a vízbe meredt, anélkül hogy bármit keresett volna. - Yuki hockte sich ans Ufer, die Arme um die Knie geschlungen, und starrte in das Wasser, ohne etwas zu suchen. :18. Olyan sokáig ült így, hogy a lábai bizseregni kezdtek, de nem állt fel. - Sie saß so lange, dass ihre Beine kribbeln anfingen, aber sie stand nicht auf. :19. Akkor halk fakaparászást hallott maga mögött, ahogy fa súrlódik kövön. - Dann hörte sie hinter sich das leise Scharren von Holz auf Stein. :20. Egy padon, amely az évek súlya alatt kissé ferdén állt, egy öreg férfi ült. - Auf einer Bank, die unter dem Gewicht der Jahre leicht schief stand, saß ein alter Mann. :21. Nao körülbelül hetvenöt éves volt, talán idősebb, és egyszerű munkakabátot viselt, amely már sok nyarat látott. - Nao war ungefähr fünfundsiebzig, vielleicht älter, und trug eine schlichte Arbeitsjacke, die schon viele Sommer gesehen hatte. :22. A mellette álló seprűt nem egyszerűen letették, hanem olyan magától értetődően támaszkodott ott, mintha mindig is ott állt volna. - Der Besen neben ihm war nicht einfach abgestellt worden, sondern lehnte mit einer Selbstverständlichkeit dort, als hätte er dort immer gestanden. :23. Nao a fejét felé fordította, anélkül hogy a testét megmozdította volna, és olyan tekintettel nézett rá, amely sem kérdező, sem üdvözlő nem volt. - Nao drehte den Kopf zu ihr, ohne seinen Körper zu bewegen, und sah sie mit einem Blick an, der weder fragend noch begrüßend war. :24. Egyszer bólintott, egészen röviden, Yuki pedig visszabólintott, és ezzel minden szükséges elhangzott. - Er nickte einmal, ganz knapp, und Yuki nickte zurück, und damit war alles Notwendige gesagt. :25. Felállt, és némi távolsággal mellé ült, mert a helyzet így kívánta, nem azért, mert társaságot keresett. - Sie stand auf und setzte sich mit etwas Abstand neben ihn, weil die Situation es so wollte, nicht weil sie Gesellschaft suchte. :26. A tó fölött megjelent egy szitakötő, amely olyan mozdulatlanul függött a levegőben, mintha odafestették volna. - Über dem Teich erschien eine Libelle, die so still in der Luft hing, als wäre sie aufgemalt. :27. Leszállt egy régi tavirózsa szárára, amely úgy állt ki a vízből, mint egy megmaradt gondolat. - Sie landete auf einem alten Seerosenschaft, der aus dem Wasser ragte wie ein übrig gebliebener Gedanke. :28. Nao hüvelykujjával végigsimított a pad érdes fatámláján, mindig ugyanabba az irányba, mindig ugyanazon a helyen. - Nao fuhr mit dem Daumen über die raue Holzlehne der Bank, immer in derselben Richtung, immer dieselbe Stelle. :29. Yuki nézte a kezét, és arra gondolt, hogy a fa és a bőr hosszú idő után hasonlóvá válik. - Yuki betrachtete seine Hand und dachte, dass Holz und Haut sich nach langer Zeit ähnlich werden. :30. A nagyanyjára gondolt, aki itt ült, teát ivott, és soha nem magyarázott sokat. - Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen hatte, Tee getrunken und nie viel erklärt hatte. :31. A nagyanyja úgy tudott dolgokat, hogy nem beszélt róluk, és ez Yukit gyerekként néha kétségbeesésbe kergette. - Ihre Großmutter hatte Dinge gewusst, ohne darüber zu sprechen, und das hatte Yuki als Kind manchmal zur Verzweiflung gebracht. :32. Most már jobban értette ezt, még ha az értés már semmit sem használt. - Jetzt verstand sie es besser, auch wenn das Verstehen nichts mehr nützte. :33. Halk eső kezdődött, olyan tétován, mintha nem volna biztos benne, szívesen látják-e. - Ein leiser Regen begann, so zögerlich, als ob er sich nicht sicher war, ob er willkommen wäre. :34. Az első cseppek hangtalanul eltűntek a mohában, aztán a vízen, aztán egyszerre mindenütt. - Die ersten Tropfen verschwanden lautlos im Moos, dann auf dem Wasser, dann überall gleichzeitig. :35. Yuki ülve maradt, amíg az eső sűrűbbé nem vált, és a haja tapadni nem kezdett. - Yuki blieb sitzen, bis der Regen dichter wurde und ihr Haar zu kleben begann. :36. Nao felállt, lassan, egy olyan ember megfontolt gondosságával, aki jól ismeri és tiszteli a testét. - Nao stand auf, langsam, mit der bedächtigen Sorgfalt eines Menschen, der seinen Körper gut kennt und respektiert. :37. Együtt mentek a teaház teteje alá, anélkül hogy egy szót is vesztegettek volna arra, hogy ezt teszik. - Sie gingen zusammen unter das Dach des Teehauses, ohne ein Wort darüber zu verlieren, dass sie es taten. :38. A régi cserepekből álló tető hangosan fogadta az esőt, és ez a zaj kitöltötte a köztük lévő teret. - Das Dach aus alten Ziegeln nahm den Regen laut auf, und dieses Geräusch füllte den Raum zwischen ihnen. :39. Yuki a tető szélén állt, egy lépésnyire az esőtől, és a bambusz szökőkútra nézett. - Yuki stand am Rand des Dachs, einen Schritt vom Regen entfernt, und schaute auf den Bambus-Brunnen. :40. A víz egyenletes időközönként hullott egy mohás kőre, beszivárgott a mélyedésekbe, eltűnt. - Das Wasser fiel in gleichmäßigen Abständen auf einen bemoosten Stein, sickerte in die Vertiefungen, verschwand. :41. Csepp. Csend. Csepp. - Tropf. Stille. Tropf. :42. Nao háttal a fafalnak támaszkodott, és lehunyta a szemét, mintha az eső olyan zene volna, amelyet kívülről ismer. - Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand und schloss die Augen, als ob der Regen eine Musik wäre, die er auswendig kannte. :43. Yuki azon töprengett, hány esőzést élt át itt, hány embert látott jönni és menni. - Yuki überlegte, wie viele Regengusse er hier erlebt hatte, wie viele Menschen er hatte kommen und gehen sehen. :44. A saját városára gondolt, a zajra és a fényre, amely éjszaka sem szűnt meg. - Sie dachte an ihre eigene Stadt, an den Lärm und das Licht, das nachts nicht aufhörte. :45. Itt még az eső is lassabban hullani látszott, mintha volna ideje. - Hier schien selbst der Regen langsamer zu fallen, als ob er Zeit hatte. :46. A nagyanyja gondolata nem képként jött, hanem súlyként – nem fájdalmasan, csak jelenlévőn. - Der Gedanke an ihre Großmutter kam nicht als Bild, sondern als Gewicht – nicht schmerzhaft, nur vorhanden. :47. Yuki észrevette, hogy a fájdalom, amelynek érzésére számított, nem jelentkezett. - Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte zu fühlen, sich nicht eingestellt hatte. :48. Helyette volt ott valami nyugodtabb, amit még nem tudott megnevezni, és ami egyelőre békén hagyta őt. - Stattdessen war da etwas Ruhigeres, das sie noch nicht benennen konnte und das sie vorerst in Ruhe ließ. :49. A kőfal mohája itta a vizet, amely vékony erekben folyt le rajta, sietség és veszteség nélkül. - Das Moos an der Steinmauer trank das Wasser, das in dünnen Rinnsalen daran hinablief, ohne Eile und ohne Verlust. :50. Így van ez, gondolta Yuki, de nem mondta ki. - So ist das, dachte Yuki, aber sie sprach es nicht aus. :51. Az eső elállt, és az utána következő hallgatás más minőségű volt, mint az előtte lévő hallgatás. - Der Regen hörte auf, und das Schweigen danach war von anderer Qualität als das Schweigen davor. :52. Halvány fény tört át a szétúszó felhőkön, és ferdén esett a nedves kőfalra. - Ein schwaches Licht brach durch die auseinandertreibenden Wolken und fiel schräg auf die nasse Steinmauer. :53. A moha olyan zöldben ragyogott, amilyet Yuki így még nem látott, bár már gyakran láthatta volna. - Das Moos leuchtete in einem Grün, das Yuki so noch nicht gesehen hatte, obwohl sie es schon oft hätte sehen können. :54. Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és nyugodtan nézett rá. - Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ruhig ansah. :55. Yuki meghajolt, mert ez volt a helyes, még ha pontosan nem is tudta volna megmagyarázni, miért. - Yuki verbeugte sich, weil es das Richtige war, auch wenn sie nicht genau erklären hätte können, wofür. :56. Nao ránézett, és hangsúly nélkül, sietség nélkül azt mondta: „A pontyok nem tűntek el.” - Nao sah sie an und sagte, ohne Betonung und ohne Eile: „Die Karpfen sind nicht verschwunden." :57. Yuki várt, mert érezte, hogy ez még nem minden. - Yuki wartete, weil sie spürte, dass das nicht alles war. :58. „Az iszapban fekszenek a fenéken, és várják, hogy újra melegebb legyen.” - „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten, bis es wieder wärmer wird." :59. Úgy mondta ezt, mintha egy ismert és aggodalomra okot nem adó tényt közölne. - Er sagte es so, als ob er eine Tatsache mitteilte, die bekannt und unbesorgniserregend war. :60. Yuki bólintott, és arra gondolt, hogy valószínűleg nemcsak a halakról beszélt – vagy talán mégis csak róluk, és ez elég volt. - Yuki nickte und dachte, dass er wahrscheinlich nicht nur von den Fischen sprach – oder vielleicht doch nur von ihnen, und das reichte. :61. Felvette a táskáját, amely még kissé nedves volt, és visszament az úton a kapuhoz. - Sie nahm ihre Tasche, die noch etwas feucht war, und ging den Weg zurück zum Tor. :62. A kövek a nedves zoknija alatt simák és hidegek voltak, és minden lépésére figyelt. - Die Steine unter ihren nassen Socken waren glatt und kalt, und sie achtete auf jeden Schritt. :63. Nem fordult meg, de hallotta, ahogy Nao újra leül, és a seprű halkan a padhoz ütődik. - Sie drehte sich nicht um, aber sie hörte, wie Nao sich wieder setzte und der Besen leise gegen die Bank stieß. :64. A kapunál belebújt a cipőjébe, és egy pillanatra megállt, tekintetét előre szegezve. - Am Tor schlüpfte sie in ihre Schuhe und blieb einen Moment stehen, den Blick nach vorne gerichtet. :65. Mögötte ott feküdt a kert a zavaros tavával, a ferde teaházzal és az öreg férfival a padon. - Hinter ihr lag der Garten mit seinem trüben Teich, dem schiefen Teehaus und dem alten Mann auf der Bank. :66. Mindez tovább fog létezni, akár visszatér, akár nem, és ez fájdalom nélküli felismerés volt. - Das alles würde weiterexistieren, ob sie zurückkam oder nicht, und das war eine Erkenntnis ohne Schmerz. :67. Yuki az állomásra ment, és az oda vezető út rövidebb volt, mint várta. - Yuki ging zur Station, und der Weg dorthin war kürzer, als sie erwartet hatte. :68. A vonaton a fejét az ablaknak támasztotta, és nézte, ahogy a mezők elvonulnak mellette. - Im Zug lehnte sie den Kopf gegen das Fenster und schaute zu, wie die Felder vorbeizogen. :69. Nem gondolt sokat, ami szokatlan volt, de nem is kellemetlen. - Sie dachte nicht viel, was ungewohnt war, aber auch nicht unangenehm. :70. Az üresség, amelytől félt, ott volt – de nem úgy volt üres, ahogy az fáj. - Die Leere, die sie gefürchtet hatte, war da – aber sie war nicht leer auf die Art, die wehtut. :71. Inkább olyan volt, mint egy tó ősszel: csendes, sötét, és alatta alszik valami, ami nem halott. - Sie war eher wie ein Teich im Herbst: still, dunkel, und darunter schläft etwas, das nicht tot ist. ----------------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :A templomkert - Der Tempelgarten :1. Yuki nem tervezte, hogy felkeresi a templomot – egyszerűen felszállt a vonatra, ahogyan az ember néha megtesz dolgokat, mielőtt az értelem megtilthatná őket. - Yuki hatte sich nicht vorgenommen, den Tempel zu besuchen – sie war einfach in den Zug gestiegen, wie man manchmal Dinge tut, bevor der Verstand sie verbieten kann. :2. Három évig kerülte a kertet, nem közönyből, hanem mert vannak helyek, amelyek túl sokat követelnek az embertől, amíg a seb még friss. - Drei Jahre hatte sie den Garten gemieden, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil manche Orte zu viel von einem verlangen, solange die Wunde noch frisch ist. :3. Az ősz már sápadt fénybe merítette a várost, amely se nem hideg, se nem meleg volt, amikor a vonat megállt a kis állomáson. - Der Herbst hatte die Stadt bereits in ein blasses Licht getaucht, das weder kalt noch warm war, als der Zug an der kleinen Station hielt. :4. Olyan csendbe szállt ki, amely nem elutasító volt, hanem egyszerűen teljes – hézagtalan csendbe, amelybe az ember gondolatokat tolhatott volna. - Sie stieg aus in eine Stille, die nicht abweisend, sondern einfach vollständig war – eine Stille ohne Lücken, in die man Gedanken schieben konnte. :5. A templomhoz vezető út egy szűk sikátoron haladt át régi falak között, amelyeken a moha vastag, egyenetlen párnákban nőtt. - Der Weg zum Tempel führte durch eine schmale Gasse zwischen alten Mauern, auf denen das Moos in dicken, ungleichmäßigen Polstern wuchs. :6. Yuki ismerte ezt az utat anélkül, hogy ismerte volna – valahol az emlékezet alatt ült, magában a testben, abban, ahogyan a lábak habozás nélkül választották az irányt. - Yuki kannte diesen Weg, ohne ihn zu kennen – er saß irgendwo unterhalb der Erinnerung, im Körper selbst, in der Art, wie die Füße ohne Zögern die Richtung wählten. :7. A megviselt fakapu előtt megállt, nem azért, hogy bátorságot gyűjtsön, hanem mert az átmenet megérdemelt egy pillanatnyi összeszedettséget. - Vor dem verwitterten Holztor blieb sie stehen, nicht um Mut zu sammeln, sondern weil der Übergang einen Moment der Sammlung verdiente. :8. A fának olyan színe volt, mint valaminek, ami sok telet látott és már nem ismert sietséget, és Yuki keze rövid ideig szándék nélkül pihent az oszlopon. - Das Holz hatte die Farbe von etwas, das viele Winter gesehen und keine Eile mehr kannte, und Yukis Hand ruhte kurz auf dem Pfosten, ohne Absicht. :9. Levetette a cipőjét, olyan gondossággal tette le, amely már-már szertartásos vonásokat öltött, és rálépett az első mohával benőtt kőre. - Sie zog die Schuhe aus, stellte sie mit einer Sorgfalt ab, die fast zeremonielle Züge annahm, und trat auf den ersten moosbewachsenen Stein. :10. A hideg, amely azonnal áthatolt a szöveten, nem volt kellemetlen, hanem arra emlékeztette, hogy a test még ott van és érzékel. - Die Kälte, die sofort durch den Stoff drang, hatte nichts Unangenehmes, sondern erinnerte sie daran, dass der Körper noch da war und wahrnahm. :11. A kert nem fogadta őt – egyszerűen ott volt, türelmes elhanyagoltság állapotában, amely méltóságteljesebbnek hatott minden gondozott rendnél. - Der Garten empfing sie nicht – er war einfach da, in einem Zustand geduldiger Verwahrlosung, die würdevoller wirkte als jede gepflegte Ordnung. :12. A sövények elveszítették körvonalaikat, a fű a kőlapok között elég magasra nőtt ahhoz, hogy a könnyű szélben lengjen, és valahol még víz csöpögött az éjszakai esőből egy mélyedésbe. - Die Hecken hatten ihre Konturen verloren, das Gras zwischen den Steinplatten stand hoch genug, um im leichten Wind zu schwingen, und irgendwo tropfte noch Wasser vom Nachttregen in eine Mulde. :13. Yuki követte az ösvényt, amelyet még ösvényként fel lehetett ismerni, bár egyre inkább úgy tűnt, feladja azt a szándékát, hogy bárhová is vezessen. - Yuki folgte dem Pfad, der sich noch als Pfad erkennen ließ, obwohl er zunehmend die Absicht aufzugeben schien, irgendwohin zu führen. :14. A tó a végén úgy feküdt ott, mint válasz egy kérdésre, amelyet nem tett fel magának – sötéten, mozdulatlanul, olyan csenddel borítva, amely idősebb volt a reggelnél. - Der Teich lag am Ende wie eine Antwort auf eine Frage, die sie sich nicht gestellt hatte – dunkel, reglos, von einer Stille bedeckt, die älter war als der Morgen. :15. A víz színe zöld és fekete között váltakozott, attól függően, milyen szögből nézte az ember, és Yuki sokáig nézte többféle szögből. - Das Wasser hatte eine Farbe, die zwischen Grün und Schwarz changierte, je nachdem, aus welchem Winkel man es betrachtete, und Yuki betrachtete es lange aus mehreren. :16. Gyermekkora koi-pontyaira gondolt, amelyek narancssárga és fehér ívekben siklottak át a felszín alatt, mintha a víz csak egy közeg lett volna, amelyet megtűrtek. - Sie dachte an die Koi-Karpfen ihrer Kindheit, die in orangefarbenen und weißen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten waren, als ob das Wasser nur ein Medium war, das sie duldete. :17. Most egyetlen levél sodródott a felszínen, félig feloldódva, és tökéletlenségében valamit tükrözött, amit Yuki nem tudott azonnal szavakba foglalni. - Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf der Oberfläche, halb aufgelöst, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas, das Yuki nicht sofort in Worte fassen konnte. :18. Leült a parton, térdét a mellkasához húzva, és megengedte magának, hogy egyszerűen csak nézzen, anélkül hogy értékelné vagy besorolná, amit látott. - Sie ließ sich am Ufer nieder, die Knie an die Brust gezogen, und erlaubte sich, einfach zu schauen, ohne das Gesehene zu bewerten oder einzuordnen. :19. Ez nehezebb volt, mint amilyennek hangzott, mert az értelem állandóan készen állt arra, hogy közbeavatkozzon, és jelentést kényszerítsen a hallgatásra. - Das war schwieriger, als es klang, weil der Verstand ständig bereit war, sich einzumischen und dem Schweigen Bedeutung aufzuzwingen. :20. Egy zaj mögötte – alig több, mint egy súly elmozdulása régi fán – arra késztette, hogy hátrafordítsa a fejét, anélkül hogy összerezzent volna. - Ein Geräusch hinter ihr – kaum mehr als das Verschieben eines Gewichts auf altem Holz – ließ sie den Kopf wenden, ohne aufzufahren. :21. Egy padon, amely kissé kibillent a helyes állásából, mintha felhagyott volna azzal, hogy a függőlegest fontosnak tartsa, egy öreg férfi ült kifakult munkakabátban. - Auf einer Bank, die leicht aus dem Lot geraten war, als hätte sie aufgehört, die Vertikale für wichtig zu halten, saß ein alter Mann in einer verwaschenen Arbeitsjacke. :22. Nao volt a templom kertésze, évtizedek óta, jóval azelőtt, hogy Yuki nagyanyja a kertet a magáévá tette volna. - Nao war der Gärtner des Tempels gewesen, seit Jahrzehnten, lange bevor Yukis Großmutter den Garten zu ihrem eigenen gemacht hatte. :23. Olyan tekintettel nézett Yukira, amely sem kíváncsiságot, sem távolságtartást nem fejezett ki, hanem annak az embernek a különös nyugalmát, aki már felhagyott azzal, hogy találkozásoktól bármit akarjon. - Er sah Yuki an mit einem Blick, der weder Neugierde noch Distanz ausdrückte, sondern die besondere Ruhe eines Menschen, der aufgehört hat, von Begegnungen etwas zu wollen. :24. Az az egyszeri, szűkszavú biccentés, amellyel üdvözölte, nem a hidegség gesztusa volt, hanem a pontosságé – több nem volt szükséges, tehát több nem is volt. - Das einmalige, knappe Nicken, mit dem er sie begrüßte, war keine Geste der Kälte, sondern der Präzision – mehr war nicht nötig, also gab es nicht mehr. :25. Yuki felállt, odament a padhoz, és leült, olyan távolságban, amely sem közelséget nem színlelt, sem távolságot nem hangsúlyozott, hanem egyszerűen helyes volt. - Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich, mit einem Abstand, der weder Nähe vortäuschte noch Distanz betonte, sondern einfach stimmte. :26. A tó fölött megjelent egy szitakötő, amely azzal a látszólag erőfeszítés nélküli pontossággal állt a levegőben, amely csak azoknak a dolgoknak sajátja, amelyek teljesen a pillanatban élnek. - Über dem Teich erschien eine Libelle, die mit jener mühelos wirkenden Präzision in der Luft stand, die nur Dinge besitzen, die vollständig im Moment leben. :27. Leszállt egy elszáradt tavirózsaszárra, és olyan mozdulatlanul ült, hogy az ember elfelejthette, hogy nem sokkal korábban még mozgott. - Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft und saß so still, dass man vergessen konnte, dass sie sich kurz davor noch bewegt hatte. :28. Nao hüvelykujjával egyenletes mozdulattal végigsimított a pad érdes támláján, mindig ugyanazon a pályán, mindig ugyanabba az irányba. - Nao fuhr mit dem Daumen in einer gleichmäßigen Bewegung über die raue Lehne der Bank, immer dieselbe Bahn, immer dieselbe Richtung. :29. Yuki figyelte ezt a mozdulatot, és arra gondolt, hogy a szokás és az ima néha ugyanazt a formát ölti. - Yuki beobachtete diese Geste und dachte, dass Gewohnheit und Gebet manchmal dieselbe Form annehmen. :30. A nagyanyjára gondolt, aki itt ült és teát ivott, anélkül hogy közben bármit bizonyítani vagy megtartani akart volna. - Sie dachte an ihre Großmutter, die hier gesessen und Tee getrunken hatte, ohne dabei irgendetwas beweisen oder festhalten zu wollen. :31. Gyermekként Yuki nagyanyja azt mondta neki, hogy egy helynek nem kell megmagyarázni, miért tér vissza az ember – vagy már tudja, vagy nem kérdezi. - Als Kind hatte Yukis Großmutter ihr gesagt, dass man einem Ort nicht erklären muss, warum man zurückkommt – er weiß es bereits oder er fragt nicht. :32. Yuki akkor ezt nem értette, és most, amikor értette, már senki sem volt ott, akinek elmondhatta volna, hogy végre megértette. - Yuki hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da sie verstand, war niemand mehr da, dem sie hätte sagen können, dass sie es endlich tat. :33. Az eső bejelentés nélkül kezdődött, ahogyan az ősz néha teszi, mintha elfelejtette volna kialkudni az átmenetet. - Der Regen begann ohne Ankündigung, wie es der Herbst manchmal tut, als hätte er vergessen, den Übergang auszuhandeln. :34. Először egyetlen csepp a teacserje levelén, aztán egy maréknyi, aztán az egyenletes zúgás, amelyet Yuki azonnal olyasminek ismert fel, ami ide tartozott. - Erst ein einzelner Tropfen auf dem Blatt des Teestrauchs, dann eine Handvoll, dann das gleichmäßige Rauschen, das Yuki sofort als etwas wiedererkannte, das hierher gehörte. :35. Nao annak az embernek a megfontolt határozottságával emelkedett fel, akinek a teste kompromisszumokat kötött, de nem kapitulált, és Yuki követte őt a teaház teteje alá. - Nao erhob sich mit der bedächtigen Entschiedenheit eines Menschen, dessen Körper Kompromisse eingegangen ist, aber nicht kapituliert hat, und Yuki folgte ihm unter das Dach des Teehauses. :36. A túlnyúló cseréptető ritmussá alakította az esőt, és ennek a ritmusnak olyan minősége volt, aminek nem ellenállni lehetett, hanem csak hallgatni. - Das überhängende Ziegeldach verwandelte den Regen in Rhythmus, und dieser Rhythmus hatte die Qualität von etwas, dem man nicht widerstehen, sondern nur zuhören konnte. :37. Yuki a tető széléhez állt, egy lépésre a hulló víztől, és nézte a bambuszkutat, amely csendben és szüntelenül végezte a feladatát. - Yuki stellte sich an den Rand des Dachs, einen Schritt vom fallenden Wasser entfernt, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe still und ohne Unterlass erfüllte. :38. A víz ráhullott az alatta lévő mohás kőre, beszivárgott a repedésekbe, láthatatlanná vált – és valamikor más összefüggésben újra visszatért. - Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein darunter, versickerte in Ritzen, wurde unsichtbar – und kam in einem anderen Zusammenhang irgendwann wieder. :39. Nao háttal a teaház falának támaszkodott, karjait lazán a teste előtt tartotta, és olyan magától értetődőséggel csukta be a szemét, amely nem igényelt magyarázatot. - Nao lehnte mit dem Rücken gegen die Wand des Teehauses, die Arme locker vor dem Körper, und schloss die Augen mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Erklärung brauchte. :40. Yuki azon tűnődött, vajon alszik-e, vagy egyszerűen a figyelem egy olyan fajtáját gyakorolja, amely befelé irányul, és nincs szüksége szemekre. - Yuki fragte sich, ob er schlief oder ob er einfach eine Art von Aufmerksamkeit praktizierte, die nach innen gerichtet war und keine Augen benötigte. :41. A könyvesboltjára gondolt, a polcokra, amelyeket naponta rendezett, az emberekre, akik könyveket vásároltak, anélkül hogy tudták volna, valójában melyik kérdésre akarnak választ kapni. - Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Regale, die sie täglich ordnete, an die Menschen, die Bücher kauften, ohne zu wissen, welche Frage sie eigentlich beantworten wollten. :42. Itt nem voltak polcok, és nem voltak válaszok, és nem voltak kérdések, amelyek válaszokra vártak – csak a tető, az eső, az öreg férfi és ő maga. - Hier gab es keine Regale und keine Antworten und keine Fragen, die auf Antworten warteten – nur das Dach, den Regen, den alten Mann und sie selbst. :43. A víz, amely a tetőről a nedves földre hullott, apró krátereket ütött a mohába, és azonnal újra eltűnt, anélkül hogy nyomot hagyott volna. - Das Wasser, das vom Dach auf den nassen Boden fiel, schlug kleine Krater in das Moos und verschwand sofort wieder, ohne eine Spur zu hinterlassen. :44. Yuki észrevette, hogy a nagyanyjára nem úgy gondol, mint veszteségre, hanem mint valamire, ami más halmazállapotot vett fel. - Yuki bemerkte, dass sie an ihrer Großmutter nicht wie an einem Verlust dachte, sondern wie an etwas, das eine andere Aggregatform angenommen hatte. :45. A gondolat nem volt vigasztaló a szokványos értelemben – egyszerűen pontos volt, és a pontosságnak néha megvan a maga sajátos vigasza. - Der Gedanke war nicht tröstlich im gewöhnlichen Sinn – er war einfach genau, und Genauigkeit hat manchmal eine eigene Art von Trost. :46. A kőfalon lévő moha magába szívta a vizet, amely vékony, alig látható erecskékben csorgott le rajta, lassan és teljesen, maradék nélkül. - Das Moos an der Steinmauer nahm das Wasser auf, das in dünnen, kaum sichtbaren Rinnsalen daran herabrann, langsam und vollständig, ohne Rest. :47. Yuki arra gondolt: így zajlanak a búcsúk is, ha az ember időt ad nekik – nem törésként, hanem fokozatos átszivárgásként, amely csak akkor ér véget, amikor minden felszívódott. - Yuki dachte: So verlaufen Abschiede auch, wenn man ihnen Zeit gibt – nicht als Bruch, sondern als ein allmähliches Durchsickern, das erst endet, wenn alles aufgenommen ist. :48. Az eső úgy állt el, ahogyan elkezdődött – átmenet nélkül, mintha született volna egy döntés, amelyet senkivel sem közöltek. - Der Regen hörte auf, wie er begonnen hatte – ohne Übergang, als ob eine Entscheidung gefallen wäre, die niemand mitgeteilt hatte. :49. A fény, amely ezután áthatolt a szétsodródó felhők között, annak a sajátosan őszi minőségnek volt a fénye, amely mindent, amit ér, egy pillanatra kiemel az időből. - Das Licht, das danach durch die auseinanderdriftenden Wolken drang, war von jener spezifisch herbstlichen Qualität, die alles, was es trifft, für einen Moment aus der Zeit herauslöst. :50. A falon a moha mély, telt zöldben felragyogott, olyan intenzíven, hogy Yukinak rövid időre az az érzése támadt, valami olyat lát, ami általában nem látható. - Das Moos auf der Mauer leuchtete in einem tiefen, satten Grün auf, das so intensiv war, dass Yuki kurz das Gefühl hatte, etwas zu sehen, das normalerweise nicht sichtbar war. :51. Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és ugyanazzal a nyugodt, be nem soroló tekintettel nézett rá, mint kezdetben. - Sie wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie mit demselben ruhigen, nicht einordnenden Blick ansah wie zu Beginn. :52. Yuki meghajolt – nem mélyen, de őszintén –, és ebben a gesztusban több volt, mint udvariasság, még ha nem is tudta volna megmondani, pontosan mi. - Yuki verbeugte sich – nicht tief, aber aufrichtig – und in dieser Geste steckte mehr als Höflichkeit, auch wenn sie nicht hätte sagen können, was genau. :53. Nao viszonozta a tekintetét, és egy olyan szünet után, amely elég hosszú volt ahhoz, hogy ne puszta kitöltő szünet legyen, ezt mondta: „A pontyok nem tűntek el.” - Nao erwiderte den Blick und sagte, nach einer Pause, die lange genug war, um keine Füllpause zu sein: „Die Karpfen sind nicht fort." :54. Nem azért mondta, hogy vigasztaljon, és nem azért, hogy megmagyarázzon valamit – úgy mondta, ahogyan az ember egy tényt közöl, amelyben ő maga már régóta megbízik. - Er sagte es nicht, um zu trösten, und nicht, um etwas zu erklären – er sagte es so, wie man eine Tatsache mitteilt, der man selbst seit Langem getraut hat. :55. „Lenn fekszenek az iszapban, a fenéken, és várják a tavaszt, amely eljön, mert mindig eljön.” - „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund und warten auf das Frühjahr, das kommt, weil es immer kommt." :56. Yuki ránézett, és arra gondolt, hogy talán a halakról beszél, talán valami másról, és hogy mindkettő igaz lehet anélkül, hogy dönteni kellene róla. - Yuki sah ihn an und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, und vielleicht von etwas anderem, und dass beides wahr sein konnte, ohne dass man es entscheiden musste. :57. Felvette a táskáját, amely még magában hordozta az eső nedvességét, és visszaindult az úton a kapu felé, kőről kőre. - Sie nahm ihre Tasche, die noch die Feuchtigkeit des Regens in sich trug, und ging den Weg zurück zum Tor, Stein für Stein. :58. Nem fordult vissza, mert a visszafordulás feltételezett volna valamit, amire itt nem volt szükség – nem közönyt, hanem bizalmat abban, ami mögötte maradt. - Sie drehte sich nicht um, weil Umdrehen etwas vorausgesetzt hätte, das hier nicht gefragt war – nicht Gleichgültigkeit, sondern Vertrauen in das, was hinter ihr blieb. :59. A kapunál belebújt a cipőjébe, és megállt, nem azért, hogy visszanézzen, hanem hogy megjelölje az átmenetet, amelyet az átmenet megérdemelt. - Am Tor schlüpfte sie in die Schuhe und blieb stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu markieren, der Übergang verdiente. :60. Mögötte a kert tovább létezett – zavaros tavával, csendben várakozó mohájával, öreg kertészével a ferde padon –, teljesen és nélküle. - Hinter ihr existierte der Garten weiter – mit seinem trüben Teich, seinem stillwartenden Moos, seinem alten Gärtner auf der schiefen Bank – vollständig und ohne sie. :61. Ez nem szomorú felismerés volt, hanem helyes, és a helyes felismeréseknek néha egyszerre van meg a nedves moha súlya és könnyűsége. - Das war keine traurige Erkenntnis, sondern eine richtige, und richtige Erkenntnisse haben manchmal die Schwere und die Leichtigkeit von nassem Moos zugleich. :62. Yuki az állomásra ment, és az út rövidebb volt, mint odafelé, mert ezúttal nem megérkezett, hanem továbbment. - Yuki ging zur Station, und der Weg war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal nicht ankam, sondern weiterging. :63. A vonaton homlokát a hűvös ablaküvegnek támasztotta, és nézte a mezőket, amelyek a délután lapos fényében elsuhantak mellette. - Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das kühle Fensterglas und schaute auf die Felder, die im flachen Licht des Nachmittags an ihr vorüberzogen. :64. Nem gondolt semmi meghatározottra, ami nem gondolattalanság volt, hanem a figyelem egyfajta tárgy nélküli formája. - Sie dachte an nichts Bestimmtes, was nicht Gedankenlosigkeit war, sondern eine Art von Aufmerksamkeit ohne Gegenstand. :65. Az üresség, amelyet várhatóan megtalálni vélt, ott volt – de egy tál körvonalát viselte, nem egy lyukét, és ez jelentette a döntő különbséget. - Die Leere, die sie erwartet hatte zu finden, war da – aber sie hatte die Kontur einer Schale, nicht eines Loches, und das machte den entscheidenden Unterschied. :66. Alatta, az iszapban, amelyet nem lát az ember, várakozik az, ami nem hal meg, hanem csak vár – türelmesen, csendben, minden kétség nélkül afelől, hogy a tavasz eljön. - Darunter, in dem Schlamm, den man nicht sieht, wartet das, was nicht stirbt, sondern nur wartet – geduldig, still, ohne jeden Zweifel daran, dass das Frühjahr kommt. ------------------------ ---------------------------------------------- 5 ------------------------ :A templomhoz vezető út - Der Weg zum Tempel :1. Yuki nem döntötte el, hogy meglátogatja a templomot – csupán nem döntött ellene, ami, ahogy a vonatúton észrevette, talán ugyanaz volt. - Yuki hatte sich nicht entschieden, den Tempel zu besuchen – sie hatte sich lediglich nicht dagegen entschieden, was, wie sie auf der Zugfahrt bemerkte, möglicherweise dasselbe war. :2. Három év olyan időtartam, amely elég rövid ahhoz, hogy az ember még ismerjen egy helyet, és elég hosszú ahhoz, hogy az a hely már ne várjon rá. - Drei Jahre sind eine Zeitspanne, die kurz genug ist, um einen Ort noch zu kennen, und lang genug, damit er aufgehört hat, auf einen zu warten. :3. Az állomásnak, ahol leszállt, már nem volt neve a táblán, vagy a név kifakult – nem nézte meg, mert úgyis még tudta. - Die Station, an der sie ausstieg, hatte keinen Namen mehr auf dem Schild, oder der Name war verblasst – sie hatte nicht nachgeschaut, weil sie ihn ohnehin noch wusste. :4. Az ősz ezen a reggelen azzal a különös visszafogottsággal rendezkedett be, amely a legszebb napjait jellemzi: sok fény, kevés meleg, semmi ígéret. - Der Herbst hatte sich an diesem Morgen mit jener eigentümlichen Zurückhaltung eingerichtet, die seine schönsten Tage kennzeichnet: viel Licht, wenig Wärme, keine Versprechen. :5. A templomhoz vezető út egy sikátoron vitt keresztül, ahol a falak kétoldalt olyan közel voltak egymáshoz, hogy azt hihette volna az ember, maga az út akarja lelassítani a továbbhaladást. - Der Weg zum Tempel führte durch eine Gasse, in der die Mauern auf beiden Seiten so nah waren, dass man hätte meinen können, der Weg selbst wollte das Weitergehen verlangsamen. :6. A kövön lévő moha éjjel ivott, és most olyan jóllakottság áradt belőle, amely csendes, szükségtelen teljességében szinte obszcénnek hatott. - Das Moos auf dem Stein hatte in der Nacht getrunken und war nun von einer Sattheit, die fast obszön wirkte in ihrer stillen, bedürfnislosen Vollständigkeit. :7. Yuki ezt az utat már nem az értelmével ismerte, hanem a testével – a tudás egy olyan fajtájával, amely megbízhatóbb, és nem törődik azzal, hogy az ember elő akarja-e hívni vagy sem. - Yuki kannte diesen Weg nicht mehr mit dem Verstand, sondern mit dem Körper – eine Art von Wissen, das zuverlässiger ist und sich nicht darum schert, ob man es abrufen will oder nicht. :8. A kapu előtt megállt, annak ösztönösségével, aki egy idegen házban egy csukott ajtó előtt áll, és egy pillanatig hallgatózik, mielőtt kopogna. - Vor dem Tor hielt sie inne mit der Instinktivität von jemandem, der in einem fremden Haus vor einer geschlossenen Tür steht und einen Moment lauscht, bevor er anklopft. :9. A kapu fája a korhadáson túl olyan méltóságot ért el, amelyet az új anyagok nem ismernek – azoknak a dolgoknak a méltóságát, amelyek nem próbáltak fiatalok maradni. - Das Holz des Tores hatte jenseits der Verwitterung eine Würde erreicht, die neue Materialien nicht kennen – die Würde des Dinge, die nicht versucht haben, jung zu bleiben. :10. Levette a cipőjét, nem kötelességtudatból, hanem mert ez a cselekedet olyan módon készítette fel, amelyet nem tudott volna elmagyarázni anélkül, hogy hamisat mondana. - Sie zog die Schuhe aus, nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil der Akt sie auf eine Art vorbereitete, die sie nicht hätte erklären können, ohne das Falsche zu sagen. :11. A mohával benőtt kövek hidege azonnal és mentegetőzés nélkül hatolt át az anyagon, és Yuki hagyta, hogy tegye, mert némely érzékelésnek joga van rá, hogy ráerőltesse magát az emberre. - Die Kälte der moosbewachsenen Steine drang sofort und ohne Entschuldigung durch den Stoff, und Yuki ließ sie gewähren, weil manche Wahrnehmungen das Recht haben, sich aufzudrängen. :12. A kert olyan állapotban feküdt előtte, amelyet hanyatlásnak lehetett volna nevezni, ha a szó nem sugallna valami akaratlant, ami itt nem volt igaz. - Der Garten lag vor ihr in einem Zustand, den man Verfall hätte nennen können, wenn das Wort nicht etwas Unfreiwilliges implizierte, das hier nicht zutraf. :13. Inkább arról volt szó, hogy felhagyott egy bizonyos szándék követésével, és most olyan formát vett fel, amely a saját logikáját követte, nem az emberi rendképzetet. - Vielmehr hatte er aufgehört, eine bestimmte Absicht zu verfolgen, und nahm nun eine Form an, die seiner eigenen Logik folgte, nicht der menschlichen Vorstellung von Ordnung. :14. A bokrok elengedték körvonalaikat a bizonytalanba, a fű magasan állt a kőlapok hézagai között, és a levegő a rothadás és a növekedés lassú, termékeny munkájának szagát hordozta. - Die Büsche hatten ihre Konturen in das Ungefähre entlassen, das Gras stand hoch zwischen den Fugen der Steinplatten, und die Luft roch nach dem langsamen, produktiven Arbeiten von Fäulnis und Wachstum. :15. Yuki annyiban követte az ösvényt, amennyiben az még ösvény volt, és hagyta, hogy vezesse, azzal a készséggel, amely azokhoz a dolgokhoz kell, amelyeket már nem irányítani, hanem csak kísérni lehet. - Yuki folgte dem Pfad in dem Maße, in dem er noch Pfad war, und ließ sich von ihm führen mit der Bereitschaft, die man für Dinge braucht, die man nicht mehr steuern, sondern nur noch begleiten kann. :16. A tó a végén úgy feküdt ott, mint egy kérdés, amelyre csak akkor lehet válaszolni, ha az ember már felhagyott azzal, hogy választ várjon. - Der Teich lag am Ende wie eine Frage, auf die man nur dann antworten kann, wenn man aufgehört hat, eine Antwort zu erwarten. :17. A víz színe a mélyzöld és a teljes fekete között mozgott, és a fény beesésétől meg a nézőponttól függően döntötte el, melyik akar lenni a kettő közül – vagy lehet-e mindkettő egyszerre. - Das Wasser hatte eine Farbe, die sich zwischen tiefem Grün und absolutem Schwarz bewegte und je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel entschied, welche von beiden sie sein wollte – oder ob sie beide sein konnte. :18. Yuki olyan pontossággal emlékezett a koi-pontyokra, amellyel az ember azokra a dolgokra emlékszik, amelyek egyszer megnyitották a szívét, anélkül hogy észrevette volna. - Yuki erinnerte sich an die Koi-Karpfen mit der Genauigkeit, mit der man sich an Dinge erinnert, die einem einmal das Herz geöffnet haben, ohne dass man es bemerkt hat. :19. Széles, lassú ívekben siklottak át a felszín alatt, mint mondatok, amelyeket az ember gondol, anélkül hogy végiggondolná őket – mozgásukban teljesek, önmagukban lezártak. - Sie hatten in weiten, langsamen Bögen unter der Oberfläche hindurchgeglitten wie Sätze, die man denkt, ohne sie zu Ende zu denken – vollständig in ihrer Bewegung, abgeschlossen in sich selbst. :20. Most egyetlen levél sodródott a vízen, a feloldódás előrehaladott állapotában, és töredékességében valamit tükrözött vissza, aminek Yuki nem akart nevet adni, mert a megnevezés néha elűz. - Jetzt trieb ein einzelnes Blatt auf dem Wasser, in einem fortgeschrittenen Stadium des Aufgelöstwerdens, und spiegelte in seiner Unvollständigkeit etwas wider, dem Yuki keinen Namen geben wollte, weil Benennen manchmal vertreibt. :21. Leereszkedett a partra annak a mozdulatával, aki nem leülni akar, hanem maradni – finom, de döntő különbség a testtartásban. - Sie ließ sich ans Ufer nieder mit der Geste von jemandem, der nicht sichtsitzen will, sondern bleiben – ein feiner, aber entscheidender Unterschied in der Körperhaltung. :22. A víz alig mozdult, és az a kevés mozgás, ami volt benne, belülről jött, a felszín alól, olyan forrásokból, amelyeket nem lehetett látni. - Das Wasser bewegte sich kaum, und die wenigen Bewegungen, die es gab, kamen von innen, von unter der Oberfläche, von Quellen, die man nicht sah. :23. Mögötte – egy olyan zaj jelezte, amely alig volt több, mint egy régi súly újraelhelyezkedése régi fán – egy férfi ült a zelkova-fa alatti ferde padon. - Hinter ihr – durch ein Geräusch angekündigt, das kaum mehr war als die Neupositionierung eines alten Gewichts auf altem Holz – saß ein Mann auf der schiefen Bank unter dem Zelkova-Baum. :24. Nao évtizedek óta gondozta a kertet, azzal a kitartó, igénytelen hűséggel, amely nem keres elismerést, mert nem tudja, hogy az elismerés olyasmi volna, amit keresni lehetne. - Nao hatte den Garten gepflegt, seit Jahrzehnten, mit jener beharrlichen, anspruchslosen Treue, die keine Anerkennung sucht, weil sie nicht weiß, dass Anerkennung etwas wäre, das man suchen könnte. :25. Yuki felé nézett olyan tekintettel, amelyben nem zajlottak le a szokásos tranzakciók – sem felmérés, sem besorolás, sem egy reakció előkészítése arra az esetre, ha azt várnák. - Er sah Yuki an mit einem Blick, in dem keine der üblichen Transaktionen stattfanden – kein Taxieren, kein Einordnen, kein Bereitstellen einer Reaktion für den Fall, dass eine erwartet wurde. :26. A rövid biccentés, amellyel tudomásul vette jelenlétét, azoknak a dolgoknak a pontosságával bírt, amelyek csak azt mondják, amit jelentenek, és semmi többet. - Das knappe Nicken, mit dem er ihre Anwesenheit bestätigte, hatte die Präzision von Dingen, die nur das sagen, was gemeint ist, und nichts dazu. :27. Yuki felállt, odament a padhoz, és mellé ült olyan távolságban, amely nem igényelt megállapodást, mert magától adódott. - Yuki stand auf, ging zur Bank und setzte sich neben ihn in einem Abstand, der keiner Vereinbarung bedurft hatte, weil er sich von selbst ergab. :28. Egy szitakötő jelent meg a víz fölött azzal a hirtelenséggel, amely csak azoknak a dolgoknak sajátja, amelyek mindig is ott voltak, és csak most veszik észre őket. - Eine Libelle erschien über dem Wasser mit jener Plötzlichkeit, die nur Dinge haben, die sich schon immer dort befunden haben und nur jetzt bemerkt werden. :29. Leszállt egy kiszáradt tavirózsaszárra, amelynek épsége a tél alatt paradoxnak hatott, és olyan mozdulatlanul maradt, hogy a mozgás egy pillanatra kivételnek tűnt. - Sie landete auf einem vertrockneten Seerosenschaft, dessen Unversehrtheit unter dem Winter paradox wirkte, und blieb so reglos, dass Bewegung für einen Moment als Ausnahme erschien. :30. Nao hüvelykujjával végigsimított a pad támláján, ugyanazon a pályán, ugyanabba az irányba, egy olyan mozdulat egyenletességével, amely már nem utal célra, hanem maga lett a cél. - Nao fuhr mit dem Daumen über die Lehne der Bank, dieselbe Bahn, dieselbe Richtung, mit der Gleichmäßigkeit einer Geste, die aufgehört hat, auf einen Zweck hinzuweisen, und nun Zweck ist. :31. Yuki a kezét nézte – a bőr a bütykök fölött feszes és foltos volt, a mozdulat egyenletes –, és arra gondolt, hogy némely ember a testével imádkozik, anélkül hogy tudná, és anélkül hogy ettől kevésbé volna igaz. - Yuki betrachtete seine Hand – die Haut über den Knöcheln gespannt und fleckig, die Bewegung stetig – und dachte, dass manche Menschen mit dem Körper beten, ohne es zu wissen und ohne dass es dadurch weniger wahr würde. :32. A nagyanyjára gondolt, nem képként, hanem valamiféle gravitációként, amely még hatott, noha a forrása már nem volt ott. - Sie dachte an ihre Großmutter, nicht als Bild, sondern als eine Art von Schwerkraft, die noch wirkte, obwohl ihre Quelle nicht mehr da war. :33. A nagyanyja nem magyarázott, hanem megmutatott – és amit megmutatott, az az itteni volt: ez a kert, ez a tó, ez a mód, ahogy az ember úgy ül egy helyen, mintha az elég volna. - Ihre Großmutter hatte nicht erklärt, sie hatte gezeigt – und das Gezeigte war das Hiesige: dieser Garten, dieser Teich, diese Art, in einem Ort zu sitzen, als ob er ausreichte. :34. A felismerésben, hogy csak most értette meg, mit mutattak meg akkor, benne volt minden túl későn érkező felismerés keserű hangja – de annak különös vigasztaló ereje is, ami mindennek ellenére megérkezett. - Die Erkenntnis, dass sie erst jetzt verstand, was damals gezeigt worden war, hatte die bittere Note aller Erkenntnisse, die zu spät kommen – aber auch die eigenartige Tröstlichkeit von etwas, das trotz allem angekommen ist. :35. Az eső úgy kezdődött, ahogy a dolgok kezdődnek, amikor senki sem figyeli őket, és nincs szükség dramaturgiára: észrevétlenül, aztán tagadhatatlanul. - Der Regen begann, wie Dinge beginnen, wenn niemand zuschaut und keine Dramaturgie verlangt wird: unmerklich, dann unbestreitbar. :36. Az első cseppek eltűntek a mohában, amely már telített volt, és nem hagytak nyomot, csak még mélyebb csendet. - Die ersten Tropfen verschwanden in dem Moos, das schon gesättigt war, und hinterließen keine Spur außer einer noch tieferen Stille. :37. Aztán több csepp jött, majd az az egyenletes, teljes hang, amelyet az ember vagy korlátozásként, vagy felszabadulásként érzékelhet, attól függően, éppen hol áll. - Dann mehr Tropfen, dann das gleichmäßige, vollständige Geräusch, das man entweder als Einschränkung oder als Befreiung wahrnehmen kann, je nachdem, wo man gerade steht. :38. Nao felemelkedett, és ebben a mozdulatban olvasható volt egy test egész története, amely kompromisszumokat kötött, és megtanulta, hogy ezeket ne vereségként értelmezze. - Nao erhob sich, und in dieser Bewegung war die ganze Geschichte eines Körpers lesbar, der Kompromisse eingegangen ist und gelernt hat, sie nicht als Niederlagen zu interpretieren. :39. Bementek a teaház teteje alá, anélkül hogy megbeszélték volna, mert azok a dolgok, amelyek maguktól adódnak, nem tűrik a megbeszélést. - Sie gingen unter das Dach des Teehauses, ohne es zu besprechen, weil Dinge, die sich von selbst ergeben, keine Besprechung vertragen. :40. A sötét cserepekből álló tető elnyelte az esőt, és ritmusként adta vissza, és ennek a ritmusnak megvolt némely zene tulajdonsága: nem követte a gondolatokat, hanem előttük járt. - Das Dach aus dunklen Ziegeln schluckte den Regen und gab ihn als Rhythmus zurück, und dieser Rhythmus hatte die Eigenschaft mancher Musik, den Gedanken nicht zu folgen, sondern ihnen voranzugehen. :41. Yuki a fedett rész szélén állt, ott, ahol az eső még elérhető volt, és a bambuszcsorgót nézte, amely évek óta megjegyzés nélkül teljesítette feladatát. - Yuki stand am Rand des Überdachten, dort, wo der Regen noch zu greifen war, und betrachtete den Bambus-Brunnen, der seine Aufgabe seit Jahren ohne Kommentar erfüllte. :42. A víz a mohával borított kőre hullott, elszivárgott, valamikor máshol újra megjelent – egy körforgás, amely annyira teljes volt önmagában, hogy nem volt szüksége külső nézőpontra ahhoz, hogy működjön. - Das Wasser fiel auf den bemoosten Stein, versickerte, erschien irgendwann anderswo wieder – ein Kreislauf, der so vollständig in sich war, dass er keine Außenperspektive brauchte, um zu funktionieren. :43. Nao lehunyta a szemét, hátát a fafalnak támasztotta, karját a teste előtt keresztezte annak az embernek az ellazultságával, akinek az eső semmi váratlant nem közöl. - Nao hatte die Augen geschlossen und lehnte mit dem Rücken gegen die Holzwand, die Arme vor dem Körper gekreuzt mit der Entspanntheit von jemandem, dem der Regen nichts Unerwartetes mitteilt. :44. Yuki azon tűnődött, vajon az öregség néha abból áll-e, hogy az ember felhagy azzal, hogy szembeszegüljön azzal, ami úgyis jön – és hogy ez beletörődés-e, vagy valami pontosabb, amire nincs jó szó. - Yuki fragte sich, ob Alter manchmal darin bestand, aufgehört zu haben, sich gegen das zu stellen, was ohnehin kommt – und ob das Resignation war oder etwas Genaueres, für das es kein gutes Wort gab. :45. A könyvesboltjára gondolt, a könyvekre, amelyek nap mint nap átmentek a kezén, az emberekre, akik címek után kérdeztek, anélkül hogy meg tudták volna mondani, valójában mit keresnek. - Sie dachte an ihre Buchhandlung, an die Bücher, die täglich ihre Hände passierten, an die Menschen, die nach Titeln fragten, ohne sagen zu können, wonach sie eigentlich suchten. :46. Itt a keresett dolog nem címekben volt és nem kategóriákban – hanem abban, ahogy a víz átitatta a mohát, hangtalanul és teljesen, és anélkül a vágy nélkül, hogy lássák. - Hier war das Gesuchte nicht in Titeln und nicht in Kategorien – es war in der Art, wie das Wasser das Moos durchtränkte, lautlos und vollständig und ohne den Wunsch, gesehen zu werden. :47. A szemközti kőfal hordozta a rajta lecsorgó vizet, anélkül hogy az megérintette volna, mert a dolgok, ha elég régiek, megtanulták, mit engednek át magukon és mit nem. - Die Steinmauer gegenüber trug das Wasser, das an ihr herabrann, ohne sich davon affizieren zu lassen, weil Dinge, die alt genug sind, gelernt haben, was sie durchlässt und was nicht. :48. Yuki észrevette, hogy a fájdalom, amelyet ebben a kertben várt megtalálni, nem maradt el, hanem más formát vett fel – nem hevenyet, hanem idültet, amely együtt jár a vérkeringéssel, és annyira magától értetődővé válik, hogy az ember már nem tesz különbséget közte és önmaga között. - Yuki bemerkte, dass der Schmerz, den sie erwartet hatte in diesem Garten zu finden, nicht ausgeblieben war, sondern eine andere Form angenommen hatte – keine akute, sondern eine chronische, die mit dem Blutkreislauf mitgeht und so selbstverständlich wird, dass man aufhört, zwischen ihr und sich selbst zu unterscheiden. :49. Némely búcsú, gondolta, nem egyetlen pillanatban megy végbe, hanem éveken át, kis, megfigyeletlen adagokban, míg az ember egy napon megállapítja, hogy már lezárt valamit, anélkül hogy a lezárást valaha aktívan végrehajtotta volna. - Manche Abschiede, dachte sie, vollziehen sich nicht in einem Moment, sondern über Jahre, in kleinen, unbeobachteten Dosen, bis man eines Tages feststellt, dass man bereits abgeschlossen hat, ohne den Abschluss je aktiv vollzogen zu haben. :50. Az eső elállt, és a csend, amely utána beállt, más sűrűségű volt, mint az előtte lévő csend – összenyomta az, amit magába fogadott, és ezáltal nehezebb és tartósabb lett. - Der Regen hörte auf, und die Stille, die danach eintrat, hatte eine andere Dichte als die Stille davor – komprimiert durch das, was sie aufgenommen hatte, und dadurch schwerer und haltbarer. :51. A fény, amely áttört a felszakadozó felhőtakarón, ferdén hullott be, az ősz sajátos intenzitásával, amely nem pazarol energiát, mert tudja, hogy a napok már rövidülnek. - Das Licht, das durch die aufbrechende Wolkendecke drang, fiel schräg und mit der eigentümlichen Intensität des Herbstes, der keine Energie verschwendet, weil er weiß, dass die Tage bereits kürzer werden. :52. A kőfalon lévő moha olyan zöldben ragyogott, amely annyira mély volt, hogy kevésbé színnek tűnt, mint inkább maguknak a dolgoknak egy tulajdonságának – mintha a zöld nem a mohán feküdne, hanem belőle jönne elő. - Das Moos auf der Steinmauer leuchtete in einem Grün, das so tief war, dass es weniger wie eine Farbe wirkte als wie eine Eigenschaft der Dinge selbst – als ob das Grün nicht auf dem Moos lag, sondern aus ihm heraus kam. :53. Yuki Nao felé fordult, aki kinyitotta a szemét, és olyan ember tekintetével nézett rá, aki nem támaszt elvárásokat a pillanattal szemben, és ezért teljesen benne tud lakni. - Yuki wandte sich zu Nao um, der die Augen geöffnet hatte und sie ansah mit dem Blick eines Menschen, der keine Erwartungen an den Moment stellt und ihn deshalb vollständig bewohnen kann. :54. Meghajolt – egy mozdulat, amely rövidségében többet fogott össze, mint bármely megfogalmazás képes lett volna, mert nem állítást tett, hanem tartást vett fel. - Sie verbeugte sich – eine Geste, die in ihrer Knappheit mehr fasste als jede Formulierung es hätte tun können, weil sie keine Aussage machte, sondern eine Haltung einnahm. :55. Nao nem viszonozta semmivel, hagyott létrejönni egy szünetet, amely nem üres volt, hanem annak az embernek a magától értetődőségével telt meg, aki soha nem tanulta meg szavakkal védeni a csendet. - Nao erwiderte nichts, ließ eine Pause entstehen, die nicht leer war, sondern gefüllt mit der Selbstverständlichkeit von jemandem, der nie gelernt hat, Stille mit Worten zu verteidigen. :56. Aztán azt mondta: „A pontyok nem tűntek el", és a mondatban ott volt valami nyugalma, amit nem kell bizonyítani, mert igaz, és ezt tudja. - Dann sagte er: „Die Karpfen sind nicht fort", und der Satz hatte die Ruhe von etwas, das nicht bewiesen werden muss, weil es wahr ist, und das weiß. :57. Tovább beszélt, anélkül hogy felemelte volna a hangját: „Az iszapban fekszenek a fenéken, a sötétben, és várják a meleget, amely eljön, mert mindig eljött, és mert a víz emlékszik, még akkor is, ha mi elfelejtjük." - Er sprach weiter, ohne die Stimme zu heben: „Sie liegen im Schlamm auf dem Grund, im Dunkeln, und warten auf eine Wärme, die kommt, weil sie immer kam und weil das Wasser sich erinnert, auch wenn wir es vergessen." :58. Yuki hallotta a mondatot, és arra gondolt, hogy talán a halakról beszél, talán a nagyanyjáról, talán róla magáról – és hogy ez az eldönthetetlenség nem elmosódottság volt, hanem pontosság. - Yuki hörte den Satz und dachte, dass er vielleicht von den Fischen sprach, vielleicht von ihrer Großmutter, vielleicht von ihr selbst – und dass diese Unentscheidbarkeit nicht Unschärfe war, sondern Präzision. :59. Felvette a táskáját, és elindult, mert az indulásoknak, ha helyesek, nincs szükségük előkészületre, és nem hagynak maguk után magyarázatot. - Sie nahm ihre Tasche und ging, weil Aufbrüche, wenn sie stimmen, keiner Vorbereitung bedürfen und keine Erklärung hinterlassen. :60. A kapuhoz visszavezető út ugyanaz az út volt, mint az odafelé vezető, de megváltozott benne valaminek a minősége, amit nem lehet leírni anélkül, hogy az ember leírná, mit hordozott magában. - Der Weg zurück zum Tor war derselbe Weg wie der Hinweg, aber er hatte die Qualität von etwas gewechselt, das man nicht beschreiben kann, ohne zu beschreiben, was man selbst getragen hat. :61. A kapunál olyan mozdulatokkal vette fel a cipőjét, amelyek gondosak voltak, anélkül hogy ezt szándékosan tette volna, és egy pillanatra megállt, nem azért, hogy visszanézzen, hanem hogy regisztrálja az átmenetet. - Am Tor zog sie die Schuhe an mit Bewegungen, die sorgfältig waren, ohne dass sie es beabsichtigt hatte, und blieb einen Moment stehen, nicht um zurückzuschauen, sondern um den Übergang zu registrieren. :62. Mögötte a kert tovább létezett, a saját idejében, a saját logikája szerint, teljesen nélküle – és ez nem elhagyatottság volt, hanem valamiféle szabadság, amely mindkettejüké volt. - Hinter ihr bestand der Garten weiter, in seiner eigenen Zeit, nach seiner eigenen Logik, vollständig ohne sie – und das war nicht Verlassenheit, sondern eine Art von Freiheit, die beiden gehörte. :63. Yuki ment tovább, és az állomáshoz vezető út rövidebb volt, mint odafelé, mert ezúttal nem hordozott magában ellenállást, amely ellen a lépéseinek küzdeniük kellett volna. - Yuki ging, und der Weg zur Station war kürzer als auf dem Hinweg, weil sie diesmal keinen Widerstand in sich trug, gegen den die Schritte ankämpfen mussten. :64. A vonaton homlokát az ablaküvegnek támasztotta, amelynek hidege pontosan megfelelt a reggeli kövek hidegének, és nézte a mezőket, amelyek a lapos októberi fényben elvonultak mellette. - Im Zug lehnte sie die Stirn gegen das Fensterglas, dessen Kälte genau jener der Steine am Morgen entsprach, und schaute auf die Felder, die im flachen Oktoberlicht an ihr vorüberzogen. :65. Nem gondolkodott, hanem hagyta, hogy gondolkodjon benne valami – egy mód, amelyet a legtöbb ember csak akkor tanul meg, amikor elég régóta felhagyott azzal, hogy kikényszerítse. - Sie dachte nicht nach, sie ließ denken – ein Modus, den die meisten Menschen erst lernen, wenn sie lange genug aufgehört haben, ihn zu erzwingen. :66. Az üresség ott volt, ahogy tudta, hogy ott lesz, de nem lyuk formáját öltötte, hanem medencéét – valamiét, ami tartani tud, ha az ember felhagy azzal, hogy megtöltse. - Die Leere war da, wie sie gewusst hatte, dass sie da sein würde, aber sie hatte nicht die Form eines Lochs, sondern die Form eines Beckens – etwas, das halten kann, wenn man aufhört, es zu füllen. :67. Alatta, a sötétben, az iszapban, a várakozásban – az, ami nem hal meg, hanem alakot vált, és vár egy tavaszra, amely eljön, mert a víz megjegyezte magának, még akkor is, ha az ember elfelejtette. - Darunter, im Dunkeln, im Schlamm, im Warten – das, was nicht stirbt, sondern die Form wechselt und auf einen Frühling wartet, der kommt, weil das Wasser es sich gemerkt hat, auch wenn man es vergessen hat. -------------------- == 82 == 1 -------------------- :A csendes lakás - Die stille Wohnung. :1. Hana huszonkilenc éves. - Hana ist 29 Jahre alt. :2. Egy olyan boltban dolgozik, amely egész éjjel nyitva van. - Sie arbeitet in einem Laden, der die ganze Nacht offen ist. :3. A bolt Tokióban van. - Der Laden ist in Tokio. :4. Hana későn ér haza. - Hana kommt spät nach Hause. :5. Már majdnem este tizenegy óra van. - Es ist fast elf Uhr nachts. :6. A lakás kicsi. - Die Wohnung ist klein. :7. Csak egyetlen szobája van. - Sie hat nur ein Zimmer. :8. Hana kinyitja az ajtót. - Hana macht die Tür auf. :9. Csend van a lakásban. - Es ist still in der Wohnung. :10. Csak a hűtőszekrény ad ki valamilyen hangot. - Nur der Kühlschrank macht ein Geräusch. :11. Halkan zúg, mindig ugyanúgy. - Er summt leise, immer gleich. :12. Hana leveszi a cipőjét. - Hana zieht ihre Schuhe aus. :13. Rendesen egymás mellé teszi őket. - Sie stellt sie ordentlich nebeneinander. :14. Aztán még egy másik párt is melléjük tesz. - Dann stellt sie noch ein anderes Paar daneben. :15. Ezek a cipők feketék és kicsik. - Diese Schuhe sind schwarz und klein. :16. Nem az övéi. - Sie gehören nicht ihr. :17. Ryóéi. - Sie gehören Ryo. :18. De Ryo már nem lakik itt. - Aber Ryo wohnt nicht mehr hier. :19. Fél évvel ezelőtt elment. - Er ist vor einem halben Jahr gegangen. :20. Hana nem kapcsol villanyt. - Hana macht kein Licht an. :21. Nincs szüksége fényre. - Sie braucht kein Licht. :22. A hűtőszekrény egy kicsit világít. - Der Kühlschrank leuchtet ein bisschen. :23. A fény világosan fekszik a padlón. - Das Licht liegt hell auf dem Boden. :24. Hana bemegy a fürdőszobába. - Hana geht ins Bad. :25. Sötét van. - Es ist dunkel. :26. A kezével keresi a mosdókagylót. - Sie sucht mit der Hand nach dem Waschbecken. :27. Ott két fogkefe áll egy pohárban. - Dort stehen zwei Zahnbürsten in einem Becher. :28. Az egyik az övé. - Eine ist ihre. :29. A másik Ryo fogkeféje. - Die andere ist Ryos Zahnbürste. :30. Hana a kezébe veszi. - Hana nimmt sie in die Hand. :31. A sörték kemények és szárazak. - Die Borsten sind hart und trocken. :32. Hónapok óta senki sem használta. - Niemand hat sie seit Monaten benutzt. :33. Hana egy ideig tartja. - Hana hält sie eine Weile. :34. Aztán visszateszi a fogkefét. - Dann legt sie die Zahnbürste zurück. :35. Megmossa a fogát. - Sie putzt sich die Zähne. :36. Kiköpi, és megmossa az arcát. - Sie spuckt aus und wäscht sich das Gesicht. :37. A poharat nem állítja egyenesre. - Den Becher stellt sie nicht gerade. :38. Egy kicsit ferdén áll. - Er steht ein bisschen schief. :39. Hana visszamegy a szobába. - Hana geht zurück in das Zimmer. :40. Kinyitja a hűtőszekrényt. - Sie öffnet den Kühlschrank. :41. Nincs benne sok minden. - Es ist nicht viel darin. :42. Elöl egészen elöl egy fél citrom fekszik. - Eine halbe Zitrone liegt ganz vorne. :43. Fóliába van csomagolva. - Sie ist in Folie eingewickelt. :44. Mögötte két doboz sör áll. - Dahinter stehen zwei Dosen Bier. :45. Egy darab tofu vízben úszik. - Ein Stück Tofu schwimmt in Wasser. :46. Leghátul egy kis doboz fekszik. - Ganz hinten liegt eine kleine Schachtel. :47. Cseresznyék vannak benne. - Darin sind Kirschen. :48. A cseresznyék már puhák. - Die Kirschen sind schon weich. :49. Hana kivesz egy cseresznyét. - Hana nimmt eine Kirsche heraus. :50. Lassan megeszi. - Sie isst sie langsam. :51. A mag most a kezében fekszik. - Der Kern liegt jetzt in ihrer Hand. :52. Az ablakhoz megy. - Sie geht zum Fenster. :53. A magot az ablakpárkányra teszi. - Sie legt den Kern auf die Fensterbank. :54. Ott már több mag is fekszik. - Dort liegen schon mehr Kerne. :55. Hana nézi őket. - Hana schaut sie an. :56. Aztán az ágyhoz megy. - Dann geht sie zum Bett. :57. Lefekszik, de nem alszik el. - Sie legt sich hin, aber sie schläft nicht. :58. A hűtőszekrény zúgása ott van. - Das Summen des Kühlschranks ist da. :59. Aztán elhallgat. - Dann hört es auf. :60. Teljes csend van. - Es ist ganz still. :61. Hana vár. - Hana wartet. :62. A hűtőszekrény újra zúg. - Der Kühlschrank summt wieder. :63. Odakint elhalad egy vonat. - Draußen fährt ein Zug vorbei. :64. Messze van. - Er ist weit weg. :65. Halkan hangzik, majdnem olyan, mint egy lélegzetvétel. - Es klingt leise, fast wie ein Atemzug. :66. Hana semmi meghatározottra nem gondol. - Hana denkt an nichts Bestimmtes. :67. Nem gondol Ryóra. - Sie denkt nicht an Ryo. :68. Vagy talán mégis egy kicsit. - Oder vielleicht doch ein bisschen. :69. Nem tudja pontosan. - Sie weiß es nicht genau. :70. Nem tudja, miért van még ott a fogkefe. - Sie weiß nicht, warum die Zahnbürste noch da ist. :71. Nem tudja, miért őrzi meg a cseresznyemagokat. - Sie weiß nicht, warum sie die Kirschkerne aufhebt. :72. De mégis megteszi, minden éjjel. - Aber sie tut es trotzdem, jede Nacht. :73. A hűtőszekrény tovább zúg. - Der Kühlschrank summt weiter. :74. Hana becsukja a szemét. - Hana macht die Augen zu. ----------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Nyugodt lakás - Eine ruhige Wohnung :1. Hana huszonkilenc éves, és egy kombiniben dolgozik, egy kis boltban, amely soha nem zár be. - Hana ist neunundzwanzig Jahre alt und arbeitet in einem Kombini, einem kleinen Laden, der nie schließt. :2. A bolt Tokióban van, egy csendes városrész közepén, amely éjszaka szinte üres. - Der Laden liegt in Tokio, mitten in einem ruhigen Viertel, das nachts fast leer ist. :3. Hana minden este hazamegy a késői műszak után, és többnyire már tizenegy után jár az idő. - Jeden Abend geht Hana nach der Spätschicht nach Hause, und meistens ist es schon nach elf. :4. A lakás nagyon kicsi, de Hana minden zugát ismeri, még sötétben is. - Die Wohnung ist sehr klein, aber Hana kennt jeden Winkel davon, auch im Dunkeln. :5. Kinyitja az ajtót, és azonnal meghallja a hűtőszekrény ismerős zúgását. - Sie macht die Tür auf und hört sofort das vertraute Summen des Kühlschranks. :6. A zúgás egyenletes és nyugodt, mint mindig, mint minden este. - Das Summen ist gleichmäßig und ruhig, wie immer, wie jeden Abend. :7. Hana rendesen egymás mellé teszi a cipőit, aztán melléjük tesz egy második párat. - Hana stellt ihre Schuhe ordentlich nebeneinander, dann stellt sie ein zweites Paar daneben. :8. A fekete sportcipő túl kicsi neki, de mégis minden este odateszi. - Die schwarzen Sneakers sind zu klein für sie, aber sie stellt sie trotzdem jeden Abend dorthin. :9. Ryóhoz tartoznak, aki fél évvel ezelőtt elköltözött, és soha nem jött vissza. - Sie gehören Ryo, der vor einem halben Jahr ausgezogen ist und nie zurückgekommen ist. :10. Hana nem kapcsol villanyt, mert a hűtőszekrény fénye elég, amely az ajtórésen át kiszűrődik. - Hana macht kein Licht an, weil das Licht des Kühlschranks durch den Türspalt reicht. :11. Világos téglalapot vet a padlóra, és Hana röviden ránéz, mielőtt továbbmegy. - Es wirft ein helles Rechteck auf den Boden, und Hana schaut es kurz an, bevor sie weitergeht. :12. A fürdőszobában sötét van, de a keze azonnal megtalálja a poharat a mosdónál. - Im Bad ist es dunkel, aber ihre Hand findet den Becher am Waschbecken sofort. :13. Két fogkefe áll benne, egy piros és egy kék, egymás mellett, mint mindig. - Darin stehen zwei Zahnbürsten, eine rote und eine blaue, nebeneinander wie immer. :14. Hana elveszi a kék fogkefét, a kezében tartja, és érzi, hogy a sörtéi egészen kemények. - Hana nimmt die blaue Zahnbürste, hält sie in der Hand und spürt, dass die Borsten ganz hart sind. :15. Ryo hónapok óta nem használta, de Hana minden alkalommal újra visszateszi. - Ryo hat sie seit Monaten nicht benutzt, aber Hana stellt sie jedes Mal wieder zurück. :16. Fogat mos, hideg vízzel megmossa az arcát, és visszamegy a szobába. - Sie putzt sich die Zähne, wäscht das Gesicht mit kaltem Wasser und geht zurück ins Zimmer. :17. Aztán leül a földre a nyitott hűtőszekrény elé, és benéz. - Dann setzt sie sich auf den Boden vor den offenen Kühlschrank und schaut hinein. :18. Elöl egy fél citrom fekszik, gondosan átlátszó fóliába csomagolva, bár Hanának már régóta nincs rá szüksége. - Eine halbe Zitrone liegt vorne, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana sie schon lange nicht mehr braucht. :19. Mögötte két doboz sör áll, hidegen és érintetlenül, mert Hana valójában nem akarja meginni őket. - Dahinter stehen zwei Dosen Bier, kalt und unberührt, weil Hana sie nicht wirklich trinken will. :20. Egy darab tofu úszik egy kis vízzel teli edényben, és egészen hátul egy doboz cseresznye fekszik. - Ein Stück Tofu schwimmt in einem kleinen Behälter mit Wasser, und ganz hinten liegt eine Schachtel mit Kirschen. :21. A cseresznyék megpuhultak, de még nem rosszak, ezért Hana kivesz egyet. - Die Kirschen sind weich geworden, aber noch nicht schlecht, also nimmt Hana eine heraus. :22. Lassan megeszi, rág, nyel, és a mag aztán a nyitott tenyerében fekszik. - Sie isst sie langsam, kaut, schluckt, und der Kern liegt dann in ihrer offenen Handfläche. :23. Hana feláll, odamegy az ablakhoz, és a magot az ablakpárkányra teszi. - Hana steht auf, geht zum Fenster und legt den Kern auf die Fensterbank. :24. Ott már hét vagy nyolc mag fekszik egy kis sorban, mind korábbi éjszakákról. - Dort liegen schon sieben oder acht Kerne in einer kleinen Reihe, alle von früheren Nächten. :25. Röviden rájuk néz, aztán csukva hagyja az ablakot, és az ágyhoz megy. - Sie schaut sie kurz an, dann lässt sie das Fenster geschlossen und geht zum Bett. :26. Hana lefekszik, és a mennyezetet bámulja, miközben a hűtőszekrény zúgása betölti a lakást. - Hana legt sich hin und starrt an die Decke, während das Summen des Kühlschranks durch die Wohnung trägt. :27. Néha a zúgás rövid időre elhallgat, mert a termosztát kikapcsol, és akkor néhány másodpercig teljes csend van. - Manchmal hört das Summen kurz auf, weil der Thermostat abschaltet, und dann ist es für ein paar Sekunden ganz still. :28. Ebben a csendben Hana többnyire semmire sem gondol, vagy arra gondol, hogy nem gondol semmire, ami talán ugyanaz. - In dieser Stille denkt Hana meistens nichts, oder sie denkt, dass sie nichts denkt, was vielleicht dasselbe ist. :29. Aztán a hűtőszekrény újra bekapcsol, és a zúgás visszatér, Hana pedig lassan kifújja a levegőt. - Dann schaltet der Kühlschrank wieder an, und das Summen kommt zurück, und Hana atmet langsam aus. :30. Odakint elhalad egy éjszakai vonat, messze, alig hallhatóan, majdnem úgy, mint egy álomból származó zaj. - Draußen fährt ein Nachtzug vorbei, weit weg, kaum zu hören, fast wie ein Geräusch aus einem Traum. :31. Hana nem tudja pontosan, miért áll még mindig a fogkefe a pohárban, és igazából nem is kérdezi ezt magától. - Hana weiß nicht genau, warum die Zahnbürste noch im Becher steht, und sie fragt sich das auch nicht wirklich. :32. Csak azt tudja, hogy minden este a kezébe veszi, és minden este visszateszi. - Sie weiß nur, dass sie sie jeden Abend in die Hand nimmt und jeden Abend zurückstellt. :33. Ez az ő módja arra, hogy mérje az időt, nem naptárral vagy órával, hanem apró, csendes mozdulatokkal. - Das ist ihre Art, die Zeit zu messen, nicht mit Kalender oder Uhr, sondern mit kleinen, stillen Gesten. :34. A hűtőszekrény tovább zúg, egyenletesen és türelmesen, és Hana valamikor behunyja a szemét. - Der Kühlschrank summt weiter, gleichmäßig und geduldig, und irgendwann macht Hana die Augen zu. ------------------------------ ---------------------------------------------- 3 ------------------------------ :A halk zúgás - Das leise Summen :1. Hana nem sokkal fél tizenkettő után ér haza, és miközben kinyitja a lakás ajtaját, már hallja is azt a halk, egyenletes zúgást, amely minden este várja. - Hana kommt kurz nach halb zwölf nach Hause, und während sie die Wohnungstür aufschließt, hört sie schon das leise, gleichmäßige Summen, das sie jeden Abend erwartet. :2. A hűtőszekrény évek óta megszakítás nélkül jár, még akkor is, ha a lakásban egyébként semmi sem működik úgy, ahogyan kellene. - Der Kühlschrank läuft seit Jahren ohne Unterbrechung, auch wenn sonst nichts in der Wohnung funktioniert wie es soll. :3. Leveszi a cipőjét, pontosan a fal mellé állítja, és mellé teszi, mint minden este, Ryo fekete sportcipőjét, mintha mindjárt hazajönne. - Sie zieht ihre Schuhe aus, stellt sie akkurat an die Wand, und daneben stellt sie, wie jeden Abend, Ryos schwarze Sneakers, als würde er gleich nach Hause kommen. :4. Nem jön. - Er kommt nicht. :5. Ezt tudja, de a cipők mégis ott állnak, mert rossznak érezné elrakni őket, mintha ezzel véglegessé tenne valamit, ami még nincs egészen befejezve. - Das weiß sie, aber die Schuhe stehen trotzdem dort, weil es sich falsch anfühlt, sie wegzuräumen, als würde sie damit etwas endgültig machen, was noch nicht ganz fertig ist. :6. A lakás sötét, de Hana nem kapcsol villanyt, mert a hűtőszekrény matt fénye az ajtórésen át elég ahhoz, hogy tájékozódjon. - Die Wohnung ist dunkel, aber Hana macht kein Licht an, weil das matte Leuchten des Kühlschranks durch den Türspalt ausreicht, um sich zu orientieren. :7. Bemegy a fürdőszobába, kezével megtalálja a poharat a mosdókagylónál, és az ujja először a piros, aztán a kék fogkefét érinti meg, mint mindig, ebben a sorrendben. - Sie geht ins Bad, findet den Becher am Waschbecken mit der Hand, und ihr Finger berührt zuerst die rote, dann die blaue Zahnbürste, wie immer in dieser Reihenfolge. :8. A kék Ryóé, és a sörtéi olyan merevek, hogy azt lehetne hinni, új, pedig már majdnem hét hónapja annak, hogy valaki használta. - Die blaue gehört Ryo, und die Borsten sind so steif, dass man meinen könnte, sie wäre neu, dabei ist es fast sieben Monate her, seit jemand sie benutzt hat. :9. Hana néhány másodpercig a kezében tartja, különösebb ok nélkül, vagy talán mégis olyan okból, amelyet önmagának sem akar megmagyarázni. - Hana hält sie ein paar Sekunden in der Hand, ohne bestimmten Grund, oder vielleicht doch aus einem Grund, den sie sich selbst nicht erklären will. :10. Aztán visszateszi a kefét, fogat mos, kiköp, és a hideg víz, amikor leöblíti, egy kicsit felébreszti a hosszú este tompaságából. - Dann legt sie die Bürste zurück, putzt sich die Zähne, spuckt aus, und das kalte Wasser beim Abwaschen weckt sie ein wenig aus der Stumpfheit des langen Abends. :11. Visszatérve a szobába leereszkedik a földre a nyitott hűtőszekrény elé, nem azért, mert éhes volna, hanem mert ott meleg a fény, és a hűtőszekrény megbízhatóan zúg, ami ebben a lakásban nem magától értetődő. - Zurück im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht weil sie Hunger hätte, sondern weil das Licht dort warm ist und der Kühlschrank zuverlässig summt, was in dieser Wohnung keine Selbstverständlichkeit ist. :12. Odabent egy fél citrom fekszik, már napok óta, szorosan átlátszó fóliába csomagolva, mintha Hana egy olyan étkezéshez őrizné, amelyet soha nem főz meg. - Drinnen liegt eine halbe Zitrone, seit Tagen schon, fest in Klarsichtfolie gewickelt, als würde Hana sie aufheben für eine Mahlzeit, die sie nie kocht. :13. Két sörösdoboz áll a második polcon, hidegen és mozdulatlanul, és Hana néha utánuk nyúl, de többnyire visszateszi őket, mielőtt kinyitná a dobozt. - Zwei Bierdosen stehen im zweiten Fach, kalt und unbewegt, und Hana greift manchmal danach, stellt sie aber meistens wieder zurück, bevor sie die Dose öffnet. :14. Ma is. - Heute auch. :15. Leghátul, a tofutartó mögött, amelynek vize kissé zavarossá vált, ott fekszik a kis kartondoboz a cseresznyékkel, amelyeket Hana négy nappal ezelőtt vett, anélkül hogy pontosan tudta volna, miért, mert cseresznyét tulajdonképpen nem magának vesz az ember egyedül. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser leicht trüb geworden ist, liegt die kleine Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor vier Tagen gekauft hat, ohne genau zu wissen warum, denn Kirschen kauft man eigentlich nicht für sich allein. :16. Kivesz egyet, a nyelvére teszi, lassan ráharap, és a leve édes, egy enyhe savanykás csípéssel, amit Hana kellemesnek érez. - Sie nimmt eine, legt sie auf die Zunge, beißt langsam durch, und der Saft ist süß mit einem leichten Stich ins Saure, was Hana als angenehm empfindet. :17. A magot a tenyerébe teszi, odamegy az ablakhoz, és felrakja az ablakpárkányra a többihez, amelyek ott fekszenek egy páratlan sorban, mint elmúlt éjszakák apró tanúi. - Den Kern legt sie in die Handfläche, geht zum Fenster, und stellt ihn auf die Fensterbank zu den anderen, die dort in einer ungeraden Reihe liegen wie kleine Zeugen vergangener Nächte. :18. Nem számolja meg őket. - Sie zählt sie nicht. :19. Valamikor lefekszik az ágyba, az oldalára fordul, és hallgatja a zúgást, amely a vékony falakon át úgy terjed, mint egy hang, amelyből nem lesz dallam, de mégsem zavar. - Irgendwann geht sie ins Bett, legt sich auf die Seite und hört auf das Summen, das durch die dünnen Wände trägt wie ein Ton, der keine Melodie ergibt, aber trotzdem nicht stört. :20. A termosztát kikapcsol, a csend hirtelen teljessé válik, és Hana észreveszi, hogy várja az újbóli bekapcsolást, anélkül hogy akarná. - Das Thermostat schaltet ab, die Stille ist plötzlich vollständig, und Hana merkt, wie sie auf das Wiedereinschalten wartet, ohne es zu wollen. :21. A hűtőszekrény beindul. - Der Kühlschrank springt an. :22. Odakint elhalad egy vonat, olyan messze, hogy inkább sejteni lehet, mint hallani, tompa zúgás, amely gyorsan újra eltűnik, és a csendet még csendesebbé teszi. - Draußen zieht ein Zug vorbei, so weit entfernt, dass man ihn eher ahnt als hört, ein dumpfes Rauschen, das schnell wieder verschwindet und die Stille noch stiller macht. :23. Hana nem gondol Ryóra. - Hana denkt nicht an Ryo. :24. Legalábbis ezt mondja magának, miközben a mennyezetet nézi végig, amely a hűtőszekrény gyenge fényében alig látható. - Zumindest sagt sie sich das, während sie an der Decke entlangschaut, die im schwachen Licht des Kühlschranks kaum zu sehen ist. :25. A fogkefe, a cipők, a cseresznyék, a zúgás, a várakozás a zúgásra, mindez nem gyász, gondolja Hana, egyszerűen csak ilyenek most a napok. - Die Zahnbürste, die Schuhe, die Kirschen, das Summen, das Warten auf das Summen, das alles ist kein Trauern, denkt Hana, das ist einfach, wie die Tage jetzt aussehen. :26. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :27. Hana becsukja a szemét. - Hana macht die Augen zu. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :A hűtőszekrény zúgása - Das Summen des Kühlschranks :1. Kevéssel éjfél előtt van, amikor Hana kinyitja a lakás ajtaját, és még a lépcsőházban meghallja a hűtőszekrény egyenletes zúgását. - Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch im Treppenhaus das gleichmäßige Summen des Kühlschranks hört. :2. A hang úgy hatol át a vékony faajtón, mint egy szívverés, amely nem szűnt meg dobogni, bár a test, amelyhez tartozott, már rég nincs ott. - Das dringt durch die dünne Holztür wie ein Herzschlag, der nicht aufgehört hat zu schlagen, obwohl der Körper, dem er gehörte, längst fort ist. :3. Belép anélkül, hogy villanyt gyújtana, mert az ismerős sötétség kevesebbet követel tőle, mint a mennyezeti lámpa kemény fénye. - Sie tritt ein, ohne Licht zu machen, weil die vertraute Dunkelheit ihr weniger abverlangt als der harte Schein der Deckenlampe. :4. Abban a fényben a lakás mindig egy kicsit túl üresnek látszik. - Unter dem sieht die Wohnung immer ein wenig zu leer aus. :5. Leveszi a cipőjét, és a helyére teszi, aztán, szinte anélkül, hogy odanézne, Ryo fekete tornacipői után nyúl. - Die Schuhe zieht sie aus und stellt sie an ihren Platz, dann greift sie, fast ohne hinzusehen, nach Ryos schwarzen Sneakers. :6. Ezeket minden reggel félreteszi, és minden este újra visszaállítja, nem érzelgősségből, ahogy magának mondja, hanem mert különben a mellettük lévő rés túl feltűnő lenne. - Die räumt sie jeden Morgen zur Seite und stellt sie jeden Abend wieder hin, nicht aus Sentimentalität, wie sie sich sagt, sondern weil die Lücke daneben sonst zu auffällig wäre. :7. Ryo hat hónapja és tizenegy napja nincs itt, bár Hana úgy tesz, mintha nem számolná a napokat. - Ryo ist seit sechs Monaten und elf Tagen weg, obwohl Hana vorgibt, die Tage nicht zu zählen. :8. És mégis számolja őket, mert ebben az ügyben a számolás az egyetlen formája az ellenőrzésnek, amely megmaradt neki. - Und es doch tut, weil das Zählen die einzige Form von Kontrolle ist, die ihr in dieser Sache geblieben ist. :9. A hűtőszekrény tejszerű fényű négyszöget vet a linóleumpadlóra, amely kissé eltorzul ott, ahol a fólia az egyik saroknál felpúposodik. - Der Kühlschrank wirft ein milchiges Rechteck Licht auf den Linoleumboden, das sich leicht verzerrt, wo die Folie an einer Ecke hochsteht. :10. Hana tudatosan rálép, amikor elmegy mellette, mert a hang, amelyet ad, egy pillanatra azt az érzést kelti benne, hogy valamit megváltoztat. - Hana tritt bewusst darauf, wenn sie daran vorbeigeht, weil das Geräusch, das es macht, ihr für einen Moment das Gefühl gibt, etwas zu verändern. :11. A fürdőszobában kitapogatja az utat a mosdókagylóig, és fény nélkül is megtalálja a poharat. - Im Bad tastet sie sich zum Waschbecken vor und findet den Becher ohne Licht. :12. Mert a keze az elmúlt hónapokban saját emlékezetet fejlesztett ki, amely tőle függetlenül működik, és ezért néha ijesztően pontos. - Weil ihre Hand in den vergangenen Monaten eine eigene Erinnerung entwickelt hat, die unabhängig von ihr funktioniert und deshalb manchmal erschreckend präzise ist. :13. Ryo fogkeféje kék, és a sörtéi ugyanolyan merevek, mint azon a napon, amikor új volt. - Ryos Zahnbürste ist blau, und die Borsten sind so steif wie am Tag, an dem sie neu war. :14. Ez azt jelenti, hogy itt hagyta, nem elfelejtette, hanem hátrahagyta, ami különbség, még ha Hana nem is biztos benne, melyik volna a rosszabb. - Was bedeutet, dass er sie hier gelassen hat, nicht vergessen, sondern zurückgelassen, was ein Unterschied ist, auch wenn Hana sich nicht sicher ist, welcher der schlimmere wäre. :15. A fogkefét a kezében tartja, tovább, mint szükséges volna, érzi a sima műanyagot, amely semmilyen információt nem hordoz azon kívül, hogy ott van. - Sie hält die Zahnbürste in der Hand, länger als nötig, spürt das glatte Plastik, das keine Information trägt außer der, dass es da ist. :16. Aztán visszateszi, anélkül, hogy kiegyenesítené a poharat, mert egy egyenesen álló pohár azt jelentené, hogy az ember törődik vele. - Und stellt sie dann zurück, ohne den Becher geradzurücken, weil ein gerader Becher bedeuten würde, dass man sich kümmert. :17. Módszeres közönnyel fogat mos, kiköp, és egy pillanatig a tükörben nézi az arcát. - Sie putzt sich die Zähne mit methodischer Gleichgültigkeit, spuckt aus, betrachtet ihr Gesicht einen Moment im Spiegel. :18. A tükör a sötétben csak egy sötét felületet ver vissza, és Hana ezt őszintébbnek találja annál, amit fényben lát benne. - Der wirft im Dunkeln nur eine dunkle Fläche zurück, und sie findet das ehrlicher als das, was sie bei Licht darin sieht. :19. Aztán leereszkedik a padlóra a nyitott hűtőszekrény elé, úgy, ahogy az ember egy tűz elé ül. - Dann lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, so wie man sich vor ein Feuer setzt. :20. Nem éhségből, hanem a melegség miatt, és mert a fényben van valami megbízható egy lakásban, ahol különben nagyon kevés dolog érződik megbízhatónak. - Nicht aus Hunger, sondern wegen der Wärme und weil das Licht etwas Verlässliches hat in einer Wohnung, in der sich sonst sehr wenig verlässlich anfühlt. :21. A fél citrom egy hete fekszik az első rekeszben, pontosan folpackba csomagolva. - Die halbe Zitrone liegt seit einer Woche im ersten Fach, präzise in Klarsichtfolie gewickelt. :22. Hana néha azon tűnődik, kinek is csinálja ezt tulajdonképpen, ezt a gondos megőrzését olyan dolgoknak, amelyekre már nincs szüksége, és amelyeket mégsem dob ki. - Hana fragt sich manchmal, für wen sie das eigentlich tut, dieses sorgfältige Aufbewahren von Dingen, die sie nicht mehr braucht und die sie trotzdem nicht wegwirft. :23. Két sörösdoboz áll a második polcon, és Hana ma valóban az egyik után nyúl. - Zwei Bierdosen stehen im zweiten Regal, und Hana greift heute tatsächlich nach einer. :24. A kezében tartja, érzi a hideget a tenyerén át, aztán mégis visszateszi, mert egyedül sört inni fél egykor olyan mozdulat volna, amelyre még nem áll készen. - Hält sie in der Hand, spürt die Kälte durch die Handfläche, und stellt sie dann doch zurück, weil Biertrinken allein um halb eins eine Geste wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen. :25. Egészen hátul, a tofutartó mögött, amelynek vize enyhén zavarossá vált, ott fekszik a papírdoboz a cseresznyékkel. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen Wasser eine leichte Trübung angenommen hat, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen. :26. Hana megvette őket, bár a cseresznye egy embernek alig éri meg, és a dobozt egyértelműen két személyre tervezték. - Hana hat sie gekauft, obwohl Kirschen sich für eine Person kaum lohnen und die Schachtel eindeutig für zwei ausgelegt ist. :27. Kivesz egyet, olyan összpontosítással eszi meg, amelyet mindennek megad, ami egyedül történik. - Sie nimmt eine, isst sie mit der Konzentration, die sie allem gibt, was allein geschieht. :28. A mag aztán ott fekszik a tenyerében, mint egy kicsi, fölösleges emlék. - Und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein kleines, unnötiges Andenken. :29. Az ablakhoz megy, és odateszi a többihez, amelyek ott fekszenek egy szabálytalan sorban. - Sie geht zum Fenster und legt ihn zu den anderen, die dort in einer unregelmäßigen Reihe liegen. :30. Hét vagy nyolc, ma nem számolja meg őket, mert a számolás túl világosan megmondaná neki, hány este telt már így. - Sieben oder acht, sie zählt sie heute nicht, weil das Zählen ihr zu deutlich sagen würde, wie viele Abende das bereits sind. :31. Ez pedig olyan információ, amelyre éppen nincs szüksége. - Und das ist eine Information, die sie gerade nicht braucht. :32. Az ágyban a hátán fekszik, nyitott szemmel, és a hűtőszekrényt hallgatja. - Im Bett liegt sie auf dem Rücken, Augen offen, und hört dem Kühlschrank zu. :33. Az egyenletes zúgását úgy küldi végig a lakáson, mint egy tartalom nélküli üzenetet, tisztán formait, tisztán mechanikusat, és éppen ezért valahogy vigasztalót. - Der schickt sein gleichmäßiges Summen durch die Wohnung wie eine Botschaft ohne Inhalt, rein formal, rein mechanisch, und gerade deshalb irgendwie tröstlich. :34. A termosztát kikapcsol, és az ezt követő csend olyan minőségű, amelyet Hana testileg érzékel. - Das Thermostat schaltet ab, und die Stille, die folgt, ist von einer Qualität, die Hana körperlich wahrnimmt. :35. Olyan, mint valamiféle nyomás a fülén, az egész szoba megtorpanása. - Eine Art Druck auf den Ohren, ein Innehalten des ganzen Raums. :36. És észreveszi, hogy visszatartja a lélegzetét, amíg a hűtőszekrény újra be nem indul. - Und sie merkt, dass sie die Luft anhält, bis der Kühlschrank wieder anspringt. :37. Ez néhány másodperc múlva meg is történik, megbízhatóan, mint mindig, és Hana úgy fújja ki a levegőt, mint egy sikeresen kiállt próba után. - Was er nach einigen Sekunden tut, zuverlässig wie immer, und Hana atmet aus wie nach einer bestandenen Probe. :38. Odakint egy éjszakai vonat siklik át a távoli pályaudvaron, zúgása alig több sejtelemnél. - Draußen gleitet ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen kaum mehr als eine Ahnung. :39. Olyan hang ez, amely nem töri meg a csendet, hanem olyan mélységet ad neki, amely nélküle nem volna meg. - Ein Laut, der die Stille nicht bricht, sondern ihr eine Tiefe gibt, die sie ohne ihn nicht hätte. :40. Hana Ryóra gondol, amit tulajdonképpen megtiltott magának, de a tilalom az éjfél utáni órákban nem működik különösebben jól. - Hana denkt an Ryo, was sie sich eigentlich verboten hat, aber das Verbot funktioniert nicht besonders gut in den Stunden nach Mitternacht. :41. Amikor a hűtőszekrény zúg, és a fogkefe a fürdőszobában áll, és a cseresznyemagok az ablakpárkányon fekszenek. - Wenn der Kühlschrank summt und die Zahnbürste im Bad steht und die Kirschen auf der Fensterbank liegen. :42. És minden egyszerre nem jelent semmit és túl sokat jelent, ami alapjában véve ugyanaz. - Und alles gleichzeitig nichts bedeutet und zu viel bedeutet, was im Grunde dasselbe ist. :43. Nem tudja, mikor fog ez megszűnni, az időnek ez az éjszakai mérése csendes mozdulatokkal. - Sie weiß nicht, wann das aufhören wird, dieses Nachtmessen der Zeit mit stillen Gesten. :44. De tudja, hogy a hűtőszekrény holnap reggel még zúgni fog, amikor felkel. - Aber sie weiß, dass der Kühlschrank morgen früh noch summen wird, wenn sie aufsteht. :45. És hogy ennek egyelőre elégnek kell lennie. - Und dass das, vorerst, genug sein muss. :46. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :47. Hana lehunyja a szemét. - Hana schließt die Augen. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :A hűtőszekrény zúgása - Das Summen des Kühlschranks :1. Nem sokkal éjfél előtt van, amikor Hana kinyitja a lakás ajtaját, és még mielőtt belépne, meghallja a hűtőszekrény zúgását, azt a tompa, egyenletes brummogást, amely átnyomul a faajtón a lépcsőházba, mintha bizonyítéka volna annak, hogy odabent még valami életben van, még ha az az élet, amelyet ő oda elképzelt magának, időközben máshová rendeződött is. - Es ist kurz vor Mitternacht, als Hana die Wohnungstür aufschließt und noch bevor sie eintritt das Summen des Kühlschranks wahrnimmt, dieses dumpfe, gleichmäßige Brummen, das sich durch die Holztür ins Treppenhaus schiebt wie ein Beweis dafür, dass drinnen noch etwas am Leben ist, auch wenn das Leben, das sie sich darin vorgestellt hatte, sich inzwischen anders verteilt hat. :2. Belép. - Sie tritt ein. :3. A lakás sötétsége nem ellenségesen fogadja, hanem semlegesen, azoknak a tereknek a közönyével, amelyek már felhagytak a várakozással, és Hana hálás ezért, mert a közönyt könnyebb elviselni, mint az ellenkezőjét. - Die Dunkelheit der Wohnung empfängt sie nicht feindlich, sondern neutral, mit der Gleichgültigkeit von Räumen, die aufgehört haben zu warten, und Hana ist dankbar dafür, weil Gleichgültigkeit sich leichter tragen lässt als das Gegenteil. :4. Nem kapcsol lámpát, nem megszokásból, hanem mert a fény megváltoztatja az arányokat, láthatóbbá teszi az ürességet, kiemeli a második párnát, az ajtó melletti használatlan akasztót, amelyen fél éve nem lógott már idegen kabát. - Sie macht kein Licht, nicht aus Gewohnheit, sondern weil das Licht die Proportionen verändert, die Leere sichtbarer macht, das zweite Kissen betont, den ungenutzten Haken neben der Tür, an dem seit einem halben Jahr keine fremde Jacke mehr hängt. :5. Leveszi a cipőjét, azzal a pontos mellékességgel állítja oda, amely akkor keletkezik, ha az ember egy cselekvést elég gyakran ismétel ahhoz, hogy az megszűnjön döntés lenni, és melléjük teszi Ryo tornacipőit, feketéket, az ő lábára túl kicsiket, érintetlenül azóta a nap óta, amikor Ryo behúzta maga mögött az ajtót anélkül, hogy becsapta volna, ami rosszabb volt, mint ha becsapta volna. - Die Schuhe zieht sie aus, stellt sie mit der präzisen Beiläufigkeit hin, die entsteht, wenn man eine Handlung oft genug wiederholt, dass sie aufgehört hat, eine Entscheidung zu sein, und daneben stellt sie Ryos Sneakers, schwarz, zu klein für ihre Füße, unberührt seit dem Tag, an dem er die Tür hinter sich zugezogen hat, ohne zu schlagen, was schlimmer war als schlagen. :6. A hűtőszekrény tejszerű fénye kiszűrődik az ajtórésen, és torz téglalapot vet a linóleumpadlóra, amelynek felpúposodott sarkát Hana elhaladtában a lábujjával lapítja le, egy kicsi, értelmetlen mozdulattal, amelyet mégis megtesz, mert a test rítusokat fejleszt ki ott, ahol a szellem már nem akar döntéseket hozni. - Der Kühlschrank wirft sein milchiges Licht durch den Türspalt und legt ein verzerrtes Rechteck auf den Linoleumboden, dessen angehobene Ecke Hana beim Vorbeigehen mit dem Zeh flachhält, eine kleine, sinnlose Geste, die sie trotzdem macht, weil der Körper Rituale entwickelt, wo der Geist keine Entscheidungen mehr treffen will. :7. A fürdőszobában fény nélkül talál oda a mosdókagylóhoz, keze olyan biztonsággal találja meg a poharat, amely néha kísérteties számára, mert megmutatja, milyen teljesen írta bele magát a hiányzás a mozgásába, a kis esték izomemlékezeteibe, amelyek mind ugyanúgy néznek ki, és mégsem szűnnek meg jelenteni valamit. - Im Bad navigiert sie ohne Licht zum Waschbecken, ihre Hand findet den Becher mit einer Sicherheit, die ihr manchmal unheimlich ist, weil sie zeigt, wie vollständig sich das Vermissen in die Motorik eingeschrieben hat, in die Muskelgedächtnisse kleiner Abende, die alle gleich aussehen und trotzdem nicht aufhören, etwas zu bedeuten. :8. Két fogkefe áll a pohárban, egy piros és egy kék, és Hana olyan magától értetődőséggel veszi el a kéket, amelyet egyszerre tilt meg és enged meg magának, a kezében tartja, és érzékeli a sörték keménységét, amelyek semmit sem felejtettek el, mert nincs mit elfelejteniük, mert semmit sem használtak rajtuk azóta, hogy Ryo itt hagyta őket, nem elfelejtette, hanem hagyta, ami különbség, amelyet Hana hónapok óta ide-oda forgat magában, anélkül hogy eredményre jutna. - Zwei Zahnbürsten stehen im Becher, eine rote, eine blaue, und Hana nimmt die blaue mit einer Selbstverständlichkeit, die sie sich gleichzeitig verbietet und erlaubt, hält sie in der Hand und registriert die Härte der Borsten, die nichts vergessen haben, weil sie nichts zu vergessen haben, weil nichts an ihnen gebraucht wurde, seit Ryo sie hier zurückgelassen hat, nicht vergessen, gelassen, was ein Unterschied ist, den Hana seit Monaten hin und her wendet, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. :9. Visszateszi a fogkefét, a kimerültség mechanikus pontosságával fogat mos, és az öblítéskor a hideg víz egy pillanatra kirántja az elmúlt órák tompa egyformaságából, körvonalat ad neki, anélkül hogy bármi fontosat közölne vele. - Sie stellt die Zahnbürste zurück, putzt sich die Zähne mit der mechanischen Präzision der Erschöpfung, und das kalte Wasser beim Abwaschen zieht sie für einen Moment aus der tauben Gleichförmigkeit der letzten Stunden heraus, gibt ihr Kontur, ohne ihr etwas Wichtiges mitzuteilen. :10. Az arcát ebben a fényben nem látni a tükörben, amit Hana helyénvalónak érez, mert az az arc, amelyet ott többnyire találni szokott, olyan kérdést tesz fel, amelyre még nincs válasza. - Ihr Gesicht im Spiegel ist bei diesem Licht nicht zu sehen, was Hana als angemessen empfindet, weil das Gesicht, das sie dort meistens vorfindet, eine Frage stellt, auf die sie noch keine Antwort hat. :11. A szobában leereszkedik a padlóra a nyitott hűtőszekrény elé, nem éhségből, nem szomjúságból, hanem mert ott a fény meleg és állandó, és a zúgás ilyen közelségből testiséget kap, amely társaságnak érződik, amit azonnal szentimentális gondolatnak tart, aztán mégis érvényben hagy, mert éjfél után már túl késő van a korrektséghez. - Im Zimmer lässt sie sich vor dem offenen Kühlschrank auf den Boden sinken, nicht aus Hunger, nicht aus Durst, sondern weil das Licht dort warm und beständig ist und das Summen aus dieser Nähe eine Körperlichkeit bekommt, die sich anfühlt wie Gesellschaft, was sie sofort für einen sentimentalen Gedanken hält und dann doch gelten lässt, weil es nach Mitternacht für Korrektheit zu spät ist. :12. A hűtőszekrény tartalma hetek óta alig változott: a fél citrom az első polcon, gondosan folpackba csomagolva, bár Hana már nem főz, és a citrom egyszer majd egyszerűen ott lesz, anélkül hogy valaha használták volna, mint némely más dolog is. - Der Kühlschrankinhalt hat sich seit Wochen kaum verändert: die halbe Zitrone im ersten Fach, sorgfältig in Klarsichtfolie gewickelt, obwohl Hana nicht mehr kocht und die Zitrone irgendwann einfach da sein wird, ohne jemals gebraucht worden zu sein, wie manches andere auch. :13. Két sörösdoboz a második polcon, érintetlenül és hidegen, amelyek után Hana nyúl, majd visszateszi őket, mert egy dobozt egyedül kinyitni éjfélkor kijelentés volna, amelyet még nem kész megtenni, még nem, bár ez a még nem minden estével valamivel kisebb lesz. - Zwei Bierdosen im zweiten Fach, unberührt und kalt, nach denen Hana greift und die sie zurückstellt, weil das Öffnen einer Dose allein um Mitternacht eine Aussage wäre, die sie noch nicht bereit ist zu machen, noch nicht, obwohl das noch nicht mit jedem Abend etwas kleiner wird. :14. Leghátul, a tofutartó mögött, amelynek zavaros vize azt mondja neki, hogy holnap cselekednie kellene, ott fekszik a kartondoboz a cseresznyékkel, amelyeket Hana öt napja egy hirtelen indíttatásból vett, amelyet nem tud egészen megmagyarázni magának, azon kívül, hogy a doboz úgy nézett ki, mintha két embernek szánták volna, és hogy mégis elvette, talán éppen ezért. - Ganz hinten, hinter dem Tofubehälter, dessen trübes Wasser ihr sagt, dass sie morgen handeln müsste, liegt die Pappschachtel mit den Kirschen, die Hana vor fünf Tagen in einem Impuls gekauft hat, den sie sich nicht ganz erklären kann, außer dass die Schachtel so ausgesehen hat, als wäre sie für zwei Menschen gedacht, und dass sie sie trotzdem genommen hat, vielleicht gerade deshalb. :15. Elvesz egy cseresznyét, lassan eszi meg, olyan figyelemmel, amely magányt teremt, ha túl sok teret adnak neki, és a mag aztán úgy fekszik a tenyerében, mint egy érv, amelyet nem akar lefolytatni, de letenni sem tud. - Sie nimmt eine Kirsche, isst sie langsam, mit einer Aufmerksamkeit, die Einsamkeit erzeugt, wenn man ihr zu viel Raum gibt, und der Kern liegt dann in ihrer Handfläche wie ein Argument, das sie nicht führen will, aber auch nicht ablegen kann. :16. Az ablaknál odateszi a többiekhez, hét vagy nyolc, már nem számolja őket, mert a szám megszűnt információnak lenni, és valamiféle váddá vált, hogy pontosan ki ellen, azt Hana nem tudja, ami nem teszi jobbá a dolgot. - Am Fenster legt sie ihn zu den anderen, sieben oder acht, sie zählt sie nicht mehr, weil die Zahl aufgehört hat, Information zu sein, und eine Art Anklage geworden ist, gegen wen genau, weiß Hana nicht, was die Sache nicht besser macht. :17. Az ágyban a hátán fekszik, szemét a mennyezetre szegezve, és követi a hűtőszekrény zúgását, amely az egész lakáson átviszi magát azoknak a dolgoknak a makacsságával, amelyeknek nincs szükségük okra ahhoz, hogy folytassák, mert a működésük nem feltételez tudatot, nem feltételez akaratot, nem feltételez emléket arról, ami egyszer volt, és éppen ebben van valami, amit Hana vigasznak érez, bár nem használná rá ezt a szót, ha megkérdeznék. - Im Bett liegt sie auf dem Rücken, die Augen an die Decke gerichtet, und folgt dem Summen des Kühlschranks, das durch die Wohnung trägt mit der Beharrlichkeit von Dingen, die keinen Grund brauchen weiterzumachen, weil ihre Funktion kein Bewusstsein voraussetzt, kein Wollen, keine Erinnerung an das, was einmal gewesen ist, und gerade darin liegt etwas, das Hana als Trost empfindet, obwohl sie das Wort dafür nicht verwenden würde, wenn sie gefragt würde. :18. A termosztát kikapcsol. - Das Thermostat schaltet ab. :19. A csend, amely ezután következik, olyan teljességű, hogy Hana testileg érzékeli, valaminek az enyhülése, amit nem érzékelt nyomásként, amíg ott volt, és észreveszi, hogy visszatartja a lélegzetét, vár, semmi meghatározottra, csak a bekapcsolásra, amely néhány másodperc múlva megérkezik, megbízhatóan, iránta érdektelenül, és ebben a közönyös nyugalomban rejlik a valódi megnyugvás: a hűtőszekrény tovább zúg, anélkül hogy neki bármit tennie kellene érte. - Die Stille, die folgt, ist von einer Vollständigkeit, die Hana körperlich wahrnimmt, ein Nachlassen von etwas, das sie nicht als Druck registriert hatte, solange es da war, und sie merkt, dass sie die Luft anhält, wartet, auf nichts Bestimmtes außer dem Einschalten, das nach einigen Sekunden kommt, zuverlässig, uninteressiert an ihr, und in diesem Gleichmut liegt die eigentliche Beruhigung: der Kühlschrank summt weiter, ohne dass sie etwas dafür tun muss. :20. Odakint egy éjszakai vonat siklik át a távoli állomáson, zaja annyira tompított, hogy kevésbé hangnak érződik, mint a csend besűrűsödésének, rövid jelnek, hogy máshol mozgás történik, emberek egyik helyről a másikra, csomaggal és szándékokkal, miközben Hana mozdulatlanul fekszik, és egy hűtőszekrény zúgását számolja. - Draußen streicht ein Nachtzug durch den fernen Bahnhof, sein Rauschen so weit gedämpft, dass es sich weniger wie ein Geräusch anfühlt als wie eine Verdichtung der Stille, ein kurzes Zeichen, dass anderswo Bewegung stattfindet, Menschen von einem Ort zum anderen, mit Gepäck und Absichten, während Hana still liegt und das Summen eines Kühlschranks zählt. :21. Ryóra gondol, vagy pontosabban: megengedi, hogy Ryo belépjen abba a csendbe, amelyet a termosztát létrehozott, egy arc élesség nélkül, egy hang szöveg nélkül, inkább textúra, mint kép, és tudja, hogy ami itt a sötétben tovább működik, nem gyász abban az értelemben, amelyet a szó sugall, hanem valami csendesebb és szívósabb: egy élet lassú átszerveződése, amelyből hiányzik egy ellensúly, amelyet soha nem nevezett kifejezetten ellensúlynak, amíg ott volt. - Sie denkt an Ryo, oder genauer: sie lässt zu, dass er in die Stille eintritt, die das Thermostat erzeugt hat, ein Gesicht ohne Schärfe, eine Stimme ohne Wortlaut, mehr Textur als Bild, und sie weiß, dass das, was hier im Dunkeln weiterläuft, kein Trauern ist in dem Sinne, den das Wort vorschlägt, sondern etwas Ruhigeres und Zäheres: das langsame Umorganisieren eines Lebens, dem ein Gegengewicht fehlt, das es nie explizit als Gegengewicht bezeichnet hat, solange es da war. :22. A fogkefe a pohárban áll. - Die Zahnbürste steht im Becher. :23. A cipők az ajtónál állnak. - Die Schuhe stehen an der Tür. :24. A cseresznyemagok az ablakpárkányon fekszenek. - Die Kirschkerne liegen auf der Fensterbank. :25. A hűtőszekrény zúg. - Der Kühlschrank summt. :26. Hana lehunyja a szemét, nem azért, mert aludni akar, hanem mert a szemhéja mögötti sötétség legalább olyan sötétség, amelyet ő maga választott, és ez ezen az éjszakán elég. - Hana schließt die Augen, nicht weil sie schlafen will, sondern weil die Dunkelheit hinter den Lidern wenigstens eine ist, die sie selbst gewählt hat, und das, in dieser Nacht, genug ist. -------------------- == 83 == 1 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves. - Anders ist sechsunddreißig Jahre alt. :2. Egy régi fatemplomban lakik. - Er wohnt in einer alten Holzkirche. :3. A templom egy fjord szélén áll. - Die Kirche liegt am Rand eines Fjords. :4. A víz szürke és hideg. - Das Wasser ist grau und kalt. :5. Anders a templomot a nagybátyjától örökölte. - Anders hat die Kirche von seinem Onkel geerbt. :6. A tető rossz állapotban van. - Das Dach ist kaputt. :7. Amikor esik az eső, a víz egy vödörbe csöpög. - Wenn es regnet, tropft das Wasser in einen Eimer. :8. Plink. Plink. Plink. - Plink. Plink. Plink. :9. Anders hallgatja a cseppeket. - Anders hört den Tropfen zu. :10. Nem számolja őket. Csak hallgatja. - Er zählt sie nicht. Er hört nur zu. :11. A fűtés régi és hangos. - Die Heizung ist alt und laut. :12. Reggel hideg a levegő a házban. - Am Morgen ist die Luft kalt im Haus. :13. Anders felkel, és kávét főz. - Anders steht auf und macht Kaffee. :14. A konyhaasztalnál issza meg. - Er trinkt ihn am Küchentisch. :15. Odakint esik az eső. - Draußen regnet es. :16. Az eső oldalról jön a tenger felől. - Der Regen kommt seitlich vom Meer. :17. Október van. - Es ist Oktober. :18. A szomszédját Larsnak hívják. - Sein Nachbar heißt Lars. :19. Lars hatvannyolc éves. - Lars ist achtundsechzig Jahre alt. :20. Minden második nap benéz hozzá. - Er kommt jeden zweiten Tag vorbei. :21. Nem kopog be. - Er klopft nicht an. :22. Egyszerűen leül a padra. - Er setzt sich einfach auf die Bank. :23. Dohányt tesz az asztalra. - Er legt Tabak auf den Tisch. :24. Lars keveset beszél. - Lars sagt wenig. :25. Anders is. - Anders auch. :26. Ez így rendben van. - Das ist in Ordnung. :27. Ma Lars ezt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute sagt Lars: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :28. Anders bólint. - Anders nickt. :29. Lars feláll és elmegy. - Lars steht auf und geht. :30. Az ajtó becsapódik. - Die Tür fällt zu. :31. A dohány még mindig az asztalon fekszik. - Der Tabak liegt noch auf dem Tisch. :32. Anders csónakmotorokat javít. - Anders repariert Bootsmotoren. :33. Ez a munkája. - Das ist seine Arbeit. :34. A szomszédok néha kávéval fizetnek neki. - Die Nachbarn bezahlen ihn manchmal mit Kaffee. :35. Néha egyszerűen csak köszönetet mondanak. - Manchmal sagen sie einfach danke. :36. Ez elég neki. - Das reicht ihm. :37. Régebben csónaképítő volt. - Er war früher Bootsbauer. :38. Ez már régen volt. - Das ist lange her. :39. Most nem valaki meghatározott ember. - Jetzt ist er niemand Bestimmtes. :40. Délután megjön a posta. - Am Nachmittag kommt die Post. :41. Anders kézbe vesz egy borítékot. - Anders nimmt einen Umschlag. :42. Nem számla. - Es ist keine Rechnung. :43. Egy képeslap. - Es ist eine Postkarte. :44. A képen Oslo kikötője látható. - Das Bild zeigt den Hafen von Oslo. :45. A színek nagyon világosak. - Die Farben sind sehr hell. :46. Megfordítja a lapot. - Er dreht die Karte um. :47. Csak néhány szó áll rajta. - Da stehen nur wenige Wörter. :48. „Gyere Oslóba.” - „Komm nach Oslo." :49. A lap Mettétől van. - Die Karte ist von Mette. :50. Mette a barátnője volt. - Mette war seine Freundin. :51. Hat hónapja nem írt. - Seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben. :52. Anders egyszer elolvassa a lapot. - Anders liest die Karte einmal. :53. Elolvassa kétszer. - Er liest sie zweimal. :54. Elolvassa háromszor. - Er liest sie dreimal. :55. Aztán leteszi az ablakpárkányra. - Dann legt er sie auf den Fenstersims. :56. Az elülső oldala lefelé néz. - Die Vorderseite zeigt nach unten. :57. Kinéz a fjordra. - Er schaut auf den Fjord. :58. A komp elhalad. - Die Fähre fährt vorbei. :59. A motor hangja egyre kisebb és kisebb lesz. - Der Sound des Motors wird kleiner und kleiner. :60. Aztán megint csend van. - Dann ist es wieder still. :61. Korán besötétedik. - Es wird früh dunkel. :62. Négy órakor az ég már fekete. - Um vier Uhr ist der Himmel schon schwarz. :63. Anders meggyújt egy gyertyát. - Anders zündet eine Kerze an. :64. Ráteszi a régi zongorára. - Er stellt sie auf das alte Klavier. :65. A zongorán senki sem játszik. - Das Klavier spielt niemand. :66. De ott áll, amióta Anders itt lakik. - Aber es steht dort, seit Anders hier wohnt. :67. Leül az előtte álló székre. - Er setzt sich auf den Stuhl davor. :68. Nézi a lángot. - Er schaut die Flamme an. :69. Nem gondolkodik sokat. - Er denkt nicht viel. :70. Nem dönt el semmit. - Er entscheidet nichts. :71. A fűtés csöpög. - Die Heizung tropft. :72. A víz odakint a cölöpöknek csapódik. - Das Wasser schlägt gegen die Pfähle draußen. :73. Anders csendben ül. - Anders sitzt still. :74. A gyertya egyre kisebb lesz. - Die Kerze wird kleiner. :75. Aztán kialszik. - Dann geht sie aus. :76. A sötétben nyugalom van. - Im Dunkeln ist es ruhig. :77. Odakint havazni kezd. - Draußen fängt es an zu schneien. :78. A pelyhek halkan hullanak. - Die Flocken fallen leise. :79. Szinte hangtalanul. - Fast ohne Geräusch. :80. Anders ülve marad. - Anders bleibt sitzen. :81. Nem fog Oslóba utazni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :82. Itt marad. - Er bleibt hier. :83. Nem azért, mert muszáj. - Nicht weil er muss. :84. Hanem mert nincs oka elmenni. - Sondern weil er keinen Grund hat zu gehen. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders két éve lakik egy régi fatemplomban egy norvég fjord szélén. - Anders wohnt seit zwei Jahren in einer alten Holzkirche am Rand eines norwegischen Fjords. :2. A templomot a nagybátyjától örökölte, de igazán soha nem akarta. - Die Kirche hat er von seinem Onkel geerbt, aber er hat sie nie wirklich gewollt. :3. A tető beázik, és amikor esik, egy vödröt állít a konyhába. - Das Dach ist undicht, und wenn es regnet, stellt er einen Eimer in die Küche. :4. Hallgatja a csöpögést: plink, plink, plink. - Er hört dem Tropfen zu: plink, plink, plink. :5. Nem számolja őket, de ismeri a ritmust. - Er zählt sie nicht, aber er kennt den Rhythmus. :6. Odakint szürke a víz, és a szél egyenesen a tenger felől jön. - Draußen ist das Wasser grau, und der Wind kommt direkt vom Meer. :7. Október van, és az eső szinte vízszintesen veri az ablaküvegeket. - Es ist Oktober, und der Regen fliegt fast horizontal gegen die Fensterscheiben. :8. Anders a konyhaasztalnál ül egy csésze kávéval, amely már rég kihűlt. - Anders sitzt am Küchentisch mit einer Tasse Kaffee, die längst kalt ist. :9. Mégis megissza, mert fel kellene állnia, hogy újat készítsen. - Er trinkt sie trotzdem, weil er aufstehen müsste, um eine neue zu machen. :10. A ház csendes, csak a fűtés ad néha halk hangot. - Das Haus ist still, nur die Heizung macht manchmal ein leises Geräusch. :11. Lars minden második nap jön, mindig kopogás nélkül. - Lars kommt jeden zweiten Tag, immer ohne anzuklopfen. :12. Hatvannyolc éves, és egy kilométerrel arrébb lakik a parton. - Er ist achtundsechzig Jahre alt und wohnt einen Kilometer weiter am Ufer. :13. Leül a padra, az asztalra teszi a dohányzacskóját, és nem mond semmit. - Er setzt sich auf die Bank, legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch und sagt nichts. :14. Anders sem mond semmit, és ez közöttük teljesen normális. - Anders sagt auch nichts, und das ist zwischen ihnen vollkommen normal. :15. Tíz perc múlva Lars csak ennyit mond: „Björn kuttere megint jár.” - Nach zehn Minuten sagt Lars nur: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :16. Anders bólint, Lars pedig feláll, és kimegy az ajtón anélkül, hogy visszafordulna. - Anders nickt, und Lars steht auf und geht durch die Tür, ohne sich umzudrehen. :17. A dohány az asztalon marad, mert Lars mindig elfelejti, vagy szándékosan hagyja ott. - Der Tabak bleibt auf dem Tisch, weil Lars ihn immer vergisst oder absichtlich dalässt. :18. Anders csónakmotorokat javít a környékbeli embereknek. - Anders repariert Bootsmotoren für die Leute in der Gegend. :19. Néhányan pénzzel fizetnek neki, mások kávét hoznak, vagy egyszerűen nem mondanak semmit. - Manche bezahlen ihn mit Geld, andere bringen Kaffee oder sagen einfach nichts. :20. Régebben hajóépítő volt Bergenben, de ez olyan érzés, mintha egy másik élet lett volna. - Er war früher Bootsbauer in Bergen, aber das fühlt sich an wie ein anderes Leben. :21. Most olyan valaki, aki itt lakik, és olyan dolgokat javít meg, amelyeket mások kidobnának. - Jetzt ist er jemand, der hier wohnt und Dinge repariert, die andere wegwerfen würden. :22. Délután egy képeslap fekszik a postaládában két számla között. - Am Nachmittag liegt eine Postkarte im Briefkasten zwischen zwei Rechnungen. :23. Az elülső oldal képe Oslo kikötőjét mutatja, a színek túl rikítóak ehhez a naphoz. - Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Hafen von Oslo, die Farben sind zu grell für diesen Tag. :24. Megfordítja a lapot, és elolvassa a szavakat, amelyeket Mette írt: „Gyere Oslóba.” - Er dreht die Karte um und liest die Worte, die Mette geschrieben hat: „Komm nach Oslo." :25. Mette a barátnője volt, de hat hónapja nem írt és nem telefonált. - Mette war seine Freundin, aber seit sechs Monaten hat sie nicht geschrieben und nicht angerufen. :26. Háromszor olvassa el a lapot, nem azért, mert nem érti, hanem mert időre van szüksége. - Er liest die Karte dreimal, nicht weil er sie nicht versteht, sondern weil er Zeit braucht. :27. Aztán képpel lefelé az ablakpárkányra teszi. - Dann legt er sie mit der Vorderseite nach unten auf den Fenstersims. :28. Odakint éppen elhalad az esti komp, a motor mélyen és egyenletesen hangzik. - Draußen fährt gerade die Abendfähre vorbei, der Motor klingt tief und gleichmäßig. :29. A hang egyre kisebb lesz, míg a fjord újra csendes nem lesz. - Das Geräusch wird kleiner, bis der Fjord wieder still ist. :30. Négy órakor besötétedik, mint ebben a hónapban minden nap. - Um vier Uhr wird es dunkel, wie jeden Tag in diesem Monat. :31. Anders meggyújt egyetlen gyertyát, és a sarokban álló régi zongorára teszi. - Anders zündet eine einzelne Kerze an und stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke. :32. A zongora ott áll, amióta beköltözött, és még egyetlenegyszer sem játszott rajta. - Das Klavier steht dort seit er einzog, und er hat es noch kein einziges Mal gespielt. :33. Leül az előtte álló székre, és nézi a lángot anélkül, hogy bármilyen meghatározott gondolata volna. - Er setzt sich auf den Stuhl davor und schaut die Flamme an, ohne einen bestimmten Gedanken. :34. A fűtés csöpög, odakint a víz szabályosan csapódik a kikötőhely facölöpjeinek. - Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt regelmäßig gegen die Holzpfähle der Anlegestelle. :35. A gyertya egyre kisebb és kisebb lesz, míg kialszik, és a szoba sötét lesz. - Die Kerze wird kleiner und kleiner, bis sie ausgeht und das Zimmer dunkel ist. :36. Nem fog Oslóba menni. - Er wird nicht nach Oslo fahren. :37. Ezt nem azért tudja, mert eldöntötte, hanem mert nem érez okot arra, hogy elmenjen. - Das weiß er nicht, weil er es entschieden hat, sondern weil er keinen Grund spürt zu gehen. :38. Odakint havazni kezd, halkan és szinte átmenet nélkül, mint itt minden. - Draußen beginnt es zu schneien, leise und fast ohne Übergang, wie alles hier. :39. Anders ülve marad a sötétben, és hallgatja a havat, amely nem ad ki hangot. - Anders bleibt sitzen im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der keinen Laut macht. :40. Az élet itt csendben múlik el, és ez nem panasz, csak megfigyelés. - Das Leben vergeht hier still, und das ist keine Klage, nur eine Beobachtung. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, és két éve él egy fatemplomban, amelyet tulajdonképpen már senki sem akart. - Anders ist sechsunddreißig, und er lebt seit zwei Jahren in einer Holzkirche, die eigentlich niemand mehr haben wollte. :2. Egy burkolatlan út végén áll, ott, ahol a fjord véget ér, és a semmi elkezdődik. - Sie steht am Ende einer unbefestigten Straße, wo der Fjord aufhört und das Nichts anfängt. :3. A tetőn három beázó hely van, és attól függően, milyen erősen fúj a szél, különböző helyeken csöpög. - Das Dach hat drei undichte Stellen, und je nachdem, wie stark der Wind steht, tropft es an verschiedenen Orten. :4. Megtanulta úgy a megfelelő helyre tenni a vödröket, hogy közben nem is gondolkodik rajta. - Er hat gelernt, die Eimer richtig zu stellen, ohne darüber nachzudenken. :5. A fűtés öreg, hangosan és rosszul működik, de még működik, és ez számít. - Die Heizung ist alt, sie arbeitet laut und schlecht, aber sie arbeitet noch, und das zählt. :6. Az október itt nem hónap, hanem állapot. - Der Oktober ist hier kein Monat, er ist ein Zustand. :7. A fény sosem érkezik meg igazán, szürke marad, lapos, a víz közelében függve, mint köd ködjelleg nélkül. - Das Licht kommt nie wirklich an, es bleibt grau, flach, nah am Wasser hängend wie Nebel ohne Nebelcharakter. :8. Anders reggelente hideg kávéval ül az asztalnál, a fjordot nézi, és nem vár semmi meghatározottra. - Anders sitzt morgens am Tisch mit kaltem Kaffee, schaut auf den Fjord und wartet auf nichts Bestimmtes. :9. Csónakmotorokat javít a szomszédoknak, a legtöbbjük öreg, a motorok és a szomszédok egyaránt. - Er repariert Bootsmotoren für die Nachbarn, die meisten sind alt, die Motoren und die Nachbarn gleichermaßen. :10. Fizetség kávéban jár, egy rövid bólintásban, vagy egyáltalán nem jár, és Andersnek nincs előnyben részesített változata. - Bezahlt wird in Kaffee, in einem kurzen Nicken, oder gar nicht, und Anders hat keine Präferenz. :11. Lars minden második nap jön, kopogás nélkül kinyitja az ajtót, és leül az ablak alatti padra. - Lars kommt jeden zweiten Tag, öffnet die Tür ohne zu klopfen und setzt sich auf die Bank unter dem Fenster. :12. Leteszi a dohányzacskóját az asztalra, mintha le akarná tenni magáról, és hátradől. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch, als würde er es ablegen wollen, und lehnt sich zurück. :13. Jól tudnak együtt hallgatni, ami ritkább, mint amilyennek hangzik, mert a hallgatás többnyire várakozást tartalmaz. - Sie schweigen gut zusammen, was seltener ist, als es klingt, weil Schweigen meistens Erwartung enthält. :14. Anders és Lars között nem tartalmaz semmit, egyszerűen levegő, amelyet senkinek sem kell kitöltenie. - Zwischen Anders und Lars enthält es nichts, es ist einfach Luft, die niemand füllen muss. :15. Ma Lars egy idő után, anélkül hogy felemelné a hangját, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute sagt Lars nach einer Weile, ohne die Stimme zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :16. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, és a dohány még mindig az asztalon fekszik, mint mindig. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, und der Tabak liegt noch auf dem Tisch, wie immer. :17. A posta a régi komppal érkezik, amely naponta kétszer köt ki, és többnyire semmi olyat nem hoz, ami számítana. - Die Post kommt mit der alten Fähre, die zweimal täglich anlegt und meistens nichts bringt, was zählt. :18. Ma egy képeslapot hoz, és Anders felismeri a kézírást, még mielőtt elolvasná a nevet. - Heute bringt sie eine Postkarte, und Anders erkennt die Handschrift, bevor er den Namen liest. :19. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely itt nem létezik, túl sárgán, túl melegen, túl szándékoltan. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das hier nicht existiert, zu gelb, zu warm, zu gewollt. :20. Megfordítja a lapot, és ezt olvassa: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um und liest: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :21. Kétszer olvassa el a mondatot, nem azért, mert nehéz megérteni, hanem mert valahol célba ér. - Er liest den Satz zweimal, nicht weil er schwer zu verstehen ist, sondern weil er irgendwo landet. :22. Aztán a képeslapot képes oldalával lefelé az ablakpárkányra teszi, és kinéz. - Dann legt er die Karte mit der Bildseite nach unten auf den Fenstersims und schaut hinaus. :23. Az esti komp éppen átvág a fjordon, motorjának hangja messzire visz a víz fölött, aztán eltűnik. - Die Abendfähre zieht gerade durch den Fjord, ihr Motor trägt weit über das Wasser, dann ist er weg. :24. Négykor besötétedik, és Anders gyertyát gyújt, mert nem akarja felkapcsolni a villanyt. - Es wird dunkel um vier, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Licht nicht anmachen will. :25. A zongorára teszi, amely beköltözése óta ott áll, és amelyen senki sem játszik, ő sem. - Er stellt sie auf das Klavier, das seit seinem Einzug dort steht und von niemandem gespielt wird, auch von ihm nicht. :26. Leül elé, és a lángba néz, anélkül hogy egy gondolat megragadna benne, vagy egy döntés formát öltene. - Er setzt sich davor und schaut in die Flamme, ohne dass ein Gedanke sich festsetzt oder eine Entscheidung sich formt. :27. Odakint a víz egyenletesen csapódik a cölöpöknek, odabent a fűtés csöpög a vödörbe. - Draußen schlägt das Wasser gleichmäßig gegen die Pfähle, drinnen tropft die Heizung in den Eimer. :28. A gyertya leég, lassan, egyenletesen, és amikor kialszik, ő ülve marad a sötétben. - Die Kerze brennt herunter, langsam, gleichmäßig, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen. :29. Nem fog Oslóba utazni, ezt most már tudja, és azt is tudja, hogy ez nem elhatározás. - Er wird nicht nach Oslo fahren, das weiß er jetzt, und er weiß auch, dass es kein Entschluss ist. :30. Inkább egy olyan ok hiánya, amely elég erős volna ahhoz, hogy felemelje őt erről a székről. - Es ist eher das Fehlen eines Grundes, der stark genug wäre, ihn von diesem Stuhl zu heben. :31. Odakint havazni kezd, bejelentés nélkül, átmenet nélkül, ahogy itt mindig elkezdődnek a dolgok. - Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne Übergang, wie hier immer die Dinge beginnen. :32. A pelyhek csendben hullanak a fjordra, amely befogadja őket, anélkül hogy nyomot mutatna. - Die Flocken fallen still auf den Fjord, der sie aufnimmt, ohne eine Spur zu zeigen. :33. Anders hallgatja, bár a hó nem ad hangot, és talán éppen ez a lényeg. - Anders hört zu, obwohl Schnee kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der Punkt. :34. Néha az élet csendes elmúlás, és néha elég jelen lenni benne. - Manchmal ist das Leben ein stilles Vergehen, und manchmal reicht es, dabei zu sein. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, két éve lakik egy örökölt fatemplomban egy kavicsos út végén, és már nem tekinti ezt átmenetinek. - Anders ist sechsunddreißig, bewohnt seit zwei Jahren eine geerbte Holzkirche am Ende einer Schotterstraße, und hat aufgehört, das als vorübergehend zu betrachten. :2. A templom ott áll, ahol a fjord egy keskeny öbölbe húzódik vissza, és az út minden magyarázat nélkül feladja. - Die Kirche liegt dort, wo der Fjord sich in eine schmale Bucht zurückzieht und die Straße aufgibt, ohne Erklärung. :3. A tetőnek három olyan pontja van, amely esőben enged, és Anders olyan jól ismeri őket, hogy félálomban is helyesen teszi alájuk a vödröket. - Das Dach hat drei Stellen, die bei Regen nachgeben, und Anders kennt sie so gut, dass er die Eimer im Halbschlaf richtig stellt. :4. Nem megszokás ez, inkább kapituláció egy állapot előtt, amelyet az ember egy idő után már nem javít meg, mert úgy tartozik a házhoz, mint a fa és a régi tömjén szaga. - Nicht Gewöhnung, eher Kapitulation vor dem Zustand, den man irgendwann aufhört zu reparieren, weil er zum Haus gehört wie der Geruch nach Holz und altem Weihrauch. :5. A fűtés a radiátor elágazása alatt álló bádogvödörbe csöpög, plink, és ez a csepp néha az egyetlen hang a házban, amely megbízhatóan visszatér. - Die Heizung tropft in einen Blecheimer unter der Abzweigung des Heizkörpers, plink, und dieser Tropfen ist manchmal das einzige Geräusch im Haus, das zuverlässig wiederkehrt. :6. Az október ezen a parton nem olyan hónap, amelyet az ember átél, hanem olyan, amelyet kibír, mert a fény soha nem érkezik meg igazán, és az eső gyakran vízszintesen repül. - Der Oktober an dieser Küste ist kein Monat, den man erlebt, sondern einer, den man aushält, weil das Licht nie wirklich ankommt und der Regen oft horizontal fliegt. :7. Anders reggelente a konyhaasztalnál ül, kezei egy csésze körül, amely már rég nem meleg, és a párás ablakon át a szürkészöld vízre néz. - Anders sitzt morgens am Küchentisch, die Hände um eine Tasse, die schon lange nicht mehr warm ist, und schaut durch das beschlagene Fenster auf das graugrüne Wasser. :8. Valaha hajóépítő volt Bergenben, akkoriban, de ez kevésbé érződik múltnak, mint inkább olyan életrajznak, amely valaki másé. - Er war Bootsbauer in Bergen, damals, aber das fühlt sich weniger wie eine Vergangenheit an als wie eine Biografie, die jemand anderem gehört. :9. Most a szomszédok régi külmotorjait javítja, jól és feltűnés nélkül végzi, és a fizetség többnyire kávé vagy hallgatás, mindkettőt elfogadja. - Jetzt repariert er die alten Außenbordmotoren der Nachbarn, er tut es gut und ohne Aufhebens, und die Bezahlung ist meistens Kaffee oder Schweigen, beides nimmt er. :10. Lars hatvannyolc éves, egy kilométerrel arrébb lakik a parton, és minden második nap bejön kopogás nélkül, mintha az ajtó az övé volna. - Lars ist achtundsechzig, wohnt einen Kilometer weiter am Ufer, und kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, als wäre die Tür seiner. :11. Dohányzacskóját olyan mozdulattal teszi az asztalra, amely bizalmasságot fejez ki, és közben semmit sem követel, aztán hátradől és hallgat. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Tisch mit einer Geste, die Vertrautheit ausdrückt und gleichzeitig nichts verlangt, dann lehnt er sich zurück und schweigt. :12. A hallgatás kettejük között olyan minőségű, amilyet Anders senki mással nem ismer, mert nincs benne várakozás, nincs rejtett elvárás, csak levegő. - Das Schweigen zwischen den beiden hat eine Qualität, die Anders mit niemandem sonst kennt, weil es kein Warten enthält, keine unterschwellige Erwartung, nur Luft. :13. Ma, talán tíz perc után, Lars anélkül, hogy felemelné a fejét, azt mondja: „Björn kuttere megint jár.” - Heute, nach vielleicht zehn Minuten, sagt Lars, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :14. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, az ajtó becsapódik a zárba, a dohány az asztalon marad, és minden olyan, mint korábban, csak eggyel több mondat van a levegőben. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss, der Tabak bleibt auf dem Tisch, und alles ist wie vorher, nur mit einem Satz mehr in der Luft. :15. A posta a délutáni komppal érkezik, és Anders ritkán hozza el azonnal, mert többnyire semmi sincs benne, ami sietséget indokolna. - Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und Anders holt sie selten sofort, weil sie meistens nichts enthält, das Eile rechtfertigt. :16. Ma két számla között egy képeslap fekszik, és ő felismeri Mette kézírását, még mielőtt a lapot teljesen kihúzta volna a borítékból. - Heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, und er erkennt Mettes Handschrift, noch bevor er die Karte vollständig aus dem Umschlag gezogen hat. :17. Az elülső oldalon lévő kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely itt nem létezik, túl telt, túl bizakodó, mintha a város örülne önmagának. - Das Bild auf der Vorderseite zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das es hier nicht gibt, zu satt, zu zuversichtlich, als wäre die Stadt froh über sich selbst. :18. Megfordítja a lapot, és elolvassa a mondatot, amelyet a nő írt: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um und liest den Satz, den sie geschrieben hat: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :19. Hat hónap csend, és aztán ez a mondat, röviden, vád nélkül, de egy olyan horoggal, amely ül, mert nem válasz és nem kérdés, hanem mindkettő egyszerre. - Sechs Monate Stille, und dann dieser Satz, knapp, ohne Anklage, aber mit einem Haken, der sitzt, weil er keine Antwort ist und keine Frage, sondern beides gleichzeitig. :20. Háromszor elolvassa, a lapot képpel lefelé az ablakpárkányra teszi, és az esti komp éppen átnyomul a fjordon, mély motorhangja végighúzódik a vízen, majd elszáll. - Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims, und die Abendfähre schiebt sich gerade durch den Fjord, ihr tiefes Motorgeräusch zieht über das Wasser und verweht. :21. Utánanéz, amíg a hang el nem tűnik, aztán a fjord megint olyan csendes, mintha semmi sem történt volna. - Er schaut ihr nach, bis das Geräusch weg ist, dann ist der Fjord wieder so still, als wäre nichts gewesen. :22. Négykor fekete az ég, ami itt októberben nem esemény, hanem napi rend. - Um vier ist der Himmel schwarz, was hier im Oktober kein Ereignis ist, sondern Tagesablauf. :23. Anders meggyújt egyetlen gyertyát, az öreg zongorára állítja a sarokban, amely beköltözése óta ott áll, mint egy csendes ígéret, amelyet senki sem szándékozik beváltani. - Anders zündet eine einzelne Kerze an, stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das seit seinem Einzug dort steht wie ein stilles Versprechen, das niemand einzulösen beabsichtigt. :24. Leül az előtte álló székre, és a lángba néz, nem meditatívan, nem szomorúan, egyszerűen csak nézve, mert az este semmi mást nem kíván. - Er setzt sich auf den Hocker davor und schaut in die Flamme, nicht meditativ, nicht traurig, einfach schauend, weil der Abend nichts anderes verlangt. :25. A fűtés csöpög, odakint a víz rövid, egyenletes időközönként veri a régi kikötőhely korhadt cölöpjeit, és valahol a fjord mögött röviden felüvölt a szél. - Die Heizung tropft, das Wasser draußen schlägt in kurzen, gleichmäßigen Intervallen gegen die morschen Pfähle der alten Anlegestelle, und irgendwo hinter dem Fjord heult kurz der Wind. :26. A gyertya lassan ég le, egyenletesen, huzat nélkül, és amikor a láng kialszik, Anders a sötétben ülve marad, anélkül hogy felkapcsolná a villanyt. - Die Kerze brennt langsam herunter, gleichmäßig, ohne Zug, und als die Flamme ausgeht, bleibt Anders im Dunkeln sitzen, ohne das Licht anzumachen. :27. Nem fog Oslóba utazni, de ez nem elhatározás, inkább egy olyan ok hiánya, amely elég súlyos volna ahhoz, hogy felemelje őt erről a helyről. - Er wird nicht nach Oslo fahren, aber es ist kein Entschluss, eher die Abwesenheit eines Grundes, der schwer genug wäre, ihn von diesem Ort zu heben. :28. Mette mondata még valahol ott függ a szobában, „kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt”, és az őszinte válasz az, hogy nincs válasza, nem azért, mert kitér előle, hanem mert maga a kérdés van rosszul feltéve. - Mettes Satz hängt noch irgendwo im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die ehrliche Antwort ist, dass er keine Antwort hat, nicht weil er ausweicht, sondern weil die Frage selbst falsch gestellt ist. :29. Odakint havazni kezd, hangtalanul, szinte átmenet nélkül, ahogy itt minden olyan dolog kezdődik, amely megmarad. - Draußen beginnt es zu schneien, lautlos, fast ohne Übergang, wie alle Dinge hier beginnen, die bleiben. :30. A pelyhek a fjord fekete vizére hullanak, és eltűnnek, anélkül hogy nyomot hagynának, mintha soha nem is léteztek volna. - Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden, ohne eine Spur zu hinterlassen, als hätte es sie nie gegeben. :31. Anders figyel, bár a hó semmit sem tesz hallhatóvá, és talán éppen ez az egyetlen mondat, amely ma még igaz. - Anders hört zu, obwohl Schnee nichts hörbar macht, und vielleicht ist genau das der einzige Satz, der heute noch stimmt. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :Október - Oktober :1. Anders harminchat éves, és azóta felhagyott az idő mérésével, mióta megértette, hogy a napok számolása olyan emberek tevékenysége, akiknek még el kell jutniuk valahová. - Anders ist sechsunddreißig, und er hat aufgehört, die Zeit zu messen, seit er begriffen hat, dass das Zählen von Tagen eine Aktivität für Menschen ist, die noch irgendwo hinmüssen. :2. A templom, amelyet két évvel ezelőtt örökölt anélkül, hogy megkérdezték volna róla, egy kavicsos út végén áll, amelyet a fjord három oldalról fog közre, mint egy mondatot, amely önmagának mond ellent. - Die Kirche, die er vor zwei Jahren geerbt hat, ohne danach gefragt zu werden, steht am Ende einer Schotterstraße, die der Fjord auf drei Seiten einschließt wie ein Satz, der sich selbst widerspricht. :3. A külső falak fája olyan színt vett fel, amely valahol a szürke és a felejtés között van, és a tető ott enged meg, ahol mindig is engedett, megbízhatóan, mint egy régi jellem. - Das Holz der Außenwände hat eine Farbe angenommen, die zwischen Grau und Vergessen liegt, und das Dach gibt nach, wo es immer nachgegeben hat, zuverlässig wie ein alter Charakter. :4. A három beázó helyet kívülről tudja, és sötétben teszi oda a vödröket, nem megszokásból, hanem mert a test átvesz bizonyos dolgokat, amikor a fej már nem tartja őket fontosnak. - Er kennt die drei undichten Stellen auswendig und stellt die Eimer im Dunkeln, nicht aus Routine, sondern weil der Körper manche Dinge übernimmt, wenn der Kopf aufgehört hat, sie für wichtig zu halten. :5. Plink, aztán megint, és a fűtés a maga saját ritmusával válaszol, úgyhogy a ház néha úgy hangzik, mint egy hangszer, amelyet senki sem hangolt fel, és amely mégis játszik. - Plink, und dann wieder, und die Heizung antwortet mit ihrem eigenen Rhythmus, sodass das Haus manchmal klingt wie ein Instrument, das niemand gestimmt hat und das trotzdem spielt. :6. Az október ezen a parton nem évszak a szokásos értelemben, hanem inkább halmazállapot, amelyben a fény soha nem érkezik meg egészen, és az eső már felhagyott azzal, hogy bocsánatot kérjen. - Der Oktober an dieser Küste ist keine Jahreszeit im üblichen Sinn, sondern eher ein Aggregatzustand, in dem das Licht nie ganz ankommt und der Regen aufgehört hat, sich zu entschuldigen. :7. Anders reggel a konyhaasztalnál ül, kezét egy régen kihűlt csésze köré fonva, és a fjordot nézi, amelynek ma ugyanaz a színe van, mint tegnap és tegnapelőtt, egy szürke, amelynek nincs szüksége árnyalatokra. - Anders sitzt am Morgen am Küchentisch, die Hände um eine längst erkaltete Tasse, und schaut auf den Fjord, der heute dieselbe Farbe hat wie gestern und vorgestern, ein Grau, das keine Nuancen braucht. :8. Valaha hajóépítő volt Bergenben, jó munkát végzett, és ezt tudta is, de ez a múlt olyan messze van mögötte, hogy már csak harmadik személyben gondol rá, mintha valaki más élte volna azt az életet. - Er war einmal Bootsbauer in Bergen, er hat gute Arbeit gemacht und das gewusst, aber diese Vergangenheit liegt so weit hinter ihm, dass er sie nur noch in der dritten Person denkt, als hätte jemand anders dieses Leben geführt. :9. Most a megmaradt szomszédok külmotorjait javítja, alaposan és minden felhajtás nélkül teszi, és a fizetség kérdése többnyire fel sem merül, mert mindkét oldal tudja, hogy a kávé és a hallgatás az őszintébb valuták. - Jetzt repariert er die Außenbordmotoren der verbliebenen Nachbarn, er tut es gründlich und ohne Aufhebens, und die Frage der Bezahlung ist meist gar keine, weil beide Seiten wissen, dass Kaffee und Schweigen die ehrlicheren Währungen sind. :10. Lars, hatvannyolc éves, minden második nap bejön kopogás nélkül, nem szemtelenségből, hanem mert egy ajtó két olyan ember között, akik semmit sem akarnak egymástól a jelenléten kívül, fölösleges gesztus volna. - Lars, achtundsechzig, kommt jeden zweiten Tag herein, ohne zu klopfen, nicht aus Unverschämtheit, sondern weil eine Tür zwischen zwei Menschen, die nichts voneinander wollen als Anwesenheit, eine überflüssige Geste wäre. :11. A dohányos zacskóját annak az embernek a gondtalanságával teszi a konyhaasztalra, aki soha semmit nem azért tesz le, hogy visszakapja, leül a padra, és hátát a repedezett falnak veti. - Er legt sein Tabakpäckchen auf den Küchentisch mit der Sorglosigkeit von jemandem, der nie etwas ablegt, um es zurückzubekommen, setzt sich auf die Bank und lehnt den Rücken gegen die rissige Wand. :12. A hallgatás, amelyen osztoznak, olyan minőségű, amelyet Anders korábban nem ismert, és amelyet most azon kevés dolgok egyikének tart, amelyeket nem megtanulni lehet, hanem csak megtalálni, amikor az ember felhagyott a keresésükkel. - Das Schweigen, das sie teilen, ist von einer Qualität, die Anders früher nicht kannte und die er jetzt für eines der wenigen Dinge hält, die man nicht lernen kann, sondern nur findet, wenn man aufgehört hat, es zu suchen. :13. Ma Lars egy súlytalan idő után a szobába mondja, anélkül hogy felemelné a fejét: „Björn kuttere megint működik.” - Heute sagt Lars, nach einer Weile, die kein Gewicht hat, in den Raum hinein, ohne den Kopf zu heben: „Der Kutter von Björn läuft wieder." :14. Anders bólint, Lars feláll, elmegy, az ajtó tompa fa-a-fán hanggal becsapódik a zárba, és a dohány az asztalon marad, elfelejtve vagy otthagyva, ez ugyanaz a kérdés. - Anders nickt, Lars steht auf, geht, die Tür fällt ins Schloss mit dem dumpfen Laut von Holz auf Holz, und der Tabak liegt auf dem Tisch, vergessen oder hinterlassen, das ist dieselbe Frage. :15. A posta a délutáni komppal érkezik, és többnyire nem éri meg emiatt kimenni a postaládához, de ma két számla között egy képeslap fekszik, amelyet a kézírásról felismer, még mielőtt teljesen megfordította volna. - Die Post kommt mit der Nachmittagsfähre, und meistens lohnt es sich nicht, deshalb zum Briefkasten zu gehen, aber heute liegt zwischen zwei Rechnungen eine Postkarte, die er an der Handschrift erkennt, noch bevor er sie vollständig gedreht hat. :16. A kép az oslói kikötőt mutatja olyan fényben, amely délibbnek hat, mint Oslo megérdemelné, túl melegnek, túl bizakodónak, olyan képként, amelyet városok készítenek magukról, amikor turistákra gondolnak, nem igazságra. - Das Bild zeigt den Osloer Hafen in einem Licht, das südlicher wirkt, als Oslo es verdient, zu warm, zu zuversichtlich, die Art von Bild, die Städte von sich machen, wenn sie Touristen meinen, nicht Wahrheit. :17. Megfordítja a lapot, és Mette ezt írta: „Nem várok. De kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt.” - Er dreht die Karte um, und Mette hat geschrieben: „Ich warte nicht. Aber frag dich, was du hier willst." :18. A mondat rövid, ami azt jelenti, hogy sokáig gondolkodott rajta, mert az efféle rövidség nem sietségből fakad, hanem mindannak hosszú kihúzásából, ami túl sok volna. - Der Satz ist kurz, was bedeutet, dass sie lange über ihn nachgedacht hat, denn Kürze dieser Art kommt nicht aus Eile, sondern aus dem langen Streichen von allem, was zu viel wäre. :19. Hat hónap rádiócsend, és aztán semmi szemrehányás, semmi magyarázat, csak ez az egy mondat, amely nem nyit ki ajtót és nem is zár be, hanem egyszerűen megmutatja, hol van egy fal. - Sechs Monate Funkstille, und dann kein Vorwurf, keine Erklärung, nur dieser eine Satz, der keine Tür öffnet und keine schließt, sondern einfach zeigt, wo eine Wand ist. :20. Háromszor elolvassa, a lapot képpel lefelé az ablakpárkányra teszi, mint valamit, amit az ember nem dob el és nem is őriz meg, hanem egyszerűen letesz valahová, hogy lássa, mi történik. - Er liest ihn dreimal, legt die Karte mit dem Bild nach unten auf den Fenstersims wie etwas, das man nicht wegwirft und nicht aufbewahrt, sondern einfach irgendwo hinlegt, um zu sehen, was passiert. :21. Az esti komp átvág a fjordon, motorja mélyen és egyenletesen hordja hangját a víz fölött, és Anders addig néz utána, amíg a zaj olyan kicsivé nem válik, hogy már nem biztos benne, hallja-e még, vagy csak gondolja. - Die Abendfähre zieht durch den Fjord, ihr Motor trägt tief und gleichmäßig über das Wasser, und Anders schaut ihr nach, bis das Geräusch so klein geworden ist, dass er nicht mehr sicher ist, ob er es noch hört oder nur noch denkt. :22. Négykor fekete az ég, és Anders gyertyát gyújt, mert nem szereti a mennyezeti lámpát, amely mindent egyformán világít meg, anélkül hogy különbséget tenne aközött, ami fényt érdemel, és aközött, aminek jobb sötétben maradnia. - Um vier ist der Himmel schwarz, und Anders zündet eine Kerze an, weil er das Deckenlicht nicht mag, das alles gleich beleuchtet, ohne zu unterscheiden zwischen dem, was Licht verdient, und dem, was besser im Dunkeln bleibt. :23. A régi zongorára teszi a sarokban, amely ott áll, mióta beköltözött, egy hangszer történet nélkül ebben a házban, vagy olyan történettel, amely előtte ér véget, és amelyről soha nem kérdezett. - Er stellt sie auf das alte Klavier in der Ecke, das dort steht, seit er eingezogen ist, ein Instrument ohne Geschichte in diesem Haus, oder mit einer Geschichte, die vor ihm endet und die er nie gefragt hat. :24. Leül az előtte álló székre, nem azért, hogy játsszon, hanem mert a szék az egyetlen hely a szobában, ahonnan látni lehet a gyertyát anélkül, hogy a fjord az ember háta mögött volna. - Er setzt sich auf den Hocker davor, nicht um zu spielen, sondern weil der Hocker der einzige Platz im Zimmer ist, von dem aus man die Kerze sehen kann, ohne den Fjord im Rücken zu haben. :25. A láng nyugodtan ég, ebben a házban ebben az órában nincs huzat, és Anders nézi anélkül, hogy egyetlen gondolatot is megtartana, mert a gondolatok ma laposak, mint odakint a fény, és ugyanilyen keveset érnek el. - Die Flamme brennt ruhig, kein Luftzug in diesem Haus um diese Stunde, und Anders schaut sie an, ohne einen Gedanken festzuhalten, weil die Gedanken heute flach sind wie das Licht draußen und genauso wenig ausrichten. :26. Odakint a víz rövid, türelmes lökésekkel veri az öreg kikötőhely cölöpjeit, bent a fűtés válaszol a maga cseppjeivel, és a ház olyan ritmusban lélegzik, amelynek semmi köze Andershez, ő mégis hallgatja. - Draußen schlägt das Wasser in kurzen, geduldigen Stößen gegen die Pfähle der alten Anlegestelle, drinnen antwortet die Heizung mit ihrem Tropfen, und das Haus atmet in einem Rhythmus, der nichts mit Anders zu tun hat und dem er trotzdem zuhört. :27. A gyertya leég, egyenletesen, sietség nélkül, és amikor kialszik, ő ülve marad a sötétben, és nem gyújt világot, mert a pillanat nem kívánja, és mert megtanulta, hogy a pillanatokat nem kell rábeszélni. - Die Kerze brennt herunter, gleichmäßig, ohne Eile, und als sie ausgeht, bleibt er im Dunkeln sitzen und macht kein Licht, weil der Moment es nicht verlangt und weil er gelernt hat, Momente nicht zu überreden. :28. Nem fog Oslóba utazni, és ez nem meghozott döntés, hanem annak csendes megállapítása, hogy az utazás oka nem létezik, legalábbis nem olyan formában, amely nehezebben nyomna a latban, mint a maradás oka, amely szintén nem létezik. - Er wird nicht nach Oslo fahren, und das ist kein Entschluss, der gefällt wurde, sondern die stille Feststellung, dass der Grund zum Fahren nicht existiert, zumindest nicht in einer Form, die schwerer wiegt als der Grund zu bleiben, der auch nicht existiert. :29. Mette mondata még ott függ a szobában, „kérdezd meg magadtól, mit akarsz itt”, és a válasz, ha van ilyen, nem az, hogy semmit, hanem pontosan ez: ez a ház, ez a csepp, ez a fjord, ez a csend, amely nem valaminek a hiánya, hanem mindannak a jelenléte, ami megmarad, amikor az ember felhagyott azzal, hogy másként akarja. - Mettes Satz hängt noch im Raum, „frag dich, was du hier willst", und die Antwort, wenn es eine gibt, lautet nicht nichts, sondern genau das: dieses Haus, dieser Tropfen, dieser Fjord, diese Stille, die keine Abwesenheit von etwas ist, sondern eine Anwesenheit von allem, was übrigbleibt, wenn man aufgehört hat, es anders zu wollen. :30. Odakint havazni kezd, bejelentés nélkül, anélkül az átmenet nélkül, amelyet a hó máshol megtesz, egyszerűen hirtelen ott van, mintha az ég úgy döntött volna, hogy ma nincs szükség magyarázatokra. - Draußen beginnt es zu schneien, ohne Ankündigung, ohne den Übergang, den Schnee anderswo macht, einfach plötzlich da, als hätte der Himmel entschieden, dass Erklärungen heute nicht nötig sind. :31. A pelyhek a fjord fekete vizére hullanak, és abban a pillanatban eltűnnek, amelyben megérkeznek, nyomtalanul, mintha maga a hullás volna az egyetlen cél, nem a fekvés, nem a maradás. - Die Flocken fallen auf das schwarze Wasser des Fjords und verschwinden in dem Moment, in dem sie ankommen, spurlos, als wäre das Fallen selbst der einzige Zweck, nicht das Liegen, nicht das Bleiben. :32. Anders a sötétben ül, és a havat hallgatja, amely semmilyen hangot nem ad, és talán ez a legtisztább mondat, amelyet ez az este kínál: hogy némely dolgot csak akkor lehet meghallani, amikor az ember felhagyott azzal, hogy valami hallhatóra várjon. - Anders sitzt im Dunkeln und hört dem Schnee zu, der kein Geräusch macht, und vielleicht ist das der klarste Satz, den dieser Abend anbietet: dass manches nur dann gehört werden kann, wenn man aufgehört hat, auf etwas Hörbares zu warten. -------------------- == 84 == 1 -------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Szerda van. - Es ist Mittwoch. :2. Az ég szürke. - Der Himmel ist grau. :3. Esik az eső. - Es regnet. :4. Kari ül a volánnál. - Kari sitzt am Steuer. :5. Jon mellette ül. - Jon sitzt neben ihr. :6. Némán haladnak. - Sie fahren schweigend. :7. A régi Volvo hideg. - Der alte Volvo ist kalt. :8. Az ablaktörlő nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht. :9. Kari gyors fokozatra kapcsolja. - Kari schaltet ihn auf schnell. :10. Nem sokat segít. - Es hilft nicht viel. :11. Jon résnyire kinyitja az ablakot. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt. :12. A levegő tengerszagú. - Die Luft riecht nach Meer. :13. Kari nem mond semmit. - Kari sagt nichts. :14. Jon sem mond semmit. - Jon sagt auch nichts. :15. Jól ismerik az utat. - Sie kennen die Straße gut. :16. Itt nőttek fel. - Sie sind hier aufgewachsen. :17. Az apjuk három hete halt meg. - Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. :18. El kell hozniuk a holmijait. - Sie müssen seine Sachen holen. :19. A csónakház a víznél áll. - Der Bootsschuppen steht am Wasser. :20. Öreg és szürke. - Er ist alt und grau. :21. A fa korhadt. - Das Holz ist morsch. :22. Kari leparkolja az autót. - Kari parkt das Auto. :23. Kiszállnak. - Sie steigen aus. :24. Az eső hideg. - Der Regen ist kalt. :25. Nincs náluk esernyő. - Sie haben keinen Schirm. :26. A fészer ajtaja szorul. - Die Tür des Schuppens klemmt. :27. Jon kétszer belerúg. - Jon tritt zweimal dagegen. :28. Az ajtó kinyílik. - Die Tür geht auf. :29. Régi fa szaga van. - Es riecht nach altem Holz. :30. Cigarettaszag van. - Es riecht nach Zigaretten. :31. Kari megáll az ajtóban. - Kari bleibt an der Tür stehen. :32. Jon bemegy. - Jon geht hinein. :33. A falon mentőmellény lóg. - An der Wand hängt eine Schwimmweste. :34. Alatta gumicsizmák állnak. - Darunter stehen Gummistiefel. :35. Negyvenötös méret – az apjuk mérete. - Größe 45 – die Größe des Vaters. :36. Kari a padlóra néz. - Kari sieht auf den Boden. :37. Az eső dobol a bádogtetőn. - Der Regen trommelt auf das Blechdach. :38. Jon lassan megfordul. - Jon dreht sich langsam um. :39. A falon két szög van. - An der Wand hängen zwei Nägel. :40. A szögeken egy horgászbot lóg. - An den Nägeln hängt eine Angel. :41. Jon leveszi. - Jon nimmt sie herunter. :42. A zsinór összegubancolódott. - Die Schnur ist verwickelt. :43. A horog rozsdás. - Der Haken ist rostig. :44. Jon két kézzel tartja a horgászbotot. - Jon hält die Angel in beiden Händen. :45. Nem mozdul. - Er bewegt sich nicht. :46. Kari közelebb lép. - Kari tritt näher. :47. Röviden a kezébe veszi a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz in die Hand. :48. Érzi a régi fát. - Sie fühlt das alte Holz. :49. Visszaadja. - Sie gibt sie zurück. :50. „Ezt nem visszük magunkkal” – mondja. - „Den nehmen wir nicht mit", sagt sie. :51. A hangja nyugodt. - Ihre Stimme ist ruhig. :52. Jon bólint. - Jon nickt. :53. Leteszi a horgászbotot a munkapadra. - Er legt die Angel auf die Werkbank. :54. Aztán körülnéznek. - Dann sehen sie sich um. :55. Egy naptár lóg a falon – 2019. - Ein Kalender hängt an der Wand – 2019. :56. Egy kanna áll a sarokban. - Ein Kanister steht in der Ecke. :57. Két rozsdás horog hever a padlón. - Zwei rostige Haken liegen auf dem Boden. :58. Ennyi az egész. - Das ist alles. :59. Jon az ajtóhoz megy. - Jon geht zur Tür. :60. Kari követi. - Kari folgt ihm. :61. Megint kint állnak az esőben. - Sie stehen wieder draußen im Regen. :62. Jon bezárja a lakatot. - Jon schließt das Vorhängeschloss. :63. Kattan. - Es klickt. :64. Kari ökölbe zárt kezében tartja a kulcsot. - Kari hält den Schlüssel in der Faust. :65. A vízhez megy. - Sie geht zum Wasser. :66. Messzire behajítja a kulcsot a fjordba. - Sie wirft den Schlüssel weit in den Fjord. :67. Halk hangot ad. - Es macht ein leises Geräusch. :68. A kis kör a vízen azonnal eltűnik. - Der kleine Kreis auf dem Wasser verschwindet sofort. :69. Kari nem fordul meg. - Kari dreht sich nicht um. :70. Jon sem. - Jon auch nicht. :71. Visszamennek az autóhoz. - Sie gehen zum Auto zurück. :72. Jon ül a volánhoz. - Jon setzt sich ans Steuer. :73. Beindítja a motort. - Er startet den Motor. :74. Az ablaktörlő megint jár. - Der Scheibenwischer läuft wieder. :75. Ugyanúgy nyikorog, mint korábban. - Er quietscht wie vorher. :76. Elindulnak. - Sie fahren. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :A horgászbot - Die Angel :1. Novemberi szerda van, és az eső reggel óta esik. - Es ist ein Mittwoch im November, und der Regen fällt seit dem Morgen. :2. Kari vezet, mert Jonnak már nincs jogosítványa. - Kari fährt, weil Jon keinen Führerschein mehr hat. :3. A régi Volvo nedves szövet és hideg kávé szagát árasztja. - Der alte Volvo riecht nach feuchtem Stoff und kaltem Kaffee. :4. Jon csendben ül az anyósülésen, és kinéz az ablakon. - Jon sitzt still auf dem Beifahrersitz und schaut aus dem Fenster. :5. Az út üres, és a jobb és bal oldalon álló fák feketék a nedvességtől. - Die Straße ist leer, und die Bäume rechts und links sind schwarz vor Nässe. :6. Az ablaktörlő minden harmadik mozdulatnál nyikorog. - Der Scheibenwischer quietscht bei jeder dritten Bewegung. :7. Karit zavarja ez, de nem mond semmit. - Kari stört das, aber sie sagt nichts. :8. Arra gondol, hogy gyerekként gyakran járt ezen az úton. - Sie denkt daran, dass sie diese Strecke als Kind oft gefahren ist. :9. Akkoriban a hátsó ülésre ült, és a felhőket számolta. - Damals hat sie sich auf dem Rücksitz gesetzt und die Wolken gezählt. :10. Most a perceket számolja a fészerig. - Jetzt zählt sie die Minuten bis zum Schuppen. :11. Jon résnyire kinyitja az ablakot, pedig hideg van. - Jon öffnet das Fenster einen Spalt, obwohl es kalt ist. :12. A beáramló levegő só és nedves fű szagát hozza. - Die Luft, die hereinkommt, riecht nach Salz und nassem Gras. :13. Kari gyors fokozatra kapcsolja az ablaktörlőt, de ez alig segít. - Kari schaltet den Wischer auf die schnelle Stufe, aber es hilft kaum. :14. Leparkolja az autót a fészer előtti keskeny úton. - Sie parkt das Auto auf dem schmalen Weg vor dem Schuppen. :15. A fészer közel áll a vízhez, és a fafalai sötétek és nedvesek. - Der Schuppen steht nah am Wasser, und seine Holzwände sind dunkel und feucht. :16. Kiszállnak anélkül, hogy bármit mondanának. - Sie steigen aus, ohne etwas zu sagen. :17. Az eső azonnal veri a kabátjukat. - Der Regen trifft ihre Jacken sofort. :18. A fészer ajtaja szorul, mint mindig. - Die Tür des Schuppens klemmt, wie immer. :19. Jon kétszer belerúg, és másodszorra kinyílik. - Jon tritt zweimal dagegen, und beim zweiten Mal geht sie auf. :20. A szag azonnal megcsapja őket – régi fa, nedves hamu, dohány. - Der Geruch kommt sofort – altes Holz, feuchte Asche, Tabak. :21. Kari egy pillanatra megáll a küszöbön, mert levegőt kell vennie. - Kari bleibt einen Moment an der Schwelle stehen, weil sie atmen muss. :22. A szag nem kellemetlen, de olyan helyen találja el, ahol nem számított rá. - Der Geruch ist nicht unangenehm, aber er trifft sie an einer Stelle, die sie nicht erwartet hat. :23. Jon bemegy, anélkül hogy hátranézne. - Jon geht hinein, ohne sich umzusehen. :24. A falon egy régi mentőmellény lóg, szakadt szíjjal. - An der Wand hängt eine alte Schwimmweste mit einem gerissenen Riemen. :25. Alatta 45-ös gumicsizmák állnak, és egyenesen állnak, mintha valaki éppen most húzta volna le őket. - Darunter stehen Gummistiefel in Größe 45, und sie stehen gerade, als ob jemand sie gerade ausgezogen hat. :26. Kari leül egy üres faládára, amely az ajtó mellett áll. - Kari setzt sich auf eine leere Holzkiste, die neben der Tür steht. :27. A fa halk hangot ad ki magából, de tart. - Das Holz gibt ein leises Geräusch von sich, aber es hält. :28. Az eső dobol a hullámlemez tetőn, hangosan és egyenletesen. - Der Regen trommelt auf das Wellblechdach, laut und gleichmäßig. :29. Jon a fészer közepén áll, és lassan körbefordul. - Jon steht in der Mitte des Schuppens und dreht sich langsam um. :30. A falon, két rozsdás szög között, egy horgászbot lóg. - An der Wand, zwischen zwei rostigen Nägeln, hängt eine Angel. :31. Jon leveszi, és maga elé tartja. - Jon nimmt sie herunter und hält sie vor sich hin. :32. A zsinór összegabalyodott, és a végén lévő horog barna a rozsdától. - Die Schnur ist verwickelt, und der Haken am Ende ist braun vor Rost. :33. A kezében forgatja a horgászbotot, mintha először látná. - Er dreht die Angel in den Händen, als ob er sie zum ersten Mal sieht. :34. Kari feláll, és közelebb lép, mert látni akarja, mit tart a kezében. - Kari steht auf und tritt näher, weil sie sehen möchte, was er hält. :35. Kérdezés nélkül rövid időre kiveszi a kezéből a horgászbotot. - Sie nimmt die Angel kurz aus seiner Hand, ohne zu fragen. :36. A fa könnyűnek és száraznak érződik, pedig a fészerben minden más nedves. - Das Holz fühlt sich leicht und trocken an, obwohl alles andere im Schuppen feucht ist. :37. Visszaadja, és azt mondja: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Sie gibt sie zurück und sagt: „Den nehmen wir nicht mit." :38. A hangja nyugodtabban szól, mint ahogy érzi magát. - Ihre Stimme klingt ruhiger, als sie sich fühlt. :39. Jon egyszer bólint, anélkül hogy ránézne. - Jon nickt einmal, ohne sie anzusehen. :40. Óvatosan leteszi a horgászbotot a régi munkapadra, amely a hátsó falnál áll. - Er legt die Angel vorsichtig auf die alte Werkbank, die an der hinteren Wand steht. :41. Aztán körülnéznek a fészerben, mert tudják, hogy végezniük kell. - Dann sehen sie sich im Schuppen um, weil sie wissen, dass sie fertig sein müssen. :42. Egy 2019-es naptár ferdén lóg egy szögön az ajtó mellett. - Ein Kalender von 2019 hängt schief an einem Nagel neben der Tür. :43. Egy félig üres benzineskanna áll a sarokban, és két horog fekszik a földön. - Ein halbleerer Benzinkanister steht in der Ecke, und zwei Haken liegen auf dem Boden. :44. Ennyi minden, amit az apjuk itt hagyott. - Das ist alles, was ihr Vater hier gelassen hat. :45. Kari leveszi a naptárat, és bedugja a kabátzsebébe, anélkül hogy megmagyarázná, miért. - Kari nimmt den Kalender und steckt ihn in ihre Jackentasche, ohne zu erklären warum. :46. Jon látja, de nem mond semmit. - Jon sieht es, sagt aber nichts. :47. Együtt kimennek, és az eső most erősebb, mint korábban. - Sie gehen gemeinsam nach draußen, und der Regen ist jetzt stärker als vorher. :48. Jon behúzza az ajtót, és ráteszi a lakatot. - Jon zieht die Tür zu und legt das Vorhängeschloss ein. :49. Rövid, kemény hanggal kattan. - Es klickt mit einem kurzen, harten Geräusch. :50. Kari néhány lépéssel odébb áll, és a fjordra néz. - Kari steht ein paar Schritte weiter und schaut auf den Fjord. :51. A víz szürke, és lassan mozog, mintha fáradt volna. - Das Wasser ist grau und bewegt sich langsam, als ob es müde wäre. :52. Előveszi a kulcsot a zsebéből, és rövid ideig a kezében tartja. - Sie holt den Schlüssel aus ihrer Tasche und hält ihn kurz in der Hand. :53. Aztán messzire dobja a víz fölé, egész karjával. - Dann wirft sie ihn weit über das Wasser, mit dem ganzen Arm. :54. A kulcs halk hangot ad, amikor a felszínre ér. - Der Schlüssel macht ein leises Geräusch, als er auf die Oberfläche trifft. :55. Egy kis kör keletkezik a vízen, és azonnal eltűnik. - Ein kleiner Kreis entsteht auf dem Wasser, und er verschwindet sofort. :56. Kari megfordul, anélkül hogy megvárná a vizet. - Kari dreht sich um, ohne auf das Wasser zu warten. :57. Jon már az autónál van. - Jon ist schon beim Auto. :58. Beül a vezetőülésre, Kari pedig mellé ül. - Er setzt sich auf den Fahrersitz, und Kari setzt sich daneben. :59. Beindítja a motort, anélkül hogy megkérdezné, készen van-e. - Er startet den Motor, ohne zu fragen, ob sie fertig ist. :60. Készen van. - Sie ist fertig. :61. Az ablaktörlő elindul, és ugyanúgy nyikorog, mint odafelé. - Der Scheibenwischer läuft an, und er quietscht wie auf der Hinfahrt. :62. Kari a térdére teszi a kezét, és egyenesen előrenéz. - Kari legt die Hände auf die Knie und schaut geradeaus. :63. Jon lassan visszahajt az útra. - Jon fährt langsam zurück auf die Straße. :64. A fák újra jobb és bal oldalon állnak, nedvesen és feketén. - Die Bäume stehen wieder rechts und links, nass und schwarz. :65. Egyikük sem beszél, de ezúttal a csend másnak érződik. - Keiner spricht, aber diesmal fühlt sich das Schweigen anders an. :66. Nem üresebbnek – csak csendesebbnek. - Nicht leerer – nur stiller. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. A eső kora reggel óta nem állt el, és amikor Kari beindította a motort, tudta, hogy ez a nap nem fog jobbá válni. - Der Regen hatte seit dem frühen Morgen nicht aufgehört, und als Kari den Motor startete, wusste sie, dass der Tag nicht besser werden würde. :2. Jon pontos volt, ami meglepte őt, mert Jon ritkán volt pontos. - Jon war pünktlich gewesen, was sie überrascht hatte, denn er war selten pünktlich. :3. Volt nála egy táska, amely túl nagy volt ahhoz képest, amit majd elhoznak. - Er hatte eine Tasche dabei, die zu groß war für das, was sie holen würden. :4. Kari nem kérdezett semmit. - Kari hatte nichts gefragt. :5. A parti úton mentek, amelyet mindketten kívülről ismertek, anélkül, hogy beszéltek volna róla. - Sie fuhren die Küstenstraße, die sie beide auswendig kannten, ohne darüber zu reden. :6. A fjord balra feküdt tőlük, szürkén és laposan, és a víz olyan volt, mint a régi üveg. - Der Fjord lag links von ihnen, grau und flach, und das Wasser sah aus wie altes Glas. :7. Jon résnyire kinyitotta az ablakot, noha hideg volt, és Kari úgy hagyta. - Jon hatte das Fenster einen Spalt geöffnet, obwohl es kalt war, und Kari ließ es so. :8. Az ablaktörlő a második fokozaton járt, és minden visszatérésnél csikorgott, olyan hangot adva, amely egy idő után háttérbe húzódott, anélkül hogy egészen eltűnt volna. - Der Scheibenwischer lief auf der zweiten Stufe und quietschte bei jeder Rückkehr, ein Geräusch, das sich nach einer Weile in den Hintergrund schob, ohne ganz zu verschwinden. :9. Kari arra gondolt, hogy az apja ezt az ablaktörlőt soha nem javíttatta meg, bár minden évben szándékában állt. - Kari dachte daran, dass ihr Vater diesen Wischer nie hatte reparieren lassen, obwohl er es jedes Jahr vorhatte. :10. A fészer egy keskeny mezei út végén állt, amely ősszel mindig felázott. - Der Schuppen stand am Ende eines schmalen Feldwegs, der im Herbst immer aufweichte. :11. Kari leparkolt, mielőtt az út túl sárossá vált volna, és a maradékot gyalog tették meg. - Kari parkte, bevor der Weg zu schlammig wurde, und sie gingen den Rest zu Fuß. :12. Az eső azonnal elérte őket, hidegen és egyenletesen, mint valami, aminek nincs véleménye. - Der Regen traf sie sofort, kalt und gleichmäßig, wie etwas, das keine Meinung hat. :13. A fészer ajtaja szorult, ahogy Kari számított rá. - Die Tür des Schuppens klemmte, wie sie es erwartet hatte. :14. Jon egyszer belerúgott, aztán még egyszer erősebben, és másodszorra engedett. - Jon trat einmal dagegen, dann nochmal fester, und beim zweiten Mal gab sie nach. :15. A szag úgy érkezett, mint egy ütés – nem kellemetlenül, de sűrűn és közvetlenül: régi fa, amely magába szívta a dohányfüst és a sós levegő éveit. - Der Geruch kam wie ein Schlag – nicht unangenehm, aber dicht und unmittelbar: altes Holz, das sich vollgesogen hatte mit Jahren aus Tabakrauch und Salzluft. :16. Ehhez járult még valami édeskés, amit Kari nem tudott megnevezni, és nem is akart megnevezni. - Dazu etwas Süßliches, das Kari nicht benennen konnte und auch nicht benennen wollte. :17. Megállt a küszöbnél, miközben Jon bement. - Sie blieb an der Schwelle stehen, während Jon hineinging. :18. Lassan mozgott, szinte óvatosan, mintha a padló engedhetne alatta. - Er bewegte sich langsam, fast vorsichtig, als ob der Boden nachgeben könnte. :19. A falon egy mentőmellény lógott, hosszú szakadással a gallérján. - An der Wand hing eine Schwimmweste mit einem langen Riss am Kragen. :20. Alatta álltak a gumicsizmák – 45-ös méret, egyenesen, mintha valaki csak tegnap tette volna oda őket. - Darunter standen die Gummistiefel – Größe 45, aufrecht, als hätte sie jemand erst gestern dort hingestellt. :21. Kari a csizmákra nézett, és arra gondolt, gyerekként hányszor várt erre a méretre, arra a pillanatra, amikor a lépések a folyosón elhallgattak, és kinyílt az ajtó. - Kari sah auf die Stiefel und dachte daran, wie oft sie als Kind auf diese Größe gewartet hatte, auf den Moment, wo die Schritte im Flur aufhörten und die Tür aufging. :22. Most az ajtó soha többé nem fog kinyílni. - Jetzt würde die Tür nie mehr aufgehen. :23. Jon a helyiség közepén állt, és a hátsó fal felé nézett. - Jon stand in der Mitte des Raums und schaute zur hinteren Wand. :24. Két szög között egy horgászbot lógott, a zsinór lazán feltekerve és összecsomózódva, a végén a horog rozsdától vörösbarnán. - Zwischen zwei Nägeln hing eine Angel, die Schnur lose aufgewickelt und verknotet, der Haken am Ende rotbraun vor Rost. :25. Habozás nélkül levette, és két kézzel tartotta, úgy, ahogy az ember olyasmit tart, amit nem akar elejteni, bár nem tudja, miért. - Er nahm sie herunter, ohne zu zögern, und hielt sie mit beiden Händen, so wie man etwas hält, das man nicht fallen lassen will, obwohl man nicht weiß warum. :26. Kari közelebb lépett, és figyelte őt közben. - Kari trat näher und sah ihm dabei zu. :27. Jon lassan forgatta a horgászbotot, nézte a zsinórt, a horgot, a markolat régi fáját. - Er drehte die Angel langsam, betrachtete die Schnur, den Haken, das alte Holz des Griffs. :28. Kari kinyújtotta a kezét, és Jon odaadta neki anélkül, hogy felnézett volna. - Sie streckte die Hand aus, und er gab sie ihr, ohne aufzusehen. :29. A fa sima volt és könnyű, szárazabb, mint bármi más a fészerben. - Das Holz war glatt und leicht, trockener als alles andere im Schuppen. :30. Egy pillanatig tartotta, tovább, mint szükséges lett volna, aztán letette a munkapadra. - Sie hielt sie einen Moment, länger als nötig, dann legte sie sie auf die Werkbank. :31. „Ezt nem visszük magunkkal”, mondta. - „Den nehmen wir nicht mit", sagte sie. :32. Nem kérdésnek hangzott, és nem is magyarázatnak. - Es klang nicht wie eine Frage und nicht wie eine Erklärung. :33. Jon röviden a horgászbotra nézett, aztán bólintott. - Jon sah kurz auf die Angel, dann nickte er. :34. Csendben és sietség nélkül átkutatták a fészer többi részét. - Sie durchsuchten den Rest des Schuppens schweigend und ohne Eile. :35. Egy 2019-es naptár ferdén lógott a falon, márciusnál kinyitva. - Ein Kalender von 2019 hing schief an der Wand, aufgeschlagen auf März. :36. Egy félig teli benzines kanna állt a sarokban egy fenék nélküli vödör mellett. - Ein Benzinkanister, halb voll, stand in der Ecke neben einem Eimer ohne Boden. :37. Két horog feküdt a padlón, rozsdásan, mint az a horgászboton. - Zwei Haken lagen auf dem Boden, rostig wie der an der Angel. :38. Kari zsebre tette a naptárt, mert a március volt a születési hónapja, és mert megtehette. - Kari steckte den Kalender ein, weil der März ihr Geburtsmonat war und weil sie es konnte. :39. Amikor kiléptek, az eső erősebb lett. - Als sie nach draußen traten, war der Regen stärker geworden. :40. Jon behúzta az ajtót, és felakasztotta a lakatot, és a zár kattanása volt órák óta a leghangosabb zaj. - Jon zog die Tür zu und hängte das Vorhängeschloss ein, und das Klicken des Schlosses war das lauteste Geräusch seit Stunden. :41. Kari néhány lépésre állt a fészertől, és a fjordra nézett, amely most sötétebb volt, mint odafelé, a szélén majdnem fekete. - Kari stand ein paar Schritte vom Schuppen entfernt und schaute auf den Fjord, der jetzt dunkler war als auf der Hinfahrt, fast schwarz am Rand. :42. Kivette a kulcsot a zsebéből, röviden megmérte a kezében, aztán széles, elszánt lendülettel a vízbe dobta. - Sie holte den Schlüssel aus der Tasche, wog ihn kurz in der Hand, und warf ihn dann mit einem weiten, entschlossenen Schwung ins Wasser. :43. Zaj nélkül érte a felszínt, szinte tétován, és a kör, amelyet maga után hagyott, kicsi volt, és eltűnt, mielőtt Kari igazán látta volna. - Er traf die Oberfläche ohne Lärm, fast zögerlich, und der Kreis, den er hinterließ, war klein und verschwand, bevor Kari ihn richtig gesehen hatte. :44. Visszamentek az autóhoz anélkül, hogy hátrafordultak volna. - Sie gingen zum Auto zurück, ohne sich umzudrehen. :45. Jon ült a volánhoz, és Kari hagyta, mert már nem akart vezetni. - Jon setzte sich ans Steuer, und Kari ließ es zu, weil sie nicht mehr fahren wollte. :46. Beindította a motort, sebességbe tette, és lassan kihajtott az útra. - Er startete den Motor, legte den Gang ein und fuhr langsam auf die Straße. :47. Az ablaktörlő újra elindult, újra csikorgott, mint odafelé. - Der Scheibenwischer lief wieder an, quietschte wieder, wie auf der Hinfahrt. :48. Kari az oldalablaknak támasztotta a fejét, és érezte a motor rezgését. - Kari lehnte den Kopf gegen das Seitenfenster und spürte die Vibration des Motors. :49. Odakint elvonult mellettük a part, szürkén és nedvesen, és a fjord balra maradt tőlük, szélesen és csendesen, emlék nélkül a kulcsról. - Draußen zog die Küste vorbei, grau und nass, und der Fjord blieb links von ihnen, breit und still, ohne Erinnerung an den Schlüssel. :50. Jon bekapcsolta a rádiót, de azonnal újra kikapcsolta. - Jon schaltete das Radio ein, ließ es aber sofort wieder aus. :51. A csend, amely megmaradt, nem rossz csend volt. - Das Schweigen, das blieb, war kein schlechtes Schweigen. :52. Két ember csendje volt, akik ugyanazt tudják, és már semmit sem kell tisztázniuk. - Es war das Schweigen von zwei Menschen, die dasselbe wissen und nichts mehr klären müssen. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- : A horgászbot - Die Angel :1. Az eső éjszaka kezdődött, halkan és kitartóan, és amikor Kari reggel felhúzta a rolót, látta, hogy a ház előtti utca már simán és feketén csillogott, mint a polírozott bőr. - Der Regen hatte in der Nacht begonnen, leise und beharrlich, und als Kari am Morgen das Rollo hochzog, sah sie, dass die Straße vor dem Haus bereits blank und schwarz glänzte wie poliertes Leder. :2. Rosszul aludt, nem az eső miatt, hanem a találkozó miatt, amely három hete állt a naptárában, és ez idő alatt nem lett kisebb. - Sie hatte schlecht geschlafen, nicht wegen des Regens, sondern wegen des Termins, der seit drei Wochen in ihrem Kalender stand und sich in dieser Zeit nicht kleiner gemacht hatte. :3. Jon nyolckor felhívta, hogy megmondja, pontos lesz, és Kari azon kapta magát, hogy remélte, le fogja mondani. - Jon hatte sie um acht angerufen, um zu sagen, dass er pünktlich sei, und Kari hatte sich dabei ertappt, dass sie gehofft hatte, er würde absagen. :4. Az út némán telt, ahogy évek óta a legtöbb dolog közöttük – nem ellenségesen, hanem olyan távolsággal, amelyet olyan régóta gyakoroltak, hogy már egyikük sem tudta, ki vezette be először, vagy miért. - Die Fahrt verlief schweigend, so wie die meisten Dinge zwischen ihnen seit Jahren verliefen – nicht feindselig, aber mit einer Distanz, die so lang eingeübt war, dass keiner mehr wusste, wer sie zuerst eingeführt hatte oder warum. :5. Az öreg Volvo a huzatok nedves szövetének szagát árasztotta, meg annak a kávénak az illatát, amelyet Jon papírpohárban hozott magával, és két korty után a pohártartóban felejtett. - Der alte Volvo roch nach dem feuchten Stoff der Sitzbezüge und nach dem Kaffee, den Jon in einem Pappbecher mitgebracht und nach zwei Schlucken im Getränkehalter vergessen hatte. :6. Kari a parti úton vezetett, amelyet gyermekkora óta ismert, anélkül hogy gondolkodott volna rajta; a kanyarok úgy ültek a kezében, mint régi szövegek, amelyeket az ember már nem olvas, de még mindig el tud mondani. - Kari fuhr die Küstenstraße, die sie seit ihrer Kindheit kannte, ohne darüber nachzudenken, die Kurven saßen in ihren Händen wie alte Texte, die man nicht mehr lesen, aber immer noch sprechen kann. :7. A fjord bal kéz felől feküdt, kiterülve és szinte mozdulatlanul, felszínét felülről verte az eső, amely a vízen egyenletes, lapos mintát rajzolt, amelynek nem volt vége. - Der Fjord lag linker Hand, ausgebreitet und beinahe reglos, seine Oberfläche von oben aufgehämmert durch den Regen, der auf dem Wasser ein gleichmäßiges, flaches Muster erzeugte, das kein Ende hatte. :8. Jon résnyire kinyitotta az oldalablakot, és kérdezés nélkül beengedte a nyirkos levegőt, Kari pedig egy fokkal feljebb tekerte a fűtést, anélkül hogy megjegyzést tett volna rá. - Jon hatte das Seitenfenster einen Spalt weit geöffnet und ließ die feuchte Luft hereinströmen, ohne zu fragen, und Kari drehte das Heizungsrad eine Kerbe höher, ohne es zu kommentieren. :9. Zavarta az ablaktörlő, mert visszafelé menet éles nyikorgást adott ki, amely arra emlékeztetett, amikor egy szöget húznak végig a táblán, és mert az apja ezt a törlőt legalább hat éve nem javíttatta meg, noha minden tavasszal beszélt róla. - Der Scheibenwischer störte sie, weil er beim Rücklauf ein helles Quietschen erzeugte, das an einen Nagel erinnerte, der über eine Tafel gezogen wird, und weil ihr Vater diesen Wischer seit mindestens sechs Jahren nicht hatte reparieren lassen, obwohl er jedes Frühjahr davon gesprochen hatte. :10. Kari ezt akkoriban nem értette, és most, amikor már nem számított, még kevésbé értette. - Kari hatte das damals nicht verstanden, und jetzt, da es keine Rolle mehr spielte, verstand sie es noch weniger. :11. A földút elején parkoltak le, mert a sár túl mély volt ahhoz, hogy továbbmenjenek, és az utolsó száz métert gyalog tették meg az esőben, amely semmilyen lehetőséget nem hagyott nekik arra, hogy szárazak maradjanak, és amellyel szemben egy esernyő csak valamiféle udvarias tiltakozás lett volna. - Sie parkten am Beginn des Feldwegs, weil der Schlamm zu tief war, um weiterzufahren, und gingen die letzten hundert Meter zu Fuß durch den Regen, der ihnen keine Möglichkeit ließ, trocken zu bleiben, und dem gegenüber ein Schirm nur eine Art höflichen Protest gewesen wäre. :12. A fészer a vízparton állt, kisebbnek tűnt, mint ahogy Kari emlékezett rá, bár tudta, hogy nem a fészer változott meg. - Der Schuppen stand am Wasserrand, kleiner als Kari ihn in Erinnerung hatte, obwohl sie wusste, dass sich nicht der Schuppen verändert hatte. :13. Fafalai a nedves tőzeg színét vették fel, és a hullámlemeztetőn két helyen horpadások voltak, amelyek úgy néztek ki, mint csukott szemek. - Seine Holzwände hatten die Farbe von nassem Torf angenommen, und das Wellblechdach hatte an zwei Stellen Beulen, die wie geschlossene Augen aussahen. :14. Az ajtó szorult, mert a fa a nyirkos őszben megduzzadt, ahogy mindig is tette. - Die Tür klemmte, weil das Holz im feuchten Herbst quoll, wie es das immer getan hatte. :15. Jon kétszer belerúgott – összpontosítva, harag nélkül –, és másodszorra engedett, olyan hanggal, amely félig nyögés, félig kapituláció volt. - Jon trat zweimal dagegen – konzentriert, ohne Wut – und beim zweiten Mal gab sie nach, mit einem Geräusch, das halb Stöhnen und halb Kapitulation war. :16. A szag, amely szembecsapta őket, olyan teljes és olyan hirtelen volt, hogy Kari egy pillanatra megállt, és nem ment be: fa, amely éveken át magába szívta a dohányfüstöt, alatta motorolaj, só és valami nehéz, édeskés dolog, amelyet nem lehetett megnevezni, de amely mégis azonnal és egyértelműen az apja szagát idézte. - Der Geruch, der ihnen entgegenkam, war so vollständig und so unvermittelt, dass Kari für einen Moment stillstand und nicht hineinging: Holz, das jahrelang Tabakrauch aufgesogen hatte, darunter Motoröl, Salz, und etwas Schweres, Süßliches, das sich nicht benennen ließ, das aber trotzdem sofort und eindeutig nach ihrem Vater roch. :17. Jon belépett, anélkül hogy hátranézett volna, Kari pedig követte őt egy lélegzetvétel után, amelyet tudatosan vett. - Jon trat ein, ohne sich umzusehen, und Kari folgte ihm nach einem Atemzug, den sie bewusst machte. :18. A falon ott lógott a mentőmellény, amelyet gyermekkora óta ismert – narancssárga volt, időközben tompa lazacrózsaszínre fakult, a gallérján a tépőzár elszakadt, és soha nem cserélték ki, mert az apja megjavította azokat a dolgokat, amelyek elromlottak, azokat pedig, amelyek haszontalanok voltak, egyszerűen úgy hagyta. - An der Wand hing die Schwimmweste, die sie seit ihrer Kindheit kannte – orangefarben, inzwischen ausgeblichen zu einem stumpfen Lachsrosa, der Klettverschluss am Kragen gerissen und nie ersetzt, weil ihr Vater Dinge reparierte, die kaputt waren, und Dinge, die nutzlos waren, eben ließ. :19. Alatta a gumicsizmák, 45-ös méretben, egyenesen és függőlegesen odaállítva olyan gondossággal, amelyet a fészer többi része nem ismert, és látványuk Kariban valamit kiváltott, amit nem akart volna gyásznak nevezni, de amire más szava sem volt. - Darunter die Gummistiefel, Größe 45, gerade und aufrecht hingestellt mit einer Sorgfalt, die der Rest des Schuppens nicht kannte, und deren Anblick bei Kari etwas auslöste, das sie nicht als Trauer hätte bezeichnen wollen, das aber auch kein anderes Wort hatte. :20. Jon a hátsó falnál állt, és felfelé nézett, és amikor Kari meglátta, amit ő látott, azonnal megértette, miért nem ment tovább. - Jon stand an der hinteren Wand und schaute nach oben, und als Kari sah, was er sah, verstand sie sofort, warum er nicht weiterging. :21. Két szög között ott lógott a horgászbot – ugyanaz a horgászbot, amelyet gyerekként láttak a stégen, amikor az apjuk korán felkelt, ők pedig aludtak, és amelyet szó nélkül magával vitt, és amely este újra ugyanazokon a szögeken lógott, amikor visszatért, némán és teljesen távollévőn. - Zwischen zwei Nägeln hing die Angel – dieselbe Angel, die sie als Kinder auf dem Steg gesehen hatten, wenn ihr Vater früh aufstand und sie schliefen, und die er mitnahm ohne ein Wort, und die abends wieder an denselben Nägeln hing, wenn er zurückkam, schweigend und vollständig abwesend. :22. A zsinór laza, egyenetlen menetekben volt feltekerve, és több helyen összecsomózódott; a végén lévő horog sötétbarna rozsdává oxidálódott, amely úgy nézett ki, mint kéreg a régi kenyéren. - Die Schnur war in losen, ungleichmäßigen Windungen aufgerollt und an mehreren Stellen verknotet, der Haken am Ende zu einem dunkelbraunen Rost oxidiert, der wie Kruste auf altem Brot aussah. :23. Jon levette – lassan, két kézzel –, és maga előtt tartotta, nem úgy, mint egy szerszámot, és nem úgy, mint egy emléket, hanem mint valamit, ami még nem döntötte el, mi akar lenni. - Jon nahm sie herunter – langsam, mit beiden Händen – und hielt sie vor sich, nicht wie ein Werkzeug und nicht wie eine Erinnerung, sondern wie etwas, das sich noch nicht entschieden hatte, was es sein wollte. :24. Kari mozdulatlanul figyelte, és látta a tartásán, azon, ahogy a válla enyhén leereszkedett, és ahogy félrehajtotta a fejét, hogy éppen megpróbál szavakba foglalni valamit, aminek nem tud szavakat adni. - Kari beobachtete ihn, ohne sich zu bewegen, und sie sah an seiner Haltung, an der Art, wie seine Schultern leicht abfielen und wie er den Kopf neigte, dass er gerade versuchte, etwas in Worte zu fassen, dem er keine geben konnte. :25. Közelebb lépett, kinyújtotta a kezét, és Jon habozás nélkül odaadta neki a horgászbotot. - Sie trat näher und streckte die Hand aus, und er gab ihr die Angel ohne Zögern. :26. A nyél fája sima és száraz volt, majdnem meleg, és ez volt az egyetlen dolog ebben a fészerben, amely olyan érzést keltett, mintha valaki rendszeresen megérintette volna. - Das Holz des Griffs war glatt und trocken, fast warm, und es war das einzige, was in diesem Schuppen so fühlte, als ob jemand es regelmäßig berührt hatte. :27. Tovább tartotta a horgászbotot, mint ahogy tervezte. - Sie hielt die Angel länger, als sie vorgehabt hatte. :28. Aztán letette a munkapadra, és azt mondta: „Ezt nem visszük magunkkal.” - Dann legte sie sie auf die Werkbank und sagte: „Den nehmen wir nicht mit." :29. Nem olyan mondat volt, amely választ igényelt volna, és Jon nem is adott választ. - Es war kein Satz, der eine Antwort brauchte, und Jon gab keine. :30. Csak bólintott, egyszer, röviden, olyan véglegességgel, amely mindkettőjüknek megkönnyebbülést hozott. - Er nickte nur, einmal, kurz, mit einer Endgültigkeit, die sie beide erleichterte. :31. Terv és beszélgetés nélkül kutatták át a fészert – kinyitottak egy ládát, amely üres volt, ellenőrizték a benzineskannát, amely félig tele volt, megnézték a naptárt, amely 2019 márciusán állt, és amelyen senki nem lapozott tovább. - Sie durchsuchten den Schuppen ohne Plan und ohne Gespräch – öffneten eine Kiste, die leer war, kontrollierten den Benzinkanister, der halb voll war, sahen sich den Kalender an, der auf März 2019 stand und an dem niemand weitergeblättert hatte. :32. Két rozsdás horog feküdt a földön, felismerhető cél nélkül, mint apjuk sok dolga. - Zwei rostige Haken lagen auf dem Boden, ohne erkennbaren Zweck, wie viele Dinge ihres Vaters. :33. Kari magához vette a naptárt, mert március volt a születési hónapja, és mert ez volt az egyetlen dolog, amelyet magával vihetett anélkül, hogy az egész helyiség súlyát vinnie kellett volna. - Kari nahm den Kalender, weil der März ihr Geburtsmonat war, und weil es das Einzige war, das sie mitnehmen konnte, ohne das Gewicht des ganzen Raums zu tragen. :34. Odakint erősödött az eső, és most ferdén és szünet nélkül esett, úgyhogy a fjord felszíne felkavart zúzottkőnek látszott. - Draußen hatte der Regen zugenommen, und er fiel jetzt schräg und ohne Pause, so dass die Oberfläche des Fjords aussah wie aufgewühlter Schotter. :35. Jon behúzta a fészer ajtaját, rátette a lakatot, és a zár kattanása volt a nap legtisztább, leghatározottabb hangja. - Jon zog die Schuppentür zu und legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten des Schlosses war das sauberste, entschlossenste Geräusch des Tages. :36. Kari néhány lépésnyire állt a parton, a kulccsal a jobb kezében, és a fjordot nézte, amelynek ezen a napon nem volt más színe, csak az a szürke, amely az összes többi szürkét magában foglalta. - Kari stand einige Schritte entfernt am Ufer, den Schlüssel in der rechten Hand, und betrachtete den Fjord, der an diesem Tag keine Farbe hatte außer dem Grau, das alle anderen Graus enthielt. :37. Nem adott hosszúságot a pillanatnak, lendületet vett a karjával, és a kulcsot széles, egyenletes ívben a víz fölé hajította, mintha gyakorolta volna. - Sie ließ dem Moment keine Länge, holte mit dem Arm aus und warf den Schlüssel in einem weiten, gleichmäßigen Bogen über das Wasser, als hätte sie es geübt. :38. A becsapódás hangja szinte semmi volt, egy halk koppanás, és a kör, amelyet maga után hagyott, röviden kitágult, majd eltűnt, mintha soha nem is lett volna. - Das Aufprallgeräusch war fast nichts, ein leises Tock, und der Kreis, den er hinterließ, weitete sich kurz aus und verschwand dann, als wäre er nie gewesen. :39. Az autóhoz mentek, és egyikük sem fordult hátra. - Sie gingen zum Auto, und keiner von beiden drehte sich um. :40. Jon átvette a kulcsot, Kari pedig hagyta vezetni, mert már nem volt ereje ahhoz, hogy a kezét a kormányon tartsa, és közben egyenesen előre nézzen. - Jon nahm den Schlüssel, und Kari ließ ihn fahren, weil sie nicht mehr die Kraft hatte, die Hände auf dem Lenkrad zu halten und gleichzeitig geradeaus zu schauen. :41. Jon némán vezetett, nyugodtan, olyan gondossággal, amelyet egyébként ritkán mutatott. - Er fuhr schweigend, ruhig, mit einer Sorgfalt, die er sonst selten zeigte. :42. Az ablaktörlő elindult, és nyikorgott, mint odafelé, Kari pedig az ablaknak döntötte a fejét, és hagyta a hangot, mert ez volt az utolsó, ami még semmire nem emlékeztette, csak egy öreg ablaktörlőre, amelyet soha nem javítottak meg, és most már nem is fognak. - Der Scheibenwischer lief an und quietschte, wie auf der Hinfahrt, und Kari lehnte den Kopf gegen das Fenster und ließ das Geräusch zu, weil es das letzte war, das noch an nichts erinnerte außer an einen alten Wischer, der nie repariert worden war und es jetzt auch nicht mehr werden würde. :43. A part elcsúszott az ablak mellett, nedvesen, szürkén és ismerősen, és a fjord kísérte őket, szélesen és közönyösen, amíg az út ki nem vette a látóterükből. - Die Küste glitt am Fenster vorbei, nass und grau und vertraut, und der Fjord begleitete sie, breit und gleichgültig, bis die Straße ihn aus dem Blick nahm. :44. Jon röviden bekapcsolta a rádiót, és amikor zene szólt, újra kikapcsolta. - Jon schaltete das Radio kurz ein, und als Musik kam, schaltete er es wieder aus. :45. A csend, amely visszamaradt, más minőségű volt, mint az odafelé vezető úton – nem két ember feszült hallgatása, akik valamit elkerülnek, hanem két ember nyugodtabb, súlyosabb csendje, akik ugyanazt veszítették el, és most tudják, anélkül hogy egyiküknek meg kellene kérdeznie róla a másikat. - Das Schweigen, das zurückblieb, hatte eine andere Qualität als das der Hinfahrt – nicht die angespannte Stille zweier Menschen, die etwas vermeiden, sondern die ruhigere, schwerere Stille zweier Menschen, die dasselbe verloren haben und es jetzt wissen, ohne dass einer den anderen danach fragen müsste. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :Az horgászbot - Die Angel :1. Az eső, amely éjszaka kezdődött, ahhoz a makacs északi fajtához tartozott, amely nem tombol és nem dramatizál, hanem egyszerűen hull, óráról órára, egy olyan jelenség közönyös kitartásával, amelynek nincs szüksége okra és nincs szüksége mentségre. - Der Regen, der in der Nacht begonnen hatte, gehörte zu jener beharrlichen nordischen Art, die nicht stürmt und nicht dramatisiert, sondern einfach fällt, Stunde um Stunde, mit der gleichmütigen Ausdauer eines Phänomens, das keinen Grund braucht und keine Entschuldigung. :2. Kari már azelőtt hallotta, hogy ébren lett volna, az álom utolsó rétegeiben valamiként érzékelte, ami kívülről jön és belül marad, és amikor végül felkelt és felhúzta a rolót, látta, hogy az eső a világot olyasmivé változtatta, ami sima és elutasító volt, mint egy felület, amelyen semmi sem tapad meg. - Kari hatte ihn gehört, bevor sie wach war, hatte ihn in den letzten Schichten des Schlafs als etwas wahrgenommen, das von außen kommt und innen bleibt, und als sie schließlich aufstand und das Rollo hochzog, sah sie, dass er die Welt in etwas verwandelt hatte, das glatt und abweisend war wie eine Oberfläche, auf der nichts haftet. :3. Jon már a kocsiban ült, amikor Kari leért, kezei az ölében, tekintete egy pontra szegezve, amely a járművön és a pillanaton kívül feküdt, és Kari észrevette, hogy Jon hozott magával egy táskát, nagyobbat a szükségesnél, mintha éjjel elképzelte volna, mit fog magával vinni, majd ezt az elképzelést ébredéskor csendben és jelenet nélkül újra feladta volna. - Jon saß bereits im Wagen, als sie hinunterkam, die Hände im Schoß, den Blick auf einen Punkt gerichtet, der außerhalb des Fahrzeugs und außerhalb des Augenblicks lag, und Kari bemerkte, dass er eine Tasche mitgebracht hatte, größer als nötig, so als hätte er sich in der Nacht eine Vorstellung davon gemacht, was er mitnehmen würde, und diese Vorstellung beim Aufwachen still und ohne Szene wieder aufgegeben. :4. Nem kérdezett rá. - Sie fragte nicht danach. :5. Voltak közöttük kérdések, amelyeket azért nem tettek fel, mert mindketten ismerték a válaszokat, és olyanok is, amelyeket azért nem tettek fel, mert egyik válasz sem változtatott volna semmin. - Es gab Fragen zwischen ihnen, die nicht gestellt wurden, weil beide die Antworten kannten, und solche, die nicht gestellt wurden, weil keine der Antworten etwas verändert hätte. :6. Kari olyan testiségében ismerte a parti utat, amely túlment az emlékezeten – a második kanyar előtti enyhe lejtést, az utána következő rövid emelkedőt, azt a helyet, ahol a szalagkorlát féme mindig rozsdásodik, mert ott felhúzódik a sós víz –, és gondolkodás nélkül vezetett, miközben Jon mellette ült, résnyire kinyitotta az ablakot, beengedte a nedves levegőt, amely tengeri moszat szagú volt és valami ásványié, amit nem lehet pontosan megnevezni, mégis azonnal és elkerülhetetlenül ennek a partsávnak az illatát hordozza, ennek a sajátos föld- és vízszakasznak az első és a kilencedik életév között. - Die Küstenstraße kannte Kari mit einer Körperlichkeit, die über das Gedächtnis hinausging – die leichte Neigung vor der zweiten Kurve, die kurze Gegensteigung danach, die Stelle, wo das Leitplankenmetall immer rostet, weil das Salzwasser dort hochzieht – und sie fuhr, ohne zu denken, während Jon neben ihr saß und das Fenster einen Spalt öffnete, die feuchte Luft hereinließ, die nach Seetang roch und nach etwas Mineralischem, das man nicht genau benennen kann und das trotzdem sofort und unweigerlich nach diesem Küstenstreifen riecht, nach diesem spezifischen Abschnitt Erde und Wasser zwischen dem ersten und dem neunten Lebensjahr. :7. Kari feljebb tekerte a fűtést, Jon pedig úgy hagyta az ablakot, ahogy volt, és ez a kimondatlan kompromisszum, anélkül hogy bármelyikük tudta volna, az odaúton az egyetlen pillanat volt, amikor ugyanazt akarták. - Kari drehte die Heizung höher, und Jon ließ das Fenster, wie es war, und dieser unausgesprochene Kompromiss war, ohne dass einer von ihnen es wusste, der einzige Moment auf der Hinfahrt, in dem sie dasselbe wollten. :8. Az ablaktörlő zavarta, mert minden visszamenetnél világos, súrlódó nyikorgást adott ki, amely annak a sajátos kellemetlenségére emlékeztetett, amikor egy hang nem fáj, de nem hagyja abba, és mert ezt az ablaktörlőt évek óta nem javították meg, noha az apja minden tavasszal, többnyire márciusban, amikor a fény újra erősebb lett és az autóra gyakrabban volt szükség, azt mondta, ezt el kell intéznie, aztán mégsem intézte el, mert mindig közbejött valami más, vagy mert – ami valószínűbb volt – szüksége volt az apró, megjavítatlan dolgokra ahhoz, hogy elképzelhesse, még van idő megjavítani őket. - Der Scheibenwischer störte sie, weil er bei jedem Rückhub ein helles, schleifendes Quietschen erzeugte, das an die spezifische Unannehmlichkeit eines Geräusches erinnerte, das nicht wehtut, aber nicht aufhört, und weil dieser Wischer seit Jahren nicht repariert worden war, obwohl ihr Vater jedes Frühjahr, meistens im März, wenn das Licht wieder stärker wurde und man das Auto öfter brauchte, sagte, er müsse das erledigen, und es dann nicht erledigte, weil immer etwas anderes kam oder weil er, was wahrscheinlicher war, die kleinen unreparierten Dinge brauchte, um sich vorzustellen, dass noch Zeit war, sie zu reparieren. :9. A földút előtt parkoltak le, mert onnantól túl mély volt a sár, és az utolsó száz métert az esőben tették meg, amely úgy hullott a kabátjukra, mint valami, ami nem ismeri a rosszindulatot, és ezért a tekintetet sem – egyenletesen, kitartóan, teljesen közömbösen jelenlétük oka iránt. - Sie parkten vor dem Feldweg, weil der Schlamm ab dort zu tief war, und gingen die letzten hundert Meter durch den Regen, der auf ihre Jacken fiel wie etwas, das keine Böswilligkeit kennt und daher auch keine Rücksicht – gleichmäßig, ausdauernd, vollkommen indifferent gegenüber dem Anlass ihrer Anwesenheit. :10. A fészer, amelyet Kari utoljára nyáron látott, kisebb volt, mint az emlékezetében, ami nem volt igaz, és ő mégis ezt gondolta, mert az emlékek nem méreteznek, hanem jelentenek, és mert ez a fészer gyermekkorában nagyobb helyet foglalt el, mint az alapterülete. - Der Schuppen, den Kari zuletzt im Sommer gesehen hatte, war kleiner als in ihrer Erinnerung, was nicht stimmte und was sie trotzdem dachte, weil Erinnerungen nicht skalieren, sondern bedeuten, und weil dieser Schuppen in ihrer Kindheit mehr Raum eingenommen hatte als seine Grundfläche. :11. A falapok azt a színt vették fel, amelyet az öreg, nedves fa vesz fel – egy szürkésbarnát, amely már nem fokozódik tovább, amely minden mállási folyamat végén áll, mint egy utolsó, nyugodt mondat egy hosszú szöveg után. - Die Holzwände hatten die Farbe angenommen, die altes, feuchtes Holz annimmt – ein Graubraun, das sich nicht mehr steigert, das am Ende aller Verwitterungsprozesse liegt wie ein letzter, ruhiger Satz nach einem langen Text. :12. Az ajtó szorult, mert a fa az őszi esőben megdagadt, és Jon kétszer belerúgott, nem türelmetlenséggel, hanem egy húsz éve fizikai munkát végző férfi pontos, erőtakarékos elszántságával, aki tudja, mennyi erő kell egy ajtónak, és mennyi lenne belőle puszta frusztráció. - Die Tür klemmte, weil das Holz im Herbstregen gequollen war, und Jon trat zweimal dagegen, nicht mit Ungeduld, sondern mit der präzisen, kraftsparenden Entschlossenheit eines Mannes, der seit zwanzig Jahren körperlich arbeitet und weiß, wie viel Kraft eine Tür braucht und wie viel davon Frustration wäre. :13. Ami eléjük áradt, amikor az ajtó engedett, kevésbé volt szag, mint inkább állapot – évtizedek dohányfüstjének sűrűsége, amely beleette magát a farostokba, motorolajé, amelyet valamikor kiöntöttek, és amely soha nem tűnt el egészen, sós levegőé, amely a falak minden repedésén áthúzott, és alatta, alapzöngéként, amelyet csak egy pillanat után vett észre az ember, valami organikus, nehéz, amit nem lehetett összerakni az alkotórészeiből, és amit Kari akarata ellenére teljesen és elválaszthatatlanul az apjával kapcsolt össze. - Was ihnen entgegenkam, als die Tür nachgab, war weniger ein Geruch als ein Zustand – eine Dichte aus Jahrzehnten von Tabakrauch, der sich in die Holzfasern gefressen hatte, aus Motoröl, das irgendwann verschüttet worden war und nie ganz verschwunden war, aus Salzluft, die durch jede Ritze der Wände zog, und darunter, als Grundton, den man erst nach einem Moment wahrnahm, etwas Organisches, Schweres, das sich nicht aus seinen Bestandteilen zusammensetzen ließ und das Kari, ohne es zu wollen, als vollständig und untrennbar mit ihrem Vater verband. :14. Megállt a küszöbön, és egyszer mély levegőt vett, tudatosan, szinte módszeresen, mert megtanulta, hogy mindig az első pillanat dönti el, mennyi ellenőrzést tart meg az ember a nap hátralévő része fölött. - Sie blieb an der Schwelle stehen und atmete einmal durch, bewusst, fast methodisch, weil sie gelernt hatte, dass der erste Moment immer der ist, der entscheidet, wie viel Kontrolle man über den Rest des Tages behält. :15. Jon a hátsó fal előtt állt, és Kari azonnal látta, amit ő látott, még mielőtt odalépett volna: a horgászbotot, amely két szög között lógott, a zsinórt szabálytalan menetekben feltekerve, több helyen összecsomózva, mint valami, ami felhagyott azzal, hogy rendet állítson, anélkül hogy megszűnt volna ott lenni. - Jon stand vor der hinteren Wand, und Kari sah sofort, was er sah, noch bevor sie herangetreten war: die Angel, die zwischen zwei Nägeln hing, die Schnur in unregelmäßigen Windungen aufgerollt, an mehreren Stellen verknotet, wie etwas, das aufgehört hat, Ordnung zu behaupten, ohne aufgehört zu haben, da zu sein. :16. A végén lévő horog mély, tompa vörösbarnára oxidálódott, és a szín felvette azt az egyenletességet és véglegességet, amely akkor keletkezik, amikor egy folyamat olyan sokáig tart, hogy már nem folyamatként mutatkozik, hanem állapotként, tulajdonságként, akként, ami a dolog egyszerűen most már. - Der Haken am Ende war zu einem tiefen, matten Rotbraun oxidiert, und die Farbe hatte die Gleichmäßigkeit und Endgültigkeit angenommen, die entsteht, wenn ein Prozess so lange läuft, dass er sich nicht mehr als Prozess zeigt, sondern als Zustand, als Eigenschaft, als das, was die Sache nun einmal ist. :17. Jon levette a horgászbotot – lassan, két kézzel –, és ahogyan tartotta, többet mondott mindennél, amit ezen a napon mondott: kissé előrehajolva, vállát valamelyest leejtve, fejét megdöntve, mintha valamire figyelne, amit a bot talán még sugároz, és amit ő talán még fogni tud. - Jon nahm die Angel herunter – langsam, mit beiden Händen – und die Art, wie er sie hielt, sagte mehr als alles, was er an diesem Tag gesagt hatte: leicht vorgebeugt, die Schultern etwas abgefallen, den Kopf geneigt, als lauschte er auf etwas, das die Angel vielleicht noch sendete und das er vielleicht noch empfangen konnte. :18. Kari mozdulatlanul nézte őt, és felismerte a tartásában valamit, amit nem gyakran látott rajta – nem gyászt, mert a gyásznak iránya van, ennek pedig nem volt, inkább megállás volt, rövid felfüggesztése annak az előrehaladásnak, amelyet az élet követel, és amelyet az ember valamikor már olyan automatikusan végez, hogy elfelejti, vannak pillanatok, amikor áll. - Kari sah ihm zu, ohne sich zu bewegen, und sie erkannte in seiner Haltung etwas, das sie an ihm nicht oft gesehen hatte – nicht Trauer, weil Trauer eine Richtung hat, und das hier hatte keine, es war eher ein Innehalten, ein kurzes Anhalten jener Bewegung vorwärts, die das Leben verlangt und die man irgendwann so automatisch vollzieht, dass man vergisst, dass es auch Momente gibt, in denen man steht. :19. Mellé lépett, és kinyújtotta a kezét anélkül, hogy elmagyarázta volna, mit akar vele, ő pedig olyan magától értetődőséggel adta át neki a horgászbotot, amely azt jelentette, hogy megértette, mire gondol, még mielőtt Kari maga meg tudta volna nevezni. - Sie trat neben ihn und streckte die Hand aus, ohne zu erklären, was sie damit vorhatte, und er gab ihr die Angel mit einer Selbstverständlichkeit, die bedeutete, dass er verstanden hatte, was gemeint war, bevor sie selbst es hätte benennen können. :20. A markolat fája sima és száraz volt és könnyebb, mint várta, és ez a könnyűség olyan módon érte, amelyre nem volt kategóriája, mert a könnyűt néha nehezebb tartani, mint a nehezet. - Das Holz des Griffs war glatt und trocken und leichter als sie erwartet hatte, und diese Leichtigkeit traf sie auf eine Weise, für die sie keine Kategorie besaß, weil das Leichte manchmal schwerer zu halten ist als das Schwere. :21. Letette a horgászbotot a munkapadra, anélkül hogy tovább gondolkodott volna rajta, és azt mondta: „Ezt nem visszük magunkkal” – egy mondatot, amely nem tartalmazott indoklást, mert minden indoklás kisebbé tette volna. - Sie legte die Angel auf die Werkbank, ohne weiter darüber nachzudenken, und sagte: „Den nehmen wir nicht mit" – einen Satz, der keine Begründung enthielt, weil jede Begründung ihn kleiner gemacht hätte. :22. Jon egyszer bólintott, és ez a bólintás egyetértés volt valamivel, ami nagyobb volt, mint a döntés egy rozsdás horgászbotról egy felszámolandó fészerben. - Jon nickte einmal, und dieses Nicken war das Einverständnis mit etwas, das größer war als die Entscheidung über eine verrostete Angel in einem aufzulösenden Schuppen. :23. A többit két ember csendes hatékonyságával intézték el, akik ugyanazt tanulták meg, még ha különböző helyeken tanulták is: egy üres láda, egy félig teli benzineskanna, két használhatatlan kampó, egy 2019-es naptár, márciusnál kinyitva, annál a hónapnál, amelyben Kari születésnapja volt, és amelyben az apja abban az évben, amennyire tudta, egyszer sem gondolt rá. - Den Rest erledigten sie mit der stillen Effizienz zweier Menschen, die dasselbe gelernt haben, auch wenn sie es an verschiedenen Orten gelernt haben: eine leere Kiste, ein halbvoller Benzinkanister, zwei Haken ohne Verwendung, ein Kalender von 2019, aufgeschlagen auf März, der Monat, in dem Kari Geburtstag hatte und in dem ihr Vater in diesem Jahr, soweit sie wusste, nie daran gedacht hatte. :24. Fogta a naptárt, és betette a táskájába, és ez nem szentimentális gesztus volt, hanem az ellenkezője: kísérlet arra, hogy megtartson valamit, aminek még nem volt fájdalma, mielőtt a fájdalom megérkezett volna, és mindent a közelébe vont volna. - Sie nahm den Kalender und steckte ihn ein, und es war keine sentimentale Geste, sondern das Gegenteil davon: der Versuch, etwas zu behalten, das noch keinen Schmerz hatte, bevor der Schmerz ankam und alles in seine Nähe zog. :25. Kint az eső most ferdén hullott, hajtotta egy szél, amely akkor támadt fel, amíg ők bent voltak, és olyan közvetlenséggel csapódott a kabátjukhoz, amely nem ismert együttérzést, és nem is kellett ismernie. - Draußen fiel der Regen jetzt schräg, getrieben von einem Wind, der aufgekommen war, während sie drinnen gewesen waren, und er peitschte gegen ihre Jacken mit einer Direktheit, die kein Mitgefühl kannte und keines zu kennen brauchte. :26. Jon feltette a lakatot, és a kattanás, keményen és véglegesen, pontosan az a hang volt, amelyre ennek a pillanatnak szüksége volt, anélkül hogy bárki kérte volna – egy lezárás, amelynek nem kellett hangosnak lennie ahhoz, hogy teljes legyen. - Jon legte das Vorhängeschloss ein, und das Einrasten, hart und endgültig, war genau das Geräusch, das dieser Moment gebraucht hatte, ohne dass jemand darum gebeten hatte – eine Schließung, die nicht laut sein musste, um vollständig zu sein. :27. Kari néhány lépéssel távolabb állt, a fjord partján, és a kulcsot tartotta, amely hideg volt és kisebbnek tűnt, mint amekkorának tűnnie kellett volna ahhoz képest, amit jelképezett, és amit mostantól már nem fog jelképezni. - Kari stand einige Schritte entfernt, am Ufer des Fjords, und hielt den Schlüssel, der kalt war und kleiner wirkte, als er hätte wirken sollen für das, was er darstellte und was er ab jetzt nicht mehr darstellen würde. :28. Habozás és szertartás nélkül dobta el, egész karjával, hosszú, egyenletes ívben a felkavart víz fölé, és a hang, amelyet becsapódáskor adott, alig volt több suttogásnál – rövid, azonnali eltűnés egy felületen, amely rögtön újra bezárult, mintha semmi sem történt volna, ami egyfajta igazság volt, ha az ember kész volt elfogadni. - Sie warf ihn ohne Zögern und ohne Zeremonie, mit dem ganzen Arm, in einem langen, gleichmäßigen Bogen über das aufgewühlte Wasser, und das Geräusch, das er beim Aufprall machte, war kaum mehr als ein Flüstern – ein kurzes, sofortiges Verschwinden in einer Oberfläche, die sich sofort schloss, als wäre nichts gewesen, was eine Art Wahrheit war, wenn man bereit war, sie anzunehmen. :29. Visszafordulás nélkül mentek az autóhoz, és Kari hagyta Jont vezetni, mert nem akarta többé a kezét a kormányon tartani, nem ma, nem ezen az útszakaszon. - Sie gingen zum Auto, ohne sich umzudrehen, und Kari ließ Jon fahren, weil sie die Hände nicht mehr auf dem Lenkrad haben wollte, nicht heute, nicht auf dieser Strecke. :30. Jon olyan gondossággal vezetett, amilyet a hétköznapokban ritkán mutatott, mintha tudná, hogy ez a visszaút olyasmi, amit nem szabad fölöslegesen megrázni. - Er fuhr mit einer Sorgfalt, die er im Alltag selten zeigte, als ob er wüsste, dass dieser Rückweg etwas war, das man nicht unnötig erschüttern sollte. :31. Az ablaktörlő elindult és nyikorgott, pontosan úgy, mint az odaúton, és Kari, aki egy órája nem hallotta ezt a hangot, most észrevette, hogy már nem zavarja, vagy hogy elhatározta, nem hagyja többé zavarni, ami ugyanarra ment ki. - Der Scheibenwischer lief an und quietschte, genau wie auf der Hinfahrt, und Kari, die das Geräusch seit einer Stunde nicht mehr gehört hatte, bemerkte jetzt, dass es sie nicht mehr störte, oder dass sie beschlossen hatte, es nicht mehr stören zu lassen, was auf dasselbe hinauslief. :32. A fejét az ablaknak támasztotta, és figyelte, ahogy a part elvonul mellette, nedvesen, szürkén és teljesen ismerősen, egy tájként, amely nincs tekintettel azokra, akik áthaladnak rajta, és éppen ezért megbízható olyan módon, ahogyan az emberek ritkán azok. - Sie lehnte den Kopf gegen das Fenster und beobachtete, wie die Küste an ihr vorbeizog, nass und grau und vollständig vertraut, eine Landschaft, die keine Rücksicht auf die nahm, die durch sie fuhren, und die genau deshalb verlässlich war in einer Art, die Menschen es selten sind. :33. Jon bekapcsolta a rádiót, három másodpercre, aztán újra kikapcsolta, és a csend, amely hátramaradt, nem ugyanaz volt, mint amely az odaúton velük volt – nem elkerült csend, nem elhalasztott csend, nem olyan, amely valamire vár, hanem két ember nyugodt, nehéz, megfelelő csendje, akik megtettek valamit, amit meg kellett tenni, és most egymás mellett ülnek annak tudatában, hogy el van intézve, és abban az egyidejű, csendes tudásban, hogy az elintézve nem jelenti azt, hogy megszűnik. - Jon schaltete das Radio ein, drei Sekunden lang, und dann wieder aus, und die Stille, die zurückblieb, war nicht dieselbe, die sie auf der Hinfahrt gehabt hatten – keine vermiedene Stille, keine aufgeschobene, keine, die auf etwas wartete, sondern die ruhige, schwere, angemessene Stille zweier Menschen, die etwas getan haben, das getan werden musste, und die jetzt nebeneinander sitzen in dem Wissen, dass es erledigt ist, und in dem gleichzeitigen, stillen Wissen, dass erledigt nicht bedeutet, dass es aufhört. -------------------- == 85 == 1 -------------------- :Elena busszal érkezik a faluba. - Elena kommt mit dem Bus ins Dorf. :1. A hőség azonnal megüti. - Die Hitze trifft sie sofort. :2. Szeptember van, de a levegő még mindig éget. - Es ist September, aber die Luft brennt noch. :3. Egy kis táskát visz magával és egy nagy fáradtságot. - Sie trägt eine kleine Tasche und eine große Müdigkeit. :4. Tíz éve nem járt már itt. - Zehn Jahre ist sie nicht mehr hier gewesen. :5. A sikátorok szűkebbek, mint ahogy emlékezetében éltek. - Die Gassen sind enger, als sie sie in Erinnerung hat. :6. A házak kisebbek. - Die Häuser sind kleiner. :7. A piactér paradicsom és por szagát árasztja. - Der Marktplatz riecht nach Tomaten und Staub. :8. Elena megáll, mert nevetést hall. - Elena bleibt stehen, weil sie Lachen hört. :9. Olyan nevetés ez, amelyet ismer. - Es ist ein Lachen, das sie kennt. :10. Carlo egy műhely előtt áll. - Carlo steht vor einer Werkstatt. :11. Felgyűrte az ingujját. - Er hat die Ärmel hochgekrempelt. :12. A karja fekete a gépzsírtól. - Seine Arme sind schwarz von Schmiere. :13. Egy másik férfival nevet. - Er lacht mit einem anderen Mann. :14. Elena mély levegőt vesz. - Elena atmet tief. :15. Nem fordul el, de oda sem megy. - Sie dreht sich nicht weg, aber sie geht auch nicht hin. :16. Összeszorul a gyomra. - Ihr Magen zieht sich zusammen. :17. Paradicsomot vesz a piacon, mert valamit tennie kell. - Sie kauft Tomaten auf dem Markt, weil sie etwas tun muss. :18. Az öregasszony a standnál sokáig nézi őt. - Die alte Frau am Stand sieht sie lange an. :19. Aztán azt mondja: „Te Lucia lánya vagy.” - Dann sagt sie: „Du bist die Tochter von Lucia." :20. Elena csak bólint. - Elena nickt nur. :21. Este elmegy Carlo házához. - Am Abend geht sie zu Carlos Haus. :22. A lépcső nyikorog, mint régen. - Die Treppe knarrt, wie früher. :23. Carlo ajtót nyit. - Carlo öffnet die Tür. :24. Ránéz, és nem mond semmit. - Er sieht sie an, und er sagt nichts. :25. Aztán halkan azt mondja: „Úgy nézel ki, mint az anyád.” - Dann sagt er leise: „Du siehst aus wie deine Mutter." :26. Elena nem válaszol. - Elena antwortet nicht. :27. Nyitott tenyérrel arcul üti. - Sie schlägt ihn mit der flachen Hand ins Gesicht. :28. Carlo nem kap az arcához. - Carlo hält sich nicht die Wange. :29. Csak nézi őt, sötét szemmel. - Er schaut sie nur an, die Augen dunkel. :30. Nincs bocsánatkérés a tekintetében. - Es gibt keine Entschuldigung in seinem Blick. :31. Elena újra lemegy a lépcsőn. - Elena geht die Treppe wieder hinunter. :32. A keze kissé remeg. - Ihre Hände zittern ein bisschen. :33. Elsív egy cigarettát az anyja háza előtt. - Sie raucht eine Zigarette vor dem Haus ihrer Mutter. :34. Az utca üres. - Die Straße ist leer. :35. Éjjel egy órakor valaki kopog az ajtón. - Um ein Uhr in der Nacht klopft jemand an die Tür. :36. Carlo az. - Es ist Carlo. :37. Egy szót sem szól, csak int egyet. - Er sagt kein Wort, er macht nur eine Geste. :38. Követi őt, mert mindig is ezt tette. - Sie folgt ihm, weil sie es immer getan hat. :39. A garázsban két régi autóülés áll. - In der Garage stehen zwei alte Autositze. :40. Carlo egy üveg vörösbort tesz közéjük. - Carlo stellt eine Flasche Rotwein zwischen sie. :41. Isznak, és keveset beszélnek. - Sie trinken, und sie reden wenig. :42. Aztán Carlo a keze után nyúl. - Dann greift Carlo nach ihrer Hand. :43. Az ujjai érdesek és melegek. - Seine Finger sind rau und warm. :44. Elena hagyja. - Elena lässt es zu. :45. A saját szívverését érzi a torkában. - Sie spürt ihren eigenen Herzschlag im Hals. :46. „Matteo soha nem kérdez rólam”, suttogja. - „Matteo fragt nie nach mir", flüstert sie. :47. Carlo azt mondja: „Megmutatom neki, hogyan kell motort javítani.” - Carlo sagt: „Ich zeige ihm, wie man einen Motor repariert." :48. Rövid szünetet tart. - Er macht eine kurze Pause. :49. Aztán azt mondja: „Ezt nekem az apám soha nem mutatta meg.” - Dann sagt er: „Das hat mir mein Vater nie gezeigt." :50. Elena elveszi a kezét. - Elena nimmt die Hand weg. :51. A borospoharat a földre teszi. - Sie stellt das Weinglas auf den Boden. :52. Azon az éjszakán már nem mond semmit. - Sie sagt nichts mehr in dieser Nacht. :53. Másnap reggel Elena korán ébred. - Am nächsten Morgen wacht Elena früh auf. :54. Odakint még sötét van. - Es ist noch dunkel draußen. :55. Gyorsan bepakolja a táskáját. - Sie packt ihre Tasche schnell. :56. Aztán nem az állomásra megy. - Dann geht sie nicht zum Bahnhof. :57. Signora Grazia házához megy. - Sie geht zum Haus von Signora Grazia. :58. A konyhában már ég a fény. - Das Licht in der Küche brennt schon. :59. Elena benéz az ablakon. - Elena schaut durch das Fenster. :60. Matteo az asztalnál ül. - Matteo sitzt am Tisch. :61. Kenyeret márt tejbe. - Er tunkt Brot in Milch. :62. Nagyra nőtt. - Er ist groß geworden. :63. A nagymama megsimítja a fejét. - Die Großmutter streicht ihm über den Kopf. :64. Mosolyog. - Er lächelt. :65. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas. :66. Egy percig így áll. - Sie steht eine Minute lang so. :67. Aztán megfordul. - Dann dreht sie sich um. :68. Az állomásra megy anélkül, hogy becsengetne. - Sie geht zum Bahnhof, ohne zu klingeln. :69. A vonat pontosan érkezik. - Der Zug kommt pünktlich. :70. Felszáll. - Sie steigt ein. :71. A nap felkel, amikor a vonat elindul. - Die Sonne geht auf, als der Zug fährt. :72. Elena kinéz az ablakon, de nem lát semmit. - Elena schaut aus dem Fenster, aber sie sieht nichts. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Elena - Elena :1. Elena leszáll a buszról, és a falu szaga úgy csapja meg, mint egy ütés. - Elena steigt aus dem Bus, und der Geruch des Dorfes trifft sie wie ein Schlag. :2. Érett paradicsom, forró kő és régi olaj szaga van. - Es riecht nach reifen Tomaten, nach heißem Stein und nach altem Öl. :3. Azonnal tudja, honnan jön az olajszag. - Sie weiß sofort, woher der Ölgeruch kommt. :4. A műhely még mindig ott van, mindjárt a sarkon túl, pontosan úgy, mint tíz évvel ezelőtt. - Die Werkstatt ist noch da, gleich um die Ecke, genau wie vor zehn Jahren. :5. Elena leteszi a táskáját a földre, és rágyújt egy cigarettára. - Elena stellt ihre Tasche auf den Boden und zündet sich eine Zigarette an. :6. Lassan dohányzik, mert időre van szüksége, mielőtt továbbmegy. - Sie raucht langsam, weil sie Zeit braucht, bevor sie weitergeht. :7. Aztán meghallja a nevetést, és a keze egy pillanatra megáll. - Dann hört sie das Lachen, und ihre Hand hält kurz inne. :8. Carlo nevetése az, mély és egy kicsit túl hangos, mint mindig. - Es ist Carlos Lachen, tief und ein bisschen zu laut, wie immer. :9. Nem fordítja el a fejét, de mégis látja őt. - Sie dreht den Kopf nicht, aber sie sieht ihn trotzdem. :10. Egy motorháztető alatt áll, a karja tele kenőanyaggal, és egy fiatal fickóval nevet. - Er steht unter einer Motorhaube, die Arme voller Schmiere, und lacht mit einem jungen Kerl. :11. Elena elnyomja a cigarettát, és újra felveszi a táskáját. - Elena drückt die Zigarette aus und nimmt ihre Tasche wieder. :12. Elmegy a piactér mellett, anélkül hogy balra vagy jobbra nézne. - Sie geht am Marktplatz vorbei, ohne links oder rechts zu schauen. :13. A zöldségesstand öregasszonya a nevét kiáltja, de Elena úgy tesz, mintha nem hallaná. - Die alte Frau vom Gemüsestand ruft ihren Namen, aber Elena tut so, als hört sie es nicht. :14. Az anyja háza pornak és egy olyan életnek a szagát árasztja, amely véget ért. - Das Haus ihrer Mutter riecht nach Staub und nach einem Leben, das aufgehört hat. :15. Elena kinyitja az ablakokat, mert a levegő fülledt, és levegőt kell vennie. - Elena öffnet die Fenster, weil die Luft stickig ist und sie atmen muss. :16. Leül a konyhaasztalhoz, és a kezét laposan a fára teszi. - Sie setzt sich an den Küchentisch und legt die Hände flach auf das Holz. :17. A fa hideg, bár odakint még hőség van. - Das Holz ist kalt, obwohl draußen noch Hitze ist. :18. Este elhatározza, hogy elmegy Carlo anyjához, mert valójában ez az oka annak, hogy itt van. - Am Abend beschließt sie, zu Carlos Mutter zu gehen, weil das der Grund ist, warum sie wirklich hier ist. :19. Az első emeletre vezető lépcső minden lépésnél nyikorog, és Elena számolja a fokokat, mert valamit számolnia kell. - Die Treppe zum ersten Stock knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen, weil sie etwas zählen muss. :20. Carlo nyitja ki az ajtót, nem az anyja, és egy pillanatig egyikük sem szól semmit. - Carlo öffnet die Tür, nicht seine Mutter, und für einen Moment sagen beide nichts. :21. Idősebb lett, de a szeme ugyanolyan, sötét és nyugodt, mint egy állaté. - Er ist älter geworden, aber seine Augen sind gleich, dunkel und ruhig wie ein Tier. :22. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja, és a hangja szinte barátságosan cseng. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und seine Stimme klingt fast freundlich. :23. Elena levegőt vesz, aztán megüti őt. - Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn. :24. A keze eltalálja az arcát, és a hang hangosabb, mint várta. - Die Hand trifft seine Wange, und das Geräusch ist lauter als erwartet. :25. Carlo nem mozdul, nem fogja meg az arcát, egy szót sem szól. - Carlo bewegt sich nicht, er hält sich nicht die Wange, er sagt kein Wort. :26. Ránéz, és a tekintetében nincs megbánás, de harag sincs. - Er schaut sie an, und in seinem Blick ist keine Reue, aber auch keine Wut. :27. Ez a legrosszabb, gondolja Elena, a hiányzó harag. - Das ist das Schlimmste, denkt Elena, die fehlende Wut. :28. Megfordul, és lemegy a lépcsőn, anélkül hogy reakcióra várna. - Sie dreht sich um und geht die Treppe hinunter, ohne auf eine Reaktion zu warten. :29. Odakint most hűvösebb a levegő, és az ég tele van csillagokkal. - Draußen ist die Luft jetzt kühler, und der Himmel ist voller Sterne. :30. Elena visszamegy az anyja házába, és egyedül megiszik egy pohár bort. - Elena geht zum Haus ihrer Mutter zurück und trinkt alleine ein Glas Wein. :31. Nem alszik, mert az éjszaka túl csendes, a gondolatai pedig túl hangosak. - Sie schläft nicht, weil die Nacht zu still ist und ihre Gedanken zu laut. :32. Nem sokkal egy után kopognak az ajtón, halkan, kétszer. - Um kurz nach eins klopft es an die Tür, leise, zweimal. :33. Tudja, ki az, mielőtt kinyitná. - Sie weiß, wer es ist, bevor sie aufmacht. :34. Carlo áll a sötétben, egy borosüveggel a kezében, és egyszerűen vár. - Carlo steht im Dunkeln, eine Weinflasche in der Hand, und wartet einfach. :35. Elena szélesebbre húzza az ajtót, mert már nincs ereje nemet mondani. - Elena zieht die Tür weiter auf, weil sie keine Kraft mehr hat, Nein zu sagen. :36. Együtt mennek a műhelybe, anélkül hogy egy szót is ejtenének róla. - Sie gehen zusammen in die Werkstatt, ohne ein Wort darüber zu verlieren. :37. A garázsban két régi autóülés áll, amelyeket Carlo valamikor egy roncsból szedett ki. - In der Garage stehen zwei alte Autositze, die Carlo irgendwann aus einem Wrack geholt hat. :38. Kinyitja az üveget, neki adja az első poharat, és állva isznak. - Er öffnet die Flasche und gibt ihr das erste Glas, und sie trinken im Stehen. :39. Aztán leülnek, és a köztük lévő csend nem kellemetlen. - Dann setzen sie sich, und die Stille zwischen ihnen ist nicht unangenehm. :40. Carlo kinyújtja a kezét, és kérdezés nélkül az övére teszi. - Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen. :41. Az ujjai érdesek, a bőre száraz és sötét az ujjperceknél. - Seine Finger sind rau, die Haut trocken und dunkel an den Knöcheln. :42. Elena a két kezükre néz, és arra gondol, hogy régebben fiatalabbnak látszottak. - Elena schaut auf ihre beiden Hände und denkt, dass sie früher jünger aussahen. :43. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja, és a hangja laposabbnak hangzik, mint szeretné. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie, und ihre Stimme klingt flacher als sie möchte. :44. Carlo iszik egy kortyot, mielőtt válaszol. - Carlo trinkt einen Schluck, bevor er antwortet. :45. „Megtanítom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja, „és hogyan kell újra összerakni.” - „Ich bringe ihm bei, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt." :46. Rövid szünetet tart, majd hozzáteszi: „Az apámnak ezt senki sem tanította meg.” - Er macht eine kurze Pause und fügt hinzu: „Meinem Vater hat das niemand beigebracht." :47. Elena elveszi a kezét, és a poharat az autóülés mellé teszi. - Elena nimmt ihre Hand weg und stellt das Glas neben den Autositz. :48. Nem mond semmit, mert nincs mit mondani, ami ne volna már kimondva. - Sie sagt nichts, weil es nichts zu sagen gibt, das nicht schon gesagt ist. :49. Még egy órát marad, aztán egyedül megy vissza. - Sie bleibt noch eine Stunde, dann geht sie alleine zurück. :50. Napkelte előtt Elena gyorsan és habozás nélkül összepakolja a táskáját. - Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche, schnell und ohne zu zögern. :51. Nem kapcsolja fel a villanyt, mert sötétben jobban ismeri az anyja szobáját. - Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter im Dunkeln besser kennt. :52. Aztán nem a pályaudvarra megy, hanem először Signora Grazia utcájába. - Dann geht sie nicht zum Bahnhof, sondern zuerst zur Straße von Signora Grazia. :53. A konyhában már ég a fény, bár még korán van. - Das Licht in der Küche brennt schon, obwohl es noch früh ist. :54. Elena odaáll az ablakhoz, és benéz. - Elena stellt sich ans Fenster und schaut hinein. :55. Matteo az asztalnál ül, kenyeret márt tejbe, és közben semmi meghatározottat nem néz. - Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch und schaut dabei auf nichts Bestimmtes. :56. Nagy lett, nagyobb, mint várta, Carlo vállával és az ő orrával. - Er ist groß geworden, größer als sie erwartet hat, mit Carlos Schultern und ihrer Nase. :57. Signora Grazia megsimogatja a fejét, és a fiú hagyja, anélkül hogy felnézne. - Signora Grazia streicht ihm über den Kopf, und der Junge lässt es zu, ohne aufzublicken. :58. Elena a homlokát az üvegnek nyomja, és az üveg hideg és szilárd. - Elena drückt die Stirn gegen das Glas, und das Glas ist kalt und fest. :59. Pontosan egy percig marad, aztán elszakad tőle, és elmegy. - Sie bleibt genau eine Minute, dann löst sie sich und geht. :60. A pályaudvaron vesz egy jegyet Milánóba, és egy fémpadon vár. - Am Bahnhof kauft sie ein Ticket nach Mailand und wartet auf einer Metallbank. :61. A vonat pontosan érkezik, mint mindig ebben az irányban. - Der Zug kommt pünktlich, wie immer in dieser Richtung. :62. Elena felszáll, beteszi a táskát a csomagtartóba, és leül az ablak mellé. - Elena steigt ein, stellt die Tasche in die Ablage und setzt sich ans Fenster. :63. Amikor a vonat elindul, a nap éppen felkel, narancssárgán és nagy korongként a dombok fölött. - Als der Zug anfährt, geht die Sonne gerade auf, orange und groß über den Hügeln. :64. Odanéz, mert oda kell néznie. - Sie schaut hin, weil sie hinschauen muss. :65. De a nap nem melegíti, és a fény csak fény. - Aber die Sonne wärmt sie nicht, und das Licht ist nur Licht. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :Elena visszatér - Elena kehrt zurück :1. Elena emlékszik a falu szagára, de elfelejtette, mennyire testi ez a szag – hogyan nyomul be az ember orrába, még mielőtt egyáltalán ideje volna felvértezni magát. - Elena erinnert sich an den Geruch des Dorfes, aber sie hatte vergessen, wie körperlich er ist – wie er sich in die Nase drängt, bevor man überhaupt Zeit hat, sich zu wappnen. :2. A busz megáll a tér szélén, és ő utolsóként száll le. - Der Bus hält am Rand des Platzes, und sie steigt als letzte aus. :3. Érett paradicsom, forró kő, motorolaj – a falu nem változott meg, csak ő. - Reifen Tomaten, heißer Stein, Motoröl – das Dorf hat sich nicht verändert, nur sie. :4. Mélyebbre húzza a napszemüveget az arcába, és lassan megy, mert a gyors járás itt gyanúsnak hat. - Sie zieht die Sonnenbrille tiefer ins Gesicht und geht langsam, weil schnelles Gehen hier verdächtig wirkt. :5. Már húsz lépés után meghallja a nevetését, és a teste gyorsabban reagál, mint az értelme. - Schon nach zwanzig Schritten hört sie sein Lachen, und ihr Körper reagiert schneller als ihr Verstand. :6. Carlo a műhely előtt áll, ingujja könyékig feltűrve, alkarján gépzsírral, és valamit magyaráz egy fiatal fickónak egy motornál. - Carlo steht vor der Werkstatt, die Ärmel bis zu den Ellbogen gekrempelt, Schmiere auf den Unterarmen, und erklärt einem jungen Kerl irgendetwas an einem Motor. :7. Meghízott, de jól áll neki, ahogy néha azoknak a férfiaknak áll jól, akik testi munkát végeznek. - Er hat zugenommen, aber er trägt es gut, wie Männer es manchmal tun, die körperlich arbeiten. :8. Elena elmegy a piac mellett, nem vesz semmit, nem köszön senkinek, és anyja háza azzal a különös csönddel fogadja, amely azokban a lakásokban van, ahol valaki meghalt. - Elena geht am Markt vorbei, kauft nichts, grüßt niemanden, und das Haus ihrer Mutter empfängt sie mit der besonderen Stille, die Wohnungen haben, in denen jemand gestorben ist. :9. Kinyitja az összes ablakot, vizet iszik a csapból, aztán sokáig ül a konyhaasztalnál, összekulcsolt kézzel, mint egy templomban. - Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung und sitzt dann lange am Küchentisch, die Hände gefaltet wie in einer Kirche. :10. Később este Carlo ajtaja előtt áll, abban a virágos ruhában, amelyet szándékosan hozott magával, anélkül hogy megmagyarázta volna magának, miért. - Später am Abend steht sie vor Carlos Tür, in dem geblümten Kleid, das sie absichtlich mitgenommen hat, ohne sich selbst zu erklären, warum. :11. A férfi ajtót nyit, és tekintete egyszer végigvándorol rajta lefelé, majd újra felfelé, nyugodtan és sietség nélkül. - Er öffnet, und sein Blick wandert einmal an ihr herunter und wieder hinauf, ruhig und ohne Eile. :12. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja, és ez nem hangzik gonoszul, de gonosz. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, und es klingt nicht gemein, aber es ist gemein. :13. Elena levegőt vesz, aztán megüti, tenyérrel, laposan, úgy, ahogy az ember azt üti meg, akit tíz éven át nem tudott megütni. - Elena holt Luft, und dann schlägt sie ihn, flach mit der Hand, so wie man jemanden schlägt, den man zehn Jahre lang nicht schlagen konnte. :14. Carlo nem hátrál meg, nem szorítja a kezét az arcára, csak kissé megváltozik az arckifejezése. - Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Hand gegen die Wange, er verändert nur leicht den Ausdruck. :15. A szemében nincs megbánás, de meglepetés sincs, mintha számított volna erre, egyszer, valamikor, valahol. - In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, als hätte er damit gerechnet, irgendwann, irgendwo. :16. Elena megfordul, és lemegy a lépcsőn, a térde kissé remeg, a keze szorosan ökölbe zárva. - Elena dreht sich um und geht die Treppe hinunter, die Knie ein bisschen weich, die Hände fest zur Faust geschlossen. :17. Három cigarettát szív el egymás után az anyja háza előtti padon, és közben egy sikátorba néz, amely a semmibe vezet. - Sie raucht drei Zigaretten hintereinander auf der Bank vor dem Haus ihrer Mutter und schaut dabei in eine Gasse, die ins Nichts führt. :18. Amikor nem sokkal éjfél után kopog, Elena már az ablaknál áll, és látta őt feljönni az utcán. - Als er kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster und hat ihn schon die Straße heraufkommen sehen. :19. Egy üveg vörösbort tart a kezében, mint egy bocsánatkérést, amelyet nem akar kimondani. - Er hält eine Flasche Rotwein in der Hand wie eine Entschuldigung, die er nicht aussprechen will. :20. Elena beengedi, anélkül hogy bármit mondana, mert a hallgatás közöttük mindig őszintébb volt, mint a beszéd. - Sie lässt ihn herein, ohne etwas zu sagen, weil Schweigen zwischen ihnen immer ehrlicher war als Reden. :21. A garázsban két kiszuperált autóülésen ülnek, amelyek régi bőr és benzin szagát árasztják, és olyan poharakból isznak, amelyeket Carlo a dzsekijéből húz elő. - In der Garage sitzen sie auf zwei ausgedienten Autositzen, die nach altem Leder und Benzin riechen, und trinken aus Gläsern, die Carlo aus seiner Jacke zieht. :22. A fény gyenge, egy csupasz villanykörte, amely több árnyékot vet, mint világosságot. - Das Licht ist schwach, eine nackte Glühbirne, die mehr Schatten wirft als Helligkeit. :23. Carlo kinyújtja a kezét, és az övére teszi, anélkül hogy megkérdezné, akarja-e ezt. - Carlo streckt die Hand aus und legt sie auf ihre, ohne zu fragen, ob sie das möchte. :24. Elena erre a kézre néz, amely érdes és meleg, és annyira ismerős, hogy fáj. - Elena schaut auf diese Hand, die rau ist und warm und so vertraut, dass es wehtut. :25. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja végül, mert ez a mondat évek óta vár benne. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, weil der Satz seit Jahren in ihr wartet. :26. Carlo iszik, mielőtt válaszolna, és Elena ismeri ezt a mozdulatot, ezt a rövid idővásárlást. - Carlo trinkt, bevor er antwortet, und sie kennt diese Geste, dieses kurze Kaufen von Zeit. :27. „Megmutatom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja, „és hogyan kell újra összerakni, ha az ember hibát követett el.” - „Ich zeige ihm, wie man einen Motor auseinandernimmt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat." :28. Irónia nélkül mondja, de Elena mégis hallja benne az iróniát, mert ő hallja bele. - Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie trotzdem, weil sie sie hineinhört. :29. Lassan visszahúzza a kezét, és leteszi a poharát a betonpadlóra. - Sie zieht die Hand langsam zurück und stellt ihr Glas auf den Betonboden. :30. Még egy órát marad, mert a felállás döntést jelent, és a döntések olyan erőbe kerülnek, amellyel nem rendelkezik. - Sie bleibt noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet, und Entscheidungen Kraft kosten, die sie nicht hat. :31. Aztán elmegy, és ő nem kíséri el, ami helyes. - Dann geht sie, und er begleitet sie nicht, was das Richtige ist. :32. Napkelte előtt Elena olyan valakinek a gyors, biztos mozdulataival pakolja össze a táskáját, aki régóta készült erre a pillanatra. - Vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit den schnellen, sicheren Bewegungen von jemandem, der sich lange auf diesen Moment vorbereitet hat. :33. Anyja házát el fogja adni, ezt eldöntötte, de ma nem gondol rá. - Das Haus ihrer Mutter wird sie verkaufen, das hat sie entschieden, aber heute denkt sie nicht daran. :34. Nem közvetlenül a pályaudvarra megy, hanem a hosszú úton, amely Signora Grazia konyhaablaka előtt vezet el. - Sie geht nicht direkt zum Bahnhof, sondern den langen Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt. :35. A lámpa már ég, mint mindig ebben a korai órában, és az üvegen át Elena meglátja a fiát. - Das Licht brennt schon, wie immer zu dieser frühen Stunde, und durch das Glas sieht Elena ihren Sohn. :36. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret márt tejbe, erre a kis cselekvésre összpontosítva, mintha ez volna az egyetlen dolog a világon. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch, konzentriert auf diese kleine Handlung, als wäre sie die einzige Sache auf der Welt. :37. Carlo válla van neki, és az ő módja, ahogy kissé félrebillenti a fejét, amikor gondolkodik. - Er hat Carlos Schultern und ihre Art, den Kopf leicht zu neigen, wenn er nachdenkt. :38. Signora Grazia mögötte áll, a kezét a fejére teszi, Matteo pedig röviden felnéz, és elmosolyodik, ezzel az álmos reggeli mosollyal. - Signora Grazia steht hinter ihm, legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses schläfrige Morgenlächeln. :39. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, és egy pillanatra lehunyja a szemét. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas und schließt die Augen für einen Moment. :40. Egyszer lélegzik, kétszer, és a harmadik lélegzetvételnél visszahúzódik. - Sie atmet einmal, zweimal, und beim dritten Atemzug zieht sie sich zurück. :41. A pályaudvaron kávét vesz az automatából, amely rossz ízű, mégis megissza. - Am Bahnhof kauft sie einen Kaffee aus dem Automaten, der schlecht schmeckt, und trinkt ihn trotzdem. :42. A milánói vonat pontosan indul, Elena pedig az ablaknál ül, táskájával az ölében, mintha meg akarná akadályozni, hogy elrepüljön. - Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, als würde sie verhindern wollen, dass sie wegfliegt. :43. A nap felkel Basilicata dombjai fölött, nagy és narancsszínű, és olyan fénybe meríti a mezőket, amilyet képeslapokra nyomtatnak. - Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, groß und orange, und taucht die Felder in ein Licht, das man auf Postkarten druckt. :44. Elena odanéz, mert szép, és mert oda kell nézni, ha valami szép. - Elena schaut hin, weil es schön ist und weil man hinschauen muss, wenn etwas schön ist. :45. De a fény nem éri el őt, megakad az ablaküvegen, mint egy határon, amelyet ő maga húzott meg. - Aber das Licht erreicht sie nicht, es bleibt an der Fensterscheibe hängen wie an einer Grenze, die sie selbst gezogen hat. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :Elena visszatérése - Elenas Rückkehr :1. A busz sóhajtva áll meg, mintha maga is megkönnyebbült volna, hogy maga mögött tudhatja ezt az utat, és Elena utolsóként száll le, mert nem akar sietni. - Der Bus hält mit einem Seufzen, als wäre er selbst erleichtert, diese Strecke hinter sich gebracht zu haben, und Elena steigt als letzte aus, weil sie sich nicht beeilen will. :2. Tíz év hosszú idő, de a falu szaga nem vár felkészülésre – egyszerűen ott van, azonnal, testileg, megalkuvást nem tűrően. - Zehn Jahre sind eine lange Zeit, aber der Geruch des Dorfes wartet nicht auf Vorbereitung – er ist einfach da, sofort, körperlich, unverhandelbar. :3. Paradicsom, por, motorolaj, és alattuk még valami, amit nem lehet megnevezni, talán maga a falu, a létezésének sajátos módja. - Tomaten, Staub, Motoröl, und darunter noch etwas, das sich nicht benennen lässt, vielleicht das Dorf selbst, seine besondere Art zu existieren. :4. Elena megigazítja a napszemüvegét, és lassan megy tovább, annak közönyös tartásával, aki csak röviden átutazik, és nincs itt története. - Elena schiebt die Sonnenbrille zurecht und geht langsam, mit der gleichgültigen Haltung von jemandem, der nur kurz durchreist und keine Geschichte hier hat. :5. A nevetés húsz lépés után találja el, még mielőtt meglátná őt, és a teste emlékszik, bár ő ezt nem engedte meg neki. - Das Lachen trifft sie nach zwanzig Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper erinnert sich, obwohl sie ihm das nicht erlaubt hat. :6. Carlo a műhely előtt áll, alkarja könyökig zsírral borítva, és egy fiatalembernek magyaráz valamit egy felnyitott motornál, azzal a türelemmel, amelyet Elena mindig gyűlölt benne, mert neki magának nincs belőle. - Carlo steht vor der Werkstatt, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere bedeckt, und erklärt einem jungen Mann etwas an einem aufgeklappten Motor, mit dieser Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt. :7. Megváltozott, de csak úgy, ahogy azok a dolgok változnak, amelyek belülről kifelé nőnek, és úgy viseli a kort, mint valamit, ami hozzá tartozik. - Er hat sich verändert, aber nur so, wie Dinge sich verändern, die von innen heraus wachsen, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm gehört. :8. Elena nem vesz semmit a piacon, nem köszön senkinek, figyelmen kívül hagyja a nőt a zöldséges standnál, aki úgy kiáltja a nevét, mintha joga volna hozzá. - Elena kauft nichts auf dem Markt, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, als wäre es ein Recht. :9. Anyja háza azt a sajátos csendet vette fel, amelyet a szobák akkor fejlesztenek ki, amikor hiányzik az ember, aki jelentést adott nekik. - Das Haus ihrer Mutter hat die spezifische Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat. :10. Kinyitja az ablakokat, csapvizet iszik, leül a konyhaasztalhoz, és a kezei, amelyeket laposan a fára tesz, idegennek tűnnek neki, túl nyugodtnak ahhoz képest, ami benne történik. - Sie öffnet die Fenster, trinkt Leitungswasser, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach aufs Holz legt, wirken ihr fremd, zu ruhig für das, was in ihr vorgeht. :11. Este felveszi a virágos ruhát, amely már tíz évvel ezelőtt is megvolt neki, és amelyet mégis becsomagolt, anélkül hogy őszinte magyarázatot adott volna rá önmagának. - Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das sie vor zehn Jahren schon hatte und das sie dennoch eingepackt hat, ohne sich selbst eine ehrliche Erklärung dafür zu geben. :12. A lépcső Carlo lakásához minden lépésnél nyikorog, és Elena nem számolja a fokokat, mert kívülről tudja őket, akarata ellenére. - Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt, und Elena zählt die Stufen nicht, weil sie sie auswendig kennt, ohne es zu wollen. :13. Carlo ajtót nyit, és a tekintete időt hagy magának, ami rosszabb, mint a sietség. - Er öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, was schlimmer ist als Eile. :14. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja olyan hangon, amely nem hangzik kegyetlennek, ami azt jelenti, hogy nem tudja, mennyire kegyetlen. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die nicht grausam klingt, was bedeutet, dass er nicht weiß, wie grausam es ist. :15. Elena megüti, mielőtt eldöntötte volna, hogy megteszi, nyitott tenyérrel, tíz év teljes felgyülemlett erejével, amely alatt nem volt képes rá. - Elena schlägt ihn, bevor sie entschieden hat, es zu tun, flach mit der Hand, mit der ganzen angesammelten Kraft von zehn Jahren, in denen sie es nicht konnte. :16. Carlo nem hátrál meg, nem szorítja tenyerét a kipirult arcához, csak kissé megváltoztatja az arckifejezését, mintha egy információt dolgozna fel. - Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die gerötete Wange, er verändert nur den Ausdruck leicht, als würde er eine Information verarbeiten. :17. A szemében nincs megbánás, de meglepetés sincs, és a meglepetés hiánya az, ami Elenát a leginkább eltalálja. - In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist das, was Elena am meisten trifft. :18. Megfordul, lemegy a lépcsőn, a térde különösen puhának érzi magát, és odakint egymás után három cigarettát szív el, anélkül hogy igazán érezné az ízüket. - Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter, die Knie merkwürdig weich, und draußen raucht sie drei Zigaretten in einer Reihe, ohne sie wirklich zu schmecken. :19. Amikor nem sokkal éjfél után kopognak, ő már az ablaknál áll, mert tudta, hogy Carlo el fog jönni, és mert éppen ezért nem zárta be az ajtót. - Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür deswegen nicht abgesperrt hat. :20. Carlo úgy tart egy borosüveget, mint valaki, aki tudja, hogy nem hozott magával szavakat, és Elena beszéd nélkül engedi be, mert a csend közöttük mindig pontosabb volt, mint bármely nyelv. - Carlo hält eine Weinflasche wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache. :21. A műhely régi gumi, benzin és a hosszú ideig megmunkált fém sajátos szagát árasztja, és a csupasz izzó több árnyékot vet, mint fényt. - Die Werkstatt riecht nach altem Gummi, Benzin und dem speziellen Geruch von Metall, das lange bearbeitet wurde, und die nackte Glühbirne wirft mehr Schatten als Licht. :22. Két autóülésen ülnek, amelyeket Carlo valamilyen roncsból mentett ki, olyan poharakból isznak, amelyeket a kabátjából húz elő, és ebben van valami ismerős, ami fáj. - Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, und das hat etwas Vertrautes, das wehtut. :23. Amikor Carlo kérdezés nélkül, a tekintetét fel sem emelve a kezére teszi a kezét, Elena érzi a pulzust a torkában, ezt a régi, megbízhatatlan árulót. - Als Carlo seine Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Verräter. :24. Carlo kezei érdesek, a bőr az ujjpercein repedezett és sötét, és annyira változatlanok, hogy Elena egy pillanatra megfeledkezik az időről. - Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel, und sie sind so unverändert, dass Elena einen Moment lang die Zeit vergisst. :25. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja végül, és a mondat nyugodtabbnak hangzik, mint amilyen, mert magában olyan sokszor elpróbálta. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn im Stillen so oft geprobt hat. :26. Carlo hosszút kortyol, mielőtt válaszol, és Elena ismeri ezt a szünetet, ezt a gondos szóválasztást, amely nála soha nem számítás, hanem valódi gondolkodás. - Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Wählen von Worten, das bei ihm nie Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken. :27. „Megmutatom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja, „és hogyan kell újra összerakni, ha az ember olyan hibát követett el, amelyet nem lehet visszacsinálni.” - „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der nicht rückgängig zu machen ist." :28. Irónia nélkül mondja, de Elena hallja az iróniát, mert ő teszi bele, mert tíz éve nem tud másképp. - Er sagt es ohne Ironie, aber Elena hört die Ironie, weil sie sie hineinlegt, weil sie nicht anders kann, seit zehn Jahren nicht. :29. Visszahúzza a kezét, leteszi a poharat a betonpadlóra, és a mozdulatnak egy döntés véglegessége van, még akkor is, ha még egy órát marad. - Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas auf den Betonboden, und die Bewegung hat die Endgültigkeit einer Entscheidung, auch wenn sie noch eine Stunde bleibt. :30. Marad, mert felállni olyan erőbe kerül, amelyet előbb össze kell szednie, és mert odakint az éjszaka túl csendes ahhoz, ami vár rá. - Sie bleibt, weil Aufstehen Kraft kostet, die sie sich erst zusammensuchen muss, und weil die Nacht draußen zu still ist für das, was sie erwartet. :31. Aztán búcsú nélkül elmegy, és Carlo hagyja elmenni, ami a legokosabb dolog, amit valaha érte tett. - Dann geht sie, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, was er je für sie getan hat. :32. Elena még napkelte előtt becsomagolja a táskáját annak koncentrált hatékonyságával, akinek a tétovázás túl drágává vált. - Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist. :33. Nem kapcsolja fel a villanyt, mert anyja szobáját a sötétben jobban ismeri, mint világosban, ami, amikor észreveszi, elszorítja a torkát. - Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit besser kennt als im Hellen, was ihr, als sie es bemerkt, die Kehle zuschnürt. :34. Aztán elindul a hosszú úton az állomás felé, azon az úton, amely Signora Grazia konyhaablaka előtt vezet el, és nem hazudja magának, hogy ez véletlen. - Dann geht sie den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und sie lügt sich nicht an, dass es Zufall ist. :35. A konyhában már ég a fény, narancssárgán és melegen a bepárásodott üveg mögött, és Elena megáll, a táskát a testéhez húzva. - Das Licht in der Küche brennt bereits, orange und warm hinter dem beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche an den Körper gezogen. :36. Matteo az asztalnál ül, kenyeret márt tejbe annak álmos koncentrációjával, aki még félig alvásban van, és nagyobb, mint ahogy Elena várta, sokkal nagyobb. - Matteo sitzt am Tisch, er tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Schlaf ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer. :37. Carlo válla van meg benne, Elena orra, és az a mód, ahogy gondolataiba merülve félrebillenti a fejét, egyiküktől sem származik, és mégis mindkettőjüktől. - Er hat Carlos Schultern, ihre Nase, und eine Art, den Kopf zu neigen, wenn er in Gedanken ist, die von keinem von beiden kommt und doch von beiden. :38. Signora Grazia a kezét Matteo fejére teszi, Matteo pedig röviden felpillant, elmosolyodik azzal a rövid, meleg reggeli mosollyal, amely a gyerekeké, mielőtt a nap utoléri őket. - Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf, lächelt dieses kurze, warme Morgenlächeln, das Kinder haben, bevor der Tag sie einholt. :39. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, lehunyja a szemét, és egy pillanatig csak az üveg van, a hideg, a szívverés. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment ist da nur das Glas, die Kälte, der Herzschlag. :40. Aztán elszakítja magát tőle, mert el kell szakadni, mert ez az egyetlen mozdulat, amely még az övé. - Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das die einzige Bewegung ist, die ihr noch gehört. :41. Az állomáson kávét vesz az automatából, amely égett tej ízű, és állva issza meg, mert leülni azt jelentené, hogy megérkezett. - Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen bedeuten würde, anzukommen. :42. A Milánóba tartó vonat pontosan indul, Elena pedig az ablaknál ül, a táska az ölében, kezei a hevederek köré zárva. - Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen. :43. A nap szélesen és narancssárgán kel fel Basilicata dombjai fölött, és a kora reggel súlyos, szép fényébe meríti a mezőket, abba a fénybe, amelyet képeslapokra nyomtatnak és memoárokban írnak le. - Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange, und taucht die Felder in das schwere, schöne Licht des frühen Morgens, das man auf Postkarten druckt und in Memoiren beschreibt. :44. Elena odanéz, mert szép, és mert a szépségnek kötelessége, hogy észrevegyék, még akkor is, ha az ember nem tudja befogadni. - Elena schaut hin, weil es schön ist und weil Schönheit eine Pflicht hat, bemerkt zu werden, auch wenn man sie nicht empfangen kann. :45. A fény az üvegen marad, melegíti az ablakot, de nem őt, és a vonat továbbhalad falvakon át, amelyek egyre kisebbek lesznek, míg el nem tűnnek. - Das Licht bleibt an der Scheibe, es wärmt das Glas, aber nicht sie, und der Zug fährt weiter, durch Dörfer, die kleiner werden, bis sie verschwinden. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :Elena visszatérése - Elenas Rückkehr :1. A busz hidraulikus sóhajjal áll meg a tér szélén, és Elena ülve marad, amíg a többi utas le nem száll, mert még egy pillanattal el akarja halasztani a megérkezést. - Der Bus hält mit einem hydraulischen Seufzen am Rand des Platzes, und Elena bleibt sitzen, bis die anderen Fahrgäste ausgestiegen sind, weil sie das Ankommen noch einen Moment lang aufschieben will. :2. Tíz év nem elvont szám, ezt most már tudja, ahogy a falu szaga betolakszik a nyitott ajtón – paradicsom, por, meleg kő, és alatta, alig észrevehetően, Carlos műhelyének olaja, amely mindjárt a sarkon kezdődik. - Zehn Jahre sind keine abstrakte Zahl, das weiß sie jetzt, da der Geruch des Dorfes durch die geöffnete Tür hereindrängt – Tomaten, Staub, warmer Stein und darunter, kaum wahrnehmbar, das Öl von Carlos Werkstatt, die gleich um die Ecke beginnt. :3. Utolsóként száll le, leteszi a táskát a kövezetre, és a szeptember úgy csapja felé a hőséget, mint valamit, ami rá várt. - Sie steigt als letzte aus, stellt die Tasche auf das Pflaster, und der September schlägt ihr die Hitze entgegen wie etwas, das auf sie gewartet hat. :4. A nevetés néhány lépés után éri el, még mielőtt meglátná őt, és a teste olyan közvetlenséggel reagál, amely átmenetileg felfüggeszti az önuralom minden gondolatát. - Das Lachen trifft sie nach wenigen Schritten, bevor sie ihn sieht, und ihr Körper reagiert mit einer Unmittelbarkeit, die jeden Gedanken an Kontrolle vorläufig suspendiert. :5. Carlo a nyitott műhelyajtó előtt áll, alkarja könyékig bekenve zsírral, és egy fiatal szerelőnek magyaráz valamit egy felnyitott motornál, azzal a higgadt türelemmel, amelyet Elena mindig gyűlölt benne, mert neki magának nincs, és soha nem is volt. - Carlo steht vor der offenen Werkstatttür, die Unterarme bis zu den Ellbogen mit Schmiere eingerieben, und erklärt einem jungen Mechaniker etwas an einem aufgeklappten Motor, mit jener gleichmütigen Geduld, die Elena an ihm immer gehasst hat, weil sie selbst keine besitzt und nie besessen hat. :6. Úgy változott meg, ahogyan a férfiak változnak, amikor az idő inkább ad nekik valamit, mintsem elvesz, és úgy viseli a kort, mint valamit, ami magától értetődően megilleti. - Er hat sich verändert auf die Weise, auf die Männer sich verändern, wenn die Zeit ihnen etwas gibt statt nimmt, und er trägt das Alter wie etwas, das ihm selbstverständlich zusteht. :7. Elena elmegy a piactér mellett anélkül, hogy megállna, nem köszön senkinek, figyelmen kívül hagyja a zöldségesstandnál álló nőt, aki a nevét kiáltja, olyan hangerővel és jogosultságérzettel, mint valaki, aki azt hiszi, joga van válaszokat kapni. - Elena geht am Marktplatz vorbei, ohne innezuhalten, grüßt niemanden, ignoriert die Frau am Gemüsestand, die ihren Namen ruft, mit der Lautstärke und Berechtigung von jemandem, der glaubt, ein Recht auf Antworten zu haben. :8. Anyja háza azt a különös csendet vette fel, amelyet a szobák akkor fejlesztenek ki, amikor hiányzik belőlük az ember, aki jelentést adott nekik, és ez a csend nem a zaj hiánya, hanem valami nehéznek a jelenléte. - Das Haus ihrer Mutter hat die besondere Stille angenommen, die Räume entwickeln, wenn die Person fehlt, die ihnen Bedeutung gegeben hat, und diese Stille ist keine Abwesenheit von Geräusch, sondern eine Anwesenheit von etwas Schwerem. :9. Kinyitja az összes ablakot, vizet iszik a csapból, leül a konyhaasztalhoz, és a kezek, amelyeket laposan az öreg fára tesz, idegennek tűnnek számára, túl nyugodtnak, túl fegyelmezettnek ahhoz képest, ami alattuk dolgozik. - Sie öffnet alle Fenster, trinkt Wasser aus der Leitung, setzt sich an den Küchentisch, und die Hände, die sie flach auf das alte Holz legt, kommen ihr fremd vor, zu ruhig, zu beherrscht für das, was darunter arbeitet. :10. Este felveszi a virágos ruhát, amely tíz évvel ezelőtt az övé volt, és amelyet ennek ellenére becsomagolt anélkül, hogy rákényszerítette volna magát arra az őszinteségre, hogy megmagyarázza, miért. - Am Abend zieht sie das geblümte Kleid an, das vor zehn Jahren ihres war und das sie trotzdem eingepackt hat, ohne sich selbst die Ehrlichkeit zuzumuten, zu erklären, warum. :11. A Carlos lakásához vezető lépcső minden lépésnél ugyanazokon a helyeken nyikorog, mint régen, és ez a tudás, amelyet a teste az értelme engedélye nélkül birtokol, tudatosítja benne, milyen mélyen ülnek bizonyos dolgok. - Die Treppe zu Carlos Wohnung knarrt bei jedem Schritt an denselben Stellen wie früher, und dieses Wissen, das ihr Körper besitzt ohne Erlaubnis ihres Verstands, macht ihr bewusst, wie tief einige Dinge sitzen. :12. Carlo ajtót nyit, és a tekintete időt vesz magának, végigvándorol rajta lefelé, majd vissza felfelé olyan nyugalommal, amely rosszabb minden sietségnél, mert a nyugalom azt jelenti, hogy biztosnak érzi magát. - Carlo öffnet, und sein Blick nimmt sich Zeit, wandert an ihr herunter und wieder hinauf mit einer Ruhe, die schlimmer ist als jede Eile, weil Ruhe bedeutet, dass er sich sicher fühlt. :13. „Úgy nézel ki, mint az anyád”, mondja olyan hangon, amely ezt nem kegyetlenségnek szánja, és éppen ez teszi a legteljesebb kegyetlenséggé, amelyet elkövethet vele. - „Du siehst aus wie deine Mutter", sagt er, mit einer Stimme, die das nicht als Grausamkeit meint, was es zur vollständigsten Grausamkeit macht, die er ihr zufügen könnte. :14. Elena megüti, mielőtt az erre vonatkozó elhatározás teljesen végiggondolódna benne, tenyérrel, laposan, olyan erővel, amely tíz évből torlódott fel, amely alatt nem tudta, nem volt szabad, nem akarta. - Elena schlägt ihn, bevor der Entschluss dazu fertig gedacht ist, flach mit der Hand, mit einer Kraft, die sich aus zehn Jahren aufgestaut hat, in denen sie es nicht konnte, nicht durfte, nicht wollte. :15. Carlo nem hátrál meg, nem szorítja a tenyerét a piros foltra, csak minimálisan változtatja meg az arckifejezését, mintha egy információt venne tudomásul, amelyre valamikor számított. - Carlo weicht nicht zurück, er presst nicht die Handfläche gegen die rote Stelle, er verändert nur minimal den Ausdruck, als würde er eine Information registrieren, die er irgendwann erwartet hat. :16. A szemében nincs megbánás, de meglepetés sincs, és a meglepetés hiánya az igazi sérülés, mélyebb mindennél, amit elképzelt magának. - In seinen Augen ist keine Reue, aber auch keine Überraschung, und das Fehlen der Überraschung ist die eigentliche Verletzung, tiefer als alles, was sie sich vorgestellt hatte. :17. Megfordul, lemegy a lépcsőn furcsán engedő térdekkel, és odakint egymás után három cigarettát szív el anélkül, hogy érezné az ízüket, tekintetét egy sikátorra szegezve, amely sehová sem vezet. - Sie dreht sich um, geht die Treppe hinunter mit Knien, die merkwürdig nachgeben, und draußen raucht sie drei Zigaretten hintereinander, ohne sie zu schmecken, die Augen auf eine Gasse gerichtet, die nirgendwohin führt. :18. Amikor nem sokkal éjfél után kopognak, már az ablaknál áll, mert tudta, hogy a férfi el fog jönni, és mert pontosan ezért nem zárta be az ajtót, egy ténnyel, amellyel nem néz szembe. - Als es kurz nach Mitternacht klopft, steht sie bereits am Fenster, weil sie gewusst hat, dass er kommen würde, und weil sie die Tür aus genau diesem Grund nicht abgesperrt hat, einer Tatsache, der sie sich nicht stellt. :19. Carlo úgy tart egy üveg vörösbort, mint valaki, aki tudja, hogy nem hozott magával szavakat, és hogy az sem volna megoldás, Elena pedig szó nélkül beengedi, mert a csend közöttük mindig pontosabb volt minden nyelvnél, amelyet mindketten uraltak. - Carlo hält eine Flasche Rotwein wie jemand, der weiß, dass er keine Worte mitgebracht hat und dass das auch keine Lösung wäre, und Elena lässt ihn herein, ohne zu sprechen, weil Schweigen zwischen ihnen immer präziser war als jede Sprache, die sie beiden beherrschten. :20. A műhely gumi, benzin és annak a fémnek a sajátos szagát árasztja, amely évekig emberi kezekkel érintkezett, és a mennyezeten lógó csupasz villanykörte olyan fényt vet, amely inkább magyaráz, mint megvilágít. - Die Werkstatt riecht nach Gummi, Benzin und dem spezifischen Geruch von Metall, das über Jahre mit menschlichen Händen in Kontakt war, und die nackte Glühbirne an der Decke wirft Licht, das mehr erklärt als erhellt. :21. Két autóülésen ülnek, amelyeket Carlo valamilyen roncsból mentett ki, mert semmit nem dob ki, aminek még funkciója van, és poharakból isznak, amelyeket úgy húz elő a kabátjából, mintha ez normális volna. - Sie sitzen auf zwei Autositzen, die Carlo aus irgendeinem Wrack gerettet hat, weil er nichts wegwirft, was noch Funktion hat, und trinken aus Gläsern, die er aus der Jacke zieht, als wäre das normal. :22. Amikor a férfi kérdés nélkül, anélkül, hogy felemelné a tekintetét, a kezére teszi a kezét, Elena érzi a pulzust a torkában, ezt a régi, megbízhatatlan testi árulást, amely semmit sem törődik a döntéseivel. - Als er die Hand auf ihre legt, ohne zu fragen, ohne den Blick zu heben, spürt Elena den Puls in ihrer Kehle, diesen alten, unzuverlässigen Körperverrat, der sich um keine ihrer Entscheidungen schert. :23. A keze érdes, a bőr az ujjízületein repedezett és sötét a beledolgozódott olajtól, amelyet semmilyen mosás nem távolít el többé teljesen, és annyira teljesen változatlan, hogy az idő egy pillanatra megszűnik lineárisnak lenni. - Seine Hände sind rau, die Haut an den Knöcheln rissig und dunkel von eingearbeitetem Öl, das kein Waschen mehr vollständig entfernt, und sie sind so vollständig unverändert, dass die Zeit für einen Moment aufhört, linear zu sein. :24. „Matteo soha nem kérdez rólam”, mondja végül, és a mondat nyugodtabbnak hangzik, mint amilyen, mert olyan sokszor mondta ki magában csendben, hogy elveszítette éles széleit anélkül, hogy elveszítette volna a tartalmát. - „Matteo fragt nie nach mir", sagt sie schließlich, und der Satz klingt ruhiger, als er ist, weil sie ihn so viele Male im Stillen gesagt hat, dass er seine scharfen Kanten verloren hat, ohne seinen Inhalt zu verlieren. :25. Carlo hosszút kortyol, mielőtt válaszol, és Elena ismeri ezt a szünetet, ezt a szavak gondos mérlegelését, amely nála nem számítás, hanem valódi gondolkodás, ami őt minden ellenére jobb emberré teszi, mint őt. - Carlo nimmt einen langen Schluck, bevor er antwortet, und Elena kennt diese Pause, dieses sorgfältige Abwiegen von Worten, das bei ihm keine Berechnung ist, sondern echtes Nachdenken, was ihn, trotz allem, zu einem besseren Menschen macht als sie. :26. „Megmutatom neki, hogyan kell szétszedni egy motort”, mondja végül, „és hogyan kell újra összerakni, ha az ember olyan hibát követett el, amelyet nem lehet visszavonni.” - „Ich zeige ihm, wie man einen Motor zerlegt", sagt er schließlich, „und wie man ihn wieder zusammensetzt, wenn man einen Fehler gemacht hat, der sich nicht rückgängig machen lässt." :27. Irónia nélkül mondja, ezt Elena tudja, de nem tudja abbahagyni, hogy mégis hallja benne, mert tíz éve mindenben keres valamit, amit a férfi mond, és mert ez az övé, nem a férfié. - Er meint es ohne Ironie, das weiß sie, aber sie kann nicht aufhören, sie zu hören, weil sie seit zehn Jahren in allem sucht, was er sagt, und weil das ihres ist, nicht seins. :28. Visszahúzza a kezét, a poharat olyan gondossággal teszi a betonpadlóra, mintha a pohár törékeny volna, noha tudja, hogy nem az, aztán még egy órát marad, mert felállni döntést jelentene. - Sie zieht die Hand zurück, stellt das Glas mit einer Sorgfalt auf den Betonboden, als wäre das Glas zerbrechlich, obwohl sie weiß, dass sie es nicht ist, und dann bleibt sie noch eine Stunde, weil Aufstehen eine Entscheidung bedeutet. :29. A döntés végül magától jön, ahogyan a döntések jönnek, amikor az ember már felhagyott azzal, hogy várjon rájuk, és Elena búcsú nélkül megy el, Carlo pedig hagyja elmenni, ami a legokosabb dolog, amit valaha érte tett, és a legszomorúbb. - Die Entscheidung kommt schließlich von selbst, wie Entscheidungen kommen, wenn man aufgehört hat, auf sie zu warten, und sie geht, ohne Abschied, und Carlo lässt sie gehen, was das Klügste ist, das er je für sie getan hat, und das Traurigste. :30. Elena még napfelkelte előtt összepakolja a táskáját annak koncentrált hatékonyságával, akinek a habozás túl drágává vált, akinek a habozás túl sokba került, túl sok éven át. - Noch vor Sonnenaufgang packt Elena ihre Tasche mit der konzentrierten Effizienz von jemandem, dem das Zögern zu teuer geworden ist, dem Zögern zu viel gekostet hat, über zu viele Jahre. :31. Nem kapcsol villanyt, mert anyja szobáját a sötétben teljesebben ismeri, mint világosban, és ez a felismerés, amikor megfogalmazza, összeszorítja a torkát. - Sie macht das Licht nicht an, weil sie das Zimmer ihrer Mutter in der Dunkelheit vollständiger kennt als im Hellen, und diese Erkenntnis, als sie sie formuliert, schnürt ihr die Kehle zu. :32. A hosszú utat választja az állomásig, azt az utat, amely Signora Grazia konyhaablaka mellett vezet el, és nem hazudja magának, hogy ez véletlen vagy megszokás vagy bármi más, mint ami. - Sie nimmt den langen Weg zum Bahnhof, den Weg, der an Signora Grazias Küchenfenster vorbeiführt, und lügt sich nicht an, dass es Zufall ist oder Gewohnheit oder irgendetwas anderes als das, was es ist. :33. A konyhában már ég a lámpa, melegen és narancssárgán a kissé bepárásodott üveg mögött, Elena pedig megáll, a táskát szorosan a testéhez húzva, mintha egy tárgyba kapaszkodni megakadályozhatná a remegést. - Das Licht in der Küche brennt bereits, warm und orange hinter dem leicht beschlagenen Glas, und Elena bleibt stehen, die Tasche fest an den Körper gezogen, als könnte das Festhalten an einem Gegenstand das Zittern verhindern. :34. Matteo az asztalnál ül, és kenyeret mártogat tejbe annak álmos összpontosításával, aki még félig az álomban van, és nagyobb, mint várta, sokkal nagyobb, Carlos vállaival és az ő orrával és a fejbillentés olyan módjával, amely egyiküktől sem jön, és mégis mindkettőjüktől. - Matteo sitzt am Tisch und tunkt Brot in Milch mit der schläfrigen Konzentration von jemandem, der noch halb im Traum ist, und er ist größer, als sie erwartet hat, viel größer, mit Carlos Schultern und ihrer Nase und einer Art, den Kopf zu neigen, die von keinem von beiden kommt und von beiden. :35. Signora Grazia a kezét a fejére teszi, Matteo pedig röviden felnéz és elmosolyodik, ezzel a rövid, teljes reggeli mosollyal, amely olyan valakié, akinek a világ még rendben van. - Signora Grazia legt die Hand auf seinen Kopf, und Matteo blickt kurz auf und lächelt, dieses kurze, vollständige Morgenlächeln von jemandem, dem die Welt noch in Ordnung ist. :36. Elena a homlokát a hideg üveghez nyomja, lehunyja a szemét, és egy pillanatra csak az üveg van, a hideg, a szívverés, és ez nem elég, de ez minden. - Elena drückt die Stirn gegen das kalte Glas, schließt die Augen, und für einen Moment gibt es nur das Glas, die Kälte, den Herzschlag, und das genügt nicht, aber es ist alles. :37. Aztán elszakítja magát, mert az embernek el kell szakadnia, mert az elszakadás az egyetlen mozdulat, amely még teljesen az övé, és elmegy. - Dann löst sie sich, weil man sich lösen muss, weil das Lösen die einzige Bewegung ist, die ihr noch vollständig gehört, und geht. :38. Az állomáson kávét vesz az automatából, amely égett tej és műanyag ízű, és állva issza meg, mert leülni olyan megérkezést jelentene, amelybe nem egyezett bele. - Am Bahnhof kauft sie Kaffee aus dem Automaten, der nach verbrannter Milch und Plastik schmeckt, und trinkt ihn stehend, weil Hinsetzen eine Ankunft bedeuten würde, zu der sie sich nicht bereit erklärt. :39. A milánói vonat pontosan indul, azoknak a dolgoknak a közömbös megbízhatóságával, amelyeknek nincs történetük velünk, Elena pedig az ablaknál ül, a táska az ölében, kezei úgy záródnak a pántokra, mint valami köré, aminek nem szabad megszöknie. - Der Zug nach Mailand fährt pünktlich ab, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die keine Geschichte mit uns haben, und Elena sitzt am Fenster, die Tasche auf dem Schoß, die Hände um die Gurte geschlossen wie um etwas, das nicht entkommen soll. :40. A nap felkel Basilicata dombjai fölött, szélesen és narancssárgán és olyan szépen, hogy ez már szinte sértés, és a mezőket meg a fehér házakat abba a súlyos, arany fénybe meríti, amelyet képeslapokra nyomtatnak, mert meg akarják tartani, mert nem lehet megtartani. - Die Sonne geht über den Hügeln der Basilicata auf, breit und orange und so schön, dass es fast eine Zumutung ist, und taucht die Felder und die weißen Häuser in das schwere, goldene Licht, das man auf Postkarten druckt, weil man es festhalten will, weil es sich nicht festhalten lässt. :41. Elena odanéz, mert a szépségnek csendes kötelessége van, hogy észrevegyék, akkor is, sőt éppen akkor, amikor az ember nem tudja befogadni, amikor közte és a világ között egy üveg van, amelyet ő maga húzott fel. - Elena schaut hin, weil Schönheit eine stille Pflicht hat, wahrgenommen zu werden, auch und gerade dann, wenn man sie nicht empfangen kann, wenn zwischen einem und der Welt ein Glas ist, das man selbst eingezogen hat. :42. A vonat továbbhalad, a dombok kisebbek lesznek, aztán laposabbak, aztán eltűnnek, és a nap magasabbra emelkedik, megszűnik szépnek lenni, és már csak fény lesz, és a fény felmelegíti az ablaküveget, de őt nem. - Der Zug fährt weiter, die Hügel werden kleiner und dann flacher und dann verschwinden sie, und die Sonne steigt höher und hört auf, schön zu sein und wird nur noch Licht, und das Licht wärmt die Scheibe, aber nicht sie. -------------------- == 86 == 1 -------------------- :Az porcelán - Das Porzellan :1. Maureen ötvenhat éves. - Maureen ist sechsundfünfzig Jahre alt. :2. Lakásokat takarít Londonban. - Sie putzt Wohnungen in London. :3. Ezt húsz éve csinálja. - Das macht sie seit zwanzig Jahren. :4. A lakások Kensingtonban vannak. - Die Wohnungen sind in Kensington. :5. Ott gazdag emberek laknak. - Dort wohnen reiche Leute. :6. Az új ügyfelét Lord Archibald Pembertonnak hívják. - Ihr neuer Kunde heißt Lord Archibald Pemberton. :7. Mindenki Archie-nak nevezi. - Alle nennen ihn Archie. :8. Hetvennyolc éves. - Er ist achtundsiebzig Jahre alt. :9. A lakása a Montpelier Streeten van. - Seine Wohnung ist in der Montpelier Street. :10. Archie egy régi kulcsot adott Maureennek. - Archie hat einen alten Schlüssel an Maureen gegeben. :11. Nem – „kölcsönadta” neki. - Nein – er hat ihn ihr „geliehen". :12. Számára ez különbség. - Das ist ein Unterschied für ihn. :13. Maureen minden hétfőn jön. - Maureen kommt jeden Montag. :14. Kinyitja az ajtót, és bemegy. - Sie schließt die Tür auf und geht hinein. :15. A konyhában a teáskészlet már ott áll az asztalon. - In der Küche steht das Teegeschirr schon auf dem Tisch. :16. Archie elővette. - Archie hat es hervorgeholt. :17. Ezt minden alkalommal megteszi. - Er macht das jedes Mal. :18. Maureennek azonban nincs ideje teára. - Maureen hat aber keine Zeit für Tee. :19. Megköti a kötényét. - Sie bindet ihre Schürze um. :20. Archie az előszobában áll és mosolyog. - Archie steht im Flur und lächelt. :21. „Ah, Maureen. A csillár megint inog.” - „Ah, Maureen. Der Kronleuchter wackelt wieder." :22. Maureen felnéz. - Maureen schaut nach oben. :23. A csillár nem inog. - Der Kronleuchter wackelt nicht. :24. „Majd később megnézem”, mondja. - „Ich schau später", sagt sie. :25. Aztán bemegy a fürdőszobába. - Dann geht sie ins Badezimmer. :26. Kisúrolja a kádat, és felmossa a padlót. - Sie schrubbt die Wanne und wischt den Boden. :27. Archie megjelenik az ajtóban. - Archie kommt in die Tür. :28. Egy pohár sherry van a kezében. - Er hat ein Glas Sherry in der Hand. :29. Az apjáról mesél. - Er erzählt von seinem Vater. :30. Az apja együtt evett Churchill-lel. - Sein Vater hat mit Churchill gegessen. :31. Mesél egy lóról. - Er erzählt von einem Pferd. :32. A lovat Wellingtonnak hívták. - Das Pferd hieß Wellington. :33. A régi időkről mesél. - Er erzählt von früher. :34. Maureen hallgatja. - Maureen hört zu. :35. Azt mondja: „Mhm” és „Aha”. - Sie sagt „Mhm" und „Aha". :36. Évek óta így csinálja. - Das macht sie seit Jahren so. :37. Archie megkérdezi: „Elégedett, Maureen?” - Archie fragt: „Sind Sie zufrieden, Maureen?" :38. Maureen megfordul. - Sie dreht sich um. :39. „A törlőrongy kissé vékony”, mondja. - „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie. :40. Archie nem érti, hogy ez nem válasz. - Archie versteht nicht, dass das keine Antwort ist. :41. Mosolyog, és visszamegy a szalonba. - Er lächelt und geht wieder in den Salon. :42. Maureen tovább törölget. - Maureen wischt weiter. :43. Egy héttel később Maureen újra jön. - Eine Woche später kommt Maureen wieder. :44. Archie az étkezőasztalnál ül. - Archie sitzt am Esstisch. :45. A házikabátját viseli. - Er trägt seinen Morgenmantel. :46. A kezében egy levél van. - In seinen Händen ist ein Brief. :47. Az arca vörös. - Sein Gesicht ist rot. :48. A kezei egy kicsit remegnek. - Die Hände zittern ein bisschen. :49. „Giles kihúz engem a végrendeletből”, mondja. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er. :50. Giles a fia. - Giles ist sein Sohn. :51. Bankár a Cityben. - Er ist Banker in der City. :52. Archie hangja kicsi és megtört. - Archies Stimme ist klein und kaputt. :53. Maureen ránéz. - Maureen sieht ihn an. :54. Aztán a sideboardon álló sherryre néz. - Dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard. :55. Odamegy. - Sie geht hin. :56. Fog egy poharat. - Sie nimmt ein Glas. :57. Sherryt tölt magának. - Sie schenkt sich Sherry ein. :58. Húsz év alatt először. - Das erste Mal in zwanzig Jahren. :59. Leül vele szemben. - Sie setzt sich ihm gegenüber. :60. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon”, mondja. - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie. :61. „Ez nem ugyanaz, de …” - „Das ist nicht dasselbe, aber …" :62. Iszik. - Sie trinkt. :63. Archie halkan zokog. - Archie schluchzt leise. :64. Maureen nem mond többet. - Maureen sagt nichts mehr. :65. Egyszerűen csak ott ül. - Sie sitzt einfach da. :66. Ez elég. - Das ist genug. :67. Egy héttel később Maureen becsönget az ajtónál. - Eine Woche später klingelt Maureen an der Tür. :68. Van nála egy Tupperware-doboz. - Sie hat eine Tupperdose dabei. :69. Scone-ok vannak benne – saját sütésűek. - Darin sind Scones – selbst gebacken. :70. Egy kicsit túl barnák, de melegek. - Sie sind ein bisschen zu braun, aber sie sind warm. :71. Archie ajtót nyit. - Archie öffnet die Tür. :72. A szeme még egy kicsit vörös. - Seine Augen sind noch ein bisschen rot. :73. De a gallérja tisztán ki van vasalva. - Aber sein Kragen ist sauber gebügelt. :74. Maureen leteszi a dobozt a konyhaasztalra. - Maureen stellt die Dose auf den Küchentisch. :75. „Üljön le”, mondja. „Én teát főzök.” - „Setzen Sie sich", sagt sie. „Ich mache Tee." :76. Archie leül. - Archie setzt sich. :77. Fog egy scone-t, és szétmorzsolja a tányéron. - Er nimmt einen Scone und zerbröckelt ihn auf dem Teller. :78. Maureen kitölti a teát – először a tea, aztán a tej. - Maureen gießt den Tee ein – zuerst der Tee, dann die Milch. :79. Leül mellé. - Sie setzt sich neben ihn. :80. „A csillár egyébként nem inog”, mondja. - „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt sie. :81. Archie mosolyog. - Archie lächelt. :82. „Tudom”, mondja. - „Ich weiß", sagt er. :83. Megeszik a scone-okat. - Sie essen die Scones. :84. Odakint elhalad egy busz. - Draußen fährt ein Bus vorbei. :85. A lakás csendes. - Die Wohnung ist still. :86. De már nem üres. - Aber sie ist nicht mehr leer. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Das Porzellan - A porcelán :1. Maureen ötvenhat éves, és húsz éve gazdag emberek lakásait takarítja. - Maureen ist sechsundfünfzig, und sie putzt seit zwanzig Jahren die Wohnungen reicher Leute. :2. Ügyfeleinek többsége Kensingtonban lakik, ahol az utcák tiszták, az ajtók pedig súlyosak. - Die meisten ihrer Kunden wohnen in Kensington, wo die Straßen sauber und die Türen schwer sind. :3. Legújabb ügyfele Lord Archibald Pemberton, akit mindenki csak Archie-nak hív. - Ihr neuester Kunde ist Lord Archibald Pemberton, den alle nur Archie nennen. :4. Hetvennyolc éves, és egyedül lakik egy nagy lakásban a Montpelier Streeten. - Er ist achtundsiebzig Jahre alt und wohnt allein in einer großen Wohnung in der Montpelier Street. :5. A lakás tele van régi bútorokkal, régi képekkel és régi porcelánnal, amelyet senki sem használ. - Die Wohnung ist voller alter Möbel, alter Bilder und altem Porzellan, das niemand benutzt. :6. Archie kulcsot adott Maureennek – vagy inkább: „kölcsönadott” neki egy kulcsot. - Archie hat Maureen einen Schlüssel gegeben – oder besser gesagt: Er hat ihr einen Schlüssel „geliehen". :7. Maureen minden hétfőn eljön, kinyitja az ajtót, és egyenesen a konyhába megy. - Jeden Montag kommt Maureen, schließt die Tür auf und geht direkt in die Küche. :8. A teáskészlet minden alkalommal már az asztalon áll, bár Maureennek soha nincs ideje teára. - Das Teegeschirr steht jedes Mal schon auf dem Tisch, obwohl Maureen nie Zeit für Tee hat. :9. Maga köré köti a kötényét, és dolgozni kezd, miközben Archie kijön a hálószobából. - Sie bindet ihre Schürze um und beginnt zu arbeiten, während Archie aus dem Schlafzimmer kommt. :10. „Ah, Maureen”, mondja, „a csillár megint ingadozik, észrevette?” - „Ah, Maureen", sagt er, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" :11. Maureen röviden felnéz, de a csillár teljesen nyugodtan függ a mennyezetről. - Maureen schaut kurz nach oben, aber der Kronleuchter hängt völlig ruhig an der Decke. :12. „Később megnézem”, mondja, és bemegy a fürdőszobába, mielőtt Archie tovább beszélhetne. - „Ich schau später", sagt sie, und geht ins Badezimmer, bevor er weitersprechen kann. :13. Kisúrolja a kádat, letörli a tükröt, és felmossa a padlót, miközben Archie az ajtóban áll. - Sie schrubbt die Wanne, wischt den Spiegel und putzt den Boden, während Archie in der Tür steht. :14. Sherrys pohár van a kezében, és az apjáról mesél, aki egyszer Churchill-lel vacsorázott. - Er hat ein Sherryglas in der Hand und erzählt von seinem Vater, der einmal mit Churchill gegessen hat. :15. Aztán egy Wellington nevű lóról mesél, amely állítólag egész Hampshire leggyorsabb lova volt. - Dann erzählt er von einem Pferd namens Wellington, das angeblich das schnellste in ganz Hampshire war. :16. Maureen „mhm”-mel és „aha”-val válaszol, mert megtanulta, hogy ez többnyire elég. - Maureen antwortet mit „Mhm" und „Aha", weil sie gelernt hat, dass das meistens reicht. :17. Archie néha kérdez tőle valamit, de ritkán várja meg a választ. - Manchmal fragt Archie sie etwas, aber er wartet selten auf die Antwort. :18. „Tulajdonképpen elégedett, Maureen?”, kérdezi hirtelen, mire ő megfordul. - „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?", fragt er plötzlich, und sie dreht sich um. :19. „A törlőkendő kissé vékony”, mondja, Archie pedig bólint, mintha ez válasz lenne a kérdésére. - „Das Putztuch ist etwas dünn", sagt sie, und Archie nickt, als wäre das eine Antwort auf seine Frage. :20. Visszamegy a szalonba, Maureen pedig folytatja – ezen a napon még három másik ügyfele van. - Er geht zurück in den Salon, und Maureen macht weiter – sie hat noch drei andere Kunden an diesem Tag. :21. A polcon álló porcelánt mindig utoljára portalanítja, mert sok időbe kerül, és nagyon törékeny. - Das Porzellan im Regal staubt sie immer zuletzt ab, weil es viel Zeit kostet und sehr zerbrechlich ist. :22. A csészéknek aranyszegélyük van, és némelyik már kissé kicsorbult. - Die Tassen haben goldene Ränder, und manche sind schon leicht angeschlagen. :23. Archie soha nem mondja meg, kié volt a porcelán, de Maureen gyanítja: a feleségéé. - Archie sagt nie, wem das Porzellan gehört hat, aber Maureen vermutet: seiner Frau. :24. Egy héttel később Maureen a szokásos módon érkezik, de ezúttal valami más a lakásban. - Eine Woche später kommt Maureen wie immer, aber diesmal ist es anders in der Wohnung. :25. Archie pongyolában ül az étkezőasztalnál, az asztalon pedig egy felbontott levél fekszik. - Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, und auf dem Tisch liegt ein geöffneter Brief. :26. Az arca kipirult, a keze remeg, és nem néz fel, amikor Maureen belép. - Sein Gesicht ist gerötet, seine Hände zittern, und er schaut nicht auf, als Maureen reinkommt. :27. „Giles kihúz engem a végrendeletből”, mondja, és a hangja úgy szól, mint egy öregemberé. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme klingt wie die eines alten Mannes. :28. Giles a fia, befektetési bankár a Cityben, és Archie ritkán beszél róla jót. - Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und Archie spricht selten gut über ihn. :29. Maureen megáll, ránéz Archie-ra, aztán a sherryre a tálalószekrényen. - Maureen bleibt stehen, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard. :30. Lassan odamegy a tálalószekrényhez, vesz egy poharat, és tölt magának – húsz év óta először. - Sie geht langsam zum Sideboard, nimmt ein Glas und schenkt sich ein – das erste Mal in zwanzig Jahren. :31. Aztán leül Archie-val szemben, és a poharat kettejük közé teszi az asztalra. - Dann setzt sie sich Archie gegenüber und stellt das Glas auf den Tisch zwischen ihnen. :32. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon”, mondja nyugodtan. - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie ruhig. :33. „Ez persze nem ugyanaz, de …” - „Das ist natürlich nicht dasselbe, aber …" :34. Iszik egy kortyot, Archie pedig halkan felzokog, anélkül hogy felemelné az arcát. - Sie trinkt einen Schluck, und Archie schluchzt leise, ohne das Gesicht zu heben. :35. Maureen nem mond többé semmit, mert nincs semmi, ami ebben a pillanatban segítene. - Maureen sagt nichts mehr, weil es nichts gibt, was in diesem Moment helfen würde. :36. Csak ül ott, issza a sherryjét, és hagyja, hogy a csend ott álljon a szobában. - Sie sitzt einfach da, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille im Zimmer stehen. :37. Odakint elhalad egy autó, és valahol a lakásban egy régi óra ketyeg. - Draußen fährt ein Auto vorbei, und irgendwo in der Wohnung tickt eine alte Uhr. :38. Egy idő után Maureen feláll, maga köré köti a kötényét, és takarítani kezd. - Nach einer Weile steht Maureen auf, bindet ihre Schürze um und fängt an zu putzen. :39. Archie az asztalnál ülve marad, de a keze már nem remeg egészen olyan erősen. - Archie bleibt am Tisch sitzen, aber seine Hände zittern nicht mehr ganz so stark. :40. A következő héten Maureen néha Archie-ra gondol, amikor más lakásokban takarít. - In der nächsten Woche denkt Maureen manchmal an Archie, wenn sie in anderen Wohnungen putzt. :41. Arra gondol, ahogy az asztalnál ült, és ahogy a gallérja ferdén állt, és ahogy nem sírt, hanem csak remegett. - Sie denkt daran, wie er am Tisch saß, und wie sein Kragen schief war, und wie er nicht weinte, sondern nur zitterte. :42. Csütörtök este scone-okat süt, bár fáradt, és valójában korán akart lefeküdni. - Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie müde ist und eigentlich früh schlafen wollte. :43. Egy kicsit túl barnák lesznek, de jó illatuk van, és ez Maureen döntése szerint elég. - Sie werden ein bisschen zu braun, aber sie riechen gut, und das ist, wie Maureen entscheidet, genug. :44. A következő hétfőn becsenget az ajtón, mert ezúttal helyesnek érzi, hogy csenget. - Am nächsten Montag klingelt sie an der Tür, weil es sich diesmal richtig anfühlt zu klingeln. :45. Egy műanyag doboz van a kezében, és amikor Archie ajtót nyit, először a dobozt látja meg, aztán őt. - Sie hat eine Tupperdose in der Hand, und als Archie öffnet, sieht er zuerst die Dose, dann sie. :46. A szeme még kissé vörös, de a gallérja frissen vasalt – ez Maureennek azonnal feltűnik. - Seine Augen sind noch leicht gerötet, aber sein Kragen ist frisch gebügelt – das fällt Maureen sofort auf. :47. „Üljön le”, mondja, „teát készítek.” - „Setzen Sie sich", sagt sie, „ich mache Tee." :48. Archie szó nélkül leül, kivesz egy scone-t a dobozból, és lassan kettétöri. - Archie setzt sich ohne ein Wort, nimmt einen Scone aus der Dose und bricht ihn langsam auseinander. :49. Maureen megtölti a vízforralót, csészéket tesz ki, és röviden keresi a teát, mert nem találja meg azonnal. - Maureen füllt den Wasserkocher, stellt Tassen hin und sucht kurz nach dem Tee, weil sie ihn nicht sofort findet. :50. Tölt – először a teát, aztán a tejet –, és leül Archie mellé az asztalhoz. - Sie gießt ein – zuerst den Tee, dann die Milch – und setzt sich neben Archie an den Tisch. :51. Egy darabig így ülnek, eszik a scone-okat és teát isznak, anélkül hogy beszélnének. - Eine Weile sitzen sie so, essen die Scones und trinken Tee, ohne zu sprechen. :52. Aztán Maureen azt mondja: „A csillár egyébként nem ingadozik.” - Dann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." :53. Archie ránéz, és hetek óta először mosolyog – egy igazi, apró mosollyal. - Archie sieht sie an, und zum ersten Mal seit Wochen lächelt er – ein echtes, kleines Lächeln. :54. „Tudom”, mondja. - „Ich weiß", sagt er. :55. Odakint elhalad egy busz, a régi ablakok röviden megremegnek, aztán megint csend lesz. - Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz, und dann ist es wieder still. :56. A lakás tea és meleg scone illatától telik meg, és a polcon a porcelán nyugodtan áll a napfényben. - Die Wohnung riecht nach Tee und warmen Scones, und das Porzellan im Regal steht ruhig in der Sonne. :57. Nem sok, de elég. - Es ist nicht viel, aber es ist genug. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- : A porcelán - Das Porzellan :1. Maureen Callahan ötvenhat éves, és ha megkérdezik tőle, mi a foglalkozása, azt mondja: „takarítónő”, mert a „bejárónő” úgy hangzik, mint valami, amit kölcsönadnak. - Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie fragt, was sie beruflich macht, sagt sie „Reinigungskraft", weil „Putzhilfe" sich nach etwas anhört, das man verleiht. :2. Húsz éve minden reggel metróval megy Kensingtonba, ahol a házak úgy néznek ki, mintha soha semmi piszkoshoz nem értek volna – ami természetesen hazugság. - Seit zwanzig Jahren fährt sie jeden Morgen mit der U-Bahn nach Kensington, wo die Häuser so aussehen, als hätten sie nie etwas Schmutziges berührt – was natürlich eine Lüge ist. :3. Ügyfelei ritkán cserélődnek, mert Maureen alapos, pontos, és soha nem kérdez olyasmit, ami nem az ő dolga. - Ihre Kunden wechseln selten, weil Maureen sorgfältig ist, pünktlich ist und nie fragt, was nicht ihre Sache ist. :4. Lord Archibald Pemberton egy éve szerepel a listáján, és ő, ahogy Maureen egyszer a nővérének elmagyarázta, „külön kategória”. - Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, „eine eigene Kategorie". :5. Hetvennyolc éves, mindennap nyakkendőt visel, és Montpelier Street-i lakása méhviasz, régi bőr és a sherry makacs szagát árasztja. - Er ist achtundsiebzig, trägt jeden Tag Krawatte, und seine Wohnung in der Montpelier Street riecht nach Bienenwachs, altem Leder und dem hartnäckigen Geruch von Sherry. :6. A szalonban álló porcelánt – fehér, aranyszegélyes, legalább tizenhat személyre való – Maureen egy év alatt egyetlenegyszer sem látta használatban. - Das Porzellan im Salon – weiß, goldgerändert, für mindestens sechzehn Personen – hat Maureen in einem Jahr nicht ein einziges Mal benutzt gesehen. :7. Ennek ellenére minden héten leporolja, mert rajta van a listán, és mert Archie halkan nyugtalanná válik, ha kihagyja. - Sie staubt es trotzdem jede Woche ab, weil es auf der Liste steht und weil Archie leise unruhig wird, wenn sie es überspringt. :8. A kulcs, amelyet adott neki, a kabátzsebében fekszik a buszjegy mellett – ő „kölcsönadta” neki, ahogy hangsúlyozza, ami azt jelenti, hogy nyitva hagyja magának a lehetőséget, hogy visszakövetelje, bár mindenki tudja, hogy ezt soha nem fogja megtenni. - Der Schlüssel, den er ihr gegeben hat, liegt in ihrer Jackentasche neben dem Busticket – er hat ihn ihr „geliehen", wie er betont, was bedeutet, dass er sich die Möglichkeit offenhält, ihn zurückzufordern, obwohl alle wissen, dass er das nie tun wird. :9. Amikor Maureen hétfő reggel kinyitja az ajtót, a teáskészlet már ott áll a konyhaasztalon, noha Archie tudja, hogy ő soha nem marad, és noha ezt már egy éve tudja. - Wenn Maureen montagmorgens die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, obwohl Archie weiß, dass sie nie bleibt, und obwohl er das seit einem Jahr weiß. :10. „Á, Maureen”, mondja ilyenkor az előszobából, „a csillár megint billeg, észrevette?” - „Ah, Maureen", sagt er dann aus dem Flur, „der Kronleuchter wackelt wieder, haben Sie das bemerkt?" :11. Ő minden alkalommal röviden felnéz, és a csillár minden alkalommal teljesen mozdulatlanul függ a mennyezetről, mintha soha nem billegett volna, és mintha soha nem is akarna. - Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, und jedes Mal hängt der Kronleuchter vollkommen reglos an der Decke, als hätte er noch nie gewackelt und als würde er es auch nie tun. :12. „Később megnézem”, mondja, megköti a kötényét, és bemegy a fürdőszobába, mert a fürdő mindig elsőként következik, és mert nincs kedve csillárokról beszélni. - „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und geht ins Badezimmer, weil das Bad immer zuerst kommt und weil sie keine Lust hat, über Kronleuchter zu sprechen. :13. Archie követi őt egészen a küszöbig, nekidől az ajtófélfának, és mesélni kezd, a sherrys pohárral már a kezében, bár még csak fél tíz van délelőtt. - Archie folgt ihr bis in die Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen und fängt an zu erzählen, das Sherryglas schon in der Hand, obwohl es erst halb zehn Uhr morgens ist. :14. Mesél az apjáról, aki állítólag Churchill-lel vacsorázott, egy Wellington nevű lóról, amely 1974-ben Hampshire-ben háromszor egymás után nyert, a központi fűtésről, amely „határozottan túl melegre” van állítva, és azokról az időkről, amikor az ember még tudta, hogyan kell viselkedni. - Er erzählt von seinem Vater, der mit Churchill zu Abend gegessen haben soll, von einem Pferd namens Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal hintereinander gewonnen hat, von der Zentralheizung, die „entschieden zu warm" eingestellt sei, und von Zeiten, in denen man noch wusste, wie man sich benahm. :15. Maureen súrolja a kádat, és a megfelelő távolságokban „mhm”-mel és „aha”-val válaszol, mert megtanulta, hogy Archie valójában nem választ akar, hanem valakit maga előtt. - Maureen schrubbt die Wanne und antwortet mit „Mhm" und „Aha" im richtigen Abstand, weil sie gelernt hat, dass Archie nicht wirklich eine Antwort will, sondern ein Gegenüber. :16. Egyszer váratlanul megkérdezi tőle: „Ön tulajdonképpen elégedett, Maureen?” – ő pedig megfordul, ránéz, és azt mondja: „A törlőkendő lassan túl vékony.” - Einmal fragt er sie unvermittelt: „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – und sie dreht sich um, sieht ihn an und sagt: „Das Putztuch ist langsam zu dünn." :17. Ő komolyan bólint, mintha a nő megválaszolta volna a kérdést, és visszamegy a szalonba. - Er nickt ernsthaft, als hätte sie die Frage beantwortet, und geht zurück in den Salon. :18. Ez az a ritmus, amely kettejük között kialakult, és Maureen nem találja kellemetlennek – előre látható, az előreláthatóságot pedig alábecsülik. - Das ist der Rhythmus, der sich zwischen ihnen eingespielt hat, und Maureen findet ihn nicht unangenehm – er ist vorhersehbar, und Vorhersehbarkeit ist unterschätzt. :19. November közepén, egy hétfőn minden más, még mielőtt Maureen megkötné a kötényét. - An einem Montag Mitte November ist alles anders, bevor Maureen noch die Schürze umgebunden hat. :20. Archie pongyolában ül az étkezőasztalnál, amit Maureen még soha nem látott, és az asztalon egy feltépett levél fekszik, amelynek borítéka a földre esett. - Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was sie noch nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, dessen Umschlag auf den Boden gefallen ist. :21. Kezei laposan fekszenek az asztalon, mintha kapaszkodnia kellene, és az arca olyan ember színét viseli, aki a rossz hírt még nem egészen fogta fel, de már tudja, hogy igaz. - Seine Hände liegen flach auf dem Tisch, als müsste er sich festhalten, und sein Gesicht hat die Farbe von jemandem, der eine schlechte Nachricht noch nicht ganz aufgenommen hat, aber schon weiß, dass sie wahr ist. :22. „Giles kihúz engem a végrendeletből”, mondja anélkül, hogy felnézne. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken. :23. Giles a fia, befektetési bankár a Cityben, és Archie történeteiben szinte soha nem bukkan fel – amit Maureen, aki sokat figyel és keveset kérdez, jelnek vett. - Giles ist sein Sohn, Investmentbanker in der City, und taucht in Archies Erzählungen fast nie auf – was Maureen, die viel beobachtet und wenig fragt, als Zeichen gewertet hat. :24. Egy pillanatig a konyhában áll, nézi Archie-t, aztán a sherryt a tálalón, aztán újra Archie-t, majd olyasmit tesz, ami őt magát is meglepi: odamegy a tálalóhoz, elvesz egyet a kis poharak közül, megtölti, és leül vele szemben. - Sie steht einen Moment in der Küche, sieht Archie an, dann den Sherry auf dem Sideboard, dann wieder Archie, und dann macht sie etwas, das sie selbst überrascht: Sie geht zum Sideboard, nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es und setzt sich ihm gegenüber. :25. Húsz év alatt mindig visszautasította a sherryt – udvariasan, de határozottan –, és Archie minden alkalommal úgy bólintott, mintha semmi mást nem is várt volna. - In zwanzig Jahren hat sie den Sherry immer abgelehnt – höflich, aber bestimmt – und Archie hat jedes Mal genickt, als hätte er nichts anderes erwartet. :26. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon”, mondja, a poharat két kézzel tartva, tekintetét az asztalra szegezve. - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch gerichtet. :27. „Ez persze nem ugyanaz – tudom, hogy nem ugyanaz –, de …” - „Das ist natürlich nicht dasselbe – ich weiß, dass es nicht dasselbe ist –, aber …" :28. Iszik, és a mondat befejezetlenül marad a szobában, ami talán a legőszintébb dolog, amit ebben a pillanatban mondhat. - Sie trinkt, und der Satz bleibt unfertig im Raum, was vielleicht das Ehrlichste ist, was sie in diesem Moment sagen kann. :29. Archie egyszer felzokog, röviden és elfojtva, mint valaki, akinek kellemetlen a sírás. - Archie schluchzt einmal, kurz und unterdrückt, wie jemand, dem Weinen unangenehm ist. :30. Maureen nem mond többet – nem azért, mert semmi nem jut eszébe, hanem mert tudja, hogy az ilyen pillanatokban a szavak többnyire inkább a beszélőnek szólnak, mint a hallgatónak. - Maureen sagt nichts mehr – nicht, weil ihr nichts einfällt, sondern weil sie weiß, dass Worte in solchen Momenten meistens mehr für den Sprechenden sind als für den Zuhörer. :31. Ül, issza a sherryjét, és hagyja állni a csendet, amíg Archie a pongyola ujjával meg nem törli az arcát, és szó nélkül össze nem hajtja a levelet. - Sie sitzt, trinkt ihren Sherry und lässt die Stille stehen, bis Archie sich mit dem Ärmel des Morgenmantels das Gesicht wischt und schweigend den Brief zusammenfaltet. :32. A következő héten Maureen gyakrabban gondol rá, mint máskor – nem pontosan sajnálattal, inkább azzal a fajta figyelemmel, amelyet olyan dolgoknak szentel az ember, amelyeket nem egészen ért, de elfelejteni sem tud. - In der darauffolgenden Woche denkt Maureen öfter an ihn als sonst – nicht mit Mitleid genau, eher mit der Art Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht ganz versteht, aber auch nicht vergessen kann. :33. Csütörtök este scone-t süt, bár anyja halála óta alig sütött, és bár kis brixtoni lakásának konyhája nem igazán megfelelő méretű ehhez. - Am Donnerstagabend backt sie Scones, obwohl sie seit dem Tod ihrer Mutter kaum noch gebacken hat und obwohl die Küche in ihrer kleinen Wohnung in Brixton nicht die richtige Größe dafür ist. :34. A scone-ok kissé túl barnák lesznek, de melegek, amikor beteszi őket a műanyag dobozba, és a melegség, gondolja Maureen, többnyire fontosabb, mint a külső. - Die Scones werden etwas zu braun, aber sie sind warm, als sie sie in die Tupperdose legt, und Wärme, denkt Maureen, ist meistens wichtiger als Aussehen. :35. A következő hétfőn csenget, bár van kulcsa, mert ezúttal nem érzi helyesnek, hogy egyszerűen bemenjen. - Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie einen Schlüssel hat, weil es sich diesmal nicht richtig anfühlt, einfach reinzugehen. :36. Archie kinyitja az ajtót, felöltözve, frissen vasalt gallérral, enyhén kivörösödött szemmel, de olyan arckifejezéssel, mint egy férfié, aki elhatározta, hogy folytatja. - Archie öffnet die Tür, gekleidet, den Kragen frisch gebügelt, die Augen leicht gerötet, aber der Gesichtsausdruck derjenige eines Mannes, der beschlossen hat, weiterzumachen. :37. Maureen szó nélkül leteszi a műanyag dobozt a konyhaasztalra, megtölti a vízforralót, és röviden keresi a teát, mert Archie átpakolta egy másik szekrénykébe. - Maureen stellt die Tupperdose wortlos auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher und sucht kurz nach dem Tee, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat. :38. „Üljön le”, mondja, és ő leül, anélkül hogy megkérdezné, miért. - „Setzen Sie sich", sagt sie, und er setzt sich, ohne zu fragen warum. :39. Teát isznak és scone-t esznek, és egyikük sem mond semmit, ami jelentősnek hangzana vagy jelentős akar lenni. - Sie trinken Tee und essen Scones, und keiner von beiden sagt etwas, was bedeutsam klingt oder bedeutsam sein will. :40. Valamikor Maureen azt mondja: „A csillár egyébként nem billeg.” - Irgendwann sagt Maureen: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." :41. Archie ránéz – egy másodpercig, kettőig –, aztán elmosolyodik, az első valódi mosollyal, amelyet Maureen valaha látott rajta. - Archie sieht sie an – eine Sekunde, zwei –, und dann lächelt er, das erste echte Lächeln, das Maureen je bei ihm gesehen hat. :42. „Tudom”, mondja. - „Ich weiß", sagt er. :43. Odakint elhalad egy busz, a régi ablaküvegek röviden megremegnek, és az azt követő csendben a lakás ugyanaz, mint mindig – és mégsem egészen ugyanaz többé. - Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Scheiben zittern kurz, und in der Stille danach ist die Wohnung dieselbe wie immer – und doch nicht mehr ganz dieselbe. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :Das Porzellan - A porcelán :1. Maureen Callahan ötvenhat éves, és ha a foglalkozása felől kérdezik, azt mondja: „takarítónő”, olyan határozottsággal, amely minden további kérdést már csírájában elfojt. - Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, sagt sie „Reinigungskraft" mit einer Bestimmtheit, die jeden Nachfrage im Keim erstickt. :2. Mert a „bejárónő” szó szerinte úgy hangzik, mint valami, amit órákra kölcsönadnak, és aminek nem kell saját véleménye legyen. - Weil das Wort „Putzhilfe" ihrer Meinung nach nach etwas klingt, das man stundenweise verleiht und das keine eigene Meinung haben muss. :3. Úgy ismeri Kensingtont, mint a saját tenyerét – az Onslow Gardens járdájának repedéseit, az eső utáni sövények szagát, azt a módot, ahogy ennek a környéknek a homlokzatai méltóságot színlelnek, mintha az valamiféle teljesítmény volna. - Sie kennt Kensington so gut wie ihren eigenen Handteller – die Risse im Pflaster der Onslow Gardens, den Geruch der Hecken nach Regen, die Art, wie die Fassaden dieser Gegend Würde vortäuschen, als wäre das eine Leistung. :4. Húsz éve járja ezeket az utcákat annak a nőnek a nyugodt magabiztosságával, aki tudja, hogy ügyfelei házaiban többet lát, mint amennyit azok valaha is tudni fognak önmagukról. - Seit zwanzig Jahren bewegt sie sich durch diese Straßen mit dem ruhigen Selbstbewusstsein einer Frau, die weiß, dass sie in den Häusern ihrer Kunden mehr sieht als diese jemals von sich selbst wissen werden. :5. Lord Archibald Pemberton egy éve szerepel a listáján, és ő a legbonyolultabb feladat, amely két évtized alatt valaha is jutott neki – nem a munka miatt, hanem a csend miatt, amely ebben a lakásban a mondatok között függ, mint a por, amelyet nem lehet letörölni anélkül, hogy fel ne kavarnánk. - Lord Archibald Pemberton ist seit einem Jahr auf ihrer Liste, und er ist die komplizierteste Aufgabe, die sie in zwei Jahrzehnten gehabt hat – nicht wegen der Arbeit, sondern wegen der Stille, die zwischen den Sätzen in dieser Wohnung hängt wie Staub, den man nicht wegwischen kann, ohne ihn aufzuwirbeln. :6. Hetvennyolc éves, naponta nyakkendőt visel olyan csomóval, amely gyakorlatról árulkodik, és egyedül lakik egy hétszobás lakásban a Montpelier Streeten, amelyet valaha egy családnak szántak, most pedig főként éppen ennek a családnak a hiányát dokumentálja. - Er ist achtundsiebzig, trägt täglich Krawatte mit einem Knoten, der Übung verrät, wohnt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die früher für eine Familie gedacht war und jetzt hauptsächlich die Abwesenheit eben dieser Familie dokumentiert. :7. A szalonban álló porcelán – fehér meisseni étkészlet, aranyszegéllyel, tizenhat személyre, üveg mögött egy szekrényben, amely csak egy kis rézkulccsal nyílik – Maureen legkörülményesebb heti szertartása, és az egyetlen tárgy a lakásban, amelynél Archie elnémul, amikor hozzáér, elnémul és nagyon figyel. - Das Porzellan im Salon – weißes Meißner Service, goldgerändert, für sechzehn Personen, hinter Glas in einem Schrank, der sich nur mit einem kleinen Messingschlüssel öffnet – ist Maureens aufwendigstes wöchentliches Ritual und das einzige Objekt in der Wohnung, bei dem Archie stumm wird, wenn sie es anfasst, stumm und sehr aufmerksam. :8. Egyszer megkérdezte tőle, kinek a készlete ez, mire ő azt mondta: „a feleségemé”, és ezzel a beszélgetés véget is ért, olyan teljesen és véglegesen, hogy Maureen azóta nem kérdez többet, hanem egyszerűen fogja a kendőt és töröl, és ügyel rá, hogy a csészéket két kézzel tartsa. - Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat gesagt „meiner Frau", und das war das Ende des Gesprächs, so vollständig und endgültig, dass Maureen seitdem nicht mehr fragt, sondern einfach das Tuch nimmt und wischt und darauf achtet, die Tassen mit beiden Händen zu halten. :9. A kulcsot, amelyet Archie adott neki, ő makacsul „kölcsönadottnak” nevezi, olyan szónak, amely jogilag visszaadási kötelezettséget feltételez, a gyakorlatban azonban csak azt jelenti, hogy szüksége van egy tulajdonjog képzetére, amellyel már nem rendelkezik – a lakás fölött, a fia fölött, az ideje fölött. - Den Schlüssel, den Archie ihr gegeben hat, bezeichnet er beharrlich als „geliehen", ein Wort, das juristisch eine Rückgabepflicht impliziert, praktisch aber nur bedeutet, dass er die Vorstellung eines Besitzrechts braucht, das er nicht länger hat – über die Wohnung, über seinen Sohn, über seine Zeit. :10. Amikor Maureen hétfőn kinyitja az ajtót, a teáskészlet már ott áll a konyhaasztalon, annak ellenére, hogy mindkét fél tudja: tea soha nem lesz belőle. - Wenn Maureen montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr bereits auf dem Küchentisch, trotz des Wissens beider Parteien, dass daraus nie Tee wird. :11. Kicsi, makacs félreértés ez, amely berendezkedett közöttük, mint egy csendes albérlő, akit hivatalosan senki sem hívott meg. - Ein kleines, hartnäckiges Missverständnis, das sich zwischen ihnen eingerichtet hat wie ein stiller Untermieter, den keiner offiziell eingeladen hat. :12. „Á, Maureen”, mondja Archie az előszobából, és ebben az üdvözlésben benne van egy férfi teljes megkönnyebbülése, akinek hosszúra nyúlt a hétfő. - „Ah, Maureen", sagt Archie aus dem Flur, und in dieser Begrüßung steckt die gesamte Erleichterung eines Mannes, dem der Montag lang geworden ist. :13. „A csillár megint mozog – nem vette észre?” - „Der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" :14. Minden alkalommal röviden felnéz, mert minden alkalommal reméli, hogy ezúttal igaza lehet, és a csillár minden alkalommal mozdulatlanul és súlyosan függ, mint egy koronatanú, aki megtagadja a vallomást. - Sie schaut jedes Mal kurz nach oben, weil sie jedes Mal hofft, dass er diesmal recht haben könnte, und jedes Mal hängt der Kronleuchter reglos und schwer wie ein Kronzeuge, der verweigert auszusagen. :15. „Majd később megnézem”, mondja, megköti a kötényét, és belép a fürdőszobába, amely viktoriánus szerelvényeivel és nehéz márványpadlójával több gondoskodást igényel, mint amennyit Archie valaha is tudni fog. - „Ich schau später", sagt sie, bindet ihre Schürze um und betritt das Badezimmer, das mit seiner viktorianischen Armaturen und dem schweren Marmorboden mehr Pflege verlangt, als Archie je wissen wird. :16. A férfi az ajtóküszöbig követi, a keretnek támaszkodik annak a férfinak a laza magától értetődésével, aki nem ismer olyan határokat, amelyeket nem ő maga húzott meg, és megkezdi heti beszámolóját, kezében már ott a sherrys pohár, noha a nap alig áll a háztetők fölött. - Er folgt ihr bis zur Türschwelle, lehnt sich an den Rahmen mit der lässigen Selbstverständlichkeit eines Mannes, der keine Grenzen kennt, die er selbst nicht gezogen hat, und beginnt seinen Wochenbericht, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl die Sonne kaum über den Dächern steht. :17. Történeteinek szilárd dramaturgiájuk van: először az apa, aki állítólag Churchill-lel étkezett egy olyan alkalommal, amely minden ismétléssel előkelőbbé válik; aztán Wellington, a ló, amely 1974-ben Hampshire-ben háromszor nyert; végül a jelen, amellyel úgy bánik, mint egy házivendéggel, aki túl sokáig maradt, és akit nem lehet közvetlenül távozásra kérni. - Seine Geschichten haben eine feste Dramaturgie: zuerst der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll bei einer Gelegenheit, die mit jeder Wiederholung illustrer wird; dann das Pferd Wellington, das 1974 in Hampshire dreimal gewann; dann die Gegenwart, die er behandelt wie einen Hausgast, der zu lange geblieben ist und den man nicht direkt bitten kann zu gehen. :18. Maureen súrol, töröl és hallgatja őt annak a nőnek a fegyelmével, aki megértette, hogy a hallgatás a munka egyik formája, amelyet el lehet végezni anélkül, hogy az ember közben önmagát felélné, amíg megőrzi a távolságot aközött, amit hall, és aközött, ami rá tartozik. - Maureen schrubbt, wischt und hört zu mit der Disziplin einer Frau, die verstanden hat, dass Zuhören eine Form von Arbeit ist, die man leisten kann, ohne sich selbst dabei zu verbrauchen, solange man die Distanz wahrt zwischen dem, was gehört wird, und dem, was einen angeht. :19. „Tulajdonképpen elégedett, Maureen?” – ezt a kérdést néha felteszi, és ez az egyetlen, amelynél Maureen röviden megáll, nem azért, mert ne tudná a választ, hanem mert a kérdés egy olyan férfitól érkezik, akinek magának sem volna rá kielégítő válasza. - „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er manchmal, und es ist die einzige, bei der sie kurz innehält, nicht weil sie die Antwort nicht wüsste, sondern weil die Frage von einem Mann kommt, der selbst keine befriedigende Antwort darauf hätte. :20. „A törlőkendő lassan túl vékony lesz”, mondja, Archie pedig komolyan bólint, mintha ez tiszteletet érdemlő filozófiai álláspont volna, és visszamegy a szalonba. - „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt ernsthaft, als wäre das eine philosophische Position, die Respekt verdient, und geht zurück in den Salon. :21. Egy november közepi hétfőn, amikor a Kensington fölötti ég régi újságpapír színű, a lakás már más, mielőtt Maureen még becsukta volna maga mögött az ajtót – valami súlyosság van a levegőben, amit nem lehet megnevezni, de azonnal felismer az ember, ha annyi lakást ismer, mint ő: annak a súlya, ami már megtörtént. - An einem Montag Mitte November, als der Himmel über Kensington die Farbe von altem Zeitungspapier hat, ist die Wohnung anders, bevor Maureen noch die Tür hinter sich geschlossen hat – eine Schwere in der Luft, die man nicht benennen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Wohnungen kennt wie sie: die Schwere von etwas, das bereits passiert ist. :22. Archie pongyolában ül az ebédlőasztalnál, amit Maureen egy év alatt még soha nem látott, és az asztalon egy feltépett levél hever, mintha olyan mozdulattal nyitotta volna ki, amely nem akart tekintettel lenni a tartalomra. - Archie sitzt am Esstisch im Morgenmantel, was Maureen in einem Jahr nie gesehen hat, und auf dem Tisch liegt ein aufgerissener Brief, als hätte er ihn mit einer Geste aufgemacht, die keine Rücksicht auf den Inhalt nehmen wollte. :23. Kezei laposan fekszenek az asztallapon, mintha szükségük volna a felület ellenállására, arca pedig olyan férfi kifejezését mutatja, aki még nem ismerte el a vereséget, noha már rég felfogta. - Seine Hände liegen flach auf der Tischplatte, als brauchten sie den Widerstand der Oberfläche, und sein Gesicht zeigt den Ausdruck eines Mannes, der eine Niederlage noch nicht eingeräumt hat, obwohl er sie längst begriffen hat. :24. „Giles kihúz engem a végrendeletből”, mondja, és a hangjának olyan a textúrája, mint valaminek, ami sokáig szárazon feküdt, és az első érintésre eltörik. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, und seine Stimme hat die Textur von etwas, das lange trocken gelegen hat und beim ersten Anfassen zerbricht. :25. Giles, akit Maureen csak Archie alkalmi, mindig félbeszakadó említéseiből ismer, befektetési bankár a Cityben, és nyilvánvalóan olyan ember, aki döntéseket hoz, amelyek úgy hatnak, mint belülről bevágott ajtók. - Giles, den Maureen nur aus Archies gelegentlichen, stets abgebrochenen Erwähnungen kennt, ist Investmentbanker in der City und offenbar ein Mann, der Entscheidungen trifft, die sich wie Türen anfühlen, die man von innen zuwirft. :26. Maureen a konyhában áll, és olyan figyelemmel nézi Archie-t, amellyel azoknak a dolgoknak adózunk, amelyek törékenységét csak ebben a pillanatban mérjük fel teljesen. - Maureen steht in der Küche und betrachtet Archie mit der Aufmerksamkeit, die man Dingen widmet, deren Fragilität man erst in diesem Moment vollständig ermisst. :27. Aztán meglátja a sherryt a tálalón, és valami benne döntést hoz, amelyet nem terjeszt az értelem elé, mert tudja, hogy annak ellenvetései volnának. - Dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und etwas in ihr trifft eine Entscheidung, die sie dem Verstand nicht vorlegt, weil sie weiß, dass er Einwände hätte. :28. Fog egyet a kis poharak közül, megtölti annak a nőnek a pontosságával, aki egyetlen mozdulatot sem pazarol el, és leül Archie-val szemben – húsz év alatt először nem mint valaki, akinek azért fizetnek, hogy maradjon, hanem mint valaki, aki elhatározta, hogy ennek ellenére marad. - Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Präzision einer Frau, die keine Bewegung verschwendet, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren nicht als jemand, der bezahlt wird zu bleiben, sondern als jemand, der beschlossen hat, es trotzdem zu tun. :29. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon”, mondja, a poharat két keze között tartva, mint valamit, aminek meleget kellene őriznie. - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas zwischen beiden Händen haltend wie etwas, das Wärme bewahren soll. :30. „Ez persze nem ugyanaz, és nem akarok úgy tenni, mintha ugyanaz volna – de vannak pillanatok, amikor az ember megérti, hogy a gyerekek úgy látnak minket, ahogy látni akarnak, és nem úgy, amilyenek vagyunk.” - „Das ist natürlich nicht dasselbe, und ich will nicht so tun, als wäre es dasselbe – aber es gibt Momente, in denen man versteht, dass Kinder uns so sehen, wie sie uns sehen wollen, und nicht so, wie wir sind." :31. A mondat nem ér véget tisztán, mert az ilyen mondatok soha nem érnek véget tisztán, és Maureen inkább iszik, ahelyett hogy befejezné, mert a befejezetlenség néha őszintébb minden csattanónál. - Der Satz endet nicht sauber, weil solche Sätze nie sauber enden, und Maureen trinkt, anstatt ihn fertigzustellen, weil das Unfertige manchmal ehrlicher ist als jede Pointe. :32. Archie egyszer felzokog – röviden, szinte hallhatatlanul, mint valaki, aki a sírást gyengeségként tanulta meg, és mégsem tud most másként –, Maureen pedig leteszi a poharat az asztalra, és vár. - Archie schluchzt einmal – kurz, fast unhörbar, wie jemand, der das Weinen als Schwäche gelernt hat und trotzdem gerade nicht anders kann –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet. :33. Nem annak a feszült várakozásával, aki segíteni akar, hanem annak a nyugodt jelenlétével, aki megtanulta, hogy a jelenlét néha az egyetlen dolog, amit fel lehet ajánlani, és ami valóban számít. - Nicht mit der gespannten Erwartung von jemandem, der helfen will, sondern mit der ruhigen Gegenwart von jemandem, der gelernt hat, dass Anwesenheit manchmal das Einzige ist, was man anbieten kann, das wirklich zählt. :34. A következő héten gyakrabban gondol rá, mint bármelyik másik ügyfelére – nem sajnálattal, az túl egyszerű volna, és nem is gyengédséggel, az túl sok volna, hanem azzal a fajta csendes figyelemmel, amelyet olyan dolgoknak szentelünk, amelyeket nem értünk teljesen, és amelyeket éppen ezért nem engedünk el. - In der darauffolgenden Woche denkt sie öfter an ihn als an irgendeinen ihrer anderen Kunden – nicht mit Mitleid, das wäre zu einfach, und nicht mit Zuneigung, das wäre zu viel, sondern mit der Art stiller Aufmerksamkeit, die man Dingen schenkt, die man nicht vollständig versteht, und die man deshalb nicht loslässt. :35. Csütörtök este scone-t süt brixtoni lakásának kis konyhájában, anyja receptje szerint, amelyet kívülről tud, és amelyet évek óta nem használt, mert a sütés az anya halála után sokáig búcsúízű volt, és mert Maureen nem ápol olyan érzelgősségeket, amelyek fájdalmon kívül semmit sem adnak neki. - Am Donnerstagabend backt sie Scones in der kleinen Küche ihrer Wohnung in Brixton, nach dem Rezept ihrer Mutter, das sie auswendig kennt und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter lange nach Abschied schmeckte und weil Maureen keine Sentimentalitäten pflegt, die ihr nichts geben außer Schmerz. :36. A scone-ok kissé túl barnák lesznek – ennek a konyhának a sütője saját véleménnyel bír –, de melegek, amikor becsomagolja őket, és a melegség Maureen szerint olyan érvforma, amellyel szemben nehéz érvényesülni. - Die Scones werden etwas zu braun – das Backrohr in dieser Küche hat eine eigene Meinung –, aber sie sind warm, als sie sie verpackt, und Wärme ist, wie Maureen findet, eine Form von Argument, gegen die man schwer ankommt. :37. A következő hétfőn csenget, noha a kulcs ott van a zsebében, mert a csengetés azt jelenti, hogy a másiknak van választása, és ez most helyesnek tűnik számára. - Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl sie den Schlüssel in der Tasche hat, weil Klingeln bedeutet, dass der andere die Wahl hat, und das scheint ihr diesmal richtig. :38. Archie ajtót nyit – felöltözve, kivasalt gallérral, még kissé kivörösödött szemmel, de annak a férfinak a tartásával, aki elhatározta, hogy elfogadja a vereséget, anélkül hogy több teret adna neki, mint amennyit megérdemel. - Archie öffnet die Tür – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der beschlossen hat, die Niederlage anzunehmen ohne ihr mehr Raum zu geben, als sie verdient. :39. Maureen leteszi a műanyag dobozt a konyhaasztalra, megtölti a vízforralót, és amikor nem találja azonnal a teát, mert Archie egy másik kis szekrénybe tette át, némán keres, amíg meg nem találja, mert ő így dolgozik idegen konyhákban: alaposan, dráma nélkül, megjegyzés nélkül. - Maureen stellt die Tupperdose auf den Küchentisch, füllt den Wasserkocher, und als sie den Tee nicht gleich findet, weil Archie ihn in ein anderes Schränkchen geräumt hat, sucht sie schweigend, bis sie ihn findet, weil das die Art ist, wie sie in fremden Küchen arbeitet: gründlich, ohne Drama, ohne Kommentar. :40. Leül mellé, teát isznak és megeszik a túlbarnult scone-okat, és egyikük sem mond semmit, ami jelentőségteljesnek akarna hangzani vagy annak kellene lennie. - Sie setzt sich zu ihm, und sie trinken Tee und essen die zu braunen Scones, und keiner sagt etwas, das bedeutsam klingen will oder bedeutsam sein soll. :41. Mert ennek a jelenetnek a jelentősége az egyszerűségében rejlik, és azonnal feloldódna, ha megneveznék. - Weil das Bedeutsame dieser Szene in ihrer Schlichtheit liegt und sich sofort auflösen würde, wenn man es benennte. :42. Aztán Maureen különösebb hangsúly nélkül azt mondja: „A csillár egyébként nem mozog.” - Dann sagt Maureen, ohne besondere Betonung: „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht." :43. Archie ránéz – egy másodpercig, kettőig –, és az arcán megjelenik valami, amit Maureen egy év alatt még soha nem látott: egy mosoly, amely nem akar semmit, nem akar jóindulatot vásárolni, nem akar távolságot áthidalni, nem akar felejtést színlelni. - Archie sieht sie an – eine Sekunde lang, zwei –, und in seinem Gesicht entsteht etwas, das Maureen in einem Jahr nie gesehen hat: ein Lächeln, das nichts will, kein Wohlwollen erkaufen, keine Distanz überbrücken, kein Vergessen simulieren. :44. Egy mosoly, amely egyszerűen ott van, mert éppen semmi sem szól ellene. - Ein Lächeln, das einfach da ist, weil gerade nichts dagegen spricht. :45. „Tudom”, mondja. - „Ich weiß", sagt er. :46. Odakint elhalad egy busz, a régi ablakok röviden megremegnek kereteikben, aztán a csend újra ráborul a lakásra – ugyanaz a csend, mint mindig, és mégis más. - Draußen fährt ein Bus vorbei, die alten Fenster zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, und doch eine andere. :47. Mert a csend, ahogy Maureen tudja, nem üres, hanem abból áll, amit az ember belevitt, és ezúttal nem csak hiány van benne. - Weil Stille, wie Maureen weiß, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingetragen hat, und diesmal ist es nicht nur Abwesenheit. :48. A porcelán a polcon a sápadt novemberi napfényben áll, az aranyszegélyek apró fényeket vetnek a falra, Maureen pedig, miközben a teájába néz, arra gondol, hogy jövő héten különösen gondosan fogja leporolni. - Das Porzellan im Regal steht in der blassen Novembersonne, die goldenen Ränder werfen kleine Lichter auf die Wand, und Maureen denkt, während sie in ihren Tee schaut, dass sie es nächste Woche besonders sorgfältig abstauben wird. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :A porcelán - Das Porzellan :1. Maureen Callahan ötvenhat éves, és ha a foglalkozásáról kérdezik, olyan pontossággal válaszol, amely minden további megjegyzést fölöslegessé tesz: „takarítónő” – egy szó, amelyet ugyanazzal a magától értetődőséggel mond ki, amellyel mások azt mondanák: „ügyvédnő” vagy „orvosnő”, mert korán megértette, hogy az ember büszkesége egy munkára nem kell, hogy attól függjön, miként értékeli azt a társadalom, ha az ember elég eltökélt abban, hogy ezt ne engedje meg. - Maureen Callahan ist sechsundfünfzig Jahre alt, und wenn man sie nach ihrem Beruf fragt, antwortet sie mit einer Präzision, die jeden weiteren Kommentar überflüssig macht: „Reinigungskraft" – ein Wort, das sie mit derselben Selbstverständlichkeit ausspricht, mit der andere „Anwältin" oder „Ärztin" sagen würden, weil sie früh begriffen hat, dass der Stolz auf eine Tätigkeit nicht von der gesellschaftlichen Bewertung dieser Tätigkeit abhängen muss, wenn man nur entschieden genug ist, das nicht zuzulassen. :2. Húsz év alatt megtanulta, hogy a gazdag emberek lakásai ritkán néznek ki úgy, ahogyan maguk az emberek ki akarnak nézni – hogy Kensington súlyos ajtói mögött olyan rendetlenség lappang, amely pénzért nem megvásárolható, és hallgatással is csak szükségmegoldásként kezelhető, és hogy az, aki hetente érkezik a törlőkendővel, elkerülhetetlenül egy olyan igazság egyetlen tanújává válik, amelyet a lakó maga már nem képes észrevenni, mert túl régóta él benne. - In zwanzig Jahren hat sie gelernt, dass die Wohnungen reicher Leute selten so aussehen, wie die Leute selbst aussehen wollen – dass hinter den schweren Türen in Kensington eine Unordnung lauert, die mit Geld nicht zu kaufen ist und mit Schweigen nur notdürftig verwaltet werden kann, und dass derjenige, der wöchentlich mit dem Putztuch kommt, zwangsläufig zum einzigen Zeugen einer Wahrheit wird, die der Bewohner selbst nicht mehr wahrnehmen kann, weil er zu lange in ihr lebt. :3. Lord Archibald Pemberton – hetvennyolc éves, mindennap öltönyben, windsori csomóra kötött nyakkendővel – egy éve szerepel a listáján, és ez idő alatt bebizonyította, hogy az arisztokrácia kevésbé rendi állapot, mint inkább magatartás, amelyet fenn lehet tartani mindaddig, amíg az ember nem hajlandó újramérni a viszonyokat: egyedül él egy hétszobás lakásban a Montpelier Streeten, amelyet valaha személyzettel rendelkező család számára terveztek, és amely most, családtól és személyzettől egyaránt elhagyva, mindannak a hiányát dokumentálja, aminek meg kellett volna töltenie, olyan csenddel, amely nem béke, hanem valaminek az utózengése, ami megszűnt szólni anélkül, hogy bárki kikapcsolta volna. - Lord Archibald Pemberton – achtundsiebzig Jahre alt, täglich im Anzug, Krawatte mit Windsorknoten – ist seit einem Jahr auf ihrer Liste und hat in dieser Zeit bewiesen, dass Aristokratie weniger ein Stand ist als eine Haltung, die man aufrechterhalten kann, solange man sich weigert, die Verhältnisse neu zu vermessen: Er lebt allein in einer Sieben-Zimmer-Wohnung in der Montpelier Street, die einst für eine Familie mit Personal ausgelegt war und die nun, von Familie und Personal gleichermaßen verlassen, die Abwesenheit all dessen dokumentiert, was sie hätte füllen sollen, mit einer Stille, die nicht Frieden ist, sondern der Nachhall von etwas, das aufgehört hat zu klingen, ohne dass jemand es ausgemacht hätte. :4. A porcelán – meisseni étkészlet, fehér, kobaltkék indákkal és aranyszegéllyel, tizenhat személyre, üveg mögött egy rézzáras szekrényben – az egyetlen tárgy ebben a lakásban, amely Maureent valóban foglalkoztatja, nem azért, mert munkát ad, hanem mert Archie elnémul, amikor hozzáér: olyan elnémulás ez, amely más, mint a szokásos hallgatása, összpontosítottabb, feszültebb, mint annak a hallgatása, aki vigyáz, hogy valami el ne törjön, és közben maga sem egészen biztos benne, hogy a porcelánra gondol-e vagy önmagára. - Das Porzellan – Meißner Service, weiß mit kobaltblauen Ranken und Goldrand, für sechzehn Personen hinter Glas in einem Schrank mit Messingschloss – ist das einzige Objekt in dieser Wohnung, das Maureen wirklich beschäftigt, nicht weil es Arbeit macht, sondern weil Archie verstummt, wenn sie es anfasst: ein Verstummen, das anders ist als sein sonstiges Schweigen, konzentrierter, angespannter, wie das Schweigen von jemandem, der aufpasst, dass etwas nicht kaputtgeht, und dabei nicht ganz sicher ist, ob er das Porzellan meint oder sich selbst. :5. Egyszer megkérdezte tőle, kié ez a készlet, és ő azt mondta: „a feleségemé”, olyan rövidséggel, amely nem engedett meg semmilyen következő kérdést – nem azért, mert udvariatlan volt, hanem mert bizonyos mondatok éppen attól teljesek, hogy nem vezetik őket végig, és mert Maureen, aki sokat figyel és nagyon keveset kérdez, ezt azonnal megértette, és azóta mindkét kezét használja, amikor elveszi a csészéket. - Sie hat ihn einmal gefragt, wessen Service das sei, und er hat „meiner Frau" gesagt mit einer Kürze, die keine Folgefrage zuließ – nicht weil er unhöflich war, sondern weil manche Sätze vollständig sind, gerade weil sie nicht zu Ende geführt werden, und weil Maureen, die viel beobachtet und sehr wenig fragt, das sofort verstanden hat und seitdem beide Hände benutzt, wenn sie die Tassen nimmt. :6. A kulcsot, amelyet Archie átadott neki, a mai napig „kölcsönadottnak” nevezi, és ez a szemantikai önfejűség, ahogyan Maureen egyszer elmagyarázta a nővérének, nem véletlen és nem hóbort, hanem az utolsó megmaradt terület, amely fölött még rendelkezik: a nyelv fölött, cselekedetei jelentése fölött, afölött a jog fölött, hogy a birtoklást és az ajándékozást ne engedje egybeesni, még akkor sem, ha régóta világos, hogy a kulcsot soha nem fogja visszakérni. - Den Schlüssel, den Archie ihr übergeben hat, nennt er bis heute „geliehen", und dieser semantische Eigensinn ist, wie Maureen ihrer Schwester einmal erklärt hat, kein Versehen und keine Marotte, sondern der letzte verbliebene Bereich, in dem er noch verfügt: über die Sprache, über die Bedeutung seiner Handlungen, über das Recht, Besitz und Gabe nicht zusammenfallen zu lassen, selbst wenn längst klar ist, dass er den Schlüssel nie zurückfordern wird. :7. Amikor hétfőnként kinyitja az ajtót, a teáskészlet a konyhaasztalon áll – minden alkalommal, kivétel nélkül, olyan kitartással, amely nem feledékenységre utal, hanem reményre, arra a fajta reményre, amely nem adja fel, mert tudja, hogy nincs alapja, és éppen ezért valamilyen különös méltóságban marad fenn, amelyet Maureen, bár soha nem iszik teát, és ezt egy éve nem is tette, nem kommentál, mert megérezte, hogy a teáskészlet nem neki szól, hanem annak a róla alkotott képnek, amelyre Archie-nak szüksége van ahhoz, hogy kibírja a hétfőt. - Wenn sie montags die Tür aufschließt, steht das Teegeschirr auf dem Küchentisch – jedes Mal, ohne Ausnahme, mit einer Beharrlichkeit, die nicht auf Vergessen deutet, sondern auf Hoffnung, auf die Art Hoffnung, die nicht aufgibt, weil sie weiß, dass sie keine Grundlage hat, und die genau deswegen in einer eigentümlichen Würde fortbesteht, die Maureen, obwohl sie nie Tee trinkt und das seit einem Jahr nicht getan hat, nicht kommentiert, weil sie gespürt hat, dass das Teegeschirr nicht für sie bestimmt ist, sondern für die Vorstellung von ihr, die Archie braucht, um den Montag auszuhalten. :8. „Á, Maureen” – mondja az előszobából egy olyan férfi hangján, akinek túl hosszúvá vált a hét, és akinek most végre valaki kinyitotta az ajtót –, „a csillár megint inog – nem vette észre?” - „Ah, Maureen", sagt er aus dem Flur mit dem Ton eines Mannes, dem die Woche zu lang geworden ist und dem jetzt endlich jemand die Tür aufgemacht hat, „der Kronleuchter wackelt wieder – haben Sie das nicht bemerkt?" :9. Maureen minden alkalommal felnéz, ugyanazzal a rövid figyelemmel, amelyet egy nyomozónő szentel egy tetthelynek, amely nem hagyott nyomokat, és a csillár minden alkalommal tökéletes mozdulatlanságban függ, súlyosan és elutasítóan, mint egy tárgy, amely nem hajlandó részt venni egy elbeszélésben, amelyet nem maga kezdett – ezért Maureen minden alkalommal azt mondja: „Később megnézem”, és bemegy a fürdőszobába, mert ez olyan kijelentés, amely senkit sem kötelez semmire. - Sie schaut jedes Mal nach oben, mit derselben kurzen Aufmerksamkeit, die eine Detektivin einem Tatort schenkt, der keine Spuren hinterlassen hat, und der Kronleuchter hängt jedes Mal in vollkommener Reglosigkeit, schwer und abweisend wie ein Objekt, das sich weigert, an einer Erzählung teilzunehmen, die es nicht selbst begonnen hat – weshalb Maureen jedes Mal „Ich schau später" sagt und ins Badezimmer geht, weil das eine Aussage ist, die niemanden zu irgendetwas verpflichtet. :10. Archie követi őt egészen a küszöbig, olyan férfi könnyedségével támaszkodik az ajtófélfának, akinek a határok mindig mások határai voltak, és elkezdi heti monológját, a sherrys pohárral már a kezében, noha alig fél tíz múlt, és noha a sherry, ezt Maureen kiszámolta, éves mennyiségben olyan szintre jut, amely elgondolkodtatja, de ez az ő dolga. - Archie folgt ihr bis zur Schwelle, lehnt sich in den Türrahmen mit der Lässigkeit eines Mannes, für den Grenzen immer die Grenzen anderer waren, und beginnt seinen wöchentlichen Monolog, das Sherryglas bereits in der Hand, obwohl es kaum halb zehn ist und obwohl der Sherry, das hat Maureen berechnet, auf ein Jahresvolumen kommt, das sie nachdenklich stimmt, aber das ist seine Sache. :11. Elbeszélései olyan dramaturgiát követnek, amely hónapok óta alig változott: az apa, aki állítólag Churchill-lel vacsorázott – ezeknek a vacsoráknak a vendéglistája minden ismétléssel nő –, a Wellington nevű ló, amely háromszor győzött Hampshire-ben, és végül a jelen, amellyel úgy bánik, mint egy látogatóval, akinek udvariasságból ajtót nyit az ember, de akit mégis legszívesebben nem hívott volna be. - Seine Erzählungen folgen einer Dramaturgie, die sich über Monate kaum verändert hat: Der Vater, der mit Churchill gespeist haben soll – die Gästeliste dieser Abendessen wächst mit jeder Wiederholung –, das Pferd Wellington, das dreimal in Hampshire siegte, und schließlich die Gegenwart, die er behandelt wie einen Besucher, dem man aus Höflichkeit öffnet und den man trotzdem am liebsten nicht hereingebeten hätte. :12. Maureen hallgatja, súrolja a csaptelepet, letörli a tükröt, és a megfelelő ütemben válaszol, mert megértette, hogy a figyelmes hallgatás ugyanolyan kézműves készség, mint bármely más – olyan készség, amelyet tökéletesíteni lehet anélkül, hogy az ember elveszne benne, amíg ismeri a vonalat aközött, ami hallatszani akar, és aközött, ami rá tartozik. - Maureen hört zu, schrubbt die Armatur, wischt den Spiegel und antwortet im richtigen Takt, weil sie verstanden hat, dass aufmerksames Zuhören eine handwerkliche Fertigkeit ist wie jede andere – eine, die man perfektionieren kann, ohne sich selbst darin zu verlieren, solange man die Linie kennt zwischen dem, was gehört werden will, und dem, was einen angeht. :13. „Tulajdonképpen elégedett, Maureen?” – ezt a kérdést időnként felteszi, és ez az egyetlen, amelynél Maureen valóban megáll, nem zavarában, és nem azért, mert hiányozna a válasz, hanem mert a kérdés olyan intimitást igényel magának, amely egy olyan férfi szájából jön, aki soha nem kérdezte meg tőle, hogy hívják a gyerekeit vagy honnan származik, és aki ezzel a kérdéssel, anélkül hogy tudná, az egyetlen dolgot érinti, amiről Maureen valóban nem akar beszélni: nem az elégedettséget, hanem azt a kérdést, hogy a szó még mindig a megfelelő mértékegység-e ahhoz, hogy ahhoz mérje, amivé az élet lett. - „Sind Sie eigentlich zufrieden, Maureen?" – diese Frage stellt er gelegentlich, und es ist die einzige, bei der sie tatsächlich innehält, nicht aus Verlegenheit und nicht, weil die Antwort fehlte, sondern weil die Frage eine Intimität beansprucht, die aus dem Mund eines Mannes kommt, der sie nie gefragt hat, wie ihre Kinder heißen oder woher sie kommt, und der mit dieser Frage, ohne es zu wissen, das Einzige berührt, worüber Maureen wirklich nicht sprechen will: nicht das Zufriede-Sein, sondern die Frage, ob das Wort noch die richtige Einheit ist, um das, was das Leben geworden ist, daran zu messen. :14. „A törlőkendő lassan túl vékony lesz” – mondja, és Archie bólint, mintha valami fontosat mondott volna. - „Das Putztuch ist langsam zu dünn", sagt sie, und Archie nickt, als hätte sie etwas Wichtiges gesagt. :15. Egy novemberi hétfőn – szürke ég, nedves utcák, az ajtórésen beszivárgó avar- és dízelszag – a lakás más, még mielőtt Maureen felkapcsolta volna a villanyt: a levegő olyan besűrűsödése ez, amelyet nem lehet mérni, de azonnal felismer az ember, ha annyi helyiséget ismer, mint ő, és ha megtanulta, hogy előbb érezzen, és csak azután nézzen oda. - An einem Montag im November – grauer Himmel, nasse Straßen, der Geruch von Laub und Diesel, der durch die Türritze dringt – ist die Wohnung anders, noch bevor Maureen das Licht angemacht hat: eine Verdichtung der Luft, die man nicht messen kann, aber sofort erkennt, wenn man so viele Räume kennt wie sie und wenn man gelernt hat, zuerst zu fühlen und erst dann hinzuschauen. :16. Archie reggeli köntösben ül az étkezőasztalnál – már ez önmagában elég szokatlan ahhoz, hogy minden mást előre sejteni lehessen –, és előtte egy feltépett levél fekszik, amely a borítékját a földön vesztette el, mintha a felnyitás a harag mozdulata lett volna, az olvasás pedig aztán valami egészen más. - Archie sitzt im Morgenmantel am Esstisch – das allein ist ungewöhnlich genug, um alles andere schon vorauszuahnen –, und vor ihm liegt ein aufgerissener Brief, der auf dem Boden seinen Umschlag verloren hat, als wäre das Öffnen eine Geste der Wut gewesen und das Lesen dann etwas ganz anderes. :17. Kezei laposan fekszenek az asztalon, olyan kezek nyomásával, amelyeknek meg kell kapaszkodniuk valamiben, ami maga nem szilárd, és az arca azt a különös kifejezést mutatja, amelyet Maureen más lakások más pillanataiból ismer: annak az embernek a kifejezését, aki a hírt már teljesen megértette, de még nem fogadta el teljesen, mert a kettő együtt túl sok lenne egyszerre. - Seine Hände liegen flach auf dem Tisch mit dem Druck von Händen, die sich festhalten müssen an etwas, das selbst nicht fest ist, und sein Gesicht zeigt jenen eigentümlichen Ausdruck, den Maureen kennt von anderen Momenten in anderen Wohnungen: den Ausdruck eines Menschen, der die Nachricht bereits vollständig verstanden und noch nicht vollständig angenommen hat, weil beides zusammen zu viel auf einmal wäre. :18. „Giles kihúz engem a végrendeletből” – mondja anélkül, hogy felnézne, és ebben a mondatban – rövidségében, a magyarázatról való teljes lemondásában – több van, mint gyász: ott van egy férfi szégyene, aki nem érti, hogyan veszíthet el valakit az ember, akit soha nem volt igazán kész megismerni. - „Giles streicht mich aus dem Testament", sagt er, ohne aufzublicken, und in diesem Satz – in seiner Kürze, in seinem vollständigen Verzicht auf Erklärung – steckt mehr als Trauer: da ist die Scham eines Mannes, der nicht versteht, wie man jemanden verlieren kann, den man nie wirklich zu kennen bereit war. :19. Giles befektetési bankár, Archie világában főként üres helyként jelenik meg, és Maureen, aki az utóbbi években sokat gondolkodott fiúkon, további magyarázat nélkül megérti, hogy itt nem hirtelen kegyetlenségről van szó, hanem egy hosszú közöny végéről, amely mindkét oldalon ott ült, és amelyet most az egyik oldal döntésként fogalmazott meg. - Giles ist Investmentbanker, taucht in Archies Welt hauptsächlich als Leerstelle auf, und Maureen, die viel über Söhne nachgedacht hat in den letzten Jahren, versteht ohne weitere Erklärung, dass hier keine plötzliche Grausamkeit vorliegt, sondern das Ende einer langen Gleichgültigkeit, die auf beiden Seiten saß und die jetzt eines der beiden Seiten als Entscheidung formuliert hat. :20. A konyhában áll, és Archie-t nézi, aztán meglátja a sherryt a tálalón, és abban a másodpercben, amelyben mindkettőt látta, a döntés már meg is született – nem hirtelen indulatként, nem szentimentális együttérzésként, hanem annak nyugodt felismeréseként, hogy vannak pillanatok, amikor az ember abbahagyja a távolság igazgatását, nem azért, mert a távolság rossz volt, hanem mert éppen nem az a helyes. - Sie steht in der Küche und sieht Archie an, und dann sieht sie den Sherry auf dem Sideboard, und in der Sekunde, in der sie beides gesehen hat, ist die Entscheidung bereits gefallen – nicht als Impuls, nicht als sentimentales Mitgefühl, sondern als die ruhige Erkenntnis, dass es Momente gibt, in denen man aufhört, Distanz zu verwalten, nicht weil die Distanz falsch war, sondern weil sie gerade nicht das Richtige ist. :21. Fogja az egyik kis poharat, megtölti egy olyan nő gondosságával, aki nem tesz fölösleges mozdulatokat, és leül Archie-val szemben – húsz év óta először ülve egy ügyfél lakásában, munkaidőben, és a legkülönösebb ebben az, milyen kevéssé különösnek érződik. - Sie nimmt eines der kleinen Gläser, füllt es mit der Sorgfalt einer Frau, die keine unnötigen Bewegungen macht, und setzt sich Archie gegenüber – zum ersten Mal in zwanzig Jahren sitzend in der Wohnung eines Kunden, in der Arbeitszeit, und das Merkwürdigste daran ist, wie wenig merkwürdig es sich anfühlt. :22. „A fiam tavaly nem hívott fel a születésnapomon” – mondja, a poharat két kézzel tartva, tekintetét az asztalra szegezve, nem rá –, mert bizonyos mondatokat könnyebb kimondani, ha közben nem látják az embert –, „ez természetesen nem ugyanaz, nem akarok úgy tenni, mintha ugyanaz lenne – de azt hiszem, a gyerekek valamikor felhagynak azzal, hogy minket lássanak, és elkezdik azt látni, ami megkönnyebbíti őket, amikor így látnak minket.” - „Mein Sohn hat mich letztes Jahr nicht zum Geburtstag angerufen", sagt sie, das Glas mit beiden Händen haltend, den Blick auf den Tisch, nicht auf ihn – weil manche Sätze leichter fallen, wenn man nicht gesehen wird beim Sagen, „das ist natürlich nicht dasselbe, ich will nicht so tun als wäre es dasselbe – aber ich glaube, dass Kinder irgendwann aufhören, uns zu sehen, und anfangen, das zu sehen, was sie entlastet, wenn sie uns so sehen." :23. A mondat nem csattanóval ér véget, mert nincs csattanó, és Maureen iszik, mert ennek a mondatnak a befejezetlensége többet mond, mint bármilyen befejezés mondhatna: azt mondja, hogy ő sem tudja, ez hogyan végződik, és hogy belenyugodott abba, hogy nem tudja. - Der Satz endet nicht mit einer Pointe, weil es keine gibt, und Maureen trinkt, weil das Unfertige dieses Satzes mehr sagt als jede Vollendung es könnte: es sagt, dass sie auch nicht weiß, wie das endet, und dass sie damit abgefunden hat, es nicht zu wissen. :24. Archie felzokog – egyszer, röviden, félig elfojtva, annak a férfinak a szégyenével, akinek az érzés mindig túl nagy volt ahhoz a térhez képest, amelyet engedélyezett neki –, Maureen pedig leteszi a poharat az asztalra, és vár, nem annak feszült segítőkészségével, aki megoldást akar kínálni, hanem annak csendes szolidaritásával, aki tudja, hogy nincs megoldás, és mégsem áll fel – vagy éppen ezért nem. - Archie schluchzt – einmal, kurz, halb unterdrückt, mit der Scham eines Mannes, dem das Gefühl immer zu groß war für den Raum, den er ihm zugebilligt hat –, und Maureen legt das Glas auf den Tisch und wartet, nicht mit der gespannten Hilfsbereitschaft von jemandem, der eine Lösung anbieten will, sondern mit der stillen Solidarität von jemandem, der weiß, dass es keine gibt, und der trotzdem nicht aufsteht – oder gerade deswegen. :25. A következő héten gyakrabban gondol rá, mint valaha, de nem azzal a lágy szánalommal, amelyet az ember néha megenged magának, hogy saját magát együttérzőnek élje meg: inkább azzal a távolságtartó figyelemmel, amelyet akkor vesz észre magában az ember, amikor valami, amiről azt hitte, érti, hirtelen olyan mélységet mutat, amellyel nem számolt, és amelyet nem lehet figyelmen kívül hagyni anélkül, hogy az ember valamit megtagadna önmagától. - In der Woche danach denkt sie öfter an ihn als je zuvor, aber nicht mit dem weichen Mitleid, das man sich manchmal gönnt, um sich selbst als mitfühlend zu erleben: eher mit jener distanzierten Aufmerksamkeit, die man in sich bemerkt, wenn etwas, das man glaubte zu verstehen, plötzlich eine Tiefe zeigt, die man nicht eingerechnet hatte, und die man nicht ignorieren kann, ohne sich selbst etwas zu verweigern. :26. Csütörtök este pogácsaszerű scone-okat süt az anyja receptje szerint – olyan recept szerint, amelyet kívülről tud, és évek óta nem használt, mert az anya halála után a sütés gyász ízű volt, nem konyháé, és mert Maureennek nem szokása önként előhívni a fájdalmat. - Am Donnerstagabend backt sie Scones nach dem Rezept ihrer Mutter – einem Rezept, das sie auswendig kann und seit Jahren nicht benutzt hat, weil Backen nach dem Tod der Mutter nach Trauer schmeckte und nicht nach Küche, und weil Maureen keine Gewohnheit darin hat, Schmerz freiwillig aufzurufen. :27. Mégis süt, és a scone-ok kissé túl barnák lesznek, mert a sütő hazudik, és beteszi őket a műanyag dobozba, mert a melegség állítás, és mert nem akar másikat tenni, és jobbat sem ismer. - Sie backt trotzdem, und die Scones werden etwas zu braun, weil das Backrohr lügt, und sie legt sie in die Tupperdose, weil Wärme eine Aussage ist und weil sie keine andere machen will und keine bessere kennt. :28. A következő hétfőn csenget, bár a kulcs a táskájában van – apró gesztus, de tudatos, mert a csengetés választási lehetőséget ad a másiknak, és mert Maureen úgy döntött, hogy Archie-nak ezúttal legyen meg ez a választása, anélkül hogy tudná, hogy úgysem élne vele. - Am nächsten Montag klingelt sie, obwohl der Schlüssel in ihrer Tasche liegt – eine kleine Geste, aber eine bewusste, weil Klingeln dem anderen die Wahl gibt, und weil Maureen entschieden hat, dass Archie diese Wahl diesmal haben soll, ohne zu wissen, dass er sie sowieso nicht benutzen würde. :29. Archie ajtót nyit – felöltözve, vasalt gallérral, még kissé kivörösödött szemmel, de olyan férfi tartásával, aki elismerte a vereséget, és most rájön, hogy az élet utána is folytatódik, ami egyszerre meglepő és nem meglepő. - Er öffnet – gekleidet, Kragen gebügelt, Augen noch leicht gerötet, aber mit der Haltung eines Mannes, der die Niederlage eingeräumt hat und nun herausfindet, dass das Leben danach weitergeht, was überraschend und nicht überraschend zugleich ist. :30. Maureen leteszi a dobozt az asztalra, megtölti a vízforralót, megkeresi a teát, megtalálja a rossz szekrénykében, kommentár nélkül kiveszi, és a közben keletkező csend nem üres, hanem sűrű – sűrű mindazoktól a dolgoktól, amelyeket nem kell kimondani, mert mindketten ott vannak. - Maureen stellt die Dose auf den Tisch, füllt den Wasserkocher, sucht den Tee, findet ihn im falschen Schränkchen, nimmt ihn heraus ohne Kommentar, und die Stille, die dabei entsteht, ist nicht leer, sondern dicht – dicht von den Dingen, die nicht gesagt werden müssen, weil sie beide da sind. :31. Ülnek, teát isznak és scone-okat esznek, és a beszélgetés, amely megtörténik, nem is beszélgetés, és mégis több, mint a legtöbb: olyan valaminek az állaga van, ami terv nélkül nőtt, ami nem tudja, hogyan hívják, és éppen ezért tart. - Sie sitzen und trinken Tee und essen die Scones, und das Gespräch, das stattfindet, ist keines und doch mehr als die meisten: es hat die Konsistenz von etwas, das gewachsen ist ohne Plan, das nicht weiß, wie es heißt, und das gerade deswegen hält. :32. „A csillár egyébként nem inog” – mondja Maureen valamikor, hangsúly nélkül, egy fizikai tény megállapításaként –, és Archie ránéz, egy másodpercig, kettőig, aztán elmosolyodik, olyan mosollyal, amely nem akar semmit: sem szánalmat, sem elnézést, sem olyan kötődést, amelyet ápolni kellene – egyszerűen mosoly, amely ott van, mert éppen nincs ott semmi, ami megakadályozná. - „Der Kronleuchter wackelt übrigens nicht", sagt Maureen irgendwann, ohne Betonung, als Feststellung einer physikalischen Tatsache – und Archie sieht sie an, eine Sekunde, zwei, und dann lächelt er, ein Lächeln, das nichts will: kein Mitleid, keine Nachsicht, keine Verbundenheit, die man pflegen müsste – einfach ein Lächeln, das da ist, weil gerade nichts da ist, das es verhindert. :33. „Tudom” – mondja. - „Ich weiß", sagt er. :34. Odakint elhalad egy busz, és a régi ablaküvegek röviden megremegnek kereteikben, aztán a csend ismét rátelepszik a lakásra – ugyanaz a csend, mint mindig, ugyanazokkal a bútorokkal, ugyanazzal a porcelánnal, ugyanazzal a fénnyel, és mégis más, mert a csend, ahogyan mindenki tudja, aki sokáig ült benne, nem üres, hanem abból áll, amit belevittünk, és mert ezúttal, először, valami meleg van benne. - Draußen fährt ein Bus vorbei, und die alten Scheiben zittern kurz in ihren Rahmen, und dann legt sich die Stille wieder über die Wohnung – dieselbe Stille wie immer, mit denselben Möbeln, demselben Porzellan, demselben Licht, und doch eine andere, weil Stille, wie jeder weiß, der lange in ihr gesessen hat, nicht leer ist, sondern aus dem besteht, was man hineingebracht hat, und weil diesmal, zum ersten Mal, etwas Warmes darin ist. -------------------- == 87 == 1 -------------------- :A híd - Die Brücke :1. Lucía 29 éves. - Lucía ist 29 Jahre alt. :2. Egy gyárban dolgozik. - Sie arbeitet in einer Fabrik. :3. A gyár Bogotá szélén fekszik. - Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá. :4. Mindennap ingeket varr. - Jeden Tag näht sie Hemden. :5. Az ujjai gyakran fáradtak. - Ihre Finger sind oft müde. :6. Éjszakánként egy kis panzióban alszik. - Nachts schläft sie in einer kleinen Pension. :7. Ott még öt másik nő is lakik. - Dort wohnen noch fünf andere Frauen. :8. A szoba szűk, de olcsó. - Das Zimmer ist eng, aber es ist billig. :9. Lucía félreteszi a pénzét. - Lucía spart ihr Geld. :10. Egy napon el akar menni. - Sie will eines Tages wegfahren. :11. Hová, azt még nem tudja. - Wohin, weiß sie noch nicht. :12. Lucíának van egy bátyja. - Lucía hat einen Bruder. :13. Javiernek hívják, és 24 éves. - Er heißt Javier und ist 24 Jahre alt. :14. Két évvel ezelőtt elment. - Vor zwei Jahren ist er weggegangen. :15. A szomszédasszony azt mondja: A hegyekben van. - Die Nachbarin sagt: Er ist in den Bergen. :16. A kormány azt mondja: Meghalt. - Die Regierung sagt: Er ist tot. :17. Lucía nem mond semmit. - Lucía sagt nichts. :18. Egyszerűen így nevezi: elment. - Sie nennt es einfach: weg. :19. Javiernek hosszú ujjai és halk hangja volt. - Javier hatte lange Finger und eine leise Stimme. :20. A szája mindig fahéjillatú volt. - Sein Mund roch immer nach Zimt. :21. Lucía mindennap gondol rá. - Lucía denkt jeden Tag an ihn. :22. Lucía minden szombaton busszal utazik. - Jeden Samstag fährt Lucía mit dem Bus. :23. A busz öreg és hangos. - Der Bus ist alt und laut. :24. Vannak ott tyúkok, kosarak és fáradt emberek. - Es gibt Hühner, Körbe und müde Menschen. :25. Lucía az ablaknál ül. - Lucía sitzt am Fenster. :26. A forró levegő a ponyván lévő lyukon át jön be. - Die heiße Luft kommt durch ein Loch in der Plane. :27. Egy kisgyerek ül mellette. - Ein kleines Kind sitzt neben ihr. :28. A gyerek egy mandarint tart a kezében. - Das Kind hält eine Mandarine in der Hand. :29. Odaadja Lucíának a felét. - Es gibt Lucía die Hälfte. :30. Lucía elmosolyodik. - Lucía lächelt. :31. Azt gondolja: Javier mindig a fogával hámozta a mandarinokat. - Sie denkt: Javier hat Mandarinen immer mit den Zähnen geschält. :32. A busz lassít. - Der Bus wird langsamer. :33. Közeledik a híd. - Die Brücke kommt. :34. Lucía jól ismeri ezt a hidat. - Lucía kennt diese Brücke gut. :35. Itt látták egymást utoljára. - Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen. :36. Ő és Javier, két évvel ezelőtt. - Sie und Javier, vor zwei Jahren. :37. Most minden héten itt áll. - Jetzt steht sie jede Woche hier. :38. A korlátnál áll, és a vizet nézi. - Sie steht am Geländer und schaut auf das Wasser. :39. A víz barna, és gyorsan folyik. - Das Wasser ist braun und fließt schnell. :40. Nem vár semmire. - Sie wartet auf nichts. :41. Nem remél semmit. - Sie hofft auf nichts. :42. Egyszerűen ott van. - Sie ist einfach da. :43. Ezen a szombaton egy öregember van a hídnál. - An diesem Samstag ist ein alter Mann an der Brücke. :44. Egy felfordított vödrön ül. - Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer. :45. A térdei között egy termosz áll. - Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug. :46. Kávét árul. - Er verkauft Kaffee. :47. Lucía bólint, amikor megkérdezi. - Lucía nickt, als er sie fragt. :48. Aprópénzt keres a táskájában. - Sie sucht das Kleingeld in ihrer Tasche. :49. Aztán meglátja a kezét. - Dann sieht sie seine Hände. :50. Az ujjak hosszúak, a körmök feketék. - Die Finger sind lang, die Nägel schwarz. :51. A hüvelykujján a csont olyan, mint Javier csontja. - Der Knochen am Daumen sieht aus wie Javiers Knochen. :52. Lucíát hideg járja át, pedig forrón süt a nap. - Lucía wird kalt, obwohl die Sonne heiß ist. :53. Meg akarja kérdezni: Ki maga? - Sie will fragen: Wer sind Sie? :54. De egy szót sem szól. - Aber sie sagt kein Wort. :55. Az öregember odaadja neki a kávét. - Der alte Mann gibt ihr den Kaffee. :56. Azt mondja: „Vigyázzon, forró.” - Er sagt: „Vorsicht, heiß." :57. A hangja idegenül cseng. - Seine Stimme klingt fremd. :58. Lucía lassan issza a kávét. - Lucía trinkt den Kaffee langsam. :59. Nézi a férfit. - Sie schaut den Mann an. :60. A férfi a vizet nézi. - Er schaut auf das Wasser. :61. Nem tesz fel kérdéseket. - Sie stellt keine Fragen. :62. A következő szombaton Lucía megint elmegy a hídhoz. - Am nächsten Samstag fährt Lucía wieder zur Brücke. :63. A vödör még ott áll. - Der Eimer steht noch da. :64. De az öregember eltűnt. - Aber der alte Mann ist weg. :65. Egy másik árus foglalta el a helyét. - Ein anderer Verkäufer hat seinen Platz. :66. Ő kólát árul, nem kávét. - Der verkauft Cola, keinen Kaffee. :67. Lucía megkérdezi: „Az öregember – hol van?” - Lucía fragt: „Der alte Mann – wo ist er?" :68. Az árus megvonja a vállát. - Der Verkäufer zuckt mit den Schultern. :69. Azt mondja: „Továbbment. Vagy meghalt. Vagy mindkettő.” - Er sagt: „Weitergegangen. Oder gestorben. Oder beides." :70. Lucía leül a vödörre. - Lucía setzt sich auf den Eimer. :71. Megiszik egy kólát. - Sie trinkt eine Cola. :72. A kólának semmi íze nincs. - Die Cola schmeckt nach nichts. :73. A korlát végén egy piros szál lóg. - Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden. :74. Lucía nem tudja, ki akasztotta oda. - Lucía weiß nicht, wer ihn hingehängt hat. :75. Leszed egy szálat a kabátjáról. - Sie nimmt einen Faden von ihrer Jacke. :76. Odaköti a piros szál mellé. - Sie knüpft ihn neben den roten Faden. :77. Aztán feláll. - Dann steht sie auf. :78. Elmegy a buszhoz. - Sie geht zum Bus. :79. Leül az ablakhoz. - Sie setzt sich ans Fenster. :80. A kezét az üveghez teszi. - Sie legt die Hand gegen das Glas. :81. Odakint a hegyek feloldódnak a hőségben. - Draußen lösen sich die Berge in der Hitze auf. :82. A múlt heti kávé még ott van a nyelvén. - Der Kaffee von letzter Woche ist noch auf ihrer Zunge. :83. Jövő héten újra el fog jönni. - Sie wird nächste Woche wiederkommen. :84. Talán. - Vielleicht. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :A híd - Die Brücke :1. Lucía éjjel egy órakor a varrógépénél áll, és hallja, ahogy a többi nő alszik a panzióban. - Lucía steht um ein Uhr nachts an ihrer Nähmaschine und hört, wie die anderen Frauen in der Pension schlafen. :2. A gyár Bogotá szélén fekszik, ott, ahol az utcák véget érnek, és a hegyek kezdődnek. - Die Fabrik liegt am Rand von Bogotá, wo die Straßen aufhören und die Berge beginnen. :3. Az ujjai a körmei alatt fájnak, nem erősen, de eléggé ahhoz, hogy érezze. - Ihre Finger schmerzen unter den Nägeln, nicht stark, aber genug, dass sie es spürt. :4. Kinéz a rácsos ablakon a kinti fekete hegyekre. - Sie schaut durch das vergitterte Fenster auf die schwarzen Berge draußen. :5. Odafönt nem ég fény, nincs jel, semmi. - Kein Licht brennt dort oben, kein Zeichen, nichts. :6. Lucía a bátyjára, Javierre gondol, aki két évvel ezelőtt elment, anélkül hogy egyetlen szót is hátrahagyott volna. - Lucía denkt an ihren Bruder Javier, der vor zwei Jahren weggegangen ist, ohne ein Wort zu hinterlassen. :7. A szomszédasszony azt mondja, a gerilláknál van a hegyekben. - Die Nachbarin sagt, er ist bei der Guerilla in den Bergen. :8. A kormány azt mondja, meghalt, de bizonyítékot nem küldött. - Die Regierung sagt, er ist tot, aber sie hat keinen Beweis geschickt. :9. Lucía ebből semmit sem mond ki hangosan, mert a szavak néha többet vesznek el, mint amennyit adnak. - Lucía sagt nichts davon laut, weil Worte manchmal mehr wegnehmen, als sie geben. :10. Szombaton kora reggel felszáll a buszra, amely dél felé megy, a Río Sumapazhoz. - Am Samstag früh steigt sie in den Bus, der nach Süden fährt, zum Río Sumapaz. :11. A busz annyira tele van, hogy mellette az ülésen egy tyúk ül, és fél szemmel őt nézi. - Der Bus ist so voll, dass ein Huhn auf dem Sitz neben ihr sitzt und sie mit einem Auge anschaut. :12. A műanyag ponyván lévő lyukon át úgy jön be a forró levegő, mint egy lélegzet. - Durch ein Loch in der Plastikplane kommt die heiße Luft wie ein Atem herein. :13. Egy kisgyerek, akinek nincsenek elülső fogai, egy mandarint nyújt felé. - Ein kleines Kind, das keine Vorderzähne hat, hält ihr eine Mandarine hin. :14. Lucía elveszi a gyümölcsöt, nyugodtan két félre osztja, és az egyiket visszaadja a gyereknek. - Lucía nimmt die Frucht, teilt sie ruhig in zwei Hälften und gibt dem Kind eine zurück. :15. A gyerek nevet, és Lucíának azonnal Javier jut eszébe, aki a mandarint mindig a fogaival hámozta. - Das Kind lacht, und Lucía denkt sofort an Javier, der Mandarinen immer mit den Zähnen geschält hat. :16. Kinéz az ablakon, hogy a gyerek ne lássa a szemét. - Sie schaut aus dem Fenster, damit das Kind ihre Augen nicht sieht. :17. Aztán a busz lassítani kezd, és a híd megjelenik a fák között. - Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen. :18. Lucía ennek a korlátnak minden csavarját ismeri. - Lucía kennt jede Schraube an diesem Geländer. :19. Itt látták egymást utoljára, ő és Javier, egy olyan reggelen, amely úgy nézett ki, mint az összes többi. - Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, sie und Javier, an einem Morgen, der wie alle anderen aussah. :20. Nem fordult meg, amikor elment, vagy talán Lucía csak nem látta. - Er hat sich nicht umgedreht, als er gegangen ist, oder vielleicht hat sie es nur nicht gesehen. :21. Most minden szombaton eljön, két órát áll a korlátnál, és nézi a barna vizet, amely alatta folyik. - Jetzt kommt sie jeden Samstag, steht zwei Stunden am Geländer und schaut auf das braune Wasser, das unter ihr fließt. :22. Nem vár semmi meghatározottra, és nem remél semmi meghatározottat. - Sie wartet auf nichts Bestimmtes und hofft auf nichts Bestimmtes. :23. Egyszerűen ott van, mert ez az egyetlen hely, ahol nem kell megmagyaráznia, miért. - Sie ist einfach da, weil das der einzige Ort ist, wo sie nicht erklären muss, warum. :24. Ezen a szombaton egy öregember ül egy felfordított vödrön a korlát mellett. - An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer. :25. Talán hatvanöt éves, az arca olyan, mint a száraz föld, és a szeme nagyon messzire néz. - Er ist vielleicht fünfundsechzig Jahre alt, hat ein Gesicht wie trockene Erde und Augen, die sehr weit weg schauen. :26. A térdei között egy termosz áll, és halkan megkérdezi Lucíát, kér-e kávét. - Zwischen seinen Knien steht ein Thermoskrug, und er fragt Lucía leise, ob sie einen Kaffee möchte. :27. Lucía bólint, az aprópénzt keresi a kabátzsebében, és közben meglátja a férfi kezét. - Sie nickt, sucht das Kleingeld in ihrer Jackentasche und sieht dabei seine Hände. :28. Az ujjai hosszúak és göcsörtösek, a körmei feketék a kosztól, de ezeknek a kezeknek a formája nem idegen. - Die Finger sind lang und knotig, die Nägel schwarz vom Dreck, aber die Form dieser Hände ist nicht fremd. :29. A hüvelykujj hosszú csontja, ahogy az inak a bőr alatt fekszenek – ezt már látta. - Der lange Knochen am Daumen, die Art, wie die Sehnen unter der Haut liegen – das hat sie schon gesehen. :30. Lucía a markában tartja az érméket, és nem tud megmozdulni. - Lucía hält die Münzen in ihrer Hand und kann sich nicht bewegen. :31. Azt akarja kérdezni: Ki maga, honnan jött, ismer egy Javier nevű férfit? - Sie will fragen: Wer sind Sie, wo kommen Sie her, kennen Sie einen Mann namens Javier? :32. De egyetlen szót sem tud kipréselni magából, mert fél a választól. - Aber sie bringt kein einziges Wort heraus, weil sie Angst hat vor der Antwort. :33. Az öregember egy kis műanyag pohárban odaadja neki a kávét, és azt mondja: „Vigyázzon, forró.” - Der alte Mann gibt ihr den Kaffee in einer kleinen Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß." :34. A hangja olyan, mint egy nyelv, amely nem spanyol, vagy mint a spanyol, amely nagyon sokáig hallgatott. - Seine Stimme klingt nach einer Sprache, die nicht Spanisch ist, oder nach Spanisch, das sehr lange geschwiegen hat. :35. Lucía lassan issza a kávét, és a vizet nézi, pontosan úgy, mint ő. - Lucía trinkt den Kaffee langsam und schaut auf das Wasser, genau wie er. :36. Nem tesz fel kérdéseket, és a férfi sem tesz fel kérdéseket, és ez furcsán helyesnek érződik. - Sie stellt keine Fragen, und er stellt keine Fragen, und das fühlt sich seltsam richtig an. :37. Egy héttel később Lucía újra leszáll a buszról, és elmegy a hídhoz. - Eine Woche später steigt Lucía wieder aus dem Bus und geht zur Brücke. :38. A vödör még ugyanazon a helyen áll, de az öregember nem ül rajta. - Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann sitzt nicht darauf. :39. Egy másik árus vette át a helyet, kólát árul egy hűtőtáskából. - Ein anderer Verkäufer hat den Platz übernommen, er verkauft Cola aus einer Kühltasche. :40. Lucía megkérdezi tőle: „Az öregember a kávéval – tudja, hol van?” - Lucía fragt ihn: „Der alte Mann mit dem Kaffee – wissen Sie, wo er ist?" :41. Az árus röviden ránéz, és vállat von. - Der Verkäufer schaut sie kurz an und zuckt mit den Schultern. :42. Azt mondja: „Továbbment, azt hiszem. Vagy meghalt. Ez itt többnyire ugyanaz.” - Er sagt: „Weitergegangen, glaube ich. Oder gestorben. Das ist hier meistens dasselbe." :43. Lucía leül a vödörre, és vesz egy kólát, amely meleg és édes, és semmilyen íze sincs. - Lucía setzt sich auf den Eimer und kauft eine Cola, die warm und süß ist und nach gar nichts schmeckt. :44. Ennek ellenére kiissza, mert nem tudja, mi mást tehetne. - Sie trinkt sie trotzdem leer, weil sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. :45. A korlát végén egy vörös fonal lóg, vékony és kifakult, mintha már régóta ott lenne. - Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, dünn und verblasst, als wäre er schon lange da. :46. Senki sem tudja megmondani neki, ki akasztotta oda, vagy miért. - Niemand kann ihr sagen, wer ihn hingehängt hat oder warum. :47. Lucía kihúz egy laza fonalat a kabátja szegélyéből, egy kéket, és közvetlenül a vörös mellé köti. - Lucía zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke, einen blauen, und knüpft ihn direkt neben den roten. :48. Röviden ránéz a két fonalra, aztán megfordul, és a buszhoz megy. - Sie schaut kurz auf die beiden Fäden, dann dreht sie sich um und geht zum Bus. :49. Leül az ablak mellé, lapos tenyerét a meleg üveghez teszi, és nézi a hegyeket, amelyek elmosódnak a hőségben. - Sie setzt sich ans Fenster, legt die flache Hand gegen das warme Glas und schaut auf die Berge, die in der Hitze verschwimmen. :50. Valahol ott van Javier, vagy sehol sincs, vagy ez végül ugyanaz. - Irgendwo dort ist Javier, oder er ist nirgends, oder das ist am Ende dasselbe. :51. A kávé íze még ott van a nyelvén, egyszerre idegen és ismerős. - Der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, fremd und vertraut zugleich. :52. A jövő héten vissza fog jönni. - Nächste Woche wird sie wiederkommen. :53. Ez nem remény. - Das ist keine Hoffnung. :54. Ez egyszerűen az, amit tesz. - Das ist einfach, was sie tut. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :A híd - Die Brücke :1. Éjszaka, amikor a gyár elcsendesedik, és már csak a gépek zúgnak, Lucía olyan dolgokra gondol, amelyekre nappal nem tud gondolni. - In der Nacht, wenn die Fabrik still wird und nur noch die Maschinen summen, denkt Lucía an Dinge, die sie tagsüber nicht denken kann. :2. Hat éve ugyanazokat az ingeket varrja, és néha azt hiszi, a tű már jobban ismeri az utat, mint ő maga. - Sie näht seit sechs Jahren dieselben Hemden, und manchmal glaubt sie, die Nadel kennt den Weg schon besser als sie selbst. :3. A kezei maguktól dolgoznak, miközben a feje valahol máshol jár – Javiernél, a hegyeknél, egy két évvel ezelőtti reggelnél, amely soha nem ért véget. - Ihre Hände arbeiten allein, während ihr Kopf woanders ist – bei Javier, bei den Bergen, bei einem Morgen vor zwei Jahren, der nie aufgehört hat. :4. Javier a bátyja, huszonnégy éves volt, amikor elment, és olyan hangja volt, amely mindig túl halk volt, mintha nem akart volna túl sok helyet elfoglalni. - Javier ist ihr Bruder, er war vierundzwanzig, als er ging, und er hatte eine Stimme, die immer zu leise war, als wollte er nicht zu viel Platz nehmen. :5. A szomszédasszony azt mondta, a hegyekben van a gerilláknál, de a szomszédasszony sok olyan dolgot mond, ami jól hangzik, és semmit sem jelent. - Die Nachbarin hat gesagt, er sei in den Bergen bei den Guerilleros, aber die Nachbarin sagt viele Dinge, die sich gut anhören und nichts bedeuten. :6. A kormány küldött egy levelet, amely Javier halálát megállapítja, de nem nevez meg dátumot, helyet, bizonyítékot. - Die Regierung hat einen Brief geschickt, der Javier für tot erklärt, aber kein Datum nennt, keinen Ort, keinen Beweis. :7. Lucía a levelet a bőröndbe tette, az ingek alá, és azóta nem vette elő, mert sem hinni nem akar, sem abbahagyni nem akarja a hitet. - Lucía hat den Brief in den Koffer gelegt, unter die Hemden, und seitdem nicht mehr herausgeholt, weil sie weder glauben noch aufhören will zu glauben. :8. Minden szombaton felszáll a korai buszra, amely dél felé megy, és régi olaj- meg állatszaga van. - Jeden Samstag nimmt sie den frühen Bus, der nach Süden fährt und nach altem Öl und Tier riecht. :9. Az út több mint egy óráig tart, és ezalatt Lucía kinéz az ablakon, anélkül hogy igazán látná, mi suhan el odakint. - Die Fahrt dauert über eine Stunde, und in dieser Zeit schaut Lucía aus dem Fenster, ohne wirklich zu sehen, was draußen vorbeizieht. :10. Ezen a reggelen egy gyerek ül mellette, aki egy mandarint tart a kezében, mintha valami nagyon értékes volna, és szavak nélkül felajánlja neki a felét. - An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält, als wäre sie etwas sehr Kostbares, und ihr ohne Worte die Hälfte anbietet. :11. Lucía elfogadja, és még mielőtt hozzáérne a gyümölcshöz, Javierre gondol, aki soha nem hámozta meg a mandarinokat, hanem egyszerűen a fogaival tépte fel a héjukat. - Lucía nimmt sie und denkt, noch bevor sie die Frucht berührt hat, an Javier, der Mandarinen nie schälte, sondern die Schale einfach mit den Zähnen aufriss. :12. Félrenéz, mielőtt a gyerek láthatná a szemét, és szorosan tartja a mandarint, amíg a busz lassítani nem kezd, és a fák között meg nem jelenik a híd. - Sie schaut weg, bevor das Kind ihre Augen sehen kann, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint. :13. Ez a híd a Río Sumapaz fölött nem különleges hely, száz ilyen híd van ebben az országban. - Diese Brücke über den Río Sumapaz ist kein besonderer Ort, es gibt hundert solche Brücken in diesem Land. :14. De itt látták egymást utoljára, és ez egy helyet olyasmivé tesz, ami korábban nem volt. - Aber hier haben sie sich zum letzten Mal gesehen, und das macht einen Ort zu etwas, das er vorher nicht war. :15. Lucía a korláthoz áll, nézi a barna vizet, amely közönyösen folyik alatta, és semmire sem vár, amit meg tudna nevezni. - Lucía stellt sich ans Geländer, schaut auf das braune Wasser, das gleichgültig unter ihr fließt, und wartet auf nichts, was sie benennen könnte. :16. Nem azért jön, mert reménykedik – egészen biztos benne, hogy a remény ilyen hosszú idő után helytelen volna. - Sie kommt nicht, weil sie hofft – sie ist sich ziemlich sicher, dass Hoffnung das Falsche wäre, nach so langer Zeit. :17. Azért jön, mert ez a hely az egyetlen, ahol nem kell elmagyaráznia, ki volt Javier, és miért van még mindig súlya a hiányának. - Sie kommt, weil dieser Ort der einzige ist, wo sie nicht erklären muss, wer Javier war, und warum seine Abwesenheit noch immer ein Gewicht hat. :18. Többnyire két órát áll itt, nézi a vizet, a hegyeket, az autókat, amelyek megállás nélkül hajtanak át a hídon. - Zwei Stunden steht sie meistens hier, schaut auf das Wasser, auf die Berge, auf die Autos, die über die Brücke fahren, ohne anzuhalten. :19. Ezen a szombaton ott van egy öregember, akit még soha nem látott. - An diesem Samstag ist ein alter Mann da, den sie noch nie gesehen hat. :20. Egy felfordított vödrön ül, mintha az teljesen közönséges szék volna, és egy termoszt tart a térdei között. - Er sitzt auf einem umgedrehten Eimer, als wäre das ein ganz gewöhnlicher Stuhl, und hält einen Thermoskrug zwischen den Knien. :21. Megkérdezi tőle, kér-e kávét, és a hangjának van valami olyan minősége, amelyet Lucía nem tud azonnal hová tenni – mintha egy másik nyelvből jönne, még ha a szavak spanyolok is. - Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie nicht sofort einordnen kann – als käme sie aus einer anderen Sprache, auch wenn die Worte Spanisch sind. :22. Lucía bólint, a kabátzsebébe nyúl aprópénzért, és abban a pillanatban, amikor felnéz, meglátja a kezét. - Lucía nickt, greift in die Jackentasche nach Kleingeld, und in diesem Moment, als sie aufschaut, sieht sie seine Hände. :23. Az ujjak hosszúak és göcsörtösek, az ízületeket feltörte a munka, a körmök feketék, de ezeknek a kezeknek az alapformáját – a hosszú inakat, a hüvelykujjnál előugró csontot – ezer emlékből ismeri. - Die Finger sind lang und knotig, die Gelenke aufgebrochen von Arbeit, die Nägel schwarz, aber die Grundform dieser Hände – die langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen – kennt sie aus tausend Erinnerungen. :24. Már nem számolja az aprópénzt, csak tartja a nyitott tenyerében, és nem tud megmozdulni. - Sie zählt das Kleingeld nicht mehr, sie hält es einfach in der offenen Hand und kann sich nicht bewegen. :25. Kérdés formálódik benne, valójában több kérdés is, de egyik sem jut el az ajkáig, mert nem tudja, mit tenne vele egy válasz. - In ihr formt sich eine Frage, eigentlich mehrere Fragen, aber keine kommt bis zu den Lippen, weil sie nicht weiß, was eine Antwort mit ihr machen würde. :26. Az öregember nyugodtan vár, elveszi az érméket, megtölti a műanyag poharat, és azt mondja: „Vigyázat, forró”, mintha csak ennyit kellene mondani. - Der alte Mann wartet ruhig, nimmt die Münzen, füllt die Plastiktasse und sagt: „Vorsicht, heiß", als wäre das alles, was es zu sagen gibt. :27. A hangja úgy hangzik, mint valami, ami nagyon messziről utazott ide, és útközben sokat elveszített. - Seine Stimme klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs viel verloren hat. :28. Lucía lassan issza a kávét, kortyról kortyra, és inkább a vizet nézi, nem a férfit, mert érzi, hogy a tekintete darabokra szedné, ha túl sokáig viszonozná. - Lucía trinkt den Kaffee langsam, Schluck für Schluck, und schaut auf das Wasser statt auf den Mann, weil sie merkt, dass sein Blick sie in Stücke zerlegen würde, wenn sie ihn zu lange erwiderte. :29. Nem vesz második kávét, nem tesz fel kérdéseket, távozáskor még köszönetet sem mond – vagy talán mégis mond, később már nem biztos benne. - Sie kauft keinen zweiten Kaffee, sie stellt keine Fragen, sie sagt beim Gehen nicht einmal Danke – oder vielleicht sagt sie es doch, sie ist sich später nicht mehr sicher. :30. Eltelik egy hét, amely olyan, mint két mondat közötti hosszú csend, és aztán szombat van. - Eine Woche vergeht, die sich anfühlt wie eine lange Stille zwischen zwei Sätzen, und dann ist Samstag. :31. A vödör még mindig ugyanazon a helyen áll, de az öregember nincs ott, és a helyén valaki fiatalabb árul kólát egy horpadt hűtőtáskából. - Der Eimer steht noch an derselben Stelle, aber der alte Mann ist nicht da, und an seiner Stelle verkauft jemand Jüngeres Cola aus einer zerbeulten Kühltasche. :32. Lucía megkérdezi, hol van a kávés férfi, és az árus úgy néz rá, mintha a kérdés nehezebb volna, mint amilyennek hangzik. - Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie an, als wäre die Frage schwerer als sie klingt. :33. Azt mondja: „Továbbment, azt hiszem. Vagy meghalt. Ezen a vidéken ez gyakran ugyanaz, és az ember nem kérdez utána.” - Er sagt: „Weitergegangen, denke ich. Oder gestorben. In dieser Gegend ist das oft dasselbe, und man fragt nicht nach." :34. Lucía leül a vödörre, és megiszik egy kólát, amely langyos és túlságosan édes, és a korlátot nézi, mintha az meg tudna magyarázni neki valamit. - Lucía setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß, und schaut auf das Geländer, als könnte es ihr etwas erklären. :35. A korlát végén egy vörös fonal lóg, kifakultan és vékonyan, mintha már évek óta ott volna, és valakire várt volna. - Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, als wäre er schon seit Jahren da und hätte auf jemanden gewartet. :36. Senki sem tudja, ki akasztotta oda, és a kérdést amúgy sem teszi fel senki Lucíán kívül. - Niemand weiß, wer ihn hingehängt hat, und die Frage stellt sich sowieso niemand außer Lucía. :37. Kihúz egy laza szálat a kabátja szegélyéből – kéket, kissé rojtosat –, és olyan közel köti a vöröshöz, hogy a kettő összeérjen. - Sie zieht einen losen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein bisschen fransig – und knüpft ihn so nah an den roten, dass die beiden sich berühren. :38. Nem nézi sokáig, aztán megfordul és elmegy. - Sie schaut nicht lange hin, dann dreht sie sich um und geht. :39. A buszon laposan az ablaküvegre teszi a kezét, amely meleg a naptól, és a hegyeket nézi, amelyek a hőségben elveszítik körvonalaikat. - Im Bus legt sie die Hand flach gegen das Fensterglas, das warm ist von der Sonne, und schaut auf die Berge, die in der Hitze ihre Konturen verlieren. :40. A kávé íze még mindig ott van, a nyelvén, a torkában – idegenül, és ugyanakkor annyira ismerősen, hogy elakad tőle a lélegzete. - Der Geschmack des Kaffees ist noch da, auf der Zunge, im Hals – fremd und gleichzeitig so vertraut, dass es ihr den Atem stocken lässt. :41. A következő héten vissza fog jönni, nem azért, mert vár valamit, hanem mert ez a hely úgy tartja fogva, hogy attól nem akar megszabadulni. - Sie wird nächste Woche wiederkommen, nicht weil sie etwas erwartet, sondern weil dieser Ort sie festhält auf eine Art, die sie nicht loswerden will. :42. Ez nem remény. - Das ist keine Hoffnung. :43. De nem is semmi. - Aber es ist auch nicht nichts. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- : A híd - Die Brücke :1. Vannak éjszakák a gyárban, amikor Lucíának az az érzése, hogy a kezei már nem is hozzá tartoznak, mert órák óta ugyanazt csinálják, anélkül hogy a fejének még bármi köze lenne hozzá. - Es gibt Nächte in der Fabrik, in denen Lucía das Gefühl hat, ihre Hände gehörten ihr nicht mehr, weil sie seit Stunden dasselbe tun, ohne dass der Kopf noch beteiligt ist. :2. A gép jár, a cérna áthúzódik az anyagon, és valahol e mögött az egyenletes zaj mögött ott van Javier – nem emlékként, hanem valamiféle állandó nyomásként, amelyet megtanult hordozni anélkül, hogy nevet adna neki. - Die Maschine läuft, der Faden zieht sich durch den Stoff, und irgendwo hinter diesem gleichmäßigen Geräusch liegt Javier – nicht als Erinnerung, sondern als eine Art Dauerdruck, den sie gelernt hat zu tragen, ohne ihn zu benennen. :3. Két évvel ezelőtt ment el, huszonnégy évesen, olyan hanggal, amely mindig túl halk volt, mintha nem akarná a világot jobban zavarni, mint amennyire feltétlenül szükséges. - Er ist vor zwei Jahren gegangen, vierundzwanzig Jahre alt, mit einer Stimme, die immer zu leise war, als wollte er die Welt nicht mehr belästigen, als nötig. :4. Hogy mi lett belőle, azt nem tudja, és ez már nem olyan hézag, amelyet be lehetne zárni – időközben annak a csendnek a szilárd részévé vált, amelyben él. - Was aus ihm geworden ist, weiß sie nicht, und das ist keine Lücke mehr, die sich schließen lässt – es ist inzwischen ein fester Teil der Stille, in der sie lebt. :5. A kormány halottnak nyilvánította őt, hely nélkül, dátum nélkül, bármi nélkül, ami lehetővé tenné számára, hogy higgyen ennek a szónak, vagy elutasítsa. - Die Regierung hat ihn für tot erklärt, ohne Ort, ohne Datum, ohne irgendetwas, das ihr erlauben würde, diesem Wort zu glauben oder es zurückzuweisen. :6. A szombat az egyetlen nap, amikor Lucía nem varr. - Samstag ist der einzige Tag, an dem Lucía nicht näht. :7. Felszáll a dél felé tartó buszra, amelyben öreg férfiak alszanak, tyúkok ülnek kosarakban, és a forró levegő a karosszéria minden repedésén át bekúszik, mintha meg akarná mutatni, hogy nincs olyan határ, amely feltarthatná. - Sie steigt in den Bus, der nach Süden fährt und in dem alte Männer schlafen, Hühner in Körben sitzen und die heiße Luft durch jeden Riss in der Karosserie kriecht, als wollte sie zeigen, dass es keine Grenze gibt, die sie aufhalten kann. :8. Egy gyerek mandarint kínál neki, egészen magától értetődően, mintha régi ismerősök volnának, Lucía pedig elveszi a felét, a másikat visszaadja, miközben ugyanabban a pillanatban észreveszi, hogy remeg a keze – nem erősen, de éppen eléggé. - Ein Kind bietet ihr eine Mandarine an, ganz selbstverständlich, als wären sie alte Bekannte, und Lucía nimmt die Hälfte und gibt die andere zurück, während sie gleichzeitig merkt, dass ihre Hand zittert – nicht stark, aber genug. :9. Javierre gondol, aki a mandarinokat soha nem az ujjaival hámozta, mert túl türelmetlen volt hozzá, és az arcát az ablak felé fordítja, mielőtt a gyerek megláthatná, mi van a szemében. - Sie denkt an Javier, der Mandarinen nie mit den Fingern schälte, weil er zu ungeduldig war, und dreht das Gesicht zum Fenster, bevor das Kind sehen kann, was in ihren Augen steht. :10. Aztán a busz lassítani kezd, és a híd feltűnik a fák között, Lucía pedig kifújja a levegőt, mintha az egész út alatt visszatartotta volna. - Dann wird der Bus langsamer, und die Brücke erscheint zwischen den Bäumen, und Lucía atmet aus, als hätte sie die ganze Fahrt über die Luft angehalten. :11. A Río Sumapaz fölötti híd nem látványos – beton, rozsda, alatta barna víz, amely közönyösen folyik, akármi történik vagy történt is a partjain. - Die Brücke über den Río Sumapaz ist unspektakulär – Beton, Rost, braunes Wasser darunter, das gleichgültig fließt, egal was an seinen Ufern geschieht oder geschehen ist. :12. Lucía mégis minden szombaton idejön, odaáll a korláthoz, nézi a vizet, és két órán át ott marad, anélkül hogy bármi olyasmire várna, amit meg tudna nevezni. - Aber Lucía kommt trotzdem jeden Samstag hierher, stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser und bleibt zwei Stunden, ohne auf irgendetwas zu warten, das sie benennen könnte. :13. Itt látták egymást utoljára, és bár már nem tudja pontosan, mi hangzott el, vagy elhangzott-e egyáltalán bármi, még mindig pontosan tudja, milyennek látszott Javier válla, amikor elment – kissé előrehúzva, mintha valamit hordozna, ami nehezebb nála. - Hier haben sie sich das letzte Mal gesehen, und obwohl sie nicht mehr genau weiß, was gesagt wurde oder ob überhaupt etwas gesagt wurde, weiß sie noch genau, wie Javiers Schultern aussahen, als er wegging – leicht nach vorne gezogen, als trüge er etwas, das schwerer war als er. :14. Ez a hely fogva tartja őt, nem remény által, hanem valamiféle tompa hűség által, amelyet nem magyaráz meg magának, mert fél, hogy megszűnik, ha elkezd gondolkodni rajta. - Dieser Ort hält sie fest, nicht durch Hoffnung, sondern durch eine Art stumpfe Treue, die sie sich nicht erklärt, weil sie Angst hat, dass sie aufhört, wenn sie anfängt, darüber nachzudenken. :15. Ezen a szombaton egy öreg férfi ül egy felfordított vödrön a korlát mellett, mintha mindig is ott ült volna, és ő csak eddig nem vette volna észre. - An diesem Samstag sitzt ein alter Mann auf einem umgedrehten Eimer neben dem Geländer, als hätte er dort immer gesessen und sie hätte ihn nur bisher nicht bemerkt. :16. Talán hatvanöt éves, talán idősebb, olyan arccal, amelynek annyi rétege van, mint a távoli hegyeknek, és olyan szemekkel, amelyek láttak valamit, amiről nem beszél az ember, nem azért, mert tilos volna, hanem mert nincs rá nyelv. - Er ist vielleicht fünfundsechzig, vielleicht älter, mit einem Gesicht, das so viele Schichten hat wie die Berge in der Ferne, und Augen, die etwas gesehen haben, worüber man nicht spricht, nicht weil es verboten wäre, sondern weil es keine Sprache dafür gibt. :17. Megkérdezi tőle, kér-e kávét, és a hangja idegen – nem az akcentus miatt, hanem egy olyan minőség miatt, amelyet Lucía nem tud azonnal besorolni, mintha ez a hang éveken át hallgatott volna, és még nem tért volna vissza egészen. - Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme ist fremd – nicht wegen des Akzents, sondern wegen einer Qualität, die Lucía nicht sofort einordnen kann, als hätte diese Stimme jahrelang geschwiegen und sei noch nicht wieder ganz zurück. :18. Bólint, a zsebében lévő aprópénz után nyúl, és abban a pillanatban, amikor kihámozza az érméket, a tekintete a férfi kezére esik, amely a termoszt tartja. - Sie nickt, greift nach dem Kleingeld in ihrer Tasche, und in dem Moment, als sie die Münzen herausschält, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Thermoskrug halten. :19. Az ujjak bütykösek, a körmök megfeketedtek, a bőr az ízületeknél felrepedt, de ezeknek a kezeknek a formája – a szokatlanul hosszú inak, a hüvelykujjnál előreugró csont, az, ahogy a kisujj kissé eláll – ez nem idegen, ezt ezerszer látta már, egy asztalnál, egy konyhában, egy reggelen, amely most nagyon messze van. - Die Finger sind knotig, die Nägel geschwärzt, die Haut aufgerissen an den Gelenken, aber die Form dieser Hände – die ungewöhnlich langen Sehnen, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger leicht absteht – das ist nicht fremd, das hat sie tausendmal gesehen, an einem Tisch, in einer Küche, an einem Morgen, der jetzt sehr weit weg ist. :20. Lucía abbahagyja az érmék számolását. - Lucía hört auf, die Münzen zu zählen. :21. Csak áll ott, nyitott tenyérrel, és valahol a bordái mögött összehúzódik valami, aminek nincs neve, de nagyon sok helyre van szüksége. - Sie steht einfach da, die Hand offen, und irgendwo hinter ihren Rippen zieht sich etwas zusammen, das keinen Namen hat, aber sehr viel Platz braucht. :22. A benne keletkező kérdések olyan sokan vannak és olyan hangosak, hogy egyikük sem jut el az ajkáig – mintha kölcsönösen eltorlaszolnák egymás útját, mert minden lehetséges válasz többet rombolhatna le, mint a hallgatás. - Die Fragen, die in ihr entstehen, sind so viele und so laut, dass keine davon es bis zu den Lippen schafft – als würden sie sich gegenseitig blockieren, weil jede Antwort, die möglich wäre, mehr zerstören könnte als das Schweigen. :23. Az öreg férfi vár, anélkül hogy türelmetlenné válna, megtölti a műanyag poharat, odaadja neki, és azt mondja: „Vigyázat, forró”, olyan hangon, amely úgy hangzik, mint egy kő, amely mély vízbe esik – egyszer, aztán semmi több. - Der alte Mann wartet, ohne ungeduldig zu werden, füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß", mit einer Stimme, die klingt wie ein Stein, der ins tiefe Wasser fällt – einmal, dann nichts mehr. :24. Lucía iszik, a kávé nagyon erős és nagyon keserű, ő mégis fenékig issza, mert ez az egyetlen cselekvés, amelyet ebben a pillanatban teljesen végre tud hajtani. - Lucía trinkt, und der Kaffee ist sehr stark und sehr bitter, und sie trinkt trotzdem bis zum Grund, weil das die einzige Handlung ist, die sie in diesem Moment vollständig ausführen kann. :25. Nem tesz fel kérdéseket, alig mond valamit, és amikor végül elmegy, nem biztos benne, hogy gyáva volt-e vagy bölcs, és hogy van-e egyáltalán különbség a kettő között. - Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und als sie schließlich geht, ist sie nicht sicher, ob sie feige war oder weise, und ob es dazwischen überhaupt einen Unterschied gibt. :26. A következő héten Lucía magával hordozza ennek a kávénak az ízét, mint egy szilánkot, amely nem fáj, de ott van, mindig. - In der Woche, die folgt, trägt Lucía den Geschmack dieses Kaffees mit sich herum wie einen Splitter, der nicht schmerzt, aber da ist, immer. :27. Varr, alszik, eszik, beszél a panzióban lakó többi nővel, és ez az íz egész idő alatt ott fekszik a nyelvén, mint egy nyitott kérdés, amelyet nem tud vagy nem akar megfogalmazni. - Sie näht, sie schläft, sie isst, sie spricht mit den anderen Frauen in der Pension, und die ganze Zeit über liegt dieser Geschmack auf ihrer Zunge wie eine offene Frage, die sie nicht formulieren kann oder will. :28. A következő szombaton korábban száll fel a buszra, mint máskor, mintha az idő érv volna. - Am nächsten Samstag steigt sie früher als sonst in den Bus, als wäre Zeit ein Argument. :29. A vödör még mindig ugyanazon a helyen áll a korlátnál, de az öreg férfi nincs ott, és egy fiatalabb árus foglalta el a helyét, kólával és közönyös arccal. - Der Eimer steht noch an derselben Stelle am Geländer, aber der alte Mann ist nicht da, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, mit Cola und einem gleichgültigen Gesicht. :30. Lucía megkérdezi, hol van a kávés férfi, az árus pedig egy pillanattal túl sokáig nézi őt, mielőtt megvonja a vállát, és azt mondja: „Továbbment valahová. Vagy meghalt. Ezen a vidéken az ilyesmit nem kérdezik olyan pontosan.” - Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie einen Moment zu lang an, bevor er mit den Schultern zuckt und sagt: „Weitergegangen, irgendwohin. Oder gestorben. In dieser Gegend fragt man das nicht so genau nach." :31. Leül a vödörre, és iszik egy kólát, amely langyos, túlságosan édes, és mindenre hasonlít az íze, csak arra nem, amit keres, és a vizet nézi, amely még mindig közönyösen folyik, érintetlenül mindattól, amit az emberek a partjain elveszítenek. - Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die lauwarm ist und viel zu süß und nach allem schmeckt außer nach dem, wonach sie sucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch gleichgültig fließt, unbeeindruckt von allem, was Menschen an seinen Ufern verlieren. :32. A korlát végén egy piros fonal lóg, kifakult és vékony, amelyet rajta kívül senki sem vett észre, mert az ember csak azt látja, amit néz. - Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn, den niemand bemerkt hat außer ihr, weil man nur sieht, wonach man schaut. :33. Nem tudja, ki akasztotta oda, és a kérdés kevésbé érdekli, mint az a tény, hogy valakinek eszébe jutott ilyen apró jellel kötődni egy helyhez. - Sie weiß nicht, wer ihn hingehängt hat, und die Frage interessiert sie weniger als die Tatsache, dass jemand den Gedanken gehabt hat, sich mit einem so kleinen Zeichen an einen Ort zu binden. :34. Lucía kihúz egy fonalat a kabátja szegélyéből – kéket, kissé foszladozót –, és a piros mellé köti, anélkül hogy tudná, kinek vagy miért, de azzal a nyugodt érzéssel, hogy ez a helyes. - Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig fransig – und knüpft ihn neben den roten, ohne zu wissen, für wen oder warum, aber mit dem ruhigen Gefühl, dass es das Richtige ist. :35. A két fonal egymás mellett lóg a szélben, anélkül hogy érintenék egymást, és anélkül hogy elveszítenék egymást. - Die zwei Fäden hängen nebeneinander im Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich zu verlieren. :36. A buszon laposan a forró ablaküvegre teszi a kezét, és a hegyeket nézi, amelyek feloldódnak a déli hőségben, míg körvonalaik elmosódnak, és már nem lehet pontosan megmondani, hol ér véget a hegy, és hol kezdődik az ég. - Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze auflösen, bis ihre Konturen unscharf werden und man nicht mehr genau sagen kann, wo der Berg aufhört und der Himmel anfängt. :37. Valahol ott van Javier – ez az egyetlen, amibe kapaszkodik, nem tényként, nem reményként, hanem valamiféle belső állításként, amelyet fenn kell tartania, mert nélküle nem tudná, merre irányítsa a tekintetét. - Irgendwo dort ist Javier – das ist das Einzige, woran sie festhält, nicht als Tatsache, nicht als Hoffnung, sondern als eine Art innere Behauptung, die sie aufrechterhalten muss, weil sie ohne sie nicht wüsste, wohin sie die Augen richten soll. :38. A kávé még egy héttel később is ott van a nyelvén, idegenül és ismerősen egyszerre, mint egy nyelv, amelyet valaha tudott az ember, és majdnem elfelejtett. - Der Kaffee ist noch auf ihrer Zunge, eine Woche später, fremdartig und vertraut zugleich, wie eine Sprache, die man einmal konnte und fast vergessen hat. :39. A jövő héten is vissza fog jönni, és az azutáni héten is, nem azért, mert vár valamit, vagy mert még reménykedik valamilyen feloldásban, hanem mert a hűség néha az egyetlen dolog, amivel tartozni lehet egy embernek, aki már nincs ott, hogy követelje. - Sie wird nächste Woche wiederkommen, und die Woche danach, nicht weil sie etwas erwartet oder noch auf eine Auflösung hofft, sondern weil Treue manchmal das Einzige ist, was man einem Menschen schuldet, der nicht mehr da ist, um sie einzufordern. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- : A híd - Die Brücke :1. Van a kimerültségnek egy bizonyos fajtája, amely nem az alvásból fakad, és nem is az ébrenlétből, hanem egy élet hosszú, egyenletes nyomásából, amelyet az ember úgy él, hogy soha nem döntött egészen mellette – és Lucía pontosan ezt a kimerültséget ismeri, miközben a kezei éjjel egy órakor még mindig átvezetik a tűt az anyagon, mintha már régen elszakadtak volna tőle, és most saját számlára dolgoznának. - Es gibt eine bestimmte Art von Erschöpfung, die nicht vom Schlafen kommt und nicht vom Wachen, sondern von dem langen, gleichmäßigen Druck eines Lebens, das man führt, ohne sich je ganz dazu entschieden zu haben – und genau diese Erschöpfung kennt Lucía, während ihre Hände um ein Uhr nachts noch immer die Nadel durch den Stoff führen, als hätten sie sich längst von ihr getrennt und arbeiten jetzt auf eigene Rechnung. :2. A Bogotá peremén álló gyár olyan hely, amely semmit sem ígér és semmit sem tart be, és talán éppen ez az egyetlen őszintesége: itt az ember tudja, mire számíthat. - Die Fabrik am Rand von Bogotá ist ein Ort, der nichts verspricht und nichts hält, und vielleicht ist das seine einzige Ehrlichkeit: Hier weiß man, woran man ist. :3. Javier soha nem dolgozott itt, ő soha nem volt olyan valaki, aki csendben megmarad egy helyen – megvolt benne az a nyugtalan minőség, amely egyes embereket nyugtalanná tesz, másokat pedig vonz, és Lucía mindkettőt megtapasztalta benne, néha ugyanabban a pillanatban. - Javier hat hier nie gearbeitet, er war nie jemand, der still an einem Platz blieb – er hatte diese ruhelose Qualität, die manche Menschen unruhig macht und andere anzieht, und Lucía hat beides an ihm erlebt, manchmal im selben Moment. :4. Két évvel ezelőtt elment, olyan búcsú nélkül, amely méltó lett volna erre a névre, és azóta Lucía megtanult együtt élni egy üres hellyel, amelyet sem gyász, sem bizonyosság nem tud kitölteni, mert a kormány küldött egy levelet, amely halottnak nyilvánította őt anélkül, hogy bármit is adott volna, ami lehetővé tenné, hogy ezt a szót komolyan vegyék. - Vor zwei Jahren ist er gegangen, ohne einen Abschied, der diesen Namen verdient hätte, und seitdem hat sie gelernt, mit einer Leerstelle zu leben, die sich weder durch Trauer noch durch Gewissheit füllen lässt, weil die Regierung einen Brief geschickt hat, der ihn für tot erklärt, ohne irgendetwas zu liefern, das dieses Wort ernstzunehmen erlauben würde. :5. Ami marad, az már nem fájdalom a tulajdonképpeni értelemben, hanem valami tompább és tartósabb – egyfajta strukturális hiány, amelyet Lucía időközben annyira belsővé tett, hogy néha csak akkor veszi észre, amikor valaki megkérdezi, vannak-e testvérei, és neki egy pillanattal túl sokáig tart válaszolni. - Was bleibt, ist kein Schmerz mehr im eigentlichen Sinne, sondern etwas Stumpferes und Beständigeres – eine Art strukturelle Abwesenheit, die Lucía inzwischen so verinnerlicht hat, dass sie sie manchmal erst dann bemerkt, wenn jemand fragt, ob sie Geschwister hat, und sie einen Moment zu lang braucht, um zu antworten. :6. A szombat az ő napja, nem azért, mert különbözik a többitől, hanem mert egy döntés révén azzá tette, ami: az egyetlen nappá, amikor nem varr, nem ül a panzióban a plafont bámulva, hanem felszáll a buszra és elindul. - Der Samstag ist ihr Tag, nicht weil er sich von den anderen unterscheidet, sondern weil sie ihn durch eine Entscheidung zu dem gemacht hat, was er ist: dem einzigen Tag, an dem sie nicht näht, nicht in der Pension sitzt und auf die Decke schaut, sondern in den Bus steigt und fährt. :7. Maga a busz egy saját kis univerzum, olyan emberekkel benépesítve, akik ilyen kora reggel már azoknak az embereknek az arcát viselik, akik tudják, hogy hosszú lesz a nap, és olyan állatokkal, amelyek mit sem sejtve utaznak velük, és olyan hőséggel, amely a horpadt karosszéria minden résén bekúszik, mintha személyesen hívták volna meg. - Der Bus selbst ist ein eigenes kleines Universum, bevölkert von Menschen, die so früh am Morgen schon die Gesichter von Leuten tragen, die wissen, dass der Tag lang wird, und von Tieren, die ahnungslos mitreisen, und von einer Hitze, die durch jede Lücke in der verbeulten Karosserie kriecht, als wäre sie persönlich eingeladen. :8. Ezen a reggelen egy gyerek ül mellette, aki egy mandarint tart azzal a komoly gondossággal, amelyet a gyerekek néha olyan tárgyakra fordítanak, amelyeket a felnőttek már régen magától értetődőnek tartanak, és szó nélkül felajánlja neki a felét, mintha ez volna a világ legtermészetesebb gesztusa. - An diesem Morgen sitzt ein Kind neben ihr, das eine Mandarine hält mit der ernsthaften Sorgfalt, die Kinder manchmal für Gegenstände aufwenden, die Erwachsene längst für selbstverständlich halten, und das ihr wortlos die Hälfte anbietet, als wäre das die natürlichste Geste der Welt. :9. Lucía elveszi a gyümölcsöt, és még mielőtt megérintené a héját, Javier már ott van – nem képként, hanem testi reakcióként, a veszteség valamiféle izomemlékezeteként –, mert Javier a mandarint mindig a fogaival tépte fel, türelmetlenül és nevetve, mintha a hámozás olyan időpazarlás volna, amelyet ő elvből megtagad magától. - Lucía nimmt die Frucht, und noch bevor sie die Schale berührt, ist Javier da – nicht als Bild, sondern als körperliche Reaktion, als eine Art Muskelgedächtnis des Verlustes – weil Javier Mandarinen immer mit den Zähnen aufriss, ungeduldig und lachend, als wäre das Schälen eine Zeitverschwendung, die er sich prinzipiell verweigerte. :10. Az ablak felé fordítja az arcát, hogy a gyerek ne lássa a szemét, és erősen tartja a mandarint, amíg a busz lassítani nem kezd, és a fák között meg nem jelenik a híd, pontosan ott, ahol mindig megjelenik, azoknak a dolgoknak a közönyös megbízhatóságával, amelyek nem tudják, mit jelentenek. - Sie dreht das Gesicht zum Fenster, damit das Kind die Augen nicht sieht, und hält die Mandarine fest, bis der Bus langsamer wird und die Brücke zwischen den Bäumen erscheint, genau dort, wo sie immer erscheint, mit der gleichgültigen Verlässlichkeit von Dingen, die nicht wissen, was sie bedeuten. :11. A Río Sumapaz fölötti híd tárgyilagosan nézve semmi különös: öregedő beton, rozsdásodó korlát, alatta barna víz, amely folyik anélkül, hogy valaha megkérdezné, mi veszik el vagy várakozik a partjainál, vagy mi nem tud dönteni a kettő között. - Die Brücke über den Río Sumapaz ist, objektiv betrachtet, nichts Besonderes: Beton, der altert, Geländer, das rostet, braunes Wasser darunter, das fließt, ohne je zu fragen, was an seinen Ufern verloren geht oder wartet oder sich nicht entscheiden kann zwischen beidem. :12. De a helyek nem azt jelentik, amik, hanem azt, ami bennük történt, és Lucía itt látta utoljára Javier vállait, amelyek kissé előrehajoltak, mintha valamit cipelne, ami kívülről nem volt látható, és ez olyan emlék, amely nem halványul, hanem az idő múlásával inkább pontosabbá válik, élesebbé a részleteiben, mintha az agy pontossággal próbálná pótolni azt, amit a valóság már nem tud megadni. - Aber Orte bedeuten nicht, was sie sind, sondern was in ihnen geschehen ist, und hier hat Lucía zum letzten Mal Javiers Schultern gesehen, die leicht nach vorne geneigt waren, als trüge er etwas, das von außen nicht zu sehen war, und das ist eine Erinnerung, die sich nicht abschwächt, sondern mit der Zeit eher präziser wird, schärfer in den Details, als würde das Gehirn versuchen, durch Genauigkeit zu ersetzen, was die Realität nicht mehr liefern kann. :13. Odaáll a korláthoz, a vizet nézi, és vár – bár a várakozás szó itt félrevezető, mert irányt sugall, amely felé az ember vár, Lucía pedig ezt már régen feladta, ha egyáltalán valaha megvolt neki; amit tesz, inkább az idő csendes elviselése egy olyan helyen, amely az övé, olyan módon, amelyet semmilyen tulajdoni lap nem tudna leírni. - Sie stellt sich ans Geländer, schaut auf das Wasser, und wartet – wobei das Wort Warten hier irreführend ist, weil es eine Richtung impliziert, auf die hin man wartet, und die hat Lucía längst aufgegeben, wenn sie sie je gehabt hat; was sie tut, ist eher ein stilles Aushalten von Zeit an einem Ort, der ihr gehört, auf eine Weise, die kein Besitztitel beschreiben könnte. :14. Ezen a szombaton ott van egy öregember, aki egy felfordított vödrön ül, mintha ez teljesen megfelelő módja volna annak, hogy az ember berendezkedjen a világban, térdei között termoszkannával és olyan arccal, amely annyi réteget visel, hogy Lucía meg sem próbálja olvasni. - An diesem Samstag ist ein alter Mann da, der auf einem umgedrehten Eimer sitzt, als wäre das eine vollkommen angemessene Art, sich in der Welt einzurichten, mit einem Thermoskrug zwischen den Knien und einem Gesicht, das so viele Schichten trägt, dass Lucía nicht einmal versucht, es zu lesen. :15. Megkérdezi tőle, kér-e kávét, és a hangjában van valami, ami egy pillanatra megzavarja, mielőtt megértené, hogy nem az akcentus az, és nem is a hangerő, hanem valamiféle megfagyott távolság – mintha ez a hang nagyon sokáig hallgatott volna, és még nem érkezett volna vissza egészen a jelenbe. - Er fragt sie, ob sie Kaffee möchte, und seine Stimme hat eine Qualität, die sie einen Moment lang irritiert, bevor sie versteht, dass es nicht der Akzent ist und nicht die Lautstärke, sondern eine Art eingefrorene Distanz – als hätte diese Stimme sehr lange geschwiegen und sei noch nicht ganz wieder in der Gegenwart angekommen. :16. Bólint, aprópénz után kutat, és abban a pillanatban, amikor felnéz, hogy odaadja neki az érméket, pillantása a kezére esik, amely a kannát tartja, és megdermed olyan módon, amely nem teátrális, hanem csendes és abszolút – úgy, ahogyan egy test megáll, amikor felismer valamit, amit az értelem még nem ért utol. - Sie nickt, sucht das Kleingeld, und in dem Moment, als sie aufblickt, um ihm die Münzen zu geben, fällt ihr Blick auf seine Hände, die den Krug halten, und sie erstarrt auf eine Art, die nicht theatralisch ist, sondern still und absolut – die Art, in der ein Körper innehält, wenn er etwas erkennt, das der Verstand noch nicht eingeholt hat. :17. Az ujjak göcsörtösek, az ízületek felrepedezettek, a körmök megfeketedtek, és mindez semmi szokatlan nem volna ezen a vidéken; ami Lucíát megdermeszti, az ezeknek a kezeknek a geometriája – a középső ín szokatlan hossza, a hüvelykujjnál kiugró csont, az a mód, ahogyan a kisujj minimálisan eláll, mintha mindig övé akarna lenni az utolsó szó –, mert ez olyan geometria, amelyet ismer, olyan jól, mint a saját kezét, talán még jobban. - Die Finger sind knotig, die Gelenke aufgebrochen, die Nägel geschwärzt, und das alles wäre nichts Ungewöhnliches in dieser Gegend; was Lucía erstarren lässt, ist die Geometrie dieser Hände – die ungewöhnliche Länge der Mittelsehne, der vorspringende Knochen am Daumen, die Art, wie der kleine Finger sich minimal abspreizt, als wolle er immer das letzte Wort haben –, weil das eine Geometrie ist, die sie kennt, so gut wie ihre eigenen Hände, vielleicht besser. :18. Kérdések születnek benne – olyan sok és olyan gyorsan, és olyan különböző és lehetetlen következményekkel, hogy kölcsönösen eltorlaszolják egymást, mint az autók egy bedugult kereszteződésben, és egy sem jut el az ajkaiig, mert minden lehetséges válasz kockára tenne benne valamit, ami éppen még összetartja. - In ihr entstehen Fragen – so viele und so schnell und mit so unterschiedlichen und unmöglichen Konsequenzen, dass sie sich gegenseitig blockieren wie Autos in einer verstopften Kreuzung, und keine kommt durch bis zu den Lippen, weil jede mögliche Antwort etwas in ihr riskieren würde, das sie gerade noch zusammenhält. :19. Az öregember vár, anélkül hogy közben figyelné őt, úgy, ahogyan az ember vár valakire, akinek időre van szüksége, és ez már önmagában is olyasmi, amit Lucía nem fog elfelejteni: hogy várt, mintha tudná, hogy itt a várakozás a helyes. - Der alte Mann wartet, ohne ihr dabei zuzusehen, wie man auf jemanden wartet, der Zeit braucht, und das ist in sich schon etwas, das Lucía nicht vergessen wird: dass er gewartet hat, als wüsste er, dass Warten hier das Richtige ist. :20. Megtölti a műanyag poharat, odaadja neki, és azt mondja: „Vigyázat, forró” – és ez minden, három szó, de a hangja közben úgy hangzik, mint valami, ami nagyon messziről utazott ide, és útközben felhagyott azzal, hogy a legszükségesebbnél többet mondjon. - Er füllt die Plastiktasse, gibt sie ihr und sagt: „Vorsicht, heiß" – und das ist alles, drei Worte, aber seine Stimme dabei klingt wie etwas, das sehr weit gereist ist und unterwegs aufgehört hat, mehr zu sagen als das Notwendigste. :21. Lucía lassan iszik, és a kávé keserű és nehéz, és olyan utóíze van, amelyet nem tud besorolni, és amely ezért benne marad még jóval azután is, hogy a pohár kiürült. - Lucía trinkt, langsam, und der Kaffee ist bitter und schwer und hat einen Nachgeschmack, den sie nicht einordnen kann und der deshalb in ihr hängen bleibt, lange nachdem die Tasse leer ist. :22. Nem tesz fel kérdéseket, alig mond valamit, és hogy ez gyávaság volt-e, vagy valamiféle bölcsesség, amelyért előbb meg kell dolgozni, mielőtt az ember felismeri, hogy nem az, ezt abban a pillanatban nem tudja, és talán soha nem is fogja tudni. - Sie stellt keine Fragen, sie sagt kaum etwas, und ob das Feigheit war oder eine Art von Weisheit, die man sich erst erarbeiten muss, bevor man erkennt, dass sie keine ist, weiß sie in diesem Moment nicht und wird es vielleicht nie wissen. :23. Az ezt követő hét olyan hét, mint bármelyik másik, kivéve, hogy mégsem az, mert Lucía minden egyes napján úgy halad át, mint olyan vízen, amely kissé sűrűbb a szokásosnál, és a kávé íze még mindig ott fekszik a nyelvén, makacsul és némán, mint egy kérdés, amely nem hajlandó nyelvvé fordíttatni. - Die Woche, die folgt, ist eine Woche wie jede andere, außer dass sie es nicht ist, weil Lucía durch jeden ihrer Tage geht wie durch Wasser, das leicht zäher ist als sonst, und der Geschmack des Kaffees liegt noch auf ihrer Zunge, hartnäckig und stumm, wie eine Frage, die sich weigert, in Sprache übersetzt zu werden. :24. A következő szombaton a szokásosnál korábban száll fel a buszra, mintha húsz perc eldönthetne bármit is, ami már eldőlt, és amikor megérkezik a hídhoz, a vödör még ott áll, de az öregember nem ül rajta, és egy fiatalabb árus foglalta el a helyét, aki kólát árul, és úgy néz ki, mintha soha életében nem hiányzott volna neki senki. - Am nächsten Samstag steigt sie früher als gewöhnlich in den Bus, als könnten zwanzig Minuten irgendetwas entscheiden, das bereits entschieden ist, und als sie an der Brücke ankommt, steht der Eimer noch da, aber der alte Mann sitzt nicht darauf, und ein jüngerer Verkäufer hat seinen Platz eingenommen, der Cola verkauft und so aussieht, als hätte er noch nie jemanden vermisst. :25. Lucía megkérdezi a kávés férfi után, és az árus olyan pillantással néz rá, amely azt mondja, hogy ezt a kérdést már ismeri, még ha ma hallja is először, és így válaszol: „Továbbment. Vagy meghalt. Itt az ilyesmit nem kérdezi túl pontosan az ember, mert a válasz többnyire mindkettő.” - Lucía fragt nach dem Mann mit dem Kaffee, und der Verkäufer schaut sie mit einem Blick an, der sagt, dass er diese Frage schon kennt, auch wenn er sie heute zum ersten Mal hört, und antwortet: „Weitergegangen. Oder gestorben. Hier fragt man das nicht so genau nach, weil die Antwort meistens beides ist." :26. Leül a vödörre, és iszik egy kólát, amely meleg és édes, és mindennek az íze benne van, csak annak nem, amire szüksége volna, és a vizet nézi, amely még mindig folyik, közönyösen és érintetlenül, mintha a közöny volna az egyetlen méltó reakció egy országra, amely olyan sok mindent elvett az embereitől. - Sie setzt sich auf den Eimer und trinkt eine Cola, die warm und süß ist und nach allem schmeckt außer nach dem, was sie braucht, und schaut auf das Wasser, das immer noch fließt, gleichgültig und unbeeindruckt, als wäre Gleichgültigkeit die einzig würdige Reaktion auf ein Land, das seinen Menschen so viel weggenommen hat. :27. A korlát végén egy vörös fonal lóg, kifakultan és vékonyan, és senki sem veszi észre, csak valaki, aki megtanult figyelni a kis jelekre, mert a nagy jelek elmaradtak. - Am Ende des Geländers hängt ein roter Faden, verblasst und dünn und von niemandem bemerkt außer von jemandem, der gelernt hat, auf die kleinen Zeichen zu achten, weil die großen Zeichen ausgeblieben sind. :28. Lucía kihúz egy szálat a kabátja szegélyéből – kéket, kissé kirojtosodottat, abból a fajta kékből, amely valaha erősebb volt –, és a vörös mellé köti, nem szentimentalizmusból, hanem egy olyan impulzusból, amelyet nem elemez, mert bizonyos cselekedetek elveszítik jelentésüket, ha az ember túl pontosan nézi őket. - Lucía zieht einen Faden aus dem Saum ihrer Jacke – blau, ein wenig ausgefranst, der Art von blau, das einmal kräftiger war – und knüpft ihn neben den roten, nicht aus Sentimentalität, sondern aus einem Impuls, den sie nicht analysiert, weil manche Handlungen ihre Bedeutung verlieren, wenn man sie zu genau anschaut. :29. A két fonal egymás mellett lóg az enyhe szélben, anélkül hogy érintenék egymást, és anélkül hogy eltávolodnának egymástól, és talán ez a legpontosabb dolog, amit Lucía valaha Javierhez fűződő kapcsolatáról mondott, még ha közben egyetlen szót sem szólt. - Die zwei Fäden hängen nebeneinander im leichten Wind, ohne sich zu berühren und ohne sich voneinander zu entfernen, und das ist vielleicht das Genaueste, was Lucía jemals über ihre Beziehung zu Javier gesagt hat, auch wenn sie kein Wort dabei gesprochen hat. :30. A buszon laposan a forró ablaküveghez teszi a kezét, és a hegyeket nézi, amelyek a déli hőségben valami meghatározhatatlanba oldódnak fel, az alak és az alaktalanság közötti átmenetbe, amely ma nem nyugtalanítónak tűnik számára, hanem őszinte kijelentésnek arról, milyenek is valójában a dolgok. - Im Bus legt sie die Hand flach gegen das heiße Fensterglas und schaut auf die Berge, die sich in der Mittagshitze in etwas Unbestimmtes auflösen, in einen Übergang zwischen Form und Formlosigkeit, der ihr heute nicht beunruhigend vorkommt, sondern wie eine ehrliche Aussage darüber, wie die Dinge wirklich sind. :31. Valahol ebben a feloldódásban ott van Javier – ez már nem remény és nem is meggyőződés, hanem belső tételezés, amelyet fenntart, mert egy embernek valahol lennie kell, még akkor is, ha ez a valahol minden ellenőrizhetőség alól kivonja magát. - Irgendwo in diesem Auflösen ist Javier – das ist keine Hoffnung mehr und keine Überzeugung, sondern eine innere Setzung, die sie aufrechterhält, weil ein Mensch irgendwo sein muss, auch wenn das Irgendwo sich jeder Verifikation entzieht. :32. A kávé még mindig ott van, egy héttel később is, mélyen a torkában, a nyelve hegyén, idegenül és ismerősen egyetlen lélegzetben, mint egy nyelv, amelyet az ember gyerekként beszélt, és amely most már csak azokban a rétegekben ül, amelyek mélyebben vannak a tudatnál. - Der Kaffee ist noch da, eine Woche später, tief im Hals, auf der Zungenspitze, fremd und vertraut in einem Atemzug, wie eine Sprache, die man als Kind gesprochen hat und die jetzt nur noch in den Schichten sitzt, die tiefer liegen als das Bewusstsein. :33. Lucía jövő héten vissza fog jönni – nem reményből, nem is megszokásból a banális értelemben, hanem mert a hűség néha a méltóság egyetlen formája, amely az embernek megmarad, amikor minden más, amire számított, csönddé oldódott; és a méltóság, ezt megtanulta, nem érzés, hanem döntés, amelyet az ember minden szombaton újra meghoz. - Lucía wird nächste Woche wiederkommen – nicht aus Hoffnung, nicht aus Gewohnheit im banalen Sinne, sondern weil Treue manchmal die einzige Form von Würde ist, die einem bleibt, wenn alles andere, worauf man gezählt hat, sich in Schweigen aufgelöst hat; und Würde, das hat sie gelernt, ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung, die man jeden Samstag von Neuem trifft. -------------------- == 88 hier weiter == 1 -------------------- :Doña Clara – Doña Clara :1. Doña Clara korán kel. - Doña Clara steht früh auf. :2. Odakint még sötét van. - Es ist noch dunkel draußen. :3. Tüzet rak az udvaron. - Sie macht das Feuer im Hof an. :4. Egy nagy fazék áll a lángok fölött. - Ein großer Topf steht über den Flammen. :5. Rizst főz az ünnepre. - Sie kocht Reis für das Fest. :6. Ma van az unokája keresztelője. - Heute ist die Taufe ihrer Enkelin. :7. Sok ember fog eljönni. - Viele Menschen werden kommen. :8. A szomszédok asztalokat és székeket hoznak. - Die Nachbarn bringen Tische und Stühle. :9. A férfiak nehéz sörösrekeszeket cipelnek. - Die Männer schleppen schwere Bierkästen. :10. Az asszonyok krumplit hámoznak. - Die Frauen schälen Kartoffeln. :11. Doña Clara lassan keveri a fazék tartalmát. - Doña Clara rührt langsam im Topf. :12. Hamu száll az arcába. - Asche fliegt ihr ins Gesicht. :13. Nem törli le. - Sie wischt sie nicht ab. :14. Elena egy kosárral érkezik. - Elena kommt mit einem Korb. :15. A kosár tele van lime-mal. - Der Korb ist voller Limonen. :16. Elena a lánya, és tanítónő. - Elena ist ihre Tochter und sie ist Lehrerin. :17. Leül az anyja mellé. - Sie setzt sich neben ihre Mutter. :18. Szeletekre vágja a gyümölcsöket. - Sie schneidet die Früchte in Scheiben. :19. Egyikük sem szólal meg. - Keine von beiden spricht. :20. Egy kakas hangosan kukorékol. - Ein Hahn schreit laut. :21. A szomszédasszony átkiált a túloldalról: „Mikor kezdődik?” - Die Nachbarin ruft von gegenüber: „Wann geht es los?“ :22. Doña Clara nyugodtan válaszol: „Amikor lent lesz a nap.” - Doña Clara antwortet ruhig: „Wenn die Sonne unten ist.“ :23. A szomszédasszony bólint. - Die Nachbarin nickt. :24. Nem sokat ért belőle, de azért bólint. - Sie versteht nicht viel, aber sie nickt trotzdem. :25. Elena egy régi vödrön ül. - Elena sitzt auf einem alten Eimer. :26. Hagymát hámoz. - Sie schält Zwiebeln. :27. Nagyon sok hagyma van. - Es sind sehr viele Zwiebeln. :28. A könnyek végigfolynak az arcán. - Die Tränen laufen ihr über das Gesicht. :29. De nem hagyja abba. - Aber sie hört nicht auf. :30. Hirtelen a földre dobja a kést. - Plötzlich wirft sie das Messer auf den Boden. :31. „Mama, nem fog eljönni” – mondja. - „Mama, er kommt nicht“, sagt sie. :32. Doña Clara nem fordul meg. - Doña Clara dreht sich nicht um. :33. „Eljön a lánya keresztelőjére” – mondja. - „Er kommt zur Taufe seiner Tochter“, sagt sie. :34. Elena az anyja kezére néz. - Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter. :35. A kéz egy kicsit remeg. - Die Hand zittert ein bisschen. :36. Elena kinyitja a száját, de nem mond semmit. - Elena öffnet den Mund, aber sie sagt nichts. :37. Újra felveszi a kést a földről. - Sie nimmt das Messer wieder vom Boden. :38. Tovább hámoz. - Sie schält weiter. :39. Estére a ház tele van vendégekkel. - Am Abend ist das Haus voller Gäste. :40. Gyerekek futkosnak a felnőttek lábai között. - Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen herum. :41. Egy régi harmonika zenél. - Eine alte Ziehharmonika spielt Musik. :42. A keringő egy kicsit szomorúan hangzik. - Der Walzer klingt ein wenig traurig. :43. Doña Clara egyedül bemegy a kamrába. - Doña Clara geht allein in die Kammer. :44. Kinyit egy régi szekrényt. - Sie öffnet einen alten Schrank. :45. Ott áll egy üveg rum. - Dort steht eine Flasche Rum. :46. Por fekszik az üvegen. - Auf der Flasche liegt Staub. :47. A piros szalag még eredeti, és szorosan meg van kötve. - Das rote Band ist noch original und fest gebunden. :48. Santiago ajándékozta neki ezt az üveget. - Santiago hat ihr diese Flasche geschenkt. :49. Három évvel ezelőtt, az utolsó születésnapjára kapta. - Es war zu ihrem letzten Geburtstag vor drei Jahren. :50. Doña Clara óvatosan mindkét kezébe veszi az üveget. - Doña Clara nimmt die Flasche vorsichtig in beide Hände. :51. Beviszi a konyhába. - Sie trägt sie in die Küche. :52. A nagy asztal közepére teszi. - Sie stellt sie in die Mitte des großen Tisches. :53. Rosa néni hangosan megkérdezi: „Ezt most megiszod?” - Tante Rosa fragt laut: „Trinkst du das jetzt?“ :54. Doña Clara megrázza a fejét. - Doña Clara schüttelt den Kopf. :55. „Nem azért vettem egyedül, hogy egyedül igyam meg” – mondja. - „Ich habe es nicht allein gekauft, um es allein zu trinken“, sagt sie. :56. A harmonikás rövid időre megáll. - Der Ziehharmonika-Spieler hält kurz an. :57. Aztán tovább játszik, mintha semmi sem történt volna. - Dann spielt er weiter, als wäre nichts gewesen. :58. Senki sem iszik az üvegből. - Niemand trinkt aus der Flasche. :59. De senki sem teszi el. - Aber niemand stellt sie weg. :60. Elmúlt éjfél. - Es ist nach Mitternacht. :61. A legtöbb vendég már elment. - Die meisten Gäste sind schon gegangen. :62. Doña Clara egy fapadon ül a ház előtt. - Doña Clara sitzt auf einer Holzbank vor dem Haus. :63. Az üveg mellette áll a földön. - Die Flasche steht neben ihr auf dem Boden. :64. Még zárva van. - Sie ist noch geschlossen. :65. Elena egy gyapjútakaróval jön. - Elena kommt mit einer Wolldecke. :66. Finoman az anyja vállára teríti. - Sie legt sie ihrer Mutter sanft um die Schultern. :67. Anya és lánya az utat nézik. - Mutter und Tochter schauen auf den Weg. :68. Az út a sötétbe vezet, és valahol a semmiben ér véget. - Der Weg führt ins Dunkle und endet irgendwo im Nichts. :69. Valahol egy kutya ugat. - Irgendwo bellt ein Hund. :70. Elena halkan suttogja: „Látja a gyertyákat.” - Elena flüstert leise: „Er sieht die Kerzen.“ :71. Doña Clara nem néz el. - Doña Clara schaut nicht weg. :72. „Látja őket” – mondja. - „Er sieht sie“, sagt sie. :73. Sokáig ülnek együtt a padon. - Sie sitzen lange zusammen auf der Bank. :74. A gyertyák lassan leégnek. - Die Kerzen brennen langsam herunter. :75. Az üveg ott marad. - Die Flasche bleibt stehen. :76. A reggel halkan érkezik, kérdezés nélkül. - Der Morgen kommt leise, ohne zu fragen. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Doña Clara - Doña Clara :1. Doña Clara rosszul alszik, mert a keresztelőre gondol. - Doña Clara schläft schlecht, weil sie an die Taufe denkt. :2. Már hajnalhasadás előtt felkel, és kimegy az udvarra. - Schon vor dem Morgengrauen steht sie auf und geht in den Hof. :3. A tűz lassan ég, és a füst nedves fa szagát árasztja. - Das Feuer brennt langsam, und der Rauch riecht nach feuchtem Holz. :4. Keveri a nagy fazék tartalmát, bár a rizs még nem is fő. - Sie rührt im großen Topf, obwohl der Reis noch nicht kocht. :5. Ma sok ember jön, és mindennek készen kell lennie. - Heute kommen viele Menschen, und alles muss fertig sein. :6. A szomszédok szívesen segítenek, mert a falu már sok éve ismeri Doña Clarát. - Die Nachbarn helfen gerne, denn das Dorf kennt Doña Clara seit vielen Jahren. :7. Az egyik férfi sörösrekeszeket cipel, egy másik hosszú faasztalokat visz a hátán. - Ein Mann schleppt Bierkästen, ein anderer trägt lange Holztische auf dem Rücken. :8. Doña Clara nézi őket, de közben valaki másra gondol. - Doña Clara schaut ihnen zu, aber sie denkt an jemand anderen. :9. Elena kijön a házból, és egy nehéz kosarat hoz hagymával és lime-mal. - Elena kommt aus dem Haus und bringt einen schweren Korb mit Zwiebeln und Limonen. :10. Leül egy felfordított vödörre, és azonnal munkához lát. - Sie setzt sich auf einen umgedrehten Eimer und fängt sofort an zu arbeiten. :11. A szeme kivörösödik, mert a hagyma olyan erős. - Ihre Augen werden rot, weil die Zwiebeln so scharf sind. :12. Senki sem kérdezi meg, hogy csak a hagyma-e az oka. - Niemand fragt, ob es nur die Zwiebeln sind. :13. Elena hirtelen leteszi a kést a földre, és azt mondja: „Mama, nem jön vissza.” - Plötzlich legt Elena das Messer auf den Boden und sagt: „Mama, er kommt nicht zurück.“ :14. Doña Clara nem fordul meg, de a keze egy pillanatra megáll. - Doña Clara dreht sich nicht um, aber ihre Hand hält kurz an. :15. „Eljön a lánya keresztelőjére” – mondja habozás nélkül. - „Er kommt zur Taufe seiner Tochter“, sagt sie, ohne zu zögern. :16. Elena az anyja remegő kezére néz, és hallgat. - Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter und schweigt. :17. Újra felveszi a kést, és tovább hámoz, mert nincs mit mást tenni. - Sie nimmt das Messer wieder und schält weiter, weil es nichts anderes zu tun gibt. :18. Délután megérkeznek az első vendégek, és a ház gyorsan hangossá válik. - Am Nachmittag kommen die ersten Gäste, und das Haus wird schnell laut. :19. Gyerekek rohannak át a szobákon, és öreg férfiak ülnek kint az árnyékban. - Kinder rennen durch die Zimmer, und alte Männer sitzen draußen im Schatten. :20. Egy harmonika olyan keringőt játszik, amely egy kicsit szomorúan hangzik. - Eine Ziehharmonika spielt einen Walzer, der ein bisschen traurig klingt. :21. Doña Clara egyedül megy be a kamrába, anélkül hogy bárki követné. - Doña Clara geht allein in die Kammer, ohne dass jemand ihr folgt. :22. Kinyit egy régi faszekrényt, amely levendula- és időszagú. - Sie öffnet einen alten Holzschrank, der nach Lavendel und Zeit riecht. :23. Egészen hátul áll egy rumosüveg, piros szalaggal és porral a címkéjén. - Ganz hinten steht eine Rumflasche mit einem roten Band und Staub auf dem Etikett. :24. Santiago adta neki ezt az üveget az utolsó születésnapjára; ennek most már három éve. - Santiago hat ihr diese Flasche zum letzten Geburtstag geschenkt, drei Jahre ist das jetzt her. :25. Doña Clara sokáig tartja az üveget mindkét kezében, mielőtt elindul. - Doña Clara hält die Flasche lange in beiden Händen, bevor sie geht. :26. Lassan beviszi a konyhába, és az asztal közepére állítja. - Sie trägt sie langsam in die Küche und stellt sie in die Mitte des Tisches. :27. Rosa néni azonnal meglátja, és megkérdezi: „Most ki akarod nyitni?” - Tante Rosa sieht es sofort und fragt: „Willst du die jetzt aufmachen?“ :28. Doña Clara megrázza a fejét, és nyugodtan azt mondja: „Nem azért vettem, hogy egyedül igyam meg.” - Doña Clara schüttelt den Kopf und sagt ruhig: „Ich habe sie nicht gekauft, um allein zu trinken.“ :29. A harmonika egy pillanatra elhallgat, aztán a zene továbbmegy. - Die Ziehharmonika verstummt für einen Moment, dann geht die Musik weiter. :30. Senki sem nyúl az üveg után, de senki sem kérdezi meg még egyszer, miért áll ott. - Keiner greift nach der Flasche, aber keiner fragt noch einmal, warum sie da steht. :31. Éjfél után a legtöbb vendég elment, és a ház újra csendes. - Nach Mitternacht sind die meisten Gäste gegangen, und das Haus ist wieder still. :32. Doña Clara a ház előtti régi fapadon ül, és a sötétségbe néz. - Doña Clara sitzt auf der alten Holzbank vor dem Haus und schaut in die Dunkelheit. :33. A rumosüveg mellette áll a földön, még mindig lezárva. - Die Rumflasche steht neben ihr auf dem Boden, noch immer geschlossen. :34. Elena egy vastag takaróval jön, és szó nélkül az anyja vállára teríti. - Elena kommt mit einer dicken Decke und legt sie ihr schweigend um die Schultern. :35. Leül az anyja mellé, és mindketten a földútra néznek. - Sie setzt sich neben ihre Mutter, und beide schauen auf den unbefestigten Weg. :36. Az út kivezet a faluból, egy olyan irányba, amelyet már senki sem nevez meg. - Der Weg führt aus dem Dorf heraus, in eine Richtung, die niemand mehr benennt. :37. Valahol a sötétben ugat egy kutya, aztán újra csend lesz. - Irgendwo im Dunkeln bellt ein Hund, und dann ist es wieder still. :38. Elena suttogja: „Látja a gyertyákat, tudod.” - Elena flüstert: „Er sieht die Kerzen, weißt du.“ :39. Doña Clara szünet nélkül válaszol, anélkül hogy elmozdítaná a tekintetét: „Látja őket.” - Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Blick zu bewegen: „Er sieht sie.“ :40. Egymás mellett ülnek, amíg az utolsó gyertyák is le nem égnek. - Sie sitzen nebeneinander, bis die letzten Kerzen heruntergebrannt sind. :41. Az üveg ott marad, ahol áll. - Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht. :42. A reggel lassan érkezik, anélkül hogy bárki meghívta volna. - Der Morgen kommt langsam, ohne dass jemand ihn eingeladen hat. --------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :A keresztelő - Die Taufe :1. Doña Clara azon az éjszakán alig aludt, mert az ünnep gondolatai nem akarták elengedni. - Doña Clara hat in dieser Nacht kaum geschlafen, weil die Gedanken an das Fest sie nicht loslassen wollten. :2. Amikor felkel, az ég még sötétkék, és a falu olyan csendesen fekszik, mint egy elfelejtett ígéret. - Als sie aufsteht, ist der Himmel noch dunkelblau, und das Dorf liegt still wie ein vergessenes Versprechen. :3. Letérdel az udvaron égő nyílt tűz mellé, és keveri a rizst, bár az még nem elég forró. - Sie kniet neben dem offenen Feuer im Hof und rührt den Reis, obwohl er noch nicht heiß genug ist. :4. A hamu az arcába száll, ő pedig hagyja, hogy megtörténjen, anélkül hogy felemelné a kezét. - Die Asche fliegt ihr ins Gesicht, und sie lässt es geschehen, ohne die Hand zu heben. :5. Ma keresztelik meg a kis Maríát, és az egész falu el fog jönni, mert az ilyesmit nem ünnepli az ember egyedül. - Heute wird die kleine María getauft, und das ganze Dorf wird kommen, weil man sowas nicht alleine feiert. :6. Szomszédok asztalokat cipelnek át az udvaron, férfiak sörösrekeszeket raknak a ház falához, asszonyok fazekakat és tálakat hoznak. - Nachbarn schleppen Tische über den Hof, Männer stapeln Bierkästen an die Hauswand, Frauen bringen Töpfe und Schüsseln. :7. Fasfüst szaga érződik, húsé, és a nedves földé, amelyet a reggel mindig magával hoz. - Es riecht nach Holzrauch, nach Fleisch, nach der feuchten Erde, die der Morgen immer mit sich bringt. :8. Elena egy nehéz kosárral jön ki a házból, szótlanul leül az anyja mellé, és a kés után nyúl. - Elena kommt mit einem schweren Korb aus dem Haus, setzt sich wortlos neben ihre Mutter und greift nach dem Messer. :9. Hagymát vág, egyiket a másik után, és a könnyek olyan egyenletesen jönnek, hogy senki sem kérdezi meg, vajon fájdalom-e. - Sie schneidet Zwiebeln, eine nach der anderen, und die Tränen kommen so gleichmäßig, dass niemand fragt, ob es Schmerz ist. :10. Egyszer csak Elena leteszi a kést, és halk, kemény hangon azt mondja: „Mama, ő nem fog eljönni.” - Irgendwann legt Elena das Messer hin und sagt mit leiser, harter Stimme: „Mama, er wird nicht kommen." :11. Doña Clara tovább kever, mintha semmit sem hallott volna, de a válla egy rövid pillanatra megfeszül. - Doña Clara rührt weiter, als hätte sie nichts gehört, aber ihre Schultern straffen sich für einen kurzen Moment. :12. „Egy férfi eljön a lánya keresztelőjére” — mondja, és a hangja nem tűr ellentmondást. - „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und ihre Stimme lässt keinen Widerspruch zu. :13. Elena válaszolni akar, de aztán meglátja, hogy anyja keze a kanálon remeg, egészen enyhén, szinte láthatatlanul. - Elena will antworten, aber dann sieht sie, wie die Hand ihrer Mutter am Löffel zittert, ganz leicht, fast unsichtbar. :14. Elhallgat, újra felveszi a kést, és tovább hámoz, mert ez az egyetlen, amit tehet. - Sie schweigt, nimmt das Messer wieder, und schält weiter, weil es das Einzige ist, was sie tun kann. :15. A vendégek kora délután érkeznek, először egyenként, aztán kis csoportokban, hangosan, éhesen és szépen felöltözve. - Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, erst einzeln, dann in kleinen Gruppen, laut und hungrig und gut gekleidet. :16. Gyerekek futkosnak a felnőttek lábai között, egy harmonika szól, és a ház megtelik melegséggel és zajjal. - Kinder laufen zwischen den Beinen der Erwachsenen hindurch, eine Ziehharmonika spielt, und das Haus füllt sich mit Wärme und Lärm. :17. Doña Clara úgy mozog mindezek között, mint valaki, aki ismeri a színdarabot, és mégis játszania kell benne. - Doña Clara bewegt sich durch all das wie jemand, der ein Theaterstück kennt und trotzdem mitspielen muss. :18. Mosolyog, ha megszólítják, röviden és barátságosan válaszol, de a szeme mindig egy darabbal tovább néz. - Sie lächelt, wenn man sie anspricht, und antwortet kurz und freundlich, aber ihre Augen schauen immer ein Stück weiter. :19. Amikor senki sem figyeli, bemegy a kamrába, becsukja maga mögött az ajtót, és kinyitja a régi faszekrényt. - Als niemand sie beobachtet, geht sie in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und öffnet den alten Holzschrank. :20. A rumosüveg egészen hátul áll, régi kendők mögött, mintha elbújt volna, vagy mintha várakozott volna. - Die Rumflasche steht ganz hinten, hinter alten Tüchern, als hätte sie sich versteckt oder als hätte sie gewartet. :21. A piros szalag még eredeti és érintetlen, és a címkén lévő por elmeséli, milyen régóta állt ott. - Das rote Band ist noch original und unberührt, und der Staub auf dem Etikett erzählt, wie lange sie dort gestanden hat. :22. Santiago hozta neki születésnapjára, akkor, amikor még ott volt, amikor még arca volt és hangja. - Santiago hatte sie ihr zum Geburtstag gebracht, damals, als er noch da war, als er noch ein Gesicht hatte und eine Stimme. :23. Doña Clara sokáig áll a kamrában, az üveggel a kezében, és egyszer mély levegőt vesz, mielőtt elindul. - Doña Clara steht lange in der Kammer, die Flasche in den Händen, und atmet einmal tief durch, bevor sie geht. :24. Beviszi a konyhába, és magyarázat nélkül a nagy asztal közepére teszi, a tányérok és a kenyér közé. - Sie trägt sie in die Küche und stellt sie ohne Erklärung in die Mitte des großen Tisches, zwischen Teller und Brot. :25. Rosa néni azonnal észreveszi, mert Rosa néni mindig mindent észrevesz, és megkérdezi: „Ma kinyitjátok?” - Tante Rosa bemerkt es sofort, weil Tante Rosa immer alles bemerkt, und fragt: „Wird die heute aufgemacht?" :26. „Nem azért vettem, hogy egyedül igyam meg” — mondja Doña Clara, és a mondat úgy hangzik, mint valami, amit az ember kívülről megtanult. - „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, und der Satz klingt wie etwas, das man auswendig gelernt hat. :27. A harmonika egy lélegzetvételnyi időre elhallgat, aztán újra megszólal, és az este a tervek szerint megy tovább. - Die Ziehharmonika hört für einen Atemzug auf, dann setzt sie wieder ein, und der Abend geht weiter wie geplant. :28. Senki sem iszik az üvegből, de senki sem teszi félre, és egy idő után már senki sem néz oda. - Niemand trinkt aus der Flasche, aber niemand stellt sie weg, und nach einer Weile schaut auch niemand mehr hin. :29. Éjfél után az utolsó vendégek a ház előtti padokon ülnek, és a hangok egyenként halkabbá válnak. - Nach Mitternacht sitzen die letzten Gäste auf den Bänken vor dem Haus, und die Stimmen werden leiser, eine nach der anderen. :30. Doña Clara kihozza a konyhából a rumosüveget, és kiviszi, mintha oda tartozna. - Doña Clara holt die Rumflasche aus der Küche und trägt sie nach draußen, als gehöre sie dorthin. :31. Leül a régi fapadra, az üveget a lába mellé állítja, és a földútra néz, amely a sötétbe vezet. - Sie setzt sich auf die alte Holzbank, stellt die Flasche neben ihre Füße und schaut auf den unbefestigten Weg, der ins Dunkel führt. :32. Elena nem sokkal később egy takaróval jön, amelyet szótlanul anyja vállára terít, mielőtt leül mellé. - Elena kommt kurz darauf mit einer Decke, die sie ihr wortlos um die Schultern legt, bevor sie sich danebensetzt. :33. Ez azoknak az éjszakáknak az egyike, amikor az ember beszél anélkül, hogy megszólalna, és mégis mindent elmond, amit el kell mondani. - Es ist eine dieser Nächte, in denen man redet, ohne zu sprechen, und trotzdem alles sagt, was gesagt werden muss. :34. Valahol a faluban egy kutya egyszer röviden felugat, aztán megint csend lesz, és a csend teljesnek érződik. - Irgendwo im Dorf bellt ein Hund einmal kurz auf, dann ist es wieder still, und die Stille fühlt sich vollständig an. :35. Elena suttogva mondja, félig az anyjának, félig senkinek: „Látja a gyertyákat, bárhol is van.” - Elena flüstert, halb zu ihrer Mutter, halb zu niemandem: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch ist." :36. Doña Clara szünet nélkül válaszol, anélkül hogy elfordítaná a fejét: „Látja őket.” - Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen: „Er sieht sie." :37. Így ülnek, amíg az utolsó gyertya az ablakpárkányon le nem ég, és a fény ki nem alszik, mint egy halk szó. - Sie sitzen so, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht verlischt wie ein leises Wort. :38. Az üveg ott marad, ahol áll, bontatlanul, mozdulatlanul, pontosan úgy, mint három évvel ezelőtt. - Die Flasche bleibt stehen, wo sie steht, ungeöffnet, unbewegt, genauso wie vor drei Jahren. :39. A reggel engedély nélkül érkezik, ahogy mindig érkezik, közönyösen és elkerülhetetlenül, és mégis valahogy szelíden. - Der Morgen kommt ohne Erlaubnis, wie er immer kommt, gleichgültig und unausweichlich und trotzdem irgendwie sanft. --------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :A keresztelő - Die Taufe :1. Doña Clara ezen az éjszakán alig hunyta le a szemét, mert az ünnep gondolatai olyan makacssággal üldözték, amely már a bűntudat határát súrolta. - Doña Clara hat in dieser Nacht kaum die Augen zugetan, weil die Gedanken an das Fest sie mit einer Hartnäckigkeit verfolgten, die an Schuld grenzte. :2. Felkel, mielőtt az ég eldöntötte volna, milyen színt akar felvenni, és kimegy az udvarra, mintha ott felejtett volna valamit. - Sie steht auf, bevor der Himmel sich entschieden hat, welche Farbe er annehmen will, und geht in den Hof, als hätte sie dort etwas vergessen. :3. A nagy fazék alatt a tűz egyenetlenül ég, ő pedig mellette térdel és kever, noha a rizs még hideg, és ennek semmi értelme nincs. - Das Feuer unter dem großen Topf brennt ungleichmäßig, und sie kniet daneben und rührt, obwohl der Reis noch kalt ist und es keinen Sinn ergibt. :4. Hamu rakódik az arcára, és ő hagyja, hogy megtörténjen, annak az embernek a közönyével, aki megtanulta, hogy az apró kellemetlenségeket ne vegye észre. - Asche legt sich auf ihr Gesicht, und sie lässt es geschehen, mit der Gleichgültigkeit eines Menschen, der gelernt hat, kleine Unbequemlichkeiten nicht zu bemerken. :5. Ma keresztelik meg a kis Maríát, Santiago feleségének első gyermekét, egy új életet, amely olyan világba érkezik, amelyből az apja már három éve hiányzik. - Heute wird die kleine María getauft, das erste Kind von Santiagos Frau, ein neues Leben, das in eine Welt kommt, in der sein Vater schon drei Jahre lang fehlt. :6. A szomszédok korán megjelennek, anélkül hogy hívták volna őket, mert a falu tudja, mi illik, és mert a néma együttdolgozás néha az egyetlen vigasz, amelyet fel lehet ajánlani. - Die Nachbarn erscheinen früh, ohne gerufen zu werden, weil das Dorf weiß, was sich gehört, und weil schweigendes Mitarbeiten manchmal die einzige Form von Trost ist, die man anbieten kann. :7. Férfiak asztalokat és sörösrekeszeket cipelnek, asszonyok fazekakat és édességeket hoznak, és mindenen ott lebeg a fafüstnek és a várakozásnak az a különös szaga, amely ünnepeket jelez előre. - Männer schleppen Tische und Bierkästen, Frauen bringen Töpfe und Süßigkeiten, und über allem liegt dieser besondere Geruch von Holzrauch und Erwartung, der Feste ankündigt. :8. Elena kijön a házból, karján nehéz kosárral, köszönés nélkül leül az anyja mellé, és a kés után nyúl, mintha ez a közöttük lévő csend régi szerződés volna. - Elena kommt aus dem Haus, einen schweren Korb am Arm, setzt sich ohne Gruß neben ihre Mutter und greift nach dem Messer, als wäre diese Stille zwischen ihnen ein alter Vertrag. :9. A hagymák könnyeket csalnak a szemébe, és mivel senki sem kérdezi, válaszolnia sem kell arra, hogy mitől van ez, ami olyan megkönnyebbülés, amelyet nem akar bevallani magának. - Die Zwiebeln bringen ihr die Tränen, und weil niemand sie fragt, muss sie auch nicht antworten, was eine Erleichterung ist, die sie sich nicht eingestehen will. :10. Egy idő után rövid, kemény koppanással leteszi a kést a földre, és anélkül, hogy az anyjára nézne, azt mondja: „Nem jön, mama, már nincs valahol, ahonnan jöhetne.” - Nach einer Weile legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden und sagt, ohne ihre Mutter anzuschauen: „Er kommt nicht, Mama, er ist nicht mehr irgendwo, wo er kommen könnte." :11. Doña Clara tovább kever, és csak az látja, aki pontosan figyel, hogyan szakad meg kezének ritmusa egyetlen másodpercre, mielőtt válaszol: „A lánya keresztelőjére egy férfi eljön.” - Doña Clara rührt weiter, und nur wer genau hinschaut, sieht, wie sich der Rhythmus ihrer Hand für eine Sekunde unterbricht, bevor sie antwortet: „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann." :12. Nem hit van ebben a mondatban, és nem is remény a szokásos értelemben, hanem valami régebbi, valami, amit nem lehet megcáfolni anélkül, hogy az ember kegyetlen lenne. - Es ist kein Glaube, was in diesem Satz liegt, und auch keine Hoffnung im üblichen Sinne, sondern etwas Älteres, etwas, das man nicht widerlegen kann, ohne grausam zu sein. :13. Elena az anyja remegő kezére néz, amely úgy tartja a kanalat, mint valaki, aki abba kapaszkodik, és úgy dönt, hallgat, mert a hallgatás néha a legokosabb dolog. - Elena schaut auf die zitternde Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält wie jemand, der sich daran festhält, und beschließt zu schweigen, weil Schweigen manchmal das Klügste ist. :14. Felveszi a kést a földről, tovább hámoz, és a könnyek nem szűnnek meg, de ez most már mindegy, mert úgysem érdekel senkit, honnan jönnek. - Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das ist jetzt egal, weil es sowieso niemanden interessiert, woher sie kommen. :15. A vendégek délután érkeznek, először tétován, aztán hullámokban, és a ház megtelik hangokkal, gyerekzsivajjal és egy régi harmonika szomorúan vidám panaszkodásával. - Die Gäste treffen am Nachmittag ein, zuerst zögerlich, dann in Wellen, und das Haus füllt sich mit Stimmen und Kinderlärm und dem traurig-fröhlichen Klagen einer alten Ziehharmonika. :16. Doña Clara úgy mozog a tömegben, mint valaki, aki kívülről ismeri egy ünnep koreográfiáját, és mégis most adja elő először, olyan mosollyal, amely nem éri el, amit el kellene érnie. - Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie jemand, der die Choreographie einer Feier auswendig kennt und sie trotzdem zum ersten Mal aufführt, mit einem Lächeln, das nicht erreicht, was es erreichen soll. :17. Válaszol a kérdésekre, elfogadja az öleléseket, megdicséri a szomszéd lányának ruháját, és közben mindent megtesz, amit egy háziasszonynak meg kell tennie, anélkül hogy akár egy pillanatra is valóban jelen lenne. - Sie antwortet auf Fragen, nimmt Umarmungen entgegen, lobt das Kleid der Nachbarstochter, und tut dabei alles, was eine Gastgeberin tun muss, ohne auch nur einen Moment wirklich da zu sein. :18. Amikor alkalma nyílik rá, észrevétlenül kiszakad a tömegből, végigmegy a keskeny folyosón a kamrába, becsukja maga mögött az ajtót, és egy lélegzetvételnyi ideig nekidől. - Als die Gelegenheit kommt, löst sie sich unbemerkt aus der Menge, geht durch den schmalen Gang in die Kammer, schließt die Tür hinter sich und lehnt einen Atemzug lang dagegen. :19. A régi faszekrény levendulaillatot áraszt, és egy olyan idő illatát, amely már nem létezik, és egészen hátul, az összehajtogatott kendők mögött ott áll a rumosüveg, mintha pontosan erre a pillanatra várt volna. - Der alte Holzschrank riecht nach Lavendel und nach einer Zeit, die nicht mehr existiert, und ganz hinten, hinter gefalteten Tüchern, steht die Flasche Rum, als hätte sie auf genau diesen Moment gewartet. :20. A vörös szalag érintetlen, a címkét vékony porréteg borítja, és Santiago két kézzel nyújtotta át az üveget, és azt mondta, tegye félre egy különleges alkalomra. - Das rote Band ist unberührt, das Etikett trägt eine dünne Staubschicht, und Santiago hatte die Flasche mit beiden Händen überreicht und gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben. :21. Doña Clara sokáig tartja, anélkül hogy kinyitná, anélkül hogy megmozdulna, és a kamra csendjében kézzel foghatóvá válik az akkori és a mai nap közötti távolság. - Doña Clara hält sie lange, ohne sie zu öffnen, ohne sich zu bewegen, und in der Stille der Kammer ist der Abstand zwischen damals und heute mit Händen zu greifen. :22. Aztán kimegy a konyhába, magyarázat és habozás nélkül a nagy asztal közepére állítja az üveget, a kenyértányér és a boroskancsó közé, mintha oda tartozna. - Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Erklärung und ohne Zögern in die Mitte des großen Tisches, zwischen Brotteller und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin. :23. Rosa néni, aki életében még egyetlen gesztust sem hagyott megjegyzés nélkül, előrehajol, és olyan mellékhanggal kérdezi, amelyben kíváncsiság és szemrehányás keveredik: „Ezt ma este még felbontják?” - Tante Rosa, die in ihrem Leben noch keine Geste unkommentiert gelassen hat, beugt sich vor und fragt mit einem Unterton, der Neugier und Vorwurf mischt: „Wird die heute Abend noch aufgemacht?" :24. „Nem azért vettem, hogy egyedül igyam meg” – mondja Doña Clara nyugodtan és véglegesen, és a mondat úgy terül az asztal fölé, mint egy abrosz, amelyet senki sem akar lerántani. - „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara, ruhig und endgültig, und der Satz legt sich über den Tisch wie ein Tischtuch, das niemand wegziehen will. :25. A harmonika egy ütemre elhallgat, aztán újra megszólal, és az este tovább gördül, mintha semmi olyasmi nem hangzott volna el, amit amúgy is ne tudott volna már mindenki. - Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, dann setzt sie wieder ein, und der Abend rollt weiter, als wäre nichts gesagt worden, was nicht schon alle wussten. :26. Senki sem nyúl az üvegért, nem tiszteletből, nem is félénkségből, hanem mert az asztalnál mindenki érzi, hogy nem ivásra áll ott, hanem valaminek a jeleként, aminek nincs neve. - Niemand greift nach der Flasche, nicht aus Respekt, nicht aus Scheu, sondern weil jeder am Tisch spürt, dass sie nicht zum Trinken dasteht, sondern als Zeichen für etwas, das keinen Namen hat. :27. Éjfél után a ház lassan kiürül, mint amikor víz folyik ki egy medencéből, és csak a székek, a maradékok és egy olyan csend maradnak vissza, amely másnak érződik, mint a reggeli. - Nach Mitternacht leert sich das Haus langsam, wie Wasser aus einem Becken läuft, und zurück bleiben nur die Stühle, die Reste, und eine Stille, die sich anders anfühlt als die vom Morgen. :28. Doña Clara felveszi az üveget, kiviszi a hűvös éjszakai levegőbe, és leül a régi fapadra, amely azóta áll a ház előtt, amióta csak emlékezni tud. - Doña Clara nimmt die Flasche, trägt sie nach draußen in die kühle Nachtluft und setzt sich auf die alte Holzbank, die vor dem Haus steht, seit sie denken kann. :29. Elena nem sokkal később követi egy vastag gyapjútakaróval, szó nélkül a vállára teríti, és leül mellé, elég közel ahhoz, hogy a válluk összeérjen. - Elena folgt ihr kurz darauf mit einer dicken Wolldecke, legt sie ihr ohne ein Wort um die Schultern und lässt sich daneben nieder, nah genug, dass die Schultern sich berühren. :30. Mindketten a burkolatlan utat nézik, amely az udvarból a sötétségbe vezet, azt az utat, amelyen Santiago elment, és amelyen soha nem tért vissza. - Sie schauen beide auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist und auf dem er nie zurückgekommen ist. :31. Valahol a faluban egy kutya kétszer röviden felugat, aztán visszatér a csend, teljesen és sűrűn, mint egy második takaró a két asszony fölött. - Irgendwo im Dorf bellt ein Hund zweimal kurz auf, dann kehrt die Stille zurück, vollständig und dicht, wie eine zweite Decke über beiden Frauen. :32. Elena olyan hangon suttogja, amely se nem kérdés, se nem kijelentés: „Látja a gyertyákat, bárhol is legyen.” - Elena flüstert, mit einer Stimme, die weder Frage noch Aussage ist: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." :33. Doña Clara azonnal válaszol, habozás nélkül, anélkül hogy levenné tekintetét a sötét útról: „Látja őket.” - Doña Clara antwortet sofort, ohne zu zögern, ohne den Blick von dem dunklen Weg zu nehmen: „Er sieht sie." :34. Addig ülnek, amíg az ablakpárkányon az utolsó gyertya is le nem ég, és a fény el nem hal, halkan és dráma nélkül, ahogy azok a dolgok halnak meg, amelyek betöltötték a céljukat. - Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett heruntergebrannt ist und das Licht stirbt, leise und ohne Drama, wie Dinge sterben, die ihren Zweck erfüllt haben. :35. A rumosüveg mindvégig a lábuk között áll, bontatlanul és mozdulatlanul, üvegbe zárt ígéretként, amelyet senki sem váltott be, és amely talán éppen ezért még mindig érvényes. - Die Flasche Rum steht die ganze Zeit zwischen ihren Füßen, ungeöffnet und unbewegt, ein Versprechen in Glas, das niemand eingelöst hat und das vielleicht gerade deshalb noch gilt. :36. Eljön a reggel, ahogy mindig eljön, kérdezés és várakozás nélkül, egyenletesen és elkerülhetetlenül, és a maga módján irgalmasan. - Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne zu fragen und ohne zu warten, gleichmäßig und unausweichlich und auf seine Art barmherzig. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :María keresztelője - Marías Taufe :1. Doña Clara ezen az éjszakán nem talált valódi álmot, csak azt a sekély, nyugtalan eszméletlenséget, amely akkor áll be, amikor a test kimerült, de az elme nem akarja abbahagyni a munkát. - Doña Clara hat in dieser Nacht keinen wirklichen Schlaf gefunden, sondern nur jene flache, unruhige Bewusstlosigkeit, die sich einstellt, wenn der Körper erschöpft ist, der Geist aber nicht aufhören will zu arbeiten. :2. Felkel, még mielőtt a fény eldöntötte volna magát, és kilép az udvarra, a kora reggel kék hidegébe, amely nedves fű és annak a tűznek a fája után illatozik, amelyet most meggyújt, mert a kezeknek szükségük van valamire, amit követhetnek. - Sie steht auf, noch bevor das Licht sich entschieden hat, und tritt in den Hof hinaus, in die blaue Kälte des frühen Morgens, der nach nassem Gras und nach dem Holz des Feuers riecht, das sie nun entfacht, weil die Hände etwas brauchen, dem sie folgen können. :3. A rizs a nagy fazékban még hideg, és ő mégis keveri, gépiesen, azzal a nyugodt makacssággal, amelyet az emberek akkor fejlesztenek ki, amikor a cselekvés fontosabbá vált, mint az eredménye. - Der Reis im großen Topf ist noch kalt, und sie rührt ihn trotzdem, mechanisch, mit jener ruhigen Hartnäckigkeit, die Menschen entwickeln, wenn das Tun wichtiger geworden ist als sein Ergebnis. :4. Hamu telepszik a homlokára és az arcára, és nem törli le, nem közönyből, hanem mert ez egy módja annak, hogy a nap terhét már reggel láthatóan viselje, mielőtt megérkeznek a vendégek, és mindennek el kell tűnnie a kedvesség mögött. - Asche legt sich auf ihre Stirn und ihre Wangen, und sie wischt sie nicht ab, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil es eine Art ist, die Last des Tages schon am Morgen sichtbar zu tragen, bevor die Gäste kommen und alles hinter Freundlichkeit verschwinden muss. :5. Ma María keresztelőjét ünneplik, fia, Santiago első gyermekéét, egy kis életét, amely úgy jött a világra, hogy az apját soha nem látta, és talán soha nem is fogja. - Heute wird Marías Taufe gefeiert, das erste Kind ihres Sohnes Santiago, ein kleines Leben, das in die Welt gekommen ist, ohne seinen Vater je gesehen zu haben, und das es vielleicht nie tun wird. :6. A szomszédok korán és hívatlanul jelennek meg, mert a falu tudja, hogy Doña Clarának segítségre van szüksége, és mert az ilyen pillanatokban a közös munka az egyetlen nyelv, amely nem hazudik és nem követel túl sokat. - Die Nachbarn erscheinen früh und ungebeten, weil das Dorf weiß, dass Doña Clara Hilfe braucht, und weil kollektives Arbeiten in solchen Momenten die einzige Sprache ist, die nicht lügt und nicht zu viel verlangt. :7. Férfiak asztalokat cipelnek át a göröngyös udvaron, sörösrekeszeket raknak egymásra az eresz alatt, és minden fölött ott fekszik ez a nehéz, ismerős szag, a fafüsté és a főtt húsé, amely ünnepeket jelent be, és ugyanakkor mindazokra a többi ünnepekre emlékeztet, amelyek már elmúltak. - Männer schleppen Tische über den holprigen Hof, stapeln Bierkästen unter dem Vordach, und über allem liegt dieser schwere, vertraute Geruch von Holzrauch und Kochfleisch, der Feste ankündigt und gleichzeitig an all die anderen Feste erinnert, die schon gewesen sind. :8. Elena kijön a házból, a nehéz kosárral a karhajlatában, és leül az anyja mellé anélkül, hogy köszöntené, mert anyák és lányok között, akik úgy ismerik egymást, mint ők ketten, egy köszönés néha túl sok volna. - Elena kommt aus dem Haus, den schweren Korb in der Armbeuge, und setzt sich neben ihre Mutter, ohne sie zu grüßen, weil zwischen Müttern und Töchtern, die sich kennen wie diese beiden, ein Gruß manchmal zu viel wäre. :9. A kés után nyúl, és némán, egyenletesen elkezdi vágni a hagymát, és a könnyek, amelyek végigfolynak az arcán, olyan anyagból vannak, amelyet ezen a reggelen nem akar az ember egymástól megkülönböztetni. - Sie greift nach dem Messer und beginnt die Zwiebeln zu schneiden, schweigend und gleichmäßig, und die Tränen, die ihr über das Gesicht laufen, sind aus einem Material, das man an diesem Morgen nicht voneinander unterscheiden will. :10. Egyszer csak rövid, kemény hanggal leteszi a kést a földre, egyenesen a füstbe néz, és olyan ember hangján mondja, aki egy igazságot sokáig őrzött, de most már nem bírja tovább: „Nem jön el, Mama, és te tudod ezt.” - Irgendwann legt sie das Messer mit einem kurzen, harten Geräusch auf den Boden, schaut geradeaus in den Rauch, und sagt mit der Stimme eines Menschen, der eine Wahrheit lange aufbewahrt hat und nun nicht mehr kann: „Er kommt nicht, Mama, und du weißt es." :11. Doña Clara tovább kever, anélkül hogy megváltoztatná a sebességet vagy felemelné a tekintetét, és csak az, aki nagyon pontosan ismeri őt, veszi észre vállának rövid megállásán, hogy a mondat úgy találta el, mint egy kő, amelynek jövetelét nem látja az ember. - Doña Clara rührt weiter, ohne die Geschwindigkeit zu verändern oder den Blick zu heben, und nur wer sie sehr genau kennt, erkennt am kurzen Innehalten ihrer Schultern, dass der Satz sie getroffen hat wie ein Stein, den man nicht kommen sieht. :12. „A lánya keresztelőjére eljön egy férfi”, mondja, és ez a mondat nem hit vallási értelemben, és nem remény racionális értelemben, hanem az a harmadik dolog, amelyre nincs jó szó: ragaszkodás egy lehetőséghez, nem azért, mert valószínű, hanem mert az ellenkezőjét nem lehetne elviselni. - „Zur Taufe seiner Tochter kommt ein Mann", sagt sie, und dieser Satz ist kein Glaube im religiösen Sinne und keine Hoffnung im rationalen, sondern jene dritte Sache, für die es kein gutes Wort gibt, das Festhalten an einer Möglichkeit, nicht weil sie wahrscheinlich ist, sondern weil das Gegenteil nicht auszuhalten wäre. :13. Elena az anyja kezére néz, amely a kanalat tartja, és közben egészen enyhén remeg, alig láthatóan, de félreismerhetetlenül annak, aki ezt a kezet gyermekkora óta ismeri, és az ellenkezés elapad benne, mielőtt szavakig jutna. - Elena schaut auf die Hand ihrer Mutter, die den Löffel hält und dabei ganz leicht zittert, kaum sichtbar, aber unübersehbar für jemanden, der diese Hand seit der Kindheit kennt, und das Widersprechen versiegt in ihr, bevor es zur Sprache findet. :14. Felveszi a kést a földről, tovább hámoz, és a könnyek nem szűnnek meg, de ez nem baj, mert itt az udvaron, a füsttel és a hagyma szagával, senkinek sem kell megmagyaráznia, miért nedvesedik meg a szeme. - Sie nimmt das Messer vom Boden, schält weiter, und die Tränen hören nicht auf, aber das macht nichts, denn hier im Hof, mit dem Rauch und dem Geruch von Zwiebeln, braucht niemand zu erklären, warum Augen nass werden. :15. A vendégek kora délután érkeznek, először tétován, majd abban az önmagát erősítő hullámban, amely akkor keletkezik, amikor már elég ember van jelen ahhoz, hogy az érkezőknek azt az érzést adja, hogy semmiről sem maradhatnak le. - Die Gäste kommen am frühen Nachmittag, zunächst zögerlich, dann in jener selbstverstärkenden Welle, die entsteht, wenn genug Menschen bereits da sind, um den Ankömmlingen das Gefühl zu geben, dass sie nichts verpassen dürfen. :16. A ház megtelik hangokkal, gyermekkiáltásokkal, egy öreg harmonika szomorúan ünnepi panaszával, amely olyan keringőt játszik, amelyet már más alkalmakkor is játszottak, és ezért van benne valami disszonáns, valami, ami egyszerre illik és nem illik. - Das Haus füllt sich mit Stimmen, mit Kindergeschrei, mit dem traurig-festlichen Klagen einer alten Ziehharmonika, die einen Walzer spielt, der schon zu anderen Anlässen gespielt wurde und deshalb etwas Unstimmiges hat, etwas, das passt und nicht passt zugleich. :17. Doña Clara úgy mozog a tömegben, mint egy asszony, aki nagyon jól megtanult egy szerepet, és aki tudja, hogy a gyengeség volna az utolsó, amit a vendégek elhinnének neki anélkül, hogy a szemére vetnék. - Doña Clara bewegt sich durch die Menge wie eine Frau, die eine Rolle sehr gut gelernt hat und die weiß, dass Schwäche das Letzte wäre, was ihr die Gäste abnehmen würden, ohne es ihr vorzuwerfen. :18. Mosolyog, ha megszólítják, elfogadja az öleléseket, dicséri az ételt és a gyerekeket, és mindezt olyan pontossággal teszi, amely utánozza a szívélyességet anélkül, hogy érezné, nem hamisságból, hanem kimerültségből. - Sie lächelt, wenn man sie anspricht, nimmt Umarmungen an, lobt das Essen und die Kinder, und tut das alles mit einer Präzision, die Herzlichkeit imitiert ohne sie zu fühlen, nicht aus Falschheit, sondern aus Erschöpfung. :19. Amikor alkalom nyílik, hangtalanul kiszabadítja magát az ünnep szövetéből, végigmegy a keskeny folyosón a kamrába, és olyan ember gondosságával csukja be maga mögött az ajtót, aki a csendet akarja megvédeni a zajtól. - Als sich eine Gelegenheit öffnet, löst sie sich lautlos aus dem Gewebe der Feier, geht durch den schmalen Korridor in die Kammer und schließt die Tür hinter sich mit der Sorgfalt eines Menschen, der die Stille vor dem Geräusch schützen will. :20. A régi faszekrény ott áll, ahol mindig is állt, és levendulaillatot áraszt, meg magának az időnek az illatát, megőrzött dolgok porát, amelyeket sem kidobni, sem megérinteni nem lehet. - Der alte Holzschrank steht dort, wo er immer gestanden hat, und riecht nach Lavendel und nach der Zeit selbst, nach dem Staub aufgehobener Dinge, die man weder wegwerfen noch anfassen kann. :21. Egészen hátul, gondosan összehajtott kendők mögött, amelyeket ő maga tett oda, ott áll a rumosüveg, a piros szalag érintetlenül, a címke egy vékony porréteg alatt olvashatóan, egy tárgy, amely három évig várt a maga pillanatára, anélkül hogy tudta volna, miféle pillanat lesz az. - Ganz hinten, hinter sorgfältig gefalteten Tüchern, die sie selbst dort abgelegt hat, steht die Rumflasche, das rote Band unberührt, das Etikett unter einer dünnen Staubschicht leserlich, ein Objekt, das drei Jahre lang auf seinen Moment gewartet hat, ohne zu wissen, was für ein Moment das sein würde. :22. Santiago ezt az üveget hozta neki a születésnapjára, két kézzel, azzal a mosollyal, amely ráncossá tette a szemét, és azt mondta, tegye félre egy különleges alkalomra, és most különleges alkalom van, ő pedig nincs itt. - Santiago hatte ihr diese Flasche zum Geburtstag gebracht, mit beiden Händen, mit diesem Lächeln, das seine Augen faltig werden ließ, und hatte gesagt, sie solle sie für einen besonderen Anlass aufheben, und nun ist ein besonderer Anlass, und er ist nicht da. :23. Doña Clara sokáig áll a kamrában, kezében tartja az üveget anélkül, hogy kinyitná, és a négy fal közötti csendben egyetlen pillanatra megengedi magának azt, amit egész nap nem engedett meg magának: megállni és érezni, milyen nehéz mindez. - Doña Clara steht lange in der Kammer, hält die Flasche in den Händen ohne sie zu öffnen, und in der Stille zwischen diesen vier Wänden erlaubt sie sich für einen einzigen Moment das, was sie sich den ganzen Tag nicht erlaubt hat: stillzuhalten und zu spüren, wie schwer das alles ist. :24. Aztán kimegy a konyhába, az üveget bejelentés és magyarázat nélkül a nagy asztal pontos közepére állítja, a kenyér és a boroskancsó közé, mintha oda tartozna, mintha ez magától értetődő volna, mintha ezt mindig is tudta volna. - Dann geht sie in die Küche, stellt die Flasche ohne Ankündigung und ohne Erklärung in die genaue Mitte des großen Tisches, zwischen Brot und Weinkaraffe, als gehöre sie dorthin, als wäre das selbstverständlich, als hätte sie das schon immer gewusst. :25. Rosa néni, akinek az élete kimondatlan dolgok regisztrálásából áll, és aki ebben a képességben olyan művészi készséget fejlesztett ki, amely néha a kegyetlenséget súrolja, azonnal előrehajol, és megkérdezi: „Ezt ma még felbontják?” - Tante Rosa, deren Leben aus dem Registrieren unausgesprochener Dinge besteht und die in dieser Fähigkeit eine Kunstfertigkeit entwickelt hat, die manchmal Grausamkeit berührt, beugt sich sofort vor und fragt: „Wird die heute noch aufgemacht?" :26. „Nem azért vettem, hogy egyedül igyam meg”, mondja Doña Clara olyan nyugalommal, amely nem vár választ és nem is tűr el, és a mondat úgy függ a szobában, mint valami, amit mindig is mindenki tudott, anélkül hogy valaha megfogalmazta volna. - „Ich habe sie nicht gekauft, um sie allein zu trinken", sagt Doña Clara mit einer Ruhe, die keine Antwort erwartet und keine duldet, und der Satz hängt im Raum wie etwas, das alle schon immer gewusst haben, ohne es je formuliert zu haben. :27. A harmonika egy ütemre megáll, szinte észrevétlenül, mintha a játékos is hallgatózott volna, aztán újra megszólal, és az este továbbviszi magát, mintha semmi sem történt volna, ami ne tartozna az ünnephez. - Die Ziehharmonika hält für einen Takt inne, fast unmerklich, als hätte auch der Spieler zugehört, und dann setzt sie wieder ein, und der Abend trägt sich weiter, als wäre nichts geschehen, was nicht zum Fest gehörte. :28. Senki sem nyúl az üveg után, egész este nem, még az iszákosabbak sem, még a meggondolatlanok sem, mert valami abban, ahogyan az asztalon áll, és abban, ahogyan Doña Clara odatette, félreérthetetlenül azt mondja, hogy nem ivásra van ott. - Niemand greift nach der Flasche, über den ganzen Abend nicht, nicht einmal die Trinkfreudigen, nicht einmal die Gedankenlosen, weil etwas in ihrer Aufstellung am Tisch und in der Art, wie Doña Clara sie hingestellt hat, unmissverständlich sagt, dass sie nicht zum Trinken da ist. :29. Éjfél után a ház kiürül abban a lassú, feltartóztathatatlan folyamatban, amely minden estét lezár, amikor az ünnep energiája elfogyott, és az embereknek vissza kell találniuk önmagukhoz. - Nach Mitternacht leert sich das Haus in jenem langsamen, unaufhaltsamen Prozess, der jeden Abend beschließt, wenn die Energie der Feier verbraucht ist und die Menschen wieder zu sich selbst zurückfinden müssen. :30. Doña Clara leveszi az üveget az asztalról, kiviszi az éjszaka hűvös csendjébe, és leül a ház előtti régi fapadra, mintha ez olyan döntés volna, amelyet már reggel meghozott. - Doña Clara nimmt die Flasche vom Tisch, trägt sie nach draußen in die kühle Stille der Nacht und setzt sich auf die alte Holzbank vor dem Haus, als wäre das eine Entscheidung, die sie schon am Morgen getroffen hat. :31. Elena nem sokkal később követi egy nehéz gyapjútakaróval, a vállára teríti egy olyan mozdulattal, amely túl gyengéd ahhoz, hogy szó kelljen mellé, és olyan közel ül le, hogy a válluk összeér. - Elena folgt ihr kurz darauf mit einer schweren Wolldecke, legt sie ihr um die Schultern mit einer Geste, die zu zärtlich ist, um ein Wort daneben zu brauchen, und setzt sich so nah, dass die Schultern sich berühren. :32. Mindketten a burkolatlan útra néznek, amely az udvarból a sötétbe vezet, arra az útra, amelyen Santiago három évvel ezelőtt azon a napon elment, anélkül hogy hátrafordult vagy szólt volna, és amelyen azóta csak a távollét tért vissza. - Beide schauen auf den unbefestigten Weg, der aus dem Hof ins Dunkel führt, diesen Weg, den Santiago gegangen ist an jenem Tag vor drei Jahren, ohne sich umzudrehen oder Bescheid zu sagen, und auf dem seither nur Abwesenheit zurückgekehrt ist. :33. Valahol a falu mögött egy kutya kétszer ugat, röviden és nyomaték nélkül, aztán visszatér a csend, teljesen és ismerősen, mint egy szoba, amelyben az ember már régóta lakik. - Irgendwo hinter dem Dorf bellt ein Hund zweimal, kurz und ohne Nachdruck, und dann kehrt die Stille zurück, vollständig und vertraut, wie ein Raum, in dem man schon lange wohnt. :34. Elena suttogja, olyan hangon, amely még nem döntötte el, hogy imádkozni akar-e vagy állítani: „Látja a gyertyákat, bárhol is legyen.” - Elena flüstert, mit einer Stimme, die sich nicht entschieden hat, ob sie beten oder behaupten will: „Er sieht die Kerzen, von wo er auch sein mag." :35. Doña Clara szünet nélkül válaszol, anélkül hogy elfordítaná a fejét, anélkül hogy előbb helyet hagyna a csendnek: „Látja őket.” - Doña Clara antwortet ohne Pause, ohne den Kopf zu drehen, ohne die Stille erst zu lassen: „Er sieht sie." :36. Ülnek, míg az utolsó gyertya az ablakpárkányon önmagába roskad, és a fény kialszik, halkan és teljesen, azzal a méltósággal, amely azoknak a dolgoknak van, amelyek betöltötték a céljukat, és most megszűnhetnek. - Sie sitzen, bis die letzte Kerze auf dem Fensterbrett in sich zusammengesunken ist und das Licht erlischt, leise und vollständig, mit jener Würde, die Dinge haben, die ihren Zweck erfüllt haben und nun aufhören dürfen. :37. A rumosüveg a lábuk között áll, bontatlanul, a piros szalag még mindig megkötve, üvegbe és agyagba zárt ígéretként, amelyet senki sem váltott be, és amely talán éppen ezért még nem hunyt ki. - Die Rumflasche steht zwischen ihren Füßen, ungeöffnet, das rote Band noch immer gebunden, ein Versprechen in Glas und Ton, das niemand eingelöst hat, und das vielleicht gerade deswegen noch nicht erloschen ist. :38. Eljön a reggel, ahogy mindig eljön, engedély és bejelentés nélkül, egyenletesen és kérlelhetetlenül, és a maga közönyében olyan módon, amelyet, ha az ember akarja, kegyelemnek is nevezhet. - Der Morgen kommt, wie er immer kommt, ohne Erlaubnis und ohne Ankündigung, gleichmäßig und unerbittlich und in seiner Gleichgültigkeit auf eine Art, die man, wenn man will, auch Gnade nennen kann. -------------------- == 89 == 1 -------------------- :A latin szavak - Die lateinischen Worte :1. Reggel hét óra van. - Es ist sieben Uhr morgens. :2. Niall a templomba megy. - Niall geht zur Kirche. :3. A templom a falu végén áll. - Die Kirche steht am Ende des Dorfes. :4. A falu a nyugati parton fekszik. - Das Dorf liegt an der Westküste. :5. Már három hete esik az eső. - Es regnet schon seit drei Wochen. :6. Az utcák nedvesek. - Die Straßen sind nass. :7. A mezők nedvesek. - Die Felder sind nass. :8. Minden szürke. - Alles ist grau. :9. Niall kezében tartja a kulcsot. - Niall hat den Schlüssel in der Hand. :10. A zár hangosan csikorog. - Das Schloss quietscht laut. :11. Mindig is így csikorgott. - Es hat immer so gequietscht. :12. Odabent régi kő szaga érződik. - Drinnen riecht es nach altem Stein. :13. Tömjénillat is érződik. - Es riecht auch nach Weihrauch. :14. Niall szereti ezt az illatot. - Niall mag diesen Geruch. :15. Meggyújt két gyertyát. - Er zündet zwei Kerzen an. :16. Csak kettőt, nem többet. - Nur zwei, nicht mehr. :17. A harmadik gyertyatartó üres. - Der dritte Kerzenständer ist leer. :18. Már húsvét óta üres volt. - Er war schon seit Ostern leer. :19. Niall röviden a Szűzanyára néz. - Niall schaut kurz zur Muttergottes. :20. Aztán újra kimegy. - Dann geht er wieder nach draußen. :21. Végigmegy a keskeny úton a plébániáig. - Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus. :22. Brennan atya már az előtérben áll. - Father Brennan steht schon im Flur. :23. Az öreg pap hetvenkilenc éves. - Der alte Priester ist 79 Jahre alt. :24. A miseruhát a karján tartja. - Er hält das Messgewand über dem Arm. :25. Niallra néz, és azt mondja: „Elkéstél.” - Er schaut Niall an und sagt: „Du bist zu spät.” :26. Niall azt mondja: „Még csak negyed nyolc múlt.” - Niall sagt: „Es ist erst Viertel nach sieben.” :27. Brennan azt mondja: „Az késő.” - Brennan sagt: „Das ist zu spät.” :28. Együtt mennek vissza a templomba. - Sie gehen zusammen zurück zur Kirche. :29. Brennan lassan megy. - Brennan geht langsam. :30. Az ujjai kissé remegnek. - Seine Finger zittern ein wenig. :31. Niall mellette megy. - Niall geht neben ihm. :32. Nem mond semmit. - Er sagt nichts. :33. A templomban Brennan az oltár elé áll. - In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar. :34. Hátat fordít a térnek. - Er dreht dem Raum den Rücken zu. :35. Megkezdi a misét. - Er beginnt die Messe. :36. Latinul beszél. - Er spricht auf Latein. :37. A szavak régiek és halkak. - Die Worte sind alt und leise. :38. Niall az első padban ül. - Niall sitzt auf der ersten Bank. :39. A többi pad mind üres. - Die anderen Bänke sind alle leer. :40. Régebben sok ember ült itt. - Früher saßen hier viele Menschen. :41. Öregasszonyok fejkendőben. - Alte Frauen mit Kopftüchern. :42. Férfiak, akiknek tőzegszaguk volt. - Männer, die nach Torf rochen. :43. Ez régen volt. - Das ist lange her. :44. Brennan megfordul, és azt mondja: „Dominus vobiscum.” - Brennan dreht sich um und sagt: „Dominus vobiscum.” :45. Niall válaszol: „Et cum spiritu tuo.” - Niall antwortet: „Et cum spiritu tuo.” :46. A hangja nyugodt. - Seine Stimme ist ruhig. :47. Ez elég. - Es ist genug. :48. Folytatják. - Sie machen weiter. :49. Niall minden választ ismer. - Niall kennt alle Antworten. :50. Gyerekként tanulta meg őket. - Er hat sie als Kind gelernt. :51. Ministráns volt, hétévesen. - Er war Ministrant, mit sieben Jahren. :52. Aztán elérkezik a fontos pillanat. - Dann kommt der wichtige Moment. :53. Brennan felemeli az ostyát. - Brennan hebt die Hostie. :54. Ki akarja mondani a szavakat. - Er will die Worte sprechen. :55. De a szája nyitva marad. - Aber sein Mund bleibt offen. :56. Nem mond semmit. - Er sagt nichts. :57. Az ujjai szorosan tartják az ostyát. - Seine Finger halten die Hostie fest. :58. Az arca nyugodt, de a szemei keresnek. - Sein Gesicht ist ruhig, aber seine Augen suchen. :59. Niall ezt látja. - Niall sieht das. :60. Vár egy másodpercet. - Er wartet eine Sekunde. :61. Aztán halkan suttogja: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …” - Dann flüstert er leise: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …” :62. Brennan lehunyja a szemét. - Brennan schließt die Augen. :63. Egyszer bólint. - Er nickt einmal. :64. Tovább beszél. - Er spricht weiter. :65. A mise véget ér. - Die Messe geht zu Ende. :66. Niall eloltja a gyertyákat. - Niall löscht die Kerzen. :67. Együtt mennek a pubba. - Sie gehen zusammen zum Pub. :68. Útközben egy szót sem szólnak. - Sie sagen kein Wort auf dem Weg. :69. A pubban egyedül vannak. - Im Pub sind sie allein. :70. A kocsmáros két pohár Guinness-t hoz. - Der Wirt bringt zwei Gläser Guinness. :71. Halkabbra veszi a rádiót. - Er dreht das Radio leiser. :72. Brennan azt mondja: „Tizenkét évesen tanultam meg latinul.” - Brennan sagt: „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt.” :73. Azt mondja: „Ez volt az egyetlen tanítás, amely számított.” - Er sagt: „Das war der einzige Unterricht, der zählte.” :74. Azt mondja: „Most már semmi sem számít.” - Er sagt: „Jetzt zählt nichts mehr.” :75. Niall felemeli a poharát, és azt mondja: „Akkor igyunk a semmire.” - Niall hebt sein Glas und sagt: „Dann trinken wir auf nichts.” :76. Koccintanak. - Sie stoßen an. :77. Odakint eláll az eső. - Draußen hört der Regen auf. :78. Hetek óta először. - Zum ersten Mal seit Wochen. :79. Egyikük sem néz az ablak felé. - Keiner von beiden schaut zum Fenster. -------------------- 1a -------------------- „Dominus vobiscum“ „Et cum spiritu tuo“ „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" :A latin liturgia szavai - Die Worte der lateinischen Liturgie :1. A „Dominus vobiscum” latin liturgikus köszöntő formula, és azt jelenti: „Az Úr legyen veletek.” - „Dominus vobiscum“ ist eine lateinische liturgische Grußformel und bedeutet „Der Herr sei mit euch“. :2. A római katolikus egyházban pap vagy diakónus mondja a közösségnek. - Sie wird in der römisch-katholischen Kirche von einem Priester oder Diakon an die Gemeinde gerichtet. :3. A közösség válasza így hangzik: „Et cum spiritu tuo” („És a te lelkeddel”). - Die Antwort der Gemeinde lautet: „Et cum spiritu tuo“ („Und mit deinem Geiste“). :4. A Canon Missae, pontosabban Canon Romanus vagy római misekánon, ma az első eucharisztikus ima, a római rítus eucharisztikus főimája. - Der Canon Missae, genauer Canon Romanus oder römischer Messkanon, heute erstes Hochgebet, ist ein eucharistisches Hochgebet des römischen Ritus. :5. Tartalom és forma: a pap hálát ad Istennek az eucharisztikus adományok, a kenyér és a bor fölött és azokért, bemutatja neki őket, és kéri megszentelésüket. - Inhalt und Form: Der Priester dankt Gott über und für die eucharistischen Gaben, Brot und Wein, bringt sie ihm dar und erbittet deren Heiligung. :6. Az összegyűlt közösség ezt saját „Ámen”-jével megerősíti és megerősítőleg elfogadja. - Die versammelte Gemeinde bestätigt und bekräftigt dies mit ihrem „Amen“. :7. A Szentlélek működése által a kenyér és a bor színei a katolikus tanítás szerint Krisztus testévé és vérévé változnak. - Im Wirken des Heiligen Geistes werden die Gestalten von Brot und Wein nach katholischer Lehre in Leib und Blut Christi gewandelt. :8. „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …” = „Fogadd el kegyesen, ó Isten, szolgáidnak és egész közösségednek ezeket az adományait; rendezd napjainkat békédben, ments meg minket az örök kárhozattól, és végy fel választottaid seregébe.” - „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" = „Nimm gnädig an, o Gott, diese Gaben deiner Diener und deiner ganzen Gemeinde; ordne unsere Tage in deinem Frieden, rette uns vor dem ewigen Verderben und nimm uns auf in die Schar deiner Erwählten." :9. „Téged, jóságos Atya, kérünk Fiad, a mi Urunk Jézus Krisztus által: fogadd el és áldd meg ezeket a szent, szeplőtelen áldozati adományokat.” - „Dich, gütiger Vater, bitten wir durch deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus: Nimm diese heiligen, makellosen Opfergaben an und segne sie. :10. „Mindenekelőtt szent katolikus egyházadért ajánljuk fel őket, közösségben szolgáddal, N. pápánkkal, N. püspökünkkel és mindazokkal, akik gondot viselnek az igaz, katolikus és apostoli hitre.” - Wir bringen sie dar vor allem für deine heilige katholische Kirche in Gemeinschaft mit deinem Diener, unserem Papst N., mit unserem Bischof N. und mit allen, die Sorge tragen für den rechten, katholischen und apostolischen Glauben. :11. „Ajándékozz egyházadnak békét és egységet, őrizd és vezesd az egész földön.” - Schenke deiner Kirche Frieden und Einheit, behüte und leite sie auf der ganzen Erde." -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :A latin szavak - Die lateinischen Worte :1. Reggel hét órakor Niall leveszi a kulcsot a kampóról, és elindul a templomhoz. - Um sieben Uhr morgens nimmt Niall den Schlüssel vom Haken und geht zur Kirche. :2. A falu csendesen fekszik ott, ahogy mindig fekszik, amikor esik az eső. - Das Dorf liegt still da, wie es immer liegt, wenn es regnet. :3. Három hete esik, minden nap, szünet nélkül. - Es regnet seit drei Wochen, jeden Tag, ohne Pause. :4. A templom az utca végén áll, szürkén és súlyosan, mint egy öregember. - Die Kirche steht am Ende der Straße, grau und schwer, wie ein alter Mann. :5. A zár megcsikordul, amikor Niall benyomja az ajtót – mindig is így csikorgott. - Das Schloss quietscht, als Niall die Tür aufdrückt – es hat immer so gequietscht. :6. A szag azonnal megcsapja: nedves kő, tömjén, valami modern, amit nem tud megnevezni. - Der Geruch kommt sofort: feuchter Stein, Weihrauch, etwas Modernes, das er nicht benennen kann. :7. Meggyújt két gyertyát, mert a harmadik tartó húsvét óta üres. - Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer ist. :8. Senki sem vett új gyertyákat, és senki sem kérdezte meg, miért. - Niemand hat neue Kerzen gekauft, und niemand hat gefragt warum. :9. Niall röviden a Szűzanya szobrára néz, aztán megfordul. - Niall schaut kurz zur Statue der Muttergottes, dann dreht er sich um. :10. Végigmegy a keskeny úton a plébániaházhoz, kezét a zsebébe dugva. - Er geht den schmalen Weg zum Pfarrhaus, die Hände in den Taschen. :11. Father Brennan már az előtérben áll, a miseruhával a bal karján. - Father Brennan steht schon im Flur, das Messgewand über dem linken Arm. :12. „Elkéstél”, mondja az öregember, anélkül hogy Niallra nézne. - „Du bist zu spät", sagt der alte Mann, ohne Niall anzuschauen. :13. „Negyed nyolc van”, mondja Niall, „a harang fél nyolckor szólal meg.” - „Es ist Viertel nach sieben", sagt Niall, „die Glocke läutet um halb acht." :14. Brennan nem válaszol, egyszerűen elindul. - Brennan antwortet nicht, er geht einfach los. :15. Niall követi, fél lépéssel mögötte, mint mindig. - Niall folgt ihm, einen halben Schritt hinter ihm, wie immer. :16. Az öreg pap hetvenkilenc éves, de még mindig egyenesen jár. - Der alte Priester ist 79 Jahre alt, aber er geht noch geradeaus. :17. Csak az ujjai remegnek, ezt látni lehet, amikor a kelyhet tartja. - Nur seine Finger zittern, das sieht man, wenn er den Kelch hält. :18. A templomban Brennan az oltár elé áll, és hátat fordít a térnek. - In der Kirche stellt sich Brennan vor den Altar und dreht dem Raum den Rücken zu. :19. A padok Niall mögött üresek – mind, egészen az utolsó sorig. - Die Bänke hinter Niall sind leer – alle, bis zur letzten Reihe. :20. Régebben harminc, negyven ember ült itt, néha több is. - Früher saßen hier dreißig, vierzig Menschen, manchmal mehr. :21. Idős asszonyok sötét ruhákban, vörös kezű férfiak, gyerekek, akik nem tudtak nyugton ülni. - Alte Frauen in dunklen Kleidern, Männer mit roten Händen, Kinder, die nicht stillsitzen konnten. :22. Ez öt éve volt, amikor a fiatal pap elment, és többé senki sem jött. - Das ist fünf Jahre her, als der junge Priester wegging und niemand mehr kam. :23. Brennan ennek ellenére folytatta, minden vasárnap, senkiért. - Brennan hat trotzdem weitergemacht, jeden Sonntag, für niemanden. :24. Niall nem azért jött, mert hisz, hanem mert nem akarja, hogy az öregember egyedül álljon ott. - Niall ist gekommen, nicht weil er glaubt, sondern weil er nicht will, dass der alte Mann allein steht. :25. A mise elkezdődik, és Brennan hangja betölti a csendet. - Die Messe beginnt, und Brennans Stimme füllt die Stille. :26. A latin szavak lassan hullanak, egyik a másik után, mint cseppek egy kútba. - Die lateinischen Worte fallen langsam, einer nach dem anderen, wie Tropfen in einen Brunnen. :27. Niall az első padban ül, és válaszol, amikor rá kerül a sor. - Niall sitzt auf der ersten Bank und antwortet, wenn er dran ist. :28. „Et cum spiritu tuo” – a szavak automatikusan jönnek, egy gyermek emlékezetéből. - „Et cum spiritu tuo" – die Worte kommen automatisch, aus dem Gedächtnis eines Kindes. :29. Hétéves volt, amikor először mondta ki őket. - Er war sieben Jahre alt, als er sie zum ersten Mal sagte. :30. Már nem emlékszik, hogy akkor értette-e, mit jelentenek. - Er erinnert sich nicht mehr, ob er damals verstanden hat, was sie bedeuten. :31. Talán nincs is jelentősége. - Vielleicht spielt das keine Rolle. :32. Brennan megfordul, Niall fölött elnézve az üres sorokra tekint. - Brennan dreht sich um, schaut über Niall hinaus in die leeren Reihen. :33. „Dominus vobiscum”, mondja halkan, szinte kérdezve. - „Dominus vobiscum", sagt er, leise, fast fragend. :34. Niall válaszol, Brennan pedig egyszer bólint, alig láthatóan. - Niall antwortet, und Brennan nickt einmal, kaum sichtbar. :35. A mise folytatódik, mondatról mondatra, mint egy öreg hajó, amely ismeri az útvonalát. - Die Messe geht weiter, Satz für Satz, wie ein altes Schiff, das seinen Kurs kennt. :36. Aztán eljön a pillanat, amelyre Niall nem számított. - Dann kommt der Moment, den Niall nicht erwartet hat. :37. Brennan a kezében tartja az ostyát, és kinyitja a száját. - Brennan hält die Hostie in den Händen und öffnet den Mund. :38. Egyetlen szó sem jön ki rajta. - Kein Wort kommt. :39. Csak egy rövid hang, aztán csend. - Nur ein kurzer Laut, dann Stille. :40. Brennan arca nyugodt marad, de az ujjai egy kicsit túl erősen szorítják az ostyát. - Brennans Gesicht bleibt ruhig, aber seine Finger drücken die Hostie ein bisschen zu fest. :41. Niall látja a verejtéket az öregember homlokán. - Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes. :42. Látja a vak szemet, amely semmit sem lát, és a másikat, amely túl sokat tud. - Er sieht das blinde Auge, das nichts sieht, und das andere, das zu viel weiß. :43. Eltelik egy másodperc, aztán még egy. - Eine Sekunde vergeht, dann noch eine. :44. Niall vesz egy mély levegőt, aztán suttogni kezdi: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …” - Niall atmet einmal tief, und dann flüstert er: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" :45. A szavak úgy törnek elő belőle, mint valami, amit valójában soha nem felejtett el. - Die Worte kommen aus ihm heraus wie etwas, das er nie wirklich vergessen hat. :46. Brennan lehunyja a szemét, egyszer bólint, és tovább beszél. - Brennan schließt die Augen, nickt einmal, und spricht weiter. :47. Az ostya megmozdul a csendben, és a mise folytatódik. - Die Hostie bewegt sich in der Stille, und die Messe geht weiter. :48. Az utolsó áldás után Niall eloltja a gyertyákat. - Nach dem letzten Segen löscht Niall die Kerzen. :49. Együtt mennek ki a templomból, szó nélkül. - Sie gehen zusammen aus der Kirche, ohne zu sprechen. :50. Az eső halkan hullik a kövezetre, mint mindig. - Der Regen fällt leise auf das Pflaster, wie immer. :51. A pubban egyedül vannak, a kocsmároson kívül, aki némán törli a pultot. - Im Pub sind sie allein, außer dem Wirt, der schweigend den Tresen wischt. :52. Két pohár Guinness áll előttük, félig tele, még érintetlenül. - Zwei Gläser Guinness stehen vor ihnen, halb voll, noch nicht angerührt. :53. Brennan a poharára néz, és azt mondja: „Tizenkét éves koromban tanultam meg latinul.” - Brennan schaut auf sein Glas und sagt: „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war." :54. „Ez volt az egyetlen oktatás, amely valóban számított”, mondja aztán. - „Das war der einzige Unterricht, der wirklich gezählt hat", sagt er dann. :55. „Most már semmi sem számít.” - „Jetzt zählt nichts mehr." :56. Niall felemeli a poharát, és nyugodtan azt mondja: „Akkor igyunk a semmire.” - Niall hebt sein Glas und sagt ruhig: „Dann trinken wir auf nichts." :57. Koccintanak, halkan, nevetés nélkül. - Sie stoßen an, leise, ohne zu lachen. :58. Odakint, az ablak előtt eláll az eső. - Draußen vor dem Fenster hört der Regen auf. :59. Három hét óta először csend van. - Zum ersten Mal seit drei Wochen ist es still. :60. Egyikük sem néz oda. - Keiner von beiden schaut hin. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- : A latin szavak - Die lateinischen Worte :1. Niall ismeri a templomhoz vezető út minden kövét, a kövezet minden repedését, minden helyet, ahol fű nő a lapok között. - Niall kennt jeden Stein des Weges zur Kirche, jeden Riss im Pflaster, jede Stelle, wo das Gras zwischen den Platten wächst. :2. Öt éve minden vasárnap ezen az úton megy, kevéssel reggel hét óra előtt, amikor a falu még alszik. - Er geht diesen Weg jeden Sonntag, seit fünf Jahren, kurz vor sieben Uhr morgens, wenn das Dorf noch schläft. :3. Az eső egyenletesen hull, ahogy hetek óta teszi, megszakítás nélkül, szándék nélkül. - Der Regen fällt gleichmäßig, wie er es seit Wochen tut, ohne Unterbrechung, ohne Absicht. :4. A nyugati parton ez így van: az eső nem eseményként érkezik, egyszerűen csak ott van, mint a tenger, mint a szél, mint a csend. - An der Westküste ist das so: Der Regen kommt nicht als Ereignis, er ist einfach da, wie die See, wie der Wind, wie die Stille. :5. A templomajtó zárja megcsikordul, amikor elfordítja benne a kulcsot, és ez a hang Niall számára éppúgy hozzátartozik a vasárnaphoz, mint maga a harang. - Das Schloss der Kirchentür quietscht, als er den Schlüssel dreht, und dieser Laut gehört für Niall zum Sonntag wie die Glocke selbst. :6. Bent nedves kő és régi tömjén illata érződik, olyan szag, amely úgy ivódott a falakba, mint egy ima, amelyet már senki sem mond. - Drinnen riecht es nach feuchtem Stein und altem Weihrauch, ein Geruch, der sich in den Wänden festgesetzt hat wie ein Gebet, das niemand mehr spricht. :7. Meggyújt két gyertyát – csak kettőt, mert a gyertyatartó a Szűzanya előtt húsvét óta üresen áll, és senkinek sem volt bátorsága ezen változtatni. - Er zündet zwei Kerzen an – nur zwei, weil der Ständer vor der Muttergottes seit Ostern leer steht und keiner der Mut hatte, das zu ändern. :8. A lobogó fény hosszú árnyakat vet az üres padokra, és a templom egy pillanatra szinte élettelinek tűnik. - Das flackernde Licht wirft lange Schatten auf die leeren Bänke, und für einen Moment sieht die Kirche fast belebt aus. :9. Aztán elmegy Father Brennanért. - Dann holt er Father Brennan ab. :10. Az öreg pap már a plébániaház folyosóján áll, a miseruha gondosan a bal karjára fektetve, mintha egész éjjel várt volna. - Der alte Priester steht bereits im Flur des Pfarrhauses, das Messgewand sorgfältig über den linken Arm gelegt, als hätte er die ganze Nacht gewartet. :11. „Elkéstél” – mondja Brennan anélkül, hogy Niallra nézne, annak az embernek a nyugodt határozottságával, aki már nem vitatkozik, hanem csak megállapít. - „Du bist zu spät", sagt Brennan, ohne Niall anzusehen, mit der ruhigen Bestimmtheit eines Mannes, der nicht mehr streitet, sondern nur noch feststellt. :12. Niall elmagyarázza, hogy még csak negyed nyolc van, és a harang csak fél nyolckor szólal meg, de már tudja, hogy a válasz nem számít. - Niall erklärt, dass es erst Viertel nach sieben ist und die Glocke erst um halb acht läutet, aber er weiß bereits, dass die Antwort keine Rolle spielt. :13. A sövények között vezető keskeny úton mennek, Brennan fél lépéssel elöl, Niall mögötte, ahogy ez valahogy kialakult. - Sie gehen den schmalen Weg zwischen den Hecken, Brennan einen halben Schritt voraus, Niall hinter ihm, wie es sich so ergeben hat. :14. Az öregember lassabban jár, mint régen, de még mindig egyenesen megy, és ez olyasmi, ami Niallnek minden alkalommal feltűnik, anélkül hogy tudná, miért. - Der alte Mann geht langsamer als früher, aber er geht noch aufrecht, und das ist etwas, das Niall jedes Mal auffällt, ohne dass er weiß, warum. :15. A templomban Brennan elfoglalja helyét az oltár előtt, hátat fordít az üres gyülekezetnek, és elkezdi. - In der Kirche nimmt Brennan seinen Platz vor dem Altar ein, dreht der leeren Gemeinde den Rücken zu und beginnt. :16. A latin szavak nyugodtan és egyenletesen jönnek, egy olyan hang hordozza őket, amely az évek során törékenyebbé vált, de soha nem lett bizonytalan. - Die lateinischen Worte kommen ruhig und gleichmäßig, getragen von einer Stimme, die mit den Jahren brüchiger geworden ist, aber nie unsicher. :17. Niall az első padban ül, és úgy hallgatja, ahogy az ember egy folyót hallgat, amely mindig is ott volt. - Niall sitzt auf der ersten Bank und hört zu, wie man einem Fluss zuhört, der immer schon da war. :18. A mögötte lévő padok üresek, és mégis valahogy betöltik a teret mindazoknak a vasárnapoknak a súlyával, amikor itt emberek ültek. - Die Bänke hinter ihm sind leer, und trotzdem füllen sie den Raum irgendwie, mit dem Gewicht all der Sonntage, an denen hier Menschen saßen. :19. Még emlékszik az idős asszonyokra sötét ruháikban, a repedezett kezű férfiakra, a gyerekekre, akik csúszkáltak a fapadon, és ezért egy pillantást kaptak. - Er erinnert sich noch an die alten Frauen in ihren dunklen Kleidern, an die Männer mit den rissigen Händen, an die Kinder, die auf der Holzbank rutschten und einen Blick zugeworfen bekamen. :20. Mindez öt éve volt, azóta, hogy a fiatal pap elhagyta a gyülekezetet, és a vasárnapi mise laikus áhítattá lett. - Das alles ist fünf Jahre her, seit der junge Priester die Gemeinde verlassen hat und die Sonntagsmesse zu einer Laienandacht wurde. :21. Brennan erről semmit sem akart tudni, és azóta a saját miséjét tartja, csendben, latinul, engedély nélkül, közönség nélkül. - Brennan hat davon nichts wissen wollen und hält seitdem seine eigene Messe, still, auf Latein, ohne Erlaubnis, ohne Publikum. :22. Niall maradt, nem azért, mert a hit tartja, hanem mert nem tudja elviselni a gondolatot, hogy az öregember egyedül álljon az oltár előtt. - Niall ist geblieben, nicht weil der Glaube ihn hält, sondern weil er den Gedanken nicht aushält, dass der alte Mann allein vor dem Altar steht. :23. Válaszol, amikor rajta a sor, azokkal a szavakkal, amelyeket hétévesként tanult meg kívülről, és amelyek úgy maradtak benne, mint egy dallam, amelytől az ember többé nem szabadul. - Er antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die er als Siebenjähriger auswendig gelernt hat und die in ihm geblieben sind wie eine Melodie, die man nicht mehr loswird. :24. „Dominus vobiscum” – mondja Brennan, és röviden megfordul, jó szeme Niallt keresi, megtalálja. - „Dominus vobiscum", sagt Brennan, und dreht sich kurz um, sein gutes Auge sucht Niall, findet ihn. :25. „Et cum spiritu tuo” – válaszolja Niall, és ez elég. - „Et cum spiritu tuo", antwortet Niall, und das reicht. :26. Ismerik ezt a ritmust, ezt az adást és elfogadást, még ha egyikük sem nevezné így. - Sie kennen diesen Rhythmus, dieses Geben und Nehmen, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. :27. Aztán eljön az átváltoztatás. - Dann kommt die Wandlung. :28. Brennan két kézzel tartja az ostyát, ujjai enyhén remegnek, és kinyitja a száját. - Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Finger zittern leicht, und öffnet den Mund. :29. Semmi. - Nichts. :30. Egy rövid, megtört hang, aztán olyan csend, mintha a templom visszatartaná a lélegzetét. - Ein kurzer, gebrochener Laut, dann eine Stille, die sich anfühlt, als würde die Kirche den Atem anhalten. :31. Brennan arcán nincs pánik, csak valamiféle kimerült keresés, mintha egy olyan könyvben lapozna, amelynek lapjait már nem látja. - Brennans Gesicht zeigt keine Panik, nur eine Art erschöpftes Suchen, als blättere er in einem Buch, dessen Seiten er nicht mehr sehen kann. :32. Niall látja az izzadságot az öregember homlokán, a vak pupillát, amely az ürességbe irányul, az ujjakat, amelyek túl erősen tartják az ostyát. - Niall sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes, die blinde Pupille, die ins Leere gerichtet ist, die Finger, die die Hostie zu fest halten. :33. Vár, mert reméli, hogy a szavak maguktól visszatérnek, ahogy néha szoktak. - Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkommen, wie sie es manchmal tun. :34. Nem térnek vissza. - Sie kommen nicht. :35. Aztán hallja, ahogy ő maga suttogja, szinte akarata ellenére: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …” - Dann hört er sich selbst flüstern, fast ohne es zu wollen: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" :36. A szavak olyan mélységből jönnek, amelyet nem ismert, önmaga egy részéből, amely nyilvánvalóan soha nem szűnt meg ministránsnak lenni. - Die Worte kommen aus einer Tiefe, die er nicht kannte, aus einem Teil von ihm, der offenbar nie aufgehört hat, Ministrant zu sein. :37. Brennan egészen rövid időre lehunyja a szemét, és amikor újra kinyitja, nyugodtan folytatja, mintha semmi sem történt volna. - Brennan schließt die Augen, ganz kurz, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig, als wäre nichts gewesen. :38. Az ostya felemelkedik, és a mise véget ér. - Die Hostie hebt sich, und die Messe geht zu Ende. :39. Niall eloltja a gyertyákat, Brennan leveszi a miseruhát, elhagyják a templomot anélkül, hogy egy szót is vesztegetnének arra, ami éppen történt. - Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand ab, sie verlassen die Kirche, ohne ein Wort darüber zu verlieren, was gerade passiert ist. :40. Az eső az ajtó előtt úgy fogadja őket, mint egy türelmes ismerős. - Der Regen empfängt sie vor der Tür wie ein geduldiger Bekannter. :41. A pubban nedves kabátjaikat a székekre teszik, és leülnek a pulthoz. - Im Pub stellen sie ihre nassen Jacken auf die Stühle und setzen sich an den Tresen. :42. A csapos hoz két fél Guinness-t, halkabbra veszi a rádiót, és békén hagyja őket, mert megtanulta, hogy ez a helyes. - Der Wirt bringt zwei halbe Guinness, dreht das Radio leiser und lässt sie in Ruhe, weil er gelernt hat, dass das das Richtige ist. :43. Brennan egy darabig a poharába bámul, mielőtt megszólal. - Brennan starrt eine Weile in sein Glas, bevor er spricht. :44. „Tizenkét éves koromban tanultam meg latinul” – mondja végül –, „egy tanteremben, amely télen soha nem lett meleg.” - „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde." :45. „Ez volt az egyetlen óra, amelyen úgy éreztem, hogy valamiről szó van.” - „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich das Gefühl hatte, dass es um etwas geht." :46. Szünetet tart, lassan forgatja a poharat remegő kezei között. - Er macht eine Pause, dreht das Glas langsam in den zitternden Händen. :47. „Most már semmi sem számít ebből.” - „Jetzt zählt nichts mehr davon." :48. Niall ránéz, aztán a poharára, aztán újra Brennanre. - Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, dann wieder auf Brennan. :49. „Akkor igyunk a semmire” – mondja. - „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. :50. Koccintanak, ünnepélyesség nélkül, mosoly nélkül, két olyan férfi nyugodt mozdulatával, akik évek óta ismerik egymást, és keveset kell magyarázniuk. - Sie stoßen an, ohne Feierlichkeit, ohne Lächeln, mit der ruhigen Geste zweier Männer, die sich seit Jahren kennen und wenig erklären müssen. :51. Odakint eláll az eső. - Draußen hört der Regen auf. :52. Egyszerűen csak így történik, bejelentés nélkül, egy pillanat közepén, amely amúgy is már túl tele van. - Es geschieht einfach so, ohne Ankündigung, mitten in einem Augenblick, der ohnehin schon zu voll ist. :53. A bepárásodott ablaküvegen át halvány fény látszik a felhők között. - Durch das beschlagene Fensterglas sieht man ein blasses Licht zwischen den Wolken. :54. Egyikük sem fordul meg. - Keiner von beiden dreht sich um. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :A latin szavak - Die lateinischen Worte :1. Niall számára a vasárnap nem az ébredéssel kezdődik, hanem azzal a pillanattal, amikor leveszi a kulcsot a kampóról, és tudja, hogy megint eljött az idő. - Der Sonntag beginnt für Niall nicht mit dem Aufwachen, sondern mit dem Moment, in dem er den Schlüssel vom Haken nimmt und weiß, dass es wieder Zeit ist. :2. Odakint az eső fal módjára függ a házak között, sűrűn és közönyösen, három hete ugyanaz az eső, amely már régóta nem időjárásnak érződik, hanem állapotnak. - Draußen hängt der Regen wie eine Wand zwischen den Häusern, dicht und gleichgültig, seit drei Wochen derselbe Regen, der sich längst nicht mehr wie Wetter anfühlt, sondern wie Zustand. :3. A falu csendben fekszik, ahogy vasárnapokon szokott, amikor az a néhány ember, aki még itt lakik, bepárásodott ablakok mögött marad, és senki sem várja, hogy valamelyikük templomba menjen. - Das Dorf liegt still, wie es an Sonntagen liegt, wenn die wenigen, die noch hier wohnen, hinter beschlagenen Fenstern bleiben und niemand erwartet, dass einer von ihnen zur Kirche geht. :4. Niall mégis megy, nem azért, mert muszáj volna, hanem mert abbahagyni döntés volna, és ő még nem hozott ilyet. - Niall geht trotzdem, nicht weil er müsste, sondern weil aufzuhören eine Entscheidung wäre, und er hat noch keine getroffen. :5. A zár megnyikordul, amikor benyomja a nehéz tölgyfaajtót, ismerős hang ez, amely száz éve ugyanaz, és állandóságában van benne valami már-már vigasztaló. - Das Schloss quietscht, als er die schwere Eichentür aufdrückt, ein vertrauter Laut, der seit hundert Jahren derselbe ist und in seiner Beständigkeit etwas fast Tröstliches hat. :6. A templomban nedves kő, tömjén és régi épületek sajátos hidege érződik, amely még nyáron sem enged teljesen, mintha a hőmérséklet a falakban önálló életre kelt volna. - Die Kirche riecht nach feuchtem Stein und Weihrauch und nach der spezifischen Kälte alter Gebäude, die selbst im Sommer nicht ganz weicht, als hätte sich die Temperatur in den Wänden verselbständigt. :7. Két gyertyát gyújt meg, mert a harmadik tartó – az, amelyik az Istenanya előtt áll – húsvét óta üres, és mert ezt a körülményt soha senki nem mondta ki hangosan, egyfajta hallgatólagos egyetértéssé vált. - Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer – der vor der Muttergottes – seit Ostern leer steht, und weil niemand diesen Umstand je laut angesprochen hat, ist er zu einer Art stillschweigendem Einverständnis geworden. :8. A lobogó fény az üres padokra hull, és olyan árnyakat rajzol, amelyek embereknek látszanak, ha az ember nem néz oda pontosan. - Das flackernde Licht fällt auf die leeren Bänke und zeichnet Schatten, die aussehen wie Personen, wenn man nicht genau hinschaut. :9. Niall nem néz oda pontosan. - Niall schaut nicht genau hin. :10. Elmegy Father Brennanért, mint minden vasárnap, a sövények közötti keskeny úton, amely eső után mindig egy kicsit csúszós. - Er holt Father Brennan ab, wie jeden Sonntag, den schmalen Weg zwischen den Hecken entlang, der nach Regen immer ein bisschen rutschig ist. :11. Az öreg pap már az előszobában áll, a miseruhával a karján, fehér szemöldöke összehúzva, mintha valamire várt volna, ami nem sietett. - Der alte Priester steht bereits im Flur, das Messgewand über dem Arm, die weißen Augenbrauen zusammengezogen, als hätte er auf etwas gewartet, das sich nicht beeilte. :12. „Elkéstél”, mondja Brennan annak az embernek a tekintélyével, aki számára az idő már nem percek egymásutánja, hanem tartás kérdése. - „Du bist zu spät", sagt Brennan, mit der Autorität eines Mannes, für den die Zeit nicht mehr eine Abfolge von Minuten ist, sondern eine Frage der Haltung. :13. Niall tárgyilagosan elmagyarázza, hogy negyed nyolc van, hogy a harang csak fél nyolckor szólal meg, hogy időben vannak – de miközben mondja, tudja, hogy ez a szóváltás nem az időről szól. - Niall erklärt sachlich, dass es Viertel nach sieben ist, dass die Glocke erst um halb acht läutet, dass sie in der Zeit sind – aber er weiß, während er es sagt, dass dieser Austausch nicht über Zeit handelt. :14. Egymás mellett mennek, Brennan fél lépéssel elöl, mert máshogy nem ismeri, Niall mögötte, mert megtanulta, hogy bizonyos helyek nem döntések, hanem megállapodások. - Sie gehen nebeneinander, Brennan einen halben Schritt voraus, weil er es nicht anders kennt, Niall hinter ihm, weil er gelernt hat, dass manche Positionen keine Entscheidung, sondern eine Übereinkunft sind. :15. A templom azzal a hideggel fogadja őket, amely mindig benne van, és Brennan habozás nélkül az oltárhoz megy, mintha egy olyan térbe lépne be, amely hozzá tartozik, jóllehet szigorúan véve már nem így van. - Die Kirche empfängt sie mit der Kälte, die sie immer hat, und Brennan geht ohne Zögern zum Altar, als würde er einen Raum betreten, der ihm gehört, obwohl er das, streng genommen, nicht mehr tut. :16. Hátat fordít a templomhajónak, remegő kezét a kehely fölé nyújtja, és beszélni kezd. - Er dreht dem Kirchenschiff den Rücken zu, streckt die zitternden Hände über den Kelch und beginnt zu sprechen. :17. A latin nyugodtan és folyamatosan árad, törékenyen a felső hangban, de ritmusában szilárdan, mint egy régi kötél, amely többet tart el, mint amennyit kinéznének belőle. - Das Latein kommt ruhig und kontinuierlich, brüchig in der Oberstimme, aber stabil in seinem Rhythmus, wie ein altes Seil, das mehr trägt, als man ihm ansieht. :18. Niall az első padban ül, kezét a térdei közé szorítva, és azokra a felhívásokra, amelyek választ kívánnak, olyan szavakkal felel, amelyeket emlékezete húsz éven át őrzött meg anélkül, hogy erre valaha felszólították volna. - Niall sitzt auf der ersten Bank, die Hände zwischen den Knien, und antwortet auf die Rufe, die Antworten erfordern, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwanzig Jahre hinweg aufbewahrt hat, ohne je dazu aufgefordert worden zu sein. :19. A mögötte lévő padok üresek, de ürességük nem semmi – hanem mindazon vasárnap reggelek összege, amikor itt emberek ültek, akik most vagy elköltöztek, vagy meghaltak, ami a nyugati parton ugyanarra megy ki. - Die Bänke hinter ihm sind leer, aber ihre Leere ist nicht nichts – sie ist die Summe aller Sonntagmorgen, an denen hier Menschen saßen, die jetzt entweder fortgezogen oder gestorben sind, was an der Westküste auf dasselbe hinausläuft. :20. Emlékszik az öregasszonyokra, akik az ujjaik között úgy görgették a rózsafüzért, mint kereskedők az érméiket, és a férfiakra, akik tőzegszagúak voltak, és az istentisztelet után szótlanul mentek el egymás mellett, mintha a hallgatás órája hosszabbítást kapott volna. - Er erinnert sich an die alten Frauen, die den Rosenkranz zwischen den Fingern rollten wie Händler ihre Münzen, an die Männer, die nach Torf rochen und nach dem Gottesdienst wortlos aneinandervorbeigingen, als hätte die Stunde des Schweigens eine Verlängerung bekommen. :21. A püspökség öt évvel ezelőtt úgy döntött, hogy elegendő egy világi ájtatosság, és a gyülekezet, ahogy a gyülekezetek szokták, beletörődött. - Das Bistum hat vor fünf Jahren entschieden, dass eine Laienandacht genüge, und die Gemeinde hat sich, wie Gemeinden das tun, gefügt. :22. Brennan nem törődött bele, egyszerűen továbbcsinálta, csendben, engedély nélkül, közönség nélkül, mert az a gondolat, hogy a mise megszűnik, abszurdabbnak tűnt számára, mint az, hogy egyedül tartja meg. - Brennan hat sich nicht gefügt, er hat einfach weitergemacht, still, ohne Erlaubnis, ohne Publikum, weil ihm die Vorstellung, dass die Messe aufhört, absurder erschien als die Vorstellung, sie allein zu halten. :23. Niall maradt, nem hitből, hanem valamiféle kötelességérzetből, amelynek nincs vallási magja, de emberi van, és ez talán ugyanaz. - Niall ist geblieben, nicht aus Glauben, sondern aus einer Art Pflichtgefühl, das keinen religiösen Kern hat, aber einen menschlichen, und das vielleicht dasselbe ist. :24. „Dominus vobiscum”, mondja Brennan, és félig megfordul, jó szeme hosszú megszokás pontosságával találja meg Niallt. - „Dominus vobiscum", sagt Brennan und dreht sich halb um, sein gutes Auge findet Niall mit der Präzision langer Gewohnheit. :25. „Et cum spiritu tuo” – Niall szünet nélkül mondja, Brennan pedig bólint, alig észrevehetően, és újra az oltár felé fordul. - „Et cum spiritu tuo" – Niall sagt es ohne Pause, und Brennan nickt, kaum wahrnehmbar, und dreht sich wieder zum Altar. :26. Van ebben a rítusban egy csere, amely sem nem beszélgetés, sem nem ima, hanem valami a kettő között, valami, amire nincs megfelelő szó, legfeljebb talán ez: jelenlét. - Es gibt einen Austausch in diesem Ritual, der weder Gespräch ist noch Gebet, sondern etwas dazwischen, etwas, für das es kein passendes Wort gibt außer vielleicht: Anwesenheit. :27. A mise önmagát viszi előre, mondatról mondatra, Niall pedig kissé hátradől, és hagyja, hogy a latin szavak vízként menjenek át fölötte. - Die Messe trägt sich selbst vorwärts, Satz für Satz, und Niall lehnt sich ein wenig zurück und lässt die lateinischen Worte über sich hinweggehen wie Wasser. :28. Aztán elérkezik az átváltoztatás, és minden megakad. - Dann kommt die Wandlung, und alles stockt. :29. Brennan két kézzel tartja a szentostyát, ajkai egy szót formálnak, amely nem jön elő – nyitott száj, félbeszakadt hang, olyan csend, amely különbözik más csendektől, mert hiányzik belőle valami, aminek ott kellene lennie. - Brennan hält die Hostie mit beiden Händen, die Lippen formen sich zu einem Wort, das nicht kommt – ein offener Mund, ein abgebrochener Laut, eine Stille, die sich von anderen Stillen unterscheidet, weil in ihr etwas fehlt, das da sein sollte. :30. Niall tekintete azonnal az öregember kezére esik, amely olyan erővel tartja a szentostyát, hogy az inkább kapaszkodásnak látszik, nem felajánlásnak. - Nialls Blick geht sofort zu den Händen des alten Mannes, die die Hostie mit einer Kraft halten, die wie Festhalten aussieht, nicht wie Darbringen. :31. Látja az izzadságot, amely Brennan homlokán összegyűlt, a vak szemet, amely olyan irányba néz, amelyet senki sem ismer, a kimerült keresést egy olyan arc vonásaiban, amely megtanulta, hogy semmit se mutasson ki. - Er sieht den Schweiß, der sich auf Brennans Stirn gesammelt hat, das blinde Auge, das in eine Richtung zeigt, die keiner kennt, die erschöpfte Suche in den Zügen eines Gesichts, das gelernt hat, sich nichts anmerken zu lassen. :32. Eltelik egy másodperc, aztán még egy, és Niall visszatartja a lélegzetét, mert nem tudja, hogy a beavatkozás segítség-e vagy illetéktelen beleszólás. - Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und Niall hält die Luft an, weil er nicht weiß, ob Eingreifen Hilfe ist oder Einmischung. :33. Aztán hallja saját magát beszélni, halkan, szinte lélegzet nélkül: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …” - Dann hört er sich selbst sprechen, leise, fast atemlos: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" :34. Ezek olyan szavak, amelyeket gyermekként tanult meg, abban az időben, amikor az ember úgy tanult dolgokat, hogy nem értette, meg fogja őket őrizni, és amelyek most úgy jönnek ki belőle, mint valami, ami valójában soha nem volt távol. - Es sind Worte, die er als Kind gelernt hat, in einer Zeit, in der man Dinge lernte, ohne zu verstehen, dass man sie behalten würde, und die jetzt aus ihm herauskommen wie etwas, das nie wirklich fort war. :35. Brennan egészen rövid időre lehunyja a szemét, olyan ember arckifejezésével, aki kap valamit, amit nem kért, de mégis elfogadja. - Brennan schließt die Augen, ganz kurz, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er nicht erbeten hat, es aber trotzdem nimmt. :36. Újra kinyitja, és tovább beszél, nyugodtan, egyenletesen, mintha semmi sem történt volna, és talán ez az igazi művészet: nem az, hogy az ember soha nem akad el, hanem hogy tovább beszél, amikor valaki tartja a fonalat. - Er öffnet sie wieder und spricht weiter, ruhig, gleichmäßig, als wäre nichts gewesen, und vielleicht ist das die eigentliche Kunst: nicht, dass man nie ins Stocken gerät, sondern dass man weiterspricht, wenn jemand den Faden hält. :37. A mise további közjáték nélkül ér véget. - Die Messe endet ohne weiteren Zwischenfall. :38. Niall eloltja a gyertyákat, Brennan pedig annak az embernek a pontos gondosságával veti le a miseruhát, aki tudja, hogy a kis dolgokban mutatott hanyagság tartás, nem hatékonyság. - Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Gewand ab mit der präzisen Sorgfalt eines Mannes, der weiß, dass Nachlässigkeit in kleinen Dingen eine Haltung ist, keine Effizienz. :39. Elhagyják a templomot, és egy szót sem szólnak arról, ami történt, ami az egyetlen lehetséges módja annak, hogy beszéljenek róla. - Sie verlassen die Kirche und sprechen kein Wort über das, was passiert ist, was die einzig mögliche Form ist, darüber zu sprechen. :40. Az eső némán fogadja őket. - Der Regen nimmt sie schweigend in Empfang. :41. A pubban nedves kabátjaik a székeken lógnak, a kocsmáros pedig kérdezés nélkül két fél pint Guinness-t tesz eléjük, mert évek óta tudja, mit jelent a vasárnap. - Im Pub hängen ihre nassen Jacken an den Stühlen, und der Wirt stellt zwei halbe Guinness vor sie hin, ohne zu fragen, weil er seit Jahren weiß, was Sonntag bedeutet. :42. Brennan egy ideig csendben ül, kezét a pohár köré kulcsolva, és a sötét folyadékot nézi, mintha olvasna benne valamit. - Brennan sitzt eine Weile still, die Hände um das Glas, und schaut auf die dunkle Flüssigkeit, als läse er etwas darin. :43. „Tizenkét éves koromban tanultam latinul”, mondja végül, annak az embernek a nyugodt tárgyilagosságával, akinek már nincs szüksége bevezetésre, „egy tanteremben, amely kréta és nedves gyapjúszövet szagú volt.” - „Ich habe Latein mit zwölf Jahren gelernt", sagt er schließlich, mit der ruhigen Sachlichkeit eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, „in einem Klassenzimmer, das nach Kreide und nassem Wollstoff roch." :44. „Ez volt az egyetlen óra, amelyen éreztem, hogy maga a nyelv hordoz valamit, függetlenül attól, hogy hallgatja-e valaki.” - „Es war der einzige Unterricht, bei dem ich gespürt habe, dass die Sprache selbst etwas trägt, unabhängig davon, ob jemand zuhört." :45. Lassan forgatja kezében a poharat, és Niall látja, milyen erősen remegnek az ujjai, amikor nem tartanak semmit. - Er dreht das Glas langsam in den Händen, und Niall sieht, wie stark die Finger zittern, wenn sie nichts halten. :46. „Most már mindez semmit sem számít”, mondja Brennan, nem keserűen, hanem olyan ember megállapításával, aki bizonyítékot kapott egy elméletre, amelyet soha nem akart bizonyítani. - „Jetzt zählt das alles nichts mehr", sagt Brennan, nicht bitter, sondern mit der Feststellung von jemandem, der einen Beweis für eine Theorie geliefert bekommen hat, die er nie beweisen wollte. :47. Niall ránéz, aztán a poharára, annak az embernek a nyugalmával, aki nem keresi a szavakat, mert tudja, hogy a helyes szavak rövidek. - Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, mit der Ruhe eines Mannes, der nicht nach Worten sucht, weil er weiß, dass die richtigen kurz sind. :48. „Akkor igyunk a semmire”, mondja. - „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. :49. Felemelik a poharakat, koccintanak, mosoly nélkül, ünnepélyesség nélkül, két olyan ember hordozott magától értetődésével, akik annyi vasárnapot osztottak meg egymással, hogy a gesztusoknak már nincs szükségük magyarázatra. - Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit zweier Menschen, die so viele Sonntage geteilt haben, dass Gesten keine Erklärung mehr brauchen. :50. Odakint, a bepárásodott ablak előtt eláll az eső. - Draußen vor dem beschlagenen Fenster hört der Regen auf. :51. Egyszerűen eláll, mindennek a közepén, bejelentés nélkül, és egy pillanatra a falu olyan csendben fekszik, amely különbözik a megszokottól, mert nem várták. - Er hört einfach auf, mitten in allem, ohne Ankündigung, und für einen Moment liegt das Dorf in einer Stille, die sich von der gewöhnlichen unterscheidet, weil sie nicht erwartet wurde. :52. Halvány fény tolakszik át a felhők között, ferdén hull a nedves utcára. - Ein blasses Licht schiebt sich zwischen den Wolken durch, fällt schräg auf die nasse Straße. :53. Egyikük sem fordul az ablak felé. - Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- : A latin szavak - Die lateinischen Worte :1. Vannak szokások, amelyeket az ember már nem indokol meg, mert az indoklás valamikor magában az ismétlésben tűnt el, és Niall vasárnapjai öt éve ebbe a kategóriába tartoznak. - Es gibt Gewohnheiten, die man nicht mehr begründet, weil die Begründung irgendwann in der Wiederholung selbst verschwunden ist, und Nialls Sonntage gehören seit fünf Jahren zu dieser Kategorie. :2. Nem sokkal hét előtt leveszi a kulcsot az ajtó melletti akasztóról, gondolkodás nélkül felveszi a kabátját, és kilép az esőbe, amely három hete esik, mintha már nem meteorológiai esemény volna, hanem a nyugati partvidék halmazállapota. - Um kurz vor sieben nimmt er den Schlüssel vom Haken neben der Tür, zieht die Jacke über, ohne nachzudenken, und tritt in den Regen, der seit drei Wochen fällt, als wäre er kein meteorologisches Ereignis mehr, sondern ein Aggregatzustand der Westküste. :3. A falu abban a sajátos vasárnapi csendben fekszik, amely nem nyugalom, hanem távollét – nincsenek emberek az utcán, nincsenek hangok, csak az eső egyenletes zúgása a kő és a tető ellen, és néha egy sirály, amely küzd ellene, mintha jobban tudná. - Das Dorf liegt in jener spezifischen Sonntagsstille, die nicht Ruhe ist, sondern Abwesenheit – keine Menschen auf der Straße, keine Stimmen, nur das gleichmäßige Rauschen des Regens gegen Stein und Dach und die gelegentliche Möwe, die dagegen ankämpft, als wüsste sie es besser. :4. Az utca végén álló templom olyan épület, amely túlélte rendeltetését, de ettől, ahogy Niall öt évnyi vasárnap reggel után tudja, nem kevésbé igaz, csak nehezebben magyarázható. - Die Kirche am Ende der Straße ist ein Gebäude, das seine Zweckbestimmung überlebt hat, aber das macht es, wie Niall nach fünf Jahren Sonntagmorgen weiß, nicht weniger wahr, sondern nur schwerer zu erklären. :5. A zár nyikorog, ahogy emberemlékezet óta nyikorog, és ez a hang már nem zavarja, mert megtanulta, hogy az állandóságnak egy olyan helyen, amelyet az elhagyás és az elmenés jár át, megvan a maga értéke. - Das Schloss quietscht, wie es seit Menschengedenken quietscht, und dieser Laut hat aufgehört, ihn zu stören, weil er gelernt hat, dass Beständigkeit in einem Ort, der von Aufgabe und Weggang durchzogen ist, ihren eigenen Wert hat. :6. Odabent az a szag fogadja, amely hosszú évek alatt bevésődött a kő pórusaiba: tömjén, nedvesség, a padok tompa fája, és alatta, alig észrevehetően, valami, amit gyerekként szentségnek tartott, és amit ma már nem nevez meg, mert minden név hamisan hangzik rá. - Drinnen empfängt ihn der Geruch, der sich in langen Jahren in die Poren des Steins eingegraben hat: Weihrauch, Feuchtigkeit, das stumpfe Holz der Bänke und darunter, kaum wahrnehmbar, etwas, das er als Kind für Heiligkeit hielt und das er heute nicht mehr benennt, weil jeder Name dafür falsch klingt. :7. Két gyertyát gyújt meg, mert a harmadik tartó húsvét óta üresen áll, és ez az üresség időközben annyira magától értetődővé vált, hogy már nem állítás, hanem egyszerűen tény. - Er zündet zwei Kerzen an, weil der dritte Ständer seit Ostern leer steht und diese Leere inzwischen so selbstverständlich geworden ist, dass sie aufgehört hat, eine Aussage zu sein, und einfach Tatsache ist. :8. A pislákoló fény az üres padokra esik, és olyan árnyékokat vet, amelyek úgy mozognak, mint jelenlévők, és Niall hagyja megtörténni ezt a benyomást, anélkül hogy helyreigazítaná. - Das flackernde Licht trifft die leeren Bänke und wirft Schatten, die sich bewegen wie Anwesende, und Niall lässt diesen Eindruck geschehen, ohne ihn zu korrigieren. :9. Végigmegy a keskeny, esőtől nedves úton a plébánia felé, és Father Brennan már az előszobában áll, bal karjára vetve a miseruhát annak az embernek a szertartásos gondosságával, aki tudja, hogy a forma az, ami megmarad, amikor a tartalom gyengül. - Er geht den schmalen, regennassen Weg zum Pfarrhaus, und Father Brennan steht bereits im Flur, das Messgewand mit der zeremonösen Sorgfalt eines Mannes über den linken Arm gelegt, der weiß, dass Form das ist, was bleibt, wenn der Inhalt schwächer wird. :10. „Elkéstél” – mondja Brennan, és ez nem az időpontokról szóló megállapítás, hanem kijelentés a világ természetéről, amelyet az öreg pap évtizedek óta túl lassúnak talál. - „Du bist zu spät", sagt Brennan, und es ist keine Feststellung über Uhrzeiten, sondern eine Aussage über die Beschaffenheit der Welt, die der alte Priester seit Jahrzehnten zu langsam findet. :11. Niall elmagyarázza, amit el tud magyarázni – negyed nyolc, harang fél nyolckor, minden rendben van –, de annak az embernek a fél szívű meggyőződésével magyarázza, aki tudja, hogy beszélgetőtársa nem ellenvéleményt vár, hanem társaságot. - Niall erklärt, was er erklären kann – Viertel nach sieben, Glocke um halb acht, alles im Rahmen –, aber er erklärt es mit der halbherzigen Überzeugung eines Mannes, der weiß, dass sein Gesprächspartner keine Gegenmeinung erwartet, sondern Gesellschaft. :12. Egymás mellett mennek a templomhoz vezető úton, Brennan fél lépéssel elöl, és ez az elrendezés annyira magától értetődővé vált, hogy már nem elsőbbséget jelent, hanem egyszerűen azt: így van. - Sie gehen nebeneinander den Weg zur Kirche, Brennan einen halben Schritt voraus, und diese Anordnung ist so selbstverständlich geworden, dass sie nicht mehr Vorrang bedeutet, sondern einfach: so ist es. :13. Az öregember lassabban jár, mint még két évvel ezelőtt, vállait kissé előrehúzza az eső ellen, és Niall gondolkodás nélkül igazítja hozzá lépteit, azzal az észrevétlen figyelmességgel, amely olyan emberek között alakul ki, akik rendszeresen töltenek együtt időt anélkül, hogy sokat beszélnének. - Der alte Mann geht langsamer als noch vor zwei Jahren, die Schultern ein wenig vorgezogen gegen den Regen, und Niall passt seinen Schritt an, ohne darüber nachzudenken, mit jener unbemerkten Rücksicht, die sich zwischen Menschen entwickelt, die regelmäßig Zeit miteinander verbringen, ohne viel zu reden. :14. A templomtérben Brennan azonnal elfoglalja helyét az oltár előtt, mintha számára nem létezne átmeneti idő megérkezés és elkezdés között, Niall pedig leül az első padba, megszokott helyére, miközben mögötte hallgatnak az üres sorok. - Im Kirchenraum nimmt Brennan sofort seinen Platz vor dem Altar ein, als existiere für ihn keine Übergangszeit zwischen Kommen und Beginnen, und Niall setzt sich auf die erste Bank, seinen angestammten Platz, während hinter ihm die leeren Reihen schweigen. :15. Ez az üresség sokáig foglalkoztatta Niallt, az első hónapokban még vádként, aztán kérdésként, végül pedig olyasmiként, ami már nem szorul kategorizálásra, mert egyszerűen ez az az állapot, amelyben a mise történik. - Diese Leere hat Niall lange beschäftigt, in den ersten Monaten noch als Vorwurf, dann als Frage, und schließlich als etwas, das keiner Kategorisierung mehr bedarf, weil es einfach der Zustand ist, in dem die Messe stattfindet. :16. Az eltűnt gyülekezet mégis jelen van, oly módon, amely kicsúszik a leírása alól: az öregasszonyok, akik úgy tartották kezükben a rózsafüzért, mint valami szükségszerűséget, a tőzegtől elszíneződött kezű férfiak, a gyerekek, akik csúszkáltak a padokon, és elnyerték anyjuk oldalra vetett pillantásait. - Die verschwundene Gemeinde ist trotzdem anwesend, in einer Weise, die sich seiner Beschreibung entzieht: die alten Frauen, die den Rosenkranz wie eine Notwendigkeit in den Händen hielten, die Männer mit den vom Torf gefärbten Händen, die Kinder, die auf den Bänken rutschten und Seitenblicke der Mütter ernteten. :17. Elmentek, a legtöbben meghaltak, néhányan elköltöztek, és a különbség a nyugati partvidéken kisebb, mint máshol volna. - Sie sind fort, die meisten gestorben, manche weggezogen, und der Unterschied ist an der Westküste geringer, als er anderswo wäre. :18. Brennan minderre nem beletörődéssel reagált, hanem olyan makacssággal, amelyet Niall minél tovább lát, annál inkább csodál: egyszerűen folytatta, megtartotta a misét, csendben, latinul, püspöki engedély nélkül, közönség nélkül, mert az alternatíva – abbahagyni – számára nem logikus következmény volt, hanem kapituláció, amelyet nem szándékozott végrehajtani. - Brennan hat auf all das nicht mit Resignation reagiert, sondern mit einer Sturheit, die Niall je länger, desto mehr bewundert: Er hat einfach weitergemacht, die Messe gehalten, still, auf Latein, ohne bischöfliche Genehmigung, ohne Publikum, weil die Alternative – aufzuhören – für ihn keine logische Konsequenz, sondern eine Kapitulation war, die er nicht zu vollziehen gedachte. :19. Niall mellette maradt, nem hitből, mert ahhoz túl őszinte volna önmagával szemben, hanem olyan kötelességérzetből, amelynek nincs vallási alapja, de emberi igen, és amely talán nincs is olyan messze attól, mint ahogy hangzik. - Niall ist bei ihm geblieben, nicht aus Glauben, denn dazu wäre er zu ehrlich sich selbst gegenüber, sondern aus einem Pflichtgefühl, das keine religiöse Grundlage hat, aber eine menschliche, und das vielleicht nicht so weit auseinanderliegt, wie es klingt. :20. A latin úgy tölti be a templomot, ahogy a víz egy edényt, vagyis: felveszi a tér alakját anélkül, hogy megváltoztatná, egyenletesen, folyamatosan, Brennan hangja hallhatóan öregszik minden évvel, de a ritmusa nem. - Das Latein füllt die Kirche wie Wasser einen Behälter, das heißt: es nimmt die Form des Raumes an, ohne ihn zu verändern, gleichmäßig, kontinuierlich, Brennans Stimme altert hörbar mit jedem Jahr, aber ihr Rhythmus nicht. :21. Niall válaszol, amikor rá kerül a sor, olyan szavakkal, amelyeket emlékezete két évtizeden át őrzött, mint dolgokat, amelyeket az ember elraktároz a pincében és elfelejt, amíg szüksége nem lesz rájuk: „Et cum spiritu tuo”, „Sed libera nos a malo”, a ministráns rövid válaszait, amelyeket hétévesen tanult meg kívülről, anélkül hogy tudta volna, huszonhét évesen is mondani fogja őket. - Niall antwortet, wenn er dran ist, mit Worten, die sein Gedächtnis über zwei Jahrzehnte bewahrt hat wie Dinge, die man in einem Keller einlagert und vergisst, bis man sie braucht: „Et cum spiritu tuo", „Sed libera nos a malo", die kurzen Antworten des Ministranten, die er mit sieben Jahren auswendig lernte, ohne zu wissen, dass er sie mit siebenundzwanzig noch sprechen würde. :22. „Dominus vobiscum” – Brennan röviden megfordul, jó szeme az évtizedes megszokás rendíthetetlen biztonságával találja meg Niallt, és ebben a pillantásban nincs sem kérdés, sem hála, csak a csendes elvárás, hogy ott legyen, aminek ott kell lennie. - „Dominus vobiscum" – Brennan dreht sich kurz um, sein gutes Auge findet Niall mit der unbeirrten Sicherheit jahrzehntelanger Gewohnheit, und in diesem Blick liegt weder Frage noch Dank, nur die stille Erwartung, dass da ist, was da sein soll. :23. „Et cum spiritu tuo” – válaszolja Niall, Brennan pedig bólint, és visszafordul, és ebben a kis cserében van valami liturgiaszerű, még akkor is, ha egyikük sem nevezné így. - „Et cum spiritu tuo" – Niall antwortet, und Brennan nickt und dreht sich zurück, und in diesem kleinen Austausch liegt so etwas wie Liturgie, auch wenn keiner von beiden es so nennen würde. :24. A mise az öreg struktúrák nehézkedésével halad előre, amelyek nem azért tartanak, mert hisznek bennük, hanem mert olyan gyakran ismételték őket, hogy saját súlyuk lett. - Die Messe bewegt sich vorwärts mit der Schwerkraft alter Strukturen, die nicht deswegen tragen, weil man an sie glaubt, sondern weil sie so oft wiederholt wurden, dass sie ein eigenes Gewicht entwickelt haben. :25. Aztán elérkezik az átváltoztatás, Brennan a kezében tartja az ostyát, a szája kinyílik, és nem jön szó. - Dann kommt die Wandlung, und Brennan hält die Hostie in den Händen, und sein Mund öffnet sich, und kein Wort kommt. :26. Nem drámai pillanat ez, nem összeomlás – csak egy nyitott száj, egy félbeszakadt kezdőhang, és mögötte egy csend, amely különbözik az üres padok csendjétől, mert nem üres, hanem megszakított. - Es ist kein dramatischer Moment, kein Zusammenbruch – nur ein offener Mund, ein abgebrochener Anlaut, und dahinter eine Stille, die sich von der Stille der leeren Bänke unterscheidet, weil sie nicht leer, sondern unterbrochen ist. :27. Niall tekintete azonnal Brennan kezére siklik, amely olyan erővel fogja körül az ostyát, mintha kapaszkodás volna, mintha az ujjak meg tudnák tartani azt, amit a szellem már nem talál, és látja az izzadságot az öregember homlokán, és a vak szemet, amely az apszis sötétjébe irányul, mintha ott keresné azt, ami elöl már nem megragadható. - Nialls Blick geht sofort zu Brennans Händen, die die Hostie mit einer Kraft umschließen, die wie Festhalten aussieht, als könnten die Finger halten, was der Geist nicht mehr findet, und er sieht den Schweiß auf der Stirn des alten Mannes und das blinde Auge, das ins Dunkel der Apsis gerichtet ist, als suchte es dort, was vorne nicht mehr greifbar ist. :28. Vár, mert reméli, hogy a szavak maguktól visszatérnek, ahogy néha teszik, ha az ember időt hagy nekik, és nem húzza őket. - Er wartet, weil er hofft, dass die Worte von selbst zurückkehren, wie sie es manchmal tun, wenn man ihnen Zeit lässt und nicht zieht. :29. Nem jönnek. - Sie kommen nicht. :30. Eltelik egy másodperc, aztán még egy, és a templom visszatartja a lélegzetét, és Niall is visszatartja, aztán történik valami, amit utólag nem tud megmagyarázni: hallja saját magát beszélni, halkan, szinte hallhatatlanul, mintha a szavak nem Brennannak szólnának, hanem a térnek: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …” - Eine Sekunde vergeht, dann noch eine, und die Kirche hält den Atem an, und Niall hält ihn auch, und dann passiert etwas, das er im Nachhinein nicht erklären kann: Er hört sich selbst sprechen, leise, fast unhörbar, als wären die Worte nicht für Brennan bestimmt, sondern für den Raum: „Hanc igitur oblationem servitutis nostrae …" :31. Hívás nélkül jönnek, erőfeszítés nélkül, önmaga egy olyan részéből, amely nyilvánvalóan soha nem szűnt meg hétévesnek és ministránsnak lenni, és amely mindezeken az éveken át úgy hordozta ezt a mondatot, mint egy adósságot, amelyről az ember nem tud, amíg valaki rá nem kérdez. - Sie kommen ohne Abruf, ohne Anstrengung, aus einem Teil seiner selbst, der offenbar nie aufgehört hat, sieben Jahre alt und Ministrant zu sein, und der den Satz all diese Jahre getragen hat wie eine Schuld, die man nicht kennt, bis jemand nach ihr fragt. :32. Brennan egy pillanatra lehunyja a szemét annak az embernek a kifejezésével, aki olyasmit kap, amit sem nem érdemelt ki, sem nem várt, és amikor újra kinyitja, nyugodtan és egyenletesen folytatja, mintha a misében soha nem lett volna szakadás. - Brennan schließt die Augen, einen Moment lang, mit dem Ausdruck eines Mannes, der etwas empfängt, das er weder verdient noch erwartet hat, und als er sie wieder öffnet, spricht er weiter, ruhig und gleichmäßig, als wäre der Riss in der Messe niemals gewesen. :33. Az ostya felemelkedik, és az átváltoztatás többi része a megszokott csendben megy végbe, Niall pedig észreveszi, hogy az ő keze remeg, nem Brennané. - Die Hostie hebt sich, und der Rest der Wandlung vollzieht sich in der gewohnten Stille, und Niall bemerkt, dass seine Hände zittern, nicht seine. :34. A mise úgy ér véget, ahogy mindig véget ér: feltűnés nélkül, közönség nélkül, taps nélkül, amely egyetlen misének sem jár, ennek pedig kevésbé, mint bármely másiknak. - Die Messe endet, wie sie immer endet: ohne Aufsehen, ohne Publikum, ohne den Applaus, den keine Messe je hat und diese weniger als alle anderen. :35. Niall eloltja a gyertyákat, Brennan annak az embernek az akkurátus lassúságával veszi le a miseruhát, akinek egyetlen mozdulat sem közömbös, és elhagyják a templomot, és arról, ami történt, semmit sem mondanak, mert bármit is lehetne róla mondani, az vagy túl kevés volna, vagy túl sok. - Niall löscht die Kerzen, Brennan legt das Messgewand mit der akkuraten Langsamkeit eines Mannes ab, für den kein Handgriff gleichgültig ist, und sie verlassen die Kirche, und über das, was passiert ist, sagen sie nichts, weil alles, was man dazu sagen könnte, entweder zu wenig oder zu viel wäre. :36. Az eső nem enyhült. - Der Regen hat nicht nachgelassen. :37. A kocsmában kabátjaik a székeken lógnak, és a fapadlóra csöpögnek, a kocsmáros pedig leteszi a poharakat, és kérés nélkül halkabbra veszi a rádiót, mert húsz év alatt megtanulta, mire van szüksége ennek a két férfinak vasárnap reggel, és mire nincs. - Im Pub hängen ihre Jacken an den Stühlen und tropfen auf den Holzboden, und der Wirt stellt die Gläser ab und dreht das Radio leiser, ohne gefragt zu werden, weil er in zwanzig Jahren gelernt hat, was diese zwei Männer an Sonntagmorgen brauchen und was nicht. :38. Brennan sokáig csendben ül, kezét a pohár köré fonja, ujjai még enyhén remegnek, és a sötét sörbe néz annak az embernek az arcával, aki mérlegeli, vajon a beszéd vagy a hallgatás a helyesebb. - Brennan sitzt lange still, die Hände um das Glas gelegt, die Finger noch leicht zitternd, und schaut in das dunkle Bier mit dem Gesicht eines Mannes, der abwägt, ob sprechen oder schweigen das Richtigere ist. :39. „Tizenkét éves koromban tanultam latint” – mondja végül annak az embernek a csendjével, akinek már nincs szüksége bevezetésre, mert túl öreg a kerülőutakhoz –, „egy tanteremben, amely télen soha nem melegedett fel, és kréta meg nedves gyapjúszövet szaga volt.” - „Ich habe Latein gelernt, als ich zwölf war", sagt er schließlich, mit der Stille eines Mannes, der keine Einleitung mehr braucht, weil er zu alt ist, um Umwege zu machen, „in einem Klassenzimmer, das im Winter nie warm wurde und nach Kreide und nassem Wollstoff roch." :40. „Ez volt az egyetlen nyelv, amelynél éreztem, hogy hordoz valamit, ami nem belőle magából jön – valamit, ami használja a szavakat, anélkül hogy bennük lakna.” - „Es war die einzige Sprache, bei der ich spürte, dass sie etwas trägt, das nicht von ihr selbst kommt – etwas, das die Worte benutzt, ohne in ihnen zu wohnen." :41. Rövid szünetet tart, amelyben a rádió mormogása és a távoli esőkopogás betölti a teret. - Er macht eine kurze Pause, in der das Radiomurren und das entfernte Regenprasseln den Raum füllen. :42. „Most már mindez semmit sem számít, és nem tudom, hogy ez a nyelven múlik-e, vagy rajtam, vagy azon, ami a kettő között eltűnt.” - „Jetzt zählt das alles nichts mehr, und ich weiß nicht, ob das an der Sprache liegt oder an mir oder an dem, was zwischen den beiden verschwunden ist." :43. Niall ránéz, aztán a poharára, és ebben a hallgatásban nincs zavar, hanem két férfi nyugodt egyetértése, akik megtanulták, hogy a legtöbb mondatnak nincs szüksége válaszra, csak tanúkra. - Niall schaut ihn an, dann auf sein Glas, und in diesem Schweigen liegt keine Verlegenheit, sondern das ruhige Einverständnis zweier Männer, die gelernt haben, dass die meisten Sätze keine Antwort brauchen, sondern nur Zeugen. :44. „Akkor igyunk a semmire” – mondja. - „Dann trinken wir auf nichts", sagt er. :45. Felemelik a poharakat, koccintanak, mosoly nélkül, ünnepélyesség nélkül, egy olyan gesztus hordozott magától értetődésével, amelyet olyan gyakran ismételtek, hogy megszűnt jelképes lenni, és egyszerűen igaz lett. - Sie heben die Gläser, stoßen an, ohne Lächeln, ohne Feierlichkeit, mit der getragenen Selbstverständlichkeit einer Geste, die so oft wiederholt wurde, dass sie aufgehört hat, symbolisch zu sein, und einfach wahr ist. :46. Odakint eláll az eső. - Draußen hört der Regen auf. :47. Egyszerűen eláll, három hét után, ennek a meg nem figyelt pillanatnak a közepén, és a sápadt fény, amely most ferdén hullik be a felhők résén át, úgy terül rá a nedves utcára, mint egy kijelentés, amelyhez senkinek sincs nyelve. - Er hört einfach auf, nach drei Wochen, mitten in diesem unbetrachteten Moment, und das blasse Licht, das jetzt schräg durch die Wolkenlücke fällt, legt sich auf die nasse Straße wie eine Aussage, für die niemand die Sprache hat. :48. Egyikük sem fordul az ablak felé. - Keiner von beiden dreht sich zum Fenster. -------------------- == 90 == 1 -------------------- :Az elárasztott rét - Die Wiese unter Wasser :1. Három napja esik az eső. - Der Regen fällt seit drei Tagen. :2. Maeve Dublinból tér vissza a régi falujába. - Maeve fährt aus Dublin zurück in ihr altes Dorf. :3. Az út nedves és sötét. - Die Straße ist nass und dunkel. :4. Az út végén megáll az autója. - Am Ende der Straße bleibt ihr Auto stehen. :5. Kiszáll, és gyalog megy tovább. - Sie steigt aus und geht zu Fuß weiter. :6. A sár húzza a csizmáját. - Der Matsch zieht an ihren Stiefeln. :7. Az eső az arcát veri. - Der Regen trifft ihr Gesicht. :8. Csak egy kis bőröndöt visz magával. - Sie trägt nur einen kleinen Koffer. :9. Az anyja háza a folyónál áll. - Das Haus ihrer Mutter liegt am Fluss. :10. A folyó kilépett a medréből. - Der Fluss ist über die Ufer getreten. :11. A víz az udvaron áll. - Das Wasser steht im Hof. :12. Declan a nyitott bejárati ajtóban áll. - Declan steht in der offenen Haustür. :13. Egy zseblámpát tart a kezében. - Er hält eine Taschenlampe in der Hand. :14. A fény reszketve fut végig a nedves falon. - Das Licht zittert über die nasse Wand. :15. „Úgy nézel ki, mint egy vízbe fúlt macska” – mondja. - „Du siehst aus wie eine ertrunkene Katze", sagt er. :16. „Te meg úgy nézel ki, mint mindig” – mondja Maeve. - „Du siehst aus wie immer", sagt sie. :17. Röviden megölelik egymást. - Sie umarmen sich kurz. :18. Nedves fa és régi tea szaga érződik. - Es riecht nach nassem Holz und altem Tee. :19. A házban sötét van, mert elment az áram. - Im Haus ist es dunkel, weil der Strom weg ist. :20. Az anyjuk, Bridie, odafent ül a karosszékben. - Ihre Mutter Bridie sitzt oben im Sessel. :21. „Megmentetted apád övét?” – kérdezi. - „Hast du den Gürtel deines Vaters gerettet?", fragt sie. :22. Maeve az üres kezére néz. - Maeve schaut auf ihre leeren Hände. :23. Declan előveszi az övet a dzsekije zsebéből. - Declan nimmt den Gürtel aus seiner Jackentasche. :24. Az anyja ölébe teszi. - Er legt ihn der Mutter auf den Schoß. :25. Bridie végigsimít a bőrön, és nem mond semmit. - Bridie streicht über das Leder und sagt nichts. :26. Aztán Maeve és Declan felviszik a régi komódot a lépcsőn. - Dann tragen Maeve und Declan die alte Kommode die Treppe hoch. :27. A komód nehéz. - Die Kommode ist schwer. :28. Declan írül káromkodik. - Declan flucht auf Irisch. :29. Maeve ezen a napon először nevet fel. - Maeve lacht zum ersten Mal an diesem Tag. :30. Székeket és dobozokat is felcipelnek. - Sie schleppen auch Stühle und Kartons nach oben. :31. A víz a földszinten lassan emelkedik. - Das Wasser im Erdgeschoss steigt langsam. :32. Régi fényképek az apjukról a vízen úsznak. - Alte Fotos vom Vater schwimmen auf dem Wasser. :33. Declan meglátja őket, és azt mondja: „Papa most csónakázik.” - Declan sieht sie und sagt: „Papa macht jetzt eine Bootsfahrt." :34. Maeve felvesz egy fényképet, és szorosan fogja. - Maeve nimmt ein Foto und hält es fest. :35. Odakint a szomszédok homokzsákokkal segítenek. - Draußen helfen die Nachbarn mit Sandsäcken. :36. Maeve kimegy, és ő is segít. - Maeve geht hinaus und hilft auch. :37. A keze kihűl. - Ihre Hände werden kalt. :38. Egy óra múlva a vonal biztosítva van. - Nach einer Stunde ist die Linie gesichert. :39. A szomszédasszony, Aoife, forró teát hoz egy termoszban. - Die Nachbarin Aoife bringt heißen Tee in einer Thermoskanne. :40. Ez a legjobb tea, amelyet Maeve évek óta ivott. - Es ist der beste Tee, den Maeve seit Jahren getrunken hat. :41. Éjfélre csendesebb lesz minden. - Um Mitternacht ist es ruhiger. :42. Declan felmászik a fészer tetejére. - Declan klettert auf das Dach des Schuppens. :43. Maeve utána mászik. - Maeve klettert hinter ihm her. :44. A tető hullámbádogból van, és hideg. - Das Dach ist aus Wellblech und kalt. :45. De innen fentről mindent látni. - Aber von hier oben sieht man alles. :46. A víz fekete és mozdulatlan az udvaron. - Das Wasser liegt schwarz und still im Hof. :47. A parti nyírfák félig vízben állnak. - Die Birken am Ufer stehen halb im Wasser. :48. Declan odaadja neki a whiskysüveget. - Declan gibt ihr die Whiskeyflasche. :49. Maeve nagyot kortyol belőle. - Sie trinkt einen langen Schluck. :50. „Miért nem mentél el soha?” – kérdezi. - „Warum bist du nie weggegangen?", fragt sie. :51. Declan megvonja a vállát. - Er zuckt mit den Schultern. :52. „Mert valakinek néznie kell, ahogy emelkedik a víz.” - „Weil jemand zusehen muss, wie das Wasser steigt." :53. Egy darabig nem mondanak semmit. - Sie sagen eine Weile nichts. :54. Aztán Maeve azt mondja: „Azt hittem, én itt már végeztem.” - Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich bin hier fertig." :55. Declan így felel: „Az is vagy. De az, hogy végeztél, még nem ok arra, hogy ne gyere vissza.” - Declan antwortet: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." :56. Az eső újra elered, most halkabban. - Der Regen fängt wieder an, leiser jetzt. :57. Még sokáig ülnek a tetőn. - Sie sitzen noch lange auf dem Dach. :58. Reggelre a víz valamelyest visszahúzódott. - Am Morgen ist das Wasser etwas gesunken. :59. Bridie az első emeleti ablaknál áll. - Bridie steht am Fenster im ersten Stock. :60. Integet Maeve-nek, amikor az kihúzza a bőröndjét a sárból. - Sie winkt Maeve zu, als diese ihren Koffer aus dem Schlamm zieht. :61. Declan az ajtónak támaszkodik. - Declan lehnt an der Tür. :62. „Legközelebb telefonálj előtte” – mondja. - „Nächstes Mal ruf vorher an", sagt er. :63. „Nem lesz legközelebb” – mondja Maeve. - „Es gibt kein nächstes Mal", sagt Maeve. :64. De mindketten tudják: lesz legközelebb. - Aber beide wissen: Es wird ein nächstes Mal geben. :65. Beszáll az autóba. - Sie steigt ins Auto. :66. A rádió egy régi ír dalt játszik. - Das Radio spielt ein altes irisches Lied. :67. A tükörben látja Declant az ajtóban állni. - Im Spiegel sieht sie Declan in der Tür stehen. :68. Felemeli a kezét. - Er hebt die Hand. :69. Maeve elindul. - Sie fährt los. :70. A víz csobban a kerekek alatt. - Das Wasser platscht unter den Reifen. :71. Az árvíznek még nincs vége. - Die Flut ist nicht vorbei. :72. De ma nem halt bele. - Aber sie ist heute nicht gestorben. :73. Ez elég. - Das reicht. -------------------- ---------------------------------------------- 2 -------------------- :Az elárasztott rét - Die Wiese unter Wasser :1. Maeve három napja nem aludt, mert a faluból érkező hírek egyre rosszabbak lettek. - Maeve hat seit drei Tagen nicht geschlafen, weil die Nachrichten aus dem Dorf immer schlechter wurden. :2. Becsomagol egy bőröndöt, de csak két napra. - Sie packt einen Koffer, aber nur für zwei Tage. :3. Dublinból kifelé menet az autópálya üres, és az eső keményen veri a szélvédőt. - Auf der Fahrt aus Dublin ist die Autobahn leer, und der Regen schlägt hart auf die Windschutzscheibe. :4. A kavicsos út végén már térdig áll a víz. - Am Ende der Schotterstraße steht das Wasser schon knietief. :5. Leállítja az autót, és az út hátralévő részét gyalog teszi meg. - Sie stellt das Auto ab und geht den Rest zu Fuß. :6. A sár olyan puha, hogy a csizmája minden lépésnél belesüpped. - Der Matsch ist so weich, dass ihre Stiefel bei jedem Schritt einsinken. :7. A ház kisebbnek látszik, mint ahogyan emlékezett rá. - Das Haus sieht kleiner aus, als sie es in Erinnerung hat. :8. Declan zseblámpával áll az ajtóban, mert dél óta nincs áram. - Declan steht in der Tür mit einer Taschenlampe, weil der Strom seit dem Mittag ausgefallen ist. :9. „Bőrig áztál” – mondja, és ez majdnem úgy hangzik, mint egy üdvözlés. - „Du bist nass bis auf die Knochen", sagt er, und das klingt fast wie eine Begrüßung. :10. Röviden megölelik egymást, és megveregetik egymás hátát, ahogy akkor szokás, amikor az ember nem tudja, mit mondjon. - Sie umarmen sich kurz und klopfen sich auf den Rücken, wie man es macht, wenn man nicht weiß, was man sagen soll. :11. A házban nedves fa, régi kő és annak a teának a szaga érződik, amelyet Bridie mindig főz, amikor nem tudja, mi mást tehetne. - Im Haus riecht es nach nassem Holz, altem Stein und dem Tee, den Bridie immer kocht, wenn sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. :12. Az anyja odafent ül a karosszékben, kezét az ölében tartja, és az ajtóra néz, amikor meglátja Maeve-et. - Die Mutter sitzt oben im Sessel, die Hände im Schoß, und schaut auf die Tür, als sie Maeve sieht. :13. „A víz még mindig emelkedik” – mondja Bridie anélkül, hogy köszönne. - „Das Wasser steigt noch", sagt Bridie, ohne Hallo zu sagen. :14. Maeve rövid időre leül mellé, de Declan már lentről kiált, hogy meg kell menteni a komódot. - Maeve setzt sich kurz zu ihr, aber Declan ruft schon von unten, dass man die Kommode retten muss. :15. A komód tölgyfából van, és olyan nehéz, hogy Maeve megérti, miért várt rá Declan. - Die Kommode ist aus Eichenholz und wiegt so viel, dass Maeve versteht, warum Declan auf sie gewartet hat. :16. Mindketten halkan káromkodnak, miközben felvonszolják azt a szűk lépcsőn. - Sie fluchen beide leise, als sie das Ding die enge Treppe hinaufschleppen. :17. Amikor felérnek, nevetnek, mert ez néha könnyebb, mint semmit sem mondani. - Oben angekommen lachen sie, weil das manchmal einfacher ist als nichts zu sagen. :18. Declan elővesz egy gyertyát a konyhafiókból, és most a szoba szinte otthonosnak tűnik. - Declan holt eine Kerze aus der Küchenschublade, und jetzt sieht das Zimmer fast gemütlich aus. :19. De lent a víz halkan veri a falat, és ez nem hangzik otthonosan. - Aber das Wasser unten schlägt leise gegen die Wand, und das klingt nicht gemütlich. :20. Maeve visszamegy lefelé, és látja, hogy az apjáról készült régi fényképek a vízen sodródnak. - Maeve geht zurück nach unten und sieht, dass die alten Fotos vom Vater auf dem Wasser treiben. :21. Felvesz egyet, és magához szorítja, mielőtt elázna. - Sie nimmt eines und drückt es an sich, bevor es nass wird. :22. Declan látja ezt, és azt mondja: „Apa mindig azt mondta nekünk, hogy szeret úszni.” - Declan sieht das und sagt: „Papa hat uns immer gesagt, dass er gern schwimmt." :23. Maeve nevet, bár ég a szeme. - Maeve lacht, obwohl ihr die Augen brennen. :24. Odakint a szomszédok homokzsákokkal dolgoznak, és Maeve kimegy, hogy segítsen. - Draußen arbeiten die Nachbarn mit Sandsäcken, und Maeve geht hinaus, um zu helfen. :25. Hideg van, és az eső nem tart szünetet. - Es ist kalt, und der Regen macht keine Pause. :26. Aoife, a szemközti szomszédasszony, zsákokat cipel, pedig már hetvenéves. - Aoife, die Nachbarin von gegenüber, schleppt Säcke, obwohl sie schon siebzig ist. :27. „Megint itt vagy” – mondja Aoife, mintha ez volna a világ legtermészetesebb dolga. - „Du bist wieder da", sagt Aoife, als wäre das die natürlichste Sache der Welt. :28. Maeve bólint, és felveszi a következő zsákot. - Maeve nickt und nimmt den nächsten Sack. :29. Két óra múlva elkészül a védelmi vonal, és valaki teát hoz egy régi kannában. - Nach zwei Stunden ist die Linie fertig, und jemand bringt Tee in einer alten Kanne. :30. Az esőben isszák meg, és nem sokat mondanak, mert a munka már mindent elmondott. - Sie trinken im Regen und sagen nicht viel, weil die Arbeit schon alles gesagt hat. :31. Éjfélkor a víz egy időre nyugodt. - Um Mitternacht ist das Wasser für eine Weile ruhig. :32. Declan felmászik a fészer tetejére, és felé nyújtja a kezét. - Declan klettert auf das Dach des Schuppens und streckt ihr die Hand entgegen. :33. Onnan fentről látni az egész kiterjedését, mert a holdfény rövid időre áttör a felhőkön. - Von dort oben sieht man das ganze Ausmaß, weil das Mondlicht kurz durch die Wolken kommt. :34. Az iskolába vezető út, amelyen Maeve gyerekként járt, most fekete víz alatt fekszik. - Der Schulweg, den Maeve als Kind gegangen ist, liegt jetzt unter schwarzem Wasser. :35. Declan előhúz a dzsekije zsebéből egy műanyag whiskeyspalackot, mert ő mindig fel van készülve az ilyen éjszakákra. - Declan zieht eine Plastikflasche Whiskey aus der Jackentasche, weil er immer auf solche Nächte vorbereitet ist. :36. Maeve iszik, és érzi, hogy a hideg egy kicsit enged. - Maeve trinkt und spürt, dass die Kälte ein bisschen nachlässt. :37. „Miért nem mentél el igazából soha?” – kérdezi, mert ezt már évek óta meg akarja kérdezni. - „Warum bist du wirklich nie weggegangen?", fragt sie, weil sie das seit Jahren fragen will. :38. Declan a vízre néz, és azt mondja: „Mert azt hittem, valakinek maradnia kell.” - Declan schaut auf das Wasser und sagt: „Weil ich dachte, dass jemand bleiben muss." :39. „Mama miatt?” – kérdezi Maeve. - „Für Mama?", fragt sie. :40. „Minden miatt” – mondja Declan. - „Für alles", sagt er. :41. Egy ideig nem mondanak semmit, és ez így rendben van. - Eine Weile sagen sie nichts, und das ist in Ordnung. :42. Aztán Maeve azt mondja: „Azt hittem, én itt már végeztem.” - Dann sagt Maeve: „Ich dachte, ich wäre hier fertig." :43. Declan visszaveszi a palackot, és azt mondja: „Végeztél is. De az, hogy végeztél, még nem ok arra, hogy ne gyere vissza.” - Declan nimmt die Flasche zurück und sagt: „Bist du auch. Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." :44. Az eső újra elered, de halkabban, mint korábban. - Der Regen fängt wieder an, aber leiser als vorher. :45. Még egy órát ülnek a tetőn, amíg a palack ki nem ürül. - Sie sitzen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer ist. :46. Amikor Maeve reggel felébred, a víz valamennyit visszahúzódott. - Als Maeve am Morgen aufwacht, hat das Wasser ein Stück nachgegeben. :47. A földszinti bútorok a sárban állnak, de még állnak. - Die Möbel im Erdgeschoss stehen im Schlamm, aber sie stehen noch. :48. Bridie teát főz, mert az áram visszajött, és mert ezt teszi mindig, amikor a legrosszabb rész elmúlt. - Bridie kocht Tee, weil der Strom wieder da ist und weil sie das immer macht, wenn der schlimmste Teil vorbei ist. :49. „Maradsz még?” – kérdezi az anyja anélkül, hogy megfordulna. - „Bleibt du noch?", fragt die Mutter, ohne sich umzudrehen. :50. „Holnap vissza kell mennem” – mondja Maeve. - „Ich muss morgen zurück", sagt Maeve. :51. Bridie bólint, mintha pontosan erre számított volna. - Bridie nickt, als hätte sie genau das erwartet. :52. Declan kenyeret eszik az asztalnál, és a telefonját nézi, de Maeve tudja, hogy figyel. - Declan isst Brot am Tisch und schaut auf sein Telefon, aber Maeve weiß, dass er zuhört. :53. A napot azzal töltik, hogy kilapátolják a sarat a földszintről. - Sie verbringen den Tag damit, den Schlamm aus dem Erdgeschoss zu schaufeln. :54. Ez a legnehezebb munka, amelyet Maeve évek óta végzett. - Es ist die schwerste Arbeit, die Maeve seit Jahren gemacht hat. :55. De ez az egyetlen munka is, amelynél nem kell gondolkodnia. - Aber es ist auch die einzige Arbeit, bei der sie nicht nachdenken muss. :56. Este Maeve kihúzza a bőröndjét a ház előtti sárból. - Am Abend zieht Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus. :57. Declan az ajtóban támaszkodik, és azt mondja: „Legközelebb telefonálj előtte.” - Declan lehnt in der Tür und sagt: „Nächstes Mal ruf vorher an." :58. „Nem lesz legközelebb” – mondja Maeve. - „Es gibt kein nächstes Mal", sagt sie. :59. Declan mosolyog, mert mindketten tudják, hogy ez hazugság. - Er lächelt, weil sie beide wissen, dass das eine Lüge ist. :60. Bridie az első emeleti ablaknál áll, és integet, amikor Maeve az autóhoz megy. - Bridie steht am Fenster im ersten Stock und winkt, als Maeve zum Auto geht. :61. A rádió olyan dalt játszik, amelyet Maeve a gyerekkorából ismer. - Das Radio spielt ein Lied, das Maeve aus ihrer Kindheit kennt. :62. A visszapillantó tükörben látja Declant, aki még mindig az ajtóban áll, és hagyja, hogy az eső az arcába essen. - Im Rückspiegel sieht sie Declan, der immer noch in der Tür steht und den Regen ins Gesicht lässt. :63. Elindul, és a víz csobban a kerekek alatt. - Sie fährt los, und das Wasser platscht unter den Reifen. :64. Az árvíz még nincs egészen vége. - Die Flut ist noch nicht ganz vorbei. :65. De a ház még áll, és az emberek benne szintén. - Aber das Haus steht noch, und die Menschen darin auch. :66. Ez mára elég. - Das reicht für heute. -------------------- ---------------------------------------------- 3 -------------------- :A víz alatti rét - Die Wiese unter Wasser :1. Az üzenet hajnali fél négykor érkezett, röviden és felkiáltójel nélkül: „A folyó már az udvarban áll.” - Die Nachricht kam um halb vier morgens, kurz und ohne Ausrufezeichen: „Der Fluss steht im Hof." :2. Maeve még ébren feküdt, mert valahogy tudta, hogy ez fog történni. - Maeve lag noch wach, weil sie es irgendwie gewusst hatte. :3. Bedobált néhány holmit a bőröndbe, nem azért, mert maradni akart, hanem mert az ilyen éjszakákra fel kell készülni. - Sie warf ein paar Sachen in den Koffer, nicht weil sie bleiben wollte, sondern weil man für solche Nächte gewappnet sein muss. :4. Az út Dublinból majdnem három óráig tartott, mert egy teherautó keresztben állt az országúton, és senki sem látszott tudni, miért. - Die Fahrt aus Dublin dauerte fast drei Stunden, weil ein Lastwagen quer auf der Nationalstraße stand und niemand zu wissen schien, warum. :5. Az eső nem csillapodott, és az ablaktörlők úgy küzdöttek, mintha személyesen megsértették volna őket. - Der Regen ließ nicht nach, und die Scheibenwischer kämpften, als wären sie persönlich beleidigt. :6. A kavicsos út végén, ahol az aszfalt megszűnt, és a víz kezdődött, leállította az autót egy füves dombra, és kiszállt. - Am Ende der Schotterstraße, wo der Asphalt aufhörte und das Wasser anfing, stellte sie das Auto auf einen Grashügel und stieg aus. :7. A csizmája azonnal belesüllyedt, és a sárnak olyan szaga volt, amelyet évek óta nem érzett – nedves tőzeg, régi fű és valami olyan szaga, amit nem tudott megnevezni. - Die Stiefel sanken sofort ein, und der Matsch hatte einen Geruch, den sie seit Jahren nicht mehr gerochen hatte – nach nassem Torf und altem Gras und etwas, das sie nicht benennen konnte. :8. A ház még állt, de másképp állt, mintha egy kicsit kisebb lett volna. - Das Haus stand noch, aber es stand anders, als wäre es ein bisschen kleiner geworden. :9. Declan a nyitott ajtóban várta, zseblámpával a kezében, mögötte kialudt a fény. - Declan wartete in der offenen Tür, eine Taschenlampe in der Hand, das Licht hinter ihm erloschen. :10. „Azt hittem, nem jössz el”, mondta, és ez sem szemrehányásnak, sem megkönnyebbülésnek nem hangzott, hanem egyszerűen megállapításnak. - „Ich dachte, du kommst nicht", sagte er, und das klang weder vorwurfsvoll noch erleichtert, sondern einfach wie eine Feststellung. :11. Úgy ölelték meg egymást, ahogy testvérek teszik, amikor a szavak túl nagyok – röviden, erősen, egy hátveregetéssel, amely azt jelentette: még itt vagyok. - Sie umarmten sich auf die Art, wie Geschwister das tun, wenn die Worte zu groß sind – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das bedeutete: Ich bin noch da. :12. A házban gyertyafüst, nedves kő és annak a teának az illata volt, amelyet Bridie főzött, bár nem volt áram, és feltehetően a kempingfőzőn állt. - Im Haus roch es nach Kerzenrauch, nassem Stein und dem Tee, den Bridie gekocht hatte, obwohl kein Strom da war und sie vermutlich auf dem Campingkocher stand. :13. A földszint víz alatt állt, nem mélyen, de eléggé ahhoz, hogy a legalsó lépcsőfok eltűnjön. - Das Erdgeschoss stand unter Wasser, nicht tief, aber genug, dass die unterste Treppenstufe verschwunden war. :14. Maeve látta, ahogy apja régi jegyzetfüzete a felszínen úszik, kinyílva, mint egy kis virág. - Maeve sah, wie ein altes Notizbuch ihres Vaters auf der Oberfläche trieb, aufgegangen wie eine kleine Blüte. :15. Meg akarta ragadni, de Declan gyorsabb volt, és odanyújtotta neki, csuromvizesen és szinte olvashatatlanul. - Sie wollte es greifen, aber Declan war schneller und hielt es ihr hin, triefend und fast unleserlich. :16. „A fontos dolgokat már felvittem”, mondta, „de a komód ellenállt.” - „Ich hab die wichtigen Sachen schon hochgetragen", sagte er, „aber die Kommode hat sich gewehrt." :17. Mindketten nevettek, mert a komód tölgyfából volt, ötven éve ugyanazon a helyen állt, és ezt még további ötven évig is így tervezte. - Sie lachten beide, weil die Kommode aus Eichenholz war und seit fünfzig Jahren an derselben Stelle stand und das auch noch weitere fünfzig Jahre vorhatte. :18. Odafent Bridie a tetőablak alatti karosszékben ült, takaróval a térdén, és halkan számolt valamit, amit Maeve nem értett. - Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, eine Decke über den Knien, und zählte leise etwas, das Maeve nicht verstand. :19. „Mit számolsz?”, kérdezte Maeve. - „Was zählst du?", fragte Maeve. :20. „A lenti palackokat”, mondta Bridie. „Egyet minden évért, amelyet itt éltem.” - „Die Flaschen unten", sagte Bridie. „Eine für jedes Jahr, das ich hier lebe." :21. Maeve rövid időre leült mellé, amíg Declan oda nem kiáltott, hogy most neki kell állni a komódnak, mert a víz nem vár rájuk. - Maeve setzte sich kurz neben sie, bis Declan rief, dass man jetzt die Kommode anpacken müsse, weil das Wasser nicht auf sie warte. :22. A cipelés fáradságos és hangos volt, Declan pedig írül káromkodott, amit mindig akkor tett, amikor igazán dühös volt, mert szerinte az kevésbé hangzott rosszul. - Das Tragen war mühsam und laut, und Declan fluchte auf Irisch, was er immer tat, wenn er sich wirklich ärgerte, weil er der Meinung war, das klang weniger schlimm. :23. Odafent a falhoz állították a komódot, Maeve nekidőlt, és nagy levegőt vett. - Oben stellten sie die Kommode an die Wand, und Maeve lehnte sich dagegen und atmete durch. :24. Az ablakon át látta, ahogy odakint a szomszédok homokzsákokat cipelnek, olyan esőkabátokban, amelyek úgy fénylettek, mint a nedves bőr. - Durchs Fenster sah sie, wie die Nachbarn draußen Sandsäcke schleppten, in Regenjacken, die glänzten wie nasses Leder. :25. Kiment, és segített, anélkül hogy megkérdezte volna, kinek van rá szüksége, vagy hová kell vinni a zsákokat. - Sie ging hinaus und half, ohne zu fragen, wer sie brauchte oder wohin die Säcke mussten. :26. Aoife, aki negyven éve lakott mellettük, úgy lapátolta a földet a zsákokba, mintha harmincéves volna, és röviden felnézett. - Aoife, die seit vierzig Jahren neben ihnen wohnte, schaufelte Erde in Säcke, als wäre sie dreißig, und schaute kurz auf. :27. „Jól felöltöztél egy árvízhez”, mondta. - „Du bist gut angezogen für eine Überschwemmung", sagte sie. :28. „Szociális munkás vagyok”, mondta Maeve. „Mi mindig rosszul vagyunk felöltözve.” - „Ich bin Sozialarbeiterin", sagte Maeve. „Wir sind immer falsch angezogen." :29. A munkában volt valami nyugodt, a hideg ellenére és az eső ellenére is, amely nem akart elállni. - Die Arbeit hatte etwas Ruhiges, trotz der Kälte und trotz des Regens, der nicht aufhörte. :30. Nem kellett beszélni, nem kellett gondolkodni, csak vinni és rakásba tenni a zsákokat, aztán újra visszamenni. - Man musste nicht reden, man musste nicht denken, man musste nur die Säcke tragen und stapeln und wieder zurückgehen. :31. Éjfél felé a víz egy időre megállt, mintha azt fontolgatná, akar-e még többet. - Gegen Mitternacht stand das Wasser für eine Weile still, als würde es überlegen, ob es noch mehr wollte. :32. Declan felmászott a fészer hullámlemez tetejére, és kérdezés nélkül kezet nyújtott neki. - Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und reichte ihr die Hand, ohne sie zu fragen. :33. Onnan fentről minden nyitva feküdt előttük: a fekete víz, amely megtöltötte az udvart, a parti nyírfák, amelyek félig elsüllyedtek, és hátrébb a sötét mezők, amelyek tengernek látszottak. - Von dort oben lag alles offen: das schwarze Wasser, das den Hof gefüllt hatte, die Birken am Ufer, die bis zur Hälfte versunken waren, und weiter hinten die dunklen Felder, die aussahen wie ein Meer. :34. „Ez az iskolába vezető út”, mondta Maeve, bár már nem lehetett látni. - „Das ist der Schulweg", sagte Maeve, obwohl man ihn nicht mehr sehen konnte. :35. „Tudom”, mondta Declan. - „Ich weiß", sagte Declan. :36. Előhúzott a zsebéből egy műanyag palackot, amelyet nyilván pontosan erre a pillanatra tartogatott. - Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, die er anscheinend für genau diesen Moment aufgespart hatte. :37. A whiskey kellemesen égetett, és Maeve többet ivott, mint akart, mert az éjszaka olyan csendes volt, és a csend többet követelt. - Der Whiskey brannte angenehm, und Maeve trank mehr, als sie wollte, weil die Nacht so still war und die Stille nach mehr verlangte. :38. „Miért maradtál itt igazából?”, kérdezte, mert tetőkön és éjjel őszintébben beszél az ember, mint máshol. - „Warum bist du wirklich geblieben?", fragte sie, weil man auf Dächern und in der Nacht ehrlicher redet als anderswo. :39. Declan egy pillanatig hallgatott, nem azért, mert nem volt válasza, hanem mert a megfelelőt kereste. - Declan schwieg einen Moment, nicht weil er keine Antwort hatte, sondern weil er die richtige suchte. :40. „Mert ez itt az enyém”, mondta végül. „Nem csak anyáé. Az enyém.” - „Weil das hier meins ist", sagte er schließlich. „Nicht nur Mamas. Meins." :41. Maeve a vízre nézett, amely némán fénylett, mint a polírozott üveg, és arra gondolt, mennyi időre volt szüksége, hogy megértse: elmenni és lezárni valamit két különböző dolog. - Maeve schaute auf das Wasser, das still glänzte wie poliertes Glas, und dachte daran, wie lange sie gebraucht hatte, um zu verstehen, dass Weggehen und Fertigsein zwei verschiedene Dinge sind. :42. „Azt hittem, itt már végeztem”, mondta. - „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. :43. „Végeztél is”, mondta ő. „De az, hogy végeztél, nem ok arra, hogy ne gyere vissza.” - „Bist du auch", sagte er. „Aber fertig sein ist kein Grund, nicht zurückzukommen." :44. Az eső újra elkezdődött, halkabban, mint korábban, szinte úgy, mint egy válasz. - Der Regen fing wieder an, leiser als vorher, fast wie eine Antwort. :45. Még egy órát ültek a tetőn, amíg a palack ki nem ürült, és a hideg át nem hatolt a kabátokon. - Sie saßen noch eine Stunde auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte durch die Jacken drang. :46. Reggelre a víz engedett, nem sokat, de eleget ahhoz, hogy újra látni lehessen a legalsó lépcsőfokot. - Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, nicht viel, aber genug, dass man wieder die unterste Treppenstufe sehen konnte. :47. Bridie az első emeleti ablaknál állt, és a teáját itta, mintha ez egészen hétköznapi kilátás volna. - Bridie stand am Fenster im ersten Stock und trank ihren Tee, als wäre das eine ganz gewöhnliche Aussicht. :48. Maeve és Declan kilapátolták a sarat a földszintről, lassan és kevés beszéddel, mert a munka megint önmagáért beszélt. - Maeve und Declan schaufelten den Schlamm aus dem Erdgeschoss, langsam und ohne viel zu reden, weil die Arbeit wieder für sich sprach. :49. Kora délután Maeve kihúzta a bőröndjét a ház előtti sárból, és egy régi törülközővel letörölte. - Am frühen Nachmittag zog Maeve ihren Koffer aus dem Schlamm vor dem Haus und wischte ihn mit einem alten Handtuch ab. :50. Declan a bejárati ajtónak dőlt, és nézte, mintha ez volna a feladata. - Declan lehnte an der Haustür und schaute zu, als wäre das seine Aufgabe. :51. „Legközelebb előbb telefonálj”, mondta. - „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. :52. „Nem lesz legközelebb”, mondta Maeve, és mindketten tudták, hogy ez barátságos hazugság. - „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, und beide wussten, dass das eine freundliche Lüge war. :53. Bridie integetett az ablakból, apró, nyugodt intéssel, amely azt jelentette: láttalak. - Bridie winkte vom Fenster, ein kleines, ruhiges Winken, das bedeutete: Ich hab dich gesehen. :54. Maeve beszállt az autóba, és beindította a motort. - Maeve stieg ins Auto und ließ den Motor an. :55. A rádió egy olyan dalt játszott, amelyet az apja mindig szeretett, és ő hagyta szólni, bár fájt. - Das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und sie ließ es laufen, obwohl es wehtat. :56. A visszapillantó tükörben látta Declant, aki még mindig az ajtóban állt, és hagyta, hogy az eső az arcába essen, mintha ez tudatos döntés volna. - Im Rückspiegel sah sie Declan, der immer noch in der Tür stand und den Regen ins Gesicht ließ, als wäre das eine bewusste Entscheidung. :57. Elindult, és a gumik alatti víz hangosan fröccsent a reggel csendjében. - Sie fuhr los, und das Wasser unter den Reifen platschte laut in der Stille des Morgens. :58. Az árvíz még nem ért véget, ezt tudta. - Die Flut war noch nicht vorbei, das wusste sie. :59. De a ház állt, és a benne élő emberek is álltak, és néha ennyi elég. - Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das genug. -------------------- ---------------------------------------------- 4 -------------------- :Az elárasztott rét - Die Wiese unter Wasser :1. Az üzenet szöveges üzenetként érkezett, három szó, felkiáltójel nélkül, és éppen ez a józanság volt az, ami Maeve-et azonnal felállította. - Die Nachricht kam als Textnachricht, drei Wörter, kein Ausrufezeichen, und genau diese Nüchternheit war es, die Maeve sofort aufstehen ließ. :2. Hetek óta várt valamire, anélkül hogy tudta volna, mire, és most már tudta. - Sie hatte seit Wochen auf irgendetwas gewartet, ohne zu wissen worauf, und jetzt wusste sie es. :3. A bőrönd húsz perc múlva készen állt az előszobában – túl kevés egy hétre, túl sok valakinek, aki nem akar maradni. - Der Koffer stand in zwanzig Minuten fertig am Flur – zu wenig für eine Woche, zu viel für jemanden, der nicht bleiben will. :4. A nyugat felé vezető út hosszú és hallgatag volt, az út két oldalán a mezők már lapos szürkeségbe merültek, mintha maga a táj is felhagyott volna azzal, hogy erőlködjön. - Die Fahrt nach Westen war lang und schweigend, die Felder zu beiden Seiten der Straße bereits in flaches Grau getaucht, als hätte die Landschaft selbst aufgehört, sich Mühe zu geben. :5. Ahol a kavicsos út vízbe ment át, egy földtöltésen parkolt le, és kiszállt anélkül, hogy egészen leállította volna a motort, mintha szüksége volna a gyors menekülés lehetőségére. - Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, parkte sie auf einem Erdwall und stieg aus, ohne den Motor ganz auszumachen, als bräuchte sie die Möglichkeit zur schnellen Flucht. :6. A sár elnyelte a lépteit, az eső olyan egykedvű állhatatossággal verte az arcát, mint valami, aminek semmiféle személyes szándéka nincs. - Der Matsch schluckte ihre Schritte, der Regen traf ihr Gesicht mit der gleichmütigen Beständigkeit von etwas, das keinerlei persönliche Absichten hat. :7. A ház sötétben állt, csak fent, az egyik ablakban égett gyertyafény, amely át-átvillant az üvegen, és az előtte lévő vízen reszketett, mint egy állat, amely nem biztos magában. - Das Haus stand im Dunkeln, nur in einem Fenster oben brannte Kerzenlicht, das durch das Glas flackerte und auf dem Wasser davor zitterte wie ein Tier, das sich nicht sicher ist. :8. Declan kinyitotta az ajtót, mielőtt kopoghatott volna, és ő egy pillanatra elgondolkodott, vajon várt-e rá, vagy egyszerűen mindig az ajtó közelében élt. - Declan öffnete die Tür, bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er einfach immer in Türnähe lebte. :9. „Két órával tovább tartott, mint gondoltam”, mondta, és Maeve ebben sem szemrehányást, sem megkönnyebbülést nem hallott, hanem egy tény csendes elismerését. - „Du hast zwei Stunden gebraucht länger als ich dachte", sagte er, und sie hörte darin weder Vorwurf noch Erleichterung, sondern die stille Anerkennung einer Tatsache. :10. Úgy ölelték meg egymást, ahogy érett testvérek szokták – röviden, érzelgősség nélkül, egy hátveregetéssel, amely nagyjából azt jelentette: még itt vagyunk, ez elég. - Sie umarmten sich auf die Art gereifter Geschwister – kurz, ohne Sentimentalität, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir sind noch da, das reicht. :11. A földszint víz alatt állt, amely a gyertyafényben majdnem szépnek látszott, majdnem olyan volt, mint egy másik századból való enteriőr, ha nem lett volna ott a nedves kő szaga és azoknak a dolgoknak a doha, amelyeket nem vízre terveztek. - Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im Kerzenlicht beinahe schön aussah, beinahe wie ein Interieur aus einem anderen Jahrhundert, wäre da nicht der Geruch nach nassem Stein und dem Moder von Dingen, die nicht für Wasser gedacht waren. :12. A felszínen az apja jegyzetfüzete úszott, felduzzadva, mint egy kis könyv kezdet és vég nélkül, a tinta már szürke csíkokká folyt szét. - Auf der Oberfläche trieb das Notizbuch ihres Vaters, aufgegangen wie ein kleines Buch ohne Anfang und Ende, die Tinte bereits verlaufen zu grauen Schlieren. :13. Maeve utánakapott, és egy pillanatig úgy tartotta, hogy nem nézett rá, mert bizonyos dolgoknak idő kell, mielőtt az ember valóban rájuk tud nézni. - Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne es anzuschauen, weil manche Dinge Zeit brauchen, bevor man sie wirklich ansehen kann. :14. Fent Bridie a tetőablak alatt ült, kezeit összekulcsolva, mint egy templomban, és halkan számolt, ajkai alig mozogtak. - Oben saß Bridie unter dem Dachfenster, die Hände gefaltet wie in einer Kirche, und zählte leise, die Lippen kaum bewegt. :15. „A palackok odalent”, mondta anélkül, hogy bárki kérdezte volna, „egy minden évért, amelyet itt éltem.” - „Die Flaschen unten", sagte sie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe." :16. Maeve leült mellé a karfára, mert nem volt második szék, és röviden rátette a kezét az anyjáéra, amely hidegnek és nyugodtnak érződött. - Maeve setzte sich neben sie auf die Armlehne, weil es keinen zweiten Stuhl gab, und legte kurz die Hand auf die ihrer Mutter, die sich kalt anfühlte und ruhig. :17. Aztán Declan kiáltott, mert a komód nem fog magától felmenni a lépcsőn, és ezzel véget ért a csendes jelenet. - Dann rief Declan, weil die Kommode nicht von selbst die Treppe hochgehen würde, und das war das Ende der stillen Szene. :18. A cipekedés egyszerre volt fáradságos és nevetséges, mert a komód szélesebb volt annál, mint amit a lépcsőház tulajdonképpen megengedett, és mert Declan írül káromkodott, amit kevésbé súlyosnak tartott, mint angolul, noha az anyja mindkettőt értette. - Das Tragen war mühselig und lächerlich zugleich, weil die Kommode breiter war als das Treppenhaus es eigentlich erlaubte und weil Declan auf Irisch fluchte, was er für weniger schlimm hielt als auf Englisch, obwohl die Mutter beides verstand. :19. Amikor végre fent letették a bútordarabot, Maeve a homlokát a hűvös fához támasztotta, és nevetett, mert néha ez az egyetlen, ami még megy. - Als sie das Möbelstück endlich oben abstellten, lehnte Maeve die Stirn gegen das kühle Holz und lachte, weil das manchmal das Einzige ist, das noch geht. :20. Odakint a szomszédok homokzsákokat cipeltek hosszú, hallgatag láncban, amely a sötétben szinte ünnepélyesnek látszott. - Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen, schweigenden Kette, die in der Dunkelheit fast feierlich aussah. :21. Maeve újra felvette a nedves kabátot, és kilépett, anélkül hogy megkérdezte volna, kinek van rá szüksége, mert az ilyen éjszakák nem küldenek meghívókat. - Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil solche Nächte keine Einladungen verschicken. :22. Aoife, hetvenéves, négy évtizede a szomszéd ház lakója, olyan energiával lapátolta a földet, amely Maeve-et szégyenbe hozta, és közben csak röviden nézett fel. - Aoife, siebzig, wohnhaft seit vier Jahrzehnten im Nachbarhaus, schaufelte Erde mit einer Energie, die Maeve beschämte, und schaute dabei nur kurz auf. :23. „Városi csizmák”, mondta Aoife, „de legalább felvetted őket.” - „Städtische Stiefel", sagte Aoife, „aber du hast sie wenigstens angezogen." :24. A munkában volt valami szinte meditatív, a hideg és az eső és a kimerültség ellenére, amely lassan Maeve karjaiba ette magát – nem kellett gondolkodni, csak vinni kellett. - Die Arbeit hatte etwas fast Meditatives, trotz Kälte und Regen und der Erschöpfung, die sich langsam in Maeves Arme fraß – man musste nicht denken, man musste nur tragen. :25. Éjfél körül a víz megtorpant, mintha valóban fontolgatna valamit, és ebben a szünetben volt valami majdnem méltóságteljes, mintha a rituáléhoz tartozna. - Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, als würde es tatsächlich überlegen, und diese Pause hatte etwas beinahe Würdevolles, als gehörte sie zum Ritual. :26. Declan felmászott a fészer tetejére, lenyújtotta neki a kezét, és Maeve habozás nélkül elfogadta, ami őt magát is meglepte. - Declan kletterte auf das Schuppendach und streckte ihr die Hand herunter, und Maeve nahm sie, ohne zu zögern, was sie selbst überraschte. :27. Fentről nyíltan látszott a táj egész átváltozása: az udvar fekete tó, a parton álló nyírfák mellkasig elsüllyedve, a mögöttük lévő mezők határ nélkül föld és ég között. - Von oben lag die gesamte Verwandlung der Landschaft offen: der Hof ein schwarzer See, die Birken am Ufer versunken bis zur Brust, die Felder dahinter ohne Grenze zwischen Erde und Himmel. :28. „Ez az iskola felé vezető út”, mondta Maeve, bár már semmi nem látszott belőle. - „Das ist der Weg zur Schule", sagte Maeve, obwohl nichts mehr davon zu sehen war. :29. „Tudom”, mondta Declan, és ebben a tudomban benne volt minden, amit az évek alatt nem mondott ki. - „Ich weiß", sagte Declan, und in diesem Ich-weiß steckte alles, was er in all den Jahren nicht gesagt hatte. :30. Előhúzott a zsebéből egy műanyag palackot, és a whiskey olcsó volt, mégis melegített, talán éppen ezért. - Er zog eine Plastikflasche aus der Tasche, und der Whiskey war billig und wärmte trotzdem, vielleicht sogar deswegen. :31. A palack körbejárt közöttük, és Maeve többet ivott a szükségesnél, mert a tetőn ülő csend olyan minőségű volt, amely kitöltést követelt. - Die Flasche kreiste zwischen ihnen, und Maeve trank mehr als nötig, weil die Stille auf dem Dach von einer Qualität war, die nach Füllung verlangte. :32. „Mindig azon tűnődtem, megbántad-e valaha, hogy maradtál”, mondta végül, mert éjszaka a tetőkön olyan dolgokat is ki lehet mondani, amelyek a konyhaasztalnál nem volnának lehetségesek. - „Ich habe mich immer gefragt, ob du je bereut hast, dass du geblieben bist", sagte sie schließlich, weil man auf Dächern in der Nacht Dinge sagen kann, die am Küchentisch nicht möglich wären. :33. Declan elég sokáig hallgatott ahhoz, hogy azt higgye, nem fog válaszolni, aztán azt mondta: „A megbánás feltételezi, hogy lett volna egy másik lehetőség, amelyet valóban el tudtam képzelni.” - Declan schwieg lange genug, dass sie dachte, er würde nicht antworten, und dann sagte er: „Reue setzt voraus, dass es eine andere Möglichkeit gegeben hätte, die ich mir wirklich vorstellen konnte." :34. Maeve arra gondolt, hogyan hajtott el huszonkét évesen, anélkül hogy visszafordult volna, meggyőződve arról, hogy a helyes mindig az, ami előre vezet. - Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, ohne sich umzudrehen, überzeugt, dass das Richtige immer das ist, was nach vorn geht. :35. „Azt hittem, itt végeztem”, mondta. - „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. :36. „Végeztél is”, mondta ő szünet nélkül, mintha ezt már régóta tudta volna. „De az, hogy az ember végzett valamivel, nem jelenti azt, hogy nem térhet vissza.” - „Bist du auch", sagte er, ohne Pause, als hätte er das schon lange gewusst. „Aber fertig sein bedeutet nicht, dass man nicht zurückkommen darf." :37. Az eső újra rákezdett, ezúttal halkabban, szinte udvarias visszafogottsággal. - Der Regen setzte wieder ein, leiser diesmal, mit einer fast höflichen Zurückhaltung. :38. Még sokáig ültek a tetőn, amíg a palack ki nem ürült, és a hideg komolyabbá nem kezdett válni. - Sie saßen noch lange auf dem Dach, bis die Flasche leer war und die Kälte anfing, ernsthafter zu werden. :39. Reggelre a víz három tenyérnyit visszahúzódott, ami kevés volt, és ugyanakkor minden, amit abban a pillanatban kívánni lehetett. - Am Morgen hatte das Wasser drei Handbreit nachgegeben, was wenig war und gleichzeitig alles, was man sich für diesen Moment wünschen konnte. :40. Bridie már az ablaknál állt, a teát két kézzel fogva, és olyan higgadtsággal szemlélte az udvar pusztulását, amelyről Maeve nem tudta biztosan, csodálnia kellene-e vagy félnie tőle. - Bridie stand bereits am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete die Verwüstung im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve nicht sicher war, ob sie bewundern oder fürchten sollte. :41. Ketten lapátolták a sarat, lassan és egyenletesen, olyan ritmusban, amely magától állt be, mint egy régi ütem. - Sie schaufelten den Schlamm zu zweit, langsam und gleichmäßig, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte wie ein alter Takt. :42. Délután, amikor a legrosszabb részen túl voltak, Maeve kihúzta a bőröndjét a sárból, és letörölte egy törölközővel, amely amúgy is elveszett már. - Am Nachmittag, als der schlimmste Teil geschafft war, zog Maeve ihren Koffer aus dem Matsch und wischte ihn mit einem Handtuch ab, das ohnehin schon verloren war. :43. Declan ezt szó nélkül figyelte, vállát az ajtófélfának támasztva, azon a módon, amely azt jelentette: látlak, és nem mondok róla semmit. - Declan beobachtete das, ohne etwas zu sagen, die Schulter an den Türrahmen gelehnt, auf die Art, die bedeutete: Ich sehe dich, und ich sage nichts dazu. :44. „Legközelebb hívj előtte”, mondta végül. - „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er schließlich. :45. „Nincs legközelebb”, mondta Maeve, és félig komolyan gondolta, ő pedig tudta ezt, és ő tudta, hogy ő tudja. - „Es gibt kein nächstes Mal", sagte Maeve, und sie meinte es halb, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste. :46. Bridie intett az ablakból, egyszer, nyugodtan, dráma nélküli intés volt, amely többet mondott egy ölelésnél. - Bridie winkte vom Fenster, einmal, ruhig, ein Winken ohne Drama, das mehr sagte als eine Umarmung. :47. Maeve elindult, a rádió egy dalt játszott, amelyet az apja szeretett, és hagyta szólni, amíg fájni nem kezdett, aztán még egy kicsit tovább. - Maeve fuhr los, das Radio spielte ein Lied, das ihr Vater gemocht hatte, und sie ließ es laufen, bis es zu weh tat, und dann noch ein bisschen länger. :48. A visszapillantó tükörben Declan a ház ajtajában állt, arcát az eső felé emelve, mintha ez tudatos döntés volna a védelem ellen. - Im Rückspiegel stand Declan in der Haustür, das Gesicht in den Regen gehoben, als wäre das eine bewusste Entscheidung gegen den Schutz. :49. A víz csattogott a kerekek alatt, az út még félig víz alatt volt, és Maeve lassan vezetett, mert még egy kicsit tovább látni akarta a házat a visszapillantó tükörben. - Das Wasser unter den Reifen platschte, die Straße war noch halb überschwemmt, und Maeve fuhr langsam, weil sie das Haus noch ein bisschen länger im Rückspiegel sehen wollte. :50. Az árvíznek nem volt vége, ezt tudta, és a következő alkalom el fog jönni, akár legközelebbnek nevezte, akár nem. - Die Flut war nicht vorbei, das wusste sie, und das nächste Mal würde kommen, ob sie es nächstes Mal nannte oder nicht. :51. De a ház állt, és a benne lévő emberek is álltak, és néha az, ami megmarad, pontosan az, amire az embernek szüksége volt. - Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen auch, und manchmal ist das, was bleibt, genau das, was man gebraucht hat. -------------------- ---------------------------------------------- 5 -------------------- :Az elárasztott rét - Die Wiese unter Wasser :1. Az üzenet olyan rövid volt, hogy Maeve-nek kétszer is el kellett olvasnia, nem azért, mert nem értette a szavakat, hanem mert maga a rövidség közölt valamit, ami túlmutatott a szavakon. - Die Nachricht war so kurz, dass Maeve sie zweimal lesen musste, nicht weil sie die Worte nicht verstand, sondern weil die Kürze selbst etwas mitteilte, das über die Worte hinausging. :2. Órák óta ébren feküdt, annak a különös, éber tisztaságnak az állapotában, amely azt jellemzi, aki vár valamire, anélkül hogy be akarná vallani magának, mire. - Sie lag seit Stunden wach, mit der besonderen Hellwachheit von jemandem, der auf etwas wartet, ohne sich eingestehen zu wollen, worauf. :3. A bőrönd húsz perc alatt össze volt pakolva, túl könnyű volt egy hétre, túl nehéz valakinek, aki őszinte lett volna önmagához. - Der Koffer war in zwanzig Minuten gepackt, zu leicht für eine Woche, zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. :4. A nyugat felé vezető úton a táj valami ideiglenessé, átmenetivé változott, mintha maga a vidék is elhalasztotta volna a döntést, hogy mi akar lenni. - Auf der Fahrt nach Westen verwandelte sich die Landschaft in etwas Vorläufiges, Überganghaftes, als hätte die Gegend selbst die Entscheidung vertagt, was sie sein wollte. :5. Ott, ahol a kavicsos út vízbe ment át, megállt, és még egy pillanatig ott ült a lefullasztott motorban, amely halk meleget árasztott magából, mint egy állat, amely kibontakozik egy ölelésből. - Wo die Schotterstraße ins Wasser überging, hielt sie an und saß noch einen Moment im abgewürgten Motor, der leise Wärme abgab wie ein Tier, das sich aus einer Umarmung löst. :6. A sárnak olyan nyúlós türelme volt, mint valaminek, aminek van ideje, és ezt tudja is, és olyan mellékesen nyelte el a lépteit, hogy Maeve ezt személyesnek érezte. - Der Matsch hatte die zähflüssige Geduld von etwas, das Zeit hat und das weiß, und er schluckte ihre Schritte mit einer Beiläufigkeit, die Maeve als persönlich empfand. :7. A ház a sötétben állt, csak odafent égett egyetlen ablak, és a gyertyafénynek, amely az ajtó előtti vízfelszínen tükröződött, volt valami bizonytalan jellege, mintha maga sem tudná, meleget vagy figyelmeztetést akar-e jelezni. - Das Haus stand im Dunkel, nur ein einziges Fenster oben brannte, und das Kerzenlicht, das sich auf der Wasseroberfläche vor der Tür spiegelte, hatte etwas Unschlüssiges, als wüsste es selbst nicht, ob es Wärme oder Warnung signalisieren sollte. :8. Declan már az ajtóban állt, mielőtt még kopoghatott volna, és Maeve egy pillanatra eltűnődött, vajon várta-e őt, vagy ezen az éjszakán amúgy sem tudott aludni – egyik sem lepte volna meg. - Declan stand in der Tür, noch bevor sie klopfen konnte, und sie fragte sich kurz, ob er gewartet hatte oder ob er in dieser Nacht ohnehin nicht schlafen konnte – beides hätte sie nicht überrascht. :9. „Korábban is elindulhattál volna”, mondta, és ebben a mondatban minden benne volt: sem szemrehányás, sem megkönnyebbülés, csak annak a csendes elszámolása, aki már régen leszokott a számolásról. - „Du hättest früher fahren können", sagte er, und in diesem Satz lag alles: kein Vorwurf, keine Erleichterung, nur die stille Abrechnung von jemandem, der sich das Rechnen schon lange abgewöhnt hat. :10. Úgy ölelték meg egymást, ahogyan az évtizedek alatt beidegződik, amikor az érzés túl nagy, és a test megtanulta, hogyan bánjon vele – röviden, szorosan, egy hátveregetéssel, amely nagyjából azt jelentette: Még állunk, ezt már megállapítottuk, beszéljünk tovább. - Sie umarmten sich auf die Art, die sich über Jahrzehnte einschleift, wenn das Gefühl zu groß ist und der Körper gelernt hat, damit umzugehen – kurz, fest, mit einem Klopfen auf den Rücken, das ungefähr bedeutete: Wir stehen noch, das haben wir schon festgestellt, reden wir weiter. :11. A földszint víz alatt állt, amelynek a lobogó gyertyafényben szinte nyugtalanító szépsége volt, az a fajta szépség, amelyben nem bízunk, mert tudjuk, mi van alatta. - Das Erdgeschoss stand unter Wasser, das im flackernden Kerzenschein eine fast beunruhigende Schönheit hatte, die Art von Schönheit, der man misstraut, weil man weiß, was darunter liegt. :12. Apja jegyzetfüzete a felszínen sodródott, felnyílva és felduzzadva, a kézírás szürke felhőkké folyt szét, amelyek már semmi konkrétra nem emlékeztettek – vagy talán éppen ezért mindenre. - Das Notizbuch ihres Vaters trieb auf der Oberfläche, aufgeblättert und aufgequollen, die Handschrift zu grauen Wolken verlaufen, die an nichts Konkretes mehr erinnerten – oder vielleicht gerade deshalb an alles. :13. Maeve utána nyúlt, és egy pillanatig tartotta, anélkül hogy belenézett volna, mert bizonyos tárgyakat először súlyként kell hordozni, mielőtt az ember igazán szemügyre vehetné őket. - Maeve griff danach und hielt es einen Moment, ohne hineinzusehen, weil manche Objekte zunächst als Gewicht getragen werden müssen, bevor man sie wirklich betrachten kann. :14. Odafent Bridie a tetőablak alatt ült a karosszékben, kezeit egymásra téve, olyan csenddel, amely nem kimerültség volt, hanem valamiféle elhatározott nyugalom, amely Maeve-et mindig olyan vízre emlékeztette, amely elég mély ahhoz, hogy nyugodt legyen. - Oben saß Bridie im Sessel unter dem Dachfenster, die Hände übereinandergelegt mit einer Stille, die keine Erschöpfung war, sondern eine Art beschlossene Ruhe, die Maeve immer an Wasser erinnert hatte, das tief genug ist, um ruhig zu sein. :15. „Az alsó palackokat számolom”, mondta Bridie, anélkül hogy bárki kérdezte volna, „egyet minden évért, amelyet itt éltem – ez most hatvannyolc, ha te is számoltad.” - „Ich zähle die Flaschen unten", sagte Bridie, ohne dass jemand gefragt hatte, „eine für jedes Jahr, das ich hier gelebt habe – das sind jetzt achtundsechzig, falls du mitgezählt hast." :16. Maeve leült a karosszék karfájára, és kezét anyja kezére tette, amely hűvösnek érződött és száraznak, mint a papír, amelyet már régen elolvastak. - Maeve setzte sich auf die Armlehne des Sessels und legte die Hand auf die der Mutter, die sich kühl anfühlte und trocken wie Papier, das schon lange gelesen wurde. :17. Aztán Declan lentről kiáltott, mert a komód még állt, és a víz nem várt a szentimentalizmusra, és ez volt a csendes jelenet vége. - Dann rief Declan von unten, weil die Kommode noch stand und das Wasser nicht auf Sentimentalität wartete, und das war das Ende der stillen Szene. :18. A komód cipelése olyan módon volt fáradságos, amely már-már komikus volt – annak a vacaknak megvolt a régi bútorok elszánt makacssága, amelyek úgy döntöttek, hogy többé nem hagyják magukat megmozdítani –, és Declan írül káromkodott, amit kevésbé istenkáromlónak tartott, mint az angolt, bár Bridie mindkettőt hallotta, és mindkét nyelvet értette. - Das Schleppen der Kommode war mühselig auf eine Weise, die fast komisch war – das Ding hatte den entschlossenen Eigensinn alter Möbel, die sich entschieden haben, dass sie sich nicht mehr bewegen lassen –, und Declan fluchte auf Irisch, was er für weniger gotteslästerlich hielt als auf Englisch, obwohl Bridie beides hörte und beide Sprachen verstand. :19. Amikor odafent letették azt a vacakot, és Maeve homlokát a hűvös fához támasztotta, mindketten nevettek, mert a nevetés néha az egyetlen, ami nem sérti meg a kimerültséget. - Als sie das Ding oben abstellten und Maeve die Stirn gegen das kühle Holz lehnte, lachten sie beide, weil Lachen manchmal das Einzige ist, das die Erschöpfung nicht beleidigt. :20. Odakint a szomszédok hosszú, néma láncban hordták a homokzsákokat az esőben, és a sötétben ennek szinte rituális jellege volt, mintha olyan szokáshoz tartozna, amelynek jelentését már nem ismerjük, de mégis végrehajtjuk, mert rendet ad az éjszakának. - Draußen schleppten die Nachbarn Sandsäcke in einer langen schweigenden Kette durch den Regen, und in der Dunkelheit hatte das etwas fast Rituelles, als gehörte es zu einem Brauch, dessen Bedeutung man nicht mehr kennt, den man aber trotzdem vollzieht, weil er der Nacht eine Ordnung gibt. :21. Maeve újra felvette a vizes kabátot, és kilépett, anélkül hogy megkérdezte volna, kinek van rá szüksége, mert az ilyen éjszakák nem küldenek meghívót, és nem vezetnek jegyzőkönyvet. - Maeve zog die nasse Jacke wieder an und trat hinaus, ohne zu fragen, wer sie brauchte, weil Nächte wie diese keine Einladungen versenden und keine Protokolle führen. :22. Aoife, aki hetvenéves volt, és negyven éve szomszéd, olyan pontossággal lapátolta a földet a zsákokba, hogy Maeve szégyenkezni kezdett, és közben alig nézett fel. - Aoife, siebzig und seit vierzig Jahren Nachbarin, schaufelte Erde in Säcke mit einer Akkuratesse, die Maeve beschämte, und schaute dabei kaum auf. :23. „Két éve nem láttalak”, mondta Aoife olyan hangon, amely sem vádló, sem szívélyes nem volt, hanem egyszerűen pontos. - „Ich hab dich seit zwei Jahren nicht gesehen", sagte Aoife, in einem Ton, der weder anklagend noch herzlich war, sondern einfach präzise. :24. A munkának megvolt annak a néma méltósága, amit el kell végezni, és aminek nincs szüksége kíséretre, és Maeve egy idő után érzett valamit, amit nem tudott rögtön besorolni – valamiféle testi tisztaságot, amely akkor keletkezik, amikor az értelem abbahagyja önmaga kommentálását. - Die Arbeit hatte die schweigende Würde von etwas, das getan werden muss und das keine Begleitung braucht, und Maeve empfand nach einer Weile etwas, das sie nicht gleich einordnen konnte – eine Art körperlicher Klarheit, die entsteht, wenn der Verstand aufhört, sich selbst zu kommentieren. :25. Éjfél felé a víz megtorpant, olyan hirtelenséggel, mintha döntés született volna, és ebben a szünetben volt valami szinte szuverén, mintha a víz nem természeti esemény volna, hanem szereplő, aki röviden magába száll. - Gegen Mitternacht hielt das Wasser inne, mit einer Abruptheit, als wäre eine Entscheidung gefallen, und diese Pause hatte etwas fast Souveränes, als wäre das Wasser kein Naturereignis, sondern ein Akteur, der sich kurz besinnt. :26. Declan felmászott a fészer hullámbádog tetejére, és lenyújtotta neki a kezét – magyarázat nélküli mozdulat volt, amelynek nem is volt szüksége magyarázatra. - Declan kletterte auf das Wellblechdach des Schuppens und streckte ihr die Hand herunter – eine Geste ohne Erklärung, die keine brauchte. :27. Onnan fentről nyitva feküdt előttük az egész átalakulás: az udvar fekete tükör volt, amelyben semmi sem tükröződött az égen kívül, a parti nyírfák törzsük feléig elsüllyedtek, a mögöttük lévő mezőkön pedig nem lehetett felismerni a határt aközött, ami föld volt, és aközött, aminek levegőnek kellett volna lennie. - Von dort oben lag die gesamte Transformation offen: der Hof ein schwarzer Spiegel, in dem nichts sich spiegelte außer dem Himmel, die Birken am Ufer versunken bis zur Hälfte ihrer Stämme, die Felder dahinter ohne erkennbare Grenze zwischen dem, was Boden gewesen war, und dem, was Luft sein sollte. :28. „Ott jártam iskolába”, mondta Maeve, bár az út víz alatt feküdt, és maga is tudta, hogy nem az útról beszél. - „Ich bin dort lang zur Schule gegangen", sagte Maeve, obwohl der Weg unter Wasser lag und sie selbst wusste, dass sie nicht über den Weg sprach. :29. „Tudom”, mondta Declan, és ebben a két szóban benne volt gyerekkoruk teljes aszimmetriája – ő mindent megőrzött, Maeve mindent magával vitt, és egyik sem volt hiba. - „Ich weiß", sagte Declan, und in diesen zwei Wörtern lag die gesamte Asymmetrie ihrer Kindheit – er hatte alles behalten, sie hatte alles mitgenommen, und keines von beiden war ein Fehler. :30. Declan előhúzott a kabátzsebéből egy műanyag palackot, és a whiskey olyan fajta volt, amelyet az ember nem ír le, mert a pillanat fontosabb, mint az íz. - Er zog eine Plastikflasche aus der Jackentasche, und der Whiskey war von der Sorte, die man nicht beschreibt, weil der Moment wichtiger ist als der Geschmack. :31. A palack egy régi rítus nyugodt szabályosságával járt körbe közöttük, és az éjszaka úgy borult rájuk, mint valami, ami nem akar véget érni. - Die Flasche kreiste zwischen ihnen mit der ruhigen Regelmäßigkeit eines alten Rituals, und die Nacht legte sich um sie wie etwas, das nicht beendet werden will. :32. „Mindig azon tűnődtem”, mondta végül Maeve, aztán egy ideig állni hagyta a mondatot, mielőtt befejezte volna, „volt-e valaha olyan pillanatod, amikor megértetted, miért maradtál.” - „Ich habe mich immer gefragt", sagte Maeve schließlich, und dann ließ sie den Satz eine Weile stehen, bevor sie ihn vollendete, „ob du je einen Moment hattest, in dem du verstanden hast, warum du geblieben bist." :33. Declan úgy hallgatott, hogy az nem zavar volt, hanem gondosság, annak a gondossága, aki megtanulta, hogy bizonyos kérdések nem viselik el a gyors válaszokat. - Declan schwieg auf eine Art, die keine Verlegenheit war, sondern Sorgfalt, die Sorgfalt von jemandem, der gelernt hat, dass manche Fragen keine schnellen Antworten vertragen. :34. „Ez feltételezi”, mondta végül, „hogy a maradás döntés volt, amelyet másként is meg lehetett volna hozni – de azt hiszem, bizonyos emberek egyszerűen egy bizonyos fajta földből vannak.” - „Das setzt voraus", sagte er schließlich, „dass Bleiben eine Entscheidung war, die man hätte anders treffen können – aber ich glaube, manche Menschen sind einfach von einer bestimmten Art Boden." :35. Maeve arra gondolt, hogyan hajtott el huszonkét évesen, hagyva, hogy a falu egyre kisebb legyen a visszapillantó tükörben, meggyőződve arról, hogy a távolság ugyanaz, mint a szabadság, és hogy mindkettő ugyanaz, mint a megérkezés. - Maeve dachte daran, wie sie mit zweiundzwanzig abgefahren war, das Dorf im Rückspiegel kleiner werden lassend, überzeugt, dass Distanz dasselbe sei wie Freiheit, und dass beides dasselbe sei wie Ankommen. :36. „Azt hittem, itt már végeztem”, mondta. - „Ich dachte, ich wäre hier fertig", sagte sie. :37. Declan elvette a palackot, ivott, aztán anélkül, hogy ránézett volna, azt mondta: „Végeztél. De ez csak azt jelenti, hogy tudod, honnan jössz – nem azt, hogy megszűntél ide tartozni.” - Declan nahm die Flasche, trank, und dann sagte er, ohne sie anzusehen: „Du bist fertig. Aber das bedeutet nur, dass du weißt, wo du herkommst – nicht, dass du aufgehört hast, hierherzugehören." :38. Az eső újra rákezdett, olyan visszafogottsággal, amely szinte udvariasnak hatott, mintha kivárta volna a beszélgetést. - Der Regen setzte wieder ein, mit einer Zurückhaltung, die beinahe höflich wirkte, als hätte er das Gespräch abgewartet. :39. Még sokáig ültek a tetőn, köztük a palackkal, alattuk a vízzel, és Maeve érezte, ahogy valami, amit sokáig lezártságnak tartott, másnak bizonyul – valamiféle nyitott számlának, amely nem követel kiegyenlítést, csak időnkénti figyelmet. - Sie saßen noch lange auf dem Dach, die Flasche zwischen ihnen, das Wasser unter ihnen, und Maeve spürte, wie etwas, das sie lange für Abgeschlossenheit gehalten hatte, sich als etwas anderes herausstellte – als eine Art offene Rechnung, die keine Begleichung verlangte, sondern nur gelegentliche Aufmerksamkeit. :40. Reggelre a víz engedett, keveset, de olyan határozottsággal, amely garancia nélküli ígéretnek hatott. - Am Morgen hatte das Wasser nachgegeben, wenig, aber mit einer Entschiedenheit, die wirkte wie ein Versprechen ohne Garantie. :41. Bridie az ablaknál állt, a teát mindkét kezében tartva, és olyan higgadtsággal nézte az udvar sarát, amelyet Maeve csak most, ennyi év után ismert fel annak, ami mindig is volt: nem közönynek, hanem a kitartás egy nagyon régi formájának. - Bridie stand am Fenster, den Tee in beiden Händen, und betrachtete den Schlamm im Hof mit einer Gelassenheit, die Maeve erst jetzt, nach all den Jahren, als das erkannte, was sie immer gewesen war: nicht Gleichmut, sondern eine sehr alte Form von Ausdauer. :42. Ketten lapátoltak, némán, olyan ritmusban, amely magától alakult ki, ahogyan a lélegzetvételek is kialakulnak, anélkül hogy az ember döntene róluk. - Sie schaufelten zu zweit, schweigend, in einem Rhythmus, der sich von selbst einstellte, wie Atemzüge sich einstellen, ohne dass man es entscheidet. :43. Kora délután Maeve kihúzta a bőröndöt a sárból, letörölte egy már eleve elveszett törülközővel, és az autóhoz állította, és ennek a kis cselekedetnek volt valami véglegessége, amelyet ő maga nem szánt bele. - Am frühen Nachmittag zog Maeve den Koffer aus dem Schlamm, wischte ihn mit einem bereits verlorenen Handtuch ab und stellte ihn ans Auto, und diese kleine Handlung hatte etwas Endgültiges, das sie selbst nicht gemeint hatte. :44. Declan az ajtóban állt, vállát a keretnek támasztva, és olyan csenddel figyelte ezt, amely nem közöny volt, hanem annak a különös figyelme, aki valamit az emlékezetébe vés. - Declan stand in der Tür, die Schulter am Rahmen, und beobachtete das mit einer Stille, die keine Gleichgültigkeit war, sondern die besondere Aufmerksamkeit von jemandem, der sich etwas einprägt. :45. „Legközelebb előbb telefonálj”, mondta. - „Nächstes Mal ruf vorher an", sagte er. :46. „Nem lesz legközelebb”, mondta Maeve, annak teljes tudatában, hogy hazudik, és Declan tudta ezt, és Maeve tudta, hogy Declan tudja, és ettől a hazugság valamiféle megállapodássá vált. - „Es gibt kein nächstes Mal", sagte sie, in dem vollen Bewusstsein, dass sie log, und er wusste das, und sie wusste, dass er es wusste, und das machte die Lüge zu einer Art Vereinbarung. :47. Bridie egyszer intett, minden színpadiasság nélkül, egy apró, nyugodt intéssel az ablakból, amelyben több tartalom volt, mint a legtöbb ölelésben. - Bridie winkte einmal, ohne Theatralik, ein kleines, ruhiges Winken vom Fenster, das mehr Inhalt hatte als die meisten Umarmungen. :48. Az autó rádiója egy olyan dalt játszott, amelyet apja mindig szeretett, és Maeve hagyta tovább szólni, akkor is, amikor fájni kezdett, mert bizonyos dolgok csak akkor teljesek, ha az ember a végükig tartja őket. - Das Radio im Auto spielte ein Lied, das ihr Vater immer gemocht hatte, und Maeve ließ es laufen, auch als es anfing wehzutun, weil manche Dinge nur vollständig sind, wenn man sie bis zum Ende hält. :49. A visszapillantó tükörben Declan a nyitott ajtóban állt, arcát az eső felé fordítva, mintha ez választás volna, és nem csupán testtartás – talán mindkettő volt. - Im Rückspiegel stand Declan in der offenen Tür, das Gesicht dem Regen zugewandt, als wäre das eine Wahl und nicht nur eine Haltung – vielleicht war es beides. :50. Lassan vezetett, mert az út még félig víz alatt állt, de azért is, mert még egy ideig meg akarta őrizni a képet a tükörben, mielőtt a kanyar elvette volna. - Sie fuhr langsam, weil die Straße noch halb überschwemmt war, aber auch weil sie das Bild im Spiegel eine Weile länger behalten wollte, bevor die Kurve es nahm. :51. A víznek nem volt vége, és a következő áradás el fog jönni, ugyanolyan tárgyilagos elkerülhetetlenséggel, mint ez, és Maeve újra el fog indulni, ez most már biztos volt, egy bőrönddel, amely túl könnyű volt egy hétre, és túl nehéz valakinek, aki őszinte lett volna önmagához. - Das Wasser war nicht vorbei, und die nächste Flut würde kommen, mit derselben sachlichen Unausweichlichkeit wie diese, und Maeve würde wieder fahren, das stand jetzt fest, mit einem Koffer, der zu leicht war für eine Woche und zu schwer für jemanden, der ehrlich wäre mit sich selbst. :52. De a ház állt, és a benne lévő emberek álltak, és talán ez volt az egyetlen fajta elkészültség, amely a világban valóban érvényes. - Aber das Haus stand, und die Menschen darin standen, und vielleicht war das die einzige Art von Fertigsein, die in der Welt wirklich gilt. -------------------- fhsd5avavs69z6vr5q1kzy9kzdb9nvc Traktorenlexikon: AGCO-Allis 4650 0 122615 1085345 2026-05-10T13:58:42Z Baupit 56622 Neue Seite (vgl. [[WB:AZ]]) 1085345 wikitext text/x-wiki {{:Traktorenlexikon: Navigation |HERSTELLER-LINK=Traktorenlexikon: AGCO-Allis |HERSTELLER= AGCO-Allis}} {{:Traktorenlexikon: Modell-Infobox | HERSTELLER = AGCO-ALLIS | MODELLREIHE = 4.600 er - Baureihe | MODELL = 4650 | BILD = | BILDBESCHREIBUNG = | BAUWEISE = Blockbauweise | PRODUKTIONSBEGINN = 1991 | PRODUKTIONSENDE = 1997 | STÜCKZAHL = | EIGENGEWICHT = 2.030 (4 WD: 2.300) | LÄNGE = 3.625 | BREITE = 1.675 | HÖHE = 2.320 | RADSTAND = 2.085 (4 WD: 2.065) | BODENFREIHEIT = 390 (4 WD: 330) | SPURWEITE = | SPURWEITE VORNE = 1.230-1.630 (4 WD: 1.360-1.850) | SPURWEITE HINTEN = 1.364-1.860 | WENDERADIUS MIT LENKBREMSE = 3.550 (4 WD: 3.900) | WENDERADIUS OHNE LENKBREMSE = 4.150 (4 WD: 4.425) | BEREIFUNG VORNE = 6.50-16 ASF (4 WD: 9.5-20 AS) | BEREIFUNG HINTEN = 13.6 R 28 AS | LEISTUNG KW = 36,8 | LEISTUNG PS = 50 | NENNDREHZAHL = 2.200 | ZYLINDER = 3 | HUBRAUM = 2.715 | DREHMOMENTANSTIEG = 6,8 | KRAFTSTOFF = Diesel | KÜHLSYSTEM = Luftkühlung | ANTRIEBSTYP = Heck- und Allradantrieb | GETRIEBE = 12 V/3 R oder 16 V/4 R | HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT = 30 | KATEGORIESORTIERUNG = }} Das Unternehmen AGCO-ALLIS entstand 1990 im Zuge eines Management-Buy-out der nordamerikanischen DEUTZ-ALLIS Corporation, was zur Gründung der ALLIS-GLEANER Corporation (AGCO) führte. Die AGCO-ALLIS-Serie 4600 basierte auf den italienischen Schlepper, der SAME-Solar-Traktoren. Im Falle des AGCO-ALLIS 4650 war das Äquivalent der SAME Solar-50. ==Motor== * SAME, Typ: 983 L, stehender luftgekühlter Viertakt-Dreizylinder-Reihen-Saugmotor mit Direkteinspritzung, hängenden Ventile, FIAMM-Ölfilter, Vierring-Leichtmetall-Kolben, OMAP-Einspritzpumpe, mechanischer SAME-Drehzahlregler, Druckumlaufschmierung mittels Zahnradpumpe, OMAP-Mehrloch-Einspritzdüsen, zahnradgetriebene Nockenwelle, DONALDSON-Trockenluftfilter, vierfach-gelagerte Kurbelwelle, FIAMM-Kraftstofffilter, auswechselbare Zylinderlaufbuchsen und Axialgebläse. * Bohrung = 98 mm, Hub = 120 mm * Verdichtungsverhältnis = 17,1:1 * Drehmoment mit Höchstleistung = 132 Nm * Max. Drehmoment = 141 Nm bei 1.745 U/min. * Geregelter Drehzahlbereich = 675 bis 2.372 U/min. * Einspritzmenge = 47,2 mm³/Hub und Nenndrehzahl * Max. Einspritzdruck = 220 + 10 bar * SAME-Drehzahlregler, Typ: 029.1616.0 * FIAMM-Kraftstofffilter, Typ: FNA-166/00 * Donaldson-Trockenluftfilter, Typ: FKG 06-5296 * FIAMM-Ölfilter, Typ: 4803 IN * SAME-Schalldämpfer, Typ: 150.5610.2/20 * Axialgebläse mit sechs Blätter und 229 mm Durchmesser ==Kupplung== * Trockene SAME-Doppelkupplung, Typ: 10" Pedal-betätigte Fahrkupplung mit 254 mm Durchmesser * Handhebel-betätigte Zapfwellenkupplung mit 254 mm Durchmesser ==Getriebe== * Im Ölbad laufendes, synchronisiertes SAME-Gruppengetriebe, Typ: 463.21 mit Zweihebel-Bedienung * Synchronisiertes Wechselgetriebe mit vier Vorwärts- und einem Rückwärtsgang * Synchronisiertes Untersetzungsgetriebe mit drei Gruppen, in die Gruppen: L - M und H unterteilt 12 Vorwärts- und 3 Rückwärtsgang {| class="wikitable" |- ! Gesamtübersetzung-Triebwerk 12/3 !! |- ! GRUPPE - L !! |- | 1.Gang || 582,10:1 |- | 2.Gang || 342,90:1 |- | 3.Gang || 256,80:1 |- | 4.Gang || 155,93:1 |- | 1.Rückwärtsgang || 292,48:1 |- ! GRUPPE - M !! |- | 1.Gang || 194,03:1 |- | 2.Gang || 114,29:1 |- | 3.Gang || 85,59:1 |- | 4.Gang || 51,88:1 |- | 2.Rückwärtsgang || 97,50:1 |- ! GRUPPE - H !! |- | 1.Gang || 64,68:1 |- | 2.Gang || 38,10:1 |- | 3.Gang || 28,54:1 |- | 4.Gang || 17,32:1 |- | 3.Rückwärtsgang || 32,50:1 |- |} <br /> "Optional:" * Zusätzliche Kriechgruppe als LL - Gruppe bezeichnet 16 Vorwärts- und 4 Rückwärtsgänge ==Geschwindigkeiten vor- und rückwärts== "Geschwindigkeiten des 12/3-Triebwerk mit Bereifung 13.6 R 28 AS" {| class="wikitable" |- ! bei Motordrehzahl (U/min) !! 2.200 |- ! GRUPPE - L !! |- | 1.Gang || 0,87 km/h |- | 2.Gang || 1,47 km/h |- | 3.Gang || 1,97 km/h |- | 4.Gang || 3,24 km/h |- | 1.Rückwärtsgang || 1,73 km/h |- ! GRUPPE - M !! |- | 1.Gang || 2,61 km/h |- | 2.Gang || 4,43 km/h |- | 3.Gang || 5,91 km/h |- | 4.Gang || 9,72 km/h |- | 2.Rückwärtsgang || 5,19 km/h |- ! GRUPPE - H !! |- | 1.Gang || 7,82 km/h |- | 2.Gang || 13,28 km/h |- | 3.Gang || 17,73 km/h |- | 4.Gang || 29,20 km/h |- | 3.Rückwärtsgang || 15,57 km/h |- |} "Geschwindigkeiten des 16/4-Triebwerk, mit Bereifung 13.6-28 AS" {| class="wikitable" |- ! bei Motordrehzahl (U/min) !! 2.200 |- ! GRUPPE - LL !! |- | 1.Gang || 0,28 km/h |- | 2.Gang || 0,48 km/h |- | 3.Gang || 0,63 km/h |- | 4.Gang || 1,05 km/h |- | 1.Rückwärtsgang || 0,56 km/h |- ! GRUPPE - L !! |- | 1.Gang || 0,87 km/h |- | 2.Gang || 1,47 km/h |- | 3.Gang || 1,97 km/h |- | 4.Gang || 3,24 km/h |- | 2.Rückwärtsgang || 1,73 km/h |- ! GRUPPE - M !! |- | 1.Gang || 2,61 km/h |- | 2.Gang || 4,43 km/h |- | 3.Gang || 5,91 km/h |- | 4.Gang || 9,72 km/h |- | 3.Rückwärtsgang || 5,19 km/h |- ! GRUPPE - H !! |- | 1.Gang || 7,82 km/h |- | 2.Gang || 13,28 km/h |- | 3.Gang || 17,73 km/h |- | 4.Gang || 29,20 km/h |- | 4.Rückwärtsgang || 15,57 km/h |- |} ==Zapfwelle== * Handhebel-betätigte, unabhängige Motorzapfwelle, als Wegzapfwelle schaltbar * Wechselstummel = 1 3/8"- 6 Keile (Form-1) * Einfach schaltbar, 540 U/min. Übersetzungsverhältnis der 540 er-Zapfwelle = 3,587:1 * 540 U/min. bei 1.944 U/min.- Motordrehzahl Übertragbare Leistung = 37,3 DIN-PS * Oder 616 U/min. mit Nenndrehzahl Übertragbare Leistung = 40,9 DIN-PS ==Bremsen== * Pedal-betätigte, hydraulisch-nasse Scheibenbremse, Typ: 463.54 auf die Differential-Seitenwellen wirkend, als Einzelradbremse zu verwenden Acht Scheiben mit 290 mm Durchmesser * Handhebel betätigte Handbremse als nasse Scheibenbremse ausgebildet, auf das Getriebe wirkend ==Achsen== * Pendelnd-gelagerte Teleskop-Vorderachse Verstellbare Spurweite = 1.230 bis 1.630 mm "Wahlweise:" * Pendelnd-gelagerte Lenktrieb-Vorderachse, Typ: 463.43 mit zentralem Antrieb und seitlichem Umlaufuntersetzungsgetriebe Verstellbare Spurweite = 1.360 bis 1.850 mm * Starre Hinterachse, Typ: 463.44 mit Kegelradgetriebe und Untersetzungsgetriebe Pedal-betätigte Differentialsperre * Verstellbare Spurweite in Stufen von 100 mm = 1.364 bis 1.860 mm * Vordere Achslast = xxx kg (4 WD = 980 kg) * Hintere Achslast = xxx kg (4 WD = 1.320 kg) ==Lenkung== * Hydrostatische DANFOSS-Lenkung, Typ: ORBITROL OSPC-80 ON Ölkreislauf in Verbindung mit Getriebe und Hydraulik, mittels BOSCH-Pumpe, Typ: HY/ZFS 11/11 L 214 * Betriebsdruck = 120 bar ==Hydrauliksystem und Kraftheber== * Hydraulische MITA-Regelkraftheber, Typ: M-55 in Blockbauweise ausgeführt, mit mechanischer Oberlenkerregelung * Organisch eingebauter Regler und Druckzylinder * Einfachwirkender Hubzylinder * Sicherheitsventil des Zylinder auf 200 bar eingestellt * Dreipunktaufhängung der Kategorie I "Funktionen:" * Heben, Senken, Lage-, Misch- und Zugregelung * Tiefenregulierung, Senkdrossel und Schwimmstellung Unabhängige BOSCH-Zahnradpumpe mit einer max. Förderleistung = 28,5 l/min. bei 194 bar und 26,0 l/min. bei 175 bar * Leistung der Hydraulik = 7,58 kW Max. durchgehende Hubkraft 610 mm hinter den Koppelpunkten = 1.200 kg * Max. Hubkraft an den Koppelpunkten = 2.100 kg ==Steuergeräte== * Ein einfachwirkendes Steuergerät * Optional bis zu zwei einfach- oder doppelt-wirkende Steuergeräte ==Elektrische Ausrüstung== "12 Volt-Einrichtung:" * Batterie, Typ: 12 V-110 Ah/470 A * MARELLI-Anlasser, Typ: 12 V-2,4 kW * MARELLI-Lichtmaschine, Typ: 14 V-45 A ==Maße und Abmessungen== * Länge über alles = 3.635 mm (4 WD = 3.615 mm) * Breite je nach Spurweite = 1.675 bis 2.175 mm * Höhe über Sicherheitsrahmen = 2.320 mm (4 WD = 2.350 mm) * Radstand = 2.085 mm (4 WD = 2.065 mm) * Bodenfreiheit = 390 mm (4 WD = 330 mm) * Betriebsgewicht mit Sicherheitsrahmen = 2.030 kg (4 WD = 2.300 kg) ==Bereifung== "Standardbereifung" * Vorne = 6.50-16 AS Front (4 WD = 9.5-20 AS) * Hinten = 13.6 R 28 AS "Optional:" * Vorne = 6.00-19 AS Front (4 WD = 11.2-20 AS) * Hinten = 14.9-28 und 12.4-32 AS ==Füllmengen== * Tankinhalt = 55,0 l * Motoröl = 6,2 l * Getriebe und Hydraulik = 39,7 l * Allrad-Vorderachse = 6,0 l * Mechanische Lenkung = 1,5 l ==Verbrauch== * Kraftstoffverbrauch = 9,45 l/h oder 264 g/kWh bei 30,1 kW und Nenndrehzahl ==Kabine== * Fahrerstand mit S.H.L.-Schutzrahmen, Typ: T-47, gepolstertem BOSTROM-Fahrersitz, Typ: XH, Dreispeichenlenkrad, Öldruck- und Ladeanzeige, Kraftstoffanzeige, Traktormeter und Betriebsstundenzähler ==Sonderausrüstung== * Kriechganggetriebe 16/4 * Thermostart * Zusatz-Gewichte * Vordere Kotflügel ==Literatur & Weblinks== * AGCO-Allis-broschure * tractordata.com * digitalcommons.unl.edu (Test-Nr. 2725/87) <references /> {{:Traktorenlexikon: Navigation |HERSTELLER-LINK=Traktorenlexikon: AGCO-Allis |HERSTELLER= AGCO-Allis}} 6ph74cj18gndgh2am2g4stxmec0jp2l